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Dürr AG Annual Report 2011

Apr 16, 2012

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Annual Report

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Dürr Aktiengesellschaft Stuttgart

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2011 bis zum 31.12.2011

Konzernjahresabschluss 2011

Dürr AG

Konzernlagebericht

Dürr im Überblick: Organisation und Tätigkeitsbereiche

PROFIL

Dürr ist ein weltweit führender Maschinen- und Anlagenbaukonzern, der gut 80 % seines Umsatzes mit Produktionstechnik für Automobilhersteller und -Zulieferer erwirtschaftet. Weitere Branchen, in denen unsere Lösungen zu mehr Effizienz in der Produktion beitragen, sind beispielsweise der Flugzeug- und Maschinenbau, die Chemie-, Pharma- und Elektroindustrie sowie die Energiewirtschaft. Unser Geschäft ist jeweils rund zur Hälfte dem Anlagenbau und dem Maschinenbau zuzuordnen. Der Dürr-Konzern ist global aufgestellt: Wir betreiben 49 Standorte in 22 Ländern; neben Nordamerika und Westeuropa sind wir besonders in den Emerging Markets¹ stark vertreten. Auf sie entfielen im Berichtsjahr 65 % unseres Auftragseingangs und 31 % der Belegschaft. 46 % unserer Mitarbeiter sind in Deutschland beschäftigt.

¹ Asien (ohne Japan), Mexiko, Brasilien, Osteuropa

KONZERNSTRUKTUR: HOLDING, UNTERNEHMENS- UND GESCHÄFTSBEREICHE

Die Dürr AG nimmt als Management-Holding konzernübergreifende Aufgaben wahr; dazu zählen zum Beispiel Finanzierung, Konzern-Controlling und -Konsolidierung sowie Recht, interne Revision und Unternehmenskommunikation. Unser operatives Geschäft haben wir in vier Unternehmensbereichen zusammengefasst, die auch die berichtspflichtigen Segmente im Sinne der IFRS bilden:

  • Paint and Assembly Systems
  • Application Technology
  • Measuring and Process Systems
  • Clean Technology Systems

Neu ist der Ausweis von Application Technology als eigener Unternehmensbereich. Bis Ende 2011 war diese Einheit dem Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems zugeordnet; im vorliegenden Bericht veröffentlichen wir das Zahlenwerk von Application Technology erstmals separat. Damit erhöhen wir die Transparenz unserer Segmentberichterstattung, außerdem rücken wir den Hightech-Charakter der APPLIKATIONSTECHNIK stärker in den Vordergrund - zum Produktspektrum gehören beispielsweise Lackierroboter und HOCHROTATIONSZERSTÄUBER. Um einen Periodenvergleich zu ermöglichen, wurde Application Technology im vorliegenden Bericht auch in der Segmentberichterstattung für das Jahr 2010 separat ausgewiesen. Die Angaben für Paint and Assembly Systems, die im Geschäftsbericht 2010 veröffentlicht wurden, haben wir entsprechend angepasst.

Der Unternehmensbereich Clean Technology Systems wurde Anfang 2011 gegründet und verfolgt zwei Hauptziele: den weltweiten Ausbau unseres etablierten Umwelttechnikgeschäfts mit Abluftreinigungsanlagen und den Aufbau neuer Aktivitäten im Bereich der Energieeffizienz. Weitere Informationen zu Clean Technology Systems finden Sie im Kapitel STRATEGIE.

Den vier Unternehmensbereichen sind insgesamt sieben Geschäftsbereiche zugeordnet; einen Überblick über die Konzernstruktur gibt Tabelle 2.1.

2.1 KONZERNSTRUKTUR

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MANAGEMENT-HOLDING
UNTERNEHMENSBEREICHE *
GESCHÄFTSBEREICHE
// Dürr AG //
// Paint and Assembly Systems //
// Paint and Final Assembly Systems //
// Aircraft and Technology Systems //
// Application Technology //
// Application Technology //
// Measuring and Process Systems //
// Balancing and Assembly Products //
// Cleaning and Filtration Systems //
// Clean Technology Systems //
// Environmental and Energy Systems //
// Energy Technology Systems //

  • berichtspflichtige Segmente

GESCHÄFTSBEREICHE UND MARKTPOSITIONEN

Paint and Final Assembly Systems

plant und baut schlüsselfertige Lackierereien und Endmontagelinien für die Automobilindustrie. Als Systempartner übernehmen wir die komplette Projektabwicklung von der Layout- und Detailplanung bis zur Inbetriebnahme. In der Lackieranlagentechnik bieten wir Hard- und Software-Lösungen für alle Prozessstufen. Zu unseren Kernprodukten zählen Anlagen zur VORBEHANDLUNG und KATHODISCHEN TAUCHLACKIERUNG, in denen die aus dem Rohbau kommenden Karosserien gereinigt, vorbehandelt und mit einer Korrosionsschutzschicht versehen werden. Weitere wichtige Produkte sind Lackierkabinen für den Auftrag von Füller-, Basis- und Klarlack, Lackabscheidesysteme, TROCKNER und Fördertechnik sowie die zugehörige Steuerungs- und LEITTECHNIK. Zusammen mit dem Schwesterbereich Application Technology sind wir weltweit der einzige Systemanbieter, der Lackieranlagentechnik und APPLIKATIONSTECHNIK aus einer Hand entwickelt und liefert. Mit einem Weltmarktanteil von über 50 % stehen wir an der Spitze des Wettbewerbs, gefolgt von zwei Unternehmen aus Japan und Deutschland. Hinzu kommen deutlich kleinere Anbieter aus den USA, China und Japan, die sich auf regionale Nischen konzentrieren.

Aircraft and Technology Systems

ist auf Lackier- und Montagetechnik für den Flugzeugbau spezialisiert. Der Geschäftsbereich wurde im Jahr 2008 gegründet, um aus dieser ehemaligen Randaktivität ein vollwertiges Geschäftsfeld zu entwickeln. Wachstumschancen sehen wir zum einen, weil die Flugzeugindustrie zunehmend ihre Lieferantenbasis konsolidiert und Systempartner für größere Auftragspakete sucht. Zum anderen finden erprobte Techniken aus der hochautomatisierten Automobilproduktion immer häufiger Anwendung in der Flugzeugfertigung. Ein gutes Beispiel ist unser Montagesystem FAStplant, das ursprünglich für Automobilwerke entwickelt wurde, heute aber auch in der Flügelmontage und Triebwerkfertigung genutzt wird. Unsere Kernkompetenzen sind die Entwicklung und der Bau schlüsselfertiger Anlagen zum Lackieren von Flugzeugen sowie zum Positionieren und Fügen vormontierter Flugzeugbauteile. Auch im Aircraft-Geschäft gehören wir zu den führenden Unternehmen weltweit. Da das Wettbewerbsumfeld noch relativ fragmentiert ist, bewegen sich die Marktanteile aller Anbieter im einstelligen Prozentbereich. Neben der Flugzeugproduktionstechnik gehört auch die Einheit Dürr Consulting zum Geschäftsbereich Aircraft and Technology Systems. Sie berät Kunden aus unterschiedlichen Branchen, zum Beispiel Automobil und Windkraft, bei der Planung und Optimierung von Produktionsprozessen.

Application Technology

erzielt rund 85 % des Umsatzes mit Lösungen für den automatischen Sprühauftrag von Lack. Die wichtigsten Produkte sind der Anfang 2010 vorgestellte HOCHROTATIONSZERSTÄUBER EcoBell3 sowie die Lackierroboterfamilie EcoRP. Weitere Hard- und Software-Lösungen von Application Technology dienen zum Beispiel der Farbversorgung, der Qualitätssicherung sowie der Prozesssteuerung und -auswertung. Mit über 50 % Weltmarktanteil sind wir die Nummer eins im Wettbewerb. Die drei wichtigsten Konkurrenten mit Marktanteilen von jeweils rund 15 % sind Hersteller von Industrierobotern. Neben der Lackapplikationstechnik bauen wir zwei benachbarte Geschäftsfelder gezielt aus: die SEALING-Technik und die KLEBETECHNIK. Sealing-Anwendungen werden in Automobillackierereien bei der Schweißnahtversiegelung, dem Unterbodenschutz und dem Spritzen von Dämmmatten eingesetzt. Die Klebetechnik dient dem Fügen von Bauteilen im Automobilrohbau. Dort ersetzt sie mehr und mehr das Schweißen, da im Zuge des LEICHTBAUS neue Materialkombinationen verwendet werden, die sich nicht mehr schweißen lassen. Auch die Fahrzeugendmontage beliefern wir mit Klebetechnikapplikationen, zum Beispiel für das Fixieren von Scheiben, Glasdächern und Cockpits.

Balancing and Assembly Products

ist in zwei Bereichen aktiv: AUSWUCHT- und DIAGNOSETECHNIK einerseits sowie Montage-, PRÜF- und BEFÜLLTECHNIKPRODUKTE für die Automobilendmontage andererseits. Unsere Auswuchtanlagen der Marke Schenck kommen in vielen unterschiedlichen Branchen zum Einsatz, mit rund 40 % Marktanteil sind wir der weltweit größte Anbieter. Die drei nachfolgenden Wettbewerber kommen auf einen Marktanteil von insgesamt 25 %. Unsere nachfragestärksten Produkte sind zurzeit Auswuchtanlagen für Kurbelwellen und Turbolader sowie für den allgemeinen Maschinenbau, die Energiewirtschaft und die Luftfahrtindustrie. In der Montage-, Prüf- und Befülltechnik sind wir ebenfalls Weltmarktführer; in einem fragmentierten Wettbewerbsumfeld bewegen sich unsere Marktanteile zwischen 25 und 30 %. Die wichtigsten Produkte sind Prüfstände für Fahrwerkgeometrie, Bremsen und Elektronik, so genannte HOCHZEITSSTATIONEN, an denen Karosserie und Antriebsstrang zusammengeführt werden, sowie Systeme zur Befüllung von Fahrzeugen mit betriebsnotwendigen Medien (zum Beispiel Klimamittel, Getriebeöl, Bremsflüssigkeit). Zum Geschäftsbereich Balancing and Assembly Products gehört auch die Agramkow-Gruppe, an der wir uns im Geschäftsjahr 2011 mit 55 % beteiligt haben.

Cleaning and Filtration Systems

ist mit rund 30 % Weltmarktführer in der industriellen REINIGUNGSTECHNIK und der einzig global agierende Anbieter in diesem Bereich. Unsere Hauptwettbewerber sind vorwiegend mittelständische Unternehmen, die vor allem in ihren Heimatmärkten aktiv sind. Neben Reinigungsanlagen, die Werkstücke von Schmutzpartikeln aus der mechanischen Bearbeitung befreien, umfasst unser Produktspektrum auch FILTRATIONSSYSTEME und Automationstechnik zur Verkettung unterschiedlicher Stationen in Fertigungsprozessen. Auf dieser Basis liefern wir nicht nur einzelne Maschinen und Anlagen, sondern rüsten als Systemanbieter auch komplette Motoren- und Getriebeproduktionslinien aus. Unsere internationale Reichweite erlaubt es uns, Automobilwerke eines Kunden in verschiedenen Ländern mit einheitlicher Technik auszurüsten (Common Tooling). Unsere wichtigsten Produkte sind zurzeit das Roboter-Reinigungssystem EcoCFlex, die TRANSFERREINIGUNGSANLAGE EcoCTrans und die kompakte Reinigungsanlage EcoCBase.

Environmental and Energy Systems

plant und baut umwelttechnische Anlagen, die industrielle Abluft von Schadstoffen befreien, zum Beispiel von Lösemitteln. Ursprünglich auf die Abluftreinigung in Automobillackierereien spezialisiert, erzielen wir heute rund 80 % unseres Umsatzes mit anderen Branchen, in erster Linie Chemie und Pharma, aber auch Druck, Holzverarbeitung und Kohlefaserherstellung.# TÄTIGKEITSFELDER UND KUNDENGRUPPEN

Wir bieten alle gängigen Verfahren zur Abluftreinigung; meist installieren wir thermische Anlagen, in denen die Schadstoffe verbrannt werden. Immer öfter rüsten wir unsere Systeme mit Technologien zur Energierückgewinnung aus. Sie erlauben einerseits eine effizientere Nutzung der Primärenergie, die für die Schadstoffverbrennung aufgewendet wird. Andererseits machen sie die Energie nutzbar, die während des Verbrennungsvorgangs freigesetzt wird. Unsere Kunden suchen verstärkt nach Wegen, um den Energieverbrauch ihrer Produktionsprozesse zu reduzieren. Daher bauen wir unsere Kompetenz im Bereich Energieeffizienz gezielt aus. Ein Beispiel ist die Mitte 2011 eingegangene 50 %-Beteiligung an Cyplan Ltd. Das Start-up-Unternehmen, heute Dürr Cyplan Ltd., entwickelt und baut innovative Organic-Rankine-Cycle-Anlagen (ORC), die Abwärme mithilfe eines Verdampfungsprozesses in elektrische Energie umwandeln. Im Geschäft mit Abluftreinigungstechnik für Automobillackierereien beträgt unser Marktanteil zwischen 40 und 50 %. Außerhalb der Automobilindustrie ist das Wettbewerbsumfeld stärker fragmentiert; mit etwa 12 % Marktanteil zählen wir auch hier zu den größten Anbietern weltweit. Energy Technology Systems wurde Anfang 2011 ins Leben gerufen und verfolgt das Ziel, zusätzliche Geschäftsfelder im Bereich Energieeffizienz zu erschließen. Im Februar 2012 erwarb der Geschäftsbereich 15 % der Anteile an der holländischen HeatMatrix Group bv, die innovative WÄRMETAUSCHER aus Kunststoff entwickelt und produziert. Darüber hinaus hat Energy Technology Systems eine Vielzahl weiterer Technologien und Akquisitionsmöglichkeiten überprüft und steht in fortgeschrittenen Kaufverhandlungen mit einigen Zielunternehmen. Der Geschäftsbereich konzentriert sich auf zukunftsträchtige Verfahren, die in einem breiten Branchen- und Prozessspektrum zur Optimierung der Energiebilanz beitragen können. Da sich Energy Technology Systems in der Aufbauphase befindet, erwirtschaftet der Geschäftsbereich noch keine Umsätze.

UMFANGREICHES SERVICE-ANGEBOT

Wir legen seit jeher großen Wert auf den Service, da unsere Kunden darin ein Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb sehen. Unser Service-Portfolio umfasst Planung, Umbau, Modernisierung, Optimierung und Verlagerung von Anlagen und Maschinen; hinzu kommen Software-Updates, Schulungen, Reparaturen und Ersatzteillieferungen. Dieses Geschäft wird gezielt ausgebaut: Im Jahr 2011 wuchs der Service-Umsatz konzernweit um 23,1 % auf 445,4 Mio. € (Vorjahr: 362,0 Mio. €). Die überproportionalen Zuwächse im Neugeschäft mit Maschinen und Anlagen führten dazu, dass der Anteil des Service-Geschäfts am Umsatz auf 23,2 % sank (Vorjahr: 28,7 %). Zum Bilanzstichtag beschäftigte der Service-Bereich 860 Mitarbeiter, was 13 % der Konzernbelegschaft entspricht (31.12.2010: 770 Mitarbeiter/13 %). Jede Landesgesellschaft verfügt über einen National Service Manager, der die Service-Aktivitäten koordiniert und weiterentwickelt. Weltweit betreiben wir 48 Service-Stützpunkte - so genannte Antennas - auf dem Werkgelände oder in der Nähe von Kunden.

TIP: TECHNOLOGIE- UND INDUSTRIEPARK IM DARMSTADT

Eine Aktivität des Unternehmensbereichs Measuring and Process Systems, die nicht als eigener Geschäftsbereich geführt wird, ist die Schenck Technologie- und Industriepark GmbH (TIP). Als Immobiliendienstleister verwaltet und vermarktet TIP am Schenck-Zentralstandort Darmstadt Büros, Produktionshallen und Lagerflächen. Auf 105.000 m2 Grund und Boden werden 134.000 m2 Fläche vermietet; davon entfallen 53 % auf Büros.

2.2 TÄTIGKEITSFELDER UND KUNDENGRUPPEN

UNTERNEHMENSBEREICH PAINT AND ASSEMBLY SYSTEMS

GESCHÄFTSBEREICH GESCHÄFTSART TÄTIGKEITSFELDER KUNDENGRUPPEN
Paint and Final Assembly Systems Anlagenbau Komplette Lackierereien // Einzelne Lackierprozessstationen Automobilhersteller // Automobilzulieferer // Allgemeine Industrie (z. B. Bau- u. Landmaschinen)
Service Endmontagesysteme
Aircraft and Technology Systems Anlagenbau Montage- und Lackiersysteme für den Flugzeugbau Flugzeughersteller // Zulieferer der Flugzeugindustrie
Service
Consulting Beratung Automobilhersteller // Automobilzulieferer // Allgemeine Industrie

UNTERNEHMENSBEREICH APPLICATION TECHNOLOGY

GESCHÄFTSBEREICH GESCHÄFTSART TÄTIGKEITSFELDER KUNDENGRUPPEN
Application Technology Maschinenbau Produkte für den automatischen Sprühauftrag von Lack Automobilhersteller // Automobilzulieferer // Allgemeine Industrie (z. B. Bau- u. Landmaschinen, Windkraft)
Sealing-Technik // Klebetechnik
Service

UNTERNEHMENSBEREICH MEASURING AND PROCESS SYSTEMS

GESCHÄFTSBEREICH GESCHÄFTSART TÄTIGKEITSFELDER KUNDENGRUPPEN
Balancing and Assembly Products Maschinenbau Auswucht- und Diagnosetechnik // Montagetechnik für die Fahrzeugendmontage // Prüftechnik für die Fahrzeugendmontage // Befülltechnik Automobilhersteller // Automobilzulieferer // Elektroindustrie // Turbomaschinenbau/ Kraftwerke // Maschinenbau // Luft- und Raumfahrt // Haushaltsgeräteindustrie
Service
Cleaning and Filtration Systems Maschinenbau Industrielle Reinigungstechnik // Automationstechnik (Handhabung von Werkstücken, Verkettung von Bearbeitungsstationen) // Filtrationstechnik Automobilhersteller // Automobilzulieferer // Elektroindustrie // Maschinenbau // Luft- und Raumfahrt // Medizin- und Labortechnik
Service

UNTERNEHMENSBEREICH CLEAN TECHNOLOGY SYSTEMS

GESCHÄFTSBEREICH GESCHÄFTSART TÄTIGKEITSFELDER KUNDENGRUPPEN
Environmental and Energy Systems Anlagenbau Abluftreinigungsanlagen // Energiemanagement und -beratung Chemie // Pharma // Kohlefaserproduktion // Druck / Beschichtung // Automobilhersteller (Lackierereien) // Automobilzulieferer (Lackierereien) // Holzverarbeitung // Betreiber von Biogasanlagen, Blockheizkraftwerken und stationären Verbrennungsmotoren
Service Organic-Rankine-Cycle-Anlagen
Energy Technology Systems Komponentengeschäft Aufbau neuer Geschäftsfelder im Bereich Energieeffizienz Prozessindustrie // Energiewirtschaft // Allgemeine Industrie
Anlagenbau

RECHTLICHE UNTERNEHMENSTRUKTUR

Die Dürr AG ist mit jeweils 100 % an der Dürr Systems GmbH, der Carl Schenck AG, der Dürr International GmbH und der Dürr IT Service GmbH beteiligt. Die drei erstgenannten Gesellschaften halten ihrerseits direkte oder indirekte Beteiligungen an allen weiteren 53 Konzerngesellschaften. In der Regel handelt es sich um 100 %ige Beteiligungen, wie die Übersicht unter TEXTZIFFER 44 im Anhang zum Konzernabschluss zeigt. Als Obergesellschaft hat die Dürr AG Ergebnisabführungsverträge mit der Dürr Systems GmbH, der Carl Schenck AG, der Dürr International GmbH und der Dürr IT Service GmbH abgeschlossen. Die Vorstandsmitglieder der Dürr AG und der Carl Schenck AG sowie die Geschäftsführer der Dürr Systems GmbH sind in den Aufsichtsgremien aller wesentlichen Auslandsgesellschaften vertreten.

AKQUISITIONENE/BETEILIGUNGSERWERBE

Wie angekündigt haben wir unsere Position im Kerngeschäft und in neuen Technologiebereichen im Jahr 2011 durch gezielte Akquisitionen weiter ausgebaut.

  • Im Mai 2011 haben wir 55 % der Anteile an der dänischen Agramkow Fluid Systems A/S erworben. Das 1977 gegründete Unternehmen ist Weltmarktführer bei Anlagen zum Befüllen von Haushaltsgeräten und Wärmepumpen mit Kältemitteln. Zum Portfolio gehören außerdem Anlagen zur umweltgerechten Entsorgung schädlicher Kältemittel.
  • Ebenfalls im Mai 2011 sind wir in der Lackiertechnik eine 10 %-Beteiligung an unserem japanischen Partnerunternehmen Parker Engineering Co., Ltd. eingegangen. Dadurch verbessern wir unseren Zugang zu japanischen Kunden, vor allem in der Wachstumsregion Südostasien. Im Gegenzug erwarb die Parker-Muttergesellschaft Nihon Parkerizing Co., Ltd. im Juli 2011 0,4 % der Aktien der Dürr AG.
  • Die im Mai 2011 erworbene 50 %-Beteiligung an Cyplan Ltd. ist unsere erste Akquisition in der Energieeffizienztechnik. Das deutsche Start-up-Unternehmen wurde 2007 gegründet und hat die Organic-Rankine-Cycle-Technologie (ORC) erfolgreich weiterentwickelt. ORC-Anlagen erzeugen Strom, indem sie organische Flüssigkeiten mithilfe von Abwärme verdampfen. Im Dürr-Konzernverbund operiert das Unternehmen unter dem Firmennamen Dürr Cyplan Ltd. Wichtige ORC-Einsatzfelder sind Biogasanlagen, Blockheizkraftwerke und stationäre Verbrennungsmotoren sowie industrielle Prozesse, die Abwärme generieren. Zudem planen wir, einen Teil unserer Anlagen zur thermischen Abluftreinigung mit der ORC-Technologie auszurüsten.

Weitere Informationen zu unseren Akquisitionen finden Sie in Tabelle 2.3, im Kapitel STRATEGIE und unter den TEXTZIFFERN 4 beziehungsweise 19 im Anhang zum Konzernabschluss.

GESCHÄFTSPROZESSES/PROZESSVORTEILE

Besonders im Anlagenbau sind Planung, Engineering/Konstruktion und Auftragsabwicklung unsere wichtigsten Geschäftsprozesse. Der Schlüssel zu einer reibungslosen Auftragsabwicklung ist ein professionelles Projektmanagement. Unsere Projektmanager nehmen eine komplexe Führungsaufgabe wahr: Sie steuern nicht nur ein Team mit Kollegen aus verschiedenen Bereichen, sondern auch zahlreiche Lieferanten - beides über Ländergrenzen hinweg. Ferner tragen sie die Gesamtverantwortung für die Einhaltung von Terminen, Qualitätsvorgaben und Budgets. Ein Großprojekt im Anlagenbau hat eine Abwicklungsdauer von zwölf bis 24 Monaten, im Maschinenbau sind es in der Regel zwei bis sechs Monate.

2.3 AKQUISITIONEN UND BETEILIGUNGSERWERBE

Beteiligung Erstkonsolidierung Zeitpunkt Beteiligungserwerb Umsatz 2011 Mitarbeiter Kaufpreis
Paint and Final Assembly Systems
Parker Engineering Co., Ltd. 10 % - 3 17.05.2011
Balancing and Assembly Products
Agramkow Fluid Systems A/S 55 % 24.05.2011 24.05.2011 18,2 Mio. €
Environmental and Energy Systems
Cyplan Ltd. 50 % - 3 25.05.2011
Goodwill
Paint and Final Assembly Systems
Parker Engineering Co., Ltd.

Lieferantenbeziehungen

Unser Lieferantenstamm umfasst über 10.000 Unternehmen; bei den meisten handelt es sich um Teile- und Komponentenzulieferer sowie Auftragsfertiger. Für den Bezug besonders wichtiger Warengruppen, zum Beispiel Pumpen, Antriebe und Armaturen, schließen wir internationale Rahmenverträge, um die Versorgung unserer Werke und Baustellen zu sichern. Dazu wählen wir leistungsfähige Vorzugslieferanten aus, mit denen wir langfristige Geschäftsbeziehungen unterhalten. Besonderen Wert legen wir dabei auf internationale Lieferfähigkeit, denn sie ist die Grundlage, um die Bedarfe mehrerer Konzerngesellschaften effizient zu bündeln. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel BESCHAFFUNG.

Merkmale unseres Geschäftsmodells

Als Engineering-Unternehmen sehen wir unsere Kernkompetenz in der Planung effizienter Produktionsprozesse und der Realisierung der dafür benötigten Maschinen und Anlagen. Unsere Eigenfertigung ist relativ gering und umfasst vor allem Hightech- und Kernprodukte sowie ausgewählte Standardkomponenten. Im Maschinenbau beträgt die FERTIGUNGSTIEFE rund 30 %, im Anlagenbau etwa 20 %. Daher sind Kapitalbindung und Fixkostenanteil bei Dürr vergleichsweise gering. Dies wirkt sich positiv auf die Rendite auf das eingesetzte Kapital aus und macht uns flexibler bei zyklischen Auftragsschwankungen.

Im Anlagenbau unterhalten wir lediglich ein minimales Nettoumlaufvermögen (NET WORKING CAPITAL), mitunter ist es sogar negativ. Das bedeutet, dass den Vorräten und Forderungen im Umlaufvermögen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in gleichem oder höherem Umfang gegenüberstehen. Im Maschinenbau benötigen wir durchschnittlich rund 100 Tage, um unser Nettoumlaufvermögen in Umsatz umzuwandeln (Days Working Capital). Im Gesamtkonzern liegt die Steuerungsgröße Days Working Capital bei 6 Tagen, unser Zielwert beträgt 20 bis 25 Tage.

Die geringe ANLAGENINTENSITÄT unseres Geschäfts geht einher mit einem ebenfalls relativ niedrigen Investitionsbedarf. Wesentlich bedeutender als Sachanlagen ist das Know-how unserer Mitarbeiter. Dieses Geschäftsmodell erlaubt uns, mit geringem Aufwand in neue Regionen und benachbarte Geschäftsfelder zu expandieren. Besonders bei der Erschließung von Geschäftsfeldern mit hohen technologischen Eintrittsbarrieren sind unsere Erfahrung, unsere breite Wissensbasis und das internationale Netzwerk des Konzerns entscheidende Wettbewerbsvorteile.

Entsprechend der geringen Wertschöpfungstiefe beläuft sich unser Einkaufsvolumen (einschließlich bezogener Dienstleistungen) auf 49 % des Umsatzes. Um die Auswirkungen von Preisschwankungen zu begrenzen, berücksichtigen wir bei unseren Projektkalkulationen stets aktuelle Materialkosten. Im Maschinenbau beziehen wir vor allem Halbfertigerzeugnisse. Ihre Preise sind in der Regel weniger volatil als Rohstoffpreise, zumal wir sie häufig in Rahmenverträgen mittelfristig fixieren.

Unser Währungsrisiko ist verhältnismäßig gering. Zu beachten sind vor allem Translationseffekte, die bei der Umrechnung von Fremdwährungspositionen in Euro auftreten. Transaktionseffekte, wie sie für den Warenexport typisch sind, spielen eine geringere Rolle. Der Grund: Der Großteil unserer Wertschöpfung und des Einkaufs entfällt auf die Länder, in denen die Aufträge abgewickelt werden, daher ist der Exportanteil meist gering.

Bei vielen unserer Projekte beträgt die Vorlaufzeit mehrere Monate, größere Projekte erfordern sogar ein bis zwei Jahre für Planung und Vorbereitung. Dies führt zu einer guten Visibilität unserer zukünftigen Ertrags- und Umsatzentwicklung.

Standorte und Arbeitsteilung im Konzern

Unser größter Standort ist der Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen. Er dient als Drehscheibe für das internationale Geschäft der Unternehmensbereiche Paint and Assembly Systems, Application Technology und Clean Technology Systems. In dem modernen Büro-, Technologie- und Montagekomplex, der im Sommer 2009 eröffnet wurde, haben über 1.500 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Auf dem Dürr-Campus betreiben wir das weltgrößte Entwicklungszentrum für Lackiertechnik, Test- und Demonstrationsanlagen für Klebe- und Umwelttechnik sowie ein Schulungszentrum für Kunden und Mitarbeiter.

Darmstadt ist unser Kompetenzzentrum für AUSWUCHTTECHNIK, während Monschau der Hauptstandort für INDUSTRIELLE REINIGUNGSTECHNIK ist.

Der größte Auslandsstandort ist Schanghai mit 1.006 Mitarbeitern in der Stammbelegschaft; bezieht man die externen Leasingkräfte ein, sind es 1.344 Mitarbeiter. Anfang 2012 haben wir in Schanghai ein neues Produktionszentrum für den Anlagenbau eröffnet, das dreimal so viel Fertigungsfläche wie bisher bietet; parallel nutzen wir bis auf Weiteres auch unsere bisherige Produktionsstätte weiter. Einen weiteren Neubau errichten wir in Schanghai für unser Maschinenbaugeschäft. Bisher an getrennten Standorten angesiedelt, sollen diese Aktivitäten ab Mitte 2013 unter dem Dach eines gemeinsamen Gebäudekomplexes mit knapp 35.000 m2 Produktions- und Bürofläche operieren. Nimmt man alle Standorte in Schanghai zusammen - also Anlagen- und Maschinenbau -, werden wir dort ab 2013 in ähnlicher Größe vertreten sein wie auf dem Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen.

Auch an den Emerging-Markets-Standorten São Paulo (Brasilien), Chennai und Delhi (Indien) haben wir in den vergangenen Jahren zusätzliche Kapazitäten und Kompetenzen aufgebaut. In Querétaro (Mexiko) planen wir, die vorhandenen Büro- und Fertigungsflächen um ein Drittel zu vergrößern. In den USA - schwerpunktmäßig im Großraum Detroit - sind 587 Mitarbeiter beschäftigt. Hier haben wir die Personalstärke im vergangenen Jahr auslastungsbedingt wieder erhöht, nachdem wir sie in den Vorjahren deutlich reduzieren mussten.

Durch Konzernrichtlinien, Prozessvorgaben und IT-Architekturen ist im Dürr-Netzwerk klar geregelt, wie die Konzerngesellschaften bei länderübergreifenden Systemprojekten im Anlagenbau kooperieren. Die Projektführerschaft bei Großaufträgen im Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems übernimmt stets das System Center Bietigheim-Bissingen. Die Auslandsgesellschaften sind für Vertrieb und Service vor Ort zuständig und unterstützen die Auftragsabwicklung, zum Beispiel in ENGINEERING, Einkauf und Fertigung. Auch im Maschinenbaugeschäft werden unsere internationalen Aktivitäten weitestgehend von den deutschen Hauptstandorten gesteuert und unterstützt.

2.5 Wesentliche Dürr-Standorte

Dürr-Campus Bietigheim-Bissingen 1 2 Werk, Entwicklung, Montage, Schulung
Darmstadt 2 Kompetenzzentrum Auswuchttechnik
Monschau 1 Kompetenzzentrum Industrielle Reinigungstechnik
Schanghai 1 Produktionszentrum Anlagenbau, Maschinenbau (ab 2013)
São Paulo 1 Kapazitäten und Kompetenzen
Chennai 1 Kapazitäten und Kompetenzen
Delhi 1 Kapazitäten und Kompetenzen
Querétaro 1 Ausbau Büro und Fertigung
USA (Detroit) Vertrieb, Service, Montage

1 Standort mit Fertigung oder Montage
2 Engineering-Standort

Die weiteren Standorte nehmen vor allem Vertriebs- und Service-Funktionen wahr.

Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Der Vorstand der Dürr AG hat gemäß § 312 Aktiengesetz einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt und darin folgende Schlusserklärung abgegeben: "Unsere Gesellschaft sowie die mit unserer Gesellschaft verbundenen Unternehmen erhielten bei jedem im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung. Dieser Beurteilung liegen Umstände zugrunde, die uns im Zeitpunkt der berichtspflichtigen Vorgänge bekannt waren."

Angaben gemäß §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals: Das gezeichnete Kapital der Dürr AG ist in 17.300.520 voll stimmberechtigte Inhaber-Stammaktien eingeteilt. Die Rechte und Pflichten, die mit dem Besitz von Stammaktien verbunden sind, ergeben sich aus dem Aktiengesetz.# Dürr AG

3. Capital Structure

3.1. Shareholder Structure and Voting Rights

― Restrictions on Voting Rights/Transfer and Corresponding Agreements: In the course of inheritance arrangements, Heinz Dürr GmbH and Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH are preparing to conclude a pool agreement/voting agreement concerning their Dürr AG shares. Together, Heinz Dürr GmbH and Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH currently hold 29.97% of the voting rights. Furthermore, the Management Board is not aware of any pool agreements among Dürr AG shareholders. Statutory voting right restrictions apply pursuant to Section 28 (1) of the German Securities Trading Act (WpHG) (violation of disclosure obligations), Section 71b of the German Stock Corporation Act (AktG) (rights from own shares), and Section 136 (1) of the German Stock Corporation Act (AktG) (exclusion of voting rights in cases of certain conflicts of interest).
― Holdings exceeding 10%: Heinz Dürr GmbH holds a 26.5% stake in the share capital of Dürr AG. Taking into account the shareholding of Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH (3.47%), the Dürr family controls 29.97% of the shares (as of February 2012).
― Shares with special rights: There are no Dürr AG shares that grant special rights.
― Voting control when employees hold capital and do not exercise their control rights directly: There are no employee shareholdings where control rights are not exercised directly.
― Provisions on the appointment and dismissal of Management Board members: The applicable statutory provisions are found in Sections 84 and 85 of the German Stock Corporation Act (AktG) and Section 31 of the German Co-Determination Act (MitbestG). The Articles of Association of Dürr AG do not contain any provisions deviating from the statutory regulations.
― Provisions for amending the Articles of Association: Section 179 of the German Stock Corporation Act (AktG) requires the approval of the Annual General Meeting for amendments to the Articles of Association. Unless it concerns an amendment to the company's business purpose, Section 20 (1) of the Articles of Association stipulates that a simple majority of the share capital represented at the time of the resolution is sufficient. In accordance with Sections 4 (4) and 5 of the Articles of Association, the Supervisory Board is authorized to amend the Articles of Association to reflect the utilization of conditional or authorized capital.
― Powers of the Management Board regarding the issuance or repurchase of shares: Information on this matter can be found in Item 25 of the Notes to the Consolidated Financial Statements.
― Agreements in the event of a change of control resulting from a takeover bid: Section 5 of the terms and conditions of our corporate bond stipulates that bondholders have the right to demand early repayment of their debt instruments from Dürr AG in the event of a change of control. In such a case, the repayment amount will be 101% of the nominal amount, plus accrued and unpaid interest up to the repayment date. A change of control occurs when a person or a group of persons acting in concert becomes the legal or beneficial owner of more than 50% of the voting rights of Dürr AG. Such provisions are customary and are also included in a comparable form in the bond terms and conditions of other issuers. They serve to protect the interests of the bondholders. The terms and conditions of our syndicated loan stipulate that in the event of a change of control, no additional cash drawdowns can be made and no guarantees can be requested. Furthermore, all loan commitments can be revoked by the majority banks, meaning that the entire syndicated loan would have to be repaid. The agent representing the interests of the banking consortium must be informed immediately upon becoming aware of a change of control. A change of control occurs if (i) Dürr AG becomes a direct or indirect subsidiary of a person other than those members of the Dürr family who were direct or indirect shareholders of Dürr AG at the time of the amendment of the credit agreement, or becomes a company not controlled by the aforementioned members of the Dürr family or their legal heirs; (ii) a person or persons acting in concert within the meaning of Section 2 (5) of the German Securities Takeover Act (WpÜG) (other than the aforementioned members of the Dürr family or their legal heirs) gain control over Dürr AG. Subsidiary in this sense means a company over which another person directly or indirectly exercises control or whose shares are held directly or indirectly by another person to the extent of more than 50%. Control in this sense means the ability to direct the affairs of Dürr AG or to control the composition of the Management Board or the Supervisory Board of Dürr AG (to the extent determined by the shareholders).
― Compensation agreements in the event of takeover bids: In the event of a takeover, members of the Management Board have an option for continued employment or departure against compensation. Details can be found in the Corporate Governance chapter. There are no other related agreements.

Company-Specific Early Indicators

In managing the company, we utilize various early indicators that reflect the cyclical nature of our business. Four types of indicators can be distinguished.
― The first group comprises general early indicators such as money supply trends, freight rates, raw material prices, yield curves, and the IFO Business Climate Index. In addition, research reports and statistics from international institutions such as the IMF or OECD are included. These indicators and materials allow us to draw conclusions about future general economic development and the automotive industry's economic cycle.
― The second group of indicators relates specifically to the automotive industry. This includes investment plans of manufacturers and suppliers, as well as statistics and forecasts on vehicle production and sales. We regularly discuss this information with automotive analysts who closely monitor the development of the industry and its markets. If forecasts for automotive production change, we typically adjust our business expectations accordingly. For example, if the forecast for worldwide automotive production is raised by one percentage point, we can expect an additional two to three system orders with a total volume of around €100 million in paint shop technology alone. In most other business segments, such an increase in forecasts also indicates additional potential for incoming orders. Multi-year comparisons of investment plans and production statistics in the automotive industry are similarly informative. The interpretation of historical production and sales fluctuations can also provide insights into future developments.
― The third early indicator is the planned investment projects of our customers. We store the information we have on these projects in our CRM system and evaluate our acquisition opportunities. This allows us to prepare for the content, scope, and timing of upcoming projects at an early stage. Typically, six to twelve months pass from the initial inquiry to the customer's order placement, which we can use for our offers.
― The fourth indicator group consists of incoming orders and order backlog, which our controlling department regularly monitors and analyzes. Due to the long lead times of many projects, these two key figures are well-suited for estimating capacity utilization and revenue development in the following quarters.

Economic and Legal Influencing Factors

The sale of our systems, products, and services is primarily influenced by the investment behavior of the automotive industry. The industry bases its investment decisions on current key figures related to revenue, earnings, production, and capacity utilization, as well as on long-term sales expectations and its strategic goals. Emerging markets are of central importance to our business, accounting for 65% of incoming orders. Especially in the BRIC countries, automotive manufacturers are expanding their production capacities to meet dynamic demand and gain market share. In North America, the majority of investments are currently flowing into plant modernization, as many production facilities are no longer state-of-the-art after years of underinvestment. In Germany, flexibility, productivity, and energy efficiency are the most important investment motives for automotive manufacturers. In other Western European countries, the industry is likely to continue to restrict its investments due to the weak economic situation. The growth rate of the global economy is a significant influencing factor for our business. On average over many years, worldwide automotive demand increases by 1.3 to 1.4 times the GDP growth rate. In the next five years, automotive production is expected to increase by around 25 million units. This creates a theoretical demand for approximately 100 additional automotive plants. With a market share of 50%, this would mean an order volume of 50 paint shops for Dürr. In 2011, our labor costs accounted for 20.9% (€402.6 million) of revenue. Therefore, the development of wages and salaries is an important influencing factor, especially since significantly higher wage increases are expected in emerging markets than in established markets. For 2012, we anticipate an increase in labor costs of around 10%; the rising number of employees also contributes to this. Material costs, which account for 49% of our revenue, also influence economic success. However, changes have only a limited impact on earnings, as our project calculations are always based on current material costs.# Wechselkursschwankungen, rechtliche und steuerliche Regelungen, Cash-Poolings und Umweltrecht

Wechselkursschwankungen wirken sich bei Dürr nur vergleichsweise gering auf Umsatz und Ergebnis aus. Dies verdeutlicht die Sensitivitätsanalyse unter TEXTZIFFER 40 im Anhang zum Konzernabschluss. Aufgrund der ausgeprägten Internationalität unseres Geschäfts müssen wir zahlreiche rechtliche und steuerliche Regelungen beachten. Beispiele sind Produktsicherheits- und Produkthaftungsgesetze, bau-, umwelt- und beschäftigungsrechtliche Normen sowie das Außenhandels- und Patentrecht. Im Rahmen unseres Cash Poolings (siehe Kapitel FINANZWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG) ist zu berücksichtigen, dass bestimmte Länder den grenzüberschreitenden Transfer flüssiger Mittel einschränken. Daher müssen wir dort Cash-Bestände vorhalten. Die wachsende Regelungsdichte im Umweltrecht beeinflusst unsere Produktstrategie erheblich und generiert zusätzliche Nachfrage. Zum Beispiel in der Abluftreinigungstechnik: Dort führen verschärfte Emissionsregelungen dazu, dass Industriebetriebe zusätzliche und kleinere Abluftreinigungsanlagen benötigen. Auch in der Lackier-, Reinigungs-, AUSWUCHT- und BEFÜLLTECHNIK werden die umweltrechtlichen Auflagen, die unsere Kunden in der Produktion erfüllen müssen, zu einem zunehmend wichtigen Treiber unserer Umsatz- und Ertragsentwicklung. Da Nachhaltigkeit und energetische Optimierung schon seit Jahren im Zentrum unserer Produktentwicklung stehen, sind unsere Anlagen verbrauchs- und emissionsärmer als viele Wettbewerbsprodukte. Das Auftragsvolumen, das wir im Jahr 2011 aufgrund dieses Vorteils erhielten, schätzen wir auf einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag. Damit trägt unsere Kompetenz in Sachen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit wesentlich zur Absicherung unseres Ergebnisses im laufenden Jahr bei.

Corporate-Governance-Bericht

Hohe Standards in der Corporate Governance zählen zu den Grundvoraussetzungen für nachhaltige Wertsteigerung. Sie sind unerlässlich, um das Vertrauen von Investoren, Geschäftspartnern und Kunden sowie Mitarbeitern und Öffentlichkeit zu rechtfertigen. Daher bekennen sich Vorstand und Aufsichtsrat zu einer verantwortungsvollen Führung und Kontrolle des Unternehmens. Wir betrachten Corporate Governance als ein lebendiges System, das wir permanent an neue Anforderungen anpassen und verbessern. Besonders intensiv haben wir uns im Geschäftsjahr 2011 mit dem Ausbau des Compliance Managements und des internen Kontrollsystems befasst. Bitte beachten Sie dazu auch die ausführlichen Angaben im Kapitel NACHHALTIGKEIT und im RISIKOBERICHT.

CORPORATE GOVERNANCE KODEX: VORSTANDSVERGÜTUNG ERSTMALS INDIVIDUALISIERT AUSGEWIESEN

Im Jahr 2011 wurden keine Veränderungen am Deutschen Corporate Governance Kodex vorgenommen, daher blieb die am 2. Juli 2010 veröffentlichte Fassung maßgeblich. Der nachstehende Auszug aus unserer Entsprechenserklärung zeigt, an welchen Stellen und weshalb wir von den Empfehlungen des Kodex abweichen. Die Erklärung bezieht sich auf den Zeitraum vom 15. Dezember 2010 bis 16. Dezember 2011 und wurde am 16. Dezember 2011 durch die Vorsitzenden von Aufsichtsrat und Vorstand unterzeichnet. Den vollständigen Wortlaut finden Sie unter WWW.DURR.COM/DE/INVESTOR/CORPORATE-GOVERNANCE. Wie im Vorjahr enthält unsere Entsprechenserklärung nur zwei Abweichungen von den Kodexempfehlungen. Auch die deutliche Mehrzahl der Kodexanregungen setzen wir um. Allerdings gibt es eine wichtige Veränderung in unserer Corporate-Governance-Praxis: Im Sinne von Ziffer 4.2.4 des Deutschen Corporate Governance Kodex weisen wir im vorliegenden Geschäftsbericht die Vergütung der Vorstandsmitglieder erstmals individualisiert aus. Bisher hatten wir auf Basis eines Beschlusses der Hauptversammlung von 2006 lediglich die Gesamtvergütung offengelegt.

AUSZUG AUS DER ENTSPRECHENERKLÄRUNG VOM 16. DEZEMBER 2011

Selbstbehalt bei der D&O-Versicherung (Ziffer 3.8 Absätze 2 und 3)

Für die Mitglieder des Aufsichtsrats bestand und besteht eine D&O-Versicherung ohne Selbstbehalt (Gruppenversicherung). Die Einführung eines Selbstbehalts für Mitglieder des Aufsichtsrats ist nicht geplant, weil Dürr nicht der Auffassung ist, dass das bereits hohe Engagement und Verantwortungsbewusstsein der Mitglieder des Aufsichtsrats durch die Vereinbarung eines Selbstbehalts weiter gesteigert werden kann. Zudem ist zu berücksichtigen, dass für die sechs Arbeitnehmervertreter des paritätisch besetzten Aufsichtsrats der Dürr AG die persönliche Versicherung des verbleibenden Restrisikos (in Höhe des Selbstbehalts) auf eigene Kosten unverhältnismäßig teuer wäre.

Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats (Ziffer 5.4.1 Absätze 2 und 3)

Eine Altersgrenze, wie sie Ziffer 5.4.1 Absatz 2 des Kodex fordert, ist für Mitglieder des Aufsichtsrats nicht vorgesehen, weil nach Auffassung der Dürr AG die Leistungsfähigkeit der Aufsichtsratsmitglieder nicht vom Erreichen einer unflexiblen Altersgrenze abhängig ist. Darüber hinaus wird sich die Dürr AG auch in Zukunft nicht pauschal auf eine Altersgrenze festlegen, weil die Gesellschaft hierdurch der Möglichkeit beraubt würde, herausragend geeignete Persönlichkeiten, die diese Altersgrenze bereits überschritten haben oder während der Laufzeit ihres Mandats überschreiten werden, für die Mitarbeit im Aufsichtsrat zu gewinnen. Den Empfehlungen in Ziffer 5.4.1 Absätze 2 und 3 des Kodex wird nicht entsprochen. Nach Auffassung des Aufsichtsrats geht mit der Benennung und Veröffentlichung konkreter Ziele für seine Zusammensetzung und deren regelmäßiger Anpassung ein nicht unerheblicher Aufwand einher, der mit Blick auf die Größe des Aufsichtsrats und die nochmals gestiegene Arbeitsbelastung des Gremiums aufgrund gesetzlicher Neuerungen nicht mehr gerechtfertigt erscheint. Außerdem ginge mit der Festsetzung starrer Ziele die Möglichkeit verloren, herausragende Persönlichkeiten, die nicht in den gesteckten Rahmen passen, für die Mitarbeit im Aufsichtsrat zu gewinnen. Der Aufsichtsrat wird sich deshalb jeweils erst im Vorfeld der Beschlussfassung über seine Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern mit der gewünschten Zusammensetzung des Gremiums befassen. Dabei wird er auch andere als die in Ziffer 5.4.1 Absatz 2 des Kodex benannten Kriterien berücksichtigen. Im Zeitpunkt dieser Erklärung verfügt der Aufsichtsrat über ein weibliches Mitglied und über Mitglieder, die fundierte Auslandserfahrung mitbringen.

Weitere Angaben zur Unternehmensführung bei Dürr ¹

¹ Die vollständige Erklärung zur Unternehmensführung finden Sie unter www.durr.com/de/investor/corporate-governance.

VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Der Vorstand der Dürr AG führt als Leitungsorgan die Geschäfte, bestimmt die Strategie und setzt sie in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat um. In seiner Arbeit ist er dem Interesse und den geschäftspolitischen Grundsätzen des Unternehmens verpflichtet. Der Vorstand unterrichtet den Aufsichtsrat regelmäßig und umfassend über Geschäftsverlauf, Strategie und Risiken. Der Aufsichtsrat erlässt eine Geschäftsordnung für den Vorstand, die Ressortzuständigkeiten, Modalitäten der Beschlussfassung und weitere Aspekte regelt. Der Aufsichtsrat der Dürr AG berät und überwacht den Vorstand. Nach den Vorgaben des deutschen Mitbestimmungsgesetzes setzt er sich paritätisch aus zwölf Mitgliedern zusammen. Die sechs Vertreter der Anteilseigner werden von den Aktionären auf der Hauptversammlung gewählt, während die sechs Arbeitnehmervertreter von den Mitarbeitern der deutschen Dürr-Standorte gewählt werden. Herrscht bei Abstimmungen im Aufsichtsrat Stimmengleichheit, zählt das Votum des Vorsitzenden doppelt. Der Aufsichtsrat kann Beschlüsse auch in einem schriftlichen Umlaufverfahren fassen. Dies war im Jahr 2011 nach eingehender mündlicher Erörterung zwei Mal der Fall: bei der Verlängerung des Vorstandsvertrags von Herrn Heuwing und beim Kauf des Dürr-Campus. Dem fünfjährigen Turnus entsprechend wurde der Aufsichtsrat im Jahr 2011 neu gewählt. Die Wahl der Arbeitnehmervertreter fand am 6. April statt, die der Vertreter der Anteilseigner auf der Hauptversammlung am 6. Mai. Scheidet ein Mitglied des Aufsichtsrats vor Ende seiner Amtszeit aus, wird gerichtlich ein Nachfolger bestellt, sofern kein bereits gewähltes Ersatzmitglied zur Verfügung steht. Gerichtlich bestellte Vertreter der Anteilseigner müssen sich auf der folgenden Hauptversammlung zur Wahl stellen.

Der Aufsichtsrat der Dürr AG hat aus seiner Mitte vier Ausschüsse gebildet. Sie bereiten Beschlüsse und Themen vor, über welche die Ausschussvorsitzenden anschließend im Plenum informieren.

  • Der Personalausschuss, der gleichzeitig als Präsidium fungiert, ist vor allem für Fragen der Bestellung und Vergütung der Vorstandsmitglieder zuständig und bereitet die entsprechenden Plenumsbeschlüsse vor.
  • Der Prüfungsausschuss befasst sich in erster Linie mit Rechnungslegung, Risikomanagement, dem internen Kontrollsystem und der internen Revision. Ferner kontrolliert er das Compliance-Management-System, das die Einhaltung interner und externer Regeln sicherstellt. Der Ausschuss prüft den Konzern- und Jahresabschluss und bereitet die entsprechenden Beschlüsse des Plenums vor.
  • Der Vermittlungsausschuss wird nur dann einberufen, falls es im Aufsichtsrat zu Meinungsverschiedenheiten bei der Bestellung oder Abberufung von Vorstandsmitgliedern kommen sollte. Bei Dürr musste dieser Ausschuss noch nie zusammentreten.
  • Der Nominierungsausschuss hat die Aufgabe, dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für die Wahl der Anteilseignervertreter auf der Hauptversammlung vorzuschlagen. Dabei beachtet er, dass dem Aufsichtsrat im Sinne einer angemessenen Vielfalt (Diversity) auch weibliche Mitglieder und Personen mit Auslandserfahrung angehören sollen.

Außer dem Nominierungsausschuss, dem drei Vertreter der Anteilseigner angehören, setzen sich alle Ausschüsse paritätisch aus vier Mitgliedern zusammen.# HAUPTVERSAMMLUNG

Auf der Hauptversammlung haben die Aktionäre Gelegenheit zur Generaldebatte mit Vorstand und Aufsichtsrat und können ihr Stimmrecht ausüben. Über die Beschlussanträge - etwa zu Gewinnverwendung und Kapitalmaßnahmen - informiert die Tagesordnung, die vom Unternehmen fristgerecht vor der Hauptversammlung zu versenden ist. Den Vorsitz auf der Hauptversammlung führt der Aufsichtsratsvorsitzende.

TRANSPARENZ

Unsere externe Kommunikation versorgt die Öffentlichkeit mit umfassenden, konsistenten und zeitnahen Informationen aus dem Konzern. Auskunft über den Geschäftsverlauf geben der Geschäftsbericht, die Quartals- und Halbjahresfinanzberichte sowie Pressemitteilungen und Ad-hoc-Meldungen, zudem veranstalten wir anlassbezogene Presse- und Telefonkonferenzen. Alle Meldungen, Berichte und Präsentationen können unter WWW.DURR.DE heruntergeladen werden. Für Fragen steht unsere Investor-Relations- und Presseabteilung zur Verfügung.

RECHNUNGSLEGUNG UND ABSCHLUSSPRÜFUNG

Wir erstellen unsere Konzernabschlüsse nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Abschlussprüfer - seit mehreren Jahren die Ernst & Young GmbH - wird auf Vorschlag des Aufsichtsrats von der Hauptversammlung bestellt. Er prüft den vom Vorstand aufgestellten Konzernabschluss, bevor dieser vom Aufsichtsrat geprüft und gebilligt und spätestens 90 Tage nach dem Bilanzstichtag veröffentlicht wird. Gemäß Ziffer 7.2.3 des Corporate Governance Kodex unterrichtet der Abschlussprüfer den Aufsichtsratsvorsitzenden unverzüglich, falls er bei der Prüfung Erkenntnisse erlangt, die für die Arbeit des Aufsichtsrats wesentlich sind. Auch über eventuelle Abweichungen von der Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz soll der Prüfer den Aufsichtsrat informieren. Bevor das Prüfungsmandat erteilt wird, versichert der Abschlussprüfer dem Aufsichtsrat seine Unabhängigkeit.

2.6 GESCHÄFTSVERTEILUNG IM VORSTAND

RALF W. DIETER (VORSITZENDER)
RALPH HEUWING (FINANZVORSTAND)

// Unternehmensbereiche/ operative Verantwortung // Paint and Assembly Systems // Application Technology // Measuring and Process Systems // Clean Technology Systems // Dürr Consulting // Zentralfunktionen // Unternehmenskommunikation // Personal (Arbeitsdirektor) // Forschung & Entwicklung // Qualitätsmanagement // Interne Revision // Corporate Compliance // Finanzen/Controlling // Investor Relations // Risikomanagement // Recht/Patente // Informationstechnologie // Global Sourcing

ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT BEI DÜRR

Der Vorstand der Dürr AG besteht aus zwei Mitgliedern. Dies gewährleistet schnelle und effiziente Kommunikations-, Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse. Der Vorstand arbeitet eng mit dem Management der Unternehmens- und Geschäftsbereiche zusammen und wird auf Holding-Ebene durch die Fachabteilungen der Dürr AG unterstützt. Der Vorstandsvorsitzende Ralf W. Dieter führt das operative Geschäft der drei Unternehmensbereiche Paint and Assembly Systems, Application Technology und Measuring and Process Systems in enger Abstimmung mit den Geschäftsbereichsleitern. Er steht an der Spitze des Vertriebs und vertritt Dürr auf den Entscheidungsebenen der Kunden. Finanzvorstand Ralph Heuwing verantwortet den Finanzbereich und leitet darüber hinaus das operative Geschäft des Unternehmensbereichs Clean Technology Systems. Eine komplette Übersicht zur Geschäftsverteilung im Vorstand bietet Tabelle 2.6. Auf Konzernebene gibt es bei Dürr zwei internationale Führungskreise: an erster Stelle der oberste Führungskreis (Dürr Management Board), dem neben dem Vorstand verschiedene Top-Management-Vertreter des Konzerns angehören. Die weiter gefasste Senior Management Group umfasst vor allem Geschäftsführer und weitere Manager der Konzerngesellschaften.

KONTROLLE

Nach § 6 der Satzung der Dürr AG entscheidet der Aufsichtsrat über Größe und Besetzung des Vorstands. Er hat eine Geschäftsordnung für den Vorstand erlassen, die einen Katalog zustimmungsbedürftiger Geschäfte und einen Geschäftsverteilungsplan enthält. In den Aufsichtsratssitzungen nimmt der Vorstand schriftlich und mündlich zu den einzelnen Tagesordnungspunkten Stellung und beantwortet Fragen. Die Themen, zu denen ein schriftlicher Beschluss gefasst werden soll, erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats 14 Tage vor der Sitzung; eine ausführliche schriftliche Unterlage nebst Beschlussantrag folgt spätestens eine Woche vor der Sitzung. Am Sitzungstag finden zunächst getrennte Vorgespräche der Arbeitnehmer- und Anteilseignervertreter statt, dabei steht der Vorstand für Erläuterungen zur Verfügung. Auch außerhalb der Sitzungen tauscht sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats regelmäßig mit dem Vorstand aus.

2.7 MELDEPFLICHTIGE TRANSAKTIONEN MIT DÜRR-AKTIEN IM JAHR 2011

Käufer / Verkäufer Datum Außerbörslicher Wertpapierkauf Außerbörslicher Wertpapierverkauf Stückpreis in € Stückzahl Gesamtwert in €
Heide Dürr 03.01.2011 X 23,92 3.000 71.760,00
Heinz Dürr GmbH 24.01.2011 X 23,72 10.000 237.190,00
Heinz Dürr GmbH 29.03.2011 X 23,41 10.000 234.100,00
Heinz Dürr GmbH 21.07.2011 X 29,30 69.000 2.021.700,00
Heinz Dürr GmbH 08.08.2011 X 27,10 20.000 541.960,00
Heinz Dürr GmbH 12.08.2011 X 25,21 10.000 252.060,00
Heinz Dürr GmbH 15.09.2011 X 24,00 6.000 144.000,00
Heinz Dürr GmbH 30.11.2011 X 32,80 250.000 8.200.000,00

AKTIENBESITZ UND DIRECTOR' DEALINGS

Der Aufsichtsratsvorsitzende Heinz Dürr ist Mehrheitsgesellschafter der Heinz Dürr GmbH, die zusammen mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH 29,97 % der Anteile an der Dürr AG hält (Stand: Februar 2012). Weitere 0,13 % der Aktien werden von anderen Mitgliedern des Aufsichtsrats gehalten. Der Vorstand der Dürr AG verfügt in Summe über 1,3 % der Anteile an der Dürr AG, auf Ralf W. Dieter entfallen 0,4 %, auf Ralph Heuwing 0,9 %. Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte veröffentlichen wir gemäß § 15a WpHG umgehend nach Eingang der Mitteilung unter www.DURR.DE. Eine Übersicht über die Directors' Dealings im Jahr 2011 zeigt Tabelle 2.7.

Vergütungsbericht

Neben den folgenden Angaben enthält TEXTZIFFER 42 des Anhangs zum Konzernabschluss weitere Informationen zur Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat. Sie sind ausdrücklicher Bestandteil dieses Vergütungsberichts.

NEBENTÄTIGKEITEN

Die Mitglieder des Vorstands halten keine wesentlichen Beteiligungen an anderen Unternehmen und üben außer den Mandaten, die unter TEXTZIFFER 42 des Anhangs zum Konzernabschluss aufgeführt sind, keine weiteren Nebentätigkeiten aus.

VERGÜTUNGSSYSTEM FÜR DEN VORSTAND

Der Personalausschuss des Aufsichtsrats überprüft das Vergütungssystem für den Vorstand regelmäßig und erarbeitet Empfehlungen für das Plenum. Der Aufsichtsrat wägt diese Vorschläge sorgfältig ab und fasst auf dieser Basis seine Beschlüsse. Die Angemessenheit der Vorstandsvergütung wird anhand verschiedener Kriterien beurteilt, dazu zählen die Aufgaben des Gesamtvorstands und der Einzelmitglieder, die persönlich erbrachte Leistung, das wirtschaftliche Umfeld sowie der Erfolg und die Perspektiven des Unternehmens. Ferner berücksichtigt der Aufsichtsrat, wie sich Vorstandsvergütungen in anderen Unternehmen entwickeln. Die Gesamtbezüge des Vorstands der Dürr AG beliefen sich im Geschäftsjahr 2011 auf 4.560 Tsd. € (Vorjahr: 2.251 Tsd. €). An frühere Mitglieder des Vorstands wurden Pensionsbezüge in Höhe von 928 Tsd. € bezahlt (Vorjahr: 811 Tsd. €).

2.8 VORSTANDSVERGÜTUNG 2011

ERFOLGSUNABHÄNGIG ERFOLGSABHÄNGIG
Grundvergütung Sonstige Vergütungen ¹ LTI STI
Vorstandsvergütung ohne Altersversorgung
Aufwand für Altersversorgung ²
Ralf W. Dieter 500.000,00 49.968,28 862.706,77 938.965,50 2.351.640,55
Ralph Heuwing 375.000,00 23.144,26 741.207,82 881.034,50 2.020.386,58
Gesamt 875.000,00 73.112,54 1.603.914,59 1.820.000,00 4.372.027,13
Gesamt In 2011 ausbezahlt
Ralf W. Dieter 2.456.640,55 1.594.968,28
Ralph Heuwing 2.102.886,58 1.373.144,26
Gesamt 4.559.527,13 2.968.112,54

¹ Dienstwagen, Versicherungsbeiträge
² im Geschäftsjahr 2011 erfasste Dienstzeitaufwendungen

2.9 VORSTANDSVERGÜTUNG 2010

Tsd. €
Fixum Sachbezüge LTI STI Sondervergütung Arbeitgeberfinanzierter Beitrag
Vorstand gesamt 700 44 276 2 350 730
Tsd. €
Gesamt Vorstand gesamt 2.251

¹ Wir weisen die Vorstandsvergütung für 2010 nicht individualisiert aus, da im Jahr 2010 noch der Opting-out-Beschluss der Hauptversammlung 2006 Gültigkeit hatte, nach dem ein individualisierter Ausweis zu unterbleiben hatte.
² zurückgestellter Betrag, der auf dem Aktienkurs zum 31. Dezember 2010 basiert

Seit dem Jahr 2010 orientiert sich das Vergütungssystem für den Vorstand an den Vorgaben des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsbezüge (VorstAG). Im Zuge dessen wurden in den Verträgen beider Vorstandsmitglieder so genannte Long Term und Short Term Incentives aufgenommen, also langfristige und kurzfristige Vergütungskomponenten. Auch der Selbstbehalt bei der Versicherung für Haftungsfälle (D&O-Versicherung), den das VorstAG fordert, ist in beiden Vorstandsverträgen festgeschrieben. Die Vergütung des Vorstands besteht aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Komponenten. Zur erfolgsunabhängigen Vergütung gehören neben einem festen Jahresgehalt (Fixum), das in gleichen monatlichen Raten ausgezahlt wird, auch die sonstigen Vergütungen. Bei letzteren handelt es sich vor allem um die Dienstwagennutzung sowie um Beiträge zur Risikolebensversicherung. In beiden Fällen trägt Dürr die Versteuerung. Die erfolgsabhängige Vergütung setzt sich aus den Long Term und Short Term Incentives zusammen; ferner sind Sondervergütungen möglich. Als Short Term Incentive (STI) erhalten die Mitglieder des Vorstands einen vereinbarten Anteil des Konzernergebnisses vor Steuern (EBT) eines jeden Geschäftsjahres, wobei der Auszahlungsbetrag eine Höchstgrenze nicht überschreiten darf.Maßgeblich für die Vergütung aus dem Long-Term-Incentive-Programm (LTI) sind die Kursentwicklung der Dürr-Aktie und die durchschnittliche EBIT-Marge des Konzerns, die über die dreijährige LTI-Laufzeit erzielt wurde. Im Rahmen des rollierenden LTI-Programms wird pro Jahr eine festgelegte Anzahl an virtuellen Dürr-Aktien ausgegeben, so genannte Performance Share Units. Im Berichtsjahr erhielt Ralf W. Dieter 25.000 und Ralph Heuwing 21.500 Performance Share Units (Vorjahr: 25.000 und 21.500). Der Auszahlungsbetrag am Ende der dreijährigen LTI-Laufzeit ergibt sich aus der Multiplikation der Anzahl der Performance Share Units mit einem Aktienkurs-Multiplikator und einem EBIT-Multiplikator. Die Höhe des Aktienkurs-Multiplikators entspricht dem Durchschnitt der Schlusskurse der Dürr-Aktie an den letzten 20 Börsentagen vor der Hauptversammlung der Dürr AG nach Ablauf der dreijährigen LTI-Laufzeit. Die Höhe des EBIT-Multiplikators richtet sich nach der durchschnittlichen EBIT-Marge, die der Konzern während der dreijährigen LTI-Laufzeit erzielte. Wie bei den Short Term Incentives besteht auch für die LTI-Auszahlung eine Höchstgrenze. Der in Tabelle 2.8 gezeigte LTI-Aufwand beinhaltet die Beträge, die für die LTI-Auszahlungen in den Jahren 2013 und 2014 anteilig zurückgestellt wurden. Für die Rückstellung haben wir den durchschnittlichen Schlusskurs der Dürr-Aktie an den 20 letzten Handelstagen im Dezember 2011 herangezogen, darüber hinaus wurde die geplante durchschnittliche EBIT-Marge für die LTI-Zeiträume zugrunde gelegt. Die tatsächlichen LTI-Bezüge können, je nach weiterer Entwicklung von Aktienkurs und EBIT, von den zurückgestellten Beträgen abweichen. Im Geschäftsjahr 2011 erhielt der Vorstand Abschlagszahlungen von 325 Tsd. € auf die LTI-Vergütung und 1.175 Tsd. € auf die STI-Vergütung. Die LTI-Abschlagszahlung wird mit der Auszahlung der ersten LTI-Tranche verrechnet, die nach der Hauptversammlung 2013 fällig wird. Die STI-Abschlagszahlung wird im April 2012 mit der Auszahlung der variablen Vergütung für 2011 verrechnet. Neben dem Vorstand haben auch die 15 weiteren Mitglieder des obersten Führungskreises des Konzerns (Dürr Management Board) die Möglichkeit, an unserem LTI-Programm teilzunehmen. Voraussetzung für die Teilnahme ist der Erwerb einer individuell definierten Anzahl von Dürr-Aktien aus eigenen Mitteln; diese Aktien müssen über die gesamte Laufzeit des Programms gehalten werden. Der Aufsichtsrat kann mit den Vorstandsmitgliedern Ziele zur strategischen Weiterentwicklung des Unternehmens vereinbaren und bei erfolgreicher Umsetzung eine zusätzliche Sondervergütung gewähren. Auch bei außerordentlichen Leistungen und Erfolgen eines Vorstandsmitglieds ist eine Sondervergütung möglich. Ein weiterer Vergütungsbestandteil ist der arbeitgeberfinanzierte Beitrag für die Altersversorgung, der in unser "VORaB"-Programm ("Vorsorge aus Bruttogehalt") einbezahlt wird. VORaB ist ein betriebliches Altersvorsorgeinstrument, das in Form einer aufgeschobenen Vergütung als rückgedeckte Pensionszusage ausgestaltet ist. Darüber hinaus hat Dürr für beide Mitglieder des Vorstands Unfall- und Risikolebensversicherungen abgeschlossen. Die Vorstandsverträge werden bei Dienstantritt zunächst für eine Laufzeit von drei Jahren abgeschlossen. Bei Verlängerung des Vertragsverhältnisses wird meist die gesetzlich mögliche Verlängerung auf insgesamt fünf Jahre gewählt. Die Dienstverträge beider Vorstandsmitglieder haben eine Laufzeit von fünf Jahren. Im Mai 2011 hat der Aufsichtsrat den bis 14. Mai 2012 laufenden Dienstvertrag von Ralph Heuwing um fünf weitere Jahre verlängert. Die Laufzeit des neuen Vertrags beginnt am 14. Mai 2012 und endet am 14. Mai 2017. Der Dienstvertrag von Ralf W. Dieter endet am 31. Dezember 2015. Für den Fall einer Change of Control, also einer Übernahme von mehr als 50 % der Stimmrechte der Dürr AG, verfügen beide Vorstandsmitglieder über eine Option auf Weiterbeschäftigung. Alternativ können sie ein Eigenkündigungsrecht ausüben, das ihnen die Möglichkeit verschafft, innerhalb von fünf Monaten nach Bekanntgabe der Übernahme ihr Amt niederzulegen und den Dienstvertrag zu kündigen. Bei einer Eigenkündigung besteht Anspruch auf die Auszahlung von maximal drei Jahresvergütungen - wie im Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehen. Allerdings darf dabei nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergütet werden.

VERGÜTUNGSSYSTEM FÜR DEN AUFSICHTSRAT

Die Vergütung des Aufsichtsrats ergibt sich aus § 15 der Satzung der Dürr AG; den Text finden Sie auf WWW.DURR.DE unter Investor Relations/Corporate Governance/Satzung. Um das Vergütungssystem anzupassen, ist eine Satzungsänderung durch die Hauptversammlung erforderlich. Im Jahr 2011 betrugen die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats 999 Tsd. € (Vorjahr: 394 Tsd. €). Die individuelle Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ist in TEXTZIFFER 42 im Anhang zum Konzernabschluss dargestellt. Neben dem Ersatz ihrer Auslagen erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats eine feste Vergütung von 20.000 € jährlich sowie ein Sitzungsgeld von 1.000 € pro Sitzung. Darüber hinaus haben sie Anspruch auf eine variable Vergütung. Sie beträgt grundsätzlich 0,4 vom Tausend des ausgewiesenen Konzernergebnisses vor Steuern, darf aber 35.000 € nicht überschreiten. Die feste Vergütung wird am Ende des Geschäftsjahres ausgezahlt. Der Vorsitzende erhält das Dreifache, die stellvertretenden Vorsitzenden das Eineinhalbfache der Gesamtvergütung eines einfachen Mitglieds. Die Mitgliedschaft im Prüfungsausschuss wird mit 9.000 € pro Jahr vergütet, wobei der Vorsitzende dieses Ausschusses das Zweifache erhält. Die Vergütung für Mitglieder des Personalausschusses liegt bei 5.000 € pro Jahr, der Vorsitzende bekommt das Eineinhalbfache. Die Mitgliedschaft im Nominierungsausschuss wird mit 2.500 € pro Sitzung vergütet, im Falle des Vorsitzenden mit dem Eineinhalbfachen. Aufsichtsratsmitglieder, die unterjährig aus dem Gremium ausscheiden, erhalten eine zeitanteilige Vergütung. Dasselbe gilt für die Mitgliedschaft in den Ausschüssen.

ERFOLGSABHÄNGIGE VERGÜTUNG FÜR WEITERE ANGESTELLTE

Außertariflich bezahlte Mitarbeiter erhalten neben dem Jahresgrundgehalt auch eine erfolgsabhängige Tantieme. Ihre Höhe wird von zwei Faktoren bestimmt: dem Konzernergebnis und dem Grad der individuellen Zielerreichung. Meist beträgt die Tantieme zwischen 5 und 10 % des Grundgehalts, bei Führungskräften auch mehr. Die tariflich bezahlten Mitarbeiter in Deutschland haben Anspruch auf eine Erfolgsbeteiligung, wenn das Konzernergebnis einen zuvor mit dem Betriebsrat vereinbarten Wert übersteigt. Für das Jahr 2011 erhält jeder Vollzeit-Tarifmitarbeiter an den deutschen Standorten eine Erfolgsbeteiligung von 1.500 €.

Strategie "Dürr 2015": Wachstum und Optimierung

Unsere Unternehmensstrategie "Dürr 2015" ist im Wesentlichen eine Fortschreibung und Akzentuierung der erfolgreichen Strategie "Dürr 2010". "Dürr 2015" verfolgt zwei Stoßrichtungen: Wachstum und Optimierung. Welche konkreten Maßnahmen diesen Strategiefeldern zugeordnet sind, erläutern wir auf den folgenden Seiten. Um eine überdurchschnittliche Wertsteigerung zu erreichen, verfolgen wir konsequent unsere angekündigten Kennzahlenziele:

  • Der Umsatz soll in den kommenden Jahren um durchschnittlich 5 bis 10 % wachsen, nachdem er in den Jahren 2010 und 2011 von Aufholeffekten nach der Krise 2008/2009 profitiert hatte.
  • Die EBIT-Marge soll 2013 den Zielwert von 6 % erreichen. Im laufenden Jahr streben wir zwischen 5,5 und 6 % an.
  • Der ROCE soll in den Jahren 2012 und 2013 wieder über 20 % betragen.

2.10 ENTWICKLUNG DER STRATEGISCHEN SCHWERPUNKTE

Wachstum

Um profitabel zu wachsen, haben wir fünf Bereiche definiert:

  1. AUSBAU DES KERNGESCHÄFTS IN DEN EMERGING MARKETS
    Auch in den kommenden Jahren bieten die Emerging Markets gute Wachstumsperspektiven. Trotz der erwarteten Abkühlung der Weltkonjunktur dürften Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien ihre Wirtschaftsleistung kräftig steigern, zumal sie - anders als viele europäische Länder - nicht mit hohen Staatsschulden zu kämpfen haben. Zugleich spricht vieles für eine anhaltend starke Automobilnachfrage: das Bevölkerungswachstum, die steigenden Realeinkommen, die nach wie vor geringe Automobilpenetration sowie das wachsende Bedürfnis nach individueller Mobilität. Von 2011 bis 2016 erwarten Experten in China einen Zuwachs der Automobilproduktion von durchschnittlich knapp 12 % pro Jahr. Für Indien und Südostasien werden rund 15 %, für den Mercosur 9 % und für Osteuropa 6 % prognostiziert. Um unsere Chancen in den Emerging Markets bestmöglich zu nutzen, richten wir die weltweite Konzernorganisation noch stärker an den dortigen Anforderungen aus. Wir werden unsere Kompetenzen und Strukturen in den Emerging Markets weiter ausbauen und die internationale Zusammenarbeit im Konzern intensivieren (siehe unten "Optimierung"). Dies erfordert ein hohes Maß an Reisetätigkeit auf allen Ebenen des Unternehmens, von den Spezialisten in den Fachabteilungen bis hin zu Geschäftsführungen und Vorstand. Neben den BRIC-Märkten, die wir bereits gut erschlossen haben, werden wir uns künftig verstärkt auch auf die Wachstumsregion Südostasien konzentrieren. Auf dem afrikanischen Kontinent - ein weiterer Zukunftsmarkt - sind wir bereits seit vielen Jahren mit einer Gesellschaft in Südafrika und rund 50 Mitarbeitern vertreten.

2.11 GLOBALE AUTOMOBILPRODUKTION (LIGHT VEHICLES) NACH REGIONEN

  1. FOKUS AUF PRODUKTINNOVATION
    Um unsere Marktführerschaft auszubauen, entwickeln wir gezielt Innovationen, die zu mehr Effizienz in der Produktion unserer Kunden beitragen. Unser neuer Claim bringt dies zum Ausdruck: "Leading in Production Efficiency". In den beiden vergangenen Jahren konnten wir mit verschiedenen neuen Technologien deutlich Marktanteile hinzugewinnen.## 3. BUY-AND-BUILD-AKQUISITIONEN

Mithilfe gezielter Akquisitionen erschließen wir neue Geschäftsfelder, die gute Perspektiven für profitables Wachstum bieten. Diesen Kurs werden wir auch zukünftig fortsetzen. Unsere Akquisitionsstrategie orientiert sich an folgenden Leitlinien:

  • Wir besetzen ausschließlich Geschäftsfelder, die an das Kerngeschäft angrenzen und Synergien mit vorhandenen Aktivitäten und Kompetenzen bieten, zum Beispiel in Engineering, Einkauf, Vertrieb und Service.
  • Im Fokus steht der Zukauf kleinerer Unternehmen, die wir nach dem Buy-and-build-Prinzip weiterentwickeln und über unsere internationale Vertriebs- und Service-Plattform skalieren.
  • Wir konzentrieren uns auf technologisch anspruchsvolle Nischen, in denen wir, wie im Kerngeschäft, die internationale Marktführerschaft anstreben.

In den vergangenen drei Jahren haben wir Akquisitionen in folgenden Geschäftsfeldern vorgenommen:

  • Auswuchttechnik für Turbolader: Mitte 2009 haben wir die französische Gesellschaft Datatechnic übernommen, die auf AUSWUCHTTECHNIK für Turbolader spezialisiert ist. Datatechnic ist Teil des Geschäftsbereichs Balancing and Assembly Products und hat mit der Führungsgesellschaft Schenck Rotec (Darmstadt) bereits eine integrierte Mess- und Auswuchtmaschine für Turbolader entwickelt. Das besonders kompakte und leistungsfähige System wurde den Kunden Ende 2010 vorgestellt.
  • Feinstreinigungstechnik: Ende 2009 hat der Geschäftsbereich Cleaning and Filtration Systems das schweizerische Nischenunternehmen UCM akquiriert. Als Spezialist für Feinstreinigungsanlagen erschließt UCM neue Branchen wie Medizintechnik und Präzisionsoptik für Dürr. Darüber hinaus nutzen UCM und Dürr Ecoclean Vertriebssynergien in den Bereichen feinmechanische Industrie und allgemeiner Maschinenbau.
  • Klebetechnik: Im Jahr 2010 hat der Unternehmensbereich Application Technology durch zwei Technologiezukäufe die Basis gelegt, um seine Aktivitäten in der KLEBETECHNIK zu erweitern. Die erworbenen Nischenanbieter Kleinmichel und Rickert ergänzen unsere Kompetenzen in diesem Bereich hervorragend, sodass wir nun über ein Komplettangebot für alle Klebetechnikanwendungen im Automobilbau verfügen. Sowohl im Automobilrohbau als auch in der Endmontage gilt das Kleben als Zukunftstechnologie, da es Kosten spart und den Einsatz neuer LEICHTBAU-Werkstoffe wie zum Beispiel Carbonfaser ermöglicht.
  • Lackiertechnik: Im Mai 2011 haben wir uns mit 10 % an unserem langjährigen Kooperationspartner Parker Engineering aus Japan beteiligt. Gemeinsam mit Parker Engineering wollen wir in der Lackiertechnik das Geschäft mit der japanischen Automobilindustrie intensivieren - vor allem in Wachstumsmärkten wie Südostasien, wo die japanischen Hersteller dominieren.
  • Befülltechnik: Ebenfalls im Mai 2011 haben wir 55 % an dem Befülltechnikspezialisten Agramkow übernommen. Das dänische Unternehmen, das dem Geschäftsbereich Balancing and Assembly Products zugeordnet ist, ergänzt unser vorhandenes Befülltechnikgeschäft hervorragend: Während wir über die Konzerngesellschaft Dürr Somac Weltmarktführer bei Befüllanlagen für die Automobilindustrie sind, ist Agramkow der größte Anbieter von BEFÜLLTECHNIK für Hersteller von Haushaltsgeräten und Wärmepumpen. Synergien zwischen beiden Unternehmen existieren vor allem in Einkauf, Forschung und Entwicklung sowie bei der regionalen Präsenz. Weltweit beschäftigen wir nun rund 300 Mitarbeiter in der Befülltechnik. Mittelfristig streben wir in diesem Bereich einen Umsatz von über 60 Mio. € an (2011: rund 50 Mio. €).

4. SERVICE-GESCHÄFT

Wir sind seit Jahrzehnten in unseren Märkten aktiv und nehmen in allen Geschäftsfeldern führende Positionen ein. Entsprechend groß sind unsere installierte Basis bei den Kunden und das daraus resultierende Service-Potenzial. Unser Ziel ist es, bis 2015 einen Service-Anteil am Umsatz von rund 30 % zu erreichen. Im Geschäftsjahr 2011 entfielen 23,2 % auf das Service-Geschäft, nachdem es im Vorjahr 28,7 % waren. Die Ursache für diesen Rückgang war das überproportional starke Umsatzwachstum bei Neuanlagen und -maschinen, vor allem in China. Die zahlreichen Neuinstallationen eröffnen uns zusätzliche Chancen für künftiges Service-Geschäft, sei es durch Modernisierungen, Kapazitätserweiterungen oder Ersatzteillieferungen. In der APPLIKATIONSTECHNIK kommt außerdem die Umrüstung von Lackiermaschinen auf die wesentlich flexibleren Roboter hinzu.

5. CLEAN TECHNOLOGY SYSTEM

Mit dem Anfang 2011 gegründeten Unternehmensbereich Clean Technology Systems wollen wir im Geschäft mit energieeffizienten Technologien wachsen. Bis zum Jahr 2015 streben wir in diesem Bereich einen Umsatz von mindestens 200 Mio. € an. Die Perspektiven dafür sind gut:

  • Weltweit lassen Ressourcenschonung und steigende Energiepreise den Bedarf für energieeffiziente Produktionssysteme steigen, während die Amortisationszeiten für entsprechende Investitionen sinken.
  • Unsere Kunden begreifen den Energieverbrauch ihrer Anlagen immer stärker als Kostenfaktor. Daher nehmen die Anfragen zur energetischen Optimierung von Fertigungsprozessen stark zu.
  • Als Anlagenbauer besitzen wir die relevanten Kernkompetenzen für den Aufbau des neuen Geschäftsfelds: Fachkompetenz in den Bereichen Abluft und Abwärme einerseits sowie Erfahrung in ENGINEERING und Projektmanagement andererseits.
  • Durch unsere globale Präsenz können wir das stark wachsende Marktpotenzial für energieeffiziente Technologien gut erschließen, gerade auch in den Emerging Markets.

Die Basis für unsere Expansion in der Energieeffizienz bildet der Geschäftsbereich Environmental and Energy Systems. Er zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Abluftreinigungssystemen und baut seine Aktivitäten durch eine zweigleisige Strategie aus: Zum einen wird das Wachstum in den Emerging Markets vorangetrieben. Zum anderen vermarktet Environmental and Energy Systems verstärkt thermische Systeme, mit denen sich die zur Schadstoffverbrennung benötigte Wärmeenergie zurückgewinnen lässt. Um das Angebotsspektrum in der Wärmerückgewinnung zu erweitern, haben wir im Mai 2011 eine 50 %-Beteiligung an der Start-up-Firma Cyplan Ltd. erworben. Mittlerweile in Dürr Cyplan Ltd. umbenannt, gehört das Unternehmen zu den Vorreitern in der ORC-Technologie. ORC steht für Organic Rankine Cycle und ist ein Verdampfungsverfahren, das elektrische Energie aus Abwärme erzeugt. ORC-Anlagen lassen sich nicht nur mit unseren thermischen Abluftreinigungsanlagen kombinieren, sondern auch mit anderen Abwärmequellen wie zum Beispiel Blockheizkraftwerken, Biogasanlagen und Verbrennungsmotoren. Über die ORC-Technologie hinaus werden wir unser Verfahrens- und Produktspektrum in der Energieeffizienztechnik weiter vergrößern. Der Geschäftsbereich Energy Technology Systems prüft zurzeit unterschiedliche Akquisitionsmöglichkeiten. Wir gehen davon aus, dass wir im laufenden Jahr ein bis zwei weitere Zukäufe oder Beteiligungserwerbe tätigen können. Für die geplanten Akquisitionen steht uns ein ausreichender Finanzierungsspielraum zur Verfügung. Zu nennen sind unser hoher Cash-Bestand (298,6 Mio. €), die ungenutzte Barlinie des syndizierten Kredits (50 Mio. €) und das ebenfalls ungenutzte Darlehen der Europäischen Investitionsbank (40 Mio. €). Ferner steht bei Bedarf ein genehmigtes Kapital zur Eigenkapitalunterstützung zur Verfügung. Weitere Finanzierungsmaßnahmen sind für die Jahre 2012 und 2013 nicht geplant; bitte beachten Sie hierzu auch das Kapitel PROGNOSEBERICHT.

Optimierung

Neben der Wertschaffung durch Wachstum erschließen wir neue Kostensenkungs- und Ertragspotenziale. Dafür optimieren wir kontinuierlich unsere Geschäftsprozesse und die regionale Verteilung unserer Kapazitäten.

1. KAPAZITÄTSOPTIMIERUNG

Der Ausbau unserer sehr guten Position in den Emerging Markets hat auch weiterhin Priorität. Bis 2013 soll sich der Anteil der Mitarbeiter in den Emerging Markets auf 33 % erhöhen. Gegenwärtig sind es 31 %, 2005 betrug die Quote lediglich 14 %. Bezieht man auch die Zeitarbeitskräfte ein, beschäftigen wir in China bereits heute rund 1.400 Mitarbeiter. Auch in Brasilien, Mexiko und Indien werden wir den in Tabelle 2.12 dargestellten Belegschaftsausbau der vergangenen Jahre fortsetzen. Im Zuge des Personalaufbaus wird auch die lokale Wertschöpfung in den Emerging Markets erhöht. In Schanghai (China) haben wir im ersten Quartal 2012 ein zusätzliches, neues Produktionswerk für den Anlagenbau mit 23.000 m2 Fertigungsfläche eröffnet, ein zweiter neuer Standort für das Maschinenbaugeschäft wird 2013 bezogen. In Chennai (Indien) betreiben wir seit 2008 ein Engineering-Zentrum, das andere Standorte weltweit in der Detailkonstruktion unterstützt.

Tabelle 2.12 AUSBAU DER STAMMBELEGSCHAFT IN DEN EMERGING MARKETS

31.12.2011 31.12.2005
China 1.006 271
Brasilien 186 83
Mexiko 181 64
Indien 394 148
Osteuropa / Sonstige Emerging Markets 338 294
Gesamt 2.105 860

2. WELTWEIT PROZESSE / LOKALISIERUNG

Wir unterstützen unsere Wachstumsstrategie, indem wir weltweit einheitliche Geschäftsprozesse einsetzen und die Lokalisierung von Produkten und Wertschöpfung vorantreiben.

Lokalisierung von Produkten: Im Rahmen unseres Local-Design-Ansatzes entwickeln wir preisgünstige Standardprodukte, die sich speziell an den Anforderungen der Emerging Markets orientieren.In einigen Fällen, zum Beispiel im Auswuchttechnikgeschäft in China, betreiben wir bereits eine lokale Produktentwicklung in den Emerging Markets selbst. Lokalisierung der Wertschöpfung: Wir verbreitern kontinuierlich das Kompetenzspektrum unserer Landesgesellschaften in den Emerging Markets. Während viele vergleichbare Maschinen- und Anlagenbauer vor allem Vertriebs-, Service- und Fertigungsniederlassungen unterhalten, decken unsere Standorte mittlerweile auch Funktionen wie ENGINEERING, Projekt- und Baustellenmanagement ab. Dadurch stärken wir nicht nur unsere Wettbewerbsfähigkeit vor Ort, sondern erschließen auch Kostenvorteile für den Gesamtkonzern, da wir unsere Ressourcen in den Emerging Markets auch für Projekte in Europa und Nordamerika einsetzen.

Gesamtaussage des Vorstands zum Geschäftsverlauf 2011

2011 war hinsichtlich Ergebnis und Auftragseingang ein Rekordjahr für Dürr. Wie Tabelle 2.13 zeigt, haben wir alle Ziele, die wir uns ursprünglich gesetzt hatten, erreicht oder übertroffen. Da vor allem die Automobilindustrie wesentlich stärker investierte als erwartet, konnten wir den Ausblick für 2011 im Jahresverlauf drei Mal anheben. Die Zahl der Projektvergaben nahm gegenüber den Vorjahren zu; dabei haben wir unsere Marktanteile teils deutlich ausgebaut. Einen wichtigen Beitrag dazu leistete unsere hohe Präsenz in den nachfragestarken Emerging Markets. Außerdem profitierten wir von den zahlreichen Produktinnovationen der vergangenen Jahre, die unseren Kunden Effizienzvorteile erschließen und eine hohe Marktakzeptanz erzielten. Einige unserer Kunden aus der Automobilindustrie expandierten im Jahr 2011 stärker als in der Vergangenheit. Außerdem holte die Branche viele Investitionsprojekte nach, die in den Krisenjahren 2008 und 2009 gestoppt worden waren. Dazu zählten auch mehrere Umbauten und Modernisierungen in bestehenden Fabriken. Vor diesem Hintergrund erreichte unser Auftragseingang 2.685 Mio. € und übertraf die ursprünglich erwarteten 1.720 Mio. € um beinahe 1 Mrd. €. Infolgedessen lag der Umsatz mit 1.922 Mio. € nicht nur 52 % über dem Vorjahreswert, sondern übertraf auch den Planwert bei Weitem. Das Ergebnis stieg überproportional zum Umsatz, da wir bei den Fixkosten von Degressionseffekten profitierten. Bei einem EBIT von 106,5 Mio. € erreichte die EBIT-Marge 5,5 % und damit weit mehr als die ursprünglich erwarteten 3,5 bis 4 %. Dank der im Vorjahr durchgeführten Neustrukturierung der Passivseite unserer Bilanz verbesserte sich das Finanzergebnis im Jahr 2011 um 3,4 Mio. €. Die Steuerquote sank von 43,3 % auf 25,1 % und damit stärker als erwartet. Durch unsere verbesserten Ertragsperspektiven konnten wir zusätzliche aktive latente Steuern auf die steuerlichen Verlustvorträge bilden. Vor diesem Hintergrund stieg das Ergebnis nach Steuern von 7,1 Mio. € im Vorjahr auf 64,3 Mio. €. Den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow) konnten wir mit 127,9 Mio. € mehr als verdoppeln. Maßgeblich dafür waren höhere Einnahmen und Erträge in Verbindung mit einem nahezu unveränderten NET WORKING CAPITAL. Der FREE CASHFLOW erreichte mit 91,8 Mio. € den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Der NETTOFINANZSTATUS stieg zum Jahresende 2011 auf + 51,8 Mio. €, obwohl wir den Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen - unseren Hauptstandort - für 51,4 Mio. € von einer Leasinggesellschaft kauften. Die flüssigen Mittel lagen zum 31. Dezember 2011 bei 298,6 Mio. € und damit höher als geplant. Der ursprünglich erwartete Rückgang der Liquidität blieb aus, da die passivisch ausgewiesenen Anzahlungen von Kunden zum Jahresende nochmals anstiegen. Wie angekündigt haben wir die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit 23,4 Mio. € deutlich erhöht. Der Zuwachs entfällt insbesondere auf die immateriellen Vermögenswerte.

2.13 ZIELERREICHUNG 2011 UND ZIELE 2012

ZIEL 2011 IST 2011 ZIEL 2012
Umsatz 1.450 Mio. € 1.922 Mio. €
Auftragseingang 1.720 Mio. € 2.685 Mio. €
Auftragsbestand (31.12.) 1.600 Mio. € 2.143 Mio. €
EBIT-Marge 3,5 bis 4 % 5,5 %
Finanzergebnis Verbesserung um 4 bis 5 Mio. € (2010: - 24,1 Mio. €) Verbesserung um 3,4 Mio. €
Steuerquote rund 30 % 25,1 %
Ergebnis nach Steuern deutlicher Anstieg (2010: 7,1 Mio. €) 64,3 Mio. €
Operativer Cashflow leichter Rückgang (2010: 55,4 Mio. €) 127,9 Mio. €
Free Cashflow leicht negativ (2010: 22,9 Mio. €) 91,8 Mio. €
Nettofinanzstatus (31.12.) leichte Nettofinanzverschuldung (2010: + 23,6 Mio. €) + 51,8 Mio. €
Liquidität (31.12.) Rückgang (2010: 252,3 Mio. €) 298,6 Mio. €
Investitionen 1 Anstieg (2010: 16,6 Mio. €) 23,4 Mio. €

1 in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (ohne Akquisitionen)

GRÖSSEN DER UNTERNEHMENSSTEUERUNG IM SOLL-IST-VERGLEICH

Bei der Unternehmenssteuerung orientieren wir uns an vier übergeordneten Größen: ― EBIT ― Operativer Cashflow (Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit) ― Free Cashflow ― ROCE (EBIT zu Capital Employed). Wie Tabelle 2.13 zeigt, haben wir unsere Ziele für EBIT, operativen Cashflow und FREE CASHFLOW im Jahr 2011 deutlich übertroffen. Der ROCE stieg von 10,3 % im Jahr 2010 auf 28,4 % und übertraf den für das Jahr 2013 angestrebten Zielwert von 22 % bereits deutlich.

UNTERNEHMENSBEREICHE

Im Jahr 2011 haben alle Unternehmensbereiche die im Geschäftsbericht 2010 formulierten Umsatz- und Ergebnisziele erreicht, meist wurden die Ziele deutlich übertroffen. Die Kosten entwickelten sich planmäßig. Paint and Assembly Systems steigerte seine EBIT-Marge von 2,4 % auf 4,6 %; ein Zuwachs in dieser Größenordnung war am Jahresbeginn nicht zu erwarten. Application Technology konnte die EBIT-Marge ebenfalls steigern: von 4,3 % auf 7,6 %. Im Unternehmensbereich Measuring and Process Systems erreichte der Geschäftsbereich Cleaning and Filtration Systems planmäßig die Ergebniswende. Zusammen mit der starken Ergebnisperformance von Balancing and Assembly Products führte dies bei Measuring and Process Systems zu einem Anstieg der EBIT-Marge auf 5,7 % (Vorjahr: 3,0 %). Im Unternehmensbereich Clean Technology Systems erhöhte sich die EBIT-Marge von 5,2 % auf 5,7 %. Die Ziele unserer Unternehmensbereiche für 2012 finden Sie - in detaillierterer Form als in der Vergangenheit - im PROGNOSEBERICHT.

WESENTLICHE FÜR DEN GESCHÄFTSVERLAUF URSÄCHLICHE EREIGNISSE

Unser Geschäftsverlauf wurde im Jahr 2011 vor allem von zwei Faktoren geprägt: der hohen Investitionsbereitschaft der Automobilhersteller und der positiven Nachfrageentwicklung auf dem Fahrzeugmarkt, die für einen Anstieg der Weltautomobilproduktion um 4 % sorgte. Bei den Bestellungen dominierte China; auch Brasilien gewann als Produktionsstandort weiter an Bedeutung. Davon profitierten wir, da wir in beiden Märkten stark vertreten sind. Auch im nordamerikanischen Markt legte die Nachfrage weiter zu.

Konjunktur und Branchenumfeld 2011: ABKÜHLUNG IM JAHRESVERLAUF

Im Jahr 2011 stieg die weltweite Wirtschaftsleistung um 3,6 %. Allerdings schwächte sich das Wachstum von Quartal zu Quartal ab. Darüber hinaus entwickelte sich die europäische Schuldenkrise zunehmend zu einem Risiko für die Weltwirtschaft. Für den Winter 2011/2012 erwarten viele Volkswirte ein sinkendes Bruttoinlandsprodukt im Euroraum. Deutschland konnte 2011 trotz des schwierigen Umfelds von seiner Exportstärke und Wettbewerbsfähigkeit profitieren. In Nordamerika wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Halbjahr 2011 stärker als erwartet, während die japanische Wirtschaft nach der Erdbebenkatastrophe vom März nur langsam wieder Tritt fasste. Die meisten Schwellenländer - allen voran China - zeigten sich robust und erreichten auch im zweiten Halbjahr beachtliche Wachstumsraten. Die Wechselkurse veränderten sich insgesamt wenig, wenngleich der Euro am Jahresende gut 10 % niedriger notierte als zur Jahresmitte. Die kurzfristigen Zinsen, die einem stärkeren Einfluss der Notenbanken unterliegen, blieben niedrig. Bei den längerfristigen Zinsen drifteten die Renditen deutlich auseinander: Deutsche Bundesanleihen rentierten auf Tiefstständen, während die Renditen bei Staaten mit schwächeren Ratings stiegen. Insgesamt zeigten sich die Kapitalmärkte, besonders im zweiten Halbjahr, in volatiler Verfassung.

ROBUSTES PRODUKTIONSWACHTUM IN DER AUTOMOBILINDUSTRIE

Die weltweite Automobilnachfrage übertraf das gesamtwirtschaftliche Wachstum leicht. Anders als zunächst befürchtet mussten die Prognosen zur Automobilproduktion im Jahresverlauf nicht nach unten korrigiert werden. Nach dem Zuwachs von 24,6 % im Vorjahr wuchs die globale Produktion im Jahr 2011 um 4 % auf 74 Mio. Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. In China, wo die Produktion in den Jahren 2009 und 2010 außerordentlich stark zugelegt hatte, betrug das Plus ebenfalls 4 %. Dieses langsamere Wachstumstempo wurde von der chinesischen Regierung bewusst herbeigeführt, um der aufkeimenden Inflation entgegenzutreten. Die Automobilmärkte Indiens und Russlands legten mit 13 % und 39 % kräftig zu. In Nordamerika setzte sich der im Jahr 2010 eingeschlagene Erholungskurs fort. Die hohe Nachfrage des Jahres 2011 führte zu einer entsprechend hohen Auslastung der Automobilindustrie. Darüber hinaus profitierte die Branche von den Kostenreduktionen der Vorjahre. Vor diesem Hintergrund erwirtschafteten viele Produzenten hohe Erträge und Cashflows. Die japanischen Hersteller litten allerdings unter dem starken Yen und den Folgen der Erdbebenkatastrophe.## 2.14 WACHSTUM BRUTTOINLANDSPRODUKT

2011 2010 2009
Welt 3,6 5,1 - 0,9
Deutschland 3,0 3,6 - 4,7
Eurozone 1,6 1,9 - 4,1
Russland 4,5 4,0 - 7,8
USA 1,7 3,0 - 2,6
China 9,0 10,3 9,1
Indien 8,0 10,0 6,8
Japan - 0,8 4,5 - 6,3
Brasilien 3,5 7,5 - 0,6

Quelle: Deutsche Bank 1/2012

LUFTFAHRT UND FLUGZEUGINDUSTRIE WEITER AUF ERFOLGSKURS

Mit einem Zuwachs von 5,1 % wuchs auch das Luftverkehrsaufkommen im Jahr 2011 stärker als die Weltwirtschaft. Allerdings ließen hohe Kerosinpreise und die Folgen des Erdbebens in Japan die Erträge vieler Fluggesellschaften sinken. Bei den Investitionen gab es jedoch keine Abstriche, da die Airlines zusätzliche Flugzeuge benötigen, um das steigende Luftverkehrsaufkommen zu bewältigen. Folglich stiegen die Auslieferungen der beiden größten Hersteller weiter an: bei Airbus von 510 auf 525 Flugzeuge und bei Boeing von 464 auf 483 Maschinen. Für 2012 werden weitere Zuwächse angestrebt; sowohl Airbus als auch Boeing haben in ihre Produktivität investiert und wollen auf dieser Basis 563 beziehungsweise 606 Auslieferungen erreichen. Immer wichtiger werden für uns die aufstrebenden Flugzeugbauer aus China und Russland, die im Jahr 2011 neue Flugzeugprogramme vorgestellt und erste Aufträge an Lieferanten vergeben haben. Bei der Erschließung dieser Kunden ist unsere starke internationale Präsenz ein wichtiger Vorteil.

2.15 PRODUKTION LIGHT VEHICLES

Mio. Einheiten
2011 2010 2009
Welt 74,3 71,5 57,4
Westeuropa 13,6 13,3 12,3
Deutschland 5,8 5,5 4,8
Osteuropa 6,3 5,6 4,6
Russland 1,8 1,3 0,8
Nordamerika (inkl. Mexiko) 13,1 11,9 8,6
USA 8,5 7,6 5,8
Südamerika 4,2 4,2 3,2
Brasilien 3,1 3,1 3,0
Asien 34,5 34,0 26,4
China 15,0 14,4 10,8
Japan 8,0 9,0 7,7
Indien 3,4 3,0 2,3

Quellen: PwC 1/2012, eigene Schätzungen

2.16 ENTWICKLUNG VON WELTAUTOMOBILPRODUKTION UND BRUTTOINLANDSPRODUKT

Veränderung gegenüber Vorjahr, in %

NACHFRAGE IM MASCHINEN- UND ANLAGENBAU GESTIEGEN

Nach dem Einbruch von 2009 und der Erholung im Folgejahr zog die Nachfrage im Maschinen- und Anlagenbau 2011 deutlich an. In fast allen Weltregionen stiegen die Ausrüstungsinvestitionen kräftig. Die Ertragslage vieler Maschinenbauer hat sich auslastungsbedingt deutlich verbessert; allerdings durchlaufen einige Branchen einen Bereinigungsprozess, zum Beispiel Druck, Solar und Windkraft. Nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) wuchs die Produktion in Deutschland um 14 %, erreichte mit 188 Mrd. € aber noch nicht das Vorkrisenniveau. Die kräftige Belebung wirkt sich positiv auf unseren Auftragseingang im Geschäft mit der allgemeinen Industrie aus, in dem viele Maschinenbauer zu unseren Kunden zählen. In unseren eigenen Maschinenbau-Aktivitäten, zum Beispiel in der AUSWUCHT- und REINIGUNGSTECHNIK, bewegt sich das Geschäftsvolumen mittlerweile über dem Niveau vor der Krise von 2008/2009.

Geschäftsverlauf IFRS UND AUSWEISPRAXIS

Die nachfolgenden Grafiken und Tabellen zeigen IFRS-Werte für die Jahre 2009 bis 2011. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben seit 2004 im Wesentlichen unverändert, sie wurden lediglich der jeweils aktuellen Rechtslage angepasst. Das EBIT versteht sich als Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Beteiligungsergebnis. Die Einführung des IAS 23, den wir im Geschäftsjahr 2009 erstmals angewandt haben, führte zu Änderungen im Zinsergebnis, da Fremdkapitalkosten, die im Zusammenhang mit der langfristigen Auftragsfertigung anfallen, seither in den Umsatzkosten zu erfassen sind. Im Geschäftsjahr 2010 haben wir wesentliche Restrukturierungsmaßnahmen im Konzern abgeschlossen. Daher weisen wir die Restrukturierungskosten nicht mehr in einer gesonderten Position aus, sondern - wie branchenüblich - in anderen Aufwandspositionen. Im Geschäftsjahr 2011 fielen keine wesentlichen Restrukturierungskosten an. Eine weitere Änderung betrifft die Behandlung der Zinsanteile bei den Pensionsrückstellungen. Wir haben uns entschieden, den Ausweis der Zinsanteile in der Gewinn- und Verlustrechnung an die branchenübliche Praxis anzupassen. Daher werden sie nun nicht mehr in den Funktionskosten, sondern im Zinsergebnis ausgewiesen. Die neue Ausweispraxis führte im Geschäftsjahr 2011 zu einem EBIT-Anstieg von 2,5 Mio. €, während sich das Zinsergebnis um denselben Betrag verschlechterte. Das EBIT für das Jahr 2010 haben wir rückwirkend auf 36,6 Mio. € angepasst; im Geschäftsbericht 2010 hatten wir 33,7 Mio. € ausgewiesen. Änderungen der IFRS hatten im Geschäftsjahr 2011 keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der wirtschaftlichen Lage. Die IFRS räumen relativ wenige Wahlrechte ein, deren Nutzung hat nur geringen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Dürr. Wahlrechte bestehen zum Beispiel bei Positionen wie Vorratsvermögen oder Sachanlagevermögen, die für Dürr von untergeordneter Bedeutung sind. Bei wichtigen Bilanzpositionen nehmen wir Wahlrechte so wahr, dass größtmögliche Bewertungskontinuität gewährleistet ist. Zum Beispiel werden Finanzinstrumente, soweit möglich, zu fortgeführten Anschaffungskosten und nicht zu Zeitwerten bilanziert. Im Geschäftsjahr 2011 haben wir sämtliche Wahlrechte unverändert wahrgenommen, sodass ein vollständiger Periodenvergleich möglich ist. Der Einfluss bilanzpolitischer Maßnahmen auf die Darstellung der operativen Ertragslage ist bei Dürr aus zwei Gründen gering: Zum einen schränkt die geringe Zahl an Wahlrechten den Spielraum für bilanzpolitische Gestaltungsmaßnahmen generell ein. Zum anderen sind kurzfristige bilanzpolitische Maßnahmen in vielen Fällen nicht mit unserem Streben nach periodenübergreifender Transparenz vereinbar.

AUFTRAGSEINGANG AUF REKORDNIVEAU

Die dynamische Nachfrage ließ den Auftragseingang im Geschäftsjahr 2011 um gut 1 Mrd. € auf den Rekordwert von 2.684,9 Mio. € steigen. Dabei profitierten wir von der robusten Automobilkonjunktur, aber auch von Nachholeffekten: Neben neuen Investitionsvorhaben griff die Automobilindustrie mehrere ältere Projekte auf, die während der Krise 2008/2009 zurückgestellt worden waren. Mit einem Plus von 64 % wuchs unser Auftragseingang abermals deutlich stärker als im Durchschnitt des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus (+ 10 %). Unser Anlagenbaugeschäft profitierte vom Investitionsboom in China, aber auch von der anziehenden Nachfrage in anderen Emerging Markets¹ und den USA. Auch der Service und das Maschinenbaugeschäft verzeichneten deutliche Bestellzuwächse, blieben aber etwas hinter dem Anlagenbau zurück. Infolge der Auftragsflut waren unsere Kapazitäten durchweg zu mehr als 100 % ausgelastet. Der hohe Zuwachs bei den Bestellungen geht vor allem auf die Emerging Markets zurück, wo wir ein Orderplus von 77 % erreichten. In Brasilien, Mexiko und Indien konnten wir das Bestellvolumen jeweils verdoppeln. Mit 65 % war der Anteil der Emerging Markets am Konzernauftragseingang so hoch wie nie zuvor. Allein aus China, unserem mit Abstand wichtigsten Einzelmarkt, kamen 32 % des Auftragseingangs. Im wieder erstarkenden US-amerikanischen Markt stieg das Ordervolumen um 69 %, in Deutschland erhöhte es sich um 29 % und in den weiteren EU-Ländern um immerhin 49 %.

¹ Asien (ohne Japan), Mexiko, Brasilien, Osteuropa

AUFTRAGSBESTAND ÜBER 2,1 Mrd. €

Der Auftragsbestand erhöhte sich ebenfalls kräftig: Mit 2.142,7 Mio. € am Jahresende 2011 überflügelte er den Vergleichswert des Vorjahres (1.359,1 Mio. €) um 57,7 %. Der Großteil unseres Service-Geschäfts, das 2011 auf 445,4 Mio. wuchs, ist wegen seines kurzfristigen Charakters nicht im Auftragsbestand enthalten. Berücksichtigt man das kurzfristige Service-Geschäft mit, erscheint unsere Umsatzprognose von mindestens 2,0 Mrd. € im Jahr 2012 gut abgesichert.

2.17 KONSOLIDIERTER AUFTRAGSEINGANG NACH ABSATZGEBIETEN

2.18 KONSOLIDIERTER AUFTRAGSBESTAND (31.12.) NACH ABSATZGEBIETEN

¹ Asien (ohne Japan), Mexiko, Brasilien, Osteuropa

Mit 13,4 Monaten weist der Auftragsbestand eine außerordentlich hohe rechnerische Reichweite auf (31.12.2010: 12,9 Monate). Zwischen den Unternehmensbereichen bestehen jedoch Unterschiede: Als reiner Anlagenbauer hat Paint and Assembly Systems mit 17,2 Monaten naturgemäß eine sehr hohe Reichweite (31.12.2010: 16,3 Monate). Application Technology weist mit 12,1 Monaten eine für einen Maschinenbauer hohe Reichweite auf (31.12.2010: 10,7 Monate). Bei Measuring and Process Systems - ebenfalls ein Maschinenbauer - sind es 9,0 Monate (31.12.2010: 9,9 Monate). Clean Technology Systems verfügt über eine Auftragsreichweite von 8,4 Monaten (31.12.2010: 7,9 Monate).

UMSATZ STARK GESTIEGEN

Getragen von der starken Nachfrage erhöhte sich der Umsatz im Geschäftsjahr 2011 um 52 %. Nach einem verhaltenen ersten Quartal mit 358,6 Mio. € nahm die Umsatzrealisierung im weiteren Jahresverlauf Fahrt auf: Das zweite Quartal schlossen wir mit 424,9 Mio. €, im dritten Quartal folgten 523,8 Mio. €, bevor der Umsatz im Schlussquartal auf 614,7 Mio. € stieg. Das Service-Geschäft wuchs um 23,1 % und steuerte 445,4 Mio. € zum Umsatz bei. Damit erreichten wir ein höheres Niveau als vor der Krise von 2008/2009. In den kommenden Jahren streben wir einen Service-Anteil von 30 % an. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist unsere breite installierte Basis. Grafik 2.19 zeigt die große Bedeutung des Asiengeschäfts für unseren Umsatz. 38,1 % der Erlöse entfielen auf Asien und Afrika, gegenüber dem Jahr 2010 ergab sich dort ein Zuwachs von 77,4 %. Aus den Emerging Markets kamen 58,6 % des Konzernumsatzes (Vorjahr: 52 %), der Großteil davon stammt aus den BRIC-Staaten. Auch Europa (ohne Deutschland) und Nordamerika erzielten mit 43,5 % und 56,1 % erfreuliche Zuwächse.

BRUTTOGEWINN DEUTLICH GESTEIGERT

Die Umsatzkosten, die sämtliche Anschaffungs- und Herstellkosten für unsere Produkte und Dienstleistungen beinhalten, stiegen im Geschäftsjahr 2011 stärker als der Umsatz. Daher reduzierte sich die Bruttomarge, also die Differenz zwischen Umsatz und Umsatzkosten im Verhältnis zum Umsatz, auf 17,2 % (Vorjahr: 18,8 %).# 2.19 KONSOLIDIERTER UMSATZ NACH ABSATZGEBIETEN

2.20 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UND RENDITEKENNZIFFERN

2011 2010 2009
Umsatz Mio. € 1.922,0 1.261,4 1.077,6
Bruttoergebnis Mio. € 331,4 237,5 210,8
Overhead-Kosten 1 Mio. € -225,5 -201,6 -202,5
EBITDA Mio. € 127,1 54,6 25,6
EBIT Mio. € 106,5 36,6 5,7
Finanzergebnis Mio. € -20,7 -24,1 -17,9
EBT Mio. € 85,8 12,5 -12,2
Ertragsteuern Mio. € -21,6 -5,4 -13,5
Ergebnis nach Steuern Mio. € 64,3 7,1 -25,7
Ergebnis je Aktie 3,58 0,37 -1,55
Bruttomarge % 17,2 18,8 19,6
EBITDA-Marge % 6,6 4,3 2,4
EBIT-Marge % 5,5 2,9 0,5
EBT-Marge % 4,5 1,0 -1,1
Umsatzrendite nach Steuern % 3,3 0,6 -2,4
Zinsdeckungsgrad 5,0 1,5 0,3
Steuerquote % 25,1 43,3 -
Eigenkapitalrendite % 17,6 2,2 -8,5
Gesamtkapitalrendite % 5,5 2,9 -0,5

1 Vertriebs-, Verwaltungs- und F&E-Kosten

Allerdings ist zu beachten, dass sich unser Umsatzmix im Jahr 2011 spürbar verändert hat: Das margenstärkere Service-Geschäft nahm weniger stark zu als das Anlagen-Neugeschäft. Gleichzeitig blieb die Bruttomarge im Anlagenbaugeschäft unverändert, da im ersten Halbjahr 2011 noch einige margenschwächere Aufträge aus den Jahren 2009 und 2010 abgerechnet wurden. Absolut erhöhte sich das Bruttoergebnis infolge des Umsatzanstiegs um 93,9 Mio. € auf 331,4 Mio. €.

HÖHERE MATERIALKOSTEN

Die konsolidierten Materialkosten1 , die komplett in den Umsatzkosten enthalten sind, stiegen überproportional zum Umsatz um 68,7 % auf 942,8 Mio. €. Der Hauptgrund dafür war, dass wir aus Kapazitätsgründen vermehrt auf Sublieferanten zurückgreifen mussten. Die konsolidierten Materialkosten hatten einen Anteil von 49,1 % am Umsatz (Vorjahr: 44,3 %) und entfielen vorwiegend auf Kaufteile und Bestellungen bei Unterlieferanten. Weitere Informationen zum Materialbezug enthält das Kapitel BESCHAFFUNG.

1 Die konsolidierten Materialkosten umfassen Kosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für den Einkauf bei Sublieferanten.

OVERHEAD-KOSTEN NUR MODERAT GESTIEGEN

Im Zusammenhang mit der hohen Nachfrage sind die Vertriebskosten im Geschäftsjahr 2011 um 8,9 % auf 107,2 Mio. € gestiegen. Darin sind Marketingaufwendungen in Höhe von 4,5 Mio. € (Vorjahr: 3,6 Mio. €) enthalten, von denen rund ein Drittel auf Personalkosten entfiel. Wir benötigen lediglich 0,2 % des Umsatzes für Marketingzwecke, da unser Kundenkreis - besonders im Anlagenbau - relativ klein ist und zu den Abnehmern enge Kontakte bestehen. Auch die Platzierung neuer Produkte ist in unserem Geschäft nicht mit größeren Einführungskosten verbunden. Unsere wichtigste Marketingveranstaltung ist die einwöchige Hausmesse „Open House", die alle zwei Jahre in Bietigheim-Bissingen stattfindet. Im Mai 2012 veranstalten wir das nächste „Open House", daher werden die Marketingaufwendungen in diesem Jahr wieder etwas höher ausfallen.

Die Vertriebs- und Verwaltungskosten erhöhten sich im Geschäftsjahr 2011 um 20,2 Mio. € auf 196,0 Mio. €. Neben einem moderaten Stellenaufbau resultierte dies hauptsächlich aus Gehaltssteigerungen. Da die Vertriebs- und Verwaltungskosten weniger stark zunahmen als der Umsatz, sank ihr Anteil am Umsatz auf 10,2 % (Vorjahr: 13,9 %).

Unser Markterfolg in den Jahren 2010 und 2011 ist in hohem Maße der Einführung neuer, effizienterer Produkte zu verdanken. Daher haben wir unseren Innovationskurs fortgesetzt und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 14,4 % auf 29,5 Mio. € erhöht.

Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen betrug 0,6 Mio. € und beeinflusste die Ertragslage nur geringfügig (Vorjahr: 0,8 Mio. €). Aus Währungsumrechnung entstand im Jahr 2011 per Saldo ein Gewinn von 1,9 Mio. € (Vorjahr: - 0,8 Mio. €). Weitere Informationen finden Sie unter TEXTZIFFER 13 im Anhang zum Konzernabschluss.

2.21 OVERHEAD

Mitarbeiter Kosten (Mio. €) Personalaufwendungen (Mio. €) Abschreibungen (Mio. €) Sonstige Kosten (Mio. €)
Vertrieb 755 107,2 75,3 2,6 29,3
(2010) (693) (98,5) (66,5) (1,7) (30,3)
Verwaltung 683 88,7 52,9 3,4 32,4
(2010) (634) (77,4) (48,8) (6,1) (22,5)
F&E 180 29,5 15,2 4,6 9,7
(2010) (162) (25,8) (13,3) (4,4) (8,1)

EBIT ERREICHT REKORDMARKE

Das hohe Bruttoergebnis und die moderaten Overhead-Kosten bildeten die Grundlage dafür, dass sich das EBIT gegenüber dem Vorjahr fast verdreifachte. Mit 106,5 Mio. € (Vorjahr: 36,6 Mio. €) erzielten wir einen Rekordwert; die EBIT-Marge stieg auf 5,5 % und rückte damit früher als erwartet an unser Margenziel von 6 % im Jahr 2013 heran. Das EBITDA erhöhte sich in ähnlicher Größenordnung wie das EBIT und erreichte 127,1 Mio. € (Vorjahr: 54,6 Mio. €). Die Werthaltigkeitsprüfung unserer Geschäfts- oder Firmenwerte - der so genannte Impairment-Test - ergab wie in den Vorjahren keinen Abschreibungsbedarf.

MASSVOLLER ANSTIEG DER PERSONALKOSTEN

Die Personalstärke des Konzerns wuchs bis Ende 2011 um 15,4 % auf 6.823 Mitarbeiter. Hauptgrund für den Stellenaufbau war der massive Anstieg des Geschäftsvolumens; außerdem kamen 116 Mitarbeiter der erstkonsoliderten Agramkow Fluid Systems A/S hinzu. Vergleichbar gerechnet, also ohne Agramkow, ergibt sich ein Zuwachs von 13,4 %. Die Personalkosten, die in allen operativen Aufwandsarten der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten sind, erhöhten sich um 17,4 % auf 402,6 Mio. €. Dies resultiert neben der höheren Mitarbeiterzahl auch aus steigenden Lohnniveaus in den Emerging Markets sowie aus erfolgsabhängigen Tantiemen. Gedämpft wurde der Kostenanstieg durch Produktivitätseffekte und den höheren Personalanteil in den Emerging Markets. Da die Personalkosten deutlich langsamer stiegen als der Umsatz, verringerte sich die Personalkostenquote auf 20,9 % (Vorjahr: 27,2 %). Die Kennzahl Umsatz je Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) erreichte mit 299 Tsd. € ein Zehnjahreshoch.

FINANzergebnis DEUTLICH VERBESSERT

Im Jahr 2011 kamen die Kostenvorteile unserer neuen Unternehmensfinanzierung zum Tragen. Gegenüber 2010 verbesserte sich das Finanzergebnis um 3,4 Mio. € auf - 20,7 Mio. €. Wir profitierten vor allem von der geringen Amortisation der Transaktionskosten, die für die Platzierung unserer Anleihe im Jahr 2010 anfielen, sowie von niedrigeren Bereitstellungsprovisionen für den neuen syndizierten Kredit. Zudem sind der syndizierte Kredit und das F&E-Darlehen der Europäischen Investitionsbank mit geringeren Transaktions- und Nebenkosten verbunden als die vorangegangene Kreditfinanzierung. Das Beteiligungsergebnis stieg leicht auf 0,6 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €). Unsere neue Anleihe über 225 Mio. € verfügt mit 7,25 % über einen deutlich geringeren Nominalzinssatz als die mit 9,75 % verzinste Vorgängeranleihe über 100 Mio. €. Dass der Zinsaufwand - ohne Zinsnebenkosten - dennoch auf 19,4 Mio. € stieg (Vorjahr: 17,7 Mio. €), resultiert allein aus dem gestiegenen Anleihevolumen. Darüber hinaus enthält das Zinsergebnis Aufwendungen für Pensionsverpflichtungen und sonstige zinsähnliche Aufwendungen von insgesamt 7,4 Mio. € (Vorjahr: 10,3 Mio. €) sowie Zinserträge von 5,5 Mio. € (Vorjahr: 3,4 Mio. €).

2.22 MITARBEITERBEZOGENE KENNZAHLEN

2011 2010 2009
Mitarbeiter (31.12.) 6.823 5.915 5.712
Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 6.423 5.776 5.885
Personalkosten (Mio. €) -402,6 -342,7 -336,4
Personalkostenquote (%) 20,9 27,2 31,2
Personalkosten je Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) (€) -62.700 -59.300 -57.200
Umsatz je Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) (€) 299.200 218.400 183.100

ERGEBNIS NACH STEUERN ÜBERSTEIGT MARKE VON 60 Mio. €

Das Ergebnis vor Steuern stieg im Geschäftsjahr 2011 um 73,3 Mio. € auf 85,8 Mio. €. Trotz der deutlichen Ergebnisausweitung sank die Steuerquote von 43,3 % auf 25,1 %. Aufgrund der deutlich verbesserten Ertragsperspektiven konnten wir besonders im Inland aktive latente Steuern bilden und somit unsere steuerlichen Verlustvorträge teilweise nutzen. Bei einem Steueraufwand von 21,6 Mio. € (Vorjahr: 5,4 Mio. €) erhöhte sich der Jahresüberschuss auf 64,3 Mio. € (Vorjahr: 7,1 Mio. €). Die Landesgesellschaften in Frankreich und den USA, die 2010 noch defizitär waren, erreichten wie geplant die Ergebniswende. Nach Abzug der nicht beherrschenden Anteile betrug das Ergebnis je Aktie 3,58 € nach 0,37 € im Vorjahr. Mit Blick auf die positive Ertragsentwicklung schlagen wir vor, die Dividende für 2011 auf 1,20 € je Aktie zu erhöhen (Vorjahr: 0,30 €). Bei 17.300.520 ausgegebenen Aktien ergibt sich daraus eine Ausschüttungssumme von 20,8 Mio. €. Dies entspricht 32 % des Konzernergebnisses nach Steuern; damit läge die Ausschüttungsquote in der von uns angestrebten Bandbreite von 30 bis 40 % des Nettoergebnisses. Das nach der Ausschüttung verbleibende Bilanzergebnis der Dürr AG in Höhe von 56,2 Mio. € (Vorjahr: 66,5 Mio. €) soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

JAHRESABSCHLUSS DER DÜRR AG

Das Ergebnis der Dürr AG hat sich im Jahr 2011 verringert. Dies geht vor allem auf die Ergebnisentwicklung bei der Dürr Systems GmbH in Deutschland zurück. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass die Einzelabschlüsse von Dürr AG und Dürr Systems GmbH nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) erstellt werden. Bei Anwendung der IFRS und der darin vorgesehenen Auftragsbilanzierung nach der Percentage-of-Completion-Methode wären die Ergebnisse beider Gesellschaften deutlich höher ausgefallen. Den vollständigen Einzelabschluss der Dürr AG finden Sie unter WWW.DURR.COM/DE/INVESTOR/FINANZBERICHTE.HTML.

2.23 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG EINZELABSCHLUSS DÜRR AG (HGB)

2011 2010
Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen 34,4 49,2
Beteiligungsergebnis 34,4 49,2
Bestandsveränderungen -5,4 -
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen 1,4 12,8
Aufwendungen für bezogene Leistungen -2,8 -
Personalaufwand -10,2 -6,8
Abschreibungen (einschließlich Finanzanlagen) -0,4 -0,3
Zinsergebnis -13,0 -17,2
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 12,2 29,5
Steuern -1,7 -0,4
Jahresüberschuss 10,5 29,1
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 66,5 42,6
Bilanzgewinn 77,0 71,7

2.24 BILANZ EINZELABSCHLUSS DÜRR AG (HGB)# € 31.12.2011 31.12.2010

AKTIVA

Anlagevermögen

31.12.2011 31.12.2010
Immaterielle Vermögensgegenstände 0,7 0,9
Sachanlagen 0,2 0,1
Finanzanlagen 470,7 489,9
Summe 471,6 490,9

Umlaufvermögen

31.12.2011 31.12.2010
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 122,2 99,2
Flüssige Mittel 142,0 138,9
Rechnungsabgrenzungsposten, Sonstiges 0,9 0,8
Summe 265,1 238,9

Summe Aktiva

31.12.2011 31.12.2010
Summe Aktiva 736,7 729,8

PASSIVA

Eigenkapital

31.12.2011 31.12.2010
Gezeichnetes Kapital 44,3 44,3
Kapitalrücklage 200,5 200,5
Bilanzgewinn 77,0 71,7
Summe 321,7 316,5

Fremdkapital

31.12.2011 31.12.2010
Rückstellungen 9,8 7,9
Verbindlichkeiten 402,4 401,8
Rechnungsabgrenzungsposten 2,9 3,6
Summe 415,0 413,3

Summe Passiva

31.12.2011 31.12.2010
Summe Passiva 736,7 729,8

UNTERNEHMENSBEREICHE

Die vier Unternehmensbereiche konnten ihr EBIT im Jahr 2011 deutlich steigern. Da der Auftragseingang durchweg über dem Umsatz lag, ist für 2012 mit einer guten Auslastung in allen vier Unternehmensbereichen zu rechnen. Im Corporate Center hat sich die Mitarbeiterzahl infolge einer Strukturveränderung im IT-Bereich mehr als verdoppelt: Anfang 2011 haben wir die Dürr IT Service GmbH gegründet und dem Corporate Center zugeordnet. Die neue Gesellschaft bündelt sämtliche Aktivitäten und Ressourcen im IT-Bereich, die zuvor in den operativen Gesellschaften angesiedelt waren. So lassen sich konzernweite IT-Projekte effektiver umsetzen. Infolge der IT-Umgliederung werden auch die IT-Investitionen im Corporate Center und nicht mehr in den Unternehmensbereichen erfasst. Zudem sind die Transaktionskosten für die Konzernfinanzierung in den Investitionen des Corporate Center enthalten. Das EBIT des Corporate Center belief sich im Jahr 2011 auf - 1,4 Mio. € (Vorjahr: - 2,6 Mio. €). Grund für den Verlust waren Aufwendungen, die nicht vollständig auf die Tochtergesellschaften umgelegt werden konnten. Das Ergebnis des Corporate Center enthält Konsolidierungseffekte in Höhe von 2,0 Mio. € (2010: 0,5 Mio. €).

2.25 EBIT

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Mio. €
| | 2011 | 2010 | 2009 |
| :---------------------------- | :--- | :--- | :--- |
| Paint and Assembly Systems | 40,5 | 13,8 | - 3,0 |
| Application Technology | 31,1 | 11,6 | 3,0 |
| Measuring and Process Systems | 31,4 | 10,3 | 10,7 |
| Clean Technology Systems | 4,9 | 3,5 | 2,2 |
| Corporate Center/Konsolidierung | - 1,4 | - 2,6 | - 7,2 |
| Gesamt | 106,5 | 36,6 | 5,7 |

2.26 INVESTITIONEN IN SACHANLAGEN UND IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

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Mio. €
| | 2011 | 2010 | 2009 |
| :---------------------------- | :--- | :--- | :--- |
| Paint and Assembly Systems | 4,9 | 2,6 | 5,8 |
| Application Technology | 4,0 | 3,4 | 6,3 |
| Measuring and Process Systems | 8,6 | 10,0 | 4,7 |
| Clean Technology Systems | 0,5 | 0,3 | 0,5 |
| Corporate Center/Konsolidierung | 5,4 | 0,3 | 4,1 |
| Gesamt | 23,4 | 16,6 | 21,4 |
1 ohne Investitionen im Rahmen von Unternehmensbeteiligungen

2.27 ABSCHREIBUNGEN

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Mio. €
| | 2011 | 2010 | 2009 |
| :---------------------------- | :--- | :--- | :--- |
| Paint and Assembly Systems | 3,7 | 5,3 | 5,7 |
| Application Technology | 4,7 | 5,0 | 4,7 |
| Measuring and Process Systems | 9,1 | 6,8 | 8,4 |
| Clean Technology Systems | 0,4 | 0,6 | 0,7 |
| Corporate Center/Konsolidierung | 5,5 | 4,2 | 3,1 |
| Gesamt | 23,4 | 21,9 | 22,6 |
1 inkl. außerplanmäßige Abschreibungen und Zuschreibungen

2.28 UNTERNEHMENSBEREICHE: UMSATZ, AUFTRAGSEINGANG, MITARBEITER

2.29 KENNZAHLEN PAINT AND ASSEMBLY SYSTEMS

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Mio. €
| | 2011 | 2010 | 2009 |
| :----------------------------- | :------ | :------ | :------ |
| Auftragseingang | 1.340,4 | 753,1 | 615,8 |
| Umsatz | 878,7 | 582,0 | 494,1 |
| Materialkosten (konsolidiert) | - 511,9 | - 270,7 | - 200,5 |
| EBITDA | 44,2 | 19,1 | 2,7 |
| EBIT | 40,5 | 13,8 | - 3,0 |
| Investitionen | 4,9 | 2,6 | 5,8 |
| Mitarbeiter (31.12.) | 2.524 | 2.183 | 2.114 |

Paint and Assembly Systems Nach dem starken Vorjahr konnte Paint and Assembly Systems den Auftragseingang im Jahr 2011 um 78 % steigern. Dafür sorgte vor allem die dynamische Nachfrage in den Emerging Markets, deren Anteil am Bestellvolumen auf 75 % stieg (Vorjahr: 72 %). Im Lackieranlagenbau gelang es uns, den Auftragseingang gegenüber dem Jahr 2010 um ebenfalls 78 % zu erhöhen. Besonders in China, dem mit Abstand größten Einzelmarkt, erhielten wir mehrere Lackiertechnik-Großaufträge. Aber auch in Indien, Brasilien, Marokko und Ungarn beauftragte uns die Automobilindustrie mit großen Systemprojekten. Der Geschäftsbereich Aircraft and Technology Systems, der Produktionsanlagen für den Flugzeugbau liefert, verzeichnete ebenfalls ein deutliches Orderplus. Die umfangreichste Bestellung kam vom russischen Flugzeugproduzenten Irkut. In dessen Werk im sibirischen Irkutsk installieren wir gemeinsam mit Partnern die Struktur- und Endmontagelinie für das neue Mittelstreckenflugzeug MS-21. Um dem hohen Geschäftsvolumen gerecht zu werden, steigerte Paint and Assembly Systems die Mitarbeiterzahl um 15,6 %. Während der Umsatz um 51,0 % zulegte, ging die Bruttomarge aus zwei Gründen leicht zurück: Zum einen kamen letztmalig margenschwächere Aufträge aus den Jahren 2009 und 2010 zur Abrechnung, zum anderen verringerte sich der Service-Anteil am Umsatz, da das Anlagen-Neugeschäft überproportional wuchs. Dennoch führten die starke Auslastung, der hohe Umsatz und die Begrenzung der Overhead-Kosten dazu, dass sich das Ergebnis kräftig erhöhte und die EBIT-Marge auf 4,6 % stieg. Die Investitionen von Paint and Assembly Systems stiegen aufgrund von Kapazitätserweiterungen um 2,3 Mio. € auf 4,9 Mio. € an.

Application Technology

Die APPLIKATIONSTECHNIK, die in diesem Geschäftsbericht erstmals als eigener Unternehmensbereich ausgewiesen wird, konnte den Auftragseingang im Jahr 2011 um 85 % steigern. Unsere Kunden aus der Automobilindustrie investierten vor allem in den Aufbau neuer Kapazitäten und in die Automatisierung ihrer Lackierprozesse. Das Gros der Bestellungen kam aus den Emerging Markets. Anders als im Anlagenbau dominieren bei Application Technology kleinere Auftragsvolumina im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich.

2.30 KENNZAHLEN APPLICATION TECHNOLOGY

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Mio. €
| | 2011 | 2010 | 2009 |
| :----------------------------- | :------ | :------ | :------ |
| Auftragseingang | 580,8 | 314,1 | 240,6 |
| Umsatz | 406,8 | 267,2 | 203,9 |
| Materialkosten (konsolidiert) | - 198,9 | - 128,4 | - 82,3 |
| EBITDA | 35,8 | 16,6 | 7,7 |
| EBIT | 31,1 | 11,6 | 3,0 |
| Investitionen | 4,0 | 3,4 | 6,3 |
| Mitarbeiter (31.12.) | 1.203 | 1.061 | 998 |

Der Umsatz erhöhte sich um 52,2 %. Im stark technologiegetriebenen Geschäft mit Robotern und Applikationsprodukten erzielten wir höhere Margen als im Lackieranlagenbau (Paint and Final Assembly Systems). Im Geschäftsjahr 2011 stieg die EBIT-Marge von Application Technology von 4,3 % auf 7,6 %, obwohl noch einige margenschwache Aufträge aus dem Jahr 2010 abzuarbeiten waren. Wichtige Impulse für das gute Ergebnis brachte die hohe Auslastung. Die Mitarbeiterzahl stieg um 13,4 %.

Measuring and Process Systems

Im Unternehmensbereich Measuring and Process Systems trugen beide Geschäftsbereiche zum starken Orderplus von 33,5 % bei: Cleaning and Filtration Systems verzeichnete vor allem in Nordamerika hohe Zuwächse; dort erhielt der Geschäftsbereich mehrere Großaufträge über die Lieferung von Produktionstechnik für Motorenwerke. Auch Balancing and Assembly Products erzielte zweistellige Wachstumsraten, obwohl der Auftragseingang bereits 2010 deutlich gestiegen war. Als führender Anbieter von Auswuchtsystemen für Turbinen profitierte der Geschäftsbereich unter anderem von den hohen Investitionen im Kraftwerksektor. Auch den Umsatz konnte der Unternehmensbereich Measuring and Process Systems erheblich steigern. Bei der Ergebnisentwicklung gab es markante Unterschiede: Dank einer hohen Auslastung legte Balancing and Assembly Products weiter zu und erzielte einen neuen EBIT-Rekord. Cleaning and Filtration Systems erreichte zwar die angestrebte Ergebniswende, aufgrund gering-margiger Aufträge aus dem Vorjahr fiel das Ertragsniveau aber noch schwach aus. Der Anstieg der Mitarbeiterzahl um 14,2 % resultiert zum einen aus der starken Geschäftsausweitung, zum anderen aus der Erstkonsolidierung des Befülltechnikspezialisten Agramkow (116 Mitarbeiter). Die Schenck Technologie- und Industriepark GmbH (TIP) erzielte ein positives Ergebnis, das ungefähr auf Vorjahresniveau lag; auch der Umsatz erreichte die Größenordnung des Jahres 2010.

2.31 KENNZAHLEN MEASURING AND PROCESS SYSTEMS

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Mio. €
| | 2011 | 2010 | 2009 |
| :----------------------------- | :------ | :------ | :------ |
| Auftragseingang | 662,7 | 496,4 | 270,6 |
| Umsatz | 550,4 | 344,7 | 324,9 |
| Materialkosten (konsolidiert) | - 225,8 | - 141,0 | - 131,4 |
| EBITDA | 40,5 | 17,1 | 19,1 |
| EBIT | 31,4 | 10,3 | 10,7 |
| Investitionen | 8,6 | 10,0 | 4,7 |
| Mitarbeiter (31.12.) | 2.790 | 2.444 | 2.381 |

2.32 KENNZAHLEN SCHENCK TECHNOLOGIE- UND INDUSTRIEPARK

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Mio. €
| | 2011 | 2010 | 2009 |
| :--------------------- | :--- | :--- | :--- |
| Externe Umsätze | 13,0 | 12,5 | 14,0 |
| Externe Mieterlöse | 6,5 | 6,3 | 6,9 |

2.33 KENNZAHLEN CLEAN TECHNOLOGY SYSTEMS

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Mio. €
| | 2011 | 2010 | 2009 |
| :----------------------------- | :----- | :----- | :----- |
| Auftragseingang | 101,0 | 78,6 | 57,7 |
| Umsatz | 86,1 | 67,5 | 54,6 |
| Materialkosten (konsolidiert) | - 48,0 | - 33,6 | - 23,1 |
| EBITDA | 5,3 | 4,1 | 2,9 |
| EBIT | 4,9 | 3,5 | 2,2 |
| Investitionen | 0,5 | 0,3 | 0,5 |
| Mitarbeiter (31.12.) | 205 | 180 | 171 |

Clean Technology Systems Das Zahlenwerk des Anfang 2011 gegründeten Unternehmensbereichs Clean Technology Systems berücksichtigt bisher nur die Aktivitäten des Geschäftsbereichs Environmental and Energy Systems (Abluftreinigungstechnik). Dazu gehört auch die Start-up-Gesellschaft Dürr Cyplan Ltd., an der wir seit Mai 2011 mit 50 % beteiligt sind. Das zweite Standbein von Clean Technology Systems, der Geschäftsbereich Energy Technology Systems, verfolgt mehrere Akquisitionsvorhaben, betreibt jedoch noch kein operatives Geschäft. In der Abluftreinigungstechnik verzeichneten wir eine starke Nachfrage aus den Branchen Chemie, Pharma und Carbonfaser-Herstellung. Entsprechend stieg der Auftragseingang von Clean Technology Systems im Jahr 2011 um 28,5 % auf 101,0 Mio. €. Der Umsatz legte mit 27,6 % ebenfalls kräftig zu. Durch die hohe Auslastung stieg das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich an. Die EBIT-Marge erreichte mit 5,7 % ein gutes Niveau (2010: 5,2 %). Um das Technologieportfolio von Clean Technology Systems zu erweitern, haben wir im ersten Quartal 2012 15 % der Anteile an der holländischen HeatMatrix Group bv übernommen. Heat-Matrix entwickelt und produziert innovative WÄREMEAUSTAUSCHER aus Kunststoff, die zwei besondere Vorteile bieten: Sie lassen sich problemlos bei korrosiven Medien einsetzen und sind leichter und kostengünstiger als herkömmliche Wärmeüberträger aus Metall. Einsatzfelder sind beispielsweise die Wärmerückgewinnung aus Rauchgas, industrielle Trocknungsprozesse und Dampfkesselanlagen.# Finanzwirtschaftliche Entwicklung

FINANZ- UND LIQUIDITÄTSMANAGEMENT

Unser zentrales Finanz- und Liquiditätsmanagement verfolgt drei Ziele: Ertrags- und Kostenoptimierung, Transparenz sowie Risikobegrenzung. Letztere deckt alle finanzwirtschaftlichen Risiken ab, die den Bestand des Konzerns gefährden könnten. Um unsere Zahlungsverpflichtungen jederzeit erfüllen zu können, achten wir besonders auf die Sicherung ausreichender Liquiditätsreserven (siehe auch Kapitel RISIKOBERICHT). Unsere wichtigste Finanzierungsquelle ist der operative Cashflow. Fremdmittel werden in der Regel von der Dürr AG aufgenommen und nach Bedarf an die Konzerngesellschaften ausgereicht. Auch das Liquiditätsmanagement liegt in den Händen der Dürr AG. Sie organisiert ein Cash-Pooling-System, bei dem überschüssige flüssige Mittel konzernintern zur Verfügung gestellt werden. Daran nehmen alle wesentlichen Konzerngesellschaften teil, sofern dem keine gesetzlichen Beschränkungen des Kapitalverkehrs entgegenstehen. In Ländern, wo dies der Fall ist (zum Beispiel China, Indien, Südkorea), finanzieren sich unsere Gesellschaften hauptsächlich lokal. Das Konzern-Treasury steuert die Anlage der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Wir beauftragen nur Banken guter Bonität und setzen ein Limitsystem ein, um die Risiken mit einzelnen Kontrahenten zu begrenzen. Da der Cashflow im Jahr 2011 deutlich stieg, erhöhten sich die flüssigen Mittel zum 31. Dezember 2011 auf 298,6 Mio. € (31.12.2010: 252,3 Mio. €), das entspricht 18,0 % der Bilanzsumme (31.12.2010: 20,7 %). Im Rahmen unseres Finanz- und Liquiditätsmanagements legen wir großen Wert auf ein möglichst geringes Nettoumlaufvermögen (NET WORKING KAPITAL). Dadurch werden flüssige Mittel freigesetzt und Kennzahlen wie Bilanzstruktur und Kapitalrentabilität optimiert. Bei allen Maßnahmen zur Net-Working-Capital-Optimierung achten wir darauf, dass keine Nachteile für das operative Geschäft entstehen. Das Net Working Capital Management ist in den Unternehmens- und Geschäftsbereichen angesiedelt; die Dürr AG als Konzern-Holding formuliert Vorgaben und kontrolliert die Zielerreichung.

FINANZIERUNG

Unsere Fremdkapitalfinanzierung setzt sich im Wesentlichen aus drei Bausteinen zusammen:

  • Unsere Unternehmensanleihe aus dem Jahr 2010 hat ein Volumen von 225 Mio. € und eine Laufzeit bis September 2015. Die Effektivverzinsung beträgt 6,83 %.
  • Der im März 2011 vereinbarte syndizierte Kredit besteht aus einer Barkreditlinie über 50 Mio. € und einer Avallinie über 180 Mio. € (31.12.2010: 80 Mio. € und 150 Mio. €). Er löste einen Konsortialkredit aus dem Jahr 2008 ab und läuft bis Juni 2014.
  • Die Europäische Investitionsbank (EIB) stellt uns seit Juni 2011 ein zweckgebundenes Darlehen über 40 Mio. € zur Verfügung, das wir bis Juni 2014 zur Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten nutzen können.

Darüber hinaus bestehen bilaterale Kreditfazilitäten in kleinerem Umfang sowie Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing und gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen. Die Kredite lassen sich in unterschiedlichen Währungen in Anspruch nehmen. Neben Geld- und Kapitalmarktinstrumenten nutzen wir in geringem Umfang auch außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Forderungsverkaufsprogramme und Operate Leases.

FINANZVERBINDLICHKEITEN

Mio. € 2011 2010 2009
Anleihe 225,5 225,6 98,1
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 57,2 2,0 1,7
Verbindlichkeiten gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen 0,0 1,1 1,1
Verbindlichkeiten Finanzierungsleasing 3,5 3,6 3,1
Gesamt 286,2 232,3 104,0
davon innerhalb eines Jahres fällig 13,3 1,8 1,3

Der Kauf des Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen, den wir zuvor geleast hatten, war mit einem Aufbau der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 45,8 Mio. € verbunden. Die Fest- und Annuitätendarlehen für den Campus laufen bis zum 30. September 2024. Zum 31. Dezember 2011 haben wir die Barkreditlinie des syndizierten Kredits - wie auch zum Vorjahresstichtag - nicht in Anspruch genommen; im Jahresdurchschnitt war die Nutzung mit 0,1 Mio. € ebenfalls äußerst gering (Vorjahr: 7,4 Mio. €). Das bisher ungenutzte EIB-Darlehen werden wir voraussichtlich im laufenden Jahr erstmals in Anspruch nehmen. Die uns zur Verfügung stehenden Avale nutzen wir üblicherweise, um erhaltene Anzahlungen von Kunden mit Bürgschaften abzusichern. Von der Avallinie aus dem syndizierten Kredit (180 Mio. €) waren am Bilanzstichtag 125,8 Mio. € genutzt (31.12.2010: 102,6 Mio. €). Weitere Avallinien im Volumen von 223,0 Mio. € (Vorjahr: 150,0 Mio. €) bestehen bei Kreditversicherern; hier belief sich die Inanspruchnahme am Jahresende auf 211,9 Mio. € (31.12.2010: 113,0 Mio. €). Die Financial Covenants des syndizierten Kredits haben wir zum Bilanzstichtag 2011 eingehalten. Die Verzinsung des syndizierten Kredits ergibt sich aus dem währungsabhängigen und laufzeitkongruenten Refinanzierungssatz (EURIBOR, LIBOR) zuzüglich einer variablen Marge, die von unserem Ergebnis und der Nettofinanzverschuldung abhängt. Dem aktuellen syndizierten Kredit stehen weniger Sicherheiten gegenüber als beim vorangegangenen Konsortialkredit aus dem Jahr 2008. Dies hängt neben dem günstigeren gesamtwirtschaftlichen Umfeld auch mit unserer verbesserten Finanzierungsstruktur zusammen. Detaillierte Informationen zum syndizierten Kredit und zur Unternehmensanleihe enthält der Anhang zum Konzernabschluss unter TEXTZIFFER 29.

CASHFLOW MEHR ALS VERDOPPELT

Mit 127,9 Mio. € erreichte der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow) den höchsten Wert seit dem Jahr 2002. Ausgangspunkt für die positive Entwicklung war der starke Anstieg der Erträge und Einnahmen. Das NET WORKING CAPITAL blieb trotz der Geschäftsausweitung nahezu unverändert. Dabei kam uns zugute, dass sich die passivisch ausgewiesenen Anzahlungen von Kunden gegenüber dem Vorjahresstichtag wiederum deutlich erhöhten. Die Position "Sonstige Zahlungsströme" enthält unter anderem den Aufbau von Verbindlichkeiten (zum Beispiel für Bonuszahlungen und Umsatzsteuern).

CASHFLOW

Mio. € 2011 2010 2009
Ergebnis vor Ertragsteuern 85,8 12,5 - 12,2
Abschreibungen 20,6 18,0 19,9
Zinsergebnis 21,3 24,7 18,9
Ertragsteuern - 14,3 - 17,4 - 16,3
Veränderung Rückstellungen 0,6 - 11,2 - 15,4
Veränderung Net Working Capital - 2,3 31,9 94,9
Sonstige 16,2 - 3,1 5,6
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 127,9 55,4 95,4
Zinszahlungen (netto) - 16,5 - 17,7 - 14,3
Investitionen (in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) - 19,6 - 14,8 - 17,4
Free Cashflow 91,8 22,9 63,7
Sonstige Zahlungsströme - 63,6 - 2,3 - 26,4
Abbau (+), Aufbau (-)
Nettofinanzstatus + 28,2 + 20,6 + 37,4

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf - 62,6 Mio. € (Vorjahr: - 19,5 Mio. €). Er enthält höhere Erhaltungs- und Ausbauinvestitionen sowie Mittelabflüsse für die Beteiligungen an Agramkow (55 %), Cyplan (50 %) und Parker Engineering (10 %). Darüber hinaus flossen 36 Mio. € für die Anlage in Termingeldern ab. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug - 24,2 Mio. € und wurde vor allem von den Zinszahlungen und der Dividendenausschüttung für 2010 beeinflusst. Zudem machte sich die Erhöhung der kurzfristigen Verbindlichkeiten um 4,3 Mio. € bemerkbar. Im Vorjahr hatte die Anleiheemission zu einem positiven Saldo von 105,1 Mio. € geführt. Der starke operative Cashflow legte die Basis dafür, dass auch der Free Cashflow mit 91,8 Mio. € ein hohes Niveau erreichte. Der FREE CASHFLOW gibt an, welche Mittel für Dividendenausschüttungen, Aktienrückkäufe und die Rückführung der Nettofinanzverschuldung verbleiben. Neben dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit enthält er Zinseinnahmen und Investitionen (im Cashflow aus Investitionstätigkeit enthalten) sowie Zinsausgaben (im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit enthalten). Der hohe Free Cashflow bewirkte, dass sich unser NETTOFINANZSTATUS weiter verbesserte und zum Bilanzstichtag mit + 51,8 Mio. € den höchsten Wert seit über zehn Jahren erreichte. Die größte Position in den sonstigen Zahlungsströmen (Tabelle 2.35) ist der Erwerb unseres Campus-Standorts in Bietigheim-Bissingen (51,4 Mio. €), den wir bislang geleast hatten. Da diese Mittelverwendung dispositiven Charakter hat, ist sie nicht im Free Cashflow enthalten. Darüber hinaus beinhalten die sonstigen Zahlungsströme Mittelabflüsse für Akquisitionen (19,6 Mio. €) und das Finanzierungsleasing.

STEUERUNGSGRÖSSEN: EBIT, OPERARIVER CASHFLOW, FREE CASHFLOW UND ROCE

Bei der Unternehmenssteuerung stehen vor allem die Kennzahlen EBIT, operativer Cashflow (Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit), Free Cashflow und ROCE (EBIT zu Capital Employed) im Vordergrund. Wie im vorangegangenen Kapitel gezeigt, haben sich Ergebnis und Cashflow wesentlich stärker verbessert als erwartet. Dasselbe gilt für den ROCE, der von 10,3 % auf 28,4 % stieg.

STEUERUNGSGRÖSSEN

2011 2010 2009
EBIT Mio. € 106,5 36,6 5,7
Operativer Cashflow Mio. € 127,9 55,4 95,4
Free Cashflow Mio. € 91,8 22,9 63,7
ROCE % 28,4 10,3 1,6

WERTBEITRAG

2011 2010 2009
Capital Employed (31.12.) Mio. € 374,8 356,7 356,3
ROCE % 28,4 10,3 1,6
NOPAT Mio. € 74,6 25,6 4,0
Gewichteter Kapitalkostensatz (WACC) % 7,64 8,10 8,08
EVA Mio. € 45,9 - 3,2 - 24,8

Das hohe Geschäftsvolumen führte dazu, dass sich das Capital Employed, also das gebundene Kapital, leicht um 18,1 Mio. € auf 374,8 Mio. € erhöhte. Auf Basis des starken EBIT-Anstiegs konnten wir im Jahr 2011 einen deutlich positiven Economic Value Added (EVA) erzielen.# 2.3 Finanzen und Kennzahlen

Die finanzielle Messgröße EVA zeigt den Wert, den ein Unternehmen in einem Geschäftsjahr generiert oder vernichtet, und wird wie folgt berechnet: EVA = NOPAT - (WACC x Capital Employed)

  • NOPAT = Net Operating Profit After Taxes/EBIT nach fiktiven Steuern
  • WACC = Weighted Average Cost of Capital / Gewichteter Kapitalkostensatz
  • Capital Employed (gebundenes Kapital): Das Capital Employed berücksichtigt alle Aktiva ohne die liquiden Mittel, vermindert um die nicht zinstragenden Verbindlichkeiten auf der Passivseite.

WACC = (Anteil Eigenkapital X Eigenkapitalkosten) + (Anteil Fremdkapital X Fremdkapitalkosten) X (1 - Steuersatz)
WACC = (79,13 % X 8,43 %) + (20,87 % X 6,58 %) X (1 - 29,50 %) = 7,64 %

Eigenkapitalkosten = Risikoloser Zins (2,75 %) + Risikoprämie (5,50 %) * Betafaktor (1,032) = 8,43 %

Auch auf Ebene der Unternehmensbereiche hat sich der ROCE im Geschäftsjahr 2011 markant verbessert (Tabelle 2.38). Bei Paint and Assembly Systems ist allerdings keine ROCE-Berechnung möglich, da das Capital Employed negativ war. Der Renditeunterschied zwischen den Unternehmensbereichen resultiert vor allem aus der Kapitalbindung, die im Anlagenbau üblicherweise geringer ist als im Maschinenbau. ROCE und Capital Employed werden auch auf Ebene der sieben Geschäftsbereiche regelmäßig analysiert, um Geschäftssteuerung und Mittelallokation zu optimieren.

1 Die Ermittlung des WACC erfolgt gemäß IAS 36 auf Basis der Parameter unserer Peer Group, also ohne Berücksichtigung der Kapitalstruktur des Dürr-Konzerns. Dagegen wird in der Literatur zur Ermittlung des WACC für Unternehmensbewertungen üblicherweise das gewogene arithmetische Mittel aus Eigenkapital und Fremdkapital der Gesellschaft herangezogen.

2.38 ROCE DER UNTERNEHMENSBEREICHE

% 2011 % 2010 % 2009
Paint and Assembly Systems 1 - -
Application Technology 30,6 11,4 2,8
Measuring and Process Systems 9,2 3,7 4,0
Clean Technology Systems 418,4 61,1 64,3
negatives Capital Employed 2

2.39 BILANZKENNZAHLEN

Mio. € 2011 Mio. € 2010 Mio. € 2009
Nettofinanzstatus (31.12.) 51,8 23,6 3,0
Nettofinanzverbindlichkeiten zu EBITDA - - -
Gearing (31.12.) - % -16,6 % -8,0 %
Nettoumlaufvermögen (NWC) (31.12.) 32,6 27,3 57,4
Days Working Capital Tage 6,1 7,8 19,2
Umschlagdauer Vorräte Tage 23,3 21,1 20,9
Umschlagdauer Forderungen/Days Sales Outstanding Tage 117,2 112,2 108,9
Anlagendeckungsgrad (31.12.) 68,9 % 69,1 % 66,6 %
Vermögensdeckungsgrad (31.12.) 144,8 % 140,1 % 111,0 %
Anlagenintensität (31.12.) 31,8 % 38,0 % 46,8 %
Umlaufintensität (31.12.) 68,2 % 62,0 % 53,2 %
Anlagenabnutzungsgrad 48,8 % 56,9 % 56,9 %
Anlagenabschreibungsquote 3,3 % 4,2 % 4,8 %
Liquidität ersten Grades (31.12.) 33,4 % 44,4 % 22,3 %
Liquidität zweiten Grades (31.12.) 103,3 % 113,3 % 91,7 %
Eigenkapitalquote (31.12.) 21,9 % 26,3 % 31,1 %
Bilanzsumme (31.12.) 1.661,0 1.216,5 968,1

BILANZ: NETTOFINANZSTATUS WEITER VERBESSERT

Infolge des stark gestiegenen Geschäftsvolumens erhöhten sich auf der Aktivseite sowohl die Vorräte (+ 50,7 Mio. €) als auch die Forderungen aus kurzfristigen Lieferungen und Leistungen (+ 233,7 Mio. €). Auf der Passivseite wuchsen vor allem die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (+ 278,1 Mio. €), die größtenteils auf erhaltene Anzahlungen entfielen (+ 173,6 Mio. €). Zur Ausweitung der Bilanzsumme um 444,6 Mio. € trug auch der Erwerb des Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen für 51,4 Mio. € bei. Das NET WORKING CAPITAL erhöhte sich um 5,2 Mio. € auf 32,6 Mio. €. Zum Bilanzstichtag belief sich das Net Working Capital auf lediglich 1,7 % des Umsatzes (31.12.2010: 2,2 %). Die Days Working Capital, also die Umschlagdauer des Nettoumlaufvermögens, erreichten Ende 2011 den Tiefstwert von 6 Tagen, da sich das Net Working Capital bei stark steigendem Geschäftsvolumen nur gering erhöhte. Dagegen bewirkte der starke Forderungsanstieg, dass sich die UMSCHLAGDAUER DER FORDERUNGEN (Days Sales Outstanding) auf 117 Tage verlängerte.

Die aus Unternehmenskäufen entstandenen Geschäfts- oder Firmenwerte (Goodwill) summierten sich zum 31. Dezember 2011 auf 284,5 Mio. €. Das entspricht 54 % der langfristigen Vermögenswerte. Gegenüber dem Vorjahresstichtag (281,7 Mio. €) ergab sich ein geringfügiger Anstieg. Er resultiert im Wesentlichen aus der Agramkow-Akquisition, bei der ein Goodwill von 1,9 Mio. € aktiviert wurde. Weitere Informationen zu den immateriellen Vermögenswerten enthält TEXTZIFFER 19 im Anhang zum Konzernabschluss. Maschinen, Gebäude und andere Gegenstände des Sachanlagevermögens haben bei Dürr eine vergleichsweise untergeordnete Bedeutung.

Das Eigenkapital stieg zum Jahresende 2011 um 44,9 Mio. € auf 364,3 Mio. €. Dies geht in erster Linie auf den hohen Jahresüberschuss von 64,3 Mio. € zurück; zudem buchten wir erfolgsneutral erfasste Währungsgewinne von 3,2 Mio. €, die bei der Umrechnung von Bilanzpositionen entstanden. Gegenläufig wirkte sich die Dividendenzahlung für 2010 aus, die das Eigenkapital um 5,2 Mio. € verringerte. Da die Bilanzsumme überproportional zum Eigenkapital wuchs, lag die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2011 mit 21,9 % unter dem Vorjahreswert (31.12.2010: 26,3 %). Wir rechnen allerdings mit einer sukzessiven Erhöhung im Lauf des Jahres 2012.

2.40 LANG- UND KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE (31.12.)

Mio. € 2011 in % der Bilanzsumme 2011 Mio. € 2010 Mio. € 2009
Immaterielle Vermögenswerte 326,7 19,7 316,1 308,2
Sachanlagen 144,9 8,7 91,2 88,8
Sonstige langfristige Vermögenswerte 57,4 3,4 55,0 55,6
Langfristige Vermögenswerte 529,0 31,8 462,3 452,6
Vorräte 124,5 7,5 73,8 62,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 625,6 37,7 392,0 323,3
Liquide Mittel 298,6 18,0 252,3 103,9
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 83,3 5,0 36,0 25,8
Kurzfristige Vermögenswerte 1.132,0 68,2 754,1 515,5

2.41 EIGENKAPITAL (31.12.)

Mio. € 2011 in % der Bilanzsumme 2011 Mio. € 2010 Mio. € 2009
Gezeichnetes Kapital 44,3 2,7 44,3 44,3
Sonstiges Eigenkapital 314,6 18,9 268,9 250,6
Eigenkapital Aktionäre 358,9 21,6 313,2 294,9
Nicht beherrschende Anteile 5,4 0,3 6,2 6,5
Summe Eigenkapital 364,3 21,9 319,4 301,4

2.42 KURZ- UND LANGFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN (31.12.)

Mio. € 2011 in % der Bilanzsumme 2011 Mio. € 2010 Mio. € 2009
Finanzverbindlichkeiten (einschl. Anleihe) 286,2 17,2 232,3 104,0
Rückstellungen (einschl. Pensionen) 110,3 6,6 103,6 107,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 717,7 43,2 439,6 330,9
davon erhaltene Anzahlungen 446,8 26,9 273,2 200,5
Ertragsteuerverbindlichkeiten 8,9 0,6 2,7 7,9
Sonstige Verbindlichkeiten (einschl. latente Steuern, Rechnungsabgrenzungsposten) 173,6 10,5 118,9 116,4
Gesamt 1.296,7 78,1 897,1 666,7

2.43 VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR (31.12.)

Mit 717,7 Mio. € lagen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 63,2 % über dem Vergleichswert vom 31. Dezember 2010. Der Anstieg resultiert, wie oben erwähnt, hauptsächlich aus den höheren passivisch ausgewiesenen Anzahlungen von Kunden; sie nahmen um 63,5 % auf 446,8 Mio. € zu. Dieser Wert wird sich allerdings wieder verringern, da die Anzahlungen in der Auftragsabwicklung sukzessive verbraucht werden. Gleichzeitig rechnen wir damit, dass sich der Auftragseingang nach dem Spitzenjahr 2011 reduziert und infolgedessen auch weniger Anzahlungen eingehen.

Die Aktivseite unserer Bilanz enthält künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen, die direkt mit den passivisch ausgewiesenen Anzahlungen korrespondieren. Daher sollten die passivisch ausgewiesenen Anzahlungen nicht separat betrachtet werden. Wesentlich aussagekräftiger ist der Saldo aus künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen und erhaltenen Anzahlungen. Er drückt aus, mit welchem Betrag unsere Kunden in Vorleistungen gegangen sind. Zum 31. Dezember belief sich der Saldo auf - 126,1 Mio. €. Diese Mittel werden also in den kommenden Monaten für die Auftragsabwicklung abfließen. Über die Zusammensetzung der künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen sowie der erhaltenen Anzahlungen informiert TEXTZIFFER 22 des Anhangs zum Konzernabschluss.

STILLE RESERVEN BEI GRUNDSTÜCKEN, NICHT AKTIVIERTEN STEUERLICHEN VERLUSTVORTRÄGEN UND PATENTEN

Die Buchwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten bilanzieren wir in der Regel zu fortgeführten Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten, dabei werden Niederstwerttests berücksichtigt. Langfristige Fertigungsaufträge werden gemäß der Percentage-of-Completion-Methode (POC-Methode) ausgewiesen. Derivative Finanzinstrumente, zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sowie Verpflichtungen aus Verkaufsoptionen und Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten ermitteln wir zu Zeitwerten. Erläuterungen zur Buchwertermittlung bei Finanzinstrumenten enthält TEXTZIFFER 6 im Anhang zum Konzernabschluss.

Auf der Passivseite unterschreiten die Bilanzansätze der Verbindlichkeiten die Zeitwerte in zwei Fällen: bei der Anleihe und bei den Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing. In Summe beläuft sich die Differenz auf 19,3 Mio. € (31.12.2010: 17,0 Mio. €; TEXTZIFFER 34 im Anhang zum Konzernabschluss). Die Buchwerte auf der Aktiv- und Passivseite entsprechen weitestgehend den Zeitwerten. Die sonstigen immateriellen Vermögensgegenstände, die hauptsächlich Rechte, Konzessionen und selbst erstellte Software umfassen, werden gemäß der erwarteten Nutzungsdauer abgeschrieben. In dieser Position können meist keine stillen Reserven gebildet werden. Im Sachanlagevermögen können stille Reserven in erster Linie bei Grundstücken und Immobilien vorhanden sein. Zu nennen ist die Schenck Technologie und Industriepark GmbH (TIP) in Darmstadt; nach unserer Einschätzung übersteigt deren Zeitwert den Buchwert um einige Millionen Euro. Im Anlagevermögen haben wir latente Steuern in Höhe von 9,6 Mio. € aktiviert. Die noch nicht aktivierten steuerlichen Verlustvorträge, die voraussichtlich genutzt werden können, betragen insgesamt rund 110 Mio. €. Diesen Verlustvorträgen lässt sich rechnerisch ein Wert von 25 bis 30 Mio. € zuordnen. Die Aufwendungen für selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, die nicht aktiviert wurden, sind im F&E-Aufwand enthalten.# INVESTITIONEN UND ABSCHREIBUNGEN

Sie betreffen vorwiegend den Aufwand für Patente in Höhe von 2,9 Mio. € (Vorjahr: 2,9 Mio. €). Der genaue Wert dieser Patente lässt sich schwer beziffern, bei über 3.000 Einzelpatenten dürfte er aber einen hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag erreichen.

INVESTITIONEN GESTIEGEN

Unser niedriger Eigenfertigungsanteil führt dazu, dass der Bedarf an Sachinvestitionen relativ gering ist. Während wir üblicherweise vor allem in die Erhaltung bestehender Anlagen investieren, entfiel im Jahr 2011 ein großer Teil der Sachinvestitionen auf den Aufbau neuer Fertigungskapazitäten in China. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Investitionen um 49,6 % auf 43,0 Mio. €. Die Sachinvestitionen erhöhten sich um 2,5 Mio. € auf 13,6 Mio. €, während die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte deutlicher zunahmen (+ 78 % auf 9,8 Mio. €). Letztere entfielen auf den Erwerb von Lizenzen und Software, außerdem enthalten sie aktivierte Transaktionskosten für den neuen syndizierten Kredit (3,5 Mio. €). Bei Abschreibungen von 23,4 Mio. € (Vorjahr: 21,9 Mio. €) betrug die Investitionsdeckung 100 % (Vorjahr: 75,8 %).

LIQUIDITÄTSENTWICKLUNG

Der hohe operative Cashflow hat den größten Anteil daran, dass die flüssigen Mittel zum 31. Dezember 2011 um 46,3 Mio. € auf 298,6 Mio. € stiegen. Der FREE CASHFLOW, die flüssigen Mittel sowie unsere Kredit- und Avallinien dürften den Finanzierungsbedarf im Jahr 2012 problemlos abdecken. Die Zahlungsverpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen (Operating Lease) belaufen sich im Jahr 2012 auf 16,7 Mio. €. Die Fälligkeiten aus Finanzierungs-Leasingverträgen betragen 0,9 Mio. €, aus anderen finanziellen Verpflichtungen (zum Beispiel Einkaufskontrakte) werden 4,3 Mio. € fällig. Fälligkeiten aus Finanzverschuldung stehen 2012 nicht an.

2.44 INVESTITIONEN UND ABSCHREIBUNGEN

Mio. € 2011 2010 2009
Investitionen in Sachanlagen 13,6 11,1 11,8
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte 9,8 5,5 9,5
Investitionen in Finanzanlagen 19,6 12,1 7,0
Abschreibungen² 23,4 21,9 22,6

¹ Gemäß den IFRS weichen die Investitionen in dieser Übersicht von den Angaben in der Cashflow-Rechnung ab.
² Inklusive außerplanmäßiger Abschreibungen und Zuschreibungen
³ Der Kauf des Dürr-Campus (51,4 Mio.€) ist nicht enthalten.

2.45 LIQUIDITÄTSENTWICKLUNG

AUSSERBILANZIELLE FINANZIERUNGSINSTRUMENTE UND VERPFLICHTUNGEN REDUZIERT

Unsere außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente und Verpflichtungen umfassen Operating-Leasingverträge, Forderungsverkäufe und Verbindlichkeiten aus Dauerschuldverhältnissen. Ihr Volumen ist im Jahr 2011 stark zurückgegangen, da wir den Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen erworben haben und somit nicht mehr als Operating Lease ausweisen. Die künftigen Mindestzahlungen aus Operating-Leasingverträgen lagen am Bilanzstichtag bei 72,0 Mio. € und damit deutlich niedriger als vor Jahresfrist (121,1 Mio. €). Eine Aufstellung enthält TEXTZIFFER 39 im Anhang zum Konzernabschluss. Um die Mittelbindung zu senken, nehmen wir selektiv Forderungsverkäufe vor (Forfaitierung, Factoring, Negoziierung). Ende 2011 erreichte ihr Volumen 20,5 Mio. € (31. Dezember 2010: 25,1 Mio.). Die Verbindlichkeiten aus sonstigen Dauerschuldverhältnissen betrugen 9,7 Mio. € (31.12.2010: 9,9 Mio. €), darüber hinaus bestanden keine weiteren außerbilanziellen Verpflichtungen.

Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente verkürzen die Bilanzsumme und verbessern bestimmte Kapitalkennziffern. Ihr Umfang steht bei Dürr in einem angemessenen Verhältnis zum Geschäftsvolumen. Unsere mit Abstand größte außerbilanzielle Finanzierungsposition sind die Operating-Leasingverträge. Würden wir die vorhandenen außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente nicht nutzen, würde die Bilanzsumme um rund 3 bis 5 % wachsen und die Eigenkapitalquote um etwa einen Prozentpunkt sinken. Auch bei der Ergebniszusammensetzung gäbe es Veränderungen: Das EBIT würde ungefähr um den Betrag steigen, um den sich das Zinsergebnis verschlechtern würde. Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern hätte dies jedoch nicht. Die Verkehrswerte der geleasten Vermögensgegenstände dürften leicht unter den künftigen Mindestzahlungen liegen. Da wir keine jährlichen Gutachten anfertigen lassen, sind genauere Angaben zu den Verkehrswerten nicht zu treffen. Als Indiz kann jedoch der Campus-Erwerb herangezogen werden: Während die zukünftigen Mindestzahlungen für den Campus im Jahr 2010 mit 54,5 Mio. € angesetzt waren, haben wir den Standort im Jahr 2011 tatsächlich für 51,4 Mio. € übernommen. Die zum 31. Dezember 2011 in Anspruch genommenen Avale in Höhe von 432,1 Mio. € (31.12.2010: 262,2 Mio. €) umfassen im Wesentlichen Kreditgarantien und -bürgschaften, sie stellen keine außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente dar.

Forschung und Entwicklung

F&E-ZIELE

Forschung und Entwicklung (F&E) hat bei Dürr höchsten Stellenwert. Sie sichert unseren Technologievorsprung und damit die führenden Marktpositionen des Konzerns. Unsere F&E-Aktivitäten verfolgen zwei Hauptziele:

― Entwicklung effizienter Produktionstechnologien mit Alleinstellungsmerkmalen für Dürr,
― Entwicklung global einsetzbarer Produkte, die sich lokal an spezifische Anforderungen anpassen lassen.

F&E-KENNZAHLEN UND -MITARBEITER

Im Geschäftsjahr 2011 haben wir unsere F&E-Aktivitäten ausgebaut und die direkten F&E-Kosten um 14,4 % auf 29,5 Mio. € erhöht. Da der Umsatz überproportional um 52 % stieg, unterschritt die F&E-Quote mit 1,5 % allerdings den Wert des Vorjahres (2,0 %). Um unseren F&E-Aufwand angemessen zu beurteilen, sind neben der Position "Forschungs- und Entwicklungskosten" auch die Kosten für Entwicklungsleistungen im Rahmen von Kundenaufträgen zu berücksichtigen. Sie werden in den Umsatzkosten erfasst und übersteigen die direkten F&E-Kosten deutlich. Weitere 2,7 Mio. € (Vorjahr: 3,6 Mio. €) wurden als immaterielle Vermögenswerte aktiviert und sind daher ebenfalls nicht in den direkten F&E-Kosten enthalten. Den F&E-Aktivierungen stehen Abschreibungen in ähnlicher Höhe gegenüber. Weitere Informationen enthält TEXTZIFFER 11 im Anhang zum Konzernabschluss. Rund 70 % unserer F&E-Mittel fließen in die Entwicklung neuer Lösungen, während rund 30 % auf die Pflege und Modularisierung bestehender Produkte entfallen. Für die Steuerung der einzelnen F&E-Projekte sind in der Regel die jeweiligen Geschäftsbereiche zuständig. Deren F&E-Abteilungen arbeiten eng mit Vertrieb und Beschaffung zusammen. Dies stellt sicher, dass neue Produkte die Kundenanforderungen bestmöglich abdecken und dass die benötigten Lieferanten und Produktionsstrukturen vorhanden sind. Um die F&E-Aktivitäten der Geschäftsbereiche aufeinander abzustimmen, haben wir das koordinierende Konzernteam "R&D/Technology" ins Leben gerufen.

2.46 F&E-KENNZAHLEN

2011 2010 2009
F&E-Quote % 1,5 2,0 2,4
Paint and Assembly Systems % 0,9 1,3 1,5
Application Technology % 3,4 4,6 5,9
Measuring and Process Systems % 1,3 1,6 1,7
Clean Technology Systems % 1,2 0,9 1,3
Aktivierte F&E-Kosten Mio. € 2,7 3,1 2,5
Abschreibungen auf aktivierte F&E-Kosten Mio. € - 4,0 - 3,3 - 3,3
F&E-Mitarbeiter (31.12.) 180 162 157
F&E-Personalkosten Mio. € 15,2 13,3 k. A.

2.47 F&E-MITARBEITER

Konzern 2011
Paint and Assembly Systems 20
Application Technology 127
Measuring and Process Systems 32
Clean Technology Systems
Gesamt 180
in % der Gesamtmitarbeiterzahl 2,6
Paint and Assembly Systems % 0,8
Application Technology % 10,6
Measuring and Process Systems % 1,1
Clean Technology Systems % 0,5

Ende 2011 arbeiteten in den F&E-Abteilungen des Konzerns 180 Entwicklungsspezialisten an neuen Produkten und Weiterentwicklungen. Das entspricht 2,6 % unserer Gesamtbelegschaft (31.12.2010: 162/2,7 %). Hinzu kommen zahlreiche weitere Ingenieure und Techniker, die im Rahmen von Aufträgen an Entwicklungsprojekten für Kunden arbeiten. Am entwicklungsintensivsten ist das Hightech-Geschäft von Application Technology. Dort fließen 3,4 % des Umsatzes in F&E-Projekte, an denen 10,6 % der Belegschaft des Unternehmensbereichs direkt beteiligt sind. Im Jahr 2011 brachten wir 42 Neuentwicklungen zur Marktreife, die auf 49 Messen und Fachkonferenzen präsentiert wurden. Unser Bestand an Patentfamilien wuchs um 18 Neuanmeldungen auf 598 (Vorjahr 580) Patentfamilien. Die meisten Patente und Patentfamilien wurden für den Unternehmensbereich Application Technology angemeldet, gefolgt von Paint and Assembly Systems. Zum elften Mal haben wir den Heinz Dürr Innovation Award an Mitarbeiterteams verliehen, die außergewöhnliche Innovationen hervorbrachten, seien es Produktentwicklungen oder Prozessverbesserungen. Unsere Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen erstreckt sich inzwischen auf rund 50 Institute und Hochschulen im Inland sowie knapp 20 weitere im Ausland. Besonders enge Kontakte bestehen zu den Universitäten Darmstadt und Stuttgart sowie zu mehreren Fraunhofer-Instituten in Deutschland. Über die Kooperationsthemen wahren wir aus Wettbewerbsgründen Stillschweigen. Im Geschäftsjahr 2011 wendeten wir 3,8 Mio. € für den Zukauf von Forschungsdienstleistungen auf (Vorjahr: 2,8 Mio. €). Die öffentliche Hand gewährte uns Forschungsmittel in Höhe von 0,7 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. €).

F&E-AUSRICHTUNG

Die Ausrichtung unserer F&E-Aktivitäten hängt stark von den Produktentwicklungen und Strategien der Automobilindustrie ab. Die folgende Übersicht zeigt unsere derzeit wichtigsten Innovationsfelder.

― Stückkostenoptimierung: Die Reduzierung der Produktionskosten pro Auto spielt bei fast allen Investitionen unserer Kunden eine wichtige Rolle. Daher entwickeln wir gezielt Total-Cost-Konzepte, die neben den Investitionskosten auch die Material-, Energie-, Wartungs- und Personalkosten senken.
― Flexibilisierung: Die Automobilhersteller erweitern ihre Fahrzeugpalette zusehends. Durch die wachsende Modell- und Variantenvielfalt steigt der Bedarf an flexiblen Produktionsanlagen.
― Produktionstechnik für die Emerging Markets: Auch das technische Ausstattungsspektrum der eingesetzten Produktionsanlagen wird breiter.# F&E-ERGEBNISSE

Paint and Final Assembly Systems

Unter dem Stichwort Eco⊕Paintshop arbeiten wir daran, den Energie- und Materialverbrauch sowie die Emissionen unserer Lackierereien weiter zu senken. Im Geschäftsjahr 2011 entwickelten wir ein Konzept zur solarthermischen Beheizung der TROCKNER, in denen der Lack nach dem Auftrag gehärtet wird. An sonnenreichen Standorten lassen sich mithilfe von Solarkollektoren pro Jahr rund 5.700 Megawattstunden Energie erzeugen. Das entspricht etwa 30 % der Wärme, die in einer Lackiererei mit einer Jahresproduktion von 200.000 Einheiten für die Karosserietrocknung nötig ist. Pro Jahr lässt sich der CO2 -Ausstoß um über 1.000 Tonnen senken. Ein weiterer Vorteil: Da die Solarkollektoren die Sonnenwärme aufnehmen, heizt sich die Lackiererei nicht so stark auf - entsprechend weniger Energie muss der Betreiber für die Kühlung aufwenden.

Aircraft and Technology Systems

Für die Flugzeugmontage haben wir den Flügeltransportwagen EcoMove zur Marktreife gebracht. Das System kann Bauteile von bis zu 35 Metern Länge vollautomatisch und flexibel bewegen - auch bei engen Kurvenführungen. Die zwei Verfahrwagen, auf denen der Flügel gelagert ist, werden zwar unabhängig voneinander angetrieben, bewegen sich aber absolut synchron. Dafür sorgt ein besonderes Steuerungskonzept in Verbindung mit einem optischen Linienführungssystem. Die sensiblen Bauteile werden schwimmend gelagert, um den Einfluss äußerer Kräfte, zum Beispiel Erschütterungen, auf ein Minimum zu reduzieren. Eine weitere Produktneuheit in der Flugzeugmontage ist das System EcoInspect, mit dem sich Flugzeug-Rumpfschalen erstmals vollautomatisch vermessen lassen. Mithilfe eines Roboters und einer speziellen Schnittstelle zwischen Messsystem und Steuerung arbeitet EcoInspect berührungslos und hochpräzise. Die ermittelten Daten gibt das System an die nachfolgende Montagestation weiter, wo die einzelnen Bauteile passgenau zusammengefügt werden. Neben der hohen Datenqualität profitieren unsere Kunden auch davon, dass EcoInspect für seine Messungen bis zu 75 % weniger Zeit benötigt als vergleichbare Systeme.

Application Technology

Im Hightech-Segment Application Technology haben wir die Zerstäuber-Produktlinie EcoBell3 weiterentwickelt und zusätzliche Komponenten präsentiert. Ein neuer Bestandteil der EcoBell3-Produktfamilie ist zum Beispiel der BellCleaner, der den Zerstäuber nach dem Einsatz reinigt. Auch in der Lackierrobotertechnik stellten wir eine wichtige Innovation vor: Bei unserem neuartigen Flexible-Column-Konzept wird der Lackierroboter nicht mehr auf einer horizontalen Verfahrschiene installiert, sondern von einer Säule an der Kabinenwand getragen. Das spart Kosten, Gewicht und Einzelteile und vereinfacht das Handling beim Kunden. Der neue Robotertyp wird mit einem verbesserten Arm ausgestattet, der einfacher zu fertigen ist und universell für alle Applikationsprozesse eingesetzt werden kann. Eine weitere Optimierung für den Betrieb unserer Lackier- und SEALING-Roboter ist die neue Schaltschrankgeneration EcoRCMP. Durch ein stark vereinfachtes Design besteht sie aus deutlich weniger Einzelteilen. Der Betrieb der Robotermotoren wird durch stärkere Leistungsteile und leistungsfähigere Steuerungen optimiert. Die neuen Schaltschränke werden nicht durch Klimageräte gekühlt, sondern mit einfachen Lüftern, was sowohl den Energiebedarf als auch den Wartungsaufwand erheblich senkt.

Balancing and Assembly Products

In der AUSWUCHTTECHNIK haben wir im Jahr 2011 zahlreiche neue Produkte auf den Markt gebracht. Alle sieben Exponate, die wir im September auf der Fachmesse EMO in Hannover vorstellten, waren Weltneuheiten. Speziell für das Auswuchten von Schneidwerkzeugen wurde das Auswuchtsystem ToolDyne entwickelt. Es trägt zur Kostensenkung und Qualitätssicherung in der Hochgeschwindigkeitsbearbeitung von Metallen und Kunststoffen bei. Je präziser die Werkzeuge ausgewuchtet werden, desto besser ist die Oberflächenqualität der bearbeiteten Teile. Eine weitere wichtige Innovation ist die Pasio 15, die unsere gleichnamige Maschinenreihe vervollständigt. Mit den in den vergangenen drei Jahren entwickelten Pasio-Maschinen erzielen wir bereits 35 % des Umsatzes im gesamten Universalmaschinen-Geschäft. Erfolgsfaktoren von Pasio sind die Qualität der neuen Messgerätegeneration CAB 920, das moderne und ergonomische Design sowie das attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis. Neben anspruchsvollen High-End-Fahrzeugprüfsystemen entwickeln wir gezielt technisch angepasste Anlagen für die Emerging Markets. Ein Beispiel ist der kostengünstige Allround-Rollenprüfstand Ultimo-R4, der sich für einfache Fahrzeuge eignet, wie sie beispielsweise in Indien und Südostasien gefertigt werden. Der Ultimo-R4 wurde in Deutschland und Indien entwickelt und bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Prüffunktionen in einem Produkt: von Getriebe- und Tachometertests bis hin zu Beschleunigungs- und Bremstests. In der BEFÜLLTECHNIK haben wir mit dem Institut für Luft- und Kältetechnik in Dresden einen ressourcenschonenden Prozess für das Recycling von Kompressoröl entwickelt. Er kommt in Nacharbeitszonen der Fahrzeugendmontage zum Einsatz, wenn bereits abgefülltes Kältemittel aus der Klimaanlage des Autos gesaugt werden muss. Da sich das Kompressoröl, das zur Schmierung der Klimaanlage dient, mit dem Kältemittel vermischt hat, muss diese Emulsion wieder getrennt werden. Bisher erfolgten die Ölabscheidung und die Rückführung in den Klimakreislauf manuell und mit erheblichen Qualitätsverlusten, da das Kompressoröl einem schädlichen Kontakt mit Luft ausgesetzt war. Unser neues System leitet das separierte Kompressoröl dagegen ohne Luftkontakt zurück in das Klimasystem. Das reduziert Kosten und Verbrauch und erhöht die Prozesssicherheit.

Cleaning and Filtration Systems

Für unsere erfolgreiche Roboter-Reinigungsanlage EcoCFlex haben wir eine neue Lösung zur Vorreinigung von Werkstücken entwickelt. Das System IFW Knife ist eine Weiterentwicklung unseres erprobten Injektions-Flutwaschprozesses. Es benötigt 30 % weniger Energie als andere Vorreinigungsprozesse und verzehnfacht die Reinigungswirkung, da das Werkstück lückenlos mit dem Reinigungsmedium beaufschlagt wird. Die Abkürzung IFW steht für Injektionsflutwaschen; der Begriff "Knife" bezieht sich darauf, dass das Reinigungsmedium - anders als bisher - entlang der gesamten länglichen Düse ausströmt. Dadurch wird das Werkstück besonders gleichmäßig gereinigt. Unsere EcoCBase-Serie - die Dürr-Einstiegsbaureihe in der REINIGUNGSTECHNIK - haben wir mit der neuen Version EcoCBase W3 komplettiert. Sie arbeitet mit wässrigen Reinigungsmedien und ist äußerst energieeffizient: Für die Trocknung der gereinigten Werkstücke benötigt die EcoCBase W3 bis zu 50 % weniger Energie als vergleichbare Anlagen.

Environmental and Energy Systems

Für die Abluftreinigung in Lackierereien haben wir den Anlagentyp Ecopure KPR so optimiert, dass er sich ideal mit unseren EcoDryScrubber-Lackierkabinen kombinieren lässt. Im Prozess strömt aufkonzentrierte Abluft aus der Lackierkabine in die Ecopure KPR, wird dort weiter aufkonzentriert und danach gereinigt. Da sich die Abluftmenge durch die doppelte Aufkonzentrierung stark reduziert, konnten wir die Ecopure KPR äußerst kompakt gestalten. Für unsere Kunden bedeutet das geringere Investitionskosten sowie rund 80 % weniger Energieverbrauch. Einen weiteren F&E-Schwerpunkt bildete die Weiterentwicklung der Organic-Rankine-Cycle-Technologie (ORC). In ORC-Modulen lässt sich Abwärme durch einen Verdampfungsprozess zur Stromerzeugung nutzen. Nach dem Erwerb von 50 % des ORC-Spezialisten Cyplan (Mai 2011) haben wir eine 70-Kilowatt-ORC-Anlage für unser Technologiezentrum in Bietigheim-Bissingen konzipiert. Das System bezieht Abwärme von einer Abluftreinigungsanlage des Typs EcoPure TAR und kann in einem breiten Temperatur- und Leistungsbereich betrieben werden. Ein ORC-Thema, mit dem wir uns intensiv beschäftigen, ist die Direktverdampfungs-Technologie.# DÜRR AG

EMPLOYEE

As of December 31, 2011, the Dürr Group employed 6,823 people, representing a 15.4% increase compared to the previous year (December 31, 2010: 5,915). The primary reason for this growth was the substantial increase in business volume, which necessitated additional capacity. Furthermore, 116 employees were added through the initial consolidation of the filling technology specialist Agramkow. On a comparable basis, excluding Agramkow, the number of employees increased by 13.4%, which is significantly less than the increase in revenue. One reason for this is our continued focus on maximizing flexibility through the use of external personnel. Over half of the new positions were created in emerging markets. At the end of 2011, 2,105 employees, or 30.9% of the Group's workforce, were employed there (December 31, 2010: 1,613/27.3%). Compared to the previous year's reporting date, the workforce in emerging markets grew by 30.5%, which is twice the rate of growth in the Group as a whole. In China, 1,006 people were employed, representing almost half of the employees in emerging markets and nearly 15% of the Group's workforce (China December 31, 2010: 713/12%). Including external employees (temporary staff) employed at the end of the year, the workforce in China totaled 1,344 employees. At our German locations, 3,128 employees were working at the end of 2011. Here too, we created new positions: compared to December 31, 2010, there was an increase of 197 employees, a rise of 6.7%. Further information on the distribution of our workforce can be found in graphics 2.48 and 2.49.

2.48 EMPLOYEES BY DIVISION (DECEMBER 31)

2.49 EMPLOYEES BY REGION (DECEMBER 31)

FURTHER TRAINING AND PERSONNEL DEVELOPMENT

In fiscal year 2011, we further expanded our training offerings for our employees to provide them with the best possible support in their tasks. A total of 933 group and individual training sessions were held, which is 24% more than in the previous year. The number of participants also continued to rise: from 5,062 in the previous year to 5,215 now. We increased the training budget per employee from approximately €450 to about €500. Training sessions addressing the increasing internationality of our business, such as intercultural teamwork and language courses, were particularly in demand. Method training and specialized training, for example in the use of special software, were also highly sought after. The interdisciplinary lecture series "Dürr College," which we newly introduced, was met with great interest. In this series, employees present their work results – from sustainable coating to core technology and investor relations – allowing participants to "look beyond their own nose." Cross-functional topics such as work management, health care, and compliance are also covered in "Dürr College." With the Dürr Project Management Training, we have redeveloped one of our most important training programs; topics include decision-making and communication strategies for project managers, as well as the standard tools of our Group-wide project management processes. When selecting trainers, we encourage experienced specialists to pass on their knowledge to colleagues. This ensures a high degree of practical relevance, promotes knowledge transfer, and saves costs. Employees who volunteer as trainers receive basic didactic training beforehand and can become certified as Dürr subject matter trainers. We have expanded our offerings for management development. The range of specialized and personal development training has been harmonized internationally. Based on 40 individual discussions with Dürr managers from around the world, we have adapted the proven Dürr Management Competency Model to international requirements. With a view to developing future managers, Dürr is offering a trainee program in the ENGINEERING field for the first time.

PERSONNEL AND UNIVERSITY MARKETING

Despite the high demand for qualified employees, especially in the engineering sector, we were able to fill most of the advertised positions. This is partly due to Dürr's strong reputation, and partly because we increased our investments in personnel marketing and expanded our public relations efforts. Our new slogan "Move the World of Technology" encapsulates what work at Dürr entails: internationality, innovative technology, and the opportunity to make a difference right at the beginning of one's career. Both the career pages on WWW.DURR.DE and our print information for job seekers have been given a new design. We intensified our contact with universities, including participating in 16 career fairs. Young employees and applicants increasingly emphasize the topic of work-life balance. We are responding to this with appropriate offerings: from programs for health care, sports, and stress management, to flexible working hours, as well as holiday care and places in daycare centers for employees' children. Other components that promote our image as an attractive employer include above-average social benefits and international career opportunities. In addition, there is attractive remuneration, which also includes a share in the company's success. For fiscal year 2011, every full-time employee in Germany paid according to collective agreements will receive a profit-sharing bonus of €1,500. Employees paid above collective agreements will receive a performance-related bonus, which depends not only on the achievement of individual goals but also on the Group's results.

APPRENTICESHIP

In 2011, 78 young people at Dürr received vocational training as industrial clerks, industrial mechanics, mechatronics technicians, or technical draftsmen. 52 students from cooperative education universities (DH) completed their practical phases with us in the fields of process automation, mechatronics, mechanical engineering, electrical engineering, industrial engineering, or business administration. A special feature of the DH studies at Dürr: every student spends three to five months at an international location to experience the internationality of our business. In line with our long-term personnel planning, we strive to offer permanent employment to as many apprentices and DH students as possible after the completion of their training. We supported 54 students in writing their bachelor's and master's theses and employed 35 working students, either regularly or on a project basis. 120 interns took the opportunity to gain practical experience in mechanical and plant engineering with us. 13 of them came to Dürr in Germany from abroad, and another twelve completed their internships at international locations such as Shanghai (China), Plymouth (USA), or Querétaro (Mexico).

PROCUREMENT

Primarily due to the high order intake, the procurement volume grew in fiscal year 2011 to €942.8 million, accounting for 49.1% of revenue (previous year: €558.8 million/44.3%). An important factor for the increase was that, for capacity reasons, we outsourced more work to external service providers, for example in design and manufacturing. In addition to manufacturing services, we primarily procure finished and semi-finished products from our suppliers; we only require unprocessed raw materials to a small extent. Raw material markets showed mixed trends over the course of the year: steel prices were at a high level in the second and third quarters but fell again towards the end of the year. For the year as a whole, they remained stable in Europe compared to 2010, while they rose slightly in China. Procurement costs for stainless steel fell in the second half of the year to below the 2010 level, after having risen in the first half. The copper price was at a long-term high until the third quarter but then declined slightly. In conjunction with the high utilization of many suppliers, the high level of raw material prices led to significant cost increases, both for mechanical manufactured parts and assemblies, as well as for cables and electrical components. However, we were able to mitigate the impact on our procurement costs through a number of measures. These include framework agreements with preferred suppliers and the international bundling of requirements, which led to savings in project execution. We achieved further cost advantages through our Total Cost and Risk Consideration system. Under this system, for international system orders, the country subsidiary that performs best in terms of overall cost consideration receives the procurement award for a specific product group. Product standardization had a particularly positive effect, as it enables volume effects through the use of standard parts. In addition, we formed interdisciplinary teams from purchasing and engineering to reduce procurement costs for selected products through technical optimization.# Einkaufsstrategie und Nachhaltigkeit

Nach dem Markteinbruch von 2008/2009 konnten viele Lieferanten ihre Kapazitäten nicht schnell genug wieder aufbauen. Dies führte teilweise zu verlängerten Lieferzeiten. Um unsere Projekttermine dennoch halten zu können, haben wir die Lagerhaltung von kritischen Teilen erhöht, Dispositionen beschleunigt und – vor allem in China – zusätzliche Lieferanten aufgebaut. Außerdem haben wir größten Wert auf die Einhaltung von Terminen und eine enge Abstimmung mit den Zulieferern gelegt. Mithilfe dieser Maßnahmen gelang es uns auch, Lieferengpässe infolge der Erdbebenkatastrophe in Japan zu vermeiden. Um das hohe Projektvolumen in China zu bewältigen, haben wir die lokalen Einkaufsabteilungen vergrößert und durch Experten aus Deutschland unterstützt. Im Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems tauschten sich die Einkaufsverantwortlichen in wöchentlichen Telefonkonferenzen über alle großen Beschaffungen und Systemprojekte in China aus. In Schanghai steht uns seit Februar 2012 eine neue Fertigung zur Verfügung, die unsere Produktionskapazität im Anlagenbau verdreifacht. Mit der Einführung eines konzernweiten Supplier-Relationship-Management-Systems haben wir unsere Beschaffungsinfrastruktur weiter verbessert. Das System vereinfacht die Registrierung und Bewertung von Lieferanten sowie die Verwaltung aller lieferantenbezogener Daten auf konzernweit einheitlicher Basis. Für die weltweite Einkaufssteuerung ist das Global Sourcing Board zuständig, in dem die Einkaufsleiter der Geschäftsbereiche vertreten sind. Im Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems prüft das international besetzte Global Sourcing Committee Pooling-Möglichkeiten und genehmigt große Vergaben und Rahmenverträge. Auch die Einkaufsabteilungen der drei Maschinenbau-Geschäftsbereiche (Application Technology, Balancing and Assembly Products, Cleaning and Filtration Systems) arbeiten bei der Beschaffung wichtiger Warengruppen eng zusammen. Strategische und operative Unterstützung erhalten unsere Konzerngesellschaften bei Bedarf durch das Team Coordination International Purchasing aus Bietigheim-Bissingen.

Nachhaltigkeit

Nach unserer Überzeugung muss wirtschaftliches Handeln stets mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit in Einklang stehen. Diesen Anspruch stellen wir sowohl an uns selbst als auch an unsere Geschäftspartner. Unter Nachhaltigkeit verstehen wir einen fairen, respektvollen und weitblickenden Umgang mit allen Stakeholdern des Unternehmens – von unseren Mitarbeitern über Kunden und Lieferanten bis hin zu Investoren, Medien und gesellschaftlichen Gruppen, die mit uns in Kontakt stehen. Darüber hinaus bedeutet Nachhaltigkeit, dass wir unsere Verantwortung für Umwelt und Ressourcenschutz aktiv wahrnehmen.

DÜRR-VERHALTENSKODEX VERÖFFENTLICHT

Im Jahr 2011 haben wir unsere Leitlinien für nachhaltiges Handeln erstmals in einem umfassenden Dürr-Verhaltenskodex zusammengefasst. Der Dürr-Kodex, der unter WWW.DURR.DE/UNTERNEHMEN/NACHHALTIGKEIT eingesehen werden kann, hilft unseren Mitarbeitern, im Geschäftsalltag rechtlich und ethisch einwandfrei zu handeln. Konkrete Themen sind zum Beispiel der Umgang mit Geschenken und Einladungen, mit fremdem Eigentum oder mit vertraulichen Daten. Ferner unterstreicht der Kodex das Legalitätsprinzip und ächtet gesetzeswidrige Geschäftspraktiken wie beispielsweise Korruption. Ein großer Teil des Kodex ist Themen wie zwischenmenschlichem Respekt sowie fairen Arbeits- und Lieferantenbeziehungen gewidmet. Für unsere Lieferanten haben wir die relevanten Passagen des Dürr-Verhaltenskodex in einem eigenen Regelwerk zusammengefasst. Dieser Dürr-Lieferantenkodex kann auf WWW.DURR.DE/UNTERNEHMEN in den Bereichen "Einkauf" und "Nachhaltigkeit" eingesehen werden. Im Zuge der Kodexeinführung haben wir unsere Compliance-Organisation weiter ausgebaut und die Belegschaft ausführlich informiert:

  • Das Compliance-Management-System wurde in einer konzernweit gültigen Organisationsanweisung definiert.
  • Das zentrale Gremium des Compliance-Management-Systems ist das Compliance Board. Es besteht aus dem Compliance Officer des Konzerns, dem Leiter der internen Revision sowie weiteren Führungskräften der Dürr AG und der Geschäftsbereiche. Das Gremium prüft regelmäßig, ob Anhaltspunkte für Compliance-Verstöße bestehen und wie das Compliance-Regelwerk weiterentwickelt werden kann.
  • Der Compliance Officer nimmt mögliche Compliance-Verstöße entgegen, analysiert sie bei begründetem Verdacht und berichtet an das Compliance Board. Er steht allen Mitarbeitern für Fragen zur Verfügung – sei es persönlich, telefonisch oder via E-Mail.
  • Für jeden Compliance-Risikobereich haben wir so genannte Paten benannt. Sie fungieren in ihrem Bereich als Ansprechpartner, sammeln Informationen und geben Impulse für die Anpassung der Risikosteuerung und des Compliance-Management-Systems. Dabei stimmen sie sich mit dem Compliance Officer ab.
  • Der Dürr-Verhaltenskodex wurde allen Mitarbeitern in ihrer Landessprache zur Verfügung gestellt. Nach seiner Veröffentlichung haben wir in allen Konzerngesellschaften ein breit angelegtes Schulungsprogramm gestartet.
  • In der internen Kommunikation bildeten die Einführung des Verhaltenskodex und die Sensibilisierung für Compliance-Themen einen Schwerpunkt. Auch im konzernweiten Intranet können sich Mitarbeiter darüber informieren.

2.50 KENNZAHLEN SOZIALES (KONZERN)

2011 2010 2009
Anzahl Arbeitnehmer (31.12.) 6.823 5.915 5.712
davon Auszubildende und Studenten der Dualen Hochschule (31.12) 130 129 117
Anteil weiblicher Mitarbeiter (31.12.)(%) 17 17 17
Teilzeitarbeitnehmer (31.12.) 170 166 165
Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit (Jahre) 11 12 12
Krankenquote (%) 2,1 2,5 2,5
Fluktuation (%) 6,0 6,7 7,7
Anzahl Unfälle pro Tsd. Mitarbeiter (Deutschland) 14,4 10,2 8,8

MITARBEITER

Als Engineering-Konzern lebt Dürr von der Qualifikation und dem Engagement seiner Mitarbeiter. Daher verstehen wir es als zentrale Unternehmensaufgabe, jeden Einzelnen bestmöglich auf seine Aufgaben vorzubereiten. Zu diesem Zweck haben wir ein umfassendes Weiterbildungsangebot entwickelt, das sowohl auf den Ausbau der Fachkompetenz als auch die Persönlichkeitsentwicklung abzielt. Nähere Informationen dazu finden Sie im Kapitel MITARBEITER. Unsere Mitarbeiter wissen oft selbst am besten, was wichtig für ihre Tätigkeit und Arbeitszufriedenheit ist. Daher legen wir großen Wert auf ihr Feedback. Ein wichtiges Instrument dafür sind die breit angelegten Online-Mitarbeiterbefragungen, die wir mithilfe eines externen Dienstleisters regelmäßig durchführen. Die jüngste Befragung, die im Frühjahr 2011 an allen deutschen Standorten durchgeführt wurde, hat die erfreulichen Ergebnisse der Vorgängeranalyse (2008) weitgehend bestätigt: Besonders gute Noten – auch im Vergleich mit anderen Unternehmen der Branche – vergaben die Dürr-Mitarbeiter beim Kriterium "Sichtbarkeit der eigenen Arbeitsergebnisse"; folglich fällt auch die Identifikation mit unseren Produkten sehr hoch aus. Dass Teamwork bei Dürr großgeschrieben wird, zeigen die guten Noten im Themenbereich "Kollegen". Auch Vorgesetzte, Management und Firmenkultur werden besser bewertet als in anderen Metall- und Elektrounternehmen. Entsprechend hoch sind die Loyalität zum Unternehmen und die Bereitschaft, Dürr als Arbeitgeber weiterzuempfehlen. Auch die Gesamtzufriedenheit wurde klar positiv bewertet, wenngleich sie infolge der Unsicherheiten des Krisenjahres 2009 geringfügig zurückging. Unser Ziel ist es, diese Entwicklung im Fahrwasser der guten Auftrags- und Auslastungssituation wieder umzukehren. Dafür haben wir diverse Verbesserungsmaßnahmen auf den Weg gebracht, zum Beispiel die Einstellung zusätzlicher Mitarbeiter, attraktive Erfolgsbeteiligungen oder bauliche Verbesserungen an den Standorten. Die nächste Mitarbeiterbefragung steht im Jahr 2013 an, dann werden wir erstmals alle Standorte weltweit einbeziehen. Auch klassische Belegschaftskennzahlen, wie sie Tabelle 2.50 enthält, sprechen für eine hohe Zufriedenheit und Loyalität unserer Mitarbeiter: Mit 15 Jahren ist die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit an unseren deutschen Standorten außerordentlich hoch. Die Fluktuation, also der Anteil der Austritte an der Gesamtbelegschaft, bewegt sich auf niedrigem Niveau: Im Jahr 2011 waren es in Deutschland 4,7 % und weltweit 6,0 % (Vorjahr: 5,7 % und 6,7 %). In China ist die Fluktuationsquote mit 7,1 % zwar höher, wir schneiden aber erheblich besser ab als der Durchschnitt der Industrieunternehmen im Großraum Schanghai (rund 17 %). Die Krankenquote betrug in Deutschland 3,0 % (Vorjahr: 3,2 %); im Gesamtkonzern sank sie auf 2,1 % (Vorjahr: 2,5 %). Um auch zukünftig qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen, arbeiten wir permanent an unserer Qualität als Arbeitgeber. Dies wird anerkannt: Im Wettbewerb des Beratungsunternehmens CRF-Institute erhielten wir den Titel "Top-Arbeitgeber Automotive 2010/2011". Beurteilt wurden Kriterien wie Innovationsmanagement, Vergütung, Karrierechancen und Work-Life-Balance. Im Finale des Wettbewerbs belegten wir Platz fünf unter 25 Unternehmen. Im Wettbewerb "Die 100 beliebtesten Unternehmen Deutschlands" des Employer-Branding-Spezialisten Universum stehen wir auf der Auswahlliste. Zudem erhielt unsere Trainee-Ausbildung das Qualitätssiegel "Ausgezeichnetes Traineeprogramm", das die Süddeutsche Zeitung und das Institut für Personalwirtschaft der Ludwig-Maximilian-Universität München gemeinsam vergeben. Seit dem Jahr 2011 beteiligen wir uns an der Initiative "Fair Company". Das bedeutet: Nur Schüler und Studenten werden bei uns als Praktikanten beschäftigt, fertig ausgebildete Hochschulabsolventen erhalten hingegen feste Stellen und eine entsprechende Vergütung.

UMWELT UND STANDORTE

Verglichen mit anderen Industrieunternehmen ähnlicher Größe hinterlassen unsere Aktivitäten einen geringen "ökologischen Fußabdruck". Emissionen und Abfallaufkommen sowie der Energie- und Wasserverbrauch unserer Standorte sind relativ gering.# KENNZAHLEN ÖKOLOGIE

Dies ist eine Folge der niedrigen FERTIGUNGSTIEFE, die wir als Engineering-Konzern aufweisen, sowie der eingesetzten Fertigungstechnologien. Gefahrstoffe werden nur in geringem Maße eingesetzt; 41 % unserer Standorte sind nach der Umweltmanagementnorm ISO 14001 zertifiziert. Tabelle 2.51 zeigt einen moderaten Anstieg unserer Verbrauchswerte gegenüber dem Jahr 2010. Dies ist auf das stark gestiegene Geschäftsvolumen und die gewachsene Belegschaft zurückzuführen. Allerdings erhöhten sich die Verbräuche und Emissionen deutlich unterproportional zum Umsatz.

2.51 KENNZAHLEN ÖKOLOGIE

2011 2010 2009¹
Anzahl Standorte 49 48 46
davon mit Qualitätsmanagementzertifikat nach ISO 9001 39 38 39
davon mit Umweltzertifikat nach ISO 14001 20 17 19
Verbrauch Strom (MWh) 28.833 28.110 34.772
Gas/Öl/Fernwärme (MWh) 42.025 41.685 47.606
Wasser (m³) 92.636 76.876 84.618
Abwasseraufkommen (m³) 90.705 68.204 84.556
Abfall (t) 3.509 2.893 2.998
davon wiederverwertet (t) 2.716 2.208 1.871
Emissionen CO2 (t) 30.675 30.075 34.436
davon auf Dürr-Fuhrpark entfallend (t) 3.495 3.420 3.375
SO2 (t) 15 15 21
NOx (t) 25 24 28

¹ Die Verbrauchs- und Emissionswerte für 2010 und 2009 wurden aufgrund genauerer Erfassungen teilweise angepasst.

2.52 DÜRR-LACKIEREREIEN: ENERGIEVERBRAUCH PRO LACKIERTE KAROSSERIE

Bei Neubauten und Gebäudemodernisierungen setzen wir auf eine energiesparende Bauweise. Das Paradebeispiel ist der im Jahr 2009 bezogene Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen. Dort kombiniert das nachhaltige Bau- und Betriebskonzept "Campus Energy 21" unterschiedliche Verfahren: von Tiefengeothermie, Erdwärmetausch, Blockheizkraftwerk und Fotovoltaik bis hin zu Betonkernaktivierung, sensorgesteuerter Beleuchtung und Fassadendämmung. Im Vergleich zu einer konventionellen Energieversorgung sparen wir damit pro Jahr rund 40 % ein. Auch unsere beiden neuen Standorte in Schanghai werden energetisch besser abschneiden als ihre Vorgänger. Seit dem Jahr 2008 beteiligt sich Dürr regelmäßig am internationalen Carbon Disclosure Project (WWW.CDPROJECT.NET). In dieser Datenbank für Investoren legen börsennotierte Unternehmen Verbrauchswerte und Emissionen offen, berichten über Produkte, die einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, und informieren über damit verbundene Geschäftschancen.

VERBRAUCHSOPTIMIERTE PRODUKTE: LEADING IN PRODUCTION EFFICIENCY

Die Produktionsprozesse unserer Kunden erfordern einen hohen Einsatz an Energie, Ressourcen und Rohstoffen. Im Rahmen unseres Eco⊕Efficiency-Systems arbeiten wir konsequent daran, die Verbrauchseffizienz unserer Maschinen und Anlagen zu verbessern. Zum Beispiel in der Automobillackierung: Vor dem Jahr 2008 waren zwischen 1,2 und 1,5 Megawattstunden Energie nötig, um eine Karosserie zu lackieren. Bis zum Jahr 2010 konnten wir diesen Wert durch verschiedene Innovationsschritte auf rund 0,8 Megawattstunden senken. Aktuell bauen wir für die BMW Group in Shenyang (China) einen optimierten Eco⊕Paintshop, der nur noch 0,5 Megawattstunden pro Karosserie verbrauchen soll. Mithilfe weiterer Optimierungsmaßnahmen wollen wir auch diesen Wert künftig unterschreiten. Im Mittelpunkt unseres Eco⊕Paintshop-Konzepts steht das Lackierkabinensystem EcoDryScrubber. Damit lässt sich der Energiebedarf in den Spritzkabinen - und damit auch der CO2 -Ausstoß - um mehr als 50 % senken. Seit seiner Markteinführung haben wir für den EcoDryScrubber fünf namhafte Umwelt- und Innovationspreise gewonnen. Zuletzt zeichnete uns die BMW Group, die den EcoDryScrubber als erster Automobilhersteller einsetzte, mit ihrem Supplier Innovation Award in der Kategorie "Sustainability" aus. Weitere Beispiele dafür, wie wir Innovation und Verbrauchsoptimierung verbinden, finden Sie im Kapitel FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG. Seit den 1970er-Jahren kamen Produkte unseres Befülltechnikspezialisten Agramkow Fluid Systems in über 100 Ländern bei Umweltschutzprojekten von Weltbank und UNIDO zum Einsatz. Sie helfen, gebrauchte Kältemittel umweltverträglich zu entsorgen, und tragen damit zum Schutz der Ozonschicht im Sinne des Montreal-Protokolls bei. Auch langfristig betrachten wir die Verbesserung der Energieeffizienz als einen der wichtigsten Trends in der industriellen Produktion. Daher bauen wir - über unser aktuelles Kerngeschäft hinaus - neue Aktivitäten in diesem Sektor auf. Der dafür gegründete Unternehmensbereich Clean Technology Systems hat mit dem Organic-Rankine-Cycle-Verfahren, das Strom aus Abwärme gewinnt, bereits eine wegweisende Technologieakquisition getätigt. Auch weiterhin werden wir unser Verfahrensspektrum in der Energieeffizienztechnik ausbauen; ausführliche Informationen finden Sie im Kapitel STRATEGIE.

GESELLSCHAFTLICHES ENGAGEMENT

Im Jahr 2011 haben wir in Deutschland 406 Tsd. € (2010: 344 Tsd. €) gespendet. Bei unserem gesellschaftlichen Engagement stehen zwei Bereiche im Vordergrund: die Bildungsförderung einerseits und lokale gesellschaftliche Projekte andererseits. Unsere Bildungsförderung erstreckt sich über verschiedene Abschnitte des Bildungs- und Ausbildungswegs: Im frühkindlichen Bereich engagieren wir uns gemeinsam mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung - und mithilfe von Mitarbeiterspenden - als Kooperationspartner einer Kindertagesstätte in Bietigheim-Bissingen. Auch mit diversen Schulen bestehen Kooperationsverträge; unter anderem bieten wir Praktikantenstellen, Ausbildungsberatungen und Bewerbertrainings. Ferner fördern wir die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch sowie die START-Stiftung, die sich dafür einsetzt, dass Schüler mit Migrationshintergrund eine höhere Schulbildung absolvieren können. Schon seit vielen Jahren spenden Unternehmen und Mitarbeiter von Dürr regelmäßig an eine Stuttgarter Schule für Kinder mit geistiger Behinderung. Im akademischen Bereich unterstützen wir die Initiative Deutschlandstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Mehrere Dürr-Mitarbeiter geben ihr Fachwissen als Lehrbeauftragte an den akademischen Nachwuchs weiter. Darüber hinaus fördern wir verschiedene Einrichtungen und Hochschulen durch Spenden; dazu zählen der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft sowie die Universitäten Darmstadt und Mannheim. Auch unsere ausländischen Konzerngesellschaften helfen Schülern und Studierenden. Zum Beispiel stiftet Dürr India Preise für hervorragende Studienleistungen und förderte im Jahr 2011 ein Austauschprogramm zum Thema Kinder- und Jugendrechte. In China unterstützen wir die Schanghaier Tongji-Universität und kooperieren mit mehreren Berufsschulen. Auch auf lokaler Ebene fördern wir diverse Projekte. Als größter Arbeitgeber Bietigheim-Bissingens fühlen wir uns dem gesellschaftlichen Leben in der Stadt in besonderer Weise verpflichtet. Wir unterstützen Musik- und Kulturfestivals, die Jugendarbeit lokaler Sportvereine sowie die Bürgerstiftung, die Menschen mit geringem Einkommen hilft. Ferner stifteten wir im Jahr 2011 einen fünfstelligen Betrag für die Modernisierung einer Freizeiteinrichtung für Kinder und Jugendliche.

Risikobericht

Jedes unternehmerische Handeln erfordert eine sorgfältige Abwägung von Chancen und Risiken. Wir orientieren uns dabei an drei Grundsätzen:
1. Bei allen unseren Geschäften müssen die Chancen eindeutig überwiegen.
2. Spekulative Transaktionen jeder Art sind verboten.
3. Unser Handeln muss neben dem geltenden Recht stets auch ethische und moralische Standards einhalten.

Unser Risikomanagementsystem basiert auf standardisierten Verfahren und ist konzernweit gültig. So sind wir in der Lage, alle Risiken einheitlich und konzernübergreifend zu analysieren und zu bewerten. Die dadurch entstehende Risikotransparenz hilft uns bei der Auswahl geeigneter Steuerungs- und Gegenmaßnahmen. Das Dürr-Risikomanagement bezieht sich auf alle Ebenen des Konzerns - vom Vorstand bis in die Abteilungen einzelner Landesgesellschaften hinein. Damit verbunden ist eine offene Risikokultur, die wir in den vergangenen Jahren bewusst gefördert haben. Sie sensibilisiert für den Umgang mit Risiken und bestärkt die Mitarbeiter darin, Gefahren und Probleme frühzeitig und konkret anzusprechen.

RISIKOMANAGEMENTPROZESS

Unser Standard-Risikozyklus umfasst neun Stufen und startet alle sechs Monate von Neuem. Im Mittelpunkt steht die Risikoinventur durch das Management der operativen Einheiten. Dabei werden die Einzelrisiken ermittelt, den 15 definierten Risikofeldern zugeordnet, die in Grafik 2.53 dargestellt sind, und mithilfe detaillierter Risikostrukturblätter bewertet. Die Bewertung der Einzelrisiken gliedert sich in drei Schritte; sie wird von den Risikomanagern aller Organisationseinheiten für jedes Risikofeld durchgeführt:
― Zunächst wird ermittelt, welche maximale Auswirkung ein Risiko auf das Konzern-EBIT der kommenden 24 Monate haben kann. Diesen Wert bezeichnen wir als Bruttorisiko.
― Danach folgt eine Beurteilung, wie hoch die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos ist.
― Schließlich wird die Effektivität möglicher Gegenmaßnahmen geprüft und mit einem risikoreduzierenden Faktor bewertet. Je geringer die Eintrittswahrscheinlichkeit und je höher die Wirksamkeit der Gegenmaßnahmen ist, desto stärker verringert sich das EBIT-Risiko. Unter dem Strich ergibt sich ein rechnerisches Nettorisiko, das wir auch als tatsächliches Risikopotenzial bezeichnen. Die Summe aller einzelnen Risikopotenziale entspricht dem Gesamtrisiko des Konzerns. Dabei werden Portfolio- oder Hedging-Effekte nicht berücksichtigt. Das Gesamtrisiko lässt sich in spezifische Risiken der Geschäftsbereiche und übergreifende Konzernrisiken unterteilen. Die Ergebnisse des halbjährlichen Risikozyklus fassen wir in einem Konzernrisikobericht zusammen, der einen Überblick über alle Einzelrisiken und die Gesamtrisikosituation des Konzerns bietet. Der Risikobericht wird zunächst in den verschiedenen Managementgremien und im Vorstand durchgesprochen; danach folgt eine Analyse durch den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats, bevor dieser seine Erkenntnisse dem Aufsichtsratsplenum vorträgt.# RISIKOBERICHT

Dringliche Risiken werden in einem Ad-hoc-Prozess unverzüglich an Vorstand und Geschäftsbereichsleiter gemeldet. Die Durchführung des Standard-Risikozyklus ist Aufgabe der Risikomanager des Konzerns und der Geschäftsbereiche; bei ihnen handelt es sich um die Leiter der jeweiligen Controlling-Abteilungen. Weitere Beteiligte sind die interne Revision und die Risikomanager aller Landesgesellschaften.

OPERATIVES RISIKOMANAGEMENT IN DER AUFTRAGSABWICKLUNG

Für unseren wichtigsten Prozess - die Projektabwicklung - haben wir spezielle Instrumente und Funktionen zur Risikoabwehr entwickelt:

― Das Projektcontrolling prüft fortlaufend, ob der tatsächliche Projektverlauf der jeweiligen Planung entspricht. So können wir bei Abweichungen vom Zeitplan, vom Liefer- und Leistungssoll und von der Kosten-, Erlös- und Cashflow-Kalkulation unverzüglich gegensteuern.
― Die Projektmanager steuern die Auftragsabwicklung mit Blick auf Qualität, Termine und Budget. Dazu stehen sie in regelmäßigem Kontakt mit dem Projektcontrolling.
― Alle Projekte im Konzern werden mithilfe konzernweit gültiger Prozesse und Instrumente abgewickelt. Diese sind im Dürr-Projektmanagement-Handbuch dokumentiert, das wir regelmäßig aktualisieren. So stellen wir sicher, dass bewährte Verfahrensweisen eingesetzt und individuelle Fehler vermieden werden.
― Instrumente, die Status und Risiken von Projekten transparent machen, sind Chancen-Risiken-Checklisten, die Projektmanagement-Software Dürr Projects und unser konzernweites ERP-SYSTEM, das durchgängige und standardisierte Prozesse sicherstellt.
― Mit dem Center of Excellence in Project Management (Bietigheim-Bissingen) verfügen wir über eine interne Dienstleistungs- und Trainingsabteilung für das Projektmanagement. Sie entwickelt unsere konzernweiten Standards und vermittelt diese in Schulungen an die Projektmanager.
― Das Change- und Claim-Management unterstützt das Projektmanagement. Es dokumentiert Änderungen, die Kunden oder wir selbst in laufenden Projekten vornehmen, und sorgt für die erforderlichen Freigaben. Ferner werden eventuelle Zusatzkosten geltend gemacht und etwaige Gewährleistungsansprüche geprüft.

RISIKOFELDER BEI DÜRR

RICHTLINIE FÜR DAS FINANZRISIKOMANAGEMENT

Eine besondere Richtlinie regelt, wie mit Fremdwährungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken umzugehen ist. Zentrales Organ ist das Finanzrisiko-Komitee, dem der Finanzvorstand, die Leiter von Konzern-Controlling und Konzern-Treasury sowie die Finanzverantwortlichen der Geschäftsbereiche angehören. Dieses Gremium befasst sich mit finanzstrategischen Fragen und bereitet entsprechende Vorstandsbeschlüsse vor.

ABSICHERUNG VON FREMDWÄHRUNGSRISIKEN

Bei Projekten mit Fremdwährungsrisiken sichern wir bei Auftragseingang den Umsatzanteil ab, der über die Kosten in lokaler Währung hinausgeht. Üblicherweise wird für jedes Einzelprojekt ein eigenes Sicherungsgeschäft abgeschlossen (Micro Hedge). Eine Ausnahme bildet das Standardmaschinen- und Ersatzteilgeschäft, das durch kleinere Auftragsvolumina geprägt ist. Dort vereinbaren wir auch Macro Hedges für mehrere Aufträge und halten auf diese Weise den Transaktionsaufwand gering. Hedging-Geschäfte werden in der Regel durch das Konzern-Treasury der Dürr AG abgewickelt; dabei setzen wir ein konzernweites Treasury-System ein.

ABSICHERUNG VON ZINSRISIKEN

Unser Zinsrisikomanagement betrachtet alle zinstragenden und zinsreagiblen Bilanzpositionen. Wir führen regelmäßige Zinsanalysen durch, um Risiken frühzeitig zu erkennen. Für Fremdfinanzierung, Anlage und Zinssicherung ist das Konzern-Treasury zuständig; Ausnahmen bedürfen der Genehmigung durch den Finanzvorstand.

ABSICHERUNG VON LIQUIDITÄTSRISIKEN

Unser operatives Geschäft wird Cashflow-orientiert gesteuert, um ausreichend flüssige Mittel zu generieren. Aber auch in Phasen mit negativen Cashflows - zum Beispiel bei steigendem Net-Working-Capital-Bedarf - verfügen wir dank unserer Fremdkapitalfinanzierung über genügend Liquiditätsspielraum. Bitte beachten Sie dazu auch die Informationen zur Konzernfinanzierung im Kapitel FINANZWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG. Unser konzernweites Cash-Pooling-System sorgt dafür, dass wir den Liquiditätsbedarf einzelner Gesellschaften durch Überschüsse anderer Konzerntöchter abdecken können - ohne zusätzliche Kreditaufnahmen und Zinsaufwendungen. In einzelnen Ländern stehen dem allerdings Restriktionen beim Kapitaltransfer entgegen. Für die Steuerung von Cash Pooling und externer Liquiditätsbeschaffung ist das Konzern-Treasury zuständig.

WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLLSYSTEMS/RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS FÜR DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS

Das interne Kontrollsystem beziehungsweise das Risikomanagementsystem (IKS/RMS) für den Rechnungslegungsprozess umfasst alle Regelungen, Maßnahmen und Verfahren, die als Bestandteil des Risikomanagementsystems die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung mit hinreichender Sicherheit gewährleisten und sicherstellen, dass die Abschlüsse des Konzerns und der Konzerngesellschaften gemäß den IFRS erstellt werden.

Die Gesamtverantwortung für das IKS/RMS obliegt dem Vorstand. Er hat eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation für das IKS/RMS eingerichtet, die alle organisatorischen und rechtlichen Einheiten des Konzerns abdeckt. Die Überwachung des IKS/RMS ist Aufgabe der internen Revision der Dürr AG.

Im Mittelpunkt des IKS/RMS für den Rechnungslegungsprozess stehen die folgenden Kontroll- und Sicherungsroutinen:

  1. Die Bilanzierungsrichtlinie der Dürr AG regelt sowohl den Rechnungslegungsprozess der Einzelgesellschaften als auch die Konsolidierung auf Konzernebene. Die Richtlinie wird durch das Konzernrechnungswesen kontinuierlich weiterentwickelt und berücksichtigt alle für Dürr relevanten IFRS-Regelungen.
  2. Unser ERP-SYSTEM und das Management-Reporting-Tool führen automatische Kontrollen von Buchungsprozessen durch und prüfen, ob einzelne Sachverhalte in den richtigen Bilanzpositionen ausgewiesen werden.
  3. In einem mehrstufigen Validierungsprozess führen wir Stichproben, Plausibilitätschecks und weitere Kontrollen durch. Daran sind fünf Instanzen beteiligt: operative Gesellschaften, Geschäftsbereiche, Unternehmensbereiche, Konzern-Controlling und Konzernrechnungswesen. Die Ergebnisse aller wesentlichen Kontrollen werden systematisch dokumentiert, von der Dürr AG zusammengefasst und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats vorgelegt. Nach eingehender Prüfung der Ergebnisdokumentation erstattet der Ausschussvorsitzende dem Aufsichtsratsplenum einen ausführlichen Bericht.

Die Mitarbeiter der Finanzabteilungen bilden sich regelmäßig fort, sei es in Schulungen der Konzerngesellschaften oder in internationalen Gruppentrainings. Dadurch sind sie jederzeit in der Lage, die an sie gestellten Anforderungen zu erfüllen. Unsere Qualifizierungsmaßnahmen decken einerseits die anzuwendenden Rechnungslegungsstandards und Bilanzierungsregeln ab, andererseits auch den Umgang mit den eingesetzten Software-Tools.

Um Risiken vorzubeugen, setzen wir uns kontinuierlich mit Schwerpunktthemen auseinander, die für die Qualität unserer Rechnungslegung ausschlaggebend sind. Besonders wichtig ist die Bilanzierung von Fertigungsaufträgen nach der Percentage-of-Completion-Methode (POC). Sie erfordert unter anderem die Abschätzung der erwarteten Gesamtkosten und -erlöse von Aufträgen. Weitere wesentliche Themen sind der Werthaltigkeitstest der Geschäfts- oder Firmenwerte und die Zuverlässigkeit der qualitativen Aussagen im Lagebericht und im Corporate-Governance-Bericht.

Einzelrisiken

KONJUNKTURELLE RISIKEN

Seit Mitte 2011 haben die allgemeinen konjunkturellen Risiken wieder spürbar zugenommen. Die europäische Schuldenkrise hat sich im zweiten Halbjahr 2011 bedenklich ausgeweitet und die Verunsicherung an den Finanzmärkten weiter gesteigert. Auch die USA haben mit hohen Staatsschulden und Arbeitslosenzahlen zu kämpfen. Vor diesem Hintergrund haben viele Konjunkturexperten ihre Wachstumsprognosen zurückgenommen.

Trotz der gewachsenen Unsicherheit sehen wir Dürr jedoch gut gewappnet. Unser Rekordauftragsbestand (2.142,7 Mio. € am 31.12.2011) sichert im laufenden Jahr eine gute Auslastung und den Großteil des benötigten Umsatzes. In Szenarioanalysen haben wir unterschiedliche Abschwächungen des weiteren Geschäftsverlaufs simuliert und die Ergebnisauswirkungen ermittelt. Danach dürften wir auch bei einem Umsatzrückgang um rund ein Drittel zumindest ein ausgeglichenes Ergebnis nach Steuern erzielen.

Allerdings gehen wir in unseren Planungen nicht davon aus, dass sich die Entwicklung der Jahre 2008 und 2009 wiederholt. Dafür spricht nicht zuletzt die veränderte regionale Verteilung unseres Geschäfts: Auf Westeuropa (ohne Deutschland), wo die Konjunktur am stärksten nachgab, entfällt nur noch ein relativ kleiner Teil unseres Auftragseingangs (2011: 9 %). Dagegen stammten 2011 65 % der Bestellungen aus den wachstumsstarken Emerging Markets, wo aus heutiger Sicht kaum mit einer ausgeprägten Konjunkturschwäche zu rechnen ist.

Auch unsere Kunden aus der Automobilindustrie sind gut vorbereitet, sollte es zu einem tief greifenden Konjunkturabschwung kommen. Sie haben ihre Kostenstrukturen in der Krise von 2008/2009 optimiert, erwirtschaften hohe Ergebnisse und Cashflows und verfügen - anders als 2008/09 - über komfortable Liquiditätsreserven. Vor diesem Hintergrund setzen sie ihre Investitionen in den Emerging Markets fort, um mit zusätzlichen Fertigungskapazitäten die wachsende Nachfrage zu bedienen und Marktanteile zu gewinnen.

Unserer Zuversicht für die Emerging Markets liegen unabhängige Prognosen zur Automobilproduktion zugrunde. Die Experten von PricewaterhouseCoopers erwarten für China, dass die Fertigung von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen zwischen 2011 und 2016 im Schnitt um 12 % pro Jahr zunimmt. Für Osteuropa wird ein durchschnittliches Wachstum von 6 % und für den Mercosur von 9 % angenommen.# Ausschlaggebend für diese Zuwächse sind steigende Pro-Kopf-Einkommen, das Bedürfnis nach individueller Mobilität und die nach wie vor geringe Automobildichte: In China beispielsweise kommen auf 1.000 Einwohner zurzeit rund 50 Pkw, während es in Deutschland über 500 sind.

HOHE KAPAZITÄTSAUSLASTUNG

Infolge des hohen Auftragsvolumens sind unsere Standorte stark ausgelastet. Durch die zahlreichen Großprojekte, die wir parallel abwickeln, könnten Kapazitätsengpässe auftreten, die Abwicklungsprobleme, Terminverzögerungen und Mehrkosten nach sich ziehen könnten. Dem beugen wir vor, indem wir die Stammbelegschaft vergrößern, zusätzliche externe Mitarbeiter einsetzen und unser flexibles Arbeitszeitmodell nutzen. Zudem arbeiten unsere weltweiten Standorte eng zusammen und nutzen eine einheitliche IT-Struktur. Dies ermöglicht ein effektives Ressourcenmanagement, bei dem Arbeitspakete je nach verfügbarer Kapazität an unterschiedliche Standorte vergeben werden können. Unsere standardisierten Geschäftsprozesse erlauben auch bei hoher Auslastung eine zuverlässige Steuerung und Abwicklung von Projekten.

ALLGEMEINE WIRTSCHAFTLICHE RISIKEN UND KAPITALMARKT

Zyklische Konjunkturschwankungen schlagen sich meist spät in unserem Ergebnis nieder, da unser Geschäft stark von den langfristigen Investitionsplänen der Automobilindustrie geprägt wird. Außerdem vergehen zwischen Auftragseingang und Umsatz in der Regel zwölf bis 18 Monate. Vorübergehende regionale Nachfrageschwankungen können wir durch unsere ausgewogene internationale Präsenz meist ausgleichen. Das Risiko einer feindlichen Übernahme der Dürr AG ist relativ gering. Die Gründerfamilie Dürr, deren Anteile bei der Heinz Dürr GmbH und der Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH liegen, ist mit 29,97 % größter Aktionär und verfügt damit über eine starke Abstimmungsposition auf der Hauptversammlung. Über die Change-of-Control-Klauseln im Zusammenhang mit unserer Unternehmensanleihe informieren die Angaben gemäß §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB im Kapitel ORGANISATION und TÄTIGKEITSBEREICHE.

GESETZE, STEUERN, IFRS

Da wir weltweit operieren, haben wir viele unterschiedliche Rechtsnormen zu beachten. Um dem Risiko unwissentlicher Rechtsverstöße vorzubeugen, ziehen wir Experten für das jeweilige nationale Recht zurate. Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen können unsere Kosten erhöhen und die Absatzchancen verringern. Derzeit sind uns keine neuen Steuer- und Gesetzesvorhaben bekannt, die erhebliche Nachteile mit sich bringen könnten. Im Geschäftsjahr 2011 haben die deutschen Steuerbehörden bei einigen deutschen Tochtergesellschaften der Dürr AG mit den Betriebsprüfungen für die Jahre 2005 bis 2009 begonnen. Bisher gab es keine Ergebnisse, die zu Steuernachzahlungen geführt haben; auch für den weiteren Prüfungsverlauf bestehen dafür zurzeit keine Anzeichen. Für 2012 erwarten wir den Beginn der Betriebsprüfung für die Jahre 2005 bis 2009 bei der Dürr AG und den weiteren noch nicht geprüften deutschen Gesellschaften. Die steuerlichen Außenprüfungen, die in verschiedenen Auslandsgesellschaften durchgeführt werden, lassen derzeit ebenfalls keinen Nachzahlungsbedarf erkennen.

Das International Accounting Standards Board (IASB) plant zurzeit zwei Änderungen der IFRS, die sich in den kommenden Jahren spürbar auf unser Zahlenwerk auswirken könnten:

  • Nach dem Willen des IASB sollen Leasingnehmer zukünftig sämtliche Vermögenswerte aus Leasingverträgen aktivieren. Dies würde die Bilanzsumme erhöhen; ferner wären auf der Passivseite entsprechende Finanzverbindlichkeiten auszuweisen, was ohne weiteres Gegensteuern eine verringerte Eigenkapitalquote nach sich ziehen könnte. Auch die bisherigen Verschuldungskennziffern würden sich verschlechtern. Dagegen kann aber die Umbuchung des Zinsanteils der Leasingaufwendungen, die in bestimmten Fällen möglich ist, das operative Ergebnis um den Betrag verbessern, um den sich dann das Zinsergebnis verschlechtert. Zu beachten ist, dass wir unseren bisher größten Leasinggegenstand, den Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen, bereits im November 2011 erworben und aktiviert haben. Folglich hätten zukünftige Aktivierungen nur noch begrenzte Auswirkungen auf die Bilanzstruktur. Bei Aktivierung sämtlicher Operating-Leasing-Vermögenswerte, die zum 31. Dezember 2011 bestanden (Nominalwert der künftigen Mindestzahlungen: 72,0 Mio. €), hätte unsere Eigenkapitalquote zum Bilanzstichtag 2011 knapp 21 % betragen.
  • Das zweite Änderungsvorhaben bezieht sich auf die Umsatzrealisierung. In diesem Punkt ist das IASB von seinem ursprünglichen Plan abgerückt, die Bilanzierung von Auftragsfertigungen nach der Percentage-of-Completion-Methode (POC), also gemäß Fertigstellungsgrad, gänzlich abzuschaffen. Der jüngste Änderungsentwurf des IASB spricht dafür, dass wir die POC-Methode bei Anlagenbauprojekten auch zukünftig anwenden können. Dagegen ist fraglich, ob eine durchgängige POC-Bilanzierung im Maschinenbau ab 2015 noch möglich sein wird, da das Kriterium der kontinuierlichen Umsatzrealisierung in diesem Geschäft nicht in allen Fällen erfüllbar ist. Allerdings dürfte der Wegfall der POC-Methode im Maschinenbau kaum Effekte auf die Umsatzstetigkeit des Konzerns haben, da die Maschinenbauaufträge relativ kurze Laufzeiten haben und daher auch ohne POC-Bilanzierung zügig zu Umsatz führen.

MARKT/BRANCHE

Wir sind einem gewissen Abhängigkeitsrisiko in Bezug auf einzelne Kunden ausgesetzt. 2011 entfielen 42 % des Umsatzes auf unsere fünf größten Abnehmer, der größte Einzelkunde steuerte mit 15 % einen vergleichsweise hohen Anteil bei. Die Gruppe der fünf größten Kunden setzt sich von Jahr zu Jahr aus unterschiedlichen Unternehmen zusammen.

Dem Preisdruck in unseren Märkten begegnen wir mit einer Reihe von Maßnahmen.

  • Stückkostensenkung: Wir entwickeln gezielt Produkte, die den Kunden niedrigere Stückkosten in der Fertigung ermöglichen. Parallel betonen wir gegenüber unseren Kunden die langfristigen Gesamtkostenvorteile, die eine höherpreisige Anlage gegenüber weniger leistungsfähigen Lösungen mit niedrigeren Anschaffungskosten bietet.
  • Design to Budget: Auf Basis einer Grobspezifikation und eines Zielbudgets planen wir Anlagen, die sowohl den Budgetvorstellungen des Kunden als auch unseren Margenansprüchen gerecht werden.
  • Lokalisierung: Für die Emerging Markets entwickeln wir vor Ort spezielle Basisprodukte, die an die lokalen Bedürfnisse angepasst und zum Teil preisgünstiger sind. Dadurch sind wir auch bei geringen Investitionsbudgets wettbewerbsfähig.
  • Kostenoptimierung: Wir passen unsere Kosten permanent an die erzielbaren Preise und das Umsatzvolumen an. Die wichtigste Rolle spielt die Senkung der Beschaffungskosten, aber auch die Personal- und Overhead-Kosten werden regelmäßig überprüft.

Das Risiko von Forderungsausfällen reduzieren wir, indem wir die Zahlungseingänge von Kunden ohne Investment-Grade-Rating genau überwachen. In kritischen Fällen holen wir Auskünfte ein und beschließen Adressrisikolimite sowie Freigaberegeln. Die Mehrzahl der großen Automobilkonzerne verfügt allerdings über ein Investment-Grade-Rating.

UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE RISIKEN

EMERGING MARKETS

Im Rahmen unserer Wachstumsstrategie verlagern wir den Schwerpunkt unseres Geschäfts zunehmend in die Emerging Markets. Daraus resultieren spezifische Risiken:

  • In den Emerging Markets können Kultur- und Sprachbarrieren, unzureichende Informationen über Lieferanten, Kunden und Marktmechanismen sowie spezifische rechtliche und politische Rahmenbedingungen zu Nachteilen führen. In Ländern wie China oder Indien ist die Personalfluktuation vergleichsweise hoch. Um Know-how-Träger an das Unternehmen zu binden, verstärken wir die Personalentwicklung in den Emerging Markets, schaffen Anreize durch Karrieremöglichkeiten, adäquate Bezahlung und Sozialleistungen und pflegen eine integrative Unternehmenskultur. Auch unser Status als klarer Marktführer trägt zu einem hohen Maß an Identifikation und Loyalität der Mitarbeiter bei.
  • Die Risiken, die für uns von Produkt- und Markenpiraterie ausgehen, stufen wir auch in den Emerging Markets als beherrschbar ein. Unsere Kernprodukte entwickeln wir ausschließlich in Deutschland. In ihnen steckt so viel Prozess-Know-how, Erfahrung und Spezialwissen, dass sie kaum in vergleichbarer Qualität nachzubauen sind. Außerdem schützen wir uns durch Patente und langfristige Service-Verträge, die den Austausch von Komponenten gegen verbesserte Nachfolgeprodukte vorsehen. Ein weiterer Faktor bei der Abwehr von Produktpiraten ist, dass viele Dürr-Produkte entscheidend für die Qualität der Fertigung sind. Daher wollen unsere Kunden keine Risiken eingehen und setzen auf unsere Originale.
  • In den Emerging Markets konkurrieren wir mit lokalen Low-Cost-Anbietern. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, setzen wir auf eine Kombination aus Technologie- und Kostenführerschaft. Unseren technischen Vorsprung erhalten wir durch kontinuierliche Produktinnovation. In puncto Kosten bauen wir auf Lokalisierung. Darunter verstehen wir zum einen das Local Design, also die Entwicklung standardisierter Low-Cost-Produkte, die den Bedarf der Kunden vor Ort abdecken. Zum anderen erhöhen wir die lokale Wertschöpfung in den Emerging Markets und können so teils günstiger anbieten als der Wettbewerb.
  • Besonders in China müssen wir angesichts unseres stark wachsenden Geschäftsvolumens ausreichende Kapazitäten sicherstellen. Im Geschäftsjahr 2011 haben wir die Mitarbeiterzahl um 41 % erhöht. Darüber hinaus bauen wir unsere Flächenkapazität aus: Für den Anlagenbau haben wir in Schanghai Anfang 2012 einen neuen Produktionsstandort in Betrieb genommen, an dem dreimal so viel Raum zur Verfügung steht wie zuvor. Einen weiteren neuen Standort für das Maschinenbaugeschäft werden wir Mitte 2013 ebenfalls in Schanghai beziehen.
  • In den etablierten Märkten, vor allem in Westeuropa, hat sich unser Marktvolumen in den vergangenen Jahren spürbar reduziert.# Entsprechend haben wir unsere Kapazitäten und Kosten dort an die veränderte Situation angepasst. Das geringere Geschäftsvolumen könnte zu außerplanmäßigen Abschreibungen auf die Vermögenswerte unserer dortigen Gesellschaften führen. Um dem vorzubeugen, haben wir mehrere Standorte zusammengelegt und damit das Sachanlagevermögen verringert. Daher ist aus heutiger Sicht nicht mit außerplanmäßigen Abschreibungen zu rechnen. Hinzu kommt, dass sich der Automobilabsatz in den USA zuletzt wieder positiv entwickelte und die Nachfrage nach neuen Produktionsanlagen entsprechend anstieg.

Internationale Auftragsabwicklung

Durch die weltweite Arbeitsteilung im Konzern, zum Beispiel in ENGINEERING und Produktion, profitieren wir von Kosten- und Auslastungsvorteilen. Sie bringt aber auch das Risiko von Koordinations- und Kommunikationsproblemen mit sich. Daher haben wir unsere Geschäftsprozesse und die IT-Infrastruktur weitgehend harmonisiert, zudem fördern wir den persönlichen Austausch der Mitarbeiter durch internationale Workshops.

Neue Geschäftsfelder

Bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder durch Akquisitionen, zum Beispiel KLEBETECHNIK und Energieeffizienztechnik, besteht das Risiko, dass wir Kundenanforderungen, Ressourceneinsatz oder die Nachfrage- und Wettbewerbssituation falsch einschätzen. Wir erachten dieses Risiko jedoch als beherrschbar, da wir uns auf Bereiche konzentrieren, die an unser Kerngeschäft angrenzen. Außerdem analysieren wir unsere Zielmärkte im Vorfeld genau. Bei Unternehmenszukäufen führen wir eine sorgfältige Due Diligence durch und erarbeiten Integrationspläne, um Akquisitionsrisiken zu mindern und Chancen systematisch zu erschließen.

Der relativ junge Markt für Energieeffizienztechnik durchläuft gegenwärtig einen Neuordnungs- und Konsolidierungsprozess. Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach energieeffizienten Produkten und Prozessen positionieren sich darin viele neue Anbieter - zum Teil auch namhafte Großunternehmen. Zugleich wird der Markt durch staatliche Lenkungsmaßnahmen beeinflusst, zum Beispiel Anreizprogramme, Subventionen und Emissionsregeln. Vor diesem Hintergrund bestehen Unsicherheiten über die zukünftige Wettbewerbs- und Nachfragestruktur und das Durchsetzungspotenzial unterschiedlicher Technologiearten in der Energieeffizienz.

Der strategische Ausbau unserer Aktivitäten in der Flugzeugproduktionstechnik bringt spezifische Risiken mit sich. Die Branche ist gekennzeichnet durch lange Investitionszyklen und sie vergibt weniger Einzelprojekte als die Automobilindustrie. Um unser Geschäft auf eine breitere Basis zu stellen, haben wir seit dem Jahr 2008 16 Neukunden hinzugewonnen, darunter Embraer, Lockheed Martin, Pratt & Whitney und zuletzt den russischen Flugzeugbauer Irkut. Aufgrund der Komplexität der Flugzeugentwicklung kann es, besonders bei Großprojekten, auch nach der Auftragsvergabe zu technischen Änderungen kommen. Diesem Risiko begegnen wir durch ein systematisches Change- und CLAIM-MANAGEMENT, das Mehrkosten beim Kunden geltend macht.

KUNDEN/PRODUKTE

Derzeit sehen wir bei unseren Kunden keine Neuentwicklungen, die zu wesentlichen Nachteilen für uns führen könnten. Wir erwarten, dass die Automobilindustrie neben Hybrid- und Elektroantrieben auch langfristig überwiegend Verbrennungsmotoren einsetzt. Derzeit ist ein wirklicher Durchbruch der Elektromobilität im Massenmarkt noch nicht absehbar; vielmehr investiert die Branche stark in die Entwicklung effizienter Verbrennungsaggregate. Daher sehen wir in diesem Bereich weiterhin gute Perspektiven für unser Geschäft mit REINIGUNGS- und AUSWUCHTTECHNIK.

Im Karosseriebau erwarten wir keine grundlegende Abkehr von den Werkstoffen Aluminium und Stahl - was Auswirkungen auf unser Lackiertechnikgeschäft hätte. Allerdings werden immer öfter Kunst- und Verbundwerkstoffe eingesetzt, da sie eine wichtige Rolle bei verbrauchsarmen Leichtbaukonzepten spielen. Diese neuen Materialien müssen jedoch genauso lackiert werden wie die klassischen Werkstoffe. Darauf stellen wir uns ein, indem wir gezielt Produkte speziell für die Kunststofflackierung entwickeln.

Der Einzug von Kunst- und Verbundwerkstoffen lässt auch die Nachfrage in der KLEBETECHNIK steigen, da diese Stoffe nicht schweißbar sind und daher geklebt werden müssen.

F&E- UND PRODUKTHAFTUNGSRISIKEN

Innovationen können die erwartete Akzeptanz bei den Kunden verfehlen. Dem beugen wir vor, indem wir den Marktbedarf genau analysieren, Pilotkunden einbinden und nur Produkte mit schnellem Return on Investment für den Kunden entwickeln. Dies senkt auch das Risiko, aktivierte Entwicklungsleistungen außerplanmäßig abschreiben zu müssen. Damit wir mit neuen Produkten keine Schutzrechte Dritter verletzen, beobachten wir gewissenhaft die relevanten Patentanmeldungen.

Produkthaftungsfälle sind in unserem Geschäft selten. Dennoch schließen wir Produkthaftungsversicherungen ab und achten bei der Produktentwicklung genau auf Arbeitsschutzregelungen.

WETTBEWERBSRISIKEN

Im Geschäftsjahr 2011 hat unser japanischer Wettbewerber Taikisha eine Mehrheitsbeteiligung an dem kleineren italienischen Lackieranlagenbauer Geico erworben. Damit verbindet Taikisha das Ziel, seinen Marktzugang in Europa zu verbessern. Ebenfalls im vergangenen Jahr hat der deutsche Anlagenbauer Eisenmann das chinesische Unternehmen Hightec übernommen; Hightec ist unter anderem auf Kunststofflackiertechnik für die allgemeine Industrie spezialisiert. Aufgrund unserer führenden Technologie- und Abwicklungskompetenz sind wir davon überzeugt, dass wir durch die beiden Zusammenschlüsse keine Marktanteile einbüßen werden.

Weitere Pläne für Zusammenschlüsse von Wettbewerbern sind uns nicht bekannt. Auch Konkurrenzprodukte, die unsere Marktstellung gefährden könnten, sind nicht erkennbar. Weder in China noch in anderen wichtigen Märkten gibt es nennenswerte Benachteiligungen zugunsten inländischer Wettbewerber. Eine Abschwächung des Euro gegenüber US-Dollar und chinesischem Renminbi Yuan ist tendenziell positiv für uns. Ein starker Yen bedeutet einen Vorteil im Wettbewerb mit japanischen Unternehmen.

OPERATIVE RISIKEN

Besonders bei der Kalkulation langfristiger Projekte tritt das Risiko auf, dass wir Kosten unzureichend abschätzen. Aus diesem Grund werden sämtliche Projektkalkulationen durch die Zentralabteilung Global Proposal Assurance geprüft, bevor sie als Angebot an den Kunden gehen. Bei langfristigen Großprojekten können Mehrkosten anfallen, falls wir Termine oder andere Vereinbarungen nicht einhalten. Auch die technische und logistische Komplexität eines Projekts kann zu Risiken führen. Dies gilt besonders für die Emerging Markets, da dort mehr Unwägbarkeiten bestehen. Daher haben wir für die Auftragsabwicklung in den Wachstumsmärkten spezielle Risikomanagement-Mechanismen entwickelt: dazu zählen ein engmaschiges Lieferanten-Monitoring, das Vertrags- und CLAIM-MANAGEMENT sowie regelmäßige Projekt-Reviews.

BESCHAFFUNGSRISIKEN

Verfügbarkeits- und Preisrisiken in der Beschaffung treten wir durch Rahmenverträge mit Vorzugslieferanten, die Bündelung von Einkaufsvolumina und ein Materialplanungssystem entgegen. Infolge des hohen Auftragseingangs hat unser Bedarf an Vorprodukten, Zulieferteilen und externen Fertigungskapazitäten zugenommen. Zugleich sind viele Lieferanten wegen der starken Nachfrage gut ausgelastet. Dies führte - verbunden mit steigenden Rohstoffpreisen - zu steigenden Beschaffungskosten und vereinzelt zu Engpässen bei der Verfügbarkeit geeigneter Zulieferer. Da wir über einen breiten Lieferantenstamm verfügen, konnten wir jedoch stets geeignete Bezugsquellen und Fertigungspartner finden. Das Insolvenzrisiko auf der Lieferantenseite hat sich infolge der hohen Auslastung deutlich reduziert.

In den Emerging Markets lässt sich nicht ausschließen, dass einzelne Unternehmen, die wir beauftragen, unsere Qualitäts- und Terminanforderungen nicht erfüllen. Daher überprüfen wir bei kritischen Lieferanten regelmäßig den Auftragsfortschritt. Zum Schutz unseres geistigen Eigentums geben wir in den Emerging Markets keine anspruchsvollen Konstruktionen an Auftragsfertiger. Aufgrund unserer breiten Lieferantenbasis sind wir nicht von einzelnen Unternehmen abhängig. Rahmenverträge über größere Volumina schließen wir nur mit Vorzugslieferanten guter Bonität.

PERSONALRISIKEN

Wir vermeiden es, Spezialwissen ausschließlich bei einzelnen Mitarbeitern zu bündeln, um uns vor dem Verlust von Know-how zu schützen. Wir fördern den Wissenstransfer in der Belegschaft zum Beispiel durch Dokumentation, interne Schulungen und Patenschaften; eine wichtige Rolle spielt auch unser konzernweites Intranet als Wissensplattform.

Das Risiko von Wissensverlusten durch Personalabgänge ist in Deutschland relativ gering, da die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit mit 15 Jahren äußerst hoch und die Fluktuationsrate mit 4,7 % vergleichsweise niedrig ist. Dagegen sind wir in den Emerging Markets einem höheren Fluktuationsrisiko ausgesetzt.

Auslastungsrisiken begegnen wir, indem wir in bestimmten Bereichen externe Zeitarbeitskräfte einsetzen. Dies ist zum Beispiel in der Fertigung und bei einfacheren Konstruktionsarbeiten der Fall. Trotz der hohen Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften konnten wir im Jahr 2011 die meisten offenen Ingenieursstellen adäquat besetzen. Allerdings gingen weniger Bewerbungen ein, wodurch sich die Auswahl verkleinerte. Insgesamt gesehen bleiben die Absolventenzahlen in naturwissenschaftlichen und technischen Studienfächern hinter dem Bedarf in Deutschland zurück.

Bei Dürr begegnen wir dem Risiko des Fachkräftemangels mit einer dreigliedrigen Strategie: Experten sollen durch eine nachhaltige Karriereplanung an das Unternehmen gebunden werden; auf dem Arbeits- und Absolventenmarkt positionieren wir uns durch ein professionelles Personal- und Hochschulmarketing; Trainees, Studenten an Dualen Hochschulen und Auszubildende werden nach Möglichkeit in feste Arbeitsverhältnisse übernommen.# IT-RISIKEN

IT-Risiken wie Datenverlust, Hacking oder Computerviren haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, sowohl was die Häufigkeit als auch das Schadenspotenzial betrifft. Wir begegnen diesen Risiken durch eine IT-Sicherheitsorganisation, IT-Sicherheitsrichtlinien sowie eine sicherheitsorientierte IT-Infrastruktur mit modernen Firewall- und Antivirenprogrammen. Back-up-Server, redundante Datenleitungen und unterbrechungsfreie Stromversorgungen verringern die Gefahr von Produktivitätsverlusten oder gar Komplettausfällen. Das Risiko von Hacker- und Ausspähungsangriffen erachten wir als branchenüblich.

UMWELT- UND FERTIGUNGSRISIKEN

Die Umwelt- und Arbeitssicherheitsrisiken an unseren Produktions- und Entwicklungsstandorten sind verhältnismäßig gering. Das liegt zum einen an unserer geringen FERTIGUNGSTIEFE. Zum anderen werden gesundheits- und umweltschädliche Stoffe nur in begrenztem Umfang verwendet, zum Beispiel bei Versuchen in der Reinigungs- und Lackiertechnik. Ihr Einsatz unterliegt neben gesetzlichen Regelungen auch internen Richtlinien sowie den Vorgaben der entsprechenden Zertifizierungssysteme. Unsere Mitarbeiter werden regelmäßig in der Vermeidung von und im Umgang mit Gefahrensituationen geschult.

RECHTLICHE RISIKEN

Das bedeutendste rechtliche Risiko bei Dürr ist die Geltendmachung von Gewährleistungsansprüchen; auch Pönalen bei Lieferverzögerungen sind möglich. Bevor wir vertragliche Zusagen abgeben, etwa zu Verfügbarkeit und Leistung einer Anlage, werden mögliche haftungsrechtliche Konsequenzen sorgfältig geprüft. Ansprüche, die wir nicht erfüllen können, schließen wir aus. Auch Patentstreitigkeiten sind in unserem Geschäft möglich. Derzeit sind wir keinen außergewöhnlichen Rechtsstreitigkeiten ausgesetzt. Bei keinem der anhängigen Verfahren überschreitet der Streitwert einen niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Betrag.

WÄHRUNG-, ZINS- UND LIQUIDITÄTSRISIKEN

Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken erläutern wir ausführlich im Anhang zum Konzernabschluss unter TEXTZIFFER 40. Um Redundanzen zu vermeiden, geben wir im Folgenden nur einen kursorischen Überblick. Bei den Währungsrisiken sind in erster Linie Translationsrisiken relevant, die bei der Umrechnung von Fremdwährungspositionen in Euro auftreten können. Wir stufen dieses Risiko als geschäftsüblich und verhältnismäßig gering ein. Transaktionsrisiken, die bei der Ausfuhr von Produkten entstehen können, spielen eine untergeordnete Rolle. Denn der Großteil der benötigten Güter wird vor Ort in Landeswährung gekauft oder lokal produziert. Auch Zinsänderungsrisiken haben keine wesentliche Bedeutung, da unsere Finanzverschuldung beinahe vollständig auf die festverzinsliche Anleihe entfällt. Gegenwärtig bestehen keine außergewöhnlichen Liquiditäts- und Verschuldungsrisiken. Sowohl die Barlinie über 50 Mio. €, die Teil des syndizierten Kredits ist, als auch das EIB-Darlehen in Höhe von 40 Mio. € waren zum 31. Dezember 2011 ungenutzt; zudem standen uns flüssige Mittel in Höhe von 298,6 Mio. € zur Verfügung. Unsere im September 2010 begebene Unternehmensanleihe wird erst im Jahr 2015 fällig. Folglich ist unsere komplette Fremdkapitalfinanzierung als langfristig einzustufen und wir unterliegen keinem Refinanzierungsdruck. Die Anleihebedingungen, die unter WWW.DURR.DE einsehbar sind, enthalten marktübliche Beschränkungen und Verpflichtungen für Dürr als Emittent. Sollten wir dagegen verstoßen, könnte der Anleihebetrag zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen fällig gestellt werden. Der Vertrag zu unserem syndizierten Kredit sieht vor, dass wir bestimmte Finanzkennzahlen - so genannte Financial Covenants - einhalten müssen. Für die Financial Covenants, die vierteljährlich ermittelt werden, gilt ein rollierender Berechnungszeitraum von zwölf Monaten. Eine vorzeitige Kündigung des syndizierten Kredits durch das Bankenkonsortium ist nur möglich, falls wir die Covenants nicht einhalten und eine Zweidrittelmehrheit der beteiligten Banken für die Fälligstellung stimmt. Für das Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) gelten dieselben Covenants wie für den syndizierten Kredit. Auch hier könnte eine Verletzung der Covenants zu einer vorzeitigen Kündigung durch die EIB führen. Wir halten keine Staatsanleihen, deren fristgerechte Rückzahlung unsicher ist. Daher besteht kein erhöhtes Risiko einer außerplanmäßigen Abschreibung bei den finanziellen Vermögenswerten oder Finanzanlagen.

Gesamtrisikosituation

Aus heutiger Sicht sind keine bestandsgefährdenden Risiken für den Konzern auszumachen. Im zweiten Halbjahr 2011 hat sich unser bewertetes Gesamtrisiko wieder erhöht, nachdem es seit Abklingen der Wirtschaftskrise von 2008/2009 sukzessive gesunken war. Ausschlaggebend für den jüngsten Anstieg sind vor allem zwei Faktoren:

  • Die gestiegenen Konjunkturrisiken könnten langfristig zu einem stärkeren Rückgang des Geschäftsvolumens führen, als wir momentan erwarten.
  • Die außerordentlich hohe Kapazitätsauslastung könnte kurzfristig zu Verzögerungen oder Mehrkosten in der Auftragsabwicklung führen.

Dennoch halten wir unsere Gesamtrisikosituation für beherrschbar: Im Fall einer Rezession in Europa wären die Auswirkungen auf Dürr relativ gering, da rund zwei Drittel unseres Geschäfts auf die stabileren Emerging Markets entfallen. Risiken, die von der hohen Kapazitätsauslastung ausgehen, begegnen wir durch eine Vielzahl an Maßnahmen. Dazu zählen die Einstellung zusätzlicher Kräfte in Stammbelegschaft und externer Mitarbeiterschaft, die Nutzung unseres flexiblen Zeitmodells und eine effektive konzernweite Kapazitätssteuerung.

Ratings

Wir lassen seit September 2010 keine Ratings mehr anfertigen. Die Kursentwicklung - und damit die Rendite unserer Unternehmensanleihe - deutet jedoch darauf hin, dass sich unsere Bonität deutlich verbessert hat und künftige Anleiheemissionen gegebenenfalls zu günstigeren Konditionen möglich wären.

Nachtragsbericht

Mit Schreiben vom 14. Februar 2012 hat Herr Joachim Schielke mitgeteilt, dass er sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrats mit Ablauf der Hauptversammlung am 27. April 2012 niederlegen wird. Ereignisse, welche die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wesentlich beeinflussten oder beeinflussen könnten, sind zwischen dem Beginn des laufenden Geschäftsjahres und dem 1. März 2012 nicht eingetreten.

Prognosebericht

Chancen

CHANCENMANAGEMENTSYSTEM

Als Pendant zum Risikomanagementsystem betreiben wir ein aktives Chancenmanagementsystem. Die zentrale Rolle spielen dabei die Geschäftsbereiche: Sie stehen im permanenten Austausch mit Kunden, Lieferanten, Partnern und Marktbeobachtern und können dadurch frühzeitig neue Anforderungen und Einsatzmöglichkeiten für ihre Technologien und Produkte erkennen. Geschäftschancen entstehen häufig durch Produkt- und Prozessinnovationen der Automobilindustrie. Daher ist es unser Bestreben, so früh wie möglich in die Innovationsprozesse der Kunden eingebunden zu werden. Ein gutes Beispiel ist der Automobilleichtbau: Hier haben wir den Trend zum Einsatz neuer Materialien (zum Beispiel Kunststoffe, Glas- und Carbonfasern) frühzeitig erkannt und in der KLEBETECHNIK ein entsprechendes Produktspektrum zum Fügen der neuen Werkstoffe aufgebaut. Eine wichtige Rolle im Chancenmanagement spielen auch die F&E-Abteilungen des Konzerns. Sie untersuchen neue Möglichkeiten und Effizienzpotenziale in der Produktionstechnik und prüfen, welchen Beitrag Dürr leisten kann. Mit den Geschäftschancen rund um das Thema Elektromobilität beschäftigt sich ein spezielles eMobility-Team. Auch in der Energieeffizienztechnik bewertet ein Projektteam unterschiedliche Technologien, bevor wir uns für entsprechende Akquisitionen entscheiden. In enger Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungsinstituten untersuchen wir, wie sich neue wissenschaftliche Erkenntnisse für unsere Produkte nutzen lassen. Zudem verfolgen wir aufmerksam, ob rechtliche Regelungen, zum Beispiel im Emissionsschutz, Bedarf an neuen Produktionstechnologien nach sich ziehen. Neben produktbezogenen Chancen bewerten wir auch Potenziale, die sich in einzelnen Regionen, mit bestimmten Kunden oder durch neue Geschäftsmodelle ergeben. Auch Chancen durch Prozessoptimierungen werden analysiert. Die Dürr AG als Holding-Gesellschaft unterstützt den Prozess des Chancenmanagements in zweierlei Hinsicht: Zum einen organisiert sie konzernübergreifende Workshops, in denen neue Geschäftschancen analysiert, definiert und in der Konzernstrategie verankert werden. Zum anderen stellt sie Finanzierungsmöglichkeiten bereit.

KONZERNWEITE CHANCEN

  • Wachstum in den Emerging Markets: Experten zufolge wird die Automobilindustrie zwischen 2011 und 2016 zusätzliche Produktionskapazitäten für rund 26 Mio. Einheiten aufbauen. Der Großteil davon wird in den Emerging Markets entstehen, wo im Jahr 2011 erstmals mehr Autos gebaut wurden als in den etablierten Märkten. In China, dem größten Automobilmarkt der Welt, dürfte die LIGHT-VEHICLE-Produktion zwischen 2011 und 2016 um durchschnittlich 12 % pro Jahr zunehmen und rund 26 Mio. Einheiten erreichen. Um davon zu profitieren, investieren wir entsprechend stark in zusätzliches Personal und Produktionsflächen.
  • Anziehen des nordamerikanischen Markts: Auch für die USA werden weiter steigende Absatz- und Produktionszahlen prognostiziert, obwohl das Konjunkturumfeld schwierig bleibt. Ein wichtiger Faktor sind Ersatzkäufe, da das durchschnittliche Pkw-Alter nach langer Kaufzurückhaltung mittlerweile zehn Jahre beträgt. Nachdem in der Krise von 2008/2009 viele Produktionslinien dauerhaft stillgelegt wurden, benötigt die Automobilindustrie nun wieder neue Kapazitäten. Außerdem müssen viele Bestandsanlagen modernisiert werden. Ausländische Hersteller bauen neue Werke, um Marktanteile zu gewinnen, dagegen investieren die US-Hersteller in die Absicherung ihres Heimatmarkts.# CHANCEN

  • Zusätzliches Potenzial im Service-Geschäft: Weltweit besteht eine breite Basis installierter Dürr-Anlagen, die wir mit Service-Leistungen versorgen: von der energetischen Optimierung über Kapazitätserweiterungen bis hin zur Ersatzteillieferung. Weiteres Potenzial im Service-Geschäft entsteht durch die zahlreichen Neuinstallationen, die wir gegenwärtig vornehmen. Mit einen dichten Netz an Service-Stützpunkten und neuen Service-Produkten erschließen wir dieses Potenzial.

  • Umweltschutz und Energieeffizienz: Weltweit werden die Energiepreise und Umweltstandards langfristig weiter steigen. Dadurch erwächst ein zunehmender Bedarf an nachhaltigen und energiesparenden Produktionsprozessen. Daran richten sich alle Dürr-Geschäftsbereiche unter dem neuen Claim "Leading in Production Efficiency" aus.
  • Weiterentwicklung in der Antriebstechnologie: Das hohe Tempo bei der Entwicklung sparsamer Verbrennungsmotoren generiert Investitionen in neue REINIGUNGS- und AUSWUCHTTECHNIK. Auch die Elektromobilität bietet uns Chancen, zum Beispiel als Lieferant für automatisierte Batterie-Montagelinien.
  • Aufstrebende Hersteller in der Automobilindustrie: Aufstrebende Automobilproduzenten aus China und anderen Emerging Markets drängen immer stärker auf den Weltmarkt. Um ihre Expansionspläne zu realisieren, benötigen sie zusätzliche Fertigungskapazitäten und moderne Produktionstechnologien.
  • Neue Geschäftsfelder: Seit 2009 haben wir durch Technologieakquisitionen mehrere neue Nischenmärkte besetzt, die überdurchschnittlich gute Wachstumsperspektiven bieten. Dazu zählen unter anderem die KLEBETECHNIK, die FEINSTREINIGUNGSTECHNIK und die Auswuchttechnik für Turbolader. In der BEFÜLLTECHNIK dringen wir durch die Übernahme des dänischen Spezialunternehmens Agramkow in neue Applikationsbereiche vor. In der Energieeffizienztechnik eröffnet uns der Einstieg in die ORC-Technologie zusätzliche Marktchancen. In allen Fällen nutzen wir unser weltweites Netzwerk, um international zu expandieren.

CHANCEN IN DEN GESCHÄFTSBEREICHEN

Paint and Final Assembly Systems

wird den Lokalisierungskurs in den Emerging Markets fortsetzen. Damit können wir den Anforderungen unserer Kunden besser entsprechen und weitere Kostensenkungspotenziale ausschöpfen. In China soll das Service-Geschäft ausgebaut werden. Basis dafür sind die zahlreichen Lackieranlagen, die wir seit 2009 errichtet haben. Weitere Chancen bietet neben dem anziehenden US-Markt auch Südostasien, wo die japanische Automobilindustrie stark vertreten ist. Den Zugang zu den japanischen Produzenten haben wir durch unsere Beteiligung an Parker Engineering erheblich verbessert. Im Modernisierungsgeschäft sehen wir vor allem Chancen bei der energetischen Optimierung von Lackierereien, zum Beispiel durch die Nachrüstung mit dem energiesparenden Lackierkabinensystem EcoDryScrubber.

Aircraft and Technology Systems

hat seine Kundenbasis in den vergangenen Jahren erheblich vergrößert. Seit 2008 kamen 16 Neukunden hinzu, mit denen das Geschäft ausgebaut wird. Besonderes Augenmerk legen wir auf chinesische und russische Flugzeugbauer, die ehrgeizige Expansionspläne verfolgen. Chancen bietet außerdem unsere Kompetenz in der Montage und Lackierung von Flugzeugteilen aus Kohlefaser (CFK).

Application Technology

wird seinen internationalen Expansionskurs in der Klebe- und SEALING-Technik fortsetzen. In der Lackapplikationstechnik eröffnen sich Chancen im Replacement-Geschäft. Beispiele sind der Wechsel von Lackiermaschinen auf flexiblere Lackierroboter sowie der Austausch älterer Zerstäuber durch die neue Produktgeneration EcoBell3. Weiteres Potenzial entsteht durch die fortschreitende Automatisierung der Fahrzeuginnenlackierung. Hinzu kommt der verstärkte Einsatz von Kunststoffteilen im Automobilbau; besonders in China besteht ein erhebliches Marktpotenzial für Kunststofflackiertechnik. Darüber hinaus wollen wir - ähnlich wie Paint and Final Assembly Systems - das Geschäft mit japanischen Kunden intensivieren. Neben dem Vertrieb kompletter Lackierrobotersysteme soll auch der Stand-alone-Verkauf von Applikationssystemen intensiviert werden.

Balancing and Assembly Products

will das Auswuchttechnikgeschäft in China und Japan weiter ausbauen. Weitere Chancen bieten sich im Service-Geschäft und bei Mess- und Auswuchtsystemen für Turbolader. Da weltweit in zusätzliche Kraftwerke investiert wird, wächst auch der Bedarf an Auswuchtanlagen für Großturbinen. In der PRÜFTECHNIK besteht vor allem in China, Indien und Brasilien Wachstumspotenzial. In der BEFÜLLTECHNIK wollen wir die Mehrheitsbeteiligung an Agramkow nutzen, um das Geschäft im Segment Haushaltsgeräte auszuweiten. Im Automobilsegment bestehen in China die größten Potenziale für zusätzliches Geschäft.

Cleaning and Filtration Systems

profitiert vom DOWNSIZING-Trend in der Automobilindustrie. Denn für die Fertigung neuer, verbrauchsoptimierter Motoren werden spezielle Reinigungsanlagen benötigt. Darüber hinaus sorgt die zunehmende Variantenvielfalt im Motoren- und Getriebebau dafür, dass ältere TRANSFERREINIGUNGSANLAGEN durch flexible Robotersysteme ersetzt werden. Weitere Wachstumspotenziale bieten sich im Asiengeschäft und durch den Ausbau des weltweiten Service-Netzwerks.

Environmental and Energy Systems

plant in der Abluftreinigung, das Geschäft mit den Schlüsselbranchen Chemie und Pharma auszubauen. Zudem soll die Marktdurchdringung in den Wachstumsmärkten China, Brasilien, Südkorea und Indien intensiviert werden. Großes Potenzial bietet sich in der Energieeffizienztechnik; hier haben wir mit der systematischen Vermarktung der neu erworbenen Organic-Rankine-Cycle-Technologie begonnen.

Energy Technology Systems

arbeitet am Ausbau des Geschäfts mit Technologien zur energetischen Optimierung von Produktionsprozessen. Im Vordergrund steht zunächst die Akquisition geeigneter Technologien, die im zweiten Schritt weiterentwickelt und breit vermarktet werden sollen.

Ausblick

EMERGING MARKETS WEITER AUF WACHSTUMSKURS

Für 2012 erwarten Konjunkturforscher, dass sich das weltwirtschaftliche Wachstum gegenüber 2011 abschwächt. Besonders die westeuropäischen Volkswirtschaften leiden unter der Schuldenkrise in der Eurozone. Der Tiefpunkt des laufenden Zyklus dürfte im Winter 2011/2012 erreicht worden sein. Um die Märkte zu stimulieren, dürften die Notenbanken weiterhin günstiges Geld zur Verfügung stellen. Auch weiterhin sind die größten Wachstumsraten in den Emerging Markets zu erwarten. Nahm die chinesische Regierung zuletzt ein langsameres Wachstum in Kauf, um die Inflation zu begrenzen, ist für 2012 wieder mit einem dynamischeren Kurs zu rechnen. Für die USA wird eine anhaltend stabile Wirtschaftsentwicklung prognostiziert, zumal das Land von den Schuldenproblemen in Europa nur wenig belastet wird. Die japanische Wirtschaft dürfte weiterhin nur moderat wachsen, obwohl nach dem Einbruch durch die Erdbebenkatastrophe Nachholeffekte zu beobachten sind. Für 2013 ist aus heutiger Sicht mit einem weltweiten Wirtschaftswachstum von rund 4 % zu rechnen. Der wichtigste Konjunkturmotor dürften auch weiterhin die Emerging Markets sein.

2.54 WACHSTUMSPROGNOSE BRUTTOINLANDSPRODUKT

2013 2012
Welt 4,0 3,2
Eurozone 1,0 - 0,5
USA 3,0 2,5
China 8,3 8,6
Indien 8,0 7,3
Brasilien 5,0 3,3
Japan 1,2 0,5
Quelle: Deutsche Bank 1/2012

AUTOMOBILPRODUKTION 2012: WEITERER ANSTIEG

Für 2012 prognostiziert PricewaterhouseCoopers (PwC) eine Steigerung der Weltautomobilproduktion von rund 6 %. Damit entspräche die Zunahme dem langfristigen Trendwachstum. Der historische Rückblick zeigt, dass die Automobilproduktion meist 1,3- bis 1,4-mal stärker wächst als das weltweite Bruttoinlandsprodukt. 2012 dürften rund 80 Millionen Pkws und leichte Nutzfahrzeuge gebaut werden - so viele wie nie zuvor. 2013 dürfte die Produktion auf 85 Mio. Einheiten steigen, vor allem weil in China, Brasilien, Indien und Osteuropa mit zweistelligen Wachstumsraten zu rechnen ist. In den USA, dem zweitgrößten Absatzmarkt der Welt, wird die Automobilproduktion 2012 voraussichtlich um 8 % zulegen, während für Westeuropa ein Rückgang erwartet wird. Die Wachstumsunterschiede zwischen den Emerging Markets und den etablierten Märkten dürften längerfristig Bestand haben. Im Jahr 2011 holte die Automobilindustrie viele Investitionen nach, die sie 2008/2009 krisenbedingt zurückgestellt hatte. Die Ertrags- und Finanzlage vieler Hersteller hat sich in den beiden vergangenen Jahren wesentlich verbessert. Zudem bieten sich der Branche in den Emerging Markets anhaltend gute Absatzperspektiven. Vor diesem Hintergrund erwarten wir auch für 2012 und 2013 hohe Investitionen, wenngleich sie das von Nachholeffekten geprägte Spitzenniveau des Jahres 2011 nicht ganz erreichen dürften. Ein beträchtlicher Teil der Investitionen wird voraussichtlich in die Modernisierung und Optimierung bestehender Werke fließen, um die Produktivität angesichts des steigenden Fertigungsvolumens zu erhöhen.

FLUGZEUGINDUSTRIE KURZFRISTIG MIT WACHSTUMSDELLE

Die Luftfahrtbranche wird im laufenden Jahr voraussichtlich weniger stark wachsen als 2011. Experten rechnen mit einem Plus von 3,5 %, während für 2013 knapp 5 % erwartet werden. Infolge ihrer hohen Auslastung dürften viele Airlines verstärkt in neue Flugzeuge investieren, zumal sie in der Krise 2008/2009 viele Anschaffungen verschoben hatten. Wir rechnen damit, dass die Investitionen der Fluglinien in derselben Größenordnung zunehmen wie das Passagier- und Transportaufkommen. Zu den wichtigsten Investitionsmotiven der Flugzeughersteller zählen Effizienzsteigerungen, die termingerechte Einführung neuer Modelle und die Reduktion des Kerosinverbrauchs. Hinzu kommen der Einsatz innovativer Werkstoffe, zum Beispiel Kohlefaser, und die Globalisierung der Produktion. Im Jahr 2011 erteilte uns der Flugzeugbauer Irkut in Russland einen Großauftrag, auch die Kontakte zu Herstellern aus China haben wir ausgebaut.Wir rechnen mit einem erheblichen Anstieg der Investitionen in beiden Ländern, da die dortigen Hersteller auf den Weltmarkt drängen.

DEUTLICHES WACHSTUM IM BEREICH UMWELT- UND ENERGIEEFFIZIENZTECHNIK ANGESTRBT

Auch zukünftig wird die Automobilindustrie unser mit Abstand wichtigster Absatzmarkt bleiben. Infolge ihrer hohen Investitionen in den beiden zurückliegenden Jahren wird die Branche auch 2012 und 2013 über 80 % unseres Umsatzes beitragen. Langfristig wird aber die Bedeutung anderer Kundengruppen wachsen. Dazu zählen zum einen Flugzeughersteller und die allgemeine Industrie, zum anderen werden wir das Geschäft mit Anlagen für Abluftreinigung und für die Steigerung der Energieeffizienz stark ausbauen. Dabei konzentrieren wir uns besonders auf Technologien zur Wärmerückgewinnung, beispielsweise ORC-Anlagen und Mikrogasturbinen zur Stromgewinnung aus industrieller Abwärme. Nach der Beteiligung an dem Start-up-Unternehmen Cyplan sind für 2012 weitere Technologiezukäufe beabsichtigt. Zunächst werden die Aktivitäten in der Energieeffizienztechnik relativ geringe Umsätze und Erträge beisteuern. Bis 2015 strebt der Unternehmensbereich Clean Technology Systems (Abluftreinigungs- und Energieeffizienztechnik) jedoch ein Umsatzvolumen von über 200 Mio. € an.

AUFTRAGSEINGANG, UMSATZ, ERGEBNIS

Trotz der Konjunkturrisiken beurteilen wir unsere Geschäftsperspektiven für 2012 und 2013 positiv. In den Wachstumsmärkten der Automobilindustrie - Asien, Osteuropa und Südamerika -erwarten wir eine hohe Nachfrage nach neuen Automobilwerken. In Nordamerika planen unsere Kunden vor allem Renovierungs- und Optimierungsprojekte, aber auch die Vergabe mehrerer Neubauprojekte steht bevor. Die wichtigsten Investitionsmotive der Automobilindustrie sind der wachsende Kapazitätsbedarf, Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen, die Reduktion der Energiekosten und der Technologiewettlauf in der Antriebstechnik.

2.5.5 PRODUKTION PKW UND LEICHTE NUTZFAHRZEUGE IN Mio. EINHEITEN (VERÄNDERUNG GEGENÜBER VORJAHR)

Region 2009 2010 2011 2012 * 2013 * 2014 * 2015 * 2016 * CAGR ** 2011 - 2016
Nordamerika 8,5 (- 32,5 %) 11,9 (40,0 %) 13,1 (10,1 %) 13,8 (5,3 %) 14,7 (6,5 %) 15,5 (5,4 %) 15,9 (2,6 %) 16,1 (1,3 %) 4,2 %
Mercosur 3,3 (- 2,9 %) 4,2 (27,3 %) 4,2 (0,0 %) 4,6 (9,5 %) 5,0 (8,7 %) 5,3 (6,0 %) 5,9 (11,3 %) 6,4 (8,5 %) 8,8 %
Westeuropa 12,3 (- 19,1 %) 13,3 (8,1 %) 13,6 (2,3 %) 13,0 (- 4,4 %) 13,6 (4,6 %) 14,4 (5,9 %) 14,7 (2,1 %) 15,0 (2,0 %) 2,0 %
Osteuropa 4,4 (- 29,0 %) 5,6 (27,3 %) 6,3 (12,5 %) 6,8 (7,9 %) 7,1 (4,4 %) 7,7 (8,5 %) 8,1 (5,2 %) 8,4 (3,7 %) 5,9 %
Asien 26,4 (0,4 %) 34,0 (28,8 %) 34,5 (1,5 %) 38,2 (10,7 %) 42,6 (11,5 %) 46,5 (9,2 %) 49,6 (6,7 %) 51,7 (4,2 %) 8,4 %
davon China 11,0 (46,7 %) 14,4 (30,9 %) 15,0 (4,2 %) 16,4 (9,3 %) 19,3 (17,7 %) 22,2 (15,0 %) 24,5 (10,4 %) 26,0 (6,1 %) 11,6 %
Andere 2,3 (- 8,0 %) 2,5 (8,7 %) 2,6 (4,0 %) 2,7 (3,8 %) 2,7 (0,0 %) 2,8 (3,7 %) 2,9 (3,6 %) 3,0 (3,4 %) 2,9 %
Gesamt 57,2 (- 13,6 %) 71,5 (25,0 %) 74,3 (3,9 %) 79,1 (6,5 %) 85,7 (8,3 %) 92,2 (7,6 %) 97,1 (5,3 %) 100,6 (3,6 %) 6,2 %

Quelle: PwC, eigene Schätzungen
* Prognose
** CAGR = Compound Annual Growth Rate (durchschnittliche jährliche Wachstumsrate)

Aufgrund unserer starken Position vor Ort sollten wir auch weiterhin überdurchschnittlich von der konjunkturellen Dynamik in den Emerging Markets profitieren. Jeweils rund 60 % von Umsatz und Auftragseingang dürften 2012 und 2013 aus diesen Märkten stammen. Die Bedeutung Westeuropas für unser Geschäft wird weiter abnehmen, während der nordamerikanische Markt wieder mehr ins Gewicht fallen sollte. Nachdem wir unsere Marktanteile in den Jahren 2010 und 2011 ausbauen konnten, gehen wir für 2012 und 2013 in den meisten Regionen von weiteren Zugewinnen aus. In China verfügen wir bereits heute über eine außerordentlich starke Marktposition. Langfristig streben wir im Konzern ein nachhaltiges Umsatzwachstum von 5 bis 10 % pro Jahr an. Dies setzt voraus, dass auch der Ausbau unserer neuen Geschäftsfelder plangemäß fortschreitet.

Aus heutiger Sicht rechnen wir im Jahr 2012 mit einem Umsatzplus von mindestens 5 % auf über 2,0 Mrd. €. Dafür sprechen der hohe Auftragsbestand und die anhaltend starke Nachfrage unserer Kunden. Wir weisen darauf hin, dass die Umsatzprognose für 2012 noch einige Unsicherheiten enthält, da sie in einem frühen Stadium des Jahres erstellt wurde. Der Auftragseingang dürfte sich nach dem außerordentlich hohen Vorjahresniveau normalisieren und im Jahr 2012 mindestens 2,0 Mrd. € erreichen. Damit würde er nach wie vor erheblich über dem Vorkrisenniveau von 2007/2008 liegen. Da Umsatz und Auftragseingang voraussichtlich ein ähnliches Niveau erreichen werden, sollte sich der Auftragsbestand am Jahresende 2012 unverändert auf rund 2,1 Mrd. € belaufen.

Das Ergebnis dürfte auch 2012 überproportional zum Umsatz zulegen. Mit Blick auf unsere hohe Auslastung sowie Volumen- und Kostendegressionseffekte streben wir eine EBIT-Marge von 5,5 bis 6 % an. Das Finanzergebnis wird sich 2012 voraussichtlich leicht abschwächen. Maßgeblich dafür ist, dass wir beim Kauf des Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen die Finanzierung von der veräußernden Leasinggesellschaft übernommen haben. Allerdings erhöht sich das EBIT, da die Leasingaufwendungen für den Dürr-Campus entfallen. Per Saldo ergibt sich aus dem Campus-Erwerb ein leicht positiver Effekt auf das Ergebnis vor Steuern. Der Steueraufwand wird parallel zur Ertragsverbesserung steigen, während die Steuerquote durch die Nutzung steuerlicher Verlustvorträge bei 25 % verharren sollte. Dementsprechend dürfte sich das Ergebnis nach Steuern um mindestens 15 % verbessern. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2012 soll gemäß unserer Ausschüttungspolitik zwischen 30 und 40 % des Konzerngewinns betragen und ebenfalls um mindestens 15 % steigen.

Für 2013 planen wir Zuwächse von jeweils rund 5 % bei Auftragseingang und Umsatz. Auch das operative Ergebnis soll weiter zunehmen, sodass die EBIT-Marge den im Rahmen unserer Strategie angestrebten Wert von 6 % erreicht. Positive Ergebniseffekte erwarten wir unter anderem aus der Kostendegression und aus höheren Margen im Projektgeschäft. Das Finanzergebnis wird sich 2013 voraussichtlich geringfügig verbessern. Unsere relativ niedrige Steuerquote dürfte sich normalisieren und rund 30 % erreichen, was zu einem maßvollen Anstieg des Steueraufwands führen sollte. Dennoch ist 2013 mit einem weiter steigenden Ergebnis nach Steuern und damit einhergehend mit einer abermaligen Anhebung der Dividende zu rechnen. Unsere Ausschüttungsquote soll unverändert 30 bis 40 % des Konzernüberschusses betragen.

2.5.6 AUSBLICK UNTERNEHMENSBEREICHE

UNTERNEHMENSBEREICHE UMSATZ (Mio. €) AUFTRAGSEINGANG (Mio. €) EBIT-MARGE (%)
2012e 2013e 2012e
Paint and Assembly Systems 900 940 950
Application Technology 440 470 400
Measuring and Process Systems 570 590 550
Clean Technology Systems 90 100 100

Alle Unternehmensbereiche planen Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis in den Jahren 2012 und 2013. Dies setzt allerdings voraus, dass die positive Konjunkturentwicklung in den BRIC-Staaten anhält. Die Auftragseingänge werden, wie auch im Gesamtkonzern, unter den hohen Werten des Ausnahmejahres 2011 liegen.

CASHFLOW

Der operative Cashflow wird im Jahr 2012 voraussichtlich leicht zurückgehen, aber - genauso wie der FREE CASHFLOW - klar positiv ausfallen. Neben den Einnahmen und Erträgen dürfte auch das NET WORKING CAPITAL steigen, zum einen weil viele Aufträge im Anlagenbau ein fortgeschrittenes Abwicklungsstadium erreichen, zum anderen weil sich die Anzahlungen von Kunden nach dem sehr hohen Niveau des Jahres 2011 wieder normalisieren dürften. Für 2013 erwarten wir, dass die Einnahmen und Erträge weiter zunehmen, während der operative Cashflow und der Free Cashflow mindestens das Niveau von 2012 erreichen sollten.

INVESTITIONEN

Für 2012 sind Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von rund 20 Mio. € geplant (ohne Akquisitionen), die vor allem in Ersatzbeschaffungen fließen werden. Im Jahr 2013 wird das Investitionsvolumen voraussichtlich um rund 10 Mio. € steigen, da wir in Schanghai einen neuen Standort aufbauen, um das Maschinenbaugeschäft zu erweitern. Für 2012 und 2013 sind weitere Technologieakquisitionen geplant, um das Kerngeschäft zu stärken und die neuen Aktivitäten im Bereich Energieeffizienz/Wärmerückgewinnung voranzutreiben. Das Volumen der beabsichtigten Zukäufe dürfte in beiden Jahren 10 Mio. € überschreiten.

LIQUIDITÄT, EIGENKAPITAL UND FINANZIERUNG

An den Bilanzstichtagen 2012 und 2013 dürfte der NETTOFINANZSTATUS aus heutiger Sicht zwischen null und + 50 Mio. € betragen (31.12.2011: + 51,8 Mio. €), während die flüssigen Mittel jeweils über 200 Mio. € liegen sollten. Über die voraussichtlichen Auszahlungen aus den Finanzverbindlichkeiten und aus den derivativen Finanzinstrumenten informiert TEXTZIFFER 38 im Anhang zum Konzernabschluss. Wir rechnen damit, dass das Eigenkapital weiter zunimmt und die Eigenkapitalquote bis 2013 wieder auf über 25 % steigt. Die bevorstehenden Akquisitionen und die Expansion im Bereich Energieeffizienz/Wärmerückgewinnung sollen aus dem Cashflow beziehungsweise aus den liquiden Mitteln finanziert werden. Für 2012 und 2013 sind aus heutiger Sicht keine weiteren Anleiheemissionen geplant. Den syndizierten Kredit wollen wir allenfalls zum Ausgleich temporärer Schwankungen im Net Working Capital in Anspruch nehmen. Eine Kapitalerhöhung ist nicht geplant.

BESCHAFFUNG

Unser Ziel ist es, die Materialkosten nicht stärker als den Umsatz ansteigen zu lassen. Für 2012 rechnen wir mit Blick auf das geringere Wachstum der Weltwirtschaft mit konstanten Beschaffungspreisen; daher dürften die Materialkosten proportional zum Umsatz steigen.# ZUSAMMENFASSUNG ZUR VORAUSSICHTLICHEN ENTWICKLUNG

Auch 2013 werden sich Umsatz und Materialkosten voraussichtlich parallel entwickeln. Um Preisvorteile zu nutzen, werden wir verstärkt Beschaffungsmärkte in Osteuropa und Asien nutzen.

MITARBEITER

Bis Ende 2012 werden wir die Mitarbeiterzahl im Konzern voraussichtlich um rund 300 Personen steigern. Der Großteil der zusätzlichen Stellen wird in den Emerging Markets geschaffen, wo wir bis Ende 2013 eine Quote von 33 % der Konzernbelegschaft anstreben (31.12.2011: 31 %). In den etablierten Märkten wird die Mitarbeiterzahl allenfalls leicht steigen. Bei den Personalkosten rechnen wir für 2012 und 2013 mit einem Zuwachs von jeweils 10 %. Ausschlaggebend dafür sind vor allem das steigende Lohnniveau in den Emerging Markets und die höhere durchschnittliche Mitarbeiterzahl.

FORSCHUNG & ENTWICKLUNG

Unserer Strategie entsprechend sollen sowohl die F&E-Aufwendungen als auch die Zahl der F&E-Mitarbeiter in den kommenden Jahren weiter steigen. In der Produktentwicklung werden auch weiterhin die folgenden Themen im Vordergrund stehen:

  • Stückkostenreduktion im Automobilbau,
  • neue Service-Produkte,
  • Erweiterung des Produktspektrums für die Emerging Markets,
  • Umwelttechnik und Energieeffizienz.

ZUSAMMENFASSUNG ZUR VORAUSSICHTLICHEN ENTWICKLUNG

In den kommenden Jahren erwarten wir eine anhaltend positive Entwicklung des Konzerns, sofern die europäische Schuldenkrise und die damit einhergehenden Risiken nicht weiter eskalieren. Die Anzahl der Projektanfragen unserer Kunden bewegt sich auf anhaltend hohem Niveau, da besonders in den Emerging Markets hohe Investitionen in neue Werke geplant werden. Dies sorgt, zusammen mit unserem hohen Auftragsbestand, für eine gute Visibilität des zukünftigen Geschäftsverlaufs. In den Jahren 2012 und 2013 rechnen wir mit Umsatzsteigerungen von jeweils mindestens 5 %. Das Ergebnis soll auch weiterhin überproportional zum Umsatz steigen; 2012 streben wir eine EBIT-Marge von 5,5 bis 6 % an, 2013 sollen es 6 % werden. Unsere Aktionäre wollen wir durch höhere Dividenden am Unternehmenserfolg teilhaben lassen.

Bietigheim-Bissingen, den 1. März 2012

Dürr Aktiengesellschaft

Der Vorstand

RALF W. DIETER RALPH HEUWING

Konzernabschluss

3.1 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

  1. Januar bis 31. Dezember 2011 der Dürr Aktiengesellschaft, Stuttgart
Tsd. € ANHANG 2011 2010
Umsatzerlöse (7) 1.921.987 1.261.379
Umsatzkosten (8) - 1.590.584 1.023.916
* Bruttoergebnis vom Umsatz 331.403 237.463
* Vertriebskosten (9) - 107.232 98.451
* Allgemeine Verwaltungskosten (10) - 88.738 77.368
* Forschungs- und Entwicklungskosten (11) - 29.504 25.784
* Sonstige betriebliche Erträge (13) 25.782 27.215
Sonstige betriebliche Aufwendungen (13) - 25.217 26.442
Ergebnis vor Beteiligungsergebnis, Zinsergebnis und Ertragsteuern 106.494 36.633
* Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen (16) 580 548
Zinsen und ähnliche Erträge (17) 5.542 3.379
* Zinsen und ähnliche Aufwendungen (17) - 26.807 28.059
Ergebnis vor Ertragsteuern 85.809 12.501
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (18) - 21.552 5.418
Ergebnis des Dürr-Konzerns 64.257 7.083
Davon entfallen auf Nicht beherrschende Anteile 2.407 762
Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft 61.850 6.321
Ergebnis je Aktie in € (unverwässert und verwässert) 3,58 0,37
  • Die Angabe hat sich gegenüber dem Konzernabschluss 2010 verändert, da die bisher innerhalb der Funktionskosten ausgewiesenen Zinsen und erwarteten Erträge des Fondsvermögens aus der Bewertung von Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen den Positionen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen beziehungsweise Erträgen zugeordnet wurden. Nähere Informationen enthält Textziffer 15 im Anhang zum Konzernabschluss.

3.2 Konzern-Gesamtergebnisrechnung

  1. Januar bis 31. Dezember 2011 der Dürr Aktiengesellschaft, Stuttgart
Tsd. € ANHANG 2011 2010
Ergebnis des Dürr-Konzerns 64.257 7.083
Ergebnisneutrale Bestandteile des Gesamtergebnisses
Im Eigenkapital erfasste Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von zu Sicherungszwecken eingesetzten Finanzinstrumenten (25) - 4.612 253
Gewinne / Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren (25) 11 -
Ergebniswirksame Reklassifizierungen aus Währungsumrechnung (25) 451 -140
Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen (25) 1.791 12.457
Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung ausländischer at equity bilanzierter Unternehmen (25) 989 2.037
Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen (25) - 2.741 1.497
Latente Steuern auf ergebnisneutrale Bestandteile des Gesamtergebnisses (25) 1.372 379
Ergebnisneutrale Bestandteile des Gesamtergebnisses nach Steuern (25) - 2.739 12.983
Gesamtergebnis nach Steuern 61.518 20.066
Davon entfallen auf Nicht beherrschende Anteile 2.401 764
Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft 59.117 19.302

3.3 Konzernbilanz

  1. Januar bis 31. Dezember 2011 der Dürr Aktiengesellschaft, Stuttgart

AKTIVA

Tsd. € ANHANG 31.12.2011 31.12.2010
Geschäfts- oder Firmenwert (19, 43) 284.482 281.702
Sonstige immaterielle Vermögenswerte (19, 43) 42.177 34.440
Sachanlagen (19, 43) 144.879 91.199
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (19, 43) 22.333 23.134
Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen (20, 43) 17.207 11.912
Übrige Finanzanlagen (20, 43) 2.629 457
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (22) 191 1.321
Ertragsteuerforderungen (18) 76 100
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (23) 3.343 2.955
Sonstige Vermögenswerte (24) 215 103
Latente Steuern (18) 9.644 7.909
Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 1.835 7.099
Langfristige Vermögenswerte 529.011 462.331
Vorräte und geleistete Anzahlungen (21) 124.471 73.761
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (22) 625.644 391.950
Ertragsteuerforderungen (18) 7.576 5.750
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (23) 50.174 11.671
Sonstige Vermögenswerte (24) 22.244 15.581
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 298.561 252.308
Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 3.360 3.113
Kurzfristige Vermögenswerte 1.132.030 754.134
Summe Aktiva Dürr-Konzern 1.661.041 1.216.465

Passiva

Tsd. € ANHANG 31.12.2011 31.12.2010
Gezeichnetes Kapital (25) 44.289 44.289
Kapitalrücklage (25) 200.186 200.186
Gewinnrücklagen (25) 146.003 97.533
Kumuliertes übriges Eigenkapital (25) - 31.592 28.838
Summe Eigenkapital der Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft 358.886 313.170
Nicht beherrschende Anteile (26) 5.434 6.231
Summe Eigenkapital 364.320 319.401
Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen (27) 57.779 55.894
Übrige Rückstellungen (28) 6.654 7.745
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (30) 6.394 -
Anleihe (29) 225.511 225.639
Übrige Finanzverbindlichkeiten (29) 47.331 4.906
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (31) 26.162 9.522
Ertragsteuerverbindlichkeiten (32) 220 163
Übrige Verbindlichkeiten (32) 4.507 3.774
Latente Steuern (18) 26.921 20.006
Passiver Rechnungsabgrenzungsposten 425 573
Langfristige Verbindlichkeiten 401.904 328.222
Übrige Rückstellungen (28) 45.902 39.983
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (30) 711.327 439.680
Finanzverbindlichkeiten (29) 13.322 1.768
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (31) 27.363 17.545
Ertragsteuerverbindlichkeiten (32) 8.728 2.527
Übrige Verbindlichkeiten (32) 87.907 66.758
Passiver Rechnungsabgrenzungsposten 268 581
Kurzfristige Verbindlichkeiten 894.817 568.842
Summe Passiva Dürr-Konzern 1.661.041 1.216.465

3.4 Konzern-Kapitalflussrechnung

  1. Januar bis 31. Dezember 2011 der Dürr Aktiengesellschaft, Stuttgart
Tsd. € ANHANG 2011 2010
Ergebnis vor Ertragsteuern (35) 85.809 12.501
Ertragsteuerzahlungen - 14.317 17.381
Zinsergebnis 21.265 24.680
* Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen - 580 548
Dividenden von at equity bilanzierten Unternehmen - 441 -
Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte 20.615 18.012
Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen 252 -46
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge - 1.317 170
Veränderungen der betrieblichen Aktiva und Passiva
Vorräte - 43.192 7.361
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 224.716 49.064
übrige Forderungen und Vermögenswerte - 6.051 5.649
Rückstellungen 638 -11.211
* Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 265.603 88.280
übrige Verbindlichkeiten (nicht gegenüber Kreditinstituten) 24.722 2.589
Sonstige Aktiva und Passiva - 833 301
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 127.898 55.374
Erwerb von immateriellen Vermögenswerten - 6.251 5.348
Erwerb von Sachanlagen - 13.383 9.444
Erwerb at equity bilanzierter Unternehmen - 2.502 12
Erwerb von sonstigen Finanzanlagewerten - 2.211 104
Erlöse aus dem Verkauf langfristiger Vermögenswerte 891 929
Firmenerwerbe abzüglich erhaltener flüssiger Mittel - 6.816 6.840
Anlage in Termingeldern - 35.950 -
Erhaltene Zinseinnahmen 3.648 1.360
Cashflow aus lnvestitionstätigkeit -62.574 -19.459
Veränderung kurzfristige Bankverbindlichkeiten und übrige Finanzierungstätigkeiten 4.267 -121
Tilgung langfristiger Finanzverbindlichkeiten - 1.249 290
Tilgung der Anleihe - - 100.000
Aufnahme einer Anleihe 226.721 -
Zahlungen für Finanzierungsleasing - 470 1.249
Aufnahme Finanzverbindlichkeiten gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen - 9 -
Gezahlte Dividenden an die Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft - 5.190 -
Gezahlte Dividenden an Inhaber nicht beherrschender Anteile - 1.398 894
Geleistete Zinsausgaben - 20.116 19.072
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -24.156 105.104
Einfluss von Wechselkursänderungen 5.085 7.334
Konsolidierungskreisbedingte Änderung des Finanzmittelfonds - 58 -
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 46.253 148.411
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zum Periodenanfang 252.308 103.897
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zum Periodenende 298.561 252.308
  • Die Angabe hat sich gegenüber dem Konzernabschluss 2010 verändert, da die bisher innerhalb der Funktionskosten ausgewiesenen Zinsen und erwarteten Erträge des Fondsvermögens# 3.5 Konzern-Eigenkapitalspiegel

1. Januar bis 31. Dezember 2011 der Dürr Aktiengesellschaft, Stuttgart

Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Tsd. €
1. Januar 2010 44.289 200.186 92.237
Jahresüberschuss - - 6.321
Kumuliertes übriges Eigenkapital - - -
Gesamtergebnis nach Steuern - - 6.321
Dividenden - - -
Verkaufsoption nicht beherrschender Anteilsinhaber - - 1.047
Übrige Veränderungen - - 22
31. Dezember 2010 44.289 200.186 97.533
Jahresüberschuss - - 61.850
Kumuliertes übriges Eigenkapital - - -
Gesamtergebnis nach Steuern - - 61.850
Dividenden - - 5.190
Verkaufsoptionen nicht beherrschender Anteilsinhaber - - 8.211
Übrige Veränderungen - - 21
31. Dezember 2011 44.289 200.186 146.003

KUMULIERTES ÜBRIGES EIGENKAPITAL

Unrealisierte Gewinne / Verluste aus Cashflow Hedges

Tsd. €
1. Januar 2010
Jahresüberschuss
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Gesamtergebnis nach Steuern
Dividenden
Verkaufsoption nicht beherrschender Anteilsinhaber
Übrige Veränderungen
31. Dezember 2010
Jahresüberschuss
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Gesamtergebnis nach Steuern
Dividenden
Verkaufsoptionen nicht beherrschender Anteilsinhaber
Übrige Veränderungen
31. Dezember 2011

Unrealisierte Gewinne / Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren

Tsd. €
1. Januar 2010
Jahresüberschuss
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Gesamtergebnis nach Steuern
Dividenden
Verkaufsoption nicht beherrschender Anteilsinhaber
Übrige Veränderungen
31. Dezember 2010
Jahresüberschuss
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Gesamtergebnis nach Steuern
Dividenden
Verkaufsoptionen nicht beherrschender Anteilsinhaber
Übrige Veränderungen
31. Dezember 2011

Änderungen Konsolidierungskreis / Umgliederungen

Tsd. €
1. Januar 2010
Jahresüberschuss
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Gesamtergebnis nach Steuern
Dividenden
Verkaufsoption nicht beherrschender Anteilsinhaber
Übrige Veränderungen
31. Dezember 2010
Jahresüberschuss
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Gesamtergebnis nach Steuern
Dividenden
Verkaufsoptionen nicht beherrschender Anteilsinhaber
Übrige Veränderungen
31. Dezember 2011

KUMULIERTES ÜBRIGES EIGENKAPITAL

Unrealisierte versicherungsmathematische Gewinne / Verluste

Tsd. €
1. Januar 2010
Jahresüberschuss
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Gesamtergebnis nach Steuern
Dividenden
Verkaufsoption nicht beherrschender Anteilsinhaber
Übrige Veränderungen
31. Dezember 2010
Jahresüberschuss
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Gesamtergebnis nach Steuern
Dividenden
Verkaufsoptionen nicht beherrschender Anteilsinhaber
Übrige Veränderungen
31. Dezember 2011

Währungsumrechnung

Tsd. €
1. Januar 2010
Jahresüberschuss
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Gesamtergebnis nach Steuern
Dividenden
Verkaufsoption nicht beherrschender Anteilsinhaber
Übrige Veränderungen
31. Dezember 2010
Jahresüberschuss
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Gesamtergebnis nach Steuern
Dividenden
Verkaufsoptionen nicht beherrschender Anteilsinhaber
Übrige Veränderungen
31. Dezember 2011

Kumuliertes übriges Eigenkapital

Tsd. €
1. Januar 2010
Jahresüberschuss
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Gesamtergebnis nach Steuern
Dividenden
Verkaufsoption nicht beherrschender Anteilsinhaber
Übrige Veränderungen
31. Dezember 2010
Jahresüberschuss
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Gesamtergebnis nach Steuern
Dividenden
Verkaufsoptionen nicht beherrschender Anteilsinhaber
Übrige Veränderungen
31. Dezember 2011

Summe Eigenkapital der Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft

Tsd. €
1. Januar 2010
Jahresüberschuss
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Gesamtergebnis nach Steuern
Dividenden
Verkaufsoption nicht beherrschender Anteilsinhaber
Übrige Veränderungen
31. Dezember 2010
Jahresüberschuss
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Gesamtergebnis nach Steuern
Dividenden
Verkaufsoptionen nicht beherrschender Anteilsinhaber
Übrige Veränderungen
31. Dezember 2011

Nicht beherrschende Anteile

Tsd. €
1. Januar 2010
Jahresüberschuss
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Gesamtergebnis nach Steuern
Dividenden
Verkaufsoption nicht beherrschender Anteilsinhaber
Übrige Veränderungen
31. Dezember 2010
Jahresüberschuss
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Gesamtergebnis nach Steuern
Dividenden
Verkaufsoptionen nicht beherrschender Anteilsinhaber
Übrige Veränderungen
31. Dezember 2011

Summe Eigenkapital

Tsd. €
1. Januar 2010
Jahresüberschuss
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Gesamtergebnis nach Steuern
Dividenden
Verkaufsoption nicht beherrschender Anteilsinhaber
Übrige Veränderungen
31. Dezember 2010
Jahresüberschuss
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Gesamtergebnis nach Steuern
Dividenden
Verkaufsoptionen nicht beherrschender Anteilsinhaber
Übrige Veränderungen
31. Dezember 2011

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2011

GRUNDLAGEN UND METHODEN

1. Grundlagen der Rechnungslegung

Das Unternehmen

Die Dürr Aktiengesellschaft ("Dürr AG" oder "die Gesellschaft") hat ihren juristischen Firmensitz in Stuttgart, Deutschland; der Sitz der Geschäftstätigkeit ist in der Carl-Benz-Straße 34 in 74321 Bietigheim-Bissingen. Der Dürr-Konzern ("Dürr" oder "der Konzern") besteht aus der Dürr AG und ihren Tochtergesellschaften. Dürr ist ein Maschinen- und Anlagenbaukonzern, der in nahezu allen seinen Tätigkeitsfeldern an der Spitze des Weltmarkts steht und rund 80 % seines Umsatzes im Geschäft mit der Automobilindustrie erwirtschaftet. Darüber hinaus werden Branchen wie die Flugzeugindustrie, der Maschinenbau, die Energiewirtschaft sowie die Chemie- und Pharmaindustrie mit Produktionstechnik beliefert. Dürr agiert mit vier Unternehmensbereichen statt wie im Vorjahr mit zwei: Paint and Assembly Systems bietet Produktions- und Lackiertechnik, vor allem für Automobilkarosserien, aber auch für Flugzeuge. Maschinen und Systeme von Measuring and Process Systems kommen unter anderem im Motoren- und Getriebebau und in der Endmontage zum Einsatz. Der zum 1. Januar 2011 neu gegründete Unternehmensbereich Clean Technology Systems erstellt Anlagen zur Abluftreinigung und entwickelt Technologien zur Steigerung der Energieeffizienz von Produktionsprozessen. Zum 31. Dezember 2011 wurde der Geschäftsbereich Application Technology, in dem Dürr seine Systeme zur Lackier- und Klebetechnik anbietet, in einen eigenen Unternehmensbereich überführt.

Rechnungslegungsmethoden

Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) zum Abschlussstichtag anzuwenden waren, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden. Darüber hinaus hat der Konzern die neuen beziehungsweise überarbeiteten Standards angewandt, die für das am 1. Januar 2011 beginnende Geschäftsjahr verbindlich sind. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ergaben sich aus der Anwendung der folgenden neuen oder überarbeiteten Standards:

Im Geschäftsjahr erstmals angewendete neue und überarbeitete Standards und Interpretationen

  • International Accounting Standard (IAS) 24 "Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen": Durch die Überarbeitung des IAS 24 wurden zunächst die Berichtspflichten von Unternehmen, an denen der Staat beteiligt ist (so genannte state-controlled entities), vereinfacht. Darüber hinaus wurde die Definition der nahe stehenden Unternehmen und Personen grundlegend überarbeitet. Der geänderte Standard hat Auswirkungen auf den Kreis der Personen und Unternehmen, über die zu berichten ist, sowie auf die Darstellung der Beziehungen im Konzernabschluss.

Im Geschäftsjahr erstmals anzuwendende neue oder überarbeitete Standards und Interpretationen, die keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben

  • IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards": Die Änderungen enthalten Ausnahmen für Erstanwender.
  • IAS 32 "Finanzinstrumente: Darstellung": Die Ergänzung erläutert die Klassifizierung von Bezugsrechten als Eigen- oder Fremdkapital.
  • Änderung von International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) 14 "IAS 19 - Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswertes, Mindestdotierungsverpflichtungen und ihre Wechselwirkung": Im November 2009 veröffentlichte das IFRIC eine Änderung des IFRIC 14, die von Relevanz ist, wenn ein Unternehmen, das im Zusammenhang mit seinen Pensionsplänen Mindestdotierungsverpflichtungen zu erfüllen hat, Vorauszahlungen auf diese leistet.
  • IFRIC 19 "Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten mit Eigenkapitalinstrumenten": Die Interpretation enthält Leitlinien zur Behandlung solcher auch als "Debt for Equity Swaps" bezeichneter Transaktionen. Sie verdeutlicht die Anforderungen der IFRS, wenn ein Unternehmen die Bedingungen einer finanziellen Verbindlichkeit mit dem Gläubiger neu aushandelt und der Gläubiger dabei Aktien oder andere Eigenkapitalinstrumente des Unternehmens zur vollen oder partiellen Tilgung der finanziellen Verbindlichkeit akzeptiert.
  • Jährliches Änderungsverfahren: Im Mai 2010 veröffentlichte das International Accounting Standards Board (IASB) im Rahmen des jährlichen Änderungsverfahrens den dritten finalen Standard mit Änderungen zu bestehenden IFRS ("Omnibus-Standard"). Durch das Annual Improvement Project 2007 - 2010 wurden kleinere Änderungen an insgesamt sechs Standards und einer Interpretation vorgenommen. Die verabschiedeten Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen, anzuwenden. Eine Ausnahme bilden die Änderungen von IFRS 3 und IAS 27, die bereits für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen, anzuwenden sind. Insbesondere seien folgende Änderungen genannt, deren Anwendung jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Gesellschaft haben:
  • IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards": Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Jahr der erstmaligen Anwendung sowie die Möglichkeit, die Neubewertung als Grundlage für angenommene Anschaffungs- oder Herstellungskosten heranzuziehen und die angenommenen Anschaffungs- oder Herstellungskosten für Geschäftsaktivitäten, die dem Regulierungsprozess unterliegen, zugrunde zu legen.
  • IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse": Die Änderungen betreffen Übergangsbestimmungen für bedingte Gegenleistungen aus Unternehmenszusammenschlüssen vor der Einführung des in 2009 geänderten IFRS 3. Weiterhin werden die Anzahl der Bewertungswahlrechte von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss eingeschränkt und Inkonsistenzen bei anteilsbasierten Vergütungszusagen beseitigt.
  • IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben": Das IASB stellt klar, dass die qualitativen Angaben zu Risiken in Verbindung mit Finanzinstrumenten die jeweiligen quantitativen Angaben stützen und erläutern sollen.
  • IAS 1 "Darstellung des Abschlusses": Ein Unternehmen kann für die einzelnen Bestandteile des Eigenkapitals eine Analyse des sonstigen Ergebnisses in der Aufstellung über Veränderungen des Eigenkapitals oder im Anhang darstellen.
    • IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse": Übergangsbestimmungen für Änderungen infolge der Änderungen an IAS 27.
  • IAS 34 "Zwischenberichterstattung": Entwicklung von Leitlinien zur Veranschaulichung der Umsetzung der Angabevorschriften des IAS 34 zu bedeutenden Ereignissen und Geschäftsvorfällen sowie Erweiterung der Angabevorschriften.# Neue und geänderte Rechnungslegungsstandards und IFRIC-Interpretationen

Im Folgenden werden die von der IASB neu herausgegebenen und geänderten Rechnungslegungsstandards und IFRIC-Interpretationen beschrieben. Sofern diese nicht bereits in Kraft getreten sind, wird die voraussichtliche Auswirkung auf den Konzernabschluss aufgeführt.

Folgende von der EU im Rahmen des Komitologieverfahrens übernommene Standards sind bereits in Kraft getreten und haben Auswirkungen auf den Konzernabschluss:

  • IFRIC 13 "Kundenbindungsprogramme": Die Änderung stellt klar, dass bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von Prämienanrechten auf Basis des Werts möglicher Prämien die Höhe der Rabatte und Anreize zu berücksichtigen ist, die nicht am Prämienprogramm teilnehmenden Kunden gewährt werden.

Folgender von der EU im Rahmen des Komitologieverfahrens übernommener Standard ist noch nicht in Kraft getreten und wird keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben:

  • IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben": Im Oktober 2010 veröffentlichte das IASB die Änderungen an IFRS 7 bezüglich der Angabepflichten bei der Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen.

Standards und Interpretationen, die noch nicht in Kraft getreten sind und von der EU noch nicht im Rahmen des Komitologieverfahrens übernommen wurden:

  • Änderung von IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards": Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen, und wird keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.
  • Änderung von IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben": Die Änderung enthält ergänzende Pflichtangaben zu allen bilanzierten Finanzinstrumenten, die nach IAS 32 "Finanzinstrumente: Darstellung" saldiert werden. Zudem werden Angaben zu sämtlichen bilanzierten Finanzinstrumenten gefordert, die durchsetzbaren Globalverrechnungs- oder ähnlichen Vereinbarungen unterliegen. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, und wird voraussichtlich keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.
  • IFRS 9 "Finanzinstrumente": Im November 2009 veröffentlichte das IASB den neuen Standard IFRS 9 zur Kategorisierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten. Die Veröffentlichung von IFRS 9 schließt Phase 1 des dreiteiligen IASB-Projekts zur vollständigen Überarbeitung der Bilanzierung von Finanzinstrumenten und somit von IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" ab. Gemäß IFRS 9 regelt ein neuer, weniger komplexer Ansatz die Kategorisierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten. Nunmehr gibt es nur noch zwei anstatt vier Bewertungskategorien für aktivische Finanzinstrumente. Im Oktober 2010 veröffentlichte das IASB eine Ergänzung des IFRS 9 um Vorgaben zu finanziellen Verbindlichkeiten. IFRS 9 ist ab dem 1. Januar 2015 verpflichtend anzuwenden. Dürr hat die Analyse möglicher Auswirkungen auf den Konzernabschluss noch nicht abgeschlossen.
  • IFRS 10 "Konzernabschlüsse": Mit IFRS 10 wird ein einheitliches Konzept der Beherrschung eingeführt, das bei der Bestimmung der in den Konzernabschluss einzubeziehenden Unternehmen Anwendung findet. IFRS 10 ersetzt die Vorschriften von IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse" sowie Standing Interpretations Committee (SIC)-12 "Konsolidierung - Zweckgesellschaften". Der Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Dürr hat die Analyse möglicher Auswirkungen auf den Konzernabschluss noch nicht abgeschlossen.
  • IFRS 11 "Gemeinsame Vereinbarungen": IFRS 11 regelt die Bilanzierung von gemeinschaftlichen Vereinbarungen unter gemeinschaftlicher Führung. Er löst IAS 31 "Anteile an Gemeinschaftsunternehmen" und SIC-13 "Gemeinschaftlich geführte Unternehmen - Nicht monetäre Einlagen durch Partnerunternehmen" ab. Der Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Dürr hat die Analyse möglicher Auswirkungen auf den Konzernabschluss noch nicht abgeschlossen.
  • IFRS 12 "Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen": IFRS 12 enthält alle Angabevorschriften für die Beteiligungen eines Unternehmens an Tochtergesellschaften, gemeinschaftlichen Unternehmen, assoziierten Unternehmen und strukturierten Unternehmen, die bisher auf verschiedene Standards (IAS 27, IAS 28 und IAS 31) entfielen, und erweitert sie. Der Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Dürr hat die Analyse möglicher Auswirkungen auf den Konzernabschluss noch nicht abgeschlossen.
  • IFRS 13 "Fair Value Bewertung": Der Standard enthält Leitlinien zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts, wenn dessen Verwendung durch einen Standard vorgeschrieben wird oder zulässig ist. Der Standard tritt für Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Dürr hat die Analyse möglicher Auswirkungen auf den Konzernabschluss noch nicht abgeschlossen.
  • Änderung von IAS 1 "Darstellung des Abschlusses": Die Änderungen betreffen die Darstellung der ergebnisneutralen Bestandteile des Gesamtergebnisses. Diese sind künftig - abhängig von der Möglichkeit einer späteren Umbuchung in den Gewinn oder Verlust - in zwei Kategorien zu klassifizieren. Der Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, und hat Auswirkungen auf die Darstellung des Gesamtergebnisses.
  • Änderung von IAS 12 "Steuern": Die Änderung an IAS 12 enthält eine Konkretisierung des Bewertungsmaßstabs für latente Steuern bei Unterscheidung des Steuersystems zwischen laufender Nutzung und Veräußerung eines Vermögenswerts. Der Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2012 beginnen, und wird keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.
  • Änderung von IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer": Die Änderungen an IAS 19 heben das Wahlrecht zur Nutzung der Korridormethode auf und regeln die Bilanzierung der ergebniswirksamen und ergebnisneutralen Erfassung der Veränderungen der Pensionsverpflichtungen. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, und wird Auswirkungen auf die Höhe des Zinsergebnisses und die ergebnisneutralen Bestandteile des Gesamtergebnisses haben.
  • Änderung von IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse": Aufgrund der Auslagerung der Vorschriften zur Konsolidierung nach IFRS 10 enthält der geänderte IAS 27 Regelungen zur Bilanzierung von Anteilen an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen in Einzelabschlüssen. In diesem Zusammenhang wird IAS 27 in "Einzelabschlüsse" umbenannt. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, und wird voraussichtlich keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.
  • Änderung von IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen": Der Standard wird umbenannt in "Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen". In den geänderten IAS 28 wurden der ehemalige SIC-13 "Gemeinschaftliche geführte Unternehmen - Nicht monetäre Einlagen durch Partnerunternehmen" sowie weitere Klarstellungen eingearbeitet. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, und wird voraussichtlich keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.
  • Änderung von IAS 32 "Finanzinstrumente: Darstellung": Durch die Ergänzung wurden einige Details in Bezug auf die Saldierung von finanziellen Vermögenswerten mit finanziellen Verbindlichkeiten klargestellt. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, und wird voraussichtlich keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.
  • IFRIC 20 "Abraumkosten in der Produktionsphase einer über Tagebau erschlossenen Mine": Die Interpretation ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, und wird keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.

Der Konzern hat Standards und IFRIC-Interpretationen, die bereits herausgegeben wurden, jedoch noch nicht in Kraft getreten sind, nicht vorzeitig angewendet. Dürr beabsichtigt grundsätzlich, alle Standards zum Zeitpunkt der erstmaligen verpflichtenden Anwendung zu berücksichtigen. Die Anforderungen der angewendeten Standards wurden vollständig erfüllt. Der Abschluss vermittelt damit ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und der Cashflows des Konzerns.

Das Geschäftsjahr von Dürr entspricht dem Kalenderjahr. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt; alle Beträge werden in Tausend Euro (Tsd. €) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist.

Alle Vermögenswerte und Schulden sind mit historischen beziehungsweise fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Ausnahmen bilden derivative Finanzinstrumente, Verpflichtungen aus Verkaufsoptionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile, Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten, Verpflichtungen aus anteilsbasierter Vergütung sowie finanzielle Vermögenswerte, die als zur Veräußerung verfügbar und als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert sind. Diese sind zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden als kurzfristig behandelt, sofern sie innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder erfüllt werden. Bei einer Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren erfolgt der Ausweis als mittelfristig, bei einer Restlaufzeit von über fünf Jahren als langfristig.

2. Konsolidierungsgrundsätze

Grundlage für den Konzernabschluss von Dürr sind die nach einheitlichen Regeln zum 31. Dezember 2011 erstellten und von unabhängigen Abschlussprüfern geprüften IFRS-Abschlüsse der Dürr AG sowie ihrer einbezogenen Tochtergesellschaften und at equity bilanzierten Unternehmen. Für erstmals in den Konzernabschluss einbezogene Tochtergesellschaften wird die Kapitalkonsolidierung gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" nach der Erwerbsmethode durchgeführt.# 3. Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2011 sind neben der Dürr AG die in- und ausländischen Gesellschaften einbezogen, bei denen die Dürr AG unmittelbar oder mittelbar die Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses hat (Control-Verhältnis). Die Gesellschaften werden ab dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, an dem die Möglichkeit der Beherrschung erlangt wird. Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen werden ab dem Zeitpunkt nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem die gemeinschaftliche Führung beziehungsweise die Möglichkeit des maßgeblichen Einflusses besteht. Die nachfolgende Tabelle zeigt, wie viele Gesellschaften der Konsolidierungskreis neben der Dürr AG als Mutterunternehmen umfasst.

3.6 ANZAHL VOLLKONSOLIDIERTER GESELLSCHAFTEN

31.12.2011 31.12.2010
Inland 12 11
Ausland 45 41
Gesamt 57 52

Der Konzernabschluss enthält acht (Vorjahr: vier) Gesellschaften, an denen Inhaber nicht beherrschender Anteile beteiligt sind.

3.7 ANZAHL AT EQUITY BILANZIERTER GESELLSCHAFTEN

31.12.2011 31.12.2010
Inland 2 3
Ausland 2 1
Gesamt 4 4

4. Veränderungen des Konsolidierungskreises

Am 12. Mai 2011 gründete Dürr die CPM Automation d.o.o. Beograd mit Sitz in Belgrad, Serbien. Zum 15. Mai 2011 wurde die Carl Schenck Denmark ApS mit Sitz in Sønderborg, Dänemark, gegründet. Am 24. Mai 2011 erwarb Dürr 55 % der Anteile an der Agramkow Fluid Systems A/S mit Sitz in Sønderborg, Dänemark, und ihren Tochtergesellschaften Agramkow Asia Pacific Pte. Ltd., Singapur, und Agramkow do Brasil Ltda., Indaiatuba, Brasilien. Am 30. November 2011 übernahm Dürr den Komplementäranteil an der Dürr GmbH & Co. Campus KG mit Sitz in Pullach im Isartal. Nach der Übernahme wurde der Sitz der Gesellschaft nach Bietigheim-Bissingen verlegt. Die Gesellschaft war bisher als assoziiertes Unternehmen at equity in den Konzernabschluss einbezogen. Zum 31. August 2011 wurde die Gesellschaft Test Automation Ltd. (vormals Schenck Test Automation Ltd.) mit Sitz in Warwick, Großbritannien, entkonsolidiert. Die Entkonsolidierung hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Mit Kaufvertrag vom 25. Mai 2011 erwarb Dürr 50 % der stimmberechtigten Anteile an der Cyplan Ltd. mit rechtlichem Sitz in Aldermaston, Großbritannien. Der Sitz der operativen Geschäftstätigkeit befand sich zum Erwerbszeitpunkt in Ingelheim. Nach dem Vollzug des Kaufvertrags wurde die Gesellschaft in Dürr Cyplan Ltd. umfirmiert und der Sitz der operativen Geschäftstätigkeit nach Bietigheim-Bissingen verlegt. Die Gesellschaft wird als assoziiertes Unternehmen at equity in den Konzernabschluss einbezogen.

5. Währungsumrechnung

Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Tochtergesellschaften erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung gemäß IAS 21 "Auswirkungen von Wechselkursänderungen" in Euro. Bei der überwiegenden Anzahl der ausländischen Tochtergesellschaften des Konzerns ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Entsprechend werden die Vermögenswerte und Schulden mit den Stichtagskursen am Konzernabschlussstichtag, die Aufwendungen und Erträge grundsätzlich mit den Durchschnittskursen umgerechnet. Die hieraus entstehenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst. In den Einzelabschlüssen der Dürr AG und ihrer Tochtergesellschaften werden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten zum Anschaffungskurs bewertet; laufende Geschäftsvorfälle werden zum Tageskurs umgerechnet. Zum Bilanzstichtag eingetretene Kursgewinne und -verluste werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Für eine betragsmäßige Darstellung der erfolgswirksamen Kursgewinne und -verluste wird auf die Textziffern 8 und 13 verwiesen.

3.8 MASSGEBENDE WECHSELKURSE

STICHTAGSKURS 31.12.2011 STICHTAGSKURS 31.12.2010 DURCHSCHNITTSKURS 2011 DURCHSCHNITTSKURS 2010
US-Dollar 1,2932 1,3282 1,3983 1,3213
Chinesischer Renminbi 8,1435 8,7697 9,0204 8,9329
Brasilianischer Real 2,4137 2,2102 2,3346 2,3237
Mexikanischer Peso 18,0725 16,4480 17,4096 16,6861
Indische Rupie 68,5855 59,6528 65,4636 60,4041
Britisches Pfund 0,8367 0,8630 0,8694 0,8575
Koreanischer Won 1.499,5924 1.507,2414 1.544,8886 1.531,2611
Dänische Krone 7,4340 7,4555 7,4494 7,4486
Japanischer Yen 100,0700 108,5936 111,2300 115,2189

In den Einzelabschlüssen der ausländischen Tochtergesellschaften werden die Geschäfts- oder Firmenwerte mit dem Kurs am Konzernabschlussstichtag umgerechnet. Geschäfts- oder Firmenwerte, die nicht in den ausländischen Einzelabschlüssen der Tochtergesellschaften bilanziert sind und bereits zum 1. Januar 2005 vorhanden waren, werden unter Anwendung der Übergangsregelung des IAS 21.59 weiterhin zum Konzernabschlussstichtag zu historischen Kursen (Kurs zum Zeitpunkt des Erwerbs) bilanziert. Die aus Akquisitionen aufgedeckten stillen Reserven werden größtenteils in der funktionalen Währung der erworbenen Gesellschaft bilanziert.

6. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte sind Geschäfts- oder Firmenwerte, Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie aktivierte Entwicklungskosten und aktivierte Transaktionskosten aus Finanzierungstätigkeit. Erworbene und selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden unter den Voraussetzungen des IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte" aktiviert. Neben anderen Kriterien muss mit der Nutzung des Vermögenswerts ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil wahrscheinlich sein; zudem müssen die Kosten des Vermögenswerts zuverlässig bestimmbar sein. Immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Die Amortisation von immateriellen Vermögenswerten mit bestimmter Nutzungsdauer erfolgt planmäßig linear über die Nutzungsdauer, soweit keine außerplanmäßige Wertminderung vorliegt. Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben. Bei den sonstigen immateriellen Vermögenswerten wird einmal jährlich überprüft, ob die Ereignisse und Umstände die Einschätzung der unbestimmten Nutzungsdauer weiterhin rechtfertigen. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Nutzungsdauer von unbestimmt auf bestimmt als Schätzungsänderung gemäß IAS 8 "Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler" prospektiv bilanziert. Ebenfalls einmal jährlich oder wenn es Anhaltspunkte dafür gibt, dass der immaterielle Vermögenswert wertgemindert sein könnte, wird auf Wertminderung der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer geprüft.

Im Konzern werden Entwicklungskosten als selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte nur unter den Voraussetzungen des IAS 38 aktiviert. Danach müssen unter anderem die folgenden Kriterien erfüllt sein:

  • technische Realisierbarkeit der Fertigstellung zur Nutzung oder zum Verkauf,
  • Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen wirtschaftlichen Vorteils aus der Nutzung des Vermögenswerts,
  • Fähigkeit, die Ausgaben während der Entwicklung verlässlich bewerten zu können.

Die Herstellungskosten umfassen alle direkt zurechenbaren Kosten ab dem Zeitpunkt, an dem die Ansatzkriterien erstmals erfüllt werden. Entwicklungskosten, die diese Kriterien nicht erfüllen, sowie Forschungskosten werden sofort als Aufwand erfasst. Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Forschungs- und Entwicklungskosten ausgewiesen.# 3.9 NUTZUNGSDAUERN IMMATERIELLER VERMÖGENSWERTE (GESCHÄTZT)

Jahre
Transaktionskosten
Aktivierte Entwicklungskosten
Technologisches Know-how
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
Kundenbeziehungen
Markennamen

Sachanlagen

Die Bilanzierung von Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen über die Nutzungsdauer. Die Herstellungskosten umfassen alle direkten Kosten des Herstellungsprozesses.

3.10 NUTZUNGSDAUERN SACHANLAGEN (GESCHÄTZT)

Jahre
EDV-Hardware
Betriebs- und Geschäftsausstattung
Maschinen und Ausrüstungen
Gebäude, Um- und Einbauten
Grundstücke

Die Anschaffungs- und Herstellungskosten für Sachanlagen enthalten größere Aufwendungen für Ersatzbeschaffungen, die die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verlängern oder die Kapazität erhöhen. Bei verkauften und verschrotteten Anlagegütern werden die historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und die kumulierten Abschreibungen ausgebucht. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen den Nettoveräußerungserlösen und dem Buchwert ermittelt und in der Periode, in der der Posten ausgebucht wird, erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstige betriebliche Erträge oder Aufwendungen erfasst. Instandhaltungen und kleinere Reparaturen werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden bei der erstmaligen Bewertung zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten einschließlich Nebenkosten bewertet. Der Buchwert enthält die Kosten für Ersatzinvestitionen einer bestehenden, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie zum Zeitpunkt des Anfalls dieser Kosten, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Der Buchwert beinhaltet nicht die Kosten der täglichen Instandhaltung dieser Immobilien. Im Rahmen der Folgebewertung werden die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien zu ihren fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden ausgebucht, wenn sie veräußert werden oder wenn sie dauerhaft nicht mehr genutzt werden und kein künftiger wirtschaftlicher Nutzen bei ihrer Veräußerung erwartet wird. Gewinne oder Verluste aus der Stilllegung oder der Veräußerung einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie werden im Jahr der Stilllegung oder der Veräußerung erfasst. Immobilien werden dem Bestand der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien zugeordnet, wenn eine Nutzungsänderung vorliegt, die durch das Ende der Selbstnutzung oder den Beginn eines Operating-Leasingverhältnisses mit einer anderen Partei belegt wird.

Wertminderungsprüfung

Bei allen immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer, bei immateriellen Vermögenswerten, die noch nicht nutzungsbereit sind, sowie bei Geschäfts- oder Firmenwerten wird die Werthaltigkeit des Buchwerts am Ende jeden Geschäftsjahres überprüft. Bei den weiteren immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen wird eine Wertminderungsprüfung dann durchgeführt, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte, das heißt, dass der Buchwert des Vermögenswerts nicht erzielbar ist. Überwiegend fremdvermietete, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden einmal jährlich einer Wertminderungsprüfung unterzogen. Eine Wertminderung wird erfolgswirksam erfasst, soweit der erzielbare Betrag des Vermögenswerts den Buchwert unterschreitet. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert des Vermögenswerts. Der Nettoveräußerungspreis ist der aus einem Verkauf eines Vermögenswerts zu marktüblichen Bedingungen erzielbare Betrag abzüglich der Veräußerungskosten. Der Nutzungswert ist der Kapitalwert der geschätzten künftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswerts und seiner Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer zu erwarten sind. Der erzielbare Betrag wird für jeden Vermögenswert einzeln oder, falls dies nicht möglich ist, für die zahlungsmittelgenerierende Einheit, der er zugeordnet ist, ermittelt. Für im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte entsprechen aufgrund der internen Berichtsstrukturen die relevanten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten den Geschäftsbereichen des Dürr-Konzerns. Zur Ermittlung der erwarteten Cashflows jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit müssen Grundannahmen getroffen werden. Diese beinhalten Annahmen hinsichtlich der Finanzpläne sowie der zur Abzinsung herangezogenen Zinssätze. Frühere Wertminderungen werden erfolgswirksam revidiert, soweit sie nicht mehr bestehen oder sich verringert haben. Die Werterhöhung beziehungsweise die Verringerung der Wertminderung eines Vermögenswerts wird jedoch nur so weit erfasst, wie sie den Buchwert nicht übersteigt, der sich unter Berücksichtigung der Abschreibungseffekte ergeben hätte, wenn in den vorherigen Jahren keine Wertminderung erfasst worden wäre. Wertaufholungen bei Geschäfts- oder Firmenwerten dürfen nicht vorgenommen werden. Weitere Erläuterungen zu den Bilanzpositionen Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen finden sich unter Textziffer 19.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß IAS 20 "Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand" nur erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Sofern die Zuwendungen eine Investition betreffen, werden sie vom Buchwert des geförderten Vermögenswerts abgesetzt. Erfolgsbezogene Zuwendungen werden passivisch abgegrenzt und dann periodengerecht aufgelöst.

Leasingvereinbarungen

Die Gesellschaften des Dürr-Konzerns sind Leasingnehmer von Grundstücken, Bauten sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Mehrheit der Leasingverträge wird als Operating-Leasingverhältnis eingestuft. Finanzierungs-Leasingverhältnisse, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken an dem übertragenen Vermögenswert auf den Konzern übertragen werden, führen zur Aktivierung des Leasinggegenstands zum Zeitpunkt des Abschlusses des Leasingverhältnisses zum beizulegenden Zeitwert des Leasinggegenstands oder zum Barwert der Mindestleasingzahlungen, sofern dieser Wert niedriger ist. Leasingzahlungen werden so in Finanzaufwendungen und Tilgungsanteil der Restschuld aufgeteilt, dass über die Periode ein konstanter Zinssatz auf die verbliebene Leasingschuld entsteht. Finanzaufwendungen werden sofort erfolgswirksam erfasst. Gleichzeitig wird eine Verbindlichkeit in gleicher Höhe gebildet. Der Leasinggegenstand wird über den kürzeren der beiden Zeiträume - geschätzte Nutzungsdauer oder Laufzeit des Leasingverhältnisses - abgeschrieben. Leasingzahlungen innerhalb eines Operating-Leasingverhältnisses werden als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst.

Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen

In den Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen werden Unternehmen erfasst, bei denen Dürr entweder einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann oder bei denen Dürr gemeinsam mit anderen Partnern wirtschaftliche Tätigkeiten unter gemeinschaftlicher Führung durchführt. Anteilige Gewinne und Verluste werden in der Konzernbilanz als Veränderung des Buchwerts und in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns unter der Position "Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen" ausgewiesen. Unmittelbar im Eigenkapital des at equity bilanzierten Unternehmens erfasste Änderungen werden vom Konzern in Höhe der Beteiligungsquote des at equity bilanzierten Unternehmens ebenfalls unmittelbar im Eigenkapital erfasst und in die Aufstellung über Veränderungen des Eigenkapitals aufgenommen. Erhaltene Dividenden mindern den Buchwert.

Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und gleichzeitig bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Finanzinstrumente werden gemäß IAS 39 in die folgenden Kategorien eingeteilt: ― zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte, ― bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen, ― vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen, ― zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, ― finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, und ― finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Handelstag bilanziert.

Finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte mit festgelegten oder bestimmbaren Zahlungen und festen Laufzeiten, die das Unternehmen bis zur Endfälligkeit zu halten beabsichtigt und halten kann - ausgenommen nach IAS 39 vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen -, werden als bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen klassifiziert. Finanzielle Vermögenswerte, die hauptsächlich erworben wurden, um einen Gewinn aus der kurzfristigen Wertentwicklung zu erzielen, werden als zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Alle sonstigen finanziellen Vermögenswerte, ausgenommen nach IAS 39 vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen, werden als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte eingestuft. Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen werden unter den langfristigen Vermögenswerten bilanziert. Dies gilt nicht, wenn sie innerhalb eines Jahres nach dem Bilanzstichtag fällig sind. Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte werden unter den kurzfristigen Vermögenswerten bilanziert.# Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden als kurzfristige Vermögenswerte ausgewiesen, wenn die Unternehmensleitung die Absicht hat, sie innerhalb von zwölf Monaten ab dem Bilanzstichtag zu veräußern. Bei der erstmaligen Erfassung eines finanziellen Vermögenswerts wird dieser mit den Anschaffungskosten angesetzt. Diese setzen sich aus dem Zeitwert der Gegenleistung und - mit Ausnahme der zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte - den Transaktionskosten zusammen. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerten werden erfolgswirksam erfasst. Als Zeitwert eines Finanzinstruments gilt der Betrag, der im Geschäftsverkehr zwischen vertragswilligen und unabhängigen Vertragspartnern unter aktuellen Marktbedingungen erzielt werden kann. Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode bewertet. Ist es wahrscheinlich, dass bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen Vermögenswerten eine Wertminderung eintritt, so wird diese erfolgswirksam erfasst. Eine zuvor aufwandswirksam erfasste Wertminderung wird ertragswirksam korrigiert, wenn eine Wertaufholung objektiv auf einen nach der ursprünglichen Wertminderung aufgetretenen Sachverhalt zurückgeführt werden kann. Eine Werterhöhung wird nur insoweit erfasst, wie sie denjenigen Betrag der fortgeführten Anschaffungskosten nicht übersteigt, der sich ohne Wertminderung ergeben hätte. Vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, werden zu ihren fortgeführten Anschaffungskosten oder dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden abzüglich eines Steueranteils im kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Die erfolgswirksame Auflösung der Rücklage erfolgt entweder mit der Veräußerung oder bei Vorliegen einer Wertminderung. Von der Möglichkeit, finanzielle Vermögenswerte bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte ("Financial Assets at Fair Value through Profit or Loss") zu designieren, hat Dürr bislang keinen Gebrauch gemacht.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Anleihen, derivative finanzielle Verbindlichkeiten und andere Verbindlichkeiten. Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden nach der erstmaligen Erfassung unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, enthalten zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten. Derivate werden als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, es sei denn, sie werden als Sicherungsinstrument designiert und sind als solches effektiv. Gewinne oder Verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden, werden erfolgswirksam erfasst. Bei den finanziellen Verbindlichkeiten hat Dürr von dem Wahlrecht, diese bei ihrer erstmaligen bilanziellen Erfassung als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten ("Financial Liabilities at Fair Value through Profit or Loss") zu designieren, bisher keinen Gebrauch gemacht.

Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsgeschäfte

Dürr setzt derivative Finanzinstrumente wie beispielsweise Devisenterminkontrakte ein, um sich gegen Währungsrisiken abzusichern. Derivative Finanzinstrumente werden bei erstmaliger Bilanzierung und in Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Um dessen Veränderungen zu erfassen, sei es erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung oder erfolgsneutral im Eigenkapital (Sicherungsrücklage), ist entscheidend, ob das derivative Finanzinstrument in eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 eingebunden ist oder nicht. Sind die Voraussetzungen des IAS 39, die die Anwendung der Spezialvorschriften zum Hedge Accounting ermöglichen, nicht erfüllt, werden die Veränderungen der Zeitwerte erfolgswirksam erfasst. Nach Art des abgesicherten Grundgeschäfts werden Sicherungsinstrumente wie folgt klassifiziert:

  • als Absicherung des beizulegenden Zeitwerts, wenn es darum geht, das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts eines erfassten Vermögenswerts, einer Schuld, einer noch nicht in der Bilanz angesetzten festen Verpflichtung oder eines identifizierbaren Teils solcher Vermögenswerte, Schulden oder festen Verpflichtungen abzusichern, das Auswirkungen auf das Periodenergebnis haben könnte (Fair Value Hedge);
  • als Absicherung von Zahlungsströmen, wenn das Risiko von Cashflow-Schwankungen abgesichert wird, das einem erfassten Vermögenswert, einer erfassten Schuld oder einer vorhergesehenen Transaktion zugeordnet werden kann und Auswirkungen auf das Periodenergebnis haben könnte (Cashflow Hedge); oder
  • als Absicherung der Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb (Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation).

Die Behandlung erfolgt analog der eines Cashflow Hedges.

Absicherung des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value Hedge Accounting)

Bei Absicherung des beizulegenden Zeitwerts wird der Buchwert eines gesicherten Grundgeschäfts erfolgswirksam um den Gewinn oder Verlust angepasst, der dem abgesicherten Risiko zuzurechnen ist. Ferner wird das derivative Finanzinstrument mit seinem beizulegenden Zeitwert neu bewertet; Gewinne oder Verluste, die sich daraus ergeben, werden ebenfalls in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bei einem perfekten Hedge gleichen sich die ergebniswirksam erfassten Zeitwertschwankungen des Grund- und des Sicherungsgeschäfts nahezu aus. Bei Sicherungsgeschäften zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts, die sich auf zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzte Grundgeschäfte beziehen, werden die Buchwertanpassungen ergebniswirksam über die Laufzeit des Buchwerts bis zur Fälligkeit aufgelöst. Jede Anpassung des Buchwerts eines gesicherten Finanzinstruments wird ergebniswirksam aufgelöst. Dabei wird die Effektivzinsmethode angewandt. Die Auflösung kann beginnen, sobald eine Anpassung vorgenommen wird. Sie muss aber spätestens dann beginnen, wenn das Grundgeschäft nicht mehr um die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts angepasst wird, die auf das abzusichernde Risiko zurückzuführen sind. Wird das Grundgeschäft ausgebucht, so wird der nicht amortisierte beizulegende Zeitwert sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Wird eine bilanzunwirksame feste Verpflichtung als Grundgeschäft designiert, so wird die nachfolgende kumulierte Änderung ihres beizulegenden Zeitwerts, die auf das gesicherte Risiko zurückzuführen ist, als Vermögenswert oder Schuld mit einem entsprechenden Gewinn oder Verlust im Periodenergebnis erfasst. Die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments werden ebenfalls im Periodenergebnis erfasst. Dies ist allerdings nicht der Fall, wenn es sich um die Absicherung des Währungsrisikos handelt, da dieses als Absicherung von Cashflows behandelt wird. Die Bilanzierung eines Sicherungsgeschäfts zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts wird eingestellt, wenn das Sicherungsinstrument vorzeitig bedient oder fällig wird oder die Voraussetzungen für die Bilanzierung als Sicherungsgeschäft nicht weiter erfüllt.

Absicherung von Zahlungsströmen (Cashflow Hedge Accounting)

Bei der Absicherung des Risikos von Cashflow-Schwankungen wird der effektive Teil des Gewinns oder Verlusts aus einem Sicherungsinstrument direkt im Eigenkapital ausgewiesen. Der ineffektive Teil wird dagegen erfolgswirksam erfasst. Die im Eigenkapital erfassten Beträge werden in derjenigen Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert, in der die abgesicherte Transaktion das Periodenergebnis beeinflusst. Handelt es sich bei dem abgesicherten Grundgeschäft um die Anschaffungskosten eines nichtfinanziellen Vermögenswerts oder einer nichtfinanziellen Schuld, so werden die Beträge, die im Eigenkapital erfasst werden, im Zugangszeitpunkt Teil der Anschaffungskosten des nichtfinanziellen Vermögenswerts beziehungsweise der nichtfinanziellen Schuld. Wird mit dem Eintritt der vorhergesehenen Transaktion nicht länger gerechnet, werden die Beträge, die zuvor im Eigenkapital erfasst wurden, in das Periodenergebnis umgegliedert. Wenn das Sicherungsinstrument vorzeitig bedient oder fällig wird, verbleiben die zuvor ausgewiesenen Beträge so lange als gesonderter Posten im Eigenkapital, bis die vorhergesehene Transaktion eingetreten ist. Dasselbe gilt, wenn das Sicherungsinstrument ohne Ersatz oder ohne Überrollen in ein anderes Sicherungsinstrument ausgeübt wird und wenn die Voraussetzungen für ein Cashflow Hedge Accounting nicht mehr vorliegen. Wird mit dem Eintritt der erwarteten Transaktion nicht mehr gerechnet, so wird der Betrag ergebniswirksam erfasst.

Weitere Ausführungen zu derivativen Finanzinstrumenten enthält Textziffer 40.

Übrige Finanzanlagen

Die unter den übrigen Finanzanlagen ausgewiesenen marktgängigen Wertpapiere enthalten als zur Veräußerung verfügbar eingestufte Papiere, die am Bilanzstichtag zum Marktwert bewertet werden, sowie als bis zur Endfälligkeit gehalten eingestufte Papiere, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden.

Vorräte und geleistete Anzahlungen

Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, unfertige Erzeugnisse aus Kleinserienfertigung und Fertigerzeugnisse werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder dem am Bilanzstichtag niedrigeren Nettoveräußerungswert angesetzt.# Angesetzter Wert und Wertberichtigungen

Angesetzt wird in der Regel ein Durchschnittswert oder ein auf Basis des FIFO-Verfahrens ("first in, first out") ermittelter Wert. Wertberichtigungen werden für veraltete Vorräte sowie Bestände mit geringer Umschlagshäufigkeit vorgenommen. Die Herstellungskosten umfassen Material- und Fertigungseinzelkosten sowie sämtliche produktionsbezogenen Gemeinkosten und Abschreibungen. Die Gemeinkostenzuschläge werden auf der Basis durchschnittlicher Auslastungen ermittelt. Fremdkapitalkosten werden nicht einbezogen, sofern sie nicht qualifizierte Vermögenswerte betreffen.

Kundenspezifische Fertigungsaufträge

Dürr erwirtschaftet seine Umsatzerlöse überwiegend aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen. Umsatzerlöse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen werden grundsätzlich nach der Percentage-of-Completion-Methode (POC-Methode) gemäß IAS 11 "Fertigungsaufträge" ausgewiesen. Dabei werden die Umsatzerlöse und die geplante Marge entsprechend des Fertigstellungsgrads eines Auftrags bilanziert. Der Fertigstellungsgrad berechnet sich auf der Basis der entstandenen Kosten im Verhältnis zu den insgesamt erwarteten Kosten eines Auftrags. Durch diese Bilanzierungsmethode werden sowohl Umsatzerlöse als auch die zugehörigen Kosten und damit die Ergebnisse periodengerecht realisiert.

Die Zero-Profit-Methode (ZP-Methode) wird bei solchen Aufträgen angewandt, bei denen die bis zur Fertigstellung eines Auftrags anfallenden Kosten nicht verlässlich geschätzt werden können, die Erstattung der angefallenen Kosten jedoch wahrscheinlich ist. Bei dieser Methode werden Umsatzerlöse und zugehörige Kosten bis zum Abschluss des Auftrags in gleicher Höhe realisiert. Das Ergebnis wird damit erst mit Abschluss des Auftrags erfolgswirksam.

Die übrigen Umsatzerlöse werden in Übereinstimmung mit IAS 18 "Erträge" erfasst, wenn die maßgeblichen Chancen und Risiken übertragen wurden. Dies ist üblicherweise der Zeitpunkt, an dem die Erzeugnisse oder Waren geliefert beziehungsweise die Leistungen erbracht wurden.

An Kunden gestellte Teilabrechnungen und von Kunden erhaltene Zahlungen werden erfolgsneutral mit den künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen verrechnet oder unter den erhaltenen Anzahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen erfasst. Soweit aufgelaufene Auftragskosten entsprechend den vertraglichen Regelungen noch nicht an den Kunden fakturiert werden können, werden sie zusammen mit den geschätzten Teilgewinnen als "künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen" unter den Forderungen ausgewiesen. Die Fakturierung dieser Beträge ist vom Erreichen vertraglich festgelegter Größen (Meilensteine) abhängig.

Die noch nicht abgerechneten künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen enthalten unmittelbar zurechenbare Einzelkosten (Material- und Personalkosten sowie Fremdleistungen) sowie in angemessenem Umfang produktionsbezogene Gemeinkosten und den anteiligen Gewinn. In den künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen sind auch Beträge enthalten, die auf von Kunden zu vertretenden Änderungen oder Fehlern hinsichtlich des Projektumfangs, auf nachträglichen, hinsichtlich Preis und Umfang noch nicht endgültig vereinbarten Änderungswünschen oder auf sonstigen von Kunden verursachten, nicht vorhersehbaren Zusatzaufwendungen und Anpassungen beruhen und die Dürr diesen Kunden oder sonstigen Dritten zu berechnen beabsichtigt. Diese Beträge werden mit den zu erwartenden Werten angesetzt, sofern ihre Realisierung wahrscheinlich ist und sie hinreichend zuverlässig geschätzt werden können. Zusätzlich zu den aufgelaufenen Kosten werden keine Gewinne ausgewiesen. Noch nicht endgültig vereinbarte Auftragsänderungen erfordern die Verwendung von Schätzwerten. Dabei kann eine spätere Anpassung der geschätzten Erträge aus den oben genannten Sachverhalten erforderlich werden.

Die POC-Methode und die ZP-Methode basieren auf Schätzungen. Aufgrund der hierbei gegebenen Unsicherheiten ist es möglich, dass die Schätzungen der bis zur Fertigstellung erforderlichen Aufwendungen einschließlich der Aufwendungen für Vertragsstrafen und Gewährleistungen nachträglich berichtigt werden müssen. Derartige Berichtigungen von Aufwendungen und Erträgen werden in der Periode ausgewiesen, in der der Anpassungsbedarf festgestellt wird. Rückstellungen für drohende Verluste werden in der Periode berücksichtigt, in der die Verluste erkennbar werden.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen / Sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte

Forderungen und originäre finanzielle Vermögenswerte werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten beziehungsweise mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Der Konzern bewertet deren Einbringlichkeit auf Grundlage einer Kombination von mehreren Faktoren. Für den Fall, dass Sachverhalte bekannt sind, die die Fähigkeit eines bestimmten Schuldners, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, mindern könnten, bucht Dürr eine Einzelwertberichtigung bezüglich der fälligen Beträge und setzt die erfassten Nettovermögenswerte auf den Betrag herab, der angemessenerweise als einbringbar erscheint. Die Wertminderungen werden unter Verwendung von Wertberichtigungskonten gebucht. Forderungen und originäre finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, sobald sie uneinbringlich sind.

Die Einschätzung einzelner debitorischer Konten als überfällig beziehungsweise in Verzug erfolgt durch das Management. Für sämtliche andere Schuldner bildet der Konzern auf Grundlage des Zeitraums, in dem die Forderungen beziehungsweise originären finanziellen Vermögenswerte überfällig sind, des aktuellen Geschäftsumfelds und von Vergangenheitswerten pauschalierte Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen beziehungsweise originäre finanzielle Vermögenswerte. Den Risiken eines Forderungsausfalls wird durch ein zentrales Monitoring und ein dezentrales Inkassomanagement begegnet. Sie umfassen regelmäßige Bonitätsprüfungen, den Abschluss von Kreditversicherungen und - besonders im Exportgeschäft - die Einräumung von Akkreditiven.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Sichteinlagen sowie andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Fälligkeit von weniger als drei Monaten ab Erwerb und werden zum Nennwert angesetzt.

Kumuliertes übriges Eigenkapital

In dieser Position werden erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals ausgewiesen, soweit sie nicht auf Kapitaltransaktionen mit Anteilseignern (zum Beispiel Kapitalerhöhungen oder Ausschüttungen) beruhen. Hierzu zählen der Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, aufgelaufene versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Bewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen sowie unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Bewertung von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren und von derivativen Finanzinstrumenten, bewertet zum beizulegenden Zeitwert.

Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten umfassen Zinsaufwendungen, zinsähnliche Aufwendungen, sonstige Finanzierungsaufwendungen und Anschaffungskosten des Fremdkapitals. Gemäß IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" wurden die durch die Begebung einer Anleihe entstandenen Fremdkapitalkosten in der Konzernbilanz passivisch von der Anleihe gekürzt ausgewiesen. Die Amortisation der Fremdkapitalkosten - berechnet nach der Effektivzinsmethode - erfolgt über die Laufzeit der Anleihe. Die Transaktionskosten im Zusammenhang mit dem syndizierten Kredit werden in der Konzernbilanz als sonstiger immaterieller Vermögenswert ausgewiesen und entsprechend der Laufzeit des syndizierten Kredits amortisiert. Die Transaktionskosten aus der Darlehenszusage der Europäischen Investitionsbank werden in der Konzernbilanz in den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen. Bei Ziehung des Darlehens werden sie mit dem Auszahlungsbetrag des Darlehens verrechnet und nach der Effektivzinsmethode über die Laufzeit aufgelöst. Gemäß IAS 23 "Fremdkapitalkosten" sind Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, zu aktivieren. Die Anwendung des Standards führt im Zusammenhang mit der langfristigen kundenspezifischen Auftragsfertigung dazu, dass entsprechende Finanzierungsaufwendungen in den Umsatzkosten erfasst werden.

Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen

Die Altersversorgung erfolgt im Konzern auf Basis von Leistungs- und Beitragszusagen. Bei den Beitragszusagen ("Defined Contribution Plans") zahlt Dürr aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen beziehungsweise auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Nach Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Der überwiegende Teil der betrieblichen Altersversorgungssysteme basiert auf Leistungszusagen ("Defined Benefit Plans"), die den Begünstigten grundsätzlich eine lebenslang zahlbare monatliche Altersrente garantieren. Die Leistungszusagen sind sowohl unternehmens- als auch mitarbeiterfinanziert. Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen erfolgt nach dem in IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" vorgeschriebenen versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode). Hierbei werden die zukünftigen Verpflichtungen auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet. Bei der Bewertung werden Trendannahmen (zum Beispiel bezüglich Gehaltsentwicklungen) für die relevanten Größen berücksichtigt, die sich auf die Leistungshöhe auswirken. Zur Vermeidung der erfolgswirksamen Erfassung von Aufwendungen und Erträgen, resultierend aus stichtagsbezogenen Schwankungen der Bewertungsparameter für Pensionsverpflichtungen, wendet Dürr seit dem Geschäftsjahr 2005 bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen die so genannte SORIE-Methode anstatt der alternativ zulässigen Korridormethode an.Nach der SORIE-Methode werden versicherungsmathematische Gewinne und Verluste ergebnisneutral und nach Abzug latenter Steuern im Eigenkapital erfasst. Rückstellungen für rückgedeckte Pensionsverpflichtungen werden nach den Kriterien des IAS 19 mit dem darauf entfallenden Fondsvermögen saldiert. Ab dem Geschäftsjahr 2011 weist Dürr die Zinsen aus der Bewertung von Pensionszusagen und die erwarteten Erträge aus Fondsvermögen innerhalb des Zinsergebnisses aus.

Übrige Rückstellungen
Übrige Rückstellungen werden gemäß IAS 37 "Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen" gebildet, soweit eine aus einem vergangenen Ereignis resultierende Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, die Vermögensabflüsse erwarten lässt und deren Höhe zuverlässig ermittelbar ist. Sie stellen ungewisse Verpflichtungen dar, die mit bestmöglich geschätzten Beträgen zur Erfüllung der Verpflichtungen erfasst werden. Sofern die Höhe der Rückstellung nur innerhalb einer Bandbreite bestimmbar ist, wird der wahrscheinlichste Wert angesetzt. Bei gleicher Wahrscheinlichkeit wird der gewichtete Durchschnittswert erfasst. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden mit Marktzinssätzen abgezinst, die dem Risiko und dem Zeitraum bis zur Erfüllung entsprechen.

Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Finanzierungs-Leasingverträgen werden zu Leasingbeginn mit dem Zeitwert des Leasinggegenstands oder mit dem niedrigeren Barwert der Mindestleasingzahlungen angesetzt (wir verweisen auf die vorgenannten Erläuterungen zu den Leasingvereinbarungen). Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden mit fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Die übrigen Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert. Verbindlichkeiten für Restrukturierung werden gebildet, sofern ein detaillierter, formaler Plan aufgestellt und den betroffenen Parteien mitgeteilt wurde. Verbindlichkeiten, die nicht schon im Folgejahr zu einem Vermögensabfluss führen, werden zum Bilanzstichtag mit Marktzinssätzen abgezinst.

Latente Steuern
Latente Steuern werden auf Grundlage der bilanzorientierten Verbindlichkeitenmethode nach IAS 12 "Ertragsteuern" gebildet. Danach werden latente Steuern grundsätzlich für sämtliche temporäre Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen den Wertansätzen nach IFRS und den steuerlichen Wertansätzen gebildet. Sie werden nicht gebildet, wenn die temporäre Differenz aus einem Geschäfts- oder Firmenwert oder aus dem erstmaligen Ansatz anderer Vermögenswerte und Schulden in einer Transaktion (soweit sie kein Unternehmenszusammenschluss ist) entsteht, die sich weder auf das steuerliche noch auf das IFRS-Ergebnis auswirkt. Latente Steuerschulden werden für zu versteuernde temporäre Differenzen gebildet, die aus Anteilen an Tochtergesellschaften oder assoziierten Unternehmen sowie aus Anteilen an Joint Ventures entstehen, es sei denn, die Muttergesellschaft kann die Umkehrung der temporären Differenz steuern und die temporäre Differenz wird sich in absehbarer Zeit wahrscheinlich nicht umkehren. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern für künftige Vermögensvorteile aus steuerlichen Verlustvorträgen und nicht genutzten Steuergutschriften berücksichtigt, wenn ihre Nutzung in hohem Maße gesichert erscheint. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze, die zum Realisierungszeitpunkt erwartet werden, auf Basis des geltenden Steuerrechts beziehungsweise von sicher einzuschätzenden Steuerrechtsänderungen. Wertberichtigungen auf aktivische latente Steuern werden dann gebildet, wenn ein Verfall des steuerlichen Vorteils wahrscheinlicher ist als dessen Nutzung. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht besteht, tatsächliche Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden aufzurechnen, und die latenten Steuern sich auf dasselbe Steuersubjekt und dieselbe Steuerbehörde beziehen. Latente Steuern werden als Steuerertrag oder -aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie betreffen erfolgsneutral unmittelbar im Eigenkapital erfasste Posten; in diesem Fall werden die latenten Steuern ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Anteilsbasierte Vergütung
Die aktienbasierte Vergütung gemäß IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" umfasst Vergütungssysteme, deren Ausgleich in bar erfolgt. Bis zu ihrer Abgeltung werden die Verpflichtungen aus den Vergütungsinstrumenten mit Barausgleich mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und in den übrigen Verbindlichkeiten erfasst. Die Verbindlichkeiten werden zu jedem Bilanzstichtag und am Erfüllungstag neu bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam in den Personalaufwendungen erfasst.

Forschungs- und nicht aktivierungsfähige Entwicklungskosten
Forschungs- und nicht aktivierungsfähige Entwicklungskosten werden zum Zeitpunkt ihrer Entstehung erfolgswirksam erfasst.

Eventualschulden
Als Eventualschulden werden Schulden ausgewiesen, die aus einer möglichen Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse bedingt ist, die nicht vollständig in der Kontrolle des Unternehmens stehen. Eventualschulden können auch aus einer gegenwärtigen Verpflichtung entstehen, die auf vergangenen Ereignissen beruht, jedoch nicht erfasst wurde, weil ― der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen mit der Erfüllung dieser Verpflichtung nicht wahrscheinlich ist oder ― die Höhe der Verpflichtung nicht ausreichend zuverlässig geschätzt werden kann. Wenn der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen für die Gesellschaft unwahrscheinlich ist, wird keine Eventualschuld offengelegt.

3.11 ZUSAMMENFASSUNG AUSGEWÄHLTER BEWERTUNGSMETHODEN

BILANZPOSTEN BEWERTUNGSMETHODE
Geschäfts- oder Firmenwerte Anschaffungskosten unter Verwendung der Impairment-Only-Methode
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
mit unbestimmter Nutzungsdauer Anschaffungskosten unter Verwendung der Impairment-Only-Methode
mit bestimmter Nutzungsdauer (Fortgeführte) Anschaffungskosten
Sachanlagen (Fortgeführte) Anschaffungskosten
Finanzielle Vermögenswerte
bis zur Endfälligkeit gehalten (Fortgeführte) Anschaffungskosten
zur Veräußerung verfügbar Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
zu Handelszwecken gehalten Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Vorräte Niederigerer Wert aus Anschaffungskosten oder Nettoveräußerungswert
Künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen Percentage-of-Completion-Methode / Zero-Profit-Methode
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Fortgeführte) Anschaffungskosten
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Nennwert
Rückstellungen
für Pensionsverpflichtungen Erfüllungsbetrag (Anwartschaftsbarwertverfahren)
Sonstige Rückstellungen Erfüllungsbetrag
Finanzielle Verbindlichkeiten (Fortgeführte) Anschaffungskosten / beizulegender Zeitwert
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Fortgeführte) Anschaffungskosten
Übrige Verbindlichkeiten Erfüllungsbetrag

Beim Vorliegen von Wertminderungen können sich abweichende Bewertungsmaßstäbe ergeben.

Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie wird nach IAS 33 "Ergebnis je Aktie" ermittelt. Es resultiert aus der Division des Ergebnisanteils der Aktionäre der Dürr AG durch den gewogenen Durchschnitt der Zahl der ausgegebenen Aktien. Die Berechnung ist in nachfolgender Übersicht dargestellt. In den Geschäftsjahren 2011 und 2010 gab es keine Verwässerungseffekte.

3.12 ERGEBNIS JE AKTIE

2011 2010
Ergebnisanteil auf Anteilseigner der Dürr AG entfallend 61.850 6.321
Anzahl ausgegebener Aktien (gewogener Durchschnitt) 17.300,5 17.300,5
Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) 3,58 0,37

Tsd. €

Verwendung von Ermessensentscheidungen und Schätzungen
Die Erstellung des Konzernabschlusses gemäß den IFRS-Regelungen macht Annahmen und Schätzungen erforderlich, die die bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von Eventualschulden am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von den Schätzungen abweichen.

Ermessensentscheidungen
Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden hat die Unternehmensleitung folgende Ermessensentscheidungen getroffen, die die Beträge im Abschluss wesentlich beeinflussen:

  • Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen - Konzern als Leasinggeber
    Der Konzern hat Leasingverträge zur gewerblichen Vermietung seiner als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien abgeschlossen. Dabei wurde festgestellt, dass alle maßgeblichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum dieser im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen vermieteten Immobilien verbunden sind, im Konzern verbleiben.

  • Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen - Konzern als Leasingnehmer
    Der Konzern hat Leasingverträge zur Anmietung von Immobilien geschlossen. Dabei wurde festgestellt, dass die mit dem Eigentum an diesen im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen angemieteten Immobilien verbundenen maßgeblichen Chancen und Risiken bei den vermietenden Zweckgesellschaften verbleiben.

  • Konsolidierung von Zweckgesellschaften
    Die Anmietung von Produktions- und Bürogebäuden erfolgt teilweise über Objektgesellschaften. Dürr verfügt bei keiner der Objektgesellschaften über die Möglichkeit, die Finanz- und Geschäftspolitik zu bestimmen. Auch aufgrund der Chancen- und Risiken-Strukturen der Zweckgesellschaften scheidet eine Konsolidierung aus.

Schätzungen und Annahmen
Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer sich im nächsten Geschäftsjahr das Risiko einer Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden ergeben könnte, werden nachstehend erläutert.# Künftige Forderungen aus Auftragsfertigung

Kundenspezifische Fertigungsaufträge machen den Großteil des Geschäfts von Dürr aus. Die Umsatzrealisierung und die Bilanzierung von Forderungen aus Fertigungsaufträgen erfolgen in der Regel gemäß dem Leistungsfortschritt (Percentage-of-Completion-Methode). Wesentlich hierbei ist die präzise Einschätzung des Fertigstellungsgrads. Zu den maßgeblichen Schätzgrößen zählen vor allem die Gesamtauftragserlöse und -kosten, die weiteren bis zur Fertigstellung anfallenden Kosten sowie Auftragsrisiken. Diese Schätzungen werden regelmäßig überprüft und angepasst.

Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts

Der Konzern überprüft mindestens einmal jährlich, ob der Geschäfts- oder Firmenwert wertgemindert ist. Dies erfordert eine Schätzung der Nutzungswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Dazu muss die Unternehmensleitung die voraussichtlichen künftigen Cashflows der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten schätzen. Dürr geht dabei von einem Planungshorizont von vier Jahren aus. Darüber hinaus muss ein angemessener Abzinsungssatz gewählt werden, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln. Der Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts betrug zum 31. Dezember 2011 284.482 Tsd. € (Vorjahr: 281.702 Tsd. €). Für weitere Informationen wird auf Textziffer 19 verwiesen.

Ertragsteuern

Dürr ist in zahlreichen Ländern tätig und unterliegt daher unterschiedlichen Steuerhoheiten. Für jedes Besteuerungssubjekt müssen die erwarteten laufenden und latenten Ertragsteuern bestimmt werden. Aktive latente Steuern werden in der Höhe angesetzt, in der sie voraussichtlich genutzt werden können. Die Wahrscheinlichkeit der künftigen Nutzbarkeit wird unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren, wie zum Beispiel zukünftig zu versteuernde Ergebnisse in den Planperioden und erreichte Ergebnisse der Vergangenheit, beurteilt. Dürr geht dabei von einem Planungshorizont von vier Jahren aus. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Sie werden dann entsprechend der ursprünglichen Bildung erfolgswirksam oder erfolgsneutral angepasst. Für weitere Informationen wird auf Textziffer 18 verwiesen.

Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Der Aufwand aus leistungsorientierten Plänen wird anhand versicherungsmathematischer Berechnungen ermittelt. Diese erfolgen auf der Grundlage von Annahmen in Bezug auf Abzinsungssätze, erwartete Erträge aus Fondsvermögen, künftige Lohn- und Gehaltssteigerungen, Sterblichkeit und künftige Rentensteigerungen. Die angesetzten Abzinsungssätze basieren auf den Renditen für erstrangige festverzinsliche Unternehmensanleihen. Die erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens wird auf der Grundlage historischer langfristiger Renditen und der Struktur des Portfolios festgelegt. Entsprechend der langfristigen Ausrichtung dieser Pläne unterliegen solche Annahmen wesentlichen Unsicherheiten. Die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen betrug zum 31. Dezember 2011 57.779 Tsd. € (Vorjahr: 55.894 Tsd. €). Für weitere Informationen wird auf Textziffer 27 verwiesen.

Entwicklungskosten

Entwicklungskosten werden entsprechend der unter Textziffer 6 dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aktiviert. Zur Ermittlung der zu aktivierenden Beträge hat die Unternehmensleitung Annahmen über die Höhe der erwarteten künftigen Cashflows aus Vermögenswerten, über die anzuwendenden Zinssätze und über den Zeitraum des Zuflusses von erwarteten zukünftigen Cashflows, die die Vermögenswerte generieren, vorzunehmen. Der Buchwert der aktivierten Entwicklungskosten betrug zum 31. Dezember 2011 14.439 Tsd. € (Vorjahr: 15.198 Tsd. €).

Verkaufsoptionen über die im Besitz der Inhaber nicht beherrschender Anteile befindlichen Geschäftsanteile

Im Rahmen der erstmaligen Vollkonsolidierung der CPM S.p.A. im Geschäftsjahr 2007 und der Agramkow Fluid Systems A/S im Geschäftsjahr 2011 wurden Verkaufsoptionen der Inhaber nicht beherrschender Anteile über deren Geschäftsanteile nach IAS 32 zum Zeitwert bewertet und als sonstige finanzielle Verbindlichkeit bilanziert. Der Zeitwert wird zu jedem Bilanzstichtag ermittelt. Dies erfordert eine Schätzung der zukünftigen Erträge der CPM S.p.A. Der Zeitwert der Option der Agramkow Fluid Systems A/S ermittelt sich aus dem höheren Wert eines Marktwerts nach der Discounted-Cashflow-Methode und einer Hochrechnung des Kaufpreises aus dem Erwerb der ersten 55 % der Anteile.

Anteilsbasierte Vergütung

Die Bewertung der Vergütungsinstrumente mit Barausgleich basiert auf dem erwarteten Aktienkurs am Ende der vertraglich festgelegten Laufzeit sowie einer durchschnittlichen Ergebnisgröße im Zeitraum des Programms. Der zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts verwendete Aktienkurs beruht auf historischen Kursen. Die verwendete durchschnittliche Ergebnisgröße basiert auf unternehmensinternen Prognosen. Die tatsächlich eintretenden Aktienkurse und Ergebnisgrößen können von den getroffenen Annahmen abweichen. Schätzungen und Annahmen sind zudem erforderlich für die Bilanzierung und Bewertung von Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen (wir verweisen auf Textziffer 40) sowie für Eventualschulden und sonstige Rückstellungen; ferner bei der Bestimmung des beizulegenden Werts langlebiger Sachanlagen und immaterieller Vermögenswerte.

ERLÄUTERUNGEN DER ABSCHLUSSPOSTEN

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

7. Umsatzerlöse

3.13 UMSATZERLÖSE

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Tsd. € 2011 2010
Umsatzerlöse aus Auftragsfertigung 1.339.826 811.104
Erlöse aus Service- und Dienstleistungsgeschäft 445.446 361.975
übrige Umsatzerlöse 136.715 88.300
1.921.987 1.261.379

8. Umsatzkosten

Die Umsatzkosten umfassen die gesamten Anschaffungs- und Herstellungskosten, die für die verkauften Produkte und Dienstleistungen anfallen. Sie betrugen im Geschäftsjahr 2011 1.590.584 Tsd. € (Vorjahr: 1.023.916 Tsd. €), was zu einer Bruttomarge von 17,2 % (Vorjahr: 18,8 %) führt. Auf den Umsatzprozess entfallene Währungsgewinne in Höhe von 7.430 Tsd. € (Vorjahr: 4.987 Tsd. €) und Währungsverluste in Höhe von 6.047 Tsd. € (Vorjahr: 5.109 Tsd. €) sind in den Umsatzkosten berücksichtigt. Zudem sind in den Umsatzkosten Finanzierungsaufwendungen in Höhe von 0 Tsd. € (Vorjahr: 178 Tsd. €) enthalten, die im Rahmen der Anwendung des IAS 23 "Fremdkapitalkosten" erfasst wurden. Weitere Informationen hierzu sind unter Textziffer 36 dargestellt. Ebenfalls in den Umsatzkosten ausgewiesen sind Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte in Höhe von 11.621 Tsd. € (Vorjahr: 7.971 Tsd. €).

9. Vertriebskosten

Die Vertriebskosten umfassen Vertriebseinzelkosten und Vertriebsgemeinkosten. Darunter fallen grundsätzlich alle Personal-, Material- und Abschreibungsaufwendungen sowie sonstige Aufwendungen des Vertriebsbereichs. Zudem sind in den Vertriebskosten Aufwendungen für Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten.

3.14 VERTRIEBSKOSTEN

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Tsd. € 2011 2010
Personalaufwand 75.309 66.493
Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte 987 707
Abschreibungen auf Forderungen 1.621 1.013
Zuführung und Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 81
Übrige Vertriebskosten 29.396 28.457
107.232 98.451

Für nähere Informationen zu Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen verweisen wir auf Textziffer 22.

10. Allgemeine Verwaltungskosten

Die allgemeinen Verwaltungskosten umfassen die Personal- und Sachkosten der zentralen Verwaltungsbereiche, die nicht mit Auftragsabwicklung, Produktion, Vertrieb oder Forschung und Entwicklung in Verbindung stehen.

3.15 VERWALTUNGSKOSTEN

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Tsd. € 2011 2010
Personalaufwand 52.870 48.838
Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte 3.437 6.135
Übrige Verwaltungskosten 32.431 22.395
88.738 77.368

11. Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Forschungs- und Entwicklungskosten umfassen die Kosten für Aktivitäten, die unternommen werden, um neue wissenschaftliche oder technische Erkenntnisse zu gewinnen oder Produkte und Produktionsprozesse zu verbessern. Sie enthalten Personal- und Sachkosten. Vermindert werden die Forschungs- und Entwicklungskosten um die Entwicklungskosten, die die Voraussetzungen für eine Aktivierung erfüllen. Die in den Forschungs- und Entwicklungskosten enthaltenen Abschreibungen schließen die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten mit ein.

3.16 FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN

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Tsd. € 2011 2010
Personalaufwand 15.173 13.345
Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte 4.609 4.364
Aktivierte Entwicklungskosten - 2.655
Übrige Forschungs- und Entwicklungskosten 12.377 11.632
29.504 25.784

Von den Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte entfallen 4.025 Tsd. € (Vorjahr: 3.328 Tsd. €) auf aktivierte Entwicklungskosten.

12. Personalaufwendungen

In den Aufwandspositionen der Gewinn- und Verlustrechnung sind die folgenden Personalaufwendungen enthalten:

3.17 PERSONALAUFWENDUNGEN

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Tsd. € 2011 2010
Löhne und Gehälter 337.176 285.749
Sozialaufwendungen 65.423 57.000
402.599 342.749
davon Altersversorgung 4.466 3.130

In den Personalaufwendungen sind pauschalierte Erstattungen der Bundesagentur für Arbeit in Höhe von 484 Tsd. € (Vorjahr: 518 Tsd. €) enthalten. Diese Erstattungen erfolgten für die von Dürr zu tragenden Aufwendungen zur Sozialversicherung im Rahmen der Kurzarbeit und für die Wiederbesetzung von Arbeitsplätzen einzelner Arbeitnehmer mit Altersteilzeitverträgen bei diversen deutschen Gesellschaften. Gemäß IAS 20 "Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand" werden diese Erstattungen mit den jeweiligen Aufwendungen saldiert ausgewiesen. Hierzu verweisen wir auch auf Textziffer 14. Die in der Vorjahresspalte ausgewiesenen Aufwendungen für Altersversorgung wurden im Rahmen der Anpassung des Ausweises der Zinseffekte angepasst. Für eine ausführliche Erläuterung verweisen wir auf Textziffer 15.

13.# Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

3.18 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN

Tsd. € 2011 2010
Sonstige betriebliche Erträge
Währungsgewinne 19.477 16.517
Anpassung bedingter Kaufpreise für die UCM AG und Dürr Systems Wolfsburg GmbH 1.318 1.206
Auflösung von Rückstellungen 683 877
Miet- und Pachterträge 682 740
Erstattungen von Versicherungen 105 647
Buchgewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen 58 176
Erträge aus der Weiterbelastung von Aufwendungen für das Neubauprojekt Campus - 2.767
Übrige 3.459 4.285
25.782 27.215
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Währungsverluste 17.575 17.287
Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten 2.487 1.208
Aufwendungen Lehrwerkstatt 878 758
Aufwendungen für Factoring 487 235
Buchverluste aus dem Abgang von Anlagevermögen 310 130
Aufwendungen für das Neubauprojekt Campus - 2.830
Anpassung bedingter Kaufpreis für die Dürr Systems Wolfsburg GmbH - 1.046
Übrige 3.480 2.948
25.217 26.442

14. Zuwendungen der öffentlichen Hand

Im Geschäftsjahr 2011 wurden Zuwendungen der öffentlichen Hand zur Erstattung von Aufwendungen des Konzerns in Höhe von 1.296 Tsd. € (Vorjahr: 1.024 Tsd. €) erfasst. Die Zuwendungen beinhalten die Förderung kostenintensiver Innovationsprojekte wie auch Erstattungen der Bundesagentur für Arbeit (siehe Textziffer 12). Darüber hinaus führten Zuwendungen der öffentlichen Hand zu einer Reduzierung von Anschaffungs- und Herstellungskosten in Höhe von 56 Tsd. € (Vorjahr: 58 Tsd. €). Die Gewährung der Zuwendungen ist mit Auflagen verbunden, von deren Erfüllung derzeit ausgegangen wird.

15. Zinseffekte aus der Bewertung von Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen

Dürr hat sich entschieden, den Ausweis der Zinsen aus der Bewertung von Pensionszusagen und der erwarteten Erträge aus Fondsvermögen im Rahmen der Gewinn- und Verlustrechnung an die branchenübliche Praxis anzupassen. Sie werden nicht mehr im Personalaufwand und somit in den Funktionskosten, sondern innerhalb des Zinsergebnisses ausgewiesen. Die nachstehende Tabelle zeigt, wie die Zinsen (aus der Bewertung von Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen) und die erwarteten Erträge des Fondsvermögens, die in den Funktionskosten enthalten waren, von der Darstellung im Geschäftsbericht 2010 auf die Darstellung im vorliegenden Bericht übergeleitet werden.

3.19 ÜBERLEITUNG GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 2010

Tsd. € Gewinn- und Verlustrechnung 2010 (wie berichtet 2010) Zinseffekte aus der Bewertung von Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen Gewinn- und Verlustrechnung 2010 (wie berichtet 2011)
Umsatzerlöse 1.261.379 - 1.261.379
Umsatzkosten - 1.024.217 301 - 1.023.916
Bruttoergebnis vom Umsatz 237.162 301 237.463
Vertriebskosten - 98.540 89 - 98.451
Allgemeine Verwaltungskosten - 79.922 2.554 - 77.368
Forschungs- und Entwicklungskosten - 25.790 6 - 25.784
Sonstige betriebliche Erträge 27.215 - 27.215
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 26.442 - - 26.442
EBIT 33.683 2.950 36.633
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen 548 - 548
Zinsen und ähnliche Erträge 2.137 1.242 3.379
Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 23.867 - 4.192 - 28.059
Ergebnis vor Ertragsteuern 12.501 - 12.501

16. Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen

Das Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen betrug 580 Tsd. € (Vorjahr: 548 Tsd. €). Es beinhaltet die Ergebnisanteile aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode. Fremdwährungseffekte wurden im kumulierten übrigen Eigenkapital erfolgsneutral erfasst.

17. Zinsergebnis

3.20 ZINSERGEBNIS

Tsd. € 2011 2010
Zinsen und ähnliche Erträge 5.542 3.379
davon: Erwartete Erträge aus pensionsbezogenem Fondsvermögen 1.557 1.242
Sonstige Zinserträge 3.985 2.137
Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 26.807 - 28.059
davon: Nominaler Zinsaufwand aus Unternehmensanleihen - 16.313 - 11.255
Planmäßige Amortisation von Transaktionskosten, Agio, Disagio aus Begebung einer Anleihe und Aufnahme eines syndizierten Kredits - 1.704 - 5.035
Einmalige Effekte durch vorzeitige Ablösung des syndizierten Kredits aus dem Jahr 2008 - 981 -
Einmalige Effekte durch vorzeitige Rückzahlung der Anleihe aus dem Jahr 2004 - - 723
Zinsaufwendungen aus Finanzierungsleasing - 290 - 345
Aufzinsung der erwarteten Pensionsverpflichtungen - 4.089 - 4.192
Sonstige Zinsaufwendungen - 3.430 - 6.509
Zinsergebnis - 21.265 - 24.680
davon aus Finanzinstrumenten der Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Kredite und Forderungen bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten 3.985 2.123
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte - - 14
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten - 22.656 - 23.539
Finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zum beizulegenden Zeitwert - 62 -

Bei den Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten bewertet zum beizulegenden Zeitwert handelt es sich um die Aufzinsungseffekte bedingter Kaufpreisraten. Der Zinsaufwand wurde im Berichtsjahr im Rahmen der Anwendung des IAS 23 "Fremdkapitalkosten" um Finanzierungsaufwendungen im Zusammenhang mit der kundenspezifischen Auftragsfertigung nicht verringert (Vorjahr: 178 Tsd. €), da die Aufträge ohne Inanspruchnahme der Barkreditlinien finanziert werden konnten. Die Finanzierungsaufwendungen wurden im Vorjahr in den Umsatzkosten erfasst. Der zugrunde gelegte rechnerische Finanzierungssatz betrug für das Geschäftsjahr 2010 11,10 %. Weitere Informationen hierzu sind unter Textziffer 36 dargestellt.

18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag umfassen die inländische Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag, die Gewerbeertragsteuer sowie vergleichbare Steuern der ausländischen Tochtergesellschaften. Für die Berechnung der inländischen latenten Steuern wird ein Steuersatz von 29,5 % (Vorjahr: 29,9 %) herangezogen.

3.21 ZUSAMMENSETZUNG DES ERTRAGSTEUERAUFWANDS

Tsd. € 2011 2010
Tatsächliche Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Ertragsteueraufwand Berichtsjahr Inland 666 255
Ertragsteueraufwand Berichtsjahr Ausland 16.717 12.143
Anpassung für Vorjahre 125 - 1.227
Summe tatsächliche Steuern 17.508 11.171
Latente Steuern
Latenter Steueraufwand /-ertrag (-) Inland 1.227 - 6.186
Latenter Steueraufwand /-ertrag (-) Ausland 2.496 - 921
Anpassung für Vorjahre 321 1.354
Summe latente Steuern 4.044 - 5.753
Gesamtsteueraufwand 21.552 5.418

Die folgende Tabelle leitet den theoretischen Ertragsteueraufwand auf den tatsächlich ausgewiesenen Steueraufwand über. Die Überleitung basiert auf der inländischen Gesamtsteuerbelastung von 29,5 % (Vorjahr: 29,9 %).

3.22 ÜBERLEITUNG ERTRAGSTEUERAUFWAND

Tsd. € 2011 2010
Ergebnis vor Ertragsteuern 85.809 12.501
Theoretischer Ertragsteueraufwand in Deutschland von 29,5 % (Vorjahr: 29,9 %) 25.314 3.738
Anpassungen von in Vorjahren angefallenen laufenden und latenten Steuern 446 127
Steuerlich nicht abzugsfähige Betriebsausgaben 6.924 3.055
Besteuerungsunterschied Ausland - 53 185
Nicht aktivierte latente Steuern insbesondere auf Verlustvorträge 360 5.054
Veränderung von Steuersätzen 2.670 - 672
Veränderung der Wertberichtigung auf aktive latente Steuern - 5.346 816
Nachaktivierung von latenten Steuern insbesondere auf Verlustvorträge - 8.452 - 5.589
Steuerfreie Erträge - 500 - 1.262
Sonstiges 189 - 34
Effektiver Ertragsteueraufwand des Dürr-Konzerns 21.552 5.418

Im Inland bestehen zum 31. Dezember 2011 Verlustvorträge in Höhe von 81.103 Tsd. € (Vorjahr: 83.632 Tsd. €) für Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag, Verlustvorträge für Gewerbesteuer in Höhe von 26.030 Tsd. € (Vorjahr: 30.532 Tsd. €) sowie Zinsvorträge in Höhe von 24.696 Tsd. € (Vorjahr: 15.752 Tsd. €). Ein latenter Steueranspruch für noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge ist nach IAS 12 "Ertragsteuern" nur in dem Umfang zu bilanzieren, in dem es wahrscheinlich ist, dass zukünftig zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die noch nicht genutzten steuerlichen Verluste verrechnet werden können. Dürr geht dabei von einem Planungshorizont von vier Jahren aus und berücksichtigt die in Deutschland anzuwendende Mindestbesteuerung bei der Bestimmung der Verlustnutzungsmöglichkeiten. Die Erweiterung des Planungshorizonts führte im Vorjahr zu einer Erhöhung der aktiven latenten Steuern auf Verlust- und Zinsvorträge um 3.351 Tsd. €, die im Jahr 2010 als Ertrag erfasst wurden. Die Veränderung der Wertberichtigungen auf Verlust- und Zinsvorträge beträgt 3.679 Tsd. € in Deutschland (Vorjahr: -124 Tsd. €). Zudem bestehen weitere Veränderungen von Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern in Höhe von 1.667 Tsd. € (Vorjahr: 940 Tsd. €), die hauptsächlich bei amerikanischen Tochtergesellschaften vorgenommen wurden. In einigen Steuergebieten werden aufgrund kumulativer Verluste der letzten drei Jahre nach wie vor keine latenten Steuern auf Verlustvorträge aktiviert. Insgesamt bestehen Verlustvorträge in Höhe von 293.236 Tsd. € (Vorjahr: 290.958 Tsd. €). Die Verlustvorträge, für die keine aktiven latenten Steuern bilanziert wurden, betrugen 176.187 Tsd. € (Vorjahr: 203.890 Tsd. €). Die Reduzierung entfällt im Wesentlichen auf nachaktivierte Verlustvorträge im Inland. Es verfallen Verlustvorträge in Höhe von 1.185 Tsd. € (Vorjahr: 1.934 Tsd. €) innerhalb der nächsten fünf Jahre und in Höhe von 98.476 Tsd. € innerhalb der nächsten 20 Jahre (Vorjahr: 96.781 Tsd. €). Die restlichen Verlustvorträge sind zurzeit unverfallbar.

3.23 AKTIVE UND PASSIVE LATENTE STEUERN

KONZERNBILANZ | KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG | Tsd. €# Latente Ertragsteueransprüche und -schulden

31.12.2011 31.12.2010 2011 2010
Latente Ertragsteueransprüche
Bilanzierung von immateriellen Vermögenswerten 2.883 3.697 814 - 1.915
Neubewertung der Grundstücke und Gebäude 204 271 67 - 175
Neubewertung von Finanzanlagen 61 123 62 1.247
Wertberichtigungen auf Forderungen 416 283 - 133 114
Zins- / Währungsgeschäfte 1.464 545 - 2.281 423
Langfristige kundenspezifische Auftragsfertigung 11.522 5.075 - 6.447 - 1.859
Pensionen 6.618 6.608 - 20 1.103
Restrukturierungen und steuerlich nicht zulässige Rückstellungen 3.283 1.790 - 1.493 - 477
Steuerliche Zins- und Verlustvorträge 32.713 22.676 - 10.037 - 6.041
Summe aktive latente Ertragsteueransprüche vor Wertberichtigungen 59.164 41.068
Wertberichtigungen - 13.735 - 19.081 - 5.346 816
Summe aktive latente Steueransprüche 45.429 21.987
Saldierungen - 35.785 - 14.078
Alle aktiven latenten Steuern 9.644 7.909
Latente Ertragsteuerschulden
Bilanzierung von immateriellen Vermögenswerten - 3.002 - 831 2.171 274
Aktivierte Entwicklungskosten - 2.947 - 3.221 - 274 227
Steuerlich absetzbare Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte - 13.985 - 12.766 1.219 1.852
Neubewertung der Grundstücke und Gebäude - 10.992 - 10.573 419 - 1.465
Bewertung von Anteilen an Tochtergesellschaften - 3.607 - 3.607 - 2.630 -
Langfristige kundenspezifische Auftragsfertigung - 26.460 - 5.151 21.309 2.907
Amortisation der Kosten für Anleihe und syndizierten Kredit - 1.713 - 1.542 171 - 227
Summe passive latente Steuern - 62.706 -34.084
Saldierungen 35.785 14.078
Alle passiven latenten Steuern - 26.921 - 20.006

Währungseffekte, die im Eigenkapital ausgewiesen werden 236 Tsd. € (Vorjahr: 73 Tsd. €)

Latenter Ertragsteueraufwand /-ertrag (-) 4.044 | - 5.753

Die Währungseffekte von 236 Tsd. € (Vorjahr: 73 Tsd. €) korrigieren die rechnerischen Differenzen der in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen latenten Steuern. Im Geschäftsjahr 2011 wurden latente Steuern in Höhe von 1.372 Tsd. € (Vorjahr: 379 Tsd. €) erfolgsneutral erfasst. Eine Verrechnung latenter Steueransprüche und -schulden erfolgt, wenn eine Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden einklagbar ist. Ferner müssen sich die Steueransprüche und -schulden auf Ertragsteuern eines Steuersubjekts beziehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden. Für ausschüttungsfähige Gewinne von Tochtergesellschaften werden im Zusammenhang mit der Ausschüttung anfallende Ertrag- und Quellensteuern als passive latente Steuern ausgewiesen, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt davon auszugehen ist, dass diese Gewinne einer entsprechende Besteuerung unterliegen, oder beabsichtigt ist, diese Gewinne auf Dauer nicht zu reinvestieren. Für aufgelaufene Gewinne von Tochtergesellschaften in Höhe von 51.540 Tsd. € (Vorjahr: 68.541 Tsd. €) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da diese Gewinne auf unbestimmte Zeit reinvestiert werden sollen.

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ: AKTIVA

19. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Einzelheiten zu Veränderungen der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen des Konzerns sind aus der Entwicklung der langfristigen Vermögenswerte unter Textziffer 43 ersichtlich. In der Position Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sind aktivierte Transaktionskosten in Höhe von 3.684 Tsd. € (Vorjahr: 2.178 Tsd. €) aus der Finanzierung des Konzerns enthalten. Diese werden über die Laufzeit der jeweiligen Kreditverträge linear abgeschrieben. Bei dem als immateriellen Vermögenswert mit unbestimmter Nutzungsdauer bilanzierten Markennamen Agramkow in Höhe von 1.658 Tsd. € lagen zum Bilanzstichtag keine Hinweise auf eine Wertminderung vor. Dürr beabsichtigt, diesen Markennamen auch weiterhin einzusetzen. Die geleisteten Anzahlungen betreffen ausschließlich Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte, Transaktionskosten sowie Sachanlagen. Als Anlagen im Bau sind Sachanlagen aktiviert, für deren Herstellung bereits Kosten aus Eigen- und/oder Fremdleistung angefallen sind, die bis zum Bilanzstichtag aber noch nicht fertiggestellt wurden.

Die planmäßigen Abschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in folgenden Funktionskosten ausgewiesen:

3.24 PLANMÄSSIGE ABSCHREIBUNGEN

2011 2010 2011 2010
Tsd. € Immaterielle Vermögenswerte Sachanlagen Summe planmäßige Abschreibung Immaterielle Vermögenswerte Sachanlagen
Umsatzkosten - 4.480 - 7.141 - 11.621 - 1.061 - 6.894
Vertriebskosten - 176 - 811 - 987 - 159 - 548
Allgemeine Verwaltungskosten - 965 - 2.467 - 3.432 - 3.234 - 2.880
Forschungs- und Entwicklungskosten - 4.125 - 484 - 4.609 - 3.701 - 574
Sonstige betriebliche Aufwendungen - - 32 - 32 - 2 - 40
Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 1.832 - - 1.832 - 3.922 -
Summe - 11.578 - 10.935 - 22.513 - 12.079 - 10.936

Die außerplanmäßigen Abschreibungen und Zuschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in folgenden Funktionskosten ausgewiesen:

3.25 AUSSERPLANMÄSSIGE ABSCHREIBUNGEN/ZUSCHREIBUNGEN

2011 2010 2011 2010
Tsd. € Immaterielle Vermögenswerte Sachanlagen Summe außerplanmäßige Abschreibung/ Zuschreibung Immaterielle Vermögenswerte Sachanlagen
Umsatzkosten - 71 71 - - 1.191 1.191
Vertriebskosten - - - - -
Allgemeine Verwaltungskosten - - - 5 -
Forschungs- und Entwicklungskosten - - - - 89
Sonstige betriebliche Aufwendungen - - - - -
Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 981 - - 981 - -
Summe - 1.052 71 - 981 - 1.191 1.301

Im Geschäftsjahr 2011 wurden 986 Tsd. € (Vorjahr: 126 Tsd. €) als außerplanmäßige Abschreibungen und 71 Tsd. € (Vorjahr: 1.207 Tsd. €) als Zuschreibungen erfasst. Die außerplanmäßigen Wertberichtigungen auf den beizulegenden Zeitwert betrafen verschiedene Vermögenswerte des Sachanlagevermögens in Japan. Der beizulegende Zeitwert wurde grundsätzlich auf Basis der Nutzungswerte und auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt. Darüber hinaus wurden in den immateriellen Vermögenswerten Transaktionskosten aus dem syndizierten Kredit aus dem Jahr 2008 außerplanmäßig ausgebucht, da der syndizierte Kredit vorzeitig abgelöst wurde. Im Geschäftsjahr 2011 wurde eine Zuschreibung in Höhe von 71 Tsd. € auf ein Gebäude in Polen vorgenommen. Die Wertaufholungen des Vorjahres entfielen auf eine Zuschreibung in Höhe von 1.186 Tsd. € auf den beizulegenden Zeitwert einer Immobilie der Dürr Ecoclean S.A.S., Loué, Frankreich, und Zuschreibungen in Höhe von 21 Tsd. € auf Vermögenswerte des Sachanlagevermögens in Polen.

Werthaltigkeitstest von Geschäfts- oder Firmenwerten

Der im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Geschäfts- oder Firmenwert wird zur Überprüfung der Werthaltigkeit den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet. Als zahlungsmittelgenerierende Einheiten hat Dürr die Geschäftsbereiche innerhalb der Unternehmensbereiche definiert. Das Berechnungsschema ist für alle zahlungsmittelgenerierenden Einheiten identisch, da die wesentlichen Parameter alle Geschäftsbereiche gleichermaßen betreffen. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird durch die Berechnung eines Nutzungswerts ermittelt. Die Nutzungswerte der Geschäftsbereiche übertrafen jeweils das zugeordnete Nettovermögen. Die Berechnung basiert auf Cashflow-Prognosen, die auf Planungen für einen Zeitraum von vier Jahren beruhen. Der für die Cashflow-Prognosen verwendete Abzinsungssatz vor Steuern lag im Berichtsjahr zwischen 10,16 % und 10,33 % (Vorjahr: 10,61 % bis 10,90 %). Cashflows nach dem Zeitraum von vier Jahren werden mit einer Wachstumsrate von 1,5 % (Vorjahr: 1,5 %) extrapoliert, die sich an der langfristigen Wachstumsrate der Geschäftsbereiche orientiert.

Geplante Bruttogewinnmargen

Die geplanten Bruttogewinnmargen werden im Rahmen der Bottom-up-Planung durch die Konzerngesellschaften und Geschäftsbereiche ermittelt. Sie basieren auf den im vorangegangenen Geschäftsjahr ermittelten Werten unter Berücksichtigung erwarteter Preis- und Kostenentwicklungen sowie Effizienzsteigerungen.

Kapitalkosten (Abzinsungssatz)

Die Kapitalkosten ergeben sich aus dem gewogenen Mittel der Fremd- und Eigenkapitalkosten vor Steuern. Im Rahmen der Berechnung der Eigenkapitalkosten wird ein Betafaktor berücksichtigt, der sich aus Kapitalmarktdaten und der Kapitalstruktur mit Dürr vergleichbarer Unternehmen ergibt. Die Fremdkapitalkosten basieren auf einem Basiszinssatz für quasisichere Anleihen und einem Aufschlag, der aus dem Kredit-Rating vergleichbarer Unternehmen ermittelt wird.

Materialpreissteigerungen

Die Preissteigerung der von Dürr zu beziehenden Vorprodukte und Materialien wird abgeleitet aus den erwarteten Preisänderungen der zu ihrer Herstellung notwendigen Rohstoffe. Bei diesen wiederum werden die Preisindizes der Länder zugrunde gelegt, aus denen die Vorprodukte und Materialien durch die jeweiligen Konzerngesellschaften bezogen werden.

Steigerung von Gehaltskosten

Die deutschen Tochtergesellschaften haben für die Vierjahresplanung Gehaltssteigerungen ab dem Jahr 2012 von durchschnittlich 2,9 % p.a. (Vorjahr: 2,5 % p.a.) unterstellt. Alle ausländischen Tochtergesellschaften haben für die jeweilige Planungsperiode ihre jeweiligen nationalen Steigerungsraten verwendet.

Sensitivitätsanalyse von Geschäfts- oder Firmenwerten

Unabhängig von der aktuellen und erwarteten wirtschaftlichen Lage der Automobilindustrie hat Dürr Sensitivitätsanalysen zur Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte in den Geschäftsbereichen vorgenommen. Geprüft wurden die Auswirkungen folgender Szenarien:

  • EBIT-Rückgang um 10 % in allen Planjahren ab 2012 (im Vergleich zu den verabschiedeten Unternehmensplanungen),
  • Erhöhung des Abzinsungssatzes um 0,5 Prozentpunkte,
  • Verringerung der Wachstumsrate auf 1,0 %.

Die Sensitivitätsanalysen haben ergeben, dass auch unter diesen Annahmen aus heutiger Sicht bei keinem der Geschäftsbereiche ein Wertminderungsbedarf bei den Geschäfts- oder Firmenwerten bestehen würde.# ENTWICKLUNG DER GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Geschäfts- oder Firmenwerte nach Geschäfts- und Unternehmensbereichen. Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, werden die Geschäfts- oder Firmenwerte der Geschäftsbereiche Environmental and Energy Systems und Application Technology so dargestellt, als wären die Unternehmensbereiche Clean Technology Systems und Application Technology bereits zum 1. Januar 2010 eigenständige Segmente gewesen.

3.26 ENTWICKLUNG DER GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE

Tsd. € Buchwert zum 1. Januar 2010 Währungdifferenz Änderungen Konsolidierungskreis Zugänge Abgänge Buchwert zum 31. Dezember 2010
Paint and Final Assembly Systems 88.483 1.333 - - - - 89.816
Aircraft and Technology Systems 7.563 - - - - - 7.563
Paint and Assembly Systems 96.046 1.333 - - - - 97.379
Application Technology 57.356 420 - 4.973 - - 62.749
Application Technology 57.356 420 - 4.973 - - 62.749
Balancing and Assembly Products 98.227 629 - - - 242 98.614
Cleaning and Filtration Systems 14.573 1.311 1.625 - - - 17.509
Measuring and Process Systems 112.800 1.940 1.625 - - 242 116.123
Environmental and Energy Systems 5.062 389 - - - - 5.451
Clean Technology Systems 5.062 389 - - - - 5.451
Dürr-Konzern 271.264 4.082 1.625 4.973 - 242 281.702
Tsd. € Buchwert zum 31. Dezember 2010 Währungsdifferenz Zugänge Buchwert zum 31. Dezember 2011
Paint and Final Assembly Systems 89.950 134 - 89.950
Aircraft and Technology Systems 7.563 - - 7.563
Paint and Assembly Systems 97.513 134 - 97.513
Application Technology 62.749 - 23 62.726
Application Technology 62.749 - 23 62.726
Balancing and Assembly Products 98.614 243 1.859 100.716
Cleaning and Filtration Systems 17.509 420 - 17.929
Measuring and Process Systems 116.123 663 1.859 118.645
Environmental and Energy Systems 5.451 147 - 5.598
Clean Technology Systems 5.451 147 - 5.598
Dürr-Konzern 281.702 921 1.859 284.482

Die Veränderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts aus Zugängen und Änderungen des Konsolidierungskreises werden nachfolgend erläutert.

Firmenerwerbe

Geschäftsjahr 2011

Agramkow Fluid Systems A/S:

Am 24. Mai 2011 erwarb Dürr 55 % der Anteile an der Agramkow Fluid Systems A/S mit Sitz in Sønderborg, Dänemark. Durch den Kauf der Agramkow Fluid Systems A/S und ihrer Tochtergesellschaften erschließt sich Dürr Zugang zu neuen Kunden in der Befülltechnik. Agramkow ist Weltmarktführer bei Anlagen zum Befüllen von Haushaltsgeräten und Wärmepumpen mit Kältemitteln. Die Erstkonsolidierung der Agramkow Fluid Systems A/S und ihrer Tochtergesellschaften erfolgte gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" unter Anwendung der Erwerbsmethode nach der Purchased-Goodwill-Methode. Die Ergebnisse der erworbenen Gesellschaften wurden, beginnend mit dem Erstkonsolidierungszeitpunkt, in den Konzernabschluss einbezogen. Der Kaufpreis für die Agramkow Fluid Systems A/S und ihre Tochtergesellschaften betrug 8.186 Tsd. € und wurde in Höhe von 7.170 Tsd. € bar beglichen, für den noch ausstehenden Betrag in Höhe von 1.016 Tsd. € wurde eine finanzielle Verbindlichkeit passiviert. Die Anschaffungsnebenkosten für die erworbenen Gesellschaften betrugen 214 Tsd. €. Davon wurden 118 Tsd. € als Aufwand im Geschäftsjahr 2011 und 96 Tsd. € im Geschäftsjahr 2010 erfasst.

Die Ermittlung des erworbenen Nettovermögens und des Geschäfts- oder Firmenwerts aus der Akquisition der Agramkow-Gesellschaften am 24. Mai 2011 stellt sich zu wie folgt dar:

3.27 GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT AKQUISITION AGRAMKOW 2011

Tsd. € Betrag
Kaufpreis für die Akquisition gesamt 8.186
abzüglich Altgesellschaftern zustehende Vermögenswerte - 1.016
Kaufpreis 7.170
Beizulegender Zeitwert des Nettovermögens 10.673
davon Altgesellschaftern zustehend - 1.016
Beizulegender Zeitwert des Nettovermögens ohne den Altgesellschaftern zustehende Vermögenswerte 9.657
Beizulegender Zeitwert des Nettovermögens ohne den Altgesellschaftern zustehende Vermögenswerte - 9.657
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Anteile ohne beherrschenden Einfluss 4.346
Auf Dürr entfallender Anteil am beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens - 5.311
Geschäfts- oder Firmenwert 1.859

Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 1.859 Tsd. € spiegelt Technologie-, Kosten- und Vertriebssynergien in der Befülltechnik und die Ertragsaussichten der Agramkow-Gesellschaften wider. Er wurde dem Geschäftsbereich Balancing and Assembly Products zugeordnet und ist steuerlich nicht absetzbar.

Der Gesamtkaufpreis wurde den erworbenen Vermögenswerten und Schulden wie folgt zugerechnet:

3.28 KAUFPREISALLOKATION AKQUISITION AGRAMKOW 2011

Tsd. € Buchwert vor Akquisition Anpassung Buchwert nach Akquisition
Immaterielle Vermögenswerte 934 10.118 11.052
Sachanlagen 479 - 36 443
Vorräte und geleistete Anzahlungen 4.363 44 4.407
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 2.816 1.662 4.478
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.575 - 3.221 354
Langfristige Verbindlichkeiten - 71 - - 71
passive latente Steuern - 2.753 - 2.753
Kurzfristige Verbindlichkeiten - 10.014 2.777 - 7.237
Nettovermögen 2.082 8.591 10.673

Die Buchwerte nach Akquisition entsprechen den beizulegenden Zeitwerten zum Erstkonsolidierungszeitpunkt. Der vertragliche Bruttobetrag der erworbenen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte entspricht nahezu dem beizulegenden Zeitwert. Die wesentlichen Anpassungen erfolgten bei den immateriellen Vermögenswerten, bei denen im Rahmen der Kaufpreisallokation technologisches Know-how sowie Kundenbeziehungen und der Markenname Agramkow aktiviert wurden. Im Rahmen des Übergangs auf die Wertansätze, die unter Anwendung von IAS 11 "Fertigungsaufträge" nach der Percentage-of-Completion-Methode ermittelt werden, wurden die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen angepasst. Den Altgesellschaftern der Agramkow Fluid Systems A/S zustehende Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wurden umgegliedert. Im Rahmen der Erstkonsolidierung wurden keine Eventualverbindlichkeiten passiviert.

Die Nutzungsdauern der erworbenen immateriellen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

3.29 NUTZUNGSDAUERN DER ERWORBENEN IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE AKQUISITION AGRAMKOW 2011

Tsd. € Beizulegender Zeitwert (Tsd. €) Nutzungsdauer (Jahre)
Technologisches Know-how 1.411 8
Kundenbeziehung 7.049 8
Markenname 1.658 unbestimmt
Gesamt 10.118

Die erworbenen immateriellen Vermögenswerte wurden mittels einkommensorientierter Ansätze bewertet. Die beizulegenden Zeitwerte des technologischen Know-hows und des Markennamens wurden anhand des Verfahrens der Lizenzpreisanalogie, der Zeitwert der Kundenbeziehung wurde nach der Multiperiod-Excess-Earnings-Methode ermittelt. Die übrigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wurden anhand der in Textziffer 6 erläuterten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bewertet. Im Rahmen des Erwerbs wurde eine Verkaufsoption der Inhaber nicht beherrschender Anteile als finanzielle Verbindlichkeit erfasst. Die gegenläufige Buchung erfolgte in den Gewinnrücklagen, die mit dem auf die Inhaber nicht beherrschender Anteile entfallenden Teil des Eigenkapitals in Höhe von 4.346 Tsd. € saldiert wurden. In Folgeperioden wird die Option zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts werden ergebnisneutral im Eigenkapital ausgewiesen.

Der Ergebnisbeitrag der Agramkow Fluid Systems A/S und ihrer Tochtergesellschaften vom Erstkonsolidierungszeitpunkt bis zum 31. Dezember 2011 stellt sich wie folgt dar:

3.30 ERGEBNISBEITRAG DER AGRAMKOW-GRUPPE AB ERSTKONSOLIDIERUNGZEITPUNKT

Tsd. € Betrag
Umsatzerlöse 18.213
Ergebnis vor Beteiligungsergebnis, Zinsergebnis und Ertragsteuern 2.800
Ergebnis vor Ertragsteuern 2.728
Ergebnis 2.049

Wären die Agramkow Fluid Systems A/S und ihre Tochtergesellschaften bereits zum 1. Januar 2011 in den Konsolidierungskreis einbezogen worden, hätten die Umsatzerlöse des Konzerns für das Geschäftsjahr 2011 1.929.293 Tsd. € sowie das Ergebnis des Konzerns 64.663 Tsd. € betragen. Auf eine Vergleichsrechnung von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung wurde verzichtet, da die Veränderung des Konsolidierungskreises nicht wesentlich ist. Zum 31. Dezember 2011 beträgt der Anteil der erstkonsolidierten Unternehmen Agramkow Fluid Systems A/S, Agramkow Asia Pacific Pte. Ltd. und Agramkow do Brasil Ltda. an Bilanzsumme und Umsatzerlösen nur 1,1 % beziehungsweise 0,9 %.

Geschäftsjahr 2010

UCM AG:

Zum 1. Januar 2010 wurde die UCM AG, Rheineck, Schweiz, erstkonsolidiert. Dürr hat 100 % der Anteile an der Gesellschaft mit Kaufvertrag vom 9. Dezember 2009 erworben. Die UCM AG ist auf Anlagen zur Feinstreinigung von Werkstücken spezialisiert. Dadurch ergänzt Dürr sein Portfolio in einem Geschäftsfeld, das wachstumsstarke Branchen wie Medizintechnik und Präzisionsoptik bedient. Die Erstkonsolidierung der UCM AG erfolgte gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" unter Anwendung der Erwerbsmethode. Die Ergebnisse der erworbenen Gesellschaft wurden, beginnend mit dem Erstkonsolidierungszeitpunkt, in den Konzernabschluss einbezogen. Der Kaufpreis der UCM AG in Höhe von 4.156 Tsd. € setzt sich zusammen aus einem Grundpreis von 2.240 Tsd. €, der bar beglichen wurde, sowie zwei vom Geschäftsergebnis (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen - EBITDA) der Geschäftsjahre 2010 und 2011 abhängigen Basisraten. Die zwei Basisraten erhöhen oder verringern sich im Verhältnis der Abweichung des erwarteten EBITDA zum EBITDA gemäß Jahresabschluss. Die Änderungen der beiden Basisraten zusammen dürfen 672 Tsd. € nicht übersteigen (Cap). Der maximale Kaufpreis beträgt 4.635 Tsd. €, der minimale Kaufpreis beträgt 3.291 Tsd. €. Sofern das tatsächliche EBITDA für die Geschäftsjahre 2010 und 2011 zusammen mindestens 1.441 Tsd. € beträgt, wird die zweite Basisrate um zusätzliche 269 Tsd. € erhöht. Für den bedingten Anteil des Kaufpreises wurden zum Erwerbszeitpunkt aufgrund der vorliegenden Planung 1.916 Tsd. € passiviert. Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 1.625 Tsd. € spiegelt Technologie- und Kostensynergien in der Feinstreinigungstechnik sowie die positiven Ertragsaussichten der UCM AG wider.

Kleinmichel:

Zum 25.# 3 AKQUISITIONEN UND GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE

Im Januar 2010 wurden im Rahmen eines Asset Deals Vermögenswerte aus der Insolvenzmasse der Klaus Kleinmichel GmbH, Bernried, übernommen. Kleinmichel ist auf Klebetechnik in der Endmontage für den Automobilbau und in der allgemeinen Industrie spezialisiert. Die Erstkonsolidierung der erworbenen Vermögenswerte erfolgte gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" unter Anwendung der Erwerbsmethode. Der Kaufpreis für die Vermögenswerte betrug 2.500 Tsd. € und wurde bar beglichen. Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 1.603 Tsd. € spiegelt Technologie- und Kostensynergien in der Klebetechnik wider. Die Klaus Kleinmichel GmbH hat im Jahr 2010 bis zu ihrer Insolvenz im Januar keine Umsatzerlöse erzielt. Da die erworbenen Vermögenswerte im Abschluss der erwerbenden Gesellschaft Dürr Systems GmbH, Stuttgart, vollständig aufgehen, ist eine getrennte Darstellung der Ergebnisse und Umsätze seit dem Erwerbszeitpunkt nicht durchführbar.

Helmuth Rickert GmbH: Im Rahmen eines am 27. Mai 2010 unterzeichneten Kaufvertrags hat Dürr 100 % der Anteile an der Helmuth Rickert GmbH, Wolfsburg, zum 30. Juli 2010 erworben. Vor Vollzug des Kaufvertrags wurde deren Tochtergesellschaft I.N.T.-Rickert GmbH, ebenfalls mit Sitz in Wolfsburg, auf die Helmuth Rickert GmbH verschmolzen. Rickert zählt in Deutschland zu den führenden Anbietern von Produkten für das Kleben von Karosserieteilen im Rohbau. Durch den Erwerb von Rickert hat Dürr seine Aktivitäten in der Klebetechnik erweitert. Die Erstkonsolidierung der Helmuth Rickert GmbH (nach dem Vollzug des Kaufvertrags in Dürr Systems Wolfsburg GmbH umfirmiert) erfolgte gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" unter Anwendung der Erwerbsmethode. Die Ergebnisse der erworbenen Gesellschaft wurden, beginnend mit dem Erstkonsolidierungszeitpunkt, in den Konzernabschluss einbezogen. Der Kaufpreis der Helmuth Rickert GmbH setzt sich zusammen aus einem bar beglichenem Grundpreis von 5.400 Tsd. € sowie einem vom durchschnittlichen Geschäftsergebnis (handelsrechtliches Ergebnis vor Zinsen und Steuern - EBIT) der Geschäftsjahre 2010 bis 2014 abhängigen Anteil. Der ergebnisabhängige Anteil des Kaufpreises darf 1.200 Tsd. € nicht übersteigen (Cap). Der maximale Kaufpreis beträgt damit 6.600 Tsd. €, der minimale Kaufpreis 5.400 Tsd. €. Für den bedingten Anteil des Kaufpreises wurden zum Erwerbszeitpunkt 0 Tsd. € passiviert, da zum Erwerbszeitpunkt die geplanten handelsrechtlichen Ergebnisse (EBITs) der Jahre 2011 bis 2014 den handelsrechtlichen Jahresfehlbetrag des Jahres 2010 nicht kompensieren konnten. Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 3.370 Tsd. € spiegelt Technologie- und Kostensynergien in der Klebetechnik sowie vertriebliche Synergieeffekte und die Ertragsaussichten der Helmuth Rickert GmbH wider. Die Anschaffungsnebenkosten für die erworbenen Gesellschaften betrugen 263 Tsd. €. Sie wurden in Höhe von 208 Tsd. € als Aufwand im Geschäftsjahr 2010 und in Höhe von 55 Tsd. € im Geschäftsjahr 2009 erfasst. Der Ergebnisbeitrag nach Steuern der UCM AG und der Dürr Systems Wolfsburg GmbH (vormals Helmuth Rickert GmbH) von den Erstkonsolidierungszeitpunkten bis zum 31. Dezember 2010 beläuft sich auf 610 Tsd. €; die in diesem Zeitraum enthaltenen Umsatzerlöse mit Externen belaufen sich auf 6.269 Tsd. €. Wäre die Dürr Systems Wolfsburg GmbH (vormals Helmuth Rickert GmbH) bereits zum 1. Januar 2010 in den Konsolidierungskreis einbezogen worden, hätten die Umsatzerlöse des Konzerns für das Geschäftsjahr 2010 1.265.632 Tsd. € sowie das Ergebnis des Konzerns 5.624 Tsd. € betragen.

Das erworbene Nettovermögen und die Geschäfts- oder Firmenwerte aus den Akquisitionen der UCM AG, der Helmuth Rickert GmbH und von Kleinmichel ermitteln sich wie folgt:

3.31 GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE AKQUISITIONEN 2010

Tsd. €
Kaufpreis für die Akquisitionen 12.056
Beizulegender Zeitwert des Nettovermögens - 5.458
Geschäfts- oder Firmenwerte 6.598

Der Gesamtkaufpreis wurde den erworbenen Vermögenswerten und Schulden wie folgt zugerechnet:

3.32 KAUFPREISALLOKATION AKQUISITIONEN 2010

Buchwert vor Akquisition Anpassung Buchwert nach Akquisition
Immaterielle Vermögenswerte 8 2.997 3.005
Sachanlagen 2.420 - 55 2.365
Aktive latente Steuern 234 234
Vorräte 1.460 - 425 1.035
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 4.389 - 518 3.871
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.119 - 1 1.118
Langfristige Verbindlichkeiten - 869 - 166 - 1.035
Passive latente Steuern - 255 - 615 - 870
Kurzfristige Verbindlichkeiten - 4.976 711 - 4.265
Nettovermögen 3.296 2.162 5.458

Die Buchwerte nach Akquisition entsprechen den beizulegenden Zeitwerten zum Erstkonsolidierungszeitpunkt. Der vertragliche Bruttobetrag der erworbenen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte entspricht nahezu dem beizulegenden Zeitwert. Die wesentlichen Anpassungen erfolgten bei den immateriellen Vermögenswerten, bei denen im Rahmen der Kaufpreisallokation technologisches Know-how sowie Kundenbeziehungen aktiviert wurden. Ein der Helmuth Rickert GmbH gehörendes bebautes Grundstück und ein Anbau auf fremdem Grundstück sowie ein der UCM AG gehörendes Gebäude wurden zum Marktwert bewertet. Im Rahmen des Übergangs auf die Wertansätze, die unter Anwendung von IAS 11 "Fertigungsaufträge" nach der Percentage-of-Completion-Methode ermittelt werden, wurden die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen angepasst. Des Weiteren erfolgte eine Wertberichtigung der erworbenen Vorräte. Im Rahmen der Erstkonsolidierungen wurden keine Eventualschulden passiviert.

Die Nutzungsdauern der erworbenen immateriellen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:

3.33 NUTZUNGSDAUERN DER ERWORBENEN IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE AKQUISITIONEN 2010

Beizulegender Zeitwert (Tsd. €) Nutzungsdauer (Jahre)
Technologisches Know-how 1.557 8
Kundenbeziehung 1.440 10
Summe 2.997

Die Geschäfts- oder Firmenwerte wurden den Geschäftsbereichen Cleaning and Filtration Systems und Application Technology zugeordnet und sind in Höhe von 1.603 Tsd. € steuerlich absetzbar.

Grundstücke und Gebäude

Am 30. November 2011 erwarb Dürr den Komplementäranteil an der Dürr GmbH & Co. Campus KG, die am Standort Bietigheim-Bissingen Immobilien an Konzerngesellschaften vermietet. Da die Gesellschaft keinen eigenständigen Geschäftsbetrieb innehat, liegt kein Unternehmenserwerb im Sinne des IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" vor. Dürr übernahm somit die Grundstücke und Gebäude und die darauf entfallenden Verbindlichkeiten. Die Anschaffungskosten der Grundstücke sowie der im Jahr 2009 fertiggestellten Gebäude betrugen 51.353 Tsd. €. Gleichzeitig übernahm Dürr Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 46.572 Tsd. €. Die Gebäude wurden zuvor im Rahmen eines Operating-Leasingvertrags gemietet. Im Berichtsjahr waren ein Gebäude in Großbritannien und ein Gebäude in Deutschland als Finanzierungsleasing aktiviert. Dürr ist nicht rechtlicher Eigentümer dieser Gebäude. Die Abschreibungen auf diese Gebäude sind in den Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen enthalten. Im Geschäftsjahr 2010 wurde der Finanzierungsleasingvertrag eines Gebäudes in Deutschland vorzeitig gekündigt und das Gebäude von der Schenck Technologie- und Industriepark GmbH erworben. Das Gebäude wird unter den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien bilanziert. Ebenfalls im Geschäftsjahr 2010 wurde am Standort Darmstadt ein Heizwasserverteilnetz zur Beheizung des Technologie- und Industrieparks als Finanzierungsleasing unter den Grundstücken und Gebäuden aktiviert. Die Laufzeit des Finanzierungs-Leasingvertrags endet am 31. Dezember 2020. Nach Beendigung des Vertrags geht das Heizwasserverteilnetz inklusive aller eingebauten Komponenten und Anlagenteile in das Eigentum der Schenck Technologie- und Industriepark GmbH über. Die nachfolgende Tabelle zeigt die in den Sachanlagen enthaltenen Anschaffungskosten und kumulierten Abschreibungen für die als Finanzierungsleasing aktivierten Immobilien.

3.34 ALS FINANZIERUNGSLEASING AKTIVIERTE IMMOBILIEN

Tsd. €
31.12.2011
Historische Anschaffungskosten 5.300
Kumulierte Abschreibungen - 2.195
Restbuchwert 3.105

Im Rahmen des syndizierten Kredits wurden Gesamtbuchgrundschulden ausgewählter Dürr-Gesellschaften als Sicherheiten gewährt. Zum 31. Dezember 2011 betrug der Buchwert der Vermögenswerte 63.956 Tsd. € (Vorjahr: 65.228 Tsd. €).

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Dürr unterscheidet zwischen überwiegend fremd- und eigengenutzten Immobilien. Eine überwiegende Fremdnutzung liegt vor, wenn die Immobilie zu mehr als 90 % von konzernfremden Unternehmen gemietet wird. Dürr bewertet diese als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien nach dem Anschaffungskostenmodell. Bei den Immobilien handelt es sich um eine Gruppe von Gebäuden sowie anteilige Infrastrukturflächen der Schenck Technologie- und Industriepark GmbH in Darmstadt. Mit diesen Immobilien wurden im Geschäftsjahr 2011 Mieteinnahmen in Höhe von 3.070 Tsd. € (Vorjahr: 2.628 Tsd. €) erlöst.

Die künftigen Mieteinnahmen auf Basis der bestehenden Verträge setzen sich wie folgt zusammen:

3.35 KÜNFTIGE MIETEINNAHMEN

Tsd. €
31.12.2011
Innerhalb eines Jahres 2.851
Zwischen einem und fünf Jahren 3.557
über fünf Jahre 1.141
Summe 7.549

Die direkt zurechenbaren Aufwendungen betrugen 1.764 Tsd. € (Vorjahr: 1.481 Tsd. €). Auf leer stehende Immobilien entfielen direkt zurechenbare Aufwendungen von 94 Tsd. € (Vorjahr: 105 Tsd. €). Die Gebäude werden planmäßig linear über gebäudespezifische Nutzungsdauern zwischen 20 und 50 Jahren abgeschrieben. Im Geschäftsjahr 2011 hat sich die Zusammensetzung der Gruppe aufgrund veränderter Eigen- und Fremdnutzung geringfügig geändert. Der beizulegende Zeitwert zum 31. Dezember 2011 liegt unter Berücksichtigung des Zugangs der nachträglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten bei 26.800 Tsd. € (Vorjahr: 25.880 Tsd. €).# 3.36 ALS FINANZINVESTITION GEHALTENE IMMOBILIEN

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Tsd. € 2011 2010
Stand 1. Januar 23.134 20.475
Zugang Gebäude aus Nutzungsänderung 1.359 2.724
Zugänge aus nachträglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten 155 1.240
Abgänge aus Nutzungsänderung - 757 - 822
Abgänge Anschaffungs- oder Herstellungskosten - 85 - 156
Umgliederungen - 35
Zugänge planmäßige Abschreibungen - 839 - 768
Veränderung Abschreibung aus Nutzungsänderung - 696 274
Abgänge Abschreibungen 62 132
Stand 31. Dezember 22.333 23.134

20. Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen und übrige Finanzanlagen

Durch den Erwerb von 50 % der Anteile an der Cyplan Ltd. stiegen die Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen um 3.542 Tsd. €, während sie durch die Übernahme des Komplementäranteils an der Dürr GmbH & Co. Campus KG durch Dürr um 333 Tsd. € sanken. Der Erwerb einer 10 %-Beteiligung an der Parker Engineering Co., Ltd. mit Sitz in Tokio, Japan, erhöhte die übrigen Finanzanlagen um 1.956 Tsd. €.

3.37 ANGABEN ZU ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN

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Tsd. € 2011 2010
Bilanzsumme 46.226 87.173
Langfristige Vermögenswerte 5.556 52.240
Kurzfristige Vermögenswerte 40.670 34.933
Langfristige Schulden 10.956 25.321
Kurzfristige Schulden 7.893 37.054
Umsatzerlöse 34.419 29.102
Periodenergebnis 2.408 2.175

Ein assoziiertes Unternehmen hat den Abschlussstichtag 30. September und wird auf Basis seiner Abschlussdaten in die Equity-Bewertung einbezogen. Wesentliche Effekte zwischen diesem Stichtag und dem 31. Dezember werden berücksichtigt.

3.38 ANGABEN ZU GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN (ANTEILIG)

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Tsd. € 2011 2010
Bilanzsumme 29 33
Kurzfristige Vermögenswerte 29 33
Kurzfristige Schulden 4 9
Umsatzerlöse - 488
Periodenergebnis - - 334

Die anteiligen Erträge der at equity bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen betrugen 0 Tsd. € (Vorjahr: 491 Tsd. €), die Aufwendungen 0 Tsd. € (Vorjahr: 824 Tsd. €). Die Eventualschulden für die Gemeinschaftsunternehmen setzen sich wie folgt zusammen:

3.39 EVENTUALSCHULDEN FÜR GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN

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Tsd. € 2011 2010
Bürgschaften für Gemeinschaftsunternehmen 314 3.069
Haftungsbeitritt Partnerunternehmen - 1.705
Stand 31. Dezember 314 1.364

Für weitere Informationen zu den einbezogenen Unternehmen verweisen wir auf die Textziffern 3 und 4.

21. Vorräte und geleistete Anzahlungen

3.40 VORRÄTE UND GELEISTETE ANZAHLUNGEN

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Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 79.663 48.381
abzüglich Wertberichtigungen - 8.711 - 7.655
Unfertige Erzeugnisse aus Kleinserienfertigung 24.023 12.645
abzüglich Wertberichtigungen - 904 - 792
Fertigerzeugnisse 7.685 7.575
abzüglich Wertberichtigungen - 652 - 1.072
Geleistete Anzahlungen 23.367 14.679
124.471 73.761

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden in Höhe von 71.764 Tsd. € (Vorjahr: 45.046 Tsd. €) zu den durchschnittlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und in Höhe von 7.899 Tsd. € (Vorjahr: 3.335 Tsd. €) nach der FIFO-Methode ("first in, first out") bewertet. Die Summe der Wertberichtigungen erhöhte sich nach Berücksichtigung von Wechselkursdifferenzen sowie Verbräuchen auf 10.267 Tsd. € (Vorjahr: 9.519 Tsd. €). Die Zuführung zu den Wertberichtigungen von 5.503 Tsd. € im Berichtsjahr (Vorjahr: 5.745 Tsd. €) wurde erfolgswirksam erfasst.

22. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

3.41 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

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Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Summe Kurzfristig Langfristig Summe Kurzfristig Langfristig
Künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen 297.567 297.567 - 209.269 209.269 -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (L&L) gegen Dritte 327.822 327.631 191 183.492 182.171 1.321
Forderungen aus L&L gegen at equity bilanzierte Unternehmen 446 446 - 510 510 -
625.835 625.644 191 393.271 391.950 1.321

Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Fälligkeitsanalyse der bilanzierten nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

3.42 FÄLLIGKEITSANALYSE FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

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Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010
KÜNFTIGE FORDERUNGEN AUS FERTIGUNGSAUFTRÄGEN FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN (L&L) GEGEN DRITTE FORDERUNGEN AUS L&L GEGEN AT EQUITY BILANZIERTE UNTERNEHMEN
Zum Abschlussstichtag weder wertgemindert oder überfällig 297.567 209.269 252.233 139.873 446 510
Zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitbändern überfällig
weniger als 3 Monate - - 44.039 26.472 - -
zwischen 3 und 6 Monaten - - 16.730 5.959 - -
zwischen 6 und 9 Monaten - - 3.633 1.851 - -
zwischen 9 und 12 Monaten - - 4.501 1.066 - -
mehr als 12 Monate - - 5.352 4.829 - -
Gesamt - - 74.255 40.177 - -
Einzelwertberichtigte Forderungen (netto) - - 1.334 3.442 - -
Buchwert (netto) 297.567 209.269 327.822 183.492 446 510

Bei den weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuteten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte sowie gegen at equity bilanzierte Unternehmen haben sich wie folgt entwickelt:

3.43 ENTWICKLUNG DER WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN

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Tsd. € 2011 2010
Stand 1. Januar 8.747 7.720
Währungsdifferenz 61 162
Verbrauch - 1.524 - 916
Auflösung - 1.524 - 1.118
Zugang (Aufwendungen für Wertberichtigungen) 1.443 2.899
Stand 31. Dezember 7.203 8.747

Im Geschäftsjahr 2011 wurden Forderungen in Höhe von 1.621 Tsd. € (Vorjahr: 1.013 Tsd. €) ausgebucht, wovon 1.524 Tsd. € (Vorjahr: 916 Tsd. €) bereits im Vorjahr wertberichtigt waren. Die Ausbuchung der restlichen 97 Tsd. € (Vorjahr: 97 Tsd. €) wurde im Geschäftsjahr 2011 aufwandswirksam.

3.44 ZUSAMMENSETZUNG DER KÜNFTIGEN FORDERUNGEN AUS FERTIGUNGSAUFTRÄGEN SOWIE ERHALTENEN ANZAHLUNGEN

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Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Summe Kurzfristig Langfristig Summe Kurzfristig Langfristig
Aktivischer Ausweis
Aufgelaufene Kosten einschließlich Teilgewinnen 936.769 936.769 - 700.936 700.936 -
Abzüglich fakturierter Beträge 639.202 639.202 - 491.667 491.667 -
Künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen 297.567 297.567 - 209.269 209.269 -
Passivischer Ausweis
Aufgelaufene Kosten einschließlich Teilgewinnen 1.221.887 1.221.887 - 552.547 552.547 -
Abzüglich fakturierter Beträge 1.650.102 1.645.407 4.695 813.320 813.320 -
Erhaltene Anzahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen 428.215 423.520 4.695 260.773 260.773 -
Total Aufgelaufene Kosten einschließlich Teilgewinnen 2.158.656 2.158.656 - 1.253.483 1.253.483 -
Abzüglich fakturierter Beträge 2.289.304 2.284.609 4.695 1.304.987 1.304.987 -
Erhaltene Anzahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen 130.648 125.953 4.695 51.504 51.504 -

Diese Beträge sind je Auftrag saldiert entweder in den künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen (aktivischer Ausweis) oder in den Verbindlichkeiten (passivischer Ausweis) enthalten; wir verweisen auch auf Textziffer 30.

23. Sonstige finanzielle Vermögenswerte

3.45 SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

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Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Summe Kurzfristig Langfristig Summe Kurzfristig Langfristig
Derivative finanzielle Vermögenswerte 1.679 1.526 153 2.061 1.985 76
Mietkautionen und sonstige hinterlegte Sicherheiten 4.564 1.663 2.901 3.974 1.561 2.413
Termingelder 35.950 35.950 - - - -
Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte 11.324 11.035 289 8.591 8.125 466
53.517 50.174 3.343 14.626 11.671 2.955

In den übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten sind unter anderem Guthaben bei Lieferanten in Höhe von 1.303 Tsd. € (Vorjahr: 1.176 Tsd. €) und Forderungen gegen Mitarbeiter in Höhe von 1.860 Tsd. € (Vorjahr: 1.770 Tsd. €) enthalten. Die entsprechenden Anhangsangaben nach IFRS 7 sind unter Textziffer 34 dargestellt. Vom Bruttobetrag der sonstigen finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 53.651 Tsd. € (Vorjahr: 14.758 Tsd. €) waren 53.517 Tsd. € (Vorjahr: 14.626 Tsd. €) zum Abschlussstichtag weder wertgemindert noch überfällig. Bei diesen Vermögenswerten bestehen keine Anzeichen dafür, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen könnten. Die Wertberichtigungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:

3.46 ENTWICKLUNG DER WERTBERICHTIGUNGEN AUF SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

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Tsd. € 2011 2010
Stand 1. Januar 132 393
Währungsdifferenz 2 5
Verbrauch - - 266
Stand 31. Dezember 134 132

24. Sonstige Vermögenswerte

3.47 SONSTIGE VERMÖGENSWERTE

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Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Summe Kurzfristig Langfristig Summe Kurzfristig Langfristig
Sonstige Vermögenswerte 22.459 22.244 215 15.684 15.581 103
22.459 22.244 215 15.684 15.581 103

Die sonstigen Vermögenswerte enthalten vor allem Steuererstattungsansprüche, die nicht Ertragsteuern betreffen, in Höhe von 20.719 Tsd. € (Vorjahr: 15.143 Tsd. €).# Ebenfalls enthalten sind Transaktionskosten aus der Darlehenszusage der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 632 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €).

ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ: PASSIVA

25. Eigenkapital der Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft

Gezeichnetes Kapital (Dürr AG)

Das Grundkapital der Dürr AG betrug zum 31. Dezember 2011 44.289 Tsd. € (Vorjahr: 44.289 Tsd. €) und setzte sich aus 17.300.520 Aktien (Vorjahr: 17.300.520 Aktien) zusammen. Jede Aktie repräsentiert einen Anteil am gezeichneten Kapital in Höhe von 2,56 € und lautet auf den Inhaber. Die ausgegebenen Aktien waren zu jedem Bilanzstichtag vollständig eingezahlt.

Ermächtigung des Vorstands zum Erwerb und zur Veräußerung eigener Aktien

Die Hauptversammlung vom 30. April 2010 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 29. April 2015 einmalig oder mehrfach, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke, eigene auf den Inhaber lautende Stückaktien über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots zu erwerben. Die Anzahl der so erworbenen Aktien darf zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des jeweiligen Grundkapitals betragen. Die Ermächtigung darf nicht zum Zwecke des Handels in eigenen Aktien genutzt werden. Der Gegenwert für den Erwerb der Aktien darf im Falle des Erwerbs über die Börse vom Börsenkurs nicht um mehr als 5 % abweichen. Im Falle eines öffentlichen Kaufangebots an alle Aktionäre darf der Erwerbspreis bis zu 20 % über dem Börsenkurs liegen, muss jedoch mindestens dem Börsenkurs entsprechen.

Ferner wurde der Vorstand von der Hauptversammlung am 30. April 2010 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats aufgrund der vorgenannten oder einer früheren Ermächtigung erworbene Aktien über die Börse oder durch ein öffentliches Kaufangebot an alle Aktionäre zu veräußern. In näher bestimmten Fällen dürfen die Aktien auch in anderer Weise und damit unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre veräußert werden. Schließlich ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats erworbene Aktien ohne Kapitalherabsetzung ganz oder teilweise einzuziehen, ohne dass dies eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf.

Genehmigtes Kapital (Dürr AG)

Die Hauptversammlung vom 30. April 2009 hat den Vorstand ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 30. April 2014 um bis zu 22.145 Tsd. € gegen Sach- oder Bareinlagen einmalig oder mehrmals durch die Ausgabe von bis zu 8.650.260 Inhaber-Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital).

Bedingtes Kapital (Dürr AG)

Die Hauptversammlung vom 30. April 2010 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 29. April 2015 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte, Gewinnschuldverschreibungen oder Kombinationen dieser Instrumente mit oder ohne Laufzeitbegrenzung im Gesamtnennbetrag von bis zu 221.447 Tsd. € zu begeben. Zu diesem Zweck ist das Grundkapital um bis zu 22.145 Tsd. € durch Ausgabe von bis zu 8.650.260 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien in der Form von Stammaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital).

Kapitalrücklage (Dürr AG)

Die Kapitalrücklage enthält die Aufgelder aus der Ausgabe von Aktien und betrug zum 31. Dezember 2011 wie zum Vorjahresstichtag 200.186 Tsd. €. Die Kapitalrücklage unterliegt den Verfügungsbeschränkungen des § 150 AktG.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden, und betrugen zum 31. Dezember 2011 146.003 Tsd. € (Vorjahr: 97.533 Tsd. €). Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus der Einstellung des Jahresergebnisses, der Erfassung und Bewertung der auf die Inhaber nicht beherrschender Anteile entfallenen Optionen sowie der Ausschüttung der Dividende für das Geschäftsjahr 2010. Die Gewinnrücklagen unterliegen nach § 268 Abs. 8 HGB in Höhe von 895 Tsd. € (Vorjahr: 1.047 Tsd. €) einer Ausschüttungssperre, da gemäß Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) im handelsrechtlichen Einzelabschluss der Dürr AG Vermögensgegenstände zum beizulegenden Zeitwert aktiviert wurden.

Dividende

Nach dem deutschen Aktiengesetz bemisst sich die ausschüttungsfähige Dividende nach dem Bilanzgewinn, den die Dürr AG in ihrem gemäß den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs aufgestellten Jahresabschluss (Einzelabschluss) ausweist. Im Geschäftsjahr 2011 schüttete die Dürr AG eine Dividende von 0,30 € (Vorjahr: 0,00 €) je Aktie in einer Gesamthöhe von 5.190 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) aus dem Bilanzgewinn des Jahres 2010 an ihre Aktionäre aus. Aufgrund der Ertragslage des Geschäftsjahres 2011 schlägt der Vorstand der Dürr AG dem Aufsichtsrat vor, eine Dividende in Höhe von 1,20 € je Aktie auszuschütten.

Kumuliertes übriges Eigenkapital

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Entwicklung des kumulierten übrigen Eigenkapitals und der damit verbundenen Steuereffekte aus ergebnisneutralen Bestandteilen des Gesamtergebnisses unter Berücksichtigung der Veränderung der Position "Nicht beherrschende Anteile".

3.48 KUMULIERTES ÜBRIGES EIGENKAPITAL

scroll 2011 2010
vor Steuern Steuereffekt
Nettogewinne / Nettoverluste (-) aus Derivaten zur Absicherung von Zahlungsströmen -4.612 1.362
Gewinne / Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren 11 -11
Ergebniswirksame Reklassifizierungen aus der Währungsumrechnung 451 -451
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung 1.791 -1.791
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung von at equity bilanzierten Unternehmen 989 -989
Veränderung der versicherungsmathematischen Nettogewinne und -verluste aus Pensionsverpflichtungen -2.741 10
Veränderung des kumulierten übrigen Eigenkapitals -4.111 1.372

Der Anstieg der währungsabhängigen ergebnisneutralen Bestandteile des Gesamtergebnisses ist im Wesentlichen auf die Schwankung des Euro gegenüber US-Dollar, chinesischem Renminbi, indischer Rupie, brasilianischem Real und japanischem Yen zurückzuführen.

Angaben zum Kapitalmanagement

Vorrangiges Ziel der Kapitalsteuerung ist es, die operative Geschäftstätigkeit zu unterstützen, eine angemessene Eigenkapitalquote sicherzustellen und den Unternehmenswert zu steigern. Dürr überwacht sein Kapital auf monatlicher Basis mithilfe der so genannten Gearing Ratio. Dabei handelt es sich um eine Kapitalausstattungskennzahl, die das Verhältnis von Nettofinanzstatus zu Eigenkapital abzüglich Nettofinanzstatus wiedergibt. Gemäß den konzerninternen Richtlinien soll die Kennzahl keinen größeren Wert als 30 % annehmen. Dieser Wert wurde am Bilanzstichtag 2011 mit - 16,6 % (Vorjahr: - 8,0 %) signifikant unterschritten, da wie im Vorjahr ein Nettofinanzguthaben anstelle einer Nettofinanzverschuldung bestand.

3.49 GEARING RATIO

scroll 31.12.2011 31.12.2010
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 298.561 252.308
Termingelder und sonstige kurzfristige Wertpapiere 35.960 -
Anleihe -225.511 -225.639
Finanzverbindlichkeiten gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen - -1.090
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -57.201 -1.990
Nettofinanzstatus [1] 51.809 23.589
Eigenkapital [2] 364.320 319.401
Eigenkapital abzüglich Nettofinanzstatus [3] = [2] - [1] 312.511 295.812
Gearing Ratio (-[1] / [3] x 100 (%)) -16,6 % -8,0 %

Das Eigenkapital fließt in die Berechnung eines Total Net Worth Covenants ein, den die Verträge für den syndizierten Kredit und die Darlehenszusage der Europäischen Investitionsbank (EIB) vorsehen. Dabei darf der Total Net Worth Covenant einen bestimmten Wert nicht unterschreiten. Diese Anforderung war in den Geschäftsjahren 2011 und 2010 zu jedem Berechnungsstichtag erfüllt.

26. Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile beinhalten Ausgleichsposten aus der Kapitalkonsolidierung für Inhaber nicht beherrschender Anteile am konsolidierungspflichtigen Kapital sowie die ihnen zustehenden Gewinne und Verluste. In den Konzernabschluss sind acht (Vorjahr: vier) Gesellschaften einbezogen, an denen Inhaber nicht beherrschender Anteile beteiligt sind.

3.50 ZUSAMMENSETZUNG DER NICHT BEHERRSCHENDEN ANTEILE

scroll 31.12.2011 31.12.2010
Olpidürr S.p.A., Novegro di Segrate, Italien 1.981 1.997
Verind S.p.A., Rodano, Italien 3.427 4.208
CPM S.p.A., Beinasco, Italien - -
Stimas Engineering S.r.l., Turin, Italien 26 26
CPM Automation d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien - -
Agramkow Fluid Systems A / S, Sønderborg, Dänemark - -
Agramkow do Brasil Ltda., Indaiatuba, Brasilien - -
Agramkow Asia Pacific Pte. Ltd., Singapur, Singapur - -
Gesamt 5.434 6.231

Entsprechend IAS 32 "Finanzinstrumente: Ausweis" wurden die Verkaufsoptionen der Inhaber der nicht beherrschenden Anteile der CPM S.p.A. und der Agramkow Fluid Systems A/S zu ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Die Optionen sind in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten passiviert, Veränderungen werden ergebnisneutral in den Gewinnrücklagen erfasst. Die auf die beiden Gesellschaften einschließlich ihrer Tochtergesellschaften entfallenden nicht beherrschenden Anteile sind mit diesen Gewinnrücklagen saldiert. Entsprechend erfolgt kein Ausweis unter der Position "Nicht beherrschende Anteile".

27. Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen

Die Altersversorgung erfolgt im Konzern auf Basis von Beitrags- und Leistungszusagen.

Beitragsorientierte Pensionszusagen

Den Mitarbeitern der deutschen Dürr-Gesellschaften steht im Rahmen der Altersversorgung ein der Tarifgruppe entsprechendes Lebensversicherungsprogramm (Betriebliche Zusatzversorgung - BZV) zur Verfügung, für das der Konzern Beiträge von 723 Tsd. € (Vorjahr: 753 Tsd. €) als Aufwand erfasst hat. Darüber hinaus hat Dürr Beiträge von 16.210 Tsd. € (Vorjahr: 15.172 Tsd.# 3.51 VERÄNDERUNG DES ANWARTSCHAFTSBARWERTS

Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Anwartschaftsbarwert zu Beginn des Geschäftsjahres 84.476 78.063
Änderungen
Konsolidierungskreis - 1.410
Währungsdifferenz 647 1.733
Eigenbeiträge der Teilnehmer der Pensionspläne 762 -
Dienstzeitaufwand 2.251 2.038
Aufzinsung der erwarteten Pensionsverpflichtungen 4.089 4.192
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 1.557 1.962
Pensionszahlungen für unmittelbare und mittelbare Versorgungsverpflichtungen - 5.698 - 4.962
Sonstiges 438 40
Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres 88.522 84.476

3.52 VERÄNDERUNG DES FONDSVERMÖGENS

Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Fondsvermögen zum Zeitwert zu Beginn des Geschäftsjahres 28.729 23.032
Änderungen
Konsolidierungskreis - 1.148
Währungsdifferenz 425 1.264
Erwartete Erträge des Fondsvermögens 1.557 1.242
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste - 1.188 463
Zuwendungen durch den Arbeitgeber 1.399 1.566
Geleistete Beiträge durch Arbeitnehmer 762 88
Pensionszahlungen für unmittelbare und mittelbare Versorgungsverpflichtungen - 1.561 - 1.147
Fondsvermögen aus Rückdeckungsversicherung 620 1.073
Fondsvermögen zum Zeitwert am Ende des Geschäftsjahres 30.743 28.729
Finanzierungsstatus* 57.779 55.747

* Differenz zwischen dem Anwartschaftsbarwert und dem Fondsvermögen

3.53 FINANZIERUNGSSTATUS

Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Anwartschaftsbarwert der über einen Fonds finanzierten Verpflichtungen 61.268 58.497
Fondsvermögen zum Zeitwert 30.743 28.729
Das Fondsvermögen übersteigende Leistungsverpflichtungen 30.525 29.768
Anwartschaftsbarwert der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtungen 27.254 25.979
Finanzierungsstatus* 57.779 55.747

* Differenz zwischen dem Anwartschaftsbarwert und dem Fondsvermögen

3.54 BILANZPOSITIONEN BEI DER BILANZIERUNG DER PENSIONSVERPFLICHTUNGEN

Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten - 147
Pensionsrückstellungen 57.779 55.894
57.779 55.747
Kumuliertes übriges Eigenkapital (inklusive Differenzen aus Währungsumrechnung) - 16.111 - 12.844

Zum 31. Dezember 2011 war das Fondsvermögen in diversifizierten Portfolios angelegt, die hauptsächlich aus festverzinslichen Wertpapieren und Aktien bestanden. Der beizulegende Zeitwert des Fondsvermögens setzte sich zum Ende des Geschäftsjahres wie folgt zusammen:

3.55 ZUSAMMENSETZUNG DES FONDSVERMÖGENS

Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Aktien 1.326 7.057
Festverzinsliche Wertpapiere 28.430 20.891
Immobilien 570 436
Sonstiges 417 345
30.743 28.729

Das Fondsvermögen der deutschen Gesellschaften beinhaltet im Wesentlichen Rückdeckungsversicherungen und deckt die erworbenen Pensionsansprüche. Diese Rückdeckungsversicherungen sind überwiegend in festverzinslichen Wertpapieren (darunter Bundesanleihen und Pfandbriefe) angelegt. Bei der Auswahl der Emittenten werden unter anderem das individuelle Rating durch internationale Agenturen sowie die Eigenkapitalausstattung der Emittenten berücksichtigt. Grundsätzlich werden die erwarteten Gesamterträge aus Fondsvermögen auf der Basis der zu diesem Zeitpunkt gängigen Marktpreise berechnet. Diese gelten für den Zeitraum, über den die Verpflichtung erfüllt wird. Die Investitionsstrategie zielt einerseits auf einen langfristigen Kapitalzuwachs ab, andererseits auf laufende Zinseinnahmen. Dies führt zu einer leicht höheren Volatilität. Im Rahmen eines ausgewogenen Ansatzes sieht der Portfolio-Mix fremdkapital- und eigenkapitalverbriefte Wertpapiere vor. Der langfristige Kapitalzuwachs soll hauptsächlich über festverzinsliche Wertpapiere, die auch laufende Zinseinnahmen sicherstellen sollen, erreicht werden. Einen weiteren Anteil am Anlagenportfolio bilden Aktienanlagen. Bei den beiden wesentlichen Pensionsplänen in den USA beträgt der Anteil der Aktienanlagen am Anlagenportfolio 2 % (Vorjahr: 38 %). Für das Geschäftsjahr 2012 werden Zuwendungen zu den Plänen in Höhe von 1.551 Tsd. € erwartet.

3.56 ZUSAMMENSETZUNG DER NETTOPENSIONSAUFWENDUNGEN

Tsd. € 2011 2010
Dienstzeitaufwand 2.251 2.038
Aufzinsung der erwarteten Pensionsverpflichtungen 4.089 4.192
Erwartete Erträge des Fondsvermögens - 1.557 - 1.242
Sonstiges - 166 - 164
4.617 4.824

Die tatsächlichen Erträge des Fondsvermögens betrugen im Geschäftsjahr 2011 369 Tsd. € (Vorjahr: 1.705 Tsd. €). Die Nettopensionsaufwendungen sind in den folgenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

3.57 NETTOPENSIONSAUFWENDUNGEN IN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Tsd. € 2011 2010
Umsatzkosten 478 280
Vertriebskosten 182 190
Allgemeine Verwaltungskosten 1.415 1.373
Forschungs- und Entwicklungskosten 10 9
Sonstige betriebliche Aufwendungen - - 22
Zinsen und ähnliche Erträge - 1.557 - 1.242
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 4.089 4.192
4.617 4.824

Der Stichtag für die Bewertung der Pensionsverpflichtungen und des Fondsvermögens ist der 31. Dezember; der Bewertungsstichtag für die Pensionsaufwendungen ist der 1. Januar.

3.58 DURCHSCHNITTLICHE FAKTOREN ZUR BERECHNUNG DER PENSIONSVERPFLICHTUNGEN

% Deutschland USA Restliche Welt Deutschland USA Restliche Welt
Abzinsungsfaktor 5,00 4,35 4,35 5,00 5,00 4,55
Langfristige Gehaltssteigerungen 3,00 - 2,59 2,80 - 2,72

Der Rententrend, der in Deutschland eine wesentliche Wirkung auf den Anwartschaftsbarwert zum Bilanzstichtag hat, betrug im Geschäftsjahr 2011 2,00 % (Vorjahr: 2,00 %).

3.59 DURCHSCHNITTLICHE FAKTOREN ZUR BERECHNUNG DER PENSIONSAUFWENDUNGEN

% Deutschland USA Restliche Welt Deutschland USA Restliche Welt
Abzinsungsfaktor 5,00 5,00 4,55 5,25 5,65 4,62
Erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens 5,00 7,03 4,28 5,25 7,27 6,06
Langfristige Gehaltssteigerungen 2,80 - 2,72 3,00 - 2,85

Die Berechnung der durchschnittlichen Werte basiert auf dem gewichteten Durchschnitt der Pensionsverpflichtung. Die Annahmen zur langfristigen Verzinsung des Fondsvermögens basieren auf der Analyse historischer und erwarteter Renditen und Volatilitäten der einzelnen Portfoliobestandteile. Dabei werden die üblichen Benchmarks berücksichtigt.

3.60 BETRÄGE DER AKTUELLEN UND VORANGEGANGENEN BERICHTSPERIODEN

Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010 31.12.2009 31.12.2008 31.12.2007
Anwartschaftsbarwert 88.522 84.476 78.063 71.378 71.180
Fondsvermögen zum Zeitwert 30.743 28.729 23.032 20.043 21.609
Überdeckung / Unterdeckung (-) - 57.779 - 55.747 - 55.031 - 51.335 - 49.571
Erfahrungsbedingte Anpassung des Anwartschaftsbarwerts - 1.409 - 632 107 348 2.611
Erfahrungsbedingte Anpassung des Fondsvermögens 1.147 446 907 - 2.192 244

Sensitivitäten
Die künftige Höhe des Finanzierungsstatus und damit der Pensionsrückstellungen ist unter anderem abhängig von der Entwicklung des Abzinsungsfaktors insbesondere in Deutschland. Der prozentuale Anteil der in Deutschland ansässigen Gesellschaften an den Pensionsrückstellungen (Finanzierungsstatus) beträgt 77 %. Eine hypothetische Zunahme des Abzinsungsfaktors zur Berechnung der leistungsorientierten Pensionszusagen von in Deutschland ansässigen Gesellschaften um 0,25 % führt zu einer Abnahme des Finanzierungsstatus um 2.392 Tsd. €.# 28. Übrige Rückstellungen

3.61 ÜBRIGE RÜCKSTELLUNGEN

31.12.2011 31.12.2010
Tsd. € Summe Kurzfristig Langfristig Summe Kurzfristig
Auftragsrückstellungen 42.348 39.767 2.581 34.354 31.093 3.261
Personalrückstellungen 8.488 4.543 3.945 10.825 6.488 4.337
Sonstige Rückstellungen 1.720 1.592 128 2.549 2.402 147
Summe 52.556 45.902 6.654 47.728 39.983 7.745

Die Auftragsrückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Nachtragsaufwendungen, Garantien und drohende Verluste im Auftragsbestand. Die Personalrückstellungen umfassen hauptsächlich Rückstellungen für Verpflichtungen aus der Altersteilzeit sowie für Jubiläumsaufwendungen. Die sonstigen Rückstellungen betreffen unterschiedliche erkennbare Einzelrisiken und ungewisse Verpflichtungen. Die als kurzfristig eingestuften übrigen Rückstellungen werden voraussichtlich innerhalb des nachfolgenden Geschäftsjahres in Anspruch genommen. Die Auszahlungen für langfristige Rückstellungen werden voraussichtlich innerhalb der nächsten zwei bis fünf Jahre anfallen.

3.62 ENTWICKLUNG DER ÜBRIGEN RÜCKSTELLUNGEN IM BERICHTSJAHR

Tsd. € Auftragsrückstellungen Personalrückstellungen Sonstige Rückstellungen
Stand 1. Januar 2011 34.354 10.825 2.549
Änderungen Konsolidierungskreis 268 1 14
Währungsdifferenz 244 -31 41
Verbrauch -20.601 -4.813 -597
Auflösung -3.792 -491 -850
Zuführung 31.875 2.997 563
Stand 31. Dezember 2011 42.348 8.488 1.720

29. Anleihe und übrige Finanzverbindlichkeiten

Unter "Anleihe und übrige Finanzverbindlichkeiten" werden alle verzinslichen Verpflichtungen des Konzerns ausgewiesen.

3.63 FINANZVERBINDLICHKEITEN

31. Dezember 2011 236.602 36.240
Tsd. € Summe Kurzfristig Summe Mittelfristig
Anleihe 225.511 - 225.511 225.511 -
(2010) (225.639) (-) (225.639) (225.639) (-)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 57.201 12.715 44.486 9.004 35.482
(2010) (1.990) (1.110) (880) (880) (-)
Finanzverbindlichkeiten gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen - - - - -
(2010) (1.090) (170) (920) (-) (920)
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 3.452 607 2.845 2.087 758
(2010) (3.594) (488) (3.106) (2.183) (923)
31. Dezember 2011 286.164 13.322 272.842 236.602 36.240
(31. Dezember 2010) (232.313) (1.768) (230.545) (228.702) (1.843)

Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben eine Restlaufzeit von bis zu 13 Jahren. Sie sind in Höhe von 44.486 Tsd. € (Vorjahr: 880 Tsd. €) in Euro zahlbar. Der gewichtete durchschnittliche Zinsssatz betrug 4,56 % p.a. (Vorjahr: 1,61 % p.a.). Die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 12.715 Tsd. € (Vorjahr: 1.110 Tsd. €) zum 31. Dezember 2011 sind überwiegend in brasilianischen Real und dänischen Kronen zahlbar. Die gewichteten durchschnittlichen Zinssätze betrugen für die Verbindlichkeiten in brasilianischen Real 15,97 % p.a. und für die Verbindlichkeiten in dänischen Kronen 2,39 % p.a.

Finanzierung des Konzerns

Zum 31. März 2011 unterzeichnete Dürr mit einem Bankenkonsortium - bestehend aus Baden-Württembergischer Bank, Commerzbank AG, Deutscher Bank AG, UniCredit Bank AG und KfW IPEX-Bank GmbH - einen Vertrag über einen neuen syndizierten Kredit, da der bisherige syndizierte Kredit am 30. Juni 2011 ausgelaufen wäre. Der neue syndizierte Kredit hat eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2014. Eine Vereinbarung über eine angepasste Sicherheitenstruktur wurde am 22. Juni 2011 unterzeichnet. Aufgrund der verbesserten Bonität des Konzerns beinhaltet diese Vereinbarung einen verringerten Umfang an Sicherheiten, als es beim vorangegangenen syndizierten Kredit der Fall war. Die Gesamtkreditlinie des syndizierten Kredits beläuft sich auf 230.000 Tsd. €. Sie besteht aus einer Barkreditlinie in Höhe von 50.000 Tsd. € und einer Avalkreditlinie in Höhe von 180.000 Tsd. €. Eine vorzeitige Kündigung des syndizierten Kredites ist bei Verletzung vereinbarter Financial Covenants oder anderer Kreditbedingungen und einer Zweidrittelmehrheit der kreditgewährenden Banken möglich. Die Verzinsung erfolgt in Höhe des währungsabhängigen und laufzeitkongruenten Refinanzierungssatzes (EURIBOR, LIBOR) zuzüglich einer variablen Marge.

Am 22. Juni 2011 wurde ein Vertrag mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) zur Gewährung eines Darlehens über 40.000 Tsd. € für die Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungsleistungen unterzeichnet. Dürr hat die Möglichkeit, das Darlehen in mehreren Tranchen bis zum 31. Dezember 2012 in Anspruch zu nehmen. Die Laufzeit orientiert sich am syndizierten Kredit und an der von Dürr begebenen Anleihe. Mit Wirkung zum 22. Juni 2011 ist auch die EIB oben genannter Vereinbarung über die gewährten Sicherheiten beigetreten. Eine vorzeitige Kündigung der EIB-Darlehenszusage ist bei Verletzung vereinbarter Financial Covenants oder anderer Kreditbedingungen möglich. Nach den Berechnungen des Vorstands wurden die vereinbarten Financial Covenants für den syndizierten Kredit und die Darlehenszusage der EIB zu allen Berechnungsstichtagen eingehalten.

Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten des Konzerns erhöhten sich durch die Übernahme der Immobilienfinanzierung der Dürr GmbH & Co. Campus KG zum 30. November 2011. Die Finanzierung unterteilt sich in Fest- und Annuitätendarlehen mit einer Laufzeit bis zum 30. September 2024. Der durchschnittliche effektive Zinssatz beträgt 4,63 %. Zum 31. Dezember 2011 betrug der Buchwert der Darlehen 45.769 Tsd. €.

Zum Bilanzstichtag wurden die Barlinie des syndizierten Kredites in Höhe von 0 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) und die Avallinie in Höhe von 125.474 Tsd. € (Vorjahr: 102.574 Tsd. €) in Anspruch genommen. Das Darlehen bei der EIB wurde zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen. Als Sicherheit für den syndizierten Kredit und die Darlehenszusage EIB waren zum Bilanzstichtag Anteile an Tochtergesellschaften verpfändet. Darüber hinaus wurden weitere Sicherheiten aus dem Anlage- und dem Umlaufvermögen mit einem Buchwert von 150.369 Tsd. € zum 31. Dezember 2011 (Vorjahr: 153.075 Tsd. €) bestellt. Zusätzlich bestehen bei verschiedenen Kreditinstituten und Versicherungen bilaterale Barkreditlinien in Höhe von 57.359 Tsd. € zur Betriebsmittelfinanzierung, Avallinien in Höhe von 403.028 Tsd. € sowie weitere betragsmäßig untergeordnete Kreditlinien.

3.64 KREDIT- UND AVALLINIEN

31.12.2011 31.12.2010
Tsd. €
Gesamtbetrag der zur Verfügung stehenden Kredit- und Avallinien 730.387 467.542
Gesamtbetrag der in Anspruch genommenen Kredite /Avale 489.302 263.070
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 347.928 188.092
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 141.374 74.978

Am 28. September 2010 platzierte die Dürr AG zum Kurs von 100 % eine festverzinsliche Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 150.000 Tsd. €, einem Kupon von 7,25 % und einer Laufzeit von fünf Jahren. Sie löste die in 2004 begebene Anleihe mit einem Restbetrag in Höhe von 100.000 Tsd. € und einem Kupon von 9,75 % ab. Der Restbetrag der Anleihe aus 2004 in Höhe von 100.000 Tsd. € wurde am 29. September 2010 vorzeitig gekündigt und am 29. Oktober 2010 zu einem Kurs von 100 % zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen in Höhe von 2.817 Tsd. € zurückgezahlt. Am 6. Dezember 2010 wurde die im September 2010 begebene Unternehmensanleihe um 75.000 Tsd. € auf 225.000 Tsd. € aufgestockt. Der Ausgabekurs betrug 104,9 %. Aus dem Ausgabekurs und dem Kupon von 7,25 % ergibt sich eine Rendite von 6,0 %. Die Laufzeit des Aufstockungsbetrages endet ebenfalls am 28. September 2015. Die Anleihe dient der langfristigen Finanzierung des Konzerns.

30. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

3.65 VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

31. Dezember 2011
Tsd. € Summe Kurzfristig Summe Mittelfristig
Erhaltene Anzahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen (aus Kleinserienfertigung resultierend) 18.592 18.592 - - -
(2010) (12.435) (12.435) (-) (-) (-)
Erhaltene Anzahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen (aus Auftragsfertigung resultierend) 428.215 423.520 4.695 4.695 -
(2010) (260.773) (260.773) (-) (-) (-)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 270.914 269.215 1.699 1.072 627
(2010) (166.472) (166.472) (-) (-) (-)
31. Dezember 2011 717.721 711.327 6.394 5.767 627
(31. Dezember 2010) (439.680) (439.680) (-) (-) (-)

31. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

3.66 SONSTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

31. Dezember 2011
Tsd. € Summe Kurzfristig Summe Mittelfristig
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten 11.312 10.687 625 625 -
(2010) (2.319) (2.018) (301) (301) (-)
Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzung 4.577 4.577 - - -
(2010) (5.250) (5.250) (-) (-) (-)
Verpflichtungen aus Verkaufsoptionen 21.181 - 21.181 21.181 -
(2010) (6.824) (-) (6.824) (6.824) (-)
Verbindlichkeiten aus dem Factoring von Teilabrechnungen 3.817 3.817 - - -
(2010) (3.981) (3.981) (-) (-) (-)
Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten 2.287 227 2.060 1.702 358
(2010) (2.010) (-) (2.010) (2.010) (-)
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 10.351 8.055 2.296 245 2.051
(2010) (6.683) (6.296) (387) (233) (154)
31. Dezember 2011 53.525 27.363 26.162 23.753 2.409
(31. Dezember 2010) (27.067) (17.545) (9.522) (9.368) (154)

Die Verpflichtungen aus Verkaufsoptionen betreffen die im Besitz der Inhaber nicht beherrschender Anteile befindlichen Geschäftsanteile der CPM S.p.A. und der Agramkow Fluid Systems A/S. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten betreffen die zweite Kaufpreisrate für die UCM AG (Vorjahr: 964 Tsd. € - mittelfristig). Die Verpflichtung basiert auf den geprüften Jahresabschlüssen 2011 und 2010 der UCM AG und wird im Geschäftsjahr 2012 beglichen. Die ergebniswirksame Anpassung des Kaufpreises in Höhe von 750 Tsd. € (Vorjahr: 1.206 Tsd. €) wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Die entstandenen Währungseffekte in Höhe von - 13 Tsd. € (Vorjahr: - 254 Tsd. €) wurden ebenfalls im Zusammenhang mit der UCM AG erfasst.# €) wurden ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. In den mittel- und langfristigen Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten sind die Verpflichtungen für die Dürr Systems Wolfsburg GmbH in Höhe von 478 Tsd. € (Vorjahr: 1.046 Tsd. €) und die Dürr Cyplan Ltd. in Höhe von 1.582 Tsd. € enthalten. Die entsprechenden Anhangsangaben nach IFRS 7 sind unter Textziffer 34 dargestellt.

32. Ertragsteuerverbindlichkeiten und übrige Verbindlichkeiten

Tsd. € Summe Kurzfristig Summe Mittelfristig Langfristig
Ertragsteuerverbindlichkeiten 8.948 8.728 220 220
(2010) (2.690) (2.527) (163) (163)
Übrige Verbindlichkeiten 92.414 87.907 4.507 4.507
(2010) (70.532) (66.758) (3.774) (3.774)
31. Dezember 2011 101.362 96.635 4.727 4.727
(31. Dezember 2010) (73.222) (69.285) (3.937) (3.937)

In den übrigen Verbindlichkeiten sind folgende wesentliche Positionen enthalten: Steuerverbindlichkeiten, die nicht Ertragsteuern betreffen, in Höhe von 29.350 Tsd. € (Vorjahr: 19.300 Tsd. €), Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 4.074 Tsd. € (Vorjahr: 3.681 Tsd. €), Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern in Höhe von 55.348 Tsd. € (Vorjahr: 40.225 Tsd. €). Ferner sind Verpflichtungen aus Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 2.468 Tsd. € (Vorjahr: 6.298 Tsd. €) enthalten, deren Reduzierung im Wesentlichen auf den Verbrauch der in Vorjahren gebildeten Verbindlichkeiten zurückzuführen ist.

33. Anteilsbasierte Vergütung

Im Geschäftsjahr 2010 wurde für die Mitglieder des Vorstands ein längerfristiges aktienbasiertes Incentive-Programm ("Long Term Incentive" - LTI) eingeführt. Hierzu wurde im Berichtsjahr eine zweite Tranche mit einer Laufzeit vom 1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2013 (Vorjahr: 1.Tranche mit einer Laufzeit vom 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2012) aufgelegt. Im Geschäftsjahr 2011 wurde das Programm um weitere Führungskräfte aus dem obersten Führungskreis erweitert. Die Auszahlungen erfolgen nach Ablauf der vertraglich festgelegten Laufzeit; eine vorzeitige, anteilige Auszahlung ist nur unter bestimmten Bedingungen beim Ausscheiden aus dem Dürr-Konzern möglich. Der Aufsichtsrat ist berechtigt, den Mitgliedern des Vorstands Abschlagszahlungen auf die späteren Auszahlungsbeträge des LTI zu gewähren.

In diesem Programm erhalten die Berechtigten eine individuell festgelegte Anzahl virtueller Dürr-Aktien. Zum 31. Dezember 2011 betrug die Anzahl der ausgegebenen virtuellen Aktien 103.250 Stück (Vorjahr: 46.500 Stück). Am Ende der Laufzeit des Incentive-Programms erfolgt eine Barvergütung der erworbenen Ansprüche. Die Vergütung ermittelt sich aus der Anzahl der virtuellen Aktien, dem geglätteten Stichtagsaktienkurs und einem EBIT-Multiplikator gemäß der erzielten durchschnittlichen EBIT-Marge während der Laufzeit. Ein maximaler Auszahlungsbetrag (Cap) ist individuell festgelegt.

Im Gegenzug zu den Ansprüchen aus dem LTI sind die Teilnehmer des Incentive-Programms verpflichtet, während der Laufzeit des Programms ein individuell bestimmtes Eigeninvestment in realen Dürr-Aktien zu jeder Zeit aufrechtzuerhalten. Im Geschäftsjahr 2011 wurden 1.749 Tsd. € (Vorjahr: 276 Tsd. €) als Aufwendungen für das LTI-Programm in den Verwaltungskosten erfasst. Der Vorstand erhielt im Jahr 2011 eine Abschlagszahlung in Höhe von 325 Tsd. € auf die erste Tranche des LTI. Der in den übrigen Verbindlichkeiten passivierte Betrag betrug zum 31. Dezember 2011 1.700 Tsd. € (Vorjahr: 276 Tsd. €).

34. Sonstige Angaben zu den Finanzinstrumenten

Bewertung der Finanzinstrumente nach Kategorien

Aus der nachfolgenden Tabelle sind, ausgehend von den relevanten Bilanzposten, die Zusammenhänge zwischen den Kategorien nach IAS 39, der Klassifikation nach IFRS 7 und den Wertansätzen der Finanzinstrumente ersichtlich.

3.68 BEWERTUNG DER FINANZINSTRUMENTE NACH KATEGORIEN

WERTANSATZ Tsd. € Buchwert 31.12.2011 Anschaffungskosten Fortgeführte Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert (erfolgsneutral) Beizulegender Zeitwert (erfolgswirksam)
Aktiva
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 298.561 - 298.561 - -
Künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen ¹ 297.567 - - - -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte 327.822 - 327.822 - -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen at equity bilanzierte Unternehmen 446 - 446 - -
Sonstige originäre Finanzinstrumente
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 51.828 - 51.828 - -
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 10 - - - 10
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen - - - - -
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 2.629 2.313 - 316 -
Derivative finanzielle Vermögenswerte
Derivate ohne Hedge-Beziehung 195 - - - 195
Derivate mit Hedge-Beziehung 1.484 - - 1.298 186
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 270.914 - 270.914 - -
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 18.745 - 18.745 - -
Anleihe 225.511 - 225.511 - -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 57.201 - 57.201 - -
Finanzverbindlichkeiten gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen - - - - -
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 3.452 - 3.452 - -
Verpflichtungen aus Verkaufsoptionen 21.181 - - 21.181 -
Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten 2.287 - - - 2.287
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne Hedge-Beziehung 377 - - - 377
Derivate mit Hedge-Beziehung 10.935 - - 10.479 456
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 205 - - - 205
Kredite und Forderungen 976.224 - 678.657 - -
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen - - - - -
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 2.629 2.313 - 316 -
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden 23.845 - - 21.181 2.664
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden 575.823 - 575.823 - -
WERTANSATZ Tsd. € Buchwert 31.12.2010 Anschaffungskosten Fortgeführte Anschaffungskosten Beizulegender Zeitwert (erfolgsneutral) Beizulegender Zeitwert (erfolgswirksam)
Aktiva
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 252.308 - 252.308 - -
Künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen ¹ 209.269 - - - -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte 183.492 - 183.492 - -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen at equity bilanzierte Unternehmen 510 - 510 - -
Sonstige originäre Finanzinstrumente
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 12.565 - 12.565 - -
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte - - - - -
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen 28 - 28 - -
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 429 102 - 327 -
Derivative finanzielle Vermögenswerte
Derivate ohne Hedge-Beziehung 33 - - - 33
Derivate mit Hedge-Beziehung 2.028 - - 1.955 73
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 166.472 - 166.472 - -
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten 15.914 - 15.914 - -
Anleihe 225.639 - 225.639 - -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.990 - 1.990 - -
Finanzverbindlichkeiten gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen 1.090 - 1.090 - -
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 3.594 - 3.594 - -
Verpflichtung aus einer Verkaufsoption 6.824 - - 6.824 -
Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten 2.010 - - - 2.010
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne Hedge-Beziehung 338 - - - 338
Derivate mit Hedge-Beziehung 1.981 - - 1.740 241
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 33 - - - 33
Kredite und Forderungen 658.144 - 448.875 - -
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen 28 - 28 - -
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 429 102 - 327 -
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden 9.172 - - 6.824 2.348
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden 414.699 - 414.699 - -

¹ Die künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen werden nach IAS 11 "Fertigungsaufträge" bilanziert und fallen damit nicht unter die aufgeführten Wertansätze.

Um die Verlässlichkeit der Bewertungen von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert vergleichbar darzustellen, wurde in den IFRS eine Fair-Value-Hierarchie mit folgenden drei Stufen eingeführt:

  • Notierte (unbereinigte) Werte in aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten (Stufe 1);
  • Andere Input-Werte als die in Stufe 1 enthaltenen notierten Preise, für die entweder direkt oder indirekt bezogen auf den entsprechenden Vermögenswert oder die entsprechende Verbindlichkeit beobachtbare Marktdaten zur Verfügung stehen (Stufe 2);
  • Input-Werte, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren (Stufe 3).

Die von Dürr zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente teilen sich folgendermaßen auf die Fair-Value-Hierarchien auf:

3.69 ZUORDNUNG ZU FAIR-VALUE-HIERARCHIEN

FAIR-VALUE-HIERARCHIEN Tsd. € 31.12.2011 Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 316 316 - -
Derivate mit Hedge-Beziehung 1.298 - 1.298 -
Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam
Derivate ohne Hedge-Beziehung 195 - 195 -
Derivate mit Hedge-Beziehung 186 - 186 -
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 10 10 - -
Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral
Verpflichtungen aus Verkaufsoptionen 21.181 - - 21.181
Derivate mit Hedge-Beziehung 10.479 - 10.479 -
Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam
Derivate ohne Hedge-Beziehung 377 - 377 -
Derivate mit Hedge-Beziehung 456 - 456 -
Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten 2.287 - - 2.287

€ 31.12.2010 | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral | Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 327 | 327 | - | - | Derivate mit Hedge-Beziehung | 1.955 | - | 1.955 | - | Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam | Derivate ohne Hedge-Beziehung | 33 | - | 33 | - | Derivate mit Hedge-Beziehung | 73 | - | 73 | - | Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte | - | - | - | - | Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral | Verpflichtung aus einer Verkaufsoption | 6.824 | - | - | 6.824 | Derivate mit Hedge-Beziehung | 1.740 | - | 1.740 | - | Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam | Derivate ohne Hedge-Beziehung | 338 | - | 338 | - | Derivate mit Hedge-Beziehung | 241 | - | 241 | - | Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten | 2.010 | - | - | 2.010

Im Geschäftsjahr 2011 fanden keine Umgliederungen zwischen einzelnen Fair-Value-Hierarchien statt. Aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert für die zum 31. Dezember 2011 im Bestand befindlichen Finanzinstrumente der Stufen 1, 2 und 3 sind folgende Gesamterträge und -aufwendungen entstanden:

3.70 GESAMTERTRÄGE UND -AUFWENDUNGEN VON VERMÖGENSWERTEN

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Tsd. € | 2011 | 2010
------- | -------- | --------
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst | |
Derivative Finanzinstrumente | 248 | 110
Im Eigenkapital erfasst | |
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | - | 11
Derivative Finanzinstrumente | 1.124 | 1.210

3.71 GESAMTERTRÄGE UND -AUFWENDUNGEN VON VERBINDLICHKEITEN

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Tsd. € | 2011 | 2010
------- | -------- | --------
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst | |
Derivative Finanzinstrumente | - 570 | - 592
Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten | 1.256 | 1.206
Im Eigenkapital erfasst | |
Derivative Finanzinstrumente | - 10.215 | - 1.301
Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten (Währungsrücklage) | - 13 | - 254
Verpflichtungen aus Verkaufsoptionen | - 3.215 | - 1.174

3.72 ENTWICKLUNG FAIR-VALUE-HIERARCHIE STUFE 3

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Tsd. € | 2011 | 2010
------- | -------- | --------
Stand 1. Januar | 8.834 | 7.566
Zugänge | 12.662 | 1.046
Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts | 1.972 | 222
Stand 31. Dezember | 23.468 | 8.834

Unterstellt man zum nächstmöglichen Ausübungszeitpunkt um 10 % höhere (niedrigere) zugrunde liegende Parameter (Eigenkapital, kumulierte Ergebnisse vor Ertragsteuern und Free Cashflow), wäre das Ergebnis der als Stufe 3 berichteten Verkaufsoptionen für die CPM S.p.A. und die Agramkow Fluid Systems A/S sowie ihre Tochtergesellschaften um 1.922 Tsd. € (Vorjahr: 490 Tsd. €) niedriger (höher) ausgefallen. Die im Zusammenhang mit dem Erwerb der Dürr Systems Wolfsburg GmbH stehende bedingte Kaufpreisverpflichtung der Stufe 3 wäre bei einer Nichterreichung individueller Ziele um 159 Tsd. € niedriger ausgefallen. Die in Zusammenhang mit dem Erwerb der Dürr Cyplan Ltd. stehende bedingte Kaufpreisverpflichtung der Stufe 3 würde sich um 113 Tsd. € erhöhen (106 Tsd. € verringern), wenn die vertraglichen Bedingungen ein Jahr früher (später) als erwartet erfüllt würden. Die in Zusammenhang mit dem Erwerb der UCM AG im Jahr 2009 stehende bedingte Kaufpreisverpflichtung basiert auf den lokalen handelsrechtlichen Ergebnissen der Gesellschaft zum 31. Dezember 2011 und 2010 und unterliegt deshalb keinen Schwankungen mehr.

Beizulegende Zeitwerte von zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Finanzinstrumenten

Die nachfolgende Tabelle zeigt die beizulegenden Zeitwerte der zu Anschaffungskosten beziehungsweise zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Die beizulegenden Zeitwerte der nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Finanzinstrumente entsprechen den Buchwerten (mit Ausnahme von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten, die zu Anschaffungskosten bewertet werden, da deren beizulegender Zeitwert nicht zuverlässig ermittelbar ist).

3.73 BEIZULEGENDE ZEITWERTE BILANZIERTER FINANZINSTRUMENTE

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Tsd. € | 31.12.2011 | 31.12.2010
------- | -------- | --------
| Beizulegender Zeitwert | Buchwert | Beizulegender Zeitwert | Buchwert
Aktiva | | | |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 298.561 | 298.561 | 252.308 | 252.308
Künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen | 297.567 | 297.567 | 209.269 | 209.269
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte | 327.822 | 327.822 | 183.492 | 183.492
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen at equity bilanzierte Unternehmen | 446 | 446 | 510 | 510
Sonstige originäre Finanzinstrumente | | | |
Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 51.828 | 51.828 | 12.565 | 12.565
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen | - | - | 28 | 28
Passiva | | | |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 270.914 | 270.914 | 166.472 | 166.472
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten | 18.745 | 18.745 | 15.914 | 15.914
Anleihe | 244.125 | 225.511 | 241.875 | 225.639
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 57.201 | 57.201 | 1.990 | 1.990
Finanzverbindlichkeiten gegenüber at equity bilanzieren Unternehmen | - | - | 1.090 | 1.090
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 4.168 | 3.452 | 4.368 | 3.594

Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Kredite und Forderungen | 678.657 | 678.657 | 448.875 | 448.875
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen | - | - | 28 | 28
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden | 595.153 | 575.823 | 431.709 | 414.699

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, übrige Forderungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten sowie Kontokorrentkredite haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Für zu Anschaffungskosten bewertete Eigenkapitalanteile konnten keine beizulegenden Zeitwerte ermittelt werden, da Börsen- oder Marktwerte aufgrund fehlender aktiver Märkte nicht vorhanden waren. Hierbei handelt es sich um Anteile an vier nicht börsennotierten Unternehmen, bei denen infolge nicht zuverlässig bestimmbarer Zahlungsflüsse auf eine Bewertung mittels Diskontierung von erwarteten Zahlungsflüssen verzichtet wurde. In diesem Fall wurde angenommen, dass der beizulegende Zeitwert dem Buchwert entspricht. Aus heutiger Sicht plant Dürr nicht, die Eigenkapitalanteile zu veräußern. Der Zeitwert der langfristigen Schulden beruht auf den derzeitigen Zinssätzen für Fremdkapitalaufnahmen mit vergleichbarem Fälligkeits- und Bonitätsprofil. Der Zeitwert des Fremdkapitals weicht derzeit - mit Ausnahme der Anleihe - kaum vom Buchwert ab. Der beizulegende Zeitwert der Anleihe entspricht dem Nominalwert multipliziert mit der Kursnotierung zum Bilanzstichtag. Zum 31. Dezember 2011 notierte die Anleihe mit 108,50 € (Vorjahr: 107,50 €), was einem Marktwert von 244.125 Tsd. € (Vorjahr: 241.875 Tsd. €) entspricht.

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien

3.74 NETTOERGEBNISSE NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN

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Tsd. € | aus Zinsen | zum beizulegenden Zeitwert | Währungsumrechnung | Wertberichtigung aus Abgang | Nettoergebnis |
------- | -------- | -------- | -------- | -------- | -------- |
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte | - | 367 | - | - | - 367 |
(2010) | (-) (1.624) | (-) | (-) | (-) | (-) (1.624) |
Kredite und Forderungen | 3.985 | - | 7.109 | 89 | - 97 | 11.086 |
(2010) | (2.123) | (-) | (- 2.363) | (- 1.757) | (- 97) | (- 2.094) |
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | - | - | - | - | - | - |
(2010) | (14) | (-) | (-) | (-) | (-) | (14) |
Finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | - | 62 | 1.205 | - | - | 1.143 |
(2010) | (-) | (884) | (-) | (-) | (-) | (884) |
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden | - | 22.656 | - | - | 29 | - 22.685 |
(2010) | (- 23.867) | (-) | (- 85) | (-) | (-) | (- 23.952) |
2011 | - 18.733 | 1.572 | 7.080 | 89 | - 97 | 10.089 |
(2010) | (- 21.730) | (2.508) | (- 2.448) | (- 1.757) | (- 97) | (- 23.524) |

Aus der Bewertung der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere wurden 11 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) und aus der Währungsumrechnung einer bedingten Kaufpreisrate - 13 Tsd. € (Vorjahr: - 254 Tsd. €) erfolgsneutral mit dem Eigenkapital verrechnet. Zum Bilanzstichtag waren finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 8.419 Tsd. € (Vorjahr: 10.544 Tsd. €) als Sicherheit für erhaltene Anzahlungen, verkaufte Forderungen sowie langfristige Bankverbindlichkeiten verpfändet. Zudem wurden im Rahmen des syndizierten Kredits finanzielle Vermögenswerte ausgewählter Dürr-Gesellschaften weltweit in Höhe von 86.413 Tsd. € (Vorjahr: 87.847 Tsd. €) als Sicherheit verpfändet.

35. Erläuterung der Konzern-Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung des Konzerns zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente durch Mittelzuflüsse und -abflüsse im Berichtsjahr verändert haben, und gibt somit Auskunft über die Mittelherkunft und Mittelverwendung. Die gemäß IAS 7 "Kapitalflussrechnungen" erstellte Kapitalflussrechnung unterscheidet zwischen Zahlungsströmen aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, das heißt Kassenbestände, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten, soweit sie eine ursprüngliche Fälligkeit von weniger als drei Monaten haben. Aufgrund gesetzlicher Kapitalverkehrsbeschränkungen in einigen asiatischen Ländern ist ein Betrag von 119.681 Tsd. € (Vorjahr: 61.604 Tsd. €) eingeschränkt verfügbar. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wird indirekt abgeleitet. Ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern werden Ertragsteuerzahlungen einbezogen sowie das Zinsergebnis und nicht zahlungswirksame Größen - unter anderem die Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte, das Ergebnis aus at equtiy bilanzierten Unternehmen und das Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen - bereinigt. Um auf den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit überzuleiten, werden Veränderungen von Bilanzpositionen, die der operativen Tätigkeit dienen, berücksichtigt. Effekte aus der Währungsumrechnung und aus Konsolidierungskreisänderungen werden bereinigt. Veränderungen der betrieblichen Aktiva und Passiva in der Konzern-Kapitalflussrechnung stimmen daher nicht mit den Veränderungen der betreffenden Positionen in der Konzernbilanz überein.Die in der Konzern-Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Abschreibungen wurden um 2.813 Tsd. € (Vorjahr: 3.922 Tsd. €) reduziert, da diese Abschreibungen bereits im Zinsergebnis enthalten sind. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit enthält Effekte aus Factoring und Negoziierung, die zum Bilanzstichtag 20.463 Tsd. € (Vorjahr: 12.077 Tsd. €) beziehungsweise 0 Tsd. € (Vorjahr: 13.044 Tsd. €) betrugen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit wird zahlungsbezogen ermittelt. Er ergibt sich im Wesentlichen aus Zahlungsmittelabflüssen für Investitionen in langfristige Vermögenswerte und Akquisitionen. Zuflüsse an Zahlungsmitteln ergeben sich durch den Abgang langfristiger Vermögenswerte sowie durch erhaltene Zinsen. Die im Cashflow aus Investitionstätigkeit ausgewiesenen Zahlungsmittelabflüsse aus Firmenerwerben abzüglich erhaltener flüssiger Mittel in Höhe von 6.816 Tsd. € (Vorjahr: 6.840 Tsd. €) setzen sich zusammen aus der bar beglichenen Kaufpreiszahlung für die Agramkow Fluid Systems A/S und ihre Tochtergesellschaften in Höhe von 7.170 Tsd. € abzüglich der mit der Akquisition erhaltenen flüssigen Mittel in Höhe von 354 Tsd. €. Im Vorjahr enthielt die Angabe die Kaufpreiszahlung im Rahmen eines Asset Deals für Kleinmichel von 2.500 Tsd. € und die Zahlung der ersten Kaufpreisrate für die Helmuth Rickert GmbH in Höhe von 5.400 Tsd. €. Gegenläufig wirkte sich der Zugang der flüssigen Mittel der Helmuth Rickert GmbH in Höhe von 1.060 Tsd. € aus. Für weitere Angaben zu den Unternehmenserwerben verweisen wir auf Textziffer 19. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit wird ebenfalls zahlungsbezogen ermittelt. Er enthält Dividenden und Ausschüttungen an Aktionäre und Inhaber nicht beherrschender Anteile, geleistete Zinszahlungen für die Anleihe und weitere Finanzierungstätigkeiten. Auch Tilgungen für im Rahmen von Finanzierungsleasingverträgen passivierten Verbindlichkeiten und weitere langfristige Darlehen werden erfasst. In der Position "Veränderung kurzfristige Bankverbindlichkeiten und übrige Finanzierungstätigkeiten" werden unter anderem Zu- und Abflüsse aus Kontokorrentkrediten zusammengefasst. Im Vorjahr ergaben sich darüber hinaus Zahlungsmittelzu- und abflüsse aus der Aufnahme der neuen Anleihe und der zeitgleichen Tilgung der alten Anleihe. Im Rahmen der Übernahme des Komplementäranteils an der Dürr GmbH & Co. Campus KG erfasste Dürr einen Zugang an Grundstücken und Gebäuden, Verbindlichkeiten aus Kreditinstituten und verschiedenen weiteren Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Da mit diesen Zugängen kein Zu- oder Abfluss flüssiger Mittel verbunden war, wurden sie in der Kapitalflussrechnung nicht ausgewiesen. Eine detaillierte wirtschaftliche Erläuterung der Kapitalflussrechnung enthält das Kapitel "Finanzwirtschaftliche Entwicklung" im Lagebericht.

SONSTIGE ANGABEN

36. Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung wurde nach IFRS 8 "Geschäftssegmente" erstellt. Entsprechend der internen Berichts- und Organisationsstruktur des Konzerns werden einzelne Konzernabschlussdaten nach Unternehmensbereichen berichtet. Die Segmentdarstellung soll die Ertragskraft sowie die Vermögens- und Finanzlage einzelner Aktivitäten darstellen. Die Berichterstattung basiert auf den Unternehmensbereichen des Konzerns. Zum 31. Dezember 2011 bestand der Dürr-Konzern aus dem Corporate Center und vier nach Produkt- und Leistungsspektrum differenzierten Unternehmensbereichen, die die weltweite Verantwortung für ihre Produkte und ihr Ergebnis tragen. Das Corporate Center umfasst im Wesentlichen die Dürr AG als Management-Holding, die Dürr IT Service GmbH, die konzernweit Dienstleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie erbringt, und die Dürr GmbH & Co. Campus KG, die am Standort Bietigheim-Bissingen konzernintern Immobilien vermietet. Transaktionen zwischen den Unternehmensbereichen werden vollzogen, wie sie auch mit fremden Dritten durchgeführt werden (Arm's-Length-Prinzip). Im Geschäftsjahr 2011 wurde der Geschäftsbereich Environmental and Energy Systems aus dem Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems ausgegliedert und mit dem neuen Geschäftsbereich Energy Technology Systems in den neu formierten Unternehmensbereich Clean Technology Systems eingebracht. Des Weiteren wurde der bisher ebenfalls im Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems enthaltene Geschäftsbereich Application Technology in einen eigenen Unternehmensbereich überführt. Die Vorjahreswerte wurden auf Ebene der Unternehmensbereiche entsprechend angepasst.

Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems

Paint and Assembly Systems entwickelt und baut Lackierereien und Endmontagelinien für die Automobilindustrie. Zum Angebotsspektrum des Unternehmensbereichs gehören außerdem Montage- und Lackiersysteme für den Flugzeugbau.

Unternehmensbereich Application Technology

Application Technology entwickelt und produziert Produkte und Systeme für den automatisierten Lackauftrag - zum Beispiel Lackierroboter, Zerstäuber und Farbversorgung. Weitere Tätigkeitsbereiche sind die Sealing-Technik zur Versiegelung von Schweißnähten aus dem Karosserierohbau sowie die Klebetechnik für den Rohbau und die Endmontage von Fahrzeugen.

Unternehmensbereich Measuring and Process Systems

Measuring and Process Systems bietet Auswucht- und Diagnosetechnik, Prüf-, Befüll- und Montagetechnik sowie industrielle Reinigungs- und Filtrationstechnik. Neben der Automobilindustrie bedient der Unternehmensbereich Branchen wie den Maschinenbau, die Elektroindustrie und die Luft- und Raumfahrttechnik.

Unternehmensbereich Clean Technology Systems

Unter dem Dach von Clean Technology Systems betreibt Dürr das Geschäft mit Abluftreinigungstechnik. Darüber hinaus entwickelt und vermarktet der Unternehmensbereich Anlagen zur Stromgewinnung aus industrieller Abwärme sowie weitere Technologien zur Verbesserung der Energieeffizienz von Produktionsprozessen.

Das EBIT (Ergebnis vor Beteiligungsergebnis, Zinsergebnis und Ertragsteuern) der vier Unternehmensbereiche wird vom Management einzeln überwacht, um Entscheidungen über die Verteilung der Ressourcen zu fällen, um die Ertragskraft der Einheiten zu bestimmen sowie die Entwicklung der Segmente zu bewerten. Da die Segmentberichterstattung nach IFRS 8 auf der internen Berichterstattung basiert (Management Approach), kann die Ermittlung des EBIT vom Konzernabschluss abweichen. Die Konzernfinanzierung (einschließlich Finanzaufwendungen und -erträge) sowie die Ertragsteuern werden konzernübergreifend gesteuert und nicht den einzelnen Geschäftssegmenten zugeordnet.

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Tsd. € Paint and Assembly Systems Application Technology Measuring and Process systems Clean Technology systems Summe Segmente Überleitung 2011
Umsatzerlöse mit konzernfremden Dritten 878.660 406.804 550.369 86.149 1.921.982 5
Umsatzerlöse mit anderen Unternehmensbereichen 2.684 6.325 12.463 907 22.379 - 22.379
Summe Umsatzerlöse 881.344 413.129 562.832 87.056 1.944.361 -
EBIT 40.469 31.061 31.399 4.929 107.858 - 1.364
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen 104 79 565 - 168 580 -
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 116.601 24.596 - 24.253 10.611 127.555 343
Cashflow aus lnvestitionstätigkeit 1.284 - 199 - 13.015 - 2.870 - 14.800 - 47.774
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - 71.870 - 28.510 32.414 - 7.507 - 75.473 51.317
Planmäßige Abschreibungen - 3.809 - 4.709 - 9.086 - 359 - 17.963 - 4.550
Außerplanmäßige Abschreibungen - - 5 - - 5
Zuschreibungen 71 - - - 71 -
Sonstige nicht zahlungswirksame Erträge und Aufwendungen - 10 585 749 -1 1.323 - 6
Effekte aus Restrukturierung / belastenden Verträgen 380 79 - 560 - 101
Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten 609 1.972 3.530 283 6.394 5.260
Zugänge zu Sachanlagen 4.269 2.058 6.946 197 13.470 51.469
Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen 24 - 13.324 3.859 17.207 -
Vermögen (zum 31.12.) 395.800 290.890 551.932 37.070 1.275.692 16.325
Schulden (zum 31.12.) 511.935 190.404 235.394 38.696 976.429 - 1.741
Beschäftigte (zum 31.12.) 2.524 1.203 2.790 205 6.722 101

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Tsd. € Summe Dürr- Konzern 2011
Umsatzerlöse mit konzernfremden Dritten 1.921.987
Umsatzerlöse mit anderen Unternehmensbereichen -
Summe Umsatzerlöse 1.921.987
EBIT 106.494
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen 580
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 127.898
Cashflow aus lnvestitionstätigkeit - 62.574
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - 24.156
Planmäßige Abschreibungen - 22.513
Außerplanmäßige Abschreibungen - 986
Zuschreibungen 71
Sonstige nicht zahlungswirksame Erträge und Aufwendungen 1.317
Effekte aus Restrukturierung / belastenden Verträgen - 101
Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten 11.654
Zugänge zu Sachanlagen 64.939
Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen 17.207
Vermögen (zum 31.12.) 1.292.017
Schulden (zum 31.12.) 974.688
Beschäftigte (zum 31.12.) 6.823

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Tsd. € Paint and Assembly Systems Application Technology Measuring and Process Systems Clean Technology Systems Summe Segmente Überleitung 2010
Umsatzerlöse mit konzernfremden Dritten 581.953 267.207 344.710 67.509 1.261.379 -
Umsatzerlöse mit anderen Unternehmensbereichen 3.226 1.648 8.685 392 13.951 - 13.951
Summe Umsatzerlöse 585.179 268.855 353.395 67.901 1.275.330 - 13.951
EBIT 13.789 11.576 10.300 3.508 39.173 - 2.540
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen - 219 50 707 10 548
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 14.349 26.969 21.421 3.246 65.985 - 10.611
Cashflow aus lnvestitionstätigkeit 19.608 - 9.598 - 21.963 - 264 - 12.217 - 7.242
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit - 11.729 - 19.189 923 1.598 - 28.397 133.501
Planmäßige Abschreibungen - 5.314 - 4.984 - 7.921 - 533 - 18.752 - 4.263
Außerplanmäßige Abschreibungen - - - 37 - 89
Zuschreibungen 21 - 1.186 - - 1.207
Sonstige nicht zahlungswirksame Erträge und Aufwendungen - 9 - 1.026 1.202 2
Effekte aus Restrukturierung / belastenden Verträgen 1.939 448 - - 2.396 -
Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten -# 7.377 2.789 9 10.674 332 Zugänge zu Sachanlagen
## 2.130 1.540 7.167 327 11.164 1 Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen
### 95 54 11.753 10 11.912 - Vermögen (zum 31.12.)
#### 304.044 223.075 408.729 31.976 967.824 - 29.338 Schulden (zum 31.12.)
##### 325.988 126.290 161.161 25.975 639.414 3.731 Beschäftigte (zum 31.12.)
###### 2.183 1.061 2.444 180 5.868 47 scroll Tsd. €

Summe Dürr- Konzern 2010

Tsd. €
Umsatzerlöse mit konzernfremden Dritten 1.261.379
Umsatzerlöse mit anderen Unternehmensbereichen -
Summe Umsatzerlöse 1.261.379
EBIT 36.633
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen 548
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 55.374
Cashflow aus lnvestitionstätigkeit - 19.459
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 105.104
Planmäßige Abschreibungen - 23.015
Außerplanmäßige Abschreibungen - 126
Zuschreibungen 1.207
Sonstige nicht zahlungswirksame Erträge und Aufwendungen 170
Effekte aus Restrukturierung / belastenden Verträgen - 150
Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten 11.006
Zugänge zu Sachanlagen 11.165
Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen 11.912
Vermögen (zum 31.12.) 938.486
Schulden (zum 31.12.) 643.145
Beschäftigte (zum 31.12.) 5.915

Die in der Überleitungsspalte ausgewiesenen Beschäftigtenzahlen, planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen, Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen sowie die nicht zahlungswirksamen Erträge und Aufwendungen und Umsatzerlöse mit konzernfremden Dritten betreffen das Corporate Center.

3.76 ÜBERLEITUNG VON SEGMENTWERTEN AUF DIE WERTE DES DÜRR-KONZERNS

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Tsd. € | 2011 | 2010
------- | -------- | --------
EBIT der Segmente | 107.858 | 39.173
EBIT Corporate Center | - 3.326 | - 2.843
Erfassung Fremdkapitalkosten gemäß IAS 23 | - | - 178
Eliminierungen aus Konsolidierungsbuchungen | 1.962 | 481
EBIT des Dürr-Konzerns | 106.494 | 36.633
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen | 580 | 548
Zinsen und ähnliche Erträge | 5.542 | 3.379
Zinsen und ähnliche Aufwendungen | - 26.807 | - 28.059
Ergebnis vor Ertragsteuern | 85.809 | 12.501
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | - 21.552 | - 5.418
Ergebnis des Dürr-Konzerns | 64.257 | 7.083
Segmentvermögen | 1.275.692 | 967.824
Vermögen Corporate Center | 534.767 | 495.710
Eliminierungen aus Konsolidierungsbuchungen | - 518.442 | - 525.048
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 298.561 | 252.308
Termingelder und sonstige kurzfristige Wertpapiere | 35.960 | -
Ertragsteuerforderungen | 7.652 | 5.850
Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen | 17.207 | 11.912
Aktive latente Steuern | 9.644 | 7.909
Gesamtvermögen des Dürr-Konzerns | 1.661.041 | 1.216.465
Segmentschulden | 976.429 | 639.414
Schulden Corporate Center | 32.707 | 18.237
Eliminierungen aus Konsolidierungsbuchungen | - 34.448 | - 14.506
Anleihe | 225.511 | 225.639
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 57.201 | 1.990
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 3.452 | 3.594
Ertragsteuerverbindlichkeiten | 8.948 | 2.690
Passive latente Steuern | 26.921 | 20.006
Gesamtverbindlichkeiten des Dürr-Konzerns | 1.296.721 | 897.064*

* Konzernbilanzsumme abzüglich Summe Eigenkapital

Nach IAS 23 "Fremdkapitalkosten" sind Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, zu aktivieren. Im Abschluss von Dürr führt dies dazu, dass Finanzierungsaufwendungen, die der langfristigen kundenspezifischen Auftragsfertigung nach IAS 11 "Fertigungsaufträge" zuzurechnen sind, in den Umsatzkosten erfasst werden. Da die auf dem EBIT basierende interne Steuerung ohne Berücksichtigung der Finanzierungsaufwendungen erfolgt, sind die Fremdkapitalkosten nicht in den Segmentergebnissen enthalten.

In der regionalen Betrachtung werden die Umsatzerlöse auf der Grundlage des Standorts des Projekts beziehungsweise des Lieferstandorts zugewiesen. Die Vermögenswerte des Konzerns werden auf der Grundlage des Standorts der jeweiligen Tochtergesellschaft zugeordnet, die diese Vermögenswerte ausweist. Sie beinhalten gemäß IFRS 8.33 alle langfristigen Vermögenswerte des Konzerns mit Ausnahme von Finanzinstrumenten und latenten Steueransprüchen.

3.77 REGIONALE AUFTEILUNG

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Tsd. € | Deutschland | Sonstige europäische Länder | Nord- / Zentralamerika | Südamerika | Asien / Afrika / Australien | Dürr- Konzern
------- | -------- | -------- | -------- | -------- | -------- | --------
2011 | | | | | |
Umsatzerlöse mit konzernfremden Dritten | 281.495 | 476.529 | 303.441 | 127.383 | 733.139 | 1.921.987
Zugänge zu Sachanlagen | 56.303 | 2.508 | 2.938 | 1.093 | 2.097 | 64.939
Langfristige Vermögenswerte (zum 31.12.) | 266.598 | 147.649 | 79.910 | 10.051 | 8.781 | 512.989
Beschäftigte (zum 31.12.) | 3.128 | 1.176 | 768 | 186 | 1.565 | 6.823

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Tsd. € | Deutschland | Sonstige europäische Länder | Nord- / zentralamerika | Südamerika | Asien / Afrika / Australien | Dürr- Konzern
------- | -------- | -------- | -------- | -------- | -------- | --------
2010 | | | | | |
Umsatzerlöse mit konzernfremden Dritten | 257.081 | 331.972 | 194.436 | 64.706 | 413.184 | 1.261.379
Zugänge zu Sachanlagen | 6.306 | 973 | 2.216 | 219 | 1.451 | 11.165
Langfristige Vermögenswerte (zum 31.12.) | 217.310 | 135.539 | 79.213 | 9.919 | 7.605 | 449.586
Beschäftigte (zum 31.12.) | 2.931 | 1.045 | 616 | 143 | 1.180 | 5.915

Im Geschäftsjahr 2011 betrugen die Umsatzerlöse in China 577.380 Tsd. € (Vorjahr: 282.455 Tsd. €) und in den USA 211.350 Tsd. € (Vorjahr: 132.742 Tsd. €). Mit dem größten Kunden des Konzerns wurden im Geschäftsjahr 2011 14,8 % (Vorjahr: 16,0 %) der konsolidierten Nettoumsatzerlöse erzielt. Sie entfielen auf alle Unternehmensbereiche. Die Anteile des zweit- und drittgrößten Kunden beliefen sich auf 8,5 % (Vorjahr: 4,3 %) und 7,7 % (Vorjahr: 8,0 %) und entfielen ebenfalls auf alle Unternehmensbereiche. Unternehmen, von denen bekannt ist, dass sie unter einheitlicher Kontrolle stehen, werden als ein Kunde betrachtet.

37. Transaktionen mit nahe stehenden Personen und Parteien

Nahe stehende Personen umfassen die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands. Herr Dr.-Ing. E. h. Heinz Dürr ist Aufsichtsratsvorsitzender der Dürr AG und war bis zum 15. März 2010 Aufsichtsratsvorsitzender der Dürr Systems GmbH. Die Vergütung für diese Tätigkeiten betrug 182 Tsd. € (Vorjahr: 71 Tsd. €). Aus der Erstattung für Büro- und Reisekosten im Rahmen der Aufsichtsratstätigkeit sowie für Kostenerstattungen für das Dürr-Hauptstadtbüro Berlin und sonstige Kosten sind Aufwendungen in Höhe von 269 Tsd. € (Vorjahr: 221 Tsd. €) gegenüber der Heinz Dürr GmbH, Berlin, angefallen, in der Herr Dr.-Ing. E. h. Heinz Dürr als Geschäftsführer tätig ist. Ferner hat die Heinz Dürr GmbH für die Dürr AG im Vorjahr Beratungsleistungen in Höhe von 29 Tsd. € inklusive Umsatzsteuer im Rahmen rechtlicher Fragestellungen beauftragt und die entsprechenden Kosten an die Dürr AG weiterbelastet. Herr Dr.-Ing. E. h. Heinz Dürr hat für seine ehemalige Geschäftsführertätigkeit Leistungen aus der Versorgungszusage (vom 2. April 1978, mit Ergänzung vom 21. Dezember 1988) in Höhe von 233 Tsd. € (Vorjahr: 229 Tsd. €) erhalten.

Die Mitglieder des Vorstands haben in Vorjahren von der Heinz Dürr GmbH, Berlin, Aktien der Dürr AG erworben. Die Heinz Dürr GmbH hat den Mitgliedern des Vorstands zur Finanzierung eines Teils des Kaufpreises ein jederzeit rückzahlbares Darlehen zu marktüblichen Konditionen gewährt; der übrige Kaufpreis wurde durch die Mitglieder des Vorstands privat finanziert. Der ausstehende Rückzahlungsbetrag des Darlehens in Höhe von 3.172 Tsd. € (Vorjahr: 3.108 Tsd. €) ist für längstens fünf Jahre nach Vertragsschluss gestundet. Der Vorstand hat die erworbenen Aktien zur Sicherung des Darlehens an die Heinz Dürr GmbH verpfändet.

Einige Mitglieder des Aufsichtsrats der Dürr AG sind in hochrangigen Positionen bei anderen Unternehmen tätig. Geschäfte zwischen Dürr und diesen Unternehmen erfolgen zu marktüblichen Bedingungen. Weitere Angaben zu den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der Dürr AG können Textziffer 42 entnommen werden.

Nahe stehende Parteien beinhalten die Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen des Dürr-Konzerns. Im Geschäftsjahr 2011 bestanden zwischen Dürr und seinen Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen in Höhe von 5.766 Tsd. € (Vorjahr: 5.563 Tsd. €). Die ausstehenden Forderungen gegenüber den Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen beliefen sich zum 31. Dezember 2011 auf 446 Tsd. € (Vorjahr: 510 Tsd. €), die kurzfristig fällig sind. Der Vorstand bestätigt, dass alle oben beschriebenen Transaktionen mit nahe stehenden Parteien zu Bedingungen ausgeführt wurden, wie sie dem Konzern auch von fremden Dritten gewährt worden wären.

38. Haftungsverhältnisse

3.78 HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

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Tsd. € | 31.12.2011 | 31.12.2010
------- | -------- | --------
Verbindlichkeiten aus Garantien, Bürgschaften, Wechsel- und Scheckbürgschaften | 113 | 281
Sonstige | 14.285 | 14.380
| 14.398 | 14.661

In den sonstigen Haftungsverhältnissen sind Eventualschulden in Höhe von 12.207 Tsd. € (Vorjahr: 12.207 Tsd. €) enthalten, die im Zusammenhang mit der Veräußerung des Geschäftsbereichs Measuring and Process Technologies im Jahr 2005 in Australien stehen. Die übrigen sonstigen Haftungsverhältnisse sind überwiegend auf Eventualschulden im Zusammenhang mit anhängigen Steuerverfahren in Brasilien zurückzuführen. Dürr geht davon aus, dass aus diesen Haftungsverhältnissen keine Verbindlichkeiten und damit keine Zahlungsmittelabflüsse entstehen werden.

39. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

3.79 SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

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Tsd. € | 31.12.2011 | 31.12.2010
------- | -------- | --------
Künftige Mindestzahlungen für Operating-Leasingverträge | 72.005 | 121.062
Künftige Mindestzahlungen für Finanzierungs-Leasingverträge | 4.409 | 4.756
Andere finanzielle Verpflichtungen | 9.667 | 9.859
| 86.081 | 135.677

Der Rückgang der Mindestzahlungen für Operating-Leasingverträge ist im Wesentlichen auf die Übernahme der Immobilien der Dürr GmbH & Co. Campus KG zurückzuführen. Diese Immobilien waren im Vorjahr im Rahmen eines Operating-Leasingvertrags angemietet.

Miet- und Leasingverträge (Operating-Leasingverhältnisse) Neben Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Haftungsverhältnissen bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen insbesondere aus Miet- und Leasingverträgen für Gebäude, Einrichtungen, Büroräume und Fahrzeuge.# 3.8 NOMINALWERTE DER KÜNFTIGEN MINDESTZAHLUNGEN FÜR OPERATING-LEASINGVERTRÄGE

Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010
Innerhalb eines Jahres 16.664 19.625
Zwischen einem und fünf Jahren 29.892 45.257
Über fünf Jahre 25.449 56.180
Gesamt 72.005 121.062

Im Geschäftsjahr 2011 wurden Aufwendungen von 24.305 Tsd. € (Vorjahr: 23.546 Tsd. €) für Operating-Leasingverhältnisse in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Finanzierungs-Leasingverhältnisse

Der Konzern hat für verschiedene Sachanlagen Finanzierungs-Leasingverhältnisse abgeschlossen. Die künftigen Mindestleasingzahlungen daraus können auf die Verbindlichkeiten wie folgt übergeleitet werden:

3.81 NOMINALWERTE DER FINANZIERUNGS-LEASINGVERHÄLTNISSE

Tsd. € Mindestleasingzahlungen In den Leasingzahlungen enthaltene Zinsen Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing
31.12.2011
Innerhalb eines Jahres 870 263 607
Zwischen einem und fünf Jahren 2.662 575 2.087
Über fünf Jahre 877 119 758
Gesamt 4.409 957 3.452
31.12.2010 Mindestleasingzahlungen In den Leasingzahlungen enthaltene Zinsen Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing
Innerhalb eines Jahres 762 274 488
Zwischen einem und fünf Jahren 2.892 709 2.183
Über fünf Jahre 1.102 179 923
Gesamt 4.756 1.162 3.594

Andere finanzielle Verpflichtungen

Nachfolgend sind die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aufgeführt, die nicht aus Miet- und Leasingverträgen resultieren.

3.82 NOMINALWERTE DER ANDEREN FINANZIELLEN VERPFLICHTUNGEN

Tsd. € 2012 2013 2014 2015 2016 Danach
Verbindlichkeiten aus sonstigen Dauerschuldverhältnissen 4.299 685 646 646 646 2.745
Gesamt
Verbindlichkeiten aus sonstigen Dauerschuldverhältnissen 9.667

40. Risikomanagement und derivative Finanzinstrumente

Der Konzern betreibt Geschäfte in Ländern, in denen politische und wirtschaftliche Risiken bestehen. Im Berichtsjahr hatten diese Risiken keine Auswirkungen auf den Konzern. Dürr kann im Zuge seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Rechtsstreitigkeiten einschließlich Fragen der Produkthaftung verwickelt werden. Gegenwärtig bestehen nach Einschätzung des Vorstands im Hinblick auf das Geschäft des Konzerns und seine Finanzlage keine wesentlichen Risiken dieser Art. Erwartete Prozesskosten wurden zurückgestellt.

Dürr ist grundsätzlich finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Darunter fallen insbesondere Bonitätsrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Zinsänderungs- und Währungsrisiken. Die Regelungen für die konzernweite Risikopolitik sind in konzerninternen Richtlinien festgelegt. Detaillierte Informationen zum Risikomanagementsystem des Dürr-Konzerns sind im Kapitel "Risikobericht" im Lagebericht enthalten.

Bonitäts- oder Ausfallrisiko

Das Bonitäts- oder Ausfallrisiko ergibt sich aus der Gefahr, dass Geschäftspartner bei einem Geschäft mit einem originären oder derivativen Finanzinstrument ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können und dadurch Vermögensverluste entstehen können. Bei Neukunden werden Bonitätsanalysen getätigt. Bestandskunden werden laufend anhand ihres Zahlungsverhaltens analysiert. Zur weiteren Limitierung des Ausfallrisikos werden bei Dürr Akkreditive, Warenkreditversicherungen und Bundesdeckungen eingesetzt.

3.83 VOR AUSFALL GESICHERTE FORDERUNGEN

Tsd. € 31.12.2011
Akkreditive 12.899
Warenkreditversicherungen 3.099
Bundesdeckungen -
Gesamt 15.998

Im Zusammenhang mit der Anlage von liquiden Mitteln sowie dem Bestand an derivativen finanziellen Vermögenswerten ist der Konzern Verlusten aus Kreditrisiken ausgesetzt, sofern Finanzinstitute ihre Verpflichtungen nicht erfüllen. Dürr steuert die daraus entstehende Risikoposition durch Diversifizierung und sorgfältige Auswahl der Kontrahenten. Gegenwärtig sind keine liquiden Mittel oder derivativen finanziellen Vermögenswerte aufgrund von Ausfällen überfällig oder wertberichtigt.

Konzentration des Geschäfts auf wenige Kunden

Die Entwicklung von Dürr hängt in hohem Maße von der Investitionsbereitschaft der Automobilbranche ab. Ein erheblicher Teil der Umsatzerlöse wird mit einer überschaubaren Zahl von Kunden erwirtschaftet, da im weltweiten Automobilmarkt vergleichsweise wenige Hersteller aktiv sind. Ein Großteil der Forderungen des Konzerns besteht gegenüber Automobilherstellern. Diese Forderungen sind in der Regel nicht durch Bankbürgschaften oder sonstige Sicherheiten besichert. Zum 31. Dezember 2011 entfielen 52,7 % (Vorjahr: 51,0 %) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf sieben (Vorjahr: sieben) Kunden. Der ausgewiesene Gesamtbestand an Forderungen enthält Wertberichtigungen für risikobehaftete Forderungen in Höhe von 7.203 Tsd. € (Vorjahr: 8.747 Tsd. €). Trotz der Verteilung des Geschäfts auf verhältnismäßig wenige Kunden sieht Dürr aufgrund der Konzernstruktur seiner Kunden mit internationalen Tochterunternehmen keine Konzentration von Ausfallrisiken aus Geschäftsbeziehungen zu einzelnen Schuldnern beziehungsweise Schuldnergruppen. Die Kundendiversifikation ist im Vergleich zu anderen Automobilzulieferern als hoch zu bewerten.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, das entsteht, wenn der Konzern nicht in der Lage ist, seine Verpflichtungen bei Fälligkeit oder zu einem angemessenen Preis zu erfüllen. Die Liquiditätsversorgung wird durch vorhandene Finanzmittelbestände sowie dem Konzern zur Verfügung stehende Kreditlinien sichergestellt. Sie wird durch eine auf einen Planungshorizont von 18 Monaten ausgerichtete Liquiditätsplanung und eine kurzfristige Liquiditätsvorschau überwacht und gesteuert. Zudem führt der Einsatz von länderübergreifenden Cash-Pooling-Strukturen durch eine Liquiditätskonzentration zu einer verbesserten Bilanzstruktur, zu reduzierten Fremdfinanzierungsvolumina und dadurch zu einem verbesserten Finanzergebnis. Gleichzeitig ergibt sich eine erhöhte Transparenz der Liquiditätssituation. Zudem werden Liquiditätsüberschüsse einzelner Konzerngesellschaften zur internen Finanzierung des Mittelbedarfs anderer Konzerngesellschaften genutzt. Der neue syndizierte Kredit mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2014 und die Darlehenszusage der Europäischen Investitionsbank (EIB) können bei Verletzung bestimmter Kennzahlen (Financial Covenants) durch das Bankenkonsortium beziehungsweise der EIB vorzeitig gekündigt werden. Die Financial Covenants beinhalten bestimmte Zielgrößen wie Total Net Worth, Verschuldungsgrad und Zinsdeckung. Im Geschäftsjahr 2011 wurden die Financial Covenants zu jedem Berechnungsstichtag eingehalten. Für die Financial Covenants besteht ein rollierender Berechnungszeitraum von zwölf Monaten. Für weitere Informationen verweisen wir auf Textziffer 29.

Die folgende Tabelle zeigt die vertraglich vereinbarten (nicht diskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen für finanzielle Verbindlichkeiten.

3.84 ZINS- UND TILGUNGSZAHLUNGEN FÜR FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

CASHFLOWS Tsd. € Buchwert 31.12.2011 2012 2013 2014 2015 2016 und später
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus L&L 270.914 269.215 1.048 24 - 627
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 18.745 16.449 223 31 4 2.712
Anleihe 225.511 16.313 16.313 16.313 237.234 -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 57.201 16.707 6.183 6.249 6.146 44.602
Finanzverbindlichkeiten gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen - - - - - -
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 3.452 870 832 796 733 1.178
Verpflichtungen aus Verkaufsoptionen 21.181 - 23.109 - - -
Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten 2.287 227 500 - 1.099 1.000
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Devisentermingeschäfte ohne Hedge-Beziehung 377 377 - - - -
Devisentermingeschäfte mit Hedge-Beziehung 10.935 10.310 625 - - -
CASHFLOWS Tsd. € Buchwert 31.12.2010 2011 2012 2013 2014 2015 und später
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus L&L 166.472 166.472 - - - -
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 15.914 15.527 185 18 7 177
Anleihe 225.639 16.313 16.313 16.313 16.313 237.234
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.990 1.137 317 291 266 68
Finanzverbindlichkeiten gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen 1.090 218 48 48 48 1.098
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 3.594 762 735 765 732 1.762
Verpflichtung aus einer Verkaufsoption 6.824 - - 7.123 - -
Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten 2.010 - 964 - - 1.046
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Devisentermingeschäfte ohne Hedge-Beziehung 338 338 - - - -
Devisentermingeschäfte mit Hedge-Beziehung 1.981 1.680 301 - - -

Währungsrisiko

Währungsrisiken bestehen insbesondere, wenn Forderungen oder Verbindlichkeiten in einer anderen als der funktionalen Währung der Gesellschaft existieren beziehungsweise bei planmäßigem Geschäftsverlauf entstehen werden. Risiken aus Fremdwährungen werden gesichert, soweit sie die Zahlungsflüsse des Konzerns beeinflussen. Fremdwährungsrisiken, die die Zahlungsflüsse des Konzerns nicht beeinflussen (das heißt, die Risiken, die aus der Umrechnung von Bilanzpositionen ausländischer Unternehmenseinheiten in die Konzern-Berichterstattungswährung Euro resultieren), bleiben hingegen grundsätzlich ungesichert. Zur Absicherung der Währungsrisiken aus dem Zahlungsmittelzufluss und -abfluss erwarteter Einkaufs- und Verkaufstransaktionen wurden Devisentermingeschäfte mit ursprünglichen Laufzeiten von bis zu 29 Monaten (Vorjahr: 41 Monate) abgeschlossen.

Zur Darstellung von Marktrisiken verlangt IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" Sensitivitätsanalysen, die die Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf Ergebnis und Eigenkapital zeigen. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Abschlussstichtag bezogen werden. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand zum Abschlussstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist.# Währungsrisiken

Währungsrisiken im Sinne von IFRS 7 entstehen durch monetäre Finanzinstrumente, die in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert sind; wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt. Als relevante Risikovariablen gelten grundsätzlich alle nicht funktionalen Währungen, in denen Dürr Finanzinstrumente besitzt. Zum besseren Verständnis wurde anders als im Vorjahr zur Berechnung der Sensitivitäten nicht die jeweiligen Volatilitäten der einzelnen Währungen, sondern die gleiche Bandbreite für alle Währungspaare verwendet. Wesentliche originäre monetäre Finanzinstrumente, aus denen für Dürr Währungsrisiken bestehen, sind Zahlungsmittel, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Konzerngesellschaften, die eine unterschiedliche funktionale Währung haben.

Originäre Finanzinstrumente, aus denen Währungsrisiken resultieren könnten, werden in der Regel durch derivative Finanzinstrumente gesichert, die als Fair Value Hedges bilanziert werden. Hierbei wird sowohl die Veränderung des originären Finanzinstruments als auch die Wertänderung des derivativen Finanzinstruments erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung gebucht. Des Weiteren bestehen Währungsrisiken durch den Einsatz von Derivaten, die in eine wirksame Cashflow-Hedge-Beziehung zur Absicherung wechselkursbedingter Zahlungsschwankungen nach IAS 39 eingebunden sind. Kursänderungen der Währungen, die diesen Geschäften zugrunde liegen, haben Auswirkungen auf die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und auf den beizulegenden Zeitwert der Sicherungsgeschäfte.

Zur Berechnung der Währungssensitivitäten wurden die für Dürr wesentlichsten Währungspaare betrachtet. Hierbei wurde eine hypothetische Auf- beziehungsweise Abwertung um 10 % des Euro zum US-Dollar, chinesischen Renminbi und mexikanischen Peso sowie eine Auf- beziehungsweise Abwertung des US-Dollar zum koreanischen Won und zum mexikanischen Peso angenommen.

3.85 ERGEBNISEFFEKTE AUF GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UND EIGENKAPITAL

31.12.2011 31.12.2010
Effekt auf Gewinn- und Verlustrechnung Effekt auf Sicherungsrücklage im Eigenkapital Effekt auf Gewinn- und Verlustrechnung Effekt auf Sicherungsrücklage im Eigenkapital
EUR / USD EUR + 10 % - 728 7.993 170 3.807
EUR / USD EUR - 10 % 890 - 9.769 - 183 - 4.654
EUR / CNY EUR + 10 % - 1.133 - - 171 -
EUR / CNY EUR - 10 % 1.385 - 209 -
EUR/MXN EUR + 10 % 204 - 278 17 -
EUR / MXN EUR - 10 % - 250 339 - 20 -
USD / KRW USD + 10 % 826 - 1.638 128 - 1.705
USD / KRW USD -10 % - 1.009 1.627 - 156 1.705
USD / MXN USD + 10 % 190 - 1.648 - 32 - 660
USD / MXN USD -10 % - 232 2.018 - 5 660

Zinsrisiko

Zinsrisiken ergeben sich aus Zinssatzänderungen, die negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben könnten. Zinsschwankungen führen zu Veränderungen des Zinsergebnisses sowie der Bilanzwerte der verzinslichen Vermögenswerte. Aufgrund des steigenden Geschäftsvolumens und der erfolgreichen Anleiherefinanzierung verfügt Dürr über liquide Mittel, die zum 31. Dezember 2011 Zinssatzänderungen unterlagen. Eine hypothetische Erhöhung dieser Zinssätze um 25 Basispunkte beziehungsweise 0,25 % pro Jahr hätte zu einer Erhöhung des Zinsertrags um 553 Tsd. € (Vorjahr: 302 Tsd. €) geführt. Eine hypothetische Verringerung um 25 Basispunkte beziehungsweise 0,25 % pro Jahr hätte zu einer Verringerung des Zinsertrags um 553 Tsd. € (Vorjahr: 302 Tsd. €) geführt.

Sonstige Preisrisiken

IFRS 7 verlangt im Rahmen der Darstellung von Marktrisiken auch Angaben zu den Auswirkungen hypothetischer Änderungen von Risikovariablen auf die Preise von Finanzinstrumenten. Als Risikovariablen kommen insbesondere Börsenkurse oder Indizes infrage. Zum 31. Dezember 2011 hatte Dürr keine wesentliche als zur Veräußerung verfügbar kategorisierte Beteiligung im Bestand, weshalb sonstige Preisrisiken bei Dürr nur eine untergeordnete Rolle spielen. Zur Darstellung des Preisrisikos der als Finanzinstrument der Stufe 3 berichteten Verkaufsoptionen und der Verbindlichkeiten aus bedingten Kaufpreisraten verweisen wir auf Textziffer 34.

Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten

Der Konzern verwendet Finanzderivate zur Minimierung der Auswirkungen von Wechselkurs- und Zinssatzänderungen auf Zahlungsströme sowie von Änderungen des Zeitwerts der Forderungen und Verbindlichkeiten. Dürr trägt für den Fall, dass die Geschäftspartner (Kreditinstitute) bei den nachfolgend beschriebenen Finanzinstrumenten ihre Verpflichtungen nicht erfüllen, das Wiedereindeckungsrisiko. Alle Finanzderivate sowie die zugrunde liegenden Grundgeschäfte unterliegen einer regelmäßigen internen Kontrolle und Bewertung im Rahmen einer Vorstandsrichtlinie. Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente ist auf die wirtschaftliche Absicherung des operativen Geschäfts begrenzt. Zu Beginn einer Sicherungsbeziehung werden sowohl die Sicherungsbeziehung als auch die Risikomanagementzielsetzungen und -strategien im Hinblick auf die Absicherung formal festgelegt und dokumentiert. Diese Dokumentation enthält die Festlegung des Sicherungsinstruments, des Grundgeschäfts oder der abgesicherten Transaktion und die Art des abzusichernden Risikos sowie eine Beschreibung, wie das Unternehmen die Wirksamkeit des Sicherungsinstruments bei der Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows des gesicherten Grundgeschäfts ermitteln wird. Derartige Sicherungsbeziehungen werden hinsichtlich der Erreichung einer Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows als in hohem Maße wirksam eingeschätzt. Sie werden fortlaufend dahingehend beurteilt, ob sie tatsächlich während der gesamten Berichtsperiode, für die die Sicherungsbeziehung designiert wurde, hochwirksam waren. In Abhängigkeit vom Marktwert am Bilanzstichtag werden derivative Finanzinstrumente als sonstiger finanzieller Vermögenswert (bei positivem Marktwert) oder als sonstige finanzielle Verbindlichkeit (bei negativem Marktwert) ausgewiesen.

3.86 UMFANG UND ZEITWERT DER FINANZINSTRUMENTE

Tsd. € 31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010
NOMINALWERT NOMINALWERT POSITIVER MARKTWERT POSITIVER MARKTWERT NEGATIVER MARKTWERT NEGATIVER MARKTWERT
Zins-/ Währungsswaps in Verbindung mit Cashflow Hedges - 27.127 - 661 - -
Devisenterminkontrakte 256.042 157.723 1.679 1.400 11.312 2.319
davon in Verbindung mit Cashflow Hedges 182.098 111.280 1.298 1.294 10.479 1.740
davon in Verbindung mit Fair Value Hedges 21.659 12.870 186 73 456 241
davon ohne Hedge-Beziehung 52.286 33.573 195 33 377 338

Der Zeitwert der Finanzinstrumente wurde auf Basis der folgenden Methoden und Annahmen ermittelt: Bei Devisentermingeschäften wurden die Zeitwerte als Barwert der Zahlungsströme unter Berücksichtigung der jeweiligen vertraglich vereinbarten Terminkurse und des Terminkurses am Bilanzstichtag ermittelt. Die Zeitwerte der Zinssicherungskontrakte im Vorjahr ergaben sich aus den erwarteten abgezinsten zukünftigen Zahlungsströmen, basierend auf aktuellen Marktparametern.

Bilanzierung und Ausweis von derivativen Finanzinstrumenten und Hedge Accounting

Währungssicherungskontrakte, die eindeutig der Absicherung zukünftiger Cashflows aus Fremdwährungstransaktionen zugeordnet werden können und die Anforderungen des IAS 39 hinsichtlich Dokumentation und Effektivität erfüllen, werden als Cashflow Hedge bilanziert. Diese derivativen Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Die hedge-effektiven Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte werden bis zum Realisationszeitpunkt des gesicherten Grundgeschäfts erfolgsneutral direkt im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst. Bei Realisierung der zukünftigen Transaktion (Grundgeschäft) werden die im Eigenkapital kumulierten Effekte erfolgswirksam aufgelöst und in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Umsatzerlösen oder Umsatzkosten oder in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen erfasst.

Im Geschäftsjahr 2011 wurde im kumulierten übrigen Eigenkapital ein unrealisiertes Ergebnis ausgewiesen. Es resultiert aus der ergebnisneutralen Buchung von Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte aus Devisentermingeschäften in Höhe von - 4.612 Tsd. € (Vorjahr: - 453 Tsd. €). Des Weiteren wurden im Berichtsjahr infolge der unterjährigen Realisation von Grundgeschäften 2.540 Tsd. € (Vorjahr: 1.063 Tsd. €) aus dem kumulierten übrigen Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert und dort erfolgserhöhend in den Umsatzerlösen sowie den Umsatzkosten ausgewiesen. Die im Jahr 2012 erwarteten Ergebnisauswirkungen (vor Steuern) aus den zum Bilanzstichtag im kumulierten übrigen Eigenkapital erfolgsneutral erfassten Werten betragen - 4.276 Tsd. €. Im Geschäftsjahr 2013 und 2014 werden kumulierte Ergebnisauswirkungen von - 294 Tsd. € erwartet.

Aus derivativen Finanzinstrumenten, die als Fair Value Hedges klassifiziert waren, wurde ein Aufwand von 4.121 Tsd. € (Vorjahr: Aufwand von 5 Tsd. €) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Aus der Stichtagsbewertung der gesicherten Grundgeschäfte resultierte ein Ertrag in gleicher Höhe. In den Geschäftsjahren 2011 und 2010 ergaben sich keine wesentlichen Ergebniseffekte aufgrund von Ineffektivitäten. Die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte aller derivativen Finanzinstrumente, die nicht die Anforderungen an ein Hedge Accounting gemäß IAS 39 erfüllen, werden zum Bilanzstichtag erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

41. Zusätzliche Offenlegungserfordernisse

Inanspruchnahme der Erleichterungen nach § 264 Abs. 3 HGB

Unter Bezugnahme auf § 264 Abs.# 3. Dürr AG

Dürr wird auf die Offenlegung der Jahresabschlüsse der folgenden inländischen Tochtergesellschaften verzichtet:

  • Dürr Systems GmbH, Stuttgart
  • Dürr International GmbH, Stuttgart
  • Dürr Somac GmbH, Stollberg
  • Carl Schenck AG, Darmstadt
  • Dürr Ecoclean GmbH, Filderstadt
  • Schenck RoTec GmbH, Darmstadt
  • Schenck Technologie- und Industriepark GmbH, Darmstadt
  • Dürr Assembly Products GmbH, Püttlingen
  • Landwehr Elfte Vermögensverwaltung GmbH, Darmstadt
  • Dürr IT Service GmbH, Stuttgart

Unter Bezugnahme auf § 264 Abs. 3 HGB wird auf die Aufstellung und Prüfung des Anhangs und des Lageberichts der folgenden inländischen Tochtergesellschaften verzichtet:
* Carl Schenck AG, Darmstadt
* Dürr Somac GmbH, Stollberg
* Dürr Assembly Products GmbH, Püttlingen
* Dürr International GmbH, Stuttgart
* Dürr IT Service GmbH, Stuttgart

42. Weitere Angaben

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit Schreiben vom 14. Februar 2012 teilte Herr Joachim Schielke mit, dass er mit Ablauf der Hauptversammlung am 27. April 2012 sein Mandat als Mitglied des Aufsichtsrats niederlegt. Ereignisse, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wesentlich beeinflussten oder beeinflussen könnten, sind zwischen dem Beginn des laufenden Geschäftsjahres und dem 1. März 2012 nicht eingetreten.

Deutscher Corporate Governance Kodex/Erklärung nach § 161 AktG

Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung haben Vorstand und Aufsichtsrat der Dürr AG am 16. Dezember 2011 in Bietigheim-Bissingen abgegeben und den Aktionären durch die Veröffentlichung im Internet zugänglich gemacht.

Durchschnittliche Beschäftigtenzahl

BESCHÄFTIGTE IM JAHRESDURCHSCHNITT

2011 2010
Gewerbliche Mitarbeiter 2.406 2.162
Angestellte 3.678 3.292
Praktikanten /Auszubildende 339 322
Gesamt 6.423 5.776

Dürr beschäftigte zum 31. Dezember 2011 6.823 Mitarbeiter (Vorjahr: 5.915).

Honorarvolumen des Konzernabschlussprüfers

Das im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar des Konzernabschlussprüfers teilt sich wie folgt auf:

HONORAR DES ABSCHLUSSPRÜFERS

Tsd. € 2011 2010
Abschlussprüfung 730 689
Sonstige Bestätigungsleistungen 31 184
Steuerberatungsleistungen 41 201
Sonstige Leistungen 48 161
Gesamt 850 1.235

Freigabe und Veröffentlichung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2011

Der vom Vorstand zum 31. Dezember 2011 aufgestellte Konzernabschluss und Konzernlagebericht der Dürr AG wurden in der Vorstandssitzung am 1. März 2012 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben und werden voraussichtlich am 15. März 2012 mit dem Geschäftsbericht 2011 veröffentlicht.

MITGLIEDER DES VORSTANDS

RALF W. DIETER

Vorsitzender • Unternehmenskommunikation, Personal (Arbeitsdirektor), Forschung & Entwicklung, Qualitätsmanagement, Interne Revision, Corporate Compliance • Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems • Unternehmensbereich Application Technology • Unternehmensbereich Measuring and Process Systems
* Carl Schenck AG, Darmstadt * (Vorsitzender)
* Dürr Systems GmbH, Stuttgart * (Vorsitzender)
* Körber AG, Hamburg
□ Dürr, Inc., Plymouth, USA * (Vorsitzender)

RALPH HEUWING

• Finanzen/Controlling, Investor Relations, Risikomanagement, Recht/Patente, Informationstechnologie, Global Sourcing • Unternehmensbereich Clean Technology Systems • Dürr Consulting
* Carl Schenck AG, Darmstadt *
* Dürr Systems GmbH, Stuttgart *
* MCH Management Capital Holding AG, München
□ Dürr, Inc., Plymouth, USA *
□ Dürr India Pvt. Ltd., Chennai, Indien *

  • Ressortverteilung der Vorstandsmitglieder
    ■ Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten
    □ Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
  • Konzernmandat

VORSTANDSVERGÜTUNG 2011

ERFOLGSUNABHÄNGIG ERFOLGSABHÄNGIG
€ Grundvergütung € Sonstige Vergütungen 1
Ralf W. Dieter 500.000,00 49.968,28
Ralph Heuwing 375.000,00 23.144,26
Gesamt 875.000,00 73.112,54
Gesamt In 2011 ausbezahlt
Ralf W. Dieter 2.456.640,55
Ralph Heuwing 2.102.886,58
Gesamt 4.559.527,13

1 Sachbezüge, Zuschüsse zu Versicherungen etc.
2 im Geschäftsjahr erfasste Dienstzeitaufwendungen

Im April 2011 erhielt der Vorstand eine Abschlagszahlung auf die langfristige erfolgsabhängige Vergütung (LTI) in Höhe von 325 Tsd. €. Die Abschlagszahlung wird verrechnet mit der Auszahlung der ersten LTI-Tranche, die nach der Hauptversammlung, in der der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2012 vorgelegt wird, fällig wird. Im Dezember 2011 erhielt der Vorstand zusätzlich eine Abschlagszahlung auf die kurzfristige erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 1.175 Tsd. €. Die Bewertung der langfristigen erfolgsabhängigen Vergütung (LTI) basiert auf dem erwarteten Aktienkurs am Ende der vertraglich festgelegten Laufzeit sowie einer durchschnittlichen Ergebnisgröße im Zeitraum des Programms. Der zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts verwendete Aktienkurs beruht auf historischen Kursen. Die verwendete durchschnittliche Ergebnisgröße basiert auf unternehmensinternen Prognosen. Die tatsächlich eintretenden Aktienkurse und Ergebnisgrößen können von den getroffenen Annahmen variieren. Dies kann zu abweichenden endgültigen Zahlungen aus den jeweiligen LTI-Tranchen führen. Für nähere Informationen zur anteilsbasierten Vergütung verweisen wir auf Textziffer 33. Die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder betrug im Vorjahr 2.251 Tsd. €. Sie setzte sich zusammen aus kurzfristig fälligen Leistungen in Höhe von 1.824 Tsd. €, Aufwendungen im Rahmen des aktienbasierten Incentive-Programms in Höhe von 276 Tsd. € sowie der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen für diesen Personenkreis in Höhe von 151 Tsd. €. An frühere Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2011 Pensionsbezüge in Höhe von 928 Tsd. € (Vorjahr: 683 Tsd. €) bezahlt. Die Pensionsrückstellungen für diesen Personenkreis betrugen zum 31. Dezember 2011 8.892 Tsd. € (Vorjahr: 9.380 Tsd. €).

MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS

DR.-ING. E.H. HEINZ DÜRR

1,, 4,, 5 Unternehmer, Berlin Vorsitzender
* BHS tabletop AG, Selb (Vorsitzender)
* Hans R. Schmid Holding AG, Offenburg (Vorsitzender)
* LTS Lohmann Therapie-Systeme AG, Andernach (Vorsitzender)
□ LTS Lohmann Therapy Systems Corp., West Caldwell, New Jersey, USA (Vorsitzender)

PROF. DR. NORBERT LOOS

1,, 2,, 4,, 5 Geschäftsführender Gesellschafter der Loos Beteiligungs-GmbH, Stuttgart Stv. Vorsitzender

HAYO RAICH

1,, 3, ,4 Freigestellter Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Dürr AG, Stuttgart Freigestellter Vorsitzender des Betriebsrats der Dürr Systems GmbH, Stuttgart, am Standort Bietigheim-Bissingen Stv. Vorsitzender
* Dürr Systems GmbH, Stuttgart (Stv. Vorsitzender)

STEFAN ALBERT

3,, 4 (seit 06.05.2011) Freigestellter Vorsitzender des Betriebsrats der Schenck RoTec GmbH, Darmstadt
* Betriebspensionskasse der Firma Carl Schenck AG VVaG, Darmstadt

MIRKO BECKER

2,, 3 Freigestellter Betriebsrat der Dürr Systems GmbH, Stuttgart, am Standort Bietigheim-Bissingen

DR. DR. ALEXANDRA DÜRR

5 Oberärztin an der Neurogenetischen Klinik des Département de Génétique, Hôpital de la Salpêtrière, Paris, Frankreich

BENNO EBERL

1, ,3 (bis 06.05.2011) Gewerkschaftssekretär der IG Metall, Verwaltungsstelle Stuttgart
* ThyssenKrupp Elevator AG, Essen (Stv. Vorsitzender)
* Alcatel-Lucent AG, Stuttgart (Stv. Vorsitzender)
* Alcatel-Lucent Holding GmbH, Stuttgart

DR. GÜNTER FENNEBERG

(bis 06.05.2011) Vorsitzender der Geschäftsführung der Pfeifer Holding GmbH & Co. KG, Memmingen
□ Sommer Fassadensysteme -Stahlbau - Sicherheitstechnik GmbH & Co. KG, Döhlau

THOMAS HOHMANN

3 Personalleiter der Dürr Systems GmbH, Stuttgart

ERICH HORST

2,, 3, ,4 (bis 06.05.2011) Freigestellter Vorsitzender des Betriebsrats der Dürr Ecoclean GmbH, Filderstadt, am Standort Monschau Freigestellter Stv. Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Dürr AG, Stuttgart

GUIDO LESCH

1, 2, 3 Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall, Verwaltungsstelle Völklingen
* Saarschmiede GmbH Freiformschmiede, Völklingen (Stv. Vorsitzender)

JOACHIM SCHIELKE

2 Ehemaliger Vorsitzender des Vorstands der Baden-Württembergischen Bank, Stuttgart Ehemaliges Mitglied des Vorstands der Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart
* Paul Hartmann AG, Heidenheim an der Brenz
* ICS Informatik Consulting Systems AG, Stuttgart
* Wüstenrot & Württembergische AG, Stuttgart (bis 31.12.2011)
* Wüstenrot Holding AG, Ludwigsburg (seit 11.11.2011)
□ Allgaier Werke GmbH, Uhingen (bis 30.09.2011)
□ Behr Verwaltung GmbH, Stuttgart
□ Berthold Leibinger GmbH, Ditzingen (Mitglied des Aufsichtsrats, Mitglied des Verwaltungsrats)
□ BWK GmbH Unternehmensbeteiligungsgesellschaft, Stuttgart (bis 30.09.2011, Vorsitzender und Mitglied)
□ Kaufland Stiftung & Co. KG, Neckarsulm
□ LHI Leasing GmbH, München (bis 30.09.2011, Vorsitzender und Mitglied)
□ Lidl Stiftung & Co. KG, Neckarsulm
□ MKB Mittelrheinische Bank GmbH, Koblenz (Vorsitzender)
□ MMV Leasing GmbH, Koblenz (Vorsitzender des Beirats)
□ Trumpf GmbH & Co. KG, Ditzingen (Mitglied des Verwaltungsrats)

DR. MARTIN SCHWARZ-KOCHER

2,, 3 (seit 06.05.2011) Geschäftsführer der IMU Institut GmbH, Stuttgart

KARL-HEINZ STREIBICH

(seit 06.05.2011) Vorsitzender des Vorstandes der Software AG, Darmstadt

PROF. DR.-ING. DR.-ING. E.H. KLAUS WUCHERER

Geschäftsführer der Dr.## 3.90 AUFSICHTSRATSVERGÜTUNG

Name Role Grundvergütung (€) Vergütung Ausschussmitgliedschaft (€) Sitzungsgeld (€) Variable Vergütung (€) Gesamt (€)
Dr.-Ing. E.h. Heinz Dürr Vorsitzender 60.000,00 11.250,00 8.000,00 102.970,80 182.220,80
Prof. Dr. Norbert Loos Stellvertretender Vorsitzender 30.000,00 25.500,00 11.000,00 51.485,40 117.985,40
Hayo Raich *1,2 Stellvertretender Vorsitzender 33.000,00 5.000,00 7.900,00 51.485,40 97.385,40
Stefan Albert *2 (seit 6. Mai 2011) 13.333,33 - 4.000,00 22.882,40 40.215,73
Mirko Becker *2 20.000,00 6.000,00 8.000,00 34.323,60 68.323,60
Dr. Dr. Alexandra Dürr 20.000,00 2.500,00 6.000,00 34.323,60 62.823,60
Benno Eberl *2 (bis 6. Mai 2011) 8.333,33 2.083,33 3.000,00 14.301,50 27.718,16
Dr. Günter Fenneberg (bis 6. Mai 2011) 8.333,33 - 1.000,00 14.301,50 23.634,83
Thomas Hohmann * 20.000,00 - 6.000,00 34.323,60 60.323,60
Erich Horst *2 (bis 6. Mai 2011) 8.333,33 3.750,00 3.000,00 14.301,50 29.384,83
Guido Lesch *2,3 20.000,00 7.083,33 8.000,00 34.323,60 69.406,93
Joachim Schielke 20.000,00 9.000,00 7.000,00 34.323,60 70.323,60
Dr. Martin Schwarz-Kocher *2 (seit 6. Mai 2011) 13.333,33 6.000,00 6.000,00 22.882,40 48.215,73
Karl-Heinz Streibich (seit 6. Mai 2011) 13.333,33 - 4.000,00 22.882,40 40.215,73
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Klaus Wucherer 20.000,00 - 6.000,00 34.323,60 60.323,60
Gesamt 307.999,98 78.166,66 88.900,00 523.434,90 998.501,54
  • Arbeitnehmervertreter
    1 inklusive der Vergütung aus der Aufsichtsratsmitgliedschaft bei der Dürr Systems GmbH
    2 Diese Arbeitnehmervertreter haben erklärt, ihre Vergütung nach den Richtlinien des Deutschen Gewerkschaftsbundes an die Hans-Böckler-Stiftung abzuführen.
    3 bis 6. Mai 2011 Mitglied des Prüfungsausschusses, ab 6. Mai 2011 Mitglied des Präsidiums und Personalausschusses
    4 für Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen

Im Vorjahr betrugen die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats 395 Tsd. €.

3.91 IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Tsd. € Geschäfts- oder Firmenwerte Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte Aktivierte Entwicklungskosten Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte Dürr- Konzern Gesamt
Kumulierte Anschaffungswerte zum 1. Januar 2010 271.264 73.029 25.883 2.214 372.390
Währungsdifferenz 4.082 1.202 526 69 5.879
Änderungen Konsolidierungskreis 1.625 1.528 967 - 4.120
Zugänge 4.973 1.996 3.557 480 11.006
Abgänge - 242 - 863 - 323 - - 1.428
Umgliederungen - 2.413 - - 2.135 278
Kumulierte Anschaffungswerte zum 31. Dezember 2010 281.702 79.305 30.610 628 392.245
Währungsdifferenz 921 - 14 140 - 1.047
Änderungen Konsolidierungskreis - 10.118 934 - - - 11.052
Zugänge 1.859 6.490 2.655 650 11.654
Abgänge - - 12.596 - 867 - 139 - 13.602
Umgliederungen - 501 - - 466 35
Kumulierte Anschaffungswerte zum 31. Dezember 2011 284.482 83.804 33.472 673 402.431
Kumulierte Abschreibungen zum 1. Januar 2010 - - 52.077 12.071 - - 64.148
Währungsdifferenz - - 673 335 - - 1.008
Zugänge planmäßiger Abschreibungen - - 8.751 3.328 - - 12.079
Abgänge - - - 812 - 322 - 1.134
Umgliederungen - - 2 - - - 2
Kumulierte Abschreibungen zum 31. Dezember 2010 - - 60.691 15.412 - - 76.103
Währungsdifferenz - - 30 126 - - 156
Zugänge planmäßiger Abschreibungen - - 7.553 4.025 - - 11.578
Zugänge außerplanmäßiger Abschreibungen - - 981 - - - 981
Abgänge - - - 12.551 - 530 - 13.081
Umgliederungen - - 35 - - - 35
Kumulierte Abschreibungen zum 31. Dezember 2011 - - 56.739 19.033 - - 75.772
Restbuchwerte zum 31. Dezember 2011 284.482 27.065 14.439 673 326.659
Restbuchwerte zum 31. Dezember 2010 281.702 18.614 15.198 628 316.142
Restbuchwerte zum 1. Januar 2010 271.264 20.952 13.812 2.214 308.242

3.92 SACHANLAGEN

Tsd. € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Dürr- Konzern Gesamt
Kumulierte Anschaffungswerte zum 1. Januar 2010 122.072 36.139 29.424 64.980 897 253.512
Währungsdifferenz 2.391 - 996 2.137 13 5.537
Änderungen Konsolidierungskreis 2.199 - 26 99 - 2.324
Zugänge 2.538 1.240 3.351 3.484 552 11.165
Abgänge - 696 - 156 - 2.145 - 3.684 - - 6.681
Umgliederungen - 1.857 1.937 - 328 733 - 763 - 278
Kumulierte Anschaffungswerte zum 31. Dezember 2010 126.647 39.160 31.324 67.749 699 265.579
Währungsdifferenz 65 - 49 138 -33 219
Änderungen Konsolidierungskreis 4 - - 439 - 443
Zugänge 53.370 155 3.079 7.017 1.318 64.939
Abgänge - 360 - 85 - 2.468 - 1.647 - - 4.560
Umgliederungen - 212 602 29 97 - 520 - 4
Kumulierte Anschaffungswerte zum 31. Dezember 2011 179.514 39.832 32.013 73.793 1.464 326.616
Kumulierte Abschreibungen zum 1. Januar 2010 55.975 15.664 23.484 49.063 - 144.186
Währungsdifferenz 928 - 726 1.650 - 3.304
Zugänge planmäßiger Abschreibungen 3.205 768 2.058 4.905 - 10.936
Zugänge außerplanmäßiger Abschreibungen - - 90 36 - 126
Zuschreibungen - 1.207 - - - - - 1.207
Abgänge - 585 - 132 - 2.058 - 3.322 - - 6.097
Umgliederungen 274 - 274 293 291 2
Kumulierte Abschreibungen zum 31. Dezember 2010 58.590 16.026 24.007 52.623 - 151.246
Währungsdifferenz 138 - 19 127 - 284 -
Zugänge planmäßiger Abschreibungen 3.305 839 1.549 5.242 - 10.935
Zugänge außerplanmäßiger Abschreibungen - - 3 2 - 5
Zuschreibungen - 71 - - - - - 71
Abgänge - 295 - 62 - 1.314 - 1.320 - - 2.991
Umgliederungen - 401 696 - 330 31 - - 4
Kumulierte Abschreibungen zum 31. Dezember 2011 61.266 17.499 23.934 56.705 - 159.404
Restbuchwerte zum 31. Dezember 2011 118.248 22.333 8.079 17.088 1.464 167.212
Restbuchwerte zum 31. Dezember 2010 68.057 23.134 7.317 15.126 699 114.333
Restbuchwerte zum 1. Januar 2010 66.097 20.475 5.940 15.917 897 109.326

3.93 FINANZANLAGEN

Tsd. € Anteile an verbundenen Unternehmen Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen Sonstige Beteiligungen Wertpapiere des Anlagevermögens Dürr- Konzern Gesamt
Kumulierte Anschaffungswerte zum 1. Januar 2010 4.156 9.636 29 352 14.173
Währungsdifferenz - 2.157 - 4 - 2.161
Änderungen Konsolidierungskreis - 4.156 - - - - 4.156
Zugänge - 846 100 4 950
Abgänge - - 727 - 5 - 732
Kumulierte Anschaffungswerte zum 31. Dezember 2010 - 11.912 129 355 12.396
Währungsdifferenz - 1.006 - - 1 1.005
Zugänge - 4.805 2.211 - 7.016
Abgänge - - 516 - 38 - 554
Kumulierte Anschaffungswerte zum 31. Dezember 2011 - 17.207 2.340 316 19.863
Kumulierte Abschreibungen zum 1. Januar 2010 - - 27 - 27
Kumulierte Abschreibungen zum 31. Dezember 2010 - - 27 - 27
Kumulierte Abschreibungen zum 31. Dezember 2011 - - 27 - 27
Restbuchwerte zum 31. Dezember 2011 - 17.207 2.313 316 19.836
Restbuchwerte zum 31. Dezember 2010 - 11.912 102 355 12.369
Restbuchwerte zum 1. Januar 2010 4.156 9.636 2 352 14.146

3.94 AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES ZUM KONZERNABSCHLUSS

Name und Sitz Anteil am Kapital in %
Deutschland
Dürr GmbH & Co. Campus KG, Bietigheim-Bissingen 100
Carl Schenck AG, Darmstadt 100
Landwehr Elfte Vermögensverwaltung GmbH, Darmstadt (vormals Schenck Atis GmbH) 100
Schenck RoTec GmbH, Darmstadt 100
Schenck Technologie- und Industriepark GmbH, Darmstadt 100
Unterstützungseinrichtung der Carl Schenck AG, Darmstadt, GmbH, Darmstadt 100
Dürr Ecoclean GmbH, Filderstadt 100
Dürr EDAG Aircraft Systems GmbH, Fulda 50
Dürr Assembly Products GmbH, Püttlingen 100
Dürr Somac GmbH, Stollberg 100
Dürr EES GmbH, Stuttgart 100
Dürr International GmbH, Stuttgart 100
Dürr IT Service GmbH, Stuttgart 100
Dürr Systems GmbH, Stuttgart 100
Prime Contractor Consortium FAL China, Stuttgart 50
Dürr Systems Wolfsburg GmbH, Wolfsburg 100
Andere EU-Länder
Agramkow Fluid Systems A/S, Sønderborg/ Dänemark 55
Carl Schenck Denmark ApS, Sønderborg/ Dänemark 100
Schenck S.A.S., Cergy-Pontoise / Frankreich 100
Dürr Systems S.A.S., Guyancourt / Frankreich 100
Dürr Ecoclean S.A.S., Loué / Frankreich 100
Datatechnic S.A.S., Uxegney / Frankreich 100
Dürr Cyplan Ltd., Aldermaston / Großbritannien 50
Dürr Ltd., Warwick / Großbritannien 100
Schenck Ltd., Warwick / Großbritannien 100
Test Automation Ltd., Warwick / Großbritannien 100
CPM S.p.A., Beinasco / Italien 51
Olpidürr S.p.A., Novegro di Segrate / Italien 65
Schenck Italia S.r.l., Paderno Dugnano / Italien 100
Verind S.p.A., Rodano / Italien 50
Stimas Engineering S.r.l.,Turin / Italien 51
Carl Schenck Machines en installaties B.V., Rotterdam / Niederlande 100
Dürr Anlagenbau Ges. m.b.H., Zistersdorf / Österreich 100
Dürr Poland Sp. z o.o., Radom / Polen 100
Dürr Systems Slovakia spol. s r.o., Bratislava / Slowakei 100
Dürr Systems Spain S.A., San Sebastián / Spanien 100
Dürr Ecoclean spol. s r.o., Oslavany / Tschechische Republik 100
Sonstige europäische Länder
OOO Dürr Systems RUS, Moskau / Russland 100
Schenck Industrie-Beteiligungen AG, Glarus / Schweiz 100
UCM AG, Rheineck / Schweiz 100
CPM Automation d.o.o. Beograd, Belgrad / Serbien 51
Dürr Systems Makine Mühendislik Proje Ithalat ve Ihracat Ltd. Sirketi, istanbul / Türkei 100
Nordamerika / Zentralamerika
Dürr Systems Canada Inc., Windsor, Ontario / Kanada 100
Dürr de México, S.A.
Dürr Ecoclean Inc., Auburn Hills, Michigan / USA 2
Schenck RoTec Corporation, Auburn Hills, Michigan / USA 2
Schenck Corporation, Deer Park, New York / USA 2
Schenck Trebel Corporation, Deer Park, New York / USA 2
Dürr Inc., Plymouth, Michigan / USA 2
Dürr Systems Inc., Plymouth, Michigan / USA 2
Südamerika
Irigoyen 330 S.A., Cap. Fed. Buenos Aires / Argentinien 2
Agramkow do Brasil Ltda., Indaiatuba / Brasilien 2
Dürr Brasil Ltda., São Paulo / Brasilien 2
Afrika / Asien / Australien
Dürr Systems Maroc sarl au, Tanger / Marokko 2
Dürr South Africa (Pty.) Ltd., Port Elizabeth / Südafrika 2
Dürr India Private Ltd., Chennai / Indien 2
Schenck RoTec India Limited, Noida / Indien 2
Nagahama Seisakusho Ltd., Osaka / Japan 3
Dürr Japan K.K., Yokohama / Japan 2
Agramkow Asia Pacific Pte. Ltd., Singapur / Singapur 2
Dürr Korea Inc., Seoul / Südkorea 2
Dürr Paintshop Systems Engineering (Shanghai) Co. Ltd., Schanghai / V. R. China 2
Schenck Shanghai Machinery Corporation Ltd., Schanghai / V. R. China 2
Dürr Pty. Ltd., Adelaide / Australien 2

1 Ergebnisabführungsvertrag mit der jeweiligen Obergesellschaft
2 Vollkonsolidiertes Unternehmen im Dürr-Konzern
3 At equity bilanziertes Unternehmen im Dürr-Konzern
4 Nicht konsolidiertes Unternehmen im Dürr-Konzern
5 Nicht konsolidiertes Unternehmen im Dürr-Konzern. Es liegt keine Beherrschung vor, da Dürr keinen wirtschaftlichen Nutzen aus der Tätigkeit der Gesellschaft ziehen kann.

Bietigheim-Bissingen, den 1. März 2012
Dürr Aktiengesellschaft
Der Vorstand

RALF W. DIETER
RALPH HEUWING

SONSTIGES
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Bietigheim-Bissingen, den 1. März 2012
RALF W. DIETER, VORSITZENDER DES VORSTANDS
RALPH HEUWING, FINANZVORSTAND

Bestätigungsvermerk
Zu dem Konzernabschluss und dem Konzernlagebericht haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

"Wir haben den von der Dürr Aktiengesellschaft, Stuttgart, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalspiegel und Anhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben. Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."

Stuttgart, 1. März 2012
Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

SKIRK, WIRTSCHAFTSPRÜFER
HUMMEL, WIRTSCHAFTSPRÜFER