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Delticom AG Interim / Quarterly Report 2012

Dec 19, 2012

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Interim / Quarterly Report

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Delticom AG

Hannover

Quartalsfinanzbericht zum 30.09.2012

9-Monats-Bericht 2012

Wirtschaftliches Umfeld

Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen: Im Verlauf des dritten Quartals hat sich die Stimmung in der Eurozone weiter eingetrübt. Die schwache Konjunktur und die vielerorts hohen Arbeitslosenzahlen belasten die Kaufkraft der privaten Haushalte, insbesondere in den von der Krise geschüttelten Ländern.

Aber auch die Kernländer der Eurozone können sich den weitreichenden Rezessionstendenzen immer weniger entziehen. Zwar blieb in Deutschland der Konsum in den letzten Monaten seiner Rolle als wesentliche Konjunkturstütze weiterhin gerecht. Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und einer nachlassenden Dynamik am Arbeitsmarkt fürchten jedoch immer mehr Verbraucher um ihre Kaufkraft.

Entwicklung des Reifenmarktes: Für die Reifenindustrie bleibt die Lage in Europa ebenfalls nicht ohne Folgen. Die allgemeine Schwäche des europäischen Automarktes spiegelt sich in einem rückläufigen Erstausrüstungsgeschäft wider. Zudem hat der europäische Reifenhandel in diesem Jahr bislang deutlich weniger Ersatzreifen nachgefragt als im Vorjahr. Vor dem Hintergrund steigender Absatzpreise ist es einigen Herstellern jedoch gelungen, den Volumenrückgang zumindest teilweise auszugleichen.

Die weltweiten Rohstoffmärkte zeigen sich dabei weiterhin sehr volatil. Während der Preis für Naturkautschuk bereits in der ersten Jahreshälfte gefallen war, konnte für Synthesekautschuk erst in den letzten Monaten eine Entspannung ausgemacht werden, nachdem die Preise bis zur Jahresmitte teilweise deutlich gestiegen waren.

War das europäische Sommerreifengeschäft bereits in der ersten Jahreshälfte deutlich hinter den Erwartungen des Reifenhandels zurück geblieben, so konnte auch im dritten Quartal eine Trendwende nicht ausgemacht werden. Neben einer anhaltenden Nachfrageschwäche im Geschäft mit Sommerreifen profitierte der Handel im dritten Quartal – anders als im Vorjahr – auch nicht von einem frühen Start in die Wintersaison.

Geschäftsverlauf und Ertragslage

Umsatz

Konzern: Delticom, Europas führender Internet-Reifenhändler, erzielt den wesentlichen Teil der Umsätze mit dem Verkauf von Ersatzreifen für Pkw, Motorräder, Lkw und Industriefahrzeuge. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres erlöste das Unternehmen einen Umsatz von 280,4 Mio. €, ein Minus von 5,8 % nach 297,7 Mio. € im Vergleichszeitraum.

Der europäische Reifenersatzmarkt ist damit nach einem schwachen ersten Halbjahr auch im dritten Quartal deutlichen hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Delticom erzielte einen Quartalsumsatz in Höhe von 87,2 Mio. € (Q3 11: 99,4 Mio. €), ein Rückgang von 12,3 %.

Die Grafik Umsatzentwicklung zeigt zusammenfassend die Entwicklung der Quartalsumsätze.

Umsatzentwicklung

pro Quartal, in Mio. €

E-Commerce: Der Umsatz im Geschäftsbereich E-Commerce sank im Vorjahresvergleich in den 128 Onlineshops um 3,7 % von 279,2 Mio. € auf 268,7 Mio. €. Der Anteil des E-Commerce-Umsatzes am Gesamtumsatz betrug 95,8 %, im Vergleich zu 93,8 % im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Insgesamt konnten in 9M 12 525 Tausend Neukunden (9M 11: 594 Tausend, –11,5 %) gewonnen werden. Im gleichen Zeitraum haben 353 Tausend Bestandskunden (9M 11: 335 Tausend, +5,5 %) zum wiederholten Mal ihre Reifen bei Delticom gekauft.

Großhandel: Im Geschäftsbereich Großhandel verkauft das Unternehmen Reifen an Großhändler im In- und Ausland. Der Segmentumsatz verringerte sich im Berichtszeitraum um 36,7 % auf 11,7 Mio. €, nach einem Vorjahresumsatz von 18,5 Mio. €.

Regionale Verteilung: Das Unternehmen ist weltweit in 42 Ländern tätig, wobei ein Großteil der Umsätze in den Ländern der EU erlöst wird. Insgesamt wurden hier im Berichtszeitraum 203,1 Mio. € (–10,6 %) erzielt. Auf die Nicht-EU-Länder entfiel in 9M 12 ein Umsatz von 77,3 Mio. € (+9,5 %).

Umsatz nach Segmenten und Regionen

in Tsd. €

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9M'12 % +% 9M'11 % +% 9M'10 %
Umsatz 280.438 100,0 –5,8 297.695 100,0 15,8 257.014 100,0
Primäre Segmente
E-Commerce 268.719 95,8 –3,7 279.184 93,8 14,0 244.934 95,3
Großhandel 11.719 4,2 –36,7 18.511 6,2 53,2 12.079 4,7
Regionen
EU 203.142 72,4 –10,6 227.112 76,3 11,7 203.260 79,1
Rest 77.296 27,6 9,5 70.582 23,7 31,3 53.754 20,9

Wesentliche Aufwandspositionen

Materialaufwand: Die größte Aufwandsposition ist der Materialaufwand. Hier werden die Einstandspreise für die verkauften Reifen erfasst. Der Rückgang im Berichtszeitraum um 5,4 % von 218,6 Mio. € auf 206,9 Mio. € (73,8 % vom Umsatz) ist im Wesentlichen auf die schwache Umsatzentwicklung zurückzuführen. Der Materialaufwand im Bereich E-Commerce reduzierte sich um 3,0 % von 202,5 Mio. € auf 196,4 Mio. €. Im Bereich Großhandel ging der Materialaufwand in 9M 12 um 35,1 % auf 10,5 Mio. € (9M 11: 16,2 Mio. €) zurück.

Transportkosten: Innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind die Transportkosten die größte Einzelposition. Sie waren im Berichtszeitraum mit 23,7 Mio. € leicht niedriger als im Vorjahr (9M 11: 24,2 Mio. €). Der Anteil der Transportkosten am Umsatz belief sich auf 8,4 % (9M 11: 8,1 %).

Kosten der Lagerhaltung: Mit der Ausweitung der Lagerfläche erhöhte sich auch der Aufwand für Mieten und Betriebskosten von 3,1 Mio. € im Vorjahr um 44,5 % auf 4,5 Mio. €. Die direkten Kosten der Lagerhaltung gingen um 26,1 % auf 2,4 Mio. € zurück (9M 11: 3,3 Mio. €), weil im Rahmen von Qualifizierungsmaßnahmen einige Zeitarbeiter in Festanstellung übernommen wurden.

Personalaufwand: Im Berichtszeitraum beschäftigte das Unternehmen im Durchschnitt 143 Mitarbeiter (9M 11: 111). Der Grund für den Anstieg liegt im Aufbau von qualifiziertem Personal für das im letzten Jahr eröffnete neue Großlager. Der Personalaufwand belief sich auf 6,3 Mio. € (9M 11: 5,2 Mio. €). Die Personalaufwandsquote betrug für die neun Monate 2,3 % (Verhältnis von Personalaufwand zu Umsatzerlösen, 9M 11: 1,7 %).

Marketingaufwand: Der Marketingaufwand betrug im Berichtszeitraum 6,7 Mio. €, was einer Quote im Verhältnis zum Umsatz von 2,4 % entspricht (9M 11: 5,8 Mio. € oder 2,0 %). Im dritten Quartal wurde mit 2,7 % vom Umsatz wie geplant mehr als im Vorjahr für Marketing ausgegeben, um die beginnende Winterreifensaison zu unterstützen (Q3 11: 1,9 %).

Abschreibungen: Im Zuge des schrittweisen Ausbaus der Lagerkapazität und der dafür notwendigen Ausstattungsinvestitionen stiegen die Abschreibungen von 1,4 Mio. € in 2011 um 40,2 % auf 2,0 Mio. € an. Die wertmäßig geringen Abschreibungen zeigen, dass das Geschäft der Delticom nach wie vor wenig kapitalintensiv ist.

Ergebnisentwicklung

Bruttomarge: Die Bruttomarge (Handelsspanne ohne sonstige betriebliche Erträge) konnte im Q3 12 mit 25,7 % nahezu auf Vorjahresniveau gehalten werden (Q3 11: 25,8 %). Für die neun Monate ergibt sich eine Bruttomarge von 26,2 %, nach 26,6 % im Vorjahr.

Wesentlich für die Margenentwicklung war in den zurückliegenden Monaten die Entwicklung der eigenen Bestände an Sommerreifen; sie wurden im Zuge der Marktschwäche stark runtergefahren. Dadurch ist der Anteil der von Großhändlern adhoc bezogenen Fremdware gestiegen, die meist zu geringeren Bruttomargen verkauft wird als Eigenware.

Sonstige betriebliche Erträge: Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen im Berichtszeitraum um 52,6 % auf 2,8 Mio. € zurück (9M 11: 5,9 Mio. €). Hierbei handelt es sich mit 1,2 Mio. € mehrheitlich um Gewinne aus Währungskursdifferenzen (9M 11: 4,5 Mio. €). Währungsverluste weist Delticom innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus (9M 12: 3,1 Mio. €, 9M 11: 3,9 Mio. €). Die Gewinne und Verluste müssen aufgrund der Dauer der entsprechenden Grundgeschäfte oft in unterschiedlichen Quartalen ausgewiesen werden, gleichen sich aber über die Zeit hinweg aus. Für die neun Monate gerechnet war der Saldo aus Währungsgewinnen und -verlusten –1,9 Mio. € (9M 11: 0,7 Mio. €).

Rohertrag: Im Berichtszeitraum reduzierte sich der Rohertrag gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert um 10,2 % von 85,0 Mio. € auf 76,3 Mio. €. Im Verhältnis zur Gesamtleistung in Höhe von 283,3 Mio. € (9M 11: 303,6 Mio. €) betrug der Rohertrag 26,9 % (9M 11: 28,0 %).

EBIT: Das EBIT verschlechterte sich im Berichtszeitraum um 37,9 % von 28,2 Mio. € auf 17,5 Mio. €, hauptsächlich aufgrund der höheren Fixkosten. Dies entspricht einer EBIT-Marge von 6,2 % (9M 11: 9,5 %). Für das dritte Quartal ergibt sich gegenüber dem Vorjahreswert von 9,5 Mio. € ein Rückgang um 55,0 % auf 4,3 Mio. €. Die quartalsweise EBIT-Marge betrug 4,9 % (Q3 11: 9,5 %).

Die Grafik EBIT zeigt die Entwicklung des Konzernergebnisses vor Finanzergebnis und Steuern in den zurückliegenden Quartalen.

EBIT

pro Quartal, in Mio. €

Finanzergebnis: Der Finanzertrag belief sich für die neun Monate auf 26,0 Tsd. € (9M 11: 96,3 Tsd. €). Dem stand ein Zinsaufwand aufgrund von Finanzierungskosten für die Lagerbestände in Höhe von 190,1 Tsd. € gegenüber (9M 11: 90,1 Tsd. €). Insgesamt reduzierte sich das Finanzergebnis auf –164,1 Tsd. € (9M 11: 6 Tsd. €).

Ertragsteuern: Der Ertragsteueraufwand für die ersten neun Monate belief sich auf 5,6 Mio. € (9M 11: 9,2 Mio. €). Dies entspricht einer Steuerquote von 32,5 % (9M 11: 32,6 %).

Konzernergebnis: Das Konzernergebnis betrug im Berichtszeitraum 11,7 Mio. €, nach einem Vorjahreswert von 19,0 Mio. €. Das Ergebnis je Aktie ging von 1,60 € (9M 11, unverwässert) auf 0,99 € zurück – ein Minus von 38,4 %.

Verkürzte GuV

in Tsd. €

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9M'12 % +% 9M'11 % +% 9M'10 %
Umsatz 280.438 100,0 –5,8 297.695 100,0 15,8 257.014 100,0
Sonstige betriebliche Erträge 2.815 1,0 –52,6 5.939 2,0 56,0 3.807 1,5
Gesamtleistung 283.253 101,0 –6,7 303.633 102,0 16,4 260.821 101,5
Materialaufwand 206.933 73,8 –5,4 218.638 73,4 16,7 187.275 72,9
Rohertrag 76.320 27,2 –10,2 84.995 28,6 15,6 73.546 28,6
Personalaufwand 6.344 2,3 21,9 5.204 1,7 9,8 4.741 1,8
Sonstige betriebliche Aufwendungen 50.447 18,0 0,6 50.169 16,9 11,5 44.991 17,5
EBITDA 19.529 7,0 –34,1 29.622 10,0 24,4 23.814 9,3
Abschreibungen 2.010 0,7 40,2 1.434 0,5 51,1 949 0,4
EBIT 17.518 6,2 –37,9 28.188 9,5 23,3 22.865 8,9
Finanzergebnis (netto) –164 –0,1 –2765,0 6 0,0 –88,7 54 0,0
EBT 17.354 6,2 –38,4 28.194 9,5 23,0 22.919 8,9
Ertragsteuern 5.647 2,0 –38,6 9.189 3,1 21,2 7.582 3,0
Konzernergebnis 11.707 4,2 –38,4 19.005 6,4 23,9 15.337 6,0

Die Tabelle Verkürzte GuV fasst wesentliche Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung im Mehrjahresvergleich zusammen.

Finanz- und Vermögenslage

Bilanzstruktur

Zum Stichtag 30.09.2012 betrug die Bilanzsumme 181,4 Mio. € (31.12.2011: 166,4 Mio. €). Die Tabelle Verkürzte Konzernbilanz zeigt die geringe Kapitalintensität des Geschäftsmodells.

Verkürzte Konzernbilanz

in Tsd. €

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30.09.12 % +% 31.12.11 % +% 31.12.10 %
Aktiva
Langfristig gebundenes Vermögen 15.678 8,6 –5,9 16.669 10,0 63,9 10.169 6,8
Anlagevermögen 14.964 8,2 –7,0 16.098 9,7 66,8 9.654 6,5
sonstige Vermögenswerte 715 0,4 25,2 571 0,3 10,8 516 0,3
Kurzfristig gebundenes Vermögen 165.764 91,4 10,7 149.695 90,0 7,6 139.178 93,2
Vorräte 126.457 69,7 18,7 106.492 64,0 103,9 52.227 35,0
Forderungen 24.352 13,4 15,9 21.006 12,6 9,9 19.117 12,8
Liquidität 14.955 8,2 –32,6 22.197 13,3 –67,3 67.834 45,4
Wertpapiere 0 0,0 0 0,0 –100,0 1.036 0,7
Flüssige Mittel 14.955 8,2 –32,6 22.197 13,3 –66,8 66.798 44,7
Bilanzsumme 181.442 100,0 9,1 166.364 100,0 11,4 149.348 100,0
Passiva
Langfristige Finanzierungsmittel 55.134 30,4 –30,3 79.108 47,6 10,8 71.387 47,8
Eigenkapital 52.268 28,8 –30,8 75.480 45,4 5,8 71.341 47,8
Fremdkapital 2.866 1,6 –21,0 3.628 2,2 7879,6 45 0,0
Rückstellungen 45 0,0 50,8 30 0,0 –33,9 45 0,0
Verbindlichkeiten 2.820 1,6 –21,6 3.597 2,2 0 0,0
Kurzfristige Schulden 126.308 69,6 44,8 87.256 52,4 11,9 77.961 52,2
Rückstellungen 2.049 1,1 –68,8 6.560 3,9 –21,7 8.379 5,6
Verbindlichkeiten 124.259 68,5 54,0 80.696 48,5 16,0 69.582 46,6
Bilanzsumme 181.442 100,0 9,1 166.364 100,0 11,4 149.348 100,0

Vorräte: Größte Position im kurzfristig gebundenen Vermögen sind die Vorräte. Sie stiegen seit Jahresanfang um 20,0 Mio. € und betrugen zum 30.09.2012 insgesamt 126,5 Mio. € (30.09.2011: 122,9 Mio. €). Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren die Vorräte um 70,7 Mio. € gestiegen.

Forderungen: Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen folgen grob der Saisonkurve. Insgesamt beliefen sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 30.09.2012 auf 15,7 Mio. € (31.12.2011: 10,1 Mio. €).

Verbindlichkeiten: Im Zuge des Bestandsaufbaus wurden die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen seit Jahresanfang 2012 von 68,2 Mio. € um 44,2 Mio. € auf 112,4 Mio. € erhöht, was einer Steigerung um 64,7 % entspricht (30.09.2011: 92,5 Mio. €).

Working Capital: Die Kapitalbindung im Working Capital betrug zum Stichtag 22,9 Mio. € (30.09.2011: 42,5 Mio. €). Seit Jahresanfang wurde die Kapitalbindung im Working Capital um 21,5 Mio. € oder um 48,4 % auf 22,9 Mio. € reduziert (31.12.2011: 44,4 Mio. €). Im entsprechenden Vorjahreszeitraum war die Kapitalbindung noch um 40,7 Mio. € gestiegen.

Liquidität: Die Liquidität (flüssige Mittel und Liquiditätsreserve) belief sich zum 30.09.2012 auf 15,0 Mio. € (30.09.2011: 11,7 Mio. €, 31.12.2011: 22,2 Mio. €). Zum Stichtag verfügte das Unternehmen über eine Netto-Liquidität (Liquidität abzüglich kurzfristiger Finanzschulden) in Höhe von 11,8 Mio. € (30.09.2011: 1,8 Mio. €).

Cashflow

Die Grafik Liquiditätsbrücke zeigt, wie sich die Liquidität über die letzten 12 Monate entwickelt hat.

Liquiditätsbrücke

in Mio. €

Gewöhnliche Geschäftstätigkeit: Aufgrund der positiven Entwicklung im Working Capital war der Cashflow aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit für den Berichtszeitraum mit 29,7 Mio. € deutlich besser als im Vorjahr (9M 11: –26,0 Mio. €).

Investitionen: Im Zuge der Erweiterung der Lagerkapazität wurden wesentliche Ausstattungsinvestitionen bereits im letzten Jahr vorgenommen. Daher beliefen sich in diesem Jahr die Investitionen in Sachanlagen bisher lediglich auf 0,9 Mio. €, deutlich weniger als die 7,9 Mio. € im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Finanzierungstätigkeit: Delticom verzeichnete im Berichtszeitraum einen Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von –36,2 Mio. €. Hiervon entfallen –34,9 Mio. € auf die Auszahlung der Dividende für das letzte Geschäftsjahr und –0,9 Mio. € auf Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten. Der Saldo aus der Inanspruchnahme und Rückzahlung kurzfristiger Kreditlinien betrug –0,3 Mio. €.

Organisation

Konzernstruktur: Der Konzern umfasste zum 30.09.2012 die folgenden Tochtergesellschaften:

Reifendirekt GmbH, Hannover
Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH, Hannover
Delticom Tyres Ltd., Oxford (Großbritannien)
NETIX S.R.L., Timisoara (Rumänien)
Delticom North America Inc., Wilmington (Delaware, USA)
Tyrepac Pte. Ltd., Singapur
Hongkong Tyrepac Ltd., Hongkong

An der Tyrepac und (mittelbar) an deren Tochtergesellschaft hält Delticom AG eine Mehrheitsbeteiligung in Höhe von 50,9 %. Für die anderen Tochterunternehmen liegen sämtliche Anteilsbesitze zu 100 % bei der Delticom AG.

Mitarbeiter: Im Berichtszeitraum waren im Durchschnitt 143 Personen im Unternehmen beschäftigt (9M 11: 111), davon 8 Auszubildende und Praktikanten. Das Geschäft wird überwiegend aus der Zentrale am Standort Hannover betrieben.

Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Berichtszeitraums gab es keine Vorgänge von besonderer Bedeutung.

Risikobericht

Als international tätiges Unternehmen ist Delticom Risiken unterschiedlichster Art ausgesetzt. Um diese rechtzeitig erkennen, bewerten und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können, haben wir frühzeitig ein Risikomanagementsystem etabliert und hierzu eine unternehmensweite Richtlinie zur Risikofrüherkennung und zum Risikomanagement verabschiedet. Darstellungen zum Risikomanagement und eine Liste wesentlicher Einzelrisiken finden sich im Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2011 auf Seite 42ff.

Gegenüber der Darstellung im Geschäftsbericht 2011 hat sich die Risikoposition nicht wesentlich geändert. Bestandsgefährdende Einzelrisiken existieren nicht, und die Gesamtsumme der Risiken stellt keine Gefahr für den Fortbestand der Gesellschaft dar.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen: Experten rechnen für das vierte Quartal damit, dass die Wirtschaftsleistung in der Eurozone weiter abnehmen wird. Neben steigenden Arbeitslosenzahlen belastet auch ganz allgemein die höhere Unsicherheit und Angst vor der Zukunft die privaten Konsumausgaben. Eine geringe Kapazitätsauslastung, verschärfte Fiskaldisziplin und sinkende Investitionsausgaben werden die Konjunktur zusätzlich belasten.

In Deutschland werden durch die weitere Abkühlung der Weltwirtschaft die Abwärtsrisiken größer. Zwar ist die Lage am heimischen Arbeitsmarkt noch immer vergleichsweise gut, jedoch befürchten auch hier immer mehr Verbraucher einen Verlust ihrer Kaufkraft. Auch unter den deutschen Unternehmern wächst die Skepsis: Die jüngsten Geschäftserwartungen deuten auf eine schrumpfende Wirtschaftsleistung hin.

Reifenhandel: Anders als im letzten Jahr ist bisher das Geschäft mit Winterreifen vielerorts nur schleppend in Gang gekommen. In den zurückliegenden Monaten hatte sich der Handel nur vorsichtig mit Winterware bevorratet, da die Bestände nach dem milden Winter im letzten Jahr höher als üblich sind. Sollte es im vierten Quartal nur vereinzelt schneien, dann wird ein Ansturm auf Winterreifen ausbleiben. Wie sich die Winterreifenpreise in Europa in den nächsten Wochen entwickeln werden, wird daher maßgeblich vom Wetter abhängen.

EU Label: Nach dem 01.07.2012 produzierte Reifen müssen entsprechend EU-Bestimmungen mit einem Label versehen werden, das Effizienzklassen für Nassbremsen, Rollwiderstand und Außengeräusche vorschreibt. Der Handel ist europaweit ab dem 01.11.2012 verpflichtet, die Kunden auf das Label aufmerksam zu machen, sofern die Reifen vom Produzenten gekennzeichnet sind. Experten weisen darauf hin, dass die Labelwerte vergleichsweise wenig Aussagekraft für Winterreifen haben. Wir gehen davon aus, dass in diesem Jahr das Label für die Kaufentscheidung der Kunden nur eine geringe Rolle spielen wird.

Prognose: Trotz zufriedenstellender Winterreifennachfrage in einzelnen Ländern Europas wird Delticom den Gesamtumsatz des Vorjahres sehr wahrscheinlich nicht mehr erreichen können. Aufgrund der herausfordernden Marktlage nimmt das Management das EBIT-Ziel für das Gesamtjahr auf 7 % – 8 % zurück.

Wir erwarten, dass sich die Nettoliquidität von Delticom im vierten Quartal positiv entwickeln wird, da die Bevorratung für die Wintersaison bereits größtenteils abgeschlossen ist. Bei weiterhin niedriger Investitionstätigkeit sollte sich der Free Cashflow zum Jahresende hin weiter verbessern.

Mittelfristiger Ausblick: Mittelfristig erwarten wir hinsichtlich Umsatz und Ergebnis weiterhin zweistellige jährliche Wachstumsraten. Delticom wird unserer Einschätzung nach in den nächsten Jahren stärker zulegen als die Märkte, auf denen wir tätig sind.

Konzern Gewinn-und-Verlust-Rechnung

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in Tausend € 01.01.2012 – 30.09.2012 01.01.2011 – 30.09.2011 01.07.2012 – 30.09.2012 01.07.2011 – 30.09.2011
Umsatz 280.438 297.695 87.168 99.402
Sonstige betriebliche Erträge 2.815 5.939 747 2.821
Gesamtleistung 283.253 303.633 87.915 102.223
Materialaufwand –206.933 –218.638 –64.761 –73.716
Rohertrag 76.320 84.995 23.154 28.507
Personalaufwand –6.344 –5.204 –1.970 –1.716
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen –2.010 –1.434 –678 –620
Sonstige betriebliche Aufwendungen –50.447 –50.169 –16.235 –16.683
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 17.518 28.188 4.271 9.488
Finanzaufwand –190 –90 –81 –77
Finanzertrag 26 96 3 4
Finanzergebnis (netto) –164 6 –78 –73
Ergebnis vor Steuern (EBT) 17.354 28.194 4.193 9.415
Steuern vom Einkommen und Ertrag –5.647 –9.189 –1.276 –3.156
Konzernergebnis 11.707 19.005 2.917 6.259
davon entfallen auf:
Gesellschafter des Mutterunternehmens 11.707 19.005
unverwässertes Ergebnis je Aktie 0,99 1,60
verwässertes Ergebnis je Aktie 0,98 1,59

Gesamtergebnisrechnung

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in Tausend € 01.01.2012 – 30.09.2012 01.01.2011 – 30.09.2011 01.07.2012 – 30.09.2012 01.07.2011 – 30.09.2011
Konzernergebnis 11.707 19.005 2.917 6.259
Direkt im Eigenkapital erfasste Veränderungen des Geschäftsjahres
Veränderungen aus der Währungsumrechnung 31 81 –45 169
Wertänderungen von finanziellen Vermögenswerten der Kategorie "Available for Sale"
Zeitwertänderungen direkt im Eigenkapital erfasst 0 3 0 0
Erfolgswirksame Realisierung aus dem Verkauf von Wertpapieren 0 –18 0 –1
Latente Steuern auf laufende erfolgsneutrale Veränderungen 0 5 0 0
Summe der erfolgsneutral erfassen Erträge und Aufwendungen 31 71 –45 168
Gesamtergebnis der Periode 11.738 19.076 2.871 6.428

Konzernbilanz

Aktiva

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in Tausend € 30.09.2012 31.12.2011
langfristige Vermögenswerte 15.678 16.669
Immaterielle Vermögenswerte 1.009 1.032
Sachanlagen (Betriebs- und Geschäftsausstattung) 13.130 14.241
Finanzanlagen 825 825
Latente Steueransprüche 273 215
Sonstige langfristige Forderungen 442 356
Kurzfristige Vermögenswerte 165.764 149.695
Vorräte 126.457 106.492
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 15.725 10.146
Sonstige Vermögenswerte 8.627 10.860
Flüssige Mittel 14.955 22.197
Summe Vermögenswerte 181.442 166.364
Passiva
in Tausend € 30.09.2012 31.12.2011
Eigenkapital 52.268 75.480
Gezeichnetes Kapital 11.847 11.847
Kapitalrücklage 24.311 24.311
Direkt im Eigenkapital erfasste Aufwendungen und Erträge 80 50
Gewinnrücklagen 200 200
Konzernbilanzgewinn 15.829 39.072
Summe Schulden 129.174 90.884
Langfristige Schulden 2.866 3.628
langfristige Finanzschulden 2.250 3.150
Langfristige Rückstellungen 45 30
Latente Steuerverbindlichkeiten 570 447
Kurzfristige Schulden 126.308 87.256
Steuerrückstellungen 102 3.839
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 1.947 2.721
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 112.421 68.250
Kurzfristige Finanzschulden 901 1.244
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 10.937 11.202
Summe Eigenkapital und Schulden 181.442 166.364

Konzernkapitalflussrechnung

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in Tausend € 01.01.2012 – 30.09.2012 01.01.2011 – 30.09.2011
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 17.518 28.188
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 2.010 1.434
Veränderung der sonstigen Rückstellungen –759 221
Saldo aus Gewinnen und Verlusten aus Anlagenabgängen –65 4
Veränderung der Vorräte –19.965 –70.711
Veränderungen der Forderungen aLuL sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind –3.432 –8.604
Veränderungen der Verbindlichkeiten aLuL sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 43.907 38.049
Erhaltene Zinsen 27 96
Gezahlte Zinsen –191 –90
Gezahlte Ertragsteuern –9.318 –14.563
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 29.731 –25.975
Einzahlungen aus Abgängen des Sachanlagevermögens 217 2
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen –936 –7.943
Einzahlungen aus Abgängen des immateriellen Anlagevermögens 0 1
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen –91 –96
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0 –7
Veränderungen der Liquiditätsreserve 0 1.036
Cashflow aus Investitionstätigkeit –811 –7.007
Gezahlte Dividenden der Delticom AG –34.950 –32.203
Einzahlungen aus Kapitalzuführungen 0 98
Aufnahme von Finanzschulden –343 10.357
Tilgung von Finanzschulden –900 –450
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –36.193 –22.198
Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelbestands 31 81
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 22.197 66.798
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands –7.242 –55.099
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 14.955 11.699
nachrichtlich:
Liquidität am Anfang der Periode 22.197 67.834
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands –7.242 –55.099
Veränderungen der Liquiditätsreserve 0 –1.036
Liquidität am Ende der Periode 14.955 11.699
Netto-Liquidität am Anfang der Periode 17.803 67.834
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands –7.242 –55.099
Veränderungen der Liquiditätsreserve 0 –1.036
Veränderungen der Finanzschulden 1.243 –9.907
Netto-Liquidität am Ende der Periode 11.803 1.792

Eigenkapitalveränderungsrechnung

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in Tausend € Gezeichnetes

Kapital
Kapitalrücklage Währungsumrechnungsrücklage Neubewertungsrücklage
--- --- --- --- ---
Stand am 1. Januar 2011 11.839 24.216 –169 10
Stückaktien aus Kapitalerhöhung 8
Kapitalerhöhung durch Ausgabe neuer Aktien 90
Erhöhung Kapitalrücklage durch Aktienoptionen 6
Gezahlte Dividende
Gesamtergebnis der Periode 81 –10
Stand am 30. September 2011 11.847 24.311 –88 0
Stand am 1. Januar 2012 11.847 24.311 50
Gezahlte Dividende
Gesamtergebnis der Periode 31
Stand am 30. September 2012 11.847 24.311 80 0

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Angesammelte Ergebnisse
in Tausend € Gewinnrücklagen Konzernbilanzgewinn insgesamt Summe Eigenkapital
--- --- --- --- ---
Stand am 1. Januar 2011 200 35.246 35.446 71.341
Stückaktien aus Kapitalerhöhung 8
Kapitalerhöhung durch Ausgabe neuer Aktien 90
Erhöhung Kapitalrücklage durch Aktienoptionen 6
Gezahlte Dividende –32.203 –32.203 –32.203
Gesamtergebnis der Periode 19.005 19.005 19.076
Stand am 30. September 2011 200 22.048 22.247 58.318
Stand am 1. Januar 2012 200 39.072 39.272 75.480
Gezahlte Dividende –34.950 –34.950 –34.950
Gesamtergebnis der Periode 11.707 11.707 11.738
Stand am 30. September 2012 200 15.829 16.029 52.268

Segmentergebnisse

9M 12

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in Tausend € E-Commerce Großhandel nicht zugeordnet Konzern
Umsatz 268.719 11.719 0 280.438
Sonstige betriebliche Erträge 2.703 101 10 2.815
Materialaufwand –196.442 –10.491 0 –206.933
Rohertrag 74.980 1.330 10 76.320
Personalaufwand –3.096 –477 –2.772 –6.344
Abschreibungen –1.902 –1 –107 –2.010
davon auf Sachanlagen –1.829 –1 –66 –1.896
davon auf immaterielle Vermögenswerte –73 0 –42 –115
Sonstige betriebliche Aufwendungen –48.258 –345 –1.844 –50.447
davon Forderungsverluste und Einzelwertberichtigungen –935 0 0 –935
Segmentergebnis 21.723 507 –4.713 17.518
Finanzergebnis (netto) –164
Steuern vom Einkommen und Ertrag –5.647
Konzernergebnis 11.707

9M 11

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in Tausend € E-Commerce Großhandel nicht zugeordnet Konzern
Umsatz 279.184 18.511 0 297.695
Sonstige betriebliche Erträge 5.217 136 586 5.939
Materialaufwand –202.478 –16.161 0 –218.638
Rohertrag 81.923 2.486 586 84.995
Personalaufwand –2.531 –343 –2.330 –5.204
Abschreibungen –1.330 –1 –104 –1.434
davon auf Sachanlagen –1.227 –1 –66 –1.293
davon auf immaterielle Vermögenswerte –103 0 –37 –140
Sonstige betriebliche Aufwendungen –47.751 –666 –1.752 –50.169
davon Forderungsverluste und Einzelwertberichtigungen –755 0 0 –755
Segmentergebnis 30.312 1.476 –3.600 28.188
Finanzergebnis (netto) 6
Steuern vom Einkommen und Ertrag –9.189
Konzernergebnis 19.005

Berichtsunternehmen

Delticom ist Europas führender Internet-Reifenhändler. Gegründet im Jahr 1999, betreibt das Unternehmen aus Hannover heute 128 Onlineshops in 42 Ländern. Die Produktpalette für Privat- und Geschäftskunden umfasst neben Pkw-Reifen, Motorradreifen, Leicht-Lkw- und Lkw-Reifen, Busreifen, Spezialreifen, Fahrradreifen, Kompletträder (vormontierte Reifen auf Felgen) auch ausgesuchte Pkw-Ersatzteile und Zubehör, Motoröl und Batterien. Ausführliche Informationen über das Berichtsunternehmen sind im Lagebericht des Geschäftsberichts 2011 im Abschnitt Geschäftstätigkeit sowie im Abschnitt Organisation dargestellt.

Saisonale Effekte

In Deutschland, aber auch in der Alpenregion und in Nordeuropa prägt der jahreszeitlich bedingte Wetterwechsel den Geschäftsverlauf im Reifenhandel. Weil die meisten Autofahrer ihre Winterreifen bereits mit dem ersten Schneefall und damit in den letzten Monaten eines Jahres kaufen, fällt das erste Quartal meist etwas schwächer aus. Das zweite Jahresviertel dagegen gibt sich traditionell umsatzstark: Oft sind die Temperaturen im April und Mai schon vergleichsweise hoch und das teils angenehm warme Wetter führt bei vielen Pkw-Fahrern zum Kauf neuer Sommerreifen.

Das dritte Quartal schließlich flacht typischerweise wieder etwas ab: Im Übergang von Sommer- auf Winterreifengeschäft wird der Absatz etwas schwächer. In den meisten Ländern Europas zeigt sich das letzte Quartal dann meist auch als das umsatzstärkste. In der dunklen Jahreszeit werden die Straßenverhältnisse schwieriger, die Bremswege verlängern sich – und vielen Autofahrern wird die Notwendigkeit neuer Reifen ganz direkt bewusst.

Grundlagen der Rechnungslegung und Konsolidierung, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der vorliegende Quartalsabschluss zum 30.09.2012 wurde nach den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten International Financial Reporting Standards (IFRS) für die Zwischenberichterstattung, wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. Zur Anwendung kamen alle am Abschlussstichtag gültigen und verpflichtend anzuwendenden IFRS Standards, insbesondere IAS 34 (Zwischenberichterstattung).

Die im Konzernjahresabschluss 2011 erläuterten Bilanzierungs-, Bewertungs- und Berechnungsmethoden sind, da sich keine für Delticom einschlägigen Änderungen aus erstmalig anzuwendenden Standards ergaben, auch in diesem Zwischenabschluss angewendet worden und gelten entsprechend.

Der Zwischenabschluss enthält nicht alle für einen Jahresabschluss notwendigen Erläuterungen und Angaben und ist daher in Verbindung mit dem Jahresabschluss zum 31.12.2011 zu sehen. Der Geschäftsbericht 2011 steht auf der Unternehmenswebseite im Bereich Investor Relations bzw. unter nachfolgenden Link zum Download bereit:

www.delti.com/Investor_Relations/Delticom_Geschaeftsbericht_2011.pdf

Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis umfasst neben der Delticom AG als Obergesellschaft zwei inländische und drei ausländische Tochtergesellschaften, die alle in den Zwischenabschluss vollkonsolidiert wurden. Die Tochtergesellschaft Tyrepac Pte. Ltd. Singapur sowie die mittelbare Tochtergesellschaft Hongkong Tyrepac Ltd., Hong Kong werden aufgrund der geringen Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht konsolidiert, sondern als Finanzinstrument nach IAS 39 bilanziert. Im Vergleich zum Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2011 ergibt sich keine Änderung im Konsolidierungskreis.

Ungewöhnliche Sachverhalte

Es haben sich keine wesentlichen Sachverhalte ereignet, die Vermögenswerte, Schulden, Eigenkapital, Periodenergebnis oder Cashflows beeinflussen und die auf Grund ihrer Art, ihres Ausmaßes oder ihrer Häufigkeit für das Geschäft der Delticom AG ungewöhnlich sind. Die Geschäftsentwicklung wird im Konzernzwischenlagebericht erläutert.

Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz sowie Kapitalflussrechnung

Detaillierte Erläuterungen zur Geschäftsentwicklung und der Gewinn- und Verlustrechnung finden sich im Kapitel Geschäftsverlauf und Ertragslage im Konzernzwischenlagebericht. Das Kapitel Finanz- und Vermögenslage enthält weitere Informationen zur Bilanz sowie zur Kapitalflussrechnung.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen:

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in Tausend € 9M'12 9M'11
Ausgangsfrachten 23.686 24.199
Lagerhandlingkosten 2.427 3.284
Gebühren Kreditkarten 2.201 2.350
Forderungsverluste und Einzelwertberichtigungen 935 755
Externe Werbekosten 6.700 5.844
Operations-Center 3.867 3.600
Mieten und Betriebskosten 4.520 3.127
Finanzen und Recht 755 1.570
IT und Telekommunikation 881 543
Aufwendungen aus Kursdifferenzen 3.139 3.892
Übrige 1.335 1.006
Summe 50.447 50.169

Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie beträgt 0,99 € (9M 11: 1,60 €). Das verwässerte Ergebnis beläuft sich auf 0,98 € (9M 11: 1,59 €).

Erläuterungen zur Berechnung des Ergebnisses je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird gemäß IAS 33 als Quotient aus dem Periodenergebnis nach Steuern in Höhe von 11.707.499,68 € (Vorjahr: 19.005.007,92 €) und der gewichteten durchschnittlichen Anzahl der während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Stammaktien von 11.847.440 Stück (Vorjahr: 11.843.839 Stück) ermittelt.

Im Berichtszeitraum lagen 15.810 potenzielle Aktien (Finanzinstrumente und sonstige Vereinbarungen, die deren Inhaber zum Bezug von Stammaktien berechtigen) aus der Tranche vom 22.11.2007 sowie 37.500 potenzielle Aktien aus der Tranche vom 08.05.2008, 29.500 potenzielle Aktien aus der Tranche vom 25.11.2008 und 15.000 potenzielle Aktien aus der Tranche vom 30.03.2009 vor.

Die Ausübungspreise der Tranchen vom 22.11.2007, 08.05.2008, 25.11.2008 und 30.03.2009 lagen unter dem durchschnittlichen Kurswert seit Ausgabe der entsprechenden Optionen. Daher wurden alle Tranchen in das verwässerte Ergebnis je Aktie einbezogen.

Zur Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie wurde gemäß IAS 33 als Zähler das Periodenergebnis nach Steuern in Höhe von 11.707.499,68 € (Vorjahr: 19.005.007,92 €) sowie als Nenner der gewichtete Durchschnitt der Anzahl der im Geschäftsjahr vorhandenen Stammaktien sowie der Anzahl der potenziellen Aktien aus Optionsrechten von 11.945.250 Stück (Vorjahr: 11.945.250 Stück) verwendet.

Dividende

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2011 wurde am 02.05.2012 eine Dividende von 2,95 € pro Aktie gezahlt (Vorjahr: 2,72 €).

Angaben zu Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen oder Personen

Nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS 24 sind der Vorstand und Aufsichtsrat der Delticom AG (Kategorie Personen in Schlüsselpositionen), die Mehrheitsgesellschafter Binder GmbH und Prüfer GmbH (Kategorie Maßgeblicher Einfluss auf das berichtende Unternehmen), sowie nicht konsolidierte Tochtergesellschaften (Kategorie Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften). Alle Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind vertraglich vereinbart und zu Bedingungen ausgeführt worden, wie sie auch mit fremden Dritten üblich sind. Im Zwischenberichtszeitraum haben sich keine Änderungen mit wesentlichem Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage ergeben.

Von nahestehenden Unternehmen der Kategorie Personen in Schlüsselposition wurden im Berichtszeitraum Waren und Dienstleistungen in Höhe von 521 Tsd. € (9M 11: 1.046 Tsd. €) eingekauft, sowie Waren und Dienstleistungen in Höhe von 1 Tsd. € (9M 11: 620 Tsd. €) verkauft. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an diese nahestehenden Unternehmen belaufen sich auf 0 Tsd. € (9M 11: 35 Tsd. €) und die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf 53 Tsd. € (9M 11: 1 Tsd. €).

Von nahestehenden Unternehmen der Kategorie Nicht konsolidierte Tochterunternehmen wurden im Berichtszeitraum Waren und Dienstleistungen in Höhe von 51 Tsd. € (9M 11: 106 Tsd. €) eingekauft, sowie Waren und Dienstleistungen in Höhe von 923 Tsd. € (9M 11: 481 Tsd. €) verkauft. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an diese nahestehenden Unternehmen belaufen sich auf 538 Tsd. € (9M 11: 14 Tsd. €) und die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf 0 Tsd. € (9M 11: 0 Tsd. €).

Sonstige finanzielle Verpflichtungen, Eventualschulden und -forderungen

Bei den sonstigen finanziellen Verpflichtungen gab es keine wesentliche Änderungen im Vergleich zum 31.12.2011. Eventualschulden und -forderungen bestanden am Abschlussstichtag nicht.

Zahl der Mitarbeiter

Vom 01.01.2012 bis zum 30.09.2012 waren im Durchschnitt 143 Arbeitnehmer beschäftigt (davon 8 Auszubildende und Praktikanten). Diese Berechnung basiert auf der Anzahl der Beschäftigten unter Berücksichtigung der geleisteten Arbeitsstunden.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag sind nicht eingetreten.

Angabe gemäß § 37w Abs. 5 WpHG

Der vorliegende Zwischenabschluss und der Zwischenlagebericht wurden keiner prüferischen Durchsicht durch einen Abschlussprüfer unterzogen.

Deutscher Corporate Governance Kodex

Auf der Webseite www.delti.com/Investor_Relations/Entsprechungserklaerung.html finden sich die aktuellen Erklärungen nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex vom Vorstand und Aufsichtsrat der Delticom AG.

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Hannover, den 08.11.2012

Der Vorstand