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Deutsche Post AG Annual Report (ESEF) 2023

Apr 4, 2024

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DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Vorbemerkungen

Angewendete Berichtsstandards

Als börsennotiertes Unternehmen hat die Deutsche Post AG ihren Konzernabschluss unter Anwendung von § 315e HGB im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den entsprechenden Interpretationen des International Accounting Standards Board (IASB) erstellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der zusammengefasste Lagebericht umfasst den Konzernlagebericht von DHL Group sowie den Lagebericht der Deutsche Post AG. Die Darstellung betrifft grundsätzlich den Konzern. Informationen, die sich nur auf die AG beziehen, sind als solche gekennzeichnet. Außerdem enthält der Konzernlagebericht die zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung nach §§ 289b Abs. 1 und 315b Abs. 1 HGB für die Deutsche Post AG und den Konzern. Die steuerungsrelevanten nichtfinanziellen Kennzahlen wurden anhand der Wesentlichkeit gemäß HGB und unter Anwendung der Deutschen Rechnungslegungs Standards (DRS) bestimmt. Die Bestimmung der Berichtsinhalte und der wesentlichen Themen orientiert sich an den GRI-Standards (Kernoption) als Rahmenwerk, ergänzt um die Anforderungen des HGB. Zusätzlich enthält die nichtfinanzielle Erklärung die Angaben zur Berichterstattung zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen (EU-Taxonomie) gemäß Artikel 8 der Verordnung 2020 / 852 des Europäischen Parlaments und des Rates sowie der Delegierten Verordnungen 2021 / 2178 und 2023/2486 der EU-Kommission. Um Wiederholungen zu vermeiden, verweisen wir zudem bei Pflichtangaben auf andere Kapitel im zusammengefassten Lagebericht, sofern diese Angaben dort bereits ausführlich berichtet werden. Aussagen zur Belegschaft gelten für alle Beschäftigten im Konzern, Ausnahmen sind im Kontext ausgeführt.

Unabhängige Prüfung

Der Konzernabschluss der Deutsche Post AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie der zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 wurden von der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Deloitte), München, mit hinreichender Sicherheit geprüft, Bestätigungsvermerk. Die unterjährigen Quartalsangaben sind hiervon ausgenommen. Die zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung wurde im Auftrag des Aufsichtsrats durch Deloitte einer gesonderten Prüfung mit begrenzter sowie für ausgewählte Indikatoren mit hinreichender Sicherheit unterzogen, Prüfvermerk. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach §§ 289f und 315d HGB wurde nicht inhaltlich von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft.

Zukunftsgerichtete Aussagen

Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die nicht Tatsachen der Vergangenheit beschreiben. Sie umfassen auch Annahmen und Erwartungen, die auf gegenwärtigen Planungen, Einschätzungen und Prognosen sowie den der Deutsche Post AG zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieses Berichts zur Verfügung stehenden Informationen basieren, und sind nicht als Garantien der darin enthaltenen zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Diese sind vielmehr von einer Vielzahl von Faktoren abhängig und unterliegen verschiedenen Risiken und Ungewissheiten (insbesondere den im Kapitel „Prognose, Chancen und Risiken“ beschriebenen) und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen werden. Es ist möglich, dass die tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnisse von den in diesem Bericht getroffenen zukunftsgerichteten Aussagen abweichen. Die Deutsche Post AG übernimmt keine über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehende Verpflichtung, die in diesem Bericht getroffenen zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren. Wenn die Deutsche Post AG eine oder mehrere zukunftsgerichtete Aussagen aktualisiert, kann daraus nicht geschlossen werden, dass die betroffenen oder andere zukunftsgerichtete Aussagen fortlaufend aktualisiert werden.

Lageberichtsfremde Angaben

Der Deutsche Corporate Governance Kodex sieht Angaben zum internen Kontroll- und Risikomanagementsystem vor, die über die gesetzlichen Anforderungen an den Lagebericht hinausgehen und somit von der inhaltlichen Prüfung des Lageberichts durch den Abschlussprüfer ausgenommen sind. Diese sind von den inhaltlich zu prüfenden Angaben durch separate Absätze abgegrenzt und entsprechend gekennzeichnet.

  • Weiterführende Verweise Im digital und als PDF verfügbaren Geschäftsbericht verweisen und verlinken wir auf weiterführende Informationen im Internet. Diese sind nicht Bestandteil des Berichts und daher von der inhaltlichen Prüfung durch die Abschlussprüfer ausgenommen.

GRUNDLAGEN

Geschäftsmodell

Ein internationales Serviceportfolio Die Deutsche Post AG als Muttergesellschaft des Konzerns DHL Group ist eine börsennotierte deutsche Kapitalgesellschaft mit Sitz in Bonn. DHL Group bietet unter den Marken DHL und Deutsche Post ein umfangreiches Serviceportfolio aus internationalem Expressversand, Frachttransport, Supply-ChainManagement, E-Commerce sowie Post- und Paketdienstleistungen. Gegliedert ist das Unternehmen in fünf operative Unternehmensbereiche: Express; Global Forwarding, Freight; Supply Chain; eCommerce und Post & Paket Deutschland. Die Unternehmensbereiche werden durch eigene Zentralen gesteuert und sind für die Berichtsstruktur in Funktionen, Geschäftsfelder oder Regionen gegliedert. Aufgaben der Konzernführung werden im Corporate Center wahrgenommen. Interne Dienstleistungen sind konzernweit im Bereich Global Business Services (GBS) gebündelt. Customer Solutions & Innovation (CSI) ist die bereichsübergreifende Account- Management- und Innovationseinheit von DHL.

KONZERNSTRUKTUR ZUM 31. DEZEMBER 2023

1 Anhang, Textziffer 11.

Organisatorische Veränderungen

Mit Ende der Hauptversammlung am 4. Mai 2023 endete nach über 15 Jahren als Vorstandsvorsitzender die Amtszeit von Frank Appel als Mitglied des Konzernvorstands. Vorstandsvorsitzender des Konzerns ist seither Tobias Meyer, der dem Konzernvorstand seit April 2019 angehört.

Der Konzern hat zum 1. Juli 2023 seinen Namen von Deutsche Post DHL Group in DHL Group geändert; das Börsenkürzel lautet seither DHL. Das Serviceangebot der Unternehmensbereiche bleibt davon unbeeinflusst. Die Marken DHL und Deutsche Post werden wie bisher weiterverwendet. Die Änderung des Konzernnamens hat keine Auswirkungen auf die Namen oder Eigenschaften der Rechtsträger des Konzerns, insbesondere der Deutsche Post AG, oder auf die internen und externen Beziehungen zu diesen Einheiten.

Weltweit vertreten

Unsere Standorte sind der Anteilsbesitzliste zu entnehmen. Marktanteile sowie Marktvolumen in den wichtigsten Regionen schildern wir – wo verfügbar und sinnvoll – in der folgenden Darstellung der Unternehmensbereiche.

Unternehmensbereich Express

Zeitgenaue internationale Sendungen Im Unternehmensbereich Express befördern wir eilige Dokumente und Waren zuverlässig und zeitgenau von Tür zu Tür. Unser Kerngeschäft sind zeitgenaue internationale Sendungen. Mit dem Hauptprodukt Time Definite International (TDI) erbringen wir grenzüberschreitende Transport- und Zustelldienste mit vorab definierten, standardisierten Laufzeiten. Unsere Expertise in der Zollabfertigung ermöglicht uns durchgängige Transporte, eine wichtige Voraussetzung für schnellen und zuverlässigen Service von Tür zu Tür. Ergänzt wird das Angebot um industriespezifische Dienstleistungen. Im Rahmen der Transportlösung Medical Express bieten wir beispielsweise speziell Unternehmen im Sektor Life Sciences & Healthcare verschiedene Thermoverpackungen für temperaturkontrollierte, gekühlte oder gefrorene Inhalte an.

Im Jahr 2023 wurden weltweit rund 288 Millionen TDI-Sendungen transportiert. Auf Basis einer Erhebung aus dem Jahr 2021 schätzen wir unseren globalen Marktanteil auf rund 43 %.

Unsere virtuelle Fluggesellschaft

Unser globales Luftfrachtnetzwerk besteht aus mehreren Fluggesellschaften, von denen wir einige zu 100 % besitzen. Durch die Kombination von eigenen und zugekauften Kapazitäten können wir flexibel auf Nachfrageschwankungen reagieren. Die folgende Grafik zeigt, wie der verfügbare Frachtraum der uns zugeordneten Flüge aufgeteilt und am Markt angeboten wird. Der Frachtraum wird größtenteils für unser Hauptprodukt TDI genutzt. Bleibt auf eigenen Flügen freier Frachtraum verfügbar, wird er an Kunden in der Luftfrachtbranche verkauft. Größter Abnehmer dafür ist das DHL-Geschäftsfeld Global Forwarding.

KAPAZITÄTSANGEBOT

Serviceversprechen und -standards einhalten Um im Rahmen des globalen Netzwerkbetriebs die Einhaltung unseres Serviceversprechens zu überprüfen und es weiter zu verbessern, erheben wir die Zufriedenheit und sich ändernde Anforderungen unserer Kundschaft, zum Beispiel mit dem Programm „Insanely Customer Centric Culture“ und im Rahmen des „Net Promoter Approach“. In Zentren zur Qualitätskontrolle verfolgen wir Sendungen weltweit und passen – so erforderlich – die Abläufe dynamisch an. Alle Premiumprodukte werden standardmäßig bis zu ihrer Zustellung verfolgt. Betriebliche Sicherheit, die Einhaltung von Standards sowie die Servicequalität unserer Standorte werden in Zusammenarbeit mit Behörden regelmäßig überprüft. Ungefähr 450 Standorte sind von der Sicherheitsorganisation Transported Asset Protection Association (TAPA) zertifiziert worden.# DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Unternehmensbereich Global Forwarding, Freight

Speditionsleistungen für Luftfracht, Seefracht und Landverkehr

Das Kerngeschäft des Unternehmensbereichs Global Forwarding, Freight sind Speditionsleistungen für Luftfracht, Seefracht und Landverkehr. Das Leistungsangebot umfasst standardisierte Transporte sowie multimodale und branchenspezifische Lösungen, individuelle Industrieprojekte und Zolldienstleistungen. Unser Geschäftsmodell beruht darauf, Transportleistungen zwischen Kunden und Frachtunternehmen zu vermitteln. Die weltweite Präsenz unseres Netzwerks ermöglicht es uns, eine effiziente Routenführung und multimodale Transporte anzubieten. Dabei betreiben wir unser operatives Geschäft mit einem niedrigeren Anlagevermögen im Vergleich zu den anderen Unternehmensbereichen. Global Forwarding, Freight gehört zu den Top drei globalen Speditionsunternehmen in einem weiterhin fragmentierten Markt.

Allgemeine Normalisierung der Frachtmärkte bewirkt Volumenrückgang

Wie erwartet, hat sich die allgemeine Situation an den Frachtmärkten im Jahr 2023 wieder normalisiert. Wir konnten in diesem Umfeld in der Luftfracht einen Wert von rund 1,7 Millionen (Vorjahr: rund 1,9 Millionen) transportierten Export-Frachttonnen erzielen. In der Seefracht ging das Volumen um 6,2 % auf rund 3,1 Millionen (Vorjahr: rund 3,3 Millionen) transportierte 20-Fuß- Container-Einheiten zurück.

LUFT- UND SEEFRACHTMARKT 2023: RELEVANTE VOLUMEN Asien- Pazifik Amerik a Mittlerer Osten / Afrika Europ a Sonstiges Global
Luftfracht (MIO t)¹ 1,9 5,4 1,0 5,9 0,8 22,5
Seefracht (MIO TEU)² 37,1 8,0 4,5 7,1 1,0 57,7

¹ Daten basieren ausschließlich auf Export-Frachttonnen. Quelle: Accenture, Forecast Stand November 2023.
² Twenty-foot Equivalent Unit (20-Fuß-Container-Einheit); geschätzter Anteil des Gesamtmarktes, der von Speditionen kontrolliert wird. Daten basieren ausschließlich auf Exportvolumen. Quelle: Unternehmensschätzungen, Accenture, Forecast Stand November 2023.

Schwieriges wirtschaftliches Umfeld im europäischen Straßengüterverkehr

Nach zwei Wachstumsjahren litt der europäische Straßengüterverkehr im Jahr 2023 unter dem allgemeinen makroökomischen Umfeld, Rahmenbedingungen. Wir verzeichneten im Geschäftsfeld Freight einen Volumenrückgang bei den Sendungen um 9,2 %. Gestiegene Personalkosten, Mautgebühren und weiterhin hohe Dieselpreise bewirkten einen konstanten Kostendruck.

Zufriedene Kundschaft und hohe Sicherheitsstandards

Im Unternehmensbereich Global Forwarding, Freight wollen wir unsere Services so nutzerfreundlich wie möglich gestalten. Dazu erfassen wir das Feedback unserer Kundschaft systematisch, indem wir „Net Promoter Scores“ berechnen und jährliche Zufriedenheitsbefragungen durchführen. Anhand der erhaltenen Informationen definieren wir Initiativen und Maßnahmen für eine kontinuierliche Verbesserung unserer Produkte und Dienstleistungen. Unser globales Netzwerk erfüllt mit einem ISO-zertifizierten Business-Continuity-Management-Programm die höchsten branchenspezifischen Sicherheitsstandards inklusive der TAPA sowie der US-amerikanischen Initiative C-TPAT. Mit einem globalen Transportmanagementsystem haben wir im Geschäftsfeld Global Forwarding die Grundlage für eine weitere Skalierung von Anwendungen und Prozessen geschaffen. Auch im Geschäftsfeld Freight verfügen wir über ein einheitliches Transportmanagementsystem sowie über Tools zur Kundeninteraktion wie das Portal myDHLFreight, das bereits in acht Ländern im Einsatz ist, und unseren digitalen Marktplatz für Straßengüterverkehr Saloodo!

Unternehmensbereich Supply Chain

Maßgeschneiderte Supply-Chain-Lösungen

Unser Kerngeschäft sind maßgeschneiderte Logistikdienstleistungen und Lieferkettenlösungen, um die Komplexität für unsere Kunden zu reduzieren und einen nachhaltigen Mehrwert zu schaffen. Zu unserem breiten Portfolio zählen neben Lagerbetrieb und Transport auch Mehrwertleistungen wie E-Fulfillment, Omnichannel-Lösungen und Retourenmanagement, Lead Logistics Partner (LLP), Immobilienlösungen, Service Logistics und Verpackungslösungen, die auf die Anforderungen unserer Kunden in allen strategischen Industriesektoren zugeschnitten sind. Wir bieten modulare Lösungen an, mit denen unsere Kunden agiler und flexibler auf die sich verändernden Anforderungen und Vorgaben von Lieferketten reagieren können.

Standardisierung und Einsatz innovativer Technologien

Durch modulare Standardisierung und den Einsatz neuer Technologien sind wir bestrebt, die gesamte Lieferkette schneller und agiler zu gestalten. An mehr als 91 % unserer Standorte sind bereits modernste digitale Lösungen im Einsatz, zum Beispiel rund 6.000 kollaborative Roboter und rund 46.000 Smart Wearables. Außerdem nutzen wir Data Analytics, um die operative Effizienz und das Kundenerlebnis zu verbessern. Wir führen physische und digitale Supply-Chain-Lösungen zusammen.

Führende Position in der Kontraktlogistik

Der Volumen des globalen Kontraktlogistikmarktes wird für das Jahr 2022 auf rund 275 MRD € geschätzt. Mit einem Marktanteil von 6,0 % (2022) und Geschäftstätigkeit in mehr als 50 Ländern ist DHL in diesem fragmentierten Markt weltweit führend. Der Marktanteil des zweitgrößten Anbieters ist etwa halb so groß.

KONTRAKTLOGISTIKMARKT 2022 MRD €
Asien-Pazifi k 95
Amerika 88
Mittlerer Osten / Afrika 9
Europa 83
Global 275

¹ Eigene Unternehmensschätzung; gerundet.

Kundenerwartungen erfüllen oder übertreffen

Durch unser „Operations Management System First Choice“ mit weltweit einheitlichen Betriebsstandards wollen wir sicherstellen, dass wir die Qualitätserwartungen unserer Kunden konsequent erfüllen oder übertreffen und uns kontinuierlich verbessern. Dank unseres konsequenten Nachhaltens von Kundenrückmeldungen steigen unsere Zufriedenheitswerte (Net Promoter Approach) auf einem bereits hohen Niveau weiter.

Unternehmensbereich eCommerce

Nationaler und internationaler Pakettransport

Unser Kerngeschäft ist der nationale Pakettransport in ausgewählten Ländern Europas, in den Vereinigten Staaten und in bestimmten asiatischen Ländern, insbesondere in Indien, sowie grenzüberschreitende weniger zeitkritische Services, vor allem nach und aus Europa, innerhalb Europas sowie in die und aus den Vereinigten Staaten. Da es eine große Bandbreite der Geschäftstätigkeit gibt, sind einzelne Marktanteile nicht zu benennen. Die nationale weniger zeitkritische Paketzustellung erfolgt in eigenen und Partner-Netzwerken und bedient B2C- sowie B2B- Kunden aus allen Sektoren. Unser grenzüberschreitender weniger zeitkritischer Service hält weltweite Versandlösungen bereit, mit denen unsere Kunden vom starken Wachstum im grenzüberschreitenden Handel profitieren können. Gleichzeitig erfüllen wir ihre Erwartungen in Sachen Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit, Preis und Nachhaltigkeit. Seit dem vorpandemischen Jahr 2019 haben wir unser globales grenzüberschreitendes Volumen jährlich um durchschnittlich 9 % gesteigert. Die „DHL Parcel Connect“- Plattform ist unsere speziell für den europäischen E-Commerce entwickelte Liefer- und Retourenlösung für B2B- und B2C-Kunden. Sie vereinfacht den europaweiten grenzüberschreitenden Versand durch ein einheitliches Etikett, gemeinsame IT-Systeme, Kernfunktionen und lokale Services. Das B2C-Volumen hatte sich in den Pandemiejahren spürbar erhöht. Im Berichtsjahr hielt das erwartete Normalisierungsmuster des Vorjahres an. Wir sehen in fast allen Märkten Volumen, die deutlich über dem Niveau vor der Pandemie im Jahr 2019 liegen. Die geografische Präsenz von DHL eCommerce wurde im Berichtsjahr durch die Akquisition des türkischen Unternehmens MNG Kargo erweitert.

Zufriedene Kundschaft und hohe Zustellqualität

Wir konzentrieren uns darauf, branchenführende Leistungen sowie exzellente Qualität und Services zu liefern. Mit diesem Fokus ist es uns gelungen, insgesamt eine weltweite Zustellqualität von 96 % (Vorjahr: 95,5 %) zu erreichen. Zudem sind wir durch die Erweiterung auf mehr als 110.000 Service Points in Europa mit 24.000 Parcellockern näher am Kunden und ermöglichen eine nachhaltigere Zustellung auf der letzten Meile.

Unternehmensbereich Post & Paket Deutschland

Die Post für Deutschland

Das Kerngeschäft des Unternehmensbereichs Post & Paket Deutschland ist das Transportieren, Sortieren und Zustellen von Dokumenten und warentragenden Sendungen. Wir verfügen in Deutschland über ein flächendeckendes Brief- und Paketnetz, das kontinuierlich unter Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsaspekten ausgebaut wird. Im Bereich Brief Kommunikation erstreckt sich unser Angebot für Privat- und Geschäftskunden von physischen über hybride Briefe bis zu Zusatzleistungen wie Einschreiben, Nachnahme oder Wertbriefe. Im Berichtsjahr belief sich der deutsche Markt für Brief Kommunikation Geschäftskunden auf rund 4,0 MRD € (Vorjahr: rund 4,3 MRD €). Die rückläufige Marktentwicklung ist im Wesentlichen auf die fortschreitende Substitution traditioneller Briefpost durch elektronische Kommunikation zurückzuführen.# Der deutsche Markt für Brief Kommunikation Geschäftskunden 2023

Der wettbewerbsrelevante Markt besteht dabei sowohl aus alternativen Zustelldienstleistern als auch aus Konsolidierungsdienstleistern, die ihre Briefmengen bei der Deutsche Post AG einliefern. Unser Marktanteil ist mit 63,2 % gegenüber dem Vorjahr (62,1 %) vor allem aufgrund von Marktaustritten von Wettbewerbern gestiegen.

Marktvolumen: rund 4,0 MRD €

Deutsche Post Wettbewerb
63,2 % 36,8 %

Quelle: Eigene Unternehmensschätzung.

Kanalübergreifender Dialog

Post & Paket Deutschland bietet Werbetreibenden im Bereich Dialog Marketing auf Wunsch Komplettlösungen an. Sie reichen von Adressleistungen über Tools für Konzeption und Kreation bis hin zu Druck, Versand und Evaluation. Dabei erfolgt der Dialog kanalübergreifend, individuell und automatisiert, um digitale und physische Sendungen streuverlustfrei, inhaltlich verknüpft und zeitlich koordiniert zuzustellen.

Der deutsche Werbemarkt ist im Jahr 2023 mit einem Plus von 1,3 % auf ein Volumen von 29,0 MRD € geringer als im Vorjahr gewachsen. Er wurde von stark gestiegenen Papierpreisen und der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung belastet. Unser Anteil am stark fragmentierten digitalen und physischen deutschen Werbemarkt betrug 5,7 % (Vorjahr: 6,0 %).

Deutscher Werbemarkt 2023

Marktvolumen: 29,0 MRD € Wettbewerb Deutsche Post
94,3 % 5,7 %

1 Umfasst alle Werbemedien mit externen Distributionskosten; die Schaltungskosten werden ins Verhältnis zueinander gesetzt.

Quelle: Eigene Unternehmensschätzung.

DHL Paket für Unternehmen und Privatpersonen

In Deutschland unterhalten wir das dichteste Netz von Paketannahme- und -abgabestellen; es wurde im Berichtsjahr weiter ausgebaut und digitalisiert. Unternehmen unterstützen wir dabei, im Online-Handel weiter zu wachsen. Auf Wunsch decken wir gemeinsam mit dem Unternehmensbereich Supply Chain die gesamte Warenlogistik bis zum Retourenmanagement ab. Verschiedene Services ermöglichen Privatpersonen eine individuelle Zustellung: Pakete können kurzfristig zu einer alternativen Adresse, einer Filiale, einem Paketshop oder einer Packstation umgeleitet werden. Durch diese individuelle Auswahl sowie digitale Zustellbenachrichtigungen wird der Paketempfang bequemer und transparenter.

Der deutsche Paketmarkt unterliegt weiter wettbewerbsgetriebenen strukturellen Veränderungen. So bieten nicht nur etablierte, sondern auch neue Unternehmen ihre Leistungen an. Im Online-Handel erfolgt die Zustellung eines Teils der Sendungen über deren eigene Distributionsnetze. Der Trend zu wachsenden Online-Bestellungen bleibt ungebrochen, wenn auch weniger dynamisch als in den Vorjahren. Auch vor diesem Hintergrund erweitern wir unser Netz kontinuierlich. Mit dem weiteren Ausbau der Pack- und Poststationen in den nächsten Jahren wollen wir deutschlandweit einen noch bequemeren Paketempfang und -versand anbieten sowie ein umweltfreundliches und verkehrsentlastendes System der Paketversorgung schaffen.

Zuverlässige Zustellung in herausforderndem Umfeld

Nach Erhebungen des Qualitätsforschungsinstituts Quotas wurden im Berichtsjahr rund 86 % der Briefe innerhalb Deutschlands, die uns während der täglichen Annahmezeiten oder bis zur letzten Briefkastenleerung erreicht haben, bereits am nächsten Tag zugestellt. Nach zwei Tagen erreichten rund 96 % ihr Ziel. Damit liegen wir über den gesetzlichen Vorgaben von 80 % (E+1) und 95 % (E+2).

Diese Werte sind mit Blick auf das herausfordernde Umfeld, in dem sie erbracht wurden, als sehr hoch einzustufen. So war der Beginn des Jahres 2023 beispielsweise geprägt durch Tarifverhandlungen und damit einhergehenden Streiks. Zudem blieb die Lage am deutschen Arbeitsmarkt trotz des neuen Tarifabschlusses für Beschäftigte der Deutsche Post AG insgesamt angespannt.

Die durchschnittliche Wochenöffnungszeit unserer rund 25.000 personenbetriebenen Verkaufsstellen betrug wie im Vorjahr 55 Stunden. Jährlich werden vom „Kundenmonitor Deutschland“ Privatkunden befragt, die das Angebot der überwiegend von Kaufleuten, zumeist aus dem Einzelhandel, betriebenen Filialen der Deutschen Post genutzt haben. Diese Studie bescheinigte den Filialen der Deutschen Post im Einzelhandel große Zustimmung: 94,6 % der befragten Personen waren mit Qualität und Service zufrieden (Vorjahr: 94,2 %). Das stationäre Annahme- und Verkaufsnetz ist durch die Expansion der Pack- und Poststationen auf rund 38.000 Standorte (Vorjahr: rund 36.300) gewachsen. Deutsche Post und DHL sind damit für die Verbraucher in Deutschland so einfach und nah erreichbar, wie nie zuvor in den letzten Jahrzehnten.

Strategie

Sicher durch ein volatiles und sich schnell veränderndes Umfeld steuern

Die Konzernstrategie von DHL Group baut auf den Komponenten der Strategien 2015 und 2020 auf, mit denen wir uns als weltweit führendes Logistikunternehmen etabliert haben. Gestützt auf dieses Fundament hilft uns die Strategie 2025, die wir Ende 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt haben, seither unsere Führungsposition zu festigen und auszuweiten. Zur Definition unserer strategischen Ziele haben wir in einem umfassenden Prozess mit für uns relevanten Stakeholdern zusammengearbeitet – darunter Beschäftigte, Kunden, Lieferanten und Investoren. Die wichtigsten Elemente der Strategie von DHL Group und ihr Zusammenspiel werden in der Grafik „Strategiehaus“ visualisiert.

Die Strategie 2025 hat uns bisher sicher durch das volatile und sich schnell verändernde Umfeld geleitet. Im Rahmen einer jährlichen Bewertung haben wir unsere Strategie genau überprüft und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass sie in ihren Grundlagen intakt ist und DHL Group widerstandsfähiger gemacht hat. Der Fokus auf unser Kerngeschäft hat uns geholfen, gerade im volatilen Umfeld der letzten Jahre schnell notwendige Anpassungen zu treffen, um in einem herausfordernden Umfeld nicht nur unser Kundenversprechen zu halten, sondern auch die finanzielle Stabilität des Unternehmens sicherzustellen und den Investoren mit der Einhaltung unserer Finanzstrategie gerecht zu werden. Diese Resilienz ist das Ergebnis einer disziplinierten und beständigen Umsetzung der Konzernstrategie, wobei jedes Element eine wichtige Rolle spielt.

Strategischer Dreiklang aus Unternehmenszweck, Vision und Werten

Unser Unternehmenszweck „Menschen verbinden, Leben verbessern“ ist heute wichtiger denn je. Im Einklang mit der Vision, DAS Logistikunternehmen für die Welt zu sein, strebt DHL Group an, dauerhaft führend in ihrer Branche zu bleiben, und das in einer zunehmend digitalisierten und auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Welt. Unsere Grundwerte „Respekt & Resultate“ sind und bleiben dabei ein fester Bestandteil unserer Strategie.

Der Dreiklang aus Unternehmenszweck, Vision und Werten unterstreicht die drei Grundpfeiler der Strategie 2025: exzellente Umsetzung entlang der drei Zieldimensionen, Arbeitgeber, Anbieter und Investment erster Wahl zu werden, Stärkung des profitablen Kerngeschäfts sowie digitale Transformation. Mit dem Unternehmenszweck und unseren eigenen Werten haben wir zudem Nachhaltigkeit in der Geschäftsstrategie verankert. Respekt und Resultate bedeuten, dass wir füreinander da sind und gemeinsam einen positiven gesellschaftlichen Beitrag leisten. Der Unternehmenszweck „Menschen verbinden, Leben verbessern“ leitet unser Bestreben und unser Verantwortungsgefühl.

Strategiehaus

Exzellente Umsetzung in allen drei Zieldimensionen

Unsere Mission „Excellence. Simply delivered.“ definiert sich anhand der drei Zieldimensionen, Arbeitgeber, Anbieter und Investment erster Wahl zu werden. Dabei betrachten wir engagierte und qualifizierte Beschäftigte als Schlüssel zu exzellenter Servicequalität und profitablem Wachstum. Die gemeinsame DNA von DHL Group besteht aus den Verhaltensweisen, Werkzeugen und Programmen, die wir in allen Bereichen des Konzerns anwenden. Konzernweite Programme wie Certified, First Choice und Safety First beeinflussen unsere tägliche Arbeit und spielen so beim Aufbau der gemeinsamen DNA eine wichtige Rolle. Unabhängig von Unternehmensbereich, geografischer Region und Funktion drückt sie aus, wer wir sind und wie wir Dinge angehen.

Nachhaltigkeit ist als integraler Bestandteil unserer Strategie in den drei Zieldimensionen verankert. Neue Richtlinien und Vorschriften in allen Branchen, ein zunehmend verändertes Kaufverhalten und ein steigendes Interesse an Nachhaltigkeitsthemen bestärken unseren Anspruch, ein Vorbild für Nachhaltigkeit in unserer Branche zu sein und uns ehrgeizige Ziele zu setzen. Deshalb haben wir Nachhaltigkeit zu einem Eckpfeiler der Strategie 2025 und zu einem zentralen Aspekt unserer Mission gemacht.

Mit unserer ESG Roadmap bauen wir auf dem auf, was wir bereits erreicht haben, und stellen die Weichen für einen nachhaltigen Erfolg in der Zukunft. Die Roadmap leitet uns in den drei zentralen Bereichen Umwelt (Environment), Soziale Verantwortung (Social) und Unternehmensführung (Governance). Für jeden dieser Bereiche wurden klare Ziele gesetzt: Wir streben eine umweltfreundliche Logistik an, wollen bester Arbeitgeber für alle werden und setzen als Unternehmen und Partner auf eine verantwortungsvolle Unternehmensführung. Wir legen transparente, zeitgebundene Ziele und Leistungsindikatoren fest, mit denen wir Nachhaltigkeit zu einem festen Bestandteil der jährlichen Planung und unseres Strategiezyklus machen; die definierten Ziele werden fest in unsere Entscheidungsabläufe integriert.# Nichtfinanzielle Erklärung

Ein wesentliches Ziel ist die beschleunigte Dekarbonisierung unseres Unternehmens.

Unternehmensbereiche fokussieren sich auf profitables Kerngeschäft

Die Unternehmensbereiche konzentrieren sich weiter auf ihr profitables Kerngeschäft. So stellen wir sicher, dass unsere Dienstleistungen und Angebote selbst in außergewöhnlichen Situationen verlässlich erbracht werden.

Digitalisierung als wichtiger Hebel

Als wichtiger Hebel für nachhaltiges Geschäftswachstum nimmt die Digitalisierung eine zentrale Rolle in unserer Strategie ein. Daher investieren wir in Initiativen, welche die Erfahrungen, die Kunden und Beschäftigte mit dem Unternehmen machen, verbessern und die operative Effizienz steigern. In den Unternehmensbereichen gibt es verschiedene Initiativen und Programme, mit denen die IT-Infrastruktur modernisiert, künftige Agilität sichergestellt sowie die IT-Effizienz erhöht werden soll. Vor allem in den Bereichen Automatisierung und Robotik, Data Science, API und Internet der Dinge bauen wir kontinuierlich zentrales Know- how auf und skalieren digitale Lösungen für die Unternehmensbereiche.

Forschung und Entwicklung

Da der Konzern als Dienstleistungsunternehmen keine Forschung und Entwicklung im engeren Sinne betreibt, ist über nennenswerte Aufwendungen nicht zu berichten.

Steuerung

Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

DHL Group nutzt finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren zur Unternehmenssteuerung. Ihre monatliche, vierteljährliche und jährliche Veränderung wird mit Vorjahres- und Plandaten verglichen und entsprechend gesteuert. Die jährliche Entwicklung der hier dargestellten finanziellen und nichtfinanziellen Steuerungsgrößen ist auch für die Bemessung der Managementvergütung relevant.

Die finanziellen Leistungsindikatoren des Konzerns sollen das Gleichgewicht zwischen Profitabilität, effizientem Einsatz von Ressourcen und ausreichender Liquidität wahren. Wie diese Kennzahlen berechnet werden, zeigen wir in den Berechnungen. Wie sich die finanziellen Kennzahlen im Berichtsjahr entwickelt haben, wird im Wirtschaftsbericht erläutert.

Bisher wurde der Fortschritt unserer ESG Roadmap mit sechs steuerungsrelevanten Leistungsindikatoren (Steuerungsgrößen) gemessen: Logistikbezogene Treibhausgas (THG)-Emissionen, Realisierte Dekarbonisierungseffekte, Mitarbeiterengagement, Frauenanteil im mittleren und oberen Management, Unfallrate (LTIFR) pro 200.000 Arbeitsstunden und Anteil der gültigen Schulungszertifikate im mittleren und oberen Management für Compliance-relevante Schulungen. Im Berichtsjahr wurde, wie geplant, im Bereich der Unternehmensführung eine siebte Steuerungsgröße, das Cybersicherheits-Rating, eingeführt.

Die Steuerungsgrößen Realisierte Dekarbonisierungseffekte, Mitarbeiterengagement und Cybersicherheits-Rating fließen zudem mit einer Gewichtung von jeweils 10 % in das Zielportfolio der Jahreserfolgsvergütung des Vorstands ein. Seit dem Berichtsjahr werden diese Steuerungsgrößen auch in der Bonusberechnung der Führungskräfte im oberen Management berücksichtigt. Ziele und Ergebnisse dieser Kennzahlen enthält der Wirtschaftsbericht, die Entwicklung schildern wir in der nichtfinanziellen Erklärung, den Ausblick auf das Geschäftsjahr 2024 erläutern wir im Kapitel Prognose, Chancen und Risiken.

Das Unternehmen Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Weitere Informationen 16 DHL Group – Geschäftsbericht 2023

EBIT und EBIT after Asset Charge

Die Profitabilität der Geschäftsbereiche des Konzerns wird mit dem Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) gemessen. Eine weitere wesentliche Steuerungsgröße im Konzern ist das EBIT after Asset Charge (EAC, Gewinn nach Kapitalkosten). Sie ergänzt das EBIT um eine Kapitalkostenkomponente, die als Asset Charge abgezogen wird. Indem die Kapitalkosten in unternehmerische Entscheidungen einbezogen werden, wird der effiziente Einsatz der Ressourcen gefördert und das operative Geschäft auf nachhaltige Wertsteigerung und Mittelzufluss ausgerichtet.

Die Grundlage zur Berechnung der Kapitalkosten bildet der Konzernkapitalkostensatz (Weighted Average Cost of Capital, WACC), der aus dem gewichteten Durchschnitt der Nettokosten für verzinsliches Fremdkapital und Eigenkapital berechnet wird. Dabei werden gemäß „Capital Asset Pricing Model“ unternehmensspezifische Risikofaktoren berücksichtigt. Es wird ein für alle Unternehmensbereiche einheitlicher Kapitalkostensatz von 8,5 % verwendet, der zugleich auch eine Mindestzielgröße für Projekte und Investitionen im Konzern darstellt. Er wird grundsätzlich anhand der aktuellen Finanzmarktverhältnisse einmal jährlich überprüft. Um die Asset Charge mit denen der Vorjahre besser vergleichbar zu machen, wurde der hier verwendete WACC im Jahr 2023 verglichen mit den Vorjahren konstant gehalten. Die Berechnung der Asset Charge erfolgt monatlich, sodass auch unterjährige Schwankungen im betrieblichen Nettovermögen berücksichtigt werden. In den Berechnungen wird die Zusammensetzung der Nettovermögensbasis gezeigt.

Free Cashflow ermöglicht Steuerung der Liquidität

Neben EBIT und EAC ist der Cashflow für das Konzernmanagement ein weiterer wesentlicher finanzieller Indikator. Damit wird auf eine ausreichende Liquidität abgezielt, um neben operativen Zahlungsverpflichtungen und Investitionen auch alle finanziellen Verpflichtungen des Konzerns aus Schuldentilgung und Dividende decken zu können. Der Cashflow wird mithilfe der Kapitalflussrechnung ermittelt. Der operative Cashflow (OCF) berücksichtigt alle Größen, die mit der unmittelbaren operativen Wertschöpfung verbunden sind. Eine weitere wesentliche Einflussgröße des OCF ist das kurzfristige Nettovermögen (Net Working Capital). Effektives Management des kurzfristigen Nettovermögens ist für den Konzern ein wichtiger Hebel, um den Cashflow kurz- und mittelfristig zu verbessern. Der Free Cashflow (FCF) als steuerungsrelevanter Leistungsindikator basiert auf dem OCF und gibt an, wie viele Zahlungsmittel dem Unternehmen für Ausschüttungen oder Rückführung der Verschuldung aus dem Berichtszeitraum zur Verfügung stehen.

Das Unternehmen Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Weitere Informationen 17 DHL Group – Geschäftsbericht 2023

BERECHNUNGEN

1 Schließt kurzfristige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit Bezug auf das EBIT ein. Nicht enthalten sind zum Beispiel Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit Bezug auf Steuern, Finanzierung und liquide Mittel.
2 Schließt sonstige langfristige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit Bezug auf das EBIT ein. Nicht enthalten sind zum Beispiel Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit Bezug auf Steuern oder Bonds.

Treibhausgasemissionen steuern und reduzieren

Wir wollen die durch unsere Geschäftstätigkeit verursachten Treibhausgas (THG)-Emissionen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern, um die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf das globale Klima zu mindern. Als mittel- und langfristige Zielgröße nutzen wir die logistikbezogenen THG-Emissionen. Mit einer zweiten Steuerungsgröße, den Realisierten Dekarbonisierungseffekten, berechnen wir die Emissionen, die wir durch den Einsatz von Energien aus erneuerbaren Quellen und nachhaltigen Technologien im Vergleich zu konventionellen Energien und Technologien vermeiden konnten.

Die Berechnungsmethodik der THG-Emissionen basiert auf anerkannten internationalen Standards wie dem Greenhouse Gas Protocol, der EN 16258 (ab Geschäftsjahr 2024 ersetzt durch die ISO 14083) und dem Rahmenwerk des Global Logistics Emissions Council. Für unsere Berechnung marktbasierter Effekte (Zertifikate über die Substitution fossiler Kraftstoffe an dritter Stelle) nutzen wir die Vorgaben des „Voluntary Market Based Measures Framework for Logistics Emissions Accounting and Reporting“ des Smart Freight Centre. Emissionsreduktionen durch Offsetting werden in unserer THG-Emissionsberechnung nicht berücksichtigt.

Das Unternehmen Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Weitere Informationen 18 DHL Group – Geschäftsbericht 2023

In unserer Steuerung betrachten wir die logistikbezogenen THG-Emissionen einschließlich der Vorkette aus der Kraftstoffproduktion (Well-to-Wheel) und beziehen die durch unsere Transportpartner verursachten bzw. vermiedenen THG- Emissionen (Scope 3) ein. In der Berechnung der Scope-3-Emissionen erfassen wir die THG-Emissionen der Kategorien 3 „Kraftstoff- und energiebezogene Aktivitäten“, 4 „Eingekaufte Transportleistungen“ und 6 „Geschäftsreisen“, die auch in unseren Zielen berücksichtigt werden. Ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Klimaschutzmaßnahmen liegt auf dem Einsatz von nachhaltigen Kraftstoffen. Die hierdurch erzielten Einspareffekte bieten uns die Chance, Klimaschutz in der eigenen Lieferkette gezielt umzusetzen. Die Substitution fossiler Brennstoffe erfolgt dabei entweder durch die direkte Nutzung oder über den Nachweis eingebrachter zertifiziert nachhaltiger Kraftstoffe (Book & Claim) und ermöglicht einen positiven Einfluss auf unsere Zielerreichung.

Mitarbeiterengagement als Erfolgsfaktor

Motivierte und engagierte Beschäftigte tragen zum Unternehmenserfolg bei. Im Rahmen der jährlichen konzernweiten Befragung können alle Beschäftigten die Strategie und die Werte des Unternehmens sowie ihre Arbeitsbedingungen anonym bewerten. Die Steuerungsgröße Mitarbeiterengagement stellt das aggregierte und gewichtete Ergebnis von fünf Aussagen in der jährlichen konzernweiten Befragung der Beschäftigten dar.

Diversität durch Fokus auf Frauenanteil fördern

Mit der Steuerungsgröße Frauenanteil im mittleren und oberen Management messen wir den Erfolg unserer Diversity-Maßnahmen. Führungskräfte in Teilzeitbeschäftigung werden darin pro Kopf erfasst.

Arbeitssicherheit als Schwerpunkt

Die Auswirkung von Arbeitsunfällen messen wir mit der Unfallrate (Lost Time Injury Frequency Rate, LTIFR).# DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Zusammengefasster Lagebericht

WIRTSCHAFTSBERICHT

Gesamtaussage des Vorstands

Im ersten Jahr ohne unmittelbare Pandemieeffekte hat der Konzern trotz des Ausbleibens einer durchgreifenden konjunkturellen Erholung seine Ertragslage auf einem Niveau halten können, das deutlich über dem der vorpandemischen Jahre liegt. Die ausbleibende Erholung der Weltwirtschaft und die Normalisierung des Frachtverkehrs nach der pandemiebedingten Volatilität der Jahre 2021 und 2022 haben das Geschäftsjahr 2023 geprägt. Erwartungsgemäß hat das operative Ergebnis (EBIT) von 6,3 MRD € nicht den Vorjahreswert erreicht. Geringere Frachtvolumen und deutlich geringere Frachtraten sowie negative Währungseffekte haben das Geschäft der DHL-Unternehmensbereiche belastet. Im Ergebnis des Unternehmensbereichs Post & Paket Deutschland spiegeln sich Kostensteigerungen und regulatorische Rahmenbedingungen für das deutsche Briefgeschäft wider. Dennoch hat der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr einen Free Cashflow von 2,9 MRD € inklusive Akquisitionen und Desinvestitionen erreicht. Damit unterstreicht DHL Group selbst in einem schwachen wirtschaftlichen Umfeld ihre strukturell verbesserte Leistungsfähigkeit und Finanzkraft. Die Unternehmensbereiche haben sich im Berichtsjahr weiter auf ihr profitables Kerngeschäft konzentriert und sichergestellt, dass die Dienstleistungen und Angebote verlässlich erbracht werden konnten. DHL Group hat einerseits die Kosten genau im Blick behalten, andererseits aber weiterhin in Wachstumsbereiche des globalen Geschäfts und in die Qualität der Dienstleistungen investiert. Als wichtiger Hebel für nachhaltiges Geschäftswachstum nimmt die Digitalisierung eine zentrale Rolle in der Strategie von DHL Group ein. Daher investiert DHL Group in Initiativen, die die Erfahrungen, die Kunden und Beschäftigte mit dem Unternehmen machen, verbessern und die operative Effizienz steigern. Insgesamt glauben wir, dass E-Commerce und die Globalisierung mit Omnishoring sowie zunehmend auch Nachhaltigkeit Megatrends sind, die in Zukunft für Wachstum sorgen werden. DHL Group hat viel Erfahrung im Umgang mit unterschiedlichen Konjunkturzyklen und Krisen in aller Welt. Dank der weltweiten Präsenz und des breitgefächerten Portfolios von Transport- und Logistikdienstleistungen gab es auch im Berichtsjahr Bereiche mit Geschäftswachstum. DHL Group ist gut aufgestellt, um nicht nur die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen, sondern auch von einem Aufschwung der Weltwirtschaft zu profitieren, sobald dieser einsetzt.

PROGNOSE-IST-VERGLEICH

Ziele 2023 Ergebnisse 2023 Prognose 2024
EBIT Konzern: Konzern: 6,3 MRD € Konzern: zwischen 6,0 MRD € und 6,6 MRD €
zwischen 6,0 MRD € und 7,0 MRD €
DHL-Unternehmensbereiche: DHL-Unternehmensbereiche: 5,9 MRD € DHL-Unternehmensbereiche: über 5,7 MRD €
zwischen 5,5 MRD € und 6,5 MRD €
Post & Paket Deutschland: Post & Paket Deutschland: 0,9 MRD € Post & Paket Deutschland: über 0,8 MRD €
rund 1,0 MRD €
Group Functions: Group Functions: –0,43 MRD € Group Functions: rund – 0,45 MRD €
rund –0,45 MRD €
EAC Geht bei prognostizierter Erhöhung der Asset Charge zurück
Free Cashflow 2,9 MRD € 3 Rund 3,0 MRD € 2
Rund 3,0 MRD € 2
3,3 MRD € 2
Investitionen (Capex) 4 3,0 MRD € bis 3,6 MRD € 3,4 MRD € 3
3,4 MRD € bis 3,9 MRD €
Ausschüttung als Dividende 59,0 % des Nettogewinns 40 % bis 60 % des Nettogewinns
40 % bis 60 % des Nettogewinns
Logistikbezogene 5 THG-Emissionen 33,27 MIO t CO 2 e 34,9 MIO t CO 2 e
39 MIO t CO 2 e
Realisierte Dekarbonisierungseffekte 5 1,3 MIO t CO 2 e 1,5 MIO t CO 2 e
1,3 MIO t CO 2 e
Mitarbeiterengagement 6 83 % > 80 %
> 80 %
Frauenanteil im Management 7 27,2 % 28,8 %
27,7 %
Unfallrate (LTIFR) pro 200.000 Arbeitsstunden 8 3,1 Maximal 3,3
3,5
Anteil gültiger Schulungszertifikate Compliance-Schulungen 7 98,6 % 98 %
98 %
Cybersicherheits-Rating 9 750 Punkte Mindestens 690 Punkte
690 Punkte

1 Wie am 9. März 2023 veröffentlicht; die Prognose wurde unterjährig angepasst.
2 Ohne Akquisitionen und Desinvestitionen.
3 Inklusive Akquisitionen und Desinvestitionen.
4 Investitionen für erworbene Vermögenswerte.
5 Darin werden Scope-3-Emissionen der Kategorien 3 „Kraftstoff- und energiebezogene Aktivitäten“, 4 „Eingekaufte Transportleistungen“ und 6 „Geschäftsreisen“ des GHG Protocol berücksichtigt.
6 Stellt das aggregierte und gewichtete Ergebnis von fünf Aussagen in der jährlichen konzernweiten Befragung der Beschäftigten dar.
7 Im mittleren und oberen Management.
8 Arbeitsunfälle mit mindestens einem Arbeitstag Ausfall nach dem Unfalltag.
9 Methodischen Anpassungen der Rating-Agentur folgend, haben wir den Zielwert im dritten Quartal 2023 von 710 auf 690 Punkte angepasst.

Rahmenbedingungen

Inflation, Zinsanstieg und geopolitische Verunsicherung verzögern durchgreifende weltwirtschaftliche Erholung

Die Weltwirtschaft litt im Jahr 2023 unter den direkten und indirekten Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine und des Nahostkonflikts. Diese trugen ebenso wie die fiskal- und geldpolitische Lockerung während der Corona-Pandemie zu den hohen Inflationsraten bei. Die geldpolitische Straffung bis zum dritten Quartal hat eine noch anhaltende schwächende Auswirkung auf Wirtschaft und Welthandel und ist ein wesentlicher Faktor für die Zurückhaltung bei Investitionen und Konsum. Obwohl die Energiemärkte sich verglichen mit dem Vorjahr in gewissem Umfang beruhigten, blieben Gas- und Strompreise vor allem in Deutschland und Europa deutlich über dem Niveau vor dem Ukrainekrieg und erschwerten damit eine durchgreifende nachpandemische Erholung der Weltwirtschaft. Auch wenn die Leitzinsen führender Zentralbanken wohl ihren Höhepunkt im Herbst 2023 erreicht haben könnten, ist mit geldpolitischer Lockerung voraussichtlich erst gegen Mitte des Jahres 2024 zu rechnen. Die im folgenden Absatz genannten Zahlen zur Beschreibung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beruhen auf S & P Global Market Intelligence. Das globale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) schwächte sich von 3,1 % im Jahr 2022 auf 2,7 % im Jahr 2023 weiter ab. Dabei ging das BIP-Wachstum in den Industrieländern von 2,6 % auf 1,6 % zurück, maßgeblich verursacht durch den vom Krieg in der Ukraine besonders betroffenen Euroraum, dessen Wachstum von 3,5 % auf 0,5 % regelrecht einbrach. Deutschland drehte nach einem Plus von 1,9 % im Vorjahr im Berichtsjahr sogar leicht ins Negative (–0,2 %). In den USA hingegen verstärkte sich die Wirtschaftsaktivität durch eine sehr expansive Fiskalpolitik von 1,9 % auf 2,4 %. Gleichzeitig kam es in den Emerging Markets zu einer Erholung von 3,7 % auf 4,2 %, wozu ein starker Anstieg in China von 3,0 % im Jahr 2022 auf 5,4 % im Jahr 2023 wesentlich beitrug.

Wachstum in globaler Industrieproduktion und im Welthandel deutlich gedrosselt

Im Jahr 2023 blieb das Wachstum in der globalen Industrieproduktion und im Welthandel deutlich gedrosselt. Nach den Zuwächsen um 7,0 % und 2,8 % in den Jahren 2021 und 2022 nahm die Industrieproduktion 2023 nur noch um 0,7 % zu. Die Welthandelszahlen reflektierten diese Verlangsamung mit einem Anstieg der Exporte um lediglich 1,1 %, verglichen mit 10,9 % im Jahr 2021 und 5,6 % im Jahr 2022. Diese Abkühlung bedeutete für die Logistikbranche eine gemäßigte Nachfrage und rückläufige Volumen. Im B2B-Segment zeigten sich weiterhin Herausforderungen durch teils überhöhte Lagerbestände und schwindende Nachfrage, was eine anhaltende Angleichung der Frachtraten und Transportkapazitäten nach sich zog. Auch gegen Jahresende 2023 zeigte sich keine wesentliche Erholung der Nachfrage, was die fortwährende globale Wirtschaftsflaute unterstreicht. Für DHL Group manifestierte sich diese Entwicklung in einem Rückgang von Umsatz- und Ergebniszahlen.

Sie wird anhand der Anzahl der arbeitsbedingten Unfälle pro 200.000 Arbeitsstunden ermittelt, die für die betroffenen Personen mindestens zu einem Arbeitstag Ausfall nach dem Unfalltag führen. Seit dem Berichtsjahr werden auch unfallbedingte Verletzungen von externen weisungsgebundenen Arbeitnehmern darin erfasst.

Cybersicherheit unabhängig extern bewerten
Unsere Cybersicherheit wird durch die externe Rating-Agentur BitSight unabhängig bewertet. Dieses Cybersicherheits-Rating beruht auf der technischen Analyse etwaiger Schwachstellen und weist das bewertete Unternehmen auf mögliche Sicherheitsrisiken hin; die Bewertung der Sicherheitslage erfolgt täglich durch einen automatisierten Service. Im Gegensatz zu einer Selbsteinschätzung bietet ein Cybersicherheits-Rating höhere Transparenz und ermöglicht durch die Standardisierung eine Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmen. Wir vergleichen unsere Performance mit DAX-40-Unternehmen sowie Großkunden und Logistikunternehmen, die nicht dem DAX angehören. Die Kennzahl Cybersicherheits-Rating ist seit dem Berichtsjahr steuerungsrelevant und fließt auch in die Jahreserfolgsvergütung des Vorstands ein.

Compliance-relevante Schulungen durchführen
Unser Anspruch ist es, ein verlässlicher und vertrauenswürdiger Partner in allen Geschäftsbeziehungen zu sein. Unsere Führungskräfte nehmen gegenüber den Beschäftigten und Geschäftspartnern eine wichtige Vorbildfunktion im Geschäftsalltag ein. Entsprechende Schulungen für die Führungskräfte sind daher von großer Bedeutung. Den Erfolg messen wir anhand des Anteils der gültigen Schulungszertifikate im mittleren und oberen Management. In der Jahreserfolgsvergütung des Vorstands wurde diese Steuerungsgröße seit dem Berichtsjahr durch das Cybersicherheits-Rating ersetzt.# E-Commerce mit struktureller Wachstumsdynamik
Der E-Commerce-Sektor bestätigte trotz der gesamtwirtschaftlichen Eintrübung, anhaltend hoher Inflation und des verlangsamten Welthandelswachstums seine strukturelle Wachstumsdynamik. Nach einer vorübergehenden Normalisierung im Jahr 2022 erlebten E-Commerce-basierte Geschäfte 2023 ein erneutes Wachstum, was die langfristige Veränderung im Verbraucherverhalten bestätigt. DHL Group nutzt diese Dynamik zur Expansion und Verbesserung ihrer E-Commerce-Logistikdienstleistungen.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Der Konzern erbringt einen Teil seiner Dienstleistungen in regulierten Märkten. Viele Postdienstleistungen der Deutsche Post AG und ihrer Tochtergesellschaften (insbesondere des Unternehmensbereichs Post & Paket Deutschland) unterliegen der sektorspezifischen Regulierung nach dem deutschen Postgesetz. Angaben hierzu sowie zu rechtlichen Risiken finden Sie im Anhang, Textziffer 45.

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Wesentliche Ereignisse

Im Rahmen der abgeschlossenen zweiten und dritten sowie der begonnenen vierten Tranche des Aktienrückkaufprogramms 2022–2024 haben wir im Jahresverlauf bis zum 31. Dezember 2023 insgesamt 22,0 MIO Aktien im Wert von 925 MIO € zurückerworben. Seit Beginn des Aktienrückkaufprogramms haben wir in Summe bisher 50,0 MIO Aktien im Wert von 1.940 MIO € zurückerworben. Am 12. Februar 2024 hat der Vorstand beschlossen, das laufende Aktienrückkaufprogramm dahingehend zu erweitern, dass bis Ende des Jahres 2025 insgesamt bis zu 130 MIO eigene Aktien zu einem Kaufpreis von nunmehr bis zu 4 MRD € erworben werden sollen.

Am 26. Juni 2023 haben wir eine nachhaltigkeitsbezogene Anleihe mit einem Emissionsvolumen von 500 MIO € und einer Laufzeit bis 2033 platziert. Der ab dem Jahr 2031 zu zahlende Zinssatz ist an die Erreichung unserer Ziele zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen gekoppelt.

Am 5. Oktober 2023 haben wir 100 % der Anteile am türkischen Paketdienstleister MNG Kargo nach erfolgter Genehmigung durch die Kartellbehörden übernommen. Die Gesellschaft soll im Unternehmensbereich eCommerce dazu beitragen, vom Wachstumspotenzial des türkischen Marktes zu profitieren.

Am 7. Dezember 2023 haben wir die restlichen Anteile an Danzas AEI Emirates erworben, das zuvor als Joint Venture gehaltene Unternehmen nun vollständig in den Konzern einbezogen und in DHL Logistics umbenannt. Mit dem Erwerb werden unsere Kunden in der Region Middle East and Africa von effizienteren Logistik- und Transportdienstleistungen im Unternehmensbereich Global Forwarding, Freight profitieren. Daneben gab es keine weiteren nennenswerten Änderungen im Portfolio.

Ertragslage

AUSGEWÄHLTE KENNZAHLEN ZUR ERTRAGSLAGE

2022 2023 Q4 2022 Q4 2023
Umsatz MIO € 94.436 81.758 23.776 21.348
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) MIO € 8.436 6.345 1.922 1.642
Umsatzrendite 1 % 8,9 7,8 8,1 7,7
Gewinn nach Kapitalkosten (EAC) 2 MIO € 5.117 2.860 1.065 752
Konzernjahresergebnis 3 MIO € 5.359 3.677 1.335 981
Ergebnis je Aktie 4 € 4,41 3,09 1,11 0,83
Dividende je Aktie € 1,85 1,85 5 –

1 EBIT ÷ Umsatz.
2 Angepasste Vorjahreswerte.
3 Nach Abzug von nicht beherrschenden Anteilen.
4 Unverwässert.
5 Vorschlag.

Konzernumsatz sinkt um 13,4 %

Im Geschäftsjahr 2023 sank der Konzernumsatz bedingt durch das konjunkturelle Umfeld um 12.678 MIO € auf 81.758 MIO €. Dazu haben vor allem die Normalisierung der Frachtraten im Unternehmensbereich Global Forwarding, Freight sowie negative Währungseffekte in Höhe von 2.684 MIO € beigetragen. Der im Ausland erwirtschaftete Anteil am Umsatz veränderte sich von 76,8 % auf 74,4 %. Im vierten Quartal 2023 lag der Umsatz mit 21.348 MIO € ebenfalls spürbar unter dem Vorjahresquartal (23.776 MIO €), wozu negative Währungseffekte in Höhe von 770 MIO € beitrugen. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit 2.787 MIO € unter dem Vorjahresniveau von 2.925 MIO €.

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Deutlich geringerer Materialaufwand

Der Materialaufwand sank deutlich von 53.473 MIO € auf 41.663 MIO €, wofür maßgeblich geringere Transportkosten vor allem im Unternehmensbereich Global Forwarding, Freight infolge niedrigerer Volumen und Frachtraten verantwortlich waren. Daneben reduzierten sich die Preise für Kerosin im Vorjahresvergleich spürbar. Lohn- und Gehaltssteigerungen sowie eine leicht höhere Anzahl von Beschäftigten vermehrten den Personalaufwand um 942 MIO € auf 26.977 MIO €. Die Abschreibungen stiegen investitionsbedingt um 300 MIO € auf 4.477 MIO €. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit 5.409 MIO € unter dem Vorjahreswert (5.712 MIO €). Neben gesunkenen Aufwendungen aus der Währungsumrechnung fielen im Berichtsjahr geringere Aufwendungen aus Wertberichtigungen und Neubewertungen von Forderungen und Verbindlichkeiten an. Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen veränderte sich von –39 MIO € im Vorjahr auf 161 MIO €. Im Berichtsjahr waren vor allem Erträge aus der Neubewertung infolge der Anteilserhöhung an DHL Logistics in den Vereinigten Arabischen Emiraten enthalten.

Konzern-EBIT gesunken

Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) lag im Berichtsjahr mit 6.345 MIO € um 2.091 MIO € unter dem Vorjahreswert. Im vierten Quartal ging es von 1.922 MIO € auf 1.642 MIO € zurück. Vor allem weil der Zinsaufwand für Rückstellungen und Leasingverbindlichkeiten gestiegen ist, fiel das Finanzergebnis mit –829 MIO € geringer aus als im Vorjahr (–525 MIO €). Das Ergebnis vor Ertragsteuern sank um 2.395 MIO € auf 5.516 MIO €. Infolgedessen nahmen die Ertragsteuern trotz einer leicht höheren Steuerquote um 613 MIO  € auf 1.581 MIO € ab.

Konzernjahresergebnis bewegt sich im Einklang mit EBIT

Das Konzernjahresergebnis verringerte sich im Geschäftsjahr 2023 von 5.717 MIO € auf 3.935 MIO €. Davon stehen 3.677 MIO € den Aktionären der Deutsche Post AG und 258 MIO € den nicht beherrschenden Anteilseignern zu. Das Ergebnis je Aktie sank unverwässert von 4,41 € auf 3,09 € und verwässert von 4,33 € auf 3,04 €.

Dividende von 1,85 € je Aktie vorgeschlagen

Unsere Finanzstrategie sieht vor, grundsätzlich 40 % bis 60 % des Nettogewinns als Dividende auszuschütten. Vorstand und Aufsichtsrat werden daher den Aktionären auf der Hauptversammlung am 3. Mai 2024 vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2023 eine Dividende von 1,85 € je Aktie (Vorjahr: 1,85 €) auszuschütten. Bezogen auf das Konzernjahresergebnis, das auf die Aktionäre der Deutsche Post AG entfällt, beträgt die Ausschüttungsquote 59,0 %. Berechnet auf den Jahresschlusskurs der Aktie ergibt sich eine Dividendenrendite von 4,1 %. Die Dividende wird am 8. Mai 2024 ausgezahlt.

AUSSCHÜTTUNGSSUMME UND DIVIDENDE JE STÜCKAKTIE

MIO €
1 Vorschlag.

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Gewinn nach Kapitalkosten geht zurück

Das EAC ging im Jahr 2023 von 5.117 MIO € auf 2.860 MIO € zurück. Während das EBIT sank, stiegen die kalkulatorischen Kapitalkosten leicht an.

EBIT AFTER ASSET CHARGE (EAC, GEWINN NACH KAPITALKOSTEN)

MIO € 2022 1 2023 + / – %
EBIT 8.436 6.345 –24,8
Kapitalkosten –3.319 –3.485 –5,0
= EAC 5.117 2.860 –44,1

1 Angepasste Vorjahreswerte.

Die Nettovermögensbasis zum Bilanzstichtag ist um 1.724 MIO € auf 41.886 MIO € gestiegen. Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen erhöhten sich, insbesondere durch die Übernahme von MNG Kargo sowie den Erwerb von Frachtflugzeugen und Investitionen in Lagerhäuser, Sortieranlagen und den Fuhrpark. Das kurzfristige Nettovermögen reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr. Sowohl die operativen Rückstellungen als auch die sonstigen langfristigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind gestiegen.

NETTOVERMÖGENSBASIS (KONSOLIDIERT)

1 MIO € 31. Dez. 2022 2 31. Dez. 2023 + / – %
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 3 42.810 44.580 4,1
± Kurzfristiges Nettovermögen (Net Working Capital) –296 –374 –26,4
Operative Rückstellungen (ohne Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen) –2.464 –2.495 –1,3
± Sonstige langfristige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten 112 175 56,3
= Nettovermögensbasis 40.162 41.886 4,3

1 Die Definition der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entspricht der Segmentberichterstattung,  Anhang, Textziffer 10.
2 Angepasste Vorjahreswerte.
3 Inklusive zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte.

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Unternehmensbereiche

Express

Auswirkungen externer Einflüsse auf unser Geschäft

2023 war geprägt von einer rückläufigen Volumenentwicklung. Vor dem Hintergrund der weltweit hohen wirtschaftlichen Unsicherheit und der Zurückhaltung bei den Konsumenten lagen sowohl die B2B- als auch die B2C-Volumen unter dem Vorjahr. In diesem Umfeld gewährleistete unsere virtuelle Fluggesellschaft eine hohe Flexibilität des Netzwerks und gestattete uns, Kapazitäten fortlaufend an die erwarteten Volumen anzupassen.

Express: effektives Ertrags- und Kostenmanagement

Der Umsatz im Unternehmensbereich Express sank im Geschäftsjahr 2023 um 10,0 % auf 24.846 MIO €. Darin berücksichtigt sind negative Währungseffekte in Höhe von 1.196 MIO € sowie niedrigere Treibstoffzuschläge. Ohne Währungseffekte und Treibstoffzuschläge sank der Umsatz im Berichtsjahr um 4,8 %. Infolge der weiterhin schwachen Marktbedingungen gingen die täglichen TDI-Sendungsvolumen um 2,5 % zurück. Im Verlauf des Jahres 2023 begegneten wir dieser Entwicklung mit Produktivitätsverbesserungen, optimierter Nutzung der Netzwerkkapazität sowie effektivem Kostenmanagement. Den anhaltenden Auswirkungen der Inflation begegneten wir mit allgemeinen Preiserhöhungen, die systematisch umgesetzt wurden. Im Geschäftsjahr 2023 lag das EBIT für den Unternehmensbereich Express mit 3.229 MIO € um 19,8 % unter dem Vorjahreswert.Die Umsatzrendite betrug 13,0 %. Im vierten Quartal 2023 lag das EBIT für den Unternehmensbereich Express mit 758 MIO € um 19,4 % unter dem vergleichbaren Vorjahreswert, die Umsatzrendite belief sich auf 11,6 %.

KENNZAHLEN EXPRESS

MIO € 2022 2023 +/– % Q4 2022 Q4 2023 +/– %
Umsatz 27.592 24.846 –10,0 7.029 6.558 –6,7
davon Europe 11.287 11.053 –2,1 2.994 2.921 –2,4
Americas 6.149 6.023 –2,0 1.563 1.585 1,4
Asia Pacific 9.908 8.893 –10,2 2.475 2.435 –1,6
MEA 1.569 1.514 –3,5 400 396 –1,0
Konsolidierung/Sonstiges –1.321 –2.637 –99,6 –403 –779 –93,3
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) 4.025 3.229 –19,8 941 758 –19,4
Umsatzrendite (%)¹ 14,6 13,0 13,4 11,6
Operativer Cashflow 5.549 4.786 –13,8 1.173 1.054 –10,1

¹ EBIT ÷ Umsatz.

EXPRESS: UMSATZ NACH PRODUKTEN

MIO € je Tag¹ 2022 2023 +/– % Q4 2022 Q4 2023 +/– %
Time Definite International (TDI) 85,8 82,8 –3,5 88,4 89,7 1,5
Time Definite Domestic (TDD) 6,4 6,1 –4,7 6,6 6,5 –1,5

¹ Zur besseren Vergleichbarkeit werden die Produktumsätze zu einheitlichen Währungskursen umgerechnet. Diese Umsätze liegen auch der gewichteten Ermittlung der Arbeitstage zugrunde.

EXPRESS: VOLUMEN NACH PRODUKTEN

Tausend Stück je Tag 2022 2023 +/– % Q4 2022 Q4 2023 +/– %
Time Definite International (TDI) 1.144 1.115 –2,5 1.191 1.211 1,7
Time Definite Domestic (TDD) 554 486 –12,3 564 507 –10,1

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Netzwerk und Interkontinentalflotte werden weiter ausgebaut und modernisiert

Im Zuge der Modernisierung unserer Interkontinentalflotte haben wir mit Boeing zwischen 2018 und 2022 Verträge über den Ankauf von insgesamt 28 neuen Maschinen des Typs B777 geschlossen. Bis Ende 2023 wurden 22 der bestellten Flugzeuge in Betrieb genommen. Die verbleibenden sechs Flugzeuge werden in den Jahren 2024 und 2025 ausgeliefert. Außerdem haben wir im Verlauf des Jahres 2023 unseren Flugplan um neue Direktverbindungen erweitert, zum Beispiel zwischen Guangzhou und den USA. Im Rahmen des im Jahr 2022 abgeschlossenen CM-Vertrags (Crew & Maintenance) betreibt Singapore Airlines nun fünf B777. DHL Air UK hat seine Anzahl von B777-Frachtflugzeugen von drei auf sieben erhöht. DHL Air Austria nahm zwei Flugzeuge des Typs B767-300 in Betrieb. Die European Air Transport (EAT) stärkt weiterhin das DHL-Netzwerk mit Interkontinentalflügen nach Asien und in die USA. In der Region Americas stärkt der im Vorjahr eröffnete regionale Hub in Atlanta, USA, unser Leistungsvermögen. Auf der Route zwischen Miami und São Paulo (VCP), Brasilien, wird nun zusätzlich auch Argentinien angeflogen. Wir investieren weiter in unseren globalen Hub in Cincinnati, USA, und errichten dort eine hochmoderne Wartungshalle für unsere Flugzeugflotte. In der Region Asia Pacific hat Air Hong Kong drei weitere umgebaute Airbus 330-300 in Betrieb genommen. Das Ersatz- und Modernisierungsprogramm wird 2024 fortgeführt. Als einer der drei globalen Hubs von DHL wurde die Erweiterung des Hubs in Hongkong im Jahr 2023 in Betrieb genommen. In der Region MEA haben wir mit der Modernisierung des Hubs in Bahrain weiter in unsere Infrastruktur investiert. Unsere Flotte von B767-300 wurde von sieben auf zehn umgebaute Frachtflugzeuge erweitert, von denen das letzte im Juni 2023 in Betrieb genommen wurde. Mit der gestiegenen Anzahl von Flugzeugen konnten wir eine Ost-West-Verbindung etablieren und das regionale Netzwerk stärken. In Subsahara-Afrika wurden ältere Flugzeuge durch vier umgebaute ATR 72-500 ersetzt.

Global Forwarding, Freight

Auswirkungen externer Einflüsse auf unser Geschäft

Die globalen Speditionsmarkt war im Jahr 2023 geprägt durch die postpandemische Normalisierung, die schwache Weltkonjunktur sowie geopolitische Kriege und Konflikte, wie in der Ukraine, im Nahen Osten und zu Jahresende am Roten Meer. Die Marktvolumen lagen aufgrund der schwachen Nachfrage unter denen des Vorjahres, stabilisierten sich jedoch im Jahresverlauf. Bei den Luftfrachtraten setzte sich die Normalisierung wie erwartet fort und größere Schwankungen blieben aus. Dieser Trend zeigte sich auch für die Seefracht, wobei sich zu Jahresende ein Anstieg der Raten abzeichnete, da Spediteure höhere Kosten für Frachtumleitungen am Roten Meer weiterzugeben begannen. Im europäischen Straßengüterverkehrsmarkt hielt der konjunkturbedingte Nachfragerückgang im Berichtsjahr an und verschärfte sich besonders im dritten Quartal 2023. Dennoch blieben die Kosten unter anderem durch steigende Diesel-, Fahrer- und Fahrzeugpreise auf einem hohen Niveau.

Global Forwarding, Freight: Umsatzrückgang in der Luft- und Seefracht wie antizipiert

Der Umsatz im Unternehmensbereich Global Forwarding, Freight sank deutlich im Berichtsjahr um 36,1 % auf 19.305 MIO €, bedingt durch geringeres Volumen und deutlich gesunkene Frachtraten. Ohne negative Währungseffekte in Höhe von 871 MIO € lag der Umsatz um 33,2 % unter dem Vorjahresniveau. Im vierten Quartal 2023 blieb der Umsatz im Unternehmensbereich Global Forwarding, Freight mit 4.565 MIO € um 32,9 % hinter dem vergleichbaren Vorjahreswert zurück. Im Geschäftsfeld Global Forwarding sank der Umsatz im Rahmen der allgemeinen Normalisierung der Frachtmärkte im Berichtsjahr um 42,9 % auf 14.259 MIO €. Lässt man negative Währungseffekte in Höhe von 756 MIO € unberücksichtigt, betrug der Rückgang 39,9 %. Das Bruttoergebnis des Geschäftsfelds Global Forwarding lag mit 3.685 MIO € im Berichtsjahr um 25,5 % unter dem Vorjahresniveau. In der Luftfracht verzeichneten wir im Jahr 2023 einen Volumenrückgang um 12,1 %, der alle wesentlichen Handelsrouten betraf. Der Umsatz mit Luftfracht sank aufgrund geringeren Volumens und niedrigerer Verkaufsraten im Vorjahresvergleich um 42,2 % und das Bruttoergebnis um 41,5 %. Im vierten Quartal 2023 nahm der Umsatz mit Luftfracht um 32,5 % und das Bruttoergebnis um 45,4 % ab. Die in der Seefracht transportierten Volumen verringerten sich 2023 verglichen mit dem Vorjahr um 6,2 %, wobei der Rückgang von der Entwicklung auf Handelsrouten von Asien und Europa nach Nordamerika verursacht wurde. Der Umsatz mit Das Unternehmen Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Weitere Informationen 27 DHL Group – Geschäftsbericht 2023 Seefracht sank im Berichtsjahr um 51,0 % und das Bruttoergebnis um 24,8 %. Im vierten Quartal 2023 lag unser Umsatz mit Seefracht um 52,6 % und das Bruttoergebnis um 31,7 % unter dem Vorjahr. Im Geschäftsfeld Freight lag der Umsatz im Berichtsjahr mit 5.162 MIO € um 3,9 % unter dem Vorjahr; dabei fielen negative Währungseffekte in Höhe von 119 MIO € an. Bei den Volumen verzeichneten wir einen Rückgang um 9,2 %. Das Bruttoergebnis des Geschäftsfelds sank im Berichtsjahr leicht um 0,2 % auf 1.328 MIO €. Im vierten Quartal lag der Umsatz 6,2 % unter dem Vorjahr; ohne negative Währungseffekte in Höhe von 28 MIO € betrug der Rückgang 4,2 %. Das EBIT für den Unternehmensbereich Global Forwarding, Freight ging im Berichtsjahr von 2.311 MIO € auf 1.423 MIO € zurück. Die EBIT-Marge betrug 7,4 %. Für den Unternehmensbereich entspricht das EBIT dabei 28,4 % des Bruttoergebnisses, für das Geschäftsfeld Global Forwarding 34,6 %. Im vierten Quartal 2023 lag das EBIT für den Unternehmensbereich mit 340 MIO € unter dem Niveau des Vorjahres von 402 MIO €. Der Abschluss der Übernahme der restlichen Anteile an DHL Logistics in den Vereinigten Arabischen Emiraten hat im vierten Quartal zu einem Ergebnisbeitrag von 114 MIO € geführt.

KENNZAHLEN GLOBAL FORWARDING, FREIGHT

MIO € 2022 2023 +/– % Q4 2022 Q4 2023 +/– %
Umsatz 30.212 19.305 –36,1 6.805 4.565 –32,9
davon Global Forwarding 24.976 14.259 –42,9 5.435 3.275 –39,7
Freight 5.374 5.162 –3,9 1.405 1.318 –6,2
Konsolidierung/Sonstiges –138 –116 15,9 –35 –28 20,0
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) 2.311 1.423 –38,4 402 340 –15,4
Umsatzrendite (%)¹ 7,6 7,4 5,9 7,4
Operativer Cashflow 3.221 2.385 –26,0 999 538 –46,1

¹ EBIT ÷ Umsatz.

GLOBAL FORWARDING: UMSATZ

MIO € 2022 2023 +/– % Q4 2022 Q4 2023 +/– %
Luftfracht 10.428 6.027 –42,2 2.200 1.485 –32,5
Seefracht 11.477 5.628 –51,0 2.455 1.164 –52,6
Sonstiges 3.071 2.604 –15,2 780 626 –19,7
Gesamt 24.976 14.259 –42,9 5.435 3.275 –39,7

GLOBAL FORWARDING: VOLUMEN

Tausend 2022 2023 +/– % Q4 2022 Q4 2023 +/– %
Luftfracht Export Tonnen 1.902 1.672 –12,1 449 433 –3,6
Seefracht TEU¹ 3.294 3.089 –6,2 769 771 0,3

¹ Twenty-foot Equivalent Unit (20-Fuß-Container-Einheit).

Das Unternehmen Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Weitere Informationen 28 DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Supply Chain

Auswirkungen externer Einflüsse auf unser Geschäft

Externe Einflüsse wie die hohe Inflation, unsichere ökonomische Entwicklung, geopolitische Konflikte sowie Fachkräftemangel sorgten im Berichtsjahr zum Teil für globale Lieferengpässe und komplexere Geschäftsabläufe. Hohe Flexibilität, standardisierte Abläufe und gezielte Datenanalyse konnten dazu beitragen, die Funktionsfähigkeit der Lieferketten unserer Kundschaft sicherstellen.

Supply Chain: anhaltendes Wachstum von Umsatz und Ergebnis

Der Umsatz im Unternehmensbereich Supply Chain erhöhte sich im Berichtsjahr um 3,2 % auf 16.958 MIO €. Ohne negative Währungseffekte in Höhe von 462 MIO € lag das Wachstum bei 6,0 %. Alle Regionen und Sektoren verzeichneten Umsatzsteigerungen, die durch Neugeschäft, Vertragsverlängerungen sowie wachsendes E-Commerce-Geschäft unterstützt wurden. Im vierten Quartal 2023 blieb der Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres. Ohne negative Währungseffekte in Höhe von 121 MIO € lag das Wachstum im vierten Quartal bei 2,7 %. Im Berichtsjahr wurden im Unternehmensbereich Supply Chain zusätzliche Verträge mit einem Vertragsvolumen in Höhe von 7.378 MIO € abgeschlossen. Der größte Teil des Neugeschäfts entfiel auf die Sektoren Consumer, Retail sowie Technology und ist maßgeblich E-Commerce-basierten Lösungen zuzurechnen. Die Vertragsverlängerungsrate blieb konstant hoch.# Zusammengefasster Lagebericht

Konzern

DHL Group – Geschäftsbericht 2023

SUPPLY CHAIN: UMSATZ NACH SEKTOREN 2023

Das EBIT für den Unternehmensbereich Supply Chain stieg im Berichtsjahr auf 961 Mio. €. (Vorjahr: 893 Mio. €). Neben der positiven Umsatzentwicklung unterstützten Produktivitätssteigerungen durch Digitalisierung und Standardisierung das Ergebniswachstum. Die EBIT-Marge lag im Berichtsjahr bei 5,7 %. Im vierten Quartal 2023 verringerte sich das EBIT für den Unternehmensbereich Supply Chain minimal von 225 Mio. € auf 220 Mio. €, was vor allem auf negative Währungseffekte zurückzuführen ist.

KENNZAHLEN SUPPLY CHAIN MIO €
2022 2023 +/− % Q4 2022 Q4 2023 +/− %
Umsatz 16.431 16.958 3,2 4.363 4.361 0,0
davon EMEA 7.252 7.481 3,2 1.946 1.935 –0,6
Americas 6.832 7.003 2,5 1.787 1.797 0,6
Asia Pacific 2.419 2.542 5,1 649 654 0,8
Konsolidierung / Sonstiges –72 –68 5,6 –19 –25 –31,6
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) 893 961 7,6 225 220 –2,2
Umsatzrendite (%)¹ 5,4 5,7 5,2 5,0
Operativer Cashflow 1.433 1.726 20,4 820 779 –5,0

¹ EBIT ÷ Umsatz.

eCommerce

Auswirkungen externer Einflüsse auf unser Geschäft

Geopolitische Konflikte und stark gestiegene Lebenshaltungskosten führten in einigen Regionen zu leicht rückläufigen Paketmengen. Dank des diversifizierten Portfolios blieb unser Geschäft jedoch widerstandsfähig und wir sehen in fast allen Märkten Volumen, die deutlich über dem Niveau vor der Pandemie im Jahr 2019 liegen.

eCommerce: Umsatz über Vorjahresniveau

Der im Unternehmensbereich eCommerce erzielte Umsatz lag im Berichtsjahr mit 6.315 Mio. € um 2,8 % über dem Niveau des Vorjahres. Ohne negative Währungseffekte in Höhe von 174 Mio. € lag der Umsatz um 5,6 % über dem Vorjahreswert. Im vierten Quartal 2023 verbesserte sich der Umsatz des Unternehmensbereichs eCommerce um 7,6 % auf 1.825 Mio. €. Das EBIT für den Unternehmensbereich eCommerce verringerte sich im Berichtsjahr von 389 Mio. € auf 292 Mio. €. Dazu haben vor allem höhere Kosten sowie kontinuierliche Investitionen in den Ausbau der Netze beigetragen. Die EBIT-Marge betrug für das Berichtsjahr 4,6 %. Im vierten Quartal 2023 belief sich das EBIT für den Unternehmensbereich eCommerce auf 78 Mio. € (Vorjahr: 91 Mio. €) bei einer EBIT-Marge von 4,3 %.

KENNZAHLEN ECOMMERCE MIO €
2022 2023 +/− % Q4 2022 Q4 2023 +/− %
Umsatz 6.142 6.315 2,8 1.696 1.825 7,6
davon Americas 2.188 2.190 0,1 636 637 0,2
Europe 3.235 3.465 7,1 884 1.013 14,6
Asia 720 659 –8,5 177 175 –1,1
Konsolidierung / Sonstiges –1 1 >100 –1 0 100,0
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) 389 292 –24,9 91 78 –14,3
Umsatzrendite (%)¹ 6,3 4,6 5,4 4,3
Operativer Cashflow 582 504 –13,4 113 150 32,7

¹ EBIT ÷ Umsatz.

Post & Paket Deutschland

Auswirkungen externer Einflüsse auf unser Geschäft

Der strukturelle Wandel im Briefgeschäft setzt sich fort: Während die Anzahl klassischer, dokumententragender Briefsendungen weiter sinkt, wachsen die Volumen bei warentragenden Sendungen im Brief- und Paketnetz. Das Geschäftsfeld Dialog Marketing entwickelte sich negativ, da die werblichen Ausgaben für physische Werbesendungen, bedingt durch Inflation, Kaufzurückhaltung und kundenseitige Insolvenzen, gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen sind. Im deutschen Paketmarkt dämpften der Ukrainekrieg und gestiegene Lebenshaltungskosten das Klima im Online-Handel und ließen Paketmengen stagnieren.

Post & Paket Deutschland: anhaltender Strukturwandel prägt Geschäftsentwicklung

Der Umsatz im Unternehmensbereich Post & Paket Deutschland lag im Berichtsjahr mit 16.892 Mio. € um 0,7 % leicht über dem Vorjahreswert. Hauptgründe für diese Entwicklung waren höhere Preise für Geschäftskunden ab der zweiten Jahreshälfte sowie gestiegene Mengen im nationalen und internationalen Geschäft mit warentragenden Sendungen. Dem stand ein Volumenrückgang im nationalen und internationalen Postgeschäft entgegen, der durch den anhaltenden Strukturwandel im Brief- und Kommunikationsgeschäft sowie sinkende Werbepostabsätze bedingt war. Des Weiteren wurde im Bereich Dialog Marketing der Absatz durch die Entscheidung gemindert, das Produkt EINKAUFAKTUELL in einigen Gebieten bereits im Jahr 2023 und insgesamt im Jahr 2024 einzustellen. Paket Deutschland zeigte sich, entgegen dem allgemeinen Markttrend, positiv. Im vierten Quartal 2023 stieg der Umsatz im Unternehmensbereich Post & Paket Deutschland verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 2,5 %. Das EBIT für den Unternehmensbereich Post & Paket Deutschland blieb im Jahr 2023 mit 870 Mio. € um 31,5 % hinter dem Vorjahreswert zurück. Bei vor allem im Paketgeschäft über dem Vorjahr liegenden Umsätzen waren dafür gestiegene Materialkosten aufgrund von Inflation und Belastungen durch die Tarifvereinbarungen verantwortlich. Zudem sind in den Kosten Aufwendungen für ein im vierten Quartal 2023 aufgelegtes Vorruhestandsprogramm in Höhe von 30 Mio. € enthalten. Die Umsatzrendite betrug im Berichtsjahr 5,2 %. Im vierten Quartal 2023 betrug das EBIT für den Unternehmensbereich Post & Paket Deutschland 402 Mio. € und lag damit 4,7 % über dem Vorjahresquartal. Die Umsatzrendite betrug im Quartal 8,5 %.

KENNZAHLEN POST & PAKET DEUTSCHLAND MIO €
2022 2023 +/− % Q4 2022 Q4 2023 +/− %
Umsatz 16.779 16.892 0,7 4.623 4.739 2,5
davon Post Deutschland 7.892 7.554 –4,3 2.055 2.021 –1,7
Paket Deutschland 6.408 6.785 5,9 1.856 1.995 7,5
International 2.400 2.459 2,5 693 698 0,7
Konsolidierung / Sonstiges 79 94 19,0 19 25 31,6
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) 1.271 870 –31,5 384 402 4,7
Umsatzrendite (%)¹ 7,6 5,2 8,3 8,5
Operativer Cashflow 1.558 1.088 –30,2 411 320 –22,1

¹ EBIT ÷ Umsatz.

POST & PAKET DEUTSCHLAND: UMSATZ MIO €
2022 2023 +/− % Q4 2022 Q4 2023 +/− %
Post Deutschland 7.892 7.554 –4,3 2.055 2.021 –1,7
davon Brief Kommunikation 5.361 5.097 –4,9 1.384 1.361 –1,7
Dialog Marketing 1.833 1.776 –3,1 491 492 0,2
Sonstiges / Konsolidierung Post Deutschland 698 681 –2,4 180 168 –6,7
Paket Deutschland 6.408 6.785 5,9 1.856 1.995 7,5
POST & PAKET DEUTSCHLAND: ABSATZ MIO Stück
2022 2023 +/− % Q4 2022 Q4 2023 +/− %
Post Deutschland 14.122 13.316 –5,7 3.689 3.530 –4,3
davon Brief Kommunikation 6.256 5.918 –5,4 1.639 1.547 –5,6
Dialog Marketing 6.946 6.543 –5,8 1.810 1.771 –2,2
Paket Deutschland 1.668 1.731 3,8 487 498 2,3

Finanzlage

AUSGEWÄHLTE KENNZAHLEN ZUR FINANZLAGE

MIO € 2022 2023 Q4 2022 Q4 2023
Flüssige Mittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31. Dezember 3.790 3.649 3.790 3.649
Zahlungswirksame Veränderung der flüssigen Mittel 375 179 –127 –150
Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit 10.965 9.258 3.090 2.480
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit –3.179 –2.181 –2.087 –1.204
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit –7.411 –6.898 –1.130 –1.426

Finanzmanagement des Konzerns zentral steuern

Das Finanzmanagement des Konzerns umfasst das Steuern von Liquidität, das Absichern von Zins-, Währungs- und Rohstoffpreisschwankungen, die Konzernfinanzierung, die Vergabe von Bürgschaften und Patronatserklärungen sowie die Kommunikation mit den Rating-Agenturen. Die Verantwortung dafür trägt Corporate Finance in der Bonner Konzernzentrale, unterstützt durch drei regionale Treasury Center in Bonn (Deutschland), Weston, Florida (USA), und Singapur. Sie bilden die Schnittstelle zwischen der Zentrale und den operativen Gesellschaften, beraten diese in Fragen des Finanzmanagements und stellen sicher, dass die konzernweiten Vorgaben umgesetzt werden. Neben dem Erhalt der nachhaltigen finanziellen Stabilität und Flexibilität des Konzerns ist es Hauptaufgabe von Corporate Finance, die finanziellen Risiken und Kapitalkosten zu minimieren.

Wertschöpfung durch transparente und effektive Kapitalallokation

Aufbauend auf den Grundsätzen und Zielen des Finanzmanagements und in Anbetracht der starken Finanzlage des Konzerns hat der Konzernvorstand zuletzt im Januar 2022 die Finanzstrategie aktualisiert. Sie berücksichtigt neben den Interessen der Aktionäre auch die Anforderungen der Fremdkapitalgeber und konzentriert sich auf Wertschöpfung durch eine transparente und effektive Kapitalallokation. Sie zielt zudem darauf ab, die finanzielle Flexibilität und die niedrigen Kapitalkosten des Konzerns mit einem hohen Maß an Kontinuität und Vorhersehbarkeit für die Investoren aufrechtzuerhalten und die ESG Roadmap des Konzerns zu unterstützen. Ein wesentlicher Bestandteil der Strategie ist ein Stand-alone Zielrating zwischen „Baa1“ und „A3“ bzw. „BBB+“ und „A–“. Die Strategie setzt zudem klare Prioritäten für die Verwendung verfügbarer Liquidität. Sie wird zunächst zur Finanzierung des Geschäftsbetriebs, zur Finanzierung organischer Investitionen und für reguläre Dividendenzahlungen verwendet. Danach werden zusätzliche Dividendenzahlungen oder Aktienrückkäufe sowie anorganisches Wachstum in Betracht gezogen.

FINANZSTRATEGIE

Cash- und Liquiditätsmanagement erfolgt zentral

Das Cash- und Liquiditätsmanagement der weltweit tätigen Tochtergesellschaften erfolgt zentral über das Corporate Treasury. Rund 80 % des konzernexternen Umsatzes wird in Cash Pools konzentriert und zum internen Liquiditätsausgleich genutzt. In Ländern, in denen dies aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist, werden interne oder externe Kredite und Anlagen zentral vom Corporate Treasury gesteuert. Dabei achten wir auf eine ausgeglichene Bankenpolitik, um unabhängig von einzelnen Banken zu bleiben.# Der Konzern

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33

DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Der konzerninterne Umsatz der Tochtergesellschaften wird ebenfalls konzentriert und über die Inhouse-Bank abgewickelt (Inter-Company Clearing), so vermeiden wir externe Bankgebühren und -margen. Der Zahlungsverkehr erfolgt nach einheitlichen Richtlinien, mit standardisierten Abläufen und IT-Systemen. Dabei wird der externe Zahlungsverkehr vieler Konzerngesellschaften in der konzerninternen Payment Factory zentralisiert. Sie führt Zahlungen im Namen der Konzerngesellschaften über zentrale Konten der Deutsche Post AG aus.

Marktpreisrisiken begrenzen

Um Marktpreisrisiken zu begrenzen, nutzt der Konzern originäre und derivative Finanzinstrumente. Zinsrisiken werden mithilfe von Zinsswaps abgesichert, im Währungsbereich kommen Termingeschäfte zum Einsatz. Risiken aus Rohstoffpreisschwankungen geben wir weitgehend an unsere Kunden weiter, das Restrisiko steuern wir teilweise mit Rohstoffpreis-Swaps. Die für den Einsatz von Derivaten nötigen Rahmenbedingungen, Kompetenzen und Kontrollen sind in internen Richtlinien geregelt.

Flexibel und stabil finanziert

Der Konzern deckt seinen Finanzierungsbedarf langfristig durch Eigenkapital und Fremdkapital. Dadurch werden sowohl die finanzielle Stabilität als auch eine hinreichende Flexibilität sichergestellt. Unsere wichtigste Finanzierungsquelle ist grundsätzlich der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit. Darüber hinaus steht uns eine syndizierte Kreditlinie mit einem Gesamtvolumen von 2 MRD € zur Verfügung, die eine langfristig sichere Liquiditätsreserve bildet. Sie läuft bis zum Jahr 2025, enthält keine weitergehenden Zusagen, was die Finanzkennziffern des Konzerns betrifft, und wurde angesichts unserer soliden Liquidität im Berichtsjahr nicht beansprucht. Bei unserer Bankenpolitik achten wir darauf, das zu vergebende Geschäftsvolumen breit zu streuen und mit den Kreditinstituten langfristige Geschäftsbeziehungen zu unterhalten. Unseren Fremdmittelbedarf decken wir primär über unabhängige

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DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Finanzierungsquellen wie Anleihen und Leasing. Die Fremdmittel werden weitgehend zentral aufgenommen, um Größen- und Spezialisierungsvorteile zu nutzen und so die Fremdkapitalkosten zu minimieren. Im Juni 2023 haben wir eine nachhaltigkeitsbezogene Anleihe mit einem Emissionsvolumen von 500 MIO € und einer Laufzeit bis 2033 platziert. Darüber hinaus wurde im September 2023 ein Schuldscheindarlehen über 100 MIO € und im Oktober 2023 eine Anleihe über 500 MIO € zurückgezahlt. Informationen zu Anleihen enthält der Anhang, Textziffer 39.

Kreditwürdigkeit des Konzerns unverändert

Zum Bilanzstichtag wurde unsere Kreditwürdigkeit unverändert von der Rating-Agentur Fitch Ratings mit „BBB+“ und positivem Ausblick sowie von Moody’s Investors Service mit „A2“ und stabilem Ausblick eingestuft. Die soliden Investment-Grade-Ratings gewährleisten einen ungehinderten Zugang zum Kapitalmarkt. Die folgende Tabelle zeigt die Bewertungen zum Bilanzstichtag sowie die zugrundeliegenden Faktoren. Die vollständigen und aktuellen Analysen der Rating-Agenturen sowie deren Definitionen finden Sie unter Creditor Relations.

BEWERTUNG DER RATING-AGENTUREN ZUM 31. DEZEMBER 2023

Fitch Ratings Moody’s Investors Service
Bewertung BBB+ A2
Ausblick positiv stabil

Liquidität und Mittelherkunft

Zum Bilanzstichtag wies der Konzern eine zentral verfügbare Liquidität von 1,3 MRD € (Vorjahr: 2,0 MRD €) aus, die sich aus flüssigen Mitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten zusammensetzt. Aufgrund unserer soliden Liquiditätslage wurde die syndizierte Kreditlinie in Höhe von 2 MRD € nicht gezogen. Daneben standen uns zum Bilanzstichtag ungenutzte bilaterale Kreditlinien in Höhe von 1,6 MRD € zur Verfügung. Wie sich die in der Bilanz ausgewiesenen Finanzschulden gliedern, zeigt die folgende Tabelle. Weitere Angaben zu verfügbarer Liquidität und Finanzschulden enthält der Anhang, Textziffer 43.1, 39.

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FINANZSCHULDEN MIO €

2022¹ 2023
Leasingverbindlichkeiten 13.514 14.080
Anleihen 6.180 6.189
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 530 560
Schuldscheindarlehen 100 0
Derivate 134 116
Sonstige Finanzschulden 1.708 1.773
Summe 22.166 22.718
¹ Angepasste Vorjahreswerte.

Investitionen für erworbene Vermögenswerte unter Vorjahresniveau

Die Investitionen in erworbene Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (ohne Firmenwerte) beliefen sich im Berichtsjahr auf 3.370 MIO € (Vorjahr: 4.123 MIO €). Wie sich diese in Anlageklassen und nach Regionen aufteilen, zeigen wir im Anhang, Textziffer 10, 22, 23.

CAPEX UND ABSCHREIBUNGEN, GESAMTJAHR

Express Global Forwarding, Freight Supply Chain eCommerce Post & Paket Deutschland Group Functions Konsoli- dierung¹ Konzern
2022 2023 2022 2023 2022 2023 2022 2023
Capex (MIO €) für erworbene Vermögenswerte 1.528 1.119 159 188 504 485 431 451
Capex (MIO €) für geleaste Vermögenswerte 1.860 1.276 281 293 900 862 135 212
Gesamt (MIO €) 3.388 2.395 440 481 1.404 1.347 566 663
Abschreibungen (MIO €) 1.690 1.784 318 335 859 963 198 223
Verhältnis gesamte Capex zu Abschreibungen 2,00 1,34 1,38 1,44 1,63 1,40 2,86 2,97
¹ Inklusive Rundungen.

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CAPEX UND ABSCHREIBUNGEN, Q 4

Express Global Forwarding, Freight Supply Chain eCommerce Post & Paket Deutschland Group Functions Konsoli- dierung¹ Konzern
2022 2023 2022 2023 2022 2023 2022 2023
Capex (MIO €) für erworbene Vermögenswerte 825 423 59 65 155 141 213 161
Capex (MIO €) für geleaste Vermögenswerte 470 430 91 115 237 285 41 65
Gesamt (MIO €) 1.295 853 150 180 392 426 254 226
Abschreibungen (MIO €) 428 482 84 90 232 257 52 61
Verhältnis gesamte Capex zu Abschreibungen 3,03 1,77 1,79 2,00 1,69 1,66 4,88 3,70
¹ Inklusive Rundungen.

Im Unternehmensbereich Express haben wir wie bisher in Gebäude und technische Ausstattung investiert. Ein weiterer Fokus lag auf der kontinuierlichen Instandhaltung und Erneuerung der interkontinentalen Express-Flugzeugflotte. Teilweise entfielen diese Investitionen auf Nutzungsrechte. Im Unternehmensbereich Global Forwarding, Freight wurde in Lager, Bürogebäude und IT investiert. Im Unternehmensbereich Supply Chain wurden die Mittel überwiegend für Kundenimplementierungen in allen Regionen eingesetzt – vor allem in den Regionen Americas, EMEA und Asia Pacific. Im Unternehmensbereich eCommerce entfiel der Großteil der Investitionen auf den Ausbau des Netzes in den Niederlanden, den USA, Polen und Großbritannien. Im Unternehmensbereich Post & Paket Deutschland entfiel der größte Anteil der Investitionen auf den Ausbau der Infrastruktur. Im Berichtsjahr wurde weiterhin in den Erwerb von Grundstücken und deren Bebauung investiert. Ein zusätzlicher Schwerpunkt war der Ausbau von Pack- und Poststationen. Im Bereich Group Functions wurde im Berichtsjahr überwiegend in die Fahrzeugflotte sowie in IT-Lösungen investiert.

Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit gesunken

Der Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit sank von 10.965 MIO € auf 9.258 MIO €. Ausgehend vom EBIT, das mit 6.345 MIO € deutlich unter dem Vorjahreswert lag, wurden sämtliche nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge eliminiert, unter anderem die Erträge aus der Anteilsaufstockung bei DHL Logistics. Das geringere EBIT wurde durch einen höheren Mittelzufluss aus der Veränderung des Working Capital zum Teil kompensiert. Im Berichtsjahr sind 536 MIO € zugeflossen, dem stand im Vorjahr ein Mittelzufluss von 215 MIO € gegenüber. Die Ertragsteuerzahlungen sind um 157 MIO € auf 1.625 MIO € gesunken.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit verringerte sich von 3.179 MIO € auf 2.181 MIO €. Im Vorjahr war er vor allem von der Kaufpreiszahlung für die Übernahme der Hillebrand Group in Höhe von netto 1.379 MIO € geprägt. Die Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten sanken von 3.912 MIO € auf 3.381 MIO € und betrafen vor allem den Ausbau und die Erneuerung unserer Flugzeugflotte sowie der Netzinfrastruktur. Der Zufluss aus der Veränderung der kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte ging von 1.664 MIO € auf 963 MIO € zurück. Im Vorjahr haben wir Geldmarktfonds verkauft, um zusätzlich zur Dividendenzahlung den Kauf von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten in Höhe von 1.613 MIO € zu leisten.

Der Free Cashflow ging von 3.067 MIO € auf 2.942 MIO € zurück. Im Vorjahr war er wesentlich geprägt durch die Kaufpreiszahlung für Hillebrand. Ohne Berücksichtigung der Zahlungen für Akquisitionen und Desinvestitionen sank er um 1.284 MIO €.## ERMITTLUNG DES FREE CASHFLOW

MIO € 2022 2023 Q4 2022 Q4 2023
Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit 10.965 9.258 3.090 2.480
Verkauf von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 112 153 36 48
Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten –3.912 –3.381 –1.507 –933
Zahlungsmittelabfluss aus der Veränderung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten –3.800 –3.228 –1.471 –885
Abgänge von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten 69 –1 0 –1
Abgänge von nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen und anderen Beteiligungen 4 78 0 48
Erwerb von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten –1.613 –424 –99 –423
Erwerb von nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen und anderen Beteiligungen 0 –34 0 –13
Zahlungsmittelabfluss aus Akquisitionen/Desinvestitionen –1.540 –381 –99 –389
Einzahlungen aus Leasingforderungen 179 195 45 49
Zinsen aus Leasingforderungen 21 29 6 8
Tilgung von Leasingverbindlichkeiten –2.283 –2.445 –631 –631
Zinsen für Leasingverbindlichkeiten –452 –540 –123 –152
Zahlungsmittelabfluss aus Leasing –2.535 –2.761 –703 –726
Erhaltene Zinsen (ohne Leasing) 159 224 46 49
Gezahlte Zinsen (ohne Leasing) –182 –170 –81 –94
Nettozinszahlungen –23 54 –35 –45
Free Cashflow 3.067 2.942 782 435

Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit verringerte sich von 7.411 MIO € auf 6.898 MIO €. Die Platzierung der nachhaltigkeitsbezogenen Anleihe spiegelt sich in der Aufnahme langfristiger Finanzschulden in Höhe von 501 MIO € wider. Trotz erhöhter Dividende je Aktie blieb die Dividendenzahlung aufgrund des Aktienrückkaufprogramms mit 2.205 MIO € unverändert gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere durch das aktuelle Aktienrückkaufprogramm fielen Auszahlungen für den Erwerb eigener Anteile in Höhe von 986 MIO € an (Vorjahr: 1.099 MIO €). Der Bestand an flüssigen Mitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sank im Vergleich zum 31. Dezember 2022 von 3.790 MIO € auf 3.649 MIO €.

AUSGEWÄHLTE KENNZAHLEN ZUR VERMÖGENSLAGE

31. Dez. 2022 31. Dez. 2023
Eigenkapitalquote (Equity Ratio) % 34,6 34,3
Nettofinanzverschuldung MIO € 15.856 17.739
Net Interest Cover 18,6 13,9
Net Gearing % 40,1 43,7

1 Angepasster Vorjahreswert.

Konzernbilanzsumme gesunken

Zum 31. Dezember 2023 lag die Bilanzsumme des Konzerns mit 66.814 MIO € um 1.662 MIO € unter dem Stand zum 31. Dezember 2022 (68.476 MIO €). Auf der Aktivseite stiegen die immateriellen Vermögenswerte von 14.121 MIO € auf 14.567 MIO €. Vor allem der Erwerb von MNG Kargo und die Anteilsaufstockung bei DHL Logistics ließen die Firmenwerte steigen. Das Sachanlagevermögen wuchs von 28.688 MIO € auf 29.958 MIO €, da Investitionen die Abschreibungen, Abgänge und negativen Währungseffekte überstiegen. Vor allem weil wir kurzfristige Geldanlagen aufgelöst haben, sanken die kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte deutlich von 1.799 MIO € auf 833 MIO €. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nahmen um 1.716 MIO € auf 10.537 MIO € ab. Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte verringerten sich von 3.107 MIO € auf 2.415 MIO €, vor allem weil Rechnungsabgrenzungen für Transportkosten gesunken sind.

Auf der Passivseite lag das den Aktionären der AG zustehende Eigenkapital mit 22.477 MIO € unter dem Niveau des 31. Dezember 2022 (23.236 MIO €): Es wurde durch das Konzernjahresergebnis erhöht sowie durch die Dividendenzahlung, Währungseffekte, Aktienrückkäufe und die Neubewertung der Pensionsverpflichtungen verringert. Insbesondere die Neubewertungen ließen die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen deutlich um 583 MIO € auf 2.519 MIO € steigen. Die Finanzschulden erhöhten sich von 22.166 MIO € auf 22.718 MIO €, in erster Linie, weil die Leasingverbindlichkeiten investitionsbedingt zugenommen haben. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich von 9.933 MIO € auf 8.479 MIO €. Auch weil die Steuerverbindlichkeiten gesunken sind, gingen die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten um 652 MIO € auf 5.536 MIO € zurück.

KONZERN-BILANZSTRUKTUR ZUM 31. DEZEMBER

1 MIO € 31. Dez. 2022 31. Dez. 2023
1 Angepasste Vorjahreswerte, Anhang, Textziffer 4.

Höhere Nettofinanzverschuldung

Unsere Nettofinanzverschuldung stieg von 15.856 MIO € zum 31. Dezember 2022 auf 17.739 MIO € zum 31. Dezember 2023. Die Eigenkapitalquote lag mit 34,3 % auf dem Niveau vom 31. Dezember 2022 (34,6 %). Inwieweit die Nettozinsaufwendungen durch das EBIT gedeckt sind, zeigt die Kennzahl Net Interest Cover. Sie lag mit 13,9 spürbar unter dem Vorjahresniveau (18,6). Das Net Gearing sagt aus, in welchem Verhältnis die Nettofinanzverschuldung zur Summe aus Nettofinanzverschuldung und Eigenkapital steht. Es belief sich zum 31. Dezember 2023 auf 43,7 %.

NETTOFINANZVERSCHULDUNG

MIO € 31. Dez. 2022 31. Dez. 2023
Langfristige Finanzschulden 17.616 17.882
+ Kurzfristige Finanzschulden 3.486 3.897
= Finanzschulden 1 21.102 21.779
– Flüssige Mittel und Zahlungsmitteläquivalente 3.790 3.649
– Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 1 1.355 364
– Positiver Marktwert langfristiger Derivate 2 101 27
= Finanzielle Vermögenswerte 5.246 4.040
Nettofinanzverschuldung 15.856 17.739
1 Abzüglich Finanzschulden beziehungsweise finanziellen Vermögenswerten mit operativem Charakter.
2 In der Bilanz ausgewiesen unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten.

DEUTSCHE POST AG (HGB)

Deutsche Post AG als Mutterunternehmen

Ergänzend zur Berichterstattung über den Konzern wird im Folgenden die Entwicklung der Deutsche Post AG erläutert. Die Deutsche Post AG als Muttergesellschaft des Konzerns DHL Group stellt ihren Jahresabschluss nach den Grundsätzen des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) auf. Für das Mutterunternehmen Deutsche Post AG gibt es keine gesonderten steuerungsrelevanten Leistungsindikatoren. Daher geht die folgende Darstellung insbesondere auf das handelsrechtliche Jahresergebnis ein.

Beschäftigte

Auf Vollzeitkräfte umgerechnet, betrug die Zahl der Beschäftigten bei der Deutsche Post AG zum Stichtag 159.265 (Vorjahr: 161.772) Personen.

Ertragslage

Die Umsatzerlöse sind insgesamt um 416 MIO € bzw. 2,6 % gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Im deutschen Postgeschäft lag der Umsatz im Berichtsjahr mit 7.193 MIO € um 4,6 % unter dem Vorjahresniveau von 7.537 MIO €. Dabei verteilten sich die Umsätze auf die Bereiche Brief Kommunikation mit 4.569 MIO € (Vorjahr: 4.861 MIO €), Dialog Marketing mit 1.653 MIO € (Vorjahr: 1.711 MIO €) und auf sonstige Leistungen mit 971 MIO € (Vorjahr: 965 MIO €). Der Umsatz im deutschen Paketgeschäft lag im Berichtsjahr mit 6.452 MIO € um 10,9 % über dem Vorjahreswert von 5.820 MIO €. Dies ist im Wesentlichen auf höhere konzerninterne Vergütungen zurückzuführen. Im Geschäftsfeld International wurde im Berichtsjahr ein Umsatz in Höhe von 2.153 MIO € (Vorjahr: 2.049 MIO €) ausgewiesen. Die sonstigen Umsatzerlöse beliefen sich auf 750 MIO € (Vorjahr: 726 MIO €) und enthielten im Wesentlichen Erträge aus Service-Level-Agreements, Miet- und Leasingerträge sowie Erstattungen für Arbeitnehmerüberlassung.

GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG DEUTSCHE POST AG (HGB)

1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER

MIO € 2022 2023
Umsatzerlöse 16.132 16.548
Andere aktivierte Eigenleistungen 96 101
Sonstige betriebliche Erträge 1.265 1.034
17.493 17.683
Materialaufwand –5.887 –5.988
Personalaufwand –8.740 –9.090
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen –338 –352
Sonstige betriebliche Aufwendungen –2.636 –2.528
–17.601 –17.958
Finanzergebnis 3.078 3.403
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –369 –342
Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuss 2.601 2.786
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 8.034 6.430
Bilanzgewinn 10.635 9.216

Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen gegenüber dem Vorjahr um 231 MIO € bzw. 18,3 % zurück, im Wesentlichen aufgrund um 176 MIO € geringerer Erträge aus Währungsumrechnung und um 67 MIO € geringerer Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. Inflationsbedingte Kostensteigerungen führten zu gestiegenen Aufwendungen für die Beförderung von Brief- und Paketsendungen sowie für Leasing und Mieten und erhöhten die Materialaufwendungen um 101 MIO €. Die Personalaufwendungen stiegen um 350 MIO € an. Im Berichtsjahr wurden Inflationsausgleichsprämien in Höhe von 387 MIO € geleistet. Der Rückgang bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 108 MIO € resultiert überwiegend aus geringeren Aufwendungen aus Währungsumrechnung (165 MIO €).

Das Finanzergebnis in Höhe von 3.403 MIO € setzt sich hauptsächlich zusammen aus dem Beteiligungsergebnis von 2.864 MIO € (Vorjahr: 3.739 MIO €) und dem Zinsergebnis von 541 MIO € (Vorjahr: –657 MIO €). Die Veränderung im Beteiligungsergebnis resultiert aus dem Rückgang der Erträge aus Gewinnabführung von der Deutsche Post Beteiligungen Holding GmbH um 874 MIO €, deren Ergebnis vor allem geprägt war von höheren konzerninternen Zinsaufwendungen sowie geringeren Erträgen aus Beteiligungen. Die Verbesserung im Zinsergebnis der Deutsche Post AG ist die Folge von Erträgen aus der Abzinsung von Rückstellungen und höheren konzerninternen Zinserträgen aufgrund der gestiegenen Zinsen im Marktumfeld.

Unter Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von –342 MIO € wurde ein Jahresüberschuss in Höhe von 2.786 MIO € ausgewiesen. Unter Einbeziehung des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr beträgt der Bilanzgewinn 9.216 MIO €.# DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Zusammengefasster Lagebericht

Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme ging zum Bilanzstichtag auf 45.425 MIO € zurück. Das Anlagevermögen erhöhte sich von 17.882 MIO € auf 18.103 MIO €. Investiert wurde in das Sachanlagevermögen in Höhe von 526 MIO € (Vorjahr: 828 MIO €) und dort in Grundstücke und Gebäude (178 MIO €), technische Anlagen (164 MIO €), andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung (65 MIO €) sowie geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau (119 MIO €). Investitionen erfolgten vor allem in Brief- und Paketzentren, Förder- und Verteilanlagen, Pack- und Poststationen sowie in Immobilien zum Ausbau des Netzes. Die Finanzanlagen sanken um 68 MIO €, im Wesentlichen aufgrund von geringeren Ausleihungen an verbundene Unternehmen.

BILANZ DEUTSCHE POST AG (HGB) ZUM 31. DEZEMBER MIO €
2022 2023
AKTIVA
Immaterielle Vermögensgegenstände 281 337
Sachanlagen 4.409 4.642
Finanzanlagen 13.192 13.124
Anlagevermögen 17.882 18.103
Vorräte 88 94
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 26.436 25.556
Flüssige Mittel 2.026 1.281
Umlaufvermögen 28.550 26.931
Rechnungsabgrenzungsposten 303 391
SUMME AKTIVA 46.735 45.425
PASSIVA
Gezeichnetes Kapital 1.239 1.239
Eigene Anteile –40 –58
Ausgegebenes Kapital 1.199 1.181
(Bedingtes Kapital: 159 MIO €)
Kapitalrücklage 4.679 4.682
Gewinnrücklagen 2.711 3.954
Bilanzgewinn 10.635 9.216
Eigenkapital 19.224 19.033
Rückstellungen 5.867 6.005
Verbindlichkeiten 21.510 20.195
Rechnungsabgrenzungsposten 134 192
SUMME PASSIVA 46.735 45.425

Das Umlaufvermögen reduzierte sich um 1.619 MIO €. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen gingen dabei um 1.032 MIO € zurück, im Wesentlichen resultierend aus dem Rückgang kurzfristiger Darlehen (199 MIO €) und den geringeren Forderungen aus Ergebnisabführungsverträgen (874 MIO €). Die flüssigen Mittel gingen um 745 MIO € zurück, im Wesentlichen resultierend aus um 1.104 MIO € niedrigeren Geldmarktanlagen.

Das Eigenkapital ist gegenüber dem Vorjahr von 19.224 MIO € auf 19.033 MIO € zurückgegangen. Der Jahresüberschuss 2023 in Höhe von 2.786 MIO € überstieg die im Jahr 2023 an die Anteilseigner ausgeschüttete Dividende in Höhe von 2.205 MIO €. Die Gewinnrücklagen erhöhten sich um 1.243 MIO €, insbesondere aufgrund der Einstellung in die Gewinnrücklagen von 2.000 MIO € und der Ausgabe von Aktien im Wesentlichen für Vergütungsprogramme von Führungskräften in Höhe von 209 MIO €. Die gegenläufige Verringerung der Gewinnrücklagen um 966 MIO € beruht auf der Verrechnung von Aktienrückkäufen. Die Eigenkapitalquote stieg von 41,1 % auf 41,9 % leicht an. Für die Angaben gemäß §160 Abs. 1 Nr. 2 AktG betreffend eigene Aktien wird auf die Ziffern 26 und 27 des Anhangs sowie Anlage 5 zum Anhang der Deutsche Post AG für das Geschäftsjahr 2023 verwiesen. Die Rückstellungen stiegen im Berichtsjahr um 138 MIO € an. Dabei reduzierten sich die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen aufgrund von Abzinsungseffekten durch das höhere allgemeine Zinsniveau sowie höheren Zeitwerten des Deckungsvermögens um 179 MIO €. Die Veränderung der Steuerrückstellungen um 266 MIO € ist im Wesentlichen auf den Anstieg von Rückstellungen für Ertragsteuern (262 MIO €) zurückzuführen. Die Verbindlichkeiten gingen um 1.315 MIO € auf 20.195 MIO € zurück. Die Verbindlichkeiten aus Anleihen blieben unverändert, die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verringerten sich um 96 MIO €. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gingen um 115 MIO € zurück, die Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen um 62 MIO € und die sonstigen Verbindlichkeiten um 107 MIO € zurück. Der Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 935 MIO € resultiert im Wesentlichen aus dem konzerninternen Cash-Management.

Rückgang der Finanzmittel

Die Finanzmittel der Deutsche Post AG sind im Geschäftsjahr 2023 um 745 MIO € auf 1.281 MIO € zurückgegangen.

Geringere Verschuldung

Die Verschuldung (Rückstellungen und Verbindlichkeiten) der Deutsche Post AG hat sich im Vorjahresvergleich um 1.177 MIO € auf 26.200 MIO € verringert. Wesentlicher Grund für den Rückgang sind geringere Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (935 MIO €).

Prognose, Chancen und Risiken

Die internationale strategische Ausrichtung und die damit verbundene Entwicklungsprognose des Konzerns DHL Group spiegelt auch die Erwartungen für die Deutsche Post AG als Muttergesellschaft wider. Da die Deutsche Post AG unter anderem durch Finanzierungs- und Garantiezusagen sowie durch mittelbare und unmittelbare Investitionen in die Beteiligungsunternehmen mit den Unternehmen des Konzerns DHL Group verbunden ist, entspricht auch die Chancen- und Risikosituation der Deutsche Post AG grundsätzlich der Chancen- und Risikosituation des Konzerns. Das Kapitel Prognose, Chancen und Risiken beinhaltet somit auch die Erwartungen sowie die Chancen und Risiken für die Deutsche Post AG als Muttergesellschaft. Dabei spiegelt der Unternehmensbereich Post & Paket Deutschland im Wesentlichen das Kerngeschäft der Deutsche Post AG wider. Die Tochtergesellschaften haben auf die Deutsche Post AG indirekten Einfluss über das Beteiligungsergebnis infolge von Ergebnisabführungsverträgen. Die Ergebnisentwicklung 2023 entsprach der Vorjahresprognose und ermöglicht die geplante Dividendenzahlung im Jahr 2024 aus dem Jahresüberschuss 2023. Neben der eigenen operativen Tätigkeit beeinflussen die zukünftigen operativen Ergebnisse der Tochterunternehmen das zukünftige Ergebnis der Deutsche Post AG. Der handelsrechtliche Abschluss ist maßgeblich für die Bemessung der Dividende. Ohne Sondereffekte aus dem Finanzergebnis erwarten wir im Geschäftsjahr 2024 für die Deutsche Post AG ein Ergebnis auf Vorjahresniveau, das eine Dividendenzahlung im Einklang mit unserer Finanzstrategie ermöglichen sollte.

NICHTFINANZIELLE ERKLÄRUNG gemäß §§ 289b bis 289e und 315b, 315c i. V .m. 289c bis 289e HGB für die Deutsche Post AG und DHL Group

Grundlagen Berichtsgrenzen und Rahmenwerke

Alle Angaben der nichtfinanziellen Erklärung beziehen den vollständigen Konsolidierungskreis des Konzerns ein, wie er auch dem Konzernabschluss zugrunde liegt. Wurde von dieser Regel abgewichen, ist dies entsprechend ausgewiesen. Die Bestimmung der Berichtsinhalte und der wesentlichen Themen orientiert sich an den GRI-Standards (Kernoption) als Rahmenwerk, ergänzt um die Anforderungen des HGB. Die Steuerungsgrößen wurden gemäß HGB und unter Anwendung des Deutschen Rechnungslegungs Standards 20 bestimmt. Die Definition der Steuerungsgrößen stellen wir im Kapitel Steuerung dar. Zusätzlich enthält die nichtfinanzielle Erklärung die Angaben zur Berichterstattung zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen (EU-Taxonomie). Um Wiederholungen zu vermeiden, verweisen wir zudem bei Pflichtangaben auf andere Kapitel im Lagebericht, sofern diese Angaben dort bereits ausführlich berichtet werden. Aussagen zur Belegschaft gelten für alle Beschäftigten im Konzern; Ausnahmen sind im Kontext ausgeführt.

Berichtsinhalte und materielle Themen

Aus der Materialitätsanalyse 2021 (gemäß GRI-Standards Kernoption und HGB) wurden sechs Themen ermittelt, auf die wir mit unserem Geschäft einen wesentlichen Einfluss haben und die sich umgekehrt auf unser Geschäft auswirken können: Klima- und Umweltschutz, Engagement der Beschäftigten, Vielfalt und Inklusion, Arbeitssicherheit und Gesundheit, Compliance sowie Cybersicherheit. Diese Themen bildeten auch die Grundlage für die Ausrichtung unserer ESG Roadmap. Vorstand und Aufsichtsrat haben die Ausrichtung für das Geschäftsjahr 2023 überprüft und bestätigt.

INHALT DER NICHTFINANZIELLE ERKLÄRUNG (ZUSAMMENFASSUNG)

1 HGB-Aspekte Konzepte Leistungsindikatoren, weitere Messgrößen 2 Ziel 2023 Ergebnis 2 Ziel 2024
Grundlagen
Geschäftsmodell Globales Logistikunternehmen - - -
Umwelt
Umweltbelange Klima- und Umweltschutz: THG- Emissionen vermeiden
Logistikbezogene THG-Emissionen 3 MIO t CO2e 39 33,27 34,9
Realisierte Dekarbonisierungseffekte 3, 4 MIO t CO2e 1,3 1,3 1,5
Soziales
Arbeitnehmerbelange Engagement und Motivation der Beschäftigten auf hohem Niveau halten
Mitarbeiterengagement 3, 4, 5 % > 80 83 > 80
Managementpositionen mit Frauen besetzen
Frauenanteil im mittleren und oberen Management 3 % 27,7 27,2 28,8
Gesundheit am Arbeitsplatz sicherstellen, Unfälle vermeiden
Unfallrate (LTIFR) pro 200.000 Arbeitsstunden 3, 6 Verhältnis 3,5 3,1 3,3
Gesellschaftliche Verantwortung
Sozialbelange Stolz der Beschäftigten auf den gesellschaftlichen Beitrag
Zustimmungswert in jährlicher Befragung  der Beschäftigten % - 78 -
Unternehmensführung
Bekämpfung von Korruption und Bestechung Gesetze, Prinzipien und Richtlinien einhalten
Anteil gültiger Schulungszertifikate an Compliance-Schulungen 3, 7 % 98 98,6 98
Achtung der Menschenrechte Interne Audits mit Bezug auf Menschenrechte durchführen
Interne Audits Anzahl - 53 -
Menschenrechte in der Belegschaft umsetzen Vor-Ort-Prüfungen durchführen
Länder - - 10 -
Anteil gültiger Schulungszertifikate im mittleren und oberen Management % - 99,5 -
Standards in der Lieferkette umsetzen Einkaufsausgaben mit akzeptiertem Lieferantenkodex
MRD € - > 35 - -
Lieferanten mit hohem Risikopotenzial überprüft Anzahl - > 4.000 -
Unternehmensspezifisch
Cybersicherheit Sicherheit von IT-Systemen und Daten gewährleisten
Cybersicherheits-Rating 3, 4 Punkte 690 8 750

Freiwillige Angaben

Steuern Gesellschaftsstrukturen zur Steueroptimierung vermeiden
MIO € -
5.274
9
-
1
Berichterstattung gemäß §§ 289b bis 289e und 315b, 315c i. V .m.
% 2022 2023
Taxonomiefähige Anteile
Umsatz 53 65
Investitionen (Capex) 63 91
Betriebsausgaben (Opex) 58 82
Taxonomiekonforme Anteile
Umsatz 12 15
Investitionen (Capex) 25 30
Betriebsausgaben (Opex) 11 15

1 Gemäß Artikel 8 der Verordnung 2020 / 852 des Europäischen Parlaments und des Rates sowie der Delegierten Verordnungen 2021 / 2178 und 2023/2486 der EU-Kommission.

Nachhaltigkeit in Strategie und Vergütung verankert

Nachhaltigkeit und nachhaltiges Wirtschaften begreifen wir vor allem als Chance und ordnen sie als einen sinnvollen Differenzierungsfaktor im Wettbewerb ein, was sich auch in unserem Unternehmenszweck „Menschen verbinden, Leben verbessern“ widerspiegelt. Unser langfristiger Unternehmenserfolg hängt auch davon ab, wie erfolgreich wir die Bedürfnisse unserer wesentlichen Anspruchsgruppen erfüllen, die Umweltauswirkungen unseres Geschäfts minimieren, uns vertrauenswürdig verhalten und unseren gesellschaftlichen Beitrag erhöhen. Mit unserer ESG Roadmap haben wir die Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz (Environment) verstärkt auf Dekarbonisierung ausgerichtet, um unseren ökologischen Fußabdruck zu mindern. Die strategischen Ansätze in den Bereichen Soziale Verantwortung (Social) und Unternehmensführung (Governance) wurden mit dem Ziel konkretisiert, ein sicheres und motivierendes Arbeitsumfeld zu bieten und transparente, rechtskonforme Geschäftspraktiken konzernweit sicherzustellen. So berücksichtigen wir zugleich unser Chancen- und Risikopotenzial in der Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit wird in der Jahreserfolgsvergütung der Vorstandsmitglieder durch die drei ESG- Steuerungsgrößen Realisierte Dekarbonisierungseffekte, Mitarbeiterengagement und Cybersicherheits-Rating mit einer Gewichtung von jeweils 10 % berücksichtigt. Die Details enthält der separate aktienrechtliche Vergütungsbericht. Im Berichtsjahr wurden diese ESG-Steuerungsgrößen auch in der jährlichen Bonusberechnung für Führungskräfte im oberen Management eingeführt.

Nachhaltigkeitsinitiativen unterstützen

Wir engagieren uns in zahlreichen Initiativen der Vereinten Nationen (United Nations, UN) und unterstützen deren Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Die Ziele Hochwertige Bildung (SDG 4), Geschlechtergleichheit (SDG 5), Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum (SDG 8), Nachhaltige Städte und Gemeinden (SDG 11), Maßnahmen zum Klimaschutz (SDG 13) und Partnerschaften zur Erreichung der Ziele (SDG 17) reflektieren unser Engagement in besonderer Weise.

Zudem setzen wir uns in verschiedenen Nachhaltigkeitsinitiativen ein, um beispielsweise die Entwicklung nachhaltiger Kraftstoffe und Technologien zu fördern, und arbeiten auch gemeinsam mit unseren Transportpartnern daran, den Kraftstoffverbrauch und den Ausstoß von Treibhausgas(THG)-Emissionen zu verringern. Darüber hinaus engagieren wir uns in Gremien der EFRAG und des International Sustainability Standards Board zur Entwicklung europäischer und globaler Berichtsstandards zur Nachhaltigkeit. Im Berichtsjahr ist DHL Group dem deutschen Verband von Transparency International beigetreten.

Richtlinien definieren konzernweit die Umsetzung der ESG-Standards

Wir betreiben unser Geschäft im Einklang mit geltendem Gesetz und gemäß unseren eigenen ESG-Standards. DHL Group unterzeichnete 2006 den UN Global Compact. Dessen zehn Prinzipien sowie die Grundsätze der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen, die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation sowie das Prinzip der Sozialpartnerschaft sind durch unseren Verhaltenskodex für Beschäftigte und unsere Grundsatzerklärung zu Menschenrechten konzernweit verankert und werden in weiteren internen Richtlinien präzisiert.

In der Lieferkette fordern wir unsere ethischen, sozialen und ökologischen Werte mit dem Verhaltenskodex für Lieferanten (Lieferantenkodex) ein. Der Lieferantenkodex ist ein verbindlicher Bestandteil der Beziehungen mit unseren Lieferanten, einschließlich Subunternehmern. Mit Unterzeichnung verpflichten diese sich, unsere Standards einzuhalten und in der eigenen Lieferkette umzusetzen.

Mit dem Verhaltenskodex und der daraus abgeleiteten internen Richtlinie „Antikorruption und Standards für Geschäftsethik“ geben wir allen Beschäftigten und Führungskräften eindeutige Regeln und Standards an die Hand, wie sie in ihrem Umfeld und ihrem Aufgabenbereich gesetzes- und regelkonform zum Erfolg des Konzerns beitragen können. Für die Umsetzung unserer Werte und Ziele sind alle Beschäftigten, aber vor allem die Führungskräfte verantwortlich; darum ist der Verhaltenskodex Bestandteil ihrer Arbeitsverträge. Beide Verhaltenskodizes und die Konzernrichtlinien werden jährlich auf Aktualität und Vollständigkeit überprüft.

Steuerung und Planung

Unsere Steuerungsgrößen, Kennzahlen und Ziele sind vollständig in die Finanzsysteme, Berichts- und Planungsprozesse sowie in das interne Kontrollsystem und den Chancen- und Risikomanagementprozess integriert. Die Entwicklung der Steuerungsgrößen gegenüber der Planung wird monatlich dem Vorstand zusammen mit den finanziellen Kennzahlen vorgestellt und diskutiert; die Steuerungsgröße Mitarbeiterengagement wird einmal jährlich ermittelt und erörtert. Bei eventuellen Abweichungen gegenüber dem Plan werden Lösungsansätze besprochen und verabschiedet; im Berichtsjahr lag der Schwerpunkt dabei auf der Steuerung des Einkaufs nachhaltiger Kraftstoffe.

Nichtfinanzielle Risiken

Das Chancen- und Risikomanagement erfolgt im Konzerncontrolling und schließt nachhaltigkeitsbezogene Aspekte ein. Chancen und Risiken aus dem Klimawandel werden anhand einer Szenario-Analyse nach den Empfehlungen der Task Force on Climate- related Financial Disclosures (TCFD) analysiert, die auch die Vorgaben der EU-Taxonomie berücksichtigt. In diesem Rahmen diskutieren und bewerten wir sowohl transitorische als auch physische Risiken aus dem Klimawandel anhand verschiedener Szenarien. Im Berichtsjahr wurden die im Vorjahr identifizierten ESG-Risiken in den materiellen Themen Klimawandel (Risikokategorien: operativ, markt- und kundenspezifisch sowie aus Regulierung) und Informationstechnologie bestätigt. Diese Risiken werden mit mittlerer Bedeutung für den Konzern bewertet.

Organisation der Nachhaltigkeit

Der Vorstand ist das zentrale Entscheidungsgremium für die Ausrichtung in der Nachhaltigkeit, während die Unternehmensbereiche für die Umsetzung der Maßnahmen verantwortlich sind. Regelmäßig werden die erzielten Fortschritte im Vorstand erörtert. Auch in den Sitzungen des Aufsichtsrats und dessen Strategie- und Nachhaltigkeitsausschuss und Finanz- und Prüfungsausschuss werden ESG-Themen regelmäßig behandelt. Die Perspektive externer Anspruchsgruppen wird durch den Nachhaltigkeitsbeirat (Sustainability Advisory Council) eingebracht.

Ressort Vorstandsvorsitz:

Verantwortet die strategische Ausrichtung, den Stakeholder-Dialog und die Umsetzung der ESG- Programme. Die ESG-Themen werden in der Konzernstrategie weiterentwickelt und im Sustainability Steering Board regelmäßig überprüft. Das Gremium ist mit den Vorstandsmitgliedern Vorsitz, Finanzen und Personal sowie Führungskräften aus zentralen und divisionalen Fachfunktionen besetzt. Zum 1. Januar 2024 wurde die Verantwortung für die konzernweiten Standards in der Cybersicherheit vom Vorstandsressort Global Business Services in das Ressort des Vorstandsvorsitz verlagert.

Vorstandsressort Personal:

Entwickelt konzernweite Konzepte für Führung und Unternehmenskultur, zur Förderung von Talenten und Fähigkeiten, Vorgaben im Zusammenhang mit HR-Prozessen und -Services sowie für die Pflege der Beziehungen zu den Arbeitnehmervertretungen und für die Achtung der Menschenrechte in unserer Belegschaft.

Vorstandsressort Finanzen:

Verantwortet das ESG-Reporting und -Controlling, die Chancen- und Risikobewertung, die Integration in das interne Kontrollsystem und die Finanzsysteme sowie das Compliance-Management und den Datenschutz. Im Berichtsjahr wurde die Verantwortung für die Materialitätsanalyse vom Vorstandsvorsitz in das Finanzressort verlagert.

Vorstandsressort Global Business Services:

Legt unter anderem die konzernweiten Standards für die nachhaltige Beschaffung und die Auswahlprozesse für Lieferanten sowie die Vorgaben für das Insurance & Risk Management und für Konzernimmobilien fest.

WESENTLICHE ENTSCHEIDUNGSGREMIEN FÜR NACHHALTIGKEIT

1 CEO = Vorstandsvorsitzender, Mitglieder des Vorstands Finanzen (CFO), Personal (CHRO), Express.

Schwerpunkte im Berichtsjahr

Im Juni 2023 wurde die erste nachhaltigkeitsbezogene Anleihe mit einem Emissionsvolumen von 500 MIO € und einer Laufzeit bis 2033 platziert. Die Verzinsung der Anleihe ist an unser mittelfristiges Ziel geknüpft, die THG-Emissionen bis 2030 signifikant zu senken.# Ganzjährig lag der Schwerpunkt auf der Auslegung und Anwendung der neuen Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung der Europäischen Union (EU), die ab dem Geschäftsjahr 2024 angewendet werden müssen.

Die Materialitätsanalyse wurde unter Berücksichtigung der neuen Anforderungen an die Wesentlichkeit konzipiert und durchgeführt. Dabei wurden die Auswirkungen, Risiken und Chancen in internen Expertenrunden bewertet sowie vertiefende Auswertungen durchgeführt. Hierzu gehörte auch eine umfangreiche standortbasierte Analyse von Aspekten der Biodiversität. Das Ergebnis wurde mit internen sowie externen Stakeholdern erörtert. Nach derzeitiger Einschätzung stufen wir die ESRS-Themen Klimaschutz, Eigene Belegschaft, Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette und Unternehmenspolitik sowie Cybersicherheit als unternehmensspezifisches Thema materiell ein. Darüber hinaus wurden ESG-Kennzahlen, Verantwortlichkeiten, interne Erfassungs- und Berichtssysteme auf erforderliche Anpassungen oder Erweiterungen überprüft; außerdem wurden die zusätzlichen Anforderungen der EU-Taxonomie umgesetzt.

Das Unternehmen

Zusammengefasster Lagebericht

Konzernabschluss

Weitere Informationen

46 DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Umwelt

Klimaschutz im Fokus unseres Geschäfts

Die wesentliche Auswirkung unserer Geschäftstätigkeit auf die Umwelt besteht im Ausstoß von logistikbezogenen Treibhausgasen (THG), die zum Klimawandel beitragen. Auch die EU stuft den Transportsektor als energieintensiv ein ( High Climate Impact Sector). Im Rahmen unserer ESG Roadmap haben wir Maßnahmen definiert und ambitionierte Ziele gesetzt, um diese Auswirkungen zu mindern, Chancen zu realisieren und Risiken zu vermeiden.

Mittelfristiges Ziel: Bis zum Jahr 2030 haben wir uns das Ziel gesetzt, unsere logistikbezogenen THG-Emissionen auf unter 29 Mio t CO 2 e zu senken. Neben den eigenen THG-Emissionen in Scope 1 und Scope 2 beziehen wir auch die Scope-3-Emissionen aus eingekauften Transportleistungen (Kategorie 4), Kraftstoff- und Energiebezogenen Aktivitäten (Kategorie 3) und Geschäftsreisen (Kategorie 6) in dieses Ziel ein. Dieses Ziel wurde auf der Grundlage der Anforderungen der Initiative für wissenschaftsbasierte Ziele (Science-Based Targets) entwickelt und unterstützt die globalen Bemühungen zur Begrenzung der globalen Erwärmung im Einklang mit dem Pariser Abkommen der Vereinten Nationen.

Die Science Based Targets initiative (SBTi) hat dazu folgende Teilziele verifiziert und als im Einklang mit der Begrenzung der globalen Erderwärmung auf 1,5 Grad bewertet: Ausgehend vom Basisjahr 2021 hat sich DHL Group verpflichtet, die direkten netto THG-Emissionen aus der Nutzung von Kraftstoffen und die indirekten Emissionen aus eingekaufter Energie (Scopes 1 und 2) bis 2030 um 42 % zu reduzieren. Die logistikbezogenen Scope-3-Emissionen aus kraftstoff- und energiebezogenen Aktivitäten, eingekauften Transportleistungen sowie Geschäftsreisen sollen bis 2030 um 25 % reduziert werden. Die Verzinsung unserer ersten nachhaltigkeitsbezogenen Anleihe ist an diese Teilziele geknüpft.

Ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Klimaschutzmaßnahmen liegt auf dem Einsatz von nachhaltigen Kraftstoffen. Die hierdurch erzielten Einspareffekte bieten uns die Chance, Klimaschutz direkt im Transportsektor und in unserer Lieferkette gezielt umzusetzen. Die Substitution fossiler Brennstoffe erfolgt dabei entweder durch die direkte Nutzung oder über den Nachweis eingebrachter zertifiziert nachhaltiger Kraftstoffe (Book & Claim) und ermöglicht einen positiven Einfluss auf unsere Zielerreichung. Für unsere Berechnung der marktbasierten Effekte nutzen wir die Vorgaben des „Voluntary Market Based Measures Framework for Logistics Emissions Accounting and Reporting“ des Smart Freight Centre.

Langfristiges Ziel: Bis 2050 wollen wir die THG-Emissionen unserer Logistikdienstleistungen auf netto null reduzieren. Das heißt, wir verringern diese Emissionen (Scopes 1, 2 und 3) durch aktive Reduktionsmaßnahmen auf ein unvermeidbares Minimum, das durch anerkannte Gegenmaßnahmen (ohne Offsetting) vollständig kompensiert werden soll.

DEKARBONISIERUNGSZIELE MIO t CO 2 e
1 Inklusive Effekt durch Akquisition der Hillebrand Group im Geschäftsjahr 2022, ab dem Geschäftsbericht 2022 ausgewiesen.
2 Marktbasierte Methode.
3 Berücksichtigt die Scope-3-Kategorien 4 Eingekaufte Transportleistungen, 3 Kraftstoff- und energiebezogene Aktivitäten und 6 Geschäftsreisen.

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Klimaziele umsetzen

Für die Erreichung unserer Ziele bis 2030 haben wir zusätzliche Ausgaben in Höhe von bis zu 7 MRD € vorgesehen, um den Anteil nachhaltiger Kraftstoffe und Technologien in unseren Flotten und Gebäuden auszubauen. Dieses Maßnahmenpaket runden wir durch eine spezifische umweltfreundliche Produktpalette ab: Unsere Kundschaft kann sich mit GoGreen Plus bewusst für nachhaltige Transportlösungen oder für den Einsatz nachhaltiger Kraftstoffe entscheiden. So werden wir unserer Verantwortung gegenüber dem Klima und der Umwelt gerecht.

Die zentralen Klimaschutzmaßnahmen werden im Ressort des Vorstandsvorsitzenden entwickelt und Konzernrichtlinien werden entsprechend angepasst oder entworfen und konzernweit implementiert. Die Erfassung der Umweltdaten, die Überwachung der Fortschritte gegenüber den Zielen, die Chancen- und Risikobewertung sowie die interne und externe Berichterstattung erfolgen, eingebettet in das interne Kontrollsystem, im Vorstandsressort Finanzen. Unsere Ausrichtung im Klima- und Umweltschutz ist in Konzernrichtlinien festgeschrieben: in dem Verhaltenskodex und dem Lieferantenkodex, der Umwelt- und Energierichtlinie sowie in den internen Richtlinien für nachhaltige Kraftstoffe und Einkaufsprozesse. Im Berichtsjahr wurde die Umwelt- und Energierichtlinie vollständig überarbeitet und an die ESG Roadmap angepasst. Zudem engagieren wir uns in vielfältigen Initiativen zur Entwicklung nachhaltiger Kraftstoffe und Technologien und gemeinsam mit unseren Transportpartnern zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs sowie zur Senkung der THG-Emissionen. Dies ermöglicht uns auch die Beschaffung von Verbrauchs- und Emissionsdaten, die für ein Transportpartner-Management notwendig sind. Beispiele hierfür sind die Clean Cargo Initiative der Containerschifffahrt oder unsere interne Green Carrier Certification für den Straßentransport.

Risiken aus dem Klimawandel

Chancen und Risiken aus dem Klimawandel wurden anhand einer Szenario-Analyse nach den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) bewertet. Dabei wurden für die Beurteilung physischer Risiken, die beispielsweise aus dem Anstieg des Meeresspiegels resultieren können, sogenannte RCP-Szenarien (Representative Concentration Pathways, repräsentative Konzentrationspfade) des Weltklimarats mit einer durchschnittlichen Klimaerwärmung von unter 2, über 2 oder über 4 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 herangezogen; für transitorische Risiken wurde das nachhaltige Entwicklungsszenario der Internationalen Energieagentur zugrunde gelegt. Mit dem jeweiligen Vorstand der Unternehmensbereiche wurden im Rahmen der finanziellen und nicht finanziellen Risikobewertung auch die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Geschäftsmodelle, die Strategie, das operative Geschäft und unsere Mission, bis 2050 die THG-Emissionen netto auf null zu reduzieren, analysiert und bewertet. Darüber hinaus wurde die Bewertung für Standorte mit erhöhtem physischem Risiko bestätigt. Demnach ergeben sich für den Konzern vor allem transitorische Risiken, die insbesondere den Ausstoß von THG-Emissionen betreffen: betriebliche Beschränkungen durch die zunehmende Regulierung (CO 2 - Steuern und -Abgaben), die fehlende Verfügbarkeit nachhaltiger Kraftstoffe für den Lufttransport (Sustainable Aviation Fuels) und Energie aus erneuerbaren Quellen.

Fortschritt in der Dekarbonisierung

Die Steuerung unserer Maßnahmen ist auf die Entwicklung der logistikbezogenen netto THG-Emissionen (THG-Emissionen) und die durch Dekarbonisierungsmaßnahmen vermiedenen THG-Emissionen ausgerichtet. Dabei beziehen wir die gesamte Prozesskette bei der Herstellung und Bereitstellung von Energie für den Transportbereich mit den Scope-3-Kategorien 4 Eingekaufte Transportleistungen, 3 Kraftstoff- und energiebezogene Aktivitäten und 6 Geschäftsreisen des GHG Protocol (Well- to-Wheel) in die Berechnung ein. Die weiteren Scope-3-Kategorien ohne direkten Logistikbezug werden nicht in unserem mittelfristigen Ziel berücksichtigt. Die Berechnung der THG-Emissionen in Scope 1 berücksichtigt die Nutzung nachhaltiger Kraftstoffe auf Basis eingekaufter Mengen. Für die Ermittlung der Scope-3-Emissionen verwenden wir ein aktivitätsbasiertes Berechnungsmodell, das auch von Transportunternehmern nachgewiesene Kraftstoffmengen und Reduktionsmaßnahmen berücksichtigt. In den THG-Emissionen

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der Scopes 1 und 3 sind zusätzlich Reduktionseffekte aus marktbasierten Verfahren enthalten, die eine durch Zertifikate nachgewiesene Substitution fossiler Kraftstoffe – ohne direkten physischen Bezug der Kraftstoffe – darstellen (Book & Claim).

Die THG-Emissionen entstehen in den Transportmodi und verteilen sich wie folgt: 68 % Luft, 24 % Land und 7 % See (Vorjahr: Luft 69 %, Land 22 %, See 8 %); Gebäude tragen unverändert mit 1 % bei. Im Berichtsjahr sanken die THG-Emissionen um 9,1 % auf 33,27 Mio t CO 2 e. Die THG-Emissionen in den Scopes 1 netto und 2 (marktbasierte Methode) gingen um 0,8 % auf 8,30 Mio t CO 2 e zurück, die netto Scope-3-Emissionen um 11,5 % auf 24,97 Mio t CO 2 e. Der Rückgang der THG-Emissionen ist vor allem durch die rückläufige Entwicklung der Sendungsvolumina beeinflusst.# Realisierte Dekarbonisierungseffekte und THG-Emissionen

Realisierte Dekarbonisierungseffekte aus unseren Maßnahmen in Höhe von 1,3 MIO t CO 2 e (Vorjahr: 1 MIO t CO 2 e) haben zur Reduktion beigetragen; damit haben wir unser Ziel für das Berichtsjahr erreicht. Emissionsmindernd wirkten dabei die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Quellen, die Elektrifizierung unserer Flotte in der Abholung und Zustellung und die Betankung mit nachhaltigen Kraftstoffen beziehungsweise die freiwillige Beimischung in den verwendeten Verteilnetzen. Durch die gesetzlich bestimmten Beimischungen von Biokraftstoffen ergibt sich zusätzlich eine Reduktion von 128 kt CO 2 e (Vorjahr angepasst: 140 kt CO 2 e), die in unseren Realisierten Dekarbonisierungseffekten nicht enthalten sind. Aus der Verbrennung von Biomasse (biologisches Material, das aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff besteht) entstanden Emissionen in Höhe von 787 kt CO 2 e (Vorjahr: 538 kt CO 2 e), die gemäß GHG Protocol nicht den Scopes 1, 2 und 3 zugerechnet werden. Die THG-Intensität betrug im Berichtsjahr 407 g CO 2 e pro € Umsatz (Vorjahr angepasst: 387 g CO 2 e pro € Umsatz).

THG-EMISSIONEN

2022 (angepasst) 2023 +/- %
Logistikbezogene netto THG-Emissionen gesamt 36,59 33,27 -9,1
Scope 1 netto 8,30 8,25 -0,6
Scope 1 ohne marktbasierte Maßnahmen 8,30 8,26 -0,5
davon Lufttransport 6,91 6,97 0,9
Straßentransport 1,13 1,05 -7,1
Gebäude 0,26 0,24 -7,7
Reduktion durch marktbasierte Maßnahmen > -0,01 -0,01 0,0
Scope 2 (marktbasierte Methode) 0,07 0,05 -28,6
davon Strom (Straßentransport und Gebäude) 0,04 0,02 -50,0
Fernwärme und Fernkühlung (Gebäude) 0,03 0,03 0,0
Scope 3 (logistikbezogen) netto 28,22 24,97 -11,5
Scope 3 (logistikbezogen) ohne marktbasierte Maßnahmen 28,27 25,09 -11,2
davon Kategorie 3 Kraftstoff- und energiebezogene Aktivitäten 1,87 1,87 0,0
Kategorie 4 Eingekaufte Transportleistungen (Upstream) 26,33 23,14 -12,1
Kategorie 6 Geschäftsreisen 0,07 0,08 14,3
Reduktion durch marktbasierte Maßnahmen -0,05 -0,12 140,0
Nachrichtlich Scope 2 (standortbasierte Methode) 2 0,69 0,67 -2,9
Scope 3 (nicht logistikbezogen) 2 5,91 5,88 -0,5
davon Kategorie 1 Erworbene Produkte und Services 3,00 2,78 -7,3
Kategorie 2 Anlagegüter 2,29 2,49 8,7
Kategorie 7 Pendelverkehr (Arbeitsweg der Beschäftigten) 0,62 0,61 -1,6

1 Zur Berechnung der THG-Emissionen werden Emissionsfaktoren der EN 16258 (Kerosin, Diesel und weitere fossile Kraftstoffe), des GLEC Framework (Kraftstoffe aus Erdgas und Biogas) und der IEA (Strom und Fernwärme) verwendet.
2 Nicht in den 2030-Zielen berücksichtigt.

Nachhaltige Technologien und Kraftstoffe nutzen

Der Fokus unserer Maßnahmen liegt unverändert vor allem auf den emissions- und verbrauchsstärksten Transportmodi, also in der Luft- und Seefracht und im Straßentransport, sowie auf dem weiteren Ausbau der Elektrifizierung der Straßenflotte in der Abholung und Zustellung. Zudem investieren wir in Technologien, um neue eigene Gebäude klimaneutral zu gestalten. In der Luft- und Seefracht sowie im Landtransport soll der Anteil nachhaltiger Kraftstoffe bis 2030 mehr als 30 % betragen, in der Abholung und Zustellung sollen 60 % E-Fahrzeuge im Einsatz sein; alle neuen eigenen Gebäude wollen wir klimaneutral gestalten. Nachhaltige Technologien und Kraftstoffe sind häufig teurer als konventionelle Technologien oder fossile Kraftstoffe. Die hieraus resultierenden zusätzlichen Ausgaben für Dekarbonisierungsmaßnahmen sind im Berichtsjahr um 55,6 % auf 442 MIO € gestiegen. Dadurch konnten rund 1,3 MIO t CO 2 e (Vorjahr: 1 MIO t CO 2 e) reduziert werden; darin enthalten sind 127 kt CO 2 e durch marktbasierte Mechanismen. Der Anteil nachhaltiger Kraftstoffe stieg um 1,1 Prozentpunkte auf 2,8 % (Vorjahr: 1,7 %). In der Abholung und Zustellung konnten wir den Anteil der E-Fahrzeuge im Berichtsjahr auf 37,6 % steigern; die Anzahl der E-Fahrzeuge betrug rund 35.200 (Vorjahr: 27.800). Damit sind wir unserem Ziel, bis 2030 einen Anteil von 60 % zu erreichen, ein großes Stück näher gekommen. Der Anteil von Strom aus erneuerbaren Quellen lag mit 97 % deutlich über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 94 %).

ZUSÄTZLICHE AUSGABEN FÜR DEKARBONISIERUNG

2022 (MIO €) 2023 (MIO €) +/- %
Nachhaltige Kraftstoffe und Technologien 284 442 55,6
davon Nachhaltige Kraftstoffe 66 135 104,5
davon Flugkraftstoff 53 113 113,2
Elektrifizierung der Flotte 179 244 36,3
Gebäude 24 38 58,3
Weitere Maßnahmen 1 15 25 66,7

1 Verlagerung auf die Schiene, Biogas-Lkws einschließlich Versorgungsinfrastruktur, Strom aus erneuerbaren Quellen.

Die Dekarbonisierung treiben wir auch durch unsere Produktgruppe GoGreen Plus voran. Wir ermöglichen unserer Kundschaft eine bewusste Entscheidung für nachhaltige Transportlösungen oder für den Einsatz nachhaltiger Kraftstoffe. Bereits für rund zwei Drittel unserer klassischen Produktpalette bieten wir nachhaltige Alternativen an. Außerdem haben wir das DHL GoGreen Dashboard veröffentlicht: eine digitale Berichtsplattform für unsere Kundschaft zur Konsolidierung von THG-Emissionen über alle Transportmodi hinweg, mit verschiedenen Möglichkeiten zur Darstellung und Aufschlüsselung der Daten. Ergänzend zu GoGreen Plus bieten wir unseren Kunden weiterhin Offsetting-Produkte zur Kompensation ihrer THG-Emissionen an. Dieses Offsetting wird jedoch bei der Berechnung unseres eigenen THG-Fußabdrucks (gemäß GHG Protocol) und bei der Darstellung der Realisierten Dekarbonisierungseffekte nicht emissionsmindernd berücksichtigt. Im Berichtsjahr wurden für das Geschäftsjahr 2022 Zertifikate in Höhe von 1,0 MIO t CO 2 e stillgelegt.

Unternehmensbereiche treiben Dekarbonisierung voran

Express hat weitere Lieferverträge für nachhaltige Flugkraftstoffe abschließen können. Zudem wurde die Modernisierung der Flugzeugflotte für den Einsatz auf interkontinentalen und regionalen Strecken fortgeführt und das Netz der Kooperationen mit Transportpartnern weiter ausgebaut. Außerdem wurde der Ausbau der E-Fahrzeugflotte vorangetrieben.

Global Forwarding, Freight hat weitere Partnerschaften zu Insetting mit nachhaltigem Kraftstoff abgeschlossen. Die Zertifizierung von Transportpartnern durch die Green Carrier Certification schafft Transparenz über die Nachhaltigkeit unserer Subunternehmer. Rund 1.000 Freight-Nutzer erhalten bereits Emissionsberichte; über myDHLi bieten wir den Global-Forwarding-Nutzern Berichte mit Daten für Luft- und Seefracht in Echtzeit. Damit wird unsere Kundschaft beim Erreichen der eigenen Nachhaltigkeitsziele unterstützt.

Supply Chain treibt die Dekarbonisierung in den Lieferketten mit einem hochmodernen, nachhaltigen Produktportfolio für CO 2 - neutrale Lagerhaltung, Transporte und Verpackung voran. Im Berichtsjahr wurde eine Richtlinie für nachhaltige Transporte für relevante Tochtergesellschaften eingeführt, die den effektiven Einsatz nachhaltiger Antriebsarten und Kraftstoffe unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte beschreibt. Daneben lag der Fokus auf dem weiteren Ausbau CO 2 -neutraler Lagerhäuser und nachhaltigem Transport. In Großbritannien wurden unsere Tankstellen in Teilen von Diesel auf HVO (Hydrotreated Vegetable Oil, hydriertes Pflanzenöl) umgestellt. In Irland wird durch Partner die Biogaserzeugung aufgebaut, um Lkw mit nachhaltig produziertem Gas betanken zu können.

eCommerce fokussiert sich weiterhin auf den Ausbau der E-Fahrzeugflotte und die verstärkte Nutzung von Strom aus erneuerbaren Quellen. In den Niederlanden wird die Zustellung und Abholung auch durch die stärkere Nutzung von HVO klimafreundlich gestaltet.

Post & Paket Deutschland hat den Ausbau der E-Fahrzeugflotte fortgeführt. Darüber hinaus wurden weitere Maßnahmen getestet, um den Transport zwischen unseren Standorten nachhaltiger zu gestalten. Hieraus wurde der Einsatz von Lkw mit Gasantrieb (nachhaltig hergestelltes komprimiertes Gas, CNG) für längere Transportstrecken als Lösung ermittelt. Zudem wurde das Angebot nachhaltiger Produkte erweitert. Der CO 2 e-Nachhaltigkeitsreport bietet Geschäftskunden im nationalen Warenversand zusätzliche Transparenz über ihre durch den Transport verursachten THG-Emissionen.

Energieverbrauch und -effizienz

Der Lufttransport ist der energieintensivste Transportmodus in unserem Geschäftsmodell. Mit kontinuierlichen Modernisierungsprozessen in unserer eigenen Flotte und an unseren Standorten können wir auch den Energieverbrauch positiv beeinflussen. Darum verlagern wir vermehrt Transporte auf unsere eigene, effizientere Flotte und trainieren die Piloten weiterhin in der Anwendung energieschonender Flugmanöver. Der konzernweite Energieverbrauch (Scopes 1 und 2) stieg im Berichtsjahr auf 35.056 MIO kWh, dabei konnte die Nutzung aus erneuerbaren Quellen gegenüber dem Vorjahr um 35,1 % gesteigert werden. Der Transportsektor zählt zu den energieintensiven Sektoren, daher wird die sogenannte Energieintensität auf Basis des Konzernumsatzes ermittelt. Im Geschäftsjahr betrug der Wert 0,43 kWh pro € Umsatz (Vorjahr: 0,37 kWh pro € Umsatz). Im Berichtsjahr konnten wir den Anteil von Strom aus erneuerbaren Quellen erneut steigern, dieser liegt nun bei 97 % (Vorjahr: 94 %). Überwiegend wird die Nutzung durch Zertifikate nachgewiesen. Daraus resultierende Einspareffekte in den THG- Emissionen spiegeln sich in den Scope-2-Emissionen (marktbasierte Methode) wider. Zusätzlich nutzen wir selbst erzeugte Elektrizität und beziehen Strom aus erneuerbaren Quellen direkt über Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements).# ENERGIEVERBRAUCH IN FLOTTEN UND GEBÄUDEN (SCOPES 1 UND 2)

MIO kWh 2022 angepasst 2023 +/- %
Energieverbrauch gesamt 34.493 35.056 1,6
Aus fossilen Quellen 32.226 31.994 -0,7
davon Lufttransport 26.648 26.853 0,8
Straßentransport (ohne E-Fahrzeuge) 4.237 3.899 -8,0
Gebäude und Anlagen 1.341 1.242 -7,4
Aus erneuerbaren Quellen 1 2.267 3.062 35,1
davon Lufttransport 343 881 156,9
Straßentransport 2 242 390 61,2
davon E-Fahrzeuge 3 58 81 39,7
Gebäude und Anlagen 1.682 1.791 6,5

1 Darin enthalten 41 MIO kWh durch marktbasierte Maßnahmen bei Kraftstoffen.
2 Darin enthalten die gesetzliche Beimischung.
3 Europa: größtenteils regulierte Herkunftsnachweise (HKN). Nordamerika: Renewable Energy Certificates (RECs), Global: International Renewable Energy Certificates (I-RECs).

Fortschrittsbericht zur nachhaltigkeitsbezogenen Anleihe

Unsere nachhaltigkeitsbezogene Anleihe hat ein Emissionsvolumen von 500 MIO € mit einer Laufzeit bis 2033. Die Verzinsung der Anleihe ist an unser mittelfristiges Ziel geknüpft, die THG-Emissionen in den Scopes 1 und 2 um 42 % und die Scope-3-Emissionen um 25 % zu senken. Für den Validierungsprozess unseres mittelfristigen Ziels durch die SBTi hatten wir den Effekt der Akquisition Hillebrand Group auf unsere logistikbezogenen THG-Emissionen in der Berechnung des Basisjahres 2021 bereits berücksichtigt. Die Akquisition wurde im Geschäftsjahr 2022 abgeschlossen und Hillebrand seitdem in die Konsolidierung einbezogen.

ERMITTLUNG THG-EMISSIONEN GESAMT FÜR BASISJAHR 2021

MIO t CO 2 e 2021
THG-Emissionen gesamt (Science-Based Target) 40,23
davon DHL Group 1 39,36
Hillebrand Group 2 0,87

1 Wie im Geschäftsbericht 2021 ausgewiesen.
2 Akquisition im Geschäftsjahr 2022 erfolgt und ab dem Geschäftsbericht 2022 ausgewiesen.

Die logistikbezogenen THG-Emissionen entwickeln sich erwartungsgemäß rückläufig. Dieser Trend ergibt sich vor allem aus der konjunkturellen Entwicklung und unseren Dekarbonisierungsmaßnahmen. Die THG-Emissionen in den Scopes 1 und 2 betrugen im Berichtsjahr 8,30 MIO t CO 2 e und 24,97 MIO t CO 2 e in Scope 3. Dies entspricht einem Anstieg von 10,4 % in Scopes 1 und 2 sowie einer Reduktion von 23,7 % in Scope 3 gegenüber dem Basisjahr 2021. Der Anstieg der Scope-1-Emissionen liegt vor allem in der Verlagerung von Transporten auf unsere eigene effiziente Flotte, während sich der Rückgang der Sendungsvolumina in den Scope- 3-Emissionen widerspiegelt. Darüber hinaus wirken unsere Dekarbonisierungsmaßnahmen über alle Scopes.


FORTSCHRITT GEGENÜBER BASISJAHR

1 Berechnung berücksichtigt die Nutzung nachhaltiger Kraftstoffe auf Basis eingekaufter Mengen und Reduktionseffekte aus marktbasierten Maßnahmen.
2 Marktbasierte Methode.
3 Berücksichtigt die Scope-3-Kategorien 4 Eingekaufte Transportleistungen, 3 Kraftstoff- und energiebezogene Aktivitäten und 6 Geschäftsreisen. Berechnung erfolgt auf Basis eines aktivitätsbasierten Berechnungsmodells und enthält Reduktionseffekte aus marktbasierten Maßnahmen.

Soziales

Gemeinsame DNA als Erfolgsfaktor

Unsere Unternehmenskultur macht uns stark. Sie ist von gemeinsamen Werten, Überzeugungen und Verhaltensweisen getragen und einer unserer wichtigsten Erfolgsfaktoren. Wir nennen sie unsere gemeinsame DNA. Sie verbindet uns über alle Geschäftseinheiten und Regionen hinweg und definiert, wer wir sind und wie wir handeln. Bereits 2006 haben wir einen Verhaltenskodex für unsere Beschäftigten formuliert, der konzernweit gültig ist. Wir schätzen die Vielfalt in unserer Belegschaft und handeln respektvoll. Dies ist die Grundlage guter Zusammenarbeit und eine Bedingung für unseren wirtschaftlichen Erfolg.

Arbeitgeber erster Wahl sein

Unsere Beschäftigten sind unser höchstes Gut. Wir beschäftigen weltweit mehr als 590.000 Menschen, sind in unserer Branche eines der beschäftigungsstärksten Unternehmen der Welt und haben den Anspruch, Arbeitgeber erster Wahl zu sein. Kompetente und engagierte Menschen wollen wir für uns gewinnen, sie kontinuierlich weiterentwickeln und langfristig an uns binden. Denn nur motivierte Beschäftigte liefern exzellente Dienstleistungsqualität, stellen unsere Kundschaft zufrieden und sichern so den nachhaltigen Erfolg unserer Geschäftstätigkeit. Darum wollen wir ihr Engagement stärken und auf einem hohen Niveau halten. Mit Konzepten zu Vielfalt, Chancengerechtigkeit, Inklusion und Zugehörigkeit gestalten wir ein diskriminierungsfreies, wertschätzendes und sicheres Arbeitsumfeld und gewährleisten gesundheitsförderliche Arbeitsplätze.


ARBEITNEHMERBELANGE

Materielles Thema Leistungsindikatoren 1 , weitere Messgrößen 2022 2023 Ziel 2024 Ziel 2025
Engagement der Beschäftigten Mitarbeiterengagement 1, 2 % 83 83 > 80 > 80
Fort- und Weiterbildung MIO Std. 3,7 4,7 - -
Vielfalt und Inklusion Frauenanteil im mittleren und oberen Management 1, 3 % 26,3 27,2 28,8
Beschäftigte mit Behinderungen 4 Kopfzahl 14.274 14.014 - -
Beschäftigungsquote 4 % 8,0 7,9 - -
Arbeitssicherheit und Gesundheit Unfallrate (LTIFR) 1, 2, 5 Verhältnis 3,4 3,1 Maximal 3,3 < 3,1
Krankenstand % 6,3 5,7 - -

1 Leistungsindikatoren (Steuerungsgrößen) sind steuerungsrelevant und werden mit Zielwerten belegt (gemäß §§ 289 b bis 289e und 315b, 315c i. V .m. 289c bis 289e HGB).
2 Steuerungs- und vergütungsrelevant im Berichtsjahr. Stellt das aggregierte und gewichtete Ergebnis von fünf Aussagen in der jährlichen konzernweiten Befragung der Beschäftigten dar.
3 Steuerungsrelevante Kennzahlen im Berichtsjahr.
4 Deutsche Post AG (Hauptgesellschaft in Deutschland), gemäß § 163 Sozialgesetzbuch IX.
5 Arbeitsunfälle pro 200.000 Arbeitsstunden mit mindestens einem Arbeitstag Ausfall nach dem Unfalltag für die betroffenen Personen (Lost Time Injury Frequency Rate).
6 Enthält unfallbedingte Verletzungen von externem weisungsgebundenem Personal im Unternehmensbereich Supply Chain.

Interessen der Beschäftigten wahren

Unsere Beschäftigten können ihre Interessen im direkten Dialog mit Vorgesetzten oder anderen Führungskräften oder indirekt über Arbeitnehmervertretungen, z. B. Betriebsräte, Gewerkschaften oder andere Gremien, wahrnehmen. Auf globaler Ebene führen wir mit den internationalen Gewerkschaftsbündnissen UNI Global Union (UNI) und International Transport Workers’ Federation (ITF) einen regelmäßigen und vertrauensvollen Dialog. Auch das mit den beiden globalen Gewerkschaftsbündnissen gemeinsam vereinbarte OECD-Protokoll aus dem Jahr 2016 setzen wir fort. Im Berichtsjahr wurden dabei verschiedenste Themen besprochen, zum Beispiel unsere Grundsatzerklärung zu Menschenrechten oder die unterschiedlichen Arbeitszeitmodelle in unseren Unternehmensbereichen. Auf europäischer Ebene werden die Belange der Beschäftigten mit unserem Europäischen Betriebsrat, dem DHL Forum, regelmäßig diskutiert; zweimal jährlich ist das Vorstandsmitglied Personal an den Gesprächen beteiligt. UNI und ITF sind ebenfalls vertreten. Als größter Postdienstleister in Europa ist der Konzern außerdem im Europäischen Ausschuss für Sozialen Dialog Post der EU- Kommission vertreten und führt dort den Vorsitz. In diesem Gremium tauschen sich die Arbeitgeber und Gewerkschaftsvertreter im Postsektor der europäischen Mitgliedsstaaten über relevante Themen, beispielsweise künftige Veränderungen der Arbeitswelt und deren Auswirkungen auf die Beschäftigten, unter Berücksichtigung sozialer Angelegenheiten aus.

Unser Vergütungssystem

Unser leistungsbasiertes und marktübliches Vergütungssystem fördert die Loyalität und Motivation der Beschäftigten. Die Vergütung umfasst das Grundgehalt und die vereinbarten variablen Vergütungselemente wie Bonuszahlungen. In vielen Ländern, darunter Deutschland, Großbritannien, die Niederlande, die Schweiz und die USA, erweitern wir das Angebot um leistungs- und beitragsorientierte betriebliche Altersversorgungssysteme. An diesem Angebot partizipieren rund 70 % unserer Belegschaft. Diskriminierung aufgrund von persönlichen Merkmalen vermeiden wir auch durch neutrale Stellenbewertungen. Sie orientieren sich an der Art der Aufgaben, der Position im Unternehmen und dem Verantwortungsbereich und setzen neben formalen Qualifikationen auch auf einschlägige Berufserfahrungen, um die Chancengerechtigkeit für geeignete Bewerbende zu erhöhen. Mit diesem systematischen Ansatz ermöglichen wir eine unabhängige und ausgewogene Vergütungsstruktur.


In Deutschland wird die Vergütung überwiegend durch Firmen- oder Branchentarifverträge geregelt. In vielen deutschen Tochtergesellschaften erhalten auch die tariflich Beschäftigten neben ihrem monatlichen Lohn oder Gehalt ein leistungsbezogenes Entgelt. Die tarifvertraglichen Grundsätze sind geschlechtsneutral, sodass über die Anwendung der Tarifverträge die Entgeltgleichheit für Frauen und Männer gegeben ist. Bei Anpassung des Entgelts können Tarifbeschäftigte der Deutsche Post AG eine zusätzliche Entlastungszeit beanspruchen, für die sich zum 31. Dezember 2023 insgesamt 19,6 % entschieden haben. Die Vergütung Beschäftigter in einem außertariflichen Arbeitsverhältnis (Deutsche Post AG, Hauptgesellschaft in Deutschland) ist an bestehende Betriebsvereinbarungen gebunden. Im Berichtsjahr wurde eine Einigung über eine nachhaltige und deutliche Lohnerhöhung für die rund 160.000 Tarifbeschäftigten der Deutsche Post AG erzielt.# DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Zusammengefasster Lagebericht

Das Unternehmen

Trotz der rückläufigen Gewinnentwicklung im deutschen Brief- und Paketgeschäft und der regulatorischen Rahmenbedingungen in diesem Bereich werden erhebliche Gehaltssteigerungen und ein zusätzlicher Inflationsausgleich für die Beschäftigten bereitgestellt. Die Tariferhöhung bedeutet über alle Einkommensgruppen hinweg eine durchschnittliche Erhöhung von 11,5 % über die Laufzeit von zwei Jahren, die ab dem 1. April 2024 erstmalig wirksam wird.

Aktienprogramm pilotiert

Wir wollen neben den Führungskräften auch unsere Beschäftigten langfristig am Unternehmenserfolg beteiligen und damit ihre Bindung und Motivation fördern. Im Berichtsjahr wurde daher ein weiteres Aktienprogramm entwickelt, das zunächst in zwölf Ländern pilotiert wird. Damit ermöglichen wir unseren Beschäftigten, die an dem Pilotprojekt teilnehmen, Aktien der Deutsche Post AG bis zu einer jährlichen Höchstgrenze von 3.600 € mit einem Rabatt in Höhe von 15 % gegenüber dem Börsenkurs zu erwerben. Die erworbenen Aktien unterliegen keiner Sperrfrist. Mit dem Pilotprojekt möchte der Vorstand das Interesse der Beschäftigten und den administrativen Aufwand eines derartigen Programms testen.

Entwicklung der Belegschaft

Zum 31. Dezember 2023 haben wir 594.396 Mitarbeitende weltweit beschäftigt. Außerdem wurden im Jahresdurchschnitt konzernweit 81.782 (Vorjahr: 83.951) externe, weisungsgebundene Vollzeitkräfte (FTEs) an unseren Standorten eingesetzt. Der Personalaufwand beträgt 26.977 MIO € und übersteigt damit das Niveau des Vorjahres (26.035 MIO €). Hierin enthalten ist die steuerfreie Sonderzahlung zum Inflationsausgleich.

2022 2023 +/- %
Beschäftigte am Jahresende 1 Kopfzahl 600.278 594.396 -1,0
Beschäftigte im Jahresdurchschnitt 1 Kopfzahl 589.109 591.412 0,4
Anteil weiblicher Beschäftigter % 34,4 34,3 -0,3
Vollzeitkräfte am Jahresende 1, 2 FTE 554.975 551.233 -0,7
davon Express FTE 114.151 110.411 -3,3
Global Forwarding, Freight FTE 48.053 46.026 -4,2
Supply Chain FTE 182.403 185.608 1,8
eCommerce FTE 32.721 33.687 3,0
Post & Paket Deutschland FTE 163.904 161.428 -1,5
Group Functions 3 FTE 13.743 14.073 2,4
Vollzeitkräfte im Jahresdurchschnitt 1 FTE 542.917 547.692 0,9
Anteil Teilzeitbeschäftigte % 17 17 -
Durchschnittsalter im Konzern Jahre 40 41 -
Ungeplante Fluktuation % 14 11 -

1 Mit Auszubildenden.
2 FTE = Full-time equivalent. Teilzeitkräfte auf Vollzeitkräfte umgerechnet.
3 Inklusive Rundungen.

Engagement der Beschäftigten messen

Motivierte und engagierte Beschäftigte sind zentrale Voraussetzung für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg. Jedes Jahr messen wir die Zufriedenheit und das Engagement unserer Beschäftigten über eine konzernweite Befragung. Alle Beschäftigten können darin die Strategie und Werte des Unternehmens sowie die Arbeitsbedingungen anonym bewerten. Mit diesem wichtigen Instrument ermitteln wir, wo wir auf dem Weg zum Arbeitgeber erster Wahl stehen. Aus der Analyse der jährlichen Befragung leiten wir die Steuerungsgröße Mitarbeiterengagement ab, die mit 10 % auch in die Jahreserfolgsvergütung des Vorstands einfließt. Im Berichtsjahr haben 77 % der Beschäftigten die Gelegenheit genutzt, ihre Meinung zu äußern und Feedback zu geben. Es wird als Grundlage in unserem Unternehmen genutzt, um bestmögliche Arbeitsbedingungen zu schaffen und damit unserem strategischen Ziel, Arbeitgeber erster Wahl zu sein, zu entsprechen. Mit 83 % (Vorjahr: 83 %) haben wir unsere Zielgröße von mehr als 80 % für dieses Berichtsjahr erneut übertroffen.

KENNZAHLEN DER JÄHRLICHEN BEFRAGUNG DER BESCHÄFTIGTEN 2022 2023
Beteiligungsquote % 75 77
Mitarbeiterengagement 1 % 83 83

1 Steuerungs- und vergütungsrelevant im Geschäftsjahr. Stellt das aggregierte und gewichtete Ergebnis von fünf Aussagen in der jährlichen konzernweiten Befragung der Beschäftigten dar.

Beschäftigte motivieren

Schulungen und Weiterbildungsmöglichkeiten können die Motivation der Beschäftigten positiv beeinflussen. Darum erhalten grundsätzlich alle Beschäftigten die Möglichkeit, unsere Schulungsangebote digital oder in Präsenzveranstaltungen zu nutzen. Unsere Angebote vermitteln Wissen über unsere Konzernstrategie und darüber, wie jeder Mitarbeitende zum Erfolg beitragen kann. So zielen wir beispielsweise im Rahmen unseres konzernweiten Motivations- und Entwicklungsprogramms Certified darauf ab, unsere Beschäftigten zu zertifizierten Spezialisten in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen zu entwickeln und ein Umfeld dafür zu schaffen, unsere Kundschaft in das Zentrum unseres Handelns zu stellen und exzellenten Service zu leisten. Zusätzlich zum Certified-Grundlagenmodul bieten wir den Beschäftigten eine breite Palette von Folgemodulen an, die auf ihre individuelle Rolle oder ihr Fachgebiet zugeschnitten sind. Daneben bieten wir zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten rund um das Thema Digitalisierung, darunter Kurse zur Anwendung von Data Science. Mit Führungsattributen geben wir unseren Beschäftigten Orientierungshilfe, wie sie sich respektvoll und ergebnisorientiert im täglichen Umgang mit internen und externen Stakeholdern verhalten sollen. Daneben bestärken wir sie darin, Herausforderungen positiv zu begegnen und sich auf die eigenen Stärken zu besinnen. Einen weiteren Schwerpunkt legen wir auf die Entwicklung der Führungskräfte, damit sie gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden interne und externe Stakeholder erfolgreich machen. Darüber hinaus bieten wir den Beschäftigten eine Vielzahl von persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten an, zum Beispiel spezielle Trainingsangebote für Beschäftigte mit Potenzial und Entwicklungsambitionen, darunter Coaching, Mentoring und die Mitarbeit in interdisziplinären oder internationalen Projekten; diese werden im Rahmen eines individuellen Entwicklungsplans gemeinsam mit dem Vorgesetzten festgelegt. Im Berichtsjahr haben unsere Beschäftigten konzernweit insgesamt 4,7 MIO Stunden (Vorjahr: 3,7 MIO Stunden) für Fort- und Weiterbildung genutzt. Zusätzlich hat der Konzern Zeit und Kosten für in die Tätigkeit integrierte Qualifizierungselemente investiert, wie Einweisungen und Dienstunterrichte, die in dieser Angabe nicht enthalten sind.

Vielfalt, Chancengerechtigkeit, Inklusion und Zugehörigkeit

Unsere Organisation vereint Menschen aus vielen Kulturkreisen und kulturellen Hintergründen – mit den verschiedensten Erfahrungen, Fähigkeiten und Sichtweisen; allein an unseren deutschen Standorten sind 179 Nationalitäten vertreten. Diese Vielfalt unserer Beschäftigten verstehen wir als Bereicherung und große Stärke unseres Unternehmens. Vielfalt, Diskriminierungsfreiheit und Inklusion sind durch unseren Verhaltenskodex konzernweit verankert. Jede Form der Diskriminierung lehnen wir ausdrücklich ab. Bei Neubesetzungen gilt bei internen wie externen Bewerbungen Chancengleichheit: Über die Eignung entscheidet ausschließlich die Qualifikation. Die Ausrichtung unseres Diversity-Managements umfasst neben Vielfalt und Inklusion auch die Themenbereiche Chancengerechtigkeit und Zugehörigkeit. Das DEIB (Diversity, Equity, Inclusion & Belonging) Board ist mit Führungskräften des oberen Managements aus verschiedenen zentralen und divisionalen Funktionen besetzt. Im Berichtsjahr wurden unter anderem neue Konzepte zur Mitarbeiterbindung pilotiert, die im Wettbewerb um Fachkräfte und qualifizierte Beschäftigte immer stärker in den Fokus rücken. Außerdem wurden erstmals sogenannte Employee Resource Groups ins Leben gerufen. In diesen Gruppen organisieren sich Beschäftigte freiwillig, um eine vielfältige, integrative Arbeitsatmosphäre zu fördern, die im Einklang mit unserem Unternehmenszweck, unseren Werten, den Geschäftspraktiken und unseren Zielen steht. Im Berichtsjahr wurden Gruppen zu den Themen (Vielfaltsdimensionen) körperliche und geistige Fähigkeiten sowie sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität (LGBTIQ+) gegründet. Während der konzernweiten DEIB-Woche wurde eine Kampagne zum Thema „Bewusstsein für Zugehörigkeitsgefühl“ gestartet, die von unseren Beschäftigten positiv aufgenommen wurde. Zum Thema LGBTIQ+ bieten wir unseren Beschäftigten durch das unternehmensinterne Netzwerk RainbowNet die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch. Als Gründungsmitglied der PROUT AT WORK-Foundation engagieren wir uns für partnerschaftliches Verhalten ohne Ausgrenzung, damit individuelle berufliche Ziele unabhängig von der sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität erreicht werden können. Unverändert liegt unser Fokus auf dem Frauenanteil in Führungspositionen. Bis 2025 wollen wir konzernweit mindestens 30 % der Positionen im mittleren und oberen Management mit Frauen besetzen. Mit verschiedenen Konzepten und Programmen wie Coaching, Mentoring und Netzwerkangeboten fördern wir gezielt weibliche Nachwuchskräfte, um sie für den nächsten Karriereschritt auf dem Weg zur Führungsposition im mittleren oder oberen Management vorzubereiten. Im Berichtsjahr betrug der Anteil 27,2 % (Vorjahr: 26,3 %). Damit haben wir unser Ziel, im Berichtsjahr 27,7 % der Positionen im mittleren und oberen Management mit Frauen zu besetzen, knapp verfehlt. Entsprechend unserem inklusiven Ansatz geben wir Menschen mit Behinderungen eine berufliche Perspektive. In Deutschland sind Unternehmen ab einer bestimmten Größe gesetzlich verpflichtet, mindestens 5 % Mitarbeitende mit Behinderungen zu beschäftigen. In unserer Hauptgesellschaft in Deutschland, der Deutsche Post AG, beschäftigten wir im Berichtsjahr 14.014 Menschen mit Behinderungen (Vorjahr: 14.274), davon 22 in Ausbildung; die Beschäftigungsquote betrug 7,9 % (Vorjahr: 8,0 %). Das Alter der Beschäftigten beträgt konzernweit im Durchschnitt 41 Jahre (Vorjahr: 40 Jahre).# Das Unternehmen

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57 DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Als Reaktion auf die demografische Entwicklung legen wir einen weiteren Schwerpunkt unserer Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung auf die Gewinnung und Bindung junger Talente. Dabei setzen wir auf Ausbildungsberufe sowie Trainee- und duale Studienprogramme. Im Berichtsjahr haben wir in Deutschland insgesamt rund 1.900 Ausbildungsplätze und duale Studienplätze angeboten. Absolventen einer Universität oder einer vergleichbaren Hochschule haben bei uns die Wahl zwischen verschiedenen Traineeprogrammen.

Arbeitssicherheit und Gesundheit

Die Sicherheit und die Gesundheit unserer Beschäftigten am Arbeitsplatz haben für uns eine zentrale Bedeutung und sind deshalb in unseren Verhaltenskodizes verankert. Wir achten auf die Einhaltung der im Konzern bestehenden Arbeits- und Gesundheitsschutzrichtlinien sowie gesetzlicher Regelwerke und Branchenstandards. In der Konzernrichtlinie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz definieren wir unser Verständnis und die Bedeutung für dieses Thema; mit dem internen Safety-First-Rahmenwerk geben wir unseren Beschäftigten eindeutige Vorgaben zur Umsetzung. Unser Managementsystem entspricht der internationalen Norm ISO 45001, nach der verschiedene Geschäftsfelder der Unternehmensbereiche auch extern zertifiziert sind. Lieferanten und Subunternehmer verpflichten wir mit dem Lieferantenkodex zur Einhaltung derselben hohen Standards.

Die Prävention von Unfällen am Arbeitsplatz ist im Rahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes unser oberstes Ziel. Besonders gefordert sind wir im Bereich der Abholung und Zustellung, da in diesem Tätigkeitsbereich äußere Einflüsse nur bedingt gesteuert

werden können. Ungünstige Witterung, Baustellen, unübersichtliche Verkehrssituationen oder der Umgang mit Tieren erfordern die besondere Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und Eigenverantwortung der Beschäftigten. Die häufigsten Unfallursachen sind unverändert Stolpern, Umknicken und Stürze oder die Handhabung von Lasten.

Unfälle werden analysiert, wesentliche Ursachen identifiziert und Maßnahmen abgeleitet, mit dem Ziel, die Sicherheit unserer Beschäftigten kontinuierlich zu verbessern. In der Praxis bewährte Lösungen zur Beseitigung von Gefährdungspotenzial werden konzernweit geteilt. Wir fördern dies durch einen systematischen konzernweiten Austausch über Verbesserungspotenzial und Korrekturmaßnahmen. Im Berichtsjahr wurde dazu ein IT-gestützter Prozess konzernweit implementiert. Nun können Maßnahmen direkt bewertet und in weiteren Unternehmensbereichen genutzt werden; die am besten bewerteten Maßnahmen werden für interne Auszeichnungen nominiert. Außerdem werden an unseren Standorten regelmäßig Arbeitsbesprechungen und Arbeitsplatzbegehungen durchgeführt und Stellen mit erhöhtem Gefahrenpotenzial gekennzeichnet.

Den Erfolg unserer Maßnahmen messen wir mit der Steuerungsgröße Unfallrate (LTIFR), die wir anhand der Arbeitsunfälle pro 200.000 Arbeitsstunden mit einem Ausfall von mindestens einem Arbeitstag nach dem Unfalltag für die betroffenen Personen ermitteln. Auch unfallbedingte Verletzungen von externem weisungsgebundenem Personal werden darin erfasst. Aus der Unfallanalyse leiten wir Maßnahmen ab, um die Ursachen zu beheben und eine Wiederholung zu vermeiden.

Die Unfallrate (LTIFR) sank im Berichtsjahr auf 3,1 und haben damit unseren Zielwert von 3,5 deutlich übertroffen. Im Berichtsjahr mussten wir elf Unfälle eigener Beschäftigter und einen Unfall eines externen weisungsgebundenen Arbeitnehmers mit tödlichem Ausgang verzeichnen. Von diesen zwölf Unfällen mit tödlichem Ausgang waren elf Verkehrsunfälle. Dies bedauern wir ausdrücklich. Jeder Todesfall wird im Operations Board unter Vorsitz des Vorstandsvorsitzenden vorgestellt und im Detail besprochen. Das Operations Board wird kontinuierlich über die Entwicklung der Arbeitsunfallstatistik informiert.

ARBEITSUNFALLSTATISTIK

2022 2023
Unfallrate (LTIFR) pro 200.000 Arbeitsstunden 2,3 3,1
Verhältnis Express 1,6 1,4
Global Forwarding, Freight 0,8 0,8
Supply Chain 0,5 0,5
eCommerce 1,6 1,6
Post & Paket Deutschland 10,9 9,9
Group Functions 0,3 0,2
Unfallrate (LTIFR) pro 1 MIO Arbeitsstunden 17,0 15,4
Ausfalltage je Unfall Anzahl 18,2 18,7
Anzahl Todesfälle aufgrund von Arbeitsunfällen Anzahl 7 12
davon infolge von Verkehrsunfällen Anzahl 5 11
  • Enthält unfallbedingte Verletzungen von externem weisungsgebundenem Personal im Unternehmensbereich Supply Chain.
  • Steuerungsrelevant.
  • Arbeitsunfälle pro 200.000 Arbeitsstunden mit mindestens einem Arbeitstag Ausfall nach dem Unfalltag (Lost Time Injury Frequency Rate).
  • Nachrichtlich, Kennzahl wird ab 2024 auf diese Darstellung umgestellt.

Gesundheit und Wohlbefinden

Wir verstehen Gesundheit als einen Zustand des körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur als die Abwesenheit von Krankheit. Arbeit kann eine wesentliche Quelle der Zufriedenheit und damit der Gesundheit sein. In unserem Unternehmen ist ein gesunder Arbeitsplatz ein Ort, an dem Beschäftigte und Führungskräfte zusammenarbeiten, um das Wohlbefinden aller zu fördern. In diesem Kontext bieten wir unseren Beschäftigten und ihren Familien über das konzerneigene Employee-Benefits-Programm Versicherungsschutz in Form einer finanziellen Absicherung im Falle von Tod oder Invalidität sowie Krankenversicherungsleistungen. Dieses Angebot besteht in Abhängigkeit von arbeitsrechtlichen Bestimmungen und gängiger

58 DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Marktpraxis in vielen Ländern. Aktuell erreichen wir mit diesem Programm rund 280.000 Beschäftigte in über 100 Ländern. Außerdem bestehen insbesondere im Rahmen dieses Programmes Anreize für das lokale Management, gesundheitsfördernde Maßnahmen für die Beschäftigten und ihre Familien anzubieten. Mit solchen Gesundheitsprogrammen und lokalen Maßnahmen schaffen wir ein gesundheitsförderndes Arbeitsumfeld und sensibilisieren die Beschäftigten für einen gesunden Lebensstil.

Der Chief Medical Officer (CMO) berät den Vorstand zu allen Fragen des betrieblichen Gesundheitsmanagements, zum Beispiel zur Entwicklung physischer und psychischer Krankheitsbilder im Arbeitskontext sowie zu Konzepten zum Umgang mit epidemischen oder pandemischen Risiken. Im Berichtsjahr haben wir als Ergänzung der Konzernrichtlinie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz die Erklärung zu Gesundheit und Wohlbefinden verabschiedet und konzernweit implementiert. Außerdem wurde das Health & Wellbeing Forum eingerichtet, das mit Fachleuten und Führungskräften aus allen Unternehmensbereichen besetzt ist. Der konzernweite Krankenstand sank im Berichtsjahr auf 5,7 % (Vorjahr: 6,3 %).

Gesellschaftliche Verantwortung

Einen Beitrag für wirtschaftliche und soziale Entwicklung leisten

Mit unseren Standorten, Beschäftigten und Geschäftspartnern tragen wir zur sozioökonomischen Entwicklung von Regionen bei und leisten einen Beitrag zum gesellschaftlichen und individuellen Wohlstand. Entsprechend unserem Unternehmenszweck – Menschen verbinden, Leben verbessern – bringen wir unser globales Netzwerk und das Know-how der Beschäftigten vor Ort im Rahmen unseres gesellschaftlichen Engagements ein.

Partnerschaften und Programme

Mit unseren Programmen bringen wir unsere Stärken und Kompetenzen vor Ort ein und stellen uns gemeinsam den globalen Herausforderungen. Dabei arbeiten wir mit etablierten internationalen Partnerorganisationen zusammen, um die bestmögliche Wirkung unserer Maßnahmen zu erzielen. Mit GoHelp (Katastrophenmanagement), GoTeach (Berufschancen verbessern), GoTrade (Handel fördern) und GoGreen (Umweltschutz) unterstützen wir die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen 4, 5, 8, 11, 13 und 17.

Das Engagement unserer Beschäftigten unterstützen wir auch durch den Global Volunteer Day, die Initiative „DHL’s Got Heart“ und den Improving Lives Fund. Die Volunteering-Programme ermutigen die Beschäftigten, sich in den lokalen Gemeinschaften zu engagieren. Aus der jährlichen konzernweiten Befragung der Beschäftigten wissen wir, dass gesellschaftliches Engagement ein relevanter Treiber für Motivation ist. Sie möchten sich auch in ihrem Beruf für soziale oder ökologische Belange engagieren und damit einen positiven Beitrag für Gesellschaft und Umwelt leisten sowie zum Ansehen des Unternehmens beitragen. Darum messen wir den Erfolg unserer Maßnahmen mit der Zustimmungsquote zu der im Rahmen der Befragung gestellten Frage, ob unsere Beschäftigten stolz auf den gesellschaftlichen Beitrag sind, den DHL Group leistet. Im Berichtsjahr bejahten 78 % (Vorjahr: 79 %) der Beschäftigten diese Frage.

Beschäftigte engagieren sich zahlreich in den Go-Programmen

Im Berichtsjahr haben sich unsere Beschäftigten erneut zahlreich in sozialen Projekten im Rahmen unserer Go-Programme engagiert. Schwerpunkte lagen auf Einsätzen nach den schweren Erdbeben in der Türkei, Syrien und Marokko. Unsere GoHelp- Teams haben vor Ort mit logistischer Kompetenz unterstützt. Über unseren internen Hilfsfonds We help Each Other wurden von Naturkatastrophen oder Krieg betroffene Beschäftigte finanziell unterstützt. Die Spenden der Mitarbeitenden wurden durch den Konzern verdoppelt. Darüber hinaus wurden Mindeststandards für GoTeach implementiert und Trainingsprogramme von GoTrade verstärkt.

59 DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Unternehmensführung

Vorbild für verantwortungsvolle Unternehmensführung

Wir wollen ein Vorbild für verantwortungsvolle Unternehmensführung in unserer Branche und ein vertrauenswürdiges Unternehmen sein.# UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Integres und rechtlich einwandfreies Verhalten gegenüber Geschäftspartnern, Beschäftigten, dem Kapitalmarkt und der Öffentlichkeit trägt zudem wesentlich zu unserer Reputation bei und ist Grundlage für einen nachhaltigen Geschäftserfolg. Um eine vertrauenswürdige, transparente und gesetzeskonforme Geschäftspraxis sicherzustellen, ergreifen wir Maßnahmen, deren Schwerpunkte in der Schulung von Führungskräften zu Compliance-relevanten Inhalten, der Kompetenz für Cybersicherheit, der Gestaltung nachhaltiger und stabiler Beziehungen zu unseren Geschäftspartnern sowie der vollständigen Integration der ESG-Kennzahlen in die Steuerungsprozesse und Anreizsysteme liegen.

Die in unseren Verhaltenskodizes enthaltenen Regeln für korrektes Verhalten werden unter anderem in der „Grundsatzerklärung zu Menschenrechten“ sowie in der „Antikorruptionsrichtlinie und Standards für Geschäftsethik“ präzisiert. Unser dauerhafter Fokus liegt auf der Prävention möglicher Verstöße gegen rechtliche oder konzerneigene Vorgaben. Die Konzernrevision prüft die Effektivität des Risikomanagementsystems, der Kontrollen und der Führungs- und Überwachungsprozesse sowie die Einhaltung der Konzernrichtlinien und trägt zu deren Verbesserung bei. Dies geschieht im Auftrag des Vorstands durch geplante oder anlassbezogene unabhängige Prüfungen bei allen Konzerngesellschaften und in der Konzernzentrale. Die Ergebnisse und Maßnahmenvereinbarungen werden von den Prüfteams mit den untersuchten Organisationseinheiten und deren Leitung besprochen. Der Vorstand wird regelmäßig über die Ergebnisse informiert. Der Aufsichtsrat erhält jährlich eine Zusammenfassung.

Materielles Thema

Leistungsindikatoren ¹ , weitere Messgrößen 2022 2023 Ziel 2024
Cybersicherheit
Externes Rating ¹, ² , ³ Punkte 700 750
Compliance
Anteil gültiger Schulungszertifikate Compliance-Schulungen ¹, ² , ⁴ % 98,1 98,6
Menschenrechte achten
Interne Audits der Konzernrevision Anzahl 33 53
in der Belegschaft
Vor-Ort-Prüfungen durchführen Länder 10 10
Anteil gültiger Schulungszertifikate im mittleren und oberen Management % 98,4 99,5
Standards in der Lieferkette umsetzen
Einkaufsausgaben mit akzeptiertem Lieferantenkodex MRD € > 27 > 35
Lieferanten mit hohem Risikopotenzial überprüft Anzahl > 2.700 > 4.000

¹ Leistungsindikatoren (Steuerungsgrößen) sind steuerungsrelevant und werden mit Zielwerten belegt (gemäß §§ 289 b bis 289e und 315b, 315c i. V .m. 289c bis 289e HGB).
² Steuerungsrelevant im Geschäftsjahr.
³ Vergütungsrelevant.
⁴ Im mittleren und oberen Management.

Vertrauenswürdiger Geschäftspartner dank Compliance-Kultur

Unsere Leistungen erbringen wir im Einklang mit anwendbarem Recht und unseren Unternehmenswerten, wie sie in den Konzernrichtlinien definiert sind. Ein wichtiger Aspekt von Compliance sind die gesetzlichen Anforderungen zur Vermeidung von Korruption und Bestechung. Wir bekennen uns zu den maßgeblichen internationalen Antikorruptionsstandards und -gesetzen und sind Mitglied der Partnering Against Corruption Initiative des Weltwirtschaftsforums. Rechtskonformes Verhalten in der Ausübung unserer Geschäftstätigkeiten und im Umgang mit Beschäftigten sicherzustellen, ist originäre Aufgabe aller Führungsgremien im Konzern.

Unser Compliance-Management-System (CMS) ist konzernweit implementiert. Die Verantwortung für die Ausgestaltung des CMS obliegt dem Chief Compliance Officer, der direkt an das Vorstandsmitglied Finanzen berichtet. Dadurch werden einheitliche Mindeststandards festgelegt, um die Einhaltung des anwendbaren Rechts, zum Beispiel von Antikorruptionsgesetzen, und relevanter interner Richtlinien wie der "Antikorruptionsrichtlinie und Standards für Geschäftsethik“ (Antikorruptionsrichtlinie) sicherzustellen. Die Implementierung des CMS innerhalb der Unternehmensbereiche ist Aufgabe der divisionalen Compliance Officer.

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60 DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Mit dem Verhaltenskodex und der Antikorruptionsrichtlinie sowie den begleitenden Schulungen geben wir eine eindeutige Richtung vor und unterstützen die Beschäftigten darin, Situationen zu erkennen, die die Integrität des Unternehmens infrage stellen können. Compliance-relevante Schulungen sind für Führungskräfte im mittleren und oberen Management sowie für Beschäftigte in bestimmten Funktionen verpflichtend. Damit ermöglichen wir unseren Beschäftigten, sich potenzieller Compliance-Risiken bewusst zu werden und solche Risiken in angemessener Weise zu mitigieren. Die Compliance-Schulungen bestehen aus dem Core Compliance Curriculum (Antikorruption, Wettbewerbs-Compliance, Verhaltenskodex) und dem Training zum Datenschutz. Alle Beschäftigten in der Zielgruppe müssen die Schulungen im zweijährlichen Rhythmus wiederholen. Der Anteil an gültigen Schulungszertifikaten unter den Führungskräften im mittleren und oberen Management ist steuerungsrelevant.

Mögliche Verstöße können rund um die Uhr – soweit rechtlich zulässig, auch anonym – über unser Compliance- Hinweisgebersystem (Whistleblower Hotline) gemeldet werden. Zusätzlich können Meldungen auch per Telefon erfolgen. Auch Dritte können mögliche Verstöße über das Hinweisgebersystem melden. Unternehmensintern werden die Meldungen in einem standardisierten Prozess auf einen möglichen Verstoß untersucht und aufgeklärt. Kennzahlen zu Compliance-Hinweisen und - Sachverhalten werden über das Compliance-Berichtstool (BKMS-Dashboard) konzernweit erfasst. Informationen dazu fließen in die regelmäßige Compliance-Berichterstattung an den Vorstand sowie an den Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats ein.

Den Stellenwert und die Bedeutung von Compliance für den Konzern wurde den Beschäftigten im Berichtsjahr erneut durch eine Kampagne, die Compliance Awareness Week, verdeutlicht, abgerundet durch eigens auf die Divisionen und Regionen zugeschnittene Maßnahmen. Die Kampagne wurde mit Botschaften der Vorstandsmitglieder („tone from the top“) flankiert und durch Panel-Diskussionen mit Führungskräften unterstützt. Mit weiteren Kommunikationsmaßnahmen wurde unsere Belegschaft laufend für Compliance-Aspekte sensibilisiert und auf die Compliance-Kanäle aufmerksam gemacht, um den internen Dialog zu stärken. Im Berichtsjahr betrug die Zertifizierungsquote zur Compliance-Schulung im mittleren und oberen Management 98,6 % (Vorjahr: 98,1 %), damit haben wir unsere Zielsetzung für das Berichtsjahr von 98 % übertroffen.

Die Konzernrevision hat im Rahmen ihrer 219 Audits auch die Prozesse des Compliance-Management-Systems geprüft und die Durchführung vereinbarter Folgemaßnahmen nachverfolgt. Erkenntnisse aus den Regel-Audits dienen der Identifizierung von weiteren Compliance-Risiken sowie der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Compliance-Programms.

Menschenrechte achten

Bei unserem Engagement für die Achtung der Menschenrechte berücksichtigen wir die Prinzipien des UN Global Compact und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), die wir in unseren Verhaltenskodizes verankert und in der „Grundsatzerklärung zu Menschenrechten“ spezifiziert haben. Damit formulieren wir eindeutige Verantwortlichkeiten und Anforderungen an unsere Beschäftigten und Führungskräfte sowie an unsere Lieferanten und Subunternehmer und tragen dazu bei, dass die Prinzipien des UN Global Compact verstanden und umgesetzt werden können.

In der Achtung der Menschenrechte liegt unser Fokus auf dem Ausschluss von Kinder- und Zwangsarbeit, den Arbeitsbedingungen (Arbeitszeit, Arbeitssicherheit und Gesundheit, Vergütung), Chancengleichheit, Datenschutz sowie dem Recht auf Vereinigungsfreiheit. Mit dem Lieferantenkodex verpflichten wir Lieferanten und Subunternehmer, unsere ethischen, sozialen und ökologischen Grundsätze zu achten und in ihren Lieferketten umzusetzen. Mit unseren Maßnahmen zur Achtung der Menschenrechte in der Belegschaft und der Lieferkette folgen wir den Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG). Die Umsetzung der Maßnahmen werden durch den LkSG Council überwacht. Das Gremium ist mit Führungskräften des oberen Managements der Konzernfunktionen Human Resources, Konzernentwicklung, Corporate Public Affairs, Legal Services und Global Compliance, Konzerneinkauf sowie Konzernrevision besetzt. Die Konzernrevision hat im Rahmen ihrer Audits auch Prüfungen mit Bezug auf die Achtung der Menschenrechte durchgeführt und die Umsetzung vereinbarter Folgemaßnahmen nachverfolgt. Im Berichtsjahr fanden dazu 53 Prüfungen statt.

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61 DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Menschenrechte in der Belegschaft

Mit dem konzerninternen Managementsystem stellen wir sicher, dass unsere „Grundsatzerklärung zu Menschenrechten“ in unserer Belegschaft umgesetzt wird, zudem bilden wir damit die Beachtung der Sorgfaltspflichten (Due Diligence) ab. Bestandteile unseres Managementsystems sind jährliche sowie anlassbezogene Bewertungen der Menschenrechtsrisiken, Maßnahmen zur Sensibilisierung der Beschäftigten und Führungskräfte, jährliche Berichterstattung zur konzernweiten Erfüllung der Sorgfaltspflichten sowie das professionelle Compliance-Hinweisgebersystem.

Zur Ermittlung der Menschenrechtsrisiken werden eine abstrakte und eine konkrete Risikoanalyse durchgeführt. Hierbei wird das Risiko anhand externer Daten (Verisk Maplecroft) analysiert und zusätzlich über die Auswertung von Fragebögen, die unsere Länderorganisationen beantworten, anhand deren spezifischen Risikoprofils konkretisiert. Auf Basis der Risikobewertung werden gezielt Vor-Ort-Prüfungen durchgeführt. Speziell dafür ausgebildete und extern nach dem SMETA (Sedex Members Ethical Trade Audit)-Standard zertifizierte Fachkräfte aus unseren Unternehmensbereichen und der Konzernzentrale führen die Vor-Ort-Prüfungen durch.# Die Auswahl der Länder ist Ergebnis einer Gewichtung und Priorisierung der ermittelten Risiken, bei der unter anderem Erkenntnisse aus den Fragebögen, die Anzahl der Beschäftigten, die Einschätzung relevanter Konzern-Gremien und verantwortlicher Experten sowie Vorschläge internationaler Gewerkschaftsbündnisse einbezogen werden. Sofern Verstöße vor Ort festgestellt werden, werden diese anschließend im Rahmen eines strukturierten Maßnahmenplans umgehend adressiert. Im Berichtsjahr wurden unter der Leitung des Personalbereichs Vor-Ort-Prüfungen in mehr als 30 Tochtergesellschaften in zehn Ländern durchgeführt, unter anderem in Asien, Lateinamerika, Afrika und Europa.

Unsere Beschäftigten ermuntern wir, an dem Schulungsformat zur Stärkung des Bewusstseins für die Achtung der Menschenrechte teilzunehmen. Für Führungskräfte im mittleren und oberen Management ist die Teilnahme jedoch verpflichtend; die Zertifizierungsquote betrug im Berichtsjahr 99,5 % (Vorjahr: 98,4 %).

Standards in der Lieferkette

Der Konzerneinkauf wählt Lieferanten aus, die auch unseren ethischen, sozialen und ökologischen Standards entsprechen. Dieser Auswahlprozess basiert auf einem standardisierten Beurteilungsverfahren, der zudem Aspekte wie Vielfalt oder die Achtung der Menschenrechte, aber auch externe Kriterien, wie die von Transparency International (Corruption Perceptions Index) sowie Verisk Maplecroft, berücksichtigt. Im Berichtsjahr wurde die Lieferantenbewertung durch zusätzliche interne Maßnahmen verstärkt und um externe Audits (unter anderem nach der SMETA-Methodik) erweitert. Bei Feststellungen werden Maßnahmen zur Abhilfe besprochen und Korrekturmaßnahmenpläne miteinander vereinbart. Im Einkauf Beschäftigte werden regelmäßig geschult, um sie für ein frühzeitiges Erkennen potenzieller Risiken in der Lieferantenbasis zu sensibilisieren.

Über unser Lieferantenportal vermitteln wir unsere Erwartungen an Lieferanten und Subunternehmer und stellen unsere Auswahlprozesse vor. Außerdem können sie sich dort mit unserem Lieferantenkodex vertraut machen, den wir, wie das entsprechende Trainingsmodul, in zahlreichen Sprachen bereitstellen. Dort finden sie auch Zugang zu unserem professionellen Compliance-Meldesystem, über das mögliche Verstöße gegen den Kodex oder gesetzliche Vorgaben sowie Cybersicherheitsvorfälle gemeldet werden können.

Im Berichtsjahr wurde die Entwicklung des konzernweiten Risikomanagementsystems für eine Lieferantenbewertung fortgesetzt. Das Risikopotenzial für Lieferanten ermitteln wir auf Ebene der Einkaufskategorien (Materialgruppen). Einfluss auf die Risikobewertung haben 46 Risikotypen innerhalb von acht Risikodomänen (ESG, ökonomische, technische, rechtliche und politische Risiken sowie Cybersicherheit), die für jede Einkaufskategorie einzeln betrachtet werden. Die endgültige Einstufung des Risikopotenzials basiert auf der Bewertung der Wahrscheinlichkeit und der möglichen Auswirkungen. Mehr als 4.000 Lieferanten mit hohem Risikopotenzial wurden im Berichtsjahr überprüft (Vorjahr: > 2.700).

Den Erfolg unserer Maßnahmen in der Umsetzung unserer Standards in der Lieferkette messen wir anhand der Einkaufsausgaben mit akzeptiertem Lieferantenkodex. Wir erfassen den Fortschritt der Kennzahl über die zentralen Finanzsysteme, berichten monatlich dem Management und diskutieren die Entwicklung mit dem Vorstandsvorsitzenden und dem Finanzvorstand. Im Berichtsjahr stiegen die Einkaufsausgaben mit akzeptiertem Lieferantenkodex auf mehr als 35 MRD € (Vorjahr: > 27 MRD €).

Cybersicherheit

Mit unserem Cybersicherheitsmanagement schützen wir die Informationen des Konzerns, der Geschäftspartner und der Beschäftigten sowie die IT-Systeme vor unbefugten Zugriffen oder Manipulationen und Datenmissbrauch. Außerdem stellen wir dadurch eine dauerhafte Verfügbarkeit sicher und ermöglichen Handlungssicherheit. Unsere internen Richtlinien und Prozesse basieren auf dem internationalen Standard ISO 27002; die IT-Rechenzentren sind nach ISO 27001 zertifiziert. Der Group Chief Information Security Officer (Group CISO) berichtet seit dem 1. Januar 2024 direkt an den Vorstandsvorsitzenden (Vorjahr: Vorstandsmitglied Global Business Services). Im IT Board werden die Cybersicherheitsstrategie festgelegt sowie konzernweite Maßnahmen für Cybersicherheit, zum Schutz von Systemen und Daten sowie für Digitalisierungsprozesse definiert und gesteuert. Das Information Security Committee setzt sich aus den zentralen Funktionen Group CISO, IT-Revision, Personal, Legal Services, Datenschutz und Konzernsicherheit sowie den divisionalen CISOs zusammen. Das Gremium bewertet fortlaufend mögliche Bedrohungen, schätzt das Potenzial neuer Risiken ein und überwacht die Einhaltung unserer Sicherheitsstandards.

Wir beschränken den Zugang zu unseren Systemen und Daten so, dass die Beschäftigten nur auf solche Daten zugreifen können, die sie für die ihnen übertragenen Aufgaben benötigen. Die Systeme und Daten werden regelmäßig gesichert; kritische Daten werden zudem zwischen den Rechenzentren repliziert. Durch kontinuierliche Software-Aktualisierungen schließen wir mögliche Sicherheitslücken und stellen die Funktionalität sicher. Mit vielfältigen Kommunikationsmaßnahmen und Schulungsangeboten sensibilisieren wir unsere Belegschaft für die möglichen Risikobereiche der Cybersicherheit. Alle Beschäftigten und Führungskräfte mit einer geschäftlichen E-Mail-Adresse werden kontinuierlich durch Phishing-Simulationen sensibilisiert. Mit IT-Krisensimulationen machen wir außerdem auf aktuelle Risiken aufmerksam. Die Teilnahme an der Schulung „Sensibilisierung für Informationssicherheit“ ist für alle Beschäftigten mit einem Computer-Arbeitsplatz verpflichtend. Alle bereits Geschulten müssen im zweijährlichen Rhythmus ihre Zertifizierung aktualisieren.

Unsere Cybersicherheit wird durch die externe Rating-Agentur BitSight unabhängig bewertet. Dieses Rating beruht auf der technischen Analyse etwaiger Schwachstellen und weist das bewertete Unternehmen auf mögliche Sicherheitsrisiken hin; dies erfolgt täglich durch einen automatisierten Service. Im Gegensatz zu einer Selbsteinschätzung bietet ein Cybersicherheits-Rating höhere Transparenz und ermöglicht durch die Standardisierung eine Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmen. Wir vergleichen unsere Performance mit DAX-40-Unternehmen sowie mit Großkunden und Logistikunternehmen, die nicht über den DAX 40 abgedeckt sind. Der Zielwert bestimmt sich aus dem Anspruch, im oberen Quartil dieser Vergleichsgruppe zu liegen. Das Cybersicherheits-Rating ist seit diesem Berichtsjahr steuerungs- und vergütungsrelevant. Die Steuerungsgröße fließt mit 10 % in die Jahreserfolgsvergütung des Vorstands ein. Wie angekündigt, hat sich die Bewertungsskala des Cybersicherheits-Ratings im Berichtsjahr aufgrund methodischer Anpassungen der Rating-Agentur verändert. Der Veränderung folgend haben wir unseren Zielwert für das Geschäftsjahr 2023 von 710 auf 690 Punkte angepasst. Die Bewertung betrug zum Jahresende 750 von 820 erreichbaren Punkten (Vorjahr: 700 Punkte). Damit wurde das Ziel für das Berichtsjahr übertroffen.

Steuerstrategie als weltweit einzuhaltender Rahmen

Die Steuerstrategie ist auf die Konzernstrategie abgestimmt und konzernweit einzuhalten. Der übergeordnete Werteansatz richtet sich danach, dass Steuern immer nachrangig zum Geschäftsgeschehen stehen und diesem folgen. Wir errichten keine aggressiven oder künstlichen Steuerstrukturen mit dem Ziel, Steuern zu vermeiden. Unter den Gesellschaften in mehr als 220 Ländern und Territorien befinden sich auch solche in Staaten oder Gebieten mit im Vergleich zu Deutschland niedrigeren Steuersätzen. Sie sind zur Ausübung unseres operativen Geschäfts vor Ort nötig. Keine dieser Gesellschaften wurde gegründet, um steuerliche Vorteile zu generieren, oder wird derzeit mit dem Ziel einer aggressiven steuerlichen Gestaltung verwendet. Bei der Anwendung und Auslegung der Steuergesetze folgen wir dem Gesetzeswortlaut; ist dieser nicht eindeutig, folgen wir dem dahinterstehenden Rechtsgedanken. Als weltweit operierendes Unternehmen können wir nicht vermeiden, auch in Ländern mit hoher Unsicherheit tätig zu werden. Um Unsicherheiten jedoch abzumildern und größtmögliche Rechtssicherheit zu erlangen, stehen wir mit Steuerbehörden und Beratenden in ständigem Austausch. Dadurch erfüllen wir in den Ländern, in denen wir tätig

sind, die steuerlich vorgeschriebenen Compliance-Anforderungen. Mithilfe eines Tax-Risk-Management-Rahmenwerks, das in das Risikomanagementsystem des Konzerns integriert ist, überwachen wir steuerliche Risiken und entsprechende Gegenmaßnahmen. Im Berichtsjahr haben wir Steuern und Sozialabgaben in einer Gesamthöhe von 5.274 MIO € geleistet.

STEUERN UND SOZIALABGABEN

MIO € 2022 2023 +/- %
Gesamt 5.354 5.274 -1,5
Ertragsteuerzahlungen¹ 1.782 1.625 -8,8
Sonstige betriebliche Steuern¹ 380 363 -4,5
davon Steuern auf Kapital, Immobilien und Fahrzeuge¹ 150 171 14,0
Andere Betriebssteuern 230 192 -16,5
Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung¹ 3.192 3.286 2,9

¹ Konzernanhang: Ertragsteuerzahlungen Textziffer 42.1, sonstige betriebliche Steuern Textziffer 17, Arbeitgeberbeitrage Textziffer 15.

EU-Taxonomie gemäß Artikel 8 der Verordnung 2020 / 852 des Europäischen Parlaments und des Rates sowie der Delegierten Verordnungen 2021 / 2178 und 2023/2486 der EU-Kommission

Beitrag zu den Umweltzielen der Europäischen Union

Unseren Beitrag zu den sechs Umweltzielen der Europäischen Union (EU) berichten wir nach den Vorgaben der EU-Taxonomie-Verordnungen und weisen die taxonomiefähigen und die taxonomiekonformen (konform) Anteile des Umsatzes, der Investitionen (Capital Expenditure, Capex) und der Betriebsausgaben (Operational Expenditure, Opex) aus.# DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Als ökologisch nachhaltig und somit konform gelten taxonomiefähige Wirtschaftstätigkeiten (Tätigkeiten), wenn sie nachweislich einen wesentlichen Beitrag zu einem der sechs EU-Umweltziele leisten und mit keiner erheblichen Beeinträchtigung eines oder mehrerer anderer Umweltziele einhergehen (Do-no-significant-harm-(DNSH)-Kriterien). Darüber hinaus hält der Konzern für alle Tätigkeiten geforderte Rahmenwerke zum Mindestschutz (Minimum Safeguards) ein, die sich auf die Achtung der Menschenrechte, Sozial- und Arbeitsstandards sowie auf Antikorruption, fairen Wettbewerb und Besteuerung beziehen.

Konforme Tätigkeiten leisten ausschließlich einen wesentlichen Beitrag zum EU-Umweltziel 1. Es wurden keine konformen Tätigkeiten zum EU-Umweltziel 2 identifiziert, die einen wesentlichen Beitrag zur Risikovermeidung oder zur Verringerung des Risikos nachteiliger Auswirkungen des gegenwärtigen und des erwarteten Klimas auf die Tätigkeit selbst oder auf Menschen, Natur oder Vermögen leisten, ohne das Risiko nachteiliger Auswirkungen auf Menschen, Natur oder Vermögenswerte zu erhöhen. Auch zum EU-Umweltziel 4 leisten die Tätigkeiten aus dem Bereich „Gebäude und Immobilien“ keinen wesentlichen Beitrag.

SECHS UMWELTZIELE DER EU

  1. Klimaschutz
  2. Anpassung an den Klimawandel
  3. Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen
  4. Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft
  5. Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung
  6. Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme

Die Anforderungen der EU-Taxonomie wurden im Berichtsjahr erweitert: neue Tätigkeiten im Bereich Luftfracht wurden für das erste EU-Umweltziel ergänzt sowie weitere Tätigkeiten für die EU-Umweltziele 3 bis 6 aufgenommen. Für diese neuen Tätigkeiten wurde die Taxonomiefähigkeit ermittelt und ausgewiesen. Danach üben wir im Wesentlichen Tätigkeiten in den EU-Umweltzielen 1 und 2 aus; zum EU-Umweltziel 4 fallen zwei Tätigkeiten in den Bereich „Baugewerbe und Immobilien“.

Die Konzernrichtlinie zur Umsetzung der Anforderungen der EU-Taxonomie enthält die Vorgaben zur Ermittlung der konformen Anteile im Umsatz, Capex und Opex. Die Daten werden in den konzernweiten Finanz- und Controlling-Systemen entsprechend erfasst. Im Berichtsjahr wurden die Konzernrichtlinie und die konzernweiten Finanz- und Controlling-Systeme im Hinblick auf die erweiterten Anforderungen angepasst. Erstmals können wir nun auch die taxonomiefähigen Anteile in unserem Luftfrachtgeschäft ausweisen.

Entwicklung der Taxonomiekennzahlen

Die taxonomiefähigen und -konformen Anteile sind gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Wesentlich für den Anstieg der Taxonomiefähigkeit war hier insbesondere die Erweiterung der Taxonomie-Anforderungen für den Bereich Luftfracht. Der Anstieg der Konformität resultiert aus unseren Dekarbonisierungsmaßnahmen in der Straßenflotte und der verbesserten Identifizierung von konformen Tätigkeiten.

TAXONOMIEFÄHIGE UND -KONFORME ANTEILE (%)

2022 2023
Taxonomiefähige Anteile Umsatz 53 65
Investitionen (Capex) 63 91
Betriebsausgaben (Opex) 58 82
Taxonomiekonforme Anteile Umsatz 12 15
Investitionen (Capex) 25 30
Betriebsausgaben (Opex) 11 15

Ermittlung der Taxonomiefähigkeit

Im Berichtsjahr wurde der Berichtsansatz der folgenden taxonomiefähigen Tätigkeiten überprüft und bestätigt: Unsere Transportdienstleistungen, einschließlich der dafür benötigten Infrastruktur und Gebäude, ordnen wir unverändert dem Sektor 6 „Verkehr“ zu, nicht für Transportdienstleistungen genutzte Immobilien dem Sektor 7 „Baugewerbe und Immobilien“.

Der Berichtsansatz für folgende Tätigkeiten wurde ergänzt, überprüft und angepasst.

ÄNDERUNGEN IM BERICHTSANSATZ

Tätigkeit Änderung
6.15 Infrastruktur für einen CO2-armen Straßenverkehr und öffentlichen Verkehr Luftverkehrsdrehkreuze (Hubs) mit Umladung zum Straßentransport werden nun als taxonomiefähig berichtet.
6.19 Personen- und Frachtluftverkehr Neu
6.20 Bodenabfertigungsdienste im Luftverkehr Neu
7.3 Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten Bisher in Tätigkeit 6.15 berichtet. Wird nun separat ausgewiesen.
7.6 Installation, Wartung und Reparatur von Technologien für erneuerbare Energien Bisher in Tätigkeit 6.15 berichtet. Wird nun separat ausgewiesen.

Die EU-Taxonomie berücksichtigt weiterhin nicht alle wirtschaftlichen Aktivitäten, die für unser Geschäft relevant sind. Vor allem der Umsatz aus dem Betrieb von Lagerhäusern (Unternehmensbereich Supply Chain) wird daher als nicht taxonomiefähig ausgewiesen.

Der durch den Zugang von Vermögenswerten entstehende Capex kann direkt einzelnen Tätigkeiten zugeordnet werden, während Umsatz und Opex in der Regel nicht direkt zugeordnet werden können. In diesen Fällen erfolgte die Zuordnung anhand einer überwiegend kostenbasierten Verteilungslogik, die die Geschäftsmodelle der Unternehmensbereiche berücksichtigt. Doppelzählungen wurden vermieden, indem Umsatz, Capex und Opex jeweils nur einer Tätigkeit zugeordnet und konzerninterne Beziehungen konsolidiert betrachtet wurden. Sachanlagen aus Unternehmenszusammenschlüssen wurden vorwiegend den Sektoren „Baugewerbe und Immobilien“ und „Verkehr“ zugeordnet; immaterielle Vermögenswerte aus Unternehmenszusammenschlüssen wurden als nicht taxonomiefähig eingestuft.

Ermittlung der Taxonomiekonformität

Alle taxonomiefähigen Tätigkeiten wurden hinsichtlich ihrer Konformität im Berichtsjahr überprüft. Die folgenden Aussagen beziehen sich auf die konformen Vermögenswerte pro Tätigkeit und die damit verbundenen Anteile im Umsatz, Capex und Opex.

ANGEWANDTE ÜBERPRÜFUNGSMETHODIK

| Technisches Bewertungskriterium | Methodik # Das Unternehmen

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Darüber hinaus stellt die gleichzeitige Erfüllung der Kriterien Kraftstoffeffizienz und Rollgeräusch der Reifen eine wesentliche Anforderung nach DNSH 5 dar. Daher haben wir die jeweils fahrzeug- und nutzungsspezifischen Anforderungen an die Reifen, einschließlich des Traglastkoeffizienten, bestimmt und für jede Spezifikation die höchste einige Produkte enthaltende Klasse in der EPREL  2 -Datenbank ermittelt sowie fahrzeugindividuell die Reifenklassenzugehörigkeit gemäß DNSH 5 überprüft.

6.6 Güterbeförderung im Straßenverkehr  3 : schwere Nutzfahrzeuge  4

Methode erfolgte analog zu 6.5. Unsere E-Fahrzeuge transportieren keine fossilen Energieträger und werden konform bewertet.

6.10 Güterbeförderung in der See- und Küstenschifffahrt, Schiffe für den Hafenbetrieb und Hilfstätigkeiten

Unsere Dienstleister konnten uns für den beauftragten Seetransport keine Konformität bestätigen.

6.15 Infrastruktur für einen CO 2 -armen Straßenverkehr und öffentlichen Verkehr   : für den Transport erforderliche Infrastruktur, zum Beispiel Sortier- und Verteilzentren (inklusive integraler Ausstattung) und Luftverkehrsdrehkreuze mit Umladung zum Straßentransport

Sortier- und Verteilzentren, Packstationen sowie Hubs ermöglichen einen Güterumschlag zwischen dem Straßentransport und anderen Verkehrsträgern und erfüllen damit den wesentlichen Beitrag dieser Tätigkeit. Die Einhaltung der DNSH-4-Anforderungen konnte bei Neubauten  5 vor allem außerhalb der EU größtenteils nicht nachgewiesen werden. Die Analyse von Lage und Lärmbelastung unserer Standorte ergab, dass nahezu alle die Anforderungen von DNSH 5 und 6 erfüllen.

7.1 Neubau: Büro- und Verwaltungsgebäude sowie Lagerhäuser

Innerhalb der EU konnten wir keine Konformität nachweisen; außerhalb der EU konnte aufgrund fehlender fundierter Schwellenwerte für Nicht-Wohngebäude die Konformität nicht überprüft werden.

7.2 Renovierung bestehender Gebäude: Büro- und Verwaltungsgebäude sowie Lagerhäuser

Taxonomiefähig sind nur große Renovierungen. Die Renovierungen erbringen in der Regel keinen wesentlichen Beitrag (Senkung des Primärenergiebedarfs um 30 %)

7.3 Installation, Wartung und Reparatur von energieeffizienten Geräten: Betrifft unter anderem energieeffiziente Lichtquellen

Für alle genannten Maßnahmen außer Dämmungsmaßnahmen gibt es keine spezifischen DNSH- Kriterien. Daher sind diese immer konform. Bei Dämmungsmaßnahmen müssen zusätzliche Kriterien nach DNSH 5 erfüllt werden (DNSH 2 und EU-Mindestschutz wird Aktivitätsübergreifend geprüft).

7.6 Installation, Wartung und Reparatur von Technologien für erneuerbare Energien: Betrifft u.a. Photovoltaik-Systeme

Aktivität ist immer konform, da es keine spezifischen DNSH-Kriterien gibt (DNSH 2 und EU- Mindestschutz wird Aktivitätsübergreifend geprüft).

7.7 Erwerb von Eigentum an Gebäuden: Büro- und Verwaltungsgebäude sowie Lagerhäuser

Innerhalb der EU konnten wir für Bürogebäude und Lagerhäuser (Gebäude) mit besonders niedrigem Energiebedarf, die vor 2021 erbaut wurden, Konformität teilweise nachweisen. Für Gebäude, die ab 2021 erbaut wurden, konnte die Konformität nicht nachgewiesen werden. Außerhalb der EU konnte die Konformität aufgrund fehlender Schwellenwerte sowie nicht anwendbaren EU-Kriterien an Energieausweise nicht überprüft werden.

8.1 Datenverarbeitung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten

Unsere Datencenter erfüllen nicht die Kriterien für einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz und sind deshalb nicht konform.


1 EU-Taxonomie Fahrzeugklassen M1 und N1 (Leergewicht bis 2,8 t und zulässiges Gesamtgewicht bis 3,5 t).
2 Europäische Produktdatenbank für die Energieverbrauchskennzeichnung.
3 Darin nicht berücksichtigt fremdvergebener Straßentransport.
4 EU-Taxonomie Fahrzeugklassen N1-N3 (Leergewicht über 2,8 t oder zulässiges Gesamtgewicht über 3,5 t).
5 Auf Bestandsgebäude sind die Kriterien zu den Recyclinganforderungen für Bau- und Abbrucharbeiten nicht anwendbar.


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Taxonomiefähig je Ziel Taxonomiekonform je Ziel Taxonomiefähig je Ziel Taxonomiekonform je Ziel Taxonomiefähig je Ziel Taxonomiekonform je Ziel
%% %% %% %% %% %%
CCM 1 14,6 65,0 29,9 91,2 14,7 82,2
CCA 2 0,0 39,9 0,0 34,8 0,0 45,9
WTR 3 0,0 0,0 0,0
CE 4 0,0 0,4 0,0 0,3 0,0 0,1
PPC 5 0,0 0,0 0,0
BIO 6 0,0 0,0 0,0
Umsatzanteil / Gesamtumsatz
Capex-Anteil / Gesamt-Capex
Opex-Anteil / Gesamt-Opex

1 Klimaschutz (Climate Change Mitigation)
2 Anpassung an den Klimawandel (Climate Change Adaptation)
3 Wasser- und Meeresressourcen (Water and Marine Resources)
4 Kreislaufwirtschaft (Circular Economy)
5 Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (Pollution Prevention and Control)
6 Biologische Vielfalt und Ökosysteme (Biodiversity and Ecosystems)


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PROGNOSE, CHANCEN UND RISIKEN

Prognosezeitraum

Die Angaben im Prognosebericht beziehen sich grundsätzlich auf das Geschäftsjahr 2024.

Künftige Rahmenbedingungen

Geopolitische Instabilität hemmt globale Konjunkturerholung

Die anhaltenden geopolitischen Verwerfungen werden sich voraussichtlich auch im Jahr 2024 dämpfend auf die globale Nachfrage und den Welthandel auswirken. Die im Jahr 2023 beobachtete relative Entspannung an den Energiemärkten könnte 2024 anhalten und den aktuellen Inflationsrückgang unterstützen; die damit verbundene reale Kaufkrafterhöhung wird aber die bestehende Verunsicherung unter Investoren und Konsumenten nur teilweise kompensieren können. Insgesamt sollte sich daher das globale jahresdurchschnittliche BIP-Wachstum noch einmal leicht abschwächen von 2,7 % im Vorjahr auf 2,3 % im Jahr 2024.

S & P Global Market Intelligence rechnet für die wichtigsten Länder und Regionen mit folgenden BIP-Wachstumswerten im Jahr 2024: Das Wachstum der chinesischen Wirtschaftsaktivität sollte sich auf 4,7 % und das der USA auf 1,7 % verringern, während es im Euroraum bei besonders niedrigen 0,4 % verharrt. In Deutschland ist mit einer leichten Verbesserung auf ein BIP- Wachstum von 0,3 % zu rechnen, wobei dies nach der Rezession im zweiten Halbjahr 2023 eine sich im Jahresverlauf allmählich verstärkende Erholung widerspiegelt.

Internationaler Expressmarkt stark konjunkturabhängig

Das Wachstum des internationalen Expressmarktes hängt gerade im Hinblick auf das B2B-Geschäft stark von der Konjunktur ab. Für das Jahr 2024 erwarten wir, abhängig vom Konjunkturverlauf, weiterhin ein nur moderates Wachstum.

Frachtgeschäft von Nachfrage und geopolitischen Entwicklungen beeinflusst

Auch die Entwicklung in der Frachtlogistik hängt stark von der Konjunktur ab und bleibt im Rahmen der unsicheren Marktlage schwer einschätzbar. Wir gehen jedoch in der Luft- und Seefracht von einer konjunkturell bedingt verhaltenen Belebung auf der Nachfrageseite aus und rechnen mit einem moderaten Wachstum für das Jahr 2024. Insbesondere für den Seefrachtmarkt ist darüber hinaus bedeutsam, wie schnell sich die Kapazitätsengpässe am im Roten Meer entspannen. Angesichts einer eher moderaten konjunkturellen Entwicklung erwarten wir auch im europäischen Landverkehrsmarkt im Jahr 2024 ein nur verhaltenes Volumenwachstum, sehen uns aber weiterhin mit einem hohen Preisniveau konfrontiert.

Markt für Kontraktlogistik wächst kontinuierlich weiter

Das Wachstum von Omnichannel-E-Commerce sowie die geopolitischen Herausforderungen werden die Lieferketten noch komplexer machen. Verbunden mit der sichtbaren Anfälligkeit traditioneller Lieferketten und der steigenden Komplexität globaler Handelsbeziehungen wird die Nachfrage nach flexiblen und agilen Lösungen das Outsourcing weiter vorantreiben. Ferner prüfen viele Unternehmen in der derzeitigen Phase des Konjunkturzyklus ihre Strukturen und Kostensituation, so dass es zu einer etwas erhöhten Bereitschaft zum Outsourcing der Logistik kommen könnte. Daher dürfte der Markt für Kontraktlogistik kontinuierlich weiterwachsen, wobei Inflation, allgemeine Wirtschaftslage sowie Arbeitskräftemangel gleichzeitig eine Chance und ein Risiko darstellen.

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eCommerce mit stabilen Wachstumsperspektiven

Es ist zu erwarten, dass der Anteil von E-Commerce am gesamten Einzelhandelsumsatz sich weiter vergrößern wird. Im Einklang mit der Umsetzung unserer Expansionspläne werden wir weiterhin in unser Netzwerk, effiziente Abläufe auf der letzten Meile und die Infrastruktur investieren, um für unsere Kunden zuverlässig und preiswürdig zu bleiben. Auch dank des Eintritts in den türkischen Markt sehen wir zudem weitere Wachstumschancen.

Stabile Trends in den relevanten Post- und Paketmärkten

Der deutsche Markt für papiergebundene Brief Kommunikation wird weiterhin zurückgehen, da zunehmend digital kommuniziert wird. Wir werden das Produktportfolio von Post & Paket Deutschland weiter an diese Entwicklung anpassen. Der deutsche Werbemarkt dürfte im Jahr 2024 leicht ansteigen. Die Verlagerung von papiergebundener Werbekommunikation zu Online-Vermarktung setzt sich aber weiter fort, sodass die Volumina im physischen Werbemarkt und damit für unsere Dialogmarketing-Leistungen rückläufig sein dürften. Im internationalen Geschäft werden nach aktueller Einschätzung die deutlich rückläufigen Mengen an Dokumenten durch die steigende Anzahl von Warensendungen zum Teil kompensiert.# Der intra-europäische und der darüber hinausgehende internationale E-Commerce könnte wieder deutlich wachsen.

Wir erwarten, dass sich die Entwicklung im E-Commerce stabilisiert und der deutsche Paketmarkt im Jahr 2024 erneut leicht wächst. Daher bauen wir unser Paketnetzwerk sowie das Netz der Pack- und Poststationen weiter aus. Ferner erweitern wir unser Angebot in der elektronischen Kommunikation, sichern die Qualitätsführerschaft und flexibilisieren, wo möglich, die Transport- und Zustellkosten.

Prognose Ergebnis auch bei anhaltender Konjunkturlage deutlich über dem Niveau vor der Pandemie

Die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2024 wird absehbar weiterhin vom Ausbleiben eines breiten konjunkturellen Aufschwungs geprägt sein. Der Vergleich zur ersten Hälfte des Vorjahres, in der die Frachtraten teilweise noch außergewöhnlich hoch waren, dürfte dabei negativ ausfallen. Sollten die derzeit vorliegenden Konjunkturprognosen im Wesentlichen so eintreffen, sollte das Ergebnis in der zweiten Jahreshälfte über dem des vergleichbaren Vorjahreszeitraums liegen. Mit unvermindertem Fokus auf Kosten- und Preismanagement erwarten wir aber auch bei weiterhin schwacher konjunktureller Entwicklung ein Konzernergebnis, das deutlich über dem Niveau der Jahre vor der Pandemie liegen.

Erwartungen an das Konzern-EBIT

Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2024 ein Konzern-EBIT zwischen 6,0 MRD € und 6,6 MRD €. Dabei erwarten wir für die DHL- Unternehmensbereiche insgesamt ein EBIT von über 5,7 MRD €. Im Unternehmensbereich Post & Paket Deutschland gehen wir von einem EBIT von über 0,8 MRD € aus. Der Ergebnisbeitrag der Group Functions wird voraussichtlich bei rund – 0,45 MRD € liegen.

Dividendenvorschlag: 1,85 € je Aktie

Vorstand und Aufsichtsrat werden den Aktionären auf der Hauptversammlung am 3. Mai 2024 vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2023 eine Dividende von 1,85 € je Aktie (Vorjahr: 1,85 €) auszuschütten.

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Kreditwürdigkeit des Konzerns unverändert eingestuft

Zum Bilanzstichtag wurde unsere Kreditwürdigkeit unverändert von der Rating-Agentur Moody’s Investors Service mit „A2“ und stabilem Ausblick sowie von Fitch Ratings mit „BBB+“ und positivem Ausblick eingestuft. Im Rahmen unserer Finanzstrategie streben wir auch weiterhin ein Stand-alone Zielrating zwischen „Baa1“ und „A3“ bzw. „BBB+“ und „A –“ an.

Liquidität weiterhin solide

Aufgrund der Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2023 im Mai 2024 wird sich unsere Liquidität bis zur Mitte des Jahres 2024 erwartungsgemäß verringern. Wegen der üblicherweise guten Geschäftsentwicklung in der zweiten Jahreshälfte sollte sich die Liquiditätssituation zum Jahresende wieder verbessern.

Investitionen von 3,0 MRD € bis 3,6 MRD € beabsichtigt

Wie im Vorjahr wollen wir die Investitionen in unsere strategischen Ziele und weiteres Wachstum dem schwierigen Wirtschaftsumfeld entsprechend ausgewogen steuern. Wir beabsichtigen, Investitionen (ohne Leasing) im Jahr 2024 in einer Größenordnung von 3,0 MRD € bis 3,6 MRD € vorzunehmen, wobei die Schwerpunkte denen der Vorjahre entsprechen.

Erwartungen an EAC und Free Cashflow

Angesichts der erwarteten EBIT-Entwicklung bei einer gleichzeitig prognostizierten Erhöhung der Asset Charge erwarten wir beim EAC einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Den Free Cashflow erwarten wir bei rund 2,75 MRD €, darin enthalten sind pauschal budgetierte 250 MIO € für M&A-Ausgaben.

Treibhausgasemissionen begrenzen

Die Entwicklung der THG-Emissionen wird auch im Geschäftsjahr 2024 von der Entwicklung der Weltwirtschaft abhängig sein. Bei einer schwächeren Entwicklung der Transportvolumen erwarten wir logistikbezogene THG-Emissionen in etwa auf dem Vorjahresniveau; im Falle einer dynamischeren Konjunkturentwicklung wollen wir sie auf maximal 34,9 MIO t CO₂e begrenzen. Darin enthalten sind Dekarbonisierungseffekte im Umfang von 1,5 MIO t CO₂e. Das Einsetzen einer signifikanten Reduktion erwarten wir unverändert erst in der zweiten Hälfte der Dekade.

Weiterhin hohes Engagement der Beschäftigten

Das Mitarbeiterengagement soll auch im Geschäftsjahr 2024 konzernweit mehr als 80 % betragen; dieser Wert sollte bis 2025 mindestens auf diesem hohen Niveau beibehalten werden.

Anteil weiblicher Führungskräfte steigern

Im Geschäftsjahr 2024 sollen 28,8 % der Führungspositionen im mittleren und oberen Management konzernweit mit Frauen besetzt sein; bis 2025 soll der Frauenanteil mindestens 30 % betragen.

Unfallrate stabil halten

Die Unfallrate (LTIFR) pro 200.000 Arbeitsstunden soll im Geschäftsjahr 2024 stabil bei maximal 3,3 gehalten werden; bis 2025 soll die Kennzahl auf weniger als 3,1 gesenkt werden. Ab dem Berichtsjahr 2024 werden wir die Steuerungsgröße auf 1 MIO Arbeitsstunden anpassen, das heißt, der Zielwert entspricht dann 16,5 beziehungsweise 15,5 im Jahr 2025.

Compliance-relevante Schulungen durchführen

Der Anteil gültiger Schulungszertifikate im mittleren und oberen Management soll auf dem hohen Niveau gehalten werden und 98 % betragen.

Externes Cybersicherheits-Rating

Das Cybersicherheits-Rating von BitSight soll im oberen Quartil der Vergleichsgruppe liegen und mindestens 690 Punkte betragen. Sollte BitSight seine Bewertungsskala erneut ändern, werden wir diesen Wert der Änderung folgend anpassen.

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Chancen- und Risikomanagement

Einheitlicher Berichtsstandard

Als international tätiges Logistikunternehmen sind wir einer Reihe von Veränderungen ausgesetzt. Wir wollen die sich daraus ergebenden Chancen und Risiken früh erkennen sowie erforderliche Maßnahmen in den im Einzelnen betroffenen Bereichen rechtzeitig ergreifen, um so den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Dieses Ziel unterstützen wir mit einem konzernweiten Chancen- und Risikomanagementsystem (RMS). Quartalsweise schätzen Führungskräfte die Auswirkungen künftiger Szenarien ein, bewerten die Chancen und Risiken ihrer Bereiche und stellen geplante sowie bereits ergriffene Maßnahmen dar. Die Abfrage und Freigabe erfolgt hierarchisch, sodass das Management unterschiedlicher Ebenen in den Ablauf eingebunden ist. Chancen und Risiken können jederzeit auch ad hoc gemeldet werden. Die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) sowie die Vorgaben der EU-Taxonomie haben wir auch im Jahr 2023 umgesetzt. In diesem Rahmen diskutieren und bewerten wir sowohl transitorische als auch physische Risiken aus dem Klimawandel anhand verschiedener Szenarien. Dabei identifizierte wesentliche Risiken erläutern wir im Abschnitt „Chancen und Risiken in Kategorien“.

Unser Prozess zur Früherkennung verknüpft das RMS im Konzern zu einem einheitlichen Berichtsstandard. Dazu setzen wir eine IT- Anwendung ein, die wir selbst entwickelt haben und stetig optimieren. Bei den Standardauswertungen nutzen wir darüber hinaus die Monte-Carlo-Simulation zur Chancen- und Risikoaggregation. Diese stochastische Methode berücksichtigt die Eintrittswahrscheinlichkeit der zugrundeliegenden Chancen und Risiken und basiert auf dem Gesetz der großen Zahl. Aus den Verteilungsfunktionen der einzelnen Chancen und Risiken werden zufällig ausgewählte Szenarien – eines je Chance und Risiko – miteinander kombiniert.

Die wichtigsten Schritte unseres Chancen- und Risikomanagementprozesses:

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1. Erkennen und bewerten:

Quartalsweise schätzen Führungskräfte aller Unternehmensbereiche und Regionen unsere Chancen- und Risikosituation ein und dokumentieren entsprechende Maßnahmen. Sie bewerten in Form von Szenarien beste, erwartete und schlechteste Fälle. Der Bewertungszeitraum entspricht üblicherweise dem Planungszeitraum, kann aber auch langfristig oder latent sein. Für jedes identifizierte Risiko wird mindestens eine verantwortliche Person benannt, die es bewertet, überwacht, mögliche Vorgehensweisen benennt, um es zu steuern, und darüber berichtet. Dies gilt ebenso für die Chancen. Für alle Chancen und Risiken ist mindestens eine Steuerungsmaßnahme zu berichten, aus der sich die Nettobewertung ableitet. Um eine vollumfängliche Sicht auf sämtliche Risiken sicherzustellen, können diese in Ausnahmefällen qualitativ bewertet werden, wenn eine quantitative Bewertung zunächst nicht möglich ist. Die Ergebnisse werden in einer Datenbank dokumentiert.

In Ergänzung zum quartalsweisen Prozess führen wir einmal jährlich je Division einen Risikoworkshop mit dem jeweiligen Bereichsvorstand durch. Im Rahmen dieser Workshops werden insbesondere Chancen und Risiken diskutiert, die für die gesamte Division von Bedeutung sind. Dabei neu identifizierte Chancen und Risiken werden anschließend in den quartalsweisen Prozess integriert.

2. Aggregieren und berichten:

Die Controllingeinheiten sammeln diese Ergebnisse, werten sie aus und prüfen ihre Plausibilität. Sollten sich einzelne finanzielle Effekte überschneiden, so wird dies in unserer Datenbank vermerkt und beim Bündeln berücksichtigt. Nach Freigabe durch bereichsverantwortliche Personen werden alle Ergebnisse an die nächste Hierarchieebene weitergegeben. Auf der letzten Stufe berichtet das Konzerncontrolling dem Konzernvorstand und dem Aufsichtsrat über die wesentlichen Chancen und Risiken sowie über die möglichen Gesamteffekte je Unternehmensbereich. Dazu erfolgt eine Chancen- und Risikoaggregation für wesentliche Organisationsebenen. Wir gehen nach zwei Methoden vor: Zum einen ermitteln wir eine mögliche Bandbreite des Bereichsergebnisses und summieren die jeweiligen Szenarien auf. So geben die Summen der „schlechtesten“ und der „besten“ Fälle die Gesamtbandbreite für das Ergebnis des Bereichs an. Innerhalb dieser Extremszenarien zeigt die Summe der „erwarteten Fälle“ die aktuelle Erwartung an.# Berichterstattung und Bewertung von Chancen und Risiken

Im Folgenden stellen wir primär Chancen und Risiken dar, die aus heutiger Sicht den Konzern im Prognosezeitraum über die bereits im Planungsprozess berücksichtigten Erwartungen hinaus wesentlich beeinflussen könnten. Darüber hinaus betrachten wir sowohl langfristige als auch latente Chancen und Risiken, letztere können keinem bestimmten Jahr oder Zeithorizont zugeordnet werden.

Die Bewertung von Chancen und Risiken erfolgt nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Wirkung. Die Auswirkungen bemessen sich dabei bei quantitativen Chancen und Risiken am EBIT, am Finanzergebnis und an direkten Effekten auf das Eigenkapital. Im Ergebnis unterscheiden wir Chancen und Risiken niedriger, mittlerer und hoher Bedeutung. Als wesentlich bewerten wir Chancen und Risiken von hoher oder mittlerer Bedeutung, die in der folgenden Grafik rot beziehungsweise gelb gekennzeichnet sind. Es gelten folgende Beurteilungsmaßstäbe (Nettobewertung):

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EINSTUFUNG DER RISIKEN UND CHANCEN

Für qualitative Risiken gelten folgende Beurteilungsmaßstäbe (Nettobewertung):

Ein Risiko mit hoher Auswirkung schlägt sich dabei tendenziell auf den gesamten Konzern nieder, ein Risiko mit mittlerer Auswirkung auf der Ebene eines Unternehmensbereichs und ein Risiko mit niedriger Auswirkung tendenziell lokal. Qualitative Risiken können hinsichtlich ihrer Auswirkungen den Dimensionen Finanzen, Reputation, Betrieb und Umwelt zugeordnet werden.

BEURTEILUNG QUALITATIVER RISIKEN

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Die dargestellten Chancen und Risiken sind nicht notwendigerweise die einzigen, die sich dem Konzern eröffnen oder denen er ausgesetzt ist. Weitere Einflüsse, die uns derzeit noch nicht bekannt sind oder die wir noch nicht als wesentlich einschätzen, könnten unsere Geschäftstätigkeiten ebenfalls beeinflussen.

Chancen und Risiken werden bei DHL Group dezentral erfasst und bewertet. Über mögliche Planabweichungen sowie langfristige und latente Ereignischancen und -risiken wird überwiegend auf der Ebene von Ländern oder Regionen berichtet. Angesichts des Detaillierungsgrades der internen Berichte fassen wir hier die dezentral gemeldeten Chancen und Risiken in Kategorien zusammen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich bei den zugrundeliegenden Einzelmeldungen wesentliche Korrelationen im Zusammenhang mit der Entwicklung der Weltkonjunktur und der Weltwirtschaftsleistung ergeben. Sofern nicht anders spezifiziert, wird den Einzelchancen und -risiken innerhalb der jeweiligen Kategorien eine niedrige Bedeutung beigemessen. Die Chancen und Risiken gelten grundsätzlich für alle Unternehmensbereiche, sofern nicht anders angegeben.

Chancen und Risiken in Kategorien

Übersicht wesentlicher Chancen und Risiken

Wir identifizieren Chancen und Risiken entlang der Kategorien, die in der folgenden Übersicht aufgeführt werden. Unsere wesentlichen Chancen und Risiken haben wir in der Übersicht diesen Kategorien mit der entsprechenden Bedeutung und Bewertung zugeordnet und auf den folgenden Seiten erläutert:

ÜBERSICHT WESENTLICHER CHANCEN UND RISIKEN ENTLANG UNSERER KATEGORIEN

Kategorie Wesentliche Chance /wesentliches  Risiko Bedeutung Bewertung
Unternehmensstrategie Marktdruck auf die Preisgestaltung (1) Mittel Quantitativ
Rechtlich und Compliance-bezogen Keine
Investitionen und Projekte Keine
Operativ Risiko operativer Restriktionen aufgrund des Klimawandels (2) Mittel Qualitativ
Personalbereich Keine
Informationstechnologie IT-Sicherheitsvorfall (3) Mittel Quantitativ
Finanzwirtschaftlich Einfluss von Zinssätzen auf Pensionsverpflichtungen (Chance und Risiko) (4) Mittel Quantitativ
Währungseffekte (Chance und Risiko) (5) Mittel Quantitativ
Steuerlich Keine
Immobilien und Liegenschaften Keine
Markt- und kundenspezifisch Kundeninsolvenz (6) Mittel Quantitativ
Entwicklung der Weltwirtschaft (7) Mittel Quantitativ
Inflation (8) Mittel Quantitativ
Verfügbarkeit von erneuerbarer Energie und Sustainable Aviation Fuels (SAF) (9) Mittel Quantitativ/Qualitativ
Regulierung Regulatorik des deutschen Post- und Paketmarktes (10) Mittel Quantitativ
CO₂-Steuer (11) Mittel Qualitativ
Restriktion von Treibhausgasemissionen (12) Mittel Qualitativ
Umwelt, Katastrophen und Epidemien Keine

1 Wesentliche Chancen und Risiken werden basierend auf den entsprechenden Zahlenangaben in den nachfolgenden Beschreibungen einzelner Kategorien referenziert. Im Folgenden werden sowohl die in der Übersicht dargestellten wesentlichen als auch unwesentliche Chancen und Risiken genannt. Sofern nicht explizit gekennzeichnet, gelten diese als unwesentlich.

Chancen und Risiken aus der Unternehmensstrategie

Der Konzern hat in den vergangenen Jahren sein Geschäft in den stark wachsenden Regionen und Märkten der Welt gut positioniert. Zudem arbeiten wir kontinuierlich daran, in allen Bereichen effiziente Strukturen zu schaffen, um Kapazitäten und Kosten flexibel an die Nachfrage anzupassen, was Voraussetzung für einen nachhaltig profitablen Geschäftserfolg ist. Bei der strategischen Ausrichtung konzentrieren wir uns auf unsere Kernkompetenzen im Logistik- und Briefgeschäft. Entwicklungschancen aus unserer strategischen Ausrichtung werden regelmäßig in der Ergebnisplanung berücksichtigt.

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78 DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Wir wirken potenziell entstehenden strategischen Risiken frühzeitig entgegen. Dabei helfen uns ein möglichst breit gefächertes Portfolio an Kunden und Zulieferfirmen, die Fokussierung auf profitable Segmente und Produkte sowie die regelmäßige Überprüfung der Kunden- und Produktperformance ebenso wie ein striktes Kostenmanagement und, falls nötig, die Erhebung von Zuschlägen.

Im Unternehmensbereich Express hängt der künftige Erfolg vor allem von allgemeinen Faktoren wie Wettbewerbs-, Kosten- und Verkehrsmengenentwicklung ab. Marktkapazitäten könnten zudem durch Marktdruck seitens Kunden und Wettbewerbern unseren Preisgestaltungsspielraum einschränken, was für uns ein Risiko mittlerer Bedeutung darstellt (1). Wir wollen im internationalen Geschäft weiterwachsen und erwarten, dass die Sendungsmengen mittel- und langfristig zunehmen. Basierend auf diesen Annahmen investieren wir in unser Netzwerk, den Service, unsere Beschäftigten und die Marke DHL.

Im Unternehmensbereich Global Forwarding, Freight erbringen wir Transportleistungen nicht selbst, sondern kaufen diese bei Fluggesellschaften, Reedereien und Frachtführern für Kunden ein. Im günstigen Fall gelingt es uns, Transportleistungen so günstig einzukaufen, dass wir damit eine Marge erzielen können. Im ungünstigen Fall tragen wir das Risiko, Preiserhöhungen teilweise nicht an die Kunden weitergeben zu können. Wie hoch Chancen und Risiken sind, hängt im Wesentlichen davon ab, wie sich Angebot, Nachfrage und Preise von Transportleistungen entwickeln, sowie von der Laufzeit unserer Verträge. Umfassende Kenntnisse beim Makeln von Transportleistungen helfen uns, sowohl Chancen zu realisieren als auch Risiken zu minimieren.

Im Unternehmensbereich Supply Chain hängt unser Erfolg stark von der Geschäftsentwicklung unserer Kundschaft ab. Da wir weltweit Unternehmen verschiedener Branchen mit einem breit gefächerten Angebot versorgen, können wir unser Risikoportfolio diversifizieren und so entstehenden Risiken entgegenwirken. Unser künftiger Erfolg hängt zudem davon ab, inwieweit es uns gelingt, das bestehende Geschäft kontinuierlich zu verbessern, Neugeschäft reibungslos zu implementieren und in unseren wichtigsten Märkten und Segmenten zu wachsen.

Der Unternehmensbereich eCommerce bietet nationalen und internationalen nicht zeitgenauen Standard-Paketversand in verschiedenen Ländern weltweit. Er bedient vor allem Kundschaft im wachstumsstarken E-Commerce-Bereich.# Zusammengefasster Lagebericht

Unternehmensstrategie

Durch die Nutzung unserer internationalen Ressourcen und Services wollen wir eine Plattform für grenzüberschreitende Lösungen mit den kosteneffizientesten Netzwerken für die Zustellung auf der letzten Meile verbinden. Wir wollen in allen Branchen und Segmenten profitabel wachsen. Um dem grundsätzlichen Risiko eines zunehmenden Kostendrucks entgegenzusteuern, haben wir Maßnahmen ergriffen, mit denen wir die Effizienz der Netzwerke steigern und Kosten flexibilisieren wollen. Ebenso wie für das Paketgeschäft in Deutschland ergeben sich für den Unternehmensbereich eCommerce Chancen und Risiken daraus, ob E- Commerce-Händler zusätzlich zu anderen Marktteilnehmern in den Aufbau und Betrieb einer Zustellorganisation investieren. Hierbei ist zu beobachten, dass diese Art der Investitionstätigkeit von E-Commerce-Händlern derzeit rückläufig zu sein scheint.

Im deutschen Post- und Paketgeschäft stellen wir uns den Herausforderungen des Strukturwandels vom physischen zum digitalen Geschäft und des kontinuierlichen Rückgangs der Briefsendungen bei gleichzeitig steigenden Mengen an Paketen und warentragenden Sendungen. Wir begegnen den Risiken aus einer sich ändernden Nachfrage mit einem erweiterten Leistungsangebot. Wegen des steigenden Internethandels erwarten wir, dass das Paketgeschäft in den kommenden Jahren weiterwachsen wird. Daher bauen wir unser Pack- und Poststationsnetzwerk aus. Ferner erweitern wir unser Angebot in der elektronischen Kommunikation, sichern die Qualitätsführerschaft und flexibilisieren, wo möglich, die Transport- und Zustellkosten. Wir beobachten die Marktentwicklung sehr genau und berücksichtigen sie bei der Ergebnisplanung. Aktuell sehen wir im Bereich der Unternehmensstrategie keine weiteren spezifischen Chancen oder Risiken mit einer wesentlichen Bedeutung, dies gilt auch für die einzelnen Unternehmensbereiche.

Rechtliche und Compliance-bezogene Chancen und Risiken

Die Nichteinhaltung nationaler und internationaler Gesetze und Regulierungen sowie von Verträgen kann zu Rechtsstreitigkeiten führen. Beispiele hierfür sind Verstöße gegen das Kartell- und Wettbewerbsrecht. Ermittlungen und Untersuchungen aufgrund solcher Verstöße können zu erheblichen Kosten, Strafen sowie Reputationsschäden führen, die sich nachteilig auf die geschäftliche Tätigkeit des Konzerns auswirken können.

Die Einhaltung von Gesetzen, Regulierung und Verträgen ist eine klar formulierte Verpflichtung aller Beschäftigten des Konzerns; dies sicherzustellen gehört zu den grundlegenden Aufgaben unserer Führungskräfte. Zur Unterstützung unserer Beschäftigten und Führungskräfte haben wir eine nach relevanten Themenbereichen differenzierte Compliance-Organisation etabliert, die auf der Grundlage unseres Risikomanagementsystems die Einhaltung von gruppenweiten Standards auf Konzern- sowie Divisionsebene für typische Compliance-Risiken überwacht. So haben wir zusätzlich zu unserem Compliance-Programm zur Verhinderung von vermögensschädigenden Handlungen („fraud“) sowie zur Bekämpfung von Korruption und Verstößen gegen Kartell- und Wettbewerbsrecht in allen Unternehmensbereichen Programme eingeführt, die die Einhaltung des geforderten Datenschutzes sicherstellen sollen, zum Beispiel zur Einhaltung der Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung der Europäischen Union (DSGVO). Mit einem ähnlichen gruppenweiten Compliance-Programm soll die Einhaltung internationaler und nationaler Exportkontrollen und Embargovorschriften sichergestellt werden. Darüber hinaus unterstützt, koordiniert und überwacht unsere Compliance-Organisation die Einhaltung von Menschenrechten und der grundlegenden Umweltstandards in unseren eigenen Betrieben und unserer externen Lieferkette. Aktuell sehen wir keine spezifischen rechtlichen oder Compliance-bezogenen Chancen oder Risiken mit einer wesentlichen Bedeutung.

Chancen und Risiken aus Investitionen und Projekten

Der Konzern investiert kontinuierlich in den Erhalt und Ausbau seines Netzwerkes, in Gebäude, technische Ausstattung, IT- Lösungen sowie in seine Fahrzeug- und Frachtflugzeugflotte. Ziel der Investitionsprojekte ist es, die Positionierung unserer Unternehmensbereiche unter Beachtung von Wirtschaftlichkeits- und ESG-Aspekten zu stärken. Die mit den Investitionen verbundenen Risiken sind im Wesentlichen bedingt durch Kosten- und Zeitabweichungen sowie durch Komplexität der Projekte und Verfügbarkeit von Ressourcen. Dies kann zu Beeinträchtigungen bei Wirtschaftlichkeit, Kontinuität und Qualität unserer Serviceleistungen führen. Die genannten Risiken werden durch fortlaufendes Projektmanagement und Investitionscontrolling überwacht, um frühzeitig zielgerichtete Maßnahmen ergreifen zu können. Der Status von Investitionsvorhaben wird regelmäßig nachgehalten und an den Konzernvorstand sowie bei größeren Projekten an den Aufsichtsrat berichtet. Über kritische Projekte wird der Konzernvorstand zusätzlich zeitnah informiert. Aktuell sehen wir im Bereich unserer Investitionsvorhaben keine spezifischen Chancen oder Risiken von wesentlicher Bedeutung.

Operative Chancen und Risiken

Logistische Dienstleistungen sind zum größten Teil ein Massengeschäft und erfordern eine komplexe betriebliche und externe Infrastruktur mit hohen Qualitätsstandards. Schwächen in einem der Bereiche Einlieferung, Sortierung, Transport, Lagerung, Zollabwicklung oder Zustellung könnten die Wettbewerbsfähigkeit empfindlich beeinträchtigen. Gerade die Beeinträchtigung wesentlicher Infrastruktur wie zentraler Transport-Hubs kann negative Auswirkungen haben. Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit kontinuierlich zu gewährleisten, heißt, die Abläufe reibungslos zu organisieren sowie technisch und personell abzusichern. Beispielsweise durch effiziente Abläufe und Strukturen wirken wir potenziellen Risiken in diesen Bereichen entgegen. Für potenzielle Schadenfälle schließen wir zusätzlich Versicherungen ab. Zuletzt zeigte sich sowohl durch den Krieg in der Ukraine als auch durch den Nahostkonflikt und in den vergangenen Jahren durch die globale Pandemie, wie externe Faktoren unsere Transportwege und -mittel beziehungsweise die Verfügbarkeit unserer Beschäftigten und somit potenziell unsere operative Leistungsfähigkeit beeinträchtigen können. Welche Maßnahmen wir ergreifen, um unsere Beschäftigten zu schützen, erläutern wir in den Kategorien „Personal“ sowie „Umwelt, Katastrophen und Epidemien“.

Um unsere Dienstleistungen zu erbringen, müssen viele interne Abläufe verzahnt werden. Hierzu zählen neben den grundlegenden operativen Abläufen auch unterstützende Funktionen, zum Beispiel Vertrieb und Einkauf. Sofern es uns gelingt, interne Abläufe auf die Anforderungen der Kundschaft auszurichten und gleichzeitig Kosten zu senken, kann dies zu positiven Planabweichungen führen. In unserer Ergebnisprognose sind bereits erwartete Kosteneinsparungen berücksichtigt.

Um den Klimawandel zu bekämpfen, sind in den nächsten Jahren vermehrte Restriktionen durch die Gesetzgebung zu erwarten, etwa Einschränkungen des Flugverkehrs oder des Zugangs zu Innenstädten. Diese könnten sich in bestimmten Fällen auch auf unsere Geschäftsmodelle auswirken. Das daraus resultierende Risiko hat für uns aktuell eine mittlere Bedeutung (2). Aktuell sehen wir darüber hinaus im operativen Bereich keine spezifischen Chancen oder Risiken mit einer wesentlichen Bedeutung.

Chancen und Risiken aus dem Personalbereich

Qualifizierte, engagierte und motivierte Beschäftigte sind die Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg. Demografischer Wandel und eine in einzelnen Regionen angespannte Arbeitsmarktsituation über alle Tätigkeitsfelder stellen lokal eine Herausforderung in der Gewinnung von Kräften dar. Um dies adäquat zu adressieren und Personalengpässen vorzubeugen, legen wir einen besonderen Fokus auf unsere Recruiting-Aktivitäten. Zusätzlich beugen wir durch Recruiting-Maßnahmen im Ausland, die Nutzung der Fachkräftemigration sowie die Einstellung von Geflüchteten Personalengpässen vor.

Für unseren Geschäftserfolg und eine geringe Personalfluktuation ist es wichtig, unsere Beschäftigten weiterzuentwickeln und langfristig an uns zu binden. Dabei legen wir Wert auf die Weiterentwicklung unserer Führungskräfte, wobei unsere konzernweit geltenden Führungsattribute als Handlungskompass dienen. Zudem stellen wir sicher, dass sich unsere Beschäftigten bedarfsgerecht durch Lernangebote im Arbeitskontext (on the Job) sowie durch Schulungen und Trainings (off the Job) kontinuierlich weiterentwickeln können.

Die Gesundheit und Sicherheit unserer Beschäftigten haben für DHL Group eine zentrale Bedeutung. Daher erachten wir Gesundheits- und Arbeitsschutzmaßnahmen als höchst bedeutend. Im Bereich der betrieblichen Gesundheit verfügen wir beispielsweise über lokal zugeschnittene Maßnahmen und eine bereichsübergreifende Kooperation zur Steuerung von Gesundheitsförderprogrammen. Dies wird ergänzt um Gesundheits- und Bewegungsprogramme und gezielte Check-up-Angebote im Betrieb. Darüber hinaus adressieren wir Risiken im Bereich der mentalen Gesundheit durch Prävention, unter anderem mittels einer fortlaufend weiterentwickelten Systematik zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen und im Rahmen unserer Certified-Programme zur Personalentwicklung.

Als global tätiges Unternehmen mit rund 590.000 Beschäftigten (Kopfzahl zum 31. Dezember 2023) in über 220 Ländern und Territorien hat die Einhaltung der Menschenrechte einen hohen Stellenwert für uns. Mit unserer Grundsatzerklärung der Menschenrechte tragen wir dieser Verantwortung Rechnung. Bei Meldungen über Verstöße ergreifen wir angemessene Maßnahmen zur Klärung. Aufgrund der hohen Zahl von Beschäftigten ist die Entwicklung der Personalkosten für uns ein maßgeblicher Faktor.# Deren Entwicklung wird auch durch die derzeit starke Inflation getrieben. Der aktuelle Tarifvertrag der Deutsche Post AG gilt für die Jahre 2023 und 2024. Die Entwicklung der Personalkosten stellt für uns derzeit kein Risiko wesentlicher Bedeutung mehr dar. Insgesamt sehen wir aktuell im Personalbereich keine spezifischen Chancen oder Risiken mit einer wesentlichen Bedeutung.

Chancen und Risiken aus der Informationstechnologie

Die Sicherheit unserer Informationssysteme hat für uns einen besonders hohen Stellenwert. Ziel ist es, die IT-Systeme konstant zu betreiben sowie unberechtigte Zugriffe auf unsere System- und Datenbestände zu vermeiden. Dafür haben wir Richtlinien, Standards und Verfahren entwickelt, die auf der internationalen Norm ISO 27001 für das Management von Informationssicherheit basieren. IT-Risiken werden zudem kontinuierlich von Konzernrisikomanagement, Konzernrevision, Datenschutz und Konzernsicherheit überwacht und bewertet.

Damit unsere Geschäftsprozesse stets reibungslos funktionieren, müssen die dafür benötigten IT-Systeme dauerhaft verfügbar sein. Deshalb haben wir unsere Systeme so gestaltet, dass Komplettausfälle in der Regel vermieden werden. Unsere Software wird überwacht und regelmäßig aktualisiert, um mögliche Fehler zu beheben, Sicherheitslücken zu schließen und die Funktionalität zu erweitern. Risiken, die aus einer veralteten Software oder aus Software-Upgrades herrühren können, begegnen wir mit „Patch Management“ – einem definierten Prozess zur Aktualisierung von Software. Wir erfassen und prüfen dabei durch strukturierte

Das Unternehmen Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Weitere Informationen 81 DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Verfahren die in unserem IT-Netzwerk eingesetzten Geräte und Software-Versionen und streben hierbei eine möglichst hohe Abdeckung an. Wir beschränken den Zugang zu unseren Systemen und Daten so, dass die Beschäftigten grundsätzlich nur auf solche Daten zugreifen können, die sie für die ihnen übertragenen Aufgaben benötigen. Systeme und Daten werden regelmäßig gesichert, kritische Daten werden zudem zwischen den Rechenzentren repliziert. Wir nutzen ausgelagerte Rechenzentren etablierter Anbieter und betreiben zentrale Rechenzentren in Tschechien, Malaysia und den Vereinigten Staaten. Dadurch sind die Systeme geografisch getrennt und werden darüber hinaus zu lokalen Disaster-Recovery-Standorten repliziert.

Risiken aus dem Bereich Informationssicherheit bewerten wir konzernweit nach einem einheitlichen Ansatz, der Risiken aus Nichtverfügbarkeit, Manipulation, Missbrauch, Ausspähung, Infizierung von Daten und Informationen sowie der physischen Beschädigung von IT-Einrichtungen beinhaltet. Diese stellen für uns in Summe ein latentes Risiko mittlerer Bedeutung dar (3).

Künstliche Intelligenz (KI) eröffnet vielseitige Möglichkeiten, stellt für den Konzern aber auch zunehmende Risiken aufgrund der Gefährdung durch Cyberkriminalität dar. Darüber hinaus ist die konforme Handhabung von generativer KI ein allgemeines Compliance-Thema. Weiterhin ergreifen wir kontinuierlich Maßnahmen zur Risikominderung. Dazu zählen unter anderem die regelmäßige Schulung unserer Beschäftigten, die umfassende Überwachung der Netzwerke und Informationssysteme durch unser Cyber Defense Center sowie regelmäßige Information-Security-Incident-Simulationen. Aktuell sehen wir im Bereich der Informationstechnologie keine weiteren spezifischen Chancen oder Risiken mit einer wesentlichen Bedeutung.

Finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken

Als global tätiger Konzern sind wir finanzwirtschaftlichen Chancen und Risiken ausgesetzt, die sich aus schwankenden Währungskursen, Zinssätzen und Rohstoffpreisen sowie dem Kapitalbedarf des Konzerns ergeben. Darüber hinaus beeinflussen Veränderungen aus Pensionsverpflichtungen unsere Geschäftstätigkeit. Der Einfluss von Zinssätzen auf unsere Pensionsverpflichtungen stellt aufgrund der hohen Volatilität in den letzten Jahren für uns sowohl ein Risiko als auch eine Chance mittlerer Bedeutung dar (4). Mithilfe operativer und finanzwirtschaftlicher Maßnahmen versuchen wir, die Volatilität von Finanzkennzahlen aufgrund finanzieller Risiken zu reduzieren. Finanzinstrumente werden im Konzern ausschließlich zu Absicherungszwecken eingesetzt und reduzieren damit existierende Risiken. Detaillierte Angaben zu Risiken im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Altersversorgungsplänen des Konzerns finden sich im Anhang, Textziffer 37.

Währungsrisiken und -chancen können aus gebuchten oder zukünftig geplanten Fremdwährungstransaktionen resultieren. Wesentliche Währungsrisiken aus geplanten Transaktionen werden über 24 Monate rollierend als Nettoposition quantifiziert. Hoch korrelierte Währungen werden in Blöcken zusammengefasst. Die wichtigsten geplanten Nettoüberschüsse bestehen auf Konzernebene im US-DollarBlock, im Britischen Pfund, im Japanischen Yen und im Australischen Dollar, während die Tschechische Krone die einzige Währung mit einem wesentlichen Nettobedarf ist. Zum Bilanzstichtag bestanden keine wesentlichen Währungssicherungen für geplante Fremdwährungstransaktionen.

Eine Chance für die Ertragslage des Konzerns ergibt sich aus einer möglichen generellen Abwertung des Euro. Das wesentliche Risiko für die Ertragslage des Konzerns wäre eine generelle Aufwertung des Euro. In der Gesamtwirkung aller Währungseffekte für den Konzern sehen wir aktuell sowohl eine Chance als auch ein Risiko mittlerer Bedeutung (5).

Für uns als Logistikkonzern resultieren die größten Rohstoffpreisrisiken aus der Veränderung von Treibstoffpreisen (Kerosin, Diesel und Schiffstreibstoffe). Diese Risiken werden in den DHL-Divisionen weitgehend über operative Maßnahmen (Treibstoffzuschläge) an die Kundschaft weitergegeben.

Das Unternehmen Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Weitere Informationen 82 DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Die wesentliche Steuerungsgroße für das Liquiditätsmanagement sind die zentral verfügbaren Liquiditätsreserven. Die Liquidität des Konzerns ist kurz- und mittelfristig gesichert. Darüber hinaus hat der Konzern aufgrund seines soliden Investment-Grade-Ratings ungehinderten Zugang zum Kapitalmarkt und ist in der Lage, den langfristigen Kapitalbedarf sicherzustellen. Im Bereich der Liquidität sehen wir daher aktuell keine wesentlichen Risiken für den Konzern. Weitere Informationen zur Finanzlage und Finanzstrategie des Konzerns sowie zum Management von Finanzrisiken finden sich im Wirtschaftsbericht und im Anhang, Textziffer 43.

Außerdem können potenziell Risiken aus unseren Accounting-, Controlling-, Planungs- und Finanzprozessen entstehen. Wir überwachen diese Prozesse kontinuierlich, um diese Risiken zu vermeiden. Weitere wesentliche finanzwirtschaftliche Chancen oder Risiken sehen wir derzeit nicht.

Steuerliche Chancen und Risiken

Aufgrund unserer internationalen Geschäftstätigkeit unterliegen wir einer Vielzahl von Steuergesetzen. Chancen und Risiken ergeben sich beispielsweise aus der Einführung von neuen Steuerarten, Gesetzesänderungen und Rechtsprechungen. Dementsprechend können zum Beispiel Chancen und Risiken durch die unterschiedliche Interpretation von komplexen steuerlichen Regelungen entstehen. Um Risiken abzumildern und größtmögliche Rechtssicherheit zu erlangen, stehen wir mit Steuerbehörden und Beratungsgesellschaften in ständigem Austausch. Dadurch erfüllen wir in den Ländern, in denen wir tätig sind, die steuerlich vorgeschriebenen Compliance-Anforderungen nach bestem Wissen und Gewissen. Mithilfe eines Tax-Risk-ManagementRahmenwerks, das in das Risikomanagementsystem des Konzerns integriert ist, überwachen wir steuerliche Risiken und vermeiden diese so weit wie möglich. Zurzeit liegen uns keine wesentlichen steuerlichen Chancen oder Risiken vor.

Chancen und Risiken aus Immobilien und Liegenschaften

DHL Group ist weltweit eines der größten Unternehmen, das industrielle Immobilien nutzt. Ein großer Teil dieses Portfolios wird durch Anmietungen abgedeckt. Zudem werden viele insbesondere strategische Immobilien auch als Eigentumslösungen realisiert. Durch die Anmietung, den Erwerb und Verkauf sowie den Bau beziehungsweise Erwerb und die Nutzung von Grundstücken und Immobilien können sich Chancen und Risiken ergeben, die Einfluss auf unsere Geschäftstätigkeit nehmen können. Ein weltweites Team von Immobilienfachkräften betreut dieses Portfolio und sorgt dafür, dass mögliche Chancen und Risiken frühzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Auf Basis der Geschäftsstrategie der Divisionen und der operativen Standortplanung verhandeln wir frühzeitig geeignete Lösungen mit unseren Vermietern, analysieren die Immobilienmärkte und identifizieren passende Objekte für eine Expansion oder Optimierung des bestehenden Portfolios. Wesentliches Ziel ist es dabei, die Verfügbarkeit der benötigten Immobilien für das Kerngeschäft sicherzustellen. Aktuell sehen wir im Bereich der Immobilien und Liegenschaften keine spezifischen Chancen oder Risiken von wesentlicher Bedeutung.

Markt- und kundenspezifische Chancen und Risiken

Makroökonomische und branchenspezifische Rahmenbedingungen beeinflussen maßgeblich unseren Geschäftserfolg. Dazu gehört neben der Entwicklung der Weltwirtschaft insbesondere das Wachstum des Logistikmarktes im Zusammenspiel mit unseren Anspruchsgruppen, wie Kundschaft, Lieferunternehmen und Konkurrenz. Änderungen auf der Nachfrageseite können sowohl zu Chancen als auch zu Risiken führen. Das Geschäft von uns als Anbieter erster Wahl basiert auf den Bedürfnissen der Kundschaft. Diese unterliegen ebenfalls makroökonomischen Einflussfaktoren und werden durch die Entwicklung ihrer jeweiligen Branche bestimmt.# DHL Group – Geschäftsbericht 2023

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Wir beobachten die Marktentwicklungen stetig und überprüfen mögliche finanzielle Auswirkungen durch Beziehungen zu Geschäftspartnern und Lieferunternehmen in regelmäßigen Abständen, um Risiken beispielsweise aus potenziellen Insolvenzen frühzeitig abwenden zu können. Hierbei wird im Bereich Customer Solutions & Innovation ein Risiko-Dashboard genutzt. Aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage stellen potenzielle Kundeninsolvenzen für uns ein Risiko mittlerer Bedeutung dar (6). Der Welthandel hat sich durch die konjunkturelle Entwicklung, geopolitische Krisen wie den Krieg in der Ukraine, die Energiekrise und die damit verbundene hohe Inflation sowie vor dem Hintergrund höherer Zinsen deutlich abgeschwächt. Die Entspannung der in den Vorjahren stark ausgelasteten Marktkapazitäten für Transportdienstleistungen führt zudem weiterhin zu einer Normalisierung der Frachtraten. Wir gehen von einer moderaten Geschäftsentwicklung im Jahr 2024 aus. Trotz anhaltender Erwartungen eines schwächeren globalen Wirtschaftswachstums eröffnen sich uns Wachstumschancen, beispielsweise durch strukturelles Wachstum im Bereich E-Commerce. Auch hält der Trend, dass Unternehmen Geschäftsabläufe auslagern, an. Zudem profitieren wir als global marktführendes Unternehmen mit unseren DHL-Unternehmensbereichen von einer erhöhten Nachfrage nach komplexen und integrierten Logistiklösungen. Durch unsere starke Position in allen Regionen können wir Rückgänge auf einzelnen Handelsrouten oft durch Wachstum in anderen zumindest teilweise kompensieren. Konjunkturell bedingte Risiken können sich in Größe und Zeitpunkt unterschiedlich auf unsere Unternehmensbereiche auswirken, was den Gesamteffekt mindern könnte. Zudem haben wir in den vergangenen Jahren Maßnahmen ergriffen, um Kosten zu flexibilisieren und auf eine veränderte Nachfrage des Marktes schnell reagieren zu können. Dennoch stellt eine weitere Abschwächung des weltweiten Wirtschaftswachstums für uns ein Risiko mittlerer Bedeutung dar (7). Deutsche Post und DHL stehen im Wettbewerb mit bereits etablierten und neu in den Markt drängenden Unternehmen. Die Entwicklung unseres Kundenbestands sowie die Höhe von Preisen und Margen auf unseren Märkten kann hierdurch signifikant beeinflusst werden. Wesentliche Erfolgsfaktoren im Logistik- und Briefgeschäft sind Qualität, Vertrauen sowie wettbewerbsfähige Preise. Dank unserer hohen Qualität und der in den letzten Jahren erzielten Einsparungen sehen wir uns in der Lage, im Wettbewerb zu bestehen und mögliche Auswirkungen gering zu halten. Zusätzlich können für uns als Logistikkonzern Schwankungen bei Marktpreisen das Konzernergebnis beeinflussen. Trotz der zuletzt gesunkenen Inflation stellt diese für uns weiterhin ein Risiko mittlerer Bedeutung dar (8). Die Verfügbarkeit erneuerbarer Energie ist von zentraler Bedeutung, um unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Im Rahmen unseres Nachhaltigkeitsfahrplans haben wir uns zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 einen Anteil von mehr als 30 % nachhaltiger Kraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels, SAF) in der Luftfracht zu verwenden. Die derzeitige Verfügbarkeit und geplante Projekte erscheinen bislang nicht hinreichend, um die Nachfrage nach nachhaltigen Kraftstoffen für den Luftverkehr zu decken. Die mögliche nicht ausreichende Verfügbarkeit von erneuerbarer Energie und SAF im Markt stellt für uns daher ein Risiko mittlerer Bedeutung dar (9). Darüber hinaus enthält diese Kategorie derzeit keine Chancen und Risiken von wesentlicher Bedeutung.

Chancen und Risiken aufgrund politischer, regulatorischer und rechtlicher Rahmenbedingungen

Politische und rechtliche Rahmenbedingungen stellen das Fundament für unser Geschäft dar. Zu diesen Rahmenbedingungen gehören an erster Stelle die Stabilität und Sicherheit internationaler Transportwege. Diese können durch geopolitische Entwicklungen bis hin zu militärischen Konflikten, wie dem Krieg in der Ukraine und dem Nahostkonflikt, empfindlich gestört werden. Eine Vielzahl der mittelbaren Auswirkungen dieser geopolitischen Krisen, wie die Entwicklung der Weltwirtschaft und die Inflation, sind in den entsprechenden Risiken berücksichtigt. Die verbleibenden direkten Auswirkungen in den betroffenen Ländern und Regionen stellen aktuell ein Risiko niedriger Bedeutung dar. Des Weiteren unterliegen internationale Warentransporte den geltenden Ein-, Aus- und Durchfuhrbestimmungen von mehr als 220 Ländern und Territorien sowie dem jeweils geltenden Außenwirtschaftsrecht. Dabei ist nicht nur die Anzahl, sondern auch die Komplexität dieser Vorschriften einschließlich ihres Anwendungsbereiches über Landesgrenzen hinaus (sogenannte extraterritoriale Wirkung) in den letzten Jahren deutlich gestiegen; Verfehlungen werden seitens der zuständigen Behörden auch deutlich mehr verfolgt und geahndet. Wir begegnen dieser Entwicklung zum einen durch konstantes Monitoring der regulatorischen und rechtlichen Entwicklungen in den für uns relevantesten Märkten und zum anderen mit einem gruppenweiten Compliance-Programm. Dazu gehört die gesetzlich gebotene Überprüfung von absendenden und empfangenden Personen oder Unternehmen, Lieferfirmen und Beschäftigten anhand der anwendbaren Embargolisten. Darüber hinaus umfasst dies insbesondere auch die gesetzlich erforderliche Überprüfung von Sendungen zur Durchsetzung geltender Ausfuhrverbote sowie von Ländersanktionen und -embargos. Dabei kooperiert DHL Group mit den zuständigen Behörden sowohl präventiv als auch bei der Ermittlung von Verstößen zur Vermeidung beziehungsweise Begrenzung etwaiger Sanktionen. Einige Risiken entstehen vor allem dadurch, dass der Konzern einen Teil seiner Dienstleistungen in regulierten Märkten erbringt. Viele Postdienstleistungen der Deutsche Post AG und ihrer Tochtergesellschaften (insbesondere des Unternehmensbereichs Post & Paket Deutschland) unterliegen neben den allgemeinen gesetzlichen Regeln dem Postgesetz, den postrechtlichen Verordnungen sowie der sektorspezifischen Regulierung durch die Bundesnetzagentur. Sie genehmigt oder überprüft Entgelte, gestaltet die Bedingungen des Zugangs zu Teilleistungen, übt – ergänzend zum Bundeskartellamt – die besondere Missbrauchsaufsicht aus und gewährleistet die Erbringung des Post-Universaldienstes. Aus diesem allgemeinen Regulierungsrisiko können sich im Fall negativer Entscheidungen Umsatz- und Ergebniseinbußen ergeben. Die Bundesregierung hatte im Koalitionsvertrag vereinbart, dass das Postgesetz novelliert werden soll. Als Ziel war beschrieben worden, sozial-ökologische Standards weiterzuentwickeln sowie den fairen Wettbewerb zu stärken. Am 20. Dezember 2023 wurde vom Bundeskabinett der „Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des Postrechts“ beschlossen. Der Entwurf wird nun das ordentliche Gesetzgebungsverfahren in Bundestag und Bundesrat durchlaufen. Das Inkrafttreten des geänderten Postgesetzes ist im Laufe des Jahres 2024 zu erwarten. Je nach Ausgestaltung dieses neuen Regulierungsrahmens und dessen Anwendung durch die Bundesnetzagentur sowie Auslegung durch die zuständigen Gerichte können Chancen und Risiken für die regulierten Bereiche des Unternehmens entstehen. Umsatz- und Ergebnisrisiken können sich insbesondere aus dem Price-Cap-Verfahren ergeben, durch dessen Anwendung die Entgelte für die Beförderung von Briefsendungen genehmigt werden. Die Genehmigung der Entgelte für den Zeitraum 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2024 wurde von der Bundesnetzagentur am 29. April 2022 erteilt. Die Genehmigung der ab 2025 gültigen Entgelte müsste die Bundesnetzagentur im Jahr 2024 auf Grundlage der dann geltenden Fassung des Postgesetzes erteilen. Gegen die Price-Cap-Genehmigung der Bundesnetzagentur für die Jahre 2022 bis 2024 haben ein Verband aus der KEP-Branche und Kunden vor dem Verwaltungsgericht Köln geklagt. Die Verfahren sind noch anhängig. Derselbe Verband sowie Postdienstleister und andere Kunden hatten zuvor schon gegen die im Price-Cap-Verfahren erteilten Entgeltgenehmigungen für die Jahre 2016 bis 2018 sowie 2019 bis 2021 vor dem Verwaltungsgericht Köln geklagt. Mit Urteil vom 17. August 2022 hat das Verwaltungsgericht Köln die Genehmigung für die Jahre 2019 bis 2021 im Verhältnis zu dem Verband sowie den Postdienstleistern infolge eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. Mai 2020 wegen eines formalen Rechtsfehlers im Kontext der zugrundeliegenden Rechtsverordnung aufgehoben. Dieser formale Rechtsfehler wurde vom Gesetzgeber durch eine im März 2021 in Kraft getretene Änderung des Postgesetzes beseitigt. Das Verwaltungsgericht Köln hat die Klagen von zwei Kunden wegen Verfristung zurückgewiesen. Über die weiteren genannten Klagen gegen die Price-Cap-Genehmigungen hat das Verwaltungsgericht Köln noch nicht entschieden. Der weitergehende Antrag des Verbandes auf Erteilung einer neuen Genehmigung für die Jahre 2019 bis 2021 wurde vom Verwaltungsgericht Köln zurückgewiesen. Hiergegen hat der Verband Sprungrevision zum Bundesverwaltungsgericht eingelegt, ebenso wie die beiden Kunden, die mit ihren Klagen beim Verwaltungsgericht vollständig unterlegen waren; die Revisionsverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht sind anhängig. Die Urteile des Verwaltungsgerichts Köln vom 17. August 2022 finden jeweils nur Anwendung im Rechtsverhältnis zu den Klägern und entfalten keine Rechtswirkung gegenüber anderen Nachfragern. Von einem Postdienstleister, der gegen die Entgeltgenehmigung für die Jahre 2019 bis 2021 vor dem Verwaltungsgericht Köln geklagt hatte, wurde zusätzlich eine zivilrechtliche Klage auf Rückzahlung von angeblich überhöhten Beförderungsentgelten für im Jahr 2017 eingelieferte Standardbriefe eingereicht.# Die Klage wird im Wesentlichen damit begründet, dass die Deutsche Post ein

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85 DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Porto abgerechnet habe, dessen Genehmigung nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. Mai 2020 rechtswidrig sei. Die Klage wurde mit Urteil vom 17. Juni 2021 vom Landgericht Köln abgewiesen, die dagegen gerichtete Berufung hat der Kartellsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf am 6. April 2022 zurückgewiesen und die Revision gegen das Urteil nicht zugelassen. Am 2. Mai 2022 hat die Klägerin beim Bundesgerichtshof eine Nichtzulassungsbeschwerde eingereicht, um die Zulassung der Revision zu erreichen. Etwaige für die Deutsche Post negative Auswirkungen der vorliegenden Urteile sowie der laufenden Klageverfahren auf bestehende Entgeltgenehmigungen oder zukünftige Entgeltregulierungsverfahren können derzeit nicht ausgeschlossen werden. Insbesondere die Regelungen des derzeit in Überarbeitung befindlichen Postgesetzes haben für uns eine hohe Bedeutung. Sollten die im Kabinettsbeschluss vom 20. Dezember 2023 vorgeschlagenen Regelungen zu Laufzeiten, Preisgestaltung sowie der Klarstellung, dass auch sogenannte Teilleistungen eine Universaldienstleistung darstellen, nochmals geändert werden, ein etwaig erforderlicher Ausstieg aus der Erbringung des postalischen Universaldienstes nicht möglich sein oder das neue Gesetz nicht zeitnah verabschiedet werden, bedeutet das für unseren Konzern eine Vielzahl von Risiken bis hin zu signifikanten Wertberichtigungen. Aufgrund der geringen Wahrscheinlichkeiten beurteilen wir dieses Risiko insgesamt derzeit als eines mittlerer Bedeutung (10). Eine in unserer Prognose größtenteils berücksichtigte Chance ergibt sich aus einer europarechtskonformen Handhabung der Besteuerung sogenannter Teilleistungssendungen. Sollte das erstinstanzliche Urteil des Finanzgerichts Köln zur Mehrwertsteuerplicht von Teilleistungen vom Bundesfinanzhof bestätigt werden, muss diese Beförderungsleistung mehrwertsteuerfrei angeboten werden. Auch der genannte Entwurf für ein neues Postgesetz ist kongruent zur europäischen Rechtslage und stellt klar, dass Teilleistungssendungen dem Universaldienst zuzurechnen sind und damit künftig mehrwertsteuerfrei angeboten werden müssen. Bedeutsame Rechtsverfahren beschreiben wir im Übrigen im Anhang, Textziffer 45. Zur Bekämpfung des Klimawandels kann es in den kommenden Jahren zu vermehrten regulatorischen und rechtlichen Änderungen kommen. Eine Erhöhung oder vermehrte Einführung von CO₂-Steuern und -Abgaben, Zertifikatsregelungen und anderen direkten Kosten im Zusammenhang mit CO₂-Emissionen (11) stellt dabei ebenso ein mittleres Risiko für uns dar wie die stärkere Restriktion von Treibhausgasemissionen (12). Wir begegnen diesem Risiko durch konstantes Monitoring der regulatorischen und rechtlichen Entwicklungen in den für uns relevantesten Märkten, vor allem aber, indem wir konsequent an der Reduzierung unserer Treibhausgasemissionen arbeiten und uns hierfür auch von der Science Based Targets Initiative verifizierte Ziele gesetzt haben. Darüber hinaus sehen wir keine wesentlichen Chancen oder Risiken, die das politische, regulatorische und rechtliche Umfeld betreffen.

Chancen und Risiken aus der Umwelt, Katastrophen und Epidemien

Unsere Geschäftstätigkeit kann von Naturkatastrophen, Epidemien und ökologischen Aspekten beeinflusst werden. Dazu gehören auch physische Risiken durch den Klimawandel, zum Beispiel Überschwemmungen oder Stürme. Die Folgen der COVID-19-Pandemie haben das Jahr 2023 nicht mehr wesentlich geprägt. Dennoch stand und steht es jederzeit im Vordergrund, die Gesundheit unserer Beschäftigten zu schützen. Wir überprüfen weiterhin regelmäßig die Auswirkungen potenziell virulenterer Varianten und mögliche Konsequenzen auf unsere Geschäftstätigkeit, um der jeweils aktuellen Situation mit entsprechenden Maßnahmen begegnen zu können. Insgesamt sehen wir aktuell in diesem Themenbereich keine spezifischen Chancen oder Risiken von wesentlicher Bedeutung.

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86 DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Internes Kontrollsystem

Aufbau des internen Kontrollsystems (IKS)

Unser internes Kontrollsystem ist in Anlehnung an das international anerkannte Rahmenwerk für interne Kontrollsysteme des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) konzipiert und wird kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert. In einer konzernweiten Richtlinie werden die wesentlichen Grundlagen und die Zielsetzung des IKS beschrieben sowie der Aufbau des IKS und das zugrundeliegende Rollenkonzept für die Wirksamkeitsprüfung vorgegeben. Der Umfang der durch das IKS abzudeckenden Kontrollziele wird über eine detaillierte Risikoanalyse abgeleitet. Auf Basis der identifizierten Risiken und Kontrollziele werden Mindestanforderungen („Minimum Requirements“) definiert, die durch Aufnahme von geeigneten Kontrollen in die Kontrollrahmenwerke der Unternehmensbereiche abgedeckt werden müssen. Grundsätzlich umfasst unser IKS alle Gesellschaften. Der Umfang der von jeder Einheit auszuführenden Aktivitäten ist unterschiedlich und hängt unter anderem von der Wesentlichkeit der Einheit für den Konzernabschluss und den spezifischen Risiken, die mit der Einheit verbunden sind, ab. Alle Gesellschaften werden auf Basis quantitativer und qualitativer Aspekte analysiert und unter Berücksichtigung relevanter Finanzkennzahlen und funktionaler Kennzahlen in für das IKS wesentliche Gesellschaften kategorisiert.

Internes Kontrollsystem in den Funktionsbereichen

Lageberichtsfremde Angaben (ungeprüft), Vorbemerkungen Das IKS von DHL Group erstreckt sich im Rahmen der funktionalen Ausrichtung der konzernweiten Risikolandschaft auf die Funktionen Finanzen, Personalwesen (HR), Compliance, IT und Operations. Die konzernweite Risikolandschaft wird für die jeweilige Funktion im Rahmen einer erweiterten Risikoanalyse ergänzt und regelmäßig überprüft. Dazu gehört auch die Betrachtung nachhaltigkeitsbezogener Ziele im Rahmen der ESG Roadmap. Diesbezügliche Risiken und Kontrollen werden identifiziert, den jeweiligen Funktionsbereichen zugeordnet und über die Kontrollrahmenwerke der Unternehmensbereiche abgedeckt. In allen funktionalen Bereichen werden Wirksamkeitsprüfungen durchgeführt und dokumentiert und in einem zentralen Reporting-Tool berichtet. Ziel der Berücksichtigung aller Funktionsbereiche des Konzerns ist es, die Einhaltung geltender Normen und interner Konzernregelungen sowie divisionaler und lokaler Vorgaben in allen Geschäftsvorfällen und den Kernprozessen sicherzustellen. Ein wesentlicher Bestandteil der Überwachungssysteme von DHL Group ist das Compliance-Management-System (CMS). Das CMS wurde eingerichtet mit dem Ziel, Regeln, Standards und Prozesse zum rechts- und richtlinienkonformen Handeln sowie messbare Selbstverpflichtungen zu schaffen. Es dient damit dazu, DHL Group vor finanziellen Risiken und Reputationsschäden zu schützen, persönliche Haftungsrisiken von Organen, Führungskräften und anderen Beschäftigten zu minimieren und Wettbewerbsvorteile zu vermeiden. Das CMS ist nach Unternehmensbereichen organisiert. Als gemeinsames Entscheidungsgremium dient das Compliance Committee, dem der Chief Compliance Officer vorsteht. Das Compliance Committee stellt den Informationsaustausch zu Entwicklungen im Compliance-Management in den einzelnen Unternehmensbereichen sicher, koordiniert grundlegende strategische Fragestellungen des CMS und gewährleistet eine konsistente Umsetzung in den Unternehmensbereichen. Das Compliance-Management bei DHL Group basiert auf einem werteorientierten Verhaltenskodex, der ein konzernweit einheitliches Bekenntnis zu ethischem, verantwortungsvollem und gesetzeskonformem Verhalten im Geschäftsleben vorgibt. Unsere Führungskräfte haben eine Vorbildfunktion und sollen mit gutem Beispiel vorangehen, um die Compliance zu fördern. Durch gezielte Kommunikation und regelmäßige Schulungen hilft DHL Group ihren Beschäftigten und Geschäftspartnern, die Compliance-Richtlinien und -Regeln zu verstehen und einzuhalten.

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Bei DHL Group werden ComplianceRisiken regelmäßig und systematisch über alle Bereiche hinweg identifiziert und bewertet. Die identifizierten Risiken werden nach qualitativen Kriterien bewertet und analysiert und gegebenenfalls durch weitere Maßnahmen zur Risikominderung ergänzt. Unser Compliance-Programm umfasst die präventiven Elemente Richtlinien, Schulungen und Geschäftspartnerprüfung. Darüber hinaus tragen aufdeckende Elemente wie das Hinweis- und Fallbearbeitungs-Management dazu bei, die geschäftliche Integrität von DHL Group zu gewährleisten.

Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem

Das rechnungslegungsbezogene IKS ist integraler Bestandteil des Rechnungslegungs- und Finanzberichterstattungsprozesses der Gesellschaften des Konzerns. Ziel des auf die Rechnungslegung bezogenen IKS ist es, die Ordnungsmäßigkeit der (Konzern-) Rechnungslegung sowie der Finanzberichterstattung sicherzustellen. Dabei soll insbesondere gewährleistet werden, dass alle Geschäftsvorfälle auf Basis geltender Normen, Rechnungslegungsvorschriften sowie interner Konzernregelungen zeitnah, einheitlich und korrekt buchhalterisch erfasst werden. Fehler in der Rechnungslegung sollen grundsätzlich vermieden beziehungsweise wesentliche Falschdarstellungen zeitnah aufgedeckt werden. Im Rahmen des IKS treffen wir organisatorische und prozessuale Maßnahmen, in die alle Gesellschaften des Konzerns einbezogen sind. Zentral vorgegebene Bilanzierungsrichtlinien regeln die Überleitung der lokalen Abschlüsse und unterstützen eine konzernweit einheitliche Bilanzierung nach EU-IFRS.# Stellungnahme zur Angemessenheit und Wirksamkeit von RMS und IKS

Auf Basis der regelmäßigen Berichterstattung zu RMS und IKS, der Analyse der zugrundeliegenden Ergebnisse der Wirksamkeitsprüfungen und der Würdigung der Berichte der Internen Revision sind dem Vorstand keine Sachverhalte bekannt, die eine Einschätzung begründen, dass in ihrer Gesamtheit das Risikomanagementsystem und das interne Kontrollsystem in ihrer Ausgestaltung nicht angemessen und wirksam für die Risikolage von DHL Group sind. Grundsätzlich ist jedoch zu berücksichtigen, dass ein IKS, unabhängig von der Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit liefert, dass wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden.

Gesamtaussage des Vorstands

Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2024 ein Konzern-EBIT zwischen 6,0 Mrd. € und 6,6 Mrd. €. Dabei erwarten wir für die DHL-Unternehmensbereiche insgesamt ein EBIT von über 5,7 Mrd. €. Im Unternehmensbereich Post & Paket Deutschland gehen wir von einem EBIT von über 0,8 Mrd. € aus. Der Ergebnisbeitrag der Group Functions wird voraussichtlich bei rund –0,45 Mrd. € liegen. Angesichts der erwarteten EBIT-Entwicklung bei einer gleichzeitig prognostizierten Erhöhung der Asset Charge erwarten wir beim EAC einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Den Free Cashflow erwarten wir bei rund 2,75 Mrd. €, darin enthalten sind pauschal budgetierte 250 Mio. € für M&A-Ausgaben.

Unter Berücksichtigung des aktuellen Geschäftsplans hat sich unsere Chancen- und Risikosituation im Vergleich zur Risikoberichterstattung im Vorjahr insgesamt nicht wesentlich verändert. Es wurden keine neuen Risiken identifiziert, die sich nach derzeitiger Einschätzung potenziell kritisch auf das Ergebnis auswirken. Aus dem konzernweiten Früherkennungssystem wie auch nach Einschätzung des Konzernvorstands waren im aktuellen Prognosezeitraum keine Risiken absehbar, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Konzerns gefährden. Diese drohen auch nicht in absehbarer Zukunft.

Die Einschätzung eines stabilen bis positiven Ausblicks spiegelt sich auch in den Kredit-Ratings wider.

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GOVERNANCE

Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d HGB für die Deutsche Post AG und DHL Group

Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex

Die Deutsche Post AG hat im Berichtsjahr allen Anregungen und Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) entsprochen. Vorstand und Aufsichtsrat beabsichtigen, auch in Zukunft allen Anregungen und Empfehlungen zu entsprechen. Sie haben im Dezember 2023 folgende Entsprechenserklärung abgegeben:

Vorstand und Aufsichtsrat der Deutsche Post AG erklären, dass seit Abgabe der Entsprechenserklärung im Dezember 2022 allen Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der am 27. Juni 2022 im Bundesanzeiger bekannt gemachten Fassung vom 28. April 2022 entsprochen wurde und auch künftig allen Empfehlungen des Kodex entsprochen werden soll.

Die aktuelle Entsprechenserklärung sowie die Erklärungen zur Unternehmensführung mit den Entsprechenserklärungen der letzten fünf Jahre können Sie auf der Internetseite der Gesellschaft einsehen.

Grundsätze verantwortungsvoller Unternehmensführung und gemeinsame Werte

Grundlage unserer Geschäftsbeziehungen und -aktivitäten sowie Bestandteil der Konzernstrategie ist eine verantwortungsvolle Geschäftspraxis im Einklang mit den geltenden Gesetzen, internationalen Leitlinien und ethischen Standards. Zu einem solchen Handeln verpflichten wir auch unsere Lieferanten. Die Beziehungen zu unseren Beschäftigten, Kunden und dem Unternehmen verbundenen Gruppen sowie den Aktionären, die bei ihrer Entscheidung für DHL Group als Arbeitgeber, Anbieter und Investment zunehmend auch Kriterien der verantwortlichen Unternehmensführung zugrunde legen, werden gefördert.

Mit dem Verhaltenskodex haben wir Anforderungen an das Verhalten unserer Beschäftigten konzernweit festgeschrieben. Er gilt in allen Unternehmensbereichen und Regionen. Im Verhaltenskodex verpflichten wir uns insbesondere den Prinzipien des UN Global Compact, achten die Grundsätze der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und folgen weiteren anerkannten rechtlichen Standards, einschließlich maßgeblicher Antikorruptionsgesetze und -vereinbarungen. Außerdem berücksichtigen wir die Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über die grundlegenden Rechte und Prinzipien bei der Arbeit sowie die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen. Daneben unterstützen wir verschiedene Nachhaltigkeitsinitiativen, um beispielsweise die Entwicklung nachhaltiger Kraftstoffe und Technologien zu fördern, und arbeiten auch gemeinsam mit Transportpartnern daran, den Kraftstoffverbrauch und den Ausstoß von THG-Emissionen zu verringern. Als langjähriger Partner der Vereinten Nationen unterstützen wir die UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Im Jahr 2023 ist DHL Group Mitglied des deutschen Verbands von Transparency International geworden.

Im Verhaltenskodex wird auch unser Verständnis von Vielfalt und Inklusion beschrieben. Dieses Verständnis und gegenseitiger Respekt fördern die Zusammenarbeit im Konzern und tragen damit zum wirtschaftlichen Erfolg bei. Kriterien für die Auswahl und Entwicklung von Beschäftigten sind allein ihre Fähigkeiten und Qualifikationen. Die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen die Diversity-Maßnahmen unter besonderer Berücksichtigung des Konzernziels, den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen.

Zur Geschäftspraxis gehört es, die Kompetenz als Dienstleistungsunternehmen im Bereich Logistik und Postdienste zum Nutzen von Gesellschaft und Umwelt einzusetzen und die Beschäftigten zu motivieren, sich auch insoweit persönlich zu engagieren. Integres und rechtlich einwandfreies Verhalten gegenüber Geschäftspartnern, Aktionären und der Öffentlichkeit trägt wesentlich zum Erhalt unserer Reputation bei und ist Grundlage für den nachhaltigen Geschäftserfolg von DHL Group.

Unser Compliance-Management-System (CMS) ist darauf ausgerichtet, rechtskonformes Verhalten zu fördern sowie insbesondere Korruption und wettbewerbswidriges Verhalten zu verhindern. In die laufende Verbesserung und Weiterentwicklung des CMS fließen auch die Das Unternehmen Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Weitere Informationen 90 DHL Group – Geschäftsbericht 2023 Ergebnisse der Compliance-Audits sowie Erkenntnisse aus gemeldeten Verstößen ein. Hierzu werden über das fortentwickelte Compliance-Berichtstool (BKMS-Dashboard) konzernweit, zentral und systematisch alle Kennzahlen zu Compliance-Hinweisen und Sachverhaltsaufklärungen erfasst und zur Verfügung gestellt. Außerdem wurden weitere Maßnahmen zur Förderung der Compliance-Kultur sowie der Compliance-Berichterstattung etabliert.# Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat, Vergütung, Altersgrenzen

Als deutsche börsennotierte Aktiengesellschaft verfügt die Deutsche Post AG über ein duales Führungssystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Die Mitglieder des Vorstands leiten das Unternehmen in eigener Verantwortung. Sie führen die Unternehmensbereiche selbstständig, soweit nicht die besondere Bedeutung und Tragweite einer Entscheidung für die Gesellschaft oder den Konzern eine Befassung aller Mitglieder des Vorstands erfordert. Jedes Vorstandsmitglied ist verpflichtet, auf sein Ressort bezogene Interessen dem Gesamtwohl des Unternehmens unterzuordnen und den Vorstand laufend über wesentliche Entwicklungen in seinem Ressort zu informieren. Der Vorstand sorgt für die Beachtung gesetzlicher Bestimmungen und interner Richtlinien im Unternehmen (Compliance). Das interne Kontrollsystem und das Risikomanagementsystem umfassen ein an der Risikolage des Unternehmens ausgerichtetes CMS und decken auch nachhaltigkeitsbezogene Ziele ab. Der Vorsitzende des Vorstands leitet dessen Geschäfte, koordiniert ressortbezogene Vorgänge mit den Zielen und Plänen des gesamten Unternehmens und stellt die Umsetzung der Unternehmenspolitik sicher. Die Mitglieder des Vorstands dürfen bei ihren Entscheidungen weder persönliche Interessen verfolgen noch Geschäftschancen, die dem Unternehmen zustehen, für sich nutzen. Interessenkonflikte sind dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats und dem Vorsitzenden des Vorstands unverzüglich offenzulegen; die anderen Vorstandsmitglieder sind hierüber zu informieren.

Der Aufsichtsrat hat festgelegt, dass Vorstandsmandate grundsätzlich mit Vollendung des 65. Lebensjahres enden sollen. Die Mitglieder des Aufsichtsrats bestellen, beraten und überwachen den Vorstand. Sie schlagen der Hauptversammlung das Vergütungssystem für den Vorstand vor und verantworten – gemeinsam mit dem Vorstand – die langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand. Zu den gesetzlichen Pflichten des Aufsichtsrats gehören überdies die Prüfung und Billigung des Jahres- und Konzernabschlusses, die Prüfung des Gewinnverwendungsvorschlags und der Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers an die Hauptversammlung. Der Aufsichtsrat wird bei Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern berücksichtigen, dass die Amtszeit spätestens mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung enden soll, die auf die Vollendung des 72. Lebensjahres folgt. Die Mitglieder sollen dem Aufsichtsrat in der Regel nicht länger als drei Amtsperioden angehören. Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (Directors and Officers, D & O) des Unternehmens sieht für die Mitglieder des Vorstands einen den Anforderungen des Aktiengesetzes entsprechenden Selbstbehalt vor. Die Grundsätze seiner inneren Ordnung, einen Katalog zustimmungspflichtiger Geschäfte des Vorstands sowie die Tätigkeit seiner Ausschüsse hat der Aufsichtsrat in einer Geschäftsordnung geregelt, die auf der Internetseite der Gesellschaft einsehbar ist. Der von den Aufsichtsratsmitgliedern aus ihrer Mitte gewählte Vorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr. Er führt Gespräche mit Investoren über aufsichtsratsrelevante Themen. Vorstandsmitgliedern gegenüber vertritt der Aufsichtsrat die Gesellschaft.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine feste jährliche Vergütung in Höhe von 100.000 €. Die Vergütung der Vorsitzenden (Plenum und Ausschüsse) erhöht sich jeweils um 100 %, die der stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats und der Ausschussmitglieder um 50 %. Dies gilt nicht für den Vermittlungs- und den Nominierungsausschuss. Der Bericht über die Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat ist mit dem Prüfungsvermerk gemäß § 162 Abs. 3 AktG auf der Internetseite der Gesellschaft einsehbar. Verträge der Gesellschaft mit Aufsichtsratsmitgliedern bestehen nicht – mit Ausnahme der Anstellungsverträge mit den Vertretern der Arbeitnehmer.

Der Aufsichtsrat tagt mindestens zweimal im Halbjahr, regelmäßig auch in Abwesenheit des Vorstands. Bei Bedarf finden außerordentliche Sitzungen statt. Im Geschäftsjahr 2023 sind die Mitglieder des Aufsichtsrats zu vier Plenumssitzungen, 21 Ausschusssitzungen sowie einer Klausurtagung zusammengekommen. Die Sitzungen fanden – bis auf wenige Ausnahmen bei den Ausschusssitzungen – in Präsenz statt. Einzelne Mitglieder wurden per Video zugeschaltet. In den Fällen, in denen einzelnen Mitgliedern eine Teilnahme nicht möglich war, haben diese im Vorfeld der Sitzung schriftliche Stimmbotschaften abgegeben und damit dafür gesorgt, dass die getroffenen Entscheidungen auf dem Entschluss aller verantwortlichen Mitglieder beruhen. Die insgesamt bei 95% liegende Teilnahmequote ist im Bericht des Aufsichtsrats individualisiert ausgewiesen. Entscheidungen des Aufsichtsrats werden in getrennten Vorbesprechungen der Vertreter der Anteilseigner und der Arbeitnehmer sowie in den Ausschüssen vorbereitet. Die Ausschussvorsitzenden informieren in den Sitzungen des Plenums über Arbeit und Entscheidungen in den Ausschüssen. Aus- und Fortbildungsmaßnahmen nehmen die Mitglieder des Aufsichtsrats eigenverantwortlich wahr und werden dabei von der Gesellschaft angemessen unterstützt. Im Jahr 2023 fanden die so genannten Directors’ Days im Mai und September statt. Sie hatten die Regulierung des Postmarkts, ESG-Leistungskennzahlen als Grundlage für Unternehmenssteuerung und Vorstandsvergütung sowie Updates zum Lieferkettenrecht, der Nachhaltigkeitsberichterstattung und zur EU-Taxonomie zum Gegenstand.

Nachfolgeplanung für den Vorstand

Der Aufsichtsrat verantwortet gemeinsam mit dem Vorstand die langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand. Dazu tauschen sich insbesondere der Vorsitzende des Aufsichtsrats und der Vorstandsvorsitzende regelmäßig zu Kandidatinnen und Kandidaten mit Potenzial für die Übernahme von Vorstandspositionen aus. Innerhalb des Aufsichtsrats liegt die Suche nach geeigneten Vorstandsmitgliedern primär in der Verantwortung des Präsidialausschusses. Im Fall bevorstehender Vakanzen wählt der Präsidialausschuss unter Berücksichtigung der konkreten Anforderungen, die mit Blick auf die Erfahrung und die Qualifikation an die Mitgliedschaft im Vorstand und die Zusammensetzung des Vorstands insgesamt zu stellen sind, geeignete Kandidatinnen und Kandidaten für persönliche Gespräche aus und unterbreitet dem Aufsichtsrat nach Erörterung im Ausschuss seinen Vorschlag für die Besetzung. Unabhängig von konkret bevorstehenden Vakanzen erhalten potenzielle Nachfolgekandidatinnen und -kandidaten aus dem Unternehmen die Möglichkeit, im Aufsichtsrat Themen aus ihren Verantwortungsbereichen zu präsentieren. Der Aufsichtsrat kann sich so kontinuierlich einen Eindruck vom Potenzial der für eine Vorstandsposition in Frage kommenden Führungskräfte des Konzerns verschaffen. Bei der Bestellung neuer Vorstandsmitglieder achtet der Aufsichtsrat darauf, dass sich die verschiedenen Qualifikationen und Erfahrungen der Mitglieder im Vorstand ergänzen und die Besetzung des Gremiums möglichst vielfältig ist. Von besonderer Bedeutung ist neben der Branchenerfahrung auch die internationale Erfahrung. Die Erstbestellung eines Vorstandsmitglieds erfolgt in der Regel für drei Jahre.

Unabhängigkeit der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat

Alle Mitglieder des Aufsichtsrats sind unabhängig im Sinne des DCGK. Das Ziel des Aufsichtsrats, auf Seiten der Anteilseigner mindestens 60 % der Mandate mit unabhängigen Mitgliedern zu besetzen, wird damit übertroffen. Mit Stand 31. Dezember 2023 hielt die KfW Bankengruppe als größte Aktionärin der Gesellschaft 20,49 % der Anteile an der Deutsche Post AG und übt damit ebenso wie der Bund, der über die KfW mittelbar beteiligt ist, keine Kontrolle aus. Dementsprechend sind auch Luise Hölscher und Stefan B. Wintels unabhängig. Am 7. Februar 2024 hat die KfW Bankengruppe ihren Anteil an der Deutsche Post AG auf 16,45 % reduziert. Stefan Schulte, der im Anschluss an die für den 3. Mai 2024 vorgesehene Hauptversammlung aus dem Aufsichtsrat ausscheiden wird, hat seine umfangreiche Expertise und Erfahrung in seiner Amtszeit zum Wohl des Unternehmens eingebracht und als Vorsitzender des Finanz- und Prüfungsausschusses die Erörterungen mit dem Vorstand differenziert und kritisch geführt. Seine Unabhängigkeit stand daher für den Aufsichtsrat zu jeder Zeit außer Frage. Für die Nachfolge von Stefan Schulte und von Simone Menne, die ebenfalls aus Aufsichtsrat und Finanz- und Prüfungsausschuss ausscheidet, wird der Aufsichtsrat der Hauptversammlung zwei neue unabhängige Aufsichtsratsmitglieder vorschlagen. Nähere Angaben zu den Kandidaten finden Sie im Bericht des Aufsichtsrats. Die Verantwortlichkeit von Lawrence Rosen für das Ressort Finanzen endete vor mehr als sieben Jahren und beeinträchtigt seine Unabhängigkeit daher nicht. Gleichzeitig qualifizieren ihn seine profunden Kenntnisse des Unternehmens und der Branche, dem Vorstand als erfahrener und fachkundiger Berater zur Seite zu stehen und auch der Überwachungsfunktion des Aufsichtsrats in besonderem Maße gerecht zu werden. Kein Mitglied des Aufsichtsrats überschreitet die festgelegte Altersgrenze von 72 Jahren, übt Organ- oder Beratungsaufgaben bei wesentlichen Wettbewerbern aus oder steht sonst in einer persönlichen Beziehung zu einem wesentlichen Wettbewerber.

Wirksamkeit der Beratung und Überwachung durch den Aufsichtsrat

Die Mitglieder des Aufsichtsrats überprüfen jährlich die Arbeits- und Entscheidungsprozesse im Gremium. Die Erörterung erfolgt in einer Sitzung des Aufsichtsrats in Abwesenheit des Vorstands. In regelmäßigen Abständen, zuletzt im Berichtsjahr, wird das Meinungsbild zusätzlich auf Grundlage eines Fragebogens evaluiert.# Die Ergebnisse fließen in die Erörterung im Gremium ein.

Diskutiert wurden unter anderem das Kompetenzprofil des Aufsichtsrats sowie die Fortentwicklung des Onboarding-Prozesses für neue Aufsichtsratsmitglieder. Im Ergebnis ist der Aufsichtsrat der Meinung, dass er seine Überwachungs- und Beratungsaufgaben effektiv und effizient wahrgenommen hat.

Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats (Kompetenzprofil)

Der Aufsichtsrat orientiert sich bei seiner Zusammensetzung neben den gesetzlichen Vorgaben (v. a. §§ 100, 107 AktG) auch an den Empfehlungen C.1 und C.6 des DCGK. Insgesamt hat der Aufsichtsrat sich die folgenden Ziele für seine Zusammensetzung gesetzt, die zugleich sein angestrebtes Kompetenzprofil abbilden:

  1. Die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern sollen sich allein am Wohl des Unternehmens orientieren. In diesem Rahmen strebt der Aufsichtsrat an, dass der Anteil der im Sinne von C.6 DCGK unabhängigen Vertreter der Anteilseigner mindestens 60 % betragen soll und der Frauenanteil im gesamten Aufsichtsrat mindestens 30 % beträgt.
  2. Der internationalen Tätigkeit des Unternehmens wird bereits durch die derzeitige Besetzung des Aufsichtsrats angemessen Rechnung getragen. Der Aufsichtsrat strebt an, auch bei künftigen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung Kandidaten, die aufgrund ihrer Herkunft, Ausbildung oder beruflichen Tätigkeit über besondere internationale Kenntnisse und Erfahrungen verfügen, zu gewinnen.
  3. Der Aufsichtsrat soll in seiner Gesamtheit kompetenter Berater des Vorstands bei Zukunftsfragen sein, zu denen der Aufsichtsrat insbesondere die digitale Transformation und Nachhaltigkeitsthemen rechnet.
  4. Der Aufsichtsrat soll in seiner Gesamtheit über genügenden Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung verfügen. Dies schließt Kenntnisse über internationale Entwicklungen der Rechnungslegung ein. Der Aufsichtsrat sieht zudem in der Unabhängigkeit seiner Mitglieder eine Gewähr für die Integrität des Rechnungslegungsprozesses und die Sicherung der Unabhängigkeit der Abschlussprüfer.
  5. Interessenkonflikte bei Aufsichtsratsmitgliedern stehen einer unabhängigen Beratung und Überwachung des Vorstands entgegen. Der Aufsichtsrat entscheidet in jedem Einzelfall im Rahmen der Gesetze und unter Berücksichtigung des DCGK, wie er mit potenziellen oder auftretenden Interessenkonflikten umgeht.
  6. Gemäß der vom Aufsichtsrat beschlossenen und in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats verankerten Altersgrenze wird bei Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern berücksichtigt, dass die Amtszeit spätestens mit Ablauf der ordentlichen Hauptversammlung, die auf die Vollendung des 72. Lebensjahres folgt, enden soll. Die Mitglieder sollen dem Aufsichtsrat in der Regel nicht länger als drei Amtsperioden angehören.

Die aktuelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht diesen Zielsetzungen und erfüllt das Kompetenzprofil. Der Aufsichtsrat hat Zielsetzungen und Kompetenzprofil bei seinen Wahlvorschlägen an die diesjährige Hauptversammlung berücksichtigt.

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93 DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Qualifikationsmatrix gemäß C.1 DCGK

Kompetenzen und Qualifikationen der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder können der folgenden Übersicht entnommen werden.

QUALIFIKATIONSMATRIX

Dr. Nikolaus von Bomhard Dr. Mario Daberkow Ingrid Deltenre Dr. Heinrich Hiesinger Prof. Dr. Luise Hölscher Simone Menne Lawrence Rosen Dr. Stefan Schulte Dr. Katrin Suder Stefan B. Wintels
Mitglied seit / gewählt bis 2016 / 2025 2018 / 2027 2016 / 2025 2019 / 2024 2022 / 2026 2014 / 2024 2020 / 2025 2009 / 2024 2023 / 2027 2022 / 2026
Unabhängigkeit 1          
Kein Overboarding 1          
Geschlecht Männlich Männlich Weiblich Männlich Weiblich Weiblich Männlich Männlich Weiblich Männlich
Geburtsjahr 1956 1969 1960 1960 1971 1960 1957 1960 1971 1966
Staatsangehörigkeit Deutsch Deutsch Niederländisch/ Schweizerisch Deutsch Deutsch Deutsch US-amerikanisch Deutsch Deutsch Deutsch
Internationale Erfahrung          
Ausbildungs- hintergrund Jurist Dipl.- Mathematike r Journalistin und Bildungs- wissenschaftlerin Dipl.- Ingenieur Dipl.- Kauffrau Dipl.- Kauffrau Wirtschafts- wissenschaftler Dipl.- Physikerin, Germanistin und Theater- wissen- schaftlerin Dipl.- Kaufmann
Rechnungs- legung          
Finanzexperte gem. § 100 Abs. 5 AktG  2 2 2 2
Risiko- management          
Logistik          
Strategie          
Nachhaltigkeit         
Unternehmens- führung / -kontrolle          
Digitalisierung, IT          
Cyber- und IT- Sicherheit          
Personal          
  • 1 Gemäß DCGK.
  • 2 Experte auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung im Sinne des §§ 100 Abs. 5, 107 Abs. 4 AktG.

Vorstandsgremien und Aufsichtsratsausschüsse

Für jeden Unternehmensbereich finden vierteljährlich Business Review Meetings mit den Vertretern des Managements statt, davon einmal jährlich mit allen Mitgliedern des Vorstands und dreimal im Jahr mit dem Vorstandsvorsitzenden und dem für Finanzen zuständigen Vorstandsmitglied. Außerdem finden quartalsweise Review Meetings der Querschnittsbereiche mit dem Vorstandsvorsitzenden und dem für Finanzen zuständigen Vorstandsmitglied sowie Vertretern des Managements statt.

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In den Review Meetings werden strategische Maßnahmen, operative Themen sowie die Entwicklung des Budgets der Unternehmensbereiche erörtert. Darüber hinaus gibt es Vorstandsgremien in allen Ressorts, in denen über die grundsätzliche strategische Ausrichtung des jeweiligen Ressorts sowie richtungsgebende Themen Entscheidungen getroffen werden. Schließlich werden Beschlüsse zu Investitions-, Immobilien- und M & A-Vorhaben innerhalb bestimmter Schwellenwerte anhand von festgelegten Entscheidungs- und Zustimmungsprozessen in den zuständigen Gremien gefasst.

Die Mitglieder der Ausschüsse des Aufsichtsrats bereiten die Beschlussfassungen des Plenums vor und nehmen die ihnen nach dem Gesetz, der Satzung und der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats übertragenen Aufgaben wahr.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Präsidialausschuss
Dr. Nikolaus von Bomhard (Vorsitzender)
Andrea Kocsis (stellvertretende Vorsitzende)
Ingrid Deltenre
Thomas Held
Prof. Dr. Luise Hölscher
Thorsten Kühn

Personalausschuss
Andrea Kocsis (Vorsitzende)
Dr. Nikolaus von Bomhard (stellvertretender Vorsitzender)
Ingrid Deltenre
Mario Jacubasch

Finanz- und Prüfungsausschuss
Dr. Stefan Schulte (Vorsitzender, unabhängig und Experte auf dem Gebiet der Rechnungslegung und Abschlussprüfung im Sinne der §§ 100 Abs. 5, 107 Abs. 4 AktG und D.3 DCGK)
Stephan Teuscher (stellvertretender Vorsitzender)
Jörg von Dosky
Prof. Dr. Luise Hölscher
Simone Menne (unabhängig und Expertin auf dem Gebiet der Rechnungslegung und Abschlussprüfung im Sinne der §§ 100 Abs. 5, 107 Abs. 4 AktG und D.3 DCGK)
Yusuf Özdemir
Lawrence Rosen (unabhängig und Experte auf dem Gebiet der Rechnungslegung und Abschlussprüfung im Sinne der §§ 100 Abs. 5, 107 Abs. 4 AktG und D.3 DCGK)
Stefanie Weckesser

Strategie- und Nachhaltigkeitsausschuss
Dr. Nikolaus von Bomhard (Vorsitzender)
Andrea Kocsis (stellvertretende Vorsitzende)
Thomas Held
Dr. Heinrich Hiesinger
Stephan Teuscher
Stefan B. Wintels

Nominierungsausschuss
Dr. Nikolaus von Bomhard (Vorsitzender)
Ingrid Deltenre
Prof. Dr. Luise Hölscher

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Vermittlungsausschuss (gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG)
Dr. Nikolaus von Bomhard (Vorsitzender)
Andrea Kocsis (stellvertretende Vorsitzende)
Dr. Heinrich Hiesinger
Thorsten Kühn

Der Präsidialausschuss bereitet die Beschlussfassung des Plenums über die Bestellung der Vorstandsmitglieder, die Ausgestaltung ihrer Anstellungsverträge (inklusive Vergütung), das System zur Vergütung der Vorstandsmitglieder, die Festlegung der Ziele für die variable Vergütung, die Bestimmung der variablen Vergütung nach Grad der Zielerreichung, die Überprüfung der Angemessenheit der Vergütung und den jährlich zu erstellenden Vergütungsbericht vor. Darüber hinaus befasst er sich regelmäßig mit der langfristigen Nachfolgeplanung für den Vorstand sowie Fragen der Corporate Governance und gibt hierzu auch Empfehlungen an den Aufsichtsrat.

Der Finanz- und Prüfungsausschuss prüft die Rechnungslegung einschließlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung und macht Vorschläge zur Billigung von Jahres- und Konzernabschluss durch den Aufsichtsrat. Er überwacht den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems sowie die Abschlussprüfung, insbesondere die Prüfungsqualität und die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Die Beratung mit dem Abschlussprüfer findet regelmäßig auch in Abwesenheit von Vorstandsmitgliedern statt. Der Finanz- und Prüfungsausschuss bereitet den Vorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zur Wahl der Abschlussprüfungsgesellschaft vor. Geht dem Vorschlag – wie zuletzt vor der Hauptversammlung 2022 – ein förmliches Auswahlverfahren voraus, ist er verantwortlich für die Durchführung. Im Anschluss an das Auswahlverfahren hat die Hauptversammlung 2022 die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, zum neuen Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2023 gewählt. Der Finanz- und Prüfungsausschuss erteilt seine Zustimmung, wenn der Abschlussprüfer mit der Erbringung von Nichtprüfungsleistungen beauftragt werden soll, und lässt sich regelmäßig über den Gesamtbetrag der für diese Leistungen vereinbarten Honorare berichten, um die Einhaltung der gesetzlich festgelegten Obergrenze zu gewährleisten.# Er befasst sich mit der Compliance des Unternehmens und erörtert die Halbjahresfinanzberichte und Quartalsmitteilungen vor deren Veröffentlichung mit dem Vorstand. Bei Bedarf befindet der Finanz- und Prüfungsausschuss auch über die Erteilung der Zustimmung des Aufsichtsrats zu wesentlichen Geschäften der Gesellschaft mit nahestehenden Personen. Der Finanz- und Prüfungsausschuss steht über seinen Vorsitzenden auch außerhalb der Sitzungen in einem regelmäßigen Dialog mit dem Abschlussprüfer. Der Vorsitzende tauscht sich regelmäßig mit dem Abschlussprüfer über den Fortgang der Prüfung aus und berichtet dem Ausschuss hierüber. Der Vorsitzende des Finanz- und Prüfungsausschusses, Stefan Schulte, ist unabhängig und aufgrund seiner langjährigen Erfahrung als Finanzvorstand und Vorstandsvorsitzender der Fraport AG Experte auf dem Gebiet der Rechnungslegung sowie der Abschlussprüfung. Auch Simone Menne und Lawrence Rosen verfügen aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeiten als Vorstandsmitglieder für Finanzen der Deutsche Lufthansa AG beziehungsweise der Deutschen Post AG und der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA über umfangreiche Expertise in der Rechnungslegung und in der Abschlussprüfung.

Die der Hauptversammlung 2024 zur Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagenen Nachfolgekandidaten für Frau Menne und Herrn Schulte verfügen ebenfalls über umfangreiche Expertise in beiden vorgenannten Fachgebieten. Nähere Angaben zu den Kandidaten können Sie dem Bericht des Aufsichtsrats entnehmen. Mit dem Abschlussprüfer ist vereinbart, dass der Vorsitzende des Aufsichtsrats und der Vorsitzende des Finanz- und Prüfungsausschusses über während der Prüfung auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe unverzüglich informiert werden, soweit diese nicht umgehend beseitigt werden. Darüber hinaus ist vereinbart, dass der Abschlussprüfer dem Aufsichtsrat unverzüglich über alle wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse im Prüfungsverlauf berichtet. Ferner hat der Abschlussprüfer den Aufsichtsrat zu informieren, wenn bei Durchführung der Abschlussprüfung Tatsachen festgestellt werden, aus denen sich ergibt, dass die von Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Erklärungen zum DCGK unrichtig sind. Der Finanz- und Prüfungsausschuss überprüft regelmäßig die Qualität der Abschlussprüfung. Sowohl in der die Bilanzsitzung vorbereitenden Das Unternehmen Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Weitere Informationen 96 DHL Group – Geschäftsbericht 2023 Sitzung des Finanz- und Prüfungsausschusses als auch in der Sitzung des Plenums, in der die Abschlüsse der Gesellschaft und des Konzerns verabschiedet werden, befassen sich die Mitglieder des Aufsichtsrats intensiv mit den Inhalten und Prozessen der Abschlussprüfung. Der Strategie- und Nachhaltigkeitsausschuss bereitet die Beratungen des Aufsichtsrats zur Strategie vor und erörtert regelmäßig die Umsetzung der Strategie und die Wettbewerbssituation des Unternehmens und der Unternehmensbereiche. Darüber hinaus befasst er sich vorbereitend mit Unternehmenserwerben oder -veräußerungen, denen der Aufsichtsrat zustimmen muss, und setzt sich intensiv mit für das Unternehmen relevanten ESG-Themen auseinander. Hierzu gehört vor allem die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie, insbesondere im Hinblick auf die Ziele zur Reduktion von CO₂-Emissionen, zur Sicherheit und Zufriedenheit der Beschäftigten, zur Förderung des Anteils von Frauen in Führungspositionen, zu Cybersicherheit sowie zur Stärkung der Compliance. Alle Vertreter der Anteilseigner im Ausschuss verfügen jeweils über große Expertise im Bereich Nachhaltigkeit. Der Nominierungsausschuss ist ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt. Er unterbreitet den Anteilseignervertretern im Aufsichtsrat Empfehlungen für die Vorschläge zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern durch die Hauptversammlung. Der Personalausschuss erörtert die Grundsätze und wesentlichen Themen des Personalwesens für den Konzern, wie Arbeitssicherheit, Personalgewinnung und -bindung sowie Chancengleichheit. Die Aufgabe des Vermittlungsausschusses ist durch das Mitbestimmungsgesetz vorgegeben: Er unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung von Vorstandsmitgliedern in Fällen, in denen ein Bestellungsbeschluss nicht mit der erforderlichen Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Mitglieder des Aufsichtsrats zustande kommt. Der Ausschuss hat im zurückliegenden Geschäftsjahr nicht getagt. Über die Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse im Geschäftsjahr 2023 informiert auch der Bericht des Aufsichtsrats. Die Mitglieder des Vorstands und deren weitere Mandate sowie die Mitglieder des Aufsichtsrats und deren weitere Mandate finden Sie unter Gremien. Auf unserer Internetseite haben wir zudem die Lebensläufe der Vorstandsmitglieder, Angaben zu ihren Qualifikationen und die Laufzeiten ihrer aktuellen Bestellung veröffentlicht. Ebenso finden Sie dort aktuelle Lebensläufe der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat sowie Angaben zu ihren ausgeübten Berufen, ihrer Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat und ihrer aktuellen Amtszeit.

Diversität

Diversität ist mitentscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg des Konzerns. Das gilt auch für den Vorstand. Im Rahmen der Auswahl der Mitglieder des Vorstands achtet der Aufsichtsrat auf Vielfalt und darauf, dass sich die Mitglieder hinsichtlich ihrer Persönlichkeit, Qualifikationen, Fähigkeiten, Herkunft und Erfahrungen ergänzen. Eine langfristige Nachfolgeplanung in allen Unternehmensbereichen gewährleistet, dass auch in Zukunft qualifizierte interne Kandidatinnen und Kandidaten zur Verfügung stehen. Dabei spielt auch die frühzeitige Auswahl von Frauen für Führungspositionen eine entscheidende Rolle. Die Mitglieder des Vorstands bringen unterschiedliche berufliche Expertise aus den Bereichen Wirtschaftsingenieurwesen, Physik, Betriebswirtschaft, Rechtswissenschaften und Psychologie ein. Die Zusammensetzung des Vorstands spiegelt überdies die internationale Tätigkeit des Unternehmens wider. Die Vorstandsmitglieder haben sowohl aufgrund ihrer Herkunft als auch durch längere berufliche Tätigkeiten im Ausland oder die Verantwortung für ausländische Geschäftsaktivitäten vielfältige Erfahrungen in vielen Ländern Europas, aber auch in den USA, Asien, Lateinamerika und Australien. Der Altersdurchschnitt der Vorstandsmitglieder lag zum 31. Dezember 2023 bei 53 Jahren, wobei das jüngste Mitglied 47 Jahre und das älteste 60 Jahre alt war. Im Rahmen der langfristigen Nachfolgeplanung liegt der Fokus unverändert auch auf dem Frauenanteil in Führungspositionen. Mit zwei Frauen im Vorstand übertrifft die Gesellschaft die seit August 2022 geltende Mindestbeteiligungsquote gemäß § 76 Abs. 3a AktG, nach der dem Vorstand einer börsennotierten und dem Mitbestimmungsgesetz unterliegenden Gesellschaft, sofern er aus mehr als drei Personen besteht, mindestens eine Frau und mindestens ein Mann angehören muss. Ebenso ist das über das gesetzliche Beteiligungsgebot hinausgehende, vom Aufsichtsrat mit einer Frist bis Ende 2024 festgelegte Ziel eines Frauenanteils im Vorstand von 25 % bereits jetzt erreicht. Das Unternehmen Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Weitere Informationen 97 DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Für die Periode ab dem 1. Januar 2020 hat der Vorstand als Zielgröße für den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands in der Deutsche Post AG jeweils 30 % festgelegt. Diese Zielgrößen sollen bis zum 31. Dezember 2024 erreicht werden. Die beiden Führungsebenen sind dabei nach Berichtslinien abgegrenzt: Der ersten Führungsebene gehören die Führungskräfte der Berichtslinie N-1 an, hier lag der Frauenanteil zum 31. Dezember 2023 bei 30,2 %. Der zweiten Führungsebene gehören die Führungskräfte der Berichtslinie N-2 an, hier lag der Frauenanteil zum 31. Dezember 2023 bei 33,3 %. Bis 2025 sollen zudem konzernweit mindestens 30 % der Positionen im mittleren und oberen Management mit Frauen besetzt sein. Dieser Anteil ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und lag am 31. Dezember 2023 bei 27,2 %. Diversitätskriterien, die dem Aufsichtsrat im Hinblick auf die eigene Zusammensetzung besonders wichtig sind, finden Sie auch in der Darstellung seiner Ziele (Kompetenzprofil). Die darin verankerte und für den Aufsichtsrat auch gesetzlich geltende Mindestquote von 30 % Frauen wird mit 40 % übertroffen.

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre üben ihre Rechte, insbesondere ihr Auskunfts- und Stimmrecht, in der Hauptversammlung aus. Jede Aktie der Gesellschaft gewährt eine Stimme („one share, one vote“). Vorzugsaktien ohne Stimmrecht hat die Gesellschaft nicht ausgegeben. Die Tagesordnung mit den Beschlussempfehlungen für die Hauptversammlung und weitere Informationen stehen unmittelbar nach der Einberufung auf der Internetseite der Gesellschaft zur Einsicht bereit. Bei Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern wird für jede Kandidatin und jeden Kandidaten ein Lebenslauf veröffentlicht, der über relevante Kenntnisse, Fähigkeiten und fachliche Erfahrungen Auskunft gibt und eine Übersicht über die wesentlichen Tätigkeiten neben dem Aufsichtsratsmandat enthält. Einen Überblick über die Kompetenzen und Qualifikationen der Aufsichtsratsmitglieder bietet zudem die Qualifikationsmatrix. Die Rede des Vorstandsvorsitzenden ist regelmäßig bereits mindestens vier Tage vor der jeweiligen Hauptversammlung auf der Internetseite der Gesellschaft abrufbar. Wir erleichtern unseren Aktionären die Ausübung ihrer Stimmrechte dadurch, dass wir neben der Möglichkeit der Briefwahl Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft benennen, die das Stimmrecht in der Hauptversammlung gemäß den von den Aktionären erteilten Weisungen ausüben. Die Bevollmächtigung der Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ist ebenso wie die Briefwahl auch über das von der Gesellschaft angebotene Aktionärsportal möglich.Die Weisungen an die Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft und die Briefwahlstimmen können noch bis zum Beginn der Abstimmung in der Hauptversammlung geändert werden. Die im Aktienregister eingetragenen Aktionäre und ihre Bevollmächtigten können die gesamte Hauptversammlung per Bild- und Tonübertragung im Internet verfolgen. Nach drei pandemiebedingt virtuell veranstalteten Hauptversammlungen konnte der Vorstand die Aktionäre im vergangenen Jahr erstmals wieder zur persönlichen Teilnahme vor Ort einladen. Der Vorstand hat von der Hauptversammlung 2023 befristet auf zwei Jahre die Ermächtigung erhalten, Hauptversammlungen gegebenenfalls auch virtuell abzuhalten. Für die ordentliche Hauptversammlung 2024 hat er entschieden, von dieser Ermächtigung keinen Gebrauch zu machen und auch diese wieder als Präsenzveranstaltung durchzuführen. Dies entspricht dem Wunsch vieler Aktionäre und Aktionärsvertreter, Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats und auch untereinander zu erhalten. Das Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder ist der Hauptversammlung im Fall wesentlicher Änderungen, mindestens jedoch alle vier Jahre zur Billigung vorzulegen, die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder ebenfalls mindestens alle vier Jahre. Die Hauptversammlung 2021 hat das System der Vorstandsvergütung mit einer Zustimmung von 93,39 % und die Vergütung des Aufsichtsrats mit einer Zustimmung von 99,46 % der abgegebenen Stimmen gebilligt. Der Beschlussvorschlag an die Hauptversammlung über die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats wurde 2022 mit einer Mehrheit von 99,07 % angenommen. Das System der Vorstandsvergütung und die Beschlüsse der Hauptversammlung über die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats sind auch auf der Internetseite der Gesellschaft abrufbar. Angaben zur Vergütung der einzelnen Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat können Sie den dort abrufbaren Vergütungsberichten entnehmen. Turnusgemäß wird das Vergütungssystem des Vorstands der Hauptversammlung im Jahr 2025 zur Billigung vorgelegt werden.

Das Unternehmen

Zusammengefasster Lagebericht

Konzernabschluss

Weitere Informationen

98 DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Übernahmerechtliche Angaben

Angaben nach §§ 289a, 315a HGB und erläuternder Bericht

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals, Stimmrechte und Übertragung von Aktien

Zum 31. Dezember 2023 betrug das Grundkapital der Gesellschaft 1.239.059.409 €, eingeteilt in ebenso viele auf den Namen lautende Stückaktien (Aktien ohne Nennbetrag). Jede Aktie gewährt die gleichen gesetzlich und / oder in der Satzung vorgesehenen Rechte und Pflichten und in der Hauptversammlung je eine Stimme. Vorzugsaktien ohne Stimmrecht oder Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, hat die Gesellschaft nicht ausgegeben. Die Ausübung der Stimmrechte und die Übertragung der Aktien richten sich nach den gesetzlichen Bestimmungen und der Satzung. Die Satzung beschränkt weder die Ausübung der Stimmrechte noch die Übertragung von Aktien. Im Rahmen des aktienbasierten Vergütungsprogramms „Employee Share Plan“ bestehen zeitliche Verfügungsbeschränkungen für Aktien während der Haltefrist von zwei Jahren. Zum 31. Dezember 2023 hielt die Deutsche Post AG insgesamt 58.079.379 eigene Aktien, aus denen der Gesellschaft gemäß § 71b AktG keine Rechte zustehen.

Kapitalbeteiligungen von mehr als 10 %

Die KfW Bankengruppe (KfW), Frankfurt am Main, ist unsere größte Aktionärin. Sie hielt am 31. Dezember 2023 eine Beteiligung von 20,49 % am Grundkapital, die sie laut Stimmrechtsmitteilung am 7. Februar 2024 auf 16,45 % reduziert hat. Die Bundesrepublik Deutschland ist – unter anderem über die KfW – an der Deutsche Post AG beteiligt, zum 7. Februar 2024 in Höhe von 16,84 % des Grundkapitals.

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder

Die Mitglieder des Vorstands werden nach den gesetzlichen Vorschriften bestellt und abberufen, vgl. §§ 84, 85 Aktiengesetz (AktG) und § 31 Mitbestimmungsgesetz (MitbestG). Gemäß § 6 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Mitgliedern. Im Übrigen wird die Zahl der Vorstandsmitglieder durch den Aufsichtsrat bestimmt. Sofern der Vorstand aus mehr als drei Personen besteht, müssen mindestens eine Frau und mindestens ein Mann Mitglied des Vorstands sein, vgl. § 76 Abs. 3a AktG.

Satzungsänderungen

Die Satzung kann gemäß §§ 119 Abs. 1 Ziff. 6, 179 Abs. 1 Satz 1 AktG durch Beschluss der Hauptversammlung geändert werden. Gemäß § 21 Abs. 2 der Satzung in Verbindung mit §§ 179 Abs. 2, 133 Abs. 1 AktG beschließt die Hauptversammlung über Satzungsänderungen grundsätzlich mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen und mit der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals. Soweit das Gesetz für Satzungsänderungen zwingend eine größere Mehrheit vorschreibt, ist diese Mehrheit entscheidend.

Befugnisse des Vorstands, insbesondere zu Aktienausgabe und Aktienrückkauf

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zu 130 MIO neue, auf den Namen lautende Stückaktien auszugeben (Genehmigtes Kapital 2021). Die Einzelheiten ergeben sich aus § 5 Abs. 2 der Satzung. Die Satzung ist auf der Internetseite der Gesellschaft und im elektronischen Unternehmensregister abrufbar. Sie kann ferner beim Handelsregister des Amtsgerichts Bonn eingesehen werden. Der Vorstand ist bzw. war ferner durch Beschlüsse der Hauptversammlungen vom 28. April 2017 (zu Tagesordnungspunkt 7), vom 24. April 2018 (zu Tagesordnungspunkt 6), vom 27. August 2020 (zu Tagesordnungspunkt 7) und vom 6. Mai 2022 (zu den Tagesordnungspunkten 8 und 9) ermächtigt, Bezugsrechte auf Aktien auszugeben. Die Ermächtigungsbeschlüsse sind aus den notariellen Sitzungsniederschriften ersichtlich, die beim Handelsregister einsehbar sind. Die Hauptversammlung hat zur Bedienung von noch auszugebenden oder bereits ausgegebenen Bezugsrechten bedingte Kapitalerhöhungen beschlossen. Die Einzelheiten sind in § 5 der Satzung bestimmt. Zum 31. Dezember 2023 sind Bezugsrechte ausgegeben, die bei Vorliegen der Voraussetzungen mit bis zu 27.787.376 Aktien der Deutsche Post AG zu bedienen sind. Unter den erteilten Ermächtigungen können noch bis zu 54.619.296 weitere Bezugsrechte ausgegeben werden.

99 DHL Group – Geschäftsbericht 2023

Die Hauptversammlung vom 4. Mai 2023 hat die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 3. Mai 2028 eigene Aktien im Umfang von bis zu 10 % des bei Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Einzelheiten hierzu einschließlich der Möglichkeiten der Verwendung der aufgrund dieser oder einer vorangehenden Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien ergeben sich aus dem von der Hauptversammlung am 4. Mai 2023 (Tagesordnungspunkt 6) gefassten Ermächtigungsbeschluss. Ergänzend dazu hat die Hauptversammlung vom 4. Mai 2023 den Vorstand ermächtigt, in dem zu Tagesordnungspunkt 6 beschlossenen Rahmen eigene Aktien auch unter Einsatz von Derivaten zu erwerben (Tagesordnungspunkt 7). Auf der Grundlage des Ermächtigungsbeschlusses hat die Gesellschaft zusammen mit Erwerben aufgrund der früheren Ermächtigung vom 6. Mai 2021 im Geschäftsjahr insgesamt 23.606.169 eigene Aktien erworben.

Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, und Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern

Es besteht ein Vertrag zwischen der Deutsche Post AG und einem Bankenkonsortium über eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 2 MRD €. Im Fall eines Kontrollwechsels im Sinne des Vertrags hat jedes Mitglied des Bankenkonsortiums unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, seinen Anteil an der Kreditlinie sowie seinen jeweiligen Anteil an ausstehenden Krediten zu kündigen und deren Rückzahlung zu verlangen. Weiterhin sehen die Anleihebedingungen der unter dem im März 2012 etablierten „Debt Issuance Programme“ emittierten Anleihen sowie der im Dezember 2017 begebenen Wandelanleihe Kontrollwechselbestimmungen vor. Im Fall eines Kontrollwechsels im Sinne der Bedingungen gewähren diese den Gläubigern unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, die vorzeitige Rückzahlung der jeweiligen Schuldverschreibungen zu verlangen. Schließlich bestehen zwei Rahmenverträge mit einem Fahrzeuglieferanten, auf deren Grundlage im Geschäftsjahr insgesamt Fahrzeuge im Wert eines höheren zweistelligen Millionenbetrags abgerufen worden sind und die im Fall eines Kontrollwechsels vom Vertragspartner fristlos gekündigt werden können.

Für den Fall eines Kontrollwechsels ist allen Mitgliedern des Vorstands das Recht eingeräumt, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten nach dem Kontrollwechsel mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende ihr Amt jeweils aus wichtigem Grund niederzulegen und den Vorstandsvertrag zu kündigen (Sonderkündigungsrecht). Ein Abfindungsanspruch ist damit nicht verbunden. Beim Jahresbonusplan mit Share Matching für Führungskräfte wird im Fall eines Kontrollwechsels der Gesellschaft die Haltefrist für die Aktien mit sofortiger Wirkung unwirksam. Die teilnehmenden Führungskräfte erhalten zeitnah die volle Zahl der ihrem Aktieneinsatz entsprechenden Matching Shares (oder deren Wert in Geld). In einem derartigen Fall trägt der Arbeitgeber alle nachteiligen steuerlichen Folgen, die sich aus der Verkürzung der Haltefrist ergeben. Davon ausgenommen sind Steuern, die normalerweise nach der Haltefrist anfallen. Der Employee Share Plan und das pilotierte Mitarbeiterbeteiligungsprogramm „myShares“ sehen vor, dass im Fall eines Kontrollwechsels bereits investierte Beträge, für die noch keine Lieferung von Aktien erfolgt ist, zurückerstattet werden. Beim Employee Share Plan entfällt für bereits gewährte Aktien die in diesem Plan vorgesehene Haltefrist mit sofortiger Wirkung.