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Deutsche Lufthansa AG Annual Report 2016

May 19, 2017

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Annual Report

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Deutsche Lufthansa Aktiengesellschaft

Köln

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016

Jahresabschluss 2016

Der Lagebericht der Deutschen Lufthansa AG und der Konzernlagebericht sind zusammengefasst und im Lufthansa Geschäftsbericht 2016 veröffentlicht. Der Jahresabschluss und der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasste Lagebericht der Deutschen Lufthansa AG für das Geschäftsjahr 2016 werden im Bundesanzeiger veröffentlicht und sind ferner über die Internetseiten des Unternehmensregisters zugänglich.

Jahresabschluss 2016

der Deutschen Lufthansa AG

Bilanz zum 31. Dezember 2016

Deutsche Lufthansa AG

Aktiva

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in Mio. € Anhang 31.12.2016 31.12.2015
Immaterielle Vermögensgegenstände 339 352
Flugzeuge 4.933 5.032
Übrige Sachanlagen 103 106
Finanzanlagen 4) 14.702 12.911
Anlagevermögen 3) 20.077 18.401
Vorräte 5) 77 88
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6) 448 426
Übrige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 6) 1.384 1.450
Wertpapiere 7) 805 250
Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 7) 641 402
Umlaufvermögen 3.355 2.616
Rechnungsabgrenzungsposten 8) 51 45
Aktive latente Steuern 9) 1.077 1.139
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 10) 489 48
Bilanzsumme 25.049 22.249
Passiva
in Mio. € Anhang 31.12.2016 31.12.2015
Gezeichnetes Kapital 11) 1.200 1.189
Kapitalrücklage 12) 223 187
Gewinnrücklagen 12) 3.865 2.931
Bilanzgewinn 30) 234 232
Eigenkapital 5.522 4.539
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.652 2.460
Steuerrückstellungen 275 63
Sonstige Rückstellungen 4.416 4.338
Rückstellungen 13) 7.343 6.861
Anleihen 1.000 1.750
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.673 954
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 5.447 4.371
Übrige Verbindlichkeiten 4.059 3.770
Verbindlichkeiten 14) 12.179 10.845
Rechnungsabgrenzungsposten 5 4
Bilanzsumme 25.049 22.249

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2016

Deutsche Lufthansa AG

In den neuen Gliederungsvorschriften für die Gewinn- und Verlustrechnung nach BilRUG ist das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nicht mehr vorgesehen. Zur besseren Übersicht und aus Transparenzgründen wird diese Ergebnisgröße als Summe aus Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit und Finanzergebnis weiterhin gezeigt.

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in Mio. € Anhang 2016 2015
Erlöse aus den Verkehrsleistungen 18) 14.063 15.314
Andere Betriebserlöse 19) 1.146 355
Umsatzerlöse 15.209 15.669
Sonstige betriebliche Erträge 20) 1.649 2.582
Materialaufwand 21) - 9.780 - 10.393
Personalaufwand 22) - 2.855 - 2.827
Abschreibungen 23) - 428 - 458
Sonstige betriebliche Aufwendungen 24) - 2.946 - 3.959
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 849 614
Beteiligungsergebnis 25) 598 728
Zinsergebnis 26) 94 - 1.237
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 27) - 26 - 131
Finanzergebnis 666 - 640
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1.515 - 26
Laufende Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 28) - 233 - 34
Latente Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 28) - 62 1.139
Ergebnis nach Steuern 1.220 1.079
Sonstige Steuern 28) - 51 - 45
Jahresergebnis 1.169 1.034
Einstellungen in andere Gewinnrücklagen 12) - 935 - 802
Bilanzgewinn 30) 234 232

Anlagenspiegel 2016

Deutsche Lufthansa AG

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Entwicklung der Anschaffungswerte
Angaben

in Mio Euro
Stand 01.01.2016 Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand 31.12.2016
--- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 552 6 1 3 560
2. Geleistete Anzahlungen 20 17 0 -3 34
572 23 1 - 594
II. Flugzeuge
1. Flugzeuge mit Zubehör 6.993 437 689 61 6.802
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 899 122 134 -61 826
7.892 559 823 - 7.628
III. Übrige Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 168 5 2 11 182
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 145 15 5 1 156
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 19 2 1 -12 8
332 22 8 - 346
IV. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 10.304 1.345 189 - 11.460
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 3.506 2.334 1.740 - 4.100
3. Beteiligungen 229 - - - 229
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 45 - - - 45
5. Wertpapiere des Anlagevermögens 8 - 0 - 8
6. Sonstige Ausleihungen 79 1 33 - 47
7. Vorfinanzierung von Mietobjekten 7 - 1 - 6
14.178 3.680 1.963 15.895
Summe Anlagevermögen 22.974 4.284 2.795 - 24.463

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Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Angaben

in Mio Euro
Stand 01.01.2016 Abschreibungen des Geschäftsjahres Abgänge Zuschreibungen Stand 31.12.2016
--- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 205 35 0 240
2. Geleistete Anzahlungen 15 - - - 15
220 35 0 - 255
II. Flugzeuge
1. Flugzeuge mit Zubehör 2.860 370 535 - 2.695
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - - - -
2.860 370 535 - 2.695
III. Übrige Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 111 11 1 121
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 115 12 5 - 122
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - - - -
226 23 6 - 243
IV. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.150 12 - 35 1.127
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 74 14 31 7 50
3. Beteiligungen 13 - - - 13
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 4 - - 1 3
5. Wertpapiere des Anlagevermögens - - - - -
6. Sonstige Ausleihungen 26 - 26 - -
7. Vorfinanzierung von Mietobjekten - - - - -
1.267 26 57 43 1.193
Summe Anlagevermögen 4.573 454 598 43 4.386

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Buchwerte Buchwerte
Angaben

in Mio Euro
Stand 31.12.2016 Stand 31.12.2015
--- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 320 347
2. Geleistete Anzahlungen 19 5
339 352
II. Flugzeuge
1. Flugzeuge mit Zubehör 4.107 4.133
2. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 826 899
4.933 5.032
III. Übrige Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 61 57
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 34 30
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8 19
103 106
IV. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 10.333 9.154
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 4.050 3.432
3. Beteiligungen 216 216
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 42 41
5. Wertpapiere des Anlagevermögens 8 8
6. Sonstige Ausleihungen 47 53
7. Vorfinanzierung von Mietobjekten 6 7
14.702 12.911
Summe Anlagevermögen 20.077 18.401

Anhang 2016

der Deutschen Lufthansa AG

1) Anwendung des HGB

Der Jahresabschluss der Deutsche Lufthansa AG, Köln, eingetragen beim Amtsgericht Köln unter der Registernummer HRB 2168, wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) unter Beachtung der erstmalig anzuwendenden Regelungen des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) sowie der ergänzenden Bestimmungen des Aktiengesetzes (AktG) und der Satzung aufgestellt und vom Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, geprüft. Als Mutterunternehmen des Konzerns Deutsche Lufthansa AG erstellt die Deutsche Lufthansa AG nach § 315a Abs. 1 HGB einen Konzernabschluss auf Grundlage der International Financial Reporting Standards (IFRS). Daher wird ein Konzernabschluss nach den handelsrechtlichen Vorschriften nicht aufgestellt. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Der Jahresabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht. Er ist im Internet dauerhaft verfügbar unter http://investor-relations.lufthansagroup.com/ de/finanzberichte.html.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung werden einzelne Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und im Anhang aufgegliedert und erläutert. Um die Aussagefähigkeit des Abschlusses zu erhöhen, wird über das gesetzliche Gliederungsschema hinaus der Posten Flugzeuge gesondert ausgewiesen ebenso wie das weithin geläufige Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.

Die im Geschäftsjahr 2016 erstmalige Anwendung der Vorschriften des BilRUG führt zu einer eingeschränkten Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr 2015. Bei Abschlussposten, die von dieser eingeschränkten Vergleichbarkeit wesentlich betroffen sind, erfolgt im Anhang unter der jeweiligen Teilziffer ein gesonderter Hinweis.

2) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Währungsumrechnung

In Anlehnung an die Devisenkurse der internationalen Börsen werden monatlich für Fremdwährungen interne Verrechnungskurse im Voraus festgelegt, die als Basis der Umrechnung von Fremdwährungsposten in EUR im Buchungsmonat dienen.

Währungsforderungen/-verbindlichkeiten, liquide Mittel und Rückstellungen werden grundsätzlich gemäß § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag angesetzt. Für langfristige übrige Währungsforderungen/-verbindlichkeiten wird die Einhaltung des Niederst-/ Höchstwertprinzips durch den Vergleich von Anschaffungs- und Bewertungskurs sichergestellt.

Die Anschaffungskosten der in Fremdwährung beschafften Anlagegüter - im Wesentlichen in US-Dollar fakturierte Flugzeuge - werden durch Umrechnung mit den im Zahlungszeitpunkt gültigen Währungskursen ermittelt. Kursgesicherte Zahlungen werden im Rahmen von Bewertungseinheiten aktiviert.

Die zum Ausgleich gegenläufiger Wertänderungen oder Zahlungsströme aus Zins-, Wechselkurs- und Treibstoffpreisrisiken abgeschlossenen Sicherungsgeschäfte sind in Erläuterung 17) dargestellt.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet und generell über fünf Jahre oder die längere vertragliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert. Erworbene Start- und Landerechte werden nicht planmäßig abgeschrieben.

Sachanlagevermögen

Die planmäßigen Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen werden - abhängig von der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer - auf Basis der Anschaffungs- und Herstellungskosten errechnet. Zinsen für Fremdkapital werden dabei nicht als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt.

Abnutzbare bewegliche Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis 150 EUR werden im Zugangsjahr voll aufwandswirksam erfasst. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen 151 EUR und 1.000 EUR werden in einem jahresbezogenen Sammelposten erfasst, der über fünf Jahre abgeschrieben wird.

Flugzeuge

Seit 1. Januar 2013 werden neue Verkehrsflugzeuge über einen Zeitraum von 20 Jahren bis auf einen Restwert von fünf Prozent abgeschrieben.

Gebraucht erworbene Flugzeuge werden individuell in Abhängigkeit vom Alter im Erwerbszeitpunkt abgeschrieben. Flugzeuge zum Erwerbszeitpunkt jünger als 16 Jahre werden bis zu einem Alter von 20 Jahren auf einen Restbuchwert von fünf Prozent abgeschrieben. Flugzeuge im Erwerbszeitpunkt älter als 16 Jahre werden über vier Jahre ohne Berücksichtigung von Restbuchwerten abgeschrieben.

Übrige Sachanlagen

Für Gebäude wird eine Nutzungsdauer zwischen 20 und 50 Jahren zugrunde gelegt, Bauten und Einbauten auf fremden Grundstücken werden entsprechend der Laufzeit der Mietverträge beziehungsweise einer kürzeren Nutzungsdauer abgeschrieben. Betriebs- und Geschäftsausstattung wird bei normaler Beanspruchung über drei bis 14 Jahre abgeschrieben.

Finanzanlagen

Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung notwendiger Wertberichtigungen oder erforderlicher Wertaufholungen bilanziert.

Umlaufvermögen

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu Anschaffungskosten bilanziert, Bestandsrisiken werden durch angemessene Abschläge berücksichtigt.

Wertpapiere werden zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung notwendiger Wertberichtigungen bilanziert. Kostenlos zugeteilte Emissionszertifikate werden zum Erinnerungswert, erworbene mit den Anschaffungskosten bilanziert.

Beim übrigen Umlaufvermögen wird neben den erforderlichen Einzelwertberichtigungen aus erkennbaren Risiken dem allgemeinen Kreditrisiko durch eine pauschalierte Einzelwertberichtigung ausreichend Rechnung getragen.

Vermögensverrechnung

Zur Erfüllung von Verpflichtungen aus der Altersversorgung sowie aus Altersteilzeitansprüchen der Mitarbeiter sind entsprechende Mittel in insolvenzgeschützten Fondsanlagen beziehungsweise Rückdeckungsversicherungen angelegt, die dem Zugriff der übrigen Gläubiger entzogen sind.

Das Deckungsvermögen wird zum beizulegenden Zeitwert unter Zugrundelegung von extern bereitgestellten Kursinformationen bewertet und mit den jeweils zugrundeliegenden Verpflichtungen verrechnet. Ergibt sich ein Verpflichtungsüberhang, wird dieser unter den Rückstellungen erfasst. Übersteigt der Zeitwert des Deckungsvermögens die korrespondierenden Verpflichtungen, erfolgt ein gesonderter Ausweis als "aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" auf der Aktivseite der Bilanz. Soweit die Zeitbewertung des Deckungsvermögens über den historischen Anschaffungskosten liegt, unterliegen die daraus resultierenden Erträge gemäß § 268 Abs. 8 Satz 3 HGB der Ausschüttungssperre.

Rückstellungen

Die Pensionsverpflichtungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen auf Basis des Anwartschaftsbarwertverfahrens unter Verwendung der Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Neben angemessenen Fluktuations- und Karrieretrends werden dabei wie im Vorjahr ein Gehaltstrend von grundsätzlich 2,5 Prozent und unveränderte Rententrends zwischen 1 - 2,5 Prozent berücksichtigt. Hiervon abweichend gilt für die in 2016 neu geregelten betrieblichen Altersversorgungen Boden und Kabine eine jährliche Rentenerhöhung von 1,0 Prozent; diese ist den Mitarbeitern fest zugesagt.

Die Abzinsung erfolgt erstmals mit dem von der Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Für die Bewertung zum 31. Dezember 2016 wird der entsprechende Zinssatz auf Basis der zum 30. November 2016 veröffentlichten Zinsinformationen auf den 31. Dezember 2016 prognostiziert. Er beträgt 4,01 Prozent (Vorjahr: 3,89 Prozent; 7-Jahresdurchschnittszinssatz). Der Effekt aus dieser Zinssatzänderung wird im Zinsaufwand erfasst. Die Differenz zwischen den mit dem 10-Jahres- bzw. 7-Jahresdurchschnittszinssatz per 31. Dezember 2016 ermittelten Rückstellungsbeträgen ist ausschüttungsgesperrt. Der für die Ermittlung dieses Unterschiedsbetrages korrespondierende 7-Jahresdurchschnittszinssatz beträgt zum 31. Dezember 2016 3,24 Prozent.

Versorgungsverpflichtungen aus kapitalmarktabhängigen bzw. versicherungsförmig rückgedeckten Altersversorgungszusagen werden zum beizulegenden Zeitwert der zugrundliegenden Wertpapiere angesetzt, soweit dieser Wert den zugesagten Mindestbetrag überschreitet.

Die Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen wird mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Höhe des Erfüllungsrückstandes ergibt sich aus den bis zum 31. Dezember 2016 ausstehenden Gehaltszahlungen, die in der Freistellungsphase fällig werden, sowie den zusätzlichen Arbeitgeberbeiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung und den Aufstockungsbeträgen. Die Rückstellung wird unter angemessener Berücksichtigung biometrischer Wahrscheinlichkeiten und eines Gehaltstrends von weiterhin 2,5 Prozent ermittelt. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der durchschnittlichen vertraglichen Restlaufzeiten mit einem auf den 31. Dezember 2016 prognostizierten 7-Jahresdurchschnittszinssatz. Er beträgt 1,81 Prozent (Vorjahr: 2,34 Prozent).

Die übrigen Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags anzusetzen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.

Latente Steuern

Für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten werden latente Steuern ermittelt. Dabei werden bei der Deutschen Lufthansa AG nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzpositionen einbezogen, sondern auch solche, die bei ertragsteuerlichen Organtöchtern bestehen.

Ausübung Bewertungswahlrechte

Für einen sich nach Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern insgesamt ergebenden Aktivüberhang in Höhe von 1,1 Mrd. EUR wird zur besseren Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage seit 2015 vom Aktivierungswahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht.

Treibstoffpreissicherungsgeschäfte zur Absicherung des künftigen Treibstoffbedarfs werden zur besseren Darstellung der Ertragslage mit den Grundgeschäften in Bewertungseinheiten nach § 254 HGB zusammengefasst. Die Ermittlung eines etwaigen drohenden Verlusts aus dem schwebenden Geschäft in Form der Bewertungseinheit erfolgt absatzmarktorientiert, so dass gemäß dem Grundsatz der verlustfreien Bewertung keine drohenden Verluste zu berücksichtigen sind, soweit aus den künftigen Absatzgeschäft kein Verlust entsteht.

Erläuterungen zur Bilanz Aktiva

3) Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens im Jahr 2016 ist in einer gesonderten Übersicht dargestellt.

Neben den im Anlagenspiegel und in der Bilanz ausgewiesenen eigenen Flugzeugen wurde Fluggerät, teilweise mit Besatzung, erchartert. Darüber hinaus hat die Deutschen Lufthansa AG folgende Flugzeuge gemietet:

Anzahl geleaste Flugzeuge

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Flugzeugtyp 31.12.2016 31.12.2015
A319-100 25 30
A320-200 25 43
A321-100 20 20
A321-200 24 24
A330-200 6 2
A330-300 14 8
A340-300 18 18
A340-600 19 19
A380-800 3 3
B737-300 1 8
B737-500 0 6
B747-400 11 9
B747-8 17 17
EMB 190 9 9
EMB 195 14 23
206 239

Im Geschäftsjahr überstieg die Zahl der aus den verschiedenen Mieterbeteiligungsmodellen heraus verkauften Flugzeuge, die der eingebrachten.

4) Finanzanlagen

Die wesentlichen mittelbaren und unmittelbaren Beteiligungen der Deutschen Lufthansa AG sind in der Anlage Aufstellung des Anteilsbesitzes zum Anhang aufgeführt.

5) Vorräte

Vorräte

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in Mio. EUR 31.12.2016 31.12.2015
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 24 23
Emissionszertifikate 39 51
Fertige Erzeugnisse und Waren 14 14
77 88

6) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

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in Mio. EUR 31.12.2016 davon Restlaufzeit mehr als ein Jahr 31.12.2015
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 448 0 426
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 693 0 820
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 5 0 7
Sonstige Vermögensgegenstände 686 291 623
1.832 291 1.876

7) Wertpapiere und flüssige Mittel

Der Posten Wertpapiere enthält nur Geldmarktfonds mit einem Wert von 805 Mio. EUR. Die Kassen- und Bankbestände bestehen fast ausschließlich aus Guthaben bei Kreditinstituten.

Verpfändete Bankguthaben in Höhe von 22 Mio. EUR und Währungsguthaben in Höhe von 15 Mio. EUR, mit deren Transfer in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist und die mit einem angemessenen Abschlag versehen wurden, werden als sonstige Vermögensgegenstände ausgewiesen.

8) Rechnungsabgrenzungsposten

Der Posten enthält abgegrenzte Versicherungsprämien in Höhe von 18 Mio. EUR für Folgejahre sowie ein Disagio in Höhe von 7 Mio. EUR (Vorjahr: 9 Mio. EUR).

9) Aktive latente Steuer

Der Posten besteht aus dem Aktivüberhang nach Saldierung aktiver und passiver latenter Steuern auf temporäre Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz in Höhe von 1.077 Mio. EUR. Sie teilen sich wie folgt auf:

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in Mio. EUR 31.12.2016
Anlagevermögen -38
Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 65
Rückstellungen 1.026
Verbindlichkeiten 24
1.077

Aktive latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus unterschiedlichen Wertansätzen von Rückstellungen für Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, von Rückstellungen für drohende Verluste und von sonstigen Rückstellungen. Passive latente Steuern resultieren insbesondere aus unterschiedlichen Wertansätzen von Flugzeugen und übrigem Sachanlagevermögen.

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des kombinierten Ertragsteuersatzes des steuerlichen Organkreises der Deutschen Lufthansa AG von aktuell 25 Prozent. Der kombinierte Ertragsteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Abweichend hiervon wurde für temporäre Differenzen aus Vermögensgegenständen von Personengesellschaften ein Steuersatz von 15,825 Prozent verwendet.

10) Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Der Posten enthält den aktiven Überhang aus der Verrechnung des Deckungsvermögens mit den Verpflichtungen aus der Altersversorgung in Höhe von 489 Mio. EUR.

Erläuterungen zur Bilanz Passiva

11) Gezeichnetes Kapital

Grundkapital Das Grundkapital der Deutschen Lufthansa AG beträgt 1.200,2 Mio. EUR. Es ist in 468.818.054 auf den Namen lautende Stückaktien eingeteilt, auf jede Stückaktie entfällt ein Anteil von 2,56 EUR am Grundkapital.

Genehmigtes Kapital

Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 29. April 2015 wurde der Vorstand dazu ermächtigt, bis zum 28. April 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 561.160.092 EUR durch ein- oder mehrmalige Ausgabe von neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bar- und Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital A). Das Bezugsrecht der Aktionäre kann in bestimmten Fällen mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden. Zur Ausgabe neuer Aktien zum Ausgleich von Dividendenansprüchen hat der Vorstand der Deutschen Lufthansa AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, durch teilweise Ausnutzung der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 29. April 2015 (Genehmigtes Kapital A), das Grundkapital der Gesellschaft um 1.609.692 neue, auf den Namen lautende vinkulierte Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab dem 1. Januar 2016 um 4.120.811,52 EUR zu erhöhen. Die Durchführung der Kapitalerhöhung wurde am 25. Mai 2016 in das Handelsregister beim Amtsgericht Köln (HRB 2168) eingetragen. Das Genehmigte Kapital A beträgt zum 31. Dezember 2016 noch 557.039.280,48 EUR.

Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 29. April 2014 wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 28. April 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital um 29 Mio. EUR durch Ausgabe von neuen, auf den Namen lautenden Aktien an die Mitarbeiter (Genehmigtes Kapital B) gegen Bareinlage zu erhöhen. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. Zur Ausgabe neuer Aktien an Mitarbeiter der Deutschen Lufthansa AG sowie der mit ihr verbundenen Unternehmen hat der Vorstand der Deutschen Lufthansa AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, durch teilweise Ausnutzung der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 29. April 2014 (Genehmigtes Kapital B), das Grundkapital der Gesellschaft unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre um 2.669.612 neue, auf den Namen lautende vinkulierte Stückaktien mit Gewinnberechtigung ab dem 1. Januar 2016 gegen Bareinlage um 6.834.206,72 EUR zu erhöhen. Die Durchführung der Kapitalerhöhung wurde am 25. Oktober 2016 in das Handelsregister beim Amtsgericht Köln (HRB 2168) eingetragen. Das Genehmigte Kapital B beträgt zum 31. Dezember 2016 noch 13.298.593,28 EUR.

Bedingtes Kapital

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 28. April 2016 wurde der Vorstand bis zum 27. April 2021 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente) bis zu 1,5 Mrd. EUR mit oder ohne Laufzeitbegrenzung zu begeben. In diesem Zusammenhang wurde bedingtes Kapital (Bedingtes Kapital II) zur bedingten Erhöhung des Grundkapitals um bis zu 237.843.840 EUR durch Ausgabe von bis zu 92.907.750 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien geschaffen. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als die Inhaber von Wandelschuldverschreibungen oder von Optionsscheinen aus Optionsschuldverschreibungen von ihrem Wandlungs- und/oder Optionsrecht Gebrauch machen.

Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien

Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 29. April 2015 wurde der Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG bis zum 28. April 2020 zum Erwerb eigener Aktien ermächtigt. Der Erwerb ist auf 10 Prozent des derzeitigen Grundkapitals beschränkt und kann über die Börse oder mittels eines an sämtliche Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen. Die Ermächtigung sieht vor, dass der Vorstand sie insbesondere zur Verfolgung der im Beschluss der Hauptversammlung genannten Zwecke verwenden kann. Der Vorstand ist gemäß dem Hauptversammlungsbeschluss vom 28. April 2016 ermächtigt, eigene Aktien auch unter Einsatz von Derivaten zu erwerben und entsprechende Derivatgeschäfte abzuschließen.

Im Geschäftsjahr 2016 hat die Deutsche Lufthansa AG 101.499 eigene Aktien zum Durchschnittskurs von 12,10 EUR erworben. Dies entspricht 0,02 Prozent vom Grundkapital.

Die erworbenen bzw. durch Kapitalerhöhung entstandenen Aktien wurden wie folgt verwendet:

1.806.974 Aktien wurden an Mitarbeiter der Deutschen Lufthansa AG und 40 weiterer verbundener Unternehmen und Beteiligungsgesellschaften aus der Ergebnisbeteiligung 2015 zum Kurs von 10,05 EUR übertragen.
941.136 Aktien wurden als Teil der leistungsorientierten variablen Vergütung 2016 an Führungskräfte und außertariflich beschäftigte Mitarbeiter der Deutschen Lufthansa AG und 46 weiterer verbundener Unternehmen und Beteiligungsgesellschaften zum Kurs von 11,87 EUR übertragen.
20.218 Aktien wurden im Rahmen des Aktienprogramms 2016 zum Kurs von 11,87 EUR an Mitglieder des Vorstands übertragen.
615 Aktien wurden für Vorjahresprogramme (leistungsorientierte variable Vergütung des Jahres 2015 an Führungskräfte und außertariflich beschäftigte Mitarbeiter sowie Mitarbeiter der Deutschen Lufthansa AG und weiterer verbundener Unternehmen und Beteiligungsgesellschaften aus der Ergebnisbeteiligung 2014) zum Kurs von 12,85 EUR übertragen.
1.609.692 Aktien wurden zum Ausgleich von Dividendenansprüchen für 2015 an Aktionäre übertragen.

2.168 Aktien wurden zum Kurs von 12,83 EUR wieder veräußert.

Zum Bilanzstichtag waren keine eigenen Aktien mehr im Bestand.

Aktionärsstruktur

Im Folgenden werden die Meldungen gemäß § 21 Abs. 1 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) zu Veränderungen hinsichtlich der von Dritten gehaltenen Stimmrechtsanteile am Aktienkapital in verkürzter Form wiedergeben. Im Falle eines mehrfachen Erreichens, Über- oder Unterschreitens der in § 21 Abs. 1 WpHG genannten Schwellenwerte durch einen Meldepflichtigen wird grundsätzlich nur die zeitlich jeweils letzte Mitteilung aufgeführt, die zu einer Über- oder Unterschreitung bzw. Erreichung des Schwellenwertes geführt hat.

Die Templeton Growth Fund, Inc., Maryland, U.S.A., hat uns am 22. August 2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Deutschen Lufthansa AG am 21. August 2014 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte überschritten hat und zu diesem Tag 3,12 % (14.402.091 Stimmrechte) betrug.
Die Templeton Investment Counsel, LLC, Wilmington, Delaware, U.S.A., hat uns am 14. Januar 2015 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Deutschen Lufthansa AG am 13. Januar 2015 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte überschritten hat und zu diesem Tag 3,02 % (13.996.622 Stimmrechte) betrug. 3,02 % (13.996.622 Stimmrechte) waren der Templeton Investment Counsel, LLC gemäß § 22 WpHG zuzurechnen.
Die Templeton Global Advisors Limited, Nassau, Bahamas hat uns am 29. Juni 2016 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Deutschen Lufthansa AG am 23. Juni 2016 die Schwelle von 10 % der Stimmrechte überschritten hat und zu diesem Tag 10,08 % (46.982.911 Stimmrechte) betrug. 10,08 % (46.982.911 Stimmrechte) waren der Templeton Global Advisors Limited gemäß § 22 WpHG zuzurechnen.
Die Templeton Global Advisors Limited, Nassau, Bahamas hat uns am 1. November 2016 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Deutschen Lufthansa AG am 25. Oktober 2016 die Schwelle von 10 % der Stimmrechte unterschritten hat und zu diesem Tag 9,95 % (46.669.813 Stimmrechte) betrug. 9,95 % (46.669.813 Stimmrechte) waren der Templeton Global Advisors Limited gemäß § 22 WpHG zuzurechnen
Die Deutsche Asset &Wealth Management Investment GmbH, Frankfurt, Deutschland, hat uns am 30. Mai 2016 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Deutschen Lufthansa AG am 19. Mai 2016 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und zu diesem Tag 2,9 % (13.471.331 Stimmrechte) betrug. 2,9 % (13.471.331 Stimmrechte) sind der Deutsche Asset &Wealth Management Investment GmbH gemäß § 22 WpHG zuzurechnen.
Die BlackRock, Inc., Wilmington, Delaware, U.S.A., hat uns am 10. Mai 2016 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Deutschen Lufthansa AG am 29. April 2016 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,17 % (14.710.696 Stimmrechte) betrug. 3,17 % (14.710.696 Stimmrechte) sind der BlackRock, Inc. nach § 22 WpHG zuzurechnen.
Die BlackRock, Inc., Wilmington, Delaware, U.S.A., hat uns am 12. Mai 2016 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Deutschen Lufthansa AG am 5. Mai 2016 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 2,72 % (12.635.038 Stimmrechte) betrug. 2,72 % (12.635.038 Stimmrechte) sind der BlackRock, Inc. nach § 22 WpHG zuzurechnen.
Die Franklin Templeton Investment Funds, Luxemburg, hat uns am 29. Juni 2016 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Deutschen Lufthansa AG am 23. Juni 2016 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,03 % (14.114.701 Stimmrechte) betrug. 3,03 % (14.114.701 Stimmrechte) sind der Franklin Templeton Investment Funds direkt nach § 21 WpHG zuzurechnen.
Die Franklin Templeton Investment Funds, Luxemburg, hat uns am 14. November 2016 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Deutschen Lufthansa AG am 8. November 2016 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 2,96 % (13.861.910 Stimmrechte) betrug. 2,96 % (13.861.910 Stimmrechte) sind der Franklin Templeton Investment Funds direkt nach § 21 WpHG zuzurechnen.
Die Franklin Templeton International Services S.à.r.l, Luxemburg, hat uns am 29. Juni 2016 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Deutschen Lufthansa AG am 23. Juni 2016 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,03 % (14.114.701 Stimmrechte) betrug. 3,03 % (14.114.701 Stimmrechte) sind der Franklin Templeton International Services S.à.r.l nach § 22 WpHG zuzurechnen.
Die Franklin Templeton International Services S.à.r.l, Luxemburg, hat uns am 14. November 2016 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Deutschen Lufthansa AG am 8. November 2016 die Schwelle von 3 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 2,96 % (13.861.910 Stimmrechte) betrug. 2,96 % (13.861.910 Stimmrechte) sind der Franklin Templeton International Services S.à.r.l nach § 22 WpHG zuzurechnen.

12) Rücklagen

Die Kapitalrücklage enthält das Agio aus Kapitalerhöhungen und den aus der Ausgabe von Schuldverschreibungen für Wandlungsrechte zum Erwerb von Anteilen erzielten Betrag. Im Geschäftsjahr 2016 wurde das Agio aus einer Kapitalerhöhung für Mitarbeiteraktien in Höhe von 20,0 Mio. EUR sowie aus einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage zur anteiligen Dividendenforderung in Höhe von 15,1 Mio. EUR eingestellt.

Die in den Gewinnrücklagen enthaltene gesetzliche Rücklage beträgt unverändert 26 Mio. EUR, im Übrigen handelt es sich um andere Gewinnrücklagen. Es besteht eine Ausschüttungssperre in Höhe von 3,6 Mrd. EUR, die sich ergibt aus der Bewertung von Vermögensgegenständen zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von 1,5 Mrd. EUR, der Aktivierung latenter Steuern aus unterschiedlichen Wertansätzen zwischen Handels- und Steuerbilanz in Höhe von 1,1 Mrd. EUR sowie aus dem Unterschiedsbetrag zwischen dem auf die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen anzuwendenden 10-Jahresdurchschnittszinssatz gegenüber dem 7-Jahresdurchschnittszinssatz in Höhe von 1,0 Mrd. EUR. Dem ausschüttungsgesperrten Betrag stehen freie Gewinnrücklagen in ausreichender Höhe gegenüber. Den anderen Gewinnrücklagen wurden 935 Mio. EUR zugeführt.

13) Rückstellungen

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Rückstellungen
in Mio. EUR 31.12.2016 31.12.2015
--- --- ---
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2.652 2.460
Steuerrückstellungen 275 63
Verpflichtungen aus noch nicht ausgeflogenen Flugdokumenten 1.787 1.708
Sonstige Rückstellungen 2.629 2.630
7.343 6.861

Für Mitarbeiter im Inland sowie für die ins Ausland entsandten Mitarbeiter bestehen betriebliche Altersversorgungszusagen. Die Versorgungsansprüche sind überwiegend durch Dotierungen in externes, zugriffsbeschränktes Treuhandvermögen ausfinanziert.

Daneben existieren Verpflichtungen aus Gehaltsumwandlungen, denen Vermögen aus Rückdeckungsversicherungen gegenübersteht.

Für den Bilanzausweis werden die versicherungsmathematischen Verpflichtungen mit dem jeweiligen Deckungsvermögen zum beizulegenden Zeitwert am 31. Dezember 2016 saldiert. Die historischen Anschaffungskosten des Deckungsvermögens betragen 5,2 Mrd. EUR zum 31. Dezember 2016, der beizulegende Zeitwert liegt zum 31. Dezember 2016 bei 6,7 Mrd. EUR.

Der versicherungsmathematische Erfüllungsbetrag zum 31. Dezember 2016 wird mit 8,9 Mrd. EUR angesetzt.

Am 2. August 2016 wurde für in Deutschland beschäftigte Bodenmitarbeiter die in Kernelementen bereits in 2015 vereinbarte neue betriebliche Altersversorgung in Form einer beitragsorientierten Leistungszusage abgeschlossen. Für vor dem 1. Januar 2016 eingestellte Mitarbeiter bleiben die bis zum 31. Dezember 2015 erworbenen Anwartschaften erhalten. Für Dienstzeiten ab dem 1. Januar 2016 können die Mitarbeiter grundsätzlich unter Berücksichtigung der Eigenleistungen das gleiche Versorgungsniveau erreichen. Für ab dem 1. Januar 2016 eingestellte Mitarbeiter werden die Beiträge in das neue Modell am Kapitalmarkt angelegt. Im Versorgungsfall wird das gesamte Versorgungsguthaben unter Erhalt der ursprünglich geleisteten Beiträge auf Basis des jeweils gültigen BilMoG-Zinssatzes verrentet. Alle laufenden Renten werden jährlich mit 1,0 % angepasst.

Im Sommer 2016 wurde mit UFO eine Vereinbarung über künftige Kernelemente der betrieblichen Alters- und Übergangsversorgung für das Kabinenpersonal getroffen. Aufgrund der Umstellung auf eine beitragsorientierte Logik wurde die Allokation des Aufwands angepasst, was zu einer Erhöhung der Verpflichtung führte. Gegenläufig wirkte sich die Absenkung des Rententrends von 1,5 auf 1,0 Prozent für diese Mitarbeitergruppe aus. Darüber hinaus wurden die bisherigen Übergangsversorgungs-Expektanzen durch eine Initialdotierung in das neue kapitalmarktorientierte Versorgungssystem abgelöst. Die Neuordnung der Kabinenversorgung führte unter Berücksichtigung teils gegenläufiger Umstellungseffekte insgesamt in 2016 zu einer geringfügigen ergebniswirksamen Entlastung.

Den Aufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellungen in Höhe von 335 Mio. EUR stehen Erträge aus der Umbewertung der Verpflichtung auf den im Vergleich zum vorjährigen Stichtag gestiegenen Rechnungszins in Höhe von 146 Mio. EUR gegenüber. Mit dem sich insgesamt ergebenden Zinsaufwand aus der Bewertung der Pensionsverpflichtungen in Höhe von 189 Mio. EUR wurden Erträge aus der Marktbewertung des Deckungsvermögens in Höhe von 335 Mio. EUR verrechnet. Aus dem Vergleich der mit dem 10-Jahreszinssatz bzw. dem 7-Jahreszinssatz ermittelten Erfüllungsbeträge ergibt sich zum 31. Dezember 2016 ein ausschüttungsgesperrter Unterschiedsbetrag in Höhe von 1,0 Mrd. EUR.

Die Verpflichtungen aus Altersteilzeit werden unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Mit den Verpflichtungen in Höhe von 88 Mio. EUR wird das Deckungsvermögen mit einem beizulegenden Zeitwert von 50 Mio. EUR verrechnet. Die historischen Anschaffungskosten des Deckungsvermögens liegen bei 39 Mio. EUR. Den verrechneten Erträgen aus Deckungsvermögen von 1,5 Mio. EUR stehen Aufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellung von 1,2 Mio. EUR gegenüber.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Beträge für bezogene Leistungen, für drohende Verluste, für Instandhaltung, für Restrukturierung, für Ergebnisbeteiligung sowie für Provisionen.

14) Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten

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in Mio. EUR Restlaufzeit bis ein Jahr Restlaufzeit über ein Jahr Restlaufzeit über fünf Jahre Insgesamt 31.12.2016 Insgesamt 31.12.2015
Anleihen - 1.000 - 1.000 1.750
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 340 1.137 196 1.673 954
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 - - 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 428 - - 428 362
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 5.443 4 - 5.447 4.371
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 6 - - 6 13
Sonstige Verbindlichkeiten 473 1.515 1.637 3.625 3.395
- davon aus Steuern (57) - - (57) (50)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (5) - - (5) (5)
6.690 3.656 1.833 12.179 10.845

Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind 102 Mio. EUR durch Flugzeuge besichert. Von den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verpflichtungen aus Finanzierungs-Leasingverträgen von 3,0 Mrd. EUR durch die entsprechenden Flugzeuge besichert.

15) Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse

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in Mio. EUR 31.12.2016 31.12.2015
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften, Wechsel- und Scheckbürgschaften 1.066 1.012
- davon gegenüber verbundenen Unternehmen (161) (174)
Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen 702 586
- davon gegenüber verbundenen Unternehmen (114) (113)
- davon gegenüber assoziierten Unternehmen (1) -
Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 25 25

Der Ausweis der Verbindlichkeiten aus Bürgschaften beinhaltet mit 904 Mio. EUR die Übernahme gesamtschuldnerischer Bürgschaften zugunsten nordamerikanischer Betankungs- und Abfertigungsgesellschaften. Die Verpflichtungen aus Bürgschaften waren nicht zu passivieren, da die zugrunde liegenden Verbindlichkeiten durch die Betankungs- und Abfertigungsgesellschaften voraussichtlich erfüllt werden können und daher mit einer Inanspruchnahme nicht zu rechnen ist. Des Weiteren stehen diesem Betrag Ausgleichsansprüche gegen die übrigen Gesamtschuldner in Höhe von 879 Mio. EUR gegenüber. Wegen noch nicht vorliegender Jahresabschlüsse sind die vorgenannten Beträge zum Teil vorläufig.

Von den Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen entfallen 415 Mio. EUR auf gesamtschuldnerische Haftungen zugunsten der als Joint Venture geführten Terminal One Group Association, L.P. am New Yorker Flughafen JFK. Die Passivierung einer Rückstellung ist unterblieben, da mit einer Inanspruchnahme nicht gerechnet wird. Es ist davon auszugehen, dass die Gesellschaft ihre Verpflichtungen selbst erfüllen kann. Den Verpflichtungen aus Gewährleistungsverträgen stehen Ausgleichsansprüche gegen die übrigen Gesamtschuldner in Höhe von 311 Mio. EUR gegenüber.

16) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Bestellobligo für Investitionen Das Bestellobligo für Investitionen im Sachanlagevermögen beträgt zum 31. Dezember 2016 13,5 Mrd. EUR. Von den daraus resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden 7,7 Mrd. EUR in den Jahren 2017 bis 2021 und 5,8 Mrd. EUR in den Jahren 2022 bis 2025 fällig.

Zum Bilanzstichtag bestehen Übernahmeverpflichtungen von Gesellschaftsanteilen und Einlageverpflichtungen bei Beteiligungen in Höhe von 235 TEUR. Zudem bestehen Darlehenszusagen in Höhe von 1.169 Mio. EUR, davon gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 1.114 Mio. EUR und gegenüber assoziierten Unternehmen in Höhe von 55 Mio. EUR.

Verpflichtungen aus Mietverträgen

Die Geschäftstätigkeit wird fast ausschließlich in gemieteten Räumen ausgeübt. Die Mietverträge laufen in der Regel bis zu zehn Jahren. Die Einrichtungen auf den Flughäfen Frankfurt und München sind längerfristig, teilweise bis auf 30 Jahre gemietet und zum Teil von Lufthansa vorfinanziert. Insgesamt werden jährlich rund 171 Mio. EUR für Mieten aufgewendet.

Auf längerfristige Operate Leasing-Verträge für Fluggerät mit Laufzeiten bis 2022 entfielen im Geschäftsjahr Aufwendungen in Höhe von 833 Mio. EUR. Die Operating Lease Aufwendungen fielen überwiegend gegenüber verbundenen Unternehmen an, lediglich ein Anteil von 13,0 Mio. EUR betraf einen externen Leasinggeber (Vorjahr: 1,1 Mio. EUR).

Verpflichtungen aus langfristigen Wartungsverträgen

Aus bis zum Bilanzstichtag abgeschlossenen langfristigen Wartungsverträgen mit externen Dienstleistern mit Laufzeiten bis 2030 entstanden im Geschäftsjahr Aufwendungen von 164 Mio. EUR. Von den daraus resultierenden Zahlungsverpflichtungen werden 827 Mio. EUR in den Jahren 2017 bis 2021 und 1,4 Mrd. EUR in den Jahren 2022 bis 2030 fällig.

17) Sicherungspolitik und Finanzderivate

Die Deutsche Lufthansa AG unterliegt als international tätiges Luftverkehrsunternehmen Risiken aus Wechselkurs- und Zinsschwankungen sowie Treibstoffpreisschwankungen in US-Dollar.

Devisensicherung

Zum 31. Dezember 2016 bestanden folgende Risikopositionen aus Sicherungsgeschäften zur Abdeckung von Wechselkursschwankungen:

Währungen

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Volumen Derivatart Durchschnittskurs

in EUR
Laufzeiten bis max.
Mio. AED 10 Terminverkauf 0,2592 2017
Mio. AUD 206 Terminverkauf 0,6550 2018
Mio. CAD 295 Terminverkauf 0,6750 2018
Mio. CHF 1.279 Terminverkauf 1,0671 2022
Mio. CNY 4.013 Terminverkauf 0,1302 2018
Mio. CZK 1.951 Terminverkauf 0,0371 2018
Mio. DKK 18 Terminverkauf 0,1345 2017
Mio. GBP 290 Terminverkauf 1,2433 2018
Mio. HKD 1.412 Terminverkauf 0,1144 2018
Mio. HUF 18.726 Terminverkauf 0,0032 2018
Mio. INR 12.063 Terminverkauf 0,0130 2017
Mio. JPY 43.491 Terminverkauf 0,0081 2018
Mio. KRW 111.181 Terminverkauf 0,0008 2017
Mio. MXN 54 Terminverkauf 0,0463 2017
Mio. NOK 1.114 Terminverkauf 0,1070 2018
Mio. NZD 90 Terminverkauf 0,6017 2018
Mio. PHP 1.112 Terminkauf 0,0186 2017
Mio. PLN 691 Terminverkauf 0,2259 2018
Mio. SEK 2.687 Terminverkauf 0,1060 2018
Mio. SGD 121 Terminverkauf 0,6372 2018
Mio. THB 799 Terminverkauf 0,0255 2017
Mio. USD 10.213 Terminkauf 0,7733 2025
Mio. ZAR 1.252 Terminverkauf 0,0581 2018

Darüber hinaus bestehen mit Konzerngesellschaften folgende Währungssicherungsgeschäfte:

Währungen

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Volumen Derivatart Durchschnittskurs

in EUR
Laufzeiten bis max.
Mio. AED 10 Terminkauf 0,2592 2017
Mio. AUD 103 Terminkauf 0,6535 2018
Mio. CAD 91 Terminkauf 0,6780 2018
Mio. CHF 680 Terminkauf 0,9386 2022
Mio. CNY 1.492 Terminkauf 0,1294 2018
Mio. CZK 1.030 Terminkauf 0,0371 2018
Mio. DKK 143 Terminkauf 0,1335 2018
Mio. GBP 86 Terminkauf 1,2378 2018
Mio. HKD 895 Terminkauf 0,1137 2018
Mio. HUF 2.813 Terminkauf 0,0032 2018
Mio. INR 5.158 Terminkauf 0,0129 2017
Mio. JPY 14.670 Terminkauf 0,0080 2018
Mio. KRW 19.375 Terminkauf 0,0008 2017
Mio. MXN 54 Terminkauf 0,0463 2017
Mio. NOK 270 Terminkauf 0,1069 2018
Mio. NZD 22 Terminkauf 0,6076 2018
Mio. PHP 1.112 Terminverkauf 0,0184 2017
Mio. PLN 3 Terminkauf 0,2495 2018
Mio. SEK 810 Terminkauf 0,1054 2018
Mio. SGD 51 Terminkauf 0,6353 2018
Mio. THB 768 Terminkauf 0,0254 2017
Mio. USD 2.411 Terminverkauf 0,8604 2022
Mio. ZAR 661 Terminkauf 0,0579 2018

Die Sicherungspolitik zur Eingrenzung der Währungsrisiken erfolgt im Rahmen des systematischen Finanzmanagements des Lufthansa Konzerns. Eine eigenständige Sicherungspolitik ist bezogen auf die rechtliche Einheit Deutsche Lufthansa AG grundsätzlich nicht gegeben. Die Bildung von Bewertungseinheiten nach § 254 HGB kann und wird daher nur insoweit vorgenommen, als abgeschlossenen Währungssicherungsgeschäften gegenläufige Derivatgeschäfte gleicher Währung und Fälligkeit gegenüberstehen. Für drohende Verluste aus darüber hinaus abgeschlossenen Währungssicherungsgeschäften wurden zum 31. Dezember 2016 Rückstellungen in Höhe von 32 Mio. EUR gebildet. Die abgeschlossenen Termingeschäfte weisen zum Stichtag einen Marktwert von 1.058 Mio. EUR auf.

Devisentermingeschäfte und -swaps werden einzeln mit ihren jeweiligen Terminkurven bewertet und auf Basis der entsprechenden Zinskurve auf den Stichtag diskontiert. Die Marktpreise von Devisenoptionen werden über anerkannte Optionspreismodelle ermittelt.

Devisensicherung

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Volumen in Mio.
Währung Derivatart Jahr der Fälligkeit schwebendes Geschäft abgesichertes Risiko
--- --- --- --- ---
AED Terminverkauf 2017 10 10
AUD Terminverkauf 2017 2018 74 29 74 29
CAD Terminverkauf 2017 2018 114 24 114 24
CHF Terminverkauf 2017 2018 755 162 755 162
CNY Terminverkauf 2017 2018 1.170 346 1.170 346
CZK Terminverkauf 2017 2018 810 308 810 308
DKK Terminkauf 2017 20 20
GBP Terminverkauf 2017 2018 113 23 113 23
HKD Terminverkauf 2017 2018 718 256 718 256
HUF Terminverkauf 2017 2018 10.157 3.320 10.157 3.320
INR Terminverkauf 2017 5.254 5.254
JPY Terminverkauf 2017 2018 12.617 3.609 12.617 3.609
KRW Terminverkauf 2017 19.375 19.375
MXN Terminverkauf 2017 54 54
NOK Terminverkauf 2017 2018 237 78 237 78
NZD Terminverkauf 2017 2018 18 6 18 6
PHP Terminverkauf 2017 1.112 1.112
PLN Terminverkauf 2017 2018 132 44 132 44
SEK Terminverkauf 2017 2018 664 280 664 280
SGD Terminverkauf 2017 2018 38 14 38 14
THB Terminverkauf 2017 778 778
USD Terminkauf 2017 2018 2019 1.653 355 0 1.653 355 0
ZAR Terminverkauf 2017 2018 464 197 464 197

Sicherung von Investitionen

Die Währungssicherungsgeschäfte werden mit erwarteten Flugzeuglieferungen zu Bewertungseinheiten zum Ausgleich von währungsbedingten Preissteigerungsrisiken zusammengefasst. Flugzeugkäufe werden nur noch mit Termingeschäften gesichert. Das Exposure für Investitionen zum Jahresende 2016, das dazugehörige Sicherungsvolumen sowie die Auswirkungen der Sicherungsgeschäfte in den Anschaffungskosten von gesicherten Investitionen stellen sich nach derzeitigem Kenntnisstand wie folgt dar:

Sicherung von Investitionen

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Geschäftsjahr in Mio. Exposure

in USD
Sicherungsvolumen

in USD
Marktwerte

in EUR
Sicherungsgrad
2017 78 48 7 62%
2018 896 686 81 77%
2019 1.241 589 99 47%
2020 1.593 1.000 156 63%
2021 1.703 977 143 57%
2022 1.751 1.530 216 87%
2023 1.588 1.386 181 87%
2024 1.317 996 121 76%
2025 578 354 39 61%
Gesamt 10.745 7.566 1.043 70%

Zinssicherung

Zur Absicherung der Zinsrisiken aus bilanzierten Anleihen, Darlehen und Leasingverbindlichkeiten werden geeignete Zinsswaps und kombinierte Zins-/ Währungsswaps mit externen Vertragspartnern abgeschlossen. Diese werden in Bewertungseinheiten zusammengefasst. Grund- und Sicherungsgeschäfte haben identische Laufzeiten bis maximal 2027. Da sich die gegenläufigen Zahlungsströme jeweils ausgleichen, wurden die Zinsswaps nicht bilanziert. Für drohende Verluste aus Zinssicherungsgeschäften ohne Grundgeschäft werden zum 31. Dezember 2016 Rückstellungen in Höhe von 5 Mio. EUR ausgewiesen.

Des Weiteren werden zwischen der Deutschen Lufthansa AG und den Tochtergesellschaften kombinierte Zins-/ Währungsswaps abgeschlossen, denen extern abgeschlossene Zins-/ Währungsswaps in gleicher Art, Höhe und Laufzeit gegenüberstehen. Auch diese werden als Bewertungseinheit zusammengefasst. Grund- und Sicherungsgeschäfte haben identische Laufzeiten bis maximal 2028. Die abgesicherten Zahlungsströme gleichen sich vollständig aus, so dass die Bewertungseinheiten vollständig wirksam sind. Für drohende Verluste aus darüber hinaus abgeschlossenen internen Zinssicherungsgeschäften werden zum 31. Dezember 2016 Rückstellungen in Höhe von 5 Mio. EUR ausgewiesen.

Zinssicherung

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31.12.2016

in Mio. EUR
Volumen Grundgeschäft Marktwert Laufzeiten bis max. Buchwerte Sonstige Rückstellungen
Externe Sicherungen mit Grundgeschäft 3 184 305 2027 -
Externe Sicherungen ohne Grundgeschäft 354 0 2020 5
Externe Sicherungen für Tochtergesellschaften 543 1 2028 -
Interne Sicherungen mit Tochtergesellschaften 336 5 2031 5

Die beizulegenden Zeitwerte der Zinsderivate entsprechen dem jeweiligen Marktwert, der durch geeignete finanzmathematische Verfahren, wie durch Diskontierung künftiger Cashflows, bestimmt wird. Die Diskontierung berücksichtigt marktübliche Zinsen und die Restlaufzeiten der jeweiligen Instrumente.

Treibstoffsicherung

Zum 31. Dezember 2016 stellt sich das Treibstoffexposure wie folgt dar:

Treibstoffexposures

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2017 2018
Treibstoffbedarf in Tsd. t 5.594 5.596
Sicherungen in Tsd. t 4.501 1.740
Sicherungsgrad in % 80% 31%

Für das Geschäftsjahr 2016 bestehen zum Stichtag keine Sicherungen über die Preisdifferenz zwischen Gasoil und Rohöl und zwischen Kerosin und Rohöl.

Zur Absicherung der Preisrisiken aus dem künftigen Treibstoffbedarf werden geeignete Termingeschäfte, Bandbreitenoptionen und Sicherungskombinationen mit externen Vertragspartnern abgeschlossen. Diese werden zur besseren Darstellung der Ertragslage mit den Grundgeschäften in Bewertungseinheiten zusammengefasst.

Treibstoffpreissicherung

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31.12.2016

in Mio. EUR
Volumen Grundgeschäft in Tsd. t Marktwert Laufzeiten bis max. Buchwerte Sonstige Vermögensgegenstände
Bandbreitenoptionen Treibstoff-Preissicherung 2.486 75 2018 35
Rohwarenswaps 208 13 2018 -
Sicherungskombinationen Treibstoff-Preissicherung 3.547 99 2018 50

Die Marktpreise von Optionen, die im Rahmen der Treibstoffpreissicherung verwendet werden, werden über anerkannte Optionspreismodelle ermittelt. Die Marktwerte entsprechen jeweils dem Preis, zu dem ein unabhängiger Dritter die Rechte und/oder Pflichten aus diesem Finanzinstrument übernehmen würde.

Finanzinstrumente des Finanzanlagevermögens

Die Finanzinstrumente des Finanzanlagevermögens liegen mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum 31. Dezember 2016 über den Buchwerten.

Bilanzposten

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in Mio. EUR Marktwerte 31.12.2016 Buchwerte 31.12.2016
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.784 1.784
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 222 205
Sonstige Ausleihungen 47 47

Bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen handelt es sich um eine Beteiligung an der Lufthansa SICAV-FIS-Fonds, Belgien, in Höhe von 100 Prozent. Dies ist eine Beteiligung an einem ausländischen Investmentvermögen im Sinne des § 1 Abs. 1 bzw. Abs. 2 KAGB. Die Ausschüttung beträgt im Geschäftsjahr 26 Mio. EUR. Eine Beschränkung in der Möglichkeit der täglichen Rückgabe besteht nicht. Ziel der Anlage ist das Vorhalten einer strategischen Mindestliquidität.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

18) Erlöse aus Verkehrsleistungen

Verkehrserlöse nach Strecken

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in Mio. EUR 2016 2015
Europa 5.428 5.685
Nordamerika 3.883 4.119
Asien/Pazifik 2.678 3.059
Südamerika 1.037 1.246
Afrika 496 583
Nahost 541 621
14.063 15.314

Verkehrserlöse nach Tätigkeitsbereichen

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in Mio. EUR 2016 2015
Liniendienste 13.576 14.764
Charter 487 550
14.063 15.314

Aufgrund der veränderten Vorschriften des BilRUG ist ein Vorjahresvergleich der Umsatzerlöse nur eingeschränkt möglich. Bei Anwendung der neuen Vorschriften auch für die Vorjahreszahlen hätten sich für das Jahr 2015 Erlöse aus Verkehrsleistungen in Höhe von 15.080 Mio. EUR ergeben.

19) Andere Betriebserlöse

Aufteilung nach Tätigkeitsbereichen

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in Mio. EUR 2016 2015
Mieten für Grundstücke/Bauten 49
Operating Lease Flugzeuge 155
Serviceleistungen 144
Personalüberlassung 64
Reiseleistungen (Provisionen/Gebühren) 513 183
Abfertigungsleistungen/Bordverkauf 162 160
Sonstige 59 12
1.146 355

Die anderen Betriebserlöse wurden zu 87 Prozent in Europa (Vorjahr: 71 Prozent) erwirtschaftet.

Mit Umstellung auf die neue Umsatzerlös-Definition nach BilRUG wurden einige bis zum Jahr 2015 in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesenen Posten nun den anderen Betriebserlösen zugeordnet. Bei Anwendung der neuen Vorschriften des BilRUG auch für die Vorjahreszahlen hätten sich für das Jahr 2015 andere Betriebserlöse in Höhe von 823 Mio. EUR ergeben.

20) Sonstige betriebliche Erträge

Sonstige betriebliche Erträge

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in Mio. EUR 2016 2015
Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen 11 12
Kursgewinne aus Fremdwährungsbewertung 1.095 1.675
Auflösung von Rückstellungen 269 146
Serviceleistungen für Konzerngesellschaften 140
Personalüberlassung 61
Schadenersatzleistungen 15 8
Mieterträge 46
Erträge aus Operating Lease Flugzeuge 165
Erträge aus der Wertaufholung von Vermögensgegenständen 54 6
Übrige betriebliche Erträge 205 323
1.649 2.582

In den Auflösungen von Rückstellungen sind Auflösungen von Pensionsrückstellungen im Zusammenhang mit der Umstellung auf das neue Altersversorgungsmodell für Kabinen-Mitarbeiter in Höhe von 101 Mio. EUR enthalten.

Mit Umstellung auf die neue Umsatzerlös-Definition nach BilRUG wurden einige bis zum Jahr 2015 in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesenen Posten nun den anderen Betriebserlösen zugeordnet. Die Vergleichbarkeit der Summe der sonstigen betrieblichen Erträge mit dem Vorjahr ist daher eingeschränkt.

21) Materialaufwand

Materialaufwand

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in Mio. EUR 2016 2015
Betriebsstoffe für Flugzeuge 2.847 3.176
Übrige Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 72 63
Aufwendungen für bezogene Leistungen 6.861 7.154
9.780 10.393

22) Personalaufwand

Personalaufwand

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in Mio. EUR 2016 2015
Löhne und Gehälter 2.272 2.280
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 583 547
- davon für Altersversorgung (287) (250)
2.855 2.827

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt

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2016 2015
Bordpersonal im Einsatz 23.341 22.562
Bodenpersonal 12.299 12.873
Personal in Ausbildung 63 82
35.703 35.517

23) Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände, Flugzeuge und übrige Sachanlagen sind im Anlagenspiegel aufgegliedert. Im Geschäftsjahr fielen außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 396 TEUR an. Die im Anlagenspiegel ausgewiesene Summe der Abschreibungen im Geschäftsjahr 2016 beinhaltet auch die Abschreibungen auf Finanzanlagen.

24) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betriebliche Aufwendungen

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in Mio. EUR 2016 2015
Verkaufsprovisionen für Agenturen 222 243
Mieten und Erhaltungsaufwendungen* 181 235
Aufwendungen für EDV-Vertriebssysteme 263 251
Wertberichtigungen / Abschreibungen auf Umlaufvermögen 17 17
Schulung / Training fliegendes Personal 87 84
Werbung und Verkaufsförderung 203 196
Kursverluste aus Fremdwährungsbewertung 839 1.792
Aufwendungen für den Zahlungsverkehr (insb. Kreditkartenprovisionen) 155 172
Versicherungsaufwand für den Flugbetrieb 23 21
Reiseaufwendungen 236 248
Prüfungs-, Beratungs- und Rechtsaufwendungen 108 84
Übrige betriebliche Aufwendungen 612 616
2.946 3.959

* Die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr ist aufgrund der erstmaligen Anwendung der Vorschriften des BilRUG eingeschränkt.

25) Beteiligungsergebnis

Beteiligungsergebnis

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in Mio. EUR 2016 2015
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 374 217
Aufwendungen aus Verlustübernahme 267 297
Erträge aus Beteiligungen 491 808
- davon von verbundenen Unternehmen (488) (803)
598 728

Erträge/Aufwendungen aus Gewinnabführungsverträgen sind einschließlich Organsteuerumlagen/-gutschriften ausgewiesen. Die Erträge aus Beteiligungen enthalten im Wesentlichen die Dividende der AirTrust AG, des Lufthansa SICAV-FIS-Fonds sowie aufgrund der phasengleichen Gewinnvereinnahmung die abgegrenzte Dividende der österreichischen Leasinggesellschaften für das Geschäftsjahr 2016.

26) Zinsergebnis

Zinsergebnis

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in Mio. EUR 2016 davon verbundene Unternehmen 2015 davon verbundene Unternehmen
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 61 57 67 60
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 78 10 112 10
Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 45 - 9 - 1 416 - 14
- davon aus Aufzinsungen (- 207) - (- 1.229) -
- davon aus Marktbewertung Deckungsvermögen (336) - (19) -
94 58 - 1.237 57

Der signifikante Rückgang der Aufwendungen aus Aufzinsung resultiert aus der Umstellung des für die Pensionsrückstellungen anzuwendenden Zinssatzes von einem 7- auf einen 10-Jahresdurchschnittszinssatz. Die positive Marktentwicklung des Deckungsvermögens entlastet das Zinsergebnis zusätzlich.

27) Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens

Auf das Finanzanlagevermögen wurden Abschreibungen in Höhe von 26 Mio. EUR vorgenommen. Es handelt sich hierbei um Abschreibungen auf den Beteiligungsbuchwert der Lufthansa CityLine GmbH in Höhe 12 Mio. EUR sowie um eine Abschreibung auf die Ausleihung an die Lufthansa Super Star gGmbH in Höhe von 14 Mio. EUR.

28) Steuern

Steuern

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in Mio. EUR 2016 2015
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 295 - 1.105
- davon latente Steuern (62) (- 1.139)
Sonstige Steuern 51 45
326 - 1.060

In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag und in den sonstigen Steuern sind Posten für Vorjahre im Saldo von 79 Mio. EUR enthalten.

Aufgrund der Anwendung der Vorschriften des BilRUG wird unter den sonstigen Steuern erstmalig der Saldo aus den Erlösen und den Aufwendungen für die Luftverkehrssteuer ausgewiesen, die Vergleichbarkeit des Postens sonstige Steuern mit dem Vorjahr wird dadurch jedoch nicht wesentlich eingeschränkt.

29) Aufsichtsrat und Vorstand

Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands sind auf S. 21 angegeben.

Die Grundzüge des Vergütungssystems und die Höhe der Vergütung der einzelnen Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat sind im ausführlichen Vergütungsbericht dargestellt und näher erläutert. Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.

Vorstand

Die Vergütung der im Geschäftsjahr tätigen Vorstandsmitglieder setzt sich wie folgt zusammen:

Gesamtbezüge des Vorstands

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In TEUR 2016 2015
Grundvergütung 4.544 4.228
Sonstiges 500 422
Einjährige variable Vergütung 2.747 2.261
Mehrjährige variable Vergütung 545 400
Aktienprogramm1 2.053 2.294
Gesamtbezüge 10.389 9.605
Personalaufwand Pensionszusagen 2.253 1.985

1 Beizulegender Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt

Die Vorstandsvergütung setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

Fixe Jahresgrundvergütung Die Grundvergütung wird monatlich als Gehalt ausgezahlt.
Variable Jahresvergütung Die variable Vergütung richtet sich nach der EBIT-Marge des Lufthansa Konzerns. Sie wird zu 75 Prozent im Folgejahr und somit im einjährigen Turnus mit einem individuellen Leistungsfaktor gezahlt. Die übrigen 25 Prozent werden zwei weitere Jahre vorgetragen. Am Ende des insgesamt dreijährigen Betrachtungszeitraums wird der vorgetragene Betrag mit einem Faktor multipliziert, der zwischen 0 und 2 liegen kann (Bonus-Malus-Faktor). Die Ausprägung des Faktors hängt zu 70 Prozent von dem über drei Jahre erreichten EACC und zu 30 Prozent von Nachhaltigkeitsparametern wie Umweltschutz, Kundenzufriedenheit und Mitarbeiter-Commitment ab.
Aktienkursbasierte Vergütung Der Vorstand nimmt zudem verpflichtend an den Aktienprogrammen für Führungskräfte teil (mit abweichend vom allgemeinen Führungskräfteprogramm strukturierten Parametern). Die Laufzeit der Programme beträgt jeweils vier Jahre. Mit dieser Ausgestaltung ist insgesamt die überwiegende Mehrjährigkeit der variablen Vergütungskomponenten sichergestellt.
Tantieme Der Aufsichtsrat kann dem Vorstand in Jahren mit auf außerordentlichen exogenen Einflüssen beruhenden schwachen Ergebnissen eine angemessene zusätzliche Leistungstantieme zuteilen.
Sonstige Bezüge Sonstige Bezüge beinhalten insbesondere geldwerte Vorteile aus der Nutzung von Dienstwagen und der Rabattgewährung in Zusammenhang mit der Ausgabe von Aktienprogrammen, aus Beförderungsvergünstigungen unter Berücksichtigung einschlägiger IATA-Bestimmungen sowie Sitzungs- und Tagegelder aus der Tätigkeit in den Aufsichtsräten verbundener Unternehmen.

Neben der Rückstellung für die einjährige variable Vergütung in Höhe von 2.747 TEUR (Vorjahr: 2.261 TEUR) wurden für die zukünftige Auszahlung der mehrjährigen variablen Vergütung für die zum 31. Dezember 2016 aktiven Vorstandsmitglieder insgesamt 1.419 TEUR (Vorjahr: 1.274 TEUR) zurückgestellt.

In den derzeit laufenden Aktienprogrammen werden von den Vorstandsmitgliedern folgende gehalten:

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2016 2015 2014 2013
Carsten Spohr 15.120 13.365 15.255 8.370
Karl-Ulrich Garnadt 10.080 8.910 10.170 -
Harry Hohmeister 10.080 8.910 10.170 8.370
Simone Menne - - - -
Dr. Bettina Volkens 10.080 8.910 10.170 8.370

Für die laufenden Aktienprogramme wurden im Aufwand für aktienbasierte Vergütungen der beizulegende Zeitwert der im Geschäftsjahr gewährten Optionen und die Wertänderung von in Vorjahren gewährten Optionen in Höhe von 615 TEUR erfasst.

Die laufenden Zahlungen an ehemalige Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen betrugen 5,7 Mio. EUR (Vorjahr: 5,9 Mio. EUR). Darin enthalten sind von Tochterunternehmen gewährte Bezüge sowie geldwerte Leistungen und Beförderungsvergünstigungen.

Für ehemalige Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen bestehen Pensionsverpflichtungen in Höhe von 63,7 Mio. EUR (Vorjahr: 63,4 Mio. EUR).

Aufsichtsrat

Der Aufwand für die fixe Vergütung des Aufsichtsrats betrug 2.170 TEUR für das Geschäftsjahr 2016 (Vorjahr: 2.152 TEUR). Sonstige Bezüge, überwiegend Sitzungsgelder, fielen in Höhe von insgesamt 111 TEUR (Vorjahr: 110 TEUR) an.

Darüber hinaus erhielten Mitglieder des Aufsichtsrats der Deutschen Lufthansa AG, die Aufsichtsratsmandate bei Konzerngesellschaften wahrnehmen, für diese Tätigkeit 17 TEUR (Vorjahr: 59 TEUR) vergütet. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat erhielten neben ihren Aufsichtsratsbezügen Vergütungen in Form von Löhnen und Gehältern einschließlich Altersversorgungsansprüchen für die von ihnen erbrachten Arbeitsleistungen in Höhe von insgesamt 0,9 Mio. EUR (Vorjahr: 1,3 Mio. EUR).

Im Berichtsjahr wurden, wie im Vorjahr, keine Kredite oder Vorschüsse an Mitglieder des Vorstands oder Aufsichtsrats gewährt.

30) Gewinnverwendungsvorschlag

Dem Abschluss liegt ein Dividendenvorschlag zugrunde, wonach ein Bilanzgewinn von 234 Mio. EUR zur Zahlung einer Dividende von 0,50 EUR je Stückaktie verwendet werden soll.

31) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit Wirkung zum 9. Januar 2017 hat die Deutsche Lufthansa AG die verbleibenden 55% der Anteile an der SN Airholding SA/NV übernommen und ist damit alleiniger Gesellschafter der Brussels Airlines Gruppe. Der Erwerb basiert auf der Kauf- und Optionsvereinbarung aus dem Jahr 2008. Die Optionsausübung wurde auf Basis einer neuen Vereinbarung zwischen den bisherigen Gesellschaftern und Lufthansa vom 15. Dezember 2016 durchgeführt, wonach sich der Ausübungspreis für die restlichen Anteile auf 2,6 Mio. EUR belaufen soll. Brussels Airlines wird im neuen Segment Point-to-Point vollkonsolidiert.

Am 30. Januar 2017 hat das Bundeskartellamt den zwischen der Lufthansa Group und Air Berlin vereinbarten Wet Lease von 38 Flugzeugen ohne Auflagen freigegeben. Im Zuge der Transaktion wird die Lufthansa Group bis zu 25 A320 von Leasinggebern der Air Berlin erwerben oder leasen und wiederum selbst zu Marktpreisen an Air Berlin zur Bereederung verleasen. Dadurch sollen nachhaltige Kostensenkungen im Zuge der Vereinbarung realisiert werden.

Am 15. Februar 2017 haben die Lufthansa Group und die Vereinigung Cockpit die Schlichtungsempfehlung zum Vergütungstarifvertrag angenommen. Diese sieht unter anderem eine Vergütungserhöhung für die 5.400 Piloten im Konzerntarifvertrag von rund 8,7 Prozent sowie eine Einmalzahlung in Höhe von insgesamt rund 30 Mio. EUR vor. Die Vergütungsverträge haben eine Laufzeit von Mai 2012 bis Ende 2019. Das Schlichtungsergebnis steigert die Cockpit-Vergütungskosten um rund 85 Mio. EUR pro Jahr. Die Gespräche mit der Gewerkschaft sollen fortgesetzt werden, um alternative Kostensenkungen im Rahmen einer Gesamtlösung zu erreichen. Sollte dies nicht gelingen, sollen abweichend von der bisherigen Flottenplanung 40 zugehende Flugzeuge außerhalb des Konzerntarifvertrags bereedert werden, um die Zusatzkosten zu kompensieren.

Im Rahmen des Abschlusses der Tarifverhandlungen für die Kabinenmitarbeiter der Lufthansa Passage und in anschließenden Redaktionsterminen wurden bis Ende Februar 2017 weitere Details zum neuen Versorgungsystem geregelt. Somit ist weiterhin davon auszugehen, dass die Ausformulierungen der neuen Regelungen bis zum Ende des 1. Quartals 2017 abgeschlossen sind.

32) Entsprechenserklärung nach § 161 AktG

Die nach § 161 AktG geforderte Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex wurde vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegeben und als Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.lufthansagroup.com/entsprechenserklaerung dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht.

33) Honorar des Abschlussprüfers

Das im Geschäftsjahr als Aufwand erfasste Honorar für den Abschlussprüfer nach § 319 Abs. 1 HGB setzt sich wie folgt zusammen:

Honorar des Abschlussprüfers

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in Mio. EUR 2016
Abschlussprüfungsleistungen 3,0
Andere Bestätigungsleistungen 0,3
Steuerberatungsleistungen 1,3
Sonstige Leistungen 0,1
4,7

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

"Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind."

Köln, den 6. März 2017

Deutsche Lufthansa Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Bestätigungsvermerk

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Deutschen Lufthansa AG, Köln, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und zusammengefasstem Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den zusammengefassten Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und zusammengefasstem Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Düsseldorf, den 6. März 2017

**PricewaterhouseCoopers GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Petra Justenhoven, Wirtschaftsprüferin

Dr. Bernd Roese, Wirtschaftsprüfer

Aufsichtsrat und Vorstand

Aufsichtsrat

Dr. Wolfgang Röller

Ehemaliger Vorsitzender des

Aufsichtsrats

Deutsche Lufthansa AG

Ehrenvorsitzender

Dipl.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Jürgen Weber

Ehemaliger Vorsitzender des

Aufsichtsrats

Deutsche Lufthansa AG

Ehrenvorsitzender

Stimmberechtige Mitglieder

Wolfgang Mayrhuber

Ehemaliger Vorsitzender

des Vorstands

Deutsche Lufthansa AG

Vorsitzender

Christine Behle

Mitglied des Bundesvorstands

der Gewerkschaft ver.di

Arbeitnehmervertreterin

Stellvertretende Vorsitzende

Nicoley Baublies

Purser und Mitglied des Vorstands

der Gewerkschaft UFO e.V.

Arbeitnehmervertreter

Dr. Werner Brandt

Ehemaliges Mitglied des Vorstands

SAP SE

Jörg Cebulla

Flugkapitän

Arbeitnehmervertreter

Herbert Hainer

Ehemaliger Vorstandsvorsitzender

adidas AG

Dr. h.c. Robert Kimmitt

Senior International Counsel

Wilmer Cutler Pickering Hale and Dorr

LLP, USA

Dr. Karl-Ludwig Kley

Vorsitzender des Aufsichtsrats

E.ON SE

Martin Koehler

Selbstständiger Unternehmensberater

und ehemaliger Leiter Competence

Center "Aviation" bei der

Boston Consulting Group

Doris Krüger

Senior Director Future Innovation

Strategy, Lufthansa Group

Arbeitnehmervertreterin

Dr. Nicola Leibinger-Kammüller

Geschäftsführende Gesellschafterin

und Vorsitzende der Geschäftsführung

TRUMPF GmbH + Co. KG

(bis 28. April 2016)

Eckhard Lieb

Bildungsreferent

Arbeitnehmervertreter

Jan-Willem Marquardt

Flugkapitän und Mitglied der

Vereinigung Cockpit

Arbeitnehmervertreter

Martina Merz

Ehemalige CEO Chassis Brakes

International, Niederlande

(seit 28. April 2016)

Ralf Müller

Staatl. gepr. Techniker

Arbeitnehmervertreter

Monika Ribar

Präsidentin des Verwaltungsrats

(VRP) Schweizerische Bundesbahnen

SBB AG, Schweiz

Andreas Strache

Flightmanager

Arbeitnehmervertreter

Stephan Sturm

Vorsitzender des Vorstands

Fresenius Management SE

Christina Weber

Kaufm. Angestellte

Arbeitnehmervertreterin

Birgit Weinreich

Flugbegleiterin

Arbeitnehmervertreterin

Matthias Wissmann

Präsident des Verbands der

Automobilindustrie e.V. (VDA)

Vorstand

Carsten Spohr

Vorsitzender des Vorstands

Karl Ulrich Garnadt

Mitglied des Vorstands

Ressort Eurowings und

Aviation Services

Harry Hohmeister

Mitglied des Vorstands

Ressort Hub Management

Simone Menne

Mitglied des Vorstands

Ressort Finanzen

(bis 31. August 2016)

Ulrik Svensson

Mitglied des Vorstands

Ressort Finanzen

(seit 1. Januar 2017)

Dr. Bettina Volkens

Mitglied des Vorstands

Ressort Personal und Recht

Andere Mandate der Aufsichtsratsmitglieder der Deutschen Lufthansa AG

Stand: 31. Dezember 2016; bei Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat während des Geschäftsjahres beziehen sich die Angaben auf das Datum des Ausscheidens

Wolfgang Mayrhuber

a) Infineon Technologies AG (Vorsitz)

Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG (bis 31. Dezember 2016)

b) HEICO Corporation, USA

Christine Behle

a) Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG

BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT

-Aktiengesellschaft von 1877- (stellv. Vorsitz)

Hapag-Lloyd AG (stellv. Vorsitz)

Dr. Werner Brandt

a) innogy SE (Vorsitz)

OSRAM Licht AG

ProSiebenSat.1 Media SE (Vorsitz)

RWE AG (Vorsitz)

Herbert Hainer

a) Allianz Deutschland AG

FC Bayern München AG (stellv. Vorsitz)

b) Accenture plc, Irland

Dr. Karl-Ludwig Kley

a) BMW AG (stellv. Vorsitz)

E.ON SE (Vorsitz)

b) Verizon Communications Inc., USA

Martin Koehler

a) Delton AG

b) American Funds Investment-Fonds, managed by the Capital Group, USA

Enfold Inc., USA

FlixMobility GmbH

Dr. Nicola Leibinger-Kammüller

(Stand beim Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat am 28. April 2016)

a) Axel Springer SE

Siemens AG

Voith GmbH

Eckhard Lieb

b) Albatros Versicherungsdienste GmbH

Martina Merz (seit 28. April 2016)

b) AB Volvo, Schweden (Board of Directors)

NV Bekaert SA, Belgien (Board of Directors)

SAF-HOLLAND S.A., Luxemburg

(Board of Directors, stellv. Vorsitz)

Ralf Müller

a) Lufthansa Cargo AG

Monika Ribar

b) Chain IQ Group AG, Schweiz

Schweizerische Bundesbahnen SBB AG, Schweiz

(Präsidentin des Verwaltungsrats, VRP)

Sika AG, Schweiz

Stephan Sturm

a) Fresenius Kabi AG (Vorsitz)

b) Fresenius Medical Care Management AG (Vorsitz)

VAMED AG, Österreich (stellv. Vorsitz)

Christina Weber

a) LSG Lufthansa Service Holding AG

a) Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten

b) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen

Mandate der Vorstandsmitglieder der Deutschen Lufthansa AG

Stand: 31. Dezember 2016; bei Ausscheiden aus dem Vorstand während des Geschäftsjahres beziehen sich die Angaben auf das Datum des Ausscheidens

Carsten Spohr

a) Lufthansa Technik AG * (Vorsitz)

ThyssenKrupp AG

b) Dr. August Oetker KG

Karl Ulrich Garnadt

a) Eurowings GmbH * (Vorsitz)

Germanwings GmbH * (Vorsitz)

LSG Lufthansa Service Holding AG *

Lufthansa CityLine GmbH * (Vorsitz)

Lufthansa Flight Training GmbH * (Vorsitz)

b) Air Dolomiti S.p.A. Linee Aeree Regionali Europee, Italien (Board of Directors)

Aircraft Maintenance and Engineering Corp., (AMECO), China

Austrian Airlines AG, Österreich (stellv. Vorsitz) Edelweiss Air AG, Schweiz (Vorsitz)

Günes Ekspres Havacilik A.S. (SunExpress), Türkei (stellv. Vorsitz)

Miles & More GmbH

ÖLH Österreichische Luftverkehrs-Holding GmbH, Österreich (stellv. Vorsitz)

SN Airholding SA/N.V., Belgien

Harry Hohmeister

a) Lufthansa Cargo AG * (Vorsitz)

b) Austrian Airlines AG, Österreich (Vorsitz)

Günes Ekspres Havacilik A.S. (SunExpress), Türkei

SN Airholding SA/N.V., Belgien

Swiss International Air Lines AG, Schweiz

Simone Menne (Stand beim Ausscheiden aus dem Vorstand am 31. August 2016)

a) BMW AG

Delvag Luftfahrtversicherungs-AG * (Vorsitz)

Deutsche Post AG

LSG Lufthansa Service Holding AG* (Vorsitz)

Lufthansa Cargo AG *

Lufthansa Technik AG *

b) FWB Frankfurter Wertpapierbörse (Börsenrat)

Miles & More GmbH (Vorsitz Beirat)

Ulrik Svensson (Stand beim Eintritt in den Vorstand am 1. Januar 2017)

a) LSG Lufthansa Service Holding AG *

Lufthansa Cargo AG *

Lufthansa Technik AG *

Dr. Bettina Volkens

a) LSG Lufthansa Service Holding AG *

a) Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten

b) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen

* Konzernmandat gemäß § 100 Abs. 2 Satz 2 AktG

Anlage zum Anhang

Aufstellung des Anteilsbesitzes

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Wesentliche Beteiligungen Anteil

in %
Ergebnis nach Steuern

in Mio. EUR*
Eigenkapital

in Mio. EUR*
Aerococina S.A. de C.V., Mexiko-Stadt, Mexiko 52 2 11
Aerologic GmbH, Leipzig 50 6 33
Air Dolomiti S.p.A. Linee Aeree Regionali Europee, Dossobuono di Villafranca (Verona), Italien 100 3 20
Aircraft Maintenance and Engineering Corp., Peking, China 25 12 2422
AIRO Catering Services - Ukraine, Boryspil, Ukraine 100 --2,3 --3
AIRO Catering Services Eesti OÜ, Tallinn, Estland 100 --3 1
Airo Catering Services Latvija SIA, Marupe, Lettland 100 --3 - 1
AIRO Catering Services Sweden AB, Stockholm-Arlanda, Schweden 100 --3 11
AirPlus Air Travel Card Vertriebsgesellschaft mbH, Wien, Österreich 100 2 15
AirPlus Holding GmbH, Wien, Österreich 100 2 6
AirPlus International AG, Kloten, Schweiz 100 3 26
AirPlus International Limited, London, Großbritannien 100 4 20
AirPlus International S.r.l., Bologna, Italien 100 4 19
AirPlus International Inc., Springfield, USA 100 1 16
AirPlus Payment Management Co. Ltd., Shanghai, China 100 2 34
AirTrust AG, Zug, Schweiz 100 113 98
Alpha LSG Limited, Manchester, Großbritannien 50 -72 142
Arlington Services Mexico S.A. de C.V., Mexiko-Stadt, Mexiko 100 --3 14
Arlington Services Panama S.A., Panama-Stadt, Panama 100 --3 10
Arlington Services Inc., Wilmington, USA 100 1 105
AUA Beteiligungen Gesellschaft m.b.H., Wien-Flughafen, Österreich 100 1 11
Austrian Airlines AG, Wien Flughafen, Österreich 100 88 229
Austrian Airlines Lease and Finance Company Ltd., Guernsey, Großbritannien 100 28 81
AVIAPIT-SOCHI OOO, Sotschi, Russland 100 --3 6
Bahia Catering Ltda., Sao Cristovao (Salvador), Brasilien 100 --3 3
Belém Serviços de Bordo Ltda., Belém, Brasilien 70 --3 --3
BizJet International Sales & Support Inc., Tulsa, USA 100 -13 -3
Capital Gain International (1986) Ltd., Hongkong, China 100 --3 3
Cater Suprimento de Refeicoes Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 100 2 -6
Caterair Servicos de Bordo e Hotelaria Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien 100 --3 6
CateringPor - Catering de Portugal S.A., Lissabon, Portugal 49 12 72
Charm Food Service Co. Ltd., Incheon, Südkorea 80 1 3
CLS Catering Services Ltd., Vancouver, Kanada 70 4 22
Comercializadora de Servicios Limitada, Santiago de Chile, Chile 100 --3 --3
Comisariato de Baja California S.A. de C.V., Tijuana, Mexiko 51 --3 --1
Comisariatos Gotre S.A. de C.V., Torreon, Mexiko 51 --3 --1
Common Ground BER GmbH, Frankfurt am Main 100 --1 --1
Common Ground BRE GmbH, Frankfurt am Main 100 --1 --1
Common Ground CGN GmbH, Frankfurt am Main 100 --1 --1
Common Ground DUS GmbH, Frankfurt am Main 100 --1 --1
Common Ground HAJ GmbH, Frankfurt am Main 100 --1 --1
Common Ground HAM GmbH, Frankfurt am Main 100 --1 --1
Common Ground NUE GmbH, Frankfurt am Main 100 --1 --1
Common Ground STR GmbH, Frankfurt am Main 100 --1 --1
Constance Food Group Inc., New York, USA 100 4 36
Cosmo Enterprise Co. Ltd., Narita City, Japan 20 --1 --1
Delvag Versicherungs-AG, Köln 100 89 509
Diners Club Spain S.A., Madrid, Spanien 25 22 13 2
Edelweiss Air AG, Kloten, Schweiz 100 16 63
Eurowings Aviation GmbH , Köln 100 -3 1
Eurowings Europe GmbH , Wien-Flughafen, Österreich 100 -3 -3
Eurowings GmbH, Düsseldorf 100 -37 38
Fortaleza Serviços de Bordo Ltda., Fortaleza, Brasilien 70 --3 --3
Gansu HNA LSG Sky Chefs Co. Ltd, Lanzhou, China 49 12 32
Germanwings GmbH, Köln 100 3 18
Global Brand Management AG, Basel, Schweiz 100 40 390
Günes Ekspres Havacilik Anonim Sirketi (Sun Express), Antalya, Türkei 50 -31 154
Hamburger Gesellschaft für Flughafenanlagen mbH, Hamburg 100 9 195
Hawker Pacific Aerospace, Sun Valley, USA 100 -11 36
HEICO Aerospace Holdings Corp., 33021 Florida, USA 20 392 2732
Hongkong Beijing Air Catering Ltd., Hongkong, China 45 112 932
Hongkong Shanghai Air Catering Ltd., Hongkong, China 45 9 2 832
Inflight Catering Services Limited, Dar es Salaam, Tansania 62 1 4
Inflight Catering (Pty) Ltd., Johannesburg, Südafrika 100 --1 --1
Inflite Holdings (Cayman) Ltd., Grand Cayman, Kaimaninseln 49 8 34
Inflite Holdings (St. Lucia) Ltd., Castries, St. Lucia 49 9 23
International Food Services Ltd., Hongkong, China 100 --3 4
Inversiones Turisticas Aeropuerto Panama S.A., Panama-Stadt, Panama 100 --1 --1
JASEN Grundstücksgesellschaft mbH & Co. oHG, Grünwald 100 2 26
Jettainer Americas Inc., Wilmington, USA 100 1 4
Jettainer GmbH, Raunheim 100 2 5
LeaseAir GmbH & Co. Verkehrsflugzeuge V KG, Dortmund 100 4 26
LHAMIC LIMITED, Dublin, Irland 100 16 588
LHAMIH LIMITED, Dublin, Irland 100 220 4.224
LHAMIP LIMITED, Dublin, Irland 100 28 912
LHAMIS LIMITED, Dublin, Irland 100 --1 --1
LHAMIW LIMITED, Dublin, Irland 100 4 484
LHBD Holding Limited, London, Großbritannien 100 --3 --3
LSG Asia GmbH, Neu-Isenburg 100 26 --3
LSG Catering (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand 100 2 2
LSG Catering China Ltd., Hongkong, China 100 -1 -4
LSG Catering Guam Inc., Guam, USA 100 --3 -1
LSG Catering Hong Kong Ltd., Hongkong, China 100 8 100
LSG Catering Saipan Inc., Saipan, Mikronesien 100 --1 --3
LSG France SAS, Paris, Frankreich 100 --3 2
LSG Holding Asia Ltd., Hongkong, China 87 4 18
LSG Linearis S.A.S., Paris, Frankreich 100 --3 1
LSG Lufthansa Service - Sky Chefs do Brasil Catering Refeiçôes Ltda., Sao Paulo, Brasilien 100 8 -23
LSG Lufthansa Service Asia Ltd., Hongkong, China 100 5 34
LSG Lufthansa Service Cape Town (Pty) Ltd., Kapstadt, Südafrika 100 --1 --3
LSG Lufthansa Service Catering- und Dienstleistungsgesellschaft mbH, Neu-Isenburg 100 1 1
LSG Lufthansa Service Enterprises Ltd., Hongkong, China 100 --3 2
LSG Lufthansa Service Europa/Afrika GmbH, Neu-Isenburg 100 -21 150
LSG Lufthansa Service Guam Inc., Guam, USA 100 2 13
LSG Lufthansa Service Holding AG, Neu-Isenburg 100 -75 684
LSG Lufthansa Service Hong Kong Ltd., Hongkong, China 48 11 25
LSG Lufthansa Service Saipan Inc., Saipan, Mikronesien 100 1 14
LSG Sky Chefs - First Catering Schweiz AG, Bassersdorf, Schweiz 60 --3 -1
LSG Sky Chefs (India) Private Ltd., Mumbai, Indien 100 --3 6
LSG Sky Chefs (Qingdao) Co. Ltd., Laixi City, China 100 --3 --3
LSG Sky Chefs (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand 100 3 12
LSG Sky Chefs Argentina S.A., Buenos Aires, Argentinien 100 4 8
LSG Sky Chefs Belgium N.V., Zaventem, Belgien 100 -14 8
LSG Sky Chefs Berlin GmbH, Neu-Isenburg 100 --3 1
LSG Sky Chefs Bremen GmbH, Neu-Isenburg 100 -1 -2
LSG Sky Chefs Brussels International BVBA, Zaventem, Belgien 100 --3 -4
LSG Sky Chefs Czechia spol. s.r.o., Bor, Tschechien 100 --1 --3
LSG Sky Chefs Danmark A/S, Drag0r, Dänemark 100 5 1
LSG Sky Chefs de Venezuela C.A., Caracas, Venezuela 100 --3 --3
LSG Sky Chefs Düsseldorf GmbH, Neu-Isenburg 100 -1 -3
LSG Sky Chefs Europe GmbH, Neu-Isenburg 100 --3 --3
LSG Sky Chefs Finland Oy, Vantaa, Finnland 05 1 5
LSG Sky Chefs Frankfurt International GmbH, Neu-Isenburg 100 -30 -13
LSG Sky Chefs Frankfurt ZD GmbH, Neu-Isenburg 100 -7 -17
LSG Sky Chefs Hamburg GmbH, Neu-Isenburg 100 -4 -15
LSG Sky Chefs Havacilik Hizmetleri A.S., Sefaköy-Istanbul, Türkei 100 -10 -3
LSG Sky Chefs Heathrow Limited i.L., Sidcup, Großbritannien 100 --2,3 --3
LSG Sky Chefs Istanbul Catering Hizmetleri A.S., Istanbul, Türkei 1006 --3 10
LSG Sky Chefs Kenya Limited, Nairobi, Kenia 50 --3 3
LSG Sky Chefs Köln GmbH, Neu-Isenburg 100 --3 4
LSG Sky Chefs Korea Co Ltd., Incheon, Südkorea 80 29 115
LSG Sky Chefs Leipzig GmbH, Neu-Isenburg 100 --3 1
LSG Sky Chefs Lounge GmbH, Neu-Isenburg 100 --3 --3
LSG Sky Chefs Malmö AB, Stockholm, Schweden 100 -5 -3
LSG Sky Chefs München GmbH, Neu-Isenburg 100 --3 -12
LSG Sky Chefs New Zealand Limited, Auckland, Neuseeland 100 2 28
LSG Sky Chefs Norge AS, Gardermoen, Norwegen 100 -3 -1
LSG Sky Chefs North America Solutions Inc., Wilmington, USA 100 -5 -2
LSG Sky Chefs Objekt- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Neu-Isenburg 100 4 110
LSG Sky Chefs Retail GmbH, Neu-Isenburg 100 2 4
LSG Sky Chefs Rus, Moskau, Russland 100 1 --3
LSG Sky Chefs S.p.A., Fiumicino (Roma), Italien 100 6 32
LSG Sky Chefs Schweiz AG, Bassersdorf, Schweiz 100 --3 4
LSG Sky Chefs Solutions Asia Limited, Hongkong, China 100 --3 2
LSG Sky Chefs South Africa (Proprietary) Ltd., Johannesburg, Südafrika 100 -1 2
LSG Sky Chefs Spain S.A., Madrid, Spanien 100 2 --3
LSG Sky Chefs Stuttgart GmbH, Neu-Isenburg 100 -1 -3
LSG Sky Chefs Supply Chain Solutions Inc., Wilmington, USA 100 -2 -11
LSG Sky Chefs Sverige AB, Stockholm, Schweden 100 -4 --3
LSG Sky Chefs TAAG Angola S.A., Luanda, Angola 40 --3 6
LSG Sky Chefs UK Ltd., West Drayton, Großbritannien 100 --3 2
LSG Sky Chefs USA Inc., Wilmington, USA 100 --3 471
LSG Sky Chefs Verwaltungsgesellschaft mbH, Neu-Isenburg 100 -6 79
LSG South America GmbH, Neu-Isenburg 100 6 3
LSG/Sky Chefs Europe Holdings Ltd., West Drayton, Großbritannien 100 -5 34
LSG-Food & Nonfood Handel GmbH, Neu-Isenburg 100 --3 --3
LSG-Sky Food GmbH, Alzey 100 4 --3
LSY GmbH, Norderstedt 100 -1 518
Lufthansa AirPlus Servicekarten GmbH, Neu-Isenburg 100 49 68
Lufthansa Asset Management GmbH, Frankfurt am Main 100 5 4.007
Lufthansa Asset Management Leasing GmbH, Frankfurt am Main 100 --3 --3
Lufthansa Aviation Training GmbH, Hallbergmoos 100 --1 --1
Lufthansa Bombardier Aviation Services GmbH, Schönefeld 51 32 62
Lufthansa Cargo AG, Frankfurt am Main 100 -71 217
Lufthansa CityLine GmbH, München-Flughafen 100 -34 -2
Lufthansa Commercial Holding GmbH, Köln 100 71 5.343
Lufthansa Flight Training Berlin GmbH, Berlin 100 2 8
Lufthansa Flight Training GmbH, Frankfurt am Main 100 27 17
Lufthansa Global Business Services GmbH, Frankfurt am Main 100 3 -12
Lufthansa Industry Solutions AS GmbH, Norderstedt 100 7 11
Lufthansa Industry Solutions BS GmbH, Raunheim 100 5 -1
Lufthansa Industry Solutions GmbH & Co. KG., Norderstedt 100 2 28
Lufthansa Leasing Austria 1. Beteiligungs GmbH, Salzburg, Österreich 100 4 4
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 4, Salzburg, Österreich 100 20 22
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 6, Salzburg, Österreich 100 3 0
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 10, Salzburg, Österreich 100 37 46
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 12, Salzburg, Österreich 100 26 33
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 14, Salzburg, Österreich 100 42 57
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 15, Salzburg, Österreich 100 16 27
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 16, Salzburg, Österreich 100 10 30
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 17, Salzburg, Österreich 100 11 14
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 18, Salzburg, Österreich 100 7 14
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 19, Salzburg, Österreich 100 5 8
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 20, Salzburg, Österreich 100 11 15
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 21, Salzburg, Österreich 100 16 34
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 22, Salzburg, Österreich 100 34 175
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 23, Salzburg, Österreich 100 48 255
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 24, Salzburg, Österreich 100 3 90
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 25, Salzburg, Österreich 100 22 152
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 26, Salzburg, Österreich 100 5 266
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 27, Salzburg, Österreich 100 5 43
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 28, Salzburg, Österreich 100 18 298
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 29, Salzburg, Österreich 100 -11 81
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 30, Salzburg, Österreich 100 -9 31
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 31, Salzburg, Österreich 100 1 28
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 32, Salzburg, Österreich 100 --3 --3
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 33, Salzburg, Österreich 100 --3 --3
Lufthansa Leasing Austria GmbH & Co. OG Nr. 50, Salzburg, Österreich 100 -4 67
Lufthansa Malta Aircraft-Leasing Ltd., St. Julians, Malta 100 139 3.206
Lufthansa Malta Blues LP, St. Julians, Malta 100 --3 62
Lufthansa Malta Corporate Finance Limited, St. Julians, Malta 100 3 618
Lufthansa Malta Finance Holding Limited, St. Julians, Malta 100 5 623
Lufthansa Malta Finance Ltd., St. Julians, Malta 100 37 141
Lufthansa Malta Holding Ltd., St. Julians, Malta 100 -81 1.894
Lufthansa Malta Working Capital Solutions Limited, St. Julians, Malta 100 --3 --3
Lufthansa Process Management GmbH, Neu-Isenburg 100 1 -1
Lufthansa Seeheim GmbH, Seeheim-Jugenheim 100 --3 3
Lufthansa SICAV-FIS-Fonds, Saint-Josse-ten-Noode, Belgien 100 --1 --1
Lufthansa Systems Americas Inc., Irving, USA 100 1 3
Lufthansa Systems GmbH & Co. KG , Raunheim 100 8 -26
Lufthansa Technik AERO Alzey GmbH, Alzey 100 28 21
Lufthansa Technik AG, Hamburg 100 195 372
Lufthansa Technik Airmotive Ireland Holdings Ltd. Co., Dublin, Irland 100 --3 174
Lufthansa Technik Airmotive Ireland Leasing Ltd. Co., Dublin, Irland 100 36 154
Lufthansa Technik Airmotive Ireland Ltd. Co., Dublin, Irland 100 --3 -6
Lufthansa Technik Budapest Repülogép Nagyjavitó Kft., Budapest, Ungarn 100 1 9
Lufthansa Technik Component Services LLC, Tulsa, USA 100 2 8
Lufthansa Technik Immobilien- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg 100 -1 35
Lufthansa Technik Landing Gear Services UK Ltd., Kestrel Way, Hayes, Großbritannien 100 -1 3
Lufthansa Technik Logistik GmbH, Hamburg 100 3 -7
Lufthansa Technik Logistik Services GmbH, Hamburg 100 5 --3
Lufthansa Technik Maintenance International GmbH, Frankfurt am Main 100 -7 -19
Lufthansa Technik Malta Limited, Luqa, Malta 92 2 --3
Lufthansa Technik North America Holding Corp., Tulsa, USA 100 4 221
Lufthansa Technik Objekt- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg 100 7 127
Lufthansa Technik Philippines Inc., Manila, Philippinen 51 19 59
Lufthansa Technik Puerto Rico LLC, San Juan, Puerto Rico 100 1 8
Lufthansa Technik Shannon Limited Co., Claire, Irland 100 1 32
Lufthansa Technik Sofia OOD, Sofia, Bulgarien 75 2 14
MARDU Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. oHG, Grünwald 100 12 171
Miles & More GmbH, Neu-Isenburg 100 56 21
MIM IFE Limited, Dublin, Irland 100 -1 2
MUSA Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. oHG, Grünwald 100 4 39
Myanmar LSG Lufthansa Service Ltd., Yangon, Myanmar 100 2 6
N3 Engine Overhaul Services GmbH & Co. KG, Arnstadt 50 102 602
Nanjing Lukou International Airport LSG Catering Co. Ltd., Nanjing, China 40 12 102
Natal Catering Ltda., Natal, Brasilien 70 --3 --3
Oakfield Farms Solutions Europe Ltd., West Drayton, Großbritannien 51 1 2
Oakfield Farms Solutions L.L.C., Wilmington, Delaware, USA 100 5 13
ÖLB Österreichische Luftverkehrs-Beteiligungs GmbH, Wien-Flughafen, Österreich 100 --3 -3
ÖLH Österreichische Luftverkehrs-Holding GmbH, Wien-Flughafen, Österreich 1007 14 176
ÖLP Österreichische Luftverkehrs-Privatstiftung, Wien Flughafen, Österreich 08 --3 --3
Quinto Grundstücksgesellschaft mbH & Co. oHG, Grünwald 100 3 83
Retail in Motion (International) Limited, Dublin, Irland 100 --3 --3
Retail in Motion Limited, Dublin, Irland 100 1 43
SC International Services Inc., Wilmington, USA 100 9 453
SCIS Air Security Corporation, Wilmington, USA 100 10 5
ServCater Internacional Ltda., Guarulhos, Brasilien 90 2 -18
Shanghai Pudong International Airport Cargo Terminal Co. Ltd., Shanghai, China 29 622 1682
Siam Flight Services Ltd., Bangkok, Thailand 49 2 4
Silver Wings Bulgaria OOD, Sofia, Bulgarien 294 1 6
Sky Chefs Argentine Inc., Wilmington, USA 100 --3 --3
Sky Chefs Chile SpA., Santiago de Chile, Chile 100 -2 19
Sky Chefs De Mexico S.A. de C.V., Mexiko-Stadt, Mexiko 51 2 9
Sky Chefs de Panama S.A., Panama-Stadt, Panama 100 6 28
Sky Chefs Things Remembered Services Limited, Lagos, Nigeria 51 -2 --3
Sky Chefs Inc., Wilmington, USA 100 4 -308
SkylogistiX GmbH, Neu-Isenburg 51 1 1
SN Airholding SA/NV, Brüssel, Belgien 45 7 -22
Spairliners GmbH, Hamburg 50 42 622
Spiriant Asia Pacific Limited, Hongkong, China 100 --3 1
Spiriant Bahrain Limited W.L.L., Manama, Bahrain 60 --3 --3
Spiriant GmbH, Neu-Isenburg 100 8 5
Starfood Antalya Gida Sanayi ve Ticaret A.S., Istanbul, Türkei 49 --2,3 --2,3
Starfood Finland Oy, Vantaa, Finnland 100 --3 1
Starfood S.r.l., Fiumicino, Italien 100 --3 3
Supply Chain S.à.r.l., Senningerberg, Luxemburg 100 4 6
Swiss Aviation Software AG, Basel, Schweiz 100 7 14
Swiss Aviation Training AG, Kloten, Schweiz 100 7 43
Swiss Global Air Lines AG, Basel, Schweiz 100 0 --3
Swiss International Air Lines AG, Basel, Schweiz 100 246 1.470
Terminal 2 Gesellschaft mbH & Co. oHG, Freising 40 32 29
TGV DLH , Düsseldorf 100 15 1.780
time:matters GmbH, Neu-Isenburg 100 3 1
time:matters Holding GmbH, Neu-Isenburg 100 3 72
time:matters Spare Parts Logistics GmbH, Neu-Isenburg 100 --3 --3
Tolmachevo Catering OOO, Novosibirsk, Russland 26 --2,3 12
Tyrolean Airways Luftfahrzeuge Technik GmbH, Innsbruck, Österreich 100 --3 5
Wenzhou Longwan International Airport LSG Sky Chefs Co Ltd., Wenzhou City, China 40 --1 --1
Western Aire Chef Inc., Wilmington, USA 100 2 21
XEOS Sp.z.o.o., Warschau, Polen 51 --1 --1
Xian Eastern Air Catering Co. Ltd, Xian, China 30 22 7 2
Yunnan Eastern Air Catering Co. Ltd., Kunming, China 25 12 102
ZAO Aeromar, Moskau Region, Russland 49 1--3 22 442
ZAO AeroMEAL, Yemelyanovo, Russland 100 3 1

* IFRS Angaben

1 keine vorliegenden Zahlen

2 lokales Recht 2015

3 kleiner 500 TEUR

4 weitere 28,75 % der Anteile und Stimmrechte sind über eine Call-Option zuzurechnen

5 100 % der Anteile und der Stimmrechte sind über eine Call-Option zuzurechnen

6 33,34 % der Anteile und 50,01 % der Stimmrechte sind über eine Call-Option zuzurechnen

7 50,20 % des Eigenkapitals und der Stimmrechte kommen über die ÖLP

8 Beherrschung der ÖLP entsteht durch die Mehrheit der Stimmrechte in der Geschäftsführung

9 HGB Werte

Impressum

Herausgeber

Deutsche Lufthansa AG, Von-Gablenz-Str. 2-6, 50679 Köln Registereintragung: Amtsgericht Köln HRB 2168

Kontakt

Andreas Hagenbring

Leiter Investor Relations

+49 69 696-2 80 01

Deutsche Lufthansa AG

Investor Relations

LAC, Airportring

60546 Frankfurt / Main, Germany

Phone: +49 69 696-2 80 01

Fax: +49 69 696-9 09 90

E-mail: [email protected]

Weitere Informationen

Geschäftsberichte in deutscher und englischer Sprache können über unseren Bestellservice im Internet - www.lufthansagroup.com/investor-relations - oder unter oben genannter Adresse angefordert werden.

Umfassende Informationen über die wirtschaftliche Entwicklung der Lufthansa einschließlich Konzern-Geschäftsbericht und Zwischenberichte sind aktuell im Internet abzurufen unter:

http://www.lufthansagroup.com/investor-relations

Vorbehalt bei zukunftsgerichteten Aussagen

Bei den in unserem Jahresabschluss 2016 veröffentlichten Angaben, die sich auf die zukünftige Entwicklung der Deutschen Lufthansa AG beziehen, handelt es sich lediglich um Prognosen und Einschätzungen und damit nicht um feststehende historische Tatsachen. Sie dienen allein informatorischen Zwecken und sind gekennzeichnet durch Begriffe wie "glauben", "erwarten", "Vorhersagen", "beabsichtigen", "prognostizieren", "planen", "schätzen", "rechnen mit" oder "bestreben". Diese zukunftsgerichteten Aussagen beruhen auf allen uns derzeit erkennbaren und verfügbaren Informationen, Fakten und Erwartungen. Sie können daher nur zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Gültigkeit beanspruchen.

Da zukunftsgerichtete Aussagen naturgemäß mit Ungewissheiten und in ihren Auswirkungen nicht einschätzbaren Risikofaktoren - wie etwa einer Änderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - behaftet sind oder zugrunde gelegte Annahmen nicht oder abweichend eintreffen können, besteht die Möglichkeit, dass sich die tatsächlichen Ergebnisse und die Entwicklung des Unternehmens von den Prognosen wesentlich unterscheiden. Lufthansa ist stets bemüht, die veröffentlichten Daten zu kontrollieren und auf dem aktuellen Stand zu halten. Dennoch kann seitens des Unternehmens keine Verpflichtung übernommen werden, zukunftsgerichtete Aussagen an später eintretende Ereignisse beziehungsweise Entwicklungen anzupassen. Eine Haftung oder Garantie für Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Daten und Informationen wird demnach weder ausdrücklich noch konkludent übernommen.

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www.lufthansagroup.com/investor-relations

www.lufthansagroup.com/verantwortung

Zusammengefasster Lagebericht

Soweit der zusammengefasste Lagebericht auf Quellen außerhalb des zusammengefassten Lageberichts oder des Konzernabschlusses (zum Beispiel Internetseiten) verweist, sind die Inhalte dieser Quellen nicht Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und dienen ausschließlich der weiteren Information.

Grundlagen des Konzerns

Geschäftstätigkeit und Konzernstruktur

Die Lufthansa Group ist eines der weltweit führenden Luftverkehrsunternehmen. / Geschäftsfelder nehmen in ihren Branchen führende Marktpositionen ein. / Vakante Positionen im Vorstand wurden neu besetzt.

Lufthansa Group ist führender Aviation-Konzern

Die Lufthansa Group ist ein weltweit operierender Luftverkehrskonzern mit insgesamt mehr als 550 Tochterunternehmen und Beteiligungsgesellschaften. Diese waren im Geschäftsjahr 2016 in den Geschäftsfeldern Passage Airline Gruppe, Logistik, Technik, Catering und Sonstige organisiert. Alle Geschäftsfelder nehmen in ihren jeweiligen Branchen eine führende Rolle ein. 2016 erzielte die Lufthansa Group mit durchschnittlich 123.287 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 31,7 Mrd. EUR.

Geschäftsverteilung im Vorstand bleibt unverändert

Die Geschäftsverteilung im Vorstand bleibt im Wesentlichen unverändert. Der Vorsitz des Vorstands obliegt Carsten Spohr.

Harry Hohmeister verantwortet im Vorstandsressort Hub Management die kommerzielle Steuerung der Netzwerk-Airlines Lufthansa Passage, SWISS und Austrian Airlines. Das Ressort Finanzen wurde bis zum 31. August 2016 von Simone Menne geführt. Ihre Nachfolge hat am 1. Januar 2017 Ulrik Svensson angetreten. Die Verantwortung für das Ressort Personal und Recht liegt bei Dr. Bettina Volkens. Karl Ulrich Garnadt verantwortet im Vorstandsressort Eurowings und Aviation Services unter anderem die Punkt-zu-Punkt-Verkehre der Eurowings-Gruppe sowie Brussels Airlines und SunExpress. Nach Ablauf seiner Bestellung zum 30. April 2017 wird Karl Ulrich Garnadt aus dem Vorstand ausscheiden. Ihm wird zum 1. Mai 2017 Thorsten Dirks in gleicher Funktion nachfolgen.

G05 Struktur Lufthansa Group

Rechtliche und regulatorische Einflussfaktoren

Lufthansa Group unterliegt vielfältigen Einflussfaktoren

Die Lufthansa Group und ihre Geschäftsfelder unterliegen zahlreichen komplexen rechtlichen und regulatorischen Vorschriften. Die formalen Anforderungen an das Unternehmen nehmen kontinuierlich zu. Dies gilt für Regulierungen aus verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel dem des Finanzrechts, des Verbraucherschutzrechts und der Corporate Governance, aber auch für allgemeine Anforderungen zur Vermeidung von Haftungsrisiken. Besonders relevant für die Lufthansa Group sind hierbei das Nachtflugverbot am Flughafen Frankfurt, der Verbraucherschutz, der EU-Emissionshandel, nationale Luftverkehrssteuern, Embargovorschriften, die Verwirklichung des Single European Sky sowie fehlende Wettbewerbsregeln auf globaler Ebene, wie sie in anderen Branchen durch die WTO vorgegeben werden.

Ziele und Strategien

Unternehmensstrategie baut auf den drei synergetischen Säulen Netzwerk-Airlines, Punkt-zu-Punkt-Airlines und Aviation Services auf. / Fokus liegt auf Ausbau der Premium-Positionierung und Profitabilitätssteigerung. / Innovation und Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette sind wichtige Treiber. Strategisches Programm "7to1 - Our Way Forward" trägt zu profitablem Wachstum bei. / Finanzielle Stabilität sichert Unabhängigkeit und Handlungsspielräume.

Konzernstrategie

Position als führender Aviation-Konzern soll ausgebaut werden

Ziel der Lufthansa Group ist es, bei Kunden, Mitarbeitern, Aktionären und Partnern erste Wahl im Bereich Luftfahrt zu sein. So will die Lufthansa Group auch zukünftig den globalen Aviation-Markt wesentlich mitgestalten. Die Strategie ist vor diesem Hintergrund auf die konsequente Weiterentwicklung der Unternehmensgruppe, basierend auf den drei Säulen Netzwerk-Airlines, Punkt-zu-Punkt-Airlines und Aviation Services, ausgerichtet.

Die drei Säulen profitieren wechselseitig von Synergien und geschäftsfeldübergreifenden Skaleneffekten. So transportiert beispielsweise Lufthansa Cargo einen Großteil ihrer Fracht in den Frachträumen von Passagiermaschinen der Lufthansa Group. Lufthansa Technik wiederum erhält Zugang zu Wartungslizenzen für moderne Flugzeuge, die im Zusammenhang mit Flugzeugbestellungen der Group-Airlines mit den Herstellern verhandelt werden.

Die Entwicklung neuer Produkte und Geschäftsmodelle, einhergehend mit einer zunehmenden Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette im Luftverkehr, bildet einen Schwerpunkt der Konzernstrategie und wird geschäftsfeldübergreifend vorangetrieben.

Auf dieser Basis soll die Positionierung der Lufthansa Group als führender Aviation-Konzern in einem dynamischen Marktumfeld weiterhin erfolgreich abgesichert und profitabel ausgebaut werden.

Zu diesem Zweck wird das erfolgreiche strategische Arbeitsprogramm "7to1 - Our Way Forward" fortgeführt, das externe Trends - wie sich verändernde Wertschöpfungsketten, zunehmende Digitalisierung und differenzierte Kundenerwartungen - sowie interne Anforderungen adressiert. Die sieben Handlungsfelder des Programms werden sowohl in den einzelnen Geschäftsfeldern als auch übergreifend bearbeitet. Begleitend hierzu haben die Geschäftsfelder zum Teil individuelle Effizienzsteigerungs- beziehungsweise Kostensenkungsprogramme aufgelegt.

Die Ausrichtung der Angebote entlang sich stetig wandelnder Kundenbedürfnisse ist ein zentrales Anliegen aller Unternehmen der Lufthansa Group. Dabei kommt der Premium-Positionierung höchste Bedeutung zu. Mit einer dezidierten Qualitätsstrategie sollen deshalb teils standortbezogene Kostennachteile gegenüber Wettbewerbern aus anderen Märkten ausgeglichen werden.

G06 Die Aufstellung der Lufthansa Group: drei starke Säulen

* Deutschland, Österreich, Schweiz und Belgien.

G07 "7to1 - Our Way Forward"

Netzwerk-Airlines bauen ihre Premium-Positionierung aus und optimieren Kosten

Die Qualitätsstrategie ist vor allem für die Ausrichtung der Netzwerk-Airlines relevant und adressiert die Bedürfnisse des hochwertigen Kundenpotenzials in ihren Heimatmärkten. Im Fokus stehen daher die weitere Verbesserung des Reiseerlebnisses, die Optimierung des Streckennetzes und der Flotte sowie Kostensenkungsinitiativen.

Das Reiseerlebnis wird für den Kunden insbesondere durch eine zunehmende Personalisierung der Produkte und Services über die gesamte Reisekette verbessert. Zugleich ermöglicht diese der Lufthansa Group, neue Erlöspotenziale für die Airlines zu erschließen. Ergänzend wird der Service an allen Kundenkontaktpunkten aufgewertet und kontinuierlich verbessert. Um auch zukünftig führende Produktqualität anbieten zu können, investiert die Lufthansa Group weiterhin in ihre Flotte. Die Netzwerk-Airlines wachsen dabei im Wesentlichen durch den Ersatz älterer Flugzeuge durch modernere Muster mit höheren Sitzplatzkapazitäten und gesteigerter Treibstoffeffizienz - ohne dass dabei die Gesamtzahl der Flugzeuge wesentlich erhöht wird. Dies senkt auch die Stückkosten. Durch strategische Kooperationen und Partnerschaften soll das Flugplanangebot ergänzt werden, was einen zusätzlichen Mehrwert für Kunden mit sich bringt. Bereits heute unterhalten die Netzwerk-Airlines der Lufthansa Group kommerzielle Joint Ventures mit den für sie jeweils attraktivsten Partnern in den fünf größten Langstreckenmärkten.

Kostensenkungen werden umfassend vor allem in den Bereichen vorangetrieben, die außerhalb der Kundenwahrnehmung liegen. Dazu gehören die Bündelung der Organisation sowie die gezielte Vereinheitlichung der kommerziellen Steuerung und der Systemlandschaft der Netzwerk-Airlines, Kosteneinsparungen bei Zulieferern und Infrastrukturanbietern sowie die Neugestaltung von Tarifverträgen.

Eurowings plant profitables Wachstum im Punkt-zu-Punkt-Verkehr

Im Punkt-zu-Punkt-Verkehr bietet die Lufthansa Group mit Eurowings ein innovatives und wettbewerbsfähiges Angebot, das sowohl preissensible als auch serviceorientierte Kunden durch günstige Basistarife und flexibel zubuchbare Komfortelemente anspricht. Das Eurowings-Konzept beruht neben hoher Effizienz und wettbewerbsfähigen Kosten auf einer skalierbaren Unternehmensstruktur, die eine flexible Integration neuer Partner mit unterschiedlichen Kooperationsmodellen ermöglicht. Dabei bedient sich die Eurowings-Gruppe unterschiedlicher Produktionsplattformen. 2017 werden durch den Wet-Lease zusätzlicher Kapazitäten von Air Berlin und der vollständigen Übernahme von Brussels Airlines weitere Plattformen hinzukommen. In den kommenden Jahren sollen insbesondere durch die Konsolidierung der verschiedenen Plattformen wesentliche Kosteneinsparungen erzielt werden. Weitere wesentliche Treiber für Kostensenkungen sind unter anderem die Standardisierung und Verschlankung von Prozessen. Dies sichert eine nachhaltig erfolgreiche Unternehmensentwicklung, insbesondere in einem starken Kostenwettbewerb.

Ziel ist es, durch organisches Wachstum, Partnerschaften und Akquisitionen profitabel zu wachsen und zum drittgrößten Anbieter von Direktverkehren in Europa aufzusteigen sowie in den Heimatmärkten der Lufthansa Group führend in diesem Marktsegment zu sein. Dabei besetzt Eurowings gezielt Märkte, in denen sie bereits heute im Wettbewerb überdurchschnittlich starke Marktpositionen erreicht, um den lokalen Kunden ein möglichst umfassendes Netz mit hochfrequenten Anbindungen an Primärdestinationen anzubieten.

Eurowings ist integraler Bestandteil der Lufthansa Group und wird weitgehend unabhängig von den Netzwerk-Airlines der Lufthansa Group geführt, um die strukturellen Kostenvorteile des Punkt-zu-Punkt-Modells nicht zu verwässern. Gleichzeitig profitiert sie von der Zugehörigkeit zum weltweit größten Aviation-Konzern und seinem umfangreichen Angebot an Aviation Services. Damit kann sich Eurowings in ihrem wettbewerbsintensiven Marktumfeld erfolgreich positionieren.

Führende Position im Bereich Aviation Services soll gesichert und profitables Wachstum erzielt werden

Mit den Gesellschaften der Aviation Services verfügt die Lufthansa Group über mehrere weltweit führende Unternehmen in deren jeweiligen Märkten. Diese können zielgerichtet weitere Wachstumschancen - organisch, über Partnerschaften oder durch Akquisitionen - nutzen, um die führende Marktposition der Lufthansa Group im Bereich dieser Aviation Services auch zukünftig zu sichern. Die Diversifikation des Geschäftsfeldportfolios aus Airlines und Aviation Services stellt eine wesentliche Stärke der Lufthansa Group dar. So können Synergien im Konzern genutzt und das konjunkturell zyklische Airline-Geschäft besser abgefedert werden.

Auch im Bereich Aviation Services stehen Kundenorientierung und Qualität im Fokus. Kunden von Lufthansa Cargo profitieren beispielsweise von innovativen Logistikdienstleistungen auf einem erweiterten Streckennetz. Lufthansa Technik baut ihr Angebot durch die Weiterentwicklung des Produkt- und Serviceangebots sowie ihre globale Präsenz weiter aus. Die Kunden der LSG Group profitieren im wettbewerbsintensiven Airline-Geschäft von flexiblen und individuellen Catering-Angeboten, die ihre jeweiligen Services und Marken wirkungsvoll unterstützen.

Um auch künftig profitabel wachsen zu können, passen die Aviation Services der Lufthansa Group ihre Geschäftsmodelle kontinuierlich an sich ändernde Wertschöpfungsketten und Wettbewerbsbedingungen an. Umfangreiche individuelle Effizienzprogramme sichern daneben den wirtschaftlichen Erfolg.

Synergien zwischen den drei Säulen der Lufthansa Group werden konsequent genutzt. So kann die Lufthansa Group schneller, effizienter und profitabler agieren und den Kundenfokus weiter schärfen.

Finanzstrategie

Finanzielle Stärke schafft nachhaltige Wettbewerbsvorteile und Vertrauen

Kern der konzernweiten Finanzstrategie ist es, das starke Finanzprofil, die Bonität und damit die finanzielle Stabilität der Lufthansa Group zu sichern. Die Finanzstrategie ist darauf ausgerichtet, die strategische und operative Entwicklung des Unternehmens zu unterstützen und zu fördern sowie jederzeit Zugang zu Kapital und vorteilhaften Finanzierungskonditionen zu gewährleisten.

Hierfür werden die unten stehenden strategischen Ziele konsequent

verfolgt.

Hohe Unternehmensbonität aufrechterhalten: Ziel ist es, das bestehende Investment Grade Rating zu erhalten. Dafür wird grundsätzlich eine dynamische Tilgungsquote zwischen 35 und 45 Prozent angestrebt. Die dynamische Tilgungsquote leitet sich aus den Anforderungen der Rating-Agenturen an ein Investment Grade Rating ab und ist ein Maß für die Schuldentragfähigkeit des Konzerns. Die dynamische Tilgungsquote berücksichtigt unter anderem auch die Pensionsrückstellungen des Konzerns. Aufgrund der stichtagsbezogenen Bewertung der Pensionsverpflichtungen gemäß IFRS ist die dynamische Tilgungsquote auch von externen Faktoren (Zinssatz) beeinflusst, die eine starke Schwankung der Kennzahl bewirken können.
Angemessene Liquiditätsausstattung sicherstellen: Ziel ist es, jederzeit eine Liquidität von mindestens 2,3 Mrd. EUR vorzuhalten. In volatilen Kunden- und Finanzmärkten lassen sich Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiken auf diese Weise reduzieren. Über ein integriertes Finanzmanagement werden alle Zahlungsströme der Konzerngesellschaften zusammengeführt, zentral gesteuert und optimiert.
Stabile Kapitalstruktur erhalten: Ziel ist es, mittelfristig eine Eigenkapitalquote von 25 Prozent zu erreichen. Dies soll durch eine angemessene Gewinnthesaurierung und die Fortführung der schrittweisen Ausfinanzierung der Pensionsverpflichtungen gelingen. Auch die Eigenkapitalquote wird durch die stichtagsbezogene Bewertung der Pensionsverpflichtungen und die Bewertung von Sicherungsgeschäften beeinflusst und unterliegt dadurch ebenfalls einer hohen Volatilität.
Flotte weitgehend finanziell unbelastet erhalten: Ziel ist es, die hohe finanzielle und operative Flexibilität für die Lufthansa Group zu erhalten. Der Großteil der Flugzeugflotte soll auch in Zukunft finanziell unbelastet und in uneingeschränktem Eigentum der Lufthansa Group verbleiben.
Gegen externe Finanzrisiken absichern: Ziel ist es, durch ein integriertes Risikomanagement, insbesondere basierend auf dem Hedging von Treibstoff-, Währungs- und Zinsänderungsrisiken, die Finanzrisiken der Lufthansa Group zu minimieren. Durch ein regelbasiertes Vorgehen werden so Preisschwankungen geglättet.
Aktionäre am Unternehmenserfolg beteiligen: Im Rahmen der Dividendenpolitik ist das Ziel eine regelmäßige Ausschüttungsquote von 10 bis 25 Prozent vom EBIT des Konzerns. Voraussetzung ist, dass der Jahresüberschuss des nach handelsrechtlichen Vorschriften zu erstellenden Einzelabschlusses der Deutschen Lufthansa AG eine Ausschüttung in dieser Höhe deckt und sonstige Einflussfaktoren dem nicht entgegenstehen. Die Dividendenpolitik sieht grundsätzlich auch die Möglichkeit vor, die Aktionäre neben der regulären Ausschüttung zusätzlich in Form einer Sonderdividende oder eines Aktienrückkaufs an einer besonders positiven Entwicklung des Unternehmens teilhaben zu lassen.
Vorteilhafte Konditionen durch vielfältige Finanzierungsquellen sichern: Ziel ist es, durch einen optimalen Finanzierungsmix die Finanzierungskosten zu reduzieren, ein ausgeglichenes Fälligkeitenprofil zu wahren und das Portfolio der Kapitalgeber zu diversifizieren. Wesentliche Finanzierungsinstrumente umfassen unter anderem Flugzeugfinanzierungen und unbesicherte Finanzierungen wie beispielsweise Schuldscheindarlehen und börsennotierte Anleihen. Darüber hinaus unterhält die Lufthansa Group Kreditlinien mit einer Vielzahl von Banken, die eine zusätzliche Liquiditätsreserve darstellen.

Flotte und Streckennetz

Flotte kann flexibel an Nachfrageschwankungen angepasst werden. / Flugzeugbestellungen für die Auslieferung bis 2025 optimieren die Flottenstruktur. / Umfangreiches Streckennetz wird kontinuierlich optimiert.

Flotte

Flottenstruktur wird kontinuierlich optimiert

Die Flotte der Lufthansa Group bestand zum Jahresende 2016 aus 617 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 11,3 Jahren. Dies sind 17 Flugzeuge mehr als im Vorjahr nach einem Rückgang um 15 Flugzeuge im Jahr 2015. Der Großteil der Flotte besteht aus Flugzeugen von Airbus und Boeing. Auf Kurz- und Mittelstrecken werden auch Flugzeuge der Hersteller Bombardier, Embraer, Fokker und BAE Systems eingesetzt. Die Anzahl der betriebenen Flugzeugmuster hat sich in den vergangenen Jahren durch eine entsprechende Flottenstrategie kontinuierlich reduziert und wird auch in den kommenden Jahren weiter zurückgehen.

T008 Flottenbestellungen Lufthansa Group

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Auslieferungszeitraum
Langstreckenflotte
34 Boeing 777X 2020 bis 2025
4 Boeing 777- 300ER 2017 bis 2018
24 Airbus A350 2017 bis 2023
Kurzstreckenflotte
7 Airbus A320-Familie 2017
111 Airbus A320neo-Familie 2017 bis 2025
25 Bombardier C Series 2017 bis 2018

Im Geschäftsjahr 2016 wurden insgesamt 47 Neuflugzeuge an die Lufthansa Group ausgeliefert, davon acht Langstreckenflugzeuge. Bei Lufthansa Passage waren dies ein Airbus A350-900, bei der SWISS sechs Boeing 777-300ER und eine A330-300. Darüber hinaus mietete die Deutsche Lufthansa AG vier Flugzeuge des Typs A330, die derzeit für Eurowings fliegen, über einen Operating Lease an. Für die Kurz- und Mittelstreckenflotte gingen den Fluggesellschaften der Lufthansa Group fünf Bombardier CS100 sowie 34 Flugzeuge der A320-Familie zu, davon fünf A320neo.

Ende 2016 standen 205 Flugzeuge auf der Bestellliste der Lufthansa Group für eine Auslieferung bis zum Jahr 2025. Im Geschäftsjahr 2017 erwartet die Lufthansa Group die Auslieferung von bis zu 38 Flugzeugen. Darüber hinaus sollen im Jahr 2017 von Eurowings 33 Flugzeuge und von Austrian Airlines fünf Flugzeuge im Rahmen einer Wet-Lease-Vereinbarung mit Air Berlin eingesetzt werden. Durch die vollständige Übernahme von Brussels Airlines ist die Flotte der Lufthansa Group zu Jahresbeginn 2017 um weitere 47 Flugzeuge gewachsen.

Die Flotte befindet sich mehrheitlich im Eigentum der Lufthansa Group. Sie wird durch einen kleinen Anteil an geleasten Flugzeugen ergänzt. Die Flotte ist zum größten Teil finanziell unbelastet. Für Neuanschaffungen werden neue, aber auch gebrauchte Flugzeuge in Erwägung gezogen. So kann das Unternehmen flexibel auf Nachfrageschwankungen reagieren und das Angebot kurzfristig erhöhen beziehungsweise senken.

Streckennetz

Lufthansa Group deckt umfangreiches Streckennetz ab

Im Rahmen der Multi-Hub-Strategie bieten die Netzwerk-Airlines Lufthansa Passage, SWISS und Austrian Airlines über ihre Drehkreuze Frankfurt, München, Zürich und Wien ein umfangreiches Flugangebot. Dieses wird durch die komplementären Netze der Allianz- und Joint Venture-Partner mit umfangreichen Umsteigeverbindungen ergänzt. Eurowings stellt ein umfassendes Angebot von Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, insbesondere aus den deutschsprachigen Ländern heraus, bereit. Insgesamt bedienten die Airlines der Lufthansa Group im Sommerflugplan 2016 ein Streckennetz von 301 Destinationen in 100 Ländern.

T009 Konzernflotte - Bestand Verkehrsflugzeuge und Bestellungen

Lufthansa Passage inklusive Regionalgesellschaften (LH), SWISS inklusive Edelweiss (LX), Austrian Airlines (OS), Eurowings (EW) inklusive Germanwings und Lufthansa Cargo (LCAG) am 31.12.2016

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Hersteller / Typ LH LX OS EW LCAG Konzern flotte
Airbus A319 30 5 7 43 85
Airbus A320 73* 28 18 35 154
Airbus A321 64 9 6 79
Airbus A330 25* 17 42
Airbus A340 42 11 53
Airbus A350 1 1
Airbus A380 14 14
Boeing 737 1 1
Boeing 747 32 32
Boeing 767 6 6
Boeing 777 6 5 5 16
Boeing MD-11F 14 14
Bombardier CRJ 35* 35
Bombardier C Series 5 5
Bombardier Q Series 18 18
Avro RJ 8 8
Embraer 33 10 43
Fokker F70 3 3
Fokker F100 8 8
Flugzeuge gesamt 350 89 81 78 19 617

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Hersteller / Typ davon Finance Lease davon Operating Lease Veränderung zum 31.12.2015 Zugänge 2017 bis 2025 Zusätzliche Optionen
Airbus A319 12 4 -
Airbus A320 17 3 33 73 50
Airbus A321 2 1 45
Airbus A330 1 6 5
Airbus A340 1 1 - 4
Airbus A350 1 24 30
Airbus A380 -
Boeing 737 - 13
Boeing 747 -
Boeing 767 2 -
Boeing 777 1 6 38 20
Boeing MD-11F -
Bombardier CRJ -
Bombardier C Series 5 25 30
Bombardier Q Series -
Avro RJ 3 - 8
Embraer -
Fokker F70 - 3
Fokker F100 - 6
Flugzeuge gesamt 36 17 17 205 130

* Teilweise an Eurowings (EW) vermietet.

Streckennetz

Die Streckenkarten zeigen die Verbindungen zwischen Zielorten von Lufthansa Passage an. Die Linienführung entspricht nicht der tatsächlich geflogenen Route.

Stand: Dezember 2016

Konzernflotte

Lufthansa und Regionalpartner

Lufthansa und Regionalpartner

Eurowings und Germanwings

Lufthansa Cargo

Stand: Dezember 2016

SWISS und Edelweiss Air

Austrian Airlines

Reichweitenangaben generell bei maximaler Passagierzahl respektive Zuladung; teilweise abweichende Versionen im Einsatz.

Legende

4U = Germanwings

CL = Lufthansa CityLine

EN = Air Dolomiti

EW = Eurowings

LH = Lufthansa Passage, Lufthansa Cargo

LX = SWISS

OS = Austrian Airlines

WK = Edelweiss Air

Steuerungssystem und Kontrolle

Nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts ist das übergeordnete Ziel der Lufthansa Group. / Wertorientierte Steuerung ist im Unternehmen fest verankert. / Lufthansa Group erzielt 2016 einen Gewinn nach Kapitalkosten in Höhe von 817 Mio. EUR.

Nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts bleibt übergeordnetes Ziel

Die Lufthansa Group wird seit 1999 wertorientiert gesteuert. Der Unternehmenswert soll über Geschäftszyklen hinweg kontinuierlich gesteigert werden. Die wertorientierte Steuerung ist integraler Bestandteil aller Prozesse der Planung, Steuerung und Kontrolle. Auch die erfolgsorientierte Vergütung des Managements ist direkt an die wirtschaftliche Unternehmensentwicklung gekoppelt.

G08 Gewichtete Kapitalkosten 2016

1) Momentan keine Berücksichtigung von Steuerbegünstigungen.

2) Eigenkapitalkosten = Risikoloser Marktzins von 1,7 % + (Risikoprämie von 5,0 % x Beta-Faktor von 1,1).

Die Wertschöpfung der Lufthansa Group und der einzelnen Gesellschaften wird durch den Gewinn nach Kapitalkosten (EACC) bemessen. Ausgangspunkt für die Ermittlung des EACC ist das EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern). Das EBIT muss ausreichend hoch sein, um die aus dem Gewinn resultierenden Steuern und die Renditeerwartung der Kapitalgeber zu decken.

T010 Wertschaffung (EACC) der Lufthansa Group und der Geschäftsfelder

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in Mio. € 2016 2015 2014 2013 2012
Konzern 817 323 - 223 - 338 63
Passage Airline Gruppe 1 004 414 - 94 - 153 - 293
Logistik - 105 - 72 20 5 53
Technik 142 158 168 204 128
Catering - 15 - 8 - 14 10 25

Neben der absoluten Wertbeitragsgröße EACC wird mit dem ROCE auch die relative Verzinsung des eingesetzten Kapitals in Prozent ermittelt. Ist der ROCE höher als die durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC), schafft das Unternehmen Wert.

T011 Kapitalkosten (WACC) für den Konzern und die Geschäftsfelder

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in % 2016 2015 2014 2013 2012
Konzern 4,8 5,9 5,9 6,2 7,0
Passage Airline Gruppe 4,8 5,9 5,9 6,2 7,0
Logistik 5,1 6,2 6,2 6,5 7,2
Technik 4,6 5,6 5,6 6,0 6,7
Catering 4,6 5,6 5,9 6,2 7,0

Lufthansa Group schafft Wert

Das Geschäftsjahr 2016 hat die Lufthansa Group mit einem positiven EACC von 817 Mio. EUR abgeschlossen und somit deutlich Wert geschaffen. Im langjährigen Vergleich ist dies eine gute Entwicklung.

T012 Berechnung EACC, ROCE und Kapitalkosten

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in Mio. € 2016 2015 Veränderung

in %
Umsatzerlöse 31 660 32 056 - 1,2
Sonstige betriebliche Erträge 2 279 3 035 - 24,9
Betriebliche Erträge 33 939 35 091 - 3,3
Betriebliche Aufwendungen 31 749 33 536 - 5,3
Beteiligungsergebnis 85 121 - 29,8
EBIT 2 275 1 676 35,7
Adjusted EBIT 1 752 1 817 - 3,6
Zinserträge auf Liquidität 64 186 - 65,6
Steuern (pauschal 25 % des EBIT + Zinserträge auf Liquidität) - 585 - 466 25,7
Kapitalkosten1) - 937 - 1 073 - 12,7
EACC 817 323 152,9
ROCE2) in % 9,0 7,7 1,3 P.
Bilanzsumme 34 697 32 462 6,9
Abzugskapital
davon Verbindlichkeiten aus nicht ausgeflogenen Flugdokumenten 3 040 2 901 4,8
davon Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Verbindlichkeiten, sonstige Rückstellungen 5 464 5 605 - 2,5
davon erhaltene Anzahlungen, Rechnungsabgrenzungsposten, sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 2 121 2 141 - 0,9
davon weitere 3811 3 010 26,6
Eingesetztes Kapital 20 261 18 805 7,7
Durchschnittlich eingesetztes Kapital 19 533 18 195 7,4
WACC in % 4,8 5,9 - 1,1 P.
Kapitalkosten1) 937 1 073 - 12,7

1) WACC x Durchschnittlich eingesetztes Kapital.

2) (EBIT + Zinserträge auf Liquidität - 25 % Steuern) / Durchschnittlich eingesetztes Kapital.

Mitarbeiter

Lufthansa Group zählt mit weltweit mehr als 124.000 Mitarbeitern zu den größten deutschen Arbeitgebern. / Förderung von Vielfalt stärkt die Wettbewerbsfähigkeit. / Hierarchien innerhalb der Lufthansa Group werden vermindert. / Weiterentwicklung der Unternehmens- und Führungskultur sind Kernthemen. / Modernisierung von Tarifverträgen steht weiterhin im Fokus.

Mehr Mitarbeiter bei der Lufthansa Group beschäftigt

Zum Jahresende 2016 waren bei der Lufthansa Group weltweit insgesamt 124.306 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 120.652), davon 68.181 in Deutschland (Vorjahr: 66.920). Damit ist die Lufthansa Group auch weiterhin einer der großen Arbeitgeber in Deutschland. Gleichzeitig ist sie mit insgesamt 56.125 Mitarbeitern in 85 Ländern außerhalb Deutschlands (Vorjahr: 53.732) ein global aufgestellter Konzern.

T013 Mitarbeiter zum 31.12.2016

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2016 2015 Veränderung

in %
Konzernmitarbeiter Anzahl 124 306 120 652 3,0
davon Passage Airline Gruppe Anzahl 54 308 55 255 - 1,7
davon Logistik Anzahl 4 568 4 607 - 0,8
davon Technik Anzahl 20 839 20 661 0,9
davon Catering Anzahl 35 530 34 310 3,6
davon Sonstige Anzahl 9 061 5 819 55,7
Umsatz je Mitarbeiter1) Tsd. € 266 268 - 4,1
Umsatz je Beschäftigungsjahr Tsd. € 297 309 - 4,0

1) Vorjahreszahlen angepasst.

Zum Stichtag lag das Durchschnittsalter der Belegschaft bei 42,2 Jahren (Vorjahr: 42,3) und die durchschnittliche Unternehmenszugehörigkeit bei 14,7 Jahren (Vorjahr: 14,9). 27,4 Prozent der Mitarbeiter arbeiteten 2016 in Teilzeit. Die Fluktuation stieg um 1,1 Prozentpunkte auf 13,7 Prozent.

G09 Entwicklung der Beschäftigten im Jahresdurchschnitt

Im Berichtsjahr hat die Lufthansa Group weltweit mehr als 45 verschiedene Einstiegsmöglichkeiten für Schüler und Studenten angeboten. In den 27 Ausbildungsberufen der Lufthansa Group waren zum Jahresende 1.178 Auszubildende beschäftigt.

G10 Mitarbeiter nach Regionen in %

Vielfalt wird dauerhaft gefördert

Die Lufthansa Group verfolgt einen umfassenden Diversity-Ansatz, bei dem Vielfalt im Hinblick auf Geschlecht, Demografie und Internationalität im Sinne einer Durchmischung von Perspektiven und einer Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit verstanden wird.

Im Jahr 2015 hat die Lufthansa Group entsprechend dem Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst diesbezügliche Zielquoten festgelegt. Zum Jahresende 2016 betrug der Anteil von Frauen auf der ersten Führungsebene des Konzerns 9,7 Prozent (Zielquote: 10,5 Prozent) und auf der zweiten Führungsebene 17,3 Prozent (Zielquote: 17,9 Prozent).

Bei der Deutschen Lufthansa AG wurde zum 31. Dezember 2016 auf der ersten Führungsebene ein Anteil von 10,1 Prozent (Zielquote: 11,4 Prozent) und auf der zweiten Führungsebene ein Anteil von 25,5 Prozent (Zielquote: 23,7 Prozent) erreicht. Umfangreiche Reorganisationsmaßnahmen in der gesamten Lufthansa Group haben zu einer Verschiebung von Führungspositionen zwischen den beiden Führungsebenen geführt. Gleichzeitig ist ein Großteil der Führungspositionen neu besetzt worden, wobei gezielt die Ansprache und Berücksichtigung von Frauen im Auswahlprozess gesteuert wurde. Auch wenn die gesetzten Ziele auf der ersten Führungsebene zum jetzigen Zeitpunkt nicht erreicht werden konnten, bleibt der Anspruch, den Frauenanteil auf allen Führungsebenen zu erhöhen, im Fokus.

Für die Deutsche Lufthansa AG liegt der Frauenanteil im Vorstand aufgrund der Vakanz auf der Position des Finanzvorstands zum 31. Dezember 2016 bei 25 Prozent (Zielquote: 30 Prozent), nach Eintritt von Ulrik Svensson ab dem 1. Januar 2017 bei 20 Prozent. → Bericht des Aufsichtsrats, S. 4 ff.

Die für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats geltenden Vorgaben mit einem Mindestanteil an Frauen und Männern von jeweils 30 Prozent erfüllt die Deutsche Lufthansa AG.

Für die Deutsche Lufthansa AG wurden für eine Frist von fünf Jahren bis zum 31. Dezember 2021 erneut Zielgrößen für den Frauenanteil beschlossen. Für den Vorstand wurde der Zielwert auf 30 Prozent, für die Führungsebenen 1 und 2 unterhalb des Vorstands auf 20 Prozent beziehungsweise 30 Prozent festgelegt.

Kultur und Führung sind auch im Rahmen der Reorganisation weiterhin Kernthemen

Bereits seit 2012 hat die Lufthansa Group gezielt Initiativen zur Veränderung der geschäftsfeldübergreifenden Unternehmens- und Führungskultur angestoßen. So wurde im Berichtsjahr zum Beispiel die leistungsorientierte variable Vergütung vom individuellen Bewertungsprozess getrennt. Stattdessen wurde die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns und des jeweiligen Geschäftsfelds als einzig relevante Zielgröße festgelegt, um Teamleistung als Wert stärker in den Fokus zu rücken.

Um gezielt Führungskräfte zu entwickeln, wurden im Berichtsjahr mit dem Lufthansa Group Campus neue Möglichkeiten zur individuellen Weiterbildung geschaffen. Darüber hinaus werden Führungskräfte systematisch bei ihrer Einführung begleitet und mittels spezifischer Teamentwicklungsmaßnahmen unterstützt.

Die Lufthansa Group wird prozessorientiert ausgerichtet, Verantwortungen werden gebündelt und Hierarchien reduziert. Statt vier Führungsebenen unterhalb des Vorstands wurden seit dem 1. Januar 2016 sukzessive drei sogenannte Leadership Circles etabliert. Im Berichtsjahr wurde die Anzahl der Managementpositionen gruppenweit reduziert.

Weiterentwicklung der Tarifstrukturen vorangetrieben

Ziel der Lufthansa Group ist es, mit ihren Tarifpartnern langfristige und wirtschaftlich tragfähige Vereinbarungen zu schließen. Dies ermöglicht nachhaltigen Erfolg sowie Planbarkeit und Sicherheit sowohl für das Unternehmen wie auch für seine Beschäftigten.

Im Juli 2016 konnte mit der Gewerkschaft für das Kabinenpersonal Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) eine langfristige Vereinbarung unter anderem mit Laufzeiten bis Ende 2023 erzielt werden. Diese schließt eine Einigung auf ein neues System der Alters- und Übergangsversorgung, eine Beschäftigungsgarantie für Kabinenmitarbeiter sowie ein innovatives Kostenmonitoring zur nachhaltigen Stückkostensenkung ein. Zudem konnte eine neue, qualifikationsabhängige Vergütungsstruktur für die Kabinenmitarbeiter erarbeitet werden. Die Ausformulierung einzelner Bestandteile der Vereinbarungen sollen 2017 abgeschlossen werden. → Lufthansa Passage, S. 43 f.

Für die rund 5.400 Mitarbeiter des Cockpit-Personals bei Lufthansa Passage, Lufthansa Cargo und Germanwings fanden im Berichtszeitraum erneut Verhandlungen über die Neugestaltung der offenen Tarifverträge zu Vergütung und Versorgung statt. Die Lufthansa Group strebt insbesondere an, das Versorgungssystem für das Cockpit-Personal gemeinsam mit dem Tarifpartner zu modernisieren und 2017 auf dieser Basis einen Abschluss zu erzielen. Am 15. Februar 2017 haben die Lufthansa Group und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zunächst die Schlichtungsempfehlung zum Vergütungstarifvertrag angenommen. → Lufthansa Passage, S. 43 f.

Die operative Marge des Lufthansa Konzerns, die noch maßgeblich für die Auszahlung der variablen Vergütung Cockpit für das Geschäftsjahr 2016 ist, lag im Jahr 2016 bei 4,5 Prozent analog Vorjahr.

Unternehmerische Verantwortung

Die Wahrnehmung unternehmerischer Verantwortung ist ein Kernanliegen der Lufthansa Group. / Umfassende Nachhaltigkeitsagenda setzt die Schwerpunkte des Handelns. / Nachhaltiges Wirtschaften ist fester Bestandteil der Konzernsteuerung. / Lufthansa Group bekennt sich zu den Grundsätzen des UN Global Compact. / Verbesserung der Umweltbilanz steht im Fokus.

Nachhaltiges Handeln bildet die Basis für den Geschäftserfolg

Die Lufthansa Group hat den Anspruch, in allen Unternehmensbereichen nachhaltig und verantwortungsvoll zu wirtschaften. Um dies zu gewährleisten, hat sie eine umfassende Nachhaltigkeitsagenda erstellt, die folgende Themengebiete umfasst:

G11 Unternehmerische Verantwortung bei der Lufthansa Group

Grundsätze des nachhaltigen Wirtschaftens sind integraler Bestandteil der Konzernsteuerung

Zur Führung und Steuerung des Unternehmens verwendet die Lufthansa Group ein wertorientiertes Managementsystem. Dieser Ansatz ist integraler Bestandteil aller Prozesse der Planung, Steuerung und Kontrolle. Die Anforderungen der Aktionäre an eine angemessene Kapitalverzinsung und einen nachhaltigen Wertzuwachs des Unternehmens sind in der Konzernsteuerung verankert. Ziel ist es dabei, über Industriezyklen hinweg nachhaltig Wert zu schaffen. → Steuerungssystem und Kontrolle, S. 18. Darüber hinaus identifiziert und steuert die Lufthansa Group die für das Unternehmen wesentlichen Chancen und Risiken im Rahmen eines strukturierten Chancen- und Risikomanagement-Systems, um den wirtschaftlichen Erfolg abzusichern. → Chancen- und Risikobericht, S. 57 ff.

Corporate Governance und Compliance-Programme für gute Unternehmensführung etabliert

Die Lufthansa Group bekennt sich zu den Grundsätzen des UN Global Compact, der weltweit größten Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung, und den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Aspekte der unternehmerischen Verantwortung sind unter anderem in der Konzerneinkaufsrichtlinie integriert: Bei der Auswahl ihrer Lieferanten achtet die Lufthansa Group auf Nachhaltigkeit und fordert unter anderem, die zehn Prinzipien des UN Global Compact einzuhalten sowie die Leitlinien zur Umweltvorsorge der Lufthansa Group anzuerkennen. Unternehmerische Verantwortung spiegelt sich auch in der Corporate Compliance-Politik der Lufthansa Group wider. → Corporate Governance, S. 75 ff.

Verbesserung der Umweltbilanz zum Ziel gesetzt

Die Lufthansa Group verfolgt ein strategisches Umweltprogramm. Zentrale Handlungsfelder sind hierbei die Verbesserung der Treibstoffeffizienz, die Reduzierung von Emissionen, aktiver Schallschutz, Energie- und Ressourcenmanagement sowie Forschungsengagement. Energie- und Kerosinverbrauchswerte sowie Lärmemissionsdaten werden strukturiert erfasst und regelmäßig ausgewertet, um konkrete Maßnahmen zur weiteren Verbesserung abzuleiten und zu implementieren.

Das Engagement der Lufthansa Group im aktiven Schallschutz basiert auf fünf zentralen Punkten:

Investitionen in moderne und damit leisere Flugzeuge,
dem Nachrüsten der bestehenden Flotte zur Lärmverminderung,
der Lärmforschung allgemein,
der Entwicklung lärmreduzierender An- und Abflugverfahren gemeinsam mit den Systempartnern sowie
dem Dialog mit Flughafenanrainern und weiteren Interessengruppen.

Treibstoffeffizienz im Flugbetrieb ist für die Lufthansa Group sowohl unter ökonomischen als auch unter ökologischen Gesichtspunkten ein zentraler Erfolgsfaktor, in den kontinuierlich investiert wird. Ebenfalls von Relevanz ist die Unterstützung der Erforschung von alternativen Kraftstoffen sowie deren Erprobung und Nutzung.

Seit über zwanzig Jahren engagiert sich die Lufthansa Group in der Klimaforschung und unterstützt Forschungsprojekte zur Beobachtung der Erdatmosphäre. Diese liefern präzisere Informationen über Veränderungen in der Zusammensetzung der Atmosphäre und ermöglichen damit exaktere Vorhersagen für Wetter und Klima. Aktuell sammeln drei Flugzeuge der Lufthansa Group weltweit Daten von atmosphärischen Spurenstoffen und Wolkenteilchen in Reiseflughöhe.

Soziale Verantwortung wird umfassend wahrgenommen

In der Dienstleistungsbranche sind engagierte und qualifizierte Mitarbeiter unabdingbar. Daher sind für die Lufthansa Group vor allem die Stärkung des Mitarbeiterengagements, eine zeitgemäße Personalstrategie, passgenaue Weiterbildungsangebote sowie Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber wichtig. So hat die Lufthansa Group unter anderem die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch individuelle Teilzeitmodelle weiter vorangetrieben. Bei notwendigen Anpassungen der Personalkapazitäten geht die Lufthansa Group sozialverträglich vor.

Lufthansa Group übernimmt umfassende Verantwortung für Produktportfolio

Für den Geschäftserfolg der Lufthansa Group ist es von grundlegender Bedeutung, ein Premium-Produkt anzubieten. Entscheidend dafür ist es, die Kundenzufriedenheit weiter zu steigern sowie vor allem Maßnahmen für die Sicherheit und Gesundheit von Passagieren, Besatzung und Mitarbeitern zu implementieren. Dies beinhaltet auch den Schutz personenbezogener und personenbeziehbarer Daten. Konkrete Ziele zur Kundenzufriedenheit fließen über ein Kennzahlensystem auch in die Berechnung der Vergütung des Managements ein.

Lufthansa Group engagiert sich für gesellschaftliche Belange

Die Lufthansa Group steht für verantwortungsvolle Mobilität, Vernetzung und weltweite Verbindungen. Viele Aktivitäten im Bereich des gesellschaftlichen Engagements zielen darauf ab, sich für weniger privilegierte Menschen starkzumachen und direkt in die Gesellschaft hineinzuwirken. Im Geschäftsjahr 2016 hat sich die Lufthansa Group intensiv mit der Weiterentwicklung des Engagements befasst. Als Voraussetzung dafür erfolgte mit Beginn des Geschäftsjahres 2017 die Transformation der Mitarbeiterinitiative Help Alliance e. V. in eine gemeinnützige GmbH.

In akuten Krisensituationen hilft die Lufthansa Group mit einem bedarfsgerechten Nothilfemanagement. So hat der Konzern sein Engagement in der Flüchtlingshilfe in verschiedenen Projekten fortgeführt und neben langfristig ausgerichteten Integrationsprojekten in Deutschland auch Hilfsprojekte im Ausland initiiert. Darüber hinaus ist Lufthansa Cargo über die Kooperationen mit dem Nothilfebündnis "Aktion Deutschland Hilft" und dem Deutschen Roten Kreuz Partner renommierter Hilfsorganisationen. Bei Auslandseinsätzen kann so direkt die Logistikkompetenz von Lufthansa Cargo im Rahmen von Nothilfe eingesetzt werden. Ein humanitäres und medizinisches Hilfsprojekt in Kenia ist Cargo Human Care, welches von Mitarbeitern der Lufthansa Cargo in Zusammenarbeit mit Ärzten betrieben wird.

In der Kulturförderung unterstützt die Lufthansa Group ausgewählte Orchester und Konzerte. In der Sportförderung liegt der Fokus auf der Partnerschaft mit der Stiftung Deutsche Sporthilfe, dem Deutschen Olympischen Sportbund und dem Deutschen Behindertensportverband. Im Umweltbereich fördert die Lufthansa Group den Kranichschutz und ist seit 25 Jahren Partner von Kranichschutz Deutschland. Weiterführende Informationen zum Thema Unternehmerische Verantwortung finden sich unter www.lufthansagroup.com/verantwortung und im Nachhaltigkeitsbericht "Balance".

Forschung und Entwicklung

Die Lufthansa Group und ihre Konzerngesellschaften arbeiten sowohl individuell als auch geschäftsfeldübergreifend fortlaufend an Produktinnovationen sowie Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Diese Aktivitäten werden teilweise zentral koordiniert. Der Großteil wird jedoch, bedingt durch die unterschiedlichen Tätigkeitsschwerpunkte, dezentral in den jeweiligen Geschäftsfeldern betrieben.

Die jeweiligen Aktivitäten zur Entwicklung neuer Dienstleistungen und Produkte sind im Kapitel → Unternehmerische Verantwortung, S. 21 f., und in den Kapiteln der einzelnen → Geschäftsfelder, S. 40 ff., beschrieben.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Lage

Die globale Wirtschaftsentwicklung ist mit 2,5 Prozent schwächer als im Vorjahr. / Die deutsche Wirtschaft wächst mit 1,8 Prozent ebenso stark wie die Gesamteuropas. / Wechselkurse des Euros gegenüber relevanten Währungen entwickeln sich uneinheitlich. / Zinsen bewegen sich weiterhin auf niedrigem Niveau. / Ölpreise ziehen zum Jahresende 2016 wieder an.

Weltwirtschaft wächst geringer als im Vorjahr

Das Wachstum der Weltwirtschaft ist 2016 aufgrund zahlreicher politischer Konflikte und Krisen gegenüber 2015 von 2,8 auf 2,5 Prozent gesunken. Die einzige Region, die gegen den Trend nahezu unverändert wachsen konnte, ist Asien / Pazifik. Diese legte 2016 um 4,7 Prozent (Vorjahr: 4,8 Prozent) zu, obwohl in China die wirtschaftliche Entwicklung mit einem Wachstum von 6,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau von 6,9 Prozent lag. In Europa wuchs die Wirtschaft um 1,8 Prozent (Vorjahr: 2,3 Prozent). Die Entwicklung in Deutschland entspricht mit einem Wachstum von 1,8 Prozent der gesamteuropäischen Wachstumsrate (Vorjahr: 1,5 Prozent). In Nordamerika ging das wirtschaftliche Wachstum auf 1,6 Prozent zurück (Vorjahr: 2,5 Prozent). In Südamerika schrumpfte die Wirtschaft um 1,1 Prozent (Vorjahr: - 0,2 Prozent).

T014 Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP)

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in % 2016* 2015 2014 2013 2012
Welt 2,5 2,8 2,8 2,6 2,6
Europa 1,8 2,3 1,8 0,7 - 0,1
Deutschland 1,8 1,5 1,6 0,6 0,7
Nordamerika 1,6 2,5 2,4 1,8 2,2
Südamerika - 1,1 - 0,2 1,0 2,9 2,7
Asien / Pazifik 4,7 4,8 4,7 5,1 4,8
China 6,7 6,9 7,3 7,8 7,8
Naher Osten 2,5 2,3 2,4 2,4 2,7
Afrika 1,8 3,2 2,6 1,9 5,4

Quelle: Global Insight World Overview per 15.01.2017.

* Prognosewerte.

Wechselkurse entwickeln sich uneinheitlich

Im Vergleich zum durchschnittlichen Wechselkursniveau des Vorjahres entwickelte sich der Euro 2016 uneinheitlich gegenüber den verschiedenen anderen Währungen. Der durchschnittliche Wechselkurs zum US-Dollar lag um 0,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Gegenüber dem Britischen Pfund wertete der Euro in der zweiten Jahreshälfte nach dem EU-Austritts-Referendum Großbritanniens um durchschnittlich 12,5 Prozent auf. Auch gegenüber dem Chinesischen Renminbi und dem Schweizer Franken wertete der Euro um 5,4 und 2,1 Prozent auf. Gegenüber dem Japanischen Yen wertete der Euro um 10,6 Prozent ab.

T015 Währungsentwicklung 1 EUR zu Fremdwährung

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2016 2015 2014 2013 2012
USD 1,1062 1,1093 1,3263 1,3279 1,2851
JPY 120,05 134,25 140,33 129,41 102,49
CHF 1,0899 1,0675 1,2145 1,2306 1,2052
CNY 7,3491 6,9697 8,1742 8,1632 8,1111
GBP 0,8168 0,7259 0,8059 0,8489 0,8109

Quelle: Bloomberg, Tagesendkurse im Jahresdurchschnitt.

Kurz- und langfristige Zinsen sinken weiter

Im Vergleich zum Vorjahr sanken die kurzfristigen Zinssätze im Euroraum 2016 noch weiter ab. So betrug der durchschnittliche 6-Monats-Euribor - 0,17 Prozent (Vorjahr: 0,05 Prozent). Im langfristigen Bereich fiel der durchschnittliche 10-Jahres-Euro-Swap im Jahresvergleich von durchschnittlich 0,88 Prozent auf 0,53 Prozent. Der für die Diskontierung der Pensionsverbindlichkeiten relevante Rechnungszins, der sich aus einem Durchschnittszinssatz eines Korbs hochwertiger Unternehmensanleihen ableitet, sank im Geschäftsjahr 2016 von 2,8 auf 2,1 Prozent.

T016 Zinsentwicklung in %

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Instrument 2016 2015 2014 2013 2012
6-Monats-Euribor - 0,17 0,05 0,31 0,34 0,83
6-Monats-Euribor Jahresendwert - 0,22 - 0,04 0,17 0,39 0,32
10-Jahres-Euro-Swap 0,53 0,88 1,46 1,91 1,96
10-Jahres-Euro-Swap Jahresendwert 0,66 1,00 0,81 2,16 1,57

Quelle: Bloomberg.

Ölpreise ziehen zum Jahresende 2016 wieder an

Mit Preisen von durchschnittlich 41,20 USD bewegte sich ein Barrel der Öl-Sorte Brent im ersten Halbjahr 2016 um 30,5 Prozent unter dem Preisniveau der ersten Jahreshälfte 2015. In der zweiten Jahreshälfte folgte ein Preisanstieg; ein Barrel der Sorte Brent erreichte ein mittleres Preisniveau von 49,04 USD. Im Gesamtjahr 2016 lag der Durchschnittspreis bei 45,15 USD / bbl und damit rund 15,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Am 31. Dezember 2016 kostete ein Barrel Rohöl der Sorte Brent 56,82 USD (Jahresende 2015: 37,28 USD).

Der Jet Fuel Crack, die Preisdifferenz zwischen Rohöl und Kerosin, bewegte sich 2016 innerhalb einer Bandbreite von 5,18 und 12,12 USD / bbl. Im Jahresdurchschnitt notierte er bei 8,46 USD / bbl und damit 32,8 Prozent niedriger als im Vorjahr. Zum Jahresende betrug er 10,06 USD / bbl (Jahresende 2015: 6,47 USD / bbl).

G12 Preisentwicklung Brent und Kerosin in USD / t

Quelle: Lufthansa auf Basis von Marktdaten.

Branchenentwicklung

Luftverkehrsindustrie bleibt Wachstumsbranche. / Verkaufte Passagierkilometer steigen weltweit um 6,3 Prozent. / Profitabilität der globalen Airline-Industrie hat moderat zugelegt. / Luftfracht entwickelt sich schwächer als der Passagierverkehr. / Die Nachfrage nach Dienstleistungen in der Luftfahrtindustrie nimmt zu.

Die Entwicklung der Luftverkehrsbranche hat Einfluss auf die Geschäftsentwicklung aller Geschäftsfelder der Lufthansa Group - unmittelbar auf die Fluggesellschaften der Passage Airline Gruppe oder mittelbar durch den Einfluss auf die Nachfrage der maßgeblichen Kundengruppen der Service-Gesellschaften.

Globale Airline-Industrie rechnet mit leichtem Ergebnisanstieg

Die International Air Transport Association (IATA) hat ihre Prognose für 2016 zuletzt gesenkt und erwartet für die Airline-Industrie weltweit nun einen Nettogewinn von 35,6 Mrd. USD (Vorjahr: 35,3 Mrd. USD). Für die europäischen Fluggesellschaften wird mit einem Nettogewinn in Höhe des Vorjahres von 7,5 Mrd. USD gerechnet. Der höchste Nettogewinn aller Regionen wird erneut für Airlines aus Nordamerika mit insgesamt 20,3 Mrd. USD (Vorjahr: 21,5 Mrd. USD) erwartet.

Passagierverkehr wächst weiterhin

Das anhaltende globale Wirtschaftswachstum wirkte sich positiv auf die globale Nachfrage nach Flugreisen aus. Die weltweit verkauften Passagierkilometer stiegen gemäß Berechnungen der IATA im Jahr 2016 um 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Luftverkehrsindustrie ist unverändert eine Wachstumsbranche mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate der verkauften Passagierkilometer von rund 6,0 Prozent zwischen 2012 und 2016.

Regional zeigte sich auch im vergangenen Jahr ein differenziertes Bild. Mit 11,2 Prozent wiesen Fluggesellschaften aus dem Mittleren Osten nach wie vor das stärkste Wachstum an verkauften Passagierkilometern aus, gefolgt von Airlines aus dem asiatisch-pazifischen Raum mit 9,2 Prozent und aus Afrika mit 6,5 Prozent. Europäische Fluggesellschaften setzten 4,6 Prozent mehr Passagierkilometer ab. Die im Vergleich geringere Zunahme ist vor allem auf die gesunkene Nachfrage von Privatreisenden aus Asien und Nordamerika auf Strecken nach Europa sowie die allgemein als unsicher wahrgenommene politische Lage zurückzuführen. Fluggesellschaften aus Lateinamerika verzeichneten ein Absatzwachstum von 3,6 Prozent. Airlines aus Nordamerika legten um 3,2 Prozent zu. Der Absatz der deutschen Fluggesellschaften ist entsprechend den Angaben des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) insgesamt um 1,4 Prozent gestiegen.

Durchschnittserlöse gehen zurück

Die weltweiten Durchschnittserlöse im Passagierverkehr sind nach wie vor rückläufig. Gemäß Schätzungen der IATA sind sie im Jahr 2016 unter anderem aufgrund der Weitergabe der deutlich gesunkenen Treibstoffkosten für Airlines an deren Kunden um 8,0 Prozent gesunken.

T017 Absatzentwicklung in der Luftfahrt 2016

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in % gegenüber Vorjahr Passagierkilometer Fracht-Tonnenkilometer
Europa 4,6 7,6
Nordamerika 3,2 2,0
Mittel- und Südamerika 3,6 - 4,2
Asien / Pazifik 9,2 2,1
Mittlerer Osten 11,2 6,9
Afrika 6,5 3,1
Industrie 6,3 3,8

Quelle: IATA Air Passenger / Air Freight Market Analysis (12 / 2016).

Globale Märkte entwickeln sich unterschiedlich

Der europäische Markt für Flugreisen ist nach wie vor stark fragmentiert. Die fünf größten Airline-Gruppen Lufthansa Group, Air France-KLM, International Airlines Group (IAG), Ryanair und easyJet erreichen kumuliert einen Marktanteil von 46 Prozent.

Die Low-Cost-Fluggesellschaften drängen unverändert in das hochwertige Geschäftsreisesegment, sowohl mit ihrem Flugangebot an Primär- und Sekundärflughäfen als auch durch die Anpassung ihrer Angebote und deren zielgruppengerechte Distribution. Zuletzt kündigte Ryanair den Markteintritt am Heimatflughafen von Lufthansa Passage in Frankfurt an. Das Wachstum der Low-Cost-Carrier und der Wettbewerb in diesem Segment finden zunehmend zu Lasten des Umsteigeverkehrs an den Drehkreuzen statt. Die Fluglinien der Passage Airline Gruppe werden dadurch mit ihrem im Branchenvergleich hohen Anteil an umsteigenden Passagieren strukturell deutlich belastet.

In Nordamerika zahlen sich die Marktkonsolidierung und die Kapazitätsdisziplin der Marktteilnehmer nach wie vor aus. Auf den Langstreckenverkehren zwischen Europa und Nordamerika haben die drei großen kommerziellen Joint Ventures, darunter das führende kommerzielle Joint Venture A++ unter Beteiligung der Passage Airline Gruppe, einen Marktanteil von rund 81 Prozent. Für die Zukunft wird ein überproportionales Wachstum neuer Wettbewerber erwartet.

Auf den Langstreckenverbindungen zwischen Europa und Asien besteht nach wie vor ein intensiver Wettbewerb. Das Verkehrsgebiet ist gekennzeichnet von Überkapazitäten, die unter anderem durch das stetige Wachstum der staatlichen Fluggesellschaften aus der Golfregion verursacht werden. Zuletzt hatten diese angekündigt, ihr geplantes Kapazitätswachstum zu reduzieren. Darüber hinaus bilden sich zunehmend kommerzielle Joint Ventures zwischen führenden europäischen und asiatischen Fluggesellschaften, die erfahrungsgemäß disziplinierend auf die Kapazitätsentwicklung wirken. Perspektivisch ist hier also eine Verbesserung der Wettbewerbssituation möglich. Kurzfristig werden diese Entwicklungen aber nicht ausreichen, um die bestehenden Überkapazitäten in nennenswertem Umfang zu reduzieren. Dies belastet die Erlösentwicklung der Passage Airline Gruppe und schränkt die Wachstumsmöglichkeiten insbesondere in der Region Südostasien ein.

Luftfracht entwickelt sich schwächer als der Passagierverkehr

Die weltweit transportierte Luftfracht ist im Jahr 2016 um 3,8 Prozent gestiegen. Damit entwickelte sich das weltweite Frachtgeschäft schwächer als das Passagiergeschäft. Regional war die Entwicklung unterschiedlich. Frachtfluggesellschaften aus Europa erzielten mit 7,6 Prozent das größte Wachstum, gefolgt von Anbietern aus dem Mittleren Osten mit 6,9 Prozent. Frachtfluggesellschaften aus Afrika legten um 3,1 Prozent zu, Fluggesellschaften aus dem asiatisch-pazifischen Raum um 2,1 Prozent und Fluggesellschaften aus Nordamerika um 2,0 Prozent. Anbieter aus Lateinamerika verzeichneten einen Rückgang um 4,2 Prozent. Die Entwicklung der Durchschnittserlöse im weltweiten Luftfrachtverkehr ist aufgrund struktureller Überkapazitäten und einer unterproportionalen Entwicklung des Welthandels nach wie vor rückläufig und wird von der IATA auf - 12,5 Prozent im Jahr 2016 geschätzt.

Die Wettbewerbssituation im globalen Luftfrachtmarkt bleibt weiterhin intensiv. Wettbewerber von Lufthansa Cargo sind andere Fluggesellschaften mit bedeutenden Frachtkapazitäten in den Passagierflugzeugen ihrer Langstreckenflotten, Airlines mit einem Mix aus Fracht- und Passagierflugzeugen sowie reine Betreiber von Frachtflugzeugen. Im Zusammenhang mit dem Wachstum ihrer Passagierflugzeugflotten erhöhten insbesondere Fluggesellschaften aus dem Mittleren Osten und der Golfregion ihre Frachtkapazitäten deutlich.

MRO-Bereich profitiert von Wachstum im Luftverkehr

Mit dem Wachstum im globalen Luftverkehr nimmt auch die Nachfrage nach weiteren Dienstleistungen in der Aviation-Industrie zu. Das Geschäft mit Wartungs-, Reparatur- und Überholungsdienstleistungen für Flugzeuge (MRO) entwickelte sich im Geschäftsjahr 2016 positiv. Es wird erwartet, dass der Markt bis zum Jahr 2026 um jährlich 4 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 99 Mrd. USD wachsen wird. Die Region Asien / Pazifik wird dabei bezogen auf die MRO-Nachfrage voraussichtlich am stärksten zulegen. Nichtsdestotrotz wird der nordamerikanische Markt auch künftig der größte Einzelmarkt bleiben. Ein weiterhin niedriges Ölpreisniveau könnte sich darüber hinaus positiv auf die Nachfrage nach MRO-Dienstleistungen auswirken, da Fluggesellschaften ihre Flotten vergrößern oder weniger treibstoffeffiziente Flugzeuge länger als vorgesehen betreiben könnten. Wachsende MRO-Kapazitäten, die angespannte Finanzlage vieler Fluggesellschaften sowie die zunehmende Zahl an Low-Cost-Anbietern führen jedoch zu einem anhaltend hohen Preisdruck im MRO-Geschäft.

Wesentliche Wettbewerber von Lufthansa Technik sind Flugzeug-, Triebwerks- und Gerätehersteller, Erstausrüster (OEM) und MRO-Betriebe anderer Fluggesellschaften sowie unabhängige Anbieter. Insbesondere die OEM wollen ihren Anteil am Instandhaltungsgeschäft wegen hoher Entwicklungskosten und einer geringen Erlösbeteiligung aus Flugzeugverkäufen ausweiten. Sie sind bestrebt, unabhängigen MRO-Betrieben hohe Hürden für den Zugang zu geistigem Eigentum zu setzen, und vermarkten Lizenzen sehr restriktiv.

Airline-Catering-Markt wächst schwächer als der Passagierverkehr

Das Markt- und Wettbewerbsumfeld der LSG Group ist unverändert von einer Konsolidierung auf Kunden- und Wettbewerbsseite sowie einem starken Wachstum der Airlines aus Asien und dem Nahen Osten geprägt. Die Zunahme der Passagiervolumina spiegelt sich nur reduziert in einer gesteigerten Nachfrage nach Bordservicekonzepten wider. Dies liegt im Wesentlichen an dem überproportionalen Wachstum von Low-Cost-Airlines und der zunehmenden Umstellung der Servicekonzepte von Netzwerk-Airlines auf Bordverkaufsprogramme.

Zudem vergeben die Fluggesellschaften einzelne Leistungspakete - zum Beispiel Produktion, Konfektionierung und Anlieferung -häufiger an unterschiedliche Lieferanten. Dies verringert die Markteintrittsbarrieren für entsprechende Anbieter, insbesondere für Lebensmittelproduzenten und Logistiker, erheblich und setzt die LSG Group einem hohen Wettbewerbsdruck aus. Die vor allem in den reifen Märkten Europas bestehenden Überkapazitäten im Catering sowie der Konkurrenzkampf der Airlines sorgen vor diesem Hintergrund für einen starken Preisdruck.

Geschäftsverlauf

Lufthansa Group erreicht ein gutes Ergebnis. / Erfolgreiche Kapazitäts- und Steuerungsmaßnahmen sowie sinkende Kosten sichern das Ergebnis in einem schwierigen Umfeld. / Strategische Agenda wird unter anderem durch Abschluss kommerzieller Joint Ventures und das Erschließen externer Wachstumsmöglichkeiten erfolgreich umgesetzt. / Unternehmen befindet sich in einer besseren Verfassung als vor einem Jahr. / Alle operativen Geschäftsfelder mit Ausnahme des Geschäftsfelds Logistik sind profitabel.

Überblick über den Geschäftsverlauf

Lufthansa Group erreicht in sehr anspruchsvollem Umfeld erneut ein gutes Ergebnis

Die Ergebnisentwicklung der Lufthansa Group im Geschäftsjahr 2016 war zufriedenstellend. Das Unternehmen befand sich zum Ende des Jahres in einer besseren wirtschaftlichen Situation als noch vor zwölf Monaten, was sich besonders an einer gestärkten Bilanz und gesunkenen Kosten, der Vereinbarung zukunftsweisender kommerzieller Joint Ventures, dem Erschließen externer Wachstumsmöglichkeiten durch die Wet-Leases von Air Berlin und die Akquisition von Brussels Airlines zeigt.

Sinkende Treibstoffkosten und die kontinuierlichen Kostensenkungen bei den Airlines haben dazu beigetragen, die schwache Entwicklung der Stückerlöse in diesem Geschäftsfeld zu kompensieren. Das Umfeld war dabei von hohen geopolitischen Unsicherheiten geprägt, die beispielsweise durch das Brexit-Votum im Juni 2016 und durch mehrere terroristische Anschläge in Europa im Jahresverlauf verursacht wurden.

Vor diesem Hintergrund hat die Lufthansa Group erneut unter Beweis gestellt, dass sie mit ihrer breiten Aufstellung und der Möglichkeit zur variablen Steuerung von Verkehrsströmen im globalen Netzwerk der Airlines über ein sehr robustes Geschäftsmodell verfügt. So konnte die Marge trotz der widrigen Einflüsse in der Nachfrage in etwa auf dem Rekordniveau des Vorjahres gehalten werden. Der fortwährende deutliche Rückgang der währungsbereinigten Stückerlöse bei den Airlines zeigt jedoch, dass eine Stabilisierung dieses Ergebnisniveaus fortlaufender und gegebenenfalls auch struktureller Maßnahmen bedarf.

Saisonaler Geschäftsverlauf variiert deutlich

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2016 entwickelten sich mit Ausnahme des Geschäftsfelds Logistik alle Geschäftsfelder solide und im Rahmen der Prognose. Die Ergebnissteigerung der Passage Airline Gruppe war maßgeblich durch niedrigere Treibstoffkosten und den Entfall von Einmalaufwendungen aus dem Vorjahr bedingt. Die Stückkosten sanken deutlich. Lufthansa Passage, Austrian Airlines und das Geschäftsfeld Sonstige erzielten eine positive Ergebnisentwicklung. Der Free Cashflow entwickelte sich wie das Adjusted EBIT im Jahresvergleich positiv. Die Eigenkapitalquote sank aufgrund des gefallenen Rechnungszinses, der zur Erhöhung der Pensionsverbindlichkeiten führte.

Im zweiten Quartal verzeichneten Lufthansa Passage und das Geschäftsfeld Sonstige erneut eine Ergebnissteigerung. Die anderen Gesellschaften und Geschäftsfelder zeigten ein rückläufiges Ergebnis. Bei den Passagier-Airlines hatten die wiederholten terroristischen Anschläge in Europa und das Brexit-Votum zu Unsicherheit und einem deutlichen Rückgang der touristischen Nachfrage auf Langstreckenverbindungen aus Asien und Nordamerika nach Europa geführt. Die Lufthansa Group reduzierte vor diesem Hintergrund mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen ihre Jahresprognose. Der Free Cashflow lag im zweiten Quartal abermals über Vorjahr. Die Eigenkapitalquote sank erneut aufgrund des geringeren Rechnungszinses.

Im dritten Quartal zeigten die Geschäftsfelder Logistik, Technik und Sonstige eine positive Ergebnisentwicklung. Bei den Passagier-Airlines konnten SWISS und Austrian Airlines ihre Ergebnisse steigern. Lufthansa Passage konnte zwar nicht an das Ergebnis des Rekordquartals im Vorjahr anschließen. Das Geschäft verlief allerdings deutlich besser als noch zuvor erwartet. Die vor dem Sommer eingeleiteten Steuerungs- und Kapazitätsmaßnahmen zeigten Wirkung. Darüber hinaus konnten die Stückkosten erneut erfolgreich gesenkt werden. Die Ergebnisprognose konnte wieder angehoben werden. Der Free Cashflow lag weiterhin über dem Vorjahreswert. Die Eigenkapitalquote stieg trotz eines leichten Rückgangs des Rechnungszinses mit der erfolgreichen Grundsatzeinigung mit den Flugbegleitern von Lufthansa Passage.

G13 Entwicklung Adjusted EBIT je Quartal in Mio. €

Im vierten Quartal konnten die operativen Geschäftsfelder ihre Ergebnisse jeweils nicht wesentlich verbessern. Bei den Passagier-Airlines steigerten Lufthansa Passage und SWISS ihre Ergebnisse. Die um Währung und Treibstoff bereinigten Stückkosten sanken bei allen Airlines. Besonders stark war dieser Effekt bei Lufthansa Passage, die von niedrigeren Technikkosten und Personalaufwand profitierte, und bei Eurowings, die ein starkes Kapazitätswachstum verzeichnete. Trotz Rückgang des Ergebnisses konnte Lufthansa Cargo wieder ein positives Ergebnis verzeichnen, was unter anderem auf eine verbesserte Nachfrage zurückzuführen ist. Lufthansa Technik verzeichnete einen Rückgang des Ergebnisses. Die geringeren Erlöse aus dem Geschäft mit Konzernunternehmen konnten nicht durch die gestiegenen Erlöse mit Drittunternehmen kompensiert werden. Zudem wurde das Ergebnis im vierten Quartal durch Restrukturierungskosten belastet. Die LSG Group verzeichnete trotz der im vierten Quartal verbuchten Aufwendungen für Abfindungszahlungen einen Ergebnisanstieg. Der Free Cashflow entwickelte sich positiv. Die Eigenkapitalquote stieg im Wesentlichen aufgrund des gestiegenen Rechnungszinses deutlich.

Wesentliche Ereignisse

"7to1 - Our Way Forward" - zwei erfolgreiche Jahre

Das im Jahr 2014 initiierte strategische Arbeitsprogramm "7to1 -Our Way Forward" umfasst sieben Handlungsfelder, um das Ziel "Lufthansa - Erste Wahl für Kunden, Mitarbeiter, Aktionäre und Partner" zu erreichen. Zwei Jahre nach dem Start des Programms konnten bereits eine Vielzahl von Maßnahmen in den einzelnen Handlungsfeldern umgesetzt und wesentliche Ziele erreicht werden.

Wet-Lease-Vereinbarung zwischen Eurowings, Austrian Airlines und Air Berlin geschlossen

Die Lufthansa Group und Air Berlin PLC haben am 16. Dezember 2016 eine Vereinbarung zur Nutzung von 38 bereederten Flugzeugen der Air Berlin-Gruppe auf Wet-Lease-Basis durch die Konzerngesellschaften Eurowings und Austrian Airlines geschlossen. In diesem Zusammenhang wurde auch ein Codeshare-Abkommen mit der Etihad Aviation Group unterzeichnet. → Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe, S. 40 ff.

Lufthansa Group übernimmt Brussels Airlines vollständig

Im Dezember 2016 übte die Deutsche Lufthansa AG ihre Call-Option zum Erwerb der noch ausstehenden 55 Prozent der Anteile an der Muttergesellschaft von Brussels Airlines, der SN Airholding, aus. Der Vollzug der Transaktion erfolgte Anfang Januar 2017. Durch die Übernahme von Brussels Airlines und die Wet-Lease-Vereinbarung mit Air Berlin stärkt Eurowings die Position als führende Punkt-zu-Punkt-Airline in ihren Heimatmärkten deutlich und steigt zur Nummer drei im europäischen Punkt-zu-Punkt-Verkehr auf. → Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe, S. 40 ff.

Kommerzielles Joint Venture mit Air China vereinbart

Die Lufthansa Group und Air China haben am 20. September 2016 eine weitreichende Partnerschaftsvereinbarung unterzeichnet. Auf deren Grundlage werden die beiden Luftfahrtkonzerne alle Verbindungen zwischen Europa und China im Rahmen eines kommerziellen Joint Ventures gemeinsam anbieten. → Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe, S. 40 ff.

Lufthansa Group erhält neue Flugzeuge

Die Fluggesellschaften der Passage Airline Gruppe haben im abgelaufenen Geschäftsjahr neue Flugzeuge in die Flotte integriert. Lufthansa Passage hat als erste Airline weltweit einen Airbus A320neo in Betrieb genommen. Zum Jahresende hat Lufthansa Passage ihre erste A350 übernommen. Bei SWISS begann die Auslieferung der Bombardier C Series und der Austausch der A340 durch die Boeing 777. Austrian Airlines hat unter anderem die Einflottung der Embraer Jets, die 2015 begonnen wurde, fortgesetzt. → Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe, S. 40 ff.

Erfolgreiches Schlichtungsverfahren mit der Flugbegleitergewerkschaft

Anfang Juli 2016 haben Lufthansa Passage und die Flugbegleitergewerkschaft UFO ihren Tarifkonflikt beigelegt. Damit wurde unter anderem ein Wechsel der Kabinenmitarbeiter von Lufthansa Passage von einem leistungsorientierten in ein beitragsorientiertes Pensionssystem erreicht und langfristiger Tariffrieden geschaffen. → Lufthansa Passage, S. 43 f.

Schlichtung mit Vereinigung Cockpit zur Vergütung erzielt

Am 15. Februar 2017 haben die Lufthansa Group und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) die Schlichtungsempfehlung zum Vergütungstarifvertrag angenommen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr kam es im Rahmen der Tarifverhandlungen aufgrund von Streiks zu 4.581 Flugausfällen, von denen rund 389.000 Passagiere betroffen waren. Insgesamt haben Streiks das Ergebnis der Passage Airline Gruppe 2016 mit rund 100 Mio. EUR belastet. → Lufthansa Passage, S. 43 f.

Aviation Services-Gesellschaften erweitern ihre Portfolios und führen Effizienzmaßnahmen durch

Lufthansa Technik und die LSG Group haben im abgelaufenen Geschäftsjahr ihre Marktpositionen ausgebaut. Lufthansa Technik hat das englische Unternehmen FlyDocs übernommen und mit GE Aviation den Aufbau eines hochmodernen Betriebs für die Überholung der neuen Triebwerksmuster GEnx-2B und GE9X vereinbart. Das Joint Venture soll 2018 an den Markt gehen. → Geschäftsfeld Technik, S. 51 ff. Die LSG Group hat zum 1. Februar 2016 den vollständigen Erwerb der auf Bordverkaufs- und -unterhaltungsprogramme spezialisierten Unternehmen Retail inMotion und Media inMotion abgeschlossen. Die LSG Group war bereits seit 2013 an beiden Unternehmen beteiligt. → Geschäftsfeld Catering, S. 54 f.

Parallel dazu setzen die Aviation Services-Gesellschaften individuelle Effizienzmaßnahmen um. Lufthansa Cargo beabsichtigt aufgrund des anhaltend schwierigen Marktumfelds, im Rahmen eines strategischen Kostensparprogramms die jährlichen Personalaufwendungen bis 2018 um mindestens 80 Mio. EUR zu senken. Lufthansa Technik wird im Laufe des Jahres 2017 die Überholung von Verkehrsflugzeugen am Standort Hamburg einstellen und diese ins Ausland verlagern. Die LSG Group wird ihr Standortnetzwerk in Europa aufgrund der veränderten Nachfrage anpassen.

Neue Vorstandsmitglieder bestellt

Zum 1. Januar 2017 wurde Ulrik Svensson, ehemaliger CEO der schwedischen Melker Schörling AB und ehemaliger CFO der SWISS International Airlines, zum Mitglied des Vorstands mit Zuständigkeit für das Finanzressort bis zum 31. Dezember 2019 bestellt. Er folgt auf Simone Menne, die zum 31. August 2016 auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen ausgeschieden ist.

Zum 1. Mai 2017 wurde Thorsten Dirks, bisher CEO Telefónica Deutschland AG, für drei Jahre zum Mitglied des Vorstands der Deutschen Lufthansa AG mit Zuständigkeit für Eurowings und Aviation Services bestellt. Er tritt die Nachfolge von Karl Ulrich Garnadt an, der zum 30. April 2017 nach Ablauf seiner Bestellung altersbedingt aus dem Konzernvorstand ausscheiden wird.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Deutsche Lufthansa AG wird alleinige Gesellschafterin der Brussels Airlines Gruppe

Mit Wirkung zum 9. Januar 2017 hat die Deutsche Lufthansa AG die verbleibenden 55 Prozent der Anteile an der SN Airholding SA / NV übernommen und ist damit alleinige Gesellschafterin der Brussels Airlines Gruppe. Der Erwerb basiert auf der Kauf- und Optionsvereinbarung aus dem Jahr 2008. Die Optionsausübung wurde auf Basis einer neuen Vereinbarung zwischen den bisherigen Gesellschaftern und Lufthansa vom 15. Dezember 2016 durchgeführt, wonach sich der Ausübungspreis für die restlichen Anteile auf 2,6 Mio. EUR belaufen soll. Brussels Airlines wird im neuen Segment Point-to-Point vollkonsolidiert. → Konzernanhang, Erläuterung 45, S. 162 ff.

Wet-Lease-Vereinbarung mit Air Berlin freigegeben

Am 30. Januar 2017 hat das Bundeskartellamt den zwischen der Lufthansa Group und Air Berlin vereinbarten Wet-Lease von 38 Flugzeugen ohne Auflagen freigegeben. Im Zuge der Transaktion wird die Lufthansa Group bis zu 25 A320 von Leasinggebern der Air Berlin erwerben oder leasen und wiederum selbst zu Marktpreisen an Air Berlin zur Bereederung verleasen. Dadurch sollen nachhaltige Kostensenkungen im Zuge der Vereinbarung realisiert werden.

Lufthansa Group und Vereinigung Cockpit vereinbaren Schlichtung

Am 15. Februar 2017 haben die Lufthansa Group und die Vereinigung Cockpit die Schlichtungsempfehlung zum Vergütungstarifvertrag angenommen. Diese sieht unter anderem eine Vergütungserhöhung für die 5.400 Piloten im Konzerntarifvertrag von rund 8,7 Prozent sowie eine Einmalzahlung in Höhe von insgesamt rund 30 Mio. EUR vor. Die Vergütungsverträge haben eine Laufzeit von Mai 2012 bis Ende 2019. Das Schlichtungsergebnis steigert die Cockpit-Vergütungskosten um rund 85 Mio. EUR pro Jahr. Die Gespräche mit der Gewerkschaft sollen fortgesetzt werden, um alternative Kostensenkungen im Rahmen einer Gesamtlösung zu erreichen. Sollte dies nicht gelingen, sollen abweichend von der bisherigen Flottenplanung 40 zugehende Flugzeuge außerhalb des Konzerntarifvertrags bereedert werden, um die Zusatzkosten zu kompensieren.

Lufthansa Group und UFO erzielen weitere Fortschritte beim Abschluss der Versorgungssysteme

Im Rahmen des Abschlusses der Tarifverhandlungen für die Kabinenmitarbeiter von Lufthansa Passage und in anschließenden Redaktionsterminen wurden bis Ende Februar 2017 weitere Details zum neuen Versorgungssystem geregelt. Somit ist weiterhin davon auszugehen, dass die Ausformulierungen der neuen Regelungen bis zum Ende des ersten Quartals 2017 abgeschlossen sind.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Umsatzerlöse gehen auf 31,7 Mrd. EUR zurück. / Adjusted EBIT liegt mit 1,8 Mrd. EUR auf Vorjahresniveau. / Konzernergebnis steigt aufgrund von Einmaleffekten auf 1,8 Mrd. EUR. / Lufthansa Group investiert 2,2 Mrd. EUR. / Free Cashflow steigt auf 1,1 Mrd. EUR. / Eigenkapitalquote verbessert sich auf 20,6 Prozent.

Ertragslage

Umsatz und Erträge

T018 Umsatz und Erträge

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2016

in Mio. €
2015

in Mio. €
Veränderung

in %
Verkehrserlöse* 24 661 25 506 - 3,3
Andere Betriebserlöse* 6 999 6 550 6,9
Umsatzerlöse 31 660 32 056 - 1,2
Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen 95 203 - 53,2
Sonstige betriebliche Erträge 2 184 2 832 - 22,9
Summe betriebliche Erträge 33 939 35 091 - 3,3

* Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend der neuen Ausweissystematik angepasst.

Die betrieblichen Erträge des abgelaufenen Geschäftsjahres 2016 lagen mit 33,9 Mrd. EUR um 3,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dabei verminderten sich die Umsatzerlöse um 1,2 Prozent auf 31,7 Mrd. EUR.

Verkehrserlöse sinken um 3,3 Prozent

Die Verkehrserlöse verminderten sich um insgesamt 3,3 Prozent auf 24,7 Mrd. EUR. Der Rückgang resultierte aus geringeren Preisen (- 5,1 Prozent) und negativen Währungseffekten (- 0,9 Prozent), denen ein erhöhter Absatz (2,7 Prozent) gegenüberstand. Mit 90,2 Prozent entfiel der größte Anteil der Verkehrserlöse auf das Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe. Mit 22,3 Mrd. EUR lagen die Erlöse dort um 2,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Erlössteigerungen aus einer gestiegenen abgesetzten Menge (+ 2,8 Prozent) wurden durch Erlösminderungen aus gefallenen Preisen (- 4,3 Prozent) und negativen Währungseffekten (- 0,9 Prozent) überkompensiert. Die Zahl der Fluggäste ist um 1,8 Prozent auf 110 Mio. angestiegen, das Angebot ist um 4,6 Prozent gewachsen. Im Geschäftsfeld Logistik verminderten sich die Verkehrserlöse im Vorjahresvergleich deutlich um 12,7 Prozent auf 2,0 Mrd. EUR. Dieser Rückgang resultierte aus stark gesunkenen Preisen (- 11,6 Prozent) und negativen Währungseffekten (- 1,4 Prozent), während sich eine leicht gestiegene Menge (+ 0,3 Prozent) erlössteigernd auswirkte. Weiterführende Informationen zu den regionalen Aufteilungen der Verkehrserlöse für die Passage Airline Gruppe und Logistik finden sich in den Kapiteln → Geschäftsfelder, S. 40 ff. und S. 48 ff.

Andere Betriebserlöse um 6,9 Prozent gesteigert

Die anderen Betriebserlöse stiegen um insgesamt 6,9 Prozent auf 7,0 Mrd. EUR. Das Geschäftsfeld Technik erwirtschaftete davon 3,5 Mrd. EUR (+ 8,0 Prozent), Catering 2,6 Mrd. EUR (+ 6,9 Prozent) und Sonstige 271 Mio. EUR (+ 3,4 Prozent). Die fliegenden Gesellschaften der Passage Airline Gruppe und der Logistik trugen insgesamt 661 Mio. EUR (2,3 Prozent) zu den anderen Betriebserlösen bei.

Umsatzerlöse vermindern sich um 1,2 Prozent

Die Umsatzerlöse gingen um 1,2 Prozent auf 31,7 Mrd. EUR zurück. Dabei nahm der Anteil des Geschäftsfelds Passage Airline Gruppe am Gesamtumsatz auf 73,5 Prozent ab (Vorjahr: 74,3 Prozent). Das Geschäftsfeld Logistik trug 6,5 Prozent (Vorjahr: 7,3 Prozent) zum Gesamtumsatz bei, das Geschäftsfeld Technik 11,1 Prozent (Vorjahr: 10,2 Prozent), das Geschäftsfeld Catering 8,1 Prozent (Vorjahr: 7,4 Prozent) und Sonstige 0,8 Prozent (Vorjahr: 0,8 Prozent). Weiterführende Informationen zu der regionalen Aufteilung der Umsatzerlöse finden sich in der → Segmentberichterstattung, S. 143 ff.

Sonstige betriebliche Erträge reduzieren sich um 22,9 Prozent

Die sonstigen betrieblichen Erträge verringerten sich um 648 Mio. EUR auf 2,2 Mrd. EUR. Ausschlaggebend hierfür waren vor allem geringere Kursgewinne (- 636 Mio. EUR), denen korrespondierend verminderte Kursverluste in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen gegenüberstanden. Darüber hinaus sind die Veränderungen in den gesunkenen Provisionserträgen (- 35 Mio. EUR) und gegenläufig gestiegene Erträge aus Schadensersatzleistungen (+ 20 Mio. EUR) erwähnenswert. Die übrigen Einzelpositionen zeigten keine nennenswerten Abweichungen zum Vorjahreszeitraum. → Konzernanhang, Erläuterung 6, S. 110.

Aufwendungen

Die betrieblichen Aufwendungen gingen im Vorjahresvergleich um 5,3 Prozent auf 31,7 Mrd. EUR zurück.

Materialaufwand verringert sich um 3,0 Prozent

Der Materialaufwand verminderte sich um 3,0 Prozent auf 17,1 Mrd. EUR. Innerhalb des Materialaufwands sanken die Treibstoffkosten um 15,5 Prozent auf 4,9 Mrd. EUR. Der Durchschnittspreis für Kerosin inklusive Treibstoffpreissicherung lag 2016 bei 578,41 USD je Tonne. Den (nach Sicherung) um 18,2 Prozent geringeren Treibstoffpreisen standen dabei die gestiegene Menge (+ 2,1 Prozent) und die Entwicklung des US-Dollars (+ 0,6 Prozent) aufwandserhöhend gegenüber. Der Treibstoffaufwand beinhaltet ein negatives Preissicherungsergebnis in Höhe von 905 Mio. EUR (Vorjahr: 988 Mio. EUR). Der Aufwand für die anderen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erhöhte sich um 3,8 Prozent auf 3,3 Mrd. EUR.

Die Gebühren stiegen insgesamt um 1,5 Prozent auf 5,7 Mrd. EUR. Im Einzelnen stiegen vor allem Abfertigungsgebühren um 3,4 Prozent, Sicherheitsgebühren um 10,6 Prozent und die passagierabhängigen Fluggastgebühren um 1,9 Prozent. Die flugabhängigen Flugsicherungsgebühren sowie Start- und Landegebühren verzeichneten demgegenüber einen Rückgang um 2,7 beziehungsweise 0,7 Prozent. Der Aufwand aus der Luftverkehrssteuer erhöhte sich um 3,6 Prozent auf 379 Mio. EUR. Die übrigen bezogenen Leistungen stiegen insbesondere aufgrund erhöhter Charteraufwendungen (+ 46,0 Prozent) um insgesamt 5,4 Prozent auf 3,1 Mrd. EUR.

Personalaufwand sinkt um 8,9 Prozent

Der Personalaufwand verminderte sich um 8,9 Prozent auf 7,4 Mrd. EUR. Ausgehend von einer um 3,1 Prozent gestiegenen durchschnittlichen Mitarbeiterzahl (im Wesentlichen im Geschäftsfeld Catering) von 123.287 ist diese Entwicklung vor allem auf die Aufwandsentlastungen aus nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand in Höhe von 652 Mio. EUR aus der Umstellung der Alters- und Übergangsversorgung für das Kabinenpersonal von Lufthansa Passage zurückzuführen. Darüber hinaus wirkten sich geringere Zuführungen zu Pensionsrückstellungen aufgrund des Anstiegs des zum Geschäftsjahresbeginn geltenden Diskontierungszinssatzes von 2,6 Prozent auf 2,8 Prozent sowie positive Währungseffekte ebenfalls aufwandsmindernd aus.

T019 Aufwendungen

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2016

in Mio. €
2015

in Mio. €
Veränderung

in %
Anteil am Gesamtaufwand

in %
Materialaufwand 17 109 17 640 - 3,0 53,9
davon Treibstoff 4 885 5 784 - 15,5 15,4
davon Gebühren 5 736 5 651 1,5 18,1
davon Operating Lease 58 50 16,0 0,2
Personalaufwand 7 354 8 075 - 8,9 23,2
Abschreibungen 1 769 1 715 3,1 5,6
Sonstiger betrieblicher Aufwand 5 517 6 106 - 9,6 17,3
davon Agenturprovisionen 316 332 - 4,8 1,0
davon indirekter Personalaufwand und Fremdpersonal 1 078 1 041 3,6 3,4
davon Miet- und Erhaltungsaufwand 888 878 1,1 2,8
Summe betriebliche Aufwendungen 31 749 33 536 - 5,3 100,0

Abschreibungen steigen um 3,1 Prozent

Die Abschreibungen stiegen um 3,1 Prozent auf 1,8 Mrd. EUR. Die planmäßigen Abschreibungen auf Flugzeuge erhöhten sich um 1,4 Prozent auf 1,3 Mrd. EUR. Darüber hinaus waren zum 31. Dezember 2016 außerplanmäßige Abschreibungen von insgesamt 183 Mio. EUR (Vorjahr: 159 Mio. EUR) vorzunehmen.

Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf Flugzeuge in Höhe von 127 Mio. EUR betrafen zum Verkauf vorgesehene sieben Airbus A340-600, sieben Boeing 737-300, zwei CRJ 900 sowie drei Boeing MD-11F. Aufgrund einer schwächeren Geschäftsentwicklung in einzelnen Geschäftseinheiten des Geschäftsfelds Catering (insbesondere der Küchenbetriebe am Flughafen Frankfurt und in der Türkei) war darüber hinaus übriges Sachanlagevermögen im Umfang von insgesamt 37 Mio. EUR außerplanmäßig abzuschreiben. Weitere außerplanmäßige Abschreibungen von 14 Mio. EUR betrafen ein der Lufthansa Super Star GmbH gewährtes Darlehen.

Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen wurden weitere 21 Mio. EUR für außerplanmäßige Abwertungen auf die zum Verkauf vorgesehenen Vermögenswerte erfasst. Diese betrafen vier der zuvor genannten A340-600 und die ebenfalls zuvor genannten sieben B737-300.

Sonstige betriebliche Aufwendungen sinken um 9,6 Prozent

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verminderten sich um 9,6 Prozent auf 5,5 Mrd. EUR. Wesentliche Ursache dieses Rückgangs waren die deutlich verringerten Kursverluste (-696 Mio. EUR), denen korrespondierend gesunkene Kursgewinne in den sonstigen betrieblichen Erträgen gegenüberstanden. Unter Einbeziehung von Währungseinflüssen in den primären Erlös- und Kostenpositionen hatten Währungseffekte insgesamt einen negativen Einfluss von 103 Mio. EUR auf das EBIT. Darüber hinaus sind erhöhte Kosten für EDV-Vertriebssysteme (+ 38 Mio. EUR), gestiegene indirekte Personalaufwendungen (+ 37 Mio. EUR) sowie höhere Aufwendungen für Werbung und Verkaufsförderung (+ 29 Mio. EUR) erwähnenswert. Die übrigen Positionen zeigen im Einzelnen keine nennenswerten Veränderungen zum Vorjahr.

Ergebnisentwicklung

EBIT steigt auf 2,3 Mrd. EUR

Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 635 Mio. EUR auf 2,2 Mrd. EUR. Unter Hinzurechnung des Beteiligungsergebnisses von 85 Mio. EUR ergab sich ein EBIT von 2,3 Mrd. EUR.

T020 Überleitung Ergebnisse

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2016 2015
in Mio. € GuV Überleitung Adjusted EBIT GuV Überleitung Adjusted EBIT
--- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 31 660 - 32 056 -
Bestandsveränderungen 95 - 203 -
Sonstige betriebliche Erträge 2 184 - 2 832 -
davon Erträge aus Buchgewinnen u. a. - - 64 - - 53
davon Zuschreibungen Anlagevermögen - - 10 - - 8
davon Badwill - - 2 - -
Summe betriebliche Erträge 33 939 - 76 35 091 - 61
Materialaufwand - 17 109 - - 17 640 -
Personalaufwand - 7 354 - - 8 075 -
davon nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand / Planabgeltung - - 678 - 25
Abschreibungen - 1 769 - 1 715
davon außerplanmäßige Abschreibungen - 183 - 159
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 5 517 - 6 106
davon außerplanmäßige Abschreibungen auf Vermögen zum Verkauf - 22 - 4
davon Aufwendungen aus Buchverlusten - 26 - 14
Summe betriebliche Aufwendungen - 31 749 - 447 - 33 536 202
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 2 190 - 1 555 -
Beteiligungsergebnis 85 - 121 -
EBIT 2 275 1 676
Summe Überleitung Adjusted EBIT - - 523 - 141
Adjusted EBIT - 1 752 - 1 817
Abschreibungen (aus betrieblichem Ergebnis) 1 769 - 1 715 -
Abschreibungen auf Finanzanlagen, Wertpapiere und Vermögenswerte zum Verkauf 21 - 4 -
EBITDA 4 065 - 3 395 -

Adjusted EBIT liegt mit 1,8 Mrd. EUR in etwa auf Vorjahresniveau

Für die Ermittlung des Adjusted EBIT wurde das EBIT um Buchgewinne und -verluste aus Anlageabgängen, außerplanmäßige Abschreibungen und Zuschreibungen sowie Bewertungseffekten auf Pensionsverpflichtungen in Höhe von insgesamt -523 Mio. EUR (Vorjahr: 141 Mio. EUR) bereinigt. Somit ergab sich ein Adjusted EBIT in Höhe von 1.752 Mio. EUR (Vorjahr: 1.817 Mio. EUR). Die Adjusted EBIT-Marge betrug 5,5 Prozent (Vorjahr: 5,7 Prozent). → T020 Überleitung Ergebnisse.

Die Passage Airline Gruppe erhöhte ihr Adjusted EBIT um 22 Mio. EUR beziehungsweise 1,5 Prozent auf 1,5 Mrd. EUR. Das Adjusted EBIT des Geschäftsfelds Logistik sank um 124 Mio. EUR auf - 50 Mio. EUR. Das Geschäftsfeld Technik verzeichnete einen Ergebnisrückgang um 43 Mio. EUR auf 411 Mio. EUR. Das Geschäftsfeld Catering erwirtschaftete ein um 5 Mio. EUR gestiegenes Adjusted EBIT in Höhe von 104 Mio. EUR. Die übrigen, nach IFRS 8 nicht separat berichtspflichtigen Konzerngesellschaften sowie die Konzernfunktionen gingen mit insgesamt - 236 Mio. EUR (Vorjahr: - 370 Mio. EUR) in das Adjusted EBIT des Konzerns ein.

Der saisonale Ergebnisverlauf variierte entsprechend der Saisonalität des Geschäfts deutlich. Die Ergebnisse der einzelnen Geschäftsfelder des Konzerns weisen unterschiedliche Verteilungen und Schwankungsbreiten auf. Erneut erwirtschafteten die Service-Gesellschaften einen stabil positiven Ergebnisbeitrag. Die im langjährigen Vergleich deutlich volatileren Ergebnisse der Fluggesellschaften waren wie im Vorjahr ausschlaggebend für das gute Ergebnisniveau.

Finanzergebnis auf 58 Mio. EUR vermindert

Das Finanzergebnis verringerte sich um 413 Mio. EUR auf 58 Mio. EUR. Neben einem um 36 Mio. EUR auf 85 Mio. EUR gesunkenen Beteiligungsergebnis verzeichnete auch das Zinsergebnis eine rückläufige Entwicklung um 48 Mio. EUR auf - 218 Mio. EUR. Wesentlicher Treiber für das insgesamt deutlich gesunkene Finanzergebnis war allerdings der Ergebnisrückgang in den übrigen Finanzposten (- 330 Mio. EUR). Im Vorjahr waren hier Erträge von 503 Mio. EUR aus dem Abgang der Anteile an JetBlue erfasst. Aus der Marktwertentwicklung von Finanzinstrumenten, die nach IAS 39 als Handelsgeschäfte anzusehen sind, resultierten im abgelaufenen Geschäftsjahr Erträge von 251 Mio. EUR (Vorjahr: 161 Mio. EUR), denen Aufwendungen aus der Bewertung von Finanzschulden in Fremdwährung in Höhe von 60 Mio. EUR (Vorjahr: 144 Mio. EUR) gegenüberstanden.

Konzernergebnis steigt auf 1,8 Mrd. EUR

Bei einem EBIT von 2,3 Mrd. EUR ergab sich unter Hinzurechnung der Abschreibungen ein EBITDA von 4,1 Mrd. EUR (Vorjahr: 3,4 Mrd. EUR). Die Summe aus dem Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit und dem Finanzergebnis führte zu einem positiven Ergebnis vor Ertragsteuern von 2,2 Mrd. EUR gegenüber 2,0 Mrd. EUR im Vorjahr. Nach Abzug von Ertragsteuern von 445 Mio. EUR (Vorjahr: 304 Mio. EUR) sowie auf Minderheiten entfallenden Ergebnisanteilen von 27 Mio. EUR (Vorjahr: 24 Mio. EUR) ergab sich ein auf die Aktionäre der Deutschen Lufthansa AG entfallendes Konzernergebnis von 1,8 Mrd. EUR (Vorjahr: 1,7 Mrd. EUR).

Das Ergebnis je Aktie beträgt 3,81 EUR (Vorjahr: 3,67 EUR). → Konzernanhang, Erläuterung 15, S. 113.

T021 Ergebnisstruktur Lufthansa Group

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2016

in Mio. €
2015

in Mio. €
Veränderung

in %
Betriebliche Erträge 33 939 35 091 - 3,3
Betriebliche Aufwendungen - 31 749 - 33 536 - 5,3
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 2 190 1 555 40,8
Finanzergebnis 58 471 - 87,7
Ergebnis vor Ertragsteuern 2 248 2 026 11,0
Ertragsteuern - 445 - 304 - 46,4
Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen 1 803 1 722 4,7
Auf Minderheiten entfallendes Ergebnis - 27 - 24 - 12,5
Auf Aktionäre der Deutschen Lufthansa AG entfallendes Konzernergebnis 1 776 1 698 4,6

Mehrperiodenergebnis ist durch Volatilität geprägt

Die Lufthansa Group ist mit ihren Geschäftsfeldern einem volatilen Umfeld ausgesetzt, das stark von Konjunkturschwankungen und anderen externen Faktoren geprägt ist. Dabei baut das Unternehmen auf die Fähigkeit, stabile Erträge auch in Krisenzeiten zu erwirtschaften und überproportional von wirtschaftlichen Aufschwungphasen profitieren zu können. So konnte auch in dem konjunkturell besonders schwachen Jahr 2012 trotz aller Widrigkeiten ein positives operatives Ergebnis erzielt werden. Die Ergebnisse 2013 und 2014 waren durch zahlreiche einmalige Ergebnisbelastungen geprägt, die teilweise notwendig waren, um die Leistungsfähigkeit für konjunkturell schwächere Zeiten zu stärken. 2015 hat die Lufthansa Group unter anderem von deutlich gesunkenen Treibstoffkosten profitiert. Im Geschäftsjahr 2016 konnte die gestiegene Profitabilität dann auch in einem sehr anspruchsvollen Umfeld auf dem guten Niveau des Vorjahres gehalten werden. Dies zeigen der wesentliche Fortschritt des Unternehmens bei der erfolgreichen Umsetzung seiner strategischen Agenda in den letzten Jahren und vor allem die erfolgreichen Kostenreduzierungen in der gesamten Gruppe.

G14 Entwicklung Umsatz, Adjusted EBIT in Mio. € und Adjusted EBIT-Marge in %

Dividende

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen Dividende in Höhe von 0,50 EUR je Aktie vor

Die Dividendenpolitik der Lufthansa Group sieht eine Ausschüttungsquote von 10 bis 25 Prozent vom EBIT des Konzerns vor, sofern der Jahresüberschuss des nach handelsrechtlichen Vorschriften zu erstellenden Einzelabschlusses der Deutschen Lufthansa AG eine Ausschüttung in dieser Höhe deckt. Danach ergab sich für das Geschäftsjahr 2016 ein Jahresüberschuss von 1,2 Mrd. EUR. Nach Einstellung in andere Gewinnrücklagen von 935 Mio. EUR belief sich der Bilanzgewinn auf 234 Mio. EUR. → Finanzstrategie, S. 13 f.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 5. Mai 2017 daher entsprechend der Dividendenpolitik vor, diesen Bilanzgewinn durch Zahlung einer Dividende in Höhe von 0,50 EUR je Aktie an die Aktionäre auszuschütten.

T022 Entwicklung von Ergebnissen und Dividende

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2016 2015 2014 2013 2012
EBIT Mio. € 2 275 1 676 1 000 936 1 645
Konzernergebnis Mio. € 1 776 1 698 55 313 1 228
Jahresergebnis (HGB) Mio. € 1 169 1 034 - 732 407 592
Dividende pro Aktie 0,50 0,50 - 0,45 -
Ausschüttungsquote (vom EBIT) % 10,3 13,9 - 22,1 -

Finanzlage

Investitionen

Das Investitionsvolumen lag im Geschäftsjahr 2016 mit 2,2 Mrd. EUR um 13,0 Prozent unter dem Vorjahreswert.

G15 Primär-, Sekundär- und Finanzinvestitionen in Mio. €*

* Ohne erworbenes Nettovermögen aus Veränderung des Konsolidierungskreises.

Investitionsvolumen

Die Primärinvestitionen in An- und Schlusszahlungen für Flugzeuge, Flugzeugüberholungen und -zubehör verminderten sich um 15,2 Prozent auf 1,7 Mrd. EUR. Die Sekundärinvestitionen, zusammengesetzt aus Investitionen in andere Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, legten um 2,0 Prozent auf 464 Mio. EUR zu. Davon entfielen 345 Mio. EUR (Vorjahr: 344 Mio. EUR) auf Sachanlagen wie etwa technische Anlagen und Maschinen sowie auf Betriebs- und Geschäftsausstattung.

In immaterielle Vermögenswerte wie Lizenzen und IT-Software wurden 119 Mio. EUR (Vorjahr: 111 Mio. EUR) investiert. Finanzinvestitionen von insgesamt 76 Mio. EUR (Vorjahr: 115 Mio. EUR) betrafen im Wesentlichen Anteilserwerbe, Darlehensgewährungen und Anlagen in festverzinsliche Festgelder.

Das größte Investitionsvolumen in Höhe von 1,9 Mrd. EUR (Vorjahr: 2,2 Mrd. EUR) entfiel auf die Passage Airline Gruppe. Dabei wurde vor allem in neues Fluggerät und Anzahlungen für Flugzeuge investiert. → Flotte, S. 14 f. Außerdem sind in diesem Investitionsvolumen auch Flugzeugüberholungen und -anzahlungen enthalten.

Die Investitionen im Geschäftsfeld Logistik von 29 Mio. EUR (Vorjahr: 116 Mio. EUR) betrafen unter anderem immaterielle Vermögenswerte und übriges Sachanlagevermögen. Im Geschäftsfeld Technik entfielen Investitionen von 216 Mio. EUR (Vorjahr: 154 Mio. EUR) unter anderem auf den Kauf von Reservetriebwerken, den Kauf von Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Anteilserwerbe und Darlehensgewährungen. Die Investitionen im Geschäftsfeld Catering von 73 Mio. EUR (Vorjahr: 148 Mio. EUR) betrafen neben der Sicherung der bestehenden Produktionsstätten den Erwerb von Unternehmensanteilen.

Cashflow

Der operative Cashflow verminderte sich um 4,3 Prozent auf 3,2 Mrd. EUR. Der Free Cashflow erhöhte sich aufgrund der reduzierten Investitionen auf 1,1 Mrd. EUR (Vorjahr: 834 Mio. EUR).

Operativer Cashflow geht auf 3,2 Mrd. EUR zurück

Der operative Cashflow des Konzerns lag mit 3,2 Mrd. EUR um 147 Mio. EUR beziehungsweise 4,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Aus dem Ergebnis vor Ertragsteuern zeigt sich dabei im ersten Schritt eine Verbesserung um 222 Mio. EUR. Hierin enthalten sind positive, nicht zahlungswirksame Ergebniseffekte von rund 1,0 Mrd. EUR (Vorjahr: 691 Mio. EUR), was im Vorjahresvergleich zu einer Verminderung des cashwirksamen Ergebnisses von 346 Mio. EUR führte. Dies betraf im Wesentlichen die Ergebnisentlastungen aus der Umstellung der Alters- und Übergangsversorgung für das Kabinenpersonal der Lufthansa Passage (- 652 Mio. EUR), geringere Aufwendungen aus der Stichtagsbewertung von Finanzschulden (- 95 Mio. EUR) und gegenläufig verminderte Erträge aus der Bewertung von Finanzderivaten (+ 414 Mio. EUR). Aus der Veränderung von Trade Working Capital und übrigen Aktiva und Passiva war eine weitere Belastung des operativen Cashflows von insgesamt 295 Mio. EUR zu verzeichnen. Davon entfielen 150 Mio. EUR auf die Zahlungsabwicklung von Sicherungsgeschäften und 90 Mio. EUR auf noch nicht abgerechnete Umsatzsteueransprüche.

Demgegenüber gingen die Abflüsse aus gezahlten Ertragsteuern zugunsten des operativen Cashflows um 143 Mio. EUR zurück. Ursache hierfür waren im Geschäftsjahr 2015 geleistete Nachzahlungen für Vorjahre. Negative Ergebniseffekte von insgesamt 129 Mio. EUR waren dem Investitions- oder Finanzierungsbereich zuzurechnen.

Free Cashflow wächst auf 1,1 Mrd. EUR

Die Bruttoinvestitionen der Lufthansa Group betrugen 2,5 Mrd. EUR und enthielten die zuvor ausgeführten Primär-, Sekundär- und Finanzinvestitionen sowie Zahlungen für reparaturfähige Flugzeugersatzteile. Durch die Veräußerung von Vermögenswerten wurden Einnahmen von 94 Mio. EUR (Vorjahr: 138 Mio. EUR) erzielt.

Davon entfielen 35 Mio. EUR auf den Verkauf von Flugzeugen und 37 Mio. EUR auf erhaltene Tilgungen von Ausleihungen. Die Zins- und Dividendeneinnahmen gingen um 16,8 Prozent auf 272 Mio. EUR zurück. Die für die Investitionstätigkeit eingesetzten Nettozahlungsmittel betrugen somit insgesamt 2,1 Mrd. EUR (Vorjahr: 2,6 Mrd. EUR).

Nach Abzug dieser Nettozahlungsabflüsse aus Investitionstätigkeit ergab sich für das Geschäftsjahr 2016 ein positiver Free Cashflow von 1,1 Mrd. EUR (Vorjahr: 834 Mio. EUR). Die Innenfinanzierungsquote als Anteil der aus dem Cashflow finanzierten Investitionen belief sich auf 145,2 Prozent (Vorjahr: 132,1 Prozent).

G16 Investitionen, operativer Cashflow, Abschreibungen und Free Cashflow in Mio. €

* Ausweis der Investitionen ohne anteilige Jahresergebnisse aus der Equity-Bewertung.

T023 Verkürzte Kapitalflussrechnung Lufthansa Group

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2016

in Mio. €
2015*

in Mio. €
Veränderung

in %
Ergebnis vor Ertragsteuern 2 248 2 026 11,0
Abschreibungen / Zuschreibungen 1 820 1 790 1,7
Ergebnis aus dem Abgang von Anlagevermögen - 38 - 53 - 28,3
Zinsergebnis / Beteiligungsergebnis 133 49 - 171,4
Gezahlte Ertragsteuern - 54 - 197 - 72,6
Wesentliche nicht zahlungswirksame Aufwendungen / Erträge - 1 037 - 691 50,1
Veränderung des Trade Working Capitals - 140 - 251 - 44,2
Veränderung übriger Aktiva / Passiva 314 720 - 56,4
Operativer Cashflow 3 246 3 393 - 4,3
Investitionen und Zugänge reparaturfähige Ersatzteile - 2 500 - 2 936 - 14,9
Einnahmen aus Verkäufen von Anteilen /Abgang von Anlagevermögen 120 50 140,0
Zinseinnahmen und Dividenden 272 327 - 16,8
Für Investitionstätigkeit eingesetzte Nettozahlungsmittel - 2 108 - 2 559 - 17,6
Free Cashflow 1 138 834 36,5
Erwerb / Veräußerung von Wertpapieren / Geldanlagen in Fonds - 721 - 714 1,0
Kapitalerhöhung - -
Transaktionen durch Minderheiten 1 2 - 50,0
Aufnahme / Rückführung langfristiger Finanzschulden 202 304 - 33,6
Dividenden - 233 - 14 1 564,3
Zinsausgaben - 242 - 266 - 9,0
Für Finanzierungstätigkeit eingesetzte Nettozahlungsmittel - 272 26
Veränderung Zahlungsmittel aus Wechselkursänderungen - 3 22
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel-Äquivalente 01.01. 996 828 20,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmittel-Äquivalente 31.12. 1 138 996 14,3

* Vorjahreszahlen angepasst.

Finanzierungstätigkeit führt zu einem Abfluss an Nettozahlungsmitteln

Durch den Erwerb von Wertpapieren in Höhe von 1,3 Mrd. EUR und Erlöse aus dem Verkauf von Wertpapieren (581 Mio. EUR) ergaben sich Nettoabflüsse von 721 Mio. EUR (Vorjahr: 714 Mio. EUR).

Aus dem Saldo der Finanzierungstätigkeit resultierte insgesamt ein Abfluss an Nettozahlungsmitteln in Höhe von 272 Mio. EUR (Vorjahr: Zuflüsse von 26 Mio. EUR). Einer Neuaufnahme von Finanzschulden (1,7 Mrd. EUR), unter anderem aus zwei Emissionen von Schuldscheindarlehen (Volumen von insgesamt 1,2 Mrd. EUR) und mehreren Flugzeugfinanzierungen, standen regelmäßige Tilgungen sowie die Rückzahlung eines Eurobonds (Volumen von insgesamt 750 Mio. EUR) mit insgesamt 1,5 Mrd. EUR als Mittelabflüsse gegenüber. Weitere Mittelabflüsse ergaben sich insbesondere aus Zinsausgaben (242 Mio. EUR) sowie Gewinnausschüttungen an die Aktionäre der Deutschen Lufthansa AG und an Minderheitsgesellschafter (233 Mio. EUR).

Liquidität erhöht sich auf 3,8 Mrd. EUR

Die Zahlungsmittel stiegen im Geschäftsjahr um 142 Mio. EUR und betrugen zum Jahresende 1,1 Mrd. EUR. Darin enthalten sind wechselkursbedingte Abwertungen des Zahlungsmittelbestands von 3 Mio. EUR. Insgesamt betrugen die Zahlungsmittel und Zahlungsmittel-Äquivalente zuzüglich kurzfristiger Wertpapiere 3,8 Mrd. EUR (Vorjahr: 3,0 Mrd. EUR). Die Erhöhung zum Jahresende erfolgte auch vor dem Hintergrund der zum Jahresbeginn 2017 geplanten Zuführung von 1,6 Mrd. EUR in das beitragsorientierte Pensionssystem für die Flugbegleiter von Lufthansa Passage.

Finanzierung

Mehrere Flugzeugfinanzierungen und Schuldscheindarlehen wurden abgeschlossen

2016 wurden insgesamt 13 Japanese-Operating-Lease (JOL)-Transaktionen mit zehn Airbus A320, zwei A321 und einer A380 abgeschlossen. Damit wurden Finanzmittel von insgesamt 625 Mio. EUR zu günstigen Konditionen aufgenommen. Diese JOL-Finanzierungen werden über die jeweilige Vertragslaufzeit von ca. elf Jahren kontinuierlich getilgt.

Im Geschäftsjahr 2016 hat die Deutsche Lufthansa AG Schuldscheindarlehen über insgesamt 1,7 Mrd. EUR bei Investoren platziert, davon 0,5 Mrd. EUR im April 2016 und 1,2 Mrd. EUR im Dezember 2016. Der Liquiditätszufluss aus der zweiten Begebung mit einem Gesamtvolumen von 1,2 Mrd. EUR erfolgte in Höhe von 541 Mio. EUR im Dezember 2016. Der Restbetrag von 659 Mio. EUR wurde im Januar 2017 an die Deutsche Lufthansa AG ausgezahlt. Die Schuldscheindarlehen sind mit unterschiedlichen Laufzeiten sowie mit fixen und variablen Tranchen ausgestattet.

Die Lufthansa Group hat im September 2016 ihr EMTN-Programm (Euro Medium Term Note-Programm oder auch Debt Issuance Program) neu aufgelegt. Dieses Programm ermöglicht es, innerhalb kürzester Zeit Kapitalmarktanleihen zu begeben. Das Programm ist an der Luxemburger Börse gelistet.

Im Rahmen von unbesicherten Finanzierungen wurde ein Darlehen mit einem Volumen von 79 Mio. EUR und einer Laufzeit von sieben Jahren mit einem japanischen Darlehensgeber zu attraktiven Konditionen abgeschlossen.

Wesentliche Finanzierungen außerhalb der Bilanz gab es auch im abgelaufenen Jahr nicht. Verschiedene Gesellschaften der Lufthansa Group haben jedoch eine Reihe von Miet- oder Operating Lease-Verträgen abgeschlossen. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um das Leasing von Flugzeugen und die Anmietung von Gebäuden. → Konzernanhang, Erläuterung 20, S. 121 f.

Kontinuierliche Ausfinanzierung der Pensionsverpflichtungen fortgesetzt

2016 wurden in Deutschland inklusive Arbeitnehmerbeiträgen Dotierungen in Höhe von 39 Mio. EUR vorgenommen. Die in der Vergangenheit übliche jährliche Dotierung der deutschen Pensionsverbindlichkeiten in Höhe von 600 Mio. EUR wurde 2016 ausgesetzt und soll 2017 für die Umsetzung von neu abgeschlossenen Tarifverträgen verwendet werden. Insgesamt sind für das Jahr 2017 Dotierungen in das deutsche Defined Contribution-Programm in Höhe von 1,9 Mrd. EUR geplant. Damit werden alle sich aus diesem Programm ergebenden Verbindlichkeiten abgedeckt.

Ratingbeurteilungen wurden bestätigt

Die beiden Rating-Agenturen Standard & Poor's und Moody's haben ihre Bewertungen für die Lufthansa Group bestätigt. Bei Standard & Poor's wird Lufthansa mit einem Investment Grade Rating von BBB -, bei Moody's mit einem Non-Investment Grade Rating von Ba1 bewertet. Die aktuellen Ratings reflektieren vor allem das aus Sicht der Ratinggesellschaften solide Finanzprofil sowie die Diversifikation über ein großes Streckennetz und verschiedene Geschäftsfelder. Als Folge der Anpassung der Gesamtjahresprognose 2016 für das EBIT der Lufthansa Group am 20. Juli 2016 hat Standard & Poor's jedoch am 15. September 2016 den Ausblick von "stabil" auf "negativ" herabgesetzt, Moody's am 8. November 2016 den Ausblick von "positiv" auf "stabil" zurückgenommen. Seit 4. November 2016 wird Lufthansa bei der Rating-Agentur Scope Ratings mit einem Erstrating im Investment Grade Bereich von BBB - und stabilem Ausblick bewertet.

T024 Entwicklung der Ratings

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2014 2013 2012
Standard & Poor's BBB - / negativ BBB - / stabil BBB - / stabil BBB - / stabil BBB - / stabil
Moody's Ba1 / stabil Ba1 / positiv Ba1 / positiv Ba1 / stabil Ba1 / stabil
Scope Ratings BBB - / stabil

T025 Lufthansa Bewertung durch die Rating-Agenturen

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Standard & Poor's (September 2016)* Langfristig: BBB - Kurzfristig: A-3 Ausblick: Negativ Moody's Investors Service (November 2016)* Langfristig: Ba1 Kurzfristig: Not Prime Ausblick: Stabil Scope Ratings (November 2016)* Langfristig: BBB - Kurzfristig: S-2 Ausblick: Stabil
Stärken Stärken Stärken
+ Eine der weltweit führenden Fluggesellschaften mit einem der weltweit größten Streckennetze und einer hervorragenden Wettbewerbsposition; starke Marktstellung an den Drehkreuzen Frankfurt, München, Zürich und Wien + Eine der größten Fluggesellschaften weltweit und eine führende Position im europäischen Airline-Sektor mit einem geografisch stark diversifizierten Streckennetz; Eurowings-Strategie im Punkt-zu-Punkt-Verkehr unterstreicht die Wettbewerbsfähigkeit + Umfassendes, weltweites Streckennetz, Mitglied in der globalen Airline-Allianz Star Alliance sowie ein hoher Anteil an Geschäftsreisenden mit starker Marktstellung an den Drehkreuzen Frankfurt, München, Zürich und Wien
+ Gute Marktposition im margenstarken hochwertigen Langstreckengeschäft sowie Marktführer in Deutschland; regionale Marken sind gut etabliert + Robustes Geschäftsprofil mit diversifizierten Geschäftsbereichen verringert die Abhängigkeit von der Volatilität im Passagier- und Frachtgeschäft + Gute Marktposition im margenstarken hochwertigen Langstreckengeschäft sowie Marktführer in Deutschland
+ Gut diversifiziertes Geschäftsprofil mit führender Marktposition in den Bereichen der Wartungs-, Reparatur- und Überholungsleistungen sowie im Airline-Catering führt zu einer Stabilität des Ergebnisses der Lufthansa Group + Vielfalt an Geschäftsbereichen; Wartungs-, Reparatur- und Überholungsleistungen sowie das Airline-Catering liefern stabile Ergebnisbeiträge + Diversifizierung (Wartungs-, Reparatur- und Überholungsleistungen sowie das Airline-Catering) mit starker Marktstellung reduziert zyklische Risiken im Passagier- und Frachtgeschäft
+ Starke Liquiditätsausstattung + Solide Liquiditätsausstattung + Solide Liquiditätsausstattung
Schwächen Schwächen Schwächen
- Kostenposition als Wettbewerbsnachteil; Schwierigkeiten, die Personalkosten zu reduzieren - Profitabilität der Passage Airline Gruppe hängt von externen Faktoren wie Treibstoffpreisen und wirtschaftlicher Entwicklung innerhalb Europas ab - Zyklizität der Luftfahrtbranche; Profitabilität der Lufthansa Group geringer als bei den Wettbewerbern
- Hohe und durch schwankenden Rechnungszins volatile Pensionsverbindlichkeiten - Marktposition wird im Langstreckengeschäft durch Fluggesellschaften aus dem Mittleren Osten und im Kurzstreckengeschäft durch Billigfluglinien angegriffen - Kostenvorteile könnten unter Konkurrenzdruck erodieren

* Jüngster Bericht.

Vermögenslage

Die Konzernbilanzsumme zum 31. Dezember 2016 erhöhte sich um2,2 Mrd. EUR auf 34,7 Mrd. EUR. Dabei stiegen die langfristigen Vermögenswerte um 1,0 Mrd. EUR, während die kurzfristigen Vermögenswerte um 1,3 Mio. EUR zulegten. Das Eigenkapital erhöhte sich um 1,3 Mrd. EUR auf 7,1 Mrd. EUR.

Aktiva

Langfristiges Vermögen steigt um 1,0 Mrd. EUR

Im langfristigen Vermögen erhöhte sich die Position Flugzeuge und Reservetriebwerke um 207 Mio. EUR auf 14,8 Mrd. EUR. Die reparaturfähigen Flugzeugersatzteile legten um 216 Mio. EUR auf 1,6 Mrd. EUR zu. Die Zunahme der derivativen Finanzinstrumente um 240 Mio. EUR entfiel überwiegend auf Devisen- und Treibstoffpreissicherungen. Der Anstieg der Ansprüche aus aktiven latenten Steuern um 213 Mio. EUR ist insbesondere auf die Zunahme der Pensionsrückstellungen, vor allem aufgrund des von 2,8 Prozent auf 2,1 Prozent gesunkenen Diskontierungssatzes, zurückzuführen.

Kurzfristiges Vermögen steigt um 1,3 Mrd. EUR

Innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich die Forderungen um insgesamt 181 Mio. EUR auf 4,6 Mrd. EUR. Der Anstieg der derivativen Finanzinstrumente um 94 Mio. EUR auf 534 Mio. EUR entfiel insbesondere auf steigende Marktwerte aus Treibstoffpreissicherungen, denen gesunkene Marktwerte aus Devisensicherungen gegenüberstanden. Die flüssigen Mittel, die aus kurzfristigen Wertpapieren sowie Bankguthaben und Kassenbeständen bestehen, erhöhten sich um 844 Mio. EUR auf 3,9 Mrd. EUR. Zum 31. Dezember 2016 waren insbesondere sieben Airbus A340-600, zwei CRJ 9000, sieben Boeing 737-300 und drei Boeing MD-11F unter den zum Verkauf vorgesehenen Vermögenswerten erfasst.

Passiva

Eigenkapital erhöht sich um 1,3 Mrd. EUR

Das Eigenkapital (inklusive der Anteile der Minderheitsgesellschafter) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Mrd. EUR beziehungsweise 22,3 Prozent auf 7,1 Mrd. EUR. Ausgehend von einem positiven Nachsteuerergebnis von 1,8 Mrd. EUR führten Dividendenzahlungen von 0,2 Mrd. EUR sowie die erfolgsneutrale Zunahme der Pensionsrückstellungen (1,5 Mrd. EUR) zu einem Rückgang des Eigenkapitals um insgesamt 1,7 Mrd. EUR. Aus der Marktbewertungsrücklage von Finanzinstrumenten war demgegenüber ein erheblicher Anstieg - insbesondere aufgrund der positiven Marktwertentwicklung von Treibstoffpreissicherungen - von insgesamt 1,2 Mrd. EUR zu verzeichnen.

G17 Bilanzstruktur in %

Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen erhöhen sich um 2,4 Mrd. EUR

Während sich die kurzfristigen Fremdmittel um 1,4 Mrd. EUR auf 11,0 Mrd. EUR verminderten, stiegen die langfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen um 2,4 Mrd. EUR auf 16,6 Mrd. EUR. Innerhalb der langfristigen Verbindlichkeiten legten die Pensionsverpflichtungen um 1,7 Mrd. EUR auf 8,4 Mrd. EUR zu, vor allem aufgrund des von 2,8 Prozent auf 2,1 Prozent gesunkenen Diskontierungssatzes. Die Finanzschulden stiegen insgesamt um 780 Mio. EUR auf 5,8 Mrd. EUR. Der Emission zweier Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von insgesamt 1,2 Mrd. EUR standen dabei vor allem fristigkeitsbedingte Umgliederungen in kurzfristige Finanzschulden gegenüber. Die Verminderung der derivativen Finanzinstrumente (- 253 Mio. EUR) entfiel nahezu vollständig auf gesunkene negative Marktwerte aus Treibstoffpreissicherungen.

Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen um 1,4 Mrd. EUR reduziert

Innerhalb der kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen verringerten sich die Finanzschulden unter anderem aufgrund der Tilgung eines Eurobonds (Nominalwert von 750 Mio. EUR) um 575 Mio. EUR auf 764 Mio. EUR. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten gingen in der Summe um 158 Mio. EUR auf 4,7 Mrd. EUR zurück. Die Verbindlichkeiten aus nicht ausgeflogenen Flugdokumenten erhöhen sich um 139 Mio. EUR auf 3,0 Mrd. EUR. Die erhebliche Reduzierung der negativen Marktwerte derivativer Finanzinstrumente um insgesamt 1,0 Mrd. EUR entfiel mit 895 Mio. EUR auf Treibstoffpreissicherungen.

Kapitalstruktur

T026 Entwicklung von Ergebnis, Eigenkapital, Eigenkapitalquote und Eigenkapitalrendite

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2016 2015 2014 2013 2012
Konzernergebnis* Mio. € 1 803 1 722 75 326 1 241
Eigenkapital* Mio. € 7 149 5 845 4 031 6 108 4 839
Eigenkapitalquote* % 20,6 18,0 13,2 21,0 16,9
Eigenkapitalrendite % 25,2 29,5 1,9 5,3 25,6

* Inkl. Minderheiten.

Eigenkapitalquote steigt auf 20,6 Prozent

Die Eigenkapitalquote erhöhte sich bei einer gleichzeitig um 6,9 Prozent gestiegenen Bilanzsumme gegenüber dem Jahresende 2015 von 18,0 auf 20,6 Prozent.

Nettokreditverschuldung sinkt auf 2,7 Mrd. EUR

Der Anteil der langfristigen Mittel an der Bilanzsumme betrug 68,3 Prozent (Vorjahr: 61,7 Prozent). Die langfristig zur Verfügung stehenden Mittel decken die langfristigen Vermögenswerte zu 96,7 Prozent (Vorjahr: 85,1 Prozent).

Die Nettokreditverschuldung ging um 19,3 Prozent auf 2,7 Mrd. EUR (Vorjahr: 3,3 Mrd. EUR) zurück. Diese errechnet sich als Saldo aus den Bruttofinanzschulden und dem vorhandenen Finanzvermögen.

T027 Berechnung Nettokreditverschuldung

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2016

in Mio. €
2015

in Mio. €
Veränderung

in %
Verbindlichkeiten Kreditinstitute 1 775 1 079 64,5
Anleihen 1 009 1 749 - 42,3
Übrige langfristige Finanzschulden 3 791 3 542 7,0
6 575 6 370 3,2
Übrige Bankverbindlichkeiten 63 70 - 10,0
Konzernkreditverschuldung 6 638 6 440 3,1
Bankguthaben und Kassenbestände 1 256 1 099 14,3
Wertpapiere 2 681 1 994 34,5
Nettokreditverschuldung 2 701 3 347 - 19,3
Pensionsrückstellungen 8 364 6 626 26,2
Nettokreditverschuldung und Pensionen 11 065 9 973 10,9

Dynamische Tilgungsquote sinkt auf 28,7 Prozent

Die dynamische Tilgungsquote sank um 2,0 Prozentpunkte auf 28,7 Prozent.

T028 Dynamische Tilgungsquote

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in Mio. € 2016 2015
Operativer Cashflow 3 246 3 393
Veränderung des Trade Working Capitals / übrige Aktiva und Passiva - 174 - 469
Zinseinnahmen 192 271
Zinsausgaben1) - 236 - 266
Erhaltene Dividenden 80 56
Adjustierter operativer Cashflow 3 108 2 985
Nettokreditverschuldung und Pensionen2) 10 818 9 726
Dynamische Tilgungsquote in % 28,7 30,7

1) Zur Ermittlung der dynamischen Tilgungsquote wurden 50 % der Zinsausgaben der 2015 begebenen Hybrid-Anleihe (2016: 6 Mio. EUR) aus der Nettokreditverschuldung herausgerechnet.

2) Zur Ermittlung der dynamischen Tilgungsquote wurden 50 % der 2015 begebenen Hybrid-Anleihe (247 Mio. EUR) aus der Nettokreditverschuldung herausgerechnet.

Zielerreichung und Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage

Lufthansa Group erreicht Ergebnis- und Bilanzziele.

Zielerreichung

Lufthansa Group erreicht Gesamtprognose

Im Juli 2016 hat die Lufthansa Group die Gesamtjahresprognose für das Adjusted EBIT insbesondere aufgrund der wiederholten Terroranschläge in Europa, der gestiegenen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheit und der daraus resultierenden nachgelassenen Vorausbuchungen vor allem auf Langstreckenverbindungen nach Europa von "leicht über Vorjahr" auf "unter Vorjahr" angepasst. Die Prognose für den Umsatz wurde von "leicht über Vorjahr" auf "unter Vorjahr" angepasst.

Gegenüber der angepassten Prognose entwickelten sich insbesondere die schwer zu prognostizierenden Kurzfristbuchungen von Geschäftsreisenden im September 2016 besser als erwartet. Die nach dem Ausbleiben der langfristigen Buchungen eingeleiteten Kapazitäts- und Steuerungsmaßnahmen waren erfolgreich. Politische und wirtschaftliche Unsicherheiten belasteten die langfristigen Buchungen vor allem auf Langstreckenverbindungen nach Europa aber weiterhin deutlich. Auf Basis der bisherigen Erfahrungswerte in diesem Umfeld erhöhte die Lufthansa Group die Gesamtjahresprognose für das Adjusted EBIT von "unter Vorjahr" auf "in etwa auf Vorjahresniveau".

Diese Prognose wurde mit einem um 3,6 Prozent gesunkenen Adjusted EBIT von 1.752 Mio. EUR und einem um 1,2 Prozent gesunkenen Umsatz von 31,7 Mrd. EUR erreicht. Unter Herausrechnung der in der ursprünglichen Jahresprognose explizit nicht enthaltenen Streikkosten von rund 100 Mio. EUR wurde auch das originäre Ergebnisziel erreicht.

Die Lufthansa Group erwartete ein Konzernergebnis unter Vorjahr. Dieses lag mit 1.776 Mio. EUR allerdings um 4,6 Prozent über Vorjahr. Ausschlaggebend für die besser als erwartete Entwicklung waren positive Einmaleffekte aus der Grundsatzeinigung mit den Flugbegleitern von Lufthansa Passage.

Die Lufthansa Group erwartete für 2016 ein EACC über Vorjahr. Mit 817 Mio. EUR lag dieser um 152,9 Prozent über Vorjahr. Ausschlaggebend hierfür waren geringere Kapitalkosten und vor allem das im Vorjahresvergleich deutlich gestiegene EBIT.

T029 Zielerreichung Umsatz und Ergebnis

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Umsatz Adjusted EBIT
Umsatz 2015

in Mio. €
Prognose für 2016* Umsatz 2016

in Mio. €
Adjusted EBIT 2015

in Mio. €
Prognose für 2016* Adjusted EBIT 2016

in Mio. €
--- --- --- --- --- --- ---
Lufthansa Passage 16 066 15 409 881 leicht über Vorjahr 1 135
SWISS 4 542 4 471 429 leicht unter Vorjahr 414
Austrian Airlines 2 102 2 153 52 deutlich über Vorjahr 58
Eurowings 1 909 2 060 38 leicht negatives Ergebnis - 91
Überleitung - 120 - 202 105 11
Passage Airline Gruppe 24 499 leicht über Vorjahr 23 891 1 505 leicht über Vorjahr 1 527
Logistik 2 355 leicht unter Vorjahr 2 084 74 leicht über Vorjahr - 50
Technik 5 099 leicht über Vorjahr 5 144 454 deutlich unter Vorjahr 411
Catering 3 022 leicht über Vorjahr 3 194 99 leicht unter Vorjahr 104
Sonstige 484 437 - 370 deutlich über Vorjahr - 236
Innenumsätze / Überleitung - 3 403 - 3 090 55 - 4
Lufthansa Group berichtet 32 056 leicht über Vorjahr 31 660 1 817 leicht über Vorjahr 1 752

* Wie im Geschäftsbericht 2015 berichtet.

Ziele der Geschäftsfelder und bilanzielle Ziele werden mit wenigen Ausnahmen erreicht

In den Geschäftsfeldern konnten die Umsatz- und Ergebnisziele überwiegend erreicht werden.

In der Passage Airline Gruppe und der Lufthansa Group ist der Umsatz entgegen der Erwartung eines Werts leicht über Vorjahr jeweils gesunken. Ausschlaggebend hierfür waren die geringer als ursprünglich erwartete Nachfrage und damit einhergehend die Absenkung des geplanten Kapazitätswachstums und gesunkene Stückerlöse.

Im Geschäftsfeld Logistik konnte das Ziel eines Adjusted EBIT leicht über Vorjahr nicht erreicht werden. Grund hierfür waren eine geringere Nachfrage als erwartet und in der Folge eine deutliche Überkapazität im Markt, welche die Durchschnittserlöse stark belastete.

Das Geschäftsfeld Catering erreichte ein besseres Adjusted EBIT als erwartet. Ausschlaggebend waren insbesondere geringere Restrukturierungsaufwendungen als ursprünglich geplant.

Die operativen Kennzahlen der Passage Airline Gruppe entwickelten sich mehrheitlich entsprechend den Erwartungen. Lediglich das Kapazitätswachstum und die Auslastung der Flüge waren aufgrund der geopolitischen Entwicklungen geringer als erwartet.

T030 Zielerreichung Finanzprofil

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Ergebnisse 2015 Prognose für 2016 Ergebnisse 2016
Eigenkapitalquote 18,0 % steigend 20,6 %
Dynamische Tilgungsquote 30,7 % stabil 28,7 %
Liquidität 3,1 Mrd. € stabil 3,9 Mrd. €

T031 Zielerreichung operative Kennzahlen Passage Airline Gruppe

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Werte 2015 Prognose für 20161) Werte 2016
Flüge Anzahl 994 243 + 2,3 % + 1,9 %
Kapazität (ASK) Mio. 273 973 + 6,6 % + 4,6 %
Absatz (RPK) Mio. 220 395 entsprechend Kapazitätswachstum + 2,8 %
Sitzladefaktor (SLF) % 80,4 stabil - 1,4 P
Preisniveau (Durchschnittserlöse) € Cent 10,3 deutlich rückläufig2) 9,8
Stückerlöse (RASK) € Cent 8,3 deutlich rückläufig2) 7,8
Stückkosten (CASK exkl. Treibstoff) € Cent 7,0 rückläufig2) 6,4

1) Wie im Geschäftsbericht 2015 berichtet.

2) Währungsbereinigt.

Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage

Die Lufthansa Group hat im Geschäftsjahr 2016 nach Überzeugung des Vorstands eine gute Entwicklung gezeigt. Das Erreichen einer Marge in etwa auf dem Rekordniveau des Vorjahres war in einem Jahr mit besonders schwierigem Marktumfeld nicht selbstverständlich. Die Lufthansa Group hat damit gezeigt, dass ihr Geschäftsmodell ausbalanciert und robust ist. So konnten auch in einer herausfordernden Marktsituation weiterhin wichtige unternehmerische Entscheidungen getroffen werden, die die aktuelle und zukünftige Leistungsfähigkeit des Unternehmens verbessern.

Die Profitabilität und die Bilanz der Lufthansa Group wurden unterjährig durch zahlreiche volatile externe Einflussfaktoren beeinflusst. Dazu gehörten insbesondere der Ölpreis, der Wechselkurs des Euros zum US-Dollar und stark schwankende Zinsen. Letztendlich führten die deutlich niedrigeren Treibstoffaufwendungen in der Industrie zwar zu besonders stark fallenden Erlösen. Sie halfen jedoch auch, die Umsatzverluste aus dem Nachfragerückgang infolge der geopolitischen Entwicklungen zumindest teilweise zu kompensieren. Von herausragender Bedeutung ist, dass es gelungen ist, die Stückkosten bei den Passagier-Airlines nachhaltig zu senken.

In der Umsetzung des strategischen Arbeitsprogramms "7to1 - Our Way Forward" konnten insgesamt große Fortschritte erzielt werden. Dazu gehörten die erfolgreichen Abschlüsse der Joint Ventures mit Air China und Singapore Airlines. Damit werden nun rund 70 Prozent aller Umsätze der Netzwerk-Airlines in jeweils führenden Joint Ventures erwirtschaftet.

Auch bei der Umsetzung der Distributionsstrategie konnten erste Erfolge erzielt werden. Der Anteil direkter Buchungen steigt weiterhin kontinuierlich. Die Attraktivität der zunehmend individualisierten Produkte und die testweise Anwendung eines neuen Revenue Management-Systems zeigen vielversprechende Umsatzpotenziale.

Im Laufe des Jahres wurden zahlreiche Flugzeuge durch modernere und im Durchschnitt rund 20 Prozent effizientere Muster ausgetauscht. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Einführung des Airbus A320neo bei Lufthansa Passage und der Bombardier C Series bei SWISS. Für beide Flugzeugtypen war die Lufthansa Group weltweit der Erstkunde. Bei SWISS wurde darüber hinaus die Boeing 777 und bei Austrian Airlines die Embraer 190 neu in die Flotte eingeführt.

Bei den Netzwerk-Airlines konnten im Rahmen der laufenden Reorganisation die kommerziellen Funktionen zunehmend zusammengeführt werden. Im Jahresverlauf wurden sämtliche Prozesse überarbeitet und Führungsstrukturen angepasst. Für die administrativen Prozesse im Finanz- und Personalbereich wurden die Voraussetzungen geschaffen, um im neuen Geschäftsjahr ebenfalls Managementpositionen in erheblichem Umfang abzubauen.

Mit den Flugbegleitern von Lufthansa Passage wurden eine umfassende Modernisierung der Alters- und Übergangsversorgung sowie ein langfristiger Tariffrieden vereinbart. Dadurch kommt es zu nachhaltigen Kostensenkungen, einer Stärkung der Bilanz und langfristiger Planungssicherheit. In den Gesprächen mit den Piloten bei Lufthansa Passage konnte hinsichtlich der Vergütung der Einstieg in eine Schlichtung vereinbart werden.

Bei sämtlichen Service-Gesellschaften wurden individuelle Wachstumsprogramme und umfassende Effizienzprogramme gleichermaßen gestartet.

Für alle Geschäftsfelder gilt, dass bei im langfristigen Vergleich relativ hoher Profitabilität kurzfristige Ergebnisbeeinträchtigungen zum Beispiel aufgrund von Streiks oder Umstrukturierungen überall dort in Kauf genommen wurden, wo sie der Stärkung der zukünftigen Leistungsfähigkeit der Lufthansa Group dienen. Erneut erzielte die Lufthansa Group eines der besten Ergebnisse ihrer Geschichte. Die Kapitalkosten konnten verdient und zusätzlicher Wert für die Aktionäre geschaffen werden. Die Ausschüttung einer Dividende im Rahmen der Dividendenpolitik wird vorgeschlagen.

Mit dem Abschluss einer umfangreichen Wet-Lease-Vereinbarung mit Air Berlin und der vollständigen Übernahme von Brussels Airlines wird 2017 vor allem Eurowings gestärkt. Die beiden Transaktionen führen zu einer unmittelbaren Senkung der Stückkosten. Darüber hinaus stärkt Eurowings die Marktposition in ihren Heimatmärkten und treibt die für die Airline-Industrie wichtige Konsolidierung aktiv voran. Im Rahmen des Wet-Leases von Flugzeugen der Air Berlin reduziert Eurowings die gemeinsame Kapazität in Europa um mehr als 30 Prozent und verringert damit auch den Druck auf die Erlöse.

Im neuen Geschäftsjahr wird die Integration der neuen Kapazität eine wesentliche Rolle spielen. Der Abschluss der Tarifgespräche mit den Piloten von Lufthansa Passage, Germanwings und Lufthansa Cargo bleibt ebenfalls im Fokus. Neben kontinuierlichen Kostenreduktionen werden auch verschiedene Digitalisierungsaktivitäten vorangetrieben, die die Zukunftsfähigkeit der Lufthansa Group weiter erhöhen sollen.

Geschäftsfelder

Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe

Passage Airline Gruppe steht im Zentrum der Wertschöpfung der Lufthansa Group. / Netzwerk-Airlines bauen Streckennetze und Premium-Positionierung aus. / Eurowings weitet Punkt-zu-Punkt-Verkehre erfolgreich aus. / Ergebnis steigt trotz rückläufigen Umsatzes. / Neuer Passagierrekord aufgestellt.

23,9

Mrd. € Umsatz

1 527

Mio. € Adjusted EBIT

T032 Kennzahlen Passage Airline Gruppe

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2016 2015 Veränderung

in %
Umsatz Mio. € 23 891 24 499 - 2,5
davon mit Gesellschaften der Lufthansa Group Mio. € 628 678 - 7,4
EBIT Mio. € 2 095 1 465 43,0
Adjusted EBIT Mio. € 1 527 1 505 1,5
EBITDA1) Mio. € 3 616 2 767 30,7
Adjusted EBIT-Marge % 6,4 6,1 0,3 P.
EACC Mio. € 1 004 414 142,5
ROCE % 13,3 9,5 3,8 P.
Segmentinvestitionen2) Mio. € 1 866 2 201 - 15,2
Mitarbeiter zum 31.12. Anzahl 54 308 55 255 - 1,7
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt Anzahl 55 201 55 169 0,1
Fluggäste Tsd. 109 670 107 679 1,8
Flüge2) Anzahl 1 012 714 994 243 1,9
Angebotene Sitzkilometer2) Mio. 286 555 273 973 4,6
Verkaufte Sitzkilometer2) Mio. 226 633 220 395 2,8
Sitzladefaktor % 79,1 80,4 - 1,4 P.
Durchschnittserlöse € Cent 9,8 10,3 - 5,0
Stückerlöse (RASK) € Cent 7,8 8,3 - 6,6
Stückkosten (CASK) € Cent 8,0 8,9 - 10,6

1) Ohne konzerninterne Ergebnisübernahmen / Beteiligungserträge.

2) Vorjahreszahlen angepasst.

Geschäftstätigkeit

Passage Airline Gruppe steht im Zentrum der Wertschöpfung

Die Passagierbeförderung ist das größte Geschäftsfeld der Lufthansa Group. Die Fluggesellschaften Lufthansa Passage, SWISS, Austrian Airlines und Eurowings bilden die Passage Airline Gruppe. Das Portfolio wird ergänzt durch weitere strategische Beteiligungen an SunExpress und Brussels Airlines, die zum Geschäftsjahr 2017 vollständig von der Lufthansa Group übernommen wurde. Eurowings wird seit dem Geschäftsjahr 2016 als eigenständige Geschäftseinheit innerhalb der Passage Airline Gruppe separat berichtet. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

Durch die intensive Abstimmung der Airlines untereinander schafft der Airline-Verbund hohe Synergien. Alle Airlines verbindet das gemeinsame Ziel, die Ansprüche der Kunden hinsichtlich Sicherheit, Qualität, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und professionellem Service zu erfüllen. Die Passage Airline Gruppe kann ihren Passagieren durch die Multi-Hub-Strategie ein umfassendes Streckenangebot bei gleichzeitig höchster Reiseflexibilität bieten. Das über die internationalen Drehkreuze Frankfurt, München, Zürich, Wien und Brüssel bediente Streckennetz umfasste im Sommerflugplan 2016 301 Destinationen in 100 Ländern.

Netzwerk-Airlines fokussieren sich auf Stärkung der Marktposition und Kundenwünsche

Die Netzwerk-Airlines der Lufthansa Group fokussieren sich darauf, ihre führenden Wettbewerbspositionen an den großen Drehkreuzen zu sichern und die dazugehörigen europäischen und interkontinentalen Streckennetze ebenso wie ihre Premium-Positionierung profitabel auszubauen, indem sie die Angebote und Services für die Kunden kontinuierlich verbessern. Das Streckennetz wird dabei zunehmend auch um touristische Kurz- und Langstreckendestinationen erweitert.

Kommerzielle Joint Ventures decken zur Unterstützung der Stückerlöse die wichtigsten Langstreckenmärkte und damit rund 70 Prozent der Langstreckenerlöse der Netzwerk-Airlines ab und ergänzen sie um zusätzliche Destinationen und Verbindungen. Wesentliche Kooperationen bestehen mit United Airlines und Air Canada auf den Strecken zwischen Europa und Nordamerika sowie mit All Nippon Airways (ANA) und Singapore Airlines auf Strecken zwischen Europa und Japan beziehungsweise Singapur.

Im September 2016 wurde darüber hinaus eine weitreichende Partnerschaftsvereinbarung zwischen der Lufthansa Group und Air China unterzeichnet, auf deren Grundlage die beiden Luftfahrtkonzerne alle Verbindungen zwischen Europa und China im Rahmen eines kommerziellen Joint Ventures gemeinsam anbieten werden. Die beiderseitigen Codesharing-Verbindungen sollen mit dem Joint Venture erheblich ausgeweitet und die geschäftliche Zusammenarbeit intensiviert werden.

Eurowings wächst im Punkt-zu-Punkt-Verkehr

Mit der Marke Eurowings will die Lufthansa Group zusätzliche Märkte im Punkt-zu-Punkt-Verkehr erschließen und ihre führende Position vor allem in den Heimatmärkten Deutschland, Österreich, Schweiz und Belgien profitabel absichern. Hier spielt Eurowings in Europa eine aktive Rolle bei der Konsolidierung. Zusätzlich werden auch vor allem touristische Langstreckenverbindungen von Eurowings weiter ausgebaut.

Geschäftsverlauf und operative Entwicklung

Wet-Lease-Vereinbarung zwischen Eurowings, Austrian Airlines und Air Berlin geschlossen

Die Lufthansa Group und Air Berlin PLC haben eine Vereinbarung zur Nutzung von insgesamt 38 bereederten Flugzeugen der Air Berlin-Gruppe auf Wet-Lease-Basis durch die Konzerngesellschaften Eurowings und Austrian Airlines geschlossen. Die Vereinbarung soll sechs Jahre laufen und Anfang Februar 2017 mit der Übernahme des ersten Flugzeugs beginnen. Entsprechend der Vereinbarung mit Air Berlin wird Eurowings 33 Flugzeuge anmieten, die künftig in den Farben von Eurowings fliegen sollen. Weitere fünf Flugzeuge werden von Austrian Airlines angemietet. Die vereinbarten Leasingraten sind wettbewerbsfähig. Eurowings und Austrian Airlines werden nicht nur Flugzeuge von Air Berlin mieten, sondern jeweils den gesamten Flugbetrieb dieser Flugzeuge, also auch Cockpit-Crew, Kabinenpersonal und Wartung.

Die Flugzeuge sollen ihre Heimatbasis an insgesamt sieben deutschen Flughäfen sowie in Wien und Palma de Mallorca haben. Die zuständigen Kartellbehörden haben die Vereinbarung freigegeben. Darüber hinaus hat die Lufthansa Group ein Codeshare-Abkommen mit der Etihad Aviation Group auf insgesamt vier Strecken abgeschlossen.

Lufthansa Group übernimmt Brussels Airlines vollständig

Die Lufthansa Group hat die Call-Option zum Erwerb der verbleibenden 55 Prozent der Anteile an SN Airholding, der Muttergesellschaft von Brussels Airlines, ausgeübt. Die Transaktion wurde Anfang Januar 2017 vollzogen. Der Kaufpreis für die verbliebenen Anteile betrug rund 2,6 Mio. EUR. Ab 2018 soll Brussels Airlines vollständig in die Lufthansa Group integriert werden und unter dem Dach der Eurowings-Gruppe fliegen. Die Synergieeffekte einer vollständigen Integration sollen einen mittleren zweistelligen Millionen-Eurobetrag pro Jahr ausmachen. Kurzfristig können Integrationskosten das Ergebnis aber zunächst belasten. Durch die Übernahme von Brussels Airlines und die Wet-Lease-Verein-barung mit Air Berlin wird Eurowings die Nummer drei im europäischen Punkt-zu-Punkt-Verkehr.

Passage Airline Gruppe senkt Kosten

Die Anstrengungen zur Kostensenkung bei der Passage Airline Gruppe zahlen sich aus. In allen relevanten Bereichen konnten die Stückkosten gegenüber Vorjahr gesenkt werden. Die Gesamtkosten gehen dabei absolut betrachtet stärker zurück als die Treibstoffkosten. Dies ist ein maßgeblicher Erfolg gegenüber der Kostenentwicklung in den Vorjahren. Die Bemühungen zu Kostenreduzierungen sollen fortgesetzt werden, um die Zukunftsfähigkeit der Lufthansa Group weiterhin zu stärken.

Umsetzung der Distributionsstrategie macht Fortschritte

Die im Jahr 2015 neu ausgerichtete Vertriebsstrategie entfaltet Wirkung. Die eingeführte Distribution Cost Charge (DCC), die für jede über ein globales Reservierungssystem im Markt durchgeführte Buchung erhoben wird, ist im Markt etabliert. Gleichzeitig hat der Anteil der Direktbuchungen bei den Netzwerk-Airlines vor allem in den Heimatmärkten kontinuierlich zugenommen. Die Verhandlungen über Direktbuchungen mit Kunden, Reiseveranstaltern, Reisebüroketten und Technologieanbietern zeigen stetige Erfolge. Darüber hinaus wurden Zusatzleistungen wie Upgrades, Gepäckleistungen, Hotels, Mietwagen oder Versicherungen stärker nachgefragt.

Die neue Distributionsstrategie erlaubt es, attraktive und vielfältige Angebote bereitzustellen, die den immer individuelleren und dynamischeren Anforderungen von Vertriebspartnern und Firmenkunden gerecht werden sowie ein verbessertes Erlösmanagement ermöglichen.

T033 Entwicklung der Verkehrsgebiete Passage Airline Gruppe

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Nettoverkehrserlöse in Mio. € Außenumsatz Fluggäste

in Tsd.
Angebotene Sitzkilometer in Mio.
2016 Veränderung

in %
2016 Veränderung

in %
2016 Veränderung

in %
--- --- --- --- --- --- ---
Europa 10 247 - 0,2 87 522 1,7 94 939 3,2
Amerika 6 720 - 2,3 11 184 6,6 103 384 10,0
Asien / Pazifik 3 770 - 5,9 6 546 - 0,9 65 100 1,5
Nahost / Afrika 1 519 - 7,7 4 418 - 2,4 23 132 - 3,3
Gesamtverkehr 22 256 - 2,4 109 670 1,8 286 555 4,6

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Verkaufte Sitzkilometer in Mio. Sitzladefaktor

in %
2016 Veränderung

in %
2016 Veränderung in P.
--- --- --- --- ---
Europa 71 353 1,4 75,2 - 1,3
Amerika 84 585 7,2 81,8 - 2,1
Asien / Pazifik 52 926 - 0,1 81,3 - 1,3
Nahost / Afrika 17 769 - 2,3 76,8 0,8
Gesamtverkehr 226 633 2,8 79,1 - 1,4

Passagierzahlen liegen auf Rekordniveau

Im Geschäftsjahr 2016 beförderte die Passage Airline Gruppe 109,7 Mio. Passagiere. Mit einem Anstieg von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr wurde ein neuer Passagierrekord aufgestellt. Die Zahl der Flüge stieg um 1,9 Prozent. Das Angebot wurde vor allem durch den Einsatz von größerem Fluggerät um 4,6 Prozent erhöht. Der Absatz stieg um 2,8 Prozent. Der Sitzladefaktor ist um 1,4 Prozentpunkte auf 79,1 Prozent gesunken. Die Durchschnittserlöse sind um 5,0 Prozent zurückgegangen. Die Verkehrserlöse haben sich um 2,4 Prozent vermindert.

Besonders deutlich wurde das Angebot im Verkehrsgebiet Amerika ausgeweitet. Das Verkehrsgebiet Nahost /Afrika schrumpfte hingegen. In Europa und Asien entwickelte sich das Angebot entsprechend dem Durchschnitt. Der Sitzladefaktor ging in allen Regionen, außer in Nahost /Afrika, zurück. Die Durchschnittserlöse entwickelten sich unterschiedlich in den einzelnen Verkehrsgebieten. In Europa fielen sie nur leicht. Die Region war am wenigsten stark von Unsicherheiten durch geopolitische Ereignisse belastet. Eine starke Positionierung in den Heimatmärkten unterstützte die Entwicklung weiterhin. Am stärksten fielen die Durchschnittserlöse in Amerika, insbesondere aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Entwicklung der Länder in Südamerika. In den Regionen Asien und Nahost /Afrika sanken die Durchschnittserlöse ebenfalls wesentlich. Ähnlich wie in Amerika war die Nachfrage in Asien nach Reisen nach Europa während der Sommermonate schwach. In den meisten Verkehrsgebieten belasteten Überkapazitäten im Markt und die Weitergabe von geringeren Treibstoffkosten an die Kunden die Preisentwicklung.

Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Umsätze sinken um 2,5 Prozent

Die Verkehrserlöse des Geschäftsfelds sanken trotz einer wiederum gesteigerten Verkehrsleistung um insgesamt 2,4 Prozent auf 22,3 Mrd. EUR. Während sich die abgesetzte Menge (+ 2,8 Prozent) erlössteigernd auswirkte, führten gesunkene Preise (4,3 Prozent) sowie negative Währungseffekte (- 0,9 Prozent) zu einer Erlösminderung.

Die Umsatzerlöse verminderten sich um 2,5 Prozent auf 23,9 Mrd. EUR. Die übrigen betrieblichen Erträge reduzierten sich ebenfalls, und zwar um 21,1 Prozent auf 1,1 Mrd. EUR. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus gesunkenen Kursgewinnen (- 383 Mio. EUR) und geringeren Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen (- 11 Mio. EUR). In der Folge gingen die gesamten betrieblichen Erträge um 3,5 Prozent auf 25,0 Mrd. EUR zurück. Der insbesondere preisbedingte Rückgang der Verkehrserlöse war die wesentliche Ursache dafür, dass die im Vorjahr prognostizierte Annahme eines leichten Umsatzanstiegs im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht eintrat.

T034 Aufwendungen Passage Airline Gruppe

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2016

in Mio. €
2015

in Mio. €
Veränderung

in %
Materialaufwand 14 361 15 146 - 5,2
davon Treibstoff 4 625 5 464 - 15,4
davon Gebühren 5 469 5 375 1,7
davon Operating Lease 36 28 28,6
davon Technikleistungen 1 929 2 098 - 8,1
Personalaufwand 3 828 4 675 - 18,1
Abschreibungen 1 401 1 301 7,7
Sonstiger betrieblicher Aufwand 3 314 3 386 - 2,1
davon Agenturprovisionen 302 317 - 4,7
davon Fremdpersonal 630 612 2,9
Summe betriebliche Aufwendungen 22 904 24 508 - 6,5

Aufwendungen vermindern sich um 6,5 Prozent

Die betrieblichen Aufwendungen verminderten sich um 6,5 Prozent auf 22,9 Mrd. EUR. Die Materialaufwendungen lagen mit insgesamt 14,4 Mrd. EUR um 5,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Gesunkene Treibstoffkosten (- 15,4 Prozent auf 4,6 Mrd. EUR) führten zu einer spürbaren Aufwandsentlastung. Um 18,3 Prozent geringeren Treibstoffpreisen (nach Sicherung) standen dabei die gestiegene Menge (+ 2,3 Prozent) sowie die Veränderung des US-Dollars (+ 0,6 Prozent) aufwandserhöhend gegenüber. Die Gebühren stiegen um insgesamt 1,7 Prozent auf 5,5 Mrd. EUR. Die übrigen bezogenen Leistungen verminderten sich insbesondere aufgrund geringerer Technikleistungen (- 8,1 Prozent) und bezogener IT-Leistungen (- 11,9 Prozent) sowie gegenläufig steigender Charteraufwendungen (+ 68,2 Prozent) um insgesamt 1,3 Prozent auf 4,0 Mrd. EUR.

Bei einer nahezu unveränderten durchschnittlichen Mitarbeiterzahl von 55.201 (+ 0,1 Prozent) sank der Personalaufwand deutlich um 18,1 Prozent auf 3,8 Mrd. EUR. Wesentliche Ursache für die diesen Rückgang war die Aufwandsentlastung aus nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand in Höhe von 652 Mio. EUR aus der Umstellung der Alters- und Übergangsversorgung für das Kabinenpersonal der Lufthansa Passage. Darüber hinaus wirkten sich geringere Zuführungen zu Pensionsrückstellungen aufgrund des Anstiegs des zum Geschäftsjahresbeginn geltenden Diskontierungszinssatzes von 2,6 Prozent auf 2,8 Prozent sowie positive Währungseffekte ebenfalls aufwandsmindernd aus.

G18 Umsatz und Adjusted EBIT Passage Airline Gruppe in Mio. €

Die planmäßigen Abschreibungen auf Flugzeuge erhöhten sich um 1,4 Prozent auf 1,2 Mrd. EUR. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verminderten sich um 2,1 Prozent auf 3,3 Mrd. EUR. Wesentliche Ursache hierfür waren geringere Kursverluste (- 362 Mio. EUR), denen unter anderem gestiegene Aufwendungen für Werbung und Verkaufsförderung (+ 45 Mio. EUR) sowie erhöhte Kosten für EDV-Vertriebssysteme (+ 37 Mio. EUR) gegenüberstanden. Im Rahmen der neuen Konzernstruktur wurden wesentliche Prozesse für die Netzwerk-Airlines Lufthansa Passage, SWISS und Austrian Airlines in den Konzernfunktionen gebündelt und den Airlines in Rechnung gestellt. Aus dieser Verrechnung ergaben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr Aufwendungen für das Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe in Höhe von 95 Mio. EUR.

EBIT steigt auf 2,1 Mrd. EUR, Adjusted EBIT liegt mit 1,5 Mrd. EUR um 1,5 Prozent über Vorjahr

Unter Einbeziehung des nahezu ausgeglichenen Beteiligungsergebnisses von - 2 Mio. EUR (Vorjahr: 47 Mio. EUR) ergab sich ein EBIT von 2,1 Mrd. EUR (+ 43,0 Prozent). Das Adjusted EBIT der Passage Airline Gruppe erhöhte sich gegenüber Vorjahr um 1,5 Prozent auf 1,5 Mrd. EUR. Das entspricht einer Adjusted EBIT-Marge von 6,4 Prozent (Vorjahr: 6,1 Prozent). Streiks und deren Auswirkungen belasteten das Ergebnis mit rund 100 Mio. EUR. Erläuterungen zu den Ergebnissen der einzelnen Airlines finden sich in den nachfolgenden Abschnitten.

In der Überleitung vom EBIT zum Adjusted EBIT wurden Nettoerträge von insgesamt 568 Mio. EUR eliminiert. Darin enthaltene Ergebnisentlastungen aus der Bewertung von Pensionsrückstellungen (670 Mio. EUR) betrafen nahezu vollständig die bereits genannte Umstellung der Alters- und Übergangsversorgung für das Kabinenpersonal von Lufthansa Passage. Darüber hinaus waren außerplanmäßige Abschreibungen (120 Mio. EUR) insbesondere auf zum Verkauf vorgesehene sieben Airbus A340-600, sieben Boeing 737-300 und zwei Bombardier CRJ 900 sowie positive Nettoergebnisse aus Buchgewinnen und -verlusten aus dem Abgang von Anlagevermögen (18 Mio. EUR) in der Überleitung zum Adjusted EBIT zu bereinigen.

Segmentinvestitionen sinken auf 1,9 Mrd. EUR

Die Segmentinvestitionen verminderten sich um 15,2 Prozent auf 1,9 Mrd. EUR. Sie umfassten 47 Flugzeugerwerbungen, drei Verlängerungen von Finance Leases von Flugzeugen sowie Flugzeugüberholungen und -anzahlungen. → Finanzlage, S. 32 ff.

Lufthansa Passage

T035 Lufthansa Passage1)

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2016 2015 Veränderung

in %
Umsatz2) Mio. € 15 409 16 066 - 4,1
EBIT2) Mio. € 1 723 813 111,9
Adjusted EBIT2) Mio. € 1 135 881 28,8
EBITDA2) 3) Mio. € 2 700 1 707 58,2
Mitarbeiter zum 31.12.2) Anzahl 34 654 37 076 - 6,5
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 2) Anzahl 36 049 37 176 - 3,0
Fluggäste2) Tsd. 62 418 62 372 0,1
Flüge2) Anzahl 544 422 535 554 1,7
Angebotene Sitzkilometer2) Mio. 184 428 182 337 1,1
Verkaufte Sitzkilometer2) Mio. 145 878 146 297 - 0,3
Sitzladefaktor % 79,1 80,2 - 1,1 P.

1) Inkl. Regionalpartnern.

2) Vorjahreszahlen angepasst.

3) Ohne konzerninterne Ergebnisübernahmen / Beteiligungserträge.

Lufthansa Passage ist die größte deutsche Fluggesellschaft. Sie unterhält Drehkreuze an den beiden größten deutschen Flughäfen Frankfurt und München. Auch die Regionalfluggesellschaften CityLine und Air Dolomiti sind Teil von Lufthansa Passage. Insgesamt bedienen die Fluglinien von Lufthansa Passage mit einer Flotte von 350 Flugzeugen ein Streckennetz von 203 Zielen in 74 Ländern.

Premium-Positionierung wird durch Flottenmodernisierung und Kundenorientierung gestärkt

Lufthansa Passage strebt die Qualitätsführerschaft in ihren Märkten an. Dafür werden kontinuierlich Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Kundenservices entlang der gesamten Reisekette identifiziert und umgesetzt. So wurde im Frühjahr 2016 die Einführung des hochwertigen Signature Service in der Business Class auf der gesamten Langstreckenflotte von Lufthansa Passage abgeschlossen.

Lufthansa Passage setzte auch im Jahr 2016 die Flottenmodernisierung fort. Die grundlegende Erneuerung der Flotte ermöglicht effizienteres und leiseres Fliegen sowie eine weitere Senkung der Stückkosten. Die zugehenden Flugzeuge der neuen Generation fliegen im Durchschnitt zwischen 15 und 25 Prozent treibstoffeffizienter als die Modelle, die sie jeweils ersetzen.

Als erster Kunde weltweit übernahm Lufthansa Passage den Airbus A320neo. 2016 sind insgesamt fünf A320neo übergeben und in Frankfurt stationiert worden. Im Vergleich zum Vorgängermodell verbraucht die A320neo deutlich weniger Treibstoff und reduziert die Lärmemissionen. Ende 2016 wurde das erste Flugzeug des Typs A350-900 in München stationiert. Lufthansa Passage hat insgesamt 25 Flugzeuge dieses Typs bestellt, von denen bereits eines zum Ende des Geschäftsjahres zugegangen ist. Die A350-900 ist das effizienteste Flugzeug ihrer Klasse mit 30 Prozent reduzierten Lärmemissionen.

Im Kurz- und Mittelstreckenbereich wurden erste Flugzeuge des Typs A320 mit Breitband-Internet an Bord ausgestattet. Bis Mitte 2018 soll die gesamte A320-Flotte mit der innovativen Technologie ausgerüstet werden. Passagiere können dann den Internetzugang kostenpflichtig mit ihren eigenen mobilen Endgeräten über WLAN an Bord nutzen. Auf der Langstrecke verfügen bereits sämtliche Flugzeuge von Lufthansa Passage über Internet an Bord.

Langfristiger Tariffrieden mit UFO hergestellt

Anfang Juli 2016 haben Lufthansa Passage und die Flugbegleitergewerkschaft UFO die Grundsätze für einen langfristigen Tarifabschluss vereinbart. Der Vergütungstarifvertrag sieht eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2019 vor. Des Weiteren wurden wesentliche Eckpunkte eines neuen beitragsorientierten Versorgungssystems vereinbart, welche die leistungsorientierten Zusagen für die Alters- und Übergangsversorgung ablösen. Die Ausformulierung der neuen Regelungen soll im ersten Quartal 2017 abgeschlossen werden. Darüber hinaus haben die Tarifpartner bis 2023 verschiedene Konfliktlösungsmechanismen für etwaige künftige Tarifauseinandersetzungen vereinbart. So kann das Unternehmen zum Beispiel bei einem angekündigten Vollstreik einen Schlichter anrufen und einen möglichen Arbeitskampf in einen verpflichtenden Schlichtungsprozess überführen. Weitere Bestandteile der Schlichtungsvereinbarung betreffen moderate Vergütungsanhebungen, die Umstellung auf eine neue, qualifikationsabhängige Vergütungsstruktur, eine nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit durch Kostenmonitoring sowie eine Beschäftigungsgarantie für alle Kabinenmitarbeiter von Lufthansa Passage bis 2021. Die Ausformulierung einzelner Bestandteile der Vereinbarung wird 2017 erfolgen.

Schlichtung mit Vereinigung Cockpit zur Vergütung erzielt

Am 15. Februar 2017 haben die Lufthansa Group und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) die Schlichtungsempfehlung zum Vergütungstarifvertrag angenommen. Diese sieht unter anderem eine Vergütungserhöhung für die rund 5.400 Piloten im Konzerntarifvertrag von rund 8,7 Prozent sowie eine Einmalzahlung in Höhe von insgesamt rund 30 Mio. EUR vor. Die Vergütungsverträge haben eine Laufzeit bis Ende 2019. Das Schlichtungsergebnis steigert die Cockpit-Vergütungskosten um rund 85 Mio. EUR pro Jahr. Die Gespräche mit der Gewerkschaft sollen fortgesetzt werden, um alternative Kostensenkungen im Rahmen einer Gesamtlösung zu erreichen. Sollte dies nicht gelingen, sollen abweichend von der bisherigen Flottenplanung 40 zugehende Flugzeuge außerhalb des Konzerntarifvertrags bereedert werden, um die Zusatzkosten zu kompensieren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr kam es im Rahmen der Tarifverhandlungen aufgrund von Streiks zu 4.581 Flugausfällen, von denen rund 389.000 Passagiere betroffen waren. Die Streikandrohungen wirken sich negativ auf das Buchungsverhalten der Passagiere aus und belasten somit die Erlösentwicklung über die direkten Streikkosten hinaus. → Mitarbeiter, S. 19 f.

Laufende Maßnahmen zur Effizienzsteigerung

Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung und Effizienzsteigerung werden fortlaufend entwickelt und umgesetzt. Insbesondere die voranschreitende Flottenmodernisierung, die Einführung der Premium Economy Class im Jahr 2015 und die Generierung von Zusatzerlösen durch eine stärkere Kundenorientierung mit personalisierten Angeboten wirken sich positiv auf das Ergebnis aus. Darüber hinaus profitiert insbesondere Lufthansa Passage auch von Gebührensenkungen der Deutschen Flugsicherung. Im Jahr 2016 konnten bereits wesentliche Einsparungen erzielt werden. Für das Jahr 2017 werden weitere wesentliche Einsparungen erwartet.

Durchschnittserlöse sinken bei stabiler Passagieranzahl

Lufthansa Passage beförderte im Geschäftsjahr 2016 rund 62,4 Mio. Passagiere und lag damit leicht über dem Vorjahreswert (+ 0,1 Prozent). Die Anzahl der Flüge erhöhte sich um 1,7 Prozent, die angebotenen Sitzkilometer um 1,1 Prozent. Die verkauften Sitzkilometer gingen um 0,3 Prozent gegenüber Vorjahr zurück. Der Sitzladefaktor sank um 1,1 Prozentpunkte auf 79,1 Prozent.

In Verbindung mit um 3,7 Prozent geringeren Durchschnittserlösen gingen die Verkehrserlöse um 4,0 Prozent zurück.

Ergebnisverbesserung durch Rückgang der betrieblichen Aufwendungen und Einmaleffekt

Lufthansa Passage erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 Umsatzerlöse in Höhe von 15,4 Mrd. EUR. Dies ist ein Rückgang gegenüber Vorjahr um 4,1 Prozent. Das Adjusted EBIT stieg um 28,8 Prozent auf 1,1 Mrd. EUR. Das entspricht einer Adjusted EBIT-Marge von 7,4 Prozent (Vorjahr: 5,5 Prozent). Das EBIT ist um 111,9 Prozent auf 1,7 Mrd. EUR gestiegen. Die betrieblichen Aufwendungen lagen mit 14,5 Mrd. EUR um 11,3 Prozent unter Vorjahr. Insbesondere die Personalaufwendungen sanken im Vorjahresvergleich um 28,4 Prozent auf 2,3 Mrd. EUR, vor allem getrieben durch den Einmaleffekt in Höhe von 661 Mio. EUR aus der Umstellung der Alters- und Übergangsversorgung im neuen Tarifvertrag mit der Flugbegleitergewerkschaft UFO. Weitere wesentliche Treiber waren ein vor allem preisbedingter Rückgang der Treibstoffkosten sowie deutlich reduzierte Technikleistungen aufgrund der im Vorjahr erfolgreich abgeschlossenen Produktmaßnahmen in der Kabine. Gegenläufig wirkten erhöhte Abschreibungen.

SWISS

T036 SWISS1)

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2016 2015 Veränderung

in %
Umsatz Mio. € 4 471 4 542 - 1,6
EBIT Mio. € 412 462 - 10,8
Adjusted EBIT Mio. € 414 429 - 3,5
EBITDA2) Mio. € 681 715 - 4,8
Mitarbeiter zum 31.12. Anzahl 9 711 9 009 7,8
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt Anzahl 9 453 8 819 7,2
Fluggäste Tsd. 17 972 17 536 2,5
Flüge Anzahl 169 016 166 038 1,8
Angebotene Sitzkilometer Mio. 52 731 48 345 9,1
Verkaufte Sitzkilometer Mio. 42 290 40 038 5,6
Sitzladefaktor % 80,2 82,8 - 2,6 P.

1) Inkl. Edelweiss Air. Weitere Informationen zur SWISS unter www.swiss.com.

2) Ohne konzerninterne Ergebnisübernahmen / Beteiligungserträge.

SWISS ist die größte Fluggesellschaft der Schweiz. Gemeinsam mit ihrer Schwestergesellschaft Edelweiss Air bedient sie ab den Flughäfen Zürich und Genf mit einer Flotte von 89 Flugzeugen ein weltweites Streckennetz von 136 Destinationen in 53 Ländern. Die separat geführte Fracht-Division Swiss WorldCargo bietet mit den Frachträumen der SWISS-Flugzeuge ein umfassendes Airport-to-Airport-Dienstleistungsangebot für hochwertige Güter und betreuungsintensive Fracht zu 130 Destinationen in über 80 Ländern an.

Flottenerneuerung wird vorangetrieben

SWISS hat ihre geplante Flottenmodernisierung konsequent umgesetzt. Insgesamt hat sie 2016 sechs Langstreckenflugzeuge vom Typ Airbus A340-300 durch Boeing 777-300ER ersetzt. Ein Flugzeug vom Typ A340-300 wurde von Edelweiss Air als Roll-over für eine A330-300 übernommen und ist dort seit Dezember 2016 im Einsatz. Bis Ende 2018 sollen vier weitere Flugzeuge des Typs B777-300ER in die SWISS-Flotte integriert werden. Mit der B777-300ER bietet SWISS ihren Passagieren erstmals Telefonie und Internet an Bord.

SWISS wird auch die insgesamt fünf in der Flotte verbleibenden Flugzeuge des Typs A340-300 mit einer vollständig erneuerten Kabine ausstatten und ein neues Bordunterhaltungssystem sowie Internet an Bord einführen. Bis Ende 2018 wird somit die gesamte SWISS-Langstreckenflotte in allen drei Reiseklassen über ein modernisiertes Produkt und drahtloses Internet zur Verbesserung des Kundenkomforts verfügen.

Darüber hinaus wurden 2016 fünf Bombardier CS100 in Betrieb genommen. SWISS ist Erstbestellerin und Erstbetreiberin des von Grund auf neu entwickelten Kurz- und Mittelstreckenflugzeugs, das neue Maßstäbe hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit und Komfort setzt. Ab April 2017 wird SWISS das neue Flugzeug auch ab Genf einsetzen. Bis Ende 2018 werden 30 Bombardier C Series in die Flotte integriert. Sie ersetzen vor allem die Avro RJ 100-Flugzeuge.

Neue Services für Fluggäste

Auch im Bereich der Services hat SWISS ihr Angebot ausgebaut. So hat sie in der Economy Class auf Langstreckenflügen ab der Schweiz À-la-carte-Menüs eingeführt. Neben dem bestehenden Speisenangebot an Bord stehen den Gästen nun ebenfalls verschiedene exklusive Menüs zur Auswahl, die gegen Gebühr vorbestellt werden können.

Darüber hinaus wurde das neue Reiseportal SWISS Holidays gestartet. Damit ermöglicht SWISS ihren Kunden die Buchung von individuell zusammengestellten Ferienpaketen inklusive Flug und Hotel. Das Portal bietet zahlreiche Angebote zu sehr attraktiven Preisen und touristisch interessanten Zielen in der ganzen Welt an.

Mit der Eröffnung der neuen First Class, Business Class und Senator Lounges am Flughafen Zürich profitieren die Fluggäste auch am Boden von neuen Angeboten, die durch noch mehr Komfort ihr Reiseerlebnis weiter steigern. SWISS hat außerdem für ihre Gäste der Economy Class die Möglichkeit eingeführt, vor der Reise Zugang zu den SWISS Business Class Lounges zu erwerben.

SWISS mit neuem Markenauftritt

Um ihrer ausgeprägten Kundenorientierung noch stärker Ausdruck zu verleihen, hat sich SWISS einen neuen Markenauftritt mit dem Claim "Made of Switzerland" und dem Kreativkonzept "The little big differences" gegeben. Der neue Claim umfasst die wichtigsten Charakteristika, die SWISS als Marke ausmachen: "Swissness", Emotionalität und eine starke Kundenorientierung.

Maßnahmen zur Effizienzsteigerung wurden umgesetzt

SWISS hat konsequent an der Verbesserung ihrer Effizienz gearbeitet. Schwerpunkte bildeten neben den fortlaufenden Bestrebungen nach einem effizienten Treibstoffmanagement vor allem die Einflottung der neuen Flugzeuge sowie die mit dem Flughafen Zürich ausgehandelten Gebührensenkungen.

SWISS erzielt erneuten Passagierrekord

Im Jahr 2016 konnte SWISS erneut einen Passagierrekord aufstellen. Insgesamt wurden 18,0 Mio. Fluggäste befördert. Dies entspricht einem Anstieg von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Angebot stieg um 9,1 Prozent, der Absatz um 5,6 Prozent. Der Sitzladefaktor ist um 2,6 Prozentpunkte auf 80,2 Prozent gesunken. Die Durchschnittserlöse gingen um 7,1 Prozent zurück. Die Verkehrserlöse sind um 1,9 Prozent gesunken.

Umsatz und Ergebnis sind rückläufig

Im Geschäftsjahr 2016 entwickelten sich sowohl Umsatz als auch Ergebnis der SWISS rückläufig. Der Umsatz ist um 1,6 Prozent auf 4,5 Mrd. EUR gesunken. Umsatzbelastend wirkte sich der starke Verfall der Durchschnittserlöse aus. Das Adjusted EBIT lag mit 414 Mio. EUR um 3,5 Prozent unter Vorjahr. Das entspricht einer Adjusted EBIT-Marge von 9,3 Prozent (Vorjahr: 9,5 Prozent). Ausschlaggebend hierfür waren insbesondere niedrigere Umsätze sowohl im Passagier - als auch im Frachtgeschäft, höhere Personalkosten aufgrund des erweiterten Angebots, höhere Abschreibungen sowie der Entfall von positiven, unter anderem währungsbedingten Sondereffekten aus dem Vorjahr. Das EBIT ist um 10,8 Prozent auf 412 Mio. EUR gesunken.

Austrian Airlines

T037 Austrian Airlines1)

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2016 2015 Veränderung

in %
Umsatz Mio. € 2 153 2 102 2,4
EBIT Mio. € 64 54 18,5
Adjusted EBIT Mio. € 58 52 11,5
EBITDA2) Mio. € 177 162 9,3
Mitarbeiter zum 31.12. Anzahl 6 450 5 984 7,8
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt Anzahl 6 289 5 986 5,1
Fluggäste Tsd. 11 385 10 838 5,1
Flüge Anzahl 136 112 126 827 7,3
Angebotene Sitzkilometer Mio. 24 451 23 316 4,9
Verkaufte Sitzkilometer3) Mio. 18 609 18 185 2,3
Sitzladefaktor % 76,1 78,0 - 1,9 P.

1) Weitere Informationen zu Austrian Airlines unter www.austrian.com.

2) Ohne konzerninterne Ergebnisübernahmen / Beteiligungserträge.

3) Vorjahreszahlen angepasst.

Austrian Airlines ist die größte Fluggesellschaft Österreichs und betreibt mit ihrer 81 Flugzeuge umfassenden Bestandsflotte ein weltweites Streckennetz von 115 Destinationen in 46 Ländern.

Innovation und Service sind Schlüsselfaktoren in schwierigem Umfeld

Austrian Airlines ist weiterhin einem wachsenden Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Herausfordernd für das laufende Geschäft bleiben darüber hinaus vor allem die Auswirkungen der Krisen in der Ukraine, Russland und dem Nahen Osten. Auf mehreren Destinationen wurde deshalb die Kapazität reduziert und einige Strecken wurden eingestellt. Der dauerhaft angespannten Wettbewerbssituation am Drehkreuz Wien begegnet Austrian Airlines mit Initiativen zur Kostensenkung, fortlaufendem Kapazitätsmanagement und Maßnahmen zur Erhöhung der Erlösqualität, wie zum Beispiel weiteren Service- und Produktverbesserungen.

Austrian Airlines führt Premium Economy Class ein

Ab Ende des Jahres 2017 soll die Premium Economy Class auf der gesamten Langstrecke eingeführt werden. Diese wird den Fluggästen Sitze mit größerem Neigungswinkel, mehr Sitzabstand, breiterer Sitzfläche und größerem Bildschirm für das On-Demand-Entertainment sowie ein höherwertiges Catering im Vergleich zur Economy Class bieten. Das Produkt orientiert sich an der erfolgreichen Einführung der Premium Economy Class bei Lufthansa Passage.

Airbus-Flotte wird mit WLAN an Bord ausgestattet

Ende 2016 wurden die ersten zwei A320-Flugzeuge mit Inflight Connectivity ausgestattet. Die restliche Airbus-Flotte wird 2017 WLAN an Bord erhalten. "myAustrian Flynet" erlaubt es Passagieren, ihre eigenen mobilen Endgeräte an Bord über WLAN zu nutzen. Im nächsten Schritt wird dieser Service durch Wireless Inflight Entertainment erweitert, mit dem unter anderem Filme, Dokumentationen und TV-Serien auf dem mitgebrachten mobilen Endgerät gestreamt werden können. Die Einführung ist für Mitte 2017 geplant.

Modernisierung der Flotte schreitet voran

Die 2015 begonnene Einflottung der Embraer-Kurzstreckenjets als Ersatz für die Fokker-Flugzeuge wurde 2016 fortgesetzt. Bis Ende 2016 wurden bereits zehn Embraer-Jets in die Flotte übernommen. Weitere sieben Flugzeuge sollen bis voraussichtlich Ende 2017 folgen. Durch die Anmietung externer Kapazitäten konnten Schwankungen, die bei der Einflottung entstanden sind, ausgeglichen werden.

Der Aufsichtsrat der Deutschen Lufthansa AG hat im September 2016 dem Leasing von drei Flugzeugen für Austrian Airlines zugestimmt. Davon wurden Ende 2016 bereits zwei Airbus des Typs A320 in die Flotte integriert. Eine zusätzliche B777 wird voraussichtlich ab dem Sommerflugplan 2018 eingesetzt. Darüber hinaus ist geplant, ab Mitte 2017 fünf A320-Flugzeuge von Air Berlin im Wet-Lease am Drehkreuz Wien einzusetzen.

Ausbau touristischer Destinationen steht weiterhin im Fokus

Austrian Airlines baut ihr Netzwerk kontinuierlich aus. Im Jahr 2016 wurden insbesondere die Destinationen Havanna, Hongkong, Bari, Jerez sowie Shanghai und Isfahan eingeführt. Zudem sollen ab Frühjahr 2017 Los Angeles und ab Herbst 2017 die Seychellen angeflogen werden.

Anzahl beförderter Passagiere ist angestiegen

Mit einer Passagierzahl von 11,4 Mio. hat Austrian Airlines um 5,1 Prozent mehr Passagiere befördert als 2015. Das Angebot wurde um 4,9 Prozent erweitert, der Absatz konnte um 2,3 Prozent gesteigert werden. Die Auslastung lag mit 76,1 Prozent um 1,9 Prozentpunkte unter dem Vorjahr. Die Durchschnittserlöse gingen um 2,9 Prozent zurück. Die Verkehrserlöse sind um 0,7 Prozent gesunken.

Umsatz und Ergebnis entwickeln sich positiv

Der Umsatz von Austrian Airlines lag 2016 mit 2,2 Mrd. EUR um 2,4 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Das Adjusted EBIT stieg um 11,5 Prozent auf 58 Mio. EUR. Das entspricht einer Adjusted EBIT-Marge von 2,7 Prozent (Vorjahr: 2,5 Prozent). Geringere Treibstoffkosten, die konsequente Umsetzung der Restrukturierungsmaßnahmen und ein erheblicher positiver Einmaleffekt aus dem Abschluss eines langfristigen Mietvertrags mit dem Flughafen Wien trugen zu diesem Ergebnis bei. Auch das EBIT zeigt mit 64 Mio. EUR eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr (+ 18,5 Prozent).

Eurowings

T038 Eurowings1)

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2016 2015 Veränderung

in %
Umsatz Mio. € 2 060 1 909 7,9
EBIT Mio. € - 90 39
Adjusted EBIT Mio. € - 91 38
EBITDA2) Mio. € 177 162 9,3
Mitarbeiter zum 31.12. Anzahl 3 493 3 186 9,6
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt Anzahl 3 410 3 188 7,0
Fluggäste Tsd. 18 430 16 933 8,8
Flüge Anzahl 170 732 165 850 2,9
Angebotene Sitzkilometer Mio. 25 264 19 976 26,5
Verkaufte Sitzkilometer Mio. 20 107 15 876 26,7
Sitzladefaktor % 79,6 79,5 0,1 P.

1) Weitere Informationen zu Eurowings unter www.eurowings.com.

2) Ohne konzerninterne Ergebnisübernahmen / Beteiligungserträge.

Mit Eurowings bietet die Lufthansa Group ein innovatives und wettbewerbsfähiges Angebot für preissensible und serviceorientierte Kunden im wachsenden Segment der Punkt-zu-Punkt-Verkehre an. In den nächsten Jahren soll Eurowings zu einem europaweit führenden Anbieter von Direktflügen auf- und ausgebaut werden. Damit sichert Eurowings auch die führende Position der Lufthansa Group im Europaverkehr ab, insbesondere in den Heimatmärkten Deutschland, Österreich, Schweiz und Belgien. Eurowings führt die Weiterentwicklung der europäischen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen außerhalb der Drehkreuze unter der eigenen Marke konsequent fort.

Flughafen Wien als weiteren Standort erfolgreich eingeführt

Die Eurowings-Gruppe weist auf der Kurz- und Mittelstrecke per Jahresende 2016 eine Bestandsflotte von insgesamt 78 Flugzeugen auf, davon 59 bei Germanwings und 19 bei Eurowings. Darüber hinaus waren insgesamt zwölf geleaste Flugzeuge für das Unternehmen im Einsatz. Neben Germanwings und Eurowings Deutschland wurde im August 2015 Eurowings Europe am Standort Wien gegründet und dient als zusätzliche günstige Plattform und als Ausgangspunkt für weiteres Wachstum in der Zukunft. Die Gesellschaft hat ihren Flugbetrieb im Juni 2016 erfolgreich aufgenommen und steuert mit zunächst drei Flugzeugen vom Typ Airbus A320 europäische Direktverbindungen ab dem Flughafen Wien an.

Insgesamt bedienen die Flugbetriebe von Eurowings im Kurz- und Mittelstreckenverkehr ein europaweites Netz von mehr als 123 Destinationen in 36 Ländern.

Im Geschäftsjahr 2017 wird die Flotte von Eurowings durch den Wet-Lease von Air Berlin und die Konsolidierung von Brussels Airlines auf mehr als 150 Flugzeuge anwachsen.

Joint Venture sichert die Langstrecke

Für die Bedienung der Langstreckenverbindungen nutzt Eurowings die deutsch-türkische Fluggesellschaft SunExpress Deutschland. SunExpress Deutschland ist eine wirtschaftliche Tochter von SunExpress, einem Joint Venture der Lufthansa Group und Turkish Airlines. Das Unternehmen betreibt die Langstreckenflugzeuge für Eurowings mit eigenem Cockpit- und Kabinenpersonal zu wettbewerbsfähigen Konditionen.

Nach einer operativ anspruchsvollen Startphase zum Jahresende 2015 mit nur zwei Flugzeugen konnte sich der Langstreckenflugbetrieb rasch stabilisieren. Inzwischen fliegen sechs A330 für Eurowings vom Flughafen Köln / Bonn. Die Flotte soll 2017 auf sieben Langstreckenflugzeuge ausgebaut werden. Die ersten Erfahrungen in diesem Segment sind positiv. Das neue Angebot wird von den Kunden gut angenommen und wird perspektivisch positiv zum Ergebnis der Eurowings-Gruppe beitragen.

Eurowings befördert mehr als 18 Mio. Passagiere

Im Jahr 2016 beförderte Eurowings 18,4 Mio. Passagiere. Dies entspricht einem Anstieg um 8,8 Prozent gegenüber Vorjahr. Infolge des Ausbaus des Langstreckenverkehrs und damit deutlich größerer Streckenlängen erhöhte sich das Angebot überproportional um 26,5 Prozent. Der Absatz konnte um 26,7 Prozent gesteigert werden. Die Auslastung verbesserte sich gegenüber 2015 um 0,1 Prozentpunkt auf 79,6 Prozent. Aufgrund des deutlichen Wachstums und der intensiven Wettbewerbssituation im Kontinentalverkehr sind die Durchschnittserlöse um 14,9 Prozent gesunken. Die Verkehrserlöse stiegen vor allem mengenbedingt um 7,8 Prozent.

Ergebnis ist durch Projektkosten belastet

Der Umsatz von Eurowings lag mit 2,1 Mrd. EUR um 7,9 Prozent über Vorjahr. Das Adjusted EBIT sank um 129 Mio. EUR auf - 91 Mio. EUR. Das entspricht einer Adjusted EBIT-Marge von - 4,4 Prozent (Vorjahr: 2,0 Prozent). Das EBIT verminderte sich um 129 Mio. EUR auf - 90 Mio. EUR. Grund hierfür waren neben einem intensiven Wettbewerbsumfeld im Europaverkehr insbesondere Projektkosten für den Aufbau der neuen Eurowings, erhöhte Kosten für Flugunregelmäßigkeiten sowie Belastungen aus Wechselkurseffekten.

Geschäftsfeld Logistik

Lufthansa Cargo ist Europas führende Frachtairline. , Durch Qualitätsverbesserungen und weltweite Kooperationen soll die führende Position ausgebaut werden. / Prozesse im Luftfrachtverkehr werden zunehmend vereinfacht und automatisiert. / Strategisches Kostensparprogramm wird seit Herbst 2016 umgesetzt. / Umsatz und Ergebnis verringern sich deutlich aufgrund rückläufiger Auslastung und starkem Rückgang der Durchschnittserlöse.

2,1

Mrd. € Umsatz

- 50

Mio. € Adjusted EBIT

T039 Kennzahlen Logistik

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2016 2015 Veränderung

in %
Umsatz Mio. € 2 084 2 355 - 11,5
davon mit Gesellschaften der Lufthansa Group Mio. € 25 24 4,2
EBIT Mio. € - 64 3
Adjusted EBIT Mio. € - 50 74
EBITDA1) Mio. € 44 155 - 71,6
Adjusted EBIT-Marge % - 2,4 3,1 - 5,5 P.
EACC Mio. € - 105 - 72 - 45,8
ROCE % - 4,3 0,2 - 4,5 P.
Segmentinvestitionen Mio. € 29 116 - 75,0
Mitarbeiter zum 31.12. Anzahl 4 568 4 607 - 0,8
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt Anzahl 4 559 4 643 - 1,8
Angebotene Fracht-Tonnenkilometer Mio. 12 548 12 606 - 0,5
Verkaufte Fracht-Tonnenkilometer Mio. 8 385 8 364 0,3
Nutzladefaktor % 66,8 66,3 0,5 P.

1) Ohne konzerninterne Ergebnisübernahmen / Beteiligungserträge.

Geschäftstätigkeit

Lufthansa Cargo ist Europas führende Frachtfluggesellschaft

Lufthansa Cargo ist der Spezialist für das Logistikgeschäft der Lufthansa Group. Die firmeneigene Flotte bestand zum Geschäftsjahresende aus fünf Frachtflugzeugen vom Typ Boeing 777F und 14 Boeing MD-11F, von denen zwei vorläufig stillgelegt wurden.

Das Geschäftsfeld Logistik umfasst neben der Lufthansa Cargo AG auch die auf das Management von Luftfrachtcontainern spezialisierte Jettainer Gruppe, die auf besonders eilige Sendungen spezialisierte Tochter time:matters und die Beteiligung an der Frachtfluggesellschaft AeroLogic GmbH. Die in Leipzig ansässige Fluggesellschaft fliegt mit acht B777-Frachtflugzeugen im Auftrag ihrer beiden Anteilseigner Lufthansa Cargo und DHL Express weltweit rund 20 Ziele an. Lufthansa Cargo hält darüber hinaus Beteiligungen an verschiedenen Abfertigungsgesellschaften. Der Rückkauf von 51 Prozent der Gesellschafteranteile an der time:matters Holding GmbH stärkt die profitablen Expressproduktbereiche der Lufthansa Cargo.

Neben eigenen und gecharterten Frachterkapazitäten werden insbesondere auch die Frachträume der Passagierflugzeuge von Lufthansa Passage, Austrian Airlines sowie der Eurowings-Langstreckenflüge vermarktet. Rund die Hälfte der Fracht wird jeweils an Bord von Fracht- und Passagierflugzeugen befördert. Insgesamt bietet Lufthansa Cargo Verbindungen zu mehr als 300 Zielen in rund 100 Ländern an.

Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit von Lufthansa Cargo liegt im Airport-to-Airport-Luftfrachtgeschäft. Das Produktportfolio umfasst sowohl Standard- als auch Expressfracht sowie hoch spezialisierte Produkte. Unter den Spezialprodukten, wie dem Transport von lebenden Tieren, Wertfracht, Post und Gefahrgut, nimmt vor allem die Beförderung von temperatursensibler Fracht kontinuierlich zu. Um den Anforderungen dieser sensiblen Güter gerecht zu werden, verfügt das Unternehmen über eine spezielle Infrastruktur am Frankfurter Flughafen, wie beispielsweise die Frankfurt Animal Lounge oder das Lufthansa Cargo Cool Center.

Führende Position soll weiter ausgebaut werden

Lufthansa Cargo strebt an, die Prozesse im Luftfrachtgeschäft weiter zu vereinfachen und zu automatisieren sowie die Stückkosten dauerhaft zu senken. Dafür sind eine moderne Flugzeugflotte, eine effiziente Bodeninfrastruktur sowie die Digitalisierung von Prozessen erforderlich. Auch über weitere Qualitätsverbesserungen und weltweite Kooperationen soll die führende Position in der Luftfrachtindustrie ausgebaut werden.

G19 Zielorte Lufthansa Cargo Frachterflotte

Internationale Kooperationen werden fortgeführt

Die seit Dezember 2014 bestehende Kooperation mit der japanischen All Nippon Airways (ANA) verläuft weiterhin erfolgreich. Darüber hinaus wurde im Mai 2016 mit der in Hongkong beheimateten Cathay Pacific Cargo ein Joint Business Agreement geschlossen. Im Oktober 2016 wurde die Frachtabfertigung für Im- und Exporte in Hongkong in das Cathay Pacific Cargo Terminal verlegt. Ab Januar 2017 erfolgte die Abfertigung im Lufthansa Cargo Center in Frankfurt. Die ersten gemeinsamen Sendungen wurden im Februar 2017 transportiert. Auch mit der US-amerikanischen United Cargo will Lufthansa Cargo künftig kooperieren. Dabei sollen die Kunden von einem größeren Netz und einheitlichen Prozessen profitieren.

Geschäftsverlauf und operative Entwicklung

Lufthansa Cargo reagiert mit Effizienzmaßnahmen auf schwierige Marktbedingungen

Die strukturelle Überkapazität im Markt führt zu einem Verfall der Erlöse für Luftfracht. Dies belastet die Ergebnisentwicklung von Lufthansa Cargo insbesondere außerhalb der Hauptsaison voraussichtlich auch zukünftig. Vor diesem Hintergrund beabsichtigt Lufthansa Cargo, die jährlichen Personalaufwendungen und personalnahen Kosten bis 2018 um mindestens 80 Mio. EUR zu reduzieren. Dafür wurde ein strategisches Kostensparprogramm erarbeitet, das seit Herbst 2016 implementiert wird. In der Folge werden unter anderem der Vertrieb sowie weitere Arbeitsbereiche zum Jahresbeginn 2017 schlanker aufgestellt. Ende 2016 wurde mit den Betriebspartnern Einigung über einen Abbau von etwa 800 Stellen erzielt, der im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einmaligen Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 32 Mio. EUR geführt hat.

Flotte, IT und Bodeninfrastruktur werden weiter modernisiert

Lufthansa Cargo hat die Integration von insgesamt fünf B777F erfolgreich abgeschlossen. Die Flugzeuge zeichnen sich durch einen geringeren Treibstoffverbrauch, große Reichweite und hohe Zuverlässigkeit aus. Die Größe der MD-11F-Flotte wurde mit Blick auf die Marktentwicklung um zwei auf zwölf aktive Flugzeuge reduziert. Eine weitere Anpassung der Kapazitäten ist für 2017 geplant.

Das Frachtzentrum in Frankfurt wird kontinuierlich modernisiert. Neben einer damit einhergehenden Vergrößerung wird die gesamte Infrastruktur des Cool Centers weiter verbessert. Zudem wird ein Konzept erarbeitet, das eine modulare Modernisierung des Logistikzentrums vorsieht.

In den kommenden Jahren will sich das Unternehmen mit allen Teilnehmern der Transportkette von der Buchung bis zur Auslieferung digital vernetzen. Die Kunden profitieren langfristig von einer höheren Transparenz, größerer Geschwindigkeit, verbesserter Qualität und Flexibilität sowie mehr Effizienz.

Produktpalette wird permanent erweitert

2016 hat Lufthansa Cargo zwei neue Produkte eingeführt, die ausschließlich online buchbar sind. Seit August 2016 bietet Lufthansa Cargo Privatkunden mit "myAirCargo" einen unkomplizierten internationalen Versand von Sperrgut per Flugzeug an. Das Unternehmen organisiert dabei den kompletten Transport von Tür zu Tür und kümmert sich mit Partnern zum Beispiel auch um die Zollformalitäten. Seit September 2016 steht mit "td.Basic" ein Tarif für Frachttransport mit der hohen Qualität der Lufthansa Cargo zu einem besonders attraktiven Preis zur Verfügung. Möglich wird dies durch einfachere Prozesse im Hintergrund, die alleinige Buchungsmöglichkeit über die Online-Kanäle der Frachtairline sowie eine etwas verlängerte Gesamttransportzeit. Damit eignet sich das neue Basisprodukt für alle Sendungen, die durchschnittlich drei Tage länger unterwegs sein können als mit dem bekannten Standardprodukt "td.Pro", das weiterhin angeboten wird.

T040 Entwicklung der Verkehrsgebiete Lufthansa Cargo

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Nettoverkehrserlöse in Mio. € Außenumsatz Angebotene Fracht-Tonnenkilometer in Mio. Verkaufte Fracht-Tonnenkilometer in Mio.
2016 Veränderung

in %
2016 Veränderung

in %
2016 Veränderung

in %
--- --- --- --- --- --- ---
Europa 178 - 10,1 713 3,7 341 3,8
Amerika 824 - 14,0 5 800 0,6 3 615 - 1,7
Asien / Pazifik 820 - 10,8 4 897 - 2,0 3 861 3,3
Nahost / Afrika 164 - 18,0 1 138 - 1,6 569 - 7,9
Gesamtverkehr 1 986 - 12,7 12 548 - 0,5 8 385 0,3

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Fracht-Nutzladefaktor

in %
2016 Veränderung in P.
--- --- ---
Europa 47,8 0,0
Amerika 62,3 - 1,5
Asien / Pazifik 78,8 4,0
Nahost / Afrika 50,0 - 3,4
Gesamtverkehr 66,8 0,5

Lufthansa Cargo erhält CEIV-Zertifizierung

Lufthansa Cargo wurde 2016 vom Airline-Verband IATA mit dem CEIV-Siegel ausgezeichnet. Dabei haben unabhängige Experten in einem aufwändigen Verfahren die Prozesse der Airline bei Pharmatransporten auditiert und ihr höchste Zuverlässigkeit und Kompetenz bescheinigt. Damit ist Lufthansa Cargo eine von nur sieben Fluggesellschaften insgesamt, die für ihre Prozesse im weltweiten Streckennetz diese Zertifizierung erhalten haben.

Beförderte Frachtmenge ist leicht rückläufig

Der Absatz von Lufthansa Cargo stieg um 0,3 Prozent. Der Nutzladefaktor erhöhte sich um 0,5 Prozentpunkte auf 66,8 Prozent. Das Angebot der Frachterkapazitäten ist um 1,9 Prozent zurückgegangen. Diesem stand eine Steigerung der abgesetzten Menge um 2,1 Prozent gegenüber. Der Nutzladefaktor auf Frachtflugzeugen erhöhte sich um 2,8 Prozentpunkte gegenüber Vorjahr auf 72,9 Prozent. Die angebotene Belly-Frachtkapazität wurde um 0,9 Prozent erhöht. Der Absatz ging um 1,4 Prozent zurück. Der Nutzladefaktor auf Belly-Diensten sank im Vorjahresvergleich um 1,5 Prozentpunkte auf 61,6 Prozent. Die Durchschnittserlöse sind um 12,9 Prozent gesunken, die Verkehrserlöse sind um 12,7 Prozent gesunken.

Die Entwicklung von Kapazität und Auslastung war zwischen den verschiedenen Verkehrsgebieten insgesamt ausgeglichen. Dies gilt auch für die Entwicklung der Verkehrserlöse und Durchschnittserlöse.

Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Umsatz und Adjusted EBIT sind rückläufig

Im Geschäftsjahr 2016 erzielte Lufthansa Cargo einen Umsatz von 2,1 Mrd. EUR (-11,5 Prozent). Die anderen Betriebserlöse stiegen durch die Einbeziehung von time:matters in den Teilkonzern Logistik seit August 2016 auf 84 Mio. EUR (+ 29,2 Prozent). Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit 65 Mio. EUR um 12,1 Prozent über Vorjahresniveau. Die betrieblichen Gesamterlöse verringerten sich auf insgesamt 2,1 Mrd. EUR (-10,9 Prozent).

G20 Umsatz und Adjusted EBIT Logistik in Mio. €

Die betrieblichen Aufwendungen sanken im Vorjahresvergleich um 8,1 Prozent auf 2,2 Mrd. EUR. Der Materialaufwand nahm um 8,4 Prozent auf 1,4 Mrd. EUR ab. Innerhalb dieser Position reduzierte sich der Treibstoffaufwand vor allem preisbedingt auf 259 Mio. EUR (-18,8 Prozent). Der Charteraufwand fiel um 8,6 Prozent auf 618 Mio. EUR.

Der Personalaufwand erhöhte sich zum Vorjahr um 3,4 Prozent auf 428 Mio. EUR. Dieser Anstieg beruhte im Wesentlichen auf Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen. Die Gesellschaften im Geschäftsfeld Logistik beschäftigten im Berichtszeitraum durchschnittlich 4.559 Mitarbeiter (Vorjahr: 4.643).

Die Abschreibungen sanken um 28,9 Prozent auf 108 Mio. EUR. Im Vorjahr enthielten diese außerplanmäßige Abschreibungen auf Projektkosten im Zusammenhang mit der Verschiebung des geplanten Neubaus des Frankfurter Frachtterminals (LCCneo) und auf Planungskosten für den Bau eines Verwaltungsgebäudes.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken vor allem aufgrund von rückläufigen Kursverlusten auf 257 Mio. EUR (- 12,0 Prozent). Das Beteiligungsergebnis sank um 4,0 Prozent auf 24 Mio. EUR.

T041 Aufwendungen Logistik

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2016

in Mio. €
2015

in Mio. €
Veränderung

in %
Materialaufwand 1 444 1 577 - 8,4
davon Treibstoff 259 319 - 18,8
davon Gebühren 295 303 - 2,6
davon Charter 618 676 - 8,6
davon Technikleistungen 135 126 7,1
Personalaufwand 428 414 3,4
Abschreibungen 108 152 - 28,9
Sonstiger betrieblicher Aufwand 257 292 - 12,0
Summe betriebliche Aufwendungen 2 237 2 435 - 8,1

Das Geschäftsfeld Logistik erzielte im Geschäftsjahr 2016 ein Adjusted EBIT in Höhe von - 50 Mio. EUR (Vorjahr: + 74 Mio. EUR). Das entspricht einer Adjusted EBIT-Marge von - 2,4 Prozent (Vorjahr: 3,1 Prozent). Wesentlicher Ergebnistreiber waren der deutliche Rückgang der Durchschnittserlöse und Einmaleffekte. Das zusätzlich durch Wertminderung der zum Verkauf vorgesehenen Flugzeuge belastete EBIT lag bei - 64 Mio. EUR (Vorjahr: + 3 Mio. EUR). Im langjährigen Vergleich erzielte das Geschäftsfeld Logistik damit ein sehr schwaches Ergebnis.

Die Segmentinvestitionen verringerten sich im Berichtszeitraum um 75,0 Prozent auf 29 Mio. EUR bedingt durch den Wegfall von Abschlusszahlungen im Zusammenhang mit dem Kauf der B777F-Flugzeuge im Vorjahr.

Geschäftsfeld Technik

Lufthansa Technik ist weltweit führender Anbieter von Wartungs-, Reparatur- und Überholungsleistungen für zivile, kommerzielle Flugzeuge. / Innovationen und strategische Partnerschaften stehen im Fokus. / Gute Auftragslage mit externen Kunden führt zu höherem Umsatz. / Ergebnis liegt unter Vorjahr.

5,1

Mrd. € Umsatz Mio.

411

€ Adjusted EBIT

T042 Kennzahlen Technik

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2016 2015 Veränderung

in %
Umsatz Mio. € 5 144 5 099 0,9
davon mit Gesellschaften der Lufthansa Group Mio. € 1 627 1 843 - 11,7
EBIT Mio. € 410 448 - 8,5
Adjusted EBIT Mio. € 411 454 - 9,5
EBITDA1) Mio. € 517 551 - 6,2
Adjusted EBIT-Marge % 8,0 8,9 - 0,9 P.
EACC Mio. € 142 158 - 10,1
ROCE % 8,5 10,6 - 2,1 P.
Segmentinvestitionen2) Mio. € 216 154 40,3
Mitarbeiter zum 31.12. Anzahl 20 839 20 661 0,9
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt Anzahl 20 708 20 289 2,1
Vollkonsolidierte Gesellschaften Anzahl 23 23 0,0

1) Ohne konzerninterne Ergebnisübernahmen / Beteiligungserträge.

2) Vorjahreszahlen angepasst.

Geschäftstätigkeit

Lufthansa Technik ist weltweit führender MRO-Anbieter

Lufthansa Technik ist der global führende herstellerunabhängige Anbieter von Wartungs-, Reparatur- und Überholungsleistungen (Maintenance, Repair & Overhaul - MRO) für zivile, kommerziell betriebene Flugzeuge. Zur Lufthansa Technik Gruppe gehören weltweit 31 technische Instandhaltungsbetriebe. Das Unternehmen ist direkt und indirekt an 57 Gesellschaften beteiligt. Lufthansa Technik betreut weltweit rund 800 Kunden, darunter vor allem Airlines und Flugzeug-Leasinggesellschaften, aber auch VIP-Jet-Betreiber und öffentliche Auftraggeber.

Das Leistungsspektrum von Lufthansa Technik verteilt sich auf die sieben Produktdivisionen Wartung, Flugzeugüberholung, Triebwerke, Geräte, Flugzeugsysteme, Entwicklung und Herstellung von Kabinenprodukten sowie die Erstausstattung und Betreuung von VIP-Flugzeugen. Die Angebotspalette erstreckt sich über unterschiedlich strukturierte Produkte und Produktkombinationen, von der Reparatur einzelner Geräte über Beratungsleistungen bis hin zur vollintegrierten Versorgung ganzer Flotten. Über die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen hinaus ermöglicht Lufthansa Technik Fluggesellschaften unter anderem, neue Flugzeugtypen sicher in den Linienbetrieb einzuführen und treibstoffeffizient zu betreiben.

Lufthansa Technik setzt weiterhin auf Innovationen

Lufthansa Technik dokumentiert seit Oktober 2016 an allen deutschen Stationen in elektronischer Form, wie Beanstandungen an Flugzeugen von Lufthansa Passage und Lufthansa Cargo behoben werden. Lufthansa Technik will die Digitalisierung der MRO-Branche vorantreiben und mitgestalten. Neben dem Aufbau eigener Kapazitäten gehört dazu auch die Übernahme der Mehrheit der Anteile an dem britischen Softwareanbieter FLYdocs, der sich auf das Management luftfahrtspezifischer Daten spezialisiert hat. Die Partnerschaft begann im Sommer 2016 und hat sich sehr positiv entwickelt. Dadurch soll die Digitalisierung papierbasierter Prozesse weiter vorangetrieben werden. Gemeinsam planen FLYdocs und Lufthansa Technik die Entwicklung neuer digitaler Dienste, die für die Betreiber und Leasinggeber von Flugzeugen weltweit von großem Wert sein werden. Mit "Condition Analytics" bietet Lufthansa Technik zudem Kunden ab dem kommenden Jahr eine Lösung, die Zustandsmonitoring und vorausschauende Wartung auf einer Plattform verbindet. Damit gehört Lufthansa Technik hinsichtlich Digitalisierung zu den führenden Unternehmen der MRO-Industrie.

Der anspruchsvollen Wettbewerbssituation begegnet Lufthansa Technik außerdem mit Produkt- und Technologieinnovationen sowie dem Ausbau von Kooperationen. So wurde 2016 unter anderem der variabel konfigurierbare sowie gewicht- und platzsparende VIP-Flugzeugsitz "chair" zur Marktreife geführt und ein erster Kunde dafür gewonnen.

Lufthansa Technik hat im Jahr 2016 eine völlig neu entwickelte Produktionsanlage zum Bedrucken von Flugzeuginnenverkleidungen und Kabinenelementen in Betrieb genommen. Weiterhin ist auf Basis einer Entwicklung von Lufthansa Technik der Einbau modernster Breitband-Kommunikation in Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge in wenigen Tagen je Flugzeug auch für große Flotten möglich.

Lufthansa Technik vereinbart wichtige Kooperationen

Lufthansa Technik und GE Aviation gaben im Jahr 2016 den Bau eines hochmodernen Instandhaltungszentrums für Triebwerke durch ihr polnisches Gemeinschaftsunternehmen XEOS bekannt. In dem Unternehmen, das Mitte 2018 den Betrieb aufnehmen soll, ist die Betreuung der modernen Triebwerksmuster GEnx-2B und GE9X geplant.

Im Rahmen eines 2016 geschlossenen strategischen Abkommens wird Lufthansa Technik ein Schlüsselmitglied im Instandhaltungsnetzwerk für den Geared Turbofan (GTF) des Triebwerksherstellers Pratt & Whitney. Zudem haben Lufthansa Technik und MTU Aero Engines die Gründung eines gemeinsamen Instandhaltungsunternehmens für Getriebefan-Triebwerke der PW1000G-Serie vereinbart. Eine entsprechende Vereinbarung wurde am 20. Februar 2017 unterzeichnet. Vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden gehen beide Unternehmen davon aus, dass das Joint Venture an einem global wettbewerbsfähigen Standort im zweiten Halbjahr 2017 gegründet werden kann.

Geschäftsverlauf und operative Entwicklung

Wichtige Verträge wurden verlängert und neu abgeschlossen

Im Berichtszeitraum ist die Anzahl der im Rahmen von Exklusivverträgen betreuten Flugzeuge um 12,3 Prozent auf 4.132 gestiegen. Damit wird weltweit jedes siebte kommerziell betriebene Flugzeug von Lufthansa Technik betreut. Im Geschäftsjahr 2016 konnten 42 neue Kunden gewonnen und 456 Verträge mit einem Vertragsvolumen von 5,7 Mrd. EUR für 2016 und die Folgejahre abgeschlossen werden.

Weltweite Kapazitäten werden nachfragegerecht ausgeweitet

Um die steigende Nachfrage zu bedienen, werden die Kapazitäten, insbesondere in Asien und Amerika, kontinuierlich erweitert. So wurde 2016 von Lufthansa Technik eine weitere Überholungslinie in Puerto Rico in Betrieb genommen. Bis 2017 soll der Standort auf insgesamt fünf Linien ausgeweitet werden. In Hongkong und am Flughafen London-Heathrow wurden neue Komponentenlager eröffnet. Mit dieser lokalen Präsenz verdichtet Lufthansa Technik ihr Netzwerk weiter und verkürzt die Versorgungszeiten für die Kunden signifikant.

Lufthansa Technik Logistik Services (LTLS) hat mit der Erweiterung des Lagergebäudes für die Ersatzteilversorgung am Standort München einen wichtigen Meilenstein für die künftige Betreuung des neuen Airbus A350 erreicht.

G21 Standorte Lufthansa Technik

In Melbourne hat Lufthansa Technik 2016 die erste Cyclean® Engine Wash Servicestation in Australien in Betrieb genommen. Somit bietet sie ihre Cyclean® Triebwerkswäschen rund um den Globus von Nord- und Südamerika über Europa und den Nahen Osten bis nach Asien und nun auch in Australien an.

Triebwerksüberholung wird kosteneffizient in Hamburg betrieben

Die Geschäftsleitung von Lufthansa Technik, der Tarifpartner ver.di und der Betriebsrat haben eine Lösung gefunden, die es möglich macht, das neue Triebwerksmuster LEAP von General Electric nach Hamburg zu holen. Damit werden im Bereich der Triebwerksüberholung langfristig 1.300 Arbeitsplätze gesichert, davon 1.100 in Hamburg. Für das Triebwerksmuster Geared Turbofan von Pratt & Whitney konnte hingegen keine gemeinsame Lösung gefunden werden, die eine wirtschaftliche Instandhaltung in Hamburg möglich gemacht hätte. Um dieses Triebwerksmuster dennoch im Verbund betreuen zu können, haben Lufthansa Technik und MTU die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens an einem anderen Standort beschlossen.

Flugzeugüberholung in Hamburg wird geschlossen

Lufthansa Technik stellt im Laufe des Jahres 2017 die Überholung von Verkehrsflugzeugen am Standort Hamburg ein. Trotz intensiver Verhandlungen konnten die Tarifpartner keine Lösung finden, die eine wirtschaftliche Fortsetzung der Flugzeugüberholung in Hamburg möglich gemacht hätte.

Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Europa ist wichtigster Absatzmarkt

Der wichtigste Absatzmarkt des Unternehmens bleibt die Region Europa inklusive der ehemaligen GUS. Der Umsatzanteil dieser Region lag 2016 mit 63,4 Prozent leicht unter Vorjahr (- 2,6 Prozentpunkte). Im wichtigen Wachstumsmarkt Asien / Pazifik stieg der Anteil auf 9,2 Prozent (+ 2,1 Prozentpunkte). In der Region Mittlerer Osten und Afrika lag der Anteil bei 6,0 Prozent (- 0,7 Prozentpunkte). Der Umsatzanteil in der Region Amerika stieg weiter auf 12,7 Prozent (+ 1,6 Prozentpunkte). Der Gesamtumsatz mit Leasinggesellschaften und VIP-Jet-Betreibern lag stabil bei 8,7 Prozent (- 0,4 Prozentpunkte).

Gute Auftragslage führt zu weiterer Umsatzerhöhung mit externen Kunden

Lufthansa Technik konnte den Umsatz im Geschäftsjahr 2016 um 0,9 Prozent auf 5,1 Mrd. EUR steigern. Dabei sanken die Umsätze mit Konzerngesellschaften gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen aufgrund des im Vorjahr erfolgreich abgeschlossenen großen Modifikationsprogramms von Lufthansa Passage um 11,7 Prozent auf 1,6 Mrd. EUR. Der konzernexterne Außenumsatz konnte um 8,0 Prozent auf 3,5 Mrd. EUR ausgeweitet werden. Dabei entfielen 86,3 Prozent des Gesamtumsatzes auf die Lufthansa Technik AG, die mit ihrer erfolgreichen Wachstumsstrategie den wettbewerbsbedingten Preisverfall überkompensierte. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit 222 Mio. EUR um 30,0 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das Geschäftsfeld Technik erwirtschaftete Gesamterlöse in Höhe von 5,4 Mrd. EUR (- 0,9 Prozent).

G22 Umsatz und Adjusted EBIT Technik in Mio. €

Die betrieblichen Gesamtaufwendungen stiegen um 0,2 Prozent auf 5,0 Mrd. EUR. Dabei erhöhte sich der Materialaufwand aufgrund von Kostensteigerungen und der Steigerung der Gesamtleistungen im Geräte- und Triebwerksbereich um 2,3 Prozent auf 2,7 Mrd. EUR.

Der Personalaufwand lag mit 1,3 Mrd. EUR um 3,4 Prozent unter Vorjahr. Die Abschreibungen sind um 3,9 Prozent auf 107 Mio. EUR gestiegen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um 1,0 Prozent auf 886 Mio. EUR gesunken.

T043 Aufwendungen Technik

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2016

in Mio. €
2015

in Mio. €
Veränderung

in %
Materialaufwand 2 718 2 656 2,3
davon übrige Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1 760 1 668 5,5
davon Fremdleistungen 762 755 0,9
Personalaufwand 1 272 1 317 - 3,4
Abschreibungen 107 103 3,9
Sonstiger betrieblicher Aufwand 886 895 - 1,0
Summe betriebliche Aufwendungen 4 983 4 971 0,2

Segmentergebnis erreicht erneut ein gutes Niveau

Lufthansa Technik erzielte 2016 ein Adjusted EBIT in Höhe von 411 Mio. EUR. Dieses ist aufgrund von positiven Sondereffekten im Vorjahr um 9,5 Prozent gesunken. Die Adjusted EBIT-Marge lag bei 8,0 Prozent (Vorjahr: 8,9 Prozent). Das EBIT sank um 8,5 Prozent auf 410 Mio. EUR. Im langjährigen Vergleich erzielte Lufthansa Technik damit aber wieder ein sehr gutes Ergebnis.

Die Segmentinvestitionen stiegen um 40,3 Prozent auf 216 Mio. EUR. Wesentliche Investitionen entfielen auf Projekte im Kontext der Digitalisierung, auf den Bau einer hochmodernen Räder- und Bremsenwerkstatt, die Erweiterung eines Lagergebäudes der Lufthansa Technik Logistik Services sowie auf den Kauf von Reservetriebwerken bei der Lufthansa Technik Airmotive Ireland Leasing, überwiegend wegen der Erweiterung der Konzernflotten.

Geschäftsfeld Catering

Die LSG Group ist ein führender Anbieter im Airline-Catering. , Transformation des Unternehmens und zunehmender Fokus auf angrenzende Märkte werden vorangetrieben. / Umsatz und Ergebnis steigen trotz negativer Wechselkurseffekte und hoher Transformationsaufwendungen.

3,2

Mrd. € Umsatz

104

Mio. € Adjusted EBIT

T044 Kennzahlen Catering

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2016 2015 Veränderung

in %
Umsatz Mio. € 3 194 3 022 5,7
davon mit Gesellschaften der Lufthansa Group Mio. € 644 636 1,3
EBIT Mio. € 60 85 - 29,4
Adjusted EBIT Mio. € 104 99 5,1
EBITDA1) Mio. € 166 166 0,0
Adjusted EBIT-Marge % 3,3 3,3 0,0 P.
EACC Mio. € - 15 - 8 - 87,5
ROCE % 3,5 5,0 - 1,5 P.
Segmentinvestitionen2) Mio. € 73 148 - 50,7
Mitarbeiter zum 31.12. Anzahl 35 530 34 310 3,6
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt Anzahl 35 571 33 543 6,0
Vollkonsolidierte Gesellschaften Anzahl 121 120 0,8

1) Ohne konzerninterne Ergebnisübernahmen / Beteiligungserträge.

2) Vorjahreszahlen angepasst.

Geschäftstätigkeit

LSG Group bietet einzigartiges Dienstleistungsportfolio

Die LSG Group ist der führende Anbieter eines kompletten Portfolios von Produkten und Dienstleistungen rund um den Bordservice und verfügt mit 201 Catering-Betrieben in 50 Ländern über ein weltumspannendes Netzwerk. Sie bietet ihre Leistungen zudem über weltweite Partnerschaften an weiteren Flughäfen an. Diese Aktivitäten werden unter der etablierten Marke LSG Sky Chefs geführt. Darüber hinaus offeriert das Unternehmen seinen Airline-Kunden ein vollständiges Portfolio rund um den Bordservice. Dieses umfasst die Entwicklung und Abwicklung von Bordverkaufsprogrammen über die Tochtergesellschaft Retail inMotion, die Beschaffung und das Design von Bordserviceequipment über die Marke SPIRIANT, die Optimierung der Transportlogistik durch die Tochtergesellschaft SkylogistiX sowie die Bewirtschaftung von Lounges, die ebenfalls unter der Marke LSG Sky Chefs betrieben werden.

Aufgrund der in den vergangenen Jahren erfolgreich aufgebauten Kompetenz im Bereich Dienstleistungen für Zugbetreiber in Europa sowie Lieferungen an den Einzelhandel zählen diese Segmente ebenfalls zum Kerngeschäft der LSG Group. In den USA bietet die LSG Group darüber hinaus Sicherheitskonzepte für Fluggesellschaften über SCIS Air Security an. In Deutschland betreibt sie unter der Marke Ringeltaube Einzelhandelsmärkte an Flughäfen.

Zum Jahresende 2016 umfasste das Unternehmen 156 Einzelgesellschaften. Die Muttergesellschaft ist die LSG Lufthansa Service Holding AG mit Sitz in Neu-Isenburg.

Kompetenzen werden weiter ausgebaut

Entsprechend den vielfältigen Veränderungen der Kundenanforderungen erweitert die LSG Group ihr Know-how kontinuierlich.

Um die steigende Nachfrage nach Bordverkaufsprogrammen zu erfüllen, bietet Retail inMotion eine branchenführende IT-Lösung, die den gesamten Bordverkaufsprozess durchgängig unterstützt, sowie umfangreiche Kenntnisse zu den aus Konsumentensicht geeigneten Produkten und Dienstleistungen. Diese reichen von Speisen und Getränken über Boutiqueartikel und Unterhaltungsprogramme bis hin zu virtuellen Angeboten. Zum anderen hat das Unternehmen seine kulinarische Kompetenz weiter geschärft, um den zunehmenden Kundenanforderungen nach differenzierenden und markenunterstützenden Servicekonzepten in den Premium-Klassen gerecht zu werden.

Partnerschaften schaffen Expertise

Basierend auf ihrem frühzeitigen Engagement in zahlreichen Partnerschaften und Managementverträgen in Asien, Lateinamerika, Osteuropa und Afrika hat die LSG Group über die geografische Präsenz hinaus eine auf Authentizität und Expertise aufbauende führende Position im Hinblick auf bedeutende ethnische Küchen aufgebaut. Dies kommt auch dem Einzelhandelssegment zugute, in dem das Unternehmen eng mit seinen großen Kunden in der Produktentwicklung zusammenarbeitet und neue Märkte erschließt. Zudem ergänzen ausgewählte Kooperationen, beispielsweise im Bereich Equipmentlogistik und standardisierter, von den Kunden vorgegebener Produkte, das Fachwissen der LSG Group.

G23 Standorte LSG Group

Geschäftsverlauf und operative Entwicklung

Geschäftsmodell wird fortlaufend weiterentwickelt

Insbesondere in Europa, perspektivisch aber auch in anderen Regionen, wandelt sich der Markt für Bordservicekonzepte erheblich. Daher stand das Geschäftsjahr 2016 im Zeichen der Transformation des Geschäftsmodells. Vorhandene, nicht wettbewerbsfähige Strukturen werden verändert und aufgelöst, zukunftskritische Kompetenzen und Kapazitäten hingegen werden etabliert und gestärkt.

Portfolio wurde ausgebaut und Kundenverträge verlängert

Mit der vollständigen Übernahme von Retail inMotion im Februar 2016 hat die LSG Group für diese Entwicklung einen wesentlichen Grundstein gelegt. Sie ist nun in der Lage, weitere Kunden zu bedienen, die ihren Bordservice von klassischem Catering auf Bordverkauf oder Hybrid-Modelle umstellen. Zudem hat das Unternehmen eine Anpassung des Standortnetzwerks in Europa über Einzelmaßnahmen wie Outsourcing und Schließung einzelner Betriebe sowie Produktionsbündelung eingeleitet.

Wichtige Kundenverträge mit American Airlines, Eurowings, LATAM, Air China und 7-Eleven wurden verlängert beziehungsweise neu geschlossen. In Santiago de Chile nahm eine neue Produktionsstätte für Airline- und Einzelhandelskunden ihren Betrieb auf.

Auf administrativer und operativer Ebene wurden die laufenden Programme zur weiteren Ergebnisverbesserung über Prozessoptimierung und -standardisierung erfolgreich fortgeführt.

Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Umsatz und Ergebnis steigen

Der Umsatz im Geschäftsfeld Catering stieg 2016 trotz negativer Wechselkurseffekte vor allem volumenbedingt um 5,7 Prozent auf 3,2 Mrd. EUR. Veränderungen im Kreis der einbezogenen Gesellschaften trugen mit 42 Mio. EUR zum Umsatzanstieg bei.

G24 Umsatz und Adjusted EBIT Catering in Mio. €

Der Außenumsatz stieg um 6,9 Prozent auf 2,6 Mrd. EUR. Der Innenumsatz ist um 1,3 Prozent auf 644 Mio. EUR gewachsen. Die sonstigen Erträge sind um 8,2 Prozent auf 67 Mio. EUR gesunken. Die Erlöse erhöhten sich insgesamt um 5,4 Prozent auf 3,3 Mrd. EUR.

Die betrieblichen Gesamtaufwendungen lagen mit 3,2 Mrd. EUR um 6,3 Prozent über Vorjahr. Der Materialaufwand stieg vornehmlich mengenbedingt und aufgrund des veränderten Konsolidierungskreises um 6,5 Prozent auf 1,4 Mrd. EUR. Der Personalaufwand stieg um 6,4 Prozent auf 1,2 Mrd. EUR. Neben einer auftragsbezogen gestiegenen Mitarbeiteranzahl trugen auch tariflich bedingte Lohnsteigerungen in der Region Nordamerika sowie Restrukturierungsaufwendungen in der Region Europa zum Anstieg des Personalaufwands bei. Die Abschreibungen lagen mit 106 Mio. EUR vor allem aufgrund außerplanmäßiger Abschreibungen auf Sachanlagen in Europa um 32,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich vor allem mengenbedingt um 1,9 Prozent auf 550 Mio. EUR erhöht.

Das Beteiligungsergebnis lag mit 22 Mio. EUR auf dem Niveau des Vorjahres. Das Geschäftsfeld Catering konnte im Geschäftsjahr 2016 das Adjusted EBIT trotz deutlich höherer Transformationsaufwendungen um 5,1 Prozent auf 104 Mio. EUR steigern. Die Adjusted EBIT-Marge lag mit 3,3 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres. Das zusätzlich durch signifikante außerplanmäßige Abschreibungen belastete EBIT ist um 29,4 Prozent auf 60 Mio. EUR gesunken.

Ohne Berücksichtigung der vorgenannten Transformationsaufwendungen und außerplanmäßigen Abschreibungen erzielte die LSG Group im langjährigen Vergleich ein gutes Ergebnis. Die Segmentinvestitionen sind um 50,7 Prozent auf 73 Mio. EUR gesunken.

T045 Aufwendungen Catering

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2016

in Mio. €
2015

in Mio. €
Veränderung

in %
Materialaufwand 1 383 1 299 6,5
Personalaufwand 1 184 1 113 6,4
Abschreibungen 106 80 32,5
Sonstiger betrieblicher Aufwand 550 540 1,9
Summe betriebliche Aufwendungen 3 223 3 032 6,3

Sonstige

AirPlus steigert erneut Umsatz und Ergebnis. / IT-Service-Gesellschaften weiten ihr Geschäft aus. / Adjusted EBIT des Segments verbessert sich deutlich.

T046 Sonstige

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2016 2015 Veränderung

in %
Betriebliche Erträge Mio. € 2 090 2 515 - 16,9
EBIT Mio. € - 221 - 383 42,3
Adjusted EBIT Mio. € - 236 - 370 36,2
EBITDA1) Mio. € - 135 - 302 55,3
Segmentinvestitionen2) Mio. € 27 23 17,4
Mitarbeiter zum 31.12. Anzahl 9 061 5 819 55,7
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt Anzahl 7 248 5 915 22,5

1) Ohne konzerninterne Ergebnisübernahmen / Beteiligungserträge.

2) Vorjahreszahlen angepasst.

Der Bereich Sonstige umfasst die Service- und Finanzgesellschaften sowie die Konzernfunktionen der Lufthansa Group. Die nach der Auflösung des Geschäftsfelds IT Services daraus verbliebenen Nachfolge- und Tochtergesellschaften sind ebenfalls in diesem Segment enthalten.

AirPlus baut Produktangebot aus

AirPlus ist einer der weltweit führenden Anbieter von Lösungen, die das Bezahlen und Auswerten von Geschäftsreisen ermöglichen. Die Gesellschaft stellt unter der Marke AirPlus International maßgeschneiderte Produkte und integrierte Lösungen zur Verfügung, mit denen Unternehmen ihr Travel Management einfacher und kostengünstiger gestalten können. AirPlus ermöglicht ihren Kunden eine unternehmensweite Transparenz hinsichtlich sämtlicher Geschäftsreiseausgaben und liefert so alle Voraussetzungen für ein effektives Reisekostencontrolling. AirPlus bietet marktspezifische Lösungen in über 60 Ländern weltweit an. Insgesamt betreute das Unternehmen im Berichtsjahr knapp 49.000 Firmenkunden.

Seit Dezember 2015 gilt in der Europäischen Union eine neue Verordnung, die eine Senkung der Kreditkartengebühr, der sogenannten Interchange Fee, vorsieht. Um die dadurch verursachten geringeren Einnahmen zu kompensieren, hat AirPlus im März 2016 ihr Kartenangebot um die auf Transaktionsgebühren basierende AirPlus Travel Expense Card erweitert.

AirPlus gab im Januar 2017 die Vertragsunterzeichnung zur Übernahme von BCC Corporate (BCCC), einem in Belgien ansässigen Herausgeber von Visa- und MasterCard-Firmenkarten, bekannt. Die Übernahme soll im zweiten Quartal 2017 erfolgen und ermöglicht AirPlus eine Steigerung des Kreditkartenabrechnungsvolumens auf 3,5 Mrd. EUR bis 2020.

Das Geschäftsjahr 2016 zeichnete sich für AirPlus durch ein gemäßigtes internationales Geschäftsreisewachstum aus. Unternehmen weltweit haben fünf Prozent mehr geschäftliche Flugreisen gebucht. Die währungsbereinigten Ausgaben hierfür blieben jedoch stabil, was auf einen Preisverfall bei den Ticketpreisen hinweist. Das EBIT der Gesellschaft ist um 46,2 Prozent auf 76 Mio. EUR gestiegen. Ausschlaggebend hierfür waren insbesondere Einmalerträge aus dem Abgang von Finanzanlagevermögen. Das Adjusted EBIT ist wegen negativer Effekte aufgrund der Interchange Fee-Regulierung und positiver Sondereffekte im Vorjahr um 21,9 Prozent auf 40 Mio. EUR gesunken.

IT-Service-Nachfolgegesellschaften entwickeln ihr Geschäft weiter

Die Nachfolgegesellschaften des vormaligen Geschäftsfelds IT Services sind in unterschiedlichen Branchen tätig. Lufthansa Systems GmbH & Co. KG konnte ihren Anteil am Airline-IT-Markt weiter steigern. Im Bereich Lido / Navigation und Lido / Flight liegt er in Europa bei jeweils 45 Prozent. Insgesamt nutzen mehr als 300 Airlines weltweit Lösungen von Lufthansa Systems. Lufthansa Industry Solutions hat ihren Wachstumskurs mit den Fokusthemen Big Data, Industrie 4.0 und mobile Lösungen fortgesetzt. Der IT-Partner für die digitale Transformation konnte sein Geschäft insgesamt weiter ausbauen und den Kundenstamm auf mehr als 200 Unternehmen unterschiedlicher Branchen erhöhen. Unter Einbeziehung der zugehörigen Beteiligungen erzielten die Nachfolgegesellschaften der Lufthansa Systems AG im Berichtszeitraum ein Adjusted EBIT in Höhe von 31 Mio. EUR (Vorjahr: 28 Mio. EUR). Das EBIT betrug 24 Mio. EUR und lag damit 35 Mio. EUR unter Vorjahr. Die Veränderung ist im Wesentlichen auf die Erfassung des Abgangserfolgs aus dem Verkauf des Infrastrukturbereichs der ehemaligen Lufthansa Systems AG an die IBM-Gruppe im Jahr 2014 sowie eine Kaufpreisanpassung aus derselben Transaktion im Jahr 2015 zurückzuführen.

Konzernfunktionen verzeichnen Ergebnisanstieg

Die Ergebnisentwicklung des Bereichs Sonstige wird maßgeblich durch die Konzernfunktionen bestimmt, in deren Ergebnis die Währungssicherungs- und Finanzierungsfunktion der Deutschen Lufthansa AG für die Konzerngesellschaften einfließt. Dementsprechend ist das Segmentergebnis sehr stark von Kursschwankungen beeinflusst. Die Gesamterlöse der Konzernfunktionen sanken um 27,3 Prozent auf 973 Mio. EUR. Die betrieblichen Aufwendungen sanken um 27,7 Prozent auf 1,3 Mrd. EUR. Das Adjusted EBIT verbesserte sich um 115 Mio. EUR auf - 345 Mio. EUR, das EBIT stieg um 145 Mio. EUR auf - 359 Mio. EUR. Das höhere Ergebnis resultiert im Wesentlichen aus niedrigeren Kursverlusten im Vergleich zum Vorjahr sowie geringeren Projektkosten aus strategischen Konzernprojekten.

Ergebnis des Segments Sonstige verbessert sich

Die Gesamterlöse des Segments Sonstige sind um 16,9 Prozent auf 2,1 Mrd. EUR gesunken. Die betrieblichen Aufwendungen gingen um 19,9 Prozent auf 2,3 Mrd. EUR zurück. Der Rückgang ist im Wesentlichen bedingt durch das weniger negative Kursergebnis. Das Adjusted EBIT verbesserte sich um 36,2 Prozent auf -236 Mio. EUR. Das EBIT verbesserte sich um 42,3 Prozent auf - 221 Mio. EUR.

Chancen- und Risikobericht

Das Management von Chancen und Risiken ist in alle Geschäftsprozesse integriert. / Chancen und Risiken werden frühzeitig identifiziert, proaktiv gesteuert und überwacht. / Lufthansa Group nutzt Chancen gezielt. / Der Fortbestand der Lufthansa Group ist nicht gefährdet.

Als international tätiges Luftfahrtunternehmen ist die Lufthansa Group gesamtwirtschaftlichen, branchenspezifischen, finanzwirtschaftlichen und unternehmensspezifischen Chancen und Risiken ausgesetzt. Chancen und Risiken sind allgegenwärtige Bestandteile unternehmerischer Tätigkeit. Sie werden bei den Unternehmen der Lufthansa Group bewusst und aktiv gesteuert. Um den engen Zusammenhang von Chancen und Risiken zu unterstreichen, definiert die Lufthansa Group eine Chance beziehungsweise ein Risiko als mögliche positive beziehungsweise negative Abweichung von einem Planwert oder einer Zielvorstellung möglicher zukünftiger Entwicklungen oder Ereignisse. Die operative Steuerung von Chancen und Risiken erfolgt integriert in den Geschäftsprozessen.

Chancen- und Risikomanagement

Chancenmanagement-Prozess

Als Chancen werden mögliche zukünftige Entwicklungen oder Ereignisse verstanden, die zu einer positiven Plan-, Prognosebeziehungsweise Zielabweichung führen können und damit eine tatsächliche Ergebnisverbesserung bedeuten oder potenzielle Wettbewerbsvorteile generieren. Für die globale Airline-Industrie mit ihrer hohen Dynamik bieten sich solche Chancen sowohl von außen, zum Beispiel durch neue Kundenwünsche, Marktstrukturen oder regulatorische Rahmenbedingungen, als auch von innen durch neue Produkte, Innovationen, Qualitätsverbesserungen und Wettbewerbsdifferenzierungen.

Um Chancen, insbesondere in Verbindung mit Branchenveränderungen und Digitalisierungstrends, noch strukturierter zu identifizieren und zu steuern, wurde unter anderem 2014 der "Innovation Hub" als konzernübergreifende Einheit eingerichtet. Dieser dient dem Ziel, die ausgeprägte Innovationskultur und -kraft der Lufthansa Group weiterzuentwickeln und Chancen gezielt nutzen zu können.

Die Identifikation von Chancen erfolgt durch Mitarbeiter und Management der Lufthansa Group im Rahmen der täglichen Prozesse und Marktbeobachtungen. Ergänzend greift der turnusmäßige Strategie- und Planungsprozess, der durch die Strategie- und Controlling-Bereiche gesteuert wird. In Szenario-Analysen und fundierten Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen werden die Chancen und die mit ihnen einhergehenden Risiken genau untersucht.

Chancen, die im Rahmen einer Gesamtbetrachtung für die Entwicklung der Lufthansa Group und damit für die Interessen ihrer Aktionäre als vorteilhaft erachtet werden, werden mittels gezielter Maßnahmen verfolgt und umgesetzt. Die Steuerung erfolgt durch die etablierten Planungs- und Prognoseprozesse ebenso wie durch Projekte.

Ziele und Strategie des Risikomanagement-Systems

Das Risikomanagement erfolgt bei der Lufthansa Group als nachvollziehbares, alle relevanten Unternehmensaktivitäten umfassendes Regelsystem. Ziel des Risikomanagements ist es, konzernweit sicherzustellen, dass sowohl unternehmerische Chancen realisiert als auch alle relevanten regulatorischen Anforderungen an Risikomanagement-Systeme in vollem Umfang eingehalten werden.

Die Risikostrategie der Lufthansa Group wird durch die risikopolitischen Grundsätze konkretisiert. Diese sollen sicherstellen, dass Risiken vollständig identifiziert sowie transparent und vergleichbar dargestellt und bewertet werden. Sie verpflichten die Risikoverantwortlichen dazu, die Risiken proaktiv zu steuern und zu überwachen. Zudem legen sie fest, dass risikorelevante Informationen in den Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozessen zu berücksichtigen sind. Die risikopolitischen Grundsätze werden in der vom Vorstand erlassenen Risikomanagement-Richtlinie geregelt, die darüber hinaus alle methodischen und organisatorischen Standards im Umgang mit Risiken verbindlich festlegt.

Aufbau des Risikomanagement-Systems

In den Betrachtungsbereich des Risikomanagement-Systems der Lufthansa Group werden neben den Fluggesellschaften der Passage Airline Gruppe auch die Geschäftsfelder Technik, Logistik und Catering sowie die Gesellschaften Lufthansa Flight Training GmbH, Lufthansa AirPlus Servicekarten GmbH, Miles & More GmbH, Delvag Luftfahrtversicherungs-AG, Lufthansa Global Business Services GmbH und die verbliebenen Gesellschaften des ehemaligen Geschäftsfelds IT Services einbezogen.

Die Beteiligten werden in der Abbildung → G25 Risikomanagement bei der Lufthansa Group, S. 58, dargestellt. Ihre Verantwortlichkeiten und Kompetenzen im Risikomanagement-System der Lufthansa Group werden im Folgenden erläutert.

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überwacht die Existenz und Wirksamkeit des Risikomanagements der Lufthansa Group.

Der Risikomanagement-Ausschuss soll im Auftrag des Vorstands sicherstellen, dass Geschäftsrisiken laufend über alle Funktionen und Prozesse hinweg frühzeitig erkannt, bewertet und gesteuert werden. Außerdem ist er dafür verantwortlich, das Risikomanagement-System permanent auf dem aktuellen Stand zu halten sowie dessen Effektivität und Effizienz zu verbessern. Der Ausschuss besteht aus den Leitern der Bereiche Risikomanagement, Konzerncontrolling, Konzernjustiziariat, Konzernfinanzen, Konzernrechnungswesen, Konzern-IT und Controlling Lufthansa Passage, der Geschäftsführung der Delvag Gruppe sowie dem Konzernsicherheitspiloten. Der Leiter Konzernrevision ist permanentes Mitglied ohne Stimmrecht.

Die fachliche Zuständigkeit für das konzernweit einheitliche Risikomanagement-System liegt im Stabsbereich "Risikomanagement, Internes Kontrollsystem und Datenschutz". Dieser berichtet direkt an den Finanzvorstand und ist für die Implementierung konzernweit geltender Standards sowie die Koordination und fortlaufende Weiterentwicklung des Risikomanagement-Prozesses verantwortlich.

In allen einbezogenen Gesellschaften sind Risikomanagement-Beauftragte durch die jeweiligen Vorstände beziehungsweise Geschäftsführungen ernannt. Diese sind für die Umsetzung der Konzernrichtlinie in ihren Gesellschaften verantwortlich und stehen in engem und regelmäßigem Kontakt zum Risikomanagement der Lufthansa Group. Außerdem stellen sie die Abstimmung der risikorelevanten Informationen mit den Planungs- beziehungsweise Prognoseprozessen ihrer Gesellschaft sicher (Risikocontrolling).

Führungskräfte mit Budget- und / oder disziplinarischer Verantwortung sind als Risk Owner für die Umsetzung des bereichsbezogenen Risikomanagements zuständig. Somit gehört es zu den elementaren Aufgaben jeder Managementfunktion, Risiken zu erkennen, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen.

Die interne Revision führt unternehmensinterne, unabhängige Systemüberprüfungen mit Fokus auf Wirksamkeit, Angemessenheit und Wirtschaftlichkeit des praktizierten Risikomanagement-Systems der Lufthansa Group durch.

Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung wurde das Risikofrüherkennungs-System der Deutschen Lufthansa AG hinsichtlich der aktienrechtlichen Anforderungen durch den Wirtschaftsprüfer untersucht. Die Prüfung kam zu dem Ergebnis, dass auch im Geschäftsjahr 2016 alle gesetzlichen Anforderungen, die an ein solches System gestellt werden, uneingeschränkt erfüllt wurden.

Ablauf des Risikomanagement-Prozesses

Der geschlossene, kontinuierliche und IT-gestützte Risikomanagement-Prozess beginnt mit der Risikoidentifikation, also der Erfassung aktuell und zukünftig bestehender und potenzieller Risiken aus allen wesentlichen internen und externen Bereichen. Die identifizierten Risiken werden durch die Risikokoordinatoren der Gesellschaften plausibilisiert und im konzernweiten Risikoportfolio zusammengestellt. Das Risikoportfolio dokumentiert die systematische Gesamtheit aller Einzelrisiken und stellt das qualitätsgesicherte Ergebnis der Identifikationsphase dar. Aufgrund der sich dynamisch verändernden Risikolandschaft setzen sich die Risk Owner kontinuierlich mit der Identifikation von Risiken auseinander. Bezugszeitraum sind die drei Jahre, die auch in der operativen Konzernplanung berücksichtigt werden.

Im Anschluss an die Risikoidentifikation erfolgt die Risikobewertung, die als zielgerichtete qualitative beziehungsweise quantitative Bewertung aller erfassten Einzelrisiken nach Umsetzung von Risikobegrenzungsaktivitäten (Nettobetrachtung) verstanden wird. Die festgelegten, im folgenden Abschnitt näher erläuterten Bewertungsprinzipien werden innerhalb der Lufthansa Group einheitlich angewendet. Bei der Bewertung werden, soweit möglich, objektive Kriterien oder Erfahrungswerte zugrunde gelegt. Die Risikobewertung bildet die Basis für die Risikokonsolidierung, bei der gleichartige Einzelrisiken zu einem aggregierten Risiko zusammengefasst und übergreifend bewertet werden.

G25 Risikomanagement bei der Lufthansa Group

Im Zuge der Risikosteuerung werden geeignete Instrumente definiert, um die erkannten Risiken zu bewältigen. Ziel der Risikosteuerung ist es, die Risikoposition proaktiv zu begrenzen. Durch eine fortlaufende prozessinterne Risikoüberwachung werden Veränderungen von Einzelrisiken sowie Anpassungsbedarfe bei der Risikosteuerung frühzeitig erkannt. Bei Bedarf werden zur Risikosteuerung und -überwachung notwendige Maßnahmen initiiert. Darunter sind zeitlich befristete, hinsichtlich Verantwortlichkeit und Zeitbezug klar definierte Aktivitäten zu verstehen, die dem Aufbau von Regelinstrumenten dienen. Die Fortschritte werden ebenfalls kontinuierlich überwacht.

Die Risk Owner sind verpflichtet, die von ihnen identifizierten Risiken mindestens quartalsweise auf Vollständigkeit und aktuelle Bewertung zu überprüfen. Darauf aufbauend wird der Vorstand quartalsweise über die aktuelle Risikolage der Lufthansa Group und der Geschäftsfelder informiert. Dabei bewerten die Geschäftsfelder auch, in welchem Maß risikobezogene Sachverhalte bereits in der Ergebnisprognose berücksichtigt sind und inwieweit darüber hinaus Chancen beziehungsweise Risiken bestehen, ein im Vergleich zur Prognose besseres oder schlechteres Ergebnis zu erreichen. Der Vorstand berichtet jährlich an den Prüfungsausschuss über die Entwicklung des Risikomanagement-Systems, die aktuelle Risikosituation der Lufthansa Group sowie über wesentliche Einzelrisiken und deren Management. Ergänzend zu diesen Standardberichten bestehen im Fall von wesentlichen Veränderungen bereits identifizierter oder neu erkannter Top-Risiken verbindlich geregelte Ad-hoc-Meldeprozesse.

Bewertungssystematik im Risikomanagement-Prozess

Die Lufthansa Group unterscheidet bei der Bewertung von Risiken methodisch qualitative und quantitative Risiken. Die Risikobewertung erfolgt auf Nettobasis, also unter Berücksichtigung von implementierten und wirksamen Steuerungs- und Überwachungsinstrumenten.

Bei qualitativen Risiken handelt es sich um langfristige Entwicklungen und Herausforderungen mit potenziell nachteiliger Auswirkung für die Lufthansa Group und deren Konzerngesellschaften. Aufgrund häufig noch unkonkreter Informationslage lassen sich diese Risiken nicht oder noch nicht fundiert quantifizieren. Im Kontext von qualitativen Risiken erfolgt das Risikomanagement im Sinne eines strategischen Umgangs mit Unsicherheiten. Qualitative Risiken werden häufig in Form von "schwachen Signalen" identifiziert.

Um diese Risiken dennoch einer möglichst systematischen Bewertung zu unterziehen, werden Einschätzungen zum Bedeutungsgrad und zur Ausprägungsform getroffen. Der Bedeutungsgrad beschreibt den möglichen Einfluss des Einzelrisikos oder der risikobehafteten Entwicklung auf die Reputation, das Geschäftsmodell oder das Ergebnis. Bei der Ausprägungsform ist zu beurteilen, wie ausgeprägt oder verdichtet die (schwachen) Informationen sind, die auf das potenzielle Risiko der Lufthansa Group und / oder der jeweiligen Gesellschaft der Lufthansa Group hinweisen.

Die Einstufungsbezeichnungen sind der unten stehenden Abbildung → G26 Lufthansa Risikobewertung für qualitative und quantitative Risiken zu entnehmen.

Bei quantitativen Risiken handelt es sich um Risiken, deren potenzielle Ergebniswirkung abgeschätzt werden kann. Bei der Bewertung von quantitativen Risiken wird zwischen unterschiedlichen Eintrittswahrscheinlichkeitsklassen differenziert.

Als Schadensausmaß wird der potenzielle monetäre Effekt auf das geplante EBIT angegeben. Dieser bezieht sich je nach Art des bewerteten Risikos auf relativ selten eintretende Eventrisiken, zum Beispiel eine Luftraumsperrung, oder auf Risiken aus Abweichungen hinsichtlich der geplanten Geschäftsentwicklung, zum Beispiel Treibstoffpreisvolatilität. Quantitative Risiken bilden damit die Grundlage für die übergreifende Verifizierung von potenziellen Plan- und Prognoseabweichungen. Die Schwellenwerte für die Einordnung des monetären EBIT-Effekts werden für die Lufthansa Group wie auch für die Konzerngesellschaften nach einheitlichen Kriterien zentral ermittelt.

Zur Wesentlichkeitsbeurteilung der qualitativen und quantitativen Einzelrisiken werden diese in A-, B-, C- oder D-Risiken klassifiziert. Als wesentlich gemäß DRS 20 gelten für die Lufthansa Group alle quantitativen A- und B-Risiken sowie alle qualitativen A-Risiken und B-Risiken, die mindestens dem Bedeutungsgrad "wesentlich" und der Ausprägungsform "hoch" entsprechen. → G26 Lufthansa Risikobewertung für qualitative und quantitative Risiken.

Die qualitativen und quantitativen Risiken der Lufthansa Group, die dieses Wesentlichkeitskriterium erfüllen, werden im Abschnitt → Chancen und Risiken in der Einzelbetrachtung, S. 60 ff., tabellarisch in der Reihenfolge ihrer Bedeutung für die Lufthansa Group dargestellt sowie im Folgenden detailliert beschrieben. Teilweise werden gleichartige Risiken im Vergleich zur internen Steuerung stärker aggregiert dargestellt. Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich die beschriebenen Risiken in unterschiedlichem Ausmaß auf sämtliche Geschäftsfelder der Lufthansa Group.

G26 Lufthansa Risikobewertung für qualitative und quantitative Risiken

Internes Kontrollsystem zur Überwachung des Risikomanagement-Prozesses

Der Risikomanagement-Prozess der Lufthansa Group wird durch ein Internes Kontrollsystem (IKS) überwacht und wird einer unabhängigen Überprüfung durch die interne Revision unterzogen.

Die Wirksamkeit der eingesetzten Steuerungs- und Überwachungsinstrumente ausgewählter wesentlicher Risiken wird im Rahmen des IKS der Lufthansa Group systematisch überprüft. Die Auswahl der relevanten Risiken erfolgt jährlich.

Für diese Risiken werden zentrale Soll-Anforderungen (Managementkontrollen) an das IKS formuliert. Anschließend werden die vorhandenen Steuerungs- und Überwachungsinstrumente zur Abdeckung der Soll-Anforderungen dokumentiert und jährlich aktualisiert. Die Bewertung des Aufbaus, der Funktionsfähigkeit und damit der Wirksamkeit der Instrumente erfolgt in der Regel ebenfalls jährlich, entweder durch eine Selbstbewertung der verantwortlichen Risk Owner oder turnusmäßig durch die interne Revision.

Die Berichterstattung über die Wirksamkeit der Steuerungs- und Überwachungsinstrumente ist Bestandteil des Berichts über die Wirksamkeit des IKS an die jeweiligen Aufsichtsgremien der Gesellschaften beziehungsweise gesellschaftsübergreifend an den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der Deutschen Lufthansa AG.

Chancen und Risiken in der Einzelbetrachtung

In der unten stehenden Tabelle sind die Top-Risiken der Lufthansa Group dargestellt. Diese umfassen alle quantitativen A- und B-Risiken sowie diejenigen qualitativen Risiken mit einer Bewertung von mindestens "wesentlich und hoch" in der Reihenfolge ihrer Bedeutung. Ausführlichere Erläuterungen finden sich in den folgenden Abschnitten.

Gesamtwirtschaftliche Chancen und Risiken Unsichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Prognose der Lufthansa Group für 2017 basiert auf der Erwartung, dass die künftigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie Branchenentwicklungen der Darstellung im → Prognosebericht, S. 70 ff., entsprechen. Sollte sich die Weltwirtschaft besser als prognostiziert entwickeln, wird dies die Geschäftsentwicklung der Lufthansa Group voraussichtlich positiv beeinflussen. Zukünftige Umsätze und Ergebnisse der Lufthansa Group könnten in diesem Fall die aktuelle Prognose übertreffen. Als global agierendes Unternehmen kann die Lufthansa Group diesbezüglich auch von positiven Entwicklungen außerhalb des eigenen Kernmarkts profitieren.

Risiken mit potenzieller Auswirkung auf das weltweite Wachstum und damit den Absatz der Lufthansa Group entstehen insbesondere durch eine zunehmende Verunsicherung über politische Entwicklungen. Eine sich möglicherweise manifestierende protektionistische Wirtschaftspolitik seitens der USA, überraschende Wahlausgänge in Frankreich und Deutschland und anders als erwartet verlaufende Brexit-Verhandlungen könnten die derzeit erwartete Wirtschaftsentwicklung auch negativ beeinflussen. Daneben besteht unverändert das Risiko einer weiteren Verlangsamung des chinesischen Wirtschaftswachstums, unter anderem durch das Platzen einer sich erneut abzeichnenden Immobilienblase.

Krisen, Kriege, politische Unruhen oder Naturkatastrophen

Die aktuelle Verschärfung der Sicherheitslage vor allem in Nahost und Nordafrika, aber auch in Europa und Deutschland sowie das latente Risiko terroristischer Eingriffe in den Luftverkehr und dessen Infrastruktur können konkrete Auswirkungen auf Geschäftsaktivitäten sowie die Sicherheit von Flugbetrieb, Kunden und Mitarbeitern der Lufthansa Group haben. Potenzieller Schaden kann durch Primäreffekte wie den Ausfall einiger Zielgebiete, aber auch durch signifikante Sekundäreffekte wie einen Passagierrückgang, höhere Versicherungsprämien oder Mehraufwand für Treibstoff wegen Luftraumsperrungen, aber auch durch höhere gesetzliche Sicherheitsanforderungen entstehen.

T047 Top-Risiken

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Bedeutungsgrad Ausprägungsform Trend Erläuterung
Quantitative Risiken
Treibstoffpreisänderungen kritisch sehr hoch → S. 63 f.
Wechselkursänderungen wesentlich sehr hoch → S. 64
Erlösrisiken wesentlich sehr hoch → S. 62
Verlust des Investment Grade Ratings kritisch sehr hoch → S. 64 f.
Verstöße gegen Compliance-Anforderungen kritisch mittel → S. 67 f.
Kursverluste aus Kapitalanlagen beim Pensionsvermögen kritisch sehr gering → S. 65
Kreditrisiken wesentlich gering → S. 65
Qualitative Risiken
Cyber-Risiken kritisch sehr hoch → S. 67
Pandemische Erkrankungen kritisch hoch → S. 61
Flugbetriebsrisiken kritisch sehr gering → S. 66
Personalrisiken wesentlich hoch → S. 65 f.
Krisen, Kriege, politische Unruhen oder Naturkatastrophen wesentlich hoch → S. 60 f.
Verschärfung der Lärmgesetzgebung wesentlich hoch → S. 63
Markteintritt Original Equipment Manufacturer* kritisch hoch → S. 62
Verunreinigte Lebensmittel* kritisch gering → S. 66

* Risikobewertung auf Geschäftsfeldebene.

Die jüngsten Anschläge und sicherheitsrelevanten Vorfälle in der EU und der Türkei, der mutmaßliche Anschlag auf einen russischen Charterflug über dem Nordsinai Ende 2015 sowie die Anschläge auf die Flughäfen in Brüssel und Istanbul verdeutlichen, dass auch zivile Ziele nach wie vor im Fokus terroristischer Aktivitäten stehen. Insbesondere der zivile Luftverkehr bleibt aufgrund der hohen Symbolwirkung weiterhin potenzielles Ziel terroristischer Aktionen, die im Kontext regionaler Rahmenbedingungen zu bewerten sind. Der Abschuss eines zivilen Luftfahrzeugs über der Ostukraine am 17. Juli 2014, die Bedrohung des zivilen Luftverkehrs durch komplexe Flugabwehrsysteme, insbesondere in den Händen nichtstaatlicher Akteure, sowie die wegen zunehmender Militäraktivitäten wachsenden Herausforderungen in der Nutzung und Koordination des Luftraums erfordern weiterhin umfassende Maßnahmen zur Bewertung und Steuerung von Risiken für Flüge über Krisengebiete. Insgesamt sind die Anforderungen an die Sicherheitsorganisationen international operierender Unternehmen angesichts des politischen Umfelds sowie neuer technischer Entwicklungen deutlich gestiegen. Steigende Sicherheitsauflagen infolge der erhöhten Gefährdungslage, aber auch Verschärfungen der weltweiten Einreisebestimmungen für Flugreisende können zu weiteren Einschränkungen im internationalen Luftverkehr und damit zu Belastungen der Luftverkehrswirtschaft führen.

Zur Risikoanalyse, -überwachung und -steuerung betreibt die Lufthansa Group ein umfassendes Monitoring der weltweiten Sicherheitslage und aktueller Entwicklungen, die Auswirkungen auf die Lufthansa Group haben können. Dabei geht es sowohl um die sofortige Einsatzbereitschaft als auch um das Antizipieren möglicher Gefahren und die Ergreifung effektiver Schutzmaßnahmen im Vorfeld. Die Lufthansa Group erstellt fortlaufend umfassende Sicherheitsanalysen, um Entwicklungen bereits im Vorfeld einzuschätzen und Präventivszenarien für den Fall etwaiger Beeinträchtigungen zu entwerfen. Notwendige Sicherheitsmaßnahmen richten sich dabei nach Wahrscheinlichkeit und Auswirkungen eines Schadensereignisses.

Bei der Erstellung der Analysen für das Unternehmen, inklusive aller Flugbetriebe und Verbundpartner, kann die Lufthansa Group auf ein umfangreiches Netzwerk von nationalen und internationalen Sicherheitsbehörden und auf Sicherheit spezialisierte Beratungsunternehmen zurückgreifen. Für die Bewertung sicherheitsrelevanter Ereignisse im Kontext regionaler Rahmenbedingungen nutzt die Lufthansa Group ein umfassendes Qualitätsmanagementsystem, das der kontinuierlichen Bewertung lokaler Sicherheitsverfahren für den laufenden Betrieb und bei Neuanflügen dient. Im Rahmen risikobasierter Audits werden diese Standorte regelmäßig auf Luftsicherheit und Länderrisiken vor Ort überprüft, um die Konformität mit nationalen, europäischen und internationalen Luftsicherheitsgesetzen sowie den internen Sicherheitsstandards der Lufthansa Group sicherzustellen. Falls notwendig, werden Defizite durch Zusatzmaßnahmen kompensiert, die alle relevanten Funktionsbereiche betreffen können. Zudem werden die Art der Wahrnehmung Deutschlands in bestimmten Regionen der Welt sowie das Profil der Lufthansa Group im Vergleich zu anderen, besonders gefährdeten westlichen Luftfahrtunternehmen in der Auswahl von Infrastruktur und Prozessen im Ausland berücksichtigt.

Pandemische Erkrankungen

Weltweit entstehen mögliche Risiken durch die Übertragung von Infektionserregern sowohl vom Tier zum Menschen als auch von Mensch zu Mensch sowie durch sonstige Medien. Durch epidemische, pandemische oder Ausbreitungsmuster wie Bioterrorismus drohen hohe Krankheitsraten in verschiedenen Ländern, Regionen oder Kontinenten, was kurz-, mittel- und langfristig dazu führen kann, dass das Fluggastaufkommen im Luftverkehr aus Angst vor Ansteckungsgefahr drastisch absinkt. Ferner ist es möglich, dass Mitarbeiter aus Angst vor Ansteckung nicht bereit sind, in betroffene Länder zu fliegen, und Mitarbeiter vor Ort diese Länder verlassen wollen. Durch hohe Krankheitsraten der Mitarbeiter kann der operative Betrieb gefährdet sein.

Auch wenn das Ebola-Risiko im Vergleich zu 2014 erheblich gesunken ist, sind im Jahr 2016 neue Bedrohungen entstanden, wie etwa die Zunahme von Zika-Erkrankungen. Dengue-Infektionsraten steigen seit einigen Jahren global, die jährliche Influenza-Epidemie ist in ihrer Schwere sehr unterschiedlich und kaum zu prognostizieren.

Durch intensives Monitoring von Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), des deutschen Robert-Koch-Instituts und weiterer Institutionen ist eine maximale Sensitivität zur frühzeitigen Detektion epidemischer oder pandemischer Gefährdungen gegeben. Mitarbeiter werden intensiv informiert, Risikogruppen erhalten persönliche Schutzausrüstung und in der gesamten Lufthansa Group werden jährlich präventive Impfkampagnen gegen Influenza angeboten.

Branchenspezifische Chancen und Risiken

Marktwachstum und Wettbewerbsentwicklung

Die Luftverkehrsindustrie befindet sich weiterhin auf einem langfristigen Wachstumspfad, der primär durch Low-Cost-Carrier sowie überdurchschnittliche Wachstumsregionen wie beispielsweise Südostasien geprägt ist. Das hohe Kapazitätswachstum der Golf-Airlines, der Low-Cost-Carrier und der Wettbewerber auf dem Nordatlantik wirkt sich dabei zunehmend auf die Nachfrage- und Preisentwicklung in Europa aus, oft zum Nachteil der Fluggesellschaften der Passage Airline Gruppe.

Die Lufthansa Group ist breit aufgestellt, um geschäftsfeldübergreifend vom globalen Wachstum profitieren zu können. Das Produkt- und Serviceangebot der Lufthansa Group wird kontinuierlich auf Erweiterung um neue Geschäftsoptionen überprüft, mit denen zusätzlich nachhaltiges Wachstum generiert werden kann. Dabei spielt insbesondere die fortschreitende Konsolidierung der Branche eine große Rolle. Durch strategische Übernahmen und Partnerschaften kann die Lufthansa Group ihre Wettbewerbsposition in einem fragmentierten Marktumfeld stärken und Wachstumschancen realisieren. Die aktuellen Flottenbestellungen und Lieferslots von Flugzeugen mit neuer Technologie erlauben der Passage Airline Gruppe, aktiv am globalen Wachstum teilzuhaben sowie durch Kapazitätsanpassungen flexibel auf Markt- und Wettbewerbsänderungen zu reagieren, auch wenn bei Flugzeugen mit neuer Technologie aktuell immer wieder Lieferverzögerungen zu beobachten sind.

Konvergenz der Geschäftsmodelle und neue Kundenanforderungen

Im europäischen Marktumfeld ist zunehmend eine Angleichung der Geschäftsmodelle von Low-Cost- und Full-Service-Airlines zu beobachten. Dies führt im Segment der Full-Service-Airlines zu einem steigenden Kostendruck, dem durch Einsatz neuer Technologien und effizienter Ressourcen begegnet wird. Zudem konzentriert sich die Lufthansa Group in einem preissensitiven, wachstumsorientierten Umfeld neben dem Ausbau von Eurowings auf die anspruchsvollen Kunden in ihren starken Heimatmärkten.

Bei den Kunden ist vermehrt der Wunsch nach einem individualisierten Reiseerlebnis erkennbar. Hier investiert die Lufthansa Group kontinuierlich in Mitarbeiter und Systeme, um jedem Kunden zur richtigen Zeit das passende Produkt zur Verfügung stellen zu können. Dem Premium-Anspruch gerecht zu werden, bleibt dabei das klare Ziel des Unternehmens.

Service-Gesellschaften

Die Lufthansa Group ist mit ihren Service-Gesellschaften in den Bereichen Logistik, Technik und Catering breit aufgestellt, um am globalen Wachstum der Airline-Industrie partizipieren zu können. So konzentriert sich Lufthansa Technik auf die Ausweitung des Leistungs- und Kundenportfolios, Entwicklungschancen in den Wachstumsmärkten in Asien und Amerika sowie auf den Ausbau von Partnerschaften mit OEM. Lufthansa Cargo verfolgt Wachstumschancen durch innovative Produkte, Digitalisierung und weitere Luftfracht-Joint Ventures. Der Catering-Spezialist LSG Group setzt auf den Ausbau neuer Geschäftsmodelle in etablierten und neuen Märkten. Durch zum Teil vom Airline-Geschäft abweichende Ergebnisverläufe bei den Service-Gesellschaften können zyklische Schwankungen in der Passage Airline Gruppe zumindest zum Teil ausgeglichen werden.

Erlösrisiken

Die Entwicklung des Kapazitätsangebots bestimmt maßgeblich das Ertrags-Risiko-Profil der Luftverkehrsbranche. Vor dem Hintergrund der umfangreichen Flugzeugneubestellungen in der Branche und des erwarteten Wachstums hat sich auch das Risiko nachhaltiger Überkapazitäten verstärkt. Der Druck auf die Durchschnittserlöse bleibt dadurch weiterhin hoch und steht der tendenziell positiven Entwicklung der Nachfrage und Auslastung der Flüge gegenüber. Komplexe Prognoseverfahren zur Ableitung der nur schwer einschätzbaren Nachfrageentwicklung, vertriebsseitige Steuerungsmaßnahmen und aktives Kapazitätsmanagement sollen dem entgegenwirken. Im Hinblick auf strukturelle Veränderungen der Nachfrage besteht kurz- und mittelfristig die Möglichkeit, durch den Einsatz von Flugzeugen mit unterschiedlicher Konfiguration der Angebotsklassen und flexiblen Größen der Business und Economy Class zu reagieren.

Durch Preisverfall, Überkapazitäten, konjunkturelle Schwankungen, aktuelle Markt- und Wettbewerbsentwicklungen sowie geopolitische Veränderungen und unvorhersehbare global wirkende Ereignisse bestehen für die gesamte Lufthansa Group Risiken mit Auswirkungen auf die Erlöse. In den Service-Gesellschaften haben die Erlösrisiken im Laufe des Vorjahres zugenommen und bestehen weiterhin fort. Die Erlösentwicklung wird kontinuierlich beobachtet. Im Bedarfsfall werden Vertriebs-, Produkt-, Kapazitäts- und Kostensenkungsmaßnahmen umgesetzt. Die Stückkostenposition und die Effizienz werden im Rahmen des strategischen Arbeitsprogramms "7to1 - Our Way Forward" insbesondere durch das Handlungsfeld "Kontinuierliche Effizienzsteigerung" und als Ergebnis geschäftsfeldspezifischer Umstrukturierungsprojekte konsequent und nachhaltig verbessert.

Marktentwicklung und Wettbewerbsintensität im Beschaffungsmarkt

Der Wunsch der Flugzeughersteller, bei neuen Flugzeugmodellen nur noch mit wenigen Systemintegratoren (Konzept "Risk-Sharing-Partner") zusammenzuarbeiten, hat zu einer deutlichen Verdichtung im Beschaffungsmarkt geführt. Bekannte Zulieferer sind von global tätigen Unternehmen wie Honeywell oder UTC gekauft worden. Original Equipment Manufacturer (OEM) waren zwar schon immer Lieferanten und gleichzeitig Wettbewerber - aber auf einer wachsenden Anzahl von Systemen und speziell bei neuen Flugzeugmustern entstehen für Lufthansa Technik durch die Konzentrationen gleichzeitig Monopolsituationen und neue Abhängigkeiten mit entsprechenden Folgen hinsichtlich der Materialversorgung und des Zugangs zu Informationen.

Es besteht ein gleichbleibender Trend zu einer immer kleineren Anzahl von Herstellern der Originalteile je Flugzeug- und Triebwerkstyp. Die weiter gestärkte Marktposition der OEM führt insbesondere bei neuen Flugzeugmustern zu wachsenden Markteintrittsbarrieren für unabhängige Anbieter von flugzeugbezogenen Wartungs-, Reparatur- und Überholungsleistungen (MRO) und erschwert den Zugang zu Lizenzen und geistigem Eigentum. Eine zentrale Herausforderung als MRO-Anbieter ist es, die Marktposition in diesem Umfeld zu halten.

Lufthansa Technik arbeitet kontinuierlich an individuellen Lösungsansätzen je OEM und Produktsegment. Insbesondere im Triebwerksbereich konnte mit Pratt & Whitney eine strategisch wichtige Partnerschaft für das im Triebwerksmarkt bedeutende Zukunftsmuster Geared Turbofan (GTF) etabliert werden.

Chancen und Risiken aus regulatorischen Rahmenbedingungen

Politische Entscheidungen auf nationaler und europäischer Ebene beeinflussen die internationale Luftfahrtbranche unverändert stark. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn Länder oder supranationale Organisationen isoliert in einem Teilmarkt in den Wettbewerb eingreifen, beispielsweise durch regionale oder nationale Steuern, Emissionshandel, Gebühren, Auflagen oder Subventionen. Die Lufthansa Group begleitet diese Entwicklungen aktiv in den entsprechenden Gremien und Foren sowie im Verbund mit anderen Unternehmen und Verbänden.

Verschärfung der Lärmgesetzgebung

Verschärfte Lärmvorschriften können bei Luftfahrtgesellschaften oder Flughäfen wirksam werden und zum Beispiel zu erhöhten direkten Kosten durch Nachrüstung von Flugzeugen oder das Verbot gewisser Typen beziehungsweise indirekten Kosten über höhere Gebühren oder erhöhten Überwachungsaufwand führen. Auf europäischer Ebene ist primär die noch ausstehende Novelle der Umgebungslärmrichtlinie zu nennen. Auf Bundesebene sind kurzfristig keine gesetzlichen Verschärfungen zu erwarten. Jedoch erwägt die hessische Landesregierung, eine Lärmobergrenze einzuführen. Die Lufthansa Group ist an einer freiwilligen Vereinbarung interessiert, spricht sich jedoch gegen Eingriffe in Betriebsgenehmigungen aus. Die Kommission ist zurzeit in Vorbereitung einer Novellierung und hat über öffentliche Konsultationen erste Meinungsbilder erfragt.

Die Grenzwerte des Fluglärmschutzgesetzes werden planmäßig 2017 überprüft. Obwohl jüngste Ergebnisse der Lärmwirkungsforschung keine signifikant veränderten Gesundheitsrisiken zeigen, hat sich die Belästigungsreaktion der Betroffenen sprunghaft verändert. Dies wird in der Politik als Anlass zum Handeln interpretiert, obwohl es eine wachsende Entkopplung zwischen (meist stabiler) akustischer Situation an den Flughäfen und der Belästigungsreaktion gibt. Gesetzesinitiativen hierzu sind gegebenenfalls in der nächsten Legislaturperiode ab 2018 zu erwarten.

Die mögliche Einführung einer Lärmobergrenze am Flughafen Frankfurt, die deutlich unterhalb der im Planfeststellungsbeschluss prognostizierten Werte liegen kann, könnte auf andere Standorte in Deutschland abstrahlen. Das Vorgehen stellt zum einen die Bedeutung von Planfeststellungen in Frage, zum anderen schafft es Rechtsunsicherheit und nimmt weitere Flexibilität für unternehmerische Entscheidungen.

Die Lufthansa Group entwickelt durch eine gezielte Kommunikationsarbeit gemeinsam mit Verbänden und mit anderen Industrie-Stakeholdern abgestimmte Strategien. Im Rahmen von Forschungsprojekten beschäftigt sich die Lufthansa Group mit Maßnahmen zum aktiven Schallschutz und beobachtet die Lärmwirkungsforschung intensiv.

Finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken

System des finanzwirtschaftlichen Risikomanagements für Treibstoffpreise, Devisenkurse und Zinsen

Die grundsätzlich konservative Ausrichtung beim Management von Finanz- und Rohstoffrisiken spiegelt sich in einem systematischen Finanzmanagement wider. Die eingesetzten derivativen Finanzinstrumente dienen ausschließlich dazu, Grundgeschäfte abzusichern. Das wesentliche Ziel der Treibstoffpreis- und Devisensicherungen ist es, Schwankungen in den Ergebnissen zu verringern. Dies wird dadurch erreicht, dass über eine Regelsicherung Durchschnittskurse gebildet werden. Die Zinssicherung verfolgt das Ziel, die Zinskosten zu reduzieren. Grundsätzlich werden 85 Prozent der Finanzverbindlichkeiten entweder bereits originär variabel aufgenommen oder per Derivat in variabel gewandelt.

Damit minimiert die Lufthansa Group den durchschnittlichen langfristigen Zinsaufwand. Fremdwährungsrisiken aus Finanzierungen werden grundsätzlich zu 100 Prozent gesichert.

Die Lufthansa Group arbeitet hierbei im Grundsatz mit Partnern zusammen, die mindestens über ein Investment Grade Rating analog der Bewertung "BBB" der Agentur Standard & Poor's oder ein vergleichbares Langfrist-Rating verfügen. Alle Grund- und Sicherungsgeschäfte werden in Treasury-Systemen abgebildet, sodass sie jederzeit bewertet werden können.

Um die Finanz- und Rohstoffrisiken zu managen, werden geeignete Management- und Kontrollsysteme eingesetzt, mit denen Risiken gemessen, gesteuert und überwacht werden. Sie können dennoch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Dabei sind die Funktionen des Handels, der Abwicklung und des Finanzrisikocontrollings organisatorisch strikt voneinander getrennt. Hierbei stützt sich die Lufthansa Group auf interne Richtlinien, die kontinuierlich weiterentwickelt werden. Das Konzernfinanzrisikocontrolling und die Konzernrevision stellen sicher, dass diese Richtlinien eingehalten werden. Darüber hinaus wird die aktuelle Sicherungspolitik laufend in bereichsübergreifenden Managementgremien erörtert. Der Aufsichtsrat wird regelmäßig über die Risikopositionen informiert. → Erläuterung 41, S. 149 ff.

Treibstoffpreisänderungen

Der Treibstoffverbrauch der Lufthansa Group lag im Berichtsjahr bei rund 9,3 Mio. Tonnen Kerosin. Der Treibstoffaufwand stellte 2016 mit ca. 4,9 Mrd. EUR einen wesentlichen Kostenfaktor für die Lufthansa Group dar. Starke Veränderungen der Treibstoffpreise können somit das operative Ergebnis erheblich beeinflussen. Eine Veränderung des Treibstoffpreises zum Jahresendkurs um + 10 Prozent (- 10 Prozent) im Jahr 2017 würde den Treibstoffaufwand in der Lufthansa Group um 259 Mio. EUR (-266 Mio. EUR) nach Sicherung erhöhen (senken). Die Lufthansa Group setzt deshalb eine regelbasierte Treibstoffpreissicherung mit einem Zeithorizont von bis zu 24 Monaten ein. Ziel ist es, die Schwankungen der Treibstoffpreise zu verringern. Dabei wird ein begrenzter Schutz vor einem Preisanstieg in Kauf genommen, um an einem eventuellen Preisverfall möglichst weitreichend partizipieren zu können.

Sicherungsgrad und -horizont sind abhängig von dem Risikoprofil, das sich aus dem Geschäftsmodell der jeweiligen Konzerngesellschaft ergibt. Die in der Abbildung → G28, S. 64, dargestellte Hedging-Politik und -Struktur wird so für die Airlines von Lufthansa Passage, für SWISS und für das Liniengeschäft von Austrian Airlines umgesetzt. Die Geschäfte anderer Konzerngesellschaften werden zum Teil zu einem niedrigeren Grad gesichert und sind daher dem Risiko eines Preisanstiegs stärker ausgesetzt. Umgekehrt partizipieren sie aber auch stärker an einem Preisverfall.

Das Chartergeschäft wird bis zu 100 Prozent sofort nach Vertragsabschluss mit Termingeschäften gesichert. Damit wird das Risiko aus einem Treibstoffpreisanstieg weitgehend eliminiert. Die Chance, an einem Preisverfall zu partizipieren, besteht entsprechend jedoch auch nicht mehr.

Bei der Treibstoffpreissicherung bedient sich die Lufthansa Group der üblichen Marktinstrumente in Form von Optionskombinationen, Die Sicherungen erfolgen aus Gründen der Marktliquidität mehrheitlich in Rohöl. Den Sicherungsgeschäften liegt eine feste Regel zugrunde; sie bilden damit einen Durchschnittskurs der Rohölpreise ab. Die monatlich gesicherten Mengen resultieren je nach Konzerngesellschaft in einem Sicherungsgrad von bis zu 85 Prozent. Die jeweils nächsten sechs Monate sind zum Beispiel für die Lufthansa Passage bis zu 85 Prozent gesichert.

Anfang Februar 2017 bestanden für ca. 75 Prozent des voraussichtlichen konzernweiten Treibstoffbedarfs des Jahres 2017 Rohöl- und Kerosinpreissicherungen in Form von bedingten und unbedingten Termingeschäften. Für das Jahr 2018 bestanden zu diesem Zeitpunkt für rund 29 Prozent des voraussichtlichen Treibstoffbedarfs Sicherungen.

Da der Treibstoff in US-Dollar abgerechnet wird, können Schwankungen des Euro- / US-Dollar-Wechselkurses den ausgewiesenen Treibstoffaufwand zusätzlich positiv oder negativ beeinflussen. Das US-Dollar-Exposure aus dem geplanten Treibstoffbedarf ist in der Währungssicherung berücksichtigt.

Im Kontext der Treibstoffversorgung besteht eine Chance darin, dass neue Fördertechniken sowohl für Erdöl als auch für andere Energieträger entwickelt werden. Dies kann sich mittel- und unmittelbar preis- und volatilitätsdämpfend auf den Kerosinaufwand der Lufthansa Group auswirken.

Insgesamt herrschte im Geschäftsjahr 2016 ein Ölpreisniveau, das für die letzten Jahre ungewöhnlich niedrig war. Seit Dezember 2016 ist jedoch ein Preisanstieg zu verzeichnen. Das Risiko von Preisschwankungen hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich verändert.

G27 Ölpreisszenario Lufthansa Group 2017*

* Stand 28.02.2017.

Wechselkursänderungen

Aus internationalen Flugscheinverkäufen und dem Einkauf von Treibstoffen, Flugzeugen und Ersatzteilen ergeben sich Fremdwährungsrisiken für die Lufthansa Group. Alle Tochtergesellschaften melden ihre geplanten Währungsexposures in rund 66 Fremdwährungen mit einem Zeithorizont von mindestens 24 Monaten an die zentrale Finanzplanungsabteilung. Auf Konzernebene wird eine aggregierte Nettoposition pro Währung gebildet und so die Möglichkeit des "natural hedging" genutzt. Für 23 Währungen werden Sicherungen abgeschlossen, weil ihr Exposure für die Lufthansa Group von besonderer Relevanz ist. → Erläuterung 41, S.149 ff.

Daneben resultieren aus diesen finanzwirtschaftlichen Entwicklungen ebenso Chancen für die Lufthansa Group. So kann die Volatilität in den Treibstoffpreisen, Devisenkursen und Zinsen bei positiven Entwicklungen im Vergleich zu den in der Planung und Prognose unterstellten Annahmen geringere Aufwände und /oder höhere Erträge mit sich bringen. Gegenüber dem Vorjahr hat sich diese Einschätzung nicht wesentlich verändert.

Verlust des Investment Grade Ratings

Der Bonitätsbewertung der Lufthansa Group durch die Rating-Agenturen kommt eine besondere Bedeutung zu. Eine Bewertung im Investment Grade-Bereich ermöglicht den Zugang zu neuen Finanzierungen und Absicherungsinstrumenten. Die Lufthansa Group wird von den Rating-Agenturen Standard & Poor's und Scope Ratings mit Investment Grade und von der Rating-Agentur Moody's mit Non-Investment Grade bewertet. Eine Herabstufung der Bewertung durch eine Rating-Agentur in den Non-Investment Grade-Bereich (zum Beispiel durch den negativen Ausblick von Standard & Poor's seit dem 15. September 2016) könnte zu einer deutlichen Verschlechterung der Konditionen in der Finanzierung und im Finanzrisikomanagement führen und den Zugang zu neuen Finanzierungsmitteln und Absicherungsinstrumenten erschweren.

G28 Lufthansa Hedging-Politik Mittelfristiges Rohöl-Hedging in %

Das Investment Grade Rating der Lufthansa Group ist unverändert maßgeblich durch hohe Pensionsrückstellungen belastet, die durch einen im langfristigen Vergleich sehr niedrigen Rechnungszinssatz herbeigeführt wurden. Es ist derzeit offen, wie die Rating-Agenturen mit einer zunehmend volatilen Entwicklung von Zinssätzen zukünftig umgehen und welche Konsequenzen dies für das Rating der Lufthansa Group haben wird. Darüber hinaus birgt aber auch das Wegbrechen von Gewinnen oder das Ausbleiben von Cashflows das Risiko einer Herabstufung des Ratings. Die in der Planung berücksichtigten Maßnahmen stellen insgesamt auf eine Stärkung des Finanzprofils durch Investitionsdisziplin und Ergebnisverbesserung ab und bieten die Chance, die Schulden des Konzerns zu reduzieren. Die Lufthansa Group ist in ständigem Austausch mit allen drei Rating-Agenturen, auch um mit diesen, soweit möglich, Maßnahmen zu erörtern, die einer Stabilisierung beziehungsweise einer Verbesserung des Ratings dienen könnten. Weiterführende Informationen zu Chancen aus der Umstellung der Altersversorgung → Personal, S. 65 f.

Kapitalanlagen und Liquiditätsrisiken

Die Kapitalanlagen der Lufthansa Group werden unter den Gesichtspunkten der operativen und der strategischen Liquidität verwaltet. Zusätzlich finden Anlagen durch den Lufthansa Pension Trust sowie durch weitere Versorgungswerke der Lufthansa Group statt. Die Risiken erstrecken sich hierbei im Wesentlichen auf Kursänderungsrisiken bei Aktien, Renten und Zinsen sowie auf Bonitätsrisiken.

Hinsichtlich der operativen Liquidität der Lufthansa Group erfolgt die Anlage grundsätzlich gemäß Konzernfinanzrichtlinie. Die Anlagedauer soll demnach maximal 24 Monate betragen, wobei mindestens 300 Mio. EUR in Anlagen mit einer täglichen Verfügbarkeit investiert sein sollen. Die Lufthansa Group nutzt in der operativen Liquidität im Wesentlichen täglich liquidierbare Geldmarktfonds, Tages- und Termingelder sowie kurzlaufende Wertpapiere, insbesondere Commercial Papers, von kreditwürdigen Emittenten.

Die Anlagestruktur der strategischen Mindestliquidität wurde für die Lufthansa Group mittels einer stochastischen Allokationsstudie entwickelt. Grundlage hierfür waren die Liquiditätsanforderungen und die konservativen Anlagegrundsätze der Lufthansa Group. Der größte Teil dieser Anlagen ist in geldmarktnahe Produkte investiert. Die strategische Mindestliquidität ist in verschiedene Bausteine mit unterschiedlichen Anlagehorizonten unterteilt. Diese werden von mehreren externen Asset-Managern in separaten Mandaten verwaltet. Als Vorgabe ist unter anderem eine Liquidierbarkeit innerhalb von maximal vier Wochen zu berücksichtigen.

Kursverluste aus Kapitalanlagen beim Pensionsvermögen

Das Pensionsvermögen unterliegt Kursschwankungen an den internationalen Kapitalmärkten. Die breite Diversifizierung über viele Vermögensklassen (unter anderem Aktien- und Rentenanlagen weltweit) reduziert jedoch das Risiko der Kapitalanlagen insgesamt. Darüber hinaus überwacht und steuert ein Anlagemanager das Risiko über eine Stop-Loss-Mechanik. Aufgrund abnehmender Korrelationen der Vermögensklassen zueinander, der hohen Aktienkurse und der besonders niedrigen Zinsen sind das Marktrisiko und der Marktschwankungen gegenüber Vorjahr tendenziell gestiegen. → Finanzierung, S. 34 f. Weiterführende Informationen zu Chancen aus der Umstellung der Altersversorgung → Personal, S. 65 f.

Kreditrisiken

Aus den Geschäftsabschlüssen im Rahmen des Finanzmanagements ergeben sich Forderungsausfallrisiken. Basierend auf einer Kontrahentenlimitsystematik wird das Kontrahentenausfallrisiko kontinuierlich eingeschätzt.

In Zeiten starker wirtschaftlicher Schwankungen steigen die Risiken des Ausfalls von Kundenforderungen ebenfalls. Auch hier wird die Entwicklung auf Ebene des Konzerns und der einzelnen Geschäftsfelder beobachtet. Zudem werden Präventivmaßnahmen durchgeführt. → Erläuterung 36, S. 140 ff.

Unternehmensspezifische Chancen und Risiken

Neue Prozessorganisation stärkt kontinuierliche Verbesserung

In allen Geschäftsfeldern der Lufthansa Group werden Chancen zur Effizienzsteigerung im Rahmen der kontinuierlichen Verbesserung als strategisches Handlungsfeld ergriffen und in den Planungen berücksichtigt, um der fortschreitenden Kosteninflation entgegenzuwirken. Dazu dient auch die Einführung der prozessorientierten Matrixorganisation bei den Netzwerk-Airlines, die ab dem Jahr 2017 auch in den administrativen Bereichen und den anderen Geschäftsfeldern umgesetzt werden soll. Mögliche Chancen und Risiken zu der erwarteten wirtschaftlichen Entwicklung, in Form von unerwarteten internen und externen Für- und Gegenläufern, müssen identifiziert und unterjährig gesteuert werden.

Personal

Weiterentwicklung der betrieblichen Altersversorgung

Mit der zunehmenden Umstellung der betrieblichen Altersvorsorge der Arbeitnehmer der Lufthansa Group in Deutschland von einem leistungsorientierten System (Defined Benefit-System) auf ein beitragsorientiertes System (Defined Contribution-System) reduziert die Lufthansa Group ihre Pensionsrückstellungen. Der Abschluss weiterer, noch offener Tarifverträge birgt zusätzliche Chancen.

Interne und externe Arbeitskämpfe

Aufgrund der Vielzahl offener Tarifverträge besteht weiterhin das Risiko von Arbeitskämpfen des Cockpit-Personals bei Lufthansa Passage, Lufthansa Cargo und Germanwings. Von der Flugbegleitergewerkschaft UFO ausgehende Arbeitskämpfe bilden bei Eurowings und Germanwings ein Risiko. Die Lufthansa Group versucht durch Tarifgespräche, Tarifverhandlungen oder Schlichtungsverfahren, ihre tariflichen Ziele mit den Tarifpartnern zu vereinbaren und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sicherzustellen.

Auch externe Arbeitskämpfe sind ein Risiko, da die Lufthansa Group von einer Vielzahl von Unternehmen und Behörden abhängig ist (zum Beispiel dem Sicherheitspersonal an den Flughäfen), die mit ihren Tarifpartnern verhandeln. Die Lufthansa Group war in der Vergangenheit mehrfach von Arbeitskämpfen Dritter in diesen Bereichen betroffen, ohne die direkte Möglichkeit einer Einflussnahme. Hier arbeitet die Lufthansa Group daran, dass ihre Position im Gesetzgebungsverfahren berücksichtigt wird.

Reduziertes Engagement der Mitarbeiter

Sollten das Engagement der Mitarbeiter sowie die Verbundenheit mit der Lufthansa Group sinken, wird es schwieriger, notwendige strukturelle Veränderungsmaßnahmen durchzuführen. Durch Weiterentwicklung der Vergütungsstruktur, Nebenleistungen sowie nicht monetärer Vergütungsbestandteile, differenziert für verschiedene Beschäftigtengruppen einschließlich des ermäßigten Fliegens, strebt die Lufthansa Group nach wie vor nach attraktiven Beschäftigungsbedingungen. Um das Engagement der Mitarbeiter zu erhöhen, werden verstärkt Change-Management-Initiativen implementiert und Kommunikationsmaßnahmen initiiert.

Personalstruktur

Differenzen zwischen strategischen Mitarbeiterbedarfen und vorhandenen Mitarbeitern, die mit mangelnder konzernweiter Transparenz hinsichtlich vorhandener Kompetenzen einhergehen, stellen ein strukturelles Personalrisiko dar. Diesem begegnet die Lufthansa Group mit strategischer Personalplanung, der Ausarbeitung eines Kompetenzmodells sowie konzernweiten Bildungsangeboten.

Neue Arbeitsgesetze

Neue Arbeitsgesetze, wie ein neues Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, können in ihrer jeweiligen spezifischen Ausprägung und Ausgestaltung Auswirkungen auf Betriebsabläufe und die unternehmerische Handlungs- und Entscheidungsfreiheit haben. Auch hier arbeitet die Lufthansa Group daran, dass die eigenen Interessen in der Politik Berücksichtigung finden.

Insgesamt sind die Personalrisiken im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen unverändert.

Flugbetriebsrisiken

Die Fluggesellschaften der Lufthansa Group sind potenziellen Flug- und technischen Betriebsrisiken ausgesetzt. Dazu zählt zum einen das Risiko, den Flugbetrieb aus technischen oder externen Gründen nicht regelmäßig abwickeln zu können. Wenn Flugzeuge etwa aus Witterungsgründen nicht pünktlich starten oder landen können, kann dies die Kundenzufriedenheit und die zukünftige Kaufentscheidung des Kunden negativ beeinflussen. Auch die Haftung der Airlines für Verspätungen wurde deutlich verschärft.

Darüber hinaus zählt das Flugunfallrisiko mit der Gefahr von Sach- und Personenschäden zu den Flug- und technischen Betriebsrisiken. Bedrohungen, die das Unfallrisiko beeinflussen, werden in vier Gruppen unterteilt: Umweltfaktoren (zum Beispiel Wetter, Vogelschlag), technische Faktoren (zum Beispiel Triebwerksausfälle), Organisationsfaktoren (zum Beispiel widersprüchliche Vorschriften) und den Faktor Mensch.

Die Fluggesellschaften der Lufthansa Group und Lufthansa Technik forschen systematisch und vorausschauend nach solchen Bedrohungen, um durch geeignete Abwehrmaßnahmen das jeweilige Risiko zu steuern und das Flugsicherheitsniveau weiter zu steigern.

Dies geschieht im Rahmen eines Sicherheitsmanagement-Systems mit dem Fokus, etwaigen Bedrohungen für die Organisation proaktiv zu begegnen, Risiken zu identifizieren, Mitigationsmaßnahmen zu definieren und dadurch Risiken zu minimieren. So wird etwa jeder einzelne Flug einer Gesellschaft der Passage Airline Gruppe anhand der in den Flugdatenschreibern (Black Box) aufgezeichneten Parameter routinemäßig analysiert, um frühzeitig auf Besonderheiten aufmerksam zu werden und diese beispielsweise im Rahmen von Schulungsmaßnahmen aufzugreifen. Auch andere Informationsquellen, zum Beispiel bekannt gewordene Unfälle und Gefahrensituationen weltweit, werden analysiert und die Ergebnisse gegebenenfalls in Abwehrmaßnahmen, wie beispielsweise Schulungen, integriert. Die Sicherheitsmanagement-Systeme werden laufend verbessert und weiterentwickelt.

Im Rahmen der Reorganisation der Lufthansa Group wurden klare Verantwortlichkeiten, beispielsweise durch das Schaffen von Positionen mit übergeordneter, gruppenweiter Funktion, definiert. Exemplarisch ist hierbei die Funktion "Safety Processes Group Airlines" zu nennen, deren Ziel es ist, die Sicherheitsmanagement-Systeme der Lufthansa Group bestmöglich zu verzahnen, Erkenntnisse zu konsolidieren und daraus resultierend einheitliche Flugsicherheitsstandards innerhalb der Lufthansa Group zu definieren und diese kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Die Vernetzung und der fortlaufende Austausch zwischen den unterschiedlichen Fluggesellschaften innerhalb der Lufthansa Group bieten hierbei die Chance, die im jeweiligen operationellen Umfeld gewonnenen Erkenntnisse zusammenzuführen, sodass ein konzernweiter, evidenzbasierter Ansatz bei der Optimierung der vorhandenen Sicherheitsmanagement-Systeme verfolgt werden kann. Ziel ist eine übergeordnete Analyse anhand einer normierten Datenbasis und einheitlicher Bewertungsmaßstäbe.

Zudem wurde ein Projekt zur Verbesserung der operationellen und Sicherheitsstandards der Lufthansa Group weiterentwickelt und zusätzliche Themenfelder wurden abgeschlossen. Dadurch wird die Vereinheitlichung relevanter Kernprozesse innerhalb der Lufthansa Group vorangetrieben. Dies umfasst die Teilprojekte Rekrutierung und Auswahl von Piloten, Flugmedizin, Schulungsstandards für Flugbesatzungen sowie die Weiterentwicklung von Krisen- und Irregularity-Managementprozessen.

Andere Betriebsrisiken

Im Geschäftsfeld Catering ist es unabdingbar, dass Lebensmittel mit höchster Qualität und unter Berücksichtigung sämtlicher Hygiene- und Lebensmittelsicherheitsstandards produziert werden. Um potenzielle Qualitätsmängel frühzeitig zu erkennen, kommen zertifizierte Qualitätsmanagement-Systeme zum Einsatz. Daneben investiert die LSG Group kontinuierlich in ihre Produktionsstätten und -mittel sowie in moderne Technologien. Unterstützt wird der Modernisierungsprozess durch intensive Trainingsmaßnahmen sowie Lern- und Problemlösungs-Workshops in den Betrieben.

Cyber- und Informationstechnologie-Risiken

Die Geschäftsprozesse der Lufthansa Group werden in nahezu allen Bereichen durch IT-Komponenten unterstützt. Mit dem IT-Einsatz gehen zwangsläufig Risiken für die Stabilität der Geschäftsprozesse sowie für die Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität von Informationen und Daten einher, die letztlich nicht vollständig ausgeschlossen werden können. Cyber-Risiken sind alle Risiken, denen Computer- und Informationsnetzwerke, die Boden- und Bordinfrastruktur sowie alle IT-gestützten Geschäfts- und Produktionsprozesse durch Sabotage, Spionage oder sonstige kriminelle Handlungen ausgesetzt sind. Bei Versagen der etablierten Sicherheitsmaßnahmen können der Lufthansa Group Reputationsschäden sowie Zahlungsverpflichtungen aus vertraglichen und gesetzlichen Ansprüchen von Kunden, Vertragspartnern und Behörden entstehen. Zudem sind Erlösminderungen bei Ausfall operativer Systeme denkbar.

Die Dimension von Cyber-Angriffen steigt weltweit in ihrer Quantität und Professionalisierung stark an. Das zeigen eigene Erfahrungen mit Sicherheitsvorfällen und belegt auch der Austausch mit anderen Unternehmungen und staatlichen Stellen. Gleichzeitig erhöht sich der Grad der Digitalisierung der Geschäftsprozesse in der Lufthansa Group, sodass die potenziellen Auswirkungen von Cyber-Angriffen sukzessive weiter zunehmen können. Cyber-Risiken stellen daher absehbar auch für die Lufthansa Group ein immer größeres Risikopotenzial dar.

Um der wachsenden Gefährdung der IT der Lufthansa Group adäquat begegnen zu können, hat der Konzernvorstand 2016 ein umfangreiches Programm verabschiedet, das auf die nachhaltige Stärkung der Cyber-Widerstandskraft abzielt. Es umfasst Investitionen in Technologien zur Prävention und frühzeitigen Erkennung von Cyber-Attacken, Anpassungen von Prozessen an sich verändernde Bedrohungslagen sowie die Steigerung der Sensibilisierung im Mitarbeiterkreis. Ein besonderes Augenmerk gilt in diesem Kontext auch der nächsten Generation der Avionik-IT in Flugzeugen, die durch die Anbindung an das Internet neben Optimierungspotenzialen auch Cyber-Risikobetrachtungen erfordert. Von der Unternehmenssicherheit und dem Informationsmanagement wurden zudem erste Cyber-Risiken in der Lufthansa Group systematisch in Projektform analysiert. Diese Methodik wird ab 2017 in die Linie überführt.

Die IT-Risiko- und IT-Security-Prozesse sind geschäftsfeldübergreifend organisiert. Der Status der IT-Risiken und der IT-Sicherheit wird jährlich erhoben, auf Konzernebene konsolidiert und im Risikomanagement-Ausschuss der Lufthansa Group behandelt. Die Risiko- und Sicherheitsmanagement-Systeme sowie ausgewählte Maßnahmen werden zudem regelmäßig durch die interne Revision überprüft.

Die Lufthansa Group bezieht ihre IT-Infrastruktur überwiegend von unternehmensexternen Dienstleistern. Die mit einer solchen Fremdvergabe naturgemäß einhergehenden operativen und kommerziellen Risiken werden fortlaufend bewertet und gesteuert. Die Transition zum Provider wird in Form eines eigenständigen, umfangreichen Programms vollzogen.

Verstöße gegen Compliance-Anforderungen

Compliance beschreibt die Einhaltung rechtlich verbindlicher Vorgaben und soll für rechtmäßiges Verhalten des Unternehmens, seiner Leitungsorgane und seiner Mitarbeiter sorgen. Die Wirksamkeit und Effektivität ihres Compliance-Programms sind daher von zentraler Bedeutung für die Lufthansa Group. → Corporate Governance, S. 75 ff.

Die Lufthansa Group ist in einer Vielzahl von Ländern aktiv und unterliegt entsprechend verschiedenen Rechtsnormen und Rechtsprechungen mit teilweise divergierenden und schwer zu interpretierenden rechtlichen Regelungen, unter anderem im Korruptionsstrafrecht. Darüber hinaus sind sämtliche Tätigkeiten nicht nur an den hiesigen Strafgesetzen, dem im Vertriebsgebiet geltenden Recht und den dortigen kulturellen Gepflogenheiten und Sozialkonventionen zu messen, sondern es sind auch regelmäßig extraterritoriale Vorgaben, wie die des US Foreign Corrupt Practices Act (FCPA) oder des UK Bribery Act, zu beachten. Verstöße werden streng verfolgt, können für die betroffenen Personen strafrechtliche Konsequenzen haben und stellen für das Unternehmen ein substanzielles Straf- beziehungsweise Bußgeldrisiko dar. Hinzu kämen ein schwer messbarer Reputationsschaden und deutliche Nachteile bei Bewerbungen um öffentliche Aufträge. Die Lufthansa Group hat Prozesse implementiert, die der Identifikation spezifischer Risiken im Bereich Compliance und insbesondere der Korruptionsprävention dienen sollen.

Die Lufthansa Group sieht sich auch wettbewerbs- und kartellrechtlichen Risiken ausgesetzt. Diese resultieren insbesondere daraus, dass die Lufthansa Group mitunter in stark von Oligopolen geprägten Märkten tätig ist, im Rahmen von Allianzen mit Wettbewerbern kooperiert, sich rechtlich relevante Rahmenbedingungen für bestimmte Flugrouten ändern können und in einigen Geschäftsbereichen der Lufthansa Group Lieferanten, Wettbewerber und Kunden personenidentisch sind. Im Rahmen der Competition Compliance werden die Risiken kartellrechtswidrigen Verhaltens adressiert und Mitarbeiter umfangreich geschult.

Die Lufthansa Group sieht sich ferner Risiken im Hinblick auf die Kapitalmarkt-Compliance ausgesetzt. Das Insiderhandelsverbot, das Verbot der Marktmanipulation, die Ad-hoc-Publizität sowie weitere kapitalmarktrechtliche Pflichten sind seit Juli 2016 in der EU-Marktmissbrauchsverordnung (MAR) und zahlreichen weiteren Vorschriften als unmittelbar in Deutschland geltendes Recht geregelt. Die Interpretation dieser neuen europäischen Regelungen sowie die Verwaltungspraxis dazu sind mitunter schwer einzuschätzen. Die Lufthansa Group hat zahlreiche organisatorische Vorkehrungen zur Umsetzung der MAR ergriffen, darunter Anpassungen der technischen Systeme, überarbeitete Compliance-Richtlinien sowie Schulungen der betroffenen Mitarbeiter. Trotz aller organisatorischen Maßnahmen kann ein Vorgehen der nationalen und insbesondere der europäischen Aufsichtsbehörden gegen die Lufthansa Group wegen etwaiger künftiger Verstöße gegen die Pflichten aus der MAR nicht ausgeschlossen werden. Die Sanktionsmöglichkeiten sehen Bußgelder in signifikanter Höhe sowie ein öffentliches "Naming and Shaming" vor.

Trotz der vorhandenen Prüfmechanismen und risikomindernden Maßnahmen können einzelne Verstöße, insbesondere bei der Integrity-, Competition- und Kapitalmarkt-Compliance nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Weiterhin drohen bei einer - auch nur geringfügig - fehlerhaften oder nicht fristgerechten Emissionsberichterstattung ebenfalls empfindliche Sanktionen, die die Airlines der Lufthansa Group unter Umständen auch bei größtmöglicher Sorgfalt in der Berichterstattung nicht vollständig ausschließen können.

Gerichts-, Verwaltungs- und Schiedsverfahren

Die Lufthansa Group ist Risiken aus Gerichts-, Verwaltungs- und Schiedsverfahren ausgesetzt, an denen sie aktuell beteiligt ist oder die sich in der Zukunft ergeben könnten. Es ist nicht auszuschließen, dass der Ausgang dieser Verfahren der Geschäftstätigkeit der Lufthansa Group oder ihrer Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erheblichen Schaden zufügen könnte. Für eventuelle finanzielle Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten wurden in angemessener Höhe Rückstellungen gebildet. Nähere Informationen zu Rückstellungen für Prozesse und zu Eventualverbindlichkeiten sind im Konzernanhang unter → Erläuterung 33, S. 136 ff., und Erläuterung 40, S. 148, zu finden.

Darüber hinaus hat die Lufthansa Group eine Haftpflichtversicherung für die Abwehr unberechtigter sowie die Befriedigung berechtigter gegen sie gerichteter gesetzlicher Haftpflichtansprüche privatrechtlichen Inhalts in einer Höhe abgeschlossen, die das Management für angemessen und branchenüblich hält. Dieser Versicherungsschutz bewahrt die Lufthansa Group allerdings auch in solchen Fällen nicht vor etwaigen Reputationsschäden. Außerdem könnten auch aus solchen Rechtsstreitigkeiten und -verfahren Aufwendungen entstehen, die über die Versicherungssumme hinausgehen, nicht durch den Versicherungsschutz abgedeckt sind oder etwaige bereits gebildete Rückstellungen übersteigen. Schließlich kann - je nach Art und Umfang zukünftig eintretender Schäden - nicht gewährleistet werden, dass die Lufthansa Group auch künftig adäquaten Versicherungsschutz zu wirtschaftlich angemessenen Bedingungen erhalten wird.

Im Zusammenhang mit dem Germanwings-Unglück vom 24. März 2015 besteht für Germanwings und die Deutsche Lufthansa AG sowie für weitere Gesellschaften der Lufthansa Group grundsätzlich Versicherungsschutz für diverse Haftpflichtforderungen. Dies gilt auch für die gegen Germanwings, Eurowings, Lufthansa und United Airlines in Virginia, USA, eingereichte Klage Hinterbliebener zweier amerikanischer Opfer sowie für die beiden in Arizona, USA, eingereichten Klagen gegen das Airline Training Center Arizona, Inc. (ATCA). In allen drei Fällen wird materieller und immaterieller Schadensersatz gefordert. In der Klage gegen ATCA wird unter anderem argumentiert, ATCA habe Zweifel an der psychischen Stabilität des Copiloten gehabt und ihn gleichwohl ausgebildet. Insgesamt wird die Erfolgsaussicht der US-Klagen als gering eingeschätzt. Dennoch können den Gesellschaften der Lufthansa Group Kosten entstehen, da es zumindest noch in Frankreich staatsanwaltschaftliche beziehungsweise gerichtliche (Vor-)Ermittlungsverfahren gegen unbekannt gibt. → Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage, S. 28 ff.

Verteidigungskosten sind nicht auszuschließen. Kosten für die Aufklärung sowie für freiwillige Mehr- oder Sonderzahlungen an Hinterbliebene des Unglücks sind bereits entstanden und das Risiko besteht, dass diese noch zunehmen werden.

Die Lufthansa Group unterliegt in zahlreichen Ländern den jeweils geltenden steuerlichen Rechtsvorschriften. Durch Änderungen der jeweiligen Steuergesetze und deren Rechtsprechung sowie unterschiedliche Auslegung im Rahmen von Betriebsprüfungen können sich Risiken und Chancen mit Auswirkungen auf Steueraufwendungen, -erträge, -forderungen und -verbindlichkeiten ergeben. Der Bereich Konzernsteuern identifiziert, bewertet und überwacht steuerliche Risiken und Chancen frühestmöglich und systematisch und initiiert gegebenenfalls risikomitigierende Maßnahmen.

Gesamtaussage zur Chancen- und Risikosituation

Die Lufthansa Group baut in einem volatilen Umfeld darauf, ihre Fähigkeiten, Kapazitäten und Ressourcen flexibel an die sich ändernden Marktbedingungen anpassen zu können. Um im Wettbewerb dauerhaft zu bestehen, fokussiert die Lufthansa Group auf erfolgversprechende Produktstrategien, eine solide finanzielle Position und eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur.

Das im Jahr 2015 beendete Zukunftsprogramm SCORE wurde in Form kontinuierlicher Effizienzsteigerung in die Linie überführt, um dies als Daueraufgabe im Unternehmen zu verankern. Um Chancen hinsichtlich einer strukturellen Verbesserung der Effizienz, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu realisieren, wurde die prozessorientierte Matrixorganisation für die Netzwerk-Airlines umgesetzt. Sie soll, mit entsprechenden Effizienzgewinnen, ab dem Jahr 2017 auch in den administrativen Bereichen und den anderen Geschäftsfeldern eingeführt werden. In weiteren zentralen Handlungsfeldern des strategischen Arbeitsprogramms "7to1 - Our Way Forward" wird ebenso darauf hingearbeitet, die Zukunftsfähigkeit durch profitables Wachstum, Innovation und Digitalisierung sowie Fokussierung auf Qualität und Kundenorientierung zu sichern.

Den Umsetzungsrisiken von effizienzsteigernden Projekten und Gegenläufern, wie beispielsweise steigenden Kostenpositionen bei Treibstoff oder Gebühren und fallenden Durchschnittserlösen vor allem bei den Airlines, wird durch ein systematisches Risikomanagement in den einzelnen Projekten entgegengewirkt.

Trotz zum Teil neuer Einschätzungen der Einzelrisiken im Geschäftsjahr 2016 hat sich die interne Risikolandschaft für die Lufthansa Group im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert.

Gegenwärtig sieht der Vorstand der Lufthansa Group den Bestand des Unternehmens nicht gefährdet. Er geht davon aus, dass das Unternehmen die sich bietenden Chancen auch zukünftig nutzen kann, ohne dabei unvertretbar hohe Risiken eingehen zu müssen. Der Vorstand der Lufthansa Group strebt ein ausgewogenes Verhältnis von Chancen und Risiken an. Er ist von der Wirksamkeit des Chancen- und Risikomanagement-Systems überzeugt.

Beschreibung des rechnungslegungsbezogenen Internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems gemäß § 289 Abs. 5 und § 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB

Das Interne Kontrollsystem der Lufthansa Group (IKS) umfasst alle Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, die die Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie die Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften sicherstellen sollen. Es orientiert sich am COSO-Rahmenwerk (Committee of the Sponsoring Organizations of the Treadway Commission).

Die Gesamtverantwortung für das zur Risikoabsicherung erforderliche Interne Kontrollsystem liegt beim Vorstand der Deutschen Lufthansa AG, der den Umfang und die Ausrichtung der eingerichteten Systeme anhand spezifischer Anforderungen in der Lufthansa Group ausgestaltet.

Die zentrale Konzernrevision der Deutschen Lufthansa AG und die dezentralen internen Revisionen in den Konzerngesellschaften sind mit prozessunabhängigen Prüfungstätigkeiten in das interne Überwachungssystem der Lufthansa Group eingebunden. Zusätzlich werden die für die Finanzberichterstattung relevanten Teile des Internen Kontrollsystems vom Abschlussprüfer im Rahmen eines risikoorientierten Prüfungsansatzes auf Wirksamkeit geprüft.

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der Deutschen Lufthansa AG überwacht auf Grundlage des § 107 Abs. 3 AktG die Wirksamkeit des Internen Kontroll- und Risikomanagement-Systems.

Ziel des Internen Kontrollsystems des Rechnungslegungsprozesses ist es, durch die Implementierung von Kontrollen hinreichende Sicherheit zu gewährleisten, dass trotz der identifizierten Risiken ein regelungskonformer Jahres- und Konzernabschluss der Deutschen Lufthansa AG erstellt wird.

Folgende präventive wie auch aufdeckende Kontrollen sind in den Rechnungslegungsprozess eingebettet:

IT-gestützte und manuelle Abstimmungen,
Funktionstrennung,
Vier-Augen-Prinzip sowie
Monitoring-Kontrollen.

Die Durchführung der operativen Prozesse des Rechnungswesens erfolgt lokal bei den Konzerngesellschaften beziehungsweise mit zunehmender Tendenz unter Nutzung konzerneigener und externer Shared Service Center. Die Gutachten für die Ermittlung der Pensionsrückstellungen werden durch externe Dienstleister erstellt.

Der Bereich Konzernbilanzierung ist fachlich für die Erstellung des Konzernabschlusses verantwortlich und formuliert verbindliche formale, inhaltliche und terminliche Vorgaben für die Konzerngesellschaften. Die regelmäßig aktualisierten Bilanzierungsrichtlinien des Lufthansa Konzerns regeln entsprechend den Vorschriften zur Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) die einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze für die in den Lufthansa Konzernabschluss einbezogenen inländischen und ausländischen Unternehmen. Für die Deutsche Lufthansa AG und andere inländische Konzerngesellschaften werden entsprechende Regelungen für die Bilanzierung der Einzelabschlüsse nach HGB in einer Richtlinie vorgegeben. Dadurch werden konzerneinheitliche Rechnungslegungspraktiken mit möglichst geringen Ermessensspielräumen bei Ansatz, Bewertung und Ausweis von Bilanzpositionen gewährleistet. Die formalen Anforderungen regeln unter anderem die verbindliche Verwendung eines standardisierten und vollständigen Formularsatzes und die Anwendung eines konzernweit einheitlichen Kontenrahmens. Auf Grundlage bereits systemtechnisch in der Konsolidierungssoftware SAP SEM-BCS festgelegter Kontrollmechanismen beziehungsweise durch systemtechnische Plausibilitätskontrollen werden fehlerbehaftete Einzelabschlüsse selektiert und auf Gesellschafts- oder Konzernebene gegebenenfalls korrigiert. Über das Konsolidierungssystem werden die verschiedenen Termine für die unterschiedlichen Teile des Berichtspakets vorgegeben und im Verlauf des Erstellungsprozesses zentral überwacht.

Die im Bereich Rechnungslegung verwendeten IT-Systeme sind durch spezielle Sicherheitseinrichtungen gegen unbefugte Zugriffe geschützt.

Das rechnungslegungsbezogene Interne Kontroll- und Risikomanagement-System stellt durch die in der Lufthansa Group festgelegten Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen die vollständige Erfassung, Aufbereitung und Würdigung von unternehmensbezogenen Sachverhalten sowie deren sachgerechte Darstellung in der Konzernrechnungslegung hinreichend sicher. Insbesondere persönliche Ermessensentscheidungen, fehlerbehaftete Kontrollen, kriminelle Handlungen involvierter Personen oder sonstige Umstände können die Wirksamkeit und Verlässlichkeit des eingesetzten Internen Kontroll- und des Risikomanagement-Systems einschränken. Dies führt dazu, dass auch die konzernweite Anwendung der eingesetzten Systeme keine vollständige Sicherheit hinsichtlich der richtigen, vollständigen und zeitnahen Erfassung von Sachverhalten in der Konzernrechnungslegung gewährleisten kann. Die getroffenen Aussagen beziehen sich nur auf die Deutsche Lufthansa AG und die in den Konzernabschluss der Deutschen Lufthansa AG einbezogenen wesentlichen Tochterunternehmen.

Prognosebericht

Für 2017 wird eine weiterhin moderate Entwicklung der globalen Wirtschaft erwartet. / IATA rechnet mit einem Wachstum der weltweit verkauften Passagierkilometer von 5,1 Prozent. / Die regionale Entwicklung bleibt uneinheitlich. / Lufthansa Group erwartet ein Adjusted EBIT leicht unter Vorjahr.

Gesamtwirtschaftlicher Ausblick

T048 Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) Prognose 2016 bis 2020 gegenüber Vorjahr

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in % 2016* 2017* 2018* 2019* 2020*
Welt 2,5 2,8 3,1 3,1 3,1
Europa 1,8 1,6 1,7 1,7 1,6
Deutschland 1,8 1,9 1,9 1,6 1,4
Nordamerika 1,6 2,2 2,6 2,3 2,2
Südamerika - 1,1 1,3 2,2 2,9 3,2
Asien / Pazifik 4,7 4,7 4,7 4,7 4,7
China 6,7 6,5 6,2 6,1 6,1
Naher Osten 2,5 2,5 3,6 3,8 4,2
Afrika 1,8 2,8 3,4 3,8 4,2

Quelle: Global Insight World Overview per 15.01.2017.

* Prognosewerte.

Weltweit moderate Entwicklung des Wirtschaftswachstums erwartet

Es wird erwartet, dass der seit 2011 bestehende weltwirtschaftliche Wachstumspfad zwischen 2,4 und 3,1 Prozent jährlich auch 2017 Bestand haben wird. Aktuell wird für 2017 ein globales Wachstum von 2,8 Prozent erwartet. Risiken für dieses erwartete Wachstum sind unter anderem die Gefahren eines weltweit zunehmenden Protektionismus, die Unsicherheiten bezüglich der Ausgestaltung des Brexits und möglicherweise anstehende Änderungen in der US-amerikanischen Wirtschaftspolitik. Der Ölpreis lag zu Beginn des Jahres 2017 trotz des Anstieges im Jahr 2016 auf einem im langjährigen Vergleich niedrigen Niveau und ändert dadurch globale Kapitalströme, Investitions- und Nachfrageverhalten, sodass auch ölnachfragende Länder weiterhin mit negativen Auswirkungen rechnen müssen.

Für die Region Asien / Pazifik wird mit 4,7 Prozent (Vorjahr: 4,7 Prozent) das größte Wirtschaftswachstum für das Jahr 2017 erwartet. Dabei zählt China trotz geringerer Wachstumsquoten als in den Vorjahren auch weiterhin zu den wachstumsstärksten Ländern weltweit. Für die Region Nordamerika wird ein Wachstum von 2,2 Prozent (Vorjahr: 1,6 Prozent) prognostiziert. In den USA sind sowohl das Geschäftsklima als auch das Verbrauchervertrauen aktuell von der Erwartung geprägt, dass Steuersenkungen und eine Rücknahme von Regulierungen das Wirtschaftswachstum im Jahr 2017 beleben werden. Die zu erwartenden Maßnahmen könnten sich jedoch deutlich später und weniger stark als aktuell erwartet auswirken. Es besteht außerdem das Risiko, dass die US-Wirtschaft unter dem steigenden Zinsniveau und dem aktuell starken US-Dollar leidet.

Für Europa wird für 2017 insgesamt ein Wachstum von 1,6 Prozent erwartet (Vorjahr: 1,8 Prozent). Ein schwächerer Euro, ein weiteres Abflauen der Staatsschuldenkrise, eine kontinuierliche Stabilisierung der Arbeitsmärkte sowie eine unterstützende Geldpolitik sollen im Jahr 2017 zu diesem Wachstumspfad beitragen. Neben der Unsicherheit aus dem anstehenden Brexit tragen aber auch die kommenden Wahlen in den Niederlanden sowie in Frankreich und Deutschland zur Unsicherheit über den weiteren europäischen Wachstumspfad bei. Für die deutsche Wirtschaft wird ein Wachstum von 1,9 Prozent im Jahr 2017 (Vorjahr: 1,8 Prozent) prognostiziert.

Zins- und Währungsentwicklung sind nach wie vor von Unsicherheit geprägt

Die politischen Entwicklungen des Jahres 2016 werden 2017 für eine unverändert hohe Volatilität an den Märkten sorgen. Die weiteren Verhandlungen im Rahmen des EU-Austritts Großbritanniens und mögliche weitere Zinserhöhungen der Federal Reserve (FED) könnten eine Schwächung des Euros zur Folge haben. Aufgrund des politischen Führungswechsels in den USA und der damit verbundenen Unsicherheiten ist auch in den anderen Währungspaaren mit hoher Volatilität zu rechnen.

Es scheint, als würde die Europäische Zentralbank die expansive Geldpolitik zunächst unverändert fortsetzen. Entsprechend ist zu erwarten, dass das aktuelle Zinsniveau mit negativen Zinsen für kurze Laufzeiten auch weiterhin Bestand haben wird.

Ölpreise bleiben vorerst stabil

Vor dem Hintergrund der Konjunkturaussichten erwarten die Marktteilnehmer mittelfristig konstante Ölpreise. Bei Preisen von knapp unter 57 USD / bbl wurden zum 2. Januar 2017 die Terminkontrakte zur Lieferung im Dezember 2017 bei 58,61 USD / bbl und im Dezember 2018 bei 57,94 USD / bbl gehandelt.

Branchenausblick

Branchenausblick zeigt regionale Unterschiede

Die International Air Transport Association (IATA) rechnet für das Jahr 2017 mit einem Wachstum der weltweit verkauften Passagierkilometer um 5,1 Prozent (Vorjahr: 5,9 Prozent). Dabei fällt das Wachstum einzelner Regionen unterschiedlich aus. Das höchste Wachstum wird auch weiterhin für den Mittleren Osten mit 9,0 Prozent erwartet, gefolgt von der Region Asien / Pazifik mit 7,0 Prozent und Afrika mit 4,5 Prozent. Für Europa und Lateinamerika werden jeweils Wachstumsraten von 4,0 Prozent prognostiziert. Vergleichsweise schwächer soll der internationale Passagierverkehr in Nordamerika mit 2,5 Prozent wachsen.

Luftfrachtverkehr weist stabile Wachstumsraten auf

Für den weltweiten Luftfrachtverkehr prognostiziert die IATA für das Jahr 2017 mit 3,5 Prozent einen Anstieg der verkauften Fracht-Tonnenkilometer in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Wachstum und Konsolidierung auch in den Märkten der Service-Gesellschaften erwartet

Der MRO-Markt soll bis 2026 um durchschnittlich 4 Prozent pro Jahr auf ein Gesamtvolumen von rund 99 Mrd. USD wachsen. Die Großregion Asien / Pazifik wird dabei in Bezug auf die MRO-Nachfrage am stärksten zulegen. Der nordamerikanische Markt wird aber auch weiterhin der größte Einzelmarkt bleiben. Ein niedriges Ölpreisniveau könnte sich darüber hinaus positiv auf die Nachfrage nach MRO-Dienstleistungen auswirken, da Fluggesellschaften ihre Flotten vergrößern oder weniger treibstoffeffiziente Flugzeuge länger als vorgesehen betreiben könnten.

Im Airline-Catering-Markt soll die Nachfrage 2017 weiter ansteigen, dies jedoch zunehmend im Bereich der Bordverkaufsprogramme. Die Wettbewerbssituation hat sich durch die laufende Konsolidierung weiter verschärft.

G29 Entwicklung Branchennettoergebnis in Mrd. USD

Quelle: IATA Airline Industry Economic Performance (12 / 2016).

* Prognosewerte.

Ergebnis der Airline-Industrie soll niedriger ausfallen

Nach einem erwarteten Branchengewinn für die weltweite Luftverkehrsindustrie von 35,6 Mrd. USD im Jahr 2016 prognostiziert die IATA für 2017 einen Rückgang auf 29,8 Mrd. USD. Dabei wird für alle Regionen mit einem niedrigeren Ergebnis gerechnet, wenngleich in unterschiedlichem Ausmaß. Airlines aus Nordamerika werden mit einem prognostizierten Gewinn in Höhe von 18,1 Mrd. USD erneut den größten Anteil am Branchengewinn haben. Für Fluggesellschaften im Raum Asien / Pazifik wird ein Gewinn von 6,3 Mrd. USD, für Fluggesellschaften aus Europa ein Gewinn von 5,6 Mrd. USD erwartet. Für Fluggesellschaften aus dem Mittleren Osten und aus Lateinamerika prognostiziert die IATA Gewinne von 0,3 Mrd. USD beziehungsweise 0,2 Mrd. USD. Für Fluggesellschaften aus Afrika wird mit einem Verlust von 0,8 Mrd. USD gerechnet.

Änderungen in Geschäft und Organisation

Die Lufthansa Group überprüft regelmäßig ihre Organisationsstruktur auf ihre Aktualität und passt sie den veränderten Rahmenbedingungen an.

In allen Geschäftsfeldern der Lufthansa Group werden Chancen zur Effizienzsteigerung im Rahmen der kontinuierlichen Verbesserung als strategisches Handlungsfeld ergriffen und in den Planungen berücksichtigt, um der fortschreitenden Kosteninflation entgegenzuwirken. Dazu dient auch die Einführung der prozessorientierten Matrixorganisation bei den Netzwerk-Airlines, die ab dem Jahr 2017 auch in den administrativen Bereichen und den anderen Geschäftsfeldern umgesetzt werden soll. Mögliche Chancen und Risiken zu der erwarteten wirtschaftlichen Entwicklung, in Form von unerwarteten internen und externen begünstigenden und zuwiderlaufenden Einflüssen, werden unterjährig identifiziert und gesteuert.

Neben der Einführung der prozessorientierten Matrixorganisation wird die Lufthansa Group die Aufstellung ihrer Geschäftsbereiche neu gestalten. Dazu erfolgt die Aufteilung entsprechend den drei strategischen Säulen in die Geschäftsfelder Netzwerk-Airlines, Point-to-Point und die separaten Geschäftsfelder im Bereich Aviation Services: Logistik, Technik, Catering sowie die weiteren Gesellschaften und Konzernfunktionen.

Damit einhergehend werden ab dem Geschäftsjahr 2017 entsprechend der veränderten internen Organisation auch die Konsolidierungskreise der einzelnen Geschäftsfelder angepasst. Insbesondere wird Eurowings gemeinsam mit Brussels Airlines und der Beteiligung an SunExpress aus dem bisherigen Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe herausgelöst und in das eigenständige Geschäftsfeld Point-to-Point integriert. Lufthansa Passage wird umbenannt in Lufthansa German Airlines. Die Geschäftsfelder im Bereich Aviation Services bleiben unverändert bestehen. Allerdings wird die im bisherigen Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe konsolidierte Lufthansa Aviation Training den weiteren Gesellschaften und Konzernfunktionen zugeordnet. Die Vorjahreszahlen werden entsprechend angepasst.

Ausblick Lufthansa Group

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Volatilität für die Weltwirtschaft im Allgemeinen und die Luftfahrtbranche im Besonderen geht die Lufthansa Group ebenfalls von einer von erheblichen Schwankungen geprägten Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2017 aus. Die ausgeprägte Volatilität wesentlicher Einflussfaktoren wird die kontinuierliche Überprüfung der Annahmen im Jahresverlauf erfordern, um angemessen und zeitnah mit geeigneten Steuerungsmaßnahmen auf Veränderungen reagieren zu können.

Lufthansa Group erwartet für 2017 ein Adjusted EBIT leicht unter Vorjahr

Auf Basis des Marktpreises für Rohöl und des US-Dollar-Kurses vom 28. Februar 2017 erwartet die Lufthansa Group im Vorjahresvergleich und ohne Berücksichtigung der Teibstoffkosten der erstmals zu konsolidierenden Brussels Airlines höhere Treibstoffkosten von rund 350 Mio. EUR.

Gleichzeitig geht die Lufthansa Group von einem weiteren Rückgang der währungsbereinigten Stückerlöse in den Geschäftsfeldern Netzwerk-Airlines und Point-to-Point aus, wenn auch insgesamt nicht so deutlich wie im Geschäftsjahr 2016. Eine Veränderung der kumulierten Stückerlöse in diesen beiden Geschäftsfeldern um 1 Prozent hat isoliert betrachtet eine Ergebniswirkung von mehr als 200 Mio. EUR. Insgesamt sinkende, um Währung und Treibstoff bereinigte Stückkosten werden aber dazu beitragen, die geringeren Stückerlöse und den Anstieg der Treibstoffkosten zumindest teilweise zu kompensieren. Die übrigen Geschäftsfelder erwarten in Summe keine wesentliche Ergebnisveränderung. Unter diesen Annahmen erwartet die Lufthansa Group nach heutiger Einschätzung für 2017 einen Umsatz deutlich über und ein Adjusted EBIT leicht unter Vorjahr.

Wesentliche Einflussgrößen auf die Ergebnisentwicklung bleiben vor allem der Ölpreis, die Wechselkurse des Euros insbesondere zum US-Dollar und dem Schweizer Franken, die Stückerlöse der Geschäftsfelder Netzwerk-Airlines und Point-to-Point sowie der weitere Verlauf der Tarifverhandlungen für das Cockpit-Personal bei Lufthansa German Airlines. Übergeordnete Makrorisiken durch gesamtwirtschaftliche und vor allem durch geopolitische Entwicklungen haben sich in den vergangenen Monaten verstärkt und bilden eine wesentliche Unsicherheit für die Umsatz- und Ergebnisentwicklung vor allem der Netzwerk-Airlines.

Ebenso wie im Vorjahr werden Restrukturierungsmaßnahmen die Ergebnisentwicklung sowohl einzelner Geschäftsfelder wie auch der gesamten Lufthansa Group voraussichtlich belasten. Zum Zeitpunkt der Prognose werden über die Geschäftsfelder hinweg Kosten auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahr erwartet. Durch einen anders als zu Jahresbeginn geplanten Fortschritt bei den Restrukturierungsbemühungen kann diese Zahl im Jahresverlauf weiter ansteigen oder geringer ausfallen und das Ergebnis entsprechend be- oder entlasten. Negative Ergebniseffekte aus etwaigen Streiks sind in dieser Ergebnisprognose nicht enthalten.

Netzwerk-Airlines erwarten leichten Ergebnisrückgang

Die Netzwerk-Airlines Lufthansa German Airlines, SWISS und Austrian Airlines werden im Geschäftsjahr weiterhin ihre jeweiligen Prozesse zugunsten der Optimierung der Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Geschäftsfelds anpassen. Organisationsstrukturen und Abläufe werden verändert. Eine unterschiedliche - gegebenenfalls auch nachteilige - Entwicklung von Stückerlösen und -kosten ist bei den einzelnen Airlines möglich, um dafür in Summe Synergien für das Gesamtsystem der Netzwerk-Airlines zu erzielen.

Das Marktumfeld wird aufgrund volatiler Treibstoffpreise, schwankender Wechselkurse und zunehmender Wettbewerbsintensität sehr anspruchsvoll bleiben. In diesem Umfeld gehen alle Netzwerk-Airlines für 2017 von einem zunehmenden Preisdruck aus. Wesentliche Treiber dieser Entwicklung sind sowohl hohe Kapazitäten im Markt als auch absehbare Preissenkungen der Wettbewerber, die wegen abweichender Sicherungsprofile auch weiterhin von sinkenden Treibstoffkosten profitieren werden.

Lufthansa German Airlines erwartet für 2017 ein Adjusted EBIT leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Die kontinuierliche Senkung der Stückkosten steht auch weiterhin im Fokus und soll durch breit angelegte Maßnahmen vorangetrieben werden. Aufgrund weiterhin laufender intensiver Tarifgespräche für die Mitarbeiter im Cockpit dauert das Streikrisiko auch im neuen Geschäftsjahr an. Die Prognose beinhaltet daher keine Ergebnisbelastung aus möglichen Streiks bei Lufthansa German Airlines.

SWISS erwartet ein Adjusted EBIT leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Einer Ausweitung der Kapazitäten durch die Einflottung der neuen und effizienteren Flugzeugtypen B777 und Bombardier C Series und einer damit einhergehenden Stückkostensenkung stehen ein nach wie vor starkes Wettbewerbsumfeld sowie die Belastungen durch den starken Schweizer Franken gegenüber.

Austrian Airlines rechnet für 2017 mit einem Adjusted EBIT leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Auch im neuen Jahr werden kontinuierliche Initiativen auf Ertrags- und Kostenseite sowie eine enge Steuerung von Kapazitäten und Vermarktungsaktivitäten weiterhin im Fokus stehen.

Airlines im Geschäftsfeld Point-to-Point erwarten Ergebnisverbesserung

Die im Geschäftsfeld Point-to-Point konsolidierten Fluggesellschaften Eurowings und Brussels Airlines erwarten kumuliert eine Ergebnisverbesserung. Der Wet-Lease von 33 Flugzeugen von Air Berlin wird im ersten Jahr aufgrund von Einmalkosten zur Integration der Flugzeuge keinen positiven Ergebnisbeitrag erwirtschaften - unter anderem weil Remanenzen aus dem Austausch bestehender Kapazitäten das Ergebnis zunächst belasten werden. Unter Herausrechnung von Integrationskosten erwartet Eurowings, im Geschäftsjahr 2017 den Break-even zu erreichen. Die ab 2017 erstmals im Geschäftsfeld Point-to-Point konsolidierte Brussels Airlines wird im ersten Jahr der Konzernzugehörigkeit voraussichtlich einen leicht positiven Ergebnisbeitrag erwirtschaften.

Für die beiden Geschäftsfelder Netzwerk-Airlines und Point-to-Point zusammen werden sinkende währungsbereinigte Stückerlöse erwartet, die allerdings weniger als noch im Vorjahr sinken werden. Zu dem Rückgang der Stückerlöse wird unter anderem beitragen, dass das Geschäftsfeld Point-to-Point mit seinen systematisch geringeren Erlösen überproportional wächst. Gleiches gilt für den erwarteten Rückgang der um Währung und Treibstoff bereinigten Stückkosten.

T049 Prognose operative Kennzahlen Passage Airline Gruppe

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Werte 2016 Prognose für 20171)
Flüge (Anzahl) + 1,9 % +2 % bei Netzwerk-Airlines, 0 % bei Point-to-Point
Kapazität (ASK) + 4,6 % + 3 % bei Netzwerk-Airlines, + 19 % bei Point-to-Point zzgl. 95 P. durch Wet-Lease mit Air Berlin und Erstkonsolidierung von Brussels Airlines
Stückerlöse (RASK)2) - 5,8 % rückläufig, aber weniger als 2016
Stückkosten (CASK, exkl. Treibstoff und Einmaleffekt aus UFO-Tarifvereinbarung)2) - 2,5 % rückläufig, in etwa auf dem Niveau des Vorjahres

1) Exkl. Wet-Lease-Vereinbarung mit Air Berlin und Integration von Brussels Airlines.

2) Währungsbereinigt.

Andere Geschäftsfelder mit insgesamt stabilem Ergebnisbeitrag

Das Geschäftsfeld Logistik erwartet für das Geschäftsjahr 2017 in einem stabileren Marktumfeld einen moderat steigenden Umsatz. Das Angebot wird nahezu konstant bleiben. Die bereits im Jahr 2016 eingeleiteten Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung werden zwar im Geschäftsjahr 2017 erst teilweise greifen. Dennoch erwartet Lufthansa Cargo für das Geschäftsjahr 2017 einen gegenüber 2016 leicht verringerten Verlust.

Das Geschäftsfeld Technik erwartet für 2017 Umsätze deutlich über und ein Adjusted EBIT leicht unter Vorjahr. Wesentliche Gründe hierfür sind nicht wiederkehrende positive Ergebniseffekte im abgelaufenen Geschäftsjahr, der fortgesetzte Preisdruck im MRO-Geschäft mit der Folge reduzierter Margen, Kosten für Wachstumsprojekte wie insbesondere Innovations- und Technologieprojekte sowie Restrukturierungskosten.

Das Geschäftsfeld Catering erwartet für 2017 einen Umsatz leicht über und ein Adjusted EBIT deutlich unter Vorjahr. Der erwartete Ergebnisrückgang steht hauptsächlich im Zusammenhang mit Kosten aus der Transformation des Geschäftsmodells, vor allem in Europa. Die eingeleiteten Programme zur Effizienzsteigerung sowie der Ausbau der Aktivitäten in angrenzenden Märkten werden weiter vorangetrieben.

T050 Prognose Umsatz und Ergebnis*

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Umsatz Adjusted EBIT
Umsatz 2016

in Mio. €
Prognose für 2017 Adjusted EBIT 2016

in Mio. €
Prognose für 2017
--- --- --- --- ---
Lufthansa German Airlines 15412 - 1 090 leicht unter Vorjahr
SWISS 4 471 - 405 leicht unter Vorjahr
Austrian Airlines 2 153 - 58 leicht unter Vorjahr
Netzwerk-Airlines 21 864 leicht über Vorjahr 1 555 leicht unter Vorjahr
Point-to-Point 2 060 deutlich über Vorjahr - 104 deutlich über Vorjahr
Logistik 2 084 leicht über Vorjahr - 50 leicht über Vorjahr
Technik 5 144 deutlich über Vorjahr 411 leicht unter Vorjahr
Catering 3 194 leicht über Vorjahr 104 deutlich unter Vorjahr
Sonstige 437 - - 182 leicht über Vorjahr
Innenumsätze / Überleitung - 3 123 - 18 -
Lufthansa Group 31 660 deutlich über Vorjahr 1 752 leicht unter Vorjahr

* Werte wurden angepasst und reflektieren den Neuzuschnitt der Geschäftsfelder ab 2017.

Sonstige Finanzkennzahlen sollen sich verbessern

Für 2017 plant die Lufthansa Group ein Bruttoinvestitionsvolumen von 2,7 Mrd. EUR. Für die darauf folgenden Jahre wird mit Bruttoinvestitionen von im Durchschnitt 2,2 Mrd. EUR pro Jahr gerechnet. Für 2017 wird erneut ein positiver Free Cashflow erwartet.

Die Mindestliquidität von 2,3 Mrd. EUR soll unverändert aufrechterhalten werden.

Das Konzernergebnis wird deutlich unter Vorjahr erwartet. Dazu tragen sowohl das leicht unter Vorjahr erwartete Adjusted EBIT bei, vor allem aber der Entfall des Einmaleffekts von 652 Mio. EUR aus der Umstellung der Alters- und Übergangsversorgung im neuen Tarifvertrag mit der Flugbegleitergewerkschaft UFO. Das EACC wird daher ebenfalls unter Vorjahr erwartet.

Bei stabiler Zinsentwicklung soll sich die Eigenkapitalquote weiter dem mittelfristigen Zielwert von 25 Prozent annähern. Die dynamische Tilgungsquote soll im Jahresverlauf stabil bleiben.

Die Ausschüttung einer Dividende wird auch für das Geschäftsjahr 2017 angenommen, insofern die in der Dividendenpolitik festgelegten Voraussetzungen erfüllt sind.

T051 Prognose Finanzprofil

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Ist 2016 Zielwert Prognose für 2017
Eigenkapitalquote 20,6 % 25 % mittelfristig steigend
Dynamische Tilgungsquote 28,7 % 45 % (mindestens 35 %) stabil
Liquidität 3,9 Mrd. € Mindestliquidität 2,3 Mrd. € niedriger als im Vorjahr

Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Entwicklung der Lufthansa Group

Trotz der Herausforderungen des Markts und des insgesamt sehr volatilen Umfelds bleibt der Vorstand der Deutschen Lufthansa AG insgesamt optimistisch für die weitere Entwicklung der Lufthansa Group und ihrer Gesellschaften.

Mit der breiten Aufstellung als Unternehmensgruppe sieht der Vorstand die Lufthansa Group gut gerüstet, den gegenwärtigen und zukünftigen Marktanforderungen gerecht zu werden. Dabei spielt die Diversifikation von Netzwerk-Airlines, Punkt-zu-Punkt-Airlines und Service-Gesellschaften eine ebenso bedeutende Rolle wie die solide finanzielle Aufstellung der Lufthansa Group. Diese Merkmale erlauben es den Airlines wie auch den Service-Gesellschaften, die laufenden strukturellen Veränderungsprozesse aus einer Position der Stärke heraus zu initiieren, zu finanzieren und umzusetzen.

Von zentraler Bedeutung bleibt die Stabilisierung des Ergebnisses über den Zyklus hinweg, mindestens auf dem guten Niveau der vergangenen beiden Geschäftsjahre. Nicht zuletzt wegen des anhaltenden Kostendrucks und sich verändernder Wettbewerbsstrukturen ist dies die Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung der Lufthansa Group.

Der Vorstand geht davon aus, dass im neuen Geschäftsjahr weitere Fortschritte gemacht werden können, um dieses Ziel perspektivisch zu erreichen. Vor dem Unternehmen liegt auch weiterhin eine intensive Phase umfassender Veränderungen durch die Umsetzung der neuen Organisation und die Weiterentwicklung der Unternehmensstruktur und -kultur. Der Vorstand ist zuversichtlich, dass Mitarbeiter und Führungskräfte gemeinsam die richtigen Entscheidungen treffen und umsetzen, um auch künftig für Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre gleichermaßen Wert zu schaffen.

Corporate Governance

Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts eng zusammen. / Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex wird mit einer Ausnahme entsprochen. / Umfassendes Compliance-Programm etabliert.

Aufsichtsrat und Vorstand

Aufsichtsrat

Dr. Wolfgang Röller

Ehemaliger Vorsitzender des Aufsichtsrats

Deutsche Lufthansa AG

Ehrenvorsitzender

Dipl.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Jürgen Weber

Ehemaliger Vorsitzender des Aufsichtsrats

Deutsche Lufthansa AG

Ehrenvorsitzender

Stimmberechtigte Mitglieder

Wolfgang Mayrhuber

Ehemaliger Vorsitzender des Vorstands

Deutsche Lufthansa AG

Vorsitzender

Christine Behle

Mitglied des Bundesvorstands

der Gewerkschaft ver.di

Arbeitnehmervertreterin

Stellvertretende Vorsitzende

Nicoley Baublies

Purser und Mitglied des Vorstands

der Gewerkschaft UFO e. V.

Arbeitnehmervertreter

Dr. Werner Brandt

Ehemaliges Mitglied des Vorstands

SAP SE

Jörg Cebulla

Flugkapitän

Arbeitnehmervertreter

Herbert Hainer

Ehemaliger Vorstandsvorsitzender

adidas AG

Dr. h.c. Robert Kimmitt

Senior International Counsel

Wilmer Cutler Pickering Hale

and Dorr LLP, USA

Dr. Karl-Ludwig Kley

Vorsitzender des Aufsichtsrats

E.ON SE

Martin Koehler

Selbständiger Unternehmensberater

und ehemaliger Leiter Competence

Center "Aviation" bei der Boston

Consulting Group

Doris Krüger

Senior Director Future Innovation

Strategy, Lufthansa Group

Arbeitnehmervertreterin

Dr. Nicola Leibinger-Kammüller

Geschäftsführende Gesellschafterin

und Vorsitzende der Geschäftsführung

TRUMPF GmbH + Co. KG

(bis 28. April 2016)

Eckhard Lieb

Bildungsreferent

Arbeitnehmervertreter

Jan-Willem Marquardt

Flugkapitän und Mitglied der

Vereinigung Cockpit

Arbeitnehmervertreter

Martina Merz

Ehemalige CEO Chassis Brakes

International, Niederlande

(seit 28. April 2016)

Ralf Müller

Staatl. gepr. Techniker

Arbeitnehmervertreter

Monika Ribar

Präsidentin des Verwaltungsrats (VRP)

Schweizerische Bundesbahnen SBB AG,

Schweiz

Andreas Strache

Flightmanager

Arbeitnehmervertreter

Stephan Sturm

Vorsitzender des Vorstands

Fresenius Management SE

Christina Weber

Kaufm. Angestellte

Arbeitnehmervertreterin

Birgit Weinreich

Flugbegleiterin

Arbeitnehmervertreterin

Matthias Wissmann

Präsident des Verbands

der Automobilindustrie e. V. (VDA)

Vorstand

Carsten Spohr

Vorsitzender des Vorstands

Karl Ulrich Garnadt

Mitglied des Vorstands

Ressort Eurowings und

Aviation Services

Harry Hohmeister

Mitglied des Vorstands

Ressort Hub Management

Simone Menne

Mitglied des Vorstands

Ressort Finanzen

(bis 31. August 2016)

Ulrik Svensson

Mitglied des Vorstands

Ressort Finanzen

(seit 1. Januar 2017)

Dr. Bettina Volkens

Mitglied des Vorstands

Ressort Personal und Recht

Mandate

Andere Mandate der Aufsichtsratsmitglieder der Deutschen Lufthansa AG (Stand 31. Dezember 2016)

Wolfgang Mayrhuber

a) Infineon Technologies AG (Vorsitz)

Münchener Rückversicherungs-

Gesellschaft AG

(bis 31. Dezember 2016)

b) HEICO Corporation, USA

Christine Behle

a) Bochum-Gelsenkirchener

Straßenbahnen AG

BREMER LAGERHAUS-GESELLSCHAFT

- Aktiengesellschaft von 1877 -

(stellv. Vorsitz)

Hapag Lloyd AG (stellv. Vorsitz)

Dr. Werner Brandt

a) innogy SE (Vorsitz)

OSRAM Licht AG

ProSiebenSat.1 Media SE (Vorsitz)

RWE AG (Vorsitz)

Herbert Hainer

a) Allianz Deutschland AG

FC Bayern München AG (stellv. Vorsitz)

b) Accenture plc., Irland

Dr. Karl-Ludwig Kley

a) BMW AG (stellv. Vorsitz)

E.ON SE (Vorsitz)

b) Verizon Communications Inc., USA

Martin Koehler

a) Delton AG

b) American Funds Investment-Fonds,

managed by the Capital Group, USA

Enfold Inc., USA

FlixMobility GmbH

Dr. Nicola Leibinger-Kammüller

(Stand beim Ausscheiden aus dem

Aufsichtsrat am 28. April 2016)

a) Axel Springer SE

Siemens AG

Voith GmbH

Eckhard Lieb

b) Albatros Versicherungsdienste GmbH

Martina Merz

(seit 28. April 2016)

b) AB Volvo, Schweden (Board of Directors)

NV Bekaert SA, Belgien

(Board of Directors)

SAF-HOLLAND S.A., Luxemburg

(Board of Directors, stellv. Vorsitz)

Ralf Müller

a) Lufthansa Cargo AG

Monika Ribar

b) Chain IQ Group AG, Schweiz

Schweizerische Bundesbahnen SBB AG,

Schweiz (Präsidentin des

Verwaltungsrats, VRP)

Sika AG, Schweiz

Stephan Sturm

a) Fresenius Kabi AG (Vorsitz)

Fresenius Medical Care

Management AG (Vorsitz)

b) VAMED AG, Österreich

(stellv. Vorsitz)

Christina Weber

a) LSG Lufthansa Service Holding AG

Mandate des Vorstands der Deutschen Lufthansa AG (Stand 31. Dezember 2016)

Carsten Spohr

a) Lufthansa Technik AG* (Vorsitz)

ThyssenKrupp AG

b) Dr. August Oetker KG

Karl Ulrich Garnadt

a) Eurowings GmbH* (Vorsitz)

Germanwings GmbH* (Vorsitz)

LSG Lufthansa Service Holding AG*

Lufthansa CityLine GmbH* (Vorsitz)

Lufthansa Flight Training GmbH* (Vorsitz)

b) Aircraft Maintenance and Engineering

Corp., China

Air Dolomiti S.p.A. Linee Aeree Regionali

Europee, Italien (Board of Directors)

Austrian Airlines AG, Österreich

(stellv. Vorsitz)

Edelweiss Air AG, Schweiz (Vorsitz)

Günes Ekspres Havacilik A.S.

(SunExpress), Türkei (stellv. Vorsitz)

Miles & More GmbH*

ÖLH Österreichische Luftverkehrs-

Holding GmbH, Österreich (stellv. Vorsitz)

SN Airholding SA / NV, Belgien

Harry Hohmeister

a) Lufthansa Cargo AG* (Vorsitz)

b) Austrian Airlines AG, Österreich (Vorsitz)

Günes Ekspres Havacilik A.S.

(SunExpress), Türkei

SN Airholding SA / NV, Belgien

Swiss International Air Lines AG,

Schweiz

Simone Menne

(Stand beim Ausscheiden aus dem

Vorstand am 31. August 2016)

a) BMW AG

Delvag Luftfahrtversicherungs-AG*

(Vorsitz)

Deutsche Post AG

LSG Lufthansa Service Holding AG*

(Vorsitz)

Lufthansa Cargo AG*

Lufthansa Technik AG*

b) FWB Frankfurter Wertpapierbörse

(Börsenrat)

Miles & More GmbH (Vorsitz Beirat)

Ulrik Svensson

(Stand beim Eintritt in den Vorstand

am 1. Januar 2017)

a) LSG Lufthansa Service Holding AG*

Lufthansa Cargo AG*

Lufthansa Technik AG*

Dr. Bettina Volkens

a) LSG Lufthansa Service Holding AG*

a) Mitgliedschaft in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten.

b) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen.

* Konzernmandat gemäß § 100 Abs. 2 Satz 2 AktG.

Corporate Governance Bericht

Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten eng und vertrauensvoll zusammen

Es ist das gemeinsame Ziel von Vorstand und Aufsichtsrat, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Dafür arbeiten sie im Interesse des Unternehmens eng und vertrauensvoll zusammen.

Der Aufsichtsrat hat Geschäftsordnungen verabschiedet, in denen die Arbeit von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Zusammenarbeit beider Organe verbindlich geregelt werden. Die fünf Mitglieder des Vorstands tragen für die gesamte Geschäftsführung gemeinschaftlich Verantwortung und unterrichten sich gegenseitig über alle wesentlichen Vorgänge und Geschäfte. Der Vorstand erstattet dem paritätisch besetzten Aufsichtsrat regelmäßig Bericht. In den Aufsichtsratssitzungen informiert der Vorstand den Aufsichtsrat mindestens viermal im Jahr über die Geschäftsentwicklung des Konzerns und der Beteiligungsunternehmen sowie einmal jährlich über die operative Konzernplanung und die Finanzplanung des Konzerns. Der Vorstand übermittelt dem Aufsichtsrat die Quartalsberichterstattung des Unternehmens. Der Vorstandsvorsitzende unterrichtet den Aufsichtsratsvorsitzenden und den Aufsichtsrat darüber hinaus über wichtige Vorkommnisse.

Der Vorstand fasst Beschlüsse mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Für eine Reihe von Geschäften muss der Vorstand die Zustimmung des Aufsichtsrats einholen. Darunter fallen ab einer bestimmten Wertgrenze zum Beispiel die Aufnahme von Fremdkapital, Investitionen in Flugzeuge und andere Güter des Anlagevermögens, das langfristige Leasing von Flugzeugen, die Gründung von Unternehmen, der Erwerb oder die Veräußerung von Unternehmensanteilen, die Aufnahme neuer Geschäftszweige oder die Aufgabe vorhandener Geschäftszweige im Rahmen der Satzung, der Abschluss von Unternehmensverträgen sowie der Abschluss oder die Aufhebung von strategisch bedeutsamen Kooperationsverträgen.

Der Aufsichtsrat hat aus seiner Mitte ein paritätisch besetztes Präsidium gebildet, bestehend aus dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats und seinem Stellvertreter in jeweils entsprechender Funktion sowie zwei weiteren durch den Aufsichtsrat zu wählenden Mitgliedern des Aufsichtsrats. Das Präsidium gibt dem Aufsichtsrat Beschlussempfehlungen hinsichtlich der Bestellung von Vorstandsmitgliedern, der Ernennung eines Vorstandsvorsitzenden, der Festsetzung der Gesamtbezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder inklusive des Gehalts und Nebenleistungen jeglicher Art, etwaiger Herabsetzungen gemäß § 87 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 1 und 2 AktG sowie Zielgrößen und Zielfristen für den Frauenanteil im Vorstand (§111 Abs. 5 AktG). Das Präsidium ist zuständig für alle sonstigen nicht dem Plenum des Aufsichtsrats gemäß § 107 Abs. 3 Satz 3 AktG vorbehaltenen personellen Angelegenheiten von Vorständen und Prokuristen (zum Beispiel Kreditgewährung gemäß § 89 AktG). Das Präsidium vertritt die Gesellschaft gegenüber den Vorstandsmitgliedern (§112 AktG). Es ist ferner zuständig für Verträge mit Aufsichtsratsmitgliedern (§114 AktG) sowie für die Kreditgewährung an Aufsichtsratsmitglieder (§115 AktG). Der Ausschuss beschließt ferner über sonstige Personalangelegenheiten, die dem Aufsichtsrat gemäß der Geschäftsordnung für den Vorstand zur Zustimmung vorzulegen sind. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Aufsichtsratsvorsitzenden den Ausschlag.

Der Aufsichtsrat hat aus seiner Mitte einen paritätisch besetzten Prüfungsausschuss gewählt, dem sechs Mitglieder des Aufsichtsrats angehören. Den Vorsitz übernimmt das dazu vom Aufsichtsrat gewählte Mitglied, bei Verhinderung des Ausschussvorsitzenden ein von ihm zu benennender Stellvertreter. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses sollen über besondere Kenntnisse auf dem Gebiet der Rechnungslegung sowie der Betriebs- und Finanzwirtschaft verfügen. Der Prüfungsausschuss hat die Aufgabe, insbesondere Fragen der Rechnungslegung, des Risikomanagements, des Internen Kontrollsystems und der Compliance, der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung zu erörtern, die Qualität der Abschlussprüfung sicherzustellen und dem Aufsichtsrat insbesondere zum Abschlussprüfer-Vorschlag an die Hauptversammlung und zur Billigung des Jahres- und Konzernabschlusses eine Beschlussempfehlung zu geben. Ferner erörtert der Prüfungsausschuss die Quartalszwischenberichte vor ihrer Veröffentlichung mit dem Vorstand. Der Prüfungsausschuss ist ermächtigt, die innere Ordnung der Ausschusstätigkeit in einer eigenen Geschäftsordnung zu regeln, und legt diese dem Aufsichtsrat zur Kenntnisnahme vor.

G30 Ausschüsse des Aufsichtsrats

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Prüfungsausschuss Nominierungsausschuss Vermittlungsausschuss nach § 27 Abs. 3 MitbestG
Wolfgang Mayrhuber Dr. Werner Brandt Dr. Werner Brandt Wolfgang Mayrhuber
(Vorsitzender) (Vorsitzender) Dr. Karl-Ludwig Kley (Vorsitzender)
Christine Behle Martin Koehler Wolfgang Mayrhuber Christine Behle
(stellv. Vorsitzende) Doris Krüger (stellv. Vorsitzende)
Dr. Karl-Ludwig Kley Eckhard Lieb Dr. Karl-Ludwig Kley
Birgit Weinreich Jan-Willem Marquardt Birgit Weinreich
Monika Ribar (seit 16. März 2016)
Sieben Sitzungen im Jahr 2016 Sieben Sitzungen im Jahr 2016 Eine Sitzung im Jahr 2016 Keine Sitzung im Jahr 2016

Der Aufsichtsrat hat aus der Mitte der Anteilseignervertreter einen mit drei gleichberechtigten Mitgliedern besetzten Nominierungsausschuss gewählt. Der Ausschuss soll dem Aufsichtsrat für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern geeignete Kandidaten benennen. Der Aufsichtsrat soll so zusammengesetzt sein, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Mindestens fünf Anteilseignervertreter sollen unabhängige Mitglieder des Aufsichtsrats sein. Zur Wahl in den Aufsichtsrat sollten im Grundsatz keine Personen vorgeschlagen werden, die das 70. Lebensjahr bereits vollendet haben (§ 8 Abs. 2 der Satzung). Die Zugehörigkeitsdauer einzelner Aufsichtsratsmitglieder zum Aufsichtsrat soll in der Regel drei Amtszeiten nicht überschreiten. Unter Beachtung der vorstehenden Voraussetzungen ist eine angemessene Internationalität bei der Zusammensetzung, beispielsweise durch Beteiligung von Mitgliedern mit langjähriger Erfahrung aus einer Geschäftstätigkeit außerhalb Deutschlands, anzustreben. Der Ausschuss soll sich bei dem jeweilig zu benennenden Kandidaten vergewissern, dass er den zu erwartenden Zeitaufwand aufbringen kann.

Der nach § 27 Abs. 3 des Mitbestimmungsgesetzes vorgeschriebene und gemäß § 9 Absatz 2 der Satzung der Gesellschaft gebildete Vermittlungsausschuss tritt nur dann zusammen, wenn bei einer Vorstandsbestellung oder einem Widerruf der Bestellung nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit der Stimmen erreicht wird. Gemäß § 31 Absatz 3 Satz 1 MitbestG hat der Ausschuss dann dem Aufsichtsrat innerhalb eines Monats einen entsprechenden Vorschlag zu unterbreiten.

Das Mitglied des Aufsichtsrats Dr. Robert Kimmitt ist Senior International Counsel der Rechtsanwaltskanzlei Wilmer Cutler Pickering Hale and Dorr LLP. Das Mitglied des Aufsichtsrats Matthias Wissmann ist Partner der Rechtsanwaltskanzlei Wilmer Cutler Pickering Hale and Dorr LLP. Die Lufthansa Group hat in der Vergangenheit Beratungsverträge mit Wilmer Cutler Pickering Hale and Dorr LLP abgeschlossen und wird dies voraussichtlich auch in der Zukunft tun. Weder Dr. Robert Kimmitt noch Matthias Wissmann beraten die Lufthansa Group im Rahmen dieser Mandate. Außerdem hat Wilmer Cutler Pickering Hale and Dorr LLP schriftlich bestätigt, dass organisatorische Maßnahmen getroffen wurden, wonach in den Vergütungen der genannten Herren, die aus ihrer jeweiligen Stellung in der Rechtsanwaltskanzlei resultieren, weder direkt noch indirekt Honorare aus Mandaten der Lufthansa Group Berücksichtigung finden. Ein potenzieller Interessenkonflikt oder eine Abhängigkeit der genannten Aufsichtsratsmitglieder liegt damit nicht vor und es bedarf keiner Zustimmung des Aufsichtsrats zu diesen Beratungsverträgen.

Vorstand und Aufsichtsrat sind bei schuldhafter Verletzung ihrer Pflichten der Gesellschaft gegenüber zu Schadensersatz verpflichtet. Für beide Gremien wurde eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O) mit einem den Anforderungen des Aktiengesetzes und des Deutschen Corporate Governance Kodex entsprechenden Selbstbehalt abgeschlossen.

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und deren Mandate sowie die Zusammensetzung und Aufgaben der Ausschüsse → S. 75 ff.

Deutschem Corporate Governance Kodex wird mit einer Ausnahme entsprochen

Vorstand und Aufsichtsrat haben auf ihrer Sitzung am 7. Dezember 2016 folgende Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex verabschiedet:

"Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Lufthansa AG erklären gemäß § 161 AktG, dass den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in seiner jeweils gültigen Fassung (Kodex) seit der letzten Entsprechenserklärung mit folgender Ausnahme entsprochen wurde und zukünftig mit folgender Ausnahme entsprochen werden soll:

Gemäß der Ziff. 4.2.3 Abs. 2 des Kodex soll die Vergütung der Vorstandsmitglieder insgesamt und hinsichtlich ihrer variablen Vergütungsteile eine betragsmäßige Höchstgrenze aufweisen. Die Vorstandsverträge begrenzen alle wesentlichen Vergütungselemente der Höhe nach, mithin die fixe Vergütung, die variablen Vergütungsbestandteile und die Versorgungszusage. Die Nebenleistungen werden bei der Deutschen Lufthansa AG dennoch nicht insgesamt von einer betragsmäßigen Höchstgrenze erfasst. Mitgliedern des Vorstands der Deutschen Lufthansa AG sollen insbesondere die privaten Flugreisen, die entsprechend den IATA-Regularien und mit eingeschränktem Buchungsstatus zu Vollzahlern erfolgen, nicht begrenzt werden. Wegen des eingeschränkten Buchungsstatus handelt es sich um eine betragsmäßig geringe Nebenleistung. Die Mitglieder des Vorstands sollen das Hauptprodukt des Unternehmens inklusive des damit verbundenen Austauschs mit den Mitarbeitern und den Kunden an Bord entsprechend internationalen Gepflogenheiten auch privat möglichst vielfältig nutzen können."

Aktionäre und Hauptversammlung besitzen weitreichende Befugnisse

Lufthansa Aktien sind vinkulierte Namensaktien. Jede Aktie verfügt über identische Stimmrechte. Die Eintragung in das Aktienregister erfolgt anhand der elektronisch übermittelten Aktionärsdaten über die Banken und das Clearingsystem. Als Besonderheit sind bei der Deutschen Lufthansa AG hierbei neben dem Aktiengesetz auch die Eintragungsvoraussetzungen des Luftverkehrsnachweissicherungsgesetzes (LuftNaSiG) zu beachten. Dies betrifft insbesondere die Angabe der Staatsangehörigkeit bei natürlichen Personen und der Nationalität bei juristischen Personen beziehungsweise bei Meldepflichtigen nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) eines Mehrheitsbesitzes oder einer beherrschenden Beteiligung an ausländischem Eigentum.

Auf der Hauptversammlung können grundsätzlich alle Aktionäre, die im Aktienregister eingetragen sind, ihr Stimmrecht ausüben. Der elektronische Service für den aktienrechtlichen Anmeldeprozess umfasst die Möglichkeit, auch Stimmrechtsvertreter, Kreditinstitute oder Aktionärsvereinigungen per Internet mit der Ausübung der Stimmrechte zu beauftragen sowie das Stimmrecht per Briefwahl auszuüben. Darüber hinaus haben die Aktionäre auch die Möglichkeit, die Ansprachen des Aufsichtsrats- und des Vorstandsvorsitzenden in der Hauptversammlung per Internet zu verfolgen.

Transparente Rechnungslegung und Finanzkommunikation entsprechen internationalen Standards

Die Lufthansa Group erstellt den Konzernabschluss und die Zwischenberichte nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) unter Berücksichtigung der Interpretationen des IFRS Interpretations Committee, wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind.

Der gesetzlich vorgeschriebene und für die Dividendenzahlung relevante Einzelabschluss der Deutschen Lufthansa AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt. Mit der Prüfung der Jahresabschlüsse 2016 wurde die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, beauftragt. Die Honorare der Prüfer für das Geschäftsjahr 2016 sind im Konzernanhang zusammengestellt. → Erläuterung 44, S. 161.

Sollten Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder im Rahmen sogenannter Directors' Dealings eigene Geschäfte mit Lufthansa Aktien oder mit sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten, insbesondere mit Optionen und Derivaten, vornehmen, werden diese umgehend veröffentlicht, sobald sie die Wertgrenze von 5.000 EUR im Kalenderjahr überschreiten. Dies gilt auch für natürliche und juristische Personen, die in enger Beziehung zum oben genannten Personenkreis stehen. Der Gesamtbesitz von Aktien, Optionen oder Derivaten aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder überstieg zum 31. Dezember 2016 nicht den Wert von 1 Prozent der ausgegebenen Aktien.

Die Lufthansa Group informiert Aktionäre, Analysten und Öffentlichkeit gleichberechtigt und zeitnah. Nähere Informationen über diesbezügliche Aktivitäten finden sich im Kapitel → Lufthansa Aktie, S. 7 ff., und auf der Website www.lufthansagroup.com/investor-relations.

Umfassendes Programm unterstützt die Einhaltung von Compliance

Compliance beschreibt alle Maßnahmen, die das rechtmäßige Verhalten von Unternehmen, ihrer Leitungsorgane und ihrer Mitarbeiter im Hinblick auf gesetzliche und unternehmensinterne Ge- und Verbote gewährleisten. Mit dem Lufthansa Group Compliance-Programm sollen die Mitarbeiter und das Unternehmen vor Gesetzesverstößen bewahrt und gleichzeitig darin unterstützt werden, Gesetze richtig anzuwenden. Das Lufthansa Compliance-Programm setzt sich aus den Bausteinen Competition-, Kapitalmarkt-, Integrity-, Embargo- und Corporate-Compliance zusammen. Über ein Ombudssystem besteht die Möglichkeit, Verdachtsmeldungen im Hinblick auf wirtschaftskriminelle Handlungen oder Verstöße gegen die Compliance-Regelungen abzugeben. Das im Ressort des Vorstands Personal und Recht angesiedelte zentrale Compliance Office, die diversen zentralen und lokalen Compliance-Ausschüsse der Lufthansa Group sowie unter anderem die Compliance-Beauftragten in den Konzerngesellschaften sollen dafür sorgen, dass das Lufthansa Compliance-Programm gesellschafts-übergreifend in der Lufthansa Group, beispielsweise durch regelmäßige webbasierte Schulungen und Veröffentlichungen im Intranet, umgesetzt wird. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wird halbjährlich über Vorfälle und Fortschritte im Bereich Compliance durch einen Compliance-Bericht informiert. http://investor-relations.lufthansagroup.com/de/corporate-governance.html

Vergütungsbericht

Die komplexe Darstellung der Grundsätze des Vergütungssystems von Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Lufthansa AG sowie die Struktur und Höhe der Leistungen im vorliegenden Vergütungsbericht folgen aus der Berücksichtigung aller gesetzlichen Vorgaben und den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex mit der in der Entsprechenserklärung dargestellten Ausnahme. Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts.

Struktur der Vorstandsvergütung

Auf Empfehlung des Präsidiums hat der Aufsichtsrat im Dezember 2015 eine Anpassung der Vergütungsstruktur für den Vorstand beschlossen, die ab dem Geschäftsjahr 2016 für alle fünf Vorstandsmitglieder gilt. Hintergrund ist, dass in der Lufthansa Group gemäß dem neuen Konzept zur wertorientierten Steuerung die auch für die Berechnung der variablen Vorstandsvergütung herangezogenen Kennzahlen Operative Marge und Cash Value Added (CVA) durch die Kennzahlen EBIT-Marge und Earnings After Cost of Capital (EACC) ersetzt worden sind. Um die neuen Kennzahlen zukünftig auch für die Bemessung der variablen Vorstandsvergütung zugrunde legen zu können, wurden in den diesbezüglichen Regelungen in den Anstellungsverträgen der Vorstandsmitglieder die bisher verwendeten Kennzahlen ab dem Geschäftsjahr 2016 entsprechend ersetzt.

Insgesamt ist durch die neuen Kennzahlen im Vergleich zu der bisherigen Vergütungsstruktur eine um rund 10 Prozent höhere variable Vergütung zu erwarten. In Anbetracht der bei der Deutschen Lufthansa AG im externen Vergleich weit unterhalb des DAX-Maßstabs liegenden variablen Vergütung versteht der Aufsichtsrat diese Erhöhung als Beitrag zu der seit Jahren diskutierten und immer wieder aufgeschobenen Anpassung der Vorstandsvergütung.

Ein weiteres Ergebnis des Vergleichs mit dem DAX-Maßstab war die Erkenntnis, dass der Abstand in der Gesamtvergütung zwischen dem Vorstandsvorsitzenden und den ordentlichen Vorstandsmitgliedern bei der Deutschen Lufthansa AG mit einem Faktor von lediglich 1,44 sehr niedrig liegt; der Durchschnitt im DAX liegt bei 1,88. Vor diesem Hintergrund hat der Aufsichtsrat beschlossen, für den Vorstandsvorsitzenden die Grundvergütung um gut 14 Prozent auf das 1,6-Fache und die variable Vergütung um gut 5 Prozent auf das 1,5-Fache des jeweiligen Betrags eines ordentlichen Vorstandsmitglieds zu erhöhen. Insgesamt steigt dadurch der Abstand in der Gesamtvergütung von dem bisherigen Faktor 1,44 auf 1,55.

Die angepasste Vergütungsstruktur wurde in der Hauptversammlung vom 28. April 2016 mit 89,95 Prozent der gültigen Stimmen gebilligt.

Die Vergütung des Vorstands besteht aus einer Grundvergütung, variablen Vergütungselementen, sonstigen Bezügen und einer Altersversorgung. Die beiden Komponenten "fixe Jahresgrundvergütung" einerseits sowie "variable Jahresvergütung und Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter" andererseits sind in etwa gleich bemessen. Unter der Voraussetzung einer nennenswerten Mindestperformance beziehungsweise Outperformance des Lufthansa Aktienkurses ist dabei eine überwiegende Mehrjährigkeit der variablen Vergütungskomponenten sichergestellt. Die genannten Komponenten werden im Folgenden näher erläutert.

Die Vorstandsvergütung setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

Fixe Jahresgrundvergütung. Die Grundvergütung wird monatlich als Gehalt ausgezahlt.
Variable Jahresvergütung. Die variable Vergütung richtet sich nach der EBIT-Marge des Lufthansa Konzerns. Sie wird zu 75 Prozent im Folgejahr und somit im einjährigen Turnus mit einem individuellen Leistungsfaktor, der zwischen 0,8 und 1,2 schwanken kann, multipliziert und ausgezahlt. Die übrigen 25 Prozent werden zwei weitere Jahre vorgetragen. Am Ende des insgesamt dreijährigen Betrachtungszeitraums wird der vorgetragene Betrag mit einem Faktor multipliziert, der zwischen 0 und 2 liegen kann (Bonus-Malus-Faktor). Die Ausprägung des Faktors hängt zu 70 Prozent von dem über drei Jahre erreichten EACC und zu 30 Prozent von Nachhaltigkeitsparametern wie Umweltschutz, Kundenzufriedenheit und Mitarbeiter-Commitment ab. Der maximale Auszahlungsbetrag der gesamten jährlichen variablen Vergütung ist auf 150 Prozent der Jahresgrundvergütung begrenzt. Für die Bestimmung der EBIT-Marge 2016 verzichten sämtliche Mitglieder des Vorstands auf die Berücksichtigung des positiven Ergebniseffekts aus der Umstellung der Alters- und Übergangsversorgung für das Kabinenpersonal der Lufthansa Passage in Höhe von 652 Mio. EUR. Ohne diesen Verzicht wären die nachfolgend dargestellten Vorstandsbezüge insgesamt um 1.750 TEUR höher ausgefallen.
Aktienkursbasierte Vergütung. Der Vorstand nimmt zudem verpflichtend an den Aktienprogrammen für Führungskräfte teil (mit abweichend vom allgemeinen Führungskräfteprogramm strukturierten Parametern). → Erläuterung 36, S. 140 ff. Das Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) legt bei Aktienoptionsprogrammen eine Ausübungsfrist von mindestens vier Jahren fest, wobei diese Frist generell als Orientierungspunkt und Empfehlung auch für die Laufzeit von langfristigen Incentivemodellen gesehen wird. Vor diesem Hintergrund ist die Laufzeit des LH-Performance-Programms auf vier Jahre festgelegt, auch wenn es sich hierbei nicht um ein Aktienoptionsprogramm im Sinne des Gesetzes handelt.
Tantieme. Der Aufsichtsrat kann dem Vorstand in Jahren mit auf außerordentlichen exogenen Einflüssen beruhenden schwachen Ergebnissen eine angemessene zusätzliche individuelle Leistungstantieme zuteilen.
Sonstige Bezüge. Sonstige Bezüge beinhalten insbesondere geldwerte Vorteile aus der Nutzung von Dienstwagen und der Rabattgewährung im Zusammenhang mit der Ausgabe von Aktienprogrammen ( → Erläuterung 36, S. 140 ff.), aus Beförderungsvergünstigungen unter Berücksichtigung einschlägiger IATA-Bestimmungen sowie Sitzungs- und Tagegelder aus der Tätigkeit in den Aufsichtsräten verbundener Unternehmen.

Leistungen im Fall der Beendigung der Tätigkeit

Altersversorgung. Seit dem Geschäftsjahr 2006 ist für jeden Vorstand ein persönliches Versorgungskonto eingerichtet, dem die Deutsche Lufthansa AG während der Dauer des Anstellungsverhältnisses jährlich Beiträge in Höhe von jeweils 25 Prozent der Jahresvergütung einschließlich der variablen Vergütung zuführt. Dabei richten sich die Anlageregeln des Versorgungskontos nach dem Anlagekonzept für den Lufthansa Pension Trust, das auch für die Mitarbeiter der Deutschen Lufthansa AG gilt.

Endet das Arbeitsverhältnis vor Eintritt des Versorgungsfalls, bleibt die Anwartschaft aus dem Versorgungskonto erhalten und wird beitragsfrei fortgeführt. Bei Eintritt des Versorgungsfalls (Erreichen der Altersgrenze von 65 Jahren beziehungsweise der vorgezogenen Altersgrenze von 60 bis 65 Jahren oder bei Invalidität) erwerben die Berechtigten ein Versorgungsguthaben in Höhe des zu diesem Zeitpunkt aktuellen Stands des Versorgungskontos. Dabei garantiert die Deutsche Lufthansa AG den Bestand der bereitgestellten Beiträge.

Bei Inanspruchnahme als Invaliden- oder Hinterbliebenenleistung wird das Versorgungsguthaben um ein ergänzendes Risikokapital angehoben. Dieses besteht aus dem Durchschnittsbetrag der letzten drei auf dem Versorgungskonto bereitgestellten Beiträge, multipliziert mit der Anzahl der ab Eintritt des Versorgungsfalls bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres fehlenden vollen Jahre.

Die Auszahlung des Versorgungsguthabens erfolgt grundsätzlich in zehn Raten. Auf Antrag des Vorstands oder dessen Hinterbliebenen ist mit Zustimmung des Unternehmens auch eine Auszahlung als Einmalkapital oder in weniger als zehn Teilbeträgen oder eine Verrentung möglich.

Die Hinterbliebenenrente beträgt 60 Prozent der Rentenansprüche des Verstorbenen. Tritt der Todesfall während des laufenden Anstellungsverhältnisses ein, erhalten die Hinterbliebenen bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres, mindestens jedoch für die Dauer von sechs Monaten, die Bezüge des Verstorbenen weiter.

Carsten Spohr hat aus seinem derzeit ruhenden Arbeitsverhältnis als Flugzeugführer Anspruch auf Übergangsversorgung nach dem Tarifvertrag "Übergangsversorgung Cockpit". Falls Carsten Spohr den Vorstand vor Vollendung des 60. Lebensjahres verlässt und sein Arbeitsverhältnis als Flugzeugführer wieder aufnimmt, steht ihm bei Vollendung des 60. Lebensjahres beziehungsweise auf Antrag bereits ab dem 55. Lebensjahr die tarifvertraglich geregelte Möglichkeit zur Inanspruchnahme der sogenannten "Übergangsversorgung für das Cockpit-Personal der Lufthansa" zu. Diese Zusatzversorgung wird bei Vorliegen bestimmter Zugangsvoraussetzungen gewährt und sieht eine monatliche Rentenzahlung von bis zu 60 Prozent der letzten modifizierten Tarifvergütung bis zur Vollendung des 63. Lebensjahres vor.
Abfindungshöchstgrenze. Bei einer vorzeitigen Beendigung des Vertrags, die nicht durch einen wichtigen Grund oder durch einen Kontrollwechsel veranlasst ist, wird die Gesellschaft gemäß der Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex nicht mehr als den Wert der Ansprüche für die Restlaufzeit des Vertrags vergüten, wobei die Zahlungen einschließlich Nebenleistungen zwei Jahresvergütungen nicht übersteigen dürfen (Abfindungshöchstgrenze). Die Berechnung der Abfindungshöchstgrenze bestimmt sich nach der Gesamtvergütung für das letzte volle Geschäftsjahr vor dem Ausscheiden aus dem Vorstand, wie sie im Vergütungsbericht ausgewiesen wird, unter Berücksichtigung der voraussichtlichen Gesamtvergütung für das laufende Geschäftsjahr.
Wechsel der Unternehmenskontrolle. Wird der Vertrag zwischen einem Vorstandsmitglied und der Deutschen Lufthansa AG im Zusammenhang mit einem Kontrollwechsel bei der Gesellschaft beendet, hat das Vorstandsmitglied Anspruch auf eine Abfindung seiner Vergütungsansprüche für die Restlaufzeit des Vertrags. Gemäß der entsprechenden Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex darf die Höhe der Abfindung 150 Prozent der vertraglich geregelten, zuvor beschriebenen Abfindungshöchstgrenze nicht übersteigen.

Höhe der Vorstandsvergütung

Vergütung des Vorstands im Geschäftsjahr. Die Gesamtbezüge für die aktive Vorstandstätigkeit aller Vorstandsmitglieder zusammen beliefen sich im Jahr 2016 insgesamt auf 10.389 TEUR (Vorjahr: 9.605 TEUR). Davon entfielen 5.044 TEUR (Vorjahr: 4.650 TEUR) auf erfolgsunabhängige Komponenten und 5.345 TEUR (Vorjahr: 4.955 TEUR) auf erfolgsbezogene Komponenten der Vergütung. Der Dienstzeitaufwand der Pensionszusagen betrug 2.253 TEUR (Vorjahr: 1.985 TEUR).

Für die im Jahr 2016 tätigen Mitglieder des Vorstands fielen im Einzelnen folgende Vergütungen an:

T052 Gesamtbezüge des Vorstands (HGB) 2016

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Angaben

in Tsd. €
Grundvergütung Sonstiges1) Einjährige variable Vergütung Mehrjährige variable Vergütung Optionsprogramm2) Gesamtbezüge
Carsten Spohr 1 380 117 797 141 685 3 120
Karl Ulrich Garnadt 863 86 532 74 456 2 011
Harry Hohmeister 863 143 532 110 456 2 104
Simone Menne3) 575 16 354 110 - 1 055
Dr. Bettina Volkens 863 138 532 110 456 2 099
Gesamt (HGB) 4 544 500 2 747 545 2 053 10 389

1) Sonstige Bezüge beinhalten insbesondere geldwerte Vorteile aus der Nutzung von Dienstwagen und der Rabattgewährung im Zusammenhang mit der Ausgabe von Aktienprogrammen ( → Konzernanhang, Erläuterung 36, S. 140 ff.), aus Beförderungsvergünstigungen unter Berücksichtigung einschlägiger IATA-Bestimmungen sowie Sitzungs- und Tagegelder aus der Tätigkeit in den Aufsichtsräten verbundener Unternehmen.

2) Beizulegender Zeitwert des Optionsprogramms 2016 zum Gewährungszeitpunkt.

3) Zeitanteilig bis 31.08.2016.

Für die im Jahr 2015 tätigen Mitglieder des Vorstands fielen im Einzelnen folgende Vergütungen an:

T052 Gesamtbezüge des Vorstands (HGB) 2015

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Angaben

in Tsd. €
Grundvergütung Sonstiges1) Einjährige variable Vergütung Mehrjährige variable Vergütung Optionsprogramm2) Gesamtbezüge
Carsten Spohr 1 207 115 593 133 626 2 674
Karl Ulrich Garnadt 863 86 417 - 417 1 783
Harry Hohmeister3) 432 63 417 67 417 1 396
Simone Menne 863 80 417 133 417 1 910
Dr. Bettina Volkens 863 78 417 67 417 1 842
Gesamt (HGB) 4 228 422 2 261 400 2 294 9 605

1) Sonstige Bezüge beinhalten insbesondere geldwerte Vorteile aus der Nutzung von Dienstwagen und der Rabattgewährung im Zusammenhang mit der Ausgabe von Aktienprogrammen ( → Konzernanhang, Erläuterung 36, S. 140 ff.), aus Beförderungsvergünstigungen unter Berücksichtigung einschlägiger IATA-Bestimmungen sowie Sitzungs- und Tagegelder aus der Tätigkeit in den Aufsichtsräten verbundener Unternehmen.

2) Beizulegender Zeitwert des Optionsprogramms 2015 zum Gewährungszeitpunkt.

3) Für seine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der Swiss International Air Lines AG im Geschäftsjahr 2015 erhielt Harry Hohmeister darüber hinaus eine in CHF ausgezahlte Grundvergütung im Gegenwert von 431 TEUR, die direkt von der Swiss International Air Lines AG ausgezahlt wurde.

In den derzeit laufenden Aktienprogrammen werden zum 31. Dezember 2016 (2015) von den Vorstandsmitgliedern folgende Aktien beziehungsweise Optionspakete gehalten:

T053 Aktienprogramme

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Programm 2013 Programm 2014 Programm 2015
Anzahl der Aktien Anzahl aus Eigenmitteln erworbener Aktien Anzahl der Optionspakete Anzahl aus Eigenmitteln erworbener Aktien Anzahl der Optionspakete Anzahl aus Eigenmitteln erworbener Aktien Anzahl der Optionspakete
--- --- --- --- --- --- ---
Karl Ulrich Garnadt (Vorstand seit 01.05.2014) - - 10 170 30 8 910 30
(-) (-) (10 170) (30) (8 910) (30)
Harry Hohmeister 8 370 30 10 170 30 8 910 30
(8 370) (30) (10 170) (30) (8 910) (30)
Simone Menne - - - - - -
(8 370) (30) (10 170) (30) (8 910) (30)
Carsten Spohr 8 370 30 15 255 45 13 365 45
(8 370) (30) (15 255) (45) (13 365) (45)
Dr. Bettina Volkens (Vorstand seit 01.07.2013) 8 370 30 10 170 30 8 910 30
(8 370) (30) (10 170) (30) (8 910) (30)

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Programm 2016
Anzahl der Aktien Anzahl aus Eigenmitteln erworbener Aktien Anzahl der Optionspakete
--- --- ---
Karl Ulrich Garnadt (Vorstand seit 01.05.2014) 10 080 30
(-) (-)
Harry Hohmeister 10 080 30
(-) (-)
Simone Menne - -
(-) (-)
Carsten Spohr 15 120 45
(-) (-)
Dr. Bettina Volkens (Vorstand seit 01.07.2013) 10 080 30
(-) (-)

Gemäß den Bedingungen zur Teilnahme an den Aktienprogrammen erfolgt eine Auszahlung aus den Optionen nur dann, wenn das jeweilige Vorstandsmitglied zum Programmende aktives Mitglied des Vorstands der Deutschen Lufthansa AG ist. Mit dem Ausscheiden von Simone Menne aus dem Vorstand zum 31. August 2016 sind ihre Ansprüche aus den laufenden Aktienprogrammen erloschen.

Die laufenden Aktienprogramme entwickelten sich im Geschäftsjahr wie folgt:

T054 Wertentwicklung Aktienprogramme

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Geschäftsjahr 2016 Geschäftsjahr 2015
in € Auszahlung von fälligen Aktienprogrammen Zeitwertveränderung noch laufender Aktienprogramme Gesamt Auszahlung von fälligen Aktienprogrammen Zeitwertveränderung noch laufender Aktienprogramme Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Carsten Spohr - 211 982 211 982 - - 73 668 - 73 668
Karl Ulrich Garnadt - 244 361 244 361 - 83 943 83 943
Harry Hohmeister - 251 848 251 848 - 92 988 92 988
Simone Menne (Vorstand bis 31.08.2016) - - 345 358 - 345 358 - 113 074 113 074
Dr. Bettina Volkens - 251 848 251 848 - 92 988 92 988
- 614 681 614 681 - 309 325 309 325

Zu den maximalen Auszahlungsbeträgen finden sich weitere Informationen im Konzernanhang. → Erläuterung 36, S. 140 ff.

Der Gesamtbetrag für die im Geschäftsjahr 2016 von den Vorstandsmitgliedern erworbenen Pensionsanwartschaften von 2,3 Mio. EUR (Vorjahr: 2,0 Mio. EUR) nach HGB beziehungsweise 2,4 Mio. EUR (Vorjahr: 2,1 Mio. EUR) nach IFRS wurde im Personalaufwand (Dienstzeitaufwand) berücksichtigt. Es ergeben sich folgende individuelle Dienstzeitaufwendungen und Barwerte von Pensionsanwartschaften:

T055 Pensionsanwartschaften nach HGB und IFRS

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HGB HGB IFRS
Dienstzeitaufwand Erfüllungsbetrag der Pensionsverpflichtungen Dienstzeitaufwand
--- --- --- --- --- --- ---
in Tsd.€ 2016 2015 31.12.2016 31.12.2015 2016 2015
--- --- --- --- --- --- ---
Carsten Spohr 702 521 3 951 3 112 710 543
Karl Ulrich Garnadt 424 355 1 004 567 448 385
Harry Hohmeister 434 380 1 385 921 463 391
Simone Menne 263 358 2 326 1 977 302 385
Dr. Bettina Volkens 430 371 1 336 878 457 386
2 253 1 985 10 002 7 455 2 380 2 090

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IFRS
Barwert der Pensionsverpflichtungen
--- --- ---
in Tsd.€ 31.12.2016 31.12.2015
--- --- ---
Carsten Spohr 3 668 2 860
Karl Ulrich Garnadt 1 005 554
Harry Hohmeister 1 261 797
Simone Menne 2 328 1 915
Dr. Bettina Volkens 1 261 797
9 523 6 923

Sonstige Vereinbarungen

Simone Menne war bis zum 30. Juni 2020 als Mitglied des Vorstands bestellt. Im Frühjahr 2016 hat Simone Menne erklärt, das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen zu wollen. Der Aufsichtsrat hat diesem Wunsch in einer außerordentlichen Sitzung am 9. Juni 2016 entsprochen und Simone Menne mit Wirkung zum 31. August 2016 aus dem Vorstand abberufen. Die für das Geschäftsjahr 2016 zu zahlende variable Vergütung erhält Simone Menne zeitanteilig für den Zeitraum 1. Januar 2016 bis 31. August 2016. Sofern Mitgliedern des Vorstands für das Geschäftsjahr 2016 eine Ermessenstantieme gezahlt wird, erhält Simone Menne diese zeitanteilig für den Zeitraum 1. Januar 2016 bis 31. August 2016. Vereinbarungsgemäß sind mit dem Ausscheiden von Simone Menne alle Ansprüche auf Outperformance-Zahlungen aus LH-Performance-Programmen erloschen.

Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder

Die laufenden Zahlungen und sonstigen Bezüge an ehemalige Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen betrugen 5,7 Mio. EUR (Vorjahr: 5,9 Mio. EUR). Darin enthalten sind von Tochterunternehmen gewährte Bezüge sowie geldwerte Leistungen und Beförderungsvergünstigungen. Für ehemalige Mitglieder des Vorstands und ihre Hinterbliebenen bestehen Pensionsverpflichtungen in Höhe von 70,4 Mio. EUR (Vorjahr: 67,4 Mio. EUR).

Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK)

In den nachfolgenden Tabellen sind die jedem einzelnen Mitglied des Vorstands gewährten Zuwendungen, Zuflüsse und der Versorgungsaufwand nach Maßgabe der Empfehlungen der Ziffer 4.2.5 Abs. 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex individuell dargestellt.

Die Angaben zu Gewährung und Zufluss werden jeweils unterteilt in fixe und variable Vergütungsbestandteile und um Angaben zum Versorgungsaufwand ergänzt. Dieser entspricht dem Dienstzeitaufwand gemäß IAS 19 aus Zusagen für Pensionen und sonstige Versorgungsleistungen. Die fixen Vergütungskomponenten beinhalten die erfolgsunabhängigen Festvergütungen und Nebenleistungen. Die variablen erfolgsabhängigen Vergütungskomponenten unterteilen sich in die einjährige variable Vergütung sowie die beiden mehrjährigen Bestandteile variable Vergütung und Optionsprogramme.

Als "Gewährte Zuwendungen" wird die variable Vergütung jeweils mit dem Zusagewert zum Zeitpunkt der Gewährung (entspricht einer Zielerreichung von 100 Prozent) ausgewiesen. Für die aktienkursbasierte Vergütung wird der Zuteilungswert bei Gewährung angegeben. Die Vergütungselemente werden um Angaben individuell erreichbarer Minimal- und Maximalvergütungen ergänzt.

Der für das Berichtsjahr angegebene "Zufluss" umfasst die tatsächlich im Berichtsjahr ausgezahlten fixen Vergütungsbestandteile zuzüglich der im Zeitpunkt der Aufstellung des Vergütungsberichts feststehenden Beträge der ein- und mehrjährigen variablen Vergütung, die in dem auf das Berichtsjahr folgenden Jahr ausgezahlt werden. Angaben zu den Optionsprogrammen betreffen Programme, die im Berichtsjahr endeten, und entsprechen dem Auszahlungsbetrag. Zur Gesamtvergütung gehört auch der jährliche Dienstzeitaufwand für Pensionszusagen, obwohl er keinen tatsächlichen Zufluss im engeren Sinne darstellt.

Die Mitglieder des Vorstands haben im Geschäftsjahr 2016 von Dritten im Hinblick auf ihre Tätigkeit im Vorstand weder Leistungen erhalten noch sind sie ihnen zugesagt worden.

T056 Gewährte Zuwendungen

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Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender Vorsitzender seit 01.05.2014; Vorstand seit 01.01.2011 Karl Ulrich Garnadt Vorstand seit 01.05.2014
in Tsd.€ 2016 2015 2016 (Min.) 2016 (Max.) 2016 2015
--- --- --- --- --- --- ---
Festvergütung 1 380 1 207 1 380 1 380 863 863
Nebenleistungen 117 115 117 117 86 86
Summe 1 497 1 322 1 497 1 497 949 949
Einjährige variable Vergütung 636 529 0 1 553 424 373
Mehrjährige variable Vergütung
Dreijährige variable Vergütung 212 177 0 517 141 124
Optionsprogramm (4 Jahre) 685 626 0 1 800 456 417
Summe 1 533 1 332 0 3 870 1 021 914
Versorgungsaufwand 710 543 710 710 448 385
Gesamtvergütung 3 740 3 197 2 207 6 077 2 418 2 248

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Karl Ulrich Garnadt Vorstand seit 01.05.2014
in Tsd.€ 2016 (Min.) 2016 (Max.)
--- --- ---
Festvergütung 863 863
Nebenleistungen 86 86
Summe 949 949
Einjährige variable Vergütung 0 970
Mehrjährige variable Vergütung
Dreijährige variable Vergütung 0 323
Optionsprogramm (4 Jahre) 0 1 200
Summe 0 2 493
Versorgungsaufwand 448 448
Gesamtvergütung 1 397 3 890

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Harry Hohmeister Vorstand seit 01.07.2013 Simone Menne Vorstand bis 31.08.2016
in Tsd.€ 2016 2015* 2016 (Min.) 2016 (Max.) 2016 2015
--- --- --- --- --- --- ---
Festvergütung 863 432 863 863 575 863
Nebenleistungen 143 63 143 143 16 80
Summe 1 006 495 1 006 1 006 591 943
Einjährige variable Vergütung 424 373 0 970 283 373
Mehrjährige variable Vergütung
Dreijährige variable Vergütung 141 124 0 323 94 124
Optionsprogramm (4 Jahre) 456 417 0 1 200 - 417
Summe 1 021 914 0 2 493 377 914
Versorgungsaufwand 463 391 463 463 302 385
Gesamtvergütung 2 490 1 800 1 469 3 962 1 270 2 242

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Simone Menne Vorstand bis 31.08.2016
in Tsd.€ 2016 (Min.) 2016 (Max.)
--- --- ---
Festvergütung 575 575
Nebenleistungen 16 16
Summe 591 591
Einjährige variable Vergütung 0 646
Mehrjährige variable Vergütung
Dreijährige variable Vergütung 0 216
Optionsprogramm (4 Jahre) - -
Summe 0 862
Versorgungsaufwand 302 302
Gesamtvergütung 893 1 755

* Für seine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der Swiss International Air Lines AG erhielt Harry Hohmeister für das Geschäftsjahr 2015 darüber hinaus eine in CHF ausgezahlte Grundvergütung im Gegenwert von 431 TEUR, die direkt von der Swiss International Air Lines AG ausgezahlt wurde.

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Dr. Bettina Volkens Vorstand seit 01.07.2013
in Tsd.€ 2016 2015 2016 (Min.) 2016 (Max.)
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Festvergütung 863 863 863 863
Nebenleistungen 138 78 138 138
Summe 1 001 941 1 001 1 001
Einjährige variable Vergütung 424 373 0 970
Mehrjährige variable Vergütung
Dreijährige variable Vergütung 141 124 0 323
Optionsprogramm (4 Jahre) 456 417 0 1 200
Summe 1 021 914 0 2 493
Versorgungsaufwand 457 386 457 457
Gesamtvergütung 2 479 2 241 1 458 3 951

T057 Zufluss

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Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender Vorsitzender seit 01.05.2014; Vorstand seit 01.01.2011 Karl Ulrich Garnadt Vorstand seit 01.05.2014 Harry Hohmeister Vorstand seit 01.07.2013
in Tsd.€ 2016 2015 2016 2015 2016 2015*
--- --- --- --- --- --- ---
Festvergütung 1 380 1 207 863 863 863 432
Nebenleistungen 117 115 86 86 143 63
Summe 1 497 1 322 949 949 1 006 495
Einjährige variable Vergütung 797 593 532 417 532 417
Mehrjährige variable Vergütung
Dreijährige variable Vergütung 141 133 74 - 110 67
Optionsprogramm (4 Jahre) - - - - - -
Summe 938 726 606 417 642 484
Versorgungsaufwand 710 543 448 385 463 391
Gesamtvergütung 3 145 2 591 2 003 1 751 2 111 1 370

* Für seine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der Swiss International Air Lines AG im Geschäftsjahr 2015 erhielt Harry Hohmeister darüber hinaus eine in CHF ausgezahlte Grundvergütung im Gegenwert von 431 TEUR (Vorjahr: 410 TEUR), die direkt von der Swiss International Air Lines AG ausgezahlt wurde.

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Simone Menne Vorstand bis 31.08.2016 Dr. Bettina Volkens Vorstand seit 01.07.2013
in Tsd.€ 2016 2015 2016 2015
--- --- --- --- ---
Festvergütung 575 863 863 863
Nebenleistungen 16 80 138 78
Summe 591 943 1 001 941
Einjährige variable Vergütung 354 417 532 417
Mehrjährige variable Vergütung
Dreijährige variable Vergütung 110 133 110 67
Optionsprogramm (4 Jahre) - - - -
Summe 464 550 642 484
Versorgungsaufwand 302 385 457 386
Gesamtvergütung 1 357 1 878 2 100 1 811

Struktur der Aufsichtsratsvergütung

Gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Mai 2012 erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats seit dem Geschäftsjahr 2013 ausschließlich eine fixe Vergütung.

Die ordentlichen Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten gemäß § 13 Abs. 1 der Satzung für jedes Geschäftsjahr eine Vergütung in Höhe von 80.000 EUR. Der Vorsitzende erhält 240.000 EUR, der stellvertretende Vorsitzende 120.000 EUR. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erhält zusätzlich 60.000 EUR, sonstige Mitglieder des Prüfungsausschusses erhalten zusätzlich 30.000 EUR. Vorsitzende anderer Ausschüsse erhalten zusätzlich 40.000 EUR, sonstige Mitglieder anderer Ausschüsse erhalten zusätzlich 20.000 EUR. Vergütungen für Ausschusstätigkeiten stehen unter dem Vorbehalt, dass der Ausschuss im Geschäftsjahr mindestens einmal getagt hat.

Scheiden Mitglieder des Aufsichtsrats im Laufe eines Geschäftsjahres aus dem Aufsichtsrat oder einer mit einer zusätzlichen Vergütung verbundenen Tätigkeit in einem seiner Ausschüsse aus, erhalten sie eine zeitanteilige Vergütung. Die zeitanteilige Vergütung für Ausschusstätigkeiten steht unter dem Vorbehalt, dass der jeweilige Ausschuss bereits mindestens einmal getagt hat.

Höhe der Aufsichtsratsvergütung

Der Aufwand für die festen Vergütungen sowie die Vergütung für die Ausschusstätigkeit des Aufsichtsrats betrug für das Geschäftsjahr 2016 2.170 TEUR (Vorjahr: 2.152 TEUR).

Auf die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats entfallen die in der nachfolgenden Tabelle aufgelisteten Beträge.

T058 Vergütungen Aufsichtsrat

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2016 2015
in Tsd.€ Feste Vergütungen Vergütung für Ausschusstätigkeit AR-Vergütungen gesamt Feste Vergütungen Vergütung für Ausschusstätigkeit AR-Vergütungen gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Wolfgang Mayrhuber 240 60 300 240 60 300
Christine Behle 120 20 140 120 20 140
Jacques Aigrain (bis 29.04.2015) - - - 26 - 26
Nicoley Baublies (seit 01.05.2015) 80 - 80 54 - 54
Dr. Werner Brandt 80 80 160 80 80 160
Jörg Cebulla (seit 08.11.2015) 80 - 80 12 - 12
Herbert Hainer 80 - 80 80 - 80
Uwe Hien (bis 30.04.2015) - - - 26 10 36
Dr. h.c. Robert Kimmitt 80 - 80 80 - 80
Dr. Karl-Ludwig Kley 80 40 120 80 40 120
Martin Koehler 80 30 110 80 30 110
Doris Krüger 80 30 110 80 9 89
Dr. Nicola Leibinger-Kammüller (bis 28.04.2016) 26 - 26 80 - 80
Eckhard Lieb 80 30 110 80 30 110
Jan-Willlem Marquardt 80 30 110 80 24 104
Martina Merz (seit 28.04.2016) 54 - 54 - - -
Ralf Müller 80 - 80 80 - 80
Monika Ribar 80 30 110 80 30 110
Andreas Strache 80 - 80 80 - 80
Stephan Sturm (seit 29.04.2015) 80 - 80 54 - 54
Christina Weber 80 - 80 80 - 80
Birgit Weinreich 80 20 100 80 2 82
Matthias Wissmann 80 - 80 80 - 80
Stefan Ziegler (bis 07.11.2015) - - - 68 17 85
Gesamt 1 800 370 2 170 1 800 352 2 152

Sonstige Bezüge, überwiegend Sitzungsgelder, fielen in Höhe von insgesamt 111 TEUR (Vorjahr: 110 TEUR) an. Darüber hinaus erhielten Mitglieder des Aufsichtsrats der Deutschen Lufthansa AG, die Aufsichtsratsmandate bei Konzerngesellschaften wahrnehmen, für die Tätigkeit 17 TEUR (Vorjahr: 59 TEUR) vergütet.

Übernahmerechtliche Angaben nach § 289 Abs. 4 HGB und § 315 Abs. 4 HGB

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals, Aktiengattungen, Rechte und Pflichten

Das Grundkapital der Deutschen Lufthansa AG beträgt 1.200.174.218,24 EUR, aufgeteilt in 468.818.054 auf den Namen lautende Stückaktien. Auf jede Stückaktie entfällt ein Anteil von 2,56 EUR am Grundkapital. Die Übertragung der Aktien ist an die Zustimmung der Gesellschaft gebunden (Vinkulierung). Die Gesellschaft darf die Zustimmung nur verweigern, wenn durch die Eintragung des neuen Aktionärs in das Aktienregister die Aufrechterhaltung der luftverkehrsrechtlichen Befugnisse gefährdet sein könnte. Jede Namensaktie gewährt eine Stimme. Die Aktionäre nehmen nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Satzung ihre Rechte in der Hauptversammlung wahr und üben dort ihr Stimmrecht aus.

Stimmrechts- oder Übertragungsbeschränkungen

Damit die Luftverkehrsbetriebsgenehmigung nach Europarecht und die Luftverkehrsrechte zum Anflug diverser internationaler Ziele gewahrt bleiben, darf der Anteil nichteuropäischer beziehungsweise ausländischer Aktionäre jedenfalls 50 Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft nicht übersteigen. Erreicht der Anteil ausländischer Aktionäre 40 Prozent, so wird die Deutsche Lufthansa AG gemäß § 4 Abs. 1 Luftverkehrsnachweissicherungsgesetz (LuftNaSiG) in Verbindung mit § 71 Abs. 1 Nr. 1 AktG in die Lage versetzt, eigene Aktien zu erwerben, um eine drohende Überfremdung abzuwehren. Wird ein Ausländeranteil von 45 Prozent im Aktienregister erreicht, ist die Gesellschaft ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital gegen Bareinlage durch die Ausgabe neuer Aktien um bis zu 10 Prozent zu erhöhen und hierbei das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen (§ 4 Abs. 2 und 3 LuftNaSiG in Verbindung mit § 4 Abs. 8 der Satzung der Gesellschaft). Nähert sich der Anteil ausländischer Aktionäre der 50-Prozent-Grenze, hat die Gesellschaft das Recht, die Zustimmung zur Eintragung neuer ausländischer Aktionäre ins Aktienregister zu verweigern (§ 5 Abs. 1 der Satzung der Gesellschaft). Sollte gleichwohl der 50-prozentige Anteil ausländischer Aktionäre überschritten werden, ist die Deutsche Lufthansa AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats befugt, zuletzt eingetragene Aktionäre aufzufordern, ihre Aktien zu veräußern. Ab dem vierten Tag nach Bekanntmachung der Aufforderung können die betroffenen Aktionäre die Rechte aus den betroffenen Aktien nicht mehr ausüben. Wird der Aufforderung nicht binnen vier Wochen nachgekommen, ist die Gesellschaft nach Verstreichen einer Nachfrist von drei Wochen berechtigt, die betreffenden Aktien gegen Entschädigung für verlustig zu erklären (§ 5 LuftNaSiG).

Am 31. Dezember 2016 lag der Anteil ausländischer Aktionäre im Aktienregister der Deutschen Lufthansa AG bei 31,4 Prozent. Detaillierte Informationen zum LuftNaSiG und die quartalsweise aktualisierte Aktionärsstruktur finden sich auf unserer Website www.lufthansagroup.com/investor-relations.

Im Rahmen von Mitarbeiterprogrammen bestehen zeitliche Verfügungsbeschränkungen für Aktien, insbesondere Haltefristen von bis zu vier Jahren.

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital von mehr als 10 Prozent der Stimmrechte

Der Deutschen Lufthansa AG lagen per 31. Dezember 2016 keine Meldungen hinsichtlich direkter oder indirekter Beteiligungen vor, die 10 Prozent der Stimmrechte übersteigen.

Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, sind bei der Deutschen Lufthansa AG nicht vorhanden.

Stimmrechtskontrolle von Mitarbeiteraktien bei mittelbarer Kontrollrechtsausübung

Soweit die Deutsche Lufthansa AG im Rahmen ihrer Mitarbeiterprogramme Aktien an Mitarbeiter ausgibt, werden die Aktien den Mitarbeitern unmittelbar übertragen. Die begünstigten Mitarbeiter können die ihnen aus den Mitarbeiteraktien zustehenden Kontrollrechte wie andere Aktionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften und der Bestimmungen der Satzung ausüben.

Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung beziehungsweise Abberufung der Vorstandsmitglieder und Änderung der Satzung

Der Aufsichtsrat bestellt die Vorstandsmitglieder und bestimmt deren Anzahl. Der Aufsichtsrat kann die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorsitzenden des Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Jede Satzungsänderung bedarf eines Hauptversammlungsbeschlusses mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung durch die Aktionäre vertretenen Grundkapitals. Der Aufsichtsrat ist befugt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die nur die Fassung betreffen (§ 11 Abs. 5 der Satzung). Darüber hinaus ist der Aufsichtsrat bei Ausübung oder nach Ablauf eines Genehmigten Kapitals ermächtigt, § 4 der Satzung entsprechend anzupassen.

Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Die Deutsche Lufthansa AG verfügt zum 31. Dezember 2016 über ein Genehmigtes Kapital in Höhe von insgesamt 570.337.873,76 EUR:

Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 29. April 2015 wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 28. April 2020 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 561.160.092 EUR durch ein- oder mehrmalige Ausgabe von neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital A). Den Aktionären ist grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen. Von dieser Ermächtigung wurde bisher in Höhe von 4.120.811,52 EUR zur Ausgabe von 1.609.602 neuen Aktien im Rahmen der erstmaligen Begebung einer Aktiendividende Gebrauch gemacht. Somit beträgt das unter der Ermächtigung noch zur Verfügung stehende Genehmigte Kapital A 557.039.280,48 EUR.

Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 29. April 2014 wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 28. April 2019 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 29.000.000 EUR durch ein- oder mehrmalige Ausgabe von neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien an die Mitarbeiter gegen Bareinlage zu erhöhen (Genehmigtes Kapital B). Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. Von dieser Ermächtigung machte die Gesellschaft bis zum 31. Dezember 2016 wie folgt Gebrauch: 2014 in einer Höhe von 4.345.000,96 EUR zur Ausgabe von 1.697.266 neuen Aktien an Mitarbeiter; 2015 in einer Höhe von 4.522.199,04 EUR zur Ausgabe von 1.766.484 neuen Aktien an Mitarbeiter; 2016 in einer Höhe von 6.834.206,72 EUR zur Ausgabe von 2.669.612 neuen Aktien an Mitarbeiter. Somit beträgt das unter der Ermächtigung noch zur Verfügung stehende Genehmigte Kapital B 13.298.593,28 EUR.

Durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 28. April 2016 wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 27. April 2021 mit Zustimmung des Aufsichtsrats auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechte oder Gewinnschuldverschreibungen (beziehungswiese Kombinationen dieser Instrumente) im Gesamtnennbetrag von bis zu 1.500.000.000 EUR zu begeben. Zur Gewährung von Aktien an die Inhaber beziehungswiese Gläubiger der zuvor genannten Schuldverschreibungen wurde das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 237.843.840 EUR durch Ausgabe von bis zu 92.907.750 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber beziehungsweise Gläubiger von Wandlungs- und / oder Optionsrechten aus Wandelschuldverschreibungen, Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen (beziehungsweise einer Kombination dieser Instrumente), die von der Gesellschaft oder von ihren Konzerngesellschaften aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 28. April 2016 bis zum 27. April 2021 gegen bar ausgegeben werden, von ihren Wandlungs- beziehungsweise Optionsrechten Gebrauch machen oder die zur Wandlung verpflichteten Inhaber beziehungswiese Gläubiger der von der Gesellschaft oder von ihren Konzerngesellschaften aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der Hauptversammlung vom 28. April 2016 bis zum 27. April 2021 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen (beziehungswiese Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen mit Wandlungspflicht) ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen oder Andienungen von Aktien erfolgen und soweit nicht eigene Aktien oder andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen.

Die Deutsche Lufthansa AG ist in den in § 71 AktG gesetzlich geregelten Fällen zum Rückkauf von Aktien und zur Veräußerung zurückgekaufter Aktien befugt. Darüber hinaus ist die Gesellschaft durch Beschlüsse der ordentlichen Hauptversammlung vom 29. April 2015 ermächtigt, bis zum 28. April 2020 eigene Aktien zu erwerben. Die Ermächtigungen können unter anderem dazu genutzt werden, die Finanzierungsmöglichkeiten für den Fall eines Erwerbs eines Unternehmens oder einer Unternehmensbeteiligung zu erweitern. Dabei darf der rechnerische Anteil der aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien zusammen mit anderen Aktien der Gesellschaft, die die Gesellschaft bereits erworben hat und noch besitzt, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 Prozent des Grundkapitals betragen.

Weitere Angaben zum genehmigten Kapital, bedingten Kapital und zum Erwerb eigener Aktien → Erläuterung 30, S. 127 f.

Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen

Das von der Deutschen Lufthansa AG betriebene EMTN-Programm zur Begebung von Anleihen beinhaltet eine Kontrollwechselklausel. Danach können Gläubiger von unter dem EMTN-Programm ausgegebenen Anleihen im Fall eines Kontrollwechsels die vorzeitige Rückzahlung der Anleihe verlangen. Der Kontrollwechsel ist an die unter dem EMTN-Programm näher definierten Begriffe der Kontrolle und eine innerhalb eines Kontrollwechselzeitraums stattfindende Ratingherabstufung aufgrund des Kontrollwechsels geknüpft. Unter diesem Programm ist aktuell eine Anleihe über 500 Mio. EUR mit einer Endfälligkeit zum 12. September 2019 ausstehend.

Im August 2015 hat die Deutsche Lufthansa AG eine Hybrid-Anleihe über 500 Mio. EUR mit Fälligkeit am 12. August 2075 begeben, die ebenfalls die zuvor beschriebene Kontrollwechselklausel beinhaltet. Darüber hinaus hat die Deutsche Lufthansa AG im April und Dezember 2016 Schuldscheindarlehen über 475 Mio. EUR beziehungsweise 1,2 Mrd. EUR mit Laufzeiten von drei, fünf, sieben und zehn Jahren platziert, die ebenfalls eine ähnliche Kontrollwechselklausel beinhalten.

Entschädigungsvereinbarungen mit Mitgliedern des Vorstands oder mit Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots

Für den Fall eines im Anstellungsvertrag näher definierten Kontrollwechsels bei der Deutschen Lufthansa AG haben Vorstandsmitglieder und die Gesellschaft das Recht, den Vertrag innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten seit dem Kontrollwechsel zu kündigen.

Falls der Vertrag endet, weil das Sonderkündigungsrecht ausgeübt oder der Vertrag innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten seit und im Zusammenhang mit dem Kontrollwechsel einvernehmlich aufgehoben wurde, hat das Vorstandsmitglied Anspruch auf eine Abfindung seiner Vergütungsansprüche für die Restlaufzeit des Vertrags.

Gemäß der entsprechenden Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex darf die Höhe der Abfindung 150 Prozent der vertraglich vereinbarten Abfindungshöchstgrenze von zwei Jahresvergütungen nicht überschreiten. → Vergütungsbericht, S. 79 ff.

Erläuterungen zum Einzelabschluss der Deutschen Lufthansa AG (HGB)

Umsatz der Deutschen Lufthansa AG sinkt auf 15,2 Mrd. EUR. / Jahresergebnis steigt auf 1,2 Mrd. EUR. / Bilanzsumme steigt auf 25,0 Mrd. EUR.

Der Jahresabschluss der Deutschen Lufthansa AG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) unter Beachtung der erstmalig anzuwendenden Regelungen des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) sowie der ergänzenden Bestimmungen des Aktiengesetzes (AktG) und der Satzung aufgestellt und vom Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, geprüft. Er wird im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht. Der Jahresabschluss ist im Internet dauerhaft verfügbar. http://investor-relations.lufthansagroup.com/de/finanzberichte.html.

Im vorliegenden Geschäftsbericht ist der Lagebericht der Deutschen Lufthansa AG mit dem Lagebericht des Lufthansa Konzerns zusammengefasst. Die Deutsche Lufthansa AG und ihre Ergebnisse beinhalten auch die Konzernzentrale mit den Zentralfunktionen für Unternehmensentwicklung, Finanzen und Controlling, Kommunikation, öffentliche Angelegenheiten, Personal, Recht und Compliance sowie Datenschutz, Sicherheit und Beschaffung. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Deutschen Lufthansa AG entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns. → Gesamtwirtschaftliche Lage, S. 23 f.; Branchenentwicklung, S. 24 f.; Geschäftsverlauf, S. 26 ff.

Ertragslage

Die Deutsche Lufthansa AG steigerte das Jahresergebnis auf 1,2 Mrd. EUR und zeigte damit im Geschäftsjahr 2016 eine gute Entwicklung. Der deutliche Rückgang der Verkehrserlöse (-8,2 Prozent) wurde durch den weiterhin vor allem preisbedingten Rückgang der Treibstoffkosten (- 10,3 Prozent) und ein im Vergleich zum Vorjahr deutlich positiveres Kursergebnis (373 Mio. EUR) überkompensiert. Zudem wirkte sich die Umstellung des zu verwendenden Abzinsungssatzes bei Pensionsrückstellungen zusätzlich positiv auf das Jahresergebnis aus (1,0 Mrd. EUR).

Umsatz und Erträge

62 Mio. Passagiere befördert

Im Geschäftsjahr 2016 lag die Zahl der beförderten Fluggäste mit 62 Mio. Passagieren annähernd auf Vorjahresniveau (+ 0,2 Prozent). Das Angebot stieg um 1,2 Prozent, der Absatz sank um 0,3 Prozent. Die Auslastung ging um 1,1 Prozentpunkte auf 79,2 Prozent zurück. Die Durchschnittserlöse lagen um 7,9 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Umsatzerlöse sinken um 2,9 Prozent

Die Verkehrserlöse sanken im Vorjahresvergleich um 8,2 Prozent auf 14.1 Mrd. EUR. Die anderen Betriebserlöse stiegen auf 1,1 Mrd. EUR (Vorjahr: 355 Mio. EUR), gleichzeitig gingen die sonstigen betrieblichen Erträge um 36,1 Prozent auf 1,6 Mrd. EUR zurück. Dieser Effekt ist im Wesentlichen auf die neue Erlösdefinition aufgrund der erstmalig anzuwendenden Vorschriften des BilRUG zurückzuführen. Insgesamt sind die Umsatzerlöse um 2,9 Prozent auf 15,2 Mrd. EUR gesunken.

Aufwendungen

Aufwendungen sinken um 9,2 Prozent

Die betrieblichen Aufwendungen betrugen 16,0 Mrd. EUR und lagen damit um 1,6 Mrd. EUR unter Vorjahr.

T059 Entwicklung der Verkehrsgebiete der Deutschen Lufthansa AG

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Verkehrserlöse Fluggäste Angebotene Sitzkilometer
in Mio. € in Tsd. in Mio.
--- --- --- --- --- --- ---
in Tsd.€ 2016 Veränderung

in %
2016 Veränderung

in %
2016 Veränderung

in %
--- --- --- --- --- --- ---
Europa 5 428 - 4,5 46 019 0,4 47 071 0,9
Amerika 4 920 - 8,3 8 133 3,0 75 701 6,1
Asien / Pazifik 2 678 - 12,5 4 629 - 4,2 45 665 - 3,2
Nahost /Afrika 1 037 - 13,8 2 856 - 3,2 15 380 - 6,8
Gesamtverkehr 14 063 - 8,2 61 637 0,2 183 817 1,2

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Verkaufte Sitzkilometer Sitzladefaktor
in Mio. in %
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in Tsd.€ 2016 Veränderung

in %
2016 Veränderung in P.
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Europa 35 166 - 0,1 74,7 - 0,7
Amerika 61 990 3,6 81,9 - 2,0
Asien / Pazifik 36 837 - 4,6 80,7 - 1,2
Nahost /Afrika 11 528 - 5,8 75,0 0,8
Gesamtverkehr 145 521 - 0,3 79,2 - 1,1

T060 Gewinn- und Verlustrechnung der Deutschen Lufthansa AG nach HGB

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in Mio. € 2016 2015
Erlöse aus den Verkehrsleistungen 14 063 15 314
Andere Betriebserlöse 1 146 355
Umsatzerlöse 15 209 15 669
Sonstige betriebliche Erträge 1 649 2 582
Materialaufwand - 9 780 - 10 393
Personalaufwand - 2 855 - 2 827
Abschreibungen - 428 - 458
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 2 946 - 3 959
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 849 614
Beteiligungsergebnis 598 728
Zinsergebnis 94 - 1 237
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens - 26 - 131
Finanzergebnis 666 - 640
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1 515 - 26
Laufende Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 233 - 34
Latente Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 62 1 139
Sonstige Steuern - 51 - 45
Jahresergebnis 1 169 1 034
Einstellungen in andere Gewinnrücklagen - 935 - 802
Bilanzgewinn 234 232

Der Materialaufwand ist um 5,9 Prozent auf 9,8 Mrd. EUR gesunken. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die Entwicklung des Treibstoffaufwands und der Aufwendungen für bezogene Leistungen zurückzuführen. Der Treibstoffaufwand ist um 10,3 Prozent auf 2,8 Mrd. EUR gesunken. Bereinigt um die Entlastungen aus dem Verbrauch der Drohverlustrückstellung und der Auflösung der Prämienabschreibungen in Höhe von insgesamt 176 Mio. EUR wäre der Treibstoffaufwand noch deutlicher (17,3 Prozent) gesunken. Der bereinigte Rückgang ist fast ausschließlich auf gesunkene Preise zurückzuführen, während die marginal gesunkene Menge (0,3 Prozent) sowie der gegenläufige US-Dollar-Währungseffekt im Jahresdurchschnitt (+ 0,5 Prozent) einen nur unwesentlichen Einfluss auf den Rückgang hatten. Ohne das realisierte negative Preissicherungsergebnis in Höhe von 619 Mio. EUR (ohne Drohverlustrückstellung und Prämienabschreibung) wäre der Treibstoffaufwand noch einmal deutlich geringer ausgefallen.

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen sind um 4,1 Prozent auf 6,9 Mrd. EUR gesunken. Die Gebühren stellen mit 2,8 Mrd. EUR weiterhin die größte Aufwandsposition unter den bezogenen Leistungen dar. Sie lagen insgesamt 9,1 Prozent mengen-, preis- und währungsbedingt unter dem Vorjahr. Dazu trugen sowohl Flugsicherungsgebühren (- 5,2 Prozent), Landegebühren (- 8,1 Prozent), Abfertigungsgebühren (- 0,4 Prozent) und Fluggastgebühren (- 18,4 Prozent) bei. Aufgrund der neuen Vorschriften des BilRUG wird der Aufwand aus der Luftverkehrssteuer nicht mehr unter den Fluggastgebühren, sondern unter den sonstigen Steuern gezeigt.

Die Aufwendungen für bezogene Technikleistungen sanken im Vergleich zum Vorjahr um 8,8 Prozent auf 1,5 Mrd. EUR. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass ein vergleichbarer Vorjahreseffekt aus Kabinenumrüstungsmaßnahmen im Jahr 2016 nicht vorlag. Die Charteraufwendungen, die sich weiterhin überwiegend aus den an die Regionalpartner im Rahmen des Lufthansa Regional-Konzepts zu entrichtenden Charterraten zusammensetzen, stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 13,1 Prozent auf 547 Mio. EUR. Der Anstieg begründet sich im Wesentlichen aus dem Zukauf von Sitzplatzkapazitäten von Austrian Airlines auf mehreren deutsch-österreichischen Strecken. Die Aufwendungen für Operating Leases stiegen um 7,2 Prozent auf 833 Mio. EUR. Grund hierfür sind weitere, in österreichische Mieterbeteiligungsmodelle eingebrachte Flugzeuge sowie zusätzlich geleaste Flugzeuge zur Weitergabe an Eurowings zur Abdeckung der dortigen Langstreckenflüge.

Der Personalaufwand stieg um 1,0 Prozent auf 2,9 Mrd. EUR. Während der durchschnittliche Personalbestand um 0,5 Prozent über dem Vorjahr lag, reduzierten sich die Aufwendungen für Löhne und Gehälter um 0,4 Prozent. Die Sozialabgaben sanken um 0,4 Prozent. Die Aufwendungen für die Altersversorgung stiegen um 14,8 Prozent auf 287 Mio. EUR. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf Einmaleffekte aus der Umstellung der betrieblichen Übergangsversorgung für das Kabinenpersonal zurückzuführen.

Die Abschreibungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 6,6 Prozent auf 428 Mio. EUR gesunken. Der Rückgang ergab sich im Wesentlichen aufgrund der Einbringung von Flugzeugen in österreichische Mieterbeteiligungsmodelle.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um 25,6 Prozent auf 2,9 Mrd. EUR gesunken. Dies ist im Wesentlichen auf den Rückgang der Kursverluste aus Realisierung und Stichtagskursbewertung zurückzuführen. Weitere Aufwandsreduzierungen ergaben sich insbesondere beim Mietaufwand, bei den Verkaufsprovisionen für die Agenten, beim Zahlungsverkehr sowie beim Reiseaufwand. Aufgrund der neuen Vorschriften des BilRUG sind alle Mietaufwendungen für an Konzerngesellschaften weitervermietete Objekte nun im Materialaufwand auszuweisen (49 Mio. EUR).

Ergebnisentwicklung

Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit steigt um 235 Mio. EUR

Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit stieg im Geschäftsjahr 2016 um 38,3 Prozent auf 849 Mio. EUR. Der Rückgang der betrieblichen Erträge um 7,6 Prozent auf 16,9 Mrd. EUR aufgrund geringerer Umsatzerlöse und sonstiger Erträge wurde überkompensiert von einer deutlichen Reduzierung der betrieblichen Aufwendungen. Das in Anlehnung an die Konzernergebnisgröße ermittelte Adjusted EBIT betrug im Geschäftsjahr 1,4 Mrd. EUR.

Finanzergebnis steigt um 1,3 Mrd. EUR

Das Finanzergebnis stieg um 1,3 Mrd. EUR auf 666 Mio. EUR. Es setzt sich aus einem Beteiligungsergebnis von 598 Mio. EUR (Vorjahr: 728 Mio. EUR), einem Zinsergebnis von 94 Mio. EUR (Vorjahr: - 1,2 Mrd. EUR) und den übrigen Finanzposten von - 26 Mio. EUR (Vorjahr: - 131 Mio. EUR) zusammen.

Das Beteiligungsergebnis beinhaltet Ergebnisabführungen in Höhe von 107 Mio. EUR (Vorjahr: - 80 Mio. EUR) und sonstige Beteiligungserträge in Höhe von 491 Mio. EUR (Vorjahr: 808 Mio. EUR). Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ist mit der im Jahr 2015 vorgenommenen Umstellung der phasengleichen Gewinnvereinnahmung von Dividenden der österreichischen Leasinggesellschaften zu erklären, wodurch 2015 sowohl die für 2014 gezahlten Dividenden als auch die für 2015 abgegrenzten Dividenden in das Beteiligungsergebnis 2015 eingeflossen sind. Die Ergebnisse bei den Gesellschaften mit Ergebnisabführungsverträgen haben sich im Vergleich zum Vorjahr mit Ausnahme der Eurowings GmbH (- 33 Mio. EUR) und der Delvag GmbH (- 1 Mio. EUR) positiv entwickelt. Die größte positive Veränderung mit einem Anstieg gegenüber Vorjahr von 85 Mio. EUR fiel auf die Lufthansa Technik AG.

Das Zinsergebnis betrug im Geschäftsjahr 94 Mio. EUR (Vorjahr: - 1,2 Mrd. EUR). Ursache für das positive Zinsergebnis ist insbesondere die niedrigere Bewertung der Pensionsrückstellungen infolge der Umstellung des zu verwendenden Abzinsungssatzes von einem 7- auf einen 10-Jahres-Durchschnittszinssatz. Der für die Abzinsung zugrunde gelegte Zinssatz betrug 4,01 Prozent (Vorjahr: 3,89 Prozent), woraus sich im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Belastung des Zinsaufwands in Höhe von 189 Mio. EUR ergab (Vorjahr: 1,2 Mrd. EUR). Gegenläufig wirkte die im Vergleich zum Vorjahr deutlich höhere Marktbewertung des zur Erfüllung von Altersversorgungsverpflichtungen dienenden Deckungsvermögens in Höhe von 335 Mio. EUR (Vorjahr: 20 Mio. EUR).

Die unter den übrigen Finanzposten erfassten Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens lagen um 105 Mio. EUR unter dem Vorjahr und betrugen 26 Mio. EUR. Der Beteiligungsbuchwert der Lufthansa CityLine GmbH wurde um 12 Mio. EUR vollständig wertberichtigt. Darüber hinaus wurde die Ausleihung an die Lufthansa Super Star gGmbH mit 14 Mio. EUR wertberichtigt.

Jahresüberschuss steigt um 135 Mio. EUR

Betriebliches Ergebnis und Finanzergebnis addieren sich auf 1,5 Mrd. EUR (Vorjahr: - 26 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr ergab sich ein Steueraufwand vom Einkommen und Ertrag (inklusive latenter Steuern) in Höhe von 295 Mio. EUR sowie ein Aufwand für sonstige Steuern in Höhe von 51 Mio. EUR. Insgesamt ergab sich im Jahr 2016 ein Jahresüberschuss von 1,2 Mrd. EUR (Vorjahr: 1,0 Mrd. EUR).

Finanzlage

Operativer Cashflow

Operativer Cashflow steigt auf 1,3 Mrd. EUR

Der operative Cashflow ist um 1,1 Mrd. EUR auf 1,3 Mrd. EUR gestiegen. Die Deutsche Lufthansa AG hat im Berichtsjahr 2016 559 Mio. EUR (Vorjahr: 1,2 Mrd. EUR) in Flugzeuge und Anzahlungen auf Fluggeräte investiert. Davon entfielen 122 Mio. EUR (Vorjahr: 323 Mio. EUR) auf Anzahlungen. Die Deutsche Lufthansa AG hat zur Finanzierung ihrer künftigen Zahlungsverpflichtungen aus Altersversorgungsansprüchen der Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2016 insgesamt 14 Mio. EUR (Vorjahr: 382 Mio. EUR) langfristig an den Lufthansa Pension Trust zur Anlage in verschiedene Renten- und Aktienfonds übertragen. Insgesamt ergab sich aus für Investitionstätigkeit und Geldanlagen eingesetzten Nettozahlungsmitteln ein Mittelabfluss von 1,8 Mrd. EUR. Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 509 Mio. EUR.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme stieg um 12,6 Prozent oder 2,8 Mrd. EUR auf 25,0 Mrd. EUR. Das Anlagevermögen macht 80,2 Prozent der Bilanzsumme aus (Vorjahr: 82,7 Prozent).

Aktiva

Anlagevermögen steigt um 1,7 Mrd. EUR

Das Anlagevermögen stieg um 1,7 Mrd. EUR auf 20,1 Mrd. EUR. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Zunahme des Finanzanlagevermögens um knapp 1,8 Mrd. EUR zurückzuführen und begründet sich vornehmlich aus mehreren Kapitalerhöhungen bei der Lufthansa Commercial Holding GmbH (insgesamt 1,0 Mrd. EUR). Darüber hinaus wurden erneut Flugzeuge in bestehende Mieterbeteiligungsmodelle in Österreich eingebracht (180 Mio. EUR). Gegenläufig wirkten Kapitalrückführungen in Höhe von 189 Mio. EUR aus den vorgenannten Mieterbeteiligungsmodellen. Der Saldo aus Aufstockung und Neugewährung (2,3 Mrd. EUR) und Rückzahlungen (1,7 Mrd. EUR) von Ausleihungen an verbundene Unternehmen trug ebenfalls zur Erhöhung des Finanzanlagevermögens bei. Zudem erhöhten Zuschreibungen auf die Beteiligungsbuchwerte der Air Dolomiti S.p.A. (26 Mio. EUR) und des SICAV-FIS-Fonds (9 Mio. EUR) das Finanzanlagevermögen, während die Abschreibung auf den Beteiligungsbuchwert der Lufthansa CityLine GmbH (12 Mio. EUR) und die Wertberichtigung der Ausleihung gegenüber Lufthansa Super Star gGmbH (14 Mio. EUR) gegenläufig auf das Finanzanlagevermögen wirkten.

T061 Bilanz der Deutschen Lufthansa AG nach HGB

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in Mio. € 31.12.2016 31.12.2015
Aktiva
Immaterielle Vermögensgegenstände 339 352
Flugzeuge 4 933 5 032
Übrige Sachanlagen 103 106
Finanzanlagen 14 702 12 911
Anlagevermögen 20 077 18 401
Vorräte 77 88
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 448 426
Übrige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1 384 1 450
Wertpapiere 805 250
Schecks, Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten 641 402
Umlaufvermögen 3 355 2 616
Rechnungsabgrenzungsposten 51 45
Aktive latente Steuern 1 077 1 139
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 489 48
Bilanzsumme 25 049 22 249
Passiva
Gezeichnetes Kapital 1 200 1 189
Kapitalrücklage 223 187
Gewinnrücklagen 3 865 2 931
Bilanzgewinn 234 232
Eigenkapital 5 522 4 539
Rückstellungen 7 343 6 861
Anleihen 1 000 1 750
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1 673 954
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 5 447 4 371
Übrige Verbindlichkeiten 4 059 3 770
Verbindlichkeiten 12 179 10 845
Rechnungsabgrenzungsposten 5 4
Bilanzsumme 25 049 22 249

Umlaufvermögen steigt um 739 Mio. EUR

Das Umlaufvermögen stieg um 739 Mio. EUR auf 3,4 Mrd. EUR. Der Anstieg resultiert fast vollständig aus den flüssigen Mitteln und Wertpapieren, die sich im Vergleich zum Vorjahr um 794 Mio. EUR auf 1,4 Mrd. EUR erhöhten. Zum Geschäftsjahresende waren Wertpapiere in Höhe von 805 Mio. EUR im Bestand. Der Kassenbestand lag bei 641 Mio. EUR (Vorjahr: 402 Mio. EUR).

Passiva

Eigenkapital steigt um 983 Mio. EUR

Auf der Passivseite ist das Eigenkapital vor allem aufgrund des positiven Jahresergebnisses 2016 um 983 Mio. EUR gestiegen und lag zum Bilanzstichtag bei 5,5 Mrd. EUR. In der Folge stieg die Eigenkapitalquote bei ebenfalls gestiegener Bilanzsumme auf 22,0 Prozent (Vorjahr: 20,4 Prozent).

Langfristiges Fremdkapital steigt um 1,0 Mrd. EUR

Das langfristig dem Unternehmen zur Verfügung stehende Fremdkapital stieg im Berichtsjahr 2016 aufgrund der Erhöhung der Pensionsrückstellungen und zweier Emissionen von Schuldscheindarlehen um 1,0 Mrd. EUR auf 8,1 Mrd. EUR.

Aufgrund der Veränderungen von Eigenkapital und langfristigem Fremdkapital stieg der Anteil der langfristigen Mittel an der Bilanzsumme auf 54,5 Prozent (Vorjahr: 52,4 Prozent). Das Anlagevermögen ist in der Folge nun zu 68,1 Prozent (Vorjahr: 63,4 Prozent) durch langfristige Mittel gedeckt.

Nettoverschuldung sinkt um 469 Mio. EUR

Die bilanzielle Nettoverschuldung konnte trotz der Aufnahme langfristigen Fremdkapitals im Vergleich zum Vorjahr um 469 Mio. EUR auf 2,7 Mrd. EUR reduziert werden.

Weitere Angaben

Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a Abs. 2 HGB und § 315 Abs. 5 HGB

Die nach § 289a Abs. 2 HGB und § 315 Abs. 5 HGB für börsennotierte Aktiengesellschaften geforderte Erklärung zur Unternehmensführung wurde abgegeben und auf der Internetseite der Gesellschaft unter hgb.html">http://investor-relations.lufthansagroup.com/de/ hgb.html">corporate-governance/erklaerung-zur-unternehmensfuehrung-289a-hgb.html öffentlich zugänglich gemacht.

Risikobericht

Die Geschäftsentwicklung der Deutschen Lufthansa AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die Geschäftsentwicklung des im Konzernabschluss dargestellten Geschäftsfelds Passage Airline Gruppe. An den Risiken ihrer Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Deutsche Lufthansa AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. → Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe, S. 40 ff.

Nachtragsbericht

Die wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag entsprechen den im Konzernabschluss mit Bezug auf das Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe dargestellten Sachverhalten.

Prognosebericht

Die zukünftige Geschäftsentwicklung der Deutschen Lufthansa AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Einflüssen wie die der im Konzernabschluss dargestellten Lufthansa Passage.

Weitere Informationen zur erwarteten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und zur Entwicklung der Geschäftsfelder sowie zu Annahmen, die der Konzernprognose zugrunde liegen, finden sich im → Prognosebericht, S. 70 ff.

Beschluss über die Gewinnverwendung

- ISIN DE0008232125 (WKN 823 212) -

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 2016 - Beschluss über die Gewinnverwendung

Die ordentliche Hauptversammlung vom 05. Mai 2017 hat beschlossen, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2016 in Höhe von EUR 234.409.027,00 zur Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,50 je dividendenberechtigter Stückaktie zu verwenden.

Frankfurt am Main/Köln, im Mai 2017

Deutsche Lufthansa Aktiengesellschaft

Der Vorstand