Quarterly Report • May 30, 2015
Quarterly Report
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DF Deutsche Forfait AG Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. März 2015 akzente
Die DF-Gruppe (als "DF-Gruppe" werden die DF AG und sämtliche mit ihr im Sinne von § 271 Abs. (2) HGB verbundene Unternehmen bezeichnet) ist Spezialist für Außenhandelsfinanzierungen mit dem Schwerpunkt auf Emerging Markets.
Ein klassisches Instrument der Außenhandelsfinanzierung ist die Forfaitierung. Bei der Forfaitierung werden Außenhandelsforderungen (im Folgenden kurz auch "Forderungen") mit einem Abschlag vom Nominalwert angekauft. Dieser Marktwertabschlag wird auf Basis des laufzeit- und währungskongruenten Geld- oder Kapitalmarktzinssatzes (beispielsweise 6-Monats- oder 1-Jahres-LIBOR oder 2-Jahres-Swapsatz) zuzüglich einer Risikomarge ermittelt. In der Risikomarge wird das individuelle Risiko des einzelnen Geschäfts berücksichtigt, das vor allem von den Länder- und Adressenrisiken des Primärschuldners (Importeur) und Sekundärschuldners (z.B. Kreditversicherung, garantierende Bank) abhängt. Auch die Komplexität des Geschäfts inklusive der Dokumentation hat Einfluss auf die Risikomarge.
Die DF-Gruppe erwirbt die Außenhandelsforderungen entweder direkt vom Exporteur oder Importeur (Primärmarkt) oder von Banken oder anderen Forfaitierungsgesellschaften (Sekundärmarkt), die ihrerseits zuvor die Forderungen vom Exporteur oder Importeur erworben haben. Die Forderungen werden an Investoren, in der Regel Banken, weiterveräußert.
Warum ist die Forfaitierung für exportorientierte Unternehmen interessant? Angesichts der zu beobachtenden Marktsättigungstendenzen in den entwickelten Ländern – allen voran den Industrienationen – hat die Erschließung neuer Märkte in den Wachstumsregionen dieser Welt für Unternehmen eine hohe strategische und operative Relevanz. Einerseits ermöglicht die erfolgreiche Erschließung neuer Märkte weiteres Wachstum. Andererseits sind die Margen in neuen, noch wachsenden Märkten (dies sind die typischen Charakteristika von Entwicklungsländern) in der Regel höher und damit attraktiver als in etablierten, gesättigten und stagnierenden Märkten von Industrieländern. Die Exporteure müssen den Importeuren bei Lieferung in die Entwicklungs- und Schwellenländer in der Regel ein Zahlungsziel einräumen. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Entwicklungs- und Schwellenländer über ein nur gering entwickeltes Finanzsystem verfügen und damit Investitionsgüterfinanzierungen in Form von u.a. Darlehen, Leasing oder Mietkauf nicht oder nur sehr eingeschränkt verfügbar sind. In Folge dessen entstehen bei den Exporteuren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die mit diesen Forderungen verbundenen Risiken sind damit zunächst vom Exporteur zu übernehmen und in dessen Bilanz auszuweisen. Auch wenn bei Lieferungen in Entwicklungs- und Schwellenländer diese Forderungen häufig durch eine lokale Bank aus dem Land des Importeurs besichert sind, bindet der Exporteur mit den Forderungen Liquidität und belastet seine eigene Bonität. Darüber hinaus übernimmt er spezifische (finanzwirtschaftliche) Risiken, die außerhalb seines Kerngeschäfts liegen und für deren sachgerechte Verwaltung er spezifisches Know-how vorhalten muss. Dies ist üblicherweise nicht im Interesse des Exporteurs, der zwar gewillt ist, die mit seinem Geschäftsmodell verbundenen operativen Risiken zu übernehmen. Das Eingehen von finanzwirtschaftlichen Risiken, wie Währungsänderungsrisiken, Konvertierungs- und Transferrisiken sowie politischen Risiken, gehört dagegen nicht zu seinem Geschäft. Die DF-Gruppe übernimmt diese spezifischen Risiken und Aufgaben durch den regresslosen Ankauf der Forderung. Der Exporteur erhält schnell Liquidität und entledigt sich der Risiken in der Bilanz. Eine Alternative zum regresslosen Ankauf der Forderungen vom Exporteur ist die Gewährung von sogenannten Bestellerkrediten an den Importeur. Bestellerkredite ermöglichen es dem Importeur, den Exporteur (Lieferanten) ohne Einräumung eines Zahlungsziels zu bezahlen. Bei gleicher wirtschaftlicher Wirkung unterscheiden sich Forfaitierung und Bestellerkredite damit nur in dem Vertragspartner.
Neben der Forfaitierung bietet die DF-Gruppe ihren Kunden die Übernahme von Risiken durch Ankaufszusagen an. Im Unterschied zur Forfaitierung werden bei Ankaufszusagen ausschließlich Länder- und Adressenrisiken übernommen, jedoch keine Liquidität bereitgestellt. Ankaufszusagen werden durch Bankgarantien, Rückhaftungen Dritter oder Kreditversicherungen zugunsten der DF-Gruppe abgesichert und damit ausplatziert. Darüber hinaus werden auch Leasing- oder Darlehensforderungen angekauft. Auch diese Forderungen werden in der Regel verkauft oder beispielsweise durch Ankaufszusagen dritter Parteien abgesichert.
Investoren kaufen Außenhandelsforderungen, da sie im Gegensatz zu synthetischen Finanzinstrumenten einen Bezug zu realen Warengeschäften haben. (Primär-)Schuldner sind in der Regel Unternehmen, deren Risiko seit der Finanzkrise als attraktiv eingestuft wird. Darüber hinaus ist bei Forderungen gegen (Primär-)Schuldner in Entwicklungs- und Schwellenländern das Bonitätsrisiko des Importeurs (Forderungsschuldners) in der Regel durch die Garantie einer Bank aus dem Land des Importeurs oder eine private oder staatliche Kreditversicherung (Sekundärschuldner) abgedeckt. Die im Außenhandel häufig verwendeten Akkreditiv- und Wechselforderungen stellen darüber hinaus abstrakte Zahlungsversprechen dar und sind somit vom Grundgeschäft und von eventuellen Einreden daraus losgelöst. Daher weisen Außenhandelsforderungen für Investoren ein attraktives Rendite-Risiko-Profil auf.
Neben der in Köln ansässigen DF Deutsche Forfait AG als Konzernobergesellschaft gehören fünf Tochtergesellschaften zur DF-Gruppe. Diese haben ihren Firmensitz in Brasilien (São Paulo), Tschechien (Prag), den USA (Miami), Pakistan (Lahore) und (VAE) Dubai. Das internationale Netzwerk wird ergänzt durch Niederlassungen in Frankreich (Paris) und in Großbritannien (London) sowie durch einen weiteren Partner in Italien.
Neben diesem breit gefächerten internationalen Netzwerk von Tochtergesellschaften und Niederlassungen kooperiert die DF-Gruppe mit externen Vermittlern (die "Vertriebsorganisation"). Diese Vertriebsorganisation sichert den direkten Zugang zu den verschiedenen regionalen Märkten und gibt der DF-Gruppe die Flexibilität, auf geänderte Bedingungen in den jeweiligen lokalen Märkten zu reagieren und sich aus Märkten (temporär) zurückzuziehen oder neue attraktive Märkte kurzfristig zu erschließen.
Mit Ausnahme der Tochtergesellschaft in Prag, die bei Bedarf in die Abwicklung einzelner Geschäfte eingebunden ist, konzentrieren sich die ausländischen Tochtergesellschaften und Niederlassungen sowie Vermittler ausschließlich auf Marketing- und Vertriebsaktivitäten. Ihnen obliegt dabei die interne und externe Projektkoordination einer jeden Transaktion: dies umfasst sowohl die Akquisition, Vorbereitung und Verhandlung der Parameter des Ankaufs als auch der Weiterplatzierung von Außenhandelsforderungen. Dies gilt analog für Ankaufszusagen oder die Abwicklung von Vermittlungsgeschäften. Die dezentrale Vertriebsorganisation hat jedoch keine eigenständige Kompetenz zum Abschluss von Geschäften. Neben der Kontaktpflege zu Bestandskunden zählt die Akquisition von Neukunden und die Beobachtung bestehender und Identifizierung neuer Märkte zum Aufgabenbereich der Vertriebsorganisation. Aufgrund dieser klaren Fokussierung und Aufgabenverteilung zwischen Vertriebsorganisation und Muttergesellschaft können neue Märkte vergleichsweise schnell und ohne großen finanziellen Aufwand erschlossen werden.
Die Muttergesellschaft DF AG koordiniert die Vertriebsorganisation und ist zudem zentral für die Refinanzierung der DF-Gruppe, das Risikomanagement, die Vertragsabwicklung und -dokumentation sowie die abschließende Ausplatzierung der Geschäfte zuständig.
Die Weltwirtschaft entwickelt sich nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) weiterhin auf moderatem Niveau und wird im Jahr 2015 insgesamt um 3,5 % wachsen. In den Industriestaaten wird das zusammengefasste Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,4 % steigen. Neben regional- und länderspezifischen Aspekten wirkt sich insbesondere der niedrige Ölpreis konjunkturstimulierend auf die Industriestaaten aus. So wird für die US-Wirtschaft mit 3,1 % ein überdurchschnittlich starker Zuwachs veranschlagt. Ebenfalls positiv wird sich die Wirtschaft in den Ländern der Eurogruppe entwickeln, die um 1,5 % zulegen werden. Für Deutschland wird ein Zuwachs von 1,6 % prognostiziert. Die Wachstumsaussichten in Schwellen- und Entwicklungsländern bleiben zwar im laufenden Jahr teilweise eingetrübt. Dennoch machen die aufstrebenden Staaten rund 70 % des globalen Wachstums in 2015 aus, so dass die Marktbedingungen für die DF-Gruppe insgesamt positiv einzustufen sind. Insbesondere für viele Unternehmen aus der Konsum- und Investitionsgüterbranche sind die Schwellen- und Entwicklungsländer attraktiv, da die Märkte noch nicht gesättigt sind und attraktive Gewinnpotentiale bieten. Der Welthandel soll nach Angaben der IWF-Experten in 2015 um 0,3 Prozentpunkte auf 3,7 % zulegen.
Auf dem Primärmarkt bieten nahezu alle internationalen Banken ihren Kunden Produkte aus dem Bereich der Außenhandelsfinanzierung an. Umfangreiche, eigenständige Forfaitierungsabteilungen sind aber eher die Ausnahme. Das Produkt Forfaitierung wird oft als Zusatzleistung und somit als Instrument zur Kundenbindung verstanden. Das Hauptvolumen bei den internationalen Banken bilden nach wie vor "klassische" Transaktionen mit StandardDokumenten, die aus Perspektive der DF-Gruppe vergleichsweise geringe Margen bieten. Auch einige kleinere Auslandsbanken sind in der Außenhandelsfinanzierung aktiv. Sie konzentrieren sich vorwiegend auf kurzfristige Risiken aus ihrer jeweiligen Heimatregionen, und sind in einer sehr fokussierten Nische aktiv (z.B. VTB Paris, Ghana International Bank London etc.). Auf dem Sekundärmarkt ist das Feld der Wettbewerber um die Forfaitierungsgesellschaften erweitert, z.B. Atlantic Forfaitierungs AG (Zürich), London Forfaiting Company (London). Diese konzentrieren sich häufig z.B. auf bestimmte Länder oder Laufzeiten; der jeweilige Markt wird aus einer sehr spezialisierten Perspektive erschlossen. Die DF-Gruppe ist sowohl auf dem Primär- als auch auf dem Sekundärmarkt aktiv. Sie positioniert sich als Lösungsanbieter für schwierigere Risiken oder komplexere Strukturen. Dies ist insofern von hoher Bedeutung für die Marktpositionierung und den wirtschaftlichen Erfolg der DF-Gruppe, da gerade diese Ausrichtung höhere Margen generiert und einen geringeren Wettbewerb aufweist.
Seit der Streichung von der SDN-Liste hat die DF-Gruppe eine Vielzahl von Geschäftsanfragen erhalten, die zum einen belegen, dass bestehende Geschäftspartner weiterhin Vertrauen in die DF-Gruppe haben. Dass das OFAC gegen die DF AG im Zusammenhang mit dem Delisting kein Bußgeld bzw. keine Strafzahlung verhängt hat, werten viele Marktteilnehmer als Beleg dafür, dass die Vorwürfe in jedweder Form haltlos waren und das Compliance-System der DF-Gruppe funktioniert hat. Zum anderen zeigt der Umfang der Geschäftsanfragen, dass es in der Zeit des SDN-Listing keinem unserer Wettbewerber gelungen ist, die Marktposition der DF-Gruppe zu besetzen. Gleichzeitig haben sich die Märkte, in denen sich die DF-Gruppe auf der Ankaufsund Verkaufsseite bewegt, in den letzten Monaten zum Teil gravierend verändert. So war zum Beispiel Deutschland Anfang 2014 ein besonders attraktiver Markt für die DF-Gruppe und ist in 2015 u.a. auch aufgrund des "billigen" Geldes und des erstarkten Interesses der Universalbanken an Handelsfinanzierung deutlich umkämpfter. Demgegenüber sind in bestimmten osteuropäischen Märkten aufgrund geringen Wettbewerbes deutliche Margensteigerungen zu verzeichnen. Aufgrund limitierter Ressourcen u.a. aufgrund der durch die Umsetzung des Restrukturierungskonzeptes gebundenen personellen Kapazitäten und der bis zur (vollständigen) Umsetzung des Restrukturierungskonzepts eingeschränkten Refinanzierungsressourcen und Risikotragfähigkeit der DF-Gruppe, konnten im ersten Quartal 2015 die Geschäftsanfragen nicht in ausreichendem Maße in Geschäftsabschlüsse transferiert werden.
Im ersten Quartal 2015 hat die DF-Gruppe einen Konzernverlust von EUR 1,9 Mio. erwirtschaftet. (Vorjahr: Konzernverlust EUR 2,7 Mio.). Der Quartalsverlust ist im Wesentlichen durch das noch schwache Neugeschäft und gleichzeitig hohe Rechts- und Beratungskosten für die Umsetzung der Restrukturierungskonzeptes begründet. Nicht im Quartalsverlust enthalten sind die Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Sachkapitalerhöhung entstanden sind; diese wurden – entsprechend IFRS-Standards –direkt gegen das Eigenkapital verrechnet.
Das Geschäftsvolumen betrug im ersten Quartal 2015 insgesamt EUR 25,2 Mio. und lag damit um 8,4 % unter dem Wert des Vorjahresquartals (EUR 27,5 Mio.). Sowohl das Vorjahresquartal als auch das erste Quartal 2015 sind allerdings für den normalen Geschäftsverlauf der DF-Gruppe nicht repräsentativ: Während das erste Quartal 2014 ganz im Zeichen der Aufnahme der Gesellschaft auf die SDN-Liste der OFAC stand, wurde das erste Quartal 2015 maßgeblich durch die andauernde finanzwirtschaftliche und operative Restrukturierung der Gesellschaft und die damit einhergehenden Restriktionen auf Kapitalseite und Ressourcenbindung auf der Personalseite beeinflusst.
Das Rohergebnis vor Finanzergebnis betrug EUR 0,2 Mio. und lag damit um EUR 0,9 Mio. unter dem Vorjahreswert von EUR 1,0 Mio. Aus der Fair Value Bewertung der zu Handelszwecken gehaltenen Forderungen ergab sich ein positiver Nettoeffekt von EUR 0,7 Mio. Dieser positive Effekt wurde durch den Nettoeffekt aus den Zuführungen zu Rückstellungen für Forfaitierungs- und Ankaufszusagen und Wertberichtigungen für sonstige Forderungen von EUR 0,7 Mio. aufgebraucht. Die Differenz aus Kursgewinnen und -verlusten belief sich im ersten Quartal 2015 auf positive EUR 0,1 Mio. nachdem im Vorjahresquartal noch ein negativer Effekt von EUR -0,1 Mio. zu verzeichnen war.
Auf Basis des Beschlusses der zweiten Gläubigerversammlung vom 19. Februar 2015 und mit Zustimmung des von dieser gewählten Gemeinsamen Vertreters der Anleihegläubiger konnten die Anleihebedingungen geändert werden. Hierdurch konnten im ersten Quartal 2015 insgesamt Zinsverbindlichkeiten in Höhe von EUR 1,0 Mio. ergebniswirksam aufgelöst werden. Diese sind in der Position sonstige betriebliche Erträge enthalten.
Die Verwaltungskosten, die sich aus Personalaufwand, Abschreibungen und sonstigem betrieblichen Aufwand zusammensetzen, beliefen sich im ersten Quartal 2015 auf EUR 2,4 Mio. (Vorjahreszeitraum: EUR 2,9 Mio. (- 17,6 %)). Die Personalkosten reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund des geringeren Personalbestandes von EUR 1,4 Mio. auf EUR 0,7 Mio. (-50,0%). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass im Vorjahresquartal ein einmaliger Aufwand aufgrund des Ausscheidens von Herrn Wippermann aus dem Vorstand enthalten war. Der wesentliche Grund für den Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegt in den hohen Rechts- und Beratungskosten vor allem im Zusammenhang mit der Umsetzung des Restrukturierungskonzeptes. Insgesamt betrugen die Rechts- und Beratungskosten im ersten Quartal 2015 EUR 1,0 Mio. (Vorjahreswert: EUR 0,7 Mio.). Darüber hinaus sind in dem sonstigen betrieblichen Aufwand im ersten Quartal 2015 Aufwendungen für die in Januar 2015 durchgeführte ordentliche Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2013 sowie die Gläubigerversammlungen im Januar und Februar 2015 enthalten. Diese belaufen sich insgesamt auf EUR 0,1 Mio.
Das Finanzergebnis war mit EUR -0,7 Mio. um EUR 0,2 Mio. (-22,0 %) besser als im Vorjahresquartal (EUR -0,9 Mio.).
Die DF-Gruppe hat im ersten Quartal 2015 einen positiven operativen Cash Flow von EUR 1,0 Mio. (Vorjahr EUR -4,2 Mio.) erzielt. Der positive operative Cash Flow im Berichtszeitraum resultiert aus dem Abbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Auf Basis der täglichen Liquiditätsplanung, die einen Zeitraum bis Dezember 2016 umfasst, ist die DF-Gruppe aufgrund der erwarteten Einzahlungen aus dem Forderungsportfolio in der Lage ihren Zahlungsverpflichtungen vollumfänglich und termingerecht nachzukommen.
Per 31. März 2015 weist die DF-Gruppe ein negatives Eigenkapital in Höhe von EUR 7,3 Mio. aus. Die Verringerung des Eigenkapitals gegenüber dem Bilanzstichtag zum 31. Dezember 2014 (EUR -5,3 Mio.) ist durch den Konzernverlust im ersten Quartal 2015 in Höhe von EUR 1,9 Mio. bedingt.
Zum 31. März 2015 betrugen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten EUR 49,4 Mio. Sie bestanden fast ausschließlich in USD und EUR und hatten alle einen kurzfristigen Charakter. Gegenüber dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 bedeutet dies einen Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um EUR 6,1 Mio. (+14,1 %). Dieser ist im Wesentlichen durch Währungseffekte im Hinblick auf den USD / EUR Wechselkurs bedingt. Neben den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestand zum 31. März 2015 eine Finanzverbindlichkeit der DF Deutsche Forfait s.r.o., Prag (im Folgenden kurz "DF s.r.o.") gegenüber einem Finanzinvestor in Höhe von EUR 5,9 Mio., die unter der Position "Sonstige kurzfristige Schulden" ausgewiesen und ausschließlich in EUR in Anspruch genommen ist. Neben den Verbindlichkeiten gegenüber Banken sowie dem Finanzinvestor bestand eine langfristige Finanzverbindlichkeit in Höhe von EUR 29,0 Mio., die aus der Platzierung einer Anleihe (Fälligkeit Mai 2020) in Höhe von nominal EUR 30 Mio. im Mai 2013 resultiert. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betrugen EUR 4,2 Mio. nach EUR 9,6 Mio. zum 31. Dezember 2014 (-56,3 %) und betreffen im Wesentlichen zur Weiterleitung an unsere Kunden bestimmte Zahlungseingänge vor dem Quartalsstichtag. Die sonstigen kurzfristigen Schulden betragen zum 31. März 2015 EUR 7,2 Mio. nach EUR 8,4 Mio. (-13,7 %) zum Jahresende 2014. Sie beinhalten die Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 5,9 Mio. gegenüber dem Investor, der die Kreditforderungen der tschechischen Banken gegenüber der DF s.r.o. übernommen hat.
Zum 31. März 2015 bestanden außerbilanzielle Eventualverbindlichkeiten aus Ankaufszusagen und Forfaitierungszusagen in Höhe von insgesamt EUR 29,6 Mio.
Der Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen belief sich zum 31. März 2015 auf EUR 60,9 Mio. nach EUR 69,7 Mio. (-12,6 %) zum 31. Dezember 2014. Der Rückgang von EUR 8,8 Mio. ist auf das Inkasso von Bestandsforderungen zurückzuführen. Bezogen auf die Nominalwerte sind die Forfaitierungsgeschäfte, die den Großteil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umfassen, zu 71 % (Vorjahr: 67 %) besichert. Die Besicherung erfolgt in der Regel durch die unwiderrufliche Verpflichtung eines Käufers zum Erwerb der jeweiligen Forderung oder durch den Abschluss von Kreditversicherungen oder das Einholen von Bankgarantien. In Einzelfällen liegen Barsicherheiten vor. Das Nettorisiko (Nominalwerte/Bruttorisiko abzüglich anrechenbarer Sicherheiten) einschließlich Eventualverbindlichkeiten betrug zum 31. März 2015 EUR 48,5 Mio. und verteilte sich wie folgt (Vergleichszahlen zum 31. Dezember 2014).
Der Bestand an flüssigen Mitteln betrug zum 31. März 2015 EUR 21,1 Mio. und lag damit um EUR 6,4 Mio. (+ 43,4 %) über dem Wert zum 31. Dezember 2014. In diesem Betrag sind auch zur Weiterleitung bestimmten Zahlungen (EUR 3,4 Mio.), als Sicherheit für eine währungskongruente Finanzierung hinterlegte Mittel (EUR 2,6 Mio.) sowie u.a. zu Finanzierungszwecken verpfändete Guthaben (EUR 2,8 Mio.) enthalten.
Die DF-Gruppe ist zum 31. März 2015 bilanziell überschuldet. Der Grund hierfür liegt vor allem im hohen Konzernjahresverlust für das Geschäftsjahr 2014 von EUR 15,5 Mio., der im Wesentlichen durch die Aufnahme der Muttergesellschaft auf die SDN-Liste des OFAC verursacht wurde. Gleichwohl bestand und besteht derzeit keine Insolvenzantragspflicht, da der DF-Gruppe im Wege eines IDW-S6 Gutachtens die Sanierungs- und Renditefähigkeit und damit eine positive Fortführungsprognose bestätigt wurde. Durch die für den Zeitraum Mai bis Juli 2015 geplanten Eigenkapitalmaßnahmen soll die bilanzielle Überschuldung beseitigt werden.
Die DF-Aktie startete mit einem Auftaktkurs von EUR 1,49 ins Jahr 2015, verlor allerdings im Laufe des ersten Quartals an Wert und schloss am 31. März 2015 bei EUR 1,29. Das entspricht einer Performance in den ersten drei Monaten von -13 %. Die Vergleichsindizes SDAX und DAXsector Financial Services, dem Branchenindex für Finanzwerte, stiegen demgegenüber im selben Zeitraum um 16 %, respektive um rund 21 % an. Am 2. Februar erreichte die DF-Aktie einen Quartalstiefstand von EUR 1,10, der Höchststand wurde mit EUR 1,51 am 26. Februar erreicht. Im Verlauf des ersten Quartals 2015 wurden insgesamt 453.714 Aktien (XETRA) gehandelt. Damit ist das tägliche Handelsvolumen gegenüber dem ersten Quartal 2014 deutlich um 72 % gesunken. Im Vorjahreszeitraum lagen die Umsätze durch die Aktienverkäufe infolge des SDN-Listings weit über dem Durchschnitt.
Nach einer starken Abwärtsbewegung zu Beginn des Jahres 2015 schloss die DF-Anleihe das Quartal mit einem Kurs von 43 %. Allerdings wurde der Handel der Anleihe infolge der Beschlüsse der zweiten Gläubigerversammlung ab dem 20. Februar 2015 von der Deutschen Börse ausgesetzt. Als Ergebnis der Bemühungen der DF AG wurde die Anleihe ab dem 16. April 2015 wieder auf Basis einer sogenannten "Flat-Notierung" (d.h. ohne separate Berechnung bzw. ohne separaten Ausweis von Stückzinsen) gehandelt. Insgesamt ergibt sich für die DF-Anleihe eine Performance von -19 % innerhalb der ersten drei Monate. Im ersten Quartal 2015 wurden an der Börse Frankfurt DF-Anleihen mit einem Volumen von EUR 2,041 Mio. (nominal) umgesetzt, was einem durchschnittlichen Nominalvolumen pro Tag von EUR 58.314 entspricht. Der Entry Corporate Bond Index, zu dem auch die DF-Anleihe gehört, wies im ersten Quartal 2015 einen Zuwachs von knapp 6 % auf.
Am 23. Februar 2015 erfolgte eine Anpassung des Ratings der Emittentin DF AG seitens der Scope Ratings GmbH von CCC auf SD (Selective Default).
Am 22. Januar 2015 hat die ordentliche Hauptversammlung der DF Deutsche Forfait Aktiengesellschaft, Köln, u.a. die Umstellung der auf den Inhaber lautenden Stückaktien (Inhaberaktien) in auf den Namen lautende Stückaktien (Namensaktien) und die entsprechenden Änderungen der Satzung beschlossen. Die depot- und börsenmäßige Umstellung auf die Namensaktie erfolgte am 24. April 2015 nach Börsenschluss. Seit dem 27. April 2015 werden die Aktien der DF Deutsche Forfait Aktiengesellschaft im regulierten Markt an der Frankfurter Wertpapierbörse sowie im Teilbereich des regulierten Marktes mit weiteren Zulassungsfolgepflichten der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) als auf den Namen lautende Stückaktien der DF Deutsche Forfait Aktiengesellschaft notiert.
Am 15. Mai 2015 wurde die Kreditdokumentation für Darlehen im Gegenwert von insgesamt EUR 40 Mio. mit einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2016 unterzeichnet. Damit ist eine wesentliche Voraussetzung für die Änderung der Anleihebedingungen der Unternehmensanleihe der DF Deutsche Forfait AG (ISIN: DE000A1R1CC4, "DF-Anleihe") entsprechend der Beschlussfassung der zweiten Gläubigerversammlung vom 19. Februar 2015 erfüllt.
Der Vorstand der DF Deutsche Forfait AG hat mit Beschluss vom 18. Mai 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrates vom selben Tage beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft gegen Sacheinlagen durch Einbringung von Teilschuldverschreibungen der Anleihegläubiger der Gesellschaft (ISIN: DE000A1R1CC4, WKN A1R1CC) von EUR 6.800.000,00 um bis zu EUR 3.400.000,00 auf bis zu EUR 10.200.000,00 zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung erfolgt durch Ausgabe von bis zu 3.400.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit einem auf sie entfallenden Betrag des Grundkapitals von EUR 1,00 je Aktie. Der Ausgabebetrag je Aktie beträgt EUR 1,00. Die neuen Aktien werden den Inhabern der Teilschuldverschreibungen mittelbar zum Bezug angeboten. Je eingebrachter Teilschuldverschreibung im Nennbetrag von EUR 1.000,00 werden 580 neue, auf den Namen lautende Stückaktien ausgegeben. Die Anzahl der Aktien ergibt sich zum einen aus der Bewertung der Teilschuldverschreibungen mit 72,5 % ihres Nennwerts sowie zum anderen aus einem Emissionspreis der jungen Aktien von EUR 1,25. Der Emissionspreis wurde auf Basis des Durchschnittskurses der DF Deutsche Forfait AG-Aktie an den letzten fünf Börsentagen vor der Veröffentlichung des Umtauschangebotes festgelegt.
Am 18. Mai 2015 hat die Gesellschaft den Gemeinsamen Vertreter der Anleihegläubiger darüber informiert, dass die auf der zweiten Gläubigerversammlung beschlossenen aufschiebenden Bedingungen zur Änderung der Anleihebedingungen erfüllt sind. Auf dieser Grundlage hat der Gemeinsame Vertreter der Anleihegläubiger am 18. Mai 2015 der Änderung der Anleihebedingungen zugestimmt, so dass u.a. die Zinsen auf die Teilschuldverschreibungen, die nachträglich am 27. Mai eines jeden Jahres zu zahlen sind, wie folgt angepasst werden:
• ab 27. Mai 2018 (einschließlich) bis zum 27. Mai 2020 (einschließlich) mit jährlich 7,875 %.
Die Höhe der Zinszahlung am 27. Mai 2018, für die Zinsperiode vom 27. Mai 2017 bis 26. Mai 2018 kann 7,875 % p.a. anstelle von 2,000 % p.a. erreichen, wenn ein bestimmter Konzernjahresüberschuss erreicht wird.
Im Hinblick auf die Chancen und Risiken wird an dieser Stelle auf die ausführliche Darstellung im Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2014 verwiesen.
Die Klassifizierung der Risiken erfolgt in Abhängigkeit von der Risikotragfähigkeit der DF-Gruppe. Diese ist einerseits durch das Schadenpotential, das mit einem spezifischen Risiko einhergeht, andererseits durch die Höhe des Eigenkapitals der DF-Gruppe als Risikoträger bestimmt. Zur Systematisierung der Risiken werden diese in die Kategorien (i) bestandsgefährdend (ii) wesentlich (iii) relevant eingeteilt. Ein bestandsgefährdendes Risiko wird angenommen, wenn ein Schaden in Höhe von mehr als EUR 5,0 Mio. eintritt. Ein wesentliches Risiko wird angenommen, wenn ein Schaden in Höhe von 50 % des bestandsgefährdenden Risikos eintritt. Ein relevantes Risiko wird in Höhe von 50 % des wesentlichen Risikos angenommen. Die Risikoeinschätzung der DF-Gruppe stellt sich wie in der nachfolgenden Matrix abgebildet dar:
Auf Basis der generellen Klassifizierung der Risiken, wie sie in der vorstehenden Grafik dargestellt sind, ergibt sich eine Bestandsgefährdung insbesondere beim Eintritt der folgenden Risiken aus dem operativen Geschäft:
| (Primär-)Schuldner | Buchwert der Forderung* (in EUR Mio.) |
Risikoeinschätzung durch DF-Gruppe |
|---|---|---|
| Dienstleister Ölförderung, Mexiko |
23,9 | Die Forderungen sind bis auf einen geringfügigen Restbetrag bei privaten Kreditversicherern kreditversichert. Der Schuldner ist insolvent und die Insolvenzquote wird voraussichtlich nahe Null liegen. Der unbesicherte Teil der Forderungen ist nahezu vollständig wertberichtigt. |
| Stahlhandelshaus, Großbritannien |
8,7 | Ein Teilbetrag der Forderung (EUR 5,2 Mio.) ist kreditversichert, der verbleibende Teil ist durch Verpfändung von Commodities sowie einen persönlichen Aval besichert. |
| Handelshaus in Dubai, VAE |
5,7 | Der Nominalwert der Forderung der DF-Gruppe (EUR 11 Mio.) übersteigt den Buchwert deutlich. Die gegen den Schuldner und Avalisten eingeleiteten Rechtsverfahren wurden durch die zuständigen Gerichte bisher zu Gunsten der DF-Gruppe entschieden. Der Schuldner ist ein diversifiziertes, in der Region bedeutendes Handelshaus. |
| Asiatische Zentralbank | 5,1 | Die geführten Rechtsstreitigkeiten erweisen sich als langwierig. Für die Forderung besteht die Bestandshaftung einer namhaften, bonitätsmäßig einwandfreien europäischen Großbank. |
| Automobilzulieferer, Deutschland |
2,8 | Der Nominalwert der Forderungen (EUR 4,5 Mio.) übersteigt den Buchwert deutlich. Die DF-Gruppe hat verschiedene Anspruchsgrundlagen zur Realisierung ihrer Forderungen, u.a. aus Forderungsabtretung. |
*Einschließlich sonstiger Forderungen (Zinsen)
Darüber hinaus hat die DF-Gruppe Ansprüche gegen verschiedene staatliche und private Kreditversicherungen, die bei einem Ausfall der Versicherungsdeckung oder bonitätsbedingtem Ausfall des jeweiligen Kreditversicherers ebenfalls ein bestandsgefährdendes Risiko darstellen. Ohne dem Ausgang der laufenden Verfahren vorgreifen zu wollen, ist die DF-Gruppe der Überzeugung, dass dem Risiko auch ohne die Bildung einer Einzelwertberichtigung ausreichend Rechnung getragen wurde.
Neben den zuvor geschilderten Risiken, die sich aus dem operativen Geschäft der DF-Gruppe ergeben, bestehen in Folge der erheblichen negativen (finanz-) wirtschaftlichen Auswirkungen der Aufnahme der DF AG und einzelner Tochtergesellschaften auf die SDN-Liste der OFAC ist eine Stärkung des Eigenkapitals und eine Restrukturierung des Fremdkapitals erforderlich geworden. Aus diesem Grund hat die Muttergesellschaft ein Konzept zur umfassenden Restrukturierung ihres Eigen- und Fremdkapitals erarbeitet und auch ein Sanierungskonzept nach IDW S6 beauftragt.
In der aktuellen Situation der DF-Gruppe bestehen wesentliche Risiken im Zusammenhang mit der Umsetzung des im IDW S6 Sanierungsgutachten vorgesehenen Restrukturierungskonzeptes. Das Restrukturierungskonzept besteht aus jeweils zwei Maßnahmen auf der Eigen- und Fremdkapitalseite. Alle vier Maßnahmen bedingen sich jeweils gegenseitig und müssen für eine erfolgreiche Restrukturierung in ihrer Gesamtheit und in der vorgesehenen Höhe/Beträgen umgesetzt werden.
Die Maßnahmen auf der Fremdkapitalseite, d.h. die Unterzeichnung der Kreditverträge mit einem reduzierten Zins und einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2016 sowie die Zustimmung des Gemeinsamen Vertreters zur Änderung der Anleihebedingungen sind im Wesentlichen abgeschlossen. Auf der Eigenkapitalseite wurde das Umtauschangebot für den Debt-to-Equity-Swap veröffentlicht. Die einzelnen Maßnahmen und der jeweilige Status stellen sich wie folgt dar:
Wie im Nachtragsbericht erläutert, wurde am 15. Mai 2015 die Kreditdokumentation für Darlehen im Gegenwert von insgesamt ca. EUR 40 Mio. mit einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2016 unterzeichnet.
Am 18. Mai 2015 hat der Gemeinsame Vertreter der Anleihegläubiger den Änderungen der Anleihebedingungen zugestimmt, so dass u.a. die Zinsreduzierung in Kraft treten kann. Damit werden am nächsten Zinszahlungstermin (27. Mai 2015) Zinsen in Höhe von nominal 2,000 % p.a. an die Anleihegläubiger gezahlt.
Die DF AG hat am 18. Mai 2015 ein Umtauschangebot für den Debt-to-Equity-Swap veröffentlicht. Je eingebrachter Teilschuldverschreibung im Nennbetrag von EUR 1.000,00 werden 580 neue, auf den Namen lautende Stückaktien ausgegeben. Das Umtauschangebot kann in der Zeit vom 19. Mai 2015, 0.00 Uhr bis einschließlich 2. Juni 2015, 24.00 Uhr wahrgenommen werden.
Einen weiteren Schritt der Sanierung stellt die von der Hauptversammlung am 22. Januar 2015 genehmigte Barkapitalerhöhung um bis zu 6,8 Mio. Aktien gegen Bareinlagen dar. Die Kapitalerhöhung II soll durchgeführt werden, sobald die DF AG einen von der BaFin gebilligten Wertpapierprospekt veröffentlicht hat, und bis Mitte Juli 2015 abgeschlossen sein. Die Prospekterstellung und Abstimmung mit der BaFin läuft zurzeit. Die Altaktionäre können von ihrem gesetzlichen Bezugsrecht Gebrauch machen.
Sowohl die DF AG als Muttergesellschaft als auch die DF-Gruppe sind zum aktuellen Zeitpunkt bilanziell überschuldet. Nach dem im Lagebericht dargestellten Sanierungskonzept ist derzeit keine drohende Zahlungsunfähigkeit gegeben. Diese kann aber angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Situation der DF AG und der DF-Gruppe, im Fall eines Scheiterns einzelner gemäß Sanierungskonzept vorgesehener Maßnahmen, kurzfristig eintreten. Dies gilt auch, wenn die Maßnahmen auf der Fremdkapitalseite zwischenzeitlich umgesetzt worden sind, da sich alle vier Sanierungsmaßnahmen gegenseitig bedingen. Unter anderem begründet das Scheitern bzw. die Nichtumsetzung einer der oder beider ausstehenden Eigenkapitalmaßnahmen ein Kündigungsrecht der Banken.
Nach derzeitiger Einschätzung des Vorstands der DF AG ist von der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit im Sinne des § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB auszugehen. Für den Fall, dass die im Lagebericht beschriebenen sich gegenseitig bedingenden Restrukturierungsmaßnahmen entgegen den aktuellen Erwartungen des Vorstands der DF AG nicht vollumfänglich oder mit erheblicher zeitlicher Verzögerung durchgeführt werden oder die operativen Ziele des Sanierungsgutachtens im Betrachtungszeitraum (Geschäftsjahre 2015 bis 2017) nicht erreicht werden, ist ein Fortbestand der DF AG und damit der DF-Gruppe nicht mehr gegeben.
Die volkswirtschaftlichen Rahmendaten und Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute (s.a. Kapitel "Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen") belegen die hohe Attraktivität des Geschäftsmodells der DF-Gruppe und das Wachstumspotential des Marktsegmentes, in dem die DF-Gruppe tätig ist. Wesentliches Ziel für die DF-Gruppe in 2015 ist daher die möglichst schnelle Umsetzung der im Sanierungsgutachten beschriebenen Maßnahmen auf der Eigen- und Fremdkapitalseite, um die finanzielle Grundlage für das Ausschöpfen der zuvor beschriebenen Marktpotentiale zu schaffen. Im Hinblick auf die Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen ist die DF-Gruppe im ersten Quartal 2015 ein gutes Stück vorangekommen. Die Maßnahmen auf der Fremdkapitalseite sind mit der Unterzeichnung der Kreditverträge sowie der Änderung der Anleihebedingungen einschließlich Zinsreduzierung abgeschlossen. Damit ist eine wichtige Voraussetzung für die Kapitalerhöhung I, in deren Rahmen Teile der Anleihe auf freiwilliger Basis in Eigenkapital getauscht werden können (Debt-to-Equity-Swap), und die für Juni/Juli geplante Kapitalerhöhung II (Barkapitalerhöhung) geschaffen worden, die bis Mitte Juli 2015 abgeschlossen sein soll.
Die erfolgreiche Umsetzung aller Restrukturierungsmaßnahmen bildet die Basis für den Wiederaufbau des Geschäftsvolumens. In den nächsten Monaten werden die forfaitierungstypischen Erträge nicht ausreichen, die Aufwendungen der DF-Gruppe zu decken; dies nicht zuletzt auch wegen der Belastungen aus den Restrukturierungsmaßnahmen. Hinzu kommt, dass die Umsetzung des Restrukturierungskonzepts in erheblichem Umfang Personal bindet, das somit für das operative Tagesgeschäft nicht zur Verfügung steht. Entscheidend für die weitere Entwicklung der DF-Gruppe wird – neben der Wiederherstellung und Stärkung der Eigen- und Fremdkapitalbasis – sein, dass es gelingt, unsere erfahrenen und langjährigen Mitarbeiter weiterhin an die DF-Gruppe zu binden und die Personalabgänge während und im Nachgang des SDN-Listings durch qualifizierte Neuzugänge auszugleichen. Erste Neueinstellungen in den Bereichen Vertrieb, Vertragsabwicklung sowie Finanzen und Controlling konnten bereits umgesetzt werden.
Aufgrund der einmaligen Belastungen aus der Umsetzung des Restrukturierungskonzeptes wird die DF-Gruppe im Geschäftsjahr 2015 noch nicht die Rückkehr in die Gewinnzone schaffen, jedoch den Verlust gegenüber dem Jahr 2014 deutlich reduzieren. Das Ziel ist, ab dem Geschäftsjahr 2017 das Geschäftsvolumen wieder auf ein Niveau gesteigert zu haben, das ein positives Ergebnis ermöglicht.
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Köln, 21. Mai 2015 Der Vorstand
Konzernbilanz – Aktiva
Konzernbilanz – Passiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
Konzern-Kapitalflussrechnung
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
| Aktiva (in EUR) | Anhang nummer |
31.03.2015 | 31.12.2014 |
|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | |||
| Immaterielle Vermögenswerte | 28.483,08 | 26.751,68 | |
| Sachanlagen | 355.200,57 | 296.021,50 | |
| Langfristige finanzielle Vermögenswerte | 62.659,15 | 59.389,84 | |
| Latente Steuern | 0,00 | 0,00 | |
| 446.342,80 | 382.163,02 | ||
| Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | (11) | 60.900.311,82 | 69.666.272,01 |
| Steuerforderungen | 361.518,85 | 147.709,40 | |
| Andere kurzfristige Vermögenswerte | 383.683,57 | 299.209,94 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | (12) | 21.142.046,62 | 14.748.219,60 |
| 82.787.560,86 | 84.861.410,95 | ||
| Summe Aktiva | 83.233.903,66 | 85.243.573,97 |
| Passiva (in EUR) | Anhang nummer |
31.03.2015 | 31.12.2014 |
|---|---|---|---|
| Eigenkapital | (13) | ||
| Gezeichnetes Kapital | 6.800.000,00 | 6.800.000,00 | |
| Kapitalrücklage | 7.099.225,50 | 7.359.044,50 | |
| Gewinnrücklagen | -20.919.048,81 | -19.027.805,43 | |
| Währungsumrechnungsrücklage | -315.928,58 | -412.828,58 | |
| -7.335.751,89 | -5.281.589,51 | ||
| Langfristige Schulden Anleihen |
(14) | 28.956.383,20 | 28.884.370,90 |
| 28.956.383,20 | 28.884.370,90 | ||
| Kurzfristige Schulden | |||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | (15) | 49.444.653,60 | 43.326.782,36 |
| Kurzfristige Rückstellungen | 743.500,00 | 345.360,00 | |
| Steuerverbindlichkeiten | 0,00 | 0,00 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 4.197.657,55 | 9.596.687,88 | |
| Sonstige kurzfristige Schulden | 7.227.461,20 | 8.371.962,34 | |
| 61.613.272,35 | 61.640.792,58 | ||
| Summe Passiva | 83.233.903,66 | 85.243.573,97 |
| Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (in EUR) |
Anhang nummer |
01.01. - 31.03.2015 | 01.01. - 31.03.20141 |
|---|---|---|---|
| Forfaitierungstypische Erträge | (6) | ||
| a) Forfaitierungserträge | 1.159.325,16 | 1.174.068,54 | |
| b) Provisionserträge | 71.224,32 | 225.991,25 | |
| c) Erträge aus nachschüssiger Verzinsung |
23.277,93 | 1.534,24 | |
| d) Kursgewinne | 7.149.457,08 | 143.234,10 | |
| e) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für Forfaitierungs- und Ankaufszusagen |
389.723,84 | 0,00 | |
| 8.793.008,33 | 1.544.828,13 | ||
| Forfaitierungstypische Aufwendungen | (7) | ||
| a) Forfaitierungsaufwendungen | 344.011,53 | 75.000,00 | |
| b) Provisionsaufwendungen | 168.663,80 | 190.437,82 | |
| c) Aufwendungen aus nachschüssiger Verzinsung | 0,00 | 2.971,77 | |
| d) Kursverluste | 7.029.716,51 | 231.035,93 | |
| e) Kreditversicherungsprämien | 0,00 | 10.456,53 | |
| f) Abschreibungen und Wertberichtigungen auf | |||
| Forderungen sowie Zuführungen zu Rückstellungen für Forfaitierungs-und Ankaufszusagen |
1.081.072,72 | 0,00 | |
| 8.623.464,56 | 509.902,05 | ||
| Rohergebnis | (8) | 169.543,77 | 1.034.926,08 |
| Sonstige betriebliche Erträge | (14) | 1.090.355,06 | 137.240,28 |
| Personalaufwand | |||
| a) Löhne und Gehälter | 598.053,70 | 1.253.744,31 | |
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Alters- versorgung und Unterstützung |
71.344,67 | 116.909,64 | |
| 669.398,37 | 1.370.653,95 | ||
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen |
25.694,32 | 32.190,26 | |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | (9) | 1.728.892,25 | 1.539.322,64 |
| Zinserträge | (10) | 19,71 | 11.023,00 |
| Zinsaufwendungen | (10) | 727.176,98 | 942.802,93 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | -1.891.243,38 | -2.701.780,42 | |
| Ertragsteuern | |||
| a) Steuern von Einkommen und Ertrag | 0,00 | 0,00 | |
| b) Latente Steuern | 0,00 | 0,00 | |
| 0,00 | 0,00 | ||
| Konzernverlust | -1.891.243,38 | -2.701.780,42 | |
| Durchschnittliche Anzahl der Aktien | 6.800.000 | 6.800.000 | |
| unverwässertes Ergebnis je Aktie | -0,28 | -0,40 | |
| verwässertes Ergebnis je Aktie | -0,28 | -0,40 |
1 Erläuterung der Anpassung der Vorjahreswerte unter Anhangnummer (2)
| Konzern-Gesamtergebnisrechnung (in EUR) |
01.01. - 31.03.2015 | 01.01. - 31.03.2014 |
|---|---|---|
| Konzernverlust | -1.891.243,38 | -2.701.780,42 |
| Sonstiges Einkommen Bestandteile, die zukünftig in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden |
||
| Währungsumrechnungsdifferenz ausländischer Tochtergesellschaften |
96.900,00 | 21.608,80 |
| 96.900,00 | 21.608,80 | |
| Konzern-Gesamtergebnis | -1.794.343,38 | -2.680.171,62 |
| Konzern-Kapitalflussrechnung (in TSD EUR) |
01.01. - 31.03.2015 | 01.01. - 31.03.2014 | |
|---|---|---|---|
| Cashflow | |||
| Konzernverlust | -1.891 | -2.702 | |
| + | Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 26 | 32 |
| +/- | Ertragsteuern | 0 | 0 |
| + | Zinsaufwendungen | 727 | 943 |
| - | Zinserträge | 0 | -11 |
| +/- | Ergebnis aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten | 0 | 21 |
| +/- | Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge | -46 | -436 |
| +/- | Veränderung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 8.766 | 4.194 |
| +/- | Veränderung sonstiger Vermögenswerte | -302 | -136 |
| +/- | Veränderung der Rückstellungen | 398 | 0 |
| +/- | Veränderung Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -5.399 | -3.986 |
| +/- | Veränderung übriger Schulden | -766 | -2.019 |
| - | Gezahlte Ertragsteuern | -214 | -126 |
| = | Operativer Cashflow | 1.299 | -4.226 |
| - | Gezahlte Zinsen | -466 | -345 |
| + | Erhaltene Zinsen | 0 | 11 |
| = | Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | 833 | -4.560 |
| - | Auszahlungen für Investitionen in langfristige Vermögenswerte | -83 | -22 |
| + | Einzahlungen aus Abgängen von langfristigen Vermögenswerten | 0 | 18 |
| +/- | Veränderung des Konsolidierungskreises | 0 | 0 |
| = | Cashflow aus Investitionstätigkeit | -83 | -4 |
| +/- | Veränderung Finanzverbindlichkeiten | 5.811 | -160 |
| - | Auszahlung Dividende | 0 | 0 |
| +/- | Ein- Auszahlungen aus Kapitalmarkttransaktionen | -260 | 0 |
| = | Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 5.551 | -160 |
| Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestandes | 6.301 | -4.724 | |
| + | Finanzmittel am Anfang der Periode | 14.748 | 20.603 |
| +/- | Effekte aus der Währungsumrechnung | 93 | -2 |
| = | Finanzmittel am Ende der Periode | 21.142 | 15.877 |
| - | verpfändete Bankguthaben | -1.158 | -1.158 |
| = | frei verfügbare Finanzmittel am Ende der Periode | 19.984 | 14.719 |
| Konzern-Eigenkapital Veränderungsrechnung 01.01.2015 bis 31.03.2015 (in EUR) |
Anhang nummer |
Gezeichnetes Kapital |
Kapital rücklage |
Gewinn rücklagen |
Währungs umrechnungs rücklage1 |
Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand 1.Januar 2014 | 6.800.000,00 | 7.359.044,50 | (3.556.792,68) | (432.335,63) | 10.169.916,19 | |
| Konzernergebnis | (2.701.780,42) | (2.701.780,42) ) | ||||
| Sonstiges Ergebnis | 21.608,80 | 21.608,80 | ||||
| Konzern-Gesamtergebnis | (2.701.780,42) | 21.608,80 | (2.680.171,62) | |||
| Stand 31. März 2014 | 6.800.000,00 | 7.359.044,50 | (6.258.573,10) | (410.726,83) | 7.489.744,57 | |
| Stand 1. Januar 2015 | 6.800.000,00 | 7.359.044,50 (19.027.805,43) | (412.828,58) | (5.281.589,51) | ||
| Konzernergebnis | (1.891.243,38) | (1.891.243,38) | ||||
| Sonstiges Ergebnis | 96.900,00 | 96.900,00 | ||||
| Konzern-Gesamtergebnis | (1.891.243,38) | 96.900,00 | (1.794.343,38) | |||
| Kapitalmarktransaktionen | (259.819,00) | (259.819,00) | ||||
| Stand 31. März 2015 | (13) | 6.800.000,00 | 7.099.225,50 (20.919.048,81) | (315.928,58) | (7.335.751,89) |
1 Other Comprehensive Income (OCI)
Erläuterungen zum Konzernzwischenabschluss Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht
Der Konzernzwischenabschluss wurde unter Beachtung der Regelungen des IAS 34 ("Interim Financial Reporting") in verkürztem Umfang gegenüber dem Konzernjahresabschluss zum 31. Dezember 2014 erstellt. Der Konzernzwischenabschluss zum 31. März 2015 befolgt die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie der Konzernjahresabschluss für das Geschäftsjahr 2014 und steht im Einklang mit den derzeit gültigen International Financial Reporting Standards ("IFRS"), wie sie von der Europäischen Union in europäisches Recht übernommen wurden. Der Zwischenabschluss wurde einer prüferischen Durchsicht unterzogen und gewährleistet aus Sicht des Vorstands eine angemessene Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Die Konzernwährung lautet auf Euro. Alle Beträge werden in Tausend Euro (TEUR) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist.
Die DF Deutsche Forfait AG hat die Rechtsform der Aktiengesellschaft und wird am Amtsgericht Köln unter der Nummer HRB 32949 geführt. Der Sitz des Unternehmens ist Köln. Die Anschrift der Gesellschaft lautet Kattenbug 18-24, 50667 Köln. Die DF Deutsche Forfait AG ist eine Forfaitierungsgesellschaft und als solche ein Finanzunternehmen im Sinne des § 1 Abs. 3 Nr. 2 KWG.
Die Konzerngewinn- und Verlustrechnung ist grundsätzlich nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Erträge und Aufwendungen werden nach Arten gruppiert und die Summe der Hauptertrags- und Hauptaufwandsarten angegeben, um den Besonderheiten einer Forfaitierungsgesellschaft Rechnung zu tragen. Die Konzernbilanz entspricht den Gliederungsvorschriften des IAS 1.
Zum Zeitpunkt der Aufstellung der Konzern-Zwischenbilanz zum 31. März 2015 befindet sich der Konzern in finanziellen Schwierigkeiten. Hierzu verweisen wir auf die Ausführungen im Chancen- und Risikobericht (Bestandsgefährdende Tatsachen) des Konzernlageberichts. Dort wird ausgeführt, dass neben den Risiken des operativen Geschäfts in der aktuellen Situation wesentliche Risiken im Zusammenhang mit der Umsetzung des dargestellten Restrukturierungskonzeptes bestehen. Die beschriebenen Maßnahmen auf der Eigen- und Fremdkapitalseite bedingen sich gegenseitig und müssen für eine erfolgreiche Restrukturierung in ihrer Gesamtheit umgesetzt werden. Für den Fall, dass diese Maßnahmen entgegen den aktuellen Erwartungen des Vorstands der DF Deutsche Forfait AG nicht insgesamt oder nur mit erheblicher Verzögerung durchgeführt werden oder die operativen Ziele des Sanierungsgutachtens im Betrachtungszeitraum (Geschäftsjahre 2015 bis 2017) nicht erreicht werden, ist ein Fortbestand der DF Deutsche Forfait AG bzw. des Konzerns nicht mehr gegeben.
Latente Steueransprüche aus temporären Differenzen dürfen nicht bilanziert werden, wenn nicht mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, dass zukünftig zu versteuernde Ergebnisse zur Verfügung stehen, gegen welche die abzugsfähigen temporären Differenzen verwendet werden können (IAS 12.27). Aus diesem Grund werden hinsichtlich des im Berichtszeitraum entstandenen Verlusts keine latenten Steueransprüche bilanziert (IAS 12.34 ff.).
Im Rahmen der Aufstellung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2014 wurde die Klassifizierung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Sinne von IAS 39.9 neu gewürdigt. Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen aus dem Forfaitierungsgeschäft wurden mit der Absicht der kurzfristigen Veräußerung erworben und sind daher, unabhängig davon, ob ein Verkauf tatsächlich durchgeführt wird, als Held for Trading (HfT) zu klassifizieren und zum Fair Value zu bewerten. Den Loans and Receivables (LaR) werden nunmehr nur solche Forderungen aus Forfaitierungsgeschäften, die beim Erwerb für diese Kategorie designiert sind, weil eine Veräußerungsabsicht nicht gegeben ist, sowie sonstige Forderungen zugeordnet.
Nach der zuvor angewendeten Klassifizierung wurden die Forderungen aus Forfaitierungsgeschäften als Loans and Receivables eingestuft und nur dann der Kategorie Held for Trading zugeordnet, wenn ein tatsächlicher Verkauf kurzfristig (90 Tage) erfolgte.
Die beschriebene Änderung führt dazu, dass in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung die "Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen" nur Loans and Receivables betreffen und unter den Forfaitierungserträgen und -aufwendungen auch die Erträge und Aufwendungen aus der Fair-Value-Bewertung der Forderungen Held for Trading ausgewiesen werden. Aus der Änderung ergeben sich keine materiellen Auswirkungen auf den Konzernzwischenabschluss.
Eine Anpassung der Klassifizierung und Darstellung stellt eine Änderung der angewendeten Rechnungslegungsvorschriften dar (IAS 8.5), die zu Vergleichszwecken rückwirkend auch für die Vorperiode anzuwenden ist (IAS 8.42).
Der International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) haben Änderungen bei bestehenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und neue IFRS verabschiedet, die für den DF Konzern ab dem Geschäftsjahr 2015 verpflichtend anzuwenden sind.
Diese neuen bzw. geänderten Standards haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernzwischenabschluss zum 31. März 2015 bzw. sind nicht einschlägig.
In den Konzernzwischenabschluss werden die Tochterunternehmen DF Deutsche Forfait s.r.o., Prag/Tschechische Republik, und Deutsche Kapital Ltd., Dubai/Vereinigte Arabische Emirate, einbezogen. Die Deutsche Kapital Ltd. ist eine Eigengründung (April 2013) und wurde erstmals zum 30. Juni 2013 konsolidiert. Der Anteil am Eigenkapital liegt für beide genannten Unternehmen unverändert bei 100%.
In den Konsolidierungskreis werden die Tochtergesellschaften DF Deutsche Forfait Americas, Inc., Miami/USA und DF Deutsche Forfait do Brasil Ltda., São Paulo/Brasilien, deren Stimmrechte zu 100% bzw. zu 99% bei der DF AG liegen, sowie die Beteiligung an der DF Deutsche Forfait West Africa Ltd., Accra/Ghana, an der der DF AG 60% der Stimmrechte zustehen und die Beteiligung an der DF Deutsche Forfait Pakistan (Private) Limited, Lahore/Pakistan, an der die DF AG mit 99% der Stimmrechte beteiligt ist, nicht einbezogen.
Die nicht konsolidierten Tochterunternehmen sind für den Konzernzwischenabschluss zum 31. März 2015 sowohl einzeln als auch gemeinsam unwesentlich und beeinflussen das den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, das der Konzernzwischenabschluss vermittelt, nicht.
Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Zwischenabschlüsse der einbezogenen Konzernunternehmen erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung (IAS 21, "Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse") nach der modifizierten Stichtagskursmethode.
Da die Tochterunternehmen ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbständig betreiben, ist die funktionale Währung grundsätzlich identisch mit der jeweiligen Landeswährung des Unternehmens. Im Konzernzwischenabschluss werden daher die Aufwendungen und Erträge aus Zwischenabschlüssen von Tochterunternehmen, die in fremder Währung aufgestellt sind, zum Jahresdurchschnittskurs, Vermögenswerte und Schulden zum Stichtagskurs umgerechnet.
Der sich aus der Umrechnung des Eigenkapitals ergebende Währungsunterschied wird unter dem Eigenkapital als Währungsumrechnungsrücklage ausgewiesen. Die Umrechnungsdifferenzen, die aus abweichenden Umrechnungskursen zwischen der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung resultieren, werden im sonstigen Ergebnis erfasst.
Die für die Währungsumrechnung in Euro zugrunde gelegten Wechselkurse entsprechen den von der Europäischen Zentralbank veröffentlichten Euro-Referenzkursen und stellen sich wie folgt dar:
| Stichtagskurs | Durchschnittskurs | |||
|---|---|---|---|---|
| 31.03.2015 | 31.12.2014 | I. Quartal 2015 | I. Quartal 2014 | |
| Tschechische Kronen | 27,5330 | 27,7350 | 27,6270 | 27,4410 |
| US-Dollar | 1,0759 | 1,2141 | 1,1270 | 1,3697 |
Der in der Periode erzielte Portfolioertrag, der beim Verkauf erzielte Handelsertrag (Differenz zwischen fortgeführten Anschaffungskosten bzw. Fair Value und Verkaufspreis der Forderung) sowie die positiven Effekte aus der Fair-Value-Bewertung der Forderungen "Held for Trading" werden als Forfaitierungserträge erfasst. Provisionserträge ergeben sich im Wesentlichen aus ausgelegten Ankaufszusagen und Rückhaftungen. Zugleich werden nur die dem DF Konzern zustehenden Erträge aus nachschüssiger Verzinsung (Loan Agreements) bei den forfaitierungstypischen Erträgen erfasst.
Die Vorjahresbeträge der Forfaitierungserträge, Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für Forfaitierungs- und Ankaufszusagen, Forfaitierungsaufwendungen und Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen sowie Zuführungen zu Rückstellungen für Forfaitierungs- und Ankaufszusagen wurden, soweit notwendig, gemäß IAS 8.46 angepasst (Abschnitt 2).
Die forfaitierungstypischen Erträge ergeben sich wie folgt:
| Forfaitierungstypische Erträge in TSD EUR | 01.01. - 31.03.2015 | 01.01. - 31.03.2014 |
|---|---|---|
| Forfaitierungserträge | 1.159 | 1.174 |
| Provisionserträge | 71 | 226 |
| Erträge aus nachschüssiger Verzinsung | 23 | 2 |
| Kursgewinne | 7.150 | 143 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für Forfaitierungs- und Ankaufszusagen |
390 | - |
| Gesamt | 8.793 | 1.545 |
Aufgrund der Schwäche der Devisenkursentwicklung des Euro gegenüber dem US-Dollar im ersten Quartal 2015 haben sich die Kursgewinne – und damit korrespondierend – auch die Kursverluste deutlich erhöht. Der Gesamteinfluss der Aufwendungen und Erträge aus Kursdifferenzen auf das Rohergebnis ist gering.
Forfaitierungsaufwand fällt an, wenn der erzielte Verkaufspreis unter dem Buchwert liegt und wenn sich negative Effekte aus der Fair-Value-Bewertung ergeben.
Die forfaitierungstypischen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
| Forfaitierungstypische Aufwendungen in TSD EUR | 01.01. - 31.03.2015 | 01.01. - 31.03.2014 |
|---|---|---|
| Forfaitierungsaufwendungen | 344 | 75 |
| Provisionsaufwendungen | 168 | 190 |
| Aufwendungen aus nachschüssiger Verzinsung | - | 3 |
| Kursverluste | 7.030 | 231 |
| Kreditversicherungsprämien | - | 11 |
| Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen sowie Zuführungen zu Rückstellungen für Forfaitierungs- und Ankaufszusagen |
1.081 | - |
| Gesamt | 8.623 | 510 |
Der Anstieg der Kursverluste ist auf die genannte Entwicklung der Wechselkurse zurückzuführen
Das Rohergebnis ermittelt sich als Differenz zwischen den forfaitierungstypischen Erträgen und Aufwendungen.
| Rohergebnis in TSD EUR | 01.01. - 31.03.2015 | 01.01. - 31.03.2014 |
|---|---|---|
| Forfaitierungsergebnis | 815 | 1.099 |
| Provisionsergebnis | (97) | 36 |
| Ergebnis aus nachschüssiger Verzinsung | (23) | (1) |
| Ergebnis aus Kursdifferenzen | 120 | (88) |
| Bewertungsergebnis im Forfaitierungsgeschäft | (691) | - |
| 170 | 1.046 | |
| abzüglich Kreditversicherungsprämien | - | (11) |
| Gesamt | 170 | 1.035 |
Für die Beurteilung des Erfolgs im Forfaitierungsgeschäft ist auch das Finanzergebnis zu berücksichtigen, das wesentlich durch die Refinanzierung der Geschäfte beeinflusst wird (vgl. 10).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
| Sonstige betriebliche Aufwendungen in TSD EUR | 01.01.-31.03.2015 | 01.01.-31.03.2014 |
|---|---|---|
| Rechts-, Beratungs- und Abschlusskosten, Honorare | 955 | 708 |
| Verwaltungskosten Kooperationspartner | 273 | 291 |
| Raumkosten | 84 | 80 |
| Reisekosten | 38 | 48 |
| Gebühren des Zahlungsverkehrs | 16 | 47 |
| Kosten für Telefon, Porto und Internetverbindungen | 15 | 26 |
| Fahrzeugkosten | 9 | 13 |
| Versicherungen, Beiträge | 53 | 49 |
| Übrige sonstige Aufwendungen | 286 | 277 |
| Gesamt | 1.729 | 1.539 |
Der Anstieg der Rechts- und Beratungskosten wurde im Wesentlichen durch zusätzliche Aufwendungen im Zusammenhang mit Sanierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen hervorgerufen. Die Aufwendungen für Kooperationspartner beinhalten unter anderem auch die Aufwendungen für das Büro in London sowie für die Tochtergesellschaften in São Paulo und Lahore.
Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:
| Finanzergebnis in TSD EUR | 01.01. - 31.03.2015 | 01.01. - 31.03.2014 |
|---|---|---|
| Zinserträge aus Forderungen (loans and receivables) | - | 11 |
| Zinserträge gesamt | - | 11 |
| Zinsaufwendungen an Kreditinstitute | 506 | 317 |
| Sonstige Zinsaufwendungen | 221 | 626 |
| Zinsaufwendungen gesamt | 727 | 943 |
| Zinsergebnis = Finanzergebnis | (727) | (932) |
Die sonstigen Zinsaufwendungen beinhalten auch die bis zum 31. März 2015 angefallenen Zinsen in Höhe von TEUR 197 (im Vorjahr TEUR 619) für die im Mai 2013 begebene Schuldverschreibung. Die Verringerung der Anleihezinsen resultiert aus den Änderungen der Anleihebedingungen, die u.a. eine Reduzierung des Nominalzinssatzes von 7,875% p.a. auf 2,000% p.a. beinhalten.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umfassen die im Rahmen des Forfaitierungsgeschäfts angekauften Forderungen sowie sonstige Forderungen. Außerdem sind im Gesamtbetrag auch Selbstbehalte von kreditversicherten Forderungen enthalten, die aufgrund der Versicherungsbedingungen nicht verkauft werden dürfen. Der Forderungsbestand ist von TEUR 69.666 zum 31. Dezember 2014 auf TEUR 60.900 zum 31. März 2015 gesunken.
Die Forderungen aus dem Forfaitierungsgeschäft beinhalten einerseits einen Bestand aktueller Geschäfte, die vertragsgemäß bedient werden (Handelsportfolio), und andererseits überfällige Forderungen (Restrukturierungsportfolio) gegen neun Schuldner aus der Zeit vor Aufnahme auf die SDN-Liste ("List of Specially Designated Nationals and Blocked Persons" des US-amerikanischen Office of Foreign Assets Control). Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gliedern sich wie folgt auf:
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in TSD EUR | 31.03.2015 | 31.12.2014 |
|---|---|---|
| Handelsportfolio | 5.000 | 16.698 |
| Restrukturierungsportfolio | 50.263 | 47.692 |
| Sonstige Forderungen | 5.637 | 5.276 |
| 60.900 | 69.666 |
Das Restrukturierungsportfolio stellt sich dabei zum 31. März 2015 wie folgt dar:
| in TSD EUR | Bruttorisiko | Fair-Value Anpassungen |
Buchwert | Sicherheit | Nettorisiko |
|---|---|---|---|---|---|
| 59.885 | 9.622 | 50.263 | 44.553 | 15.332 |
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten ausschließlich Guthaben bei Kreditinstituten mit einer Fälligkeit innerhalb von drei Monaten. Der Bestand hat sich von TEUR 14.748 zum 31. Dezember 2014 um TEUR 6.394 auf TEUR 21.142 zum 31. März 2015 erhöht. Ein Teil der Flüssigen Mittel ist in Euro gebunden und kann nicht zur Tilgung kurzfristiger Bankverbindlichkeiten in Fremdwährungen genutzt werden, da diese Verbindlichkeiten mehrheitlich der währungskongruenten Finanzierung des Forderungsbestands in US-Dollar dienen.
Die Entwicklung des Eigenkapitals ist in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Das Eigenkapital verringerte sich im Vergleich zum 31. Dezember 2014 um TEUR 2.054 auf einen Negativbetrag von TEUR 7.336 zum 31. März 2015. Die im ersten Quartal 2015 entstandenen Aufwendungen in Höhe von TEUR 260 für die geplanten Kapitalerhöhungen wurden gemäß IAS 32 mit der Kapitalrücklage verrechnet, die sich entsprechend auf TEUR 7.099 verringert hat.
Unter den langfristigen Schulden wird die von der DF Deutsche Forfait AG begebene Anleihe als sonstige finanzielle Verbindlichkeit ausgewiesen (IAS 32.11). Die Anleihe weist einen Nominalbetrag in Höhe von EUR 30 Mio., der dem Rückzahlungsbetrag entspricht, und eine ursprüngliche Nominalverzinsung von 7,875% p.a. bei einer Laufzeit von sieben Jahren auf. Der erstmalige Ansatz erfolgte im Zeitpunkt des Zugangs und nach Berücksichtigung der Transaktionskosten (IAS 39.9, 39.A13) mit dem beizulegenden Zeitwert (IAS 39.43).
Die zweite Gläubigerversammlung vom 19. Februar 2015 hat der Änderung der Anleihebedingungen zugestimmt. Die Änderung betrifft insbesondere die Reduzierung des Nominalzinssatzes der Unternehmensanleihe von 7,875% p.a. auf 2,000% p.a. rückwirkend vom 27. Mai 2014 bis zum 27. Mai 2018. Für den Zeitraum vom 27. Mai 2017 bis 27. Mai 2018 kann die Zinszahlung wieder 7,875% p.a. betragen; dies ist abhängig vom Erreichen eines bestimmten Konzernergebnisses. Ab 27. Mai 2018 bis 27. Mai 2020 wird der Nominalzinssatz wieder auf 7,875% p.a. angehoben.
Die finanzielle Verbindlichkeit wird zum 31. März 2015 zu den fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet (IAS 39.47) und in Höhe von TEUR 28.956 ausgewiesen. Der Ertrag aus der im Berichtszeitraum berücksichtigten, rückwirkend ab dem 27. Mai 2014 geltenden Änderung der Anleihebedingungen in Höhe von TEUR 1.030, der aus dem nun reduzierten Zinsaufwand des Vorjahres (27. Mai bis 31. Dezember 2014) resultiert, wird unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Der Gesamtzinsaufwand beträgt in der Berichtsperiode TEUR 197 und ist in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Zinsaufwendungen erfasst.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich von TEUR 43.327 zum 31. Dezember 2014 auf TEUR 49.445 zum 31. März 2015.
Die DF-Gruppe steuert ihr Geschäft anhand von Risikogruppen auf Basis des Forfaitierungsvolumens. Die Einteilung wird auf Basis des jeweiligen Ursprungsschuldners einer Forderung vorgenommen. Die Zuteilung der Länder in Risikogruppen orientiert sich an den externen Ratings der Länder. Der Risikogruppe eins sind die Länder mit der besten Bonität und der Risikogruppe fünf die Länder mit der geringsten Bonität zugeordnet.
| Forfaitierungsvolumen in Mio. EUR | 01.01. - 31.03.2015 | 01.01. - 31.03.2014 |
|---|---|---|
| Risikogruppe I | 2,5 | 8,0 |
| Risikogruppe II | 0,0 | 0,0 |
| Risikogruppe III | 0,0 | 7,8 |
| Risikogruppe IV | 0,0 | 0,0 |
| Risikogruppe V | 22,7 | 11,7 |
| Gesamt | 25,2 | 27,5 |
Darüber hinaus wird das Forfaitierungsvolumen nach Regionen aufgegliedert:
| Forfaitierungsvolumen in Mio. EUR | 01.01. - 31.03.2015 | 01.01. - 31.03.2014 |
|---|---|---|
| Afrika | 0,0 | 12,9 |
| Asien | 22,7 | 2,6 |
| Europa | 2,5 | 10,3 |
| Nordamerika | - | - |
| Süd- und Mittelamerika | 0,0 | 1,7 |
| Gesamt | 25,2 | 27,5 |
Neben Verbindlichkeiten, Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen insbesondere aus Forfaitierungs- und Ankaufszusagen. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:
| Sonstige finanzielle Verpflichtungen in TSD EUR | 31.03.2015 | 31.12.2014 |
|---|---|---|
| aus Forfaitierungszusagen | 9.527 | 3.950 |
| aus Ankaufszusagen | 20.123 | 1.440 |
| Gesamt | 29.650 | 5.390 |
Die Herausgabe von Ankaufs- und Forfaitierungszusagen hat sich nach der im Vorjahr nahezu zum Erliegen gekommenen Geschäftstätigkeit deutlich erhöht. Die zum 31. März 2015 bestehenden sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus diesen Zusagen sind teilweise durch vorsorglich gebildete Rückstellungen in Höhe von TEUR 744 (im Vorjahr zum 31. Dezember 2014 TEUR 345) abgesichert.
| Sicherheiten in TSD EUR | 31.03.2015 | 31.12.2014 |
|---|---|---|
| Sonstige finanzielle Verpflichtungen zum Nominalwert | 29.650 | 5.390 |
| – Zugrunde liegende Forderung wurde bezahlt / Verkauf abgerechnet | - | 301 |
| = Sicherheiten | - | 301 |
| Sonstige finanzielle Verpflichtungen nach Abzug der Sicherheiten berechnet auf den Nominalwert |
29.650 | 5.089 |
Der DF Konzern ist wie im Vorjahr von den Angabepflichten des IAS 24 ausschließlich in Bezug auf Geschäfte mit Personen und Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss sowie zu den Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen (Vorstand und Aufsichtsrat) der DF Deutsche Forfait AG betroffen.
Neben Vorstand, Aufsichtsrat und nicht konsolidierten Tochtergesellschaften sind zum 31. März 2015 folgende Personen als nahestehend anzusehen:
Herr Mark West, Großbritannien, verfügt seit dem 8. Oktober 2014 über einen Stimmrechtsanteil an der DF Deutsche Forfait AG von 23,62% (das entspricht 1.581.705 Stimmrechten). Geschäftsbeziehungen zwischen dem DF Konzern und Herrn Mark West bestehen nicht.
Weitere nahestehende Person ist ein Unternehmen aufgrund persönlicher Beziehungen eines Gesellschafter-Geschäftsführers zu einem unserer Aufsichtsräte (andere nahestehende Person i.S.d. IAS 24). Von diesem Unternehmen wurde ein Darlehen in Höhe von EUR 5,9 Mio. (31. Dezember 2014 EUR 6,2 Mio.) mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2015 gewährt. Im Berichtszeitraum ist dafür ein Zinsaufwand in Höhe von TEUR 58 (Vorjahr TEUR 0) angefallen.
Geschäftsbeziehungen zu den nicht konsolidierten Tochtergesellschaften lagen nur in unwesentlichem Umfang vor.
Am 22. Januar 2015 hat die ordentliche Hauptversammlung der DF Deutsche Forfait Aktiengesellschaft, Köln, u.a. die Umstellung der auf den Inhaber lautenden Stückaktien (Inhaberaktien) in auf den Namen lautende Stückaktien (Namensaktien) und die entsprechenden Änderungen der Satzung beschlossen. Die depot- und börsenmäßige Umstellung auf Namensaktien erfolgte am 24. April 2015 nach Börsenschluss. Seit dem 27. April 2015 werden die Aktien der DF Deutsche Forfait Aktiengesellschaft im regulierten Markt an der Frankfurter Wertpapierbörse sowie im Teilbereich des regulierten Marktes mit weiteren Zulassungsfolgepflichten der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) als auf den Namen lautende Stückaktien der DF Deutsche Forfait Aktiengesellschaft notiert.
Am 15. Mai 2015 wurde die Kreditdokumentation für Darlehen im Gegenwert von insgesamt EUR 40 Mio. mit einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2016 unterzeichnet. Damit wurde eine wesentliche Voraussetzung zur Änderung der Anleihebedingungen der Unternehmensanleihe der DF Deutsche Forfait AG (ISIN: DE000A1R1CC4, "DF-Anleihe") entsprechend der Beschlussfassung der zweiten Gläubigerversammlung vom 19. Februar 2015 erfüllt.
Der Vorstand der DF Deutsche Forfait AG hat mit Beschluss vom 18. Mai 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrates vom selben Tage beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft gegen Sacheinlagen durch Einbringung von Teilschuldverschreibungen der Anleihegläubiger der Gesellschaft (ISIN: DE000A1R1CC4, WKN A1R1CC) von EUR 6.800.000,00 um bis zu EUR 3.400.000,00 auf bis zu EUR 10.200.000,00 zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung erfolgt durch Ausgabe von bis zu 3.400.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit einem auf sie entfallenden Betrag des Grundkapitals von EUR 1,00 je Aktie. Der Ausgabebetrag je Aktie beträgt EUR 1,00. Die neuen Aktien werden den Inhabern der Teilschuldverschreibungen mittelbar zum Bezug angeboten. Je eingebrachter Teilschuldverschreibung im Nennbetrag von EUR 1.000,00 werden 580 neue, auf den Namen lautende Stückaktien ausgegeben. Die Anzahl der Aktien ergibt sich aus der Bewertung der Teilschuldverschreibungen mit 72,5% ihres Nennwerts sowie dem Emissionspreis der jungen Aktien von EUR 1,25. Der Emissionspreis wurde auf Basis des Durchschnittskurses der DF Deutsche Forfait AG-Aktie an den letzten fünf Börsentagen vor der Veröffentlichung des Umtauschangebotes festgelegt.
Am 18. Mai 2015 hat die Gesellschaft den Gemeinsamen Vertreter der Anleihegläubiger darüber informiert, dass die auf der zweiten Gläubigerversammlung beschlossenen aufschiebenden Bedingungen zur Änderung der Anleihebedingungen erfüllt sind. Auf dieser Grundlage hat der Gemeinsame Vertreter der Anleihegläubiger am 18. Mai 2015 der Änderung der Anleihebedingungen zugestimmt, so dass u.a. die Zinsen auf die Teilschuldverschreibungen, die nachträglich am 27. Mai eines jeden Jahres zu zahlen sind, wie folgt angepasst werden:
Die Höhe der Zinszahlung am 27. Mai 2018, für die Zinsperiode vom 27. Mai 2017 bis 26. Mai 2018 kann 7,875% p.a. anstelle von 2,000% p.a. erreichen, wenn ein bestimmter Konzernjahresüberschuss erreicht wird.
Köln, 21. Mai 2015
Der Vorstand
Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss – bestehend aus verkürzter Bilanz, verkürzter Gewinn- und Verlustrechnung, verkürzter Gesamtergebnisrechnung, verkürzter Kapitalflussrechnung, verkürzter Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben – und den Konzernzwischenlagebericht der DF Deutsche Forfait AG, Köln, für den Zeitraum vom 1. Januar 2015 bis 31. März 2015, die Bestandteile des Quartalsfinanzberichts nach § 37x Abs. 3 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.
Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.
Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss der DF Deutsche Forfait AG, Köln in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.
Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die Ausführungen im Konzernzwischenlagebericht hin. Dort ist im Abschnitt 4. Chancen- und Risikobericht ii) Bestandsgefährdende Tatsachen ausgeführt, dass neben den Risiken, die sich aus dem operativen Geschäft der DF-Gruppe ergeben, in der aktuellen Situation der DF-Gruppe wesentliche Risiken im Zusammenhang mit der Umsetzung des im Konzernzwischenlagebericht dargestellten Restrukturierungskonzeptes bestehen. Das Restrukturierungskonzept besteht aus jeweils zwei Maßnahmen auf der Eigen- und Fremdkapitalseite. Alle vier Maßnahmen bedingen sich gegenseitig und müssen für eine erfolgreiche Restrukturierung in ihrer Gesamtheit und in der vorgesehenen Höhe umgesetzt werden. Dies gilt auch, wenn die Maßnahmen auf der Fremdkapitalseite zwischenzeitlich umgesetzt worden sind, da sich alle vier Sanierungsmaßnahme gegenseitig bedingen. Unter anderem begründet das Scheitern bzw. die Nicht-Umsetzung einer der oder beider ausstehenden Eigenkapitalmaßnahmen ein Kündigungsrecht der Banken. Für den Fall, dass die sich gegenseitig bedingenden Restrukturierungsmaßnahmen entgegen den aktuellen Erwartungen des Vorstands der DF Deutsche Forfait AG nicht vollumfänglich oder mit erheblicher zeitlicher Verzögerung durchgeführt werden oder die operativen Ziele des Sanierungsgutachtens im Betrachtungszeitraum (Geschäftsjahre 2015 bis 2017) nicht erreicht werden, ist ein Fortbestand der DF Deutsche Forfait AG und damit der DF-Gruppe nicht mehr gegeben.
München, den 22. Mai 2015
Warth & Klein Grant Thornton AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Mauermeier Schuster Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer www.dfag.de akzente
DF Deutsche Forfait AG
DF Deutsche Forfait AG Kattenbug 18-24 50667 Köln
Postanschrift: Postfach 10 08 53 50448 Köln
Telefon +49 221 973760 Telefax +49 221 9737676 E-Mail [email protected]
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