Skip to main content

AI assistant

Sign in to chat with this filing

The assistant answers questions, extracts KPIs, and summarises risk factors directly from the filing text.

Delticom AG Interim / Quarterly Report 2012

Sep 6, 2012

95_rns_2012-09-06_b800c863-2e38-4541-bdb0-b5b5ed1f1eb2.html

Interim / Quarterly Report

Open in viewer

Opens in your device viewer

Delticom AG

Hannover

Halbjahresfinanzbericht vom 1. Januar 2012 bis 30. Juni 2012

Konzernzwischenlagebericht

Wirtschaftliches Umfeld

Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen: Die erste Jahreshälfte ging mit anhaltenden Turbulenzen an den Finanzmärkten einher. Auch für die Realwirtschaft blieb die Eskalation der Euro-Krise nicht ohne Folgen: Ein schwaches Wirtschaftswachstum, der harte Sparkurs der Regierungen und hohe Arbeitslosigkeit prägen vielerorts das gesamtwirtschaftliche Bild. Angesichts der zunehmenden Abwärtsrisiken und des nachlassenden Inflationsdrucks zu Anfang des dritten Quartals hat die Europäische Zentralbank den Leitzins erstmals auf unter 1 % gesenkt.

Die sich immer weiter verschärfende Krise droht auch auf die Kernländer Europas durchzuschlagen, so dass sich die konjunkturellen Frühindikatoren im zweiten Quartal wieder verschlechterten. In Deutschland bewegt sich die Beschäftigung allerdings weiterhin auf hohem Niveau. Daher ist hier trotz gestiegener Konjunkturängste das Umfeld für die Konsumneigung nach wie vor günstig, wenngleich die hohen Benzinpreise belasten.

Entwicklung des Reifenmarktes: Die Verschlechterung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen blieb auch für die Reifenproduzenten nicht ohne Folgen. Einerseits war das Erstausrüstungsgeschäft in Europa rückläufig, andererseits wurden bislang auch deutlich weniger Ersatzreifen vom europäischen Handel nachgefragt. Einige Hersteller haben in den zurück liegenden Monaten mit Kapazitätsanpassungen reagiert.

Zu Jahresbeginn waren die Rohstoffpreise zunächst nochmal angestiegen. Allerdings hat sich die Situation zum Ende des ersten Quartals etwas entspannt. Niedrigere Beschaffungskosten für Naturkautschuk und Rohöl halfen den Reifenherstellern, die rückläufige Mengenentwicklung zumindest teilweise auszugleichen.

Auch der europäische Reifenhandel bekam die Marktschwäche in den letzten Monaten voll zu spüren. Europaweit ist das Geschäft mit Sommerreifen bislang deutlich hinter den Erwartungen zurück geblieben. Für Deutschland liegen mit der Tendenzauswertung einer Händlerbefragung durch den BRV (Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e. V.) erste Zahlen vor. Demnach muss für die ersten fünf Monate des laufenden Jahres mit einem Umsatzrückgang bei Sommerreifen von etwa 15 % gerechnet werden.

Geschäftsverlauf und Ertragslage

Umsatz

Konzern: Delticom, Europas führender Internet-Reifenhändler, erzielt den wesentlichen Teil der Umsätze mit dem Verkauf von Ersatzreifen für Pkw, Motorräder, Lkw und Industriefahrzeuge. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erlöste das Unternehmen einen Umsatz von 193,3 Mio. €, ein Minus von –2,5 % nach 198,3 Mio. € im Vergleichszeitraum.

E-Commerce: Der Umsatz im Geschäftsbereich E-Commerce sank im Vorjahresvergleich in den 127 Onlineshops um –2,7 % von 190,1 Mio. € auf 184,9 Mio. €. Der Anteil des E-Commerce-Umsatzes am Gesamtumsatz betrug 95,7 %, im Vergleich zu 95,9 % im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Insgesamt konnten in H1 12 360 Tausend Neukunden (H1 11: 411 Tausend, –12,2 %) gewonnen werden. Im gleichen Zeitraum haben 266 Tausend Bestandskunden (H1 11: 258 Tausend, +3,4 %) zum wiederholten Mal ihre Reifen bei Delticom gekauft.

Großhandel: Im Geschäftsbereich Großhandel verkauft das Unternehmen Reifen an Großhändler im In- und Ausland. Der Segmentumsatz erhöhte sich im Berichtszeitraum um 2,1 % auf 8,4 Mio. €, nach einem Vorjahresumsatz von 8,2 Mio. €.

Umsatz nach Segmenten und Regionen

in Tsd. €

scroll

H1'12 % +% H1'11 % +%
Umsatz 193.270 100,0 –2,5 198.293 100,0 11,8
Primäre Segmente
E-Commerce 184.910 95,7 –2,7 190.108 95,9 12,0
Großhandel 8.360 4,3 2,1 8.185 4,1 7,3
Regionen
EU 139.945 72,4 –7,6 151.386 76,3 6,7
Rest 53.325 27,6 13,7 46.906 23,7 32,2

scroll

H1'10 %
Umsatz 177.317 100,0
Primäre Segmente
E-Commerce 169.686 95,7
Großhandel 7.631 4,3
Regionen
EU 141.828 80,0
Rest 35.489 20,0

Saisonalität: Die Grafik Umsatzentwicklung zeigt zusammenfassend die Entwicklung der Quartalsumsätze.

Umsatzentwicklung

pro Quartal, in Mio. €

Aufgrund geringerer Schneefälle zu Jahresbeginn startete Delticom im Vergleich zum Vorjahr zunächst etwas schwächer ins neue Jahr. Auch das europäische Sommerreifengeschäft im zweiten Quartal blieb vielerorts hinter den Erwartungen zurück. Insgesamt erzielte Delticom im Q2 12 Umsätze in Höhe von 107,8 Mio. € (Q2 11: 112,9 Mio. €), ein Rückgang von –4,6 %.

Regionale Verteilung: Das Unternehmen ist weltweit in 41 Ländern tätig, wobei ein Großteil der Umsätze in den Ländern der EU erlöst wird. Insgesamt wurden hier im Berichtszeitraum 139,9 Mio. € (–7,6 %) erzielt. Außerhalb der EU ist die Gesellschaft in weiteren europäischen Ländern wie der Schweiz und Norwegen tätig, aber auch in den USA. Auf die Nicht-EU-Länder entfiel in H1 12 ein Umsatz von 53,3 Mio. € (+13,7 %).

Wesentliche Aufwandspositionen

Materialaufwand: Die größte Aufwandsposition ist der Materialaufwand. Hier werden die Einstandspreise für die verkauften Reifen erfasst. Der Rückgang im Berichtszeitraum um –1,9 % von 144,9 Mio. € auf 142,2 Mio. € (73,6 % vom Umsatz) ist im Wesentlichen auf die schwache Umsatzentwicklung zurückzuführen. Der Materialaufwand im Bereich E-Commerce reduzierte sich um –2,2 % von 137,7 Mio. € auf 134,7 Mio. €. Im Bereich Großhandel wuchs der Materialaufwand in H1 12 um 3,2 % auf 7,5 Mio. € (H1 11: 7,2 Mio. €).

Transportkosten: Innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind die Transportkosten die größte Einzelposition. Delticom lässt die verkauften Reifen von den Lagerstandorten abholen und zu den Kunden oder Montagepartnern liefern. Die Transportkosten lagen im Berichtszeitraum mit 16,2 Mio. € auf Vorjahresniveau. Der Anteil der Transportkosten am Umsatz hat sich von 8,2 % auf 8,4 % erhöht.

Kosten der Lagerhaltung: Mit der Ausweitung der Lagerfläche erhöhte sich auch der Aufwand für Mieten und Betriebskosten von 1,9 Mio. € im Vorjahr um 63,5 % auf 3,0 Mio. €. Die direkten Kosten der Lagerhaltung gingen um 23,9 % auf 1,6 Mio. € zurück (H1 11: 2,2 Mio. €), weil im Rahmen von Qualifizierungsmaßnahmen einige Zeit- und Leiharbeiter in Festanstellung übernommen wurden.

Personalaufwand: In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres beschäftigte das Unternehmen im Durchschnitt 142 Mitarbeiter (H1 11: 108). Der Grund für den Anstieg liegt im Aufbau von qualifiziertem Personal für das im Q2 des letzten Jahres eröffnete neue Großlager. Der Personalaufwand belief sich auf 4,4 Mio. € (H1 11: 3,5 Mio. €). Die Personalaufwandsquote (Verhältnis von Personalaufwand zu Umsatzerlösen) in Höhe von 2,3 % hat sich gegenüber Vorjahr folglich erhöht (H1 11: 1,8 %).

Marketing: Der Marketingaufwand für das erste Halbjahr belief sich auf 4,3 Mio. €, nach 3,9 Mio. € in H1 11. Dies entspricht einer Quote im Verhältnis zum Umsatz von 2,2 % nach 2,0 % im H1 11. Im zweiten Quartal wurde mit 2,1 % vom Umsatz mehr als im Vorjahr für Marketing ausgegeben, um den Abverkauf zum Hochpunkt der Sommerreifensaison zu unterstützen (Q2 11: 1,7 %).

Abschreibungen: Im Zuge des schrittweisen Ausbaus der Lagerkapazität und der dafür notwendigen Ausstattungsinvestitionen stiegen die Abschreibungen von 0,8 Mio. € in 2011 um 63,7 % auf 1,3 Mio. € an. Die wertmäßig geringen Abschreibungen zeigen, dass das Geschäft der Delticom nach wie vor wenig kapitalintensiv ist.

Ergebnisentwicklung

Bruttomarge: Nach einem wetterbedingt schwachen Saisonauftakt ist das Sommerreifengeschäft auch im zweiten Quartal europaweit deutlich hinter den Erwartungen des Reifenhandels zurückgeblieben. Trotz eines schwierigen Marktumfelds wurde im Berichtszeitraum eine Bruttomarge von 26,4 % erzielt, nach 26,9 % im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Bruttomarge (Handelsspanne ohne sonstige betriebliche Erträge) belief sich im Q2 12 auf 26,9 % nach 27,7 % im Q2 11.

Ein Teil des Rückgangs kann durch den zunehmenden Preisdruck in Folge der schwachen Nachfrage erklärt werden. Wesentlicher für die Margenentwicklung war in den zurückliegenden Monaten jedoch die Entwicklung der eigenen Bestände an Sommerreifen; sie wurden im Zuge der Marktschwäche stark runtergefahren. Dadurch ist der Anteil der von Großhändlern adhoc bezogenen Fremdware gestiegen, die meist zu geringeren Bruttomargen verkauft wird als Eigenware.

Aktuell hält Delticom niedrigere Sommerreifenbestände als in den vergangenen Jahren.

Sonstige betriebliche Erträge: Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen im Berichtszeitraum um –33,7 % auf 2,1 Mio. € zurück (H1 11: 3,1 Mio. €). Hierbei handelt es sich mit 1,0 Mio. € mehrheitlich um Gewinne aus Währungskursdifferenzen (H1 11: 2,3 Mio. €), die insbesondere durch die Bewegungen im EUR/USD Wechselkurs beeinflusst werden. Währungsverluste aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die der zugeordneten Hedges weist Delticom innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus (H1 12: 2,5 Mio. €, H1 11: 2,7 Mio. €).

Rohertrag: Im Berichtszeitraum reduzierte sich der Rohertrag gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert um –5,9 % von 56,5 Mio. € auf 53,2 Mio. €. Im Verhältnis zur Gesamtleistung in Höhe von 195,3 Mio. € (H1 11: 201,4 Mio. €) betrug der Rohertrag 27,2 % (H1 11: 28,0 %).

EBIT: Das EBIT verschlechterte sich im Berichtszeitraum um –29,2 % von 18,7 Mio. € auf 13,2 Mio. €, hauptsächlich aufgrund der höheren Personalkosten und Mieten. Dies entspricht einer Umsatzrendite (EBIT-Marge in Prozent vom Umsatz) in Höhe von 6,9 % (H1 11: 9,4 %). Für das zweite Quartal ergibt sich gegenüber dem Vorjahreswert von 12,8 Mio. € ein Rückgang um 23,1 % auf 9,8 Mio. €. Die EBIT-Marge betrug 9,1 % (Q2 11: 11,3 %).

Die Grafik EBIT zeigt die Entwicklung des Konzernergebnisses vor Finanzergebnis und Steuern in den zurückliegenden Quartalen.

EBIT

pro Quartal, in Mio. €

Finanzergebnis: Aufgrund anhaltend tiefer Euro-Geldmarktzinsen verharrte der Finanzertrag im H1 12 mit 23 Tsd. € auf niedrigem Niveau (H1 11: 92 Tsd. €). Zur Finanzierung von Teilen des Warenbestands wurden im Berichtszeitraum Kreditlinien in Anspruch genommen. Der Finanzaufwand stieg dadurch auf 109 Tsd. € an (H1 11: 13 Tsd. €). Insgesamt betrug das Finanzergebnis –86 Tsd. € (H1 11: 79 Tsd. €).

Ertragsteuern: Der Ertragsteueraufwand für die ersten sechs Monate belief sich auf 4,4 Mio. € (H1 11: 6,0 Mio. €). Dies entspricht einer Steuerquote von 33,2 % (H1 11: 32,1 %).

Konzernergebnis: Das Konzernergebnis betrug im Berichtszeitraum 8,8 Mio. €, nach einem Vorjahreswert von 12,7 Mio. €. Das Ergebnis je Aktie ging von 1,08 € (H1 11, unverwässert) auf 0,74 € zurück – ein Minus von –31,1 %.

Verkürzte GuV

in Tsd. €

scroll

H1'12 % +% H1'11 % +%
Umsatz 193.270 100,0 –2,5 198.293 100,0 11,8
Sonstige betriebliche Erträge 2.068 1,1 –33,7 3.118 1,6 –7,7
Gesamtleistung 195.338 101,1 –3,0 201.411 101,6 11,5
Materialaufwand 142.171 73,6 –1,9 144.922 73,1 12,0
Rohertrag 53.167 27,5 –5,9 56.488 28,5 10,2
Personalaufwand 4.374 2,3 25,4 3.489 1,8 9,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen 34.212 17,7 2,2 33.486 16,9 8,5
EBIT 13.247 6,9 –29,2 18.700 9,4 12,6
Abschreibungen 1.332 0,7 63,7 814 0,4 33,7
EBITDA 14.580 7,5 –25,3 19.514 9,8 13,4
Finanzergebnis (netto) –86 0,0 –209,3 79 0,0 83,9
EBT 13.161 6,8 –29,9 18.779 9,5 12,8
Ertragsteuern 4.370 2,3 –27,6 6.033 3,0 12,4
Konzernergebnis 8.791 4,5 –31,0 12.746 6,4 13,0

scroll

H1'10 %
Umsatz 177.317 100,0
Sonstige betriebliche Erträge 3.377 1,9
Gesamtleistung 180.694 101,9
Materialaufwand 129.427 73,0
Rohertrag 51.267 28,9
Personalaufwand 3.191 1,8
Sonstige betriebliche Aufwendungen 30.867 17,4
EBIT 16.600 9,4
Abschreibungen 609 0,3
EBITDA 17.209 9,7
Finanzergebnis (netto) 43 0,0
EBT 16.643 9,4
Ertragsteuern 5.368 3,0
Konzernergebnis 11.275 6,4

Die Tabelle Verkürzte GuV fasst wesentliche Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung im Mehrjahresvergleich zusammen.

Finanz- und Vermögenslage

Bilanzstruktur

Zum Stichtag 30.06.2012 betrug die Bilanzsumme 182,2 Mio. € (31.12.2011: 166,4 Mio. €). Die Tabelle Verkürzte Konzernbilanz zeigt die geringe Kapitalintensität des Geschäftsmodells.

Verkürzte Konzernbilanz

in Tsd. €

Aktiva

scroll

30.06.12 % +% 31.12.11 % +%
Langfristig gebundenes Vermögen 15.792 8,7 –5,3 16.669 10,0 63,9
Anlagevermögen 15.124 8,3 –6,1 16.098 9,7 66,8
sonstige Vermögenswerte 669 0,4 17,1 571 0,3 10,8
Kurzfristig gebundenes Vermögen 166.360 91,3 11,1 149.695 90,0 7,6
Vorräte 135.056 74,1 26,8 106.492 64,0 103,9
Forderungen 23.617 13,0 12,4 21.006 12,6 9,9
Liquidität 7.687 4,2 –65,4 22.197 13,3 –67,3
Wertpapiere 0 0,0 0 0,0 –100,0
Flüssige Mittel 7.687 4,2 –65,4 22.197 13,3 –66,8
Bilanzsumme 182.152 100,0 9,5 166.364 100,0 11,4
Passiva
Langfristige Finanzierungsmittel 52.795 29,0 –33,3 79.108 47,6 10,8
Eigenkapital 49.397 27,1 –34,6 75.480 45,4 5,8
Fremdkapital 3.398 1,9 –6,3 3.628 2,2 7879,6
Rückstellungen 42 0,0 38,1 30 0,0 –33,9
Verbindlichkeiten 3.356 1,8 –6,7 3.597 2,2
Kurzfristige Schulden 129.357 71,0 48,2 87.256 52,4 11,9
Rückstellungen 2.356 1,3 –64,1 6.560 3,9 –21,7
Verbindlichkeiten 127.001 69,7 57,4 80.696 48,5 16,0
Bilanzsumme 182.152 100,0 9,5 166.364 100,0 11,4

scroll

31.12.10 %
Aktiva
Langfristig gebundenes Vermögen 10.169 6,8
Anlagevermögen 9.654 6,5
sonstige Vermögenswerte 516 0,3
Kurzfristig gebundenes Vermögen 139.178 93,2
Vorräte 52.227 35,0
Forderungen 19.117 12,8
Liquidität 67.834 45,4
Wertpapiere 1.036 0,7
Flüssige Mittel 66.798 44,7
Bilanzsumme 149.348 100,0
Passiva
Langfristige Finanzierungsmittel 71.387 47,8
Eigenkapital 71.341 47,8
Fremdkapital 45 0,0
Rückstellungen 45 0,0
Verbindlichkeiten 0 0,0
Kurzfristige Schulden 77.961 52,2
Rückstellungen 8.379 5,6
Verbindlichkeiten 69.582 46,6
Bilanzsumme 149.348 100,0

Vorräte: Größte Position im kurzfristig gebundenen Vermögen sind die Vorräte. Seit Jahresanfang wurden die Bestände um 28,6 Mio. € oder 26,8 % auf 135,1 Mio. € gesteigert (31.12.2011: 106,5 Mio. €). Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren die Vorräte noch um 51,1 Mio. € erhöht worden.

Forderungen: Die Forderungen folgen üblicherweise der Saisonkurve, jedoch sind Stichtagseffekte unvermeidbar. Der Forderungsbestand war zum Stichtag 30.06.2012 3,4 % größer als zum Ende des Vorjahres (31.12.2011: 10,1 Mio. €). Insgesamt beliefen sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 30.06.2012 auf 10,5 Mio. €.

Verbindlichkeiten: Im Zuge des Bestandsaufbaus wurden die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Verlauf des Geschäftsjahres von 68,2 Mio. € um 28,1 Mio. € auf 96,4 Mio. € erhöht, was einer Steigerung um 41,2 % entspricht. Zum 30.06.2012 entfielen daher innerhalb der 127,0 Mio. € an kurzfristigen Verbindlichkeiten 96,4 Mio. € oder 52,9 % der Bilanzsumme auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Für die Finanzierung von Teilen der Lagerbestände wurden zusätzlich kurzfristige Finanzschulden in Höhe von 21,7 Mio. € aufgenommen.

Working Capital: Die Kapitalbindung im Working Capital belief sich zum Stichtag auf 45,4 Mio. € (30.06.2011: 44,5 Mio. €). Seit Jahresanfang wurde die Kapitalbindung im Working Capital um lediglich 1,0 Mio. € oder 2,2 % auf 45,4 Mio. € erhöht (31.12.2011: 44,4 Mio. €). Im entsprechenden Vorjahreszeitraum war der Anstieg noch um 42,7 Mio. € deutlich höher ausgefallen.

Liquidität: Die Liquidität (flüssige Mittel und Liquiditätsreserve) belief sich zum 30.06.2012 auf 7,7 Mio. € (30.06.2011: 6,2 Mio. €, 31.12.2011: 22,2 Mio. €). Zum Stichtag verfügte das Unternehmen über eine Netto-Liquidität (Liquidität abzüglich kurzfristiger Finanzschulden) in Höhe von –18,0 Mio. € (30.06.2011: 0,9 Mio. €).

Cashflow

Die Grafik Liquiditätsbrücke zeigt, wie sich die Liquidität über die letzten 12 Monate entwickelt hat.

Liquiditätsbrücke

in Mio. €

Gewöhnliche Geschäftstätigkeit: Aufgrund der positiven Entwicklung im Working Capital war der Cashflow aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit für den Berichtszeitraum mit –0,5 Mio. € deutlich besser als im Vorjahr (H1 11: –30,2 Mio. €).

Investitionen: Im Zuge der Erweiterung der Lagerkapazität wurden wesentliche Ausstattungsinvestitionen bereits im letzten Jahr vorgenommen. Daher beliefen sich in diesem Jahr die Investitionen in Sachanlagen bisher lediglich auf 0,3 Mio. €, deutlich weniger als die 4,4 Mio. € im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Zuzüglich der Investitionen in immaterielle Anlagegegenstände in Höhe von 68 Tsd. € waren in H1 12 insgesamt 0,4 Mio. € der Investitionen zahlungswirksam (Capex, H1 11: 4,5 Mio. €).

Finanzierungstätigkeit: Delticom hat im H1 12 für das Geschäftsjahr 2011 eine Dividende in Höhe von –34,9 Mio. € ausgezahlt. Zusammen mit den kurzfristigen Finanzschulden in Höhe von 21,7 Mio. € betrug der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit im Berichtszeitraum insgesamt –13,7 Mio. €.

Organisation

Konzernstruktur: Der Konzern umfasste zum 30.06.2012 die folgenden Tochtergesellschaften:

Reifendirekt GmbH, Hannover
Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH, Hannover
Delticom Tyres Ltd., Oxford (Großbritannien)
NETIX S.R.L., Timisoara (Rumänien)
Delticom North America Inc., Wilmington (Delaware, USA)
Tyrepac Pte. Ltd., Singapur
Hongkong Tyrepac Ltd., Hongkong

An der Tyrepac und (mittelbar) an deren Tochtergesellschaft hält Delticom AG eine Mehrheitsbeteiligung in Höhe von 50,9 %. Für die anderen Tochterunternehmen liegen sämtliche Anteilsbesitze zu 100 % bei der Delticom AG.

Mitarbeiter: Im Berichtszeitraum waren im Durchschnitt 142 Personen im Unternehmen beschäftigt (H1 11: 108), davon 8 Auszubildende und Praktikanten. Das Geschäft wird überwiegend aus der Zentrale am Standort Hannover betrieben.

Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Berichtszeitraums gab es keine Vorgänge von besonderer Bedeutung.

Risikobericht

Als international tätiges Unternehmen ist Delticom Risiken unterschiedlichster Art ausgesetzt. Um diese rechtzeitig erkennen, bewerten und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können, haben wir frühzeitig ein Risikomanagementsystem etabliert und hierzu eine unternehmensweite Richtlinie zur Risikofrüherkennung und zum Risikomanagement verabschiedet. Darstellungen zum Risikomanagement und eine Liste wesentlicher Einzelrisiken finden sich im Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2011 auf Seite 42ff.

Gegenüber der Darstellung im Geschäftsbericht 2011 hat sich die Risikoposition nicht wesentlich geändert. Bestandsgefährdende Einzelrisiken existieren nicht, und die Gesamtsumme der Risiken stellt keine Gefahr für den Fortbestand der Gesellschaft dar.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen: Immer mehr Staaten in der Eurozone drohen in eine Rezession abzugleiten. Vielerorts ist die Konjunktur ins Stocken geraten. Zudem leidet die Industrie unter rückläufigen Auftragseingängen. Dies bleibt nicht ohne Folgen für die Beschäftigung: Im Juni erreichte die Arbeitslosigkeit im Euroraum ihren vorläufigen Höchststand. Trotz einer nachlassenden Dynamik zeigt sich der heimische Arbeitsmarkt bislang jedoch stabil. Dessen ungeachtet mehrt sich unter den Verbrauchern aber die Angst, dass auch die deutsche Wirtschaft auf kurz oder lang in den Krisenstrudel gezogen wird. Im Zuge des sich eintrübenden Konsumklimas werden sich die Rahmenbedingungen für den Einzelhandel weiter verschlechtern.

Inflation: Trotz schwacher gesamtwirtschaftlicher Nachfrage liegt die Teuerungsrate in der Eurozone unverändert über dem Stabilitätsziel der Europäischen Zentralbank. Sie hat im Juli die Zinsen auf ein historisch niedriges Niveau gesenkt und in den letzten Wochen weitere geldpolitische Maßnahmen angekündigt. Es muss davon ausgegangen werden, dass die Schuldenkrise auch in den kommenden Monaten für eine anhaltende Schwäche der EUR/USD-Kurse sorgen wird. Dies könnte kurzfristig über gestiegene Energiekosten die Inflation anheizen. Höhere Benzinpreise führen zumindest kurzfristig dazu, dass Autobesitzer weniger fahren und später ihre Reifen wechseln.

Reifenhandel: Im ersten Halbjahr ist die Nachfrage nach PKW-Sommerreifen europaweit deutlich hinter den Erwartungen des Reifenhandels zurück geblieben. Eine Trendwende im weiteren Verlauf des dritten Quartals ist wenig wahrscheinlich. Wir haben in den zurückliegenden Wochen unsere Bestände an Sommerreifen weiter abgebaut.

Bislang hat sich der Handel nur vorsichtig mit Winterware bevorratet, da die Bestände nach dem milden Winter im letzten Jahr höher als üblich sind. Wie sich die Winterreifenpreise in Europa in den nächsten Monaten entwickeln werden wird maßgeblich vom Wetter abhängen.

Zumindest in Deutschland haben sich in diesem Jahr offensichtlich mehr Autofahrer als gewöhnlich dazu entschlossen, nicht auf Sommerreifen umzurüsten. Wir gehen davon aus, dass sich das Winterreifengeschäft zumindest um einen Teil der ausgebliebenen Umrüstungen erhöhen wird.

EU Label: Nach dem 01.07.2012 produzierte Reifen müssen entsprechend EU-Bestimmungen mit einem Label versehen werden, das Effizienzklassen für Nassbremsen, Rollwiderstand und Außengeräusche vorschreibt. Der Handel ist europaweit ab dem 01.11.2012 verpflichtet, die Kunden auf das Label aufmerksam zu machen, sofern die Reifen vom Produzenten gekennzeichnet sind. Experten weisen darauf hin, dass die Labelwerte vergleichsweise wenig Aussagekraft für Winterreifen haben. Wir gehen davon aus, dass in diesem Jahr das Label für die Kaufentscheidung der Kunden nur eine geringe Rolle spielen wird.

Prognose: Nachdem das erste Halbjahr hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, planen wir nun mit einer Umsatzsteigerung von etwa 5 % für das Gesamtjahr. Nur bei sehr gutem Winterwetter wird die EBIT-Marge 9 % überschreiten können, da der höhere Fixkostenblock auch in der zweiten Jahreshälfte das Ergebnis belasten wird.

Wir erwarten, dass sich die Nettoliquidität von Delticom im dritten Quartal positiv entwickeln wird, da die Bevorratung für die anstehende Wintersaison bereits größtenteils abgeschlossen ist. Bei weiterhin niedriger Investitionstätigkeit sollte sich auch der Free Cashflow zum Jahresende hin weiter verbessern.

Mittelfristiger Ausblick: Mittelfristig erwarten wir hinsichtlich Umsatz und Ergebnis weiterhin zweistellige jährliche Wachstumsraten. Delticom wird unserer Einschätzung nach in den nächsten Jahren stärker zulegen als die Märkte, auf denen wir tätig sind.

Konzernzwischenabschluss

Konzern Gewinn-und-Verlust-Rechnung

scroll

in Tausend € 01.01.2012 – 30.06.2012 01.01.2011 – 30.06.2011 01.04.2012 – 30.06.2012 01.04.2011 – 30.06.2011
Umsatz 193.270 198.293 107.786 112.939
Sonstige betriebliche Erträge 2.068 3.118 1.377 1.784
Gesamtleistung 195.338 201.411 109.163 114.723
Materialaufwand –142.171 –144.922 –78.745 –81.698
Rohertrag 53.167 56.488 30.418 33.024
Personalaufwand –4.374 –3.489 –2.173 –1.745
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –1.332 –814 –661 –447
Sonstige betriebliche Aufwendungen –34.212 –33.486 –17.766 –18.072
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 13.247 18.700 9.819 12.761
Finanzaufwand –109 –13 –66 –10
Finanzertrag 23 92 16 50
Finanzergebnis (netto) –86 79 –49 39
Ergebnis vor Steuern (EBT) 13.161 18.779 9.770 12.800
Steuern vom Einkommen und Ertrag –4.370 –6.033 –3.297 –4.110
Konzernergebnis 8.791 12.746 6.472 8.690
davon entfallen auf:
Gesellschafter des Mutterunternehmens 8.791 12.746
unverwässertes Ergebnis je Aktie 0,74 1,08
verwässertes Ergebnis je Aktie 0,74 1,07

Gesamtergebnisrechnung

scroll

in Tausend € 01.01.2012 – 30.06.2012 01.01.2011 – 30.06.2011 01.04.2012 – 30.06.2012 01.04.2011 – 30.06.2011
Konzernergebnis 8.791 12.746 6.472 8.690
Direkt im Eigenkapital erfasste Veränderungen des Geschäftsjahres
Veränderungen aus der Währungsumrechnung 76 –88 0 –65
Wertänderungen von finanziellen Vermögenswerten der Kategorie "Available for Sale"
Zeitwertänderungen direkt im Eigenkapital erfasst 0 3 0 2
Erfolgswirksame Realisierung aus dem Verkauf von Wertpapieren 0 –17 0 –17
Latente Steuern auf laufende erfolgsneutrale Veränderungen 0 4 0 5
Summe der erfolgsneutral erfassen Erträge und Aufwendungen 76 –97 0 –76
Gesamtergebnis der Periode 8.867 12.649 0 8.614

Konzernbilanz

Aktiva

scroll

in Tausend € 30.06.2012 31.12.2011
langfristige Vermögenswerte 15.792 16.669
Immaterielle Vermögenswerte 1.023 1.032
Sachanlagen (Betriebs- und Geschäftsausstattung) 13.275 14.241
Finanzanlagen 825 825
Latente Steueransprüche 224 215
Sonstige langfristige Forderungen 444 356
Kurzfristige Vermögenswerte 166.360 149.695
Vorräte 135.056 106.492
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.494 10.146
Sonstige Vermögenswerte 13.123 10.860
Flüssige Mittel 7.687 22.197
Summe Vermögenswerte 182.152 166.364

Passiva

scroll

in Tausend € 30.06.2012 31.12.2011
Eigenkapital 49.397 75.480
Gezeichnetes Kapital 11.847 11.847
Kapitalrücklage 24.311 24.311
Direkt im Eigenkapital erfasste Aufwendungen und Erträge 126 50
Gewinnrücklagen 200 200
Konzernbilanzgewinn 12.913 39.072
Summe Schulden 132.755 90.884
Langfristige Schulden 3.398 3.628
langfristige Finanzschulden 2.700 3.150
Langfristige Rückstellungen 42 30
Latente Steuerverbindlichkeiten 656 447
Kurzfristige Schulden 129.357 87.256
Steuerrückstellungen 374 3.839
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 1.982 2.721
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 96.374 68.250
Kurzfristige Finanzschulden 22.955 1.244
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 7.672 11.202
Summe Eigenkapital und Schulden 182.152 166.364

Konzernkapitalflussrechnung

scroll

in Tausend € 01.01.2012 – 30.06.2012 01.01.2011 – 30.06.2011
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 13.247 18.700
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 1.332 814
Veränderung der sonstigen Rückstellungen –727 –282
Saldo aus Gewinnen und Verlusten aus Anlagenabgängen 14 2
Veränderung der Vorräte –28.564 –51.081
Veränderungen der Forderungen aLuL sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind –2.700 –1.025
Veränderungen der Verbindlichkeiten aLuL sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 24.581 7.258
Erhaltene Zinsen 24 92
Gezahlte Zinsen –97 –13
Gezahlte Ertragsteuern –7.635 –4.638
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit –525 –30.173
Einzahlungen aus Abgängen des Sachanlagevermögens 35 2
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen –339 –4.436
Einzahlungen aus Abgängen des immateriellen Anlagevermögens 0 1
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen –68 –93
Veränderungen der Liquiditätsreserve 0 993
Cashflow aus Investitionstätigkeit –372 –3.532
Gezahlte Dividenden der Delticom AG –34.950 –32.203
Einzahlungen aus Kapitalzuführungen 0 98
Aufnahme von Finanzschulden 21.711 5.232
Tilgung von Finanzschulden –450 0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –13.689 –26.874
Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelbestands 76 –88
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 22.197 66.798
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands –14.510 –60.667
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 7.687 6.131
nachrichtlich:
Liquidität am Anfang der Periode 22.197 67.834
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands –14.510 –60.667
Veränderungen der Liquiditätsreserve 0 –993
Liquidität am Ende der Periode 7.687 6.174
Netto-Liquidität am Anfang der Periode 17.803 67.834
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands –14.510 –60.667
Veränderungen der Liquiditätsreserve 0 –993
Veränderungen der Finanzschulden –21.261 –5.232
Netto-Liquidität am Ende der Periode –17.968 942

Eigenkapitalveränderungsrechnung

scroll

in Tausend € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Währungsumrechnungsrücklage Neubewertungsrücklage
Stand am 1. Januar 2011 11.839 24.216 –169 10
Stückaktien aus Kapitalerhöhung 8
Kapitalerhöhung durch Ausgabe neuer Aktien 90
Erhöhung Kapitalrücklage durch Aktienoptionen 6
Gezahlte Dividende
Gesamtergebnis der Periode –88 –9
Stand am 30. Juni 2011 11.847 24.311 –257 0
Stand am 1. Januar 2012 11.847 24.311 50
Gezahlte Dividende
Gesamtergebnis der Periode 76
Stand am 30. Juni 2012 11.847 24.311 126 0

scroll

Angesammelte Ergebnisse
in Tausend € Gewinnrücklagen Konzernbilanzgewinn insgesamt Summe Eigenkapital
--- --- --- --- ---
Stand am 1. Januar 2011 200 35.246 35.446 71.341
Stückaktien aus Kapitalerhöhung 8
Kapitalerhöhung durch Ausgabe neuer Aktien 90
Erhöhung Kapitalrücklage durch Aktienoptionen 6
Gezahlte Dividende –32.203 –32.203 –32.203
Gesamtergebnis der Periode 12.746 12.746 12.649
Stand am 30. Juni 2011 200 15.788 15.988 51.891
Stand am 1. Januar 2012 200 39.072 39.272 75.480
Gezahlte Dividende –34.950 –34.950 –34.950
Gesamtergebnis der Periode 8.791 8.791 8.867
Stand am 30. Juni 2012 200 12.913 13.112 49.397

Konzernanhang

Segmentergebnisse

H1 11

scroll

in Tausend € E-Commerce Großhandel nicht zugeordnet Konzern
Umsatz 190.108 8.185 0 198.293
Sonstige betriebliche Erträge 2.904 114 100 3.118
Materialaufwand –137.695 –7.228 0 –144.922
Rohertrag 55.317 1.071 100 56.488
Personalaufwand –1.711 –226 –1.551 –3.489
Abschreibungen –743 0 –70 –814
davon auf Sachanlagen –671 0 –45 –717
davon auf immaterielle Vermögenswerte –72 0 –25 –97
Sonstige betriebliche Aufwendungen –31.997 –321 –1.168 –33.486
davon Forderungsverluste und Einzelwertberichtigungen –615 0 0 –615
Segmentergebnis 20.866 524 –2.689 18.700
Finanzergebnis (netto) 79
Steuern vom Einkommen und Ertrag –6.033
Konzernergebnis 12.746

H1 12

scroll

in Tausend € E-Commerce Großhandel nicht zugeordnet Konzern
Umsatz 184.910 8.360 0 193.270
Sonstige betriebliche Erträge 1.938 100 29 2.068
Materialaufwand –134.715 –7.456 0 –142.171
Rohertrag 52.134 1.004 29 53.167
Personalaufwand –2.153 –341 –1.880 –4.374
Abschreibungen –1.275 –1 –57 –1.332
davon auf Sachanlagen –1.226 –1 –30 –1.256
davon auf immaterielle Vermögenswerte –49 0 –27 –76
Sonstige betriebliche Aufwendungen –32.603 –277 –1.332 –34.212
davon Forderungsverluste und Einzelwertberichtigungen –683 0 0 –683
Segmentergebnis 16.103 385 –3.241 13.247
Finanzergebnis (netto) –86
Steuern vom Einkommen und Ertrag –4.370
Konzernergebnis 8.791

Berichtsunternehmen

Delticom ist Europas führender Internet-Reifenhändler. Gegründet im Jahr 1999, betreibt das Unternehmen aus Hannover heute 127 Onlineshops in 41 Ländern. Die Produktpalette für Privat- und Geschäftskunden umfasst neben Pkw-Reifen, Motorradreifen, Leicht-Lkw- und Lkw-Reifen, Busreifen, Spezialreifen, Fahrradreifen, Kompletträder (vormontierte Reifen auf Felgen) auch ausgesuchte Pkw-Ersatzteile und Zubehör, Motoröl und Batterien. Ausführliche Informationen über das Berichtsunternehmen sind im Lagebericht des Geschäftsberichts 2011 im Abschnitt Geschäftstätigkeit sowie im Abschnitt Organisation dargestellt.

Saisonale Effekte

In Deutschland, aber auch in der Alpenregion und in Nordeuropa prägt der jahreszeitlich bedingte Wetterwechsel den Geschäftsverlauf im Reifenhandel. Weil die meisten Autofahrer ihre Winterreifen bereits mit dem ersten Schneefall und damit in den letzten Monaten eines Jahres kaufen, fällt das erste Quartal meist etwas schwächer aus. Das zweite Jahresviertel dagegen gibt sich traditionell umsatzstark: Oft sind die Temperaturen im April und Mai schon vergleichsweise hoch und das teils angenehm warme Wetter führt bei vielen Pkw-Fahrern zum Kauf neuer Sommerreifen.

Das dritte Quartal schließlich flacht typischerweise wieder etwas ab: Im Übergang von Sommer- auf Winterreifengeschäft wird der Absatz etwas schwächer. In den meisten Ländern Europas zeigt sich das letzte Quartal dann meist auch als das umsatzstärkste. In der dunklen Jahreszeit werden die Straßenverhältnisse schwieriger, die Bremswege verlängern sich – und vielen Autofahrern wird die Notwendigkeit neuer Reifen ganz direkt bewusst.

Grundlagen der Rechnungslegung und Konsolidierung, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der vorliegende Quartalsabschluss zum 30.06.2012 wurde nach den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten International Financial Reporting Standards (IFRS) für die Zwischenberichterstattung, wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. Zur Anwendung kamen alle am Abschlussstichtag gültigen und verpflichtend anzuwendenden IFRS Standards, insbesondere IAS 34 (Zwischenberichterstattung).

Die im Konzernjahresabschluss 2011 erläuterten Bilanzierungs-, Bewertungs- und Berechnungsmethoden sind, da sich keine für Delticom einschlägigen Änderungen aus erstmalig anzuwendenden Standards ergaben, auch in diesem Zwischenabschluss angewendet worden und gelten entsprechend.

Der Zwischenabschluss enthält nicht alle für einen Jahresabschluss notwendigen Erläuterungen und Angaben und ist daher in Verbindung mit dem Jahresabschluss zum 31.12.2011 zu sehen. Der Geschäftsbericht 2011 steht auf der Unternehmenswebseite im Bereich Investor Relations bzw. unter nachfolgenden Link zum Download bereit:

www.delti.com/Investor_Relations/Delticom_Geschaeftsbericht_2011.pdf

Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis umfasst neben der Delticom AG als Obergesellschaft zwei inländische und drei ausländische Tochtergesellschaften, die alle in den Zwischenabschluss vollkonsolidiert wurden. Die Tochtergesellschaft Tyrepac Pte. Ltd. Singapur sowie die mittelbare Tochtergesellschaft Hongkong Tyrepac Ltd., Hong Kong werden aufgrund der geringen Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht konsolidiert, sondern als Finanzinstrument nach IAS 39 bilanziert. Im Vergleich zum Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2011 ergibt sich keine Änderung im Konsolidierungskreis.

Ungewöhnliche Sachverhalte

Es haben sich keine wesentlichen Sachverhalte ereignet, die Vermögenswerte, Schulden, Eigenkapital, Periodenergebnis oder Cashflows beeinflussen und die auf Grund ihrer Art, ihres Ausmaßes oder ihrer Häufigkeit für das Geschäft der Delticom AG ungewöhnlich sind. Die Geschäftsentwicklung wird im Zwischenlagebericht erläutert.

Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz sowie Kapitalflussrechnung

Detaillierte Erläuterungen zur Geschäftsentwicklung und der Gewinn- und Verlustrechnung finden sich im Kapitel Geschäftsverlauf und Ertragslage im Konzernzwischenlagebericht. Das Kapitel Finanz- und Vermögenslage enthält weitere Informationen zur Bilanz sowie zur Kapitalflussrechnung.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen:

scroll

in Tausend € H1'12 H1'11
Ausgangsfrachten 16.158 16.198
Lagerhandlingkosten 1.646 2.164
Gebühren Kreditkarten 1.496 1.633
Forderungsverluste und Einzelwertberichtigungen 683 615
Externe Werbekosten 4.321 3.936
Operations-Center 2.630 2.334
Mieten und Betriebskosten 3.034 1.855
Finanzen und Recht 410 995
IT und Telekommunikation 578 372
Aufwendungen aus Kursdifferenzen 2.452 2.667
Übrige 803 716
Summe 34.212 33.486

Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie beträgt 0,74 € (H1 11: 1,08 €). Das verwässerte Ergebnis beläuft sich auf 0,74 € (H1 11: 1,07 €).

Erläuterungen zur Berechnung des Ergebnisses je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird gemäß IAS 33 als Quotient aus dem Periodenergebnis nach Steuern in Höhe von 8.790.724,62 € (Vorjahr: 12.745.543,59 €) und der gewichteten durchschnittlichen Anzahl der während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Stammaktien von 11.847.440 Stück (Vorjahr: 11.840.890 Stück) ermittelt.

Im Berichtszeitraum lagen 15.810 potenzielle Aktien (Finanzinstrumente und sonstige Vereinbarungen, die deren Inhaber zum Bezug von Stammaktien berechtigen) aus der Tranche vom 22.11.2007 sowie 37.500 potenzielle Aktien aus der Tranche vom 08.05.2008, 29.500 potenzielle Aktien aus der Tranche vom 25.11.2008 und 15.000 potenzielle Aktien aus der Tranche vom 30.03.2009 vor.

Die Ausübungspreise der Tranchen vom 22.11.2007, 08.05.2008, 25.11.2008 und 30.03.2009 lagen unter dem durchschnittlichen Kurswert seit Ausgabe der entsprechenden Optionen. Daher wurden alle Tranchen in das verwässerte Ergebnis je Aktie einbezogen.

Zur Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wurde gemäß IAS 33 als Zähler das Periodenergebnis nach Steuern in Höhe von 8.790.724,62 € (Vorjahr: 12.745.543,59 €) sowie als Nenner der gewichtete Durchschnitt der Anzahl der im Geschäftsjahr vorhandenen Stammaktien sowie der Anzahl der potenziellen Aktien aus Optionsrechten von 11.945.250 Stück (Vorjahr: 11.945.250 Stück) verwendet.

Dividende

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2011 wurde am 02.05.2012 eine Dividende von 2,95 € pro Aktie gezahlt (Vorjahr: 2,72 €).

Angaben zu Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen oder Personen

Nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS 24 sind der Vorstand und Aufsichtsrat der Delticom AG (Kategorie Personen in Schlüsselpositionen), die Mehrheitsgesellschafter Binder GmbH und Prüfer GmbH (Kategorie Maßgeblicher Einfluss auf das berichtende Unternehmen), sowie nicht konsolidierte Tochtergesellschaften (Kategorie Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften). Alle Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind vertraglich vereinbart und zu Bedingungen ausgeführt worden, wie sie auch mit fremden Dritten üblich sind. Im Zwischenberichtszeitraum haben sich keine Änderungen mit wesentlichem Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage ergeben.

Von nahestehenden Unternehmen der Kategorie Personen in Schlüsselposition wurden im Berichtszeitraum Waren und Dienstleistungen in Höhe von 443 Tsd. € (H1 11: 840 Tsd. €) eingekauft, sowie Waren und Dienstleistungen in Höhe von 1 Tsd. € (H1 11: 620 Tsd. €) verkauft. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an diese nahestehenden Unternehmen belaufen sich auf 0 Tsd. € (H1 11: 129 Tsd. €) und die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf 88 Tsd. € (H1 11: 362 Tsd. €).

Von nahestehenden Unternehmen der Kategorie Nicht konsolidierte Tochterunternehmen wurden im Berichtszeitraum Waren und Dienstleistungen in Höhe von 0 Tsd. € (H1 11: 106 Tsd. €) eingekauft, sowie Waren und Dienstleistungen in Höhe von 848 Tsd. € (H1 11: 408 Tsd. €) verkauft. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an diese nahestehenden Unternehmen belaufen sich auf 715 Tsd. € (H1 11: 408 Tsd. €) und die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf 0 Tsd. € (H1 11: 106 Tsd. €).

Sonstige finanzielle Verpflichtungen, Eventualschulden und -forderungen

Bei den sonstigen finanziellen Verpflichtungen gab es keine wesentliche Änderungen im Vergleich zum 31.12.2011. Eventualschulden und -forderungen bestanden am Abschlussstichtag nicht.

Zahl der Mitarbeiter

Vom 01.01.2012 bis zum 30.06.2012 waren im Durchschnitt 142 Arbeitnehmer beschäftigt (davon 8 Auszubildende und Praktikanten). Diese Berechnung basiert auf der Anzahl der Beschäftigten unter Berücksichtigung der geleisteten Arbeitsstunden.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag sind nicht eingetreten.

Angabe gemäß § 37w Abs. 5 WpHG

Der vorliegende Zwischenabschluss und der Zwischenlagebericht wurden einer prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Deutscher Corporate Governance Kodex

Auf der Webseite www.delti.com/Investor_Relations/Entsprechungserklaerung.html finden sich die aktuellen Erklärungen nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex vom Vorstand und Aufsichtsrat der Delticom AG.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Hannover, den 09.08.2012

Rainer Binder

Susann Dörsel-Müller

Philip von Grolman

Sascha Jürgensen

Frank Schuhardt

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss – bestehend aus verkürzter Gewinn- und Verlustrechnung, verkürzter Gesamtergebnisrechnung, verkürzter Bilanz, verkürzter Kapitalflussrechnung, verkürzter Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie ausgewählten erläuternden Anhangangaben – und den Konzernzwischenlagebericht der Delticom AG, Hannover, für den Zeitraum vom 1. Januar 2012 bis 30. Juni 2012, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 37w WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den IFRS für Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind.

Hannover, den 09.08.2012

**PricewaterhouseCoopers

Aktiengesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Helmuth Schäfer, Wirtschaftsprüfer

ppa. Thomas Monecke, Wirtschaftsprüfer