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Delticom AG Annual Report 2010

Apr 5, 2011

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Annual Report

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Delticom AG

Hannover

Konzernabschluss zum 31. Dezember 2010

und Konzernlagebericht 2010

Konzernlagebericht

Geschäftstätigkeit

Delticom wurde 1999 in Hannover gegründet. Seitdem konnte das Unternehmen Umsätze und Gewinne im In- und Ausland mit guten Wachstumsraten steigern und ist heute Europas führender Reifenhändler im Internet. Im Geschäftsbereich E-Commerce sind wir in 39 Ländern mit 120 Online-Shops tätig.

Geschäftsfelder

Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft teilt sich auf in die Geschäftsbereiche E-Commerce und Großhandel.

E-Commerce

Der Großteil des Umsatzes entfällt auf den Geschäftsbereich E-Commerce. Delticom verkauft Reifen über 120 Online-Shops an private und gewerbliche Endkunden. Der umsatzstärkste Online-Shop ist ReifenDirekt – im deutschsprachigen E-Commerce eine bekannte Marke.

Delticom erlöst einen erheblichen Teil der Umsätze mit dem Verkauf eigener Lagerware. Durch den zeitlich versetzten Einkauf und die Lagerung von Reifen sind wir jederzeit lieferfähig und können gute Margen erzielen. Im Geschäft mit fremder Ware verkauft das Unternehmen auch Produkte aus den Lagern von Herstellern und Großhändlern: Solche Reifen werden entweder direkt vom Lieferanten zum Kunden geliefert oder durch Paketdienste im Auftrag von Delticom zugestellt.

In den Online-Shops wird den Kunden die gesamte, über beide Vertriebswege lieferbare Produktpalette einheitlich präsentiert. Hotlines in der jeweiligen Landessprache und das weltweite Montagepartner-Netz gewährleisten eine hohe Servicequalität.

Das Unternehmen ist in 39 Ländern tätig. Dazu gehören insbesondere die EU-Staaten, aber auch andere europäische Länder wie die Schweiz und Norwegen. Außerhalb Europas setzt die Gesellschaft den vertrieblichen Schwerpunkt in den USA und seit Ende des vergangenen Jahres auch in Asien.

Großhandel

Im Geschäftsbereich Großhandel verkauft das Unternehmen Reifen an Großhändler im In- und Ausland.

Produkte

Ersatzreifen

Delticom erzielt den wesentlichen Teil der Umsätze mit dem Verkauf von fabrikneuen Pkw-Ersatzreifen. Wir bieten in unseren Online-Shops eine beispiellos breite Produktpalette an: Mehr als 100 Reifenmarken und 25.000 Modelle, die in aller Regel innerhalb weniger Tage zum Kunden geliefert werden, sowie Felgen und Kompletträder. Reifen für andere Fahrzeuge wie Motorräder, Lkw, Industriefahrzeuge und Fahrräder runden das Produktangebot ab. Wir verkaufen nicht nur Reifen der Premiumhersteller, sondern haben auch eine große Zahl an preisgünstigen Qualitätsreifen im mittleren und niedrigen Preissegment im Angebot. Kunden können in den Shops rund um die Uhr zu jedem angebotenen Artikel Testergebnisse und Herstellerangaben abrufen und sich umfassend informieren, bevor sie eine Bestellung aufgeben.

Saisonale Sortimente

In Deutschland, aber auch in der Alpenregion und in Nordeuropa, prägt der jahreszeitlich bedingte Wetterwechsel den Geschäftsverlauf im Reifenhandel. Mit unseren saisonalen Sortimenten tragen wir dazu bei, dass unsere Kunden in allen Wetterlagen sicher auf Europas Straßen unterwegs sind.

Innovative Produkte

In den letzten Jahren fragten unsere Kunden vermehrt Ultra-High-Performance-Reifen und innovative Produkte wie Run-Flat-Reifen nach. Das Interesse an ökologisch nachhaltigen Produkten nimmt stetig zu. Daher können unsere Kunden bei uns auch Reifen kaufen, die helfen, den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren.

Zubehör und Ersatz- und Verschleißteile

Durch das ergänzende Angebot von Zubehörartikeln, Motoröl, Schneeketten, Batterien und ausgesuchten Pkw-Ersatzteilen ist Delticom in der Lage, Cross-Selling-Potenziale auszuschöpfen und den Umsatz je Kunde zu erhöhen.

Marktumfeld

Markt für Ersatzreifen

Der Weltreifenmarkt ist zweigeteilt: zum einen in an Neufahrzeugen montierte Erstausstattungsreifen, zum anderen in Ersatzreifen. In entwickelten Märkten werden überwiegend Ersatzreifen abgesetzt. Im Gegensatz dazu ist in Schwellenländern das Erstausrüstungsgeschäft vergleichsweise groß. Für Delticom ist der Ersatzmarkt relevant, der in etwa drei Viertel des Weltreifenmarktes ausmacht. Mehr als 60% aller verkauften Reifen sind Pkw-Reifen, rund 20% Lkw-Reifen. Der Rest sind Motorrad-, Industrie- und Spezialreifen.

Ein Drittel der weltweiten Reifennachfrage entfällt auf Europa, ein weiteres Drittel auf Nordamerika und etwa 20% auf Asien. Die Nachfrage nach Ersatzreifen in Europa konzentriert sich im Wesentlichen auf fünf geographische Hauptmärkte: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien. Aus dem mengenmäßigen Absatz ergibt sich – nach Gewichtung mit durchschnittlichen Reifenpreisen – für Delticom in Europa ein relevantes Marktvolumen von jährlich mindestens 10 Mrd. €.

Lieferkette

Auf die größten Reifenhersteller entfällt ein bedeutender Anteil des Weltreifenmarktes. Darüber hinaus hat sich eine Vielzahl mittelgroßer, ebenfalls meist global tätiger Hersteller etabliert. Ferner konnten in den letzten Jahren – wie in vielen anderen Produktgruppen auch – zunehmend Produzenten aus Schwellenländern Fuß fassen.

Großhändler übernehmen klassischerweise eine Lager- und Logistikfunktion in der Lieferkette, meist für mehrere Marken. Zusätzlich agieren Großhändler auf den Weltmärkten als "Broker" und gleichen so regionale Unterschiede und den zeitlichen Versatz zwischen Angebot und Nachfrage aus.

Der europäische Reifenhandel ist sehr fragmentiert. Hier stehen verschiedene Vertriebswege in direktem Wettbewerb zueinander: der Reifenfachhandel, Ketten der Reifenhersteller, unabhängige Werkstätten und Werkstattketten, Autohäuser der Kfz-Hersteller, Einzelhändler und seit einigen Jahren auch Online-Anbieter.

Reifenhandel im Internet

In der Vergangenheit war es für Reifenkäufer kaum möglich, sich einen Überblick über das gesamte Angebot zu verschaffen. Heutzutage informieren sich Verbraucher vermehrt im Internet und suchen dort nach kostengünstigen Alternativen. Durch die steigende Anzahl an Breitbandverbindungen gewinnt E-Commerce als Vertriebskanal immer mehr an Bedeutung.

Allerdings fällt der Anteil der im Internet verkauften Reifen noch vergleichsweise gering aus. Wir schätzen, dass 2010 europaweit weniger als 5% der Reifen online an Endverbraucher verkauft wurden.

In den einzelnen Ländern Europas ist der Anteil des Onlinekanals im Reifenhandel noch sehr unterschiedlich. So liegt beispielsweise in Deutschland Experten zufolge der Anteil der im Internet verkauften Reifen aktuell noch weit unter 10%. Das Potential ist aber durchaus beachtlich. So gaben in einer Studie des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) 16,5% (Vorjahr: 15,8%) der Befragten an, zukünftig Reifen über das Internet kaufen zu wollen. Bei der jüngeren und internetaffineren Zielgruppe fiel der Wert mit 30,8% (Vorjahr: 29,6%) noch deutlich höher aus.

Als Marktführer ist Delticom gut positioniert, um an dieser nachhaltigen Veränderung der Liefer- und Wertschöpfungskette zu partizipieren – und den Markt wesentlich mitzuprägen.

Wettbewerbsposition

Geringe Markteintrittsbarrieren

In einigen Ländern bieten manche Reifenhändler und Werkstattketten ihre Waren mittlerweile auch über das Internet an – ein zusätzlicher Vertriebskanal, der das stationäre Hauptgeschäft ergänzt. Aufgrund der niedrigen Markteintrittsbarrieren konkurrieren mit Delticom im reinen Online-Handel meist kleinere, regional spezialisierte Unternehmen. Mittelfristig wird die Wettbewerbsintensität zunehmen, da das Internet als Vertriebskanal im Reifenhandel an Bedeutung gewinnt.

First-Mover

Als "First-Mover" haben wir in den zurückliegenden Jahren stabile Geschäftsbeziehungen zu Herstellern und Großhändlern in Europa aufbauen können. Derzeit ist Delticom, gemessen an den über das Internet erzielten Umsatzerlösen, deutlich größer als die Wettbewerber und im Gegensatz zu diesen in ganz Europa tätig. Dies ermöglicht uns, auf regionale Unterschiede in Angebot und Nachfrage schnell zu reagieren. Mit dem Mix aus Lager- und Streckengeschäft können zudem Schwankungen in der Nachfrage gut ausgeglichen werden.

Schlanke Wertschöpfungskette

Wir konzentrieren uns auf den Online-Handel und benötigen deshalb keine Vertriebsniederlassungen mit personalintensivem Vor-Ort-Service. Delticom verfügt über ein dichtes Netz von mehr als 27.000 Montagepartnern, die auf Wunsch des Kunden den fachgerechten Reifenwechsel übernehmen.

Weitgehend automatisierte Geschäftsprozesse bilden im Unternehmen eine schlanke, skalierbare Wertschöpfungskette. Die niedrige Kostenbasis verschafft uns den Spielraum, unseren Kunden ein breites Angebot zu attraktiven Preisen anzubieten. Aufgrund der hohen finanziellen Liquidität können wir auch außerhalb der Saison einkaufen und sind so jederzeit lieferfähig.

Auch wenn sich zukünftig der Wettbewerbsdruck erhöhen sollte, erwarten wir, dass Delticom aufgrund der Skalenvorteile und des bestehenden Wettbewerbsvorsprungs weiterhin zu den europaweit führenden Reifenhändlern im Internet gehören wird.

Wirtschaftliche und regulatorische Einflussfaktoren auf die Geschäftsentwicklung

Fahrzeugbestand, Fahrleistung, Ersatzzyklus

Der wesentliche Treiber unseres Geschäftserfolgs ist die zunehmende Bedeutung des Internets als Vertriebskanal. Das Unternehmen ist aber nicht völlig unabhängig von der zugrunde liegenden Mengenentwicklung des Reifenmarktes.

Auf den Straßen Europas fahren mehr als 224 Millionen Autos. Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge liegt bei etwa 8 Jahren, wovon 70% jünger als 10 Jahre sind. Autos werden immer haltbarer, ihre Lebensdauer steigt. Die Folge: Auch bei sinkenden Neuzulassungszahlen wird der Fahrzeugbestand in den kommenden Jahren steigen.

Die jährliche durchschnittliche Fahrleistung eines Pkw und damit der an ihm montierten Reifen beträgt europaweit etwa 15.000 Kilometer. Aufgrund der in allen europäischen Ländern ähnlichen Straßenverhältnisse sind Reifen nach spätestens 60.000 km abgefahren. Entsprechend liegt der Ersatzzyklus bei etwa vier Jahren. Als Reaktion auf steigende Kraftfahrzeugkosten – insbesondere Benzinpreise – haben manche Autofahrer die Nutzung ihres Fahrzeugs eingeschränkt oder sind auf ein kleineres und sparsameres Modell umgestiegen. Marktkenner gehen davon aus, dass die durchschnittliche jährliche Pkw-Fahrleistung weiter zurückgehen wird. Dementsprechend nutzen sich Reifen auch langsamer ab, der Ersatzzyklus wird sich folglich verlängern.

Allgemein wird erwartet, dass sich das Absatzwachstum im Ersatzgeschäft sowohl in Europa als auch in den USA zukünftig abflacht. Stärkere Zuwächse werden langfristig nur in Ländern Osteuropas und in Schwellenländern wie China und Brasilien erwartet, da dort die Fahrzeugdichte noch vergleichsweise gering ist.

Preis und Mix

Umsatz und Marge eines Reifenhändlers werden nicht nur durch die Entwicklung der mengenmäßigen Nachfrage, sondern auch durch die Preise im Einkauf und im Vertrieb beeinflusst.

Ein wesentlicher Einflussfaktor für die Preisbildung ist die Entwicklung der Rohstoffpreise, insbesondere von Rohkautschuk und Öl. Preisänderungen für Rohmaterialien kommen in der Regel vier bis sechs Monate später in den Kalkulationen der Produzenten zum Tragen.

Die Reifenhersteller haben ihre Produktion in den zurückliegenden Jahren erfolgreich flexibilisiert. Sie können ihre Kapazität heute im Prinzip gut auf die Nachfrage abstimmen. Trotzdem kommt es immer wieder zu Über- oder Unterbeständen in der Lieferkette, die die Preise zwischen Herstellern, Handel und Endkunden beeinflussen. Fehlen dann Absatztreiber wie beispielsweise vorteilhafte Wetterbedingungen, können die Margen unter Druck geraten.

Die Nachfrage verteilt sich je nach Region und wirtschaftlicher Lage der Autofahrer auf Premiummarken sowie preisgünstigere Zweit- und Drittmarken. Verschiebt sich dieser Mix, dann ändert sich der durchschnittliche Wert der verkauften Warenkörbe und damit Umsatz und Marge.

Wetterabhängige Nachfrage

Das Geschäft mit Pkw-Ersatzreifen wird in vielen Ländern wesentlich von den Jahreszeiten und den damit einhergehenden unterschiedlichen Witterungs- und Straßenverhältnissen beeinflusst. So ist das Geschäft im nördlichen Teil Europas und im deutschsprachigen Raum von zwei Spitzenzeiten geprägt: dem Erwerb von Sommerreifen im Frühjahr und von Winterreifen im Herbst.

Im ersten Quartal werden weniger Reifen als in den anderen Quartalen verkauft, da die meisten Winterreifen mit dem ersten Schnee und damit bereits vor dem Jahreswechsel gekauft und montiert worden sind. Das zweite Quartal ist hingegen umsatzstark, da mit frühlingshaften Temperaturen im April und Mai viele Pkw-Fahrer neue Sommerreifen aufziehen.

In das dritte Quartal fällt der Übergang von Sommer- auf Winterreifengeschäft, mit etwas geringeren Umsätzen als im Vorquartal. Das letzte Quartal ist dann in vielen Ländern Europas das umsatzstärkste, weil Eis und Schnee die Autofahrer zum Kauf neuer Winterreifen bewegen.

Da sich Sommer- und Winterreifengeschäft über einen längeren Zeitraum erstrecken, verschiebt sich häufig die Nachfrage durch einen früheren oder späteren Start der Saison zwischen den Quartalen. Zusätzlich kommt es aufgrund von Basiseffekten regelmäßig zu schwankenden Wachstumsraten, weil durch unterschiedliche Wetterbedingungen im Vorjahresvergleich die Umsätze höher oder niedriger ausfallen können. Solche Schwankungen sind jedoch nicht langfristiger Natur: Sie verweisen nicht auf strukturelle Änderungen, sondern ergeben sich zwangsläufig aus der wetterabhängigen Nachfrage.

Da Delticom europaweit tätig ist, kann das Unternehmen wetterbedingt schwächere Absätze in einzelnen Ländern häufig durch gutes Wachstum in anderen Regionen ausgleichen.

Regulatorische Einflüsse

Auch der Gesetzgeber nimmt mit seinen Regelungen Einfluss auf die Nachfrage. In Deutschland gilt beispielsweise seit 2006 eine situative Winterreifenpflicht, die in 2010 nochmals überarbeitet wurde: Demnach dürfen bei "Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte“ Kraftfahrzeuge nur mit entsprechend gekennzeichneten Winter- oder Allwetterreifen unterwegs sein. Bei Verstoß drohen ein Bußgeld und ein Eintrag in das Verkehrsregister. Zudem riskieren Autofahrer den Verlust des Versicherungsschutzes. In Teilen Skandinaviens und in den alpinen Regionen ist sogar eine generelle Winterreifenpflicht für bestimmte Zeiträume die Regel.

Unternehmenssteuerung und Strategie

Wir konzentrieren uns auf unser Kerngeschäft: Verkauf von Ersatzreifen in Europa. Die Produktpalette wird fortlaufend erweitert, die geographische Basis ausgedehnt. Das Unternehmen unterhält für das Geschäft mit Endkunden keine Niederlassungen, sondern verkauft ausschließlich online. Geliefert wird sowohl aus eigenen Lagern heraus als auch im Streckengeschäft aus den Lagern Dritter. Umsatz und EBIT sind gleichberechtigte Steuerungsgrößen, sie werden ergänzt durch Leistungskennzahlen aus der Wertschöpfungskette.

Unternehmensinternes Steuerungssystem

Finanzielle Ziele

Wir steuern das Gesamtunternehmen und die einzelnen Bereiche mit finanziellen und nicht-finanzielle Zielen. Wesentliche finanzielle Ziele:

Umsatz und Umsatzwachstum der Gruppe werden entlang der Segmentierung nach E-Commerce und Großhandel erfasst. Der aktuelle Umsatz wird unterjährig mit kurz- und mittelfristigen Zielvorgaben abgeglichen.
Bereichsleiter und Shopmanager steuern ihr Geschäft nach Absatz, Umsatz und den direkt zurechenbaren Kosten wie Transportkosten, Kosten der Lagerhaltung und Marketingkosten. Quartalsweise und jährliche Deckungsbeiträge sind Bestandteil der Zielvereinbarungen.
Für Delticom als Ganzes ist das operative Vorsteuerergebnis (EBIT) die wesentliche Steuerungsgröße.

Liquidität

Zusätzlich stellt die aktuelle und die rollierend voraus geplante Liquidität eine wichtige Steuerungsgröße im täglichen Geschäft dar. Ziele und Instrumente des Liquiditätsmanagements sind im Abschnitt Organisation – Liquiditätsmanagement aufgeführt.

Net Working Capital

Ein besonderes Augenmerk gilt auch dem Net Working Capital, das die Mittelbindung in Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vorräten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in einer Zahl zusammenfasst (siehe Abschnitt Finanz- und Vermögenslage – Working Capital).

Capital Employed

Das betriebsnotwendige Kapital oder "Capital Employed" ergibt sich aus dem langfristigen Anlagevermögen, dem Net Working Capital und der Nettoliquidität (siehe Abschnitt Finanz- und Vermögenslage – Bilanzstruktur). Es belief sich zum 31.12.2010 auf 71,0 Mio. € (Vorjahr: 59,3 Mio. €).

ROCE

Als Kennzahl für die wertorientierte Unternehmensführung verwenden wir den Return on Capital Employed (ROCE), der das EBIT (2010: 47,1 Mio. €, 2009: 29,4 Mio. €) ins Verhältnis zum Capital Employed setzt. Der ROCE konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr von 49,6% auf 66,3% gesteigert werden, wobei allerdings auch positive Stichtagseffekte eine Rolle spielten.

Nicht-finanzielle Ziele

Neben finanziellen Zielen nutzen Management und Mitarbeiter auch nicht-finanzielle Ziele für die Steuerung des Geschäfts:

Aufgrund der hohen Bedeutung eigener Lagerbestände für Marge und Lieferfähigkeit werden die Zu- und Abgänge mit Warenflussrechnungen eng kontrolliert.
In der Lager- und Transportlogistik verwenden wir Leistungskennzahlen wie Durchfluss, Lieferzeiten, Altersstrukturanalysen und Umschlagshäufigkeiten.
Die Effizienz des Online-Marketings hat wesentlichen Einfluss auf Umsatz und Ergebnis des Unternehmens. Das Marketing wird mit Kennzahlen aus dem Bereich der "Web Analytics" und des Suchmaschinenmarketings gesteuert.
Wir vereinbaren mit unseren Logistik- und Outsourcingpartnern sogenannte "Service Level Agreements" (SLA), welche prozessspezifische Kennzahlen und Schwellenwerte definieren.

Finanzielle und nicht-finanzielle Kennzahlen werden unterschiedlich aggregiert, in Berichte aufbereitet und IT-gestützt verteilt. Das Reporting dient als Grundlage für Diskussionen zwischen Vorstand, Controlling und den einzelnen Abteilungen. Durch regelmäßige bereichsübergreifende Sitzungen wird ein stetiger Informationsaustausch im Unternehmen gewährleistet.

Wesentliche Kennzahlen sind auf der vorderen Umschlagsseite des Geschäftsberichts abgedruckt.

Strategie

Das Management beabsichtigt, die bestehende Marktführerschaft im europäischen Online-Reifenhandel zu behaupten und weiter auszubauen. Der Geschäftsbereich E-Commerce soll auch in den kommenden Jahren weiterhin stark zum Unternehmenswachstum beitragen.

Fokus

Wir legen den Schwerpunkt auf den Vertrieb von Ersatzreifen an private Endkunden in Europa. Andere Produkte, Regionen und Zielgruppen entwickeln wir bevorzugt organisch aus unserem Geschäft heraus.

Die Gesellschaft hat außerdem seit dem Börsengang im Oktober 2006 grundsätzlich die finanziellen Mittel, um auch durch die Übernahme anderer Unternehmen zu wachsen. Sollten sich Opportunitäten ergeben, dann werden wir sie prüfen.

Nur online

Im Geschäftsbereich E-Commerce verkaufen wir ausschließlich im Internet, betreiben keine stationären Niederlassungen, operieren ohne großes Anlagevermögen und haben geringe Personalkosten. Unsere jeweiligen Zielgruppen sprechen wir mit kostengünstiger Online-Werbung an. Die Organisationsstruktur wird durch permanente Automatisierung und zusätzliches Outsourcing schlank gehalten.

Optimiertes Sourcing

Einen erheblichen Teil der Umsätze erzielen wir mit dem Verkauf eigener Lagerware, die vor der Saison in großen Stückzahlen eingekauft wird. Hierdurch erhalten wir gute Einkaufskonditionen und sind auch in saisonalen Spitzenzeiten lieferfähig. Das Streckengeschäft, in dem unsere Lieferanten die Kunden direkt beliefern, komplettiert unser Produktangebot und unterstützt das Working Capital Management. Jeder Lieferweg birgt Vorteile; wir werden daher auch weiterhin beide nutzen.

Verlässliche Partner

Wir legen Wert darauf, die guten Beziehungen zu unseren Partnern immer weiter zu verbessern. In den zurückliegenden Jahren haben wir stabile Geschäftsbeziehungen zu Herstellern und Großhändlern im In- und Ausland aufgebaut. Leistungsfähige, langjährige Transportpartner liefern die Reifen schnell und kostengünstig aus. Für die Montage der Reifen stellt Delticom seinen Kunden ein Netzwerk mit tausenden Montagepartnern zur Verfügung. Hotline und Teile der Auftragsbearbeitung sind in Operations-Center ausgelagert.

Großhandel

Im Segment Großhandel erwartet die Gesellschaft in den kommenden Jahren kein wesentliches Wachstum, verfolgt aber strategisch wichtige Ziele: Zum einen erhält Delticom aus diesem Bereich Informationen über den Markt, zum anderen können wir auch kurzfristig größere Volumina bewegen und zügig in neuen Ländern Fuß fassen.

Organisation

Mit 101 Mitarbeitern – größtenteils am Standort Hannover – ist Delticom ein schlankes Unternehmen. Unterstützt werden wir durch unsere Partner in der Lager- und Transportlogistik. Manuelle Routineaufgaben sind an Operations-Center ausgelagert. Die weitgehend automatisierten Geschäftsprozesse bilden im Unternehmen eine skalierbare Wertschöpfungskette.

Rechtliche Konzernstruktur

Der Konzern umfasste zum 31.12.2010 die folgenden Tochtergesellschaften:

Reifendirekt GmbH, Hannover
Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH, Hannover
Delticom Tyres Ltd., Oxford (Großbritannien)
NETIX S.R.L., Timisoara (Rumänien)
Delticom North America Inc., Wilmington (Delaware, USA)
Tyrepac Pte Ltd., Singapur

Mit Ausnahme von Tyrepac liegen sämtliche Anteilsbesitze an den Tochterunternehmen zu 100% bei der Delticom AG. An Tyrepac hält die Gesellschaft eine Mehrheitsbeteiligung in Höhe von 50,9%.

Delticom betreibt das Geschäft überwiegend aus der Zentrale am Standort Hannover.

Vorstand und Aufsichtsrat

Als deutsche Aktiengesellschaft verfügt die Delticom mit ihrem Aufsichtsrat und ihrem Vorstand über ein duales Führungssystem. Ihr gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand und ist unmittelbar in Entscheidungen eingebunden, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen sind. Im Rahmen seiner Überwachungs- und Beratungsfunktion arbeitet der Aufsichtsrat auch außerhalb seiner Sitzungen eng mit dem Vorstand zusammen.

Vorstand

Der Vorstand richtet das Unternehmen strategisch aus, stimmt die Strategie mit dem Aufsichtsrat ab und sorgt für ihre Umsetzung. Er informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Einhaltung von Verhaltensmaßregeln, Gesetzen und Richtlinien (Compliance).

Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinschaftlich die Verantwortung für die Gesamtgeschäftsführung. Darüber hinaus haben sie über den Geschäftsverteilungsplan klar definierte und abgegrenzte Aufgabenbereiche, die sie in eigener Verantwortung leiten. Neben den regelmäßigen Vorstandssitzungen findet ein permanenter Informationsaustausch zwischen den Mitgliedern des Vorstandes statt.

Erklärung zur Unternehmensführung

Weitere Angaben über die Corporate Governance, die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, sowie über die Praxis der Unternehmensführung enthält die Erklärung zur Unternehmensführung, die auf der Website www.delti.com/CG zum Download zur Verfügung gestellt ist.

Gründzüge des Vergütungssystems

Für die Festlegung der Struktur des Vergütungssystems sowie der Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder ist der Aufsichtsrat zuständig. Er überprüft die Vergütungsstruktur regelmäßig auf ihre Angemessenheit. Die Bezüge des Vorstands setzen sich aus drei Komponenten zusammen:

erfolgsunabhängige, monatlich ausgezahlte Grundvergütung
erfolgsabhängige Gehaltsbestandteile
variable Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung.

Die erfolgsabhängigen Bestandteile richten sich bei allen Mitgliedern des Vorstands nach Umsatz und operativem Ergebnis der Delticom AG. Dem Finanzvorstand Schuhardt wurde als variable Komponente mit langfristiger Anreizwirkung zusätzlich die Teilnahme an einem Aktienoptionsprogramm ermöglicht. Den Vorstandsmitgliedern wurden im Geschäftsjahr 2010 wie auch im Jahr zuvor keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine feste Vergütung ohne erfolgsabhängige Bestandteile.

Abhängigkeitsbericht (§ 312 Abs. 3 AktG)

Gemäß § 312 Aktiengesetz hat die Gesellschaft einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt und diesen mit folgender Erklärung des Vorstands abgeschlossen: "Wir erklären, dass die Delticom AG bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen, die uns zu dem Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat. Andere berichtspflichtige Maßnahmen sind weder getroffen noch unterlassen worden."

Mitarbeiter

101 Mitarbeiter

Im Berichtszeitraum waren durchschnittlich 101 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt (Vorjahr: 87). Im Laufe des Jahres haben wir schwerpunktmäßig in der Logistik neue Kolleginnen und Kollegen eingestellt. Die Lagerhaltung und die Auslieferung der Artikel sind zentrale Geschäftsprozesse im Unternehmen. Auch im IT-Bereich bauen wir weiter Personal auf, um in dem sich schnell entwickelnden Umfeld innovationsfähig zu bleiben.

Aus- und Weiterbildung

Mit gezielten Aus- und Weiterbildungsprogrammen bietet Delticom seinen Mitarbeitern die Möglichkeit, sich persönlich und fachlich weiterzuentwickeln. Wo immer möglich wird das Gehalt durch Leistungsprämien ergänzt. Darüber hinaus bietet die Gesellschaft den Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung an.

Wir bilden sowohl im kaufmännischen Bereich als auch in der IT junge Nachwuchskräfte aus. Im Geschäftsjahr 2010 haben 4 junge Menschen bei uns eine Ausbildung begonnen. Zum Jahresende 2010 waren insgesamt 12 Auszubildende beschäftigt (Vorjahr: 9).

Eigenverantwortung

Kreative und motivierte Kollegen sind Grundlage für den Unternehmenserfolg. Daher gewähren wir in der täglichen Arbeit Freiräume und übertragen Verantwortung. Alle Mitarbeiter sind angehalten, eingeführte Prozesse hinsichtlich Kosten, Qualität, Durchsatz und Skalierbarkeit laufend zu verbessern. Es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen, Prozesse und Systeme weiter zu entwickeln. Kurze Kommunikations- und Entscheidungswege fördern zudem eine effiziente und erfolgreiche Teamarbeit.

Vertrauen der Mitarbeiter in das Unternehmen und Loyalität untereinander sind wesentlich, um auch in schwierigen Situationen gut zusammen zu arbeiten. Nur so lässt sich das Human Capital für die Unternehmenszwecke gewinnbringend nutzen.

IT-Infrastruktur

Ein gutes Arbeiten erfordert gute Werkzeuge. Für Delticom als E-Commerce Unternehmen heißt dies: Highspeed-Internet, offene und dennoch sichere Browser und Email-Konten, auf leistungsfähigen Arbeitsplatzrechnern und ausgebauten Heimarbeitsplätzen. Die Netzwerkinfrastruktur schließt auch die ausgelagerten Operations-Center mit ein.

Wichtige Geschäftsprozesse

Einkauf

Wir haben in den zurückliegenden Jahren stabile Geschäftsbeziehungen zu Herstellern und Großhändlern aufgebaut (Supplier Capital). Der Einkauf prognostiziert regelmäßig den voraussichtlichen Absatz nach Reifenmarken und -typen, beschafft die Produkte und disponiert nach Lagern, Shops und Ländern. Zudem bestimmt der Einkauf entsprechend der Nachfrage auch die Verkaufspreise der aktuell verfügbaren Bestände.

Kundengewinnung

Einen großen Teil unserer Neukunden machen wir auf unsere Shops mit Online-Marketing aufmerksam. Hierzu gehören Suchmaschinenmarketing und -optimierung, Affiliate-Marketing und Listung in Preissuchmaschinen. Regelmäßige Newsletter-Aktionen tragen zur Kundenbindung bei. Darüber hinaus kooperieren wir mit Multiplikatoren wie dem Allgemeinen Deutschen Automobil Club (ADAC).

Viele Endverbraucher wissen noch nicht, dass man im Internet einfach, preiswert und sicher Reifen kaufen kann. Unsere PR-Abteilung informiert daher regelmäßig über die Vorteile des Onlinekaufs und macht Verbraucher auf unsere Shops aufmerksam.

Insgesamt haben wir im letzten Jahr 958 Tausend Neukunden (Vorjahr: 805 Tausend, +18,9%) hinzu gewinnen können.

Customer Capital

Seit Gründung des Unternehmens haben über 4,3 Millionen Kunden in unseren Online-Shops eingekauft (Vorjahr: 3,4 Millionen, Doppelzählungen können nicht ausgeschlossen werden). Die Kundenbasis ist wertvolles Customer Capital: Zum einen kommen zufriedene Kunden gerne wieder, zum anderen empfehlen sie uns auch an Freunde und Bekannte weiter.

Im letzten Geschäftsjahr haben 372 Tausend Bestandskunden (Vorjahr: 287 Tausend, +29,9%) zum wiederholten Mal ihre Reifen bei Delticom gekauft – angesichts des langen Ersatzzyklus' im Reifengeschäft eine erfreuliche Zahl, die in den nächsten Jahren weiter steigen sollte.

Lagerlogistik

Delticom mietet Lagerhallen an, in denen eigene Ware gelagert wird. Die Arbeit in diesen Lagern übernehmen zuverlässige Dienstleister. Mit Investitionen in Verpackungs- und Fördertechnik sowie in Software zur Steuerung von Warenfluss und -bestand haben wir über die Jahre erhebliches Process Capital aufgebaut.

Transportlogistik

Die in den Online-Shops verkauften Produkte werden von Paketdienstleistern zum Kunden transportiert. Unsere Dienstleister holen die Ware direkt von den Lagerstandorten ab. Wir überwachen die Einrollung und Ausrollung der Artikel sowie Retouren mit Software, die über automatische Schnittstellen an die Systeme der Partnerunternehmen angebunden ist.

Bestellprozess und Auftragsabwicklung

Bei Delticom werden die einzelnen Schritte der Geschäftsabwicklung überwiegend durch proprietäre Software angestoßen. Teile der Auftragsbearbeitung sowie die Beantwortung von Kundenanfragen sind in Operations-Center ausgelagert.

Forschung und Entwicklung

Eigene Software

Wesentlich zum Unternehmenserfolg der vergangenen Jahre trugen die selbstentwickelten, hochspezifischen Softwarelösungen bei, mit denen die Bestell- und Lieferprozesse zu geringen Kosten weitestgehend automatisiert werden konnten. Die vorhandenen Lösungen werden laufend weiterentwickelt.

Anregungen und Änderungswünsche aus den Abteilungen werden von einem abteilungsübergreifenden Lenkungsausschuss priorisiert und von der Entwicklungsabteilung entsprechend umgesetzt.

Testmärkte

Innovationen in den Shops (wie unterschiedliche Bestellwege, Zahlungsarten und Serviceangebote) werden zunächst in Testmärkten auf ihre Leistungsfähigkeit überprüft, bevor wir die Änderungen weltweit umsetzen. Zudem führt Delticom zur Erschließung neuer Absatzmärkte immer auch Testphasen in den jeweiligen Ländern durch, ohne dass damit in jedem Fall eine Erschließung des jeweiligen Landes verbunden ist. Wir passen regelmäßig Angebot, Bestellprozesse und Kundenkommunikation an regionale Besonderheiten an.

Liquiditätsmanagement

Bis auf Weiteres ist das Hauptziel unseres Liquiditätsmanagements, auch unterjährig jegliche verzinsliche Schulden zu vermeiden. Schuldenfrei zu sein ist nicht erst seit der Finanz- und Wirtschaftskrise ein Ausweis bilanzieller Qualität – einer der Eckpfeiler unserer Geschäftsbeziehungen zu großen Lieferanten. Wir können ein solches Ziel verfolgen, da das Geschäftsmodell ertragsstark und gleichzeitig wenig kapitalintensiv ist. Delticom verfügt seit dem Börsengang im Jahr 2006 über erhebliche finanzielle Mittel (Liquidität 31.12.2006: 34,7 Mio. €), trotz der seit Jahren verfolgten Vollausschüttungspolitik.

Treasury-Abteilung

Die Saisonalität im Reifenhandel und das starke Wachstum der Gesellschaft führen unterjährig zu starken Schwankungen im Bestand liquider Mittel. Um auch in Zukunft möglichst unabhängig von externen Kapitalgebern zu sein, haben wir das Liquiditätsmanagement mit einer Treasury-Abteilung organisatorisch verankert. Die Treasury-Abteilung bedient sich unter anderem folgender Instrumente der Liquiditätssteuerung:

Zahlungsabwicklung. Delticom ist mit Online-Shops in 39 Ländern tätig. Dies führt zu einem kleinteiligen Zahlungsverkehr mit Partnerbanken im In- und Ausland. Wo immer möglich verwenden wir Cash Pooling, um Verbindlichkeiten aus Kontokorrent zu vermeiden.
Akkreditive. Ein Teil der Einkäufe von Handelsware wird über Importakkreditive abgewickelt.
Hedging. Handelsgeschäfte in Fremdwährungen werden zentral abgesichert. Der Hedge wird im Zeitablauf immer genauer an den voraussichtlichen Zahlungseingang oder -ausgang angepasst.
Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten. Im Treasury werden die von Lieferanten eingeräumten Zahlungsziele überwacht. Es entscheidet ferner, ob und welche Verbindlichkeiten vorfristig abgelöst werden.
G eldanlage. Wir prüfen laufend die Konditionen von Termingeld und anderen Anlageformen wie Staatsanleihen und Geldmarktfonds. Hierbei beschränken wir uns auf Emittenten hoher Bonität und verteilen die Gelder auf unterschiedliche Adressen, um das Ausfallrisiko zu minimieren.
Liquiditätsreserve. Ein Teil der verfügbaren Liquidität wird als sogenannte "Liquiditätsreserve" geführt, einerseits als Risikovorsorge für außergewöhnliche Belastungen, andererseits um bei Akquisitionsmöglichkeiten schnell handeln zu können. Die Liquiditätsreserve beläuft sich mindestens auf den in der Bilanz als Wertpapiere des Umlaufvermögens ausgewiesenen Betrag. Je nach Marktlage beinhaltet sie auch Termingelder, die in der Bilanz den Zahlungsmitteln zugerechnet werden.
Kreditlinien. Mit einigen unserer Bankpartner haben wir Barlinien vereinbart. Bestehende Avallinien können teilweise bei Bedarf in Barlinien umgewandelt werden.

Liquiditätsplanung

Grundlage der Liquiditätssteuerung ist die vom Vorstand jeweils zum Jahresende für das Folgejahr verabschiedete Jahresplanung. Sie bildet den Rahmen für rollierende mittelfristige Planungen von Ein- und Auszahlungen. Die Liquiditätsplanung wird durch einen Katalog von Maßnahmen ergänzt, die bei Erreichen von Melde- und Sicherheitsbeständen ergriffen werden.

Rahmenbedingungen 2010

Nach dem Krisenjahr 2009 ist die Weltwirtschaft 2010 auf einen Erholungskurs eingeschwenkt. Auch die Reifenindustrie konnte vom globalen Aufschwung profitieren und produzierte ab Mitte des Jahres wieder mit normal ausgelasteten Kapazitäten. Der Reifenhandel verzeichnete in den ersten neun Monaten einen zufriedenstellenden Geschäftsverlauf. Bedingt durch Winterreifenpflicht und starke europaweite Schneefälle war das Schlussquartal überragend.

Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen

Globale Erholung

Nach den schweren Rückschlägen im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Weltwirtschaft im vergangenen Jahr wieder an Schwung gewonnen. Allerdings haben sich die europäischen Volkswirtschaften höchst unterschiedlich vom konjunkturellen Einbruch erholt. Während insbesondere Deutschland und Frankreich als Wachstumstreiber in der Eurozone hervortraten, mussten andere Länder der Peripherie weiterhin mit den Folgen der Rezession kämpfen. Hohe Arbeitslosenzahlen sowie rigide Sparprogramme einzelner Regierungen erschwerten vielerorts den steinigen Weg aus der Krise.

Deutschland mit starkem Wachstum

Deutschland erlebte 2010 eine zyklische Erholung, deren Stärke viele Beobachter überrascht hat. Vor allem die schwindende Angst vor dem Jobverlust und das niedrige Zinsniveau beflügelten die Konsumlaune der Verbraucher. Getragen wurde der Aufschwung aber hauptsächlich vom boomenden Export, welcher zeitweise vom schwachen Euro zusätzlich befeuert wurde.

Insgesamt schwacher US-Dollar

Der US-Dollar markierte zur Jahresmitte im Zuge der Eurokrise seinen Jahreshöchststand, musste aber im weiteren Verlauf des Jahres die Gewinne wieder abgeben. Die hohe Staatsverschuldung, ein enttäuschender Arbeitsmarkt und die Angst vor einem neuerlichen Rückfall in die Rezession belasteten die amerikanische Leitwährung. Mehrere Wellen stabilisierender Maßnahmen ("Quantitative Easing") konnten die Situation nicht spürbar verbessern.

Steigender Rohstoffbedarf

Im Zuge des weltweiten Wirtschaftsaufschwungs wächst die Nachfrage nach Rohstoffen, auch und gerade in den Schwellenländern. Dies führte 2010 dazu, dass viele Preise teilweise drastisch anstiegen. Der Preisauftrieb machte sich in der Eurozone zum Jahresende in einer höheren Inflationsrate bemerkbar.

Entwicklung des Reifenmarktes

Naturkautschuk immer teurer

Vor dem Hintergrund einer anziehenden Automobilkonjunktur stieg die Nachfrage nach Naturkautschuk stark an. Allerdings war wetterbedingt nur ein beschränktes Angebot des für die Reifenproduktion so wichtigen Rohstoffs verfügbar. Der Preis schoss daher im Jahresverlauf nach oben und erreichte Ende 2010 seinen historischen Höchststand. Viele Reifenhersteller mussten über das Jahr hinweg die Reifenpreise anheben, um den gestiegenen Materialkosten Rechnung zu tragen.

Europaweite Lieferengpässe für Winterreifen

Nachdem die Reifenhersteller 2009 ihre Kapazitäten rezessionsbedingt angepasst hatten, wurde die Produktion im letzten Jahr erst vergleichsweise spät hochgefahren. Dies betraf auch und gerade Winterreifen, deren Produktion sich aufgrund von Lieferzusagen für die boomende Automobilindustrie verzögerte. Da schon im schneereichen Winter 2009/2010 überdurchschnittlich viele Winterreifen abgesetzt worden waren, gab es kaum noch Restbestände in der Lieferkette.

Reifenersatzmarkt

Dessen ungeachtet entwickelten sich die europäischen Ersatzreifenmärkte in 2010 sehr positiv. Anhaltend winterliche Straßenverhältnisse bescherten dem Handel einen guten Jahresstart. Schon nach der zufriedenstellenden Sommersaison war die Branche für das Gesamtjahr optimistisch gestimmt.

Nachrichten "Winterreifenpflicht"

Quelle: Google Inc., Google News-Archivsuche

Die Diskussion über eine mögliche Änderung der seit 2006 bestehenden deutschen Winterreifenverordnung läutete dann im Oktober die Wintersaison im Reifenhandel ein. Viele Autofahrer entschlossen sich nicht zuletzt Dank der hohen Medienpräsenz des Themas frühzeitig zum Kauf neuer Winterreifen.

Suchbegriff "Winterreifen"

Quelle: Google Inc.

Wieder starke Wintersaison

Kräftige Schneefälle ließen zum Jahresende europaweit die Nachfrage nach „M+S-Reifen“ explosionsartig ansteigen. In Regionen, in denen der Winter typischerweise mild ausfällt, überraschten Schnee und Eisglätte vielerorts die Autofahrer. Daher wurden auch in diesen Ländern im Schlussquartal verstärkt wintertaugliche Reifen nachgefragt.

Onlinehandel wächst weiter

Insbesondere weil Winterreifen im letzten Jahr nur begrenzt verfügbar waren, suchten viele Verbraucher verstärkt online nach kostengünstigen Alternativen. Dank des Internets können sich Reifenkäufer heutzutage schnell und einfach über Produkte und Preise informieren. Zwar fällt der Anteil der im Internet verkauften Reifen noch vergleichsweise gering aus, jedoch hat der Online-Vertriebskanal auch im vergangenen Jahr weitere Marktanteile hinzugewinnen können.

Geschäftsverlauf und Ertragslage

Für Delticom war 2010 ein überaus erfolgreiches Jahr. Maßgeblichen Anteil daran hatte das für uns als Reifenhändler außergewöhnlich vorteilhafte, schneereiche Winterwetter im Schlussquartal. Auf Gesamtjahressicht wurde der Umsatz um 34,8% auf 419,6 Mio. € und das EBIT um 60,1% auf 47,1 Mio. € gesteigert. Mit einer EBIT-Marge von 11,2% hat sich die Profitabilität erneut verbessert.

Umsatz

Die Tabelle Umsatz nach Segmenten zeigt die Umsatzentwicklung der beiden Segmente E-Commerce und Großhandel im Mehrjahresvergleich.

Umsatz nach Segmenten

in Tsd. €

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FY'10 % +%
Umsatz 419.577 100,0 34,8
Primäre Segmente
E-Commerce 403.697 96,2 36,2
Großhandel 15.880 3,8 7,6
Regionen
EU 332.874 79,3 30,7
Rest 86.703 20,7 53,4

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FY'09 % +% FY'08 %
Umsatz 311.259 100,0 20,2 258.979 100,0
Primäre Segmente
E-Commerce 296.498 95,3 24,8 237.563 91,7
Großhandel 14.761 4,7 –31,1 21.416 8,3
Regionen
EU 254.749 81,8 15,6 220.428 85,1
Rest 56.509 18,2 46,6 38.550 14,9

Starkes Umsatzwachstum

Das Preisniveau hat sich im Berichtszeitraum auf der Verkaufsseite sehr vorteilhaft entwickelt. Mit Preissteigerungen von 5-10%, einem stabilen Mix und einer sehr guten Mengenentwicklung konnten 2010 Umsätze in Höhe von 419,6 Mio. € erzielt werden, einem Plus von 34,8% gegenüber dem Vorjahreswert von 311,3 Mio. €.

E-Commerce wächst stark, kaum Wachstum im Großhandel

Der Umsatz im Geschäftsbereich E-Commerce legte im Vorjahresvergleich um 36,2% von 296,5 Mio. € auf 403,7 Mio. € zu. Im Geschäftsbereich Großhandel stieg der Umsatz um 7,6%. Er betrug 15,9 Mio. €, nach einem Vorjahresumsatz von 14,8 Mio. €. Die Entwicklung der beiden Geschäftsbereiche folgt einem langjährigen Trend: Der Anteil des E-Commerce-Umsatzes am Gesamtumsatz nimmt kontinuierlich zu. Im Berichtszeitraum betrug er bereits 96,2%, im Vergleich zu 95,3% im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Geographische Verteilung

Delticom verzeichnete in nahezu allen 120 Online-Shops in 39 Ländern jeweils steigende Absatzzahlen und eine weitere Marktdurchdringung. Das Unternehmen erlöst einen Großteil der Umsätze in den Ländern der EU. Insgesamt wurden hier im Berichtszeitraum 332,9 Mio. € (+30,7%) erzielt. Außerhalb der EU ist die Gesellschaft in weiteren europäischen Ländern wie die Schweiz und Norwegen tätig, aber auch in den USA. Auf die Nicht-EU-Länder entfiel ein Umsatz von 86,7 Mio. € (+53,4%).

Gutes Wachstum in den ersten neun Monaten

Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 45,9% von 51,0 Mio. € auf 74,5 Mio. €. Das schneereiche Wetter bis in den Februar hinein sorgte für gute Abverkaufsmöglichkeiten von Winterreifen. Mit den warmen Temperaturen im März begann das Sommerreifengeschäft vergleichsweise früh.

Aufgrund der Verschiebung des Sommerreifengeschäfts fiel das Umsatzwachstum im zweiten Quartal mit 16,7% erwartungsgemäß niedriger aus. Das vergleichsweise kühle Wetter im Mai führte insbesondere dazu, dass der Abverkauf von Motorradreifen nur schleppend in Gang kam.

Vor dem Hintergrund einer positiven Geschäftsentwicklung konnte Delticom im dritten Quartal einen Umsatz von 79,7 Mio. € Mio. € erzielen. Gegenüber dem Vorjahreswert von 62,4 Mio. € entsprach dies einem Wachstum von 27,6%, nach +16,3% im Q3'09.

Q4: knappes Angebot, hohe Preise

Im vierten Quartal überraschte ein harter Winter die Autofahrer Europas. Heftige Schneefälle beeinträchtigen vielerorts den Verkehr, insbesondere in solchen Ländern, in denen der Winter typischerweise eher mild ausfällt. In Deutschland wurde die Reifennachfrage zusätzlich durch die Neuregelung der Winterreifenpflicht angeheizt. Einer erhöhten Nachfrage stand ein verknapptes Warenangebot gegenüber, da die Reifenhersteller die Produktion nach rezessionsbedingten Kapazitätsanpassungen erst vergleichsweise spät hochfahren konnten. In diesem Marktumfeld stiegen die Verkaufspreise europaweit überdurchschnittlich an. Die positiven Mengen- und Preiseffekte führten im Schlussquartal zu einem Umsatz von 162,6 Mio. € – eine Steigerung um 48,2% gegenüber dem Vorjahreswert von 109,7 Mio. €.

Saisonalität

Die Grafik Umsatzentwicklung zeigt zusammenfassend die Entwicklung der Quartalsumsätze.

Umsatzentwicklung

pro Quartal, in Mio. €

Wesentliche Aufwandspositionen

Materialaufwand

In einem Umfeld steigender Einkaufspreise konnte Delticom durch frühzeitige Warenbeschaffung den Preisauftrieb zumindest teilweise abmildern. Dank des gestiegenen Einkaufsvolumens profitierte Delticom auch von Skaleneffekten im Einkauf.

Der Materialaufwand stieg im Berichtszeitraum von 225,8 Mio. € in 2009 um 33,2% auf 300,7 Mio. €. Die Materialaufwandsquote fiel im Vorjahresvergleich durch das relativ höhere Umsatzwachstum von 72,5% auf 71,7%. Im Bereich E-Commerce vergrößerte sich der Materialaufwand um 34,5% von 213,1 Mio. € auf 286,6 Mio. € oder 71,0% vom Segmentumsatz (Vorjahr: 71,9%). Im Bereich Großhandel stieg der Materialaufwand im Berichtszeitraum um 11,2% auf 14,1 Mio. € (Vorjahr: 12,6 Mio. €), was einer Materialaufwandsquote von 88,6% vom Großhandelsumsatz entspricht (Vorjahr: 85,7%).

Personalaufwand

Einer der wesentlichen Faktoren für die erfolgreiche Entwicklung der Delticom besteht darin, dass Prozesse weitgehend automatisiert sind; nur ein im Zeitablauf immer geringer werdender Anteil an den Geschäftsvorfällen bedarf einer manuellen Nachbearbeitung. Aufgrund der effizienten betrieblichen Abläufe konnte die Anzahl der Mitarbeiter 2010 trotz des gestiegenen Transaktionsvolumens weiterhin niedrig gehalten werden: Im Berichtszeitraum beschäftige das Unternehmen im Durchschnitt 101 Mitarbeiter (2009: 87).

Die Personalaufwandsquote (Verhältnis von Personalaufwand zu Umsatzerlösen) in Höhe von 1,6% ist im Berichtszeitraum gegenüber Vorjahr leicht gesunken (2009: 1,9%).

Abschreibungen

Wir überprüfen unsere Bestände an Handelswaren routinemäßig auf Überalterung. Ältere Reifen bieten wir – entsprechend gekennzeichnet – in den Online-Shops mit einem Preisabschlag an oder verkaufen sie im Großhandel. Delticom musste in den vergangenen Jahren keine Handelsware wegen Überalterung abschreiben.

Die Abschreibungen betreffen daher ausschließlich das ausgewiesene Anlagevermögen. Bedingt durch die niedrige Kapitalintensität des Geschäfts waren die Abschreibungen mit 1,3 Mio. € weiterhin relativ gering (Vorjahr: 1,0 Mio. €).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Insgesamt stiegen im abgelaufenen Geschäftsjahr die sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum von 53,5 Mio. € um 16,0 Mio. € oder 29,8% auf 69,5 Mio. €.

Transportkosten

Innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind die Transportkosten die größte Einzelposition. Delticom lässt die verkauften Reifen von den Lagerstandorten abholen und zu den Kunden oder Montagepartnern liefern. Mit dem höheren Geschäftsvolumen erhöhten sich im Berichtszeitraum daher auch die Transportkosten, von 26,8 Mio. € um 28,8% auf 34,5 Mio. €.

Der Anteil der Transportkosten am Umsatz hat sich von 8,6% auf 8,2% verringert. Grund hierfür war der Preiseffekt im Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr, insbesondere im Schlussquartal. Zusätzlich wirkten Skaleneffekte aus der zentralisierten Lagerinfrastruktur kostendämpfend.

Kosten der Lagerhaltung

Die direkten Kosten der Lagerhaltung stiegen von 3,2 Mio. € um 41,3% auf 4,5 Mio. €. Im Berichtszeitraum erhöhte sich der Anteil des Geschäfts mit eigener Ware relativ zum Anteil des Streckengeschäfts (in dem keine direkten Lagerhaltungskosten anfallen). Trotzdem blieb die Quote der Lagerhaltungskosten zum Umsatz nahezu unverändert bei 1,1%. Mit der Ausweitung der Lagerkapazität erhöhten sich der Mietaufwand und die Betriebskosten von 2,2 Mio. € im Vorjahr um 57,7% auf 3,5 Mio. €.

Marketing

Der Marketingaufwand betrug 9,0 Mio. €, nach 7,7 Mio. € für 2009. Dies entspricht einer Quote von 2,1% vom Umsatz, nach 2,5% im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Einer der Gründe hierfür war sicherlich der schneereiche Winter, der sicherheitsbewussten Autofahrern auch ohne viel Werbung die Bedeutung einer adäquaten Bereifung vor Augen führte. Kostendämpfend wirkte zudem, dass sich in den vergangenen Jahren die Anzahl der Bestandskunden kontinuierlich erhöht hat. Empfehlen uns diese Kunden weiter, müssen potentielle Neukunden nur mit geringerem Aufwand beworben werden.

Operations-Center

Die Hotlines der Online-Shops und ausgewählte Teile der Kunden- und Lieferantenprozesse sind an externe Dienstleister ausgelagert. Der entsprechende Aufwand stieg im Berichtszeitraum leicht von 3,6 Mio. € auf 3,8 Mio. € (+8,0%). Grund für den Anstieg war der Aufbau zusätzlichen Personals im Rahmen des Unternehmenswachstums. Mit dem Auslaufen der Rezession zum Jahresende hin ist auch das Lohnkostenniveau gestiegen. Diese Entwicklung wird sich 2011 weiter fortsetzen.

Forderungsausfälle

Im Vorjahresvergleich stiegen die Forderungsausfälle mit dem höheren Auftragsvolumen leicht von 1.553 Tsd. € um 5,6% auf 1.640 Tsd. €. Im Geschäft mit privaten Endkunden wurde 2010 die Betrugsprävention durch organisatorische und technische Mittel weiter verbessert. Soweit möglich wurde das Ausfallrisiko durch Kreditversicherungen beschränkt. Zusätzlich unterliegt die Kreditvergabe im Geschäft mit gewerblichen Endkunden strikten Regeln, deren Einhaltung ein eigens geschaffener Bereich überwacht.

Währungsverluste

Aus der Beschaffung entstehen regelmäßig Fremdwährungspositionen, größtenteils in US-Dollar. Diese werden durch Forward-Geschäfte abgesichert. Währungsverluste weist Delticom innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus. Sie betrugen 2010 4,8 Mio. € (Vorjahr: 2,8 Mio. €). Den Verlusten stehen prinzipiell Währungsgewinne in gleicher Höhe gegenüber, wobei die Gewinne und Verluste aufgrund der Dauer der entsprechenden Grundgeschäfte allerdings teilweise in unterschiedlichen Quartalen ausgewiesen werden. Der Saldo aus Währungsgewinnen und -verlusten war im abgelaufenen Geschäftsjahr –0,7 Mio. € (Vorjahr: –0,4 Mio. €).

Ergebnisentwicklung

Die Tabelle verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung fasst wesentliche Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung im Mehrjahresvergleich zusammen.

verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung

in Tsd. €

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FY'10 % +%
Umsatz 419.577 100,0 34,8
Sonstige betriebliche Erträge 5.751 1,4 33,3
Gesamtleistung 425.328 101,4 34,8
Materialaufwand 300.656 71,7 33,2
Rohertrag 124.672 29,7 38,9
Personalaufwand 6.804 1,6 17,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen 69.510 16,6 29,8
EBIT 47.063 11,2 60,1
Abschreibungen 1.295 0,3 24,8
EBITDA 48.358 11,5 58,9
Finanzergebnis (netto) 102 0,0 –37,6
EBT 47.165 11,2 59,5
Ertragsteuern 14.915 3,6 59,7
Konzernergebnis 32.251 7,7 59,4

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FY'09 % +% FY'08 %
Umsatz 311.259 100,0 20,2 258.979 100,0
Sonstige betriebliche Erträge 4.315 1,4 34,0 3.221 1,2
Gesamtleistung 315.574 101,4 20,4 262.200 101,2
Materialaufwand 225.790 72,5 16,6 193.723 74,8
Rohertrag 89.784 28,8 31,1 68.477 26,4
Personalaufwand 5.801 1,9 17,1 4.952 1,9
Sonstige betriebliche Aufwendungen 53.541 17,2 14,9 46.590 18,0
EBIT 29.405 9,4 78,8 16.449 6,4
Abschreibungen 1.037 0,3 113,3 486 0,2
EBITDA 30.442 9,8 79,8 16.935 6,5
Finanzergebnis (netto) 163 0,1 –85,8 1.148 0,4
EBT 29.568 9,5 68,0 17.596 6,8
Ertragsteuern 9.340 3,0 59,2 5.866 2,3
Konzernergebnis 20.228 6,5 72,4 11.731 4,5

Sonstigen betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen 2010 mit dem Umsatz um 33,3% auf 5,8 Mio. € (Vorjahr: 4,3 Mio. €).

Währungsgewinne weist Delticom innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge aus. Sie betrugen im Berichtszeitraum 4,1 Mio. € (Vorjahr: 2,3 Mio. €). Wie oben bereits ausgeführt stehen Gewinnen und Verlusten gegenlaufende Positionen aus den Währungsabsicherungen gegenüber.

Eine weitere Einzelposition innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge waren Versicherungsentschädigungen in Höhe von 78 Tsd. € (Vorjahr: 380 Tsd. €).

Anstieg von Rohertrag und Rohertragsmarge

Im Ergebnis stieg der Rohertrag im Berichtszeitraum gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert um 38,9% von 89,8 Mio. € auf 124,7 Mio. €. Die Rohertragsmarge (als Verhältnis von Rohertrag zu Gesamtleistung) hat sich damit von 28,5% auf 29,3% verbessert.

In den beiden Geschäftsbereichen E-Commerce und Großhandel werden unterschiedliche Rohertragsmargen erzielt. Wie üblich war die Rohertragsmarge im E-Commerce mit 29,2% (2009: 28,5%) höher als im Großhandel (11,8%, 2009: 14,7%). Da das Wachstum im Bereich E-Commerce auch 2010 deutlich höher ausfiel als im Großhandel, hat dieser Effekt zu einem Anstieg der konzernweiten Rohertragsmarge beigetragen.

EBIT und Profitabilität ungewöhnlich stark verbessert

Das Konzernergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) verbesserte sich im Berichtszeitraum auf 47,1 Mio. € (2009: 29,4 Mio. €). Dies entspricht einer Umsatzrendite (EBIT-Marge) von 11,2% (2009: 9,4%). Wie die quartalsweise Darstellung in Grafik EBIT zeigt, lag der Grund hierfür insbesondere in dem ungewöhnlich erfolgreichen vierten Quartal.

EBIT

pro Quartal, in Mio. €

Im vierten Quartal kamen wie im Vorjahr eine Vielzahl positiver Effekte zusammen: wetterbedingter Absatzanstieg und unterstützende regulatorische Einflüsse; ein knappes Angebot einhergehend mit einer erhöhten Nachfrage zum Höhepunkt der Saison. Delticom hat 2010 darüber hinaus planmäßig einen größeren Anteil am Gesamtumsatz mit eigener Lagerware erzielt als im Jahr zuvor. Hierdurch wurden wir in der Preissetzung flexibler, und die Nachfrage konnte auch in Spitzenzeiten zu guten Margen bedient werden.

Im Ergebnis war die im Schlussquartal 2010 erzielte EBIT-Marge von 15,0% nochmals deutlich höher als die des bereits ungewöhnlich erfolgreichen Vorjahrs (Q4'09: 13,4%). Zwar werden auch zukünftig die Vorteile unseres Geschäftsmodells mit vorteilhaftem Wetter und positiven gesetzlichen Regelungen zusammen wirken, jedoch werden sich diese Effekte nicht notwendigerweise immer so zu unseren Gunsten verstärken wie im letzten Jahr.

Finanzergebnis weiter niedrig

Aufgrund anhaltend geringer Euro-Geldmarktzinsen verharrte das Finanzergebnis auf niedrigem Niveau. Es belief sich auf lediglich 102 Tsd. € (2009: 163 Tsd. €). Das Finanzergebnis fiel sogar noch geringer aus als ursprünglich erwartet, weil 2010 der Spielraum für vorfristige Zahlungen von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stärker ausgenutzt wurde als im Jahr zuvor.

Kontokorrentkredite mussten nur sehr kurzfristig im Rahmen der Konsolidierung von Konten in Anspruch genommen werden. Der Finanzaufwand in Höhe von 32 Tsd. € (Vorjahr: 30 Tsd. €) zeigt daher hauptsächlich Provisionen und Gebühren, die aus dem Import/Export-Geschäft resultieren.

Steuerquote gegenüber Vorjahr unverändert

Der Ertragsteueraufwand betrug 14,9 Mio. € (Vorjahr: 9,3 Mio. €). Wie im Vorjahr betrug die Steuerquote 31,6%.

Konzernergebnis und Dividende

Das Konzernergebnis 2010 betrug 32,3 Mio. €, nach einem Vorjahreswert von 20,2 Mio. €. Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von 2,72 € (unverwässert, 2009: 1,71 €), einem Plus von 59,4%.

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 03.05.2011 eine gegenüber dem Vorjahr um 60,0% höhere Dividende von 2,72 € pro Aktie vorschlagen (Vorjahr: 1,70 €).

Gesamtaussage des Vorstands zur Ertragslage

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich die Ertragslage der Gesellschaft sehr gut entwickelt. Der Umsatz kletterte um 34,8% auf 419,6 Mio. €. Das Segment E-Commerce legte sogar um 36,2% zu. Aufgrund starker Schneefälle und der Neuregelung der deutschen Winterreifenpflicht konnten die Umsätze im vierten Quartal um 48,2% ausgeweitet werden.

Das Schlussquartal trug auch maßgeblich zu der deutlichen Verbesserung der Profitabilität bei. Vor dem Hintergrund einer vorteilhaften Preisentwicklung und der Fixkostendegression im Zuge des Umsatzwachstums konnte im vierten Quartal eine EBIT-Marge von 15,0% erzielt werden. Auf Gesamtjahressicht verbesserte sich das EBIT von 29,4 Mio. € auf 47,1 Mio. €, ein Plus von 17,7 Mio. € oder 60,1%. Mit einer EBIT-Marge von 11,2% haben wir unser ursprüngliches Ziel von 8% deutlich übertroffen.

Insgesamt betrug das Konzernergebnis 32,3 Mio. € oder 2,72 € je Aktie – nach einem Vorjahresergebnis von 20,2 Mio. € eine Steigerung um 59,4%. Delticom konnte somit im vergangenen Jahr die mittlerweile seit 1999 andauernde Reihe von Umsatz- und Ertragssteigerungen weiter fortsetzen.

Finanz- und Vermögenslage

Delticom ist schuldenfrei und verfügt über eine solide Bilanz. Die Liquidität ist nach wie vor hoch, trotz Investitionen und Vorratsaufbau in unseren Lagern. Mit seinem wenig kapitalintensiven Geschäftsmodell ist das Unternehmen für zukünftiges Wachstum bilanziell gut aufgestellt.

Investitionen

Im Berichtszeitraum hat Delticom Investitionen in Höhe von insgesamt 4,3 Mio. € getätigt (Vorjahr: 4,4 Mio. €).

Strategische Bedeutung des Lagergeschäfts

Delticom erlöst einen erheblichen Teil der Umsätze mit dem Verkauf eigener Lagerware. Eigene Warenbestände zu halten ist notwendig, um – wie beispielsweise im vierten Quartal 2010 – auch zum Höhepunkt einer Saison lieferfähig zu sein.

Um Skalen- und Lerneffekte in der Lagerlogistik ausnutzen zu können, haben wir auch 2010 in enger Abstimmung mit unseren Logistikdienstleistern in den Ausbau der Informations-, Förder- und Verpackungstechnik in den von uns angemieteten Lagern investiert. Bei den für 2010 ausgewiesenen Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 3,4 Mio. € handelt es sich daher hauptsächlich um solche Ausstattungsinvestitionen.

Die Investitionen straffen die Prozesse an den Lagerstandorten: Produkte können schneller und zu geringeren Kosten für den Versand vorbereitet werden. Ferner vereinfachen Investitionen in die Lagerinfrastruktur auch die Zusammenarbeit mit den für Delticom tätigen Transportdienstleistern. Dies zahlt sich insbesondere zu den saisonalen Höhepunkten des Reifenhandels aus.

Durch die Lagerung von Reifen können wir darüber hinaus auch im Einkauf Skaleneffekte erzielen und flexibel Opportunitäten im In- und Ausland ausnutzen.

Geringere Ausstattungsinvestitionen

Unsere Strategie ist es, mit steigendem Absatz den Lagerumschlag, aber auch die Lagerkapazität zu erhöhen. Dabei wird die Kapazität schrittweise ausgebaut, indem neue Hallen angemietet werden. Das letzte Großlager wurde 2009 in Betrieb genommen, und ein Großteil der Ausstattungsinvestitionen erfolgte bereits in jenem Jahr. 2010 haben wir die Kapazität nur durch kleinere Satellitenlager erweitert. Die Ausstattungsinvestitionen fielen daher um 18,3% geringer aus als im Jahr zuvor.

Immaterielle Vermögensgegenstände

Delticom investierte des Weiteren 0,1 Mio. € in immaterielle Vermögenswerte. Hierbei handelte es sich im Wesentlichen um Software sowie Web-Domains von E-Commerce-Shops mit ergänzenden Sortimenten.

Investitionen in Finanzanlagen

Delticom hat 2010 eine Beteiligung an der Tyrepac Pte Ltd (Singapur) in Höhe von 50,9% erworben. Hierfür wurde dort eine Kapitalerhöhung um 0,8 Mio. € durchgeführt, die als Investition in Finanzanlagen verbucht wurde (siehe auch Finanz- und Vermögenslage – Bilanzstruktur).

Abschreibungen von niedriger Basis gestiegen

Im Zuge des schrittweisen Ausbaus der Lagerkapazität und den dafür notwendigen Ausstattungsinvestitionen stiegen die planmäßigen Abschreibungen von 1,0 Mio. € in 2009 um 24,8% auf 1,3 Mio. € an. Die wertmäßig geringen Abschreibungen zeigen, dass das Geschäft der Delticom nach wie vor wenig kapitalintensiv ist.

Working Capital

Working Capital Management

Als Net Working Capital bezeichnen wir die Netto-Kapitalbindung in den Vorräten, Forderungen und Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit unseren Handelsaktivitäten. Das Net Working Capital ist 2010 von 13,2 Mio. € auf 1,3 Mio. € gesunken. Die Grafik Working Capital zeigt die Veränderungen der Bestandteile des Net Working Capital von Quartal zu Quartal für die letzten zwei Jahre.

Working Capital

in Mio. €

Forderungen

Die bilanziellen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (10,9 Mio. €) sind für die Analyse um die erhaltenen Anzahlungen und Guthaben bei Kunden gekürzt (beide in den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten), um die tatsächliche Kapitalbindung genauer zu zeigen.

Normalerweise folgen die Forderungen der Saison, doch stichtagsbezogene Effekte sind unvermeidbar. Zwar war der Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Jahresende (10,9 Mio. €) – auch aufgrund des gestrafften Forderungsmanagements – nur leicht höher als im Vorjahr (10,1 Mio. €). Aufgrund der besonderen Markt- und Wetterlage entfiel aber ein größerer Teil des Geschäfts als sonst üblich auf den Dezember. Im Vergleich mit den Vorjahren waren dadurch zum 31.12.2010 viele Aufträge zwar schon bezahlt aber noch nicht ausgeliefert. Dies führte zu einem vergleichsweise hohen Wert an erhaltenen Anzahlungen in Höhe von 5,3 Mio. € (31.12.2009: 2,2 Mio. €). Auch waren zum Jahresende noch nicht alle Rückzahlungen aus stornierten Aufträgen erfolgt. Dadurch fiel die Verbindlichkeitsposition der Guthaben von Kunden mit 3,0 Mio. € höher aus als im Vorjahr (1,3 Mio. €).

In Summe ging die Kapitalbindung in den Forderungen im Working Capital von 6,6 Mio. € zum 31.12.2009 auf 2,6 Mio. € zum 31.12.2010 zurück. Das mittlere Kundenziel (durchschnittlicher Forderungsbestand dividiert durch Durchschnittsumsatz pro Tag) verkürzte sich dadurch von 7,0 auf 4,0 Tage.

Netto-Aufbau von Vorräten bis Q3

In Jahren mit geringem Aufbau von Lagerkapazität folgen Zu- und Abgänge zu den Vorräten grob der Saisonkurve, wie sie sich auch in den quartalsweisen Umsätzen zeigt (siehe Grafik Umsatzentwicklung). 2010 konnten wir uns allerdings wegen des im Jahr zuvor eröffneten neuen Großlagers noch besser auf das Wintergeschäft vorbereiten und mehr Reifen einlagern.

Aufgrund des starken Abverkaufs von Lagerware im Schlussquartal hat sich die durchschnittliche Reichweite (durchschnittliche Höhe des Vorratsbestands dividiert durch durchschnittlichen Materialaufwand pro Tag) 2010 von 64,7 auf 57,4 Tage deutlich verkürzt.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind im Reifenhandel traditionell eine wesentliche Finanzierungsquelle. Zum Zwecke der Analyse kürzen wir diese Verbindlichkeiten um die Guthaben bei Lieferanten (enthalten in den sonstigen kurzfristigen Forderungen).

Delticom erhält von seinen Lieferanten üblicherweise gute Zahlungsziele. Die Gesellschaft muss diese aber nicht immer voll ausnutzen, sondern kann auch je nach Markt- und Liquiditätslage die Verbindlichkeiten vorfristig begleichen. Das rechnerisch in Anspruch genommene durchschnittliche Lieferantenziel (durchschnittlicher Bestand der Verbindlichkeiten dividiert durch durchschnittlichen Materialaufwand pro Tag) hat sich daher im abgelaufenen Geschäftsjahr von 58,9 auf 54,8 Tage verkürzt.

Cash Conversion Cycle

Im Ergebnis fiel der Cash Conversion Cycle (= Kundenziel + Reichweite – Lieferantenziel, jeweils wie oben definiert) im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 6,6 Tagen aufgrund der Stichtagseffekte deutlich kürzer aus als im Vorjahr (12,8).

Cashflow

Gewöhnliche Geschäftstätigkeit

Der Cashflow aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit betrug im Berichtszeitraum 51,7 Mio. €. Der starke Anstieg um 294,2% gegenüber dem Vorjahreswert von 13,1 Mio. € erklärt sich aus der deutlich geringeren Mittelbindung im Net Working Capital (–11,9 Mio. €, siehe Abschnitt Working Capital).

Investitionstätigkeit

Im Berichtszeitraum hat Delticom 3,4 Mio. € in Sachanlagen und 0,1 Mio. € in immaterielle Anlagen investiert. Hiervon waren 3,5 Mio. € zahlungswirksam ("Capex", Vorjahr 3,6 Mio. €).

Diesen Auszahlungen stehen ein Mittelzugang aus dem Verkauf von Geldmarktfonds in Höhe von lediglich 2,0 Mio. € gegenüber, nach 10,6 Mio. € in 2009. Die Geldmarktfonds sind Teil der "Liquiditätsreserve" (siehe Abschnitt Organisation – Liquiditätsmanagement). Sie dürfen gemäß IFRS nicht den Zahlungsmitteln zugerechnet werden, sondern werden als Wertpapiere des Umlaufvermögens ausgewiesen. Veränderungen der Liquiditätsreserve, sofern sie Bestände in Geldmarktfonds berühren, führen daher zu Umschichtungen zwischen unterschiedlichen Bilanzpositionen.

Der Erwerb einer Beteiligung an Tyrepac Pte Ltd (Singapur) führte zu einer Auszahlung für Investitionen in das Finanzanlagevermögen in Höhe von 0,8 Mio. € (siehe auch Finanz- und Vermögenslage – Bilanzstruktur)

Im Ergebnis war der Cashflow aus Investitionstätigkeit 2010 mit –2,3 Mio. € negativ (Vorjahr: 7,0 Mio. €).

Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit umfasst ausschließlich den Mittelabfluss aus der Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2009 in Höhe von 20,1 Mio. €, entsprechend einer Dividende je Aktie von 1,70 €.

Liquidität gemäß Cashflow

Die Grafik Liquiditätsbrücke zeigt, wie sich die Liquidität aus dem Cashflow im Jahresverlauf entwickelt hat.

Ausgangspunkt ist die Liquidität zum Stichtag 31.12.2009 von 40,6 Mio. €. Hinzugerechnet wird das Konzernergebnis und der Saldo aus nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträgen in Höhe von 4,1 Mio. €. Die Mittelfreisetzung im Net Working Capital betrug 11,9 Mio. €. Zusätzlich wurden in weiteren Bilanzpositionen 3,3 Mio. € weniger Finanzmittel gebunden. Abzüglich des Capex und der Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2009 ergibt sich zum 31.12.2010 eine Liquidität in Höhe von 67,8 Mio. €.

Liquiditätsbrücke

in Mio. €

Free Cashflow

Ähnlich wie die Liquidität ist auch der Free Cashflow (operativer Cashflow abzüglich Capex) durch Stichtagseffekte aufgebläht: Er hat sich im Vorjahresvergleich um 406,2% von 9,5 Mio. € auf 48,2 Mio. € erhöht.

Unter der Annahme, dass die Hauptversammlung dem Dividendenvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat folgt, wird der Ausschüttungsbetrag dieses Jahr damit lediglich 66,8% des Free Cashflow aus 2010 betragen. Vorstand und Aufsichtsrat behalten sich vor, auch bei zukünftigen Ausschüttungen weniger den Free Cashflow, sondern vielmehr die aktuelle Liquiditätssituation zu Grunde zu legen.

Bilanzstruktur

Aufteilung der Bilanzsumme

in Mio. €

Die Bilanzsumme lag zum 31.12.2010 mit 149,0 Mio. € um 39,4% über dem Vorjahreswert von 106,8 Mio. €. Die Grafik Aufteilung der Bilanzsumme veranschaulicht die weiterhin geringe Kapitalintensität des Geschäftsmodells.

Verkürzte Konzernbilanz

in Tsd. €

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31.12.10 % +%
Aktiva
Langfristig gebundenes Vermögen 10.347 6,9 49,7
Anlagevermögen 9.654 6,5 45,8
sonstige Vermögenswerte 693 0,5 140,2
Kurzfristig gebundenes Vermögen 138.622 93,1 38,7
Vorräte 51.671 34,7 20,6
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 19.117 12,8 16,3
Liquidität 67.834 45,5 66,9
Wertpapiere 1.036 0,7 –65,9
Flüssige Mittel 66.798 44,8 77,6
Bilanzsumme 148.969 100,0 39,4
Passiva
Langfristige Finanzierungsmittel 71.008 47,7 19,8
Eigenkapital 70.963 47,6 20,7
Fremdkapital 45 0,0 –90,6
Rückstellungen 45 0,0 7,8
Verbindlichkeiten 0 0,0 –100,0
Kurzfristige Schulden 77.961 52,3 63,9
Rückstellungen 8.379 5,6 136,6
Verbindlichkeiten 69.582 46,7 58,0
Bilanzsumme 148.969 100,0 39,4

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31.12.09 % +% 31.12.08 %
Aktiva
Langfristig gebundenes Vermögen 6.910 6,5 104,0 3.387 3,5
Anlagevermögen 6.621 6,2 100,5 3.302 3,5
sonstige Vermögenswerte 289 0,3 240,4 85 0,1
Kurzfristig gebundenes Vermögen 99.938 93,5 8,3 92.250 96,5
Vorräte 42.858 40,1 15,4 37.134 38,8
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 16.438 15,4 35,2 12.157 12,7
Liquidität 40.642 38,0 –5,4 42.959 44,9
Wertpapiere 3.039 2,8 –77,7 13.620 14,2
Flüssige Mittel 37.603 35,2 28,2 29.339 30,7
Bilanzsumme 106.848 100,0 11,7 95.637 100,0
Passiva
Langfristige Finanzierungsmittel 59.276 55,5 16,9 50.701 53,0
Eigenkapital 58.794 55,0 17,1 50.224 52,5
Fremdkapital 482 0,5 0,9 478 0,5
Rückstellungen 42 0,0 23,0 34 0,0
Verbindlichkeiten 440 0,4 –0,9 443 0,5
Kurzfristige Schulden 47.573 44,5 5,9 44.936 47,0
Rückstellungen 3.542 3,3 70,2 2.080 2,2
Verbindlichkeiten 44.031 41,2 2,7 42.856 44,8
Bilanzsumme 106.848 100,0 11,7 95.637 100,0

Langfristig gebundenes Vermögen

Auf der Aktivseite erhöhte sich das langfristig gebundene Vermögen – ausgehend von der niedrigen Vorjahresbasis von 6,9 Mio. € – um 49,7% auf 10,3 Mio. €.

Wenig kapitalintensiv trotz höherer Lagerkapazität

Das Anlagevermögen stieg um 45,8% auf 9,7 Mio. €. Dabei entfiel im Zuge des Ausbaus der Lagerkapazität der überwiegende Teil auf Zugänge im Sachanlagevermögen. Trotz des deutlichen Anstiegs macht das Sachanlagevermögen zum 31.12.2010 lediglich 6,5% der Bilanzsumme aus (Vorjahr: 6,2%).

Tyrepac

Delticom hat im Q4'10 eine Beteiligung an der Tyrepac Pte Ltd (Singapur) erworben. Für die 50,9% Anteil an diesem Unternehmen wurden 0,8 Mio. € gezahlt. Da wir die Beteiligung im Vergleich mit dem Konzern als nicht wesentlich einstufen, wurde sie als Finanzanlage gebucht und nicht im Konzernabschluss konsolidiert.

Latente Steueransprüche

Der wichtigste Einzelposten in den sonstigen langfristigen Vermögenswerten (31.12.2010: 0,7 Mio. €, 31.12.2009: 0,3 Mio. €) waren latente Steueransprüche in Höhe von 0,3 Mio. € (31.12.2009: 0,2 Mio. €), die insbesondere aus Verlustvorträgen aus der Tochtergesellschaft Delticom North America Inc. resultieren.

Vorräte planmäßig höher

Größte Position im kurzfristig gebundenen Vermögen sind die Vorräte. Sie stiegen um 8,8 Mio. € oder 20,6% auf 51,7 Mio. € an (31.12.2009: 42,9 Mio. €).

Forderungsbestand weiterhin auf geringem Niveau

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich zum Jahresende auf 10,9 Mio. € und fielen damit lediglich um 7,7% höher aus als im Vorjahr (31.12.2009: 10,1 Mio. €). Das Forderungsmanagement wurde im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise gestrafft. Hierdurch hat sich die Qualität im Forderungsbestand verbessert.

Innerhalb der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte in Höhe von 8,2 Mio. € beliefen sich die Erstattungsansprüche aus Steuern auf 5,1 Mio. €. Sie waren damit 31,8% höher als der Vorjahreswert von 3,9 Mio. €.

Hohe Liquidität

Flüssige Mittel verzeichneten einen Zugang um 29,2 Mio. €, wohingegen die Wertpapiere des Umlaufvermögens (kurzfristig verfügbare Geldmarktfonds) um 2,0 Mio. € zurückgeführt wurden. Daher erhöhte sich die "bilanzielle Liquidität" um den Saldo der beiden Positionen (27,2 Mio. €) und betrug zum 31.12.2010 67,8 Mio. € (Vorjahr: 40,6 Mio. €).

Insgesamt fiel der Anstieg in den kurzfristigen Vermögenswerten mit 38,7% nicht wesentlich höher aus als das Umsatzwachstum. Der Anteil an der Bilanzsumme verringerte sich leicht von 93,5% auf 93,1%.

Anstieg der kurzfristigen Finanzierungsmittel

Auf der Passivseite erhöhten sich die kurzfristigen Finanzierungsmittel um 30,4 Mio. € oder 63,9% auf 78,0 Mio. €, wobei die Rückstellungen um 4,8 Mio. € oder 136,6% auf 8,4 Mio. € gestiegen sind (Vorjahr: 3,5 Mio. €). Hierin enthalten sind ergebnisbedingt gestiegene Steuerrückstellungen in Höhe von 6,2 Mio. € (Vorjahr: 2,9 Mio. €).

Innerhalb der 69,6 Mio. € an kurzfristigen Verbindlichkeiten zum 31.12.2010 entfielen 53,6 Mio. € oder 36,0% der Bilanzsumme auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Im Vergleich zum Vorjahreswert von 36,6 Mio. € ist der Zugang zu den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 17,0 Mio. € oder 46,3% gestiegen. Grund für den deutlichen Anstieg waren größtenteils Stichtagseffekte, wie unter Finanz- und Vermögenslage – Working Capital ausgeführt.

In den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 16,0 Mio. € (Vorjahr: 7,4 Mio. €) entfielen 5,3 Mio. € auf erhaltene Anzahlungen von Kunden (Vorjahr: 2,2 Mio. €) und 3,0 Mio. € auf Guthaben von Kunden (Vorjahr: 1,3 Mio. €). Die beiden Positionen waren am 31.12.2010 aufgrund des starken Jahresendgeschäfts höher als üblich und sind mittlerweile wieder zurückgeführt worden.

Kaum Fremdkapital, keine verzinslichen Schulden

Delticom hat keine langfristigen verzinslichen Schulden. Das oben ausgewiesene Fremdkapital besteht ausschließlich aus langfristigen Rückstellungen in Höhe von 45 Tsd. € (Vorjahr: 42 Tsd. €). Durch den vollständigen Wegfall latenter Steuerverbindlichkeiten lagen die langfristigen Verbindlichkeiten mit 45 Tsd. € deutlich unter dem Vorjahreswert von 482 Tsd. €.

Eigenkapital gestiegen, Eigenkapitalquote stichtagsbedingt gefallen

Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital um 12,2 Mio. € oder 20,7% auf 71,0 Mio. € (Vorjahr: 58,8 Mio. €). Aufgrund der oben dargelegten Stichtagseffekte zeigt die Struktur der Passiva im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang der Eigenkapitalquote von 55,0% auf 47,6%.

Im Ergebnis ist Delticom langfristig nahezu vollständig mit Eigenkapital finanziert. Die Summe aus Anlage- und Vorratsvermögen in Höhe von 61,3 Mio. € war zum Stichtag 31.12.2010 zu 86,4% durch langfristige Finanzierungsmittel gedeckt (Vorjahr: 83,5%).

Nicht bilanzierungsfähige Vermögenswerte

Neben dem in der Konzernbilanz ausgewiesenen Vermögen nutzt Delticom auch nicht bilanzierungsfähige Vermögenswerte. Diese betreffen im Wesentlichen bestimmte geleaste oder gemietete Güter. Einzelheiten hierzu sind im Konzernanhang im Abschnitt Sonstige Angaben – Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen dargestellt.

Delticom verkauft außerdem wertberichtigte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen regelmäßig an Inkassoinstitute. Die Entwicklung der Wertberichtungen findet sich im Konzernanhang unter Punkt Erläuterungen zur Bilanz – Kurzfristige Vermögenswerte – (15) Forderungen.

Gesamtaussage des Vorstands zur Finanz- und Vermögenslage

Breiter finanzieller Spielraum

Die Finanz- und Vermögenslage von Delticom ist gesund. Die Gesellschaft verfügt nach wie vor über genügend Liquidität (67,8 Mio. € am 31.12.2010, Vorjahr: 40,6 Mio. €). Die bilanzielle Stärke hatte im letzten Jahr einen positiven Einfluss auf das Working Capital Management: Wir konnten Lagerbestände für unser Geschäft aufbauen und Verbindlichkeiten zügig ablösen.

Solide Bilanz als Grundlage für weiteres Wachstum

Delticom ist wie in den Jahren zuvor schuldenfrei – ein wichtiges Signal an unsere Partner. Der Anteil der langfristigen Vermögenswerte in Höhe von 6,5% an der Bilanzsumme zeigt die weiterhin geringe Kapitalintensität. Mit seinem skalierbaren Geschäftsmodell ist das Unternehmen für zukünftiges Wachstum bilanziell gut aufgestellt.

Risikobericht

Als international tätiges Unternehmen ist Delticom Risiken unterschiedlichster Art ausgesetzt. Um diese rechtzeitig erkennen, bewerten und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können, haben wir frühzeitig ein Risikomanagementsystem etabliert und hierzu eine unternehmensweite Richtlinie zur Risikofrüherkennung und zum Risikomanagement verabschiedet. Wir können gegenwärtig keine bestandsgefährdenden Einzelrisiken erkennen.

Definitionen

Risiken und Chancen

Als Risiken fassen wir Ereignisse auf, die es uns erschweren oder sogar unmöglich machen, unsere Geschäftsziele in einem festgelegten Betrachtungszeitraum zu erreichen. Die Ereignisse können sowohl unternehmensintern als auch extern begründet sein. Wesentliche Risikofelder sind Marktanteile, Umsatzerwartungen, Margen und das Ausmaß der Kundenzufriedenheit.

Wir verfügen über kein eigenständiges Chancenmanagementsystem.

Risikomanagement

Im Risikomanagement formulieren und überwachen wir Maßnahmen, die geeignet sind,

den möglichen Schaden zu verringern (z.B. Devisentermingeschäfte zur Kurssicherung und Versicherungen),
die Eintrittswahrscheinlichkeit zu reduzieren (z.B. durch Entscheidung für eine risikoärmere Handlungsalternative, Initiierung von Kontrollen), oder
Risiken zu vermeiden.

Im Rahmen des Risikomanagements kann auch die Entscheidung getroffen werden, bewusst Risiken einzugehen. Wir tun dies, wenn die Chancen überwiegen und wir den möglichen Schaden im Ernstfall verkraften können.

System zur Risikofrüherkennung

Das System zur Risikofrüherkennung umfasst alle organisatorischen Abläufe, die dem eigentlichen Management der Risiken vorausgehen. Es hat die Aufgabe,

wesentliche und die Existenz bedrohende Risiken frühzeitig zu erkennen,
diese Risiken zu analysieren und zu bewerten,
Verantwortlichkeiten für die Risikoüberwachung festzulegen und
Risiken an die richtigen Adressaten rechtzeitig zu kommunizieren.

Da Risikofrüherkennung und Risikomanagement Hand in Hand gehen, werden beide Begriffe im Folgenden unter "Risikomanagement" im weiteren Sinne zusammengefasst.

Risikobewertung

Betrachtungszeitraum 24 Monate

Was als Risiko gilt und wie es zu bewerten ist, ergibt sich aus dem Abgleich mit den Geschäftszielen. Wir stellen regelmäßig Ziele im Rahmen der strategischen Planung (Zeitraum von 5 Jahren) und der Budgetplanung (laufendes und nächstes Jahr) auf. Für das Risikomanagement legen wir einheitlich einen Betrachtungszeitraum von 24 Monaten zugrunde.

Meldeschwellen

Als Berechnungsgrundlage für Meldeschwellen wird das Eigenkapital der Gesellschaft herangezogen. Unterschieden wurden zum 31.12.2010 existenzgefährdende (10 Mio. €), wesentliche (2,5 Mio. €) und geringe Risiken (0,2 Mio. €).

Bruttorisiko

In der Analyse verstehen wir Risiken zunächst immer als Bruttorisiken, also ohne Gegenmaßnahmen. Letztere werden dahingehend bewertet, wie wirksam sie das Risiko (Eintrittwahrscheinlichkeit und Schadenshöhe) vermeiden, verringern oder auf Dritte abwälzen können.

Nettorisiko

Aus dem Bruttorisikowert abzüglich der erwarteten Wirkung der spezifischen Gegenmaßnahmen ergeben sich die Nettorisiken. Die erwarteten Schadenshöhen folgen aus den Brutto- und Nettorisiken, in dem diese mit Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichtet und regelmäßig priorisiert werden.

Organisation des Risikomanagements

Das Risikomanagement bei Delticom stützt sich auf drei Eckpfeiler: Risk Support Team, Risk Manager und Vorstand.

Risk Support Team

Die kleinsten organisatorischen Einheiten im Risikomanagement sind die Funktionsbereiche und deren Untereinheiten. Die Leiter der Funktionsbereiche identifizieren und bewerten als "Risk Support Team" die jeweiligen Risiken. Sie schlagen Maßnahmenpläne vor und setzen diese um.

Risk Manager

Der im Bereich Projekt-Management angesiedelte Risk Manager verfügt über Methoden- und Richtlinienkompetenz. Er koordiniert die Risikoberichterstattung und ist direkt dem verantwortlichen Vorstandsmitglied unterstellt.

Vorstand

Zusammen mit dem Risk Manager stellt der Vorstand sicher, dass die Berichterstattung vollständig ist. Entsprechend den aktienrechtlichen Vorgaben sorgt der Vorstand für ein angemessenes Risikomanagement und Risikocontrolling im Unternehmen und bezieht den Aufsichtsrat ein. Der Vorstand gibt geeignete Maßnahmen zur Risikohandhabung frei.

Kommunikation und Berichterstattung

Für das regelmäßige Risikoreporting ist der Risk Manager zuständig. Zusätzlich sind alle Mitarbeiter angehalten, bei Bedarf Risiken im Rahmen der Adhoc-Berichterstattung auch direkt an den Vorstand zu berichten.

Software

Delticom verwendet zur Unterstützung des Risikomanagements eine Spezialsoftware, die alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

Risikoinventur

Der Risk Manager führt eine jährliche Risikoinventur durch, die er unterjährig an geänderte Risikosituationen anpasst. Im Rahmen einer solchen Risikoinventur wird in allen Funktions- und Unternehmensbereichen festgestellt, ob neue Risiken gegenüber der kurz- und mittelfristigen Planung aufgetreten sind. Gleichzeitig wird überprüft, ob und wie verabschiedete Maßnahmen bereits bekannte Risiken erfolgreich eingegrenzt haben oder ob noch weiterer Handlungsbedarf besteht. Hierbei unterstützt das Risk Support Team den Risk Manager und lässt bereichsspezifische Entwicklungen in die Bewertung einfließen.

Wesentliche Einzelrisiken

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Eine steigende Inflationsrate kann zum Risikofaktor für den Konsum werden. Wir halten es für wahrscheinlich, dass höhere Lebenshaltungskosten im Verlauf der nächsten Monate den Konsum belasten. Bei steigenden Lebenshaltungskosten werden einige Reifenkäufer nicht mehr nur den gleichen Reifen zu einem niedrigeren Preis kaufen wollen. Vielmehr könnte auch die Nachfrage nach Premiummarken sinken, wenn vermehrt preisgünstige Zweit- und Drittmarken nachgefragt werden. Dies hätte zwar nicht notwendigerweise einen Einfluss auf die abgesetzt Menge, allerdings würde in diesem Fall der durchschnittliche Wert der Warenkörbe geringer ausfallen.

Die durchschnittliche Fahrleistung könnte aufgrund steigender Kraftfahrzeugkosten zurückgehen. Steigen die Kosten für den Betrieb eines Kraftfahrzeugs nachhaltig, dann schränken Autofahrer die Nutzung ein. Die Reifen nutzen sich in diesem Fall weniger ab, halten länger, und der Kauf von Ersatzreifen verschiebt sich folglich. Einige Fahrzeughalter könnten den Kauf von Ersatzreifen sogar trotz gefährlich geringer Profiltiefe zusätzlich hinauszögern.

Bei anhaltender Nachfrageschwäche kann es zum Preisverfall kommen. Eine auf Dauer geringere Nachfrage könnte das Preisniveau belasten. Solch eine Entwicklung ist nicht sehr wahrscheinlich, der Schaden für das Unternehmen kann aber beträchtlich sein. Generell streben wir stabile Margen an, auch wenn wir dadurch kurzfristig ein geringeres Umsatzwachstum in Kauf nehmen müssen. Delticom verfügt aber über ausreichend liquide Mittel, um auch einem fortgesetzten Preisverfall widerstehen zu können.

Branchenspezifische Risiken

Der Handel mit Ersatzreifen unterliegt saisonalen Schwankungen. Wetterbedingte Verschiebungseffekte zwischen den Quartalen und Basiseffekte im Vergleich zum Vorjahr sind unvermeidlich. Wir erwarten, dass die saisonalen Effekte mit der weiteren Internationalisierung schwächer werden, da in vielen Teilen Europas Winterreifen klimabedingt keine wesentliche Rolle spielen. Umsatzschwächere Zeiten können von Delticom für die weitere Verbesserung der Kostenstruktur und die Durchdringung weniger saisonabhängiger Geschäftsfelder genutzt werden.

Durch ungünstiges Wetter kann es bei Delticom zum Aufbau von Überbeständen kommen. Wir beschaffen einen Teil der zuvor prognostizierten Absatzmengen vor der Saison und lagern die Reifen ein, um auch in Spitzenzeiten lieferfähig zu sein. Ein erheblicher Teil des Umsatzes wird mit eigener Lagerware erzielt. Bleibt der Umsatz aus, so bleibt die Ware gegebenenfalls liegen, mit dem Risiko der Überalterung.

Um das Risiko zu minimieren, werden die Bestände routinemäßig auf Überalterung geprüft. Ältere Reifen bieten wir – entsprechend gekennzeichnet – in den Online-Shops mit einem Preisabschlag an oder verkaufen sie im Großhandel. Auch aufgrund der langen Haltbarkeit von Reifen musste Delticom in den vergangenen Jahren keine Waren abschreiben. Liquiditätsrisiken bestehen nicht: Das Unternehmen ist durch ausreichende Finanzmittel auch bei hohen Lagerbeständen jederzeit zahlungsfähig.

Regionale oder globale Überbestände entlang der Lieferkette können das Preisniveau belasten. Hauptsächlich aufgrund der wetterbedingten Nachfrage kommt es immer wieder zu Überbeständen in der Lieferkette. Dies führt unter Umständen zu Preisverwerfungen am Markt. Da der Kauf von Ersatzreifen nicht beliebig hinausgezögert werden kann, bereinigt sich in der Folgesaison die Lieferkette meist von selbst. Wir berücksichtigen im Einkauf das europaweite Gesamtangebot und bewerten regelmäßig Alternativen der Lager- und Preispolitik.

Beschaffungs- und Einkaufsrisiken

Mögliche Lieferengpässe bei Reifen. Aufgrund schwankender Produktionskapazitäten und unterschiedlich starker Nachfrage innerhalb und außerhalb Europas kann es zu Engpässen in der Beschaffung kommen.

Delticom kauft die Reifen frühzeitig vor der Saison und lagert diese ein. Hierdurch ist das Unternehmen das ganze Jahr über lieferfähig, nicht nur in gängigen Reifendimensionen, sondern auch in Nischengrößen.

Die für die Reifenherstellung relevanten Rohstoffpreise können sich ändern. Ein wesentlicher Einflussfaktor für die Preisbildung ist die Entwicklung der Rohstoffpreise, insbesondere von Öl und Rohkautschuk. Preisänderungen bei den Rohmaterialien kommen in der Regel vier bis sechs Monate später in den Kalkulationen der Reifenhersteller zum Tragen und werden dann an die nachgelagerten Handelspartner weitergegeben.

In den letzten Jahren sind die Reifenpreise meist gestiegen. Der hypothetische Fall kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass die Preise über mehrere Quartale hinweg im Zuge belastender Marktentwicklungen fallen. Wir beobachten laufend die Inputfaktoren und richten uns in unserer Einkaufspolitik auf wahrscheinliche Preisänderungen ein.

Lieferanten können in wirtschaftliche Schieflage geraten. Im weltweiten Einkauf minimieren wir mit Akkreditiven das unmittelbare Ausfallrisiko. Das Risiko ist mittelbar auch deshalb nur gering, weil wir als Händler ein breites Markenportfolio führen. Fällt ein Lieferant aus, dann beschaffen wir die Reifen von anderer Seite.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Als global tätiges Unternehmen fakturiert und bezahlt Delticom Rechnungen auch in anderen Währungen als dem Euro. Hieraus ergeben sich Währungsrisiken. Die Gesellschaft sichert sich dagegen durch den Einsatz geeigneter Finanzinstrumente ab, insbesondere durch Forward-Geschäfte. Interne Richtlinien definieren zulässige Sicherungsinstrumente. Die Hedge-Effektivität wird in der Treasury-Abteilung fortlaufend kontrolliert. Wir arbeiten mit Bankpartnern zusammen, die über langjährige Erfahrung im Import/Export-Geschäft verfügen.

Durch einen starken Euro kann sich die Wettbewerbsposition in Ländern mit schwacher Währung verschlechtern. Delticom verkauft ihre Produkte auch an Endkunden außerhalb des Euro-Währungsraums. Hieraus entstehenden ökonomische Währungsrisiken, denen wir so weit wie möglich mit der Beschaffung von Reifen in Fremdwährung begegnen. Im Falle eines fortgesetzten Wertverlusts der Fremdwährung prüfen wir auch komplexe Sicherungsstrategien, sofern der entsprechende Markt strategisch bedeutend ist. In den USA kauft unsere Tochtergesellschaft in US-Dollar ein. Dies stellt einen natürlichen Hedge zum Geschäft mit Endkunden dar; das verbleibende Translationsrisiko wird akzeptiert.

Kunden können in Zahlungsprobleme geraten. Die Zahlungsmoral im Reifenhandel ist üblicherweise gut, kann sich aber in schwierigen Zeiten verschlechtern. Wir haben ein stringentes Forderungsmanagement und kooperieren mit Spezialfirmen in den Bereichen Risikoprüfung und Inkasso. Ausfälle im Großhandel beschränken wir so weit wie möglich durch Kreditversicherungen.

Strategische Risiken

Delticom operiert in einem Markt, der durch hohen Wettbewerb und niedrige Einstiegsbarrieren gekennzeichnet ist. Das Preisniveau und damit die erzielten Margen könnten durch Wettbewerbsdruck deutlich fallen. Um die Größe von Delticom zu erreichen, müssen Wettbewerber jedoch erhebliche Barrieren überwinden. Gute Einstandspreise und eine schlanke Kostenbasis ermöglichen uns eine hohe Beweglichkeit im Preis. Die zunehmende Internationalisierung der Delticom streut das Risiko, da Preise meist nicht gesamteuropäisch, sondern nur in einzelnen Ländern unter Druck geraten.

Fehleinschätzungen hinsichtlich künftiger Marktentwicklungen können zum Verlust an Marktanteilen führen. Im Reifenhandel besteht immer das Risiko, zukünftige Absatzmengen falsch einzuschätzen. Der Vertriebskanal E-Commerce wächst stark und gewinnt in Summe Marktanteile. Sollten wir die Geschwindigkeit dieser Entwicklung falsch einschätzen, so reduziert sich unter Umständen unser relativer Marktanteil gegenüber unseren Online-Wettbewerbern. Aufgrund der strategischen Ausrichtung werten wir Umsatz und Ertrag aber als gleichwertige Zielgrößen (siehe Abschnitt Unternehmenssteuerung und Strategie – Unternehmensinternes Steuerungssystem). Ein schnelles Mehr an Wachstum ist nur möglich, wenn auch die Prozesse schnell an das größere Geschäftsvolumen angepasst werden können.

Als international tätiges und gleichzeitig schlankes Unternehmen wird es uns nicht überall und jederzeit möglich sein, den Vorsprung vor unserer Konkurrenz auszubauen oder zu halten. Wir begrenzen die Verwässerung unserer Marktanteile, indem wir die Organisation und ihre Mitarbeiter, aber auch unsere Partner im In- und Ausland schrittweise weiter entwickeln.

Die Geschäftstätigkeit von Delticom ist davon abhängig, dass das Internet als Medium zum Kauf von Reifen weiterhin Akzeptanz findet. Der Reifenfachhandel und die anderen Vertriebskanäle im weltweiten Reifengeschäft übernehmen in der Handelskette eine wichtige Funktion. Dies wird sich auch in Zukunft nicht ändern: Viele Autofahrer werden weiterhin ihre Reifen im Autohaus, in der Werkstatt oder beim Reifenfachhändler kaufen. Ähnlich wie in anderen Warengruppen auch hat der Absatz von Reifen über Online-Shops allerdings bereits eine wahrnehmbare Größe erreicht und wächst weiter.

Personalrisiken

Durch ungeschultes Personal und mangelnde Überwachung von Kundenaufträgen kann es zu fehlerhafter Kundenbetreuung und Auftragsabwicklung kommen. Dies würde schnell zu einer hohen Kundenunzufriedenheit und somit zu einem erhöhten Umsatzrückgang führen. Die Mitarbeiter in den für die Kundenbetreuung zuständigen Operations-Center werden regelmäßig durch Fachpersonal der Delticom geschult. Unabhängig von den Fachabteilungen sind Revisionsprozesse eingerichtet worden, um die Einhaltung vereinbarter Service-Level zu überprüfen und zu gewährleisten. Im Rahmen der Prüfung "S@ferShopping" untersucht der TÜV Süd jährlich alle Prozesse und Systeme der Delticom auch hinsichtlich der Kundenfreundlichkeit.

Der Weggang von wertvollen Mitarbeitern kann den Geschäftserfolg beeinträchtigen. Die Gesellschaft ist in nicht unerheblichem Maße abhängig von Schlüsselpersonen in allen Bereichen des Unternehmens. Als Marktführer haben wir Know-How aufgebaut, das zu Wettbewerbern abwandern könnte. Wir berücksichtigen dieses Risiko in der Gestaltung der Arbeitsverträge und legen Wert auf leistungsabhängige Vergütungsbestandteile.

IT-Risiken

Die Geschäftstätigkeit von Delticom hängt in hohem Maße vom Funktionieren und der Stabilität komplexer IT-Systeme ab. Bei Delticom sind daher alle wichtigen IT-Systeme, Servicedienstleister und Zulieferer redundant ausgelegt. Sollten Dienstleister oder Lieferanten IT-bedingt ausfallen, so ist mindestens ein weiterer in der Lage, die Aufgaben mit zu übernehmen. Bei einem Ausfall unseres Rechenzentrums weichen wir auf ein Backup-Rechenzentrum aus.

Ein Notfallhandbuch mit einem umfangreichen Katalog von Eskalationsmaßnahmen hilft uns, im Ernstfall schnell und strukturiert zu reagieren.

Die Rechenzentren sind gegen unbefugten Zugang gesichert und verfügen über die notwendigen Vorkehrungen für den Brandschutz. Der Zugriff auf Systeme über das Internet wird durch Firewalls und andere technische Maßnahmen abgesichert.

Delticom besitzt aus den IT-gestützten Geschäftsvorfällen sensible Informationen über Kunden, Partner und Lieferanten. Kunden ist der sorgfältige Umgang mit ihren persönlichen Informationen wichtig. In den Online-Shops klären wir unsere Kunden ausführlich über den Datenschutz auf. Wir gehen gewissenhaft mit diesen schutzwürdigen Daten um und berücksichtigen alle gesetzlichen Vorgaben. Strikte Regeln und technische Maßnahmen gewährleisten, dass Kundendaten nicht in fremde Hände kommen. Die IT-Sicherheit im Unternehmen wird von unabhängiger Seite regelmäßig geprüft.

Im Verhältnis zu unseren Lieferanten sind Konditionen der Beschaffung vertrauliche Informationen. Wir verlassen uns dabei nicht auf bloße Verfahrensanweisungen, sondern sichern die Bestandsführungs- und Pricing-Systeme mit technischen Zugangskontrollen ab.

Rechtliche Risiken

Rechtsstreitigkeiten können sich negativ auf die Delticom-Gruppe auswirken. Um schon im Vorfeld hinsichtlich marken-, urheber-, vertrags- oder haftungsrechtlicher Fragen beraten zu sein, beschäftigt Delticom einen eigenen Syndikus-Anwalt und arbeitet mit renommierten Kanzleien im In- und Ausland zusammen. Neben einer angemessenen Rückstellungspolitik betreibt Delticom ein offensives Mahn- und Inkassowesen und arbeitet hierzu mit regional spezialisierten Inkasso-Unternehmen zusammen.

Gesamtaussage zur Risikosituation

Delticom besitzt ein umfangreiches, gut integriertes und gut funktionierendes Risikofrüherkennungs- bzw. Risikomanagementsystem. Mögliche Risikopotentiale wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr frühzeitig erkannt und umgehend an den Vorstand gemeldet, so dass schnell gezielte Gegenmaßnahmen ergriffen werden konnten. Systeme und Prozesse im Bereich des Risiken- und Chancenmanagements haben sich bewährt; sie werden kontinuierlich weiterentwickelt.

Gegenwärtig können wir keine Einzelrisiken erkennen, die den Bestand des Unternehmens gefährden. Die Gesamtsumme der Risiken stellt keine Gefahr für den Fortbestand der Delticom dar.

Rechnungslegungsbezogenes IKS und RMS

Beschreibung der wesentlichen Merkmale des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems (RMS) in Hinsicht auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess (§289 Abs. 5 und §315 Abs. 2 Nr. 5 HGB)

In Ergänzung zu den oben bereits getroffenen Aussagen zum Risikomanagement können die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess wie folgt beschrieben werden:

Organisation

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem erstreckt sich auf die Abteilungen Controlling, Recht, Rechnungswesen und Treasury, deren Verantwortungsbereiche innerhalb des Kontrollsystems eindeutig zugeordnet sind. Das Kontrollsystem erfasst alle erforderlichen Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen, um die Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung zu sichern und die maßgeblichen rechtlichen Vorschriften einzuhalten.

Rolle des Vorstands und Aufsichtsrats

Der Vorstand ist für die Umsetzung und Einhaltung der gesetzlichen Regelungen verantwortlich. Er berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig über die finanzielle Gesamtlage der Delticom AG. Der Aufsichtsrat überwacht die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems. Vereinbarungsgemäß berichtet der Abschlussprüfer unverzüglich dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich aus der Abschlussprüfung ergeben.

Konzernrechnungslegung

Aufgrund des wesentlichen Gewichts der Delticom AG innerhalb des Konzerns ist der Rechnungslegungsprozess zentral organisiert. Das Konzern-Rechnungswesen der Delticom AG erstellt die Konzernabschlüsse gemäß den International Financial Reporting Standards (IFRS). Wir haben hierzu Konzernrichtlinien für die folgenden Themen aufgestellt:

allgemeine Bilanzierungsgrundsätze und -methoden
Regelungen zu Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Anhang, Lagebericht, Kapitalflussrechnung und Segmentberichterstattung
Anforderungen, die sich aus der in der Europäischen Union geltenden Rechtslage ergeben
konkrete formale Anforderungen an den Konzernabschluss
Konsolidierungskreis

Zusätzlich geben die Konzernrichtlinien konkrete Anweisungen, wie der Konzern-Verrechnungsverkehr abgebildet, abgerechnet und entsprechende Salden abgestimmt werden.

IT-gestützte Arbeitsabläufe

Die Abschlüsse der einbezogenen Gesellschaften werden mithilfe von IT-gestützten Arbeitsabläufen erfasst. Diese beinhalten ein Berechtigungskonzept, Prüfroutinen und Versionskontrollen. Neben manuellen Prozesskontrollen unter Anwendung des "Vier-Augen-Prinzips" kontrollieren wir die Prozesse auch softwaregestützt. Für die eigentlichen Berechnungen verwenden wir ein integriertes Buchhaltungs- und Konsolidierungssystem.

Ausblick

Rückblickend verlief 2010 sowohl für die Gesamtwirtschaft als auch für den Reifenhandel besser als erwartet. Wir mussten daher im letzten Jahr mehrfach unsere Prognosen nach oben revidieren. Für 2011 rechnen wir mit einem Umsatzanstieg gegenüber Vorjahr von um die 10% und einer etwa ein Prozentpunkt niedrigeren EBIT-Marge. Das Geschäft könnte von Warenknappheit und steigenden Reifenpreisen beeinflusst werden.

Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2010 gab es keine Vorgänge von besonderer Bedeutung.

Das Geschäft hat sich in den ersten Wochen des laufenden Geschäftsjahres gut entwickelt. Einige Reifenhersteller haben aufgrund drastisch steigender Rohstoffpreise zu Jahresbeginn weitere Preiserhöhungen angekündigt, die mit zeitlicher Verzögerung auch in den Endkundenpreisen zum Tragen kommen werden.

Zusätzlich prognostizieren Marktkenner für 2011 erneut Warenengpässe. Als wesentliche Gründe werden hierfür die verlängerten Produktionszeiten bei Winterreifen sowie die grundsätzlich beschränkte Produktionskapazität genannt. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Preisniveau im Jahresverlauf und insbesondere im anstehenden Sommerreifengeschäft entwickeln wird. Vor dem Hintergrund steigender Lebenshaltungskosten ist noch unklar, inwieweit die angekündigten Preiserhöhungen an die Endkunden weitergegeben werden können.

Prognosebericht

Prognose 2010: Analyse der Abweichungen

Prognose mehrfach angehoben

Zu Jahresbeginn war nicht absehbar, in welchem Ausmaß die Folgen der Rezession das Konsumverhalten der europäischen Verbraucher beeinflussen würden. Mit Blick auf die starke Vorjahresbasis musste für 2010 zudem mit negativen Basiseffekten gerechnet werden. In unserer ursprünglichen Planung gingen wir daher von einem Umsatzwachstum von bis zu 10% gegenüber Vorjahr aus, bei einer EBIT-Marge für das Gesamtjahr in Höhe von 8%.

Vor dem Hintergrund einer soliden Entwicklung der europäischen Reifenbranche und des weiterhin stark wachsenden Online-Vertriebskanals konnten wir unser Geschäft bereits in den ersten neun Monaten weiter ausbauen.

Anfang Oktober wurde überraschend eine Debatte über die deutsche Winterreifenpflicht entfacht. Nur wenige Wochen später wurden wir – und mit uns viele Autofahrer – von einem europaweit kräftigen Wintereinbruch überrascht. Heftige Schneefälle sorgten vielerorts für ein regelrechtes Verkehrschaos. Sogar in milderen Regionen war eine adäquate Winterausrüstung unerlässlich. Aufgrund der starken Abverkäufe und des hohen Preisniveaus im Schlussquartal waren wir somit mehrfach gezwungen, unsere Ganzjahresprognose an die jeweils verbesserten Rahmenbedingungen anzupassen.

Vielzahl positiver Faktoren zusammen gekommen

Zwar sind mit dem starken Umsatzwachstum auch Marktanteilsgewinne einhergegangen. Trotzdem wäre die Vermutung verfrüht, dass Delticom auf einen steileren Wachstumspfad eingeschwenkt wäre. Der über die Planung hinausgehende Erfolg war vielmehr letztlich zu großen Teilen der oben dargestellten Ballung positiver Umstände geschuldet. In diesem Zusammenhang von Einmaleffekten zu sprechen wäre falsch, denn auch in Zukunft werden Wetter, rechtliche Rahmenbedingungen und unsere gute Kapitalausstattung den Unternehmenserfolg beeinflussen. Wir können aber natürlich nicht wissen, ob und wann wieder so viele positive Faktoren in einem Jahr zusammenkommen.

Zukünftige gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Abflachende Wachstumsdynamik

Nach dem Aufschwung im letzten Jahr geht die Mehrzahl der Ökonomen heute davon aus, dass sich die europäische Wirtschaft in 2011 weiter stabilisieren wird. Allerdings belasten staatliche Sparzwänge zunehmend die Konjunkturdynamik. Im Euroraum bleiben die Wachstumsunterschiede beträchtlich, wodurch sich die konjunkturelle Schere weiter vergrößert.

Inflation gefährdet Konsum

Während in vielen europäischen Ländern die Arbeitslosenzahlen auf hohem Niveau verharren, dürfte der Wirtschaftsaufschwung den deutschen Arbeitsmarkt weiter beflügeln. Höhere Lebenshaltungskosten gefährden allerdings die Konsumbereitschaft der Verbraucher, sollte die Teuerungsrate nachhaltig steigen.

Rohölpreise steigen

Angesichts der weiter boomenden Konjunktur – nicht nur in den Industrienationen, sondern insbesondere auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern – ist die Ölnachfrage in den letzten Monaten deutlich gestiegen. Zusätzlich schüren die aktuellen Unruhen in der arabischen Welt die Angst vor Lieferengpässen. Die Ölpreise sind daher in den letzten Wochen deutlich angestiegen.

Zukünftige branchenspezifische Entwicklungen

Kautschukpreis auf Rekordniveau

Naturkautschuk, ein wichtiger Rohstoff in der Reifenherstellung, hat sich zu Jahresbeginn nochmals verteuert, nachdem das Preisniveau Ende 2010 bereits einen historischen Höchststand markiert hatte. Bedingt durch die Ölpreisentwicklung steigen auch die Preise für synthetischen Kautschuk. Reifenhersteller haben bereits ihre Preise erhöht. Für die kommenden Monaten sind weitere Preisrunden angekündigt.

Lieferengpässe

Nach Meinung von Experten könnten Reifen auch in diesem Jahr wieder knapp werden, da die Produktionskapazitäten immer noch nicht ausreichen. Verschärft wird die Situation durch eine hohe Nachfrage nach Erstausrüstungsreifen, insbesondere in den aufstrebenden Schwellenländern. Die hierfür benötigten Liefermengen könnten den Ersatzmärkten im kommenden Sommerreifengeschäft fehlen.

Reifenpreise steigen

Der Reifenhandel wird höhere Einkaufspreise an die Endkunden weitergeben müssen. In welchem Umfang dies möglich ist, hängt nicht zuletzt von der Einkommenssituation der privaten Haushalte ab. Sollten die Lebenshaltungskosten bei unverändertem Lohnniveau weiter steigen, so würde das finanzielle Budget für größere Anschaffungen geringer ausfallen. In einer solchen Situation kann das "Trading Down" der Autofahrer von teureren zu preisgünstigeren Reifenmarken an Intensität gewinnen. Bei anhaltender Nachfrageschwäche und Überbeständen in der Lieferkette könnten in der zweiten Jahreshälfte Mengen, Preise und Margen unter Druck kommen. Marktkenner halten dieses Szenario aber vor dem Hintergrund aktueller Lieferengpässe für wenig wahrscheinlich.

Marktbeobachter vorsichtig

Trotz der anhaltenden Erholung der Reifenersatzmärkte und der positiven gesamtwirtschaftlichen Aussichten wird der Reifenhandel die Erfolgsgeschichte der letzten Jahre vermutlich nicht fortschreiben können. Insbesondere die zweite Jahreshälfte könnte durch die starke Vorjahresbasis belastet werden. Demgemäß erwartet der deutsche Bundesverband für Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) für 2011 auch nur einen leichten Zuwachs von 1% bei Pkw- Reifen (Stand: Januar 2011).

Prognose 2011

E-Commerce gewinnt an Bedeutung

Gerade im Reifenhandel ist der Anteil online verkaufter Reifen noch vergleichsweise gering. Wir sehen die Chance, dass Delticom auch im laufenden Jahr Marktanteile von anderen Vertriebskanälen hinzugewinnen wird. Trotz außergewöhnlich starker Vorjahresbasis rechnen wir daher für 2011 mit einem erneuten Absatzanstieg.

Umsatzplus von etwa 10%

Die deutsche Winterreifenpflicht wird im laufenden Jahr eine geringere Rolle als 2010 spielen. Ob der kommende Winter nochmals ähnlich schneereich wird wie der letzte, bleibt abzuwarten. Andererseits hoffen wir, dass die letzten Winter auch Autofahrern in anderen Ländern vor Augen geführt haben, wie wichtig eine den Wetterbedingungen angepasste Bereifung ist. Zusätzlich zu dem erwarteten Volumenplus rechnen wir aufgrund der engen Beschaffungsmärkte auch mit höheren durchschnittlichen Preisen. Insgesamt gehen wir für 2011 von einem Umsatzanstieg von etwa 10% aus.

Niedrigere EBIT-Marge

Bei der Schätzung zukünftiger EBIT-Margen gehen wir von einer längerfristigen Entwicklung aus. Daher erwarten wir – ausgehend von der außergewöhnlich starken Vorjahresbasis von 11,2% – für 2011 einen Rückgang der EBIT-Marge um etwa einen Prozentpunkt. Wir sind zuversichtlich, dass wir dieses ambitionierte Ziel bei gutem Geschäftsverlauf erreichen können. Gemäß unserer Planung gehen wir von einem Ergebnis je Aktie ungefähr auf Höhe des Vorjahres aus (2010: 2,72 €).

Als Online-Händler können wir davon profitieren, dass Autofahrer vermehrt preisgünstige Reifen nachfragen. Sollte aber dieses "Trading Down" 2011 wider Erwarten in eine anhaltende Nachfrageschwäche übergehen und auf marktweite Überbestände in der Lieferkette treffen, dann würden wir den Preis- und Margenverfall nicht durch optimierten Einkauf und Verkauf kompensieren können.

Weiterhin niedriges Finanzergebnis

Allgemein wird erwartet, dass sich das Zinsniveau für die Geldanlage erst in der zweiten Jahreshälfte von den niedrigen Ständen der letzten Quartale lösen wird. Wir rechnen daher nicht damit, dass Delticom 2011 ein Finanzergebnis von über 500 Tsd. € erzielen kann.

Steuerquote 32%

Besondere Steuereffekte sind für 2011 nicht zu erwarten. Wir planen mit einer Steuerquote von 32% (2010: 31,6%).

Neues Großlager

Im laufenden Geschäftsjahr eröffnen wir ein weiteres Großlager und investieren in den Ausbau der Informations-, Förder- und Verpackungstechnik. Hierfür wird der Capex je nach Projektfortschritt das Vorjahresniveau um etwa 50-80% übersteigen (2010: 3,5 Mio. €). Die zusätzliche Kapazität eröffnet uns wichtige Chancenpotentiale, da wir früher einkaufen und in der Saison eine hohe Lieferfähigkeit erreichen können.

Liquidität niedriger als 2010

Zum jetzigen Zeitpunkt kann die Liquidität zum 31.12.2011 nur unter erheblicher Unsicherheit geschätzt werden. Stichtagseffekte wie 2010 können grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Da sich das Working Capitals durch das neue Großlager ausweiten wird, könnte die Liquidität zum Jahresende unter 40 Mio. € fallen.

Mittelfristplanung

Auch mittelfristig weitere Lagerkapazität erforderlich

Wir müssen eigene Warenbestände halten, um auch zu Saisonhöhepunkten lieferfähig zu sein. Indem wir in unsere Lagerinfrastruktur investieren, können wir schneller liefern, bei gleichzeitig reduzierten Kosten. Mittelfristig werden wir die Kapazität parallel mit dem Umsatz vergrößern müssen. Dies bedeutet, dass auch der Capex in gleichem Maße weiter wachsen wird.

Kernmarkt Europa

Delticom betreibt aktuell in 39 Ländern Onlineshops. Für die kommenden Jahre planen wir, unsere Marktstellung in diesen Ländern weiter auszubauen. Auch in außereuropäischen aufstrebenden Schwellenländern werden die Ersatzreifenmärkte in Folge steigender Pkw-Neuzulassungszahlen immer attraktiver. Ungeachtet dieser Expansionschancen wird aber mittelfristig der geografische Schwerpunkt der Gesellschaft weiter in Europa liegen.

Produktsortiment

Delticom ist Europas führender Internetreifenhändler. Unser vertrieblicher Schwerpunkt sind Pkw-Ersatzreifen. Um unseren Kunden unverändert ein breites Warenangebot bieten zu können, werden wir unser Angebot durch weitere Marken ergänzen. Darüber hinaus treiben wir die Internationalisierung der übrigen Produktgruppen (wie beispielsweise Motorradreifen, Lkw-Reifen, Automobilzubehör und Ersatzteile) weiter voran.

Mittelfristiger Ausblick

Das Geschäftsmodell der Delticom ist robust, die Gesellschaft ist schuldenfrei und hat eine starke Bilanz. Wir können die sich bietenden Chancen flexibel ergreifen. Daher erwarten wir mittelfristig hinsichtlich Umsatz und Ergebnis weiterhin zweistellige jährliche Wachstumsraten. Delticom wird unserer Einschätzung nach somit auch in den nächsten Jahren stärker zulegen als die Märkte, auf denen wir tätig sind.

Die Delticom Aktie

Die Delticom Aktie (WKN 514680, ISIN DE0005146807, Börsenkürzel DEX) schloss 2010 auf dem Höchstkurs von 68,40 € und erzielte über das Jahr eine Performance von +131,3%. DEX ist ein stabiles Mitglied im deutschen Kleinwerteindex SDAX.

Entwicklung der Aktienmärkte

DAX deutlich im Plus

2010 startete der deutsche Leitindex DAX mit 6.048 Punkten ins neue Jahr. Am 05.02.2010 markierte er mit 5.434 Punkten den niedrigsten Kursstand im zurückliegenden Börsenjahr. Nach einem volatilen ersten Halbjahr waren die Anleger im zweiten Halbjahr deutlich zuversichtlicher. Der DAX schloss 2010 mit 6.914 Punkten, nachdem er am 21.12.2010 den Jahreshöchststand von 7.078 Punkten markiert hatte. Insgesamt stieg der DAX damit 2010 um 865,9 Punkte oder 14,3%.

SDAX im Plus

Mit einer Performance von +42,8% war der SDAX Gewinner unter den deutschen Indizes. Er startete bei 3.623 Punkten und legte bis zum Jahresendstand von 5.174 um insgesamt 1.551 Punkte zu.

Entwicklung der Delticom-Aktie (DEX)

Benchmarks

Neben dem SDAX, in dem Delticom seit 22.12.2008 vertreten ist, ziehen wir den Dow Jones STOXX Total Market Index General Retailers (DJSGR) als weiteren Vergleichsmaßstab für die Entwicklung von DEX heran. Der DJSGR umfasst große europäische Non-Food Einzelhändler.

Alternativ könnten wir DEX mit dem DAX Sektorindex CXPR vergleichen, der die Performance deutscher Handelsunternehmen zusammenfasst und in dem auch Delticom Mitglied ist. Da Delticom mit dem hohen Auslandsanteil des Geschäfts von der Marktentwicklung in einer Vielzahl von europäischen Ländern beeinflusst wird, halten wir den internationaleren DJSGR aber für einen besseren Benchmark.

Wir verwenden bei SDAX und DJSGR wie üblich den Performance-Index, bei dem die Dividenden der Einzelwerte berücksichtigt werden. Im direkten Vergleich berücksichtigen wir in der Performance von DEX daher die in der Hauptversammlung am 11.05.2010 beschlossene Dividende für 2009 in Höhe von 1,70 € je Aktie. Die Grafik Kursperformance zeigt, wie sich DEX, SDAX und DJSGR seit Anfang 2010 im Jahresverlauf entwickelt haben.

Kursperformance 2010

indiziert, Volumen in Stück (XETRA)

Kursverlauf

Nach einem Jahresanfangskurs von 28,75 € bewegte sich DEX im ersten Quartal in etwa auf dem Niveau der Referenzindizes. Am 16.02.2010 markierte die Aktie den Jahrestiefstkurs von 25,60 €. Ab der Bekanntgabe erfreulicher Geschäftszahlen im März ging es kontinuierlich bergauf. Im weiteren Verlauf des Jahres konnte sich Delticom deutlich vom Gesamtmarkt absetzen.

Wie schon im letzten Jahr geriet die Aktie im vierten Quartal als "Wintergewinner" vermehrt ins Blickfeld der Finanzpresse, zunächst im Zuge der Diskussion über die deutsche Winterreifenpflicht Anfang Oktober, dann erneut aufgrund extremer Schneefälle in Europa im Dezember. Dies wirkte sich jeweils positiv auf die Kursentwicklung aus und half der Aktie, sich deutlich von SDAX und DJSGR abzusetzen. DEX lief bis zum 14.12.2010 auf den Jahreshöchstkurs von 68,40 €, um schließlich mit 66,50 € aus dem Jahr zu gehen. Die Marktkapitalisierung stieg im Jahresverlauf von 340,4 Mio. € auf 809,8 Mio. € – inklusive Dividendenanteil eine Gesamtperformance von +131,3%.

Indizes

Ranking im SDAX verbessert

DEX ist seit 22.12.2008 Mitglied im SDAX. Die Zugehörigkeit zum SDAX bestimmt die Deutsche Börse nach der Rangliste Cash Market: Monthly Index Ranking – MDAX, die die Marktkapitalisierung des Freefloats und das Handelsvolumen der Aktien im MDAX und SDAX berücksichtigt. Der Rang von DEX hat sich im Ablauf des vergangenen Jahres beim Kriterium "Marktkapitalisierung" von 77 auf 59 und beim Kriterium "Handelsvolumen" von 87 auf 57 verbessert.

Neben dem SDAX und CXPR geht DEX in die Berechnung folgender Indizes ein:

DAX International Mid 100
GEX (German Entrepreneur Index)
DAXPlus Familiy Index
NISAX20

Ergebnis je Aktie und Dividendenvorschlag

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie beträgt 2,72 € (Vorjahr: 1,71 €). Das verwässerte Ergebnis beläuft sich auf 2,70 € (Vorjahr: 1,70 €).

Zur Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurde als Zähler das Periodenergebnis nach Steuern in Höhe von 32.250.808,46 € (Vorjahr: 20.228.075,06 €) sowie als Nenner der gewichtete Durchschnitt der Anzahl der im Geschäftsjahr vorhandenen Stammaktien sowie der Anzahl der potentiellen Aktien aus Optionsrechten von 11.945.250 Stück (Vorjahr: 11.925.814 Stück) verwendet.

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 03.05.2011 eine gegenüber dem Vorjahr um 60,0% höhere Dividende von 2,72 € pro Aktie vorschlagen (Vorjahr: 1,70 €).

Aktionärsstruktur

Die Aktionärsstruktur der Delticom AG hat sich im Laufe des letzten Jahres nicht grundlegend verändert.

Aktionärsstruktur

Aktienbesitz in % der 11.839.440 Aktien, Stand 31.12.2010

Die Anteile der Prüfer GmbH und Binder GmbH sind den beiden Unternehmensgründern Andreas Prüfer und Rainer Binder zuzurechnen. Andreas Prüfer als Vorsitzender des Aufsichtsrats und Rainer Binder als Vorstandsvorsitzender haben auch 2010 wie in den Jahren zuvor die Anzahl der gehaltenen Aktien erhöht.

Im Corporate Governance Bericht wird der Gesamtbesitz der Organmitglieder getrennt nach Aufsichtsrat und Vorstand angegeben.

Coverage

Insgesamt 9 Analysten renommierter Banken veröffentlichen regelmäßig ihre Einschätzung zu Geschäftsverlauf und Zukunftsaussichten der Delticom AG (in der Reihenfolge der Aufnahme der Coverage, mit Empfehlungen, Stand 09.03.2010):

Frank Schwope, NORD/LB (Buy)
Jürgen Pieper, Bankhaus Metzler (Buy)
Andreas Inderst, Exane BNP Paribas (Outperform)
Lars Dannenberg, Berenberg Bank (Buy)
Aleksej Wunrau, BHF-Bank (Market Weight)
Tim Rokossa, Deutsche Bank (Hold)
Marcus Sander, Macquarie (Buy)
Christian Ludwig, Bankhaus Lampe (Buy)
Dennis Schmitt, Commerzbank (Buy)

Investor Relations Aktivitäten

Der kontinuierliche Dialog mit institutionellen und privaten Investoren und Analysten hat bei Delticom seit Börsengang einen hohen Stellenwert. Ziel unserer IR-Arbeit ist es, sämtliche Interessenten schnell und umfassend mit den benötigten Informationen über das Unternehmen zu versorgen. Hierzu zählen auch die zeitnahen Veröffentlichungen und präzisen Darstellungen von Finanzberichten und Unternehmensnachrichten, die regelmäßig mit Telefonkonferenzen ergänzt werden.

Neben der jährlichen Analystenkonferenz im Rahmen des Eigenkapitalforums in Frankfurt präsentierte der Vorstand die Entwicklung und Strategie des Unternehmens auf insgesamt 8 Roadshows und Konferenzen in Frankfurt, Düsseldorf, Köln, London, Paris, Zürich und Genf. Darüber hinaus hatten wir eine Vielzahl von Einzelgesprächen mit Investoren.

Wir haben im vergangenen Jahr zum ersten Mal einen Analystentag ausgerichtet (14.09.2010). Dies gab uns die Möglichkeit, im Gespräch mit Analysten auf aktuelle Entwicklungen einzugehen. Außerdem konnten wir den Anlass nutzen, um interessierten Analysten unser neues Großlager zu zeigen.

Das Internet ist ein fester Bestandteil unserer Finanzkommunikation. Unter www.delti.com/Investor_Relations stellen wir Geschäfts- und Quartalsberichte und Präsentationen zum Download zur Verfügung.

Darüber hinaus steht die Investor-Relations-Abteilung allen Interessierten jederzeit gerne für Fragen zur Verfügung:

Melanie Gereke

Brühlstraße 11

30169 Hannover

Telefon: +49-511-93634-8903

E-Mail: [email protected]

Kennzahlen der Delticom Aktie

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01.01.2010

- 31.12.2010
01.01.2009

- 31.12.2009
Anzahl Aktien Aktien 11.839.440 11.839.440
Grundkapital 11.839.440 11.839.440
Aktienkurs am 4. Januar 20101 28,75 13,00
Aktienkurs am 31. Dezember 20101 66,50 27,61
Kursentwicklung1 % +131,3 +112,4
Höchst-/Tiefstkurs1 68,40 / 25,60 27,61 / 11,92
Marktkapitalisierung2 Mio. € 787,3 326,9
Durchschnittliches Handelsvolumen pro Tag (XETRA) Aktien 23.870 9.163
Unverwässertes Ergebnis je Aktie 2,72 1,71
Verwässertes Ergebnis je Aktie 2,70 1,70
Eigenkapital je Aktie 5,99 4,97
Dividende je Aktie3 2,72 1,70
Dividendensumme4 Mio. € 32,2 20,1
Ausschüttungsquote (IFRS) % 99,9 100,9
Ausschüttungsquote (HGB) % 100,0 100,2
Dividendenrendite2 % 4,1 6,2
Operating Cashflow je Aktie 4,37 1,11
Free Cashflow je Aktie5 4,07 0,80
Free-Cashflow-Rendite2 % 6,1 2,9

(1) auf Basis der Schlusskurse

(2) auf Basis des offiziellen Schlusskurses am Jahresende

(3) je Aktie, Vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung

(4) basierend auf der Anzahl der ausstehenden Aktien am Jahresende

(5) Free Cashflow = Operativer Cashflow – Capex

Übernahmerechtliche Angaben (§ 315 Abs. 4 HGB)

Im Folgenden sind die nach § 315 Abs. 4 Handelsgesetzbuch geforderten übernahmerechtlichen Angaben dargestellt.

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital setzte sich nach dem Börsengang am 26.10.2006 aus 3.946.480 auf den Namen lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien), mit einem rechnerischen anteiligen Betrag am Grundkapital von 1 € je Aktie zusammen. Durch die von der Hauptversammlung am 19.05.2009 beschlossene Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln und die damit verbundene Ausgabe neuer Aktien verdreifachte sich das gezeichnete Kapital. Das Grundkapital beträgt nunmehr 11.839.440 € und ist in 11.839.440 auf den Namen lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1 € je Aktie eingeteilt. Die entsprechende Satzungsänderung wurde am 10.06.2009 beim Amtsgericht Hannover in das Handelsregister eingetragen.

Die Aktionäre der Delticom AG sind in ihrer Entscheidung, Aktien zu erwerben oder zu veräußern, weder durch deutsche Gesetze noch durch die Satzung der Gesellschaft beschränkt. Es gelten ausschließlich die gesetzlichen Stimmrechtsverbote. Die Aktionäre Prüfer GmbH und Binder GmbH sind als Parteien einer Pool-Vereinbarung jedoch dergestalt in der Ausübung ihrer Stimmrechte beschränkt, dass sie ihr Stimmverhalten im Hinblick auf eine einheitliche Stimmabgabe in der Hauptversammlung abzustimmen haben.

Direkte, 10 % der Stimmrechte der Delticom AG überschreitende Kapitalbeteiligungen bestehen ausschließlich seitens der Aktionäre Binder GmbH und Prüfer GmbH, jeweils mit Sitz in Hannover. Indirekte, 10 % der Stimmrechte der Delticom AG überschreitende Kapitalbeteiligungen bestehen ausschließlich seitens Herrn Rainer Binder, Hannover, dem die direkte Beteiligung der Binder GmbH gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet wird, und seitens Herrn Dr. Andreas Prüfer, Hannover, dem die indirekte Beteiligung der Prüfer GmbH gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zugerechnet wird. Die Pool-Vereinbarung, deren Parteien die Prüfer GmbH, die Binder GmbH, Herr Rainer Binder und Herr Dr. Andreas Prüfer sind, führt daneben auch zu einer gegenseitigen Zurechnung von Stimmrechten im Sinne des § 22 Abs. 2 Satz 1 WpHG.

Aktien mit Sonderrechten, die Inhabern Kontrollbefugnisse verleihen, gibt es nicht, ebenso keine besonders gestaltete Stimmrechtskontrolle für Arbeitnehmer, die am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben.

Es besteht keine Beteiligung von Arbeitnehmern am Kapital, aus der die Arbeitnehmer ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben könnten.

Die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands bestimmen sich grundsätzlich nach den §§ 84 ff. Aktiengesetz. § 6 Abs. 1 Satz 3 der Satzung der Delticom AG regelt zudem, dass Vorstandsmitglieder bei Beendigung der Amtszeit, für die sie bestellt werden, das 65. Lebensjahr noch nicht überschritten haben sollen. Gemäß § 6 Abs. 2 Satz 2 der Satzung wird die Zahl der Mitglieder des Vorstands durch den Aufsichtsrat nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen festgelegt. Änderungen der Satzung bedürfen gemäß § 17 Abs. 3 Satz 1 der Satzung der Delticom AG der einfachen Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, abweichend von § 179 Abs. 2 Satz 1 AktG, nur der einfachen Mehrheit des vertretenen Grundkapitals, soweit das Gesetz nicht zwingend eine größere Kapitalmehrheit fordert.

Die Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Ausgabe und des Rückkaufs von Aktien sind in § 5 "Höhe und Einteilung des Grundkapitals" der Satzung der Delticom AG sowie in den §§ 71 ff. Aktiengesetz geregelt.

Genehmigtes Kapital II/2006

Die ordentliche Hauptversammlung vom 30.08.2006 hat den Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 29.08.2011 gegen Bar- oder Sacheinlagen ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals durch Ausgabe von bis zu 698.240 neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stückaktien um insgesamt bis zu 698.240,00 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II/2006). Das Genehmigte Kapital II/2006 wurde am 01.09.2006 im Handelsregister eingetragen. Bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen sowie in bestimmten Fällen bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht auszuschließen.

Bedingtes Kapital I/2006

Die Hauptversammlung vom 30.08.2006 hat den Vorstand (beziehungsweise den Aufsichtsrat an Stelle des Vorstands soweit Optionsrechte an Vorstandsmitglieder gewährt werden) ermächtigt, bis zum 29.08.2011 einmalig oder mehrmalig Optionsrechte zum Bezug von insgesamt bis zu 100.000 neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stückaktien der Gesellschaft an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und an Arbeitnehmer der Gesellschaft zu gewähren. Das Grundkapital der Gesellschaft wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 30.08.2006 um insgesamt bis zu 100.000 € durch Ausgabe von insgesamt bis zu 100.000 neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital I/2006).

Das bedingte Kapital I/2006 dient ausschließlich der Gewährung neuer Aktien an die Inhaber von Optionsrechten, die gemäß dem Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 30.08.2006 über die Gewährung von Aktienoptionsrechten durch die Gesellschaft ausgegeben werden. Das bedingte Kapital I/2006 wurde am 01.09.2006 im Handelsregister eingetragen.

Bei der von der Hauptversammlung am 19.05.2009 beschlossenen Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln unter Ausgabe neuer Aktien erhöhte sich das Bedingte Kapital I/2006 im gleichen Verhältnis wie das Grundkapital auf 300.000 Euro. Die Kapitalerhöhung und die Satzungsänderung bezüglich des Bedingten Kapitals I/2006 wurde am 10.06.2009 beim Amtsgericht Hannover in das Handelsregister eingetragen.

Bedingtes Kapital II/2006

Die Hauptversammlung vom 30.08.2006 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 29.08.2011 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen (zusammenfassend „W/O-Schuldverschreibungen“) im Gesamtnennbetrag von bis zu 150.000.000,00 € mit oder ohne Laufzeitbegrenzung zu begeben und den Inhabern von W/O-Schuldverschreibungen Wandlungs- oder Optionsrechte zum Bezug von insgesamt bis zu 1.448.240 neuen auf den Namen lautenden nennwertlosen Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt 1.448.240,00 € („neue Aktien“) nach näherer Maßgabe der Wandelanleihe- oder Optionsbedingungen zu gewähren.

Die Ermächtigung kann in Teilbeträgen ausgenutzt werden. In bestimmten Fällen ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre bei der Ausgabe der W/O-Schuldverschreibungen auszuschließen. Das Grundkapital der Gesellschaft wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 30.08.2006 um insgesamt bis zu 1.448.240,00 € durch Ausgabe von insgesamt bis zu 1.448.240 neuen auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital II/2006).

Das bedingte Kapital II/2006 dient ausschließlich der Gewährung neuer Aktien an die Inhaber von Wandlungs- oder Optionsrechten, die gemäß Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 30.08.2006 zur Ausgabe von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen durch die Delticom AG oder durch Gesellschaften, an denen die Delticom AG unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich beteiligt ist, ausgegeben werden. Das bedingte Kapital II/2006 wurde am 01.09.2006 im Handelsregister eingetragen.

Bei der von der Hauptversammlung am 19.05.2009 beschlossenen Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln unter Ausgabe neuer Aktien erhöhte sich das Bedingte Kapital II/2006 im gleichen Verhältnis wie das Grundkapital auf 4.344.720 Euro. Die Kapitalerhöhung und die Satzungsänderung bezüglich des Bedingten Kapitals II/2006 wurde am 10.06.2009 beim Amtsgericht Hannover in das Handelsregister eingetragen.

Befugnisse des Vorstands zum Aktienrückkauf und Verwendung eigener Aktien

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 11.05.2010 wurde die Gesellschaft ermächtigt, eigene Aktien bis zu 10 % ihres zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Die Ermächtigung gilt bis zum 10.05.2015. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, zu einem oder zu mehreren Zwecken durch die Gesellschaft oder durch Dritte für Rechnung der Gesellschaft ausgeübt werden. Der Erwerb erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots beziehungsweise mittels einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe eines solchen Angebots.

Der für den Erwerb der Aktien über die Börse gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) darf den am Börsenhandelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs im XETRA-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten. Bei einem Erwerb über ein (i) öffentliches Kaufangebot beziehungsweise einer (ii) öffentlichen Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots dürfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der gebotenen Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den maßgeblichen Wert einer Aktie der Gesellschaft um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten.

Maßgeblicher Wert ist im Falle (i) der durch die Schlussauktion ermittelte Kurs im XETRA-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) am Börsenhandelstag vor dem Tag der Bekanntgabe des Angebots, im Falle (ii) der durch die Schlussauktion ermittelte Kurs im XETRA-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) am letzten Börsentag vor dem Tag, an dem die Angebote von der Gesellschaft angenommen werden.

Ergeben sich nach der Veröffentlichung eines Kaufangebots nicht unerhebliche Abweichungen des maßgeblichen Kurses, kann das Angebot angepasst werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu verwenden, insbesondere kann er die Aktien einziehen, gegen Sachleistung veräußern, in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre veräußern, oder den Mitarbeitern der Gesellschaft oder ihrer Konzerngesellschaften zum Erwerb oder den Inhabern von Bezugsrechten in Erfüllung der Verpflichtung der Gesellschaft aus dem gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung vom 30.08.2006 aufgestellten Aktienoptionsplan anbieten. Das Bezugsrecht der Aktionäre kann unter bestimmten Bedingungen ausgeschlossen werden.

Wesentliche konditionierte Vereinbarungen der Gesellschaft

Im Fall eines Kontrollwechsels bei der Gesellschaft werden die Aktienoptionsrechte des Vorstandsmitglieds Frank Schuhardt gemäß den Optionsbedingungen sofort ausübbar, sofern die Wartefrist für diese Aktienoptionen bereits abgelaufen ist. Optionsrechte, bei denen die Wartezeit noch nicht abgelaufen ist, verfallen ersatzlos. Die erste Tranche an Aktienoptionen in Höhe von 15.810 Stück wurde am 22.11.2007, die zweite Tranche in Höhe von 37.500 Stück wurde am 08.05.2008 und die dritte Tranche in Höhe von 37.500 Stück wurde am 25.11.2008 ausgegeben. Die Sperrfrist beträgt bei sämtlichen Aktienoptionsplänen zwei Jahre. Dementsprechend war die Wartezeit für diese Tranchen zum Bilanzstichtag abgelaufen und wären bei Kontrollwechsel sofort ausübbar.

Die Gesellschaft hat keine Entschädigungsvereinbarungen mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots abgeschlossen.

Konzern Gewinn- und Verlustrechnung

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in Tausend € Anhang 01.01.2010

- 31.12.2010
01.01.2009

- 31.12.2009
Umsatz (1) 419.577 311.259
Sonstige betriebliche Erträge (2) 5.751 4.315
Gesamtleistung 425.328 315.574
Materialaufwand (3) –300.656 –225.790
Rohertrag 124.672 89.784
Personalaufwand (4) –6.804 –5.801
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen (5) –1.295 –1.037
Sonstige betriebliche Aufwendungen (6) –69.510 –53.541
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 47.063 29.405
Finanzaufwand –32 –30
Finanzertrag 134 194
Finanzergebnis (netto) (7) 102 163
Ergebnis vor Steuern (EBT) 47.165 29.568
Steuern vom Einkommen und Ertrag (8) –14.915 –9.340
Konzernergebnis 32.251 20.228
davon entfallen auf:
Gesellschafter des Mutterunternehmens 32.251 20.228
unverwässertes Ergebnis je Aktie (9) 2,72 1,71
verwässertes Ergebnis je Aktie (9) 2,70 1,70

Gesamtergebnisrechnung

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in Tausend € 01.01.2010

- 31.12.2010
01.01.2009

- 31.12.2009
Konzernergebnis 32.251 20.228
Direkt im Eigenkapital erfasste Veränderungen des Geschäftsjahres
Veränderungen aus der Währungsumrechnung –46 4
Wertänderungen von finanziellen Vermögenswerten der
Kategorie "Available for Sale"
Zeitwertänderungen direkt im Eigenkapital erfasst 4 33
Erfolgswirksame Realisierung aus dem Verkauf von Wertpapieren –22 –60
Latente Steuern auf laufende erfolgsneutrale Veränderungen 6 9
Summe der erfolgsneutral erfassen Erträge und Aufwendungen –58 –15
Gesamtergebnis der Periode 32.193 20.213

Konzernbilanz

Aktiva

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in Tausend € Anhang 31.12.2010 31.12.2009
langfristige Vermögenswerte 10.347 6.910
Immaterielle Vermögenswerte (10) 1.112 1.198
Sachanlagen (Betriebs- und Geschäftsausstattung) (11) 7.724 5.424
Finanzanlagen 818 0
Latente Steueransprüche (12) 346 154
Sonstige langfristige Forderungen (13) 347 134
Kurzfristige Vermögenswerte 138.622 99.938
Vorräte (14) 51.671 42.858
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (15) 10.928 10.148
Sonstige Vermögenswerte (16) 8.189 6.289
Wertpapiere (17) 1.036 3.039
Flüssige Mittel (18) 66.798 37.603
Summe Vermögenswerte 148.969 106.848

Passiva

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in Tausend € Anhang 31.12.2010 31.12.2009
Eigenkapital 70.963 58.794
Gezeichnetes Kapital (19) 11.839 11.839
Kapitalrücklage (20) 24.216 24.112
Direkt im Eigenkapital erfasste Aufwendungen und Erträge (21) –159 –101
Gewinnrücklagen (22) 200 200
Konzernbilanzgewinn (23) 34.867 22.744
Summe Schulden 78.006 48.054
Langfristige Schulden 45 482
Langfristige Rückstellungen (24) 45 42
Latente Steuerverbindlichkeiten (25) 0 440
Kurzfristige Schulden 77.961 47.573
Steuerrückstellungen (24) 6.179 2.915
Sonstige kurzfristige Rückstellungen (24) 2.200 627
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (26) 53.615 36.645
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten (28) 15.967 7.386
Summe Eigenkapital und Schulden 148.969 106.848

Konzernkapitalflussrechnung

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in Tausend € 01.01.2010

- 31.12.2010
01.01.2009

- 31.12.2009
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 47.063 29.405
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 1.295 1.037
Veränderung der sonstigen Rückstellungen 1.576 607
Saldo aus Gewinnen und Verlusten aus Anlagenabgängen 1 –2
Veränderung der Vorräte –8.813 –6.482
Veränderungen der Forderungen aLuL sowie anderer Aktiva,
die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind –3.097 –4.504
Veränderungen der Verbindlichkeiten aLuL sowie anderer Passiva,
die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 25.655 1.372
Erhaltene Zinsen 134 194
Gezahlte Zinsen –32 –30
Gezahlte Ertragsteuern –12.090 –8.482
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 51.692 13.115
Einzahlungen aus Abgängen des Sachanlagevermögens 10 2
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen –3.405 –3.411
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen –115 –187
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen –818 0
Veränderungen der Liquiditätsreserve 2.003 10.581
Cashflow aus Investitionstätigkeit –2.324 6.985
gezahlte Dividenden der Delticom AG –20.127 –11.839
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –20.127 –11.839
Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelbestands –46 4
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 37.603 29.339
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands 29.195 8.264
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 66.798 37.603
nachrichtlich:
Liquidität am Anfang der Periode 40.642 42.959
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands 29.195 8.264
Veränderungen der Liquiditätsreserve –2.003 –10.581
Liquidität am Ende der Periode 67.834 40.642

Eigenkapitalveränderungsrechnung

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in Tausend € Gezeich-

netes

Kapital
Kapital-

rücklage
Währungs-

umrech-

nungs-

rücklage
Neube-

wertungs-

rücklage
Stand am 1. Januar 2009 3.946 31.809 –128 41
Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln 7.893 –7.893
Erhöhung Kapitalrücklage durch
Aktienoptionen 196
Gezahlte Dividende
Gesamtergebnis der Periode 4 –19
Stand am 31. Dezember 2009 11.839 24.112 –124 23
Stand am 1. Januar 2010 11.839 24.112 –124 23
Erhöhung Kapitalrücklage durch
Aktienoptionen 104
Gezahlte Dividende
Gesamtergebnis der Periode –46 –13
Stand am 31. Dezember 2010 11.839 24.216 –169 10

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Angesammelte Ergebnisse
in Tausend € Gewinn-

rück-

lagen
Konzern-

bilanz-

gewinn
insge-

samt
Summe Eigenka-

pital
--- --- --- --- ---
Stand am 1. Januar 2009 200 14.355 14.555 50.224
Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln
Erhöhung Kapitalrücklage durch
Aktienoptionen 196
Gezahlte Dividende –11.839 –11.839 –11.839
Gesamtergebnis der Periode 20.228 20.228 20.213
Stand am 31. Dezember 2009 200 22.744 22.943 58.794
Stand am 1. Januar 2010 200 22.744 22.943 58.794
Erhöhung Kapitalrücklage durch
Aktienoptionen 104
Gezahlte Dividende –20.127 –20.127 –20.127
Gesamtergebnis der Periode 32.251 32.251 32.193
Stand am 31. Dezember 2010 200 34.867 35.067 70.963

Konzernanhang

Segmentberichterstattung

Segmentergebnisse

2010

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in Tausend € E-Commerce Großhandel nicht

zugeordnet
Konzern
Umsatz 403.697 15.880 0 419.577
Sonstige betriebliche Erträge 1.120 66 4.565 5.751
Materialaufwand –286.594 –14.062 0 –300.656
Rohertrag 118.223 1.884 4.565 124.672
Personalaufwand –2.874 –387 –3.543 –6.804
Abschreibungen –1.139 –1 –155 –1.295
davon auf Sachanlagen –998 –1 –102 –1.100
davon auf immaterielle
Vermögenswerte –141 0 –53 –194
Sonstige betriebliche
Aufwendungen –66.142 –742 –2.626 –69.510
davon Forderungsverluste und
Einzelwertberichtigungen –1.551 –89 0 –1.640
Segmentergebnis 48.069 754 –1.499 47.063
Finanzergebnis (netto) 102
Steuern vom Einkommen
und Ertrag –14.915
Konzernergebnis 32.251

2009

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in Tausend € E-Commerce Großhandel nicht

zugeordnet
Konzern
Umsatz 296.498 14.761 0 311.259
Sonstige betriebliche Erträge 1.421 62 2.831 4.315
Materialaufwand –213.143 –12.647 0 –225.790
Rohertrag 84.775 2.177 2.831 89.784
Personalaufwand –2.466 –398 –2.938 –5.801
Abschreibungen –857 –1 –179 –1.037
davon auf Sachanlagen –743 –1 –137 –881
davon auf immaterielle
Vermögenswerte –114 0 –42 –156
Sonstige betriebliche
Aufwendungen –47.955 –781 –4.804 –53.541
davon Forderungsverluste und
Einzelwertberichtigungen –1.449 –104 0 –1.553
Segmentergebnis 33.498 997 –5.090 29.405
Finanzergebnis (netto) 163
Steuern vom Einkommen
und Ertrag –9.340
Konzernergebnis 20.228

Segmentvermögen, Segmentschulden und Segmentinvestitionen

zum 31. Dezember 2010

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in Tausend € E-Commerce Großhandel nicht

zugeordnet
Konzern
Segmentvermögenswerte
Immaterielle Vermögens-
gegenstände, Sachanlagen
und Finanzanlagen 9.332 4 317 9.654
sonstiges langfristiges
Vermögen 273 0 74 347
langfristiges Vermögen gesamt 9.605 4 391 10.001
Vorräte 50.646 1.025 0 51.671
Forderungen aus LuL 7.618 3.310 0 10.928
flüssige Mittel 63.821 0 2.976 66.798
übrige Vermögenswerte 864 6 7.319 8.189
kurzfristiges Vermögen gesamt 122.950 4.341 10.295 137.586
gesamtes Segmentvermögen 132.555 4.345 10.686 147.587
Latente Steuern 263
Wertpapiere 1.036
Gesamtes Vermögen 148.969
Segmentschulden
langfristige Segmentschulden 0 0 45 45
sonstige Rückstellungen 1.965 0 235 2.200
Verbindlichkeiten aus LuL 53.090 457 69 53.615
übriges kurzfristiges
Fremdkapital 13.909 57 2.000 15.967
kurzfristige Segmentschulden 68.964 513 2.304 71.782
gesamte Segmentschulden 68.964 513 2.349 71.827
Latente Steuern und
Steuerverbindlichkeiten 6.179
Gesamte Schulden 78.006
Segmentinvestitionen
Investitionen in Finanzanlagen 0 0 818 818
Immaterielle
Vermögensgegenstände 70 0 44 114
Sachanlagen 3.320 1 86 3.406
Gesamte Investitionen 3.389 1 948 4.338

zum 31. Dezember 2009

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in Tausend € E-Commerce Großhandel nicht

zugeordnet
Konzern
Segmentvermögenswerte
Immaterielle Vermögens-
gegenstände, Sachanlagen
und Finanzanlagen 6.234 4 384 6.621
sonstiges langfristiges
Vermögen 134 0 0 134
langfristiges Vermögen gesamt 6.368 4 384 6.756
Vorräte 42.468 390 0 42.858
Forderungen aus LuL 6.677 3.471 0 10.148
flüssige Mittel 33.647 0 3.956 37.603
übrige Vermögenswerte 911 2 5.376 6.289
kurzfristiges Vermögen gesamt 83.704 3.864 9.331 96.899
gesamtes Segmentvermögen 90.072 3.868 9.715 103.655
Latente Steuern 154
Wertpapiere 3.039
Gesamtes Vermögen 106.848
Segmentschulden
langfristige
Segmentschulden 0 0 42 42
sonstige Rückstellungen 537 0 90 627
Verbindlichkeiten aus LuL 35.439 1.134 72 36.645
übriges kurzfristiges
Fremdkapital 6.390 39 956 7.386
kurzfristige Segmentschulden 42.366 1.174 1.118 44.658
gesamte Segmentschulden 42.366 1.174 1.160 44.700
Latente Steuern und
Steuerverbindlichkeiten 3.354
Gesamte Schulden 48.054
Segmentinvestitionen
Immaterielle
Vermögensgegenstände 168 0 20 188
Sachanlagen 4.078 2 89 4.169
Gesamte Investitionen 4.246 2 109 4.356

Allgemeine Angaben

Die Delticom AG (nachfolgend "AG" genannt) ist die Muttergesellschaft des Delticom-Konzerns (nachfolgend "Delticom" genannt). Die AG ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hannover eingetragen. Die Anschrift der AG lautet 30169 Hannover, Brühlstraße 11, Deutschland.

Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft teilt sich in die Geschäftsbereiche E-Commerce und Großhandel.

Der größte Teil des Umsatzes entfällt auf den Geschäftsbereich E-Commerce. Delticom verkauft Reifen über 120 Online-Shops an private und gewerbliche Endkunden. Der umsatzstärkste Online-Shop ist ReifenDirekt – im deutschsprachigen E-Commerce eine bekannte Marke.

Das Unternehmen ist weltweit in 39 Ländern tätig. Dazu gehören insbesondere die Länder der EU, aber auch andere europäische Staaten wie die Schweiz und Norwegen. Außerhalb Europas setzt Delticom seinen vertrieblichen Schwerpunkt in den USA.

Die Gesellschaft erlöst einen wesentlichen Umsatzanteil mit dem Verkauf eigener Lagerware. Durch den zeitlich versetzten Einkauf und die Lagerung von Reifen ist Delticom jederzeit lieferfähig und kann gute Margen erzielen. Im Geschäft mit fremder Ware verkauft das Unternehmen auch Produkte aus den Lagern von Herstellern und Großhändlern: Solche Reifen werden entweder direkt vom Lieferanten zum Kunden geliefert oder durch Paketdienste im Auftrag von Delticom zugestellt.

In den Online-Shops wird den Kunden die gesamte, über beide Vertriebswege lieferbare Produktpalette einheitlich präsentiert. Hotlines in der jeweiligen Landessprache und das weltweite Montagepartner-Netz gewährleisten eine hohe Servicequalität.

Im Geschäftsbereich Großhandel verkauft Delticom Reifen an Großhändler im In- und Ausland.

Der vorliegende Konzernabschluss wird am 23. März 2011 durch den Vorstand zur Veröffentlichung freigegeben. Der Konzernabschluss wird offen gelegt und beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht, um ihn dort bekannt machen zu lassen.

Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen Rundungsdifferenzen auftreten.

Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Allgemeine Grundsätze

Delticom AG stellt gemäß § 315a HGB einen befreienden Konzernabschluss nach IFRS auf.

Der Konzernabschluss von Delticom für das Geschäftsjahr 2010 wurde nach den aufgrund der EU-Verordnung Nr. 1606/2002 am Bilanzstichtag verpflichtend anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften des International Accounting Standards Board (IASB) auf der Grundlage des Prinzips historischer Anschaffungskosten, mit Ausnahme bestimmter Finanzinstrumente, die zu Zeitwerten ausgewiesen werden, erstellt. Die Anforderungen der angewandten Standards und Interpretationen (SIC/IFRIC) wurden ausnahmslos erfüllt und führen zur Darstellung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Delticom.

Der Konzernabschluss wird in der Währung Euro (EUR) aufgestellt. Sie ist funktionale Währung und Berichtswährung der Delticom ist. Die Betragsangaben im Anhang erfolgen grundsätzlich in Tausend Euro (Tsd. €), sofern nichts anderes angegeben ist.

Verpflichtend angewendete neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen und deren Auswirkungen:

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Standard / Interpretation Anwen-

dungs-

pflicht
Übernahme

durch

EU-

Kommission

am 31.12.10
Auswirkungen
IFRIC 12 Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen 30.03.09 ja keine
IFRIC 15 Vereinbarungen über die Errichtung von Immobilien 01.01.10 ja keine
IFRIC 16 Absicherungen einer Nettoinvestition in einem ausländischen Geschäftsbetrieb 01.07.09 ja keine
IFRIC 17 Sachausschüttungen an Eigentümer 01.11.09 ja keine
IFRIC 18 Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden 01.11.09 ja keine
Improvements 2009 - Geringfügige Änderungen zu einer Vielzahl an Standards (IFRS 2, IFRS 5, IFRS 8, IAS 1, IAS 7, IAS 17, IAS 18, IAS 36, IAS 38, IAS 39, IFRIC 9, IFRIC 16) und daraus sich ergebende Folgeänderungen 01.01.10 ja keine wesentlichen Auswirkungen
IFRS 3 IAS 27 Unternehmenszusammenschlüsse/Konzernabschluss 01.07.10 ja Veränderte Abbildung von Unternehmens-zusammenschlüssen
IAS 39 Finanzinstrumente - Ansatz und Bewertung - Zulässige Grundgeschäfte im Rahmen von Sicherungsbeziehungen - Änderungen 01.07.10 ja keine
IFRS 1 Erstmalige Anwendung der IFRS 01.01.10 ja keine
IFRS 1 Weitere Ausnahmen für erstmalige Anwender 01.01.10 ja keine
IFRS 2 IFRIC 11 Anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich innerhalb einer Unternehmensgruppe 01.01.10 ja keine

Veröffentlichte, aber noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards und Interpretationen:

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Standard / Interpretation Anwen-

dungs-

pflicht
Übernahme durch

EU-

Kommission

am 31.12.10
voraussichtliche

Auswirkungen
IAS 32 Klassifizierung von Bezugsrechten 01.02.10 ja keine
IFRS 1 Begrenzte Befreiung von Vergleichsangaben nach IFRS 7 für erstmalige Anwender 01.07.10 ja keine
Improvements 2010 - Geringfügige Änderungen zu einer Vielzahl an Standards (IFRS 3, IFRS 5, IFRS 7, IAS 1, IAS 8, IAS 27, IAS 88, IAS 34, IAS 40, IFRIC 13) und daraus sich ergebende Folgeänderungen 01.07.10 nein keine wesentlichen Auswirkungen
IAS 24 Nahe stehende Personen und Unternehmen 01.01.11 ja keine
IFRIC 14 Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsverpflichtungen - Änderungen 01.01.11 ja keine
IFRIC 19 Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten mit Eigen-

kapitalinstrumenten
01.07.10 ja keine
IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben - Änderung 01.07.11 nein Anhangsangaben
IFRS 1 Schwerwiegende Hochinflation und Beseitigung fixer Daten für erstmalige Anwender - Änderungen 01.07.11 nein keine
IAS 12 Latente Steuern: Realisierung zugrundeliegender Vermögenswerte - Änderung 01.12.12 nein nicht absehbar
IFRS 9 Finanzinstrumente: Klassifizierung und Bewertung 01.01.13 nein nicht absehbar

Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis umfasst neben der Delticom AG mit Sitz in Hannover, eingetragen beim Amtsgericht Hannover unter HRB 58026, die inländischen Tochtergesellschaften Reifendirekt GmbH, Hannover, Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH, Hannover sowie die ausländischen Tochtergesellschaften Delticom Tyres Ltd., Oxford (Großbritannien), NETIX S.R.L., Timisoara (Rumänien) und Delticom North America Inc. (Wilmington, Delaware, USA). Sämtliche Anteilsbesitze an den Tochterunternehmen liegen zu 100% bei der Delticom AG.

Delticom hat im Berichtsjahr 50,9% der Anteile an der Tyrepac Pte. Ltd., Singapur, erworben. Die Gesellschaft wird aufgrund der geringen Bedeutung für die Vermögens-, Finzanz- und Ertragslage nicht konsolidiert sondern als Finanzinstrument nach IAS 39 bilanziert.

Konsolidierungsmethoden

Tochterunternehmen sind alle Unternehmen, bei denen die AG die Kontrolle über die Finanz- und Geschäftspolitik innehat, regelmäßig begleitet von einem Stimmrechtsanteil von mehr als 50%. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht; sie endet, wenn diese Möglichkeit nicht mehr gegeben ist.

Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt zuzüglich der dem Erwerb direkt zurechenbaren Kosten. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt bewertet, unabhängig vom Umfang der Minderheitsanteile.

Der Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs über den Anteil des Konzerns an dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Nettovermögen wird als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Sind die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Grundlage für den Konzernabschluss bilden die nach einheitlichen geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellten Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften. Bei den in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften deckt sich der Stichtag des Einzelabschlusses mit dem Stichtag des Konzernabschlusses.

Alle konzerninternen Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen werden im Rahmen der Schuldenkonsolidierung eliminiert. Umsatzerlöse aus Lieferungen und Leistungen sowie Zinszahlungen und weitere Erträge zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden mit den auf sie entfallenden Aufwendungen verrechnet (Aufwands- und Ertragskonsolidierung). Zwischengewinne aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen wurden unter Berücksichtigung latenter Steuern ergebniswirksam bereinigt. Konzerninterne Lieferungen und Leistungen erfolgten zu marktüblichen Konditionen. Minderheitenanteile am Eigenkapital und am Ergebnis von Tochtergesellschaften, die vom Mutterunternehmen kontrolliert werden, waren nicht auszuweisen.

Segmentberichterstattung

Ein Geschäftssegment ist eine Gruppe von Vermögenswerten und betrieblichen Aktivitäten, welches Produkte oder Dienstleistungen bereitstellt, die bezüglich ihrer Risiken und Chancen unterschiedlich von denen anderer Geschäftsbereiche sind.

Geschäftstätigkeiten des Konzerns, die zu Umsatzerlösen und sonstigen Erträgen führen, vollziehen sich in den Geschäftsbereichen Großhandel und E-Commerce; Delticom ist ein Zwei-Segment-Unternehmen. Im Großhandel werden Reifen an andere Großhändler veräußert. Im E-Commerce werden Reifen an Händler, Werkstätten und Endverbraucher über 120 Shops (Vorjahr: 105) in 39 Ländern vertrieben. Weitere Geschäftsfelder, die separat berichtspflichtige Segmente darstellen könnten, gibt es nicht. Umsätze zwischen den Segmenten fanden unverändert wie in den Vorjahren nicht statt. Die interne Steuerung erfolgt anhand der Geschäftsbereiche Großhandel und E-Commerce. Dem folgt auch die Segmentberichterstattung.

Währungsumrechnung

Fremdwährungsgeschäfte werden in den Einzelabschlüssen der AG und deren Tochtergesellschaften mit den Kursen zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls umgerechnet. In der Bilanz werden monetäre Posten in fremder Währung unter Verwendung des Kurses am Bilanzstichtag angesetzt, wobei die eingetretenen Gewinne und Verluste ergebniswirksam erfasst werden.

Die im Abschluss eines jeden Konzernunternehmens enthaltenen Posten werden auf Basis derjenigen Währung bewertet, die der Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds entspricht, in dem das Unternehmen operiert (funktionale Währung).

Zur Delticom gehörende ausländische Gesellschaften sind grundsätzlich selbständige Teileinheiten, deren Abschlüsse nach dem Konzept der funktionalen Währung umgerechnet werden.

Alle Vermögenswerte und Schulden werden zum Kurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Das Eigenkapital wird mit dem historischen Kurs angesetzt. Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit dem gewichteten Jahresdurchschnittskurs in Euro umgerechnet. Die sich hieraus ergebenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral in der Rücklage aus Währungsumrechnungsdifferenzen im Eigenkapital erfasst und verbleiben dort bis zum Abgang des betreffenden Tochterunternehmens aus dem Konsolidierungskreis.

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Land Mittelkurs

zum Bilanzstichtag

1 € =
gewichteter

Jahresdurchschnittskurs

1 € =
Großbritannien 0,8630 GBP 0,8589 GBP
USA 1,3282 USD 1,3247 USD
Rumänien 4,2890 RON 4,2246 RON

Schätzungen und Annahmen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind Annahmen getroffen und Schätzungen verwandt worden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten ausgewirkt haben. Die Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern, die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen sowie die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen. Der jeweiligen Schätzung zu Grunde liegenden Annahmen sind bei den einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz erläutert. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Solche Abweichungen werden zum Zeitpunkt der Kenntnisgabe erfolgswirksam berücksichtigt.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerte sind zu Anschaffungskosten zuzüglich der Kosten für die Versetzung in einen nutzungsbereiten Zustand aktiviert und werden, sofern sie eine bestimmbare Nutzungsdauer haben, entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer pro-rata-temporis linear abgeschrieben.

Kosten, die mit der Aufrechterhaltung von Software verbunden sind, werden im Zeitpunkt ihres Anfallens als Aufwand erfasst.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen im Wesentlichen folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern zu Grunde:

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betriebsgewöhnliche

Nutzungsdauer in Jahren
Internet-Domains 20
EDV Software 3-5

Das Sachanlagevermögen ist zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen bewertet. Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten umfassen den Kaufpreis einschließlich direkt zurechenbarer Anschaffungsnebenkosten, die anfallen, um den Vermögenswert in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Rabatte, Boni und Skonti werden vom Kaufpreis abgezogen. Die Abschreibungen erfolgen linear pro-rata-temporis.

Nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden nur dann als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Vermögenswertes erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass daraus dem Konzern zukünftig wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig ermittelt werden können. Alle anderen Reparaturen und Wartungen werden in dem Geschäftsjahr aufwandswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in dem sie angefallen sind.

Die Restbuchwerte und die wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und ggf. angepasst. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswertes seinen geschätzten erzielbaren Betrag, so wird auf diesen niedrigeren Betrag abgeschrieben. Sollten die Gründe für eine in Vorjahren vorgenommene außerplanmäßige Abschreibung entfallen, werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.

Gewinne und Verluste aus den Abgängen von Vermögenswerten werden als Unterschiedsbetrag zwischen den Veräußerungserlösen und dem Buchwert ermittelt und erfolgswirksam erfasst.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen im Wesentlichen folgende wirtschaftliche Nutzungsdauern zu Grunde:

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betriebsgewöhnliche

Nutzungsdauer in Jahren
Mietereinbauten 33
Maschinen 4-15
Geschäftsausstattung 3-15
Büroeinrichtung 3-15

Ein Leasingverhältnis wird als Finanzierungsleasing klassifiziert, wenn im Wesentlichen alle mit dem Eigentum des Leasingobjektes verbundenen Risiken und Chancen aus der Nutzung des Leasingobjektes auf Delticom übertragen werden.

Vermögenswerte aus Finanzierungsleasing werden mit dem niedrigeren Wert aus dem beizulegenden Zeitwert des Leasinggegenstandes und dem Barwert der Mindestleasingzahlungen aktiviert. Die Leasingrate wird in einen Zins- und einen Tilgungsanteil aufgespaltet, so dass sich eine konstante Verzinsung der Leasingverbindlichkeiten ergibt. Die Leasingverbindlichkeit wird, ohne Berücksichtigung von Zinsen, unter den langfristigen Verbindlichkeiten erfasst.

Das unter Finanzierungsleasing zu erfassende Sachanlagevermögen wird über den kürzeren der beiden Zeiträume – der wirtschaftlichen Nutzungsdauer bzw. Laufzeit des Leasingverhältnisses – abgeschrieben. Werden Vermögenswerte in einem Finanzierungsleasing an einen Leasingnehmer übergeben, so wird der Barwert der Leasingzahlungen als Forderung angesetzt. Leasingerträge werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses anhand der Annuitätenmethode erfasst. In 2010 ist Delticom keine derartigen Leasingverhältnisse eingegangen.

Alle Leasingverhältnisse, welche die Kriterien des Finanzierungsleasings nicht erfüllen, werden als Operating-Leasing qualifiziert, bei dem die Bilanzierung beim Leasinggeber erfolgt.

Die in der Bilanz ausgewiesenen Finanzinstrumente (finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten) im Sinne von IAS 32 und IAS 39 umfassen bestimmte Finanzanlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie bestimmte auf vertraglichen Vereinbarungen beruhende sonstige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Finanzielle Vermögenswerte werden in die folgenden Kategorien unterteilt: Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte, Darlehen und Forderungen, bis zur Endfälligkeit zu haltende finanzielle Vermögenswerte und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte. Für die Klassifizierung ist der Zweck, für den die finanziellen Vermögenswerte erworben wurden, maßgeblich. Das Management bestimmt die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte beim erstmaligen Ansatz.

Ein finanzieller Vermögenswert wird der Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte zugeordnet, wenn er prinzipiell mit kurzfristiger Verkaufsabsicht erworben wurde oder der finanzielle Vermögenswert vom Management entsprechend designiert wurde. Derivate gehören ebenfalls dieser Kategorie an, sofern sie nicht als Sicherungsgeschäfte qualifiziert sind. Die Kategorie hat zwei Unterkategorien: Finanzielle Vermögenswerte, die von Beginn an als zu Handelszwecken gehalten eingeordnet wurden, und solche, die von Beginn an als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte designiert wurden.

Darlehen und Forderungen sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit fixen bzw. bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Sie entstehen, wenn der Konzern Geld, Güter oder Dienstleistungen direkt einem Schuldner ohne die Absicht bereitstellt, diese Forderungen zu handeln.

Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit fixen bzw. bestimmbaren Zahlungen und festen Laufzeiten, bei denen das Konzernmanagement die Absicht und Fähigkeit besitzt, diese bis zur Endfälligkeit zu halten.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert sind und nicht einer anderen Kategorie zugeordnet werden.

Die Finanzinstrumente werden den langfristigen Vermögenswerten zugeordnet, sofern das Management nicht die Absicht hat, sie innerhalb von 12 Monaten nach dem Bilanzstichtag zu veräußern.

Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden grundsätzlich zum Handelstag bilanziert. Dies ist der Tag, an dem das Unternehmen Vertragspartei wird.

Bei der erstmaligen bilanziellen Erfassung werden diese finanziellen Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten mit ihren Anschaffungskosten angesetzt, die dem Zeitwert der Gegenleistung unter Einbeziehung von Transaktionskosten entsprechen.

Finanzielle Vermögenswerte, die nicht der Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte angehören, werden anfänglich zu ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten angesetzt. Sie werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen aus dem Investment erloschen sind oder übertragen werden und der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, überträgt.

Vermögenswerte der Kategorien zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte werden nach ihrem erstmaligen Ansatz zu ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Darlehen und Forderungen und bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode bilanziert.

Realisierte und nicht realisierte Gewinne und Verluste aus der Änderung des beizulegenden Zeitwerts von Vermögenswerten der Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte werden in der Periode der Entstehung erfolgswirksam erfasst. Unrealisierte Gewinne oder Verluste aus der Änderung des beizulegenden Zeitwertes von nichtmonetären Wertpapieren der Kategorie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden – sofern keine dauernde Wertminderung vorliegt – im Eigenkapital erfasst. Werden Vermögenswerte dieser Kategorie veräußert, so sind die im Eigenkapital enthaltenen kumulierten Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam als Gewinne bzw. Verluste aus finanziellen Vermögenswerten in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.

Zu jedem Bilanzstichtag wird überprüft, ob objektive Anhaltspunkte für eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswertes bzw. einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Im Falle von Eigenkapitalinstrumenten, die als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert sind, wird ein wesentlicher oder andauernder Rückgang des beizulegenden Zeitwerts unter die Anschaffungskosten dieser Eigenkapitalinstrumente als Indikator dafür angesehen, dass die Eigenkapitalinstrumente wertgemindert sind.

Vorräte sind grundsätzlich mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert sowie ggf. unter Berücksichtigung einer Wertberichtigung für eingeschränkte Verwertbarkeit bewertet.

Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden auf Grundlage der Durchschnittskostenmethode (gewogener Durchschnitt) gebildet. Im Rahmen dieser Methode werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von vergleichbaren Vermögenswerten dadurch bestimmt, dass ein gewogener Durchschnitt aus den Anschaffungs- oder Herstellungskosten der zu Beginn der Periode vorhandenen Vorräte und den zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewerteten Zugängen während der Periode gebildet wird. Der Nettoveräußerungswert der Vorräte entspricht dem Verkaufspreis im normalen Geschäftsgang abzüglich der Vertriebskosten. Fremdkapitalkosten werden nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Forderungen werden anfänglich zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Verwendung der Effektivzinsmethode sowie unter Abzug von Wertminderungen bewertet. Eine Wertminderung bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird dann erfasst, wenn objektive Hinweise dafür vorliegen, dass die fälligen Forderungsbeträge nicht bzw. nicht vollständig einbringlich sind.

Die Höhe der Wertminderung bemisst sich als Differenz zwischen dem Buchwert der Forderung und dem Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows aus dieser Forderung, diskontiert mit dem Effektivzinssatz. Der Buchwert der Forderung wird durch den Ansatz eines Wertminderungskontos gemindert. Die Wertminderung wird erfolgswirksam erfasst. In Fremdwährung valutierende Posten wurden zum Mittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind zum jeweiligen Nennwert angesetzt. Ausgewiesen werden Bankguthaben sowie Kassenbestände und Schecks, die ausnahmslos kurzfristig fällig sind. Liquide Mittel in Fremdwährung werden zum jeweiligen Stichtagskurs umgerechnet.

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt nach IAS 12. Aktive latente Steuern werden grundsätzlich für temporäre Differenzen zwischen Wertansätzen der Steuerbilanz und der Konzernbilanz erfasst. Jedoch gilt dies nur, sofern es wahrscheinlich ist, dass zukünftig ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die temporäre Differenz verwendet werden kann. Darüber hinaus werden latente Steuern auf künftig als realisierbar eingeschätzte Verlustvorträge aktiviert. Passive latente Steuern werden grundsätzlich für sämtliche zu versteuernde temporäre Differenzen zwischen Wertansätzen der Steuerbilanz und der Konzernbilanz gebildet.

Latente Steuern werden unmittelbar im Eigenkapital erfasst, sofern sich die Steuer auf Posten bezieht, die in der gleichen oder einer anderen Periode unmittelbar dem Eigenkapital gutgeschrieben oder belastet werden.

Latente Steuern werden unter der Anwendung der Steuersätze und Steuervorschriften bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet worden sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Latente Steuerposten inländischer Gesellschaften werden mit einem Steuersatz von 31,93% (Vorjahr 31,93%) bewertet.

Eine Saldierung von aktiven latenten Steuern mit passiven latenten Steuern erfolgt, soweit eine Identität der Steuergläubiger und Fristenkongruenz besteht.

Latente Steuerforderungen und latente Steuerverbindlichkeiten werden gemäß IAS 1.70 unter den langfristigen Vermögenswerten bzw. langfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Eine Abzinsung latenter Steueransprüche und -verbindlichkeiten ist gem. IAS 12.53 nicht zulässig.

Die deutschen Gesellschaften unterliegen einer Gewerbeertragsteuer von 16,1% (Vorjahr: 16,1%) des Gewerbeertrags. Der Körperschaftsteuersatz beträgt 15,0% (Vorjahr: 15,0%) zuzüglich des Solidaritätszuschlags in Höhe von 5,5% (Vorjahr: 5,5%) auf die Körperschaftsteuer.

Die Berechnung der ausländischen Ertragsteuern basiert auf den in den einzelnen Ländern gültigen Gesetzen und Verordnungen. Es werden die jeweiligen länderspezifischen Steuersätze verwendet.

Ertragsteuerrückstellungen werden mit entsprechenden Erstattungsansprüchen saldiert, wenn sie in demselben Steuerhoheitsgebiet bestehen und hinsichtlich Art und Fristigkeit gleichartig sind.

Rückstellungen werden nur unter folgenden Voraussetzungen ausgewiesen: Das Unternehmen besitzt eine gegenwärtige (rechtliche oder faktische) Verpflichtung gegenüber Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses, es ist wahrscheinlich, dass die Erfüllung der Verpflichtung zu einem Abfluss von Ressourcen führen wird, und der Betrag der Verpflichtung verlässlich ermittelt werden kann. Rückstellungen werden unter Berücksichtigung aller daraus erkennbaren Risiken zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag angesetzt und nicht mit Rückgriffsansprüchen verrechnet.

Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und an die gegenwärtige beste Schätzung angepasst. Resultiert aus dem Erfüllungszeitpunkt der Verpflichtung ein wesentlicher Zinseffekt, so wird die Rückstellung zum Barwert bilanziert. Soweit in einzelnen Fällen keine zuverlässige Schätzung möglich ist, wird keine Rückstellung gebildet, sondern eine Eventualschuld angegeben.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten werden erstmals zu ihren beizulegenden Zeitwerten unter Einbeziehung von Transaktionskosten erfasst und in der Folgezeit zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Differenz zwischen dem Auszahlungskurs und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit des jeweiligen Vertrages unter Anwendung der Effektivzinsmethode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. In Fremdwährung valutierende Posten werden zum Mittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Die Erfassung von Umsatzerlösen sowie sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgt zum Zeitpunkt der Leistungserbringung, sofern die Höhe der Erträge zuverlässig ermittelbar ist und der wirtschaftliche Nutzen wahrscheinlich zufließen wird. Erträge aus Dienstleistungen werden grundsätzlich zeitanteilig über die Periode der Leistungserbringung erfasst. Die Umsatzerlöse werden um Erlösschmälerungen gemindert. Bei der Veräußerung von Handelswaren an Kunden liegt die Leistungserbringung grundsätzlich zu dem Zeitpunkt vor, an dem die Handelswaren in das wirtschaftliche Eigentum des Kunden übergegangen sind. Der Übergang des wirtschaftlichen Eigentums ist dabei nicht an den Übergang des rechtlichen Eigentums gebunden. Lieferungen von Handelswaren, bei denen aufgrund von Erfahrungswerten eine Rückgabe erwartet wird, werden nicht ergebniswirksam erfasst.

Aufwendungen werden erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der mit dem Geschäftsvorfall verbundene wirtschaftliche Nutzen von der Gesellschaft abfließt und die Höhe der Aufwendungen verlässlich bemessen werden können. Fremdkapitalkosten werden ausschließlich in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Eine Aktivierung als Teil von Anschaffungs- oder Herstellungskosten findet nicht statt.

Zinsen werden entsprechend der effektiven Verzinsung der Vermögenswerte und Schulden erfasst.

Abschreibungen werden planmäßig entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen vorgenommen. Wertminderungen von Vermögenswerten (Impairment Test) unter die fortgeführten Anschaffungskosten werden durch außerplanmäßige Abschreibungen erfasst. An jedem Bilanzstichtag überprüft Delticom die Buchwerte seiner immateriellen Vermögenswerte und seines Sachanlagevermögens, um festzustellen, ob Anzeichen für eine Wertminderung vorliegen. Sind solche Anhaltspunkte erkennbar, wird der erzielbare Betrag geschätzt, um den Umfang des Wertminderungsaufwands festzustellen.

Kann der erzielbare Betrag für den einzelnen Vermögenswert nicht geschätzt werden, erfolgt die Schätzung auf Ebene der Zahlungsmittel generierenden Einheit, zu welcher der Vermögenswert gehört. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn der aus dem Vermögenswert zufließende Nutzen niedriger ist als dessen Buchwert. Der aus einem Vermögenswert zufließende Nutzen entspricht dem höheren Wert aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert und dem Ertragswert. Der Ertragswert bestimmt sich aus dem Barwert der zukünftigen dem Vermögenswert zuzuordnenden Zahlungsströme. Wenn der Grund für eine früher vorgenommene außerplanmäßige Abschreibung entfallen ist, wird eine Zuschreibung vorgenommen.

Kapitalrisikomanagement

Der Konzern steuert sein Kapital mit dem Ziel, die Erträge der Unternehmensbeteiligten durch Optimierung des Verhältnisses von Eigen- zu Fremdkapital zu maximieren. Dies dient auch dem Ziel, die Kosten der Kapitalbeschaffung zu reduzieren. Dabei wird sichergestellt, dass alle Konzernunternehmen unter der Unternehmensfortführungsprämisse operieren können.

Um die Kapitalstruktur beizubehalten oder zu optimieren, obliegt es dem Konzern, die Höhe der Dividendenzahlungen anzupassen, Kapitalrückzahlungen an die Anteilseigner zu tätigen, neue Aktien auszugeben oder Vermögenswerte zu veräußern, um Schulden zu reduzieren.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(1) Umsatzerlöse

Sonstige Erlöse werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

für den Zeitraum vom 01. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2009:

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in Tausend € Länder der EU USA und

sonstige
Gesamt
E-Commerce 241.362 55.136 296.498
Großhandel 13.388 1.373 14.761
Gesamt 254.749 56.509 311.259

für den Zeitraum vom 01. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2010:

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in Tausend € Länder der EU USA und

sonstige
Gesamt
E-Commerce 319.618 84.079 403.697
Großhandel 13.256 2.624 15.880
Gesamt 332.874 86.703 419.577

(2) sonstige betriebliche Erträge

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in Tausend € 2010 2009
Erträge aus Kursdifferenzen 4.073 2.334
Versicherungsentschädigungen 78 380
Buchgewinne aus Anlagenabgängen 3 2
übrige 1.597 1.599
Summe 5.751 4.315

Die Kursgewinne enthalten Gewinne aus Kursänderungen zwischen Entstehungszeitpunkt und Zahlungszeitpunkt sowie der Bewertung zum Stichtagskurs. Kursverluste aus diesen Vorgängen werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

(3) Materialaufwand

Der Materialaufwand in Höhe von 300,7 Mio. € (Vorjahr 225,8 Mio. €) resultiert ausschließlich aus verkaufter Handelsware.

(4) Personalaufwand

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in Tausend € 2010 2009
Löhne und Gehälter 6.001 5.134
soziale Abgaben 780 643
Altersversorgung und Unterstützung 23 24
Summe 6.804 5.801

Bei der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland handelt es sich um einen beitragsorientierten Plan. Delticom leistet aufgrund seiner ihm durch den Gesetzgeber auferlegten Verpflichtung Beitragszahlungen an die gesetzliche Rentenversicherung. Delticom hat über die Zahlung der Beiträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpflichtungen. Die Beiträge in Höhe von 404 Tsd. € (Vorjahr: 340 Tsd. €), werden bei Fälligkeit im Personalaufwand erfasst.

2010 hatte Delticom im Durchschnitt 101 Mitarbeiter (Vorjahr: 87 Mitarbeiter).

(5) Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens und Sachanlagen

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in Tausend € 2010 2009
Auf immaterielle Vermögenswerte 194 156
Auf Sachanlagen 1.100 881
Summe 1.295 1.037

Außerplanmäßige Abschreibungen auf der Grundlage von Impairment-Tests (IAS 36) waren nicht erforderlich.

(6) sonstige betriebliche Aufwendungen

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in Tausend € 2010 2009
Ausgangsfrachten 34.544 26.810
Lagerhandlingkosten 4.505 3.189
Gebühren Kreditkarten 3.122 2.135
Forderungsverluste und Einzelwertberichtigungen 1.640 1.553
Externe Werbekosten 8.955 7.691
Operations-Center 3.838 3.556
Mieten und Betriebskosten 3.491 2.214
Finanzen und Recht 2.761 1.829
IT und Telekommunikation 690 603
Aufwendungen aus Kursdifferenzen 4.776 2.763
übrige 1.188 1.199
Summe 69.510 53.541

Den ausgewiesenen Mietzahlungen liegen Mietverträge über Büroräume und Parkplätze in der Brühlstraße 11 in Hannover sowie für Lagerhallen zugrunde. Die Mietverhältnisse erfüllen die Definition eines Operating-Leasingverhältnisses.

Die zukünftigen Leasingzahlungen sind unter Punkt "Sonstige Angaben" erläutert.

(7) Finanzergebnis

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in Tausend € 2010 2009
Finanzaufwand 32 30
Finanzertrag 134 194
Summe 102 163

Im Finanzergebnis werden Zinsen nur für solche Finanzinstrumente ausgewiesen, die nicht zum beizulegenden Zeitwert in der Bilanz bewertet wurden.

(8) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die erfolgswirksamen Steuern vom Einkommen und Ertrag ergeben sich aus:

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2010 2009
in Tausend € Inland Ausland Gesamt Inland Ausland Gesamt
--- --- --- --- --- --- ---
Laufende Ertragsteuern 15.371 157 15.528 9.520 –27 9.494
Latente Ertragsteuern –626 12 –614 5 –158 –154
Gesamt 14.746 169 14.915 9.525 –185 9.340
davon periodenfremd –165 –28 –192 –12 0 –12

Im Berichtsjahr wurden 6 Tsd. € (Vorjahr: 11 Tsd. €) Ertragsteuern direkt im Eigenkapital erfasst.

Aktive und passive latente Steuern wurden im Zusammenhang mit den folgenden Positionen und Sachverhalten gebildet:

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2010 2009
in Tausend € aktive latente

Steuern
passive

latente Steuern
aktive latente

Steuern
Passive

latente Steuern
--- --- --- --- ---
Verlustvorträge 154 0 154 0
Immaterielle Vermögensgegenstände 23 0 3 26
Sachanlagen 25 76 0 72
Vorräte 88 46 36 230
Forderungen 5 12 0 93
Wertpapiere 0 5 0 11
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 0 0 0 62
Sonstige Aktiva 0 60 0 0
Rückstellungen 41 0 0 23
Verbindlichkeiten 107 125 0 85
sonstige Passiva 334 108 124 1
Gesamt 778 431 317 603
Saldierung –431 –431 –163 –163
Bilanzansatz 346 0 154 440

Eine Überleitung des erwarteten Ertragsteuerergebnisses auf das tatsächliche Ertragsteuerergebnis zeigt die folgende Übersicht:

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in Tausend € 2010 2009
Ergebnis vor Ertragsteuern 47.165 29.568
Ertragsteuersatz Delticom AG 31,93% 31,93%
Erwarteter Steueraufwand 15.060 9.441
Abweichungen vom erwarteten Ertragsteueraufwand
Anpassung an abweichenden Steuersatz –9 16
Nicht aktivierte latente Steuern auf steuerliche Verluste 3 15
Aktivierte latente Steuern auf Verlustvorträge 0 –146
Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen 52 27
Periodenfremde Ertragsteuern –192 –12
Sonstige Steuereffekte 0 –1
Summe der Anpassungen –145 –101
Tatsächlicher Steueraufwand 14.915 9.340

Die Anpassung an den abweichenden Steuersatz beruht auf niedrigeren Ertragsteuersätzen bei den ausländischen Tochtergesellschaften. Für ausländische nicht werthaltige vortragsfähige Verlustvorträge in Höhe von 12 Tsd. € wurden keine aktiven latenten Steuern gebildet. Diese Verlustvorträge können 5 Jahre vorgetragen werden.

(9) Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie beträgt 2,72 € (Vorjahr: 1,71 €). Das verwässerte Ergebnis beläuft sich auf 2,70 € (Vorjahr: 1,70 €).

Das Ergebnis je Aktie wurde gemäß IAS 33 berechnet. Im Berichtsjahr liegen 15.810 potenzielle Aktien (Finanzinstrumente und sonstige Vereinbarungen, die deren Inhaber zum Bezug von Stammaktien berechtigen) aus der Tranche vom 22.11.2007 sowie 37.500 potenzielle Aktien aus der Tranche vom 08.05.2008, 37.500 potenzielle Aktien aus der Tranche vom 25.11.2008 und 15.000 potenzielle Aktien aus der Tranche vom 30.03.2009 vor.

Die Ausübungspreise der Tranchen vom 22.11.2007, 08.05.2008, 25.11.2008 und 30.03.2009 lagen unter dem durchschnittlichen Kurswert seit Ausgabe der entsprechenden Optionen. Daher wurden alle Tranchen in das verwässerte Ergebnis je Aktie einbezogen.

Zur Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurde als Zähler das Periodenergebnis nach Steuern in Höhe von 32.250.808,46 € (Vorjahr: 20.228.075,06 €) sowie als Nenner der gewichtete Durchschnitt der Anzahl der im Geschäftsjahr vorhandenen Stammaktien sowie der Anzahl der potentiellen Aktien aus Optionsrechten von 11.945.250 Stück (Vorjahr: 11.925.814 Stück) verwendet.

Erläuterungen zur Bilanz

Langfristige Vermögenswerte

(10) Immaterielle Vermögenswerte

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in Tausend € Domains EDV-Software Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 1. Januar 2009 1.189 267 1.456
Zugänge 40 147 187
Abgänge 0 1 1
Umbuchungen 0 0 0
Stand 31. Dezember 2009 1.229 414 1.643
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. Januar 2009 172 118 290
Zugänge 60 96 156
Abgänge 0 –1 –1
Umbuchungen 0 0 0
Stand 31. Dezember 2009 232 213 445
Restbuchwerte zum 31. Dezember 2009 997 201 1.198

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in Tausend € Domains EDV-Software Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 1. Januar 2010 1.229 414 1.643
Zugänge 28 87 115
Abgänge 8 0 8
Umbuchungen 0 –1 –1
Stand 31. Dezember 2010 1.249 500 1.749
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. Januar 2010 232 213 445
Zugänge 62 132 194
Abgänge –2 0 –2
Umbuchungen 0 0 0
Stand 31. Dezember 2010 292 346 637
Restbuchwerte zum 31. Dezember 2010 957 154 1.112

(11) Sachanlagen

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in Tausend € Grundstücke,

grundstücksgleiche

Rechte und Bauten

einschließlich der

Bauten auf

fremden

Grundstücken
Technische

Anlagen und

Maschinen
Andere Anlagen,

Betriebs- und

Geschäftsausstattung
Geleistete

Anzahlungen
Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 1. Januar 2009 257 409 2.423 58 3.147
Zugänge 0 1.146 2.789 234 4.169
Abgänge 0 0 –5 0 –5
Umbuchungen 0 184 0 –184 0
Stand 31. Dezember 2009 257 1.739 5.207 107 7.311
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. Januar 2009 0 72 938 0 1.010
Zugänge 85 85 711 0 881
Abgänge 0 0 –4 0 –4
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2009 85 157 1.645 0 1.887
Restbuchwerte zum 31. Dezember 2009 172 1.582 3.562 107 5.424

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in Tausend € Grundstücke,

grundstücksgleiche

Rechte und Bauten

einschließlich der

Bauten auf

fremden

Grundstücken
Technische

Anlagen und

Maschinen
Andere Anlagen,

Betriebs- und

Geschäftsausstattung
Geleistete

Anzahlungen
Gesamt
Anschaffungskosten
Stand 1. Januar 2010 257 1.739 5.207 107 7.311
Zugänge 0 207 1.454 1.760 3.422
Abgänge 0 7 11 0 18
Währungsrumrechnung –17 0 0 0 –17
Umbuchungen 0 210 1 –210 1
Stand 31. Dezember 2010 240 2.150 6.651 1.657 10.699
Kumulierte Abschreibungen
Stand 1. Januar 2010 85 157 1.645 0 1.887
Zugänge 0 165 935 0 1.100
Abgänge 0 4 9 0 13
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Stand 31. Dezember 2010 85 318 2.571 0 2.974
Restbuchwerte zum 31. Dezember 2010 155 1.832 4.079 1.657 7.724

Das Sachanlagevermögen beinhaltet die Büroeinrichtung für die gemieteten Büroräume in der Brühlstraße 11 in Hannover sowie Reifenverpackungsmaschinen und Lagerausrüstung.

(12) Latente Steuern

Die latenten Steueransprüche werden in Höhe von 154 Tsd. € (Vorjahr: 154 Tsd. €) nach mehr als 12 Monaten realisiert.

(13) Sonstige langfristige Forderungen

Die Forderungen bestehen primär aus geleisteten Kautionen gegenüber der Oberzolldirektion Bern und der Eidgenössischen Steuerverwaltung Bern. Die Währungsumrechnung erfolgte zum Stichtagskurs. Die Forderungen haben langfristigen Charakter.

Kurzfristige Vermögenswerte

(14) Vorräte

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in Tausend € 2010 2009
Reifen 42.366 35.632
Sonstiges Zubehör 493 1.502
Gesamt 51.671 42.858

Die Vorräte bestehen aus unterwegs befindlicher Ware in Höhe von 9.514 Tsd. € (Vorjahr: 4.347 Tsd. €), für die am Stichtag zum Teil bereits Verkaufsgeschäfte abgeschlossen waren, sowie aus eingelagerten Waren in Höhe von 42.157 Tsd. € (Vorjahr: 38.511 Tsd. €), die für den Verkauf im E-Commerce vorgesehen sind. Der Ansatz des Vorratsvermögens erfolgt unter Berücksichtigung der vereinbarten Lieferbedingungen gemäß den Incoterms 2000. Im Berichtsjahr wurden 211.364 Tsd. € (Vorjahr: 143.447 Tsd. €) der Vorräte als Aufwand erfasst. Wertaufholungen wurden im Veranlagungsjahr nicht vorgenommen. Alle Vorräte sind pfandfrei.

(15) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

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in Tausend € 2010 2009
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.928 10.148
davon Forderungen gegenüber nahestehenden
Unternehmen und Personen
(Kategorie: Personen in Schlüsselposition) 424 1.146

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in Tausend €
Forderungen aus

Lieferungen und

Leistungen
Buchwert Am Bilanzstichtag

überfällig und

nicht wertberichtigt
--- --- ---
zum 31.12.2010 10.928 2.940
zum 31.12.2009 10.148 2.565

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in Tausend € Nicht wertberichtigt und überfällig seit
Forderungen aus

Lieferungen und

Leistungen
kleiner

30 Tage
30 bis 60

Tage
60 bis 90

Tage
90 bis

180 Tage
größer

180 Tage
Wert-

berichtigt
--- --- --- --- --- --- ---
zum 31.12.2010 2.710 146 39 35 9 283
zum 31.12.2009 2.189 314 12 38 12 304

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

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in Tausend € 2010 2009
Stand Wertberichtigungen am 1. Januar 1.471 1.816
Zuführungen (Aufwendungen für Wertberichtigungen) 1.532 1.355
Auflösungen –111 –318
Aufwendungen für die vollständige Ausbuchung
von Forderungen –1.265 –1.383
Stand Wertberichtigungen am 31. Dezember 1.627 1.471

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in Tausend € 2010 2009
Erträge aus dem Eingang auf ausgebuchte Forderungen 19 2

(16) Sonstige Forderungen

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in Tausend € 2010 2009
Vergütungs- und Erstattungsansprüche aus Steuern 5.092 3.863
Guthaben bei Lieferanten 582 401
Abgrenzungsposten 288 395
Sonstige Finanzmitteldisposition 1.009 1.009
Termingelder 1.000 0
übrige kurzfristige Forderungen 218 621
Summe 8.189 6.289

Die übrigen kurzfristigen Forderungen enthalten 187 Tsd. € Forderungen aus Währungssicherungskontrakten (Devisentermingeschäften) (Vorjahr: 188 Tsd. €).

(17) Wertpapiere

Unter den Wertpapieren werden geldmarktnahe Fonds ausgewiesen.

(18) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Unter den Zahlungsmitteln werden Bankguthaben, die ausnahmslos kurzfristig fällig sind, sowie Kassenbestände und Schecks ausgewiesen.

Die Zahlungsmittel teilen sich wie folgt auf:

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in Tausend € 2010 2009
Kasse 1 2
Guthaben bei Kreditinstituten 66.797 37.601
Summe 66.798 37.603

Eigenkapital

(19) Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital setzte sich nach dem Börsengang am 26.10.2006 aus 3.946.480 auf den Namen lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien), mit einem rechnerischen anteiligen Betrag am Grundkapital von 1 € je Aktie zusammen. Durch die von der Hauptversammlung am 19.05.2009 beschlossene Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln und die damit verbundene Ausgabe neuer Aktien verdreifachte sich das gezeichnete Kapital. Das Grundkapital beträgt nunmehr 11.839.440 € und ist in 11.839.440 auf den Namen lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1 € je Aktie eingeteilt. Die entsprechende Satzungsänderung wurde am 10.06.2009 beim Amtsgericht Hannover in das Handelsregister eingetragen.

Die Befugnisse des Vorstands hinsichtlich der Ausgabe von Aktien sind in § 5 "Höhe und Einteilung des Grundkapitals" der Satzung der Delticom AG sowie in den §§ 71 ff. Aktiengesetz geregelt. Die ordentliche Hauptversammlung vom 30. August 2006 hat den Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 29. August 2011 gegen Bar- oder Sacheinlagen ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals durch Ausgabe von bis zu 698.240 neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stückaktien um insgesamt bis zu 698.240,00 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II/2006). Das Genehmigte Kapital II/2006 wurde am 01. September 2006 im Handelsregister eingetragen.

Die Hauptversammlung vom 30. August 2006 hat den Vorstand (beziehungsweise den Aufsichtsrat an Stelle des Vorstands soweit Optionsrechte an Vorstandsmitglieder gewährt werden) ermächtigt, bis zum 29. August 2011 einmalig oder mehrmalig Optionsrechte zum Bezug von insgesamt bis zu 100.000 neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stückaktien der Gesellschaft an Mitglieder des Vorstands der Gesellschaft und an Arbeitnehmer der Gesellschaft zu gewähren.

Das Grundkapital der Gesellschaft wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 30. August 2006 um insgesamt bis zu 100.000,00 € durch Ausgabe von insgesamt bis zu 100.000 neuen nennbetragslosen auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital I/2006). Das Bedingte Kapital I/2006 dient ausschließlich der Gewährung neuer Aktien an die Inhaber von Optionsrechten, die gemäß dem Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 30. August 2006 über die Gewährung von Aktienoptionsrechten durch die Gesellschaft ausgegeben werden. Das Bedingte Kapital I/2006 wurde am 01. September 2006 im Handelsregister eingetragen.

Bei der von der Hauptversammlung am 19. Mai 2009 beschlossenen Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln unter Ausgabe neuer Aktien erhöhte sich das Bedingte Kapital I/2006 im gleichen Verhältnis wie das Grundkapital auf 300.000,00 €. Die Kapitalerhöhung und die Satzungsänderung bezüglich des Bedingten Kapitals I/2006 wurde am 10. Juni 2009 beim Amtsgericht Hannover in das Handelsregister eingetragen.

Die Hauptversammlung vom 30. August 2006 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 29. August 2011 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen (zusammenfassend "W/O-Schuldverschreibungen") im Gesamtnennbetrag von bis zu 150.000.000,00 € mit oder ohne Laufzeitbegrenzung zu begeben und den Inhabern von W/O-Schuldverschreibungen Wandlungs- oder Optionsrechte zum Bezug von insgesamt bis zu 1.448.240 neuen auf den Namen lautenden nennwertlosen Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt 1.448.240,00 € ("Neue Aktien") nach näherer Maßgabe der Wandelanleihe- oder Optionsbedingungen zu gewähren. Die Ermächtigung kann in Teilbeträgen ausgenutzt werden.

Das Grundkapital der Gesellschaft wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 30. August 2006 um insgesamt bis zu 1.448.240,00 € durch Ausgabe von insgesamt bis zu 1.448.240 neuen auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital II/2006). Das Bedingte Kapital II dient ausschließlich der Gewährung neuer Aktien an die Inhaber von Wandlungs- oder Optionsrechten, die gemäß Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 30. August 2006 zur Ausgabe von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen durch die Delticom AG oder durch Gesellschaften, an denen die Delticom AG unmittelbar oder mittelbar mehrheitlich beteiligt ist, ausgegeben werden.

Das Bedingte Kapital II/2006 wurde am 01. September 2006 im Handelsregister eingetragen. Bei der von der Hauptversammlung am 19. Mai 2009 beschlossenen Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln unter Ausgabe neuer Aktien erhöhte sich das Bedingte Kapital II/2006 im gleichen Verhältnis wie das Grundkapital auf 4.344.720,00 €. Die Kapitalerhöhung und die Satzungsänderung bezüglich des Bedingten Kapitals II/2006 wurde am 10. Juni 2009 beim Amtsgericht Hannover in das Handelsregister eingetragen.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Mai 2010 wurde die Gesellschaft ermächtigt, eigene Aktien bis zu 10% ihres zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben.Die Ermächtigung gilt bis zum 10. Mai 2015. Die Ermächtigung kann ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals, zu einem oder zu mehreren Zwecken durch die Gesellschaft oder durch Dritte für Rechnung der Gesellschaft ausgeübt werden. Der Erwerb erfolgt nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines öffentlichen Kaufangebots beziehungsweise mittels einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe eines solchen Angebots.

Der für den Erwerb der Aktien über die Börse gezahlte Gegenwert je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) darf den am Börsenhandelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs im XETRA-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten. Bei einem Erwerb über ein (i) öffentliches Kaufangebot beziehungsweise einer (ii) öffentlichen Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots dürfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der gebotenen Kaufpreisspanne je Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den maßgeblichen Wert einer Aktie der Gesellschaft um nicht mehr als 10% über- oder unterschreiten. Maßgeblicher Wert ist im Falle (i) der durch die Schlussauktion ermittelte Kurs im XETRA-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) am Börsenhandelstag vor dem Tag der Bekanntgabe des Angebots, im Falle (ii) der durch die Schlussauktion ermittelte Kurs im XETRA-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) am letzten Börsentag vor dem Tag, an dem die Angebote von der Gesellschaft angenommen werden. Ergeben sich nach der Veröffentlichung eines Kaufangebots nicht unerhebliche Abweichungen des maßgeblichen Kurses, kann das Angebot angepasst werden.

Der Vorstand ist ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu verwenden: Insbesondere kann er die Aktien einziehen oder in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an die Aktionäre sowie gegen Sachleistung veräußern. Das Bezugsrecht der Aktionäre kann unter bestimmten Bedingungen ausgeschlossen werden.

(20) Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage enthält die bei der Ausgabe der auf den Namen lautenden Stückaktien über den Nennbetrag hinaus erzielten Beträge sowie den Aufwand aus dem Aktienoptionsprogramm.

Die Delticom AG hat einem Mitglied des Vorstands im Rahmen eines Aktienoptionsprogramms Optionsrechte mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente eingeräumt. Die Zusage basiert auf den Optionsbedingungen vom 09. August 2007.

Grundsätzlich können die Optionen jeweils in einem Zeitraum von sechs Wochen nach Bekanntgabe der endgültigen Quartalsergebnisse oder der endgültigen Ergebnisse des vorangegangenen Geschäftsjahres ausgeübt werden.

Voraussetzung für die Ausübung eines Optionsrechts ist, dass der ungewichtete Durchschnitt der Schlusspreise der Aktie der Gesellschaft an den fünf Börsenhandelstagen vor dem ersten Tag des jeweiligen Ausübungszeitraumes, in dem das Optionsrecht ausgeübt wird, mindestens 120% des Ausübungspreises beträgt.

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4.Tranche 3.Tranche 2.Tranche 1.Tranche
Ausgabedatum 30.03.2009 25.11.2008 08.05.2008 22.11.2007
Laufzeit 10 Jahre 10 Jahre 10 Jahre 10 Jahre
Sperrfrist 2 Jahre 2 Jahre 2 Jahre 2 Jahre
Ausübungspreis 12,88 € 12,23 € 13,19 € 19,81 €
Anzahl ausgegebener Optionen 15.000 37.500 37.500 15.810
Anzahl ausgeübter Optionen 0 0 0 0
Anzahl verfallener Optionen 0 0 0 0
Ausstehend zum 31.12.2010 15.000 37.500 37.500 15.810
Ausübbar zum 31.12.2010 0 37.500 37.500 15.810

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4.Tranche 3.Tranche 2.Tranche 1.Tranche
Beizulegender Zeitwert je Option zum Gewährungszeitpunkt 3,18 € 3,27 € 3,75 € 6,47 €
Beizulegender Gesamtzeitwert der Optionsrechte zum Gewährungszeitpunkt 47.700,00 € 122.500,00 € 140.750,00 € 102.291,00 €
Zu berücksichtigender Aufwand aus dem Optionsprogramm im Geschäftsjahr 2010 23.856,00 € 56.148,00 € 23.513,00 € 0,00 €
Erwartete Laufzeit der gewährten Optionsrechte 3,36 Jahre 3,70 Jahre 4,25 Jahre 4,71 Jahre
Erwartete durchschnittliche jährliche Dividendenrendite je Stückaktie 5,00% 5,00% 5,00% 3,00%
Risikoloser Zinssatz 1,80% 2,57% 4,31% 3,90%
Aktienkurs zum Gewährungszeitpunkt 13,63 € 12,83 € 13,41 € 19,65 €
Ausübungspreis 12,88 € 12,23 € 13,19 € 19,81 €
Erwartete Volatilität 42,00% 44,00% 45,00% 45,00%

Die beizulegenden Zeitwerte der Optionen wurden mit Hilfe eines Binomialmodells ermittelt. Hierbei werden mittels eines binomialen Entscheidungsbaums mögliche Entwicklungen der Aktie der Delticom AG modelliert.

Der Ansatz der erwarteten Volatilität basiert auf den historischen Kursdaten der Aktie der Delticom AG. Die erwartete Laufzeit der gewährten Optionsrechte ergibt sich aus der Restlaufzeit des Dienstvertrags des Mitglieds des Vorstands. Der risikolose Zinssatz wurde auf Basis von Zinssätzen für (hypothetische) Null-Kupon-Anleihen ohne Kreditausfallrisiko mit entsprechenden Restlaufzeiten bestimmt.

(21) Direkt im Eigenkapital erfasste Aufwendungen und Erträge

Die in der bilanziellen Umrechnungsdifferenz entstandenen Währungsabweichungen der Tochtergesellschaften Delticom Tyres Ltd., NETIX S.R.L. sowie Delticom North America Inc. wurden in den Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung eingestellt.

Die Neubewertungsrücklage aus den finanziellen Finanzinstrumenten beträgt 10 Tsd. € (Vorjahr: 23 Tsd. €). Die Minderung beruht auf der erfolgswirksamen Realisierung aus dem Verkauf der Wertpapiere.

(22) Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklage besteht ausschließlich aus der gesetzliche Rücklage, die gemäß § 150 AktG bei der AG zu bilden ist.

(23) Bilanzgewinn

Die Gewinnvorträge sind im Konzernbilanzgewinn erfasst. Die Entwicklung ist dem Eigenkapitalspiegel zu entnehmen.

Schulden

(24) Rückstellungen

Im Einzelnen setzen sich die Rückstellungen wie folgt zusammen:

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in Tausend € 01.01.10 Verbrauch Auflösung Zuführung 31.12.10
Steuerrückstellungen 2.915 2.915 0 6.179 6.179
sonstige Rückstellungen langfristig 42 34 0 13 45
sonstige Rückstellungen 627 137 41 2.226 2.200
Gesamt 3.584 3.085 41 8.418 8.424

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten u.a. Kosten für zu erwartende Stornierungen von Kundenbestellungen im Versandgeschäft innerhalb der Rückgabefrist, noch zu entrichtende Entsorgungsgebühren und Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten. Die sonstigen Rückstellungen und Steuerrückstellungen haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. Bei den langfristigen Rückstellungen liegt die Fälligkeit über einem Jahr.

Unter den langfristigen Rückstellungen werden die Kosten für die Erfüllung der gesetzlichen Aufbewahrungsverpflichtung für Geschäftsunterlagen ausgewiesen. Der Abzinsungsprozentsatz beträgt 5,5% (Vorjahr: 5,5%).

Die Steuerrückstellungen betreffen im Wesentlichen die Ertragsteuern des Berichtsjahres und werden nicht abgezinst.

(25) Latente Steuerverbindlichkeiten

In der Berichtsperiode existieren keine latenten Steuerverbindlichkeiten. Die latenten Steuerverbindlichkeiten im Vorjahr in Höhe von 83 Tsd. € wurden nach mehr als 12 Monaten realisiert.

(26) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

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in Tausend € 2010 2009
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 53.615 36.645
davon Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden
Unternehmen und Personen (Kategorie: Personen in
Schlüsselposition) 51 304

Sämtliche Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben eine Fälligkeit von bis zu einem Jahr.

(27) Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien:

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Bewertungs-

kategorie

nach IAS 39
Buchwert

31.12.09
Wertansatz Bilanz nach IAS 39 Fair

Value

31.12.09
in Tausend € Fortgeführ-

te Anschaf-

fungskos-

ten
Fair

Value

erfolgs-

neutral
Fair

Value

erfolgs-

wirksam
--- --- --- --- --- --- ---
Aktiva
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente LaR 37.603 37.603 37.603
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR 10.148 10.148 10.148
Sonstige Forderungen LaR 535 535 535
Sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AfS 3.039 3.039 3.039
Derivative finanzielle Vermögenswerte
Derivate ohne Hedge-Beziehung (Held for Trading) FAHfT 188 188 188
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 36.645 36.645 36.645
Sonstige kurzfristige originäre Verbindlichkeiten FLAC 1.350 1.350 1.350
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne Hedge-Beziehung (Held for Trading) FLHfT 108 108 108
Davon kumuliert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Darlehen und Forderungen (LaR) 48.286 48.286 48.286
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen (HtM) 0 0 0
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (AfS) 3.039 3.039 3.039
Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte (FAHfT) 188 188 188
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) 37.995 37.995 37.995
Zu Handelszwecken gehaltene Verbindlichkeiten (FLHfT) 108 108 108

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Bewertungs-

kategorie

nach IAS 39
Buchwert

31.12.10
Wertansatz Bilanz nach IAS 39 Fair

Value

31.12.10
in Tausend € Fortgeführ-

te Anschaf-

fungskos-

ten
Fair

Value

erfolgs-

neutral
Fair

Value

erfolgs-

wirksam
--- --- --- --- --- --- ---
Aktiva
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente LaR 66.798 66.798 66.798
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR 10.928 10.928 10.928
Sonstige Forderungen LaR 1.509 1.509 1.509
Sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte
Darlehen und Forderungen LaR 1.000 1.000 1.000
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte AfS 1.854 1.854 1.854
Derivative finanzielle Vermögenswerte
Derivate ohne Hedge-Beziehung (Held for Trading) FAHfT 187 187 187
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 54.496 54.496 54.496
Sonstige kurzfristige originäre Verbindlichkeiten FLAC 3.045 3.045 3.045
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne Hedge-Beziehung (Held for Trading) FLHfT 629 629 629
Davon kumuliert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Darlehen und Forderungen (LaR) 80.235 80.235 80.235
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (AfS) 1.854 1.854 1.854
Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte (FAHfT) 187 187 187
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) 57.546 57.546 57.546
Zu Handelszwecken gehaltene Verbindlichkeiten (FLHfT) 629 629 629

Die Nettogewinne beziehungsweise -verluste aus Finanzinstrumenten stellen sich wie folgt dar:

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in Tausend € 2010 2009
Darlehen und Forderungen (LaR) –234 –1.651
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen (HtM) 0 25
davon aus Zinsen 0 25
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (AfS) 26 64
Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte/Verbindlichkeiten (FAHfT + FLHfT) –926 90
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) –810 –3
Summe –1.943 –1.475

Der beizulegende Zeitwert von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, kurzfristigen Forderungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten entspricht aufgrund der kurzen Restlaufzeit annähernd dem Buchwert. Aufgrund der Nähe des Erwerbszeitpunktes der Tochtergesellschaft TYREPAC PTE.Ltd, Singapur, zum Bilanzstichtag entspricht der beizulegende Zeitwert den Anschaffungskosten für diese Beteiligung. Die AfS-Wertpapiere sind börsennotiert und werden auf Grundlage des Börsenkurses zum Bilanzstichtag bewertet. Der Buchwert der derivativen Finanzinstrumente entspricht dem beizulegenden Zeitwert.

Das maximale Ausfallrisiko ist durch den in der Bilanz angesetzten Buchwert jedes finanziellen Vermögenswertes einschließlich der derivativen Finanzinstrumente abzüglich der zum Bilanzstichtag berücksichtigten Wertberichtigungen auf diese Vermögenswerte ersichtlich. Da bei Derivaten die Vertragspartner renommierte Finanzeinrichtungen sind, geht der Konzern davon aus, dass diese ihre Verpflichtungen erfüllen.

Die in den sonstigen originären finanziellen Vermögenswerten enthaltenen Wertpapiere der Kategorie Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 1.036 Tsd. € sind börsennotiert und werden auf Grundlage des Börsenkurses zum Bilanzstichtag bewertet (Stufe 1 der Fair-Value-Hierachie). Die Finanzinstrumente der Kategorie Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 819 Tsd. €, der Kategorie Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 187 Tsd. € sowie der Kategorie Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 629 Tsd. € haben wir in der Fair-Value-Hierachie in Stufe 2 eingeordnet.

Für die Stufe 2 ist Bedingung, dass ein Börsen- oder Marktpreis für ein ähnliches Finanzinstrument vorliegt, bzw. dass die Berechnungsparameter auf Daten aus beobachtbaren Märkten basieren. Finanzinstrumente, bei denen Bewertungsmethoden angewendet werden, für welche die signifikanten Eingangsparameter nicht aus Daten aus beobachtbaren Märkten resultieren (Stufe 3 der Fair-Value-Hierachie) liegen nicht vor.

Die Nettogewinne und -verluste aus Darlehen und Forderungen enthalten Veränderungen in den Wertberichtigungen, Gewinne und Verluste aus dem Abgang, Zahlungseingänge, Wertaufholungen auf ursprünglich wertberichtigte Darlehen und Forderungen, sowie aus Währungsumrechnungen.

Die Nettogewinne aus bis zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinvestitionen enthalten ausschließlich Zinserträge.

Die Nettogewinne aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten umfassen im sonstigen Ergebnis erfasste Wertänderungen in Höhe von 4 Tsd. € (Vorjahr: 92 Tsd. €) sowie die erfolgswirksame Auflösung der Neubewertungsrücklage in Höhe von –22 Tsd. € (Vorjahr: –60 Tsd. €) durch den Verkauf von Wertpapieren.

Die Nettogewinne und -verluste aus zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten enthalten Marktwertveränderungen der derivativen Finanzinstrumente, für die kein Hedge Accounting angewendet wird, sowie unterjährige Gewinne und Verluste bei Fälligkeit.

Die Nettogewinne und -verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten setzen sich aus Gewinnen oder Verlusten aus dem Abgang und der Währungsumrechnung zusammen.

(28) Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

Es handelt sich im Wesentlichen um erhaltene Anzahlungen, Guthaben von Kunden, Umsatzsteuer, Sozialversicherungsbeiträge und Lohn- und Kirchensteuer. Zudem wurden Verbindlichkeiten im Wege der bestmöglichen Schätzung abgegrenzt.

Des Weiteren enthält der Bilanzposten 629 Tsd. € Verbindlichkeiten aus derivatien Finanzinstrumenten (Vorjahr: 108 Tsd. €).

Sämtliche kurzfristige Verbindlichkeiten haben eine Fälligkeit von bis zu einem Jahr.

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in Tausend € 2010 2009
Umsatzsteuer 5.582 2.795
erhaltene Anzahlungen 5.268 2.227
Guthaben von Kunden 3.045 1.350
Sozialversicherungsbeiträge 7 13
Lohn- und Kirchensteuer 92 137
Verbindlichkeiten aus Kontokorrent 4 0
übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 1.968 864
Summe 15.967 7.386

Die übrigen Verbindlichkeiten enthalten verzinsliche Kontokorrentschulden bei Kreditinstituten in Höhe von 4 Tsd. € (Vorjahr 0 Tsd. €).

Sonstige Angaben

Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Eventualschulden aus der Begebung oder Übertragung von Schecks und Wechseln und aus der Hingabe von Bürgschaften, Garantien oder sonstiger Sicherheiten für Dritte bestanden nicht.

Wesentliche finanzielle Verpflichtungen bestehen aus:

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in Tausend € 2010 2009
Bestellobligo für Waren 9.118 2.777
Übrige Finanzielle Verpflichtungen 54.623 40.022
Gesamt 63.741 42.799

Delticom mietet Büroräume und Parkplätze in der Brühlstrasse 11 in Hannover sowie Lagerhallen für Handelsware an 4 Standorten an. Die zugrunde liegenden Mietverträge erfüllen die Definition von Operating Leasingverhältnissen gemäß IAS 17.3. Der Vertrag über die Büroräume in der Brühlstr. 11 läuft bis zum 31. Dezember 2017. Die Verträge für die Lagerhallen laufen bis zum 31. August 2011, 31. Dezember 2015, 31. März 2019 und 31. Juli 2023.

Des Weiteren bestehen Leasingverhältnisse für drei PKW im Rahmen eines Operating-Leasings. Die PKW-Leasingverhältnisse enden im Juli und September 2011 nach 36-monatiger Laufzeit und im Juni 2011 nach 24-monatiger Laufzeit.

Die zukünftigen kumulierten Mindestleasingzahlungen aus den hier genannten Operating-Leasingverhältnissen betragen:

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in Tausend € 2010 2009
bis zu einem Jahr 4.557 3.301
2 Jahre bis zu 5 Jahre 22.013 10.582
mehr als 5 Jahre 26.150 9.170
Gesamt 52.720 23.053

Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten

Derivative Finanzinstrumente werden bei der Delticom nur zu betriebswirtschaftlichen Sicherungszwecken eingesetzt.

Die Derivate erfüllen nicht die Voraussetzungen für die Bilanzierung als Sicherungsgeschäft gemäß IAS 39.71ff. Alle Derivate sind in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Die Bewertung erfolgt unter Berücksichtigung von aktuellen EZB-Referenzkursen und Terminauf- bzw. -abschlägen.

Die Restlaufzeiten der Devisentermingeschäfte lagen zum Bilanzstichtag sämtlich unter 12 Monaten (Vorjahr: 6 Monate).

Risikomanagement

Zu den Grundsätzen des Risikomanagements verweisen wir auf den Abschnitt Risikobericht im Konzernlagebericht.

Währungsrisiko

Delticom ist international tätig, wodurch das Unternehmen Marktrisiken aufgrund von Änderungen der Wechselkurse ausgesetzt ist. Währungsrisiken entstehen hauptsächlich aus Zahlungsmitteln sowie den Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in fremder Währung. Delticom verwendet derivative Finanzinstrumente zur Minderung dieser Risiken. Es werden Einkaufsverträge in Fremdwährung (überwiegend USD) abgesichert, die entweder der eigenen Bevorratung dienen oder für die ein Verkaufsvertrag in EUR existiert. Ferner werden im Bereich Großhandel bei Bedarf Verkaufsverträge in Fremdwährung abgesichert, Einkaufs- und zugehörige Verkaufsverträge in der gleichen Fremdwährung werden nicht abgesichert. Für Verkaufsverträge in Fremdwährung im Bereich E-Commerce werden keine Währungskurssicherungsgeschäfte getätigt.

Zur Darstellung von Marktrisiken verlangt IFRS 7 Sensitivitätsanalysen, welche Auswirkungen hypothetischer Änderungen von relevanten Risikovariablen auf das Periodenergebnis und das Eigenkapital zeigen. Währungsrisiken im Sinne von IFRS 7 entstehen durch nicht auf Euro lautende Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Nachfolgende Tabelle zeigt die positiven und negativen Auswirkungen auf, wenn der Euro gegenüber den dargestellten Währungen um 10% an Wert gewonnen bzw. um 10% an Wert verloren hätte. Bei den Angaben handelt es sich um Ergebnisse vor Ertragsteuern.

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Währung 1 GE FW = Euro

(Kurs per 31.12.2010)
Ergebnis +10%

in Tsd. €
Ergebnis –10%

in Tsd. €
CHF 0,8037 141 –141
DKK 0,1341 42 –42
GBP 1,1587 240 –249
RON 0,2332 5 –5
SEK 0,1113 14 –14
USD 0,7529 –1.352 1.691
Sonstige n/a 5 –5

Zinsänderungsrisiko

Für den Zahlungsmittelbestand besteht ein Cashflow-Risiko aus der Verzinsung. Bei einer Erhöhung der Zinssätze um 50 Basispunkte ergibt sich ein Gewinn in Höhe von 86 Tsd. €, bei einer Minderung der Zinssätze um 50 Basispunkte ergibt sich ein Verlust von -86 Tsd. €. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus wurden die Sensitivitäten unter Verwendung einer hypothetischen Veränderung von 50 Basispunkten ermittelt. Die in Relation zum Bestand an Zahlungsmitteln geringen Zinssensitivitäten sind auf zumeist nicht verzinsliche Bestände an Zahlungsmitteln zurückzuführen.

Sonstige Preisrisiken

Für die kurzfristigen Wertpapiere besteht ein Preisrisiko. Steigt der Wert der Wertpapiere um 10%, erhöht sich das Eigenkapital um 104 Tsd. €, fällt der Wert der Wertpapiere um 10% mindert sich das Eigenkapital um –104 Tsd. €. Die Veränderung des Eigenkapitals ist ohne latente Steuern angegeben. Die Ermittlung der Sensitivität erfolgte unter hypothetischer Kursveränderung der börsennotierten Wertpapiere um +/- 10%.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko, d.h. das Risiko, bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen aufgrund einer mangelhaften Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln nicht erfüllen zu können, wird im Delticom-Konzern zentral gemanagt. Es werden jederzeit genügend liquide Mittel gehalten, um konzernweit sämtliche geplanten Zahlungsverpflichtungen zur jeweiligen Fälligkeit erfüllen zu können. Darüber hinaus wird eine Liquiditätsreserve für ungeplante Mindereingänge oder Mehrausgänge vorgehalten. Die Liquidität wird hauptsächlich in Form von Tages- und Termingeldanlagen sowie Geldmarktfonds vorgehalten. Darüber hinaus stehen Bankkreditlinien zur Verfügung.

Kreditrisiko

Im Geschäftsbereich Großhandel liefert Delticom Reifen und Felgen an Handelsunternehmen mit unterschiedlicher Bonität. Bezüglich einiger Kunden kann es temporär zu Risikokonzentrationen kommen, die eine Belastung der Ertrags- und Liquiditätslage des Konzerns darstellen können. Delticom hat deshalb mit einigen Kunden Kreditversicherungen und Kommissionsgeschäfte abgeschlossen, die die finanziellen Auswirkungen auf die Gesellschaft soweit begrenzen, dass eine existenzgefährdende Bedrohung ausgeschlossen werden kann. Die Summe der kreditversicherten Bruttoforderungen im Segment Großhandel beträgt 2.348 Tsd. € (Vorjahr 2.699 Tsd. €) und im Segment E-Commerce 224 Tsd. € (Vorjahr: 224 Tsd. €). Der Selbstbehalt bei kreditversicherten Forderungen beträgt zwischen 20% und 25%.

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Bezüglich der Personen in Schlüsselpositionen verweisen wir auf die Ausführungen zu "Organe der Gesellschaft".

Eine Auflistung aller in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen findet sich im Abschnitt Konsolidierungskreis und im Abschnitt Anteilsbesitz. Geschäftsvorfälle zwischen dem Unternehmen und seinen Tochterunternehmen, die nahestehende Personen sind, wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden in dieser Anhangsangabe nicht erläutert.

Anteilseigner mit maßgeblichem Einfluss auf den Konzern gemäß IAS 24 sind:

Binder GmbH (Anzahl der Aktien 3.114.153, 26,30% der Anteile)
Prüfer GmbH (Anzahl der Aktien 3.406.864, 28,78% der Anteile)

Die Aktionäre Binder GmbH und Prüfer GmbH sind die einzigen Aktionäre, die 10% der Stimmrechte überschreiten. Die Beteiligungen an der Delticom AG sind Rainer Binder (Vorstandvorsitzender), Hannover, über die Binder GmbH und Andreas Prüfer (Aufsichtsratsvorsitzender), Hannover, über die Prüfer GmbH nach § 22 I S. 1 Nr. 1 WphG zuzurechnen. Daneben besteht zwischen der Binder GmbH und der Prüfer GmbH eine Vereinbarung i.S.d. § 22 II S. 1 WphG (Stimmrechtsbindungsvertrag).

Verkauf von Waren

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in Tausend € 2010 2009
an nahestehende Unternehmen und Personen (Kategorie: Personen in Schlüsselposition) 2.381 2.291

Einkauf von Waren

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in Tausend € 2010 2009
von nahestehenden Unternehmen und Personen (Kategorie: Personen in Schlüsselposition) 1.027 1.450

Alle Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen sind zu Bedingungen ausgeführt worden, wie sie auch unter fremden Dritten üblich sind.

Organe der Gesellschaft

Organe der Gesellschaft sind die Hauptversammlung, der Aufsichtsrat und der Vorstand.

Im Geschäftsjahr 2010 bestand der Vorstand aus folgenden Mitgliedern:

Rainer Binder, Hannover: Vorstandsvorsitzender, Großhandel, Beschaffung, Pricing und Marketing
Philip von Grolman, Hemmingen: Vorstand, Logistik, Nordamerika, IT/Softwareentwicklung
Frank Schuhardt, Hannover: Vorstand, Finanzen/Controlling, Rechnungswesen, Investor Relations und Operation-Center

Die Bezüge des Vorstands setzen sich aus einer erfolgsunabhängigen, einer erfolgsabhängigen Komponente sowie einer Komponente mit langfristiger Anreizwirkung zusammen.

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erfolgsunabhängige

Vergütung
erfolgsabhängige Vergütung langfristige Anreizwirkung
in Tausend € 2010 2009 2010 2009 2010 2009
--- --- --- --- --- --- ---
Rainer Binder 350 284 239 161 0 0
Philip von Grolman 128 128 119 81 0 0
Frank Schuhardt 210 261 362 233 0 48

Im Geschäftsjahr 2010 setzte sich der Aufsichtsrat wie folgt zusammen:

Andreas Prüfer, Unternehmer, Hannover: Aufsichtsratsmitglied und Vorsitzender.
Alan Revie, Unternehmer, Hamilton / Großbritannien: Aufsichtsratsmitglied
Michael Thöne-Flöge, Unternehmer, Peine: Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender

Im Geschäftsjahr 2010 belief sich die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder Andreas Prüfer auf 35 Tsd. € (Vorjahr 35 Tsd. €), Michael Thöne-Flöge auf 10 Tsd. € (Vorjahr 10 Tsd. €) und Alan Revie auf 5 Tsd. € (Vorjahr 5 Tsd. €).

Dividende

Die Hauptversammlung hat am 11. März 2010 beschlossen, aus dem Bilanzgewinn 2009 der Delticom AG eine Dividende in Höhe von 20.127.048,00 € (1,70 € pro Aktie, Vorjahr 1,00 € pro Aktie) auszuschütten und den Restbetrag von 491.621,60 € auf neue Rechnung vorzutragen.

Vorschlag der Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt vor, vom Bilanzgewinn der Delticom AG in Höhe von 32.989.268,90 € einen Betrag von 32.203.276,80 €, d.h. 2,72 € pro Aktie, auszuschütten und einen Betrag von 785.992,10 € auf neue Rechnung vorzutragen.

Anteilsbesitz

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Festkapital Anteil in %
Name, Sitz, Land 2010 2009
--- --- ---
Delticom Tyres Ltd., Oxford, Großbritannien 100 100
NETIX S.R.L., Timisoara, Rumänien 100 100
Reifendirekt GmbH, Hannover, Deutschland 100 100
Delticom North America Inc., Wilmington, Delaware, USA 100 100
Pnebo Gesellschaft für Reifengrosshandel und Logistik mbH,

Hannover, Deutschland
100 100
TYREPAC PTE.Ltd, Singapur 50,9 0

Honorar des Abschlussprüfers

In den Geschäftsjahren 2010 und 2009 wurden für den Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, folgende Honorare erfasst:

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in Tausend € 2010 2009
Abschlussprüfungen 73 79
Sonstige Bestätigungs- und Bewertungsleistungen 24 24
Steuerberatungsleistungen 11 8
Sonstige Leistungen 20 23
Gesamt 128 135

Entsprechenserklärung zur Übernahme der Empfehlungen der

"Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex"

Die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Erklärung wurde vom Vorstand und Aufsichtsrat am 19. März 2010 abgegeben und den Aktionären auf unserer Internetseite www.delti.com zugänglich gemacht.

Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die Konzern-Kapitalflussrechnung wurde gemäß IAS 7 erstellt. Mit ihrer Hilfe soll beurteilt werden, inwiefern der Konzern Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente erwirtschaftet. Dabei werden die Zahlungsströme in Finanzmittelveränderungen aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitions- und Finanzierungstätigkeit aufgeteilt. Die Darstellung der Zahlungsströme aus laufender Tätigkeit erfolgt dabei mittels der so genannten indirekten Methode, bei der der Jahresüberschuss um nicht zahlungswirksame Vorgänge modifiziert wird. Der Finanzmittelbestand setzt sich zusammen aus Barmitteln und Guthaben bei Kreditinstituten. Der Posten Liquidität beinhaltet zusätzlich zum Finanzmittelbestand die Wertpapiere.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernjahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Hannover, 08. März 2011

Rainer Binder

Philip von Grolman

Frank Schuhardt

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den von der Delticom AG, Hannover, aufgestellten Konzernabschluss bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung und Anhang – sowie den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und zusammengefasstem Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstandes der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den zusammengefassten Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den zusammengefassten Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und zusammengefassten Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstandes sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Konzernlageberichtes. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der zusammengefasste Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Hannover, den 8. März 2011

**PricewaterhouseCoopers

Aktiengesellschaft

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Helmuth Schäfer, Wirtschaftsprüfer

ppa. Thomas Monecke, Wirtschaftsprüfer