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Dürr AG — Annual Report 2010
May 11, 2011
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Annual Report
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Dürr Aktiengesellschaft
Stuttgart
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010s
LAGEBERICHT DER DÜRR AKTIENGESELLSCHAFT, STUTTGART, FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2010
WACHSTUM BRUTTOINLANDSPRODUKT
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| gegenüber Vorjahr in % | 2010 | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|
| Welt | 4,7 | -0,9 | 3,0 |
| Deutschland | 3,5 | -4,7 | 1,2 |
| Eurozone | 1,7 | -4,1 | 0,6 |
| Russland | 4,0 | -7,9 | 5,6 |
| USA | 2,8 | -2,6 | 0,4 |
| China | 10,0 | 8,7 | 9,6 |
| Indien | 9,8 | 5,8 | 7,3 |
| Japan | 3,4 | -6,3 | -1,2 |
| Brasilien | 7,5 | -0,2 | 5,1 |
Quelle: OECD 12/2010, Deutsche Bank 12/2010
Die Entwicklung, die Erfolge und die Risiken einer Holdinggesellschaft hängen im wesentlichen vom Geschäftsverlauf der mit der Gesellschaft verbundenen Unternehmen ab. Der Abschluss der Dürr Aktiengesellschaft (im Folgenden Dürr AG genannt) wurde nach HGB erstellt. Der Konzernabschluss wird nach den international Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU zum Abschlussstichtag anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Der Konzernabschluss entspricht sämtlichen bis zum Bilanzstichtag verpflichtend in Kraft getretenen IFRS. Aufgrund der reinen Holdingfunktion der Dürr AG wurde für die Darstellung der Lage des Unternehmens im wesentlichen auf die Konzernzahlen nach IFRS zurückgegriffen.
2010: STARKE ERHOLUNG DER WELTWEITEN KONJUNKTUR
Nach dem schweren Einbruch im Jahr 2009 erholte sich die Weltwirtschaft stärker und schneller als erwartet. Konjunkturprogramme verschiedener Regierungen und die reichliche Versorgung der Märkte mit Liquidität unterstützten das Wachstum spürbar. Im zweiten Halbjahr 2010 ließ die Dynamik etwas nach, zunächst in den USA, danach in China und Japan und zuletzt in Europa. Maßgeblich hierfür war einerseits das Auslaufen der staatlichen unterstützungsmaßnahmen; andererseits schlossen viele Unternehmen den Wiederaufbau ihrer Lagerbestände ab.
Die stärkste wirtschaftliche Entwicklung konnten im Jahr 2010 wieder die Emerging Markets vorweisen, allen voran China und Indien. Dagegen fielen die Länder der Eurozone und Nordamerikas ab; einzig Deutschland konnte überdurchschnittlich von seiner Exportstärke profitieren. Die Wechselkurse blieben volatil, wenngleich die Ausschläge weniger stark ausfielen als im Vorjahr. Der Euro tendierte auf dem Höhepunkt der europäischen Schuldenkrise zwar schwächer, konnte in der Folge aber Terrain gutmachen und erreichte zum Jahresende wieder einen wert von 1,33 US-Dollar. Die kurzfristigen Zinsen, die von den Notenbanken stärker beeinflussbar sind, blieben 2010 niedrig; bei den längerfristigen Zinsen scheint die Trendwende jedoch eingeleitet zu sein. Die Kapitalmärkte zeigten sich, besonders im zweiten Halbjahr, in freundlicher Verfassung.
PRODUKTION LIGHT VEHICLES
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| Mio. Einheiten | 2010 | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|
| Welt | 70,9 | 57,4 | 66,2 |
| Westeuropa | 13,8 | 12,3 | 15,2 |
| Deutschland | 5,4 | 4,8 | 5,5 |
| Osteuropa | 5,6 | 4,6 | 6,2 |
| Russland | 1,3 | 0,8 | 1,6 |
| Nordamerika (inkl. Mexiko) | 12,0 | 8,6 | 12,6 |
| USA | 7,7 | 5,8 | 8,5 |
| Südamerika | 4,2 | 3,2 | 3,4 |
| Brasilien | 3,4 | 3,0 | 2,9 |
| Asien | 33,2 | 26,4 | 26,3 |
| China | 14,0 | 10,8 | 7,5 |
| Japan | 8,8 | 7,7 | 10,4 |
| Indien | 3,0 | 2,3 | 2,0 |
Quelle: PwC 1/2011, eigene Schätzungen
AUTOMOBILINDUSTRIE AUF DER ÜBERHOLSPUR
Die Automobilnachfrage entwickelte sich 2010 wesentlich besser als erwartet; folglich mussten die Marktexperten ihre Prognosen im Jahresverlauf mehrfach anheben. während das weltweite Produktionsvolumen für 2010 anfangs noch auf 63,2 Mio. Light Vehicles geschätzt worden war, erreichte es de facto 70,9 Mio. Einheiten - ein Plus von 23,5% gegenüber dem Jahr 2009. In China und Indien, wo die Produktion bereits im Vorjahr deutlich zugenommen hatte, setzte sich der Aufwärtstrend überraschend stark fort, da beide Länder von der Finanz- und Schuldenkrise kaum betroffen waren. Mit 14,0 Mio. produzierten Light Vehicles ist China mittlerweile der mit Abstand größte Automobilmarkt der Welt. Aber auch in Nordamerika setzte 2010 basisbedingt eine starke Erholung ein. Insgesamt wuchs die Automobilindustrie schneller als die Gesamtwirtschaft, zudem profitierte sie von der gestiegenen Auslastung und den Kostenreduktionen der Vorjahre. Die Erträge einiger Produzenten erreichten bereits im Jahr 2010 neue Spitzenwerte. Die aktuellen und geplanten Produktions- und Absatzzahlen der Automobilindustrie, aber auch die Liquiditäts- und Ertragsentwicklung der Hersteller sind wichtige Indizien für das zukünftige Investitions- und Ausgabeverhalten der Branche. sowohl unser Neugeschäft mit Anlagen und Maschinen als auch das Service-Geschäft ist davon abhängig. Da nach der Wirtschaftskrise auch längerfristig wieder mit steigenden Automobilabsätzen zu rechnen ist, dürfte die positive Entwicklung unseres Auftragseingangs anhalten.
ENTWICKLUNG VON WELTAUTOMOBILPRODUKTION UND BRUTTOINLANDSPRODUKT

FLUGZEUGINDUSTRIE EBENFALLS STARK ERHOLT
Ähnlich wie die Automobilindustrie hat sich auch die Luftfahrtindustrie nach der Krise schnell erholt. Bereits im Jahr 2010 erreichten die Fluggesellschaften weltweit wieder das Umsatzniveau aus dem Spitzenjahr 2008. Gegenüber 2009 stiegen die Erlöse der Branche um 17% auf 565 Mrd. US-Dollar. Die starken Kostensenkungen der Vorjahre und eine höhere Auslastung sorgten im Verbund mit moderaten Kerosinpreisen dafür, dass auch die Gewinne kräftig zulegten und das Vorkrisenniveau sogar deutlich übertrafen. Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die steigende Nachfrage haben viele Fluggesellschaften 2010 begonnen, ihre Investitionstätigkeit wieder zu beschleunigen. Entsprechend stark haben die Auftragseingänge unserer Kunden aus dem Flugzeugbau angezogen. Boeing konnte die Bestellungen mit 530 Maschinen nahezu verdoppeln, wenngleich das Unternehmen damit noch weit von den 1.413 Orders des starken Jahres 2007 entfernt ist. Airbus verzeichnete im Jahr 2010 einen Anstieg der Bestellungen auf 574 Flugzeuge (Vorjahr: 310). Bei beiden Herstellern lagen die Auslieferungen mit 462 (Boeing) beziehungsweise 510 Flugzeugen (Airbus) leicht unter den Bestellungen, sodass sich der Auftragsbestand weiter erhöhte.
Die wachsende Nachfrage nach neuen Flugzeugen sowie die gute Ertragslage sollten sich im Jahr 2011 positiv auf die Ausgabe- und Investitionsbereitschaft der Flugzeugbauer auswirken. Zudem wollen Produzenten aus China und Russland das wachstumspotenzial ihrer großen Heimatmärkte nutzen und zu den etablierten Herstellern aufschließen. Daher sind auch von ihnen steigende Investitionen zu erwarten.
NACHFRAGE IM MASCHINEN- UND ANLAGENBAU VERBESSERT
Nach dem Einbruch im Vorjahr zog die Nachfrage 2010 auch im Maschinen- und Anlagenbau deutlich an. In fast allen Regionen der Welt stiegen die Ausrüstungsinvestitionen kräftig, in Deutschland während der zweiten Jahreshälfte sogar um eine zweistellige Prozentzahl. Nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) wuchs der Auftragseingang der Mitgliedsunternehmen im Jahr 2010 um 36%. Diese kräftige Belebung werten wir als positives Signal für die weitere Nachfrageentwicklung in unserem Geschäft mit der allgemeinen Industrie.
Viele deutsche Anbieter profitierten insbesondere von ihrer starken Stellung in den Bereichen umwelttechnik und regenerative Energieerzeugung. Nachdem die Branche im ersten Halbjahr 2010 zum Teil noch mit Auslastungsproblemen zu kämpfen hatte, verbesserte sich ihre Ertragslage im weiteren Jahresverlauf spürbar. Anders als bei den Automobilherstellern bewegt sich das Ertragsniveau aber noch deutlich unter den früheren Höchstständen.
GESCHÄFTSVERLAUF DES KONZERNS
Sämtliche Geschäftszahlen in diesem Lagebericht sind vollständig vergleichbar. Das EBIT versteht sich als Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Beteiligungsergebnis. Die Grafiken und Tabellen zeigen IFRS-Werte für die Jahre 2008 bis 2010. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden blieben seit 2004 im Wesentlichen unverändert und wurden lediglich der jeweils aktuellen Rechtslage angepasst. Die Einführung des IAS 23 führte in den Geschäftsjahren 2009 und 2010 zu Änderungen im Zinsergebnis, da Fremdkapitalkosten, die im Zusammenhang mit der langfristigen Auftragsfertigung anfielen, in den Umsatzkosten erfasst wurden. Im Geschäftsjahr 2010 wurden die wesentlichen Restrukturierungsmaßnahmen im Konzern abgeschlossen. Daher weisen wir die Restrukturierungskosten nicht mehr in einer gesonderten Position aus, sondern - wie branchenüblich - in anderen Aufwandspositionen. Die entsprechenden Angaben für die Jahre 2008 und 2009 haben wir angepasst, eine Überleitungsrechnung enthält Textziffer 13 des Anhangs zum Konzernabschluss. Änderungen der IFRS hatten keinen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der wirtschaftlichen Lage. Die IFRS räumen vergleichsweise wenige Wahlrechte ein, ihre Nutzung hat nur geringen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bei Dürr. Wahlrechte bestehen zum Beispiel bei Positionen wie Vorratsvermögen oder Sachanlagevermögen, die für Dürr von untergeordneter Bedeutung sind. Bei wichtigen Bilanzpositionen nehmen wir Wahlrechte so wahr, dass größtmögliche Bewertungskontinuität gewährleistet ist. Zum Beispiel werden Finanzinstrumente, soweit möglich, zu fortgeführten Anschaffungskosten und nicht zu Zeitwerten bilanziert. Im Geschäftsjahr 2010 haben wir sämtliche Wahlrechte unverändert wahrgenommen, sodass ein vollständiger Periodenvergleich möglich ist.
AUFTRAGSEINGANG AUF BREITER FRONT ERHOLT
Der Auftragseingang wuchs im Geschäftsjahr 2010 um 38,6% und kehrte mit 1.642,2 Mio. € wieder auf das Vorkrisenniveau zurück. Damit haben wir erneut leicht besser abgeschnitten als der Durchschnitt des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus, der 2010 ein Orderplus von 36% erzielte. Unser Anlagenbaugeschäft profitierte erheblich vom Nachfrageboom in China und anderen Emerging Markets1 . Auch das Service-Geschäft und das seriennahe Maschinenbaugeschäft entwickelten sich nach schwachem Start erfreulich. Am Jahresende 2010 waren unsere Kapazitäten gut ausgelastet.
Der hohe Auftragseingang wurde von Zuwächsen in praktisch allen Regionen der Welt getragen. 991,7 Mio. € beziehungsweise 60,4% der Bestellungen kamen aus den Emerging Markets, dies entspricht einem Plus von 63% gegenüber 2009. In Brasilien, Indien und China konnten wir unser Bestellvolumen verdoppeln. Mit einem Anteil von 36% am Auftragseingang des Konzerns war China der mit Abstand größte Einzelmarkt. Auch in Nordamerika belebte sich das Geschäft mit einem Auftragsplus von 47%. In Europa erzielten wir mit 5% den geringsten Zuwachs. Der Auftragseingang in Deutschland lag auf dem Niveau des Vorjahres, das von einem Großauftrag von Porsche geprägt war.
1 Mexiko, Brasilien, Osteuropa, Asien ohne Japan
KONSOLIDIERTER AUFTRAGSEINGANG NACH ABSATZGEBIETEN
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| Mio. € | 2010 | 2009 | 2008 | |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 249,1 | 15,2% | 254,7 | 232,2 |
| sonstige europäische Länder | 353,6 | 21,5% | 319,0 | 593,0 |
| Nord- / Zentralamerika | 221,4 | 13,5% | 150,7 | 220,4 |
| Südamerika | 98,1 | 6,0% | 45,2 | 77,9 |
| Asien /Afrika /Australien | 720,0 | 43,8% | 415,1 | 340,5 |
| Gesamt | 1.642,2 | 100,0% | 1.184,7 | 1.464,0 |
AUFTRAGSBESTAND AUF HOHEM NIVEAU
Mit 1.359,1 Mio. € lag der Auftragsbestand am Jahresende 2010 deutlich über dem Vorjahresniveau (31.12.2009: 1.002,4 Mio. €). Zusätzlich verfügten wir zum Bilanzstichtag über so genannte Letters of Intent, das heißt feste Bestellzusagen von Kunden, im Volumen eines dreistelligen Millionen-Euro-Betrags. Darüber hinaus ist der größte Teil des kurzfristigen Ersatzteil- und Service-Geschäfts, das rund 360 Mio. € ausmachte, nicht im Auftragsbestand enthalten. Bezieht man beides in die Betrachtung ein, so erscheint unser Umsatzziel von 1,45 Mrd. € für das Jahr 2011 gut erreichbar.
Mit 12,9 Monaten ist die rechnerische Reichweite unseres Auftragsbestands höher als vor Jahresfrist (31.12.2009: 11,2 Monate). Beim Blick auf die Unternehmensbereiche zeigen sich die geschäftsspezifischen unterschiede: Paint and Assembly Systems verfügt aufgrund des längerfristigen Anlagenbaugeschäfts über eine Reichweite von 14,1 Monaten (31.12.2009: 13,7 Monate). Die Reichweite im Maschinenbaubereich Measuring and Process Systems stieg durch den hohen Auftragseingang im zweiten Halbjahr auf 9,8 Monate (31.12.2009: 5,1 Monate).
KONSOLIDIERTER AUFTRAGSBESTAND (31.12 .) NACH ABSATZGEBIETEN
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| Mio. € | 2010 | 2009 | 2008 | |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 150,6 | 11,1% | 159,6 | 84,3 |
| sonstige europäische Länder | 293,4 | 21,6% | 272,2 | 328,5 |
| Nord- / Zentralamerika | 133,5 | 9,8% | 103,0 | 178,7 |
| Südamerika | 75,8 | 5,6% | 37,9 | 45,6 |
| Asien /Afrika /Australien | 705,8 | 51,9% | 429,7 | 287,9 |
| Gesamt | 1.359,1 | 100,0% | 1.002,4 | 925,0 |
UMSATZ ÜBER DEN ERWARTUNGEN
Aufgrund der starken Nachfrage fiel das Umsatzplus im Geschäftsjahr 2010 mit 17% deutlich höher aus als erwartet. Zum Jahresumsatz in Höhe von 1.261,4 Mio. € trugen die einzelnen Quartale in unterschiedlichem Maß bei: Das erste Vierteljahr stellte mit 230,3 Mio. € den Umsatztiefpunkt dar, in den Folgequartalen erhöhten sich die Erlöse kontinuierlich. im vierten Quartal 2010 erreichte der Umsatz 406,9 Mio. €, was einem Zuwachs von 53,8% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Im Service und im Maschinenbaugeschäft schlug sich der steigende Auftragseingang rasch in höheren Umsätzen nieder, da beide Bereiche von kurzen Durchlaufzeiten geprägt sind. Der Service-Umsatz wuchs um 37,5% auf 362,0 Mio. € und kehrte damit fast auf das Vorkrisenniveau zurück. Der Anteil der Service-Erlöse am Konzernumsatz erreichte mit 28,7% einen überdurchschnittlich hohen Wert - eine Folge der raschen Erholung und der kürzeren Durchlaufzeiten in diesem Geschäft.
KONSOLIDIERTER UMSATZ NACH ABSATZGEBIETEN
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| Mio. € | 2010 | 2009 | 2008 | |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 257,1 | 20,4% | 180,7 | 294,9 |
| sonstige europäische Länder | 332,0 | 26,3% | 358,5 | 615,4 |
| Nord- / Zentralamerika | 194,4 | 15,4% | 222,0 | 323,7 |
| Südamerika | 64,7 | 5,1% | 57,4 | 48,1 |
| Asien /Afrika /Australien | 413,2 | 32,8% | 259,0 | 320,7 |
| Gesamt | 1.261,4 | 100,0% | 1.077,6 | 1.602,8 |
Beim Blick auf die regionale Umsatzverteilung fällt das hohe Gewicht Asiens auf. Mit einem Zuwachs von 60% trug diese Region im Jahr 2010 ein Drittel zum Konzernumsatz bei. Das Geschäft in den Wachstumsmärkten steuerte 52% bei (Vorjahr: 49%), der Großteil davon entfiel auf die BRIC-Staaten. Während der Umsatz in Europa um 9% stieg, ging er in Nordamerika zurück - eine Folge des niedrigen Auftragseingangs im Jahr 2009 und Anfang 2010.
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG UND RENDITEKENNZIFFERN
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| 2010 | 2009 | 2008 | ||
|---|---|---|---|---|
| Umsatz | Mio. € | 1.261,4 | 1.077,6 | 1.602,8 |
| Bruttoergebnis | Mio. € | 237,2 | 210,8 | 287,1 |
| Overhead-Kosten | Mio. € | -204,3 | -202,5 | -211,0 |
| EBITDA | Mio. € | 51,7 | 25,6 | 87,1 |
| EBIT | Mio. € | 33,7 | 5,7 | 72,7 |
| Finanzergebnis | Mio. € | -21,2 | -17,9 | -26,3 |
| EBT | Mio. € | 12,5 | -12,2 | 46,4 |
| Ertragsteuern | Mio. € | -5,4 | -13,5 | -12,7 |
| Ergebnis nach Steuern | Mio. € | 7,1 | -25,7 | 33,7 |
| Ergebnis je Aktie | € | 0,37 | -1,55 | 1,81 |
| Bruttomarge | % | 18,8 | 19,6 | 17,9 |
| EBITDA-Marge | % | 4,1 | 2,4 | 5,4 |
| EBIT-Marge | % | 2,7 | 0,5 | 4,5 |
| EBT-Marge | % | 1,0 | -1,1 | 2,9 |
| Umsatzrendite nach Steuern | % | 0,6 | -2,4 | 2,1 |
| Zinsdeckungsgrad | 1,6 | 0,3 | 2,5 | |
| Steuerquote | % | 43,3 | - | 27,3 |
| Eigenkapitalrendite | % | 2,2 | -8,5 | 9,9 |
| Gesamtkapitalrendite | % | 2,5 | -0,5 | 6,2 |
BRUTTOGEWINN ABSOLUT GESTEIGERT
Im Geschäftsjahr 2010 erhöhten sich die Umsatzkosten, die sich hauptsächlich aus Material- und Personalkosten zusammensetzen, stärker als der Umsatz. Die Bruttomarge, das heißt die Differenz zwischen Umsatz und Umsatzkosten im Verhältnis zum Umsatz, verringerte sich dementsprechend auf 18,8% (Vorjahr: 19,6%). Besonders in der zweiten Jahreshälfte kamen margenschwächere Aufträge zur Abrechnung, die wir im Jahr 2009 unter hohem Wettbewerbsdruck angenommen hatten. Daher lag die Bruttomarge im zweiten Halbjahr mit knapp 18% unter dem Wert des ersten Halbjahres. Positiven Einfluss auf das Bruttoergebnis hatten die kräftigen Zuwächse im margenstärkeren Service-Geschäft. Insgesamt erhöhte sich das Bruttoergebnis infolge des Umsatzanstiegs um 26,4 Mio. € auf 237,2 Mio. €.
HÖHERE MATERIALKOSTEN
Die konsolidierten Materialkosten2 , die komplett in den Umsatzkosten gebucht werden, erhöhten sich überproportional zum Umsatz um 32,6% auf 558,8 Mio. €. Dies reflektiert vor allem die schwächeren Margen der im Jahr 2009 akquirierten Aufträge; hinzu kamen höhere Rohstoff- und Beschaffungspreise, die wir nicht vollständig durch bessere Einkaufskonditionen und die Nutzung unseres internationalen beschaffungsnetzwerks ausgleichen konnten. Die konsolidierten Materialkosten entsprechen 44,3% des Umsatzes (Vorjahr: 39,1%) und entfielen vorwiegend auf Kaufteile und Zulieferungen von Sublieferanten. weitere Informationen zum Materialbezug enthält das Kapitel "Beschaffung".
VERTRIEBS- UND VERWALTUNGSKOSTEN LEICHT GESTIEGEN
Die Vertriebskosten erhöhten sich im Geschäftsjahr 2010 um 1,8% auf 98,5 Mio. €. Dies geht unter anderem auf das vertriebsintensive vierte Quartal zurück, in dem wir mit 540 Mio. € einen außerordentlich hohen Auftragseingang erzielten. Die Vertriebskosten enthalten Marketingaufwendungen in Höhe von 3,6 Mio. € (Vorjahr: 3,3 Mio. €), von denen rund ein Drittel auf Personalkosten entfiel. Die Verwaltungskosten blieben mit 79,9 Mio. € trotz Gehaltserhöhungen unverändert. Infolge der deutlichen Umsatzausweitung fiel der Anteil der Vertriebs- und Verwaltungskosten am Umsatz auf 14,1% nach 16,4% im Vorjahr. Die Forschungs- und Entwicklungskosten verharrten auf dem Vorjahresniveau (25,8 Mio. € nach 25,9 Mio. € im Vorjahr).
Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen betrug 0,8 Mio. € und beeinflusste die Ertragslage wenig. Im Vorjahr hatten Einmalaufwendungen von 3,3 Mio. € für Fertigstellung und Bezug des Dürr-Campus in Bietigheim-Bissingen zu einem negativen Saldo von -2,5 Mio. € geführt. Aus Währungsumrechnung entstand im Jahr 2010 ein Verlust in Höhe von -0,8 Mio. € (Vorjahr: -0,7 Mio. €). Weitere Informationen finden sie unter Textziffer 12 im Anhang zum Konzernabschluss.
Den saldierten Restrukturierungsaufwendungen von 0,2 Mio. € standen Erträge aus Zuschreibungen in Höhe von 1,1 Mio. € gegenüber. Folglich ergab sich per Saldo ein Ertrag von 0,9 Mio. € (2009: Aufwand 15,8 Mio. €), der in unterschiedlichen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten ist.
EBIT DEUTLICH ERHÖHT
Da dem höheren Bruttoergebnis nur ein maßvoller Anstieg der Overhead-Kosten gegenüberstand, konnten wir das EBIT deutlich erhöhen: von 5,7 Mio. € auf 33,7 Mio. €. Das EBITDA nahm in ähnlicher Größenordnung zu und erreichte 51,7 Mio. € (Vorjahr: 25,6 Mio. €). Die Werthaltigkeitsprüfung unserer Geschäfts- oder Firmenwerte - der so genannte Impairment-Test - ergab wie in den Vorjahren keinen Abschreibungsbedarf.
LEICHT ERHÖHTE PERSONALKOSTEN
Die Stammbelegschaft des Konzerns vergrößerte sich zum Jahresende 2010 um 3,6% auf 5.915 Mitarbeiter. Auf vergleichbarer Basis, das heißt unter Berücksichtigung akquisitionsbedingter Erstkonsolidierungen, errechnet sich ein Zuwachs von 2,3%. Die Personalkostenquote sank aufgrund des kräftigen Umsatzanstiegs auf 27,4% (Vorjahr: 31,2%), während die Personalkosten, die in allen operativen Aufwandsarten der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten sind, um 2,8% auf 345,7 Mio. € zunahmen. Dabei machten sich neben deutlichen Gehaltssteigerungen in den Emerging Markets auch die erfolgsabhängigen Tantiemen für Mitarbeiter bemerkbar. Gedämpft wurde der Kostenanstieg durch den höheren Personalanteil in den Emerging Markets.
2 Die konsolidierten Materialkosten umfassen Kosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für den Einkauf bei Sublieferanten.
MITARBEITERBEZOGENE KENNZAHLEN
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| 2010 | 2009 | 2008 | |
|---|---|---|---|
| Mitarbeiter (31.12.) | 5.915 | 5.172 | 6.143 |
| Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) | 5.776 | 5.885 | 6.060 |
| Personalkosten (Mio. €) | 345,7 | 336,4 | 377,1 |
| Personalkostenquote (%) | 27,4 | 31,2 | 23,5 |
| Personalaufwand je Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) (€) | 59.850 | 57.200 | 62.200 |
| Umsatz je Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) (€) | 218.400 | 183.100 | 264.500 |
FINANZERGEBNIS ETWAS SCHWÄCHER
Obwohl die Nettofinanzverschuldung im Durchschnitt niedriger ausfiel als im Vorjahr, schwächte sich das Finanzergebnis um 3,3 Mio. € auf -21,2 Mio. € ab. Maßgeblich dafür waren höhere Bereitstellungsprovisionen für unseren syndizierten Kredit sowie abgegrenzte Kosten für die Anpassung des Kreditvertrags im Jahr 2009. Hinzu kamen 0,7 Mio. € Einmalaufwand für die vorzeitige Kündigung unserer Altanleihe aus dem Jahr 2004 (siehe auch Kapitel "Finanzwirtschaftliche Entwicklung des Konzerns") sowie ein rückläufiges Beteiligungsergebnis (0,5 Mio. € nach 1,0 Mio. € im Vorjahr). Der Zinsaufwand von 23,9 Mio. € (Vorjahr: 21,1 Mio. €) setzt sich hauptsächlich aus Anleihe- und Kreditzinsen zusammen, ferner sind zinsähnliche Aufwendungen von 5,0 Mio. € enthalten (Vorjahr: 4,0 Mio. €).
ERGEBNIS AUCH NACH STEUERN POSITIV
Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich um 24,7 Mio. € auf 12,5 Mio. €. Der deutliche Rückgang des Steueraufwands von 13,5 Mio. € auf 5,4 Mio. € resultierte hauptsächlich aus zwei Faktoren: im Vorjahr war durch die Abschreibung latenter Steuern eine Sonderbelastung von 7,9 Mio. € angefallen, während wir 2010 aufgrund der deutlich verbesserten Ertragsperspektiven bisher nicht angesetzte aktive latente Steuern von 5,3 Mio. € bildeten. In Deutschland erzielten wir operativ ein in etwa ausgeglichenes Ergebnis, dennoch fiel eine Mindeststeuerbelastung an. Unter dem Strich erreichten wir im Konzern ein klar positives Ergebnis nach Steuern von 7,1 Mio. €, nachdem im Vorjahr ein Verlust von 25,7 Mio. € angefallen war. Daraus ergibt sich ein Ergebnis je Aktie von 0,37 € (Vorjahr: -1,55 €). Auch im Jahr 2010 gab es keinen Unterschied zwischen dem Jahresergebnis der fortgeführten Aktivitäten und dem Konzernergebnis.
Aufgrund der deutlichen Ertragsverbesserung im Konzern schlagen wir für 2010 eine Dividende von 0,30 € je Aktie vor. Bei 17.300.520 Aktien entspricht dies einem Ausschüttungsbetrag von 5,2 Mio. €. Wir verstehen unseren Dividendenvorschlag als Zeichen der Zuversicht für 2011 und die Folgejahre. Das nach der Ausschüttung verbleibende Bilanzergebnis der Dürr AG in Höhe von 66,5 Mio. € soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.
GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUM GESCHÄFTSVERLAUF 2010 DES KONZERNS
Wir haben die Ziele, die wir uns für das Jahr 2010 gesetzt hatten, erreicht und teils deutlich übertroffen. Dies gilt sowohl für unsere Markt- und Technologieposition als auch für unsere finanziellen Ziele. In vielen Regionen konnten wir unsere Marktführerschaft weiter ausbauen, wobei wir vor allem von unserer überdurchschnittlich starken lokalen Präsenz in den Wachstumsmärkten profitierten. Unsere technologische Spitzenposition haben wir durch die erfolgreiche Einführung innovativer Produkte untermauert. Insgesamt sind wir gestärkt aus der Finanz- und Wirtschaftskrise hervorgegangen.
Die Nachfrage der Automobilindustrie entwickelte sich 2010 deutlich besser, als es noch zu Jahresbeginn absehbar war. Vor diesem Hintergrund übertraf der Auftragseingang mit 1.642,2 Mio. € die ursprünglichen Erwartungen erheblich. Hinsichtlich Umsatz und Ertrag stellte das erste Quartal den Tiefpunkt dar; danach war eine kontinuierliche Verbesserung zu beobachten. Im Gesamtjahr erreichte der Umsatz 1.261,4 Mio. € und überstieg damit nicht nur die Vorjahreserlöse (+17,1%), sondern auch den Planwert für 2010. Infolge der starken Geschäftsbelebung lagen die Personal- und Materialkosten mit Zuwächsen von 2,8% beziehungsweise 32,6% über unseren Erwartungen. Das EBIT belief sich auf 33,7 Mio. €; damit haben wir das Ergebnis, wie angekündigt, deutlich gesteigert (Vorjahr: 5,7 Mio. €).
Das Finanzergebnis schwächte sich im Jahr 2010 etwas ab: Zwar war die Nettofinanzverschuldung im Durchschnitt niedriger als im Vorjahr; dafür hatten wir höhere Bereitstellungsprovisionen sowie Aufwendungen aus abgegrenzten Kosten für die Anpassung unseres Konsortial-Kreditvertrags im Jahr 2009 zu tragen. Hinzu kamen Einmalaufwendungen von 0,7 Mio. € für die vorzeitige Kündigung der Altanleihe aus dem Jahr 2004 sowie ein verringertes Beteiligungsergebnis. Während 2009 ein Verlust von 25,7 Mio. € entstanden war, erzielten wir im Berichtsjahr bei rückläufigem Steueraufwand ein Nachsteuerergebnis von 7,1 Mio. €. Damit haben wir unser Ziel übertroffen, mindestens eine "schwarze Null" zu erreichen.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit konnte das Vorjahresniveau erwartungsgemäß nicht erreichen, war mit 55,4 Mio. € aber deutlich positiv und höher als geplant. Aufgrund des steigenden Geschäftsvolumens fiel der Abbau des Net Working Capital (Nettoumlaufvermögen) geringer aus als im Vorjahr. Dennoch erzielten wir einen Free Cashflow von 22,9 Mio. €, damit korrespondierend erhöhte sich der Nettofinanzstatus zum Jahresende 2010 auf +23,6 Mio. € und fiel damit besser aus als erwartet. Die Liquidität lag am 31. Dezember 2010 mit 252,3 Mio. € deutlich über dem Planziel. Dafür sorgte zum einen der Mittelzufluss von 226,7 Mio. € durch unsere im Herbst 2010 emittierte Unternehmensanleihe, zum anderen erhielten wir am Jahresende wiederum überdurchschnittlich hohe Kundenanzahlungen. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte bewegten sich mit 22,2 Mio. € zwar unter dem Vorjahreswert, aber leicht über Plan. Die reinen Sachanlageninvestitionen blieben unverändert, während die schwerer planbaren Ausgaben für Akquisitionen geringer ausfielen als im Vorjahr.
ZIELERREICHUNG 2010 UND ZIELE 2011
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| Ziel 2010 | Ist 2010 | Ziel 2011 | |
|---|---|---|---|
| Umsatz | > 1.150 Mio. € | 1.261,4 Mio. € | + 15% |
| Auftragseingang | > 1.185 Mio. € | 1.642,2 Mio. € | +5% |
| EBIT | Deutliche Steigerung (2009: 5,7 Mio. €) | 33,7 Mio. € | 3,5 bis 4% EBIT-Marge |
| Finanzergebnis | Geringe Veränderung (2009: -17,9 Mio. €) | -21,2 Mio. € | Verbesserung um 4 bis 5 Mio. € |
| Steueraufwand | Rückgang (2009: 13,5 Mio. €) | 5,4 Mio. € | steuerquote rund 30% |
| Ergebnis nach Steuern | schwarze Null (2009: -25,7 Mio. €) | 7,1 Mio. € | Deutlicher Anstieg |
| Operativer Cashflow | Rückgang (Vorjahr: 95 Mio. €) | 55,4 Mio. € | Leichter Rückgang |
| Nettofinanzstatus (31.12.) | Verschlechterung (2009: +3,0 Mio. €) | +23,6 Mio. € | Leichte Nettofinanzverschuldung |
| Liquidität (31.12.) | 80 Mio. € | 252,3 Mio. € | Rückgang |
| Investitionen* | 20 Mio. € | 22,2 Mio. € | Anstieg |
* In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
WESENTLICHE FÜR DEN GESCHÄFTSVERLAUF URSÄCHLICHE EREIGNISSE
Großen Einfluss auf unseren Geschäftsverlauf hatten im Jahr 2010 die weltweite Konjunkturerholung sowie der Anstieg der Automobilproduktion, der mit 23,5% deutlich stärker ausfiel als das gesamtwirtschaftliche Wachstum. Besonders in China, Indien und Brasilien bestellte die Automobilindustrie neue Maschinen und Anlagen. Dies kam uns in besonderem Maße zugute, da wir in diesen Märkten sehr stark vertreten sind. Aber auch in Westeuropa und Nordamerika verbesserte sich die Nachfrage. Während sich der Auftragseingang in unserem Anlagenbaugeschäft bereits am Jahresbeginn auf hohem Niveau bewegte, legte das Maschinenbaugeschäft erst im zweiten Halbjahr deutlich zu.
GESCHÄFTSVERLAUF DER DÜRR AG
Das nach HGB ermittelte Ergebnis der Dürr AG wird im Wesentlichen durch den Geschäftsverlauf und die Ergebnisse der verbundenen Unternehmen geprägt.
Die operative Führungsgesellschaft des Unternehmensbereichs Paint and Assembly Systems, die Dürr Systems GmbH, ist mit der Dürr AG über einen Ergebnisabführungsvertrag verbunden. Im Berichtsjahr führte die Dürr Systems GmbH einen Gewinn in Höhe von 41,2 Mio. € ab (2009: Verlustübernahme in Höhe von 19,1 Mio. €). Im Vorjahr hatte die Dürr Systems GmbH freie Rücklagen in Höhe von 58,0 Mio. € ausgeschüttet.
Im Zuge des Ergebnisabführungsvertrags zwischen der Dürr AG und der Carl Schenck AG wurden im Jahr 2010 8,0 Mio. € (2009: 21,4 Mio. €) an die Dürr AG abgeführt. Dabei handelt es sich um die kumulierten Ergebnisse der operativen Führungsgesellschaften der Geschäftsbereiche Balancing and Assembly Products (Schenck RoTec GmbH) und Cleaning and Filtration Systems (Dürr Ecoclean GmbH).
Der Ausweis der Positionen "Bestandsveränderung" und "Aufwendungen für bezogene Leistungen" resultiert wie schon im Vorjahr aus der Aktivierung von Kosten für das Standortprojekt Campus. Im Zuge des Projekts erstellte die Dürr AG als Generalübernehmer diverse Neubauobjekte am Standort Bietigheim-Bissingen. Im Geschäftsjahr 2010 wurde das Projekt Campus mit der Abnahme und der Abrechnung des zweiten Bauabschnitts des Logistikzentrums abgeschlossen. Hieraus resultiert ein Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge im Vergleich zum Vorjahr. Während 2009 aus der Endabnahme des ersten Campus-Bauabschnitts sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 46,2 Mio. € realisiert wurden, betrugen die sonstigen betrieblichen Erträge aus der Endabnahme des zweiten Bauabschnitts 8,6 Mio. €.
Die Erhöhung der Personalaufwendungen um 1,4 Mio. € auf 6,8 Mio. € (Vorjahr: 5,4 Mio. €) resultiert aus der höheren Tantieme für Mitarbeiter aufgrund des verbesserten Konzernergebnisses.
Das Zinsergebnis blieb mit -17,2 Mio. € stabil. Es enthält Sondereffekte im Zusammenhang mit der Emission einer neuen Anleihe und der vorzeitigen Rückzahlung der bestehenden Anleihe. Im Vorjahr wurden im Zinsergebnis Sonderaufwendungen aufgrund von Änderungsvereinbarungen zu unserem syndizierten Kredit berücksichtigt.
Die ausgewiesenen Ertragsteuern betreffen im Wesentlichen ausländische Quellensteuern (1,6 Mio. €, 2009: 1,3 Mio. €) sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen inländischer Gewerbe- und Körperschaftsteuern (2010: 1,2 Mio. €, 2009: Aufwand von 4,4 Mio. €).
Gegenüber dem Jahr 2009 hat sich das Jahresergebnis der Dürr AG von 34,6 Mio. € auf 29,1 Mio. € vermindert.
Die Verwaltung wird der Hauptversammlung vorschlagen, aus dem Bilanzgewinn von 71.659 Tsd. € eine Dividende von 5.190 Tsd. € für das Geschäftsjahr 2010 auszuschütten und 66.469 Tsd. € auf neue Rechnung vorzutragen. Demnach entfällt auf jede Stückaktie eine Bardividende von 0,30 €.
VERMÖGENSSTRUKTUR DER DÜRR AG
Im Vorjahr enthielt die Vermögensstruktur der Dürr AG noch das Campus-Projekt. Nach Abnahme und Abrechnung beider Bauabschnitte wies die Dürr AG zum 31. Dezember 2010 kein Vorratsvermögen mehr aus.
Die Erhöhung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände ist auf konzerninterne Forderungen aus dem Cash-Pooling zurückzuführen. Der Emissionserlös der zwei Tranchen der neuen Anleihe betrug 225 Mio. €, davon wurden 100 Mio. € zur vorfristigen Tilgung der im Jahr 2004 begebenen Anleihe im Volumen von 100 Mio. € verwendet. Der verbleibende Erlös führte zu einem Anstieg der flüssigen Mittel.
Infolge des Jahresüberschusses erhöhte sich das Eigenkapital zum 31. Dezember 2010 auf 316,4 Mio. €. Der Anstieg der konzerninternen Forderungen und die Erhöhung der flüssigen Mittel resultierten in einer gestiegenen Bilanzsumme. Vor diesem Hintergrund verringerte sich die Eigenkapitalquote auf 43,4% (Vorjahr 51,5%).
Die geringeren Rückstellungen resultieren im Wesentlichen aus dem Verbrauch beziehungsweise der Auflösung von Ertragssteuerrückstellungen und der Begleichung abgegrenzter Zinszahlungsverpflichtungen für die abgelöste Anleihe.
Der Anstieg der Verbindlichkeiten ist überwiegend darauf zurückzuführen, dass der Nominalbetrag der neuen Anleihe 125 Mio. € über dem der zurückgezahlten Anleihe liegt. Darüber hinaus konnten Konzerngesellschaften ihre frei werdende Liquidität bei der Dürr AG anlegen, welche die flüssigen Mittel zur Finanzierung anderer Konzerngesellschaften verwendete.
FINANZSTRUKTUR DER DÜRR AG
Im September und Dezember 2010 platzierte die Dürr AG in zwei Tranchen eine Unternehmensanleihe mit einem Gesamtvolumen von 225 Mio. €. Einen Teil der Emissionserlöse der ersten Tranche nutze die Dürr AG, um am 29. Oktober 2010 die im Jahr 2004 begebene Anleihe in Höhe von 100 Mio. € vorfristig zurückzubezahlen. Darüber hinaus dient die neue Anleihe der langfristigen Finanzierung des Konzerns; für weitere Informationen verweisen wir auf das Kapitel "Finanzwirtschaftliche Entwicklung des Konzerns" (Unterpunkt Finanzierung).
FINANZWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG DES KONZERNS
FINANZ- UND LIQUIDITÄTSMANAGEMENT
Unser zentrales Finanz- und Liquiditätsmanagement verfolgt drei Ziele: Ertrags- und Kostenoptimierung, Transparenz und Risikobegrenzung. Dabei hat die Sicherung ausreichender Liquiditätsreserven Priorität, um unseren Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen zu können (siehe auch Kapitel "Risikobericht des Konzerns"). Die Risikobegrenzung erstreckt sich über alle finanzwirtschaftlichen Risiken, die den Bestand von Dürr gefährden könnten.
Unsere wichtigste Finanzierungsquelle sind die Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit, also der operative Cashflow. Fremdmittel werden in den weitaus meisten Fällen von der Dürr AG aufgenommen und nach Bedarf an die Konzerngesellschaften weitergereicht. Das Liquiditätsmanagement wird ebenfalls von der Dürr AG organisiert. Im Rahmen unseres Cash-Pooling-Systems, an dem die wesentlichen Konzerngesellschaften teilnehmen, werden überschüssige flüssige Mittel konzernintern zur Verfügung gestellt. Eine Ausnahme bilden Länder, in denen der Kapitalverkehr eingeschränkt ist; dort finanzieren sich unsere Gesellschaften vor allem lokal. Das Konzern-Treasury steuert die Anlage der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sorgfältig. Wir arbeiten nur mit Banken guter Bonität zusammen und nutzen ein Limitsystem, um die Risiken mit einzelnen Kontrahenten zu begrenzen. Zum 31. Dezember 2010 betrugen unsere flüssigen Mittel 252,3 Mio. € nach 103,9 Mio. € am Bilanzstichtag des Vorjahres. Der starke Anstieg resultiert vorwiegend aus der Unternehmensanleihe, die wir im September und Dezember 2010 in zwei Tranchen platzierten.
Ein wichtiges Ziel unseres Finanz- und Liquiditätsmanagements ist die Optimierung des Nettoumlaufvermögens (Net Working Capital). Dadurch werden flüssige Mittel freigesetzt und Kennzahlen wie Bilanzstruktur und Kapitalrentabilität optimiert. Bei allen Maßnahmen zur Net-Working-Capital-Optimierung stellen wir sicher, dass das operative Geschäft nicht beeinträchtigt wird. Das Net Working Capital Management ist in den Unternehmens- und Geschäftsbereichen angesiedelt; die Dürr AG als Konzernholding formuliert Vorgaben und kontrolliert die Zielerreichung.
FINANZIERUNG
Der wichtigste Bestandteil unserer Fremdkapitalfinanzierung ist die Unternehmensanleihe über 225 Mio. €. Sie hat eine Laufzeit bis September 2015 und wird effektiv mit 6,83% verzinst. Die Vorgängeranleihe im Volumen von 100 Mio. €, die im Jahr 2004 mit einem Kupon von 9,75% emittiert wurde, haben wir im Oktober 2010 zu einem Kurs von 100,00% vorzeitig zurückgekauft. Neben der Unternehmensanleihe verfügen wir über eine Barkreditlinie von aktuell 80 Mio. € aus unserem syndizierten Kredit (31.12.2009: 180 Mio. €); außerdem bestehen bilaterale Kredite in kleinerem Umfang sowie Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing und gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen. Die Kredite lassen sich in unterschiedlichen Währungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten in Anspruch nehmen. Ferner nutzen wir Geld- und Kapitalmarktinstrumente sowie in geringerem Umfang außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie Forderungsverkaufsprogramme und Operating Leases.
Die Barkreditlinie aus dem syndizierten Kredit haben wir zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen; im Jahresdurchschnitt betrug die Inanspruchnahme lediglich 7,4 Mio. €. Aus den bilateralen Barkreditlinien nahmen wir zum Jahresende 2,0 Mio. € in Anspruch. Das Volumen der Avallinie aus dem syndizierten Kredit belief sich zum 31. Dezember 2010 auf 150 Mio. € (31.12.2009: 220 Mio. €), davon waren 102,6 Mio. € genutzt (31.12.2009: 112,0 Mio. €). Weitere Avallinien im Volumen von 150,0 Mio. € (Vorjahr: 186,6 Mio. €) bestehen bei Kreditversicherern; hier belief sich die in Inanspruchnahme am Jahresende auf 113,0 Mio. € (31.12.2009: 86,3 Mio. €).
FINANZVERBINDLICHKEITEN (31.12)
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| Mio. € | 2010 | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|
| Anleihe | 225,6 | 98,1 | 96,9 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (syndizierter Kredit und bilaterale Kredite) | 2,0 | 1,7 | 20,8 |
| Verbindlichkeiten gegenüber at equity bilanzierten Unternehmen | 1,1 | 1,1 | 1,1 |
| Verbindlichkeiten Finanzierungsleasing | 3,6 | 3,1 | 3,8 |
| Gesamt | 232,2 | 104,0 | 122,6 |
| davon innerhalb eines Jahres fällig | 1,8 | 1,3 | 18,8 |
Die Financial Covenants des syndizierten Kredits haben wir zum Bilanzstichtag 2010 eingehalten. Maßgeblich für die Verzinsung des syndizierten Kredits ist der währungsabhängige und laufzeitkongruente Refinanzierungssatz (EURIBOR, LIBOR) zuzüglich einer Fixmarge. Als Sicherheiten für den syndizierten Kredit dienen Anteile an Tochter- und Enkelgesellschaften sowie weitere Bestandteile des Anlage- und Umlaufvermögens. Die Laufzeit des syndizierten Kredits endet am 30. Juni 2011. Die Verhandlungen über eine Verlängerung beziehungsweise einen neuen Kreditvertrag mit dem Kreditkonsortium kommen gut voran und sollten spätestens im frühen zweiten Quartal 2011 abgeschlossen sein. Detaillierte Informationen zum syndizierten Kredit und zur Unternehmensanleihe enthält der Anhang zum Konzernabschluss unter Textziffer 27.
CASHFLOW DEUTLICH POSITIV
CASHFLOW
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| Mio. € | 2010 | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 12,5 | -12,2 | 46,4 |
| Abschreibungen | 18,0 | 19,9 | 14,4 |
| Zinsergebnis | 21,7 | 18,9 | 29,3 |
| Ertragsteuern | -17,4 | -16,3 | -11,9 |
| Veränderung Rückstellungen | -8,3 | -15,4 | -2,4 |
| Veränderung Net Working Capital | 31,9 | 94,9 | -22,3 |
| Sonstige | -3,1 | 5,6 | -22,6 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | 55,4 | 95,4 | 30,9 |
| Zinszahlungen (netto) | -17,7 | -14,3 | -26,3 |
| Investitionen | -14,8 | -17,4 | -19,1 |
| Free Cashflow | 22,9 | 63,7 | -14,5 |
| Sonstige Zahlungsströme | -2,3 | -26,4 | 41,9 |
| Abbau (+), Aufbau (-) Nettofinanzverschuldung | +20,6 | +37,4 | +27,4 |
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow) war mit 55,4 Mio. € deutlich positiv; erreichte aber nicht den außergewöhnlich hohen Vorjahreswert (95,4 Mio. €). Er profitierte von der deutlichen Ertragsverbesserung, während die Mittelfreisetzung aus dem Net Working Capital mit 31,9 Mio. € geringer ausfiel als im Jahr 2009 (94,9 Mio. €). Allerdings ist zu berücksichtigen, dass der Net-Working-Capital-Abbau im Vorjahr aus dem stark rückläufigen Geschäftsvolumen resultierte. Im Jahr 2010 wirkten sich die hohen Anzahlungen, die wir am Jahresende 2010 von Kunden erhielten, positiv auf das Net Working Capital aus. Die Position "Sonstige" enthält unter anderem Umsatzsteuerzahlungen und Mittelabflüsse für Restrukturierungen.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr 2010 auf -19,5 Mio. € (Vorjahr: -25,8 Mio. €). Neben Erhaltungs- und Ausbauinvestitionen wurde er durch unsere Akquisitionen in der Klebetechnik (Kleinmichel, Rickert) geprägt.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit war mit 105,1 Mio. € deutlich positiv (Vorjahr: -51,3 Mio. €). Ausschlaggebend dafür war die Emission unserer Unternehmensanleihe, durch die uns 226,7 Mio. € zuflossen. Mittelabflüsse resultierten dagegen aus dem Rückkauf der Altanleihe (100,0 Mio. €) und aus Zinszahlungen (19,1 Mio. €).
Der Free Cashflow zeigt, welche Mittel für Dividendenausschüttungen, Aktienrückkäufe und die Rückführung der Nettofinanzverschuldung verbleiben. Neben dem Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit enthält er Zinseinnahmen und Investitionen (im Cashflow aus Investitionstätigkeit enthalten) sowie Zinsausgaben (im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit enthalten). Im Jahr 2010 belief sich unser Free Cashflow auf 22,9 Mio. €. Die größten Einzelpositionen in den "Sonstigen Zahlungsströmen" sind die Mittelabflüsse aufgrund der Akquisitionen (6,8 Mio. €) sowie Zahlungen für das Finanzierungsleasing. Durch den hohen Free Cashflow konnten wir unseren Nettofinanzstatus weiter verbessern, zum Jahresende 2010 erreichte diese Position +23,6 Mio. €.
STEUERUNGSGRÖSSEN: EBIT, OPERATIVER CASHFLOW, FREE CASHFLOW UND ROCE
Die wichtigsten Größen für die Unternehmens- und Bereichssteuerung bei Dürr sind EBIT, Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow), Free Cashflow und ROCE (EBIT zu Capital Employed). Im Jahr 2010 haben sich alle diese steuerungsgrößen besser entwickelt als erwartet (siehe auch Kapitel "Gesamtaussage des Vorstands"): Das EBIT stieg von 5,7 Mio. € auf 33,7 Mio. €, während sich der ROCE von 1,6% auf 9,4% verbesserte. Der operative Cashflow und der Free Cashflow gingen mit 55,4 Mio. € (Vorjahr: 95,4 Mio. €) beziehungsweise 22,9 Mio. € (Vorjahr: 63,7 Mio. €) zwar zurück, fielen mit Blick auf die starke Ausweitung des Geschäftsvolumens im Jahr 2010 jedoch sehr zufriedenstellend aus. Lässt man die Net-Working-Capital-Veränderungen in beiden Perioden außer Acht, waren operativer Cashflow und Free Cashflow im Jahr 2010 höher als 2009.
Trotz des höheren Geschäftsvolumens blieb das Capital Employed, also das gebundene Kapital, zum 31. Dezember 2010 mit 356,7 Mio. € im Vorjahresvergleich unverändert. Mit Blick auf das Ergebnis stufen wir 2010 als Übergangsjahr ein: Nach dem schweren Konjunktureinbruch ist das EBIT zwar wieder deutlich gestiegen, aber noch nicht auf das Vorkrisenniveau zurückgekehrt. Daher konnten wir im Jahr 2010 auch noch keinen positiven Economic Value Added (EVA) erzielen. Die finanzielle Messgröße EVA zeigt den Wert, den ein Unternehmen in einem Geschäftsjahr generiert oder vernichtet, und wird wie folgt berechnet:
EVA = NOPAT - (WACC x Capital Employed)
| ― | NOPAT = Net Operating Profit After Taxes / EBIT nach fiktiven Steuern |
| ― | WACC = Weighted Average Cost of Capital / Gewichteter Kapitalkostensatz |
| ― | Capital Employed (gebundenes Kapital): Das Capital Employed berücksichtigt alle Aktiva ohne die liquiden Mittel, vermindert um die nicht zinstragenden Verbindlichkeiten auf der Passivseite. |
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| WACC1 : | Anteil Eigenkapital (88,58%) x Eigenkapitalkosten (8,76%) + Anteil Fremdkapital (11,24%) x Fremdkapitalkosten (4,20%) x (1 - Steuersatz (29,83%)) = 8,10% |
| Eigenkapitalkosten: | Risikoloser Zins (3,0%) + Risikoprämie (5,0%) x Betafaktor (1,15) = 8,76% |
UNTERNEHMENSWERT
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| 2010 | 2009 | 2008 | ||
|---|---|---|---|---|
| Capital Employed (31.12.) | Mio. € | 356,7 | 356,3 | 432,1 |
| ROCE (31.12.) | % | 9,4 | 1,6 | 16,8 |
| NOPAT | Mio. € | 23,6 | 4,0 | 52,8 |
| Gewichteter Kapitalkostensatz (WACC) | % | 8,10 | 8,08 | 7,58 |
| EVA | Mio. € | -5,3 | -24,8 | 20,0 |
1 Die Ermittlung des WACC erfolgt gemäß IAS 36 auf Basis der Parameter unserer Peer Group, also ohne Berücksichtigung der Kapitalstruktur des Dürr-Konzerns. Dagegen wird in der Literatur zur Ermittlung des WACC für Unternehmensbewertungen üblicherweise das gewogene arithmetische Mittel aus Eigenkapital und Fremdkapital der Gesellschaft herangezogen.
Der ROCE von Paint and Assembly Systems verbesserte sich deutlich auf 28,2% (Vorjahr: 4,8%), während Measuring and Process Systems 3,5% erreichte (Vorjahr: 4,4%). Besonders im vierten Quartal 2010 konnten beide Bereiche deutliche Zuwächse erzielen: Paint and Assembly Systems erreichte im Schlussquartal einen annualisierten ROCE von 50,8%, während Measuring and Process Systems 11,9% auswies. Der Renditeunterschied zwischen den Unternehmensbereichen resultiert vor allem aus dem starken Ertragsanstieg und der geringen Kapitalbindung des Unternehmensbereichs Paint and Assembly Systems, der 2010 auch einen positiven EVA erzielte. Wir berechnen und analysieren die ROCE- und Capital-Employed-Kennziffern auch für alle sechs Geschäftsbereiche, um Geschäftssteuerung und Mittelallokation zu optimieren.
BILANZ: NETTOFINANZSTATUS WEITER VERBESSERT
BILANZKENNZAHLEN
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| 2010 | 2009 | 2008 | ||
|---|---|---|---|---|
| Nettofinanzstatus (31.12.) | Mio. € | 23,6 | 3,0 | -34,4 |
| Nettofinanzverbindlichkeiten zu EBITDA | - | - | 0,4 | |
| Gearing (31.12.) | % | -8,0 | -1,0 | 9,2 |
| Nettoumlaufvermögen (NWC) (31.12.) | Mio. € | 27,3 | 57,4 | 151,8 |
| Days Working Capital | Tage | 7,8 | 19,2 | 34,1 |
| Days Sales Outstanding | Tage | 112,2 | 108,9 | 100,3 |
| Anlagendeckungsgrad (31.12.) | % | 69,1 | 66,6 | 77,0 |
| Vermögensdeckungsgrad (31.12.) | % | 140,1 | 111,0 | 122,4 |
| Anlagenintensität (31.12.) | % | 38,0 | 46,8 | 40,8 |
| Liquidität ersten Grades (31.12.) | % | 44,4 | 22,3 | 15,5 |
| Liquidität zweiten Grades (31.12.) | % | 113,3 | 91,7 | 96,8 |
| Eigenkapitalquote (31.12.) | % | 26,3 | 31,1 | 31,4 |
| Bilanzsumme (31.12.) | Mio. € | 1.216,5 | 968,1 | 1.088,0 |
Das höhere Geschäftsvolumen, der starke Anstieg der erhaltenen Anzahlungen und die Emission unserer Anleihe bewirkten, dass die Bilanzsumme zum 31. Dezember um 248,4 Mio. € beziehungsweise 25,7% auf 1.216,5 Mio. € wuchs. Auf der Aktivseite verzeichneten wir vor allem Zuwächse bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (+68,7 Mio. €) sowie bei den flüssigen Mitteln (+148,4 Mio. €). Letztere waren geprägt von dem Mittelzufluss aus der Anleiheemission und dem Rückkauf der Altanleihe aus dem Jahr 2004. Das Net Working Capital reduzierte sich um 30,1 Mio. € auf 27,3 Mio. €, da die erhaltenen Anzahlungen, die in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen enthalten sind, stärker zunahmen als die Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Zum Bilanzstichtag betrug das Net Working Capital nur 2,2% des Umsatzes (31.12.2009: 5,3%). Die Days Working Capital, also die Umschlagdauer des Working Capital, erreichten mit acht Tagen einen neuen Tiefstwert. Dagegen bewirkte der starke Forderungsanstieg, dass sich die Umschlagdauer der Forderungen (Days Sales Outstanding) auf 112 Tage verlängerte.
LANG- UND KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE (31.12.)
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| Mio. € | 2010 | % der Bilanzsumme | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 316,1 | 26,0 | 308,2 | 302,1 |
| Sachanlagen | 91,2 | 7,5 | 88,8 | 89,0 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 55,0 | 4,5 | 55,6 | 52,4 |
| Langfristige Vermögenswerte | 462,3 | 38,0 | 452,6 | 443,5 |
| Vorräte | 73,8 | 6,1 | 62,5 | 77,9 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 392,0 | 32,2 | 323,3 | 443,8 |
| Liquide Mittel | 252,3 | 20,7 | 103,9 | 84,4 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 36,0 | 3,0 | 25,8 | 38,4 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 754,1 | 62,0 | 515,5 | 644,5 |
Die aus Unternehmenskäufen entstandenen Geschäfts- oder Firmenwerte (Goodwill) betrugen am Bilanzstichtag 281,7 Mio. € und machten damit 60,9% der langfristigen Vermögenswerte aus. Der leichte Anstieg um 10,4 Mio. € gegenüber dem Jahresende 2009 resultiert vorwiegend aus den Akquisitionen von Kleinmichel und Rickert sowie aus der Erstkonsolidierung von UCM. Weitere Informationen zu den immateriellen Vermögenswerten enthält Textziffer 17 im Anhang zum Konzernabschluss. Maschinen, Gebäude und andere Gegenstände des Sachanlagevermögens haben bei Dürr eine vergleichsweise untergeordnete Bedeutung.
EIGENKAPITAL (31.12.)
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| Mio. € | 2010 | % der Bilanzsumme | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|---|
| Gezeichnetes Kapital | 44,3 | 3,6 | 44,3 | 44,3 |
| Sonstiges Eigenkapital | 268,9 | 22,1 | 250,6 | 290,0 |
| Eigenkapital Aktionäre | 313,2 | 25,7 | 294,9 | 334,3 |
| Nicht beherrschende Anteile | 6,2 | 0,5 | 6,5 | 7,1 |
| Eigenkapital mit Anteilen in Fremdbesitz | 319,4 | 26,3 | 301,4 | 341,4 |
Das Eigenkapital erhöhte sich zum Jahresende 2010 um 18,0 Mio. € auf 319,4 Mio. €. Neben dem Jahresüberschuss von 7,1 Mio. € trugen dazu vor allem erfolgsneutral erfasste Währungsgewinne von 14,4 Mio. € bei, die bei der Umrechnung von Bilanzpositionen entstanden. Infolge der Bilanzausweitung lag die Eigenkapitalquote mit 26,3% unter dem Vorjahresniveau (31.12.2009: 31,1%).
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wuchsen zum 31. Dezember 2010 um 108,8 Mio. € auf 439,7 Mio. €. Dies resultiert vorwiegend aus dem starken Anstieg der passivisch ausgewiesenen Kundenanzahlungen (+72,7 Mio. €), die zum Bilanzstichtag mit 273,2 Mio. € ein außergewöhnlich hohes Niveau erreichten. Allerdings wird sich dieser Wert durch die Abwicklung mehrerer Großaufträge im ersten Halbjahr 2011 wieder verringern. Auf der Aktivseite stehen den passivisch ausgewiesenen Anzahlungen korrespondierende zukünftige Forderungen aus Fertigungsaufträgen gegenüber. Die ausschließliche Betrachtung der passivisch ausgewiesenen Anzahlungen führt daher zu Fehlinterpretationen. Der Saldo aus künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen und erhaltenen Anzahlungen belief sich zum 31. Dezember 2010 auf -51,5 Mio. €. Dieser Betrag, mit dem unsere Kunden in Summe in Vorleistung getreten sind, wird zukünftig abfließen. über die Zusammensetzung der künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen sowie der erhaltenen Anzahlungen informiert Textziffer 20 des Anhangs zum Konzernabschluss.
KURZ- UND LANGFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN (31.12.)
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| Mio. € | 2010 | % der Bilanzsumme | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|---|
| Finanzverbindlichkeiten (einschl. Anleihe) | 232,3 | 19,1 | 104,0 | 122,6 |
| Rückstellungen (einschl. Pensionen) | 103,6 | 8,5 | 107,5 | 117,5 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 439,6 | 36,1 | 330,9 | 372,2 |
| davon erhaltene Anzahlungen | 273,2 | 22,5 | 200,5 | 157,3 |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | 2,7 | 0,2 | 7,9 | 15,7 |
| Sonstige Verbindlichkeiten (einschl. latente Steuern, Rechnungsabgrenzungsposten) | 118,9 | 9,8 | 116,4 | 118,6 |
| Gesamt | 897,1 | 73,7 | 666,7 | 746,6 |
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich um 41,3 Mio. € auf 330,9 Mio. €. Während die darin enthaltenen Kundenanzahlungen um 43,2 Mio. € stiegen, sanken die Verbindlichkeiten bei Lieferanten deutlich um 84,5 Mio. €.
VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR (31.12.)

ZEITWERTE ENTSPRECHEN WEITGEHEND DEN BUCHWERTEN
In der Regel bilanzieren wir die Buchwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten, dabei werden Niederstwerttests berücksichtigt. Langfristige Fertigungsaufträge weisen wir gemäß der Percentage-of-Completion-Methode (POC-Methode) aus. Derivative Finanzinstrumente, zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zu Zeitwerten ermittelt. Erläuterungen zur Buchwertermittlung bei Finanzinstrumenten enthält Textziffer 6 im Anhang zum Konzernabschluss. Auf der Passivseite unterschreiten die Bilanzansätze der Verbindlichkeiten die Zeitwerte in zwei Fällen: bei der Anleihe und bei den Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing. Die Differenz beträgt insgesamt 17,0 Mio. € (31.12.2009: 7,6 Mio. €; Textziffer 32 im Anhang zum Konzernabschluss). Auf der Aktivseite entsprechen die Buchwerte den Zeitwerten.
INVESTITIONEN UNTER VORJAHRESWERT
Aufgrund unseres niedrigen Eigenfertigungsanteils ist der Bedarf an Sachinvestitionen bei Dürr vergleichsweise gering. Auch der Kapazitätsausbau in den Emerging Markets ist wenig kapitalintensiv, da vor allem Ausgaben für die Einstellung, Schulung und Einarbeitung neuer Mitarbeiter anfallen.
Im Jahr 2010 bewegten sich die Investitionen in Sachanlagen mit 11,2 Mio. € auf dem Niveau der Vorjahre. Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte sanken im Jahr 2010 um 3,9 Mio. € auf 11,0 Mio. €. Ein größerer Teil dieser Position entfiel auf den Goodwill, der im Zuge der Akquisitionen von Rickert und Kleinmichel aktiviert wurde. Im Vorjahr enthielten die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte die Kosten, die für die Anpassung des Vertrags zu unserem syndizierten Kredit anfielen. Der Großteil dieser Kosten wurde allerdings bereits im Vorjahr aktiviert. Die Investitionen in Software-Lizenzen und andere Rechte lagen im Jahr 2010 auf Vorjahresniveau. Bei Abschreibungen von 21,9 Mio. € (Vorjahr: 22,6 Mio. €) ergibt sich im Konzern eine Investitionsdeckung von 98,6% (Vorjahr: 84,6%).
INVESTITIONEN*
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| Mio. € | 2010 | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|
| Investitionen in Sachanlagen | 11,2 | 11,8 | 10,8 |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte | 11,0 | 14,9 | 13,5 |
| Investitionen in Finanzanlagen | 1,0 | 5,3 | 0,0 |
| Abschreibungen** | 21,9 | 22,6 | 14,4 |
* Gemäß den IFRS weichen die Investitionen (Akquisitionen) in dieser Übersicht von den Angaben in der Cashflow-Rechnung ab.
** Inklusive außerplanmäßiger Abschreibungen und Zuschreibungen
LIQUIDITÄTSENTWICKLUNG

Vor allem der hohe operative Cashflow und der Mittelzufluss aus der Anleiheemission bewirkten, dass sich die liquiden Mittel zum 31. Dezember 2010 um 148,4 Mio. € auf 252,3 Mio. € erhöhten. Der Free Cashflow, die flüssigen Mittel sowie die Kredit- und Avallinien sollten unseren Finanzierungsbedarf im Jahr 2011 problemlos abdecken. 2011 belaufen sich die Zahlungsverpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen (Operating Lease) auf 19,6 Mio. €, hinzu kommen 0,8 Mio. € aus Finanzierungs-Leasingverträgen und 5,0 Mio. € aus anderen finanziellen Verpflichtungen (zum Beispiel Einkaufskontrakte). Fälligkeiten aus Finanzverschuldung stehen 2011 nicht an.
AUSSERBILANZIELLE FINANZIERUNGSINSTRUMENTE UND VERPFLICHTUNGEN
Insgesamt haben sich die außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente und Verpflichtungen im Jahr 2010 nur geringfügig verändert. Die künftigen Mindestzahlungen aus Operating-Leasing-Verträgen beliefen sich zum Jahresende 2010 auf 121,1 Mio. € und lagen damit leicht unter dem Wert des Vorjahresstichtags (127,9 Mio. €). Eine Aufstellung enthält Textziffer 37 im Anhang zum Konzernabschluss. Wir führen selektiv Forderungsverkäufe durch (Forfaitierung, Factoring, Negoziierung), um die Mittelbindung zu reduzieren. Zum Jahresende 2010 lag das Factoring-Volumen bei 12,1 Mio. €, während die Negoziierungstransaktionen 13,0 Mio. € erreichten (Vorjahr: 11,9 Mio. € und 0 Mio. €). Wie bereits im Vorjahr nahmen wir keine Forfaitierungen vor. Zu den außerbilanziellen Verpflichtungen zählen auch die Verbindlichkeiten aus sonstigen Dauerschuldverhältnissen in Höhe von 9,9 Mio. € (31.12.2009: 16,4 Mio. €).
Einige außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente verkürzen die Bilanzsumme und verbessern bestimmte Kapitalkennziffern. ihr Gesamtumfang steht bei Dürr in einem angemessenen Verhältnis zum Geschäftsvolumen. Die mit Abstand größte außerbilanzielle Finanzierungsposition stellen die Operating-Leasing-Verträge dar. Hätten wir die geleasten Anlagegüter gekauft, wäre die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2010 um rund 10% gestiegen und die Eigenkapitalquote um rund 2,4 Prozentpunkte gesunken. In diesem Fall hätte sich auch die Ergebniszusammensetzung geändert: Das EBIT wäre in etwa um den Betrag gestiegen, um den sich das Zinsergebnis verschlechtert hätte.
Die zum 31. Dezember 2010 in Anspruch genommenen Avale in Höhe von 262,2 Mio. € (31.12.2009: 182,1 Mio. €) umfassen im Wesentlichen Kreditgarantien und -bürgschaften und stellen keine außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente dar.
MITARBEITER DES KONZERNS
Im Jahr 2010 wuchs die Belegschaft des Konzerns um 3,6% auf 5.915 Personen (31.12.2009: 5.712). Diese Zahl enthält 74 Mitarbeiter der akquirierten Unternehmen Kleinmichel, Rickert und UCM, die 2010 erstkonsolidiert wurden. Auf vergleichbarer Basis, also ohne Akquisitionen, stieg die Mitarbeiterzahl um 2,3%. Zum Vergleich: im Vorjahr hatten wir die Stammbelegschaft vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise um 7% reduziert. Ohne Berücksichtigung der Akquisitionen haben wir die Mitarbeiterzahl im Jahr 2010 ausschließlich in den Emerging Markets erhöht. Mit einem Plus von 16,5% vergrößerte sich die Belegschaft dort deutlich auf 1.613 Personen, was einem Anteil von mittlerweile 27,3% an der Konzernbelegschaft entspricht. Das Gros der Neueinstellungen nahmen wir im Boom-Markt China vor, wo die Mitarbeiterzahl um knapp ein Drittel auf 713 Personen wuchs. In Brasilien betrug der Anstieg ebenfalls ein Drittel, in Indien 3% und in Mexiko 13%. Außerhalb der Emerging Markets blieb der Personalstand mit 4.302 Mitarbeitern praktisch konstant (31.12.2009: 4.328 Mitarbeiter). In Deutschland reduzierte sich die Mitarbeiterzahl zum Jahresende 2010 um 38 auf 2.931 Personen.
MITARBEITER NACH UNTERNEHMENSBEREICHEN (31.12)
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| 2010 | 2009 | 2008 | ||
|---|---|---|---|---|
| Paint and Assembly Systems | 3.424 | 57,9% | 3.283 | 3.595 |
| Measuring and Process Systems | 2.444 | 41,3% | 2.381 | 2.499 |
| Corporate Center | 47 | 0,8% | 48 | 49 |
| Gesamt | 5.915 | 100,0% | 5.712 | 6.143 |
MITARBEITER NACH REGIONEN (31.12)
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| 2010 | 2009 | 2008 | ||
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 2.931 | 49,6% | 2.969 | 3.059 |
| Sonstige europäische Länder | 1.045 | 17,7% | 1.051 | 1.177 |
| Nord- / Zentralamerika | 616 | 10,4% | 598 | 826 |
| Südamerika | 143 | 2,4% | 112 | 121 |
| Asien /Afrika /Australien | 1.180 | 19,9% | 982 | 960 |
| Gesamt | 5.915 | 100,0% | 5.712 | 6.143 |
WEITERBILDUNG UND PERSONALENTWICKLUNG
Die Qualifikation und das Engagement unserer Mitarbeiter sind entscheidend für den Erfolg von Dürr. Daher haben wir auch im Jahr 2010 ein umfassendes Weiterbildungsprogramm angeboten. Bei den 755 Gruppen- und Einzeltrainings, die an diversen Standorten stattfanden, zählten wir 5.062 Teilnahmen (Vorjahr: 632 Trainings, 3.487 Teilnahmen). In Deutschland nutzten wir im ersten Halbjahr 2010 auch die noch laufende Kurzarbeit für gezielte Weiterbildungsmaßnahmen. Das Schulungsbudget pro Mitarbeiter betrug rund 450 €. Besonders gefragt waren Kurse in den Bereichen SAP-Anwendung, Konstruktionssoftware und Sprachen. Für den Schlüsselbereich Projektmanagement haben wir den Trainingsbaustein "Internationale Projekte führen" neu konzipiert und erfolgreich eingesetzt. Großen Anklang fanden auch unsere College-Programme in der Lackieranlagen-, Applikations- und Auswuchttechnik. Dabei präsentieren Dürr-Spezialisten ihren Kollegen aus anderen Abteilungen und Geschäftsbereichen aktuelle Arbeitsthemen und neueste Erkenntnisse. Auch über die College-Veranstaltungen hinaus setzen wir auf das Prinzip "Mitarbeiter schulen Mitarbeiter". Dies gewährleistet einen hohen Praxisbezug, unterstützt die Wissensstreuung und senkt die Kosten für externe Referenten. Mitarbeiter, die Spezialkenntnisse an Kollegen weitergeben wollen, können einen Grundkurs in Didaktik absolvieren und das Zertifikat "Dürr-Fachtrainer" erwerben. Derzeit sind im Konzern 86 Fachtrainer im Einsatz (Vorjahr: 73).
Im Rahmen des Dürr-Führungskompetenzmodells, das im Jahr 2008 eingeführt wurde, haben wir zusammen mit den Teilnehmern zahlreiche Weiterentwicklungsmaßnahmen umgesetzt. Dazu gehören Coachings zur Persönlichkeitsentwicklung, Methodentrainings und internationale Managementkurse. Zudem haben wir das Gesundheitsprogramm für unsere Führungskräfte neu konzipiert.
AUSBILDUNG UND HOCHSCHULMARKETING
Konzernweit haben sich im Jahr 2010 82 Auszubildende und 47 Studenten Dualer Hochschulen (DH) auf ihr Berufsleben vorbereitet. Auszubildende können bei uns die Berufe industriekaufmann, industriemechaniker, Mechatroniker oder Technischer Zeichner erlernen. DH-Studenten haben die Möglichkeit, ihre Praxisphasen in den Fachrichtungen industrie, Mechatronik, Maschinenbau, Elektrotechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen zu durchlaufen. Zudem entsenden wir alle unsere DH-Studenten für drei bis fünf Monate an einen Dürr-Auslandsstandort.
Im Jahr 2010 wurden in Zusammenarbeit mit Dürr 19 Bachelor- und Masterarbeiten angefertigt. 74 Praktikanten - davon neun im Ausland - konnten einen Einblick in die Welt des Maschinen- und Anlagenbaus nehmen; weitere 26 Werkstudenten haben uns regelmäßig oder projektbezogen unterstützt.
Um vielversprechende Absolventen zu gewinnen, haben wir uns auf mehreren Hochschulmessen präsentiert. Im Wettbewerb um qualifizierte Nachwuchskräfte setzen wir mit Erfolg auf die Argumente Vergütung, Karriere und Technologieführerschaft. Immer stärker betonen wir auch die Vorteile bei der Work-Life-Balance, zum Beispiel flexible Arbeitszeiten, Langzeit-Arbeitskonten oder Kita-Plätze für Mitarbeiterkinder. Die Auszeichnung als "Top-Arbeitgeber Automotive", die wir im Jahr 2010 erhielten, bestätigt diesen Ansatz (mehr dazu im Kapitel "Nachhaltigkeit").
VERGÜTUNG VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
Der Deutsche Corporate Governance Kodex empfiehlt, über die Vergütung der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat im Corporate Governance Bericht zu informieren. Dagegen sieht das Handelsgesetzbuch diese Angaben im Lagebericht und im Anhang des Konzernabschlusses vor (§§ 315 und 314 HGB). Die Angaben in den folgenden Absätzen erfüllen die Offenlegungspflichten nach § 315 HGB.
NEBENTÄTIGKEITEN
Die Mitglieder des Vorstands gehen außer den unter Textziffer 40 des Anhangs zum Konzernabschluss genannten Mandaten keinen weiteren Nebentätigkeiten nach. Sie halten auch keine wesentlichen Beteiligungen an anderen Unternehmen. Kein Mitglied von Vorstand und Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2010 von der Dürr AG Kredite oder Vorschüsse erhalten.
VERGÜTUNGSSYSTEM FÜR DEN VORSTAND
Der Personalausschuss des Aufsichtsrats überprüft das Vergütungssystem für den Vorstand in regelmäßigen Abständen und formuliert Vorschläge für das Plenum. Der Aufsichtsrat diskutiert die Empfehlungen des Ausschusses ausführlich und fasst auf dieser Basis seine Beschlüsse. Wichtige Gradmesser, um die Angemessenheit der Vergütung zu bewerten, sind die Aufgaben des Gesamtvorstands und der Einzelmitglieder, die persönlich erbrachte Leistung, das wirtschaftliche Umfeld sowie der Erfolg und die Perspektiven des Unternehmens. Auch die Gehaltsentwicklung in anderen Unternehmen berücksichtigt der Aufsichtsrat bei der Festlegung der Vergütung.
Die Hauptversammlung hat im Jahr 2006 beschlossen, die Vorstandsvergütung nicht individualisiert auszuweisen. Dieser so genannte Opting-out-Beschluss ist für fünf Jahre bindend, läuft also im Geschäftsjahr 2011 aus. Im Geschäftsjahr 2010 betrugen die Gesamtbezüge des Vorstands der Dürr AG 2.251 Tsd. € (Vorjahr: 1.602 Tsd. €). An frühere Mitglieder des Vorstands wurden Pensionsbezüge in Höhe von 811 Tsd. € bezahlt (Vorjahr: 803 Tsd. €).
Personalausschuss und Plenum des Aufsichtsrats haben sich intensiv mit dem Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsbezüge (VorstAG) befasst, das im August 2009 in Kraft getreten ist. Im März 2010 wurden die Verträge von Ralf Dieter und Ralph Heuwing an die Vorgaben des VorstAG angepasst. Beide Anstellungsverträge enthalten nun zusätzlich so genannte Long Term und Short Term Incentives, also langfristige und kurzfristige Vergütungskomponenten, sowie einen Selbstbehalt bei der Versicherung für Haftungsfälle. Das neue Vergütungssystem wurde bei beiden Mitgliedern des Vorstands im Jahr 2010 erstmals angewandt.
Die Vergütung des Vorstands setzt sich aus erfolgsunabhängigen und erfolgsabhängigen Bestandteilen zusammen. Die erfolgsunabhängige Vergütung besteht aus dem festen Jahresgehalt (Fixum), das in gleichen monatlichen Raten ausgezahlt wird, und aus Sachbezügen, bei denen es sich im Wesentlichen um die vom Unternehmen versteuerte Dienstwagennutzung handelt.
Die erfolgsabhängige Vergütung besteht aus den Long Term und Short Term Incentives; darüber hinaus sind Sondervergütungen möglich. Als Short Term Incentive (STi) erhalten die Mitglieder des Vorstands einen vereinbarten Anteil des Konzernergebnisses vor Steuern eines jeden Geschäftsjahres, wobei der Auszahlungsbetrag eine Höchstgrenze nicht überschreiten darf. Maßgeblich für die Gewährung der Long Term Incentives (LTI) sind die Kursentwicklung der Dürr-Aktie und die durchschnittliche EBIT-Marge des Konzerns in einem LTI-Zeitraum von drei Jahren. Im Rahmen des LTI-Konzepts wird pro Jahr eine festgelegte Anzahl an virtuellen Dürr-Aktien, so genannte Performance Share Units, ausgegeben. Im Jahr 2010 erhielten die Mitglieder des Vorstands insgesamt 46.500 Performance Share Units. Der Auszahlungsbetrag am Ende der dreijährigen LTI-Laufzeit ergibt sich aus der Multiplikation der Anzahl der Performance Share Units mit einem Aktienkurs-Multiplikator und einem EBIT-Multiplikator. Die Höhe des Aktienkurs-Multiplikators entspricht dem Durchschnitt der Schlusskurse der Dürr-Aktie an den letzten 20 Börsentagen vor der Hauptversammlung der Dürr AG nach Ablauf der dreijährigen LTI-Laufzeit. Die Höhe des EBIT-Multiplikators wird bestimmt durch die durchschnittliche EBIT-Marge des Konzerns während der dreijährigen LTI-Laufzeit. Wie bei den Short Term Incentives besteht auch für die LTI-Auszahlung eine Höchstgrenze.
Neben dem Vorstand sind auch die 16 weiteren Mitglieder des obersten Führungskreises (Dürr Management Board) berechtigt, an unserem LTI-Programm teilzunehmen. Eine wesentliche Voraussetzung für die Teilnahme ist der Erwerb einer individuell definierten Anzahl von DürrAktien aus eigenen Mitteln; diese Aktien müssen über die gesamte Laufzeit des Programms gehalten werden.
Der Aufsichtsrat kann mit den Vorstandsmitgliedern Ziele zur strategischen Weiterentwicklung des Unternehmens vereinbaren und bei erfolgreicher Umsetzung eine zusätzliche Sondervergütung gewähren. Auch bei außerordentlichen Leistungen und Erfolgen eines Vorstandsmitglieds ist eine Sondervergütung möglich. Ralf Dieter erhielt für das Geschäftsjahr 2010 eine Sondervergütung für die Auftragserfolge des Konzerns, Ralph Heuwing wurde eine Sondervergütung für die erfolgreiche Anleiheemission gewährt.
Ein weiterer Vergütungsbestandteil ist der arbeitgeberfinanzierte Beitrag für die Altersversorgung. Dieser Beitrag wird in unser "VORaB"-Programm ("Vorsorge aus Bruttogehalt") einbezahlt. Dabei handelt es sich um ein betriebliches Altersvorsorgeinstrument, das in Form einer aufgeschobenen Vergütung als Pensionszusage ausgestaltet ist. Ferner wurden für beide Mitglieder des Vorstands Unfall- und Risikolebensversicherungen abgeschlossen.
VORSTANDSVERGÜTUNG 2010 (NACH NEUEM VERGÜTUNGSSYSTEM)
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| Erfolgsunabhängig | Erfolgsabhängig | Altersversorgung | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Tsd. € | Fixum | Sachbezüge | LTI | STI | Sonder- Vergütung | Arbeitgeberfinanzierter Beitrag |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 2010 | 700 | 44 | 276* | 350 | 730 | 151 |
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| in Tsd. € | Gesamt |
| --- | --- |
| 2010 | 2.251 |
* zurückgestellter Betrag, der auf dem Aktienkurs zum 31. Dezember 2010 basiert
VORSTANDSVERGÜTUNG 2009 (NACH ALTEM VERGÜTUNGSSYSTEM)
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| Erfolgsunabhängig | Erfolgsabhängig | Altersversorgung | |||
|---|---|---|---|---|---|
| in Tsd. € | Fixum | Sachbezüge | Tantieme | Arbeitgeberfinanzierter Beitrag | Gesamt |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| 2009 | 700 | 43 | 639 | 220 | 1.602 |
Die Vorstandsverträge werden bei Dienstantritt zunächst für drei Jahre abgeschlossen. Bei Verlängerung des Vertragsverhältnisses wird meist die gesetzlich mögliche Verlängerung auf insgesamt fünf Jahre gewählt. Die Dienstverträge beider Mitglieder des Vorstands haben eine Laufzeit von fünf Jahren.
Im März 2010 hat der Aufsichtsrat Herrn Dieter, dessen Vertrag am 31. Dezember 2010 auslief, für fünf weitere Jahre zum Vorsitzenden des Vorstands bestellt. Die Laufzeit des neuen Dienstvertrags von Herrn Dieter begann am 1. Januar 2011 und endet am 31. Dezember 2015. Der Vertrag mit Herrn Heuwing endet am 13. Mai 2012.
Beide Mitglieder des Vorstands verfügen im Fall einer Change of Control, also bei Übernahme von mehr als 50% der Stimmrechte der Dürr AG, über eine Option auf Weiterbeschäftigung sowie über ein Eigenkündigungsrecht. Letzteres räumt den Vorstandsmitgliedern die Möglichkeit ein, innerhalb von fünf Monaten nach Bekanntgabe der Übernahme ihr Amt niederzulegen und den Dienstvertrag zu kündigen. Wird das Eigenkündigungsrecht ausgeübt, besteht ein Anspruch auf die Auszahlung von maximal drei Jahresvergütungen - wie im Deutschen Corporate Governance Kodex vorgesehen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags vergütet werden darf
GESCHÄFTSVERTEILUNG IM VORSTAND SEIT 1. JANUAR 2011
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| Ralf Dieter (Vorsitzender) | Ralph Heuwing (Finanzvorstand) | |
|---|---|---|
| Unternehmensbereiche /operative Verantwortung | ■ Paint and Assembly Systems ■ Measuring and Process Systems | ■ Clean Technology systems ■ Dürr Consulting |
| Zentralfunktionen | ■ Unternehmenskommunikation | ■ Finanzen/Controlling |
| ■ Personal (Arbeitsdirektor) | ■ Investor Relations | |
| ■ Forschung & Entwicklung | ■ Risikomanagement | |
| ■ Qualitätsmanagement | ■ Recht/Patente | |
| ■ Interne Revision | ■ Informationstechnologie | |
| ■ Corporate Compliance | ■ Global Sourcing |
VERGÜTUNGSSYSTEM FÜR DEN AUFSICHTSRAT
§ 15 der Satzung der Dürr AG regelt die Vergütung des Aufsichtsrats; den Text finden Sie auf www.durr.de unter Investor Relations/Corporate Governance/Satzung. Um das Vergütungssystem anzupassen, bedarf es einer Satzungsänderung durch die Hauptversammlung.
Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats beliefen sich im Jahr 2010 auf 394 Tsd. € (Vorjahr: 358 Tsd. €). Eine Übersicht zur individuellen Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder enthält Textziffer 40 im Anhang zum Konzernabschluss. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten neben dem Ersatz ihrer Auslagen eine feste Vergütung von 15.000 € pro Jahr sowie ein Sitzungsgeld von 500 € je Sitzung. Zudem erhalten sie eine variable Vergütung in Höhe von 0,4 vom Tausend des ausgewiesenen Konzernergebnisses vor Steuern. Die Höchstgrenze für diese variable Vergütung beträgt 25.000 €. Die feste Vergütung wird am Geschäftsjahresende zur Zahlung fällig. Der Vorsitzende erhält das Dreifache, die stellvertretenden Vorsitzenden das Eineinhalbfache der Gesamtvergütung eines einfachen Mitglieds. Die Mitgliedschaft im Prüfungsausschuss wird mit 7.500 € pro Jahr vergütet, der Vorsitzende dieses Ausschusses erhält das Zweifache dieser Vergütung. Die Vergütung für Mitglieder des Personalausschusses beträgt 5.000 € pro Jahr, der Vorsitzende erhält das Eineinhalbfache. Die Mitgliedschaft im Nominierungsausschuss wird mit 2.500 € pro Sitzung vergütet, im Falle des Vorsitzenden mit dem Eineinhalbfachen. Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat nur während eines Teils des Geschäftsjahres angehört haben, erhalten eine zeitanteilige Vergütung. Dasselbe gilt für die Mitgliedschaft in den Ausschüssen.
ERFOLGSABHÄNGIGE VERGÜTUNG FÜR WEITERE ANGESTELLTE
Die Vergütung der außertariflich bezahlten Mitarbeiter setzt sich aus dem Jahresgrundgehalt und einer erfolgsabhängigen Tantieme zusammen. Die Höhe der Tantieme hängt einerseits davon ab, in welchem Maße individuell vereinbarte Ziele erreicht wurden; andererseits ist sie an die Höhe des Konzernergebnisses gekoppelt. In den meisten Fällen beträgt die Tantieme zwischen 5 und 10% des Grundgehalts. Die tariflich bezahlten Mitarbeiter in Deutschland erhalten eine Erfolgsbeteiligung, sofern das Konzernergebnis einen definierten Wert übersteigt. Für die Jahre 2010 und 2009 wurden keine Erfolgsbeteiligungen ausbezahlt.
WEITERE ANGABEN ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG BEI DÜRR3
VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
Der Vorstand ist das Leitungsorgan der Dürr AG. Er führt die Geschäfte, formuliert die Strategie und setzt sie in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat um. Seine Arbeit hat sich stets am Interesse und an den geschäftspolitischen Grundsätzen des Unternehmens zu orientieren. In regelmäßigen Abständen berichtet der Vorstand dem Aufsichtsrat umfassend über Geschäftsverlauf, Strategie und Risiken. Eine vom Aufsichtsrat formulierte Geschäftsordnung bestimmt die Ressortzuständigkeiten, die Modalitäten der Beschlussfassung und weitere Aspekte der Vorstandsarbeit.
Der Aufsichtsrat der Dürr AG berät und überwacht den Vorstand. Gemäß dem deutschen Mitbestimmungsgesetz konstituiert er sich paritätisch aus zwölf Mitgliedern. Die sechs Vertreter der Anteilseigner werden von den Aktionären auf der Hauptversammlung gewählt, während die sechs Arbeitnehmervertreter von den Mitarbeitern der deutschen Dürr-Standorte gewählt werden. Herrscht bei Abstimmungen im Aufsichtsrat Stimmengleichheit, zählt das Votum des Vorsitzenden doppelt. Besonders eilbedürftige Beschlüsse kann der Aufsichtsrat in einem schriftlichen Umlaufverfahren fassen. Dies war im Jahr 2010 ein Mal der Fall: bei der Zustimmung zum Erwerb der Helmuth Rickert GmbH und deren Tochtergesellschaft I.N.T. Rickert GmbH im Mai. Der Aufsichtsrat wird alle fünf Jahre neu gewählt. Die nächsten turnusgemäßen Wahlen der Anteilseignervertreter finden auf der kommenden Hauptversammlung am 6. Mai 2011 statt; die Arbeitnehmervertreter werden turnusgemäß am 6. April 2011 neu gewählt. Scheidet ein Mitglied des Aufsichtsrats vor Ablauf seiner Amtszeit aus und steht kein bereits gewähltes Ersatzmitglied zur Verfügung, wird gerichtlich ein Nachfolger bestellt. Gerichtlich bestellte Vertreter der Anteilseigner müssen sich auf der folgenden Hauptversammlung zur Wahl stellen.
Der Aufsichtsrat der Dürr AG hat aus seiner Mitte vier Ausschüsse gebildet. Sie bereiten Beschlüsse und Themen vor, über welche die Ausschussvorsitzenden anschließend im Plenum berichten.
3 Die vollständige Erklärung zur Unternehmensführung finden sie unter www.durr.com/de/investor/corporate-governance/.
| ― | Der Personalausschuss, der auch als Präsidium fungiert, ist vor allem für Fragen der Bestellung und Vergütung der Vorstandsmitglieder zuständig und bereitet die entsprechenden Plenumsbeschlüsse vor. |
| ― | Der Prüfungsausschuss befasst sich hauptsächlich mit den Themen Rechnungslegung, Risikomanagement, internes Kontrollsystem und interne Revision. Außerdem kontrolliert er die Compliance, also die Einhaltung interner und externer Regeln durch den Vorstand. Der Ausschuss prüft den Konzern- und Jahresabschluss und bereitet die damit verbundenen Plenumsbeschlüsse vor. |
| ― | Der Vermittlungsausschuss tritt zusammen, sollte es im Aufsichtsrat zu Meinungsverschiedenheiten bei der Bestellung oder Abberufung von Vorstandsmitgliedern kommen. Bei Dürr musste dieser Ausschuss noch nie einberufen werden. |
| ― | Der Nominierungsausschuss schlägt dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten für die Wahl der Anteilseignervertreter durch die Hauptversammlung vor. Unter dem Stichwort Diversity berücksichtigt er dabei, dass im Aufsichtsrat weibliche Mitglieder und Personen mit Auslandserfahrung vertreten sein sollen. |
Mit Ausnahme des Nominierungsausschusses, der aus drei Vertretern der Anteilseigner besteht, setzen sich alle Ausschüsse paritätisch aus vier Mitgliedern zusammen.
HAUPTVERSAMMLUNG
Die Hauptversammlung ist das Forum für die Generaldebatte zwischen Aktionären, Vorstand und Aufsichtsrat. Zudem können die Anteilseigner ihr Stimmrecht ausüben. Im Vorfeld informiert die Tagesordnung über die Beschlussanträge - beispielsweise zu Gewinnverwendung oder Kapitalmaßnahmen. Den Vorsitz führt der Aufsichtsratsvorsitzende.
TRANSPARENZ
Den Informationsbedürfnissen der Kapital- und Finanzmärkte genügen wir mit einer umfassenden, konsistenten und zeitnahen externen Kommunikation. Über den Geschäftsverlauf informieren wir im Geschäftsbericht, in den Quartals- und Halbjahresfinanzberichten, in Pressemitteilungen und Ad-hoc-Meldungen sowie auf Presse- und Telefonkonferenzen. Sämtliche Meldungen, Berichte und Präsentationen veröffentlichen wir unter www.durr.de. Für Fragen steht unsere Investor-Relations- und Presseabteilung zur Verfügung.
RECHNUNGSLEGUNG UND ABSCHLUSSPRÜFUNG
Wir erstellen unsere Konzernabschlüsse nach den international Financial Reporting Standards (IFRS). Der Abschlussprüfer - seit mehreren Jahren die Ernst & Young GmbH - wird auf Vorschlag des Aufsichtsrats von der Hauptversammlung bestellt. Er prüft den vom Vorstand aufgestellten Konzernabschluss, bevor dieser vom Aufsichtsrat geprüft und gebilligt und spätestens 90 Tage nach dem Bilanzstichtag veröffentlicht wird. Gemäß Ziffer 7.2.3 des Corporate Governance Kodex ist vereinbart, dass der Abschlussprüfer den Aufsichtsratsvorsitzenden unverzüglich informiert, falls er bei der Prüfung Erkenntnisse erlangt, die für die Arbeit des Aufsichtsrats wesentlich sind. Auch über eventuelle Abweichungen von der Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz soll der Prüfer den Aufsichtsrat unterrichten. Bevor das Prüfungsmandat erteilt wird, versichert der Abschussprüfer dem Aufsichtsrat seine Unabhängigkeit.
ARBEITSWEISE VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT BEI DÜRR
Der Vorstand der Dürr AG besteht aus zwei Mitgliedern. Dies erhöht Tempo und Effektivität der Kommunikations-, Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse. Der Vorstand arbeitet eng mit dem Management der Unternehmens- und Geschäftsbereiche zusammen und wird auf Holding-Ebene durch die Fachabteilungen der Dürr AG unterstützt.
Der Vorstandsvorsitzende Ralf Dieter führt das operative Geschäft in Abstimmung mit den Bereichsleitern. Er steht an der Spitze des Vertriebs und vertritt Dürr auf den Entscheidungsebenen der Kunden. Auch Finanzvorstand Ralph Heuwing ist eng in die operativen Entscheidungen eingebunden.
Auf Konzernebene gibt es bei Dürr drei internationale Führungskreise: An erster Stelle steht der oberste Führungskreis (Dürr Management Board), dem der Vorstand sowie verschiedene Top-Management-Vertreter aus dem Konzern angehören. Unterhalb des Dürr Management Boards existieren die Senior Executive Group, der in erster Linie Geschäftsführer der operativen Gesellschaften angehören, und die weiter gefasste Senior Management Group.
KONTROLLE
Nach § 6 der Satzung der Dürr AG entscheidet der Aufsichtsrat über Größe und Besetzung des Vorstands. Er hat eine Geschäftsordnung für den Vorstand erlassen, die einen Katalog zustimmungsbedürftiger Geschäfte und einen Geschäftsverteilungsplan enthält. In den Aufsichtsratssitzungen nimmt der Vorstand schriftlich und mündlich zu den einzelnen Tagesordnungspunkten Stellung und beantwortet Fragen. Die Themen, zu denen ein schriftlicher Beschluss gefasst werden soll, werden den Mitgliedern des Aufsichtsrats 14 Tage vor der Sitzung zugestellt, eine ausführliche schriftliche Unterlage nebst Beschlussantrag folgt spätestens eine Woche vor der Sitzung. Am Sitzungstag finden zunächst getrennte Vorgespräche der Arbeitnehmer- und Anteilseignervertreter statt, dabei steht der Vorstand für Erläuterungen zur Verfügung. Auch außerhalb der Sitzungen tauscht sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats regelmäßig mit dem Vorstand aus.
AKTIENBESITZ UND DIRECTORS' DEALINGS
Der Aufsichtsratsvorsitzende Heinz Dürr hält über die Heinz Dürr GmbH und die Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH 31,6% der Anteile an der Dürr AG (Stand: Februar 2011). Die ATON GmbH, die im Aufsichtsrat durch Dr. Günter Fenneberg vertreten wird, war Mitte Februar 2011 im Besitz von unter 10% der Aktien. Weitere 0,13% der Aktien werden von anderen Mitgliedern des Aufsichtsrats gehalten. Der Vorstand der Dürr AG verfügt in Summe über 1,3% der Anteile an der Dürr AG, auf Ralf Dieter entfallen 0,4%, auf Ralph Heuwing 0,9%. Meldepflichtige Wertpapiergeschäfte veröffentlichen wir gemäß § 15a WpHG umgehend nach Eingang der Mitteilung unter www.durr.de.
MELDEPFLICHTIGE TRANSAKTIONEN MIT DÜRR-AKTIEN IM JAHR 2010
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| Käufer/ Verkäufer | Außerbörslicher Wertpapierkauf | Wertpapierkauf in XETRA | Außerbörslicher Wertpapierverkauf | Verlängerung Wertpapierdarlehen (Darlehensnehmerin außerbörslich) | Stückpreis in € | Stückzahl |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Heinz Dürr GmbH | 07.01.2010 | 16,626 | 17.000 | |||
| Heinz Dürr GmbH | 26.01.2010 | 15,00 | 40.000 | |||
| Heide Dürr | 26.01.2010 | 15,00 | 40.000 | |||
| Heinz Dürr GmbH | 06.04.2010 | 17,00 | 120.000 | |||
| Heinz Dürr GmbH | 25.05.2010 | 16,91 | 57.000 | |||
| Heinz Dürr GmbH | 22.06.2010 | 600.000 | ||||
| Dr. Günter Fenneberg | 28.12.2010 | 23,34 | 215 | |||
| Dr. Günter Fenneberg | 28.12.2010 | 23,35 | 3.049 | |||
| Heinz Dürr GmbH | 29.12.2010 | 23,60 | 50.000 | |||
| Dr. Günter Fenneberg | 30.12.2010 | 23,70 | 736 |
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| Käufer/ Verkäufer | Gesamtwert in € |
|---|---|
| Heinz Dürr GmbH | 282.642,00 |
| Heinz Dürr GmbH | 600.000,00 |
| Heide Dürr | 600.000,00 |
| Heinz Dürr GmbH | 2.040.000,00 |
| Heinz Dürr GmbH | 963.870,00 |
| Heinz Dürr GmbH | |
| Dr. Günter Fenneberg | 5.018,10 |
| Dr. Günter Fenneberg | 71.194,15 |
| Heinz Dürr GmbH | 1.180.000,00 |
| Dr. Günter Fenneberg | 17.443,20 |
RISIKOBERICHT DES KONZERNS
Risiken sind ein grundlegender Bestandteil jedes unternehmerischen Handelns. Drei Grundsätze gelten für unser Chancen- und Risikomanagement: Bei allen Geschäften, die wir eingehen, müssen die Chancen klar überwiegen; rein spekulative Transaktionen jeder Art sind strikt untersagt; unser Handeln muss nicht nur geltendem Recht, sondern auch ethischen und moralischen Standards genügen.
Unser Risikomanagement ist standardisiert und konzernweit gültig. Dies stellt sicher, dass alle Risiken systematisch, einheitlich und konzernübergreifend analysiert und bewertet werden. Die dadurch geschaffene Risikotransparenz hilft uns bei der Auswahl geeigneter Steuerungs- und Gegenmaßnahmen. Entsprechende Instrumente sind auf jeder Managementebene im Konzern etabliert.
STANDARD-RISIKOMANAGEMENTPROZESS
Der Standard-Risikozyklus startet bei Dürr halbjährlich von Neuem und besteht aus neun Stufen. Im Zentrum steht die Risikoinventur durch das Management der operativen Einheiten. Dabei werden die Einzelrisiken ermittelt, den 15 definierten Risikofeldern zugeordnet (Grafik Risikofelder bei Dürr) und mithilfe von Risikostrukturblättern bewertet. Die Bewertung der Einzelrisiken gliedert sich in drei Schritte: Zuerst wird ermittelt, welche maximale Auswirkung ein Risiko auf das Konzern-EBIT haben kann. Diesen Wert bezeichnen wir als Bruttorisiko. Danach beurteilen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos und schließlich die Effektivität möglicher Gegenmaßnahmen. Je geringer die Eintrittswahrscheinlichkeit und je höher die Maßnahmenwirksamkeit, desto stärker verringert sich das EBIT-Risiko. Aus dieser Prüfung ergibt sich ein rechnerisches Nettorisiko, das wir auch als tatsächliches Risikopotenzial bezeichnen. Die Addition aller einzelnen Risikopotenziale ergibt das Gesamtrisiko des Konzerns. Dieses wiederum lässt sich in spezifische Risiken der Geschäftsbereiche und übergreifende Konzernrisiken unterteilen.
Das Ergebnis des halbjährlichen Risikozyklus ist der Konzernrisikobericht, der einen Überblick über alle Einzelrisiken und die Gesamtrisikosituation des Konzerns bietet. Die Risikoberichte werden zunächst in den verschiedenen Managementgremien und im Vorstand diskutiert; darauf folgt eine Analyse durch den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats, der seine Erkenntnisse anschließend im Aufsichtsratsplenum präsentiert.
Über dringliche Risiken werden Vorstand und Geschäftsbereichsleiter unverzüglich unterrichtet. Für die Durchführung des Standardrisikoprozesses sind die Risikomanager des Konzerns und der Geschäftsbereiche verantwortlich; bei ihnen handelt es sich um die Leiter der jeweiligen Controlling-Abteilungen. Zudem sind die interne Revision und die Risikomanager aller Landesgesellschaften eng eingebunden. Generell hat die Systematisierung des Risikomanagements die Risikokultur im Konzern positiv beeinflusst: Die Sensibilität für mögliche Gefahren ist in den vergangenen Jahren gestiegen; beim Eintritt von Risiken wird schneller und offener kommuniziert und gegengesteuert.
RISIKOFELDER BEI DÜRR

OPERATIVES RISIKOMANAGEMENT IN DER AUFTRAGSABWICKLUNG
Die Auftragsabwicklung ist der wichtigste Prozess bei Dürr. Operativen Risiken in diesem Bereich begegnen wir mit speziellen Instrumenten und Funktionen:
| ― | Das Projektcontrolling prüft kontinuierlich und im Detail, ob Planung und tatsächlicher Projektverlauf übereinstimmen. So können wir bei Abweichungen vom Zeitplan, vom Liefer- und Leistungssoll und von der Kosten- und Erlöskalkulation unverzüglich gegensteuern. |
| ― | Die Projektmanager steuern die Auftragsabwicklung vor allem mit Blick auf Qualität, Termine und Budget. Dazu tauschen sie sich regelmäßig mit dem Projektcontrolling aus. |
| ― | Alle Projekte im Konzern werden nach den Standards des Dürr-Projektmanagement-Handbuchs abgewickelt. Weitere Instrumente, die Status und Risiken von Projekten transparent machen, sind Chancen-Risiken-Checklisten, die Projektmanagement-Software Dürr Projects und unser konzernweites ERP-System, das durchgängige Prozesse sicherstellt. |
| ― | Mit dem Center of Excellence Project Management (Bietigheim-Bissingen) betreiben wir eine interne Dienstleistungs- und Trainingsabteilung für das Projektmanagement. Sie entwickelt konzernweite Standards und vermittelt diese in Schulungen an die Projektmanager. |
| ― | Das Change and Claim Management überwacht gemeinsam mit Projektcontrolling und -management Auftragsänderungen, die Kunden in laufenden Projekten vornehmen, und macht eventuelle Zusatzkosten geltend. Außerdem werden etwaige Gewährleistungsansprüche geprüft. |
RICHTLINIE FÜR DAS FINANZRISIKOMANAGEMENT
Den Umgang mit Fremdwährungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken haben wir in einer gesonderten Richtlinie geregelt. Zentrales Organ ist das Finanzrisiko-Komitee, das sich aus dem Finanzvorstand, den Leitern von Konzern-Controlling und Konzern-Treasury sowie den Finanzverantwortlichen der Geschäftsbereiche zusammensetzt. Dieses Gremium befasst sich mit finanzstrategischen Fragen und bereitet entsprechende Vorstandsbeschlüsse vor.
ABSICHERUNG VON FREMDWÄHRUNGSRISIKEN
In Projekten mit Fremdwährungsrisiken sichern wir bei Auftragseingang den Umsatzteil ab, der über die Kosten in lokaler Währung hinausgeht. Im Regelfall gehen wir für jedes Einzelprojekt ein separates Sicherungsgeschäft ein (Micro Hedge). Im Standardmaschinen- und Ersatzteilgeschäft, das durch kleinere Auftragsvolumina geprägt ist, vereinbaren wir auch Macro Hedges für mehrere Projekte, um den Transaktionsaufwand gering zu halten. Um Fremdwährungsrisiken zentral zu begegnen, ist üblicherweise das Konzern-Treasury der Dürr AG für Hedging-Geschäfte zuständig.
ABSICHERUNG VON ZINSRISIKEN
Im Rahmen des Zinsrisikomanagements überwachen wir alle zinstragenden und zinsreagiblen Bilanzpositionen. Um Risiken frühzeitig zu erkennen, nehmen wir regelmäßige Zinsanalysen vor. Fremdfinanzierung, Anlage und Zinssicherung liegen in der Verantwortung des Konzern-Treasury; Ausnahmen bedürfen der Genehmigung durch den Finanzvorstand.
Absicherung von Liquiditätsrisiken
Bei der Unternehmenssteuerung achten wir besonders auf die Generierung flüssiger Mittel aus dem operativen Geschäft. Aber auch in Phasen mit negativen Cashflows - etwa bei steigendem Net-Working-Capital-Bedarf - stehen durch unsere Fremdfinanzierung ausreichend freie Mittel zur Verfügung. Bitte beachten Sie dazu auch die Erläuterungen zur Konzernfinanzierung im Kapitel "Finanzwirtschaftliche Entwicklung des Konzerns". Als Teil unseres Cash-Pooling-Systems decken wir den Liquiditätsbedarf einzelner Gesellschaften durch Überschüsse anderer Konzerntöchter ab. Dies vermeidet zusätzliche Kreditaufnahmen und senkt dadurch den Zinsaufwand. Sowohl das Cash Pooling als auch die externe Liquiditätsbeschaffung werden durch das Konzern-Treasury gesteuert.
WESENTLICHE MERKMALE DES INTERNEN KONTROLLSYSTEMS/RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS FÜR DEN RECHNUNGSLEGUNGSPROZESS
Wir verstehen das interne Kontrollsystem beziehungsweise das Risikomanagementsystem (IKS/RMS) für den Rechnungslegungsprozess als Summe aller Regelungen, Maßnahmen und Verfahren, die als Bestandteil des Risikomanagementsystems die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung mit hinreichender Sicherheit gewährleisten und sicherstellen, dass die Abschlüsse des Konzerns und der Konzerngesellschaften gemäß den IFRS erstellt werden. Die Gesamtverantwortung für das IKS/RMS obliegt dem Vorstand. Er hat im Rahmen des IKS/RMS eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation eingerichtet, die alle organisatorischen und rechtlichen Einheiten des Konzerns abdeckt. Für die Überwachung des IKS/RMS ist die Abteilung interne Revision der Dürr AG zuständig.
Im Zentrum des IKS/RMS für den Rechnungslegungsprozess stehen die folgenden Kontroll- und Sicherungsroutinen:
1. Die Bilanzierungsrichtlinie der Dürr AG regelt den Rechnungslegungsprozess der Einzelgesellschaften und den Konsolidierungsprozess auf Konzernebene. Sie wird von der Abteilung Konzernrechnungswesen kontinuierlich weiterentwickelt und berücksichtigt alle für Dürr relevanten IFRS-Regelungen.
2. Unser ERP-System und das Management-Reporting-Tool führen automatische Kontrollen von Buchungsprozessen durch und prüfen, ob einzelne Sachverhalte in den zutreffenden Bilanzpositionen ausgewiesen werden.
3. Als Teil eines mehrstufigen Validierungsprozesses nehmen wir Stichproben, Plausibilitätschecks und weitere Kontrollen vor. Dabei sind insgesamt fünf Instanzen eingebunden: operative Gesellschaften, Geschäftsbereiche, Unternehmensbereiche, Konzern-Controlling und Konzernrechnungswesen. Die Ergebnisse aller wesentlichen Kontrollen werden systematisch dokumentiert, von der Dürr AG zusammengefasst und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats zugeleitet. Nach eingehender Prüfung der Ergebnisdokumentationen erstattet der Ausschussvorsitzende dem Aufsichtsratsplenum einen ausführlichen Bericht.
Da die Mitarbeiter der Finanzbereiche regelmäßig an Schulungen in den Konzerngesellschaften und an internationalen Gruppentrainings teilnehmen, sind sie jederzeit in der Lage, die an sie gestellten Anforderungen zu erfüllen. Unsere Qualifizierungsmaßnahmen beziehen sich auf die anzuwendenden Rechnungslegungsstandards und Bilanzierungsregeln sowie auf den Umgang mit den eingesetzten Software-Tools.
Um Risiken vorzubeugen, arbeiten wir kontinuierlich an Schwerpunktthemen, die für die Qualität unserer Rechnungslegung entscheidend sind. Im Vordergrund steht die Bilanzierung von Fertigungsaufträgen gemäß der Percentage-of-Completion-Methode (POC). Sie erfordert unter anderem die Abschätzung der insgesamt erwarteten Kosten und Erlöse eines Auftrags. Weitere wesentliche Themen sind der Werthaltigkeitstest des Goodwills und die Zuverlässigkeit der qualitativen Aussagen im Lagebericht und im Corporate-Governance-Bericht.
GESAMTRISIKOSITUATION
Mit dem Abklingen der weltweiten Wirtschaftskrise hat sich die Risikosituation des DürrKonzerns im Jahr 2010 weiter verbessert. Dies belegen die Ergebnisse unserer Konzernrisikoberichte: im Vergleich zur Risikoinventur des ersten Halbjahrs 2010 verringerte sich das Nettorisiko des Konzerns in der zweiten Jahreshälfte um gut 10%. Gegenüber dem Höhepunkt der Krise im ersten Halbjahr 2009 hat sich das Nettorisiko bis Ende 2010 um knapp 40% verringert.
EINZELRISIKEN
RISIKEN INFOLGE DER WIRTSCHAFTSKRISE
Die meisten Risiken, die unmittelbar mit der Wirtschaftskrise verbunden waren, haben im Jahr 2010 abgenommen. Umsatz, Auftragseingang und Ergebnis haben sich deutlich verbessert.
Die Unterauslastung mehrerer Standorte im Jahr 2009 ist einer guten Auslastung gewichen. Dies resultiert aus dem starken Auftragseingang und dem Kapazitätsabbau in Nordamerika und Frankreich. Das Risiko von Forderungsausfällen infolge wirtschaftlicher Probleme bei Kunden hat sich deutlich verringert und lag zum Jahresende 2010 bei weniger als 1 Mio. €. Viele Automobilhersteller erzielten infolge der Kostensenkungsmaßnahmen, die sie während der Krise ergriffen haben, hohe Gewinne und Cashflows.
Wegen des hohen Wettbewerbsdrucks wies der Auftragseingang des Jahres 2009 geringere Margen auf als üblich. Die daraus resultierenden Ergebniseffekte haben wir durch eine straffe Projektsteuerung, Einkaufserfolge und Kostensenkungen in der Auftragsabwicklung begrenzt. Der Großteil der dennoch anfallenden Belastungen schlug sich in der Bruttomarge des zweiten Halbjahres 2010 nieder; in der ersten Jahreshälfte 2011 ist allerdings noch mit einigen Belastungen zu rechnen.
ALLGEMEINE WIRTSCHAFTLICHE RISIKEN UND KAPITALMARKT
Die Weltkonjunktur hat sich nach der Krise insgesamt robust entwickelt. Auch die Prognosen für 2011 und 2012 sind überwiegend positiv. Allerdings könnten verschiedene Risikofaktoren den Erholungskurs beeinträchtigen. Zu nennen sind besonders die anhaltend hohe Arbeitslosenquote in den USA und die ungelösten Probleme auf dem US-Immobilienmarkt. In China und zum Teil auch in anderen Emerging Markets bestehen Inflationsrisiken und die Gefahr einer Überhitzung der Immobilienpreise. Auch die Staatsschuldenkrise in Europa und die damit verbundene Schwankungsanfälligkeit des Euro sind noch nicht ausgestanden.
Generell wirken sich zyklische Konjunkturabschwächungen relativ spät auf das Ergebnis aus, da unser Geschäft in hohem Maße von den langfristigen Investitionsplänen der Automobilindustrie bestimmt wird. Zudem besteht zwischen Auftragseingang und Umsatz in der Regel ein Zeitversatz von zwölf bis 18 Monaten. Unsere ausgewogene internationale Präsenz versetzt uns außerdem in die Lage, regionale Nachfrageschwankungen besser zu kompensieren.
Das Risiko einer feindlichen Übernahme der Dürr AG ist gering, da die Gründerfamilie Dürr mit 31,6% größter Aktionär ist und damit im Regelfall über die Stimmenmehrheit auf der Hauptversammlung verfügt. Über die Change-of-Control-Klauseln im Zusammenhang mit unserer Unternehmensanleihe informieren die Angaben gemäß §§ 289 Abs. 4 und 315 Abs. 4 HGB im Kapitel "Organisation und Tätigkeitsbereiche".
GESETZE, STEUERN, IFRS
Durch die weltweite Verbreitung unseres Geschäfts besteht das Risiko, dass wir Rechtsnormen einzelner Länder nicht ausreichend beachten. Um dem vorzubeugen, arbeiten wir eng mit Experten für das jeweilige nationale Recht zusammen. Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen können unsere Kosten erhöhen und die Absatzchancen verringern. Derzeit sind uns keine neuen Steuer- und Gesetzesvorhaben bekannt, die erhebliche Belastungen mit sich bringen könnten.
Im Geschäftsjahr 2011 führen die deutschen Steuerbehörden bei der Dürr AG und ihren wesentlichen deutschen Tochtergesellschaften die Betriebsprüfungen für die Jahre 2005 bis 2009 durch. Die Ergebnisse könnten zu Steuernachzahlungen führen, allerdings sehen wir hierfür zurzeit keine Anhaltspunkte. Auch in den Auslandsgesellschaften bestehen die üblichen Nachzahlungsrisiken infolge steuerlicher Außenprüfungen.
Aktuellen Ankündigungen zufolge ist zu erwarten, dass das international Accounting Standards Board (IASB) im Jahr 2011 zwei Änderungen der IFRS verabschieden wird, die sich in den kommenden Jahren spürbar auf unser Zahlenwerk auswirken könnten:
| ― | Das IASB plant, dass zukünftig sämtliche Vermögenswerte aus Leasingverträgen durch den Leasingnehmer zu aktivieren sind. Dies hätte eine Erhöhung unserer Bilanzsumme zur Folge; zudem wären auf der Passivseite entsprechende Finanzverbindlichkeiten auszuweisen, was - ohne weiteres Gegensteuern - eine verringerte Eigenkapitalquote nach sich ziehen könnte. Bei Aktivierung sämtlicher Operating-Leasing-Vermögenswerte (Nominalwert der künftigen Mindestzahlungen zum 31.12.2010: 121,1 Mio. €) würde die Eigenkapitalquote 23,9% betragen. Die bisher ausgewiesenen Verschuldungskennziffern würden sich dementsprechend verschlechtern. Durch die Umbuchung des Zinsanteils der Leasingaufwendungen würde sich allerdings das operative Ergebnis um den Betrag verbessern, um den sich dann das Zinsergebnis verschlechtert. |
| ― | Das zweite Änderungsvorhaben bezieht sich auf die Umsatzrealisierung. Nach dem Willen des IASB soll die Bilanzierung von Auftragsfertigungen nach der Percentage-of-Completion-Methode, also gemäß Fertigstellungsgrad, zukünftig nicht mehr möglich sein. Vielmehr sollen Umsatz und Ertrag erst dann erfasst werden, wenn die vertraglich vereinbarte Liefer- und Leistungsverpflichtung erfüllt wurde, also wenn das vereinbarte Gut geliefert beziehungsweise die bestellte Leistung erbracht wurde. Diese Neuregelung könnte bei Dürr dazu führen, dass die Umsatzrealisierung weniger stetig verläuft. Um dem vorzubeugen, bereiten wir entsprechende Anpassungen in zukünftigen Lieferverträgen vor. Sie zielen darauf ab, dass die bestellte Gesamtanlage, beispielsweise eine Lackiererei, nicht mehr in einem Schritt an den Kunden übergeht, sondern dass einzelne Gewerke sukzessive übergeben und abgerechnet werden können. |
MARKT/BRANCHE
Die Investitionszyklen der großen Automobilproduzenten hängen neben der konjunkturellen Entwicklung auch stark von ihrem wirtschaftlichen Erfolg ab. Um Nachfrageschwankungen auszugleichen, pflegen wir regelmäßige Kontakte zu allen wesentlichen Produzenten, auch in Phasen verringerter Investitionen. Das Risiko einer Abhängigkeit von einzelnen Kunden ist in den vergangenen Jahren spürbar zurückgegangen. Nachdem im Jahr 2004 noch 55% des Umsatzes auf unsere fünf größten Kunden entfielen, waren es im Jahr 2010 nur noch 43% (Vorjahr: 44%). Maßgeblich dafür ist nicht zuletzt, dass wir mehr Umsatz in den Emerging Markets generieren und dort auch mit aufstrebenden Automobilherstellern zusammenarbeiten, die unsere Kundenbasis verbreitern. Außerdem setzt sich die Gruppe der fünf größten Kunden von Jahr zu Jahr aus unterschiedlichen Unternehmen zusammen.
Dem Preisdruck in unseren Märkten begegnen wir mit einer Reihe von Maßnahmen.
| ― | Stückkostensenkung: Wir entwickeln gezielt Produkte, die den Kunden niedrigere Stückkosten in der Fertigung ermöglichen. Darauf aufbauend erläutern wir gezielt die langfristigen Gesamtkostenvorteile unserer Anlagen im Gegensatz zu einer reinen Investitionskostenbetrachtung. |
| ― | Design to Budget: Auf Basis einer Grobspezifikation und eines Zielbudgets planen wir Anlagen, die sowohl den Budgetvorstellungen des Kunden als auch unseren Margenansprüchen gerecht werden. |
| ― | LeanLine und Low-Cost-Line: Unter diesen Stichworten entwickeln wir preisgünstige Basisprodukte, mit denen wir auch bei geringen Investitionsbudgets wettbewerbsfähig sind. |
| ― | Kostenoptimierung: Wir passen unsere Kosten permanent an die erzielbaren Preise und das Umsatzvolumen an. Die wichtigste Rolle spielt dabei die Senkung der Beschaffungskosten, aber auch die Personal- und Overhead-Kosten werden regelmäßig analysiert. |
Dem Risiko von Forderungsausfällen wirken wir entgegen, indem wir die Zahlungseingänge von Kunden ohne Investment-Grade-Rating genau überwachen. In kritischen Fällen holen wir Auskünfte ein und beschließen Adressrisikolimite sowie Freigaberegeln. Die Mehrzahl der großen Automobilkonzerne verfügt allerdings über ein Investment-Grade-Rating.
UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE RISIKEN
Die Verlagerung unseres Geschäftsschwerpunkts von den etablierten Märkten in die Emerging Markets birgt naturgemäß Risiken:
| ― | In den Emerging Markets können Kultur- und Sprachbarrieren, unzureichende Informationen über Lieferanten, Kunden und Marktmechanismen sowie spezifische rechtliche und politische Rahmenbedingungen zu Nachteilen führen. |
Da die Personalfluktuation in Ländern wie China oder Indien relativ hoch ist, besteht das Risiko, dass Know-how-Träger das Unternehmen verlassen. Daher verstärken wir die Personalentwicklung in den Emerging Markets, schaffen Anreize durch zusätzliche Sozialleistungen und pflegen eine integrative Unternehmenskultur.
Das Risiko der Produkt- und Markenpiraterie erachten wir für Dürr auch in den Emerging Markets als überschaubar. Unsere Kernprodukte werden ausschließlich in Deutschland gefertigt. Zudem fließen so viel Prozess-Know-how, Erfahrung und Spezialwissen in sie ein, dass sie nur schwer in vergleichbarer Qualität nachzubauen sind. Weitere Schutzmaßnahmen sind Patente sowie langfristige Service-Verträge, die den Austausch von Komponenten gegen verbesserte Nachfolgeprodukte vorsehen. Auch die Tatsache, dass viele Dürr-Produkte qualitätsbestimmend sind und unsere Kunden in diesem Punkt keine Risiken eingehen wollen, schützt uns vor Produktpiraten.
In den Emerging Markets treten wir häufig gegen lokale Low-Cost-Anbieter an. Um dabei wettbewerbsfähig zu bleiben, behaupten wir unseren technologischen Vorsprung durch Produktinnovationen. Zudem treiben wir die Lokalisierung gezielt voran. Darunter verstehen wir zum einen das Local Design, also die Entwicklung standardisierter Low-Cost-Produkte, die den Bedarf der Kunden vor Ort abdecken. Zum anderen erhöhen wir die lokale Wertschöpfung in den Emerging Markets.
Im dynamischen chinesischen Markt müssen wir sicherstellen, dass der Ausbau unserer Kapazitäten mit dem raschen Wachstum des Geschäftsvolumens Schritt hält. Daher vergrößern wir vor Ort sowohl die Stammbelegschaft als auch die Zahl der externen Mitarbeiter; zudem bauen wir derzeit einen neuen, größeren Fertigungsstandort in Schanghai auf.
| ― | In den etablierten Märkten könnte die verringerte Nachfrage zu einer nachhaltigen Volumen- und Preiserosion führen. Daher haben wir unsere Kapazitäten und Kosten in den beiden vergangenen Jahren permanent an die Marktsituation angepasst, besonders in Frankreich und den USA. Zudem könnte das geringere Geschäftsvolumen außerplanmäßige Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen unserer dortigen Gesellschaften erfordern. Darauf haben wir reagiert, indem wir mehrere Standorte zusammengelegt haben, um das Sachanlagevermögen zu reduzieren. Wir schätzen die beschriebenen Risiken in den etablierten Märkten als gering ein, da sich das wirtschaftliche Umfeld und die Automobilproduktionszahlen stabilisiert haben. |
Die weltweite Arbeitsteilung im Konzern, zum Beispiel in Engineering und Produktion, eröffnet uns Kosten- und Auslastungsvorteile. Allerdings birgt sie auch das Risiko von Koordinations- und Kommunikationsproblemen. Daher haben wir unsere Geschäftsprozesse und die IT-Infrastruktur weitgehend harmonisiert, zudem fördern wir den persönlichen Austausch der Mitarbeiter durch internationale Workshops.
Bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder durch Akquisitionen, zum Beispiel Klebetechnik und Feinstreinigungstechnik, besteht das Risiko, dass wir Kundenanforderungen, Ressourceneinsatz oder Wettbewerbssituation falsch einschätzen. Wir erachten dieses Risiko jedoch als beherrschbar, da wir uns auf Bereiche konzentrieren, die an unser Kerngeschäft angrenzen. Außerdem analysieren wir unsere Zielmärkte im Vorfeld genau. Bei Unternehmenszukäufen führen wir eine sorgfältige Due Diligence durch und erarbeiten Integrationspläne, um Akquisitionsrisiken zu umgehen.
Der strategische Ausbau des Geschäfts mit Flugzeugproduktionstechnik birgt spezifische Risiken. Die großen Flugzeughersteller haben sehr lange Investitionszyklen und vergeben weniger Einzelprojekte als die Automobilindustrie. Um dennoch eine dauerhafte Auslastung zu sichern, gewinnen wir systematisch neue Kunden. Zuletzt konnten wir beispielsweise Erstaufträge von Embraer, Lockheed Martin und Bombardier akquirieren, zudem weiten wir unsere Kontakte zu russischen und chinesischen Flugzeugbauern aus. Aufgrund der Komplexität der Flugzeugentwicklung kann es, besonders bei Großprojekten, auch nach der Vergabe von Aufträgen zu technischen Änderungen kommen. Diesem Risiko begegnen wir durch ein systematisches Change and Claim Management, das Mehrkosten beim Kunden geltend macht.
Derzeit sehen wir keine Anzeichen dafür, dass Veränderungen an den Produkten unserer Kunden zu wesentlichen Nachteilen für Dürr führen könnten. Aus heutiger Sicht ist davon auszugehen, dass die Automobilindustrie neben Hybrid- und Elektroantrieben auch langfristig mehrheitlich auf effiziente Verbrennungsmotoren setzt. Daher bestehen in diesem Bereich weiterhin gute Perspektiven für unser Geschäft mit Reinigungs- und Auswuchttechnik. Im Karosseriebau sehen wir trotz des fortgesetzten Leichtbautrends keine grundlegende Abkehr von den Werkstoffen Aluminium und Stahl - was erhebliche Auswirkungen auf unser Lackiertechnikgeschäft hätte. Farbige Bleche dürften sich in der Großserienfertigung nicht durchsetzen, da ihr Einsatz erhebliche Nachteile bei Verarbeitung und Logistik mit sich bringt. Kunst- und Verbundwerkstoffe, die im Zusammenhang mit dem Leichtbau Einzug in den Karosseriebau halten, müssen genauso lackiert werden wie klassische Werkstoffe. Außerdem bietet der Einsatz solcher nicht schweißbarer Materialien Chancen für die Ausbreitung der Klebetechnik im Karosseriebau.
F&E- UND PRODUKTHAFTUNGSRISIKEN
Innovationen können die angestrebte Akzeptanz bei den Kunden verfehlen. Dem beugen wir vor, indem wir den Marktbedarf genau analysieren, Pilotkunden einbinden und nur Produkte mit schnellem Return on Investment für den Kunden entwickeln. Dies senkt auch das Risiko, aktivierte Entwicklungsleistungen außerplanmäßig abschreiben zu müssen.
Dem Risiko, mit neuen Produkten die Schutzrechte Dritter zu verletzen, begegnen wir durch eine sorgfältige Beobachtung der Patentanmeldungen. Produkthaftungsfälle sind in unserem Geschäft selten. Dennoch schließen wir Produkthaftungsversicherungen ab und orientieren uns bei der Produktentwicklung genau an Arbeitsschutzregelungen.
WETTBEWERBSRISIKEN
Derzeit bestehen keine außergewöhnlichen Wettbewerbsrisiken. Zusammenschlüsse von Wettbewerbern sind nicht abzusehen; Konkurrenzprodukte, die unsere Marktstellung bedrohen würden, sind uns nicht bekannt. Weder in China noch in anderen wichtigen Märkten verspüren wir nennenswerte Benachteiligungen zugunsten inländischer Wettbewerber. Eine Abschwächung des Euro gegenüber US-Dollar und chinesischem Yuan kommt uns tendenziell zugute. Ein relativ starker Yen bedeutet einen Vorteil im Wettbewerb mit japanischen Unternehmen.
OPERATIVE RISIKEN
Vor allem bei der Kalkulation langfristiger Projekte besteht die Möglichkeit, dass wir Kosten unzureichend abschätzen. Daher haben wir die Abteilung Global Proposal Assurance eingerichtet, die Projektkalkulationen vor der Angebotsabgabe prüft. Das größte Risiko in der Angebotsphase ist, dass die kalkulierten Einkaufspreise zwischen Abgabe des Angebots und Auftragseingang steigen. Nach Erhalt des Auftrags entfällt dieses Risiko, da wir mit unseren Lieferanten größtenteils Festpreise für die gesamte Projektlaufzeit vereinbaren.
Bei langfristigen Großprojekten kann es zu Mehrkosten kommen, sollten wir Termine oder andere Vereinbarungen nicht einhalten. Auch die technische und logistische Komplexität eines Projekts kann zu Risiken führen. Dies gilt besonders für die Emerging Markets, da dort mehr Unwägbarkeiten bestehen. Daher haben wir die besonderen Erfordernisse der Wachstumsmärkte in unserer Abwicklungsstrategie berücksichtigt. Dazu zählen ein engmaschiges Lieferanten-Monitoring, das Vertrags- und Claim Management sowie regelmäßige Projekt-Reviews.
BESCHAFFUNGSRISIKEN
Beschaffungsrisiken begegnen wir durch Rahmenverträge mit Vorzugslieferanten, die Bündelung von Einkaufsvolumina und ein Materialplanungssystem. Im Zuge der Konjunkturbelebung hat sich die Auslastung vieler Lieferanten verbessert. Dies führt tendenziell zum Steigen der Beschaffungspreise, die während der Krise teils deutlich gesunken waren. Dagegen hat sich das Insolvenzrisiko auf der Lieferantenseite wieder deutlich reduziert. In den Emerging Markets ist nicht auszuschließen, dass einzelne Lieferanten unsere Qualitäts- und Verfügbarkeitsanforderungen nicht erfüllen. Daher überprüfen wir bei kritischen Lieferanten regelmäßig den Auftragsfortschritt; zudem vergrößern wir unseren Lieferanten-Pool gezielt. Um unser geistiges Eigentum zu schützen, geben wir in den Emerging Markets keine anspruchsvollen Konstruktionen an Auftragsfertiger. Aufgrund unserer breiten Lieferantenbasis bestehen keine Abhängigkeitsverhältnisse gegenüber einzelnen Unternehmen. Rahmenverträge über größere Volumina gehen wir nur mit Vorzugslieferanten guter Bonität ein.
PERSONALRISIKEN
Zum Schutz vor Know-how-Verlusten vermeiden wir es, Spezialwissen ausschließlich bei einzelnen Mitarbeitern zu bündeln. Um den Wissenstransfer zu unterstützen, setzen wir auf Dokumentation, interne Schulungen, Patenschaften und andere Instrumente. Das Risiko von Wissensverlusten durch Personalabgänge ist in Deutschland vergleichsweise gering, da die Betriebszugehörigkeit hier mit durchschnittlich mehr als 14 Jahren außergewöhnlich hoch ist. In den Emerging Markets sind wir dagegen einem höheren Fluktuationsrisiko ausgesetzt.
Auslastungsrisiken begegnen wir, indem wir in bestimmten Bereichen externe Zeitarbeitskräfte einsetzen. Dies ist zum Beispiel in der Fertigung und bei einfacheren Konstruktionsarbeiten der Fall.
Die rückläufigen Absolventenzahlen in naturwissenschaftlichen und technischen Studienfächern könnten in Deutschland zu einem Fachkräftemangel führen. Diesem Risiko treten wir mit einer dreigleisigen Strategie entgegen: Know-how-Träger sollen durch eine nachhaltige Karriereplanung im Konzern gehalten werden; auf dem Arbeits- und Absolventenmarkt positionieren wir uns durch ein professionelles Personal- und Hochschulmarketing; Trainees, Studenten an Dualen Hochschulen und Auszubildende werden nach Möglichkeit in feste Arbeitsverhältnisse übernommen.
IT-RISIKEN
Wie jedes Unternehmen sind auch wir IT-Risiken ausgesetzt, zum Beispiel Datenverlust und Computerviren. Daher schützen wir unsere IT-Infrastruktur mit aktuellen Firewall- und Antivirenprogrammen. Zudem bietet unser neues, durchgängig eingeführtes ERP-System höhere Sicherheitsstandards als die Altsysteme. Back-up-Server, redundante Datenleitungen und unterbrechungsfreie Stromversorgungen verringern die Gefahr von Produktivitätsverlusten oder gar Komplettausfällen. Das Risiko von Hacker- und Ausspähungsangriffen erachten wir als branchenüblich.
UMWELT- UND FERTIGUNGSRISIKEN
Wir stufen die Umwelt- und Arbeitssicherheitsrisiken an unseren Produktions- und Entwicklungsstandorten als vergleichsweise gering ein. Dafür sorgt zum einen unsere geringe Fertigungstiefe. Zum anderen setzen wir gesundheits- und umweltschädliche Stoffe nur in begrenztem Rahmen ein, etwa bei Versuchen in der Reinigungs- und Lackiertechnik. Beim Umgang mit Gefahrstoffen beachten wir neben gesetzlichen Regelungen auch interne Richtlinien sowie die Vorgaben der entsprechenden Zertifizierungssysteme.
RECHTLICHE RISIKEN
Das bedeutendste rechtliche Risiko unseres Geschäfts ist die Geltendmachung von Gewährleistungsansprüchen. Bevor wir vertragliche Zusagen abgeben, beispielsweise zur Performance einer Anlage, wägen wir mögliche haftungsrechtliche Konsequenzen genau ab. Ansprüche, die wir nicht erfüllen können, schließen wir aus. Auch Patentstreitigkeiten sind in unserem Geschäft möglich. Derzeit sind wir keinen außergewöhnlichen Rechtsstreitigkeiten ausgesetzt. Bei keinem der anhängigen Verfahren überschreitet der Streitwert einen niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Betrag.
WÄHRUNGS-, ZINS- UND LIQUIDITÄTSRISIKEN
Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken erläutern wir ausführlich im Anhang zum Konzernabschluss unter Textziffer 38. Um Redundanzen zu vermeiden, gehen wir im Lagebericht nur kursorisch darauf ein.
Im Währungsbereich sind vor allem Translationsrisiken zu nennen, die bei der Umrechnung von Fremdwährungspositionen in Euro eintreten können. Wir schätzen dieses Risiko als geschäftsüblich und vergleichsweise gering ein. Noch niedriger ist das Transaktionsrisiko einzustufen, das beim Export von Produkten entstehen kann. Den Großteil der benötigten Güter kaufen wir vor Ort in Landeswährung oder produzieren ihn lokal. Zinsänderungsrisiken sind wir kaum ausgesetzt, da unsere Finanzverschuldung beinahe komplett auf die festverzinsliche Anleihe entfällt.
Außergewöhnliche Liquiditäts- und Verschuldungsrisiken sind aus heutiger Sicht nicht erkennbar. Die Barlinie im Volumen von 80 Mio. €, die uns der syndizierte Kredit einräumt, war zum 31. Dezember 2010 ungenutzt; zudem standen uns flüssige Mittel in Höhe von 252,3 Mio. € zur Verfügung.
Mit der im September und Dezember 2010 begebenen Anleihe haben wir unsere Fremdkapitalfinanzierung komplett auf eine langfristige Basis gestellt. Da die Anleihe erst im September 2015 refinanziert werden muss, unterliegen wir keinem Finanzierungsdruck. Der Vertrag zu unserer Unternehmensanleihe enthält marktübliche Beschränkungen und Verpflichtungen für Dürr als Emittent. Sollten wir dagegen verstoßen, könnte der Anleihebetrag zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen fällig gestellt werden. Sämtliche Anleihebedingungen sind unter www.durr.de einsehbar.
Unser Konsortialkreditvertrag sieht vor, dass wir bestimmte Finanzkennzahlen - so genannte Financial Covenants - einhalten müssen. Für die Financial Covenants, die vierteljährlich ermittelt werden, gilt ein rollierender Berechnungszeitraum von zwölf Monaten. Eine vorzeitige Kündigung des syndizierten Kredits durch das Bankenkonsortium ist nur möglich, falls wir die Covenants nicht einhalten und eine Zweidrittelmehrheit der beteiligten Banken für die Fälligstellung stimmt.
Unser Konsortialkredit läuft zum 30. Juni 2011 aus. Zurzeit stehen wir mit den Banken in konstruktiven Verhandlungen über einen Anschlussvertrag, die spätestens im frühen zweiten Quartal 2011 abgeschlossen sein sollen. Dabei streben wir eine reduzierte Barlinie von 50 Mio. € und eine auf 180 Mio. € erhöhte Avallinie an. Sollten die Verhandlungen wider Erwarten zu keinem Ergebnis führen, besteht das Risiko, dass wir wegen fehlender Avalzusagen auf Aufträge verzichten müssen. Durch unsere Anleihe verfügen wir jedoch über ausreichende finanzielle Reserven.
GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION
Aus heutiger Sicht sind keine bestandsgefährdenden Risiken für den Konzern erkennbar. Vielmehr ist das Gesamtrisikopotenzial seit dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise Mitte 2009 wieder deutlich gesunken. Das wichtigste Einzelrisiko - bezogen auf Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe - stellen mögliche Probleme in der Auftragsabwicklung dar. Die Beschaffungsrisiken haben im Zuge der gesamtwirtschaftlichen Erholung wieder an Bedeutung gewonnen.
RATINGS
Seit September 2010 verzichten wir auf eine Beurteilung unserer Bonität durch Standard & Poor's und Moody's. Wir glauben, dass die Ratings beider Agenturen zu stark vergangenheitsorientiert sind und unsere Zukunftsperspektiven nicht ausreichend berücksichtigen. Außerdem entfallen durch den Verzicht erhebliche Kosten und zeitlicher Aufwand. Anlegern, die sich für Dürr interessieren, bieten wir im Rahmen unserer Investor-Relations-Arbeit ein breites Informationsspektrum.
NACHTRAGSBERICHT DES KONZERNS
NEUER UNTERNEHMENSBEREICH GEGRÜNDET
Zu m 1. Januar 2011 haben wir den neuen Unternehmensbereich Clean Technology Systems gegründet. Damit verfügt der Konzern über drei Unternehmensbereiche statt wie bisher über zwei. Clean Technology Systems wird ab dem ersten Quartal 2011 als berichtspflichtiges Segment in die Konzernabschlüsse der Dürr AG aufgenommen. Der neue Unternehmensbereich, der organisatorisch Finanzvorstand Ralph Heuwing zugeordnet ist, bündelt unser Geschäft mit Umwelt- und Energieeffizienztechnik. Dementsprechend sind ihm zwei Geschäftsbereiche zugeordnet:
| ― | Environmental and Energy Systems betreibt wie bisher unser Geschäft mit Abluftreinigungsanlagen. Dieser Geschäftsbereich war bis zum 31. Dezember 2010 Teil des Unternehmensbereichs Paint and Assembly Systems. Um vollständige Vergleichbarkeit zu gewährleisten, werden wir ab dem ersten Quartal 2011 die Geschäftszahlen von Paint and Assembly Systems für das Jahr 2010 rückwirkend anpassen. Im Geschäftsjahr 2010 erzielte Environmental and Energy Systems mit 180 Mitarbeitern einen Umsatz von 68 Mio. €. |
| ― | Energy Technology Systems ist ein neuer Geschäftsbereich, der für Dürr Aktivitäten im Bereich Energieeffizienz aufbauen wird. In diesem zukunftsträchtigen Technologiesektor planen wir kleinere Akquisitionen, deren Geschäft wir unter dem Dach von Energy Technology Systems weiterentwickeln werden. |
Ausführliche Informationen zur Expansion in der Umwelt- und Energieeffizienztechnik enthält das Kapitel "Strategie". Den nunmehr drei Unternehmensbereichen sind insgesamt sieben Geschäftsbereiche zugeordnet, wie untenstehende Grafik zeigt.
KONZERNSTRUKTUR SEIT 1. JANUAR 2011
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| Management-Holding | Dürr AG | ||
|---|---|---|---|
| Unternehmensbereiche (berichtspflichtige Segmente) | Paint and Assembly Systems | Measuring and Process Systems | Clean Technology Systems |
| Geschäftsbereiche | Paint and Final Assembly Systems | Balancing and Assembly Products | Environmental and Energy Systems |
| Application Technology | Cleaning and Filtration Systems | Energy Technology Systems | |
| Aircraft and Technology Systems |
Weitere Ereignisse, welche die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wesentlich beeinflussten oder beeinflussen könnten, sind zwischen dem Beginn des laufenden Geschäftsjahres und dem 8. März 2011 nicht eingetreten.
PROGNOSEBERICHT DES KONZERNS
CHANCEN
CHANCENMANAGEMENTSYSTEM
Basis für das Chancenmanagement bei Dürr sind die Markteinschätzungen der Geschäftsbereiche. sie analysieren im Dialog mit Kunden, Lieferanten und Partnerunternehmen, welche neuen Einsatzmöglichkeiten sich kurz-, mittel- und langfristig für ihre Technologien eröffnen. Ein wichtiger Ansatzpunkt für die Weiterentwicklung unseres Geschäfts sind Produktinnovationen unserer Kunden. Häufig erfordern neue Produkte auch innovative Produktionsprozesse, bei denen wir unser Know-how einbringen können. Eine wichtige Rolle im Chancenmanagement spielen die F&E-Abteilungen des Konzerns. sie untersuchen Zukunftstrends in der Fertigungstechnik und schätzen ab, welchen Beitrag Dürr leisten kann. Den Themenkomplex Elektromobilität und die Geschäftschancen, die sich daraus für Dürr bieten, analysiert ein spezielles eMobility-Team. Im Austausch mit Hochschulen und Forschungsinstituten untersuchen wir, wie Dürr neue wissenschaftliche Erkenntnisse für zukünftige Produkte nutzen kann. schließlich beobachten wir, inwiefern aus neuen rechtlichen Regelungen, zum Beispiel im Emissionsschutz, Bedarf an neuen Produktionstechnologien erwächst.
Als Holding-Gesellschaft unterstützt die Dürr AG das Chancenmanagement der Geschäftsbereiche in zweifacher Hinsicht: Gemeinsam mit den Geschäftsbereichsleitern analysiert und definiert sie jährlich neue Geschäftschancen im Rahmen der Konzernstrategie; zudem stellt sie Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung.
KONZERNWEITE CHANCEN
| ― | Wachstum in den Emerging Markets: in den Schwellenländern nimmt das Bedürfnis nach individueller Mobilität zu. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, benötigt die Automobilindustrie erhebliche Zusatzkapazitäten in der Fertigung vor Ort. Experten gehen davon aus, dass allein in China die Pkw-Produktionskapazität bis 2015 um rund 1,5 Mio. Einheiten pro Jahr steigen wird. |
| ― | Wiederanziehen des US-Markts: im Jahr 2010 haben wir eine erste Nachfragebelebung im US-Markt verzeichnet, besonders bei Anlagen für die Motorenfertigung. Wir erwarten, dass sich die positive Entwicklung weiter beschleunigt. Maßgeblich dafür sind drei Trends: |
| ― | der steigende US-Automobilabsatz im Zuge der gesamtwirtschaftlichen Belebung, |
| ― | Investitionen ausländischer Automobilhersteller, um Marktanteile zu gewinnen, |
| ― | Investitionen der US-Hersteller zur Absicherung ihres Heimatmarkts. |
| ― | Ausbau des Service-Geschäfts: Unsere Produkte kommen seit vielen Jahren bei allen großen Automobilherstellern und vielen Zulieferern zum Einsatz. Diese breite Installationsbasis bietet eine gute Ausgangsposition für unsere Service-Aktivitäten, zum Beispiel in den Bereichen Modernisierung und energetische Optimierung oder im Ersatzteilgeschäft. |
| ― | Umweltschutz und Energieeffizienz: Energiepreise und Umweltstandards werden langfristig weiter steigen. Daher erwarten wir verstärkte Investitionen in nachhaltige und energiesparende Produktionsprozesse. |
| ― | Weiterentwicklung in der Antriebstechnologie: Der beschleunigte Trend zur Entwicklung noch sparsamerer Verbrennungsmotoren generiert Nachfrage nach innovativer Reinigungs- und Auswuchttechnik. Auch die Elektromobilität bietet uns Chancen, zum Beispiel als Lieferant für automatisierte Batterie-Montagelinien. |
| ― | Aufstrebende Hersteller in der Automobilindustrie: Vor allem in den Emerging Markets verfolgen aufstrebende Automobilhersteller ehrgeizige Expansionspläne. Unabhängig von der Volumenentwicklung des Gesamtmarkts benötigen diese Produzenten zusätzliche Fertigungskapazitäten. |
| ― | Neue Geschäftsfelder: Unsere neuen Geschäftsfelder (Klebetechnik, Feinstreinigungstechnik, Energieeffizienz, Batterie-Montagetechnik) werden wir systematisch ausbauen - durch weitere Akquisitionen und die Nutzung des weltweiten Dürr-Vertriebs- und Service-Netzwerks. |
CHANCEN IN DEN GESCHÄFTSBEREICHEN
| ― | Paint and Final Assembly Systems wird die Lokalisierung in den Emerging Markets fortsetzen und dadurch weitere Kostensenkungspotenziale erschließen. Durch unsere starke Stellung vor Ort werden wir weiterhin von der hohen Nachfrage in China und anderen asiatischen Ländern profitieren. Bereits 2009 und 2010 konnten wir das Gros der in China vergebenen Lackiertechnik-Großaufträge gewinnen. Dies ist eine wichtige Basis für die Akquisition von Folgeprojekten und Service-Aufträgen. Zusätzliche Chancen bieten sich, wenn der US-Markt wieder erstarkt. Auch das Umsatzpotenzial mit energieeffizienter Lackiertechnik wie dem Lackierkabinensystem EcoDryScrubber ist bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Neben dem Neugeschäft stehen hier auch Um- und Nachrüstungen im Blickpunkt. |
| ― | Application Technology wird das Klebetechnikgeschäft vorantreiben und internationalisieren. Auch in der Sealing-Technik bestehen weitere Wachstumspotenziale. Zudem wollen wir den Markt für Kunststofflackiertechnik in China stärker durchdringen und das Geschäft mit japanischen Autoherstellern in Südostasien intensivieren. Die weltweite Vermarktung unserer neuen Zerstäubergeneration EcoBell3 birgt ebenfalls erhebliches Potenzial. |
| ― | Aircraft and Technology Systems plant, das Geschäft mit Flugzeugherstellern aus den BRIC-Staaten und weiteren Emerging Markets auszubauen. Chancen bietet außerdem unsere Kompetenz in der Montage und Lackierung von Flugzeugteilen aus Kohlefaser (CFK). |
| ― | Balancing and Assembly Products will im Auswuchttechnikgeschäft in Asien weiter expandieren. Im Service-Geschäft bieten sich Wachstumschancen mit zusätzlichen Angeboten. In der Prüftechnik steht die Expansion in Asien und im Nutzfahrzeugbereich im Vordergrund. Im Geschäft mit Endmontageprodukten sehen wir vor allem in der Modernisierung bestehender Anlagen Potenziale. |
| ― | Cleaning and Filtration Systems profitiert vom hohen innovationstempo in der Motorenentwicklung und dem entsprechenden Bedarf an modernen Produktionsanlagen. Darüber hinaus soll das Asiengeschäft forciert werden; im Service soll die weltweite Reichweite des Geschäftsbereichs stärker genutzt werden. |
| ― | Environmental and Energy Systems wird verstärkt Lösungen für die Energierückgewinnung anbieten - auch mithilfe von Technologiezukäufen. In der Abluftreinigungstechnik ist weiteres Wachstum in den Fokusbranchen Chemie und Pharma zu erwarten. Chancen ergeben sich außerdem aus der steigenden Nachfrage in China, Südkorea, Brasilien und Indien sowie im Nahen Osten. |
| ― | Energy Technology Systems wird unsere Aktivitäten im Sektor Energieeffizienz vorantreiben. In diesem neuen Geschäftsbereich planen wir Technologiezukäufe. |
AUSBLICK DES KONZERNS
WACHSTUMSPROGNOSE BRUTTOINLANDSPRODUKT
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| Veränderung gegenüber Vorjahr % | 2012 | 2011 |
|---|---|---|
| Welt | 4,2 | 4,0 |
| Eurozone | 1,4 | 1,2 |
| USA | 3,4 | 3,2 |
| China | 8,4 | 8,7 |
| Indien | 8,5 | 8,2 |
| Brasilien | 4,6 | 4,5 |
| Japan | 1,9 | 0,8 |
Quelle: Deutsche Bank 01/2011
EMERGING MARKETS WEITER AUF WACHSTUMSKURS
In den Jahren 2011 und 2012 wird die Weltwirtschaft voraussichtlich um jeweils rund 4% wachsen. Nach wie vor unterstützen die Notenbanken die Märkte mit einer reichlichen Geldversorgung. Die Notenbankzinsen befinden sich weiterhin auf einem relativ niedrigen Niveau, wenngleich es in China und anderen Ländern zu ersten Zinserhöhungen kam. Die Frühindikatoren sollten in den kommenden Monaten eine weitere Erholung signalisieren, die Arbeitslosigkeit hat ihren Höhepunkt in den meisten Ländern überschritten.
Auch 2011 dürften die Volkswirtschaften der Emerging Markets am stärksten wachsen, allen voran China, aber auch Indien und Brasilien. Diese Länder waren von der Finanzkrise nur gering betroffen und weisen maßvolle Staatsverschuldungen auf. In den USA sollte sich der Aufschwung trotz hoher öffentlicher und privater Schulden festigen. Für Europa wird ein moderates Wachstum prognostiziert, da der Sparkurs, den viele Regierungen verfolgen, die wirtschaftliche Dynamik dämpft.
AUTOMOBILPRODUKTION: AUCH 2011 UND 2012 STARKES WACHSTUM
Nachdem die Weltautomobilproduktion 2010 basisbedingt um 23,5% stieg, dürfte sich das Wachstum 2011 voraussichtlich bei 6 bis 7% einpendeln. Für den Automobilabsatz erwarten Experten ähnliche Steigerungsraten. Zu berücksichtigen ist dabei, dass 2011 in Europa und China diverse staatliche Förderprogramme für die Automobilindustrie auslaufen. Dennoch dürfte die Automobilproduktion im laufenden Jahr eine neue Rekordhöhe von rund 75 Millionen Einheiten erreichen. Dazu werden vor allem China, Brasilien, Indien und Osteuropa beitragen, wo erneut mit zweistelligen Wachstumsraten zu rechnen ist. In den USA, dem zweitgrößten Absatzmarkt der Welt, dürfte die Automobilproduktion um 8% zulegen, während sie in Westeuropa weniger stark zunehmen wird. Die Wachstumsunterschiede zwischen den Emerging Markets und den etablierten Märkten werden wahrscheinlich längerfristig Bestand haben.
Im Jahr 2012 dürfte die Automobilproduktion den meisten Studien zufolge abermals um 7 bis 8% zulegen. Nach 2013 wird das langfristige Trendwachstum voraussichtlich rund 5% betragen. Damit läge es aber höher als in der Vergangenheit angenommen.
Anfang 2010 sind die Automobilhersteller von der strikten Ausgaben- und Investitionszurückhaltung abgerückt, die sie während der Krise geübt hatten. Maßgeblich dafür war zum einen die kräftige Absatzbelebung; zum anderen verbesserten sich die Erträge vieler Produzenten sprunghaft. Für 2011 und 2012 erwarten wir deutlich steigende Investitionen der Automobilindustrie, die unser weiteres Wachstum tragen sollten. Ein beträchtlicher Teil dieser Investitionen wird voraussichtlich auf die Modernisierung und Optimierung bestehender Werke entfallen, deren Produktivität angesichts des steigenden Fertigungsvolumens erhöht werden soll.
FLUGZEUGINDUSTRIE IM STEIGFLUG
Die Flugzeugindustrie, die von längerfristigen Investitionszyklen geprägt ist, dürfte 2011 und 2012 eine Aufschwungphase durchlaufen. Die meisten Fluglinien erzielten im Jahr 2010 deutliche Umsatz- und Ertragszuwächse. Die Beförderungs- und Transportzahlen, die eng an die Konjunkturentwicklung gekoppelt sind, könnten in den kommenden Jahren um über 5% p.a. steigen. Infolge der höheren Kapazitätsauslastung dürften auch die Investitionen in neue Flugzeuge steigen, zumal während der Krise viele Vorhaben zurückgestellt wurden.
Die wichtigsten Investitionsmotive unserer Kunden aus dem Flugzeugbau sind Effizienzsteigerungen in der Produktion und die termingerechte Einführung neuer Modelle. Hinzu kommen der Einsatz innovativer Werkstoffe, zum Beispiel Kohlefaser, die Senkung des Treibstoffverbrauchs und die Globalisierung der Produktion. In den kommenden Jahren ist mit verstärkten Ausrüstungsinvestitionen chinesischer und russischer Flugzeughersteller zu rechnen, die gegen die etablierten Produzenten antreten. Davon sollten wir aufgrund unserer weltweiten Reichweite profitieren.
DEUTLICHES WACHSTUM IM UMWELTTECHNIKGESCHÄFT ANGESTREBT
Die Automobilindustrie bleibt mit Abstand unser wichtigster Absatzmarkt. Aufgrund ihrer umfangreichen Bestellungen im Jahr 2010 werden auch 2011 und 2012 über 80% unseres Umsatzvolumens auf sie entfallen. Langfristig wird die Bedeutung anderer Kundengruppen aber zunehmen, zum Beispiel der Flugzeugindustrie oder der allgemeinen Industrie.
Zudem planen wir, das Geschäft mit Umwelttechnik deutlich auszubauen. Wir erschließen neue Anwendungsfelder, wie zum Beispiel die Wärmerückgewinnung und die Verstromung von Abwärme aus Produktionsprozessen. Unser Know-how in der Automatisierungstechnik werden wir verstärkt nutzen, um uns als Anbieter von Montagelinien für Automobilantriebsbatterien zu etablieren. Einen ersten Auftrag über die Lieferung einer solchen Montagelinie hat uns im Jahr 2010 ein deutscher Automobilhersteller erteilt. In den beiden kommenden Jahren wird auf diese neuen Geschäftsfelder jedoch nur ein geringer Umsatz- und Ergebnisanteil des Konzerns entfallen.
AUFTRAGSEINGANG, UMSATZ, ERGEBNIS
Wir beurteilen die Perspektiven für unser Geschäft in den Jahren 2011 und 2012 positiv. Vor allem in den strategisch wichtigen Märkten der Automobilindustrie, also Asien, Osteuropa und Südamerika, ist mit einer anhaltend hohen Nachfrage nach neuen Automobilwerken zu rechnen. In Nordamerika erwarten wir vor allem Renovierungs- und Optimierungsprojekte in bestehenden Fabriken, zudem planen verschiedene Kunden dort auch Neubauprojekte. Die wichtigsten Investitionsmotive der Automobilindustrie sind der wachsende Kapazitätsbedarf, Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen, die Reduktion der Energiekosten und der Trend zu sparsamen Antrieben. Von der konjunkturellen Dynamik in den Emerging Markets werden wir auch mittel- und langfristig profitieren. 2011 und 2012 dürften jeweils mehr als die Hälfte des Auftragseingangs und des Umsatzes aus diesen Märkten kommen. Die Bedeutung Westeuropas für unser Geschäft wird weiter zurückgehen, während der nordamerikanische Markt wieder mehr ins Gewicht fallen sollte.
Wir streben im Konzern ein langfristiges Umsatzwachstum von durchschnittlich 5 bis 10% pro Jahr an. Voraussetzung hierfür ist der planmäßige Ausbau unserer neuen Geschäftsfelder. Im Jahr 2011 soll sich der Umsatz um mindestens 15% auf rund 1,45 Mrd. € erhöhen. Dafür sprechen der hohe Auftragsbestand und die anhaltend starke Nachfrage unserer Kunden. Zur Umsatzausweitung sollten alle Geschäftsbereiche beitragen.
Nach dem außergewöhnlich hohen Auftragseingang im Jahr 2010 rechnen wir 2011 mit einem Anstieg von rund 5% auf 1.720 Mio. €. Damit würde der Auftragseingang den Umsatz auch weiterhin übertreffen, folglich sollte der Auftragsbestand am Jahresende 2011 auf rund 1,6 Mrd. € ansteigen.
Der Aufwärtstrend beim Ergebnis wird sich 2011 voraussichtlich fortsetzen. Die gestiegene Auslastung sowie Volumen- und Kostendegressionseffekte sollten zu einem deutlichen EBIT-Anstieg und einer EBIT-Marge von 3,5 bis 4% führen. Bei den Auftragsmargen im Anlagenbaugeschäft verzeichnen wir seit der Jahresmitte 2010 eine nennenswerte Erholung. Das Finanzergebnis dürfte sich 2011 um 4 bis 5 Mio. € verbessern, da der Zinsaufwand trotz des gestiegenen Anleihevolumens sinken wird. Maßgeblich dafür ist, dass die neue Anleihe deutlich bessere Konditionen aufweist als die Hochzinsanleihe aus dem Jahr 2004, die wir im Oktober 2010 zurückgekauft haben. Der Steueraufwand wird absolut steigen, nachdem er im Jahr 2010 durch die Bildung aktiver latenter Steuern sank. Die Steuerquote sollte sich 2011 bei rund 30% einpendeln. Dementsprechend wird sich das Ergebnis nach Steuern erneut deutlich verbessern. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2011 soll gemäß unserer Ausschüttungspolitik zwischen 30 und 40% des Konzerngewinns betragen und ebenfalls signifikant steigen.
Für 2012 planen wir ein Umsatzwachstum von rund 10%. Das operative Ergebnis soll weiter steigen, auf EBIT-Basis wollen wir eine Marge von 4,5 bis 5% erreichen. Dazu sollen neben Kostendegressionseffekten auch höhere Margen im Projektgeschäft beitragen. Während sich das Finanzergebnis 2012 leicht verbessern sollte, dürfte der Steueraufwand durch die weitere Nutzung bestehender Verlustvorträge unterproportional ansteigen. Wir erwarten daher eine deutliche Steigerung des Konzernjahresüberschusses, was sich auch positiv auf die Dividende auswirken sollte. Im Jahr 2013 wollen wir dann die Margenziele erreichen, die wir im Rahmen unserer Strategie formuliert haben: 6% EBIT-Marge und 22% ROCE.
UNTERNEHMENSBEREICHE
Alle Unternehmensbereiche dürften sich 2011 und 2012 gut entwickeln und ihr Ergebnis erheblich steigern. Paint and Assembly Systems profitiert von der starken Nachfrage aus der Automobilindustrie, einem hohen Auftragsbestand und einer verbesserten Preisrealisierung. Im Unternehmensbereich Measuring and Process Systems sollte sich der erwartete Turn-around bei Cleaning and Filtration Systems positiv auf das Ergebnis auswirken. Der Unternehmensbereich Clean Technology Systems rechnet mit einer anhaltend regen Nachfrage aus der Chemie- und Pharmaindustrie; auf dieser Basis soll das Umwelttechnikgeschäft weiter ausgebaut werden.
CASHFLOW
Wir rechnen 2011 mit einem rückläufigen, aber deutlich positiven operativen Cashflow; der Free Cashflow dürfte leicht negativ ausfallen. Höheren Einnahmen und Erträgen dürfte ein steigendes Nettoumlaufvermögen gegenüberstehen. Ausschlaggebend dafür ist, dass viele Anlagenbauprojekte ein fortgeschrittenes Abwicklungsstadium erreichen werden, was üblicherweise mit einem höheren Bedarf an Net Working Capital einhergeht. Das Geschäftsvolumen im Maschinenbau wird zunehmen, weshalb wir wieder mehr Vorräte vorfinanzieren müssen. Für 2012 rechnen wir auf Basis steigender Einnahmen und Erträge mit einer spürbaren Zunahme von operativem Cashflow und Free Cashflow.
INVESTITIONEN
Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte dürften 2011 und 2012 jeweils 10 bis 15 Mio. € betragen (ohne Akquisitionen) und größtenteils auf Ersatzbeschaffungen entfallen. Wir planen weitere kleine Akquisitionen, um das Kerngeschäft zu stärken und den neuen Bereich Energieeffizienz auszubauen. Das Volumen der beabsichtigten Zukäufe wird voraussichtlich 10 Mio. € pro Jahr übersteigen.
LIQUIDITÄT, EIGENKAPITAL UND FINANZIERUNG
Aus heutiger Sicht erwarten wir, dass der Nettofinanzstatus am Jahresende 2011 leicht unter die Nulllinie sinken wird (31.12.2010: +23,6 Mio. €). Für das Jahresende 2012 streben wir eine Verbesserung an. Die Liquidität, die zum 31. Dezember 2010 infolge der Anleiheemissionen auf 252,3 Mio. € stieg, wird auch an den Bilanzstichtagen 2011 und 2012 voraussichtlich über 200 Mio. € betragen. Die voraussichtlichen Auszahlungen aus den Finanzverbindlichkeiten und aus den derivativen Finanzinstrumenten können Sie Textziffer 38 im Konzernanhang zum Konzernabschluss entnehmen. Das Eigenkapital sollte sich absolut erhöhen, und die Eigenkapitalquote dürfte sich wieder der Zielmarke von 30% nähern.
Die beabsichtigten Akquisitionen und die Expansion im Umwelttechnikgeschäft sollen aus dem Cashflow beziehungsweise aus den liquiden Mitteln finanziert werden. Für 2011 und 2012 sind keine weiteren Anleiheemissionen geplant. Den syndizierten Kredit wollen wir allenfalls zum Ausgleich von Schwankungen im Nettoumlaufvermögen in Anspruch nehmen. Eine Kapitalerhöhung würden wir nur in Betracht ziehen, falls das Akquisitionsvolumen im Geschäftsfeld Energieeffizienz einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag übersteigen sollte.
BESCHAFFUNG
Die für uns relevanten Beschaffungspreise werden nach dem Tiefpunkt des Jahres 2009 und dem Anstieg 2010 voraussichtlich weiter anziehen. Folglich dürften sich unsere Materialkosten in den Jahren 2011 und 2012 erhöhen. Dem Preisanstieg begegnen wir, indem wir verstärkt Kostenvorteile in den Beschaffungsmärkten Osteuropas und Asiens nutzen. Unser Ziel ist es, die Materialkosten nicht stärker als den Umsatz ansteigen zu lassen.
MITARBEITER
Für 2011 rechnen wir mit einer Erhöhung der Mitarbeiterzahl um circa 150 Personen. Die Personalkosten dürften 2011 und 2012 jeweils um bis zu 10% zunehmen; ausschlaggebend dafür ist vor allem das steigende Lohnniveau in den Emerging Markets. Die Belegschaft in den Emerging Markets werden wir weiter vergrößern; bis zum Jahresende 2012 dürfte ihr Anteil an der Konzernbelegschaft die 30%-Schwelle erreichen (31.12.2010: 27,3%). In den etablierten Märkten wird die Mitarbeiterzahl auf dem aktuellen Niveau verbleiben oder leicht zurückgehen.
FORSCHUNG & ENTWICKLUNG
Wir planen, die F&E-Aufwendungen in den kommenden Jahren moderat zu erhöhen. Die Zahl der F&E-Mitarbeiter wird aus heutiger Sicht leicht ansteigen. Auch weiterhin stehen bei der Produktentwicklung die folgenden Themen im Vordergrund:
| ― | Stückkostenreduktion im Automobilbau |
| ― | Neue Service-Produkte |
| ― | Erweiterung des Produktspektrums für die Emerging Markets |
| ― | Umwelttechnik und Energieeffizienz |
ZUSAMMENFASSUNG ZUR VORAUSSICHTLICHEN ENTWICKLUNG
Wir rechnen damit, dass sich der Dürr-Konzern auch in den beiden kommenden Jahren positiv entwickelt, sofern die günstige Konjunkturlage anhält. Die Visibilität unseres Geschäfts hat sich deutlich verbessert. Dafür sorgen der hohe Auftragsbestand, die erhaltenen Letters of Intent und die umfangreichen Investitionspläne unserer Kunden. Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die weiterhin starke Nachfrage - besonders in den Emerging Markets - dürfte der Umsatz 2011 und 2012 zweistellige Wachstumsraten erreichen. Wir erwarten, dass das Ergebnis überproportional zum Umsatz steigt, und streben EBIT-Margen von 3,5 bis 4% für 2011 und 4,5 bis 5% für 2012 an. Unsere Aktionäre wollen wir durch höhere Dividenden am Unternehmenserfolg teilhaben lassen.
ANGABEN GEMÄSS §§ 289 ABS. 4 UND 315 ABS.4 HGB
| ― | ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALS: Das gezeichnete Kapital der Dürr AG ist in 17.300.520 voll stimmberechtigte Inhaber-Stammaktien eingeteilt. Die Rechte und Pflichten, die mit dem Besitz von Stammaktien verbunden sind, ergeben sich aus dem Aktiengesetz. |
| ― | STIMMRECHTS-/ÜBERTRAGUNGSBESCHRÄNKUNGEN UND ENTSPRECHENDE VEREINBARUNGEN: Dem Vorstand sind keine Pool-Vereinbarungen von Aktionären der Dürr AG bekannt. |
| ― | BETEILIGUNGEN, DIE 10% ÜBERSCHREITEN: Die Heinz Dürr GmbH ist mit 28,1% am Grundkapital der Dürr AG beteiligt. Unter Berücksichtigung des Anteilsbesitzes der Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH kontrolliert die Familie Dürr 31,6% der Aktien (Stand: Februar 2011). |
| ― | AKTIEN MIT SONDERRECHTEN: Es existieren keine Aktien der Dürr AG, die Sonderrechte einräumen. |
| ― | STIMMRECHTSKONTROLLE, WENN ARBEITNEHMER AM KAPITAL BETEILIGT SIND UND IHRE KONTROLLRECHTE NICHT UNMITTELBAR AUSÜBEN: Es existieren keine Arbeitnehmerbeteiligungen, bei denen Kontrollrechte nicht unmittelbar ausgeübt werden. |
| ― | BESTIMMUNGEN ZUR ERNENNUNG UND ABBERUFUNG DER VORSTANDSMITGLIEDER: Die anzuwendenden gesetzlichen Bestimmungen finden sich in den §§ 84 und 85 des Aktiengesetzes (AktG) sowie in § 31 des Mitbestimmungsgesetzes (MitbestG). Die Satzung der Dürr AG enthält keine von den gesetzlichen Regelungen abweichenden Bestimmungen. |
| ― | BESTIMMUNGEN ZUR ÄNDERUNG DER SATZUNG: § 179 AktG sieht für Satzungsänderungen die Zustimmung durch die Hauptversammlung vor. Sofern es sich nicht um die Änderung des Unternehmensgegenstands handelt, ist gemäß § 20 (1) der Satzung die einfache Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals ausreichend. |
| ― | BEFUGNISSE DES VORSTANDS HINSICHTLICH DER MÖGLICHKEIT, AKTIEN AUSZUGEBEN ODER ZURÜCKZUKAUFENInformationen zu diesem Punkt finden Sie unter Textziffer 23 im Anhang zum Konzernabschluss. |
| ― | VEREINBARUNGEN FÜR DEN FALL EINES KONTROLLWECHSELS INFOLGE EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS: § 5 der Bedingungen unserer Unternehmensanleihe sieht vor, dass die Anleihegläubiger das Recht haben, im Falle eines Kontrollwechsels die vorzeitige Rückzahlung ihrer Schuldverschreibungen von der Dürr AG zu verlangen. Der Rückzahlungsbetrag beträgt in diesem Fall 101% des Nennbetrags zuzüglich aufgelaufener und nicht gezahlter Zinsen bis zum Rückzahlungstag. Ein Kontrollwechsel liegt vor, wenn eine Person oder eine gemeinsam handelnde Gruppe von Personen der rechtliche oder wirtschaftliche Eigentümer von mehr als 50% der Stimmrechte der Dürr AG geworden ist. Derartige Regelungen sind üblich und in vergleichbarer Form auch in den Anleihebedingungen anderer Emittenten enthalten. Sie dienen zur Absicherung der Interessen der Anleiheinhaber. |
Die Bedingungen des syndizierten Kredits sehen vor, dass im Falle eines Kontrollwechsels keine zusätzlichen Barinanspruchnahmen vorgenommen oder Avale beantragt werden können. Außerdem können alle Kreditzusagen durch die Mehrheitsbanken aufgehoben werden, sodass der gesamte syndizierte Kredit zurückzuführen wäre. über einen Kontrollwechsel muss der Agent, der die Interessen des Bankenkonsortiums vertritt, unverzüglich nach Kenntniserlangung informiert werden. Ein Kontrollwechsel liegt vor, wenn (i) die Dürr AG unmittelbar oder mittelbar abhängiges Unternehmen einer natürlichen Person (außer denjenigen Mitgliedern der Familie Dürr, die im Zeitpunkt des Abschlusses des Kreditvertrags direkte oder indirekte Aktionäre der Dürr AG waren) oder einer Gesellschaft wird, die nicht von den vorgenannten Mitgliedern der Familie Dürr oder deren gesetzlichen Erben beherrscht wird; (ii) eine Person oder gemeinsam handelnde Personen im Sinne des § 2 Abs. 5 WpÜG (außer den vorgenannten Mitgliedern der Familie Dürr oder deren gesetzlichen Erben) beherrschenden Einfluss auf die Dürr AG erlangen, oder (iii) die entsprechenden Voraussetzungen aus den Bedingungen der Unternehmensanleihe erfüllt sind. Beherrschender Einfluss in diesem Sinne bedeutet die Fähigkeit, die Angelegenheiten der Dürr AG zu lenken oder die Zusammensetzung des Vorstands oder des Aufsichtsrats der Dürr AG (soweit er durch die Aktionäre bestimmt wird) zu kontrollieren.
| ― | ENTSCHÄDIGUNGSVEREINBARUNGEN BEI ÜBERNAHMEANGEBOTEN: Die Mitglieder des Vorstands verfügen im Fall einer Übernahme über eine Option auf Weiterbeschäftigung oder Ausscheiden gegen eine Entschädigung. Details enthält das Kapitel "Corporate Governance". Weitere diesbezügliche Vereinbarungen bestehen nicht. |
BERICHT ÜBER DIE BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
Der Vorstand der Dürr AG hat gemäß § 312 Aktiengesetz einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt und darin folgende Schlusserklärung abgegeben: "Unsere Gesellschaft sowie die mit unserer Gesellschaft verbundenen Unternehmen erhielten bei jedem im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung. Dieser Beurteilung liegen Umstände zugrunde, die uns im Zeitpunkt der berichtspflichtigen Vorgänge bekannt waren."
Bietigheim-Bissingen, den 8. März 2011
Dürr Aktiengesellschaft
Der Vorstand
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| RALF W. DIETER | RALPH HEUWING |
BILANZ zum 31. Dezember 2010
Der Dürr Aktiengesellschaft, Stuttgart
AKTIVA
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| in Tsd. € | Anhang | 31.12.2010 | 31.12.2009 | |
|---|---|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | (1) | |||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | 891 | 1.073 | ||
| 1. Lizenzen | 773 | |||
| 2. Geleistete Anzahlungen | 118 | |||
| II. Sachanlagen | 105 | 145 | ||
| III. Finanzanlagen | 489.903 | 490.208 | ||
| 490.899 | 491.426 | |||
| B. Umlaufvermögen | ||||
| I. Vorräte | (2) | |||
| 1. Unfertige Erzeugnisse | - | 5.411 | ||
| 2. Geleistete Anzahlungen | - | 1.227 | ||
| 3. Erhaltene Anzahlungen | - | -5.213 | ||
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | (3) | 99.130 | 41.773 | |
| III. Flüssige Mittel | (4) | 138.916 | 21.594 | |
| 238.046 | 64.792 | |||
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | (5) | 64 | 1.063 | |
| D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus Vermögensverrechnung | (6) | 747 | 600 | |
| Summe AKTIVA | 729.756 | 557.881 |
PASSIVA
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| Anhang | 31.12.2010 | 31.12.2009 | ||
|---|---|---|---|---|
| A. Eigenkapital | ||||
| I. Gezeichnetes Kapital | (7) | 44.289 | 44.289 | |
| II. Kapitalrücklage | (8) | 200.464 | 200.464 | |
| III. Bilanzgewinn | (9) | 71.659 | 42.588 | |
| 316.412 | 287.341 | |||
| B. Rückstellungen | (11) | 7.902 | 19.138 | |
| C. Verbindlichkeiten | (12) | 401.830 | 251.402 | |
| D. Rechnungsabgrenzungsposten | (13) | 3.612 | - | |
| Summe PASSIVA | 729.756 | 557.881 |
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG für das Geschäftsjahr 2010
Der Dürr Aktiengesellschaft, Stuttgart
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| in Tsd. € | Anhang | 2010 | 2009 |
|---|---|---|---|
| 1. Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen | (15) | 49.190 | 21.414 |
| 2. Erträge aus Beteiligungen | (15) | - | 58.000 |
| 3. Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen | (15) | - | -19.089 |
| 4. Beteiligungsergebnis | (15) | 49.190 | 60.325 |
| 5. Bestandsveränderung | (16) | -5.410 | -1.008 |
| 6. Sonstige betriebliche Erträge | (17) | 30.028 | 73.181 |
| 7. Aufwendungen für bezogene Leistungen | (18) | -2.799 | -45.199 |
| 8. Personalaufwand | (19) | -6.796 | -5.447 |
| 9. Abschreibungen | (1) | -340 | -331 |
| 10. Sonstige betriebliche Aufwendungen | (20) | -17.199 | -23.338 |
| 11. Zinsergebnis | (21) | -17.212 | -17.253 |
| 12. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 29.462 | 40.930 | |
| 13. Außerordentliches Ergebnis | (22) | - | -628 |
| 14. Steuern | (23) | -391 | -5.725 |
| 15. Jahresüberschuss | 29.071 | 34.577 | |
| 16. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 42.588 | 8.011 | |
| 17. Bilanzgewinn | 71.659 | 42.588 |
ANHANG für das Geschäftsjahr 2010
Der Dürr Aktiengesellschaft, Stuttgart
I. GRUNDLAGEN UND METHODEN
Der Jahresabschluss wurde nach den Rechnungslegungsvorschriften der §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB und den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt. Die Gesellschaft hat das Wahlrecht für die Vorschriften des Handelsgesetzbuches in der Fassung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) vom 25. Mai 2009 nach Art. 66 Absatz 3 letzter Satz des Einführungsgesetzes zum Handelsgesetzbuch in der gültigen Fassung für nach dem 31.12.2008 beginnende Geschäftsjahre wahrgenommen und bereits im Vorjahr die Bilanzierung auf BilMoG umgestellt. Im Interesse einer besseren Übersichtlichkeit sind in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang gesondert aufgeführt und erläutert.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
II. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE
Die ausgewiesenen Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten sind nach den handelsrechtlichen Vorschriften unter Berücksichtigung der Rechtsänderungen durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz unverändert gegenüber dem Vorjahr bilanziert.
III. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
1. ANLAGEVERMÖGEN
Die Entwicklung des Anlagevermögens ist dem Anhang als Anlage A beigefügt. Die Aufstellung des Anteilsbesitzes ist als Anlage B beigefügt.
IMMATERIELLES ANLAGEVERMÖGEN
Die erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten aktiviert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer linear beziehungsweise auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert abgeschrieben.
SACHANLAGEN
Zugänge zu Sachanlagen werden zu den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert. Den planmäßigen Abschreibungen liegt die lineare Abschreibungsmethode auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zugrunde. Falls notwendig werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den beizulegenden Zeitwert vorgenommen.
Geringwertige Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert bis zu 410,00 € werden seit dem Geschäftsjahr 2010 im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben. Ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Im Vorjahr wurde für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als 150,00 € bis 1.000,00 € der jährlich steuerlich zu bildende sammelposten aus Vereinfachungsgründen in die Handelsbilanz übernommen und pauschaliert jeweils 20 Prozent p.a. Im Zugangsjahr und den vier darauf folgenden Jahren abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter bis zu 150,00 € wurden wie im Vorjahr sofort im Zeitpunkt des Zugangs als Aufwand erfasst.
FINANZANLAGEN
Die Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.
Langfristige verzinsliche Ausleihungen werden mit ihrem Nominalbetrag bzw. mit ihrem Sicherungskurs bewertet. Der als Ausleihungen ausgewiesene Betrag betrifft, wie im Vorjahr, ausschließlich Ausleihungen an verbundene Unternehmen.
2. VORRÄTE
In die Herstellungskosten der unfertigen Erzeugnisse wurden die bezogenen Leistungen im Zusammenhang mit den Generalübernehmerverträgen im Vorjahr aktiviert. Die erhaltenen bzw. geleisteten Anzahlungen waren zum Nennwert angesetzt.
3. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
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| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 91.744 | 38.807 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 7.386 | 2.966 |
| 99.130 | 41.773 |
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden zum Nennwert unter Abzug gebotener Wertberichtigungen bilanziert. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind innerhalb eines Jahres fällig. soweit in den Forderungen Fremdwährungsforderungen enthalten sind, sind diese mit dem Stichtagskurs bewertet. Auf die Anpassung auf den Stichtagskurs wird bei Kurssicherung durch ein Devisentermingeschäft verzichtet.
Unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 9 Tsd. € (2009: 95 Tsd. €) ausgewiesen.
4. FLÜSSIGE MITTEL
Die Position enthält neben dem Kassenbestand die Guthaben bei Kreditinstituten. Guthaben bei Kreditinstituten in Fremdwährung wurden zum Stichtagskurs umgerechnet.
5. AKTIVE RECHNUNGSABGRENZUNG
Im Vorjahr war hier ein Disagio in Höhe von 984 Tsd. € aus der in 2004 begebenen Anleihe enthalten. Der Restbuchwert des Disagios wurde planmäßig über die verbleibende Restlaufzeit der Anleihe abgeschrieben. Im Rahmen der vorzeitigen Rückzahlung der Anleihe wurde der Restbuchwert des Disagios in Höhe von 444 Tsd. € aufwandswirksam erfasst. In Bezug auf weitere Erläuterungen zu der von Dürr begebenen Anleihe wird auf Textziffer 12 verwiesen. Darüber hinaus werden im Voraus entrichtete Beträge periodengerecht abgegrenzt.
6. AKTIVER UNTERSCHIEDSBETRAG AUS VERMÖGENSVERRECHNUNG
Der aktive Unterschiedsbetrag resultiert aus der Saldierung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB von Altersversorgungsverpflichtungen mit Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen und der Sicherung betrieblicher Wertguthaben dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind (Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB). Bei den Vermögensgegenständen handelt es sich um Rückdeckungsversicherungen zur Sicherung der Altersversorgungsverpflichtungen und um Wertpapiere und Bankguthaben zur Sicherung der betrieblichen Wertguthaben.
Angaben zur Verrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB für Altersversorgungsverpflichtungen (VORaB-Programm):
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| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden | 818 | 703 |
| Anschaffungskosten der Vermögensgegenstände | 1.387 | 1.186 |
| Beizulegender Zeitwert der Vermögensgegenstände | 1.551 | 1.303 |
| Verrechnete Erträge | 247 | 326 |
| Verrechnete Aufwendungen | 78 | 129 |
Der beizulegende Zeitwert eines Rückdeckungsversicherungsanspruchs besteht aus dem so genannten geschäftsplanmäßigen Deckungskapital des Versicherungsunternehmens zuzüglich eines etwa vorhandenen Guthabens aus Beitragsrückerstattungen (sog. Überschussbeteiligung).
Angaben zur Verrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB für betriebliche Wertguthaben:
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| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden | 155 | 118 |
| Anschaffungskosten der Vermögensgegenstände | 165 | 108 |
| Beizulegender Zeitwert der Vermögensgegenstände | 169 | 112 |
| Verrechnete Erträge | - | 2 |
7. GEZEICHNETES KAPITAL
Grundkapital
Das Grundkapital der Dürr AG betrug zum 31. Dezember 2010 44.289 Tsd. € (Vorjahr: 44.289 Tsd. €) und setzte sich aus 17.300.520 Aktien (Vorjahr: 17.300.520 Aktien) zusammen. Jede Aktie repräsentiert einen Anteil am gezeichneten Kapital in Höhe von 2,56 € und lautet auf den Inhaber. Die ausgegebenen Aktien waren zu jedem Bilanzstichtag vollständig eingezahlt.
Ermächtigung des Vorstands zum Erwerb und zur Veräußerung eigener Aktien
Die Hauptversammlung vom 30. April 2010 hat den Vorstand ermächtigt, bis zum 29. April 2015 einmalig oder mehrfach, in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke, eigene auf den Inhaber lautende Stückaktien über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots zu erwerben. Die Anzahl der so erworbenen Aktien darf zu keinem Zeitpunkt mehr als 10% des jeweiligen Grundkapitals betragen. Die Ermächtigung darf nicht zum Zwecke des Handels in eigenen Aktien genutzt werden. Der Gegenwert für den Erwerb der Aktien darf im Falle des Erwerbs über die Börse vom Börsenkurs nicht um mehr als 5% abweichen. Im Falle eines öffentlichen Kaufangebots an alle Aktionäre darf der Erwerbspreis bis zu 20% über dem Börsenkurs liegen, muss jedoch mindestens dem Börsenkurs entsprechen.
Ferner wurde der Vorstand von der Hauptversammlung ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats aufgrund der vorgenannten oder einer früheren Ermächtigung erworbene Aktien über die Börse oder durch ein öffentliches Kaufangebot an alle Aktionäre zu veräußern. In näher bestimmten Fällen dürfen die Aktien auch in anderer Weise und damit unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre veräußert werden. schließlich ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats erworbene Aktien ohne Kapitalherabsetzung ganz oder teilweise einzuziehen, ohne dass dies eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf.
Die vorgenannte Ermächtigung ersetzte die gleichlautende Ermächtigung der Hauptversammlung vom 30. April 2009, die am 30. Oktober 2010 ausgelaufen wäre.
Genehmigtes Kapital
Die Hauptversammlung vom 30. April 2009 hat den Vorstand ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 30. April 2014 um bis zu 22.145 Tsd. € gegen Sach- oder Bareinlagen einmalig oder mehrmals durch die Ausgabe von bis zu 8.650.260 Inhaber-Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital).
Bedingtes Kapital
Die Hauptversammlung vom 30. April 2010 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 29. April 2015 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte, Gewinnschuldverschreibungen oder Kombinationen dieser Instrumente mit oder ohne Laufzeitbegrenzung im Gesamtnennbetrag von bis zu 221.447 Tsd. € zu begeben. Zu diesem Zweck ist das Grundkapital um bis zu 22.145 Tsd. € durch Ausgabe von bis zu 8.650.260 neuen auf den Inhaber lautenden Stückaktien in der Form von Stammaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital).
8. KAPITALRÜCKLAGE
Die Kapitalrücklage enthält die Aufgelder aus der Ausgabe von Aktien und betrug zum 31. Dezember 2010 wie zum Vorjahresstichtag 200.464 Tsd. €. Die Kapitalrücklage unterliegt den Verfügungsbeschränkungen des § 150 AktG.
9. BILANZGEWINN
Der Bilanzgewinn hat sich wie folgt entwickelt:
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| Tsd. € | |
|---|---|
| Bilanzgewinn am 31. Dezember 2009 | 42.588 |
| Jahresüberschuss 2010 | 29.071 |
| Bilanzgewinn am 31. Dezember 2010 | 71.659 |
10. AUSSCHÜTTUNGS-, ABFÜHRUNGS- UND ENTNAHMESPERRE (VGL. § 285 NR. 28 HGB)
Aus der Aktivierung von Vermögensgegenständen zum beizulegenden Zeitwert ergibt sich eine Ausschüttungssperre in Höhe von 1.047 Tsd. € (Vorjahr: 931 Tsd. €).
11. RÜCKSTELLUNGEN
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| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Rückstellungen für Pensionen | 4.312 | 4.586 |
| Steuerrückstellungen | 250 | 5.697 |
| Sonstige Rückstellungen | 3.340 | 8.855 |
| 7.902 | 19.138 |
Pensionsverpflichtungen
Die Pensionsverpflichtungen und Jubiläumsverpflichtungen wurden nach dem Projected-Unit-Credit-Verfahren (PUC-Verfahren) berechnet. Bei der Festlegung des laufzeitkongruenten Rechnungszinssatzes wurde von dem Wahlrecht nach § 253 Abs. 2 s. 2 HGB Gebrauch gemacht. Dabei dürfen Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen pauschal mit einem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst werden, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt.
Der Berechnung der Pensionsverpflichtungen liegen die Wahrscheinlichkeitswerte nach den "Richttafeln 2005 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck zugrunde.
Die Beträge aus der erstmaligen Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes wurden vollständig im Vorjahr dem außerordentlichen Ergebnis zugeführt. Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen, unbelastet und insolvenzsicher sind sowie ausschließlich zur Erfüllung von Schulden aus Pensionsverpflichtungen dienen (Planvermögen), wurden gemäß § 246 Abs. 2 s. 2 HGB unmittelbar mit den korrespondierenden Schulden verrechnet.
a) Herkömmliche Pensionsverpflichtungen
Der verwendete Rechnungszinssatz beträgt 5,17%.
Bei den Bewertungen wurde berücksichtigt, dass ein begünstigter Mitarbeiter vor Eintritt eines Versorgungsfalls aufgrund einer Arbeitnehmer- oder Arbeitgeberkündigung ausscheiden kann. In die Berechnungen mit eingeflossen ist daher eine unternehmensspezifische Fluktuationsrate von 5,0%.
Bei den gehaltsabhängigen Versorgungszusagen wurden in die Berechnung langfristig erwartete Gehaltsentwicklungen mit einbezogen, die von diversen Kriterien (Inflation, Produktivität, Karriere u.a.) abhängen. Als unternehmensspezifischer Parameter für die langfristige Gehaltssteigerung wurde eine Rate von 2,8% verwendet.
Des Weiteren ist eine Rentenanpassungsrate von 2,0% in die Berechnung der Pensionsverpflichtung mit eingeflossen.
Angaben zur Verrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB:
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| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden | 8.349 | 8.235 |
| Anschaffungskosten der Vermögensgegenstände | 2.711 | 2.441 |
| Beizulegender Zeitwert der Vermögensgegenstände | 4.037 | 3.648 |
| Verrechnete Erträge | 566 | 868 |
Der beizulegende Zeitwert eines Rückdeckungsversicherungsanspruchs besteht aus dem so genannten geschäftsplanmäßigen Deckungskapital des Versicherungsunternehmens zuzüglich eines etwa vorhandenen Guthabens aus Beitragsrückerstattungen (sog. Überschussbeteiligung).
b) VORaB-Programm
Die Gesellschaft hat ihren Beschäftigten die Möglichkeit angeboten, eine arbeitnehmerfinanzierte Versorgungszusage (VORaB-Programm) in Anspruch zu nehmen. Dabei können die Berechtigten bestimmte Teile ihrer künftigen Bezüge in eine Anwartschaft auf betriebliche Zusatzleistungen umwandeln. Zur Absicherung und Finanzierung der daraus resultierenden Verpflichtung hat die Gesellschaft eine Rückdeckungsversicherung auf das Leben der Berechtigten abgeschlossen. Die daraus resultierenden Leistungen stehen ausschließlich der Gesellschaft zu. Die Höhe der Altersrente entspricht der Leistung aus der von der Gesellschaft abgeschlossenen Rückdeckungsversicherung, die sich aus einer garantierten Rente sowie den vom Versicherer zugeteilten Überschussanteilen zusammensetzt. Die Verpflichtung aus der Versorgungszusage bilanziert die Gesellschaft saldiert mit dem Planvermögen aus der Rückdeckungsversicherung, wobei sich durch versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste eine Über- bzw. Unterdeckung ergeben kann.
Der verwendete Rechnungszinssatz beträgt 5,17%.
Des Weiteren ist eine Rentenanpassungsrate von 2,0% in die Berechnung der Pensionsverpflichtung mit eingeflossen.
Im Berichtsjahr ergab sich aus der Saldierung ein aktiver Unterschiedsbetrag, siehe dazu die Ausführungen unter Punkt (6).
Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen die erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bewertet worden (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen). Sie betreffen im Wesentlichen die noch zu erwartenden Kosten aus Tantiemezahlungen, Rückstellungen für ausstehende Rechnungen, Jahresabschluss-, Prüfungs- und Beratungskosten sowie Kosten der Hauptversammlung bzw. des Geschäftsberichts.
Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst.
Im laufenden Berichtsjahr ergibt sich aus der Saldierung der betrieblichen Wertguthaben mit der entsprechenden Insolvenzsicherung gemäß § 246 Abs. 2 HGB ein aktiver Unterschiedsbetrag, siehe dazu die Ausführungen unter Punkt (6).
12. VERBINDLICHKEITEN
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| davon mit einer Restlaufzeit | |||
|---|---|---|---|
| Tsd. € | Gesamt | bis 1 Jahr | über 1 bis 5 Jahre |
| --- | --- | --- | --- |
| Anleihen | 225.000 | - | 225.000 |
| (2009) | (100.000) | (-) | (100.000) |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 331 | 331 | - |
| (2009) | (1.681) | (1.681) | |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 171.031 | 171.031 | - |
| (2009) | (149.337) | (149.337) | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 5.468 | 5.468 | - |
| (2009) | (384) | (384) | |
| davon aus Steuern | 375 | 375 | - |
| (2009) | (222) | (222) | (-) |
| 31. Dezember 2010 | 401.830 | 176.830 | 225.000 |
| (31. Dezember 2009) | (251.402) | (151.402) | (100.000) |
Sämtliche Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag bewertet. Soweit in den Verbindlichkeiten Fremdwährungsverbindlichkeiten enthalten sind, sind diese grundsätzlich mit dem Stichtagskurs bewertet.
Auf die Anpassung auf den Stichtagskurs wird bei Kurssicherung durch ein Devisentermingeschäft verzichtet.
Anleihe
Im September 2010 platzierte die Dürr AG eine festverzinsliche Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 150.000 Tsd. € zum Kurs von 100%, einem Kupon von 7,25% und einer Laufzeit von fünf Jahren. Mit Fälligkeit zum 28. September 2015 dient die Anleihe der längerfristigen Finanzierung des Konzerns und löst die in 2004 begebene Anleihe mit einem Restbetrag in Höhe von 100.000 Tsd. € und einem Kupon von 9,75% ab. Der Restbetrag der Anleihe aus 2004 in Höhe von 100.000 Tsd. € wurde am 29. September 2010 gekündigt und am 29. Oktober 2010 zu einem Kurs von 100% zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen in Höhe von 2.817 Tsd. € zurückgezahlt.
Am 6. Dezember 2010 wurde die im September 2010 begebene Unternehmensanleihe um 75.000 Tsd. € auf 225.000 Tsd. € aufgestockt. Der Ausgabekurs betrug 104,9%. Aus dem Ausgabekurs und dem Kupon von 7,25% ergibt sich eine Rendite von 6,0%. Die Laufzeit des Aufstockungsbetrages endet ebenfalls im September 2015.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Im September 2008 hat die Dürr AG mit einem Bankenkonsortium einen Vertrag über einen neuen syndizierten Kredit in Höhe von 440.000 Tsd. € abgeschlossen. Konsortialführer sind Baden-Württembergische Bank, Commerzbank, UniCredit (vormals Bayerische Hypo- und Vereinsbank) und Deutsche Bank; insgesamt sind sieben Banken beteiligt. Der Mehrwährungs-Konsortialkredit mit einer ursprünglichen Laufzeit von drei Jahren (bis September 2011) teilte sich auf in eine revolvierende Barkreditlinie mit 200.000 Tsd. € und eine Avalkreditlinie mit 240.000 Tsd. €. Im Geschäftsjahr 2009 wurde aufgrund der Wirtschaftskrise zweimal mit den Konsortialbanken vereinbart, die Financial Covenants an die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anzupassen. Darüber hinaus wurden sowohl die Bar- als auch Avallinie um jeweils 20.000 Tsd. € reduziert. Im Geschäftsjahr 2010 wurden aufgrund des Mittelzuflusses aus der Anleiherefinanzierung und eines reduzierten Finanzierungsbedarfes die Barlinie um insgesamt weitere 100.000 Tsd. € auf nunmehr 80.000 Tsd. € und die Avallinie um weitere 70.000 Tsd. € auf nunmehr 150.000 Tsd. € reduziert. Die Gesamtkreditlinie am 31. Dezember 2010 beläuft sich folglich auf 230.000 Tsd. €. Die Barkreditlinie kann während der Laufzeit flexibel in Anspruch genommen werden, um unterjährige Finanzierungserfordernisse abzudecken. Auf die Avalkreditlinie greift Dürr zurück, um Bürgschaften und Garantien für von Kunden erhaltene Anzahlungen und andere Verpflichtungen zu leisten. Die Nebenkosten des Vertrags werden über die Laufzeit verteilt.
Die Verhandlungen mit dem Bankenkonsortium zur Verlängerung des syndizierten Kredits bis zum 30. Juni 2014 verlaufen planmäßig und befinden sich ein einem fortgeschrittenen Stadium. Mit einem Abschluss der Gespräche und der Unterzeichnung des Kreditvertrages wird bis spätestens Ende April 2011 gerechnet.
Nach erfolgreichem Abschluss einer Due Diligence zur Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen durch die Europäische Investitionsbank (EIB) ist Dürr derzeit in Vertragsverhandlungen über einen Kredit in Höhe von 40.000 Tsd. € mit Tilgungsstruktur und einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2014. Im Rahmen der Kreditvertragsverhandlungen mit dem Bankenkonsortium werden auch die Kreditvertragsverhandlungen mit der EIB finalisiert.
Zum Bilanzstichtag wurden die Barlinie in Höhe von 0 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) und die Avallinie in Höhe von 102.574 Tsd. € (Vorjahr: 112.001 Tsd. €) in Anspruch genommen. Eine vorzeitige Kündigung durch das Bankenkonsortium ist bei Verletzung vereinbarter Financial Covenants oder anderer Kreditbedingungen und einer Zweidrittelmehrheit der kreditgewährenden Banken möglich. Nach den Berechnungen des Vorstands wurden die vereinbarten Financial Covenants zum Bilanzstichtag eingehalten. Die Verzinsung erfolgt in Höhe des währungsabhängigen und laufzeitkongruenten Refinanzierungssatzes (EURIBOR, LIBOR) zuzüglich einer fest vereinbarten Marge.
Als Sicherheit für den syndizierten Kredit waren zum 31. Dezember 2010 Anteile an Tochtergesellschaften verpfändet. Darüber hinaus wurden im Rahmen der Anpassung der Financial Covenants im Geschäftsjahr 2009 weitere Sicherheiten aus dem Anlage- und dem Umlaufvermögen des Dürr-Konzerns mit einem Buchwert von 153.075 Tsd. € zum 31. Dezember 2010 (Vorjahr: 198.662 Tsd. €) bestellt.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen unternehmen handelt es sich um die sich aus dem Liquiditätsmanagement ergebenden Salden.
13. PASSIVE RECHNUNGSABGRENZUNG
In dieser Position ist ein Agio in Höhe von 3.612 Tsd. € aus der im Geschäftsjahr begebenen Anleihe enthalten. Der Restbuchwert des Agios wird planmäßig über die verbleibende Restlaufzeit der Anleihe abgeschrieben. Im Bezug auf weitere Erläuterungen zu der von Dürr begebenen Anleihe wird auf Textziffer 12 verwiesen.
14. LATENTE STEUERN
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| Tsd. € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
|---|---|---|
| Aktive latente Steuern | ||
| Sonstige Rückstellungen | 2.170 | 3.767 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 3.348 | 3.873 |
| Beteiligungen | 161 | - |
| Sonstige Ausleihungen | 3.089 | 1.666 |
| Wertpapiere des Anlagevermögens | 1.169 | 866 |
| Zins- und Verlustvortrag | 14.135 | 8.667 |
| Summe aktive latente Steuern | 24.072 | 18.839 |
| Passive latente Steuern | ||
| Geschäfts- und Firmenwerte | 1.003 | 1.229 |
| Pensionsrückstellungen | 162 | 69 |
| Langzeitkonten | 4.575 | 1.632 |
| Summe passive latente Steuern | 5.740 | 2.930 |
| Total latente Steuern | 18.332 | 15.909 |
| Nicht angesetzte latente Steuern | -18.332 | -15.909 |
| Bilanzausweis | - | - |
Die Dürr AG bilanziert sämtliche latenten Steuern ihrer Organgesellschaften. Für die Berechnung der latenten Steuern wird ein Steuersatz von 29,9% für Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer zugrunde gelegt. Die latenten Steuern auf Verlustvorträge sind in der Höhe bewertet, in der mit einer Nutzung innerhalb der nächsten 5 Jahre gerechnet werden kann.
IV. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach § 275 Abs. 2 HGB (Gesamtkostenverfahren) mit folgenden Ausnahmen (Anwendung § 265 Abs. 6 und Abs. 7 HGB) gegliedert:
Dem Charakter der Dürr Aktiengesellschaft als Holdinggesellschaft entsprechend wurde die Reihenfolge der Positionen in der Gewinn- und Verlustrechung auf die branchenübliche Darstellungsweise umgestellt. Die Positionen "Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen", "Erträge aus Beteiligungen" und "Aufwendungen aus Verlustübernahmen" wurden zu einer Position "Beteiligungsergebnis" zusammengeführt. Die Vorjahresgliederung wurde entsprechend angepasst.
15. BETEILIGUNGSERGEBNIS
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| Tsd. € | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen | 49.190 | 21.414 |
| Erträge aus Beteiligungen | - | 58.000 |
| Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen | - | -19.089 |
| 49.190 | 60.325 |
Für weitere Angaben in Bezug auf die Erträge und Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen wird auf die Liste des Anteilsbesitzes verwiesen, die integraler Bestandteil des Anhangs ist. Die Position Erträge aus Beteiligungen beinhaltete im Vorjahr die Ausschüttung freier Rücklagen der Dürr Systems GmbH.
16. BESTANDSVERÄNDERUNG
Diese Position umfasst die Ausbuchung der im Vorjahr aktivierten Kosten im Vorratsvermögen aus den geschlossenen Generalübernehmerverträgen für den Neubau in Bietigheim-Bissingen. Die Kosten wurden bis zur Fertigstellung und Abnahme des Neubaus den Leasing-Objektgesellschaften in Form von Anzahlungen weiterbelastet.
17. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRAGE
Diese Position beinhaltet unter anderem die Erträge aus Generalübernehmerverträgen zur Erstellung des Neubaus in Bietigheim-Bissingen in Höhe von 8.509 Tsd. € (2009: 46.207 Tsd. €), einen Kostenersatz verbundener Unternehmen in Höhe von 10.006 Tsd. € (2009: 10.071 Tsd. €), Erträge aus der Währungsumrechnung von 11.222 Tsd. € (2009: 16.413 Tsd. €), Erträge aus der Rückstellungsauflösung von 153 Tsd. € (2009: 107 Tsd. €).
18. AUFWENDUNGEN FÜR BEZOGENE LEISTUNGEN
Zum Ausweis kommen entstandene Kosten im Zusammenhang mit dem Neubau in Bietigheim-Bissingen.
19. PERSONALAUFWAND
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| Tsd. € | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Gehälter | 6.361 | 5.289 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung | 435 | 158 |
| davon für Altersversorgung | (-39) | (-395) |
| 6.796 | 5.447 |
Die Aufwendungen für Altersversorgung im Jahr 2009 beinhalteten erstmals die Verrechnung der Aufwendungen und Erträge in Folge des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes.
Im Jahresdurchschnitt wurden 41 Angestellte (2009: 42 Angestellte) beschäftigt.
20. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
Diese Position beinhaltet im Wesentlichen Rechts- und Beratungskosten, EDV-Dienstleistungen sowie Kosten für die Inanspruchnahme weiterer Dienstleistungen. Darüber hinaus werden Aufwendungen aus der Währungsumrechnung von 10.662 Tsd. € (2009: 13.559 Tsd. €) ausgewiesen. Des Weiteren sind Aufwendungen in Höhe von 572 Tsd. € (2009: 4.728 Tsd. €) im Zusammenhang mit dem Neubau und dem Umzug nach Bietigheim-Bissingen ("Projekt Campus") enthalten, die nicht Bestandteil des Generalübernehmervertrags sind. Diese werden teilweise an die Dürr Systems GmbH, Stuttgart, weiterbelastet.
21. ZINSERGEBNIS
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| Tsd. € | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 2.953 | 3.131 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 2.953 | 3.131 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 3.090 | 2.147 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 3.090 | 2.029 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -23.255 | -22.531 |
| davon aus verbundene Unternehmen | -1.360 | -1.134 |
| davon aus Abzinsungen | -332 | -423 |
| -17.212 | -17.253 |
22. AUSSERORDENTLICHES ERGEBNIS
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| Tsd. € | 2010 | 2009 |
|---|---|---|
| Außerordentliche Erträge | - | 1.601 |
| Außerordentliche Aufwendungen | - | -2.229 |
| - | -628 |
Das außerordentliche Ergebnis des Vorjahres enthält Erträge und Aufwendungen aus der Änderung der Bewertungsmethoden zum 01.01.2009 nach dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG). Darin enthalten sind Aufwendungen aus dem VORaB-Programm und anderen Pensionsverpflichtungen in Höhe von 2.228 Tsd. € und Erträge aus den zugehörigen Rückdeckungsversicherungen in Höhe von 1.573 Tsd. €. Aus der Abzinsung der Rückstellung für Langzeitkonten ergab sich ein Ertrag von 28 Tsd. €, aus der Bewertung der Jubiläumsrückstellung ein Aufwand von 1 Tsd. €.
23. STEUERN VOM EINKOMMEN UND ERTRAG
Die ausgewiesenen Steuern beinhalten anrechenbare ausländische Quellensteuern in Höhe von -1.580 Tsd. € (2009: -1.344 Tsd. €), inländischen Steueraufwand in Höhe von 250 Tsd. € sowie Erträge aus Steuererstattungen und Auflösungen von Steuerrückstellungen inländischer Ertragsteuern in Höhe von 1.440 Tsd. €. Im Vorjahr fielen Aufwendungen aus inländischen Ertragssteuern in Höhe von 4.381 Tsd. € an. Auf das außerordentliche Ergebnis des Vorjahres entfielen keine Steuern.
V. SONSTIGE ANGABEN
1. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE
Von den der Dürr AG gewährten Kredit- und Avallinien können Teilbeträge unter gesamtschuldnerischer Mithaftung der Dürr AG durch Tochter- bzw. Beteiligungsgesellschaften in Anspruch genommen werden. Zum Bilanzstichtag beträgt die Inanspruchnahme der Gesamtlinie durch die Tochtergesellschaften 102.574 Tsd. €.
Des Weiteren stehen Aval-/Garantielinien bei Kautionsversicherungen in Höhe von 150.000 Tsd. € zur Verfügung, die zum Bilanzstichtag in Höhe von 113.035 Tsd. € in Anspruch genommen wurden.
Darüber hinaus besteht für die Absicherung von Ansprüchen aus Altersteilzeit eine Avallinie in Höhe von 10 Mio. €. Zum Bilanzstichtag war diese mit 7.650 Tsd. € ausgenutzt.
Aus dem Projektgeschäft der Tochtergesellschaften ist die Dürr AG Vertragserfüllungsgarantien und ähnliche Verpflichtungen eingegangen, die sich zum Bilanzstichtag auf 85.036 Tsd. € beliefen. Außerdem wurden weitere Vertragserfüllungsgarantien ohne Nennbetrag für Tochtergesellschaften gegenüber Kunden abgegeben.
Darüber hinaus bestehen zum Bilanzstichtag Bürgschaften gegenüber Banken für Tochtergesellschaften in Höhe von 55.069 Tsd. €. Zum Bilanzstichtag beträgt die Inanspruchnahme der Linien durch die Tochtergesellschaften, für welche die Dürr AG bürgt, 28.320 Tsd. €.
Ferner haftet die Dürr AG im Rahmen des Konzern-Cash-Poolings gesamtschuldnerisch mit den eingebundenen Tochtergesellschaften für Sollsalden gegenüber der finanzierenden Bank.
Am 17. Dezember 2003 bzw. 29. Oktober 2008 wurden zwischen mehreren Schenck-Gesellschaften bzw. der Dürr Ecoclean GmbH, Filderstadt, und der Süd-Factoring GmbH, Stuttgart, vertragliche Vereinbarungen über den regresslosen Ankauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen getroffen. Die Carl Schenck AG, Darmstadt, und die Dürr AG, Stuttgart, garantieren für alle Verbindlichkeiten aus diesem Vertrag, insbesondere für die Verität der Forderungen in Höhe von 12.077 Tsd. € aus dem Factoring von verbundenen Unternehmen.
Die Dürr AG hat sich ferner dazu verpflichtet, für Verbindlichkeiten aus ausstehenden Mietzahlungen von Tochtergesellschaften gegenüber drei Leasing-Objektgesellschaften zu haften.
Das Risiko einer Inanspruchnahme aus Bürgschaften für die Tochtergesellschaften wird aufgrund deren guter Vermögens-, Finanz- und Ertragslagen als gering eingestuft.
2. AUSSERBILANZIELLE GESCHÄFTE
Die Gesellschaft erstellte als Generalübernehmer Neubauten in Bietigheim-Bissingen, die an Leasinggesellschaften veräußert wurden. Über dieselben Immobilien wurden von der Dürr Systems GmbH, Stuttgart, gleichzeitig Mietverträge geschlossen, für die die Dürr AG Mietzahlungen in Höhe von 177 Tsd. € p.a. über die Dürr Systems GmbH leistet. Zweck dieser Transaktion ist die Beschaffung liquider Mittel zur Finanzierung des Investitionsprojekts der Grundstücke und Gebäude am Standort Bietigheim-Bissingen bei gleichzeitiger Risikominimierung. Die Risiken verbleiben beim Leasinggeber.
3. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen aus Leasingverträgen in Höhe von 131 Tsd. € für das Geschäftsjahr 2011, 39 Tsd. € für das Geschäftsjahr 2012 und 6 Tsd. € für das Geschäftsjahr 2013. Darin enthalten sind finanzielle Mindestverpflichtungen aus Mietverhältnissen gegenüber der Dürr Systems GmbH, Stuttgart, in Höhe von 64 Tsd. €.
4. GESCHÄFTE MIT NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN
Geschäfte mit nahe stehenden unternehmen und Personen zu nicht marktüblichen Konditionen liegen nicht vor.
5. FINANZDERIVATE
Ein Derivat ist ein Finanzinstrument oder ein anderer Vertrag, der alle der drei folgenden Merkmale aufweist:
1.) Sein Wert ändert sich infolge einer Änderung eines bestimmten Zinssatzes, Preises eines Finanzinstruments, Rohstoffpreises, Wechselkurses, Preis- oder Zinsindexes, Bonitätsratings oder Kreditindexes oder einer anderen Variablen;
2.) es erfordert keine Anschaffungsauszahlung oder eine, die im Vergleich zu anderen Vertragsformen, von denen zu erwarten ist, dass sie in ähnlicher Weise auf Änderungen der Marktbedingungen reagieren, geringer ist und
3.) es wird zu einem späteren Zeitpunkt beglichen.
Die Gesellschaft setzt derivative Finanzinstrumente wie beispielsweise Devisenterminkontrakte ein, um sich gegen Zins- und Währungsrisiken abzusichern. Es handelt sich bei diesen Derivaten um Finanztitel, die ausschließlich außerhalb der Börse zwischen Dürr und Kreditinstituten abgewickelt werden (so genannte Over-the-counter-Produkte (OTC-Produkte)).
Der Zeitwert der Finanzinstrumente wurde auf Basis der folgenden Methoden und Annahmen ermittelt:
Bei Devisentermingeschäften wurden die Zeitwerte als Barwert der Zahlungsströme unter Berücksichtigung der jeweiligen vertraglich vereinbarten Terminkurse und des Terminkurses am Bilanzstichtag ermittelt. Die Zeitwerte der Zinswährungssicherungskontrakte ergeben sich aus den erwarteten abgezinsten zukünftigen Zahlungsströmen, basierend auf aktuellen Marktparametern.
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| Währungsbezogene Geschäfte | Nominalbetrag | Positiver beizulegender Zeitwert | Negativer beizulegender Zeitwert | Buchwert (sofern vorhanden) | In Bilanzposten (sofern in Bilanz erfasst) |
|---|---|---|---|---|---|
| Cross-Currency-Swaps | 35.000 kUSD | 456 Tsd. € | - | - | - |
| Devisentermingeschäfte | |||||
| Mit Banken | 72 kAUD | - | 1 Tsd. € | - | - |
| 3.600 kCHF | - | 22 Tsd. € | - | - | |
| 2.830 kCZK | 1 Tsd. € | - | - | - | |
| 9.119 kCZK | - | 5 Tsd. € | - | - | |
| 65.109 kCZK | 46 Tsd. € | - | - | - | |
| 158 kGBP | - | - | - | - | |
| 7.180 kGBP | - | 59 Tsd. € | -58 Tsd. € | Sonstige Rückstellungen | |
| 23.800 kJPY | - | 6 Tsd. € | -1 Tsd. € | Sonstige Rückstellungen | |
| 145.000 MXN | - | 85 Tsd. € | -85 Tsd. € | Sonstige Rückstellungen | |
| 21.000 kRUB | 6 Tsd. € | - | - | ||
| 21.000 kRUB | - | 9 Tsd. € | -9 Tsd. € | Sonstige Rückstellungen | |
| 1.770 kUSD | 28 Tsd. € | - | - | - | |
| 14.459 kUSD | - | 155 Tsd. € | -105 Tsd. € | Sonstige Rückstellungen | |
| 12.182 kUSD | 175 Tsd. € | - | - | - | |
| 12.489 kUSD | - | 303 Tsd. € | - | - | |
| 902 kUSD | 2 Tsd. € | - | - | - | |
| 477 kUSD | - | 3 Tsd. € | - | - | |
| 4.986 kUSD | 69 Tsd. € | - | - | - | |
| 7.680 kUSD | - | 27 Tsd. € | - | - | |
| Mit verbundenen Unternehmen | 72 kAUD | 1 Tsd. € | - | - | - |
| 3.500 kCHF | 22 Tsd. € | - | - | - | |
| 2.830 kCZK | - | 1 Tsd. € | - | - | |
| 9.119 kCZK | 5 Tsd. € | - | - | - | |
| 65.109 kCZK | - | 46 Tsd. € | - | - | |
| 158 kGBP | - | - | - | - | |
| 106 kGBP | 2 Tsd. € | - | - | - | |
| 13.800 kJPY | 5 Tsd. € | - | - | - | |
| 1.770 kUSD | - | 28 Tsd. € | - | - | |
| 2.012 kUSD | 32 Tsd. € | - | - | - | |
| 12.182 kUSD | - | 175 Tsd. € | - | - | |
| 12.489 kUSD | 303 Tsd. € | - | - | - | |
| 902 kUSD | - | 2 Tsd. € | - | - | |
| 477 kUSD | 3 Tsd. € | - | - | - | |
| 4.986 kUSD | - | 68 Tsd. € | - | - | |
| 7.680 kUSD | 27 Tsd. € | - | - | - |
Der Betrag der Wertänderung eines Derivates wird in dem Posten der Gewinn- und Verlustrechnung berichtet, in dem auch die Wertänderung des Grundgeschäfts erfasst wurde.
Wenn keine Bewertungseinheit gebildet wurde, sind Derivate maximal zu den Anschaffungskosten bilanziert. Sofern der Zeitwert unter den Anschaffungskosten lag, erfolgte eine Abwertung auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert, bei negativem beizulegendem Zeitwert wurde eine Rückstellung für drohende Verluste gebildet.
6. BEWERTUNGSEINHEITEN
Die von der Gesellschaft verwendeten Sicherungsgeschäfte bilden zusammen mit den dazugehörigen Grundgeschäften eine Bewertungseinheit im Sinne des § 254 HGB n.F.
In Bewertungseinheiten einbezogene Vermögensgegenstände und Schulden:
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| Betrag | Bilanzposition | Art der abgesicherten Risiken | Art der Bewertungseinheit | Gesichertes Volumen | |
|---|---|---|---|---|---|
| Bilanzwirksame Geschäfte | 27.127 Tsd. € | Ausleihungen an verbundene Unternehmen | Zins- und Währungsrisiken | Micro Hedge | 35.000 kUSD |
| Bilanzunwirksame Geschäfte | |||||
| Mit Banken | 54 Tsd. € | - | Währungsrisiko | Micro Hedge | 72 kAUD |
| 2.859 Tsd. € | - | Währungsrisiko | Micro Hedge | 3.500 kCHF | |
| 481 Tsd. € | - | Währungsrisiko | Micro Hedge | 11.949 kCZK | |
| 2.637 Tsd. € | - | Währungsrisiko | Micro Hedge | 65.109 kCZK | |
| 307 Tsd. € | - | Währungsrisiko | Micro Hedge | 264 kGBP | |
| 122 Tsd. € | - | Währungsrisiko | Micro Hedge | 13.800 kJPY | |
| 4.147 Tsd. € | - | Währungsrisiko | Micro Hedge | 5.476 kUSD | |
| 18.462 Tsd. € | - | Währungsrisiko | Micro Hedge | 24.671 kUSD | |
| 1.043 Tsd. € | - | Währungsrisiko | Micro Hedge | 1.379 kUSD | |
| 9.653 Tsd. € | - | Währungsrisiko | Micro Hedge | 12.666 kUSD | |
| Mit verbundenen Unternehmen | 54 Tsd. € | - | Währungsrisiko | Micro Hedge | 72 kAUD |
| 2.859 Tsd. € | - | Währungsrisiko | Micro Hedge | 3.500 kCHF | |
| 481 Tsd. € | - | Währungsrisiko | Micro Hedge | 11.949 kCZK | |
| 2.637 Tsd. € | - | Währungsrisiko | Micro Hedge | 65.109 kCZK | |
| 307 Tsd. € | - | Währungsrisiko | Micro Hedge | 264 kGBP | |
| 122 Tsd. € | - | Währungsrisiko | Micro Hedge | 13.800 kJPY | |
| 2.856 Tsd. € | - | Währungsrisiko | Micro Hedge | 3.782 kUSD | |
| 18.462 Tsd. € | - | Währungsrisiko | Micro Hedge | 24.671 kUSD | |
| 1.043 Tsd. € | - | Währungsrisiko | Micro Hedge | 1.379 kUSD | |
| 9.653 Tsd. € | - | Währungsrisiko | Micro Hedge | 12.666 kUSD |
Alle Finanzderivate sowie die zugrunde liegenden Grundgeschäfte unterliegen einer regelmäßigen internen Kontrolle und Bewertung im Rahmen einer Vorstandsrichtlinie. Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente ist auf die wirtschaftliche Absicherung des operativen Geschäfts begrenzt.
Zu Beginn einer Sicherungsbeziehung werden sowohl die Sicherungsbeziehung als auch die Risikomanagementzielsetzungen und -Strategien im Hinblick auf die Absicherung formal festgelegt und dokumentiert. Diese Dokumentation enthält die Festlegung des Sicherungsinstruments, des Grundgeschäfts oder der abgesicherten Transaktion und die Art des abzusichernden Risikos sowie eine Beschreibung, wie das Unternehmen die Wirksamkeit des Sicherungsinstruments bei der Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows des gesicherten Grundgeschäfts ermitteln wird. Derartige Sicherungsbeziehungen werden hinsichtlich der Erreichung einer Kompensation der Risiken aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cashflows als in hohem Maße wirksam eingeschätzt. Sie werden fortlaufend dahingehend beurteilt, ob sie tatsächlich während der gesamten Berichtsperiode, für die die Sicherungsbeziehung designiert wurde, hochwirksam waren.
Die Gesellschaft verwendet zur Risikoabsicherung ausschließlich Micro Hedges, bei denen ein aus einem einzelnen Grundgeschäft resultierendes Risiko mittels eines einzelnen Sicherungsinstruments abgesichert wird.
Der Zeitwert der Finanzinstrumente wurde auf Basis der folgenden Methoden und Annahmen ermittelt:
Bei Devisentermingeschäften wurden die Zeitwerte als Barwert der Zahlungsströme unter Berücksichtigung der jeweiligen vertraglich vereinbarten Terminkurse und des Terminkurses am Bilanzstichtag ermittelt. Die Zeitwerte der Zinswährungssicherungskontrakte ergeben sich aus den erwarteten abgezinsten zukünftigen Zahlungsströmen, basierend auf aktuellen Marktparametern.
Bis zum Abschlussstichtag haben sich die gegenläufigen Wertänderungen und Zahlungsströme aus Grund- und Sicherungsgeschäft vollständig ausgeglichen. Auch zukünftig wird sich bei den jeweilig abgesicherten Risiken die gegenläufigen Wertentwicklungen voraussichtlich weitestgehend ausgleichen, da laut Konzernrisikopolitik Risikopositionen (Grundgeschäft) unverzüglich nach Entstehung in betraglich gleicher Höhe in derselben Währung und Laufzeit durch Devisentermingeschäfte abgesichert werden.
Zur Messung der Effektivität der Sicherungsbeziehung wird die "Critical-Term-Match-Methode" verwendet. Der Ausgleich der gegenläufigen Wertänderungen erfolgt je nach Fälligkeit der Grundgeschäfte in einem Zeitraum von 1 bis 19 Monaten.
Im Wesentlichen schließt die Dürr AG kurzfristige Devisentermingeschäfte im Auftrag von Tochtergesellschaften ab und leitet die Konditionen entsprechend weiter, sodass eine Bewertungseinheit zwischen dem externen und internen Devisentermingeschäft vorliegt und somit für diese Geschäfte auf die Bildung einer Rückstellung für drohende Verluste verzichtet wird.
7. ORGANE
Im Berichtsjahr wurden Aufsichtsratsvergütungen in Höhe von 349 Tsd. € sowie Vergütungen an den Vorstand in Höhe von 2.251 Tsd. € gewährt.
Auf die personenbezogene Angabe der Vorstandsbezüge wird nach § 286 Abs. 5 HGB verzichtet.
An frühere Mitglieder des Vorstandes wurden Pensionsbezüge in Höhe von 362 Tsd. € bezahlt. Die Pensionsrückstellungen für diesen Personenkreis betragen 7.705 Tsd. €.
8. ERGEBNISVERWENDUNGSVORSCHLAG
Der Jahresabschluss der Dürr Aktiengesellschaft zum 31. Dezember 2010 weist einen Bilanzgewinn von 71.659 Tsd. € aus. Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, 5.190 Tsd. € für das Geschäftsjahr 2010 auszuschütten und 66.469 Tsd. € auf neue Rechnung vorzutragen. Danach entfällt auf eine Stückaktie eine Bardividende von 0,30 €.
9. KONZERNABSCHLUSS
Die Gesellschaft stellt zum 31. Dezember 2010 einen Konzernabschluss nach § 315a HGB auf. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Gesellschaft erhältlich und wird im elektronischen Bundesanzeiger sowie im internet unter www.durr.de veröffentlicht.
10. DEUTSCHER CORPORATE GOVERNANCE KODEX/ ERKLÄRUNG NACH § 161 AKTG
Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung haben Vorstand und Aufsichtsrat der Dürr AG am 15. Dezember 2010 in Bietigheim-Bissingen abgegeben und den Aktionären durch die Veröffentlichung im internet zugänglich gemacht.
11. ABSCHLUSSPRÜFERHONORAR
Das Abschlussprüferhonorar wird im Konzernabschluss der Dürr AG angegeben.
12. MITGLIEDER DES VORSTANDS
RALF W. DIETER
Vorsitzender
Vorstandsvorsitzender Carl Schenck AG
(bis 31.01.2010)
• Unternehmenskommunikation,
Personal (Arbeitsdirektor),
Forschung & Entwicklung,
Qualitätsmanagement,
Interne Revision,
Corporate Compliance
(seit 01.01.2011)
• Paint and Assembly Systems
• Measuring and Process Systems
■ Carl Schenck AG, Darmstadt*
(seit 03.02.2010, Vorsitzender)
■ Körber AG, Hamburg
(seit 29.04.2010)
□ Dürr, Inc., Plymouth, MI, USA*
(Vorsitzender)
□ Olpidürr S.p.A., Novegro di Segrate (Mi), Italien*
(bis 01.01.2010)
RALPH HEUWING
• Finanzen / Controlling,
Investor Relations,
Risikomanagement,
Recht/ Patente,
Informationstechnologie,
Global Sourcing
• Clean Technology Systems
(seit 01.01.2011)
• Dürr Consulting
■ Carl Schenck AG, Darmstadt*
(bis 03.02.2010, Vorsitzender)
■ MCH Management Capital Holding AG, München
□ Dürr, Inc., Plymouth, MI, USA*
□ Dürr India Pvt. Ltd., Chennai, Indien*
• Ressortverteilung der Vorstandsmitglieder
■ Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten
□ Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
* Konzernmandat
13. MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS
DR.-ING. E.H. HEINZ DÜRR1 ,4 ,5
Unternehmer, Berlin
Vorsitzender
■ Dürr Systems GmbH, Stuttgart
(bis 15.03.2010 Vorsitzender und Mitglied)
■ ADC Krone GmbH, Berlin
(bis 04.03.2010 Vorsitzender und Mitglied)
□ Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart
(bis 08.11.2010 Mitglied im Verwaltungsrat)
PROF. DR. NORBERT LOOS1 ,2 ,4 ,5
Geschäftsführender Gesellschafter der Loos Beteiligungs-GmbH, Stuttgart
Stv. Vorsitzender
■ BHS tabletop AG, Selb (Vorsitzender)
■ Hans R. Schmid Holding AG, Offenburg
(Vorsitzender)
■ LTS Lohmann Therapie-Systeme AG, Andernach
(Vorsitzender)
■ MVV Energie AG, Mannheim (bis 12.03.2010)
□ LTS Lohmann Therapy Systems Corp., West
Caldwell, New Jersey, USA (Vorsitzender)
Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Dürr AG, Stuttgart
Stv. Vorsitzender
■ Dürr Systems GmbH, Stuttgart
(Stv. Vorsitzender)
MIRKO BECKER3
Freigestelltes Betriebsratsmitglied der Dürr Systems GmbH, Stuttgart,
am Standort Bietigheim-Bissingen
DR. DR. ALEXANDRA DÜRR5
Oberärztin an der Neurogenetischen Klinik des Département de Génétique,
Hôpital de la Salpêtrière, Paris, Frankreich
Gewerkschaftssekretär der IG Metall,
Verwaltungsstelle Stuttgart
■ ThyssenKrupp Elevator AG, Düsseldorf
(Stv. Vorsitzender)
■ Alcatel-Lucent AG, Stuttgart
(Stv. Vorsitzender)
■ Alcatel-Lucent Holding GmbH, Stuttgart
DR. GÜNTER FENNEBERG
Vorsitzender der Geschäftsführung der Schmidt-Seeger GmbH,
Beilngries (bis 31.01.2011)
□ Sommer Fassadensysteme - Stahlbau - Sicherheitstechnik GmbH & Co. KG, Döhlau
THOMAS HOHMANN3
Personalleiter der Dürr Systems GmbH, Stuttgart
Vorsitzender des Betriebsrats der Dürr Ecoclean GmbH, Filderstadt, am Standort Monschau
Stv. Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Dürr AG, Stuttgart
(seit 09.05.2010)
Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Verwaltungsstelle, Völklingen
■ Saarschmiede GmbH Freiformschmiede, Völklingen
(bis 08.05.2010)
Ehemaliger erster Bevollmächtigter der IG Metall, Verwaltungsstelle Darmstadt
JOACHIM SCHIELKE2
Vorsitzender des Vorstands der Baden-Württembergischen Bank, Stuttgart
Mitglied des Vorstands der Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart
■ Paul Hartmann AG, Heidenheim an der Brenz
■ ICS Informatik Consulting Systems AG, Stuttgart
■ Wüstenrot & Württembergische AG, Stuttgart
□ Allgaier Werke GmbH, Uhingen
□ Behr Verwaltung GmbH, Stuttgart
□ Berthold Leibinger GmbH, Ditzingen
(Mitglied des Aufsichtsrats, Mitglied des Verwaltungsrats)
□ BWK GmbH Unternehmensbeteiligungsgesellschaft, Stuttgart
(Vorsitzender)
□ Kaufland Stiftung & Co. KG, Neckarsulm
□ LBBW Equity Partners GmbH & Co. KG, München (bis 21.12.2010)
□ LBBW Equity Partners Verwaltungs-GmbH, München (bis 21.12.2010)
□ LHI Leasing GmbH, München
(Vorsitzender)
□ Lidl Stiftung & Co. KG, Neckarsulm
□ MKB Mittelrheinische Bank GmbH, Koblenz
(Vorsitzender)
□ MMV Leasing GmbH, Koblenz
(Vorsitzender des Beirats)
□ Trumpf GmbH & Co. KG, Ditzingen
(Mitglied des Verwaltungsrats)
PROF. DR.-ING. DR.-ING. E.H. KLAUS WUCHERER
Geschäftsführer der Dr. Klaus Wucherer Innovations- und Technologieberatung GmbH, Erlangen
■ Heitec AG, Erlangen (seit 09.08.2010)
■ Infineon Technologies AG, Neubiberg
(bis 17.02.2011 Vorsitzender und Mitglied)
■ Leoni AG, Nürnberg
■ SAP AG, Walldorf
1 Mitglied Präsidium und Personalausschuss
2 Mitglied Prüfungsausschuss
3 Vertreter der Arbeitnehmer
4 Mitglied Vermittlungsausschuss
5 Mitglied Nominierungsausschuss
■ Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten
□ Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien
14. OFFENLEGUNGS-PFLICHTIGE MITTEILUNGEN ÜBER BETEILIGUNGEN GEMASS § 21 ABS. 1 WPHG
Folgende Mitteilungen wurden europaweit veröffentlicht:
Deutsche Gesellschaft für Ad-hoc-Publizität (DGAP) Stimmrechtsmitteilung vom 18.04.2007
Herr Dr.-Ing. E. h. Heinz Dürr hat den Vorstand der Dürr AG am 17.04.2007 wie folgt informiert:
Herr Dr.-Ing. E. h. Heinz Dürr, Deutschland, hat uns nach § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass am 13. April 2007 die Abstimmung des Verhaltens der Heinz Dürr GmbH, der Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH und der Süd-Kapitalbeteiligungs-Gesellschaft mbH in Bezug auf die Ausübung der Stimmrechte an der Dürr AG mit dem Sitz in Stuttgart, Otto-Dürr-Straße 8, 70435 Stuttgart (ISIN DE0005565204, WKN 556520) aufgrund der am 19. Dezember 2001 geschlossenen Pool-Vereinbarung endete. Im Hinblick auf diesen Sachverhalt gibt Herr Dr.-Ing. E. h. Dürr folgende Mitteilung ab:
Herrn Dr.-Ing. E.h. Dürr werden ab dem 13. April 2007 keine Stimmrechte mehr nach § 22 Abs. 2 WpHG zugerechnet und sein Stimmrechtsanteil an der Dürr AG hat am 13. April 2007 die Schwelle von 50% unterschritten und beträgt nun 41,232% (6.485.006 Stimmrechte). Davon ist Herrn Dr. E. h. Dürr gemäß § 22 Abs. 1 Nr. 1 WpHG der Stimmrechtsanteil der Heinz Dürr GmbH in Höhe von 41,232% der Stimmrechte an der Dürr AG (6.485.006 Stimmrechte) zuzurechnen.
DGAP Stimmrechtsmitteilung vom 18.04.2007
Die Heinz Dürr GmbH hat den Vorstand der Dürr AG am 17.04.2007 wie folgt informiert:
Die Heinz Dürr GmbH, Berlin, Deutschland, hat uns nach § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass am 13. April 2007 die Abstimmung ihres Verhaltens mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH und der Süd-Kapitalbeteiligungs-Gesellschaft mbH in Bezug auf die Ausübung der Stimmrechte an der Dürr AG mit dem Sitz in Stuttgart, Otto-Dürr-Straße 8, 70435 Stuttgart (ISIN DE0005565204, WKN 556520) aufgrund der am 19. Dezember 2001 geschlossenen Pool-Vereinbarung endete. Im Hinblick auf diesen Sachverhalt gibt die Heinz Dürr GmbH folgende Mitteilung ab:
Der Heinz Dürr GmbH mit Sitz in Berlin, Deutschland, werden ab dem 13. April 2007 keine Stimmrechte mehr nach § 22 Abs. 2 WpHG zugerechnet und der Stimmrechtsanteil der Heinz Dürr GmbH an der Dürr AG hat am 13. April 2007 die Schwelle von 50% unterschritten und beträgt nun 41,232% (6.485.006 Stimmrechte) und überschreitet damit die Schwelle von 30% weiterhin.
DGAP Stimmrechtsmitteilung vom 18.04.2007
Die Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH hat den Vorstand der Dürr AG am 17.04.2007 wie folgt informiert:
Die Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH, Berlin, Deutschland, hat uns nach § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass am 13. April 2007 die Abstimmung ihres Verhaltens mit der Heinz Dürr GmbH und der Süd-Kapitalbeteiligungs-Gesellschaft mbH in Bezug auf die Ausübung der Stimmrechte an der Dürr AG mit dem Sitz in Stuttgart, Otto-Dürr-Straße 8, 70435 Stuttgart (ISIN DE0005565204, WKN 556520) aufgrund der am 19. Dezember 2001 geschlossenen Pool-Vereinbarung endete. Im Hinblick auf diesen Sachverhalt gibt die Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH folgende Mitteilung ab:
Der Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH mit Sitz in Berlin, Deutschland, werden ab dem 13. April 2007 keine Stimmrechte mehr nach § 22 Abs. 2 WpHG zugerechnet und der Stimmrechtsanteil der Heinz und Heide Dürr Stiftung GmbH an der Dürr AG hat am 13. April 2007 die Schwellen von 50%, 30%, 25%, 20%, 15%, 10% und 5% unterschritten und beträgt nunmehr 3,815% (600.000 Stimmrechte) und überschreitet damit die Schwelle von 3% weiterhin.
DGAP Stimmrechtsmitteilung vom 24.09.2007
Die LBBW hat den Vorstand der Dürr AG am 21.09.2007 wie folgt informiert:
"Hiermit teilen wir Ihnen gem. § 21 Abs. 1 WpHG mit, dass mit der uns am 14.09.2007 zugestellten Eintragungsnachricht des Amtsgerichts Mannheim vom 10.09.2007 unsere bisherige Tochtergesellschaft LBBW Spezialprodukte-Holding GmbH, Stuttgart, Deutschland, mit Eintragung im Handelsregister am 05.09.2007 mit unserer Tochtergesellschaft Bensel Verwaltungs- und Beratungs-Gesellschaft für Vermögensanlagen mbH, Mannheim, Deutschland, als aufnehmende Gesellschaft verschmolzen wurde. Der Stimmrechtsanteil der Landesbank Baden-Württemberg an der Dürr AG hat am 05.09.2007 5,03% (790.945 Stimmrechte) betragen. Davon sind der Landesbank Baden-Württemberg 5,03% (790.445 Stimmrechte) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.
Die der Landesbank Baden-Württemberg zugerechneten Stimmrechte werden dabei über folgende von ihr kontrollierte Unternehmen, deren Stimmrechtsanteil an der Dürr AG jeweils 5,03% (790.445 Stimmrechte) beträgt, gehalten:
| ― | Bensel Verwaltungs- und Beratungs-Gesellschaft für Vermögensanlagen mbH, Mannheim, Deutschland |
| ― | Süd-Kapitalbeteiligungs-Gesellschaft mbH, Stuttgart, Deutschland |
Hiermit teilen wir ihnen gem. § 21 Abs. 1 WpHG i.V.m. § 24 WpHG mit, dass der Stimmrechtsanteil der Bensel Verwaltungs- und Beratungs-Gesellschaft für Vermögensanlagen mbH an der Dürr AG am 05.09.2007 die Schwellen von 3% und 5% überschritten hat und zu diesem Tag 5,03% (790.445 Stimmrechte) betragen hat. Diese Stimmrechte sind der Bensel Verwaltungs- und Beratungs-Gesellschaft für Vermögensanlagen mbH in vollem Umfang nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Die der Bensel Verwaltungs- und Beratungs-Gesellschaft für Vermögensanlagen mbH zugerechneten Stimmrechte werden dabei über folgendes von ihr kontrolliertes Unternehmen, dessen Stimmrechtsanteil an der Dürr AG 5,03% (790.445 Stimmrechte) beträgt, gehalten:
| ― | Süd-Kapitalbeteiligungs-Gesellschaft mbH, Stuttgart, Deutschland |
Hiermit teilen wir Ihnen gem. § 21 Abs. 1 WpHG i.V.m. § 24 WpHG mit, dass der Stimmrechtsanteil der Süd-Kapitalbeteiligungs-Gesellschaft mbH an der Dürr AG am 05.09.2007 5,03% (790.445 Stimmrechte) betragen hat."
DGAP Stimmrechtsmitteilung vom 18.06.2010
Die Hermes Administration Services Limited, London, Großbritannien, hat den Vorstand der Dürr AG am 17.06.2010 wie folgt informiert:
"Notification of voting rights according to §§ 21, 22 WpHG regarding the holding of voting rights in Duerr AG, Carl-Benz-Strasse 34, 74321 Bietigheim-Bissingen, Germany (the "Company").
Below, we Hermes Administration Services Limited as the authorised administration agent on behalf of BT Pension Scheme Trustees Limited, London, United Kingdom ("BTPSTL") would like to make the following notifications regarding the holding of voting rights held in the Company according to §§ 21, 22 para. 1 WpHG in the name of BTPSTL and its subsidiaries:
| ― | BriTel Fund Nominees Limited, London, United Kingdom ("BFNL"); |
| ― | BriTel Fund Trustees Limited, London, United Kingdom ("BFTL"); |
| ― | Hermes Fund Managers Limited (formerly named Hermes Pensions Management Limited), London, United Kingdom ("HFML"); |
| ― | Hermes Equity Ownership Services Limited, London, United Kingdom ("HEOS"). |
1. Notification of voting rights for BTPSTL
We hereby give notice pursuant to §§ 21, 22 WpHG, that on 11 June 2010 the voting interest held by BTPSTL in the Company decreased below the 3% threshold of § 21 para. 1 WpHG and amounted to 2.98% voting rights, i.e. 515,868 shares with voting rights, at this day.
All of these 2.98% of the voting rights (515,868 shares with voting rights) in the Company were attribut-able to BTPSTL pursuant to both, § 22 para. 1 sent. 1 no. 6 WpHG in connection with § 22 para. 1 sent. 2 WpHG via BFNL and 2.96% (512,314 shares with voting rights) pursuant to § 22 para. 1 sent. 1 no. 1 WpHG via its subsidiaries BFTL and BFNL.
2. Notification of voting rights in the name of BFNL
On 11 June 2010 the voting interest held by BFNL in the Company decreased below the 3% threshold of § 21 para. 1 WpHG and amounted to 2.96% of the voting rights, i.e. 512,314 shares with voting rights, at this day. 0.02% (3,554 shares with voting rights) are attributed to BFNL pursuant to § 22 para. 1 sent. 1 no. 6 WpHG in connection with § 22 para. 1 sent. 2 WpHG.
3. Notification of voting rights in the name of BFTL
On 11 June 2010 the voting interest held by BFTL in the Company decreased below the 3% threshold of § 21 para. 1 WpHG and amounted to 2.98% of the voting rights, i.e. 515,868 shares with voting rights, at this day.
All of these 2.98% of the voting rights (515,868 shares with voting rights) in the Company were attribut-able to BFTL pursuant to § 22 para. 1 sent. 1 no. 6 WpHG in connection with § 22 para. 1 sent. 2 WpHG via, amongst others, its subsidiary BFNL and 2.96% (512,314 shares with voting rights) pursuant to § 22 para. 1 sent. 1 no. 1 WpHG via BFNL.
4. Notification of voting rights in the name of HFML
On 11 June 2010 the voting interest held by HFML in the Company decreased below the 3% threshold of § 21 para. 1 WpHG and amounted to 2.98% of the voting rights, i.e. 515,868 shares with voting rights, at this day.
All of these 2.98% of the voting rights (515,868 shares with voting rights) in the Company were attribut-able to HFML pursuant to § 22 para. 1 sent. 1 no. 6 WpHG in connection with § 22 para. 1 sent. 2 WpHG via, amongst others, BFNL.
5. Notification of voting rights in the name and on behalf of HEOS
On 11 June 2010 the voting interest held by HEOS in the Company decreased below the 3% threshold of § 21 para. 1 WpHG and amounted to 2.98% of the voting rights, i.e. 515,868 shares with voting rights, at this day.
All of these 2.98% of the voting rights (515,868 shares with voting rights) in the Company were attribut-able to HEOS pursuant to § 22 para. 1 sent. 1 no. 6 WpHG via, amongst others, BFNL."
DGAP Stimmrechtsmitteilung vom 01.10.2010
Die ATON GmbH, Fulda, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 01.10.2010 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland, ISIN: DE0005565204, WKN: 556520 am 29.09.2010 die Schwelle von 25% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 24,86% (das entspricht 4.301.445 Stimmrechten) betragen hat.
Herr Dr. med. Lutz Helmig, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 01.10.2010 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland, ISIN: DE0005565204, WKN: 556520 am 29.09.2010 die Schwelle von 25% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 24,86% (das entspricht 4.301.445 Stimmrechten) betragen hat. Diese Stimmrechte sind Herrn Dr. med. Lutz Helmig in vollem Umfang gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG über die ATON GmbH zuzurechnen.
DGAP Stimmrechtsmitteilung vom 29.12.2010
Die ATON GmbH, Fulda, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 28.12.2010 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland, ISIN: DE0005565204, WKN: 556520 am 27.12.2010 die Schwelle von 20% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 19,995% (das entspricht 3.459.291 Stimmrechten) betragen hat.
Herr Dr. Lutz Helmig, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 28.12.2010 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland, ISIN: DE0005565204, WKN: 556520 am 27.12.2010 die Schwelle von 20% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 19,995% (das entspricht 3.459.291 Stimmrechten) betragen hat.
19,995% der Stimmrechte (das entspricht 3.459.291 Stimmrechten) sind Herrn Helmig gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG von der ATON GmbH zuzurechnen.
DGAP Stimmrechtsmitteilung vom 02.02.2011
Die ATON GmbH, Fulda, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 01.02.2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland, ISIN: DE0005565204, WKN: 556520 am 31.01.2011 die Schwelle von 15% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 14,966% (das entspricht 2.589.144 Stimmrechten) betragen hat.
Herr Dr. Lutz Helmig, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 01.02.2011 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland, ISIN: DE0005565204, WKN: 556520 am 31.01.2011 die Schwelle von 15% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 14,966% (das entspricht 2.589.144 Stimmrechten) betragen hat. 14,966% der Stimmrechte (das entspricht 2.589.144 Stimmrechten) sind Herrn Helmig gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG von der ATON GmbH zuzurechnen.
DGAP Stimmrechtsmitteilung vom 17.02.2011
Die ATON GmbH, Fulda, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 17.02.2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland, ISIN: DE0005565204, WKN: 556520 am 16.02.2011 die Schwelle von 10% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 9,932% (das entspricht 1.718.238 Stimmrechten) betragen hat.
Herr Dr. Lutz Helmig, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 17.02.2011 mitgeteilt, dass sein Stimmrechtsanteil an der Dürr Aktiengesellschaft, Bietigheim-Bissingen, Deutschland, ISIN: DE0005565204, WKN: 556520 am 16.02.2011 die Schwelle von 10% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 9,932% (das entspricht 1.718.238 Stimmrechten) betragen hat. 9,932% der Stimmrechte (das entspricht 1.718.238 Stimmrechten) sind Herrn Helmig gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 WpHG von der ATON GmbH zuzurechnen.
Bietigheim-Bissingen, den 8. März 2011
Dürr Aktiengesellschaft
Der Vorstand
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| RALF W. DIETER | RALPH HEUWING |
ANLAGE A
Dürr Aktiengesellschaft, Stuttgart,
ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS IM GESCHÄFTSJAHR 2010
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| Tsd. € | Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte | Geleistete Anzahlungen | Sachanlagen* | Anteile an verbundenen Unternehmen | Ausleihungen | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kumulierte Anschaffungswerte zum 1. Januar 2010 | 3.412 | - | 414 | 463.081 | 27.127 | 494.034 |
| Zugänge | - | 118 | - | 25 | - | 143 |
| Abgänge | - | - | - | -330 | - | -330 |
| Kumulierte Anschaffungswerte zum 31. Dezember 2010 | 3.412 | 118 | 414 | 462.776 | 27.127 | 493.847 |
| Kumulierte Abschreibungen zum 1. Januar 2010 | 2.339 | - | 269 | - | - | 2.608 |
| Abschreibungen | 300 | - | 40 | - | - | 340 |
| Abgänge | - | - | - | - | - | - |
| Kumulierte Abschreibungen zum 31. Dezember 2010 | 2.639 | - | 309 | - | - | 2.948 |
| Restbuchwerte zum 31. Dezember 2010 | 773 | 118 | 105 | 462.776 | 27.127 | 490.899 |
| Restbuchwerte zum 31. Dezember 2009 | 1.073 | - | 145 | 463.081 | 27.127 | 491.426 |
* Die Sachanlagen beinhalten ausschließlich Betriebs- und Geschäftsausstattung.
ANLAGE B
Dürr Aktiengesellschaft, Stuttgart,
AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES ZUM 31.12.2010
Die Angaben gemäß § 285 Nr. 11 HGB wurden für die Beteiligungen, die ihren Sitz in Deutschland haben, aus den nach handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellten Jahresabschlüssen entnommen. Für alle übrigen Gesellschaften stellten die nach den Vorschriften der i FR S aufgestellten Abschlüsse (Reporting Packages) die Grundlage für diese Angabe dar.
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| Name und Sitz | Anteil am Kapital in % |
Eigenkapital* in Tsd.€ |
Jahresergebnis* in Tsd. € |
|---|---|---|---|
| Deutschland | |||
| Dürr Systems GmbH, Stuttgart1,2 | 100 | 145.363 | - |
| Dürr Ecoclean GmbH, Filderstadt1,2 | 100 | 46.617 | - |
| Dürr international GmbH, Stuttgart1,2 | 100 | 68 | - |
| Dürr Somac GmbH, Stollberg1,2 | 100 | 519 | 6 |
| Carl Schenck AG, Darmstadt1,2 | 100 | 93.979 | - |
| Schenck RoTec GmbH, Darmstadt1,2 | 100 | 9.226 | - |
| Schenck Atis GmbH, Darmstadt1,2 | 100 | 512 | - |
| Schenck Technologie- und Industriepark GmbH, Darmstadt1,2 | 100 | 12.540 | - |
| Dürr Assembly Products GmbH, Püttlingen1,2 | 100 | 5.981 | - |
| Dürr Systems Wolfsburg GmbH, Wolfsburg2 | 100 | 1.177 | -1.297 |
| Dürr IT Service GmbH, Stuttgart2 | 100 | 24 | -1 |
| Dürr EES GmbH, Stuttgart4 | 100 | 19 | -1 |
| Prime Contractor Consortium FAL China, Stuttgart3 | 50 | - | -671 |
| Dürr GmbH & Co. Campus KG, Pullach im Isartal3 | 100 | 875 | 842 |
| Unterstützungseinrichtung der Carl Schenck AG, Darmstadt, GmbH, Darmstadt4 | 100 | 1.093 | 9 |
| Dürr EDAG Aircraft Systems GmbH, Fulda3 | 50 | 49 | 4 |
| Andere EU-Länder | |||
| Dürr Anlagenbau Ges. m.b.H., Zistersdorf / Österreich2 | 100 | 2.409 | 173 |
| Dürr Ltd., Warwick / Großbritannien2 | 100 | 5.041 | 646 |
| Schenck Ltd., Warwick / Großbritannien2 | 100 | 3.078 | 180 |
| Schenck Test Automation Ltd., Warwick / Großbritannien2 | 100 | 139 | - |
| Dürr Ecoclean S.A.S., Loué / Frankreich2 | 100 | -330 | -5.260 |
| Dürr Systems S.A.S., Guyancourt / Frankreich2 | 100 | 13.181 | 5.978 |
| Schenck S.A.S., Cergy-Pontoise / Frankreich2 | 100 | 2.990 | 273 |
| Datatechnic S.A., Uxegney / Frankreich2 | 100 | 7.724 | 719 |
| Dürr Systems Spain S.A., San Sebastian / Spanien2 | 100 | 4.237 | 932 |
| Olpidürr S.p.A., Novegro di Segrate / Italien2 | 65 | 5.708 | -893 |
| Verind S.p.A., Rodano / Italien2 | 50 | 8.416 | 1.402 |
| CPM S.p.A., Beinasco / Italien2 | 51 | 4.471 | 753 |
| Schenck Italia S.r.l., Paderno Dugnano / Italien2 | 100 | 349 | -17 |
| Stimas Engineering S.r.l., Turin / Italien2 | 51 | 37 | 7 |
| Carl Schenck Machines en Installaties B.V., Rotterdam / Niederlande2 | 100 | 1.350 | 107 |
| Dürr Poland Sp. z o.o., Radom / Polen2 | 100 | 2.356 | 652 |
| Dürr Ecoclean spol. s r.o., Oslavany / Tschechische Republik2 | 100 | 207 | -123 |
| Dürr Systems Slovakia spol. s r.o., Bratislava / Slowakei2 | 100 | 251 | 167 |
1 Ergebnisabführungsvertrag mit der jeweiligen Obergesellschaft
2 Vollkonsolidiertes Unternehmen im Dürr-Konzern
3 At equity bilanziertes Unternehmen im Dürr-Konzern
4 Nicht konsolidiertes Unternehmen im Dürr-Konzern
* Deutsche Gesellschaften HGB-Werte, ausländische Gesellschaften IFRS-Werte
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| Name und Sitz | Anteil am Kapital in % |
Eigenkapital* in Tsd. € |
Jahresergebnis* in Tsd. € |
|---|---|---|---|
| Sonstige europäische Länder | |||
| Schenck Industrie-Beteiligungen AG, Glarus / Schweiz2 | 100 | 16.617 | 258 |
| UCM AG, Rheineck / Schweiz2 | 100 | 1.882 | 302 |
| Dürr Systems Ltd. Şirketi, Istanbul / Türkei2 | 100 | -13 | -570 |
| OOO Dürr Systems RUS, Moskau / Russland2 | 100 | 451 | 152 |
| Nordamerika/Zentralamerika | |||
| Dürr Inc., Plymouth, Michigan / USA2 | 100 | 29.860 | -1.758 |
| Dürr Systems Inc., Plymouth, Michigan / USA2 | 100 | 32.502 | -5.520 |
| Dürr Ecoclean Inc., Auburn Hills, Michigan / USA2 | 100 | 6.334 | -1.469 |
| Schenck Corporation, Deer Park, New York / USA2 | 100 | 52.046 | 1.676 |
| Schenck RoTec Corporation, Auburn Hills, Michigan / USA2 | 100 | -892 | -933 |
| Schenck Trebel Corporation, Deer Park, New York / USA2 | 100 | 14.898 | 594 |
| Dürr Systems Canada Inc., Windsor, Ontario / Kanada2 | 100 | - | - |
| Dürr de México, S.A. de C.V., Querétaro / Mexiko2 | 100 | 9.873 | 1.757 |
| Südamerika | |||
| Dürr Brasil Ltda., São Paulo / Brasilien2 | 100 | 18.962 | 2.159 |
| Irigoyen 330 S.A., Cap. Fed. Buenos Aires / Argentinien2 | 100 | 410 | -7 |
| Afrika/Asien/Australien | |||
| Dürr Systems Maroc sarl au, Tanger / Marokko2 | 100 | 44 | 26 |
| Dürr South Africa (Pty.) Ltd., Port Elizabeth / Südafrika2 | 100 | 991 | 148 |
| Dürr India Private Ltd., Chennai / Indien2 | 100 | 8.753 | 6.496 |
| Schenck RoTec India Limited, Noida / Indien2 | 100 | 2.956 | 512 |
| Dürr Korea Inc., Seoul / Südkorea2 | 100 | 6.125 | 1.853 |
| Schenck Shanghai Machinery Corporation Ltd., Schanghai / V. R. China2 | 99 | 13.262 | 2.370 |
| Dürr Paintshop Systems Engineering (Shanghai) Co. Ltd., Schanghai / V. R. China2 | 100 | 5.845 | 1.957 |
| Dürr Japan K.K., Yokohama / Japan2 | 100 | 235 | 21 |
| Nagahama Seisakusho Ltd., Osaka / Japan3 | 50 | 23.923 | 1.333 |
| Dürr Pty. Ltd., Adelaide / Australien2 | 100 | - | - |
1 Ergebnisabführungsvertrag mit der jeweiligen Obergesellschaft
2 Vollkonsolidiertes Unternehmen im Dürr-Konzern
3 At equity bilanziertes Unternehmen im Dürr-Konzern
4 Nicht konsolidiertes Unternehmen im Dürr-Konzern
* Deutsche Gesellschaften HGB-Werte, ausländische Gesellschaften IFRS-Werte
BESTÄTIGUNGSVERMERK
ZU DEM JAHRESABSCHLUSS UND DEM LAGEBERICHT HABEN WIR FOLGENDEN BESTÄTIGUNGSVERMERK ERTEILT:
"Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang -unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Dürr Aktiengesellschaft, Stuttgart, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar."
Stuttgart, den 8. März 2011
**Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
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| SKIRK | HUMMEL |
| WIRTSCHAFTSPRÜFER | WIRTSCHAFTSPRÜFER |
Bericht des Aufsichtsrats
Dürr hat sich im Jahr 2010 zügig von den Folgen der Weltwirtschaftskrise erholt. Dabei profitierte der Konzern von seiner starken Position in den Wachstumsmärkten. Auch in den kommenden Jahren werden Länder wie Indien, Brasilien, Russland und - allen voran - China eine wichtige Rolle für Dürr spielen. Daher wird der Konzern den bewährten Kurs fortsetzen und seine lokale Präsenz in den Emerging Markets weiter ausbauen, ohne jedoch die klassischen Absatzmärkte zu vernachlässigen. Auf diesem Weg wird der Aufsichtsrat den Vorstand genauso unterstützen wie bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder, die zukünftiges Wachstum sichern. Auch hier ist Dürr gut vorangekommen, wie zum Beispiel die Akquisitionen in der Klebetechnik zeigen, die im vergangenen Jahr vorgenommen wurden. Ein weiteres Geschäftsfeld, das großes Potenzial für Dürr bietet, sind Technologien zur Steigerung der Energieeffizienz von Produktionsprozessen - ein Bereich, in dem Dürr sein langjähriges Engineering-Know-how voll zum Einsatz bringen kann. Die Entwicklung dieser Aktivitäten wird der Aufsichtsrat in den kommenden Jahren unterstützend begleiten.
Im Geschäftsjahr 2010 hat der Aufsichtsrat den Vorstand umfassend beraten und alle Aufgaben wahrgenommen, die ihm nach Gesetz und Satzung zukommen. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat zeitnah und ausführlich über Entwicklung und strategische Perspektiven des Geschäfts, die Unternehmensplanung und zustimmungspflichtige Vorgänge. Alle Beschlüsse fasste der Aufsichtsrat nach eingehender Prüfung auf der Grundlage schriftlicher Entscheidungsvorlagen; die Chancen und Risiken wurden im Vorfeld stets sorgfältig abgewogen.
Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung des Vorstands gewissenhaft überprüft; er bestätigt, dass dieser in jeder Hinsicht rechtmäßig, ordnungsmäßig und wirtschaftlich gehandelt hat. Der Vorstand hat regelmäßig die Compliance- und Rechtsabteilung sowie das Controlling zurate gezogen und das Risikomanagementsystem aktiv genutzt, sei es in operativen, finanzwirtschaftlichen oder sonstigen Fragen. Beim Auftreten von Risiken hat der Vorstand den Aufsichtsrat stets unverzüglich informiert, sodass der Aufsichtsrat den Vorstand bei der Weiterentwicklung des Risikokontroll- und Überwachungssystems effektiv beraten konnte.
Im Berichtsjahr kam der Aufsichtsrat zu fünf ordentlichen Sitzungen zusammen. Darüber hinaus führte der Vorsitzende des Aufsichtsrats regelmäßige Gespräche mit dem Vorstand, über deren Ergebnisse er das Gesamtgremium unterrichtete. Zudem unterstützte der Aufsichtsratsvorsitzende den Vorstand bei der Repräsentation des Unternehmens und bei politischen Kontakten.
Themenschwerpunkte der Sitzungen
In allen Sitzungen des Jahres 2010 wurden Geschäftsverlauf und Finanzlage ausführlich diskutiert. Besonders genau verfolgte der Aufsichtsrat die Margen- und Auslastungssituation sowie die sukzessive Verbesserung von Umsatz und Ergebnis im Jahresverlauf. Mit Blick auf das im Zuge der wirtschaftlichen Erholung stark anwachsende Geschäftsvolumen ließ sich der Aufsichtsrat regelmäßig über die Entwicklung von Net Working Capital, Cashflow und Nettofinanzverschuldung informieren. Bei der Refinanzierung des Konzerns brachte sich der Aufsichtsrat konstruktiv in die Planungen ein und verfolgte die Einzelschritte aufmerksam.
In der ersten Sitzung am 16. März 2010 nahm die Analyse des Jahresabschlusses 2009 breiten Raum ein; zudem wurde die Tagesordnung für die Hauptversammlung am 30. April 2010 diskutiert und verabschiedet. Anhand des halbjährlich erstellten Personalberichts informierte der Vorstand über wichtige Kennzahlen zur Belegschaftsstruktur. Auf der Sitzung am 30. April 2010 präsentierte der Vorstand die mittelfristige Entwicklung des Auftragseingangs; in der Diskussion wurde vor allem die Zunahme des Service-Geschäfts und der kleineren Aufträge seit Jahresbeginn 2010 herausgestellt. Ein anderes wesentliches Thema war die Wettbewerbs- und Beschaffungssituation in China. Die dritte Sitzung am 4. August 2010 stand im Zeichen der bevorstehenden Anleiheemission im September. Der Aufsichtsrat ließ sich das Platzierungskonzept genau erläutern und ermächtigte den Vorstand auf dieser Basis zur Emission. Ferner stand die Durchsprache des Personalberichts für das erste Halbjahr 2010 auf der Agenda. In der Sitzung am 6. Oktober 2010 informierte der Vorstand über die erfolgreiche Anleiheplatzierung und die weiteren Refinanzierungspläne; nach intensiver Abwägung der Argumente ermächtigte der Aufsichtsrat den Vorstand zur Aufstockung der Anleihe im vierten Quartal 2010. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die zukünftige Strategie des Dürr-Konzerns. Hierzu stellten neben dem Vorstand auch die Leiter der sechs Geschäftsbereiche ihre Pläne vor und diskutierten sie ausführlich mit dem Aufsichtsrat. Vorstand und Aufsichtsrat stimmten darin überein, sowohl das Kerngeschäft zu stärken und auszuweiten als auch die Aktivitäten in der Umwelt- und Energieeffizienztechnik auszubauen. In diesem Kontext präsentierte der Vorstand die seit Anfang 2011 gültige Konzernstruktur mit dem dritten Unternehmensbereich Clean Technology Systems. In der letzten Sitzung des Jahres am 15. Dezember 2010 genehmigte der Aufsichtsrat die Unternehmensplanung für das Geschäftsjahr 2011 und nahm die Planung für 2012 und 2013 sowie den Ausblick auf 2014 zur Kenntnis. Auch die Weiterentwicklung des internen Kontrollsystems, der internen Revision und der Corporate Compliance sowie das Risikomanagement und die Risikosituation des Konzerns wurden ausführlich besprochen. Schließlich unterzeichneten die Vorsitzenden von Aufsichtsrat und Vorstand am 15. Dezember 2010 die aktualisierte Entsprechenserklärung gemäß § 161 Aktiengesetz. Ausführliche Informationen zur Corporate Governance bei Dürr finden Sie im Lagebericht (Seite 51 bis 57* ).
Auch außerhalb der Sitzungen kam der Aufsichtsrat seinen Pflichten gewissenhaft nach. Am 12. Mai 2010 gab er mittels eines schriftlichen Beschlusses seine Zustimmung zum Kauf des Klebetechnikunternehmens Helmuth Rickert GmbH und dessen Tochtergesellschaft I.N.T. Rickert GmbH.
Vorstandsverträge
In der Sitzung vom 16. März 2010 hat der Aufsichtsrat Herrn Ralf Dieter auf Empfehlung des Personalausschusses für weitere fünf Jahre zum Vorstandsvorsitzenden bestellt. Die Folgebestellung begann am 1. Januar 2011 und endet am 31. Dezember 2015.
Die Vergütung von Herrn Dieter und Herrn Heuwing erfolgt seit dem Jahr 2010 gemäß den Anforderungen des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG). Im Zuge dessen wurden in die Anstellungsverträge beider Herren so genannte Long Term und Short Term Incentives (lang- und kurzfristige Vergütungskomponenten) aufgenommen. Zudem gilt, wie durch das VorstAG vorgegeben, ein Selbstbehalt bei der Versicherung von Haftungsfällen (D&O-Versicherung). Darüber hinaus nahm der Aufsichtsrat im Berichtsjahr zwei Änderungen im Geschäftsverteilungsplan für den Vorstand vor. Weitere Informationen zu Geschäftsverteilung und Vergütung des Vorstands finden Sie im Corporate-Governance-Bericht (Seite 51 - 57* ).
Veränderungen im Aufsichtsrat
Die Hauptversammlung am 30. April 2010 wählte die Herren Dr. Günter Fenneberg und Professor Dr. Klaus Wucherer zu Mitgliedern des Aufsichtsrats. Beide waren bereits mit Wirkung vom 27. Oktober 2009 gerichtlich zu Mitgliedern des Aufsichtsrats bestellt worden. Sie folgen auf die langjährigen Mitglieder Professor Dr. Holger Hanselka und Dr. Hans Michael Schmidt-Dencker, die ihre Mandate zum 17. beziehungsweise 21. Oktober 2009 niedergelegt hatten. Mit Wirkung zum 9. Mai 2010 wurde Herr Guido Lesch als Arbeitnehmervertreter gerichtlich in den Aufsichtsrat bestellt. Herr Lesch ist Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Verwaltungsstelle Völklingen; er folgt Herrn Günter Lorenz, ehemals Erster Bevollmächtigter der IG Metall Verwaltungsstelle Darmstadt, der den Aufsichtsrat aus Altersgründen verlassen hat. Der Aufsichtsrat dankt den Herren Professor Dr. Hanselka, Lorenz und Dr. Schmidt-Dencker für ihre konstruktive und engagierte Mitarbeit zum Wohle der Gesellschaft.
Arbeit der Ausschüsse
Der Aufsichtsrat hat vier Ausschüsse gebildet, deren Zusammensetzung unter Textziffer 40 des Anhangs zum Konzernabschluss ersichtlich ist. Der Personalausschuss, der auch als Präsidium fungiert, traf sich im Berichtsjahr zwei Mal. Er beschäftigte sich vor allem mit der Umsetzung der VorstAG-Regelungen in den Vorstandsverträgen und der Bestellung von Herrn Dieter für weitere fünf Jahre. Der Prüfungsausschuss kam ebenfalls zwei Mal zusammen. Er befasste sich mit den Quartals-, Jahres- und Konzernabschlüssen, schlug dem Plenum die Schwerpunkte für die Abschlussprüfung vor und überwachte die Einhaltung kapitalmarktrechtlicher Vorschriften. Gemäß dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz kontrollierte und bestätigte der Prüfungsausschuss die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems; zudem überprüfte er die Compliance-Organisation des Konzerns und den Rechnungslegungsprozess. Die Prüfungsergebnisse wurden dem Aufsichtsrat in der Dezembersitzung präsentiert und bildeten die Basis für die Diskussion des Plenums. In der Sitzung vom 23. März 2011 erstattete der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat erneut Bericht, weitere Berichte sind für das zweite und vierte Quartal 2011 vorgesehen. Der Nominierungsausschuss trat im Jahr 2010 nicht zusammen; auch eine Einberufung des Vermittlungsausschusses war, wie in den Vorjahren, nicht erforderlich.
Prüfung und Feststellung des Jahresabschlusses
Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den vom Vorstand auf den 31. Dezember 2010 aufgestellten Jahresabschluss, den Konzernabschluss, den Lagebericht und den Konzernlagebericht der Dürr AG geprüft und einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Jahresabschluss, Konzernabschluss, Lagebericht und Konzernlagebericht haben den Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vorgelegen. Sie wurden mit dem Vorstand in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 23. März 2011 ausführlich diskutiert und geprüft. Dasselbe gilt für die ebenfalls fristgerecht vorgelegten Prüfungsberichte der Wirtschaftsprüfer. Die Wirtschaftsprüfer, die den Bestätigungsvermerk unterzeichnet haben, nahmen an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats sowie an der Prüfungsausschusssitzung am 21. März 2011 teil. Sie berichteten über ihre Prüfung und standen für weitere Erläuterungen und Diskussionen zur Verfügung. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses nahm in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats ausführlich zu den Prüfungsunterlagen Stellung, berichtete über die Vorgespräche mit den Wirtschaftsprüfern und erläuterte den Vorschlag, für das Geschäftsjahr 2010 eine Dividende von 30 Cent je Aktie auszuschütten. Zudem ging er ausführlich auf die Prüfungsschwerpunkte ein (Ausweis und Bewertung von Vorräten, Bewertung von Fertigungsaufträgen, Prüfung des Rechnungsfreigabeprozesses, Abbildung der neuen Finanzierungsstruktur, Bewertung von Derivaten).
Auf Basis der ihm vorgelegten Unterlagen sowie der Berichte von Prüfungsausschuss und Wirtschaftsprüfern hat der Aufsichtsrat Jahresabschluss, Konzernabschluss, Lagebericht und Konzernlagebericht geprüft und akzeptiert. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat sind keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat stimmt dem Ergebnis der Prüfung beider Abschlüsse durch den Wirtschaftsprüfer zu, schließt sich bei der Beurteilung der Lage von Konzern und Dürr AG der Einschätzung des Vorstands an und billigt den Jahresabschluss und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns hat sich der Aufsichtsrat auf Empfehlung des Prüfungsausschusses und nach eigener Prüfung angeschlossen.
Der vom Vorstand gemäß § 312 Aktiengesetz erstellte Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) für das Geschäftsjahr 2010 wurde vom Aufsichtsrat geprüft. Der Abschlussprüfer erteilte den folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk gemäß § 313 Abs. 3 Aktiengesetz: "Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."
Der Aufsichtsrat stimmt diesem Prüfungsergebnis zu. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat sind gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Abhängigkeitsberichts keine Einwendungen zu erheben.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Arbeitnehmervertretern und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz im Geschäftsjahr 2010 sowie den Aktionären für ihr Vertrauen in das Unternehmen.
Bietigheim-Bissingen, den 23. März 2011
Dr.-Ing. E. h. Heinz Dürr, Vorsitzender des Aufsichtsrats
* Der Bericht ist Teil des Geschäftsberichts. Die im Bericht enthaltenen Seitenangaben beziehen sich auf den Geschäftsbericht 2010.
Entsprechenserklärung der Dürr AG zum Deutschen Corporate Governance Kodex
Die nachfolgende Erklärung bezieht sich für den Zeitraum vom 16. Dezember 2009 bis zum 1. Juli 2010 auf die Empfehlungen des Kodex in seiner Fassung vom 18. Juni 2009, die am 5. August 2009 im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht wurde ("Fassung 2009"). Für den Zeitraum, der am 2. Juli 2010 begonnen hat, bezieht sich die Erklärung auf die Empfehlungen des Kodex in seiner Fassung vom 26. Mai 2010, die am 2. Juli 2010 veröffentlicht wurde ("Fassung 2010").
Vorstand und Aufsichtsrat der Dürr Aktiengesellschaft erklären gemäß § 161 Aktiengesetz zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex:
Die Dürr AG entsprach und wird den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex mit folgenden Ausnahmen entsprechen:
Selbstbehalt bei der D&O-Versicherung(Ziffer 3.8 Absätze 2 und 3 [Fassungen 2009 und 2010])
Für die Mitglieder des Aufsichtsrats bestand und besteht eine D&O-Versicherung ohne Selbstbehalt (Gruppenversicherung). Die Einführung eines Selbstbehalts für Mitglieder des Aufsichtsrats ist nicht geplant, weil Dürr nicht der Auffassung ist, dass das bereits hohe Engagement und Verantwortungsbewusstsein der Mitglieder des Aufsichtsrats durch die Vereinbarung eines Selbstbehalts weiter gesteigert werden kann. Zudem ist zu berücksichtigen, dass für die sechs Arbeitnehmervertreter des paritätisch besetzten Aufsichtsrats der Dürr AG die persönliche Versicherung des verbleibenden Restrisikos (in Höhe des Selbstbehalts) auf eigene Kosten unverhältnismäßig teuer wäre.
Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats(Ziffer 5.4.1 Satz 2 [Fassung 2009] bzw. Ziffer 5.4.1 Absätze 2 und 3 [Fassung 2010])
Eine Altersgrenze, wie sie Ziffer 5.4.1 Satz 2 des Kodex (Fassung 2009) fordert, ist für Mitglieder des Aufsichtsrats nicht vorgesehen, weil nach Auffassung der Dürr AG die Leistungsfähigkeit der Aufsichtsratsmitglieder nicht vom Erreichen einer unflexiblen Altersgrenze abhängig ist. Darüber hinaus wird sich die Dürr AG auch in Zukunft nicht pauschal auf eine Altersgrenze festlegen, weil die Gesellschaft hierdurch der Möglichkeit beraubt würde, herausragend geeignete Persönlichkeiten, die diese Altersgrenze bereits überschritten haben oder während der Laufzeit ihres Mandats überschreiten werden, für die Mitarbeit im Aufsichtsrat zu gewinnen.
Den Empfehlungen in Ziffer 5.4.1 Absätze 2 und 3 des Kodex (Fassung 2010) wird nicht entsprochen. Nach Auffassung des Aufsichtsrats geht mit der Benennung und Veröffentlichung konkreter Ziele für seine Zusammensetzung und deren regelmäßigen Anpassung ein nicht unerheblicher Aufwand einher, der mit Blick auf die Größe des Aufsichtsrats und die nochmals gestiegene Arbeitsbelastung des Gremiums aufgrund gesetzlicher Neuerungen nicht mehr gerechtfertigt erscheint. Außerdem ginge mit der Festsetzung starrer Ziele die Möglichkeit verloren, herausragende Persönlichkeiten, die nicht in den gesteckten Rahmen passen, für die Mitarbeit im Aufsichtsrat zu gewinnen. Der Aufsichtsrat wird sich deshalb jeweils erst im Vorfeld der Beschlussfassung über seine Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern mit der gewünschten Zusammensetzung des Gremiums befassen. Dabei wird er auch andere als die in Ziffer 5.4.1 Absatz 2 des Kodex (Fassung 2010) benannten Kriterien berücksichtigen. Im Zeitpunkt dieser Erklärung verfügt der Aufsichtsrat über ein weibliches Mitglied und über Mitglieder, die fundierte Auslandserfahrung mitbringen.
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