Skip to main content

AI assistant

Sign in to chat with this filing

The assistant answers questions, extracts KPIs, and summarises risk factors directly from the filing text.

Dürr AG Interim / Quarterly Report 2020

Aug 6, 2020

124_rns_2020-08-06_b0c5328d-9a1b-40cd-b50a-005488a3d93d.html

Interim / Quarterly Report

Open in viewer

Opens in your device viewer

Dürr Aktiengesellschaft

Bietigheim-Bissingen

Halbjahresfinanzbericht zum 30.06.2020

HALBJAHRESFINANZBERICHT 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2020

Titelbild

EcoProBooth ist die weltweit erste Lackierkabine für die Innen- und Außenlackierung von Autos. Bisher waren dafür zwei unterschiedliche Kabinen erforderlich. Ein weiterer Vorteil: EcoProBooth ermöglicht es erstmals, Lackierroboter zu reinigen und zu warten, ohne dass das Service-Personal die Kabine betreten muss.

KENNZAHLEN DÜRR-KONZERN (IFRS)

scroll

1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019 2. Quartal 2020 2. Quartal 2019
Auftragseingang Mio. € 1.483,0 1.921,0 644,8 815,1
Auftragsbestand (30.6.) Mio. € 2.478,8 2.622,2 2.478,8 2.622,2
Umsatz Mio. € 1.615,2 1.880,4 772,6 930,5
Bruttoergebnis Mio. € 303,0 414,1 125,8 207,7
EBITDA Mio. € 63,4 150,4 11,6 74,7
EBIT Mio. € 6,6 95,2 - 16,4 46,6
EBIT vor Sondereffekten1 Mio. € 23,7 106,9 -8,9 52,3
Ergebnis nach Steuern Mio. € -3,0 63,6 - 16,3 30,6
Bruttomarge % 18,8 22,0 16,3 22,3
EBIT-Marge % 0,4 5,1 -2,1 5,0
EBIT-Marge vor Sondereffekten1 % 1,5 5,7 -1,2 5,6
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Mio. € 106,0 - 112,9 37,3 - 69,9
Free Cashflow Mio. € 44,3 - 181,4 -1,5 - 115,4
Investitionen Mio. € 37,2 47,5 17,6 25,4
Bilanzsumme (30.6.) Mio. € 3.811,1 3.510,6 3.811,1 3.510,6
Eigenkapital (mit nicht beherrschenden Anteilen) (30.6.) Mio. € 956,1 985,4 956,1 985,4
Eigenkapitalquote (30.6.) % 25,1 28,1 25,1 28,1
ROCE2 % 1,2 14,5 -6,0 14,2
Nettofinanzstatus (30.6.) Mio. € - 120,9 - 318,3 - 120,9 - 318,3
Net Working Capital (30.6.) Mio. € 410,1 603,4 410,1 603,4
Mitarbeiter (30.6.) 16.283 16.384 16.283 16.384
Dürr-Aktie
ISIN: DE0005565204
Höchst 32,90 42,26 26,24 42,26
Tiefst 15,72 29,18 16,69 29,29
Schluss 23,20 29,84 23,20 29,84
Durchschnittlicher Tagesumsatz Stück 326.582 209.280 269.808 223.164
Anzahl der Aktien Tsd. 69.202 69.202 69.202 69.202
Ergebnis je Aktie - 0,06 0,88 - 0,24 0,43

Aufgrund von Rundungen können sich im vorliegenden Bericht bei Summenbildungen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben.

1 Sondereffekte H1 2020: -17,1 Mio. € (davon Kaufpreisallokationseffekte -9,2 Mio. €), H1 2019: -11,7 Mio. €

2 Annualisiert

ÜBERBLICK H1 2020

STARKE LIQUIDITÄT TROTZ OPERATIVER EINBUSSEN AUFGRUND VON CORONA

Rückgänge bei Auftragseingang (-22,8 %) und Umsatz (-14,1 %) im erwarteten Rahmen

Erholungstendenzen seit Juni

Starkes China-Geschäft: +60,6 % Auftragseingang, Zuwächse bei Automotive (EV), Umwelttechnik und HOMAG

Book-to-Bill bei 0,92

Solider Auftragsbestand von 2,5 Mrd. €

Service-Geschäft vor allem bei Application Technology und Measuring and Process Systems beeinträchtigt

Clean Technology Systems steigert Auftragseingang

EBIT ebenfalls im erwarteten Rahmen

H1 trotz Corona positiv: 6,6 Mio. €
H1 operativ: 23,7 Mio. €
Q2: -16,4 Mio. €, operativ -8,9 Mio. €

Positiver Cashflow-Trend mit starken Zuwächsen fortgesetzt

Operativer Cashflow um 219 Mio. € auf 106 Mio. € verbessert
Free Cashflow um 226 Mio. € auf 44 Mio. € verbessert
Net Working Capital gegenüber 30. Juni 2019 um 32 % auf 410 Mio. € reduziert

Hohe Liquidität

Flüssige Mittel auf 744 Mio. € ausgeweitet
Gesamtliquidität auf Rekordniveau: 904 Mio. € (inkl. Termingelder)
850 Mio. € freie Kreditlinien
Nettofinanzstatus bei -121 Mio. €, seit Ende 2019 nur um 22 Mio. € abgeschwächt (trotz 55,4 Mio. € Dividendenzahlung)

Kapazitätsanpassungen im Automotive-Geschäft in Europa

Einsparungen von 30 Mio. € ab 2021
Sonderaufwand von 35 bis 45 Mio. € in H2 2020

Neue Prognose für Gesamtjahr 2020

Auftragseingang: 3.100 bis 3.400 Mio. €
Umsatz: 3.200 bis 3.400 Mio. €
EBIT-Marge vor Sondereffekten: 2,5 bis 2,8 %
EBIT-Marge nach Sondereffekten 0,0 bis 0,5 %

KONZERNLAGEBERICHT

STRATEGIE

Seit Anfang 2020 gilt die neue Mid-Term-Strategie für profitables Wachstum und die Steigerung des Ergebnisses auf ein Topniveau im internationalen Maschinen- und Anlagenbau. Sie ist ab Seite 27 des Geschäftsberichts 2019 beschrieben. Mit den Strategie-Schwerpunkten Global Presence, Innovation, Efficiency und Life Cycle Services sind vier mittelfristige Kennzahlenziele verbunden:

Hohe Profitabilität: EBIT-Marge mindestens 8 %
Organisches Umsatzwachstum: durchschnittlich 2 bis 3 %
Attraktive Kapitalverzinsung: ROCE mindestens 25 %
Hoher Service-Anteil: Anteil Service am Konzernumsatz mindestens 30 %

Die Corona-Krise hat keine Auswirkungen auf die inhaltlichen Zielsetzungen unserer Strategie. Wir können jedoch nicht ausschließen, dass es infolge der veränderten Situation zu Verzögerungen bei der Umsetzung kommt.

ALLE AKTIVITÄTEN IN DER AUTOMOBILENDMONTAGE-TECHNIK BEI PAINT AND FINAL ASSEMBLY SYSTEMS

Zum 1. Januar 2020 haben wir unser Geschäft in der Automobilendmontage-Technik neu aufgestellt. Die Bereiche Prüftechnik, Montageprodukte und Automotive-Befülltechnik wurden von der Division Measuring and Process Systems in die Division Paint and Final Assembly Systems verlegt. Gemeinsam mit den dort vorhandenen Endmontageaktivitäten bilden sie eine schlagkräftige Einheit, die eine bessere Kundenbetreuung gewährleistet. Damit sind wir gut aufgestellt, um zusätzliche Chancen in der Endmontagetechnik zu erschließen und die Wachstumspotenziale auszuschöpfen, die sich in diesem Geschäft insbesondere durch den Trend zur Elektromobilität bieten. Die umgegliederten Aktivitäten erzielten im Jahr 2019 ein Umsatz von 171,8 Mio. € und ein EBIT von 16,8 Mio. €. In den nachfolgenden Tabellen zu Paint and Final Assembly Systems und Measuring and Process Systems haben wir die Angaben für das erste Halbjahr und das zweite Quartal 2019 rückwirkend an die neue Struktur angepasst, um volle Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

ANPASSUNG VON BILANZANSÄTZEN 2019 (IFRS 16)

Während des Geschäftsjahres 2019 mussten wir die Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2019 rückwirkend geringfügig anpassen. Grund war die Überprüfung der Laufzeit eines Leasingverhältnisses in einer Auslandsgesellschaft im Zusammenhang mit der Erstanwendung von IFRS 16. Daraus ergaben sich auch bei unterjährigen Bilanzwerten des Jahres 2019 leichte Abweichungen vom ursprünglichen Ausweis. Zum Beispiel wurde der Nettofinanzstatus zum 30. Juni 2019 von -310,4 Mio. € auf -318,3 Mio. € angepasst.

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

KONJUNKTUR

Die Corona-Krise ließ die Konjunktur im ersten Halbjahr 2020 weltweit abstürzen. Das zweite Quartal war geprägt von teils zweistelligen BIP-Rückgängen; in Deutschland schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 10 %. Positive Impulse kamen aus China, das den Höhepunkt der Corona-Epidemie bereits im ersten Quartal erlebt hatte und im zweiten Quartal eine kräftige wirtschaftliche Erholung verzeichnete. Viele Staaten sowie die Europäische Union haben umfangreiche Konjunkturpakete beschlossen. Dies dürfte die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abmildern, führt aber zu enormen Haushaltsbelastungen und steigenden Staatsschulden.

Bedingt durch die Ausbreitung der Corona-Pandemie brach der weltweite PKW-Absatz im ersten Halbjahr 2020 ein. Der Verband der Automobilindustrie weist für alle wesentlichen Märkte starke Rückgänge aus, allen voran Westeuropa mit -40 %. In China, dem weltgrößten Automarkt, sank der Absatz um -23 %.

PKW-ABSATZ JANUAR - JUNI 2020

Veränderung zum Vorjahr in %

Quelle: Verband der Automobilindustrie (VDA), Juli 2020

MASCHINENBAU

Angesichts der Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie meldet der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) im Zeitraum März bis Mai 2020 einen Auftragsrückgang von 22 % gegenüber dem Vorjahr, wobei die Monate April und Mai besonders stark betroffen waren. Im Zeitraum Januar bis Mai 2020 lag der Auftragseingang 13 % unter dem Vorjahreswert. Der für HOMAG relevante Teilmarkt "sekundäre Holzbearbeitung" verzeichnete nach Berechnungen des zuständigen VDMA-Fachverbands für Januar bis Mai 2020 einen preisbereinigten Bestellrückgang um 21 %.

GESCHÄFTSVERLAUF

CORONA: ÜBERBLICK

AUSWIRKUNGEN AUF DAS GESCHÄFT

Bis Ende Februar waren Corona und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen auf China begrenzt. Mit der weltweiten Ausbreitung des Virus seit März wurden zunehmend auch unsere Aktivitäten in anderen Ländern beeinträchtigt. Am stärksten war dies im April während der Lockdown-Maßnahmen in Europa und Amerika der Fall. Dagegen zeigte sich unser China-Geschäft äußerst robust und bildete mit starken Zuwächsen beim Auftragseingang ein Gegengewicht zu den Rückgängen in anderen Märkten. Durch die Lockerungen der Corona-Restriktionen seit Mai und die schrittweise Öffnung vieler Werke von Kunden haben sich die Rahmenbedingungen auch in anderen Ländern wieder verbessert. Dennoch beeinträchtigt die Corona-Pandemie die Entwicklung und die Perspektiven unseres Geschäfts nach wie vor. Insbesondere in Europa dauert die Verunsicherung bei Verbrauchern und Unternehmen an und dämpft die Konsum- und Investitionsbereitschaft, viele Werke unserer Kunden produzieren bei niedriger Auslastung.

STANDORTE

Während der Lockdown-Phasen mussten wir einige Standorte in China, den USA, Brasilien und Indien vorübergehend schließen. Diese Standorte haben ihre Tätigkeit mittlerweile wieder aufgenommen, in China operieren unsere Werke wieder bei voller Auslastung. In Europa gab es keine Schließungen, alle Werke konnten unterbrechungsfrei produzieren. Die Lieferketten waren, abgesehen von kleineren Einschränkungen, weitgehend stabil. Beinahe alle Standorte des Konzerns arbeiten mittlerweile wieder einschränkungsfrei und mit den gewohnten Geschäftsprozessen. Bei den Bürotätigkeiten nutzen wir weiterhin Homeoffice-Modelle, wenngleich der Anteil der Präsenzstunden zuletzt wieder zunahm. Auf dem Höhepunkt der Krise arbeitete rund die Hälfte unserer Belegschaft im Homeoffice.

GEGENMASSNAHMEN

Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis gingen im ersten Halbjahr infolge der Corona-Krise deutlich zurück. Erläuterungen dazu enthalten die folgenden Absätze und der "Segmentbericht" auf Seite 17. Um gegenzusteuern und die Kosten an das niedrigere Geschäftsvolumen anzupassen, haben wir ein weltweites Maßnahmenpaket umgesetzt. Im ersten Halbjahr 2020 konnten wir damit Einsparungen in Höhe von rund 45 Mio. € im Vergleich zur Planung erreichen.

Im Rahmen unseres Maßnahmenpakets haben wir die Anzahl der externen Mitarbeiter im Vergleich zum Jahresende 2019 weltweit um 22 % reduziert, wobei die Anpassungen in Deutschand wesentlich stärker ausfielen. In der Stammbelegschaft wurden Arbeitszeitkonten abgebaut und moderate Kapazitätsanpassungen vorgenommen. Derzeit weiten wir außerdem die Kurzarbeit in Deutschland aus. Im Juli erhielten rund 1.100 der inländischen Mitarbeiter Kurzarbeitergeld. Auch der Verzicht auf Erhöhungen bei den Tarifgehältern in Deutschland sowie geringere Bonus- und Erfolgsbeteiligungszahlungen führen zu einer Kostenentlastung. Die Investitionen haben wir im ersten Halbjahr um 21,6 % gesenkt, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung wurden ebenfalls maßvoll begrenzt (H1 2020: -6,1 %), wobei strategisch wichtige Innovationsprojekte wie die Digitalisierung von den Kürzungen ausgenommen sind. Weitere Ausgabenkürzungen gab es zum Beispiel in der Verwaltung, bei Reisen und beim Bezug externer Dienstleistungen.

Gegenüber dem Jahresende 2019 und dem 31. März 2020 hat sich unsere Gesamtliquidität trotz des schwierigen Umfelds im zweiten Quartal weiter erhöht und erreichte zum 30. Juni 904,1 Mio. €. Wir schonen unsere Liquidität durch ein striktes Cash-Management, zudem haben wir uns durch die Aufnahme zusätzlicher Fremdmittel abgesichert, Informationen dazu enthält der Abschnitt "Fremdkapitalausstattung und Finanzierungsstruktur" auf Seite 14.

Über die Entwicklung unserer Risikosituation infolge der Corona-Krise informiert der Risikobericht auf Seite 21. Im Zuge der Corona-Krise haben wir keine Staatshilfen in Anspruch genommen und beabsichtigen dies auch weiterhin nicht. Zu berücksichtigen ist lediglich, dass wir Erträge von 0,9 Mio. € unter anderem aus der staatlichen Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen vereinnahmt haben. Diese Erträge fallen bei Kurzarbeit und vergleichbaren Instrumenten im Ausland automatisch an.

AUFTRAGSEINGANG DURCH CORONA-KRISE DEUTLICH BEEINTRÄCHTIGT

AUFTRAGSEINGANG, UMSATZ, AUFTRAGSBESTAND

scroll

Mio. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019 2. Quartal 2020 2. Quartal 2019
Auftragseingang 1.483,0 1.921,0 644,8 815,1
Umsatz 1.615,2 1.880,4 772,6 930,5
Auftragsbestand (30. Juni) 2.478,8 2.622,2 2.478,8 2.622,2

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise reduzierte sich der Auftragseingang im ersten Halbjahr um 22,8 % auf 1.483,0 Mio. €. Besonders im zweiten Quartal schlugen sich die weitreichenden Lockdown-Maßnahmen sowie die Verunsicherung vieler Kunden nieder und ließen das Bestellvolumen auf 644,8 Mio. € sinken. Allerdings war der Auftragseingang im Juni deutlich höher als in den beiden Vormonaten, was auf eine einsetzende Erholung hindeutet. Zudem konnten wir unsere starke Marktposition im robusten chinesischen Markt nutzen: Dort wuchs der Auftragseingang im ersten Halbjahr um 60,6 % und bildete ein Gegengewicht zu den Rückgängen in anderen Regionen. Die Verringerung des Auftragseingangs im ersten Quartal (-24,2 % auf 838,3 Mio. €) war neben Corona geprägt von einem überdurchschnittlich hohen Basiswert und der Tatsache, dass ein eingeplanter Großauftrag eines Automobilherstellers auf das zweite Halbjahr verschoben wurde.

Das Geschäft mit der Automobilindustrie war von den Folgen der Pandemie stärker betroffen als unsere anderen Aktivitäten. In den Automotive-Divisions Paint and Final Assembly Systems und Application Technology verringerte sich der Auftragseingang im ersten Halbjahr um 28,5 % beziehungsweise 36,5 %. Allerdings lagen die Bestellungen bei Paint and Final Assembly Systems im zweiten Quartal mit 240,3 Mio. € auf dem Vorjahresniveau. Measuring and Process Systems verzeichnete im zweiten Quartal Einbrüche im Automotive- und Aviation-Geschäft, sodass sich für das erste Halbjahr ein Minus von 31,7 % ergab. Die Umwelttechnik-Division Clean Technology Systems konnte den Auftragseingang im ersten Halbjahr trotz Corona um 3,8 % steigern. Im Geschäft mit der Möbelindustrie (Woodworking Machinery and Systems) sank der Auftragseingang im ersten Halbjahr um 16,5 % und damit weniger stark als im Gesamtkonzern, allerdings belief sich der Rückgang im zweiten Quartal auf 25,3 %.

Der Auftragseingang in den Emerging Markets betrug im ersten Halbjahr 669,9 Mio. € (H1 2019: 913,5 Mio. €) und erreichte einen Anteil von 45,2 % am Bestellvolumen des Konzerns. Der Anteil Chinas weitete sich durch die starken Bestellzuwächse auf 29,2 % aus, unter anderem erhielten wir dort mehrere Systemaufträge über den Bau von Lackieranlagen für Elektroautos. In Amerika und Europa gingen die Bestellungen deutlich zurück, allerdings erhielt Clean Technology Systems in Deutschland einen Großauftrag aus der Batteriebranche. Ein weiterer Großauftrag in der Lackiertechnik ging in Algerien ein.

AUFTRAGSEINGANG (MIO. €), ERSTES HALBJAHR 2020

UMSATZ SINKT WENIGER STARK ALS AUFTRAGSEINGANG

Der Umsatz verringerte sich im ersten Halbjahr 2020 um 14,1 % auf 1.615,2 Mio. €. Mit -17,0 % war der Rückgang im zweiten Quartal stärker als im Auftaktquartal (-11,3 %), unter anderem weil viele Werke und Baustellen von Kunden Corona-bedingt mehrere Wochen geschlossen waren. Bei Clean Technology Systems erreichte der Umsatz im ersten Halbjahr das Vorjahresniveau. Unter den anderen Divisions verzeichnete Application Technology den höchsten Umsatzrückgang (-19,5 %), gefolgt von Paint and Final Assembly Systems (-16,0 %), Measuring and Process Systems (-14,3 %) und Woodworking Machinery and Systems (-13,4 %).

Der Anteil des Deutschlandgeschäfts am Umsatz betrug im ersten Halbjahr 17 %. 21 % entfielen auf die weiteren europäischen Länder, 29 % auf Nord-, Mittel und Südamerika, 20 % auf China und 13 % auf andere Länder Asiens sowie auf Afrika und Australien. Der Umsatzanteil der Emerging Markets erreichte 39 %.

Die Service-Erlöse nahmen im ersten Halbjahr mit -16,3 % etwas stärker ab als der Gesamtumsatz und erreichten 441,0 Mio. €. Ausschlaggebend war, dass viele Kundenwerke unterausgelastet oder zeitweise geschlossen waren. Dies beeinträchtigte insbesondere das margenstarke Ersatzteilgeschäft von Application Technology und Measuring and Process Systems. Allerdings verzeichneten wir zuletzt wieder Signale für ein anziehendes Service-Geschäft, da unsere Kunden die Produktion wieder hochfahren. Der Anteil des Service-Geschäfts am Konzernumsatz belief sich auf 27,3 % (H1 2019: 28,0 %).

Die Book-to-Bill-Ratio belief sich im ersten Halbjahr auf 0,92. Der Auftragsbestand erreichte zur Jahresmitte 2.478,8 Mio. € und unterschritt damit den Wert zum 30. Juni 2019 um 5,5 %. Gegenüber dem Jahresende 2019 ergab sich eine Verringerung von 9,6 %. Dabei ist zu berücksichtigen, dass wir im Juni stornierungsbedingt 73,4 Mio. € aus dem Bestand ausgebucht haben. Der Großteil davon entfiel auf die Stornierung eines Großauftrags durch einen Automobilhersteller, der an einem anderen Standort investieren will als ursprünglich geplant.

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UND RENDITEKENNZIFFERN

scroll

1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019 2. Quartal 2020 2. Quartal 2019
Umsatz Mio. € 1.615,2 1.880,4 772,6 930,5
Bruttoergebnis Mio. € 303,0 414,1 125,8 207,7
Overhead-Kosten1 Mio. € 295,9 319,9 142,2 161,4
EBITDA Mio. € 63,4 150,4 11,6 74,7
EBIT Mio. € 6,6 95,2 - 16,4 46,6
EBIT vor Sondereffekten2 Mio. € 23,7 106,9 -8,9 52,3
Finanzergebnis Mio. € - 10,7 -6,6 -6,4 -3,9
EBT Mio. € -4,2 88,6 - 22,7 42,7
Ertragsteuern Mio. € 1,1 - 25,0 6,4 - 12,1
Ergebnis nach Steuern Mio. € -3,0 63,6 - 16,3 30,6
Ergebnis je Aktie - 0,06 0,88 - 0,24 0,43
Bruttomarge % 18,8 22,0 16,3 22,3
EBITDA-Marge % 3,9 8,0 1,5 8,0
EBIT-Marge % 0,4 5,1 -2,1 5,0
EBIT-Marge vor Sondereffekten2 % 1,5 5,7 -1,2 5,6
EBT-Marge % -0,3 4,7 -2,9 4,6
Umsatzrendite nach Steuern % -0,2 3,4 -2,1 3,3
Steuerquote % 27,3 28,2 28,4 28,2

1 Vertriebs-, Verwaltungs- und F&E-Kosten

2 Sondereffekte H1 2020: -17,1 Mio. € (davon Kaufpreisallokationseffekte -9,2 Mio. €), H1 2019: -11,7 Mio. €

BRUTTOMARGE VERRINGERT

Angesichts des Corona-bedingten Umsatzrückgangs haben wir Kostensenkungsmaßnahmen ergriffen, die im Abschnitt "Corona: Überblick" auf Seite 6 beschrieben sind. Dadurch konnten wir im ersten Halbjahr Einsparungen von rund 45 Mio. € im Vergleich zur Planung erzielen.

Während die Umsatzkosten im ersten Halbjahr um 10,5 % sanken, verringerte sich das Bruttoergebnis um 26,8 % auf 303,0 Mio. €. Daraus ergab sich eine Bruttomarge von 18,8 % nach 22,0 % im Vorjahreszeitraum. Bemerkenswert ist, dass Paint and Final Assembly Systems die Bruttomarge trotz eines deutlichen Umsatzrückgangs von 16,0 % so gut wie konstant halten konnte. Dies resultierte aus der Verumsatzung höhermargiger Aufträge sowie aus Effizienzgewinnen durch das Optimierungsprogramm FOCUS 2.0. Bei Clean Technology Systems erreichte die Bruttomarge ebenfalls knapp das Vorjahresniveau, während sie in den anderen Divisions infolge der Umsatzrückgänge sank.

POSITIVES EBIT IM ERSTEN HALBJAHR

Die Overhead-Kosten (einschließlich Forschungs- und Entwicklungskosten) haben wir im ersten Halbjahr 2020 um 7,5 % auf 295,9 Mio. € reduziert. Im zweiten Quartal bewirkten verschärfte Einsparmaßnahmen eine Verringerung von 11,9 %. Am stärksten reduzierten sich die Vertriebskosten mit -8,7 % im ersten Halbjahr und -12,9 % im zweiten Quartal. Die Senkung der F&E-Kosten begrenzten wir im ersten Halbjahr auf 6,1 %. Wie im ersten Halbjahr 2019 war der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen mit -0,5 Mio. € beinahe ausgeglichen, die größten Einzelpositionen waren die Kursgewinne und -verluste.

Trotz der massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie erzielten wir im ersten Halbjahr 2020 ein positives EBIT von 6,6 Mio. € (-93,1 %); die EBIT-Marge betrug 0,4 %. Das EBIT enthält eine Belastung von rund 5 Mio. € aus Wertberichtigungen auf Forderungen und vertragliche Vermögenswerte; die Wertberichtigungen wurden gemäß IFRS 9 als Risikovorsorge durchgeführt. Bei saldierten Sondereffekten von -17,1 Mio. € beliefen sich das operative EBIT auf 23,7 Mio. € und die operative EBIT-Marge auf 1,5 %. Die Sonderaufwendungen entfielen vor allem auf Kaufpreisallokationseffekte, die Einstellung defizitärer Aktivitäten an den kleineren Standorten Karlstein und Goldkronach sowie auf weitere kleinere Restrukturierungsmaßnahmen und Transaktionskosten für die Komplettübernahme von HOMAG China Golden Field (siehe Seite 21). Ein geringer Sonderertrag fiel in Zusammenhang mit einer Rechtsstreitigkeit an.

Das EBIT von -16,4 Mio. € im zweiten Quartal deckt sich mit unseren in der Zwischenmitteilung vom 14. Mai skizzierten Erwartungen. Es resultiert aus den starken Geschäftseinbußen in der Corona-Hochphase und dem entsprechenden Kosten- und Auslastungsdruck. Wir gehen davon aus, dass das zweite Quartal den Tiefpunkt der Corona-Krise markierte und die Nachfrage im zweiten Halbjahr etwas zunimmt.

Bei Abschreibungen von 56,8 Mio. € ergab sich ein Halbjahres-EBITDA von 63,4 Mio. € (H1 2019: 150,4 Mio. €), auch im zweiten Quartal war das EBITDA mit 11,6 Mio. € positiv (Q2 2019: 74,7 Mio. €). Das Finanzergebnis schwächte sich im ersten Halbjahr auf -10,7 Mio. € ab (H1 2019: -6,6 Mio. €). Ein Grund dafür war, dass die Beteiligungsertäge um 1,0 Mio. € sanken. Zudem verringerte sich das Zinsergebnis infolge rückläufiger Zinserträge und höherer Zinsaufwendungen. Letzteres resultierte vor allem aus der Erhöhung des Finanzierungsvolumens angesichts der Corona-Krise und den damit verbundenen Transaktionskosten.

Das Ergebnis nach Steuern fiel mit -3,0 Mio. € besser aus als das Vorsteuerergebnis (-4,2 Mio. €). Hauptgrund dafür war die verstärkte Bildung aktiver latenter Steuern bei Konzerngesellschaften mit negativen Ergebnissen. Das Ergebnis je Aktie für das erste Halbjahr 2020 betrug -0,06 €.

WECHSELKURSEFFEKTE

Bei konstanten Wechselkursen wären Auftragseingang und Umsatz im ersten Halbjahr 0,7 % beziehungsweise 0,6 % höher ausgefallen. Beim Ergebnis machten sich die Wechselkursveränderungen stärker bemerkbar: Ohne sie wäre das EBIT 21,2 % höher gewesen und hätte folglich 8,0 Mio. € statt 6,6 Mio. € erreicht.

FINANZWIRTSCHAFTLICHE SITUATION

CASHFLOW1

scroll

Mio. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019 2. Quartal 2020 2. Quartal 2019
Ergebnis vor Ertragsteuern -4,2 88,6 - 22,7 42,7
Abschreibungen 56,8 55,2 28,0 28,1
Zinsergebnis 12,6 9,5 7,5 4,8
Ertragsteuerzahlungen -9,5 - 32,6 -0,3 - 22,9
Veränderung Rückstellungen -1,1 - 10,2 2,6 -5,7
Veränderung Net Working Capital 86,0 - 161,9 68,2 - 74,6
Sonstiges - 34,7 - 61,5 - 45,9 - 42,3
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 106,0 - 112,9 37,3 - 69,9
Zinszahlungen (netto) - 18,9 - 18,3 - 18,7 - 18,6
Tilgung Leasingverbindlichkeiten - 16,1 - 13,3 -8,8 -7,4
Investitionen - 26,6 - 36,9 - 11,3 - 19,5
Free Cashflow 44,3 - 181,4 -1,5 - 115,4
Sonstige Zahlungsströme - 66,0 - 62,5 - 54,0 - 59,0
Veränderung Nettofinanzstatus - 21,6 - 243,9 - 55,5 - 174,4

1 In der Kapitalflussrechnung wurden Wechselkurseffekte eliminiert. Daher können die dort gezeigten Veränderungen von Bilanzpositionen nicht vollständig in der Bilanz nachvollzogen werden.

STARKE CASHFLOW-VERBESSERUNG

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit erreichte im ersten Halbjahr 2020 trotz eines leicht negativen Vorsteuerergebnisses einen hohen Wert von 106,0 Mio. €. Gegenüber der Vorjahresperiode bedeutet dies eine Verbesserung um 218,9 Mio. €, im zweiten Quartal nahm der operative Cashflow um 107,2 Mio. € auf 37,3 Mio. € zu. Grund für die starken Zuwächse war eine deutliche Reduktion des Net Working Capitals (NWC): Gegenüber der Jahresmitte 2019 verringerte es sich um 193,3 Mio. € auf 410,1 Mio. € (-32,0 %), seit Ende 2019 ergab sich ein Rückgang von 92,6 Mio. € (-18,4 %). Der NWC-Abbau basierte auf verringerten Forderungen und der Vereinnahmung hoher Anzahlungen und Fortschrittszahlungen aus Projekten. Damit konnten wir auch einen leichten Anstieg der Vorräte seit dem Jahresende 2019 kompensieren, der unter anderem aus einem hohen Bestand an Fertigerzeugnissen resultierte. Einen positiven Effekt auf den operativen Cashflow hatte auch, dass wir weniger Neuprojekte angearbeitet haben und daher die Mittelbindung reduzieren konnten.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit verbesserte sich im ersten Halbjahr 2020 leicht auf -25,8 Mio. € (H1: 2019: -30,7 Mio. €). Ein Grund dafür war, dass wir die Ausgaben für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten mit Blick auf die Corona-Krise gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10,3 Mio. € reduziert haben. Darüber hinaus enthält der Cashflow aus Investitionstätigkeit die Zahlung für die Mehrheitsübernahme des deutschen Software-Unternehmens Techno-Step GmbH im März (Division Application Technology).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit war mit 11,5 Mio. € positiv, da die Aufnahme des Sustainability-Schuldscheindarlehens im März (115 Mio. €) und eines Darlehens im Mai (100 Mio. €) hohe Mittelzuflüsse generierte. Abflüsse resultierten vor allem aus der vorzeitigen Teilrückzahlung eines Schuldscheindarlehens aus dem Jahr 2016 und der Zahlung der Dividende. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit enthält Ausgaben von 4,6 Mio. € für die Übernahme der restlichen Anteile an der Weinmann Holzbausystemtechnik GmbH durch die HOMAG GmbH, die zuvor 75,9 % gehalten hatte. Außerdem sind 4,3 Mio. € berücksichtigt, die aus der Andienung weiterer Aktien der HOMAG Group AG resultierten.

Infolge des hohen operativen Cashflows verbesserte sich der Free Cashflow im ersten Halbjahr 2020 auf 44,3 Mio. €, nachdem er im Vorjahreszeitraum mit -181,4 Mio. € negativ ausgefallen war. Der Nettofinanzstatus proftierte von den operativen Mittelzuflüssen und verbesserte sich gegenüber dem 30. Juni 2019 um 197,4 Mio. € auf -120,9 Mio. €. Die leichte Abschwächung gegenüber dem Jahresende 2019 (-99,3 Mio. €) resultierte aus der Zahlung der Dividende (55,4 Mio. €) für das Geschäftsjahr 2019.

NETTOFINANZSTATUS

scroll

Mio. €
30. Juni 2020 -120,9
31. Dezember 2019 -99,3
30. Juni 2019 -318,3

FLÜSSIGE MITTEL AUF HOHEM NIVEAU

KURZ- UND LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE

scroll

Mio. € 30. Juni 2020 in % der Bilanzsumme 31. Dezember 2019 30. Juni 2019
Immaterielle Vermögenswerte 639,0 16,8 644,0 645,2
Sachanlagen 502,5 13,2 525,4 521,7
Sonstige langfristige Vermögenswerte 148,5 3,9 153,0 142,4
Langfristige Vermögenswerte 1.289,9 33,8 1.322,4 1.309,3
Vorräte 531,9 14,0 509,2 565,1
Vertragliche Vermögenswerte 432,6 11,4 519,1 504,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 501,5 13,2 570,3 564,9
Liquide Mittel 744,0 19,5 662,0 409,0
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 311,3 8,2 299,4 158,0
Kurzfristige Vermögenswerte 2.521,1 66,2 2.560,0 2.201,3
Bilanzsumme 3.811,1 100,0 3.882,3 3.510,6

Seit Ende 2019 reduzierte sich die Bilanzsumme leicht auf 3.811,1 Mio. € (-1,8 %). Die Aktivseite war geprägt von deutlich verringerten Forderungen und vertraglichen Vermögenswerten sowie umfangreichen flüssigen Mitteln, die mit 744,0 Mio. € eine außerordentlich hohen Wert erreichten. Die hohe Liquidität resultierte neben der verringerten operativen Mittelbindung auch aus dem im Mai erhaltenen Darlehen über 100 Mio. €. Im Vergleich zum Jahresende 2019 erhöhten sich die flüssigen Mittel um 82,0 Mio. €, gegenüber der Jahresmitte 2019 betrug der Zuwachs 335,0 Mio. €. Die Gesamtliquidität, die auch Termingelder beinhaltet, stieg auf ein hohes Niveau von 904,1 Mio. €.

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise haben wir diverse Werthaltigkeitstests durchgeführt. Unsere Geschäfts- oder Firmenwerte sowie die Steuerpositionen wiesen keinen Abschreibungsbedarf auf, bei den anderen Vermögenswerten waren nur geringfügige Wertberichtigungen erforderlich.

LIQUIDITÄTSENTWICKLUNG

Mio. €

EIGENKAPITAL VERRINGERT

EIGENKAPITAL

scroll

Mio. € 30. Juni 2020 in % der Bilanzsumme 31. Dezember 2019 30. Juni 2019
Gezeichnetes Kapital 177,2 4,6 177,2 177,2
Sonstiges Eigenkapital 769,8 20,2 853,5 794,0
Eigenkapital Aktionäre 946,9 24,8 1.030,6 971,1
Nicht beherrschende Anteile 9,2 0,2 12,7 14,2
Summe Eigenkapital 956,1 25,1 1.043,4 985,4

Das Eigenkapital lag zur Jahresmitte 2020 bei 956,1 Mio. €, dies entspricht einem Rückgang von 8,4 % gegenüber dem Jahresende 2019 und von 3,0 % im Vergleich zum Vorjahresstichtag. Hauptgründe dafür waren der Abfluss der Dividende für 2019, Währungseffekte sowie das leicht negative Nachsteuerergebnis im ersten Halbjahr 2020. Die Eigenkapitalquote verringerte sich vorübergehend auf 25,1 % nach 26,9 % zum 31. Dezember 2019.

Die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich gegenüber dem Jahresende 2019 geringfügig auf 2.854,9 Mio. € (+0,6 %). Der Anstieg der Finanzverbindlichkeiten um 101,6 Mio. € (+11,0 %) resultierte vor allem aus dem im Mai aufgenommenen Darlehen über 100 Mio. € (weitere Informationen dazu auf Seite 14). Bei den anderen Positionen fällt vor allem der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ins Auge.

KURZ- UND LANGFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN

scroll

Mio. € 30. Juni 2020 in % der Bilanzsumme 31. Dezember 2019 30. Juni 2019
Finanzverbindlichkeiten (einschl. Anleihe und Schuldscheindarlehen) 1.024,7 26,9 923,1 727,3
Rückstellungen (einschl. Pensionen) 224,0 5,9 229,4 190,7
Vertragliche Verbindlichkeiten 624,8 16,4 632,7 534,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 438,4 11,5 479,0 510,1
Ertragsteuerverbindlichkeiten und latente Steuern 113,1 3,0 129,6 125,8
Sonstige Verbindlichkeiten 429,9 11,3 445,2 437,2
Gesamt 2.854,9 74,9 2.838,9 2.525,3

FREMDKAPITALAUSSTATTUNG UND FINANZIERUNGSSTRUKTUR

Mit Blick auf die Corona-Krise haben wir uns im ersten Halbjahr zusätzliche Fremdmittel gesichert und unsere finanzielle Flexibilität erhöht. Zum 30. Juni 2020 standen uns freie Kreditlinien im Volumen von 850 Mio. € zur Verfügung. Addiert man die Gesamtliquidität (904,1 Mio. €) hinzu, ergaben sich umfangreiche freie Mittel von 1.754,1 Mio. €, mit denen wir sicher durch die Corona-Krise navigieren können.

Folgende Finanzierungstransaktionen wurden im ersten Halbjahr 2020 vorgenommen:

Schuldscheindarlehen: Im März haben wir ein weiteres Sustainability-Schuldscheindarlehen über 115 Mio. € emittiert. Der Erlös floss uns im April zu und wurde hauptsächlich zur vorzeitigen Tilgung der variablen Tranchen (100 Mio. €) unseres Schuldscheindarlehens aus dem Jahr 2016 verwendet. Der Zinssatz ist an das Nachhaltigkeits-Rating des Dürr-Konzerns gekoppelt und liegt mit durchschnittlich 0,9 % deutlich niedriger als beim Schuldscheindarlehen des Jahres 2016 (durchschnittlich 1,6 %).
Konsortialkredit: Seit Anfang Mai 2020 steht uns eine zusätzliche Kreditlinie über 350 Mio. € zur Verfügung. Sie wird von sechs Konsortialbanken bereitgestellt und hat zunächst eine Laufzeit von einem Jahr, kann von uns aber zwei Mal um jeweils sechs Monate verlängert werden. Damit haben wir für eine anstehende Refinanzierung vorgesorgt: 2021 werden Finanzverbindlichkeiten von 450 Mio. € fällig (Anleihe 2014, restliches Schuldscheindarlehen 2016). Sollte sich eine langfristige Anschlussfinanzierung zu guten Konditionen aufgrund der Krise schwierig gestalten, können wir die Kreditlinie als Brückenfinanzierung nutzen.
Darlehen: Ein weiteres Darlehen über 100 Mio. € haben wir ebenfalls im Mai erhalten.

Neben den im laufenden Jahr hinzugekommenen Elementen enthält unsere Konzernfinanzierung folgende weitere Bausteine:

Unternehmensanleihe über 300 Mio. € (Laufzeitende: 3. April 2021)
Zwei Schuldscheindarlehen über insgesamt 400 Mio. € (unterschiedliche Laufzeiten bis maximal 2029)
Syndizierter Kredit über 750 Mio. €, davon 500 Mio. € als Kreditlinie und 250 Mio. € als Avallinie (Laufzeitende: 7. August 2024)
Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 99,1 Mio. € (30. Juni 2020)
Bilaterale Kreditfazilitäten in Höhe von 3,5 Mio. € (30. Juni 2020)

AUSSERBILANZIELLE FINANZIERUNGSINSTRUMENTE UND VERPFLICHTUNGEN

Die außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente und Verpflichtungen haben im Dürr-Konzern nur geringe Bedeutung. Die Forderungsverkäufe (v.a. Forfaitierung) summierten sich zum 30. Juni 2020 auf lediglich 7,3 Mio. € (30.06.2019: 17,9 Mio. €). Die Kredit- und Avallinien erreichten ein Gesamtvolumen von 1.818,2 Mio. € (30.06.2019: 1.088,3 Mio. €), wovon 415,8 Mio. € in Anspruch genommen waren.

IST-ENTWICKLUNG VERSUS PROGNOSE

Aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie wich die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2020 erheblich von unseren ursprünglichen Planungen ab. Bereits im März wurde sichtbar, dass wir unsere Jahresziele nicht erreichen können. Daher haben wir die Prognose für 2020 am 30. März ausgesetzt. Im zweiten Quartal entsprach der Geschäftsverlauf den Erwartungen, die wir unter dem Eindruck der Krise in der Zwischenmitteilung zum ersten Quartal formuliert hatten. Die finanzielle Entwicklung stufen wir als positiv ein. Zum 31. März, also in der Anfangsphase der Krise, verfügten wir über eine hohe Gesamtliquidität von 856,8 Mio. €. Dieser Wert stieg zum 30. Juni 2020 weiter auf 904,1 Mio. €. Angesichts der sich stabilisierenden Entwicklung haben wir am 29. Juli eine neue Konzernprognose veröffentlicht (siehe Seite 24).

F&E UND INVESTITIONEN

Angesichts der starken operativen Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie haben wir die direkten F&E-Ausgaben im ersten Halbjahr 2020 um 6,1 % auf 54,7 Mio. € verringert. Im Fokus unserer F&E-Arbeit blieben strategisch wichtige Innovationsbereiche wie die Digitalisierung. Bei rückläufigem Umsatz stieg die F&E-Quote auf 3,4 % (H1 2019: 3,1 %). Im zweiten Quartal konnten die F&E-Ausgaben um 8,8 % zurückgefahren werden und lagen bei 26,6 Mio. € (Q2 2019: 29,2 Mio. €); die F&E-Quote erreichte auch im zweiten Quartal 3,4 % nach 3,1 % im Vorjahreszeitraum. Neben den direkten F&E-Aufwendungen kommt es im Rahmen von Kundenaufträgen zu weiteren Entwicklungskosten, die in den Umsatzkosten enthalten sind. Im ersten Halbjahr 2020 haben wir 9,2 Mio. € als Entwicklungskosten aktiviert (H1 2019: 9,9 Mio. €), davon entfielen 4,6 Mio. € auf das zweite Quartal (Q2 2019: 5,1 Mio. €). Mit 792 Mitarbeitern blieb die Größe unserer F&E-Abteilungen gegenüber dem Vorjahresstichtag fast unverändert (30.06.2019: 788).

Im ersten Halbjahr 2020 konnten wir unter anderem folgende Innovationen vermelden:

Eine bahnbrechende Innovation haben Paint and Final Assembly Systems und Application Technology Systems mit der Lackierkabine EcoProBooth entwickelt. Sie folgt dem Konzept der "Lackieranlage der Zukunft", das statt der herkömmlich starren Linie auf ein visionäres Layout mit flexiblen Lackierboxen setzt. Zu den wesentlichen Vorteilen der EcoProBooth gehören die Bündelung von Innen- und Außenlackauftrag in einer Kabine sowie die Wartung und Reinigung der Lackierroboter ohne Betreten der Lackierkabine. Hinzu kommt der erhöhte Anteil wiederverwendeter Kabinenluft. Für die Automobilhersteller zahlt sich das durch erhöhte Anlagenverfügbarkeit und Produktionseffizienz aus. Auch die Umwelt profitiert durch Einsparungen beim Energiebedarf und bei den CO2-Emissionen.
Mit DXQequipment.operation for oxidizers treibt Clean Technology Systems die Digitalisierung seiner Abluftreinigungsanlagen voran. Die Applikation dokumentiert und untersucht Einstellungen sowie Prozessdaten und stellt sie übersichtlich dar. Der Betreiber wird bei Handlungsbedarf umgehend informiert. Er kann auch jederzeit mobil auf die Anlagendaten zugreifen, Fehler suchen und Fernwartungen durchführen.
Measuring and Process Systems hat seine Service-Leistungen in der Auswuchttechnik weiter digitalisiert. Dank einer Spezialsoftware können unsere Experten dem Kunden binnen Sekunden über erweiterte Videokonferenzen helfen, ohne vor Ort zu sein. Die Techniker beim Kunden verfügen darüber hinaus über moderne Augmented-Reality-Brillen. Darauf bekommen sie Hinweise und Bilder ins Sichtfeld eingeblendet, während sie die Hände frei haben für die nötigen Arbeiten an der Maschine. Damit ist Hilfe noch schneller vor Ort und die Experten können ihr Wissen breiter einsetzen. Gleichzeitig sinkt das Reiseaufkommen.
Woodworking Machinery and Systems erhöht mit dem A-Flex-Tisch die Effizienz in der Möbelproduktion. Denn bevor Werkstücke in der CNC-Maschine bearbeitet werden können, müssen sie auf sorgfältig ausgerichtete Vakuumspanner und Absaugkonsolen fixiert werden. Der A-Flex-Tisch greift über die Steuerung auf die Daten des Werkstücks zu und positioniert die Spannmittel und Absaugkonsolen automatisch. Das spart Zeit. Anwender bleiben aber flexibel: Auch die manuelle Positionierung von Konsolen und unterschiedlichen Spannmitteln ist möglich.

INVESTITIONEN REDUZIERT

Um die Kosten an den rückläufigen Umsatz anzuzpassen, haben wir die Investitionen (ohne Akquisitionen) im ersten Halbjahr um 21,6 % auf 37,2 Mio. € reduziert. Davon entfielen 40 % auf Investitionen in Sachanlagen, 31 % auf den Erwerb immaterieller Vermögenswerte und 29 % auf den Zugang von Nutzungsrechten für Leasing-Vermögenswerte. Für Beteiligungserwerbe wurden im ersten Halbjahr 12,0 Mio. € aufgewendet. Darin berücksichtigt sind die Aufstockung der Beteiligung an der Weinmann Holzbausystemtechnik GmbH auf 100 %, die Übernahme des Software-Unternehmens Techno-Step GmbH sowie der Erwerb weiterer Aktien der HOMAG Group AG.

INVESTITIONEN1

scroll

1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019 2. Quartal 2020 2. Quartal 2019
Paint and Final Assembly Systems 9,7 11,72 4,3 6,12
Application Technology 3,9 5,8 1,4 3,4
Clean Technology Systems 0,9 1,2 0,5 0,8
Measuring and Process Systems 4,0 3,32 1,8 2,02
Woodworking Machinery and Systems 17,7 24,1 9,4 12,5
Corporate Center 1,0 1,4 0,2 0,6
Gesamt 37,2 47,5 17,6 25,4

1 ohne Akquisitionen

2 Die Bereiche Prüftechnik, Montageprodukte und Automotive-Befülltechnik wurden zum 1. Januar 2020 von Measuring and Process Systems zu Paint and Final Assembly Systems transferiert. Die Angaben für 2019 wurden entsprechend angepasst und weichen daher vom ursprünglichen Ausweis ab.

MITARBEITER

MITARBEITERZAHL LEICHT REDUZIERT

Zum 30. Juni 2020 waren im Dürr-Konzern 16.283 Mitarbeiter beschäftigt. Aufgrund der deutlichen Geschäftseinbußen durch Corona haben wir die Belegschaft seit Ende 2019 um 210 Personen beziehungsweise 1,3 % reduziert.

MITARBEITER NACH DIVISIONS

scroll

30. Juni 2020 31. Dezember 2019 30. Juni 2019
Paint and Final Assembly Systems 4.428 4.4121 4.3041
Application Technology 2.228 2.306 2.251
Clean Technology Systems 1.375 1.418 1.427
Measuring and Process Systems 1.476 1.5151 1.5471
Woodworking Machinery and Systems 6.498 6.569 6.592
Corporate Center 278 273 263
Gesamt 16.283 16.493 16.384

1 Die Bereiche Prüftechnik, Montageprodukte und Automotive-Befülltechnik wurden zum 1. Januar 2020 von Measuring and Process Systems zu Paint and Final Assembly Systems transferiert. Die Angaben für 2019 wurden entsprechend angepasst und weichen daher vom ursprünglichen Ausweis ab.

MITARBEITER NACH REGIONEN

scroll

30. Juni 2020 31. Dezember 2019 30. Juni 2019
Deutschland 8.136 8.181 8.216
Sonstige europäische Länder 2.624 2.617 2.602
Nord-/Zentralamerika 1.926 2.028 2.007
Südamerika 310 354 334
Asien, Afrika, Australien 3.287 3.313 3.225
Gesamt 16.283 16.493 16.384

SEGMENTBERICHT

UMSATZ NACH DIVISIONS

scroll

Mio. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019 2. Quartal 2020 2. Quartal 2019
Paint and Final Assembly Systems 574,6 683,61 277,4 334,71
Application Technology 218,6 271,7 97,2 132,3
Clean Technology Systems 178,1 180,3 95,8 92,1
Measuring and Process Systems 92,5 108,01 40,4 53,91
Woodworking Machinery and Systems 551,5 636,8 261,9 317,5
Corporate Center 0,0 0,0 0,0 0,0
Konzern 1.615,2 1.880,4 772,6 930,5

1 Die Bereiche Prüftechnik, Montageprodukte und Automotive-Befülltechnik wurden zum 1. Januar 2020 von Measuring and Process Systems zu Paint and Final Assembly Systems transferiert. Die Angaben für 2019 wurden entsprechend angepasst und weichen daher vom ursprünglichen Ausweis ab.

EBIT NACH DIVISIONS

scroll

Mio. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019 2. Quartal 2020 2. Quartal 2019
Paint and Final Assembly Systems 14,2 30,61 3,7 14,51
Application Technology -1,1 27,8 -6,7 13,2
Clean Technology Systems -1,1 0,7 0,2 1,4
Measuring and Process Systems -4,6 6,81 -3,1 3,41
Woodworking Machinery and Systems 3,5 35,0 -9,0 16,7
Corporate Center / Konsolidierung -4,3 -5,7 -1,4 -2,5
Konzern 6,6 95,2 - 16,4 46,6

1 Die Bereiche Prüftechnik, Montageprodukte und Automotive-Befülltechnik wurden zum 1. Januar 2020 von Measuring and Process Systems zu Paint and Final Assembly Systems transferiert. Die Angaben für 2019 wurden entsprechend angepasst und weichen daher vom ursprünglichen Ausweis ab.

PAINT AND FINAL ASSEMBLY SYSTEMS

scroll

1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 20191 2. Quartal 2020 2. Quartal 20191
Auftragseingang Mio. € 490,2 685,3 240,3 249,3
Umsatz Mio. € 574,6 683,6 277,4 334,7
EBITDA Mio. € 26,7 42,8 9,9 20,6
EBIT Mio. € 14,2 30,6 3,7 14,5
EBIT vor Sondereffekten Mio. € 15,7 32,1 4,5 15,0
EBIT-Marge % 2,5 4,5 1,3 4,3
EBIT-Marge vor Sondereffekten % 2,7 4,7 1,6 4,5
ROCE2 % 15,0 - 7,8 -
Mitarbeiter (30. Juni) 4.428 4.304 4.428 3.542

1 Die Bereiche Prüftechnik, Montageprodukte und Automotive-Befülltechnik wurden zum 1. Januar 2020 von Measuring and Process Systems zu Paint and Final Assembly Systems transferiert. Die Angaben für 2019 wurden entsprechend angepasst und weichen daher vom ursprünglichen Ausweis ab.

2 annualisiert

Der Auftragseingang von Paint and Final Assembly Systems sank im ersten Halbjahr um 28,5 %. Dies resultierte vor allem aus der Corona-bedingten Bestellzurückhaltung der Automobilindustrie in Europa und Nordamerika. In China waren die Bestellungen deutlich höher als im Vorjahreszeitraum, wozu mehrere Großaufträge im E-Mobility-Sektor beitrugen. Zu berücksichtigen ist beim Auftragseingang, dass die Vergabe eines für das erste Quartal erwarteten Großauftrags durch den Kunden auf das zweite Halbjahr verschoben wurde. Die Pipeline mit anstehenden Investitionsprojekten der Automobilindustrie füllt sich derzeit wieder etwas auf, was für das zweite Halbjahr einen höheren Auftragseingang erwarten lässt. Unser Automotive-Geschäft in Europa dürfte sich jedoch auch längerfristig verhalten entwickeln. Daher und mit Blick auf die Bestellrückgänge des ersten Halbjahres werden wir die europäischen Kapazitäten von Paint and Final Assembly Systems und der Schwester-Division Application Technology anpassen. Weitere Informationen dazu sind auf Seite 24 zu finden. Der Umsatz von Paint and Final Assembly Systems ging im ersten Halbjahr um 16,0 % zurück. Während die Umsatzentwicklung in Asien und Nordamerika angesichts der Corona-Situation als gut einzustufen ist, war sie in Europa sehr verhalten. Dennoch erzielte die Division ein positives EBIT von 14,2 Mio. € sowie eine Bruttomarge auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2019. Gründe hierfür waren Kostensenkungen, die günstige Fixkostenstruktur im Anlagenbaugeschäft sowie Effizienzgewinne aus dem Optimierungsprogramm FOCUS 2.0 und - damit einhergehend - die profitable Verumsatzung des hohen Auftragsbestands, insbesondere in Asien und Nordamerika.

APPLICATION TECHNOLOGY

scroll

1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019 2. Quartal 2020 2. Quartal 2019
Auftragseingang Mio. € 193,7 305,0 77,0 145,5
Umsatz Mio. € 218,6 271,7 97,2 132,3
EBITDA Mio. € 5,5 34,4 -3,4 16,6
EBIT Mio. € -1,1 27,8 -6,7 13,2
EBIT vor Sondereffekten Mio. € 1,9 27,9 -6,0 13,2
EBIT-Marge % -0,5 10,2 -6,9 10,0
EBIT-Marge vor Sondereffekten % 0,9 10,3 -6,2 10,0
ROCE1 % -0,8 17,2 -9,8 16,3

1 annualisiert

Der Auftragseingang von Application Technology sank im ersten Halbjahr 2020 um 36,5 %. Im zweiten Quartal, das den Tiefpunkt der Corona-Krise markiert haben dürfte, betrug der Rückgang 47,1 %. Allerdings zogen die Bestellungen nach einem starken Einbruch im April in den beiden Folgemonaten wieder etwas an. Dieser leichte Erholungstrend dürfte sich im zweiten Halbjahr fortsetzen, da in der Automobilindustrie wieder mehr Projekte zur Vergabe anstehen. Der Umsatz sank weniger stark als der Auftragseingang, ging mit -19,5 % im ersten Halbjahr und -26,5 % im zweiten Quartal aber stärker zurück als im Gesamtkonzern. Das margenstarke Ersatzteil- und Service-Geschäft gab überproportional nach, da viele Lackierereien unterausgelastet waren oder vorübergehend stillstanden. Dies trug maßgeblich zur Abschwächung des Ergebnisses bei; zudem enthielt das EBIT Sonderaufwendungen von 3,0 Mio. €, die vor allem auf die Schließung des defizitären Standortes Karlstein entfielen. Trotz der sukzessiven Nachfrageverbesserung, die wir im weiteren Jahresverlauf sowohl im Service als auch im Neugeschäft erwarten, wird Application Technology seine Kapazitäten in Europa reduzieren, da der Markt gesättigt ist.

CLEAN TECHNOLOGY SYSTEMS

scroll

1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019 2. Quartal 2020 2. Quartal 2019
Auftragseingang Mio. € 215,9 208,0 107,1 95,5
Umsatz Mio. € 178,1 180,3 95,8 92,1
EBITDA Mio. € 4,6 7,1 2,9 4,6
EBIT Mio. € -1,1 0,7 0,2 1,4
EBIT vor Sondereffekten Mio. € 4,1 5,3 2,3 4,1
EBIT-Marge % -0,6 0,4 0,2 1,5
EBIT-Marge vor Sondereffekten % 2,3 2,9 2,4 4,4
ROCE1 % -1,6 0,8 0,5 3,3
Mitarbeiter (30. Juni) 1.375 1.427 1.375 1.427

1 annualisiert

Der Auftragseingang von Clean Technology Systems stieg im ersten Halbjahr trotz Corona um 3,8 %. Neben Bestellungen aus den Hauptbranchen Chemie und Pharma profitieren wir von einer wachsenden Nachfrage nach Abluftreinigungs- und Beschichtungsanlagen für die Batteriefertigung. Auch die Projekt-Pipeline für die kommenden Monate ist gut gefüllt. Der Umsatz lag geringfügig unter dem Vorjahreswert (-1,2 %), beschleunigte sich im zweiten Quartal aber und dürfte bis zum Jahresende weiter zulegen. Die Book-to-Bill-Ratio erreichte mit 1,2 einen hohen Wert. Das Ergebnis profitierte von Effizienzgewinnen und verbesserten Abläufen nach der Integration von Megtec/Universal. Allerdings erschwerten Lockdown-Maßnahmen die Abwicklung von Umbauaufträgen, was zu Zusatzkosten führte. Zudem nahm das margenstärkere Ersatzteil- und Service-Geschäft vorübergehend ab. Dennoch war das operative EBIT mit 4,1 Mio. € klar positiv. Das berichtete EBIT enthielt Sonderaufwendungen von 5,2 Mio. €, die neben Kaufpreisallokationseffekten auch auf die Schließung der Fertigung in Goldkronach entfielen.

MEASURING AND PROCESS SYSTEMS

scroll

1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 20191 2. Quartal 2020 2. Quartal 20191
Auftragseingang Mio. € 90,0 131,8 28,9 68,7
Umsatz Mio. € 92,5 108,0 40,4 53,9
EBITDA Mio. € 0,2 11,6 -0,8 5,8
EBIT Mio. € -4,6 6,8 -3,1 3,4
EBIT vor Sondereffekten Mio. € -4,4 7,5 -3,0 3,7
EBIT-Marge % -5,0 6,3 -7,6 6,4
EBIT-Marge vor Sondereffekten % -4,8 6,9 -7,3 6,9
ROCE2 % -5,3 - -7,0 -
Mitarbeiter (30. Juni) 1.476 1.547 1.476 2.309

1 Die Bereiche Prüftechnik, Montageprodukte und Automotive-Befülltechnik wurden zum 1. Januar 2020 von Measuring and Process Systems zu Paint and Final Assembly Systems transferiert. Die Angaben für 2019 wurden entsprechend angepasst und weichen daher vom ursprünglichen Ausweis ab.

2 annualisiert

Während Measuring and Process Systems im Auftaktquartal 2020 noch einen soliden Auftragseingang verzeichnet hatte (-3,2 %), verursachte die Corona-Krise im zweiten Quartal erhebliche Einbußen (-57,9 %). Für das erste Halbjahr ergab sich ein Bestellrückgang von 31,7 %. Er basierte auf der verhaltenen Nachfrage der Autoindustrie nach Standard-Auswuchtmaschinen, zudem gingen die Bestellungen im Aviation-Geschäft und in der Auswuchttechnik für Kraftwerke zurück. Positiv ist, dass sich die Projekt-Pipeline in China und anderen asiatischen Ländern zuletzt wieder verbessert hat. Der Umsatz sank im ersten Halbjahr um 14,3 % auf 92,5 Mio. €. Das EBIT von -4,6 Mio. € resultierte aus dem Erlösrückgang, Unterauslastung, Einbußen im Service-Geschäft sowie vorübergehend schwächeren Ergebnissen im Sondermaschinengeschäft. Angesichts der geringen Auslastung haben wir damit begonnen, die Mitarbeiterzahl von Measuring and Process Systems zu reduzieren.

WOODWORKING MACHINERY AND SYSTEMS

scroll

1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019 2. Quartal 2020 2. Quartal 2019
Auftragseingang Mio. € 493,2 590,8 191,5 256,2
Umsatz Mio. € 551,5 636,8 261,9 317,5
EBITDA Mio. € 29,2 58,6 3,7 28,8
EBIT Mio. € 3,5 35,0 -9,0 16,7
EBIT vor Sondereffekten Mio. € 10,7 39,4 -5,4 18,8
EBIT-Marge % 0,6 5,5 -3,5 5,2
EBIT-Marge vor Sondereffekten % 1,9 6,2 -2,0 5,9
ROCE1 % 1,5 14,0 -8,0 13,3
Mitarbeiter (30. Juni) 6.498 6.592 6.498 6.592

1 annualisiert

Im Geschäft mit der Möbelindustrie führte die Corona-Krise zu geringeren Rückgängen als in den Automotive-Aktivitäten. Der Auftragseingang von Woodworking Machinery and Systems reduzierte sich im ersten Halbjahr um 16,5 %, wobei die Bestellungen im Projektgeschäft stärker nachgaben als im größeren Einzelmaschinenbereich. In China stieg der Auftragseingang um 13,3 %, nachdem die Geschäftsjahre 2018 und 2019 dort von einer verhaltenen Nachfrage geprägt waren. Ein positives Signal mit Blick auf 2021 ist, dass chinesische Möbelproduzenten zunehmend auch wieder größere Systemprojekte planen. Obwohl sich der Umsatz im ersten Halbjahr um 13,4 % verringerte, war das EBIT positiv - auch weil das margenstärkere Service-Geschäft nur relativ moderat abnahm. Im zweiten Quartal ergab sich ein EBIT von -9,0 Mio. €. Es enthält neben Kaufpreisallokationseffekten (2,4 Mio. €) auch Corona-spezifische Belastungen: Aufgrund von Lockdown-Maßnahmen konnten wir weniger Maschinen ausliefern als geplant, zudem gab es Beschränkungen bei Umbau- und Service-Einsätzen. Die Optimierung von HOMAG schreitet planmäßig voran, Schwerpunkte sind die Harmonisierung von IT-Infrastruktur und Prozessen, die Verbesserung interner Schnittstellen, die Umsetzung des neuen Produktionssystems und die Produktstandardisierung.

KOMPLETTÜBERNAHME VON HOMAG CHINA GOLDEN FIELD STÄRKT MARKTPOSITION IN CHINA

Ende April 2020 hat die HOMAG Group AG mit dem chinesischen Partnerunternehmen Golden Field International Holdings Ltd. vertraglich vereinbart, dass HOMAG das komplette operative Geschäft des Vertriebs-Joint-Ventures HOMAG China Golden Field Ltd. (HCGF) übernimmt. Zudem stockt HOMAG seinen Anteil an der chinesischen Produktions- und Engineering-Gesellschaft HOMAG Machinery Shanghai Co. Ltd. auf 100 % auf, indem sie den von Golden Field International Holdings Ltd. gehaltenen Anteil von 18,75 % erwirbt.

Mit der Transaktion integriert HOMAG alle Geschäftsaktivitäten in China in einer eigenen Organisation und erhält eine erstklassige Vertriebs- und Service-Präsenz im größten Möbelmarkt der Welt. In den Jahren 2017 bis 2019 erzielte HOMAG in China Umsätze von durchschnittlich 145 Mio. € pro Jahr, davon rund 90 % über HCGF. Umsatzerhöhend wirken zukünftig bei HOMAG diejenigen Erlöse, die HCGF nicht mit HOMAG-Produkten erzielt. Das waren im Durchschnitt der letzten drei Jahre 110 Mio. € pro Jahr. Das Ergebnis wird zulegen, da HOMAG auch den bisher auf HCGF entfallenden Margenanteil aus Verkäufen erhält. Die HOMAG-Belegschaft in China wächst um 450 auf gut 750 Mitarbeiter; unter anderem bringt HCGF sein Entwickler-Team mit verschiedenen Digitalapplikationen ein.

Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen wird der Kaufvertrag voraussichtlich im Herbst 2020 wirksam. Der fix zu entrichtende Kaufpreis liegt im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich; weitere erfolgsabhängige Zahlungen sind möglich.

CORPORATE CENTER

Das EBIT des Corporate Centers (vor allem Dürr AG und Dürr IT Service GmbH) verbesserte sich in der ersten Jahreshälfte 2020 auf -4,3 Mio. € (H1 2019: -5,6 Mio. €). Dazu trugen unter anderem geringere Beratungskosten bei. Die im EBIT enthaltenen Konsolidierungseffekte beliefen sich auf -0,5 Mio. €.

RISIKEN UND CHANCEN

Eine ausführliche Darstellung unserer Chancen und Risiken sowie der dazugehörigen Managementsysteme finden Sie im Geschäftsbericht 2019 ab Seite 81.

RISIKEN

Nach extremen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zu Beginn des zweiten Quartals normalisiert sich das wirtschaftliche Leben schrittweise. Die Lockdowns wurden weitgehend aufgehoben. Für das zweite Halbjahr wird eine leichte konjunkturelle Verbesserung erwartet. Trotz der etwas freundlicheren Aussichten für die kommenden Quartale besteht gegenüber dem Jahresbeginn ein höheres operatives Risikoniveau im Dürr-Konzern. Neben Risiken in der Auftragsabwicklung sind dabei unter anderem die Auswirkungen einer möglichen zweiten Infektionswelle enthalten.

Trotz der gestiegenen Geschäftsrisiken sehen wir kein höheres Finanzierungsrisiko. Mit den auf Seite 14 dargestellten Finanzierungstransaktionen konnten wir uns im ersten Halbjahr weiteren finanziellen Spielraum sichern und sind damit für die Auswirkungen der Corona-Pandemie gut gerüstet. Da unsere Finanzierungsinstrumente nicht an die regelmäßige Erreichung von vereinbarten Finanzkennzahlen gebunden sind, bestehen keine sogenannten Financial-Covenants-Risiken. Auch Refinanzierungsrisiken bestehen nicht, da wir vorsorglich eine Brückenfinanzierung für die 2021 auslaufende Anleihe vereinbart haben.

Die Ende Juni 2020 durchgeführte Neubewertung der Gesamtrisikosituation im Dürr-Konzern ergab vor dem Hintergrund der Pandemie ein deutlich gesteigertes Gesamtrisikopotenzial. Trotzdem sehen wir weder in den Corona-bedingten Risiken noch in anderen Risiken oder deren Wechselwirkung die Gefahr, dass der Fortbestand des Konzerns gefährdet sein könnte.

CHANCEN

Auch wenn das konjunkturelle Umfeld stark durch die Folgen der Corona-Krise beeinträchtigt ist, bieten sich weiterhin Chancen für unser Geschäft. Um Automobilwerke möglichst effizient zu betreiben, haben hochautomatisierte Prozesstechnik und digitale Lösungen zur Steigerung der Effizienz eine besondere Bedeutung. Durch unser umfassendes Wissen über die Produktionsprozesse unserer Kunden und die Kompetenz unserer Digital Factories sind wir bei solchen Themen eine der ersten Adressen im Markt. Die zunehmende Elektromobilität sorgt weiterhin für zusätzliche Nachfrage nach Produktionstechnik durch bestehende und neue Hersteller, vor allem in China und den USA. Insbesondere diese E-Mobility-Hersteller starten meist mit kleinen Werken. Mit unseren skalierbaren Anlagen bieten wir den Autobauern maximale Flexibilität für die weitere Expansion ihres Geschäfts. In der Umwelttechnik profitieren wir weltweit von verschärften Emissionsgrenzwerten. Nach der Integration von Megtec/Universal haben wir im Markt für Abluftreinigungsanlagen eine deutlich verbesserte Position und können unsere Größenvorteile nutzen. Im Bereich Holzbearbeitungsmaschinen zeigen sich nach einer zuletzt schwachen Marktentwicklung Anzeichen einer Nachfragesteigerung in China. Der weltgrößte Möbelmarkt bietet für HOMAG besonderes Potenzial.

PERSONELLE VERÄNDERUNGEN

Gerhard Federer ist seit dem 28. Mai 2020 neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats der Dürr AG. Seine Wahl durch den Aufsichtsrat erfolgte am selben Tag. Herr Federer gehört dem Aufsichtsrat der Dürr AG seit dem Jahr 2016 an und war bisher Vorsitzender des Prüfungsausschusses.

Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende, Karl-Heinz Streibich, hat sein Amt nach der ordentlichen Hauptversammlung am 28. Mai niedergelegt und ist aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Grund dafür war, dass Herr Streibich im Juni für den Aufsichtsrat der Software AG kandidierte und zu dessen Vorsitzendem gewählt wurde. Bei einem Verbleib im Aufsichtsrat der Dürr AG hätte er mehr als die vom Deutschen Corporate Governance Kodex als Maximum empfohlenen fünf Aufsichtsratsmandate innegehabt (Vorsitze zählen doppelt).

Als neues Mitglied wählte die Hauptversammlung der Dürr AG Arnd Zinnhardt in den Aufsichtsrat. Herr Zinnhardt war nach Tätigkeiten als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer 18 Jahre als Finanzvorstand der Software AG tätig und hat im Aufsichtsrat der Dürr AG den Vorsitz des Prüfungsausschusses übernommen.

Zum 1. August 2020 ist Dietmar Heinrich als Finanzvorstand in die Dürr AG eingetreten. Sein Vorgänger Carlo Crosetto ist zum 29. Februar 2020 auf eigenen Wunsch aus der Dürr AG ausgetreten. In der Zwischenzeit hatte der Vorstandsvorsitzende Ralf W. Dieter das Amt des Finanzvorstands kommissarisch inne.

ANGABEN ZU NAHESTEHENDEN PARTEIEN

Diese Angaben finden Sie im Anhang auf Seite 45.

AUSBLICK

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Im zweiten Halbjahr 2020 dürften die Eindämmung der Corona-Pandemie in Asien und Europa und die Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen zu einer besseren Wirtschaftsentwicklung führen als im ersten Halbjahr. Allerdings halten viele Institute eine schleppende Konjunkturerholung für wahrscheinlicher als einen V-förmigen Verlauf. Die Rezessionserwartungen für die Weltwirtschaft im Gesamtjahr 2020 liegen derzeit zwischen knapp -5 % (IWF) und -6 % (OECD). Für Deutschland wird mehrheitlich ein Minus von 5 bis 7 % prognostiziert, damit würde Deutschland besser abschneiden als die Eurozone. 2021 dürfte sich der weltwirtschaftliche Aufwärtstrend fortsetzen, allerdings ist eine Rückkehr auf das Vor-Corona-Niveau nicht vor 2022 zu erwarten.

KONJUNKTURPROGNOSE

scroll

BIP-Veränderung (%) 2019 2020P 2021P
USA 2,3 -5,7 5,5
Japan 0,7 -5,5 3,3
Euroland 1,2 -7,5 4,5
Deutschland 0,6 -6,0 4,5
China 6,1 1,1 9,0
Welt 3,1 -3,1 5,5

Quelle: Deutsche Bank, Juli 2020

P = Prognose

Die Automobilanalysten von LMC Automotive haben die Prognose für die weltweite Light-Vehicle-Produktion im Jahresverlauf mehrfach gesenkt. Angesichts der Corona-Pandemie werden für 2020 nun 71,2 Mio. produzierte Einheiten erwartet und damit rund 20 % weniger als im Vorjahr. Noch zu Jahresbeginn lag die Schätzung bei über 90 Mio. Fahrzeugen. Nach einer Beschleunigung in den beiden kommenden Jahren soll 2023 wieder das Produktionsvolumen des Jahres 2019 erreicht werden. Für den Zeitraum 2020 bis 2027 sieht LMC Automotive eine jährliche Wachstumsrate von 6 %.

PROGNOSE AUTOMOBILPRODUKTION

scroll

Mio. Einheiten 2019 2020P 2027P
Nordamerika 16,2 12,9 17,9
Mercosur 3,3 2,0 3,8
Westeuropa 13,4 10,2 14,7
Osteuropa 7,5 5,8 9,2
Asien 46,4 38,6 53,9
Davon China 24,3 21,8 30,9
Andere 2,1 1,8 3,6
Gesamt 89,0 71,2 103,1

Quelle: LMC Automotive, Juli 2020

P = Prognose

Aufgrund der aktuellen Unsicherheit gibt der VDMA für das laufende Jahr keine Umsatzprognose. Eine Blitzumfrage unter den VDMA-Mitgliedsunternehmen vom Juli ergab jedoch, dass 58 % der Teilnehmer mit einem gleichbleibenden Maß an Auftragseinbußen und Stornierungen in den nächsten drei Monaten rechnen, 26 % erwarten eine Verbesserung, 16 % eine Verschlechterung. 69 % der Unternehmen prognostizieren für 2020 Umsatzeinbußen von über 10 %, 54 % der Unternehmen befürchten einen Rückgang von 10 bis 30 %.

Für den Teilmarkt "sekundäre Holzbearbeitung" erwartet der VDMA im Jahr 2020 einen deutlichen Rückgang bei Auftragseingang und Umsatz gegenüber dem Vorjahr.

UMSATZ, AUFTRAGSEINGANG UND EBIT

Wir gehen davon aus, dass die Corona-Krise ihren Tiefpunkt im zweiten Quartal erreicht hat, und erwarten im dritten und vierten Quartal eine langsame Erholung unseres Geschäfts. Nach den schwierigen Monaten von März bis Mai ist seit Juni eine allmähliche Aufhellung des Geschäftsklimas in unseren Märkten zu erkennen. Die massive Investitionszurückhaltung, die während der Lockdown-Phasen vorherrschte, löst sich zusehends. Viele Kunden treiben vorübergehend auf Eis gelegte Investitionsvorhaben wieder voran, sodass wir im zweiten Halbjahr wieder mit mehr Auftragsvergaben rechnen können.

Vor diesem Hintergrund rechnen wir damit, dass Auftragseingang, Umsatz und operatives EBIT im zweiten Halbjahr 2020 höher ausfallen werden als in der ersten Jahreshälfte. Für das Gesamtjahr 2020 erwarten wir aus heutiger Sicht einen Auftragseingang von 3.100 bis 3.400 Mio. € und einen Umsatz von 3.200 bis 3.400 Mio. €. Die operative EBIT-Marge dürfte 2,5 bis 2,8 % erreichen. Für die im zweiten Halbjahr erwartete Performance-Verbesserung sprechen die erwartete Umsatzausweitung, ein Wiederanziehen des Service-Geschäfts und der Wegfall vieler Lockdown-Maßnahmen, die unser Geschäft im zweiten Quartal behindert haben. Voraussetzung für die angestrebte Verbesserung ist, dass eine zweite Corona-Welle mit ähnlich massiven Lockdown-Maßnahmen wie in der ersten Jahreshälfte ausbleibt.

EFFIZIENZMASSNAHMEN IN EUROPA

Auch über die Corona-Krise hinaus erwarten wir eine verhaltene Entwicklung im Geschäft mit der Automobilindustrie in Europa. Angesichts der erreichten Marktsättigung werden insbesondere in Westeuropa kaum neue Automobilwerke entstehen. Zugleich werden wir unsere derzeitigen Kapazitäten an den westeuropäischen Standorten nicht komplett durch das Modernisierungs- und Service-Geschäft auslasten können. Daher haben wir ein Effizienzprogramm auf den Weg gebracht, das unter anderem den Abbau von rund 600 Stellen in den Divisions Paint and Final Assembly Systems, Application Technology und Measuring and Process Systems in Europa vorsieht. Das Programm soll ab 2021 zu jährlichen Einsparungen von rund 30 Mio. € führen. Der Sonderaufwand dafür beträgt 35 bis 45 Mio. € und wird im zweiten Halbjahr 2020 erfasst.

Bereits am Jahresbeginn 2020 haben wir weitere Optimierungsmaßnahmen eingeleitet, die ab 2021 Einsparungen von rund 10 Mio. € erbringen sollen. Unter anderem wurden der defizitäre Standort Karlstein (Application Technology) und die Fertigung in Goldkronach (Clean Technology Systems) geschlossen, wofür im ersten Halbjahr 2020 Sonderaufwendungen von 6,1 Mio. € anfielen.

LEICHT POSITIVE EBIT-MARGE NACH SONDEREFFEKTEN ERWARTET

Insgesamt werden die Sonderaufwendungen im Jahr 2020 voraussichtlich 75 bis 85 Mio. € betragen. Der Großteil entfällt auf die oben genannten Effizienzmaßnahmen, zudem sind darin Kaufpreisallokationseffekte enthalten. Trotz der Sonderaufwendungen streben wir für 2020 eine EBIT-Marge von 0 bis 0,5 % an.

KOSTENBASIS SOLL AB 2021 UM 60 MIO. € SINKEN

Die oben skizzierten Einsparungen im europäischen Automotive-Geschäft und aus den weiteren Optimierungsmaßnahmen sollen sich 2021 auf 40 Mio. € summieren. Hinzu kommen weitere Einsparungen von rund 20 Mio. € aus den im November 2019 angekündigten Effizienzmaßnahmen bei HOMAG in Deutschland. In Summe wird die Kostenbasis ab 2021 also um rund 60 Mio. € reduziert, wodurch die Gewinnschwelle des Konzerns deutlich abgesenkt wird.

CASHFLOW UND NETTOFINANZSTATUS

Wir planen für das Gesamtjahr 2020 einen operativen Cashflow von 70 bis 120 Mio. €. Dies impliziert eine schwächere Cashflow-Entwicklung im zweiten Halbjahr als in der ersten Jahreshälfte. Grund dafür ist die erwartete Belebung unseres Geschäfts, die das Net Working Capital zum Jahresende voraussichtlich ansteigen lassen wird. Für den Free Cashflow haben wir vor diesem Hintergrund eine Zielspanne von -40 bis +10 Mio. € definiert. Die Investitionen (ohne Akquisitionen) werden voraussichtlich auf 75 bis 85 Mio. € sinken, allerdings wird der Mittelabfluss für Unternehmensakquisitionen höher sein als im Vorjahr. Dazu wird insbesondere der Erwerb von HOMAG China Golden Field beitragen, der voraussichtlich im Oktober abgeschlossen wird. Der Nettofinanzstatus dürfte aufgrund der höheren operativen Mittelbindung, die wir für das zweite Halbjahr unterstellt haben, am Jahresende zwischen -230 und -180 Mio. € betragen.

MITARBEITER

Die Mitarbeiterzahl dürfte im zweiten Halbjahr weiter abnehmen, derzeit planen wir mit einer Belegschaftsgröße von unter 16.000 Personen am Jahresende.

DIVISIONS

Aufgrund der noch ausstehenden Detailplanung der Effizienzmaßnahmen wird die Jahresprognose für die Divisions auf die Vorlage der Geschäftszahlen für die ersten neun Monate am 5. November 2020 verschoben.

AUSBLICK KONZERN

scroll

Ist 2019 Ursprüngliche Prognose 2020, ausgesetzt am 30. März 2020 Neue Prognose 2020
Auftragseingang Mio. € 4.076,5 3.800 bis 4.100 3.100 bis 3.400
Umsatz Mio. € 3.921,5 3.900 bis 4.100 3.200 bis 3.400
EBIT-Marge % 5,0 5,2 bis 5,7 0 bis 0,5
EBIT-Marge vor Sondereffekten % 6,7 6,2 bis 6,7 2,5 bis 2,8
ROCE % 16,9 17 bis 22 0 bis 1,5
Ergebnis nach Steuern Mio. € 129,8 135 bis 150 -40 bis -10
Operativer Cashflow Mio. € 171,9 180 bis 230 70 bis 120
Free Cashflow Mio. € 44,9 70 bis 120 -40 bis 10
Nettofinanzstatus (31.12.) Mio. € -99,3 -80 bis -30 -230 bis -180
Investitionen1 Mio. € 102,6 95 bis 105 75 bis 85

1 ohne Akquisitionen

DÜRR AM KAPITALMARKT

Nach einer stabilen Entwicklung in den ersten Wochen des Jahres setzte mit der weltweiten Ausbreitung von Corona Ende Februar ein beispielloser Kurssturz an den Kapitalmärkten ein. Getrieben von Rezessionsängsten erlitt der DAX historische Tagesverluste von bis zu 12 % und sank schließlich auf 8.256 Zähler. Die expansive Geldpolitik der Notenbanken, umfangreiche Konjunkturprogramme und die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung im zweiten Halbjahr waren die Voraussetzungen für die Mitte März einsetzende Kursrallye.

Die Dürr-Aktie (ISIN: DE0005565204) zeigte sich bereits in den ersten Wochen des Jahres etwas schwächer als der Markt und fiel dann während des Corona-Crashs bis auf 15,72 €. Nach der Erholung seit Mitte März schloss die Aktie am 30. Juni 2020 bei 23,20 €, das ergibt eine Performance von -23,6 %. DAX und MDAX erreichten zum Halbjahr eine Performance von -7,1 % und -8,7 %. Allerdings entwickelte sich die Dürr-Aktie im Vergleich zum F.A.Z. Maschinenbauindex seit Mitte März besser.

VERLAUF DER DÜRR-AKTIE IN XETRA 2020 IM VERGLEICH ZU DAX, MDAX UND SDAX

Der durchschnittliche Handel auf XETRA nahm insbesondere angesichts der Marktdynamik im Vorjahresvergleich stark zu und lag bei 326.582 Dürr-Aktien am Tag (H1 2019: 209.280).

AKTIONÄRSSTRUKTUR DER DÜRR AG1,2 (ZUM 30.06.2020)

1 Freefloat gemäß Deutsche Börse AG

2 auf Basis der gesetzlich vorgeschriebenen Meldungen

STABILITÄT DURCH FAMILIE DÜRR ALS GROSSAKTIONÄR

Der Anteil der Gründerfamilie Dürr an unserem Unternehmen beläuft sich auf 29,1 %. Die Familie Dürr möchte die Beteiligung auch zukünftig über 25 % halten. Die Vorstandsmitglieder der Dürr AG besitzen zusammen 0,3 % der Anteile an der Dürr AG.

ANLEIHE MIT 2,8 % RENDITE

Unsere mit einem Kupon von 2,875 % ausgestattete Anleihe über 300 Mio. € (ISIN: XS1048589458) notierte am Ende des ersten Halbjahres 2020 bei 100,0 %. Die Rendite des bis April 2021 laufenden Bonds betrug zum Halbjahr 2,8 %.

EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG (NACHTRAGSBERICHT)

EFFIZIENZMASSNAHMEN IM EUROPÄISCHEN AUTOMOTIVE-GESCHÄFT

Am 29. Juli haben wir ein Programm für Effizienzsteigerungen im europäischen Geschäft mit der Automobilindustrie beschlossen. Dies soll ab 2021 zu Einsparungen von rund 30 Mio. € führen. Details dazu enthält der Ausblick auf Seite 24.

NEUE PROGNOSE AM 29. JULI VORGESTELLT

Zusammen mit den Effizienzmaßnahmen im europäischen Automotive-Geschäft haben wir am 29. Juli einen neue Konzernprognose für das Geschäftsjahr 2020 vorgestellt. Sie ist ab Seite 24 dieses Berichts beschrieben und ersetzt die am 30. März ausgesetzte ursprüngliche Prognose.

DIETMAR HEINRICH SEIT 1. AUGUST NEUER FINANZVORSTAND

Am 1. August 2020 ist Dietmar Heinrich in den Vorstand der Dürr AG eingetreten. Weitere Informationen dazu finden Sie im Abschnitt "Personelle Veränderungen" auf Seite 22.

Bietigheim-Bissingen, 6. August 2020

Dürr Aktiengesellschaft

scroll

Ralf W. Dieter Dr. Jochen Weyrauch
Vorsitzender des Vorstands Stellv. Vorstandsvorsitzender
Dietmar Heinrich Pekka Paasivaara
Finanzvorstand Mitglied des Vorstands

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2020

scroll

Tsd. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019 2. Quartal 2020 2. Quartal 2019
Umsatzerlöse 1.615.216 1.880.390 772.642 930.531
Umsatzkosten - 1.312.211 - 1.466.273 - 646.815 - 722.821
Bruttoergebnis vom Umsatz 303.005 414.117 125.827 207.710
Vertriebskosten - 154.322 - 169.094 - 75.432 - 86.637
Allgemeine Verwaltungskosten - 86.876 - 92.557 - 40.160 - 45.628
Forschungs- und Entwicklungskosten - 54.737 - 58.282 - 26.597 - 29.158
Sonstige betriebliche Erträge 22.717 12.025 7.695 4.314
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 23.203 - 11.005 - 7.684 - 4.029
Ergebnis vor Beteiligungsergebnis, Zinsergebnis und Ertragsteuern 6.584 95.204 - 16.351 46.572
Beteiligungsergebnis 1.837 2.845 1.128 878
Zinsen und ähnliche Erträge 2.587 3.228 772 1.594
Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 15.169 - 12.684 - 8.258 - 6.346
Ergebnis vor Ertragsteuern - 4.161 88.593 - 22.709 42.698
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.136 - 24.968 6.443 - 12.058
Ergebnis des Dürr-Konzerns - 3.025 63.625 - 16.266 30.640
davon entfallen auf
Nicht beherrschende Anteile 1.011 2.954 497 1.102
Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft - 4.036 60.671 - 16.763 29.538
Anzahl ausgegebener Aktien in Tsd. 69.202,08 69.202,08 69.202,08 69.202,08
Ergebnis je Aktie in €
(unverwässert und verwässert) - 0,06 0,88 - 0,24 0,43

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2020

scroll

Tsd. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019 2. Quartal 2020 2. Quartal 2019
Ergebnis des Dürr-Konzerns - 3.025 63.625 - 16.266 30.640
Ergebnisneutrale Bestandteile, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne und ähnlicher Verpflichtungen 2.367 - 1.749 - 6.380 -859
darauf entfallende latente Steuern -649 767 1.742 376
Ergebnisneutrale Bestandteile, die möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
Im Eigenkapital erfasste Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von zu Sicherungszwecken eingesetzten Finanzinstrumenten - 2.635 1.481 3.682 2.479
darauf entfallende latente Steuern 878 -386 -975 -274
Translationseffekte aus der Währungsumrechnung - 18.544 5.711 -8.020 - 8.048
Translationseffekte aus der Währungsumrechnung at equity bilanzierter Unternehmen 108 -350 -973 -
Ergebnisneutrale Bestandteile des Gesamtergebnisses nach Steuern - 18.475 5.474 - 10.924 - 6.326
Gesamtergebnis nach Steuern - 21.500 69.099 - 27.190 24.314
davon entfallen auf
Nicht beherrschende Anteile 709 3.009 353 977
Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft - 22.209 66.090 - 27.543 23.337

KONZERNBILANZ

DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, ZUM 30. JUNI 2020

AKTIVA

scroll

Tsd. € 30. Juni 2020 31. Dezember 2019 30. Juni 2019
Geschäfts- oder Firmenwerte 449.481 449.160 445.442
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 189.510 194.840 199.721
Sachanlagen 502.482 525.395 521.709
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 19.676 20.215 20.853
Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen 40.672 37.663 39.080
Übrige Finanzanlagen 12.653 12.653 10.186
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.436 15.816 13.389
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 6.059 6.746 4.399
Latente Steueransprüche 59.341 57.887 52.040
Sonstige Vermögenswerte 2.626 1.978 2.499
Langfristige Vermögenswerte 1.289.936 1.322.353 1.309.318
Vorräte und geleistete Anzahlungen 531.865 509.206 565.133
Vertragliche Vermögenswerte 432.579 519.075 504.278
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 501.451 570.261 564.870
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 207.749 206.401 52.359
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 743.981 662.024 409.025
Ertragsteuerforderungen 37.084 46.634 35.507
Sonstige Vermögenswerte 66.423 46.379 70.151
Kurzfristige Vermögenswerte 2.521.132 2.559.980 2.201.323
Summe Aktiva Dürr-Konzern 3.811.068 3.882.333 3.510.641

PASSIVA

scroll

Tsd. € 30. Juni 2020 31. Dezember 2019 30. Juni 2019
Gezeichnetes Kapital 177.157 177.157 177.157
Kapitalrücklage 67.318 67.318 67.318
Gewinnrücklagen 755.270 820.820 759.945
Kumuliertes übriges Eigenkapital - 52.838 - 34.654 - 33.285
Summe Eigenkapital der Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft 946.907 1.030.641 971.135
Nicht beherrschende Anteile 9.239 12.745 14.242
Summe Eigenkapital 956.146 1.043.386 985.377
Rückstellungen für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 56.832 58.962 52.636
Übrige Rückstellungen 21.972 22.339 19.823
Vertragliche Verbindlichkeiten 2.113 2.113 2.113
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.048 240 650
Anleihe und Schuldscheindarlehen 464.186 798.242 598.264
Übrige Finanzverbindlichkeiten 81.067 86.780 88.928
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 11.052 6.290 6.011
Ertragsteuerverbindlichkeiten - - 4.164
Latente Steuerverbindlichkeiten 59.307 81.151 91.145
Übrige Verbindlichkeiten 69 254 593
Langfristige Verbindlichkeiten 697.646 1.056.371 864.327
Übrige Rückstellungen 145.221 148.058 118.270
Vertragliche Verbindlichkeiten 622.700 630.570 532.082
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 437.392 478.771 509.438
Anleihe und Schuldscheindarlehen 349.394 - -
Übrige Finanzverbindlichkeiten 130.042 38.045 40.110
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 280.138 319.890 294.621
Ertragsteuerverbindlichkeiten 53.782 48.467 30.475
Übrige Verbindlichkeiten 138.607 118.775 135.941
Kurzfristige Verbindlichkeiten 2.157.276 1.782.576 1.660.937
Summe Passiva Dürr-Konzern 3.811.068 3.882.333 3.510.641

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2020

scroll

Tsd. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019 2. Quartal 2020 2. Quartal 2019
Ergebnis vor Ertragsteuern - 4.161 88.593 - 22.709 42.698
Ertragsteuerzahlungen - 9.468 - 32.613 -326 - 22.880
Zinsergebnis 12.582 9.456 7.486 4.752
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen - 2.298 - 3.018 - 1.836 - 1.118
Dividenden von at equity bilanzierten Unternehmen 1.866 - - -
Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte 56.801 55.209 27.995 28.094
Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen 44 91 -34 102
Nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 578 -475 582 -400
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 2.249 787 - 5.091 1.021
Veränderungen der betrieblichen Aktiva und Passiva
Vorräte - 29.646 - 27.137 15.923 - 12.615
Vertragliche Vermögenswerte 74.780 - 24.863 200.231 19.902
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 61.870 28.218 37.416 18.992
Übrige Forderungen und Vermögenswerte - 9.492 - 3.308 996 8.081
Rückstellungen - 1.072 - 10.170 2.565 - 5.735
Vertragliche Verbindlichkeiten 9.056 - 145.595 - 159.732 - 72.123
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 30.071 7.456 - 25.680 - 28.743
Übrige Verbindlichkeiten (nicht aus Finanzierungstätigkeit) - 11.543 - 41.564 - 34.990 - 46.253
Sonstige Aktiva und Passiva - 16.115 - 13.989 - 5.511 - 3.693
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 105.960 - 112.922 37.285 - 69.918
Erwerb von immateriellen Vermögenswerten - 11.541 - 13.833 - 5.817 - 7.646
Erwerb von Sachanlagen1 - 15.063 - 23.024 - 5.508 - 11.863
Erwerb von sonstigen Finanzanlagewerten - 1.000 - - -
Erlöse aus dem Abgang langfristiger Vermögenswerte 2.025 3.640 927 3.143
Firmenerwerbe abzüglich erhaltener flüssiger Mittel - 2.022 - -202 -
Anlage in Termingeldern 110 544 9.226 -
Erhaltene Zinseinnahmen 1.741 1.941 677 782
Cashflow aus Investitionstätigkeit - 25.750 - 30.732 -697 - 15.584
Veränderung kurzfristiger Bankverbindlichkeiten und übrige Finanzierungstätigkeiten 98.530 5.218 98.697 6.243
Tilgung langfristiger Finanzverbindlichkeiten - 100.124 -365 - 100.087 -167
Aufnahme eines Schuldscheindarlehens 114.795 - 114.795 -
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten - 16.145 - 13.328 - 8.783 - 7.401
Auszahlungen für Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen - 4.621 - 8.750 - 4.621 -
Gezahlte Dividenden an die Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft - 55.362 - 69.202 - 55.362 - 69.202
Gezahlte Dividenden an Inhaber nicht beherrschender Anteile -582 - 583 - 582 - 583
Andienung von Aktien im Rahmen des Abfindungsangebots an die Aktionäre der HOMAG Group AG - 4.320 - - 2.332 -
Geleistete Zinsausgaben - 20.628 - 20.282 - 19.390 - 19.359
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 11.543 - 107.292 22.335 - 90.469
Einfluss von Wechselkursänderungen - 9.232 4.469 - 1.962 - 4.600
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 82.521 - 246.477 56.961 - 180.571
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zum Periodenanfang 663.044 656.695 688.604 590.789
Zum Periodenende 745.565 410.218 745.565 410.218
Abzüglich Risikovorsorge gemäß IFRS 9 - 1.584 - 1.193 - 1.584 - 1.193
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Periodenende (Konzernbilanz) 743.981 409.025 743.981 409.025

1 In der Position "Erwerb von Sachanlagen" sind keine Zahlungsmittelabflüsse durch Zugänge von Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen enthalten, da im Zugangszeitpunkt der Nutzungsrechte keine Zahlungsmittelabflüsse entstehen (Ausnahme: gezahlte Anschaffungsnebenkosten und geleistete An- und Vorauszahlungen).

KONZERN-EIGENKAPITALSPIEGEL

DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT STUTTGART 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2020

scroll

Kumuliertes übriges Eigenkapital
Bestandteile, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden Bestandteile, die möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
--- --- --- --- --- --- ---
Tsd € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne Unrealisierte Gewinne / Verluste aus Cashflow Hedges Änderungen Konsolidierungskreis / Umgliederungen
--- --- --- --- --- --- ---
31. Dezember 2018 177.157 67.318 771.468 -30.542 - 2.776 608
Anpassung IFRS 16 - - - 9.415 - - -
1. Januar 2019 177.157 67.318 762.053 -30.542 - 2.776 608
Ergebnis - - 60.671 - - -
Kumuliertes übriges Eigenkapital - - - -982 1.095 -
Gesamtergebnis nach Steuern - - 60.671 -982 1.095 -
Dividenden - - - 69.202 - - -
Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile - - 6.412 - - -
Übrige Veränderungen - - 11 - - -11
30. Juni 2019 177.157 67.318 759.945 -31.524 - 1.681 597
1. Januar 2020 177.157 67.318 820.820 -38.023 -470 586
Ergebnis - - - 4.036 - - -
Kumuliertes übriges Eigenkapital - - - 1.718 - 1.757 -
Gesamtergebnis nach Steuern - - -4.036 1.718 - 1.757 -
Dividenden - - - 55.362 - - -
Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile - - - 4.525 - - -
Übrige Veränderungen - - - 1.627 - - -11
30. Juni 2020 177.157 67.318 755.270 -36.305 - 2.227 575

scroll

Kumuliertes übriges Eigenkapital
Bestandteile, die möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
--- --- --- --- --- ---
Tsd € Währungsumrechnung Kumuliertes übriges Eigenkapital Summe Eigenkapital der Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft Nicht beherrschende Anteile Summe Eigenkapital
--- --- --- --- --- ---
31. Dezember 2018 -5.940 -38.650 977.293 14.858 992.151
Anpassung IFRS 16 -43 - 43 - 9.458 - 53 -9.511
1. Januar 2019 -5.983 -38.693 967.835 14.805 982.640
Ergebnis - - 60.671 2.954 63.625
Kumuliertes übriges Eigenkapital 5.306 5.419 5.419 55 5.474
Gesamtergebnis nach Steuern 5.306 5.419 66.090 3.009 69.099
Dividenden - - - 69.202 - 1.575 - 70.777
Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile - - 6.412 - 1.997 4.415
Übrige Veränderungen - -11 - - -
30. Juni 2019 - 677 -33.285 971.135 14.242 985.377
1. Januar 2020 3.253 -34.654 1.030.641 12.745 1.043.386
Ergebnis - - - 4.036 1.011 -3.025
Kumuliertes übriges Eigenkapital - 18.134 - 18.173 - 18.173 - 302 - 18.475
Gesamtergebnis nach Steuern -18.134 - 18.173 - 22.209 709 -21.500
Dividenden - - - 55.362 - 582 - 55.944
Optionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile - - - 4.525 - 1.614 -6.139
Übrige Veränderungen - -11 - 1.638 -2.019 -3.657
30. Juni 2020 -14.881 - 52.838 946.907 9.239 956.146

KONZERNANHANG 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2020

1. GRUNDLAGEN DER RECHNUNGSLEGUNG

DAS UNTERNEHMEN

Die Dürr Aktiengesellschaft ("Dürr AG" oder "die Gesellschaft") hat ihren juristischen Firmensitz in Stuttgart, Deutschland; der Sitz der Geschäftstätigkeit ist in der Carl-Benz-Straße 34 in 74321 Bietigheim-Bissingen. Der Dürr-Konzern, der aus der Dürr AG und ihren Tochtergesellschaften besteht, ist ein Maschinen- und Anlagenbauunternehmen mit ausgeprägter Kompetenz in den Bereichen Automatisierung und Digitalisierung. In nahezu allen seinen Tätigkeitsfeldern steht der Konzern an der Spitze des Weltmarkts. Neben der Automobilindustrie werden Branchen wie der Maschinenbau, die Chemie- und Pharmaindustrie sowie die holzbearbeitende Industrie mit Produktionstechnik beliefert. Der Dürr-Konzern ist in fünf weltweit agierenden Divisions organisiert: Paint and Final Assembly Systems bietet Montage- und Lackiertechnik, vor allem für die Automobilindustrie. Seit dem 1. Januar 2020 gehören auch die Bereiche Prüftechnik, Montageprodukte und Befülltechnik für die Fahrzeugendmontage zu Paint and Final Assembly Systems; diese Bereiche waren zuvor Teil der Division Measuring and Process Systems. Application Technology realisiert Produkte und Systeme für den automatisierten Lackauftrag sowie für die Sealing- und Klebetechnik. Clean Technology Systems erstellt vor allem Anlagen zur Abluftreinigung und bietet zudem Schallschutzsysteme sowie Lösungen für die Beschichtung von Batterieelektroden. Measuring and Process Systems bietet Auswucht- und Diagnosetechnik sowie Lösungen zur Befüllung von Kühlschränken, Klimageräten und Wärmepumpen mit Kältemitteln. Woodworking Machinery and Systems entwickelt und erstellt Maschinen und Systeme zur Holzbearbeitung.

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Der Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2020 ist verkürzt und wurde in Übereinstimmung mit International Accounting Standard (IAS) 34 "Zwischenberichterstattung" erstellt. Der Konzernzwischenabschluss basiert auf dem Konzernabschluss vom 31. Dezember 2019 und sollte in Zusammenhang mit diesem gelesen werden.

Der Konzernzwischenabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) zum Abschlussstichtag anzuwenden waren, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Der Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2020 wurde keiner prüferischen Durchsicht oder Prüfung im Sinne des § 317 HGB unterzogen.

Die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 angewendeten Methoden; hierzu wird auf den Geschäftsbericht 2019 verwiesen. Die Änderungen an IFRS-Standards und Interpretationen, die zum 1. Januar 2020 erstmalig anzuwenden waren, sind für den Dürr-Konzern unwesentlich.

Im Rahmen der Erstellung eines Konzernabschlusses zur Zwischenberichterstattung in Übereinstimmung mit IAS 34 muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen. Die Schätzungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 angewendeten Schätzungsmethoden. Aufwendungen, die unregelmäßig während des Geschäftsjahres anfallen, wurden in den Fällen abgegrenzt, in denen am Ende des Geschäftsjahres ebenfalls eine Abgrenzung erfolgen würde. Die Geschäftstätigkeit des Dürr-Konzerns unterliegt keinen wesentlichen saisonalen Einflüssen. Der Ertragsteueraufwand in den Zwischenabschlüssen wird auf Grundlage der erwarteten Ertragsteuerquote für die einzelnen Gesellschaften für das Gesamtjahr abgegrenzt.

Der Konzernzwischenabschluss wird in Euro aufgestellt; alle Beträge werden in Tausend Euro (Tsd. €) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist.

CORONA-PANDEMIE

Die dem Konzernabschluss zugrundeliegenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die Schätzungsmethoden wurden aufgrund der Corona-Pandemie nicht geändert, jedoch unterliegen die Schätzungen und Ermessensentscheidungen aufgrund der Corona-Pandemie einer erhöhten Unsicherheit.

Für weitere Informationen zu Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Berichtszeitraum wird auf die Textziffern 3 und 4 verwiesen.

2. KONSOLIDIERUNGSKREIS

In den Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2020 sind neben der Dürr AG die in- und ausländischen Gesellschaften einbezogen, über die die Dürr AG unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann. Gesellschaften werden ab dem Zeitpunkt in den Dürr-Konzernabschluss einbezogen, an dem die Möglichkeit der Beherrschung erlangt wird. Die Beherrschung kann aufgrund von Stimmrechten oder bestehenden Umständen, unter anderem aufgrund von vertraglichen Regelungen, erfolgen. Bei der überwiegenden Anzahl der Konzerngesellschaften bildet die Mehrheit der Stimmrechte die Grundlage der Beherrschung. Bei vier Gesellschaften hat der Dürr-Konzern aufgrund vertraglicher Regelungen die Möglichkeit, die Beherrschung auszuüben. Die Konsolidierung einer in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaft endet, wenn der Dürr-Konzern die Beherrschung über die Gesellschaft verliert. Unternehmen, auf die der Dürr-Konzern maßgeblichen Einfluss gemäß IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen" ausüben kann (assoziierte Unternehmen), werden nach der Equity-Methode bewertet. Ein maßgeblicher Einfluss wird bei einem Stimmrechtsanteil von 20 % bis 50 % angenommen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt, wie viele Gesellschaften der Konsolidierungskreis neben der Dürr AG als Mutterunternehmen umfasst.

ANZAHL GESELLSCHAFTEN

scroll

30. Juni 2020 31. Dezember 2019
Vollkonsolidierte Tochterunternehmen
Inland 29 28
Ausland 95 98
124 126
At equity bilanzierte Unternehmen
Inland - -
Ausland 2 2
2 2
Sonstige Beteiligungen
Inland 3 3
Ausland 2 2
5 5

Der Konzernzwischenabschluss enthält 11 (31.12.2019: 11) Gesellschaften, an denen Inhaber nicht beherrschender Anteile beteiligt sind. Es bestehen vier Gesellschaften, die aus Wesentlichkeitsgesichtspunkten nur zu Anschaffungskosten in den Konzernabschluss einbezogen werden.

ÄNDERUNGEN KONSOLIDIERUNGSKREIS

ZUGÄNGE VOLLKONSOLIDIERTER UNTERNEHMEN

scroll

Gesellschaft Anteil am Kapital Mit Wirkung zum Art des Anteilserwerbs
Techno-Step GmbH, Böblingen / Deutschland 50,0 % 9. März 2020 Akquisition
Homag (Hong Kong) Limited, Hongkong SVR / V. R. China 100,0 % 23. März 2020 Gründung

Am 9. März 2020 erwarb die Dürr Systems AG mit Sitz in Bietigheim-Bissingen, Deutschland, 50,004 % der Anteile der Techno-Step GmbH mit Sitz in Böblingen, Deutschland. Die Erstkonsolidierung erfolgte gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" unter Anwendung der Erwerbsmethode nach der Partial-Goodwill-Methode. Der Kaufpreis für die Akquisition betrug 3.058 Tsd. €. Im Rahmen der Akquisition wurde dem Dürr-Konzern eine Option über den Erwerb der verbleibenden Anteile eingeräumt.

VERSCHMELZUNGEN

scroll

Gesellschaft Mit Wirkung zum Anmerkung
BENZ INCORPORATED, Hickory, North Carolina / USA 1. Januar 2020 Verschmelzung auf STILES MACHINERY, INC., Grand Rapids, Michigan / USA
Durr MEGTEC LLC, De Pere, Wisconsin / USA 1. Januar 2020 Verschmelzung auf Dürr Systems Inc., Southfield, Michigan / USA
Universal AET Holdings, LLC, Stoughton, Wisconsin / USA 23. Januar 2020 Verschmelzung auf Durr Universal Inc., Stoughton, Wisconsin / USA
Test Devices Inc., Hudson, Massachusetts / USA 1. Februar 2020 Verschmelzung auf SCHENCK USA CORP., Deer Park, New York / USA

3. AUSWIRKUNGEN DER CORONA-PANDEMIE

Die Geschäftsentwicklung des Dürr-Konzerns wurde deutlich durch die Corona-Pandemie beeinflusst. Zur Aktualisierung der Schätzungen und Ermessensentscheidungen wurden verfügbare Informationen zu voraussichtlichen wirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt.

VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE

Für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurden Wertminderungstests für die Geschäfts- oder Firmenwerte durchgeführt, die die Werthaltigkeit der jeweils zugrundeliegenden Buchwerte bestätigten. Weitere Informationen finden sich in Textziffer 4.

Der Dürr-Konzern verzeichnete eine deutliche Verringerung von Umsatz, Bruttoergebnis vom Umsatz und Ergebnis vor Beteiligungsergebnis im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dies resultiert vor allem aus den starken Geschäftseinbußen in der Hochphase der Corona-Pandemie, unter anderem weil viele Werke und Baustellen von Kunden unterausgelastet oder zeitweise geschlossen waren.

WERTMINDERUNG FINANZIELLER VERMÖGENSWERTE

Infolge der Corona-Pandemie wurde die Risikovorsorge nach IFRS 9 überprüft und an die aktuellen Risikoeinschätzungen am Markt angepasst. Die daraus abgeleiteten Risikovorsorgesätze sind im vorliegenden Abschluss verarbeitet.

ZUWENDUNGEN DER ÖFFENTLICHEN HAND

Im Berichtszeitraum wurden Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Erstattung von Aufwendungen des Konzerns in Höhe von 1.180 Tsd. € (Vorjahr: 249 Tsd. €) erfasst. Im Zusammenhang mit Corona erhielt der Dürr-Konzern 881 Tsd. € Zuwendungen durch die öffentliche Hand. In Deutschland entfällt der überwiegende Teil auf Erstattungen von Sozialversicherungsleistungen im Rahmen von Kurzarbeit an einzelnen Standorten. Auch die Zuwendungen im Ausland betreffen zum größten Teil Zuschüsse für reduzierte Arbeitszeiten. Die Gewährung der Zuwendungen ist mit Auflagen verbunden, von deren Erfüllung derzeit ausgegangen wird.

4. WERTHALTIGKEITSTEST VON GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTEN

Der Dürr-Konzern überprüft die Werthaltigkeit des Buchwerts von Geschäfts- oder Firmenwerten grundsätzlich am Ende jedes Geschäftsjahres. Die Corona-Pandemie wurde als Indikator dafür identifiziert, dass die Geschäfts- oder Firmenwerte wertgemindert sein könnten. Der Dürr-Konzern hat deshalb zum Stichtag 30. Juni 2020 eine Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte vorgenommen. Die grundsätzliche Vorgehensweise wurde im Konzernanhang zum 31. Dezember 2019 beschrieben.

Als zahlungsmittelgenerierende Einheiten hat der Konzern die Divisions definiert. Dies sind Paint and Final Assembly Systems, Application Technology, Clean Technology Systems, Measuring and Process Systems (bis 31. Dezember 2019: Balancing and Assembly Products) und Woodworking Machinery and Systems. Die Neudefinition der Division Measuring and Process Systems anstelle von Balancing and Assembly Products als zahlungsmittelgenerierende Einheit resultiert aus dem Übergang der Bereiche Prüftechnik, Montageprodukte und Befülltechnik für die Fahrzeugendmontage von Measuring and Process Systems zu Paint and Final Assembly Systems.

Mit Blick auf die bestehenden Unsicherheiten wurde eine Szenarienbetrachtung für den Werthaltigkeitstest als besser geeignet angesehen als eine einzige bestmögliche Schätzung des Nutzungswertes. Die Überprüfung der Werthaltigkeit des Buchwerts der Geschäfts- oder Firmenwerte basiert auf einem Worst-Case-Szenario.

Zusätzlich hat der Dürr-Konzern Sensitivitätsanalysen zur Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte vorgenommen. Geprüft wurden die Auswirkungen folgender Szenarien:

Erhöhung des Abzinsungssatzes um 0,5 Prozentpunkte
Verringerung der Wachstumsrate in der ewigen Rente auf 0,75 %.

Die Sensitivitätsanalysen haben ergeben, dass auch unter diesen Annahmen aus heutiger Sicht bei keiner zahlungsmittelgenerierenden Einheit ein Wertminderungsbedarf bei den Geschäfts- oder Firmenwerten besteht.

5. UMSATZERLÖSE

UMSATZERLÖSE

scroll

Tsd. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
Zeitraumbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 1.040.220 1.151.491
Zeitpunktbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 572.650 726.684
Umsatzerlöse aus Leasingverträgen 2.346 2.215
Summe Umsatzerlöse 1.615.216 1.880.390
davon
Umsatzerlöse aus Service-Geschäft 441.031 527.161
Umsatzerlöse mit der Automobilindustrie 810.317 965.376

6. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN

Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen enthalten wie im Vorjahr im Wesentlichen Währungsgewinne und -verluste.

7. ZINSERGEBNIS

ZINSERGEBNIS

scroll

Tsd. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
Zinsen und ähnliche Erträge 2.587 3.228
Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 15.169 - 12.684
davon
Nominaler Zinsaufwand aus der Unternehmensanleihe - 4.313 - 4.313
Zinsaufwand aus den Schuldscheindarlehen - 3.039 - 2.242
Zinsaufwand aus der Folgebilanzierung des abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der HOMAG Group AG - 2.696 - 2.694
Zinsaufwendungen aus Leasingverhältnissen - 1.435 - 1.350
Sonstige Zinsaufwendungen - 3.686 - 2.085
Zinsergebnis - 12.582 - 9.456

8. FINANZIERUNG DES KONZERNS

Am 26. März 2020 hat die Dürr AG ein weiteres nachhaltigkeitsorientiertes Schuldscheindarlehen über 115.000 Tsd. € platziert. Wie bei dem im vergangenen Jahr begebenen Sustainability-Schuldscheindarlehen in Höhe von 200.000 Tsd. € ist die Verzinsung an das Nachhaltigkeitsrating des Dürr-Konzerns gekoppelt. Der durchschnittliche Zins beträgt 0,9 %. Das Gesamtvolumen von 115.000 Tsd. € floss der Dürr AG am 6. April 2020 zu und verteilt sich auf Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren.

Im Gegenzug wurden die variablen Tranchen des Schuldscheindarlehens aus dem Jahr 2016 in Höhe von 100.000 Tsd. € vorzeitig abgelöst.

Zur Erhöhung der finanziellen Flexibilität hat die Dürr AG mit einem Bankenkonsortium am 8. Mai 2020 eine zusätzliche Kreditlinie über 350.000 Tsd. € vereinbart. Damit werden im Jahr 2021 anstehende Refinanzierungen bereits jetzt abgesichert. Die von sechs Banken bereitgestellte Kreditlinie hat zunächst eine Laufzeit von einem Jahr, kann von der Dürr AG aber zwei Mal um jeweils sechs Monate verlängert werden. Im April 2021 läuft eine im Jahr 2014 begebene Unternehmensanleihe über 300.000 Tsd. € aus, zugleich wird eine Tranche von 50.000 Tsd. € aus dem Schuldscheindarlehen des Jahres 2016 fällig. Zum Bankenkonsortium gehören BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland, Commerzbank AG, Deutsche Bank Luxembourg S.A., Landesbank Baden-Württemberg, Banco Santander, S.A. und UniCredit Bank AG.

Am 19. Mai 2020 hat die Dürr AG ein bilaterales Darlehen in Höhe von 100.000 Tsd. € mit der KfW IPEX-Bank GmbH abgeschlossen, das mit 1,13 % verzinst wird. Der Kreditvertrag hat eine Laufzeit bis zum 19. Mai 2021.

9. SONSTIGE ANGABEN ZU DEN FINANZINSTRUMENTEN

Die vom Dürr-Konzern zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente teilen sich folgendermaßen auf die Fair-Value-Hierarchiestufen auf:

ZUORDNUNG ZU FAIR-VALUE-HIERARCHIESTUFEN

scroll

Fair-Value-Hierarchie
Tsd. € 30. Juni 2020 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
--- --- --- --- ---
Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral
Übrige Finanzanlagen 3.306 - - 3.306
Derivate mit Hedge-Beziehung 2.774 - 2.774 -
Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam
Übrige Finanzanlagen 9.347 - - 9.347
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 19.507 - - 19.507
Derivate ohne Hedge-Beziehung 1.886 - 1.886 -
Derivate mit Hedge-Beziehung 1.113 - 1.113 -
Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral
Verpflichtungen aus Optionen 39.328 - - 39.328
Derivate mit Hedge-Beziehung 3.537 - 3.537 -
Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam
Verpflichtung aus Optionen 1.610 - - 1.610
Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten 552 - - 552
Derivate ohne Hedge-Beziehung 839 - 839 -
Derivate mit Hedge-Beziehung 655 - 655 -

scroll

Fair-Value-Hierarchie
Tsd. € 31. Dezember 2019 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
--- --- --- --- ---
Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral
Übrige Finanzanlagen 3.306 - - 3.306
Derivate mit Hedge-Beziehung 2.820 - 2.820 -
Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam
Übrige Finanzanlagen 9.347 - - 9.347
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 19.507 - - 19.507
Derivate ohne Hedge-Beziehung 630 - 630 -
Derivate mit Hedge-Beziehung 357 - 357 -
Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral
Verpflichtungen aus Optionen 33.189 - - 33.189
Derivate mit Hedge-Beziehung 2.141 - 2.141 -
Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam
Verpflichtungen aus Optionen 1.610 - - 1.610
Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten 552 - - 552
Derivate ohne Hedge-Beziehung 1.059 - 1.059 -
Derivate mit Hedge-Beziehung 544 - 544 -

Im ersten Halbjahr 2020 fand keine Umgliederung zwischen den Stufen statt.

SENSITIVITÄTEN STUFE 3

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente und Optionen, die der Fair-Value-Hierarchie Stufe 3 zugeordnet sind, unterliegen bei einer unterstellten Änderung der Input-Parameter den nachfolgend beschriebenen Wertschwankungen. Der beizulegende Zeitwert der ADAMOS GmbH beruht maßgeblich auf den erwarteten Free Cashflows der kommenden Jahre. Werden in der Planung der ADAMOS GmbH um 10 % höhere (niedrigere) Free Cashflows unterstellt, steigt (fällt) der beizulegende Zeitwert auf 3.215 Tsd. € (2.652 Tsd. €) (31.12.2019: keine Änderung).

Die Bewertung der Option für den Erwerb der weiteren Anteile der HOMAG eSolution GmbH basiert auf dem ausschüttungsfähigen Kapital der Jahre bis 2021 und dem verzinsten Kaufpreis. Eine Zunahme des ausschüttungsfähigen Kapitals um 10 % lässt die Bewertung der Option auf 3.134 Tsd. € steigen; im Falle einer Abnahme des ausschüttungsfähigen Kapitals um 10 % würde die Bewertung der Option auf 3.089 Tsd. € abnehmen (31.12.2019: 1.297 Tsd. € beziehungsweise 1.584 Tsd. €).

Im Rahmen der Veräußerung des Bereichs Cleaning and Surface Processing im Geschäftsjahr 2017 erhielt der Dürr-Konzern eine 15-%-Beteiligung an der Holding-Gesellschaft SBS Ecoclean GmbH mit Sitz in Stuttgart, Deutschland. Der Käufer, die Shenyang Blue Silver Industry Automation Equipment Co., hat die Option ausgeübt, die restlichen 15 % der Beteiligung an der SBS Ecoclean GmbH vom Dürr-Konzern zu übernehmen. Bei der Berechnung des beizulegenden Zeitwerts der 15 %-Beteiligung an der SBS Ecoclean GmbH geht der Dürr-Konzern im Moment nicht davon aus, dass ergebnisabhängige Vertragsklauseln, die den Wert positiv beeinflussen können, zur Anwendung kommen (31.12.2019: keine Änderung).

Die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts der Parker Engineering Co., Ltd. basiert hauptsächlich auf Einschätzungen des Managements zur Entwicklung der zukünftigen Free Cashflows der Gesellschaft. Der Wert der zugehörigen Verkaufsoption orientiert sich am anteiligen Eigenkapital der Gesellschaft und würde bei einer unterstellten Änderung um 10 % nach oben beziehungsweise nach unten auf 10.032 Tsd. € steigen oder auf 8.661 Tsd. € fallen (31.12.2019: keine Änderung).

Die Bewertung der Option für den Erwerb der verbleibenden Anteile der Techno-Step GmbH beruht maßgeblich auf dem erwarteten Unternehmenswert, der auf einem EBIT-Multiplikator bis voraussichtlich zum Jahr 2022 basiert. Wird für das künftige EBIT eine Zunahme um 10 % unterstellt, erhöht sich die Bewertung der Option auf 4.717 Tsd. €. Eine Reduzierung des künftigen EBIT um 10 %, mindert die Bewertung der Option auf 4.217 Tsd. € (31.12.2019: nicht vorhanden).

BEIZULEGENDE ZEITWERTE VON ZU FORTGEFÜHRTEN ANSCHAFFUNGSKOSTEN

BILANZIERTEN FINANZINSTRUMENTEN

scroll

30. Juni 2020
Tsd. € Beizulegender

Zeitwert
Buchwert
--- --- ---
Aktiva
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 743.981 743.981
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (L&L) gegen Dritte 496.457 496.457
Forderungen aus L&L gegen at equity bilanzierte Unternehmen 12.430 12.430
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 188.528 188.528
Passiva
Verbindlichkeiten aus L&L 438.440 438.440
Anleihe 300.270 299.477
Schuldscheindarlehen 503.587 514.103
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 99.762 100.001
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 12.008 12.008
Verpflichtungen aus Optionen 170.494 168.706
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 75.963 75.963
DAVON AGGREGIERT NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN GEMÄSS IFRS 9
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 1.441.396 1.441.396
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 1.600.524 1.608.698

scroll

31. Dezember 2019
Tsd. € Beizulegender

Zeitwert
Buchwert
--- --- ---
Aktiva
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 662.024 662.024
Forderungen aus L&L gegen Dritte 582.323 582.323
Forderungen aus L&L gegen at equity bilanzierte Unternehmen 3.754 3.754
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 189.833 189.833
Passiva
Verbindlichkeiten aus L&L 479.011 479.011
Anleihe 308.820 299.186
Schuldscheindarlehen 510.048 499.056
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 366 366
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 17.358 17.358
Verpflichtungen aus Optionen 182.531 176.085
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 111.000 111.000
DAVON AGGREGIERT NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN GEMÄSS IFRS 9
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 1.437.934 1.437.934
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet 1.609.134 1.582.062

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, übrige Forderungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten sowie Kontokorrentkredite haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.

10. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Die Segmentdarstellung soll die Ertragskraft sowie die Vermögens- und Finanzlage einzelner Bereiche darstellen. Entsprechend der internen Berichts- und Organisationsstruktur des Konzerns werden einzelne Konzernabschlussdaten nach Divisions berichtet. Die Konzernfinanzierung (einschließlich Finanzaufwendungen und -erträge) sowie die Ertragsteuern werden konzernübergreifend gesteuert und nicht den einzelnen Geschäftssegmenten zugeordnet.

SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

scroll

1. Halbjahr 2020
Tsd. € Paint and Final Assembly Systems1 Application Technology Clean Technology Systems Measuring and Process Systems1 Woodworking Machinery and Systems Summe Segmente
--- --- --- --- --- --- ---
Zeitraumbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 540.077 165.766 145.145 47.113 142.119 1.040.220
Zeitpunktbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 34.478 52.812 32.955 43.064 409.334 572.643
Umsatzerlöse aus Leasingverträgen - - - 2.346 - 2.346
Umsatzerlöse mit anderen Divisions 1.515 943 1.667 1.182 63 5.370
Summe Umsatzerlöse 576.070 219.521 179.767 93.705 551.516 1.620.579
davon aus Service Geschäft 148.790 75.232 58.102 30.011 131.742 443.877
EBIT 14.208 - 1.069 - 1.056 - 4.632 3.470 10.921
Vermögen (zum 30.06.) 775.250 491.477 387.396 286.751 924.996 2.865.870
Schulden (zum 30.06.) 647.356 236.023 180.924 130.213 472.545 1.667.061
Beschäftigte (zum 30.06.) 4.428 2.228 1.375 1.476 6.498 16.005

scroll

1. Halbjahr 2020
Tsd. € Überleitung Summe Dürr Konzern
--- --- ---
Zeitraumbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden - 1.040.220
Zeitpunktbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 7 572.650
Umsatzerlöse aus Leasingverträgen - 2.346
Umsatzerlöse mit anderen Divisions - 5.370 -
Summe Umsatzerlöse - 5.363 1.615.216
davon aus Service Geschäft - 2.846 441.031
EBIT -4.337 6.584
Vermögen (zum 30.06.) -115.203 2.750.667
Schulden (zum 30.06.) 149.183 1.816.244
Beschäftigte (zum 30.06.) 278 16.283

scroll

1. Halbjahr 2019
Tsd. € Paint and Final Assembly Systems1 Application Technology Clean Technology Systems Measuring and Process Systems1 Woodworking Machinery and Systems Summe Segmente
--- --- --- --- --- --- ---
Zeitraumbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 639.705 196.943 145.562 52.828 116.453 1.151.491
Zeitpunktbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 43.934 74.718 34.773 52.931 520.312 726.668
Umsatzerlöse aus Leasingverträgen - - - 2.215 - 2.215
Umsatzerlöse mit anderen Divisions 1.916 2.807 750 1.302 185 6.960
Summe Umsatzerlöse 685.555 274.468 181.085 109.276 636.950 1.887.334
davon aus Service Geschäft 181.577 108.493 61.799 37.252 141.300 530.421
EBIT 30.613 27.764 652 6.802 35.027 100.858
Vermögen (zum 31.12.) 848.827 540.224 408.866 295.471 897.344 2.990.732
Schulden (zum 31.12.) 681.738 240.754 177.101 130.673 484.125 1.714.391
Beschäftigte (zum 30.06.) 4.304 2.251 1.427 1.547 6.592 16.121

scroll

1. Halbjahr 2019
Tsd. € Überleitung1 Summe Dürr Konzern
--- --- ---
Zeitraumbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden - 1.151.491
Zeitpunktbezogene Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 16 726.684
Umsatzerlöse aus Leasingverträgen - 2.215
Umsatzerlöse mit anderen Divisions - 6.960 -
Summe Umsatzerlöse - 6.944 1.880.390
davon aus Service-Geschäft -3.260 527.161
EBIT - 5.654 95.204
Vermögen (zum 31.12.) - 92.040 2.898.692
Schulden (zum 31.12.) 178.972 1.893.363
Beschäftigte (zum 30.06.) 263 16.384

1 Die Bereiche Prüftechnik, Montageprodukte und Automotive-Befülltechnik wurden zum 1. Januar 2020 von Measuring and Process Systems zu Paint and Final Assembly Systems transferiert. Die Angaben für das erste Halbjahr 2019 und zum 31. Dezember 2019 wurden entsprechend angepasst.

Die in der Überleitungsspalte ausgewiesenen Beschäftigtenzahlen und Umsatzerlöse mit Kunden betreffen das Corporate Center.

ÜBERLEITUNG VON SEGMENTWERTEN AUF DIE WERTE DES DÜRR-KONZERNS

scroll

Tsd. € 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
EBIT der Segmente 10.921 100.858
EBIT Corporate Center - 3.817 - 6.828
Eliminierungen aus Konsolidierungsbuchungen -520 1.174
EBIT des Dürr-Konzerns 6.584 95.204
Beteiligungsergebnis 1.837 2.845
Zinsen und ähnliche Erträge 2.587 3.228
Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 15.169 - 12.684
Ergebnis vor Ertragsteuern - 4.161 88.593
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.136 - 24.968
Ergebnis des Dürr-Konzerns - 3.025 63.625

scroll

Tsd. € 30. Juni 2020 31. Dezember 2019
Segmentvermögen 2.865.870 2.990.732
Vermögen Corporate Center 1.048.101 1.024.498
Eliminierungen aus Konsolidierungsbuchungen - 1.163.304 - 1.116.538
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 743.981 662.024
Termingelder 159.816 159.926
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 19.507 19.507
Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen 40.672 37.663
Ertragsteuerforderungen 37.084 46.634
Latente Steueransprüche 59.341 57.887
Gesamtvermögen des Dürr-Konzerns 3.811.068 3.882.333

scroll

Tsd. € 30. Juni 2020 31. Dezember 2019
Segmentschulden 1.667.061 1.714.391
Schulden Corporate Center 194.303 210.292
Eliminierungen aus Konsolidierungsbuchungen - 45.120 - 31.320
Anleihe und Schuldscheindarlehen 813.580 798.242
Übrige Finanzverbindlichkeiten 112.009 17.724
Ertragsteuerverbindlichkeiten 53.782 48.467
Latente Steuerverbindlichkeiten 59.307 81.151
Gesamtverbindlichkeiten des Dürr-Konzerns* 2.854.922 2.838.947

* Konzernbilanzsumme abzüglich Summe Eigenkapital

11. ANGABEN ZU NAHESTEHENDEN PARTEIEN

Nahestehende Personen umfassen die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands.

Einige Mitglieder des Aufsichtsrats der Dürr AG sind in hochrangigen Positionen bei anderen Unternehmen tätig. Etwaige Geschäfte zwischen dem Dürr-Konzern und diesen Unternehmen erfolgen zu marktüblichen Bedingungen. Zur Vergütung des Aufsichtsrats und des Vorstands verweisen wir auf den Geschäftsbericht 2019.

Nahestehende Parteien beinhalten die at equity bilanzierten Unternehmen und die nicht konsolidierten Tochterunternehmen des Dürr-Konzerns sowie Unternehmen, für die die Dürr AG ein assoziiertes Unternehmen darstellt.

Im ersten Halbjahr 2020 bestanden zwischen dem Konzern und seinen nahestehenden Unternehmen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen in Höhe von 71.190 Tsd. € (Vorjahr: 57.371 Tsd. €). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus einem höheren Umsatzvolumen mit der Homag China Golden Field Limited. Zum 30. Juni 2020 beliefen sich die ausstehenden Forderungen gegenüber den nahestehenden Unternehmen auf 12.430 Tsd. € (31.12.2019: 5.620 Tsd. €), die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen beliefen sich auf 1.259 Tsd. € (31.12.2019: 1.811 Tsd. €). Sowohl die Forderungen als auch die Verbindlichkeiten sind kurzfristig fällig. Darüber hinaus sind erhaltene Anzahlungen in Höhe von 14.950 Tsd. € (31.12.2019: 17.606 Tsd. €) gegenüber nahestehenden Parteien in der Bilanz enthalten.

12. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

scroll

Tsd. € 30. Juni 2020 31. Dezember 2019
Verpflichtungen aus Garantien und Bürgschaften 9.165 9.315
Gestellte Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 72 72
Sonstige 292 313
Summe 9.529 9.700

Der Dürr-Konzern geht davon aus, dass aus diesen Haftungsverhältnissen keine Verbindlichkeiten und damit keine Zahlungsmittelabflüsse entstehen werden.

Die Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen betragen 4.914 Tsd. € (31.12.2019: 5.165 Tsd. €). Darüber hinaus bestehen Bestellobligos aus Einkaufskontrakten im gewöhnlichen Geschäftsumfang.

13. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Am 29. Juli 2020 wurde im Dürr-Konzern ein Programm für Effizienzsteigerungen im europäischen Geschäft mit der Automobilindustrie beschlossen. Am selben Tag wurde auch eine neue Konzernprognose für das Geschäftsjahr 2020 vorgestellt.

Am 1. August 2020 ist Dietmar Heinrich in den Vorstand der Dürr AG eingetreten.

Darüber hinaus gab es keine außergewöhnlichen Ereignisse zwischen dem Ende des Berichtszeitraums und der Veröffentlichung des vorliegenden Berichts.

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Bietigheim-Bissingen, 6. August 2020

Dürr Aktiengesellschaft

Der Vorstand

scroll

Ralf W. Dieter Dr. Jochen Weyrauch
Vorsitzender des Vorstands Stellv. Vorstandsvorsitzender
Dietmar Heinrich Pekka Paasivaara
Finanzvorstand Mitglied des Vorstands

MEHRJAHRESÜBERSICHT 2017 BIS 2020

scroll

1. Halbjahr 2. Quartal
Mio. € 2020 2019 2018 2017 2020 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Auftragseingang 1.483,0 1.921,0 1.955,0 2.078,3 644,8 815,1
Auftragsbestand (30.6.) 2.478,8 2.622,2 2.750,3 2.744,2 2.478,8 2.622,2
Umsatz 1.615,2 1.880,4 1.749,6 1.753,5 772,6 930,5
Bruttoergebnis 303,0 414,1 404,1 424,2 125,8 207,7
EBITDA 63,4 150,4 140,9 187,6 11,6 74,7
EBIT 6,6 95,2 101,4 147,1 - 16,4 46,6
Ergebnis nach Steuern -3,0 63,6 68,1 101,9 - 16,3 30,6
Bruttomarge in % 18,8 22,0 23,1 24,2 16,3 22,3
EBIT-Marge in % 0,4 5,1 5,8 8,4 -2,1 5,0
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 106,0 - 112,9 - 59,1 - 40,8 37,3 - 69,9
Free Cashflow 44,3 - 181,4 - 106,8 - 85,7 -1,5 - 115,4
Investitionen 37,2 47,5 34,3 33,6 17,6 25,4
Bilanzsumme (30.6.) 3.811,1 3.510,6 3.472,9 3.339,3 3.811,1 3.510,6
Eigenkapital (mit Fremdanteilen) (30.6.) 956,1 985,4 886,8 834,0 956,1 985,4
Eigenkapitalquote (30.6.) in % 25,1 28,1 25,5 25,0 25,1 28,1
ROCE1 in % 1,2 14,5 21,6 37,1 -6,0 14,2
Nettofinanzstatus (30.6.) - 120,9 - 318,3 - 38,7 96,2 - 120,9 - 318,3
Net Working Capital (30.6.) 410,1 603,4 452,9 337,9 410,1 603,4
Mitarbeiter (30.6.) 16.283 16.384 15.236 14.545 16.283 16.384
Dürr-Aktie ISIN: DE0005565204
Höchst in € 32,90 42,26 57,18 53,85 26,24 42,26
Tiefst in € 15,72 29,18 39,16 35,78 16,69 29,29
Schluss in € 23,20 29,84 39,79 52,33 23,20 29,84
Durchschnittlicher Tagesumsatz (Aktienzahl) 326.582 209.280 291.300 304.254 269.808 223.164
Anzahl der Aktien (Tsd.) 69.202 69.202 69.202 69.202 69.202 69.202
Ergebnis je Aktie in € - 0,06 0,88 0,95 1,45 - 0,24 0,43

scroll

2. Quartal
Mio. € 2018 2017
--- --- ---
Auftragseingang 935,9 1.033,9
Auftragsbestand (30.6.) 2.750,3 2.744,2
Umsatz 909,5 863,2
Bruttoergebnis 205,5 206,8
EBITDA 69,8 82,6
EBIT 50,3 60,9
Ergebnis nach Steuern 33,6 40,5
Bruttomarge in % 22,6 24,0
EBIT-Marge in % 5,5 7,1
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 16,6 -36,7
Free Cashflow - 10,4 - 55,1
Investitionen 21,4 15,2
Bilanzsumme (30.6.) 3.472,9 3.339,3
Eigenkapital (mit Fremdanteilen) (30.6.) 886,8 834,0
Eigenkapitalquote (30.6.) in % 25,5 25,0
ROCE1 in % 21,5 33,3
Nettofinanzstatus (30.6.) - 38,7 96,2
Net Working Capital (30.6.) 452,9 337,9
Mitarbeiter (30.6.) 15.236 14.545
Dürr-Aktie ISIN: DE0005565204
Höchst in € 49,85 53,85
Tiefst in € 39,61 40,63
Schluss in € 39,79 52,33
Durchschnittlicher Tagesumsatz (Aktienzahl) 323.300 299.380
Anzahl der Aktien (Tsd.) 69.202 69.202
Ergebnis je Aktie in € 0,57 0,56

Aufgrund von Rundungen können sich im vorliegenden Bericht bei Summenbildungen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben.

1 annualisiert

FINANZKALENDER

scroll

19. August 2020 Bankhaus Lampe Deutschlandkonferenz (virtuell)
10. September 2020 Morgan Stanley Industrial CEOs Unplugged (virtuell)
21. September 2020 Baader Investment Conference, München
22. September 2020 Berenberg/GS German Corporate Conference (virtuell)
5. November 2020 Zwischenmitteilung über die ersten neun Monate 2020 Telefonkonferenz für Analysten und Investoren
17. November 2020 Deutsches Eigenkapitalforum (virtuell)
24. November 2020 DZ Equity Conference, Frankfurt
1. Dezember 2020 Quirin Conference, Genf
1. Dezember 2020 GS Industrials Conference, London
2. Dezember 2020 Berenberg European Conference, Pennyhill Park

KONTAKT

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

Dürr AG

Andreas Schaller

Mathias Christen

Stefan Tobias Burkhardt

Corporate Communications & Investor Relations

Carl-Benz-Straße 34

74321 Bietigheim-Bissingen

Tel.: +49 7142 78-1785 / -1381 / -3558

Fax: +49 7142 78-1716

[email protected]

[email protected]

www.durr-group.com

Diese Zwischenmitteilung liegt auch in englischer Sprache vor.

Diese Veröffentlichung wurde von der Dürr AG/dem Dürr-Konzern selbstständig erstellt und kann Aussagen zu wichtigen Themen wie Strategie, zukünftigen finanziellen Ergebnissen, Ereignissen, Marktpositionen und Produktentwicklungen enthalten. Diese zukunftsgerichteten Aussagen sind - wie jedes unternehmerische Handeln in einem globalen Umfeld - stets mit Unsicherheit verbunden. Sie unterliegen einer Vielzahl von Risiken, Ungewissheiten und anderen Faktoren, die in Veröffentlichungen der Dürr AG, insbesondere im Abschnitt "Risiken" des Geschäftsberichts, beschrieben werden, sich aber nicht auf diese beschränken. Sollten sich eine(s) oder mehrere dieser Risiken, Ungewissheiten oder andere Faktoren realisieren oder sollte sich erweisen, dass die zugrundeliegenden Erwartungen nicht eintreten beziehungsweise Annahmen nicht korrekt waren, können die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen des Dürr-Konzerns wesentlich von denjenigen Ergebnissen abweichen, die als zukunftsgerichtete Aussagen formuliert wurden. Zukunftsgerichtete Aussagen sind erkennbar an Formulierungen wie "erwarten", "wollen", "ausgehen", "rechnen mit", "beabsichtigen", "planen", "glauben", "anstreben", "einschätzen", "werden" und "vorhersagen" oder an ähnlichen Begriffen. Die Dürr AG übernimmt keine Verpflichtung und beabsichtigt nicht, zukunftsgerichtete Aussagen ständig zu aktualisieren oder bei einer anderen als der erwarteten Entwicklung zu korrigieren. Aussagen zu Marktpositionen basieren auf den Einschätzungen des Managements und werden durch externe, spezialisierte Agenturen unterstützt.

Unsere Finanzberichte, Präsentationen, Presse- und Ad-hoc-Meldungen können alternative Leistungskennzahlen enthalten. Diese Kennzahlen sind nach den IFRS (International Financial Reporting Standards) nicht definiert. Bitte bewerten Sie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Dürr-Konzerns nicht ausschließlich auf Basis dieser ergänzenden Finanzkennzahlen. Sie ersetzen keinesfalls die im Konzernabschluss dargestellten und im Einklang mit den IFRS ermittelten Finanzkennzahlen. Die Ermittlung der alternativen Leistungskennzahlen kann auch bei gleicher oder ähnlicher Bezeichnung von Unternehmen zu Unternehmen abweichen. Weitere Informationen zu den von der Dürr AG verwendeten alternativen Leistungskennzahlen finden Sie im Finanzglossar auf der Webseite (https://www.durr-group.com/de/investoren/service-auszeichnungen/glossar/).