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Dürr AG Audit Report / Information 2011

Apr 13, 2012

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Audit Report / Information

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Dürr Aktiengesellschaft

Stuttgart

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2011 bis zum 31.12.2011

Jahresabschluss 2011 Dürr AG Einzelabschluss

LAGEBERICHT DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART,

FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2011

WACHSTUM BRUTTOINLANDSPRODUKT

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gegenüber Vorjahr

in %
2011 2010 2009
Welt 3,6 5,1 -0,9
Deutschland 3,0 3,6 -4,7
Eurozone 1,6 1,9 -4,1
Russland 4,5 4,0 -7,8
USA 1,7 3,0 -2,6
China 9,0 10,3 9,1
Indien 8,0 10,0 6,8
Japan -0,8 4,5 -6,3
Brasilien 3,5 7,5 -0,6

Quelle: Deutsche Bank 1/2012

Die Entwicklung, die Erfolge und die Risiken einer Holdinggesellschaft hängen im Wesentlichen vom Geschäftsverlauf der mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen ab. Der Abschluss der Dürr Aktiengesellschaft (im folgenden Dürr AG genannt) wurde nach HGB erstellt. Der Konzernabschluss wird nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU zum Abschlussstichtag anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Der Konzernabschluss entspricht sämtlichen bis zum Bilanzstichtag verpflichtend in Kraft getretenen IFRS. Aufgrund der reinen Holdingfunktion der Dürr AG wurde für die Darstellung der Lage des Unternehmens im Wesentlichen auf die Konzernzahlen nach IFRS zurückgegriffen.

2011: ABKÜHLUNG IM JAHRESVERLAUF

Im Jahr 2011 stieg die weltweite Wirtschaftsleistung um 3,6%. Allerdings schwächte sich das Wachstum von Quartal zu Quartal ab. Darüber hinaus entwickelte sich die europäische Schuldenkrise zunehmend zu einem Risiko für die Weltwirtschaft. Für den Winter 2011/2012 erwarten viele Volkswirte ein sinkendes Bruttoinlandsprodukt im Euroraum. Deutschland konnte 2011 trotz des schwierigen Umfelds von seiner Exportstärke und Wettbewerbsfähigkeit profitieren. In Nordamerika wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Halbjahr 2011 stärker als erwartet, während die japanische Wirtschaft nach der Erdbebenkatastrophe vom März nur langsam wieder Tritt fasste. Die meisten Schwellenländer - allen voran China - zeigten sich robust und erreichten auch im zweiten Halbjahr beachtliche Wachstumsraten.

Die Wechselkurse veränderten sich insgesamt wenig, wenngleich der Euro am Jahresende gut 10% niedriger notierte als zur Jahresmitte. Die kurzfristigen Zinsen, die einem stärkeren Einfluss der Notenbanken unterliegen, blieben niedrig. Bei den längerfristigen Zinsen drifteten die Renditen deutlich auseinander: Deutsche Bundesanleihen rentierten auf Tiefstständen, während die Renditen bei Staaten mit schwächeren Ratings stiegen. Insgesamt zeigten sich die Kapitalmärkte, besonders im zweiten Halbjahr, in volatiler Verfassung.

ROBUSTES PRODUKTIONSWACHSTUM IN DER AUTOMOBILINDUSTRIE

PRODUKTION LIGHT VEHICLES

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Mio. Einheiten 2011 2010 2009
Welt 74,3 71,5 57,4
Westeuropa 13,6 13,3 12,3
Deutschland 5,8 5,5 4,8
Osteuropa 6,3 5,6 4,6
Russland 1,8 1,3 0,8
Nordamerika (inkl. Mexiko) 13,1 11,9 8,6
USA 8,5 7,6 5,8
Südamerika 4,2 4,2 3,2
Brasilien 3,1 3,1 3,0
Asien 34,5 34,0 26,4
China 15,0 14,4 10,8
Japan 8,0 9,0 7,7
Indien 3,4 3,0 2,3

Quelle: PwC 1/2012, eigene Schätzungen

Die weltweite Automobilnachfrage übertraf das gesamtwirtschaftliche Wachstum leicht. Anders als zunächst befürchtet mussten die Prognosen zur Automobilproduktion im Jahresverlauf nicht nach unten korrigiert werden. Nach dem Zuwachs von 24,6% im Vorjahr wuchs die globale Produktion im Jahr 2011 um 4% auf 74 Mio. Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. In China, wo die Produktion in den Jahren 2009 und 2010 außerordentlich stark zugelegt hatte, betrug das Plus ebenfalls 4%. Dieses langsamere Wachstumstempo wurde von der chinesischen Regierung bewusst herbeigeführt, um der aufkeimenden Inflation entgegenzutreten. Die Automobilmärkte Indiens und Russlands legten mit 13% und 39% kräftig zu. In Nordamerika setzte sich der im Jahr 2010 eingeschlagene Erholungskurs fort.

Die hohe Nachfrage des Jahres 2011 führte zu einer entsprechend hohen Auslastung der Automobilindustrie. Darüber hinaus profitierte die Branche von den Kostenreduktionen der Vorjahre. Vor diesem Hintergrund erwirtschafteten viele Produzenten hohe Erträge und Cashflows. Die japanischen Hersteller litten allerdings unter dem starken Yen und den Folgen der Erdbebenkatastrophe.

ENTWICKLUNG VON WELTAUTOMOBILPRODUKTION UND BRUTTOINLANDSPRODUKT

(Veränderung gegenüber Vorjahr, in %)

LUFTFAHRT UND FLUGZEUGINDUSTRIE WEITER AUF ERFOLGSKURS

Mit einem Zuwachs von 5,1% wuchs auch das Luftverkehrsaufkommen im Jahr 2011 stärker als die Weltwirtschaft. Allerdings ließen hohe Kerosinpreise und die Folgen des Erdbebens in Japan die Erträge vieler Fluggesellschaften sinken. Bei den Investitionen gab es jedoch keine Abstriche, da die Airlines zusätzliche Flugzeuge benötigen, um das steigende Luftverkehrsaufkommen zu bewältigen. Folglich stiegen die Auslieferungen der beiden größten Hersteller weiter an: bei Airbus von 510 auf 525 Flugzeuge und bei Boeing von 464 auf 483 Maschinen. Für 2012 werden weitere Zuwächse angestrebt; sowohl Airbus als auch Boeing haben in ihre Produktivität investiert und wollen auf dieser Basis 563 beziehungsweise 606 Auslieferungen erreichen. Immer wichtiger werden für uns die aufstrebenden Flugzeugbauer aus China und Russland, die im Jahr 2011 neue Flugzeugprogramme vorgestellt und erste Aufträge an Lieferanten vergeben haben. Bei der Erschließung dieser Kunden ist unsere starke internationale Präsenz ein wichtiger Vorteil.

NACHFRAGE IM MASCHINEN- UND ANLAGENBAU GESTIEGEN

Nach dem Einbruch von 2009 und der Erholung im Folgejahr zog die Nachfrage im Maschinen- und Anlagenbau 2011 deutlich an. In fast allen Weltregionen stiegen die Ausrüstungsinvestitionen kräftig. Die Ertragslage vieler Maschinenbauer hat sich auslastungsbedingt deutlich verbessert; allerdings durchlaufen einige Branchen einen Bereinigungsprozess, zum Beispiel Druck, Solar und Windkraft. Nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) wuchs die Produktion in Deutschland um 14%, erreichte mit 188 Mrd. € aber noch nicht das Vorkrisenniveau. Die kräftige Belebung wirkt sich positiv auf unseren Auftragseingang im Geschäft mit der allgemeinen Industrie aus, in dem viele Maschinenbauer zu unseren Kunden zählen. In unseren eigenen Maschinenbau-Aktivitäten, zum Beispiel in der Auswucht- und Reinigungstechnik, bewegt sich das Geschäftsvolumen mittlerweile über dem Niveau vor der Krise von 2008/2009.

GESCHÄFTSVERLAUF DES KONZERNS

IFRS UND AUSWEISPRAXIS

Die nachfolgenden Grafiken und Tabellen zeigen IFRS-Werte für die Jahre 2009 bis 2011. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben seit 2004 im Wesentlichen unverändert, sie wurden lediglich der jeweils aktuellen Rechtslage angepasst. Das EBIT versteht sich als Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Beteiligungsergebnis. Die Einführung des IAS 23, den wir im Geschäftsjahr 2009 erstmals angewandt haben, führte zu Änderungen im Zinsergebnis, da Fremdkapitalkosten, die im Zusammenhang mit der langfristigen Auftragsfertigung anfallen, seither in den Umsatzkosten zu erfassen sind. Im Geschäftsjahr 2010 haben wir wesentliche Restrukturierungsmaßnahmen im Konzern abgeschlossen. Daher weisen wir die Restrukturierungskosten nicht mehr in einer gesonderten Position aus, sondern - wie branchenüblich - in anderen Aufwandspositionen. Im Geschäftsjahr 2011 fielen keine wesentlichen Restrukturierungskosten an.

Eine weitere Änderung betrifft die Behandlung der Zinsanteile bei den Pensionsrückstellungen. Wir haben uns entschieden, den Ausweis der Zinsanteile in der Gewinn- und Verlustrechnung an die branchenübliche Praxis anzupassen. Daher werden sie nun nicht mehr in den Funktionskosten, sondern im Zinsergebnis ausgewiesen. Die neue Ausweispraxis führte im Geschäftsjahr 2011 zu einem EBIT-Anstieg von 2,5 Mio. €, während sich das Zinsergebnis um denselben Betrag verschlechterte. Das EBIT für das Jahr 2010 haben wir rückwirkend auf 36,6 Mio. € angepasst; im Geschäftsbericht 2010 hatten wir 33,7 Mio. € ausgewiesen.

Änderungen der IFRS hatten im Geschäftsjahr 2011 keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der wirtschaftlichen Lage. Die IFRS räumen relativ wenige Wahlrechte ein, deren Nutzung hat nur geringen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Dürr. Wahlrechte bestehen zum Beispiel bei Positionen wie Vorratsvermögen oder Sachanlagevermögen, die für Dürr von untergeordneter Bedeutung sind. Bei wichtigen Bilanzpositionen nehmen wir Wahlrechte so wahr, dass größtmögliche Bewertungskontinuität gewährleistet ist. Zum Beispiel werden Finanzinstrumente, soweit möglich, zu fortgeführten Anschaffungskosten und nicht zu Zeitwerten bilanziert. Im Geschäftsjahr 2011 haben wir sämtliche Wahlrechte unverändert wahrgenommen, sodass ein vollständiger Periodenvergleich möglich ist.

Der Einfluss bilanzpolitischer Maßnahmen auf die Darstellung der operativen Ertragslage ist bei Dürr aus zwei Gründen gering: Zum einen schränkt die geringe Zahl an Wahlrechten den Spielraum für bilanzpolitische Gestaltungsmaßnahmen generell ein. Zum anderen sind kurzfristige bilanzpolitische Maßnahmen in vielen Fällen nicht mit unserem Streben nach periodenübergreifender Transparenz vereinbar.

AUFTRAGSEINGANG AUF REKORDNIVEAU

Die dynamische Nachfrage ließ den Auftragseingang im Geschäftsjahr 2011 um gut 1 Mrd. € auf den Rekordwert von 2.684,9 Mio. € steigen. Dabei profitierten wir von der robusten Automobilkonjunktur, aber auch von Nachholeffekten: Neben neuen Investitionsvorhaben griff die Automobilindustrie mehrere ältere Projekte auf, die während der Krise 2008/2009 zurückgestellt worden waren.

Mit einem Plus von 64% wuchs unser Auftragseingang abermals deutlich stärker als im Durchschnitt des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus (+10%). Unser Anlagenbaugeschäft profitierte vom Investitionsboom in China, aber auch von der anziehenden Nachfrage in anderen Emerging Markets 1) und den USA. Auch der Service und das Maschinenbaugeschäft verzeichneten deutliche Bestellzuwächse, blieben aber etwas hinter dem Anlagenbau zurück. Infolge der Auftragsflut waren unsere Kapazitäten durchweg zu mehr als 100% ausgelastet.

Der hohe Zuwachs bei den Bestellungen geht vor allem auf die Emerging Markets zurück, wo wir ein Orderplus von 77% erreichten. In Brasilien, Mexiko und Indien konnten wir das Bestellvolumen jeweils verdoppeln. Mit 65% war der Anteil der Emerging Markets am Konzernauftragseingang so hoch wie nie zuvor. Allein aus China, unserem mit Abstand wichtigsten Einzelmarkt, kamen 32% des Auftragseingangs. Im wieder erstarkenden US-amerikanischen Markt stieg das Ordervolumen um 69%, in Deutschland erhöhte es sich um 29% und in den weiteren EU-Ländern um immerhin 49%.

1) Asien (ohne Japan), Mexiko, Brasilien, Osteuropa

KONSOLIDIERTER AUFTRAGSEINGANG NACH ABSATZGEBIETEN

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Mio. € 2011 2011

in %
2010 2009
Deutschland 322,2 12,0 249,1 254,7
Sonstige europäische Länder 589,4 22,0 353,6 319,0
Nord- / Zentralamerika 463,4 17,3 221,4 150,7
Südamerika 185,2 6,8 98,1 45,2
Asien /Afrika /Australien 1.124,7 41,9 720,0 415,1
Gesamt 2.684,9 100,0 1.642,2 1.184,7

AUFTRAGSBESTAND ÜBER 2,1 MRD. €

Der Auftragsbestand erhöhte sich ebenfalls kräftig: Mit 2.142,7 Mio. € am Jahresende 2011 überflügelte er den Vergleichswert des Vorjahres (1.359,1 Mio. €) um 57,7%. Der Großteil unseres Service-Geschäfts, das 2011 auf rund 445,4 Mio. wuchs, ist wegen seines kurzfristigen Charakters nicht im Auftragsbestand enthalten. Berücksichtigt man das kurzfristige Service-Geschäft mit, erscheint unsere Umsatzprognose von mindestens 2,0 Mrd. € im Jahr 2012 gut abgesichert.

Mit 13,4 Monaten weist der Auftragsbestand eine außerordentlich hohe rechnerische Reichweite auf (31.12.2010: 12,9 Monate). Zwischen den Unternehmensbereichen bestehen jedoch Unterschiede: Als reiner Anlagenbauer hat Paint and Assembly Systems mit 17,2 Monaten naturgemäß eine sehr hohe Reichweite (31.12.2010: 16,3 Monate). Application Technology weist mit 12,1 Monaten eine für einen Maschinenbauer hohe Reichweite auf (31.12.2010: 10,7 Monate). Bei Measuring and Process Systems - ebenfalls ein Maschinenbauer - sind es 9,0 Monate (31.12.2010: 9,9 Monate). Clean Technology Systems verfügt über eine Auftragsreichweite von 8,4 Monaten (31.12.2010: 7,9 Monate).

KONSOLIDIERTER AUFTRAGSBESTAND (31.12.) NACH ABSATZGEBIETEN

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Mio. € 2011 2011

in %
2010 2009
Deutschland 191,4 8,9 150,6 159,6
Sonstige europäische Länder 405,9 18,9 293,4 272,2
Nord- / Zentralamerika 293,2 13,7 133,5 103,0
Südamerika 134,2 6,3 75,8 37,9
Asien /Afrika /Australien 1.118,0 52,2 705,8 429,7
Gesamt 2.142,7 100,0 1.359,1 1.002,4

UMSATZ STARK GESTIEGEN

Getragen von der starken Nachfrage erhöhte sich der Umsatz im Geschäftsjahr 2011 um 52%. Nach einem verhaltenen ersten Quartal mit 358,6 Mio. € nahm die Umsatzrealisierung im weiteren Jahresverlauf Fahrt auf: Das zweite Quartal schlossen wir mit 424,9 Mio. €, im dritten Quartal folgten 523,8 Mio. €, bevor der Umsatz im Schlussquartal auf 614,7 Mio. € stieg.

Das Service-Geschäft wuchs um 23,1% und steuerte 445,4 Mio. € zum Umsatz bei. Damit erreichten wir ein höheres Niveau als vor der Krise von 2008/2009. In den kommenden Jahren streben wir einen Service-Anteil von 30% an. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist unsere breite installierte Basis.

KONSOLIDIERTER UMSATZ NACH ABSATZGEBIETEN

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Mio. € 2011 2011

in %
2010 2009
Deutschland 281,5 14,7 257,1 180,7
Sonstige europäische Länder 476,5 24,8 332,0 358,5
Nord- / Zentralamerika 303,5 15,8 194,4 222,0
Südamerika 127,4 6,6 64,7 57,4
Asien /Afrika /Australien 733,1 38,1 413,2 259,0
Gesamt 1.922,0 100,0 1.261,4 1.077,6

Die Tabelle zeigt die große Bedeutung des Asiengeschäfts für unseren Umsatz. 38,1% der Erlöse entfielen auf Asien und Afrika, gegenüber dem Jahr 2010 ergab sich dort ein Zuwachs von 77,4%. Aus den Emerging Markets kamen 58,6% des Konzernumsatzes (Vorjahr: 52%), der Großteil davon stammt aus den BRIC-Staaten. Auch Europa (ohne Deutschland) und Nordamerika erzielten mit 43,5% und 56,1% erfreuliche Zuwächse.

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UND RENDITEKENNZIFFERN

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2011 2010 2009
Umsatz Mio. € 1.922,0 1.261,4 1.077,6
Bruttoergebnis Mio. € 331,4 237,5 210,8
Overhead-Kosten 1 Mio. € -225,5 -201,6 -202,5
EBITDA Mio. € 127,1 54,6 25,6
EBIT Mio. € 106,5 36,6 5,7
Finanzergebnis Mio. € -20,7 -24,1 -17,9
EBT Mio. € 85,8 12,5 -12,2
Ertragsteuern Mio. € -21,6 -5,4 -13,5
Ergebnis nach Steuern Mio. € 64,3 7,1 -25,7
Ergebnis je Aktie 3,58 0,37 -1,55
Bruttomarge % 17,2 18,8 19,6
EBITDA-Marge % 6,6 4,3 2,4
EBIT-Marge % 5,5 2,9 0,5
EBT-Marge % 4,5 1,0 -1,1
Umsatzrendite nach Steuern % 3,3 0,6 -2,4
Zinsdeckungsgrad 5,0 1,5 0,3
Steuerquote % 25,1 43,3 -
Eigenkapitalrendite % 17,6 2,2 -8,5
Gesamtkapitalrendite % 5,5 2,9 -0,5

1 Vertriebs-, Verwaltungs- und F&E-Kosten

BRUTTOGEWINN DEUTLICH GESTEIGERT

Die Umsatzkosten, die sämtliche Anschaffungs- und Herstellkosten für unsere Produkte und Dienstleistungen beinhalten, stiegen im Geschäftsjahr 2011 stärker als der Umsatz. Daher reduzierte sich die Bruttomarge, also die Differenz zwischen Umsatz und Umsatzkosten im Verhältnis zum Umsatz, auf 17,2% (Vorjahr: 18,8%). Allerdings ist zu beachten, dass sich unser Umsatzmix im Jahr 2011 spürbar verändert hat: Das margenstärkere Service-Geschäft nahm weniger stark zu als das Anlagen-Neugeschäft. Gleichzeitig blieb die Bruttomarge im Anlagenbaugeschäft unverändert, da im ersten Halbjahr 2011 noch einige margenschwächere Aufträge aus den Jahren 2009 und 2010 abgerechnet wurden. Absolut erhöhte sich das Bruttoergebnis infolge des Umsatzanstiegs um 93,9 Mio. € auf 331,4 Mio. €.

HÖHERE MATERIALKOSTEN

Die konsolidierten Materialkosten1 , die komplett in den Umsatzkosten enthalten sind, stiegen überproportional zum Umsatz um 68,7% auf 942,8 Mio. €. Der Hauptgrund dafür war, dass wir aus Kapazitätsgründen vermehrt auf Sublieferanten zurückgreifen mussten. Die konsolidierten Materialkosten hatten einen Anteil von 49,1% am Umsatz (Vorjahr: 44,3%) und entfielen vorwiegend auf Kaufteile und Bestellungen bei Unterlieferanten.

1 Die konsolidierten Materialkosten umfassen Kosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für den Einkauf bei Sublieferanten.

OVERHEAD-KOSTEN NUR MODERAT GESTIEGEN

Im Zusammenhang mit der hohen Nachfrage sind die Vertriebskosten im Geschäftsjahr 2011 um 8,9% auf 107,2 Mio. € gestiegen. Darin sind Marketingaufwendungen in Höhe von 4,5 Mio. € (Vorjahr: 3,6 Mio. €) enthalten, von denen rund ein Drittel auf Personalkosten entfiel. Wir benötigen lediglich 0,2% des Umsatzes für Marketingzwecke, da unser Kundenkreis - besonders im Anlagenbau - relativ klein ist und zu den Abnehmern enge Kontakte bestehen. Auch die Platzierung neuer Produkte ist in unserem Geschäft nicht mit größeren Einführungskosten verbunden. Unsere wichtigste Marketingveranstaltung ist die einwöchige Hausmesse "Open House", die alle zwei Jahre in Bietigheim-Bissingen stattfindet. Im Mai 2012 veranstalten wir das nächste "Open House", daher werden die Marketingaufwendungen in diesem Jahr wieder etwas höher ausfallen.

Die Vertriebs- und Verwaltungskosten erhöhten sich im Geschäftsjahr 2011 um 20,2 Mio. € auf 196,0 Mio. €. Neben einem moderaten Stellenaufbau resultierte dies hauptsächlich aus Gehaltssteigerungen. Da die Vertriebs- und Verwaltungskosten weniger stark zunahmen als der Umsatz, sank ihr Anteil am Umsatz auf 10,2% (Vorjahr: 13,9%).

Unser Markterfolg in den Jahren 2010 und 2011 ist in hohem Maße der Einführung neuer, effizienterer Produkte zu verdanken. Daher haben wir unseren Innovationskurs fortgesetzt und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 14,4% auf 29,5 Mio. € erhöht.

OVERHEAD 2011 (2010)

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Mitarbeiter Kosten

(Mio. €)
Personalaufwendungen

(Mio. €)
Abschreibungen

(Mio. €)
Sonstige Kosten

(Mio. €)
Vertrieb 755 (693) 107,2 (98,5) 75,3 (66,5) 2,6 (1,7) 29,3 (30,3)
Verwaltung 683 (634) 88,7 (77,4) 52,9 (48,8) 3,4 (6,1) 32,4 (22,5)
F&E 180 (162) 29,5 (25,8) 15,2 (13,3) 4,6 (4,4) 9,7 (8,1)

Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen betrug 0,6 Mio. € und beeinflusste die Ertragslage nur geringfügig (Vorjahr: 0,8 Mio. €). Aus Währungsumrechnung entstand im Jahr 2011 per Saldo ein Gewinn von 1,9 Mio. € (Vorjahr: -0,8 Mio. €). Weitere Informationen finden Sie unter Textziffer 12 im Konzernanhang zum Konzernabschluss.

EBIT ERREICHT REKORDMARKE

Das hohe Bruttoergebnis und die moderaten Overhead-Kosten bildeten die Grundlage dafür, dass sich das EBIT gegenüber dem Vorjahr fast verdreifachte. Mit 106,5 Mio. € (Vorjahr: 36,6 Mio. €) erzielten wir einen Rekordwert; die EBIT-Marge stieg auf 5,5% und rückte damit früher als erwartet an unser Margenziel von 6% im Jahr 2013 heran. Das EBITDA erhöhte sich in ähnlicher Größenordnung wie das EBIT und erreichte 127,1 Mio. € (Vorjahr: 54,6 Mio. €). Die Werthaltigkeitsprüfung unserer Geschäfts- oder Firmenwerte - der so genannte Impairment-Test - ergab wie in den Vorjahren keinen Abschreibungsbedarf.

MASSVOLLER ANSTIEG DER PERSONALKOSTEN

Die Personalstärke des Konzerns wuchs bis Ende 2011 um 15,4% auf 6.823 Mitarbeiter. Hauptgrund für den Stellenaufbau war der massive Anstieg des Geschäftsvolumens; außerdem kamen 116 Mitarbeiter der erstkonsolidierten Agramkow Fluid Systems A/S hinzu. Vergleichbar gerechnet, also ohne Agramkow, ergibt sich ein Zuwachs von 13,4%.

Die Personalkosten, die in allen operativen Aufwandsarten der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten sind, erhöhten sich um 17,4% auf 402,6 Mio. €. Dies resultierte neben der höheren Mitarbeiterzahl auch aus steigenden Lohnniveaus in den Emerging Markets sowie aus erfolgsabhängigen Tantiemen. Gedämpft wurde der Kostenanstieg durch Produktivitätseffekte und den höheren Personalanteil in den Emerging Markets. Da die Personalkosten deutlich langsamer stiegen als der Umsatz, verringerte sich die Personalkostenquote auf 20,9% (Vorjahr: 27,2%). Die Kennzahl Umsatz je Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) erreichte mit 299 Tsd. € ein Zehnjahreshoch.

MITARBEITERBEZOGENE KENNZAHLEN

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2011 2010 2009
Mitarbeiter (31.12.) 6.823 5.915 5.712
Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 6.423 5.776 5.885
Personalkosten (Mio. €) -402,6 -342,7 -336,4
Personalkostenquote (%) 20,9 27,2 31,2
Personalaufwand je Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) (€) -62.700 -59.300 -57.200
Umsatz je Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) (€) 299.200 218.400 183.100

FINANZERGEBNIS DEUTLICH VERBESSERT

Im Jahr 2011 kamen die Kostenvorteile unserer neuen Unternehmensfinanzierung zum Tragen. Gegenüber 2010 verbesserte sich das Finanzergebnis um 3,4 Mio. € auf -20,7 Mio. €. Wir profitierten vor allem von der geringen Amortisation der Transaktionskosten, die für die Platzierung unserer Anleihe im Jahr 2010 anfielen, sowie von niedrigeren Bereitstellungsprovisionen für den neuen syndizierten Kredit. Zudem sind der syndizierte Kredit und das F&E-Darlehen der Europäischen Investitionsbank mit geringeren Transaktions- und Nebenkosten verbunden als die vorangegangene Kreditfinanzierung. Das Beteiligungsergebnis stieg leicht auf 0,6 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €).

Unsere neue Anleihe über 225 Mio. € verfügt mit 7,25% über einen deutlich geringeren Nominalzinssatz als die mit 9,75% verzinste Vorgängeranleihe über 100 Mio. €. Dass der Zinsaufwand - ohne Zinsnebenkosten - dennoch auf 19,4 Mio. € stieg (Vorjahr: 17,7 Mio. €), resultiert allein aus dem gestiegenen Anleihevolumen. Darüber hinaus enthält das Zinsergebnis Aufwendungen für Pensionsverpflichtungen und sonstige zinsähnliche Aufwendungen von insgesamt 7,4 Mio. € (Vorjahr: 10,3 Mio. €) sowie Zinserträge von 5,5 Mio. € (Vorjahr: 3,4 Mio. €).

ERGEBNIS NACH STEUERN ÜBERSTEIGT MARKE VON 60 MIO. €

Das Ergebnis vor Steuern stieg im Geschäftsjahr 2011 um 73,3 Mio. € auf 85,8 Mio. €. Trotz der deutlichen Ergebnisausweitung sank die Steuerquote von 43,3% auf 25,1%. Aufgrund der deutlich verbesserten Ertragsperspektiven konnten wir besonders im Inland aktive latente Steuern bilden und somit unsere steuerlichen Verlustvorträge teilweise nutzen. Bei einem Steueraufwand von 21,6 Mio. € (Vorjahr: 5,4 Mio. €) erhöhte sich der Jahresüberschuss auf 64,3 Mio. € (Vorjahr: 7,1 Mio. €). Die Landesgesellschaften in Frankreich und den USA, die 2010 noch defizitär waren, erreichten wie geplant die Ergebniswende. Nach Abzug der nicht beherrschenden Anteile betrug das Ergebnis je Aktie 3,58 € nach 0,37 € im Vorjahr.

Mit Blick auf die positive Ertragsentwicklung schlagen wir vor, die Dividende für 2011 auf 1,20 € je Aktie zu erhöhen (Vorjahr: 0,30 €). Bei 17.300.520 ausgegebenen Aktien ergibt sich daraus eine Ausschüttungssumme von 20,8 Mio. €. Dies entspricht 32% des Konzernergebnisses nach Steuern; damit läge die Ausschüttungsquote in der von uns angestrebten Bandbreite von 30 bis 40% des Nettoergebnisses. Das nach der Ausschüttung verbleibende Bilanzergebnis der Dürr AG in Höhe von 56,2 Mio. € (Vorjahr: 66,5 Mio. €) soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUM GESCHÄFTSVERLAUF 2011 DES KONZERNS

2011 war hinsichtlich Ergebnis und Auftragseingang ein Rekordjahr für Dürr. Wie die beigefügte Tabelle zeigt, haben wir alle Ziele übertroffen, die wir uns ursprünglich gesetzt hatten, erreicht oder übertroffen. Da vor allem die Automobilindustrie wesentlich stärker investierte als erwartet, konnten wir den Ausblick für 2011 im Jahresverlauf drei Mal anheben. Die Zahl der Projektvergaben nahm gegenüber den Vorjahren zu; dabei haben wir unsere Marktanteile teils deutlich ausgebaut. Einen wichtigen Beitrag dazu leistete unsere hohe Präsenz in den nachfragestarken Emerging Markets. Außerdem profitierten wir von den zahlreichen Produktinnovationen der vergangenen Jahre, die unseren Kunden Effizienzvorteile erschließen und eine hohe Marktakzeptanz erzielten.

Einige unserer Kunden aus der Automobilindustrie expandierten im Jahr 2011 stärker als in der Vergangenheit. Außerdem holte die Branche viele Investitionsprojekte nach, die in den Krisenjahren 2008 und 2009 gestoppt worden waren. Dazu zählten auch mehrere Umbauten und Modernisierungen in bestehenden Fabriken. Vor diesem Hintergrund erreichte unser Auftragseingang 2.685 Mio. € und übertraf die ursprünglich erwarteten 1.720 Mio. € um beinahe 1 Mrd. €. Infolgedessen lag der Umsatz mit 1.922 Mio. € nicht nur 52% über dem Vorjahreswert, sondern übertraf auch den Planwert bei Weitem. Das Ergebnis stieg überproportional zum Umsatz, da wir bei den Fixkosten von Degressionseffekten profitierten. Bei einem EBIT von 106,5 Mio. € erreichte die EBIT-Marge 5,5% und damit weit mehr als die ursprünglich erwarteten 3,5 bis 4%.

Dank der im Vorjahr durchgeführten Neustrukturierung der Passivseite unserer Bilanz verbesserte sich das Finanzergebnis im Jahr 2011 um 3,4 Mio. €. Die Steuerquote sank von 43,3% auf 25,1% und damit stärker als erwartet. Durch unsere verbesserten Ertragsperspektiven konnten wir zusätzliche aktive latente Steuern auf die steuerlichen Verlustvorträge bilden. Vor diesem Hintergrund stieg das Ergebnis nach Steuern von 7,1 Mio. € im Vorjahr auf 64,3 Mio. €.

Den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow) konnten wir mit 127,9 Mio. € mehr als verdoppeln. Maßgeblich dafür waren höhere Einnahmen und Erträge in Verbindung mit einem nahezu unveränderten Net Working Capital. Der Free Cashflow erreichte mit 91,8 Mio. € den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Der Nettofinanzstatus stieg zum Jahresende 2011 auf +51,8 Mio. €, obwohl wir den Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen - unseren Hauptstandort - für 51,4 Mio. € von einer Leasinggesellschaft kauften. Die flüssigen Mittel lagen zum 31. Dezember 2011 bei 298,6 Mio. € und damit höher als geplant. Der ursprünglich erwartete Rückgang der Liquidität blieb aus, da die passivisch ausgewiesenen Anzahlungen von Kunden zum Jahresende nochmals anstiegen.

Wie angekündigt haben wir die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit 23,4 Mio. € deutlich erhöht. Der Zuwachs entfällt insbesondere auf die immateriellen Vermögenswerte.

ZIELERREICHUNG 2011 UND ZIELE 2012

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Ziel 2011 Ist 2011 Ziel 2012
Umsatz 1.450 Mio. € 1.922 Mio. € > 2.000 Mio. €
Auftragseingang 1.720 Mio. € 2.685 Mio. € > 2.000 Mio. €
Auftragsbestand (31.12) 1.600 Mio. € 2.143 Mio. € > 2.100 Mio. €
EBIT-Marge 3,5 bis 4% 5,5% 5,5 bis 6 %
Finanzergebnis Verbesserung um 4 bis 5 Mio. € (2010: -24,1 Mio. €) Verbesserung um 3,4 Mio. € leicht schwächer
Steuerquote rund 30% 25,1% rund 25%
Ergebnis nach Steuern deutlicher Anstieg (2010: 7,1 Mio. €) 64,3 Mio. € +15%
Operativer Cashflow leichter Rückgang (2010: 55,4 Mio. €) 127,9 Mio. € leicht schwächer
Free Cashflow leicht negativ (2010: 22,9 Mio. €) 91,8 Mio. € leicht schwächer
Nettofinanzstatus (31.12.) leichte Nettofinanzverschuldung (2010: +23,6 Mio. €) +51,8 Mio. € leicht positiv
Liquidität (31.12.) Rückgang (2010: 252,3 Mio. €) 298,6 Mio. € Rückgang
Investitionen * Anstieg (2010: 16,6 Mio. €) 23,4 Mio. € leichter Anstieg

* in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (ohne Akquisitionen)

GRÖSSEN DER UNTERNEHMENSSTEUERUNG IM SOLL-IST-VERGLEICH

Bei der Unternehmenssteuerung orientieren wir uns an vier übergeordneten Größen:

EBIT
Operativer Cashflow (Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit)
Free Cashflow
ROCE (EBIT zu Capital Employed).

Wie die Tabelle zeigt, haben wir unsere Ziele für EBIT, operativen Cashflow und Free Cashflow im Jahr 2011 deutlich übertroffen. Der ROCE stieg von 10,3% im Jahr 2010 auf 28,4% und übertraf den für das Jahr 2013 angestrebten Zielwert von 22% bereits deutlich.

UNTERNEHMENSBEREICHE

Im Jahr 2011 haben alle Unternehmensbereiche die im Geschäftsbericht 2010 formulierten Umsatz- und Ergebnisziele erreicht, meist wurden die Ziele deutlich übertroffen. Die Kosten entwickelten sich planmäßig. Paint and Assembly Systems steigerte seine EBIT-Marge von 2,4% auf 4,6%; ein Zuwachs in dieser Größenordnung war am Jahresbeginn nicht zu erwarten. Application Technology konnte die EBIT-Marge ebenfalls steigern: von 4,3% auf 7,6%. Im Unternehmensbereich Measuring and Process Systems erreichte der Geschäftsbereich Cleaning and Filtration Systems planmäßig die Ergebniswende. Zusammen mit der starken Ergebnisperformance von Balancing and Assembly Products führte dies bei Measuring and Process Systems zu einem Anstieg der EBIT-Marge auf 5,7% (Vorjahr: 3,0%). Im Unternehmensbereich Clean Technology Systems erhöhte sich die EBIT-Marge von 5,2% auf 5,7%. Die Ziele unserer Unternehmensbereiche für 2012 finden Sie - in detaillierterer Form als in der Vergangenheit - im Prognosebericht.

WESENTLICHE FÜR DEN GESCHÄFTSVERLAUF URSÄCHLICHE EREIGNISSE

Unser Geschäftsverlauf wurde im Jahr 2011 vor allem von zwei Faktoren geprägt: der hohen Investitionsbereitschaft der Automobilhersteller und der positiven Nachfrageentwicklung auf dem Fahrzeugmarkt, die für einen Anstieg der Weltautomobilproduktion um 4% sorgte. Bei den Bestellungen dominierte China; auch Brasilien gewann als Produktionsstandort weiter an Bedeutung. Davon profitierten wir, da wir in beiden Märkten stark vertreten sind. Auch im nordamerikanischen Markt legte die Nachfrage weiter zu.

GESCHÄFTSVERLAUF DER DÜRR AG

Das nach HGB ermittelte Ergebnis der Dürr AG wird im Wesentlichen durch den Geschäftsverlauf und die Ergebnisse der verbundenen Unternehmen geprägt.

Die operative Führungsgesellschaft des Unternehmensbereichs Paint and Assembly Systems, die Dürr Systems GmbH, ist mit der Dürr AG über einen Ergebnisabführungsvertrag verbunden. Im Berichtsjahr führte die Dürr Systems GmbH einen Gewinn in Höhe von 25,6 Mio. € ab (Vorjahr: 41,2 Mio. €).

Auf der Grundlage des Ergebnisabführungsvertrags zwischen der Dürr AG und der Carl Schenck AG wurden im Jahr 2011 7,8 Mio. € (Vorjahr: 8,0 Mio. €) an die Dürr AG abgeführt. Dabei handelt es sich um die kumulierten Ergebnisse der operativen Führungsgesellschaften der Geschäftsbereiche Balancing and Assembly Products (Schenck RoTec GmbH) und Cleaning and Filtration Systems (Dürr Ecoclean GmbH).

Im Geschäftsjahr 2011 wurden die IT-Abteilungen der deutschen Konzerngesellschaften in der Dürr IT Service GmbH gebündelt. Aufgabe der Gesellschaft ist es, konzernweit Dienstleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie zu erbringen. Die Dürr IT Service GmbH ist seit 1. Januar 2011 durch einen Ergebnisabführungsvertrag mit der Dürr AG verbunden. Im Berichtsjahr führte sie einen Gewinn in Höhe von 1,0 Mio. € an die Dürr AG ab.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind gegenüber dem Vorjahr um 2,0 Mio. € auf 28,1 Mio. € leicht zurückgegangen. Im Geschäftsjahr 2011 erhöhten sich die Erträge aus Umlagen von verbundenen Unternehmen, im Vorjahr waren jedoch Erträge aus einer Endabnahme des Standortprojekts Campus enthalten. Im Zuge des Projekts erstellte die Dürr AG als Generalübernehmer diverse Neubauten am Standort Bietigheim-Bissingen.

Die Erhöhung der Personalaufwendungen um 3,4 Mio. € auf 10,2 Mio. € (Vorjahr: 6,8 Mio. €) resultiert überwiegend aus der höheren Tantieme für Vorstand und Mitarbeiter aufgrund des verbesserten Konzernergebnisses.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich um 9,5 Mio. € auf 26,7 Mio. € (Vorjahr: 17,2 Mio. €) erhöht. Der Anstieg ist vor allem auf einmalige Transaktionskosten für die Vereinbarung eines neuen syndizierten Kredits sowie auf die Übernahme von Verwaltungs- und Vertriebskosten verbundener Unternehmen zurückzuführen.

Das Zinsergebnis verbesserte sich um 4,2 Mio. € auf -13,0 Mio. €. Im Vorjahr wurde es durch Sondereffekte im Zusammenhang mit der Emission einer neuen Anleihe und der vorzeitigen Rückzahlung der bestehenden Anleihe belastet.

Die ausgewiesenen Ertragsteuern betreffen ausländische Quellensteuern (1,4 Mio. €, Vorjahr: 1,6 Mio. €) sowie inländische Ertragsteuern im Rahmen der steuerlichen Organschaft (Aufwand von 0,3 Mio. €, Vorjahr: Ertrag von 1,2 Mio. €).

Gegenüber dem Jahr 2010 hat sich das Jahresergebnis der Dürr AG von 29,1 Mio. € auf 10,5 Mio. € vermindert. Saldiert mit dem Gewinnvortrag in Höhe von 66,5 Mio. € aus dem Vorjahr ergibt sich damit ein Bilanzgewinn von 77,0 Mio. €.

Wir werden vorschlagen, aus dem Bilanzgewinn eine Dividende von 20,8 Mio. € für das Geschäftsjahr 2011 auszuschütten und 56,2 Mio. € auf neue Rechnung vorzutragen. Demnach entfällt auf jede Stückaktie eine Bardividende von 1,20 €.

VERMÖGENSSTRUKTUR DER DÜRR AG

Der Rückgang der Finanzanlagen um 19,2 Mio. € auf 470,7 Mio. € ist auf die Verringerung langfristiger Ausleihungen an verbundene Unternehmen zurückzuführen.

Die Erhöhung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände resultiert im Wesentlichen aus dem erstmaligen Ausweis von Termingeldern in Höhe von 36 Mio. € in den sonstigen Vermögensgegenständen. Um das Zinsergebnis zu optimieren, wurde ein Teil der kurzfristigen Liquidität in Termingeldern angelegt.

Der Jahresüberschuss abzüglich der gezahlten Dividende für das Geschäftsjahr 2010 führte zu einem leicht gestiegenen Eigenkapital in Höhe von 321,7 Mio. € zum 31. Dezember 2011. Die Eigenkapitalquote blieb mit 43,7% (31.12.2010: 43,4%) nahezu unverändert.

FINANZSTRUKTUR DER DÜRR AG

Im September und Dezember 2010 platzierte die Dürr AG in zwei Tranchen eine Unternehmensanleihe mit einem Gesamtvolumen von 225 Mio. €. Einen Teil der Emissionserlöse der ersten Tranche nutze die Dürr AG, um am 29. Oktober 2010 die im Jahr 2004 begebene Anleihe in Höhe von 100 Mio. € vorfällig zurückzubezahlen. Darüber hinaus dient die neue Anleihe der langfristigen Finanzierung des Konzerns; für weitere Informationen verweisen wir auf das Kapitel "Finanzwirtschaftliche Entwicklung des Konzerns" (Unterpunkt Finanzierung).

FINANZWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG DES KONZERNS

FINANZ- UND LIQUIDITÄTSMANAGEMENT

Unser zentrales Finanz- und Liquiditätsmanagement verfolgt drei Ziele: Ertrags- und Kostenoptimierung, Transparenz sowie Risikobegrenzung. Letztere deckt alle finanzwirtschaftlichen Risiken ab, die den Bestand des Konzerns gefährden könnten. Um unsere Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllen zu können, achten wir besonders auf die Sicherung ausreichender Liquiditätsreserven (siehe auch Kapitel "Risikobericht des Konzerns").

Unsere wichtigste Finanzierungsquelle ist der operative Cashflow. Fremdmittel werden in der Regel von der Dürr AG aufgenommen und nach Bedarf an die Konzerngesellschaften ausgereicht. Auch das Liquiditätsmanagement liegt in den Händen der Dürr AG. Sie organisiert ein Cash-Pooling-System, bei dem überschüssige flüssige Mittel konzernintern zur Verfügung gestellt werden. Daran nehmen alle wesentlichen Konzerngesellschaften teil, sofern dem keine gesetzlichen Beschränkungen des Kapitalverkehrs entgegenstehen. In Ländern, wo dies der Fall ist (zum Beispiel China, Indien, Südkorea), finanzieren sich unsere Gesellschaften hauptsächlich lokal.

Das Konzern-Treasury steuert die Anlage der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Wir beauftragen nur Banken guter Bonität und setzen ein Limitsystem ein, um die Risiken mit einzelnen Kontrahenten zu begrenzen. Da der Cashflow im Jahr 2011 deutlich stieg, erhöhten sich die flüssigen Mittel zum 31. Dezember 2011 auf 298,6 Mio. € (31.12.2010: 252,3 Mio. €), das entspricht 18,0% der Bilanzsumme (31.12.2010: 20,7%).

Im Rahmen unseres Finanz- und Liquiditätsmanagements legen wir großen Wert auf ein möglichst geringes Nettoumlaufvermögen (Net Working Capital). Dadurch werden flüssige Mittel freigesetzt und Kennzahlen wie Bilanzstruktur und Kapitalrentabilität optimiert. Bei allen Maßnahmen zur Net-Working-Capital-Optimierung achten wir darauf, dass keine Nachteile für das operative Geschäft entstehen. Das Net Working Capital Management ist in den Unternehmens- und Geschäftsbereichen angesiedelt; die Dürr AG als Konzern-Holding formuliert Vorgaben und kontrolliert die Zielerreichung.

FINANZIERUNG

Unsere Fremdkapitalfinanzierung setzt sich im Wesentlichen aus drei Bausteinen zusammen:

Unsere Unternehmensanleihe aus dem Jahr 2010 hat ein Volumen von 225 Mio. € und eine Laufzeit bis September 2015. Die Effektivverzinsung beträgt 6,83%.
Der im März 2011 vereinbarte syndizierte Kredit besteht aus einer Barkreditlinie über 50 Mio. € und einer Avallinie über 180 Mio. € (31.12.2010: 80 Mio. € und 150 Mio. €). Er löste einen Konsortialkredit aus dem Jahr 2008 ab und läuft bis Juni 2014.
Die Europäische Investitionsbank (EIB) stellt uns seit Juni 2011 ein zweckgebundenes Darlehen über 40 Mio. € zur Verfügung, das wir bis Juni 2014 zur Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten nutzen können.

Darüber hinaus bestehen bilaterale Kreditfazilitäten in kleinerem Umfang sowie Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing und gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen. Die Kredite lassen sich in unterschiedlichen Währungen in Anspruch nehmen. Neben Geld- und Kapitalmarktinstrumenten nutzen wir in geringem Umfang auch außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Forderungsverkaufsprogramme und Operate Leases.

Der Kauf des Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen, den wir zuvor geleast hatten, war mit einem Aufbau der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 45,8 Mio. € verbunden. Die Fest- und Annuitätendarlehen für den Campus laufen bis zum 30. September 2024.

Zum 31. Dezember 2011 haben wir die Barkreditlinie des syndizierten Kredits - wie auch zum Vorjahresstichtag - nicht in Anspruch genommen; im Jahresdurchschnitt war die Nutzung mit 0,1 Mio. € ebenfalls äußerst gering (Vorjahr: 7,4 Mio. €). Das bisher ungenutzte EIB-Darlehen werden wir voraussichtlich im laufenden Jahr erstmals in Anspruch nehmen.

Die uns zur Verfügung stehenden Avale nutzen wir üblicherweise, um erhaltene Anzahlungen von Kunden mit Bürgschaften abzusichern. Von der Avallinie aus dem syndizierten Kredit (180 Mio. €) waren am Bilanzstichtag 125,8 Mio. € genutzt (31.12.2010: 102,6 Mio. €). Weitere Avallinien im Volumen von 223,0 Mio. € (Vorjahr: 150,0 Mio. €) bestehen bei Kreditversicherern; hier belief sich die Inanspruchnahme am Jahresende auf 211,9 Mio. € (31.12.2010: 113,0 Mio. €).

FINANZVERBINDLICHKEITEN (31.12)

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Mio. € 2011 2010 2009
Anleihe 225,5 225,6 98,1
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 57,2 2,0 1,7
Verbindlichkeiten gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen 0,0 1,1 1,1
Verbindlichkeiten Finanzierungsleasing 3,5 3,6 3,1
Gesamt 286,2 232,3 104,0
davon innerhalb eines Jahres fällig 13,3 1,8 1,3

Die Financial Covenants des syndizierten Kredits haben wir zum Bilanzstichtag 2011 eingehalten. Die Verzinsung des syndizierten Kredits ergibt sich aus dem währungsabhängigen und laufzeitkongruenten Refinanzierungssatz (EURIBOR, LIBOR) zuzüglich einer variablen Marge, die von unserem Ergebnis und der Nettofinanzverschuldung abhängt. Dem aktuellen syndizierten Kredit stehen weniger Sicherheiten gegenüber als beim vorangegangenen Konsortialkredit aus dem Jahr 2008. Dies hängt neben dem günstigeren gesamtwirtschaftlichen Umfeld auch mit unserer verbesserten Finanzierungsstruktur zusammen. Detaillierte Informationen zum syndizierten Kredit und zur Unternehmensanleihe enthält der Konzernanhang zum Konzernabschluss unter Textziffer 29.

CASHFLOW MEHR ALS VERDOPPELT

CASHFLOW

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Mio. € 2011 2010 2009
Ergebnis vor Ertragsteuern 85,8 12,5 -12,2
Abschreibungen 20,6 18,0 19,9
Zinsergebnis 21,3 24,7 18,9
Ertragsteuern -14,3 -17,4 -16,3
Veränderung Rückstellungen 0,6 -11,2 -15,4
Veränderung Net Working Capital -2,3 31,9 94,9
Sonstige 16,2 -3,1 5,6
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 127,9 55,4 95,4
Zinszahlungen (netto) -16,5 -17,7 -14,3
Investitionen (in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) -19,6 -14,8 -17,4
Free Cashflow 91,8 22,9 63,7
Sonstige Zahlungsströme -63,6 -2,3 -26,4
Abbau (+), Aufbau (-) Nettofinanzverschuldung +28,2 +20,6 +37,4

Mit 127,9 Mio. € erreichte der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow) den höchsten Wert seit dem Jahr 2002. Ausgangspunkt für die positive Entwicklung war der starke Anstieg der Erträge und Einnahmen. Das Net Working Capital blieb trotz der Geschäftsausweitung nahezu unverändert. Dabei kam uns zugute, dass sich die passivisch ausgewiesenen Anzahlungen von Kunden gegenüber dem Vorjahresstichtag wiederum deutlich erhöhten. Die Position "Sonstige Zahlungsströme" enthält unter anderem den Aufbau von Verbindlichkeiten (zum Beispiel für Bonuszahlungen und Umsatzsteuern).

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf -62,6 Mio. € (Vorjahr: -19,5 Mio. €). Er enthält höhere Erhaltungs- und Ausbauinvestitionen sowie Mittelabflüsse für die Beteiligungen an Agramkow (55%), Cyplan (50%) und Parker Engineering (10%). Darüber hinaus flossen 36 Mio. € für die Anlage in Termingeldern ab.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug -24,2 Mio. € und wurde vor allem von den Zinszahlungen und der Dividendenausschüttung für 2010 beeinflusst. Zudem machte sich die Erhöhung der kurzfristigen Verbindlichkeiten um 4,3 Mio. € bemerkbar. Im Vorjahr hatte die Anleiheemission zu einem positiven Saldo von 105,1 Mio. € geführt.

Der starke operative Cashflow legte die Basis dafür, dass auch der Free Cashflow mit 91,8 Mio. € ein hohes Niveau erreichte. Der Free Cashflow gibt an, welche Mittel für Dividendenausschüttungen, Aktienrückkäufe und die Rückführung der Nettofinanzverschuldung verbleiben. Neben dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit enthält er Zinseinnahmen und Investitionen (im Cashflow aus Investitionstätigkeit enthalten) sowie Zinsausgaben (im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit enthalten). Der hohe Free Cashflow bewirkte, dass sich unser Nettofinanzstatus weiter verbesserte und zum Bilanzstichtag mit +51,8 Mio. € den höchsten Wert seit über zehn Jahren erreichte.

Die größte Position in den sonstigen Zahlungsströmen ist der Erwerb unseres Campus-Standorts in Bietigheim-Bissingen (51,4 Mio. €), den wir bislang geleast hatten. Da diese Mittelverwendung dispositiven Charakter hat, ist er nicht im Free Cashflow enthalten. Darüber hinaus beinhalten die sonstigen Zahlungsströme Mittelabflüsse für Akquisitionen (19,6 Mio. €) und das Finanzierungsleasing.

STEUERUNGSGRÖSSEN: EBIT, OPERATIVER CASHFLOW, FREE CASHFLOW UND ROCE

STEUERUNGSGRÖSSEN

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2011 2010 2009
EBIT (Mio. €) 106,5 36,6 5,7
Operativer Cashflow (Mio. €) 127,9 55,4 95,4
Free Cashflow (Mio. €) 91,8 22,9 63,7
ROCE (%) 28,4 10,3 1,6

Bei der Unternehmenssteuerung stehen vor allem die Kennzahlen EBIT, operativer Cashflow (Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit), Free Cashflow und ROCE (EBIT zu Capital Employed) im Vordergrund. Wie im vorangegangenen Kapitel gezeigt, haben sich Ergebnis und Cashflow wesentlich stärker verbessert als erwartet. Dasselbe gilt für den ROCE, der von 10,3% auf 28,4% stieg.

Das hohe Geschäftsvolumen führte dazu, dass sich das Capital Employed, also das gebundene Kapital, leicht um 18,1 Mio. € auf 374,8 Mio. € erhöhte. Auf Basis des starken EBIT-Anstiegs konnten wir im Jahr 2011 einen deutlich positiven Economic Value Added (EVA) erzielen. Die finanzielle Messgröße EVA zeigt den Wert, den ein Unternehmen in einem Geschäftsjahr generiert oder vernichtet, und wird wie folgt berechnet:

EVA = NOPAT - (WACC x Capital Employed)

NOPAT = Net Operating Profit After Taxes / EBIT nach fiktiven Steuern
WACC = Weighted Average Cost of Capital / Gewichteter Kapitalkostensatz
Capital Employed (gebundenes Kapital): Das Capital Employed berücksichtigt alle Aktiva ohne die liquiden Mittel, vermindert um die nicht zinstragenden Verbindlichkeiten auf der Passivseite.

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WACC 1 : Anteil Eigenkapital (79,13%) x Eigenkapitalkosten (8,43%) + Anteil Fremdkapital (20,87%) x Fremdkapitalkosten (6,58%) x (1 - Steuersatz (29,50%)) = 7,64%
Eigenkapitalkosten: Risikoloser Zins (2,75%) + Risikoprämie (5,50%) x Betafaktor (1,032) = 8,43%

1 Die Ermittlung des WACC erfolgt gemäß IAS 36 auf Basis der Parameter unserer Peer Group, also ohne Berücksichtigung der Kapitalstruktur des Dürr-Konzerns. Dagegen wird in der Literatur zur Ermittlung des WACC für Unternehmensbewertungen üblicherweise das gewogene arithmetische Mittel aus Eigenkapital und Fremdkapital der Gesellschaft herangezogen.

WERTBEITRAG

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2011 2010 2009
Capital Employed (31.12.) Mio. € 374,8 356,7 356,3
ROCE % 28,4 10,3 1,6
NOPAT Mio. € 74,6 25,6 4,0
Gewichteter Kapitalkostensatz (WACC) % 7,64 8,10 8,08
EVA Mio. € 45,9 -3,2 -24,8

Auch auf Ebene der Unternehmensbereiche hat sich der ROCE im Geschäftsjahr 2011 markant verbessert. Bei Paint and Assembly Systems ist allerdings keine ROCE-Berechnung möglich, da das Capital Employed negativ war. Der Renditeunterschied zwischen den Unternehmensbereichen resultiert vor allem aus der Kapitalbindung, die im Anlagenbau üblicherweise geringer ist als im Maschinenbau. ROCE und Capital Employed werden auch auf Ebene der sieben Geschäftsbereiche regelmäßig analysiert, um Geschäftssteuerung und Mittelallokation zu optimieren.

ROCE DER UNTERNEHMENSBEREICHE

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2011 2010 2009
Paint and Assembly Systems 1 - - -
ApplicationTechnology 30,6 11,4 2,8
Measuring and Process Systems 9,2 3,7 4,0
Clean Technology Systems 418,4 61,1 64,3

1 negatives Capital Employed

BILANZ: NETTOFINANZSTATUS WEITER VERBESSERT

BILANZKENNZAHLEN

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2011 2010 2009
Nettofinanzstatus (31.12.) Mio. € 51,8 23,6 3,0
Nettofinanzverbindlichkeiten zu EBITDA - - -
Gearing (31.12.) % -16,6 -8,0 -1,0
Nettoumlaufvermögen (NWC) (31.12.) Mio. € 32,6 27,3 57,4
Days Working Capital Tage 6,1 7,8 19,2
Umschlagdauer Vorräte Tage 23,3 21,1 20,9
Umschlagdauer Forderungen/Days Sales Outstanding Tage 117,2 112,2 108,9
Anlagendeckungsgrad (31.12.) % 68,9 69,1 66,6
Vermögensdeckungsgrad (31.12.) % 144,8 140,1 111,0
Anlagenintensität (31.12.) % 31,8 38,0 46,8
Umlaufintensität (31.12.) % 68,2 62,0 53,2
Anlagenabnutzungsgrad % 48,8 56,9 56,9
Anlagenabschreibungsquote % 3,3 4,2 4,8
Liquidität ersten Grades (31.12.) % 33,4 44,4 22,3
Liquidität zweiten Grades (31.12.) % 103,3 113,3 91,7
Eigenkapitalquote (31.12.) % 21,9 26,3 31,1
Bilanzsumme (31.12.) Mio. € 1.661,0 1.216,5 968,1

Infolge des stark gestiegenen Geschäftsvolumens erhöhten sich auf der Aktivseite sowohl die Vorräte (+50,7 Mio. €) als auch die Forderungen aus kurzfristigen Lieferungen und Leistungen (+233,7 Mio. €). Auf der Passivseite wuchsen vor allem die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (+278,1 Mio. €), die größtenteils auf erhaltene Anzahlungen entfielen (+173,6 Mio. €).

Zur Ausweitung der Bilanzsumme um 444,6 Mio. € trug auch der Erwerb des Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen für 51,4 Mio. € bei. Das Net Working Capital erhöhte sich um 5,2 Mio. € auf 32,6 Mio. €. Zum Bilanzstichtag belief sich das Net Working Capital auf lediglich 1,7% des Umsatzes (31.12.2010: 2,2%). Die Days Working Capital, also die Umschlagdauer des Nettoumlaufvermögens, erreichten Ende 2011 den Tiefstwert von 6 Tagen, da sich das Net Working Capital bei stark steigendem Geschäftsvolumen nur gering erhöhte. Dagegen bewirkte der starke Forderungsanstieg, dass sich die Umschlagdauer der Forderungen (Days Sales Outstanding) auf 117 Tage verlängerte.

LANG- UND KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE (31.12.)

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Mio. € 2011 % der Bilanzsumme 2010 2009
Immaterielle Vermögenswerte 326,7 19,7 316,1 308,2
Sachanlagen 144,9 8,7 91,2 88,8
Sonstige langfristige Vermögenswerte 57,4 3,4 55,0 55,6
Langfristige Vermögenswerte 529,0 31,8 462,3 452,6
Vorräte 124,5 7,5 73,8 62,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 625,6 37,7 392,0 323,3
Liquide Mittel 298,6 18,0 252,3 103,9
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 83,3 5,0 36,0 25,8
Kurzfristige Vermögenswerte 1.132,0 68,2 754,1 515,5

Die aus Unternehmenskäufen entstandenen Geschäfts- oder Firmenwerte (Goodwill) summierten sich zum 31. Dezember 2011 auf 284,5 Mio. €; das entspricht 54% der langfristigen Vermögenswerte. Gegenüber dem Vorjahresstichtag (281,7 Mio. €) ergab sich ein geringfügiger Anstieg. Er resultiert im Wesentlichen aus der Agramkow-Akquisition, bei der ein Goodwill von 1,9 Mio. € aktiviert wurde. Weitere Informationen zu den immateriellen Vermögenswerten enthält Textziffer 19 im Konzernanhang zum Konzernabschluss. Maschinen, Gebäude und andere Gegenstände des Sachanlagevermögens haben bei Dürr eine vergleichsweise untergeordnete Bedeutung.

EIGENKAPITAL (31.12.)

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Mio. € 2011 % der Bilanzsumme 2010 2009
Gezeichnetes Kapital 44,3 2,7 44,3 44,3
Sonstiges Eigenkapital 314,6 18,9 268,9 250,6
Eigenkapital Aktionäre 358,9 21,6 313,2 294,9
Nicht beherrschende Anteile 5,4 0,3 6,2 6,5
Summe Eigenkapital 364,3 21,9 319,4 301,4

Das Eigenkapital stieg zum Jahresende 2011 um 44,9 Mio. € auf 364,3 Mio. €. Dies geht in erster Linie auf den hohen Jahresüberschuss von 64,3 Mio. € zurück; zudem buchten wir erfolgsneutral erfasste Währungsgewinne von 3,2 Mio. €, die bei der Umrechnung von Bilanzpositionen entstanden. Gegenläufig wirkte sich die Dividendenzahlung für 2010 aus, die das Eigenkapital um 5,2 Mio. € verringerte. Da die Bilanzsumme überproportional zum Eigenkapital wuchs, lag die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2011 mit 21,9% unter dem Vorjahreswert (31.12.2010: 26,3%). Wir rechnen allerdings mit einer sukzessiven Erhöhung im Lauf des Jahres 2012.

Mit 717,7 Mio. € lagen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 63,2% über dem Vergleichswert vom 31. Dezember 2010. Der Anstieg resultiert, wie oben erwähnt, hauptsächlich aus den höheren passivisch ausgewiesenen Anzahlungen von Kunden; sie nahmen um 63,5% auf 446,8 Mio. € zu. Dieser Wert wird sich allerdings wieder verringern, da die Anzahlungen in der Auftragsabwicklung sukzessive verbraucht werden. Gleichzeitig rechnen wir damit, dass sich der Auftragseingang nach dem Spitzenjahr 2011 reduziert und infolgedessen auch weniger Anzahlungen eingehen.

Die Aktivseite unserer Bilanz enthält künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen, die direkt mit den passivisch ausgewiesenen Anzahlungen korrespondieren. Daher sollten die passivisch ausgewiesenen Anzahlungen nicht separat betrachtet werden. Wesentlich aussagekräftiger ist der Saldo aus künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen und erhaltenen Anzahlungen. Er drückt aus, mit welchem Betrag unsere Kunden in Vorleistungen gegangen sind. Zum 31. Dezember belief sich der Saldo auf -126,1 Mio. €; diese Mittel werden also in den kommenden Monaten für die Auftragsabwicklung abfließen. Über die Zusammensetzung der künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen sowie der erhaltenen Anzahlungen informiert Textziffer 22 des Konzernanhangs zum Konzernabschluss.

KURZ- UND LANGFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN (31.12.)

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Mio. € 2011 % der Bilanzsumme 2010 2009
Finanzverbindlichkeiten (einschl. Anleihe) 286,2 17,2 232,3 104,0
Rückstellungen (einschl. Pensionen) 110,3 6,6 103,6 107,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 717,7 43,2 439,6 330,9
davon erhaltene Anzahlungen 446,8 26,9 273,2 200,5
Ertragsteuerverbindlichkeiten 8,9 0,6 2,7 7,9
Sonstige Verbindlichkeiten (einschl. latente Steuern, Rechnungsabgrenzungsposten) 173,6 10,5 118,9 116,4
Gesamt 1.296,7 78,1 897,1 666,7

VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR (31.12.)

STILLE RESERVEN BEI GRUNDSTÜCKEN, NICHT AKTIVIERTEN STEUERLICHEN VERLUSTVORTRÄGEN UND PATENTEN

Die Buchwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten bilanzieren wir in der Regel zu fortgeführten Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten, dabei werden Niederstwerttests berücksichtigt. Langfristige Fertigungsaufträge werden gemäß der Percentage-of-Completion-Methode (POC-Methode) ausgewiesen. Derivative Finanzinstrumente, zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sowie Verpflichtungen aus Verkaufsoptionen und Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten ermitteln wir zu Zeitwerten. Erläuterungen zur Buchwertermittlung bei Finanzinstrumenten enthält Textziffer 6 im Konzernanhang zum Konzernabschluss. Auf der Passivseite unterschreiten die Bilanzansätze der Verbindlichkeiten die Zeitwerte in zwei Fällen: bei der Anleihe und bei den Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing. In Summe beläuft sich die Differenz auf 19,3 Mio. € (31.12.2010: 17,0 Mio. €; Textziffer 34 im Konzernanhang zum Konzernabschluss). Die Buchwerte auf der Aktiv- und Passivseite entsprechen weitestgehend den Zeitwerten.

Die sonstigen immateriellen Vermögensgegenstände, die hauptsächlich Rechte, Konzessionen und selbst erstellte Software umfassen, werden gemäß der erwarteten Nutzungsdauer abgeschrieben. In dieser Position können meist keine stillen Reserven gebildet werden. Im Sachanlagevermögen können stille Reserven in erster Linie bei Grundstücken und Immobilien vorhanden sein. Zu nennen ist die Schenck Technologie und Industriepark GmbH (TIP) in Darmstadt; nach unserer Einschätzung übersteigt deren Zeitwert den Buchwert um einige Millionen Euro. Im Anlagevermögen haben wir latente Steuern in Höhe von 9,6 Mio. € aktiviert. Die noch nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträge, die voraussichtlich genutzt werden können, betragen insgesamt rund 110 Mio. €. Diesen Verlustvorträgen lässt sich rechnerisch ein Wert von 25 bis 30 Mio. € zuordnen.

Die Aufwendungen für selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, die nicht aktiviert wurden, sind im F&E-Aufwand enthalten. Sie betreffen vorwiegend den Aufwand für Patente in Höhe von 2,9 Mio. € (Vorjahr: 2,9 Mio. €). Der genaue Wert dieser Patente lässt sich schwer beziffern, bei über 3.000 Einzelpatenten dürfte er aber einen hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag erreichen.

INVESTITIONEN GESTIEGEN

Unser niedriger Eigenfertigungsanteil führt dazu, dass der Bedarf an Sachinvestitionen relativ gering ist. Während wir üblicherweise vor allem in die Erhaltung bestehender Anlagen investieren, entfiel im Jahr 2011 ein großer Teil der Sachinvestitionen auf den Aufbau neuer Fertigungskapazitäten in China.

Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Investitionen um 49,6% auf 43,0 Mio. €. Die Sachinvestitionen erhöhten sich um 2,5 Mio. € auf 13,6 Mio. €, während die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte deutlicher zunahmen (+78% auf 9,8 Mio. €). Letztere entfielen auf den Erwerb von Lizenzen und Software, außerdem enthalten sie aktivierte Transaktionskosten für den neuen syndizierten Kredit (3,5 Mio. €). Bei Abschreibungen von 23,4 Mio. € (Vorjahr: 21,9 Mio. €) betrug die Investitionsdeckung 100% (Vorjahr: 75,8%).

INVESTITIONEN * UND ABSCHREIBUNGEN

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2011 *** 2010 2009
Investitionen in Sachanlagen 13,6 11,1 11,8
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte 9,8 5,5 9,5
Akquisitionen/ Investitionen in Finanzanlagen 19,6 12,1 7,0
Abschreibungen ** 23,4 21,9 22,6

* Gemäß den IFRS weichen die Investitionen in dieser Übersicht von den Angaben in der Cashflow-Rechnung ab.

** Inklusive außerplanmäßiger Abschreibungen und Zuschreibungen

*** Der Kauf des Dürr-Campus (51,4 Mio. €) ist nicht enthalten.

LIQUIDITÄTSENTWICKLUNG

LIQUIDITÄTSENTWICKLUNG

* einschließlich Finanzanlagen

Der hohe operative Cashflow hat den größten Anteil daran, dass die flüssigen Mittel zum 31. Dezember 2011 um 46,3 Mio. € auf 298,6 Mio. € stiegen. Der Free Cashflow, die flüssigen Mittel sowie unsere Kredit- und Avallinien dürften den Finanzierungsbedarf im Jahr 2012 problemlos abdecken. Die Zahlungsverpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen (Operating Lease) belaufen sich im Jahr 2012 auf 16,7 Mio. €. Die Fälligkeiten aus Finanzierungs-Leasingverträgen betragen 0,9 Mio. €, aus anderen finanziellen Verpflichtungen (zum Beispiel Einkaufskontrakte) werden 4,3 Mio. € fällig. Fälligkeiten aus Finanzverschuldung stehen 2012 nicht an.

AUSSERBILANZIELLE FINANZIERUNGSINSTRUMENTE UND VERPFLICHTUNGEN REDUZIERT

Unsere außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente und Verpflichtungen umfassen Operating-Leasingverträge, Forderungsverkäufe und Verbindlichkeiten aus Dauerschuldverhältnissen. Ihr Volumen ist im Jahr 2011 stark zurückgegangen, da wir den Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen erworben haben und somit nicht mehr als Operating Lease ausweisen. Die künftigen Mindestzahlungen aus Operating-Leasingverträgen lagen am Bilanzstichtag bei 72,0 Mio. € und damit deutlich niedriger als vor Jahresfrist (121,1 Mio. €). Eine Aufstellung enthält Textziffer 39 im Konzernanhang zum Konzernabschluss. Um die Mittelbindung zu senken, nehmen wir selektiv Forderungsverkäufe vor (Forfaitierung, Factoring, Negoziierung). Ende 2011 erreichte ihr Volumen 20,5 Mio. € (31. Dezember 2010: 25,1 Mio.). Die Verbindlichkeiten aus sonstigen Dauerschuldverhältnissen betrugen 9,7 Mio. € (31.12.2010: 9,9 Mio. €), darüber hinaus bestanden keine weiteren außerbilanziellen Verpflichtungen.

Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente verkürzen die Bilanzsumme und verbessern bestimmte Kapitalkennziffern. Ihr Umfang steht bei Dürr in einem angemessenen Verhältnis zum Geschäftsvolumen. Unsere mit Abstand größte außerbilanzielle Finanzierungsposition sind die Operating-Leasing-Verträge. Würden wir die vorhandenen außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente nicht nutzen, würde die Bilanzsumme um rund 3 bis 5% wachsen und die Eigenkapitalquote um etwa einen Prozentpunkt sinken. Auch bei der Ergebniszusammensetzung gäbe es Veränderungen: Das EBIT würde ungefähr um den Betrag steigen, um den sich das Zinsergebnis verschlechtern würde. Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern hätte dies jedoch nicht.

Die Verkehrswerte der geleasten Vermögensgegenstände dürften leicht unter den künftigen Mindestzahlungen liegen. Da wir keine jährlichen Gutachten anfertigen lassen, sind genauere Angaben zu den Verkehrswerten nicht zu treffen. Als Indiz kann jedoch der Campus-Erwerb herangezogen werden: Während die zukünftigen Mindestzahlungen für den Campus im Jahr 2010 mit 54,5 Mio. € angesetzt waren, haben wir den Standort im Jahr 2011 tatsächlich für 51,4 Mio. € übernommen.

Die zum 31. Dezember 2011 in Anspruch genommenen Avale in Höhe von 432,1 Mio. € (31.12.2010: 262,2 Mio. €) umfassen im Wesentlichen Kreditgarantien und -bürgschaften, sie stellen keine außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente dar.

MITARBEITER DES KONZERNS

Zum 31. Dezember 2011 beschäftigte der Dürr-Konzern 6.823 Mitarbeiter und damit 15,4% mehr als ein Jahr zuvor (31.12.2010: 5.915). Grund für den Zuwachs war in erster Linie das stark steigende Geschäftsvolumen, das zusätzliche Kapazitäten erforderlich machte. Darüber hinaus kamen 116 Mitarbeiter durch die Erstkonsolidierung des Befülltechnikspezialisten Agramkow hinzu. Auf vergleichbarer Basis, also ohne Berücksichtigung von Agramkow, erhöhte sich die Mitarbeiterzahl um 13,4% und damit deutlich weniger als der Umsatz. Ein Grund dafür ist, dass wir auch weiterhin auf größtmögliche Flexibilität durch den Einsatz externer Kräfte setzen.

Über die Hälfte der neuen Stellen wurde in den Emerging Markets geschaffen. Am Jahresende 2011 waren dort 2.105 Mitarbeiter beziehungsweise 30,9% der Konzernbelegschaft beschäftigt (31.12.2010: 1.613 / 27,3%). Gegenüber dem Vorjahresstichtag wuchs die Personalstärke in den Emerging Markets um 30,5% und damit doppelt so stark wie im Gesamtkonzern. In China waren 1.006 Personen beschäftigt; das entspricht fast der Hälfte der Mitarbeiter in den Emerging Markets und knapp 15% der Konzernbelegschaft (China 31.12.2010: 713 / 12%). Berücksichtigt man zusätzlich die externen Mitarbeiter (Leasingkräfte), die wir zum Jahresende beschäftigten, belief sich die Personalstärke in China auf 1.344 Beschäftigte. An unseren deutschen Standorten waren Ende 2011 3.128 Mitarbeiter tätig. Auch hier haben wir neue Stellen geschaffen: Gegenüber dem 31. Dezember 2010 kamen 197 Beschäftigte hinzu - ein Plus von 6,7%. Weitere Informationen zur Verteilung unserer Belegschaft enthalten die folgenden Tabellen.

MITARBEITER NACH UNTERNEHMENSBEREICHEN (31.12)

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2011 2011

(%)
2010 2009
Paint and Assembly Systems 2.524 37,0 2.183 2.114
ApplicationTechnology 1.203 17,6 1.061 998
Measuring and Process Systems 2.790 40,9 2.444 2.381
Clean Technology Systems 205 3,0 180 171
Corporate Center 101 1,5 47 48
Gesamt 6.823 100 5.915 5.712

MITARBEITER NACH REGIONEN (31.12)

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2011 2011

(%)
2010 2009
Deutschland 3.128 45,8 2.931 2.969
Sonstige europäische Länder 1.176 17,2 1.045 1.051
Nord- / Zentralamerika 768 11,3 616 598
Südamerika 186 2,7 143 112
Asien /Afrika /Australien 1.565 23,0 1.180 982
Gesamt 6.823 100 5.915 5.712

WEITERBILDUNG UND PERSONALENTWICKLUNG

Im Geschäftsjahr 2011 haben wir das Weiterbildungsangebot für unsere Mitarbeiter erneut ausgebaut, um sie bei ihren Aufgaben bestmöglich zu unterstützen. Insgesamt wurden 933 Gruppen- und Einzeltrainings abgehalten, das sind 24% mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der Teilnahmen ist weiter gestiegen: von 5.062 im Vorjahr auf nunmehr 5.215. Das Schulungsbudget pro Mitarbeiter erhöhten wir von rund 450 € auf etwa 500 €. Besonders stark nachgefragt wurden Trainings, die der zunehmenden Internationalität unseres Geschäfts Rechnung tragen, zum Beispiel interkulturelle Teamarbeit und Sprachkurse. Auch Methodentrainings und Fachschulungen, zum Beispiel im Umgang mit Spezialsoftware, wurden stark nachgefragt. Die interdisziplinäre Vortragsreihe "Dürr College", die wir neu eingeführt haben, stieß auf große Resonanz. Dabei präsentieren Mitarbeiter ihre Arbeitsergebnisse - von nachhaltigem Lackieren über Leittechnik bis hin zu Investor Relations - und erlauben den Teilnehmern einen "Blick über den Tellerrand". Auch übergreifende Themen wie Arbeitsmanagement, Gesundheitsvorsorge und Compliance werden im "Dürr College" behandelt. Mit dem Dürr Project Management Training haben wir eines unserer wichtigsten Schulungsangebote neu konzipiert; Themen sind zum Beispiel Entscheidungs- und Kommunikationsstrategien für Projektleiter, aber auch die Standardinstrumente unserer konzernweiten Projektmanagement-Prozesse.

Bei der Auswahl der Trainer ermutigen wir erfahrene Spezialisten, ihr Wissen an Kollegen weiterzugeben. Dies sichert einen hohen Praxisbezug, fördert den Wissenstransfer und spart Kosten. Mitarbeiter, die sich als Trainer zur Verfügung stellen, erhalten vorab eine didaktische Grundlagenschulung und können sich als Dürr-Fachtrainer zertifizieren lassen.

Unser Angebot für die Führungskräfteentwicklung haben wir ausgebaut. Das Spektrum der Fach- und Persönlichkeitstrainings wurde international harmonisiert. Auf Basis von 40 Einzelgesprächen mit Dürr-Managern aus aller Welt haben wir das bewährte Dürr-Führungskompetenzmodell an die internationalen Anforderungen angepasst. Mit Blick auf die Entwicklung zukünftiger Führungskräfte bietet Dürr erstmals ein Trainee-Programm im Bereich Engineering an.

PERSONAL- UND HOCHSCHULMARKETING

Trotz der hohen Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften, besonders im Ingenieurbereich, konnten wir die meisten ausgeschriebenen Stellen besetzen. Dies ist zum einen dem guten Standing von Dürr zu verdanken, zum anderen haben wir die Investitionen in das Personalmarketing erhöht und die Öffentlichkeitsarbeit ausgebaut.

Im Personalmarketing bringt unser neuer Slogan "Move the World of Technology" zum Ausdruck, was die Arbeit bei Dürr ausmacht: Internationalität, innovative Technik und die Möglichkeit, bereits am Anfang der Karriere etwas zu bewegen. Sowohl die Karriereseiten auf www.durr.de als auch unsere Printinformationen für Job-Interessenten erhielten ein neues Design. Unsere Hochschulkontakte haben wir intensiviert, unter anderem waren wir auf 16 Absolventenmessen präsent.

Vor allem junge Mitarbeiter und Bewerber betonen das Thema Work-Life-Balance immer stärker. Daran orientieren wir uns mit entsprechenden Angeboten: von Programmen für Gesundheitsvorsorge, Sport und Stressmanagement über flexible Arbeitszeiten bis hin zu Ferienbetreuung und Plätzen in Kindertagesstätten für Mitarbeiterkinder.

Weitere Bausteine, die unser Image als attraktiver Arbeitgeber fördern, sind zum Beispiel überdurchschnittliche Sozialleistungen und internationale Karrieremöglichkeiten. Hinzu kommt eine attraktive Vergütung, die auch eine Beteiligung am Unternehmenserfolg vorsieht. Für das Geschäftsjahr 2011 erhält jeder tariflich bezahlte Vollzeitmitarbeiter in Deutschland eine Erfolgsbeteiligung von 1.500 €. Die außertariflich bezahlten Mitarbeiter erhalten eine erfolgsabhängige Tantieme, die neben dem Erreichen individueller Ziele auch vom Ergebnis des Konzerns abhängt.

AUSBILDUNG

Im Jahr 2011 erhielten 78 junge Menschen bei Dürr eine Berufsausbildung als Industriekaufmann, Industriemechaniker, Mechatroniker oder Technischer Zeichner. 52 Studenten Dualer Hochschulen (DH) absolvierten bei uns ihre Praxisphasen in den Fächern Prozessautomatisierung, Mechatronik, Maschinenbau, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen oder Betriebswirtschaft. Eine Besonderheit des DH-Studiums bei Dürr: Jeder Student verbringt drei bis fünf Monate an einem Auslandsstandort, um die Internationalität unseres Geschäfts zu erleben. Mit Blick auf unsere langfristige Personalplanung sind wir bestrebt, möglichst alle Azubis und DH-Studenten nach Ausbildungsende in feste Arbeitsverhältnisse zu übernehmen.

Wir unterstützten 54 Studenten bei der Ausarbeitung ihrer Bachelor- und Masterarbeiten und beschäftigten 35 Werkstudenten entweder regelmäßig oder projektbezogen. 120 Praktikanten nutzten die Möglichkeit, bei uns die Berufspraxis im Maschinen- und Anlagenbau kennenzulernen. 13 von ihnen kamen aus dem Ausland zu Dürr nach Deutschland, weitere zwölf absolvierten ihr Praktikum an Auslandsstandorten wie Schanghai (China), Plymouth (USA) oder Querétaro (Mexiko).

VERGÜTUNG VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt, über die Vergütung der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat im Corporate Governance Bericht zu informieren. Dagegen sieht das Handelsgesetzbuch diese Angaben im Lagebericht und im Anhang des Konzernabschlusses vor (§§ 315 und 314 HGB). Die Angaben in den folgenden Absätzen erfüllen die Offenlegungspflichten nach § 315 HGB.

NEBENTÄTIGKEITEN

Die Mitglieder des Vorstands halten keine wesentlichen Beteiligungen an anderen Unternehmen und üben außer den Mandaten, die unter Textziffer 42 des Konzernanhangs zum Konzernabschluss aufgeführt sind, keine weiteren Nebentätigkeiten aus.

VERGÜTUNGSSYSTEM FÜR DEN VORSTAND

Der Personalausschuss des Aufsichtsrats überprüft das Vergütungssystem für den Vorstand regelmäßig und erarbeitet Empfehlungen für das Plenum. Der Aufsichtsrat wägt diese Vorschläge sorgfältig ab und fasst auf dieser Basis seine Beschlüsse. Die Angemessenheit der Vorstandsvergütung wird anhand verschiedener Kriterien beurteilt, dazu zählen die Aufgaben des Gesamtvorstands und der Einzelmitglieder, die persönlich erbrachte Leistung, das wirtschaftliche Umfeld sowie der Erfolg und die Perspektiven des Unternehmens. Ferner berücksichtigt der Aufsichtsrat, wie sich Vorstandsvergütungen in anderen Unternehmen entwickeln.

Die Gesamtbezüge des Vorstands der Dürr AG beliefen sich im Geschäftsjahr 2011 auf 4.560 Tsd. € (Vorjahr: 2.251 Tsd. €). An frühere Mitglieder des Vorstands wurden Pensionsbezüge in Höhe von 928 Tsd. € bezahlt (Vorjahr: 811 Tsd. €).

Seit dem Jahr 2010 orientiert sich das Vergütungssystem für den Vorstand an den Vorgaben des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsbezüge (VorstAG). Im Zuge dessen wurden in den Verträgen beider Vorstandsmitglieder so genannte Long Term und Short Term Incentives aufgenommen, also langfristige und kurzfristige Vergütungskomponenten. Auch der Selbstbehalt bei der Versicherung für Haftungsfälle (D&O-Versicherung), den das VorstAG fordert, ist in beiden Vorstandsverträgen festgeschrieben.

Die Vergütung des Vorstands besteht aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Komponenten. Zur erfolgsunabhängigen Vergütung gehören neben einem festen Jahresgehalt (Fixum), das in gleichen monatlichen Raten ausgezahlt wird, auch die sonstigen Vergütungen. Bei letzteren handelt es sich vor allem um die Dienstwagennutzung sowie um Beiträge zur Risikolebensversicherung. In beiden Fällen trägt Dürr die Versteuerung.

Die erfolgsabhängige Vergütung setzt sich aus den Long Term und Short Term Incentives zusammen; ferner sind Sondervergütungen möglich. Als Short Term Incentive (STI) erhalten die Mitglieder des Vorstands einen vereinbarten Anteil des Konzernergebnisses vor Steuern (EBT) eines jeden Geschäftsjahres, wobei der Auszahlungsbetrag eine Höchstgrenze nicht überschreiten darf. Maßgeblich für die Vergütung aus dem Long-Term-Incentive-Programm (LTI) sind die Kursentwicklung der Dürr-Aktie und die durchschnittliche EBIT-Marge des Konzerns, die über die dreijährige LTI-Laufzeit erzielt wurde. Im Rahmen des rollierenden LTI-Programms wird pro Jahr eine festgelegte Anzahl an virtuellen Dürr-Aktien ausgegeben, so genannte Performance Share Units. Im Berichtsjahr erhielt Ralf W. Dieter 25.000 und Ralph Heuwing 21.500 Performance Share Units (Vorjahr: 25.000 und 21.500). Der Auszahlungsbetrag am Ende der dreijährigen LTI-Laufzeit ergibt sich aus der Multiplikation der Anzahl der Performance Share Units mit einem Aktienkurs-Multiplikator und einem EBIT-Multiplikator. Die Höhe des Aktienkurs-Multiplikators entspricht dem Durchschnitt der Schlusskurse der Dürr-Aktie an den letzten 20 Börsentagen vor der Hauptversammlung der Dürr AG nach Ablauf der dreijährigen LTI-Laufzeit. Die Höhe des EBIT-Multiplikators richtet sich nach der durchschnittlichen EBIT-Marge, die der Konzern während der dreijährigen LTI-Laufzeit erzielte. Wie bei den Short Term Incentives besteht auch für die LTI-Auszahlung eine Höchstgrenze. Der in der Tabelle gezeigte LTI-Aufwand beinhaltet die Beträge, die für die LTI-Auszahlungen in den Jahren 2013 und 2014 anteilig zurückgestellt wurden. Für die Rückstellung haben wir den durchschnittlichen Schlusskurs der Dürr-Aktie an den 20 letzten Handelstagen im Dezember 2011 herangezogen, darüber hinaus wurde die geplante durchschnittliche EBIT-Marge für die LTI-Zeiträume zugrunde gelegt. Die tatsächlichen LTI-Bezüge können, je nach weiterer Entwicklung von Aktienkurs und EBIT, von den zurückgestellten Beträgen abweichen.

Im Geschäftsjahr 2011 erhielt der Vorstand Abschlagszahlungen von 325 Tsd. € auf die LTI-Vergütung und 1.175 Tsd. € auf die STI-Vergütung. Die LTI-Abschlagszahlung wird mit der Auszahlung der ersten LTI-Tranche verrechnet, die nach der Hauptversammlung 2013 fällig wird. Die STI-Abschlagszahlung wird im April 2012 mit der Auszahlung der variablen Vergütung für 2011 verrechnet.

Neben dem Vorstand haben auch die 15 weiteren Mitglieder des obersten Führungskreises des Konzerns (Dürr Management Board) die Möglichkeit, an unserem LTI-Programm teilzunehmen. Voraussetzung für die Teilnahme ist der Erwerb einer individuell definierten Anzahl von Dürr-Aktien aus eigenen Mitteln; diese Aktien müssen über die gesamte Laufzeit des Programms gehalten werden.

Der Aufsichtsrat kann mit den Vorstandsmitgliedern Ziele zur strategischen Weiterentwicklung des Unternehmens vereinbaren und bei erfolgreicher Umsetzung eine zusätzliche Sondervergütung gewähren. Auch bei außerordentlichen Leistungen und Erfolgen eines Vorstandsmitglieds ist eine Sondervergütung möglich.

Ein weiterer Vergütungsbestandteil ist der arbeitgeberfinanzierte Beitrag für die Altersversorgung, der in unser "VORaB"-Programm ("Vorsorge aus Bruttogehalt") einbezahlt wird. VORaB ist ein betriebliches Altersvorsorgeinstrument, das in Form einer aufgeschobenen Vergütung als rückgedeckte Pensionszusage ausgestaltet ist. Darüber hinaus hat Dürr für beide Mitglieder des Vorstands Unfall- und Risikolebensversicherungen abgeschlossen.

VORSTANDSVERGÜTUNG 2011

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Erfolgsunabhängig Erfolgsabhängig
Grundvergütung Sonstige Vergütungen 1 Langfristig (LTI) Kurzfristig (STI) Vorstandsvergütung ohne Altersversorgung Aufwand für Altersversorgung 2
--- --- --- --- --- --- ---
Ralf W. Dieter 500.000,00 49.968,28 862.706,77 938.965,50 2.351.640,55 105.000,00
Ralph Heuwing 375.000,00 23.144,26 741.207,82 881.034,50 2.020.386,58 82.500,00
Gesamt 875.000,00 73.112,54 1.603.914,59 1.820.000,00 4.372.027,13 187.500,00

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Gesamt In 2011 ausbezahlt
Ralf W. Dieter 2.456.640,55 1.594.968,28
Ralph Heuwing 2.102.886,58 1.373.144,26
Gesamt 4.559.527,13 2.968.112,54

1 Dienstwagen, Versicherungsbeiträge

2 Im Geschäftsjahr 2011 erfasste Dienstzeitaufwendungen

VORSTANDSVERGÜTUNG 2010 1

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Erfolgsunabhängig Erfolgsabhängig Altersversorgung
Tsd. € Fixum Sachbezüge LTI STI Sondervergütung Arbeitgeberfinanzierter Beitrag
--- --- --- --- --- --- ---
Vorstand gesamt 700 44 276 2 350 730 151

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Gesamt
Tsd. €
--- ---
Vorstand gesamt 2.251

1 Wir weisen die Vorstandsvergütung für 2010 nicht individualisiert aus, da im Jahr 2010 noch der Opting-out-Beschluss der Hauptversammlung 2006 Gültigkeit hatte, nach dem ein individualisierter Ausweis zu unterbleiben hatte.

2 zurückgestellter Betrag, der auf dem Aktienkurs zum 31. Dezember 2010 basiert

Die Vorstandsverträge werden bei Dienstantritt zunächst für eine Laufzeit von drei Jahren abgeschlossen. Bei Verlängerung des Vertragsverhältnisses wird meist die gesetzlich mögliche Verlängerung auf insgesamt fünf Jahre gewählt. Die Dienstverträge beider Vorstandsmitglieder haben eine Laufzeit von fünf Jahren. Im Mai 2011 hat der Aufsichtsrat den bis 14. Mai 2012 laufenden Dienstvertrag von Ralph Heuwing um fünf weitere Jahre verlängert. Die Laufzeit des neuen Vertrags beginnt am 14. Mai 2012 und endet am 14. Mai 2017. Der Dienstvertrag von Ralf W. Dieter endet am 31. Dezember 2015.

Für den Fall einer Change of Control, also einer Übernahme von mehr als 50% der Stimmrechte der Dürr AG, verfügen beide Vorstandsmitglieder über eine Option auf Weiterbeschäftigung. Alternativ können sie ein Eigenkündigungsrecht ausüben, das ihnen die Möglichkeit verschafft, innerhalb von fünf Monaten nach Bekanntgabe der Übernahme ihr Amt niederzulegen und den Dienstvertrag zu kündigen. Bei einer Eigenkündigung besteht Anspruch auf die Auszahlung von maximal drei Jahresvergütungen - wie im Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehen. Allerdings darf dabei nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergütet werden.

VERGÜTUNGSSYSTEM FÜR DEN AUFSICHTSRAT

Die Vergütung des Aufsichtsrats ergibt sich aus § 15 der Satzung der Dürr AG; den Text finden Sie auf www.durr.de unter Investor Relations/Corporate Governance/Satzung. Um das Vergütungssystem anzupassen, ist eine Satzungsänderung durch die Hauptversammlung erforderlich.

Im Jahr 2011 betrugen die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats 995 Tsd. € (Vorjahr: 349 Tsd. €). Die individuelle Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ist in Textziffer 42 im Konzernanhang zum Konzernabschluss dargestellt. Neben dem Ersatz ihrer Auslagen erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats eine feste Vergütung von 20.000 € jährlich sowie ein Sitzungsgeld von 1.000 € pro Sitzung. Darüber hinaus haben sie Anspruch auf eine variable Vergütung. Sie beträgt grundsätzlich 0,4 vom Tausend des ausgewiesenen Konzernergebnisses vor Steuern, darf aber 35.000 € nicht überschreiten. Die feste Vergütung wird am Ende des Geschäftsjahres ausgezahlt. Der Vorsitzende erhält das Dreifache, die stellvertretenden Vorsitzenden das Eineinhalbfache der Gesamtvergütung eines einfachen Mitglieds. Die Mitgliedschaft im Prüfungsausschuss wird mit 9.000 € pro Jahr vergütet, wobei der Vorsitzende dieses Ausschusses das Zweifache erhält. Die Vergütung für Mitglieder des Personalausschusses liegt bei 5.000 € pro Jahr, der Vorsitzende bekommt das Eineinhalbfache. Die Mitgliedschaft im Nominierungsausschuss wird mit 2.500 € pro Sitzung vergütet, im Falle des Vorsitzenden mit dem Eineinhalbfachen. Aufsichtsratsmitglieder, die unterjährig aus dem Gremium ausscheiden, erhalten eine zeitanteilige Vergütung. Dasselbe gilt für die Mitgliedschaft in den Ausschüssen.

ERFOLGSABHÄNGIGE VERGÜTUNG FÜR WEITERE ANGESTELLTE

Außertariflich bezahlte Mitarbeiter erhalten neben dem Jahresgrundgehalt auch eine erfolgsabhängige Tantieme. Ihre Höhe wird von zwei Faktoren bestimmt: dem Konzernergebnis und dem Grad der individuellen Zielerreichung. Meist beträgt die Tantieme zwischen 5 und 10% des Grundgehalts, bei Führungskräften auch mehr. Die tariflich bezahlten Mitarbeiter in Deutschland haben Anspruch auf eine Erfolgsbeteiligung, wenn das Konzernergebnis einen zuvor mit dem Betriebsrat vereinbarten Wert übersteigt. Für das Jahr 2011 erhält jeder Vollzeit-Tarifmitarbeiter an den deutschen Standorten eine Erfolgsbeteiligung von 1.500 €.

WEITERE ANGABEN ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG BEI DÜRR 1

VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Der Vorstand der Dürr AG führt als Leitungsorgan die Geschäfte, bestimmt die Strategie und setzt sie in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat um. In seiner Arbeit ist er dem Interesse und den geschäftspolitischen Grundsätzen des Unternehmens verpflichtet. Der Vorstand unterrichtet den Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend über Geschäftsverlauf, Strategie und Risiken. Der Aufsichtsrat erlässt eine Geschäftsordnung für den Vorstand, die Ressortzuständigkeiten, Modalitäten der Beschlussfassung und weitere Aspekte regelt.

Der Aufsichtsrat der Dürr AG berät und überwacht den Vorstand. Nach den Vorgaben des deutschen Mitbestimmungsgesetzes setzt er sich paritätisch aus zwölf Mitgliedern zusammen. Die sechs Vertreter der Anteilseigner werden von den Aktionären auf der Hauptversammlung gewählt, während die sechs Arbeitnehmervertreter von den Mitarbeitern der deutschen Dürr-Standorte gewählt werden. Herrscht bei Abstimmungen im Aufsichtsrat Stimmengleichheit, zählt das Votum des Vorsitzenden doppelt. Der Aufsichtsrat kann Beschlüsse auch in einem schriftlichen Umlaufverfahren fassen. Dies war im Jahr 2011 nach eingehender mündlicher Erörterung zwei Mal der Fall: bei der Verlängerung des Vorstandsvertrags von Herrn Heuwing und beim Kauf des Dürr-Campus.

Dem fünfjährigen Turnus entsprechend wurde der Aufsichtsrat im Jahr 2011 neu gewählt. Die Wahl der Arbeitnehmervertreter fand am 6. April statt, die der Vertreter der Anteilseigner auf der Hauptversammlung am 6. Mai. Scheidet ein Mitglied des Aufsichtsrats vor Ende seiner Amtszeit aus, wird gerichtlich ein Nachfolger bestellt, sofern kein bereits gewähltes Ersatzmitglied zur Verfügung steht. Gerichtlich bestellte Vertreter der Anteilseigner müssen sich auf der folgenden Hauptversammlung zur Wahl stellen.

Der Aufsichtsrat der Dürr AG hat aus seiner Mitte vier Ausschüsse gebildet. Sie bereiten Beschlüsse und Themen vor, über welche die Ausschussvorsitzenden anschließend im Plenum informieren.

Der Personalausschuss, der gleichzeitig als Präsidium fungiert, ist vor allem für Fragen der Bestellung und Vergütung der Vorstandsmitglieder zuständig und bereitet die entsprechenden Plenumsbeschlüsse vor.
Der Prüfungsausschuss befasst sich in erster Linie mit Rechnungslegung, Risikomanagement, dem internen Kontrollsystem und der internen Revision. Ferner kontrolliert er das Compliance-Management-System, das die Einhaltung interner und externer Regeln sicherstellt. Der Ausschuss prüft den Konzern- und Jahresabschluss und bereitet die entsprechenden Beschlüsse des Plenums vor.
Der Vermittlungsausschuss wird nur dann einberufen, falls es im Aufsichtsrat zu Meinungsverschiedenheiten bei der Bestellung oder Abberufung von Vorstandsmitgliedern kommen sollte. Bei Dürr musste dieser Ausschuss noch nie zusammentreten.
Der Nominierungsausschuss hat die Aufgabe, dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für die Wahl der Anteilseignervertreter auf der Hauptversammlung vorzuschlagen. Dabei beachtet er, dass dem Aufsichtsrat im Sinne einer angemessenen Vielfalt (Diversity) auch weibliche Mitglieder und Personen mit Auslandserfahrung angehören sollen.

1 Die vollständige Erklärung zur Unternehmensführung finden Sie unter www.durr.com/de/investor/corporate-governance/.

Außer dem Nominierungsausschuss, dem drei Vertreter der Anteilseigner angehören, setzen sich alle Ausschüsse paritätisch aus vier Mitgliedern zusammen.

HAUPTVERSAMMLUNG

Auf der Hauptversammlung haben die Aktionäre Gelegenheit zur Generaldebatte mit Vorstand und Aufsichtsrat und können ihr Stimmrecht ausüben. Über die Beschlussanträge - etwa zu Gewinnverwendung und Kapitalmaßnahmen - informiert die Tagesordnung, die vom Unternehmen fristgerecht vor der Hauptversammlung zu versenden ist. Den Vorsitz auf der Hauptversammlung führt der Aufsichtsratsvorsitzende.

TRANSPARENZ

Unsere externe Kommunikation versorgt die Öffentlichkeit mit umfassenden, konsistenten und zeitnahen Informationen aus dem Konzern. Auskunft über den Geschäftsverlauf geben der Geschäftsbericht, die Quartals- und Halbjahresfinanzberichte sowie Pressemitteilungen und Ad-hoc-Meldungen, zudem veranstalten wir anlassbezogene Presse- und Telefonkonferenzen. Alle Meldungen, Berichte und Präsentationen können unter www.durr.de heruntergeladen werden. Für Fragen steht unsere Investor-Relations- und Presseabteilung zur Verfügung.

RECHNUNGSLEGUNG UND ABSCHLUSSPRÜFUNG

Wir erstellen unsere Konzernabschlüsse nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Abschlussprüfer - seit mehreren Jahren die Ernst & Young GmbH - wird auf Vorschlag des Aufsichtsrats von der Hauptversammlung bestellt. Er prüft den vom Vorstand aufgestellten Konzernabschluss, bevor dieser vom Aufsichtsrat geprüft und gebilligt und spätestens 90 Tage nach dem Bilanzstichtag veröffentlicht wird. Gemäß Ziffer 7.2.3 des Corporate Governance Kodex unterrichtet der Abschlussprüfer den Aufsichtsratsvorsitzenden unverzüglich, falls er bei der Prüfung Erkenntnisse erlangt, die für die Arbeit des Aufsichtsrats wesentlich sind. Auch über eventuelle Abweichungen von der Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz soll der Prüfer den Aufsichtsrat informieren. Bevor das Prüfungsmandat erteilt wird, versichert der Abschlussprüfer dem Aufsichtsrat seine Unabhängigkeit.

ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT BEI DÜRR

Der Vorstand der Dürr AG besteht aus zwei Mitgliedern. Dies gewährleistet schnelle und effiziente Kommunikations-, Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse. Der Vorstand arbeitet eng mit dem Management der Unternehmens- und Geschäftsbereiche zusammen und wird auf Holding-Ebene durch die Fachabteilungen der Dürr AG unterstützt.

Der Vorstandsvorsitzende Ralf W. Dieter führt das operative Geschäft der drei Unternehmensbereiche Paint and Assembly Systems, Application Technology und Measuring and Process Systems in enger Abstimmung mit den Geschäftsbereichsleitern. Er steht an der Spitze des Vertriebs und vertritt Dürr auf den Entscheidungsebenen der Kunden. Finanzvorstand Ralph Heuwing verantwortet den Finanzbereich und leitet darüber hinaus das operative Geschäft des Unternehmensbereichs Clean Technology Systems. Eine komplette Übersicht zur Geschäftsverteilung im Vorstand bietet die beigefügte Tabelle.

GESCHÄFTSVERTEILUNG IM VORSTAND

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Ralf W. Dieter (Vorsitzender) Ralph Heuwing (Finanzvorstand)
Unternehmensbereiche / operative Verantwortung ■ Paint and Assembly Systems s ■ Clean Technology Systems
■ Application Technology ■ Dürr Consulting
■ Measuring and Process System
Zentralfunktionen ■ Unternehmenskommunikation ■ Finanzen/Controlling
■ Personal (Arbeitsdirektor) ■ Investor Relations
■ Forschung & Entwicklung e ■ Risikomanagement
■ Qualitätsmanagement ■ Recht/Patente
■ Interne Revision ■ Informationstechnologie
■ Corporate Complianc ■ Global Sourcing

Auf Konzernebene gibt es bei Dürr zwei internationale Führungskreise: an erster Stelle der oberste Führungskreis (Dürr Management Board), dem neben dem Vorstand verschiedene Top-Management-Vertreter des Konzerns angehören. Die weiter gefasste Senior Management Group umfasst vor allem Geschäftsführer und weitere Manager der Konzerngesellschaften.

KONTROLLE

Nach § 6 der Satzung der Dürr AG entscheidet der Aufsichtsrat über Größe und Besetzung des Vorstands. Er hat eine Geschäftsordnung für den Vorstand erlassen, die einen Katalog zustimmungsbedürftiger Geschäfte und einen Geschäftsverteilungsplan enthält. In den Aufsichtsratssitzungen nimmt der Vorstand schriftlich und mündlich zu den einzelnen Tagesordnungspunkten Stellung und beantwortet Fragen. Die Themen, zu denen ein schriftlicher Beschluss gefasst werden soll, erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats 14 Tage vor der Sitzung; eine ausführliche schriftliche Unterlage nebst Beschlussantrag folgt spätestens eine Woche vor der Sitzung. Am Sitzungstag finden zunächst getrennte Vorgespräche der Arbeitnehmer- und Anteilseignervertreter statt, dabei steht der Vorstand für Erläuterungen zur Verfügung. Auch außerhalb der Sitzungen tauscht sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats regelmäßig mit dem Vorstand aus.

AKTIENBESITZ UND DIRECTORS' DEALINGS

Der Aufsichtsratsvorsitzende Heinz Dürr ist Mehrheitsgesellschafter der Heinz Dürr GmbH, die zusammen mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH 29,97% der Anteile an der Dürr AG hält (Stand: Februar 2012). Weitere 0,13% der Aktien werden von anderen Mitgliedern des Aufsichtsrats gehalten. Der Vorstand der Dürr AG verfügt in Summe über 1,3% der Anteile an der Dürr AG, auf Ralf W. Dieter entfallen 0,4%, auf Ralph Heuwing 0,9%. Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte veröffentlichen wir gemäß § 15a WpHG umgehend nach Eingang der Mitteilung unter www.durr.de. Eine Übersicht über die Directors' Dealings im Jahr 2011 zeigt die beigefügte Tabelle.

MELDEPFLICHTIGE TRANSAKTIONEN MIT DÜRR-AKTIEN IM JAHR 2011

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Käufer/Verkäufer Außerbörslicher Wertpapierkauf Außerbörslicher Wertpapierverkauf Stückpreis

in €
Stückzahl Gesamtwert

in €
Heide Dürr 03.01.2011 23,92 3.000 71.760,00
Heinz Dürr GmbH 24.01.2011 23,72 10.000 237.190,00
Heinz Dürr GmbH 29.03.2011 23,41 10.000 234.100,00
Heinz Dürr GmbH 21.07.2011 29,30 69.000 2.021.700,00
Heinz Dürr GmbH 08.08.2011 27,10 20.000 541.960,00
Heinz Dürr GmbH 12.08.2011 25,21 10.000 252.060,00
Heinz Dürr GmbH 15.09.2011 24,00 6.000 144.000,00
Heinz Dürr GmbH 30.11.2011 32,80 250.000 8.200.000,00

RISIKOBERICHT DES KONZERNS

Jedes unternehmerische Handeln erfordert eine sorgfältige Abwägung von Chancen und Risiken. Wir orientieren uns dabei an drei Grundsätzen:

1. Bei allen unseren Geschäften müssen die Chancen eindeutig überwiegen.

2. Spekulative Transaktionen jeder Art sind verboten.

3. Unser Handeln muss neben dem geltenden Recht stets auch ethische und moralische Standards einhalten.

Unser Risikomanagementsystem basiert auf standardisierten Verfahren und ist konzernweit gültig. So sind wir in der Lage, alle Risiken einheitlich und konzernübergreifend zu analysieren und zu bewerten. Die dadurch entstehende Risikotransparenz hilft uns bei der Auswahl geeigneter Steuerungs- und Gegenmaßnahmen. Das Dürr-Risikomanagement bezieht sich auf alle Ebenen des Konzerns - vom Vorstand bis in die Abteilungen einzelner Landesgesellschaften hinein. Damit verbunden ist eine offene Risikokultur, die wir in den vergangenen Jahren bewusst gefördert haben. Sie sensibilisiert für den Umgang mit Risiken und bestärkt die Mitarbeiter darin, Gefahren und Probleme frühzeitig und konkret anzusprechen.

RISIKOMANAGEMENTPROZESS

Unser Standard-Risikozyklus umfasst neun Stufen und startet alle sechs Monate von Neuem. Im Mittelpunkt steht die Risikoinventur durch das Management der operativen Einheiten. Dabei werden die Einzelrisiken ermittelt, den 15 definierten Risikofeldern zugeordnet, die in der Grafik dargestellt sind, und mithilfe detaillierter Risikostrukturblätter bewertet.

Die Bewertung der Einzelrisiken gliedert sich in drei Schritte; sie wird von den Risikomanagern aller Organisationseinheiten für jedes Risikofeld durchgeführt:

Zunächst wird ermittelt, welche maximale Auswirkung ein Risiko auf das Konzern-EBIT der kommenden 24 Monate haben kann. Diesen Wert bezeichnen wir als Bruttorisiko.
Danach folgt eine Beurteilung, wie hoch die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos ist.
Schließlich wird die Effektivität möglicher Gegenmaßnahmen geprüft und mit einem risikoreduzierenden Faktor bewertet.

Je geringer die Eintrittswahrscheinlichkeit und je höher die Wirksamkeit der Gegenmaßnahmen ist, desto stärker verringert sich das EBIT-Risiko. Unter dem Strich ergibt sich ein rechnerisches Nettorisiko, das wir auch als tatsächliches Risikopotenzial bezeichnen. Die Summe aller einzelnen Risikopotenziale entspricht dem Gesamtrisiko des Konzerns. Dabei werden Portfolio- oder Hedging-Effekte nicht berücksichtigt. Das Gesamtrisiko lässt sich in spezifische Risiken der Geschäftsbereiche und übergreifende Konzernrisiken unterteilen.

Die Ergebnisse des halbjährlichen Risikozyklus fassen wir in einem Konzernrisikobericht zusammen, der einen Überblick über alle Einzelrisiken und die Gesamtrisikosituation des Konzerns bietet. Der Risikobericht wird zunächst in den verschiedenen Managementgremien und im Vorstand durchgesprochen; danach folgt eine Analyse durch den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats, bevor dieser seine Erkenntnisse dem Aufsichtsratsplenum vorträgt.

Dringliche Risiken werden in einem Ad-hoc-Prozess unverzüglich an Vorstand und Geschäftsbereichsleiter gemeldet. Die Durchführung des Standard-Risikozyklus ist Aufgabe der Risikomanager des Konzerns und der Geschäftsbereiche; bei ihnen handelt es sich um die Leiter der jeweiligen Controlling-Abteilungen. Weitere Beteiligte sind die interne Revision und die Risikomanager aller Landesgesellschaften.

RISIKOFELDER BEI DÜRR

OPERATIVES RISIKOMANAGEMENT IN DER AUFTRAGSABWICKLUNG

Für unseren wichtigsten Prozess - die Projektabwicklung - haben wir spezielle Instrumente und Funktionen zur Risikoabwehr entwickelt:

Das Projektcontrolling prüft fortlaufend, ob der tatsächliche Projektverlauf der jeweiligen Planung entspricht. So können wir bei Abweichungen vom Zeitplan, vom Liefer- und Leistungssoll und von der Kosten-, Erlös- und Cashflow-Kalkulation unverzüglich gegensteuern.
Die Projektmanager steuern die Auftragsabwicklung mit Blick auf Qualität, Termine und Budget. Dazu stehen sie in regelmäßigem Kontakt mit dem Projektcontrolling.
Alle Projekte im Konzern werden mithilfe konzernweit gültiger Prozesse und Instrumente abgewickelt. Diese sind im Dürr-Projektmanagement-Handbuch dokumentiert, das wir regelmäßig aktualisieren. So stellen wir sicher, dass bewährte Verfahrensweisen eingesetzt und individuelle Fehler vermieden werden. Instrumente, die Status und Risiken von Projekten transparent machen, sind Chancen-Risiken-Checklisten, die Projektmanagement-Software Dürr Projects und unser konzernweites ERP-System, das durchgängige und standardisierte Prozesse sicherstellt.
Mit dem Center of Excellence in Project Management (Bietigheim-Bissingen) verfügen wir über eine interne Dienstleistungs- und Trainingsabteilung für das Projektmanagement. Sie entwickelt unsere konzernweiten Standards und vermittelt diese in Schulungen an die Projektmanager.
Das Change- und Claim-Management unterstützt das Projektmanagement. Es dokumentiert Änderungen, die Kunden oder wir selbst in laufenden Projekten vornehmen, und sorgt für die erforderlichen Freigaben. Ferner werden eventuelle Zusatzkosten geltend gemacht und etwaige Gewährleistungsansprüche geprüft.

RICHTLINIE FÜR DAS FINANZRISIKOMANAGEMENT

Eine besondere Richtlinie regelt, wie mit Fremdwährungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken umzugehen ist. Zentrales Organ ist das Finanzrisiko-Komitee, dem der Finanzvorstand, die Leiter von Konzern-Controlling und Konzern-Treasury sowie die Finanzverantwortlichen der Geschäftsbereiche angehören. Dieses Gremium befasst sich mit finanzstrategischen Fragen und bereitet entsprechende Vorstandsbeschlüsse vor.

ABSICHERUNG VON FREMDWÄHRUNGSRISIKEN

Bei Projekten mit Fremdwährungsrisiken sichern wir bei Auftragseingang den Umsatzanteil ab, der über die Kosten in lokaler Währung hinausgeht. Üblicherweise wird für jedes Einzelprojekt ein eigenes Sicherungsgeschäft abgeschlossen (Micro Hedge). Eine Ausnahme bildet das Standardmaschinen- und Ersatzteilgeschäft, das durch kleinere Auftragsvolumina geprägt ist. Dort vereinbaren wir auch Macro Hedges für mehrere Aufträge und halten auf diese Weise den Transaktionsaufwand gering. Hedging-Geschäfte werden in der Regel durch das Konzern-Treasury der Dürr AG abgewickelt; dabei setzen wir ein konzernweites Treasury-System ein.

ABSICHERUNG VON ZINSRISIKEN

Unser Zinsrisikomanagement betrachtet alle zinstragenden und zinsreagiblen Bilanzpositionen. Wir führen regelmäßige Zinsanalysen durch, um Risiken frühzeitig zu erkennen. Für Fremdfinanzierung, Anlage und Zinssicherung ist das Konzern-Treasury zuständig; Ausnahmen bedürfen der Genehmigung durch den Finanzvorstand.

ABSICHERUNG VON LIQUIDITÄTSRISIKEN

Unser operatives Geschäft wird Cashflow-orientiert gesteuert, um ausreichend flüssige Mittel zu generieren. Aber auch in Phasen mit negativen Cashflows - zum Beispiel bei steigendem Net-Working-Capital-Bedarf - verfügen wir dank unserer Fremdkapitalfinanzierung über genügend Liquiditätsspielraum. Bitte beachten Sie dazu auch die Informationen zur Konzernfinanzierung im Kapitel "Finanzwirtschaftliche Entwicklung des Konzerns". Unser konzernweites Cash-Pooling-System sorgt dafür, dass wir den Liquiditätsbedarf einzelner Gesellschaften durch Überschüsse anderer Konzerntöchter abdecken können - ohne zusätzliche Kreditaufnahmen und Zinsaufwendungen. In einzelnen Ländern stehen dem allerdings Restriktionen beim Kapitaltransfer entgegen. Für die Steuerung von Cash Pooling und externer Liquiditätsbeschaffung ist das Konzern-Treasury zuständig.

WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLLSYSTEMS/ RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS FÜR DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS

Das interne Kontrollsystem beziehungsweise das Risikomanagementsystem (IKS/RMS) für den Rechnungslegungsprozess umfasst alle Regelungen, Maßnahmen und Verfahren, die als Bestandteil des Risikomanagementsystems die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung mit hinreichender Sicherheit gewährleisten und sicherstellen, dass die Abschlüsse des Konzerns und der Konzerngesellschaften gemäß den IFRS erstellt werden. Die Gesamtverantwortung für das IKS/RMS obliegt dem Vorstand. Er hat eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation für das IKS/RMS eingerichtet, die alle organisatorischen und rechtlichen Einheiten des Konzerns abdeckt. Die Überwachung des IKS/RMS ist Aufgabe der internen Revision der Dürr AG.

Im Mittelpunkt des IKS/RMS für den Rechnungslegungsprozess stehen die folgenden Kontroll- und Sicherungsroutinen:

1. Die Bilanzierungsrichtlinie der Dürr AG regelt sowohl den Rechnungslegungsprozess der Einzelgesellschaften als auch die Konsolidierung auf Konzernebene. Die Richtlinie wird durch das Konzernrechnungswesen kontinuierlich weiterentwickelt und berücksichtigt alle für Dürr relevanten IFRS-Regelungen.

2. Unser ERP-System und das Management-Reporting-Tool führen automatische Kontrollen von Buchungsprozessen durch und prüfen, ob einzelne Sachverhalte in den richtigen Bilanzpositionen ausgewiesen werden.

3. In einem mehrstufigen Validierungsprozess führen wir Stichproben, Plausibilitätschecks und weitere Kontrollen durch. Daran sind fünf Instanzen beteiligt: operative Gesellschaften, Geschäftsbereiche, Unternehmensbereiche, Konzern-Controlling und Konzernrechnungswesen. Die Ergebnisse aller wesentlichen Kontrollen werden systematisch dokumentiert, von der Dürr AG zusammengefasst und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats vorgelegt. Nach eingehender Prüfung der Ergebnisdokumentation erstattet der Ausschussvorsitzende dem Aufsichtsratsplenum einen ausführlichen Bericht.

Die Mitarbeiter der Finanzabteilungen bilden sich regelmäßig fort, sei es in Schulungen der Konzerngesellschaften oder in internationalen Gruppentrainings. Dadurch sind sie jederzeit in der Lage, die an sie gestellten Anforderungen zu erfüllen. Unsere Qualifizierungsmaßnahmen decken einerseits die anzuwendenden Rechnungslegungsstandards und Bilanzierungsregeln ab, andererseits auch den Umgang mit den eingesetzten Software-Tools.

Um Risiken vorzubeugen, setzen wir uns kontinuierlich mit Schwerpunktthemen auseinander, die für die Qualität unserer Rechnungslegung ausschlaggebend sind. Besonders wichtig ist die Bilanzierung von Fertigungsaufträgen nach der Percentage-of-Completion-Methode (POC). Sie erfordert unter anderem die Abschätzung der erwarteten Gesamtkosten und -erlöse von Aufträgen. Weitere wesentliche Themen sind der Werthaltigkeitstest der Geschäfts- oder Firmenwerte und die Zuverlässigkeit der qualitativen Aussagen im Lagebericht und im Corporate-Governance-Bericht.

EINZELRISIKEN

KONJUNKTURELLE RISIKEN

Seit Mitte 2011 haben die allgemeinen konjunkturellen Risiken wieder spürbar zugenommen. Die europäische Schuldenkrise hat sich im zweiten Halbjahr 2011 bedenklich ausgeweitet und die Verunsicherung an den Finanzmärkten weiter gesteigert. Auch die USA haben mit hohen Staatsschulden und Arbeitslosenzahlen zu kämpfen. Vor diesem Hintergrund haben viele Konjunkturexperten ihre Wachstumsprognosen zurückgenommen.

Trotz der gewachsenen Unsicherheit sehen wir Dürr jedoch gut gewappnet. Unser Rekordauftragsbestand (2.142,7 Mio. € am 31.12.2011) sichert im laufenden Jahr eine gute Auslastung und den Großteil des benötigten Umsatzes. In Szenarioanalysen haben wir unterschiedliche Abschwächungen des weiteren Geschäftsverlaufs simuliert und die Ergebnisauswirkungen ermittelt. Danach dürften wir auch bei einem Umsatzrückgang um rund ein Drittel zumindest ein ausgeglichenes Ergebnis nach Steuern erzielen. Allerdings gehen wir in unseren Planungen nicht davon aus, dass sich die Entwicklung der Jahre 2008 und 2009 wiederholt. Dafür spricht nicht zuletzt die veränderte regionale Verteilung unseres Geschäfts: Auf Westeuropa (ohne Deutschland), wo die Konjunktur am stärksten nachgab, entfällt nur noch ein relativ kleiner Teil unseres Auftragseingangs (2011: 9%). Dagegen stammten 2011 65% der Bestellungen aus den wachstumsstarken Emerging Markets, wo aus heutiger Sicht kaum mit einer ausgeprägten Konjunkturschwäche zu rechnen ist.

Auch unsere Kunden aus der Automobilindustrie sind gut vorbereitet, sollte es zu einem tief greifenden Konjunkturabschwung kommen. Sie haben ihre Kostenstrukturen in der Krise von 2008/2009 optimiert, erwirtschaften hohe Ergebnisse und Cashflows und verfügen - anders als 2008/09 - über komfortable Liquiditätsreserven. Vor diesem Hintergrund setzen sie ihre Investitionen in den Emerging Markets fort, um mit zusätzlichen Fertigungskapazitäten die wachsende Nachfrage zu bedienen und Marktanteile zu gewinnen.

Unserer Zuversicht für die Emerging Markets liegen unabhängige Prognosen zur Automobilproduktion zugrunde. Die Experten von PricewaterhouseCoopers erwarten für China, dass die Fertigung von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen zwischen 2011 und 2016 im Schnitt um 12% pro Jahr zunimmt. Für Osteuropa wird ein durchschnittliches Wachstum von 6% und für den Mercosur von 9% angenommen. Ausschlaggebend für diese Zuwächse sind steigende Pro-Kopf-Einkommen, das Bedürfnis nach individueller Mobilität und die nach wie vor geringe Automobildichte: In China beispielsweise kommen auf 1.000 Einwohner zurzeit rund 50 Pkw, während es in Deutschland über 500 sind.

HOHE KAPAZITÄTSAUSLASTUNG

Infolge des hohen Auftragsvolumens sind unsere Standorte stark ausgelastet. Durch die zahlreichen Großprojekte, die wir parallel abwickeln, könnten Kapazitätsengpässe auftreten, die Abwicklungsprobleme, Terminverzögerungen und Mehrkosten nach sich ziehen könnten. Dem beugen wir vor, indem wir die Stammbelegschaft vergrößern, zusätzliche externe Mitarbeiter einsetzen und unser flexibles Arbeitszeitmodell nutzen. Zudem arbeiten unsere weltweiten Standorte eng zusammen und nutzen eine einheitliche IT-Struktur. Dies ermöglicht ein effektives Ressourcenmanagement, bei dem Arbeitspakete je nach verfügbarer Kapazität an unterschiedliche Standorte vergeben werden können. Unsere standardisierten Geschäftsprozesse erlauben auch bei hoher Auslastung eine zuverlässige Steuerung und Abwicklung von Projekten.

ALLGEMEINE WIRTSCHAFTLICHE RISIKEN UND KAPITALMARKT

Zyklische Konjunkturschwankungen schlagen sich meist spät in unserem Ergebnis nieder, da unser Geschäft stark von den langfristigen Investitionsplänen der Automobilindustrie geprägt wird. Außerdem vergehen zwischen Auftragseingang und Umsatz in der Regel zwölf bis 18 Monate. Vorübergehende regionale Nachfrageschwankungen können wir durch unsere ausgewogene internationale Präsenz meist ausgleichen.

Das Risiko einer feindlichen Übernahme der Dürr AG ist relativ gering. Die Gründerfamilie Dürr, deren Anteile bei der Heinz Dürr GmbH und der Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH liegen, ist mit 29,97% größter Aktionär und verfügt damit über eine starke Abstimmungsposition auf der Hauptversammlung. Über die Change-of-Control-Klauseln im Zusammenhang mit unserer Unternehmensanleihe informieren die Angaben gemäß §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB im Kapitel "Angaben gemäß §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB".

GESETZE, STEUERN, IFRS

Da wir weltweit operieren, haben wir viele unterschiedliche Rechtsnormen zu beachten. Um dem Risiko unwissentlicher Rechtsverstöße vorzubeugen, ziehen wir Experten für das jeweilige nationale Recht zurate. Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen können unsere Kosten erhöhen und die Absatzchancen verringern. Derzeit sind uns keine neuen Steuer- und Gesetzesvorhaben bekannt, die erhebliche Nachteile mit sich bringen könnten.

Im Geschäftsjahr 2011 haben die deutschen Steuerbehörden bei einigen deutschen Tochtergesellschaften der Dürr AG mit den Betriebsprüfungen für die Jahre 2005 bis 2009 begonnen. Bisher gab es keine Ergebnisse, die zu Steuernachzahlungen geführt haben; auch für den weiteren Prüfungsverlauf bestehen dafür zurzeit keine Anzeichen. Für 2012 erwarten wir den Beginn der Betriebsprüfung für die Jahre 2005 bis 2009 bei der Dürr AG und den weiteren noch nicht geprüften deutschen Gesellschaften. Die steuerlichen Außenprüfungen, die in verschiedenen Auslandsgesellschaften durchgeführt werden, lassen derzeit ebenfalls keinen Nachzahlungsbedarf erkennen.

Das International Accounting Standards Board (IASB) plant zurzeit zwei Änderungen der IFRS, die sich in den kommenden Jahren spürbar auf unser Zahlenwerk auswirken könnten:

Nach dem Willen des IASB sollen Leasingnehmer zukünftig sämtliche Vermögenswerte aus Leasingverträgen aktivieren. Dies würde die Bilanzsumme erhöhen; ferner wären auf der Passivseite entsprechende Finanzverbindlichkeiten auszuweisen, was ohne weiteres Gegensteuern eine verringerte Eigenkapitalquote nach sich ziehen könnte. Auch die bisherigen Verschuldungskennziffern würden sich verschlechtern. Dagegen kann aber die Umbuchung des Zinsanteils der Leasingaufwendungen, die in bestimmten Fällen möglich ist, das operative Ergebnis um den Betrag verbessern, um den sich dann das Zinsergebnis verschlechtert. Zu beachten ist, dass wir unseren bisher größten Leasinggegenstand, den Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen, bereits im November 2011 erworben und aktiviert haben. Folglich hätten zukünftige Aktivierungen nur noch begrenzte Auswirkungen auf die Bilanzstruktur. Bei Aktivierung sämtlicher Operating-Leasing-Vermögenswerte, die zum 31. Dezember 2011 bestanden (Nominalwert der künftigen Mindestzahlungen: 72,0 Mio. €), hätte unsere Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag 2011 knapp 21% betragen.
Das zweite Änderungsvorhaben bezieht sich auf die Umsatzrealisierung. In diesem Punkt ist das IASB von seinem ursprünglichen Plan abgerückt, die Bilanzierung von Auftragsfertigungen nach der Percentage-of-Completion-Methode (POC), also gemäß Fertigstellungsgrad, gänzlich abzuschaffen. Der jüngste Änderungsentwurf des IASB spricht dafür, dass wir die POC-Methode bei Anlagenbauprojekten auch zukünftig anwenden können. Dagegen ist fraglich, ob eine durchgängige POC-Bilanzierung im Maschinenbau ab 2015 noch möglich sein wird, da das Kriterium der kontinuierlichen Umsatzrealisierung in diesem Geschäft nicht in allen Fällen erfüllbar ist. Allerdings dürfte der Wegfall der POC-Methode im Maschinenbau kaum Effekte auf die Umsatzstetigkeit des Konzerns haben, da die Maschinenbauaufträge relativ kurze Laufzeiten haben und daher auch ohne POC-Bilanzierung zügig zu Umsatz führen.

MARKT/BRANCHE

Wir sind einem gewissen Abhängigkeitsrisiko in Bezug auf einzelne Kunden ausgesetzt. 2011 entfielen 42% des Umsatzes auf unsere fünf größten Abnehmer, der größte Einzelkunde steuerte mit 15% einen vergleichsweise hohen Anteil bei. Die Gruppe der fünf größten Kunden setzt sich von Jahr zu Jahr aus unterschiedlichen Unternehmen zusammen.

Dem Preisdruck in unseren Märkten begegnen wir mit einer Reihe von Maßnahmen.

Stückkostensenkung: Wir entwickeln gezielt Produkte, die den Kunden niedrigere Stückkosten in der Fertigung ermöglichen. Parallel betonen wir gegenüber unseren Kunden die langfristigen Gesamtkostenvorteile, die eine höherpreisige Anlage gegenüber weniger leistungsfähigen Lösungen mit niedrigeren Anschaffungskosten bietet.
Design to Budget: Auf Basis einer Grobspezifikation und eines Zielbudgets planen wir Anlagen, die sowohl den Budgetvorstellungen des Kunden als auch unseren Margenansprüchen gerecht werden.
Lokalisierung: Für die Emerging Markets entwickeln wir vor Ort spezielle Basisprodukte, die an die lokalen Bedürfnisse angepasst und zum Teil preisgünstiger sind. Dadurch sind wir auch bei geringen Investitionsbudgets wettbewerbsfähig.
Kostenoptimierung: Wir passen unsere Kosten permanent an die erzielbaren Preise und das Umsatzvolumen an. Die wichtigste Rolle spielt die Senkung der Beschaffungskosten, aber auch die Personal- und Overhead-Kosten werden regelmäßig überprüft.

Das Risiko von Forderungsausfällen reduzieren wir, indem wir die Zahlungseingänge von Kunden ohne Investment-Grade-Rating genau überwachen. In kritischen Fällen holen wir Auskünfte ein und beschließen Adressrisikolimite sowie Freigaberegeln. Die Mehrzahl der großen Automobilkonzerne verfügt allerdings über ein Investment-Grade-Rating.

UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE RISIKEN

Emerging Markets

Im Rahmen unserer Wachstumsstrategie verlagern wir den Schwerpunkt unseres Geschäfts zunehmend in die Emerging Markets. Daraus resultieren spezifische Risiken:

In den Emerging Markets können Kultur- und Sprachbarrieren, unzureichende Informationen über Lieferanten, Kunden und Marktmechanismen sowie spezifische rechtliche und politische Rahmenbedingungen zu Nachteilen führen.

In Ländern wie China oder Indien ist die Personalfluktuation vergleichsweise hoch. Um Know-how-Träger an das Unternehmen zu binden, verstärken wir die Personalentwicklung in den Emerging Markets, schaffen Anreize durch Karrieremöglichkeiten, adäquate Bezahlung und Sozialleistungen und pflegen eine integrative Unternehmenskultur. Auch unser Status als klarer Marktführer trägt zu einem hohen Maß an Identifikation und Loyalität der Mitarbeiter bei.

Die Risiken, die für uns von Produkt- und Markenpiraterie ausgehen, stufen wir auch in den Emerging Markets als beherrschbar ein. Unsere Kernprodukte entwickeln wir ausschließlich in Deutschland. In ihnen steckt so viel Prozess-Know-how, Erfahrung und Spezialwissen, dass sie kaum in vergleichbarer Qualität nachzubauen sind. Außerdem schützen wir uns durch Patente und langfristige Service-Verträge, die den Austausch von Komponenten gegen verbesserte Nachfolgeprodukte vorsehen. Ein weiterer Faktor bei der Abwehr von Produktpiraten ist, dass viele Dürr-Produkte entscheidend für die Qualität der Fertigung sind. Daher wollen unsere Kunden keine Risiken eingehen und setzen auf unsere Originale.

In den Emerging Markets konkurrieren wir mit lokalen Low-Cost-Anbietern. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, setzen wir auf eine Kombination aus Technologie- und Kostenführerschaft. Unseren technischen Vorsprung erhalten wir durch kontinuierliche Produktinnovation. In puncto Kosten bauen wir auf Lokalisierung. Darunter verstehen wir zum einen das Local Design, also die Entwicklung standardisierter Low-Cost-Produkte, die den Bedarf der Kunden vor Ort abdecken. Zum anderen erhöhen wir die lokale Wertschöpfung in den Emerging Markets und können so teils günstiger anbieten als der Wettbewerb.

Besonders in China müssen wir angesichts unseres stark wachsenden Geschäftsvolumens ausreichende Kapazitäten sicherstellen. Im Geschäftsjahr 2011 haben wir die Mitarbeiterzahl um 41% erhöht. Darüber hinaus bauen wir unsere Flächenkapazität aus: Für den Anlagenbau haben wir in Schanghai Anfang 2012 einen neuen Produktionsstandort in Betrieb genommen, an dem dreimal so viel Raum zur Verfügung steht wie zuvor. Einen weiteren neuen Standort für das Maschinenbaugeschäft werden wir Mitte 2013 ebenfalls in Schanghai beziehen.
In den etablierten Märkten, vor allem in Westeuropa, hat sich unser Marktvolumen in den vergangenen Jahren spürbar reduziert. Entsprechend haben wir unsere Kapazitäten und Kosten dort an die veränderte Situation angepasst. Das geringere Geschäftsvolumen könnte zu außerplanmäßigen Abschreibungen auf die Vermögenswerte unserer dortigen Gesellschaften führen. Um dem vorzubeugen, haben wir mehrere Standorte zusammengelegt und damit das Sachanlagevermögen verringert. Daher ist aus heutiger Sicht nicht mit außerplanmäßigen Abschreibungen zu rechnen. Hinzu kommt, dass sich der Automobilabsatz in den USA zuletzt wieder positiv entwickelte und die Nachfrage nach neuen Produktionsanlagen entsprechend anstieg.

Internationale Auftragsabwicklung

Durch die weltweite Arbeitsteilung im Konzern, zum Beispiel in Engineering und Produktion, profitieren wir von Kosten- und Auslastungsvorteilen. Sie bringt aber auch das Risiko von Koordinations- und Kommunikationsproblemen mit sich. Daher haben wir unsere Geschäftsprozesse und die IT-Infrastruktur weitgehend harmonisiert, zudem fördern wir den persönlichen Austausch der Mitarbeiter durch internationale Workshops.

Neue Geschäftsfelder

Bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder durch Akquisitionen, zum Beispiel Klebetechnik und Energieeffizienztechnik, besteht das Risiko, dass wir Kundenanforderungen, Ressourceneinsatz oder die Nachfrage- und Wettbewerbssituation falsch einschätzen. Wir erachten dieses Risiko jedoch als beherrschbar, da wir uns auf Bereiche konzentrieren, die an unser Kerngeschäft angrenzen. Außerdem analysieren wir unsere Zielmärkte im Vorfeld genau. Bei Unternehmenszukäufen führen wir eine sorgfältige Due Diligence durch und erarbeiten Integrationspläne, um Akquisitionsrisiken zu mindern und Chancen systematisch zu erschließen.

Der relativ junge Markt für Energieeffizienztechnik durchläuft gegenwärtig einen Neuordnungs- und Konsolidierungsprozess. Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach energieeffizienten Produkten und Prozessen positionieren sich darin viele neue Anbieter - zum Teil auch namhafte Großunternehmen. Zugleich wird der Markt durch staatliche Lenkungsmaßnahmen beeinflusst, zum Beispiel Anreizprogramme, Subventionen und Emissionsregeln. Vor diesem Hintergrund bestehen Unsicherheiten über die zukünftige Wettbewerbs- und Nachfragestruktur und das Durchsetzungspotenzial unterschiedlicher Technologiearten in der Energieeffizienz.

Der strategische Ausbau unserer Aktivitäten in der Flugzeugproduktionstechnik bringt spezifische Risiken mit sich. Die Branche ist gekennzeichnet durch lange Investitionszyklen und sie vergibt weniger Einzelprojekte als die Automobilindustrie. Um unser Geschäft auf eine breitere Basis zu stellen, haben wir seit dem Jahr 2008 16 Neukunden hinzugewonnen, darunter Embraer, Lockheed Martin, Pratt & Whitney und zuletzt den russischen Flugzeugbauer Irkut. Aufgrund der Komplexität der Flugzeugentwicklung kann es, besonders bei Großprojekten, auch nach der Auftragsvergabe zu technischen Änderungen kommen. Diesem Risiko begegnen wir durch ein systematisches Change- und Claim-Management, das Mehrkosten beim Kunden geltend macht.

KUNDEN/PRODUKTE

Derzeit sehen wir bei unseren Kunden keine Neuentwicklungen, die zu wesentlichen Nachteilen für uns führen könnten. Wir erwarten, dass die Automobilindustrie neben Hybrid- und Elektroantrieben auch langfristig überwiegend Verbrennungsmotoren einsetzt. Derzeit ist ein wirklicher Durchbruch der Elektromobilität im Massenmarkt noch nicht absehbar; vielmehr investiert die Branche stark in die Entwicklung effizienter Verbrennungsaggregate. Daher sehen wir in diesem Bereich weiterhin gute Perspektiven für unser Geschäft mit Reinigungs- und Auswuchttechnik.

Im Karosseriebau erwarten wir keine grundlegende Abkehr von den Werkstoffen Aluminium und Stahl - was Auswirkungen auf unser Lackiertechnikgeschäft hätte. Allerdings werden immer öfter Kunst- und Verbundwerkstoffe eingesetzt, da sie eine wichtige Rolle bei verbrauchsarmen Leichtbaukonzepten spielen. Diese neuen Materialien müssen jedoch genauso lackiert werden wie die klassischen Werkstoffe. Darauf stellen wir uns ein, indem wir gezielt Produkte speziell für die Kunststofflackierung entwickeln. Der Einzug von Kunst- und Verbundwerkstoffen lässt auch die Nachfrage in der Klebetechnik steigen, da diese Stoffe nicht schweißbar sind und daher geklebt werden müssen.

F&E- UND PRODUKTHAFTUNGSRISIKEN

Innovationen können die erwartete Akzeptanz bei den Kunden verfehlen. Dem beugen wir vor, indem wir den Marktbedarf genau analysieren, Pilotkunden einbinden und nur Produkte mit schnellem Return on Investment für den Kunden entwickeln. Dies senkt auch das Risiko, aktivierte Entwicklungsleistungen außerplanmäßig abschreiben zu müssen.

Damit wir mit neuen Produkten keine Schutzrechte Dritter verletzen, beobachten wir gewissenhaft die relevanten Patentanmeldungen. Produkthaftungsfälle sind in unserem Geschäft selten. Dennoch schließen wir Produkthaftungsversicherungen ab und achten bei der Produktentwicklung genau auf Arbeitsschutzregelungen.

WETTBEWERBSRISIKEN

Im Geschäftsjahr 2011 hat unser japanischer Wettbewerber Taikisha eine Mehrheitsbeteiligung an dem kleineren italienischen Lackieranlagenbauer Geico erworben. Damit verbindet Taikisha das Ziel, seinen Marktzugang in Europa zu verbessern. Ebenfalls im vergangenen Jahr hat der deutsche Anlagenbauer Eisenmann das chinesische Unternehmen Hightec übernommen; Hightec ist unter anderem auf Kunststofflackiertechnik für die allgemeine Industrie spezialisiert. Aufgrund unserer führenden Technologie- und Abwicklungskompetenz sind wir davon überzeugt, dass wir durch die beiden Zusammenschlüsse keine Marktanteile einbüßen werden.

Weitere Pläne für Zusammenschlüsse von Wettbewerbern sind uns nicht bekannt. Auch Konkurrenzprodukte, die unsere Marktstellung gefährden könnten, sind nicht erkennbar. Weder in China noch in anderen wichtigen Märkten gibt es nennenswerte Benachteiligungen zugunsten inländischer Wettbewerber. Eine Abschwächung des Euro gegenüber US-Dollar und chinesischem Renminbi Yuan ist tendenziell positiv für uns. Ein starker Yen bedeutet einen Vorteil im Wettbewerb mit japanischen Unternehmen.

OPERATIVE RISIKEN

Besonders bei der Kalkulation langfristiger Projekte tritt das Risiko auf, dass wir Kosten unzureichend abschätzen. Aus diesem Grund werden sämtliche Projektkalkulationen durch die Zentralabteilung Global Proposal Assurance geprüft, bevor sie als Angebot an den Kunden gehen.

Bei langfristigen Großprojekten können Mehrkosten anfallen, falls wir Termine oder andere Vereinbarungen nicht einhalten. Auch die technische und logistische Komplexität eines Projekts kann zu Risiken führen. Dies gilt besonders für die Emerging Markets, da dort mehr Unwägbarkeiten bestehen. Daher haben wir für die Auftragsabwicklung in den Wachstumsmärkten spezielle Risikomanagement-Mechanismen entwickelt: dazu zählen ein engmaschiges Lieferanten-Monitoring, das Vertrags- und Claim-Management sowie regelmäßige Projekt-Reviews.

BESCHAFFUNGSRISIKEN

Verfügbarkeits- und Preisrisiken in der Beschaffung treten wir durch Rahmenverträge mit Vorzugslieferanten, die Bündelung von Einkaufsvolumina und ein Materialplanungssystem entgegen. Infolge des hohen Auftragseingangs hat unser Bedarf an Vorprodukten, Zulieferteilen und externen Fertigungskapazitäten zugenommen. Zugleich sind viele Lieferanten wegen der starken Nachfrage gut ausgelastet. Dies führte - verbunden mit steigenden Rohstoffpreisen - zu steigenden Beschaffungskosten und vereinzelt zu Engpässen bei der Verfügbarkeit geeigneter Zulieferer. Da wir über einen breiten Lieferantenstamm verfügen, konnten wir jedoch stets geeignete Bezugsquellen und Fertigungspartner finden. Das Insolvenzrisiko auf der Lieferantenseite hat sich infolge der hohen Auslastung deutlich reduziert.

In den Emerging Markets lässt sich nicht ausschließen, dass einzelne Unternehmen, die wir beauftragen, unsere Qualitäts- und Terminanforderungen nicht erfüllen. Daher überprüfen wir bei kritischen Lieferanten regelmäßig den Auftragsfortschritt. Zum Schutz unseres geistigen Eigentums geben wir in den Emerging Markets keine anspruchsvollen Konstruktionen an Auftragsfertiger. Aufgrund unserer breiten Lieferantenbasis sind wir nicht von einzelnen Unternehmen abhängig. Rahmenverträge über größere Volumina schließen wir nur mit Vorzugslieferanten guter Bonität.

PERSONALRISIKEN

Wir vermeiden es, Spezialwissen ausschließlich bei einzelnen Mitarbeitern zu bündeln, um uns vor dem Verlust von Know-how zu schützen. Wir fördern den Wissenstransfer in der Belegschaft zum Beispiel durch Dokumentation, interne Schulungen und Patenschaften; eine wichtige Rolle spielt auch unser konzernweites Intranet als Wissensplattform. Das Risiko von Wissensverlusten durch Personalabgänge ist in Deutschland relativ gering, da die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit mit 15 Jahren äußerst hoch und die Fluktuationsrate mit 4,7% vergleichsweise niedrig ist. Dagegen sind wir in den Emerging Markets einem höheren Fluktuationsrisiko ausgesetzt.

Auslastungsrisiken begegnen wir, indem wir in bestimmten Bereichen externe Zeitarbeitskräfte einsetzen. Dies ist zum Beispiel in der Fertigung und bei einfacheren Konstruktionsarbeiten der Fall.

Trotz der hohen Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften konnten wir im Jahr 2011 die meisten offenen Ingenieursstellen adäquat besetzen. Allerdings gingen weniger Bewerbungen ein, wodurch sich die Auswahl verkleinerte. Insgesamt gesehen bleiben die Absolventenzahlen in naturwissenschaftlichen und technischen Studienfächern hinter dem Bedarf in Deutschland zurück. Bei Dürr begegnen wir dem Risiko des Fachkräftemangels mit einer dreigliedrigen Strategie: Experten sollen durch eine nachhaltige Karriereplanung an das Unternehmen gebunden werden; auf dem Arbeits- und Absolventenmarkt positionieren wir uns durch ein professionelles Personal- und Hochschulmarketing; Trainees, Studenten an Dualen Hochschulen und Auszubildende werden nach Möglichkeit in feste Arbeitsverhältnisse übernommen.

IT-RISIKEN

IT-Risiken wie Datenverlust, Hacking oder Computerviren haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, sowohl was die Häufigkeit als auch das Schadenspotenzial betrifft. Wir begegnen diesen Risiken durch eine IT-Sicherheitsorganisation, IT-Sicherheitsrichtlinien sowie eine sicherheitsorientierte IT-Infrastruktur mit modernen Firewall- und Antivirenprogrammen. Back-up-Server, redundante Datenleitungen und unterbrechungsfreie Stromversorgungen verringern die Gefahr von Produktivitätsverlusten oder gar Komplettausfällen. Das Risiko von Hacker- und Ausspähungsangriffen erachten wir als branchenüblich.

UMWELT- UND FERTIGUNGSRISIKEN

Die Umwelt- und Arbeitssicherheitsrisiken an unseren Produktions- und Entwicklungsstandorten sind verhältnismäßig gering. Das liegt zum einen an unserer geringen Fertigungstiefe. Zum anderen werden gesundheits- und umweltschädliche Stoffe nur in begrenztem Umfang verwendet, zum Beispiel bei Versuchen in der Reinigungs- und Lackiertechnik. Ihr Einsatz unterliegt neben gesetzlichen Regelungen auch internen Richtlinien sowie den Vorgaben der entsprechenden Zertifizierungssysteme. Unsere Mitarbeiter werden regelmäßig in der Vermeidung von und im Umgang mit Gefahrensituationen geschult.

RECHTLICHE RISIKEN

Das bedeutendste rechtliche Risiko bei Dürr ist die Geltendmachung von Gewährleistungsansprüchen; auch Pönalen bei Lieferverzögerungen sind möglich. Bevor wir vertragliche Zusagen abgeben, etwa zu Verfügbarkeit und Leistung einer Anlage, werden mögliche haftungsrechtliche Konsequenzen sorgfältig geprüft. Ansprüche, die wir nicht erfüllen können, schließen wir aus. Auch Patentstreitigkeiten sind in unserem Geschäft möglich. Derzeit sind wir keinen außergewöhnlichen Rechtsstreitigkeiten ausgesetzt. Bei keinem der anhängigen Verfahren überschreitet der Streitwert einen niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Betrag.

WÄHRUNGS-, ZINS- UND LIQUIDITÄTSRISIKEN

Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken erläutern wir ausführlich im Konzernanhang zum Konzernabschluss unter Textziffer 40. Um Redundanzen zu vermeiden, geben wir im Folgenden nur einen kursorischen Überblick.

Bei den Währungsrisiken sind in erster Linie Translationsrisiken relevant, die bei der Umrechnung von Fremdwährungspositionen in Euro auftreten können. Wir stufen dieses Risiko als geschäftsüblich und verhältnismäßig gering ein. Transaktionsrisiken, die bei der Ausfuhr von Produkten entstehen können, spielen eine untergeordnete Rolle. Denn der Großteil der benötigten Güter wird vor Ort in Landeswährung gekauft oder lokal produziert. Auch Zinsänderungsrisiken haben keine wesentliche Bedeutung, da unsere Finanzverschuldung beinahe vollständig auf die festverzinsliche Anleihe entfällt.

Gegenwärtig bestehen keine außergewöhnlichen Liquiditäts- und Verschuldungsrisiken. Sowohl die Barlinie über 50 Mio. €, die Teil des syndizierten Kredits ist, als auch das EIB-Darlehen in Höhe von 40 Mio. € waren zum 31. Dezember 2011 ungenutzt; zudem standen uns flüssige Mittel in Höhe von 298,6 Mio. € zur Verfügung.

Unsere im September 2010 begebene Unternehmensanleihe wird erst im Jahr 2015 fällig. Folglich ist unsere komplette Fremdkapitalfinanzierung als langfristig einzustufen und wir unterliegen keinem Refinanzierungsdruck. Die Anleihebedingungen, die unter www.durr.de einsehbar sind, enthalten marktübliche Beschränkungen und Verpflichtungen für Dürr als Emittent. Sollten wir dagegen verstoßen, könnte der Anleihebetrag zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen fällig gestellt werden.

Der Vertrag zu unserem syndizierten Kredit sieht vor, dass wir bestimmte Finanzkennzahlen - so genannte Financial Covenants - einhalten müssen. Für die Financial Covenants, die vierteljährlich ermittelt werden, gilt ein rollierender Berechnungszeitraum von zwölf Monaten. Eine vorzeitige Kündigung des syndizierten Kredits durch das Bankenkonsortium ist nur möglich, falls wir die Covenants nicht einhalten und eine Zweidrittelmehrheit der beteiligten Banken für die Fälligstellung stimmt. Für das Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) gelten dieselben Covenants wie für den syndizierten Kredit. Auch hier könnte eine Verletzung der Covenants zu einer vorzeitigen Kündigung durch die EIB führen.

Wir halten keine Staatsanleihen, deren fristgerechte Rückzahlung unsicher ist. Daher besteht kein erhöhtes Risiko einer außerplanmäßigen Abschreibung bei den finanziellen Vermögenswerten oder Finanzanlagen.

GESAMTRISIKOSITUATION

Aus heutiger Sicht sind keine bestandsgefährdenden Risiken für den Konzern auszumachen. Im zweiten Halbjahr 2011 hat sich unser bewertetes Gesamtrisiko wieder erhöht, nachdem es seit Abklingen der Wirtschaftskrise von 2008/2009 sukzessive gesunken war. Ausschlaggebend für den jüngsten Anstieg sind vor allem zwei Faktoren:

Die gestiegenen Konjunkturrisiken könnten langfristig zu einem stärkeren Rückgang des Geschäftsvolumens führen, als wir momentan erwarten.
Die außerordentlich hohe Kapazitätsauslastung könnte kurzfristig zu Verzögerungen oder Mehrkosten in der Auftragsabwicklung führen.

Dennoch halten wir unsere Gesamtrisikosituation für beherrschbar: Im Fall einer Rezession in Europa wären die Auswirkungen auf Dürr relativ gering, da rund zwei Drittel unseres Geschäfts auf die stabileren Emerging Markets entfallen. Risiken, die von der hohen Kapazitätsauslastung ausgehen, begegnen wir durch eine Vielzahl an Maßnahmen. Dazu zählen die Einstellung zusätzlicher Kräfte in Stammbelegschaft und externer Mitarbeiterschaft, die Nutzung unseres flexiblen Zeitmodells und eine effektive konzernweite Kapazitätssteuerung.

RATINGS

Wir lassen seit September 2010 keine Ratings mehr anfertigen. Die Kursentwicklung - und damit die Rendite unserer Unternehmensanleihe - deutet jedoch darauf hin, dass sich unsere Bonität deutlich verbessert hat und künftige Anleiheemissionen gegebenenfalls zu günstigeren Konditionen möglich wären.

NACHTRAGSBERICHT DES KONZERNS

Mit Schreiben vom 14. Februar 2012 hat Herr Joachim Schielke mitgeteilt, dass er sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrats mit Ablauf der Hauptversammlung am 27. April 2012 niederlegen wird.

Ereignisse, welche die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wesentlich beeinflussten oder beeinflussen könnten, sind zwischen dem Beginn des laufenden Geschäftsjahres und dem 1. März 2012 nicht eingetreten.

PROGNOSEBERICHT DES KONZERNS

CHANCEN

CHANCENMANAGEMENTSYSTEM

Als Pendant zum Risikomanagementsystem betreiben wir ein aktives Chancenmanagementsystem. Die zentrale Rolle spielen dabei die Geschäftsbereiche: Sie stehen im permanenten Austausch mit Kunden, Lieferanten, Partnern und Marktbeobachtern und können dadurch frühzeitig neue Anforderungen und Einsatzmöglichkeiten für ihre Technologien und Produkte erkennen. Geschäftschancen entstehen häufig durch Produkt- und Prozessinnovationen der Automobilindustrie. Daher ist es unser Bestreben, so früh wie möglich in die Innovationsprozesse der Kunden eingebunden zu werden. Ein gutes Beispiel ist der Automobilleichtbau: Hier haben wir den Trend zum Einsatz neuer Materialien (zum Beispiel Kunststoffe, Glas- und Carbonfasern) frühzeitig erkannt und in der Klebetechnik ein entsprechendes Produktspektrum zum Fügen der neuen Werkstoffe aufgebaut.

Eine wichtige Rolle im Chancenmanagement spielen auch die F&E-Abteilungen des Konzerns. Sie untersuchen neue Möglichkeiten und Effizienzpotenziale in der Produktionstechnik und prüfen, welchen Beitrag Dürr leisten kann. Mit den Geschäftschancen rund um das Thema Elektromobilität beschäftigt sich ein spezielles eMobility-Team. Auch in der Energieeffizienztechnik bewertet ein Projektteam unterschiedliche Technologien, bevor wir uns für entsprechende Akquisitionen entscheiden.

In enger Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungsinstituten untersuchen wir, wie sich neue wissenschaftliche Erkenntnisse für unsere Produkte nutzen lassen. Zudem verfolgen wir aufmerksam, ob rechtliche Regelungen, zum Beispiel im Emissionsschutz, Bedarf an neuen Produktionstechnologien nach sich ziehen. Neben produktbezogenen Chancen bewerten wir auch Potenziale, die sich in einzelnen Regionen, mit bestimmten Kunden oder durch neue Geschäftsmodelle ergeben. Auch Chancen durch Prozessoptimierungen werden analysiert.

Die Dürr AG als Holdinggesellschaft unterstützt den Prozess des Chancenmanagements in zweierlei Hinsicht: Zum einen organisiert sie konzernübergreifende Workshops, in denen neue Geschäftschancen analysiert, definiert und in der Konzernstrategie verankert werden. Zum anderen stellt sie Finanzierungsmöglichkeiten bereit.

KONZERNWEITE CHANCEN

Wachstum in den Emerging Markets: Experten zufolge wird die Automobilindustrie zwischen 2011 und 2016 zusätzliche Produktionskapazitäten für rund 26 Mio. Einheiten aufbauen. Der Großteil davon wird in den Emerging Markets entstehen, wo im Jahr 2011 erstmals mehr Autos gebaut wurden als in den etablierten Märkten. In China, dem größten Automobilmarkt der Welt, dürfte die Light-Vehicle-Produktion zwischen 2011 und 2016 um durchschnittlich 12% pro Jahr zunehmen und rund 26 Mio. Einheiten erreichen. Um davon zu profitieren, investieren wir entsprechend stark in zusätzliches Personal und Produktionsflächen.
Anziehen des nordamerikanischen Markts: Auch für die USA werden weiter steigende Absatz- und Produktionszahlen prognostiziert, obwohl das Konjunkturumfeld schwierig bleibt. Ein wichtiger Faktor sind Ersatzkäufe, da das durchschnittliche Pkw-Alter nach langer Kaufzurückhaltung mittlerweile zehn Jahre beträgt. Nachdem in der Krise von 2008/2009 viele Produktionslinien dauerhaft stillgelegt wurden, benötigt die Automobilindustrie nun wieder neue Kapazitäten. Außerdem müssen viele Bestandsanlagen modernisiert werden. Ausländische Hersteller bauen neue Werke, um Marktanteile zu gewinnen, dagegen investieren die US-Hersteller in die Absicherung ihres Heimatmarkts.
Zusätzliches Potenzial im Service-Geschäft: Weltweit besteht eine breite Basis installierter Dürr-Anlagen, die wir mit Service-Leistungen versorgen: von der energetischen Optimierung über Kapazitätserweiterungen bis hin zur Ersatzteillieferung. Weiteres Potenzial im Service-Geschäft entsteht durch die zahlreichen Neuinstallationen, die wir gegenwärtig vornehmen. Mit einen dichten Netz an Service-Stützpunkten und neuen Service-Produkten erschließen wir dieses Potenzial.
Umweltschutz und Energieeffizienz: Weltweit werden die Energiepreise und Umweltstandards langfristig weiter steigen. Dadurch erwächst ein zunehmender Bedarf an nachhaltigen und energiesparenden Produktionsprozessen. Daran richten sich alle Dürr-Geschäftsbereiche unter dem neuen Claim "Leading in Production Efficiency" aus.
Weiterentwicklung in der Antriebstechnologie: Das hohe Tempo bei der Entwicklung sparsamer Verbrennungsmotoren generiert Investitionen in neue Reinigungs- und Auswuchttechnik. Auch die Elektromobilität bietet uns Chancen, zum Beispiel als Lieferant für automatisierte Batterie-Montagelinien.
Aufstrebende Hersteller in der Automobilindustrie: Aufstrebende Automobilproduzenten aus China und anderen Emerging Markets drängen immer stärker auf den Weltmarkt. Um ihre Expansionspläne zu realisieren, benötigen sie zusätzliche Fertigungskapazitäten und moderne Produktionstechnologien.
Neue Geschäftsfelder: Seit 2009 haben wir durch Technologieakquisitionen mehrere neue Nischenmärkte besetzt, die überdurchschnittlich gute Wachstumsperspektiven bieten. Dazu zählen unter anderem die Klebetechnik, die Feinstreinigungstechnik und die Auswuchttechnik für Turbolader. In der Befülltechnik dringen wir durch die Übernahme des dänischen Spezialunternehmens Agramkow in neue Applikationsbereiche vor. In der Energieeffizienztechnik eröffnet uns der Einstieg in die ORC-Technologie zusätzliche Marktchancen. In allen Fällen nutzen wir unser weltweites Netzwerk, um international zu expandieren.

CHANCEN IN DEN GESCHÄFTSBEREICHEN

Paint and Final Assembly Systems wird den Lokalisierungskurs in den Emerging Markets fortsetzen. Damit können wir den Anforderungen unserer Kunden besser entsprechen und weitere Kostensenkungspotenziale ausschöpfen. In China soll das Service-Geschäft ausgebaut werden. Basis dafür sind die zahlreichen Lackieranlagen, die wir seit 2009 errichtet haben. Weitere Chancen bietet neben dem anziehenden US-Markt auch Südostasien, wo die japanische Automobilindustrie stark vertreten ist. Den Zugang zu den japanischen Produzenten haben wir durch unsere Beteiligung an Parker Engineering erheblich verbessert. Im Modernisierungsgeschäft sehen wir vor allem Chancen bei der energetischen Optimierung von Lackierereien, zum Beispiel durch die Nachrüstung mit dem energiesparenden Lackierkabinensystem EcoDryScrubber.
Aircraft and Technology Systems hat seine Kundenbasis in den vergangenen Jahren erheblich vergrößert. Seit 2008 kamen 16 Neukunden hinzu, mit denen das Geschäft ausgebaut wird. Besonderes Augenmerk legen wir auf chinesische und russische Flugzeugbauer, die ehrgeizige Expansionspläne verfolgen. Chancen bietet außerdem unsere Kompetenz in der Montage und Lackierung von Flugzeugteilen aus Kohlefaser (CFK).
Application Technology wird seinen internationalen Expansionskurs in der Klebe- und Sealing-Technik fortsetzen. In der Lackapplikationstechnik eröffnen sich Chancen im Replacement-Geschäft. Beispiele sind der Wechsel von Lackiermaschinen auf flexiblere Lackierroboter sowie der Austausch älterer Zerstäuber durch die neue Produktgeneration EcoBell3. Weiteres Potenzial entsteht durch die fortschreitende Automatisierung der Fahrzeuginnenlackierung. Hinzu kommt der verstärkte Einsatz von Kunststoffteilen im Automobilbau; besonders in China besteht ein erhebliches Marktpotenzial für Kunststofflackiertechnik. Darüber hinaus wollen wir - ähnlich wie Paint and Final Assembly Systems - das Geschäft mit japanischen Kunden intensivieren. Neben dem Vertrieb kompletter Lackierrobotersysteme soll auch der Stand-alone-Verkauf von Applikationssystemen intensiviert werden.
Balancing and Assembly Products will das Auswuchttechnikgeschäft in China und Japan weiter ausbauen. Weitere Chancen bieten sich im Service-Geschäft und bei Mess- und Auswuchtsystemen für Turbolader. Da weltweit in zusätzliche Kraftwerke investiert wird, wächst auch der Bedarf an Auswuchtanlagen für Großturbinen. In der Prüftechnik besteht vor allem in China, Indien und Brasilien Wachstumspotenzial. In der Befülltechnik wollen wir die Mehrheitsbeteiligung an Agramkow nutzen, um das Geschäft im Segment Haushaltsgeräte auszuweiten. Im Automobilsegment bestehen in China die größten Potenziale für zusätzliches Geschäft.
Cleaning and Filtration Systems profitiert vom Downsizing-Trend in der Automobilindustrie. Denn für die Fertigung neuer, verbrauchsoptimierter Motoren werden spezielle Reinigungsanlagen benötigt. Darüber hinaus sorgt die zunehmende Variantenvielfalt im Motoren- und Getriebebau dafür, dass ältere Transferreinigungsanlagen durch flexible Robotersysteme ersetzt werden. Weitere Wachstumspotenziale bieten sich im Asiengeschäft und durch den Ausbau des weltweiten Service-Netzwerks.
Environmental and Energy Systems plant in der Abluftreinigung, das Geschäft mit den Schlüsselbranchen Chemie und Pharma auszubauen. Zudem soll die Marktdurchdringung in den Wachstumsmärkten China, Brasilien, Südkorea und Indien intensiviert werden. Großes Potenzial bietet sich in der Energieeffizienztechnik; hier haben wir mit der systematischen Vermarktung der neu erworbenen Organic-Rankine-Cycle-Technologie begonnen.
Energy Technology Systems arbeitet am Ausbau des Geschäfts mit Technologien zur energetischen Optimierung von Produktionsprozessen. Im Vordergrund steht zunächst die Akquisition geeigneter Technologien, die im zweiten Schritt weiterentwickelt und breit vermarktet werden sollen.

AUSBLICK DES KONZERNS

WACHSTUMSPROGNOSE BRUTTOINLANDSPRODUKT

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Veränderung gegenüber Vorjahr,

in %
2013 2012
Welt 4,0 3,2
Eurozone 1,0 -0,5
USA 3,0 2,5
China 8,3 8,6
Indien 8,0 7,3
Brasilien 5,0 3,3
Japan 1,2 0,5

Quelle: Deutsche Bank 01/2012

EMERGING MARKETS WEITER AUF WACHSTUMSKURS

Für 2012 erwarten Konjunkturforscher, dass sich das weltwirtschaftliche Wachstum gegenüber 2011 abschwächt. Besonders die westeuropäischen Volkswirtschaften leiden unter der Schuldenkrise in der Eurozone. Der Tiefpunkt des laufenden Zyklus dürfte im Winter 2011/2012 erreicht worden sein. Um die Märkte zu stimulieren, dürften die Notenbanken weiterhin günstiges Geld zur Verfügung stellen.

Auch weiterhin sind die größten Wachstumsraten in den Emerging Markets zu erwarten. Nahm die chinesische Regierung zuletzt ein langsameres Wachstum in Kauf, um die Inflation zu begrenzen, ist für 2012 wieder mit einem dynamischeren Kurs zu rechnen. Für die USA wird eine anhaltend stabile Wirtschaftsentwicklung prognostiziert, zumal das Land von den Schuldenproblemen in Europa nur wenig belastet wird. Die japanische Wirtschaft dürfte weiterhin nur moderat wachsen, obwohl nach dem Einbruch durch die Erdbebenkatastrophe Nachholeffekte zu beobachten sind.

Für 2013 ist aus heutiger Sicht mit einem weltweiten Wirtschaftswachstum von rund 4% zu rechnen. Der wichtigste Konjunkturmotor dürften auch weiterhin die Emerging Markets sein.

AUTOMOBILPRODUKTION 2012: WEITERER ANSTIEG

Für 2012 prognostiziert PricewaterhouseCoopers (PwC) eine Steigerung der Weltautomobilproduktion von rund 6%. Damit entspräche die Zunahme dem langfristigen Trendwachstum. Der historische Rückblick zeigt, dass die Automobilproduktion meist 1,3- bis 1,4-mal stärker wächst als das weltweite Bruttoinlandsprodukt. 2012 dürften rund 80 Millionen Pkws und leichte Nutzfahrzeuge gebaut werden - so viele wie nie zuvor. 2013 dürfte die Produktion auf 85 Mio. Einheiten steigen, vor allem weil in China, Brasilien, Indien und Osteuropa mit zweistelligen Wachstumsraten zu rechnen ist.

In den USA, dem zweitgrößten Absatzmarkt der Welt, wird die Automobilproduktion 2012 voraussichtlich um 8% zulegen, während für Westeuropa ein Rückgang erwartet wird. Die Wachstumsunterschiede zwischen den Emerging Markets und den etablierten Märkten dürften längerfristig Bestand haben.

PRODUKTION PKW UND LEICHTE NUTZFAHRZEUGE IN MIO. EINHEITEN (VERÄNDERUNG GEGENÜBER VORJAHR)

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Region 2009 2010 2011 2012 2013 * 2014 *
Nordamerika 8,5 (-32,5%) 11,9 (40,0%) 13,1 (10,1%) 13,8 (5,3%) 14,7 (6,5%) 15,5 (5,4%)
Mercosur 3,3 (-2,9%) 4,2 (27,3%) 4,2 (0,0%) 4,6 (9,5%) 5,0 (8,7%) 5,3 (6,0%)
Westeuropa 12,3 (-19,1%) 13,3 (8,1%) 13,6 (2,3%) 13,0 (-4,4%) 13,6 (4,6%) 14,4 (5,9%)
Osteuropa 4,4 (-29,0%) 5,6 (27,3%) 6,3 (12,5%) 6,8 (7,9%) 7,1 (4,4%) 7,7 (8,5%)
Asien 26,4 (0,4%) 34,0 (28,8%) 34,5 (1,5%) 38,2 (10,7%) 42,6 (11,5%) 46,5 (9,2%)
davon China 11,0 (46,7%) 14,4 (30,9%) 15,0 (4,2%) 16,4 (9,3%) 19,3 (17,7%) 22,2 (15,0%)
Andere 2,3 (-8,0%) 2,5 (8,7%) 2,6 (4,0%) 2,7 (3,8%) 2,7 (0,0%) 2,8 (3,7%)
Gesamt 57,2 (-13,6%) 71,5 (25,0%) 74,3 (3,9%) 79,1 (6,5%) 85,7 (8,3%) 92,2 (7,6%)

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Region 2015 * 2016 * CAGR ** 2011-2016
Nordamerika 15,9 (2,6%) 16,1 (1,3%) 4,2%
Mercosur 5,9 (11,3%) 6,4 (8,5%) 8,8%
Westeuropa 14,7 (2,1%) 15,0 (2,0%) 2,0%
Osteuropa 8,1 (5,2%) 8,4 (3,7%) 5,9%
Asien 49,6 (6,7%) 51,7 (4,2%) 8,4%
davon China 24,5 (10,4%) 26,0 (6,1%) 11,6%
Andere 2,9 (3,6%) 3,0 (3,4%) 2,9%
Gesamt 97,1 (5,3%) 100,6 (3,6%) 6,2%

* Prognose

** CAGR = Compound Annual Growth Rate (durchschnittliche jährliche Wachstumsrate)

Quelle: PwC, eigene Schätzungen

Im Jahr 2011 holte die Automobilindustrie viele Investitionen nach, die sie 2008/2009 krisenbedingt zurückgestellt hatte. Die Ertrags- und Finanzlage vieler Hersteller hat sich in den beiden vergangenen Jahren wesentlich verbessert. Zudem bieten sich der Branche in den Emerging Markets anhaltend gute Absatzperspektiven. Vor diesem Hintergrund erwarten wir auch für 2012 und 2013 hohe Investitionen, wenngleich sie das von Nachholeffekten geprägte Spitzenniveau des Jahres 2011 nicht ganz erreichen dürften. Ein beträchtlicher Teil der Investitionen wird voraussichtlich in die Modernisierung und Optimierung bestehender Werke fließen, um die Produktivität angesichts des steigenden Fertigungsvolumens zu erhöhen.

FLUGZEUGINDUSTRIE KURZFRISTIG MIT WACHSTUMSDELLE

Die Luftfahrtbranche wird im laufenden Jahr voraussichtlich weniger stark wachsen als 2011. Experten rechnen mit einem Plus von 3,5%, während für 2013 knapp 5% erwartet werden. Infolge ihrer hohen Auslastung dürften viele Airlines verstärkt in neue Flugzeuge investieren, zumal sie in der Krise 2008/2009 viele Anschaffungen verschoben hatten. Wir rechnen damit, dass die Investitionen der Fluglinien in derselben Größenordnung zunehmen wie das Passagier- und Transportaufkommen.

Zu den wichtigsten Investitionsmotiven der Flugzeughersteller zählen Effizienzsteigerungen, die termingerechte Einführung neuer Modelle und die Reduktion des Kerosinverbrauchs. Hinzu kommen der Einsatz innovativer Werkstoffe, zum Beispiel Kohlefaser, und die Globalisierung der Produktion. Im Jahr 2011 erteilte uns der Flugzeugbauer Irkut in Russland einen Großauftrag, auch die Kontakte zu Herstellern aus China haben wir ausgebaut. Wir rechnen mit einem erheblichen Anstieg der Investitionen in beiden Ländern, da die dortigen Hersteller auf den Weltmarkt drängen.

DEUTLICHES WACHSTUM IM BEREICH UMWELT- UND ENERGIEEFFIZIENZTECHNIK ANGESTREBT

Auch zukünftig wird die Automobilindustrie unser mit Abstand wichtigster Absatzmarkt bleiben. Infolge ihrer hohen Investitionen in den beiden zurückliegenden Jahren wird die Branche auch 2012 und 2013 über 80% unseres Umsatzes beitragen. Langfristig wird aber die Bedeutung anderer Kundengruppen wachsen. Dazu zählen zum einen Flugzeughersteller und die allgemeine Industrie, zum anderen werden wir das Geschäft mit Anlagen für Abluftreinigung und für die Steigerung der Energieeffizienz stark ausbauen. Dabei konzentrieren wir uns besonders auf Technologien zur Wärmerückgewinnung, beispielsweise ORC-Anlagen und Mikrogasturbinen zur Stromgewinnung aus industrieller Abwärme.

Nach der Beteiligung an dem Start-up-Unternehmen Cyplan sind für 2012 weitere Technologiezukäufe beabsichtigt. Zunächst werden die Aktivitäten in der Energieeffizienztechnik relativ geringe Umsätze und Erträge beisteuern. Bis 2015 strebt der Unternehmensbereich Clean Technology Systems (Abluftreinigungs- und Energieeffizienztechnik) jedoch ein Umsatzvolumen von über 200 Mio. € an.

AUFTRAGSEINGANG, UMSATZ, ERGEBNIS

Trotz der Konjunkturrisiken beurteilen wir unsere Geschäftsperspektiven für 2012 und 2013 positiv. In den Wachstumsmärkten der Automobilindustrie - Asien, Osteuropa und Südamerika - erwarten wir eine hohe Nachfrage nach neuen Automobilwerken. In Nordamerika planen unsere Kunden vor allem Renovierungs- und Optimierungsprojekte, aber auch die Vergabe mehrerer Neubauprojekte steht bevor. Die wichtigsten Investitionsmotive der Automobilindustrie sind der wachsende Kapazitätsbedarf, Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen, die Reduktion der Energiekosten und der Technologiewettlauf in der Antriebstechnik.

Aufgrund unserer starken Position vor Ort sollten wir auch weiterhin überdurchschnittlich von der konjunkturellen Dynamik in den Emerging Markets profitieren. Jeweils rund 60% von Umsatz und Auftragseingang dürften 2012 und 2013 aus diesen Märkten stammen. Die Bedeutung Westeuropas für unser Geschäft wird weiter abnehmen, während der nordamerikanische Markt wieder mehr ins Gewicht fallen sollte. Nachdem wir unsere Marktanteile in den Jahren 2010 und 2011 ausbauen konnten, gehen wir für 2012 und 2013 in den meisten Regionen von weiteren Zugewinnen aus. In China verfügen wir bereits heute über eine außerordentlich starke Marktposition.

Langfristig streben wir im Konzern ein nachhaltiges Umsatzwachstum von 5 bis 10% pro Jahr an. Dies setzt voraus, dass auch der Ausbau unserer neuen Geschäftsfelder plangemäß fortschreitet. Aus heutiger Sicht rechnen wir im Jahr 2012 mit einem Umsatzplus von mindestens 5% auf über 2,0 Mrd. €. Dafür sprechen der hohe Auftragsbestand und die anhaltend starke Nachfrage unserer Kunden. Wir weisen darauf hin, dass die Umsatzprognose für 2012 noch einige Unsicherheiten enthält, da sie in einem frühen Stadium des Jahres erstellt wurde.

Der Auftragseingang dürfte sich nach dem außerordentlich hohen Vorjahresniveau normalisieren und im Jahr 2012 mindestens 2,0 Mrd. € erreichen. Damit würde er nach wie vor erheblich über dem Vorkrisenniveau von 2007/2008 liegen. Da Umsatz und Auftragseingang voraussichtlich ein ähnliches Niveau erreichen werden, sollte sich der Auftragsbestand am Jahresende 2012 unverändert auf rund 2,1 Mrd. € belaufen.

Das Ergebnis dürfte auch 2012 überproportional zum Umsatz zulegen. Mit Blick auf unsere hohe Auslastung sowie Volumen- und Kostendegressionseffekte streben wir eine EBIT-Marge von 5,5 bis 6% an. Das Finanzergebnis wird sich 2012 voraussichtlich leicht abschwächen. Maßgeblich dafür ist, dass wir beim Kauf des Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen die Finanzierung von der veräußernden Leasinggesellschaft übernommen haben. Allerdings erhöht sich das EBIT, da die Leasingaufwendungen für den Dürr-Campus entfallen. Per Saldo ergibt sich aus dem Campus-Erwerb ein leicht positiver Effekt auf das Ergebnis vor Steuern.

Der Steueraufwand wird parallel zur Ertragsverbesserung steigen, während die Steuerquote durch die Nutzung steuerlicher Verlustvorträge bei 25% verharren sollte. Dementsprechend dürfte sich das Ergebnis nach Steuern um mindestens 15% verbessern. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2012 soll gemäß unserer Ausschüttungspolitik zwischen 30 und 40% des Konzerngewinns betragen und ebenfalls um mindestens 15% steigen.

Für 2013 planen wir Zuwächse von jeweils rund 5% bei Auftragseingang und Umsatz. Auch das operative Ergebnis soll weiter zunehmen, sodass die EBIT-Marge den im Rahmen unserer Strategie angestrebten Wert von 6% erreicht. Positive Ergebniseffekte erwarten wir unter anderem aus der Kostendegression und aus höheren Margen im Projektgeschäft. Das Finanzergebnis wird sich 2013 voraussichtlich geringfügig verbessern. Unsere relativ niedrige Steuerquote dürfte sich normalisieren und rund 30% erreichen, was zu einem maßvollen Anstieg des Steueraufwands führen sollte. Dennoch ist 2013 mit einem weiter steigenden Ergebnis nach Steuern und damit einhergehend mit einer abermaligen Anhebung der Dividende zu rechnen. Unsere Ausschüttungsquote soll unverändert 30 bis 40% des Konzernüberschusses betragen.

UNTERNEHMENSBEREICHE

Alle Unternehmensbereiche planen Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis in den Jahren 2012 und 2013. Dies setzt allerdings voraus, dass die positive Konjunkturentwicklung in den BRIC-Staaten anhält. Die Auftragseingänge werden, wie auch im Gesamtkonzern, unter den hohen Werten des Ausnahmejahres 2011 liegen.

AUSBLICK UNTERNEHMENSBEREICHE

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Umsatz (Mio. €) Auftragseingang (Mio. €) EBIT-Marge (%)
2012e 2013e 2012e 2013e 2012e 2013e
--- --- --- --- --- --- ---
Paint and Assembly Systems 900 940 950 1.000 4 bis 5 4 bis 5
Application Technology 440 470 400 450 7 bis 8 8 bis 9
Measuring and Process Systems 570 590 550 550 5 bis 6 6 bis 7
Clean Technology Systems 90 100 100 110 5 bis 6 5 bis 6

CASHFLOW

Der operative Cashflow wird im Jahr 2012 voraussichtlich leicht zurückgehen, aber - genauso wie der Free Cashflow - klar positiv ausfallen. Neben den Einnahmen und Erträgen dürfte auch das Net Working Capital steigen, zum einen weil viele Aufträge im Anlagenbau ein fortgeschrittenes Abwicklungsstadium erreichen, zum anderen weil sich die Anzahlungen von Kunden nach dem sehr hohen Niveau des Jahres 2011 wieder normalisieren dürften. Für 2013 erwarten wir, dass die Einnahmen und Erträge weiter zunehmen, während der operative Cashflow und der Free Cashflow mindestens das Niveau von 2012 erreichen sollten.

INVESTITIONEN

Für 2012 sind Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von rund 20 Mio. € geplant (ohne Akquisitionen), die vor allem in Ersatzbeschaffungen fließen werden. Im Jahr 2013 wird das Investitionsvolumen voraussichtlich um rund 10 Mio. € steigen, da wir in Schanghai einen neuen Standort aufbauen, um das Maschinenbaugeschäft zu erweitern. Für 2012 und 2013 sind weitere Technologieakquisitionen geplant, um das Kerngeschäft zu stärken und die neuen Aktivitäten im Bereich Energieeffizienz/Wärmerückgewinnung voranzutreiben. Das Volumen der beabsichtigten Zukäufe dürfte in beiden Jahren 10 Mio. € überschreiten.

LIQUIDITÄT, EIGENKAPITAL UND FINANZIERUNG

An den Bilanzstichtagen 2012 und 2013 dürfte der Nettofinanzstatus aus heutiger Sicht zwischen null und +50 Mio. € betragen (31.12.2011: +51,8 Mio. €), während die flüssigen Mittel jeweils über 200 Mio. € liegen sollten. Über die voraussichtlichen Auszahlungen aus den Finanzverbindlichkeiten und aus den derivativen Finanzinstrumenten informiert Textziffer 38 im Konzernanhang zum Konzernabschluss. Wir rechnen damit, dass das Eigenkapital weiter zunimmt und die Eigenkapitalquote bis 2013 wieder auf über 25% steigt.

Die bevorstehenden Akquisitionen und die Expansion im Bereich Energieeffizienz/Wärmerückgewinnung sollen aus dem Cashflow beziehungsweise aus den liquiden Mitteln finanziert werden. Für 2012 und 2013 sind aus heutiger Sicht keine weiteren Anleiheemissionen geplant. Den syndizierten Kredit wollen wir allenfalls zum Ausgleich temporärer Schwankungen im Net Working Capital in Anspruch nehmen. Eine Kapitalerhöhung ist nicht geplant.

BESCHAFFUNG

Unser übergeordnetes Ziel ist es, die Materialkosten nicht stärker als den Umsatz ansteigen zu lassen. Für 2012 rechnen wir mit Blick auf das geringere Wachstum der Weltwirtschaft mit konstanten Beschaffungspreisen; daher dürften die Materialkosten proportional zum Umsatz steigen. Auch 2013 werden sich Umsatz und Materialkosten voraussichtlich parallel entwickeln. Um Preisvorteile zu nutzen, werden wir verstärkt Beschaffungsmärkte in Osteuropa und Asien nutzen.

MITARBEITER

Bis Ende 2012 werden wir die Mitarbeiterzahl im Konzern voraussichtlich um rund 300 Personen steigern. Der Großteil der zusätzlichen Stellen wird in den Emerging Markets geschaffen, wo wir bis Ende 2013 eine Quote von 33% der Konzernbelegschaft anstreben (31.12.2011: 31%). In den etablierten Märkten wird die Mitarbeiterzahl allenfalls leicht steigen. Bei den Personalkosten rechnen wir für 2012 und 2013 mit einem Zuwachs von jeweils 10%. Ausschlaggebend dafür sind vor allem das steigende Lohnniveau in den Emerging Markets und die höhere durchschnittliche Mitarbeiterzahl.

FORSCHUNG & ENTWICKLUNG

Unserer Strategie entsprechend sollen sowohl die F&E-Aufwendungen als auch die Zahl der F&E-Mitarbeiter in den kommenden Jahren weiter steigen. In der Produktentwicklung werden auch weiterhin die folgenden Themen im Vordergrund stehen:

Stückkostenreduktion im Automobilbau,
neue Service-Produkte,
Erweiterung des Produktspektrums für die Emerging Markets,
Umwelttechnik und Energieeffizienz.

ZUSAMMENFASSUNG ZUR VORAUSSICHTLICHEN ENTWICKLUNG

In den kommenden Jahren erwarten wir eine anhaltend positive Entwicklung des Konzerns, sofern die europäische Schuldenkrise und die damit einhergehenden Risiken nicht weiter eskalieren. Die Anzahl der Projektanfragen unserer Kunden bewegt sich auf anhaltend hohem Niveau, da besonders in den Emerging Markets hohe Investitionen in neue Werke geplant werden. Dies sorgt, zusammen mit unserem hohen Auftragsbestand, für eine gute Visibilität des zukünftigen Geschäftsverlaufs. In den Jahren 2012 und 2013 rechnen wir mit Umsatzsteigerungen von jeweils mindestens 5%. Das Ergebnis soll auch weiterhin überproportional zum Umsatz steigen; 2012 streben wir eine EBIT-Marge von 5,5 bis 6% an, 2013 sollen es 6% werden. Unsere Aktionäre wollen wir durch höhere Dividenden am Unternehmenserfolg teilhaben lassen.

ANGABEN GEMÄSS §§ 289 ABS. 4 UND 315 ABS.4 HGB

ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALS: Das gezeichnete Kapital der Dürr AG ist in 17.300.520 voll stimmberechtigte Inhaber-Stammaktien eingeteilt. Die Rechte und Pflichten, die mit dem Besitz von Stammaktien verbunden sind, ergeben sich aus dem Aktiengesetz.
STIMMRECHTS-/ÜBERTRAGUNGSBESCHRÄNKUNGEN UND ENTSPRECHENDE VEREINBARUNGEN: Im Zuge erbrechtlicher Regelungen bereiten die Heinz Dürr GmbH und die Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH den Abschluss eines Poolvertrags/Stimmbindungsvertrags hinsichtlich der von ihnen gehaltenen Aktien der Dürr AG vor. Zusammen verfügen die Heinz Dürr GmbH und die Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH derzeit über 29,97% der Stimmrechte. Darüber hinaus sind dem Vorstand keine Pool-Vereinbarungen von Aktionären der Dürr AG bekannt. Es bestehen gesetzliche Stimmrechtsbeschränkungen nach § 28 S. 1 WpHG (Verletzung von Mitteilungspflichten), § 71b AktG (Rechte aus eigenen Aktien) und § 136 Abs. 1 AktG (Stimmrechtsausschluss bei bestimmten Interessenkollisionen).
BETEILIGUNGEN, DIE 10% ÜBERSCHREITEN: Die Heinz Dürr GmbH ist mit 26,5% am Grundkapital der Dürr AG beteiligt. Unter Berücksichtigung des Anteilsbesitzes der Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH (3,47%) kontrolliert die Familie Dürr 29,97% der Aktien (Stand: Februar 2012).
AKTIEN MIT SONDERRECHTEN: Es existieren keine Aktien der Dürr AG, die Sonderrechte einräumen.
STIMMRECHTSKONTROLLE, WENN ARBEITNEHMER AM KAPITAL BETEILIGT SIND UND IHRE KONTROLLRECHTE NICHT UNMITTELBAR AUSÜBEN: Es existieren keine Arbeitnehmerbeteiligungen, bei denen Kontrollrechte nicht unmittelbar ausgeübt werden.
BESTIMMUNGEN ZUR ERNENNUNG UND ABBERUFUNG DER VORSTANDSMITGLIEDER: Die anzuwendenden gesetzlichen Bestimmungen finden sich in den §§ 84 und 85 des Aktiengesetzes (AktG) sowie in § 31 des Mitbestimmungsgesetzes (MitbestG). Die Satzung der Dürr AG enthält keine von den gesetzlichen Regelungen abweichenden Bestimmungen.
BESTIMMUNGEN ZUR ÄNDERUNG DER SATZUNG: § 179 AktG sieht für Satzungsänderungen die Zustimmung durch die Hauptversammlung vor. Sofern es sich nicht um die Änderung des Unternehmensgegenstands handelt, ist gemäß § 20 (1) der Satzung die einfache Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals ausreichend. Gemäß § 4 (4) und § 5 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, bei Ausnutzung des bedingten oder genehmigten Kapitals die Fassung der Satzung entsprechend der Ausnutzung zu ändern.
BEFUGNISSE DES VORSTANDS HINSICHTLICH DER MÖGLICHKEIT, AKTIEN AUSZUGEBEN ODER ZURÜCKZUKAUFEN: Informationen zu diesem Punkt finden Sie unter Textziffer 25 im Konzernanhang zum Konzernabschluss.
VEREINBARUNGEN FÜR DEN FALL EINES KONTROLLWECHSELS INFOLGE EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS: § 5 der Bedingungen unserer Unternehmensanleihe sieht vor, dass die Anleihegläubiger das Recht haben, im Falle eines Kontrollwechsels die vorzeitige Rückzahlung ihrer Schuldverschreibungen von der Dürr AG zu verlangen. Der Rückzahlungsbetrag beträgt in diesem Fall 101% des Nennbetrags zuzüglich aufgelaufener und nicht gezahlter Zinsen bis zum Rückzahlungstag. Ein Kontrollwechsel liegt vor, wenn eine Person oder eine gemeinsam handelnde Gruppe von Personen der rechtliche oder wirtschaftliche Eigentümer von mehr als 50% der Stimmrechte der Dürr AG geworden ist. Derartige Regelungen sind üblich und in vergleichbarer Form auch in den Anleihebedingungen anderer Emittenten enthalten. Sie dienen zur Absicherung der Interessen der Anleiheinhaber.

Die Vertragsbedingungen unseres syndizierten Kredits sehen vor, dass im Falle eines Kontrollwechsels keine zusätzlichen Barinanspruchnahmen vorgenommen oder Avale beantragt werden können. Außerdem können alle Kreditzusagen durch die Mehrheitsbanken aufgehoben werden, sodass der gesamte syndizierte Kredit zurückzuführen wäre. Über einen Kontrollwechsel muss der Agent, der die Interessen des Bankenkonsortiums vertritt, unverzüglich nach Kenntniserlangung informiert werden. Ein Kontrollwechsel liegt vor, wenn (i) die Dürr AG unmittelbar oder mittelbar abhängiges Unternehmen einer anderen Person außer denjenigen Mitgliedern der Familie Dürr, die im Zeitpunkt des Abschlusses der Neufassung des Kreditvertrags direkte oder indirekte Aktionäre der Dürr AG waren, oder einer Gesellschaft wird, die nicht von den vorgenannten Mitgliedern der Familie Dürr oder deren gesetzlichen Erben beherrscht wird; (ii) eine Person oder gemeinsam handelnde Personen im Sinne des § 2 Abs. 5 WpÜG (außer den vorgenannten Mitgliedern der Familie Dürr oder deren gesetzlichen Erben) beherrschenden Einfluss auf die Dürr AG erlangen. Abhängiges Unternehmen in diesem Sinne bedeutet ein Unternehmen, auf das eine andere Person direkt oder indirekt einen beherrschenden Einfluss ausübt oder dessen Anteile zu mehr als 50,0% direkt oder indirekt durch eine andere Person gehalten werden. Beherrschender Einfluss in diesem Sinne bedeutet die Fähigkeit, die Angelegenheiten der Dürr AG zu lenken oder die Zusammensetzung des Vorstands oder des Aufsichtsrats der Dürr AG (soweit er durch die Aktionäre bestimmt wird) zu kontrollieren.
ENTSCHÄDIGUNGSVEREINBARUNGEN BEI ÜBERNAHMEANGEBOTEN: Die Mitglieder des Vorstands verfügen im Fall einer Übernahme über eine Option auf Weiterbeschäftigung oder Ausscheiden gegen eine Entschädigung. Details enthält das Kapitel "Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat". Weitere diesbezügliche Vereinbarungen bestehen nicht.

BERICHT ÜBER DIE BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN

Der Vorstand der Dürr AG hat gemäß § 312 Aktiengesetz einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt und darin folgende Schlusserklärung abgegeben: "Unsere Gesellschaft sowie die mit unserer Gesellschaft verbundenen Unternehmen erhielten bei jedem im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung. Dieser Beurteilung liegen Umstände zugrunde, die uns im Zeitpunkt der berichtspflichtigen Vorgänge bekannt waren."

Bietigheim-Bissingen, den 1. März 2012

Dürr Aktiengesellschaft

Der Vorstand

RALF W. DIETER

RALPH HEUWING

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2011

DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART

AKTIVA

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Tsd. € Anhang 31.12.2011 31.12.2010
A. Anlagevermögen (1)
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 742 891
II. Sachanlagen 154 105
III. Finanzanlagen 470.739 489.903
471.635 490.899
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (2) 122.218 99.130
II. Flüssige Mittel (3) 141.954 138.916
264.172 238.046
C. Rechnungsabgrenzungsposten (4) 84 64
D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus Vermögensverrechnung (5) 809 747
Summe AKTIVA 736.700 729.756
Passiva
Tsd. € Anhang 31.12.2011 31.12.2010
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital (6) 44.289 44.289
II. Kapitalrücklage (7) 200.464 200.464
III. Bilanzgewinn (8) 76.962 71.659
321.715 316.412
B. Rückstellungen (10) 9.777 7.902
C. Verbindlichkeiten (11) 402.357 401.830
D. Rechnungsabgrenzungsposten (12) 2.851 3.612
Summe PASSIVA 736.700 729.756

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2011

DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART

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Tsd. € Anhang 2011 2010
1. Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen (14) 34.423 49.190
2. Beteiligungsergebnis (14) 34.423 49.190
3. Bestandsveränderung (15) - -5.410
4. Sonstige betriebliche Erträge (16) 28.071 30.028
5. Aufwendungen für bezogene Leistungen (17) - -2.799
6. Personalaufwand (18) -10.202 -6.796
7. Abschreibungen (1) -353 -340
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen (19) -26.709 -17.199
9. Zinsergebnis (20) -13.004 -17.212
10. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 12.226 29.462
11. Steuern (21) -1.733 -391
12. Jahresüberschuss 10.493 29.071
13. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 66.469 42.588
14. Bilanzgewinn 76.962 71.659

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2011

DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART

I. GRUNDLAGEN UND METHODEN

Der Jahresabschluss wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften der §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB und den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt. Im Interesse einer besseren Übersichtlichkeit sind in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang gesondert aufgeführt und erläutert.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

II. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

Die ausgewiesenen Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten sind nach den handelsrechtlichen Vorschriften unverändert gegenüber dem Vorjahr bilanziert.

III. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

1. ANLAGEVERMÖGEN

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist dem Anhang als Anlage A beigefügt. Die Aufstellung des Anteilsbesitzes ist als Anlage B beigefügt.

IMMATERIELLES ANLAGEVERMÖGEN

Die erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten aktiviert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer linear beziehungsweise auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert abgeschrieben.

SACHANLAGEN

Zugänge zu Sachanlagen werden zu den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert. Den planmäßigen Abschreibungen liegt die lineare Abschreibungsmethode auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zugrunde. Falls notwendig werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den beizulegenden Zeitwert vorgenommen.

Geringwertige Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert bis zu 410,00 € werden seit dem Geschäftsjahr 2010 im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Bis 2009 wurden für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als 150,00 € bis 1.000,00 € der jährlich steuerlich zu bildende Sammelposten aus Vereinfachungsgründen in die Handelsbilanz übernommen und pauschaliert jeweils 20 Prozent p.a. im Zugangsjahr und den vier darauf folgenden Jahren abgeschrieben.

FINANZANLAGEN

Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Langfristige verzinsliche Ausleihungen werden mit ihrem Nominalbetrag bzw. mit ihrem Sicherungskurs bewertet. Der als Ausleihungen ausgewiesene Betrag betrifft, wie im Vorjahr, ausschließlich Ausleihungen an verbundene Unternehmen.

2. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE

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Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 79.261 91.744
Sonstige Vermögensgegenstände 42.957 7.386
122.218 99.130

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden zum Nennwert unter Abzug gebotener Wertberichtigungen bilanziert. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind innerhalb eines Jahres fällig. Soweit in den Forderungen Fremdwährungsforderungen enthalten sind, sind diese mit dem Stichtagskurs bewertet.

Auf die Anpassung auf den Stichtagskurs wird bei Kurssicherung durch ein Devisentermingeschäft verzichtet.

Unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 11 Tsd. € (Vorjahr: 9 Tsd. €) ausgewiesen.

3. FLÜSSIGE MITTEL

Die Position enthält neben dem Kassenbestand die Guthaben bei Kreditinstituten. Guthaben bei Kreditinstituten in Fremdwährung wurden zum Stichtagskurs umgerechnet. Guthaben bei Kreditinstituten aus Termingeldern wurden, soweit ihre Laufzeit drei Monate übersteigt, in den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen.

4. AKTIVE RECHNUNGSABGRENZUNG

Im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden im Voraus entrichtete Beträge periodengerecht abgegrenzt.

5. AKTIVER UNTERSCHIEDSBETRAG AUS VERMÖGENSVERRECHNUNG

Der aktive Unterschiedsbetrag resultiert aus der Saldierung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB von Altersversorgungsverpflichtungen mit Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind (Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB). Bei den Vermögensgegenständen handelt es sich um Rückdeckungsversicherungen zur Sicherung der Altersversorgungsverpflichtungen.

Angaben zur Verrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB für Altersversorgungsverpflichtungen (VORaBProgramm):

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Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden 1.035 818
Anschaffungskosten der Vermögensgegenstände 1.640 1.387
Beizulegender Zeitwert der Vermögensgegenstände 1.844 1.551
Verrechnete Erträge 221 247
Verrechnete Aufwendungen 176 78

Der beizulegende Zeitwert eines Rückdeckungsversicherungsanspruchs besteht aus dem so genannten geschäftsplanmäßigen Deckungskapital des Versicherungsunternehmens zuzüglich eines etwa vorhandenen Guthabens aus Beitragsrückerstattungen (sog. Überschussbeteiligung).

6. GEZEICHNETES KAPITAL

Grundkapital

Das Grundkapital der Dürr AG betrug zum 31. Dezember 2011 44.289 Tsd. € (Vorjahr: 44.289 Tsd. €) und setzte sich aus 17.300.520 Aktien (Vorjahr: 17.300.520 Aktien) zusammen. Jede Aktie repräsentiert einen Anteil am gezeichneten Kapital in Höhe von 2,56 € und lautet auf den Inhaber. Die ausgegebenen Aktien waren zu jedem Bilanzstichtag vollständig eingezahlt.

Ermächtigung des Vorstands zum Erwerb und zur Veräußerung eigener Aktien

Die Hauptversammlung vom 30. April 2010 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 29. April 2015 einmalig oder mehrfach, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke, eigene auf den Inhaber lautende Stückaktien über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots zu erwerben. Die Anzahl der so erworbenen Aktien darf zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des jeweiligen Grundkapitals betragen. Die Ermächtigung darf nicht zum Zwecke des Handels in eigenen Aktien genutzt werden. Der Gegenwert für den Erwerb der Aktien darf im Falle des Erwerbs über die Börse vom Börsenkurs nicht um mehr als 5% abweichen. Im Falle eines öffentlichen Kaufangebots an alle Aktionäre darf der Erwerbspreis bis zu 20% über dem Börsenkurs liegen, muss jedoch mindestens dem Börsenkurs entsprechen.

Ferner wurde der Vorstand von der Hauptversammlung ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats aufgrund der vorgenannten oder einer früheren Ermächtigung erworbene Aktien über die Börse oder durch ein öffentliches Kaufangebot an alle Aktionäre zu veräußern. In näher bestimmten Fällen dürfen die Aktien auch in anderer Weise und damit unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre veräußert werden. Schließlich ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats erworbene Aktien ohne Kapitalherabsetzung ganz oder teilweise einzuziehen, ohne dass dies eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf.

Genehmigtes Kapital

Die Hauptversammlung vom 30. April 2009 hat den Vorstand ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 30. April 2014 um bis zu 22.145 Tsd. € gegen Sach- oder Bareinlagen einmalig oder mehrmals durch die Ausgabe von bis zu 8.650.260 Inhaber-Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital).

Bedingtes Kapital

Die Hauptversammlung vom 30. April 2010 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 29. April 2015 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibun gen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte, Gewinnschuldverschreibungen oder Kombinationer dieser Instrumente mit oder ohne Laufzeitbegrenzung im Gesamtnennbetrag von bis zu 221.447 Tsd. € zu begeben. Zu diesem Zweck ist das Grundkapital um bis zu 22.145 Tsd. € durch Ausgabe von bis zu 8.650.260 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien in der Form von Stammaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital).

7. KAPITALRÜCKLAGE

Die Kapitalrücklage enthält die Aufgelder aus der Ausgabe von Aktien und betrug zum 31. Dezember 2011 wie zum Vorjahresstichtag 200.464 Tsd. €. Die Kapitalrücklage unterliegt den Verfügungsbeschränkungen des § 150 AktG.

8. BILANZGEWINN

Der Bilanzgewinn hat sich wie folgt entwickelt:

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Tsd. €
Bilanzgewinn am 31. Dezember 2010 71.659
Dividendenausschüttung -5.190
Jahresüberschuss 2011 10.493
Bilanzgewinn am 31. Dezember 2011 76.962

9. AUSSCHÜTTUNGS-, ABFÜHRUNGS- UND ENTNAHMESPERRE (vgl. § 285 Nr. 28 HGB)

Aus der Aktivierung von Vermögensgegenständen zum beizulegenden Zeitwert ergibt sich eine Ausschüttungssperre in Höhe von 895 Tsd. € (Vorjahr: 1.047 Tsd. €).

10. RÜCKSTELLUNGEN

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Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Rückstellungen für Pensionen 3.910 4.312
Steuerrückstellungen 960 250
Sonstige Rückstellungen 4.907 3.340
9.777 7.902

Pensionsverpflichtungen

Die Pensionsverpflichtungen und Jubiläumsverpflichtungen wurden nach dem Projected-Unit-Credit-Verfahren (PUC-Verfahren) berechnet. Bei der Festlegung des laufzeitkongruenten Rechnungszinssatzes wurde von dem Wahlrecht nach § 253 Abs. 2 S. 2 HGB Gebrauch gemacht. Dabei dürfen Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen pauschal mit einem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst werden, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt.

Der Berechnung der Pensionsverpflichtungen liegen die Wahrscheinlichkeitswerte nach den "Richttafeln 2005 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde.

Die Beträge aus der erstmaligen Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes wurden vollständig im Geschäftsjahr 2009 dem außerordentlichen Ergebnis zugeführt. Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen, unbelastet und insolvenzsicher sind sowie ausschließlich zur Erfüllung von Schulden aus Pensionsverpflichtungen dienen (Planvermögen), wurden gemäß § 246 Abs. 2 S. 2 HGB unmittelbar mit den korrespondierenden Schulden verrechnet.

a) Herkömmliche Pensionsverpflichtungen

Der verwendete Rechnungszinssatz beträgt 5,13% (Vorjahr: 5,17%).

Bei den Bewertungen wurde berücksichtigt, dass ein begünstigter Mitarbeiter vor Eintritt eines Versorgungsfalls aufgrund einer Arbeitnehmer- oder Arbeitgeberkündigung ausscheiden kann. In die Berechnungen mit eingeflossen ist daher eine unternehmensspezifische Fluktuationsrate von 4,7% (Vorjahr: 5,0%).

Bei den gehaltsabhängigen Versorgungszusagen wurden in die Berechnung langfristig erwartete Gehaltsentwicklungen mit einbezogen, die von diversen Kriterien (Inflation, Produktivität, Karriere u.a.) abhängen. Als unternehmensspezifischer Parameter für die langfristige Gehaltssteigerung wurde eine Rate von 3,0% (Vorjahr: 2,8%) verwendet.

Des Weiteren ist eine Rentenanpassungsrate von 2,0% (Vorjahr: 2,0%) in die Berechnung der Pensionsverpflichtung mit eingeflossen.

Angaben zur Verrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB:

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Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden 7.976 8.349
Anschaffungskosten der Vermögensgegenstände 3.005 2.711
Beizulegender Zeitwert der Vermögensgegenstände 4.066 4.037
Verrechnete Erträge - 566
Verrechnete Aufwendungen 256 -

Der beizulegende Zeitwert eines Rückdeckungsversicherungsanspruchs besteht aus dem so genannten geschäftsplanmäßigen Deckungskapital des Versicherungsunternehmens zuzüglich eines etwa vorhandenen Guthabens aus Beitragsrückerstattungen (sog. Überschussbeteiligung).

b) VORaB-Programm

Die Gesellschaft hat ihren Beschäftigten die Möglichkeit angeboten, eine arbeitnehmerfinanzierte Versorgungszusage (VORaB-Programm) in Anspruch zu nehmen. Dabei können die Berechtigten bestimmte Teile ihrer künftigen Bezüge in eine Anwartschaft auf betriebliche Zusatzleistungen umwandeln. Zur Absicherung und Finanzierung der daraus resultierenden Verpflichtung hat die Gesellschaft eine Rückdeckungsversicherung auf das Leben der Berechtigten abgeschlossen. Die daraus resultierenden Leistungen stehen ausschließlich der Gesellschaft zu. Die Höhe der Altersrente entspricht der Leistung aus der von der Gesellschaft abgeschlossenen Rückdeckungsversicherung, die sich aus einer garantierten Rente sowie den vom Versicherer zugeteilten Überschussanteilen zusammensetzt. Die Verpflichtung aus der Versorgungszusage bilanziert die Gesellschaft saldiert mit dem Planvermögen aus der Rückdeckungsversicherung, wobei sich durch versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste eine Über- bzw. Unterdeckung ergeben kann.

Der verwendete Rechnungszinssatz beträgt 5,13% (Vorjahr: 5,17%).

Des Weiteren ist eine Rentenanpassungsrate von 2,0% (Vorjahr: 2,0%) in die Berechnung der Pensionsverpflichtung mit eingeflossen.

Im Berichtsjahr ergab sich aus der Saldierung ein aktiver Unterschiedsbetrag, siehe dazu die Ausführungen unter Punkt (5).

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen die erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bewertet worden (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen). Sie betreffen im Wesentlichen die noch zu erwartenden Kosten aus Tantiemezahlungen, Rückstellungen für ausstehende Rechnungen, Jahresabschluss-, Prüfungs- und Beratungskosten sowie Kosten der Hauptversammlung bzw. des Geschäftsberichts.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst.

Die Rückstellungen für betriebliche Wertguthaben werden mit der entsprechenden Insolvenzsicherung gemäß § 246 Abs. 2 HGB saldiert ausgewiesen.

Angaben zur Verrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB für betriebliche Wertguthaben:

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Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden 179 155
Anschaffungskosten der Vermögensgegenstände 165 165
Beizulegender Zeitwert der Vermögensgegenstände 169 169

11. VERBINDLICHKEITEN

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davon mit einer Restlaufzeit
Tsd. € Gesamt bis 1 Jahr über 1 bis 5 Jahre
--- --- --- ---
Anleihen 225.000 - 225.000
(2010) (225.000) - (225.000)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 346 346 -
(2010) (331) (331) (-)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 171.747 171.747 -
(2010) (171.031) (171.031) (-)
Sonstige Verbindlichkeiten 5.264 5.264 -
(2010) (5.468) (5.468) (-)
davon aus Steuern 739 739 -
(2010) (375) (375) (-)
31. Dezember 2011 402.357 177.357 225.000
31. Dezember 2010 (401.830) (176.830) (225.000)

Sämtliche Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag bewertet. Soweit in den Verbindlichkeiten Fremdwährungsverbindlichkeiten enthalten sind, sind diese grundsätzlich mit dem Stichtagskurs bewertet.

Auf die Anpassung auf den Stichtagskurs wird bei Kurssicherung durch ein Devisentermingeschäft verzichtet.

Anleihe

Im September 2010 platzierte die Dürr AG eine festverzinsliche Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 150.000 Tsd. € zum Kurs von 100% sowie mit einem Kupon von 7,25% und einer Laufzeit von fünf Jahren. Mit Fälligkeit zum 28. September 2015 dient die Anleihe der längerfristigen Finanzierung des Konzerns und löst die in 2004 begebene Anleihe mit einem Restbetrag in Höhe von 100.000 Tsd. € und einem Kupon von 9,75% ab. Der Restbetrag der Anleihe aus 2004 in Höhe von 100.000 Tsd. € wurde am 29. September 2010 gekündigt und am 29. Oktober 2010 zu einem Kurs von 100% zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen in Höhe von 2.817 Tsd. € zurückgezahlt.

Am 6. Dezember 2010 wurde die im September 2010 begebene Unternehmensanleihe um 75.000 Tsd. € auf 225.000 Tsd. € aufgestockt. Der Ausgabekurs betrug 104,9%. Aus dem Ausgabekurs und dem Kupon von 7,25% ergibt sich eine Rendite von 6,0%. Die Laufzeit des Aufstockungsbetrages endet ebenfalls im September 2015.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Zum 31. März 2011 unterzeichnete Dürr mit einem Bankenkonsortium - bestehend aus Baden-Württembergische Bank, Commerzbank AG, Deutsche Bank AG, UniCredit Bank AG und KfW IPEX-Bank GmbH - einen Vertrag über einen neuen syndizierten Kredit, da der bisherige syndizierte Kredit am 30. Juni 2011 ausgelaufen wäre. Der neue syndizierte Kredit hat eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2014. Eine Vereinbarung über eine angepasste Sicherheitenstruktur wurde am 22. Juni 2011 unterzeichnet. Aufgrund der verbesserten Bonität des Konzerns beinhaltet diese Vereinbarung einen verringerten Umfang an Sicherheiten, als es beim vorangegangenen syndizierten Kredit der Fall war. Die Gesamtkreditlinie des syndizierten Kredits beläuft sich auf 230.000 Tsd. €. Sie besteht aus einer Barkreditlinie in Höhe von 50.000 Tsd. € und einer Avalkreditlinie in Höhe von 180.000 Tsd. €. Eine vorzeitige Kündigung des syndizierten Kredites ist bei Verletzung vereinbarter Financial Covenants oder anderer Kreditbedingungen und einer Zweidrittelmehrheit der kreditgewährenden Banken möglich. Die Verzinsung erfolgt in Höhe des währungsabhängigen und laufzeitkongruenten Refinanzierungssatzes (EURIBOR, LIBOR) zuzüglich einer variablen Marge.

Am 22. Juni 2011 wurde ein Vertrag mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) zur Gewährung eines Darlehens über 40.000 Tsd. € für die Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungsleistungen unterzeichnet. Dürr hat die Möglichkeit, das Darlehen in mehreren Tranchen bis zum 31. Dezember 2012 in Anspruch zu nehmen. Die Laufzeit orientiert sich am syndizierten Kredit und an der von Dürr begebenen Anleihe. Mit Wirkung zum 22. Juni 2011 ist auch die EIB oben genannter Vereinbarung über die gewährten Sicherheiten beigetreten. Eine vorzeitige Kündigung der EIB-Darlehenszusage ist bei Verletzung vereinbarter Financial Covenants oder anderer Kreditbedingungen möglich.

Nach den Berechnungen des Vorstands wurden die vereinbarten Financial Covenants für den syndizierten Kredit und die Darlehenszusage der EIB zum Bilanzstichtag eingehalten.

Zum Bilanzstichtag wurden die Barlinie des syndizierten Kredites in Höhe von 0 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) und die Avallinie in Höhe von 125.846 Tsd. € (Vorjahr: 102.574 Tsd. €) in Anspruch genommen. Das Darlehen bei der EIB wurde zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen.

Als Sicherheit für den syndizierten Kredit und die Darlehenszusage der EIB waren zum Bilanzstichtag Anteile an Tochtergesellschaften verpfändet. Darüber hinaus wurden weitere Sicherheiten aus dem Anlage- und dem Umlaufvermögen mit einem Buchwert von 150.369 Tsd. € zum 31. Dezember 2011 (Vorjahr: 153.075 Tsd. €) bestellt.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich um die sich aus dem Liquiditätsmanagement ergebenden Salden.

12. PASSIVE RECHNUNGSABGRENZUNG

In dieser Position ist ein Agio in Höhe von 2.851 Tsd. € (Vorjahr: 3.612 Tsd. €) aus der im Vorjahr begebenen Anleihe enthalten. Der Restbuchwert des Agios wird planmäßig über die verbleibende Restlaufzeit der Anleihe abgeschrieben. In Bezug auf weitere Erläuterungen zu der von Dürr begebenen Anleihe wird auf Textziffer 11 verwiesen.

13. LATENTE STEUERN

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Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Aktive latente Steuern
Sonstige Rückstellungen 1.368 2.170
Sonstige Vermögensgegenstände 3.190 3.348
Beteiligungen - 161
Sonstige Ausleihungen 4.009 3.089
Wertpapiere des Anlagevermögens 1.265 1.169
Zins- und Verlustvortrag 23.003 14.135
Summe aktive latente Steuern 32.835 24.072
Passive latente Steuern
Geschäfts- und Firmenwerte 766 1.003
Pensionsrückstellungen 298 162
Langzeitkonten 5.230 4.575
Summe passive latente Steuern 6.294 5.740
Summe latente Steuern 26.541 18.332
Nicht angesetzte latente Steuern -26.541 -18.332
Bilanzausweis 0 0

Die Dürr AG bilanziert sämtliche latenten Steuern ihrer Organgesellschaften. Für die Berechnung der latenten Steuern wird ein Steuersatz von 29,5% (Vorjahr: 29,9%) für Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer zugrunde gelegt. Die latenten Steuern auf Verlustvorträge sind in der Höhe bewertet, in der mit einer Nutzung innerhalb der nächsten 5 Jahre gerechnet werden kann.

IV. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach § 275 Abs. 2 HGB (Gesamtkostenverfahren) mit folgenden Ausnahmen (Anwendung § 265 Abs. 6 und Abs. 7 HGB) gegliedert:

Dem Charakter der Dürr Aktiengesellschaft als Holdinggesellschaft entsprechend werden die Positionen in der Gewinn- und Verlustrechung in der branchenübliche Darstellungsweise ausgewiesen. In der Position "Beteiligungsergebnis" werden ausschließlich "Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen" ausgewiesen.

14. BETEILIGUNGSERGEBNIS

Das Beteiligungsergebnis beinhaltet ausschließlich Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen. Im Geschäftsjahr wurde erstmalig mit Wirkung zum 1. Januar 2011 ein Ergebnisabführungsvertrag mit der Dürr IT Service GmbH, Stuttgart, abgeschlossen. Für weitere Angaben in Bezug auf die Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen wird auf die Liste des Anteilsbesitzes (Anlage B) verwiesen, die integraler Bestandteil des Anhangs ist.

15. BESTANDSVERÄNDERUNG

Diese Position umfasste im Vorjahr die Ausbuchung der im Geschäftsjahr 2009 aktivierten Kosten im Vorratsvermögen aus den geschlossenen Generalübernehmerverträgen für den Neubau in Bietigheim-Bissingen. Die Kosten wurden bis zur Fertigstellung und Abnahme des Neubaus den Leasing-Objektgesellschaften in Form von Anzahlungen weiterbelastet.

16. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTR ÄGE

Diese Position beinhaltet unter anderem einen Kostenersatz verbundener Unternehmen in Höhe von 15.651 Tsd. € (Vorjahr: 10.006 Tsd. €), Erträge aus der Währungsumrechnung von 12.175 Tsd. € (Vorjahr: 11.222 Tsd. €) und Erträge aus der Rückstellungsauflösung von 57 Tsd. € (Vorjahr: 153 Tsd. €). Im Vorjahr waren in dieser Position zusätzlich die Erträge aus Generalübernehmerverträgen zur Erstellung des Neubaus in Bietigheim-Bissingen in Höhe von 8.509 Tsd. € ausgewiesen.

17. AUFWENDUNGEN FÜR BEZOGENE LEISTUNGEN

Zum Ausweis kamen im Vorjahr entstandene Kosten im Zusammenhang mit dem Neubau in Bietigheim-Bissingen.

18. PERSONALAUFWAND

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Tsd. € 2011 2010
Gehälter 9.496 6.361
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 706 435
davon für Altersversorgung (196) (-39)
10.202 6.796

Im Jahresdurchschnitt wurden 44 Angestellte (Vorjahr: 41 Angestellte) beschäftigt.

19. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

Diese Position beinhaltet im Wesentlichen Rechts- und Beratungskosten, EDV-Dienstleistungen sowie Kosten für die Inanspruchnahme weiterer Dienstleistungen. Darüber hinaus werden Aufwendungen aus der Währungsumrechnung von 12.324 Tsd. € (Vorjahr: 10.662 Tsd. €) ausgewiesen. Des Weiteren sind im Geschäftsjahr einmalige Transaktionskosten für die Vereinbarung eines neuen syndizierten Kredits enthalten. Im Vorjahr wurden Transaktionskosten im Zusammenhang mit der Emission einer neuen Anleihe und der vorzeitigen Rückzahlung der bestehenden Anleihe im Zinsergebnis ausgewiesen.

Darüber hinaus sind im Vorjahr Aufwendungen in Höhe von 572 Tsd. € im Zusammenhang mit dem Neubau und dem Umzug nach Bietigheim-Bissingen ("Projekt Campus") enthalten, die nicht Bestandteil des Generalübernehmervertrags sind. Diese wurden teilweise an die Dürr Systems GmbH, Stuttgart, weiterbelastet.

20. ZINSERGEBNIS

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Tsd. € 2011 2010
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 951 2.953
davon aus verbundenen Unternehmen 951 2.953
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 7.001 3.090
davon aus verbundenen Unternehmen 4.031 3.090
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -20.956 -23.255
davon aus verbundenen Unternehmen -1.980 -1.360
davon aus Abzinsungen -459 -332
-13.004 -17.212

21. STEUERN

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Tsd. € 2011 2010
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.729 -391
Sonstige Steuern -4 -
-1.733 -391

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten anrechenbare ausländische Quellensteuern in Höhe von -1.356 Tsd. € (Vorjahr: -1.580 Tsd. €), inländischen Steueraufwand in Höhe von 573 Tsd. € (Vorjahr: 250 Tsd. €) sowie Erträge aus Steuererstattungen und Auflösungen von Steuerrückstellungen inländischer Ertragsteuern in Höhe von 200 Tsd. € (Vorjahr: 1.440 Tsd. €).

V. SONSTIGE ANGABEN

1. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

Von den der Dürr AG gewährten Kredit- und Avallinien können Teilbeträge unter gesamtschuldnerischer Mithaftung der Dürr AG durch Tochter- bzw. Beteiligungsgesellschaften in Anspruch genommen werden. Zum Bilanzstichtag beträgt die Inanspruchnahme der Gesamtlinie durch die Dürr AG und die Tochtergesellschaften 125.846 Tsd. €.

Des Weiteren stehen Aval-/Garantielinien bei Kautionsversicherungen in Höhe von 223.000 Tsd. € zur Verfügung, die zum Bilanzstichtag in Höhe von 211.857 Tsd. € in Anspruch genommen wurden.

Darüber hinaus besteht für die Absicherung von Ansprüchen aus Altersteilzeit eine Avallinie in Höhe von 10 Mio. €. Zum Bilanzstichtag war diese mit 5.824 Tsd. € ausgenutzt.

Aus dem Projektgeschäft der Tochtergesellschaften ist die Dürr AG Vertragserfüllungsgarantien und ähnliche Verpflichtungen eingegangen, die sich zum Bilanzstichtag auf 153.099 Tsd. € beliefen. Außerdem wurden weitere Vertragserfüllungsgarantien ohne Nennbetrag für Tochtergesellschaften gegenüber Kunden abgegeben.

Darüber hinaus bestehen zum Bilanzstichtag Bürgschaften gegenüber Banken für Tochtergesellschaften in Höhe von 82.665 Tsd. €. Zum Bilanzstichtag beträgt die Inanspruchnahme der Linien durch die Tochtergesellschaften, für welche die Dürr AG bürgt, 47.772 Tsd. €.

Ferner haftet die Dürr AG im Rahmen des Konzern-Cash-Poolings gesamtschuldnerisch mit den eingebundenen Tochtergesellschaften für Sollsalden gegenüber der finanzierenden Bank.

Am 17. Dezember 2003 bzw. 29. Oktober 2008 wurden zwischen mehreren Schenck-Gesellschaften bzw. der Dürr Ecoclean GmbH, Filderstadt, und der SüdFactoring GmbH, Stuttgart, vertragliche Vereinbarungen über den regresslosen Ankauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen getroffen. Die Carl Schenck AG, Darmstadt, und die Dürr AG, Stuttgart, garantieren für alle Verbindlichkeiten aus diesem Vertrag, insbesondere für die Verität der Forderungen in Höhe von 20.463 Tsd. € aus dem Factoring von verbundenen Unternehmen.

Die Dürr AG hat sich ferner dazu verpflichtet, für Verbindlichkeiten aus ausstehenden Mietzahlungen von Tochtergesellschaften gegenüber drei Leasing-Objektgesellschaften zu haften. Zudem haftet die Dürr AG für Zahlungsverpflichtungen der Dürr IT GmbH, Stuttgart, aus IT-Leasingverträgen.

Das Risiko einer Inanspruchnahme aus Bürgschaften für die Tochtergesellschaften wird aufgrund deren guter Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als gering eingestuft.

2. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen aus Leasingverträgen in Höhe von 138 Tsd. € für das Geschäftsjahr 2012, 22 Tsd. € für das Geschäftsjahr 2013 und 4 Tsd. € für das Geschäftsjahr 2014. Darin enthalten sind finanzielle Mindestverpflichtungen aus Mietverhältnissen gegenüber der Dürr Systems GmbH, Stuttgart, in Höhe von 82 Tsd. €.

3. GESCHÄFTE MIT NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen zu nicht marktüblichen Konditionen liegen nicht vor.

4. FINANZDERIVATE

Ein Derivat ist ein Finanzinstrument oder ein anderer Vertrag, der alle der drei folgenden Merkmale aufweist:

1. Sein Wert ändert sich infolge einer Änderung eines bestimmten Zinssatzes, Preises eines Finanzinstruments, Rohstoffpreises, Wechselkurses, Preis- oder Zinsindexes, Bonitätsratings oder Kreditindexes oder einer anderen Variablen;

2. es erfordert keine Anschaffungsauszahlung oder eine, die im Vergleich zu anderen Vertragsformen, von denen zu erwarten ist, dass sie in ähnlicher Weise auf Änderungen der Marktbedingungen reagieren, geringer ist und

3. es wird zu einem späteren Zeitpunkt beglichen.

Die Gesellschaft setzt derivative Finanzinstrumente wie beispielsweise Devisenterminkontrakte ein, um sich gegen Zins- und Währungsrisiken abzusichern. Es handelt sich bei diesen Derivaten um Finanztitel, die ausschließlich außerhalb der Börse zwischen Dürr und Kreditinstituten abgewickelt werden - so genannte Over-the-counter-Produkte (OTC-Produkte).

Der Zeitwert der Finanzinstrumente wurde auf Basis der folgenden Methoden und Annahmen ermittelt:

Bei Devisentermingeschäften wurden die Zeitwerte als Barwert der Zahlungsströme unter Berücksichtigung der jeweiligen vertraglich vereinbarten Terminkurse und des Terminkurses am Bilanzstichtag ermittelt. Die Zeitwerte der Zinswährungssicherungskontrakte ergeben sich aus den erwarteten abgezinsten zukünftigen Zahlungsströmen, basierend auf aktuellen Marktparametern.

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Währungsbezogene Geschäfte Nominalbetrag Positiver beizulegender Zeitwert Negativer beizulegender Zeitwert Buchwert (sofern vorhanden) In Bilanzposten (sofern in Bilanz erfasst)
Devisentermingeschäfte
Mit Banken 280 kAUD - 21 Tsd.€ - -
4.498 kCHF - 82 Tsd.€ - 5 Tsd. € Sonstige Rückstellungen
614 kCHF 4 Tsd.€ - - -
69 kCHF - 3 Tsd. € - -
70.420 kCZK 113 Tsd. € - - -
49.285 kCZK - 81 Tsd.€ - -
46.865 kDKK - 30 Tsd. € - -
273 kGBP - 12 Tsd. € - -
1.718 kGBP 54 Tsd. € - - -
6.470 kGBP - 18 Tsd. € - 18 Tsd. € Sonstige Rückstellungen
23.327 kJPY - 4 Tsd. € - 4 Tsd. € Sonstige Rückstellungen
205.580 kMXN 113 Tsd. € - - -
27.799 kMXN - 73 Tsd. € - -
408 kPLN - 3 Tsd. € - -
20.000 kRUB 1 Tsd. € - - -
20.000 kRUB - 25 Tsd. € - 25 Tsd. € Sonstige Rückstellungen
268 kSGD - 6 Tsd. € - -
3.036 kUSD 25 Tsd. € - - -
50.762 kUSD - 1.717 Tsd. € - 111 Tsd. € Sonstige Rückstellungen
17.277 kUSD 326 Tsd. € - - -
62 kUSD - 1 Tsd. € - -
1.948 kUSD 20 Tsd. € - - -
27.518 kUSD - 2.533 Tsd. € - -
Mit verbundenen Unternehmen 280 kAUD 21 Tsd. € - - -
3.500 kCHF 77 Tsd. € - - -
614 kCHF - 4 Tsd. € - -
69 kCHF 3 Tsd. € - - -
70.420 kCZK - 113 Tsd.€ - -
49.285 kCZK 81 Tsd. € - - -
46.865 kDKK 30 Tsd. € - - -
273 kGBP 12 Tsd. € - - -
1.718 kGBP - 54 Tsd. € - -
23.849 kMXN - 55 Tsd. € - -
27.799 kMXN 73 Tsd. € - - -
408kPLN 3 Tsd. € - - -
268 kSGD 6 Tsd. € - - -
3.036 kUSD - 25 Tsd. € - -
36.022 kUSD 1.605 Tsd. € - - -
4.979 kUSD - 206Tsd. € - -
62 kUSD 1 Tsd. € - - -
1.948 kUSD - 20 Tsd. € - -
27.518 kUSD 2.533 Tsd. € - - -

Der Betrag der Wertänderung eines Derivates wird in dem Posten der Gewinn- und Verlustrechnung berichtet, in dem auch die Wertänderung des Grundgeschäfts erfasst wurde.

Wenn keine Bewertungseinheit gebildet wurde, sind Derivate maximal zu den Anschaffungskosten bilanziert. Sofern der Zeitwert unter den Anschaffungskosten lag, erfolgte eine Abwertung auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert, bei negativem beizulegendem Zeitwert wurde eine Rückstellung für drohende Verluste gebildet.

5. BEWERTUNGSEINHEITEN

Die von der Gesellschaft verwendeten Sicherungsgeschäfte bilden zusammen mit den dazugehörigen Grundgeschäften eine Bewertungseinheit im Sinne des § 254 HGB n.F.

In Bewertungseinheiten einbezogene Vermögensgegenstände und Schulden:

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Betrag Bilanzposition Art der abgesicherten Risiken Art der Bewertungseinheit Gesichertes Volumen
Bilanzunwirksame Geschäfte
Mit Banken 21 Tsd.€ - Währungsrisiko Micro Hedge 280 kAUD
77 Tsd.€ - Währungsrisiko Micro Hedge 3.500 kCHF
4 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 614 kCHF
3 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 69 kCHF
113 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 70.420 kCZK
81 Tsd.€ - Währungsrisiko Micro Hedge 49.285 kCZK
30 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 46.865 kDKK
12 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 273 kGBP
54 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 1.718 kGBP
55 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 23.849 kMXN
73 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 27.799 kMXN
3 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 408kPLN
6 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 268 kSGD
25 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 3.036 kUSD
1.605 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 36.022 kUSD
206 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 4.979 kUSD
1 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 62 kUSD
20 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 1.948 kUSD
2.533 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 27.518 kUSD
Mit verbundenen Unternehmen 21 Tsd.€ - Währungsrisiko Micro Hedge 280 kAUD
77 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 3.500 kCHF
4 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 614 kCHF
3 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 69 kCHF
113 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 70.420 kCZK
81 Tsd.€ - Währungsrisiko Micro Hedge 49.285 kCZK
30 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 46.865 kDKK
12 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 273 kGBP
54 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 1.718 kGBP
55 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 23.849 kMXN
73 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 27.799 kMXN
3 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 408kPLN
6 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 268 kSGD
25 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 3.036 kUSD
1.606 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 36.022 kUSD
206 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 4.979 kUSD
1 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 62 kUSD
20 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 1.948 kUSD
2.533 Tsd. € - Währungsrisiko Micro Hedge 27.518 kUSD

Alle Finanzderivate sowie die zugrunde liegenden Grundgeschäfte unterliegen einer regelmäßigen internen Kontrolle und Bewertung im Rahmen einer Vorstandsrichtlinie. Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente ist auf die wirtschaftliche Absicherung des operativen Geschäfts begrenzt.

Zu Beginn einer Sicherungsbeziehung werden sowohl die Sicherungsbeziehung als auch die Risikomanagementzielsetzungen und -strategien im Hinblick auf die Absicherung formal festgelegt und dokumentiert. Diese Dokumentation enthält die Festlegung des Sicherungsinstruments, des Grundgeschäfts oder der abgesicherten Transaktion und die Art des abzusichernden Risikos sowie eine Beschreibung, wie das Unternehmen die Wirksamkeit des Sicherungsinstruments bei der Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows des gesicherten Grundgeschäfts ermitteln wird. Derartige Sicherungsbeziehungen werden hinsichtlich der Erreichung einer Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows als in hohem Maße wirksam eingeschätzt. Sie werden fortlaufend dahingehend beurteilt, ob sie tatsächlich während der gesamten Berichtsperiode, für die die Sicherungsbeziehung designiert wurde, hochwirksam waren.

Die Gesellschaft verwendet zur Risikoabsicherung ausschließlich Micro Hedges, bei denen ein aus einem einzelnen Grundgeschäft resultierendes Risiko mittels eines einzelnen Sicherungsinstruments abgesichert wird.

Der Zeitwert der Finanzinstrumente wurde auf Basis der folgenden Methoden und Annahmen ermittelt:

Bei Devisentermingeschäften wurden die Zeitwerte als Barwert der Zahlungsströme unter Berücksichtigung der jeweiligen vertraglich vereinbarten Terminkurse und des Terminkurses am Bilanzstichtag ermittelt.

Bis zum Abschlussstichtag haben sich die gegenläufigen Wertänderungen und Zahlungsströme aus Grund- und Sicherungsgeschäft vollständig ausgeglichen. Auch zukünftig werden sich bei den jeweilig abgesicherten Risiken die gegenläufigen Wertentwicklungen voraussichtlich weitestgehend ausgleichen, da laut Konzernrisikopolitik Risikopositionen (Grundgeschäft) unverzüglich nach Entstehung in betraglich gleicher Höhe in derselben Währung und Laufzeit durch Devisentermingeschäfte abgesichert werden.

Zur Messung der Effektivität der Sicherungsbeziehung wird die "Critical-Term-Match-Methode" verwendet. Der Ausgleich der gegenläufigen Wertänderungen erfolgt je nach Fälligkeit der Grundgeschäfte in einem Zeitraum von 1 bis 29 Monaten.

Im Wesentlichen schließt die Dürr AG kurzfristige Devisentermingeschäfte im Auftrag von Tochtergesellschaften ab und leitet die Konditionen entsprechend weiter, sodass eine Bewertungseinheit zwischen dem externen und internen Devisentermingeschäft vorliegt und somit für diese Geschäfte auf die Bildung einer Rückstellung für drohende Verluste verzichtet wird.

6. ERGEBNISVERWENDUNGSVORSCHLAG

Der Jahresabschluss der Dürr Aktiengesellschaft zum 31. Dezember 2011 weist einen Bilanzgewinn von 76.962 Tsd. € aus. Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, 20.761 Tsd. € für das Geschäftsjahr 2011 auszuschütten und 56.201 Tsd. € auf neue Rechnung vorzutragen. Danach entfällt auf eine Stückaktie eine Bardividende von 1,20 €.

7. KONZERNABSCHLUSS

Die Gesellschaft stellt zum 31. Dezember 2011 einen Konzernabschluss nach § 315a HGB auf. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Gesellschaft erhältlich und wird im elektronischen Bundesanzeiger sowie im Internet unter www.durr.de veröffentlicht.

8. DEUTSCHER CORPORATE GOVERNANCE KODEX/ ERKLÄRUNG NACH § 161 AKTG

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung haben Vorstand und Aufsichtsrat der Dürr AG am 16. Dezember 2011 in Bietigheim-Bissingen abgegeben und den Aktionären durch die Veröffentlichung im Internet zugänglich gemacht.

9. ABSCHLUSSPRÜFER-HONORAR

Das Abschlussprüferhonorar wird im Konzernabschluss der Dürr AG angegeben.

10. MITGLIEDER DES VORSTANDS

RALF W. DIETER

Vorsitzender

• Unternehmenskommunikation, Personal (Arbeitsdirektor), Forschung & Entwicklung, Qualitätsmanagement, Interne Revision, Corporate Compliance

• Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems

• Unternehmensbereich Application Technology

• Unternehmensbereich Measuring and Process Systems

■ Carl Schenck AG, Darmstadt * (Vorsitzender)

■ Dürr Systems GmbH, Stuttgart * (Vorsitzender)

■ Körber AG, Hamburg

□ Dürr, Inc., Plymouth, USA * (Vorsitzender)

RALPH HEUWING

• Finanzen/Controlling, Investor Relations, Risikomanagement, Recht/Patente, Informationstechnologie, Global Sourcing

• Unternehmensbereich Clean Technology Systems

• Dürr Consulting

■ Carl Schenck AG, Darmstadt *

■ Dürr Systems GmbH, Stuttgart *

■ MCH Management Capital Holding AG, München

□ Dürr, Inc., Plymouth, USA *

□ Dürr India Pvt. Ltd., Chennai, Indien *

• Ressortverteilung der Vorstandsmitglieder

■ Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten

□ Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien

* Konzernmandat

Die individuellen Vergütungen des Vorstands im Geschäftsjahr teilen sich nach Bestandteilen wie folgt auf:

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Erfolgsunabhängig Erfolgsabhängig Vorstands-
Grundvergütung Sonstige Vergütungen 1 Langfristige Vergütung (LTI) Kurzfristige Vergütung (STI) vergütung ohne Altersversorgung Aufwand für Altersversorgung 2
--- --- --- --- --- --- ---
Ralf W. Dieter 500.000,00 49.968,28 862.706,77 938.965,50 2.351.640,55 105.000,00
Ralph Heuwing 375.000,00 23.144,26 741.207,82 881.034,50 2.020.386,58 82.500,00
Gesamt 875.000,00 73.112,54 1.603.914,59 1.820.000,00 4.372.027,13 187.500,00

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Gesamt In 2011 ausbezahlt
Ralf W. Dieter 2.456.640,55 1.594.968,28
Ralph Heuwing 2.102.886,58 1.373.144,26
Gesamt 4.559.527,13 2.968.112,54

1 Sachbezüge, Zuschüsse zu Versicherungen etc.

2 Im Geschäftsjahr erfasste Dienstzeitaufwendungen

Im April 2011 erhielt der Vorstand eine Abschlagszahlung auf die langfristige erfolgsabhängige Vergütung (LTI) in Höhe von 325 Tsd. €. Die Abschlagszahlung wird verrechnet mit der Auszahlung der ersten LTI-Tranche, die nach der Hauptversammlung, in der der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2012 vorgelegt wird, fällig wird. Im Dezember 2011 erhielt der Vorstand zusätzlich eine Abschlagszahlung auf die kurzfristige erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 1.175 Tsd. €.

Die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder betrug im Vorjahr 2.251 Tsd. €. Sie setzte sich zusammen aus kurzfristig fälligen Leistungen in Höhe von 1.824 Tsd. €, Aufwendungen im Rahmen des aktienbasierten Incentive-Programms in Höhe von 276 Tsd. € sowie der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen für diesen Personenkreis in Höhe von 151 Tsd. €.

An frühere Mitglieder des Vorstandes wurden Pensionsbezüge in Höhe von 520 Tsd. € bezahlt. Die Pensionsrückstellungen für diesen Personenkreis betragen 3.364 Tsd. €.

11. MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS

DR.-ING. E.H. HEINZ DÜRR 1,' 4,' 5

Unternehmer, Berlin

Vorsitzender

PROF. DR. NORBERT LOOS 1,' 2,' 4,' 5

Geschäftsführender Gesellschafter der Loos Beteiligungs-GmbH, Stuttgart

Stv. Vorsitzender

■ BHS tabletop AG, Selb (Vorsitzender)

■ Hans R. Schmid Holding AG, Offenburg (Vorsitzender)

■ LTS Lohmann Therapie-Systeme AG, Andernach (Vorsitzender)

□ LTS Lohmann Therapy Systems Corp., West Caldwell, New Jersey, USA (Vorsitzender)

HAYO RAICH 1,' 3,' 4

Freigestellter Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Dürr AG, Stuttgart

Freigestellter Vorsitzender des Betriebsrats der Dürr Systems GmbH, Stuttgart, am Standort Bietigheim-Bissingen

Stv. Vorsitzender

■ Dürr Systems GmbH, Stuttgart (Stv. Vorsitzender)

STEFAN ALBERT 3,' 4

(seit 06.05.2011)

Freigestellter Betriebsratsvorsitzender der Schenck RoTec GmbH, Darmstadt

■ Betriebspensionskasse der Firma Carl Schenck AG VVaG, Darmstadt

MIRKO BECKER 2,' 3

Freigestelltes Betriebsratsmitglied der Dürr Systems GmbH, Stuttgart, am Standort Bietigheim-Bissingen

DR. DR. ALEXANDRA DÜRR 5

Oberärztin an der Neurogenetischen Klinik des Département de Génétique, Hôpital de la Salpêtrière, Paris, Frankreich

BENNO EBERL 1,' 3

(bis 06.05.2011)

Gewerkschaftssekretär der IG Metall, Verwaltungsstelle Stuttgart

■ ThyssenKrupp Elevator AG, Düsseldorf (Stv. Vorsitzender)

■ Alcatel-Lucent AG, Stuttgart (Stv. Vorsitzender)

■ Alcatel-Lucent Holding GmbH, Stuttgart

DR. GÜNTER FENNEBERG

(bis 06.05.2011)

Vorsitzender der Geschäftsführung der PFEIFER Holding GmbH & Co. KG, Memmingen

□ Sommer Fassadensysteme - Stahlbau -Sicherheitstechnik GmbH & Co. KG, Döhlau

THOMAS HOHMANN 3

Personalleiter der Dürr Systems GmbH, Stuttgart

ERICH HORST 2,' 3,' 4

(bis 06.05.2011)

Freigestellter Vorsitzender des Betriebsrats der Dürr Ecoclean GmbH, Filderstadt, am Standort Monschau

Freigestellter Stv. Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Dürr AG, Stuttgart

GUIDO LESCH 1,' 2,' 3

Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall, Verwaltungsstelle Völklingen

■ Saarschmiede GmbH Freiformschmiede, Völklingen (Stv. Vorsitzender)

JOACHIM SCHIELKE 2

Ehemaliger Vorsitzender des Vorstands der Baden-Württembergischen Bank, Stuttgart

Ehemaliges Mitglied des Vorstands der Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart

■ Paul Hartmann AG, Heidenheim an der Brenz

■ ICS Informatik Consulting Systems AG, Stuttgart

■ Wüstenrot & Württembergische AG, Stuttgart (bis 31.12.2011)

■ Wüstenrot Holding AG, Ludwigsburg (seit 11.11.2011)

□ Allgaier Werke GmbH, Uhingen (bis 30.09.2011)

□ Behr Verwaltung GmbH, Stuttgart

□ Berthold Leibinger GmbH, Ditzingen (Mitglied des Aufsichtsrats, Mitglied des Verwaltungsrats)

□ BWK GmbH Unternehmensbeteiligungsgesellschaft, Stuttgart (bis 30.09.2011, Vorsitzender und Mitglied)

□ Kaufland Stiftung & Co. KG, Neckarsulm

□ LHI Leasing GmbH, München (bis 30.09.2011, Vorsitzender und Mitglied)

□ Lidl Stiftung & Co. KG, Neckarsulm

□ MKB Mittelrheinische Bank GmbH, Koblenz (Vorsitzender)

□ MMV Leasing GmbH, Koblenz (Vorsitzender des Beirats)

□ Trumpf GmbH & Co. KG, Ditzingen (Mitglied des Verwaltungsrats)

DR. MARTIN SCHWARZ-KOCHER 2,' 3

(seit 06.05.2011)

Geschäftsführer der IMU Institut GmbH, Stuttgart

KARL-HEINZ STREIBICH

(seit 06.05.2011)

Vorsitzender des Vorstandes der Software AG, Darmstadt

PROF. DR.-ING. DR.-ING. E.H. KLAUS WUCHERER

Geschäftsführer der Dr. Klaus Wucherer Innovations- und Technologieberatung GmbH, Erlangen

■ HEITEC AG, Erlangen

■ Infineon Technologies AG, Neubiberg (bis 17.02.2011, Vorsitzender und Mitglied)

■ LEONI AG, Nürnberg

■ SAP AG, Walldorf

1 Mitglied Präsidium und Personalausschuss

2 Mitglied Prüfungsausschuss

3 Vertreter der Arbeitnehmer

4 Mitglied Vermittlungsausschuss

5 Mitglied Nominierungsausschuss

■ Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten

□ Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien

Die individuellen Vergütungen des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr teilen sich nach Bestandteilen wie folgt auf:

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Grundvergütung Vergütung Ausschussmitgliedschaft Sitzungsgeld3 Variable Vergütung Gesamt
Dr.-Ing. E.h. Heinz Dürr Vorsitzender 60.000,00 11.250,00 8.000,00 102.970,80 182.220,80
Prof. Dr. Norbert Loos Stellvertretender Vorsitzender 30.000,00 25.500,00 11.000,00 51.485,40 117.985,40
Hayo Raich *1 Stellvertretender Vorsitzender 30.000,00 5.000,00 7.000,00 51.485,40 93.485,40
Stefan Albert *1 (seit 6. Mai 2011) 13.333,33 - 4.000,00 22.882,40 40.215,73
Mirko Becker *1 20.000,00 6.000,00 8.000,00 34.323,60 68.323,60
Dr. Dr. Alexandra Dürr 20.000,00 2.500,00 6.000,00 34.323,60 62.823,60
Benno Eberl *1 (bis 6. Mai 2011) 8.333,33 2.083,33 3.000,00 14.301,50 27.718,16
Dr. Günter Fenneberg (bis 6. Mai 2011) 8.333,33 - 1.000,00 14.301,50 23.634,83
Thomas Hohmann * 20.000,00 - 6.000,00 34.323,60 60.323,60
Erich Horst *1 (bis 6. Mai 2011) 8.333,33 3.750,00 3.000,00 14.301,50 29.384,83
Guido Lesch *1,2 20.000,00 7.083,33 8.000,00 34.323,60 69.406,93
Joachim Schielke 20.000,00 9.000,00 7.000,00 34.323,60 70.323,60
Dr. Martin Schwarz-Kocher *1 (seit 6. Mai 2011) 13.333,33 6.000,00 6.000,00 22.882,40 48.215,73
Karl-Heinz Streibich (seit 6. Mai 2011) 13.333,33 - 4.000,00 22.882,40 40.215,73
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Klaus Wucherer 20.000,00 - 6.000,00 34.323,60 60.323,60
Gesamt 304.999,98 78.166,66 88.000,00 523.434,90 994.601,54

* Arbeitnehmervertreter

1 Diese Arbeitnehmervertreter haben erklärt, ihre Vergütung nach den Richtlinien des Deutschen Gewerkschaftsbundes an die Hans-Böckler-Stiftung abzuführen.

2 bis 6. Mai 2011 Mitglied des Prüfungsausschusses; ab dem 6. Mai 2011 Mitglied des Präsidiums und Personalausschusses

3 für Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen

Im Vorjahr betrugen die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats 349 Tsd. €.

12. OFFENLEGUNGS-PFLICHTIGE MITTEILUNGEN ÜBER BETEILIGUNGEN GEMÄSS § 21 ABS. 1 WPHG

Folgende Mitteilungen wurden europaweit veröffentlicht:

Deutsche Gesellschaft für Ad-hoc-Publizität (DGAP) Stimmrechtsmitteilung vom 18.04.2007

Die Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH, Berlin, Deutschland, hat uns nach § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass am 13. April 2007 die Abstimmung ihres Verhaltens mit der Heinz Dürr GmbH und der Süd-Kapitalbeteiligungs-Gesellschaft mbH in Bezug auf die Ausübung der Stimmrechte an der Dürr AG mit dem Sitz in Stuttgart, Otto-Dürr-Straße 8, 70435 Stuttgart (ISIN DE0005565204, WKN 556520) aufgrund der am 19. Dezember 2001 geschlossenen Pool-Vereinbarung endete. Im Hinblick auf diesen Sachverhalt gibt die Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH folgende Mitteilung ab:

Der Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH mit Sitz in Berlin, Deutschland, werden ab dem 13. April 2007 keine Stimmrechte mehr nach § 22 Abs. 2 WpHG zugerechnet und der Stimmrechtsanteil der Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH an der Dürr AG hat am 13. April 2007 die Schwellen von 50%, 30%, 25%, 20%, 15%, 10% und 5% unterschritten und beträgt nunmehr 3,815% (600.000 Stimmrechte) und überschreitet damit die Schwelle von 3% weiterhin.

DGAP Stimmrechtsmitteilung vom 02.02.2011

Die ATON GmbH, Fulda, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 01.02.2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland, ISIN: DE0005565204, WKN: 556520 am 31.01.2011 die Schwelle von 15% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 14,966% (das entspricht 2589144 Stimmrechten) betragen hat.

Herr Dr. Lutz Helmig, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 01.02.2011 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland, ISIN: DE0005565204, WKN: 556520 am 31.01.2011 die Schwelle von 15% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 14,966% (das entspricht 2589144 Stimmrechten) betragen hat. 14,966% der Stimmrechte (das entspricht 2589144 Stimmrechten) sind Herrn Helmig gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG von der ATON GmbH zuzurechnen.

DGAP Stimmrechtsmitteilung vom 17.02.2011

Die ATON GmbH, Fulda, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 17.02.2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland, ISIN: DE0005565204, WKN: 556520 am 16.02.2011 die Schwelle von 10% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 9,932% (das entspricht 1718238 Stimmrechten) betragen hat.

Herr Dr. Lutz Helmig, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 17.02.2011 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland, ISIN: DE0005565204, WKN: 556520 am 16.02.2011 die Schwelle von 10% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 9,932% (das entspricht 1718238 Stimmrechten) betragen hat. 9,932% der Stimmrechte (das entspricht 1718238 Stimmrechten) sind Herrn Helmig gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG von der ATON GmbH zuzurechnen.

DGAP Stimmrechtsmitteilung vom 05.04.2011

Herr Heinz Dürr, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 04.04.2011 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland, ISIN: DE0005565204, WKN: 556520 am 31.03.2011 die Schwelle von 30% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 28,14% (das entspricht 4867806 Stimmrechten) betragen hat.

28,14% der Stimmrechte (das entspricht 4867806 Stimmrechten) sind Herrn Dürr gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG von der Heinz Dürr GmbH zuzurechnen.

Sonstige Erläuterungen: Rückgabe eines Wertpapierdarlehens.

Die Heinz Dürr GmbH, Berlin, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 04.04.2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland, ISIN: DE0005565204, WKN: 556520 am 31.03.2011 die Schwelle von 30% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 28,14% (das entspricht 4867806 Stimmrechten) betragen hat. Sonstige Erläuterungen: Rückgabe eines Wertpapierdarlehens.

DGAP Stimmrechtsmitteilung vom 02.05.2011

Die ATON GmbH, Fulda, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 02.05.2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland am 27.04.2011 die Schwelle von 5% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 4,931% (das entspricht 853168 Stimmrechten) betragen hat.

Herr Dr. Lutz Helmig, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 02.05.2011 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland am 27.04.2011 die Schwelle von 5% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 4,931% (das entspricht 853168 Stimmrechten) betragen hat.

4,931% der Stimmrechte (das entspricht 853168 Stimmrechten) sind Herrn Helmig gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG über die ATON GmbH zuzurechnen.

DGAP Stimmrechtsmitteilung vom 05.05.2011

Die Aton GmbH, Fulda, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 05.05.2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland am 04.05.2011 die Schwelle von 3% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 2,845% (das entspricht 492214 Stimmrechten) betragen hat.

DGAP Stimmrechtsmitteilung vom 05.05.2011

Herr Dr. Lutz Helmig, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 05.05.2011 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland am 04.05.2011 die Schwelle von 3% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 2,845% (das entspricht 492214 Stimmrechten) betragen hat.

2,845% der Stimmrechte (das entspricht 492214 Stimmrechten) sind Herrn Helmig gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG über die Aton GmbH zuzurechnen.

DGAP Stimmrechtsmitteilung vom 29.07.2011

Ameriprise Financial, Inc., Minneapolis, USA hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 28.7.2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland am 25.07.2011 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,01% (das entspricht 520480 Stimmrechten) betragen hat.

3,01% der Stimmrechte (das entspricht 520480 Stimmrechten) sind der Ameriprise Financial, Inc., Minneapolis, USA gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 in Verbindung mit Satz 2 WpHG vollständig zuzurechnen.

Columbia Management Investment Advisers, LLC, Boston, USA hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 28.7.2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland am 27.07.2011 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,09% (das entspricht 534323 Stimmrechten) betragen hat.

3,09% der Stimmrechte (das entspricht 534323 Stimmrechten) sind der Columbia Management Investment Advisers, LLC, Boston, USA gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 in Verbindung mit Satz 2 WpHG vollständig zuzurechnen.

DGAP Stimmrechtsmitteilung vom 08.08.2011

Die Columbia Wanger Asset Management LCC, Chicago, USA hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 05.08.2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland am 02.08.2011 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,14% (das entspricht 543439 Stimmrechten) betragen hat.

3,14% der Stimmrechte (das entspricht 543439 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG zuzurechnen.

DGAP Stimmrechtsmitteilung vom 08.09.2011

Die LBBW Spezialprodukte-Holding GmbH, Stuttgart, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG in Verbindung mit § 24 WpHG am 05.09.2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland am 05.09.2011 die Schwellen von 5% und 3% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 0,00% (keine Stimmrechte) betragen hat.

Zugleich hat uns die Süd Beteiligungen GmbH, Stuttgart, Deutschland gemäß § 21 Abs. 1 WpHG in Verbindung mit § 24 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland am 05.09.2011 die Schwellen von 3% und 5% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,0001% (865045 Stimmrechte) betragen hat. Diese Stimmrechte sind der Süd Beteiligungen GmbH in vollem Umfang nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.

Die der Süd Beteiligungen GmbH zugerechneten Stimmrechte werden dabei über folgendes von ihr kontrolliertes Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft jeweils 3% oder mehr beträgt, gehalten: Süd-Kapitalbeteiligungs-Gesellschaft mbH, Stuttgart, Deutschland.

DGAP Stimmrechtsmitteilung vom 07.11.2011

Die Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 04.11.2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland am 04.11.2011 die Schwelle von 5% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 4,9995% (864945 Stimmrechte) betragen hat. Diese Stimmrechte sind der Landesbank Baden-Württemberg in vollem Umfang nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.

Die der Landesbank Baden-Württemberg zugerechneten Stimmrechte werden dabei über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft jeweils 3% oder mehr beträgt, gehalten:

Süd Beteiligungen GmbH, Stuttgart, Deutschland

Süd-Kapitalbeteiligungs-Gesellschaft mbH, Stuttgart, Deutschland

Zugleich wurde uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG in Verbindung mit § 24 WpHG mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil der Süd Beteiligungen GmbH an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland am 04.11.2011 die Schwelle von 5% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 4,9995% (864945 Stimmrechte) betragen hat. Diese Stimmrechte sind der Süd Beteiligungen GmbH in vollem Umfang nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.

Die der Süd Beteiligungen GmbH zugerechneten Stimmrechte werden dabei über folgendes von ihr kontrollierte Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft jeweils 3% oder mehr beträgt, gehalten:

Süd-Kapitalbeteiligungs-Gesellschaft mbH, Stuttgart, Deutschland

Weiterhin wurde uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil der Süd-Kapitalbeteiligungs-Gesellschaft mbH an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland am 04.11.2011 die Schwelle von 5% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 4,9995% (864945 Stimmrechte) betragen hat.

DGAP Stimmrechtsmitteilung vom 24.02.2012

Die Harris Associates L.P., 2 N. LaSalle Street, Suite 500, Chicago, IL 60602, USA hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 22.02.2012 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland am 22.02.2012 die Schwelle von 5% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 4,93% (das entspricht 852509 Stimmrechten) betragen hat.

Bietigheim-Bissingen, den 1. März 2012

Dürr Aktiengesellschaft

Der Vorstand

RALF W. DIETER

RALPH HEUWING

ANLAGE A

DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS IM GESCHÄFTSJAHR 2011

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Tsd. € Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte Geleistete Anzahlungen Sachanlagen * Anteile an verbundenen Unternehmen Ausleihungen Gesamt
Kumulierte Anschaffungswerte
zum 1. Januar 2011 3.412 118 414 462.776 27.127 493.847
Zugänge 165 - 156 - 8.000 8.321
Abgänge - - -124 -37 -27.127 -27.288
Umbuchungen 118 -118 - - - -
Kumulierte Anschaffungswerte
zum 31. Dezember 2011 3.695 - 446 462.739 8.000 474.880
Kumulierte Abschreibungen
zum 1. Januar 2011 2.639 - 309 - - 2.948
Abschreibungen 314 - 39 - - 353
Abgänge - - -56 - - -56
Kumulierte Abschreibungen
zum 31. Dezember 2011 2.953 - 292 - - 3.245
Restbuchwerte
zum 31. Dezember 2011 742 - 154 462.739 8.000 471.635
Restbuchwerte
zum 31. Dezember 2010 773 118 105 462.776 27.127 490.899

* Die Sachanlagen beinhalten ausschließlich Betriebs- und Geschäftsausstattung.

ANLAGE B

DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES ZUM 31.12.2011

Die Angaben gemäß § 285 Nr. 11 HGB wurden für die Beteiligungen, die ihren Sitz in Deutschland haben, aus den nach handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellten Jahresabschlüssen entnommen. Für alle übrigen Gesellschaften stellten die nach den Vorschriften der IFRS aufgestellten Abschlüsse (Reporting Packages) die Grundlage für diese Angabe dar.

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Name und Sitz Anteil am Kapital

in %
Eigenkapital *

in Tsd.€
Jahresergebnis *

in Tsd. €
Deutschland
Dürr GmbH & Co. Campus KG, Bietigheim-Bissingen 2 100 1.721 846
Carl Schenck AG, Darmstadt 1,2 100 93.979 0
Landwehr Elfte Vermögensverwaltung GmbH, Darmstadt 1,2 (vormals Schenck Atis GmbH) 100 512 0
Schenck RoTec GmbH, Darmstadt 1,2 100 9.226 0
Schenck Technologie- und Industriepark GmbH, Darmstadt 1,2 100 12.540 0
Unterstützungseinrichtung der Carl Schenck AG, Darmstadt, GmbH, Darmstadt 5 100 1.099 6
Dürr Ecoclean GmbH, Filderstadt 1,2 100 46.617 0
Dürr EDAG Aircraft Systems GmbH, Fulda 3 50 49 0
Dürr Assembly Products GmbH, Püttlingen 1,2 100 5.981 0
Dürr Somac GmbH, Stollberg 1,2 100 512 -8
Dürr EES GmbH, Stuttgart 4 100 18 -1
Dürr International GmbH, Stuttgart 1,2 100 68 0
Dürr IT Service GmbH, Stuttgart 1,2 100 43 0
Dürr Systems GmbH, Stuttgart 1,2 100 145.363 0
Prime Contractor Consortium FAL China, Stuttgart 3 50 0 0
Dürr Systems Wolfsburg GmbH, Wolfsburg 2 100 1.566 388
Andere EU-Länder
Agramkow Fluid Systems A/S, Sønderborg/Dänemark 2 55 14.549 1.989
Carl Schenck Denmark ApS, Sønderborg/Dänemark2 100 1.547 -254
Schenck S.A.S., Cergy-Pontoise/Frankreich 2 100 3.473 500
Dürr Systems S.A.S., Guyancourt/Frankreich 2 100 14.032 827
Dürr Ecoclean S.A.S., Loué/Frankreich 2 100 895 -1.949
Datatechnic S.A.S., Uxegney/Frankreich 2 100 7.896 777
Dürr Cyplan Ltd., Aldermaston/Großbritannien 3 50 1.057 -366
Dürr Ltd., Warwick/Großbritannien 2 100 6.374 1.712
Schenck Ltd., Warwick/Großbritannien 2 100 2.101 117
Test Automation Ltd., Warwick/Großbritannien 4 100 127 0
CPM S.p.A., Beinasco/Italien 2 51 6.034 2.093
Olpidürr S.p.A., Novegro di Segrate/Italien 2 65 5.661 352
Schenck Italia S.r.l., Paderno Dugnano/Italien 2 100 415 66
Verind S.p.A., Rodano/Italien 2 50 6.851 439
Stimas Engineering S.r.l., Turin/Italien 2 51 53 16
Carl Schenck Machines en Installaties B.V., Rotterdam/Niederlande 2 100 660 110
Dürr Anlagenbau Ges. m.b.H., Zistersdorf/Österreich 2 100 2.577 177
Dürr Poland Sp. z o.o., Radom/Polen 2 100 2.555 674
Dürr Systems Slovakia spol. s r.o., Bratislava/Slowakei 2 100 319 168
Dürr Systems Spain S.A., San Sebastián/Spanien 2 100 4.588 1.251
Dürr Ecoclean spol. s r.o., Oslavany/Tschechische Republik 2 100 86 -121
Sonstige europäische Länder
OOO Dürr Systems RUS, Moskau/Russland 2 100 526 89
Schenck Industrie-Beteiligungen AG, Glarus/Schweiz 2 100 16.312 -45
UCM AG, Rheineck/Schweiz 2 100 2.670 1.008
CPM Automotion d.o.o. Beograd, Belgrad/Serbien 2 51 18 9
Dürr Systems Makine Mühendislik Proje Ithalat ve Ihracat Ltd. Sirketi, Istanbul/Türkei 2 100 21 34
Nordamerika/Zentralamerika
Dürr Systems Canada Inc., Windsor, Ontario/Kanada 2 100 0 -1
Dürr de México, S.A. de C.V., Querétaro/Mexiko 2 100 3.730 -185
Dürr Ecoclean Inc., Auburn Hills, Michigan/USA 2 100 15.245 -260
Schenck RoTec Corporation, Auburn Hills, Michigan/USA 2 100 -63 790
Schenck Corporation, Deer Park, New York/USA 2 100 63.217 1.840
Schenck Trebel Corporation, Deer Park, NewYork/USA 2 100 15.653 436
Dürr Inc., Plymouth, Michigan/USA 2 100 44.157 -1.256
Dürr Systems Inc., Plymouth, Michigan/USA 2 100 50.765 1.790
Südamerika
Irigoyen 330 S.A., Cap. Fed. Buenos Aires/Argentinien 2 100 373 -15
Agramkow do Brasil Ltda., Indaiatuba/Brasilien 2 55 698 24
Dürr Brasil Ltda., São Paulo/Brasilien 2 100 16.142 -1.305
Afrika/Asien/Australien
Dürr Systems Maroc sarl au, Tanger/Marokko 2 100 242 195
Dürr South Africa (Pty.) Ltd., Port Elizabeth/Südafrika 2 100 622 252
Dürr India Private Ltd., Chennai/Indien 2 100 5.723 3.746
Schenck RoTec India Limited, Noida/Indien 2 100 2.957 417
Nagahama Seisakusho Ltd., Osaka/Japan 3 50 26.320 1.016
Dürr Japan K.K., Yokohama/Japan 2 100 242 -13
Agramkow Asia Pacific Pte. Ltd., Singapur/Singapur 2 55 830 256
Dürr Korea Inc., Seoul/Südkorea 2 100 8.614 4.500
Dürr Paintshop Systems Engineering (Shanghai) Co. Ltd., Schanghai/ V. R. China 2 100 11.664 4.847
Schenck Shanghai Machinery Corporation Ltd., Schanghai/V. R. China 2 99 18.781 4.062
Dürr Pty. Ltd., Adelaide/Australien 2 100 0 0

1 Ergebnisabführungsvertrag mit der jeweiligen Obergesellschaft

2 Vollkonsolidiertes Unternehmen im Dürr-Konzern

3 At equity bilanziertes Unternehmen im Dürr-Konzern

4 Nicht konsolidiertes Unternehmen im Dürr-Konzern

5 Nicht konsolidiertes Unternehmen im Dürr-Konzern. Es liegt keine Beherrschung vor, da Dürr keinen Nutzen aus der Tätigkeit der Gesellschaft ziehen kann.

* Deutsche Gesellschaften HGB-Werte, ausländische Gesellschaften IFRS-Werte

BESTÄTIGUNGSVERMERK

ZU DEM JAHRESABSCHLUSS UND DEM LAGEBERICHT HABEN WIR FOLGENDEN BESTÄTIGUNGSVERMERK ERTEILT:

"Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Dürr Aktiengesellschaft, Stuttgart, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."

Stuttgart, den 1. März 2012

**Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

SKIRK, WIRTSCHAFTSPRÜFER

HUMMEL, WIRTSCHAFTSPRÜFER

Bericht des Aufsichtsrats

2011 war eines der erfolgreichsten Geschäftsjahre in der Geschichte von Dürr. Der Konzern profitierte von einer außergewöhnlich dynamischen Nachfrage der Automobilindustrie und anderer Branchen - vor allem in den Emerging Markets, aber auch in Nordamerika. Das günstige Umfeld erklärt die erfreuliche Entwicklung jedoch nur teilweise. Genauso wichtig für das gute Abschneiden waren die Grundlagen, die das Management und die Mitarbeiter in den vergangenen Jahren intern geschaffen haben: von der starken Präsenz in den Emerging Markets über effizienzsteigernde Produktinnovationen bis hin zur weltweiten Standardisierung von Produkten und Prozessen. Dürr ist noch internationaler und wettbewerbsfähiger geworden und konnte abermals Marktanteile hinzugewinnen.

Der Aufsichtsrat hat die positive Geschäftsentwicklung konstruktiv und kritisch begleitet. Gemeinsam mit dem Vorstand hat er den Blick auch auf Risiken und die Widerstandsfähigkeit des Konzerns für den Fall einer erneuten konjunkturellen Abkühlung gerichtet. Im Ergebnis sehen wir Dürr gut gerüstet für die kommenden Jahre: Der Konzern ist in den Wachstumsregionen der Welt hervorragend vertreten, besitzt eine überdurchschnittliche Innovationskraft und erschließt strategisch wichtige Zukunftsgeschäftsfelder wie die Energieeffizienztechnik. Zudem bildet das umfangreiche Neugeschäft des Jahres 2011 eine gute Basis, um das Service-Geschäft zukünftig weiter auszubauen.

Im Geschäftsjahr 2011 hat der Aufsichtsrat den Vorstand umfassend beraten und alle Aufgaben wahrgenommen, die ihm nach Gesetz und Satzung zukommen. Der Vorstand informierte das Gremium stets zeitnah und ausführlich über den Geschäftsverlauf und strategische Fragestellungen sowie über die Unternehmensplanung und zustimmungspflichtige Vorgänge. Sämtliche Beschlüsse des Aufsichtsrats wurden nach eingehender Prüfung und auf der Basis schriftlicher Entscheidungsvorlagen getroffen; auch die Chancen und Risiken wurden im Vorfeld eingehend analysiert.

Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung des Vorstands gewissenhaft kontrolliert und bestätigt, dass dieser in jeder Hinsicht rechtmäßig, ordnungsmäßig und wirtschaftlich gehandelt hat. In operativen, finanzwirtschaftlichen und sonstigen Fragen hat der Vorstand die Compliance- und Rechtsabteilung sowie das Controlling und die interne Revision regelmäßig einbezogen, auch das Risikomanagementsystem hat er aktiv genutzt. Über Risiken hat der Vorstand stets unverzüglich informiert, auf dieser Basis konnte ihn der Aufsichtsrat bei der Weiterentwicklung des Risikokontroll- und Überwachungssystems wirkungsvoll unterstützen.

Der Aufsichtsrat hielt im Berichtsjahr sechs ordentliche Sitzungen ab. Darüber hinaus tauschte sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats in zahlreichen Gesprächen mit dem Vorstand aus; über die Ergebnisse dieser Unterredungen wurden die Mitglieder des Aufsichtsrats stets informiert. Zudem unterstützte der Aufsichtsratsvorsitzende den Vorstand bei der Repräsentation des Unternehmens und bei politischen Kontakten.

Themenschwerpunkte der Sitzungen

In den Sitzungen des Jahres 2011 wurden Geschäftsverlauf und Finanzlage ausführlich besprochen. Mit Blick auf den hohen Auftragseingang informierte sich der Aufsichtsrat regelmäßig über die Auslastung und Kapazitätssteuerung im Konzern. Ferner ließ er sich mehrfach über die Arbeit im strategisch wichtigen chinesischen Markt unterrichten. Besonderes Augenmerk widmete der Aufsichtsrat der Entwicklung zentraler Kennzahlen wie EBIT-Marge, Cashflow, Nettofinanzstatus, Net Working Capital und Rendite auf das eingesetzte Kapital. Wichtige strategische Themen, die in mehreren Sitzungen diskutiert wurden, waren die Expansion in den Emerging Markets und im Geschäftsfeld Energieeffizienztechnik. Letzteres sieht der Aufsichtsrat als besonders wichtig für die zukünftige Entwicklung der Dürr-Gruppe an.

Den Schwerpunkt der Sitzung am 23. März 2011 bildete die Analyse des Jahresabschlusses 2010; auch die Tagesordnung für die Hauptversammlung am 6. Mai 2011 wurde ausführlich besprochen. Weitere Themen waren die Situation nach der Erdbebenkatastrophe in Japan und der neue Dürr-Verhaltenskodex. Zudem wurde das Long-Term-Incentive-Programm für den Vorstand verlängert. Bei der Durchsprache des ersten Personalberichts des Jahres ging es unter anderem um die Pensionsverpflichtungen. In der Sitzung am 6. Mai 2011 wurde vor allem die breite regionale Verteilung des Auftragseingangs analysiert. Ebenfalls am 6. Mai 2011 fand im Anschluss an die Hauptversammlung die konstituierende Sitzung des neu gewählten Aufsichtsrats statt. Wesentliche Themen der Sitzung am 5. August 2011 waren das Russlandgeschäft in der Flugzeugmontagetechnik, der umweltschonende Dürr ECO+Paintshop und der Bau zweier neuer Standorte in Schanghai. Ferner stellte der Vorstand die Beteiligungen an Agramkow (Befülltechnik), Cyplan (Energieeffizienztechnik) und Parker Engineering (Lackiertechnik) vor. In der Diskussion des Risikoberichts ging es unter anderem um den Kapazitätsaufbau und das hohe Auftragsvolumen. Bei der Erläuterung des zweiten Personalberichts des Jahres ging der Vorstand ausführlich auf die Führungskräfteentwicklung und die Gewinnung von Fachkräften ein. In der Strategiesitzung am 5. Oktober 2011 standen die Themen Innovation, neue Geschäftsfelder und Service-Geschäft im Vordergrund. Die Leiter aller Geschäftsbereiche skizzierten ihre jeweiligen Strategien und präsentierten Entwicklungsergebnisse im Bereich energie- und ressourceneffiziente Produkte. Ferner stellte der Vorstand die neue Konzernstruktur mit künftig vier Unternehmensbereichen vor. In der letzten Sitzung des Jahres am 16. Dezember 2011 genehmigte der Aufsichtsrat die Unternehmensplanung für das Geschäftsjahr 2012 und nahm die Planung für 2013 bis 2015 zur Kenntnis. Ferner wurde der aktuelle Risikobericht des Vorstands ausführlich besprochen. Die Vorsitzenden von Vorstand und Aufsichtsrat unterzeichneten die neue Entsprechenserklärung zur Corporate Governance bei Dürr; weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Lagebericht (Seite 56 bis 63*).

Im Jahr 2011 fasste der Aufsichtsrat zwei Beschlüsse im schriftlichen Umlaufverfahren: Am 24. Mai wurde beschlossen, den Vorstandsvertrag von Herrn Ralph Heuwing um weitere fünf Jahre bis zum 14. Mai 2017 zu verlängern. Dieser Beschluss erfolgte mit Wirkung zum 14. Mai 2012, dem Ende der laufenden Bestellung. Am 28. November 2011 stimmte der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstands zu, den Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen zu erwerben.

Aufsichtsratswahlen

Im Geschäftsjahr 2011 wurde der Aufsichtsrat der Dürr AG turnusgemäß neu gewählt. Die Wahlen der Arbeitnehmervertreter fanden am 6. April an den deutschen Standorten statt. Als neue Mitglieder zogen Stefan Albert und Dr. Martin Schwarz-Kocher in den Aufsichtsrat ein. Die bisherigen Mitglieder Mirko Becker, Thomas Hohmann, Guido Lesch und Hayo Raich wurden wiedergewählt. Auf Seiten der Anteilseigner wählte die 22. Hauptversammlung am 6. Mai 2011 Herrn Karl-Heinz Streibich neu in den Aufsichtsrat. Die bisherigen Mitglieder Dr. E.h. Heinz Dürr, Dr. Dr. Alexandra Dürr, Prof. Dr. Norbert Loos, Joachim Schielke und Prof. Dr. Dr. Klaus Wucherer wurden als Vertreter der Anteilseigner für fünf weitere Jahre gewählt. In der konstituierenden Aufsichtsratssitzung am 6. Mai 2011 wurden Herr Dr. Dürr als Vorsitzender sowie Herr Raich und Herr Prof. Dr. Loos als stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats bestätigt.

Im Februar 2012 hat Herr Joachim Schielke erklärt, dass er seine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat mit Ablauf der 23. Hauptversammlung am 27. April 2012 niederlegen werde. Als Nachfolger von Herrn Schielke schlägt der Aufsichtsrat der Hauptversammlung Herrn Klaus Eberhardt, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG, zur Wahl vor. Der Wahlvorschlag erfolgt auf Empfehlung des Nominierungsausschusses. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Schielke für seine langjährige und engagierte Mitarbeit. Auch den Herren Benno Eberl, Dr. Günter Fenneberg und Erich Horst, die bereits mit Ablauf der 22. Hauptversammlung aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden sind, gilt Dank für ihre konstruktive Mitarbeit.

Arbeit der Ausschüsse

In der konstituierenden Sitzung am 6. Mai 2011 hat der Aufsichtsrat vier Ausschüsse gebildet. Der Personalausschuss, der auch als Präsidium fungiert, trat im Jahr 2011 unter dem Vorsitz von Herrn Dr. Dürr zwei Mal zusammen. Dabei bereitete er unter anderem die Verlängerung des Dienstvertrags von Herrn Heuwing vor. Der ebenfalls von Herrn Dr. Dürr geleitete Nominierungsausschuss tagte im Jahr 2011 einmal, um einen Vorschlag für die Nachfolge von Herrn Dr. Fenneberg zu erarbeiten. In der Folge stellte Herr Dr. Dürr in der Plenumssitzung am 23. März 2011 Herrn Streibich vor und empfahl dessen Nominierung für die Aufsichtratswahl auf der Hauptversammlung. Der Prüfungsausschuss, dem Herr Prof. Dr. Loos vorsitzt, kam drei Mal zusammen. Er setzte sich intensiv mit den Quartals-, Jahres- und Konzernabschlüssen auseinander und befasste sich mit Bilanzierungsthemen, der Analyse der Pensionsverpflichtungen und dem Campus-Kauf sowie mit Fragen der Unternehmensfinanzierung und des Asset Managements. Ferner schlug er dem Plenum die Schwerpunkte für die Abschlussprüfung vor und überwachte die Einhaltung kapitalmarktrechtlicher Vorschriften.

Der Prüfungsausschuss kontrollierte und bestätigte die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems; zudem überprüfte er die Compliance-Organisation des Konzerns und den Rechnungslegungsprozess. Die Prüfungsergebnisse wurden dem Aufsichtsrat in der Dezembersitzung präsentiert und im Plenum diskutiert. Weitere Berichte erstattete der Prüfungsausschuss in den Sitzungen am 23. März und 5. August 2011. Eine Einberufung des Vermittlungsausschusses war, wie in den Vorjahren, nicht notwendig.

Prüfung und Feststellung des Jahresabschlusses

Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den vom Vorstand auf den 31. Dezember 2011 aufgestellten Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den Lagebericht und den Konzernlagebericht der Dürr AG geprüft und einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Jahresabschluss, Konzernabschluss, Lagebericht und Konzernlagebericht haben den Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vorgelegen. Sie wurden mit dem Vorstand in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 14. März 2012 ausführlich diskutiert und geprüft. Dasselbe gilt für die ebenfalls fristgerecht vorgelegten Prüfungsberichte der Wirtschaftsprüfer. Die Wirtschaftsprüfer, die den Bestätigungsvermerk unterzeichnet haben, nahmen an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats sowie an der Prüfungsausschusssitzung am 13. März 2012 teil. Sie berichteten über ihre Prüfung und standen für weitere Erläuterungen und Diskussionen zur Verfügung. Als Vorsitzender des Prüfungsausschusses nahm Herr Prof. Dr. Loos in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats ausführlich zu den Prüfungsunterlagen Stellung, berichtete über die Vorgespräche mit den Wirtschaftsprüfern und erläuterte den Vorschlag, für das Geschäftsjahr 2011 eine Dividende von 1,20 € je Aktie auszuschütten. Zudem ging er ausführlich auf die Prüfungsschwerpunkte ein (Bilanzierung von Akquisitionen und Dürr-Campus, Bewertung von Derivaten und Pensionsverpflichtungen, Bewertungssystematik bei Impairment-Test, Abbildung der neuen Finanzierungsstruktur).

Auf Basis der ihm vorgelegten Unterlagen sowie der Berichte von Prüfungsausschuss und Wirtschaftsprüfern hat der Aufsichtsrat Jahresabschluss, Konzernabschluss, Lagebericht und Konzernlagebericht geprüft und akzeptiert. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat sind keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat stimmt dem Ergebnis der Prüfung beider Abschlüsse durch den Wirtschaftsprüfer zu, schließt sich bei der Beurteilung der Lage von Konzern und Dürr AG der Einschätzung des Vorstands an und billigt den Jahresabschluss und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2011. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns hat sich der Aufsichtsrat auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach eigener Prüfung angeschlossen.

Der Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht), den der Vorstand gemäß § 312 Aktiengesetz für das Geschäftsjahr 2011 erstellt hat, wurde vom Aufsichtsrat geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte den folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk gemäß § 313 Abs. 3 Aktiengesetz: "Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,

2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."

Der Aufsichtsrat stimmt diesem Prüfungsergebnis zu. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat sind gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Abhängigkeitsberichts keine Einwendungen zu erheben.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Arbeitnehmervertretern und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz im Geschäftsjahr 2011 sowie den Aktionären für ihr Vertrauen in das Unternehmen.

Bietigheim-Bissingen, den 14. März 2012

Dr.-Ing. E. h. Heinz Dürr, Vorsitzender des Aufsichtsrats

* Anmerkung: Der Bericht ist Teil des Geschäftsberichts. Die im Bericht enthaltenen Seitenangaben beziehen sich auf den Geschäftsbericht 2011.

Entsprechenserklärung der Dürr AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex

Die nachfolgende Erklärung bezieht sich für den Zeitraum vom 15. Dezember 2010 bis zum 16. Dezember 2011 auf die Empfehlungen des Kodex in seiner Fassung vom 26. Mai 2010, die am 2. Juli 2010 im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht wurde.

Vorstand und Aufsichtsrat der Dürr Aktiengesellschaft erklären gemäß § 161 Aktiengesetz zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex:

Die Dürr AG entsprach und wird den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex mit folgenden Ausnahmen entsprechen:

Selbstbehalt bei der D&O-Versicherung (Ziffer 3.8 Absätze 2 und 3)

Für die Mitglieder des Aufsichtsrats bestand und besteht eine D&O-Versicherung ohne Selbstbehalt (Gruppenversicherung). Die Einführung eines Selbstbehalts für Mitglieder des Aufsichtsrats ist nicht geplant, weil Dürr nicht der Auffassung ist, dass das bereits hohe Engagement und Verantwortungsbewusstsein der Mitglieder des Aufsichtsrats durch die Vereinbarung eines Selbstbehalts weiter gesteigert werden kann. Zudem ist zu berücksichtigen, dass für die sechs Arbeitnehmervertreter des paritätisch besetzten Aufsichtsrats der Dürr AG die persönliche Versicherung des verbleibenden Restrisikos (in Höhe des Selbstbehalts) auf eigene Kosten unverhältnismäßig teuer wäre.

Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats (Ziffer 5.4.1 Absätze 2 und 3)

Eine Altersgrenze, wie sie Ziffer 5.4.1 Absatz 2 des Kodex fordert, ist für Mitglieder des Aufsichtsrats nicht vorgesehen, weil nach Auffassung der Dürr AG die Leistungsfähigkeit der Aufsichtsratsmitglieder nicht vom Erreichen einer unflexiblen Altersgrenze abhängig ist. Darüber hinaus wird sich die Dürr AG auch in Zukunft nicht pauschal auf eine Altersgrenze festlegen, weil die Gesellschaft hierdurch der Möglichkeit beraubt würde, herausragend geeignete Persönlichkeiten, die diese Altersgrenze bereits überschritten haben oder während der Laufzeit ihres Mandats überschreiten werden, für die Mitarbeit im Aufsichtsrat zu gewinnen.

Den Empfehlungen in Ziffer 5.4.1 Absätze 2 und 3 des Kodex wird nicht entsprochen. Nach Auffassung des Aufsichtsrats geht mit der Benennung und Veröffentlichung konkreter Ziele für seine Zusammensetzung und deren regelmäßiger Anpassung ein nicht unerheblicher Aufwand einher, der mit Blick auf die Größe des Aufsichtsrats und die nochmals gestiegene Arbeitsbelastung des Gremiums aufgrund gesetzlicher Neuerungen nicht mehr gerechtfertigt erscheint. Außerdem ginge mit der Festsetzung starrer Ziele die Möglichkeit verloren, herausragende Persönlichkeiten, die nicht in den gesteckten Rahmen passen, für die Mitarbeit im Aufsichtsrat zu gewinnen. Der Aufsichtsrat wird sich deshalb jeweils erst im Vorfeld der Beschlussfassung über seine Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern mit der gewünschten Zusammensetzung des Gremiums befassen. Dabei wird er auch andere als die in Ziffer 5.4.1 Absatz 2 des Kodex benannten Kriterien berücksichtigen. Im Zeitpunkt dieser Erklärung verfügt der Aufsichtsrat über ein weibliches Mitglied und über Mitglieder, die fundierte Auslandserfahrung mitbringen.

Bietigheim-Bissingen, den 16. Dezember 2011

Für den Aufsichtsrat

Dr.-Ing. E. h. Heinz Dürr, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Bietigheim-Bissingen, den 16. Dezember 2011

Für den Vorstand

Ralf Dieter, Vorsitzender des Vorstands