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Delticom AG

Quarterly Report Aug 12, 2021

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Quarterly Report

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Finanzbericht: 28758741

Delticom AG

Hannover

Halbjahresbericht zum 30. Juni 2021

Konzernzwischenlagebericht der Delticom AG

Wirtschaftliches Umfeld

Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen

Weltwirtschaft

Trotz abermaliger Beschränkungen bedingt durch die Coronapandemie blieb die Weltwirtschaft in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres insgesamt aufwärtsgerichtet. Vor dem Hintergrund hoher Infektionszahlen mit COVID-19 und der zu ihrer Eindämmung in vielen Ländern ergriffenen Maßnahmen hatte sich die weltwirtschaftliche Aktivität im ersten Quartal 2021 nochmals verlangsamt. Die Expansionsrate entsprach in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres nach Meinung von Experten dennoch in etwa dem Durchschnitt in den Jahren vor der Coronakrise. Die Auswirkungen der Pandemie waren weitgehend auf die Dienstleistungsbranche begrenzt. Sowohl die globale Industrieproduktion als auch der Welthandel expandierten bis zum Frühjahr kräftig. Durch Angebotsengpässe und logistische Probleme ist diese Aufwärtsentwicklung allerdings jüngst ins Stocken geraten. Die Anspannungen im globalen Zusammenspiel schlagen sich gegenwärtig in starken Preisanstiegen für Rohstoffe, Vorleistungsgüter und Transportdienstleistungen nieder, die bereits einen spürbaren Anstieg der Verbraucherpreise nach sich gezogen haben.

Eurozone

Die Konjunktur im Euroraum kam im ersten Halbjahr 2021 wieder in Schwung. Zum einen war für die ersten drei Monate des laufenden Jahres ein höheres Wirtschaftswachstum als von Experten erwartet zu verzeichnen. Zum anderen sanken infolge einer wirksamen Strategie zur Eindämmung des Coronavirus und der erzielten Fortschritte bei den Impfkampagnen die Zahlen sowohl in Hinblick auf die Neuinfektionen mit COVID-19 als auch der Krankenhausaufhalte, sodass die Mitgliedsstaaten ihre pandemiebedingten Beschränkungen ab dem zweiten Quartal vorsichtig gelockert haben. Die Geschwindigkeit und der Umfang der Lockerungsmaßnahmen fielen dabei uneinheitlich aus. Die schrittweise Rückkehr zu einer gewissen Normalität wirkte sich insbesondere positiv auf die Dienstleistungsbranche aus. Des Weiteren zog auch der private Konsum wieder an und stützte den Aufwärtstrend.

Deutschland

Auch die heimische Wirtschaft nahm in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres wieder Fahrt auf. Nachdem das Wiederaufflammen der Coronapandemie im ersten Quartal 2021 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 1,8 % gegenüber dem Vorquartal zur Folge hatte, zeichnete sich vor dem Hintergrund rückläufiger Infektionszahlen und der Wiedereröffnung von Gastronomie und Einzelhandel im Verlauf des zweiten Quartals 2021 eine Erholung der wirtschaftlichen Aktivität ab. Die Entspannung zeigte sich auch auf dem Arbeitsmarkt. So sank die Arbeitslosenquote im 2. Quartal 2021 im Vorjahresvergleich um 79.000 Personen von 6,0 % auf 5,9 %.

Branchenspezifische Entwicklungen

Reifenhandel

Auch wenn vom Handel in Richtung der Verbraucher im ersten Halbjahr 2021 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum hierzulande 8,4 % mehr Reifen abgesetzt werden konnten, so liegt das deutsche Pkw-Ersatzreifengeschäft nach Ablauf der ersten sechs Monate des laufenden Jahres insgesamt dennoch deutlich hinter dem Vor-Pandemie-Niveau zurück. Gemäß Schätzungen des Herstellerverbands European Tyre and Rubber Manufacturers' Association (ETRMA) und des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie (WdK) wurden gemessen am entsprechenden Vergleichszeitraum H1 2019 - und damit vor dem coronabedingt starken Einbruch im ersten Halbjahr 2020 - in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres insgesamt 13,5 % weniger Pkw-Reifen vom Handel an die Verbraucher abgesetzt. Einem Rückgang im Geschäft mit Sommerreifen um 19,2 % im Vergleich zum bereits im ersten Halbjahr 2019 um mehr als 6 % rückläufigen Absatz steht ein Anstieg im Geschäft mit Ganzjahresreifen um 21,2 % gegenüber. Der Absatz im Geschäft mit Winterreifen fiel im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 um 34,3 % geringer aus.

Mit Blick auf den europäischen Ersatzreifenmarkt zeigen die Marktdaten der ETRMA ein ähnliches Bild für die Reifenindustrie. Im volumenmäßig größten Teilsegment Consumer-Reifen (Pkw-, SUV- und Llkw-Reifen) wurden im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2019 auf Halbjahressicht 1,9 % weniger Reifen nachgefragt. Dies entspricht einem Rückgang um rund 2 Mio. Stück. Die deutlich höhere Nachfrage in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres im Vergleich zum Vorjahr spiegelt auf europäischer Ebene die Erwartungshaltung einer Rückkehr zur Normalität wider, nach dem coronabedingt starken Einbruch der Absatzzahlen im vergangenen Jahr um mehr als 20 % bzw. mehr als 22 Mio. Reifen.

Onlinehandel

Laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) ist der Umsatz im heimischen Onlinehandel nach starken Nachholeffekten zwischen Januar und März im zweiten Quartal diesen Jahres um 19,4 % auf 24,1 Mrd. € gestiegen. Im Zeitraum von April bis Juni 2020 hatten die mit der Pandemie-Entwicklung für die Verbraucher einhergehenden Restriktionen bereits zu einer verstärkten Onlinenachfrage und dementsprechend zu einem überdurchschnittlich hohen Umsatzwachstum von 16,5 % im Vergleich zu 2019 geführt. Damit setzt sich der Wachstumstrend kontinuierlich fort. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres lag der Umsatz im E-Commerce hierzulande um 23,2 % über Vorjahr.

Geschäftsverlauf und Ertragslage

Umsatz

Konzern

Die Delticom-Gruppe erzielt den wesentlichen Teil der Umsätze mit dem Onlineverkauf von Ersatzreifen für Pkw und Motorräder. Kompletträder und Felgen komplettieren das Produktangebot.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erlöste die Delticom-Gruppe einen Umsatz von 249 Mio. €, ein Anstieg um 4,7 % nach 238 Mio. € im Vergleichszeitraum. Der Umsatzbeitrag der im Verlauf des letzten Jahres eingestellten Randaktivitäten belief sich im H1 2020 auf rund 4 Mio. €. Dementsprechend wurde im Kerngeschäft in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres ein Wachstum von 6,5 % erzielt. Nach dem pandemiebedingten Absatzeinbruch im europäischen Pkw-Ersatzreifengeschäft im letzten Jahr fällt die Erholung in den einzelnen Ländern Europas in den ersten sechs Monaten 2021 noch sehr uneinheitlich aus. Im Berichtszeitraum lag der Fokus der Gesellschaft unverändert auf der Generierung ausreichend profitabler Umsätze.

Saisonalität

Die Grafik Umsatzentwicklung zeigt zusammenfassend die Entwicklung der Halbjahresumsätze.

Umsatzentwicklung

pro Halbjahr, in Mio. €

Insgesamt erzielte die Delticom-Gruppe im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres Umsatzerlöse in Höhe von 102 Mio. € (Q1 20: 93 Mio. €, +9,9 %). Die im Jahresverlauf 2020 geschlossenen Randaktivitäten hatten im Q1 2020 noch mit 3,5 Mio. € zum Konzernumsatz beigetragen. Entsprechend wurde im Q1 2021 im Kerngeschäft ein Wachstum von mehr als 14 % erzielt. Anders als im Jahr zuvor sorgten frühlingshafte Temperaturen bereits zu Ende März zu einem vorgezogenen Start in die Sommerreifensaison. Zudem fiel Ostern in diesem Jahr auf Anfang April und lag somit zwei Wochen früher als im letzten Jahr. Ostern stellt für viele sicherheitsbewusste Autofahrer den Zeitpunkt für den Wechsel auf Sommerreifen gemäß der Faustformel "von Ostern bis Oktober" dar, in Abhängigkeit von der vorherrschenden Wetterlage und den damit einhergehenden Straßenverhältnissen. Aufgrund der beschriebenen Vorzieheffekte war das Geschäft im März besonders stark.

Q2

Im zweiten Quartal erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 147 Mio. €, ein Anstieg um 1,4 % im Vergleich zum Vorjahresquartal (Q2 2020: 145 Mio. €). Bereinigt um den Umsatzbeitrag der im Jahresverlauf 2020 geschlossenen Randaktivitäten beläuft sich das Wachstum im Kerngeschäft im Q2 2021 auf 1,6 %. Aufgrund der beschriebenen Vorzieheffekte in den klassischen Umrüstländern - Länder, in denen aufgrund der variierenden Witterungsverhältnisse typischerweise ein Wechsel der Bereifung im Sommer und im Winter stattfindet - und einem entsprechend starken Märzgeschäft fiel die Nachfrage im April schwächer aus als im entsprechenden Vorjahresmonat. Die COVID-19-Pandemie und die in diesem Zusammenhang auftretenden Virusmutationen halten die Welt nach wie vor in Atem. Aufgrund des hohen Infektionsgeschehens und der Schwierigkeiten bei der Verteilung der Impfstoffe war das Leben der europäischen Verbraucher vielerorts bis weit in das zweite Quartal eingeschränkt. Mit steigenden Impfquoten und rückläufigen Inzidenzwerten haben die europäischen Staaten die monatelangen Restriktionen im Verlauf des zweiten Quartals vorsichtig gelockert. Wenngleich die Ersatzreifennachfrage in Europa in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahr insgesamt an Dynamik gewonnen hat, so fällt die Erholung in den einzelnen Ländern Europas uneinheitlich aus. In ausgewählten Ländern, denen nach dem Saisonhochpunkt im Länderportfolio eine wichtige Rolle in Bezug auf den weiteren Saisonverlauf zukommt, war die Wachstumsdynamik im zweiten Quartal nach wie vor eher gedämpft.

Regionale Verteilung

Das Unternehmen ist weltweit in 73 Ländern tätig, wobei ein Großteil der Umsätze in den Ländern der EU erlöst wird. Insgesamt wurden hier im Berichtszeitraum 175 Mio. € (H1 20: 168 Mio. €, +3,9 %) erzielt. Auf die Nicht-EU-Länder entfiel in H1 21 ein Umsatz von 74 Mio. € (H1 20: 70 Mio. €, +6,6 %). Aufgrund des Brexit werden die seit dem 01.01.2021 in Großbritannien erzielten Umsätze unter Nicht-EU geführt.

Umsatz nach Regionen

in Tsd. €

scrollen

H1'21 % +% H1'20 % +%
Umsatz 249.270 100,0 4,7 238.032 100,0 -16,4
Regionen
Länder der EU 174.982 70,2 3,9 168.338 70,7 -20,3
Nicht-EU-Länder 74.288 29,8 6,6 69.694 29,3 -4,9

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H1'19 %
Umsatz 284.561 100,0
Regionen
Länder der EU 211.251 74,2
Nicht-EU-Länder 73.310 25,8

Kundenzahlen

Bei den nachfolgend dargestellten Kundenzahlen handelt es sich um die Kundenzahlen in unserem Kerngeschäft - dem Onlinehandel mit Reifen in Europa. In den ersten sechs Monaten 2021 haben 331 Tausend Bestandskunden (H1 20: 399 Tausend, -17,1 %) zum wiederholten Mal Reifen in einem der Onlineshops der Delticom-Gruppe gekauft. Die Bestandskunden werden nur einmal im Berichtszeitraum gezählt, unabhängig von der Anzahl der in diesem Zeitraum getätigten Käufe.

Die Anzahl der im H1 21 in Europa gewonnenen Neukunden liegt mit 455 Tausend (H1 20: 457 Tausend, -0,4 %) nahezu auf Vorjahresniveau. Seit Unternehmensgründung haben damit mehr als 16 Mio. Kunden in unseren Onlineshops eingekauft. Auf Halbjahressicht liegt die Anzahl der aktiven Käufer (Neukunden und Wiederkäufer) um 8,2 % unter dem Vergleichszeitraum. In den zurückliegenden Monaten hat die Gesellschaft den Fokus unverändert auf die Steigerung der Profitabilität über alle Online-Absatzkanäle hinweg gelegt. Vor dem Hintergrund der ergriffenen Maßnahmen konnte der durchschnittliche Umsatz je Kunde in den ersten sechs Monaten gegenüber Vorjahr erneut gesteigert werden.

Wesentliche Aufwandspositionen

Materialaufwand

Die größte Aufwandsposition ist der Materialaufwand, in dem die Einstandspreise für die verkauften Waren (vorwiegend Reifen) erfasst werden. Er betrug im Berichtszeitraum 192 Mio. € (H1 20: 182 Mio. €, +5,9 %). Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand im Verhältnis zum Umsatz) belief sich im H1 2021 auf 77,1 % (H1 2020: 76,3 %).

Personalaufwand

Im Durchschnitt beschäftigte das Unternehmen in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 176 Mitarbeiter (H1 20: 207). Zum Stichtag 30.06.2021 waren insgesamt 179 Mitarbeiter für die Gruppe tätig (30.06.2020: 188). Der Personalaufwand belief sich im Berichtszeitraum auf 7,0 Mio. € (H1 20: 7,5 Mio. €). Der Rückgang um 7,2 % resultiert im Wesentlichen aus der Schließung nicht profitabler Tochtergesellschaften im letzten Jahr und dem damit einhergehenden Personalabbau. Die Personalaufwandsquote (Verhältnis von Personalaufwand zu Umsatzerlösen) belief sich im H1 21 auf 2,8 % (H1 20: 3,2 %).

Transportkosten

Größte Einzelposition innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind die Transportkosten. Sie beliefen sich im Berichtszeitraum auf 23,7 Mio. € nach 24,1 Mio. € im Vergleichszeitraum. Der Rückgang um 1,7 % geht vornehmlich mit einer veränderten Ausweispflicht einher. Für Teile des Geschäfts zählen die Transportkosten nun zum Wareneinsatz und müssen dort entsprechend erfasst werden. Im Geschäftsjahr 2020 war diese Anpassung im Dezember im Zusammenhang mit der Jahresabschlussprüfung rückwirkend für das Gesamtjahr vorgenommen worden. Der Anteil der Transportkosten am Umsatz belief sich im Berichtszeitraum auf 9,5 % (H1 20: 10,1 %, vor Reklassifizierung). Ohne Berücksichtigung des veränderten Ausweises liegt die Transportkostenquote im H1 2021 mit 10,1 % vom Umsatz auf Vorjahresniveau.

Kosten der Lagerhaltung

Die Lagerhaltungskosten betrugen 4,3 Mio. €, nach 3,8 Mio. € im H1 20. Der Anstieg um 11,8 % resultiert sowohl aus der positiven Geschäftsentwicklung als auch aus der Eröffnung eines weiteren Lagerstandorts im Dreiländereck Deutschland, Frankreich, Schweiz. Das neue Lager wurde in den ersten Monaten des laufenden Jahres schrittweise in Betrieb genommen. Zu den Anlaufkosten im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme zählen unter anderem auch Umlagerungs- und Schließungskosten, die sich aus der Optimierung der Lagerinfrastruktur ergeben.

Mieten und Betriebskosten

Bei den Mieten und Betriebskosten handelt es sich im Wesentlichen um Betriebskosten. Der Anstieg im Berichtszeitraum von 0,7 Mio. € im Vorjahr um 82,0 % auf 1,3 Mio. € resultiert nur zu einem Teil aus der Inbetriebnahme des neuen Lagerstandorts im Dreiländereck Deutschland, Frankreich, Schweiz. Um eine sachgerechtere Kostenzuordnung vorzunehmen, werden in dieser Aufwandsposition seit Jahresbeginn zudem auch die Aufwendungen aus Leasing BGA erfasst, welche im Vorjahr in den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten waren. Der veränderte Ausweis trägt mit rund 0,3 Mio. € zum Kostenanstieg im H1 2021 bei.

Marketing

Im Berichtszeitraum wurden 8,9 Mio. € (H1 20: 8,4 Mio. €, +6,1 %) für Marketing aufgewendet. Der Anstieg der Marketingkosten geht mit dem Umsatzanstieg im Kerngeschäft einher. Der Marketingaufwand im Verhältnis zum Konzernumsatz betrug 3,6 % (H1 20: 3,5 %).

Abschreibungen

Die Abschreibungen betrugen im Berichtszeitraum 5,3 Mio. € nach 4,7 Mio. € im H1 20. Der Anstieg um 12,7 % geht mit den Abschreibungen auf die Nutzungsrechte für das langfristig ausgerichtete Mietverhältnis des neuen Lagerstandorts im Dreiländereck einher.

Finanzen und Recht

Der Aufwand für Finanzen und Recht belief sich im Berichtszeitraum auf 6,0 Mio. €, nach 6,3 Mio. € im Vorjahr (-4,6 %). Durch Kosteneinsparungen in Höhe von 0,8 Mio. € im Zusammenhang mit der Restrukturierung konnten die Kosten aus der erfolgreichen Kapitalerhöhung, welche nicht über das Eigenkapital passivierbar waren, sowie gestiegene Prüf- und Abschlusskosten kompensiert werden.

Ergebnisentwicklung

Bruttomarge

Das Unternehmen erzielte im Berichtszeitraum eine Bruttomarge (Handelsspanne ohne sonstige betriebliche Erträge) von 22,9 %, nach 23,7 % im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Rückgang der Bruttomarge ist nicht operativer Natur. Für Teile des Geschäfts müssen die Transportkosten aufgrund einer veränderten Ausweispflicht seit dem letzten Jahr im Wareneinsatz erfasst werden, wie bereits im Zusammenhang mit den Transportkosten erläutert. Diese Umgliederung führt im Vorjahresvergleich zu einem entsprechenden Effekt in der Bruttomarge. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres lag der Fokus unverändert auf der Generierung ausreichend profitabler Umsätze.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich im Berichtszeitraum um 86,1 % auf 16,5 Mio. € (H1 20: 8,9 Mio. €). Bei Erträgen in Höhe von 2,8 Mio. € handelt es sich um Einmaleffekte. Im Rahmen eines Grundstücksverkaufs einer Tochtergesellschaft wurde ein Ertrag in Höhe von 0,3 Mio. € erzielt. Weitere 2,4 Mio. € sind Erfolgsbeiträge aus Projektgeschäften. Ein guter Teil stammt hierbei aus dem bereits zum Ende des letzten Geschäftsjahres realisierten Projekt, dessen erfolgswirksamer Beitrag allerdings nicht vollständig im Geschäftsjahr 2020 erfasst werden konnte. Aus dem operativen Geschäft heraus werden regelmäßig Marketingzuschüsse, Erlöse aus Transportverlusten und sonstige Erlöse erzielt, welche aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung im H1 2021 gegenüber dem Vergleichszeitraum deutlich gestiegen sind. Die Gewinne aus Währungskursdifferenzen betrugen 2,0 Mio. € (H1 20: 1,4 Mio. €, +36,8 %). Währungsverluste weist Delticom innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus. Sie betrugen im H1 21 insgesamt 1,5 Mio. € (H1 20: 1,9 Mio. €). Der Saldo aus Währungsgewinnen und -verlusten belief sich im Berichtszeitraum auf 0,4 Mio. € (H1 20: -0,4 Mio. €).

Rohertrag

Angesichts des Umsatzanstiegs und der Steigerung der sonstigen betrieblichen Erträge belief sich der Rohertrag auf 73,5 Mio. €, nach einem Vorjahreswert von 65,3 Mio. € (+12,6 %). Im Verhältnis zur Gesamtleistung in Höhe von 266 Mio. € (H1 20: 247 Mio. €) betrug der Rohertrag 27,7 % (H1 20: 26,5 %).

EBITDA

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) für das zweite Quartal fällt mit 7,0 Mio. € (Q2 2020: 3,8 Mio. €, +82,3 %) deutlich höher aus als im Vorquartal (Q1 2021: 1,1 Mio. €, Q1 2020: -5,3 Mio. €). Das EBITDA beläuft sich im Berichtszeitraum insgesamt auf 8,0 Mio. € (H1 20: -1,5 Mio. €, +643,4 %). Dies entspricht einer EBITDA-Marge von 3,2 % (H1 20: -0,6 %). Auf Halbjahressicht wird das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen durch Restrukturierungskosten in Höhe von 3,0 Mio. € (H1 2020: 3,9 Mio. €) belastet. Dank der erzielten Einmaleffekte innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge konnte die Kostenbelastung aus der Restrukturierung im Berichtszeitraum nahezu vollständig kompensiert werden.

EBIT

Angesichts der Profitabilitätssteigerung beläuft sich das EBIT im Berichtszeitraum auf 2,7 Mio. € nach -6,2 Mio. € im H1 20, eine Verbesserung um 8,9 Millionen €. Die Umsatzrendite (EBIT in Prozent vom Umsatz) beträgt 1,1 % (H1 20: -2,6 %). Für das zweite Quartal ergibt sich ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern in Höhe von 4,4 Mio. € (Q2 2020: 1,5 Mio. €, +193,6 %) nach -1,7 Mio. € im Q1 2021 (Q1 2020: -7,7 Mio. €, +78,2 %).

Finanzergebnis

Der Finanzertrag belief sich für die ersten sechs Monate auf 46 Tsd. € (H1 20: 33 Tsd. €). Dem stand ein Finanzaufwand von 1,2 Mio. € gegenüber (H1 20: 1,3 Mio. €). Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung und der damit einhergehenden Entlastung der Kreditlinien konnte die Zinsbelastung aus den Finanzverbindlichkeiten im Berichtszeitraum reduziert werden. Dem steht allerdings eine höhere Zinsbelastung aus der Leasingbilanzierung gemäß IFRS 16 für den neuen Lagerstandort gegenüber. Das Finanzergebnis liegt mit -1,2 Mio. € entsprechend auf Vorjahresniveau (H1 20: -1,2 Mio. €).

Ertragsteuern

Das Steuerergebnis für die ersten sechs Monate belief sich auf -0,5 Mio. € (H1 20: 1,5 Mio. €). Im Vorjahr war das Steuerergebnis im Wesentlichen aufgrund latenter Steuern positiv ausgefallen.

Konzernergebnis

Die Gesellschaft erzielte im Berichtszeitraum ein Konzernergebnis in Höhe von 1,0 Mio. €, nach einem Vorjahreswert von -5,9 Mio. €. Das Ergebnis je Aktie belief sich auf 0,08 € (H1 20: -0,47 €). Damit ist die Gesellschaft bereits nach Ablauf des ersten Halbjahres auf Konzernebene wieder profitabel.

Die Tabelle Verkürzte GuV fasst wesentliche Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung im Mehrjahresvergleich zusammen.

Verkürzte GuV

in Tsd. €

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H1'21 % +% H1'20 % +%
Umsatz 249.270 100,0 4,7 238.032 100,0 -16,4
Sonstige betriebliche Erträge 16.491 6,6 86,1 8.859 3,7 -38,8
Gesamtleistung 265.761 106,6 7,6 246.891 103,7 -17,4
Materialaufwand -192.245 -77,1 5,9 -181.573 -76,3 -18,3
Rohertrag 73.516 29,5 12,6 65.318 27,4 -15,0
Personalaufwand -6.992 -2,8 -7,2 -7.531 -3,2 -19,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen -58.497 -23,5 -1,3 -59.264 -24,9 -16,8
EBITDA 8.028 3,2 643,4 -1.477 -0,6 -59,8
Abschreibungen -5.283 -2,1 12,7 -4.688 -2,0 -31,0
EBIT 2.745 1,1 144,5 -6.166 -2,6 -41,1
Finanzergebnis (netto) -1.203 -0,5 -1,6 -1.223 -0,5 243,9
EBT 1.542 0,6 120,9 -7.389 -3,1 -31,7
Ertragsteuern -501 -0,2 -132,7 1.533 0,6 -46,5
Konzernergebnis 1.040 0,4 117,8 -5.856 -2,5 -26,4

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H1'19 %
Umsatz 284.561 100,0
Sonstige betriebliche Erträge 14.473 5,1
Gesamtleistung 299.034 105,1
Materialaufwand -222.150 -78,1
Rohertrag 76.884 27,0
Personalaufwand -9.332 -3,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen -71.227 -25,0
EBITDA -3.674 -1,3
Abschreibungen -6.795 -2,4
EBIT -10.469 -3,7
Finanzergebnis (netto) -356 -0,1
EBT -10.825 -3,8
Ertragsteuern 2.864 1,0
Konzernergebnis -7.961 -2,8

Finanz- und Vermögenslage

Bilanz

Zum Stichtag 30.06.2021 betrug die Bilanzsumme 239,0 Mio. € (31.12.2020: 199,8 Mio. €, 30.06.2020: 176,7 Mio. €).

Anlagevermögen

Der Rückgang des Anlagevermögens im Berichtszeitraum von 99,4 Mio. € am 31.12.2020 um 6,4 Mio. € auf 93,0 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus der Abschreibung von Nutzungsrechten nach IFRS 16.

Vorräte

Größte Position im kurzfristig gebundenen Vermögen sind die Vorräte. Seit Jahresanfang haben sich die Bestände um 31,5 Mio. € auf 68,3 Mio. € erhöht (31.12.2020: 36,9 Mio. €). Im Stichtagsvergleich fallen die Vorräte um 6,8 Mio. € höher aus (30.06.2020: 61,5 Mio. €). Aufgrund der erweiterten Lagerkapazität und vor dem Hintergrund der aktuellen Marktsituation hat die Gesellschaft etwas früher als im Jahr zuvor mit der Winterbevorratung begonnen. Der Anteil der Vorräte an der Bilanzsumme belief sich zum 30.06.2021 auf 28,6 % (31.12.2020: 18,5 %, 30.06.2020: 34,8 %).

Forderungen und sonstige Vermögenswerte

Die Forderungen folgen üblicherweise der Saisonkurve, allerdings sind Stichtagseffekte unvermeidbar. Der Forderungsbestand belief sich zum zurückliegenden Quartalsende auf 47,8 Mio. € (31.12.2020: 33,3 Mio. €, 30.06.2020: 23,5 Mio. €). Der deutliche Anstieg seit Jahresbeginn resultiert im Wesentlichen aus den übrigen sonstigen Forderungen, da die Auszahlung der Einnahmen aus der Bezugsrechts-Kapitalerhöhung erst Anfang Juli erfolgt ist. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich am Bilanzstichtag auf 19,5 Mio. € (31.12.2020: 19,1 Mio. €, 30.06.2020: 14,2 Mio. €).

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wurden seit Jahresanfang von 69 Mio. € um 15,0 Mio. € auf 84 Mio. € ausgeweitet. Im Stichtagsvergleich fallen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 19,5 Mio. € höher aus (30.06.2020: 64,3 Mio. €). Der Anstieg im Stichtagsvergleich geht zu einem guten Teil mit der zeitlich vorgezogenen Winterbevorratung einher. Der Anteil der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen an der Bilanzsumme betrug 35,1 % (31.12.2020: 34,5 %, 30.06.2020: 36,4 %).

Verkürzte Konzernbilanz

in Tsd. €

scrollen

30.06.21 % +% 31.12.20 % 30.06.20
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte 118.001 49,4 -4,8 124.009 62,1 86.792
Anlagevermögen 92.984 38,9 -6,4 99.388 49,8 72.845
sonstige Vermögenswerte 25.018 10,5 1,6 24.620 12,3 13.947
Kurzfristige Vermögenswerte 120.954 50,6 59,7 75.758 37,9 89.889
Vorräte 68.326 28,6 85,3 36.865 18,5 61.540
Forderungen 47.788 20,0 43,7 33.258 16,6 23.513
Liquidität 4.840 2,0 -14,1 5.635 2,8 4.836
Bilanzsumme 238.956 100,0 19,6 199.767 100,0 176.681
Passiva
Langfristige Finanzierungsmittel 77.566 32,5 19,7 64.816 32,4 29.631
Eigenkapital 32.183 13,5 117,4 14.801 7,4 2.387
langfristige Schulden 45.383 19,0 -9,3 50.015 25,0 27.244
Rückstellungen 115 0,0 -2,6 118 0,1 382
Verbindlichkeiten 45.268 18,9 -8,8 49.611 24,8 26.316
Andere langfristige Verbindlichkeiten 0 0,0 -100,0 286 0,1 546
Kurzfristige Schulden 161.390 67,5 19,6 134.951 67,6 147.049
Rückstellungen 4.834 2,0 36,4 3.544 1,8 4.843
Verbindlichkeiten 156.555 65,5 19,1 131.407 65,8 142.207
Bilanzsumme 238.956 100,0 19,6 199.767 100,0 176.681

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%
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte 49,1
Anlagevermögen 41,2
sonstige Vermögenswerte 7,9
Kurzfristige Vermögenswerte 50,9
Vorräte 34,8
Forderungen 13,3
Liquidität 2,7
Bilanzsumme 100,0
Passiva
Langfristige Finanzierungsmittel 16,8
Eigenkapital 1,4
langfristige Schulden 15,4
Rückstellungen 0,2
Verbindlichkeiten 14,9
Andere langfristige Verbindlichkeiten 0,3
Kurzfristige Schulden 83,2
Rückstellungen 2,7
Verbindlichkeiten 80,5
Bilanzsumme 100,0

Liquidität

Die flüssigen Mittel beliefen sich zum 30.06.2021 auf 4,8 Mio. € (31.12.2020: 5,6 Mio. €, 30.06.2020: 4,8 Mio. €). Die Netto-Liquidität (Liquidität abzüglich kurzfristiger Finanzschulden) belief sich zum Stichtag 30.06.2021 auf -50,1 Mio. € (31.12.2020: -38,9 Mio. €, 30.06.2020: -55,7 Mio. €). Aufgrund der Saisonalität des Geschäfts und der Zahlungsziele im Reifenhandel ist die Kreditlinien-Inanspruchnahme zur Jahresmitte typischerweise am höchsten. Zum Bilanzstichtag war der Liquiditätszufluss aus der Bezugsrechts-Kapitalerhöhung noch ausstehend. Wäre der Nettozufluss (Bruttoemissionserlös nach Abzug von Provisionen und Kosten) in Höhe von 7,6 Mio. € noch im Juni erfolgt, so wäre die Netto-Liquidität am Bilanzstichtag entsprechend höher ausgefallen.

Eigenkapital

Das Eigenkapital belief sich zum Bilanzstichtag auf 32,2 Mio. € (31.12.2020: 14,8 Mio. €, 30.06.2020: 2,4 Mio. €). Mittels der erfolgreich platzierten Kapitalerhöhungen konnte das Eigenkapital der Gesellschaft um 16,3 Mio. € erhöht werden. Die Eigenkapitalquote der Gesellschaft beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 13,5 % (31.12.2020: 7,4 %).

Cashflow

Laufende Geschäftstätigkeit

Aufgrund des zeitlich vorgezogenen Lagerbestandsaufbaus und der entsprechenden Entwicklung im Working Capital verringerte sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit für H1 21 auf -15,6 Mio. € (H1 20: 6,9 Mio. €).

Investitionen

Die Investitionen in Sachanlagen beliefen sich im H1 21 auf 0,4 Mio. € (H1 20: 0,7 Mio. €). Darüber hinaus hat Delticom im Berichtszeitraum 0,2 Mio. € in immaterielle Vermögenswerte investiert (H1 20: 0,2 Mio. €). Bei den im ersten Halbjahr 2021 getätigten Investitionen handelt es sich im Wesentlichen um Ausstattungsinvestitionen in unsere Läger sowie um Software. Im Rahmen des Grundstücksverkaufs einer Tochtergesellschaft wurde ein Verkaufserlös in Höhe von rund 0,8 Mio. € erzielt. Im Ergebnis betrug der Cashflow aus Investitionstätigkeit 0,2 Mio. € (H1 20: -0,9 Mio. €).

Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im Berichtszeitraum insgesamt 14,6 Mio. €. Seit Jahresbeginn wurden im Zusammenhang mit dem Lagerbestandsaufbau die Kreditlinien um 10,4 Mio. € ausgeweitet. Ferner wurden Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 4,3 Mio. € in Zusammenhang mit der Anwendung von IFRS 16 zurückgeführt. Aus der erfolgreichen Platzierung der bezugsrechtsfreien Kapitalerhöhung resultierte ein Nettozufluss in Höhe von 8,4 Mio. €. Der Mittelzufluss aus der Bezugsrechts-Kapitalerhöhung ist erst im Juli 2021 erfolgt.

Organisation

Konzernstruktur

Nachfolgend werden die Tochterunternehmen aufgeführt, die im Konzernabschluss zum 30.06.2021 vollkonsolidiert sind:

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Tochtergesellschaft Status
All you need GmbH, Hannover (Deutschland) in Schließung
DeltiCar SAS, Ensisheim (Frankreich) nicht operativ tätig
Delticom North America Inc., Benicia (USA) aktiv
Delticom OE S.r.l., Timisoara (Rumänien) aktiv
Delticom TOV, Lwiw (Ukraine) in Schließung
Delticom Russland OOO, Moskau (Russland) aktiv
DeltiLog Ltd., Witney (Großbritannien) aktiv
DeltiLog GmbH, Hannover (Deutschland) aktiv
DS Road GmbH, Pratteln (Schweiz) aktiv
Giga GmbH, Hamburg (Deutschland) aktiv
Gigatires LLC, Benicia, (USA) aktiv
Gourmondo Food GmbH, Hannover (Deutschland) in Liquidation
Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH, Hannover (Deutschland) aktiv
Ringway GmbH, Hannover (Deutschland) aktiv
Tireseasy LLC, Benicia (USA) aktiv
Tirendo Deutschland GmbH, Berlin (Deutschland) aktiv (in Verschmelzung)
Tirendo Holding GmbH, Berlin (Deutschland) aktiv
Toroleo Tyres GmbH, Sarstedt (Deutschland) aktiv
Toroleo Tyres TT GmbH und Co. KG, Sarstedt (Deutschland) aktiv
TyresNET GmbH, München (Deutschland) aktiv

Mit Geschäftsanteilskauf und -abtretungsvertrag vom 30.06.2021 veräußerte Delticom ihre Anteile an der Extor GmbH. Hieraus ergab sich ein Gewinn aus der Entkonsolidierung von 5 Tsd. €.

Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Berichtszeitraums gab es keine Vorgänge von besonderer Bedeutung.

Risikobericht

Als international tätiges Unternehmen ist Delticom Risiken unterschiedlichster Art ausgesetzt. Um diese rechtzeitig erkennen, bewerten und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können, haben wir frühzeitig ein Risikomanagementsystem etabliert und hierzu eine unternehmensweite Richtlinie zur Risikofrüherkennung und zum Risikomanagement verabschiedet. Darstellungen zum Risikomanagement und eine Übersicht sowohl zu bestandsgefährdenden als auch zu wesentlichen Einzelrisiken und -chancen finden sich im Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2020 auf Seite 67ff.

Gegenüber der Darstellung im Geschäftsbericht 2020 hat sich die Risikoposition nicht wesentlich geändert.

Status der Anschlussfinanzierung

Die Finanzierung der Gesellschaft ist aufgrund der Sanierungsvereinbarung bis zum Ende des Geschäftsjahres 2021 gesichert. Das Management arbeitet gemeinsam mit den künftigen Finanzierungspartnern derzeit an den wesentlichen Eckpunkten der Anschlussfinanzierung. Diese Gespräche verlaufen äußerst konstruktiv und befinden sich auf einem guten Weg. Mit der erfolgreichen Platzierung der Kapitalerhöhungen im Juni des laufenden Jahres wurde ein weiterer wichtiger Meilenstein der Sanierung erreicht. Durch die Kapitalerhöhungen wird das Eigenkapital der Gesellschaft nachhaltig gestärkt. Mittels des Liquiditätszuflusses aus den Kapitalerhöhungen werden die Kreditlinien zudem weiter entlastet, zusätzlich zu den erzielten Effekten aus der guten operativen Entwicklung, der Optimierung des Working Capital Managements und den seit Sanierungsbeginn erfolgreich umgesetzten Sanierungsmaßnahmen. Der Finanzierungsbedarf für die Folgejahre wird sich entsprechend deutlich verringern. Derzeit überprüft die Gesellschaft erneut ihre Mittelfristplanung, welche auf Wunsch der Finanzierungspartner auf dem vorliegenden Halbjahresabschluss und der Bestätigung der Wirtschaftsprüfer aufsetzen wird. Sobald die überarbeitete Mittelfristplanung vorliegt und die Sanierung durch den Sanierungsberater für beendet erklärt wurde, kann die Anschlussfinanzierung mit den Finanzierungspartnern weiter vorangetrieben und finalisiert werden. Das Management der Gesellschaft rechnet mit einem erfolgreichen Abschluss der Anschlussfinanzierung bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen

Weltwirtschaft

Das Kieler Institut für Wirtschaftsforschung (IfW) rechnet für das laufende Jahr mit einer sehr kräftigen Expansion der Weltwirtschaft. So soll sich die wirtschaftliche Aktivität mit dem Abschwächen der Coronapandemie und der Aufhebung der zu ihrer Eindämmung getroffenen Maßnahmen während des Sommers auch dort wieder erholen, wo sie zwischendurch spürbar gesunken war. Angesichts zunehmender Impffortschritte und der damit einhergehenden Reduktion von Infektionsrisiken erwartet das IfW für die zweite Jahreshälfte 2021 eine fortschreitende Normalisierung der Rahmenbedingungen auch für die besonders kontaktintensiven Wirtschaftszweige wie dem Tourismus, dem Reiseverkehr und dem Unterhaltungsgewerbe. Der private Konsum soll vor dem Hintergrund von niedrigen Zinsen und einkommenssichernden Maßnahmen der Finanzpolitik ebenfalls kräftig zulegen und die Erholung stützen. Insgesamt gehen die Experten des IfW für das laufende Jahr von einem Anstieg des globalen Bruttoinlandsprodukts um 6,7 % aus.

Eurozone

Schätzungen des IfW zufolge soll auch die wirtschaftliche Aktivität im Euroraum im Sommerhalbjahr kräftig wachsen und zum Jahresende 2021 ihr Vorkrisenniveau überschreiten. Vor dem Hintergrund der inzwischen rasch voranschreitenden Impfkampagnen, der Saisonalität und der Infektionsschutzmaßnahmen ist das Infektionsgeschehen in ganz Europa auf dem Rückzug. Dies ermöglicht es den Mitgliedsstaaten, die noch bestehenden Restriktionen nach und nach zurückzunehmen. Zuwächse sind über den Sommer zum Großteil aus den bislang noch besonders beeinträchtigten Dienstleistungsbereichen sowie beim privaten Konsum zu erwarten. Gleichzeitig stützt eine weiterhin expansive Ausrichtung der Finanzpolitik die Konjunktur. Das IfW geht alles in allem für den Euroraum von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 5,3 % im Gesamtjahr aus.

Deutschland

Auch in Deutschland hängt die Entwicklung der Konjunktur seit dem Ausbruch der Coronapandemie vornehmlich von den zum Infektionsschutz ergriffenen Maßnahmen ab. Das IfW geht davon aus, dass die wirtschaftliche Aktivität hierzulande im weiteren Verlauf dieses Jahres in hohem Tempo ausgeweitet und ihr Vorkrisenniveau wieder überschreiten wird. Vor dem Hintergrund der Zurücknahme der pandemiebedingten Beschränkungen rechnen die Experten damit, dass die Aktivität insbesondere in jenen Bereichen wieder schnell zunehmen wird, die zuvor besonders belastet waren. So sollen an erster Stelle der Handel und kontaktintensive Dienstleistungen durch steigende Konsumabgaben der privaten Haushalte profitieren. Unter der Annahme, dass bis zum Ende des dritten Quartals dieses Jahres alle nennenswerten pandemiebedingten Restriktionen nach und nach aufgehoben werden, geht das IfW für 2021 von einem Anstieg des deutschen Bruttoinlandsprodukts um 3,9 % aus.

Branchenspezifische Entwicklungen

Reifenhandel

Nach dem coronabedingt starken Einbruch der Absatzzahlen in 2020 befindet sich das europäische Ersatzreifengeschäft in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres auf Erholungskurs. Auf Halbjahressicht konnte gemäß der ETRMA eine langsame Rückkehr auf das Vor-Corona-Niveau beobachtet werden. Ob dieser Trend anhalten wird, bleibt allerdings abzuwarten und hängt auch vom weiteren Verlauf der Pandemie ab.

E-Commerce

Der generelle Trend Richtung E-Commerce wird auch weiterhin zunehmen. Laut dem "Global Digital Report 2021" nutzen heutzutage bereits mehr als 4,6 Milliarden Menschen und damit knapp 60 % der weltweiten Bevölkerung das Internet, ein Anstieg um 7,3 % gegenüber dem Vorjahr. Der Bundesverband ECommerce und Versandhandel Deutschland e. V. (bevh) rechnet angesichts der guten Entwicklung im ersten Halbjahr 2021 damit, dass der Umsatz im E-Commerce hierzulande in diesem Jahr erstmals die Grenze von 100 Mrd. € überschreiten könnte.

Umsatz und EBITDA

Das Management der Gesellschaft rechnet unverändert damit, im laufenden Jahr einen Konzernumsatz in einer Spanne von 550 Mio. € und 590 Mio. € zu erzielen. Auf Halbjahressicht fiel die Ersatzreifennachfrage nach dem coronabedingten Einbruch im letzten Jahr in den einzelnen Ländern, in denen die Gesellschaft tätig ist, noch sehr uneinheitlich aus. Das Umsatzwachstum im Kerngeschäft um 6,5 % im H1 2021 ist im Wesentlichen auf die positive Entwicklung in den Umrüstländern zurückzuführen. Aufgrund der Fortschritte bei den Impfkampagnen und der rückläufigen Entwicklung der Infektionszahlen rechnet die Gesellschaft damit, dass sich die Nachfrage im zweiten Halbjahr auf gesamteuropäischer Ebene weiter stabilisieren wird unter der Prämisse, dass es im Herbst nicht erneut zu einschneidenden Lockdowns kommen wird und sich das Leben der europäischen Verbraucher und damit ihr Mobilitätsverhalten entsprechend weiter normalisieren wird.

Für das EBITDA im Gesamtjahr planen wir in Abhängigkeit vom Umsatz unverändert mit einer Spanne von 16 Mio. € und 20 Mio. €. Wir gehen davon aus, dass mit Überschreitung des unteren Endes der Umsatzprognose das EBITDA entsprechend direkt steigt. Auch in der zweiten Jahreshälfte ist mit Ergebnisbeiträgen aus Projektentwicklungen zu rechnen, welche die Belastungen aus der Restrukturierung kompensieren werden. Wenngleich diese Ergebnisbeiträge höher ausfallen werden als im H1 2021, so wird der Beitrag im H2 2021 dennoch deutlich geringer sein als der zum Ende des letzten Jahres realisierte Ergebnisbeitrag. Auch im weiteren Jahresverlauf wird unser Fokus auf der Generierung ausreichend profitabler Umsätze liegen.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres sind Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 3,0 Mio. € angefallen. Die Höhe der Restrukturierungsaufwendungen im Gesamtjahr 2021 wird maßgeblich davon abhängen, wann im Verlauf des zweiten Halbjahres der Abschluss der Anschlussfinanzierung erfolgt. Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass sich die zu Jahresbeginn auf insgesamt 4 Mio. € bezifferten Restrukturierungsaufwendungen im Gesamtjahr auf rund 5 Mio. € belaufen werden. Die Gesellschaft wird weiterhin alle Anstrengungen unternehmen mit dem Ziel, den ursprünglichen Planwert nicht wesentlich zu überschreiten.

Neukunden

Dank unseres Multi-Shop-Ansatzes sprechen wir verschiedene Kundensegmente an, um das Marktpotenzial optimal abzuschöpfen. Wir gehen davon aus, auch im laufenden Geschäftsjahr mehr als 1 Mio. Neukunden von den Vorteilen eines Kaufs in einem der Onlineshops der Delticom überzeugen zu können.

Wiederkäufer

Aufgrund des mehrjährigen Ersatzzyklus sind wir zuversichtlich, einen Teil der über die letzten Jahre gewonnenen Neukunden in den kommenden Monaten als Wiederkäufer in unseren Shops begrüßen zu können.

Liquidität

Entsprechend unserer Umsatz- und Liquiditätsplanung für das laufende Jahr werden wir in den kommenden Quartalen den Lageraufbau bzw. -abbau gestalten. Die engmaschige Steuerung des Working Capital Managements wird weiterhin eine zentrale Rolle einnehmen. Für das laufende Jahr planen wir unverändert mit einem positiven Free Cashflow von mehr als 10 Mio. €.

Konzernzwischenabschluss der Delticom AG

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

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in Tausend € 01.01.2021 - 30.06.2021 01.01.2020 - 30.06.2020
Umsatz 249.270 238.032
Sonstige betriebliche Erträge 16.491 8.859
Gesamtleistung 265.761 246.891
Materialaufwand -192.245 -181.573
Rohertrag 73.516 65.318
Personalaufwand -6.992 -7.531
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen -5.283 -4.688
Forderungsverluste und Einzelwertberichtigungen -1.641 -1.818
Sonstige betriebliche Aufwendungen -56.856 -57.446
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 2.745 -6.166
Finanzaufwand -1.250 -1.257
Finanzertrag 46 33
Finanzergebnis (netto) -1.203 -1.223
Ergebnis von Steuern (EBT) 1.542 -7.389
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -501 1.533
Konzernergebnis 1.040 -5.856
davon entfallen auf:
Anteile in Fremdbesitz 53 78
Gesellschafter des Mutterunternehmens 986 -5.934
unverwässertes Ergebnis je Aktie 0,08 -0,47
verwässertes Ergebnis je Aktie 0,08 -0,47

Gesamtergebnisrechnung

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in Tausend € 01.01.2021 - 30.06.2021 01.01.2020 - 30.06.2020
Konzernergebnis 1.040 -5.856
Direkt im Eigenkapital erfasste Veränderungen des Geschäftsjahres
Summe der erfolgsneutral erfassten Erträge und Aufwendungen 67 -31
Wertänderung, die künftig über die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegegliedert werden
Veränderungen aus der Währungsumrechnung 67 -31
Gesamtergebnis der Periode 1.107 -5.887
Auf Anteile im Fremdbesitz entfallendes Gesamtergebnis 80 81
Gesamtergebnis den Anteilseignern zuzurechnen 1.027 -5.968

Konzernbilanz

Aktiva

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in Tausend € 30.06.2021 31.12.2020
Langfristige Vermögenswerte 118.001 124.009
Immaterielle Vermögenswerte 38.954 39.678
Nutzungsrechte 45.685 50.409
Sachanlagen 8.343 9.294
Finanzanlagen 2 8
Latente Steueransprüche 8.938 8.850
Sonstige langfristige Forderungen 16.080 15.770
Kurzfristige Vermögenswerte 120.954 75.758
Vorräte 68.326 36.865
Forderungen aus Lieferung und Leistung 19.510 19.090
Sonstige Vermögenswerte 28.178 14.065
Ertragsteuerforderungen 100 104
Flüssige Mittel 4.840 5.635
Summe Vermögenswerte 238.956 199.767

Passiva

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in Tausend € 30.06.2021 31.12.2020
Eigenkapital 32.183 14.801
Eigenkapital der Anteilseigner der Delticom AG 31.160 13.807
Gezeichnetes Kapital 14.831 12.463
Kapitalrücklage 47.667 33.739
Aktienoptionsprogramm 193 214
Direkt im Eigenkapital erfasste Aufwendungen und Erträge -213 -280
Gewinnrücklagen 200 200
Konzernbilanzverlust -31.517 -32.529
Anteile von Minderheiten am Eigenkapital 1.023 994
Summe Schulden 206.773 184.966
Langfristige Schulden 45.383 50.015
Langfristige Finanzschulden 45.268 49.611
Langfristige Rückstellungen 115 118
Latente Steuerverbindlichkeiten 0 0
Andere langfristige Verbindlichkeiten 0 286
Kurzfristige Schulden 161.390 134.951
Kurzfristige Finanzschulden 54.976 44.490
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 4.017 2.702
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 83.853 68.830
Steuerverpflichtungen 817 842
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 17.726 18.086
Summe Eigenkapital und Schulden 238.956 199.767

Konzernkapitalflussrechnung

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in Tausend € 01.01.2021 - 30.06.2021 01.01.2020 - 30.06.2020
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 2.745 -6.166
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen 5.283 4.688
Veränderung der sonstigen Rückstellungen 1.312 1.101
Saldo aus Gewinnen und Verlusten aus Anlagenabgängen 445 0
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge -1.788 -1.957
Veränderung der Vorräte -31.461 1.410
Veränderungen der Forderungen aLuL sowie anderer Aktiva, die nicht der -4.572 9.428
Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
Veränderungen der Verbindlichkeiten aLuL sowie anderer Passiva, die nicht der 14.356 -468
Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
Erhaltene Zinsen 46 10
Gezahlte Zinsen -1.558 -1.115
Gezahlte Ertragsteuern -384 0
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -15.576 6.931
Einzahlungen aus Abgängen des Sachanlagevermögens 770 0
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -371 -698
Auszahlungen fur Investitionen in die immateriellen Vermögenswerte -187 -246
Cashflow aus Investitionstätigkeit 212 -944
Einzahlungen aus Kapitalerhöhungen 8.425 0
Aufnahme von Finanzschulden 10.398 0
Tilgung von Finanzschulden -4.255 -6.493
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 14.568 -6.493
Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelbestands 1 0
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 5.635 5.339
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands -795 -503
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 4.840 4.836

Eigenkapitalveränderungsrechnung

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in Tausend € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Aktien optionsplan Währungsumrechnungsrücklage Gewinnrücklagen Konzernbilanzverlust
Stand am 1. Januar 2020 12.463 33.739 231 46 200 -38.354
Veränderung von Minderheitsanteilen -909
Konzernergebnis -5.934
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -32 -2
Gesamtergebnis nach Steuern -32 -5.936
Stand am 30. Juni 2020 12.463 33.739 231 14 200 -45.199
Stand am 1. Januar 2021 12.463 33.739 214 -280 200 -32.529
Aktienoptionen -21
Veränderung von Minderheitsanteilen 51
Kapitalerhöhung 2.368 13.928
Konzernergebnis 986
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 67 -27
Gesamtergebnis nach Steuern 67 959
Stand am 30. Juni 2021 14.831 47.667 193 -213 200 -31.517

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in Tausend € Summe Anteile in Fremdbesitz Summe Eigenkapital
Stand am 1. Januar 2020 8.325 -51 8.274
Veränderung von Minderheitsanteilen -909 909 0
Konzernergebnis -5.934 78 -5.856
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -34 3 -31
Gesamtergebnis nach Steuern -5.968 81 -5.887
Stand am 30. Juni 2020 1.448 939 2.387
Stand am 1. Januar 2021 13.807 994 14.801
Aktienoptionen -21 0 -21
Veränderung von Minderheitsanteilen 51 -51 0
Kapitalerhöhung 16.296 0 16.296
Konzernergebnis 986 54 1.040
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 40 26 66
Gesamtergebnis nach Steuern 1.027 80 1.107
Stand am 30. Juni 2021 31.160 1.023 32.183

Konzernanhang der Delticom AG

Berichtsunternehmen

Die Delticom AG (nachfolgend "AG" genannt) ist die Muttergesellschaft des Delticom-Konzerns (nachfolgend "Delticom" genannt). Die AG ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hannover mit der Registernummer HRB58026 eingetragen. Die Anschrift der AG lautet 30169 Hannover, Brühlstraße 11, Deutschland.

Delticom ist Europas führendes E-Commerce-Unternehmen für Reifen und Kompletträder. Die Produktpalette für Privat- und Geschäftskunden umfasst mehr als 600 Marken und rund 18.000 Reifenmodelle für Pkw und Motorräder sowie Kompletträder. Kunden können die bestellten Produkte zur Montage auch zu einem der weltweit rund 37.000 Werkstattpartner der Delticom AG schicken lassen.

Ausführliche Informationen über das Berichtsunternehmen sind im Lagebericht des Geschäftsberichts 2020 im Abschnitt Geschäftstätigkeit sowie im Abschnitt Organisation dargestellt.

Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen auftreten.

Zahl der Mitarbeiter

Vom 01.01.2021 bis zum 30.06.2021 waren im Durchschnitt 176 Arbeitnehmer beschäftigt (davon im Durchschnitt 2 Auszubildende und Praktikanten). Diese Berechnung basiert auf der Anzahl der Beschäftigten unter Berücksichtigung der geleisteten Arbeitsstunden.

Saisonale Effekte

In Deutschland, aber auch in der Alpenregion und in Nordeuropa prägt der jahreszeitlich bedingte Wetterwechsel den Geschäftsverlauf im Reifenhandel. Weil die meisten Autofahrer ihre Winterreifen bereits mit dem ersten Schneefall und damit in den letzten Monaten eines Jahres kaufen, fällt das erste Quartal meist etwas schwächer aus. Das zweite Jahresviertel dagegen gibt sich traditionell umsatzstark: Oft sind die Temperaturen im April und Mai schon vergleichsweise hoch und das teils angenehm warme Wetter führt bei vielen Pkw-Fahrern zum Kauf neuer Sommerreifen.

Das dritte Quartal schließlich flacht typischerweise wieder etwas ab: Im Übergang vom Sommer- auf das Winterreifengeschäft wird der Absatz etwas schwächer. In den meisten Ländern Europas zeigt sich das letzte Quartal dann meist auch als das umsatzstärkste. In der dunklen Jahreszeit werden die Straßenverhältnisse schwieriger, die Bremswege verlängern sich - und vielen Autofahrern wird die Notwendigkeit neuer Reifen ganz direkt bewusst. Wetterbedingte Verschiebungseffekte zwischen den Quartalen und Basiseffekte im Vergleich zum Vorjahr sind unvermeidlich.

Grundlagen der Rechnungslegung und Konsolidierung, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der vorliegende Halbjahresabschluss zum 30.06.2021 wurde nach den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten International Financial Reporting Standards (IFRS) für die Zwischenberichterstattung, wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. Zur Anwendung kamen alle am Abschlussstichtag gültigen und verpflichtend anzuwendenden IFRS Standards, insbesondere IAS 34 (Zwischenberichterstattung).

Nach IAS 34 sind in einem Zwischenfinanzbericht mindestens folgende Angaben erforderlich:

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eine verkürzte Bilanz (Bilanz)
entweder (a), eine verkürzte Gesamtergebnisrechnung oder (b), eine verkürzte Gesamtergebnisrechnung und eine verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung
eine verkürzte Aufstellung der Veränderungen des Eigenkapitals
eine verkürzte Kapitalflussrechnung
ausgewählte Erläuterungen

Der Zwischenabschluss enthält nicht alle für einen Konzernabschluss notwendigen Erläuterungen und Angaben und ist daher in Verbindung mit dem Konzernabschluss zum 31.12.2020 zu sehen. Der Geschäftsbericht 2020 steht auf der Unternehmenswebseite im Bereich Investor Relations bzw. unter nachfolgenden Link zum Download bereit:

www.delti.com/​Investor_​Relations/​Delticom_​Geschaeftsbericht_​2020.pdf

Der beizulegende Zeitwert der vorhandenen Finanzinstrumente entspricht bei sämtlichen Bilanzpositionen näherungsweise dem Buchwert. Die Finanzinstrumente der Kategorie "Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte" in Höhe von 440 Tsd. € (31.12.2020: 16 Tsd. €) sowie der Kategorie "Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten" in Höhe von 32 Tsd. € (31.12.2020: 602 Tsd. €) sind in der Fair Value-Hierarchie in Stufe 2 eingeordnet. Fair Values der Hierarchiestufe 3 liegen wie in Vorjahren nicht vor. Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte wurden in der Erfolgsrechnung erfasst. Die Bewertung erfolgt unter Berücksichtigung von aktuellen EZB-Referenzkursen und Terminauf- bzw. -abschlägen.

Aufgrund der kurzfristigen Fälligkeiten für Zahlungen entspricht der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dem beizulegenden Zeitwert. Die Ertragsteuern der Gewinn- und -Verlustrechnung werden im Zwischenabschluss nach IAS 34.30c mittels einer Steuerquote ermittelt und beinhalten im Wesentlichen Steueraufwendungen aus der Bilanzierung aktiver latenter Steuern sowie aus der Kapitalerhöhung.

Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis umfasst neben der Delticom AG als Obergesellschaft elf inländische und neun ausländische Tochtergesellschaften, die alle in den Zwischenabschluss vollkonsolidiert wurden.

Die folgenden Unternehmen wurden im laufenden Geschäftsjahr voll konsolidiert:

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Tochtergesellschaft Status
All you need GmbH, Hannover (Deutschland) in Schließung
DeltiCar SAS, Ensisheim (Frankreich) nicht operativ tätig
Delticom North America Inc., Benicia (USA) aktiv
Delticom OE S.r.l., Timisoara (Rumänien) aktiv
Delticom TOV, Lwiw (Ukraine) in Schließung
Delticom Russland OOO, Moskau (Russland) aktiv
DeltiLog Ltd., Witney (Großbritannien) aktiv
DeltiLog GmbH, Hannover (Deutschland) aktiv
DS Road GmbH, Pratteln (Schweiz) aktiv
Giga GmbH, Hamburg (Deutschland) aktiv
Gigatires LLC, Benicia, (USA) aktiv
Gourmondo Food GmbH, Hannover (Deutschland) in Liquidation
Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH, Hannover (Deutschland) aktiv
Ringway GmbH, Hannover (Deutschland) aktiv
Tireseasy LLC, Benicia (USA) aktiv
Tirendo Deutschland GmbH, Berlin (Deutschland) aktiv (in Verschmelzung)
Tirendo Holding GmbH, Berlin (Deutschland) aktiv
Toroleo Tyres GmbH, Sarstedt (Deutschland) aktiv
Toroleo Tyres TT GmbH und Co. KG, Sarstedt (Deutschland) aktiv
TyresNET GmbH, München (Deutschland) aktiv

Mit Geschäftsanteilskauf und -abtretungsvertrag vom 30. Juni 2021 veräußerte Delticom ihre Anteile an der Extor GmbH. Hieraus ergab sich ein Gewinn aus der Entkonsolidierung von 5 Tsd. €.

Änderungen wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die im vorliegenden Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des Konzernabschlusses der Gesellschaft zum 31.12.2020.

Wesentliche Geschäftsvorfälle

Kapitalerhöhung

Zum 1. Juni 2021 erfolgte eine bezugsrechtsfreie Kapitalerhöhung durch Ausgabe von 1.246.333 neuen, nennbetragslosen, auf den Namen lautenden Stückaktien zu einem Platzierungspreis von € 7,12. Darüber hinaus erfolgte am 24. Juni 2021 eine Bezugsrechts-Kapitalerhöhung durch die Ausgabe von 1.121.697 neuen, nennbetragslosen, auf den Namen lautenden Stückaktien zu einem Platzierungspreis von € 7,12. Somit erhöhte sich das gezeichnete Kapital der Delticom AG auf nunmehr 14.831 Tsd. €. Unter Berücksichtigung von Emissionskosten sowie darauf entfallender latenter Steuern (insgesamt 565 Tsd. €) erhöhte sich die Kapitalrücklage der Delticom AG um 13.928 Tsd. € auf 47.667 Tsd. €. Der Mittelzufluss der Bezugsrechts-Kapitalerhöhung erfolgte nach dem 30. Juni 2021, so dass eine entsprechende Forderung unter den kurzfristigen sonstigen Vermögenswerten auszuweisen ist.

Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz sowie Kapitalflussrechnung

Detaillierte Erläuterungen zur Geschäftsentwicklung und der Gewinn- und Verlustrechnung finden sich im Kapitel Geschäftsverlauf und Ertragslage im Konzernzwischenlagebericht. Das Kapitel Finanz- und Vermögenslage enthält weitere Informationen zur Bilanz sowie zur Kapitalflussrechnung.

Die Mehrheit der Verkaufsverträge (und die daraus resultierenden Umsatzerlöse) bestehen zwischen Delticom und privaten Endkunden. Delticom ist ein Ein-Segment-Unternehmen, der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit liegt auf dem E-Commerce. Die Umsätze werden nach geografischen Regionen in die Länder der EU und Nicht-EU-Länder kategorisiert. Aufgrund der kurzen Zahlungsziele und eines umfassenden Monitorings ist eine Kategorisierung des Zahlungsausfallrisikos nicht erforderlich. Die verkauften E-Commerce-Produkte führen vertragsseitig zu eindeutig identifizierbaren Leistungsverpflichtungen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse betreffen fast ausschließlich die Erlöse aus Warenlieferungen an Kunden für den Zeitraum vom 01.01.2021 bis 30.06.2021, hiervon 95.538 Tsd. € (H1 2020: 85.495 Tsd. €) Umsatzerlöse im Inland.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen:

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in Tausend € HJ'21 HJ'20
Ausgangsfrachten 23.731 24.143
Lagerhandlingkosten 4.299 3.844
Gebühren Kreditkarten 1.768 2.017
Externe Werbekosten 8.904 8.396
Operations-Center 4.423 4.529
Mieten und Betriebskosten 1.319 725
Finanzen und Recht 5.993 6.279
IT und Telekommunikation 1.421 1.701
Aufwendungen aus Kursdifferenzen 1.532 1.887
Übrige 3.465 3.925
Summe 56.856 57.446

Von den Aufwendungen für Finanzen und Recht entfallen 3.039 Tsd. € (H2 2020: 3.884 Tsd. €) auf Restrukturierungskosten. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Rechts- und Beratungskosten, die im direkten Zusammenhang mit der Restrukturierung entstehen.

Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie beträgt 0,08 € (H1 2020: -0,47 €). Das verwässerte Ergebnis beläuft sich ebenfalls auf 0,08 € (H1 2020: -0,47 €).

Erläuterungen zur Berechnung des Ergebnisses je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird gemäß IAS 33 als Quotient aus dem Periodenergebnis nach Steuern in Höhe von 1.040.454,27 € (H1 2020: -5.855.568,65 €) und der gewichteten durchschnittlichen Anzahl der während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Stammaktien von 12.701.519 Stück (H1 2020: 12.463.331 Stück) ermittelt.

Im Berichtszeitraum wurden keine Aktienoptionen ausgeübt. Die Wartezeit beträgt bei allen gewährten Aktienoptionen vier Jahre beginnend am jeweiligen Ausgabetag. Grundsätzlich müssen sämtliche ausgegebenen Aktien für die Berechnung des verwässerten EPS berücksichtigt werden, sofern die Aktienoptionen einen verwässernden Effekt haben. Zum 30.06.2021 lagen 2.187 Aktien aus der Tranche vom 17.04.2019 vor, deren Ausübungspreis unter dem Kurswert lag, sodass diese Tranche in die Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie einbezogen wurde. Dementsprechend war hierfür der gewichtete Durchschnitt der Anzahl der vorhandenen Stammaktien sowie die Anzahl der potenziellen Aktien aus Optionsrechten (insgesamt 12.703.706 Aktien) zu berücksichtigen. Der sich im H1 21 ergebende Verwässerungseffekt ist geringfügig, sodass sich 0,08 € sowohl für das unverwässerte als auch für das verwässerte Ergebnis je Aktie ergeben.

Dividende

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2020 wurde keine Dividende gezahlt (Vorjahr: 0 €).

Angaben zu Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen oder Personen

Nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS 24 sind der Vorstand und Aufsichtsrat der Delticom AG (Kategorie Personen in Schlüsselpositionen) sowie die Binder GmbH und Prüfer GmbH (Kategorie Maßgeblicher Einfluss auf das berichtende Unternehmen). Alle Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind vertraglich vereinbart und zu Bedingungen ausgeführt worden, wie sie auch mit fremden Dritten üblich sind. Im Zwischenberichtszeitraum haben sich keine Änderungen mit wesentlichem Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage ergeben.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen, Eventualschulden und -forderungen

Bei den sonstigen finanziellen Verpflichtungen gab es keine wesentlichen Änderungen im Vergleich zum 31.12.2020.

Eventualschulden und -forderungen bestanden am Abschlussstichtag nicht.

Status der Anschlussfinanzierung

Die Finanzierung der Gesellschaft ist aufgrund der Sanierungsvereinbarung bis zum Ende des Geschäftsjahres 2021 gesichert. Das Management arbeitet gemeinsam mit den künftigen Finanzierungspartnern derzeit an den wesentlichen Eckpunkten der Anschlussfinanzierung. Diese Gespräche verlaufen äußerst konstruktiv und befinden sich auf einem guten Weg. Mit der erfolgreichen Platzierung der Kapitalerhöhungen im Juni des laufenden Jahres wurde ein weiterer wichtiger Meilenstein der Sanierung erreicht. Durch die Kapitalerhöhungen wird das Eigenkapital der Gesellschaft nachhaltig gestärkt. Mittels des Liquiditätszuflusses aus den Kapitalerhöhungen werden die Kreditlinien zudem weiter entlastet, zusätzlich zu den erzielten Effekten aus der guten operativen Entwicklung, der Optimierung des Working Capital Managements und den seit Sanierungsbeginn erfolgreich umgesetzten Sanierungsmaßnahmen. Der Finanzierungsbedarf für die Folgejahre wird sich entsprechend deutlich verringern. Derzeit überprüft die Gesellschaft erneut ihre Mittelfristplanung, welche auf Wunsch der Finanzierungspartner auf dem vorliegenden Halbjahresabschluss und der Bestätigung der Wirtschaftsprüfer aufsetzen wird. Sobald die überarbeitete Mittelfristplanung vorliegt und die Sanierung durch den Sanierungsberater für beendet erklärt wurde, kann die Anschlussfinanzierung mit den Finanzierungspartnern weiter vorangetrieben und finalisiert werden. Das Management der Gesellschaft rechnet mit einem erfolgreichen Abschluss der Anschlussfinanzierung bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag

Die unter den kurzfristigen sonstigen Vermögenswerten ausgewiesene Forderung aus der Bezugsrechts-Kapitalerhöhung in Höhe von 7.986 Tsd. € ist im Juli voll gezahlt worden. Darüber hinaus sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag vorgefallen.

Angabe gemäß § 115 Abs. 5 WpHG

Der vorliegende Zwischenabschluss und der Zwischenlagebericht wurden einer prüferischen Durchsicht durch den Abschlussprüfer unterzogen.

Deutscher Corporate Governance Kodex

Auf der Webseite https:/​/​www.delti.com/​Investor_​Relations/​entsprechungserklaerung.html finden sich die aktuellen Erklärungen nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex vom Vorstand und Aufsichtsrat der Delticom AG.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Hannover, den 11.08.2021

(Der Vorstand)

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die Delticom AG, Hannover

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss - bestehend aus verkürzter Bilanz, verkürzter Gesamtergebnisrechnung, verkürzter Kapitalflussrechnung, verkürzter Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben - und den Konzernzwischenlagebericht der Delticom AG, Hannover, für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis 30. Juni 2021, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind.

Wir verweisen auf die Angaben in Abschnitt "Status der Anschlussfinanzierung" der ausgewählten erläuternden Anhangangaben sowie in Abschnitt "Risikobericht" des Konzernzwischenlageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass der Fortbestand des Konzerns von der erfolgreichen Fortsetzung der Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen sowie dem erfolgreichen Abschluss einer Anschlussfinanzierung abhängig ist. Wie in Abschnitt "Status der Anschlussfinanzierung" und Abschnitt "Risikobericht" dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Urteile zum verkürzten Konzernzwischenabschluss und zum Konzernzwischenlagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Hannover, den 11. August 2021

PricewaterhouseCoopers GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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Martin Schröder ppa. Michael Meseberg
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

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