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Deutsche Börse AG Interim / Quarterly Report 2021

Jul 27, 2021

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Interim / Quarterly Report

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Publication

Deutsche Börse AG

Frankfurt am Main

Halbjahresfinanzbericht 2021

Quartal 2/2021

Q2/2021: Gruppe Deutsche Börse mit gutem zweiten Quartal im Rahmen der Jahreserwartung

Quartalsergebnis im Überblick

Die Gruppe Deutsche Börse steigerte ihre Nettoerlöse im zweiten Quartal um 13 Prozent auf 881,7 Mio. € (Q2/2020: 777,5 Mio. €).
Zyklischer Gegenwind konnte durch strukturelles Wachstum, M&A-Wachstum sowie positive Bewertungseffekte überkompensiert werden.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg auf 518,0 Mio. €, ein Plus von 18 Prozent (Q2/2020: 440,7 Mio. €).
Der den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnende Periodenüberschuss lag bei 310,9 Mio. € (Q2/2020: 256,7 Mio. €), das Ergebnis je Aktie bei 1,69 € (Q2/2020: 1,40 €).
Die Nettoerlöse im ersten Halbjahr 2021 stiegen aufgrund der COVID-19-bedingt hohen Vorjahresvergleichswerte um nur 3 Prozent auf 1.736,8 Mio. € (H1/2020: 1.692,3 Mio. €). Das Periodenergebnis lag mit 628,2 Mio. € (H1/2020: 623,9 Mio. €) nahezu auf dem Vorjahresniveau.
Die Gruppe bestätigt nach der ersten Hälfte des Geschäftsjahres ihre Prognose eines Anstiegs der Nettoerlöse auf rund 3,5 Mrd. € und des EBITDA auf rund 2,0 Mrd. €.

Wesentliche Ereignisse im Überblick

Ende Februar 2021 gab die Gruppe Deutsche Börse bekannt, dass sie den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung von 81 Prozent an Institutional Shareholder Services Inc. (ISS), einem Anbieter von Governance-Lösungen, ESG-Daten und Analytik, erfolgreich abgeschlossen hat. Die Geschäftsaktivitäten von ISS und der Gruppe Deutsche Börse ergänzen sich in hohem Maße. Gemeinsam werden beide Unternehmen die stetig wachsende Nachfrage nach detaillierten Daten, Researchlösungen und Analysen außerhalb von reinen Finanzkennzahlen und insbesondere im ESG-Bereich bedienen.

Die Gruppe Deutsche Börse hat am 1. Juni 2021 die Übernahme der restlichen 48,8 Prozent der Anteile an der Clearstream Fund Centre (CFC) von der UBS abgeschlossen und ist damit alleinige Eigentümerin der in Zürich ansässigen Fondsvertriebsplattform. Im September 2020 hatte die Gruppe Deutsche Börse die ersten 51,2 Prozent an der CFC erworben.

Die Gruppe Deutsche Börse hat am 29. Juni 2021 bekannt gegeben, dass sie verbindliche Verträge über den Erwerb der Crypto Finance AG, Zürich, Schweiz (Crypto Finance), einer unabhängigen Finanzgruppe die institutionellen und professionellen Kunden den Handel, die Verwahrung und die Anlage in digitale Vermögenswerte anbietet, abgeschlossen hat. Die Gruppe wird danach eine Zweidrittelmehrheit an dem 2017 gegründeten Unternehmen erwerben. Die restlichen Anteile verbleiben bei den bestehenden Investoren, einschließlich dem Management. Als Teil der Gruppe Deutsche Börse wird Crypto Finance das Geschäft mit digitalen Vermögenswerten weiter skalieren und das Angebot an Dienstleistungen erweitern können.

Konzernzwischenlagebericht Q2/2021

Grundlagen des Konzerns

Die im Geschäftsbericht 2020 auf den Seiten 21 bis 31 beschriebenen Grundlagen des Konzerns, unter Berücksichtigung der im Abschnitt "Vergleichbarkeit von Angaben" beschriebenen Angaben, sind nach wie vor gültig.

Vergleichbarkeit von Angaben

Veränderungen im Konsolidierungskreis

Zum ersten Quartal 2021 hat die Gruppe Deutsche Börse ihre Segmentberichterstattung angepasst. Die Geschäftsaktivitäten von ISS werden seitdem in dem neuen Segment ISS (Institutional Shareholder Services) berichtet.

Außerdem bereinigt das Unternehmen mit Wirkung zum Geschäftsjahr 2021 die Kennzahlen aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nicht mehr um Sondereffekte und nutzt damit zur Steuerung ausschließlich die berichteten Werte inklusive aller Einflussfaktoren.

Wesentliche Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Details zu den wesentlichen Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen werden in Erläuterung 13 zum verkürzten Konzernzwischenabschluss aufgeführt.

Wirtschaftsbericht

Die Geschäftstätigkeit der Gruppe Deutsche Börse hat sich im Vergleich zur Darstellung im Geschäftsbericht 2020 (Seite 21) nicht wesentlich geändert. Jedoch weitet die Gruppe Deutsche Börse durch die Akquisition von ISS ihre Geschäftstätigkeit um Angebote in den Bereichen Governance-Lösungen, ESG-Daten und Analytik aus.

Während zu Beginn des Jahres die Zahl der Corona-Neuinfektionen zunächst global rückläufig schien, durchzog ab dem Frühjahr eine weitere Welle von Infektionen, teils in Verbindung mit dem Auftreten von neuen SARS-CoV-2-Virusvarianten, primär den europäischen und asiatischen Kontinent. Erneute Lockdowns mit Einschränkungen des wirtschaftlichen und sozialen Lebens waren die Folge. Eine großflächig angelegte Impfkampagne in den USA konnte hingegen einen Wiederanstieg an Neuinfektionen deutlich minimieren. In Europa zeigten die Impffortschritte in der Mitte des zweiten Quartals Wirkung. Damit einhergehend führten die Erfolge bei der Eindämmung der COVID-19-Pandemie zu einer globalen Aufhellung der Wachstumsaussichten, gestützt durch positive Konjunktursignale. Daher hob der Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem World Economic Outlook im April 2021 bereits die Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr auf 6,0 Prozent an (USA 6,4 Prozent, EU 4,4 Prozent, Deutschland 3,6 Prozent).

Ein hohes Maß an Liquidität, welches durch eine international stimulierende expansive Fiskalpolitik der großen Wirtschaftsnationen begünstigt wird, stimmte die Marktteilnehmer weiter zuversichtlich.

Dementsprechend nahm auch die Unsicherheit an den Märkten ab. Die Marktvolatilität, gemessen am VSTOXX Volatilitätsindex, lag gegen Ende des ersten Halbjahres auf sehr niedrigem Niveau unterhalb des 5-Jahres-Durchschnitts. Hierdurch reduzierte sich auch der Absicherungsbedarf der Marktteilnehmer mit Finanzderivaten. Der Optimismus bzgl. einer schnellen konjunkturellen Erholung, verbunden mit durchschnittlich höheren Gewinnerwartungen der Unternehmen, trieb die Inflationserwartungen an. Obwohl die langfristigen Zinsen, insbesondere in den USA, dadurch zum Teil deutlich anstiegen, zeigten sich die Aktienmärkte davon unbeeindruckt. Vielmehr verzeichneten im zweiten Quartal führende Aktienindizes neue historische Höchststände.

Über die beschriebenen Auswirkungen hinaus haben sich die gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen im Vergleich zur Darstellung im Geschäftsbericht 2020 (Seite 32) nicht wesentlich geändert.

Hinsichtlich der Unternehmenssteuerung gab es im ersten Halbjahr 2021 keine Änderungen. Für eine umfassende Darstellung derselben siehe den Geschäftsbericht 2020 (Seiten 26 bis 28).

Ertragslage

Kennzahlen zur Ertragslage der Gruppe Deutsche Börse

2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
2021 2020 Veränderung 2021 2020 Veränderung
--- --- --- --- --- --- ---
Mio. € Mio. € % Mio. € Mio. € %
--- --- --- --- --- --- ---
Nettoerlöse 881,7 777,5 13 1.736,8 1.692,3 3
Personalaufwand - 257,1 - 220,0 17 - 485,6 - 416,1 17
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 126,1 - 122,6 3 - 244,1 - 244,9 0
Operative Kosten - 383,2 - 342,6 12 - 729,7 - 661,0 10
Ergebnis aus Finanzanlagen 19,5 5,8 236 32,1 1,9 1589
Ergebnis vor Zinsen, Steuern u.

Abschreibungen (EBITDA)
518,0 440,7 18 1.039,2 1.033,2 1
Abschreibung und

Wertminderungsaufwand
-70,8 - 62,6 13 -132,5 -124,6 6
Ergebnis vor Zinsen und

Steuern (EBIT)
447,2 378,1 18 906,7 908,6 0
Finanzergebnis - 11,3 - 18,4 -39 - 25,2 - 34,9 - 28
Periodenergebnis vor Steuern (EBT) 435,9 359,7 21 881,5 873,7 1
Steuern vom Einkommen und vom

Ertrag und sonstige Steuern
- 113,4 - 93,3 22 - 229,2 - 226,7 1
Periodenüberschuss 322,5 266,4 21 652,3 647 1
Den Anteilseignern der Deutsche

Börse AG zuzurechnender Periodenüberschuss
310,9 256,7 21 628,2 623,9 1
Ergebnis je Aktie

(unverwässert) (€)
1,69 1,40 21 3,42 3,40 0

Ertragslage des Konzerns im zweiten Quartal 2021

Das bereits im Wirtschaftsbericht dargestellte ökonomische Umfeld im zweiten Quartal 2021 wirkte sich, im Wesentlichen durch zyklische Effekte, auch auf die Geschäftsaktivitäten der Gruppe Deutsche Börse aus. So führte der Konjunkturoptimismus der Marktteilnehmer bei gleichzeitig niedrigen Volatilitätsindexständen zu einer mäßigen Marktaktivität in Finanzderivaten, insbesondere in Aktienindexderivaten im Segment Eurex (Finanzderivate). Ebenso zeigte sich im Segment Xetra (Wertpapierhandel), dass trotz neuer Höchststände von Aktien und Aktienindizes das Orderbuchvolumen aufgrund einer geringeren Handelsaktivität abnahm. Weiterhin belastend wirkt sich das anhaltende Niedrigzinsumfeld auf die Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft, insbesondere bei Bareinlagen in US-Dollar, im Segment Clearstream (Nachhandel) aus. Dem entgegen standen die positiven Entwicklungen der Segmente EEX (Commodities) sowie IFS (Investment Fund Services), welches u. a. durch den Geschäftsbereich Fondsdistribution weiteres strukturelles und M&A-Wachstum verzeichnete. Im zweiten Quartal 2021 wurde das neue Segment ISS (Institutional Shareholder Services) erstmalig mit einer vollständigen Berichtsperiode abgebildet und trug damit auch zum M&A-Wachstum der Gruppe Deutsche Börse bei.

Vor diesem Hintergrund erzielte die Gruppe Deutsche Börse einen Anstieg der Nettoerlöse um 13 Prozent auf 881,7 Mio. € (Q2/2020: 777,5 Mio. €). Ein zyklisch bedingter Rückgang der Nettoerlöse konnte teilweise durch strukturelles Wachstum, primär im Segment IFS, ausgeglichen werden. Das M&A-bezogene Wachstum resultierte im Wesentlichen aus den Akquisitionen von ISS sowie UBS Fondcenter AG (Clearstream Fund Centre) und überkompensierte zyklische Faktoren. Die Nettoerlöse der Gruppe enthielten zudem einen positiven Bewertungseffekt von rund 40 Mio. € aus dem Erwerb der verbleibenden Anteile an Clearstream Fund Centre. Dieser ergab sich aufgrund der Neubewertung der finanziellen Verbindlichkeit auf Basis des vereinbarten Kaufpreises, welcher im Segment IFS abgebildet wurde. Weitere Erträge entstanden im Zusammenhang mit dem Verkauf des Regulatory Reporting Hub Ende 2020 im Segment Xetra (Wertpapierhandel) von rund 7 Mio. €.

Die operativen Kosten beliefen sich auf 383,2 Mio. € (Q2/2020: 342,6 Mio. €). Der Anstieg von 12 Prozent ist dabei vollständig auf das M&A-bezogene Wachstum der vorgenannten Akquisitionen zurückzuführen. Auf Personalkosten entfiel diesbezüglich der größte Anteil des Kostenanstiegs.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) der Gruppe Deutsche Börse stieg um 18 Prozent auf 518,0 Mio. € (Q2/2020: 440,7 Mio. €). Hierin enthalten ist das deutlich gestiegene Ergebnis aus Finanzanlagen in Höhe von 19,5 Mio. € (Q2/2020: 5,8 Mio. €). Dies profitierte von der positiven Entwicklung verschiedener Minderheitsbeteiligungen, wie Clarity AI, Inc., Tradegate AG Wertpapierhandelsbank und 360X AG.

Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen beliefen sich auf 70,8 Mio. € (Q2/2020: 62,6 Mio. €), wobei der Anstieg hauptsächlich auf Kaufpreisallokationseffekte erworbener Unternehmen zurückzuführen ist, die sich insgesamt auf 24,8 Mio. € beliefen (Q2/2020: 10,4 Mio. €). Das Finanzergebnis betrug -11,3 Mio. € (Q2/2020: -18,4 Mio. €). Im Vorjahresquartal enthielt das Finanzergebnis Kosten im Zusammenhang mit der Begebung einer Hybridanleihe.

Im zweiten Quartal 2021 lag damit der den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnende Periodenüberschuss bei 310,9 Mio. € (Q2/2020: 256,7 Mio. €), ein Anstieg von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das Ergebnis je Aktie betrug 1,69 € (Q2/2020: 1,40 €) bei durchschnittlich 183,5 Mio. Aktien. Das Ergebnis je Aktie vor Kaufpreisallokationseffekten (Cash EPS) lag bei 1,79 € (Q2/2020: 1,44 €).

Gregor Pottmeyer, Finanzvorstand der Deutsche Börse AG, kommentiert das Ergebnis wie folgt: "Gerade in einem zyklisch herausfordernden Marktumfeld wie im zweiten Quartal 2021 wird die Bedeutung von M&A-Wachstum deutlich und bestätigt unsere Strategie. Auch unsere Minderheitsbeteiligungen gewinnen zunehmend an Relevanz für unser Unternehmen. Damit sind wir weiterhin zuversichtlich die gesteckten Wachstumsziele für 2021 zu erreichen."

Ertragslage des Konzerns im ersten Halbjahr 2021

Die Nettoerlöse der Gruppe Deutsche Börse lagen im ersten Halbjahr 2021 bei 1.736,8 Mio. € (H1/2020: 1.692,3 Mio. €), ein Anstieg um 3 Prozent. Zyklischer Gegenwind im Zusammenhang mit hohen Vorjahresvergleichswerten konnten im Wesentlichen durch strukturelles Wachstum, M&A-Wachstum sowie positive Bewertungseffekte überkompensiert werden. Ebenso positiv wirkte sich die Forderung auf Erstattung von Rechtskosten von rund 17 Mio. € im Segment Clearstream im ersten Quartal auf die Nettoerlöse aus.

Die operativen Kosten stiegen um 10 Prozent auf 729,7 Mio. € (H1/2020: 661,0 Mio. €), wobei der Anstieg vollständig auf das M&A-bezogene Wachstum zurückzuführen ist.

Das EBITDA lag mit 1.039,2 Mio. € etwas über dem Vorjahresniveau (H1/2020: 1.033,2 Mio. €) und beinhaltet das Ergebnis aus Finanzanlagen in Höhe von 32,1 Mio. € (H1/2020: 1,9 Mio. €). Dieses ist aufgrund der positiven Entwicklung verschiedener Minderheitsbeteiligungen deutlich gestiegen.

Der den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnende Periodenüberschuss von 628,2 Mio. € lag ebenfalls etwas über dem Niveau der Berichtsperiode des Vorjahres (H1/2020: 623,9 Mio. €).

Segment Eurex (Finanzderivate)

Kennzahlen des Segments Eurex (Finanzderivate)

2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
2021 2020 Veränderung 2021 2020 Veränderung
--- --- --- --- --- --- ---
Mio. € Mio. € % Mio. € Mio. € %
--- --- --- --- --- --- ---
Nettoerlöse 243,7 271,5 - 10 505,7 617,8 - 18
Aktienindexderivate 94,3 131,0 - 28 200,7 325,2 - 38
Zinsderivate 55,0 44,5 24 116,6 106,1 10
Aktienderivate 13,8 11,8 17 26,1 26,6 - 2
OTC-Clearing 13,1 13,8 - 5 26,4 26,8 - 1
Eurex Daten 15,2 14,9 2 30,1 29,7 1
Sonstige 52,3 55,5 - 6 105,8 103,4 2
Operative Kosten - 90,4 - 92,3 - 2 - 179,5 - 175,8 2
EBITDA 154,3 184,1 - 16 333,0 442,1 - 25

Zweites Quartal 2021

Gute Konjunktursignale und eine sich daraufhin weiter abbauende Marktvolatilität im Vergleich zum Vorquartal sorgten an den Kapitalmärkten im zweiten Quartal 2021 für eine zunehmende Entspannung. Damit einher ging ein geringerer Bedarf an Portfolioabsicherung mit Finanzderivaten, was zu rückläufigen Handelsvolumina, insbesondere im Bereich Aktienindexderivate, führte. Zinsderivate konnten hingegen deutliche Volumenzugewinne verbuchen. Als wichtiger Faktor in diesem Zusammenhang sind die gestiegenen Inflationserwartungen und die damit verbundenen höheren langfristigen Zinsen, sowohl in den USA als auch in Europa, zu nennen. Der Handel mit Aktienderivaten korrespondiert mit den relativ höheren Kursniveaus von Aktien und verzeichnete einen entsprechenden Anstieg. Über alle Produktgruppen hinweg nahm das Kontraktvolumen im Vergleich zur Berichtsperiode des Vorjahres um 3 Prozent auf 425 Mio. gehandelte Finanzderivate ab. Im Zuge der niedrigeren Marktvolatilität reduzierten sich auch die für den Handel mit Finanzderivaten zu hinterlegenden Sicherheiten, was zu niedrigeren Nettoerlösen führte.

Die Verrechnung von in Euro denominierten Zinsderivaten entwickelte sich auch im zweiten Quartal positiv. So stieg das ausstehende Nominalvolumen zum Ende der Berichtsperiode im Vorjahresvergleich um 19 Prozent auf 22,5 Bio. € an. Das entspricht einem Marktanteil der weltweit in Euro denominierten OTC-Zinsderivate von rund 22 Prozent. Durch Anreizprogramme für die Übertragung von Zinsderivate-Portfolios auf die Eurex Clearing werden Kunden zudem zielgerichtet bei der Migration ihrer Positionen in die EU-27 unterstützt.

Die Nettoerlöse des Segments Eurex reduzierten sich im zweiten Quartal um 10 Prozent, was im Wesentlichen auf den Rückgang im Handel mit Aktienindexderivaten zurückzuführen ist. Das EBITDA des Segments nahm trotz leicht rückläufiger operativer Kosten um 16 Prozent ab.

Erstes Halbjahr 2021

Die Geschäftsentwicklung im Segment Eurex war im ersten Halbjahr 2021 insbesondere durch eine niedrigere Marktvolatilität und geringere Handelsaktivität geprägt. Erwartungsgemäß reduzierten sich die Handelsvolumina und damit die Nettoerlöse um 18 Prozent im Vergleich zum außerordentlich starken ersten Halbjahr 2020. Das EBITDA reduzierte sich um 25 Prozent.

Segment EEX (Commodities)

Kennzahlen des Segments EEX (Commodities)

2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
2021 2020 Veränderung 2021 2020 Veränderung
--- --- --- --- --- --- ---
Mio. € Mio. € % Mio. € Mio. € %
--- --- --- --- --- --- ---
Nettoerlöse 76,6 71,2 8 156,1 153,0 2
Strom-Spotmarkt 16,9 17,1 - 1 34,8 36,0 - 3
Strom-Terminmarkt 26,5 28,9 - 8 54,2 61,7 - 12
Gas 12,0 10,4 15 27,0 22,0 23
Sonstige 21,2 14,8 43 40,1 33,3 20
Operative Kosten - 42,0 - 44,2 - 5 - 87,2 - 86,8 0
EBITDA 34,6 26,9 29 68,9 66,0 4

Zweites Quartal 2021

Im zweiten Quartal 2021 lag der Handel an den Strom-Spotmärkten auf dem Vorjahresniveau. Insbesondere die Intraday-Märkte entwickelten sich hierbei positiv. Zudem konnte sich die EEX Group bereits ein Jahr nach Aufnahme des Strom-Spothandels in der nordischen Region erfolgreich etablieren. Diese positive Entwicklung wurde jedoch durch den steigenden Wettbewerbsdruck und einen rückläufigen Gesamtmarkt im deutschen Day-ahead-Segment ausgeglichen.

An den Strom-Terminmärkten lag das Handelsvolumen insgesamt unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Dies ist bedingt durch ein starkes Vorjahresquartal, in dem die Lockdown-Maßnahmen der europäischen Staaten im März und April 2020 zu einer außerordentlich hohen Handelsaktivität führten. Während die Erholung der Gesamtmärkte im Jahr 2021 - als ein wesentlicher Treiber des Wachstums der EEX Group - abhängig von weiteren Lockerungen der Corona-Maßnahmen ist, konnte die EEX Group in allen wesentlichen Marktgebieten Marktanteile gewinnen und ihre Wettbewerbsposition stärken. Der erfolgreiche Wachstumskurs zeigte sich auch in Japan. In weniger als zwölf Monaten hat sich die EEX hier als Marktführer für den Handel mit Stromderivaten etabliert und konnte im ersten Halbjahr 2021 einen Börsen-Marktanteil von 88 Prozent erzielen.

An den Gasmärkten stieg das Handelsvolumen um 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf höhere Handelsvolumina auf den Gas-Spotmärkten, insbesondere in Deutschland und Frankreich sowie im österreichischen CEGH-Marktgebiet, zurückzuführen, während das Handelsvolumen an den Gas-Terminmärkten unter Vorjahresniveau lag. Am 28. Juni 2021 startete die EEX die finanziell abgerechneten Gasfutures in drei Marktgebieten (Deutschland, Niederlande und Österreich) und geht von positiven Impulsen für den Gasterminhandel aus.

Insgesamt erzielte die EEX Group im zweiten Quartal 2021 einen Anstieg der Nettoerlöse um 8 Prozent über alle Produktgruppen hinweg. Das EBITDA stieg um 29 Prozent.

Erstes Halbjahr 2021

Im ersten Halbjahr 2021 stiegen die Nettoerlöse des Segments EEX um 2 Prozent, während das EBITDA ein Wachstum von 4 Prozent aufwies.

Segment 360T (Devisenhandel)

Kennzahlen des Segments 360T (Devisenhandel)

2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
2021 2020 Veränderung 2021 2020 Veränderung
--- --- --- --- --- --- ---
Mio. € Mio. € % Mio. € Mio. € %
--- --- --- --- --- --- ---
Nettoerlöse 25,6 23,6 8 52,0 51,2 2
Handel 17,5 16,1 9 35,2 35,0 1
Sonstige 5,9 4,3 37 11,6 8,9 30
GTX 2,2 3,2 - 31 5,2 7,3 - 29
Operative Kosten - 13,3 - 13,1 2 - 25,7 - 27,9 - 8
EBITDA 14,0 10,5 33 28,0 23,3 20

Zweites Quartal 2021

Im zweiten Quartal 2021 verzeichnete das Segment 360T einen Anstieg der durchschnittlichen Tagesvolumina um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Während sich die rückläufige FX-Volatilität, gemessen an der Euro/US-Dollar-Volatilität, insbesondere auf die Handelsvolumina im 360TGTX-Spotgeschäft negativ auswirkte, verzeichneten Forward- und Swap-Produkte ein solides Wachstum.

Anhaltendes Kundenwachstum und die damit einhergehenden Neuanbindungen bzw. zusätzlichen Handelsvolumina auf den 360T-Handelsplattformen wirkten diesen negativen zyklischen Effekten entgegen. Dies verdeutlicht, dass die strukturellen Wachstumstreiber der 360T intakt sind, und bestätigt das weitere Wachstumspotenzial.

Durch die Migration der gelisteten FX-Derivate auf den T7-Handelsplatz der Eurex wird Kunden nun die Möglichkeit geboten, über eine identische Plattform auch FX-Geschäft zu handeln und abzuwickeln. Des Weiteren ist das OTC-FX-Clearing-Angebot im März in der Produktion aktiviert worden.

Die Nettoerlöse im Segment 360T wuchsen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8 Prozent. Das EBITDA verbesserte sich um 33 Prozent. Hierin enthalten ist ein positiver Bewertungseffekt einer auf Fair-Value-Basis gesteuerten Beteiligung an der 360X AG in Höhe von 1,7 Mio. €.

Erstes Halbjahr 2021

Während das Segment im ersten Quartal noch mit außerordentlich hohen Vergleichsvolumina konfrontiert war, konnten relative Zugewinne im zweiten Quartal dies mehr als ausgleichen. 360T konnte im ersten Halbjahr seine Nettoerlöse um 2 Prozent steigern. Das EBITDA erhöhte sich um 20 Prozent.

Segment Xetra (Wertpapierhandel)

Kennzahlen des Segments Xetra (Wertpapierhandel)

2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
2021 2020 Veränderung 2021 2020 Veränderung
--- --- --- --- --- --- ---
Mio. € Mio. € % Mio. € Mio. € %
--- --- --- --- --- --- ---
Nettoerlöse 93,9 94,4 - 1 187,1 195,8 - 4
Handel und Clearing 44,4 53,5 - 17 98,4 114,9 - 14
Listing 4,9 3,7 32 9,6 8,2 17
Infrastruktur 11,3 11,1 2 22,1 21,9 1
Xetra Daten 33,3 26,1 28 57,0 50,8 12
Operative Kosten - 36,1 -39,5 - 9 - 70,2 - 73,9 - 5
EBITDA 65,0 56,1 16 131,7 124,6 6

Zweites Quartal 2021

Im zweiten Quartal 2021 fand der Handel in Aktien in einem allgemein freundlichen Marktumfeld statt. Die guten Konjunkturaussichten in Verbindung mit gestiegenen Gewinnerwartungen von Unternehmen führten teilweise zu Höchstständen bei Aktien und ETPs (Exchange Traded Products). Im Vergleich dazu entwickelte sich das Orderbuchvolumen hingegen rückläufig, was primär auf eine niedrigere Marktvolatilität und damit Handelsaktivität zurückzuführen ist. Durch verstärkten Wettbewerb reduzierte sich in diesem Umfeld der Marktanteil von Xetra als Referenzmarkt für den Handel mit DAX-Titeln auf 68 Prozent.

Angesichts der guten Marktbedingungen entschieden sich allein im zweiten Quartal 2021 elf Unternehmen zu einem Börsengang (Initial Public Offering, IPO), mehr als im Gesamtjahr 2020. So fand u. a. im Mai der Börsengang des Softwarespezialisten Suse S.A. und im Juni der Börsengang des Online-Modehändlers About You Holding AG im Prime Standard statt.

Aus dem Verkauf der Regulatory Services GmbH - des Regulatory Reporting Hub der Gruppe Deutsche Börse - an MarketAxess Holdings Inc. Ende des letzten Jahres resultierten nachgelagerte Erlöse in Höhe von rund 7 Mio. €, welche Xetra-Daten zugeordnet wurden.

Die Nettoerlöse im Segment Xetra fielen im zweiten Quartal 2021 um 1 Prozent, wobei das EBITDA um 16 Prozent anstieg. Aus der At-Equity-Bewertung der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank, deren Geschäft in der Berichtsperiode aufgrund der deutlich höheren Aktivität von Privatanlegern ungebrochen auf hohem Niveau liegt, entstand ein positiver Effekt auf das Ergebnis aus Finanzanlagen, welches insgesamt rund 7 Mio. € betrug.

Erstes Halbjahr 2021

Die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr war durch einen vergleichsweise starken Wertpapierhandel gekennzeichnet, welcher jedoch die signifikant höheren Volumina des Vorjahres nicht erreichen konnte. Die Nettoerlöse reduzierten sich im ersten Halbjahr 2021 um 4 Prozent. Das EBITDA stieg, bedingt durch positive Effekte aus der Bewertung der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank, um 6 Prozent.

Segment Clearstream (Nachhandel)

Kennzahlen des Segments Clearstream (Nachhandel)

2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
2021 2020 Veränderung 2021 2020 Veränderung
--- --- --- --- --- --- ---
Mio. € Mio. € % Mio. € Mio. € %
--- --- --- --- --- --- ---
Nettoerlöse 201,5 212,6 - 5 428,3 448,3 - 4
Verwahrung (Custody) 110,8 106,7 4 217,7 213,7 2
Abwicklung (Settlement) 28,0 29,9 - 6 66,2 60,3 10
Nettozinserträge aus dem

Bankgeschäft
11,9 24,8 - 52 24,8 73,1 - 66
Third Party Services 5,8 5,9 -2 13,5 13,7 - 1
Sicherheitenmanagement 20,0 20,3 -1 39,1 39,9 - 2
Sonstige 25,0 25,0 0 67,0 47,6 41
Operative Kosten - 97,0 - 92,5 5 - 186,7 - 172,8 8
EBITDA 104,8 119,9 - 13 241,5 274,8 - 12

Zweites Quartal 2021

Auch im zweiten Quartal 2021 setzten sich die Emissionstätigkeiten am Anleihemarkt von Unternehmen, aber auch der öffentlichen Hand weiter fort. Dies führte u. a. zu einem höheren durchschnittlichen Wert der über den nationalen Zentralverwahrer (Central Securities Depository, CSD) und den internationalen Zentralverwahrer (International Central Securities Depository, ICSD) verwahrten Wertpapiere. Die Abwicklungstransaktionen lagen angesichts der relativ hohen Handelsaktivität im Bereich Aktien und Anleihen auf der Höhe des zweiten Quartals im Vorjahr. Hierbei nahm jedoch der Anteil börslich gehandelter Volumina zu.

Aufgrund der zentralbankseitigen geldpolitischen Interventionen im Zuge der COVID-19-Pandemie, insbesondere in den USA, verharren die Leitzinsen seit März 2020 beidseits des Atlantiks auf oder unter dem Nullzins-Niveau. Dies belastete auch im zweiten Quartal 2021 die im Bankgeschäft erzielten Nettozinserträge auf Bareinlagen über alle Währungen hinweg. Ferner wirkte sich ein durchschnittlich geringerer Bestand an Bareinlagen zusätzlich negativ auf die Nettozinserträge aus.

Das durchschnittlich ausstehende Volumen im Sicherheitenmanagement und Wertpapierleihegeschäft reduzierte sich in der Berichtsperiode um rund 3 Prozent. Während im Sicherheitenmanagement (Repo und Triparty Collateral Service) die Nettoerlöse in direkter Relation zu den ausstehenden Volumina standen, führen geldpolitische Maßnahmen von Zentralbanken nach wie vor zu einer hohen Versorgung der Märkte mit Liquidität und üben somit Druck auf die Leihegebühren aus. Die Gewinnung neuer Kunden konnten dabei die rückläufigen Volumina ausgleichen, was insgesamt zu gleichbleibenden Nettoerlösen zur Vorjahresperiode führte.

Die Nettoerlöse im Segment Clearstream reduzierten sich, primär aufgrund rückläufiger Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft, um 5 Prozent. Das EBITDA fiel um 13 Prozent.

Erstes Halbjahr 2021

Die Nettoerlöse im Segment Clearstream profitierten im ersten Halbjahr 2021 von einem Einmaleffekt aus der Forderung auf Erstattung von Rechtskosten in Höhe von rund 17 Mio. €. Dennoch führte der Druck seitens des Niedrigzinsumfelds zu rückläufigen Nettoerlösen von 4 Prozent. Das EBITDA lag um 12 Prozent niedriger im Vergleich zur Vergleichsperiode im Vorjahr.

Segment IFS (Investment Fund Services)

Kennzahlen des Segments IFS (Investment Fund Services)

2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
2021 2020 Veränderung 2021 2020 Veränderung
--- --- --- --- --- --- ---
Mio. € Mio. € % Mio. € Mio. € %
--- --- --- --- --- --- ---
Nettoerlöse 122,9 50,8 1421 205,6 106,4 931
Verwahrung (Custody) 27,5 20,2 36 53,7 41,1 31
Abwicklung (Settlement) 22,1 16,4 35 45,2 34,6 31
Fondsdistribution 19,5 n/a n/a 36,0 n/a n/a
Sonstige 53,8 14,2 279 70,7 30,7 130
Operative Kosten - 31,5 - 32,0 - 2 - 61,5 - 58,6 5
EBITDA 91,1 18,8 385 143,7 47,8 201

1) Organisches Wachstum von 97% (1. Halbjahr: 59%).

Zweites Quartal 2021

Das Segment IFS verzeichnete im zweiten Quartal 2021 sowohl in der Verwahrung als auch in der Abwicklung von Wertpapieren deutliche Zugewinne. Dies bestätigt den anhaltenden Wachstumstrend im Geschäft mit Investment Fund Services. So stieg das Volumen verwalteter Wertpapiere um rund 26 Prozent. Die Anzahl der Transaktionen aus dem Abwicklungsgeschäft stieg um 8 Prozent.

Sehr erfreulich zeigte sich die Entwicklung des neuen Geschäftsbereiches Fondsdistribution, welcher seit der Gründung von Clearstream Fund Centre im vierten Quartal 2020 separat ausgewiesen wird. So konnte das Segment sowohl durch strukturelles Wachstum, u. a. durch die Gewinnung neuer Kunden für das Fondsdistributionsgeschäft, als auch durch M&A-Wachstum seine Nettoerlöse weiter steigern. Als Kompetenzzentrum für den globalen Fondsvertriebssupport in der Gruppe Deutsche Börse verwaltete das Segment zum Quartalsende ein Vermögen (Assets under Administration) von über 300 Mrd. €.

Die Gruppe Deutsche Börse hat am 1. Juni 2021 die Übernahme der restlichen 49 Prozent der Anteile an Clearstream Fund Centre von UBS früher als geplant abgeschlossen und ist damit alleinige Eigentümerin der in Zürich ansässigen Fondsvertriebsplattform geworden. Im Rahmen der Transaktion entstand ein positiver einmaliger Bewertungseffekt von rund 40 Mio. €, welcher in den Nettoerlösen enthalten ist.

Die Nettoerlöse des Segments IFS stiegen im zweiten Quartal 2021 um 142 Prozent. Das EBITDA des Segments stieg um 385 Prozent. Das organische Nettoerlöswachstum lag bei 97 Prozent, das organische EBITDA-Wachstum bei 252 Prozent, wobei der oben genannte Bewertungseffekt berücksichtigt wurde.

Erstes Halbjahr 2021

Auch mit Blick auf das erste Halbjahr 2021 ist der Wachstumstrend des Segments deutlich erkennbar und Nettoerlössteigerungen über alle Geschäftsbereiche zu verzeichnen. So stiegen die Nettoerlöse um insgesamt 93 Prozent. Das EBITDA verzeichnete einen Anstieg von 201 Prozent. Ohne Berücksichtigung von Clearstream Fund Centre stiegen die Nettoerlöse um 59 Prozent, das EBITDA um 132 Prozent.

Segment Qontigo (Index- und Analytikgeschäft)

Kennzahlen des Segments Qontigo (Index- und Analytikgeschäft)

2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
2021 2020 Veränderung 2021 2020 Veränderung
--- --- --- --- --- --- ---
Mio. € Mio. € % Mio. € Mio. € %
--- --- --- --- --- --- ---
Nettoerlöse 57,6 53,4 8 120,8 119,8 1
ETF-Lizenzerlöse 10,0 7,6 32 19,0 15,7 21
Börsen-Lizenzerlöse 7,6 6,8 12 16,5 19,4 - 15
Axioma 15,2 14,2 7 32,4 35,0 - 7
Sonstige Lizenzerlöse 24,8 24,8 0 52,9 49,7 6
Operative Kosten - 27,4 - 29,0 - 6 - 57,6 - 65,2 - 12
EBITDA 40,7 24,4 67 73,7 54,6 35

Zweites Quartal 2021

Im Indexgeschäft begünstigte ein aufkommender Konjunkturoptimismus in Verbindung mit einer expansiven Fiskalpolitik im zweiten Quartal 2021 immer neue Rekordstände sowohl im STOXX- als auch im DAX-Index. Entsprechend stieg das durchschnittlich verwaltete Vermögen in ETFs (Exchange Traded Funds) auf STOXX- und DAX-Indizes um 33 Prozent.

Börsen-Lizenzerlöse leiten sich maßgeblich von dem Handelsvolumen in Indexderivaten auf STOXX- und DAX-Indizes an der Eurex ab. Wie bereits im Segment Eurex beschrieben, reduzierte sich u. a. volatilitätsbedingt das Volumen der Aktienindexderivate und führte demnach zu rückläufigen Börsenlizenzvolumina in diesem Bereich von 24 Prozent. Zudem stehen außerordentlich hohe Vergleichsvolumina des Vorjahres diesen gegenüber. Im Bereich der sonstigen Lizenzerlöse lagen die Nettoerlöse ungefähr auf dem Niveau der Vorjahresperiode.

Das durchschnittliche Kontraktvolumen im Analytikgeschäft entwickelte sich im zweiten Quartal 2021 positiv. Die Nettoerlöse des Geschäftsbereichs sind dabei hauptsächlich vom Auftragswert abhängig und ein Teil davon ist auch an den Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses gekoppelt. Aufgrund des Anstiegs des Euro/US-Dollar-Kurses lagen die Nettoerlöse wechselkursbedingt nahezu auf dem Niveau des Vorjahresquartals.

Aus der bisherigen At-Equity-Bewertung der Clarity AI, Inc. entstand ein positiver Effekt auf das Ergebnis aus Finanzanlagen von rund 10 Mio. €.

Insgesamt konnte das Segment Qontigo im zweiten Quartal 2021 einen Anstieg der Nettoerlöse um 8 Prozent verzeichnen. Das EBITDA stieg um 67 Prozent.

Erstes Halbjahr 2021

Der generelle Trend des ersten Quartals 2021 setzte sich auch im zweiten Quartal fort. Das Segment steigerte seine Nettoerlöse leicht um 1 Prozent und das EBITDA um 35 Prozent.

Segment ISS (Institutional Shareholder Services)

Kennzahlen des Segments ISS (Institutional Shareholder Services)

2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(25.02.-30.06.)
2021 2020 Veränderung 2021 2020 Veränderung
--- --- --- --- --- --- ---
Mio. € Mio. € % Mio. € Mio. € %
--- --- --- --- --- --- ---
Nettoerlöse 59,9 n/a n/a 81,2 n/a n/a
ESG 43,3 n/a n/a 58,0 n/a n/a
Non-ESG 16,6 n/a n/a 23,2 n/a n/a
Operative Kosten - 45,5 n/a n/a - 61,3 n/a n/a
EBITDA 13,5 n/a n/a 18,7 n/a n/a

Zweites Quartal 2021

Im zweiten Quartal 2021 wurde das neue Segment ISS (Institutional Shareholder Services) erstmalig mit einer vollständigen Berichtsperiode abgebildet. Die unter ESG zusammengefassten Nettoerlöse enthalten die Geschäftsbereiche Corporate Solutions, ESG Analytics und Governance Solutions. Die unter Non-ESG zusammengefassten Nettoerlöse beinhalten die Geschäftsbereiche Market Intelligence, Media sowie u. a. die Einheiten FWW (Fondsdaten), LiquidMetrics und SCAS (Securities Class Action Service).

Der Geschäftsbereich Corporate Solutions profitierte im zweiten Quartal von einer steigenden Nachfrage seitens Unternehmen, geltenden Marktstandards, insbesondere bezüglich Governance-Themen, zu entsprechen. ISS unterstützt diese als einer der führenden Anbieter dabei, Corporate Governance, Vergütungssysteme und Nachhaltigkeitsprogramme zu entwickeln und zu steuern.

Mit dem schnell wachsenden Geschäftsbereich ESG-Analytik ermöglicht ISS institutionellen Investoren u. a. die Entwicklung von nachhaltigen Anlagestrategien und das Engagement im Bereich der verantwortungsvollen Anlage. Über ESG Research und Ratings sowie Klimadaten können Kunden zudem materielle Chancen und Risiken im Bereich Umwelt und Soziales identifizieren und steuern.

Mit dem etablierten Geschäftsbereich Governance Solutions bietet ISS umfangreiche und weltweit führende Lösungen an, die institutionellen Investoren ermöglichen, ihre Corporate Governance-Sichtweisen anzuwenden, ESG-Risiken zu identifizieren und ihre Stimmrechtsvertretung auf globaler Basis zu steuern.

Darüber hinaus weitete das Segment durch die Akquisitionen von Nordic Investor Service und Genesys Research sein Produktangebot im Bereich von Governance, Daten und Research im zweiten Quartal auch anorganisch weiter aus.

Das Segment ISS erzielte im zweiten Quartal Nettoerlöse von 59,9 Mio. € und ein EBITDA von 13,5 Mio. €.

Erstes Halbjahr 2021

Die Nettoerlöse im ersten Halbjahr 2021 betrugen 81,2 Mio. €, das EBITDA belief sich auf 18,7 Mio. €.

Finanzlage

Cashflow

Durch den Erwerb der Institutional Shareholder Services (ISS) ergab sich für die Gruppe Deutsche Börse im ersten Halbjahr 2021 ein negativer Cashflow in Höhe von 801,0 Mio. € (H1/2020: positiver Cashflow in Höhe von 253,1 Mio. €). Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug 649,6 Mio. €(H1/2020: 815,3 Mio. €) vor Veränderung der stichtagsbezogenen CCP-Positionen und resultierte maßgeblich aus dem Periodenüberschuss in Höhe von 652,3 Mio. € (H1/2020: 647,0 Mio. €) sowie aus Zahlungsmittelabflüssen aus der Veränderung des Working Capitals. Im ersten Halbjahr 2021 betrugen die Mittelabflüsse aus Investitionstätigkeit 1.900,9 Mio. € (H1/2020: 227,9 Mio. €) und waren vor allem durch die Akquisition der ISS geprägt, aus der ein Mittelabfluss in Höhe von 1.653,3 Mio. € resultierte. Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen lagen mit 81,9 Mio. € (H1/2020: 78,9 Mio. €) nahezu auf Vorjahrsniveau. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beinhaltet im Wesentlichen die Ausschüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2020 in Höhe von 550,6 Mio. € (H1/2020: 531,9 Mio. €), die Emission einer Anleihe zum Erwerb der ISS in Höhe von 1,0 Mrd. € sowie die Emission von Commercial Papers in Höhe von 0,7 Mrd. €. Der Erwerb der restlichen 48,8 Prozent der Anteile an der CFC (ehemals Fondcenter AG) führte zu einem Mittelabfluss in Höhe von 356 Mio. €.

Der Finanzmittelbestand belief sich damit zum 30. Juni 2021 auf 1.675,1 Mio. € (30. Juni 2020: 2.397,0 Mio. €). Der Kassenbestand sowie die Bankguthaben betrugen 904,1 Mio. € (30. Juni 2020: 1.030,8 Mio. €).

Kapitalmanagement

Generell erwarten die Kunden der Gruppe Deutsche Börse, dass diese konservative Zinsdeckungs- und Verschuldungsgrade aufweist und gute Kreditratings erzielt. Um das mit einem AA-Rating konsistente "Minimal Financial Risk Profile" gemäß S&P-Methodik zu erreichen, strebt das Unternehmen ein Verhältnis der Free Funds from Operations (FFO) zur Nettoverschuldung von mindestens 50 Prozent, eine Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA von nicht größer als 1,75 und einen Zinsdeckungsgrad in Höhe von mindestens 14 an. Aufgrund der Akquisitionen im ersten Halbjahr 2021, insbesondere dem Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an ISS und dem Erwerb der restlichen Anteile an Clearstream Fund Centre, erwartet die Gruppe Deutsche Börse eine temporäre Unterschreitung der FFO im Verhältnis zur Nettoverschuldung sowie eine temporäre Überschreitung der Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA. Im ersten Halbjahr 2021 hat die Gruppe Deutsche Börse ein Verhältnis der FFO zur Nettoverschuldung von 41 Prozent, eine Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA von 1,8 sowie einen Zinsdeckungsgrad von 49 erreicht. Diesen Werten liegen annualisierte Halbjahreszahlen für FFO in Höhe von rund 781 Mio. €, ein EBITDA in Höhe von rund 1.028 Mio. € und eine zum Jahresende erwartete Nettoverschuldung in Höhe von rund 3,8 Mrd. € zugrunde. Details zur Ermittlung der Werte werden im Abschnitt "Finanzlage" im Geschäftsbericht 2020 auf den Seiten 46 bis 47 dargestellt. Das Unternehmen strebt ferner an, das starke AA-Kreditrating der Tochtergesellschaften Clearstream Banking S.A. und Clearstream Banking AG aufrechtzuerhalten, um den nachhaltigen Erfolg des in der Wertpapierverwahrung und -abwicklung tätigen Segments Clearstream sicherzustellen.

Dividende

Generell strebt die Gruppe Deutsche Börse eine Dividendenausschüttungsquote von 40 bis 60 Prozent des Periodenüberschusses, der den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnen ist, an. Innerhalb dieser Bandbreite steuert die Gruppe die tatsächliche Ausschüttungsquote im Wesentlichen in Abhängigkeit von der Geschäftsentwicklung sowie unter Berücksichtigung von Kontinuitätsgesichtspunkten. Darüber hinaus plant die Deutsche Börse AG, die verbleibenden verfügbaren Mittel primär in die komplementäre externe Weiterentwicklung der Gruppe zu investieren. Sofern diese Mittel nicht durch die Gruppe investiert werden können, stellen zusätzliche Ausschüttungen, insbesondere in Form von Aktienrückkäufen, eine weitere Möglichkeit der Mittelverwendung dar.

Für das Geschäftsjahr 2020 hat die Deutsche Börse AG am 22. Mai 2021 eine Dividende von 3,00 € je Stückaktie ausgeschüttet (2020 für das Geschäftsjahr 2019: 2,90 €). Die Ausschüttungsquote betrug somit 51 Prozent (2020 für das Geschäftsjahr 2019: 53 Prozent auf Basis berichteter Zahlen). Bei 183,5 Mio. dividendenberechtigten Stückaktien ergab sich damit eine Dividendensumme von 550,6 Mio. € (2020 für das Geschäftsjahr 2019: 531,9 Mio. €).

Vermögenslage

Im Folgenden werden Auszüge aus der Konzernbilanz gezeigt und wesentliche Änderungen in der Vermögenslage beschrieben. Die komplette Konzernbilanz finden Sie im verkürzten Konzernzwischenabschluss.

Der Anstieg der Bilanzsumme gegenüber dem 31. Dezember 2020 zeigt sich einerseits durch die Emission von Anleihen zur Refinanzierung des Erwerbs der Institutional Shareholder Services (ISS) und andererseits durch die Volatilität der Handelsaktivität auf den Kassa- und Terminmärkten. Hieraus ergeben sich Schwankungen in den Finanzinstrumenten der zentralen Kontrahenten, Forderungen und Verbindlichkeiten aus dem Bankgeschäft sowie den Bardepots der Marktteilnehmer. Die Höhe dieser Positionen ändert sich entsprechend den Bedürfnissen und Handlungen unserer Kunden täglich.

Konzernbilanz (Auszüge)

30.06.2021 31.12.2020
Mio. € Mio. €
--- --- ---
AKTIVA 172.439,8 152.767,7
Langfristige Vermögenswerte 20.477,9 14.596,7
davon immaterielle Vermögenswerte 7.671,7 5.723,2
davon Geschäfts- oder Firmenwerte 5.274,3 3.957,6
davon andere immaterielle Vermögenswerte 1.827,1 1.255,4
davon Finanzanlagen 11.955,9 8.086,0
davon erfolgsneutral zum Fair Value bewertete Beteiligungen 170,4 107,0
davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Schuldinstrumente 1.634,9 997,5
davon Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten 10.052,6 6.934,7
Kurzfristige Vermögenswerte 151.961,9 138.171,0
davon Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten 93.825,3 80.768,1
davon Bankguthaben mit Verfügungsbeschränkung 35.827,2 38.420,1
davon Kassenbestand und sonstige Bankguthaben 904,1 1.467,3
PASSIVA 172.439,8 152.767,7
Eigenkapital 6.853,7 6.556,1
Schulden 165.586,1 146.211,6
davon langfristige Schulden 14.835,8 11.031,4
davon Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten 10.052,6 6.934,7
davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten 4.134,3 3.474,4
davon latente Steuerschulden 320,1 216,7
davon kurzfristige Schulden 150.750,3 135.180,2
davon Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten 93.424,0 80.673,1
davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten 20.039,9 14.630,0
davon Bardepots der Marktteilnehmer 35.563,6 38.188,8

Nachtragsbericht

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind nicht eingetreten.

Risikobericht

Die Gruppe Deutsche Börse stellt in ihrem Geschäftsbericht 2020 auf den Seiten 74 bis 105 Rahmenbedingungen, Strategie, Grundsätze, Organisation, Prozesse, Methoden und Konzepte ihres Risikomanagements sowie Maßnahmen zur Steuerung bzw. Verringerung von Risiken umfassend dar.

Operationelle Risiken für die Gruppe Deutsche Börse bestehen hinsichtlich Verfügbarkeit, Verarbeitung materieller Güter sowie aus Rechtsstreitigkeiten und der Geschäftspraxis. Details zu den operationellen Risiken und den Maßnahmen zu ihrer Minderung sind im Geschäftsbericht 2020 der Gruppe Deutsche Börse auf den Seiten 82 bis 90 dargestellt. Grundsätzlich hat sich das Risikoprofil der Gruppe in Bezug auf die operationellen Risiken gegenüber 2020 nicht wesentlich geändert.

Im Januar 2020 erklärte die WHO den Ausbruch der COVID-19-Pandemie zum globalen Notstand im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Da sich die Krankheit weiterhin weltweit ausbreitet, wurden Vorsichtsmaßnahmen zentral koordiniert und eingesetzt, um die Kontinuität der Geschäftsprozesse der Gruppe Deutsche Börse sowie die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten. Dazu gehören unter anderem die Einführung von Geschäftsreiseverbotsregeln, die Umsetzung von Maßnahmen zur sozialen Distanzierung und die schrittweise Aktivierung aller Business Continuity-Pläne der Gruppe an allen ihren Standorten. Die Kontinuitätslösungen sind effektiv und ermöglichten der Deutschen Börse einen stabilen Betrieb mit minimaler Vor-Ort-Präsenz.

Bei den Rechtsstreitigkeiten ergab sich im ersten Halbjahr 2021 folgende Änderung:

Am 23. Juli 2021 wurde der Clearstream Banking AG (CBF) die mit Ad hoc-Meldung der Air Berlin PLC i.I. vom 25. Juni 2021 angekündigte Klage zugestellt. Der Insolvenzverwalter über das Vermögen der Air Berlin PLC i.I. beantragt hierin, die CBF auf Zahlung von rund 497,8 Mio. € zu verurteilen sowie festzustellen, dass die CBF persönlich für die Verbindlichkeiten haftet, die nicht bereits im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Air Berlin PLC zur Tabelle festgestellt wurden. Mit der Klage versucht der Insolvenzverwalter einen Haftungsdurchgriff infolge des Brexits auf die CBF als im Aktienregister der Air Berlin eingetragene Aktionärin zu begründen. Die CBF wird sich gegen die Klage verteidigen und hierzu in den nächsten Tagen die Klageschrift sorgfältig analysieren.

Für eine ausführliche Darstellung des aktuellen Standes der Rechtsstreitigkeiten siehe Geschäftsbericht 2020 der Gruppe Deutsche Börse auf den Seiten 83 bis 88.

Zusätzlich zu den in früheren Veröffentlichungen erwähnten Sachverhalten ist die Gruppe Deutsche Börse von Zeit zu Zeit in verschiedene Rechtsstreitigkeiten involviert, die sich aus dem Verlauf ihres normalen Geschäfts ergeben. Die Gruppe bildet Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und aufsichtsrechtliche Angelegenheiten, wenn aus einem vergangenen Ereignis eine gegenwärtige Verpflichtung besteht, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist und eine zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. In solchen Fällen kann sich ein Verlustrisiko ergeben, das höher ist als die entsprechenden Rückstellungen. Wenn die oben genannten Bedingungen nicht erfüllt sind, bildet die Gruppe keine Rückstellungen. Wenn sich eine Rechtsstreitigkeit oder eine aufsichtsrechtliche Angelegenheit entwickelt, bewertet die Gruppe kontinuierlich, ob die Voraussetzungen für die Bildung einer Rückstellung erfüllt sind. Die Gruppe kann eventuell nicht absehen, wie hoch der mögliche Verlust oder die Verlustspanne im Hinblick auf diese Angelegenheiten sein wird. Auf der Basis aktuell verfügbarer Informationen geht die Gruppe Deutsche Börse insgesamt nicht davon aus, dass das Ergebnis eines dieser Verfahren die Finanzzahlen erheblich beeinträchtigen wird.

Finanzielle Risiken treten in der Gruppe Deutsche Börse als Kredit-, Markt- und Liquiditätsrisiko in den Finanzinstituten der Clearstream-Holding-Gruppe und Eurex Clearing AG auf. Darüber hinaus sind die Geldanlagen und Forderungen der Gruppe mit einem Kreditrisiko behaftet. Geldanlagen werden zum überwiegenden Teil über kurzfristige Geschäfte getätigt, die besichert sind. Damit werden Liquiditätsrisiken sowie Marktpreisrisiken aus der Geldanlage minimiert. Das Risikoprofil der Gruppe hat sich in Bezug auf die finanziellen Risiken gegenüber 2020 leicht geändert. Auf Marktrisiken entfallen nun rund 27% der Kapitalanforderungen während auf Kreditrisiken der verbleibende Anteil entfällt. Das sind rund 13 Prozentpunkte mehr verglichen mit dem Anteil zum Jahresende 2020, ausgelöst sowohl durch erhöhte Investitionen in Staats- und Länderanleihen sowie einer grundsätzlich höheren Marktpreis- und Währungsvolatilität, die sowohl die generellen Geldanlagen als auch die verwalteten Pensionsportfolios für die Gruppenunternehmen beeinflussten. Details zu den finanziellen Risiken sind im Geschäftsbericht 2020 auf den Seiten 91 bis 96 dargestellt.

Das Geschäftsrisiko spiegelt wider, dass die Gruppe von der gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklung abhängig ist sowie von anderen äußeren Ereignissen beeinflusst wird - wie Veränderungen des Wettbewerbsumfelds oder regulatorischen Änderungen. Darüber hinaus umfasst es das unternehmensstrategische Risiko, worunter der Einfluss von Risiken auf die Geschäftsstrategie und damit deren mögliche Anpassung verstanden wird. Zudem können sich externe Faktoren wie fehlendes Vertrauen der Investoren in die Finanzmärkte auf die Ertragslage auswirken. In Bezug auf Geschäftsrisiken hat sich das Risikoprofil der Gruppe Deutsche Börse gegenüber 2020 nicht wesentlich geändert. Die Gruppe beobachtet potenzielle Geschäftsrisiken wie eine mögliche Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds oder Änderungen regulatorischer Vorgaben sehr genau und sieht sich in Bezug auf ihre Geschäftsrisiken gut aufgestellt. Details zu den Geschäftsrisiken sind im Geschäftsbericht 2020 auf den Seiten 96 bis 98 dargestellt.

Die Gruppe bewertet und überwacht fortlaufend ihre Risikosituation. Als Hauptinstrument zur Quantifizierung wird das sog. "Value at Risk (VaR)"-Modell verwendet. Es dient dazu, bei einem vorab definierten Konfidenzniveau und einem Zeitfenster von zwölf Monaten das Kapital zu ermitteln, welches benötigt wird, um mögliche Verluste auszugleichen, die innerhalb eines Jahres anfallen können. Darüber hinaus werden sog. Stresstests durchgeführt, um extreme, aber plausible Ereignisse und ihre Auswirkung auf die Risikotragfähigkeit zu simulieren. Weitere Risikoüberwachungsmethoden sind komplementäre Risikometriken.

Seit 1. Januar 2021 hat die Gruppe das definierte Konfidenzniveau für die Bestimmung des erforderlichen ökonomischen Kapitals ("required economic capital", REC) von bislang 99,98 Prozent auf 99,9 Prozent bei gleichbleibendem Zeitfenster reduziert. Diese Anpassung erlaubt eine bessere Vergleichbarkeit und somit bessere Risikosteuerung, da nun die Kapitalanforderungen in der ökonomischen und der normativen Perspektive einer einheitlichen Konfidenzannahme unterliegen.

Durch verschiedene Faktoren in unterschiedlichen Risikoklassen hat sich das REC der Gruppe Deutsche Börse von 3.157 Mio. € zum 31. Dezember 2020 auf 2.748 Mio. € (bezogen auf das Konfidenzniveau 99,98 Prozent) zum 30. Juni 2021 um 13 Prozent verringert. Bezogen auf das geänderte Konfidenzniveau von 99,9 Prozent hat sich das REC der Gruppe Deutsche Börse von 2.203 Mio. € zum 31. Dezember 2020 auf 2.032 Mio. € zum 30. Juni 2021 um 8 Prozent verringert.

Unter Berücksichtigung aller vorab genannten Risikoquantifizierungsinstrumenten sowie des von ihm als wirksam eingestuften Risikomanagementsystems kommt der Vorstand der Deutsche Börse AG zu dem Schluss, dass die Risikodeckungsmasse ausreichend ist. Diese Bewertung kann auch für den Zeitraum des ersten Halbjahres 2021 vorgenommen werden. Eine wesentliche Änderung der im Geschäftsbericht 2020 beschriebenen Risikosituation des Konzerns ist für den Vorstand daher derzeit nicht erkennbar.

Chancenbericht

Sinn und Zweck des Chancenmanagements der Gruppe Deutsche Börse ist es, Chancen frühestmöglich zu erkennen, zu bewerten, zu ergreifen und in geschäftliche Erfolge zu verwandeln. Eine ausführliche Beschreibung der Chancen und des Chancenmanagements ist im Geschäftsbericht 2020 auf den Seiten 105 bis 108 zu finden.

Die Gruppe Deutsche Börse verfügt über ein sehr breites Produkt- und Dienstleistungsportfolio, mit dem sie alle Bereiche der Wertschöpfungskette eines Marktinfrastrukturanbieters abdeckt. Damit ist die Gruppe eine der am breitesten aufgestellten Börsenorganisationen weltweit. Um diese Position zu behaupten und auszubauen, verfolgt das Unternehmen die mittelfristige Wachstumsstrategie Compass 2023. Dabei konzentriert sich die Gruppe Deutsche Börse u. a. auf organische Wachstumschancen, um ihre strategischen Ziele zu erreichen. Die Gruppe unterscheidet grundsätzlich zwischen strukturellen und zyklischen Chancen: Strukturelle Chancen entstehen beispielsweise durch regulatorische Änderungen, neue Kundenbedürfnisse wie die steigende Nachfrage nach börslichen Lösungen für außerbörslich ("over the counter", OTC) getätigte Geschäfte oder durch den Trend, dass immer mehr Anlagevermögen in passiven Anlagestrategien (z. B. Indexfonds) allokiert wird. Diese Chancen kann das Unternehmen aktiv nutzen. Zyklische Chancen hingegen sind nicht direkt durch das Unternehmen beeinflussbar und ergeben sich durch makroökonomische Veränderungen. Zudem sieht die Gruppe Deutsche Börse langfristig Chancen für sich, die aus der technologischen Transformation resultieren.

Ein an Bedeutung gewinnender Bestandteil der Strategie Compass 2023 ist anorganisches Wachstum. Die Gruppe Deutsche Börse fokussiert sich dabei auf Gebiete, welche einen starken Bezug zu den strategischen Wachstumsfeldern der Gruppe haben wie das Index- und Analytikgeschäft, ESG, Commodities, der Devisenhandel, der Handel mit festverzinslichen Anleihen und Investment Fund Services. Ziel ist es, das Wachstum in diesen Bereichen durch Akquisitionen weiter zu beschleunigen und die Skalierbarkeit der Geschäftsfelder weiter zu erhöhen.

Prognosebericht

Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2021 erwartet die Gruppe Deutsche Börse keine wesentliche Abweichung von der Prognose, wie sie im Konzernjahresabschluss 2020 auf den Seiten 109 bis 111 dargestellt wurde.

Im ersten Halbjahr 2021 fiel die Entwicklung der von zyklischen Faktoren abhängigen Geschäftsfelder, im Wesentlichen der Handel von Aktienindexderivaten im Segment Eurex, etwas schwächer aus als erwartet. Strukturelles Wachstum, insbesondere im Segment IFS, M&A-Wachstum, Bewertungseffekte sowie die positive Entwicklung verschiedener Minderheitsbeteiligungen konnten dies jedoch kompensieren. Damit geht die Gruppe Deutsche Börse für das laufende Geschäftsjahr weiterhin von einem Anstieg der Nettoerlöse auf rund 3,5 Mrd. € und einem Anstieg des EBITDA auf rund 2,0 Mrd. € aus.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2021

2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
2021 2020 2021 2020
--- --- --- --- --- ---
Anhang Mio. € Mio. € Mio. € Mio. €
--- --- --- --- --- ---
Umsatzerlöse 4 1.031,0 837,8 2.054,8 1.797,0
Treasury-Ergebnis aus dem Bankgeschäft 32,6 53,5 67,2 121,11)
Sonstige betriebliche Erträge 49,3 1,6 68,6 5,21)
Gesamterlöse 1.112,9 892,9 2.190,6 1.923,3
Volumenabhängige Kosten - 231,2 - 115,4 - 453,8 - 231,0
Nettoerlöse (Gesamterlöse abzüglich volumenabhängiger Kosten) 881,7 777,5 1.736,8 1.692,3
Personalaufwand - 257,1 - 220,0 - 485,6 - 416,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen 5 - 126,1 - 122,6 - 244,1 - 244,9
Operative Kosten - 383,2 - 342,6 - 729,7 - 661,0
Ergebnis aus Finanzanlagen 19,5 5,8 32,1 1,9
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 518,0 440,7 1.039,2 1.033,2
Abschreibung und Wertminderungsaufwand - 70,8 - 62,6 - 132,5 - 124,6
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 447,2 378,1 906,7 908,6
Finanzerträge 20,7 2,2 6,8 3,7
Finanzaufwendungen - 32,0 - 20,6 - 32,0 - 38,6
Periodenergebnis vor Steuern (EBT) 435,9 359,7 881,5 873,7
Sonstige Steuern - 0,8 0 - 1,1 0
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 112,6 - 93,3 - 228,1 - 226,7
Periodenüberschuss 322,5 266,4 652,3 647,0
davon den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnen 310,9 256,7 628,2 623,9
davon den nicht beherrschenden Gesellschaftern zuzurechnen 11,6 9,7 24,1 23,1
Ergebnis je Aktie (unverwässert) (€) 10 1,69 1,40 3,42 3,40
Ergebnis je Aktie (verwässert) (€) 10 1,69 1,40 3,42 3,40

1) Vorjahr angepasst.

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2021

2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
Anhang 2021 2020 2021 2020
--- --- --- --- ---
Mio. € Mio. € Mio. € Mio. €
--- --- --- --- ---
Periodenüberschuss laut Konzern-Gewinn- und

Verlustrechnung
322,5 266,4 652,3 647,0
Posten, die künftig nicht in die Gewinn- und

Verlustrechnung umgegliedert werden:
Veränderung aus leistungsorientierten

Verpflichtungen
10,3 - 1,6 55,8 - 32,2
Erfolgsneutral zum Fair Value bewertete Beteiligungen - 1,5 3,3 - 1,4 1,1
Latente Steuern - 2,8 0,4 - 14,8 7,9
6,0 2,1 39,6 - 23,2
Posten, die künftig in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden:
Währungsdifferenzen - 34,4 - 12,1 72,0 - 3,1
Sonstiges Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen 0 0 - 0,3 - 0,4
Neubewertung der Cashflow-Hedges - 0,2 - 2,2 40,2 0,3
Latente Steuern 0,0 - 0,3 0,0 0,2
- 34,6 - 14,6 111,9 - 3,0
Sonstiges Ergebnis nach Steuern - 28,6 - 12,5 151,5 - 26,2
Gesamtergebnis 293,9 253,9 803,8 620,8
davon Anteilseigner der Deutsche Börse AG 288,7 246,7 766,7 597,4
davon nicht beherrschende Gesellschafter 5,2 7,2 37,1 23,4

Konzernbilanz

zum 30. Juni 2021

Aktiva

Anhang 30.06.2021 31.12.2020
Mio. € Mio. €
--- --- --- ---
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Immaterielle Vermögenswerte 6
Software 487,0 383,8
Geschäfts- oder Firmenwerte 5.274,3 3.957,6
Geleistete Anzahlungen und Software in Entwicklung 83,2 126,3
Andere immaterielle Vermögenswerte 1.827,1 1.255,4
7.671,7 5.723,2
Sachanlagen 6
Grundstücke und Gebäude 437,7 369,2
Einbauten in Gebäuden 60,4 52,4
IT-Hardware, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Fuhrpark 97,9 101,7
Geleistete Anzahlungen und Software in Entwicklung 5,3 7,0
601,4 530,4
Finanzanlagen 7
Erfolgsneutral zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente
Strategische Beteiligungen 170,4 107,0
Schuldinstrumente 3,3 4,4
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 1.634,9 997,5
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte
Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten 10.052,6 6.934,7
Andere erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte 94,6 42,4
11.955,9 8.086,0
Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 79,8 89,5
Sonstige langfristige Vermögenswerte 11,4 6,0
Latente Steueransprüche 157,8 161,7
Summe langfristige Vermögenswerte 20.477,9 14.596,7
KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Erfolgsneutral zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte 1,0 0,5
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 748,7 616,6
Andere zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 19.941,3 16.225,1
Bankguthaben mit Verfügungsbeschränkung 35.827,2 38.420,1
Kassenbestand und sonstige Bankguthaben 904,1 1.467,3
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte 7
Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten 93.825,3 80.768,1
Andere erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte 33,2 15,8
Tatsächliche Ertragsteueransprüche 125,1 109,5
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 556,0 548,1
Summe kurzfristige Vermögenswerte 151.961,9 138.171,0
Summe Aktiva 172.439,8 152.767,7

Passiva

Anhang 30.06.2021 31.12.2020
Mio. € Mio. €
--- --- --- ---
EIGENKAPITAL
Gezeichnetes Kapital 190,0 190,0
Kapitalrücklage 1.352,4 1.352,4
Eigene Aktien - 465,2 - 465,2
Neubewertungsrücklage - 12,7 - 92,6
Gewinnrücklagen 5.316,9 5.183,7
Konzerneigenkapital 6.381,3 6.168,3
Nicht beherrschende Anteile 472,4 387,8
Summe Eigenkapital 6.853,7 6.556,1
LANGFRISTIGE SCHULDEN
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 8 172,2 222,4
Sonstige langfristige Rückstellungen 133,4 168,0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 7 4.134,3 3.474,4
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 7
Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten 10.052,6 6.934,7
Andere erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 4,2 1,5
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 19,0 13,9
Latente Steuerschulden 320,1 216,7
Summe langfristige Schulden 14.835,8 11.031,4
KURZFRISTIGE SCHULDEN
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 271,7 313,7
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 486,8 388,6
Andere zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 20.039,9 14.630,0
Bardepots der Marktteilnehmer 35.563,6 38.188,8
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 7
Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten 93.424,0 80.673,1
Andere erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 7,7 174,1
Tatsächliche Ertragsteuerschulden 247,6 267,1
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 709,0 544,7
Summe kurzfristige Schulden 150.750,3 135.180,2
Summe Schulden 165.586,1 146.211,6
Summe Passiva 172.439,8 152.767,7

Konzern-Kapitalflussrechnung

für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2021

1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
Anhang 2021 2020
--- --- --- ---
Mio. € Mio. €
--- --- --- ---
Periodenüberschuss 652,3 647,0
Abschreibung und Wertminderungsaufwand 6 132,5 124,6
Zunahme der langfristigen Rückstellungen - 27,7 - 4,9
Latenter Steueraufwand/(-ertrag) - 17,0 8,1
Zahlungsströme aus Derivaten - 7,1 0
Übrige nicht zahlungswirksame Erträge - 18,8 41,5
Veränderung des Vermögens und der Verbindlichkeiten aus operativer

Geschäftstätigkeit nach Korrektur um zahlungsunwirksame Bestandteile:
- 64,6 - 1,0
Zunahme der Forderungen und sonstigen Vermögenswerte - 176,4 - 110,7
Zunahme der kurzfristigen Schulden 112,3 109,9
Abnahme der langfristigen Schulden - 0,5 - 0,2
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ohne CCP-Positionen 649,6 815,3
Veränderung der Forderungen aus CCP-Positionen - 1.059,4 - 361,2
Veränderung der Verbindlichkeiten aus CCP-Positionen 762,8 283,4
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 353,0 737,5
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte - 64,9 - 61,5
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen - 17,0 - 17,4
Auszahlungen für Investitionen in langfristige Finanzinstrumente - 1.189.6 - 358,9
Auszahlungen für den Erwerb von Anteilen an assoziierten Unternehmen

und Gemeinschaftsunternehmen
- 2.0 - 4,7
Auszahlungen im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen

abzüglich erworbener Zahlungsmittel
- 1.600,5 - 2,7
Nettozunahme der kurzfristigen Forderungen und Wertpapiere aus dem

Bankgeschäft mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als drei Monaten
603,5 - 244,7
Nettoabnahme der kurzfristigen Verbindlichkeiten aus dem Bankgeschäft

mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als drei Monaten
- 2,4 93,8
Einzahlungen aus dem Abgang von Finanzinstrumenten 372,0 368,1
Einzahlungen aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten 0 0,1
Cashflow aus Investitionstätigkeit - 1.900,9 - 227,9
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
Anhang 2021 2020
--- --- --- ---
Mio. € Mio. €
--- --- --- ---
Mittelabfluss aus dem Erwerb eigener Aktien 0 - 3,2
Mittelabfluss an nicht beherrschende Gesellschafter - 16,6 - 11,8
Mittelabfluss aus langfristiger Finanzierung - 356,0 0
Mittelzufluss aus langfristiger Finanzierung 998,0 603,6
Mittelabfluss aus kurzfristiger Finanzierung 0 - 292,9
Mittelzufluss aus kurzfristiger Finanzierung 701,0 0
Mittelabfluss aus Leasingverbindlichkeiten gem. IFRS 16 - 28,9 - 20,3
Ausschüttung an Aktionäre - 550,6 - 531,9
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 746,9 - 256,5
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands - 801,0 253,0
Einfluss von Währungsdifferenzen - 30,6 - 1,5
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 2.506,7 2.145,4
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 9 1.675,1 2.396,9
Ergänzende Informationen zu im Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit enthaltenen Zahlungsströmen:
Erhaltene Zinsen und ähnliche Erträge 194,5 293,1
Erhaltene Dividenden 10,0 4,2
Gezahlte Zinsen - 121,2 - 158,7
Ertragsteuerzahlungen - 281,7 - 218,2

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2021

Den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnen
Gezeichnetes

Kapital
Kapital-

rücklage
Eigene

Aktien
Neu-

bewertungs-

rücklage
Gewinn-

rücklagen
Konzern-

eigenkapital
--- --- --- --- --- --- ---
Mio. € Mio. € Mio. € Mio. € Mio. € Mio. €
--- --- --- --- --- --- ---
Bilanz zum 1. Januar 2020 190,0 1.344,7 - 471,8 - 52,1 4.724,5 5.735,3
Periodenüberschuss 0 0 0 0 623,9 623,9
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 0 0 0 - 22,7 - 3,8 - 26,5
Gesamtergebnis 0 0 0 - 22,7 620,1 597,4
Währungsdifferenzen und sonstige Anpassungen 0 0 0 0 3,2 3,2
Dividendenausschüttung 0 0 0 0 - 531,9 - 531,9
Transaktionen mit Anteilseignern 0 0 0 0 - 528,7 - 528,7
Bilanz zum 30. Juni 2020 190,0 1.344,7 - 471,8 - 74,8 4.815,9 5.804,0
Bilanz zum 1. Januar 2021 190,0 1.352,4 - 465,2 - 92,6 5.183,7 6.168,3
Periodenüberschuss 0 0 0 0 628,2 628,2
Sonstiges Ergebnis 0 0 0 79,8 58,7 138,5
Gesamtergebnis 0 0 0 79,8 686,9 766,7
Währungsdifferenzen und sonstige Anpassungen 0 0 0 0 - 4,6 - 4,6
Veränderung aus aktienbasierter

Vergütung
0 0 0 0 1,5 1,5
Veränderung aus

Kapitalmaßnahmen
0 0 0 0 0 0
Änderungen in nicht beherrschenden Anteilen 0 0 0 0 0 0
Ausschüttung an Aktionäre 0 0 0 0 - 550,6 - 550,6
Transaktionen mit Anteilseignern 0 0 0 0 - 553,7 - 553,7
Bilanz zum 30. Juni 2021 190,0 1.352,4 - 465,2 - 12,7 5.316,9 6.381,3
Nicht

beherrschende

Anteile
Summe

Eigenkapital
Mio. € Mio. €
--- --- ---
Bilanz zum 1. Januar 2020 375,3 6.110,6
Periodenüberschuss 23,1 647,0
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 0,3 - 26,2
Gesamtergebnis 23,4 620,8
Währungsdifferenzen und sonstige Anpassungen 0,6 3,8
Dividendenausschüttung - 11,8 - 543,7
Transaktionen mit Anteilseignern - 11,2 - 539,9
Bilanz zum 30. Juni 2020 387,5 6.191,5
Bilanz zum 1. Januar 2021 387,8 6.556,1
Periodenüberschuss 24,1 652,3
Sonstiges Ergebnis 13,0 151,5
Gesamtergebnis 37,1 803,8
Währungsdifferenzen und sonstige Anpassungen 0 - 4,6
Veränderung aus aktienbasierter

Vergütung
0 1,5
Veränderung aus

Kapitalmaßnahmen
0,4 0,4
Änderungen in nicht beherrschenden Anteilen 64,1 64,1
Ausschüttung an Aktionäre - 17,0 - 567,6
Transaktionen mit Anteilseignern 47,5 - 506,2
Bilanz zum 30. Juni 2021 472,4 6.853,7

Erläuterungen zum verkürzten Konzernzwischenabschluss

Grundlagen und Methoden

1. Allgemeine Grundsätze

Unternehmensinformationen

Die Deutsche Börse AG ist das Mutterunternehmen der Gruppe Deutsche Börse. Die Deutsche Börse AG ("die Gesellschaft") mit Sitz in Frankfurt am Main wird im Handelsregister B des Amtsgerichts Frankfurt am Main unter der Nummer HRB 32232 geführt. Die Deutsche Börse AG und ihre Tochtergesellschaften betreiben Kassa- und Derivatemärkte. Ihre Geschäftsfelder reichen von Dienstleistungen im vorbörslichen Umfeld und der Wachstumsfinanzierung sowie der Wertpapierzulassung über den Handel, die Verrechnung und Abwicklung bis hin zur Verwahrung von Wertpapieren. Zudem werden IT-Dienstleistungen erbracht und Marktinformationen vertrieben. Des Weiteren besitzen bestimmte Tochtergesellschaften der Deutsche Börse AG eine Banklizenz und bieten Bankdienstleistungen für Kunden an.

Der Konzernumsatz wird stärker durch die Volatilität und das Transaktionsvolumen auf den Kapitalmärkten als durch saisonale Faktoren beeinflusst. Aufgrund einer Konzentration der Kosten für Projekte, die erst im vierten Quartal zum Abschluss gebracht werden, sind die Kosten im vierten Quartal üblicherweise höher als in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres. Die Veränderung der Konzern-Bilanzsumme resultiert überwiegend aus den Finanzinstrumenten der zentralen Kontrahenten, Forderungen und Verbindlichkeiten aus dem Bankgeschäft sowie Bardepots der Marktteilnehmer. Die Höhe dieser Positionen ändert sich entsprechend den Bedürfnissen und Handlungen der Kunden täglich.

Grundlagen der Berichterstattung

Der Konzernzwischenabschluss wurde im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglich veröffentlichten Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erstellt, wie sie gemäß der Verordnung Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen Union anzuwenden sind. Der Konzernzwischenabschluss wurde entsprechend den Vorgaben des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) sowie in Übereinstimmung mit den International Accounting Standard IAS 34 "Zwischenberichterstattung" aufgestellt und unterliegt einer prüferischen Durchsicht. Es wurde im Einklang mit IAS 34 ein verkürzter Berichtsumfang gegenüber dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 gewählt.

Der Konzernzwischenabschluss ist im Zusammenhang mit dem geprüften und veröffentlichten Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 und den darin veröffentlichten Anhangangaben zu lesen.

Angaben zu operationellen Risiken sind im Abschnitt Risikobericht im Konzernzwischenlagebericht enthalten und sind ein wesentlicher Bestandteil des Konzernzwischenabschlusses.

Der Konzernzwischenabschluss der Deutsche Börse AG wurde in Euro, der funktionalen Währung der Deutsche Börse AG, aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Millionen Euro (Mio. €) angegeben. Aufgrund von kaufmännischen Rundungen können sich Abweichungen zu den nicht gerundeten Beträgen und zu angegebenen Summen ergeben. Daraus können sich ebenfalls leichte Abweichungen zu den veröffentlichten Vorjahreszahlen ergeben.

Der Ertragsteueraufwand wurde in der Zwischenberichtsperiode anhand eines prognostizierten effektiven Gruppensteuersatzes von 26 Prozent ermittelt. Die in die Ermittlung des Gruppensteuersatzes einbezogenen nominalen Steuersätze betragen zwischen 10 und 34,6 Prozent. Auf noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge werden aktive latente Steuern nur in dem Umfang gebildet, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die der Konzern in diesem Konzernzwischenabschluss angewandt hat, ausgenommen der Abschreibungsdauern für selbsterstellte Software (siehe Erläuterung 2 Anpassungen), entsprechen denen, die im Konzernabschluss 2020 angewandt und dargestellt wurden.

Geänderte Rechnungslegungsstandards - im Berichtszeitraum umgesetzt

Alle von der Europäischen Kommission anerkannten und verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen wurden angewandt.

Standard/Änderungen/Interpretationen

Anwendungszeitpunkt Auswirkungen auf die Gruppe

Deutsche Börse
IFRS 4 Änderungen an Versicherungsverträgen 01.01.2021 keine
IFRS 9, IAS 39, IFRS 7

und weitere
IBOR Reform 2: Änderungen von IFRS 9,

IAS 39 und IFRS 7 und weitere Standards
01.01.2021 keine

Neue Rechnungslegungsstandards - bisher nicht umgesetzt

Das IASB hat folgende neue und geänderte Standards und Interpretationen verabschiedet, die im Berichtsjahr nicht angewendet wurden, da eine Übernahme durch die EU noch aussteht oder eine verpflichtende Anwendung noch nicht besteht. Die neuen und geänderten Standards und Interpretationen sind auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem Anwendungszeitpunkt beginnen. Eine vorzeitige Anwendung erfolgt für gewöhnlich nicht, auch wenn einzelne Standards dies zulassen.

Standard/Änderungen/Interpretationen

Anwendungszeitpunkt Auswirkungen auf die Gruppe Deutsche Börse
IAS 1 Änderungen in der Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig 01.01.2023 siehe Konzernabschluss 2020
IAS 1 Änderung an IAS 1 und am IFRS Leitliniendokument 2 zu Wesentlichkeit 01.01.2023 siehe Erläuterung unterhalb der Tabelle
IFRS 3 Die Änderungen an IFRS 3 betreffen einen Verweis in IFRS 3 auf das Rahmenkonzept 01.01.2022 keine
IAS 8 Änderungen in Bezug auf rechnungslegungsbezogene Schätzungen 01.01.2023 keine
IAS 12 Änderungen in Bezug auf Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen,

die aus einer einzigen Transaktion entstehen
01.01.2023 siehe Erläuterung unterhalb der Tabelle
IAS 16 Änderungen zu IAS 16: Klarstellung 01.01.2022 keine
IFRS 16 Änderungen aufgrund von Covid-19-bedingten Mietkonzessionen über den 30. Juni 2021 hinausgehend 01.04.2021 keine
IFRS 17 Versicherungsverträge 01.01.2023 siehe Konzernabschluss 2020
IAS 37 Änderungen in Bezug auf belastende Verträge - Kosten für die Erfüllung eines Vertrages 01.01.2022 keine
Annual Improvement

Cycle 2018 - 2020
Die jährlichen Verbesserungen führen zu Änderungen an IFRS 1, IFRS 9, IAS 41, IFRS 16 01.01.2022 keine

Die Änderung an IAS 1 ergänzt Leitlinien zur Bestimmung von Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Abschluss eines Unternehmens und erläutert wie ein Unternehmen wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden identifizieren kann. Die Gruppe erwartet keine Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und analysiert derzeit mögliche Erweiterungen von Anhangangaben.

Die Änderung an IAS 12 stellt klar, dass das Ansatzverbot für latente Steuern aus dem erstmaligem Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld außerhalb eines Unternehmenszusammenschlusses keine Anwendung findet, bei denen beim erstmaligen Ansatz abzugsfähige und zu versteuernde temporäre Differenzen in gleicher Höhe entstehen. Die Änderung entspricht in der Regel der Vorgehensweise der Gruppe Deutsche Börse. Mögliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz-, Ertragslage der Gruppe werden dennoch analysiert.

2. Anpassungen

Segmentberichterstattung

Zum ersten Quartal 2021 hat die Gruppe Deutsche Börse ihre Segmentberichterstattung angepasst und um das Segment Institutional Shareholder Services ergänzt. Die Geschäftsaktivitäten von ISS werden seitdem in dem neuen Segment ISS (Institutional Shareholder Services) berichtet. Die separate Berichterstattung entspricht der internen Management- und Berichtsstruktur und erhöht die Transparenz sowie den Informationsnutzen für den Bilanzadressaten.

Selbsterstellte Software

Die Deutsche Börse AG hat im ersten Quartal eine Überprüfung des Abschreibungszeitraumes für selbsterstellte Software vorgenommen. Die im Vorjahr angewendeten Nutzungsdauern beliefen sich auf fünf Jahre für selbst erstellte Software Releases und sieben Jahre für neu entwickelte Systeme.

Im Rahmen der Überprüfung wurde festgestellt, dass die grundsätzliche wirtschaftliche Nutzungsdauer für selbsterstellte Software Releases sieben Jahre und für neu entwickelte Systeme zehn Jahre betragen. Die Gruppe Deutsche Börse hat sich daher entschieden, die Abschreibungsdauern den entsprechenden wirtschaftlichen Nutzungsdauern anzupassen. Die Anpassung wurde zum 1. Januar 2021 vollzogen. Wären die Anpassungen der Nutzungsdauern nicht erfolgt, hätten sich zum 2. Quartal 2021 Abschreibungen in Höhe von 20,3 Mio. € statt in Höhe von 11,7 Mio. €, sowie zum 1. Halbjahr 2021

Abschreibungen in Höhe von 36,9 Mio. € statt in Höhe von 20,7 Mio. € ergeben.

3. Konsolidierungskreis

Akquisition der Institutional Shareholder Services Inc., Rockville, USA (ISS)

Im ersten Quartal 2021 hat die Deutsche Börse AG den Erwerb von 81,2 Prozent der Anteile an ISS zum Kaufpreis von 1.653,3 Mio. € (1.978,9 Mio. US$) abgeschlossen und damit Beherrschung erlangt. Mit Abschluss der Transaktion am 25. Februar 2021 wird ISS als eigenständiges operatives Segment in die Segmentberichterstattung einbezogen. Die Geschäftsaktivitäten von ISS und der Gruppe ergänzen sich in hohem Maße. Gemeinsam werden beide Unternehmen die stetig wachsende Nachfrage nach detaillierten Daten, Researchlösungen und Analysen außerhalb von reinen Finanzkennzahlen und insbesondere im ESG-Bereich bedienen.

Die erstmalige Einbeziehung der ISS, einem Anbieter von Governance-Lösungen, ESG-Daten und Analytik, in den Konzernabschluss der Gruppe Deutsche Börse erfolgt nach der Erwerbsmethode. Aus der Transaktion werden nennenswerte Synergien erwartet, insbesondere auf der Erlösseite, welche sich insbesondere im aus der Transaktion resultierenden Geschäfts- oder Firmenwert widerspiegeln.

Die identifizierten Vermögenswerte sowie Schulden der ISS werden zu ihrem zum Erwerbszeitpunkt gültigen Fair Value angesetzt. Eine positive Differenz zwischen den Anschaffungskosten und dem erworbenen Anteil am Fair Value der identifizierbaren Nettovermögenswerte der Tochtergesellschaft wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu den Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bilanziert. Auf Basis der zum Erwerbszeitpunkt vorläufigen Kaufpreisallokation ergeben sich die folgenden Effekte:

Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Unternehmenszusammenschluss mit Institutional Shareholder Services Inc., Rockville, USA (ISS)

Vorläufige

Berechnung des Geschäfts- oder Firmenwertes

25.02.2021
Mio. €
--- ---
Übertragene Gegenleistung
Kaufpreis in Barmitteln 903,4
Glattstellung Optionsprogramme 66,8
Zahlung auf Treuhandkonto1 22,9
Transaktionskosten Verkäufer2 25,9
Rückzahlung Fremdfinanzierung 584,5
Zum Fair Value bewertete bedingte Kaufpreiskomponente 26,5
Sponsor Call Right 13 - 8,7
Cash-Flow Hedge4 32,0
Summe Gegenleistung 1.653,3
Erworbene Vermögenswerte und Schulden
Kundenbeziehungen 476,9
Markennamen 107,6
Software 30,2
Software in Entwicklung 2,2
Sachanlagen 89,9
Sonstige langfristige Vermögenswerte 5,4
Latente Steueransprüche 1,9
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 9,1
Forderungen aus Lieferung und Leistungen 35,5
Erworbene Bankguthaben 200,1
Latente Steuerschulden - 104,7
Sonstige langfristige Schulden - 69,5
Vertragliche Schulden - 103,8
Sonstige kurzfristige Schulden - 225,6
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter5 - 64,1
Summe erworbener Vermögenswerte und Schulden 391,1
Geschäfts- oder Firmenwert (nicht steuerlich abzugsfähig) 1.262,2

1) Kaufpreiszahlungen, die bis zur finalen Abwicklung auf ein Treuhandkonto eingezahlt wurden.

2) Originäre Kosten des Verkäufers.

3) Mit dem Erwerb wurde eine Kaufoption in Höhe von 8,7 Mio. € erworben, welches außerhalb des IFRS 3 als Finanzinstrument nach IFRS 9 bilanziert wird.

4) Umgliederung effektiver Teil des Cash-Flow-Hedges zur Absicherung des Kaufpreises in Anschaffungskosten der Beteiligung.

5) Die Anteile nicht berherrschender Gesellschafter ermitteln sich auf Basis der erworbenen Nettovermögenswerte ohne Geschäfts- oder Firmenwert.

Die Vollkonsolidierung von ISS hat zu einer Erhöhung der Nettoerlöse um 81,2 Mio. € sowie einer Erhöhung des Ergebnisses nach Steuern in Höhe von 1,6 Mio. € geführt. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2021 voll konsolidiert worden, hätte dies zu einer Erhöhung der Nettoerlöse um 108,8 Mio. € geführt. Einen wesentlichen Effekt auf das Ergebnis nach Steuern hätte es nicht gegeben.

Die bedingte Kaufpreiskomponente basiert auf einer Unternehmenswertsteigerung innerhalb der ersten drei Jahre und die Verpflichtung hieraus ist nach oben grundsätzlich nicht begrenzt.

Der Geschäfts- und Firmenwert beläuft sich zum 30.06.2021 auf 1.294,0 Mio. €. Die Veränderung gegenüber dem Erwerbszeitpunkt resultiert aus Währungsdifferenzen in Höhe von 31,7 Mio. €.

Die Kaufpreisallokation erfolgte auf einer vorläufigen Basis, da insbesondere hinsichtlich der Steuerpositionen noch keine abschließende Ermittlung erfolgen konnte.

Akquisition 2. Tranche an der Clearstream Fund Centre AG, Zürich, Schweiz (CFC)

Die Deutsche Börse AG hat am 1. Juni 2021 die Übernahme der restlichen 48,8 Prozent der Anteile an der CFC (ehemals Fondcenter AG) von der UBS Gruppe (UBS) für einen Kaufpreis in Höhe von 390 Mio. Fr. (356,0 Mio. €) abgeschlossen. Zudem erfolgte ein konzerninterner Verkauf von 51.2 Prozent der Anteile an der CFC von der Clearstream Holding AG an die Deutsche Börse AG, die damit alleinige Eigentümerin der in Zürich ansässigen Fondsvertriebsplattform ist.

Bereits im September 2020 hatte die Gruppe Deutsche Börse die ersten 51,2 Prozent an der CFC von der UBS erworben. Die Transaktion beinhaltete das Recht, die restlichen Anteile zu einem späteren Zeitpunkt zu erwerben.

Die Gruppe Deutsche Börse hatte bereits vor Erwerb der 2. Kaufpreistranche die damit verbundene finanzielle Verbindlichkeit bilanziert und fortlaufend nach der Effektivzinsmethode zum erwarteten Erfüllungsbetrag bilanziert (Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten"). Gemäß der Methode des antizipierten Erwerbes wurden keine "Nicht beherrschende Anteile" bilanziert. Aufgrund der Neubewertung der finanziellen Verbindlichkeit auf Basis des vereinbarten Kaufpreises ergab sich ein Ertrag in Höhe von 39,9 Mio. €, der unter der Position "sonstige betriebliche Erträge" ausgewiesen wird.

Crypto Finance AG, Zürich, Schweiz

Die Gruppe Deutsche Börse hat am 29. Juni 2021 bekannt gegeben, dass sie verbindliche Verträge über den Erwerb der Crypto Finance AG, Zürich, Schweiz (Crypto Finance), einer unabhängigen Finanzgruppe die institutionellen und professionellen Kunden den Handel, die Verwahrung und die Anlage in digitale Vermögenswerte anbietet, abgeschlossen hat.

Die Deutsche Börse AG wird danach eine Zweidrittelmehrheit an dem 2017 gegründeten Unternehmen erwerben. Die restlichen Anteile verbleiben bei den bestehenden Investoren, einschließlich dem Management. Der Transaktion liegt eine Bewertung im moderaten dreistelligen CHF-Millionenbereich zu Grunde. Der Vollzug der Transaktion (Closing) wird in der zweiten Jahreshälfte 2021 erwartet, abhängig von regulatorischen Genehmigungen.

Als Teil der Gruppe Deutsche Börse wird Crypto Finance das Geschäft mit digitalen Vermögenswerten weiter skalieren und das Angebot an Dienstleistungen erweitern können. Ferner plant die Gruppe, das Angebot von Crypto Finance über ihre etablierten Plattformen für Teilnehmer zugänglich zu machen. Ziel ist der Aufbau eines neutralen, transparenten und hoch skalierbaren Digital-Asset-Ökosystems unter europäischer Regulierung.

Darüber hinaus gab es im ersten Halbjahr 2021 keine wesentlichen Unternehmenszusammenschlüsse.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

4. Umsatzerlöse

Die Gruppe Deutsche Börse berichtet ihre Umsatzerlöse auf Basis der Segmentstruktur. Mit Erwerb der ISS hat die Gruppe Deutsche Börse mit Wirkung zum ersten Quartal 2021 die Segmentberichterstattung angepasst und um ein weiteres Segment ISS (Institutional Shareholder Services) erweitert.

Die Umsatzrealisation für die wichtigsten Produktlinien der Segmente, wie sie die Gruppe aufgliedert und ausweist, sind im Geschäftsbericht 2020 beschrieben. Zusätzlich beschreibt die Gruppe die Umsatzrealisation im Segment ISS wie folgt:

Das Segment ISS bietet Dienstleistungen im Bereich Corporate Governance-Lösungen, ESG-Daten sowie Analytik an. Die unter ESG zusammengefassten Nettoerlöse enthalten die Geschäftsbereiche Corporate Solutions, ESG Analytics und Governance Solutions. Die unter Non-ESG zusammengefassten Nettoerlöse beinhalten die Geschäftsbereiche Market Intelligence, Media sowie u. a. die Einheiten FWW (Fondsdaten), LiquidMetrics und SCAS (Securities Class Action Service). Der Großteil dieser Erlöse stammt aus Verträgen mit einer festen Laufzeit und wiederkehrenden Dienstleistungen. Erlöse werden ratierlich über die Laufzeit der vertraglich vereinbarten Dienstleistungen an den Kunden erfasst. Die Entgelte werden in der Regel im Voraus in Rechnung gestellt, was entweder vor dem Startdatum der Lizenz oder periodisch über die Laufzeit der Lizenz erfolgt. Dienstleistungen im Bereich der Stimmrechtsvertretung werden zu einem bestimmten Zeitpunkt erbracht und die Erlöse werden mit Erbringung der vertraglich vereinbarten Dienstleistung an den Kunden erfasst.

Die verbleibenden Erlöse stammen aus einmaligen Dienstleistungsverträgen. Die Leistungsverpflichtungen für Werbedienstleistungen und dem Sponsoring von Veranstaltungen werden mit Erbringung der Leistung realisiert, d.h. wenn die Publikation veröffentlicht bzw. die Werbung oder Anzeige platziert wird. Die Leistungsverpflichtungen für Beratungsleistungen werden zeitraumbezogen anhand der bis zum Stichtag erbrachten Dienstleistung realisiert. Hierbei folgt die Ermittlung des Leistungsfortschritt der Rechnungsstellung.

Erfolgsbezogene Entgelte für Dienstleistungen im Zusammenhang mit Wertpapieren und Sammelklagen stellen eine variable Gegenleistung dar und werden erst realisiert, wenn alle Bedingungen erfüllt sind und die Unsicherheit in Verbindung mit der variablen Gegenleistung (welche außerhalb der Kontrolle des Unternehmens liegt) nicht mehr besteht. Dies ist dann der Fall, wenn die Klage zu einem Erfolg oder zu einem Vergleich geführt hat. Des Weiteren stellen Entgelte für das Überschreiten von Mindestvolumina für Proxy Research und Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Ausübung von Stimmrechten eine variable Gegenleistung dar. Da mit Vertragsbeginn weder die Menge der Inanspruchnahme noch der Preis für diese Leistungen hinreichend sicher bestimmbar sind, wird der variable Teil der Gegenleistung bis zum Zeitpunkt der vollständigen Erfüllung begrenzt und erst realisiert sobald der Transaktionspreis bestimmbar ist. Die Gegenleistung ist in der Regel 30 Tage nach Rechnungsstellung fällig. ISS erwartet bei Vertragsbeginn, dass die Zeitspanne zwischen der Übertragung der Dienstleistung und Erbringung der Gegenleistung durch den Kunden maximal ein Jahr beträgt, sodass keine signifikante Finanzierungskomponente besteht.

Zusammensetzung der Umsatzerlöse (Teil 1)

2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
2021 2020 2021 2020
--- --- --- --- ---
Mio. € Mio. € Mio. € Mio. €
--- --- --- --- ---
Eurex (Finanzderivate)
Aktienindexderivate 108,4 143,9 231,5 357,4
Zinsderivate 55,8 45,3 118,1 107,6
Aktienderivate 16,3 13,8 31,2 30,8
OTC Clearing 13,5 12,1 26,7 24,1
Entgelte für hinterlegte Sicherheiten 5,8 7,4 10,6 12,8
Infrastruktur 22,3 20,7 44,2 40,7
Eurex Data 15,7 15,5 30,8 31,0
Sonstige 12,2 9,3 24,8 18,2
250,0 268,0 517,9 622,6
EEX (Commodities)
Stromderivate 29,2 31,91 59,6 69,21
Strom Spot 17,0 18,11 34,8 37,21
Gas 14,6 13,11 33,4 28,51
Mitgliedschaften 5,0 3,6 9,8 8,2
Infrastruktur 2,7 2,5 5,2 5,1
Market Data Services 3,9 1,7 6,0 3,8
Sonstige 9,8 8,21 19,3 18,21
82,2 79,1 168,1 170,2
360T (Devisenhandel)
Handel 19,7 19,0 40,4 42,2
Sonstige 7,2 6,1 14,3 12,5
26,9 25,1 54,7 54,7
Xetra (Wertpapierhandel)
Handel und Clearing 52,0 61,5 118,2 131,7
Listing 4,9 3,8 9,5 8,2
Xetra Data 29,8 28,4 58,1 56,4
Regulatorische Dienste 2,6 3,2 5,4 6,8
Infrastruktur 10,6 11,2 21,4 22,0
99,9 108,1 212,6 225,1
Clearstream (Nachhandel)
Verwahrung 147,8 142,8 292,1 286,1
Abwicklung 45,3 47,1 102,8 93,9
Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft 0 0 0 0
Drittanbieterservices 5,9 5,9 13,6 13,7
GSF-Wertpapierleihe 13,5 14,9 27,0 29,1
GSF-Sicherheitenmanagement 12,7 14,1 24,8 27,5
Connectivity ICSD 19,3 19,0 39,2 37,9
Sonstige 11,2 12,0 23,5 23,2
255,7 255,8 523,0 511,4

1) Vorjahr angepasst. Der Ausweis von Rabatten wurde 2020 unter "Sonstige" vorgenommen. Dieses Vorgehen wurde in 2021 geändert, so dass der Ausweis der Rabatte nun in den entsprechenden Produktlinien dargestellt wird.

Zusammensetzung der Umsatzerlöse (Teil 2)

2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
2021 2020 2021 2020
--- --- --- --- ---
Mio. € Mio. € Mio. € Mio. €
--- --- --- --- ---
IFS (Investment Fund Services)
Verwahrung 29,0 21,3 56,4 43,3
Abwicklung 23,6 18,1 48,4 38,2
Connectivity 8,3 5,5 16,7 11,7
Fondsdistribution 132,5 0 249,0 0
Sonstige 6,8 9,6 15,0 20,6
200,2 54,5 385,5 113,8
Qontigo (Index- & Analytikgeschäft)
ETF-Lizenzen 11,3 8,6 21,4 17,9
Börsenlizenzen 8,5 7,5 18,1 20,8
Sonstige Lizenzen 29,5 27,0 59,7 54,0
Axioma 18,5 17,9 39,4 41,6
67,8 61,0 138,6 134,3
ISS (Insitutional Shareholder Services)
ESG 45,9 n/a 61,61 n/a
Non-ESG 20,5 n/a 28,31 n/a
66,4 n/a 89,91 n/a
Summe 1.049,1 851,6 2.090,3 1.832,1
Konsolidierung der Innenumsätze - 18,1 - 13,8 - 35,5 - 35,1
davon Xetra - 1,4 - 1,4 - 2,8 - 2,8
davon Clearstream - 1,9 - 1,6 - 4,0 - 3,8
davon IFS - 0,1 - 0,1 - 0,2 - 0,2
davon Qontigo - 14,3 - 10,7 - 28,2 - 28,3
Konzern 1.031,0 837,8 2.054,8 1.797,0

1) Für das Segment ISS werden die Umsatzerlöse ab Erstkonsolidierung zum 25. Februar 2021 gezeigt.

5. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Zusammensetzung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen

2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
2021 2020 2021 2020
--- --- --- --- ---
Mio. € Mio. € Mio. € Mio. €
--- --- --- --- ---
Kosten für IT-Dienstleister und sonstige Beratung 48,4 52,3 92,2 105,6
IT-Kosten 38,8 33,2 74,6 65,5
Raumkosten 9,0 7,3 16,7 14,1
Nicht abzugsfähige Vorsteuer 10,3 5,5 20,2 16,4
Reise-, Bewirtungs- und Repräsentationsaufwendungen 0,3 0,6 0,5 3,2
Werbe- und Marketingkosten 3,2 3,2 5,5 7,7
Freiwillige soziale Leistungen 1,1 0,9 2,0 2,0
Versicherungen, Beiträge und Gebühren 6,1 5,6 15,1 8,5
Aufwendungen aus Geschäftsbesorgungsverträgen 0,1 0,1 0,2 0,1
Vergütung des Aufsichtsrats 1,1 1,4 2,0 1,8
Kurzfristige Leasingverhältnisse 0,9 0,8 1,8 1,5
Übrige 6,8 11,7 13,2 18,4
Summe 126,1 122,6 244,1 244,9

Die Kosten für IT-Dienstleister und sonstige Beratung betreffen im Wesentlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Entwicklung von Software. Ferner enthalten diese Kosten Aufwendungen für strategische und rechtliche Beratungsdienstleistungen sowie für Prüfungstätigkeiten.

Erläuterungen zur Konzernbilanz

6. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Der Posten immaterielle Vermögenswerte enthält im Wesentlichen Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 5.274,3 Mio. € (31. Dezember 2020: 3.957,6 Mio. €), andere immaterielle Vermögenswerte (Lizenzen, Markennamen und Kundenbeziehungen) in Höhe von 1.827,1 Mio. € (31. Dezember 2020: 1.255,4 Mio. €) sowie selbst erstellte Software in Höhe von 350,5 Mio. € (31. Dezember 2020: 266,1 Mio. €).

Der Bestand an Sachanlagen belief sich zum 30. Juni 2021 auf 601,4 Mio. € (31. Dezember 2020: 530,4 Mio. €). Die Gruppe Deutsche Börse least eine Vielzahl unterschiedlicher Vermögenswerte. Darunter fallen im Wesentlichen Gebäude und Personenkraftwagen. Die entsprechenden Buchwerte sind in der unten stehenden Tabelle abgebildet:

Nutzungsrechte

30.06.2021 31.12.2020
Mio. € Mio. €
--- --- ---
Grundstücke u. Gebäude 437,7 369,2
IT-Hardware, Betriebs- u. Geschäftsausstattung sowie Fuhrpark 6,3 5,7
Summe 444,0 374,9

Als Leasinggeber aus einem Leasingvertrag weist der Konzern das Leasingobjekt als Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten in den Sachanlagen aus.

7. Finanzinstrumente

Finanzanlagen

Die Finanzanlagen (ausgenommen Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten) beliefen sich zum 30. Juni 2021 auf 1.903,3 Mio. € (31. Dezember 2020: 1.151,3 Mio. €).

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

Zur Refinanzierung einer Unternehmenstransaktion hat die Deutsche Börse AG Senior-Hybridanleihen mit einem Nominalvolumen in Höhe von 1.000,0 Mio. € begeben. Die Emission wurde in zwei Tranchen aufgeteilt mit Laufzeiten von fünf und zehn Jahren. Die fünfjährige Anleihe hat einen Zinskupon in Höhe von 0,00 Prozent und die zehnjährige Anleihe einen Kupon von 0,125 Prozent.

Der Bestand an Leasingverbindlichkeiten der Gruppe Deutsche Börse beläuft sich auf 483,5 Mio. € (31. Dezember 2020: 408,7 Mio. €).

Fair Value-Hierarchie

Die die zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Schulden sind den folgenden drei Hierarchieebenen zugeordnet:

Level 1: Finanzinstrumente, bei denen ein Börsenpreis für gleiche Vermögenswerte und Schulden auf einem aktiven Markt vorliegen.
Level 2: Finanzinstrumente, für die keine notierten Preise für identische Instrumente an einem aktiven Markt vorliegen und deren Fair Value anhand von Bewertungsmethoden ermittelt wird, die auf beobachtbaren Marktparametern basieren (z. B. OTC-Derivate).
Level 3: Finanzinstrumente, bei denen der Fair Value aus einem oder mehreren nicht beobachtbaren signifikanten Inputparametern ermittelt wird. Dies gilt beispielsweise für nicht notierte Eigenkapitalinstrumente.

Im ersten Halbjahr 2021 fanden keine Verschiebungen zwischen den Level für zum Fair Value bewertete Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten statt.

Zur Ermittlung des Fair Values eines Finanzinstruments werden quotierte Marktpreise herangezogen, sofern diese verfügbar sind. Sofern keine Börsenpreise vorliegen, finden beobachtbare Marktpreise beispielsweise für Zinssätze oder Devisenkurse Verwendung. Diese beobachtbaren Marktparameter dienen dann als Inputfaktoren für finanzmathematische Modelle, z. B. Optionspreismodelle, Discounted Cashflow-Modelle und Nettoinventarwert. In Einzelfällen wird der Fair Value ausschließlich auf Basis interner Bewertungsmodelle ermittelt.

Fair Value-Hierarchie

Fair Value zum

30.06.2021
davon entfallen auf:
Level 1 Level 2 Level 3
--- --- --- --- ---
Mio. € Mio. € Mio. € Mio. €
--- --- --- --- ---
Wiederkehrend zum Fair Value bewertet
VERMÖGENSWERTE
Erfolgsneutral zum Fair Value im sonstigen Ergebnis

bewertete finanzielle Vermögenswerte (FVOCI)
Strategische Beteiligungen 170,4 0 0 170,4
Schuldinstrumente 3,3 3,3 0 0
Summe 173,8 3,3 0 170,4
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle

Vermögenswerte (FVPL)
Langfristige Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten 10.052,6 0 10.052,6 0
Andere langfristige finanzielle Vermögenswerte 94,61 17,3 1,02 76,33
Kurzfristige Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten 93.825,3 0 93.825,3 0
Andere kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 33,24 0 19,2 14,0
Summe 104.005,7 17,3 103.898,1 90,3
Summe Vermögenswerte 104.179,5 20,6 103.898,1 260,7
VERBINDLICHKEITEN
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle

Verbindlichkeiten (FVPL)
Langfristige Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten 10.052,6 0 10.052,6 0
Andere langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 4,25 0 2,2 2,0
Kurzfristige Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten 93.424,0 0 93.424,0 0
Andere kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 7,76 0 7,26 0,6
Summe Verbindlichkeiten 103.488,5 0 103.486,0 2,5

1) Davon 8,9 Mio. € Derivate.

2) Davon 1,0 Mio. € Derivate.

3) Davon 7,9 Mio. € Derivate.

4) Davon 19,2 Mio. € Derivate.

5) Davon 2,2 Mio. € Derivate.

6) Davon 7,2 Mio. € Derivate.

Fair Value-Hierarchie

Fair Value zum

31.12.2020
davon entfallen auf:
Level 1 Level 2 Level 3
--- --- --- --- ---
Mio. € Mio. € Mio. € Mio. €
--- --- --- --- ---
Wiederkehrend zum Fair Value bewertet
VERMÖGENSWERTE
Erfolgsneutral zum Fair Value im sonstigen Ergebnis

bewertete finanzielle Vermögenswert (FVOCI)
Strategische Beteiligungen 107,0 0 0 107,0
Schuldinstrumente 4,91 4,91 0 0
Summe 111,9 4,9 0 107,0
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle

Vermögenswerte (FVPL)
Langfristige Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten 6.934,7 0 6.934,7 0
Andere langfristige finanzielle Vermögenswerte 42,42 15,8 0,22 26,4
Kurzfristige Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten 80.768,1 0 80.768,1 0
Andere kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 15,73 0 8,13 7,6
Summe 87.760,9 15,8 87.711,1 34,0
Summe Vermögenswerte 87.872,8 20,7 87.711,1 141,0
VERBINDLICHKEITEN
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle

Verbindlichkeiten (FVPL)
Langfristige Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten 6.934,7 0 6.934,7 0
Andere langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1,54 0 1,54 0
Kurzfristige Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten 80.673,1 0 80.673,1 0
Andere kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 174,15 0 172,65 1,5
Summe Verbindlichkeiten 87.783,4 0 87.781,9 1,5

1) Davon 0,5 Mio. € kurzfristig.

2) Davon 0,2 Mio. € Derivate.

3) Davon 8,1 Mio. € Derivate.

4) Davon 1,5 Mio. € Derivate.

5) Davon 172,6 Mio. € Derivate.

Entwicklung der Finanzinstrumente in Level 3

Finanzielle Vermögenswerte Finanzielle

Verbindlichkeiten
Summe
Strategische

Beteiligungen
Erfolgswirksam

zum Fair Value

bewertet
Erfolgswirksam

zum Fair Value

bewertet
--- --- --- --- ---
Mio. € Mio. € Mio. € Mio. €
--- --- --- --- ---
Stand zum 01.01.2021 107,0 34,0 - 1,5 139,5
Zugang 56,9 26,0 - 1,9 81,0
Abgang - 0,2 - 2,8 0 - 3,0
Umgliederung 6,8 20,0 0 26,8
Erfolgswirksame unrealisierte Gewinne/(Verluste) 0 13,1 0,9 14,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen 0 0 - 0,1 - 0,1
Sonstige betriebliche Erträge 0 6,5 1,0 7,5
Ergebnis aus Finanzanlagen 0 6,6 0 6,6
In der Neubewertungsrücklage erfasste Veränderungen - 2,3 0 0 - 2,3
Währungseffekte, die erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst wurden 2,2 0 0 2,2
Stand zum 30.06.2021 170,4 90,3 - 2,5 258,2

Der Fair Value der in Level 3 ausgewiesenen Beteiligungen wird quartalsweise mittels interner Bewertungsmodelle ermittelt.

Unter den erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten ist eine Kaufoption der Deutschen Börse AG enthalten, deren Bewertung quartalsweise mittels eines internen Optionspreismodells nach Black-Scholes erfolgt. Des Weiteren ist dieser Position im Berichtsjahr eine Beteiligung zugegangen, die in der Vergangenheit der At-Equity-Bewertung unterlag. Der Fair Value dieser Beteiligung basiert auf internen Bewertungsmodellen.

Der Fair Value von Fondsantelen, die in den zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten enthaltenen sind, basiert auf dem vom Emittenten ermittelten Nettoinventarwert. Außerdem ist in dieser Position eine bedingte Kaufpreisforderung enthalten, deren Bewertung auf einem internen Discounted Cashflow-Modell beruht. Diese diskontieren den erwarteten künftigen Zahlungsanspruch mit risikoadäquaten Zinssätzen auf den Bewertungsstichtag.

Unter den zum Fair Value bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten sind im Wesentlichen bedingte Kaufpreiskomponenten enthalten, deren Bewertung ebenfalls das Discounted Cashflow-Modell zugrunde liegt. Anhand derer werden die Barwerte der Verpflichtungen mittels risikoadäquater Zinssätze ermittelt.

Weitere wesentliche Veränderungen der dem Level 3 zugeordneten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten haben sich im ersten Halbjahr nicht ergeben. Eine Änderung der nicht am Markt beobachtbaren Parameter unter Berücksichtigung realistischer alternativer Annahmen hätte keine wesentlichen Auswirkungen auf die Buchwerte der erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten nicht börsennotierten Eigenkapitaltitel zum Berichtsstichtag gehabt.

Die Fair Values der übrigen finanziellen Vermögenswerte und Schulden, die nicht zum Fair Value bewertet werden, werden wie folgt ermittelt:

Die von der Gruppe Deutsche Börse unter den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenwerten gehaltenen Schuldverschreibungen haben einen Fair Value in Höhe von 1.871,0 Mio. € (31. Dezember 2020: 1.205,0 Mio. €). Sie werden als Teil der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Schuldinstrumenten erfasst. Der Marktwert der Wertpapiere wurde unter Bezugnahme auf veröffentlichte Preisnotierungen in einem aktiven Markt ermittelt. Die Wertpapiere wurden dem Level 1 zugeordnet.

Die ausgegebenen Schuldverschreibungen haben einen Fair Value in Höhe von 3.753,6 Mio. € (31. Dezember 2020: 2.784,0 Mio. €) und werden unter den zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Der Fair Value ergibt sich aus den Notierungen der Anleihen. Aufgrund unzureichender Marktliquidität dieser Anleihen wurden sie dem Level 2 zugeordnet.

Für alle anderen Positionen stellt der jeweilige Buchwert des Finanzinstruments eine angemessene Näherung des Fair Value dar.

8. Pensionsrückstellungen

Die Pensionsrückstellungen werden versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren gemäß IAS 19 bewertet. Zum 30. Juni 2021 betrug der Rechnungszins für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Deutschland und Luxemburg 1,1 Prozent (31. Dezember 2020: 0,7 Prozent).

Sonstige Erläuterungen

9. Überleitungsrechnung zum Finanzmittelbestand

Überleitungsrechnung zum Finanzmittelbestand

30.06.2021 30.06.2020
Mio. € Mio. €
--- --- ---
Bankguthaben mit Verfügungsbeschränkung 35.827,2 50.607,9
Kassenbestand und sonstige Bankguthaben 904,1 1.030,8
Nettopositionen der Finanzinstrumente der zentralen Kontrahenten 401,3 984,0
Kurzfristige Finanzinstrumente bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten 19.941,4 20.613,1
abzüglich Finanzinstrumente mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als 3 Monaten - 2.557,3 - 1.782,9
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten - 20.039,9 - 19.487,5
abzüglich Finanzinstrumente mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als 3 Monaten 2.761,9 806,6
Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Bardepots der Marktteilnehmer - 35.563,6 - 50.375,1
Finanzmittelbestand 1.675,1 2.396,9

10. Ergebnis je Aktie

In Übereinstimmung mit IAS 33 wird das Ergebnis je Aktie ermittelt, indem der den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnende Periodenüberschuss durch die gewichtete Durchschnittszahl der ausgegebenen Aktien dividiert wird.

Zur Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie werden der durchschnittlichen Aktienanzahl die potenziell verwässernden Stammaktien zugerechnet, die unter anderem im Rahmen einer aktienbasierten Vergütung erworben werden können.

Für die Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wird - unabhängig von der tatsächlichen Bilanzierung nach IFRS 2 - angenommen, dass alle Bezugsrechte, für die keine Erfüllung durch Barausgleich beschlossen wurde, durch Eigenkapitalinstrumente erfüllt werden.

Alle Tranchen des langfristigen Nachhaltigkeitsplans (LSI), für die ein Wahlrecht zwischen Erfüllung durch Barausgleich oder Eigenkapitalinstrumente beschlossen wurde, wurden bereits im Vorjahr ausgezahlt. Alle aktuellen und zukünftigen Tranchen können ausschließlich durch Barausgleich erfüllt werden. Durch den langfristigen Nachhaltigkeitsplan ergeben sich somit keine potenziell verwässernden Stammaktien.

Im Rahmen der Akquisition der Institutional Shareholder Services Inc. liegen bis zum 25.02.2024 laufende Bezugsrechte vor, deren Auswirkungen bis zum Bilanzstichtag keinen wesentlichen Verwässerungseffekt hatten:

Ermittlung des verwässerten und unverwässerten Ergebnisses je Aktie

2. Quartal

(01.04-30.06)
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
2021 2020 2021 2020
--- --- --- --- ---
Zahl der Aktien, die sich am Anfang der Periode im Umlauf befanden 183.521.257 183.428.970 183.521.257 183.429.035
Zahl der Aktien, die sich zum Ende der Periode im Umlauf befanden 183.521.257 183.428.970 183.521.257 183.428.970
Gewichteter Durchschnitt der Aktien im Umlauf 183.521.257 183.428.970 183.521.257 183.429.002
Zahl der potenziell verwässernden Stammaktien 348.882 163 348.882 568
Gewichteter Durchschnitt der Aktien für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie 183.695.698 183.429.133 183.695.698 183.429.570
Konzern-Periodenüberschuss (Mio. €) 310,9 256,7 628,2 623,9
Ergebnis je Aktie (unverwässert) (€) 1,69 1,40 3,42 3,40
Ergebnis je Aktie (verwässert) (€) 1,69 1,40 3,42 3,40

11. Segmentberichterstattung

Die Gruppe Deutsche Börse gliedert ihr Geschäft in acht Segmente. Diese Struktur dient der internen Konzernsteuerung und ist die Basis für die Finanzberichterstattung (für Details der Zuordnung der verschiedenen Geschäftsfelder zu den einzelnen Segmenten siehe Grundlagen des Konzerns im Geschäftsbericht 2020 auf den Seiten 21 bis 32 sowie die Anpassungen der Segmentberichterstattung siehe Vergleichbarkeit von Angaben im Konzern-Zwischenlagebericht Q2/2021. Die entsprechenden Vorjahreszahlen wurden angepasst.

Segmentberichterstattung (Teil 1)

Eurex (Finanzderivate)

2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
EEX (Commodities)

2. Quartal

(01.04.-30.06.)
2021 2020 2021 2020 2021 2020
--- --- --- --- --- --- ---
Nettoerlöse (Mio. €) 243,7 271,5 505,7 617,8 76,6 71,2
Operative Kosten (Mio. €) - 90,4 - 92,3 - 179,5 - 175,8 - 42,0 - 44,2
EBITDA (Mio. €) 154,3 184,1 333,0 442,1 34,6 26,9
EBITDA-Marge (%) 63 68 66 72 45 38
Abschreibungen

und Wertminderungen (Mio. €)
- 9,8 - 12,7 - 19,9 - 26,0 - 8,2 - 9,1
EBIT (Mio. €) 144,5 171,4 313,1 416,1 26,4 17,8
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
2021 2020
--- --- ---
Nettoerlöse (Mio. €) 156,1 153,0
Operative Kosten (Mio. €) - 87,2 - 86,8
EBITDA (Mio. €) 68,9 66,0
EBITDA-Marge (%) 44 43
Abschreibungen

und Wertminderungen (Mio. €)
- 16,2 - 17,8
EBIT (Mio. €) 52,7 48,2

Segmentberichterstattung (Teil 2)

360T (Devisenhandel)
2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
--- --- --- --- ---
2021 2020 2021 2020
--- --- --- --- ---
Nettoerlöse (Mio. €) 25,6 23,6 52,0 51,2
Operative Kosten (Mio. €) - 13,3 - 13,1 - 25,7 - 27,9
EBITDA (Mio. €) 14,0 10,5 28,0 23,3
EBITDA-Marge (%) 55 44 54 46
Abschreibungen

und Wertminderungen (Mio. €)
- 5,3 - 5,1 - 10,5 - 10,0
EBIT (Mio. €) 8,7 5,4 17,5 13,3
Xetra

(Wertpapierhandel)
2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
--- --- --- --- ---
2021 2020 2021 2020
--- --- --- --- ---
Nettoerlöse (Mio. €) 93,9 94,4 187,1 195,8
Operative Kosten (Mio. €) - 36,1 - 39,5 - 70,2 - 73,9
EBITDA (Mio. €) 65,0 56,1 131,7 124,6
EBITDA-Marge (%) 69 59 70 64
Abschreibungen

und Wertminderungen (Mio. €)
- 3,9 - 4,8 - 7,9 - 9,6
EBIT (Mio. €) 61,1 51,3 123,8 115,0

Segmentberichterstattung (Teil 3)

Clearstream (Nachhandel)
2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
--- --- --- --- ---
2021 2020 2021 2020
--- --- --- --- ---
Nettoerlöse (Mio. €) 201,5 212,6 428,3 448,3
Operative Kosten (Mio. €) - 97,0 - 92,5 - 186,7 - 172,8
EBITDA (Mio. €) 104,8 119,9 241,5 274,8
EBITDA-Marge (%) 52 56 56 61
Abschreibungen

und Wertminderungen (Mio. €)
- 14,6 - 17,9 - 29,3 - 35,8
EBIT (Mio. €) 90,2 102,0 212,2 239,0
IFS (Investment Fund Services)
2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
--- --- --- --- ---
2021 2020 2021 2020
--- --- --- --- ---
Nettoerlöse (Mio. €) 122,9 50,8 205,6 106,4
Operative Kosten (Mio. €) - 31,5 - 32,0 - 61,5 - 58,6
EBITDA (Mio. €) 91,1 18,8 143,7 47,8
EBITDA-Marge (%) 74 37 70 45
Abschreibungen

und Wertminderungen (Mio. €)
- 9,1 - 5,7 - 18,2 - 11,4
EBIT (Mio. €) 82,0 13,1 125,5 36,4

Segmentberichterstattung (Teil 4)

Qontigo (Index- und Analytikgeschäft)
2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
--- --- --- --- ---
2021 2020 2021 2020
--- --- --- --- ---
Nettoerlöse (Mio. €) 57,6 53,4 120,8 119,8
Operative Kosten (Mio. €) - 27,4 - 29,0 - 57,6 - 65,2
EBITDA (Mio. €) 40,7 24,4 73,7 54,6
EBITDA-Marge (%) 71 46 61 46
Abschreibungen und

Wertminderungen (Mio. €)
- 7,6 - 7,3 - 14,1 - 14,0
EBIT (Mio. €) 33,1 17,1 59,6 40,6
ISS (Institutional Shareholder Services)
2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(25.02.-30.06.)
--- --- --- --- ---
2021 2020 2021 2020
--- --- --- --- ---
Nettoerlöse (Mio. €) 59,9 n/a 81,2 n/a
Operative Kosten (Mio. €) - 45,5 n/a - 61,3 n/a
EBITDA (Mio. €) 13,5 n/a 18,7 n/a
EBITDA-Marge (%) 23 n/a 23 n/a
Abschreibungen und

Wertminderungen (Mio. €)
- 12,3 n/a - 16,4 n/a
EBIT (Mio. €) 1,2 n/a 2,3 n/a

Segmentberichterstattung (Teil 5)

Konzern
2. Quartal

(01.04.-30.06.)
1. Halbjahr

(01.01.-30.06.)
--- --- --- --- ---
2021 2020 2021 2020
--- --- --- --- ---
Nettoerlöse (Mio. €) 881,7 777,5 1.736,8 1.692,3
Operative Kosten (Mio. €) - 383,2 - 342,6 - 729,7 - 661,0
EBITDA (Mio. €) 518,0 440,7 1.039,2 1.033,2
EBITDA-Marge (%) 59 57 60 61
Abschreibungen und Wertminderungen (Mio. €) - 70,8 - 62,6 - 132,5 - 124,6
EBIT (Mio. €) 447,2 378,1 906,7 908,6

Mitarbeiter

30.06.2021 31.12.2020
Eurex (Finanzderivate) 1.715 1.661
EEX (Commodities) 973 934
360T (Devisenhandel) 271 272
Xetra (Wertpapierhandel) 729 739
Clearstream (Nachhandel) 2.125 2.136
IFS (Investment Fund Services) 874 911
Qontigo (Index- und Analytikgeschäft) 601 585
ISS (Institutional Shareholder Services) 2.386 n/a
Summe 9.674 7.238

12. Sonstige Risiken

Rechtliche Risiken

Die Gruppe Deutsche Börse beschreibt Details der Rechtsstreitigkeiten im zusammengefassten Lagebericht (siehe Erläuterungen im Risikobericht).

Steuerrisiken

Die Gruppe Deutsche Börse unterliegt aufgrund ihrer Tätigkeit in verschiedenen Ländern Steuerrisiken. Zur Erfassung und Bewertung dieser Risiken wurde ein Prozess entwickelt, bei dem diese zunächst in Abhängigkeit von ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit erfasst werden. In einem zweiten Schritt werden diese Risiken mit einem Erwartungswert bewertet. Sofern mehr für als gegen die Eintrittswahrscheinlichkeit spricht, wird eine Steuerschuld gebildet. Die Gruppe Deutsche Börse überprüft kontinuierlich, ob die Voraussetzungen für die Bildung entsprechender Steuerschulden erfüllt sind.

13. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Als nahestehend im Sinne von IAS 24 gelten die Organmitglieder der Deutsche Börse AG, deren nahen Familienangehörige, sowie sämtliche als assoziiert eingestufte Unternehmen, Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, und Unternehmen, die von Organmitgliedern oder deren nahen Familienangehörigen beherrscht oder maßgeblich beeinflusst werden.

Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen

Die folgende Tabelle zeigt die Transaktionen im Rahmen der Geschäftsbeziehungen mit assoziierten Unternehmen der Deutsche Börse AG im ersten Halbjahr 2021. Sämtliche Geschäfte erfolgten hierbei zu marktüblichen Bedingungen und im ordentlichen Geschäftsgang.

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen

Betrag der Geschäftsvorfälle
Ertrag Aufwand Ertrag
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01.04. - 30.06. 01.04. - 30.06. 01.04. - 30.06.
--- --- --- --- --- --- ---
2021 2020 2021 2020 2021 2020
--- --- --- --- --- --- ---
Mio. € Mio. € Mio. € Mio. € Mio. € Mio. €
--- --- --- --- --- --- ---
Beträge der Geschäftsvorfälle1 4,8 4,1 - 7,1 - 6,6 9,0 7,8
Betrag der Geschäftsvorfälle Ausstehende Salden
Aufwand Forderungen zum Verbindlichkeiten zum
--- --- --- --- --- --- ---
01.04. - 30.06. 30.06. 31.12. 30.06. 31.12.
--- --- --- --- --- --- ---
2021 2020 2021 2020 2021 2020
--- --- --- --- --- --- ---
Mio. € Mio. € Mio. € Mio. € Mio. € Mio. €
--- --- --- --- --- --- ---
Beträge der Geschäftsvorfälle1 - 13,7 - 9,7 4,0 1,9 - 0,5 - 2,0

1) Die Geschäftvorfälle beinhalten nur Transaktionen mit assoziierten Unternehmen.

Geschäftsbeziehungen mit Personen in Schlüsselpositionen

Personen in Schlüsselpositionen sind Personen, die für die Planung, Leitung und Überwachung der Tätigkeiten des Unternehmens direkt oder indirekt zuständig und verantwortlich sind. Für die Gruppe zählen ausschließlich die im Berichtszeitraum aktiven Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Deutschen Börse AG für Zwecke des IAS 24 zu Personen in Schlüsselpositionen. Im ersten Halbjahr 2021 gab es bei der Deutsche Börse AG neben den einzelnen Vergütungsbestandteilen im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis keine wesentlichen Geschäftsbeziehungen mit Personen in Schlüsselpositionen.

14. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind nicht eingetreten.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter (Bilanzeid)

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Halbjahresfinanzberichterstattung der verkürzte Konzern-Zwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzern-Zwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Frankfurt am Main, den 27. Juli 2021

Deutsche Börse AG

Der Vorstand

Dr. Theodor Weimer Dr. Christoph Böhm Dr. Thomas Book
Heike Eckert Dr. Stephan Leithner Gregor Pottmeyer

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die Deutsche Börse Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss - bestehend aus Konzernbilanz, Konzern-Gewinn-und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung, Konzern- Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben - und den Konzernzwischenlagebericht der Deutsche Börse Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2021, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind.

Frankfurt am Main, den 27. Juli 2021

PricewaterhouseCoopers GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Marc Billeb Dr. Michael Rönnberg
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Kontakt

Investor Relations

Telefon +49-(0) 69-2 11-1 16 70

Fax +49-(0) 69-2 11-1 46 08

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Veröffentlichungstermin

27. Juli 2021

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