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Dürr AG — Annual Report 2010
May 6, 2011
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Annual Report
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Dürr Aktiengesellschaft Stuttgart
Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010
Dürr im Überblick: Organisation und Tätigkeitsbereiche
PROFIL
Dürr ist ein führender Maschinen- und Anlagenbaukonzern, der gut 80 % seines Umsatzes im Geschäft mit Automobilherstellern und -zulieferern erzielt. Weitere Branchen, in denen unsere Produktionstechnik zum Einsatz kommt, sind vor allem der Flugzeug- und Maschinenbau, die Chemie-, Pharma- und Elektroindustrie sowie die Energiewirtschaft. Unser Geschäft ist jeweils rund zur Hälfte dem Anlagenbau und dem Maschinenbau zuzuordnen. Dürr ist ein ausgeprägt internationaler Konzern: Mit 48 Standorten in 21 Ländern sind wir neben Nordamerika und Westeuropa auch in den Emerging Markets¹ stark vertreten. Auf sie entfielen im Jahr 2010 60 % unseres Auftragseingangs und 27,3 % der Belegschaft. Rund die Hälfte unserer Mitarbeiter ist an den Zentralstandorten des Konzerns in Deutschland angestellt.
KONZERNSTRUKTUR: HOLDING, UNTERNEHMENS- UND GESCHÄFTSBEREICHE
Die Dürr AG nimmt als Management-Holding konzernübergreifende Aufgaben wahr; ihr rechtlicher Firmensitz ist Stuttgart. Unser operatives Geschäft haben wir bis Ende 2010 in zwei Unternehmensbereichen gebündelt: Paint and Assembly Systems und Measuring and Process Systems. Sie bildeten im Geschäftsjahr 2010 auch die berichtspflichtigen Segmente nach IFRS. Den beiden Unternehmensbereichen waren im Jahr 2010 insgesamt sechs Geschäftsbereiche zugeordnet.
Seit Anfang 2011 gibt es einen dritten Unternehmensbereich mit dem Namen Clean Technology Systems. Er umfasst zum einen unser Umwelttechnikgeschäft (Geschäftsbereich Environmental and Energy Systems), das zuvor Paint and Assembly Systems zugeordnet war. Zum anderen bauen wir unter dem Dach von Clean Technology Systems weitere Aktivitäten im Bereich energieeffiziente Produktionsprozesse auf (Geschäftsbereich Energy Technology Systems). Eine ausführliche Beschreibung der neuen Konzernstruktur finden Sie im Nachtragsbericht. Weitere Informationen zur Expansion im Geschäftsfeld energieeffiziente Produktionsprozesse enthält das Kapitel STRATEGIE.
2.1 KONZERNSTRUKTUR IM JAHR 2010
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MANAGEMENT-HOLDING UNTERNEHMENSBEREICHE* GESCHÄFTSBEREICHE
// Dürr AG // Paint and Assembly Systems // Paint and Final Assembly Systems
// Application Technology
// Environmental and Energy Systems
// Aircraft and Technology Systems
Measuring and Process Systems // Balancing and Assembly Products
// Cleaning and Filtration Systems
* berichtspflichtige Segmente
1 Asien (ohne Japan), Mexiko, Brasilien, Osteuropa
GESCHÄFTSBEREICHE UND MARKTPOSITIONEN
Paint and Final Assembly Systems
plant und baut schlüsselfertige Lackierereien und Endmontagelinien für die Automobilindustrie. Als Systempartner übernehmen wir die komplette Projektabwicklung von der Layout- und Detailplanung bis zur Inbetriebnahme. In der Lackieranlagentechnik bieten wir Hard- und Software-Lösungen für alle Prozessstufen an. Zu unseren Kernprodukten zählen Anlagen zur VORBEHANDLUNG und KATHODISCHEN TAUCHLACKIERUNG, in denen die Karosserie gereinigt, vorbehandelt und mit einer Korrosionsschutzschicht versehen wird. Hinzu kommen Lackierkabinen für den Auftrag von Füller-, Basis- und Klarlack, TROCKNER und Fördertechnik sowie die zugehörige Steuerungs- und LEITTECHNIK. Zusammen mit dem Geschäftsbereich Application Technology sind wir der weltweit einzige Systemanbieter, der Lackieranlagentechnik und APPLIKATIONSTECHNIK aus einer Hand entwickelt und liefert. Mit einem Weltmarktanteil zwischen 40 und 50 % sind wir der größte Anbieter im Wettbewerb, auf den Plätzen zwei und drei folgen Unternehmen aus Deutschland und Japan. Hinzu kommen deutlich kleinere Anbieter aus Italien, den USA, China und Japan, die regional agieren.
Application Technology
bietet in erster Linie Lösungen für den automatischen Sprühauftrag von Lack. Die wichtigsten Produkte sind der Anfang 2010 vorgestellte Hochrotationszerstäuber EcoBell3 sowie die Lackierroboter der Serie EcoRP. Weitere Hard- und Software-Lösungen von Application Technology dienen zum Beispiel der Farbversorgung, der Qualitätssicherung sowie der Prozesssteuerung und -auswertung. Mit über 50 % Weltmarktanteil stehen wir eindeutig an der Spitze des Wettbewerbs. Unsere wichtigsten Konkurrenten sind Hersteller von Standardrobotern. Neben der Lackapplikationstechnik sind wir in zwei benachbarten Geschäftsfeldern aktiv, die wir zukünftig weiter ausbauen werden. Dabei handelt es sich um SEALING-Anwendungen in Automobillackierereien (zum Beispiel Schweißnahtversiegelung, Unterbodenschutz) sowie um KLEBETECHNIK für Fügeprozesse in Automobilendmontage und -rohbau.
Environmental and Energy Systems
realisiert umwelttechnische Anlagen zur Beseitigung von Schadstoffen in industrieller Abluft. Ursprünglich auf die Abluftreinigung in Automobillackierereien spezialisiert, erwirtschaften wir heute rund 80 % unseres Umsatzes mit anderen Branchen, vor allem Chemie und Pharma, aber auch Holzverarbeitung und Kohlefaserherstellung. Unser Angebotsspektrum umfasst alle gängigen Verfahren zur Abluftreinigung; in den meisten Fällen installieren wir thermische Anlagen, in denen die Schadstoffe verbrannt werden. Immer öfter rüsten wir unsere Anlagen mit Systemen zur Energierückgewinnung aus. Sie erlauben einerseits eine effizientere Nutzung der Primärenergie, die bei der thermischen Abluftreinigung eingesetzt wird. Andererseits machen sie die Energie nutzbar, die während des Verbrennungsvorgangs freigesetzt wird. In der Abluftreinigungstechnik für Automobillackierereien verfügen wir über einen Marktanteil von 40 bis 50 %. Außerhalb der Automobilindustrie ist das Wettbewerbsumfeld stärker fragmentiert; mit rund 12 % Marktanteil gehören wir aber auch hier zu den größten Anbietern weltweit.
Aircraft and Technology Systems
beliefert die Flugzeugindustrie mit Lackier- und Montagetechnik. Der Geschäftsbereich wurde im Jahr 2008 gegründet, um das zuvor eher sporadisch betriebene Aircraft-Geschäft systematisch auszubauen. Chancen sehen wir vor allem, weil die Flugzeugindustrie zunehmend ihre Lieferantenbasis konsolidiert und größere Auftragspakete an Systempartner vergibt. Darüber hinaus finden erprobte Techniken aus der hochautomatisierten Automobilproduktion immer häufiger Anwendung in der Flugzeugfertigung. Unsere Kernkompetenzen sind die Entwicklung und der Bau schlüsselfertiger Anlagen zum Lackieren, Positionieren und Fügen vormontierter Flugzeugbauteile. Aufgrund der Konsolidierung auf der Lieferantenseite ist das Wettbewerbsumfeld in Bewegung; derzeit liegen die Marktanteile aller Anbieter noch im einstelligen Prozentbereich. Dürr zählt auch hier zu den führenden Unternehmen weltweit. Neben der Flugzeugproduktionstechnik ist bei Aircraft and Technology Systems auch die Beratungseinheit Dürr Consulting angesiedelt. Sie erbringt Dienstleistungen rund um die Planung und Optimierung von Produktionsprozessen.
Balancing and Assembly Products
hat zwei Standbeine: Maschinen und Systeme für die Unwuchtdiagnose und das Auswuchten von Werkstücken sowie Montage-, Prüf- und Befülltechnikprodukte für die Automobilendmontage. In der Auswuchttechnik beliefern wir eine Vielzahl von Industrien und sind mit rund 40 % Weltmarktanteil eindeutig Marktführer. Das größte Wachstumspotenzial bietet derzeit das Geschäft mit Auswuchtanlagen für Turbinen, Generatoren, Kurbelwellen und Turbolader sowie für den allgemeinen Maschinenbau und die Luftfahrtindustrie. In der Montage-, PRÜF- und BEFÜLLTECHNIK sind wir mit Marktanteilen zwischen 25 und 30 % ebenfalls der international führende Anbieter. Zu den wichtigsten Produkten zählen Prüfstände für Fahrwerkgeometrie, Bremsen und Elektronik, so genannte HOCHZEITSSTATIONEN, an denen Karosserie und Antriebsstrang zusammengeführt werden, sowie Systeme zur Befüllung von Fahrzeugen mit betriebsnotwendigen Medien (zum Beispiel Klimamittel, Getriebeöl, Bremsflüssigkeit).
Cleaning and Filtration Systems
ist der einzige weltweit operierende Anbieter von industrieller Reinigungstechnik, FILTRATIONSSYSTEMEN und Automationstechnik zur Verkettung von Bearbeitungszentren und Reinigungsstationen. Mit einem Weltmarktanteil von rund 30% sind wir auch in diesem Geschäftsfeld Marktführer. Neben dem Produktgeschäft mit Einzelmaschinen übernehmen wir als Systemanbieter auch die Ausrüstung kompletter Motoren- und Getriebelinien. Unsere internationale Reichweite erlaubt es uns, Automobilwerke eines Kunden in verschiedenen Ländern mit einheitlicher Technik auszurüsten (Common Tooling). Zu unseren Kernprodukten zählen zurzeit das roboterbasierte System EcoCFlex, die TRANSFERREINIGUNGSANLAGE EcoCTrans, die Einkammeranlage EcoCMax und die Kompaktanlage EcoCBase.
BREITE SERVICE-PALETTE
Unseren Kunden bieten wir in allen Geschäftsbereichen ein breites Service-Spektrum. Es umfasst Planung, Umbau, Modernisierung, Optimierung und Verlagerung von Anlagen und Maschinen, ebenso Software-Updates, Schulungen, Reparaturen und Austausch von Teilen. Infolge des raschen Anstiegs der Automobilproduktion erwirtschafteten wir im Jahr 2010 28,7 % des Konzernumsatzes im Service-Geschäft (Vorjahr: 24,4 %). Zum 31. Dezember 2010 waren im Service-Bereich rund 770 Mitarbeiter und damit 13 % der Konzernbelegschaft beschäftigt (31.12.2009: rund 780 Mitarbeiter). Jede Landesgesellschaft verfügt über einen National Service Manager, der die Service-Aktivitäten koordiniert und weiterentwickelt. Wir unterhalten weltweit 50 so genannte Antennas. Dabei handelt es sich um kleine Service-Niederlassungen, die auf dem Werkgelände des Kunden oder in unmittelbarer Nähe angesiedelt sind. Neben den Geschäftsbereichen Balancing and Assembly Products und Cleaning and Filtration Systems gehört auch die Schenck Technologie- und Industriepark GmbH (TIP) zum Unternehmensbereich Measuring and Process Systems. Als Immobiliendienstleister vermarktet TIP am Schenck-Zentralstandort Darmstadt Büros, Produktionshallen und Lagerflächen.# 2.2 TÄTIGKEITSFELDER UND KUNDENGRUPPEN
UNTERNEHMENSBEREICH PAINT AND ASSEMBLY SYSTEMS
| GESCHÄFTSBEREICH | GESCHÄFTSART | TÄTIGKEITSFELDER | KUNDENGRUPPEN |
|---|---|---|---|
| Paint and Final Assembly Systems | Anlagenbau, Komplette Lackierereien, Einzelne Lackierprozessstationen, Service, Endmontagesysteme | Automobilhersteller, Automobilzulieferer, Allgemeine Industrie (z. B. Bau- u. Landmaschinen) | |
| Application Technology | Maschinenbau, Produkte für den automatischen Sprühauftrag von Lack, Sealing-Technik, Klebetechnik, Service | Automobilhersteller, Automobilzulieferer, Allgemeine Industrie (z. B. Bau- u. Landmaschinen) | |
| Environmental and Energy Systems1 | Anlagenbau, Abluftreinigungsanlagen, Energiemanagement und -beratung, Service | Chemie, Automobilhersteller (Lackierereien), Kohlefaserproduktion, Pharma, Druck / Beschichtung, Automobilzulieferer (Lackierereien), Holzverarbeitung | |
| Aircraft and Technology Systems | Anlagenbau, Montage- und Lackiersysteme für den Flugzeugbau, Service, Flugzeughersteller, Zulieferer der Flugzeugindustrie, Consulting | Beratung, Automobilhersteller, Automobilzulieferer, Allgemeine industrie |
UNTERNEHMENSBEREICH MEASURING AND PROCESS SYSTEMS
| GESCHÄFTSBEREICH | GESCHÄFTSART | TÄTIGKEITSFELDER | KUNDENGRUPPEN |
|---|---|---|---|
| Balancing and Assembly Products | Maschinenbau, Auswucht- und Diagnosetechnik, Prüf-, Montage- und Befülltechnik für die Fahrzeugendmontage, Service | Automobilhersteller, Automobilzulieferer, Elektroindustrie, Turbomaschinenbau / Kraftwerke, Maschinenbau, Luft- und Raumfahrt | |
| Cleaning and Filtration Systems | Maschinenbau, Industrielle Reinigungstechnik, Automationstechnik (Handhabung von Werkstücken, Verkettung von Bearbeitungsstationen), Filtrationstechnik, Service | Automobilhersteller, Automobilzulieferer, Elektroindustrie, Maschinenbau, Luft- und Raumfahrt, Medizin- und Labortechnik |
1 Seit 1. Januar 2011 Bestandteil des neuen Unternehmensbereichs Clean Technology Systems
2.3 AKQUISITIONEN
| Erstkonsolidierung | Umsatz 2010 | Mitarbeiterzahl bei Erstkonsolidierung | Kaufpreis (inkl. Goodwill) | Goodwill | |
|---|---|---|---|---|---|
| UCM AG1 | 01.01.2010 | 3,1 Mio. € | 18 | 4,2 Mio. € | 1,6 Mio. € |
| Klaus Kleinmichel2 | 25.01.2010 | -3 | 28 | 2,5 Mio. € | 1,6 Mio. € |
| Helmuth Rickert GmbH | 30.07.2010 | 4,3 Mio. € | 29 | 5,4 Mio. € | 3,4 Mio. € |
1 Die UCM AG wurde im Dezember 2009 erworben und im Januar 2010 erstkonsolidiert.
2 Erwerb der Vermögenswerte aus der Insolvenzmasse der Klaus Kleinmichel GmbH.
3 Die erworbenen Vermögenswerte wurden vollständig in die Dürr Systems GmbH integriert, daher ist ein separater Umsatzausweis nicht möglich.
RECHTLICHE UNTERNEHMENSSTRUKTUR
Die Dürr AG hält direkte 100 %-Beteiligungen an der Dürr Systems GmbH, der Carl Schenck AG, der Dürr International GmbH und der Dürr IT Service GmbH. Die drei erstgenannten Gesellschaften sind ihrerseits direkt oder indirekt an allen weiteren 51 Gesellschaften des Konzerns beteiligt. Mit wenigen Ausnahmen handelt es sich um 100 %ige Beteiligungen, wie die Übersicht unter TEXTZIFFER 42 im Anhang zum Konzernabschluss zeigt. Als Obergesellschaft hat die Dürr AG Ergebnisabführungsverträge mit der Carl Schenck AG, der Dürr Systems GmbH und der Dürr International GmbH abgeschlossen. Die Vorstandsmitglieder der Dürr AG und der Carl Schenck AG sowie die Geschäftsführer der Dürr Systems GmbH sind in den Aufsichtsgremien aller wesentlichen Auslandsgesellschaften vertreten.
AKQUISITIONEN
Im Geschäftsbereich Application Technology haben wir im Jahr 2010 zwei Akquisitionen in der KLEBETECHNIK vorgenommen: Zum 25. Januar wurden die Vermögenswerte der Klaus Kleinmichel GmbH (Bernried) erworben und erstkonsolidiert. Die Helmuth Rickert GmbH (Wolfsburg), die mittlerweile als Dürr Systems Wolfsburg GmbH firmiert, gehört dem Konsolidierungskreis seit dem 30. Juli 2010 an. Während Rickert den Schwerpunkt auf Klebetechnik für den Karosserierohbau legt, finden die Produkte von Kleinmichel vor allem in der Automobilendmontage Verwendung. Mit ihren technologischen Kompetenzen sind die beiden neu hinzugekommenen Unternehmen eine wichtige Basis, um unsere Aktivitäten im Wachstumsfeld Klebetechnik weltweit auszubauen. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel STRATEGIE.
Im Geschäftsbereich Cleaning and Filtration Systems wurde bereits im Dezember 2009 die schweizerische UCM AG erworben, die aus organisatorischen Gründen allerdings erst seit dem 1. Januar 2010 konsolidiert wird. UCM ist auf Anlagen zur FEINSTREINIGUNG von Werkstücken spezialisiert, ein Geschäftsfeld mit wachstumsstarken Branchen wie Medizintechnik und Präzisionsoptik als Kunden. Weitere Informationen zu unseren Akquisitionen enthält TEXTZIFFER 17 im Anhang zum Konzernabschluss.
GESCHÄFTSPROZESSE/PROZESSVORTEILE
Vor allem im Anlagenbau sind Planung, Engineering/Konstruktion und Auftragsabwicklung unsere wichtigsten Geschäftsprozesse. Die Basis für eine reibungslose Auftragsabwicklung ist ein professionelles Projektmanagement. Die Dürr-Projektmanager nehmen eine übergeordnete Funktion wahr: Sie koordinieren alle an einem Auftrag beteiligten Bereiche und tragen die Gesamtverantwortung für die Einhaltung von Terminen und Budgets. Die Abwicklung eines Großprojekts im Anlagenbau dauert zwölf bis 24 Monate, im Maschinenbau sind es meist zwei bis sechs Monate.
2.4 PROZESSE DES ANLAGENBAUS
Unsere Geschäftsprozesse werden kontinuierlich optimiert. Die Abläufe in Angebotsphase, Auftragsabwicklung, Service und Overhead haben wir weltweit harmonisiert und aufeinander abgestimmt. Dies war unverzichtbar, da unser stark internationales Geschäft eine reibungslose Kooperation aller beteiligten Auslandsstandorte erfordert. Um Schnittstellenprobleme und Doppelarbeit zu vermeiden, haben wir einheitliche Methoden und Instrumente entwickelt. Die Prozessharmonisierung geht einher mit der weitgehend abgeschlossenen Implementierung unseres konzernweit durchgängigen ERP-SYSTEMS. Es bildet unsere Geschäftsprozesse IT-seitig ab, schafft Transparenz und automatisiert Abläufe.
KUNDENBEZIEHUNGEN
Zu unserem Kundenkreis gehören alle großen Automobilhersteller weltweit sowie zahlreiche Teilezulieferer. Zu diesen Unternehmen bestehen enge Kontakte, zum einen weil wir in unserem Markt schon lange aktiv sind, zum anderen weil unser Geschäft eine kontinuierliche Abstimmung zwischen Kunde und Lieferant erfordert. Vor allem der Vertrieb steht in permanentem Kontakt mit den Kunden: Größeren Projekten geht eine teils mehrjährige Konzeptions- und Planungsphase voraus, an der wir als Lieferant beteiligt sind. Zudem besteht in großen Automobilwerken ein kontinuierlicher Service- und Modernisierungsbedarf. Auch in der Produktentwicklung arbeiten wir eng mit den Kunden zusammen. So erhalten wir Feedback, das uns hilft, neue Anforderungen in der Großserienfertigung in unseren Lösungen zu berücksichtigen. Auch das Geschäft mit anderen Branchen, zum Beispiel Chemie, Pharma und Flugzeugbau, ist durch eine enge Projektzusammenarbeit zwischen den Kunden und uns geprägt. Im Flugzeugsektor verbreitern wir unsere Kundenbasis, nachdem wir in der Vergangenheit fast ausschließlich Airbus-Standorte beliefert haben. Seit dem Jahr 2008 konnten wir zahlreiche neue Kunden hinzugewinnen: von Embraer, Lockheed Martin und Bombardier bis hin zu RUAG, Spirit und Mubadala Strata. Derzeit bauen wir auch Geschäftskontakte zu chinesischen und russischen Flugzeugbauern auf.
LIEFERANTENBEZIEHUNGEN
Unserem Lieferanten-Pool gehören über 10.000 Unternehmen an. Der Großteil entfällt auf Teile- und Komponentenzulieferer sowie auf Auftragsfertiger. Für den Bezug zentraler Warengruppen, zum Beispiel Pumpen und Armaturen, schließen wir internationale Rahmenverträge. Dazu wählen wir besonders leistungsfähige Partner aus, mit denen wir langfristige Geschäftsbeziehungen aufbauen. Solche Vorzugslieferanten bieten Verlässlichkeit und internationale Reichweite, was insbesondere bei der Bündelung von Bedarfen mehrerer Konzerngesellschaften ein Vorteil ist. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel BESCHAFFUNG.
MERKMALE UNSERES GESCHÄFTSMODELLS
Die Kernkompetenz von Dürr als Engineering-Konzern ist die Planung und Realisierung von Produktionsprozessen und der dafür benötigten Maschinen und Anlagen. Unser Eigenfertigungsanteil ist vergleichsweise gering. Im Anlagenbau beträgt die FERTIGUNGSTIEFE rund 20 % und im Maschinenbau rund 30 %. In beiden Fällen konzentrieren wir uns auf Montagetätigkeiten. Folglich sind Kapitalbindung und Fixkostenanteil bei Dürr relativ gering, dies wirkt sich positiv auf die Rendite auf das eingesetzte Kapital aus und macht uns flexibler bei Auftragsschwankungen. Aus unserem vergleichsweise niedrigen Kapital- und Vorfinanzierungsbedarf resultiert ein geringerer Liquiditätsbedarf als bei Teilezulieferern oder reinen Maschinenbauern. Im Anlagenbau liegt unser Nettoumlaufvermögen (NET WORKING CAPITAL) tendenziell unter null, im Maschinenbau benötigen wir durchschnittlich rund 65 Tage, um unser Nettoumlaufvermögen in Umsatz umzuwandeln (Days Working Capital). Die geringe ANLAGENINTENSITÄT unseres Geschäfts korrespondiert mit einem niedrigen Investitionsbedarf. Wichtiger als Sachanlagen ist das Know-how unserer Mitarbeiter. Dieses Geschäftsmodell erlaubt uns, mit vergleichsweise geringem Aufwand in neue Regionen und benachbarte Geschäftsfelder zu expandieren. Insbesondere bei der Erschließung von Geschäftsfeldern mit hohen technologischen Eintrittsbarrieren sind unsere Erfahrung und unsere breite Wissensbasis ein Wettbewerbsvorteil. Unser Einkaufsvolumen erreicht 44% des Umsatzes. Dennoch können wir die Auswirkungen schwankender Rohstoffpreise im Anlagenbau begrenzen, indem wir zeitnah nach Auftragseingang feste Bezugspreise für die wichtigsten Materialien vereinbaren. Dadurch gewinnen wir Kalkulationssicherheit über die gesamte Projektlaufzeit.# Im Maschinenbau beziehen wir vor allem Halbfertigerzeugnisse, deren Preise in der Regel weniger volatil sind als Rohstoffpreise. Auch unser Währungsrisiko ist relativ gering. Zu nennen sind vor allem Translationseffekte, die bei der Umrechnung von Fremdwährungspositionen in Euro entstehen. Ausfuhrbedingte Transaktionseffekte spielen eine geringere Rolle, da ein Großteil unserer Wertschöpfung und des Einkaufs auf die Länder entfällt, in denen die Aufträge abgewickelt werden. Meist haben unsere Projekte eine Vorlaufzeit von mehreren Monaten, größere Projekte sogar von ein bis zwei Jahren. Dies führt zu einer guten Visibilität, was unsere zukünftige Auftrags- und Umsatzentwicklung betrifft.
STANDORTE UND ARBEITSTEILUNG IM KONZERN
Der größte Standort des Konzerns ist der Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen. In dem modernen Büro-, Technologie- und Montagekomplex, der im Jahr 2009 eröffnet wurde, arbeiten über 1.500 Beschäftigte. Der Dürr-Campus dient als Drehscheibe für die internationalen Aktivitäten des Unternehmensbereichs Paint and Assembly Systems und als Kompetenzzentrum für APPLIKATIONSTECHNIK. Er beherbergt das weltgrößte Entwicklungszentrum für Lackiertechnik sowie ein neues Schulungszentrum für Kunden und Mitarbeiter. Darmstadt ist unser Kompetenzzentrum für Auswuchttechnik, während Monschau der Hauptstandort für INDUSTRIELLE REINIGUNGSTECHNIK ist. Der mit Abstand größte Auslandsstandort ist Schanghai mit rund 1.000 Mitarbeitern (davon circa 270 Externe). Dort errichten wir derzeit ein neues Zentrum für Fertigung und Produktvorführungen und bauen die Kapazitäten in ENGINEERING und Einkauf aus. Auch an den weiteren Emerging-Markets-Standorten Chennai (Indien), Queretaro (Mexiko) und São Paulo (Brasilien) wurden seit 2006 zusätzliche Kapazitäten und Kompetenzen aufgebaut. In den USA - schwerpunktmäßig im Großraum Detroit - beschäftigen wir rund 460 Mitarbeiter, nachdem wir die Kapazitäten in den vergangenen Jahren deutlich verringert haben.
In unserem internationalen Netzwerk ist die Zusammenarbeit der Konzerngesellschaften bei länderübergreifenden Systemprojekten im Anlagenbau klar geregelt. So liegt die Projektführerschaft bei Großaufträgen im Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems grundsätzlich beim System Center Bietigheim-Bissingen. Die Auslandsgesellschaften sind für Vertrieb und Service vor Ort zuständig und unterstützen die Auftragsabwicklung, zum Beispiel in Engineering, Einkauf und Fertigung. Auch im Maschinenbaugeschäft werden unsere Aktivitäten in hohem Maße von den deutschen Hauptstandorten gesteuert und unterstützt.
BERICHT ÜBER DIE BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
Der Vorstand der Dürr AG hat gemäß § 312 Aktiengesetz einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt und darin folgende Schlusserklärung abgegeben: "Unsere Gesellschaft sowie die mit unserer Gesellschaft verbundenen Unternehmen erhielten bei jedem im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung. Dieser Beurteilung liegen Umstände zugrunde, die uns im Zeitpunkt der berichtspflichtigen Vorgänge bekannt waren."
ANGABEN GEMÄSS §§ 289 ABS. 4 UND 315 ABS. 4 HGB
― Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals: Das gezeichnete Kapital der Dürr AG ist in 17.300.520 voll stimmberechtigte Inhaber-Stammaktien eingeteilt. Die Rechte und Pflichten, die mit dem Besitz von Stammaktien verbunden sind, ergeben sich aus dem Aktiengesetz.
― Stimmrechts-/Übertragungsbeschränkungen und entsprechende Vereinbarungen: Dem Vorstand sind keine Pool-Vereinbarungen von Aktionären der Dürr AG bekannt.
― Beteiligungen, die 10 % überschreiten: Die Heinz Dürr GmbH ist mit 28,1 % am Grundkapital der Dürr AG beteiligt. Unter Berücksichtigung des Anteilsbesitzes der Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH kontrolliert die Familie Dürr 31,6 % der Aktien (Stand: Februar 2011).
― Aktien mit Sonderrechten: Es existieren keine Aktien der Dürr AG, die Sonderrechte einräumen.
― Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben: Es existieren keine Arbeitnehmerbeteiligungen, bei denen Kontrollrechte nicht unmittelbar ausgeübt werden.
― Bestimmungen zur Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder: Die anzuwendenden gesetzlichen Bestimmungen finden sich in den §§ 84 und 85 des Aktiengesetzes (AktG) sowie in § 31 des Mitbestimmungsgesetzes (MitbestG). Die Satzung der Dürr AG enthält keine von den gesetzlichen Regelungen abweichenden Bestimmungen.
― Bestimmungen zur Änderung der Satzung: § 179 AktG sieht für Satzungsänderungen die Zustimmung durch die Hauptversammlung vor. Sofern es sich nicht um die Änderung des Unternehmensgegenstands handelt, ist gemäß § 20 (1) der Satzung die einfache Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals ausreichend.
― Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen: Informationen zu diesem Punkt finden Sie unter TEXTZIFFER 23 im Anhang zum Konzernabschluss.
― Vereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots: § 5 der Bedingungen unserer Unternehmensanleihe sieht vor, dass die Anleihegläubiger das Recht haben, im Falle eines Kontrollwechsels die vorzeitige Rückzahlung ihrer Schuldverschreibungen von der Dürr AG zu verlangen. Der Rückzahlungsbetrag beträgt in diesem Fall 101 % des Nennbetrags zuzüglich aufgelaufener und nicht gezahlter Zinsen bis zum Rückzahlungstag.
2.5 WESENTLICHE DÜRR-STANDORTE
Ein Kontrollwechsel liegt vor, wenn eine Person oder eine gemeinsam handelnde Gruppe von Personen der rechtliche oder wirtschaftliche Eigentümer von mehr als 50 % der Stimmrechte der Dürr AG geworden ist. Derartige Regelungen sind üblich und in vergleichbarer Form auch in den Anleihebedingungen anderer Emittenten enthalten. Sie dienen zur Absicherung der Interessen der Anleiheinhaber.
Die Bedingungen des syndizierten Kredits sehen vor, dass im Falle eines Kontrollwechsels keine zusätzlichen Barinanspruchnahmen vorgenommen oder Avale beantragt werden können. Außerdem können alle Kreditzusagen durch die Mehrheitsbanken aufgehoben werden, sodass der gesamte syndizierte Kredit zurückzuführen wäre. Über einen Kontrollwechsel muss der Agent, der die Interessen des Bankenkonsortiums vertritt, unverzüglich nach Kenntniserlangung informiert werden.
Ein Kontrollwechsel liegt vor, wenn (i) die Dürr AG unmittelbar oder mittelbar abhängiges Unternehmen einer natürlichen Person (außer denjenigen Mitgliedern der Familie Dürr, die im Zeitpunkt des Abschlusses des Kreditvertrags direkte oder indirekte Aktionäre der Dürr AG waren) oder einer Gesellschaft wird, die nicht von den vorgenannten Mitgliedern der Familie Dürr oder deren gesetzlichen Erben beherrscht wird; (ii) eine Person oder gemeinsam handelnde Personen im Sinne des § 2 Abs. 5 WpÜG (außer den vorgenannten Mitgliedern der Familie Dürr oder deren gesetzlichen Erben) beherrschenden Einfluss auf die Dürr AG erlangen, oder (iii) die entsprechenden Voraussetzungen aus den Bedingungen der Unternehmensanleihe erfüllt sind. Beherrschender Einfluss in diesem Sinne bedeutet die Fähigkeit, die Angelegenheiten der Dürr AG zu lenken oder die Zusammensetzung des Vorstands oder des Aufsichtsrats der Dürr AG (soweit er durch die Aktionäre bestimmt wird) zu kontrollieren.
― Entschädigungsvereinbarungen bei Übernahmeangeboten: Die Mitglieder des Vorstands verfügen im Fall einer Übernahme über eine Option auf Weiterbeschäftigung oder Ausscheiden gegen eine Entschädigung. Details enthält das Kapitel CORPORATE GOVERNANCE. Weitere diesbezügliche Vereinbarungen bestehen nicht.
Unternehmensspezifische Frühindikatoren
Aufgrund der zyklischen Natur unseres Geschäfts nutzen wir verschiedene Frühindikatoren für eine vorausschauende Unternehmenssteuerung. Dabei unterscheiden wir vier Indikator typen: Zur ersten Gruppe zählen allgemeine Frühindikatoren wie Geldmengenentwicklung, IFO-Geschäftsklimaindex, Frachtraten, Rohstoffpreise und Zinsstrukturkurven. Diese Indikatoren erlauben Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung von Wirtschaftswachstum und Automobilabsatz. Die zweite Indikatorgruppe umfasst die Investitionspläne der Automobilindustrie sowie die internationalen Statistiken und Prognosen zu Automobilbau und -zulassungen. Bei ihrer Interpretation tauschen wir uns regelmäßig mit Automobilanalysten aus, die die Entwicklung von Produzenten, Zulieferern und Märkten genau beobachten. Erhöht sich die Prognose für die Weltautomobilproduktion um einen Prozentpunkt, können wir allein in der Lackiertechnik mit zwei bis drei zusätzlichen Systemaufträgen im Gesamtvolumen von rund 100 Mio. € rechnen. Auch in den meisten anderen Geschäftsbereichen würde eine solche Prognoseerhöhung auf zusätzliche Aufträge schließen lassen. Der dritte Frühindikator sind die am Markt geplanten Investitionsprojekte. Unsere interne Vertriebsdatenbank MPCR (Monthly Project and Contract Report) führt die für uns erkennbaren Projekte auf und bewertet unsere Akquisechancen. Da zwischen der ersten Anfrage und der Vergabe eines Projekts meist sechs bis zwölf Monate vergehen, gibt uns der MPCR die Möglichkeit, frühzeitig auf Marktentwicklungen zu reagieren. Darüber hinaus werden im MPCR sämtliche Projektmargen gespeichert, um Abschätzungen zur künftigen Profitabilität vornehmen zu können. Die vierte Indikatorgruppe bilden Auftragseingang und Auftragsbestand. Angesichts der langen Durchlaufzeiten unserer Projekte eignen sich beide Kennzahlen gut, um Auslastung und Umsatzentwicklung in den Folgequartalen abzuschätzen. Auftragseingang und Auftragsbestand werden über das Controlling kontinuierlich verfolgt und überprüft.
Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren
Unser Absatz hängt stark vom Investitionsverhalten der Automobilindustrie ab.Diese Investitionsentscheidungen orientieren sich neben der Einnahmen- und Ertragsentwicklung auch an aktuellen Produktions- und Auslastungszahlen, langfristigen Absatzerwartungen und strategischen Zielen. Die Emerging Markets, insbesondere die BRIC-STAATEN, spielen eine wichtige Rolle für unser Geschäft. Die Automobilhersteller bauen ihre Kapazitäten dort weiter aus, um am dynamischen Wachstum dieser Märkte teilzuhaben und Marktanteile zu verteidigen oder zu gewinnen. In Nordamerika, aber auch in Westeuropa stehen Modernisierungsinvestitionen im Vordergrund, um bestehende Automobilfabriken flexibler, produktiver und energieeffizienter zu machen. Wechselkursschwankungen haben nur einen geringen Einfluss auf unseren Umsatz und das Ergebnis. Dies unterstreicht die Sensitivitätsanalyse unter TEXTZIFFER 38 im Anhang zum Konzernabschluss.
Das Wachstumstempo der Weltwirtschaft ist ein wichtiger Einflussfaktor für unser Geschäft. Nimmt die Wachstumsrate des weltweiten Bruttoinlandsprodukts um einen Prozentpunkt zu, erhöht sich das Wachstum der Weltautomobilproduktion erfahrungsgemäß um zwei bis drei Prozentpunkte. Dies wiederum erzeugt einen zusätzlichen Bedarf von fünf bis sechs Automobilwerken weltweit. Bei einem durchschnittlichen Marktanteil von 40 % für Dürr errechnet sich dadurch ein zusätzliches Geschäftspotenzial von rund 200 Mio . € allein im Anlagenbaugeschäft.
Auf der Kostenseite übt die Entwicklung von Löhnen und Gehältern großen Einfluss auf Dürr aus. Kostensteigerungen resultieren in der Regel aus Tarifabschlüssen und der Anpassung der Gehälter an die allgemeine Marktentwicklung. Steigen Löhne und Gehälter um einen Prozentpunkt stärker als in unserer Planung unterstellt, ergibt sich für Dürr eine Ergebnisbelastung von 3,5 Mio. € vor Steuern. Mit einem Anteil von 44 % am Umsatz kommt auch den Materialkosten wesentliche Bedeutung für unseren wirtschaftlichen Erfolg zu. Unvorhergesehene Steigerungen haben allerdings nur begrenzte Ergebnisauswirkungen, da wir die Preise für wichtige Materialien bei der Auftragsvergabe für die gesamte Projektlaufzeit festschreiben.
Die ausgeprägte Internationalität unseres Geschäfts hat zur Folge, dass wir eine Vielzahl rechtlicher und steuerlicher Regelungen berücksichtigen müssen. Dazu zählen Produktsicherheits- und Produkthaftungsgesetze, bau-, umwelt- und beschäftigungsrechtliche Normen sowie das Außenhandels- und Patentrecht. Bei der Wahl des für Verträge anwendbaren Rechts prüfen wir, inwieweit sich unberechtigte Gewährleistungsforderungen ausschließen lassen und welche Spielräume für Schadenersatzansprüche unsererseits bestehen. Im Rahmen unseres Cash Poolings (siehe Kapitel FINANZWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG) ist zu beachten, dass bestimmte Länder den grenzüberschreitenden Transfer flüssiger Mittel einschränken.
Die zunehmende Regelungsdichte im Umweltrecht beeinflusst unsere Produktstrategie erheblich. Dies gilt sowohl für die Lackieranlagentechnik als auch für die Reinigungs- und Auswuchttechnik. In der Ablufttechnik führen verschärfte Emissionsregelungen dazu, dass Industriebetriebe zusätzliche und kleinere Abluftreinigungsanlagen benötigen. Ähnliches gilt in der BEFÜLLTECHNIK, wo zum Beispiel der Einsatz umweltfreundlicher Kältemittel für Klimaanlagen neue Verfahren erfordert.
Corporate-Governance-Bericht
Vorstand und Aufsichtsrat der Dürr AG bekennen sich zu einer verantwortungsvollen Führung und Kontrolle des Unternehmens. Wir sind davon überzeugt, dass eine transparente Corporate Governance zu nachhaltiger Wertsteigerung führt. Zudem ist sie unerlässlich, um das Vertrauen zu rechtfertigen, das uns Investoren, Finanzmärkte, Geschäftspartner und Kunden sowie Mitarbeiter und Öffentlichkeit entgegenbringen. Wir setzen uns kritisch mit Neuerungen in der Corporate Governance auseinander, um unser System kontinuierlich zu optimieren. Im Geschäftsjahr 2010 haben wir besonderen Wert darauf gelegt, unser internes Kontrollsystem gemäß den Anforderungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) weiterzuentwickeln.
CORPORATE GOVERNANCE KODEX WEITGEHEND UMGESETZT
Die jüngste Fassung des Deutschen Corporate Governance Kodex, die am 2. Juli 2010 veröffentlicht wurde, haben wir sorgfältig geprüft. Der nachstehende Auszug aus unserer Entsprechenserklärung zeigt, in welchen Punkten und aus welchen Gründen wir von den Empfehlungen des Kodex abweichen. Die vollständige Erklärung, die am 15. Dezember 2010 durch die Vorsitzenden von Aufsichtsrat und Vorstand unterzeichnet wurde, finden Sie unter www.durr.com/de/investor/corporate-governance. Sie bezieht sich für den Zeitraum 16. Dezember 2009 bis 1. Juli 2010 auf die am 18. Juni 2009 publizierte Kodexfassung ("Fassung 2009") und seit dem 2. Juli 2010 auf die am selben Tag veröffentlichte Fassung ("Fassung 2010"). Die aktuelle Entsprechenserklärung enthält nur noch zwei Abweichungen von den Kodexempfehlungen; im Vorjahr waren es noch drei. Seit dem Geschäftsjahr 2009 weisen wir die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder individualisiert aus. Auch die deutliche Mehrzahl der Kodex-Anregungen setzen wir um.
AUSZUG AUS DER ENTSPRECHENSERKLÄRUNG VOM 15. DEZEMBER 2010
Selbstbehalt bei der D&O-Versicherung (Ziffer 3.8 Absätze 2 und 3 [Fassungen 2009 und 2010])
Für die Mitglieder des Aufsichtsrats bestand und besteht eine D&O-Versicherung ohne Selbstbehalt (Gruppenversicherung). Die Einführung eines Selbstbehalts für Mitglieder des Aufsichtsrats ist nicht geplant, weil Dürr nicht der Auffassung ist, dass das bereits hohe Engagement und Verantwortungsbewusstsein der Mitglieder des Aufsichtsrats durch die Vereinbarung eines Selbstbehalts weiter gesteigert werden kann. Zudem ist zu berücksichtigen, dass für die sechs Arbeitnehmervertreter des paritätisch besetzten Aufsichtsrats der Dürr AG die persönliche Versicherung des verbleibenden Restrisikos (in Höhe des Selbstbehalts) auf eigene Kosten unverhältnismäßig teuer wäre.
Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats (Ziffer 5.4.1 Satz 2 [Fassung 2009] bzw. Ziffer 5.4.1 Absätze 2 und 3 [Fassung 2010])
Eine Altersgrenze, wie sie Ziffer 5.4.1 Satz 2 des Kodex (Fassung 2009) fordert, ist für Mitglieder des Aufsichtsrats nicht vorgesehen, weil nach Auffassung der Dürr AG die Leistungsfähigkeit der Aufsichtsratsmitglieder nicht vom Erreichen einer unflexiblen Altersgrenze abhängig ist. Darüber hinaus wird sich die Dürr AG auch in Zukunft nicht pauschal auf eine Altersgrenze festlegen, weil die Gesellschaft hierdurch der Möglichkeit beraubt würde, herausragend geeignete Persönlichkeiten, die diese Altersgrenze bereits überschritten haben oder während der Laufzeit ihres Mandats überschreiten werden, für die Mitarbeit im Aufsichtsrat zu gewinnen.
Den Empfehlungen in Ziffer 5.4.1 Absätze 2 und 3 des Kodex (Fassung 2010) wird nicht entsprochen. Nach Auffassung des Aufsichtsrats geht mit der Benennung und Veröffentlichung konkreter Ziele für seine Zusammensetzung und deren regelmäßiger Anpassung ein nicht unerheblicher Aufwand einher, der mit Blick auf die Größe des Aufsichtsrats und die nochmals gestiegene Arbeitsbelastung des Gremiums aufgrund gesetzlicher Neuerungen nicht mehr gerechtfertigt erscheint. Außerdem ginge mit der Festsetzung starrer Ziele die Möglichkeit verloren, herausragende Persönlichkeiten, die nicht in den gesteckten Rahmen passen, für die Mitarbeit im Aufsichtsrat zu gewinnen. Der Aufsichtsrat wird sich deshalb jeweils erst im Vorfeld der Beschlussfassung über seine Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern mit der gewünschten Zusammensetzung des Gremiums befassen. Dabei wird er auch andere als die in Ziffer 5.4.1 Absatz 2 des Kodex (Fassung 2010) benannten Kriterien berücksichtigen. Im Zeitpunkt dieser Erklärung verfügt der Aufsichtsrat über ein weibliches Mitglied und über Mitglieder, die fundierte Auslandserfahrung mitbringen.
WEITERE ANGABEN ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG BEI DÜRR
Vorstand und Aufsichtsrat
Der Vorstand ist das Leitungsorgan der Dürr AG. Er führt die Geschäfte, formuliert die Strategie und setzt sie in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat um. Seine Arbeit hat sich stets am Interesse und an den geschäftspolitischen Grundsätzen des Unternehmens zu orientieren. In regelmäßigen Abständen berichtet der Vorstand dem Aufsichtsrat umfassend über Geschäftsverlauf, Strategie und Risiken. Eine vom Aufsichtsrat formulierte Geschäftsordnung bestimmt die Ressortzuständigkeiten, die Modalitäten der Beschlussfassung und weitere Aspekte der Vorstandsarbeit.
Der Aufsichtsrat der Dürr AG berät und überwacht den Vorstand. Gemäß dem deutschen Mitbestimmungsgesetz konstituiert er sich paritätisch aus zwölf Mitgliedern. Die sechs Vertreter der Anteilseigner werden von den Aktionären auf der Hauptversammlung gewählt, während die sechs Arbeitnehmervertreter von den Mitarbeitern der deutschen Dürr-Standorte gewählt werden. Herrscht bei Abstimmungen im Aufsichtsrat Stimmengleichheit, zählt das Votum des Vorsitzenden doppelt. Besonders eilbedürftige Beschlüsse kann der Aufsichtsrat in einem schriftlichen Umlaufverfahren fassen. Dies war im Jahr 2010 ein Mal der Fall: bei der Zustimmung zum Erwerb der Helmuth Rickert GmbH und deren Tochtergesellschaft I.N.T. Rickert GmbH im Mai.
Der Aufsichtsrat wird alle fünf Jahre neu gewählt. Die nächsten turnusgemäßen Wahlen der Anteilseignervertreter finden auf der kommenden Hauptversammlung am 6. Mai 2011 statt; die Arbeitnehmervertreter werden turnusgemäß am 6. April 2011 neu gewählt. Scheidet ein Mitglied des Aufsichtsrats vor Ablauf seiner Amtszeit aus und steht kein bereits gewähltes Ersatzmitglied zur Verfügung, wird gerichtlich ein Nachfolger bestellt. Gerichtlich bestellte Vertreter der Anteilseigner müssen sich auf der folgenden Hauptversammlung zur Wahl stellen.
Der Aufsichtsrat der Dürr AG hat aus seiner Mitte vier Ausschüsse gebildet. Sie bereiten Beschlüsse und Themen vor, über welche die Ausschussvorsitzenden anschließend im Plenum berichten.# Corporate Governance
Dürr AG – Erklärung zur Unternehmensführung
Die Dürr AG hat sich, wie vom Gesetzgeber gefordert, dazu entschlossen, eine Erklärung zur Unternehmensführung nach den Grundsätzen des Deutschen Corporate Governance Kodex abzugeben. Die vollständige Erklärung zur Unternehmensführung finden Sie unter www.durr.com/de/investor/corporate-governance.
Ausschüsse des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat der Dürr AG hat zur Vorbereitung seiner Beschlüsse und zur Unterstützung seiner Kontrollfunktion drei Ausschüsse gebildet: den Personalausschuss, den Prüfungsausschuss und den Vermittlungsausschuss.
- Der Personalausschuss, der auch als Präsidium fungiert, ist vor allem für Fragen der Bestellung und Vergütung der Vorstandsmitglieder zuständig und bereitet die entsprechenden Plenumsbeschlüsse vor.
- Der Prüfungsausschuss befasst sich hauptsächlich mit den Themen Rechnungslegung, Risikomanagement, internes Kontrollsystem und interne Revision. Außerdem kontrolliert er die Compliance, also die Einhaltung interner und externer Regeln durch den Vorstand. Der Ausschuss prüft den Konzern- und Jahresabschluss und bereitet die damit verbundenen Plenumsbeschlüsse vor.
- Der Vermittlungsausschuss tritt zusammen, sollte es im Aufsichtsrat zu Meinungsverschiedenheiten bei der Bestellung oder Abberufung von Vorstandsmitgliedern kommen. Bei Dürr musste dieser Ausschuss noch nie einberufen werden.
- Der Nominierungsausschuss schlägt dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für die Wahl der Anteilseignervertreter durch die Hauptversammlung vor. Unter dem Stichwort Diversity berücksichtigt er dabei, dass im Aufsichtsrat weibliche Mitglieder und Personen mit Auslandserfahrung vertreten sein sollen.
Mit Ausnahme des Nominierungsausschusses, der aus drei Vertretern der Anteilseigner besteht, setzen sich alle Ausschüsse paritätisch aus vier Mitgliedern zusammen.
Hauptversammlung
Die Hauptversammlung ist das Forum für die Generaldebatte zwischen Aktionären, Vorstand und Aufsichtsrat. Zudem können die Anteilseigner ihr Stimmrecht ausüben. Im Vorfeld informiert die Tagesordnung über die Beschlussanträge - beispielsweise zu Gewinnverwendung oder Kapitalmaßnahmen. Den Vorsitz führt der Aufsichtsratsvorsitzende.
Transparenz
Den Informationsbedürfnissen der Kapital- und Finanzmärkte genügen wir mit einer umfassenden, konsistenten und zeitnahen externen Kommunikation. Über den Geschäftsverlauf informieren wir im Geschäftsbericht, in den Quartals- und Halbjahresfinanzberichten, in Pressemitteilungen und Ad-hoc-Meldungen sowie auf Presse- und Telefonkonferenzen. Sämtliche Meldungen, Berichte und Präsentationen veröffentlichen wir unter WWW.DURR.DE. Für Fragen steht unsere Investor-Relations- und Presseabteilung zur Verfügung.
Rechnungslegung und Abschlussprüfung
Wir erstellen unsere Konzernabschlüsse nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Abschlussprüfer - seit mehreren Jahren die Ernst & Young GmbH - wird auf Vorschlag des Aufsichtsrats von der Hauptversammlung bestellt. Er prüft den vom Vorstand aufgestellten Konzernabschluss, bevor dieser vom Aufsichtsrat geprüft und gebilligt und spätestens 90 Tage nach dem Bilanzstichtag veröffentlicht wird. Gemäß Ziffer 7.2.3 des Corporate Governance Kodex ist vereinbart, dass der Abschlussprüfer den Aufsichtsratsvorsitzenden unverzüglich informiert, falls er bei der Prüfung Erkenntnisse erlangt, die für die Arbeit des Aufsichtsrats wesentlich sind. Auch über eventuelle Abweichungen von der Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz soll der Prüfer den Aufsichtsrat unterrichten. Bevor das Prüfungsmandat erteilt wird, versichert der Abschussprüfer dem Aufsichtsrat seine Unabhängigkeit.
Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat bei Dürr
Der Vorstand der Dürr AG besteht aus zwei Mitgliedern. Dies erhöht Tempo und Effektivität der Kommunikations-, Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse. Der Vorstand arbeitet eng mit dem Management der Unternehmens- und Geschäftsbereiche zusammen und wird auf Holding-Ebene durch die Fachabteilungen der Dürr AG unterstützt. Der Vorstandsvorsitzende Ralf Dieter führt das operative Geschäft in Abstimmung mit den Bereichsleitern. Er steht an der Spitze des Vertriebs und vertritt Dürr auf den Entscheidungsebenen der Kunden. Auch Finanzvorstand Ralph Heuwing ist eng in die operativen Entscheidungen eingebunden. Auf Konzernebene gibt es bei Dürr drei internationale Führungskreise: An erster Stelle steht der oberste Führungskreis (Dürr Management Board), dem der Vorstand sowie verschiedene Top-Management-Vertreter aus dem Konzern angehören. Unterhalb des Dürr Management Boards existieren die Senior Executive Group, der in erster Linie Geschäftsführer der operativen Gesellschaften angehören, und die weiter gefasste Senior Management Group.
2.6 MELDEPFLICHTIGE TRANSAKTIONEN MIT DÜRR-AKTIEN IM JAHR 2010
| Käufer/Verkäufer | Außerbörslicher Wertpapierkauf | Wertpapierkauf in XETRA | Außerbörslicher Wertpapier- verkauf | Verlängerung Wertpapierdarlehen (Darlehensnehmerin) außerbörslich | Stückpreis in € | Stückzahl | Gesamtwert in € |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Heinz Dürr GmbH | 07.01.2010 | 16,626 | 17.000 | 282.642,00 | |||
| Heinz Dürr GmbH | 26.01.2010 | 15,00 | 40.000 | 600.000,00 | |||
| Heide Dürr | 26.01.2010 | 15,00 | 40.000 | 600.000,00 | |||
| Heinz Dürr GmbH | 06.04.2010 | 17,00 | 120.000 | 2.040.000,00 | |||
| Heinz Dürr GmbH | 25.05.2010 | 16,91 | 57.000 | 963.870,00 | |||
| Heinz Dürr GmbH | 22.06.2010 | 600.000 | |||||
| Dr. Günter Fenneberg | 28.12.2010 | 23,34 | 215 | 5.018,10 | |||
| Dr. Günter Fenneberg | 28.12.2010 | 23,35 | 3.049 | 71.194,15 | |||
| Heinz Dürr GmbH | 29.12.2010 | 23,60 | 50.000 | 1.180.000,00 | |||
| Dr. Günter Fenneberg | 30.12.2010 | 23,70 | 736 | 17.443,20 |
Kontrolle
Nach § 6 der Satzung der Dürr AG entscheidet der Aufsichtsrat über Größe und Besetzung des Vorstands. Er hat eine Geschäftsordnung für den Vorstand erlassen, die einen Katalog zustimmungsbedürftiger Geschäfte und einen Geschäftsverteilungsplan enthält. In den Aufsichtsratssitzungen nimmt der Vorstand schriftlich und mündlich zu den einzelnen Tagesordnungspunkten Stellung und beantwortet Fragen. Die Themen, zu denen ein schriftlicher Beschluss gefasst werden soll, werden den Mitgliedern des Aufsichtsrats 14 Tage vor der Sitzung zugestellt, eine ausführliche schriftliche Unterlage nebst Beschlussantrag folgt spätestens eine Woche vor der Sitzung. Am Sitzungstag finden zunächst getrennte Vorgespräche der Arbeitnehmer- und Anteilseignervertreter statt, dabei steht der Vorstand für Erläuterungen zur Verfügung. Auch außerhalb der Sitzungen tauscht sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats regelmäßig mit dem Vorstand aus.
Aktienbesitz und Directors' Dealings
Der Aufsichtsratsvorsitzende Heinz Dürr hält über die Heinz Dürr GmbH und die Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH 31,6 % der Anteile an der Dürr AG (Stand: Februar 2011). Die ATON GmbH, die im Aufsichtsrat durch Dr. Günter Fenneberg vertreten wird, war Mitte Februar 2011 im Besitz von unter 10 % der Aktien. Weitere 0,13 % der Aktien werden von anderen Mitgliedern des Aufsichtsrats gehalten. Der Vorstand der Dürr AG verfügt in Summe über 1,3 % der Anteile an der Dürr AG, auf Ralf Dieter entfallen 0,4 %, auf Ralph Heuwing 0,9 %. Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte veröffentlichen wir gemäß § 15a WpHG umgehend nach Eingang der Mitteilung unter WWW.DURR.DE.
VERGÜTUNGSBERICHT
Neben den folgenden Informationen zur Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat verweisen wir auch auf die entsprechenden Angaben unter TEXTZIFFER 40 des Anhangs zum Konzernabschluss, die wir ausdrücklich in diesen Bericht einbeziehen.
Nebentätigkeiten
Die Mitglieder des Vorstands gehen außer den unter TEXTZIFFER 40 des Anhangs zum Konzernabschluss genannten Mandaten keinen weiteren Nebentätigkeiten nach. Sie halten auch keine wesentlichen Beteiligungen an anderen Unternehmen. Kein Mitglied von Vorstand und Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2010 von der Dürr AG Kredite oder Vorschüsse erhalten.
Vergütungssystem für den Vorstand
Der Personalausschuss des Aufsichtsrats überprüft das Vergütungssystem für den Vorstand in regelmäßigen Abständen und formuliert Vorschläge für das Plenum. Der Aufsichtsrat diskutiert die Empfehlungen des Ausschusses ausführlich und fasst auf dieser Basis seine Beschlüsse. Wichtige Gradmesser, um die Angemessenheit der Vergütung zu bewerten, sind die Aufgaben des Gesamtvorstands und der Einzelmitglieder, die persönlich erbrachte Leistung, das wirtschaftliche Umfeld sowie der Erfolg und die Perspektiven des Unternehmens. Auch die Gehaltsentwicklung in anderen Unternehmen berücksichtigt der Aufsichtsrat bei der Festlegung der Vergütung. Die Hauptversammlung hat im Jahr 2006 beschlossen, die Vorstandsvergütung nicht individualisiert auszuweisen. Dieser so genannte Opting-out-Beschluss ist für fünf Jahre bindend, läuft also im Geschäftsjahr 2011 aus.
Im Geschäftsjahr 2010 betrugen die Gesamtbezüge des Vorstands der Dürr AG 2.251 TSD. € (Vorjahr: 1.602 TSD. €). An frühere Mitglieder des Vorstands wurden Pensionsbezüge in Höhe von 811 TSD. € bezahlt (Vorjahr: 803 TSD. €).
Personalausschuss und Plenum des Aufsichtsrats haben sich intensiv mit dem Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsbezüge (VorstAG) befasst, das im August 2009 in Kraft getreten ist. Im März 2010 wurden die Verträge von Ralf Dieter und Ralph Heuwing an die Vorgaben des Vorst-AG angepasst. Beide Anstellungsverträge enthalten nun zusätzlich so genannte Long Term und Short Term Incentives, also langfristige und kurzfristige Vergütungskomponenten, sowie einen Selbstbehalt bei der Versicherung für Haftungsfälle. Das neue Vergütungssystem wurde bei beiden Mitgliedern des Vorstands im Jahr 2010 erstmals angewandt.
Die Vergütung des Vorstands setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Bestandteilen zusammen. Die erfolgsunabhängige Vergütung besteht aus dem festen Jahresgehalt (Fixum), das in gleichen monatlichen Raten ausgezahlt wird, und aus Sachbezügen, bei denen es sich im Wesentlichen um die vom Unternehmen versteuerte Dienstwagennutzung handelt.
2.7 VORSTANDSVERGÜTUNG 2010 (NACH NEUEM VERGÜTUNGSSYSTEM)
| Fixum | Sachbezüge | LTI | STI | Sondervergütung | Arbeitgeberfinanzierter Beitrag | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2010 Tsd. € | 700 | 44 | 2761 | 350 | 730 | 151 | 2.251 |
| 2010 Tsd. € | |||||||
| zurückgestellter Betrag, der auf dem Aktienkurs zum 31. |
2009 (NACH ALTEM VERGÜTUNGSSYSTEM)
| ERFOLGSUNABHÄNGIG | ERFOLGSABHÄNGIG | ALTERSVERSORGUNG | |
|---|---|---|---|
| Tsd. € | Fixum | Sachbezüge | Tantieme |
| 2009 | 700 | 43 | 639 |
Die erfolgsabhängige Vergütung besteht aus den Long Term und Short Term Incentives; darüber hinaus sind Sondervergütungen möglich. Als Short Term Incentive (STI) erhalten die Mitglieder des Vorstands einen vereinbarten Anteil des Konzernergebnisses vor Steuern eines jeden Geschäftsjahres, wobei der Auszahlungsbetrag eine Höchstgrenze nicht überschreiten darf. Maßgeblich für die Gewährung der Long Term Incentives (LTI) sind die Kursentwicklung der Dürr-Aktie und die durchschnittliche EBIT-Marge des Konzerns in einem LTI-Zeitraum von drei Jahren. Im Rahmen des LTI-Konzepts wird pro Jahr eine festgelegte Anzahl an virtuellen Dürr-Aktien, so genannte Performance Share Units, ausgegeben. Im Jahr 2010 erhielten die Mitglieder des Vorstands insgesamt 46.500 Performance Share Units. Der Auszahlungsbetrag am Ende der dreijährigen LTI-Laufzeit ergibt sich aus der Multiplikation der Anzahl der Performance Share Units mit einem Aktienkurs-Multiplikator und einem EBIT-Multiplikator. Die Höhe des Aktienkurs-Multiplikators entspricht dem Durchschnitt der Schlusskurse der Dürr-Aktie an den letzten 20 Börsentagen vor der Hauptversammlung der Dürr AG nach Ablauf der dreijährigen LTI-Laufzeit. Die Höhe des EBIT-Multiplikators wird bestimmt durch die durchschnittliche EBIT-Marge des Konzerns während der dreijährigen LTI-Laufzeit. Wie bei den Short Term Incentives besteht auch für die LTI-Auszahlung eine Höchstgrenze. Neben dem Vorstand sind auch die 16 weiteren Mitglieder des obersten Führungskreises (Dürr Management Board) berechtigt, an unserem LTI-Programm teilzunehmen. Eine wesentliche Voraussetzung für die Teilnahme ist der Erwerb einer individuell definierten Anzahl von Dürr-Aktien aus eigenen Mitteln; diese Aktien müssen über die gesamte Laufzeit des Programms gehalten werden. Der Aufsichtsrat kann mit den Vorstandsmitgliedern Ziele zur strategischen Weiterentwicklung des Unternehmens vereinbaren und bei erfolgreicher Umsetzung eine zusätzliche Sondervergütung gewähren. Auch bei außerordentlichen Leistungen und Erfolgen eines Vorstandsmitglieds ist eine Sondervergütung möglich. Ralf Dieter erhielt für das Geschäftsjahr 2010 eine Sondervergütung für die Auftragserfolge des Konzerns, Ralph Heuwing wurde eine Sondervergütung für die erfolgreiche Anleiheemission gewährt. Ein weiterer Vergütungsbestandteil ist der arbeitgeberfinanzierte Beitrag für die Altersversorgung. Dieser Beitrag wird in unser "VORaB"-Programm ("Vorsorge aus Bruttogehalt") einbezahlt. Dabei handelt es sich um ein betriebliches Altersvorsorgeinstrument, das in Form einer aufgeschobenen Vergütung als Pensionszusage ausgestaltet ist. Ferner wurden für beide Mitglieder des Vorstands Unfall- und Risikolebensversicherungen abgeschlossen. Die Vorstandsverträge werden bei Dienstantritt zunächst für drei Jahre abgeschlossen. Bei Verlängerung des Vertragsverhältnisses wird meist die gesetzlich mögliche Verlängerung auf insgesamt fünf Jahre gewählt. Die Dienstverträge beider Mitglieder des Vorstands haben eine Laufzeit von fünf Jahren. Im März 2010 hat der Aufsichtsrat Herrn Dieter, dessen Vertrag am 31. Dezember 2010 auslief, für fünf weitere Jahre zum Vorsitzenden des Vorstands bestellt. Die Laufzeit des neuen Dienstvertrags von Herrn Dieter begann am 1. Januar 2011 und endet am 31. Dezember 2015. Der Vertrag mit Herrn Heuwing endet am 13. Mai 2012. Beide Mitglieder des Vorstands verfügen im Fall einer Change of Control, also bei Übernahme von mehr als 50 % der Stimmrechte der Dürr AG, über eine Option auf Weiterbeschäftigung sowie über ein Eigenkündigungsrecht. Letzteres räumt den Vorstandsmitgliedern die Möglichkeit ein, innerhalb von fünf Monaten nach Bekanntgabe der Übernahme ihr Amt niederzulegen und den Dienstvertrag zu kündigen. Wird das Eigenkündigungsrecht ausgeübt, besteht ein Anspruch auf die Auszahlung von maximal drei Jahresvergütungen - wie im Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergütet werden darf.
2.9 GESCHÄFTSVERTEILUNG IM VORSTAND SEIT 1. JANUAR 2011
- RALF DIETER (VORSITZENDER)
- Unternehmensbereiche/ operative Verantwortung
- Paint and Assembly Systems
- Measuring and Process Systems
- Clean Technology Systems
- Dürr Consulting
- Unternehmensbereiche/ operative Verantwortung
- RALPH HEUWING (FINANZVORSTAND)
- Zentralfunktionen
- Unternehmenskommunikation
- Personal (Arbeitsdirektor)
- Forschung & Entwicklung
- Qualitätsmanagement
- Interne Revision
- Corporate Compliance
- Finanzen / Controlling
- Investor Relations
- Risikomanagement
- Recht/Patente
- Informationstechnologie
- Global Sourcing
- Zentralfunktionen
Vergütungssystem für den Aufsichtsrat
§ 15 der Satzung der Dürr AG regelt die Vergütung des Aufsichtsrats; den Text finden Sie auf WWW.DURR.DE unter Investor Relations/Corporate Governance/Satzung. Um das Vergütungssystem anzupassen, bedarf es einer Satzungsänderung durch die Hauptversammlung. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats beliefen sich im Jahr 2010 auf 394 TSD. € (Vorjahr: 358 TSD. €). Eine Übersicht zur individuellen Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder enthält TEXTZIFFER 40 im Anhang zum Konzernabschluss. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten neben dem Ersatz ihrer Auslagen eine feste Vergütung von 15.000 € pro Jahr sowie ein Sitzungsgeld von 500 € je Sitzung. Zudem erhalten sie eine variable Vergütung in Höhe von 0,4 vom Tausend des ausgewiesenen Konzernergebnisses vor Steuern. Die Höchstgrenze für diese variable Vergütung beträgt 25.000 €. Die feste Vergütung wird am Geschäftsjahresende zur Zahlung fällig. Der Vorsitzende erhält das Dreifache, die stellvertretenden Vorsitzenden das Eineinhalbfache der Gesamtvergütung eines einfachen Mitglieds. Die Mitgliedschaft im Prüfungsausschuss wird mit 7.500 € pro Jahr vergütet, der Vorsitzende dieses Ausschusses erhält das Zweifache dieser Vergütung. Die Vergütung für Mitglieder des Personalausschusses beträgt 5.000 € pro Jahr, der Vorsitzende erhält das Eineinhalbfache. Die Mitgliedschaft im Nominierungsausschuss wird mit 2.500 € pro Sitzung vergütet, im Falle des Vorsitzenden mit dem Eineinhalbfachen. Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat nur während eines Teils des Geschäftsjahres angehört haben, erhalten eine zeitanteilige Vergütung. Dasselbe gilt für die Mitgliedschaft in den Ausschüssen.
Erfolgsabhängige Vergütung für weitere Angestellte
Die Vergütung der außertariflich bezahlten Mitarbeiter setzt sich aus dem Jahresgrundgehalt und einer erfolgsabhängigen Tantieme zusammen. Die Höhe der Tantieme hängt einerseits davon ab, in welchem Maße individuell vereinbarte Ziele erreicht wurden; andererseits ist sie an die Höhe des Konzernergebnisses gekoppelt. In den meisten Fällen beträgt die Tantieme zwischen 5 und 10 % des Grundgehalts. Die tariflich bezahlten Mitarbeiter in Deutschland erhalten eine Erfolgsbeteiligung, sofern das Konzernergebnis einen definierten Wert übersteigt. Für die Jahre 2010 und 2009 wurden keine Erfolgsbeteiligungen ausbezahlt.
Strategie
WACHSTUM UND OPTIMIERUNG
Wir haben unsere Unternehmensstrategie im Jahr 2010 weiterentwickelt und unter dem Namen "Dürr 2015" zusammengefasst. Auch künftig bilden Wachstum und Optimierung die zentralen Felder unserer Strategie. Allerdings haben wir unser Strategiefeld Wachstum um eine zusätzliche Initiative erweitert: den Aufbau des neuen Geschäftsfelds Energieeffizienz. Die Kennzahlenziele, die wir dem Kapitalmarkt kommuniziert haben, verfolgen wir weiter. Der Umsatz soll in den kommenden Jahren um durchschnittlich 5 bis 10 % steigen; die EBIT-Marge soll bis 2013 rund 6 % und der ROCE rund 22 % erreichen. Im Kerngeschäft mit der Automobilindustrie wollen wir parallel zum Anstieg der Automobilproduktion um 6 bis 7 % pro Jahr wachsen.
WACHSTUM
Um unsere Wachstumsziele zu erreichen, setzen wir an drei Hebeln an: Ausbau des Kerngeschäfts in den Emerging Markets, Erschließung neuer Geschäftsfelder und Innovationen.
Ausbau des Kerngeschäfts in den Emerging Markets
Die Bedeutung der Emerging Markets für Dürr hat seit der Wirtschaftskrise nochmals deutlich zugenommen. Märkte wie China, Indien und Brasilien waren von der Krise nur kurzfristig betroffen, zumal sie nicht von Verschuldungsproblemen belastet waren. Außerdem sorgen das demographische Wachstum und die nach wie vor geringe Automobilpenetration in diesen Ländern für enormes Wachstumspotenzial. In China, dem einwohnerstärksten Land der Erde, erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt in den Jahren 2009 und 2010 um 8,7 % beziehungsweise 10,0 %. In den kommenden Jahren ist mit ähnlichen Wachstumsraten zu rechnen.
2.10 ENTWICKLUNG DER STRATEGISCHEN SCHWERPUNKTE
2.11 GLOBALE AUTOMOBILPRODUKTION (LIGHT VEHICLES) NACH REGIONEN
Vor diesem Hintergrund bauen wir unsere führende Wettbewerbsposition in China und anderen Schwellenländern konsequent aus. Bis 2013 soll sich der Anteil der Mitarbeiter, die in den Emerging Markets beschäftigt sind, auf über 30 % erhöhen. Zwischen 2005 und 2010 haben wir diese Quote bereits von 14,3 % auf 27,3 % gesteigert. In China wuchs die Stammbelegschaft im selben Zeitraum von weniger als 350 auf 713 Mitarbeiter; im Jahr 2013 soll die Personalstärke dort deutlich über 800 Personen betragen. Bezieht man auch die Zeitarbeitskräfte ein, beschäftigen wir in China bereits heute knapp 1.000 Mitarbeiter. Auch die lokale Wertschöpfung werden wir in den Emerging Markets weiter erhöhen, vor allem in den Bereichen ENGINEERING, Einkauf und Produktion. Die Treiber hierfür sind sowohl das lokale Wachstum als auch der Export in die etablierten Märkte. Die Hälfte des konzernweiten Auftragseingangs und Umsatzes soll dauerhaft aus den Emerging Markets kommen.# Dürr AG
Akquisitionen/Erschließung neuer Geschäftsfelder
Wir erschließen systematisch neue Geschäftsfelder, die an das Kerngeschäft angrenzen und gute Perspektiven für profitables Wachstum bieten. Dabei konzentrieren wir uns auf technologisch anspruchsvolle Nischen und streben dort die Marktführerschaft an. Eine wichtige Rolle bei der Expansion in neue Geschäftsfelder spielen kleinere Akquisitionen von Technologieunternehmen, die unser Portfolio abrunden.
Auswuchttechnik für Turbolader/ Feinstreinigungstechnik
Im Jahr 2009 - mitten in der Wirtschaftskrise - haben wir zwei Unternehmen akquiriert: die französische Gesellschaft Datatechnic, die auf Auswuchttechnik für Turbolader spezialisiert ist, und den schweizerischen Feinstreinigungstechnik-Spezialisten UCM.
Klebetechnik
Im Jahr 2010 haben wir durch zwei Technologiezukäufe den Grundstein gelegt, um im Geschäft mit KLEBETECHNIK zu expandieren. Die erworbenen Spezialunternehmen Klaus Kleinmichel und Helmuth Rickert ergänzen unsere Kompetenzen in diesem Bereich hervorragend, sodass wir nun über ein Komplettangebot für alle Klebetechnikanwendungen im Automobilbau verfügen.
Die Klebetechnik ist ein überaus zukunftsträchtiges Geschäftsfeld: Im Karosserierohbau ersetzt das Verfahren herkömmliche Fügetechniken, da es - besonders im LEICHTBAU - Vorteile bei Karosseriesteifigkeit und Kosten bietet. Hinzu kommt: Im Zuge des immer breiteren Materialmix verwendet die Automobilindustrie zunehmend Werkstoffe, die nicht schweißbar sind und daher geklebt werden müssen - zum Beispiel Kunst- und Verbundwerkstoffe. Auch in der Fahrzeugendmontage setzen unsere Kunden aus Qualitätsgründen verstärkt auf die Klebetechnik, etwa beim Scheibeneinbau. In anderen Branchen, zum Beispiel in der Solartechnik und der Produktion von Elektrokomponenten, findet das Kleben ebenfalls immer breitere Anwendung.
Clean Technology Systems
Mit dem Aufbau des Geschäftsfelds Energieeffizienz schaffen wir eine Grundlage für weiteres langfristiges Wachstum. Dieser Bereich wird sich vor allem mit Verfahren zur Nutzung von Energie aus industrieller Abwärme beschäftigen. Für die Erschließung des neuen Geschäftsfelds sprechen drei Gründe:
― 1. Langjährige Expertise: Durch unsere erfolgreichen Aktivitäten in der Abluftreinigungstechnik haben wir in den vergangenen Jahren Erfahrung und technologisches Know-how in der Energierückgewinnung aus industrieller Abluft aufgebaut.
― 2. Vorhandene Kernkompetenzen: Mit unseren weltweiten Ressourcen in Engineering und Projektmanagement verfügen wir über die relevanten Kernkompetenzen für den Aufbau der Energieeffizienz-Aktivitäten. Zudem können wir auf unser weltweites Vertriebs- und Service-Netzwerk zurückgreifen, das Zugang zu Zielbranchen wie Chemie, Pharma, Papier und Energie besitzt.
― 3. Marktwachstum: Steigende Energiepreise und der zunehmende Trend zur Ressourcenschonung führen dazu, dass für Technologien zur Steigerung der Energieeffizienz zukünftig hohe Wachstumsraten erwartet werden. Dies gilt sowohl für die Industrieländer als auch für die Emerging Markets.
Allein die Industrieprozesse der Branchen Chemie, Papier, Glas, Stahl, Hütten und Zement erzeugen in Deutschland pro Jahr 20.000 Gigawattstunden (GWh) grundsätzlich nutzbarer Abwärme; weltweit sind es circa 325.000 GWh/a. Zum Vergleich: Pro Jahr werden in Deutschland insgesamt rund 500.000 GWh Strom verbraucht.
Die organisatorischen Weichen für den Aufbau des neuen Geschäftsfelds sind gestellt: Mit Clean Technology Systems haben wir zum 1. Januar 2011 einen dritten Unternehmensbereich eingerichtet. Er bündelt sämtliche Energieeffizienz-Aktivitäten und erlaubt eine transparente Darstellung unserer Wachstumsziele und Fortschritte auf diesem Gebiet.
Clean Technology Systems umfasst zwei Geschäftsbereiche:
― Der Geschäftsbereich Environmental and Energy Systems, der zuvor dem Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems angehörte, verfolgt weiterhin sein Kerngeschäft mit Abluftreinigungstechnik. Außerdem baut er neue Aktivitäten rund um die Rückgewinnung und Nutzung von Abwärme auf.
― Der neue Geschäftsbereich Energy Technology Systems wurde zum 1. Januar 2011 gegründet. Derzeit prüft ein Expertenteam Geschäftsmöglichkeiten mit Technologien zur Steigerung der Energieeffizienz industrieller Prozesse.
Für die Zukunft planen wir weitere kleine Akquisitionen, um unsere Position in den neuen Geschäftsfeldern auszubauen. Im Fokus stehen Technologien, die sich sowohl im Automobilbau als auch in anderen Industrien einsetzen lassen. Die Mittel zur Finanzierung der beabsichtigten Zukäufe stehen uns zur Verfügung. Zu nennen ist besonders die zweite Tranche (79 Mio. € inklusive Agio) unseres neuen Corporate Bonds, die wir hauptsächlich zu Akquisitionszwecken einsetzen wollen. Darüber hinaus steht bei Bedarf ein genehmigtes Kapital zur Eigenkapitalunterstützung zur Verfügung. Wir haben bei der Europäischen Investitionsbank (EIB) einen zweckgebundenen F&E-Kredit beantragt, zudem verhandeln wir mit unseren Konsortialbanken über einen Anschlussvertrag für den syndizierten Kredit, der im Juni 2011 ausläuft. Allerdings gehen wir davon aus, dass wir den EIB-Kredit und die Barlinie des syndizierten Kredits - sollten sie gewährt werden - im Jahr 2011 nicht in Anspruch nehmen werden. Darüber hinaus sind für die Jahre 2011 und 2012 keine Finanzierungsmaßnahmen geplant. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel PROGNOSEBERICHT.
Produktinnovationen
Unsere Innovationskraft hat maßgeblich dazu beigetragen, dass wir während und nach der Wirtschaftskrise Marktanteile hinzugewinnen konnten. Auch weiterhin steht der Ausbau unserer Position als Technologieführer ganz oben auf der strategischen Agenda von Dürr. Aus diesem Grund werden wir die F&E-Ausgaben künftig steigern. Im Vergleich zu kleineren Wettbewerbern verfügen wir über deutlich größere Budgets und Kapazitäten im F&E-Bereich, deshalb können wir neue Technologien schneller entwickeln. Aktuelle Beispiele finden Sie im Kapitel FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG.
Der Schwerpunkt unseres Innovationsmanagements liegt auf der Optimierung der TOTAL COST OF OWNERSHIP für den Kunden. Dabei haben wir nicht nur die reinen Anschaffungskosten unserer Maschinen und Anlagen im Blick, sondern vor allem die Gesamtkosten, die sie während ihres Lebenszyklus verursachen. Immer wichtiger werden die Flexibilisierung und die energetische Optimierung unserer Produkte.
Wir beobachten aufmerksam die Entwicklung alternativer Automobilantriebe und prüfen, welche Chancen sich daraus für Dürr als Ausrüster ergeben. Aus unserer Sicht werden für die Serienfertigung neuer Aggregate zukünftig vor allem effiziente Automatisierungskonzepte benötigt. Daher haben wir unsere F&E-Arbeit in diesem Bereich in den beiden vergangenen Jahren intensiviert. Wir verfolgen das Ziel, uns als Ausrüster von Montagelinien für Batterien in Elektroautos zu etablieren. Die Perspektiven dafür sind gut: Ein deutscher Automobilhersteller hat uns einen ersten Auftrag zum Bau einer Batterie-Montageanlage erteilt; konkrete Anfragen weiterer Autoproduzenten liegen uns vor.
OPTIMIERUNG
Unser Ziel ist es, kontinuierlich neue Kostensenkungs- und Ertragspotenziale zu erschließen. Daher arbeiten wir auch in Phasen hoher Auslastung an der Optimierung unserer Geschäftsprozesse. Im Vordergrund steht zurzeit der weitere Ausbau unserer Position in den Emerging Markets. Um uns dort bestmöglich aufzustellen, treiben wir die Globalisierung unserer Abläufe und dabei besonders die Lokalisierung voran.
Lokalisierung bedeutet zum einen Local Design, das heißt die marktnahe Entwicklung standardisierter und preisgünstiger Low-Cost-Produkte, die den Bedarf nach einfachen, verlässlichen Produktionsanlagen vor Ort abdecken. Zum anderen erhöhen wir die lokale Wertschöpfung in den Wachstumsmärkten. Die Lokalisierung stärkt unsere Wettbewerbsfähigkeit besonders gegenüber lokalen Anbietern. Gleichzeitig erschließen wir Kostenvorteile für den Gesamtkonzern, indem wir die ENGINEERING-, Einkaufs- und Produktionskapazitäten in den Emerging Markets verstärkt auch für Projekte in Europa und Nordamerika einsetzen. Ein Beispiel ist die Auswuchttechnik in China: Dieser Bereich entwickelt einerseits spezielle Maschinen für den chinesischen Markt, etwa zum Auswuchten von Elektroankern und Bremsscheiben; andererseits exportieren wir aus China aber auch Standard-Auswuchtmaschinen für den Weltmarkt.
Gesamtaussage des Vorstands zum Geschäftsverlauf 2010
Wir haben die Ziele, die wir uns für das Jahr 2010 gesetzt hatten, erreicht und teils deutlich übertroffen. Dies gilt sowohl für unsere Markt- und Technologieposition als auch für unsere finanziellen Ziele. In vielen Regionen konnten wir unsere Marktführerschaft weiter ausbauen, wobei wir vor allem von unserer überdurchschnittlich starken lokalen Präsenz in den Wachstumsmärkten profitierten. Unsere technologische Spitzenposition haben wir durch die erfolgreiche Einführung innovativer Produkte untermauert. Insgesamt sind wir gestärkt aus der Finanz- und Wirtschaftskrise hervorgegangen. Die Nachfrage der Automobilindustrie entwickelte sich 2010 deutlich besser, als es noch zu Jahresbeginn absehbar war. Vor diesem Hintergrund übertraf der Auftragseingang mit 1.642,2 Mio. € die ursprünglichen Erwartungen erheblich. Hinsichtlich Umsatz und Ertrag stellte das erste Quartal den Tiefpunkt dar; danach war eine kontinuierliche Verbesserung zu beobachten. Im Gesamtjahr erreichte der Umsatz 1.261,4 Mio. € und überstieg damit nicht nur die Vorjahreserlöse (+ 17,1 %), sondern auch den Planwert für 2010.Infolge der starken Geschäftsbelebung lagen die Personal- und Materialkosten mit Zuwächsen von 2,8 % beziehungsweise 32,6 % über unseren Erwartungen. Das EBIT belief sich auf 33,7 Mio. €; damit haben wir das Ergebnis, wie angekündigt, deutlich gesteigert (Vorjahr: 5,7 Mio. €). Das Finanzergebnis schwächte sich im Jahr 2010 etwas ab: Zwar war die Nettofinanzverschuldung im Durchschnitt niedriger als im Vorjahr; dafür hatten wir höhere Bereitstellungsprovisionen sowie Aufwendungen aus abgegrenzten Kosten für die Anpassung unseres Konsortialkreditvertrags im Jahr 2009 zu tragen. Hinzu kamen Einmalaufwendungen von 0,7 Mio. € für die vorzeitige Kündigung der Altanleihe aus dem Jahr 2004 sowie ein verringertes Beteiligungsergebnis. Während 2009 ein Verlust von 25,7 Mio. € entstanden war, erzielten wir im Berichtsjahr bei rückläufigem Steueraufwand ein Nachsteuerergebnis von 7,1 Mio. €. Damit haben wir unser Ziel übertroffen, mindestens eine "schwarze Null" zu erreichen. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit konnte das Vorjahresniveau erwartungsgemäß nicht erreichen, war mit 55,4 Mio. € aber deutlich positiv und höher als geplant. Aufgrund des steigenden Geschäftsvolumens fiel der Abbau des NET WORKING CAPITAL (Nettoumlaufvermögen) geringer aus als im Vorjahr. Dennoch erzielten wir einen FREE CASHFLOW von 22,9 Mio. €, damit korrespondierend erhöhte sich der NETTOFINANZSTATUS zum Jahresende 2010 auf +23,6 Mio. € und fiel damit besser aus als erwartet. Die LIQUIDITÄT lag am 31. Dezember 2010 mit 252,3 Mio. € deutlich über dem Planziel. Dafür sorgte zum einen der Mittelzufluss von 226,7 Mio. € durch unsere im Herbst 2010 emittierte Unternehmensanleihe, zum anderen erhielten wir am Jahresende wiederum überdurchschnittlich hohe Kundenanzahlungen. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte bewegten sich mit 22,2 Mio. € zwar unter dem Vorjahreswert, aber leicht über Plan. Die reinen Sachanlageninvestitionen blieben unverändert, während die schwerer planbaren Ausgaben für Akquisitionen geringer ausfielen als im Vorjahr.
2.12 ZIELERREICHUNG 2010 UND ZIELE 2011
| ZIEL 2010 | IST 2010 | ZIEL 2011 |
|---|---|---|
| Umsatz > 1.150 Mio. € | 1.261,4 Mio. € | + 15 % |
| Auftragseingang > 1.185 Mio. € | 1.642,2 Mio. € | + 5 % |
| EBIT Deutliche Steigerung (2009: 5,7 Mio. €) | 33,7 Mio. € | 3,5 bis 4 % EBIT-Marge |
| Finanzergebnis Geringe Veränderung (2009: - 17,9 Mio. €) | - 21,2 Mio. € | Verbesserung um 4 bis 5 Mio. € |
| Steueraufwand Rückgang (2009: 13,5 Mio. €) | 5,4 Mio. € | Steuerquote rund 30% |
| Ergebnis nach Steuern Schwarze Null (2009: - 25,7 Mio. €) | 7,1 Mio. € | Deutlicher Anstieg |
| Operativer Cashflow Rückgang (Vorjahr: 95 Mio. €) | 55,4 Mio. € | Leichter Rückgang |
| Nettofinanzstatus (31.12.) Verschlechterung (2009: + 3,0 Mio. €) | + 23,6 Mio. € | Leichte Nettofinanzverschuldung |
| Liquidität (31.12.) 80 Mio. € | 252,3 Mio. € | Rückgang |
| Investitionen¹ 20 Mio. € | 22,2 Mio. € | Anstieg |
¹ in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
WESENTLICHE FÜR DEN GESCHÄFTSVERLAUF URSÄCHLICHE EREIGNISSE
Großen Einfluss auf unseren Geschäftsverlauf hatten im Jahr 2010 die weltweite Konjunkturerholung sowie der Anstieg der Automobilproduktion, der mit 23,5 % deutlich stärker ausfiel als das gesamtwirtschaftliche Wachstum. Besonders in China, Indien und Brasilien bestellte die Automobilindustrie neue Maschinen und Anlagen. Dies kam uns in besonderem Maße zugute, da wir in diesen Märkten sehr stark vertreten sind. Aber auch in Westeuropa und Nordamerika verbesserte sich die Nachfrage. Während sich der Auftragseingang in unserem Anlagenbaugeschäft bereits am Jahresbeginn auf hohem Niveau bewegte, legte das Maschinenbaugeschäft erst im zweiten Halbjahr deutlich zu.
Konjunktur und Branchenumfeld 2010: STARKE ERHOLUNG DER WELTWEITEN KONJUNKTUR
Nach dem schweren Einbruch im Jahr 2009 erholte sich die Weltwirtschaft stärker und schneller als erwartet. Konjunkturprogramme verschiedener Regierungen und die reichliche Versorgung der Märkte mit Liquidität unterstützten das Wachstum spürbar. Im zweiten Halbjahr 2010 ließ die Dynamik etwas nach, zunächst in den USA, danach in China und Japan und zuletzt in Europa. Maßgeblich hierfür war einerseits das Auslaufen der staatlichen Unterstützungsmaßnahmen; andererseits schlossen viele Unternehmen den Wiederaufbau ihrer Lagerbestände ab. Die stärkste wirtschaftliche Entwicklung konnten im Jahr 2010 wieder die Emerging Markets vorweisen, allen voran China und Indien. Dagegen fielen die Länder der Eurozone und Nordamerikas ab; einzig Deutschland konnte überdurchschnittlich von seiner Exportstärke profitieren. Die Wechselkurse blieben volatil, wenngleich die Ausschläge weniger stark ausfielen als im Vorjahr. Der Euro tendierte auf dem Höhepunkt der europäischen Schuldenkrise zwar schwächer, konnte in der Folge aber Terrain gutmachen und erreichte zum Jahresende wieder einen Wert von 1,33 US-Dollar. Die kurzfristigen Zinsen, die von den Notenbanken stärker beeinflussbar sind, blieben 2010 niedrig; bei den längerfristigen Zinsen scheint die Trendwende jedoch eingeleitet zu sein. Die Kapitalmärkte zeigten sich, besonders im zweiten Halbjahr, in freundlicher Verfassung.
AUTOMOBILINDUSTRIE AUF DER ÜBERHOLSPUR
Die Automobilnachfrage entwickelte sich 2010 wesentlich besser als erwartet; folglich mussten die Marktexperten ihre Prognosen im Jahresverlauf mehrfach anheben. Während das weltweite Produktionsvolumen für 2010 anfangs noch auf 63,2 Mio. LIGHT VEHICLES geschätzt worden war, erreichte es de facto 70,9 Mio. Einheiten - ein Plus von 23,5 % gegenüber dem Jahr 2009. In China und Indien, wo die Produktion bereits im Vorjahr deutlich zugenommen hatte, setzte sich der Aufwärtstrend überraschend stark fort, da beide Länder von der Finanz- und Schuldenkrise kaum betroffen waren. Mit 14,0 Mio. produzierten Light Vehicles ist China mittlerweile der mit Abstand größte Automobilmarkt der Welt. Aber auch in Nordamerika setzte 2010 basisbedingt eine starke Erholung ein. Insgesamt wuchs die Automobilindustrie schneller als die Gesamtwirtschaft, zudem profitierte sie von der gestiegenen Auslastung und den Kostenreduktionen der Vorjahre. Die Erträge einiger Produzenten erreichten bereits im Jahr 2010 neue Spitzenwerte. Die aktuellen und geplanten Produktions- und Absatzzahlen der Automobilindustrie, aber auch die Liquiditäts- und Ertragsentwicklung der Hersteller sind wichtige Indizien für das zukünftige Investitions- und Ausgabeverhalten der Branche. Sowohl unser Neugeschäft mit Anlagen und Maschinen als auch das Service-Geschäft ist davon abhängig. Da nach der Wirtschaftskrise auch längerfristig wieder mit steigenden Automobilabsätzen zu rechnen ist, dürfte die positive Entwicklung unseres Auftragseingangs anhalten.
2.13 WACHSTUM BRUTTOINLANDSPRODUKT
| gegenüber Vorjahr, % | |||
|---|---|---|---|
| 2010 | 2009 | 2008 | |
| Welt | 4,7 | - 0,9 | 3,0 |
| Deutschland | 3,5 | - 4,7 | 1,2 |
| Eurozone | 1,7 | - 4,1 | 0,6 |
| Russland | 4,0 | - 7,9 | 5,6 |
| USA | 2,8 | - 2,6 | 0,4 |
| China | 10,0 | 8,7 | 9,6 |
| Indien | 9,8 | 5,8 | 7,3 |
| Japan | 3,4 | - 6,3 | - 1,2 |
| Brasilien | 7,5 | - 0,2 | 5,1 |
Quelle: OECD 12/2010; Deutsche Bank 12/2010
FLUGZEUGINDUSTRIE EBENFALLS STARK ERHOLT
Ähnlich wie die Automobilindustrie hat sich auch die Luftfahrtindustrie nach der Krise schnell erholt. Bereits im Jahr 2010 erreichten die Fluggesellschaften weltweit wieder das Umsatzniveau aus dem Spitzenjahr 2008. Gegenüber 2009 stiegen die Erlöse der Branche um 17 % auf 565 Mrd. US-Dollar. Die starken Kostensenkungen der Vorjahre und eine höhere Auslastung sorgten im Verbund mit moderaten Kerosinpreisen dafür, dass auch die Gewinne kräftig zulegten und das Vorkrisenniveau sogar deutlich übertrafen. Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die steigende Nachfrage haben viele Fluggesellschaften 2010 begonnen, ihre Investitionstätigkeit wieder zu beschleunigen. Entsprechend stark haben die Auftragseingänge unserer Kunden aus dem Flugzeugbau angezogen. Boeing konnte die Bestellungen mit 530 Maschinen nahezu verdoppeln, wenngleich das Unternehmen damit noch weit von den 1.413 Orders des starken Jahres 2007 entfernt ist. Airbus verzeichnete im Jahr 2010 einen Anstieg der Bestellungen auf 574 Flugzeuge (Vorjahr: 310). Bei beiden Herstellern lagen die Auslieferungen mit 462 (Boeing) beziehungsweise 510 Flugzeugen (Airbus) leicht unter den Bestellungen, sodass sich der Auftragsbestand weiter erhöhte.
2.14 PRODUKTION LIGHT VEHICLES
| Mio. Einheiten | |||
|---|---|---|---|
| 2010 | 2009 | 2008 | |
| Welt | 70,9 | 57,4 | 66,2 |
| Westeuropa | 13,8 | 12,3 | 15,2 |
| Deutschland | 5,4 | 4,8 | 5,5 |
| Osteuropa | 5,6 | 4,6 | 6,2 |
| Russland | 1,3 | 0,8 | 1,6 |
| Nordamerika (inkl. Mexiko) | 12,0 | 8,6 | 12,6 |
| USA | 7,7 | 5,8 | 8,5 |
| Südamerika | 4,2 | 3,2 | 3,4 |
| Brasilien | 3,4 | 3,0 | 2,9 |
| Asien | 33,2 | 26,4 | 26,3 |
| China | 14,0 | 10,8 | 7,5 |
| Japan | 8,8 | 7,7 | 10,4 |
| Indien | 3,0 | 2,3 | 2,0 |
Quellen: PwC 01/2011, eigene Schätzungen
Die wachsende Nachfrage nach neuen Flugzeugen sowie die gute Ertragslage sollten sich im Jahr 2011 positiv auf die Ausgabe- und Investitionsbereitschaft der Flugzeugbauer auswirken. Zudem wollen Produzenten aus China und Russland das Wachstumspotenzial ihrer großen Heimatmärkte nutzen und zu den etablierten Herstellern aufschließen. Daher sind auch von ihnen steigende Investitionen zu erwarten.
NACHFRAGE IM MASCHINEN- UND ANLAGENBAU VERBESSERT
Nach dem Einbruch im Vorjahr zog die Nachfrage 2010 auch im Maschinen- und Anlagenbau deutlich an. In fast allen Regionen der Welt stiegen die Ausrüstungsinvestitionen kräftig, in Deutschland während der zweiten Jahreshälfte sogar um eine zweistellige Prozentzahl. Nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) wuchs der Auftragseingang der Mitgliedsunternehmen im Jahr 2010 um 36 %. Diese kräftige Belebung werten wir als positives Signal für die weitere Nachfrageentwicklung in unserem Geschäft mit der allgemeinen Industrie. Viele deutsche Anbieter profitierten insbesondere von ihrer starken Stellung in den Bereichen Umwelttechnik und regenerative Energieerzeugung. Nachdem die Branche im ersten Halbjahr 2010 zum Teil noch mit Auslastungsproblemen zu kämpfen hatte, verbesserte sich ihre Ertragslage im weiteren Jahresverlauf spürbar.# Anders als bei den Automobilherstellern bewegt sich das Ertragsniveau aber noch deutlich unter den früheren Höchstständen.
2.15 ENTWICKLUNG VON WELTAUTOMOBILPRODUKTION UND BRUTTOINLANDSPRODUKT
Veränderung gegenüber Vorjahr, in %
Geschäftsverlauf
Sämtliche Geschäftszahlen in diesem Lagebericht sind vollständig vergleichbar. Das EBIT versteht sich als Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Beteiligungsergebnis. Die Grafiken und Tabellen zeigen IFRS-Werte für die Jahre 2008 bis 2010. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben seit 2004 im Wesentlichen unverändert und wurden lediglich der jeweils aktuellen Rechtslage angepasst. Die Einführung des IAS 23 führte in den Geschäftsjahren 2009 und 2010 zu Änderungen im Zinsergebnis, da Fremdkapitalkosten, die im Zusammenhang mit der langfristigen Auftragsfertigung anfielen, in den Umsatzkosten erfasst wurden. Im Geschäftsjahr 2010 wurden die wesentlichen Restrukturierungsmaßnahmen im Konzern abgeschlossen. Daher weisen wir die Restrukturierungskosten nicht mehr in einer gesonderten Position aus, sondern - wie branchenüblich - in anderen Aufwandspositionen. Die entsprechenden Angaben für die Jahre 2008 und 2009 haben wir angepasst, eine Überleitungsrechnung enthält TEXTZIFFER 13 des Anhangs zum Konzernabschluss. Änderungen der IFRS hatten keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der wirtschaftlichen Lage. Die IFRS räumen vergleichsweise wenige Wahlrechte ein, ihre Nutzung hat nur geringen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bei Dürr. Wahlrechte bestehen zum Beispiel bei Positionen wie Vorratsvermögen oder Sachanlagevermögen, die für Dürr von untergeordneter Bedeutung sind. Bei wichtigen Bilanzpositionen nehmen wir Wahlrechte so wahr, dass größtmögliche Bewertungskontinuität gewährleistet ist. Zum Beispiel werden Finanzinstrumente, soweit möglich, zu fortgeführten Anschaffungskosten und nicht zu Zeitwerten bilanziert. Im Geschäftsjahr 2010 haben wir sämtliche Wahlrechte unverändert wahrgenommen, sodass ein vollständiger Periodenvergleich möglich ist.
AUFTRAGSEINGANG AUF BREITER FRONT ERHOLT
Der Auftragseingang wuchs im Geschäftsjahr 2010 um 38,6 % und kehrte mit 1.642,2 Mio. € wieder auf das Vorkrisenniveau zurück. Damit haben wir erneut leicht besser abgeschnitten als der Durchschnitt des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus, der 2010 ein Orderplus von 36 % erzielte. Unser Anlagenbaugeschäft profitierte erheblich vom Nachfrageboom in China und anderen Emerging Markets¹. Auch das Service-Geschäft und das seriennahe Maschinenbaugeschäft entwickelten sich nach schwachem Start erfreulich. Am Jahresende 2010 waren unsere Kapazitäten gut ausgelastet. Der hohe Auftragseingang wurde von Zuwächsen in praktisch allen Regionen der Welt getragen. 991,7 Mio. € beziehungsweise 60,4 % der Bestellungen kamen aus den Emerging Markets, dies entspricht einem Plus von 63 % gegenüber 2009. In Brasilien, Indien und China konnten wir unser Bestellvolumen verdoppeln. Mit einem Anteil von 36 % am Auftragseingang des Konzerns war China der mit Abstand größte Einzelmarkt. Auch in Nordamerika belebte sich das Geschäft mit einem Auftragsplus von 47 %. In Europa erzielten wir mit 5 % den geringsten Zuwachs. Der Auftragseingang in Deutschland lag auf dem Niveau des Vorjahres, das von einem Großauftrag von Porsche geprägt war.
¹ Mexiko, Brasilien, Osteuropa, Asien ohne Japan
AUFTRAGSBESTAND AUF HOHEM NIVEAU
Mit 1.359,1 Mio. € lag der Auftragsbestand am Jahresende 2010 deutlich über dem Vorjahresniveau (31.12.2009: 1.002,4 Mio. €). Zusätzlich verfügten wir zum Bilanzstichtag über so genannte Letters of Intent, das heißt feste Bestellzusagen von Kunden, im Volumen eines dreistelligen Millionen-Euro-Betrags. Darüber hinaus ist der größte Teil des kurzfristigen Ersatzteil- und Service-Geschäfts, das rund 360 Mio. € ausmachte, nicht im Auftragsbestand enthalten. Bezieht man beides in die Betrachtung ein, so erscheint unser Umsatzziel von 1,45 Mrd. € für das Jahr 2011 gut erreichbar. Mit 12,9 Monaten ist die rechnerische Reichweite unseres Auftragsbestands höher als vor Jahresfrist (31.12.2009: 11,2 Monate). Beim Blick auf die Unternehmensbereiche zeigen sich die geschäftsspezifischen Unterschiede: Paint and Assembly Systems verfügt aufgrund des längerfristigen Anlagenbaugeschäfts über eine Reichweite von 14,1 Monaten (31.12.2009: 13,7 Monate). Die Reichweite im Maschinenbaubereich Measuring and Process Systems stieg durch den hohen Auftragseingang im zweiten Halbjahr auf 9,8 Monate (31.12.2009: 5,1 Monate).
UMSATZ ÜBER DEN ERWARTUNGEN
Aufgrund der starken Nachfrage fiel das Umsatzplus im Geschäftsjahr 2010 mit 17 % deutlich höher aus als erwartet. Zum Jahresumsatz in Höhe von 1.261,4 Mio. € trugen die einzelnen Quartale in unterschiedlichem Maß bei: Das erste Vierteljahr stellte mit 230,3 Mio. € den Umsatztiefpunkt dar, in den Folgequartalen erhöhten sich die Erlöse kontinuierlich. Im vierten Quartal 2010 erreichte der Umsatz 406,9 Mio. €, was einem Zuwachs von 53,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Im Service und im Maschinenbaugeschäft schlug sich der steigende Auftragseingang rasch in höheren Umsätzen nieder, da beide Bereiche von kurzen Durchlaufzeiten geprägt sind. Der Service-Umsatz wuchs um 37,5 % auf 362,0 Mio. € und kehrte damit fast auf das Vorkrisenniveau zurück. Der Anteil der Service-Erlöse am Konzernumsatz erreichte mit 28,7 % einen überdurchschnittlich hohen Wert - eine Folge der raschen Erholung und der kürzeren Durchlaufzeiten in diesem Geschäft.
2.16 KONSOLIDIERTER AUFTRAGSEINGANG NACH ABSATZGEBIETEN
2.17 KONSOLIDIERTER AUFTRAGSBESTAND (31.12.) NACH ABSATZGEBIETEN
2.18 KONSOLIDIERTER UMSATZ NACH ABSATZGEBIETEN
Beim Blick auf die regionale Umsatzverteilung fällt das hohe Gewicht Asiens auf. Mit einem Zuwachs von 60 % trug diese Region im Jahr 2010 ein Drittel zum Konzernumsatz bei. Das Geschäft in den Wachstumsmärkten steuerte 52 % bei (Vorjahr: 49 %), der Großteil davon entfiel auf die BRIC-STAATEN. Während der Umsatz in Europa um 9 % stieg, ging er in Nordamerika zurück - eine Folge des niedrigen Auftragseingangs im Jahr 2009 und Anfang 2010.
BRUTTOGEWINN ABSOLUT GESTEIGERT
Im Geschäftsjahr 2010 erhöhten sich die Umsatzkosten, die sich hauptsächlich aus Material- und Personalkosten zusammensetzen, stärker als der Umsatz. Die Bruttomarge, das heißt die Differenz zwischen Umsatz und Umsatzkosten im Verhältnis zum Umsatz, verringerte sich dementsprechend auf 18,8 % (Vorjahr: 19,6 %). Besonders in der zweiten Jahreshälfte kamen margenschwächere Aufträge zur Abrechnung, die wir im Jahr 2009 unter hohem Wettbewerbsdruck angenommen hatten. Daher lag die Bruttomarge im zweiten Halbjahr mit knapp 18 % unter dem Wert des ersten Halbjahres. Positiven Einfluss auf das Bruttoergebnis hatten die kräftigen Zuwächse im margenstärkeren Service-Geschäft. Insgesamt erhöhte sich das Bruttoergebnis infolge des Umsatzanstiegs um 26,4 Mio. € auf 237,2 Mio. €.
HÖHERE MATERIALKOSTEN
Die konsolidierten Materialkosten¹, die komplett in den Umsatzkosten gebucht werden, erhöhten sich überproportional zum Umsatz um 32,6 % auf 558,8 Mio. €. Dies reflektiert vor allem die schwächeren Margen der im Jahr 2009 akquirierten Aufträge; hinzu kamen höhere Rohstoff- und Beschaffungspreise, die wir nicht vollständig durch bessere Einkaufskonditionen und die Nutzung unseres internationalen Beschaffungsnetzwerks ausgleichen konnten. Die konsolidierten Materialkosten entsprechen 44,3 % des Umsatzes (Vorjahr: 39,1 %) und entfielen vorwiegend auf Kaufteile und Zulieferungen von Sublieferanten. Weitere Informationen zum Materialbezug enthält das Kapitel Beschaffung.
¹ Die konsolidierten Materialkosten umfassen Kosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für den Einkauf bei Sublieferanten.
VERTRIEBS- UND VERWALTUNGSKOSTEN LEICHT GESTIEGEN
Die Vertriebskosten erhöhten sich im Geschäftsjahr 2010 um 1,8 % auf 98,5 Mio. €. Dies geht unter anderem auf das vertriebsintensive vierte Quartal zurück, in dem wir mit 540 Mio. € einen außerordentlich hohen Auftragseingang erzielten. Die Vertriebskosten enthalten Marketingaufwendungen in Höhe von 3,6 Mio. € (Vorjahr: 3,3 Mio. €), von denen rund ein Drittel auf Personalkosten entfiel. Die Verwaltungskosten blieben mit 79,9 Mio. € trotz Gehaltserhöhungen unverändert. Infolge der deutlichen Umsatzausweitung fiel der Anteil der Vertriebs- und Verwaltungskosten am Umsatz auf 14,1 % nach 16,4 % im Vorjahr. Die Forschungs- und Entwicklungskosten verharrten auf dem Vorjahresniveau (25,8 Mio. € nach 25,9 Mio. € im Vorjahr).
2.19 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UND RENDITEKENNZIFFERN
| 2010 | 2009 | 2008 | |
|---|---|---|---|
| Umsatz Mio. € | 1.261,4 | 1.077,6 | 1.602,8 |
| Bruttoergebnis Mio. € | 237,2 | 210,8 | 287,1 |
| Overhead-Kosten Mio. € | - 204,3 | - 202,5 | - 211,0 |
| EBITDA Mio. € | 51,7 | 25,6 | 87,1 |
| EBIT Mio. € | 33,7 | 5,7 | 72,7 |
| Finanzergebnis Mio. € | - 21,2 | - 17,9 | - 26,3 |
| EBT Mio. € | 12,5 | - 12,2 | 46,4 |
| Ertragsteuern Mio. € | - 5,4 | - 13,5 | - 12,7 |
| Ergebnis nach Steuern Mio. € | 7,1 | - 25,7 | 33,7 |
| Ergebnis je Aktie € | 0,37 | - 1,55 | 1,81 |
| Bruttomarge % | 18,8 | 19,6 | 17,9 |
| EBITDA-Marge % | 4,1 | 2,4 | 5,4 |
| EBIT-Marge % | 2,7 | 0,5 | 4,5 |
| EBT-Marge % | 1,0 | - 1,1 | 2,9 |
| Umsatzrendite nach Steuern % | 0,6 | - 2,4 | 2,1 |
| Zinsdeckungsgrad | 1,6 | 0,3 | 2,5 |
| Steuerquote % | 43,3 | - 27,3 | - |
| Eigenkapitalrendite % | 2,2 | - 8,5 | 9,9 |
| Gesamtkapitalrendite % | 2,5 | - 0,5 | 6,2 |
Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen betrug 0,8 Mio. € und beeinflusste die Ertragslage wenig. Im Vorjahr hatten Einmalaufwendungen von 3,3 Mio. € für Fertigstellung und Bezug des Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen zu einem negativen Saldo von -2,5 Mio. € geführt. Aus Währungsumrechnung entstand im Jahr 2010 ein Verlust in Höhe von -0,8 Mio. € (Vorjahr: - 0,7 Mio. €). Weitere Informationen finden Sie unter TEXTZIFFER 12 im Anhang zum Konzernabschluss. Den saldierten Restrukturierungsaufwendungen von 0,2 Mio. € standen Erträge aus Zuschreibungen in Höhe von 1,1 Mio. € gegenüber. Folglich ergab sich per Saldo ein Ertrag von 0,9 Mio. € (2009: Aufwand 15,8 Mio.# €), der in unterschiedlichen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten ist. EBIT DEUTLICH ERHÖHT Da dem höheren Bruttoergebnis nur ein maßvoller Anstieg der Overhead-Kosten gegenüberstand, konnten wir das EBIT deutlich erhöhen: von 5,7 Mio. € auf 33,7 Mio. €. Das EBITDA nahm in ähnlicher Größenordnung zu und erreichte 51,7 Mio. € (Vorjahr: 25,6 Mio. €). Die Werthaltigkeitsprüfung unserer Geschäfts- oder Firmenwerte - der so genannte Impairment-Test - ergab wie in den Vorjahren keinen Abschreibungsbedarf.
2.20 MITARBEITERBEZOGENE KENNZAHLEN
| 2010 | 2009 | 2008 | |
|---|---|---|---|
| Mitarbeiter (31.12.) | 5.915 | 5.712 | 6.143 |
| Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) | 5.776 | 5.885 | 6.060 |
| Personalkosten (Mio. €) | 345,7 | 336,4 | 377,1 |
| Personalkostenquote (%) | 27,4 | 31,2 | 23,5 |
| Personalkosten je Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) (€) | 59.850 | 57.200 | 62.200 |
| Umsatz je Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) (€) | 218.400 | 183.100 | 264.500 |
LEICHT ERHÖHTE PERSONALKOSTEN Die Stammbelegschaft des Konzerns vergrößerte sich zum Jahresende 2010 um 3,6 % auf 5.915 Mitarbeiter. Auf vergleichbarer Basis, das heißt unter Berücksichtigung akquisitionsbedingter Erstkonsolidierungen, errechnet sich ein Zuwachs von 2,3 %. Die Personalkostenquote sank aufgrund des kräftigen Umsatzanstiegs auf 27,4 % (Vorjahr: 31,2 %), während die Personalkosten, die in allen operativen Aufwandsarten der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten sind, um 2,8 % auf 345,7 mio. € zunahmen. Dabei machten sich neben deutlichen Gehaltssteigerungen in den Emerging Markets auch die erfolgsabhängigen Tantiemen für Mitarbeiter bemerkbar. Gedämpft wurde der Kostenanstieg durch den höheren Personalanteil in den Emerging Markets.
FINANZERGEBNIS ETWAS SCHWÄCHER Obwohl die Nettofinanzverschuldung im Durchschnitt niedriger ausfiel als im Vorjahr, schwächte sich das Finanzergebnis um 3,3 Mio. € auf - 21,2 Mio. € ab. Maßgeblich dafür waren höhere Bereitstellungsprovisionen für unseren syndizierten Kredit sowie abgegrenzte Kosten für die Anpassung des Kreditvertrags im Jahr 2009. Hinzu kamen 0,7 Mio. € Einmalaufwand für die vorzeitige Kündigung unserer Altanleihe aus dem Jahr 2004 (siehe auch Kapitel FINANZWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG) sowie ein rückläufiges Beteiligungsergebnis (0,5 Mio. € nach 1,0 Mio. € im Vorjahr). Der Zinsaufwand von 23,9 Mio. € (Vorjahr: 21,1 Mio. €) setzt sich hauptsächlich aus Anleihe- und Kreditzinsen zusammen, ferner sind zinsähnliche Aufwendungen von 5,0 Mio. € enthalten (Vorjahr: 4,0 Mio. €).
ERGEBNIS AUCH NACH STEUERN POSITIV Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich um 24,7 Mio. € auf 12,5 Mio. €. Der deutliche Rückgang des Steueraufwands von 13,5 Mio. € auf 5,4 Mio. € resultierte hauptsächlich aus zwei Faktoren: Im Vorjahr war durch die Abschreibung latenter Steuern eine Sonderbelastung von 7,9 Mio. € angefallen, während wir 2010 aufgrund der deutlich verbesserten Ertragsperspektiven bisher nicht angesetzte aktive latente Steuern von 5,3 Mio. € bildeten. In Deutschland erzielten wir operativ ein in etwa ausgeglichenes Ergebnis, dennoch fiel eine Mindeststeuerbelastung an. Unter dem Strich erreichten wir im Konzern ein klar positives Ergebnis nach Steuern von 7,1 Mio. €, nachdem im Vorjahr ein Verlust von 25,7 Mio. € angefallen war. Daraus ergibt sich ein Ergebnis je Aktie von 0,37 € (Vorjahr: - 1,55 €). Auch im Jahr 2010 gab es keinen Unterschied zwischen dem Jahresergebnis der fortgeführten Aktivitäten und dem Konzernergebnis. Aufgrund der deutlichen Ertragsverbesserung im Konzern schlagen wir für 2010 eine Dividende von 0,30 € je Aktie vor. Bei 17.300.520 Aktien entspricht dies einem Ausschüttungsbetrag von 5,2 Mio. €. Wir verstehen unseren Dividendenvorschlag als Zeichen der Zuversicht für 2011 und die Folgejahre. Das nach der Ausschüttung verbleibende Bilanzergebnis der Dürr AG in Höhe von 66,5 Mio. € soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.
JAHRESABSCHLUSS DER DÜRR AG Den vollständigen Einzelabschluss der Dürr AG finden Sie unter WWW.DURR.COM/DE/INVESTOR/FINANZBERICHTE. Das Ergebnis der Dürr AG war im Jahr 2010 klar positiv, während es im Vorjahr durch Sondereffekte beeinflusst worden war. Die Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen beinhalten die Gewinnausschüttungen ausländischer Tochtergesellschaften.
2.21 BILANZ EINZELABSCHLUSS DER DÜRR AG (HGB)
| Mio. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| AKTIVA | ||
| Anlagevermögen | ||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 0,9 | 1,1 |
| Sachanlagen | 0,1 | 0,1 |
| Finanzanlagen | 489,9 | 490,2 |
| Summe Anlagevermögen | 490,9 | 491,4 |
| Umlaufvermögen | ||
| Unfertige Erzeugnisse | 0 | 5,4 |
| Geleistete Anzahlungen | 0 | 1,2 |
| Erhaltene Anzahlungen | 0 | - 5,2 |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 99,2 | 41,8 |
| Flüssige Mittel | 138,9 | 21,6 |
| Rechnungsabgrenzungsposten, Sonstiges | 0,8 | 1,7 |
| Summe Umlaufvermögen | 238,9 | 66,5 |
| Summe Aktiva | 729,8 | 557,9 |
| PASSIVA | ||
| Eigenkapital | ||
| Gezeichnetes Kapital | 44,3 | 44,3 |
| Kapitalrücklage | 200,5 | 200,5 |
| Bilanzgewinn | 71,7 | 42,6 |
| Summe Eigenkapital | 316,5 | 287,4 |
| Fremdkapital | ||
| Rückstellungen | 7,9 | 19,1 |
| Verbindlichkeiten | 401,8 | 251,4 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 3,6 | 0 |
| Summe Fremdkapital | 413,3 | 270,5 |
| Summe Passiva | 729,8 | 557,9 |
2.22 GEWINN - UND VERLUSTRECHNUNG EINZELABSCHLUSS DÜRR AG (HGB)
| Mio. € | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen | 49,2 | 21,4 |
| Erträge aus Beteiligungen | 0,0 | 58,0 |
| Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen | 0,0 | - 19,1 |
| Beteiligungsergebnis | 49,2 | 60,3 |
| Bestandsveränderungen | - 5,4 | - 1,0 |
| Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen | 12,8 | 49,7 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | - 2,8 | - 45,2 |
| Personalaufwand | - 6,8 | - 5,4 |
| Abschreibungen (einschließlich Finanzanlagen) | - 0,3 | - 0,3 |
| Zinsergebnis | - 17,2 | - 17,2 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 29,5 | 40,9 |
| Außerordentliches Ergebnis | 0,0 | - 0,6 |
| Steuern | - 0,4 | - 5,7 |
| Jahresüberschuss | 29,1 | 34,6 |
| Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 42,6 | 8,0 |
| Bilanzgewinn | 71,7 | 42,6 |
UNTERNEHMENSBEREICHE Beide Unternehmensbereiche konnten im Jahr 2010 ein klar positives EBIT erzielen. Während Paint and Assembly Systems von Anfang an eine hohe Nachfrage verzeichnete, zogen Geschäft und Auslastung bei Measuring and Process Systems erst in der zweiten Jahreshälfte an. Das EBIT des Corporate Center (Dürr AG inklusive Konsolidierung) belief sich im Jahr 2010 auf - 3,0 Mio. € (Vorjahr: - 7,3 Mio. €). Grund für das negative Ergebnis waren Aufwendungen, die nicht auf die Tochtergesellschaften umgelegt werden konnten. Einen positiven Effekt hatten dagegen saldierte Währungsgewinne von 0,4 Mio. €. 2009 hatten Einmalaufwendungen für das Standortprojekt Campus das EBIT des Corporate Center geprägt. Die Investitionen des Corporate Center reduzierten sich im Jahr 2010 mit 0,3 Mio. € auf das Normalmaß. Im Vorjahr hatten sie Transaktionskosten enthalten, die für den syndizierten Kredit und spätere Anpassungen des Kreditvertrags angefallen waren. Diese Kosten sind gemäß den IFRS zu aktivieren und als Investition auszuweisen; sie werden planmäßig im Corporate Center abgeschrieben. Im Corporate Center fallen weder externe Auftragseingänge noch Umsätze an.
Paint and Assembly Systems Bei Paint and Assembly Systems hielt der starke Auftragseingang, der im zweiten Halbjahr 2009 eingesetzt hatte, während des gesamten Jahres 2010 an. Das Orderplus von 25 % resultierte vor allem aus dem dynamischen Wachstum der Automobilindustrie in den Emerging Markets. Allein aus dem Boom-Markt China kamen sieben Großaufträge für den Bau schlüsselfertiger Lackierereien. Weitere Systemaufträge erhielten wir aus Indien und Brasilien. Dabei profitierten wir von unserer breiten Kundenbasis, die neben den großen Automobilkonzernen auch viele aufstrebende Produzenten aus den Schwellenländern umfasst. Das Geschäft mit Lackierrobotern und APPLIKATIONSTECHNIK legte ebenfalls stark zu; auch hier buchten wir mehrere Großaufträge aus Asien. Im Geschäftsbereich Aircraft and Technology Systems erhielten wir größere Montagetechnikaufträge von Airbus, Embraer und Spirit. Das Geschäft mit Energie- und Umwelttechnik belebte sich im zweiten Halbjahr deutlich, nachdem die beiden ersten Quartale noch verhalten verlaufen waren.
2.23 UNTERNEHMENSBEREICHE: MITARBEITER, UMSATZ, AUFTRAGSEINGANG (KONSOLIDIERT)
2.24 EBIT
| Mio. € | 2010 | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|
| Paint and Assembly Systems | 27,7 | 2,3 | 48,6 |
| Measuring and Process Systems | 9,0 | 10,7 | 30,8 |
| Corporate Center / Konsolidierung | - 3,0 | - 7,3 | - 6,7 |
| Gesamt | 33,7 | 5,7 | 72,7 |
2.25 INVESTITIONEN IN SACHANLAGEN UND IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
| Mio. € | 2010 | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|
| Paint and Assembly Systems | 11,9 | 12,5 | 10,6 |
| Measuring and Process Systems | 10,0 | 10,1 | 8,4 |
| Corporate Center / Konsolidierung | 0,3 | 4,1 | 5,3 |
| Gesamt | 22,2 | 26,7 | 24,3 |
2.26 ABSCHREIBUNGEN (INKL. AUSSERPLANMÄSSIGE ABSCHREIBUNGEN UND ZUSCHREIBUNGEN)
| Mio. € | 2010 | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|
| Paint and Assembly Systems | 10,9 | 11,1 | 10,7 |
| Measuring and Process Systems | 6,8 | 8,4 | 1,4 |
| Corporate Center / Konsolidierung | 4,2 | 3,1 | 2,3 |
| Gesamt | 21,9 | 22,6 | 14,4 |
Anders als der Auftragseingang lag der Umsatz von Paint and Assembly Systems noch unter dem Niveau von 2008. Gegenüber dem schwachen Jahr 2009 stiegen die Erlöse jedoch um 21,8 %. Dies trug zusammen mit einer höheren Auslastung dazu bei, dass sich das EBIT sprunghaft verbesserte. Die Investitionen von Paint and Assembly Systems gingen zurück, obwohl für die Akquisition der Klebetechnikunternehmen Rickert und Kleinmichel 6,8 Mio. € anfielen (ohne flüssige Mittel von 1,1 Mio. € der akquirierten Unternehmen). Im Vorjahr hatten die Investitionen unter anderem Ausgaben für das Energiekonzept auf dem Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen enthalten. Der Anstieg der Mitarbeiterzahl um 4,3 % resultiert aus dem Kapazitätsausbau, den wir besonders im zweiten Halbjahr in den Emerging Markets vornahmen.
Measuring and Process Systems Mit einem kräftigen Plus von 83,4 % steigerte Measuring and Process Systems seinen Auftragseingang im Jahr 2010 auf knapp 500 Mio. €. Dazu trug vor allem die dynamische Nachfrageentwicklung im zweiten Halbjahr bei. Der Geschäftsbereich Cleaning and Filtration Systems profitierte nach schwachen Vorjahreszahlen davon, dass die Automobilindustrie verstärkt sparsame DOWNSIZING-Motoren einführt und dafür eine neue Generation flexiblerer und hochpräziser Fertigungs- und Reinigungssysteme benötigt.## 2.27 KENNZAHLEN PAINT AND ASSEMBLY SYSTEMS
| Mio. € | 2010 | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|
| Auftragseingang | 1.145,7 | 914,1 | 1.028,0 |
| Umsatz | 916,7 | 752,7 | 1.191,6 |
| Materialkosten (konsolidiert) | 428,5 | 304,7 | 603,0 |
| EBITDA | 38,6 | 13,4 | 59,3 |
| EBIT | 27,7 | 2,3 | 48,6 |
| Investitionen | 11,9 | 12,5 | 10,6 |
| Mitarbeiter (31.12.) | 3.424 | 3.283 | 3.595 |
2.28 KENNZAHLEN MEASURING AND PROCESS SYSTEMS
| Mio. € | 2010 | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|
| Auftragseingang | 496,4 | 270,6 | 436,0 |
| Umsatz | 344,7 | 324,9 | 411,2 |
| Materialkosten (konsolidiert) | 141,0 | 131,4 | 186,0 |
| EBITDA | 15,8 | 19,1 | 37,1 |
| EBIT | 9,0 | 10,7 | 30,8 |
| Investitionen | 10,0 | 10,1 | 8,4 |
| Mitarbeiter (31.12.) | 2.444 | 2.381 | 2.499 |
2.29 KENNZAHLEN SCHENCK TECHNOLOGIE- UND INDUSTRIEPARK
| Mio. € | 2010 | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|
| Externe Umsätze | 12,5 | 14,0 | 16,3 |
| Externe Mieterlöse | 6,3 | 6,9 | 8,5 |
Die Umsatzentwicklung von Measuring and Process Systems verlief im ersten Halbjahr noch schleppend. Infolge des anziehenden Auftragseingangs beschleunigte sie sich aber, sodass wir das Jahr mit einem Plus von 6,1 % und Erlösen von 344,7 Mio. € abschließen konnten. Mit 9,0 Mio. € erzielte der Unternehmensbereich ein deutlich positives EBIT. Balancing and Assembly Products konnte das hohe Ertragsniveau der Vorjahre knapp behaupten, während Cleaning and Filtration Systems erst im vierten Quartal ein ausgeglichenes EBIT erzielte. Im Zuge der starken Nachfrage stellte auch Measuring and Process Systems zusätzliche Mitarbeiter ein; gegenüber dem Jahresende 2009 wuchs die Belegschaft um 2,6 %. Die Investitionen beinhalten unter anderem einen Anstieg der Sachanlageinvestitionen bei der Schenck Technologie- und Industriepark GmbH. Im Vorjahr hatte die Akquisition der Datatechnic S.A.S., die auf Auswuchttechnik für Turbolader spezialisiert ist, zu einem größeren Zugang bei den immateriellen Vermögenswerten geführt.
Schenck Technologie- und Industriepark GmbH
Der Umsatz der Schenck Technologie- und Industriepark GmbH verringerte sich im Jahr 2010, da wir margenschwache Dienstleistungen und Vermietgeschäfte aufgaben. Das abermals positive EBIT enthält einen Einmalertrag in Höhe von 0,7 Mio. €, wäre jedoch auch ohne diesen Effekt positiv gewesen.
FINANZWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG
FINANZ- UND LIQUIDITÄTSMANAGEMENT
Unser zentrales Finanz- und Liquiditätsmanagement verfolgt drei Ziele: Ertrags- und Kostenoptimierung, Transparenz und Risikobegrenzung. Dabei hat die Sicherung ausreichender Liquiditätsreserven Priorität, um unseren Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen zu können (siehe auch Kapitel RISIKOBERICHT). Die Risikobegrenzung erstreckt sich über alle finanzwirtschaftlichen Risiken, die den Bestand von Dürr gefährden könnten. Unsere wichtigste Finanzierungsquelle sind die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit, also der operative Cashflow. Fremdmittel werden in den weitaus meisten Fällen von der Dürr AG aufgenommen und nach Bedarf an die Konzerngesellschaften weitergereicht. Das Liquiditätsmanagement wird ebenfalls von der Dürr AG organisiert. Im Rahmen unseres Cash-Pooling-Systems, an dem die wesentlichen Konzerngesellschaften teilnehmen, werden überschüssige flüssige Mittel konzernintern zur Verfügung gestellt. Eine Ausnahme bilden Länder, in denen der Kapitalverkehr eingeschränkt ist; dort finanzieren sich unsere Gesellschaften vor allem lokal. Das Konzern-Treasury steuert die Anlage der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sorgfältig. Wir arbeiten nur mit Banken guter Bonität zusammen und nutzen ein Limitsystem, um die Risiken mit einzelnen Kontrahenten zu begrenzen. Zum 31. Dezember 2010 betrugen unsere flüssigen Mittel 252,3 Mio. € nach 103,9 Mio. € am Bilanzstichtag des Vorjahres. Der starke Anstieg resultiert vorwiegend aus der Unternehmensanleihe, die wir im September und Dezember 2010 in zwei Tranchen platzierten. Ein wichtiges Ziel unseres Finanz- und Liquiditätsmanagements ist die Optimierung des Nettoumlaufvermögens (NET WORKING CAPITAL). Dadurch werden flüssige Mittel freigesetzt und Kennzahlen wie Bilanzstruktur und Kapitalrentabilität optimiert. Bei allen Maßnahmen zur Net-Working-Capital-Optimierung stellen wir sicher, dass das operative Geschäft nicht beeinträchtigt wird. Das Net Working Capital Management ist in den Unternehmens- und Geschäftsbereichen angesiedelt; die Dürr AG als Konzernholding formuliert Vorgaben und kontrolliert die Zielerreichung.
FINANZIERUNG
Der wichtigste Bestandteil unserer Fremdkapitalfinanzierung ist die Unternehmensanleihe über 225 Mio. €. Sie hat eine Laufzeit bis September 2015 und wird effektiv mit 6,83 % verzinst. Die Vorgängeranleihe im Volumen von 100 Mio. €, die im Jahr 2004 mit einem Kupon von 9,75 % emittiert wurde, haben wir im Oktober 2010 zu einem Kurs von 100,00 % vorzeitig zurückgekauft. Neben der Unternehmensanleihe verfügen wir über eine Barkreditlinie von aktuell 80 Mio. € aus unserem syndizierten Kredit (31.12.2009: 180 Mio. €); außerdem bestehen bilaterale Kredite in kleinerem Umfang sowie Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing und gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen. Die Kredite lassen sich in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten in Anspruch nehmen. Ferner nutzen wir Geld- und Kapitalmarktinstrumente sowie in geringerem Umfang außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Forderungsverkaufsprogramme und Operating Leases.
2.30 FINANZVERBINDLICHKEITEN (31.12.)
| Mio. € | 2010 | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|
| Anleihe | 225,6 | 98,1 | 96,9 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (syndizierter Kredit und bilaterale Kredite) | 2,0 | 1,7 | 20,8 |
| Verbindlichkeiten gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen | 1,1 | 1,1 | 1,1 |
| Verbindlichkeiten Finanzierungsleasing | 3,6 | 3,1 | 3,8 |
| Gesamt | 232,3 | 104,0 | 122,6 |
| davon innerhalb eines Jahres fällig | 1,8 | 1,3 | 18,8 |
Die Barkreditlinie aus dem syndizierten Kredit haben wir zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen; im Jahresdurchschnitt betrug die Inanspruchnahme lediglich 7,4 Mio. €. Aus den bilateralen Barkreditlinien nahmen wir zum Jahresende 2,0 Mio. € in Anspruch. Das Volumen der Avallinie aus dem syndizierten Kredit belief sich zum 31. Dezember 2010 auf 150 Mio. € (31.12.2009: 220 mio. €), davon waren 102,6 Mio. € genutzt (31.12.2009: 112,0 Mio. €). Weitere Avallinien im Volumen von 150,0 Mio. € (Vorjahr: 186,6 Mio. €) bestehen bei Kreditversicherern; hier belief sich die in Inanspruchnahme am Jahresende auf 113,0 Mio. € (31.12.2009: 86,3 Mio. €). Die Financial Covenants des syndizierten Kredits haben wir zum Bilanzstichtag 2010 eingehalten. Maßgeblich für die Verzinsung des syndizierten Kredits ist der währungsabhängige und laufzeitkongruente Refinanzierungssatz (EURIBOR, LIBOR) zuzüglich einer Fixmarge. Als Sicherheiten für den syndizierten Kredit dienen Anteile an Tochter- und Enkelgesellschaften sowie weitere Bestandteile des Anlage- und Umlaufvermögens. Die Laufzeit des syndizierten Kredits endet am 30. Juni 2011. Die Verhandlungen über eine Verlängerung beziehungsweise einen neuen Kreditvertrag mit dem Kreditkonsortium kommen gut voran und sollten spätestens im frühen zweiten Quartal 2011 abgeschlossen sein. Detaillierte Informationen zum syndizierten Kredit und zur Unternehmensanleihe enthält der Anhang zum Konzernabschluss unter TEXTZIFFER 27.
CASHFLOW DEUTLICH POSITIV
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow) war mit 55,4 Mio. € deutlich positiv; erreichte aber nicht den außergewöhnlich hohen Vorjahreswert (95,4 Mio. €). Er profitierte von der deutlichen Ertragsverbesserung, während die Mittelfreisetzung aus dem Net Working Capital mit 31,9 Mio. € geringer ausfiel als im Jahr 2009 (94,9 Mio. €). Allerdings ist zu berücksichtigen, dass der Net-Working-Capital-Abbau im Vorjahr aus dem stark rückläufigen Geschäftsvolumen resultierte. Im Jahr 2010 wirkten sich die hohen Anzahlungen, die wir am Jahresende 2010 von Kunden erhielten, positiv auf das Net Working Capital aus. Die Position "Sonstige" enthält unter anderem Umsatzsteuerzahlungen und Mittelabflüsse für Restrukturierungen.
2.31 CASHFLOW
| Mio. € | 2010 | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 12,5 | - 12,2 | 46,4 |
| Abschreibungen | 18,0 | 19,9 | 14,4 |
| Zinsergebnis | 21,7 | 18,9 | 29,3 |
| Ertragsteuern | - 17,4 | - 16,3 | - 11,9 |
| Veränderung Rückstellungen | - 8,3 | - 15,4 | - 2,4 |
| Veränderung Net Working Capital | 31,9 | 94,9 | - 22,3 |
| Sonstige | - 3,0 | 5,6 | - 22,6 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 55,4 | 95,4 | 30,9 |
| Zinszahlungen (netto) | - 17,7 | - 14,3 | - 26,3 |
| Investitionen | - 14,8 | - 17,4 | - 19,1 |
| Free Cashflow | 22,9 | 63,7 | - 14,5 |
| Sonstige Zahlungsströme | - 2,3 | - 26,4 | 41,9 |
| Abbau (+), Aufbau (-) | |||
| Nettofinanzstatus | + 20,6 | + 37,4 | + 27,4 |
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr 2010 auf - 19,5 Mio. € (Vorjahr: - 25,8 Mio. €). Neben Erhaltungs- und Ausbauinvestitionen wurde er durch unsere Akquisitionen in der KLEBETECHNIK (Kleinmichel, Rickert) geprägt. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit war mit 105,1 Mio. € deutlich positiv (Vorjahr: - 51,3 mio. €). Ausschlaggebend dafür war die Emission unserer Unternehmensanleihe, durch die uns 226,7 mio. € zuflossen. Mittelabflüsse resultierten dagegen aus dem Rückkauf der Altanleihe (100,0 mio. €) und aus Zinszahlungen (19,1 Mio. €). Der Free Cashflow zeigt, welche Mittel für Dividendenausschüttungen, Aktienrückkäufe und die Rückführung der Nettofinanzverschuldung verbleiben. Neben dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit enthält er Zinseinnahmen und Investitionen (im Cashflow aus Investitionstätigkeit enthalten) sowie Zinsausgaben (im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit enthalten). Im Jahr 2010 belief sich unser FREE CASHFLOW auf 22,9 Mio. €. Die größten Einzelpositionen in den "Sonstigen Zahlungsströmen" sind die Mittelabflüsse aufgrund der Akquisitionen (6,8 Mio. €) sowie Zahlungen für das Finanzierungsleasing.# 2.32 UNTERNEHMENSWERT
| scroll | 2010 | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|
| Capital Employed (31.12.) Mio. € | 356,7 | 356,3 | 432,1 |
| ROCE % | 9,4 | 1,6 | 16,8 |
| NOPAT Mio. € | 23,6 | 4,0 | 52,8 |
| Gewichteter Kapitalkostensatz (WACC) % | 8,10 | 8,08 | 7,58 |
| EVA Mio. € | - 5,3 | - 24,8 | 20,0 |
Trotz des höheren Geschäftsvolumens blieb das Capital Employed, also das gebundene Kapital, zum 31. Dezember 2010 mit 356,7 Mio. € im Vorjahresvergleich unverändert. Mit Blick auf das Ergebnis stufen wir 2010 als Übergangsjahr ein: Nach dem schweren Konjunktureinbruch ist das EBIT zwar wieder deutlich gestiegen, aber noch nicht auf das Vorkrisenniveau zurückgekehrt. Daher konnten wir im Jahr 2010 auch noch keinen positiven Economic Value Added (EVA) erzielen.
Die finanzielle Messgröße EVA zeigt den Wert, den ein Unternehmen in einem Geschäftsjahr generiert oder vernichtet, und wird wie folgt berechnet:
EVA = NOPAT - (WACC x Capital Employed)
― NOPAT = Net Operating Profit After Taxes / EBIT nach fiktiven Steuern
― WACC = Weighted Average Cost of Capital / Gewichteter Kapitalkostensatz
― Capital Employed (gebundenes Kapital): Das Capital Employed berücksichtigt alle Aktiva ohne die liquiden Mittel, vermindert um die nicht zinstragenden Verbindlichkeiten auf der Passivseite.
WACC¹ = (Anteil Eigenkapital X Eigenkapitalkosten) + (Anteil Fremdkapital X Fremdkapitalkosten) X (1 - Steuersatz )
(88,58 % X 8,76 %) + (11,42 % X 4,20 %) X (1 - 29,83 %) = 8,10 %
Eigenkapitalkosten = Risikoloser Zins (3,0 %) + Risikoprämie (5,0 %) * Betafaktor (1,15) = 8,76 %
Der ROCE von Paint and Assembly Systems verbesserte sich deutlich auf 28,2 % (Vorjahr: 4,8 %), während Measuring and Process Systems 3,5 % erreichte (Vorjahr: 4,4 %). Besonders im vierten Quartal 2010 konnten beide Bereiche deutliche Zuwächse erzielen: Paint and Assembly Systems erreichte im Schlussquartal einen annualisierten ROCE von 50,8 %, während Measuring and Process Systems 11,9 % auswies. Der Renditeunterschied zwischen den Unternehmensbereichen resultiert vor allem aus dem starken Ertragsanstieg und der geringen Kapitalbindung des Unternehmensbereichs Paint and Assembly Systems, der 2010 auch einen positiven EVA erzielte. Wir berechnen und analysieren die ROCE- und Capital-Employed-Kennziffern auch für alle sechs Geschäftsbereiche, um Geschäftssteuerung und Mittelallokation zu optimieren.
¹ Die Ermittlung des WACC erfolgt gemäß IAS 36 auf Basis der Parameter unserer Peer Group, also ohne Berücksichtigung der Kapitalstruktur des Dürr-Konzerns. Dagegen wird in der Literatur zur Ermittlung des WACC für Unternehmensbewertungen üblicherweise das gewogene arithmetische Mittel aus Eigenkapital und Fremdkapital der Gesellschaft herangezogen.
# 2.33 BILANZKENNZAHLEN
| scroll | 2010 | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|
| Nettofinanzstatus (31.12.) Mio. € | 23,6 | 3,0 | - 34,4 |
| Nettofinanzverbindlichkeiten zu EBITDA | - | - | 0,4 |
| Gearing (31.12.) % | - | 8,0 | - 1,0 |
| Nettoumlaufvermögen (NWC) (31.12.) Mio. € | 27,3 | 57,4 | 151,8 |
| Days Working Capital Tage | 7,8 | 19,2 | 34,1 |
| Days Sales Outstanding Tage | 112,2 | 108,9 | 100,3 |
| Anlagendeckungsgrad (31.12.) % | 69,1 | 66,6 | 77,0 |
| Vermögensdeckungsgrad (31.12.) % | 140,1 | 111,0 | 122,4 |
| Anlagenintensität (31.12.) % | 38,0 | 46,8 | 40,8 |
| Liquidität ersten Grades (31.12.) % | 44,4 | 22,3 | 15,5 |
| Liquidität zweiten Grades (31.12.) % | 113,3 | 91,7 | 96,8 |
| Eigenkapitalquote (31.12.) % | 26,3 | 31,1 | 31,4 |
| Bilanzsumme (31.12.) Mio. € | 1.216,5 | 968,1 | 1.088,0 |
## BILANZ: NETTOFINANZSTATUS WEITER VERBESSERT
Das höhere Geschäftsvolumen, der starke Anstieg der erhaltenen Anzahlungen und die Emission unserer Anleihe bewirkten, dass die Bilanzsumme zum 31. Dezember um 248,4 Mio. € beziehungsweise 25,7 % auf 1.216,5 Mio. € wuchs. Auf der Aktivseite verzeichneten wir vor allem Zuwächse bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (+ 68,7 Mio. €) sowie bei den flüssigen Mitteln (+ 148,4 Mio. €). Letztere waren geprägt von dem Mittelzufluss aus der Anleiheemission und dem Rückkauf der Altanleihe aus dem Jahr 2004.
Das NET WORKING CAPITAL reduzierte sich um 30,1 Mio. € auf 27,3 Mio. €, da die erhaltenen Anzahlungen, die in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten sind, stärker zunahmen als die Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Zum Bilanzstichtag betrug das Net Working Capital nur 2,2 % des Umsatzes (31.12.2009: 5,3 %). Die Days Working Capital, also die Umschlagdauer des Working Capital, erreichten mit acht Tagen einen neuen Tiefstwert. Dagegen bewirkte der starke Forderungsanstieg, dass sich die Umschlagdauer der Forderungen (Days Sales Outstanding) auf 112 Tage verlängerte.
Die aus Unternehmenskäufen entstandenen Geschäfts- oder Firmenwerte (Goodwill) betrugen am Bilanzstichtag 281,7 Mio. € und machten damit 60,9 % der langfristigen Vermögenswerte aus. Der leichte Anstieg um 10,4 Mio. € gegenüber dem Jahresende 2009 resultiert vorwiegend aus den Akquisitionen von Kleinmichel und Rickert sowie aus der Erstkonsolidierung von UCM. Weitere Informationen zu den immateriellen Vermögenswerten enthält TEXTZIFFER 17 im Anhang zum Konzernabschluss. Maschinen, Gebäude und andere Gegenstände des Sachanlagevermögens haben bei Dürr eine vergleichsweise untergeordnete Bedeutung.
Das Eigenkapital erhöhte sich zum Jahresende 2010 um 18,0 Mio. € auf 319,4 Mio. €. Neben dem Jahresüberschuss von 7,1 Mio. € trugen dazu vor allem erfolgsneutral erfasste Währungsgewinne von 14,4 Mio. € bei, die bei der Umrechnung von Bilanzpositionen entstanden. Infolge der Bilanzausweitung lag die Eigenkapitalquote mit 26,3 % unter dem Vorjahresniveau (31.12.2009: 31,1 %).
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wuchsen zum 31. Dezember 2010 um 108,8 Mio. € auf 439,7 Mio. €. Dies resultiert vorwiegend aus dem starken Anstieg der passivisch ausgewiesenen Kundenanzahlungen (+ 72,7 Mio. €), die zum Bilanzstichtag mit 273,2 Mio. € ein außergewöhnlich hohes Niveau erreichten. Allerdings wird sich dieser Wert durch die Abwicklung mehrerer Großaufträge im ersten Halbjahr 2011 wieder verringern. Auf der Aktivseite stehen den passivisch ausgewiesenen Anzahlungen korrespondierende zukünftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen gegenüber. Die ausschließliche Betrachtung der passivisch ausgewiesenen Anzahlungen führt daher zu Fehlinterpretationen. Der Saldo aus künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen und erhaltenen Anzahlungen belief sich zum 31. Dezember 2010 auf - 51,5 Mio. €. Dieser Betrag, mit dem unsere Kunden in Summe in Vorleistung getreten sind, wird zukünftig abfließen. Über die Zusammensetzung der künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen sowie der erhaltenen Anzahlungen informiert textziffer 20 des Anhangs zum Konzernabschluss.
# 2.34 LANG- UND KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
| (31.12.) scroll | Mio. € | 2010 in % der Bilanzsumme | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 316,1 | 26,0 | 308,2 | 302,1 |
| Sachanlagen | 91,2 | 7,5 | 88,8 | 89,0 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 55,0 | 4,5 | 55,6 | 52,4 |
| Langfristige vermögenswerte | 462,3 | 38,0 | 452,6 | 443,5 |
| Vorräte | 73,8 | 6,1 | 62,5 | 77,9 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 392,0 | 32,2 | 323,3 | 443,8 |
| Liquide Mittel | 252,3 | 20,7 | 103,9 | 84,4 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 36,0 | 3,0 | 25,8 | 38,4 |
| Kurzfristige vermögenswerte | 754,1 | 62,0 | 515,5 | 644,5 |
# 2.35 EIGENKAPITAL
| (31.12.) scroll | Mio. € | 2010 in % der Bilanzsumme | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | 44,3 | 3,6 | 44,3 | 44,3 |
| Sonstiges Eigenkapital | 268,9 | 22,1 | 250,6 | 290,0 |
| Eigenkapital Aktionäre | 313,2 | 25,7 | 294,9 | 334,3 |
| Nicht beherrschende Anteile | 6,2 | 0,5 | 6,5 | 7,1 |
| Summe Eigenkapital | 319,4 | 26,3 | 301,4 | 341,4 |
# 2.36 KURZ- UND LANGFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN
| (31.12.) scroll | Mio. € | 2010 in % der Bilanzsumme | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|---|
| Finanzverbindlichkeiten (einschl. Anleihe) | 232,3 | 19,1 | 104,0 | 122,6 |
| Rückstellungen (einschl. Pensionen) | 103,6 | 8,5 | 107,5 | 117,5 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 439,6 | 36,1 | 330,9 | 372,2 |
| davon erhaltene Anzahlungen | 273,2 | 22,5 | 200,5 | 157,3 |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | 2,7 | 0,2 | 7,9 | 15,7 |
| Sonstige Verbindlichkeiten (einschl. latente Steuern, Rechnungsabgrenzungsposten) | 118,9 | 9,8 | 116,4 | 118,6 |
| Gesamt | 897,1 | 73,7 | 666,7 | 746,6 |
# 2.37 VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR
ZEITWERTE ENTSPRECHEN WEITGEHEND DEN BUCHWERTEN
In der Regel bilanzieren wir die Buchwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten, dabei werden Niederstwerttests berücksichtigt. Langfristige Fertigungsaufträge weisen wir gemäß der Percentage-of-Completion-Methode (POC-Methode) aus. Derivative Finanzinstrumente, zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zu Zeitwerten ermittelt. Erläuterungen zur Buchwertermittlung bei Finanzinstrumenten enthält TEXTZIFFER 6 im Anhang zum Konzernabschluss.
Auf der Passivseite unterschreiten die Bilanzansätze der Verbindlichkeiten die Zeitwerte in zwei Fällen: bei der Anleihe und bei den Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing. Die Differenz beträgt insgesamt 17,0 Mio. € (31.12.2009: 7,6 Mio. €; TEXTZIFFER 32 im Anhang zum Konzernabschluss).# INVESTITIONEN
Auf der Aktivseite entsprechen die Buchwerte den Zeitwerten. INVESTITIONEN UNTER VORJAHRESWERT Aufgrund unseres niedrigen Eigenfertigungsanteils ist der Bedarf an Sachinvestitionen bei Dürr vergleichsweise gering. Auch der Kapazitätsausbau in den Emerging Markets ist wenig kapitalintensiv, da vor allem Ausgaben für die Einstellung, Schulung und Einarbeitung neuer Mitarbeiter anfallen. Im Jahr 2010 bewegten sich die Investitionen in Sachanlagen mit 11,2 Mio. € auf dem Niveau der Vorjahre. Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte sanken im Jahr 2010 um 3,9 Mio. € auf 11,0 Mio. €. Ein größerer Teil dieser Position entfiel auf den Goodwill, der im Zuge der Akquisitionen von Rickert und Kleinmichel aktiviert wurde. Im Vorjahr enthielten die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte die Kosten, die für die Anpassung des Vertrags zu unserem syndizierten Kredit anfielen. Der Großteil dieser Kosten wurde allerdings bereits im Vorjahr aktiviert. Die Investitionen in Software-Lizenzen und andere Rechte lagen im Jahr 2010 auf Vorjahresniveau. Bei Abschreibungen von 21,9 Mio. € (Vorjahr: 22,6 Mio. €) ergibt sich im Konzern eine Investitionsdeckung von 98,6 % (Vorjahr: 84,6 %).
2.38 INVESTITIONEN
| scroll | Mio. € | 2010 | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|---|
| Investitionen in Sachanlagen | 11,2 | 11,8 | 10,8 | |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte | 11,0 | 14,9 | 13,5 | |
| Investitionen in Finanzanlagen | 1,0 | 5,3 | 0,0 | |
| Abschreibungen2 | 21,9 | 22,6 | 14,4 |
1 Gemäß den IFRS weichen die Investitionen in dieser Übersicht von den Angaben in der Cashflow-Rechnung ab.
2 Inklusive außerplanmäßiger Abschreibungen und Zuschreibungen
LIQUIDITÄTSENTWICKLUNG
Vor allem der hohe operative Cashflow und der Mittelzufluss aus der Anleiheemission bewirkten, dass sich die liquiden Mittel zum 31. Dezember 2010 um 148,4 Mio. € auf 252,3 Mio. € erhöhten. Der FREE CASHFLOW, die flüssigen Mittel sowie die Kredit- und Avallinien sollten unseren Finanzierungsbedarf im Jahr 2011 problemlos abdecken. 2011 belaufen sich die Zahlungsverpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen (Operating Lease) auf 19,6 Mio. €, hinzu kommen 0,8 Mio. € aus Finanzierungs-Leasingverträgen und 5,0 Mio. € aus anderen finanziellen Verpflichtungen (zum Beispiel Einkaufskontrakte). Fälligkeiten aus Finanzverschuldung stehen 2011 nicht an.
AUSSERBILANZIELLE FINANZIERUNGSINSTRUMENTE UND VERPFLICHTUNGEN
Insgesamt haben sich die außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente und Verpflichtungen im Jahr 2010 nur geringfügig verändert. Die künftigen Mindestzahlungen aus Operating-Leasing-Verträgen beliefen sich zum Jahresende 2010 auf 121,1 Mio. € und lagen damit leicht unter dem Wert des Vorjahresstichtags (127,9 Mio. €). Eine Aufstellung enthält TEXTZIFFER 37 im Anhang zum Konzernabschluss. Wir führen selektiv Forderungsverkäufe durch (Forfaitierung, Factoring, Negoziierung), um die Mittelbindung zu reduzieren. Zum Jahresende 2010 lag das Factoring-Volumen bei 12,1 Mio. €, während die Negoziierungstransaktionen 13,0 Mio. € erreichten (Vorjahr: 11,9 Mio. € und 0 Mio. €). Wie bereits im Vorjahr nahmen wir keine Forfaitierungen vor. Zu den außerbilanziellen Verpflichtungen zählen auch die Verbindlichkeiten aus sonstigen Dauerschuldverhältnissen in Höhe von 9,9 Mio. € (31.12.2009: 16,4 Mio. €). Einige außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente verkürzen die Bilanzsumme und verbessern bestimmte Kapitalkennziffern. Ihr Gesamtumfang steht bei Dürr in einem angemessenen Verhältnis zum Geschäftsvolumen. Die mit Abstand größte außerbilanzielle Finanzierungsposition stellen die Operating-Leasing-Verträge dar. Hätten wir die geleasten Anlagegüter gekauft, wäre die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2010 um rund 10 % gestiegen und die Eigenkapitalquote um rund 2,4 Prozentpunkte gesunken. In diesem Fall hätte sich auch die Ergebniszusammensetzung geändert: Das EBIT wäre in etwa um den Betrag gestiegen, um den sich das Zinsergebnis verschlechtert hätte. Die zum 31. Dezember 2010 in Anspruch genommenen Avale in Höhe von 262,2 Mio. € (31.12.2009: 182,1 Mio. €) umfassen im Wesentlichen Kreditgarantien und -bürgschaften und stellen keine außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente dar.
Forschung und Entwicklung
F&E-ZIELE
Alle F&E-Aktivitäten im Dürr-Konzern lassen sich auf drei übergeordnete Zielsetzungen zurückführen: die Erschließung von Ertragspotenzialen, die Schaffung von Alleinstellungsmerkmalen und das frühzeitige Erkennen von Technologietrends, die zukünftiges Wachstum versprechen.
F&E-KENNZAHLEN
Im Geschäftsjahr 2010 lag der F&E-Aufwand mit 25,8 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres. Die F&E-Quote verringerte sich aufgrund des starken Umsatzwachstums von 2,4 % auf 2,0 %. Allerdings buchen wir in der Position "Forschungs- und Entwicklungskosten" nur den kleineren Teil des tatsächlichen Aufwands. Der deutlich größere Teil wird in den Umsatzkosten erfasst, da er für spezifische F&E-Leistungen bei einzelnen Kundenaufträgen anfällt. Weitere 3,6 Mio. € (Vorjahr: 2,5 mio. €) haben wir als immaterielle Vermögenswerte aktiviert und daher ebenfalls nicht in den F&E-Kosten ausgewiesen. Den F&E-Aktivierungen stehen Abschreibungen in ähnlicher Höhe gegenüber. Weitere Informationen enthält TEXTZIFFER 6 im Anhang zum Konzernabschluss. Am 31. Dezember 2010 waren in den F&E-Abteilungen des Konzerns 162 Mitarbeiter beschäftigt (31.12.2009: 157), das entspricht einem Anteil von 2,7 % an der Gesamtbelegschaft (31.12.2009: 2,7 %). Hinzu kommen zahlreiche weitere Mitarbeiter, die im Rahmen von Kundenaufträgen an Entwicklungsprojekten arbeiten. Der entwicklungsintensivste Geschäftsbereich ist Application Technology; hier betrug die F&E-Quote 4,5 % und der Anteil der F&E-Mitarbeiter 11 %. Konzernweit wurden im Jahr 2010 36 Neuentwicklungen abgeschlossen und weltweit auf 60 Messen vorgestellt. Wir haben 48 neue Patentfamilien angemeldet (Vorjahr: 48); damit verfügt der Konzern über insgesamt 580 Patentfamilien. Die meisten Patente und Patentfamilien wurden für den Geschäftsbereich Application Technology angemeldet, gefolgt von Paint and Final Assembly Systems. Seit dem Jahr 2001 verleihen wir den Heinz Dürr Innovation Award an Mitarbeiterteams, die außergewöhnliche Innovationen entwickelt haben. Beim Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft 2010 erreichten wir in der Kategorie "Großunternehmen" das Finale der besten fünf Firmen - ein Beleg für die Innovationskraft von Dürr. Wir kooperieren mit knapp 50 wissenschaftlichen Einrichtungen im Inland und weiteren knapp 20 Instituten im Ausland. Besonders enge Kontakte pflegen wir zu den Universitäten Darmstadt und Stuttgart sowie zu mehreren Fraunhofer-Instituten in Deutschland. Aus Wettbewerbsgründen veröffentlichen wir keine Informationen über konkrete Themen der Zusammenarbeit. Im Jahr 2010 haben wir Forschungsdienstleistungen im Wert von 2,8 Mio. € zugekauft (Vorjahr: 1,5 Mio. €). Die öffentliche Hand gewährte uns Forschungsmittel in Höhe von 0,4 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €).
2.40 F&E-KENNZAHLEN
| scroll | 2010 | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|
| F&E-Aufwand | Mio. € | 25,8 | 25,9 |
| Paint and Assembly Systems | Mio. € | 20,3 | 20,5 |
| Measuring and Process Systems | Mio. € | 5,5 | 5,4 |
| F&E-Quote | % | 2,0 | 2,4 |
| Paint and Assembly Systems | % | 2,2 | 2,7 |
| Measuring and Process Systems | % | 1,6 | 1,6 |
| Aktivierte F&E-Kosten | Mio. € | 3,6 | 2,5 |
| Abschreibungen auf aktivierte F&E-Kosten | Mio. € | - 3,3 | - 3,3 |
| F&E-Mitarbeiter (31.12.) | 162 | 157 |
F&E-AUSRICHTUNG
Maßgeblich für die Ausrichtung unserer F&E-Aktivitäten sind vor allem neue Entwicklungen, Strategien und Anforderungen der Automobilindustrie. Besonders wichtig sind derzeit die folgenden Innovationsfelder:
- Flexibilisierung: Die wachsende Modell- und Variantenvielfalt der Autohersteller generiert einen hohen Bedarf an flexiblen Fertigungssystemen.
- Lokalisierung für die Emerging Markets: Vor allem in den absatzstarken Emerging Markets benötigt die Automobilindustrie angepasste Produktionsanlagen, um kostengünstige Einstiegsmodelle wirtschaftlich zu produzieren.
- Energieeffizienz und Ressourcenschonung: Um Betriebskosten, CO2-Ausstoß und Rohstoffverbrauch in der Fahrzeugproduktion zu reduzieren, werden verstärkt energie- und materialeffiziente Prozesse nachgefragt.
- Stückkostenoptimierung: Eines der wichtigsten Investitionsmotive der Automobilindustrie ist die Senkung der Stückkosten in der Produktion. Dafür sind ganzheitliche Total-Cost-Konzepte gefragt, die neben den Investitionskosten auch die Material-, Energie-, Wartungs- und Personalkosten senken.
- Modularisierte Fertigung: Um die Montagezeit für Autos zu verkürzen, beziehen die Hersteller verstärkt vorgefertigte Module. Für die Zulieferer erwächst daraus ein erhöhter Bedarf an flexiblen Anlagen.
- Alternative Antriebe: In der Antriebstechnologie setzt die Automobilindustrie auf verbrauchs- und emissionsarme Aggregate - vom sparsamen Verbrennungsmotor über Hybridlösungen bis zum Elektromotor. Dafür werden entsprechende Produktions- und Montageanlagen benötigt.
- Leichtbau: Verbrauchseffiziente LEICHTBAU-Karosseriekonzepte erfordern den Einsatz neuer Werkstoffe, zum Beispiel hochfeste Stähle, Aluminium, Magnesium, Titan oder Faserverbundstoffe. Diese wiederum können nur mithilfe spezieller Produktionsprozesse verarbeitet werden. Ein Beispiel ist die Klebetechnik zum Fügen nicht-schweißbarer Materialien und Materialkombinationen.
- Fahrerassistenzsysteme: Intelligente Fahrerassistenzsysteme, zum Beispiel Brems- und Spurhalteassistenten, werden sich mehr und mehr zur Standardausstattung von Autos entwickeln. Um einen einwandfreien Betrieb zu gewährleisten, benötigt die Automobilindustrie entsprechende Prüftechnologien.
F&E-ERGEBNISSE
Paint and Final Assembly Systems
In der Lackieranlagentechnik haben wir das energiesparende Spritzkabinensystem EcoDryScrubber, das bei den Automobilherstellern erfolgreich eingeführt wurde, für den Einsatz bei Zulieferern weiterentwickelt. Durch konstruktive Veränderungen an der Filtertechnik lassen sich nun auch Armaturenbretter, Achsen, Kunststoffanbauteile und andere Komponenten lackieren.# Dürr AG Geschäftsbericht 2010
Management Discussion
Research and Development (R&D)
Application Technology
We have already delivered a test system of the modified system to Japan. We have equipped our LEITTECHNIK software EcoEMOS with the additional functions "Energy" and "Visual Management." "Energy" monitors the energy consumption of production plants in real-time and generates corresponding key figures. This meets the growing demand for energy-efficient manufacturing processes. For example, the system can automatically reduce plant performance and thus energy consumption during breaks and downtimes. The "Visual Management" function analyzes the reasons for plant downtimes in final vehicle assembly. This provides the operator with indications for optimizing the plant; on this basis, the ramp-up of new assembly lines can be accelerated by up to 10%.
Application Technology
In 2010, the Application Technology business unit also made a significant contribution to Dürr's technological leadership with several new developments. One of the most important innovations is the EcoPump9 paint dosing pump. In addition to its compact design, it is particularly characterized by economical material consumption. In tests in our development center, we were able to reduce the paint loss incurred when flushing the pump by a further 25%. Furthermore, the flushing time is reduced by 10%, which increases productivity. Another top innovation that we brought to market maturity in 2010 is the EcoRP L 153 robot for the interior painting of vans. This so-called swingarm painting robot reaches into the interior of the body through the rear opening. It has two additional axes of motion that pivot the robot arm into the correct position. This allows the EcoRP L 153 to easily reach even hard-to-access areas. It is also highly flexible, as it can paint car bodies of different lengths on one line.
Environmental and Energy Systems
We have expanded our concepts for heat recovery and energy saving in exhaust air purification technology. Depending on the purification process, we equip our systems with HEAT EXCHANGERS or heat exchangers, for example. This allows the purified, hot air to be used to heat process air or water. Another R&D pacemaker was the adaptation of our systems to new emission standards. To meet even the most demanding limits for nitrogen oxide emissions, we have developed standard modules for selective catalytic reduction (SCR) for our exhaust air purification systems. In this process, a reducing agent, such as ammonia or urea, is first sprayed into the exhaust gas at temperatures of up to 390 degrees Celsius. In the next step, the nitrogen oxides can be converted into water or harmless molecular nitrogen with the aid of a catalyst. In the field of energy recovery from industrial waste heat, we have launched a research project on the use of micro gas turbines.
Aircraft and Technology Systems
The Aircraft and Technology Systems business unit has expanded its range of solutions for positioning large components in aircraft assembly. Our new, flexible positioning technology EcoPositioner meets the highest precision requirements, for example, in the millimeter-accurate synchronous movement of multiple positioning units required for handling wings, fuselage shells, and other components. This is ensured by the tried-and-tested Dürr control software EcoRPC, which we have designed together with colleagues from Application Technology for use in aircraft assembly. Among other things, we have integrated a so-called compensation model into the control software. This function compensates for interfering influences, such as mechanical elasticities, in order to achieve absolute positioning accuracy. A second R&D focus was the further development of our modular assembly system FAStplant. Previously, we used the system, which was originally designed for automotive assembly, in wing assembly. Through further development, it can now also be used for the flow production of aircraft turbines; it ensures greater flexibility and optimal accessibility for workers.
Balancing and Assembly Products
For material and strength tests on rotors, our balancing technology division has introduced the new SCHLEUDERSTAND CENTRIO. Noise-optimized components, powerful insulation, and the encapsulation of noise sources ensure comprehensive sound insulation. CENTRIO is also extremely energy-efficient: the use of special servomotors makes it possible to feed the energy required to accelerate the test object back into the power grid during braking. Together with the Aachen and Saarbrücken Universities of Applied Sciences, we have developed a roller test stand for trucks that contributes to reducing fuel consumption and CO2 emissions. The highly accurate system, named x-wheel truck d, measures the wheel alignment of the chassis using a laser. On this basis, the truck axles can be adjusted to minimize rolling resistance. The result: up to 3% less fuel consumption and correspondingly fewer emissions. In FILLING TECHNOLOGY, we, as the market leader, have introduced a new system that supplies vehicles in final assembly with the refrigerant R1234yf for air conditioning systems. R1234yf contains no greenhouse gases and has been the only approved refrigerant for new vehicles to be certified in the EU since the beginning of 2011. Since R1234yf is highly flammable, we have developed a comprehensive safety concept for the filling process together with TÜV Rheinland. Successfully: Our technology is so safe that it can also be used outside of explosion protection zones. This considerably simplifies the integration of the system into existing plants.
Cleaning and Filtration Systems
Among the most important innovations in cleaning technology is the environmentally friendly EcoCSteam process. In this process, the workpiece is freed from dirt particles using a combination of hot steam and compressed air. To ensure optimal spray angle and distance, robots position the high-pressure nozzles correctly. Originally, the system with its freely movable nozzles was designed for cleaning very large workpieces, such as components for wind turbines. However, we have also already implemented an EcoCSteam system for cleaning motorcycle parts. The new all-round filter system EcoCFlow provides greater flexibility in the processing of cooling lubricants. Thanks to its modular design, it can be retrofitted for the use of different filtration methods – vacuum, pressure, or gravity. This is an absolute novelty; previously, only one method was possible per system. The retrofittability makes it possible to filter liquids with different types of chips and particles in one system, for example, made of aluminum, steel, or cast iron. This allows our customers to react cost-effectively and flexibly to new market requirements.
Employees
In 2010, the Group's workforce grew by 3.6% to 5,915 people (December 31, 2009: 5,712). This figure includes 74 employees from the acquired companies Kleinmichel, Rickert, and UCM, who were first consolidated in 2010. On a comparable basis, i.e., excluding acquisitions, the number of employees increased by 2.3%. For comparison: In the previous year, we had reduced the permanent workforce by 7% against the backdrop of the economic crisis. Excluding acquisitions, we increased the number of employees in 2010 exclusively in the emerging markets. With an increase of 16.5%, the workforce there grew significantly to 1,613 people, representing a share of 27.3% of the Group's workforce. The majority of new hires were made in the booming market of China, where the number of employees grew by almost a third to 713 people. In Brazil, the increase was also one-third, in India 3%, and in Mexico 13%. Outside the emerging markets, the workforce remained practically constant at 4,302 employees (December 31, 2009: 4,328 employees). In Germany, the number of employees decreased by 38 to 2,931 people by the end of 2010.
TRAINING AND PERSONNEL DEVELOPMENT
The qualifications and commitment of our employees are crucial to Dürr's success. Therefore, we also offered a comprehensive training program in 2010. In the 755 group and individual training sessions held at various locations, we recorded 5,062 participations (previous year: 632 trainings, 3,487 participations). In Germany, we also used the ongoing short-time work in the first half of 2010 for targeted training measures. The training budget per employee was around €450. Courses in the areas of SAP application, design software, and languages were particularly in demand. For the key area of project management, we newly designed and successfully implemented the training module "Leading International Projects." Our college programs in painting, application, and balancing technology were also very well received. Dürr specialists present current work topics and the latest findings to their colleagues from other departments and business units. Beyond the college events, we also rely on the principle of "employees training employees." This ensures a high degree of practical relevance, supports knowledge transfer, and reduces costs for external speakers. Employees who want to pass on special knowledge to colleagues can complete a basic course in didactics and obtain the "Dürr Expert Trainer" certificate. Currently, 86 expert trainers are active in the Group (previous year: 73).# 2.41 MITARBEITER NACH UNTERNEHMENSBEREICHEN (31.12)
2.42 MITARBEITER NACH REGIONEN (31.12)
Im Rahmen des Dürr-Führungskompetenzmodells, das im Jahr 2008 eingeführt wurde, haben wir zusammen mit den Teilnehmern zahlreiche Weiterentwicklungsmaßnahmen umgesetzt. Dazu gehören Coachings zur Persönlichkeitsentwicklung, Methodentrainings und internationale Managementkurse. Zudem haben wir das Gesundheitsprogramm für unsere Führungskräfte neu konzipiert.
AUSBILDUNG UND HOCHSCHULMARKETING
Konzernweit haben sich im Jahr 2010 82 Auszubildende und 47 Studenten Dualer Hochschulen (DH) auf ihr Berufsleben vorbereitet. Auszubildende können bei uns die Berufe Industriekaufmann, Industriemechaniker, Mechatroniker oder Technischer Zeichner erlernen. DH-Studenten haben die Möglichkeit, ihre Praxisphasen in den Fachrichtungen Industrie, Mechatronik, Maschinenbau, Elektrotechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen zu durchlaufen. Zudem entsenden wir alle unsere DH-Studenten für drei bis fünf Monate an einen Dürr-Auslandsstandort. Im Jahr 2010 wurden in Zusammenarbeit mit Dürr 19 Bachelor- und Masterarbeiten angefertigt. 74 Praktikanten - davon neun im Ausland - konnten einen Einblick in die Welt des Maschinen- und Anlagenbaus nehmen; weitere 26 Werkstudenten haben uns regelmäßig oder projektbezogen unterstützt. Um vielversprechende Absolventen zu gewinnen, haben wir uns auf mehreren Hochschulmessen präsentiert. Im Wettbewerb um qualifizierte Nachwuchskräfte setzen wir mit Erfolg auf die Argumente Vergütung, Karriere und Technologieführerschaft. Immer stärker betonen wir auch die Vorteile bei der Work-Life-Balance, zum Beispiel flexible Arbeitszeiten, Langzeitarbeitskonten oder Kita-Plätze für Mitarbeiterkinder. Die Auszeichnung als "Top-Arbeitgeber Automotive", die wir im Jahr 2010 erhielten, bestätigt diesen Ansatz (mehr dazu im Kapitel NACHHALTIGKEIT).
Beschaffung
Infolge des anziehenden Geschäfts hat sich unser Materialeinsatz im Jahr 2010 wieder erhöht und erreichte 558,8 Mio. €. Sein Anteil am Umsatz ist auf 44,3 % gewachsen (Vorjahr: 39,1 %). Die Preise der für Dürr wichtigsten Rohstoffe - vor allem Stahl, Edelstahl und Kupfer - sind im Jahresverlauf 2010 mit der gesamtwirtschaftlichen Erholung deutlich angestiegen. Dennoch ist es uns gelungen, die Preiserhöhungen für die von uns beschafften Komponenten, Halbzeuge und Dienstleistungen zu begrenzen. Dazu trug bei, dass sich im ersten Halbjahr 2010 gute Beschaffungspreise erzielen ließen, da viele Lieferanten nicht voll ausgelastet waren. Darüber hinaus haben wir weitere Instrumente genutzt, um die Beschaffungskosten zu optimieren. Dazu zählen Rahmenverträge, eine projektübergreifende Volumenbündelung bei Kaufteilen, eine intensive internationale Einkaufskoordination und - immer wichtiger - die Nutzung von Kostenvorteilen in den Emerging Markets.
Wie andere Unternehmen mussten auch wir feststellen, dass zahlreiche Lieferanten unzureichend auf den Aufschwung und die steigende Nachfrage vorbereitet waren. Trotz Engpässen auf der Lieferantenseite, zum Beispiel bei der Bereitstellung von Kunststoffen, konnten wir die Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden aber jederzeit erfüllen. Besonders wichtig ist für uns derzeit die Beschaffung im Boom-Markt China. Unser dortiger Einkauf arbeitet intensiv mit den Kollegen aus Deutschland zusammen. Um eine ausreichende Lieferantenverfügbarkeit sicherzustellen, entwickeln wir bewährte Partner weiter und evaluieren kontinuierlich neue Anbieter. Auch an neuen Standorten der Automobilindustrie in China verbreitern wir unsere Lieferantenbasis systematisch. Im Rahmen unseres Global-Sourcing-Ansatzes exportieren wir verstärkt Komponenten aus China, Mexiko und anderen kostengünstigen Beschaffungsmärkten in die Länder, in denen wir unsere Projekte abwickeln. Dabei gehen wir nach dem Prinzip der Total Cost and Risk Consideration vor. Das bedeutet, dass immer die Landesgesellschaft an den Projektstandort liefert, die in der Gesamtkostenbetrachtung am besten abschneidet. Für die weltweite Einkaufssteuerung ist das Global Sourcing Board zuständig, in dem die Einkaufsleiter der Geschäftsbereiche vertreten sind. Der Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems verfügt außerdem über das international besetzte Global Sourcing Committee, das wöchentlich Pooling-Möglichkeiten prüft sowie große Vergaben und Rahmenverträge international koordiniert und genehmigt. Auch die Einkaufsabteilungen der drei Maschinenbau-Geschäftsbereiche (Application Technology, Balancing and Assembly Products, Cleaning and Filtration Systems) arbeiten beim Bezug wichtiger Warengruppen eng zusammen. Strategische und operative Unterstützung erhalten die Dürr-Landesgesellschaften bei Bedarf durch das Team Coordination International Purchasing (CIP) aus Bietigheim-Bissingen.
Die Beschaffungsinfrastruktur haben wir weiter ausgebaut. Der Roll-out unseres internationalen Supplier-Relations-Management-Systems wurde vorangetrieben. Zahlreiche Mitarbeiter erhielten Trainings für die Einkaufsanwendungen unseres neuen ERP-SYSTEMS. Weltweit nutzen wir ein harmonisiertes System zur Lieferantenbewertung, um konzernweite Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Im Lieferanten-Risikomanagement setzen wir ein selbstentwickeltes System ein, das auch die Erfahrungen anderer Branchenunternehmen berücksichtigt. Neben einer Supplier Watchlist umfasst es eine Kriterien-Checkliste zur Risikoprüfung und eine spezifische Dürr-Finanzanalyse.
Nachhaltigkeit
Dürr bekennt sich zu den Prinzipien nachhaltigen Wirtschaftens. Wir pflegen einen fairen und respektvollen Umgang mit Mitarbeitern, Lieferanten und Geschäftspartnern, unterstützen den Schutz von Umwelt und Ressourcen und nehmen unsere gesellschaftliche Verantwortung aktiv wahr. Unsere Mitarbeiter sind dem Grundsatz verpflichtet, gesetzliche Regelungen und ethische Standards unbedingt einzuhalten. Anfang 2011 haben wir erstmals einen Code of Conduct für den Konzern verabschiedet. Er unterstützt unsere Mitarbeiter, indem er ethische Leitlinien für ihr Handeln nennt. Zum Beispiel gibt der Code of Conduct Orientierung für das Verhalten gegenüber Geschäftspartnern und Kollegen oder beim Umgang mit vertraulichen Daten, Insiderwissen oder fremdem Eigentum.
DÜRR ERNEUT ALS TOP-ARBEITGEBER AUSGEZEICHNET
Als Engineering-Konzern sind wir in besonderer Weise auf Know-how, Engagement und Erfahrung der Dürr-Mitarbeiter angewiesen. Daher organisieren wir einen systematischen Wissenstransfer und unterstützen unsere Mitarbeiter mit maßgeschneiderten Angeboten zur Weiterentwicklung von Fachwissen und Persönlichkeit (weitere Informationen enthält das Kapitel MITARBEITER). Darüber hinaus bieten wir ein attraktives und motivierendes Arbeitsumfeld. Ein Beispiel ist der moderne Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen, dessen offene und kommunikationsfördernde Gestaltung die Kooperation unter den Mitarbeitern unterstützt. In China errichten wir derzeit ein neues Fertigungs- und Bürogebäude, das sich an der transparenten Campus-Architektur orientiert. Um qualifizierte Professionals und Nachwuchskräfte zu gewinnen, schärfen wir permanent unser Profil als innovationsstarkes Technologieunternehmen, das eigenverantwortliches Arbeiten, Internationalität und Work-Life-Balance verbindet. Wichtige Anregungen hierfür erhalten wir durch regelmäßige Mitarbeiterbefragungen. Zuletzt hatten im Februar 2011 die Mitarbeiter aller deutschen Standorte die Möglichkeit, uns ihr Feedback zu geben. Eine aktuelle Auszeichnung unterstreicht unsere Attraktivität als Arbeitgeber: Bei dem renommierten Wettbewerb "Top-Arbeitgeber Automotive 2010/2011", der deutschlandweit unter Zulieferern und Ausrüstern der Automobilindustrie durchgeführt wurde, erreichten wir im Oktober 2010 Platz 5 unter 25 Unternehmen im Finale. In drei der sechs bewerteten Kategorien erzielten wir die Höchstnote. Dazu zählt neben dem Innovationsmanagement und der Work-Life-Balance auch das Kriterium Vergütung. In den drei weiteren Kategorien Karrieremöglichkeiten, Training und Entwicklung sowie Unternehmenskultur schnitt Dürr ebenfalls gut ab. Bereits im Vorjahr hatten wir im Ranking "Top-Arbeitgeber Ingenieure" Platz 8 unter 34 Finalisten erreicht.
2.43 KENNZAHLEN SOZIALES (KONZERN)
| 2010 | 2009 | |
|---|---|---|
| Anzahl Arbeitnehmer (31.12.) | 5.915 | 5.712 |
| davon Auszubildende und Studenten der Dualen Hochschule (31.12) | 129 | 117 |
| Anteil weiblicher Mitarbeiter (31.12.)(%) | 17 | 17 |
| Teilzeitarbeitnehmer (31.12.) | 166 | 165 |
| Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit (Jahre) | 12 | 12 |
| Krankenquote (%) | 2,5 | 2,5 |
| Fluktuation (%) | 6,7 | 7,7 |
| Anzahl Unfälle pro Tsd. Mitarbeiter (Deutschland) | 10,2 | 8,8 |
Klassische Personalkennzahlen unterstreichen die hohe Zufriedenheit und Loyalität unter den Dürr-Mitarbeitern. Die Betriebszugehörigkeit erreichte im Konzern mit durchschnittlich rund 12 Jahren einen sehr hohen Wert (Vorjahr: 12 Jahre). Die Krankenquote betrug in Deutschland 3,2 % (Vorjahr: 3,1 %) und im Gesamtkonzern 2,5 % (Vorjahr: 2,5 %). Die Fluktuation, also der Anteil der Austritte an der Belegschaft, belief sich 2010 im Inland auf 5,7 % und im Konzern auf 6,7 % (Vorjahr: 4,2 % bzw. 7,7 %).
2.44 KENNZAHLEN ÖKOLOGIE
| 2010 | 2009 | |
|---|---|---|
| Anzahl Standorte | 48 | 46 |
| davon mit Qualitätsmanagementzertifikat nach ISO 9001 | 38 | 39 |
| davon mit Umweltzertifikat nach ISO 14001 | 17 | 19 |
| Verbrauch Strom (MWh) | 28.110 | 34.772 |
| Gas/Öl/Fernwärme (MWh) | 41.685 | 47.606 |
| Wasser (m3 ) | 76.876 | 84.618 |
| Abwasseraufkommen (m3 ) | 68.204 | 84.556 |
| Abfall (t) | 2.893 | 2.998 |
| davon wiederverwertet (t) | 2.208 | 1.871 |
| Emissionen CO2 (t) | 28.991 | 33.411¹ |
| davon auf Dürr-Fuhrpark entfallend (t) | 2.336 | 2.350 |
| SO2 (t) | 15 | 21 |
| NOx (t) | 24 | 28 |
¹ Im Geschäftsbericht 2009 haben wir CO2 -Emissionen von 31.061 Tonnen ausgewiesen.Darin waren, anders als im vorliegenden Bericht, nicht die CO2 -Emissionen unserer Fuhrparkfahrzeuge enthalten.
Kennzahlen wie Energiebedarf, Wasserverbrauch und Abfallaufkommen werden an unseren Standorten systematisch erfasst und ausgewertet.# RISIKOBERICHT
Risiken sind ein grundlegender Bestandteil jedes unternehmerischen Handelns. Drei Grundsätze gelten für unser Chancen- und Risikomanagement: Bei allen Geschäften, die wir eingehen, müssen die Chancen klar überwiegen; rein spekulative Transaktionen jeder Art sind strikt untersagt; unser Handeln muss nicht nur geltendem Recht, sondern auch ethischen und moralischen Standards genügen. Unser Risikomanagement ist standardisiert und konzernweit gültig. Dies stellt sicher, dass alle Risiken systematisch, einheitlich und konzernübergreifend analysiert und bewertet werden. Die dadurch geschaffene Risikotransparenz hilft uns bei der Auswahl geeigneter Steuerungs- und Gegenmaßnahmen. Entsprechende Instrumente sind auf jeder Managementebene im Konzern etabliert.
STANDARD-RISIKOMANAGEMENTPROZESS
Der Standard-Risikozyklus startet bei Dürr halbjährlich von Neuem und besteht aus neun Stufen. Im Zentrum steht die Risikoinventur durch das Management der operativen Einheiten. Dabei werden die Einzelrisiken ermittelt, den 15 definierten Risikofeldern zugeordnet (GRAFIK 2.45) und mithilfe von Risikostrukturblättern bewertet. Die Bewertung der Einzelrisiken gliedert sich in drei Schritte: Zuerst wird ermittelt, welche maximale Auswirkung ein Risiko auf das Konzern-EBIT haben kann. Diesen Wert bezeichnen wir als Bruttorisiko. Danach beurteilen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos und schließlich die Effektivität möglicher Gegenmaßnahmen. Je geringer die Eintrittswahrscheinlichkeit und je höher die Maßnahmenwirksamkeit, desto stärker verringert sich das EBIT-Risiko. Aus dieser Prüfung ergibt sich ein rechnerisches Nettorisiko, das wir auch als tatsächliches Risikopotenzial bezeichnen. Die Addition aller einzelnen Risikopotenziale ergibt das Gesamtrisiko des Konzerns. Dieses wiederum lässt sich in spezifische Risiken der Geschäftsbereiche und übergreifende Konzernrisiken unterteilen. Das Ergebnis des halbjährlichen Risikozyklus ist der Konzernrisikobericht, der einen Überblick über alle Einzelrisiken und die Gesamtrisikosituation des Konzerns bietet. Die Risikoberichte werden zunächst in den verschiedenen Managementgremien und im Vorstand diskutiert; darauf folgt eine Analyse durch den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats, der seine Erkenntnisse anschließend im Aufsichtsratsplenum präsentiert.

Über dringliche Risiken werden Vorstand und Geschäftsbereichsleiter unverzüglich unterrichtet. Für die Durchführung des Standardrisikoprozesses sind die Risikomanager des Konzerns und der Geschäftsbereiche verantwortlich; bei ihnen handelt es sich um die Leiter der jeweiligen Controlling-Abteilungen. Zudem sind die interne Revision und die Risikomanager aller Landesgesellschaften eng eingebunden. Generell hat die Systematisierung des Risikomanagements die Risikokultur im Konzern positiv beeinflusst: Die Sensibilität für mögliche Gefahren ist in den vergangenen Jahren gestiegen; beim Eintritt von Risiken wird schneller und offener kommuniziert und gegengesteuert.
OPERATIVES RISIKOMANAGEMENT IN DER AUFTRAGSABWICKLUNG
Die Auftragsabwicklung ist der wichtigste Prozess bei Dürr. Operativen Risiken in diesem Bereich begegnen wir mit speziellen Instrumenten und Funktionen:
- Das Projektcontrolling prüft kontinuierlich und im Detail, ob Planung und tatsächlicher Projektverlauf übereinstimmen. So können wir bei Abweichungen vom Zeitplan, vom Liefer- und Leistungssoll und von der Kosten- und Erlöskalkulation unverzüglich gegensteuern.
- Die Projektmanager steuern die Auftragsabwicklung vor allem mit Blick auf Qualität, Termine und Budget. Dazu tauschen sie sich regelmäßig mit dem Projektcontrolling aus.
- Alle Projekte im Konzern werden nach den Standards des Dürr-Projektmanagement-Handbuchs abgewickelt. Weitere Instrumente, die Status und Risiken von Projekten transparent machen, sind Chancen-Risiken-Checklisten, die Projektmanagement-Software Dürr Projects und unser konzernweites ERP-System, das durchgängige Prozesse sicherstellt.
- Mit dem Center of Excellence Project Management (Bietigheim-Bissingen) betreiben wir eine interne Dienstleistungs- und Trainingsabteilung für das Projektmanagement. Sie entwickelt konzernweite Standards und vermittelt diese in Schulungen an die Projektmanager.
- Das Change und Claim Management überwacht gemeinsam mit Projektcontrolling und -management Auftragsänderungen, die Kunden in laufenden Projekten vornehmen, und macht eventuelle Zusatzkosten geltend. Außerdem werden etwaige Gewährleistungsansprüche geprüft.
RICHTLINIE FÜR DAS FINANZRISIKOMANAGEMENT
Den Umgang mit Fremdwährungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken haben wir in einer gesonderten Richtlinie geregelt. Zentrales Organ ist das Finanzrisiko-Komitee, das sich aus dem Finanzvorstand, den Leitern von Konzern-Controlling und Konzern-Treasury sowie den Finanzverantwortlichen der Geschäftsbereiche zusammensetzt. Dieses Gremium befasst sich mit finanzstrategischen Fragen und bereitet entsprechende Vorstandsbeschlüsse vor.
ABSICHERUNG VON FREMDWÄHRUNGSRISIKEN
In Projekten mit Fremdwährungsrisiken sichern wir bei Auftragseingang den Umsatzteil ab, der über die Kosten in lokaler Währung hinausgeht. Im Regelfall gehen wir für jedes Einzelprojekt ein separates Sicherungsgeschäft ein (Micro Hedge). Im Standardmaschinen- und Ersatzteilgeschäft, das durch kleinere Auftragsvolumina geprägt ist, vereinbaren wir auch Macro Hedges für mehrere Projekte, um den Transaktionsaufwand gering zu halten. Um Fremdwährungsrisiken zentral zu begegnen, ist üblicherweise das Konzern-Treasury der Dürr AG für Hedging-Geschäfte zuständig.
ABSICHERUNG VON ZINSRISIKEN
Im Rahmen des Zinsrisikomanagements überwachen wir alle zinstragenden und zinsreagiblen Bilanzpositionen. Um Risiken frühzeitig zu erkennen, nehmen wir regelmäßige Zinsanalysen vor. Fremdfinanzierung, Anlage und Zinssicherung liegen in der Verantwortung des Konzern-Treasury; Ausnahmen bedürfen der Genehmigung durch den Finanzvorstand.
ABSICHERUNG VON LIQUIDITÄTSRISIKEN
Bei der Unternehmenssteuerung achten wir besonders auf die Generierung flüssiger Mittel aus dem operativen Geschäft. Aber auch in Phasen mit negativen Cashflows - etwa bei steigendem Net-Working-Capital-Bedarf - stehen durch unsere Fremdfinanzierung ausreichend freie Mittel zur Verfügung. Bitte beachten Sie dazu auch die Erläuterungen zur Konzernfinanzierung im Kapitel FINANZWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG. Als Teil unseres Cash-Pooling-Systems decken wir den Liquiditätsbedarf einzelner Gesellschaften durch Überschüsse anderer Konzerntöchter ab. Dies vermeidet zusätzliche Kreditaufnahmen und senkt dadurch den Zinsaufwand.# Sowohl das Cash Pooling als auch die externe Liquiditätsbeschaffung werden durch das Konzern-Treasury gesteuert.
WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLLSYSTEMS/RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS FÜR DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS
Wir verstehen das interne Kontrollsystem beziehungsweise das Risikomanagementsystem (IKS/ RMS) für den Rechnungslegungsprozess als Summe aller Regelungen, Maßnahmen und Verfahren, die als Bestandteil des Risikomanagementsystems die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung mit hinreichender Sicherheit gewährleisten und sicherstellen, dass die Abschlüsse des Konzerns und der Konzerngesellschaften gemäß den IFRS erstellt werden. Die Gesamtverantwortung für das IKS/RMS obliegt dem Vorstand. Er hat im Rahmen des IKS/RMS eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation eingerichtet, die alle organisatorischen und rechtlichen Einheiten des Konzerns abdeckt. Für die Überwachung des IKS/RMS ist die Abteilung Interne Revision der Dürr AG zuständig. Im Zentrum des IKS/RMS für den Rechnungslegungsprozess stehen die folgenden Kontroll- und Sicherungsroutinen:
― 1. Die Bilanzierungsrichtlinie der Dürr AG regelt den Rechnungslegungsprozess der Einzelgesellschaften und den Konsolidierungsprozess auf Konzernebene. Sie wird von der Abteilung Konzernrechnungswesen kontinuierlich weiterentwickelt und berücksichtigt alle für Dürr relevanten IFRS-Regelungen.
― 2. Unser ERP-System und das Management-Reporting-Tool führen automatische Kontrollen von Buchungsprozessen durch und prüfen, ob einzelne Sachverhalte in den zutreffenden Bilanzpositionen ausgewiesen werden.
― 3. Als Teil eines mehrstufigen Validierungsprozesses nehmen wir Stichproben, Plausibilitätschecks und weitere Kontrollen vor. Dabei sind insgesamt fünf Instanzen eingebunden: operative Gesellschaften, Geschäftsbereiche, Unternehmensbereiche, Konzern-Controlling und Konzernrechnungswesen.
Die Ergebnisse aller wesentlichen Kontrollen werden systematisch dokumentiert, von der Dürr AG zusammengefasst und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats zugeleitet. Nach eingehender Prüfung der Ergebnisdokumentationen erstattet der Ausschussvorsitzende dem Aufsichtsratsplenum einen ausführlichen Bericht. Da die Mitarbeiter der Finanzbereiche regelmäßig an Schulungen in den Konzerngesellschaften und an internationalen Gruppentrainings teilnehmen, sind sie jederzeit in der Lage, die an sie gestellten Anforderungen zu erfüllen. Unsere Qualifizierungsmaßnahmen beziehen sich auf die anzuwendenden Rechnungslegungsstandards und Bilanzierungsregeln sowie auf den Umgang mit den eingesetzten Software-Tools. Um Risiken vorzubeugen, arbeiten wir kontinuierlich an Schwerpunktthemen, die für die Qualität unserer Rechnungslegung entscheidend sind. Im Vordergrund steht die Bilanzierung von Fertigungsaufträgen gemäß der Percentage-of-Completion-Methode (POC). Sie erfordert unter anderem die Abschätzung der insgesamt erwarteten Kosten und Erlöse eines Auftrags. Weitere wesentliche Themen sind der Werthaltigkeitstest des Goodwills und die Zuverlässigkeit der qualitativen Aussagen im Lagebericht und im Corporate-Governance-Bericht.
GESAMTRISIKOSITUATION
Mit dem Abklingen der weltweiten Wirtschaftskrise hat sich die Risikosituation des Dürr-Konzerns im Jahr 2010 weiter verbessert. Dies belegen die Ergebnisse unserer Konzernrisikoberichte: Im Vergleich zur Risikoinventur des ersten Halbjahrs 2010 verringerte sich das Nettorisiko des Konzerns in der zweiten Jahreshälfte um gut 10 %. Gegenüber dem Höhepunkt der Krise im ersten Halbjahr 2009 hat sich das Nettorisiko bis Ende 2010 um knapp 40 % verringert.
EINZELRISIKEN
Risiken infolge der Wirtschaftskrise
Die meisten Risiken, die unmittelbar mit der Wirtschaftskrise verbunden waren, haben im Jahr 2010 abgenommen. Umsatz, Auftragseingang und Ergebnis haben sich deutlich verbessert. Die Unterauslastung mehrerer Standorte im Jahr 2009 ist einer guten Auslastung gewichen. Dies resultiert aus dem starken Auftragseingang und dem Kapazitätsabbau in Nordamerika und Frankreich. Das Risiko von Forderungsausfällen infolge wirtschaftlicher Probleme bei Kunden hat sich deutlich verringert und lag zum Jahresende 2010 bei weniger als 1 Mio. €. Viele Automobilhersteller erzielten infolge der Kostensenkungsmaßnahmen, die sie während der Krise ergriffen haben, hohe Gewinne und Cashflows. Wegen des hohen Wettbewerbsdrucks wies der Auftragseingang des Jahres 2009 geringere Margen auf als üblich. Die daraus resultierenden Ergebniseffekte haben wir durch eine straffe Projektsteuerung, Einkaufserfolge und Kostensenkungen in der Auftragsabwicklung begrenzt. Der Großteil der dennoch anfallenden Belastungen schlug sich in der Bruttomarge des zweiten Halbjahres 2010 nieder; in der ersten Jahreshälfte 2011 ist allerdings noch mit einigen Belastungen zu rechnen.
Allgemeine wirtschaftliche Risiken und Kapitalmarkt
Die Weltkonjunktur hat sich nach der Krise insgesamt robust entwickelt. Auch die Prognosen für 2011 und 2012 sind überwiegend positiv. Allerdings könnten verschiedene Risikofaktoren den Erholungskurs beeinträchtigen. Zu nennen sind besonders die anhaltend hohe Arbeitslosenquote in den USA und die ungelösten Probleme auf dem US-Immobilienmarkt. In China und zum Teil auch in anderen Emerging Markets bestehen Inflationsrisiken und die Gefahr einer Überhitzung der Immobilienpreise. Auch die Staatsschuldenkrise in Europa und die damit verbundene Schwankungsanfälligkeit des Euro sind noch nicht ausgestanden. Generell wirken sich zyklische Konjunkturabschwächungen relativ spät auf das Ergebnis aus, da unser Geschäft in hohem Maße von den langfristigen Investitionsplänen der Automobilindustrie bestimmt wird. Zudem besteht zwischen Auftragseingang und Umsatz in der Regel ein Zeitversatz von zwölf bis 18 Monaten. Unsere ausgewogene internationale Präsenz versetzt uns außerdem in die Lage, regionale Nachfrageschwankungen besser zu kompensieren. Das Risiko einer feindlichen Übernahme der Dürr AG ist gering, da die Gründerfamilie Dürr mit 31,6 % größter Aktionär ist und damit im Regelfall über die Stimmenmehrheit auf der Hauptversammlung verfügt. Über die Change-of-Control-Klauseln im Zusammenhang mit unserer Unternehmensanleihe informieren die Angaben gemäß §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB im Kapitel ORGANISATION UND TÄTIGKEITSBEREICHE.
Gesetze, Steuern, IFRS
Durch die weltweite Verbreitung unseres Geschäfts besteht das Risiko, dass wir Rechtsnormen einzelner Länder nicht ausreichend beachten. Um dem vorzubeugen, arbeiten wir eng mit Experten für das jeweilige nationale Recht zusammen. Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen können unsere Kosten erhöhen und die Absatzchancen verringern. Derzeit sind uns keine neuen Steuer- und Gesetzesvorhaben bekannt, die erhebliche Belastungen mit sich bringen könnten. Im Geschäftsjahr 2011 führen die deutschen Steuerbehörden bei der Dürr AG und ihren wesentlichen deutschen Tochtergesellschaften die Betriebsprüfungen für die Jahre 2005 bis 2009 durch. Die Ergebnisse könnten zu Steuernachzahlungen führen, allerdings sehen wir hierfür zurzeit keine Anhaltspunkte. Auch in den Auslandsgesellschaften bestehen die üblichen Nachzahlungsrisiken infolge steuerlicher Außenprüfungen. Aktuellen Ankündigungen zufolge ist zu erwarten, dass das International Accounting Standards Board (IASB) im Jahr 2011 zwei Änderungen der IFRS verabschieden wird, die sich in den kommenden Jahren spürbar auf unser Zahlenwerk auswirken könnten:
― Das IASB plant, dass zukünftig sämtliche Vermögenswerte aus Leasingverträgen durch den Leasingnehmer zu aktivieren sind. Dies hätte eine Erhöhung unserer Bilanzsumme zur Folge; zudem wären auf der Passivseite entsprechende Finanzverbindlichkeiten auszuweisen, was - ohne weiteres Gegensteuern - eine verringerte Eigenkapitalquote nach sich ziehen könnte. Bei Aktivierung sämtlicher Operating-Leasing-Vermögenswerte (Nominalwert der künftigen Mindestzahlungen zum 31.12.2010: 121,1 Mio. €) würde die Eigenkapitalquote 23,9 % betragen. Die bisher ausgewiesenen Verschuldungskennziffern würden sich dementsprechend verschlechtern. Durch die Umbuchung des Zinsanteils der Leasingaufwendungen würde sich allerdings das operative Ergebnis um den Betrag verbessern, um den sich dann das Zinsergebnis verschlechtert.
― Das zweite Änderungsvorhaben bezieht sich auf die Umsatzrealisierung. Nach dem Willen des IASB soll die Bilanzierung von Auftragsfertigungen nach der Percentage-of-Completion-Methode, also gemäß Fertigstellungsgrad, zukünftig nicht mehr möglich sein. Vielmehr sollen Umsatz und Ertrag erst dann erfasst werden, wenn die vertraglich vereinbarte Liefer- und Leistungsverpflichtung erfüllt wurde, also wenn das vereinbarte Gut geliefert beziehungsweise die bestellte Leistung erbracht wurde. Diese Neuregelung könnte bei Dürr dazu führen, dass die Umsatzrealisierung weniger stetig verläuft. Um dem vorzubeugen, bereiten wir entsprechende Anpassungen in zukünftigen Lieferverträgen vor. Sie zielen darauf ab, dass die bestellte Gesamtanlage, beispielsweise eine Lackiererei, nicht mehr in einem Schritt an den Kunden übergeht, sondern dass einzelne Gewerke sukzessive übergeben und abgerechnet werden können.
Markt/Branche
Die Investitionszyklen der großen Automobilproduzenten hängen neben der konjunkturellen Entwicklung auch stark von ihrem wirtschaftlichen Erfolg ab. Um Nachfrageschwankungen auszugleichen, pflegen wir regelmäßige Kontakte zu allen wesentlichen Produzenten, auch in Phasen verringerter Investitionen. Das Risiko einer Abhängigkeit von einzelnen Kunden ist in den vergangenen Jahren spürbar zurückgegangen. Nachdem im Jahr 2004 noch 55 % des Umsatzes auf unsere fünf größten Kunden entfielen, waren es im Jahr 2010 nur noch 43 % (Vorjahr: 44 %). Maßgeblich dafür ist nicht zuletzt, dass wir mehr Umsatz in den Emerging Markets generieren und dort auch mit aufstrebenden Automobilherstellern zusammenarbeiten, die unsere Kundenbasis verbreitern.Außerdem setzt sich die Gruppe der fünf größten Kunden von Jahr zu Jahr aus unterschiedlichen Unternehmen zusammen. Dem Preisdruck in unseren Märkten begegnen wir mit einer Reihe von Maßnahmen.
- Stückkostensenkung: Wir entwickeln gezielt Produkte, die den Kunden niedrigere Stückkosten in der Fertigung ermöglichen. Darauf aufbauend erläutern wir gezielt die langfristigen Gesamtkostenvorteile unserer Anlagen im Gegensatz zu einer reinen Investitionskostenbetrachtung.
- Design to Budget: Auf Basis einer Grobspezifikation und eines Zielbudgets planen wir Anlagen, die sowohl den Budgetvorstellungen des Kunden als auch unseren Margenansprüchen gerecht werden.
- LeanLine und Low-Cost-Line: Unter diesen Stichworten entwickeln wir preisgünstige Basisprodukte, mit denen wir auch bei geringen Investitionsbudgets wettbewerbsfähig sind.
- Kostenoptimierung: Wir passen unsere Kosten permanent an die erzielbaren Preise und das Umsatzvolumen an. Die wichtigste Rolle spielt dabei die Senkung der Beschaffungskosten, aber auch die Personal- und Overhead-Kosten werden regelmäßig analysiert.
Die Mehrzahl der großen Automobilkonzerne verfügt allerdings über ein Investment-Grade-Rating.
Unternehmensstrategische Risiken
Die Verlagerung unseres Geschäftsschwerpunkts von den etablierten Märkten in die Emerging Markets birgt naturgemäß Risiken:
- In den Emerging Markets können Kultur- und Sprachbarrieren, unzureichende Informationen über Lieferanten, Kunden und Marktmechanismen sowie spezifische rechtliche und politische Rahmenbedingungen zu Nachteilen führen. Da die Personalfluktuation in Ländern wie China oder Indien relativ hoch ist, besteht das Risiko, dass Know-how-Träger das Unternehmen verlassen. Daher verstärken wir die Personalentwicklung in den Emerging Markets, schaffen Anreize durch zusätzliche Sozialleistungen und pflegen eine integrative Unternehmenskultur.
Das Risiko der Produkt- und Markenpiraterie erachten wir für Dürr auch in den Emerging Markets als überschaubar. Unsere Kernprodukte werden ausschließlich in Deutschland gefertigt. Zudem fließen so viel Prozess-Know-how, Erfahrung und Spezialwissen in sie ein, dass sie nur schwer in vergleichbarer Qualität nachzubauen sind. Weitere Schutzmaßnahmen sind Patente sowie langfristige Service-Verträge, die den Austausch von Komponenten gegen verbesserte Nachfolgeprodukte vorsehen. Auch die Tatsache, dass viele Dürr-Produkte qualitätsbestimmend sind und unsere Kunden in diesem Punkt keine Risiken eingehen wollen, schützt uns vor Produktpiraten.
In den Emerging Markets treten wir häufig gegen lokale Low-Cost-Anbieter an. Um dabei wettbewerbsfähig zu bleiben, behaupten wir unseren technologischen Vorsprung durch Produktinnovationen. Zudem treiben wir die Lokalisierung gezielt voran. Darunter verstehen wir zum einen das Local Design, also die Entwicklung standardisierter Low-Cost-Produkte, die den Bedarf der Kunden vor Ort abdecken. Zum anderen erhöhen wir die lokale Wertschöpfung in den Emerging Markets.
Im dynamischen chinesischen Markt müssen wir sicherstellen, dass der Ausbau unserer Kapazitäten mit dem raschen Wachstum des Geschäftsvolumens Schritt hält. Daher vergrößern wir vor Ort sowohl die Stammbelegschaft als auch die Zahl der externen Mitarbeiter; zudem bauen wir derzeit einen neuen, größeren Fertigungsstandort in Schanghai auf.
- In den etablierten Märkten könnte die verringerte Nachfrage zu einer nachhaltigen Volumen- und Preiserosion führen. Daher haben wir unsere Kapazitäten und Kosten in den beiden vergangenen Jahren permanent an die Marktsituation angepasst, besonders in Frankreich und den USA. Zudem könnte das geringere Geschäftsvolumen außerplanmäßige Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen unserer dortigen Gesellschaften erfordern. Darauf haben wir reagiert, indem wir mehrere Standorte zusammengelegt haben, um das Sachanlagevermögen zu reduzieren. Wir schätzen die beschriebenen Risiken in den etablierten Märkten als gering ein, da sich das wirtschaftliche Umfeld und die Automobilproduktionszahlen stabilisiert haben.
Die weltweite Arbeitsteilung im Konzern, zum Beispiel in ENGINEERING und Produktion, eröffnet uns Kosten- und Auslastungsvorteile. Allerdings birgt sie auch das Risiko von Koordinations- und Kommunikationsproblemen. Daher haben wir unsere Geschäftsprozesse und die IT-Infrastruktur weitgehend harmonisiert, zudem fördern wir den persönlichen Austausch der Mitarbeiter durch internationale Workshops.
Bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder durch Akquisitionen, zum Beispiel KLEBETECHNIK und FEINSTREINIGUNGSTECHNIK , besteht das Risiko, dass wir Kundenanforderungen, Ressourceneinsatz oder Wettbewerbssituation falsch einschätzen. Wir erachten dieses Risiko jedoch als beherrschbar, da wir uns auf Bereiche konzentrieren, die an unser Kerngeschäft angrenzen. Außerdem analysieren wir unsere Zielmärkte im Vorfeld genau. Bei Unternehmenszukäufen führen wir eine sorgfältige Due Diligence durch und erarbeiten Integrationspläne, um Akquisitionsrisiken zu umgehen.
Der strategische Ausbau des Geschäfts mit Flugzeugproduktionstechnik birgt spezifische Risiken. Die großen Flugzeughersteller haben sehr lange Investitionszyklen und vergeben weniger Einzelprojekte als die Automobilindustrie. Um dennoch eine dauerhafte Auslastung zu sichern, gewinnen wir systematisch neue Kunden. Zuletzt konnten wir beispielsweise Erstaufträge von Embraer, Lockheed Martin und Bombardier akquirieren, zudem weiten wir unsere Kontakte zu russischen und chinesischen Flugzeugbauern aus. Aufgrund der Komplexität der Flugzeugentwicklung kann es, besonders bei Großprojekten, auch nach der Vergabe von Aufträgen zu technischen Änderungen kommen. Diesem Risiko begegnen wir durch ein systematisches Change und CLAIM MANAGEMENT, das Mehrkosten beim Kunden geltend macht. Derzeit sehen wir keine Anzeichen dafür, dass Veränderungen an den Produkten unserer Kunden zu wesentlichen Nachteilen für Dürr führen könnten.
Aus heutiger Sicht ist davon auszugehen, dass die Automobilindustrie neben Hybrid- und Elektroantrieben auch langfristig mehrheitlich auf effiziente Verbrennungsmotoren setzt. Daher bestehen in diesem Bereich weiterhin gute Perspektiven für unser Geschäft mit Reinigungs- und Auswuchttechnik. Im Karosseriebau sehen wir trotz des fortgesetzten Leichtbautrends keine grundlegende Abkehr von den Werkstoffen Aluminium und Stahl - was erhebliche Auswirkungen auf unser Lackiertechnikgeschäft hätte. Farbige Bleche dürften sich in der Großserienfertigung nicht durchsetzen, da ihr Einsatz erhebliche Nachteile bei Verarbeitung und Logistik mit sich bringt. Kunst- und Verbundwerkstoffe, die im Zusammenhang mit dem LEICHTBAU Einzug in den Karosseriebau halten, müssen genauso lackiert werden wie klassische Werkstoffe. Außerdem bietet der Einsatz solcher nicht schweißbarer Materialien Chancen für die Ausbreitung der Klebetechnik im Karosseriebau.
F&E- und Produkthaftungsrisiken
Innovationen können die angestrebte Akzeptanz bei den Kunden verfehlen. Dem beugen wir vor, indem wir den Marktbedarf genau analysieren, Pilotkunden einbinden und nur Produkte mit schnellem Return on Investment für den Kunden entwickeln. Dies senkt auch das Risiko, aktivierte Entwicklungsleistungen außerplanmäßig abschreiben zu müssen. Dem Risiko, mit neuen Produkten die Schutzrechte Dritter zu verletzen, begegnen wir durch eine sorgfältige Beobachtung der Patentanmeldungen. Produkthaftungsfälle sind in unserem Geschäft selten. Dennoch schließen wir Produkthaftungsversicherungen ab und orientieren uns bei der Produktentwicklung genau an Arbeitsschutzregelungen.
Wettbewerbsrisiken
Derzeit bestehen keine außergewöhnlichen Wettbewerbsrisiken. Zusammenschlüsse von Wettbewerbern sind nicht abzusehen; Konkurrenzprodukte, die unsere Marktstellung bedrohen würden, sind uns nicht bekannt. Weder in China noch in anderen wichtigen Märkten verspüren wir nennenswerte Benachteiligungen zugunsten inländischer Wettbewerber. Eine Abschwächung des Euro gegenüber US-Dollar und chinesischem Yuan kommt uns tendenziell zugute. Ein relativ starker Yen bedeutet einen Vorteil im Wettbewerb mit japanischen Unternehmen.
Operative Risiken
Vor allem bei der Kalkulation langfristiger Projekte besteht die Möglichkeit, dass wir Kosten unzureichend abschätzen. Daher haben wir die Abteilung Global Proposal Assurance eingerichtet, die Projektkalkulationen vor der Angebotsabgabe prüft. Das größte Risiko in der Angebotsphase ist, dass die kalkulierten Einkaufspreise zwischen Abgabe des Angebots und Auftragseingang steigen. Nach Erhalt des Auftrags entfällt dieses Risiko, da wir mit unseren Lieferanten größtenteils Festpreise für die gesamte Projektlaufzeit vereinbaren. Bei langfristigen Großprojekten kann es zu Mehrkosten kommen, sollten wir Termine oder andere Vereinbarungen nicht einhalten. Auch die technische und logistische Komplexität eines Projekts kann zu Risiken führen. Dies gilt besonders für die Emerging Markets, da dort mehr Unwägbarkeiten bestehen. Daher haben wir die besonderen Erfordernisse der Wachstumsmärkte in unserer Abwicklungsstrategie berücksichtigt. Dazu zählen ein engmaschiges Lieferanten-Monitoring, das Vertrags- und CLAIM MANAGEMENT sowie regelmäßige Projekt-Reviews.
Beschaffungsrisiken
Beschaffungsrisiken begegnen wir durch Rahmenverträge mit Vorzugslieferanten, die Bündelung von Einkaufsvolumina und ein Materialplanungssystem. Im Zuge der Konjunkturbelebung hat sich die Auslastung vieler Lieferanten verbessert. Dies führt tendenziell zum Steigen der Beschaffungspreise, die während der Krise teils deutlich gesunken waren. Dagegen hat sich das Insolvenzrisiko auf der Lieferantenseite wieder deutlich reduziert.# In den Emerging Markets ist nicht auszuschließen, dass einzelne Lieferanten unsere Qualitäts- und Verfügbarkeitsanforderungen nicht erfüllen. Daher überprüfen wir bei kritischen Lieferanten regelmäßig den Auftragsfortschritt; zudem vergrößern wir unseren Lieferanten-Pool gezielt. Um unser geistiges Eigentum zu schützen, geben wir in den Emerging Markets keine anspruchsvollen Konstruktionen an Auftragsfertiger. Aufgrund unserer breiten Lieferantenbasis bestehen keine Abhängigkeitsverhältnisse gegenüber einzelnen Unternehmen. Rahmenverträge über größere Volumina gehen wir nur mit Vorzugslieferanten guter Bonität ein.
Personalrisiken
Zum Schutz vor Know-how-Verlusten vermeiden wir es, Spezialwissen ausschließlich bei einzelnen Mitarbeitern zu bündeln. Um den Wissenstransfer zu unterstützen, setzen wir auf Dokumentation, interne Schulungen, Patenschaften und andere Instrumente. Das Risiko von Wissensverlusten durch Personalabgänge ist in Deutschland vergleichsweise gering, da die Betriebszugehörigkeit hier mit durchschnittlich mehr als 14 Jahren außergewöhnlich hoch ist. In den Emerging Markets sind wir dagegen einem höheren Fluktuationsrisiko ausgesetzt.
Auslastungsrisiken begegnen wir, indem wir in bestimmten Bereichen externe Zeitarbeitskräfte einsetzen. Dies ist zum Beispiel in der Fertigung und bei einfacheren Konstruktionsarbeiten der Fall. Die rückläufigen Absolventenzahlen in naturwissenschaftlichen und technischen Studienfächern könnten in Deutschland zu einem Fachkräftemangel führen. Diesem Risiko treten wir mit einer dreigleisigen Strategie entgegen: Know-how-Träger sollen durch eine nachhaltige Karriereplanung im Konzern gehalten werden; auf dem Arbeits- und Absolventenmarkt positionieren wir uns durch ein professionelles Personal- und Hochschulmarketing; Trainees, Studenten an Dualen Hochschulen und Auszubildende werden nach Möglichkeit in feste Arbeitsverhältnisse übernommen.
IT-Risiken
Wie jedes Unternehmen sind auch wir IT-Risiken ausgesetzt, zum Beispiel Datenverlust und Computerviren. Daher schützen wir unsere IT-Infrastruktur mit aktuellen Firewall- und Antivirenprogrammen. Zudem bietet unser neues, durchgängig eingeführtes ERP-SYSTEM höhere Sicherheitsstandards als die Altsysteme. Back-up-Server, redundante Datenleitungen und unterbrechungsfreie Stromversorgungen verringern die Gefahr von Produktivitätsverlusten oder gar Komplettausfällen. Das Risiko von Hacker- und Ausspähungsangriffen erachten wir als branchenüblich.
Umwelt- und Fertigungsrisiken
Wir stufen die Umwelt- und Arbeitssicherheitsrisiken an unseren Produktions- und Entwicklungsstandorten als vergleichsweise gering ein. Dafür sorgt zum einen unsere geringe FERTIGUNGSTIEFE. Zum anderen setzen wir gesundheits- und umweltschädliche Stoffe nur in begrenztem Rahmen ein, etwa bei Versuchen in der Reinigungs- und Lackiertechnik. Beim Umgang mit Gefahrstoffen beachten wir neben gesetzlichen Regelungen auch interne Richtlinien sowie die Vorgaben der entsprechenden Zertifizierungssysteme.
Rechtliche Risiken
Das bedeutendste rechtliche Risiko unseres Geschäfts ist die Geltendmachung von Gewährleistungsansprüchen. Bevor wir vertragliche Zusagen abgeben, beispielsweise zur Performance einer Anlage, wägen wir mögliche haftungsrechtliche Konsequenzen genau ab. Ansprüche, die wir nicht erfüllen können, schließen wir aus. Auch Patentstreitigkeiten sind in unserem Geschäft möglich. Derzeit sind wir keinen außergewöhnlichen Rechtsstreitigkeiten ausgesetzt. Bei keinem der anhängigen Verfahren überschreitet der Streitwert einen niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Betrag.
Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken
Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken erläutern wir ausführlich im Anhang zum Konzernabschluss unter TEXTZIFFER 38. Um Redundanzen zu vermeiden, gehen wir im Lagebericht nur kursorisch darauf ein. Im Währungsbereich sind vor allem Translationsrisiken zu nennen, die bei der Umrechnung von Fremdwährungspositionen in Euro eintreten können. Wir schätzen dieses Risiko als geschäftsüblich und vergleichsweise gering ein. Noch niedriger ist das Transaktionsrisiko einzustufen, das beim Export von Produkten entstehen kann. Den Großteil der benötigten Güter kaufen wir vor Ort in Landeswährung oder produzieren ihn lokal. Zinsänderungsrisiken sind wir kaum ausgesetzt, da unsere Finanzverschuldung beinahe komplett auf die festverzinsliche Anleihe entfällt. Außergewöhnliche Liquiditäts- und Verschuldungsrisiken sind aus heutiger Sicht nicht erkennbar.
Die Barlinie im Volumen von 80 Mio. €, die uns der syndizierte Kredit einräumt, war zum 31. Dezember 2010 ungenutzt; zudem standen uns flüssige Mittel in Höhe von 252,3 Mio. € zur Verfügung. Mit der im September und Dezember 2010 begebenen Anleihe haben wir unsere Fremdkapitalfinanzierung komplett auf eine langfristige Basis gestellt. Da die Anleihe erst im September 2015 refinanziert werden muss, unterliegen wir keinem Finanzierungsdruck. Der Vertrag zu unserer Unternehmensanleihe enthält marktübliche Beschränkungen und Verpflichtungen für Dürr als Emittent. Sollten wir dagegen verstoßen, könnte der Anleihebetrag zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen fällig gestellt werden. Sämtliche Anleihebedingungen sind unter WWW.DURR.DE einsehbar.
Unser Konsortialkreditvertrag sieht vor, dass wir bestimmte Finanzkennzahlen - so genannte Financial Covenants - einhalten müssen. Für die Financial Covenants, die vierteljährlich ermittelt werden, gilt ein rollierender Berechnungszeitraum von zwölf Monaten. Eine vorzeitige Kündigung des syndizierten Kredits durch das Bankenkonsortium ist nur möglich, falls wir die Covenants nicht einhalten und eine Zweidrittelmehrheit der beteiligten Banken für die Fälligstellung stimmt. Unser Konsortialkredit läuft zum 30. Juni 2011 aus. Zurzeit stehen wir mit den Banken in konstruktiven Verhandlungen über einen Anschlussvertrag, die spätestens im frühen zweiten Quartal 2011 abgeschlossen sein sollen. Dabei streben wir eine reduzierte Barlinie von 50 Mio. € und eine auf 180 Mio. € erhöhte Avallinie an. Sollten die Verhandlungen wider Erwarten zu keinem Ergebnis führen, besteht das Risiko, dass wir wegen fehlender Avalzusagen auf Aufträge verzichten müssen. Durch unsere Anleihe verfügen wir jedoch über ausreichende finanzielle Reserven.
GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION
Aus heutiger Sicht sind keine bestandsgefährdenden Risiken für den Konzern erkennbar. Vielmehr ist das Gesamtrisikopotenzial seit dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise Mitte 2009 wieder deutlich gesunken. Das wichtigste Einzelrisiko - bezogen auf Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe - stellen mögliche Probleme in der Auftragsabwicklung dar. Die Beschaffungsrisiken haben im Zuge der gesamtwirtschaftlichen Erholung wieder an Bedeutung gewonnen.
RATINGS
Seit September 2010 verzichten wir auf eine Beurteilung unserer Bonität durch Standard & Poor's und Moody's. Wir glauben, dass die Ratings beider Agenturen zu stark vergangenheitsorientiert sind und unsere Zukunftsperspektiven nicht ausreichend berücksichtigen. Außerdem entfallen durch den Verzicht erhebliche Kosten und zeitlicher Aufwand. Anlegern, die sich für Dürr interessieren, bieten wir im Rahmen unserer Investor-Relations-Arbeit ein breites Informationsspektrum.
Nachtragsbericht
NEUER UNTERNEHMENSBEREICH GEGRÜNDET
Zum 1. Januar 2011 haben wir den neuen Unternehmensbereich Clean Technology Systems gegründet. Damit verfügt der Konzern über drei Unternehmensbereiche statt wie bisher über zwei. Clean Technology Systems wird ab dem ersten Quartal 2011 als berichtspflichtiges Segment in die Konzernabschlüsse der Dürr AG aufgenommen. Der neue Unternehmensbereich, der organisatorisch Finanzvorstand Ralph Heuwing zugeordnet ist, bündelt unser Geschäft mit Umwelt- und Energieeffizienztechnik. Dementsprechend sind ihm zwei Geschäftsbereiche zugeordnet:
- Environmental and Energy Systems betreibt wie bisher unser Geschäft mit Abluftreinigungsanlagen. Dieser Geschäftsbereich war bis zum 31. Dezember 2010 Teil des Unternehmensbereichs Paint and Assembly Systems. Um vollständige Vergleichbarkeit zu gewährleisten, werden wir ab dem ersten Quartal 2011 die Geschäftszahlen von Paint and Assembly Systems für das Jahr 2010 rückwirkend anpassen. Im Geschäftsjahr 2010 erzielte Environmental and Energy Systems mit 180 Mitarbeitern einen Umsatz von 68 Mio. €.
- Energy Technology Systems ist ein neuer Geschäftsbereich, der für Dürr Aktivitäten im Bereich Energieeffizienz aufbauen wird. In diesem zukunftsträchtigen Technologiesektor planen wir kleinere Akquisitionen, deren Geschäft wir unter dem Dach von Energy Technology Systems weiterentwickeln werden.
Ausführliche Informationen zur Expansion in der Umwelt- und Energieeffizienztechnik enthält das Kapitel STRATEGIE. Den nunmehr drei Unternehmensbereichen sind insgesamt sieben Geschäftsbereiche zugeordnet, wie GRAFIK 2.46 zeigt. Weitere Ereignisse, welche die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wesentlich beeinflussten oder beeinflussen könnten, sind zwischen dem Beginn des laufenden Geschäftsjahres und dem 8. März 2011 nicht eingetreten.
2.46 KONZERNSTRUKTUR SEIT JANUAR 2011
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MANAGEMENT-HOLDING
UNTERNEHMENSBEREICHE1
GESCHÄFTSBEREICHE
| Dürr AG | Paint and Assembly Systems |
|---|---|
| Paint and Final Assembly Systems | Application Technology |
| Aircraft and Technology Systems | Measuring and Process Systems |
| Balancing and Assembly Products | Cleaning and Filtration Systems |
| Clean Technology Systems | Environmental and Energy Systems |
| Energy Technology Systems |
1 berichtspflichtige Segmente
Prognosebericht
CHANCEN
Chancenmanagementsystem Basis für das Chancenmanagement bei Dürr sind die Markteinschätzungen der Geschäftsbereiche. Sie analysieren im Dialog mit Kunden, Lieferanten und Partnerunternehmen, welche neuen Einsatzmöglichkeiten sich kurz-, mittel- und langfristig für ihre Technologien eröffnen. Ein wichtiger Ansatzpunkt für die Weiterentwicklung unseres Geschäfts sind Produktinnovationen unserer Kunden.# Häufig erfordern neue Produkte auch innovative Produktionsprozesse, bei denen wir unser Know-how einbringen können. Eine wichtige Rolle im Chancenmanagement spielen die F&E-Abteilungen des Konzerns. Sie untersuchen Zukunftstrends in der Fertigungstechnik und schätzen ab, welchen Beitrag Dürr leisten kann. Den Themenkomplex Elektromobilität und die Geschäftschancen, die sich daraus für Dürr bieten, analysiert ein spezielles eMobility-Team. Im Austausch mit Hochschulen und Forschungsinstituten untersuchen wir, wie Dürr neue wissenschaftliche Erkenntnisse für zukünftige Produkte nutzen kann. Schließlich beobachten wir, inwiefern aus neuen rechtlichen Regelungen, zum Beispiel im Emissionsschutz, Bedarf an neuen Produktionstechnologien erwächst. Als Holding-Gesellschaft unterstützt die Dürr AG das Chancenmanagement der Geschäftsbereiche in zweifacher Hinsicht: Gemeinsam mit den Geschäftsbereichsleitern analysiert und definiert sie jährlich neue Geschäftschancen im Rahmen der Konzernstrategie; zudem stellt sie Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Konzernweite Chancen
- Wachstum in den Emerging Markets: In den Schwellenländern nimmt das Bedürfnis nach individueller Mobilität zu. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, benötigt die Automobilindustrie erhebliche Zusatzkapazitäten in der Fertigung vor Ort. Experten gehen davon aus, dass allein in China die Pkw-Produktionskapazität bis 2015 um rund 1,5 Mio. Einheiten pro Jahr steigen wird.
- Wiederanziehen des US-Markts: Im Jahr 2010 haben wir eine erste Nachfragebelebung im US-Markt verzeichnet, besonders bei Anlagen für die Motorenfertigung. Wir erwarten, dass sich die positive Entwicklung weiter beschleunigt. Maßgeblich dafür sind drei Trends:
- der steigende US-Automobilabsatz im Zuge der gesamtwirtschaftlichen Belebung,
- Investitionen ausländischer Automobilhersteller, um Marktanteile zu gewinnen,
- Investitionen der US-Hersteller zur Absicherung ihres Heimatmarkts.
- Ausbau des Service-Geschäfts: Unsere Produkte kommen seit vielen Jahren bei allen großen Automobilherstellern und vielen Zulieferern zum Einsatz. Diese breite Installationsbasis bietet eine gute Ausgangsposition für unsere Service-Aktivitäten, zum Beispiel in den Bereichen Modernisierung und energetische Optimierung oder im Ersatzteilgeschäft.
- Umweltschutz und Energieeffizienz: Energiepreise und Umweltstandards werden langfristig weiter steigen. Daher erwarten wir verstärkte Investitionen in nachhaltige und energiesparende Produktionsprozesse.
- Weiterentwicklung in der Antriebstechnologie: Der beschleunigte Trend zur Entwicklung noch sparsamerer Verbrennungsmotoren generiert Nachfrage nach innovativer Reinigungs- und Auswuchttechnik. Auch die Elektromobilität bietet uns Chancen, zum Beispiel als Lieferant für automatisierte Batterie-Montagelinien.
- Aufstrebende Hersteller in der Automobilindustrie: Vor allem in den Emerging Markets verfolgen aufstrebende Automobilhersteller ehrgeizige Expansionspläne. Unabhängig von der Volumenentwicklung des Gesamtmarkts benötigen diese Produzenten zusätzliche Fertigungskapazitäten.
- Neue Geschäftsfelder: Unsere neuen Geschäftsfelder (Klebetechnik, Feinstreinigungstechnik, Energieeffizienz, Batterie-Montagetechnik) werden wir systematisch ausbauen - durch weitere Akquisitionen und die Nutzung des weltweiten Dürr-Vertriebs- und Service-Netzwerks.
Chancen in den Geschäftsbereichen
- Paint and Final Assembly Systems: wird die Lokalisierung in den Emerging Markets fortsetzen und dadurch weitere Kostensenkungspotenziale erschließen. Durch unsere starke Stellung vor Ort werden wir weiterhin von der hohen Nachfrage in China und anderen asiatischen Ländern profitieren. Bereits 2009 und 2010 konnten wir das Gros der in China vergebenen Lackiertechnik-Großaufträge gewinnen. Dies ist eine wichtige Basis für die Akquisition von Folgeprojekten und Service-Aufträgen. Zusätzliche Chancen bieten sich, wenn der US-Markt wieder erstarkt. Auch das Umsatzpotenzial mit energieeffizienter Lackiertechnik wie dem Lackierkabinensystem EcoDryScrubber ist bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Neben dem Neugeschäft stehen hier auch Um- und Nachrüstungen im Blickpunkt.
- Application Technology: wird das KLEBETECHNIKGESCHÄFT vorantreiben und internationalisieren. Auch in der SEALING-Technik bestehen weitere Wachstumspotenziale. Zudem wollen wir den Markt für Kunststofflackiertechnik in China stärker durchdringen und das Geschäft mit japanischen Autoherstellern in Südostasien intensivieren. Die weltweite Vermarktung unserer neuen Zerstäubergeneration EcoBell3 birgt ebenfalls erhebliches Potenzial.
- Aircraft and Technology Systems: plant, das Geschäft mit Flugzeugherstellern aus den BRIC-STAATEN und weiteren Emerging Markets auszubauen. Chancen bietet außerdem unsere Kompetenz in der Montage und Lackierung von Flugzeugteilen aus Kohlefaser (CFK).
- Balancing and Assembly Products: will im Auswuchttechnikgeschäft in Asien weiter expandieren. Im Service-Geschäft bieten sich Wachstumschancen mit zusätzlichen Angeboten. In der PRÜFTECHNIK steht die Expansion in Asien und im Nutzfahrzeugbereich im Vordergrund. Im Geschäft mit Endmontageprodukten sehen wir vor allem in der Modernisierung bestehender Anlagen Potenziale.
- Cleaning and Filtration Systems: profitiert vom hohen Innovationstempo in der Motorenentwicklung und dem entsprechenden Bedarf an modernen Produktionsanlagen. Darüber hinaus soll das Asiengeschäft forciert werden; im Service soll die weltweite Reichweite des Geschäftsbereichs stärker genutzt werden.
- Environmental and Energy Systems: wird verstärkt Lösungen für die Energierückgewinnung anbieten - auch mithilfe von Technologiezukäufen. In der Abluftreinigungstechnik ist weiteres Wachstum in den Fokusbranchen Chemie und Pharma zu erwarten. Chancen ergeben sich außerdem aus der steigenden Nachfrage in China, Südkorea, Brasilien und Indien sowie im Nahen Osten.
- Energy Technology Systems: wird unsere Aktivitäten im Sektor Energieeffizienz vorantreiben. In diesem neuen Geschäftsbereich planen wir Technologiezukäufe.
AUSBLICK
Emerging Markets weiter auf Wachstumskurs
In den Jahren 2011 und 2012 wird die Weltwirtschaft voraussichtlich um jeweils rund 4 % wachsen. Nach wie vor unterstützen die Notenbanken die Märkte mit einer reichlichen Geldversorgung. Die Notenbankzinsen befinden sich weiterhin auf einem relativ niedrigen Niveau, wenngleich es in China und anderen Ländern zu ersten Zinserhöhungen kam. Die Frühindikatoren sollten in den kommenden Monaten eine weitere Erholung signalisieren, die Arbeitslosigkeit hat ihren Höhepunkt in den meisten Ländern überschritten. Auch 2011 dürften die Volkswirtschaften der Emerging Markets am stärksten wachsen, allen voran China, aber auch Indien und Brasilien. Diese Länder waren von der Finanzkrise nur gering betroffen und weisen maßvolle Staatsverschuldungen auf. In den USA sollte sich der Aufschwung trotz hoher öffentlicher und privater Schulden festigen. Für Europa wird ein moderates Wachstum prognostiziert, da der Sparkurs, den viele Regierungen verfolgen, die wirtschaftliche Dynamik dämpft.
Automobilproduktion: Auch 2011 und 2012 starkes Wachstum
Nachdem die Weltautomobilproduktion 2010 basisbedingt um 23,5 % stieg, dürfte sich das Wachstum 2011 voraussichtlich bei 6 bis 7 % einpendeln. Für den Automobilabsatz erwarten Experten ähnliche Steigerungsraten. Zu berücksichtigen ist dabei, dass 2011 in Europa und China diverse staatliche Förderprogramme für die Automobilindustrie auslaufen. Dennoch dürfte die Automobilproduktion im laufenden Jahr eine neue Rekordhöhe von rund 75 Millionen Einheiten erreichen. Dazu werden vor allem China, Brasilien, Indien und Osteuropa beitragen, wo erneut mit zweistelligen Wachstumsraten zu rechnen ist. In den USA, dem zweitgrößten Absatzmarkt der Welt, dürfte die Automobilproduktion um 8 % zulegen, während sie in Westeuropa weniger stark zunehmen wird. Die Wachstumsunterschiede zwischen den Emerging Markets und den etablierten Märkten werden wahrscheinlich längerfristig Bestand haben.
2.47 WACHSTUMSPROGNOSE BRUTTOINLANDSPRODUKT
scroll Veränderung gegenüber Vorjahr, in %
| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| Welt | 4,2 | 4,0 |
| Eurozone | 1,4 | 1,2 |
| USA | 3,4 | 3,2 |
| China | 8,4 | 8,7 |
| Indien | 8,5 | 8,2 |
| Brasilien | 4,6 | 4,5 |
| Japan | 1,9 | 0,8 |
Quelle: Deutsche Bank 01/2011
Im Jahr 2012 dürfte die Automobilproduktion den meisten Studien zufolge abermals um 7 bis 8 % zulegen. Nach 2013 wird das langfristige Trendwachstum voraussichtlich rund 5 % betragen. Damit läge es aber höher als in der Vergangenheit angenommen. Anfang 2010 sind die Automobilhersteller von der strikten Ausgaben- und Investitionszurückhaltung abgerückt, die sie während der Krise geübt hatten. Maßgeblich dafür war zum einen die kräftige Absatzbelebung; zum anderen verbesserten sich die Erträge vieler Produzenten sprunghaft. Für 2011 und 2012 erwarten wir deutlich steigende Investitionen der Automobilindustrie, die unser weiteres Wachstum tragen sollten. Ein beträchtlicher Teil dieser Investitionen wird voraussichtlich auf die Modernisierung und Optimierung bestehender Werke entfallen, deren Produktivität angesichts des steigenden Fertigungsvolumens erhöht werden soll.
Flugzeugindustrie im Steigflug
Die Flugzeugindustrie, die von längerfristigen Investitionszyklen geprägt ist, dürfte 2011 und 2012 eine Aufschwungphase durchlaufen. Die meisten Fluglinien erzielten im Jahr 2010 deutliche Umsatz- und Ertragszuwächse. Die Beförderungs- und Transportzahlen, die eng an die Konjunkturentwicklung gekoppelt sind, könnten in den kommenden Jahren um über 5 % p. a. steigen. Infolge der höheren Kapazitätsauslastung dürften auch die Investitionen in neue Flugzeuge steigen, zumal während der Krise viele Vorhaben zurückgestellt wurden. Die wichtigsten Investitionsmotive unserer Kunden aus dem Flugzeugbau sind Effizienzsteigerungen in der Produktion und die termingerechte Einführung neuer Modelle. Hinzu kommen der Einsatz innovativer Werkstoffe, zum Beispiel Kohlefaser, die Senkung des Treibstoffverbrauchs und die Globalisierung der Produktion.# In den kommenden Jahren ist mit verstärkten Ausrüstungsinvestitionen chinesischer und russischer Flugzeughersteller zu rechnen, die gegen die etablierten Produzenten antreten. Davon sollten wir aufgrund unserer weltweiten Reichweite profitieren.
Deutliches Wachstum im Umwelttechnikgeschäft angestrebt
Die Automobilindustrie bleibt mit Abstand unser wichtigster Absatzmarkt. Aufgrund ihrer umfangreichen Bestellungen im Jahr 2010 werden auch 2011 und 2012 über 80 % unseres Umsatzvolumens auf sie entfallen. Langfristig wird die Bedeutung anderer Kundengruppen aber zunehmen, zum Beispiel der Flugzeugindustrie oder der allgemeinen Industrie. Zudem planen wir, das Geschäft mit Umwelttechnik deutlich auszubauen. Wir erschließen neue Anwendungsfelder, wie zum Beispiel die Wärmerückgewinnung und die Verstromung von Abwärme aus Produktionsprozessen. Unser Know-how in der Automatisierungstechnik werden wir verstärkt nutzen, um uns als Anbieter von Montagelinien für Automobilantriebsbatterien zu etablieren. Einen ersten Auftrag über die Lieferung einer solchen Montagelinie hat uns im Jahr 2010 ein deutscher Automobilhersteller erteilt. In den beiden kommenden Jahren wird auf diese neuen Geschäftsfelder jedoch nur ein geringer Umsatz- und Ergebnisanteil des Konzerns entfallen.
Auftragseingang, Umsatz, Ergebnis
Wir beurteilen die Perspektiven für unser Geschäft in den Jahren 2011 und 2012 positiv. Vor allem in den strategisch wichtigen Märkten der Automobilindustrie, also Asien, Osteuropa und Südamerika, ist mit einer anhaltend hohen Nachfrage nach neuen Automobilwerken zu rechnen. In Nordamerika erwarten wir vor allem Renovierungs- und Optimierungsprojekte in bestehenden Fabriken, zudem planen verschiedene Kunden dort auch Neubauprojekte. Die wichtigsten Investitionsmotive der Automobilindustrie sind der wachsende Kapazitätsbedarf, Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen, die Reduktion der Energiekosten und der Trend zu sparsamen Antrieben. Von der konjunkturellen Dynamik in den Emerging Markets werden wir auch mittel- und langfristig profitieren. 2011 und 2012 dürften jeweils mehr als die Hälfte des Auftragseingangs und des Umsatzes aus diesen Märkten kommen. Die Bedeutung Westeuropas für unser Geschäft wird weiter zurückgehen, während der nordamerikanische Markt wieder mehr ins Gewicht fallen sollte.
Wir streben im Konzern ein langfristiges Umsatzwachstum von durchschnittlich 5 bis 10 % pro Jahr an. Voraussetzung hierfür ist der planmäßige Ausbau unserer neuen Geschäftsfelder. Im Jahr 2011 soll sich der Umsatz um mindestens 15 % auf rund 1,45 Mrd. € erhöhen. Dafür sprechen der hohe Auftragsbestand und die anhaltend starke Nachfrage unserer Kunden. Zur Umsatzausweitung sollten alle Geschäftsbereiche beitragen. Nach dem außergewöhnlich hohen Auftragseingang im Jahr 2010 rechnen wir 2011 mit einem Anstieg von rund 5 % auf 1.720 Mio. €. Damit würde der Auftragseingang den Umsatz auch weiterhin übertreffen, folglich sollte der Auftragsbestand am Jahresende 2011 auf rund 1,6 Mrd. € ansteigen.
Der Aufwärtstrend beim Ergebnis wird sich 2011 voraussichtlich fortsetzen. Die gestiegene Auslastung sowie Volumen- und Kostendegressionseffekte sollten zu einem deutlichen EBIT-Anstieg und einer EBIT-Marge von 3,5 bis 4 % führen. Bei den Auftragsmargen im Anlagenbaugeschäft verzeichnen wir seit der Jahresmitte 2010 eine nennenswerte Erholung. Das Finanzergebnis dürfte sich 2011 um 4 bis 5 Mio. € verbessern, da der Zinsaufwand trotz des gestiegenen Anleihevolumens sinken wird. Maßgeblich dafür ist, dass die neue Anleihe deutlich bessere Konditionen aufweist als die Hochzinsanleihe aus dem Jahr 2004, die wir im Oktober 2010 zurückgekauft haben. Der Steueraufwand wird absolut steigen, nachdem er im Jahr 2010 durch die Bildung aktiver latenter Steuern sank. Die Steuerquote sollte sich 2011 bei rund 30 % einpendeln. Dementsprechend wird sich das Ergebnis nach Steuern erneut deutlich verbessern. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2011 soll gemäß unserer Ausschüttungspolitik zwischen 30 und 40 % des Konzerngewinns betragen und ebenfalls signifikant steigen.
Für 2012 planen wir ein Umsatzwachstum von rund 10 %. Das operative Ergebnis soll weiter steigen, auf EBIT-Basis wollen wir eine Marge von 4,5 bis 5 % erreichen. Dazu sollen neben Kostendegressionseffekten auch höhere Margen im Projektgeschäft beitragen. Während sich das Finanzergebnis 2012 leicht verbessern sollte, dürfte der Steueraufwand durch die weitere Nutzung bestehender Verlustvorträge unterproportional ansteigen. Wir erwarten daher eine deutliche Steigerung des Konzernjahresüberschusses, was sich auch positiv auf die Dividende auswirken sollte. Im Jahr 2013 wollen wir dann die Margenziele erreichen, die wir im Rahmen unserer Strategie formuliert haben: 6 % EBIT-Marge und 22 % ROCE.
Unternehmensbereiche
Alle Unternehmensbereiche dürften sich 2011 und 2012 gut entwickeln und ihr Ergebnis erheblich steigern. Paint and Assembly Systems profitiert von der starken Nachfrage aus der Automobilindustrie, einem hohen Auftragsbestand und einer verbesserten Preisrealisierung. Im Unternehmensbereich Measuring and Process Systems sollte sich der erwartete Turnaround bei Cleaning and Filtration Systems positiv auf das Ergebnis auswirken. Der Unternehmensbereich Clean Technology Systems rechnet mit einer anhaltend regen Nachfrage aus der Chemie- und Pharmaindustrie; auf dieser Basis soll das Umwelttechnikgeschäft weiter ausgebaut werden.
Cashflow
Wir rechnen 2011 mit einem rückläufigen, aber deutlich positiven operativen Cashflow; der FREE CASHFLOW dürfte leicht negativ ausfallen. Höheren Einnahmen und Erträgen dürfte ein steigendes Nettoumlaufvermögen gegenüberstehen. Ausschlaggebend dafür ist, dass viele Anlagenbauprojekte ein fortgeschrittenes Abwicklungsstadium erreichen werden, was üblicherweise mit einem höheren Bedarf an NET WORKING CAPITAL einhergeht. Das Geschäftsvolumen im Maschinenbau wird zunehmen, weshalb wir wieder mehr Vorräte vorfinanzieren müssen. Für 2012 rechnen wir auf Basis steigender Einnahmen und Erträge mit einer spürbaren Zunahme von operativem Cashflow und Free Cashflow.
Investitionen
Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte dürften 2011 und 2012 jeweils 10 bis 15 Mio. € betragen (ohne Akquisitionen) und größtenteils auf Ersatzbeschaffungen entfallen. Wir planen weitere kleine Akquisitionen, um das Kerngeschäft zu stärken und den neuen Bereich Energieeffizienz auszubauen. Das Volumen der beabsichtigten Zukäufe wird voraussichtlich 10 Mio. € pro Jahr übersteigen.
Liquidität, Eigenkapital und Finanzierung
Aus heutiger Sicht erwarten wir, dass der NETTOFINANZSTATUS am Jahresende 2011 leicht unter die Nulllinie sinken wird (31.12.2010: +23,6 Mio. €). Für das Jahresende 2012 streben wir eine Verbesserung an. Die Liquidität, die zum 31. Dezember 2010 infolge der Anleiheemissionen auf 252,3 Mio. € stieg, wird auch an den Bilanzstichtagen 2011 und 2012 voraussichtlich über 200 Mio. € betragen. Die voraussichtlichen Auszahlungen aus den Finanzverbindlichkeiten und aus den derivativen Finanzinstrumenten können Sie TEXTZIFFER 38 im Anhang zum Konzernabschluss entnehmen. Das Eigenkapital sollte sich absolut erhöhen, und die Eigenkapitalquote dürfte sich wieder der Zielmarke von 30 % nähern. Die beabsichtigten Akquisitionen und die Expansion im Umwelttechnikgeschäft sollen aus dem Cashflow beziehungsweise aus den liquiden Mitteln finanziert werden. Für 2011 und 2012 sind keine weiteren Anleiheemissionen geplant. Den syndizierten Kredit wollen wir allenfalls zum Ausgleich von Schwankungen im Nettoumlaufvermögen in Anspruch nehmen. Eine Kapitalerhöhung würden wir nur in Betracht ziehen, falls das Akquisitionsvolumen im Geschäftsfeld Energieeffizienz einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag übersteigen sollte.
Beschaffung
Die für uns relevanten Beschaffungspreise werden nach dem Tiefpunkt des Jahres 2009 und dem Anstieg 2010 voraussichtlich weiter anziehen. Folglich dürften sich unsere Materialkosten in den Jahren 2011 und 2012 erhöhen. Dem Preisanstieg begegnen wir, indem wir verstärkt Kostenvorteile in den Beschaffungsmärkten Osteuropas und Asiens nutzen. Unser Ziel ist es, die Materialkosten nicht stärker als den Umsatz ansteigen zu lassen.
Mitarbeiter
Für 2011 rechnen wir mit einer Erhöhung der Mitarbeiterzahl um circa 150 Personen. Die Personalkosten dürften 2011 und 2012 jeweils um bis zu 10 % zunehmen; ausschlaggebend dafür ist vor allem das steigende Lohnniveau in den Emerging Markets. Die Belegschaft in den Emerging Markets werden wir weiter vergrößern; bis zum Jahresende 2012 dürfte ihr Anteil an der Konzernbelegschaft die 30 %-Schwelle erreichen (31.12.2010: 27,3 %). In den etablierten Märkten wird die Mitarbeiterzahl auf dem aktuellen Niveau verbleiben oder leicht zurückgehen.
Forschung & Entwicklung
Wir planen, die F&E-Aufwendungen in den kommenden Jahren moderat zu erhöhen. Die Zahl der F&E-Mitarbeiter wird aus heutiger Sicht leicht ansteigen. Auch weiterhin stehen bei der Produktentwicklung die folgenden Themen im Vordergrund:
* Stückkostenreduktion im Automobilbau
* neue Service-Produkte
* Erweiterung des Produktspektrums für die Emerging Markets
* Umwelttechnik und Energieeffizienz
ZUSAMMENFASSUNG ZUR VORAUSSICHTLICHEN ENTWICKLUNG
Wir rechnen damit, dass sich der Dürr-Konzern auch in den beiden kommenden Jahren positiv entwickelt, sofern die günstige Konjunkturlage anhält. Die Visibilität unseres Geschäfts hat sich deutlich verbessert. Dafür sorgen der hohe Auftragsbestand, die erhaltenen Letters of Intent und die umfangreichen Investitionspläne unserer Kunden. Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die weiterhin starke Nachfrage - besonders in den Emerging Markets - dürfte der Umsatz 2011 und 2012 zweistellige Wachstumsraten erreichen. Wir erwarten, dass das Ergebnis überproportional zum Umsatz steigt, und streben EBIT-Margen von 3,5 bis 4 % für 2011 und 4,5 bis 5 % für 2012 an.# Unsere Aktionäre wollen wir durch höhere Dividenden am Unternehmenserfolg teilhaben lassen. Bietigheim-Bissingen, den 8. März 2011 Dürr Aktiengesellschaft Der Vorstand
RALF W. DIETER
RALPH HEUWING
3.1 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2010
| ANHANG | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Tsd. € | ||
| Umsatzerlöse (7) | 1.261.379 | 1.077.632 |
| Umsatzkosten (8) | - 1.024.217 | - 866.842* |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 237.162 | 210.790* |
| Vertriebskosten (9) | - 98.540 | - 96.773* |
| Allgemeine Verwaltungskosten (10) | - 79.922 | - 79.896* |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | - 25.790 | - 25.852* |
| Sonstige betriebliche Erträge (12) | 27.215 | 72.132 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen (12) | - 26.442 | - 74.675 |
| Ergebnis vor Beteiligungsergebnis, Zinsen und ähnlichen Erträgen, Zinsen und ähnlichen Aufwendungen und Ertragsteuern | 33.683 | 5.726 |
| Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen (14) | 548 | 985 |
| Zinsen und ähnliche Erträge (15) | 2.137 | 2.208 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen (15) | - 23.867 | - 21.145 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 12.501 | - 12.226 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (16) | - 5.418 | - 13.514 |
| Ergebnis des Dürr-Konzerns | 7.083 | - 25.740 |
| Davon entfallen auf Nicht beherrschende Anteile | 762 | 1.142 |
| Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft | 6.321 | - 26.882 |
| Ergebnis je Aktie in € (unverwässert und verwässert) | 0,37 | - 1,55 |
* Die Angabe hat sich gegenüber dem Konzernabschluss 2009 verändert, da das Ergebnis aus Restrukturierung/belastenden Verträgen sowie außerplanmäßiger Abschreibung/Zuschreibung nicht mehr separat ausgewiesen wird, sondern unterschiedlichen Aufwandspositionen zugeordnet wurde. Nähere Informationen enthält Textziffer 13 im Anhang zum Konzernabschluss.
3.2 Konzern-Gesamtergebnisrechnung
DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2010
| Tsd. € | ANHANG | 2010 | 2009 |
|---|---|---|---|
| Ergebnis des Dürr-Konzerns | 7.083 | - 25.740 | |
| Ergebnisneutrale Bestandteile des Gesamtergebnisses | |||
| Im Eigenkapital erfasste Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von zu Sicherungszwecken eingesetzten Finanzinstrumenten (23) | - 253 | 707 | |
| Gewinne /Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren (23) | - 7 | - | |
| Ergebniswirksame Reklassifizierungen aus Währungsumrechnung (23) | - 140 | - | |
| Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen (23) | 12.457 | 3.500 | |
| Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung ausländischer at equity bilanzierter Unternehmen (23) | 2.037 | - 585 | |
| Versicherungsmathematische Gewinne /Verluste aus leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen (23) | - 1.497 | - 4.745 | |
| Latente Steuern auf ergebnisneutrale Bestandteile des Gesamtergebnisses (23) | 379 | 83 | |
| Ergebnisneutrale Bestandteile des Gesamtergebnisses nach Steuern (23) | 12.983 | - 1.033 | |
| Gesamtergebnis nach Steuern | 20.066 | - 26.773 | |
| Davon entfallen auf Nicht beherrschende Anteile | 764 | 1.103 | |
| Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft | 19.302 | - 27.876 |
3.3 Konzernbilanz
DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, ZUM 31. DEZEMBER 2010
| Tsd. € | Anhang | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|---|
| AKTIVA | |||
| Geschäfts- oder Firmenwert (17, 41) | 281.702 | 271.264 | |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte (17, 41) | 34.440 | 36.978 | |
| Sachanlagen (17, 41) | 91.199 | 88.851 | |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (17, 41) | 23.134 | 20.475 | |
| Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen (18, 41) | 11.912 | 9.636 | |
| übrige Finanzanlagen (41) | 457 | 4.510 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (20) | 1.321 | 2.592 | |
| Ertragsteuerforderungen (16) | 100 | 101 | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte (21) | 2.955 | 5.214 | |
| Sonstige Vermögenswerte (22) | 103 | 74 | |
| Latente Steuern (16) | 7.909 | 5.336 | |
| Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten | 7.099 | 7.625 | |
| Langfristige Vermögenswerte | 462.331 | 452.656 | |
| Vorräte und geleistete Anzahlungen (19) | 73.761 | 62.511 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (20) | 391.950 | 323.277 | |
| Ertragsteuerforderungen (16) | 5.750 | 4.562 | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte (21) | 11.671 | 9.641 | |
| Sonstige Vermögenswerte (22) | 15.581 | 8.669 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 252.308 | 103.897 | |
| Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten | 3.113 | 2.932 | |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 754.134 | 515.489 | |
| Summe Aktiva Dürr-Konzern | 1.216.465 | 968.145 |
| Tsd. € | Anhang | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|---|
| PASSIVA | |||
| Gezeichnetes Kapital (23) | 44.289 | 44.289 | |
| Kapitalrücklage (23) | 200.186 | 200.186 | |
| Gewinnrücklagen (23) | 97.533 | 92.237 | |
| Kumuliertes übriges Eigenkapital (23) | - 28.838 | - 41.797 | |
| Summe Eigenkapital der Dürr Aktiengesellschaft | 313.170 | 294.915 | |
| Nicht beherrschende Anteile (24) | 6.231 | 6.488 | |
| Summe Eigenkapital | 319.401 | 301.403 | |
| Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen (25) | 55.894 | 55.144 | |
| übrige Rückstellungen (26) | 7.745 | 6.295 | |
| Anleihe (27) | 225.639 | 98.141 | |
| übrige Finanzverbindlichkeiten (27) | 4.906 | 4.483 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (29) | 9.522 | 5.875 | |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten (30) | 163 | 126 | |
| übrige Verbindlichkeiten (30) | 3.774 | 7.440 | |
| Latente Steuern (16) | 20.006 | 22.880 | |
| Passiver Rechnungsabgrenzungsposten | 573 | 748 | |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 328.222 | 201.132 | |
| übrige Rückstellungen (26) | 39.983 | 46.063 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (28) | 439.680 | 330.850 | |
| Finanzverbindlichkeiten (27) | 1.768 | 1.333 | |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (29) | 17.545 | 21.878 | |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten (30) | 2.527 | 7.733 | |
| übrige Verbindlichkeiten (30) | 66.758 | 57.052 | |
| Passiver Rechnungsabgrenzungsposten | 581 | 701 | |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 568.842 | 465.610 | |
| Summe Passiva Dürr-Konzern | 1.216.465 | 968.145 |
3.4 Konzern-Kapitalflussrechnung
DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2010
| Tsd. € | ANHANG | 2010 | 2009 |
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern (33) | 12.501 | - 12.226 | |
| Ertragsteuerzahlungen | - 17.381 | - 16.274 | |
| Zinsergebnis | 21.730 | 18.937 | |
| Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen | - 548 | - 985 | |
| Dividenden von at equity bilanzierten Unternehmen | 441 | 3.816 | |
| Abschreibungen auf langfristige Vermögenswerte | 18.012 | 19.857 | |
| Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen | - 46 | - 36 | |
| Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge | - 170 | - 19 | |
| Veränderungen der betrieblichen Aktiva und Passiva | |||
| Vorräte | - 7.361 | 15.776 | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | - 49.064 | 126.231 | |
| Übrige Forderungen und Vermögenswerte | - 5.649 | 14.252 | |
| Rückstellungen | - 8.261 | - 15.361 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 88.280 | - 47.152 | |
| Übrige Verbindlichkeiten (nicht gegenüber Kreditinstituten) | 2.589 | - 8.113 | |
| Sonstige Aktiva und Passiva | 301 | - 3.303 | |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 55.374 | 95.400 | |
| Erwerb von immateriellen Vermögenswerten | - 5.348 | - 5.552 | |
| Erwerb von Sachanlagen | - 9.444 | - 11.837 | |
| Erwerb at equity bilanzierter Unternehmen | - 12 | - 13 | |
| Erwerb von sonstigen Finanzanlagewerten | - 104 | - 4.156 | |
| Erlöse aus dem Verkauf langfristiger Vermögenswerte | 929 | 1.110 | |
| Firmenerwerbe abzüglich erhaltener flüssiger Mittel | - 6.840 | - 6.832 | |
| Erhaltene Zinseinnahmen | 1.360 | 1.486 | |
| Cashflow aus lnvestitionstätigkeit | - 19.459 | - 25.794 | |
| Veränderung kurzfristige Bankverbindlichkeiten und übrige Finanzierungstätigkeiten | - 121 | - 18.546 | |
| Tilgung langfristiger Finanzverbindlichkeiten | - 290 | - 2.152 | |
| Tilgung der Anleihe | - 100.000 | - | |
| Aufnahme einer Anleihe | 226.721 | - | |
| Zahlungen für Finanzierungsleasing | - 1.249 | - 885 | |
| Aufnahme Finanzverbindlichkeiten gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen | 9 | - | |
| Gezahlte Dividenden an die Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft | - | - 12.110 | |
| Gezahlte Dividenden an Inhaber nicht beherrschender Anteile | - 894 | - 1.827 | |
| Geleistete Zinsausgaben | - 19.072 | - 15.739 | |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 105.104 | - 51.259 | |
| Einfluss von Wechselkursänderungen | 7.334 | 1.165 | |
| Konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds | 58 | - | |
| Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 148.411 | 19.512 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zum Periodenanfang | 103.897 | 84.385 | |
| Zum Periodenende | 252.308 | 103.897 |
Konzern-Eigenkapitalspiegel
DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2010
| Tsd. € | Gezeichnetes Kapital (23) | Kapitalrücklage (23) | Gewinnrücklagen (23) | Kumuliertes übriges Eigenkapital Unrealisierte Gewinne/ Verluste aus Cashflow Hedges (23) | Unrealisierte Gewinne/ Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren (23) | Änderungen Konsolidierungskreis/ Umgliederungen (23) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Januar 2009 | 44.289 | 200.186 | 130.557 | - 805 | - 18 | 822 |
| Jahresfehlbetrag | - | - | - | - | - | - |
| Kumuliertes übriges Eigenkapital | - | - | - | 501 | 7 | - |
| Gesamtergebnis nach Steuern | - | - | - | 26.882 | 501 | 7 |
| Dividenden | - | - | - | - 12.110 | - | - |
| Verkaufsoption nicht beherrschender Anteilsinhaber | - | - | 651 | - | - | - |
| Übrige Veränderungen | - | - | 21 | - | - | 21 |
| 31. Dezember 2009 | 44.289 | 200.186 | 92.237 | - 304 | - 11 | 801 |
| Jahresüberschuss | - | - | - | - | - | - |
| Kumuliertes übriges Eigenkapital | - | - | - | - | 195 | - |
| Gesamtergebnis nach Steuern | - | - | - | 6.321 | 195 | - |
| Dividenden | - | - | - | - | - | - |
| Verkaufsoption nicht beherrschender Anteilsinhaber | - | - | 1.047 | - | - | - |
| Übrige Veränderungen | - | - | 22 | - | - | 22 |
| 31. Dezember 2010 | 44.289 | 200.186 | 97.533 | - 499 | - 11 | 779 |
| Tsd. € | KUMULIERTES ÜBRIGES EIGENKAPITAL Unrealisierte versicherungs- mathematische Gewinne/ Verluste (23) | Währungs- umrechnung (23) | Kumuliertes übriges Eigenkapital (23) | Summe Eigenkapital der Aktionäre der Dürr Aktien- gesellschaft | Nicht beherrschende Anteile (24) | Summe Eigenkapital |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Januar 2009 | - 6.668 | - 34.113 | - 40.782 | 334.250 | 7.119 | 341.369 |
| Jahresfehlbetrag | - | - | - | 26.882 | 1.142 | - 25.740 |
| Kumuliertes übriges Eigenkapital | - 4.417 | 2.915 | - 994 | - 994 | - 39 | - 1.033 |
| Gesamtergebnis nach Steuern | - 4.417 | 2.915 | - 994 | - 27.876 | 1.103 | - 26.773 |
| Dividenden | - | - | - | 12.110 | - 1.827 | - 13.937 |
| Verkaufsoption nicht beherrschender Anteilsinhaber | - | - | 651 | 93 | - | 744 |
| Übrige Veränderungen | - | - | 21 | - | - | 31 |
| 31. Dezember 2009 | - 11.085 | - 31.198 | - 41.797 | 294.915 | 6.488 | 301.403 |
| Jahresüberschuss | - | - | - | 6.321 | 762 | 7.083 |
| Kumuliertes übriges Eigenkapital | - 1.178 | 14.354 | 12.981 | 12.981 | 2 | 12.983 |
| Gesamtergebnis nach Steuern | - 1.178 | 14.354 | 12.981 | 19.302 | 764 | 20.066 |
| Dividenden | - | - | - | - | - 894 | - 894 |
| Verkaufsoption nicht beherrschender Anteilsinhaber | - | - | - | 1.047 | - 127 | - 1.174 |
| Übrige Veränderungen | - | - | 22 | - | - | - |
GRUNDLAGEN UND METHODEN
1. Grundlagen der Rechnungslegung
Das Unternehmen
Die Dürr Aktiengesellschaft ("Dürr AG" oder "die Gesellschaft") hat ihren juristischen Firmensitz in Stuttgart, Deutschland; der Sitz der Geschäftstätigkeit ist in der Carl-Benz-Straße 34 in 74321 Bietigheim-Bissingen. Der Dürr-Konzern ("Dürr" oder "der Konzern") besteht aus der Dürr AG und ihren Tochtergesellschaften. Dürr ist ein Maschinen- und Anlagenbaukonzern, der in nahezu allen seinen Tätigkeitsfeldern an der Spitze des Weltmarkts steht und rund 80 % seines Umsatzes im Geschäft mit der Automobilindustrie erwirtschaftet. Darüber hinaus werden Branchen wie die Flugzeugindustrie, der Maschinenbau, die Energiewirtschaft sowie die Chemie- und Pharmaindustrie mit Produktionstechnik beliefert. Im Geschäftsjahr 2010 agierte Dürr mit zwei Unternehmensbereichen am Markt: Paint and Assembly Systems bietet Produktions- und Lackiertechnik, vor allem für Automobilkarosserien. Maschinen und Systeme von Measuring and Process Systems kommen unter anderem im Motoren- und Getriebebau und in der Endmontage zum Einsatz.
Rechnungslegungsmethoden
Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) zum Abschlussstichtag anzuwenden waren, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden. Darüber hinaus hat der Konzern die neuen beziehungsweise überarbeiteten Standards angewandt, die für das am 1. Januar 2010 beginnende Geschäftsjahr verbindlich sind.
Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ergaben sich aus der Anwendung der folgenden neuen oder überarbeiteten Standards:
Im Geschäftsjahr erstmals angewendete neue und überarbeitete Standards und Interpretationen
- Änderungen von International Accounting Standard (IAS) 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse" und IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse": Im Januar 2008 veröffentlichte das International Accounting Standards Board (IASB) diese beiden überarbeiteten Standards. Wesentliche Neuerungen ergeben sich bei den Themen Kosten des Unternehmenserwerbs, Full-Goodwill-Methode, Bilanzierung von sukzessiven Anteilserwerben, Bilanzierung von Änderungen der Anteilsquote an Tochterunternehmen ohne Kontrollverlust sowie beim Anwendungsbereich des IFRS 3. Die überarbeiteten Fassungen von IAS 27 sowie IFRS 3 sehen eine verpflichtende Anwendung für Geschäftsjahre vor, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. Die Standards führen Änderungen in der bilanziellen Behandlung von Unternehmenszusammenschlüssen ein, die sich auf die Ansatzhöhe des Geschäfts- oder Firmenwerts, auf die Ergebnisse des Berichtszeitraums, in dem ein Unternehmenserwerb erfolgt ist, und auf künftige Ergebnisse auswirken werden. In Übereinstimmung mit den Änderungen werden die im Rahmen von Akquisitionen angefallenen Nebenkosten ergebniswirksam erfasst. Die Höhe der entstandenen Geschäfts- oder Firmenwerte ist dementsprechend geringer.
Im Geschäftsjahr erstmals anzuwendende neue oder überarbeitete Standards und Interpretationen, die keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben
- Ergänzung von IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards": Ausnahmen für Erstanwender.
- IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung": Die Änderungen betreffen Transaktionen, bei denen eine Tochtergesellschaft Güter oder Dienstleistungen von Lieferanten oder Arbeitnehmern erhält, die vom Mutterunternehmen oder einem anderen Konzernunternehmen bezahlt werden.
- IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung": Konkretisierung der Prinzipien zur Abbildung von Sicherungsbeziehungen hinsichtlich zweier spezieller Fragestellungen.
- International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) 17 "Sachdividenden an Eigentümer": Die Interpretation regelt insbesondere die Bilanzierung und Bewertung einer Verpflichtung zur Sachdividendenausschüttung, die zu dem Zeitpunkt mit dem beizulegenden Zeitwert anzusetzen ist, ab dem die Ausschüttung nicht mehr im Ermessen des Unternehmens steht.
- IFRS 18 "Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden": Diese Interpretation ist insbesondere im Versorgungssektor relevant. Durch IFRIC 18 werden die IFRS-Regelungen für Vereinbarungen klargestellt, in denen ein Unternehmen von einem Kunden einen Posten des Sachanlagevermögens erhält, den das Unternehmen entweder nutzen muss, um den Kunden an ein Netz anzuschließen oder um dem Kunden dauerhaften Zugang zur Versorgung mit Gütern oder Dienstleistungen zu gewähren.
- Jährliches Änderungsverfahren: Am 16. April 2009 veröffentlichte das IASB im Rahmen des jährlichen Änderungsverfahrens den zweiten finalen Standard mit Änderungen zu bestehenden IFRS ("OmnibusStandard"). Durch das Annual Improvement Project 2007 - 2009 wurden kleinere Änderungen an insgesamt zwölf Standards vorgenommen. Die verabschiedeten Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2010 beginnen, anzuwenden. Eine Ausnahme sind die Änderungen von IFRS 2, IAS 38, IFRIC 9 und IFRIC 16, die bereits für Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem 1. Juli 2009 anzuwenden sind. Insbesondere seien folgende Änderungen genannt, deren Anwendung jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Gesellschaft hatte:
- IFRS 5 "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche": Klarstellung, dass andere IFRS-Standards neben IFRS 5 für Offenlegungspflichten nur einschlägig sind, wenn sie spezielle Angaben für zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte oder aufgegebene Geschäftsbereiche vorsehen.
- IFRS 8 "Geschäftssegmente": Angaben zum Segmentvermögen sind nur dann zu machen, wenn diese intern berichtet werden.
- IAS 7 "Kapitalflussrechnungen": Klarstellung, dass nur Investitionen, die zum Ansatz eines Vermögenswerts führen, im investiven Cashflow zu erfassen sind.
- IAS 36 "Wertminderung von Vermögenswerten": Die Änderung betrifft die Ebene, auf der der Goodwill-Impairment-Test durchgeführt wird.
- IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte": Klarstellungen bezüglich der Zusammenfassung von immateriellen Vermögenswerten, die im Rahmen von Unternehmenserwerben erworben wurden. Zukünftig ist es ausreichend, wenn ein immaterieller Vermögenswert zusammen mit einem Vertrag, einem Vermögenswert oder einer Schuld separierbar ist. Des Weiteren wurden die Bewertungsmethoden für immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen von Unternehmensakquisitionen erworben wurden, klargestellt beziehungsweise ergänzt.
- IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung": Klarstellung, dass im Eigenkapital erfasste Fair-Value-Änderungen des Sicherungsinstruments aus Cashflow Hedges von geplanten Transaktionen, die zu dem Ansatz eines Finanzinstruments führen (zum Beispiel geplante Fremdwährungsumsätze), und bilanzierten Finanzinstrumenten in die Gewinn- und Verlustrechnung umzubuchen sind (so genanntes reclassification adjustment), wenn das Grundgeschäft in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wird.
Folgende von der EU im Rahmen des Komitologieverfahrens übernommene Standards und Interpretationen sind noch nicht in Kraft getreten
- IAS 24 "Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen": Im November 2009 veröffentlichte das IASB den überarbeiteten IAS 24. Durch die Überarbeitung werden zunächst die Berichtspflichten von Unternehmen, an denen der Staat beteiligt ist (so genannte state-controlled entities), vereinfacht. Darüber hinaus wurde die Definition der nahe stehenden Unternehmen und Personen grundlegend überarbeitet. Der geänderte Standard ist für Geschäftsjahre verpflichtend anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen. Der geänderte Standard hat Auswirkungen auf den Kreis der zu berichtenden Personen und Unternehmen sowie auf die Darstellung der Beziehungen im Konzernabschluss.
Folgende von der EU im Rahmen des Komitologieverfahrens übernommene Standards und Interpretationen sind noch nicht in Kraft getreten und werden keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben
- IAS 32 "Finanzinstrumente: Darstellung": Die Ergänzung betrifft die Klarstellung der Klassifizierung von Bezugsrechten als Eigen- oder Fremdkapital.
- IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards": Die Änderungen enthalten Ausnahmen für Erstanwender.
- Änderung von IFRIC 14 "IAS19 - Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswertes, Mindestdotierungsverpflichtungen und ihre Wechselwirkung": Im November 2009 veröffentlichte das IFRIC eine Änderung des IFRIC 14, die von Relevanz ist, wenn ein Unternehmen, das im Zusammenhang mit seinen Pensionsplänen Mindestdotierungsverpflichtungen zu erfüllen hat, Vorauszahlungen auf diese leistet.
- IFRIC 19 "Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten mit Eigenkapitalinstrumenten": Die Interpretation enthält Leitlinien zur Behandlung solcher auch als "Debt for Equity Swaps" bezeichneter Transaktionen. Sie verdeutlicht die Anforderungen der IFRS, wenn ein Unternehmen die Bedingungen einer finanziellen Verbindlichkeit mit dem Gläubiger neu aushandelt und der Gläubiger dabei Aktien oder andere Eigenkapitalinstrumente des Unternehmens zur vollen oder partiellen Tilgung der finanziellen Verbindlichkeit akzeptiert.
Standards und Interpretationen, die noch nicht in Kraft getreten sind und von der EU noch nicht im Rahmen des Komitologieverfahrens übernommen wurden
- IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben": Im Oktober 2010 veröffentlichte das IASB die Änderungen an IFRS 7 bezüglich der Angabepflichten bei der Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte. Der geänderte Standard ist verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1.# Juli 2011 beginnen, und wird keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.
IFRS 9 "Finanzinstrumente"
Im November 2009 veröffentlichte das IASB den neuen Standard IFRS 9 zur Kategorisierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten. Die Veröffentlichung von IFRS 9 schließt Phase 1 des dreiteiligen IASB-Projekts zur vollständigen Überarbeitung der Bilanzierung von Finanzinstrumenten und somit von IAS 39 ab. Gemäß IFRS 9 regelt ein neuer, weniger komplexer Ansatz die Kategorisierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten. Demnach gibt es nunmehr nur noch zwei anstatt vier Bewertungskategorien für aktivische Finanzinstrumente.
Im Oktober 2010 veröffentlichte das IASB eine Ergänzung des IFRS 9 um Vorgaben zu finanziellen Verbindlichkeiten. Die Anwendung von IFRS 9 ist ab 1. Januar 2013 verpflichtend vorzunehmen. In Einklang mit den Forderungen der G20 ist allerdings eine freiwillige vorzeitige Anwendung bereits für Geschäftsjahre, die 2009 oder später enden, zulässig. Dürr hat die Analyse möglicher Auswirkungen auf den Konzernabschluss noch nicht abgeschlossen.
Jährliches Änderungsverfahren
Im Mai 2010 veröffentlichte das IASB im Rahmen des jährlichen Änderungsverfahrens den dritten finalen Standard mit Änderungen zu bestehenden IFRS ("Omnibus-Standard"). Durch das Annual Improvement Project 2007 - 2010 wurden kleinere Änderungen an insgesamt sechs Standards und einer Interpretation vorgenommen. Die verabschiedeten Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen, anzuwenden. Eine Ausnahme bilden die Änderungen von IFRS 3 und IAS 27, die bereits für Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem 1. Juli 2010 anzuwenden sind. Insbesondere seien folgende Änderungen genannt, deren Anwendung jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Gesellschaft haben werden:
― IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards"
Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Jahr der erstmaligen Anwendung sowie die Möglichkeit, die Neubewertung als Grundlage für angenommene Anschaffungs- oder Herstellungskosten heranzuziehen und die angenommenen Anschaffungs- oder Herstellungskosten für Geschäftsaktivitäten, die dem Regulierungsprozess unterliegen, zugrunde zu legen.
― IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse"
Die Änderungen betreffen Übergangsbestimmungen für bedingte Gegenleistungen aus Unternehmenszusammenschlüssen vor der Einführung des in 2009 geänderten IFRS 3. Weiterhin werden die Anzahl der Bewertungswahlrechte von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss eingeschränkt und Inkonsistenzen bei anteilsbasierten Vergütungszusagen beseitigt.
― IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben"
Das IASB stellt klar, dass die qualitativen Angaben zu Risiken in Verbindung mit Finanzinstrumenten die jeweiligen quantitativen Angaben stützen und erläutern sollen.
― IAS 1 "Darstellung des Abschlusses"
Ein Unternehmen kann für die einzelnen Bestandteile des Eigenkapitals eine Analyse des sonstigen Ergebnisses in der Aufstellung über Veränderungen des Eigenkapitals oder im Anhang darstellen.
― IAS 27 "Konzern- und Einzelabschlüsse"
Übergangsbestimmungen für Änderungen infolge der Änderungen an IAS 27.
― IAS34 "Zwischenberichterstattung"
Entwicklung von Leitlinien zur Veranschaulichung der Umsetzung der Angabevorschriften des IAS 34 zu bedeutenden Ereignissen und Geschäftsvorfällen sowie Erweiterung der Angabevorschriften.
― IFRIC 13 "Kundenbindungsprogramme"
Die Änderung stellt klar, dass bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von Prämienanrechten auf Basis des Werts möglicher Prämien die Höhe der Rabatte und Anreize zu berücksichtigen ist, die nicht am Prämienprogramm teilnehmenden Kunden gewährt werden.
Der Konzern hat Standards und IFRIC-Interpretationen, die bereits herausgegeben wurden, jedoch noch nicht in Kraft getreten sind, nicht vorzeitig angewendet. Dürr beabsichtigt grundsätzlich, alle Standards zum Zeitpunkt der erstmaligen verpflichtenden Anwendung zu berücksichtigen. Die Anforderungen der angewandten Standards wurden vollständig erfüllt. Der Abschluss vermittelt damit ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und der Cashflows des Konzerns. Das Geschäftsjahr von Dürr entspricht dem Kalenderjahr. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt; alle Beträge werden in Tausend Euro (Tsd. €) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist. Alle Vermögenswerte und Schulden sind mit historischen beziehungsweise fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Eine Ausnahme bilden die derivativen Finanzinstrumente, eine Verpflichtung aus einer Verkaufsoption der Inhaber nicht beherrschender Anteile, sowie die finanziellen Vermögenswerte, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert sind. Diese sind zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden als kurzfristig behandelt, sofern sie innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder erfüllt werden.
2. Konsolidierungsgrundsätze
Grundlage für den Konzernabschluss von Dürr sind die nach einheitlichen Regeln zum 31. Dezember 2010 erstellten und von unabhängigen Abschlussprüfern geprüften IFRS-Abschlüsse der Dürr AG sowie ihrer einbezogenen Tochtergesellschaften und at equity bilanzierten Unternehmen. Für erstmals in den Konzernabschluss einbezogene Tochtergesellschaften wird die Kapitalkonsolidierung gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" nach der Erwerbsmethode durchgeführt. Dabei werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile mit dem anteiligen Eigenkapital der Tochtergesellschaften aufgerechnet. Die erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten gehen vollständig zum Anschaffungszeitpunkt in die Konzernbilanz ein, dabei werden stille Reserven und Lasten berücksichtigt. Verbleibende positive Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwerte ausgewiesen. Bei der Entkonsolidierung wird der Geschäfts- oder Firmenwert erfolgswirksam aufgelöst. Negative Unterschiedsbeträge werden sofort erfolgswirksam erfasst. Für Unternehmenserwerbe, bei denen weniger als 100 % der Anteile erworben werden, sieht IFRS 3 ein Wahlrecht zwischen der Erfassung des beteiligungsproportionalen Geschäfts- oder Firmenwerts (Purchased-Goodwill-Methode) und der Erfassung des Geschäfts- oder Firmenwerts inklusive des auf die nicht beherrschenden Anteile entfallenden Anteils (Full-Goodwill-Methode) vor. Dieses Wahlrecht kann für jeden Unternehmenserwerb neu ausgeübt werden. Dürr prüft für jeden einzelnen Unternehmenserwerb, welche Methode zur Aktivierung des Geschäfts- oder Firmenwerts angewandt wird. Unternehmen, auf die ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann (assoziierte Unternehmen), werden nach der Equity-Methode bewertet; dies ist grundsätzlich bei einem Stimmrechtsanteil von 20 % bis 50 % der Fall. Die Equity-Methode findet auch auf Gemeinschaftsunternehmen Anwendung, bei denen Dürr gemeinsam mit anderen Partnern wirtschaftliche Tätigkeiten unter gemeinschaftlicher Führung durchführt. Vorhandene Geschäfts- oder Firmenwerte werden unter den Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen ausgewiesen. Alle übrigen Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bilanziert, da Marktwerte nicht zur Verfügung stehen und Zeitwerte auch anderweitig nicht zuverlässig ermittelt werden können. Umsatzerlöse, sonstige Erträge und Aufwendungen sowie Forderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen zwischen konsolidierten Gesellschaften werden eliminiert. Ergebnisse zwischen konsolidierten Gesellschaften (Zwischenergebnisse), die nicht durch Veräußerung an konzernfremde Dritte realisiert wurden, werden herausgerechnet.
3. Konsolidierungskreis
In den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010 sind neben der Dürr AG die in- und ausländischen Gesellschaften einbezogen, bei denen die Dürr AG unmittelbar oder mittelbar die Möglichkeit eines beherrschenden Einflusses hat (Control-Verhältnis). Die Gesellschaften werden ab dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, an dem die Möglichkeit der Beherrschung erlangt wird. Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierte Unternehmen werden ab dem Zeitpunkt nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem die gemeinschaftliche Führung beziehungsweise die Möglichkeit des maßgeblichen Einflusses besteht. Die nachfolgende Tabelle zeigt, wie viele Gesellschaften der Konsolidierungskreis neben der Dürr AG als Mutterunternehmen umfasst.
3.6 KONSOLIDIERUNGSKREIS
| | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|------------------|------------|------------|
| Anzahl der vollkonsolidierten Gesellschaften | | |
| Inland | 11 | 9 |
| Ausland | 41 | 42 |
| | 52 | 51 |
| Anzahl der at equity bilanzierten Gesellschaften | | |
| Inland | 3 | 3 |
| Ausland | 1 | 1 |
| | 4 | 4 |
Der Konzernabschluss enthält vier (Vorjahr: vier) Gesellschaften, an denen Inhaber nicht beherrschender Anteile beteiligt sind.
4. Veränderungen des Konsolidierungskreises
Mit Wirkung zum 1. Januar 2010 wurde die UCM AG, Rheineck, Schweiz, erstkonsolidiert. Zum 21. Juni 2010 wurde die UCM Holding AG, Rheineck, Schweiz, auf die UCM AG verschmolzen. Am 30. Juli 2010 wurde der Erwerb der Helmuth Rickert GmbH mit Sitz in Wolfsburg vollzogen und die Gesellschaft erstkonsolidiert. Nach dem Vollzug des Kaufvertrags wurde die Gesellschaft in Dürr Systems Wolfsburg GmbH umfirmiert. Die Dürr IT Service GmbH mit Sitz in Stuttgart wurde am 2. Dezember 2010 gegründet. Zweck der Gesellschaft ist die Erbringung von Dienstleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie und in verwandten Gebieten. Zum 31. Dezember 2010 wurde die Gesellschaft Dürr Canada Corp., Halifax, Nova Scotia, Kanada, entkonsolidiert.
5. Währungsumrechnung
Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Tochtergesellschaften erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung gemäß IAS 21 "Auswirkungen von Wechselkursänderungen" in Euro.Bei allen ausländischen Tochtergesellschaften des Konzerns ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Entsprechend werden die Vermögenswerte und Schulden mit den Stichtagskursen am Konzernabschlussstichtag, die Aufwendungen und Erträge grundsätzlich mit den Durchschnittskursen umgerechnet. Die hieraus entstehenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst. In den Einzelabschlüssen der Dürr AG und ihrer Tochtergesellschaften werden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten zum Anschaffungskurs bewertet; laufende Geschäftsvorfälle werden zum Tageskurs umgerechnet. Zum Bilanzstichtag eingetretene Kursgewinne und -verluste werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Für eine betragsmäßige Darstellung der erfolgswirksamen Kursgewinne und -verluste wird auf Textziffer 12 verwiesen.
3.7 MASSGEBENDE WECHSELKURSE
| STICHTAGSKURS (im Verhältnis zu einem Euro) | 31.12.2010 | 31.12.2009 | DURCHSCHNITTSKURS (im Verhältnis zu einem Euro) | 2010 | 2009 |
|---|---|---|---|---|---|
| US-Dollar | 1,3282 | 1,4303 | 1,3213 | 1,3955 | |
| Britisches Pfund | 0,8630 | 0,8932 | 0,8575 | 0,8907 | |
| Indische Rupie | 59,6528 | 66,8570 | 60,4041 | 67,4647 | |
| Tschechische Krone | 25,1760 | 26,4110 | 25,2987 | 26,4944 | |
| Brasilianischer Real | 2,2102 | 2,4994 | 2,3237 | 2,7626 | |
| Chinesischer Renminbi Yuan | 8,7697 | 9,7660 | 8,9329 | 9,5279 | |
| Koreanischer Won | 1.507,2414 | 1.675,1088 | 1.531,2611 | 1.770,8065 | |
| Polnischer Zloty | 3,9675 | 4,1320 | 3,9922 | 4,3516 | |
| Mexikanischer Peso | 16,4480 | 18,6376 | 16,6861 | 18,8839 | |
| Japanischer Yen | 108,5936 | 132,5913 | 115,2189 | 130,4779 | |
| Marokkanischer Dirham | 11,1637 | 11,3098 | 11,1476 | 11,2516 |
In den Einzelabschlüssen der ausländischen Tochtergesellschaften werden die Geschäfts- oder Firmenwerte mit dem Kurs am Konzernabschlussstichtag umgerechnet. Geschäfts- oder Firmenwerte, die nicht in den ausländischen Einzelabschlüssen der Tochtergesellschaften bilanziert sind und bereits zum 1. Januar 2005 vorhanden waren, werden unter Anwendung der Übergangsregelung des IAS 21.59 weiterhin zum Konzernabschlussstichtag zu historischen Kursen (Kurs zum Zeitpunkt des Erwerbs) bilanziert. Die aus Akquisitionen aufgedeckten stillen Reserven werden in Euro bilanziert, da diese ausschließlich bei Gesellschaften angefallen sind, die als Landeswährung den Euro besitzen.
6. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Immaterielle Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte sind Geschäfts- oder Firmenwerte, Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie aktivierte Entwicklungskosten und aktivierte Transaktionskosten. Erworbene und selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden unter den Voraussetzungen des IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte" aktiviert. Neben anderen Kriterien muss mit der Nutzung des Vermögenswerts ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil wahrscheinlich sein; zudem müssen die Kosten des Vermögenswerts zuverlässig bestimmbar sein. Immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Die Amortisation von immateriellen Vermögenswerten mit bestimmter Nutzungsdauer erfolgt planmäßig linear über die Nutzungsdauer, soweit keine außerplanmäßige Wertminderung vorliegt. Geschäfts- oder Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben.
Im Konzern werden Entwicklungskosten als selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte nur unter den Voraussetzungen des IAS 38 aktiviert. Danach müssen unter anderem die folgenden Kriterien erfüllt sein:
* ― technische Realisierbarkeit der Fertigstellung zur Nutzung oder zum Verkauf,
* ― Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen wirtschaftlichen Vorteils aus der Nutzung des Vermögenswerts,
* ― Fähigkeit, die Ausgaben während der Entwicklung verlässlich bewerten zu können.
Die Herstellungskosten umfassen alle direkt zurechenbaren Kosten ab dem Zeitpunkt, an dem die Ansatzkriterien erstmals erfüllt werden. Entwicklungskosten, die diese Kriterien nicht erfüllen, sowie Forschungskosten werden sofort als Aufwand erfasst. Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Forschungs- und Entwicklungskosten ausgewiesen.
3.8 NUTZUNGSDAUERN IMMATERIELLER VERMÖGENSWERTE (GESCHÄTZT)
| Jahre | |
|---|---|
| Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | 2 bis 10 |
| Transaktionskosten | 2 bis 5 |
| Aktivierte Entwicklungskosten | 3 bis 8 |
Sachanlagen
Die Bilanzierung von Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen über die Nutzungsdauer. Die Herstellungskosten umfassen alle direkten Kosten des Herstellungsprozesses.
3.9 NUTZUNGSDAUERN SACHANLAGEN (GESCHÄTZT)
| Jahre | |
|---|---|
| EDV-Hardware | 3 bis 5 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2 bis 20 |
| Maschinen und Ausrüstungen | 2 bis 21 |
| Gebäude, Um- und Einbauten | 5 bis 50 |
Weitere Erläuterungen zur Bilanzposition Sachanlagen finden sich unter Textziffer 17. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten für Sachanlagen enthalten größere Aufwendungen für Ersatzbeschaffungen, die die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verlängern oder die Kapazität erhöhen. Bei verkauften und verschrotteten Anlagegütern werden die historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und die kumulierten Abschreibungen ausgebucht. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen den Nettoveräußerungserlösen und dem Buchwert ermittelt und in der Periode, in der der Posten ausgebucht wird, erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung als sonstige betriebliche Erträge oder Aufwendungen erfasst. Instandhaltungen und kleinere Reparaturen werden sofort erfolgswirksam erfasst.
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden bei der erstmaligen Bewertung zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten einschließlich Nebenkosten bewertet. Der Buchwert enthält die Kosten für Ersatzinvestitionen einer bestehenden, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie zum Zeitpunkt des Anfalls dieser Kosten, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Der Buchwert beinhaltet nicht die Kosten der täglichen Instandhaltung dieser Immobilien. Im Rahmen der Folgebewertung werden die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien zu ihren fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden ausgebucht, wenn sie veräußert werden oder wenn sie dauerhaft nicht mehr genutzt werden und kein künftiger wirtschaftlicher Nutzen bei ihrer Veräußerung erwartet wird. Gewinne oder Verluste aus der Stilllegung oder der Veräußerung einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie werden im Jahr der Stilllegung oder der Veräußerung erfasst. Immobilien werden dem Bestand der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien zugeordnet, wenn eine Nutzungsänderung vorliegt, die durch das Ende der Selbstnutzung oder den Beginn eines Operating-Leasingverhältnisses mit einer anderen Partei belegt wird.
Wertminderungsprüfung
Bei allen immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer, bei immateriellen Vermögenswerten, die noch nicht nutzungsbereit sind, sowie bei Geschäfts- oder Firmenwerten wird die Werthaltigkeit des Buchwerts am Ende jedes Geschäftsjahres überprüft. Bei den weiteren immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen wird eine Wertminderungsprüfung dann durchgeführt, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte, das heißt, dass der Buchwert des Vermögenswerts nicht erzielbar ist. Überwiegend fremdvermietete, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden einmal jährlich einer Wertminderungsprüfung unterzogen. Eine Wertminderung wird erfolgswirksam erfasst, soweit der erzielbare Betrag des Vermögenswerts den Buchwert unterschreitet. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus Nettoveräußerungspreis und Nutzungswert des Vermögenswerts. Der Nettoveräußerungspreis ist der aus einem Verkauf eines Vermögenswerts zu marktüblichen Bedingungen erzielbare Betrag abzüglich der Veräußerungskosten. Der Nutzungswert ist der Kapitalwert der geschätzten künftigen Cashflows, die aus der fortgesetzten Nutzung eines Vermögenswerts und seiner Veräußerung am Ende der Nutzungsdauer zu erwarten sind. Der erzielbare Betrag wird für jeden Vermögenswert einzeln oder, falls dies nicht möglich ist, für die zahlungsmittelgenerierende Einheit, der er zugeordnet ist, ermittelt. Für im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte entsprechen aufgrund der internen Berichtsstrukturen die relevanten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten den Geschäftsbereichen des Dürr-Konzerns. Zur Ermittlung der erwarteten Cashflows jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit müssen Grundannahmen getroffen werden. Diese beinhalten Annahmen hinsichtlich der Finanzpläne sowie der zur Abzinsung herangezogenen Zinssätze. Frühere Wertminderungen werden erfolgswirksam revidiert, soweit sie nicht mehr bestehen oder sich verringert haben. Die Werterhöhung beziehungsweise die Verringerung der Wertminderung eines Vermögenswerts wird jedoch nur so weit erfasst, wie sie den Buchwert nicht übersteigt, der sich unter Berücksichtigung der Abschreibungseffekte ergeben hätte, wenn in den vorherigen Jahren keine Wertminderung erfasst worden wäre. Wertaufholungen bei Geschäfts- oder Firmenwerten dürfen nicht vorgenommen werden.
Zuwendungen der öffentlichen Hand
Zuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß IAS 20 "Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand" nur erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Sofern die Zuwendungen eine Investition betreffen, werden sie vom Buchwert des geförderten Vermögenswerts abgesetzt. Erfolgsbezogene Zuwendungen werden passivisch abgegrenzt und dann periodengerecht aufgelöst.# Leasingvereinbarungen
Die Gesellschaften des Dürr-Konzerns sind Leasingnehmer von Grundstücken, Bauten sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die Mehrheit der Leasingverträge wird als Operating-Leasingverhältnis eingestuft. Finanzierungs-Leasingverhältnisse, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken an dem übertragenen Vermögenswert auf den Konzern übertragen werden, führen zur Aktivierung des Leasinggegenstands zum Zeitpunkt des Abschlusses des Leasingverhältnisses zum beizulegenden Zeitwert des Leasinggegenstands oder zum Barwert der Mindestleasingzahlungen, sofern dieser Wert niedriger ist. Leasingzahlungen werden so in Finanzaufwendungen und Tilgungsanteil der Restschuld aufgeteilt, dass über die Periode ein konstanter Zinssatz auf die verbliebene Leasingschuld entsteht. Finanzaufwendungen werden sofort erfolgswirksam erfasst. Gleichzeitig wird eine Verbindlichkeit in gleicher Höhe gebildet. Der Leasinggegenstand wird über den kürzeren der beiden Zeiträume - geschätzte Nutzungsdauer oder Laufzeit des Leasingverhältnisses - abgeschrieben. Leasingzahlungen innerhalb eines Operating-Leasingverhältnisses werden als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfasst.
Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen
In den Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen werden Unternehmen erfasst, bei denen Dürr entweder einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann oder bei denen Dürr gemeinsam mit anderen Partnern wirtschaftliche Tätigkeiten unter gemeinschaftlicher Führung durchführt. Anteilige Gewinne und Verluste werden in der Konzernbilanz als Veränderung des Buchwerts und in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns unter der Position Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen ausgewiesen. Unmittelbar im Eigenkapital des at equity bilanzierten Unternehmens erfasste Änderungen werden vom Konzern in Höhe der Beteiligungsquote des at equity bilanzierten Unternehmens ebenfalls unmittelbar im Eigenkapital erfasst und in die Aufstellung über Veränderungen des Eigenkapitals aufgenommen. Erhaltene Dividenden mindern den Buchwert.
Finanzinstrumente
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und gleichzeitig bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Finanzinstrumente werden gemäß IAS 39 in die folgenden Kategorien eingeteilt:
* zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte,
* bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen,
* vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen,
* zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte,
* finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, und
* finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.
Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Handelstag bilanziert.
Finanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte mit festgelegten oder bestimmbaren Zahlungen und festen Laufzeiten, die das Unternehmen bis zur Endfälligkeit zu halten beabsichtigt und halten kann, ausgenommen nach IAS 39 vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen, werden als bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen klassifiziert. Finanzielle Vermögenswerte, die hauptsächlich erworben wurden, um einen Gewinn aus der kurzfristigen Wertentwicklung zu erzielen, werden als zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Alle sonstigen finanziellen Vermögenswerte, ausgenommen nach IAS 39 vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen, werden als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte eingestuft.
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen werden unter den langfristigen Vermögenswerten bilanziert. Dies gilt nicht, wenn sie innerhalb eines Jahres nach dem Bilanzstichtag fällig sind. Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte werden unter den kurzfristigen Vermögenswerten bilanziert. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden als kurzfristige Vermögenswerte ausgewiesen, wenn die Unternehmensleitung die Absicht hat, sie innerhalb von zwölf Monaten ab dem Bilanzstichtag zu veräußern.
Bei der erstmaligen Erfassung eines finanziellen Vermögenswerts wird dieser mit den Anschaffungskosten angesetzt. Diese setzen sich aus dem Zeitwert der Gegenleistung und - mit Ausnahme der zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte - den Transaktionskosten zusammen. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts von zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerten werden erfolgswirksam erfasst. Als Zeitwert eines Finanzinstruments gilt der Betrag, der im Geschäftsverkehr zwischen vertragswilligen und unabhängigen Vertragspartnern unter aktuellen Marktbedingungen erzielt werden kann.
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen werden mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode bewertet. Ist es wahrscheinlich, dass bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen Vermögenswerten eine Wertminderung eintritt, so wird diese erfolgswirksam erfasst. Eine zuvor aufwandswirksam erfasste Wertminderung wird ertragswirksam korrigiert, wenn eine Wertaufholung objektiv auf einen nach der ursprünglichen Wertminderung aufgetretenen Sachverhalt zurückgeführt werden kann. Eine Werterhöhung wird nur insoweit erfasst, wie sie denjenigen Betrag der fortgeführten Anschaffungskosten nicht übersteigt, der sich ohne Wertminderung ergeben hätte.
Vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, werden zu ihren fortgeführten Anschaffungskosten oder dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden abzüglich eines Steueranteils im kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Die erfolgswirksame Auflösung der Rücklage erfolgt entweder mit der Veräußerung oder bei Vorliegen einer Wertminderung.
Von der Möglichkeit, finanzielle Vermögenswerte bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Vermögenswerte ("Financial Assets at Fair Value through Profit or Loss") zu designieren, hat Dürr bislang keinen Gebrauch gemacht.
Finanzielle Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Anleihen, derivative finanzielle Verbindlichkeiten und andere Verbindlichkeiten.
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden nach der erstmaligen Erfassung unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, enthalten zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten. Derivate werden als zu Handelszwecken gehalten eingestuft, es sei denn, sie werden als Sicherungsinstrument designiert und sind als solches effektiv. Gewinne oder Verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden, werden erfolgswirksam erfasst.
Bei den finanziellen Verbindlichkeiten hat der Konzern von dem Wahlrecht, diese bei ihrer erstmaligen bilanziellen Erfassung als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten ("Financial Liabilities at Fair Value through Profit or Loss") zu designieren, bisher keinen Gebrauch gemacht.
Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsgeschäfte
Dürr setzt derivative Finanzinstrumente wie beispielsweise Devisenterminkontrakte und Zins-/Währungsswaps ein, um sich gegen Zins- und Währungsrisiken abzusichern. Derivative Finanzinstrumente werden bei erstmaliger Bilanzierung und in Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Um dessen Veränderungen zu erfassen, sei es erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung oder erfolgsneutral im Eigenkapital, ist entscheidend, ob das derivative Finanzinstrument in eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 eingebunden ist oder nicht. Sind die Voraussetzungen des IAS 39, die die Anwendung der Spezialvorschriften zum Hedge Accounting ermöglichen, nicht erfüllt, werden die Veränderungen der Zeitwerte erfolgswirksam erfasst.
Nach Art des abgesicherten Grundgeschäfts werden Sicherungsinstrumente wie folgt klassifiziert:
* als Absicherung des beizulegenden Zeitwerts, wenn es darum geht, das Risiko einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts eines erfassten Vermögenswerts, einer Schuld, einer noch nicht in der Bilanz angesetzten festen Verpflichtung oder eines identifizierbaren Teils solcher Vermögenswerte, Schulden oder festen Verpflichtungen abzusichern, das Auswirkungen auf das Periodenergebnis haben könnte (Fair Value Hedge);
* als Absicherung von Cashflows, wenn das Risiko von Cashflow-Schwankungen abgesichert wird, das einem erfassten Vermögenswert, einer erfassten Schuld oder einer vorhergesehenen Transaktion zugeordnet werden kann und Auswirkungen auf das Periodenergebnis haben könnte (Cashflow Hedge); oder
* als Absicherung der Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb (Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation).
Absicherung des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value Hedge Accounting)
Bei Absicherung des beizulegenden Zeitwerts wird der Buchwert eines gesicherten Grundgeschäfts erfolgswirksam um den Gewinn oder Verlust angepasst, der dem abgesicherten Risiko zuzurechnen ist.Ferner wird das derivative Finanzinstrument mit seinem beizulegenden Zeitwert neu bewertet; Gewinne oder Verluste, die sich daraus ergeben, werden ebenfalls in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bei einem perfekten Hedge gleichen sich die ergebniswirksam erfassten Zeitwertschwankungen des Grund- und des Sicherungsgeschäfts nahezu aus. Bei Sicherungsgeschäften zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts, die sich auf zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzte Grundgeschäfte beziehen, werden die Buchwertanpassungen ergebniswirksam über die Laufzeit des Buchwerts bis zur Fälligkeit aufgelöst. Jede Anpassung des Buchwerts eines gesicherten Finanzinstruments wird ergebniswirksam aufgelöst. Dabei wird die Effektivzinsmethode angewandt. Die Auflösung kann beginnen, sobald eine Anpassung vorgenommen wird. Sie muss aber spätestens dann beginnen, wenn das Grundgeschäft nicht mehr um die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts angepasst wird, die auf das abzusichernde Risiko zurückzuführen sind. Wird das Grundgeschäft ausgebucht, wird der nicht amortisierte beizulegende Zeitwert sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Wird eine bilanzunwirksame feste Verpflichtung als Grundgeschäft designiert, so wird die nachfolgende kumulierte Änderung ihres beizulegenden Zeitwerts, die auf das gesicherte Risiko zurückzuführen ist, als Vermögenswert oder Schuld mit einem entsprechenden Gewinn oder Verlust im Periodenergebnis erfasst. Die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments werden ebenfalls im Periodenergebnis erfasst. Dies ist allerdings nicht der Fall, wenn es sich um die Absicherung des Währungsrisikos handelt, da dieses als Absicherung der Cashflows behandelt wird. Die Bilanzierung eines Sicherungsgeschäfts zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts wird eingestellt, wenn das Sicherungsinstrument vorzeitig bedient oder fällig wird oder die Voraussetzungen für die Bilanzierung als Sicherungsgeschäft nicht weiter erfüllt.
Absicherung von Cashflows (Cashflow Hedge Accounting)
Bei der Absicherung des Risikos von Cashflow-Schwankungen wird der effektive Teil des Gewinns oder Verlusts aus einem Sicherungsinstrument direkt im Eigenkapital ausgewiesen. Der ineffektive Teil wird dagegen erfolgswirksam erfasst. Die im Eigenkapital erfassten Beträge werden in derjenigen Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert, in der die abgesicherte Transaktion das Periodenergebnis beeinflusst. Handelt es sich bei dem abgesicherten Grundgeschäft um die Anschaffungskosten eines nichtfinanziellen Vermögenswerts oder einer nichtfinanziellen Schuld, so werden die Beträge, die im Eigenkapital erfasst werden, im Zugangszeitpunkt Teil der Anschaffungskosten des nichtfinanziellen Vermögenswerts beziehungsweise der nichtfinanziellen Schuld. Wird mit dem Eintritt der vorhergesehenen Transaktion nicht länger gerechnet, werden die Beträge, die zuvor im Eigenkapital erfasst wurden, in das Periodenergebnis umgegliedert. Wenn das Sicherungsinstrument vorzeitig bedient oder fällig wird, verbleiben die zuvor ausgewiesenen Beträge so lange als gesonderter Posten im Eigenkapital, bis die vorhergesehene Transaktion eingetreten ist. Dasselbe gilt, wenn das Sicherungsinstrument ohne Ersatz oder ohne Überrollen in ein anderes Sicherungsinstrument ausgeübt wird und wenn die Voraussetzungen für ein Cashflow Hedge Accounting nicht mehr vorliegen. Wird mit dem Eintritt der erwarteten Transaktion nicht mehr gerechnet, so wird der Betrag ergebniswirksam erfasst. Weitere Ausführungen zu derivativen Finanzinstrumenten enthält Textziffer 38.
Sonstige Finanzanlagen
Die unter den sonstigen Finanzanlagen ausgewiesenen marktgängigen Wertpapiere enthalten als zur Veräußerung verfügbar eingestufte Papiere, die am Bilanzstichtag zum Marktwert bewertet werden, sowie als bis zur Endfälligkeit gehalten eingestufte Papiere, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden.
Vorräte und geleistete Anzahlungen
Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, unfertige Erzeugnisse aus Kleinserienfertigung und Fertigerzeugnisse werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder dem am Bilanzstichtag niedrigeren Nettoveräußerungswert angesetzt. Angesetzt wird in der Regel ein Durchschnittswert oder ein auf Basis des FIFO-Verfahrens ("first in, first out") ermittelter Wert. Wertberichtigungen werden für veraltete Vorräte sowie Bestände mit geringer Umschlagshäufigkeit vorgenommen. Die Herstellungskosten umfassen Material- und Fertigungseinzelkosten sowie sämtliche produktionsbezogenen Gemeinkosten und Abschreibungen. Die Gemeinkostenzuschläge werden auf der Basis durchschnittlicher Auslastungen ermittelt. Fremdkapitalkosten werden nicht einbezogen, sofern sie nicht qualifizierte Vermögenswerte betreffen.
Langfristige Fertigungsaufträge
Dürr erwirtschaftet seine Umsatzerlöse überwiegend aus langfristigen Fertigungsaufträgen. Umsatzerlöse aus langfristigen Fertigungsaufträgen werden grundsätzlich nach der Percentage-of-Completion-Methode (POC-Methode) gemäß IAS 11 "Fertigungsaufträge" ausgewiesen. Dabei werden die Umsatzerlöse und die geplante Marge entsprechend des Fertigstellungsgrads eines Auftrags bilanziert. Der Fertigstellungsgrad berechnet sich auf der Basis der entstandenen Kosten im Verhältnis zu den insgesamt erwarteten Kosten eines Auftrags. Durch diese Bilanzierungsmethode werden sowohl Umsatzerlöse als auch die zugehörigen Kosten periodengerecht realisiert. Die Zero-Profit-Methode (ZP-Methode) wird bei solchen Aufträgen angewandt, bei denen die bis zur Fertigstellung eines Auftrags anfallenden Kosten nicht verlässlich geschätzt werden können, die Erstattung der angefallenen Kosten jedoch wahrscheinlich ist. Bei dieser Methode werden Umsatzerlöse und zugehörige Kosten bis zum Abschluss des Auftrags in gleicher Höhe realisiert. Das Ergebnis wird damit erst mit Abschluss des Auftrags erfolgswirksam. Die übrigen Umsatzerlöse werden in Übereinstimmung mit IAS 18 "Erträge" erfasst, wenn die maßgeblichen Chancen und Risiken übertragen wurden. Dies ist üblicherweise der Zeitpunkt, an dem die Erzeugnisse oder Waren geliefert beziehungsweise die Leistungen erbracht wurden. An Kunden gestellte Teilabrechnungen und von Kunden erhaltene Zahlungen werden erfolgsneutral mit den künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen verrechnet oder unter den erhaltenen Anzahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen erfasst. Soweit aufgelaufene Auftragskosten entsprechend den vertraglichen Regelungen noch nicht an den Kunden fakturiert werden können, werden sie zusammen mit den geschätzten Teilgewinnen als "künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen" unter den Forderungen ausgewiesen. Die Fakturierung dieser Beträge ist vom Erreichen vertraglich festgelegter Größen (Meilensteine) abhängig. Die noch nicht abgerechneten künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen enthalten unmittelbar zurechenbare Einzelkosten (Material- und Personalkosten sowie Fremdleistungen) sowie in angemessenem Umfang produktionsbezogene Gemeinkosten und den anteiligen Gewinn. In den künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen sind auch Beträge enthalten, die auf von Kunden zu vertretenden Änderungen oder Fehlern hinsichtlich des Projektumfangs, auf nachträglichen, hinsichtlich Preis und Umfang noch nicht endgültig vereinbarten Änderungswünschen oder auf sonstigen von Kunden verursachten, nicht vorhersehbaren Zusatzaufwendungen und Anpassungen beruhen und die Dürr diesen Kunden oder sonstigen Dritten zu berechnen beabsichtigt. Diese Beträge werden mit den zu erwartenden Werten angesetzt, sofern ihre Realisierung wahrscheinlich ist und sie hinreichend zuverlässig geschätzt werden können. Zusätzlich zu den aufgelaufenen Kosten werden keine Gewinne ausgewiesen. Noch nicht endgültig vereinbarte Auftragsänderungen erfordern die Verwendung von Schätzwerten. Dabei kann eine spätere Anpassung der geschätzten Erträge aus den oben genannten Sachverhalten erforderlich werden. Die POC-Methode und die ZP-Methode basieren auf Schätzungen. Aufgrund der hierbei gegebenen Unsicherheiten ist es möglich, dass die Schätzungen der bis zur Fertigstellung erforderlichen Aufwendungen einschließlich der Aufwendungen für Vertragsstrafen und Gewährleistungen nachträglich berichtigt werden müssen. Derartige Berichtigungen von Aufwendungen und Erträgen werden in der Periode ausgewiesen, in der der Anpassungsbedarf festgestellt wird. Rückstellungen für drohende Verluste werden in der Periode berücksichtigt, in der die Verluste erkennbar werden.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Die Forderungen werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten beziehungsweise mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Der Konzern bewertet die Einbringlichkeit von Forderungen auf Grundlage einer Kombination von mehreren Faktoren. Für den Fall, dass Sachverhalte bekannt sind, die die Fähigkeit eines bestimmten Kunden, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, mindern könnten, verbucht Dürr eine Einzelwertberichtigung bezüglich der fälligen Beträge und setzt die erfassten Nettoforderungen auf den Betrag herab, der angemessenerweise als einbringbar erscheint. Die Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden unter Verwendung von Wertberichtigungskonten verbucht. Forderungen werden ausgebucht, sobald sie uneinbringlich sind. Die Einschätzung einzelner debitorischer Konten als überfällig beziehungsweise in Verzug erfolgt durch das Management. Für sämtliche andere Kunden bildet der Konzern auf Grundlage des Zeitraums, in dem die Forderungen überfällig sind, des aktuellen Geschäftsumfelds und von Vergangenheitswerten pauschalierte Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen. Den Risiken eines Forderungsausfalls wird durch ein zentrales Monitoring und ein dezentrales Inkassomanagement begegnet. Sie umfassen regelmäßige Bonitätsprüfungen, den Abschluss von Kreditversicherungen und - besonders im Exportgeschäft - die Einräumung von Akkreditiven.# Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Sichteinlagen sowie andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Fälligkeit von weniger als drei Monaten ab Erwerb und werden zum Nennwert angesetzt.
Kumuliertes übriges Eigenkapital
In dieser Position werden erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals ausgewiesen, soweit sie nicht auf Kapitaltransaktionen mit Anteilseignern (zum Beispiel Kapitalerhöhungen oder Ausschüttungen) beruhen. Hierzu zählen der Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung, aufgelaufene versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Bewertung von Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen sowie unrealisierte Gewinne und Verluste aus der Bewertung von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren sowie von derivativen Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert.
Fremdkapitalkosten
Fremdkapitalkosten umfassen Zinsaufwendungen, zinsähnliche Aufwendungen, sonstige Finanzierungsaufwendungen und Anschaffungskosten des Fremdkapitals. Gemäß IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" wurden die durch die Begebung einer Anleihe entstandenen Fremdkapitalkosten in der Konzernbilanz passivisch von der Anleihe gekürzt ausgewiesen. Die Amortisation der Fremdkapitalkosten - berechnet nach der Effektivzinsmethode - erfolgt über die Laufzeit der Anleihe. Die Transaktionskosten im Zusammenhang mit dem syndizierten Kredit werden in der Konzernbilanz als sonstiger immaterieller Vermögenswert ausgewiesen und entsprechend der Laufzeit des syndizierten Kredits amortisiert. Gemäß IAS 23 "Fremdkapitalkosten" sind Fremdkapitalkosten zu aktivieren, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können. Die Anwendung des Standards führt im Zusammenhang mit der langfristigen Auftragsfertigung dazu, dass entsprechende Finanzierungsaufwendungen in den Umsatzkosten erfasst werden.
Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen
Die Altersversorgung erfolgt im Konzern auf Basis von Leistungs- und Beitragszusagen. Bei den Beitragszusagen ("Defined Contribution Plans") zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen beziehungsweise auf freiwilliger Basis Beiträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Nach Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Der überwiegende Teil der betrieblichen Altersversorgungssysteme basiert auf Leistungszusagen ("Defined Benefit Plans"), die den Begünstigten grundsätzlich eine lebenslang zahlbare monatliche Altersrente garantieren. Die Leistungszusagen sind sowohl unternehmens- als auch mitarbeiterfinanziert. Die Bewertung der Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen erfolgt nach dem in IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer" vorgeschriebenen versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode). Hierbei werden die zukünftigen Verpflichtungen auf der Grundlage der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet. Bei der Bewertung werden Trendannahmen (zum Beispiel bezüglich Gehaltsentwicklungen) für die relevanten Größen berücksichtigt, die sich auf die Leistungshöhe auswirken. Zur Vermeidung der erfolgswirksamen Erfassung stichtagsbezogener Schwankungen der Bewertungsparameter wendet Dürr seit dem Geschäftsjahr 2005 bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen gemäß IAS 19 (überarbeitet) die so genannte SORIE-Methode anstatt der alternativ zulässigen Korridormethode an. Nach der SORIE-Methode werden versicherungsmathematische Gewinne und Verluste ergebnisneutral und nach Abzug latenter Steuern im Eigenkapital erfasst. Rückstellungen für rückgedeckte Pensionsverpflichtungen werden nach den Kriterien des IAS 19 (überarbeitet) mit dem Planvermögen saldiert.
Übrige Rückstellungen
Übrige Rückstellungen werden gemäß IAS 37 "Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen" gebildet, soweit eine aus einem vergangenen Ereignis resultierende Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, die Vermögensabflüsse erwarten lässt und deren Höhe zuverlässig ermittelbar ist. Sie stellen ungewisse Verpflichtungen dar, die mit bestmöglich geschätzten Beträgen zur Erfüllung der Verpflichtung erfasst werden. Sofern die Höhe der Rückstellung nur innerhalb einer Bandbreite bestimmbar ist, wird der wahrscheinlichste Wert angesetzt. Bei gleicher Wahrscheinlichkeit wird der Mittelwert erfasst. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden mit Marktzinssätzen abgezinst, die dem Risiko und dem Zeitraum bis zur Erfüllung entsprechen.
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Finanzierungs-Leasingverträgen werden zu Leasingbeginn mit dem Zeitwert des Leasinggegenstands oder mit dem niedrigeren Barwert der Mindestleasingzahlungen angesetzt (wir verweisen auf die vorgenannten Erläuterungen zu den Leasingvereinbarungen). Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden mit fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Die übrigen Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert. Verbindlichkeiten für Restrukturierung werden gebildet, sofern ein detaillierter, formaler Plan aufgestellt und den betroffenen Parteien mitgeteilt wurde. Verbindlichkeiten, die nicht schon im Folgejahr zu einem Vermögensabfluss führen, werden zum Bilanzstichtag mit Marktzinssätzen abgezinst.
Latente Steuern
Latente Steuern werden auf Grundlage der bilanzorientierten Verbindlichkeitenmethode nach IAS 12 "Ertragsteuern" gebildet. Danach werden latente Steuern grundsätzlich für sämtliche temporäre Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen den Wertansätzen nach IFRS und den steuerlichen Wertansätzen gebildet. Sie werden nicht gebildet, wenn die temporäre Differenz aus einem Geschäfts- oder Firmenwert oder aus dem erstmaligen Ansatz anderer Vermögenswerte und Schulden in einer Transaktion (soweit sie kein Unternehmenszusammenschluss ist) entsteht, die sich weder auf das steuerliche noch auf das handelsrechtliche Ergebnis auswirkt. Latente Steuerschulden werden für zu versteuernde temporäre Differenzen gebildet, die aus Anteilen an Tochtergesellschaften oder assoziierten Unternehmen sowie aus Anteilen an Joint Ventures entstehen, es sei denn, die Muttergesellschaft kann die Umkehrung der temporären Differenz steuern und die temporäre Differenz wird sich in absehbarer Zeit wahrscheinlich nicht umkehren. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern für künftige Vermögensvorteile aus steuerlichen Verlustvorträgen und nicht genutzten Steuergutschriften berücksichtigt, wenn ihre Nutzung in hohem Maße gesichert erscheint. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze, die zum Realisierungszeitpunkt erwartet werden, auf Basis des geltenden Steuerrechts beziehungsweise von sicher einzuschätzenden Steuerrechtsänderungen. Wertberichtigungen auf aktivische latente Steuern werden dann gebildet, wenn ein Verfall des steuerlichen Vorteils wahrscheinlicher ist als dessen Nutzung. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht besteht, tatsächliche Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden aufzurechnen, und die latenten Steuern sich auf dasselbe Steuersubjekt und dieselbe Steuerbehörde beziehen. Latente Steuern werden als Steuerertrag oder -aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie betreffen erfolgsneutral unmittelbar im Eigenkapital erfasste Posten; in diesem Fall werden die latenten Steuern ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Anteilsbasierte Vergütung
Die aktienbasierte Vergütung gemäß IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütung" umfasst Vergütungssysteme, deren Ausgleich in bar erfolgt. Bis zu ihrer Abgeltung werden die Verpflichtungen aus den Vergütungsinstrumenten mit Barausgleich mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und in den sonstigen Verbindlichkeiten erfasst. Die Verbindlichkeiten werden zu jedem Bilanzstichtag und am Erfüllungstag neu bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam in den Personalaufwendungen erfasst.
Forschungs- und nicht aktivierungsfähige Entwicklungskosten
Forschungs- und nicht aktivierungsfähige Entwicklungskosten werden zum Zeitpunkt ihrer Entstehung erfolgswirksam erfasst.
Eventualschulden
Als Eventualschulden werden Schulden ausgewiesen, die aus einer möglichen Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse bedingt ist, die nicht vollständig in der Kontrolle des Unternehmens stehen. Eventualschulden können auch aus einer gegenwärtigen Verpflichtung entstehen, die auf vergangenen Ereignissen beruht, jedoch nicht erfasst wurde, weil ― der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen mit der Erfüllung dieser Verpflichtung nicht wahrscheinlich ist oder ― die Höhe der Verpflichtung nicht ausreichend zuverlässig geschätzt werden kann. Wenn der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen für die Gesellschaft unwahrscheinlich ist, wird keine Eventualschuld offengelegt.# 3.10 ZUSAMMENFASSUNG AUSGEWÄHLTER BEWERTUNGSMETHODEN
| BILANZPOSTEN | BEWERTUNGSMETHODE |
|---|---|
| Geschäfts- oder Firmenwerte | Anschaffungskosten unter Verwendung der Impairment-Only-Methode |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer | Anschaffungskosten unter Verwendung der Impairment-Only-Methode |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer | (Fortgeführte) Anschaffungskosten |
| Sachanlagen | (Fortgeführte) Anschaffungskosten |
| Finanzielle Vermögenswerte bis zur Endfälligkeit gehalten | (Fortgeführte) Anschaffungskosten |
| Zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte | Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert |
| Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert |
| Vorräte | Niedrigerer Wert aus Anschaffungskosten oder Nettoveräußerungswert |
| Zukünftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen | Percentage-of-Completion-Methode / Zero-Profit-Methode |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | (Fortgeführte) Anschaffungskosten |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | Nennwert |
| Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen | Erfüllungsbetrag (Anwartschaftsbarwertverfahren) |
| Sonstige Rückstellungen | Erfüllungsbetrag |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | (Fortgeführte) Anschaffungskosten / beizulegender Zeitwert |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | (Fortgeführte) Anschaffungskosten |
| Übrige Verbindlichkeiten | Erfüllungsbetrag |
Beim Vorliegen von Wertminderungen können sich abweichende Bewertungsmaßstäbe ergeben.
Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie wird nach IAS 33 "Ergebnis je Aktie" ermittelt. Es resultiert aus der Division des Ergebnisanteils der Aktionäre der Dürr AG durch den gewogenen Durchschnitt der Zahl der ausgegebenen Aktien. Die Berechnung ist in nachfolgender Übersicht dargestellt. In den Geschäftsjahren 2010 und 2009 gab es keine Verwässerungseffekte.
3.11 ERGEBNIS JE AKTIE
| 2010 | 2009 | |
|---|---|---|
| Ergebnisanteil auf Anteilseigner der Dürr AG entfallend Tsd. € | 6.321 | - 26.882 |
| Anzahl ausgegebener Aktien (gewogener Durchschnitt) Tsd. | 17.300,5 | 17.300,5 |
| Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) € | 0,37 | - 1,55 |
Verwendung von Ermessensentscheidungen und Schätzungen
Die Erstellung des Konzernabschlusses gemäß den IFRS-Regelungen macht Annahmen und Schätzungen erforderlich, die die bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von Eventualschulden am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von den Schätzungen abweichen.
Ermessensentscheidungen
Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden hat die Unternehmensleitung folgende Ermessensentscheidungen getroffen, die die Beträge im Abschluss wesentlich beeinflussen:
Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen - Konzern als Leasinggeber
Der Konzern hat Leasingverträge zur gewerblichen Vermietung seiner als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien abgeschlossen. Dabei wurde festgestellt, dass alle maßgeblichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum dieser im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen vermieteten Immobilien verbunden sind, im Konzern verbleiben.
Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen - Konzern als Leasingnehmer
Der Konzern hat Leasingverträge zur Anmietung von Immobilien geschlossen. Dabei wurde festgestellt, dass die mit dem Eigentum an diesen im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen angemieteten Immobilien verbundenen maßgeblichen Chancen und Risiken bei den vermietenden Zweckgesellschaften verbleiben.
Konsolidierung von Zweckgesellschaften
Die Anmietung von Produktions- und Bürogebäuden erfolgt teilweise über Objektgesellschaften. Dürr verfügt bei keiner der Objektgesellschaften über die Möglichkeit, die Finanz- und Geschäftspolitik zu bestimmen. Auch aufgrund der Chancen- und Risiken-Strukturen der Zweckgesellschaften scheidet eine Konsolidierung aus.
Schätzungen und Annahmen
Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer sich im nächsten Geschäftsjahr das Risiko einer Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden ergeben könnte, werden nachstehend erläutert.
Zukünftige Forderungen aus Auftragsfertigung
Kundenspezifische Fertigungsaufträge machen den Großteil des Geschäfts von Dürr aus. Die Umsatzrealisierung und die Bilanzierung von Forderungen aus Fertigungsaufträgen erfolgen in der Regel gemäß dem Leistungsfortschritt (Percentage-of-Completion-Methode). Wesentlich hierbei ist die präzise Einschätzung des Fertigstellungsgrads. Zu den maßgeblichen Schätzgrößen zählen vor allem die Gesamtauftragserlöse und -kosten, die weiteren bis zur Fertigstellung anfallenden Kosten sowie Auftragsrisiken. Diese Schätzungen werden kontinuierlich überprüft und angepasst.
Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts
Der Konzern überprüft mindestens einmal jährlich, ob der Geschäfts- oder Firmenwert wertgemindert ist. Dies erfordert eine Schätzung der Nutzungswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, denen der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Dazu muss die Unternehmensleitung die voraussichtlichen künftigen Cashflows der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten schätzen. Dürr geht dabei von einem Planungshorizont von vier Jahren (Vorjahr: drei Jahre) aus. Darüber hinaus muss ein angemessener Abzinsungssatz gewählt werden, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln. Der Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts betrug zum 31. Dezember 2010 281.702 Tsd. € (Vorjahr: 271.264 Tsd. €). Für weitere Informationen wird auf Textziffer 17 verwiesen.
Ertragsteuern
Dürr ist in zahlreichen Ländern tätig und unterliegt daher unterschiedlichen Steuerhoheiten. Für jedes Besteuerungssubjekt müssen die erwarteten laufenden und latenten Ertragsteuern bestimmt werden. Aktive latente Steuern werden in der Höhe angesetzt, in der sie voraussichtlich genutzt werden können. Die Wahrscheinlichkeit der künftigen Nutzbarkeit wird unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren wie zum Beispiel zukünftig zu versteuernde Ergebnisse in den Planperioden und erreichte Ergebnisse der Vergangenheit beurteilt. Dürr geht dabei von einem Planungshorizont von vier Jahren (Vorjahr: drei Jahre) aus. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Sie werden dann entsprechend der ursprünglichen Bildung erfolgswirksam oder erfolgsneutral angepasst. Für weitere Informationen wird auf Textziffer 16 verwiesen.
Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Der Aufwand aus leistungsorientierten Plänen wird anhand versicherungsmathematischer Berechnungen ermittelt. Diese erfolgen auf der Grundlage von Annahmen in Bezug auf Abzinsungssätze, erwartete Erträge aus Planvermögen, künftige Lohn- und Gehaltssteigerungen, Sterblichkeit und künftige Rentensteigerungen. Die angesetzten Abzinsungssätze basieren auf den Renditen für erstrangige festverzinsliche Unternehmensanleihen. Die erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens wird auf der Grundlage historischer langfristiger Renditen und der Struktur des Portfolios festgelegt. Entsprechend der langfristigen Ausrichtung dieser Pläne unterliegen solche Annahmen wesentlichen Unsicherheiten. Die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen betrug zum 31. Dezember 2010 55.894 Tsd. € (Vorjahr: 55.144 Tsd. €). Für weitere Informationen wird auf Textziffer 25 verwiesen.
Entwicklungskosten
Entwicklungskosten werden entsprechend der unter Textziffer 6 dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethode aktiviert. Zur Ermittlung der zu aktivierenden Beträge hat die Unternehmensleitung Annahmen über die Höhe der erwarteten künftigen Cashflows aus Vermögenswerten, über die anzuwendenden Zinssätze und über den Zeitraum des Zuflusses von erwarteten zukünftigen Cashflows, die die Vermögenswerte generieren, vorzunehmen. Der Buchwert der aktivierten Entwicklungskosten betrug zum 31. Dezember 2010 15.198 Tsd. € (Vorjahr: 13.812 Tsd. €).
Verkaufsoption über die im Besitz der Inhaber nicht beherrschender Anteile befindlichen Geschäftsanteile der CPM S.p.A.
Im Rahmen der erstmaligen Vollkonsolidierung der CPM S.p.A. im Geschäftsjahr 2007 wurde eine Verkaufsoption der Inhaber nicht beherrschender Anteile über deren Geschäftsanteile nach IAS 32 zum Zeitwert bewertet und als sonstige Verbindlichkeit bilanziert. Der Zeitwert wird zu jedem Bilanzstichtag ermittelt. Dies erfordert eine Schätzung der zukünftigen Erträge der CPM S.p.A. Zum 31. Dezember 2010 betrug der Zeitwert der Option 6.824 Tsd. € (Vorjahr: 5.650 Tsd. €).
Anteilsbasierte Vergütung
Die Bewertung der Vergütungsinstrumente mit Barausgleich basiert auf dem erwarteten Aktienkurs am Ende der vertraglich festgelegten Laufzeit sowie einer durchschnittlichen Ergebnisgröße im Zeitraum des Programms. Der zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts verwendete Aktienkurs beruht auf historischen Kursen. Die verwendete durchschnittliche Ergebnisgröße basiert auf unternehmensinternen Prognosen. Die tatsächlich eintretenden Aktienkurse und Ergebnisgrößen können von den getroffenen Annahmen abweichen. Schätzungen und Annahmen sind zudem erforderlich für die Bilanzierung und Bewertung von Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen (wir verweisen auf Textziffer 38) sowie für Eventualschulden und sonstige Rückstellungen; ferner bei der Bestimmung des beizulegenden Werts langlebiger Sachanlagen und immaterieller Vermögenswerte.
ERLÄUTERUNGEN DER ABSCHLUSSPOSTEN
ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
7. Umsatzerlöse
3.12 UMSATZERLÖSE
| 2010 | 2009 | |
|---|---|---|
| Tsd. € | ||
| Umsatzerlöse aus Auftragsfertigung | 811.104 | 763.201 |
| Erlöse aus Service- und Dienstleistungsgeschäft | 361.975 | 263.292 |
| Übrige Umsatzerlöse | 88.300 | 51.139 |
| 1.261.379 | 1.077.632 |
8. Umsatzkosten
Die Umsatzkosten umfassen die gesamten Anschaffungs- und Herstellungskosten, die für die verkauften Produkte und Dienstleistungen anfallen. Sie betrugen im Geschäftsjahr 2010 1.024.217 Tsd. € (Vorjahr: 866.842 Tsd. €), was in einer Bruttomarge von 18,8 % (Vorjahr: 19,6 %) resultierte.In den Umsatzkosten sind im Berichtsjahr zudem Finanzierungsaufwendungen in Höhe von 178 Tsd. € (Vorjahr: 682 Tsd. €) enthalten, die im Rahmen der Anwendung des IAS 23 "Fremdkapitalkosten" erfasst wurden. Weitere Informationen hierzu sind unter Textziffer 34 dargestellt.
9. Vertriebskosten
Die Vertriebskosten umfassen Vertriebseinzelkosten und Vertriebsgemeinkosten. Darunter fallen grundsätzlich alle Personal-, Material- und Abschreibungsaufwendungen sowie sonstige Aufwendungen des Vertriebsbereichs. Zudem sind in den Vertriebskosten Aufwendungen für Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten. Die Vertriebskosten betrugen im Geschäftsjahr 2010 98.540 Tsd. € (Vorjahr: 96.773 Tsd. €).
10. Allgemeine Verwaltungskosten
Die allgemeinen Verwaltungskosten umfassen die Personal- und Sachkosten der zentralen Verwaltungsbereiche, die nicht mit Auftragsabwicklung, Produktion, Vertrieb oder Forschung und Entwicklung in Verbindung stehen. Sie betrugen im Geschäftsjahr 2010 79.922 Tsd. € (Vorjahr: 79.896 Tsd. €).
11. Personalaufwendungen
In den Aufwandspositionen der Gewinn- und Verlustrechnung sind die folgenden Personalaufwendungen enthalten:
3.13 PERSONALAUFWENDUNGEN
| Tsd. € | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 285.808 | 275.268 |
| Sozialaufwendungen | 59.891 | 61.145 |
| Summe | 345.699 | 336.413 |
| davon Altersversorgung | 5.993 | 6.320 |
In den Personalaufwendungen sind pauschalierte Erstattungen der Bundesagentur für Arbeit in Höhe von 518 Tsd. € (Vorjahr: 506 Tsd. €) enthalten. Diese Erstattungen erfolgten für die von Dürr zu tragenden Aufwendungen zur Sozialversicherung im Rahmen der Kurzarbeit bei diversen deutschen Gesellschaften. Gemäß IAS 20 "Bilanzierung und Darstellung von Zuwendungen der öffentlichen Hand" werden diese Erstattungen mit den jeweiligen Aufwendungen saldiert ausgewiesen.
12. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen
3.14 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN
| Tsd. € | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Sonstige betriebliche Erträge | ||
| Währungsgewinne | 16.517 | 21.790 |
| Erträge aus der Weiterbelastung von Aufwendungen für das Neubauprojekt Campus | 2.767 | 45.248 |
| Anpassung bedingter Kaufpreis für die UCM AG | 1.206 | - |
| Auflösung von Rückstellungen | 877 | 7 |
| Erstattungen von Versicherungen | 647 | 126 |
| Buchgewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen | 176 | 477 |
| Übrige | 5.025 | 4.484 |
| Summe Sonstige betriebliche Erträge | 27.215 | 72.132 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | ||
| Währungsverluste | 17.287 | 22.482 |
| Aufwendungen für das Neubauprojekt Campus | 2.830 | 48.524 |
| Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten | 1.208 | 247 |
| Anpassung bedingter Kaufpreis für die Dürr Systems Wolfsburg GmbH | 1.046 | - |
| Aufwendungen Lehrwerkstatt | 758 | 769 |
| Buchverluste aus dem Abgang von Anlagevermögen | 130 | 441 |
| Wertminderung von sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten | 12 | 39 |
| Übrige | 3.171 | 2.173 |
| Summe Sonstige betriebliche Aufwendungen | 26.442 | 74.675 |
13. Effekte aus Restrukturierung / belastenden Verträgen und außerplanmäßiger Abschreibung / Zuschreibung
Im Geschäftsjahr 2010 wurden die wesentlichen Restrukturierungen abgeschlossen. Dürr hat sich daher entschieden, den Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung an die branchenübliche Praxis anzupassen und die Effekte aus Restrukturierung/belastenden Verträgen sowie außerplanmäßiger Abschreibung/Zuschreibung nicht mehr gesondert auszuweisen, sondern innerhalb der Funktionskosten. In der nachstehenden Tabelle werden die Vorjahresbeträge der innerhalb der Funktionskosten ausgewiesenen Effekte aus Restrukturierung/belastenden Verträgen sowie der Effekte aus außerplanmäßiger Abschreibung/Zuschreibung auf die Darstellung des Geschäftsberichts 2009 übergeleitet.
3.15 ÜBERLEITUNG GEWINN - UND VERLUSTRECHNUNG 2009
| Tsd. € | Gewinn- und Verlustrechnung (wie berichtet in 2010) | Aufwand aus Restrukturierung/ belastenden Verträgen | Aufwand aus außerplanmäßiger Abschreibung/ Zuschreibung | Gewinn- und Verlustrechnung (wie berichtet in 2009) |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse (2009) | 1.077.632 | - | - | 1.077.632 |
| Umsatzkosten (2009) | - | 866.842 | 9.008 | 1.290 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz (2009) | 210.790 | 9.008 | 1.290 | 221.088 |
| Vertriebskosten (2009) | - | 96.773 | 3.325 | - |
| Allgemeine Verwaltungskosten (2009) | - | 79.896 | 1.838 | 73 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten (2009) | - | 25.852 | 163 | 84 |
| Sonstige betriebliche Erträge (2009) | 72.132 | - | - | 72.132 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen (2009) | - | 74.675 | - | - |
| Summe (2009) | 5.726 | 14.334 | 1.447 | 21.507 |
| Ergebnis aus Restrukturierung / belastenden Verträgen (2009) | - | - | 14.334 | - |
| Ergebnis aus außerplanmäßiger Abschreibung / Zuschreibung (2009) | - | - | - | 1.447 |
| EBIT (2009) | 5.726 | - | - | 5.726 |
Effekte aus außerplanmäßiger Abschreibung/ Zuschreibung
Die Restrukturierungsaufwendungen beliefen sich im Berichtsjahr in Summe auf - 150 Tsd. € (Vorjahr: - 14.334 Tsd. €). Von den Aufwendungen des Geschäftsjahres in Höhe von 5.796 Tsd. € wurden vorwiegend in den USA und Frankreich weitere Kapazitätsanpassungen vorgenommen. Von diesem Betrag entfallen Aufwendungen in Höhe von 2.855 Tsd. € auf bereits im Berichtsjahr (Vorjahr: 6.206 Tsd. €) umgesetzte Maßnahmen. Gegenläufig enthält die Gewinn- und Verlustrechnung einen Ertrag aus der Auflösung nicht mehr benötigter Verbindlichkeiten in Höhe von 3.896 Tsd. € für Kapazitätsanpassungen. Des Weiteren konnte eine im Vorjahr gebildete Arbeitsrechtsprozessverbindlichkeit aufgrund einer außergerichtlichen Einigung in Höhe von 1.750 Tsd. € aufgelöst werden. Auf den Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems entfielen Erträge in Höhe von 2.246 Tsd. €, auf den Unternehmensbereich Measuring and Process Systems entfielen Aufwendungen in Höhe von 2.396 TSD. €. Im Vorjahr wurde aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage entschieden, diverse Restrukturierungsmaßnahmen durchzuführen. Davon waren beide Unternehmensbereiche betroffen. Für entsprechende Maßnahmen fielen im Geschäftsjahr 2009 Aufwendungen in Höhe von 15.944 Tsd. € an. Gegenläufig wirkte sich insbesondere die Auflösung einer Drohverlustrückstellung in Höhe von 1.391 Tsd. € bei der Schenck Technologie- und Industriepark GmbH aus. Grund hierfür war eine deutlich verbesserte Vermietungssituation.
3.16 ENTWICKLUNG DER VERBINDLICHKEITEN FÜR RESTRUKTURIERUNGSMASSNAHMEN
| Tsd. € | Paint and Assembly Systems | Measuring and Process Systems | Dürr- Konzern |
|---|---|---|---|
| Stand 1. Januar 2009 | 4.851 | 4.923 | 9.774 |
| Währungsdifferenz | - | - | 2 |
| Verbrauch | - 3.351 | - 478 | - 3.829 |
| Auflösung | - 72 | - 1.538 | - 1.610 |
| Zugang | 8.907 | 831 | 9.738 |
| Stand 31. Dezember 2009 | 10.335 | 3.736 | 14.071 |
| Währungsdifferenz | 15 | 6 | 21 |
| Verbrauch | - 4.624 | - 465 | - 5.089 |
| Auflösung | - 4.250 | - 1.396 | - 5.646 |
| Zugang | 905 | 2.036 | 2.941 |
| Stand 31. Dezember 2010 | 2.381 | 3.917 | 6.298 |
Effekte aus Restrukturierung/belastenden Verträgen
Im Vorjahr schrieb die Dürr Ecoclean S.A.S., Loué, Frankreich, eine Immobilie außerplanmäßig um 1.240 Tsd. € aufgrund schlechter Marktlage und mangelnder Auslastung auf den Marktwert ab. Die Ermittlung dieses Werts basierte auf einer Marktpreisanalyse vergleichbarer Industrieimmobilien in dieser Region. Die Erholung der wirtschaftlichen Situation und eine damit einhergehende Neukonzeption der Produktion führten zu einer gestiegenen Auslastung und der weiteren Nutzung der Immobilie. Damit entfiel der Anlass für die außerplanmäßige Abschreibung auf die Immobilie. Aus diesem Grund wurde eine Zuschreibung in Höhe von 1.186 Tsd. € auf den beizulegenden Zeitwert vorgenommen. Als beizulegender Zeitwert wurde dabei der Nutzungswert angesetzt. Die übrigen Zuschreibungen in Höhe von 21 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) betrafen Vermögenswerte des Sachanlagevermögens in Polen. Von den gesamten Zuschreibungen in Höhe von 1.207 Tsd. € entfielen im Geschäftsjahr 1.186 Tsd. € auf den Unternehmensbereich Measuring and Process Systems und 21 Tsd. € auf den Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems. Im Geschäftsjahr 2010 wurden außerplanmäßigen Wertberichtigungen in Höhe von 126 Tsd. € (Vorjahr: 1.447 Tsd. €) vorgenommen. Sie betreffen verschiedene Vermögenswerte des Sachanlagevermögens in Deutschland. Die im Vorjahr vorgenommenen übrigen außerplanmäßigen Wertberichtigungen in Höhe von insgesamt 207 Tsd. € entfielen auf verschiedene Vermögenswerte des Sachanlagevermögens in Deutschland und den USA. Dem Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems werden 89 Tsd. € (Vorjahr: 84 Tsd. €) und dem Unternehmensbereich Measuring and Process Systems 37 Tsd. € (Vorjahr: 1.363 Tsd. €) der außerplanmäßigen Wertberichtigungen zugerechnet. Die in der Gewinn- und Verlustrechnung enthaltenen Aufwendungen aus Restrukturierung und außerplanmäßiger Abschreibung teilen sich wie folgt auf die Funktionskosten auf:
3.17 EFFEKTE AUS RESTRUKTURIERUNG/BELASTENDEN VERTRÄGEN UND AUSSERPLANMÄSSIGER ABSCHREIBUNG/ZUSCHREIBUNG
| Tsd. € | 2010 | 2009 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Effekte aus Restruk- turierung/ belastenden Verträgen | Außerplan- mäßige Abschreibung/ Zuschreibung | Summe | Effekte aus Restruk- turierung/ belastenden Verträgen | Außerplan- mäßige Abschreibung/ Zuschreibung | Summe | |
| Umsatzkosten | 151 | 1.191 | 1.342 | - | 9.008 | 1.290 |
| Vertriebskosten | 321 | - | 321 | - | 3.325 | - |
| Allgemeine Verwaltungskosten | - | 834 | - 21 | - 855 | - | 1.838 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 212 | - 89 | 123 | - | 163 | - 84 |
| Summe | - 150 | 1.081 | 931 | - | 14.334 | 1.447 |
14. Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
Das Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen betrug 548 Tsd. € (Vorjahr: 985 Tsd €). Es beinhaltet die Ergebnisanteile aus der Bilanzierung nach der Equity-Methode. Fremdwährungseffekte wurden im kumulierten übrigen Eigenkapital erfolgsneutral erfasst.
15. Zinsergebnis
3.18 ZINSERGEBNIS
| Tsd. € | 2010 | 2009 |
| :----- | :--- | :--- |# 16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag umfassen die inländische Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag, die Gewerbeertragsteuer sowie vergleichbare Steuern der ausländischen Tochtergesellschaften. Für die Berechnung der inländischen latenten Steuern wird ein Steuersatz von 29,9 % (Vorjahr: 29,9 %) herangezogen.
3.19 ZUSAMMENSETZUNG DES ERTRAGSTEUERAUFWANDS
| Tsd. € | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Tatsächliche Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | ||
| Ertragsteueraufwand Berichtsjahr Inland | 255 | 3.649 |
| Ertragsteueraufwand Berichtsjahr Ausland | 12.143 | 8.717 |
| Anpassung für Vorjahre | - 1.227 | - 2.114 |
| Summe tatsächliche Steuern | 11.171 | 10.252 |
| Latente Steuern | ||
| Latenter Steueraufwand/-ertrag (-) Inland | - 6.186 | 518 |
| Latenter Steueraufwand/-ertrag (-) Ausland | - 921 | 2.853 |
| Anpassung für Vorjahre | 1.354 | - 109 |
| Summe latente Steuern | - 5.753 | 3.262 |
| Gesamtsteueraufwand | 5.418 | 13.514 |
Ein latenter Steueranspruch für den Vortrag noch nicht genutzter steuerlicher Verlustvorträge ist nach IAS 12 "Ertragsteuern" nur in dem Umfang zu bilanzieren, in dem es wahrscheinlich ist, dass zukünftig zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die noch nicht genutzten steuerlichen Verluste verrechnet werden können. Dürr geht dabei von einem Planungshorizont von vier Jahren (Vorjahr: drei Jahre) aus und berücksichtigt die in Deutschland anzuwendende Mindestbesteuerung bei der Bestimmung der Verlustnutzungsmöglichkeiten. Die Erweiterung des Planungshorizonts führt zu einer Erhöhung der aktiven latenten Steuern auf Verlust- und Zinsvorträge um 3.351 Tsd. €, die in 2010 als Ertrag erfasst wurden. Die Veränderung der Wertberichtigungen auf Verlust- und Zinsvorträge beträgt - 124 Tsd. € in Deutschland (Vorjahr: 3.792 Tsd. €). Zudem bestehen weitere Veränderungen auf Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern in Höhe von 940 Tsd. € (Vorjahr: 4.072 Tsd. €), die hauptsächlich bei amerikanischen Tochtergesellschaften vorgenommen wurden. In weiteren Steuergebieten werden aufgrund kumulativer Verluste der letzten drei Jahre nach wie vor keine latenten Steuern auf Verlustvorträge aktiviert.
Die folgende Tabelle leitet den theoretischen Ertragsteueraufwand auf den tatsächlich ausgewiesenen Steueraufwand über. Die Überleitung basiert auf der inländischen Gesamtsteuerbelastung von 29,9 % (Vorjahr: 29,9 %).
3.20 ÜBERLEITUNG ERTRAGSTEUERAUFWAND
| Tsd. € | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 12.501 | - 12.226 |
| Theoretischer Ertragsteueraufwand /-ertrag (-) in Deutschland von 29,9 % | 3.738 | - 3.656 |
| Anpassungen von in Vorjahren angefallenen laufenden und latenten Steuern | 127 | - 2.223 |
| Steuerlich nicht abzugsfähige Betriebsausgaben | 3.055 | 4.602 |
| Besteuerungsunterschied Ausland | 185 | - 181 |
| Nicht aktivierte latente Steuern insbesondere auf Verlustvorträge | 5.054 | 7.242 |
| Veränderung von Steuersätzen | - 672 | - |
| Veränderung der Wertberichtigung auf aktive latente Steuern | 816 | 7.864 |
| Nachaktivierung von latenten Steuern insbesondere auf Verlustvorträge | - 5.589 | - |
| Steuerfreie Erträge | - 1.262 | - 680 |
| Sonstiges | - 34 | 546 |
| Effektiver Ertragsteueraufwand des Dürr-Konzerns | 5.418 | 13.514 |
3.21 AKTIVE UND PASSIVE LATENTE STEUERN
| KONZERNBILANZ | KONZERN-GEWINN-UND VERLUSTRECHNUNG | |||
|---|---|---|---|---|
| Tsd. € | 2010 | 2009 | 2010 | 2009 |
| Latente Ertragsteueransprüche | ||||
| Bilanzierung von immateriellen Vermögenswerten | 3.697 | 1.782 | - 1.915 | - 1.476 |
| Neubewertung der Grundstücke und Gebäude | 271 | 96 | - 175 | 678 |
| Neubewertung von Finanzanlagen | 123 | 1.370 | 1.247 | - 49 |
| Wertberichtigungen auf Forderungen | 283 | 397 | 114 | 209 |
| Zins-/Währungsgeschäfte | 545 | 1.026 | 423 | 68 |
| Langfristige Auftragsfertigung | 5.075 | 3.216 | - 1.859 | - 1.594 |
| Pensionen | 6.608 | 8.032 | 1.103 | - 1.372 |
| Restrukturierungen und steuerlich nicht zulässige Rückstellungen | 1.790 | 1.313 | - 477 | 136 |
| Steuerliche Zins- und Verlustvorträge | 22.676 | 16.635 | - 6.041 | 8.088 |
| Summe aktive latente Ertragsteueransprüche vor Wertberichtigungen | 41.068 | 33.867 | ||
| Wertberichtigungen | - 19.081 | - 18.265 | 816 | 7.864 |
| Summe aktive latente Steueransprüche | 21.987 | 15.602 | ||
| Saldierungen | - 14.078 | - 10.266 | ||
| Alle aktiven latenten Steuern | 7.909 | 5.336 | ||
| Latente Ertragsteuerschulden | ||||
| Bilanzierung von immateriellen Vermögenswerten | - 831 | - 557 | 274 | - 429 |
| Aktivierte Entwicklungskosten | - 3.221 | - 2.994 | 227 | - 334 |
| Steuerlich absetzbare Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte | - 12.766 | - 10.914 | 1.852 | 1.353 |
| Neubewertung der Grundstücke und Gebäude | - 10.573 | - 12.038 | - 1.465 | 151 |
| Neubewertung von Finanzanlagen | - | - | - 2.630 | 269 |
| Langfristige Auftragsfertigung | - 5.151 | - 2.244 | 2.907 | - 11.090 |
| Amortisation der Kosten für Anleihe und syndizierten Kredit | - 1.542 | - 1.769 | - 227 | 358 |
| Summe passive latente Steuern | -34.084 | -33.146 | ||
| Saldierungen | 14.078 | 10.266 | ||
| Alle passiven latenten Steuern | - 20.006 | - 22.880 | ||
| Währungseffekte, die im Eigenkapital ausgewiesen werden | 73 | 432 | ||
| Latenter Ertragsteueraufwand/-ertrag (-) | - 5.753 | 3.262 |
Die Währungseffekte von 73 Tsd. € (Vorjahr: 432 Tsd. €) korrigieren die rechnerischen Differenzen der in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen latenten Steuern. Im Geschäftsjahr 2010 wurden latente Steuern in Höhe von 379 Tsd. € (Vorjahr: 83 Tsd. €) erfolgsneutral erfasst. Eine Verrechnung latenter Steueransprüche und -schulden erfolgt, wenn eine Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden einklagbar ist. Ferner müssen sich die Steueransprüche und -schulden auf Ertragsteuern eines Steuersubjekts beziehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden.
Die Verlustvorträge, für die keine aktiven latenten Steuern bilanziert wurden, betrugen 190.432 Tsd. € (Vorjahr: 200.367 Tsd. €). Die Reduzierung entfällt im Wesentlichen auf nachaktivierte Verlustvorträge im Inland. Davon verfallen Verlustvorträge in Höhe von 1.934 Tsd. € (Vorjahr: 695 Tsd. €) innerhalb der nächsten fünf Jahre und in Höhe von 96.781 Tsd. € innerhalb der nächsten 20 Jahre (Vorjahr: 81.239 Tsd. €). Die restlichen Verlustvorträge sind zurzeit unverfallbar.
Die ausschüttbaren Rücklagen ausländischer Tochtergesellschaften beliefen sich zum 31. Dezember 2010 auf rund 68.541 Tsd. € (Vorjahr: 71.754 Tsd. €). Da die Dürr AG beabsichtigt, diese Gewinne auf unabsehbare Zeit zu reinvestieren, wurden keine steuerlichen Konsequenzen aus möglichen Ausschüttungen beziehungsweise Dividendenzahlungen ausländischer Tochtergesellschaften im Konzernabschluss berücksichtigt.
ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ: AKTIVA
17. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
Einzelheiten zu Veränderungen der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen des Konzerns sind aus der Entwicklung der langfristigen Konzernvermögenswerte unter Textziffer 41 ersichtlich. In der Position Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sind aktivierte Transaktionskosten in Höhe von 2.178 Tsd. € (Vorjahr: 5.886 Tsd. €) aus der Finanzierung des Konzerns enthalten. Diese werden über die Laufzeit der jeweiligen Kreditverträge linear abgeschrieben. Die geleisteten Anzahlungen betreffen ausschließlich Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte, Transaktionskosten sowie Sachanlagen. Als Anlagen im Bau sind Sachanlagen aktiviert, für deren Herstellung bereits Kosten aus Eigen- und/oder Fremdleistung angefallen sind, die bis zum Bilanzstichtag aber noch nicht fertiggestellt wurden.
Die planmäßigen Abschreibungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in folgenden Funktionskosten ausgewiesen:
3.22 PLANMÄSSIGE ABSCHREIBUNGEN
| Tsd. € | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte Sachanlagen Summe planmäßige Abschreibung | Immaterielle Vermögenswerte Sachanlagen Summe planmäßige Abschreibung | |
| Umsatzkosten | 1.061 6.894 7.955 | 789 6.503 7.292 |
| Vertriebskosten | 159 548 707 | 198 566 764 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | 3.234 2.880 6.114 | 2.931 2.997 5.928 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 3.701 574 4.275 | 3.658 705 4.363 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 2 40 42 | 7 56 63 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 3.922 - 3.922 | 2.790 - 2.790 |
| 12.079 10.936 23.015 | 10.373 10.827 21.200 |
Im Vorjahr schrieb die Dürr Ecoclean S.A.S., Loué, Frankreich eine Immobilie außerplanmäßig um 1.240 Tsd. € aufgrund schlechter Marktlage und mangelnder Auslastung auf den Marktwert ab. Die Ermittlung dieses Werts basierte auf einer Marktpreisanalyse vergleichbarer Industrieimmobilien in dieser Region. Die Erholung der wirtschaftlichen Situation und eine damit einhergehende Neukonzeption der Produktion führten zu einer gestiegenen Auslastung und der weiteren Nutzung der Immobilie. Damit entfiel der Anlass für die außerplanmäßige Abschreibung auf die Immobilie.# Aus diesem Grund wurde eine Zuschreibung in Höhe von 1.186 Tsd. € auf den beizulegenden Zeitwert vorgenommen. Die übrigen Zuschreibungen in Höhe von 21 Tsd. € entfielen auf Vermögenswerte des Sachanlagevermögens in Polen. Die außerplanmäßigen Wertberichtigungen auf den beizulegende Zeitwert in Höhe von 126 tsd. € betrafen verschiedene Vermögenswerte des Sachanlagevermögens in Deutschland. Der beizulegende Zeitwert wurde grundsätzlich auf Basis der Nutzungswerte und auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt. Im Geschäftsjahr 2009 wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 1.447 Tsd. € vorgenommen, wovon 1.240 Tsd. € auf ein Grundstück und ein Gebäude bei der Dürr Ecoclean S.A.S. in Frankreich entfielen. Die übrigen außerplanmäßigen Wertberichtigungen in Höhe von 207 Tsd. € betrafen verschiedene Vermögenswerte des Anlagevermögens in Deutschland und den USA.
Werthaltigkeitstest von Geschäfts- oder Firmenwerten
Der im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Geschäfts- oder Firmenwert wird zur Überprüfung der Werthaltigkeit den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet. Als zahlungsmittelgenerierende Einheiten hat Dürr die Geschäftsbereiche innerhalb der Unternehmensbereiche Paint and Assembly Systems und Measuring and Process Systems definiert. Das Berechnungsschema ist für alle zahlungsmittelgenerierende Einheiten identisch, da die wesentlichen Parameter alle Geschäftsbereiche gleichermaßen betreffen. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird durch die Berechnung eines Nutzungswerts ermittelt. Die Nutzungswerte der Geschäftsbereiche übertrafen jeweils das zugeordnete Nettovermögen. Die Berechnung basiert auf Cashflow-Prognosen, die auf Planungen für einen Zeitraum von vier Jahren (Vorjahr: drei Jahre) beruhen. Aus der Verlängerung des Planungshorizonts ergaben sich keine Auswirkungen auf die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte. Der für die Cashflow-Prognosen verwendete Abzinsungssatz vor Steuern lag im Berichtsjahr zwischen 10,61 % und 10,90 % (Vorjahr: 10,49 % bis 10,74 %). Cashflows nach dem Zeitraum von vier Jahren werden mit einer Wachstumsrate von 1,5 % (Vorjahr: 1,5 %) extrapoliert, die sich an der langfristigen Wachstumsrate der Geschäftsbereiche orientiert.
Geplante Bruttogewinnmargen
Die geplanten Bruttogewinnmargen werden im Rahmen der Bottom-up-Planung durch die Tochtergesellschaften und Geschäftsbereiche ermittelt. Sie basieren auf den im vorangegangenen Geschäftsjahr ermittelten Werten unter Berücksichtigung erwarteter Preis- und Kostenentwicklungen sowie Effizienzsteigerungen.
Kapitalkosten (Abzinsungssatz)
Die Kapitalkosten ergeben sich aus dem gewogenen Mittel der Fremd- und Eigenkapitalkosten vor Steuern. Im Rahmen der Berechnung der Eigenkapitalkosten wird ein Betafaktor berücksichtigt, der sich aus Kapitalmarktdaten und der Kapitalstruktur mit Dürr vergleichbarer Unternehmen ergibt. Die Fremdkapitalkosten basieren auf einem Basiszinssatz für quasisichere Anleihen und einem Aufschlag, der aus dem Kredit-Rating vergleichbarer Unternehmen ermittelt wird.
Preissteigerung von Rohstoffen
Zur Bestimmung der Preissteigerung von Rohstoffen werden die prognostizierten Preisindizes der Länder zugrunde gelegt, aus denen die Rohstoffe durch die jeweiligen Tochtergesellschaften bezogen werden.
Steigerung von Gehaltskosten
Die deutschen Tochtergesellschaften haben für die Vierjahresplanung Gehaltssteigerungen ab 2011 von durchschnittlich 2,5 % p. a. (Vorjahr: 2,5 % beziehungsweise 3,5 % p. a.) unterstellt. Alle ausländischen Tochtergesellschaften haben für die jeweilige Planungsperiode ihre jeweiligen nationalen Steigerungsraten verwendet.
Sensitivitätsanalyse von Geschäfts- oder Firmenwerten
Trotz der konjunkturellen Belebung in der Automobil- beziehungsweise Zulieferindustrie hat Dürr Sensitivitätsanalysen durchgeführt, die die Auswirkungen aus Verminderungen der geplanten Ergebnisse vor Zinsen und Steuern (EBIT) in allen Planjahren ab 2011 um 10 % gegenüber den verabschiedeten Unternehmensplanungen, die Auswirkungen aus einem um weitere 0,5 Prozentpunkte erhöhten Abzinsungssatz sowie die Auswirkungen aus einer Verringerung der Wachstumsrate auf 1,0 % auf die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte in den Geschäftsbereichen untersuchen. Die Sensitivitätsanalysen haben ergeben, dass aus heutiger Sicht in fünf von sechs Geschäftsbereichen auch unter diesen Annahmen kein Wertminderungsbedarf bei den Geschäfts- oder Firmenwerten bestehen würde. Lediglich für den Geschäftsbereich Balancing and Assembly Products hätte sich bei Anwendung der zuvor beschriebenen Parameter der Sensitivitätsanalyse ein Abwertungsbedarf ergeben können. In diesem Geschäftsbereich zeigte der durchgeführte Werthaltigkeitstest eine Überdeckung des Buchwerts durch den Unternehmenswert in Höhe von 7.628 Tsd. €. Unterstellt man, dass das geplante Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in allen Planjahren ab 2011 um 4,5 % niedriger ausfällt als geplant, beziehungsweise unterstellt man einen um 0,29 Prozentpunkte erhöhten Abzinsungssatz oder eine auf 1,15 % verringerten Wachstumsrate, würde der erzielbare Betrag für den Geschäftsbereich Balancing and Assembly Products jeweils dem Buchwert entsprechen. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Geschäfts- oder Firmenwerte nach Geschäfts- und Unternehmensbereichen.
3.23 ENTWICKLUNG DER GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE
| Tsd. € | Buchwert zum 1. Januar 2009 | Währungs- differenz | Zugänge | Änderungen | Konsolidie- rungskreis | Buchwert zum 31. Dezember 2009 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Paint and Final Assembly Systems | 88.120 | 363 | - | 1.333 | - | 88.483 |
| Application Technology | 57.135 | 221 | - | 420 | - | 57.356 |
| Environmental and Energy systems | 5.180 | - 118 | - | 389 | - | 5.062 |
| Aircraft and Technology systems | 7.563 | - | - | - | - | 7.563 |
| Paint and Assembly Systems | 157.998 | 466 | - | 2.142 | - | 158.464 |
| Balancing and Assembly Products | 93.102 | - | 191 | 5.316 | 98.227 | 629 |
| Cleaning and Filtration systems | 14.874 | - | 301 | 1.311 | 1.625 | 14.573 |
| Measuring and Process Systems | 107.976 | - | 492 | 5.316 | 112.800 | 1.940 |
| Dürr-Konzern | 265.974 | - 26 | 5.316 | 271.264 | 4.082 | 1.625 |
| Tsd. € | Zugänge | Abgänge | Buchwert zum 31. Dezember 2010 |
|---|---|---|---|
| Paint and Final Assembly Systems | - | - | 89.816 |
| Application Technology | 4.973 | - | 62.749 |
| Environmental and Energy systems | - | - | 5.451 |
| Aircraft and Technology systems | - | - | 7.563 |
| Paint and Assembly Systems | 4.973 | - | 165.579 |
| Balancing and Assembly Products | - | 242 | 98.614 |
| Cleaning and Filtration systems | - | - | 17.509 |
| Measuring and Process Systems | - | 242 | 116.123 |
| Dürr-Konzern | 4.973 | 242 | 281.702 |
Die Veränderungen des Geschäfts- oder Firmenwerts aus Änderungen des Konsolidierungskreises und von Zugängen werden nachfolgend erläutert.
Firmenerwerbe Geschäftsjahr 2010
UCM AG:
Zum 1. Januar 2010 wurde die UCM AG, Rheineck, Schweiz, erstkonsolidiert. Dürr hatte 100 % der Anteile an der Gesellschaft mit Kaufvertrag vom 9. Dezember 2009 erworben. Die UCM AG ist auf Anlagen zur Feinstreinigung von Werkstücken spezialisiert. Dadurch ergänzt Dürr sein Portfolio in einem Geschäftsfeld, das wachstumsstarke Branchen wie Medizintechnik und Präzisionsoptik bedient. Die Erstkonsolidierung der UCM AG erfolgte gemäß IFRS3 "Unternehmenszusammenschlüsse" unter Anwendung der Erwerbsmethode. Die Ergebnisse der erworbenen Gesellschaft wurden beginnend mit dem Erstkonsolidierungszeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen. Der Kaufpreis der ucm ag in Höhe von 4.156 Tsd. € setzt sich zusammen aus einem Grundpreis von 2.240 Tsd. €, der bar beglichen wurde, sowie zwei vom Geschäftsergebnis (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen - EBITDA) der Geschäftsjahre 2010 und 2011 abhängigen Basisraten. Die zwei Basisraten erhöhen oder verringern sich im Verhältnis der Abweichung des erwarteten EBITDA zum EBITDA gemäß Jahresabschluss. Die Änderungen der beiden Basisraten zusammen dürfen 672 Tsd. € nicht übersteigen (Cap). Der maximale Kaufpreis beträgt 4.635 Tsd. €, der minimale Kaufpreis beträgt 3.291 Tsd. €. Sofern das tatsächliche EBITDA für die Geschäftsjahre 2010 und 2011 zusammen mindestens 1.441 Tsd. € beträgt, wird die zweite Basisrate um zusätzliche 269 Tsd. € erhöht. Für den bedingten Anteil des Kaufpreises wurden zum Erwerbszeitpunkt aufgrund der vorliegenden Planung 1.916 Tsd. € passiviert. Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 1.625 Tsd. € spiegelt Technologie- und Kostensynergien in der Feinstreinigungstechnik sowie die positiven Ertragsaussichten der UCM AG wider. Aufgrund des Ergebnisses der UCM AG zum 31. Dezember 2010 sowie der Planung des Jahres 2011 passt Dürr die Verpflichtung zur Zahlung der zweiten Kaufpreisrate an. Der beizulegende Zeitwert der Verbindlichkeit wurde erfolgswirksam um 952Tsd. € auf 964 Tsd. € reduziert.
Kleinmichel:
Zum 25. Januar 2010 wurden im Rahmen eines Asset Deals Vermögenswerte aus der Insolvenzmasse der Klaus Kleinmichel GmbH, Bernried, übernommen. Kleinmichel ist auf Klebetechnik in der Endmontage für den Automobilbau und in der allgemeinen Industrie spezialisiert. Die Erstkonsolidierung der erworbenen Vermögenswerte erfolgte gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" unter Anwendung der Erwerbsmethode. Der Kaufpreis für die Vermögenswerte betrug 2.500 tsd. € und wurde bar beglichen. Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 1.603 Tsd. € spiegelt Technologie- und Kostensynergien in der Klebetechnik wider. Die Klaus Kleinmichel GmbH hat im Jahr 2010 bis zu ihrer Insolvenz im Januar keine Umsatzerlöse erzielt. Da die erworbenen Vermögenswerte im Abschluss der erwerbenden Gesellschaft Dürr Systems GmbH, Stuttgart, vollständig aufgehen, ist eine getrennte Darstellung der Ergebnisse und Umsätze seit dem Erwerbszeitpunkt nicht durchführbar.
Helmuth Rickert GmbH:
Im Rahmen eines am 27. Mai 2010 unterzeichneten Kaufvertrags hat Dürr 100 % der Anteile an der Helmuth Rickert GmbH, Wolfsburg, zum 30. Juli 2010 erworben.# 3.2 Erwerbe und Wertminderungen
3.2.1 Erwerbe
Vor Vollzug des Kaufvertrags wurde deren Tochtergesellschaft I.N.T.-Rickert GmbH, ebenfalls mit Sitz in Wolfsburg, auf die Helmuth Rickert GmbH verschmolzen. Rickert zählt in Deutschland zu den führenden Anbietern von Produkten für das Kleben von Karosserieteilen im Rohbau. Durch den Erwerb von Rickert erweitert Dürr seine Aktivitäten in der Klebetechnik.
Die Erstkonsolidierung der Helmuth Rickert GmbH (nach dem Vollzug des Kaufvertrags in Dürr Systems Wolfsburg GmbH umfirmiert) erfolgte gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" unter Anwendung der Erwerbsmethode. Die Ergebnisse der erworbenen Gesellschaft wurden beginnend mit dem Erstkonsolidierungszeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen.
Der Kaufpreis der Helmuth Rickert GmbH in Höhe von 5.400 Tsd. € setzt sich zusammen aus einem bar beglichenem Grundpreis von 5.400 Tsd. € sowie einem vom durchschnittlichen Geschäftsergebnis (handelsrechtliches Ergebnis vor Zinsen und Steuern - EBIT) der Geschäftsjahre 2010 bis 2014 abhängigen Anteil. Der ergebnisabhängige Anteil des Kaufpreises darf 1.200 Tsd. € nicht übersteigen. Der maximale Kaufpreis beträgt damit 6.600 Tsd. €, der minimale Kaufpreis 5.400 Tsd. €. Für den bedingten Anteil des Kaufpreises wurden zum Erwerbszeitpunkt 0 Tsd. € passiviert, da zum Erwerbszeitpunkt die geplanten handelsrechtlichen Ergebnisse (EBITS) der Jahre 2011 bis 2014 den handelsrechtlichen Jahresfehlbetrag des Jahres 2010 nicht kompensieren konnten.
Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 3.370 Tsd. € spiegelt Technologie- und Kostensynergien in der Klebetechnik sowie vertriebliche Synergieeffekte und die Ertragsaussichten der Helmuth Rickert GmbH wider. Zum 31. Dezember 2010 deuten die Schlüsselindikatoren der Dürr Systems Wolfsburg GmbH darauf hin, dass die Prognosen des Erstkonsolidierungszeitpunkts übertroffen werden und damit die bedingte Rate des Kaufpreises voraussichtlich höher ausfällt, als zum Erwerbszeitpunkt erwartet. Daher wurde eine sonstige Verbindlichkeit in Höhe von 1.046 Tsd. € erfolgswirksam erfasst, dies spiegelt den abgezinsten beizulegenden Zeitwert der Verbindlichkeit wider.
Die Anschaffungsnebenkosten der erworbenen Gesellschaften betrugen 263 Tsd. €. Sie wurden in Höhe von 208 Tsd. € als Aufwand im Geschäftsjahr 2010 und in Höhe von 55 Tsd. € im Geschäftsjahr 2009 erfasst.
Der Ergebnisbeitrag nach Steuern der UCM AG und der Dürr Systems Wolfsburg GmbH (vormals Helmuth Rickert GmbH) von den Erstkonsolidierungszeitpunkten bis zum 31. Dezember 2010 beläuft sich auf 610 Tsd. €; die in diesem Zeitraum enthaltenen Umsatzerlöse mit Externen belaufen sich auf 6.269 Tsd. €. Wäre die Dürr Systems Wolfsburg GmbH (vormals Helmuth Rickert GmbH) bereits zum 1. Januar 2010 in den Konsolidierungskreis einbezogen worden, hätten die Umsatzerlöse des Konzerns für das Geschäftsjahr 2010 1.265.632 Tsd. € sowie das Ergebnis des Konzerns 5.624 Tsd. € betragen.
Das erworbene Nettovermögen und die Geschäfts- oder Firmenwerte aus den Akquisitionen der UCM AG, der Helmuth Rickert GmbH und von Kleinmichel ermitteln sich wie folgt:
3.2 GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE AKQUISITIONEN 2010
| Tsd. € | |
|---|---|
| Kaufpreis für die Akquisitionen | 12.056 |
| Beizulegender Zeitwert des Nettovermögens | - 5.458 |
| Geschäfts- oder Firmenwerte | 6.598 |
Der Gesamtkaufpreis wurde den erworbenen Vermögenswerten und Schulden wie folgt zugerechnet:
3.25 KAUFPREISALLOKATION AKQUISITIONEN 2010
| Buchwert vor Akquisition | Anpassung | Buchwert nach Akquisition | |
|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 8 | 2.997 | 3.005 |
| Sachanlagen | 2.420 | - 55 | 2.365 |
| Aktive latente Steuern | - 234 | 234 | |
| Vorräte | 1.460 | - 425 | 1.035 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 4.389 | - 518 | 3.871 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1.119 | - 1 | 1.118 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | - 869 | - 166 | - 1.035 |
| Passive latente Steuern | - 255 | - 615 | - 870 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | - 4.976 | 711 | - 4.265 |
| Nettovermögen | 3.296 | 2.162 | 5.458 |
Die Buchwerte nach Akquisition entsprechen den beizulegenden Zeitwerten zum Erstkonsolidierungszeitpunkt. Der vertragliche Bruttobetrag der erworbenen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte entspricht nahezu dem beizulegenden Zeitwert. Die wesentlichen Anpassungen erfolgten bei den immateriellen Vermögenswerten, bei denen im Rahmen der Kaufpreisallokation technologisches Know-how sowie Kundenbeziehungen aktiviert wurden. Ein der Helmuth Rickert GmbH gehörendes bebautes Grundstück und ein Anbau auf fremdem Grundstück sowie ein der UCM AG gehörendes Gebäude wurden zum Marktwert bewertet. Im Rahmen des Übergangs auf die Wertansätze, die unter Anwendung von IAS 11 "Fertigungsaufträge" nach der Percentage-of-Completion-Methode ermittelt werden, wurden die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen angepasst. Des Weiteren erfolgte eine Wertberichtigung der erworbenen Vorräte. Im Rahmen der Erstkonsolidierungen wurden keine Eventualschulden passiviert.
Die Nutzungsdauern der erworbenen immateriellen Vermögenswerte stellen sich wie folgt dar:
3.26 NUTZUNGSDAUERN DER ERWORBENEN IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE AKQUISITIONEN 2010
| Beizulegender Zeitwert (Tsd. €) | Nutzungsdauer (Jahre) | |
|---|---|---|
| Technologisches Know-how | 1.557 | 8 |
| Kundenbeziehung | 1.440 | 10 |
| Summe | 2.997 |
Die Geschäfts- oder Firmenwerte wurden den Geschäftsbereichen Cleaning and Filtration Systems und Application Technology zugeordnet und sind in Höhe von 1.603 Tsd. € steuerlich absetzbar.
Auf eine Vergleichsrechnung von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung wurde verzichtet, da die Veränderung des Konsolidierungskreises nicht wesentlich ist. Zum 31. Dezember 2010 beträgt der Anteil der erstkonsolidierten Unternehmen UCM AG und Dürr Systems Wolfsburg GmbH an Bilanzsumme und Umsatzerlösen nur 0,5 %.
Geschäftsjahr 2009
Datatechnic S.A.S.:
Zum 2. April 2009 wurden 100 % der Anteile an der Datatechnic S.A.S., Uxegney, Frankreich, erworben. Die Datatechnic S.A.S. ist ein führender Hersteller von Auswuchtmaschinen für Turbolader.
Die Erstkonsolidierung der Datatechnic S.A.S. erfolgte gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" unter Anwendung der Erwerbsmethode. Die Ergebnisse der erworbenen Gesellschaft wurden beginnend mit dem Erwerbszeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen.
Der Ergebnisbeitrag nach Steuern der Datatechnic S.A.S. vom Erwerbszeitpunkt bis zum 31. Dezember 2009 beläuft sich auf 566 Tsd. €; die in diesem Zeitraum enthaltenen Umsatzerlöse mit Externen belaufen sich auf 964 Tsd. €. Wäre die Datatechnic S.A.S. bereits zum 1. Januar 2009 in den Konsolidierungskreis einbezogen worden, hätten die konsolidierten Umsatzerlöse für das Geschäftsjahr 2009 1.079.580 Tsd. € sowie das Periodenergebnis des Konzerns - 25.114 Tsd. € betragen.
Das erworbene Nettovermögen und der Geschäfts- oder Firmenwert aus der Akquisition der Datatechnic S.A.S. ermittelte sich wie folgt:
3.27 GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT DATATECHNIC S.A.S.
| 2. April 2009 | |
|---|---|
| Kaufpreis für die Akquisition | 7.000 |
| Direkt der Akquisition zurechenbare Kosten | 142 |
| Gesamtkaufpreis | 7.142 |
| Beizulegender Zeitwert des Nettovermögens | - 1.826 |
| Geschäfts- oder Firmenwert | 5.316 |
Der Gesamtkaufpreis wurde den erworbenen Vermögenswerten und Schulden wie folgt zugerechnet:
3.28 KAUFPREISALLOKATION DATATECHNIC S.A.S.
| Buchwert vor Akquisition | Anpassung | Buchwert nach Akquisition | |
|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 7 | 1.364 | 1.371 |
| Sachanlagen | 270 | - 11 | 259 |
| Aktive latente Steuern | - 157 | 157 | |
| Vorräte | 2.240 | - 1.946 | 294 |
| Forderungen und sonstige Vermögenswerte | 1.951 | 1.305 | 3.256 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 310 | - 310 | |
| Langfristige Verbindlichkeiten | - 10 | - | - 10 |
| Passive latente Steuern | - | 598 | - 598 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | - 4.485 | 1.272 | - 3.213 |
| Nettovermögen | 283 | 1.543 | 1.826 |
Die Buchwerte nach Akquisition entsprachen den beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt. Der vertragliche Bruttobetrag der erworbenen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte entsprach nahezu dem beizulegenden Zeitwert. Die wesentlichen Anpassungen erfolgten bei den immateriellen Vermögenswerten, bei denen im Rahmen der Kaufpreisallokation ein Wettbewerbsverbot sowie eine Kundenbeziehung aktiviert wurden. Im Rahmen des Übergangs auf die Wertansätze, die unter Anwendung von IAS 11 "Fertigungsaufträge" nach der Percentage-of-Completion-Methode ermittelt werden, wurden die Vorräte sowie die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen angepasst.
Die Anschaffungskosten für die Geschäftsanteile beliefen sich auf 7.142 Tsd. €. Der Kaufpreis wurde in bar beglichen. Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 5.316 Tsd. € spiegelt Technologie- und Kostensynergien zwischen der Auswucht- und Ausgleichstechnik sowie die positiven Ertragsaussichten der Datatechnic S.A.S. wider. Der Geschäfts- oder Firmenwert wurde dem Geschäftsbereich Balancing and Assembly Products zugeordnet.
3.29 NUTZUNGSDAUERN DER ERWORBENEN IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE DATATECHNIC S.A.S.
| Beizulegender Zeitwert (Tsd. €) | Nutzungsdauer (Jahre) | |
|---|---|---|
| Wettbewerbsverbot | 249 | 5 |
| Kundenbeziehung | 1.115 | 10 |
| Summe | 1.364 |
3.2.2 Grundstücke und Gebäude
Im Berichtsjahr waren ein Gebäude in Großbritannien sowie ein (Vorjahr: zwei) Gebäude in Deutschland als Finanzierungsleasing aktiviert. Dürr ist nicht rechtlicher Eigentümer dieser Gebäude. Die Abschreibungen auf diese Gebäude sind in den Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen enthalten.
Im Geschäftsjahr 2010 wurde der Finanzierungsleasingvertrag eines Gebäudes in Deutschland vorzeitig gekündigt und das Gebäude von der Schenck Technologie- und Industriepark GmbH erworben. Das Gebäude wird unter den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien bilanziert.
Am Standort Darmstadt wurde ein Heizwasserverteilnetz zur Beheizung des Technologie- und Industrieparks als Finanzierungsleasing unter den Grundstücken und Gebäuden aktiviert. Die Laufzeit des Finanzierungs-Leasingvertrags endet am 31. Dezember 2020. Nach Beendigung des Vertrags geht das Heizwasserverteilnetz inklusive aller eingebauten Komponenten und Anlagenteile in das Eigentum der Schenck Technologie- und Industriepark GmbH über.# 3.3 ALS FINANZIERUNGSLEASING AKTIVIERTE IMMOBILIEN
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Historische Anschaffungskosten | 5.108 | 17.032 |
| Kumulierte Abschreibungen | - 1.607 | - 9.635 |
| Restbuchwert | 3.501 | 7.397 |
Im Rahmen des syndizierten Kredits wurden Gesamtbuchgrundschulden ausgewählter Dürr-Gesellschaften als Sicherheiten gewährt. Zum 31. Dezember 2010 betrug der Buchwert der Vermögenswerte 65.228 Tsd. € (Vorjahr: 63.529 Tsd. €).
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Dürr unterscheidet zwischen überwiegend fremd- und eigengenutzten Immobilien. Eine überwiegende Fremdnutzung liegt vor, wenn die Immobilie zu mehr als 90 % von konzernfremden Unternehmen gemietet wird. Dürr bewertet diese als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien nach dem Anschaffungskostenmodell. Bei den Immobilien handelt es sich um eine Gruppe von Gebäuden sowie anteilige Infrastrukturflächen der Schenck Technologie- und Industriepark GmbH in Darmstadt. Mit diesen Immobilien wurden im Geschäftsjahr 2010 Mieteinnahmen in Höhe von 2.628 Tsd. € (Vorjahr: 2.583 Tsd. €) erlöst. Die künftigen Mieteinnahmen auf Basis der bestehenden Verträge setzen sich wie folgt zusammen:
3.31 KÜNFTIGE MIETEINNAHMEN
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Innerhalb eines Jahres | 2.511 | 2.481 |
| Zwischen einem und fünf Jahren | 1.980 | 3.481 |
| über fünf Jahre | 37 | 182 |
| Summe | 4.528 | 6.144 |
Die direkt zurechenbaren Aufwendungen betrugen 1.481 Tsd. € (Vorjahr: 1.478 Tsd. €). Auf leer stehende Immobilien entfielen direkt zurechenbare Aufwendungen von 105 Tsd. € (Vorjahr: 119 Tsd. €). Die Gebäude werden planmäßig linear über gebäudespezifische Nutzungsdauern zwischen 20 und 50 Jahren abgeschrieben. Im Geschäftsjahr 2010 hat sich die Zusammensetzung der Gruppe aufgrund veränderter Eigen- und Fremdnutzung geändert. Der beizulegende Zeitwert zum 31. Dezember 2010 liegt unter Berücksichtigung des Zugangs der nachträglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten bei 25.880 Tsd. € (Vorjahr: 23.540 Tsd. €). Die Grundlage für die Wertermittlung der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien bildet eine jährlich erstellte interne Berechnung; ein Gutachter wurde zur Bestimmung der Werte nicht herangezogen. Der Zeitwert wird anhand der kapitalisierten Erträge der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt; Basis hierfür sind die Marktmieten unter Berücksichtigung regional üblicher Risikoabschläge. Für die Berechnung wurden eine Leerstandsquote von 15 % (Vorjahr: 15 %) und ein Liegenschaftszins von 7,5 % (Vorjahr: 7,5 %) zugrunde gelegt. Die kumulierten Anschaffungswerte der Grundstücke und Gebäude betrugen zum 1. Januar 2010 36.139 Tsd. € und zum 31. Dezember 2010 39.160 Tsd. €. Die kumulierten Abschreibungen einschließlich aller Wertminderungen beziehungsweise Zuschreibungen erhöhten sich von 15.664 Tsd. € zum 1. Januar 2010 auf 16.026 Tsd. € zum 31. Dezember 2010. Die folgende Überleitungsrechnung zeigt die Entwicklung des Buchwerts der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, die dem Unternehmensbereich Measuring and Process Systems zugeordnet sind, von Beginn bis Ende des Geschäftsjahres.
3.32 ALS FINANZINVESTITION GEHALTENE IMMOBILIEN
| Tsd. € | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Stand 1. Januar | 20.475 | 21.019 |
| Zugang Gebäude aus Nutzungsänderung | 2.724 | - |
| Zugänge aus nachträglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten | 1.240 | 258 |
| Abgänge aus Nutzungsänderung | - | 822 |
| Abgänge Anschaffungs- oder Herstellungskosten | - | 156 |
| Umgliederungen | 35 | 20 |
| Zugänge planmäßige Abschreibungen | - | 768 |
| Abgänge Abschreibung aus Nutzungsänderung | 274 | - |
| Abgänge Abschreibungen | 132 | 800 |
| Stand 31. Dezember | 23.134 | 20.475 |
18. Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen
3.33 ANGABEN ZU ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN
| Tsd. € | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Bilanzsumme | 87.173 | 86.763 |
| Langfristige Vermögenswerte | 52.240 | 51.388 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 34.933 | 35.375 |
| Langfristige Schulden | 25.321 | 22.118 |
| Kurzfristige Schulden | 37.054 | 38.545 |
| Umsatzerlöse | 29.102 | 28.006 |
| Periodenergebnis | 2.175 | 2.252 |
Ein assoziiertes Unternehmen hat den Abschlussstichtag 30. September und wird auf Basis seiner Abschlussdaten in die Equity-Bewertung einbezogen. Wesentliche Effekte zwischen diesem Stichtag und dem 31. Dezember werden berücksichtigt.
3.34 ANGABEN ZU GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN (ANTEILIG)
| Tsd. € | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Bilanzsumme | 33 | 1.865 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 33 | 1.865 |
| Kurzfristige Schulden | 9 | 1.270 |
| Umsatzerlöse | 488 | 6.499 |
| Periodenergebnis | - 334 | - 128 |
Die anteiligen Erträge der at equity bilanzierten Gemeinschaftsunternehmen betrugen 491 Tsd. € (Vorjahr: 6.801 Tsd. €), die Aufwendungen 824 Tsd. € (Vorjahr: 6.928 Tsd. €). Die Eventualschulden für die Gemeinschaftsunternehmen setzen sich wie folgt zusammen:
3.35 EVENTUALSCHULDEN FÜR GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN
| Tsd. € | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Bürgschaften für Gemeinschaftsunternehmen | 3.069 | 3.069 |
| Haftungsbeitritt Partnerunternehmen | - 1.705 | - 1.705 |
| Stand 31. Dezember | 1.364 | 1.364 |
Für weitere Informationen zu den einbezogenen Unternehmen verweisen wir auf die Textziffern 3 und 4.
19. Vorräte und geleistete Anzahlungen
3.36 VORRÄTE UND GELEISTETE ANZAHLUNGEN
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 48.381 | 44.339 |
| abzüglich Wertberichtigungen | - 7.655 | - 6.728 |
| Unfertige Erzeugnisse aus Kleinserienfertigung | 12.645 | 8.896 |
| abzüglich Wertberichtigungen | - 792 | - 763 |
| Fertigerzeugnisse | 7.575 | 8.013 |
| abzüglich Wertberichtigungen | - 1.072 | - 872 |
| Geleistete Anzahlungen | 14.679 | 9.626 |
| Summe | 73.761 | 62.511 |
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden in Höhe von 45.046 Tsd. € (Vorjahr: 41.253 Tsd. €) zu den durchschnittlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten und in Höhe von 3.335 Tsd. € (Vorjahr: 3.086 Tsd. €) nach der FIFO-Methode ("first in, first out") bewertet. Die Summe der Wertberichtigungen erhöhte sich nach Berücksichtigung von Wechselkursdifferenzen sowie Verbräuchen auf 9.519 Tsd. € (Vorjahr: 8.363 Tsd. €). Die Zuführung zu den Wertberichtigungen von 5.745 Tsd. € im Berichtsjahr (Vorjahr: 4.868 Tsd. €) wurde erfolgswirksam erfasst.
20. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
3.37 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | ||
|---|---|---|---|---|
| Summe | Kurzfristig | Langfristig | Summe | |
| Künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen | 209.269 | 209.269 | - | 139.127 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (L&L) gegen Dritte | 183.492 | 182.171 | 1.321 | 186.475 |
| Forderungen aus L&L gegen at equity bilanzierte Unternehmen | 510 | 510 | - | 267 |
| Summe | 393.271 | 391.950 | 1.321 | 325.869 |
Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Fälligkeitsanalyse der bilanzierten nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
3.38 FÄLLIGKEITSANALYSE FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
| Tsd. € | KÜNFTIGE FORDERUNGEN AUS FERTIGUNGSAUFTRÄGEN | FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN (L&L) GEGEN DRITTE | FORDERUNGEN AUS L&L GEGEN AT EQUITY BILANZIERTE UNTERNEHMEN |
|---|---|---|---|
| 31.12.2010 | 31.12.2009 | 31.12.2010 | |
| Zum Abschlussstichtag weder wertgemindert noch überfällig | 209.269 | 139.127 | 139.873 |
| Zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitbändern überfällig | |||
| weniger als 3 Monate | - | - | 26.472 |
| zwischen 3 und 6 Monaten | - | - | 5.959 |
| zwischen 6 und 9 Monaten | - | - | 1.851 |
| zwischen 9 und 12 Monaten | - | - | 1.066 |
| mehr als 12 Monate | - | - | 4.829 |
| Gesamt | - | - | 40.177 |
| Einzelwertberichtigte Forderungen (netto) | - | - | 3.442 |
| Buchwert (netto) | 209.269 | 139.127 | 183.492 |
Bei den weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuteten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. Im Geschäftsjahr 2010 wurden finanzielle Vermögenswerte mit einem Buchwert von 2.343 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) neu verhandelt, da sie ansonsten wertberichtigt oder überfällig gewesen wären. Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte sowie gegen at equity bilanzierte Unternehmen haben sich wie folgt entwickelt:
3.39 ENTWICKLUNG DER WERTBERICHTIGUNGEN AUF FORDERUNGEN
| Tsd. € | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Stand 1. Januar | 7.720 | 8.816 |
| Währungsdifferenz | 162 | 59 |
| Verbrauch | - 916 | - 1.616 |
| Auflösung | - 1.118 | - 1.926 |
| Zugang (Aufwendungen für Wertberichtigungen) | 2.899 | 2.387 |
| Stand 31. Dezember | 8.747 | 7.720 |
Im Geschäftsjahr 2010 wurden Forderungen von 1.013 Tsd. € (Vorjahr: 2.361 Tsd. €) ausgebucht, wovon 916 Tsd. € (Vorjahr: 1.616 Tsd. €) bereits im Vorjahr wertberichtigt waren. Die Ausbuchung der restlichen 97 Tsd. € (Vorjahr: 745 Tsd. €) wurde im Geschäftsjahr 2010 aufwandswirksam.
3.40 ZUSAMMENSETZUNG DER KÜNFTIGEN FORDERUNGEN AUS FERTIGUNGSAUFTRÄGEN SOWIE ERHALTENEN ANZAHLUNGEN
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | ||
|---|---|---|---|---|
| Summe | Kurzfristig | Langfristig | Summe | |
| Aktivischer Ausweis | ||||
| Aufgelaufene Kosten einschließlich Teilgewinnen | 700.936 | 700.936 | - | 516.586 |
| Abzüglich fakturierter Beträge | 491.667 | 491.667 | - | 377.459 |
| Künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen | 209.269 | 209.269 | - | 139.127 |
| Passivischer Ausweis | ||||
| Aufgelaufene Kosten einschließlich Teilgewinnen | 552.547 | 552.547 | - | 485.001 |
| Abzüglich fakturierter Beträge | 813.320 | 813.320 | - | 674.902 |
| Erhaltene Anzahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen | 260.773 | 260.773 | - | 189.901 |
| Total Aufgelaufene Kosten einschließlich Teilgewinnen | 1.253.483 | 1.253.483 | - | 1.001.587 |
| Abzüglich fakturierter Beträge | 1.304.987 | 1.304.987 | - | 1.052.361 |
| Erhaltene Anzahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen | 51.504 | 51.504 | - | 50.774 |
Diese Beträge sind je Auftrag saldiert entweder in den künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen (aktivischer Ausweis) oder in den Verbindlichkeiten (passivischer Ausweis) enthalten; wir verweisen auch auf Textziffer 28.
21.# Sonstige finanzielle Vermögenswerte
3.41 SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Summe | Kurzfristig | Langfristig | Summe | Kurzfristig | Langfristig | |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte | 2.061 | 1.985 | 76 | 4.647 | 2.258 | 2.389 |
| Mietkautionen und sonstige hinterlegte Sicherheiten | 3.974 | 1.561 | 2.413 | 4.414 | 1.962 | 2.452 |
| übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte | 8.591 | 8.125 | 466 | 5.794 | 5.421 | 373 |
| Summe | 14.626 | 11.671 | 2.955 | 14.855 | 9.641 | 5.214 |
In den übrigen sonstigen finanziellen Vermögenswerten sind unter anderem Guthaben bei Lieferanten in Höhe von 1.176 Tsd. € (Vorjahr: 737 Tsd. €) und Forderungen gegen Mitarbeiter in Höhe von 1.770 Tsd. € (Vorjahr: 1.737 Tsd. €) enthalten. In den Geschäftsjahren 2010 und 2009 wurden keine Vertragsbedingungen neu verhandelt, bei denen die zugrunde liegenden sonstigen finanziellen Vermögenswerte ansonsten wertberichtigt oder überfällig gewesen wären. Die entsprechenden Anhangsangaben nach IFRS 7 sind unter Textziffer 32 dargestellt.
3.42 FÄLLIGKEITSANALYSE SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Zum Abschlussstichtag weder wertgemindert noch überfällig | 14.626 | 14.462 |
| Zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitbändern überfällig | ||
| weniger als 3 Monate | - | - |
| zwischen 3 und 6 Monaten | - | - |
| zwischen 6 und 9 Monaten | - | 74 |
| zwischen 9 und 12 Monaten | - | - |
| mehr als 12 Monate | - | 319 |
| Gesamt | - | 393 |
| Einzelwertberichtigte finanzielle Vermögenswerte (netto) | - | - |
| Buchwert (netto) | 14.626 | 14.855 |
Hinsichtlich der weder wertgeminderten noch überfälligen sonstigen finanziellen Vermögenswerte deuten keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Die Wertberichtigungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:
3.43 ENTWICKLUNG DER WERTBERICHTIGUNGEN AUF SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
| Tsd. € | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Stand 1. Januar | 393 | 319 |
| Währungsdifferenz | 5 | - |
| Verbrauch | - | 266 |
| Zugang (Aufwendungen für Wertberichtigungen) | - | 74 |
| Stand 31. Dezember | 132 | 393 |
Im laufenden Geschäftsjahr wurden 0 Tsd. € (Vorjahr: 74 Tsd. €) aufwandswirksam den Wertberichtigungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte zugeführt.
22. Sonstige Vermögenswerte
3.44 SONSTIGE VERMÖGENSWERTE
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Summe | Kurzfristig | Langfristig | Summe | Kurzfristig | Langfristig | |
| Sonstige Vermögenswerte | 15.684 | 15.581 | 103 | 8.743 | 8.669 | 74 |
| Summe | 15.684 | 15.581 | 103 | 8.743 | 8.669 | 74 |
Die sonstigen Vermögenswerte enthalten vor allem Steuererstattungsansprüche, die nicht Ertragsteuern betreffen, in Höhe von 15.143 Tsd. € (Vorjahr: 8.280 Tsd. €).
ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ: PASSIVA
23. Eigenkapital der Aktionäre der Dürr Aktiengesellschaft
Gezeichnetes Kapital
Das Grundkapital der Dürr AG betrug zum 31. Dezember 2010 44.289 Tsd. € (Vorjahr: 44.289 Tsd. €) und setzte sich aus 17.300.520 Aktien (Vorjahr: 17.300.520 Aktien) zusammen. Jede Aktie repräsentiert einen Anteil am gezeichneten Kapital in Höhe von 2,56 € und lautet auf den Inhaber. Die ausgegebenen Aktien waren zu jedem Bilanzstichtag vollständig eingezahlt.
Ermächtigung des Vorstands zum Erwerb und zur Veräußerung eigener Aktien
Die Hauptversammlung vom 30. April 2010 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 29. April 2015 einmalig oder mehrfach, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke, eigene auf den Inhaber lautende Stückaktien über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots zu erwerben. Die Anzahl der so erworbenen Aktien darf zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des jeweiligen Grundkapitals betragen. Die Ermächtigung darf nicht zum Zwecke des Handels in eigenen Aktien genutzt werden. Der Gegenwert für den Erwerb der Aktien darf im Falle des Erwerbs über die Börse vom Börsenkurs nicht um mehr als 5 % abweichen. Im Falle eines öffentlichen Kaufangebots an alle Aktionäre darf der Erwerbspreis bis zu 20 % über dem Börsenkurs liegen, muss jedoch mindestens dem Börsenkurs entsprechen. Ferner wurde der Vorstand von der Hauptversammlung ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats aufgrund der vorgenannten oder einer früheren Ermächtigung erworbene Aktien über die Börse oder durch ein öffentliches Kaufangebot an alle Aktionäre zu veräußern. In näher bestimmten Fällen dürfen die Aktien auch in anderer Weise und damit unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre veräußert werden. Schließlich ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats erworbene Aktien ohne Kapitalherabsetzung ganz oder teilweise einzuziehen, ohne dass dies eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf. Die vorgenannte Ermächtigung ersetzte die gleichlautende Ermächtigung der Hauptversammlung vom 30. April 2009, die am 30. Oktober 2010 ausgelaufen wäre.
Genehmigtes Kapital (Dürr AG)
Die Hauptversammlung vom 30. April 2009 hat den Vorstand ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 30. April 2014 um bis zu 22.145 Tsd. € gegen Sach- oder Bareinlagen einmalig oder mehrmals durch die Ausgabe von bis zu 8.650.260 Inhaber-Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital).
Bedingtes Kapital (Dürr AG)
Die Hauptversammlung vom 30. April 2010 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 29. April 2015 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte, Gewinnschuldverschreibungen oder Kombinationen dieser Instrumente mit oder ohne Laufzeitbegrenzung im Gesamtnennbetrag von bis zu 221.447 Tsd. € zu begeben. Zu diesem Zweck ist das Grundkapital um bis zu 22.145 Tsd. € durch Ausgabe von bis zu 8.650.260 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien in der Form von Stammaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital).
Kapitalrücklage (Dürr AG)
Die Kapitalrücklage enthält die Aufgelder aus der Ausgabe von Aktien und betrug zum 31. Dezember 2010 wie zum Vorjahresstichtag 200.186 Tsd. €. Die Kapitalrücklage unterliegt den Verfügungsbeschränkungen des § 150 AktG.
Gewinnrücklagen
Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden, und betrugen zum 31. Dezember 2010 97.533 Tsd. € (Vorjahr: 92.237 Tsd. €). Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus der Einstellung des Jahresergebnisses. Die Gewinnrücklagen unterliegen nach § 268 Abs. 8 HGB in Höhe von 1.047 Tsd. € (Vorjahr: 931 Tsd. €) einer Ausschüttungssperre, da gemäß Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) im handelsrechtlichen Einzelabschluss der Dürr AG Vermögensgegenstände zum beizulegenden Zeitwert aktiviert wurden.
Dividende
Nach dem deutschen Aktiengesetz bemisst sich die ausschüttungsfähige Dividende nach dem Bilanzgewinn, den die Dürr AG in ihrem gemäß den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs aufgestellten Jahresabschluss (Einzelabschluss) ausweist. Im Geschäftsjahr 2010 schüttete die Dürr AG keine Dividende aus dem Bilanzgewinn des Jahres 2009 an ihre Aktionäre aus. Aufgrund der Ertragslage des Geschäftsjahres 2010 schlägt der Vorstand der Dürr AG dem Aufsichtsrat vor, eine Dividende in Höhe von 0,30 € je Aktie auszuschütten. Ein entsprechender Vorschlag wird der Hauptversammlung unterbreitet.
Kumuliertes übriges Eigenkapital
Die nachfolgende Übersicht zeigt die Entwicklung des kumulierten übrigen Eigenkapitals und der damit verbundenen Steuereffekte aus ergebnisneutralen Bestandteilen des Gesamtergebnisses unter Berücksichtigung der Veränderung der Position "Nicht beherrschende Anteile".
3.45 KUMULIERTES ÜBRIGES EIGENKAPITAL
| Tsd. € | 2010 | 2009 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| vor Steuern | Steuereffekt | Netto | vor Steuern | Steuereffekt | Netto | |
| Nettogewinne / Nettoverluste (-) aus Derivaten zur Absicherung von Zahlungsströmen | - | 253 | 58 | -195 | 707 | -206 |
| Gewinne / Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren | - | - | - | 7 | - | -7 |
| Ergebniswirksame Reklassifizierungen aus Währungsumrechnung | - | 140 | - | 140 | - | - |
| Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung | 12.457 | - | 12.457 | 3.500 | - | 3.500 |
| Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung von at equity bilanzierten Unternehmen | 2.037 | - | 2.037 | - | 585 | - |
| Veränderung der versicherungsmathematischen Nettogewinne und -verluste aus Pensionsverpflichtungen | -1.497 | 321 | -1.176 | -4.745 | 289 | -4.456 |
| Veränderung des kumulierten übrigen Eigenkapitals | 12.604 | 379 | 12.983 | -1.116 | 83 | -1.033 |
Der Anstieg der währungsabhängigen ergebnisneutralen Bestandteile des Gesamtergebnisses ist im Wesentlichen auf die Schwankung des Euro gegenüber US-Dollar, chinesischem Renminbi Yuan, brasilianischem Real und japanischem Yen zurückzuführen.
Angaben zum Kapitalmanagement
Vorrangiges Ziel der Kapitalsteuerung ist es, die operative Geschäftstätigkeit zu unterstützen, eine angemessene Eigenkapitalquote sicherzustellen und den Unternehmenswert zu steigern. Dürr überwacht sein Kapital auf monatlicher Basis mithilfe der so genannten Gearing Ratio. Dabei handelt es sich um eine Kapitalausstattungskennzahl, die das Verhältnis von Nettofinanzstatus zu Eigenkapital abzüglich Nettofinanzstatus wiedergibt. Gemäß den konzerninternen Richtlinien soll die Kennzahl keinen größeren Wert als 30 % annehmen. Dieser Wert wurde am Bilanzstichtag 2010 mit - 8,0 % (Vorjahr: - 1,0 %) signifikant unterschritten, da wie im Vorjahr ein Nettofinanzguthaben anstelle einer Nettofinanzverschuldung bestand.
3.46 GEARING RATIO
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 252.308 | 103.897 |
| Anleihe | - | 225.639 |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen | -1.090 | -1.081 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | -1.990 | -1.652 |
| Nettofinanzstatus [1] | 23.589 | 3.023 |
| Eigenkapital [2] | 319.401 | 301.403 |
| Eigenkapital abzüglich Nettofinanzstatus [3] = [2] - [1] | 295.812 | 298.380 |
| Gearing Ratio (-[1] / [3] x 100 (%)) | - 8,0 % | - 1,0 % |
Das Eigenkapital fließt in die Berechnung eines Total Net Worth Covenants ein, den der Vertrag für den syndizierten Kredit vorsieht.# 24. Nicht beherrschende Anteile
Die nicht beherrschenden Anteile beinhalten Ausgleichsposten aus der Kapitalkonsolidierung für Inhaber nicht beherrschender Anteile am konsolidierungspflichtigen Kapital sowie die ihnen zustehenden Gewinne und Verluste. In den Konzernabschluss sind vier (Vorjahr: vier) Gesellschaften einbezogen, an denen Inhaber nicht beherrschender Anteile beteiligt sind.
3.47 ZUSAMMENSETZUNG DER NICHT BEHERRSCHENDEN ANTEILE
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | |
|---|---|---|---|
| Olpidürr S.p.A., Novegro di Segrate, italien | 1.997 | 2.445 | |
| Verind S.p.A., Rodano, italien | 4.208 | 4.021 | |
| CPM S.p.A., Beinasco, italien | - | - | |
| Stimas Engineering S.r.l., Paderno Dugnano, italien | 26 | 22 | |
| Gesamt | 6.231 | 6.488 |
Entsprechend IAS 32 "Finanzinstrumente: Ausweis" wurde die Verkaufsoption der Inhaber der nicht beherrschenden Anteile der CPM S.p.A. zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet und in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Damit wird der vollständige Erwerb der nicht beherrschenden Anteile durch Dürr unterstellt. Somit erfolgt kein Ausweis unter der Position "Nicht beherrschende Anteile".
25. Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen
Die Altersversorgung erfolgt im Konzern auf Basis von Beitrags- und Leistungszusagen.
Beitragsorientierte Pensionszusagen
Den Mitarbeitern der deutschen Dürr-Gesellschaften steht im Rahmen der Altersversorgung ein der Tarifgruppe entsprechendes Lebensversicherungsprogramm (bzv) zur Verfügung, für das die Gesellschaft Beiträge von 753 Tsd. € (Vorjahr: 753 Tsd. €) als Aufwand erfasst hat. Darüber hinaus hat Dürr Beiträge von 15.172 Tsd. € (Vorjahr: 15.398 Tsd. €) in das deutsche Rentenversicherungssystem eingezahlt, das ebenfalls einen beitragsorientierten Versorgungsplan darstellt. Die US-Tochtergesellschaften entrichten für die einer Gewerkschaft angehörenden Arbeitnehmer Beiträge in externe Pensionsfonds. Die Pensionsaufwendungen für diese Arbeitnehmer betrugen im Berichtsjahr 1.250 Tsd. € (Vorjahr: 996 Tsd. €). Dürr hat für seine US-Tochtergesellschaften darüber hinaus einen Gewinnbeteiligungsplan nach dem Regelwerk "401(k)" für bestimmte Beschäftigte eingerichtet. Grundlage für die Gewinnbeteiligung sind die geleisteten Dienstjahre und die Höhe der Vergütung der Angestellten. Der Konzern leistet hierzu Beiträge nach seinem Ermessen, die durch die Geschäftsleitung jährlich festgelegt werden. Die Aufwendungen betrugen im Berichtsjahr rund 335 Tsd. € (Vorjahr: 358 Tsd. €).
Leistungsorientierte Pensionszusagen
Gegenüber einzelnen ehemaligen Vorstandsmitgliedern der Dürr AG sowie den Vorstandsmitgliedern und Geschäftsführern der deutschen Tochtergesellschaften bestehen Pensionszusagen, die sich nach den zuletzt bezogenen Festgehältern und der Dauer der Betriebszugehörigkeit richten. Zudem besteht für die Beschäftigten der deutschen Dürr-Gesellschaften die Möglichkeit, eine arbeitnehmerfinanzierte Versorgungszusage in Anspruch zu nehmen. Dabei können die Berechtigten bestimmte Teile ihrer künftigen Bezüge in eine Anwartschaft auf betriebliche Zusatzleistungen umwandeln. Zur Absicherung und Finanzierung der daraus resultierenden Verpflichtung hat Dürr eine Rückdeckungsversicherung auf das Leben der Berechtigten abgeschlossen. Die daraus resultierenden Leistungen stehen ausschließlich Dürr zu. Die Höhe der Altersrente entspricht der Leistung aus der von Dürr abgeschlossenen Rückdeckungsversicherung, die sich aus einer garantierten Rente sowie den vom Versicherer zugeteilten Überschussanteilen zusammensetzt. Die Verpflichtung aus der Versorgungszusage bilanziert Dürr saldiert mit dem Planvermögen aus der Rückdeckungsversicherung, wobei sich durch versicherungsmathematische Gewinne und Verluste eine Über- beziehungsweise Unterdeckung ergeben kann. Bei den deutschen Dürr-Tochtergesellschaften haben die zum Zeitpunkt der Übernahme beschäftigten Mitarbeiter der Standorte Wyhlen und Filderstadt sowie der Schenck-Gesellschaften Pensionszusagen. Grundlage dafür sind die geleisteten Dienstjahre. Die nach den Pensionsplänen vorgesehenen Zahlungen bestehen aus fixen Beträgen zuzüglich einer Komponente, die von den geleisteten Dienstjahren abhängt. Bei den US-amerikanischen Dürr-Tochtergesellschaften bestehen für die nicht gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter Pensionspläne. Grundlage der zukünftigen Pensionszahlungen sind die durchschnittlich verdienten Gehälter und Dienstzeiten vor dem Einfrieren der Pensionszusagen in 2003 und 2006.
3.48 VERÄNDERUNG DES ANWARTSCHAFTSBARWERTS
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | |
|---|---|---|---|
| Veränderung des Anwartschaftsbarwerts | |||
| Anwartschaftsbarwert zu Beginn des Geschäftsjahres | 78.063 | 71.378 | |
| Änderungen Konsolidierungskreis | 1.410 | 71 | |
| Auswirkung der Währungsumrechnung | 1.733 | - 260 | |
| Dienstzeitaufwand | 2.038 | 2.293 | |
| Aufzinsung der erwarteten Pensionsverpflichtungen | 4.192 | 4.300 | |
| Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste | 1.962 | 5.135 | |
| Pensionszahlungen für unmittelbare und mittelbare Versorgungsverpflichtungen | - 4.962 | - 4.707 | |
| Kürzung von Pensionszusagen | - | - 118 | |
| Sonstiges | 40 | - 29 | |
| Anwartschaftsbarwert am Ende des Geschäftsjahres | 84.476 | 78.063 |
3.49 VERÄNDERUNG DES FONDSVERMÖGENS
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | |
|---|---|---|---|
| Veränderung des Fondsvermögens | |||
| Fondsvermögen zum Zeitwert zu Beginn des Geschäftsjahres | 23.032 | 20.043 | |
| Änderungen Konsolidierungskreis | 1.148 | 89 | |
| Auswirkung der Währungsumrechnung | 1.264 | - 230 | |
| Erwartete Erträge des Fondsvermögens | 1.242 | 885 | |
| Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste | 463 | 390 | |
| Zuwendungen durch den Arbeitgeber | 1.566 | 614 | |
| Geleistete Beiträge durch Arbeitnehmer | 88 | - | |
| Pensionszahlungen für unmittelbare und mittelbare Versorgungsverpflichtungen | - 1.147 | - 1.007 | |
| Fondsvermögen aus Rückdeckungsversicherung | 1.073 | 2.248 | |
| Fondsvermögen zum Zeitwert am Ende des Geschäftsjahres | 28.729 | 23.032 | |
| Finanzierungsstatus* | 55.747 | 55.031 | |
| * Differenz zwischen dem Anwartschaftsbarwert und dem Fondsvermögen |
3.50 FINANZIERUNGSSTATUS
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | |
|---|---|---|---|
| Anwartschaftsbarwert der über einen Fonds finanzierten Verpflichtungen | 58.497 | 53.276 | |
| Fondsvermögen zum Zeitwert | 28.729 | 23.032 | |
| Das Fondsvermögen übersteigende Leistungsverpflichtungen | 29.768 | 30.244 | |
| Anwartschaftsbarwert der nicht über einen Fonds finanzierten Verpflichtungen | 25.979 | 24.787 | |
| Finanzierungsstatus* | 55.747 | 55.031 | |
| * Differenz zwischen dem Anwartschaftsbarwert und dem Fondsvermögen |
3.51 BILANZPOSITIONEN BEI DER BILANZIERUNG DER PENSIONSVERPFLICHTUNGEN
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | |
|---|---|---|---|
| Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten | 147 | 113 | |
| Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen | 55.894 | 55.144 | |
| Gesamt | 55.747 | 55.031 | |
| Kumuliertes übriges Eigenkapital (inklusive Differenzen aus Währungsumrechnung) | - 12.844 | - 10.564 |
Zum 31. Dezember 2010 war das Fondsvermögen in diversifizierten Portfolios angelegt, die hauptsächlich aus festverzinslichen Wertpapieren und Aktien bestanden. Der beizulegende Zeitwert des Fondsvermögens setzte sich zum Ende des Geschäftsjahres wie folgt zusammen:
3.52 ZUSAMMENSETZUNG DES FONDSVERMÖGENS
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | |
|---|---|---|---|
| Aktien | 7.057 | 6.254 | |
| Festverzinsliche Wertpapiere | 20.891 | 16.434 | |
| Immobilien | 436 | 291 | |
| Sonstiges | 345 | 53 | |
| Gesamt | 28.729 | 23.032 |
Das Fondsvermögen der deutschen Gesellschaften beinhaltet im Wesentlichen Rückdeckungsversicherungen und deckt die erworbenen Pensionsansprüche. Diese Rückdeckungsversicherungen sind überwiegend in festverzinslichen Wertpapieren (darunter Bundesanleihen und Pfandbriefe) angelegt. Bei der Auswahl der Emittenten werden unter anderem das individuelle Rating durch internationale Agenturen sowie die Eigenkapitalausstattung der Emittenten berücksichtigt. Grundsätzlich werden die erwarteten Gesamterträge aus Fondsvermögen auf der Basis der zu diesem Zeitpunkt gängigen Marktpreise berechnet. Diese gelten für den Zeitraum, über den die Verpflichtung erfüllt wird. Die Investitionsstrategie zielt einerseits auf einen langfristigen Kapitalzuwachs ab, andererseits auf laufende Zinseinnahmen. Dies führt zu einer leicht höheren Volatilität. Im Rahmen eines ausgewogenen Ansatzes sieht der Portfolio-Mix fremdkapital- und eigenkapitalverbriefte Wertpapiere vor. Der langfristige Kapitalzuwachs soll vor allem über Aktienanlagen erreicht werden. Einen ebenso wichtigen Anteil am Anlageportfolio bilden festverzinsliche Wertpapiere, die laufende Zinseinnahmen sicherstellen sollen. Bei den beiden wesentlichen Pensionsplänen in den USA liegen die geplanten langfristigen Renditen aus dem Planvermögen zwischen 6,25 % und 7,50 %. Je nach Investitionsstrategie beläuft sich der Aktienanteil am Portfolio auf 5 % beziehungsweise 63 %. Für das Geschäftsjahr 2011 werden Zuwendungen zu den Plänen in Höhe von 1.040 Tsd. € erwartet.
3.53 ZUSAMMENSETZUNG DER NETTOPENSIONSAUFWENDUNGEN
| Tsd. € | 2010 | 2009 | |
|---|---|---|---|
| Dienstzeitaufwand | 2.038 | 2.293 | |
| Aufzinsung der erwarteten Pensionsverpflichtungen | 4.192 | 4.300 | |
| Erwartete Erträge des Fondsvermögens | - 1.242 | - 885 | |
| Kürzung von Pensionszusagen | - | - 118 | |
| Sonstiges | - | - | |
| Gesamt | 4.824 | 5.590 |
Die tatsächlichen Erträge des Fondsvermögens betrugen im Geschäftsjahr 2010 1.705 Tsd. € (Vorjahr: 1.275 Tsd. €). Die Nettopensionsaufwendungen sind in den folgenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:
3.54 NETTOPENSIONSAUFWENDUNGEN IN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
| Tsd. € | 2010 | 2009 | |
|---|---|---|---|
| Umsatzkosten | 581 | 637 | |
| Vertriebskosten | 279 | 221 | |
| Allgemeine Verwaltungskosten | 3.927 | 4.669 | |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 15 | 15 | |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 22 | 48 | |
| Gesamt | 4.824 | 5.590 |
Der Stichtag für die Bewertung der Pensionsverpflichtungen und des Fondsvermögens ist der 31. Dezember; der Bewertungsstichtag für die Pensionsaufwendungen ist der 1. Januar.# 3.55 DURCHSCHNITTLICHE FAKTOREN ZUR BERECHNUNG DER PENSIONSVERPFLICHTUNGEN
| 2010 | 2009 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | USA | Restliche Welt | Deutschland | USA | |
| Abzinsungsfaktor | 5,00 | 5,00 | 4,55 | 5,25 | 5,65 |
| Langfristige Gehaltssteigerungen | 2,80 | - | 2,72 | 3,00 | - |
Der Rententrend, der in Deutschland eine wesentliche Wirkung auf den Anwartschaftsbarwert zum Bilanzstichtag hat, betrug im Geschäftsjahr 2010 2,00 % (Vorjahr: 2,00 %).
3.56 DURCHSCHNITTLICHE FAKTOREN ZUR BERECHNUNG DER PENSIONSAUFWENDUNGEN
| 2010 | 2009 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | USA | Restliche Welt | Deutschland | USA | |
| Abzinsungsfaktor | 5,25 | 5,65 | 4,62 | 5,90 | 6,15 |
| Erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens | 5,25 | 7,27 | 6,06 | 5,90 | 7,36 |
| Langfristige Gehaltssteigerungen | 3,00 | - | 2,85 | 3,50 | - |
Die Berechnung der durchschnittlichen Werte basiert auf dem gewichteten Durchschnitt des Anwartschaftsbarwerts beziehungsweise des Planvermögens. Die Annahmen zur langfristigen Verzinsung des Fondsvermögens basieren auf der Analyse historischer und erwarteter Renditen und Volatilitäten der einzelnen Portfoliobestandteile. Dabei werden die üblichen Benchmarks berücksichtigt.
3.57 BETRÄGE DER LAUFENDEN UND VORANGEGANGENEN BERICHTSPERIODEN
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | 31.12.2008 | 31.12.2007 | 31.12.2006 |
|---|---|---|---|---|---|
| Anwartschaftsbarwert | 84.476 | 78.063 | 71.378 | 71.180 | 81.848 |
| Fondsvermögen zum Zeitwert | 28.729 | 23.032 | 20.043 | 21.609 | 21.185 |
| Überdeckung / Unterdeckung (-) | - 55.747 | - 55.031 | - 51.335 | - 49.571 | - 60.663 |
| Erfahrungsbedingte Anpassung der Pensionsverpflichtungen | - 632 | 107 | 348 | 2.611 | 1.416 |
| Erfahrungsbedingte Anpassung des Fondsvermögens | 446 | 907 | - 2.192 | 244 | 158 |
26. Übrige Rückstellungen
3.58 ÜBRIGE RÜCKSTELLUNGEN
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Summe | Kurzfristig | Langfristig | Summe | Kurzfristig | Langfristig | |
| Auftragsrückstellungen | 34.354 | 31.093 | 3.261 | 38.217 | 36.680 | 1.537 |
| Personalrückstellungen | 10.825 | 6.488 | 4.337 | 10.691 | 6.045 | 4.646 |
| Sonstige Rückstellungen | 2.549 | 2.402 | 147 | 3.450 | 3.338 | 112 |
| Summe | 47.728 | 39.983 | 7.745 | 52.358 | 46.063 | 6.295 |
Die Auftragsrückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Nachtragsaufwendungen, Garantien und drohende Verluste im Auftragsbestand. Die Personalrückstellungen umfassen hauptsächlich Rückstellungen für Verpflichtungen aus der Altersteilzeit sowie für Jubiläumsaufwendungen. Die sonstigen Rückstellungen betreffen unterschiedliche erkennbare Einzelrisiken und ungewisse Verpflichtungen. Die als kurzfristig eingestuften übrigen Rückstellungen werden voraussichtlich innerhalb des nachfolgenden Geschäftsjahres in Anspruch genommen. Die Auszahlungen für langfristige Rückstellungen werden voraussichtlich innerhalb der nächsten zwei bis fünf Jahre anfallen.
3.59 ENTWICKLUNG DER ÜBRIGEN RÜCKSTELLUNGEN IM BERICHTSJAHR
| Tsd. € | Auftrags- rückstellungen | Personal- rückstellungen | Sonstige Rückstellungen |
|---|---|---|---|
| Stand 1. Januar 2010 | 38.217 | 10.691 | 3.450 |
| Änderungen Konsolidierungskreis | 885 | - | 56 |
| Währungsdifferenz | 1.098 | 21 | 114 |
| Verbrauch | - 29.246 | - 3.381 | - 2.140 |
| Auflösung | - 3.547 | - 36 | - 848 |
| Zuführung | 26.947 | 3.530 | 1.917 |
| Stand 31. Dezember 2010 | 34.354 | 10.825 | 2.549 |
27. Anleihe und übrige Finanzverbindlichkeiten
Unter der Anleihe und den übrigen Finanzverbindlichkeiten werden alle verzinslichen Verpflichtungen des Konzerns ausgewiesen.
3.60 FINANZVERBINDLICHKEITEN
| Summe | Kurzfristig | Summe Mittelfristig | Langfristig | |
|---|---|---|---|---|
| Anleihe | 225.639 | - | 225.639 | 225.639 |
| (2009) | (98.141) | (-) | (98.141) | (98.141) |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.990 | 1.110 | 880 | 880 |
| (2009) | (1.652) | (483) | (1.169) | (1.106) |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen | 1.090 | 170 | 920 | - |
| (2009) | (1.081) | (161) | (920) | (-) |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 3.594 | 488 | 3.106 | 2.183 |
| (2009) | (3.083) | (689) | (2.394) | (2.203) |
| 31. Dezember 2010 | 232.313 | 1.768 | 230.545 | 228.702 |
| (31. Dezember 2009) | (103.957) | (1.333) | (102.624) | (101.450) |
Bei einer Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren erfolgt der Ausweis als mittelfristig; anderenfalls als kurz- oder langfristig. Im September 2010 platzierte die Dürr AG zum Kurs von 100 % eine festverzinsliche Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 150.000 Tsd. €, einem Kupon von 7,25 % und einer Laufzeit von fünf Jahren. Mit Fälligkeit zum 28. September 2015 dient die Anleihe der längerfristigen Finanzierung des Konzerns und löst die in 2004 begebene Anleihe mit einem Restbetrag in Höhe von 100.000 Tsd. € und einem Kupon von 9,75 % ab. Der Restbetrag der Anleihe aus 2004 in Höhe von 100.000 Tsd. € wurde am 29. September 2010 vorzeitig gekündigt und am 29. Oktober 2010 zu einem Kurs von 100 % zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen in Höhe von 2.817 Tsd. € zurückgezahlt. Der durch die vorzeitige Rückzahlung entstandene Sondereffekt in Höhe von 723 Tsd. € aus der ergebniswirksamen Erfassung der bis zum 29. Oktober 2010 noch nicht planmäßig amortisierten Transaktionskosten wurde als Zinsaufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst (siehe auch Textziffer 15). Am 6. Dezember 2010 wurde die im September 2010 begebene Unternehmensanleihe um 75.000 Tsd. € auf 225.000 Tsd. € aufgestockt. Der Ausgabekurs betrug 104,9 %. Aus dem Ausgabekurs und dem Kupon von 7,25 % ergibt sich eine Rendite von 6,0 %. Die Laufzeit des Aufstockungsbetrages endet ebenfalls am 28. September 2015. Im September 2008 hat die Dürr AG mit einem Bankenkonsortium einen Vertrag über einen neuen syndizierten Kredit in Höhe von 440.000 Tsd. € abgeschlossen. Konsortialführer sind Baden-Württembergische Bank, Commerzbank, UniCredit (vormals Bayerische Hypo- und Vereinsbank) und Deutsche Bank; insgesamt sind sieben Banken beteiligt. Der Mehrwährungs-Konsortialkredit mit einer ursprünglichen Laufzeit von drei Jahren (bis September 2011) teilte sich auf in eine revolvierende Barkreditlinie mit 200.000 Tsd. € und eine Avalkreditlinie mit 240.000 Tsd. €. Im Geschäftsjahr 2009 wurde aufgrund der Wirtschaftskrise zweimal mit den Konsortialbanken vereinbart, die Financial Covenants an die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anzupassen. Darüber hinaus wurden sowohl die Bar- als auch Avallinie um jeweils 20.000 Tsd. € reduziert. Im Geschäftsjahr 2010 wurden aufgrund des Mittelzuflusses aus der Anleiherefinanzierung und eines reduzierten Finanzierungsbedarfs die Barlinie um weitere 100.000 Tsd. € auf nunmehr 80.000 Tsd. € und die Avallinie um weitere 70.000 Tsd. € auf nunmehr 150.000 Tsd. € reduziert. Die Gesamtkreditlinie am 31. Dezember 2010 beläuft sich folglich auf 230.000 Tsd. €. Die Barkreditlinie kann während der Laufzeit flexibel in Anspruch genommen werden, um unterjährige Finanzierungserfordernisse abzudecken. Auf die Avalkreditlinie greift Dürr zurück, um Bürgschaften und Garantien für von Kunden erhaltene Anzahlungen und andere Verpflichtungen zu leisten. Die Nebenkosten des Vertrags werden über die Laufzeit verteilt. Zum Bilanzstichtag wurden die Barlinie in Höhe von 0 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) und die Avallinie in Höhe von 102.574 Tsd. € (Vorjahr: 112.001 Tsd. €) in Anspruch genommen. Eine vorzeitige Kündigung durch das Bankenkonsortium ist bei Verletzung vereinbarter Financial Covenants oder anderer Kreditbedingungen und einer Zweidrittelmehrheit der kreditgewährenden Banken möglich. Nach den Berechnungen des Vorstands wurden die vereinbarten Financial Covenants zum Bilanzstichtag eingehalten. Die Verzinsung erfolgt in Höhe des währungsabhängigen und laufzeitkongruenten Refinanzierungssatzes (EURIBOR, LIBOR) zuzüglich einer fest vereinbarten Marge. Die Verhandlungen mit dem Bankenkonsortium zur Verlängerung des syndizierten Kredits bis zum 30. Juni 2014 verlaufen planmäßig und befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium. Mit einem Abschluss der Gespräche und der Unterzeichnung des Kreditvertrags wird bis spätestens Ende April 2011 gerechnet. Nach erfolgreichem Abschluss der Due Diligence für einen Kredit zur Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen durch die Europäische Investitionsbank (EIB) ist Dürr derzeit in Vertragsverhandlungen über einen Kredit in Höhe von 40.000 Tsd. € mit Tilgungsstruktur und einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2014. Im Rahmen der Kreditvertragsverhandlungen mit dem Bankenkonsortium werden auch die Kreditvertragsverhandlungen mit der EIB finalisiert. Als Sicherheit für den syndizierten Kredit waren zum 31. Dezember 2010 Anteile an Tochtergesellschaften verpfändet. Darüber hinaus wurden im Rahmen der Anpassung der Financial Covenants im Geschäftsjahr 2009 weitere Sicherheiten aus dem Anlage- und dem Umlaufvermögen mit einem Buchwert von 153.075 Tsd. € zum 31. Dezember 2010 (Vorjahr: 198.662 Tsd. €) bestellt. Zusätzlich bestehen bei verschiedenen Kreditinstituten und Versicherungen bilaterale Barkreditlinien in Höhe von 14.502 Tsd. € zur Betriebsmittelfinanzierung, Avallinien von 223.000 Tsd. € sowie weitere betragsmäßig untergeordnete Kreditlinien.
3.61 KREDIT- UND AVALLINIEN
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Gesamtbetrag der zur Verfügung stehenden Kredit- und Avallinien | 467.542 | 597.306 |
| Gesamtbetrag der in Anspruch genommenen Kredite/Avale | 264.164 | 199.689 |
| davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr | 188.092 | 172.584 |
| davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr | 74.978 | 27.105 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind überwiegend in Euro zahlbar. Der gewichtete durchschnittliche Zinssatz betrug im Jahr 2010 6,58 % (Vorjahr: 4,77 %) für kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben eine Laufzeit von bis zu fünf Jahren und werden halb- beziehungsweise vierteljährlich verzinst (0,9 % bis 4,5 % p.a.). Der gewichtete durchschnittliche Zinssatz für langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 880 Tsd. € (Vorjahr: 1.169 Tsd. €) betrug 1,61 % (Vorjahr: 3,54 %).
28. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
3.62 VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
| Tsd. |# 29. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
3.65 SONSTIGE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
| Tsd. € | Summe | Kurzfristig | Summe Mittelfristig | Langfristig |
|---|---|---|---|---|
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | 2.319 | 2.018 | 301 | 301 |
| (2009) | (921) | (913) | (8) | (8) |
| Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzung | 5.250 | 5.250 | - | - |
| (2009) | (5.725) | (5.725) | (-) | (-) |
| Verpflichtung aus einer Verkaufsoption | 6.824 | - | 6.824 | 6.824 |
| (2009) | (5.650) | (-) | (5.650) | (5.650) |
| Verbindlichkeiten aus dem Factoring von Teilabrechnungen | 3.981 | 3.981 | - | - |
| (2009) | (6.145) | (6.145) | (-) | (-) |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 8.693 | 6.296 | 2.397 | 2.243 |
| (2009) | (9.312) | (9.095) | (217) | (96) |
| 31. Dezember 2010 | 27.067 | 17.545 | 9.522 | 9.368 |
| (31. Dezember 2009) | (27.753) | (21.878) | (5.875) | (5.754) |
Bei einer Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren erfolgt der Ausweis als mittelfristig, andernfalls als kurz- oder langfristig.
Die Verpflichtung aus einer Verkaufsoption betrifft die im Besitz der Inhaber nicht beherrschender Anteile befindlichen Geschäftsanteile der CPM S.p.A. Die in den übrigen finanziellen Verpflichtungen enthaltene Verpflichtung für die zweite Kaufpreisrate für die UCM AG betrug zum 31. Dezember 2010 964 Tsd. € (Vorjahr: 1.916 Tsd. €). Die Verpflichtung basiert auf dem geprüften Jahresabschluss 2010 und der verabschiedeten Planung für das Geschäftsjahr 2011 der UCM AG. Die ergebniswirksame Anpassung des Kaufpreises in Höhe von 1.206 Tsd. € wurde in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Die entstandenen Währungseffekte in Höhe von 254 Tsd. € wurden ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. Ebenfalls in den übrigen finanziellen Verbindlichkeiten enthalten ist die Verpflichtung für die bedingte Kaufpreisrate für die Dürr Systems Wolfsburg GmbH in Höhe von 1.046 Tsd. €. Die Anpassung erfolgte ergebniswirksam in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Die entsprechenden Anhangsangaben nach IFRS 7 sind unter Textziffer 32 dargestellt.
30. Steuerverbindlichkeiten und übrige Verbindlichkeiten
3.66 STEUERVERBINDLICHKEITEN UND ÜBRIGE VERBINDLICHKEITEN
| Tsd. € | Summe | Kurzfristig | Summe Mittelfristig | Langfristig |
|---|---|---|---|---|
| Steuerverbindlichkeiten | 2.690 | 2.527 | 163 | 163 |
| (2009) | (7.859) | (7.733) | (126) | (126) |
| Übrige Verbindlichkeiten | 70.532 | 66.758 | 3.774 | 3.774 |
| (2009) | (64.492) | (57.052) | (7.440) | (7.440) |
| 31. Dezember 2010 | 73.222 | 69.285 | 3.937 | 3.937 |
| (31. Dezember 2009) | (72.351) | (64.785) | (7.566) | (7.566) |
Bei einer Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren erfolgt der Ausweis als mittelfristig, andernfalls als kurz- oder langfristig.
In den übrigen Verbindlichkeiten sind folgende wesentliche Positionen enthalten: Steuerverbindlichkeiten, die nicht Ertragsteuern betreffen, in Höhe von 19.300 Tsd. € (Vorjahr: 14.510 Tsd. €), Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 3.681 Tsd. € (Vorjahr: 3.447 Tsd. €), Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern in Höhe von 40.225 Tsd. € (Vorjahr: 31.475 Tsd. €). Ferner sind Verpflichtungen aus Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 6.298 Tsd. € (Vorjahr: 14.071 Tsd. €) enthalten, die unter Textziffer 13 erläutert werden.
31. Anteilsbasierte Vergütung
Im Geschäftsjahr 2010 wurde für die Mitglieder des Vorstands ein längerfristiges aktienbasiertes Incentive-Programm ("Long Term Incentive" - LTI) eingeführt. Hierzu wurde im Berichtsjahr eine erste Tranche mit einer Laufzeit vom 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2012 aufgelegt. Die dazugehörige Auszahlung erfolgt nach Ablauf der vertraglich festgelegten Laufzeit; eine vorzeitige, anteilige Auszahlung ist nur unter bestimmten Bedingungen beim Ausscheiden aus dem Konzern möglich. In diesem Programm erhalten die Berechtigten virtuelle Dürr-Aktien. Zum 31. Dezember 2010 betrug die Anzahl der ausgegebenen virtuellen Aktien 46.500 Stück. Am Ende der Laufzeit des Incentive-Programms erfolgt eine Barvergütung der erworbenen Ansprüche. Die Vergütung orientiert sich an einem durchschnittlichen Aktienkurs und der durchschnittlichen EBIT-Marge während der Laufzeit, mit denen die virtuellen Aktien multipliziert werden. Der EBIT-Multiplikator entspricht dem Zielerreichungsgrad der EBIT-Marge. Ein maximaler Auszahlungsbetrag wird individuell festgelegt. Im Gegenzug zu den Ansprüchen aus dem LTI sind die Teilnehmer des Incentive-Programms verpflichtet, während der Laufzeit des Programms ein individuell bestimmtes Eigeninvestment in Dürr-Aktien zu jeder Zeit aufrechtzuerhalten. Der in den übrigen Verbindlichkeiten aufwandswirksam passivierte Betrag zum 31. Dezember 2010 betrug 276 Tsd. € und ist in den Verwaltungskosten enthalten.
32. Sonstige Angaben zu den Finanzinstrumenten
Bewertung der Finanzinstrumente nach Kategorien
Aus der nachfolgenden Tabelle sind, ausgehend von den relevanten Bilanzposten, die Zusammenhänge zwischen den Kategorien nach IAS 39, der Klassifikation nach IFRS 7 und den Wertansätzen der Finanzinstrumente ersichtlich.
3.67 BEWERTUNG DER FINANZINSTRUMENTE NACH KATEGORIEN
| WERTANSATZ Tsd. € | Buchwert 31.12.2010 | Anschaffungskosten | Fortgeführte Anschaffungskosten | Beizulegender Zeitwert (erfolgs- neutral) | Beizulegender Zeitwert (erfolgs- wirksam) |
|---|---|---|---|---|---|
| Aktiva | |||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 252.308 | - | 252.308 | - | - |
| Künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen¹ | 209.269 | - | - | - | - |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte | 183.492 | - | 183.492 | - | - |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen at equity bilanzierte Unternehmen | 510 | - | 510 | - | - |
| Sonstige originäre Finanzinstrumente | |||||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 12.565 | - | 12.565 | - | - |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen | 28 | - | 28 | - | - |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 429 | 102 | - | 327 | - |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte | |||||
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | 33 | - | - | - | 33 |
| Derivate mit Hedge-Beziehung | 2.028 | - | - | 1.955 | 73 |
| Passiva | |||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 166.472 | - | 166.472 | - | - |
| Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten | 17.924 | - | 17.924 | - | - |
| Anleihe | 225.639 | - | 225.639 | - | - |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.990 | - | 1.990 | - | - |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen | 1.090 | - | 1.090 | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 3.594 | - | 3.594 | - | - |
| Verpflichtung aus einer Verkaufsoption | 6.824 | - | - | 6.824 | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | |||||
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | 338 | - | - | - | 338 |
| Derivate mit Hedge-Beziehung | 1.981 | - | - | 1.740 | 241 |
| Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39: | |||||
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte | 33 | - | - | - | 33 |
| Kredite und Forderungen | 658.144 | - | 448.875 | - | - |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen | 28 | - | 28 | - | - |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 429 | 102 | - | 327 | - |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | 7.162 | - | - | 6.824 | 338 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden | 416.709 | - | 416.709 | - | - |
| WERTANSATZ Tsd. € | Buchwert 31.12.2009 | Anschaffungskosten | Fortgeführte Anschaffungskosten | Beizulegender Zeitwert (erfolgs- neutral) | Beizulegender Zeitwert (erfolgs- wirksam) |
|---|---|---|---|---|---|
| Aktiva | |||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 103.897 | - | 103.897 | - | - |
| Künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen¹ | 139.127 | - | - | - | - |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte | 186.475 | - | 186.475 | - | - |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen at equity bilanzierte Unternehmen | 267 | - | 267 | - | - |
| Sonstige originäre Finanzinstrumente | |||||
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 10.208 | - | 10.208 | - | - |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen | 29 | - | 29 | - | - |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 325 | 2 | - | 323 | - |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte | |||||
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | 606 | - | - | - | 606 |
| Derivate mit Hedge-Beziehung | 4.041 | - | - | 4.022 | 19 |
| Passiva | |||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 130.391 | - | 130.391 | - | - |
| Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten | 21.182 | - | 21.182 | - | - |
| Anleihe | 98.141 | - | 98.141 | - | - |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.652 | - | 1.652 | - | - |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen | 1.081 | - | 1.081 | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 3.083 | - | 3.083 | - | - |
| Verpflichtung aus einer Verkaufsoption | 5.650 | - | - | 5.650 | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | |||||
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | 121 | - | - | - | 121 |
| Derivate mit Hedge-Beziehung | 800 | - | - | 578 | 222 |
| Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39: | |||||
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte | 606 | - | - | - | 606 |
| Kredite und Forderungen | 439.974 | - | 300.847 | - | - |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen | 29 | - | 29 | - | - |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 325 | 2 | - | 323 | - |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | 5.771 | - | - | 5.650 | 121 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden | 255.530 | - | 255.530 | - | - |
¹ Die künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen werden nach IAS 11 "Fertigungsaufträge" bilanziert und fallen damit nicht unter die aufgeführten Wertansätze.# 3.66 ZUORDNUNG ZU FAIR-VALUE-HIERARCHIEN
Um die Verlässlichkeit der Bewertungen von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert vergleichbar darzustellen, wurde in den IFRS eine Fair-Value-Hierarchie mit folgenden drei Stufen eingeführt: ― Notierte (unbereinigte) Werte in aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten (Stufe 1); ― Andere Input-Werte als die in Stufe 1 enthaltenen notierten Preise, für die entweder direkt oder indirekt bezogen auf den entsprechenden Vermögenswert oder die entsprechende Verbindlichkeit beobachtbare Marktdaten zur Verfügung stehen (Stufe 2); ― Input-Wwerte, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren (Stufe 3). Die von Dürr zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente teilen sich folgendermaßen auf die Fair-Value-Hierarchien auf:
FAIR-VALUE-HIERARCHIEN
| Tsd. € | 31.12.2010 | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 |
|---|---|---|---|---|
| Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral | ||||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 327 | 327 | - | - |
| Derivate mit Hedge-Beziehung | 1.955 | - | 1.955 | - |
| Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam | ||||
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | 33 | - | 33 | - |
| Derivate mit Hedge-Beziehung | 73 | - | 73 | - |
| Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral | ||||
| Verpflichtung aus einer Verkaufsoption | 6.824 | - | - | 6.824 |
| Derivate mit Hedge-Beziehung | 1.740 | - | 1.740 | - |
| Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam | ||||
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | 338 | - | 338 | - |
| Derivate mit Hedge-Beziehung | 241 | - | 241 | - |
FAIR-VALUE-HIERARCHIEN
| Tsd. € | 31.12.2009 | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 |
|---|---|---|---|---|
| Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral | ||||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 323 | 323 | - | - |
| Derivate mit Hedge-Beziehung | 4.022 | - | 4.022 | - |
| Aktiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam | ||||
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | 606 | - | 606 | - |
| Derivate mit Hedge-Beziehung | 19 | - | 19 | - |
| Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgsneutral | ||||
| Verpflichtung aus einer Verkaufsoption | 5.650 | - | - | 5.650 |
| Derivate mit Hedge-Beziehung | 578 | - | 578 | - |
| Passiva zum beizulegenden Zeitwert - erfolgswirksam | ||||
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | 121 | - | 121 | - |
| Derivate mit Hedge-Beziehung | 222 | - | 222 | - |
Im Geschäftsjahr 2010 fanden keine Umgliederungen zwischen einzelnen Fair-Value-Hierarchien statt. Aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert für die zum 31. Dezember 2010 im Bestand befindlichen Finanzinstrumente der Stufen 1, 2 und 3 sind folgende Gesamterträge und -aufwendungen entstanden:
3.67 GESAMTERTRÄGE UND -AUFWENDUNGEN VON VERMÖGENSWERTEN
| Tsd. € | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst | ||
| Derivative Finanzinstrumente | 110 | 893 |
| Im Eigenkapital erfasst | ||
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | - | 7 |
| Derivative Finanzinstrumente | 1.210 | 2.794 |
3.68 GESAMTERTRÄGE UND -AUFWENDUNGEN VON VERBINDLICHKEITEN
| Tsd. € | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst | ||
| Derivative Finanzinstrumente | - 592 | - 208 |
| Im Eigenkapital erfasst | ||
| Derivative Finanzinstrumente | - 1.301 | - 397 |
| Verpflichtung aus einer Verkaufsoption | - 1.174 | 744 |
3.69 ENTWICKLUNG FAIR-VALUE-HIERARCHIE STUFE 3
| Tsd. € | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Stand 1. Januar | 5.650 | 6.394 |
| Veränderung des beizulegenden Zeitwerts | 1.174 | - 744 |
| Stand 31. Dezember | 6.824 | 5.650 |
Unterstellt man zum nächstmöglichen Ausübungszeitpunkt ein um 10 % höheres (niedrigeres) Eigenkapital und kumuliertes Ergebnis vor Steuern der CPMS.p.A., wäre das Ergebnis der als Stufe 3 berichteten Verkaufsoption um 490 Tsd. € (Vorjahr: 380 Tsd. €) niedriger (höher) ausgefallen.
Beizulegende Zeitwerte von zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Finanzinstrumenten
Die nachfolgende Tabelle zeigt die beizulegenden Zeitwerte der zu Anschaffungskosten beziehungsweise zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Die beizulegenden Zeitwerte der nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten Finanzinstrumente entsprechen den Buchwerten (mit Ausnahme von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten, die zu Anschaffungskosten bewertet werden, da deren beizulegender Zeitwert nicht zuverlässig ermittelbar ist).
3.70 BEIZULEGENDE ZEITWERTE BILANZIERTER FINANZINSTRUMENTE
Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009
| Beizulegender Zeitwert | Buchwert | Beizulegender Zeitwert | Buchwert
Aktiva | | | |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 252.308 | 252.308 | 103.897 | 103.897
Künftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen | 209.269 | 209.269 | 139.127 | 139.127
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte | 183.492 | 183.492 | 186.475 | 186.475
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen at equity bilanzierte Unternehmen | 510 | 510 | 267 | 267
Sonstige originäre Finanzinstrumente | | | |
Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 12.565 | 12.565 | 10.208 | 10.208
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen | 28 | 28 | 29 | 29
Passiva | | | |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 166.472 | 166.472 | 130.391 | 130.391
Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten | 17.924 | 17.924 | 21.182 | 21.182
Anleihe | 241.875 | 225.639 | 105.090 | 98.141
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.990 | 1.990 | 1.652 | 1.652
Finanzverbindlichkeiten gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen | 1.090 | 1.090 | 1.081 | 1.081
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 4.368 | 3.594 | 3.768 | 3.083
Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Kredite und Forderungen | 658.144 | 658.144 | 439.974 | 439.974
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen | 28 | 28 | 29 | 29
Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden | 433.719 | 416.709 | 263.164 | 255.530
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, übrige Forderungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten sowie Kontokorrentkredite haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Für zu Anschaffungskosten bewertete Eigenkapitalanteile konnten keine beizulegenden Zeitwerte ermittelt werden, da Börsen- oder Marktwerte aufgrund fehlender aktiver Märkte nicht vorhanden waren. Hierbei handelt es sich um Anteile an drei nicht börsennotierten Unternehmen, bei denen infolge nicht zuverlässig bestimmbarer Zahlungsflüsse auf eine Bewertung mittels Diskontierung von erwarteten Zahlungsflüssen verzichtet wurde. In diesem Fall wurde angenommen, dass der beizulegende Zeitwert dem Buchwert entspricht. Der Zeitwert der langfristigen Schulden beruht auf den derzeitigen Zinssätzen für Fremdkapitalaufnahmen mit vergleichbarem Fälligkeits- und Bonitätsprofil. Der Zeitwert des Fremdkapitals weicht derzeit - mit Ausnahme der Anleihe - kaum vom Buchwert ab. Der beizulegende Zeitwert der Anleihe entspricht dem Nominalwert multipliziert mit der Kursnotierung zum Bilanzstichtag. Zum 31. Dezember 2010 notierte die Anleihe mit 107,50 €, was einem Marktwert von 241.875 Tsd. € entspricht. Im Vorjahr notierte die in 2004 begebene Anleihe mit 105,09 €. Dies entsprach einem Marktwert von 105.090 Tsd. €.
3.71 NETTOERGEBNISSE NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN AUS DER FOLGEBEWERTUNG
| Tsd. € | aus Zinsen zum beizulegenden Zeitwert | Währungsumrechnung | Wertberichtigung aus Abgang | Nettoergebnis |
|---|---|---|---|---|
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte | - | 1.624 | - | - |
| (2009) | (-) | (1.372) | (-) | (-) |
| Kredite und Forderungen | 2.123 | - | - | 2.363 |
| (2009) | (2.187) | (-) | (- 2) | (- 459) |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | 14 | - | - | - |
| (2009) | (21) | (-) | (-) | (-) |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden | - | - | 68 | - |
| (2009) | (-) | (- 1.399) | (-) | (-) |
| Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden | - | 23.867 | - | - |
| (2009) | (- 21.145) | (-) | (1.285) | (-) |
| 2010 | - 21.730 | 1.556 | - 2.448 | - 1.757 |
| (2009) | (- 18.937) | (- 27) | (1.283) | (-459) |
Aus der Bewertung der zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere wurden 0 Tsd. € (Vorjahr: 7 Tsd. €) erfolgsneutral mit dem Eigenkapital verrechnet. Zum Bilanzstichtag waren finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 10.544 Tsd. € (Vorjahr: 661 Tsd. €) als Sicherheit für erhaltene Anzahlungen, verkaufte Forderungen sowie langfristige Bankverbindlichkeiten verpfändet. Zudem wurden im Rahmen des syndizierten Kredits finanzielle Vermögenswerte ausgewählter Dürr-Gesellschaften weltweit in Höhe von 87.847 Tsd. € (Vorjahr: 135.133 Tsd. €) als Sicherheit verpfändet.
33. Erläuterung der Konzern-Kapitalflussrechnung
Die Kapitalflussrechnung des Konzerns zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente durch Mittelzuflüsse und -abflüsse im Berichtsjahr verändert haben. Entsprechend IAS 7 "Kapitalflussrechnungen" wird zwischen Zahlungsströmen aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und aus Finanzierungstätigkeit unterschieden. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, das heißt Kassenbestände, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten, soweit sie eine ursprüngliche Fälligkeit von weniger als drei Monaten haben. Aufgrund gesetzlicher Regelungen in einigen asiatischen Ländern ist ein Betrag von 61.604 Tsd. € (Vorjahr: 49.495 Tsd. €) eingeschränkt verfügbar. Die Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden zahlungsbezogen ermittelt. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wird ausgehend vom Ergebnis vor Ertragsteuern indirekt abgeleitet. Dabei werden die berücksichtigten Veränderungen von Bilanzpositionen im Zusammenhang mit der laufenden Geschäftstätigkeit um Effekte aus der Währungsumrechnung und aus Konsolidierungskreisänderungen bereinigt. Daher bestehen Unterschiede im Vergleich zu den Veränderungen der betreffenden Positionen in der Konzernbilanz. Die in der Konzern-Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Abschreibungen wurden um 3.922 Tsd. € (Vorjahr: 2.790 Tsd. €)# SONSTIGE ANGABEN
34. Segmentberichterstattung
Die Segmentberichterstattung wurde nach IFRS 8 "Geschäftssegmente" erstellt. Entsprechend der internen Berichts- und Organisationsstruktur des Konzerns werden einzelne Konzernabschlussdaten nach Unternehmensbereichen dargestellt. Die Segmentdarstellung soll die Ertragskraft sowie die Vermögens- und Finanzlage einzelner Aktivitäten darstellen. Die Berichterstattung basiert auf den Unternehmensbereichen des Konzerns. Zum 31. Dezember 2010 besteht der Dürr-Konzern aus einer Management-Holding (Dürr AG) und zwei nach Produkt- und Leistungsspektrum differenzierten Unternehmensbereichen, die die weltweite Verantwortung für ihre Produkte und ihr Ergebnis tragen. Transaktionen zwischen den Unternehmensbereichen werden vollzogen, wie sie auch mit fremden Dritten durchgeführt werden (Arm's-Length-Prinzip). Das Corporate Center umfasst im Wesentlichen die Dürr AG.
Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems
Paint and Assembly Systems entwickelt und baut Lackierereien und Endmontagelinien für die Automobilindustrie. Zum Angebotsspektrum gehören außerdem Abluftreinigungssysteme für unterschiedliche Industrien sowie Montage- und Lackiersysteme für den Flugzeugbau.
Unternehmensbereich Measuring and Process Systems
Measuring and Process Systems bietet Auswucht- und Diagnosetechnik, Prüf-, Befüll- und Montagetechnik sowie industrielle Reinigungs- und Filtrationstechnik. Neben der Automobilindustrie bedient der Unternehmensbereich Branchen wie den Maschinenbau, die Elektroindustrie und die Luft- und Raumfahrttechnik.
Das EBIT (Ergebnis vor Beteiligungsergebnis, Zinsen und Steuern) der beiden Unternehmensbereiche wird vom Management einzeln überwacht, um Entscheidungen über die Verteilung der Ressourcen zu fällen, um die Ertragskraft der Einheiten zu bestimmen sowie die Entwicklung der Segmente zu bewerten. Da die Segmentberichterstattung nach IFRS 8 auf der internen Berichterstattung basiert (Management Approach), kann die Ermittlung des EBIT vom Konzernabschluss abweichen. Die Konzernfinanzierung (einschließlich Finanzaufwendungen und -erträge) sowie die Ertragsteuern werden konzernübergreifend gesteuert und nicht den einzelnen Geschäftssegmenten zugeordnet.
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Tsd. € | Paint and Assembly Systems | Measuring and Process systems | Summe Segmente | Überleitung | Summe Dürr- Konzern
------- | --------------------------- | --------------------------- | --------------- | ----------- | -------------------
2010 | | | | |
Umsatzerlöse mit konzernfremden Dritten | 916.669 | 344.710 | 1.261.379 | - | 1.261.379
Umsatzerlöse mit anderen Unternehmensbereichen | 1.263 | 8.685 | 9.948 | - | 9.948
Summe Umsatzerlöse | 917.932 | 353.395 | 1.271.327 | - 9.948 | 1.261.379
EBIT | 27.699 | 9.044 | 36.743 | - 3.060 | 33.683
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen | - | 159 | 707 | 548 | - 548
Planmäßige Abschreibungen | - 10.831 | - 7.921 | - 18.752 | - 4.263 | - 23.015
Außerplanmäßige Abschreibungen | - 89 | - 37 | - 126 | - | - 126
Zuschreibungen | 21 | 1.186 | 1.207 | - | 1.207
Sonstige nicht zahlungswirksame Erträge und Aufwendungen | - 1.033 | 1.202 | 169 | 1 | 170
Effekte aus Restrukturierung / belastenden Verträgen | 2.246 | - 2.396 | - 150 | - | - 150
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte | 7.885 | 2.789 | 10.674 | 332 | 11.006
Sachinvestitionen | 3.997 | 7.167 | 11.164 | 1 | 11.165
Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen | 159 | 11.753 | 11.912 | - | 11.912
Vermögen (zum 31.12.) | 557.509 | 408.729 | 966.238 | - 27.752 | 938.486
Schulden (zum 31.12.) | 474.699 | 160.962 | 635.661 | 5.348 | 641.009
Beschäftigte (zum 31.12.) | 3.424 | 2.444 | 5.868 | 47 | 5.915
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Tsd. € | Paint and Assembly systems | Measuring and Process systems | Summe Segmente | Überleitung | Summe Dürr- Konzern
------- | --------------------------- | --------------------------- | --------------- | ----------- | -------------------
2009 | | | | |
Umsatzerlöse mit konzernfremden Dritten | 752.688 | 324.944 | 1.077.632 | - | 1.077.632
Umsatzerlöse mit anderen Unternehmensbereichen | 722 | 13.285 | 14.007 | - | 14.007
Summe Umsatzerlöse | 753.410 | 338.229 | 1.091.639 | - 14.007 | 1.077.632
EBIT | 2.319 | 10.697 | 13.016 | - 7.290 | 5.726
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen | - | 113 | 1.098 | 985 | - 985
Planmäßige Abschreibungen | - 11.004 | - 7.075 | - 18.079 | - 3.121 | - 21.200
Außerplanmäßige Abschreibungen | - 84 | - 1.363 | - 1.447 | - | - 1.447
Zuschreibungen | - | - | - | - | -
Sonstige nicht zahlungswirksame Erträge und Aufwendungen | 183 | - 81 | 102 | - 83 | 19
Effekte aus Restrukturierung / belastenden Verträgen | - | 12.217 | - 2.117 | - 14.334 | - | - 14.334
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte | 3.053 | 7.772 | 10.825 | 4.040 | 14.865
Sachinvestitionen | 9.500 | 2.281 | 11.781 | 56 | 11.837
Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen | 393 | 9.243 | 9.636 | - | 9.636
Vermögen (zum 31.12.) | 492.902 | 373.480 | 866.382 | - 21.769 | 844.613
Schulden (zum 31.12.) | 392.382 | 128.899 | 521.281 | 7.872 | 529.153
Beschäftigte (zum 31.12.) | 3.283 | 2.381 | 5.664 | 48 | 5.712
Die in der Überleitungsspalte ausgewiesenen Beschäftigtenzahlen, planmäßigen Abschreibungen, Investitionen sowie nicht zahlungswirksamen Erträge und Aufwendungen betreffen das Corporate Center.
3.73 ÜBERLEITUNGSRECHNUNG VON SEGMENTWERTEN AUF DIE WERTE DES DÜRR-KONZERNS
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Tsd. € | 2010 | 2009
------- | ---- | ----
EBIT der Segmente | 36.743 | 13.016
EBIT Corporate Center | - 3.163 | - 6.134
Erfassung Fremdkapitalkosten gemäß IAS 23 | - 178 | - 682
Eliminierungen aus Konsolidierungsbuchungen | 281 | - 474
EBIT des Dürr-Konzerns | 33.683 | 5.726
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen | 548 | 985
Zinsen und ähnliche Erträge | 2.137 | 2.208
Zinsen und ähnliche Aufwendungen | - 23.867 | - 21.145
Ergebnis vor Ertragsteuern | 12.501 | - 12.226
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | - 5.418 | - 13.514
Ergebnis des Dürr-Konzerns | 7.083 | - 25.740
Segmentvermögen | 966.238 | 866.382
Vermögen Corporate Center | 495.710 | 499.971
Eliminierungen aus Konsolidierungsbuchungen | - 523.462 | - 521.740
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 252.308 | 103.897
Steuerforderungen | 5.850 | 4.663
Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen | 11.912 | 9.636
Aktive latente Steuern | 7.909 | 5.336
Gesamtvermögen des Dürr-Konzerns | 1.216.465 | 968.145
Segmentschulden | 635.661 | 521.281
Schulden Corporate Center | 18.237 | 18.060
Eliminierungen aus Konsolidierungsbuchungen | - 12.889 | - 10.188
Anleihe | 225.639 | 98.141
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.990 | 1.652
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 3.594 | 3.083
Steuerverbindlichkeiten | 2.690 | 7.859
Sonstige Steuern | 2.136 | 3.974
Passive latente Steuern | 20.006 | 22.880
Gesamtverbindlichkeiten des Dürr-Konzerns | 897.064 | 666.742*
- Konzernbilanzsumme abzüglich Summe Eigenkapital
Nach IAS 23 "Fremdkapitalkosten" sind Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, zu aktivieren. Im Abschluss von Dürr führt dies dazu, dass Finanzierungsaufwendungen, die der langfristigen Auftragsfertigung nach IAS 11 "Fertigungsaufträge" zuzurechnen sind, in den Umsatzkosten erfasst werden. Da die auf dem EBIT basierende interne Steuerung ohne Berücksichtigung der Finanzierungsaufwendungen erfolgt, sind die Fremdkapitalkosten nicht in den Segmentergebnissen enthalten. In der regionalen Betrachtung werden die Umsatzerlöse auf der Grundlage des Standorts des Projekts zugewiesen. Die Vermögenswerte des Konzerns werden auf der Grundlage des Standorts der jeweiligen Tochtergesellschaft zugeordnet, die diese Vermögenswerte ausweist. Sie beinhalten gemäß IFRS 8.33 alle langfristigen Vermögenswerte des Konzerns mit Ausnahme von Finanzinstrumenten und latenten Steueransprüchen.
3.74 REGIONALE AUFTEILUNG
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Tsd. € | Deutschland | Sonstige europäische Länder | Nord-/ Zentralamerika | Südamerika | Asien/ Afrika/ Australien | Dürr-Konzern
------- | ----------- | ------------------------- | -------------------- | ---------- | ------------------------ | ---------------
2010 | | | | | |
Umsatzerlöse mit konzernfremden Dritten | 257.081 | 331.972 | 194.436 | 64.706 | 413.184 | 1.261.379
Sachinvestitionen | 6.306 | 973 | 2.216 | 219 | 1.451 | 11.165
Langfristige Vermögenswerte (zum 31.12.) | 217.310 | 135.539 | 79.213 | 9.919 | 7.605 | 449.586
Beschäftigte (zum 31.12.) | 2.931 | 1.045 | 616 | 143 | 1.180 | 5.915
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Tsd. € | Deutschland | Sonstige europäische Länder | Nord-/ Zentralamerika | Südamerika | Asien/ Afrika/ Australien | Dürr-Konzern
------- | ----------- | ------------------------- | -------------------- | ---------- | ------------------------ | ---------------
2009 | | | | | |
Umsatzerlöse mit konzernfremden Dritten | 180.688 | 358.530 | 221.987 | 57.408 | 259.019 | 1.077.632
Sachinvestitionen | 9.725 | 828 | 628 | 27 | 629 | 11.837
Langfristige Vermögenswerte (zum 31.12.) | 213.511 | 130.549 | 75.431 | 9.094 | 6.345 | 434.930
Beschäftigte (zum 31.12.) | 2.969 | 1.051 | 598 | 112 | 982 | 5.712
Mit dem größten Kunden des Konzerns wurden im Geschäftsjahr 2010 16,0 % (Vorjahr: 16,8 %) der konsolidierten Nettoumsatzerlöse erzielt. Sie entfielen auf die Unternehmensbereiche Paint and Assembly Systems und Measuring and Process Systems. Die Anteile des zweit- und drittgrößten Kunden beliefen sich auf 8,5 % (Vorjahr: 11,0 %) und 8,0 % (Vorjahr: 6,3 %) und entfielen ebenfalls auf beide Unternehmensbereiche. Unternehmen, von denen bekannt ist, dass sie unter einheitlicher Kontrolle stehen, werden als ein Kunde betrachtet. Im Geschäftsjahr 2010 betrugen die Umsatzerlöse in China 282.455 Tsd. € (Vorjahr: 114.079 Tsd. €) und in den USA 132.742 Tsd. € (Vorjahr: 142.882 Tsd. €).
35. Transaktionen mit nahe stehenden Parteien
Herr Dr.-Ing. E. h. Heinz Dürr ist Aufsichtsratsvorsitzender der Dürr AG und war bis zum 15. März 2010 Aufsichtsratsvorsitzender der Dürr Systems GmbH. Für diese Tätigkeiten erhielt er eine Vergütung von 71 Tsd. € (Vorjahr: 69 Tsd. €). Darüber hinaus war Herr Dr.-Ing. E. h. Heinz Dürr bis zum 8. November 2010 Mitglied des Verwaltungsrats der Landesbank Baden-Württemberg.# Aus der Erstattung für Büro- und Reisekosten im Rahmen der Aufsichtsratstätigkeit sowie für Kostenerstattungen für das Dürr-Hauptstadtbüro Berlin und sonstige Kosten sind Aufwendungen in Höhe von 221 Tsd. € (Vorjahr: 255 Tsd. €) gegenüber der Heinz Dürr GmbH, Berlin, angefallen, in der Herr Dr.-Ing. E. h. Heinz Dürr als Geschäftsführer tätig ist. Ferner hat die Heinz Dürr GmbH für die Dürr AG Beratungsleistungen in Höhe von 29 Tsd. € inklusive Umsatzsteuer im Rahmen rechtlicher Fragestellungen beauftragt und die entsprechenden Kosten an die Dürr AG weiterbelastet. Herr Dr.-Ing. E. h. Heinz Dürr hat für seine ehemalige Geschäftsführertätigkeit Leistungen aus der Versorgungszusage (vom 2. April 1978, mit Ergänzung vom 21. Dezember 1988) in Höhe von 229 Tsd. € (Vorjahr: 229 Tsd. €) erhalten. Herr Joachim Schielke ist Aufsichtsratsmitglied der Dürr AG, Mitglied des Vorstands der Landesbank Baden-Württemberg und Vorsitzender des Vorstands der Baden-Württembergischen Bank. Aus laufender Geschäftsbeziehung bestanden zum Bilanzstichtag ein Guthaben bei der Baden-Württembergischen Bank von 27.990 Tsd. € (Vorjahr: 5.397 Tsd. €) sowie Verbindlichkeiten aus der Inanspruchnahme der Barlinie des syndizierten Kredits von 0 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €). Aus Transaktionen mit der Baden-Württembergischen Bank resultierten im Berichtsjahr Zinsaufwendungen in Höhe von 1.552 Tsd. € (Vorjahr: 1.609 Tsd. €). Die von der Baden-Württembergischen Bank im Auftrag von Dürr herausgelegten Bürgschaften und Garantien beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 25.335 Tsd. € (Vorjahr: 13.869 Tsd. €). Weitere Angaben zu den Mitgliedern des Aufsichtsrats der Dürr AG können Textziffer 40 entnommen werden. Die Devisentermingeschäfte und Zinssicherungsgeschäfte werden im Wesentlichen über die Baden-Württembergische Bank und die Deutsche Bank AG abgewickelt. Bezüglich der Devisentermin- und Zinssicherungsgeschäfte verweisen wir auf Textziffer 38. Im Geschäftsjahr 2010 bestanden zwischen Dürr und seinen assoziierten Unternehmen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen in Höhe von 5.563 Tsd. € (Vorjahr: 4.328 Tsd. €). Die ausstehenden Forderungen gegenüber den assoziierten Unternehmen beliefen sich zum 31. Dezember 2010 auf 555 Tsd. € (Vorjahr: 319 Tsd. €), die kurzfristig fällig sind. Der Vorstand bestätigt, dass alle oben beschriebenen Transaktionen mit nahe stehenden Parteien zu Bedingungen ausgeführt wurden, wie sie dem Konzern auch von fremden Dritten gewährt worden wären. Die Mitglieder des Vorstands haben in Vorjahren von der Heinz Dürr GmbH, Berlin, Aktien der Dürr AG erworben. Die Heinz Dürr GmbH hat den Mitgliedern des Vorstands zur Finanzierung eines Teils des Kaufpreises ein jederzeit rückzahlbares Darlehen zu marktüblichen Konditionen gewährt; der übrige Kaufpreis wurde durch die Mitglieder des Vorstands privat finanziert. Der ausstehende Rückzahlungsbetrag des Darlehens in Höhe von 3.108 Tsd. € (Vorjahr: 3.108 Tsd. €) ist für längstens fünf Jahre nach Vertragsschluss gestundet. Der Vorstand hat die erworbenen Aktien zur Sicherung des Darlehens an die Heinz Dürr GmbH verpfändet.
36. Haftungsverhältnisse
3.75 HAFTUNGSVERHÄLTNISSE
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | |
|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Garantien, Bürgschaften, Wechsel- und Scheckbürgschaften | 281 | 1.961 | |
| Sonstige | 14.380 | 15.288 | |
| 14.661 | 17.249 |
In den sonstigen Haftungsverhältnissen sind Eventualschulden in Höhe von 12.207 Tsd. € (Vorjahr: 12.207 Tsd. €) enthalten, die im Zusammenhang mit der Veräußerung des Geschäftsbereichs Measuring and Process Technologies im Jahr 2005 in Australien stehen. Die übrigen sonstigen Haftungsverhältnisse sind überwiegend auf Eventualschulden im Zusammenhang mit anhängigen Steuerverfahren in Brasilien zurückzuführen. Die Gesellschaft geht davon aus, dass aus diesen Haftungsverhältnissen keine Verbindlichkeiten und damit keine Zahlungsmittelabflüsse entstehen werden.
37. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
3.76 SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | |
|---|---|---|---|
| Künftige Mindestzahlungen für Operating-Leasingverträge | 121.062 | 127.863 | |
| Künftige Mindestzahlungen für Finanzierungs-Leasingverträge | 4.756 | 4.042 | |
| Andere finanzielle Verpflichtungen | 9.859 | 16.440 | |
| 135.677 | 148.345 |
Miet- und Leasingverträge (Operating-Leasingverhältnisse)
Neben Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Haftungsverhältnissen bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen insbesondere aus Miet- und Leasingverträgen für Gebäude, Einrichtungen, Büroräume und Fahrzeuge. Die künftigen Mindestzahlungen bis zum ersten möglichen Kündigungstermin setzen sich wie folgt zusammen:
3.77 NOMINALWERTE DER KÜNFTIGEN MINDESTZAHLUNGEN FÜR OPERATING-LEASINGVERTRÄGE
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | |
|---|---|---|---|
| Innerhalb eines Jahres | 19.625 | 18.777 | |
| Zwischen einem und fünf Jahren | 45.257 | 47.868 | |
| Über fünf Jahre | 56.180 | 61.218 | |
| 121.062 | 127.863 |
Im Geschäftsjahr 2010 wurden Aufwendungen von 23.546 Tsd. € (Vorjahr: 21.872 Tsd. €) für Operating-Leasingverhältnisse in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Finanzierungs-Leasingverhältnisse
Der Konzern hat für verschiedene Sachanlagen Finanzierungs-Leasingverhältnisse abgeschlossen. Die künftigen Mindestleasingzahlungen daraus können auf die Verbindlichkeiten wie folgt übergeleitet werden:
3.78 NOMINALWERTE DER FINANZIERUNGS-LEASINGVERHÄLTNISSE
| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.1 2.2009 | |
|---|---|---|---|
| Mindest- leasing- zahlungen | In den Lea- singzahlungen enthaltene Zinsen | ||
| Innerhalb eines Jahres | 762 | 274 | |
| Zwischen einem und fünf Jahren | 2.892 | 709 | |
| Über fünf Jahre | 1.102 | 179 | |
| 4.756 | 1.162 |
Andere finanzielle Verpflichtungen
Nachfolgend sind die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aufgeführt, die nicht aus Miet- und Leasingverträgen resultieren.
3.79 NOMINALWERTE DER ANDEREN FINANZIELLEN VERPFLICHTUNGEN
| Tsd. € | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | Danach | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Dauerschuldverhältnissen | 4.973 | 574 | 539 | 539 | 539 | 2.695 | 9.859 |
38. Risikomanagement und derivative Finanzinstrumente
Der Konzern betreibt Geschäfte in Ländern, in denen politische und wirtschaftliche Risiken bestehen. Im Berichtsjahr hatten diese Risiken keine Auswirkungen auf den Konzern. Dürr kann im Zuge seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Rechtsstreitigkeiten einschließlich Fragen der Produkthaftung verwickelt werden. Gegenwärtig bestehen nach Einschätzung des Vorstands im Hinblick auf das Geschäft des Konzerns und seine Finanzlage keine wesentlichen Risiken dieser Art. Erwartete Prozesskosten wurden zurückgestellt. Dürr ist grundsätzlich finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Darunter fallen insbesondere Bonitätsrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Zinsänderungs- und Währungsrisiken. Die Regelungen für die konzernweite Risikopolitik sind in konzerninternen Richtlinien festgelegt.
Bonitäts- oder Ausfallrisiko
Das Bonitäts- oder Ausfallrisiko ergibt sich aus der Gefahr, dass Geschäftspartner bei einem Geschäft mit einem originären oder derivativen Finanzinstrument ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können und dadurch Vermögensverluste entstehen werden. Bei Neukunden werden Bonitätsanalysen getätigt. Bestandskunden werden laufend anhand ihres Zahlungsverhaltens analysiert. Zur weiteren Limitierung des Ausfallrisikos werden bei Dürr Akkreditive, Warenkreditversicherungen und Bundesdeckungen eingesetzt. Da Dürr mit seinen Kunden keine generellen Aufrechnungsvereinbarungen trifft, stellt die Gesamtheit der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte (einschließlich derivativer Finanzinstrumente mit positivem Marktwert) gleichzeitig das maximale Ausfallrisiko dar. Für eine betragsmäßige Darstellung verweisen wir auf Textziffer 32. Zum Abschlussstichtag lagen keine wesentlichen, das maximale Ausfallrisiko mindernde Vereinbarungen vor (wie zum Beispiel Aufrechnungsvereinbarungen, Garantien). Im Zusammenhang mit der Anlage von liquiden Mitteln sowie dem Bestand an derivativen finanziellen Vermögenswerten ist der Konzern Verlusten aus Kreditrisiken ausgesetzt, sofern Finanzinstitute ihre Verpflichtungen nicht erfüllen. Dürr steuert die daraus entstehende Risikoposition durch Diversifizierung und sorgfältige Auswahl der Kontrahenten. Gegenwärtig sind keine liquiden Mittel oder derivativen finanziellen Vermögenswerte aufgrund von Ausfällen überfällig oder wertberichtigt.
Konzentration des Geschäfts auf wenige Kunden
Die Entwicklung von Dürr hängt in hohem Maße von der Investitionsbereitschaft der Automobilbranche ab. Ein erheblicher Teil der Umsatzerlöse wird mit einer überschaubaren Zahl von Kunden erwirtschaftet, da im weltweiten Automobilmarkt vergleichsweise wenige Hersteller aktiv sind. Ein Großteil der Forderungen des Konzerns besteht gegenüber Automobilherstellern. Diese Forderungen sind in der Regel nicht durch Bankbürgschaften oder sonstige Sicherheiten besichert. Zum 31. Dezember 2010 entfielen 51,0 % (Vorjahr: 51,9 %) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf sieben (Vorjahr: sieben) Kunden. Der ausgewiesene Gesamtbestand an Forderungen enthält Wertberichtigungen für risikobehaftete Forderungen in Höhe von 8.747 Tsd. € (Vorjahr: 7.720 Tsd. €). Trotz der Verteilung des Geschäfts auf verhältnismäßig wenige Kunden sieht Dürr aufgrund der Konzernstruktur seiner Kunden mit internationalen Tochterunternehmen keine Konzentration von Ausfallrisiken aus Geschäftsbeziehungen zu einzelnen Schuldnern beziehungsweise Schuldnergruppen.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, das entsteht, wenn der Konzern nicht in der Lage ist, seine Verpflichtungen bei Fälligkeit oder zu einem angemessenen Preis zu erfüllen. Die Liquiditätsversorgung wird durch vorhandene Finanzmittelbestände sowie dem Konzern zur Verfügung stehende Kreditlinien sichergestellt.# 3.80 ZINS- UND TILGUNGSZAHLUNGEN FÜR FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Die folgende Tabelle zeigt die vertraglich vereinbarten (nicht diskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen für originäre und derivative finanzielle Verbindlichkeiten.
| CASHFLOWS Tsd. € | Buchwert 31.12.2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 und später |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||
| Verbindlichkeiten aus L&L | 166.472 | 166.472 | - | - | - | - |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 17.924 | 15.527 | 1.149 | 18 | 7 | 1.223 |
| Anleihe | 225.639 | 16.313 | 16.313 | 16.313 | 16.313 | 237.234 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.990 | 1.137 | 317 | 291 | 266 | 68 |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen | 1.090 | 218 | 48 | 48 | 48 | 1.098 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 3.594 | 762 | 735 | 765 | 732 | 1.763 |
| Verbindlichkeit aus einer Verkaufsoption | 6.824 | - | - | 7.123 | - | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||
| Devisentermingeschäfte ohne Hedge-Beziehung | 338 | 338 | - | - | - | - |
| Devisentermingeschäfte mit Hedge-Beziehung | 1.981 | 1.680 | 301 | - | - | - |
| CASHFLOWS Tsd. € | Buchwert 31.12.2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 und später |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||
| Verbindlichkeiten aus L&L | 130.391 | 130.391 | - | - | - | - |
| Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 21.182 | 20.965 | 31 | 15 | 16 | 155 |
| Anleihe | 98.141 | 9.750 | 104.875 | - | - | - |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.652 | 530 | 323 | 314 | 287 | 315 |
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen | 1.081 | 209 | 48 | 48 | 47 | 1.113 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 3.083 | 943 | 921 | 840 | 653 | 685 |
| Verbindlichkeit aus einer Verkaufsoption | 5.650 | - | - | - | 6.085 | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten | ||||||
| Devisentermingeschäfte ohne Hedge-Beziehung | 121 | 121 | - | - | - | - |
| Devisentermingeschäfte mit Hedge-Beziehung | 800 | 792 | 8 | - | - | - |
Währungsrisiko
Währungsrisiken bestehen insbesondere, wenn Forderungen oder Verbindlichkeiten in einer anderen als der funktionalen Währung der Gesellschaft existieren beziehungsweise bei planmäßigem Geschäftsverlauf entstehen werden. Risiken aus Fremdwährungen werden gesichert, soweit sie die Zahlungsflüsse des Konzerns beeinflussen. Fremdwährungsrisiken, die die Zahlungsflüsse des Konzerns nicht beeinflussen (das heißt, die Risiken, die aus der Umrechnung von Bilanzpositionen ausländischer Unternehmenseinheiten in die Konzern-Berichterstattungswährung Euro resultieren), bleiben hingegen grundsätzlich ungesichert. Zur Absicherung der Währungsrisiken aus dem Zahlungsmittelzufluss und -abfluss erwarteter Einkaufs- und Verkaufstransaktionen wurden Devisentermingeschäfte mit ursprünglichen Laufzeiten von bis zu 41 Monaten (Vorjahr: 36 Monate) abgeschlossen. Zudem bestehen Fremdwährungsrisiken, die aus Darlehen in Fremdwährung resultieren, die zur Finanzierung an Konzerngesellschaften ausgereicht werden. Diese wurden durch Devisentermingeschäfte und Zins-/Währungsswaps abgesichert. Die Laufzeiten liegen zwischen einem Monat und sieben Monaten.
Zur Darstellung von Marktrisiken verlangt IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" Sensitivitätsanalysen, die die Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf Ergebnis und Eigenkapital zeigen. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Abschlussstichtag bezogen werden. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand zum Abschlussstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist. Währungsrisiken im Sinne von IFRS 7 entstehen durch monetäre Finanzinstrumente, die in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert sind; wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt. Als relevante Risikovariablen gelten grundsätzlich alle nicht funktionalen Währungen, in denen Dürr Finanzinstrumente eingeht. Wesentliche originäre monetäre Finanzinstrumente, aus denen für Dürr Währungsrisiken bestehen, sind Zahlungsmittel, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Konzerngesellschaften, die eine unterschiedliche funktionale Währung haben. Konzerninterne Darlehen, aus denen Währungsrisiken resultieren könnten, werden in der Regel durch derivative Finanzinstrumente gesichert, die mit Ausnahme der oben genannten Zins-/Währungsswaps als Fair Value Hedges bilanziert werden.
Bei den Währungssensitivitätsanalysen wurden die für Dürr wesentlichsten Währungspaare betrachtet: EUR/USD, EUR/MXN, EUR/GBP, EUR/MAD, EUR/KRW, EUR/CHF, EUR/CZK, EUR/CNY sowie USD/CNY und USD/KRW. Grundlage für die Berechnung waren die durchschnittlichen Volatilitäten der einzelnen Währungen im Jahr 2010. Unterstellt man eine Aufwertung des Euro gegenüber US-Dollar, mexikanischem Peso, britischem Pfund, marokkanischem Dirham, koreanischem Won, schweizer Franken, tschechischer Krone und chinesischem Renminbi Yuan von 10 %, 10 %, 6 %, 2 %, 8 %, 9 %, 4 % beziehungsweise 10 % und eine gleichzeitige Aufwertung des US-Dollars gegenüber chinesischem Renminbi Yuan und koreanischem Won von 2 % beziehungsweise 6 %, so wäre das Ergebnis von Dürr 0,8 Mio. € höher ausgefallen (Vorjahr: 3,1 Mio. € geringer). Bei Abwertungen von Euro und US-Dollar in derselben Größenordnung und Konstellation wäre das Ergebnis 0,9 Mio. € geringer gewesen (Vorjahr: 1,0 Mio. € geringer). Des Weiteren bestehen Währungsrisiken durch den Einsatz von Derivaten, die in eine wirksame Cashflow-Hedge-Beziehung zur Absicherung wechselkursbedingter Zahlungsschwankungen nach IAS 39 eingebunden sind. Kursänderungen der Währungen, die diesen Geschäften zugrunde liegen, haben Auswirkungen auf die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und auf den beizulegenden Zeitwert der Sicherungsgeschäfte. Hierzu wurden folgende Sensitivitäten berechnet: Wäre der Euro gegenüber US-Dollar, koreanischem Won und tschechischer Krone um 10 %, 8 % beziehungsweise 4 % gestiegen bei einem gleichzeitigen Anstieg des US-Dollars gegenüber dem koreanischen Won von 6 %, wäre die Sicherungsrücklage im Eigenkapital um 10,3 Mio. € gesunken (Vorjahr: 4,5 Mio. € Verringerung). Im Fall einer entsprechenden Abwertung des Euro beziehungsweise US-Dollars in derselben Größenordnung hätte die Sicherungsrücklage im Eigenkapital 3,4 Mio. € mehr betragen (Vorjahr: 4,3 Mio. € weniger).
Zinsrisiko
Zinsrisiken ergeben sich aus Zinssatzänderungen, die negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben könnten. Zinsschwankungen führen zu Veränderungen des Zinsergebnisses sowie der Bilanzwerte der verzinslichen Vermögenswerte. Aufgrund des steigenden Geschäftsvolumens und der erfolgreichen Anleiherefinanzierung verfügt Dürr über liquide Mittel, die zum 31. Dezember 2010 Zinssatzänderungen unterliegen. Eine hypothetische Veränderung dieser Zinssätze um 100 Basispunkte beziehungsweise 1 Prozentpunkt pro Jahr hätte zu einer Erhöhung des Zinsertrags um 1.210 Tsd. € geführt. Des Weiteren unterliegt Dürr einem Zinsänderungsrisiko aus als Cashflow Hedge bilanzierten Zins-/Währungsswaps. Die Zins-/Währungsswaps werden zum beizulegenden Wert bilanziert, wobei Veränderungen der Marktwerte erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst werden. Dieses Risiko wird nach IFRS 7 mittels einer Sensitivitätsanalyse dargestellt, der Annahmen zur Veränderung der EUR- und USD-Zinskurven zugrunde liegen. Die folgende Tabelle zeigt die Veränderungen der Sicherungsrücklage im Eigenkapital, die sich aufgrund der hypothetischen Marktwertveränderungen der Zins-/Währungsswaps ergeben würden.
3.81 SENSITIVITÄTSANALYSE DER ZINS-/WÄHRUNGSSWAPS
| Zinsänderung (in Basispunkten) EUR | Zinsänderung (in Basispunkten) USD | Veränderung Eigenkapital per 31.12.2010 (Tsd. €) | Veränderung Eigenkapital per 31.12.2009 (Tsd. €) |
|---|---|---|---|
| + 0 | + 100 | 148 | 408 |
| + 0 | - 100 | -150 | -418 |
| + 100 | + 0 | -150 | -439 |
| - 100 | + 0 | 152 | 450 |
Sonstige Preisrisiken
IFRS 7 verlangt im Rahmen der Darstellung von Marktrisiken auch Angaben zu den Auswirkungen hypothetischer Änderungen von Risikovariablen auf die Preise von Finanzinstrumenten. Als Risikovariablen kommen insbesondere Börsenkurse oder Indizes infrage. Zum 31. Dezember 2010 hatte Dürr keine wesentliche als zur Veräußerung verfügbar kategorisierte Beteiligung im Bestand, weshalb sonstige Preisrisiken bei Dürr nur eine untergeordnete Rolle spielen. Zur Darstellung des Preisrisikos der als Finanzinstrument der Stufe 3 berichteten Verkaufsoption verweisen wir auf Textziffer 32.
Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten
Der Konzern verwendet Finanzderivate zur Minimierung der Auswirkungen von Wechselkurs- und Zinssatzänderungen auf Zahlungsströme sowie von Änderungen des Zeitwerts der Forderungen und Verbindlichkeiten.# Dürr
Dürr trägt für den Fall, dass die Geschäftspartner (Kreditinstitute) bei den nachfolgend beschriebenen Finanzinstrumenten ihre Verpflichtungen nicht erfüllen, das Wiedereindeckungsrisiko. Alle Finanzderivate sowie die zugrunde liegenden Grundgeschäfte unterliegen einer regelmäßigen internen Kontrolle und Bewertung im Rahmen einer Vorstandsrichtlinie. Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente ist auf die wirtschaftliche Absicherung des operativen Geschäfts begrenzt. Zu Beginn einer Sicherungsbeziehung werden sowohl die Sicherungsbeziehung als auch die Risikomanagementzielsetzungen und -strategien im Hinblick auf die Absicherung formal festgelegt und dokumentiert. Diese Dokumentation enthält die Festlegung des Sicherungsinstruments, des Grundgeschäfts oder der abgesicherten Transaktion und die Art des abzusichernden Risikos sowie eine Beschreibung, wie das Unternehmen die Wirksamkeit des Sicherungsinstruments bei der Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows des gesicherten Grundgeschäfts ermitteln wird. Derartige Sicherungsbeziehungen werden hinsichtlich der Erreichung einer Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows als in hohem Maße wirksam eingeschätzt. Sie werden fortlaufend dahingehend beurteilt, ob sie tatsächlich während der gesamten Berichtsperiode, für die die Sicherungsbeziehung designiert wurde, hochwirksam waren. In Abhängigkeit vom Marktwert am Bilanzstichtag werden derivative Finanzinstrumente als sonstiger finanzieller Vermögenswert (bei positivem Marktwert) oder als sonstige finanzielle Verbindlichkeit (bei negativem Marktwert) ausgewiesen.
3.82 UMFANG UND ZEITWERT DER FINANZINSTRUMENTE
| NOMINALWERT | POSITIVER MARKTWERT | NEGATIVER MARKTWERT | |
|---|---|---|---|
| Tsd. € | 2010 | 2009 | 2010 |
| Zins-/Währungsswaps in Verbindung mit Cashflow Hedges | 27.127 | 27.127 | 661 |
| Devisenterminkontrakte | 157.723 | 141.161 | 1.400 |
| davon in Verbindung mit Cashflow Hedges | 111.280 | 61.748 | 1.294 |
| davon in Verbindung mit Fair Value Hedges | 12.870 | 43.169 | 73 |
| davon ohne Hedge-Beziehung | 33.573 | 36.244 | 33 |
Der Zeitwert der Finanzinstrumente wurde auf Basis der folgenden Methoden und Annahmen ermittelt: Bei Devisentermingeschäften wurden die Zeitwerte als Barwert der Zahlungsströme unter Berücksichtigung der jeweiligen vertraglich vereinbarten Terminkurse und des Terminkurses am Bilanzstichtag ermittelt. Die Zeitwerte der Zinssicherungskontrakte ergeben sich aus den erwarteten abgezinsten zukünftigen Zahlungsströmen, basierend auf aktuellen Marktparametern.
Bilanzierung und Ausweis von derivativen Finanzinstrumenten und Hedge Accounting
Währungssicherungskontrakte sowie Zins-/Währungsswaps, die eindeutig der Absicherung zukünftiger Cashflows aus Fremdwährungstransaktionen zugeordnet werden können und die Anforderungen des IAS 39 hinsichtlich Dokumentation und Effektivität erfüllen, werden als Cashflow Hedge bilanziert. Diese derivativen Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Die Hedge-effektiven Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte werden bis zum Realisationszeitpunkt des gesicherten Grundgeschäfts erfolgsneutral direkt im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst. Bei Realisierung der zukünftigen Transaktion (Grundgeschäft) werden die im Eigenkapital kumulierten Effekte erfolgswirksam aufgelöst und in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Umsatzerlösen oder Umsatzkosten (Devisentermingeschäfte) oder in den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen (Zins-/Währungsswaps) erfasst.
Im Geschäftsjahr 2010 wurde im kumulierten übrigen Eigenkapital ein unrealisiertes Ergebnis ausgewiesen. Es resultiert aus der ergebnisneutralen Verbuchung von Schwankungen der beizulegenden Zeitwerte aus Devisentermingeschäften in Höhe von - 453 Tsd. € (Vorjahr: 24 Tsd. €). Aus den Zins-/Währungsswaps sowie den Fremdwährungsdarlehen wurde ein Ergebnis von 200 Tsd. € (Vorjahr: 683 Tsd. €) erfolgsneutral erfasst. Des Weiteren wurden im Berichtsjahr infolge der unterjährigen Realisation von Grundgeschäften 1.063 Tsd. € (Vorjahr: 1.935 Tsd. €) aus dem kumulierten übrigen Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert und dort erfolgserhöhend in den Umsatzerlösen sowie den Umsatzkosten ausgewiesen. Die im folgenden Geschäftsjahr erwarteten Ergebnisauswirkungen (vor Steuern) aus den zum Bilanzstichtag im kumulierten übrigen Eigenkapital erfolgsneutral erfassten Werten betragen 191 Tsd. €. Im Geschäftsjahr 2012 werden Ergebnisauswirkungen von 30 Tsd. € und im Geschäftsjahr 2013 von 0 Tsd. € erwartet.
Aus derivativen Finanzinstrumenten, die als Fair Value Hedges klassifiziert waren, wurde ein Aufwand von 5 Tsd. € (Vorjahr: Aufwand von 464 Tsd. €) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Aus der Stichtagsbewertung der gesicherten Grundgeschäfte resultierte ein Ertrag in gleicher Höhe. In den Geschäftsjahren 2010 und 2009 ergaben sich keine wesentlichen Ergebniseffekte aufgrund von Ineffektivitäten.
Die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte aller derivativen Finanzinstrumente, die nicht die Anforderungen an ein Hedge Accounting gemäß IAS 39 erfüllen, werden zum Bilanzstichtag erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
39. Zusätzliche Offenlegungserfordernisse
Inanspruchnahme der Erleichterungen nach § 264 Abs. 3 HGB
Unter Bezugnahme auf § 264 Abs. 3 HGB wird auf die Offenlegung der Jahresabschlüsse der folgenden inländischen Tochtergesellschaften verzichtet:
― Dürr Systems GmbH, Stuttgart
― Dürr International GmbH, Stuttgart
― Dürr Somac GmbH, Stollberg
― Carl Schenck AG, Darmstadt
― Dürr Ecoclean GmbH, Filderstadt
― Schenck Rotec GmbH, Darmstadt
― Schenck Technologie- und Industriepark GmbH, Darmstadt
― Dürr Assembly Products GmbH, Püttlingen
― Schenck Atis GmbH, Darmstadt
Unter Bezugnahme auf § 264 Abs. 3 HGB wird auf die Aufstellung und Prüfung des Anhangs und des Lageberichts der folgenden inländischen Tochtergesellschaften verzichtet:
― Carl Schenck AG, Darmstadt
― Dürr Somac GmbH, Stollberg
― Dürr Assembly Products GmbH, Püttlingen
― Dürr International GmbH, Stuttgart
40. Weitere Angaben
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Neuer Unternehmensbereich gegründet
Zum 1. Januar 2011 gründete Dürr den neuen Unternehmensbereich Clean Technology Systems. Damit verfügt der Konzern statt wie bisher über zwei nun über drei Unternehmensbereiche. Clean Technology Systems wird ab dem ersten Quartal 2011 als berichtspflichtiges Segment in die Konzernabschlüsse der Dürr AG aufgenommen. Der neue Unternehmensbereich bündelt unser Geschäft mit Umwelt- und Energieeffizienztechnik. Dementsprechend sind ihm zwei Geschäftsbereiche zugeordnet:
― Environmental and Energy Systems betreibt wie bisher unser Geschäft mit Abluftreinigungsanlagen. Dieser Geschäftsbereich war bis zum 31. Dezember 2010 dem Unternehmensbereich Paint and Assembly Systems zugeordnet. Um vollständige Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wird Dürr ab dem ersten Quartal 2011 die Vergleichszahlen von Paint and Assembly Systems für das Jahr 2010 rückwirkend anpassen.
― Energy Technology Systems ist ein neuer Geschäftsbereich, der für Dürr Aktivitäten im Bereich "Energieeffizienz" aufbauen wird. In diesem zukunftsträchtigen Technologiesektor sind kleinere Akquisitionen geplant, deren Geschäft unter dem Dach von Energy Technology Systems weiterentwickelt wird.
Weitere Ereignisse, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wesentlich beeinflussten oder beeinflussen könnten, sind zwischen dem Beginn des laufenden Geschäftsjahres und dem 8. März 2011 nicht eingetreten.
Deutscher Corporate Governance Kodex/ Erklärung nach § 161 AktG
Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung haben Vorstand und Aufsichtsrat der Dürr AG am 15. Dezember 2010 in Bietigheim-Bissingen abgegeben und den Aktionären durch die Veröffentlichung im Internet zugänglich gemacht.
Durchschnittliche Beschäftigtenzahl
3.83 BESCHÄFTIGTE IM JAHRESDURCHSCHNITT
| 2010 | 2009 | |
|---|---|---|
| Gewerbliche Mitarbeiter | 2.162 | 2.230 |
| Angestellte | 3.292 | 3.308 |
| Praktikanten/Auszubildende | 322 | 347 |
| 5.776 | 5.885 |
Dürr beschäftigte zum 31. Dezember 2010 5.915 Mitarbeiter (Vorjahr: 5.712).
Honorarvolumen des Konzernabschlussprüfers
Das im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar des Konzernabschlussprüfers teilt sich wie folgt auf:
3.84 HONORAR DES ABSCHLUSSPRÜFERS
| Tsd. € | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Abschlussprüfung | 689 | 677 |
| Sonstige Bestätigungsleistungen | 184 | 28 |
| Steuerberatungsleistungen | 201 | 21 |
| Sonstige Leistungen | 161 | 207 |
| 1.235 | 933 |
Freigabe und Veröffentlichung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2010
Der vom Vorstand zum 31. Dezember 2010 aufgestellte Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der Dürr AG wurden in der Vorstandssitzung am 8. März 2011 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben und werden voraussichtlich am 24. März 2011 veröffentlicht.
MITGLIEDER DES VORSTANDS
RALF W. DIETER
Vorsitzender Vorstandsvorsitzender
Carl Schenck AG (bis 31.01. 2010)
• Unternehmenskommunikation, Personal (Arbeitsdirektor), Forschung & Entwicklung, Qualitätsmanagement, Interne Revision, Corporate Compliance (seit 01.01.2011)
• Paint and Assembly Systems
• Measuring and Process Systems
■ Carl Schenck AG, Darmstadt (seit 03.02. 2010, Vorsitzender)
■ Körber AG, Hamburg (seit 29.04. 2010)
□ Dürr, Inc., Plymouth, USA (Vorsitzender)
□ Olpidürr S.p.A., Novegro di Segrate, Italien* (bis 01.01.2010)
RALPH HEUWING
• Finanzen/ Controlling, Investor Relations, Risikomanagement, Recht / Patente, Informationstechnologie, Global Sourcing
• Clean Technology Systems (seit 01. 01. 2011)
• Dürr Consulting
■ Carl Schenck AG, Darmstadt (bis 03.02. 2010 Vorsitzender)
■ MCH Management Capital Holding AG, München
□ Dürr, Inc., Plymouth, USA
□ Dürr India Pvt. Ltd., Chennai, Indien*
Die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder betrug im Berichtsjahr 2.251 Tsd. € (Vorjahr: 1.602 Tsd. €). Diese setzte sich zusammen aus kurzfristig fälligen Leistungen in Höhe von 1.824 Tsd. € (Vorjahr: 1.382 Tsd. €.# €), Aufwendungen im Rahmen des aktienbasierten Incentive-Programms in Höhe von 276 Tsd. € sowie der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen für diesen Personenkreis in Höhe von 151 Tsd. € (Vorjahr: 220 Tsd. €). An frühere Mitglieder des Vorstands wurden im Geschäftsjahr 2010 Pensionsbezüge in Höhe von 811 Tsd. € (Vorjahr: 803 Tsd. €) bezahlt. Die Pensionsrückstellungen für diesen Personenkreis betrugen zum 31. Dezember 2010 13.055 Tsd. € (Vorjahr: 12.861 Tsd. €).
MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS
-
DR.-ING. E.H. HEINZ DÜRR¹´⁴´⁵
Unternehmer, Berlin
Vorsitzender- Dürr Systems GmbH, Stuttgart (bis 15. 03. 2010 Vorsitzender und Mitglied)
- ADC Krone GmbH, Berlin (bis 04. 03. 2010 Vorsitzender und Mitglied)
□ Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart (bis 08. 11. 2010 Mitglied im Verwaltungsrat)
-
PROF. DR. NORBERT LOOS¹´²´⁴´⁵
Geschäftsführender Gesellschafter der Loos Beteiligungs-GmbH, Stuttgart
Stv. Vorsitzender- BHS tabletop AG, Selb (Vorsitzender)
- Hans R. Schmid Holding AG, Offenburg (Vorsitzender)
- LTS Lohmann Therapie-Systeme AG, Andernach (Vorsitzender)
- MVV Energie AG, Mannheim (bis 12. 03. 2010)
□ LTS Lohmann Therapy Systems Corp., West Caldwell, New Jersey, USA (Vorsitzender)
-
HAYO RAICH¹´³´⁴
Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Dürr AG, Stuttgart
Stv. Vorsitzender- Dürr Systems GmbH, Stuttgart (Stv. Vorsitzender)
-
MIRKO BECKER³
Freigestelltes Betriebsratsmitglied der Dürr Systems GmbH, Stuttgart, am Standort Bietigheim-Bissingen -
DR. DR. ALEXANDRA DÜRR⁵
Oberärztin an der Neurogenetischen Klinik des Département de Génétique, Hôpital de la Salpêtrière, Paris, Frankreich -
BENNO EBERL¹´³
Gewerkschaftssekretär der IG Metall, Verwaltungsstelle Stuttgart- ThyssenKrupp Elevator AG, Essen (Stv. Vorsitzender)
- Alcatel-Lucent AG, Stuttgart (Stv. Vorsitzender)
- Alcatel-Lucent Holding GmbH, Stuttgart
-
DR. GÜNTER FENNEBERG
Vorsitzender der Geschäftsführung der Schmidt-Seeger GmbH, Beilngries (bis 31. 01. 2011)
□ Sommer Fassadensysteme -Stahlbau - Sicherheitstechnik GmbH & Co. KG, Döhlau -
THOMAS HOHMANN³
Personalleiter der Dürr Systems GmbH, Stuttgart -
ERICH HORST²´³´⁴
Vorsitzender des Betriebsrats der Dürr Ecoclean GmbH, Filderstadt, am Standort Monschau
Stv. Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Dürr AG, Stuttgart -
GUIDO LESCH²´³ (seit 09. 05. 2010)
Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Verwaltungsstelle, Völklingen- Saarschmiede GmbH Freiformschmiede, Völklingen
-
GÜNTER LORENZ²´³ (bis 08. 05. 2010)
Ehemaliger Erster Bevollmächtigter der IG Metall, Verwaltungsstelle Darmstadt -
JOACHIM SCHIELKE²
Vorsitzender des Vorstands der Baden-Württembergischen Bank, Stuttgart
Mitglied des Vorstands der Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart- Paul Hartmann AG, Heidenheim an der Brenz
- ICS Informatik Consulting Systems AG, Stuttgart
- Wüstenrot & Württembergische AG, Stuttgart
□ Allgaier Werke GmbH, Uhingen
□ Behr Verwaltung GmbH, Stuttgart
□ Berthold Leibinger GmbH, Ditzingen (Mitglied des Aufsichtsrats, Mitglied des Verwaltungsrats)
□ BWK GmbH Unternehmensbeteiligungsgesellschaft, Stuttgart (Vorsitzender)
□ Kaufland Stiftung & Co. KG, Neckarsulm
□ LBBW Equity Partners GmbH & Co. KG, München (bis 21.12. 2010)
□ LBBW Equity Partners VerwaltungsGmbH, München (bis 21.12. 2010)
□ LHI Leasing GmbH, München (Vorsitzender)
□ Lidl Stiftung & Co. KG, Neckarsulm
□ MKB Mittelrheinische Bank GmbH, Koblenz (Vorsitzender)
□ MMV Leasing GmbH, Koblenz (Vorsitzender des Beirats)
□ Trumpf GmbH & Co. KG, Ditzingen (Mitglied des Verwaltungsrats)
-
PROF. DR.-ING. DR.-ING. E.H. KLAUS WUCHERER
Geschäftsführer der Dr. Klaus Wucherer Innovations- und Technologieberatung GmbH, Erlangen- Heitec AG, Erlangen (seit 09. 08. 2010)
- Infineon Technologies AG, Neubiberg (bis 17. 02. 2011 Vorsitzender und Mitglied)
- Leoni AG, Nürnberg
- SAP AG, Walldorf
¹ Mitglied Präsidium und Personalausschuss
² Mitglied Prüfungsausschuss
³ Vertreter der Arbeitnehmer
⁴ Mitglied Vermittlungsausschuss
⁵ Mitglied Nominierungsausschuss
3.8 AUFSICHTSRATSVERGÜTUNG 2010
| Grundvergütung | Sitzungsgeld | Vergütung Ausschussmitgliedschaft | Variable Vergütung | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|
| Dr.-ing. E.h. Heinz Dürr¹ Vorsitzender | 46.000,00 | 2.800,00 | 7.500,00 | 15.001,20 | 71.301,20 |
| Prof. Dr. Norbert Loos Stellvertretender Vorsitzender | 22.500,00 | 2.500,00 | 20.000,00 | 7.500,60 | 52.500,60 |
| Hayo Raich*²,³ Stellvertretender Vorsitzender | 25.500,00 | 3.700,00 | 5.000,00 | 7.500,60 | 41.700,60 |
| Mirko Becker*³ | 15.000,00 | 2.500,00 | - | 5.000,40 | 22.500,40 |
| Dr. Dr. Alexandra Dürr | 15.000,00 | 2.500,00 | - | 5.000,40 | 22.500,40 |
| Benno Eberl*³ | 15.000,00 | 2.500,00 | 5.000,00 | 5.000,40 | 27.500,40 |
| Dr. Günter Fenneberg | 15.000,00 | 2.500,00 | - | 5.000,40 | 22.500,40 |
| Thomas Hohmann* | 15.000,00 | 2.500,00 | - | 5.000,40 | 22.500,40 |
| Erich Horst*³ | 15.000,00 | 2.500,00 | 7.500,00 | 5.000,40 | 30.000,40 |
| Guido Lesch*³ (ab 9. Mai 2010) | 10.000,00 | 1.500,00 | 5.000,00 | 3.333,60 | 19.833,60 |
| Günter Lorenz*³ (bis 8. Mai 2010) | 5.000,00 | 1.000,00 | 2.500,00 | 1.666,80 | 10.166,80 |
| Joachim Schielke | 15.000,00 | 2.500,00 | 7.500,00 | 5.000,40 | 30.000,40 |
| Prof. Dr.-ing. Dr.-ing. E.h. Klaus Wucherer | 15.000,00 | 2.000,00 | - | 5.000,40 | 22.000,40 |
| Gesamt | 229.000,00 | 31.000,00 | 60.000,00 | 75.006,00 | 395.006,00 |
* Arbeitnehmervertreter
¹ ebenfalls im Aufsichtsrat der Dürr Systems GmbH (bis 15. März 2010)
² ebenfalls im Aufsichtsrat der Dürr Systems GmbH
³ Diese Arbeitnehmervertreter haben erklärt, ihre Vergütung nach den Richtlinien des Deutschen Gewerkschaftsbundes an die Hans-Böckler-Stiftung abzuführen.
Im Vorjahr betrugen die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats 358 Tsd. €.
41. Entwicklung der langfristigen Konzernvermögenswerte
3.86 IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
| Tsd. € | Geschäfts- oder Firmenwerte | Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | Aktivierte Entwicklungskosten | Geleistete Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte | Dürr- Konzern Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Kumulierte Anschaffungswerte zum 1. Januar 2009 | 265.974 | 69.853 | 24.111 | 629 | 360.567 |
| Währungsdifferenz | - | 26 | 253 | -137 | 56 |
| Änderungen Konsolidierungskreis | - | 1.371 | - | - | 1.371 |
| Zugänge | 5.316 | 5.073 | 2.457 | 2.019 | 14.865 |
| Abgänge | - | - | 4.999 | -548 | -21 |
| Umgliederungen | -1.478 | - | - | -469 | 1.009 |
| Kumulierte Anschaffungswerte zum 31. Dezember 2009 | 271.264 | 73.029 | 25.883 | 2.214 | 372.390 |
| Währungsdifferenz | 4.082 | 1.202 | 526 | 69 | 5.879 |
| Änderungen Konsolidierungskreis | 1.625 | 1.528 | 967 | - | 4.120 |
| Zugänge | 4.973 | 1.996 | 3.557 | 480 | 11.006 |
| Abgänge | - | 242 | -863 | -323 | - |
| Umgliederungen | -2.413 | - | - | -2.135 | 278 |
| Kumulierte Anschaffungswerte zum 31. Dezember 2010 | 281.702 | 79.305 | 30.610 | 628 | 392.245 |
| Kumulierte Abschreibungen zum 1. Januar 2009 | 49.314 | 9.148 | - | 58.462 | |
| Währungsdifferenz | -215 | -101 | - | -114 | |
| Zugänge planmäßiger Abschreibungen | -7.116 | 3.257 | - | -10.373 | |
| Abgänge | - | 4.990 | -233 | - | |
| Umgliederungen | -422 | - | - | -422 | |
| Kumulierte Abschreibungen zum 31. Dezember 2009 | 52.077 | 12.071 | - | -64.148 | |
| Währungsdifferenz | -673 | 335 | - | -1.008 | |
| Zugänge planmäßiger Abschreibungen | -8.751 | 3.328 | - | -12.079 | |
| Abgänge | - | 812 | -322 | - | |
| Umgliederungen | -2 | - | - | -2 | |
| Kumulierte Abschreibungen zum 31. Dezember 2010 | 60.691 | 15.412 | - | -76.103 | |
| Restbuchwerte zum 31. Dezember 2010 | 281.702 | 18.614 | 15.198 | 628 | 316.142 |
| Restbuchwerte zum 31. Dezember 2009 | 271.264 | 20.952 | 13.812 | 2.214 | 308.242 |
| Restbuchwerte zum 1. Januar 2009 | 265.974 | 20.539 | 14.963 | 629 | 302.105 |
3.87 SACHANLAGEN
| Tsd. € | Grundstücke, grundstücks- gleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | Als Finanz- investition gehaltene Immobilien | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung | Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | Dürr- Konzern Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kumulierte Anschaffungswerte zum 1. Januar 2009 | 118.006 | 35.901 | 36.629 | 69.235 | 673 | 260.444 |
| Währungsdifferenz | 765 | - | -95 | 215 | -2 | 1.073 |
| Änderungen Konsolidierungskreis | - | - | 177 | 82 | -259 | - |
| Zugänge | 3.264 | 258 | 1.579 | 5.874 | 862 | 11.837 |
| Abgänge | -453 | - | -20 | -3.895 | -14.724 | - |
| Umgliederungen | 490 | - | - | 5.161 | 4.298 | -636 |
| Kumulierte Anschaffungswerte zum 31. Dezember 2009 | 122.072 | 36.139 | 29.424 | 64.980 | 897 | 253.512 |
| Währungsdifferenz | 2.391 | - | -996 | 2.137 | 13 | 5.537 |
| Änderungen Konsolidierungskreis | 2.199 | - | -26 | 99 | - | -2.324 |
| Zugänge | 2.538 | 1.240 | 3.351 | 3.484 | 552 | 11.165 |
| Abgänge | -696 | - | -156 | -2.145 | -3.684 | - |
| Umgliederungen | -1.857 | 1.937 | - | -328 | 733 | -278 |
| Kumulierte Anschaffungswerte zum 31. Dezember 2010 | 126.647 | 39.160 | 31.324 | 67.749 | 699 | 265.579 |
| Kumulierte Abschreibungen zum 1. Januar 2009 | 51.416 | 14.882 | 28.986 | 55.136 | - | 150.420 |
| Währungsdifferenz | 87 | - | -81 | 109 | - | -277 |
| Zugänge planmäßiger Abschreibungen | 3.603 | 800 | 1.872 | 4.552 | - | 10.827 |
| Zugänge außerplanmäßiger Abschreibungen | 1.249 | - | -143 | 55 | - | -1.447 |
| Abgänge | -455 | - | -18 | -3.595 | - | -18.363 |
| Umgliederungen | 75 | - | - | 4.003 | 3.506 | -422 |
| Kumulierte Abschreibungen zum 31. Dezember 2009 | 55.975 | 15.664 | 23.484 | 49.063 | - | -144.186 |
| Währungsdifferenz | 928 | - | -726 | 1.650 | - | -3.304 |
| Zugänge planmäßiger Abschreibungen | 3.205 | 768 | 2.058 | 4.905 | - | 10.936 |
| Zugänge außerplanmäßiger Abschreibungen | - | - | 90 | 36 | - | -126 |
| Zuschreibungen | -1.207 | - | - | - | - | - |
| Abgänge | -585 | - | -132 | -2.058 | - | -6.097 |
| Umgliederungen | 274 | - | -274 | -293 | 291 | -2 |
| Kumulierte Abschreibungen zum 31. Dezember 2010 | 58.590 | 16.026 | 24.007 | 52.623 | - | -151.246 |
| Restbuchwerte zum 31. Dezember 2010 | 68.057 | 23.134 | 7.317 | 15.126 | 699 | 114.333 |
| Restbuchwerte zum 31. Dezember 2009 | 66.097 | 20.475 | 5.940 | 15.917 | 897 | 109.326 |
| Restbuchwerte zum 1. Januar 2009 | 66.590 | 21.019 | 7.643 | 14.099 | 673 | 110.024 |
3.88 FINANZANLAGEN
| Tsd. € | Anteile an verbundenen Unternehmen | Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen | Sonstige Beteiligungen | Wertpapiere des Anlagevermögens | Dürr- Konzern |
|---|---|---|---|---|---|
| Kumulierte Anschaffungswerte zum 1. Januar 2009 |
3.89 AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES ZUM KONZERNABSCHLUSS
| Name und Sitz | Anteil am Kapital in % |
|---|---|
| Deutschland | |
| Dürr Systems GmbH, Stuttgart¹ ² | 100 |
| Dürr Ecoclean GmbH, Filderstadt¹ ² | 100 |
| Dürr International GmbH, Stuttgart¹ ² | 100 |
| Dürr Somac GmbH, Stollberg¹ ² | 100 |
| Carl Schenck AG, Darmstadt¹ ² | 100 |
| Schenck RoTec GmbH, Darmstadt¹ ² | 100 |
| Schenck Atis GmbH, Darmstadt¹ ² | 100 |
| Schenck Technologie- und Industriepark GmbH, Darmstadt¹ ² | 100 |
| Dürr Assembly Products GmbH, Püttlingen¹ ² | 100 |
| Dürr Systems Wolfsburg GmbH, Wolfsburg² | 100 |
| Dürr IT Service GmbH, Stuttgart² | 100 |
| Dürr EES GmbH, Stuttgart⁴ | 100 |
| Prime Contractor Consortium FAL China, Stuttgart³ | 50 |
| Dürr GmbH & Co. Campus KG, Pullach im Isartal³ | 100 |
| Unterstützungseinrichtung der Carl Schenck AG, Darmstadt, GmbH, Darmstadt⁴ | 100 |
| Dürr EDAG Aircraft Systems GmbH, Fulda³ | 50 |
| Andere EU-Länder | |
| Dürr Anlagenbau Ges. m.b.H., Zistersdorf / Österreich² | 100 |
| Dürr Ltd., Warwick / Großbritannien² | 100 |
| Schenck Ltd., Warwick / Großbritannien² | 100 |
| Schenck Test Automation Ltd., Warwick / Großbritannien² | 100 |
| Dürr Ecoclean S.A.S., Loué / Frankreich² | 100 |
| Dürr Systems S.A.S., Guyancourt / Frankreich² | 100 |
| Schenck S.A.S., Cergy-Pontoise / Frankreich² | 100 |
| Datatechnic S.A.S., Uxegney / Frankreich² | 100 |
| Dürr Systems Spain S.A., San Sebastián / Spanien² | 100 |
| Olpidürr S.p.A., Novegro di Segrate / Italien² | 65 |
| Verind S.p.A., Rodano / Italien² | 50 |
| CPM S.p.A., Beinasco / Italien² | 51 |
| Schenck Italia S.r.l., Paderno Dugnano / Italien² | 100 |
| Stimas Engineering S.r.l., Turin / Italien² | 51 |
| Carl Schenck Machines en Installaties B.V., Rotterdam / Niederlande² | 100 |
| Dürr Poland Sp. z o.o., Radom / Polen² | 100 |
| Dürr Ecoclean spol. s r.o., Oslavany / Tschechische Republik² | 100 |
| Dürr Systems Slovakia spol. s r.o., Bratislava / Slowakei² | 100 |
| Sonstige europäische Länder | |
| Schenck Industrie-Beteiligungen AG, Glarus / Schweiz² | 100 |
| UCM AG, Rheineck / Schweiz² | 100 |
| Dürr Systems Makine Mühendislik Proje Ithalat ve Ihracat Ltd. Sirketi, Istanbul / Türkei² | 100 |
| OOO Dürr Systems RUS, Moskau / Russland² | 100 |
| Nordamerika / Zentralamerika | |
| Dürr Inc., Plymouth, Michigan / USA² | 100 |
| Dürr Systems Inc., Plymouth, Michigan / USA² | 100 |
| Dürr Ecoclean Inc., Auburn Hills, Michigan / USA² | 100 |
| Schenck Corporation, Deer Park, New York / USA² | 100 |
| Schenck RoTec Corporation, Auburn Hills, Michigan / USA² | 100 |
| Schenck Trebel Corporation, Deer Park, New York / USA² | 100 |
| Dürr Systems Canada Inc., Windsor, Ontario / Kanada² | 100 |
| Dürr de México, S.A. de C.V., Querétaro / Mexiko² | 100 |
| Südamerika | |
| Dürr Brasil Ltda., São Paulo / Brasilien² | 100 |
| Irigoyen 330 S.A., Cap. Fed. Buenos Aires /Argentinien² | 100 |
| Afrika / Asien / Australien | |
| Dürr Systems Maroc sarl au, Tanger / Marokko² | 100 |
| Dürr South Africa (Pty.) Ltd., Port Elizabeth / Südafrika² | 100 |
| Dürr India Private Ltd., Chennai / Indien² | 100 |
| Schenck RoTec India Ltd., Noida / Indien² | 100 |
| Dürr Korea Inc., Seoul / Südkorea² | 100 |
| Schenck Shanghai Machinery Corporation Ltd., Schanghai / V. R. China² | 99 |
| Dürr Paintshop Systems Engineering (Shanghai) Co. Ltd., Schanghai / V. R. China² | 100 |
| Dürr Japan K.K., Yokohama /Japan² | 100 |
| Nagahama Seisakusho Ltd., Osaka /Japan³ | 50 |
| Dürr Pty. Ltd., Adelaide / Australien² | 100 |
¹ Ergebnisabführungsvertrag mit der jeweiligen Obergesellschaft
² Vollkonsolidiertes Unternehmen im Dürr-Konzern
³ At equity bilanziertes Unternehmen im Dürr-Konzern
⁴ Nicht konsolidiertes Unternehmen im Dürr-Konzern
Bietigheim-Bissingen, den 8. März 2011
Dürr Aktiengesellschaft
Der Vorstand
RALF W. DIETER
RALPH HEUWING
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
RALF W. DIETER // VORSITZENDER DES VORSTANDS
RALPH HEUWING // FINANZVORSTAND
Bietigheim-Bissingen, den 8. März 2011
Bestätigungsvermerk
Zu dem Konzernabschluss und dem Konzernlagebericht haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:
"Wir haben den von der Dürr Aktiengesellschaft, Stuttgart, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalspiegel und Anhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben. Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."
Stuttgart, 8. März 2011
Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
SKIRK // WIRTSCHAFTSPRÜFER
HUMMEL // WIRTSCHAFTSPRÜFER