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Delticom AG — Annual Report 2011
Apr 17, 2012
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Annual Report
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Delticom AG
Hannover
Jahresabschluss zum 31.12.2011
Lagebericht
Geschäftstätigkeit
Delticom wurde 1999 in Hannover gegründet. Seitdem konnte das Unternehmen Umsätze und Gewinne im In- und Ausland mit guten Wachstumsraten steigern und ist heute Europas führender Reifenhändler im Internet. Im Geschäftsbereich E-Commerce sind wir in 37 Ländern mit 117 Onlineshops tätig.
Geschäftsfelder
Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft teilt sich auf in die Geschäftsbereiche E-Commerce und Großhandel.
E-Commerce
Der Großteil des Umsatzes entfällt auf den Geschäftsbereich E-Commerce. Delticom verkauft Reifen über 117 Onlineshops an private und gewerbliche Endkunden. Der umsatzstärkste Onlineshop ist ReifenDirekt – im deutschsprachigen E-Commerce eine bekannte Marke.
Delticom erlöst einen erheblichen Teil der Umsätze mit dem Verkauf eigener Lagerware. Durch den zeitlich versetzten Einkauf und die Lagerung von Reifen sind wir jederzeit lieferfähig und können gute Margen erzielen. Im Geschäft mit fremder Ware verkauft das Unternehmen auch Produkte aus den Lagern von Herstellern und Großhändlern: Solche Reifen werden entweder direkt vom Lieferanten zum Kunden geliefert oder durch Paketdienste im Auftrag von Delticom zugestellt.
In den Onlineshops wird den Kunden die gesamte, über beide Vertriebswege lieferbare Produktpalette einheitlich präsentiert. Hotlines in der jeweiligen Landessprache und das weltweite Montagepartner-Netz gewährleisten eine hohe Servicequalität.
Das Unternehmen ist in 37 Ländern tätig. Dazu gehören insbesondere die EU-Staaten, aber auch andere europäische Länder wie die Schweiz und Norwegen.
Großhandel
Im Geschäftsbereich Großhandel verkauft das Unternehmen Reifen an Großhändler im In- und Ausland.
Produkte
Ersatzreifen
Delticom erzielt den wesentlichen Teil der Umsätze mit dem Verkauf von fabrikneuen Pkw-Ersatzreifen. Wir bieten in unseren Onlineshops eine beispiellos breite Produktpalette an: mehr als 100 Reifenmarken und 25.000 Modelle, die in aller Regel innerhalb weniger Tage zum Kunden geliefert werden, sowie Felgen und Kompletträder. Reifen für andere Fahrzeuge wie Motorräder, Lkw, Industriefahrzeuge und Fahrräder runden das Produktangebot ab. Wir verkaufen nicht nur Reifen der Premiumhersteller, sondern haben auch eine große Zahl an preisgünstigen Qualitätsreifen im mittleren und niedrigen Preissegment im Angebot. Kunden können in den Shops rund um die Uhr zu jedem angebotenen Artikel Testergebnisse und Herstellerangaben abrufen und sich umfassend informieren, bevor sie eine Bestellung aufgeben.
Saisonale Sortimente
In Deutschland, aber auch in der Alpenregion und in Nordeuropa prägt der jahreszeitlich bedingte Wetterwechsel den Geschäftsverlauf im Reifenhandel. Mit unseren saisonalen Sortimenten tragen wir dazu bei, dass unsere Kunden in allen Wetterlagen sicher auf Europas Straßen unterwegs sind.
Innovative Produkte
In den letzten Jahren fragten unsere Kunden vermehrt Ultra-High-Performance-Reifen und innovative Produkte wie Run-Flat-Reifen nach. Das Interesse an ökologisch nachhaltigen Produkten nimmt stetig zu. Daher können unsere Kunden bei uns auch Reifen kaufen, die helfen, den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren.
Zubehör und Ersatz- und Verschleißteile
Durch das ergänzende Angebot von Zubehörartikeln, Motoröl, Schneeketten, Batterien und ausgesuchten Pkw-Ersatzteilen ist Delticom in der Lage, Cross-Selling-Potenziale auszuschöpfen und den Umsatz je Kunde zu erhöhen.
Marktumfeld
Markt für Ersatzreifen
Der Weltreifenmarkt ist zweigeteilt: zum einen in an Neufahrzeugen montierte Erstausstattungsreifen, zum anderen in Ersatzreifen. In entwickelten Märkten werden überwiegend Ersatzreifen abgesetzt. Im Gegensatz dazu ist in Schwellenländern das Erstausrüstungsgeschäft vergleichsweise groß. Für Delticom ist der Ersatzmarkt relevant, der in etwa drei Viertel des Weltreifenmarktes ausmacht. Mehr als 60°% aller verkauften Reifen sind Pkw-Reifen, rund 20°% Lkw-Reifen. Der Rest sind Motorrad-, Industrie- und Spezialreifen.
Ein Drittel der weltweiten Reifennachfrage entfällt auf Europa, ein weiteres Drittel auf Nordamerika und etwa 20°% auf Asien. Die Nachfrage nach Ersatzreifen in Europa konzentriert sich im Wesentlichen auf fünf geografische Hauptmärkte: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien. Aus dem mengenmäßigen Absatz ergibt sich – nach Gewichtung mit durchschnittlichen Reifenpreisen – für Delticom in Europa ein relevantes Marktvolumen von jährlich mindestens 11 Mrd. €.
Lieferkette
Auf die größten Reifenhersteller entfällt ein bedeutender Anteil des Weltreifenmarktes. Darüber hinaus hat sich eine Vielzahl mittelgroßer, ebenfalls meist global tätiger Hersteller etabliert. Ferner konnten in den letzten Jahren – wie in vielen anderen Produktgruppen auch – zunehmend Produzenten aus Schwellenländern Fuß fassen.
Großhändler übernehmen klassischerweise eine Lager- und Logistikfunktion in der Lieferkette, meist für mehrere Marken. Zusätzlich agieren Großhändler auf den Weltmärkten als "Broker" und gleichen so regionale Unterschiede und den zeitlichen Versatz zwischen Angebot und Nachfrage aus.
Der europäische Reifenhandel ist sehr fragmentiert. Hier stehen verschiedene Vertriebswege in direktem Wettbewerb miteinander: der Reifenfachhandel, Ketten der Reifenhersteller, unabhängige Werkstätten und Werkstattketten, Autohäuser der Kfz-Hersteller, Einzelhändler und seit einigen Jahren auch Online-Anbieter.
Reifenhandel im Internet
In der Vergangenheit war es für Reifenkäufer kaum möglich, sich einen Überblick über das gesamte Angebot zu verschaffen. Heutzutage informieren sich Verbraucher vermehrt im Internet und suchen dort nach kostengünstigen Alternativen. Durch die steigende Anzahl an Breitbandverbindungen gewinnt E-Commerce als Vertriebskanal immer mehr an Bedeutung.
Allerdings fällt der Anteil der im Internet verkauften Reifen noch vergleichsweise gering aus. Wir schätzen, dass 2011 europaweit nicht wesentlich mehr als 6% der Reifen online an Endverbraucher verkauft wurden.
In den einzelnen Ländern Europas ist der Anteil des Onlinekanals im Reifenhandel noch sehr unterschiedlich. So liegt beispielsweise in Deutschland Experten zufolge der Anteil der im Internet verkauften Reifen aktuell noch weit unter 10°%. Das Potenzial ist aber durchaus beachtlich. So gaben in einer Studie des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) 19,2°% (Vorjahr: 16,5°%) der Befragten an, zukünftig Reifen über das Internet kaufen zu wollen. Bei der jüngeren und internetaffineren Zielgruppe fiel der Wert mit 31,0°% (Vorjahr: 30,8°%) noch deutlich höher aus.
Als Marktführer ist Delticom gut positioniert, um an dieser nachhaltigen Veränderung der Liefer- und Wertschöpfungskette zu partizipieren – und den Markt wesentlich mitzuprägen.
Wettbewerbsposition
Geringe Markteintrittsbarrieren
In einigen Ländern bieten manche Reifenhändler und Werkstattketten ihre Waren mittlerweile auch über das Internet an – ein zusätzlicher Vertriebskanal, der das stationäre Hauptgeschäft ergänzt. Aufgrund der niedrigen Markteintrittsbarrieren konkurrieren mit Delticom im reinen Online-Handel meist kleinere, regional spezialisierte Unternehmen. Mittelfristig wird die Wettbewerbsintensität zunehmen, da das Internet als Vertriebskanal im Reifenhandel an Bedeutung gewinnt.
First-Mover
Als "First-Mover" haben wir in den zurückliegenden Jahren stabile Geschäftsbeziehungen zu Herstellern und Großhändlern in Europa aufbauen können. Derzeit ist Delticom, gemessen an den über das Internet erzielten Umsatzerlösen, deutlich größer als die Wettbewerber und im Gegensatz zu diesen in ganz Europa tätig. Dies ermöglicht uns, auf regionale Unterschiede in Angebot und Nachfrage schnell zu reagieren. Mit dem Mix aus Lager- und Streckengeschäft können zudem Schwankungen in der Nachfrage gut ausgeglichen werden.
Schlanke Wertschöpfungskette
Wir konzentrieren uns auf den Online-Handel und benötigen deshalb keine Vertriebsniederlassungen mit personalintensivem Vor-Ort-Service. Delticom verfügt über ein dichtes Netz von mehr als 25.000 Montagepartnern, die auf Wunsch des Kunden den fachgerechten Reifenwechsel übernehmen.
Weitgehend automatisierte Geschäftsprozesse bilden im Unternehmen eine schlanke, skalierbare Wertschöpfungskette. Die niedrige Kostenbasis verschafft uns den Spielraum, für unsere Kunden ein breites Angebot zu attraktiven Preisen bereitzuhalten. Aufgrund der starken Bilanz können wir auch außerhalb der Saison einkaufen und sind so jederzeit lieferfähig.
Auch wenn sich zukünftig der Wettbewerbsdruck erhöhen sollte, erwarten wir, dass Delticom aufgrund der Skalenvorteile und des bestehenden Wettbewerbsvorsprungs weiterhin zu den europaweit führenden Reifenhändlern im Internet gehören wird.
Wirtschaftliche und regulatorische Einflussfaktoren auf die Geschäftsentwicklung
Fahrzeugbestand, Fahrleistung, Ersatzzyklus
Der entscheidende Faktor unseres Geschäftserfolgs ist die zunehmende Bedeutung des Internets als Vertriebskanal. Das Unternehmen ist aber nicht völlig unabhängig von der zugrunde liegenden Mengenentwicklung des Reifenmarktes.
Auf den Straßen Europas fahren mehr als 224 Millionen Autos. Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge liegt bei etwa 8 Jahren, wovon 70% jünger als 10 Jahre sind. Autos werden immer haltbarer, ihre Lebensdauer steigt. Die Folge: Auch bei sinkenden Neuzulassungszahlen wird der Fahrzeugbestand in den kommenden Jahren steigen.
Die jährliche durchschnittliche Fahrleistung eines Pkw und damit der an ihm montierten Reifen beträgt europaweit etwa 15.000 Kilometer. Aufgrund der in allen europäischen Ländern ähnlichen Straßenverhältnisse sind Reifen nach spätestens 60.000 km abgefahren. Entsprechend liegt der Ersatzzyklus bei etwa vier Jahren. Als Reaktion auf steigende Kraftfahrzeugkosten – insbesondere Benzinpreise – haben manche Autofahrer die Nutzung ihres Fahrzeugs eingeschränkt oder sind auf ein kleineres und sparsameres Modell umgestiegen. Marktkenner gehen davon aus, dass die durchschnittliche jährliche Pkw-Fahrleistung weiter zurückgehen wird. Dementsprechend nutzen sich Reifen auch langsamer ab, der Ersatzzyklus wird sich folglich verlängern.
Allgemein wird erwartet, dass sich das Absatzwachstum im Ersatzgeschäft sowohl in Europa als auch in den USA zukünftig abflacht. Stärkere Zuwächse werden langfristig nur in Ländern Osteuropas und in Schwellenländern wie China und Brasilien erwartet, da dort die Fahrzeugdichte noch vergleichsweise gering ist.
Preis und Mix
Umsatz und Marge eines Reifenhändlers werden nicht nur durch die Entwicklung der mengenmäßigen Nachfrage, sondern auch durch die Preise im Einkauf und im Vertrieb beeinflusst.
Ein wesentlicher Einflussfaktor für die Preisbildung ist die Entwicklung der Rohstoffpreise, insbesondere von Rohkautschuk und Öl. Preisänderungen für Rohmaterialien kommen in der Regel vier bis sechs Monate später in den Kalkulationen der Produzenten zum Tragen.
Die Reifenhersteller haben ihre Produktion in den zurückliegenden Jahren erfolgreich flexibilisiert. Sie können ihre Kapazität heute im Prinzip gut auf die Nachfrage abstimmen. Trotzdem kommt es immer wieder zu Über- oder Unterbeständen in der Lieferkette, die die Preise zwischen Herstellern, Handel und Endkunden beeinflussen. Fehlen dann Absatztreiber wie beispielsweise vorteilhafte Wetterbedingungen, können die Margen unter Druck geraten.
Die Nachfrage verteilt sich je nach Region und wirtschaftlicher Lage der Autofahrer auf Premiummarken sowie preisgünstigere Zweit- und Drittmarken. Verschiebt sich dieser Mix, dann ändert sich der durchschnittliche Wert der verkauften Warenkörbe und damit Umsatz und Marge.
Wetterabhängige Nachfrage
Das Geschäft mit Pkw-Ersatzreifen wird in vielen Ländern wesentlich von den Jahreszeiten und den damit einhergehenden unterschiedlichen Witterungs- und Straßenverhältnissen beeinflusst. So ist das Geschäft im nördlichen Teil Europas und im deutschsprachigen Raum von zwei Spitzenzeiten geprägt: dem Erwerb von Sommerreifen im Frühjahr und von Winterreifen im Herbst.
Im ersten Quartal werden weniger Reifen als in den anderen Quartalen verkauft, da die meisten Winterreifen mit dem ersten Schnee und damit bereits vor dem Jahreswechsel gekauft und montiert worden sind. Das zweite Quartal ist hingegen umsatzstark, da mit frühlingshaften Temperaturen im April und Mai viele Pkw-Fahrer neue Sommerreifen aufziehen.
In das dritte Quartal fällt der Übergang vom Sommer- auf das Winterreifengeschäft, mit etwas geringeren Umsätzen als im Vorquartal. Das letzte Quartal ist dann in vielen Ländern Europas das umsatzstärkste, weil Eis und Schnee die Autofahrer zum Kauf neuer Winterreifen bewegen.
Da sich Sommer- und Winterreifengeschäft über einen längeren Zeitraum erstrecken, verschiebt sich häufig die Nachfrage durch einen früheren oder späteren Start der Saison zwischen den Quartalen. Zusätzlich kommt es aufgrund von Basiseffekten regelmäßig zu schwankenden Wachstumsraten, weil durch unterschiedliche Wetterbedingungen im Vorjahresvergleich die Umsätze höher oder niedriger ausfallen können. Solche Schwankungen sind jedoch nicht langfristiger Natur: Sie verweisen nicht auf strukturelle Änderungen, sondern ergeben sich zwangsläufig aus der wetterabhängigen Nachfrage.
Da Delticom europaweit tätig ist, kann das Unternehmen wetterbedingt schwächere Absätze in einzelnen Ländern häufig durch gutes Wachstum in anderen Regionen ausgleichen.
Regulatorische Einflüsse
Auch der Gesetzgeber nimmt mit seinen Regelungen Einfluss auf die Nachfrage. In Deutschland gilt beispielsweise seit 2006 eine situative Winterreifenpflicht, die in 2010 nochmals überarbeitet wurde: Demnach dürfen bei "Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte“ Kraftfahrzeuge nur mit entsprechend gekennzeichneten Winter- oder Allwetterreifen unterwegs sein. Bei Verstoß drohen ein Bußgeld und ein Eintrag in das Verkehrsregister. Zudem riskieren Autofahrer den Verlust des Versicherungsschutzes. In Teilen Skandinaviens und in den alpinen Regionen ist sogar eine generelle Winterreifenpflicht für bestimmte Zeiträume die Regel.
EU-Reifenlabel
Verbesserte Reifeneigenschaften können einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr und zur Verringerung der Umweltbelastung durch Kraftfahrzeuge leisten.
Gemäß Vorgaben der Europäischen Union müssen ab 1. November 2012 alle in der EU verkauften Reifen, die ab dem 1. Juli 2012 produziert werden, hinsichtlich Treibstoffeffizienz, Nasshaftung und Lärmerzeugung klassifiziert und gekennzeichnet werden. Diese Klassifizierung gilt für Pkw-, leichte Lkw- und Lkw-Reifen. Ausnahmen bilden unter anderem runderneuerte Reifen, Geländereifen für den gewerblichen Einsatz, bespikte Reifen und Rennreifen.
Ein Kennzeichnungssystem, ähnlich dem EU-Energielabel von Haushaltsgeräten, informiert Reifenkäufer über die entsprechenden Eigenschaften der Produkte. Dementsprechend wird bei der Treibstoffeffizienz eine farbige Skala von A bis G verwendet. Ein dunkelgrünes „A“ steht dabei für die beste und ein rotes „G“ für die schlechteste Energieeffizienz. Die Reifenhaftung bei nassen Straßenverhältnissen wird in einer Skala von A bis G bewertet. Die dritte Kategorie umfasst die in Dezibel ausgedrückte externe Lärmerzeugung.
Die betroffenen Reifen müssen entsprechend den von der Europäischen Kommission freigegebenen Testmethoden von den Reifenherstellern getestet und zertifiziert werden.
Mit der Verordnung verfolgt die Europäische Kommission das Ziel, privaten und gewerblichen Verbrauchern zusätzliche und konkrete Informationen vor dem Reifenkauf zur Verfügung zu stellen. Die Kennzeichnung schafft Transparenz und ermöglicht Pkw-Haltern gezielt nach den von ihnen individuell bevorzugten Produkteigenschaften zu suchen.
Reifenhändler können oftmals nicht alle Produkte im Verkaufsbereich zur Schau stellen. Deshalb wird der Handel verpflichtet, Konsumenten vor dem Kauf eines Reifens über dessen Eigenschaften aufzuklären. Darüber hinaus muss zusätzlich auch in der Rechnung über die Kennzeichnung des verkauften Reifens informiert werden.
Branchenexperten vermuten, dass das EU-Reifenlabel den Anteil an Premiummarken im europäischen Markt erhöhen könnte.
Delticom wird seine Kunden in den Onlineshops und in der Kundenkommunikation umfassend über die Kennzeichnung der entsprechenden Produkte informieren.
Unternehmenssteuerung und Strategie
Wir konzentrieren uns auf unser Kerngeschäft: Verkauf von Ersatzreifen in Europa. Die Produktpalette wird fortlaufend erweitert, die geografische Basis ausgedehnt. Das Unternehmen unterhält für das Geschäft mit Endkunden keine Niederlassungen, sondern verkauft ausschließlich online. Geliefert wird sowohl aus eigenen Lagern heraus als auch im Streckengeschäft aus den Lagern Dritter. Umsatz und EBIT sind gleichberechtigte Steuerungsgrößen, sie werden ergänzt durch Leistungskennzahlen aus der Wertschöpfungskette.
Unternehmensinternes Steuerungssystem
Finanzielle Ziele
Wir steuern das Gesamtunternehmen und die einzelnen Bereiche mit finanziellen und nichtfinanziellen Zielen. Wesentliche finanzielle Ziele:
Umsatz und Umsatzwachstum der Gruppe werden entlang der Segmentierung nach E-Commerce und Großhandel erfasst. Der aktuelle Umsatz wird unterjährig mit kurz- und mittelfristigen Zielvorgaben abgeglichen.
Bereichsleiter und Shopmanager steuern ihr Geschäft nach Absatz, Umsatz und den direkt zurechenbaren Kosten wie Transportkosten, Kosten der Lagerhaltung und Marketingkosten. Quartalsweise und jährliche Deckungsbeiträge sind Bestandteil der Zielvereinbarungen.
Für Delticom als Ganzes ist das operative Vorsteuerergebnis (EBIT) die wesentliche Steuerungsgröße.
Nichtfinanzielle Ziele
Neben finanziellen Zielen nutzen Management und Mitarbeiter auch nichtfinanzielle Ziele für die Steuerung des Geschäfts:
Aufgrund der hohen Bedeutung eigener Lagerbestände für Marge und Lieferfähigkeit werden die Zu- und Abgänge mit Warenflussrechnungen eng kontrolliert.
In der Lager- und Transportlogistik verwenden wir Leistungskennzahlen wie Durchfluss, Lieferzeiten, Altersstrukturanalysen und Umschlagshäufigkeiten.
Die Effizienz des Online-Marketings hat wesentlichen Einfluss auf Umsatz und Ergebnis des Unternehmens. Das Marketing wird mit Kennzahlen aus dem Bereich der "Web Analytics" und des Suchmaschinenmarketings gesteuert.
Wir vereinbaren mit unseren Logistik- und Outsourcingpartnern sogenannte "Service Level Agreements" (SLA), welche prozessspezifische Kennzahlen und Schwellenwerte definieren.
Finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen werden unterschiedlich aggregiert, in Berichten aufbereitet und IT-gestützt verteilt. Das Reporting dient als Grundlage für Diskussionen zwischen Vorstand, Controlling und den einzelnen Abteilungen. Durch regelmäßige bereichsübergreifende Sitzungen wird ein stetiger Informationsaustausch im Unternehmen gewährleistet.
Wesentliche Kennzahlen sind auf der vorderen Umschlagseite des Geschäftsberichts abgedruckt.
Strategie
Das Management beabsichtigt, die bestehende Marktführerschaft im europäischen Online-Reifenhandel zu behaupten und weiter auszubauen. Der Geschäftsbereich E-Commerce soll auch in den kommenden Jahren weiterhin stark zum Unternehmenswachstum beitragen.
Fokus
Wir legen den Schwerpunkt auf den Vertrieb von Ersatzreifen an private Endkunden in Europa. Andere Produkte, Regionen und Zielgruppen entwickeln wir bevorzugt organisch aus unserem Geschäft heraus.
Wir gehen davon aus, dass Delticom auch in Zukunft nicht durch Zukäufe sondern organisch wachsen wird. Sollten sich jedoch Opportunitäten ergeben, dann werden wir sie prüfen.
Nur online
Im Geschäftsbereich E-Commerce verkaufen wir ausschließlich im Internet, betreiben keine stationären Niederlassungen, operieren ohne großes Anlagevermögen und haben geringe Personalkosten. Unsere jeweiligen Zielgruppen sprechen wir mit kostengünstiger Online-Werbung an. Die Organisationsstruktur wird durch permanente Automatisierung und zusätzliches Outsourcing schlank gehalten.
Optimiertes Sourcing
Einen erheblichen Teil der Umsätze erzielen wir mit dem Verkauf eigener Lagerware, die vor der Saison in großen Stückzahlen eingekauft wird. Hierdurch erhalten wir gute Einkaufskonditionen und sind auch in saisonalen Spitzenzeiten lieferfähig. Das Streckengeschäft, in dem unsere Lieferanten die Kunden direkt beliefern, komplettiert unser Produktangebot und unterstützt das Working Capital Management. Jeder Lieferweg birgt Vorteile; wir werden daher auch weiterhin beide nutzen.
Verlässliche Partner
Wir legen Wert darauf, die guten Beziehungen zu unseren Partnern immer weiter zu verbessern. In den zurückliegenden Jahren haben wir stabile Geschäftsbeziehungen zu Herstellern und Großhändlern im In- und Ausland aufgebaut. Leistungsfähige, langjährige Transportpartner liefern die Reifen schnell und kostengünstig aus. Für die Montage der Reifen stellt Delticom seinen Kunden ein Netzwerk mit Tausenden Montagepartnern zur Verfügung. Hotline und Teile der Auftragsbearbeitung sind in Operations-Center ausgelagert.
Großhandel
Im Segment Großhandel erwartet die Gesellschaft in den kommenden Jahren kein wesentliches Wachstum, verfolgt aber strategisch wichtige Ziele: Zum einen erhält Delticom aus diesem Bereich Informationen über den Markt, zum anderen können wir auch kurzfristig größere Volumina bewegen und zügig in neuen Ländern Fuß fassen.
Organisation
Mit 113 Mitarbeitern – größtenteils am Standort Hannover – ist Delticom ein schlankes Unternehmen. Unterstützt werden wir durch unsere Partner in der Lager- und Transportlogistik. Manuelle Routineaufgaben sind an Operations-Center ausgelagert. Die weitgehend automatisierten Geschäftsprozesse bilden im Unternehmen eine skalierbare Wertschöpfungskette.
Rechtliche Unternehmensstruktur
Die Delticom AG ist zum 31.12.2011 an folgenden Tochtergesellschaften beteiligt:
Reifendirekt GmbH, Hannover
Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH, Hannover
Delticom Tyres Ltd., Oxford (Großbritannien)
NETIX S.R.L., Timisoara (Rumänien)
Delticom North America Inc., Wilmington (Delaware, USA)
Tyrepac Pte. Ltd., Singapur
Hongkong Tyrepac Ltd.
Mit Ausnahme von Tyrepac liegen sämtliche Anteilsbesitze an den Tochterunternehmen zu 100°% bei der Delticom AG. An Tyrepac Singapur und deren Tochter in Hongkong hält die Gesellschaft eine Mehrheitsbeteiligung in Höhe von 50,9%.
Delticom betreibt das Geschäft überwiegend aus der Zentrale am Standort Hannover.
Vorstand und Aufsichtsrat
Als deutsche Aktiengesellschaft verfügt die Delticom mit ihrem Aufsichtsrat und ihrem Vorstand über ein duales Führungssystem. Ihr gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes.
Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand und ist unmittelbar in Entscheidungen eingebunden, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen sind. Im Rahmen seiner Überwachungs- und Beratungsfunktion arbeitet der Aufsichtsrat auch außerhalb seiner Sitzungen eng mit dem Vorstand zusammen.
Vorstand
Der Vorstand richtet das Unternehmen strategisch aus, stimmt die Strategie mit dem Aufsichtsrat ab und sorgt für ihre Umsetzung. Er informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Einhaltung von Verhaltensmaßregeln, Gesetzen und Richtlinien (Compliance).
Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinschaftlich die Verantwortung für die Gesamtgeschäftsführung. Darüber hinaus haben sie über den Geschäftsverteilungsplan klar definierte und abgegrenzte Aufgabenbereiche, die sie in eigener Verantwortung leiten. Neben den regelmäßigen Vorstandssitzungen findet ein permanenter Informationsaustausch zwischen den Mitgliedern des Vorstandes statt.
Grundzüge des Vergütungssystems
Für die Festlegung der Struktur des Vergütungssystems sowie der Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder ist der Aufsichtsrat zuständig. Er überprüft die Vergütungsstruktur regelmäßig auf ihre Angemessenheit. Die Bezüge des Vorstands setzen sich aus drei Komponenten zusammen:
erfolgsunabhängige, monatlich ausgezahlte Grundvergütung,
erfolgsabhängige Gehaltsbestandteile,
variable Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung.
Die erfolgsabhängigen Bestandteile richten sich bei allen Mitgliedern des Vorstands nach Umsatz und operativem Ergebnis der Delticom AG. Dem Finanzvorstand Schuhardt wurde als variable Komponente mit langfristiger Anreizwirkung zusätzlich die Teilnahme an einem Aktienoptionsprogramm ermöglicht. Den Vorstandsmitgliedern wurden im Geschäftsjahr 2011 wie auch im Jahr zuvor keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine feste Vergütung ohne erfolgsabhängige Bestandteile.
Erklärung zur Unternehmensführung
Weitere Angaben über die Corporate Governance, die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat sowie über die Praxis der Unternehmensführung enthält die Erklärung zur Unternehmensführung, die auf der Website www.delti.com/CG zum Download zur Verfügung gestellt ist.
Abhängigkeitsbericht (§ 312 Abs. 3 AktG)
Gemäß § 312 Aktiengesetz hat die Gesellschaft einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt und diesen mit folgender Erklärung des Vorstands abgeschlossen: "Wir erklären, dass die Delticom AG bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns zu dem Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat. Andere berichtspflichtige Maßnahmen sind weder getroffen noch unterlassen worden."
Mitarbeiter
113 Mitarbeiter
Im Berichtszeitraum waren durchschnittlich 113 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt (Vorjahr: 100). Im Laufe des Jahres haben wir schwerpunktmäßig in der Logistik neue Kolleginnen und Kollegen eingestellt. Die Lagerhaltung und die Auslieferung der Artikel sind zentrale Geschäftsprozesse im Unternehmen. Auch im IT-Bereich bauen wir weiter Personal auf, um in dem sich schnell entwickelnden Umfeld innovationsfähig zu bleiben.
Aus- und Weiterbildung
Mit gezielten Aus- und Weiterbildungsprogrammen bietet Delticom seinen Mitarbeitern die Möglichkeit, sich persönlich und fachlich weiterzuentwickeln. Wo immer möglich, wird das Gehalt durch Leistungsprämien ergänzt. Darüber hinaus bietet die Gesellschaft den Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung an.
Wir bilden sowohl im kaufmännischen Bereich als auch in der IT junge Nachwuchskräfte aus. Im Geschäftsjahr 2011 haben 4 junge Menschen bei uns eine Ausbildung begonnen. Zum Jahresende 2011 waren insgesamt 12 Auszubildende beschäftigt (Vorjahr: 9).
Eigenverantwortung
Kreative und motivierte Kollegen sind Grundlage für den Unternehmenserfolg. Daher gewähren wir in der täglichen Arbeit Freiräume und übertragen Verantwortung. Alle Mitarbeiter sind angehalten, eingeführte Prozesse hinsichtlich Kosten, Qualität, Durchsatz und Skalierbarkeit laufend zu verbessern. Es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen, Prozesse und Systeme weiter zu entwickeln. Kurze Kommunikations- und Entscheidungswege fördern zudem eine effiziente und erfolgreiche Teamarbeit.
Vertrauen der Mitarbeiter in das Unternehmen und Loyalität untereinander sind wesentlich, um auch in schwierigen Situationen gut zusammenzuarbeiten. Nur so lässt sich das Human Capital für die Unternehmenszwecke gewinnbringend nutzen.
IT-Infrastruktur
Ein gutes Arbeiten erfordert gute Werkzeuge. Für Delticom als E-Commerce-Unternehmen heißt dies: Highspeed-Internet, offene und dennoch sichere Browser und E-Mail-Konten auf leistungsfähigen Arbeitsplatzrechnern und ausgebauten Heimarbeitsplätzen. Die Netzwerkinfrastruktur schließt auch die ausgelagerten Operations-Center mit ein.
Wichtige Geschäftsprozesse
Einkauf
Wir haben in den zurückliegenden Jahren stabile Geschäftsbeziehungen zu Herstellern und Großhändlern aufgebaut (Supplier Capital). Der Einkauf prognostiziert regelmäßig den voraussichtlichen Absatz nach Reifenmarken und -typen, beschafft die Produkte und disponiert nach Lagern, Shops und Ländern. Zudem bestimmt der Einkauf entsprechend der Nachfrage auch die Verkaufspreise der aktuell verfügbaren Bestände.
Kundengewinnung
Einen großen Teil unserer Neukunden machen wir auf unsere Shops mit Online-Marketing aufmerksam. Hierzu gehören Suchmaschinenmarketing und -optimierung, Affiliate-Marketing und Listung in Preissuchmaschinen. Regelmäßige Newsletter-Aktionen tragen zur Kundenbindung bei. Darüber hinaus kooperieren wir mit Multiplikatoren wie dem Allgemeinen Deutschen Automobil Club (ADAC).
Viele Endverbraucher wissen noch nicht, dass man im Internet einfach, preiswert und sicher Reifen kaufen kann. Unsere PR-Abteilung informiert daher regelmäßig über die Vorteile des Onlinekaufs und macht Verbraucher auf unsere Shops aufmerksam.
Insgesamt haben wir im letzten Jahr 851 Tausend Neukunden (Vorjahr: 891 Tausend, –4,5%) hinzugewinnen können.
Customer Capital
Seit Gründung des Unternehmens haben über 4,9 Millionen Kunden in unseren Onlineshops eingekauft (Vorjahr: 4,1 Millionen, Doppelzählungen können nicht ausgeschlossen werden). Die Kundenbasis ist wertvolles Customer Capital: Zum einen kommen zufriedene Kunden gerne wieder, zum anderen empfehlen sie uns auch an Freunde und Bekannte weiter.
Im letzten Geschäftsjahr haben 417 Tausend Bestandskunden (Vorjahr: 362 Tausend, +15,3%) zum wiederholten Mal ihre Reifen bei Delticom gekauft – angesichts des langen Ersatzzyklus im Reifengeschäft eine erfreuliche Zahl, die in den nächsten Jahren weiter steigen sollte.
Lagerlogistik
Delticom mietet Lagerhallen an, in denen eigene Ware gelagert wird. Mit Investitionen in Verpackungs- und Fördertechnik sowie in Software zur Steuerung von Warenfluss und -bestand haben wir über die Jahre erhebliches Process Capital aufgebaut.
Transportlogistik
Die in den Onlineshops verkauften Produkte werden von Paketdienstleistern zum Kunden transportiert. Unsere Dienstleister holen die Ware direkt von den Lagerstandorten ab. Wir überwachen die Einrollung und Ausrollung der Artikel sowie Retouren mit Software, die über automatische Schnittstellen an die Systeme der Partnerunternehmen angebunden ist.
Bestellprozess und Auftragsabwicklung
Bei Delticom werden die einzelnen Schritte der Geschäftsabwicklung überwiegend durch proprietäre Software angestoßen. Teile der Auftragsbearbeitung sowie die Beantwortung von Kundenanfragen sind in Operations-Center ausgelagert.
Forschung und Entwicklung
Eigene Software
Wesentlich zum Unternehmenserfolg der vergangenen Jahre trugen die selbstentwickelten, hochspezifischen Softwarelösungen bei, mit denen die Bestell- und Lieferprozesse zu geringen Kosten weitestgehend automatisiert werden konnten. Die vorhandenen Lösungen werden laufend weiterentwickelt.
Anregungen und Änderungswünsche aus den Abteilungen werden von einem abteilungsübergreifenden Lenkungsausschuss priorisiert und von der Entwicklungsabteilung entsprechend umgesetzt.
Testmärkte
Innovationen in den Shops (wie unterschiedliche Bestellwege, Zahlungsarten und Serviceangebote) werden zunächst in Testmärkten auf ihre Leistungsfähigkeit überprüft, bevor wir die Änderungen weltweit umsetzen. Zudem führt Delticom zur Erschließung neuer Absatzmärkte immer auch Testphasen in den jeweiligen Ländern durch, ohne dass damit in jedem Fall eine Erschließung des jeweiligen Landes verbunden ist. Wir passen regelmäßig Angebot, Bestellprozesse und Kundenkommunikation an regionale Besonderheiten an.
Liquiditätsmanagement
Das Hauptziel des Liquiditätsmanagements ist es, flexibel und günstig die Warenbestände zu finanzieren. Die starke Bilanz ist ein Eckpfeiler unserer Geschäftsbeziehungen zu großen Lieferanten. Das Geschäftsmodell ist ertragsstark und gleichzeitig wenig kapitalintensiv. Delticom verfügt seit dem Börsengang im Jahr 2006 über ausreichende finanzielle Mittel, trotz der seit Jahren verfolgten Vollausschüttungspolitik.
Treasury-Abteilung
Die Saisonalität im Reifenhandel und das starke Wachstum der Gesellschaft führen unterjährig zu starken Schwankungen im Bestand liquider Mittel. Um auch in Zukunft möglichst unabhängig von externen Kapitalgebern zu sein, haben wir das Liquiditätsmanagement mit einer Treasury-Abteilung organisatorisch verankert. Die Treasury-Abteilung bedient sich unter anderem folgender Instrumente der Liquiditätssteuerung:
Zahlungsabwicklung. Delticom ist mit Onlineshops in 37 Ländern tätig. Dies führt zu einem kleinteiligen Zahlungsverkehr mit Partnerbanken im In- und Ausland. Wo immer möglich, verwenden wir Cash Pooling, um Verbindlichkeiten aus Kontokorrent zu vermeiden.
Akkreditive. Ein Teil der Einkäufe von Handelsware wird über Importakkreditive abgewickelt.
Hedging. Handelsgeschäfte in Fremdwährungen werden zentral abgesichert. Der Hedge wird im Zeitablauf immer genauer an den voraussichtlichen Zahlungseingang oder -ausgang angepasst.
Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten. Im Treasury werden die von Lieferanten eingeräumten Zahlungsziele überwacht. Es entscheidet ferner, ob und welche Verbindlichkeiten vorfristig abgelöst werden.
Geldanlage. Wir prüfen laufend die Konditionen von Termingeld und anderen Anlageformen wie Staatsanleihen und Geldmarktfonds. Hierbei beschränken wir uns auf Emittenten hoher Bonität und verteilen die Gelder auf unterschiedliche Adressen, um das Ausfallrisiko zu minimieren.
Liquiditätsreserve. Ein Teil der verfügbaren Liquidität kann in die sogenannte "Liquiditätsreserve" eingestellt werden. Diese dient einerseits als Risikovorsorge für außergewöhnliche Belastungen, andererseits, um bei Akquisitionsmöglichkeiten schnell handeln zu können. Die Liquiditätsreserve beläuft sich mindestens auf den in der Bilanz als Wertpapiere des Umlaufvermögens ausgewiesenen Betrag. Je nach Marktlage kann sie auch kurzlaufende Termingelder enthalten, die in der Bilanz gemäß HGB den Zahlungsmitteln zugerechnet würden.
Kreditlinien. Mit einigen unserer Bankpartner haben wir Barlinien vereinbart. Bestehende Avallinien können teilweise bei Bedarf in Barlinien umgewandelt werden.
Liquiditätsplanung
Grundlage der Liquiditätssteuerung ist die vom Vorstand jeweils zum Jahresende für das Folgejahr verabschiedete Jahresplanung. Sie bildet den Rahmen für rollierende mittelfristige Planungen von Ein- und Auszahlungen. Die Liquiditätsplanung wird durch einen Katalog von Maßnahmen ergänzt, die bei Erreichen von Melde- und Sicherheitsbeständen ergriffen werden.
Rahmenbedingungen 2011
Noch zum Jahresanfang waren Experten zuversichtlich, dass die Weltwirtschaft ihren eingeschlagenen Erholungskurs weiter fortsetzen wird. Im weiteren Jahresverlauf verlangsamte sich jedoch das Wachstumstempo. Europaweit haben die Spaßmaßnahmen vieler Regierungen zunehmend auch den privaten Konsum belastet. Zudem sorgten die milden Temperaturen im Schlussquartal dafür, dass der europäische Reifenhandel im Vorjahresvergleich weniger Winterreifen als erwartet absetzen konnte.
Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen
Europa
In vielen Ländern Europas herrschte noch zu Jahresbeginn Zuversicht darüber, die Krise in absehbarer Zeit hinter sich lassen zu können. Allerdings trübte sich die Stimmung ab dem Sommer vielerorts merklich ein und das Wachstum verlangsamte sich. Die hohe Schuldenlast einiger europäischer Staaten sorgte in der zweiten Jahreshälfte für immer mehr Verunsicherung unter den Verbrauchern. Steigende Lebenshaltungskosten und die Angst vor weiteren Rückschlägen drückten zusätzlich auf das Konsumklima.
Deutschland
In Deutschland hingegen zeigte sich die Wirtschaft in 2011 weiter robust. Neben der wiedererstarkten Exportwirtschaft sorgte im letzten Jahr auch der private Konsum für konjunkturellen Rückenwind. Sinkende Arbeitslosenzahlen und steigende Einkommen animierten die Kauflust vieler Verbraucher. Der Dämpfer im Schlussquartal konnte das auf Jahressicht insgesamt positive Gesamtbild nicht trüben.
US-Dollar
In den USA hat sich der private Verbrauch angesichts weiterhin hoher Arbeitslosigkeit und fragilen Wirtschaftswachstum bislang kaum erholt. Zur Stützung der Konjunktur hielt die Fed unverändert an ihrer Niedrigzinspolitik fest. Gegenüber dem Euro gewann der US-Dollar jedoch im weiteren Jahresverlauf im Zuge der sich verschärfenden Euro-Krise an Boden.
Entwicklung des Reifenmarktes
Volatile Rohstoffmärkte
Auch 2011 blieb die Lage auf den weltweiten Rohstoffmärkten weiter angespannt. Die Preise für Rohöl und Naturkautschuk erreichten in den ersten Monaten jeweils ihren Höchststand. Während sich Naturkautschuk zum Jahresende hin verbilligte, blieb Rohöl weiterhin teuer. Auch im letzten Jahr waren Reifenhersteller zu Preissteigerungen gezwungen, um die im Trend gestiegenen Beschaffungskosten zumindest teilweise auszugleichen.
Sommersaison enttäuschend
Die Reifenproduzenten konnten im Vorjahresvergleich mehr Sommerware an den Handel verkaufen. Der Anstieg war neben der schwachen Vorjahresbasis vor allem auch den hohen Erwartungen des Reifenhandels an die Sommerreifensaison 2011 geschuldet gewesen.
Aufgrund der milden Temperaturen wurden zu Jahresbeginn nur noch vergleichsweise wenig Winterreifen nachgefragt. Daher startete der europäische Reifenhandel zunächst deutlich schwächer ins erste Quartal.
Mit dem Beginn der Sommerreifensaison im März hatte sich die Situation für die Reifenhändler in den geografischen Hauptmärkten Europas etwas gebessert, wenngleich das Geschäft mit Sommerware in 2011 vielerorts hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. In einer ersten Einschätzung geht der BRV (Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.°V.) für Deutschland von einem Volumenrückgang um 1,3°% bei Sommerreifen aus.
Zu mildes Wetter im vierten Quartal
Im Wintergeschäft 2010/2011 hatte einer erhöhten Nachfrage ein verknapptes Warenangebot gegenübergestanden. Entlang der Lieferkette für Winterreifen war es dadurch immer wieder zu Knappheiten gekommen. Dies nahm der europäische Reifenhandel im vergangenen Jahr zum Anlass, um sich frühzeitiger als üblich mit Ware zu bevorraten.
Trotz einer eher milden Witterung begann die Winterreifensaison bereits zum Ende des dritten Quartals und damit relativ früh, sicherlich auch bedingt durch die noch lebhafte Erinnerung an das schneereiche Vorjahr. In Deutschland wurden Autofahrer zusätzlich durch die geänderte Winterreifenverordnung zum Kauf animiert. Das hohe Nachfrageniveau konnte jedoch nicht über die Saison gehalten werden, da im Schlussquartal weder in den klassischen Umrüstländern noch anderswo ausreichend Schnee fiel.
Aktuell gehen Branchenverbände für 2011 von einem deutlichen Minus im Winterreifengeschäft aus. Dessen ungeachtet sind Winterreifen im letzten Jahr in solchen Ländern mit traditionell geringer Umrüstquote weiter in den Fokus der Autofahrer gerückt.
Geschäftsverlauf und Ertragslage
Für Delticom war 2011 ein erfolgreiches Jahr. Maßgeblichen Anteil daran hatten die großen Warenbestände, die den Kunden insbesondere im Geschäft mit Winterreifen über die gesamte Saison hinweg zu guten Preisen angeboten werden konnten. Auf Gesamtjahressicht wurden der Umsatz um 14,1% auf 465,2 Mio. € und das EBIT um 7,7% auf 51,0 Mio. € gesteigert. Mit einer EBIT-Marge von 11,0% liegt die Profitabilität nur leicht unter dem außergewöhnlich erfolgreichen Vorjahr.
Umsatz
Umsatz
Delticom erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt Umsätze in Höhe von 465,2 Mio. €, ein Plus von 14,1% gegenüber dem Vorjahreswert von 407,8 Mio. €. Die Verkaufspreise bewegten sich gegenüber dem Vorjahr auf einem deutlich höheren Niveau. Grund hierfür waren Preiserhöhungen der Reifenhersteller in einer durchschnittlichen Größenordnung von bis zu 10°%, die zu einem Gutteil an die Kunden weitergegeben werden konnten.
E-Commerce
Der Umsatz im Geschäftsbereich E-Commerce legte im Vorjahresvergleich um 12,5% von 392,3 Mio. € auf 441,5 Mio. € zu. Nach zwei schwachen Jahren in Folge hat sich das Großhandelsgeschäft wieder besser entwickeln können. Der Segmentumsatz betrug hier 23,7 Mio. € (2010: 15,4 Mio. €, +53,5%). Der Anteil des E-Commerce-Umsatzes am Gesamtumsatz betrug 94,9%, im Vergleich zu 96,2% im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Aufgrund der starken Vorjahresbasis ging die Anzahl zusätzlicher Neukunden leicht auf 851 Tausend zurück (2010: 891 Tausend, 2009: 758 Tausend). Neben den Neukunden tragen allerdings auch immer mehr Wiederkäufer zum Erfolg des Unternehmens bei. Im zurückliegenden Geschäftsjahr haben 417 Tausend Bestandskunden (2010: 362 Tausend, +15,3%) zum wiederholten Mal ihre Reifen bei Delticom gekauft.
Regionale Verteilung
Das Unternehmen ist weltweit in 37 Ländern tätig, wobei ein Großteil der Umsätze in den Ländern der EU erlöst wird. Insgesamt wurden hier im Berichtszeitraum 368,4 Mio. € (+11,4%) erzielt. Außerhalb der EU ist die Gesellschaft in weiteren europäischen Ländern wie der Schweiz und Norwegen tätig, aber auch in den USA. Auf die Nicht-EU-Länder entfiel in 2011 ein Umsatz von 96,8 Mio. € (+25,4%).
1. Quartal
Aufgrund geringerer Schneefälle zu Jahresbeginn startete Delticom im Vergleich zum Vorjahr zunächst etwas schwächer ins neue Jahr. Mit den frühlingshaften Temperaturen im März gewann das Sommerreifengeschäft dann deutlich an Dynamik. Insgesamt erzielte Delticom im ersten Quartal Umsätze in Höhe von 81,6 Mio. € (Q1'10: 71,8 Mio. €), trotz starker Vorjahresbasis ein Plus von 13,6%.
2. Quartal
In Erwartung eines ähnlich guten Saisonverlaufs wie in 2010 hatte sich der Reifenhandel im letzten Jahr frühzeitig mit ausreichend Sommerware bevorratet. Im zweiten Quartal blieb das europäische Sommerreifengeschäft dann jedoch vielerorts hinter den Erwartungen zurück. So konnte auch bei Delticom ein guter Mai den vergleichsweise schwachen April nur mühsam aufwiegen. Insgesamt erlöste Delticom im zweiten Quartal Umsätze in Höhe von 110,1 Mio. € (Q2'10: 100,2 Mio. €), ein Plus von 9,8% gegenüber dem Vorjahr.
3. Quartal
Anhaltend gute Abverkäufe von Sommerreifen und ein früher Start in die Wintersaison ließen den Umsatz im dritten Quartal um 24,9% auf 96,4 Mio. € (Q3'10: 77,1 Mio. €) klettern. Dabei hat sich gezeigt, dass das Winterreifengeschäft auch außerhalb solcher Regionen mit traditionell hoher Umrüstquote europaweit zunehmend an Bedeutung gewinnt.
4. Quartal
Vielen Autofahrern wird die Notwendigkeit neuer Winterreifen erst bei wetterbedingt schwierigen Straßenverhältnissen ganz direkt bewusst. Nachdem der europäische Reifenhandel im Winter 2010 von heftigen Schneefällen profitiert hatte, sah er sich im Schlussquartal des letzten Jahres mit sehr milden, schneearmen Wetterbedingungen konfrontiert. Experten gehen aktuell davon aus, dass der Reifenfachhandel im Vorjahresvergleich deutlich weniger Reifen abgesetzt hat als 2010.
Delticom hingegen ist es im vierten Quartal gelungen, sowohl den Umsatz als auch den Absatz gegenüber dem Vorjahr nochmals zu steigern. Die planmäßige Eröffnung eines neuen Großlagers im zweiten Quartal hatte die Chance eröffnet, frühzeitig Ware für das Wintergeschäft einzulagern. Das Unternehmen konnte den Kunden somit über die gesamte Saison hinweg attraktive Preise anbieten. Trotz der ungewöhnlich starken Vorjahresbasis legte der Umsatz im vierten Quartal um 11,7% auf 177,2 Mio. € zu (Q4'10: 158,7 Mio. €).
Wesentliche Aufwandspositionen
Materialaufwand
In einem Umfeld steigender Einkaufspreise konnte Delticom durch frühzeitige Warenbeschaffung den Preisauftrieb zumindest teilweise abmildern. Dank des gestiegenen Einkaufsvolumens profitierte Delticom auch von Skaleneffekten im Einkauf.
Der Materialaufwand stieg im Berichtszeitraum von 293,5 Mio. € in 2010 um 16,0% auf 340,6 Mio. €. Die Materialaufwandsquote erhöhte sich im Vorjahresvergleich von 72,0% auf 73,2%. Im Bereich E-Commerce vergrößerte sich der Materialaufwand um 14,3% von 279,9 Mio. € auf 319,8 Mio. € oder 72,4% vom Segmentumsatz (Vorjahr: 71,3%). Im Bereich Großhandel stieg der Materialaufwand im Berichtszeitraum um 52,7% auf 20,8 Mio. € (Vorjahr: 13,6 Mio. €), was einer Materialaufwandsquote von 87,6% vom Großhandelsumsatz entspricht (Vorjahr: 88,1%).
Personalaufwand
Einer der wesentlichen Faktoren für die erfolgreiche Entwicklung der Delticom besteht darin, dass Prozesse weitgehend automatisiert sind; nur ein im Zeitablauf immer geringer werdender Anteil an den Geschäftsvorfällen bedarf einer manuellen Nachbearbeitung. Aufgrund der effizienten betrieblichen Abläufe konnte die Anzahl der Mitarbeiter 2011 trotz des gestiegenen Transaktionsvolumens weiterhin niedrig gehalten werden: Im Berichtszeitraum beschäftigte das Unternehmen im Durchschnitt 113 Mitarbeiter (2010: 100).
Die Personalaufwandsquote (Verhältnis von Personalaufwand zu Umsatzerlösen) in Höhe von 1,5% ist im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken (2010: 1,6%).
Abschreibungen
Wir überprüfen unsere Bestände an Handelswaren routinemäßig auf Überalterung. Ältere Reifen bieten wir – entsprechend gekennzeichnet – in den Onlineshops mit einem Preisabschlag an oder verkaufen sie im Großhandel. Delticom musste in den vergangenen Jahren keine Handelsware wegen Überalterung abschreiben.
Die Abschreibungen betreffen daher ausschließlich das ausgewiesene Anlagevermögen. Bedingt durch die niedrige Kapitalintensität des Geschäfts waren die Abschreibungen mit 2,1 Mio. € weiterhin relativ gering (Vorjahr: 1,3 Mio. €).
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Insgesamt stiegen im abgelaufenen Geschäftsjahr die sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum von 67,2 Mio. € um 7,6 Mio. € oder 11,3% auf 74,8 Mio. €.
Transportkosten
Innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind die Transportkosten die größte Einzelposition. Delticom lässt die verkauften Reifen von den Lagerstandorten abholen und zu den Kunden oder Montagepartnern liefern. Mit dem höheren Geschäftsvolumen erhöhten sich im Berichtszeitraum daher auch die Transportkosten von 33,2 Mio. € um 8,5% auf 36,0 Mio. €.
Der Anteil der Transportkosten am Umsatz hat sich von 8,1% auf 7,7% verringert. Grund hierfür war insbesondere der Preiseffekt im Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr. Zusätzlich wirkten Skaleneffekte aus der zentralisierten Lagerinfrastruktur kostendämpfend.
Kosten der Lagerhaltung
Die direkten Kosten der Lagerhaltung stiegen von 4,5 Mio. € um 11,6% auf 5,0 Mio. €. Im Berichtszeitraum erhöhte sich der Anteil des Geschäfts mit eigener Ware relativ zum Anteil des Streckengeschäfts (in dem keine direkten Lagerhaltungskosten anfallen). Trotzdem blieb die Quote der Lagerhaltungskosten zum Umsatz nahezu unverändert bei 1,1%. Mit der Ausweitung der Lagerkapazität erhöhte sich der Aufwand für Mieten und Betriebskosten von 3,5 Mio. € im Vorjahr um 39,5% auf 4,9 Mio. €.
Marketing
Der Marketingaufwand betrug 9,1 Mio. €, nach 8,7 Mio. € für 2010. Dies entspricht einer etwas geringeren Quote von 2,0% vom Umsatz gegenüber dem Vorjahr (2010: 2,1%). Einer der Gründe hierfür war sicherlich die Erinnerung an den schneereichen Winter 2010, der sicherheitsbewusste Autofahrer bereits am Anfang der Wintersaison 2011 zum Reifenkauf bewegte. Kostendämpfend wirkte zudem, dass sich in den vergangenen Jahren die Anzahl der Bestandskunden kontinuierlich erhöht hat. Empfehlen uns diese Kunden weiter, müssen potenzielle Neukunden nur mit geringerem Aufwand beworben werden.
Operations-Center
Die Hotlines der Onlineshops und ausgewählte Teile der Kunden- und Lieferantenprozesse sind an externe Dienstleister ausgelagert. Der entsprechende Aufwand stieg im Berichtszeitraum von 3,8 Mio. € auf 4,9 Mio. € (+28,5%). Grund für den Anstieg war der Aufbau zusätzlichen Personals im Rahmen des Unternehmenswachstums sowie ein genereller Anstieg des Lohnkostenniveaus.
Forderungsausfälle
Im Vorjahresvergleich gingen die Forderungsausfälle von 1.554 Tsd. € um 43,9% auf 871 Tsd. € zurück. Im Geschäft mit privaten Endkunden wurde 2011 die Betrugsprävention durch organisatorische und technische Mittel weiter verbessert. Soweit möglich wurde das Ausfallrisiko im Großhandel durch Kreditversicherungen beschränkt. Zusätzlich unterliegt die Kreditvergabe im Geschäft mit gewerblichen Endkunden strikten Regeln, deren Einhaltung ein eigens geschaffener Bereich überwacht.
Währungsverluste
Aus der Beschaffung entstehen regelmäßig Fremdwährungspositionen, größtenteils in US-Dollar. Diese werden durch Forward-Geschäfte abgesichert. Währungsverluste weist Delticom innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus. Sie betrugen 2011 5,8 Mio. € (Vorjahr: 4,4 Mio. €). Den Verlusten stehen prinzipiell Währungsgewinne in gleicher Höhe gegenüber, wobei die Gewinne und Verluste aufgrund der Dauer der entsprechenden Grundgeschäfte teilweise in unterschiedlichen Quartalen ausgewiesen werden. Der Saldo aus Währungsgewinnen und -verlusten belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 0,1 Mio. € (Vorjahr: –0,4 Mio. €).
Ergebnisentwicklung
Bruttomarge
Die Bruttomarge (Handelsspanne ohne sonstige betriebliche Erträge) betrug für das abgelaufene Geschäftsjahr 26,8%, nach 28,0% im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Ein wesentlicher Grund für diesen Rückgang sind die größeren Warenbestände: Delticom hatte im letzten Winter zum ersten Mal genug Ware, um diese über die gesamte Saison zu attraktiven Preisen anbieten zu können. In den Jahren zuvor musste der Abverkauf stets durch höhere Preise gedrosselt werden, um nicht bereits vor Ablauf der Saison ausverkauft zu sein. Im Ergebnis war die im Schlussquartal 2011 erzielte Bruttomarge von 28,6% zwar niedriger als in dem durch Knappheiten geprägten Vorjahreswinter (Q4'10: 30,1%), aber trotz wenig vorteilhafter Wetterbedingungen dennoch auf gleichem Niveau wie im schneereichen Winter 2009 (Q4'09: 29,2%).
In den beiden Geschäftsbereichen E-Commerce und Großhandel werden unterschiedliche Bruttomargen erzielt. Wie üblich war die Bruttomarge im E-Commerce mit 27,6% (2010: 28,7%) höher als im Großhandel (12,4%, 2010: 11,9%). Da das Wachstum im Bereich Großhandel (+53,5%) höher ausfiel als im E-Commerce (+12,5%), hat auch dieser Effekt zu dem Rückgang der Bruttomarge beigetragen.
Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen 2011 mit dem Umsatz um 26,9% auf 10,5 Mio. € (Vorjahr: 8,3 Mio. €). Hiervon entfielen 5,9 Mio. € auf Währungsgewinne (Vorjahr: 4,1 Mio. €). Eine weitere Einzelposition innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge waren Versicherungsentschädigungen in Höhe von 31 Tsd. € (Vorjahr: 78 Tsd. €).
Rohertrag
Im Berichtszeitraum verbesserte sich der Rohertrag gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert um 10,3% von 122,5 Mio. € auf 135,1 Mio. €. Im Verhältnis zur Gesamtleistung in Höhe von 475,7 Mio. € (2010: 416,0 Mio. €) fiel der Rohertrag mit 28,4% etwas niedriger aus als im Vorjahr (2010: 29,4%).
EBIT
Das Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) verbesserte sich im Berichtszeitraum auf 51,0 Mio. € (2010: 47,4 Mio. €). Dies entspricht einer Umsatzrendite (EBIT-Marge) von 11,0% (2010: 11,6%). Der Grund hierfür lag wieder in dem ungewöhnlich erfolgreichen vierten Quartal, wenngleich der Effekt 2011 nicht so stark ausfiel wie 2010.
Finanzergebnis
Aufgrund anhaltend geringer Euro-Geldmarktzinsen verharrten die Finanzerträge auf niedrigem Niveau; sie beliefen sich auf lediglich 301 Tsd. € (2010: 260 Tsd. €). Die Finanzerträge fielen auch deshalb gering aus, weil Delticom 2011 viele Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen vorfristig zahlen konnte.
Zur Finanzierung von Teilen des Warenbestandes wurden im dritten Quartal Kreditlinien in Anspruch genommen. Dadurch stieg der Finanzaufwand auf 127 Tsd. € an (2010: 25 Tsd. €). Insgesamt ergab sich ein ausgeglichenes Finanzergebnis (2010: 234 Tsd. €).
Steuerquote unverändert
Der Ertragsteueraufwand betrug 16,4 Mio. € (Vorjahr: 15,1 Mio. €). Dies entspricht einer Steuerquote von 32,0% (2010: 31,7%).
Ergebnis und Dividende
Das Ergebnis 2011 betrug 34,8 Mio. €, nach einem Vorjahreswert von 32,5 Mio. €. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von 2,94 € (unverwässert, 2010: 2,74 €), einem Plus von 7,2%.
Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 30.04.2012 eine gegenüber dem Vorjahr um 8,5% höhere Dividende von 2,95 € pro Aktie vorschlagen (Vorjahr: 2,72 €).
Gesamtaussage des Vorstands zur Ertragslage
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich die Ertragslage der Gesellschaft gut entwickelt. Der Umsatz kletterte um 14,1% auf 465,2 Mio. €. Der Umsatz im Segment E-Commerce legte dabei um 12,5% zu. Maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte das vierte Quartal, in dem die Umsätze trotz außergewöhnlich starker Vorjahresbasis um 11,7% ausgeweitet werden konnten. Mit genügend großen Warenbeständen zu guten Preisen konnte im Schlussquartal eine EBIT-Marge von 14,0% erzielt werden.
Auf Gesamtjahressicht verbesserte sich das EBIT von 47,4 Mio. € auf 51,0 Mio. €, ein Plus von 3,7 Mio. € oder 7,7%. Insgesamt belief sich das Ergebnis auf 34,8 Mio. € oder 2,94 € je Aktie – nach einem Vorjahresergebnis von 32,5 Mio. € eine Steigerung um 7,2%. Delticom konnte somit auch im vergangenen Jahr die mittlerweile seit 1999 andauernde Reihe von Umsatz- und Ertragssteigerungen weiter fortsetzen.
Finanz- und Vermögenslage
Delticom verfügt über eine solide Bilanz. Die Liquidität ist nach wie vor auskömmlich, trotz Investitionen und Vorratsaufbau in unseren Lagern. Mit seinem wenig kapitalintensiven Geschäftsmodell ist das Unternehmen für zukünftiges Wachstum bilanziell gut aufgestellt.
Investitionen
Im Berichtszeitraum hat Delticom Investitionen in Höhe von insgesamt 10,3 Mio. € getätigt (Vorjahr: 5,0 Mio. €).
Strategische Bedeutung des Lagergeschäfts
Delticom erlöst einen erheblichen Teil der Umsätze mit dem Verkauf eigener Lagerware. Eigene Warenbestände zu halten ist notwendig, um auch zum Höhepunkt einer Saison lieferfähig zu sein. Durch die Lagerung von Reifen können wir darüber hinaus auch im Einkauf Skaleneffekte erzielen und flexibel Opportunitäten im In- und Ausland ausnutzen. Unsere Strategie ist es, mit steigendem Absatz die Lagerkapazität zu erhöhen, indem wir neue Hallen anmieten. Gleichzeitig lassen wir die Mietverträge für ältere, kleinere Flächen auslaufen, um in Summe organischer wachsen zu können.
Um Skalen- und Lerneffekte in der Lagerlogistik bestmöglich zu nutzen, investieren wir laufend in den Ausbau der Informations-, Förder- und Verpackungstechnik in den von uns angemieteten Lagern. Produkte können so schneller und zu geringeren Kosten für den Versand vorbereitet werden. Ferner vereinfachen Investitionen in die Lagerinfrastruktur auch die Zusammenarbeit mit den für Delticom tätigen Transportdienstleistern. Dies zahlt sich insbesondere zu den saisonalen Höhepunkten des Reifenhandels aus.
Investitionen in die Ausstattung des neuen Großlagers
Mit einem neuen Großlager wurde im Berichtsjahr die Lagerfläche deutlich erweitert. Bei den für 2011 ausgewiesenen Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 8,2 Mio. € (2010: 2,7 Mio. €) handelt es sich hauptsächlich um Ausstattungsinvestitionen für dieses neue Lager.
Wir haben entschieden, ein kleineres Lager nicht weiter zu betreiben. Es wurde bereits zu Anfang 2012 geschlossen. Im weiteren Verlauf des Jahres ist – bis auf kleinere Satellitenläger im Ausland – kein weiterer Lagerausbau geplant.
Immaterielle Vermögensgegenstände
Darüber hinaus investierte Delticom 0,1 Mio. € in immaterielle Vermögensgegenstände. Hierbei handelte es sich im Wesentlichen um Software sowie Web-Domains von E-Commerce-Shops mit ergänzenden Sortimenten.
Abschreibungen von niedriger Basis gestiegen
Im Zuge des schrittweisen Ausbaus der Lagerkapazität und der dafür notwendigen Ausstattungsinvestitionen stiegen die planmäßigen Abschreibungen von 1,3 Mio. € in 2010 um 63,4% auf 2,1 Mio. € an. Die wertmäßig geringen Abschreibungen zeigen, dass das Geschäft der Delticom nach wie vor wenig kapitalintensiv ist.
Bilanzstruktur
Die Bilanzsumme lag zum 31.12.2011 mit 162,8 Mio. € um 12,1% über dem Vorjahreswert von 145,2 Mio. €.
Langfristig gebundenes Vermögen
Auf der Aktivseite erhöhte sich das langfristig gebundene Vermögen – ausgehend von der niedrigen Vorjahresbasis von 11,3 Mio. € – um 67,6% auf 18,9 Mio. €.
Wenig kapitalintensiv trotz höherer Lagerkapazität
Das Anlagevermögen stieg um 75,6% auf 18,7 Mio. €. Dabei entfiel im Zuge des Ausbaus der Lagerkapazität der überwiegende Teil auf Zugänge im Sachanlagevermögen. Trotz des deutlichen Anstiegs macht das Sachanlagevermögen zum 31.12.2011 lediglich 7,8% der Bilanzsumme aus (Vorjahr: 4,5%).
Latente Steueransprüche
Delticom macht vom Aktivierungswahlrecht gemäß § 274 Abs. 1 S. 2 HGB Gebrauch und hat einen Aktivüberhang von 146 Tsd. € (2010: 287 Tsd.) der aktiven gegenüber der passiven latenten Steuern aktiviert. Der im Vorjahr eingestellte Betrag in die Gewinnrücklagen von 24 Tsd. € aufgrund der erstmaligen Anwendung nach § 274 HGB n.F. wurde in 2011 vollständig über Entnahmen aus Gewinnrücklagen aufgelöst.
Vorräte planmäßig höher
Größte Position im kurzfristig gebundenen Vermögen sind die Vorräte. Sie stiegen um 52,3 Mio. € oder 103,3% auf 102,8 Mio. € an (31.12.2010: 50,6 Mio. €).
Forderungsbestand weiterhin auf geringem Niveau
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich zum Jahresende auf 9,8 Mio. € und fielen damit um 25,2% niedriger aus als im Vorjahr (31.12.2010: 13,2 Mio. €). Das Forderungsmanagement wurde im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise gestrafft. Hierdurch hat sich die Qualität im Forderungsbestand verbessert.
Innerhalb der sonstigen Vermögensgegenstände von 10,4 Mio. € erhöhten sich die Erstattungsansprüche aus Steuern um 76,8% von 4,9 Mio. € auf 8,6 Mio. €.
Liquidität
Flüssige Mittel verzeichneten einen Abgang von 40,6 Mio. €. Zusätzlich wurden die Wertpapiere des Umlaufvermögens (kurzfristig verfügbare Geldmarktfonds) um 1,0 Mio. € verringert. Daher ging auch die "bilanzielle Liquidität" um den Saldo der beiden Positionen (41,6 Mio. €) zurück. Sie betrug zum 31.12.2011 20,8 Mio. € (Vorjahr: 62,4 Mio. €).
Insgesamt fiel der Anstieg des Umlaufvermögens mit 7,5% geringer aus als das Umsatzwachstum. Der Anteil an der Bilanzsumme reduzierte sich leicht von 92,2% auf 88,4%.
Anstieg der Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Auf der Passivseite erhöhten sich die Rückstellungen und Verbindlichkeiten um 14,9 Mio. € oder 19,8% auf 90,2 Mio. €.
Die Rückstellungen gingen um 1,8 Mio. € oder 16,7% auf 9,1 Mio. € zurück (Vorjahr: 10,9 Mio. €). Hierin enthalten sind Steuerrückstellungen in Höhe von 3,6 Mio. € (Vorjahr: 6,0 Mio. €).
Innerhalb der 81,1 Mio. € an kurzfristigen Verbindlichkeiten zum 31.12.2011 entfielen 68,0 Mio. € oder 41,8% der Bilanzsumme auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Im Vergleich zum Vorjahreswert von 52,1 Mio. € sind diese damit um 16,0 Mio. € oder 30,7% gestiegen.
Weiterhin entfielen 2,6 Mio. € auf erhaltene Anzahlungen von Kunden (Vorjahr: 4,6 Mio. €) und 1,7 Mio. € auf Guthaben von Kunden (Vorjahr: 2,7 Mio. €) die in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen werden
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 4,4 Mio. € (Vorjahr 0,0 Mio. €) beinhalten einen Investitionskredit in Höhe von 4,1 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €).
Eigenkapital gestiegen, Eigenkapitalquote leicht gefallen
Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital um 2,7 Mio. € oder 3,9% auf 72,6 Mio. € (Vorjahr: 69,9 Mio. €). Die Struktur der Passiva zeigt im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang der Eigenkapitalquote von 48,2% auf 44,6%. Die Summe aus Anlage- und Vorratsvermögen in Höhe von 121,6 Mio. € war zum Stichtag 31.12.2011 zu 59,7% durch Eigenkapital gedeckt (Vorjahr: 114,2%).
Nicht bilanzierungsfähige Vermögenswerte
Neben dem in der Bilanz ausgewiesenen Vermögen nutzt Delticom auch nicht bilanzierungsfähige Vermögenswerte. Diese betreffen im Wesentlichen bestimmte geleaste oder gemietete Güter. Einzelheiten hierzu finden sich im Anhang im Abschnitt D Ergänzende Angaben – Sonstige finanzielle Verpflichtungen.
Delticom verkauft außerdem wertberichtigte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen regelmäßig an Inkassoinstitute.
Gesamtaussage des Vorstands zur Finanz- und Vermögenslage
Breiter finanzieller Spielraum
Die Finanz- und Vermögenslage von Delticom ist gesund. Die Gesellschaft verfügt nach wie vor über genügend Liquidität (20,8 Mio. € am 31.12.2011, Vorjahr: 62,4 Mio. €). Die bilanzielle Stärke hatte im letzten Jahr einen positiven Einfluss auf das Working Capital Management: Wir konnten Lagerbestände für unser Geschäft aufbauen und Verbindlichkeiten zügig ablösen.
Solide Bilanz als Grundlage für weiteres Wachstum
Delticom verfügt über eine solide Bilanz – ein wichtiges Signal an unsere Partner. Der Anteil der langfristigen Vermögenswerte - nämlich des Anlagevermögens - in Höhe von 11,5% an der Bilanzsumme zeigt die weiterhin geringe Kapitalintensität. Mit seinem skalierbaren Geschäftsmodell ist das Unternehmen für zukünftiges Wachstum bilanziell gut aufgestellt.
Risikobericht
Als international tätiges Unternehmen ist Delticom Risiken unterschiedlichster Art ausgesetzt. Um diese rechtzeitig erkennen, bewerten und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können, haben wir frühzeitig ein Risikomanagementsystem etabliert und hierzu eine unternehmensweite Richtlinie zur Risikofrüherkennung und zum Risikomanagement verabschiedet. Wir können gegenwärtig keine bestandsgefährdenden Einzelrisiken erkennen.
Definitionen
Risiken und Chancen
Als Risiken fassen wir Ereignisse auf, die es uns erschweren oder sogar unmöglich machen, unsere Geschäftsziele in einem festgelegten Betrachtungszeitraum zu erreichen. Die Ereignisse können sowohl unternehmensintern als auch extern begründet sein. Wesentliche Risikofelder sind Marktanteile, Umsatzerwartungen, Margen und das Ausmaß der Kundenzufriedenheit.
Wir verfügen über kein eigenständiges Chancenmanagementsystem.
Risikomanagement
Im Risikomanagement formulieren und überwachen wir Maßnahmen, die geeignet sind,
den möglichen Schaden zu verringern (z.B. Devisentermingeschäfte zur Kurssicherung und Versicherungen),
die Eintrittswahrscheinlichkeit zu reduzieren (z.B. durch Entscheidung für eine risikoärmere Handlungsalternative, Initiierung von Kontrollen) oder
Risiken zu vermeiden.
Im Rahmen des Risikomanagements kann auch die Entscheidung getroffen werden, bewusst Risiken einzugehen. Wir tun dies, wenn die Chancen überwiegen und wir den möglichen Schaden im Ernstfall verkraften können.
System zur Risikofrüherkennung
Das System zur Risikofrüherkennung umfasst alle organisatorischen Abläufe, die dem eigentlichen Management der Risiken vorausgehen. Es hat die Aufgabe,
wesentliche und die Existenz bedrohende Risiken frühzeitig zu erkennen,
diese Risiken zu analysieren und zu bewerten,
Verantwortlichkeiten für die Risikoüberwachung festzulegen und
Risiken an die richtigen Adressaten rechtzeitig zu kommunizieren.
Da Risikofrüherkennung und Risikomanagement Hand in Hand gehen, werden beide Begriffe im Folgenden unter "Risikomanagement" im weiteren Sinne zusammengefasst.
Risikobewertung
Betrachtungszeitraum 24 Monate
Was als Risiko gilt und wie es zu bewerten ist, ergibt sich aus dem Abgleich mit den Geschäftszielen. Wir stellen regelmäßig Ziele im Rahmen der strategischen Planung (Zeitraum von 5 Jahren) und der Budgetplanung (laufendes und nächstes Jahr) auf. Für das Risikomanagement legen wir einheitlich einen Betrachtungszeitraum von 24 Monaten zugrunde.
Meldeschwellen
Als Berechnungsgrundlage für Meldeschwellen wird das Eigenkapital der Gesellschaft herangezogen. Unterschieden wurden zum 31.12.2011 existenzgefährdende (10 Mio. €), wesentliche (2,5 Mio. €) und geringe Risiken (0,2 Mio. €).
Bruttorisiko
In der Analyse verstehen wir Risiken zunächst immer als Bruttorisiken, also ohne Gegenmaßnahmen. Letztere werden dahingehend bewertet, wie wirksam sie das Risiko (Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe) vermeiden, verringern oder auf Dritte abwälzen können.
Nettorisiko
Aus dem Bruttorisikowert abzüglich der erwarteten Wirkung der spezifischen Gegenmaßnahmen ergeben sich die Nettorisiken. Die erwarteten Schadenshöhen folgen aus den Brutto- und Nettorisiken, indem diese mit Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichtet und regelmäßig priorisiert werden.
Organisation des Risikomanagements
Das Risikomanagement bei Delticom stützt sich auf drei Eckpfeiler: Risk Support Team, Riskmanager und Vorstand.
Risk Support Team
Die kleinsten organisatorischen Einheiten im Risikomanagement sind die Funktionsbereiche und deren Untereinheiten. Die Leiter der Funktionsbereiche identifizieren und bewerten als "Risk Support Team" die jeweiligen Risiken. Sie schlagen Maßnahmenpläne vor und setzen diese um.
Riskmanager
Der im Bereich Projektmanagement angesiedelte Riskmanager verfügt über Methoden- und Richtlinienkompetenz. Er koordiniert die Risikoberichterstattung und ist direkt dem verantwortlichen Vorstandsmitglied unterstellt.
Vorstand
Zusammen mit dem Riskmanager stellt der Vorstand sicher, dass die Berichterstattung vollständig ist. Entsprechend den aktienrechtlichen Vorgaben sorgt der Vorstand für ein angemessenes Risikomanagement und Risikocontrolling im Unternehmen und bezieht den Aufsichtsrat ein. Der Vorstand gibt geeignete Maßnahmen zur Risikohandhabung frei.
Kommunikation und Berichterstattung
Für das regelmäßige Risikoreporting ist der Riskmanager zuständig. Zusätzlich sind alle Mitarbeiter angehalten, bei Bedarf Risiken im Rahmen der Ad-hoc-Berichterstattung auch direkt an den Vorstand zu berichten.
Software
Delticom verwendet zur Unterstützung des Risikomanagements eine Spezialsoftware, die alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt.
Risikoinventur
Der Riskmanager führt eine jährliche Risikoinventur durch, die er unterjährig an geänderte Risikosituationen anpasst. Im Rahmen einer solchen Risikoinventur wird in allen Funktions- und Unternehmensbereichen festgestellt, ob neue Risiken gegenüber der kurz- und mittelfristigen Planung aufgetreten sind. Gleichzeitig wird überprüft, ob und wie verabschiedete Maßnahmen bereits bekannte Risiken erfolgreich eingegrenzt haben oder ob noch weiterer Handlungsbedarf besteht. Hierbei unterstützt das Risk Support Team den Riskmanager und lässt bereichsspezifische Entwicklungen in die Bewertung einfließen.
Wesentliche Einzelrisiken
Gesamtwirtschaftliche Risiken
Eine steigende Inflationsrate kann zum Risikofaktor für den Konsum werden. Es könnte sein, dass höhere Lebenshaltungskosten im Verlauf der nächsten Monate den Konsum belasten. Bei steigenden Lebenshaltungskosten werden einige Reifenkäufer nicht mehr nur den gleichen Reifen zu einem niedrigeren Preis kaufen wollen. Vielmehr könnte auch die Nachfrage nach Premiummarken sinken, wenn vermehrt preisgünstige Zweit- und Drittmarken nachgefragt werden. Dies hätte zwar nicht notwendigerweise einen Einfluss auf die abgesetzte Menge, allerdings würde in diesem Fall der durchschnittliche Wert der Warenkörbe geringer ausfallen.
Die durchschnittliche Fahrleistung könnte aufgrund steigender Kraftfahrzeugkosten zurückgehen. Steigen die Kosten für den Betrieb eines Kraftfahrzeugs nachhaltig, dann schränken Autofahrer die Nutzung ein. Die Reifen nutzen sich in diesem Fall weniger ab, halten länger und der Kauf von Ersatzreifen verschiebt sich folglich. Einige Fahrzeughalter könnten den Kauf von Ersatzreifen sogar trotz gefährlich geringer Profiltiefe zusätzlich hinauszögern.
Die harten Sparmaßnahmen einzelner Regierungen könnten die Verbraucher weiter belasten. Weitere Sparanstrengungen in den krisengeplagten Ländern der Eurozone könnten dazu führen, dass Autofahrer die Nutzung ihres Pkw einschränken. Hierdurch verlängert sich der Zeitraum bis zum nächsten Reifenkauf. Unklar ist, ob sich die niedrigen Neuzulassungszahlen in diesen Ländern mittelfristig positiv auf die Ersatzreifennachfrage für Gebrauchtwagen auswirken.
Bei anhaltender Nachfrageschwäche kann es zum Preisverfall kommen. Eine auf Dauer geringere Nachfrage könnte das Preisniveau belasten. Solch eine Entwicklung ist nicht sehr wahrscheinlich, der Schaden für das Unternehmen kann aber beträchtlich sein. Generell streben wir stabile Margen an, auch wenn wir dadurch kurzfristig ein geringeres Umsatzwachstum in Kauf nehmen müssen. Delticom verfügt aber über ausreichend liquide Mittel, um auch einem fortgesetzten Preisverfall widerstehen zu können.
Branchenspezifische Risiken
Der Handel mit Ersatzreifen unterliegt saisonalen Schwankungen. Wetterbedingte Verschiebungseffekte zwischen den Quartalen und Basiseffekte im Vergleich zum Vorjahr sind unvermeidlich. Wir erwarten, dass die saisonalen Effekte mit der weiteren Internationalisierung schwächer werden, da in vielen Teilen Europas Winterreifen klimabedingt keine wesentliche Rolle spielen. Umsatzschwächere Zeiten können von Delticom für die weitere Verbesserung der Kostenstruktur und die Durchdringung weniger saisonabhängiger Geschäftsfelder genutzt werden.
Durch ungünstiges Wetter kann es bei Delticom zum Aufbau von Überbeständen kommen. Wir beschaffen einen Teil der zuvor prognostizierten Absatzmengen vor der Saison und lagern die Reifen ein, um auch in Spitzenzeiten lieferfähig zu sein. Ein erheblicher Teil des Umsatzes wird mit eigener Lagerware erzielt. Bleibt der Umsatz aus, so bleibt die Ware gegebenenfalls liegen, mit dem Risiko der Überalterung.
Um das Risiko zu minimieren, werden die Bestände routinemäßig auf Überalterung geprüft. Ältere Reifen bieten wir – entsprechend gekennzeichnet – in den Onlineshops mit einem Preisabschlag an oder verkaufen sie im Großhandel. Auch aufgrund der langen Haltbarkeit von Reifen musste Delticom in den vergangenen Jahren keine Waren abschreiben. Liquiditätsrisiken bestehen nicht: Das Unternehmen ist durch ausreichende Finanzmittel auch bei hohen Lagerbeständen jederzeit zahlungsfähig.
Regionale oder globale Überbestände entlang der Lieferkette können das Preisniveau belasten. Hauptsächlich aufgrund der wetterbedingten Nachfrage kommt es immer wieder zu Überbeständen in der Lieferkette. Dies führt unter Umständen zu Preisverwerfungen am Markt. Da der Kauf von Ersatzreifen nicht beliebig hinausgezögert werden kann, bereinigt sich in der Folgesaison die Lieferkette meist von selbst. Wir berücksichtigen im Einkauf das europaweite Gesamtangebot und bewerten regelmäßig Alternativen der Lager- und Preispolitik.
Beschaffungs- und Einkaufsrisiken
Reifen mit schlechtem oder fehlendem Reifenlabel werden nach dessen Einführung kaum noch nachgefragt und müssen zu einem niedrigen Preis abverkauft werden. Ab dem 1.7.2012 dürfen Händler ihre Kunden zu dem neuen EU-Reifenlabel hinsichtlich Rollwiderstandsbeiwert, Nasshaftung und Geräuschemission informieren. Ab dem 1.11.2012 wird dies zur Pflicht. Frühestens ab dem 30. Mai 2012 darf ein Reifenhersteller seine Reifen mit einem Label versehen. Derzeit ist noch nicht absehbar, wie Reifen unterschiedlicher Preissegmente im Einzelnen klassifiziert werden. Es besteht die Gefahr, dass Kunden zukünftig verstärkt solche Marken mit guten Labelwerten nachfragen werden. Delticom hat bereits Maßnahmen zur Umsetzung der Anzeigepflicht von Labeldaten ergriffen. Wir gehen allerdings nicht davon aus, dass sich das Kaufverhalten der Kunden bereits in 2012 maßgeblich ändern wird.
Die für die Reifenherstellung relevanten Rohstoffpreise können sich ändern. Ein wesentlicher Einflussfaktor für die Preisbildung ist die Entwicklung der Rohstoffpreise, insbesondere von Öl und Rohkautschuk. Preisänderungen bei den Rohmaterialien kommen in der Regel vier bis sechs Monate später in den Kalkulationen der Reifenhersteller zum Tragen und werden dann an die nachgelagerten Handelspartner weitergegeben.
In den letzten Jahren sind die Reifenpreise meist gestiegen. Der hypothetische Fall kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass die Preise über mehrere Quartale hinweg im Zuge belastender Marktentwicklungen fallen. Wir beobachten laufend die Inputfaktoren und richten uns in unserer Einkaufspolitik auf wahrscheinliche Preisänderungen ein.
Lieferanten können in wirtschaftliche Schieflage geraten. Im weltweiten Einkauf minimieren wir mit Akkreditiven das unmittelbare Ausfallrisiko. Das Risiko ist mittelbar auch deshalb nur gering, weil wir als Händler ein breites Markenportfolio führen. Fällt ein Lieferant aus, dann beschaffen wir die Reifen von anderer Seite.
Finanzwirtschaftliche Risiken
Als global tätiges Unternehmen fakturiert und bezahlt Delticom Rechnungen auch in anderen Währungen als dem Euro. Hieraus ergeben sich Währungsrisiken. Die Gesellschaft sichert sich dagegen durch den Einsatz geeigneter Finanzinstrumente ab, insbesondere durch Forward-Geschäfte. Interne Richtlinien definieren zulässige Sicherungsinstrumente. Die Hedge-Effektivität wird in der Treasury-Abteilung fortlaufend kontrolliert. Wir arbeiten mit Bankpartnern zusammen, die über langjährige Erfahrung im Import/Export-Geschäft verfügen.
Durch einen starken Euro kann sich die Wettbewerbsposition in Ländern mit schwacher Währung verschlechtern. Die Delticom verkauft ihre Produkte auch an Endkunden außerhalb des Euro-Währungsraums. Hieraus entstehen ökonomische Währungsrisiken, denen wir so weit wie möglich mit der Beschaffung von Reifen in Fremdwährung begegnen. Im Falle eines fortgesetzten Wertverlusts der Fremdwährung prüfen wir auch komplexe Sicherungsstrategien, sofern der entsprechende Markt strategisch bedeutend ist. In den USA kauft unsere Tochtergesellschaft in US-Dollar ein. Dies stellt einen natürlichen Hedge zum Geschäft mit Endkunden dar; das verbleibende Translationsrisiko wird akzeptiert.
Kunden können in Zahlungsprobleme geraten. Die Zahlungsmoral im Reifenhandel ist üblicherweise gut, kann sich aber in schwierigen Zeiten verschlechtern. Wir haben ein stringentes Forderungsmanagement und kooperieren mit Spezialfirmen in den Bereichen Risikoprüfung und Inkasso. Ausfälle im Großhandel beschränken wir so weit wie möglich durch Kreditversicherungen.
Strategische Risiken
Delticom operiert in einem Markt, der durch hohen Wettbewerb und niedrige Einstiegsbarrieren gekennzeichnet ist. Das Preisniveau und damit die erzielten Margen könnten durch Wettbewerbsdruck deutlich fallen. Um die Größe von Delticom zu erreichen, müssen Wettbewerber jedoch erhebliche Barrieren überwinden. Gute Einstandspreise und eine schlanke Kostenbasis ermöglichen uns eine hohe Beweglichkeit im Preis. Die zunehmende Internationalisierung der Delticom streut das Risiko, da Preise meist nicht gesamteuropäisch, sondern nur in einzelnen Ländern unter Druck geraten.
Fehleinschätzungen hinsichtlich künftiger Marktentwicklungen können zum Verlust an Marktanteilen führen. Im Reifenhandel besteht immer das Risiko, zukünftige Absatzmengen falsch einzuschätzen. Der Vertriebskanal E-Commerce wächst stark und gewinnt in Summe Marktanteile. Sollten wir die Geschwindigkeit dieser Entwicklung falsch einschätzen, so reduziert sich unter Umständen unser relativer Marktanteil gegenüber unseren Online-Wettbewerbern. Aufgrund der strategischen Ausrichtung werten wir Umsatz und Ertrag aber als gleichwertige Zielgrößen (siehe Abschnitt Unternehmenssteuerung und Strategie – Unternehmensinternes Steuerungssystem). Ein schnelles Mehr an Wachstum ist nur möglich, wenn auch die Prozesse schnell an das größere Geschäftsvolumen angepasst werden können.
Als international tätiges und gleichzeitig schlankes Unternehmen wird es uns nicht überall und jederzeit möglich sein, den Vorsprung vor unserer Konkurrenz auszubauen oder zu halten. Wir begrenzen die Verwässerung unserer Marktanteile, indem wir die Organisation samt ihren Mitarbeitern, aber auch die Partnerschaften im In- und Ausland schrittweise weiterentwickeln.
Die Geschäftstätigkeit von Delticom ist davon abhängig, dass das Internet als Medium zum Kauf von Reifen weiterhin Akzeptanz findet. Der Reifenfachhandel und die anderen Vertriebskanäle im weltweiten Reifengeschäft übernehmen in der Handelskette eine wichtige Funktion. Dies wird sich auch in Zukunft nicht ändern: Viele Autofahrer werden weiterhin ihre Reifen im Autohaus, in der Werkstatt oder beim Reifenfachhändler kaufen. Ähnlich wie in anderen Warengruppen auch hat der Absatz von Reifen über Onlineshops allerdings bereits eine wahrnehmbare Größe erreicht und wächst weiter.
Personalrisiken
Durch ungeschultes Personal und mangelnde Überwachung von Kundenaufträgen kann es zu fehlerhafter Kundenbetreuung und Auftragsabwicklung kommen. Dies würde schnell zu einer hohen Kundenunzufriedenheit und somit zu einem erhöhten Umsatzrückgang führen. Die Mitarbeiter in den für die Kundenbetreuung zuständigen Operations-Centern werden regelmäßig durch Fachpersonal der Delticom geschult. Unabhängig von den Fachabteilungen sind Revisionsprozesse eingerichtet worden, um die Einhaltung vereinbarter Service-Level zu überprüfen und zu gewährleisten. Im Rahmen der Prüfung "S@ferShopping" untersucht der TÜV Süd jährlich alle Prozesse und Systeme der Delticom auch hinsichtlich der Kundenfreundlichkeit.
Der Weggang von wertvollen Mitarbeitern kann den Geschäftserfolg beeinträchtigen. Die Gesellschaft ist in nicht unerheblichem Maße abhängig von Schlüsselpersonen in allen Bereichen des Unternehmens. Als Marktführer haben wir Know-how aufgebaut, das zu Wettbewerbern abwandern könnte. Wir berücksichtigen dieses Risiko in der Gestaltung der Arbeitsverträge und legen Wert auf leistungsabhängige Vergütungsbestandteile.
IT-Risiken
Die Geschäftstätigkeit von Delticom hängt in hohem Maße vom Funktionieren und der Stabilität komplexer IT-Systeme ab. Bei Delticom sind daher alle wichtigen IT-Systeme, Servicedienstleister und Zulieferer redundant ausgelegt. Sollten Dienstleister oder Lieferanten IT-bedingt ausfallen, so ist mindestens ein weiterer in der Lage, die Aufgaben mit zu übernehmen. Bei einem Ausfall unseres Rechenzentrums weichen wir auf ein Backup-Rechenzentrum aus.
Ein Notfallhandbuch mit einem umfangreichen Katalog von Eskalationsmaßnahmen hilft uns, im Ernstfall schnell und strukturiert zu reagieren.
Die Rechenzentren sind gegen unbefugten Zugang gesichert und verfügen über die notwendigen Vorkehrungen für den Brandschutz. Der Zugriff auf Systeme über das Internet wird durch Firewalls und andere technische Maßnahmen abgesichert.
Delticom besitzt aus den IT-gestützten Geschäftsvorfällen sensible Informationen über Kunden, Partner und Lieferanten. Kunden ist der sorgfältige Umgang mit ihren persönlichen Informationen wichtig. In den Onlineshops klären wir unsere Kunden ausführlich über den Datenschutz auf. Wir gehen gewissenhaft mit diesen schutzwürdigen Daten um und berücksichtigen alle gesetzlichen Vorgaben. Strikte Regeln und technische Maßnahmen gewährleisten, dass Kundendaten nicht in fremde Hände kommen. Die IT-Sicherheit im Unternehmen wird von unabhängiger Seite regelmäßig geprüft.
Im Verhältnis zu unseren Lieferanten sind Konditionen der Beschaffung vertrauliche Informationen. Wir verlassen uns dabei nicht auf bloße Verfahrensanweisungen, sondern sichern die Bestandsführungs- und Pricing-Systeme mit technischen Zugangskontrollen ab.
Rechtliche Risiken
Rechtsstreitigkeiten können sich negativ auf die Delticom-Gruppe auswirken. Um schon im Vorfeld hinsichtlich marken-, urheber-, vertrags- oder haftungsrechtlicher Fragen beraten zu sein, beschäftigt Delticom einen eigenen Syndikusanwalt und arbeitet mit renommierten Kanzleien im In- und Ausland zusammen. Neben einer angemessenen Rückstellungspolitik betreibt Delticom ein offensives Mahn- und Inkassowesen und arbeitet hierzu mit regional spezialisierten Inkassounternehmen zusammen.
Gesamtaussage zur Risikosituation
Delticom besitzt ein umfangreiches, gut integriertes und gut funktionierendes Risikofrüherkennungs- bzw. Risikomanagementsystem. Mögliche Risikopotenziale wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr frühzeitig erkannt und umgehend an den Vorstand gemeldet, so dass schnell gezielte Gegenmaßnahmen ergriffen werden konnten. Systeme und Prozesse im Bereich des Risiken- und Chancenmanagements haben sich bewährt; sie werden kontinuierlich weiterentwickelt.
Gegenwärtig können wir keine Einzelrisiken erkennen, die den Bestand des Unternehmens gefährden. Die Gesamtsumme der Risiken stellt keine Gefahr für den Fortbestand der Delticom dar.
Rechnungslegungsbezogenes IKS und RMS
Beschreibung der wesentlichen Merkmale des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) in Hinsicht auf den Rechnungslegungsprozess (§289 Abs. 5 HGB)
In Ergänzung zu den oben bereits getroffenen Aussagen zum Risikomanagement können die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess wie folgt beschrieben werden:
Organisation
Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem erstreckt sich auf die Abteilungen Controlling, Recht, Rechnungswesen und Treasury, deren Verantwortungsbereiche innerhalb des Kontrollsystems eindeutig zugeordnet sind. Das Kontrollsystem erfasst alle erforderlichen Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, um die Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsgemäßheit der Rechnungslegung zu sichern und die maßgeblichen rechtlichen Vorschriften einzuhalten.
Rolle des Vorstands und Aufsichtsrats
Der Vorstand ist für die Umsetzung und Einhaltung der gesetzlichen Regelungen verantwortlich. Er berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig über die finanzielle Gesamtlage der Delticom. Der Aufsichtsrat überwacht die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems. Vereinbarungsgemäß berichtet der Abschlussprüfer unverzüglich dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich aus der Abschlussprüfung ergeben.
Rechnungslegung
Der Rechnungslegungsprozess der Delticom AG ist zentral organisiert. Das Rechnungswesen der Delticom AG erstellt die Jahresabschlüsse gemäß den handelsrechtlichen Vorschriften (HGB). Wir haben hierzu Richtlinien für die folgenden Themen aufgestellt.
allgemeine Bilanzierungsgrundsätze und -methoden
Regelungen zu Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang, Lagebericht
konkrete formale Anforderungen an den Abschluss
Zusätzlich geben die Richtlinien konkrete Anweisungen, wie der Verrechnungsverkehr abgebildet, abgerechnet und entsprechende Salden abgestimmt werden.
IT-gestützte Arbeitsabläufe
Die Abschlüsse der einbezogenen Gesellschaften werden mit Hilfe von IT-gestützten Arbeitsabläufen erfasst. Diese beinhalten ein Berechtigungskonzept, Prüfroutinen und Versionskontrollen. Neben manuellen Prozesskontrollen unter Anwendung des "Vier-Augen-Prinzips" kontrollieren wir die Prozesse auch softwaregestützt. Für die eigentlichen Berechnungen verwenden wir ein integriertes Buchhaltungs- und Konsolidierungssystem.
Ausblick
Rückblickend verlief 2011 sowohl für die Gesamtwirtschaft als auch für den Reifenhandel nicht so gut wie ursprünglich erwartet. Mit dem neuen Großlager hat Delticom die selbstgesteckten Umsatz- und Ertragsziele für das Gesamtjahr dennoch erreichen können. Vor dem Hintergrund des anhaltenden Wachstums im E-Commerce rechnen wir für 2012 mit einem Umsatzanstieg von mindestens 10°% und einer EBIT-Marge auf Vorjahresniveau.
Nachtragsbericht
Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2011 gab es keine Vorgänge von besonderer Bedeutung.
Januar und Februar wetterbedingt schwach
Zwar konnte die Winterreifennachfrage 2012 zu Jahresbeginn kurzzeitig von einem europaweiten Kälteeinbruch profitieren. Gleichzeitig verharrte aber die Sommerreifennachfrage wetterbedingt auf niedrigem Niveau. Mit dem Temperaturanstieg Ende Februar gingen erste Impulse für das Sommerreifengeschäft einher. Erfahrungsgemäß gewinnt das Geschäft aber erst mit anhaltend frühlingshaften Temperaturen an Dynamik.
Prognosebericht
Prognose 2011: Analyse der Abweichungen
Prognose im Jahresverlauf unverändert
In unserer Planung für 2011 waren wir ursprünglich von einem Umsatzanstieg von etwa 10°% gegenüber dem starken Vorjahr ausgegangen. Für das Wintergeschäft musste mit einem negativen Basiseffekt gerechnet werden, da eine Vielzahl positiver Faktoren dem Reifenhandel im Jahr zuvor ein überaus erfolgreiches Schlussquartal beschert hatte. Der knappheitsbedingte Anstieg der Verkaufspreise im Winter 2010 war einmalig, so dass wir mit einem Rückgang der EBIT-Marge von etwa einem Prozentpunkt rechnen mussten. Im vierten Quartal 2011 sah sich der Reifenhandel dann mit sehr milden, schneearmen Wetterbedingungen konfrontiert. Mit den größeren Beständen und den dadurch möglichen guten Preisen konnten wir allerdings sogar mehr Winterreifen verkaufen als im Jahr zuvor. Insgesamt haben wir unsere Gesamtjahresprognose hinsichtlich Umsatz und Ergebnis somit leicht übertreffen können.
Zukünftige gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Konjunkturelle Entwicklung uneinheitlich
In den vergangenen Monaten haben Volkswirte die Wachstumsraten für Europa nach unten revidieren müssen. Für die aufstrebenden Schwellenländer erwarten Experten immer noch einen Rückgang des Wachstums. Auch wenn es vielerorts erste Anzeichen für eine Erholung gibt, sind die konjunkturellen Rahmenbedingungen für 2012 insgesamt nach wie vor nicht gut.
Staatsschuldenkrise belastet den europäischen Konsum
Der weitere Verlauf der europäischen Staatsschuldenkrise ist trotz eingeleiteter und geplanter Rettungsmaßnahmen unvorhersehbar. Allgemein wird erwartet, dass der harte Sparkurs der Regierungen und die weiterhin hohe Arbeitslosigkeit in den krisengeplagten Ländern der Eurozone ein schwächeres Konsumklima zur Folge haben werden.
Zukünftige branchenspezifische Entwicklungen
Beschaffungspreise
Nachdem sich Naturkautschuk in der zweiten Jahreshälfte zunächst verbilligt hatte, ist der Preis mittlerweile wieder leicht angezogen. In den kommenden Monaten wird sich die weltweite Ausbringungsmenge wetterbedingt verringern, da in den wesentlichen Produktionsländern die Trockenzeit unmittelbar bevorsteht. Die Spannungen in Afrikas und im Mittleren Osten bleiben auch nicht ohne Folgen für die Preise für Rohöl, das ein weiterer wesentlicher Rohstoff für die Reifenherstellung ist. Aufgrund der hohen und weiterhin volatilen Inputpreise halten wir es für zunehmend unwahrscheinlich, dass in den nächsten Monaten die Preise sinken werden. Für Winterware haben einige Hersteller bereits weitere Preissteigerungen angekündigt.
Reifenhandel
Für Deutschland prognostiziert der BRV in einer ersten Schätzung, dass 2012 das abgesetzte Volumen an Pkw-Reifen stagnieren wird. In den meisten Ländern Europas wird es möglich sein, die einkaufsseitigen Preiserhöhungen an die Konsumenten weiterzureichen. Die Winterreifenbestände in der europäischen Reifenhandelskette sind aktuell allerdings höher als im Vorjahr, das weniger dynamisch als erwartet gelaufen ist. Bei einem anhaltenden Nachfragerückgang – beispielsweise durch einen neuerlich milden Winter oder einen zunehmenden Konsumverzicht der europäischen Verbraucher – könnte der Handel zu Preisanpassungen gezwungen sein.
Labelling
In diesem Jahr tritt die neue EU-Kennzeichnungsverordnung in Kraft. Ab 1. November werden europäische Reifenhändler verpflichtet sein, beim Verkauf eines ab dem 01. Juli produzierten Neureifens über dessen Eigenschaften hinsichtlich Rollwiderstand, Nasshaftung und Rollgeräusch zu informieren. Reifen mit älterem Produktionsdatum können auch ohne entsprechende Kennzeichnung vertrieben werden.
Die verpflichtende Umsetzung für den Handel fällt mitten in die Wintersaison. Wir gehen deshalb nicht davon aus, dass sich das Kaufverhalten der Kunden weder für Sommer- noch für Winterreifen bereits in 2012 wesentlich ändern wird. Für die Folgejahre bleibt abzuwarten, ob oder inwieweit das Labelling zu einer Verschiebung der Nachfrage hin zu solchen Reifen mit durchweg guten Eigenschaften in den Bewertungskategorien führen wird. Sollte sich die Qualität der Reifen weiter verbessern und die Kunden dementsprechend bereit sein, einen höheren Preis zu bezahlen, so könnte das Labeling über die nächsten Jahre das Preisniveau im europäischen Reifenhandel zusätzlich stützen.
Prognose 2012
E-Commerce gewinnt an Bedeutung
Im Reifenhandel ist der Anteil online verkaufter Reifen noch vergleichsweise gering. Gleichzeitig kommen immer mehr Autofahrer ins Internet und suchen nach günstigen Angeboten. Wir sind zuversichtlich, dass Delticom auch im laufenden Jahr Marktanteile von anderen Vertriebskanälen hinzugewinnen wird.
Umsatzplus von 10°% bei stabilen Margen
Selbst für den Fall, dass sich in 2012 Markt- und Wetterbedingungen nicht besser darstellen sollten als im letzten Jahr, halten wir ein Umsatzplus von 10°% für erreichbar. Bei Margen auf Vorjahresniveau sollte das Ergebnis entsprechend der Umsatzentwicklung wachsen können.
Steuerquote 32°%
Besondere Steuereffekte sind für 2012 nicht zu erwarten. Wir planen mit einer Steuerquote von 32,0% (2011: 32,0%).
Vorräte
Wir haben 2011 die Lagerkapazität signifikant erweitert und konnten dadurch früher als üblich mit der Bevorratung für das Sommerreifengeschäft 2012 beginnen. Auch der Einkauf von Winterreifen ist weiter fortgeschritten als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Dadurch müssen im weiteren Verlauf des Jahres nicht mehr so viele Reifen geordert werden. Für den Beginn der Winterreifensaison im September zielen wir auf einen Gesamtbestand in etwa auf Höhe des entsprechenden Vorjahresmonats, wobei sich allerdings der Mix in Richtung Winterreifen verschieben wird.
Capex
Große Teile der nötigen Investitionen in die Infrastruktur unseres neuen Lagers sind bereits getätigt. Im laufenden Geschäftsjahr werden wir aber weiter in den Ausbau der Informations-, Förder- und Verpackungstechnik investieren müssen. Da wir ein kleineres Lager zu Anfang 2012 geschlossen haben und gemäß der aktuellen Kapazitätsplanung kurzfristig keine weiteren Lagerflächen benötigen, werden die Investitionen im Vorjahresvergleich deutlich niedriger ausfallen als im Vorjahr. Für 2012 rechnen wir mit einem Capex in Höhe von 5,5 Mio. €.
Liquidität
Zum jetzigen Zeitpunkt kann die Liquiditätsentwicklung im Jahresverlauf nur unter erheblicher Unsicherheit geschätzt werden. Ähnlich wie im letzten Jahr werden wir im zweiten und dritten Quartal Teile der Bestände kreditfinanzieren. Da in den kommenden Quartalen der Lageraufbau weniger schnell vorangetrieben werden wird als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, sollten sich Cashflow und Liquidität zum Jahresende hin positiv entwickeln.
Mittelfristplanung
Auch mittelfristig weitere Lagerkapazität erforderlich
Wir wollen genügend große Warenbestände halten, um auch zu Saisonhöhepunkten lieferfähig zu sein. Indem wir in unsere Lagerinfrastruktur investieren, können wir schneller liefern, bei gleichzeitig reduzierten Kosten. Mittelfristig werden wir die Kapazität parallel zum Umsatz vergrößern. Dies bedeutet, dass auch der Capex in gleichem Maße weiter wachsen wird.
Kernmarkt Europa
Delticom betreibt aktuell in 37 Ländern Onlineshops. Für die kommenden Jahre planen wir, unsere Marktstellung in diesen Ländern weiter auszubauen. Auch in außereuropäischen aufstrebenden Schwellenländern werden die Ersatzreifenmärkte infolge steigender Pkw-Neuzulassungszahlen immer attraktiver. Ungeachtet dieser Expansionschancen wird aber mittelfristig der geografische Schwerpunkt der Gesellschaft weiter in Europa liegen.
Produktsortiment
Delticom ist Europas führender Internetreifenhändler. Unser vertrieblicher Schwerpunkt sind Pkw-Ersatzreifen. Um unseren Kunden unverändert ein breites Warenangebot bieten zu können, werden wir unser Angebot durch weitere Marken ergänzen. Darüber hinaus treiben wir die Internationalisierung der übrigen Produktgruppen (wie beispielsweise Motorradreifen, Lkw-Reifen, Automobilzubehör und Ersatzteile) weiter voran.
Mittelfristiger Ausblick
Das Geschäftsmodell der Delticom ist robust. Die Gesellschaft hat eine solide Bilanz. Wir können die sich bietenden Chancen flexibel ergreifen. Daher erwarten wir mittelfristig hinsichtlich Umsatz und Ergebnis weiterhin zweistellige jährliche Wachstumsraten. Delticom wird unserer Einschätzung nach somit auch in den nächsten Jahren stärker zulegen als die Märkte, auf denen wir tätig sind.
Die Delticom-Aktie
Die Delticom-Aktie (WKN 514680, ISIN DE0005146807, Börsenkürzel DEX) schloss 2011 auf einem Kurs von 66,70 € und erzielte damit über das Jahr eine Performance von +5,5%. DEX ist ein stabiles Mitglied im deutschen Kleinwerteindex SDAX.
Entwicklung der Aktienmärkte
Gesamtwirtschaftliche Unsicherheiten
2011 war in vielerlei Hinsicht historisch. Die Schuldenkrise europäischer Staaten betraf plötzlich nicht mehr nur Europa selbst, sondern schlug zunehmend auch auf die Handelspartner durch. Gleichzeitig wurde die Welt Zeuge der ersten Herabstufung der USA, nachdem sich die Politik nicht rechtzeitig auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze einigen konnte. Anlageerträge kamen durch "Deleveraging" unter Druck.
Der DAX entwickelte sich entsprechend den gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten des vergangenen Jahres. 2011 startete der deutsche Leitindex mit 6.990 Punkten ins neue Jahr und erreichte am 02.05.2011 den Höchststand von 7.528 Punkten. Am 12.09.2011 markierte er mit 5.072 Punkten den niedrigsten Kursstand. Nachdem der weitere Jahresverlauf von einem flachen und volatilen Aufwärtstrend geprägt war, schloss der DAX am Jahresende mit 5.898 Punkten. Insgesamt verlor der DAX damit 1.091 Punkte oder 15,6%.
SDAX im Minus
Mit einer Performance von –15,7% bewegte sich der SDAX auf ähnlichem Niveau wie der DAX. Er startete bei 5.245 Punkten und verlor zum Jahresendstand von 4.421 insgesamt 824 Punkte.
Entwicklung der Delticom-Aktie (DEX)
Benchmarks
Neben dem SDAX, in dem Delticom seit 22.12.2008 vertreten ist, ziehen wir den Dow Jones STOXX Total Market Index General Retailers (DJSGR) als weiteren Vergleichsmaßstab für die Entwicklung von DEX heran. Der DJSGR umfasst große europäische Non-Food-Einzelhändler.
Wir verwenden bei SDAX und DJSGR wie üblich den Performance-Index, bei dem die Dividenden der Einzelwerte berücksichtigt werden. Im direkten Vergleich berücksichtigen wir in der Performance von DEX daher die in der Hauptversammlung am 03.05.2011 beschlossene Dividende für 2010 in Höhe von 2,72 € je Aktie.
Kursverlauf
Nach einem Jahresanfangskurs von 65,66 € bewegte sich DEX im ersten Quartal in etwa auf dem Niveau der Referenzindizes. Am 15.03.2011 markierte die Aktie den Jahrestiefstkurs von 55,82 €. Im zweiten Quartal entwickelte sich die Aktie besser als der SDAX. Ab der Bekanntgabe erfreulicher Geschäftszahlen im Oktober ging es kontinuierlich weiter bergauf. Am 14.10.2011 markierte DEX den Jahreshöchstkurs von 81,13 €. Vermutlich in folge des überraschend milden Winterwetters kam der Kurs im weiteren Verlauf des Schlussquartals unter Druck.
DEX beendete das Börsenjahr 2011 bei 66,70 €. Inklusive Dividendenanteil betrug die Gesamtperformance +5,5%. Die Marktkapitalisierung stieg im Jahresverlauf von 777,9 Mio. € auf 790,2 Mio. €.
Indizes
Ranking im SDAX
DEX ist seit 22.12.2008 Mitglied im SDAX. Die Zugehörigkeit zum SDAX bestimmt die Deutsche Börse nach der Rangliste Cash Market: Monthly Index Ranking – MDAX, die die Marktkapitalisierung des Freefloats und das Handelsvolumen der Aktien im MDAX und SDAX berücksichtigt. Der Rang von DEX beim Kriterium "Marktkapitalisierung" war zum Jahresende unverändert 77. Beim Kriterium "Handelsvolumen" belegte DEX den Rang 87 (2010: 0).
Neben dem SDAX und CXPR geht DEX in die Berechnung folgender Indizes ein:
DAX International Mid 100
GEX (German Entrepreneur Index)
DAXplus Family Index
NISAX20
FAZ-Index
Ergebnis je Aktie und Dividendenvorschlag
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie beträgt 2,94 € (Vorjahr: 2,74 €).
Zur Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurde als Zähler das Jahresergebnis nach Steuern und Erträge aus der Entnahme von Gewinnrücklagen in Höhe von insgesamt 34.846.287,52 € (Vorjahr: 32.497.647,30 €) sowie als Nenner die Anzahl der im Geschäftsjahr vorhandenen Stammaktien von 11.847.440 Stück (Vorjahr: 11.839.440 Stück) verwendet.
Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 30.04.2012 eine gegenüber dem Vorjahr um 8,5% höhere Dividende von 2,95 € pro Aktie vorschlagen (Vorjahr: 2,72 €).
Aktionärsstruktur
Die Aktionärsstruktur der Delticom AG hat sich im Laufe des letzten Jahres nicht grundlegend verändert.
Die Anteile der Prüfer GmbH und Binder GmbH sind den beiden Unternehmensgründern Andreas Prüfer und Rainer Binder zuzurechnen. Andreas Prüfer als Vorsitzender des Aufsichtsrats und Rainer Binder als Vorstandsvorsitzender haben auch 2011 wie in den Jahren zuvor die Anzahl der gehaltenen Aktien erhöht.
Im Corporate-Governance-Bericht wird der Gesamtbesitz der Organmitglieder getrennt nach Aufsichtsrat und Vorstand angegeben.
Coverage
Insgesamt 11 Analysten renommierter Banken veröffentlichen regelmäßig ihre Einschätzung zu Geschäftsverlauf und Zukunftsaussichten der Delticom AG (in der Reihenfolge der Aufnahme der Coverage, mit Empfehlungen, Stand 29.02.2012):
Frank Schwope, NORD/LB (Buy)
Jürgen Pieper, Bankhaus Metzler (Buy)
Andreas Inderst, Exane BNP Paribas (Outperform)
Lars Dannenberg, Berenberg Bank (Buy)
Tim Rokossa, Deutsche Bank (Hold)
Marcus Sander, Macquarie (Outperform)
Christian Ludwig, Bankhaus Lampe (Buy)
Dennis Schmitt, Commerzbank (Buy)
Christopher Johnen, HSBC (Neutral)
Jennifer Gaußmann, Cheuvreux (Outperform)
Sascha Berresch, Hauck & Aufhäuser (Sell)
Investor-Relations-Aktivitäten
Der kontinuierliche Dialog mit institutionellen und privaten Investoren und Analysten hat bei Delticom seit Börsengang einen hohen Stellenwert. Ziel unserer IR-Arbeit ist es, sämtliche Interessenten schnell und umfassend mit den benötigten Informationen über das Unternehmen zu versorgen. Hierzu zählen auch die zeitnahen Veröffentlichungen und präzisen Darstellungen von Finanzberichten und Unternehmensnachrichten, die regelmäßig mit Telefonkonferenzen ergänzt werden.
Neben der jährlichen Analystenkonferenz im Rahmen des Eigenkapitalforums in Frankfurt präsentierte der Vorstand die Entwicklung und Strategie des Unternehmens auf insgesamt 7 Roadshows und Konferenzen in Frankfurt, Amsterdam, Mailand, London, Zürich und Genf. Darüber hinaus hatten wir eine Vielzahl von Einzelgesprächen mit Investoren.
Das Internet ist ein fester Bestandteil unserer Finanzkommunikation. Unter http://www.delti.com/Investor_Relations/index.html stellen wir Geschäfts- und Quartalsberichte und Präsentationen zum Download zur Verfügung.
Darüber hinaus steht die Investor-Relations-Abteilung allen Interessierten jederzeit gerne für Fragen zur Verfügung:
Übernahmerechtliche Angaben (§ 289 Abs. 4 HGB)
Im Folgenden sind die nach § 289 Abs. 4 Handelsgesetzbuch geforderten übernahmerechtlichen Angaben dargestellt.
Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals
Das gezeichnete Kapital setzte sich nach dem Börsengang am 26.10.2006 aus 3.946.480 auf den Namen lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem rechnerischen anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,00 € je Aktie zusammen. Durch die von der Hauptversammlung am 19.05.2009 beschlossene Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln und die damit verbundene Ausgabe neuer Aktien verdreifachte sich das gezeichnete Kapital. Am 6. Mai 2011 erhöhte sich das gezeichnete Kapital durch Ausübung von 8.000 Optionsrechten, die zum Bezug von 8.000 neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stückaktien der Gesellschaft berechtigten, durch das Mitglied des Vorstands Frank Schuhardt um 8.000 Aktien. Das Grundkapital beträgt daher nun 11.847.440,00 € und ist in 11.847.440 auf den Namen lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 € je Aktie eingeteilt.
Die Aktionäre der Delticom AG sind in ihrer Entscheidung, Aktien zu erwerben oder zu veräußern, weder durch deutsche Gesetze noch durch die Satzung der Gesellschaft beschränkt. Es gelten ausschließlich die gesetzlichen Stimmrechtsverbote. Die Aktionäre Prüfer GmbH und Binder GmbH sind als Parteien einer Pool-Vereinbarung jedoch dergestalt in der Ausübung ihrer Stimmrechte beschränkt, dass sie ihr Stimmverhalten im Hinblick auf eine einheitliche Stimmabgabe in der Hauptversammlung abzustimmen haben.
Direkte, 10% der Stimmrechte der Delticom AG überschreitende Kapitalbeteiligungen bestehen ausschließlich seitens der Aktionäre Binder GmbH und Prüfer GmbH, jeweils mit Sitz in Hannover. Indirekte, 10°% der Stimmrechte der Delticom AG überschreitende Kapitalbeteiligungen bestehen seitens Herrn Rainer Binder, Hannover, dem die direkte Beteiligung der Binder GmbH gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet wird, und seitens Herrn Dr. Andreas Prüfer, Hannover, dem die indirekte Beteiligung der Prüfer GmbH gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet wird. Die Pool-Vereinbarung, deren Parteien die Prüfer GmbH, die Binder GmbH, Herr Rainer Binder und Herr Dr. Andreas Prüfer sind, führt daneben auch zu einer gegenseitigen Zurechnung von Stimmrechten im Sinne des § 22 Abs. 2 Satz 1 WpHG.
Eine indirekte, 10 % der Stimmrechte der Delticom AG überschreitende Kapitalbeteiligung besteht seit 02.08.2011 ausweislich einer der Delticom AG am 09.08.2011 zugegangenen Stimmrechtsmitteilung seitens der Capital Research and Management Company, Los Angeles, USA. Die entsprechenden Stimmrechte wurden der Capital Research and Management Company vollumfänglich gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG zugerechnet.
Aktien mit Sonderrechten, die Inhabern Kontrollbefugnisse verleihen, gibt es nicht, ebenso keine besonders gestaltete Stimmrechtskontrolle für Arbeitnehmer, die am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben.
Es besteht keine Beteiligung von Arbeitnehmern am Kapital, aus der die Arbeitnehmer ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben könnten.
Die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands bestimmen sich grundsätzlich nach den §§ 84 ff. Aktiengesetz. § 6 Abs. 1 Satz 3 der Satzung der Delticom AG regelt zudem, dass Vorstandsmitglieder bei Beendigung der Amtszeit, für die sie bestellt werden, das 65. Lebensjahr noch nicht überschritten haben sollen. Gemäß § 6 Abs. 2 Satz 2 der Satzung wird die Zahl der Mitglieder des Vorstands durch den Aufsichtsrat nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen festgelegt. Änderungen der Satzung bedürfen gemäß § 17 Abs. 3 Satz 1 der Satzung der Delticom AG der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, abweichend von § 179 Abs. 2 Satz 1 AktG, nur der einfachen Mehrheit des vertretenen Grundkapitals, soweit das Gesetz nicht zwingend eine größere Kapitalmehrheit fordert.
Die Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Ausgabe und des Rückkaufs von Aktien sind in § 5 "Höhe und Einteilung des Grundkapitals" der Satzung der Delticom AG und hinsichtlich des Rückkaufs von Aktien in den §§ 71 ff. AktG und entsprechenden Ermächtigungsbeschlüssen der Hauptversammlung geregelt.
Genehmigtes Kapital 2011
Die ordentliche Hauptversammlung vom 03.05.2011 hat den Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 02.05.2016 durch ein- oder mehrmalige Ausgabe von insgesamt bis zu 5.919.720 neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen um insgesamt bis zu 5.919.720,00 € zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2011). Das genehmigte Kapital 2011 wurde am 10.06.2011 im Handelsregister eingetragen. Bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen sowie in bestimmten Fällen bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht auszuschließen.
Bedingtes Kapital I/2006
Die Hauptversammlung vom 30.08.2006 hatte den Vorstand (beziehungsweise den Aufsichtsrat an Stelle des Vorstands, soweit Optionsrechte an Vorstandsmitglieder gewährt werden) ermächtigt, bis zum 29.08.2011 einmalig oder mehrmalig Optionsrechte zum Bezug von insgesamt bis zu 100.000 neuen, nennbetragslosen, auf den Namen lautenden Stückaktien der Gesellschaft an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und an Arbeitnehmer der Gesellschaft zu gewähren. Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 30.08.2006 um insgesamt bis zu 100.000,00 € durch Ausgabe von insgesamt bis zu 100.000 neuen, nennbetragslosen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital I/2006).
Das bedingte Kapital I/2006 dient ausschließlich der Gewährung neuer Aktien an die Inhaber von Optionsrechten, die gemäß dem Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 30.08.2006 über die Gewährung von Aktienoptionsrechten durch die Gesellschaft ausgegeben wurden. Das bedingte Kapital I/2006 wurde am 01.09.2006 im Handelsregister eingetragen.
Bei der von der Hauptversammlung am 19.05.2009 beschlossenen Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln unter Ausgabe neuer Aktien erhöhte sich das Bedingte Kapital I/2006 im gleichen Verhältnis wie das Grundkapital auf 300.000,00 €. Die Kapitalerhöhung und die Satzungsänderung bezüglich des bedingten Kapitals I/2006 wurde am 10.06.2009 beim Amtsgericht Hannover in das Handelsregister eingetragen. Aufgrund der bereits dargestellten Ausübung von 8.000 Optionsrechten, die zum Bezug von 8.000 neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stückaktien der Gesellschaft berechtigten, durch das Mitglied des Vorstands Frank Schuhardt, beträgt das bedingte Kapital I/2006 nunmehr noch 292.000,00 €.
Bedingtes Kapital I/2011
Die Hauptversammlung vom 03.05.2011 hat den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats (beziehungsweise den Aufsichtsrat an Stelle des Vorstands soweit Optionsrechte an Vorstandsmitglieder gewährt werden) ermächtigt, bis zum 2. Mai 2016 einmalig oder mehrmalig Optionsrechte zum Bezug von insgesamt bis zu 300.000 neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stückaktien der Gesellschaft an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und an Arbeitnehmer der Gesellschaft zu gewähren. Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 300.000,00 € durch Ausgabe von bis zu 300.000 neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital I/2011).
Das bedingte Kapital I/2011 dient ausschließlich der Gewährung neuer Aktien an die Inhaber von Optionsrechten, die gemäß dem vorstehend beschriebenen Ermächtigungsbeschluss durch die Gesellschaft ausgegeben werden. Das bedingte Kapital I/2011 wurde am 10.06.2011 im Handelsregister eingetragen.
Bedingtes Kapital II/2011
Die Hauptversammlung vom 03.05.2011 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 02.05.2016 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen (zusammenfassend „W/O-Schuldverschreibungen“) im Gesamtnennbetrag von bis zu 200.000.000,00 € mit oder ohne Laufzeitbegrenzung zu begeben und den Inhabern von W/O-Schuldverschreibungen Wandlungs- oder Optionsrechte zum Bezug von insgesamt bis zu 5.300.000 neuen, auf den Namen lautenden, nennwertlosen Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt 5.300.000,00 € nach näherer Maßgabe der Wandelanleihe- oder Optionsbedingungen zu gewähren.
Die Ermächtigung kann in Teilbeträgen ausgenutzt werden. In bestimmten Fällen ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre bei der Ausgabe der W/O-Schuldverschreibungen auszuschließen. Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 03.05.2011 um bis zu 5.300.000,00 € durch Ausgabe von bis zu 5.300.000 neuen nennbetraglosen auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital II/20011).
Das bedingte Kapital II/2011 dient ausschließlich der Gewährung neuer Aktien an die Inhaber von Wandlungs- oder Optionsrechten, die gemäß dem vorstehend beschriebenen Ermächtigungsbeschluss durch die Delticom AG oder durch Gesellschaften, an denen die Delticom AG unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich beteiligt ist, ausgegeben werden. Das Bedingte Kapital II/2011 wurde am 10.06.2011 im Handelsregister eingetragen.
Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf und zur Verwendung eigener Aktien
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 11.05.2010 wurde die Gesellschaft ermächtigt, eigene Aktien im Volumen von bis zu 10% ihres zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung gilt bis zum 10.05.2015. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, zu einem oder zu mehreren Zwecken durch die Gesellschaft oder durch Dritte für Rechnung der Gesellschaft ausgeübt werden. Der Erwerb erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots beziehungsweise mittels einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe eines solchen Angebots.
Der für den Erwerb der Aktien über die Börse gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) darf den am Börsenhandelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs im XETRA-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten. Bei einem Erwerb über ein öffentliches Kaufangebot beziehungsweise eine öffentliche Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots dürfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der gebotenen Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den maßgeblichen Wert einer Aktie der Gesellschaft um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten.
Maßgeblich ist bei einem öffentlichen Kaufangebot der durch die Schlussauktion ermittelte Kurs im XETRA-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) am Börsenhandelstag vor dem Tag der Bekanntgabe des Angebots und bei einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots der durch die Schlussauktion ermittelte Kurs im XETRA-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) am letzten Börsentag vor dem Tag, an dem die Angebote von der Gesellschaft angenommen werden.
Ergeben sich nach der Veröffentlichung eines Kaufangebots nicht unerhebliche Abweichungen des maßgeblichen Kurses, kann das Angebot angepasst werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu verwenden, insbesondere kann er die Aktien einziehen, gegen Sachleistung veräußern, in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre veräußern oder den Mitarbeitern der Gesellschaft oder ihrer Tochtergesellschaften zum Erwerb oder den Inhabern von Bezugsrechten in Erfüllung der Verpflichtung der Gesellschaft aus dem gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung vom 30.08.2006 aufgestellten Aktienoptionsplan anbieten. Das Bezugsrecht der Aktionäre kann unter bestimmten Bedingungen ausgeschlossen werden.
Wesentliche konditionierte Vereinbarungen der Gesellschaft
Im Fall eines Kontrollwechsels bei der Gesellschaft werden die Aktienoptionsrechte des Vorstandsmitglieds Frank Schuhardt gemäß den Optionsbedingungen sofort ausübbar, sofern die Wartefrist für diese Aktienoptionen bereits abgelaufen ist. Optionsrechte, bei denen die Wartezeit noch nicht abgelaufen ist, verfallen ersatzlos. Die erste Tranche an Aktienoptionen in Höhe von 15.810 Stück wurde am 22.11.2007, die zweite Tranche in Höhe von 37.500 Stück wurde am 08.05.2008, die dritte Tranche in Höhe von 37.500 Stück wurde am 25.11.2008 und die vierte Tranche von 15.000 Stück wurde am 30.03.2009 ausgegeben. Die Sperrfrist beträgt bei sämtlichen Aktienoptionsplänen zwei Jahre.
Dementsprechend war die Wartezeit für diese Tranchen zum Bilanzstichtag abgelaufen und die ausgegebenen Optionsrechte wären bei einem Kontrollwechsel sofort ausübbar., wobei sich die Zahl der Aktienoptionen aus der dritten Tranche durch die bei Nr. 1 beschriebene Ausübung von Optionsrechten durch Herr Schuhardt zwischenzeitlich auf 29.500 verringert hat.
Die Gesellschaft hat keine Entschädigungsvereinbarungen mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots getroffen.
Bilanz
AKTIVA
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| 31.12.2011 EUR |
31.12.2010 EUR |
|
|---|---|---|
| A. ANLAGEVERMÖGEN | ||
| I. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 997.778,00 | 1.059.027,00 |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Technische Anlagen und Maschinen | 4.938.386,02 | 1.830.217,00 |
| 2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 7.717.994,51 | 3.822.577,51 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 21.900,00 | 840.336,13 |
| 12.678.280,53 | 6.493.130,64 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 5.055.740,05 | 3.116.614,47 |
| 18.731.798,58 | 10.668.772,11 | |
| B. UMLAUFVERMÖGEN | ||
| I. Vorräte | ||
| 1. Waren | 102.849.569,59 | 50.577.737,46 |
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 9.495.451,72 | 10.069.894,67 |
| 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 349.120,59 | 3.092.767,07 |
| 3. Sonstige Vermögensgegenstände | 10.134.899,02 | 7.789.728,12 |
| 19.979.471,33 | 20.952.389,86 | |
| III. Wertpapiere | ||
| 1. Sonstige Wertpapiere | 0,00 | 1.021.503,18 |
| IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 20.765.341,01 | 61.393.168,88 |
| 143.594.381,93 | 133.944.799,38 | |
| C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN | 334.860,58 | 270.704,20 |
| D. AKTIVE LATENTE STEUERN | 145.863,62 | 286.557,54 |
| Summe Aktiva | 162.806.904,71 | 145.170.833,23 |
| PASSIVA | ||
| 31.12.2011 EUR |
31.12.2010 EUR |
|
| A. EIGENKAPITAL | ||
| I. Gezeichnetes Kapital | 11.847.440,00 | 11.839.440,00 |
| (bedingtes Kapital: EUR 5.892.000; Vj. EUR 4.644.720) | ||
| II. Kapitalrücklage | 24.950.577,00 | 24.860.737,00 |
| III. Gewinnrücklagen | ||
| 1. Gesetzliche Rücklage | 199.673,00 | 199.673,00 |
| 2. Andere Gewinnrücklagen | 0,00 | 24.461,58 |
| 199.673,00 | 224.134,58 | |
| IV. Bilanzgewinn | 35.632.279,62 | 32.989.268,90 |
| 72.629.969,62 | 69.913.580,48 | |
| B. RÜCKSTELLUNGEN | ||
| 1. Steuerrückstellungen | 3.571.064,12 | 5.975.294,80 |
| 2. Sonstige Rückstellungen | 5.547.360,79 | 4.971.892,05 |
| 9.118.424,91 | 10.947.186,85 | |
| C. VERBINDLICHKEITEN | ||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 4.394.101,97 | 4.358,37 |
| 2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 2.617.316,13 | 4.619.343,71 |
| 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 65.698.227,75 | 51.350.200,37 |
| 4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 2.335.194,82 | 710.899,79 |
| 5. Sonstige Verbindlichkeiten | 5.967.169,48 | 7.602.763,63 |
| - davon aus Steuern EUR 4.159.421,64 (Vj. EUR 4.620.555,17) | ||
| - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 6.097,94 (Vj. EUR 4.387,44) | ||
| 81.012.010,15 | 64.287.565,87 | |
| D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN | 46.500,03 | 22.500,03 |
| Summe Passiva | 162.806.904,71 | 145.170.833,23 |
Gewinn- und Verlustrechnung
scroll
| 2011 EUR |
2010 EUR |
|
|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse | 465.197.197,95 | 407.773.864,45 |
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | 10.480.812,47 | 8.256.223,67 |
| 475.678.010,42 | 416.030.088,12 | |
| 3. Materialaufwand | ||
| a) Aufwendungen für bezogene Waren | 340.530.877,80 | 293.512.547,97 |
| b) Aufwendungen für bezogene Leistungen | 57.409,08 | 3.086,00 |
| 4. Personalaufwand | ||
| a) Löhne und Gehälter | 6.168.628,61 | 5.832.709,99 |
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 986.246,67 | 801.844,73 |
| davon für Altersversorgung EUR 31.981,48 (Vj. EUR 22.744,77) | ||
| 5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | 2.126.694,32 | 1.301.456,61 |
| 6. Sonstige betriebliche Aufwendungen | 74.769.320,05 | 67.206.543,08 |
| 424.639.176,53 | 368.658.188,38 | |
| 7. Erträge aus Beteiligungen | 173.766,31 | 125.350,64 |
| davon aus verbundenen Unternehmen aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages EUR 173.766,31 (Vj. EUR 125.350,64) | ||
| 8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 127.598,29 | 134.179,28 |
| 9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 127.205,72 | 25.224,48 |
| 174.158,88 | 234.305,44 | |
| 10. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 51.212.992,77 | 47.606.205,18 |
| 11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 16.391.166,83 | 15.108.557,88 |
| 16.391.166,83 | 15.108.557,88 | |
| 12. Jahresüberschuss | 34.821.825,94 | 32.497.647,30 |
| 13. Gewinnvortrag | 785.992,10 | 491.621,60 |
| 14. Entnahmen aus Gewinnrücklagen | 24.461,58 | 0,00 |
| 15. Bilanzgewinn | 35.632.279,62 | 32.989.268,90 |
Anhang
A. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss
Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011 ist nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften (§ 267 Abs. 3 HGB) aufgestellt worden und berücksichtigt die ergänzenden Bestimmungen des Aktiengesetzes.
Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB gewählt.
Das Geschäftsjahr ist auf den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember festgelegt.
B. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Erläuterungen zu der Bilanz
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Der Abschreibung der hier aktivierten Internet-Domains wird eine einheitliche Nutzungsdauer von 20 Jahren zugrunde gelegt. Software wird über 3 bis 5 Jahre abgeschrieben.
Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungen erfolgen linear über 3 bis 33 Jahre. Für Zugänge an beweglichen Anlagegütern werden die zeitgenauen Jahresabschreibungssätze angesetzt (pro-rata-temporis). Anschaffungs- oder Herstellungskosten von abnutzbaren beweglichen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens, die einer selbstständigen Nutzung fähig sind, werden im Geschäftsjahr der Anschaffung oder Herstellung in voller Höhe als Aufwand erfasst, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, für das einzelne Vermögensgegenstand € 410 nicht übersteigen. Eine Ausnahme bilden die gesamten Anschaffungskosten von Reifengestellen. Einzeln betrachtet sind sie einer selbstständigen Nutzung fähig und übersteigen auch nicht den Nettobetrag von € 410 je Vermögensgegenstand, jedoch wird aufgrund des hohen Anschaffungsvolumens und einer absehbaren, längeren Nutzungsfähigkeit je Gestell eine betriebsbedingte Nutzungsdauer von 5 Jahren angesetzt.
Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag angesetzt. Bei Wegfall der Gründe für erfolgte außerplanmäßige Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.
Die unter den Vorräten ausgewiesenen Handelswaren sind zu durchschnittlichen Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet worden. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und/oder niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt. Im Geschäftsjahr erfolgte ein Wechsel von der einfach gewogenen Durchschnittsmethode hin zur gleitend gewogenen Durchschnittsmethode. Daraus resultiert im Umstellungszeitpunkt ein Ergebnis von T€ 535.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen Vermögensgegen-stände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben. Für das allgemeine Kreditrisiko besteht eine angemessene Pauschalwertberichtigung.
Kurzfristige Fremdwährungsforderungen (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden nach § 256a HGB zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.
Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.
Als aktive / passive Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben / Einnahmen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand / Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.
Die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um alle zum Bilanzstichtag drohenden Verluste und ungewissen Verbindlichkeiten abzudecken.
Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt und Valutaverbindlichkeiten mit dem Geldkurs am Zugangstag oder mit dem höheren Devisenkassamittelkurs vom Bilanzstichtag passiviert.
Kurzfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.
Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Wertansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen.
Im Falle eines Aktivüberhangs der latenten Steuern zum Bilanzstichtag wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht.
Der Aufwand und Ertrag aus der Veränderung der bilanzierten latenten Steuern wird in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert unter dem Posten "Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" ausgewiesen.
Der Berechnung der latenten Steuern liegt ein effektiver Steuersatz von 31,82 % zugrunde (15,83 % für die Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und 15,99 % für die Gewerbesteuer), der sich voraussichtlich im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen ergeben wird. Der Steuersatz für die Gewerbesteuer ergibt sich aus den Gewerbesteuerhebesätzen von 460 %, 430 % und 395 % unter Berücksichtigung der Zerlegungskriterien nach §§ 28 ff GewStG.
C. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung
Erläuterungen zur Bilanz
Die Entwicklung des Anlagevermögens nach Bilanzposten im Geschäftsjahr ist der Anlage zum Anhang zu entnehmen, welche Bestandteil des Anhangs ist.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich wie folgt zusammen:
scroll
| 31.12.2011 T€ |
31.12.2010 T€ |
|
|---|---|---|
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 9.495 | 10.070 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 349 | 3.093 |
| (davon aus Lieferungen und Leistungen T€ 175; Vorjahr T€ 2.847) | ||
| (davon aus Ergebnisabführungsvertrag T€ 174; Vorjahr T€ 246) | ||
| Sonstige Vermögensgegenstände | 10.135 | 7.789 |
| (davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr T€ 62; Vorjahr T€ 347) | ||
| 19.979 | 20.952 |
Die flüssigen Mittel in Höhe von T€ 20.765 (Vorjahr T€ 61.393) stellen ausschließlich Bank- und Kassenbestände dar.
Die aktiven latenten Steuern resultieren größtenteils aus Bilanzansatzunterschieden der Handelsbilanz gegenüber der Steuerbilanz, die im Rahmen von Betriebsprüfungen der Vorjahre im Bereich der Nutzungsdauern verschiedener Vermögensgegenstände des Anlagevermögens entstanden sind und aus einer nach § 5 Abs. 4a EStG steuerrechtlich nicht zulässigen Drohverlustrückstellung in Höhe von T€ 87.
Das gezeichnete Kapital setzte sich nach dem Börsengang am 26. Oktober 2006 aus 3.946.480 auf den Namen lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien), mit einem rechnerischen anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,00 € je Aktie zusammen. Durch die von der Hauptversammlung am 19. Mai 2009 beschlossene Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln und die damit verbundene Ausgabe neuer Aktien verdreifachte sich das gezeichnete Kapital. Am 6. Mai 2011 erhöhte sich das gezeichnete Kapital durch Ausübung von 8.000 Optionsrechten, die zum Bezug von 8.000 neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stückaktien der Gesellschaft berechtigten, durch das Mitglied des Vorstands Frank Schuhardt um 8.000 Aktien. Das Grundkapital beträgt daher nun 11.847.440,00 € und ist in 11.847.440 auf den Namen lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1,00 € je Aktie eingeteilt.
Bedingtes und genehmigtes Kapital
Die ordentliche Hauptversammlung vom 3. Mai 2011 hat den Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 2. Mai 2016 durch ein- oder mehrmalige Ausgabe von insgesamt bis zu 5.919.720 neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen um insgesamt bis zu 5.919.720,00 € zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2011). Das genehmigte Kapital 2011 wurde am 10. Juni 2011 im Handelsregister eingetragen. Bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen sowie in bestimmten Fällen bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht auszuschließen.
Die Hauptversammlung vom 30. August 2006 hatte den Vorstand (beziehungsweise den Aufsichtsrat an Stelle des Vorstands soweit Optionsrechte an Vorstandsmitglieder gewährt werden) ermächtigt, bis zum 29. August 2011 einmalig oder mehrmalig Optionsrechte zum Bezug von insgesamt bis zu 100.000 neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stückaktien der Gesellschaft an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und an Arbeitnehmer der Gesellschaft zu gewähren. Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 30. August 2006 um insgesamt bis zu 100.000,00 € durch Ausgabe von insgesamt bis zu 100.000 neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital I/2006). Das bedingte Kapital I/2006 dient ausschließlich der Gewährung neuer Aktien an die Inhaber von Optionsrechten, die gemäß dem Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 30. August 2006 über die Gewährung von Aktienoptionsrechten durch die Gesellschaft ausgegeben wurden. Das bedingte Kapital I/2006 wurde am 1. September 2006 im Handelsregister eingetragen. Aufgrund der von der Hauptversammlung am 19. Mai 2009 beschlossenen Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln unter Ausgabe neuer Aktien erhöhte sich das bedingte Kapital I/2006 im gleichen Verhältnis wie das Grundkapital auf 300.000 €. Die Kapitalerhöhung und die Satzungsänderung bezüglich des bedingten Kapitals I/2006 wurde am 10. Juni 2009 beim Amtsgericht Hannover in das Handelsregister eingetragen. Aufgrund der bereits bei Nr. 1 dargestellten Ausübung von 8.000 Optionsrechten, die zum Bezug von 8.000 neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stückaktien der Gesellschaft berechtigten, durch das Mitglied des Vorstands Frank Schuhardt, beträgt das bedingte Kapital I/2006 nunmehr noch 292.000,00 €.
Die Hauptversammlung vom 3. Mai 2011 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 2. Mai 2016 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen (zusammenfassend "W/O-Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 200.000.000,00 € mit oder ohne Laufzeitbegrenzung zu begeben und den Inhabern von W/O-Schuldverschreibungen Wandlungs- oder Optionsrechte zum Bezug von insgesamt bis zu 5.300.000 neuen, auf den Namen lautenden nennwertlosen Stammaktien (Stückaktien) der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 5.300.000,00 € nach näherer Maßgabe der Wandelanleihe- oder Optionsbedingungen zu gewähren. Die Ermächtigung kann in Teilbeträgen ausgenutzt werden. In bestimmten Fällen ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre bei der Ausgabe der W/O-Schuldverschreibungen auszuschließen. Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 3. Mai 2011 um bis zu 5.300.000,00 € durch Ausgabe von bis zu 5.300.000 neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stammaktien (Stückaktien) bedingt erhöht (bedingtes Kapital II/2011). Das bedingte Kapital II/2011 dient ausschließlich der Gewährung neuer Aktien an die Inhaber von Wandlungs- oder Optionsrechten, die gemäß dem vorstehend beschriebenen Ermächtigungsbeschluss durch die Delticom AG oder durch Gesellschaften, an denen die Delticom AG unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich beteiligt ist, ausgegeben werden. Das bedingte Kapital II/2011 wurde am 10. Juni 2011 im Handelsregister eingetragen.
Die Hauptversammlung vom 3. Mai 2011 hat den Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats (beziehungsweise den Aufsichtsrat an Stelle des Vorstands soweit Optionsrechte an Vorstandsmitglieder gewährt werden) ermächtigt, bis zum 2. Mai 2016 einmalig oder mehrmalig Optionsrechte zum Bezug von insgesamt bis zu 300.000 neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stückaktien der Gesellschaft an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und an Arbeitnehmer der Gesellschaft zu gewähren. Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 300.000 € durch Ausgabe von bis zu 300.000 neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stammaktien (Stückaktien) bedingt erhöht (bedingtes Kapital I/2011). Das bedingte Kapital I/2011 dient ausschließlich der Gewährung neuer Aktien an die Inhaber von Optionsrechten, die gemäß dem vorstehend beschriebenen Ermächtigungsbeschluss durch die Gesellschaft ausgegeben werden. Das bedingte Kapital I/2011 wurde am 10. Juni 2011 im Handelsregister eingetragen.
Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf und Verwendung eigener Aktien
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Mai 2010 wurde die Gesellschaft ermächtigt, eigene Aktien im Volumen von bis zu 10 % ihres zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung gilt bis zum 10. Mai 2015. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, zu einem oder zu mehreren Zwecken durch die Gesellschaft oder durch Dritte für Rechnung der Gesellschaft ausgeübt werden. Der Erwerb erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots beziehungsweise mittels einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe eines solchen Angebots. Der für den Erwerb der Aktien über die Börse gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) darf den am Börsenhandelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs im XETRA-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Bei einem Erwerb über ein öffentliches Kaufangebot beziehungsweise eine öffentliche Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots dürfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der gebotenen Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den maßgeblichen Wert einer Aktie der Gesellschaft um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten. Maßgeblich ist bei einem öffentlichen Kaufangebot der durch die Schlussauktion ermittelte Kurs im XETRA-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) am Börsenhandelstag vor dem Tag der Bekanntgabe des Angebots und bei einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots der durch die Schlussauktion ermittelte Kurs im XETRA-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) am letzten Börsenhandelstag vor dem Tag, an dem die Angebote von der Gesellschaft angenommen werden. Ergeben sich nach der Veröffentlichung eines Kaufangebots nicht unerhebliche Abweichungen des maßgeblichen Kurses, kann das Angebot angepasst werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu verwenden, insbesondere kann er die Aktien einziehen, gegen Sachleistung veräußern, in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre veräußern oder den Mitarbeitern der Gesellschaft oder ihrer Konzerngesellschaften zum Erwerb oder den Inhabern von Bezugsrechten in Erfüllung der Verpflichtung der Gesellschaft aus dem gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung vom 30. August 2006 aufgestellten Aktienoptionsplan anbieten. Das Bezugsrecht der Aktionäre kann unter bestimmten Bedingungen ausgeschlossen werden
Die Delticom AG hat einem Mitglied des Vorstands Optionsrechte mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente eingeräumt. Die Zusage basiert auf den Optionsbedingungen vom 09. August 2007. Grundsätzlich können die Optionen jeweils in einem Zeitraum von sechs Wochen nach Bekanntgabe der endgültigen Quartalsergebnisse oder der endgültigen Ergebnisse des vorangegangenen Geschäftsjahres ausgeübt werden. Voraussetzung für die Ausübung eines Optionsrechts ist, dass der ungewichtete Durchschnitt der Schlusspreise der Aktie der Gesellschaft an den fünf Börsenhandelstagen vor dem ersten Tag des jeweiligen Ausübungszeitraumes, in dem das Optionsrecht ausgeübt wird, mindestens 120 % des Ausübungspreises beträgt.
Im Fall eines Kontrollwechsels bei der Gesellschaft (in den Optionsbedingungen definiert als direkter oder indirekter Erwerb von mehr als 50 % der Stimmrechte an der Gesellschaft durch eine natürliche oder juristische Person oder eine Mehrzahl von abgestimmt handelnden natürlichen oder juristischen Personen) werden die Aktienoptionsrechte des Vorstandsmitglieds Frank Schuhardt gemäß den Optionsbedingungen sofort ausübbar, sofern die Wartefrist für diese Aktienoptionen bereits abgelaufen ist. Optionsrechte, bei denen die Wartezeit noch nicht abgelaufen ist, verfallen ersatzlos. Die erste Tranche an Aktienoptionen in Höhe von 15.810 Stück wurde am 22. November 2007, die zweite Tranche in Höhe von 37.500 Stück wurde am 8. Mai 2008, die dritte Tranche in Höhe von 37.500 Stück wurde am 25. November 2008 und die 4. Tranche in Höhe von 15.000 Stück wurde am 30. März 2009 ausgegeben. Die Sperrfrist beträgt bei sämtlichen Aktienoptionsplänen zwei Jahre. Dementsprechend ist die Wartezeit für alle Tranchen zum Bilanzstichtag abgelaufen und sie wären bei Kontrollwechsel sofort ausübbar.
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| Aktienoptionsbestand | 4. Tranche | 3. Tranche | 2. Tranche | 1. Tranche |
|---|---|---|---|---|
| Ausgabedatum | 30.03.2009 | 25.11.2008 | 08.05.2008 | 22.11.2007 |
| Laufzeit | 10 Jahre | 10 Jahre | 10 Jahre | 10 Jahre |
| Sperrfrist | 2 Jahre | 2 Jahre | 2 Jahre | 2 Jahre |
| Ausübungspreis | 12,88 € | 12,23 € | 13,19 € | 19,81 € |
| Anzahl ausgegebener Optionen | 15.000 | 37.500 | 37.500 | 15.810 |
| Anzahl ausgeübter Optionen | 0 | 8.000 | 0 | 0 |
| Anzahl verfallener Optionen | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Ausstehend zum 31.12.2011 | 15.000 | 29.500 | 37.500 | 15.810 |
| Ausübbar zum 31.12.2011 | 15.000 | 29.500 | 37.500 | 15.810 |
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| Bewertungsparameter der Aktienoptionen | 4. Tranche | 3. Tranche | 2. Tranche | 1. Tranche |
|---|---|---|---|---|
| Beizulegender Zeitwert je Option zum Gewährungszeitpunkt | 3,18 € | 3,27 € | 3,75 € | 6,47 € |
| Beizulegender Gesamtzeitwert der Optionsrechte zum Gewährungszeitpunkt | 47.700,00 € | 122.500,00 € | 140.750,00 € | 102.291,00 € |
| Zu berücksichtigender Aufwand aus dem Optionsprogramm im Geschäftsjahr 2011 | 5.952,00 € | 0,00 € | 0,00 € | 0,00 € |
| Erwartete Laufzeit der gewährten Optionsrechte | 3,36 Jahre | 3,70 Jahre | 4,25 Jahre | 4,71 Jahre |
| Erwartete durchschnittliche jährliche Dividendenrendite je Stückaktie | 5,00% | 5,00% | 5,00% | 3,00% |
| Risikoloser Zinssatz | 1,80% | 2,57% | 4,31% | 3,90% |
| Aktienkurs zum Gewährungszeitpunkt | 13,63 € | 12,83 € | 13,41 € | 19,65 € |
| Ausübungspreis | 12,88 € | 12,23 € | 13,19 € | 19,81 € |
| Erwartete Volatilität | 42,00% | 44,00% | 45,00% | 45,00% |
Die beizulegenden Zeitwerte der Optionen wurden mit Hilfe eines Binomialmodells ermittelt. Hierbei werden mittels eines binomialen Entscheidungsbaums mögliche Entwicklungen der Aktie der Delticom AG modelliert.
Der Ansatz der erwarteten Volatilität basiert auf den historischen Kursdaten der Aktie der Delticom AG. Die erwartete Laufzeit der gewährten Optionsrechte ergibt sich aus der Restlaufzeit des Dienstvertrags des Mitglieds des Vorstands. Der risikolose Zinssatz wurde auf Basis von Zinssätzen für (hypothetische) Null-Kupon-Anleihen ohne Kreditausfallrisiko mit entsprechenden Restlaufzeiten bestimmt.
Die Kapitalrücklage beträgt € 24.950.577,00 (Vorjahr € 24.860.737,00) und umfasst Beträge im Sinne von § 272 Abs. 2 Nr. 1 (€ 24.860.732,00) und Nr. 2 (€ 89.840,00) HGB. Die Kapitalrücklage erhöht sich im Zuge der Ausübung von Aktienoptionen.
Der in 2010 in die Gewinnrücklagen eingestellte Betrag in Höhe von EUR 24.461,58, welcher sich aufgrund von Umstellungseffekten der erstmaligen Anwendung des BilMoG ergab und sich ausschließlich auf die erfolgsneutrale Erfassung von latenten Steuererträgen bezog, wurde in 2011 wieder entnommen.
Der Bilanzgewinn zum Stichtag hat sich wie folgt entwickelt:
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| Bilanzgewinn 2010 | 32.989.268,90 |
| Gewinnausschüttung | -32.203.276,80 |
| Jahresüberschuss 2011 | 34.821.825,94 |
| Veränderung Gewinnrücklagen | 24.461,58 |
| Bilanzgewinn 2011 | 35.632.279,62 |
Der Bilanzgewinn beinhaltet einen Gewinnvortrag in Höhe von € 785.992,10 (Vorjahr € 491.621,60).
Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von T€ 5.547 (Vorjahr T€ 4.972) bestehen im Wesentlichen aus Rückstellungen für folgende Bereiche:
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| 31.12.2011 T€ |
31.12.2010 T€ |
|
|---|---|---|
| Ausstehende Wareneingangsrechnungen | 1.433 | 275 |
| Rechtsstreitigkeiten | 1.329 | 922 |
| Umweltauflagen | 986 | 806 |
| Verpflichtungen aus dem Personalbereich | 549 | 720 |
| Retouren | 325 | 426 |
| Frachten | 183 | 443 |
| Drohverluste aus Absicherungsgeschäften | 87 | 498 |
| Übrige | 655 | 882 |
| 5.547 | 4.972 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten solche aus Liefrungen und Leistungen.
Sämtliche Verbindlichkeiten sind ungesichert und innerhalb eines Jahres fällig.
Finanzinstrumente
Der nachfolgenden Tabelle können die zum Stichtag gehaltenen derivativen Finanzinstrumente mit den entsprechenden Marktwerten entnommen werden:
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| USD | GBP | PLN | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 31.12.2011 € |
31.12.2010 € |
31.12.2011 € |
31.12.2010 € |
31.12.2011 € |
31.12.2010 € |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Devisentermingeschäfte positiv | 431.088 | 159.726 | 25.451 | 26.962 | 0 | 0 |
| Devisentermingeschäfte negativ | -85.333 | -469.101 | -1.534 | -26.815 | 0 | -2.459 |
Die derivativen Finanzinstrumente betreffen Währungssicherungskontrakte mit einer Laufzeit von unter zwölf Monaten. Die Bewertung erfolgt anhand von aktuellen EZB-Referenzkursen und Terminauf- bzw. -abschlägen. Die Nominalwerte der Devisentermingeschäfte betragen insgesamt USD 20,8 Mio. (Vorjahr 20,4 Mio.), GBP 1,1 Mio. (Vorjahr 0,2 Mio.) und PLN 0,0 Mio. (Vorjahr -0,1 Mio.). Der negative Nominalwert bei der Währung PLN aus dem Vorjahr resultiert aus einem Verkaufsüberhang gegenüber den Käufen in dieser Währung.
In Höhe der negativen Marktwerte wurde zum Stichtag eine Rückstellung für drohende Verluste passiviert.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Regionen stellt sich wie folgt dar:
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| EU T€ |
übriges Ausland T€ |
Summe T€ |
|
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 368.415 | 96.782 | 465.197 |
Die Aufteilung der Umsatzerlöse nach Geschäftsbereichen stellt sich wie folgt dar:
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| Großhandel T€ |
e-Commerce T€ |
Summe T€ |
|
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 23.711 | 441.486 | 465.197 |
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind im Wesentlichen Umlagen und sonstige Weiterbelastungen an Tochterunternehmen von T€ 2.635 (Vorjahr T€ 2.470) sowie Kurserträge von T€ 5.861 (Vorjahr T€ 4.059) enthalten. Davon resultieren T€ 607 (Vorjahr T€ 706) dieser Kurserträge aus der Währungsumrechnung gem. § 256a HGB.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Kosten für Transporte von T€ 35.997 (Vorjahr T€ 33.163), Marketing von T€ 9.097 (Vorjahr T€ 8.658), Lagerhandling von T€ 4.602 (Vorjahr T€ 4.472), Kursdifferenzen von T€ 5.784 (Vorjahr T€ 4.446), Operations-Center von T€ 4.933 (Vorjahr T€ 3.838), Miete und Betriebskosten von T€ 4.855 (Vorjahr T€ 3.480) und Kreditkartengebühren von T€ 3.480 (Vorjahr T€ 3.041). Von den T€ 5.784 an Kursverlusten resultieren T€ 57 (Vorjahr T€ 114) aus der Währungsumrechnung gem. § 256a HGB.
Die Erträge aus Beteiligungen enthalten ausschließlich Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen mit verbundenen Unternehmen von T€ 174 (Vorjahr T€ 125).
Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten Körperschaftsteuer von T€ 7.981 (Vorjahr T€ 7.550), Gewerbesteuer von T€ 8.206 (Vorjahr T€ 7.763) und Kapitalertragsteuer von T€ 58 (Vorjahr T€ 31) für das laufende Geschäftsjahr sowie weitere Ertragsteuerzahlungen von T€ 5 (Vorjahr T€ 26) für das Vorjahr. Außerdem beinhaltet dieser Posten einen latenten Steueraufwand von T€ 141 (Vorjahr T€ -262) der den Bilanzposten der angesetzten aktiven latenten Steuern für zukünftige Steuerentlastungen schmälert.
D. Ergänzende Angaben
Sonstige finanzielle Verpflichtungen und Bürgschaften gegenüber verbundenen Unternehmen
Wesentliche künftige finanzielle Verpflichtungen i.S. von § 285 Nr. 3 HGB bestehen aus:
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| in Tausend € | 2011 | 2010 |
|---|---|---|
| Bestellobligo für Waren | 18.442 | 9.118 |
| Mietverpflichtungen | 48.289 | 52.720 |
| Übrige finanzielle Verpflichtungen | 3.082 | 1.786 |
| Gesamt | 69.813 | 63.624 |
Nach Laufzeiten ergibt sich nachfolgende Aufteilung:
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| Bestellobligo für Waren | Mietverpflichtungen | Übrige finanzielle Verpflichtungen | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Tausend € | 2011 | 2010 | 2011 | 2010 | 2011 | 2010 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| bis zu einem Jahr | 18.442 | 9.118 | 5.726 | 4.557 | 1.184 | 1.786 |
| 1 bis zu 5 Jahre | 0 | 0 | 22.034 | 22.013 | 1.898 | 0 |
| mehr als 5 Jahre | 0 | 0 | 20.529 | 26.150 | 0 | 0 |
| Gesamt | 18.442 | 9.118 | 48.289 | 52.720 | 3.082 | 1.786 |
Der starke Anstieg der Bestellobligos für Waren resultiert aus höheren Einkaufsvolumina, die durch die Inbetriebnahme eines zusätzlichen Lagerstandorts in 2011 (Sehnde) gelagert werden können.
Zusätzlich bürgt die Delticom AG selbstschuldnerisch für die Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH gegenüber einem Warenliefereranten mit einem Betrag von € 2.000.000 (Bestellobligo zum Stichtag T€ 3). Das Risiko der Inanspruchnahme ist als gering einzuschätzen.
Durchschnittliche Arbeitnehmerzahl
Bei der Delticom AG waren im Berichtsjahr durchschnittlich 113 (Vorjahr 100) Angestellte beschäftigt.
Organe der Gesellschaft
Aufsichtsrat
Dr. Andreas Prüfer
Aufsichtsratvorsitzender
Unternehmer, Hannover
Michael Thöne-Flöge
Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender
Unternehmer, Peine
Herr Thöne-Flöge ist Mitglied eines einem Aufsichtsrat vergleichbaren Kontrollgremiums, nämlich in dem Verwaltungsrat bei der Opticland GmbH, Nürnberg.
Alan Revie
Aufsichtsratsmitglied
Unternehmer, Hamilton / Großbritannien
Vorstand
Rainer Binder, Hannover; Vorstandsvorsitzender, Großhandel, Beschaffung, Pricing und Marketing
Philip von Grolman, Hemmingen;Vorstand, Logistik, Nordamerika, IT/Softwareentwicklung
Frank Schuhardt, Hannover;Vorstand, Finanzen/Controlling, Rechnungswesen, Investor Relations und Operation-Center
Bezüge der Leitungsorgane
Die Bezüge des Vorstands setzen sich in 2011 aus einer erfolgsunabhängigen und einer erfolgsabhängigen Komponente zusammen.
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| erfolgsunabhängige Vergütung 2011 T€ |
erfolgsunabhängige Vergütung 2010 T€ |
erfolgsabhängige Vergütung 2011 T€ |
erfolgsabhängige Vergütung 2010 T€ |
langfristige Anreizwirkung 2011 T€ |
langfristige Anreizwirkung 2010 T€ |
|
|---|---|---|---|---|---|---|
| Rainer Binder | 300 | 350 | 275 | 239 | 0 | 0 |
| Philip von Grolman | 127 | 128 | 137 | 119 | 0 | 0 |
| Frank Schuhardt | 210 | 210 | 137 | 362 | 0 | 0 |
Dem Aufsichtsrat wurden für das Geschäftsjahr 2011 Bezüge in Höhe von T€ 50 (Vorjahr T€ 50) gewährt.
Honorar des Abschlussprüfers
In den Geschäftsjahren 2011 und 2010 wurden für den Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, folgende Honorare erfasst:
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| 2011 T€ |
2010 T€ |
|
|---|---|---|
| Abschlussprüfungen | 76 | 73 |
| Sonstige Bestätigungs- und Bewertungsleistungen | 24 | 24 |
| Steuerberatungsleistungen | 11 | 11 |
| Sonstige Leistungen | 5 | 20 |
| 116 | 128 |
Ausschüttungsgesperrte Beträge i.S.d. § 268 Abs. 8 HGB
Zum Abschlussstichtag unterliegen der Ausschüttungssperre:
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| 2011 | 2010 | |
|---|---|---|
| Aktive latente Steuern | 145.863,62 | 286.557,54 |
| Gesamtbetrag der ausschüttungsgesperrten Beträge | 145.863,62 | 286.557,54 |
Verbundene Unternehmen und Beteiligungen
Die Delticom AG ist zu jeweils 100 % an der Delticom Tyres Ltd. mit Sitz in Oxford/Großbritannien, an der Reifendirekt GmbH mit Sitz in Hannover, an der NETIX S.R.L. mit Sitz in Timisoara / Rumänien, an der Delticom North America Inc. mit Sitz in Wilmington, Delaware / USA und an der Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH mit Sitz in Hannover, beteiligt. Mit der zuletzt genannten Gesellschaft wurde mit der Delticom AG als herrschendes Unternehmen am 26. März 2009 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag geschlossen.
Darüber hinaus ist die Delticom AG mit 50,9 % an der Tyrepac Pte. Ltd. mit Sitz in Singapur beteiligt, die wiederum zu 100% an der neu gegründeten Hong Kong Tyrepac Ltd. mit Sitz in Hong Kong beteiligt ist.
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| Name und Sitz | Höhe des Anteils am Kapital % |
Eigenkapital in Tausend |
Ergebnis des letzten Geschäftsjahres in Tausend |
Stichtag der vorliegenden Information | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Unmittelbar | |||||||
| Delticom Tyres Ltd., Oxford | 100,0 | GBP | 1.085 | GBP | 528 | 31.12.2011 | |
| Reifendirekt GmbH, Hannover | 100,0 | EUR | 48 | EUR | 0 | 31.12.2011 | |
| NETIX S.R.L., Timisoara | 100,0 | RON | 5.912 | RON | -92 | 31.12.2011 | |
| Delticom North America Inc., | 100,0 | USD | 3.423 | USD | -153 | 31.12.2011 | |
| Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH, Hannover | 100,0 | EUR | 41 | EUR | 174 | * | 31.12.2011 |
| Tyrepac Pte. Ltd., Singapur | 50,9 | SGD | 15 | SGD | -308 | 31.03.2010 | |
| Mittelbar | |||||||
| Hong Kong Tyrepac Ltd. über Tyrepac Pte. Ltd., Singapur | 50,9 | n.a. |
* Ergebnis vor Ergebnisabführung/Verlustübernahme
Entsprechenserklärung zur Übernahme der Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex"
Die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Erklärung wurde vom Vorstand und Aufsichtsrat am 18. März 2011 abgegeben und den Aktionären auf unserer Internetseite www.delti.com zugänglich gemacht.
Angaben gemäß § 160 Abs. 1 Nr. 8 AktG
Am Abschlussstichtag bestehen an der Delticom AG die nachfolgend aufgeführten Beteiligungen, für die Mitteilungen nach § 21 Abs. 1 oder Abs. 1a des Wertpapierhandelsgesetzes gemacht worden sind. Die Angaben stellen die nach § 26 Abs. 1 des Wertpapierhandelsgesetzes veröffentlichten Inhalte der Mitteilungen oder deren Übersetzungen dar; die dort enthaltenen Angaben zur absoluten Anzahl der Stimmrechte des jeweiligen Mitteilungspflichtigen respektive zur Gesamtzahl aller Stimmrechte an der Delticom AG und das prozentuale Verhältnis der beiden zueinander beziehen sich auf den Zeitpunkt der Abgabe der Mitteilungen und sind unter Umständen aufgrund nachfolgender Kapitalmaßnahmen überholt:
Die Prüfer GmbH, Hannover, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1a WpHG mitgeteilt, dass ihr am 25. Oktober 2006, dem Tag der erstmaligen Zulassung der Aktien an der Delticom AG zum amtlichen Markt, mehr als 50 % der Stimmrechte an der Delticom AG zustanden, nämlich 2.148.055 von 3.946.480 Stimmrechten (54,43 %), wovon der Prüfer GmbH 1.099.907 von 3.946.480 Stimmrechten (27,87 %) gemäß § 22 Abs. 2 Satz 1 WpHG zuzurechnen waren.
Herr Dr. Andreas Prüfer, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1a WpHG mitgeteilt, dass ihm persönlich am 25. Oktober 2006, dem Tag der erstmaligen Zulassung der Aktien an der Delticom AG zum amtlichen Markt, mehr als 50 % der Stimmrechte an der Delticom AG zustanden, nämlich 2.148.055 von 3.946.480 Stimmrechten (54,43 %). Davon waren ihm 54,43 % nach § 22 Abs. 2 WpHG und davon auch 27,87 % nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.
Die Binder GmbH, Hannover, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1a WpHG mitgeteilt, dass ihr am 25. Oktober 2006, dem Tag der erstmaligen Zulassung der Aktien an der Delticom AG zum amtlichen Markt, mehr als 50 % der Stimmrechte an der Delticom AG zustanden, nämlich 2.148.055 von 3.946.480 Stimmrechten (54,43 %), wovon der Binder GmbH 1.048.148 von 3.946.480 Stimmrechten (26,56 %) gemäß § 22 Abs. 2 Satz 1 WpHG zuzurechnen waren.
Herr Rainer Binder, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1a WpHG mitgeteilt, dass ihm am 25. Oktober 2006, dem Tag der erstmaligen Zulassung der Aktien an der Delticom AG zum amtlichen Markt, mehr als 50 % der Stimmrechte an der Delticom AG zustanden, nämlich 2.148.055 von 3.946.480 Stimmrechten (54,43 %). Davon waren ihm 54,43 % nach § 22 Abs. 2 WpHG und davon auch 26,56 % nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen.
Am 16. August 2010 hat uns SMALLCAP World Fund, Inc., Los Angeles, USA, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr am 12. August 2010 mehr als 5 % der Stimmrechte an der Delticom AG zustanden, nämlich 612.765 Stimmrechte (5,18 %).
Am 9. August 2011 hat uns Capital Research and Management Company, Los Angeles, USA, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr am 2. August 2011 mehr als 10 % der Stimmrechte an der Delticom AG zustanden, nämlich 1.186.421 Stimmrechte (10,01 %). 10,01 % (1.186.421 Stimmrechte) der Stimmrechte der Delticom AG werden der Capital Research und Management Company gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nummer 6 WpHG zugerechnet. Von diesen Stimmrechten aus 1.186.421 Stammaktien werden Stimmrechte aus 939.921 Stammaktien (7,94%) von der SMALLCAP World Fund, Inc., Los Angeles, USA, gehalten, die mithin einen Stimmrechtsanteil von 3% oder mehr an der Delticom AG hält.
Konzernabschluss
Die Gesellschaft stellt gemäß § 315a HGB einen Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards auf.
Vorschlag der Ergebnisverwendung
Der Vorstand schlägt vor, vom Bilanzgewinn in Höhe von € 35.632.279,62 den nicht unter die Ausschüttungssperre fallenden Betrag von € 34.949.948,00 d.h. € 2,95 pro Aktie, auszuschütten und einen Betrag von € 682.331,62 auf neue Rechnung vorzutragen.
ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS
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| ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 01.01.2011 EUR |
Zugänge EUR |
Abgänge EUR |
Umbuchungen EUR |
31.12.2011 EUR |
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| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| IMMATERIELLE VERMÖGENS- GEGENSTÄNDE |
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| Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 1.748.590,14 | 112.414,98 | 3.760,70 | 0,00 | 1.857.244,42 |
| SACHANLAGEN | |||||
| Technische Anlagen und Maschinen | 2.150.364,01 | 1.478.258,28 | 13.171,88 | 1.971.084,65 | 5.586.535,06 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 6.642.758,98 | 4.709.562,30 | 104.328,78 | 866.448,13 | 12.114.440,63 |
| Geleistete Anzahlungen | 840.336,13 | 2.019.096,65 | 0,00 | -2.837.532,78 | 21.900,00 |
| 9.633.459,12 | 8.206.917,23 | 117.500,66 | 0,00 | 17.722.875,69 | |
| FINANZANLAGEN | |||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 3.201.614,47 | 1.939.125,58 | 0,00 | 0,00 | 5.140.740,05 |
| 3.201.614,47 | 1.939.125,58 | 0,00 | 0,00 | 5.140.740,05 | |
| 14.583.663,73 | 10.258.457,79 | 121.261,36 | 0,00 | 24.720.860,16 |
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| AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 01.01.2011 EUR |
Zugänge EUR |
Abgänge EUR |
Umbuchungen EUR |
31.12.2011 EUR |
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| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| IMMATERIELLE VERMÖGENS- GEGENSTÄNDE |
|||||
| Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 689.563,14 | 171.400,98 | 1.497,70 | 0,00 | 859.466,42 |
| SACHANLAGEN | |||||
| Technische Anlagen und Maschinen | 320.147,01 | 337.179,91 | 9.177,88 | 0,00 | 648.149,04 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2.820.181,47 | 1.618.113,43 | 41.848,78 | 0,00 | 4.396.446,12 |
| Geleistete Anzahlungen | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 3.140.328,48 | 1.955.293,34 | 51.026,66 | 0,00 | 5.044.595,16 | |
| FINANZANLAGEN | |||||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 85.000,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 85.000,00 |
| 85.000,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 85.000,00 | |
| 3.914.891,62 | 2.126.694,32 | 52.524,36 | 0,00 | 5.989.061,58 |
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| NETTOBUCHWERTE | ||
|---|---|---|
| 31.12.2011 EUR |
31.12.2010 EUR |
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| --- | --- | --- |
| IMMATERIELLE VERMÖGENS- GEGENSTÄNDE |
||
| Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 997.778,00 | 1.059.027,00 |
| SACHANLAGEN | ||
| Technische Anlagen und Maschinen | 4.938.386,02 | 1.830.217,00 |
| Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 7.717.994,51 | 3.822.577,51 |
| Geleistete Anzahlungen | 21.900,00 | 840.336,13 |
| 12.678.280,53 | 6.493.130,64 | |
| FINANZANLAGEN | ||
| Anteile an verbundenen Unternehmen | 5.055.740,05 | 3.116.614,47 |
| 5.055.740,05 | 3.116.614,47 | |
| 18.731.798,58 | 10.668.772,11 |
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Hannover, den 08. März 2012
Delticom AG
Der Vorstand
Rainer Binder
Philip von Grolman
Frank Schuhardt
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Delticom AG, Hannover, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstandes der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstandes sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Hannover, den 8. März 2012
**PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Helmuth Schäfer, Wirtschaftsprüfer
ppa. Thomas Monecke, Wirtschaftsprüfer