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Delticom AG

Interim / Quarterly Report Aug 13, 2020

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Interim / Quarterly Report

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Delticom AG

Hannover

Halbjahresbericht zum 30. Juni 2020

Konzernzwischenlagebericht der Delticom AG

Wirtschaftliches Umfeld

Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen

Weltwirtschaft

Das erste Halbjahr 2020 wurde maßgeblich durch COVID-19-geprägt. Ausgehend von China, wo das neuartige Coronavirus im Januar diesen Jahres den Status einer Pandemie erreichte, hat sich das Virus rasant zu einer weltweiten Pandamie ausgeweitet. Auf das Virus haben viele Staaten vornehmlich beginnend ab März mit teilweise massiven Restriktionen reagiert, um die Ausbreitungsgeschwindigkeit zu verringern und die Infektionskurve entsprechend abzuflachen. Die Maßnahmen umfassten neben Reisebeschränkungen und dem Verbot von Großveranstaltungen vielerots auch die Einschränkung des Handels und des Angebots an Dienstleistungen bis hin zu kategorischen Ausgangssperren. In vielen Ländern ist das öffentliche Leben vor dem Hintergrund der ergriffenen Maßnahmen zwischenzeitlich nahezu zum Erliegen gekommen und die weltwirtschaftliche Aktivität in der Folge drastisch gesunken. Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) rechnet für die ersten sechs Monate des laufenden Jahres mit einem Rückgang der weltwirtschaftlichen Aktivität um fast 10 %.

Eurozone

Im Euroraum haben die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zum größten Einbruch der wirtschaftlichen Aktivität seit Bestehen der Währungsunion geführt. Laut des IfW ging das Bruttoinlandprodukt bereits im ersten Quartal 2020 um 3,6 % gegenüber dem vierten Quartal 2019 zurück. Vor dem Hintergrund, dass die Beschränkungen zur Reduzierung des Infektionsgeschehens im Wesentlichen erst im März in Kraft getreten sind, gehen die Experten für das zweite Quartal 2020 von einem Rückgang des BIPs um 13 % gegenüber dem Vorquartal aus. Länder mit hohen Infektionszahlen wie Frankreich, Italien oder Spanien hatten mittels weitreichender Restriktionen, wie beispielweise umfassenden Ausgangssperren oder der Schließung von Produktionsstätten, auf das Virus reagiert. Die Wirtschaftsleistung ging entsprechend in diesen Mitgliedsländern überproportional stark zurück.

Deutschland

Auch in Deutschland führte die Coronakrise zum schärfsten Einbruch der Wirtschaftsleistung seit Bestehen der Bundesrepublik. Die Experten des IfW rechnen für das BIP im zweiten Quartal mit einem Rückgang um 12 % gegenüber dem Vorquartal. Maßgeblich für diese Entwicklung waren auch hierzulande die umfassenden Infektionsschutzmaßnahmen im März und April, die sich unmittelbar in einem Rückgang des Exportgeschäfts und der privaten Konsumausgaben niederschlugen. Auch der heimische Arbeitsmarkt wurde durch die Pandemie belastet. So stieg die Arbeitslosigkeit in den Monaten April und Mai insgesamt um rund 600.000 Personen. Insbesondere in der Metallindustrie, dem Fahrzeugbau, dem Gastgewerbe sowie den sonstigen Dienstleistungen wurde Kurzarbeit angemeldet, um einen stärkeren Anstieg der Arbeitslosenzahlen zu vermeiden.

Branchenspezifische Entwicklungen

Reifenhandel

Einem im Vergleich zum Vorjahr milden Winter und der damit im Vorjahresvergleich niedrigeren Nachfrage nach Winterreifen zu Jahresbeginn folgten in diesem Jahr kalte Temperaturen in der letzten Märzdekade, wodurch sich der Start in die Sommersaison in den klassischen Umrüstländern um wenige Wochen und damit in das zweite Quartal verzögerte. Zudem wirkten sich auch die Shutdown-Entscheidungen verschiedener europäischer Länder zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf die Ersatzreifennachfrage aus.

Nach jüngst vorgelegten Marktdaten des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie (WdK) und des Herstellerverbands European Tyre and Rubber Manufacturers' Association (ETRMA) wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres hierzulande insgesamt 19,5 % weniger Pkw-Ersatzreifen vom Handel an den Verbraucher abgesetzt. Während der Absatz im Geschäft mit Sommerreifen um 23,3 % sank, legte das Geschäft mit Ganzjahresreifen um 1,2 % zu. Der Absatz an Winterreifen fiel um 29,6 % geringer aus als im Vorjahr.

Mit Blick auf den europäischen Reifenersatzmarkt belegen die Zahlen der ETRMA ebenfalls eine rückläufige Entwicklung für die Reifenindustrie. Im volumenmäßig größten Teilsegment Consumer-Reifen (Pkw-, SUV- und Llkw-Reifen) wurden auf Halbjahressicht 21,7 % weniger abgesetzt. Das Absatzminus lag im zweiten Quartal bei 31,3 %, ein Rückgang um mehr als 15 Mio. Stück.

Onlinehandel

Laut des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) ist der E-Commerce nach einem Einbruch im 1. Quartal 2020 im zweiten Quartal 2020 überdurchschnittlich gewachsen. Auf Halbjahressicht lag der Umsatz im heimischen E-Commerce um 9,2 % über Vorjahr. Von den höheren Umsätzen im Internet haben gemäß dem Verband insbesondere die Internet Pure Player mit einem Wachstum von 13,3 % im 1. Halbjahr, +20,8 % allein im zweiten Quartal, profitiert.

Geschäftsverlauf und Ertragslage

Umsatz

Konzern

Die Delticom-Gruppe erzielt den wesentlichen Teil der Umsätze mit dem Onlineverkauf von Ersatzreifen für Pkw und Motorräder. Kompletträder und Felgen komplettieren das Produktangebot.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erlöste die Delticom-Gruppe einen Umsatz von 238 Mio. €, ein Rückgang um 16,4 % nach 285 Mio. € im Vergleichszeitraum. Der Rückgang resultiert zu einem Teil aus der Schließung nicht profitabler Tochtergesellschaften. So wurde das operative Geschäft der All you need GmbH bereits zum Jahresende 2019 eingestellt. Das Geschäft der Gourmondo Food GmbH wurde zum 13.03.2020 und der Onlinehandel mit Autoersatzteilen und Ölen zum 31.03.2020 vollumfänglich eingestellt. In den ersten Monaten des laufenden Jahres erfolgte hier jeweils noch der Abverkauf vorhandener Lagerbestände. Der Umsatzeffekt aus der Geschäftseinstellung beläuft sich im H1 2020 insgesamt auf rund -15 Mio. €.

Q1

Insgesamt erzielte die Delticom-Gruppe im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres Umsatzerlöse in Höhe von 93 Mio. € (Q1 19: 122 Mio. €, -23,9 %). Bereinigt um den Effekt aus der Geschäftseinstellung beläuft sich der Umsatzrückgang im Q1 auf 20 %. Im Kerngeschäft wirkten sich im ersten Quartal 2020 zum einen wetterbedingte Verschiebungseffekte auf den Umsatz aus. Einem im Vergleich zum Vorjahr milden Winter und der damit im Vorjahresvergleich schwächeren Nachfrage nach Winterreifen zu Jahresbeginn folgten in diesem Jahr kalte Temperaturen in der letzten Märzdekade, wodurch sich der Start in die Sommersaison in den klassischen Umrüstländern um wenige Wochen und damit in das zweite Quartal verzögerte. Auf gesamteuropäischer Ebene beeinflussten zudem auch die Lockdown-Maßnahmen der einzelnen Staaten zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Ersatzreifennachfrage und dementsprechend die Umsatzentwicklung.

Q2

Im zweiten Quartal erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 145,0 Mio. €, ein Rückgang um 10,7 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Bereinigt um den Effekt aus der Geschäftseinstellung fällt der Umsatz im Q2 um 6 % niedriger aus. Mit den milden Temperaturen im April hat die Nachfrage in den relevanten Umrüstländern an Dynamik gewonnen. Obwohl wir auch auf dem heimischen Markt Auswirkungen der Corona-Krise in Bezug auf Volumen- und Umsatzentwicklung sahen, fielen diese im Vergleich zum Gesamtmarkt jedoch geringer aus. Viele Kunden nutzten hierzulande während der Krise die Vorteile des kontaktlosen Online-Kaufs von Reifen. Im übrigen Europa zeigte das zweite Quartal ein gemischtes Bild. In ausgewählten Ländern führten die schrittweisen Lockerungen der Corona-Restriktionen zu einem Anstieg der Nachfrage nach Ersatzreifen und entsprechend zu einem gewissen Aufholeffekt beim Absatz. In den südeuropäischen Ländern, die von der Corona-Krise hart getroffen wurden, blieb die Nachfrage auch im zweiten Quartal deutlich hinter dem Vorjahresquartal zurück.

Regionale Verteilung

Das Unternehmen ist weltweit in 73 Ländern tätig, wobei ein Großteil der Umsätze in den Ländern der EU erlöst wird. Insgesamt wurden hier im Berichtszeitraum 168 Mio. € (H1 19: 211 Mio. €, -20,3 %) erzielt. Auf die Nicht-EU-Länder entfiel in H1 20 ein Umsatz von 69,7 Mio. € (H1 19: 73,3 Mio. €, -4,9 %).

Umsatz nach Regionen

in Tsd. €

scroll

H1'20 % +% H1'19 % +%
Umsatz 238.032 100,0 -16,4 284.561 100,0 -2,0
Regionen
Länder der EU 168.338 70,7 -20,3 211.251 74,2 -5,1
Nicht-EU-Länder 69.694 29,3 -4,9 73.310 25,8 8,1

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H1'18 %
Umsatz 290.506 100,0
Regionen
Länder der EU 222.689 76,7
Nicht-EU-Länder 67.817 23,3

Kundenzahlen

Bei den nachfolgend dargestellten Kundenzahlen handelt es sich um die Kundenzahlen in unserem Kerngeschäft - dem Onlinehandel mit Reifen in Europa. In den Vorjahreswerten sind zusätzlich noch die Kunden aus dem zum Ende des ersten Quartals 2020 eingestellten Ersatzteilegeschäft enthalten. In den ersten sechs Monaten 2020 haben 399 Tausend Bestandskunden (H1 19: 497 Tausend, -19,7 %) zum wiederholten Mal Reifen in einem der Onlineshops der Delticom-Gruppe gekauft. In der rückläufigen Entwicklung der Bestandskundenzahlen spiegelt sich in Teilen auch die coronabedingt schwächere Absatzentwicklung im Onlinegeschäft mit gewerblichen Händlerkunden wider.

Insgesamt konnten im H1 20 457 Tausend Neukunden (H1 19: 616 Tausend, -25,8 %) in Europa gewonnen werden. Seit Unternehmensgründung haben damit mehr als 15 Mio. Kunden in unseren Onlineshops eingekauft. Der Rückgang der Neukundenzahlen im Vorjahresvergleich geht zu einem geringen Teil auf die Einstellung des Autoteilegeschäfts einher. In den zurückliegenden Monaten hat die Gesellschaft den Fokus zudem verstärkt auf die Steigerung der Profitabilität über alle Online-Absatzkanäle hinweg gelegt. Auf Halbjahressicht liegt die Anzahl der aktiven Käufer (Neukunden und Wiederkäufer - letztere werden nur einmal gezählt, unabhängig von der Anzahl der Käufe im H1 20) um 23,1 % unter dem Vergleichszeitraum. Vor dem Hintergrund der ergriffenen Maßnahmen konnte der durchschnittliche Umsatz je Kunde in den ersten sechs Monaten gegenüber Vorjahr allerdings gesteigert werden.

Wesentliche Aufwandspositionen

Materialaufwand

Die größte Aufwandsposition ist der Materialaufwand, in dem die Einstandspreise für die verkauften Waren (vorwiegend Reifen) erfasst werden. Er betrug im Berichtszeitraum 182 Mio. € (H1 19: 222 Mio. €, -18,3 %).

Personalaufwand

Im Durchschnitt beschäftigte das Unternehmen in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 207 Mitarbeiter (H1 19: 281). Zum Stichtag 30.06.2020 waren insgesamt 188 Mitarbeiter für die Gruppe tätig (30.06.2019: 274). Der Personalaufwand belief sich im Berichtszeitraum auf 7,5 Mio. € (H1 19: 9,3 Mio. €). Der Rückgang um 19,3 % resultiert im Wesentlichen aus der Schließung nicht profitabler Tochtergesellschaften und dem damit einhergehenden schrittweisen Personalabbau bis zur vollständigen Geschäftseinstellung. Die Personalaufwandsquote (Verhältnis von Personalaufwand zu Umsatzerlösen) belief sich im H1 20 auf 3,2 % (H1 19: 3,3 %).

Transportkosten

Größte Einzelposition innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind die Transportkosten. Vor dem Hintergrund des rückläufigen Umsatzes reduzierten sich diese im Berichtszeitraum auf 24,1 Mio. € nach 28,9 Mio. € im Vergleichszeitraum (-16,4 %). Der Anteil der Transportkosten am Umsatz belief sich im Berichtszeitraum auf 10,1 % (H1 19: 10,1 %).

Kosten der Lagerhaltung

Die Lagerhaltungskosten betrugen 3,8 Mio. €, nach 5,1 Mio. € im H1 19. Der Rückgang um 24,5 % begründet sich neben der rückläufigen Geschäftsentwicklung zu einem Teil auch durch die Einstellung des operativen Geschäfts in den Bereichen eFood und Ersatzteile. In den Reifenlägern zahlen sich zudem die in 2019 getätigten Investitionen zur Effizienzsteigerung der Lagerprozesse aus.

Mieten und Betriebskosten

Der Aufwand für Mieten und Betriebskosten verringerte sich im Berichtszeitraum von 1,8 Mio. € im Vorjahr um 59,6 % auf 0,7 Mio. €. Der Rückgang resultiert unter anderem aus der Schließung von Geschäftsbereichen und der damit einhergehenden Abmietung von Büro- und Lagerflächen.

Marketing

Im Berichtszeitraum wurden 8,4 Mio. € (H1 19: 13,7 Mio. €, -38,5 %) für Marketing aufgewendet. Der Rückgang der Marketingkosten fällt deutlich stärker aus als der Umsatzrückgang im H1 2020. Die Entwicklung der Marketingkosten im Berichtszeitraum begründet sich neben der Einstellung von Geschäftsbereichen insbesondere auch durch die im letzten Jahr eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung im Kerngeschäft. Der Marketingaufwand im Verhältnis zum Konzernumsatz betrug 3,5 % (H1 19: 4,8 %).

Abschreibungen

Die Abschreibungen betrugen im Berichtszeitraum 4,7 Mio. € nach 6,8 Mio. € im H1 19. Der Rückgang um 31,0 % resultiert im Wesentlichen aus der Schließung nicht profitabler Tochtergesellschaften, auf deren Anlagevermögen zum Ende des Geschäftsjahres 2019 entsprechende außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen worden waren.

Finanzen und Recht

Der Aufwand für Finanzen und Recht belief sich im Berichtszeitraum auf 6,3 Mio. €, nach 3,2 Mio. € im Vorjahr (+93,6 %). Der deutliche Anstieg resultiert im Wesentlichen aus angefallenen Rechts- und Beratungskosten in Höhe von 3,9 Mio. € im Zusammenhang mit der Restrukturierung der Gesellschaft.

Ergebnisentwicklung

Bruttomarge

Das Unternehmen erzielte im Berichtszeitraum eine Bruttomarge von 23,7 %, nach 21,9 % im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Trotz eines schwierigen Marktumfelds ist es der Gesellschaft entsprechend ihrer Zielsetzung zur Profitabilitätssteigerung im Berichtszeitraum gelungen, die Margen im Kerngeschäft mittels einer Vielzahl von Maßnahmen zu erhöhen.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge verringerten sich im Berichtszeitraum um 38,8 % auf 8,9 Mio. € (H1 19: 14,5 Mio. €). Dieser Rückgang geht in Teilen mit dem gegenüber Vorjahr schwächeren Absatz einher. Die Gewinne aus Währungskursdifferenzen betrugen 1,4 Mio. € (H1 19: 1,3 Mio. €, +11,2 %). Währungsverluste weist Delticom innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus. Sie betrugen im H1 20 insgesamt 1,9 Mio. € (H1 19: 1,4 Mio. €). Der Saldo aus Währungsgewinnen und -verlusten belief sich im Berichtszeitraum auf -0,4 Mio. € (H1 19: -0,1 Mio. €).

Rohertrag

Angesichts eines rückläufigen Umsatzes belief sich der Rohertrag auf 65,3 Mio. €. Nach einem Vorjahreswert von 76,9 Mio. € entspricht dies einem Rückgang um 15,0 %. Im Verhältnis zur Gesamtleistung in Höhe von 247 Mio. € (H1 19: 299 Mio. €) betrug der Rohertrag 26,5 % (H1 19: 25,7 %).

EBITDA

Das EBITDA für das zweite Quartal fällt mit 3,8 Mio. € (Q2 2019: 1,9 Mio. €, +99,4 %) deutlich höher aus als im Vorquartal (Q1 2020: -5,3 Mio. €, Q1 2019: -5,6 Mio. €). Dank der positiven Effekte aus der Schließung verlustbringender Tochtergesellschaften und der ergriffenen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostenoptimierung im Kerngeschäft konnte im H1 2020 eine Verbesserung des EBITDA gegenüber dem Vergleichszeitraum um insgesamt 2,2 Mio. € erzielt werden. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) beläuft sich im Berichtszeitraum auf -1,5 Mio. € (H1 19: -3,7 Mio. €, +59,8 %). Dies entspricht einer EBITDA-Marge von -0,6 % (H1 19: -1,3 %). Auf Halbjahressicht wird das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen durch Restrukturierungskosten in Höhe von 3,9 Mio. € belastet. Das operative EBITDA fällt dementsprechend um diesen Betrag höher aus.

EBIT

Angesichts der Profitabilitätssteigerung und der im Vorjahresvergleich niedrigeren Abschreibungen beläuft sich das EBIT im Berichtszeitraum auf -6,2 Mio. € nach -10,5 Mio. € im H1 19, eine Verbesserung um 4,3 Millionen €. Die Umsatzrendite (EBIT in Prozent vom Umsatz) beträgt -2,6 % (H1 19: -3,7 %). Für das zweite Quartal ergibt sich ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern in Höhe von 1,5 Mio. € (Q2 2019: -1,7 Mio. €, +191,1 %) nach -7,7 Mio. € im Q1 2020 (Q1 2019: -8,8 Mio. €, +13,0 %).

Finanzergebnis

Der Finanzertrag belief sich für die ersten sechs Monate auf 33 Tsd. € (H1 19: 14 Tsd. €). Dem stand ein Finanzaufwand von 1,3 Mio. € gegenüber (H1 19: 0,4 Mio. €). Der deutliche Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der höheren Zinsbelastung im Sanierungszeitraum für die Kreditlinienbeanspruchung. Insgesamt betrug das Finanzergebnis -1,2 Mio. € (H1 19: -0,4 Mio. €).

Ertragsteuern

Das Steuerergebnis für die ersten sechs Monate belief sich auf 1,5 Mio. € (H1 19: 2,9 Mio. €) und resultiert im Wesentlichen aus latenten Steuern.

Konzernergebnis

Die Gesellschaft erzielte im Berichtszeitraum ein Konzernergebnis in Höhe von -5,9 Mio. €, nach einem Vorjahreswert von -8,0 Mio. €. Das Ergebnis je Aktie belief sich auf -0,47 € (H1 19: -0,64 €).

Die Tabelle Verkürzte GuV fasst wesentliche Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung im Mehrjahresvergleich zusammen.

Verkürzte GuV

in Tsd. €

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H1'20 % +% H1'19 % +%
Umsatz 238.032 100,0 -16,4 284.561 100,0 -2,0
Sonstige betriebliche Erträge 8.859 3,7 -38,8 14.473 5,1 3,8
Gesamtleistung 246.891 103,7 -17,4 299.034 105,1 -1,8
Materialaufwand -181.573 -76,3 -18,3 -222.150 -78,1 -2,4
Rohertrag 65.318 27,4 -15,0 76.884 27,0 -0,1
Personalaufwand -7.531 -3,2 -19,3 -9.332 -3,3 53,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen -59.264 -24,9 -16,8 -71.227 -25,0 11,2
EBITDA -1.477 -0,6 59,8 -3.674 -1,3 -153,8
Abschreibungen -4.688 -2,0 -31,0 -6.795 -2,4 88,0
EBIT -6.166 -2,6 41,1 -10.469 -3,7 -426,2
Finanzergebnis (netto) -1.223 -0,5 243,9 -356 -0,1 44,4
EBT -7.389 -3,1 31,7 -10.825 -3,8 -465,3
Ertragsteuern 1.533 0,6 -46,5 2.864 1,0 -397,0
Konzernergebnis -5.856 -2,5 26,4 -7.961 -2,8 -498,3

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H1'18 %
Umsatz 290.506 100,0
Sonstige betriebliche Erträge 13.943 4,8
Gesamtleistung 304.449 104,8
Materialaufwand -227.506 -78,3
Rohertrag 76.943 26,5
Personalaufwand -6.078 -2,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen -64.040 -22,0
EBITDA 6.825 2,3
Abschreibungen -3.615 -1,2
EBIT 3.209 1,1
Finanzergebnis (netto) -246 -0,1
EBT 2.963 1,0
Ertragsteuern -964 -0,3
Konzernergebnis 1.999 0,7

Finanz- und Vermögenslage

Bilanz

Zum Stichtag 30.06.2020 betrug die Bilanzsumme 177 Mio. € (31.12.2019: 188 Mio. €, 30.06.2019: 258 Mio. €).

Anlagevermögen

Der Rückgang des Anlagevermögens im Berichtszeitraum von 76,4 Mio. € am 31.12.2019 um 3,5 Mio. € auf 73 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus aus der Abschreibung von Nutzungsrechten nach IFRS 16.

Vorräte

Größte Position im kurzfristig gebundenen Vermögen sind die Vorräte. Seit Jahresanfang haben sich die Bestände um 1,4 Mio. € auf 61,5 Mio. € verringert (31.12.2019: 62,9 Mio. €). Im Stichtagsvergleich fallen die Vorräte um 37,6 Mio. € geringer aus (30.06.2019: 99,2 Mio. €). Die Entwicklung über die zurückliegenden zwölf Monate resultiert aus dem stringenten Working Capital Management. Der Anteil der Vorräte an der Bilanzsumme belief sich zum 30.06.2020 auf 34,8 % (31.12.2019: 33,4 %, 30.06.2019: 38,4 %).

Forderungen

Die Forderungen folgen üblicherweise der Saisonkurve, allerdings sind Stichtagseffekte unvermeidbar. Der Forderungsbestand belief sich zum zurückliegenden Quartalsende auf 23,5 Mio. € (31.12.2019: 31,1 Mio. €, 30.06.2019: 43,2 Mio. €). Hierbei handelt es sich mit 14,2 Mio. € um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (31.12.2019: 10,5 Mio. €, 30.06.2019: 20,0 Mio. €). Der deutliche Rückgang im Stichtagsvergleich ist das Ergebnis eines verstrafften Forderungsmanagements in Hinblick auf säumige Kunden.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wurden seit Jahresanfang von 69 Mio. € um 5,1 Mio. € auf 64 Mio. € verringert. Im Stichtagsvergleich fallen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 42,6 Mio. € geringer aus (30.06.2019: 107,0 Mio. €). Die deutliche Reduzierung im Stichtagsvergleich geht im Wesentlichen mit den niedrigeren Lagerbeständen einher. Der Anteil der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen an der Bilanzsumme betrug 36,4 % (31.12.2019: 36,9 %, 30.06.2019: 41,4 %).

Verkürzte Konzernbilanz

in Tsd. €

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30.06.20 % +% 31.12.19 % 30.06.19
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte 86.792 49,1 -2,3 88.800 47,2 111.920
Anlagevermögen 72.845 41,2 -4,6 76.364 40,6 103.693
sonstige Vermögenswerte 13.947 7,9 12,2 12.436 6,6 8.227
Kurzfristige Vermögenswerte 89.889 50,9 -9,6 99.412 52,8 146.168
Vorräte 61.540 34,8 -2,2 62.950 33,4 99.169
Forderungen 23.513 13,3 -24,5 31.123 16,5 43.200
Liquidität 4.836 2,7 -9,4 5.339 2,8 3.799
Bilanzsumme 176.681 100,0 -6,1 188.212 100,0 258.088
Passiva
Langfristige Finanzierungsmittel 29.631 16,8 -22,1 38.021 20,2 67.214
Eigenkapital 2.387 1,4 -71,1 8.274 4,4 41.013
langfristige Schulden 27.244 15,4 -8,4 29.748 15,8 26.200
Rückstellungen 382 0,2 -0,4 384 0,2 308
Verbindlichkeiten 26.316 14,9 -9,3 29.030 15,4 25.559
Andere langfristige Verbindlichkeiten 546 0,3 63,4 334 0,2 334
Kurzfristige Schulden 147.049 83,2 -2,1 150.190 79,8 190.874
Rückstellungen 4.843 2,7 31,1 3.694 2,0 822
Verbindlichkeiten 142.207 80,5 -2,9 146.496 77,8 190.052
Bilanzsumme 176.681 100,0 -6,1 188.212 100,0 258.088

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%
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte 43,4
Anlagevermögen 40,2
sonstige Vermögenswerte 3,2
Kurzfristige Vermögenswerte 56,6
Vorräte 38,4
Forderungen 16,7
Liquidität 1,5
Bilanzsumme 100,0
Passiva
Langfristige Finanzierungsmittel 26,0
Eigenkapital 15,9
langfristige Schulden 10,2
Rückstellungen 0,1
Verbindlichkeiten 9,9
Andere langfristige Verbindlichkeiten 0,1
Kurzfristige Schulden 74,0
Rückstellungen 0,3
Verbindlichkeiten 73,6
Bilanzsumme 100,0

Liquidität

Die flüssigen Mittel beliefen sich zum 30.06.2020 auf 4,8 Mio. € (31.12.2019: 5,3 Mio. €, 30.06.2019: 3,8 Mio. €). Die Netto-Liquidität (Liquidität abzüglich kurzfristiger Finanzschulden) belief sich zum Stichtag 30.06.2020 auf -55,7 Mio. € (31.12.2019: -59,0 Mio. €, 30.06.2019: -63,9 Mio. €). Aufgrund der Saisonalität des Geschäfts und der Zahlungsziele im Reifenhandel ist die Kreditlinien-Inanspruchnahme zur Jahresmitte typischerweise am höchsten.

Eigenkapital

Das Eigenkapital belief sich zum Bilanzstichtag auf 2,4 Mio. € (31.12.2019: 8,3 Mio. €, 30.06.2019: 41,0 Mio. €). Der Rückgang seit Jahresanfang begründet sich durch das rückläufige Konzernergebnis im Berichtszeitraum. Im Stichtagsvergleich ist das Eigenkapital signifikant geringer. Dieser Effekt resultiert vornehmlich aus der Ergebnisentwicklung im letzten Jahr vor dem Hintergrund der Restrukturierung und des Desinvestments-Konzepts. Die Entwicklung des Eigenkapitals der Einzelgesellschaft, welches durch die Verluste in 2019 ebenfalls deutlich zurückgegangen ist, haben wir kontinuierlich im Blick.

Cashflow

Laufende Geschäftstätigkeit

Aufgrund der Entwicklung im Working Capital verbesserte sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit für H1 20 auf 6,9 Mio. € (H1 19: -25,3 Mio. €).

Investitionen

Die Investitionen in Sachanlagen beliefen sich im H1 20 auf 0,7 Mio. € (H1 19: 1,5 Mio. €). Darüber hinaus hat Delticom im Berichtszeitraum 0,2 Mio. € in immaterielle Vermögenswerte investiert (H1 19: 2,2 Mio. €). Bei den im ersten Halbjahr 2020 getätigten Investitionen handelt es sich im Wesentlichen um Ausstattungsinvestitionen in unsere Läger sowie um Software. Im Ergebnis betrug der Cashflow aus Investitionstätigkeit -0,9 Mio. € (H1 19: -3,6 Mio. €). Auf Halbjahressicht hat die Gesellschaft einen positiven Free Cashflow in Höhe von 6,0 Mio. € erzielt (H1 19: -28,9 Mio. €).

Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im Berichtszeitraum insgesamt -6,5 Mio. €. Im Berichtszeitraum wurden keine Finanzschulden aufgenommen. Die Tilgung von Finanzschulden in Höhe von 6,5 Mio. € beinhaltet neben der Rückführung bestehender Kontokorrentlinien auch die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Zusammenhang mit der Anwendung von IFRS 16.

Organisation

Konzernstruktur

Nachfolgend werden die Tochterunternehmen aufgeführt, die im Konzernabschluss zum 30.06.2020 vollkonsolidiert sind:

All you need GmbH, Hannover (Deutschland)
DeltiCar SAS, Paris (Frankreich)
Delticom North America Inc., Benicia (Kalifornien, USA)
Delticom OE S.r.l., Timisoara (Rumänien)
Delticom TOV, Lwiw (Ukraine)
Delticom Russia OOO, Moskau (Russland)
Deltiparts GmbH, Hannover (Deutschland)
DeltiStorage GmbH, Hannover (Deutschland)
DeltiLog Ltd., Oxford (Großbritannien)
DeltiLog GmbH, Hannover (Deutschland)
DS Road GmbH, Pratteln (Schweiz)
Extor GmbH, Hannover (Deutschland)
Giga GmbH, Hamburg (Deutschland)
Gigatires LLC, Benicia, (Kalifornien, USA)
Gourmondo Food GmbH, München (Deutschland)
MobileMech GmbH, Hannover (Deutschland)
Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH, Hannover (Deutschland)
Ringway GmbH, Hannover (Deutschland)
Tireseasy LLC, Wilmington (Delaware, USA)
Tirendo Deutschland GmbH, Berlin (Deutschland)
Tirendo Holding GmbH, Berlin (Deutschland)
Toroleo Tyres GmbH, Gadebusch (Deutschland)
Toroleo Tyres TT GmbH und Co.KG, Gadebusch (Deutschland)
TyresNET GmbH, München (Deutschland)

Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Berichtszeitraums gab es keine Vorgänge von besonderer Bedeutung.

Risikobericht

Als international tätiges Unternehmen ist Delticom Risiken unterschiedlichster Art ausgesetzt. Um diese rechtzeitig erkennen, bewerten und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können, haben wir frühzeitig ein Risikomanagementsystem etabliert und hierzu eine unternehmensweite Richtlinie zur Risikofrüherkennung und zum Risikomanagement verabschiedet. Darstellungen zum Risikomanagement und eine Übersicht sowohl zu bestandsgefährdenden als auch zu wesentlichen Einzelrisiken und -chancen finden sich im Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2019 auf Seite 71ff.

Gegenüber der Darstellung im Geschäftsbericht 2019 hat sich die Risikoposition nicht wesentlich geändert.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen

Weltwirtschaft

Nach Ansicht des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) wird die globale Wirtschaft noch längere Zeit durch COVID-19 und die damit verbundenen Unsicherheiten und Bedrohungen belastet. Dank der schrittweisen Aufhebung der Eindämmungsmaßnahmen und der massiven wirtschaftspolitischen Unterstützung dürfte die Weltwirtschaft nach Meinung der Experten zwar im zweiten Halbjahr 2020 kräftig wachsen, allerdings ausgehend von einem niedrigen Niveau. Unter der Annahme, dass die Entwicklung der Corona-Pandemie eine dauerhafte und weitgehende Lockerung der Eindämmungspolitik erlaubt, rechnen die Experten für das laufende Jahr mit einem Rückgang des globalen Bruttoinlandprodukts von 3,8 %.

Eurozone

Auch die Wirtschaft im Euroraum soll sich in der zweiten Jahreshälfte von ihrem Einbruch erholen, aber ihr Vorkrisenniveau bis Ende des Jahres noch nicht wieder erreichen. Derzeit öffnen die Mitgliedsländer ihre Wirtschaft schrittweise. So haben etwa in Frankreich jüngst Restaurants unter Auflagen wieder geöffnet, in Italien dürfen wieder Touristen einreisen und die Reisebeschränkungen der Inländer wurden aufgehoben. Spanien folgt diesen Öffnungsschritten leicht verzögert. Das IfW geht für den Euroraum von einem Rückgang des Bruttoinlandproduktes um 8,6 % im Gesamtjahr aus. In Großbritannien könnte die Konjunkturerholung allerdings durch Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit belastet werden.

Deutschland

Mit der schrittweisen Lockerung der ergriffenen Schutzmaßnahmen setzte ab Mai eine Erholung der deutschen Wirtschaft ein. Nach dem Einbruch in der ersten Jahreshälfte sollen die privaten Konsumausgaben wieder spürbar anziehen. Die wirtschaftliche Erholungsphase wird nach Meinung von Experten aber Zeit benötigen, weil die Risiken der Pandemie fortbestehen und Bürger und Wirtschaft ihr Verhalten entsprechend darauf abstellen. Die auch im internationalen Vergleich umfangreichen Maßnahmen der Bundesregierung unterstützen hierzulande den Erholungsprozess der Wirtschaft. Der weitere Verlauf der Corona-Pandemie birgt allerdings weiterhin erhebliche Risiken. Auch wenn derzeit infolge deutlich rückläufiger Infektionszahlen die Restriktionen vielerorts gelockert werden, so kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden, dass sich der Pandemieverlauf wieder verschärft und erneut entsprechende seuchenpolitische Maßnahmen erforderlich werden. Unter der Annahme, dass eine zweite Infektionswelle mit gravierenden ökonomischen Folgen ausbleibt und bis zum Frühjahr des kommenden Jahres die Pandemie sukzessive bewältig wird, geht das IfW für 2020 von einem Rückgang des deutschen Bruttoinlandprodukts um 6,8 % aus.

Branchenspezifische Entwicklungen

Reifenhandel

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres entwickelte sich das europäische Ersatzreifengeschäft rückläufig. Grund dafür ist in erster Linie die Corona-Pandemie. Mit den ersten Lockerungen der Produktionssperren im Mai nahmen die Reifenhersteller in Europa ihre Produktion langsam wieder auf. Gegen Ende des 2. Quartals 2020 zeichnete sich ein leichter Aufwärtstrend bei den Reifenersatzkäufen ab. Ob dieser Trend anhalten wird, bleibt allerdings abzuwarten und hängt vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Auf Gesamtjahressicht rechnet die ETRMA für alle Segmente mit einem zweistelligen Absatzrückgang.

E-Commerce

Der generelle Trend Richtung E-Commerce wird auch weiterhin zunehmen. Laut "Global Digital Report 2020" nutzen heutzutage bereits mehr als 4,5 Milliarden Menschen und damit knapp 60 % der weltweiten Bevölkerung das Internet, ein Anstieg um 7,0 % gegenüber dem Vorjahr. In Europa, dem Kernmarkt der Delticom, liegt die Nutzungsrate sogar bei 84 %. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e. V. (bevh) sieht vor dem Hintergrund der Corona-Krise eine nachhaltige Veränderung im E-Commerce. Der Onlinehandel hat hierzulande durch die Krise einen Wachstumsschub erfahren. In einer Befragung von rund 2.500 Konsumenten gaben mehr als die Hälfte der Befragten an, aufgrund der Erfahrungen in der Corona-Krise künftig mehr online zu bestellen.

Prognose adjustiert

Vor dem Hintergrund eines durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie bedingten rückläufigen Umsatzes im ersten Halbjahr 2020 hat das Management der Delticom AG die Umsatzprognose adjustiert. Wenngleich sich mit den schrittweisen Lockerungsmaßnahmen im Verlauf des zweiten Quartals in ausgewählten Ländern Europas ein Nachholeffekt ergeben hat, so ist eine Aufholung des im H1 ausgebliebenen Umsatzes in der zweiten Jahreshälfte wenig wahrscheinlich. Für das Gesamtjahr wird entsprechend nunmehr ein Konzernumsatz in einer Spanne zwischen 550 bis 570 Mio. € (bisherige Prognose: 600 bis 630 Mio. €) erwartet. Aufgrund des erfolgreichen Turnaround-Managements in den zurückliegenden Monaten und der positiven Ergebnisentwicklung im Q2 2020 hat das Management die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr nach oben angehoben. Für das EBITDA der Delticom-Gruppe im Gesamtjahr wird eine Spanne zwischen +5 bis +8 Mio. € (bisherige Prognose: +1 bis +5 Mio. €) als erzielbar angesehen. Die Restrukturierungskosten werden sich in 2020 insgesamt auf rund 5 Mio. € belaufen (bisher: 4 Mio. €). Das operative EBITDA wird mit +10 bis +13 Mio. € (bisher: +5 bis +9 Mio. €) ebenfalls höher als ursprünglich geplant ausfallen.

Neukunden

Dank unseres Multi-Shop-Ansatzes sprechen wir verschiedene Kundensegmente an, um das Marktpotenzial optimal abzuschöpfen. Wir gehen davon aus, auch im laufenden Geschäftsjahr wieder rund 1 Mio. Neukunden von den Vorteilen eines Kaufs in einem der Onlineshops der Delticom überzeugen zu können.

Wiederkäufer

Aufgrund des mehrjährigen Ersatzzyklus sind wir zuversichtlich, einen Teil der über die letzten Jahre gewonnenen Neukunden in den kommenden Monaten als Wiederkäufer in unseren Shops begrüßen zu können.

Liquidität

Entsprechend unserer Umsatz- und Liquiditätsplanung für das laufende Jahr werden wir in den kommenden Quartalen den Lageraufbau bzw. -abbau steuern. Vor dem Hintergrund der eingeleiteten Turnaround-Maßnahmen erwarten wir im laufenden Jahr einen positiven Free-Cashflow im hohen einstelligen Millionenbereich.

Der Prozess zum Einwerben von Fremd- und/oder Eigenkapital befindet sich weiterhin in der Umsetzung. Mit Blick auf die planerische Liquiditätslücke im August besteht aufgrund der Optimierung des Working Capitals und der engen Liquiditätssteuerung eine gute Möglichkeit, die Unterdeckung aus dem operativen Geschäft heraus zu schließen.

Konzernzwischenabschluss der Delticom AG

Konzern Gewinn- und Verlustrechnung

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in Tausend € 01.01.2020 - 30.06.2020 01.01.2019 - 30.06.2019
Umsatz 238.032 284.561
Sonstige betriebliche Erträge 8.859 14.473
Gesamtleistung 246.891 299.034
Materialaufwand -181.573 -222.150
Rohertrag 65.318 76.884
Personalaufwand -7.531 -9.332
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen -4.688 -6.795
Forderungsverluste und Einzelwertberichtigungen -1.818 -1.918
Sonstige betriebliche Aufwendungen -57.446 -69.308
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) -6.166 -10.469
Finanzaufwand -1.257 -369
Finanzertrag 33 14
Finanzergebnis (netto) -1.223 -356
Ergebnis von Steuern (EBT) -7.389 -10.825
Steuern vom Einkommen und Ertrag 1.533 2.864
Konzernergebnis -5.856 -7.961
davon entfallen auf:
Anteile in Fremdbesitz 78 -103
Gesellschafter des Mutterunternehmens -5.934 -7.858
unverwässertes Ergebnis je Aktie -0,47 -0,64
verwässertes Ergebnis je Aktie -0,47 -0,64

Gesamtergebnisrechnung

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in Tausend € 01.01.2020 - 30.06.2020 01.01.2019 - 30.06.2019
Konzernergebnis -5.856 -7.961
Direkt im Eigenkapital erfasste Veränderungen des Geschäftsjahres
Summe der erfolgsneutrale erfassten Erträge und Aufwendungen -31 -280
Wertänderung, die künftig über die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegegliedert werden
Veränderungen aus der Währungsumrechnung -31 -280
Net Investment Hedge Reserve
Zeitwertänderung direkt im Eigenkaptal erfasst 0 0
Latente Steuern auf Net Investment Hedge Reserve 0 0
Gesamergebnis der Periode -5.887 -8.241
Auf Anteile im Fremdbesitz entfallendes Gesamtergebnis 81 -157
Gesamtergebnis den Anteilseignern zuzurechnen -5.968 -8.084

Konzernbilanz

Aktiva

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in Tausend € 30.06.2020 31.12.2019
Langfristige Vermögenswerte 86.792 88.800
Immaterielle Vermögenswerte 40.966 41.629
Nutzungsrechte 21.709 24.280
Sachanlagen 10.162 10.448
Finanzanlagen 7 8
nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 0 0
sonstige Finanzanlagen 7 8
Latente Steueransprüche 5.738 3.999
Sonstige langfristige Forderungen 8.209 8.437
Kurzfristige Vermögenswerte 89.889 99.412
Vorräte 61.540 62.950
Forderungen aus Lieferung und Leistung 14.206 10.533
Sonstige Vermögenswerte 9.300 20.583
Ertragsteuerforderungen 7 7
Flüssige Mittel 4.836 5.339
Summe Vermögenswerte 176.681 188.212

Passiva

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in Tausend € 30.06.2020 31.12.2019
Eigenkapital 2.387 8.274
Eigenkapital der Anteilseigner der Delticom AG 1.448 8.325
Gezeichnetes Kapital 12.463 12.463
Kapitalrücklage 33.739 33.739
Aktienoptionsprogramm 231 231
Direkt im Eigenkapital erfasste Aufwendungen und Erträge 14 46
Gewinnrücklagen 200 200
Konzernbilanzgewinn -45.199 -38.354
Anteile von Minderheiten am Eigenkapital 939 -51
Summe Schulden 174.294 179.938
Langfristige Schulden 27.244 29.748
Langfristige Finanzschulden 26.106 28.777
Langfristige Rückstellungen 382 384
Latente Steuerverbindlichkeiten 210 253
Andere langfristige Verbindlichkeiten 546 334
Kurzfristige Schulden 147.049 150.190
Steuerverpflichtungen 302 257
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 4.540 3.437
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 64.311 69.422
Kurzfristige Finanzschulden 60.528 64.350
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 17.367 12.724
Summe Eigenkapital und Schulden 176.681 188.212

Konzernkapitalflussrechnung

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in Tausend € 01.01.2020 -30.06.2020 01.01.2019 -30.06.2019
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) -6.166 -10.469
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 4.688 6.795
Veränderung der sonstigen Rückstellungen 1.101 -285
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge -1.957 0
Veränderung der Vorräte 1.410 417
Veränderungen der Forderungen aLuL sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 9.428 2.144
Veränderungen der Verbindlichkeiten aLuL sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -468 -21.168
Erhaltene Zinsen 10 14
Gezahlte Zinsen -1.115 -284
Gezahlte Ertragsteuern 0 -2.507
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 6.931 -25.343
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -698 -1.470
Auszahlungen für Investitionen in die immateriellen Vermögenswerte -246 -2.175
Auszahlung für den Erwerb konsolidierter Tochterunternehmen (abzüglich erworbener liquider Mittel) 0 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit -944 -3.645
Gezahlte Dividenden der Delticom AG 0 0
Aufnahme von Finanzschulden 0 35.408
Tilgung von Finanzschulden -6.493 -6.020
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -6.493 29.388
Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelbestands 0 -5
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 5.339 3.404
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands -503 395
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 4.836 3.799

Eigenkapitalveränderungsrechnung

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in Tausend € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Währungsumrechnungsrücklage Net Investment Hedge Reserve Aktienoptionsplan Gewinnrücklagen
Stand 1. Januar 2019 12.463 33.739 374 0 103 200
Konzernergebnis
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -280 0
Gesamtergebnis nach Steuern -280 0
Stand am 30. Juni 2019 12.463 33.739 94 0 103 200
Stand am 1. Januar 2020 12.463 33.739 46 0 231 200
Veränderung von Minderheitsanteilen
Konzernergebnis
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -32 0
Gesamtergebnis nach Steuern -32 0
Stand am 30. Juni 2020 12.463 33.739 14 0 231 200

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in Tausend € Konzernbilanzgewinn Summe Anteile in Fremdbesitz Summe Eigenkapital
Stand 1. Januar 2019 2.269 49.148 106 49.254
Konzernergebnis -7.961 -7.961 -103 -8.064
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 157 -123 -54 -177
Gesamtergebnis nach Steuern -7.804 -8.084 -157 -8.241
Stand am 30. Juni 2019 -5.535 41.064 -51 41.013
Stand am 1. Januar 2020 -38.354 8.325 -51 8.274
Veränderung von Minderheitsanteilen -909 -909 909 0
Konzernergebnis -5.934 -5.934 78 -5.856
Sonstiges Ergebnis nach Steuern -2 --34 3 -31
Gesamtergebnis nach Steuern -5.936 -5.968 81 -5.887
Stand am 30. Juni 2020 -45.199 1.448 939 2.387

Konzernanhang der Delticom AG

Berichtsunternehmen

Die Delticom AG (nachfolgend "AG" genannt) ist die Muttergesellschaft des Delticom-Konzerns (nachfolgend "Delticom" genannt). Die AG ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hannover mit der Registernummer HRB58026 eingetragen. Die Anschrift der AG lautet 30169 Hannover, Brühlstraße 11, Deutschland.

Delticom ist Europas führendes E-Commerce-Unternehmen für Reifen und Kompletträder. Die Produktpalette für Privat- und Geschäftskunden umfasst mehr als 100 Marken und über 18.000 Modelle von Reifen für Pkw und Motorräder sowie Kompletträder. Kunden können die bestellten Produkte zur Montage auch zu einem der weltweit rund 39.000 Servicepartner der Delticom AG schicken lassen.

Ausführliche Informationen über das Berichtsunternehmen sind im Lagebericht des Geschäftsberichts 2019 im Abschnitt Geschäftstätigkeit sowie im Abschnitt Organisation dargestellt.

Zahl der Mitarbeiter

Vom 01.01.2020 bis zum 30.06.2020 waren im Durchschnitt 207 Arbeitnehmer beschäftigt (davon im Durchschnitt 6 Auszubildende und Praktikanten). Diese Berechnung basiert auf der Anzahl der Beschäftigten unter Berücksichtigung der geleisteten Arbeitsstunden.

Saisonale Effekte

In Deutschland, aber auch in der Alpenregion und in Nordeuropa prägt der jahreszeitlich bedingte Wetterwechsel den Geschäftsverlauf im Reifenhandel. Weil die meisten Autofahrer ihre Winterreifen bereits mit dem ersten Schneefall und damit in den letzten Monaten eines Jahres kaufen, fällt das erste Quartal meist etwas schwächer aus. Das zweite Jahresviertel dagegen gibt sich traditionell umsatzstark: Oft sind die Temperaturen im April und Mai schon vergleichsweise hoch und das teils angenehm warme Wetter führt bei vielen Pkw-Fahrern zum Kauf neuer Sommerreifen.

Das dritte Quartal schließlich flacht typischerweise wieder etwas ab: Im Übergang vom Sommer- auf das Winterreifengeschäft wird der Absatz etwas schwächer. In den meisten Ländern Europas zeigt sich das letzte Quartal dann meist auch als das umsatzstärkste. In der dunklen Jahreszeit werden die Straßenverhältnisse schwieriger, die Bremswege verlängern sich - und vielen Autofahrern wird die Notwendigkeit neuer Reifen ganz direkt bewusst. Wetterbedingte Verschiebungseffekte zwischen den Quartalen und Basiseffekte im Vergleich zum Vorjahr sind unvermeidlich.

Grundlagen der Rechnungslegung und Konsolidierung, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der vorliegende Halbjahresabschluss zum 30.06.2020 wurde nach den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten International Financial Reporting Standards (IFRS) für die Zwischenberichterstattung, wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. Zur Anwendung kamen alle am Abschlussstichtag gültigen und verpflichtend anzuwendenden IFRS Standards, insbesondere IAS 34 (Zwischenberichterstattung).

Nach IAS 34 sind in einem Zwischenfinanzbericht mindestens folgende Angaben erforderlich:

eine verkürzte Bilanz (Bilanz)
entweder (a), eine verkürzte Gesamtergebnisrechnung oder (b), eine verkürzte Gesamtergebnisrechnung und eine verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung
eine verkürzte Aufstellung der Veränderungen des Eigenkapitals
eine verkürzte Kapitalflussrechnung
ausgewählte Erläuterungen

Der Zwischenabschluss enthält nicht alle für einen Konzernabschluss notwendigen Erläuterungen und Angaben und ist daher in Verbindung mit dem Konzernabschluss zum 31.12.2019 zu sehen. Der Geschäftsbericht 2019 steht auf der Unternehmenswebseite im Bereich Investor Relations bzw. unter nachfolgenden Link zum Download bereit:

www.delti.com/Investor_Relations/Delticom_Geschaeftsbericht_2019.pdf

Der beizulegende Zeitwert der vorhandenen Finanzinstrumente entspricht bei sämtlichen Bilanzpositionen näherungsweise dem Buchwert. Die Finanzinstrumente der Kategorie Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 16 Tsd. € (31.12.2019: 8 Tsd. €) sowie der Kategorie Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 602 Tsd. € (31.12.2019: 99 Tsd. €) sind in der Fair Value-Hierarchie in Stufe 2 eingeordnet. Fair Values der Hierarchiestufe 3 liegen wie in Vorjahren nicht vor. Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte wurden in der Erfolgsrechnung erfasst. Die Bewertung erfolgt unter Berücksichtigung von aktuellen EZB-Referenzkursen und Terminauf- bzw. -abschlägen.

Aufgrund der kurzfristigen Fälligkeiten für Zahlungen entspricht der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dem beizulegenden Zeitwert. Die Ertragsteuern der Gewinn- und -Verlustrechnung werden im Zwischenabschluss nach IAS 34.30c mittels einer Steuerquote ermittelt und beinhalten im Wesentlichen einen Steuerertrag aus der Bilanzierung aktiver latenter Steuern.

Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis umfasst neben der Delticom AG als Obergesellschaft fünfzehn inländische und neun ausländische Tochtergesellschaften, die alle in den Zwischenabschluss vollkonsolidiert wurden.

Die nachfolgenden Gesellschaften wurden im laufenden Geschäftsjahr vollkonsolidiert:

All you need GmbH, Hannover (Deutschland)
DeltiCar SAS, Paris (Frankreich)
Delticom North America Inc., Benicia (Kalifornien, USA)
Delticom OE S.R.L., Timisoara (Rumänien)
Delticom TOV, Lwiw (Ukraine)
Delticom Russia OOO, Moskau (Russland)
Deltiparts GmbH, Hannover (Deutschland)
DeltiLog Ltd., Oxford (Großbritannien)
DeltiLog GmbH, Hannover (Deutschland)
DeltiStorage GmbH, Hannover (Deutschland)
DS Road GmbH, Pratteln (Schweiz)
Extor GmbH, Hannover (Deutschland)
Giga GmbH, Hamburg (Deutschland)
Gigatires LLC, Benicia (Kalifornien, USA)
Gourmondo Food GmbH, München (Deutschland)
MobileMech GmbH, Hannover (Deutschland)
Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH, Hannover (Deutschland)
Ringway GmbH, Hannover (Deutschland)
Tireseasy LLC, Wilmington (Delaware, USA)
Tirendo Deutschland GmbH, Berlin (Deutschland)
Tirendo Holding GmbH, Berlin (Deutschland)
Toroleo Tyres GmbH, Gadebusch (Deutschland)
Toroleo Tyres TT GmbH und Co.KG Gadebusch (Deutschland)
TyresNET GmbH, München (Deutschland)

Die Delticom AG hat im Geschäftsjahr die restlichen Anteile an der Gourmondo Food GmbH übernommen, so dass sie nunmehr als alleinige Gesellschafterin fungiert.

Änderungen wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die im vorliegenden Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des Konzernabschlusses der Gesellschaft zum 31.12.2019.

Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz sowie Kapitalflussrechnung

Detaillierte Erläuterungen zur Geschäftsentwicklung und der Gewinn- und Verlustrechnung finden sich im Kapitel Geschäftsverlauf und Ertragslage im Konzernzwischenlagebericht. Das Kapitel Finanz- und Vermögenslage enthält weitere Informationen zur Bilanz sowie zur Kapitalflussrechnung.

Die Mehrheit der Verkaufsverträge (und die daraus resultierenden Umsatzerlöse) bestehen zwischen Delticom und privaten Endkunden. Delticom ist ein Ein-Segment-Unternehmen, der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit liegt auf dem E-Commerce. Die Umsätze werden nach geografischen Regionen in die Länder der EU und Nicht-EU-Länder kategorisiert. Aufgrund der kurzen Zahlungsziele und eines umfassenden Monitorings ist eine Kategorisierung des Zahlungsausfallrisikos nicht erforderlich. Die verkauften E-Commerce-Produkte führen vertragsseitig zu eindeutig identifizierbaren Leistungsverpflichtungen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse betreffen fast ausschließlich die Erlöse aus Warenlieferungen an Kunden für den Zeitraum vom 01.01.2020 bis 30.06.2020, hiervon 85.495 Tsd.€ (H1 2019 105.138 Tsd.€) Umsatzerlöse im Inland.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen:

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in Tausend € H1'20 H1'19
Ausgangsfrachten 24.143 28.869
Lagerhandlingkosten 3.844 5.092
Gebühren Kreditkarten 2.017 2.554
Externe Werbekosten 8.396 13.662
Operations-Center 4.529 5.285
Mieten und Betriebskosten 725 1.794
Finanzen und Recht 6.279 3.243
IT und Telekommunikation 1.701 1.941
Aufwendungen aus Kursdifferenzen 1.887 1.433
Übrige 3.925 5.434
Summe 57.446 69.308

Von den Aufwendungen für Finanzen und Recht entfallen 3.884 Tsd. € (H1 2019: 0 Tsd. €) auf Restrukturierungskosten.

Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie beträgt -0,47 € (H1 19: -0,64 €). Das verwässerte Ergebnis beläuft sich ebenfalls auf -0,47 € (H1 19: -0,64 €).

Erläuterungen zur Berechnung des Ergebnisses je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird gemäß IAS 33 als Quotient aus dem Periodenergebnis nach Steuern in Höhe von -5.855.568,65 € (Vorjahr: -7.961.112,50 €) und der gewichteten durchschnittlichen Anzahl der während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Stammaktien von 12.463.331 Stück (Vorjahr: 12.463.331 Stück) ermittelt.

Im Berichtszeitraum wurden keine Aktienoptionen ausgeübt. Die Wartezeit beträgt bei allen gewährten Aktienoptionen vier Jahre beginnend am jeweiligen Ausgabetag. Grundsätzlich müssen sämtliche ausgegebenen Aktien für die Berechnung des verwässerten EPS berücksichtigt werden, sofern die Aktienoptionen einen verwässernden Effekt haben. Dieser liegt vor, wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien unter dem durchschnittlichen Marktpreis der im Umlauf befindlichen Stammmaktien in der Betrachtungsperiode liegt. Es besteht kein Verwässerungseffekt im H1 20.

Dividende

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 wurde keine Dividende gezahlt (Vorjahr: 0 €).

Angaben zu Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen oder Personen

Nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS 24 sind der Vorstand und Aufsichtsrat der Delticom AG (Kategorie Personen in Schlüsselpositionen), die Mehrheitsgesellschafter Binder GmbH und Prüfer GmbH (Kategorie Maßgeblicher Einfluss auf das berichtende Unternehmen), sowie nicht konsolidierte Tochtergesellschaften (Kategorie Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften). Alle Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind vertraglich vereinbart und zu Bedingungen ausgeführt worden, wie sie auch mit fremden Dritten üblich sind. Im Zwischenberichtszeitraum haben sich keine Änderungen mit wesentlichem Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage ergeben.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen, Eventualschulden und -forderungen

Bei den sonstigen finanziellen Verpflichtungen gab es keine wesentlichen Änderungen im Vergleich zum 31.12.2019.

Eventualschulden und -forderungen bestanden am Abschlussstichtag nicht.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag

Es sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag vorgefallen.

Angabe gemäß § 115 Abs. 5 WpHG

Der vorliegende Zwischenabschluss und der Zwischenlagebericht wurden weder durch einen Abschlussprüfer geprüft, noch einer prüferischen Durchsicht unterzogen.

Deutscher Corporate Governance Kodex

Auf der Webseite www.delti.com/Investor_Relations/entsprechungserklaerung.html finden sich die aktuellen Erklärungen nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex vom Vorstand und Aufsichtsrat der Delticom AG.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Hannover, den 13.08.2020

(Der Vorstand)

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