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Delivery Hero SE

Annual Report Dec 31, 2014

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Annual Report

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Delivery Hero Holding GmbH Berlin

Konzernabschluss

  1. Dezember 2014

Delivery Hero Holding GmbH, Berlin Konzernbilanz zum 31.12.2014

in TEUR

AKTIVA Referenz 31.12.2014
TEUR
31.12.2013
TEUR
01.01.2013
TEUR
A. Langfristige Vermögenswerte
I.
Immaterielle Vermögenswerte
E. 2. 464.390 85.806 87.825
II.
Sachanlagen
E. 1. 3.439 931 805
III. Sonstige finanzielle Vermögenswerte E. 3. 1.300 1.883 675
IV. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen E. 4. 80 11 3
V. Aktive latente Steuern E. 7. 720 75 200
469.929 88.707 89.508
B. Kurzfristige Vermögenswerte
I.
Vorräte
E. 8. 734 1.038 247
II.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
E. 4. 10.866 8.823 4.146
III. Sonstige Vermögenswerte E. 5. 3.242 4.138 2.055
IV. Forderungen aus Ertragsteuern E. 6. 184 0 0
V. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente E. 9. 32.829 9.286 9.459
47.855 23.284 15.907

Aktiva gesamt 517.784 111.991 105.415

PASSIVA Referenz 31.12.2014
TEUR
31.12.2013
TEUR
01.01.2013
TEUR
A. Eigenkapital E. 10.
I. Gezeichnetes Kapital 255 140 115
II. Kapitalrücklagen 422.890 108.073 68.229
III. Gewinn- und sonstige Rücklagen -153.773 -68.734 -34.486
IV. Eigene Anteile -6 -7 0
Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital 269.367 39.472 33.858
VI. Nicht beherrschende Anteile -524 -419 -1.224
268.843 39.053 32.634
B. Langfristige Schulden
I. Verbindlichketen gegenüber Kreditinstituten E. 11. 0 16 41
II. Pensionsrückstellungen E. 12. 428 126 35
III. Sonstige Rückstellungen E. 13. 16.230 3.791 634
IV. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten E. 14. 112.399 26.197 4.009
V. Sonstige Schulden E. 15. 16 11 0
VI. Passive latente Steuern E. 7. 55.772 445 983
184.846 30.586 5.703
C. Kurzfristige Schulden
I. Verbindlichketen gegenüber Kreditinstituten E. 11. 832 22 33
II. Sonstige Rückstellungen E. 13. 7.520 2.935 2.662
III. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten E. 14. 46.467 33.053 61.492
IV. Sonstige Schulden E. 15. 8.924 6.328 2.892
V. Ertragsteuerschulden E. 16. 353 14 0
64.096 42.352 67.078
Passiva gesamt 517.784 111.991 105.415

Delivery Hero Holding GmbH, Berlin in TEUR Konzern-Gesamtergebnisrechnung 1.1. - 31.12.2014

2014 2013
Referenz TEUR TEUR TEUR
1. Umsatzerlöse F. 1. 88.008 41.662
2. Umsatzkosten F. 2. -16.933 -8.884
Bruttoergebnis vom Umsatz 71.075 32.778
3. Sonstige betriebliche Erträge F. 3. 6.152 2.827
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen F. 4. -2.134 -2.124
5. Marketing-Aufwendungen F. 5. -77.462 -32.671
6. IT Aufwendungen F. 6. -11.846 -7.260
7. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen F. 7. -67.015 -21.710
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern -81.229 -28.160
8. Finanzerträge F. 8. 6.287 36
9. Finanzaufwendungen F. 9. -19.432 -8.351
10. Übriges Finanzergebnis F. 10. -86 -42
11. Ertragsteuern F. 11. 5.555 366
Konzernperiodenergebnis -88.906 -36.150
Sonstiges Ergebnis, netto
Posten, die nicht in die Konzern-GuV umgegliedert werden
12. Neubewertung der Nettoschuld (Vermögenswert)
aus leistungsorientierten Versorgungsplänen
E. 10. -58 0
Posten, die künftig in die Konzern-GuV umgegliedert werden
13. Währungsumrechnungsdifferenzen E. 10. 804 1.030
Sonstiges Ergebnis gesamt 746 1.030
Konzerngesamtergebnis der Periode -88.160 -35.120
Vom Periodenergebnis entfallen auf:
Anteilseigner des Mutterunternehmens
-86.044 -35.086
nicht beherrschende Anteile -2.862 -1.065
Vom Gesamtkonzernergebnis entfallen auf:
Anteilseigner des Mutterunternehmens
nicht beherrschende Anteile
-85.068
-3.092
-34.196
-924
Kapitalveränderungsrechnung zum 31.12.2014
Delivery Hero Holding GmbH, Berlin
in Tausend Euro
Den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechnenbar
Kapitalrücklage Gewinn- und sonstige Rücklagen
Gezeichnetes
Kapital
Zur Durchführung
geleistete Einlagen
Kapitalerhöhung
davon:
einer
Gewinn- und
Rücklagen
sonstige
umrechnungs
Währungs
rücklage
Pensions-zusagen
Neubewertungs-
rücklage aus
Eigene Anteile
Rücklage für
Gesamt beherrschende
Anteile
Nicht
Eigenkapital
Gesamtes
Referenz E. 10. a) und b) E. 10. c) E. 10. c) E. 10. d) E. 10. d) E. 10. d) E. 10. e) E. 10. f)
Bilanz zum 01.01.2013 115 61.672 6.557 -34.372 -114 - - 33.858 -1.224 32.634
Jahresergebnis - - - -35.086 - - - -35.086 -1.065 -36.150
Sonstiges Ergebnis - - - - 890 - - 890 140 1.030
Gesamtergebnis - - - -35.086 890 - - -34.196 -924 -35.120
Kapitalerhöhungen 25 50.614 -6.557 - - - - 44.082 - 44.082
Erwerb eigener Anteile - - - - - - -7 -7 - -7
Änderungen des Konsoliderungskreises - - - -102 - - - -102 - -102
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen ohne Kontrollwechsel - -3.226 - - - - - -3.226 1.729 -1.497
Übrige Veränderungen - -987 - 50 - - - -937 - -937
Transaktionen mit den Eigentümern 25 46.401 -6.557 -52 - - -7 39.810 1.729 41.539
Bilanz zum 31.12.2013 140 108.073 - -69.510 776 - -7 39.472 -419 39.053
Jahresergebnis - - - -86.044 - - - -86.044 -2.862 -88.906
Sonstiges Ergebnis - - - - 1.026 -50 - 976 -230 746
Gesamtergebnis - - - -86.044 1.026 -50 - -85.068 -3.092 -88.160
Kapitalerhöhungen 115 303.787 - - - - - 303.903 - 303.903
Veräußerung eigener Anteile - 1.266 - - - - 2 1.269 - 1.269
Erwerb eigener Anteile - -123 - - - - -1 -124 - -124
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen ohne Kontrollwechsel - -1.174 - - - - - -1.174 -45 -1.219
Erwerb eines Tochterunternehmens mit nicht beherrschenden Anteilen - -123 - - - - - -123 3.227 3.103
Darlehen-Eigenkapitalkomponente - 9.995 - - - - - 9.995 - 9.995
Übrige Veränderungen - 1.187 - 29 - - - 1.216 -195 1.021
Transaktionen mit den Eigentümern 115 314.817 - 29 - - 1 314.962 2.987 317.949
Bilanz zum 31.12.2014 255 422.890 - -155.525 1.802 -50 -6 269.367 -524 268.843

Delivery Hero Holding GmbH, Berlin Kapitalflussrechnung 31.12.2014 31.12.2014 31.12.2013

Referenz in T€ in T€
1. Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
Periodenergebnis -88.906 -36.150
Eliminierung der laufenden Steuern vom Einkommen und Ertrag 1.269 136
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (+) E.1/E.2 11.276 2.405
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Rückstellungen 16.505 3.634
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 1.550 12.974
Gewinn (-)/Verlust (+) aus Anlageabgängen F.3/F.4 -284 -430
Gewinn (-) aus der Entkonsolidierung C.4 -217 -397
Zunahme (-)/Abnahme (+) der Vorräte, der Forderungen aus LuL sowie anderer Aktiva 690 -6.904
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus LuL sowie anderer Passiva -3.363 -1.330
Zinserträge (-) und -aufwendungen (+) 8.076 4.148
Gezahlte Ertragsteuern (-) -1.113 -136
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit G. -54.518 -22.050
2. Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Einzahlungen (+) aus Abgängen von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens 158 0
Auszahlungen (-) für Investitionen in das Sachanlagevermögen E.1 -2.194 -760
Auszahlungen (-) für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte E.2 -5.494 -249
Auszahlungen (-) für Investitionen in finanzielle Vermögenswerte E.3/E.4 -843 -2.173
Auszahlungen (-) in Darlehen an dritte Personen E.4 -2.727 0
Nettoeinzahlungen (+) aus dem Verkauf von konsolidierten Gesellschaften C.4 41 185
Nettoauszahlungen (-) für den Erwerb von Anteilen an konsolidierten Unternehmen C.3 -291.751 -157
Erhaltene Zinsen (+) 172 36
Cashflow aus der Investitionstätigkeit G. -302.638 -3.118
3. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Einzahlungen (+) aus Eigenkapitalzuführungen E.10 303.477 20.196
Auszahlungen (-) aus dem Rückkauf eigener Anteile E.10 -48 0
Einzahlungen (+) aus der Begebung von Anleihen und der Aufnahme von (Finanz-) Krediten E.14 103.131 12.800
Auszahlungen (-) aus der Tilgung von Anleihen und (Finanz-) Krediten E.14 -19.052 -3.627
Gezahlte Zinsen (-) -6.845 -4.185
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit G. 380.662 25.184
4. Zahlungsmittelbestand am Ende der Periode
Zahlungswirksame Veränderung der flüssigen Mittel (Zwischensummen 1 – 3) 23.506 17
Wechselkursbedingte Wertänderungen des Finanzmittelbestandes 37 -190
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode 9.286 9.459
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode E.9 32.829 9.286

ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS

A. Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss

1. Grundlagen des Konzerns

Die Delivery Hero Holding GmbH (im Folgenden auch: "DHH") ist ein global tätiges Unternehmen und bietet zusammen mit ihren Tochtergesellschaften (im Folgenden zusammen: die "DH-Gruppe") Online-Essensbestelldienste in 30 Ländern auf vier Kontinenten (Europa, Südamerika, Asien und Australien) an.

Das Unternehmen hat ihren Geschäftssitz in der Mohrenstrasse 60, 10117 Berlin und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Berlin unter HRB 135090 eingetragen. Es handelt sich um eine Gesellschaft nach deutschem Recht mit beschränkter Haftung.

Die Geschäftsführung stellte den Konzernabschluss bis zum 21. August 2015 auf und legte diesen unmittelbar den Gesellschaftern zur Billigung vor.

2. Grundlagen der Rechnungslegung Konzernabschlusses nach IFRS

Der Konzernabschluss der DH-Gruppe wurde in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte in Anwendung der Regelungen der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards i.V.m. § 315a Abs. 3 HGB unter Berücksichtigung der ergänzenden handelsrechtlichen Vorschriften.

Der Konzernabschluss folgt den Gliederungsvorschriften des IAS 1. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt. Die Darstellung der Konzernbilanz unterscheidet zwischen kurz- und langfristigen Vermögenswerten und Schulden. Vermögenswerte bzw. Schulden werden als kurzfristig klassifiziert, wenn sie innerhalb eines Jahres fällig werden. Einzelne Posten der Gesamtergebnisrechnung sowie der Bilanz sind zur Verbesserung der Übersichtlichkeit der Darstellung zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang erläutert.

Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Sofern nichts anderes angegeben ist, sind sämtliche Werte auf Tausend Euro (TEUR) gerundet. Aus rechentechnischen Gründen können bei Tabellen und Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten auftreten.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt auf Grundlage der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, was unterstellt, dass der Konzern etwa in der Lage ist, die obligatorischen Rückzahlungsbedingungen der Darlehensverbindlichkeiten, wie in Anhangangabe E.14 angegeben, zu erfüllen (siehe auch D.13a)). Die DH-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2014 ein negatives Konzernperiodenergebnis in Höhe von TEUR -88.906 (2013: TEUR -36.150) erwirtschaftet. Durch Fremd- und Eigenkapitalbeschaffung wird das bislang noch negative Ergebnis aus der operativen Geschäftstätigkeit auch im Geschäftsjahr 2015 ausgeglichen werden. Bis zum Bilanzstichtag konnten Kapitalmittel in einem erheblichen Umfang von Dritten eingeworben werden (siehe hierzu auch Kapitel H.13). Folglich hat die Geschäftsführung eine realistische Erwartung, dass der Konzern über adäquate Ressourcen verfügen wird, um die Geschäftstätigkeit auf absehbare Zeit fortzuführen. Daher werden grundsätzlich Vermögenswerte und Schulden zu fortgeführten Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet.

Davon ausgenommen sind finanzielle Vermögenswerte und Schulden, die zum am Bilanzstichtag geltenden Fair Value angesetzt werden. Aufgeführt sind diese unter Erläuterung D.7 und D.8b

Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht werden im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Die Aufstellung von im Einklang mit den IFRS stehenden Konzernabschlüssen erfordert Schätzungen und Wertungen des Managements. Bereiche mit höheren Beurteilungsspielräumen oder Bereiche, in denen Annahmen und Schätzungen von entscheidender Bedeutung für den Konzernabschluss sind, sind unter Erläuterung D.13 aufgeführt.

  1. Veröffentlichte, aber noch nicht verpflichtend anzuwendende International Reporting Standards (IFRS) und Interpretationen (IFRIC)
wenden
Anzu
Veröffentlicht ab me
Übernah
Standard/Interpretation durch IASB Geschäftsjahr durch die EU Voraussichtliche Auswirkungen
IFRIC 21 Abgaben 20.05.2013 2015 17.06.2014 Keine wesentlichen Auswirkungen
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer: Arbeitnehmer-
beiträge zu leistungsorientierten Plänen
21.11.2013 2016 01.02.2015 Keine Auswirkungen auf die DH-Gruppe
n/a mprovements to IFRS 2010-2012
I
12.12.2013 2016 01.02.2015 Keine Auswirkungen auf die DH-Gruppe
n/a mprovements to IFRS 2011-2013
I
12.12.2013 2015 01.01.2015 Keine wesentlichen Auswirkungen
n/a mprovements to IFRS 2012-2014
I
25.09.2014 2016 ausstehend Keine wesentlichen Auswirkungen
IFRS 11 Erwerb von Anteilen an einer
gemeinschaftlichen Tätigkeit
06.05.2014 2016 ausstehend Keine wesentlichen Auswirkungen
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 30.01.2014 2016 ausstehend Keine Auswirkungen auf die DH-Gruppe
Sachgerechte Methoden hinsichtlich der
IAS 16 & IAS 38 Abschreibung von Sachanlagen und 12.05.2014 2016 ausstehend Keine wesentlichen Auswirkungen
mmateriellen Vermögenswerten
i
IFRS 15 Umsatzerlöse aus Kundenverträgen 28.05.2014 2018 ausstehend Auswirkungen werden geprüft
IFRS 9 Finanzinstrumente 24.07.2014 2018 ausstehend Auswirkungen werden geprüft
Veräußerung oder Einbringung von
IFRS 10 & IAS 28 Vermögenswerten zwischen einem Investor
und einem assoziierten Unternehmen oder
11.09.2014 2016 ausstehend Keine Auswirkungen auf die DH-Gruppe
Joint Venture
IFRS 10, IFRS 12
& IAS 28
Investmentgesellschaften: Anwendung der
Konsolidierungsausnahme
18.12.2014 2016 ausstehend Keine Auswirkungen auf die DH-Gruppe
IAS 1 Angabeninitiative 18.12.2014 2016 ausstehend Es werden sich Auswirkungen auf die
Anhangangaben der DH-Gruppe ergeben

3

Der vorliegende Konzernabschluss wurde erstmals auf Basis der IFRS erstellt. Aus diesem Grund sind gemäß IFRS 1 die zum 31. Dezember 2014 gültigen Standards und Interpretationen ab dem Zeitpunkt des Übergangs auf die IFRS zum 1. Januar 2013 zugrunde gelegt worden. Es wurden keine IFRS frühzeitig von der DH-Gruppe angewandt.

Im Folgenden werden die vom IASB veröffentlichten, aber noch nicht verpflichtend anzuwendenden Standards (IFRS) und Interpretationen (IFRIC) vorgestellt und deren künftiger Einfluss auf die Rechnungslegung der DH-Gruppe erläutert. Zudem werden diese in der obigen Tabelle zusammengefasst.

Die im Mai 2013 veröffentlichte Interpretation IFRIC 21 "Abgaben" stellt klar, zu welchem Zeitpunkt ein Unternehmen eine Verpflichtung zur Leistung einer öffentlichen Abgabe als Schuld anzusetzen hat. Die Erstanwendung erfolgt für Berichtsperioden ab dem 1. Januar 2015. Wir gehen von keinen wesentlichen Auswirkungen für den Konzernabschluss der DH-Gruppe aus.

Im November 2013 hat das IASB eine Änderung von IAS 19 "Leistungen an Arbeitnehmer": Arbeitnehmerbeiträge zu leistungsorientierten Plänen veröffentlicht. Durch diese Änderung wird nunmehr klargestellt, wie die in den Bedingungen eines leistungsorientierten Pensionsplans enthaltenen Beträge von Arbeitnehmern oder Dritten zu bilanzieren sind, wenn diese mit der Dienstzeit verknüpft sind. Diese Änderung wird keine Auswirkung auf die DH-Gruppe haben. Die Änderung gilt für Berichtsperioden ab dem 1. Januar 2016.

Im Dezember 2013 hat das IASB die "Improvements to IFRS 2010-2012" veröffentlicht. Sie stellen den fünften Sammelstandard zu verschiedenen Änderungen an sechs bestehenden IFRS dar. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2016 anzuwenden. Es ergeben sich keine Auswirkungen auf die DH-Gruppe.

Im Dezember 2013 hat das IASB die "Improvements to IFRS 2011-2013" veröffentlicht. Sie stellen den sechsten Sammelstandard zu verschiedenen Änderungen an vier bestehenden IFRS dar. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2015 anzuwenden. Wir gehen von keinen wesentlichen Auswirkungen für die DH-Gruppe aus.

Im September 2014 hat das IASB die "Improvements to IFRS 2012-2014" veröffentlicht. Sie stellen den siebten Sammelstandard zu verschiedenen Änderungen an vier bestehenden IFRS dar. Die Änderungen sind vorbehaltlich des EU-Komitologieverfahrens für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2016 anzuwenden. Wir gehen von keinen wesentlichen Auswirkungen für die DH-Gruppe aus.

Der IASB hat im Mai 2014 Änderungen an IFRS 11 "Gemeinsame Vereinbarungen" veröffentlicht. Darin wird klargestellt, dass Erwerbe und Hinzuerwerbe von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten, die einen Geschäftsbetrieb im Sinne des IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse", darstellen, nach den Prinzipien für die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen des IFRS 3 und anderer anwendbarer IFRS zu bilanzieren sind, soweit diese nicht in Konflikt mit Regelungen des IFRS 11 stehen. Die Änderungen sind vorbehaltlich des EU-Komitologieverfahrens für die am 1. Januar 2016 beginnenden Geschäftsjahre anzuwenden. Wir gehen von keinen wesentlichen Auswirkungen für die DH-Gruppe aus.

Der IASB hat im Januar 2014 IFRS 14 "Regulatorische Abgrenzungsposten" veröffentlicht. Durch die Regelungen des Standards wird es Unternehmen, die erstmals einen IFRS-Abschluss gemäß IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards" aufstellen, ermöglicht, sog. regulatorische Abgrenzungsposten, die sie unter Geltung ihrer bisherigen nationalen Rechnungslegungsvorschriften im Zusammenhang mit preisregulierten Tätigkeiten angesetzt haben, im IFRS-Abschluss beizubehalten und weiterhin nach den bisherigen Rechnungslegungsmethoden zu bilanzieren. Die Änderungen sind vorbehaltlich des EU-Komitologieverfahrens für die am 1. Januar 2016 beginnenden Geschäftsjahre anzuwenden und haben keine Relevanz für die DH-Gruppe.

Im Mai 2014 hat der IASB Änderungen an IAS 16, Sachanlagen, und IAS 38, Immaterielle Vermögenswerte, veröffentlicht. Ziel dieser Änderungen ist klarzustellen, welche Methoden hinsichtlich der Abschreibung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten sachgerecht sind. Die Änderungen sind vorbehaltlich des EU-Komitologieverfahrens für die am 1. Januar 2016 beginnenden Geschäftsjahre anzuwenden. Wir gehen von keinen wesentlichen Auswirkungen für die DH-Gruppe aus.

Im Mai 2014 hat der IASB den IFRS 15 "Umsatzerlöse aus Kundenverträgen" veröffentlicht. IFRS 15 ersetzt die bisherigen IFRS-Vorschriften zur Umsatzrealisierung (u.a. IAS 18 und IAS 11). Ziel des neuen Standards zur Umsatzrealisierung ist es, die Vielzahl der bisher in diversen Standards und Interpretationen enthaltenen Regelungen in einem einheitlichen Modell für die Umsatzrealisierung zusammenzuführen. Der Standard sieht ein Fünf-Schritte-Modell vor, mithilfe dessen die Höhe der Umsätze und der Zeitpunkt der Realisierung bestimmt werden sollen. Weitere Änderungen können sich aufgrund der Neuregelungen bei der Umsatzrealisierung bei Kontrollübergang, bei Mehrkomponentengeschäften, bei der Umsatzrealisierung über den Zeitraum der Leistungserbringung sowie durch erweiterte Anhangangaben ergeben. Der Standard ist vorbehaltlich des EU-Endorsements für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Die DH-Gruppe prüft die Auswirkungen des Standards.

Der IASB hat sein Projekt zur Ablösung von IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" im Juli 2014 durch die Veröffentlichung der endgültigen Version von IFRS 9 "Finanzinstrumente" abgeschlossen. IFRS 9 beinhaltet überarbeitete Vorgaben zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten sowie ein neues Risikovorsorgemodell, das auch erwartete Verluste für die Berechnung der Risikovorsorge berücksichtigt. Darüber hinaus wurden die bereits im November 2013 veröffentlichten neuen Regelungen zum Hedge-Accounting übernommen. Der Standard ersetzt damit alle früheren Fassungen von IFRS 9 und ist vorbehaltlich des EU-Endorsements erstmals in Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Die DH-Gruppe prüft die Auswirkungen des Standards.

Der IASB hat im September 2014 Änderungen an IFRS 10 und IAS 28 "Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture" herausgegeben. Die Änderungen betreffen einen Konflikt zwischen den Vorschriften von IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures" und IFRS 10 "Konzernabschlüsse". Mit ihnen wird klargestellt, dass bei Transaktionen mit einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture das Ausmaß der Erfolgserfassung davon abhängt, ob die veräußerten oder eingebrachten Vermögenswerte einen Geschäftsbetrieb darstellen. Der Erstanwendungszeitpunkt (IASB) ist der 1. Januar 2016. Wir gehen von keinen Auswirkungen für die DH-Gruppe aus.

Der IASB hat im Dezember 2014 Änderungen an IFRS 10, IFRS 12 und IAS 28 "Investmentgesellschaften: Anwendung der Konsolidierungsausnahme" herausgegeben. Die Änderungen adressieren Sachverhalte, die sich im Zusammenhang mit der Anwendung der Konsolidierungsausnahme für Investmentgesellschaften ergeben haben. Die Änderungen sind vorbehaltlich des EU-Komitologieverfahrens für die am 1. Januar 2016 beginnenden Geschäftsjahre anzuwenden. Wir gehen von keinen Auswirkungen für die DH-Gruppe aus.

Der IASB hat im Dezember 2014 Änderungen an IAS 1 "Angabeninitiative" herausgegeben. Unternehmen sollen durch die Änderungen ermutigt werden, durch Ermessensausübung selbst zu entscheiden, welche Informationen anzugeben sind. Ziel ist es u.a. den IFRS-Abschluss von unwesentlichen Informationen zu entlasten sowie die Vermittlung relevanter Informationen zu fördern. Die Änderungen sind vorbehaltlich des EU-Komitologieverfahrens für die am 1. Januar 2016 beginnenden Geschäftsjahre anzuwenden. Es werden sich Auswirkungen auf die Anhangangaben der DH-Gruppe ergeben.

B. Erstanwendung der IFRS

1. Anwendung des IFRS 1

Die DH-Gruppe hat den IFRS 1 "Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards" für den vorliegenden ersten IFRS-Konzernabschluss zu Grunde gelegt. Die IFRS-Eröffnungsbilanz wurde zum Zeitpunkt des Übergangs auf die IFRS am 1. Januar 2013 erstellt. Die zum 31. Dezember 2014 gültigen Standards und Interpretationen wurden gem. IFRS 1 in Bezug auf den Ansatz und die Bewertung der Vermögenswerte und Schulden zum 1. Januar 2013 angewandt. Abweichungen, die aus der Anwendung vorheriger Rechnungslegungsmethoden vor dem Zeitpunkt des Übergangs auf die IFRS resultieren, werden direkt in den Gewinn- und sonstigen Rücklagen erfasst.

2. Ausnahmen, Erleichterungen und Befreiungen bei der Erstanwendung der IFRS

Die DH-Gruppe nimmt Ausnahmen und Befreiungen des IFRS 1.18 in Verbindung mit IFRS 1.C1 in Anspruch. Der IFRS 3 wurde nicht retrospektiv auf vergangene Unternehmenszusammenschlüsse angewandt.

3. Überleitung von HGB auf IFRS

a) Überleitung des Konzerngesamtergebnisses

Die DH-Gruppe hat für das Geschäftsjahr 2012 freiwillig erstmalig einen HGB-Konzernabschluss erstellt. Die Auswirkungen der Überleitung auf die IFRS zum 1. Januar 2013 und zum 31. Dezember 2013 auf das Konzerneigenkapital sowie auf die Gesamtergebnisrechnung 2013 werden im Folgenden dargestellt.

Die Änderungen in der Gesamtergebnisrechnung resultieren aus den folgenden Effekten:

TEUR
2013
Konzern-Jahresergebnis nach HGB
Unterschiede, die das Ergebnis erhöhen (vermindern):
-39.741
Fair Value Anpassung derivativer Finanzinstrumente -3.201
Erfassung latenter Steuern -152
Anpassung der Bewertung der anteilsbasierten Vergütung -740
Aufhebung der Goodwill-Abschreibungen 8.806
Anpassung der Bewertung von Darlehen -963
Anpassung der sonstigen Rückstellungen -232
Anpassung Abschreibungsmethode 100
Korrektur Entkonsolidierung -94
Übrige Effekte 66
Konzern-Jahresergebnis nach IFRS
Änderungen, die direkt im Eigenkapital erfasst wurden:
-36.150
Währungsumrechnungsdifferenzen 1.030
Gesamtergebnis nach IFRS -35.120
TEUR
31.12.2013 01.01.2013
Konzerneigenkapital nach HGB
Unterschiede, die das Konzerneigenkapital erhöhen (vermindern):
35.296,2 31.749,8
Anpassung der Bewertung von Darlehen -587 376
Ansatz und Bewertung von Derivaten -4.428 -1.227
Ansatz von latenten Steuern 733 886
Anpassungen der sonstigen Rückstellungen -130 102
Retrospektive Korrektur des Goodwills 0 751
Anpassung Abschreibungsmethode 118 18
Anpassung der Bewertung der anteilsbasierten Vergütung -757 -17
Aufhebung der Goodwill-Abschreibungen 8.806 0
Korrektur Entkonsolidierung -94 0
Übrige Effekte 95 -4
Konzerneigenkapital nach IFRS 39.053 32.634

b) Überleitung des Konzerneigenkapitals

Die wesentlichen Unterschiede zwischen den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden resultieren vor allem aus den nachfolgend beschriebenen Unterschieden bei den Rechnungslegungsmethoden zwischen HGB und IFRS:

  • Darlehen, die der DH-Gruppe zu Finanzierungszwecken gewährt wurden, müssen gem. IAS 39.43 zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Der beizulegende Zeitwert entspricht den zukünftigen diskontierten Zahlungsverpflichtungen unter Berücksichtigung von Transaktionskosten und Disagien. Die Folgebewertung der Darlehen wird zu fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen.
  • Abweichungen in der Bewertung von Vermögenswerten und Schulden zwischen IFRS und HGB führen zur Erfassung von latenten Steuern. Weiterhin entfällt das Ansatzwahlrecht gem. § 274 Abs. 1 HGB für aktive latente Steuern nach IFRS.
  • Rückstellungen müssen gem. IAS 37 angesetzt werden, wenn eine gegenwärtige Verpflichtung des Unternehmens vorliegt, die aus Ereignissen der Vergangenheit entsteht und deren Erfüllung für das Unternehmen erwartungsgemäß mit einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen verbunden ist. Weiterhin muss eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich sein. Der als Rückstellung angesetzte Betrag stellt die bestmögliche Schätzung der Ausgabe dar, die zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Abschlussstichtag erforderlich ist. Im Gegensatz hierzu werden Rückstellungen nach HGB nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bewertet. An die Bildung von Restrukturierungsrückstellungen werden nach IAS 37 spezielle Bedingungen geknüpft. Schließlich ergeben sich Effekte aus der Anwendung von unterschiedlichen Diskontierungszinssätzen nach HGB und IFRS.
  • Derivate werden gem. IAS 39 als Verbindlichkeit oder Vermögenswert angesetzt und zum Fair Value bewertet. Indes wird nach HGB lediglich eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften angesetzt, sofern keine Bewertungseinheit gebildet wurde.
  • Immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 angesetzt. Gemäß IAS 38 wird der Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) nicht ratierlich, sondern lediglich bei einer festgestellten Wertminderung (Impairment) abgeschrieben.

Eine Fehlerkorrektur des Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) wurde in laufender Rechnung in 2013 vorgenommen um einen Bilanzierungsfehler aus dem vorherigen Rechnungslegungsstandard zu korrigieren. Dieser Wert wurde dann gemäß IFRS 1.C1 in die IFRS-Eröffnungsbilanz übernommen.

• Bewertung und Ausweis von anteilsbasierten Vergütungsprogrammen wird in IFRS 2 geregelt. Gemäß den IFRS 2 werden Kosten aus der Gewährung von Eigenkapitalinstrumenten an Mitarbeiter mit dem beizulegenden Zeitwert dieser Instrumente zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bewertet.

c) Erläuterungen zur Anpassung der Kapitalflussrechnung

HGB KFR Überleitung Erläuter IFRS KFR
TEUR 2013 ung 2013
Zahlungseingänge (-abgänge) aus betrieblicher Tätigkeit -26.477 4.427 a) -22.050
Zahlungseingänge (-abgänge) aus Investitionstätigkeit -3.122 4 b) -3.118
Zahlungseingänge (-abgänge) aus Finanzierungstätigkeit 29.369 -4.185 c) 25.184
Zahlungsmittelveränderung -230 247 d) 17
Wechselkurs- und konsolidierungskreisbedingte -222 32 e) -190
Änderungen im Finanzmittelbstand
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu 9.686 -227 d) 9.459
Beginn der Periode
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 9.234 52 d) 9.286
Ende der Periode

Unterschiede zwischen IFRS und HGB ergeben sich im Wesentlichen aus den folgenden Sachverhalten:

  • a) Separater Ausweis gezahlter Zinsen im KF aus Finanzierungstätigkeit gem. IAS 7.
  • b) Konsolidierungskreisbedingte Änderungen werden im KF aus Investitionstätigkeit ausgewiesen und Ausweis erhaltener Zinsen.
  • c) Separater Ausweis gezahlter Zinsen im KF aus Finanzierungstätigkeit gem. IAS 7.
  • d) Abweichende Zuordnung zu den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten im Rahmen der IFRS-Anpassungen.
  • e) Konsolidierungskreisbedingte Änderungen werden im KF aus Investitionstätigkeit ausgewiesen.

C. Konsolidierungskreis und Konsolidierungsmethoden

Die Abschlüsse der DHH sowie ihrer in- und ausländischen Tochterunternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Dabei wurden die Grundsätze für alle im Konzernabschluss dargestellten Perioden bzw. Stichtagen stetig angewendet.

1. Konsolidierungsmethoden

a) Tochterunternehmen

Die DHH und alle Tochtergesellschaften, über welche die DHH die direkte oder indirekte Beherrschungsmöglichkeit verfügt, werden im Konzernabschluss der DH-Gruppe vollkonsolidiert. Die Erstkonsolidierung erfolgt zum Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschungsmöglichkeit. Die DHH beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn sie schwankenden Renditen aus dem Engagement ausgesetzt ist und die Fähigkeit besitzt, diese Renditen mittels Verfügungsgewalt zu beeinflussen. Wenn die DHH die Beherrschungsmöglichkeit verliert, wird das entsprechende Beteiligungsunternehmen entkonsolidiert.

Erworbene Unternehmen werden durch Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Im Rahmen der Erwerbsmethode werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile mit dem anteiligen Fair Value der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten des Tochterunternehmens zum Erwerbszeitpunkt verrechnet. Ein aus der Verrechnung entstehender positiver Unterschiedsbetrag wird als derivativer Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Aus der Kapitalkonsolidierung zum Erwerbszeitpunkt entstehende negative Unterschiedsbeträge werden sofort erfolgswirksam aufgelöst.

Nicht beherrschende Anteile stellen den Anteil des Ergebnisses und des Nettovermögens dar, der nicht den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnen ist und werden separat ausgewiesen. Sie werden zum Erwerbszeitpunkt mit ihrem entsprechenden Anteil am identifizierbaren Nettovermögen des erworbenen Unternehmens bewertet. Änderungen des Anteils des Konzerns an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktion bilanziert.

Hinsichtlich der im Rahmen von Unternehmenserwerben vereinbarten Written-Put-Optionen bzgl. verbleibender Minderheitenanteile macht die Gesellschaft von ihrem accounting policy choice Gebrauch und bilanziert diese entsprechend IFRS 3.40 als bedingte Kaufpreiszahlungen. Somit werden diese Minderheiten im Abschluss nicht mehr ausgewiesen.

Verliert der Konzern die Beherrschung über ein Tochterunternehmen, bucht er die Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens und alle zugehörigen, nicht beherrschenden Anteile und anderen Bestandteile am Eigenkapital aus. Jeder entstehende Gewinn oder Verlust wird im Gewinn oder Verlust erfasst. Jeder zurückbehaltene Anteil an dem ehemaligen Tochterunternehmen wird zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt des Verlusts der Beherrschung bewertet.

Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Unternehmen werden ebenso eliminiert wie Zwischenergebnisse aus konzerninternen Transaktionen.

Im Falle von einer als Tochterunternehmen qualifizierenden Beteiligung wird auf eine Einbeziehung in den Konzernabschluss wegen deren untergeordneter Bedeutung und Wesentlichkeit sowie einem negativem Aufwand-/Nutzenverhältnis verzichtet.

b) Assoziierte Unternehmen und Joint Ventures

Assoziierte Unternehmen sind jene Unternehmen bei denen die DHH über einen maßgeblichen Einfluss verfügt, welcher regelmäßig bei einer Beteiligung i.H.v. 20 % - 50 % der Stimmrechte unterstellt wird. Joint Ventures sind gemeinschaftliche Vereinbarungen, bei denen die DHH gemeinsam mit anderen Unternehmen die Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung hat. Zum Bilanzstichtag existieren keine assoziierten Unternehmen oder Joint Ventures aus Sicht der DHH.

Die Anteilsbesitzliste in Abschnitt H.10 enthält eine Übersicht aller Beteiligungen der DHH.

2. Veränderungen im Konzern

Anzahl vollkonsolidierter Unternehmen 2014 2013
01.01. 24 25
Zugänge 24 -
Abgänge durch Veräußerung 1 1
Abgänge durch Verschmelzung 7 -
31.12. 40 24

Im Berichtsjahr hat sich die Zahl der voll zu konsolidierenden Unternehmen wie folgt verändert:

In 2014 wurden sieben Gesellschaften auf andere Tochtergesellschaften verschmolzen, eine weitere Tochtergesellschaft wurde wie bereits in 2013 an Konzernfremde veräußert. Darüber hinaus wurden in 2013 zehn Tochtergesellschaften aus Wesentlichkeitsgründen nicht konsolidiert; ihre Zahl reduziert sich in 2014 durch Veräußerungen, Verschmelzungen sowie Liquidationen auf nunmehr eine Gesellschaft.

Im Geschäftsjahr 2014 fanden wesentliche Zukäufe im Rahmen von Unternehmenserwerben statt, die im folgenden Abschnitt den Vorschriften des IFRS 3 entsprechend ausführlich dargestellt werden.

3. Unternehmenserwerbe

In 2014 konnte die DH-Gruppe eine Vielzahl an Unternehmenserwerben realisieren. Der zahlungswirksame Kaufpreisbestandteil aller Unternehmenserwerbe beträgt TEUR 298.821. Der übernommene Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten beträgt insgesamt TEUR 6.954. Auf die einzelnen Unternehmenserwerbe wird im Folgenden eingegangen.

a) 9Cookies

Mit rechtlich bindender Wirkung zum 1. Januar 2014 wurde mit der Übernahme der 9Cookies GmbH, Berlin (9Cookies) ein strategisches Investment realisiert, um einen weiteren Zugang zu Restaurantkunden im Deutschen Raum zu erlangen. 9Cookies entwickelt mobile Kassensysteme. Die Anschaffungskosten für 100 % der Anteile betrugen TEUR 1.043, welche im Berichtszeitraum gezahlt wurden.

Die Anschaffungskosten dieses Unternehmenszusammenschlusses wurden den erworbenen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten anhand der Kaufpreisallokation zum Erwerbsstichtag wie folgt zugeordnet:

In TEUR Zeitwerte nach Akquisition
Immaterielle Vermögenswerte 1.228
Sachanlagen 23
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 47
Übrige Vermögenswerte 58
Finanzmittel 53
Rückstellungen und Verbindlichkeiten -1.885
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -135
Passive latente Steuern -313
Nettoreinvermögen -924
Gegenleistung 1.043
Geschäfts- oder Firmenwert 1.967

Der Geschäfts- oder Firmenwert ist vor allem nicht separat identifizierbaren Werten wie den positiven künftigen Geschäftsaussichten, dem Mitarbeiter-Know-how und den erwarteten Synergieeffekten aus der Integration zuzurechnen. Von den erworbenen immateriellen Vermögenswerten unterliegen keine einer unbestimmten Nutzungsdauer. Der Bruttobetrag der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug TEUR 47, worauf keine Wertberichtigungen erfasst wurden. Im sonstigen betrieblichen Aufwand des Geschäftsjahres erfasste Transaktionskosten für die Akquisition von 9Cookies betrugen TEUR 58.

Seit dem erstmaligen Einbezug zum 1. Januar 2014 hat 9Cookies TEUR 131 zum Konzernumsatz sowie TEUR -3.368 zum Konzernergebnis beigetragen.

b) PedidosYa

Am 1. Februar 2014 wurde ein strategisches Investment in Südamerika getätigt, um einen flächendeckenden Zugang zu Kunden in verschiedenen Ländern Süd- und Mittelamerikas zu erlangen. Im Zuge dessen wurden 84,5 % der Anteile an der PedidosYa S.A. (vormals Kinboy International S.A.), Uruguay (PedidosYa), übernommen. PedidosYa betreibt Restaurantportale zur Vermittlung von Online-Essens-Bestellungen in verschiedenen Ländern Süd- und Mittelamerikas.

Der ermittelte Fair Value der Gegenleistung betrug TEUR 17.036 und umfasst den im Berichtszeitraum in Höhe von TEUR 11.891 gezahlten Kaufpreis, eine bedingte Kaufpreiszahlung in Höhe von 1.418 TEUR sowie eine zum Erwerbsstichtag erfasste bedingte Kaufpreisverbindlichkeit von TEUR 3.727 für vereinbarte Optionsrechte zum Erwerb der verbliebenen 15,5 % der Anteile. Die Put-Optionen für Anteile nicht beherrschender Gesellschafter werden einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise (synthetischer forward) folgend als bedingte Kaufpreiszahlungen behandelt. Die finanzielle Verbindlichkeit stellt folglich einen Teil der übertragenen Gegenleistung für die gesamten Anteile dar. Im Konzerneigenkapital wird kein Anteil nicht-beherrschender Gesellschafter für die Anteile, die mit einer Put-Option ausgestattet sind, ausgewiesen. Fair Value Änderungen der finanziellen Verbindlichkeit werden den Regeln zur contingent consideration entsprechend im Rahmen der Folgebewertung erfolgswirksam erfasst. Das Bewertungsergebnis aus den Put-Call Optionen wird im Finanzergebnis ausgewiesen.

Die Aufteilung der Anschaffungskosten dieses Unternehmenszusammenschlusses auf die erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten anhand der Kaufpreisallokation zum Erwerbsstichtag stellt sich wie folgt dar:

in TEUR Zeitwerte nach Akquisition
Immaterielle Vermögenswerte 10.175
Sachanlagen 29
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 110
Übrige Vermögenswerte 1.091
Finanzmittel 2.089
Rückstellungen und Verbindlichkeiten -1.465
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -9
Passive latente Steuern -2.842
Nettoreinvermögen 9.178
Anschaffungskosten 17.036
Geschäfts- oder Firmenwert 7.858

Der Geschäfts- oder Firmenwert ist vor allem nicht separat identifizierbaren Werten wie den positiven künftigen Geschäftsaussichten, dem Mitarbeiter-Know-how und den erwarteten Synergieeffekten aus der Integration zuzurechnen. Von den erworbenen immateriellen Vermögenswerten unterliegen keine einer unbestimmten Nutzungsdauer. Der Bruttobetrag der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug TEUR 110 und entsprach dem beizulegenden Zeitwert. Im sonstigen betrieblichen Aufwand des Geschäftsjahres erfasste Transaktionskosten für die Akquisition von PedidosYa betrugen TEUR 8, weitere Transaktionskosten sind im Rahmen der Verhandlungen zur vormals bilanzierten Kaufoption in 2013 vorweggenommen worden.

Seit dem erstmaligen Einbezug zum 1. Februar 2014 hat PedidosYa TEUR 2.279 zum Konzernumsatz sowie TEUR -8.512 zum Konzernergebnis beigetragen. Wenn PedidosYa bereits am 1. Januar 2014 vollkonsolidiert worden wäre, hätte PedidosYa TEUR 2.423 zum Konzernumsatz sowie TEUR - 8.832 zum Konzernergebnis beigetragen.

c) Clickdelivery

Um die Präsenz in Südamerika zu stärken, wurde ein strategisches Investment in Restaurantportale zur Vermittlung von Online-Essens-Bestellungen in verschiedenen Ländern Südamerikas getätigt und am 1. August 2014 67,8 % der Anteile an der Inversiones CMR S.A.S., Kolumbien (Clickdelivery) übernommen. Der vorläufig ermittelte Fair Value der Gegenleistung betrug TEUR 14.596 und umfasste den im Berichtszeitraum in Höhe von TEUR 6.867 gezahlten Kaufpreis und eine zum Erwerbsstichtag erfasste bedingte Kaufpreisverbindlichkeit von TEUR 7.729 für vereinbarte Optionsrechte über die verbliebenen 32,2 % der Anteile. Die Put-Optionen für Anteile nicht beherrschender Gesellschafter werden einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise folgend als bedingte Kaufpreiszahlungen behandelt. Die finanzielle Verbindlichkeit stellt folglich einen Teil der übertragenen Gegenleistung für die gesamten Anteile dar. Im Konzerneigenkapital wird kein Anteil nicht-beherrschender Gesellschafter für die Anteile, die mit einer Put-Option ausgestattet sind, ausgewiesen. Fair Value Änderungen der finanziellen Verbindlichkeit werden den Regeln zur contingent consideration entsprechend im Rahmen der Folgebewertung erfolgswirksam erfasst. Das Bewertungsergebnis aus den Put-Call Optionen wird im Finanzergebnis ausgewiesen.

Die Gesellschaft behält sich aufgrund der Vielzahl und Komplexität der Akquisitionen im Geschäftsjahr 2014 die Möglichkeit zur nachträglichen Anpassung vor: Die Angaben zur Bewertung der Marke, des Fair Values der Gegenleistung und der latenten Steuern sind somit entsprechend IFRS 3.45 vorläufig. Die Aufteilung der Anschaffungskosten dieses Unternehmenszusammenschlusses auf die erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten anhand der vorläufigen Kaufpreisallokation zum Erwerbsstichtag stellt sich wie folgt dar:

in TEUR Zeitwerte nach Akquisition
Immaterielle Vermögenswerte (vorläufig) 2.301
Sachanlagen 45
Finanzanlagen 2
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 286
Übrige Vermögenswerte 715
Finanzmittel 100
Rückstellungen und Verbindlichkeiten -114
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -77
Passive latente Steuern (vorläufig) -620
Nettoreinvermögen 2.638
Anschaffungskosten (vorläufig) 14.596
Geschäfts- oder Firmenwert 11.958

Der Geschäfts- oder Firmenwert ist vor allem nicht separat identifizierbaren Werten wie den positiven künftigen Geschäftsaussichten, dem Mitarbeiter-Know-how und den erwarteten Synergieeffekten aus der Integration zuzurechnen. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist steuerlich irrelevant. Von den erworbenen immateriellen Vermögenswerten unterliegen keine einer unbestimmten Nutzungsdauer. Der Bruttobetrag der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug TEUR 286 und entsprach dem beizulegenden Zeitwert. Im sonstigen betrieblichen Aufwand des Geschäftsjahres erfasste Transaktionskosten für die Akquisition von Clickdelivery betrugen TEUR 101.

Seit dem erstmaligen Einbezug zum 1. August 2014 hat Clickdelivery TEUR 530 zum Konzernumsatz sowie TEUR -3.929 zum Konzernergebnis beigetragen. Wenn Clickdelivery bereits am 1. Januar 2014 vollkonsolidiert worden wäre, hätte Clickdelivery TEUR 1.104 zum Konzernumsatz sowie TEUR - 5.254 zum Konzernergebnis beigetragen.

d) pizza.de-Gruppe

Mit Vertrag vom 14. August 2014 hat das Unternehmen sämtliche Anteile an der pizza.de GmbH, der asco GmbH sowie der Springfield GmbH (auch "Pizza.de-Gruppe") direkt oder indirekt erworben.

Der Erwerb der pizza.de-Gruppe ermöglicht die Nutzung der Marke sowie der Domain "pizza.de" und gewährt den Zugang zu neuen Kunden und Restaurants.

Die in bar entrichtete Gegenleistung für den Unternehmenserwerb beträgt TEUR 240.250. Die Transaktionskosten des Unternehmenszusammenschluss betragen insgesamt TEUR 427 und wurden in der Periode aufwandswirksam erfasst.

Die nachfolgende Tabelle veranschaulicht zusammengefasst die vorläufig ermittelten beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden zum 1. August 2014 der pizza.de-Gruppe:

in TEUR Zeitwerte nach Akquisition
Immaterielle Vermögenswerte (vorläufig) 180.112
Sachanlagen 2.353
Finanzanlagen 16
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.598
Übrige Vermögenswerte 9.314
Finanzmittel 4.030
Rückstellungen und Verbindlichkeiten -10.186
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -5.671
Passive latente Steuern (vorläufig) -53.185
Nettoreinvermögen 129.381
Gegenleistung 240.250
Geschäfts- oder Firmenwert 110.869

Der vorläufig ermittelte beizulegende Zeitwert der Marke wurde mit Hilfe der Multi-Period Excess Earnings Methode ermittelt, der Wert der Kunden- und Lieferantenbeziehung wurde auf Basis der Wiederherstellungskosten ermittelt. Die Gesellschaft behält sich aufgrund der Vielzahl und Komplexität der Akquisitionen im Geschäftsjahr 2014 die Möglichkeit zur nachträglichen Anpassung vor. Die Angaben zur Bewertung der Marke, des Kundenstammes und der latenten Steuern sind somit entsprechend IFRS 3.45 vorläufig.

Die erworbenen immateriellen Vermögenswerte unterliegen alle einer bestimmten Nutzungsdauer.

Unter Berücksichtigung des Nettovermögens, der aufgedeckten Bilanzpositionen und der latenten Steuern ergibt sich vorläufig ein Goodwill in Höhe von TEUR 110.869. Dieser setzt sich im Wesentlichen aus den erwarteten Einsparungen durch Synergieeffekte und den positiven Effekten des vergrößerten Marktanteils der Gruppe zusammen.

Der Bruttobetrag der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug TEUR 2.598 und entsprach dem beizulegenden Zeitwert. Im sonstigen betrieblichen Aufwand des Geschäftsjahres erfasste Transaktionskosten für die Akquisition der Pizza.de-Gruppe betrugen TEUR 427.

Wäre die Pizza.de-Gruppe bereits zum 1. Januar 2014 konsolidiert worden, so wären Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 33.306 sowie Ergebnis in Höhe von TEUR -8.453 in der Konzernergebnisrechnung zu berücksichtigen gewesen. Seit dem 1. August 2014 hat die Pizza.de-Gruppe einen Beitrag zum Konzernumsatz in Höhe von TEUR 12.378 sowie zum Konzernergebnis TEUR -11.136 geleistet.

e) Baedaltong

Mit der Übernahme von 85 % der Anteile an der Baedaltong Co., Ltd., South Korea (Baedaltong) wurde ein weiteres strategisches Investment getätigt, um einen Zugang zu Kunden auf dem asiatischen Markt zu erhalten. Baedaltong betreibt ein Restaurantportal zur Vermittlung von Online-Essens-Bestellungen in Südkorea und anderen asiatischen Regionen.

Am 18. November 2014 haben wir die Beherrschung über Baedaltong erlangt. Die vorläufig ermittelten Anschaffungskosten betrugen TEUR 24.685 und umfassten den im Berichtszeitraum in Höhe von TEUR 20.367 gezahlten Kaufpreis und eine zum Erwerbsstichtag erfasste bedingte Kaufpreisverbindlichkeit von TEUR 4.318 für vereinbarte Optionsrechte über die verbliebenen 15 % der Anteile an Baedaltong. Die Bewertung der Put-Call Optionen bei Baedaltong Co. Ltd. basiert auf einer vertraglich fixierten, nachträglichen Kaufpreiszahlung.

Die Gesellschaft behält sich aufgrund der Vielzahl und Komplexität der Akquisitionen im Geschäftsjahr 2014 die Möglichkeit zur nachträglichen Anpassung vor. Die Angaben zur Bewertung der Marke, des Fair Values der Gegenleistung und der latenten Steuern sind somit entsprechend IFRS 3.45 vorläufig. Die Aufteilung der Anschaffungskosten dieses Unternehmenszusammenschlusses auf die erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten anhand der vorläufigen Kaufpreisallokation zum Erwerbsstichtag stellt sich wie folgt dar:

in TEUR Zeitwerte nach Akquisition
Immaterielle Vermögenswerte (vorläufig) 15.188
Sachanlagen 168
Finanzanlagen 68
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 40
Übrige Vermögenswerte 1.379
Finanzmittel 142
Rückstellungen und Verbindlichkeiten -1.900
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -344
Passive latente Steuern (vorläufig) -3.675
Nettoreinvermögen 11.066
Anschaffungskosten (vorläufig) 24.685
Geschäfts- oder Firmenwert 13.619

Der Geschäfts- oder Firmenwert ist vor allem nicht separat identifizierbaren Werten wie den positiven künftigen Geschäftsaussichten, dem Mitarbeiter-Know-how und den erwarteten Synergieeffekten aus der Integration zuzurechnen. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist steuerlich irrelevant. Von den erworbenen immateriellen Vermögenswerten unterliegen keine einer unbestimmten Nutzungsdauer. Der Bruttobetrag der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug TEUR 40, worauf keine Wertberichtigungen erfasst wurden. Im sonstigen betrieblichen Aufwand des Geschäftsjahres erfasste Transaktionskosten für die Akquisition von Baedaltong betrugen TEUR 129.

Seit dem erstmaligen Einbezug am 1. November 2014 hat Baedaltong TEUR 626 zum Konzernumsatz sowie TEUR -444 zum Konzernergebnis beigetragen. Wenn Baedaltong bereits am 1. Januar 2014 vollkonsolidiert worden wäre, hätte Baedaltong TEUR 6.453 zum Konzernumsatz sowie TEUR - 1.715 zum Konzernergebnis beigetragen.

f) CZ (Pizzatime/E-Aggregator)

Um die Präsenz in Tschechien und der Slowakei zu stärken, wurden im Berichtsjahr 2014 jeweils 100% der Anteile an E-Aggregator s.r.o., Prag und PIZZATIME s.r.o., Prag erworben. Beide Unternehmen sind Restaurantportale zur Vermittlung von Online-Essens-Bestellungen.

Die Gesellschaft behält sich aufgrund der zeitlichen Nähe der Akquisitionen zum Bilanzstichtag die Möglichkeit zur nachträglichen Anpassung vor. Die Angaben zur Bewertung der Marke und der latenten Steuern sind somit entsprechend IFRS 3.45 vorläufig. Die Aufteilung der Anschaffungskosten dieses Unternehmenszusammenschlusses auf die erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten anhand der vorläufigen Kaufpreisallokation zum Erwerbsstichtag stellt sich wie folgt dar:

in TEUR Zeitwerte nach Akquisition
Immaterielle Vermögenswerte (vorläufig) 6.331
Sachanlagen 38
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 90
Übrige Vermögenswerte 49
Finanzmittel 120
Rückstellungen und Verbindlichkeiten -510
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -458
Passive latente Steuern (vorläufig) -1.190
Nettoreinvermögen 4.470
Anschaffungskosten 15.567
Geschäfts- oder Firmenwert 11.097

Der Geschäfts- oder Firmenwert ist vor allem nicht separat identifizierbaren Werten wie den positiven künftigen Geschäftsaussichten, dem Mitarbeiter-Know-how und den erwarteten Synergieeffekten aus der Integration zuzurechnen. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist steuerlich irrelevant. Von den erworbenen immateriellen Vermögenswerten unterliegen keine einer unbestimmten Nutzungsdauer. Der beizulegende Zeitwert der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug TEUR 90. Im sonstigen betrieblichen Aufwand des Geschäftsjahres erfasste Transaktionskosten für diese Akquisitionen betrugen TEUR 96.

Da der Erwerbsstichtag dieser Gesellschaften am 31. Dezember 2014 war, haben beide Gesellschaften noch keinen Beitrag zum Konzernumsatz bzw. zum Konzernergebnis geleistet. Wenn diese Gesellschaften bereits am 1. Januar 2014 vollkonsolidiert worden wären, hätten beide zusammen TEUR 2.643 zum Konzernumsatz sowie TEUR -537 zum Konzernergebnis beigetragen.

g) China

Mit rechtlich bindender Wirkung zum 31. Dezember 2014 wurden unmittelbar bzw. mittelbar 100% der Anteile an der Shanghai Ai Can Business Consulting Company Limited und ihrer Tochtergesellschaft Beijing Aidi Chuangxiang Inf. Tech. Co. Ltd. durch die Delivery Hero (Hongkong) Company Ltd. erworben und damit die wirtschaftliche Beherrschung über die Gesellschaften erlangt.

Die strategische Akquisition zur Sicherung unseres Zuganges zum chinesischen Markt, sichert uns den Zugriff auf die bestehenden Kunden- und Lieferantenbeziehungen der erworbenen Gesellschaft und ermöglicht die langfristige Nutzung der Domains und Marken.

Der vorläufig ermittelte beizulegende Zeitwert der vollständig in der abgelaufenen Periode entrichteten Gegenleistung für den Unternehmenserwerb beträgt TEUR 2.836. Die Transaktionskosten des Unternehmenszusammenschluss betragen insgesamt TEUR 32 und wurden in der Periode unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Die Kaufpreisallokation ist in Bezug auf die Bewertung der Vermögensgegenstände, des Fair Values der Gegenleistung und der latenten Steuern, aufgrund der zeitlichen Nähe zum Abschlussstichtag, entsprechend der Vorgaben des Standards IFRS 3.45 vorläufig.

Die Aufteilung der Anschaffungskosten dieses Unternehmenszusammenschlusses auf die erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten anhand der vorläufigen Kaufpreisallokation zum Erwerbsstichtag stellt sich wie folgt dar:

(vorläufig) in TEUR Zeitwerte nach Akquisition
Immaterielle Vermögenswerte 5.561
Sachanlagen 83
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 234
Übrige Vermögenswerte 52
Finanzmittel 420
Rückstellungen und Verbindlichkeiten -3.705
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -88
Passive latente Steuern -1.388
Nettoreinvermögen 1.169
Gegenleistung 2.836
Geschäfts- oder Firmenwert 1.667

Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Marke wurde die Royalty Relief Methode verwendet, der Wert der Kunden- und Lieferantenbeziehung wurde auf Basis der Multi-Period Excess Earnings Methode ermittelt. Die erworbenen Vermögenswerte unterliegen alle einer bestimmten Nutzungsdauer.

Unter Berücksichtigung des Nettovermögens inkl. der aufgedeckten stillen Reserven und Lasten sowie der latenten Steuern ergibt sich vorläufig ein steuerlich irrelevanter Goodwill in Höhe von TEUR 1.667. Dieser setzt sich im Wesentlichen aus den erwarteten Einsparungen durch Synergieeffekte und dem Wachstumspotential des chinesischen Marktes für Internetessensbestellungen zusammen.

Der Bruttobetrag der erworbenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug TEUR 234 und entsprach dem beizulegenden Zeitwert.

Wird ein Unternehmenserwerb bereits zum 1. Januar 2014 unterstellt, wären Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 26 sowie Verluste in Höhe von TEUR 3.712 in der Konzernergebnisrechnung zu berücksichtigen.

4. Angaben zu Unternehmensbeteiligungen gemäß IFRS 12

DHH verfügt am Stichtag über 40 Tochterunternehmen, darunter Tochterunternehmen, die lediglich Beteiligungen innerhalb des Konzerns halten oder als Mantelgesellschaften dienen.

Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen in Höhe von TEUR 1.232 (31.12.2013: TEUR 0; 1.1.2013: TEUR 0) werden in China gehalten und unterliegen der örtlichen Devisenkontrolle. Diese örtlichen Devisenkontrollen sehen für den Export von Kapital, der nicht in regulären Dividenden besteht, Beschränkungen vor. Zudem hält die DH-Gruppe in Argentinien Zahlungsmittel in Höhe von TEUR 107, diese Gelder unterliegen ebenfalls einer örtlichen Devisenkontrolle.

In der Anteilsbesitzliste sind Informationen zu den Tochtergesellschaften sowie ggf. den konzernfremden Minderheitsbeteiligungen enthalten.

Durch das Durch den Durch nicht
Mutterunternehm Konzern beherrschende
Art der en direkt gehaltener Anteilseigner
Geschäfts gehaltener Anteil Anteil der gehaltener Anteil
Name Geschäftssitz tätigkeit der Stammaktien Stammaktien der Stammaktien
RGP Korea Ltd. Seoul, Südkorea Dienstleistungen 0% 84% 16%

DHH hatte folgende Tochterunternehmen mit wesentlichen Minderheiten zum 31. Dezember 2014:

Nachfolgend werden die Finanzinformationen der Tochterunternehmen mit als wesentlich eingestuften, nicht beherrschenden Anteilen zusammengefasst (IFRS 12.B10). Bei den angegebenen Beträgen wurden konzerninterne Transaktionen nicht eliminiert.

31.12.2014
4.469
RGP Korea Ltd.
31.12.2013
1.307
01.01.2013
616
4.790 7.651 2.275
-321 -6.345 -1.660
958 18
22.488 35
-17
-1.677
-21.530 -21.850
-6.234
236
126
110
Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung
RGP Korea Ltd.
2014 2013
Umsatzerlöse 13.341 1.842
Ergebnis vor Ertragsteuern -14.287 -4.557
Ertragsteuern 0 0
Ergebnis nach Steuern -14.287 -4.557
Sonstiges Ergebnis -1.329 0
Gesamtergebnis
Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes
-15.616 -4.557
Gesamtergebnis -2.489 -726
Zusammengefasste Kapitalflussrechnung
RGP Korea Ltd.
2014 2013
Aus der laufenden Geschäftstätigkeit generierte
Zahlungsmittel -12.718 -3.560
Gezahlte Ertragsteuern 0 0
Nettomittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit -12.718 -3.560
Nettomittelzufluss aus Investitionstätigkeit -767 -250
Gezahlte Zinsen 0 0
Nettomittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit 14.875 4.164
Nettozunahmen an Zahlungsmittel und -äquivalenten 1.391 354
Zahlungsmittel und -äquivalente am Jahresanfang 756 402
Währungsgewinne (-verluste) aus Zahlungsmittel
und -äquivalente 136 0
Zahlungsmittel und -äquivalente am Jahresende 2.283 756

Die akkumulierten nicht konsolidierten Anteile von RGP Korea Ltd. zum 31.12.2014 betragen TEUR - 3.494 (31.12.2013: TEUR -1.005; 1.1.2013: TEUR -425)

Die DH-Gruppe hält keine Anteile an nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten oder Gemeinschaftsunternehmen.

Im Hinblick auf die verkauften Tochtergesellschaften Super Antojo S.A. de C.V., Mexico Ciudad (MX) sowie RGP Local Holding VI GmbH, Berlin (DE) in 2013 und 2014 sei auf die nachfolgende Übersicht verwiesen:

in TEUR 2014 2013
erhaltene zahlungswirksame Gegenleistung 52 219
Vermögenswerte und Schulden, über die die
Beherrschung verloren wurde:
Zahlungsmittelbestand 11 32
Langfristige Vermögenswerte 2.763 86
Kurzfristige Vermögenswerte 0 188
Verbindlichkeiten 2.931 2.112
Nettovermögen -157 -1.806

Aus der Entkonsolidierung der RGP Local Holding VI GmbH in 2014 ist ein einmaliger Entkonsolidierungsgewinn in Höhe von 217 TEUR entstanden, der in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen wird.

5. Währungsumrechnung

Die Währungsumrechnung erfolgt nach dem Konzept der funktionalen Währung. Die funktionale Währung aller in den Konzernabschluss der DHH einbezogenen Tochterunternehmen ist die jeweilige Landeswährung. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt (Berichtswährung).

Transaktionen, die eine in den Konsolidierungskreis einbezogene Gesellschaft nicht in ihrer funktionalen Währung durchführt (Fremdwährungsgeschäfte), werden in die funktionale Währung der entsprechenden Einheit mit dem Kurs zum Transaktionszeitpunkt umgerechnet. Kursgewinne und -verluste aus der Abwicklung solcher Transaktionen und aus der Bewertung von monetären Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zum Stichtagskurs im Jahresabschluss werden in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, rechnen ihre in Landeswährung aufgestellten Abschlüsse für Zwecke der Einbeziehung in den Konzernabschluss der DHH wie folgt in die Berichtswährung Euro um:

  • Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden zum Stichtagskurs, Erträge und Aufwendungen zum Durchschnittskurs umgerechnet. Die Differenzen aus der Währungsumrechnung werden im Eigenkapital gesondert gezeigt.
  • Das im Rahmen eines Erwerbs ausländischer Tochtergesellschaften erstkonsolidierungspflichtige Eigenkapital wird zum jeweiligen Bilanzstichtag mit dem historischen Kurs zum Erwerbszeitpunkt umgerechnet. Entstehende Differenzen aus der Währungsumrechnung werden gesondert im Eigenkapital ausgewiesen.
  • Solange das Tochterunternehmen in den Konsolidierungskreis einbezogen wird, erfolgt die Fortführung der Umrechnungsdifferenzen im Konzerneigenkapital. Scheiden Tochterunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, werden die entsprechenden Umrechnungsdifferenzen erfolgswirksam aufgelöst.
  • Firmenwerte und Anpassungen an die beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten und Schulden infolge von Akquisitionen ausländischer Tochtergesellschaften werden als Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der ausländischen Gesellschaften behandelt und mit dem Kurs zum Bilanzstichtag umgerechnet.
  • Es bestehen keine Tochtergesellschaften, die ihren Sitz in einem Hochinflationsland gemäß IAS 29 haben.
  • Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung von Anteilen an einer ausländischen Tochtergesellschaft sowie aus Darlehen, die Teil der Netto-Investition in diese ausländischen Tochtergesellschaften sind, werden im Eigenkapital erfasst. Wenn die ausländische Tochtergesellschaft den Konsolidierungskreis verlässt, werden die Währungsumrechnungsdifferenzen über die Gewinn- und Verlustrechnung ausgebucht.
Kurse
1 EUR entspricht: 31.12.2014 Durchschnitt 2014 31.12.2013 Durchschnitt 2013
Argentinischer Peso (ARS) 10,3769 10,8957 - -
Australischer Dollar (AUD) 1,4828 1,4715 1,5423 1,3778
Brasilianischer Real (BRL) 3,2206 3,1199 - -
Britischer Pfund (GBP) 0,7789 0,8061 0,8337 0,8493
Chilenischer Peso (CLP) 736,3660 759,6050 - -
Chinesischer Yuan (CNY) 7,5358 8,1733 8,3491 8,3246
Hong Kong Dollar (HKD) 9,4162 9,5602 - -
Kolumbianischer Peso (COP) 2.856,8900 2.636,3269 - -
Mexikanischer Peso (MXN) 17,8571 17,6471 18,0832 16,9779
Peruanischer Nuevo Sol (PEN) 3,6023 3,7603 - -
Polnischer Zloty (PLN) 4,2735 4,1844 4,1545 4,1982
Schwedische Krone (SEK ) 9,3897 9,0950 8,8574 8,6505
Schweizer Franken (CHF ) 1,2024 1,2146 1,2276 1,2311
Südkoreanischer Won (KRW) 1.324,8000 1.398,1400 1.428,5714 1.428,5714
Tschechische Krone (CZK) 27,7350 27,6243 27,4270 27,5210
Uruguayischer Peso (UYU) 28,7482 29,6736 - -
US-Dollar (USD) 1,2140 1,3285 1,3791 1,3703

Für die Währungsumrechnung wurden die folgenden Wechselkurse (hier gerundet) zugrunde gelegt:

D. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

1. Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Aufwendungen und Erträge werden nicht saldiert, es sei denn, die Rechnungslegungsvorschriften der IFRS erlauben oder erfordern eine Saldierung.

a) Umsatzerlöse

Die DH-Gruppe realisiert Umsätze aus Provisionen sowie aus Gebühren für die Verbindung zur Delivery Hero Online-Plattform, für die Bereitstellung von Auftragsbestätigungsterminals bei den Vertragspartnern, für eine hervorgehobene Präsentation auf der DH-Bestellplattform (Premium-Placement) als auch für die Nutzung von Kreditkarten.

Provisionen werden von Restaurants für die Auftragsweiterleitung über die Delivery Hero Online-Plattform erhoben. Bei Erzielung der Provisionserlöse tritt die DH-Gruppe als Agent auf, da die DH-Gruppe lediglich als Vermittler zwischen Hauptlieferant und Endkunden agiert. Der entsprechende Umsatz wird vereinnahmt, sobald die Online-Bestellung des Kunden abgeschlossen ist. Provisionen werden zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Skonti, Umsatzsteuer und weitere Preisnachlässe ausgewiesen.

Des Weiteren bietet DHH Vertragspartnern Auftragsbestätigungsterminals an, um unmittelbar die Auftragsannahme über die Delivery Hero Online-Plattform dem Kunden zu bestätigen. Die DH-Gruppe bietet die Terminals sowohl als Leasing als auch zum Kauf an. Im Falle eines Verkaufs von Terminals werden die Umsätze erfasst, sobald die Risiken und Chancen aus den Waren auf den Kunden übergehen, d.h. bei Auslieferung.

Die Verbindungsgebühren werden unmittelbar nach Kontaktaufnahme zur Delivery Hero Online-Plattform realisiert. Die Gebühren sind in jedem Fall zahlbar.

Gebühren für die Nutzung von Kreditkarten werden realisiert, sobald die Kundenorder vollständig bearbeitet ist und seitens der DH-Gruppe keine weiteren Leistungsverpflichtungen mehr zu erfüllen sind.

Umsätze aus Premium-Placement werden über den Zeitraum realisiert, in dem seitens DH diese Leistung erbracht wird.

b) Kundenbindungsprogramm

Einige Gesellschaften der DH-Gruppe haben Kundenbindungsprogramme aufgelegt, mittels derer die Kunden bei Bestellungen Punkte (Prämiengutschriften) sammeln können, welche sie zu preisreduzierten künftigen Bestelllungen berechtigen.

Die Prämiengutschriften werden als separate abgrenzbare Bestandteile des Verkaufsgeschäfts bilanziert. Der beizulegende Zeitwert der im Zuge des ursprünglichen Verkaufs erhaltenen Gegenleistung wird zwischen den Prämiengutschriften und den anderen Bestandteilen des Geschäfts aufgeteilt. Zur Ermittlung der Werte wird die Relative-Fair-Value-Methode angewendet.

Der den Prämien zuzurechnende Teil der Gegenleistung wird als Umsatz realisiert, wenn die Gutschriften eingelöst werden und das Konzernunternehmen seine Verpflichtung zur Aushändigung der Prämien erfüllt hat (siehe auch E.15). Die Umsatzhöhe richtet sich nach der Anzahl der eingelösten Prämiengutschriften im Verhältnis zur Gesamtzahl der voraussichtlich einzulösenden Gutschriften. Prämiengutschriften verfallen 12 Monate nach dem Tag des ursprünglichen Geschäfts.

c) Zinsen und ähnliche Erträge

Zinserträge werden als Ertrag erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen der wirtschaftliche Nutzen zufließt und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann.

d) Aufwendungen

Aufwendungen werden in der Erfolgsrechnung ausgewiesen, sobald die zugrundeliegenden Leistungen erbracht sind.

2. Sachanlagen

Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen sowie Wertminderungen bewertet. Anschaffungskosten umfassen zudem die Anschaffungsnebenkosten abzüglich Preisminderungen.

Abschreibungen erfolgen auf linearer Basis über den Zeitraum der voraussichtlichen Nutzungsdauer des Vermögenswertes.

Im Berichtsjahr wurden die folgenden Nutzungsdauern der Abschreibung zugrunde gelegt:

Nutzungsdauer in Jahren 2014 2013
Betriebs- und Geschäftsausstattung 2-25 2-25
Einbauten 8-20 10-20

Darüber hinaus wurden Prozesse eingeführt, die den Erfordernissen des IAS 36 bezüglich weiterer Wertminderungen von Vermögenswerten Rechnung tragen. Der Restbuchwert sowie die Einschätzungen der voraussichtlichen Nutzungsdauer werden zu jedem Bilanzstichtag dahingehend überprüft, ob Ereignisse eingetreten sind, die die Bewertung nicht mehr rechtfertigen. Überschreitet deshalb der Buchwert einzelner Vermögenswerte deren erzielbaren Betrag, werden unmittelbar zusätzliche Wertminderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Liegen die Voraussetzungen für die Wertminderungen in späteren Jahren nicht mehr vor, werden die vorangegangenen Korrekturen wieder rückgängig gemacht.

Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen werden im Zeitpunkt der Entstehung als Aufwand erfasst. Wesentliche Neuerungen und Verbesserungen werden aktiviert.

3. Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwert

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Sie werden entsprechend ihrer jeweiligen Nutzungsdauer planmäßig und linear abgeschrieben. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden zu Herstellungskosten bewertet und planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Entwicklungsausgaben werden nur aktiviert, wenn die Entwicklungskosten verlässlich bewertet werden können, das Produkt oder das Verfahren technisch und kommerziell geeignet ist, ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen wahrscheinlich ist und der Konzern sowohl beabsichtigt als auch über genügend Ressourcen verfügt, die Entwicklung abzuschließen und den Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen. Sonstige Entwicklungsausgaben werden im Gewinn oder Verlust erfasst, sobald sie anfallen. Aktivierte Entwicklungsausgaben werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Amortisationen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Ausgaben für Forschungstätigkeiten werden im Gewinn oder Verlust erfasst, wenn sie anfallen.

Die voraussichtlichen Nutzungsdauern der Marken werden entsprechend der belegbaren Historie sowie des beobachtbaren Userverhaltens prognostiziert. Die zugrunde gelegten Nutzungsdauern der Kunden- und Lieferantenbeziehungen werden individuell entsprechend der historischen Abwanderungsraten ermittelt.

Eine Überprüfung von immateriellen Vermögenswerten gemäß IAS 36 auf die Notwendigkeit außerplanmäßiger Abschreibungen erfolgt in der DH-Gruppe einmal jährlich. Hierbei wird geprüft, ob Anhaltspunkte für eine mögliche Wertminderung vorliegen. Ist das der Fall, wird der erzielbare Betrag für den betreffenden Vermögenswert ermittelt. Dieser entspricht dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten oder dem Nutzungswert. Zur Diskontierung wird ein marktüblicher Zinssatz vor Steuern herangezogen.

Im Berichtsjahr wurden die folgenden Nutzungsdauern der Abschreibung zugrunde gelegt:

Nutzungsdauer in Jahren 2014 2013
Software 2-3 2-3
Marken 5-25 5
Kunden- und Lieferantenbeziehungen 3-10 -

Der Geschäfts- oder Firmenwert resultiert grundsätzlich aus dem Erwerb von Tochterunternehmen und entspricht der Summe aus der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag aller nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen und den beizulegenden Zeitwert der zuvor gehaltenen Eigenkapitalanteile an dem erworbenen Unternehmen abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des erworbenen Nettovermögens. Übersteigt der beizulegende Zeitwert des erworbenen Nettovermögens die Summe aus der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag aller nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen und den beizulegenden Zeitwert der zuvor gehaltenen Eigenkapitalanteile, wird die Differenz unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Nach IFRS 3 werden Geschäfts- oder Firmenwerte jährlich sowie bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung einem Werthaltigkeitstest nach IAS 36 unterzogen. Für Zwecke dieses Werthaltigkeitstests wird der Geschäfts- oder Firmenwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit (bzw. Cash Generating Unit – CGU) zugeordnet, deren zukünftige Cashflows voneinander abhängen. In der DH-Gruppe werden die CGUs weitgehend auf Ebene operativer Segmente überwacht, die mit drei Ausnahmen im internationalen Teil des Konzerns den einzelnen Gesellschaften entsprechen.

Eine Wertberichtigung wird dann vorgenommen, wenn der Buchwert der einzelnen CGU, welcher dem Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist, deren sog. erzielbaren Betrag übersteigt. Dieser erzielbare Betrag entspricht dem höheren der beiden Werte aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Da der beizulegende Zeitwert nicht zuverlässig ermittelbar ist, wurde für die Prüfung auf etwaige Wertminderung der Nutzungswert herangezogen.

Der Nutzungswert der CGU wurde mittels Anwendung eines Discounted-Cash-Flow-Verfahrens wie folgt berechnet: Aufgrund des Charakters der übernommenen Unternehmen und da zeitnah noch kein eingeschwungener Zustand erreicht ist wird für das Bewertungsmodel eine Detailplanung von 10- Jahren sowie daran anschließend eine ewige Rente mit einem Umsatzwachstum von 1% berücksichtigt Auf dieser Basis werden ie zukünftig erwarteten Zahlungsüberschüsse (vor Zinsen und Steuern) der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt.

Zur Abzinsung der so ermittelten Zahlungsüberschüsse wird grundsätzlich der gewichtete Gesamtkapitalkostensatz (Weighted Average Cost of Capital – WACC) herangezogen, der den Verzinsungsanspruch des Kapitalmarkts für die Überlassung von Fremd- und Eigenkapital gegenüber der DH-Gruppe widerspiegelt.

Die Eigenkapitalkosten werden unter Anwendung des Capital Asset Pricing Model (CAPM) ermittelt. Der Beta-Faktor wird dabei von einer Gruppe vergleichbarer Unternehmen abgeleitet (Peergroup).

Aufgrund der ermittelten Free Cashflows vor Steuern wird auch ein Kapitalkostensatz vor Steuern für den Goodwill-Impairmenttest verwendet.

Im Rahmen der jährlichen Werthaltigkeitstests zum 31. Dezember 2014 wurde auch eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt. Hierzu wurde jeweils eine Erhöhung des Basiszinssatzes um 100 Basispunkte, eine anteilige Reduzierung des geplanten jährlichen Umsatzwachstums von 10% sowie eine absolute Reduzierung der geplanten EBITDA-Marge um 5% unterstellt. Keine dieser Änderungen führte zu einem Abschreibungsbedarf.

In der Berichtsperiode wurde kein Wertberichtigungsbedarf festgestellt. Ein etwaiger Wertminderungsaufwand wird in nachfolgenden Perioden nicht wieder aufgeholt.

4. Leasingverhältnisse

a) Bilanzierung als Leasingnehmer

Die DH-Gruppe ist Leasingverhältnisse, welche nicht die Kriterien des Finanzierungsleasing erfüllen und folglich als Operating-Leasing-Verträge klassifiziert werden, eingegangen. Die Leasingraten werden über die Vertragslaufzeit linear als Aufwand erfasst.

b) Bilanzierung als Leasinggeber

Einige Gesellschaften der DH-Gruppe agieren als Leasinggeber in Bezug auf Auftragsbestätigungs-Terminals, welche Restaurants in die Lage versetzen, unmittelbar die Auftragsannahme über die Delivery Hero Online-Plattform dem Kunden zu bestätigen. Da die wesentlichen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, bei DHH verbleiben, werden diese Verträge als Operating-Leasing nach IAS 17 klassifiziert.

Dementsprechend schreibt DHH die Terminals linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer ab und vereinnahmt die Leasingraten in gleicher Weise über die Laufzeit des Leasingvertrags.

5. Vorräte

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt, die auf der Grundlage der zurechenbaren Einzelkosten in der Leistungserstellung sowie den produktionsbezogenen Gemeinkosten ermittelt werden. Die Vorräte werden jeweils zum Stichtag zum niedrigeren Betrag von Anschaffungs- oder Herstellungskosten und realisierbarem Nettoveräußerungswert angesetzt.

In die Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden alle Kosten des Erwerbs und der Herstellung sowie sonstige Kosten einbezogen, die angefallen sind, um die Vorräte an ihren derzeitigen Ort und in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen. Zur Bewertung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten wird das First-In-First-Out (FIFO) Prinzip herangezogen. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten notwendigen Vertriebskosten.

6. Ertragsteuern

Die Ertragsteuern der Periode sind die Summe aus tatsächlichen und latenten Ertragsteuern. Diese werden in der Gewinn- und -Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf unmittelbar im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasste Posten. In diesem Fall werden die Ertragsteuern ebenfalls direkt im Eigenkapital bzw. im sonstigen Ergebnis erfasst.

a) Tatsächliche Ertragsteuern

Der tatsächliche Ertragsteueraufwand wird unter Anwendung der am Bilanzstichtag geltenden Steuervorschriften der Länder, in denen die DH-Gruppe tätig ist und zu versteuerndes Einkommen erwirtschaftet, ermittelt. Bei der Beurteilung der Ertragsteuerforderungen und -schulden müssen teilweise Einschätzungen getroffen werden. Eine abweichende steuerliche Beurteilung durch die jeweiligen Finanzbehörden kann dabei nicht ausgeschlossen werden. Der damit verbundenen Unsicherheit wird dadurch Rechnung getragen, dass ungewisse Steuerforderungen und -schulden erst dann angesetzt werden, wenn die Eintrittswahrscheinlichkeit aus Sicht der DHH höher als 50% ist. Für bilanzierte unsichere Ertragsteuerpositionen wird als beste Schätzung die voraussichtlich erwartete Steuerzahlung zugrunde gelegt.

b) Latente Ertragsteuern

Latente Steuern werden für die temporären Unterschiede zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden im Konzernabschluss und den entsprechenden steuerlichen Wertansätzen im Rahmen der Berechnung des zu versteuernden Einkommens ermittelt. Darüber hinaus werden zusätzlich aktive latente Steuern für steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt.

Passive latente Steuern werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen bilanziert.

Aktive latente Steuern für temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge werden insoweit angesetzt, wie es wahrscheinlich ist, dass zukünftig ein zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung stehen wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen bzw. Verlustvorträge genutzt werden können.

Latente Steuern werden in Übereinstimmung mit IAS 12 bewertet. Der verwendete Steuersatz entspricht dem verabschiedeten bzw. nahezu verabschiedeten Steuersatz, welcher in der Periode der Umkehrung der temporären Differenz bzw. der Verlustvorträge maßgeblich ist.

Die Veränderung der latenten Steuern wird in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, solange sie sich auf Bilanzpositionen beziehen, welche in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wurden. Beziehen sich Bilanzposten unmittelbar auf das Eigenkapital oder das sonstige Ergebnis, werden die korrespondierenden latenten Steuern ebenfalls in diesen Positionen erfasst.

Aktive und passive latente Steuern, die durch temporäre Differenzen in Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen oder gemeinsamen Vereinbarungen entstehen, werden berücksichtigt, es sei denn auf Konzernebene kann der Zeitpunkt der Umkehr der temporären Differenzen bestimmt werden und es ist wahrscheinlich, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit nicht umkehren werden.

Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, wenn der Konzern einen einklagbaren Rechtsanspruch hat, tatsächliche Steuererstattungsansprüche gegen tatsächlichen Steuerschulden aufzurechnen, und die latenten Steueransprüche und -schulden sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden und dasselbe Steuersubjekt betreffen. Zusätzlich werden latente Steuern saldiert, die Bilanzposten mit gleicher Fristigkeit betreffen.

7. Finanzinstrumente

a) Finanzielle Vermögenswerte

Nach IAS 39 werden finanzielle Vermögenswerte in folgende Kategorien aufgeteilt:

a) erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte

  • b) Ausleihungen und Forderungen
  • c) zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte

Die Klassifizierung erfolgt mit erstmaliger Bilanzierung.

Zu a)

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte sind finanzielle Vermögenswerte, die zu Handelszwecken gehalten werden. Diese Kategorisierung erfolgt, sofern der Vermögenswert mit kurzfristiger Verkaufsabsicht erworben wurde. Diese Vermögenswerte werden als kurzfristig ausgewiesen, wenn deren Realisierung innerhalb von 12 Monaten erwartet wird. Alle anderen Vermögenswerte werden als langfristig ausgewiesen.

Derivative Finanzinstrumente werden bei erstmaliger Erfassung sowie fortfolgend zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Finanzderivate, die für Handelszwecke gehalten werden, werden als kurzfristige Vermögenswerte ausgewiesen.

Auf der Aktivseite existierte zum 31.12.2013 ein Derivat auf den Erwerb der Kinboy-Gruppe, welches in 2014 ausgeübt wurde. Zudem hält die DH-Gruppe eine Option auf den Erwerb der DFS UG, Berlin. Bei beiden Optionen handelt es sich um Level 3 Derivate.

Zu b)

Ausleihungen und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit fixen bzw. bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt gehandelt werden. Sie zählen zu den kurzfristigen Vermögenswerten, soweit ihre Fälligkeit nicht zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag übersteigt. Andernfalls erfolgt die Einordnung als langfristige Vermögenswerte.

Ausleihungen und Forderungen werden im Zeitpunkt der Erstbilanzierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten zuzüglich Transaktionskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Mittels Erfahrungswerten und individuellen Risikoeinschätzungen werden mögliche Ausfallrisiken durch angemessene Wertberichtigungen unter Berücksichtigung der erwarteten Netto-Zahlungszuflüsse berücksichtigt. Dabei wird bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten zwischen Einzelwertberichtigungen und pauschalierten Einzelwertberichtigungen differenziert. Objektive Hinweise auf einen eingetretenen Wertminderungsaufwand könnten folgende sein: Hinweise auf finanzielle Schwierigkeiten eines Kunden oder einer Gruppe von Kunden, der Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen, eine erhöhte Insolvenzwahrscheinlichkeit oder beobachtbare Daten, die auf eine messbare Verringerung der geschätzten künftigen Cashflows aus einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten hindeuten. Bei pauschalierten Einzelwertberichtigungen verwendet der Konzern historische Informationen über den zeitlichen Anfall von Einzahlungen und die Höhe der eingetretenen Verluste, angepasst um eine Ermessensentscheidung des Vorstands darüber, ob die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Kreditbedingungen derart sind, dass die tatsächlichen Verluste wahrscheinlich größer oder geringer sind als die Verluste, die aufgrund der historischen Trends zu erwarten wären.

Wenn sich der Betrag der Wertminderung in einer Folgeperiode reduziert und diese Reduzierung aus Umständen resultiert, die nach der erstmaligen Erfassung der Wertminderung eingetreten sind, so wird die Wertaufholung erfolgswirksam erfasst.

Wertminderungen werden indirekt über ein Wertberichtigungskonto gebucht. Falls keine realistische Aussichten auf die Einbringlichkeit der Forderung besteht wird das Wertberichtigungskonto gegen den Buchwert der Forderung ausgebucht.

Zu c)

Zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, sofern dieser verlässlich ermittelbar ist. Ist das nicht möglich, werden diese Vermögenswerte zu Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen bewertet.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen alle liquiditätsnahen Vermögenswerte, die zum Zeitpunkt der Anschaffung bzw. der Anlage eine Restlaufzeit von weniger als drei Monaten haben. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zum Nominalwert bewertet.

b) Finanzielle Verbindlichkeiten

Nach IAS 39 werden finanzielle Verbindlichkeiten in folgende Kategorien aufgeteilt:

  • a) zu fortgeführten Anschaffungskosten
  • b) erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Zu a)

Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei Ersterfassung mit ihrem Zeitwert unter Berücksichtigung von Transaktionskosten sowie Agien und Disagien angesetzt. Der Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung entspricht dabei dem Barwert der künftigen Zahlungsverpflichtungen auf der Grundlage eines laufzeitund risikokongruenten Marktzinssatzes.

Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Der Effektivzins wird im Zeitpunkt des Entstehens der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestimmt.

Änderungen der Konditionen hinsichtlich der Höhe bzw. des Zeitpunkts von Zins und Tilgungen führen zu einer Neuberechnung des Buchwerts der Verbindlichkeit in Höhe des Barwerts und auf Grundlage des ursprünglich ermittelten Effektivzinssatzes. Differenzen zu dem bisher angesetzten Buchwert der Verbindlichkeit werden erfolgswirksam erfasst. Führen Konditionsänderungen zu wesentlich anderen Vertragsbedingungen nach IAS 39.AG 62, wird nach IAS 39.40 die ursprüngliche Verbindlichkeit behandelt, als würde sie vollständig getilgt. Im Anschluss erfolgt der Ansatz als neue Verbindlichkeit zum beizulegenden Zeitwert.

Zu b)

Finanzielle Verbindlichkeiten, welche zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, betreffen geschriebene Optionen auf Geschäftsanteile von DHH (sogenannte Bezugsrechtsvereinbarungen oder Warrants).

Weitere derivative Finanzinstrumente existieren bei der DH-Gruppe als finanzielle Verbindlichkeiten im Rahmen der Kaufpreisallokationen geschriebene Put- und erworbene Call-Optionen (synthetischer Forward) auf Minderheitenanteile der erworbenen Gesellschaften Kinboy International S.A. (PedidosYa-Gruppe), Inversiones CMR S.A.S. (ClickDelivery-Gruppe) und Baedaltong Co. Ltd. Darüber hinaus ergibt sich im Falle der PedidosYa-Gruppe auch für die Mehrheitsanteile ein variabler Kaufpreisbestandteil im Wert von eigenen DHH Anteilen. Es handelt sich hierbei um Level 3 Derivate.

Zum 31.12.2013 sowie 1.1.2013 existieren Bezugsrechtsvereinbarungen, nach denen für einen bestimmten Bezugspreis eine bestimmte Anzahl von Geschäftsanteilen an der DHH mit einem Nennbetrag von je € 1,00 erworben werden. Mit der Ablösung des an die Bezugsrechtsvereinbarung geknüpften Darlehens in 2014 entfällt die Verpflichtung der DHH zur Erfüllung dieser Vereinbarung. In 2014 wurde unterjährig eine neue Bezugsrechtsvereinbarung mit Investoren geschlossen, welche bereits vor dem Bilanzstichtag abgegolten wurde. Es handelt sich bei sämtlichen Warrants um Level 3 Derivate.

8. Leistungen an Arbeitnehmer

a) Pensionsverpflichtungen

Pensionsverpflichtungen und ähnliche Verpflichtungen ergeben sich aus Verpflichtungen einer DH-Konzerngesellschaft gegenüber ihren Mitarbeitern. Die Verpflichtungen dieser leistungsorientierten Pläne werden nach der Methode der laufenden Einmalprämien bewertet. Dabei werden sowohl die am Abschlussstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften als auch die künftig zu erwartenden Steigerungen der Gehälter und Renten berücksichtigt.

Die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen erfolgt durch unabhängige Aktuare. Die Effekte aus der Neubewertung der Versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, den Ertrag aus Planvermögen (ohne Zinsen) und die Auswirkung der etwaigen Vermögensobergrenze (ohne Zinsen) werden in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst. Der angesetzte Abzinsungsfaktor spiegelt den Zinssatz wider, der am Bilanzstichtag für erstrangige, festverzinsliche Anleihen mit entsprechender Laufzeit erzielt wird.

Der beizulegende Zeitwert eines etwaigen Planvermögens wird von der abgezinsten Pensionsverpflichtung abgezogen.

Der in den Pensionsaufwendungen enthaltene Zinseffekt wird in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung unter den Zinsaufwendungen ausgewiesen. Der Dienstzeitaufwand wird in den einzelnen Funktionsbereichen im operativen Ergebnis gezeigt.

b) Anteilsbasierte Vergütungen

DHH gewährt dem Konzernmanagement sowie ausgewählten weiteren Führungskräften eine anteilsbasierte Vergütung in Form sog. virtueller Anteile (Optionen). Diese virtuellen Optionen werden fällig, sobald ein sog. Exit-Ereignis eintritt. Als Exit-Ereignis wird die Übernahme von mehr als 75% der Anteile an der DHH durch einen oder mehrere Investoren wie auch die Liquidation des Unternehmens definiert.

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassenden Komponenten über die Ausübungsperiode hinweg entsprechen dem beizulegenden Zeitwert der Optionen im Zeitpunkt der Gewährung, da die Verpflichtung durch DHH in Zahlungsmitteln bzw. in Zahlungsmitteläquivalenten erfolgt. Der beizulegende Zeitwert wird dabei durch anerkannte Bewertungsmodelle ermittelt. Die Erfassung der Verpflichtung bzw. die Erhöhung oder Verminderung derselben im Zeitablauf erfolgt über die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen.

9. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen werden gebildet, wenn eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber der DH-Gruppe aus einem vergangenen Ereignis besteht, deren Erfüllung wahrscheinlich ist und deren Höhe zuverlässig ermittelt werden kann. Der Ansatz erfolgt in Höhe des erwarteten Erfüllungsbetrages.

In Anbetracht der Schätzungsunsicherheit bei der Ermittlung der Höhe können die tatsächlichen Abflüsse von Ressourcen von den ursprünglich auf Basis der Schätzungen erfassten Beträgen abweichen.

Langfristige Rückstellungen werden auf der Grundlage entsprechender laufzeitadäquater und risikoadjustierter Zinssätze mit ihrem auf den Bilanzstichtag diskontierten Erfüllungsbetrag bilanziert.

10. Beizulegende Zeitwerte der Finanzinstrumente

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente werden auf Basis entsprechender Marktwerte oder Bewertungsmethoden bestimmt. Für flüssige Mittel und andere kurzfristige originäre Finanzinstrumente entsprechen die beizulegenden Zeitwerte näherungsweise den zu den jeweiligen Stichtagen bilanzierten Buchwerten.

Bei langfristigen Forderungen, sonstigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten erfolgt die Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes auf Grundlage der erwarteten Zahlungsströme unter Anwendung der zum Bilanzstichtag gültigen Referenzzinssätze. Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden auf Grundlage von Optionspreismodellen ermittelt.

Bei zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzierenden Finanzinstrumenten wird der beizulegende Zeitwert grundsätzlich anhand von entsprechenden Markt- bzw. Börsenkursen ermittelt. Sofern keine Marktbzw. Börsenkurse vorliegen, erfolgt eine Bewertung unter Anwendung marktüblicher Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung instrumentenspezifischer Marktparameter. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes erfolgt über die Discounted- Cashflow-Methode, wobei individuelle Bonitäten und sonstige Marktgegebenheiten in Form von marktüblichen Bonitäts- bzw. Liquiditätsspreads bei der Ermittlung des Barwerts berücksichtigt werden.

11. Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes

Nach den Vorschriften des IFRS 13 stellt der beizulegende Zeitwert bzw. Fair Value einen Preis dar, der am Hauptmarkt oder, sofern dieser nicht verfügbar ist, am vorteilhaftesten Markt durch den Verkauf eines Vermögenswertes erzielt würde beziehungsweise für die Übertragung einer Schuld gezahlt werden müsste. Der beizulegende Zeitwert soll durch Verwendung möglichst marktnaher Bewertungsparameter als Inputfaktoren ermittelt werden. Die Bemessungshierarchie (Fair-Value-Hierarchie) priorisiert die in die Bewertungsverfahren eingehenden Inputfaktoren in Abhängigkeit von der Marktnähe in drei absteigende Stufen:

• Level 1: Die auf einem aktiven Markt verwendeten Marktpreise (unangepasst) identischer Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, auf die das Unternehmen am Bewertungsstichtag zugreifen kann.

• Level 2: Andere Bewertungsparameter als die in Level 1 enthaltenen notierten Marktpreise, die für die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entweder direkt (d.h. als Preis) oder indirekt (d.h. vom Preis abzuleiten) beobachtbar sind.

• Level 3: Nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierende Bewertungsparameter der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Soweit verschiedene Inputfaktoren für die Bewertung maßgeblich sind, wird der Fair Value der Hierarchiestufe zugeordnet, die dem Inputfaktor der niedrigsten Stufe entspricht, der für die Bewertung insgesamt wesentlich ist.

12. Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn eine hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Im Falle von aufwandsbezogenen Zuwendungen werden diese planmäßig als Ertrag über den Zeitraum erfasst, der erforderlich ist, um sie mit den entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, zu verrechnen. Die Aufwendungszuschüsse für die Einstellung von bestimmten Mitarbeitern in Korea und Australien werden unmittelbar ertragswirksam erfasst (2014: TEUR 100; 2013: TEUR 0). Es bestehen keine unerfüllten Beschränkungen und andere Erfolgsunsicherheiten im Zusammenhang mit im Abschluss erfassten Beihilfen der öffentlichen Hand.

13. Ermessensentscheidungen und Verwendung von Schätzungen

Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie der Aufstellung des Konzernabschlusses sind durch das Management Ermessens- und Schätzentscheidungen zu treffen. Dies gilt insbesondere für folgende Sachverhalte:

a) Ermessensentscheidungen

Going Concern-Prämisse:

DHH ist nach wie vor auf externe Finanzierungsmittel angewiesen, in 2015 konnten jedoch bereits erhebliche Eigen- und Fremdfinanzierung eingeworben worden, um die Geschäftstätigkeit auch künftig sicherzustellen. Daher wird die Going Concern-Prämisse als erfüllt angesehen.

Umsatzrealisierung von Provisionserlösen:

DHH klassifiziert seine Tätigkeit als Vermittler als Agententätigkeit, da DHH nicht als Hauptlieferant tätig ist, kein Lagerhaltungsrisiko trägt, die Preisgestaltung der Gegenpartei nicht beeinflussen kann und als Vergütung eine Provision erhält.

Anwendung der Anticipated-Acquisition-Method bei Unternehmenserwerben:

Bei im Rahmen von Unternehmenserwerben vereinbarten Written-Put-Optionen auf verbleibende Minderheitenanteile macht die Gesellschaft von ihrem faktischen Wahlrecht Gebrauch und bilanziert die Put-Optionen gem. der "Anticipated-Acquisition-Method" so, als seien sie bereits ausgeübt worden. Folglich werden die Put-Optionen als bedingte Kaufpreiszahlungen behandelt. Im Konzerneigenkapital werden für diese Anteile dementsprechend keine Minderheitenanteile gezeigt.

b) Annahmen und Schätzungsunsicherheiten

Bilanzierung und Bewertung von sonstigen Rückstellungen

Hinsichtlich der Bilanzierung und Bewertung bestehen Unsicherheiten im Hinblick auf die künftigen Preissteigerungen sowie der Höhe, des Zeitpunktes und der Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme der jeweiligen Rückstellung.

Bewertung von finanziellen Verbindlichkeiten

Bei der Bewertung der finanziellen Verbindlichkeiten sind insbesondere die Einschätzung künftiger Zahlungsströme und etwaige Konditionsänderungen von Bedeutung. Darüber hinaus sind Einschätzungen zum unternehmensspezifischen Risikoaufschlag erforderlich.

Ansatzfähigkeit aktiver latenter Steuern

Ein Überhang an aktiven latenten Steuern wird nur dann angesetzt, soweit die Realisierbarkeit dieser künftigen Steuervorteile aufgrund einer steuerlichen Planungsrechnung wahrscheinlich ist. Die tatsächliche steuerliche Ergebnissituation in künftigen Geschäftsjahren und die damit tatsächliche Nutzbarkeit aktiver latenter Steuern können von der Einschätzung zum Zeitpunkt der Aktivierung der latenten Steuern abweichen. Der Ansatz von aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge bzw. temporäre Differenzen erfolgt aufgrund von zukünftig zu versteuerndem Einkommen im Rahmen eines Planungszeitraums von fünf Geschäftsjahren.

Anteilsbasierte Vergütungen (IFRS 2)

Hinsichtlich der Bilanzierung von virtuellen Anteilen sind Annahmen und Schätzungen zu treffen bezüglich der Entwicklung der Leistungsindikatoren und Fluktuation sowie zur Ermittlung des Unternehmenswertes. Die Ermittlung erfolgt mittels Optionspreismodellen.

Goodwill-Impairmenttest

Die Ermittlung des erzielbaren Betrages erfordert Annahmen und Schätzungen, insbesondere bezüglich der zukünftigen EBIT-Entwicklung und nachhaltigen Wachstumsraten.

Weitere Erläuterungen über getroffene Annahmen und Schätzungen erfolgen bei den Angaben zu den einzelnen Abschlussposten. Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen und Beurteilungen am Bilanzstichtag.

Bei der Einschätzung der künftigen Geschäftsentwicklung wurde außerdem das zu diesem Zeitpunkt als realistisch unterstellte künftige wirtschaftliche Umfeld in den Branchen und Regionen, in denen die DH-Gruppe tätig ist, berücksichtigt. Obwohl das Management davon ausgeht, dass die verwendeten Annahmen und Einschätzungen angemessen sind, könnten etwaige unvorhersehbare Veränderungen dieser Annahmen zu einer Beeinflussung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns führen.

E. Angaben zur Konzernbilanz

1. Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen hat sich wie folgt entwickelt:

Mieter Betriebs- und
Anschaffungs- und Herstellungskosten in TEUR einbauten Geschäftsausstattung
Stand am 01.01.2014 1 1.721
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse 877 1.391
Abgänge durch Entkonsolidierung 0 0
Zugänge 143 2.051
Abgänge 0 -256
Währungsdifferenzen 0 57
Stand am 31.12.2014 1.021 4.963
Kumulierte Abschreibungen in TEUR
Stand am 01.01.2014 0 -791
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse 348 -233
Abgänge durch Entkonsolidierung 0 0
Abschreibungen -160 -1.378
Wertminderungen -369 -64
Abgänge 0 98
Währungsdifferenzen 0 3
Stand am 31.12.2014 -181 -2.365
Buchwert am 31.12.2014 840 2.599
Buchwert am 01.01.2014 1 930
Mieter
Anschaffungs- und Herstellungskosten in TEUR einbauten Geschäftsausstattung
Stand am 01.01.2013 0 1.220
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse 0 0
Abgänge durch Entkonsolidierung 0 -17
Zugänge 1 761
Abgänge 0 -229
Währungsdifferenzen 0 -15
Stand am 31.12.2013 1 1.721
Kumulierte Abschreibungen in TEUR
Stand am 01.01.2013 0 -415
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse 0 0
Abgänge durch Entkonsolidierung 0 5
Abschreibungen 0 -537
Wertminderungen 0 0
Abgänge 0 151
Währungsdifferenzen 0 5
Stand am 31.12.2013 0 -791
Buchwert am 31.12.2013 1 Betriebs- und
930

Die Buchwerterhöhung der Mietereinbauten in 2014 basiert im Wesentlichen auf Zugängen im Rahmen eines Unternehmenserwerbes. Die Buchwerterhöhung der Betriebs- und Geschäftsausstattung basiert neben den Zugängen durch Unternehmenserwerbe auf erhöhten Anschaffungen getrieben durch das hohe Wachstum der operativen Tätigkeit. Zu den Unternehmenserwerben im Geschäftsjahr siehe auch Kapitel C.3.

In 2014 wurden Wertminderungen auf Mietereinbauten vorgenommen, welche vor allem im Zusammenhang mit der Verlagerung der betrieblichen Tätigkeit einer DH-Gesellschaft stehen.

Die Kategorie der "Betriebs- und Geschäftsausstattung" schließt die Anlagen mit den folgenden Buchwerten ein, die der Konzern im Rahmen von kurzfristig kündbaren Operating-Leasingverhältnissen an fremde Dritte vermietet hat:

in TEUR 31.12.2014 31.12.2013 01.01.2013
Anschaffungskosten 639 106 0
Kumulierte Abschreibungen am 1. Januar -7 0 0
Abschreibungen im laufenden Geschäftsjahr -74 -7 0
Nettobuchwert 558 98 0

Da die Operate-Leasingverhältnisse in der Regel jederzeit durch den Leasingnehmer kündbar sind, wird auf die Angabe von Mindestleasingzahlungen verzichtet.

werte
ögens
m
Ver
materielle
m
I
2.

a) Überleitung des Buchwerts

Die immateriellen Vermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:

Vorauszahlungen immat. Kunden- und
Lieferanten
Anschaffungs- und Herstellungskosten in TEUR Goodwill ähnliche Rechte
Lizenzen und
Marken Software Vermögenswerte/ aktivierte
Entwicklungskosten
stamm sowie
Übrige
Stand am 01.01.2014 86.564 623 5.657 2.241 0 231
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse 159.553 60 146.494 1.457 0 72.951
Abgänge durch Entkonsolidierung 0 0 0 0 0 0
Zugänge - 95 430 459 365 4.050
Umgliederungen 0 0 0 0 0 0
Abgänge 0 0 -152 0 0 0
Währungsdifferenzen 410 11 655 7 -27 1.104
Stand am 31.12.2014 246.528 789 153.083 4.164 338 78.336
mulierte Abschreibungen in TEUR
Ku
Stand am 01.01.2014 -5.815 -512 -1.726 -1.225 0 -231
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse 0 -8 0 -139 0 -24
Abgänge durch Entkonsolidierung 0 0 0 0 0 0
Abschreibungen - -61 -3.932 -975 -341 -2.974
Wertminderungen 0 0 0 0 0 -1.021
Abgänge 0 0 152 0 0 0
Währungsdifferenzen 0 0 -14 16 26 -45
Stand am 31.12.2014 -5.815 -581 -5.519 -2.323 -315 -4.295
wert am 31.12.2014
Buch
240.712 208 147.564 1.841 23 74.041
wert am 01.01.2014
Buch
80.749 110 3.931 1.016 0 0

33

Lizenzen und Vermögenswerte/ aktivierte
Vorauszahlungen immat.
Kunden- und
stamm sowie
Lieferanten
Anschaffungs- und Herstellungskosten in TEUR Goodwill ähnliche Rechte Marken Software Entwicklungskosten Übrige
Stand am 01.01.2013 86.567 747 5.732 2.114 49 235
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse 0 0 0 0 0 0
Abgänge durch Entkonsolidierung 0 -113 0 0 0 0
Zugänge - 15 7 294 5 1
Umgliederungen 0 0 0 54 -54 0
Abgänge 0 -9 0 -188 0 0
Währungsdifferenzen -3 -18 -82 -34 0 -5
Stand am 31.12.2013 86.564 623 5.657 2.241 0 231
mulierte Abschreibungen in TEUR
Ku
Stand am 01.01.2013 -5.815 -411 -602 -649 0 -139
Zugänge durch Unternehmenszusammenschlüsse 0 0 0 0 0 0
Abgänge durch Entkonsolidierung 0 75 0 0 0 0
Abschreibungen - -188 -1.129 -760 0 -94
Wertminderungen 0 0 0 0 0 0
Abgänge 0 6 0 174 0 0
Währungsdifferenzen 0 6 5 10 0 2
Stand am 31.12.2013 -5.815 -512 -1.726 -1.225 0 -231
wert am 31.12.2013
Buch
80.749 110 3.931 1.016 0 0
wert am 01.01.2013
Buch
80.749 336 5.129 1.465 49 96
Die immateriellen Vermögenswerte erhöhen sich im Wesentlichen durch großvolumige Unternehmenszusammenschlüsse in 2014. Hierdurch erhöht sich in 2014
der Goodwill um TEUR 159.553, Marken um TEUR 146.494 sowie die Kunden- und Lieferantenbeziehungen um TEUR 72.951. Siehe hierzu auch Kapitel C.3.

Die Aufwendungen für planmäßige Abschreibung der immateriellen Vermögenswerte werden in den allgemeinen Verwaltungskosten erfasst. Zur Gesamthöhe der

Abschreibungen im Geschäftsjahr siehe auch Kapitel H.4.

Aufgrund nachlassender Bestellzahlen wurde in 2014 eine Wertminderung auf Kunden und Lieferantenbeziehungen in Höhe von TEUR 1.021 erfasst. Dies reduziert den Nettobuchwert des Vermögenswerts auf den dem Nutzungswert entsprechenden Betrag in Höhe von TEUR 384. Der Nutzungswert basiert auf einem Abzinsungssatz von 5,23% für den Vermögenswert.

b) Wertminderungstest auf den Goodwill

Zu den allgemeinen Annahmen und Methoden bei der Durchführung von Wertminderungstest wird auf die Ausführungen in D. 3. verwiesen.

Zum Zweck der Überprüfung auf Wertminderung ist den CGUs des Konzerns ein Geschäfts- oder Firmenwert wie folgt zugeordnet worden:

in TEUR 2014 2013
Lieferheld 68.082 24.509
pizza.de 67.299 0
Online Pizza Norden 37.965 37.965
Zwischensumme 173.346 62.475
Mehrere Einheiten ohne signifikanten
Geschäfts- oder Firmenwert 67.367 18.274
Summe 240.712 80.749

Die Erhöhung des Goodwills bei Lieferheld um TEUR 43.572 resultiert aus dem Erwerb von pizza.de. Da sich hieraus Synergieeffekte für Lieferheld ergeben, wurde der Goodwill von pizza.de mit einem Verteilungsschlüssel von 39,3 % auf Lieferheld reallokiert.

Die erzielbaren Beträge der oben aufgeführten CGUs basiert auf dem Nutzungswert, da beizulegende Zeitwerte nicht zuverlässig ermittelbar sind. Folgende Annahmen wurden bei der Ermittlung des Nutzungswertes herangezogen:

WACC EBITDA Wachstum Ewige
Rente
in %
Lieferheld
2014
12,6
2013
17,4
2014
40,4
2013
27,6
2014
1,0
2013
1,0
OPN 13,2 17,4 54,3 34,9 1,0 1,0
pizza.de 9,6 - 53,2 - 1,0 -
Sonstige 15,7 17,9 29,3 23,5 1,0 1,0

Die Ermittlung der Nutzungswerte für die CGUs führte in allen Fällen zu einem erzielbaren Betrag, der die oben angegebenen Buchwerte übersteigt. Folglich besteht in der aktuellen Berichtsperiode kein Wertminderungsbedarf.

Die Ableitung des Eigenkapitalkomponente des WACC basiert auf einem einheitlichen risikofreien Basiszinssatz von 1,75% für den EUR-Raum (Vorjahr: 2,75%), sowie einem CGU-spezifischen Risikozuschlag zwischen 6,8% und 22,8% (Vorjahr: 14,0 - 15,8%). Der Risikozuschlag selbst enthält die Anpassungs-Komponenten Inflations- und Länderrisiko sowie Marktrisiko- und CGU-spezifische Prämie, welche im Wesentlichen vom Zeitraum des Bestehens abhängt und mit zunehmender Historie reduziert wird. Zudem wurde CGU-übergreifend ein unternehmensspezifischer Risikofaktor (Beta-Faktor) von 1,16 herangezogen. Je nach CGU wurden Steuerquoten zwischen 18,0 % und 30,8 % verwendet.

3. Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2014 31.12.2013 01.01.2013
Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen 4 1.645 85
Anteile an Beteiligungen 755 24 22
Geleistete Anzahlungen auf Beteiligungen 0 0 388
Gewährte Darlehen 131 0 0
Sonstige 410 214 180
Summe 1.300 1.883 675

Bei den Anteilen an nicht konsolidierten Tochterunternehmen zum 31.12.2013 handelt es sich um Anteile an Trinket Info Services Pvt Ltd., Pune (Indien), deren Anteile in 2014 verkauft wurden. Bei den Anteilen an Beteiligungen zum 31.12.2014 handelt es sich im Wesentlichen um einen Anteil an der RGP Local Commons IV GmbH & Co. KG, welche an der konsolidierten RGP Local Holdings I GmbH beteiligt ist.

4. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Konzernforderungen:

in TEUR 31.12.2014 31.12.2013 01.01.2013
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.202 5.147 3.673
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
6 15 31
Forderungen aus derivative Finanzinstrumenten 1 2.341 1
Sonstige Wertpapiere 0 8 8
Sonstige Bankeinlagen 84 0 0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 594 196 19
Gewährte Darlehen 3.080 1.022 140
Sonstige Forderungen 978 104 278
Summe: 10.946 8.834 4.149
davon kurzfristig 10.866 8.823 4.146
davon langfristig 80 11 3

Der Großteil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Forderungen ist kurzfristig, die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen teilen sich hinsichtlich der Fristigkeit wie oben angeführt auf.

5. Sonstige Vermögenswerte

Die sonstigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2014 31.12.2013 01.01.2013
Steuererstattungsansprüche 1.870 2.599 181
Anzahlungen/Rechnungsabgrenzungen 1.080 1.471 849
Andere sonstige 292 68 1.025
Summe 3.242 4.138 2.055

Bei den sonstigen Vermögenswerten handelt es sich vor allem um Umsatzsteuerforderungen sowie bereits geleistete Anzahlungen auf Leistungen die noch erbracht werden.

Die sonstigen Vermögenswerte sind in Gänze kurzfristig.

6. Forderungen aus Ertragsteuern

Die Forderungen aus Ertragsteuern betreffen im Wesentlichen geleistete Vorauszahlungen bzw. Überzahlungen von Körperschaft- und Gewerbesteuern.

7. Latente Ertragsteuern

Die aktiven und passiven latenten Steuern für die drei betrachteten Stichtage stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 31.12.2014
aktive passive
latente latente
Steuern Steuern
Latente Steuern 9.762 64.814
davon kurzfristig 480 1
davon langfristig 9.282 64.813
Saldierung -9.042 -9.042
Summe nach Saldierung 720 55.772
in TEUR 31.12.2013
aktive passive
latente latente
Steuern Steuern
Latente Steuern 791 1.161
davon kurzfristig 58 31
davon langfristig 733 1.130
Saldierung -716 -716
Summe nach Saldierung 75 445
in TEUR 01.01.2013
aktive passive
latente latente
Steuern Steuern
Latente Steuern 1.168 1.951
davon kurzfristig 54 152
davon langfristig 1.114 1.799
Saldierung -968 -968

Die Veränderung der latenten Steuern zwischen den Jahren 2013 und 2014 resultiert im Wesentlichen aus der Akquisition von Gesellschaften im Jahr 2014 und dem damit verbunden Ansatz von passiven latenten Steuern auf die im Rahmen der Kaufpreisallokation aufgedeckten stillen Reserven.

Die Veränderung der latenten Steuern resultiert aus den im Folgenden dargestellten Effekten; dabei entfällt die erfolgsneutrale Veränderung direkt auf das Eigenkapital. Zu den wesentlichen erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten latenten Steuern siehe auch Kapitel E.10 c).

in TEUR 31.12.2014 31.12.2013
Aktive latente Steuern 720 75
Passive latente Steuern 55.772 445
Nettoansatz latente Steuern 55.052 370
Veränderung gegenüber dem Vorjahr 54.682 -413
davon erfolgswirksam 6.824 502
davon erfolgsneutral -1.174 -30
davon durch Akquisitionen -60.139 0
Währungsdifferenzen -193 -59

Aktive latente Steuern für steuerliche Verlustvorträge und abzugsfähige temporäre Differenzen werden nur in dem Maße angesetzt, wie die Realisierung des steuerlichen Vorteils durch zukünftige steuerliche Gewinne wahrscheinlich sein wird. Der Konzern hat für temporäre Differenzen in Höhe von TEUR 7.063 (31.12.2013: TEUR 7.847; 01.01.2013: TEUR 2.421) keine aktiven latenten Steuer angesetzt. Zusätzlich wurde auf den Zinsvortrag in 2014 in Höhe von TEUR 4.693 keine aktive latente Steuer gebildet. Des Weiteren wurden für inländische gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 71.307 (31.12.2013: TEUR 41.029; 01.01.2013: TEUR 24.757) sowie für in- und ausländische körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 128.214 (31.12.2013: TEUR 62.834; 01.01.2013: TEUR 33.939) keine aktiven latenten Steuern angesetzt. Die gewerbesteuerlichen Verlustvorträge sind unbegrenzt nutzbar. Die Verfallszeiten der körperschaftssteuerlichen Verlustvorträge stellen sich wie folgt dar:

in TEUR 31.12.2014 31.12.2013 01.01.2013
Körperschaftssteuerliche Verlustvorträge 128.214 62.834 33.939
Verfallsdatum
innerhalb von 5 Jahren 9.456 3.308 1.215
nach 5 Jahren
unbegrenzt vortragsfähig
23.244
95.514
6.865
52.661
2.240
30.484

Die wesentlichen nicht angesetzten aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge betreffen die Lieferheld GmbH in Höhe von TEUR 35.734 (31.12.2013: TEUR 23.824; 01.01.2013: TEUR 15.423), RGP Korea Ltd. in Höhe von TEUR 22.235 (31.12.2013: TEUR 5.918; 01.01.2013: TEUR 1.675) und die Delivery Hero Holding GmbH in Höhe von TEUR 35.642 (31.12.2013: TEUR 15.772; 01.01.2013: TEUR 8.389).

Die aktiven und passiven latenten Steuern resultieren des Weiteren aus folgenden Bilanzpositionen:

in TEUR 31.12.2014
aktive passive
latente latente
Bilanzposition Steuern Steuern
AKTIVA
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 289 62.597
Sachanlagen 1 0
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 5 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 56 0
und sonstige Forderungen
Sonstige Vermögenswerte 0 1
PASSIVA
Langfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen 783 159
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und 3.394 2.057
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
Sonstige Schulden 493 0
Kurzfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen 60 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und 358 0
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
Steuerliche Verlustvorträge 4.323
Gesamt 9.762 64.814
Saldierung -9.042 -9.042
Summe nach Saldierung 720 55.772
in TEUR 31.12.2013
aktive passive
latente latente
Bilanzposition Steuern Steuern
AKTIVA
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 15 1.076
Sachanlagen 2 0
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 5 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Forderungen 0 30
Sonstige Vermögenswerte 0 1
PASSIVA
Langfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen 11 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 0 54
Sonstige Schulden 0 0
Kurzfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen 53 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 0 0
Steuerliche Verlustvorträge 705
Gesamt 791 1.161
Saldierung -716 -716
Summe nach Saldierung 75 445
in TEUR 01.01.2013
aktive passive
latente latente
Bilanzposition Steuern Steuern
AKTIVA
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 21 1.688
Sachanlagen 1 0
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 0 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 0
und sonstige Forderungen
Sonstige Vermögenswerte 0 152
PASSIVA
Langfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen 30 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 110 111
Sonstige Schulden 0 0
Kurzfristige Schulden
Sonstige Rückstellungen 54 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 0 0
Steuerliche Verlustvorträge 952
Gesamt 1.168 1.951
Saldierung -968 -968
Summe nach Saldierung 200 983

Auf temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochtergesellschaften wurden in Höhe von TEUR 1.567 (31.12.2013: TEUR 179) keine passiven latenten Steuern angesetzt, da es nicht wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit umkehren werden.

8. Vorräte

Die Vorräte umfassen im Wesentlichen Terminals, Verpackungsmaterial wie Pizza-Boxen sowie Werbematerial, welche an Vertragsrestaurants verkauft werden. Die Vorräte stehen bis zur Erfüllung der Kaufpreisforderung unter Eigentumsvorbehalt.

Die Position teilt sich wie folgt auf:

in TEUR 31.12.2014 31.12.2013 01.01.2013
Geleistete Anzahlungen 95 643 15
Fertige Erzeugnisse und Waren 639 395 232
Summe 734 1.038 247

Der Betrag der Vorräte, welcher als Aufwand in der Berichtsperiode erfasst worden ist, beläuft sich auf TEUR 1.408 (2013: TEUR 873).

9. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente können wie folgt aufgegliedert werden:

in TEUR 31.12.2014 31.12.2013 01.01.2013
Bankguthaben 32.527 9.150 8.607
Barbestände 302 136 853
Summe 32.829 9.286 9.459

Guthaben bei Kreditinstituten werden mit variablen Zinssätzen für täglich kündbare Guthaben verzinst. Kurzfristige Einlagen erfolgen für unterschiedliche Zeiträume, die bis zu drei Monate betragen.

Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente während des Berichtszeitraums ist aus der Kapitalflussrechnung ersichtlich.

10. Eigenkapital

Die Veränderung der Eigenkapitalkomponenten ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

a) Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft wurde in 2013 um TEUR 25 durch die Ausgabe von insgesamt 14.270 nennwertlosen Inhaberanteilen im Rahmen von drei Kapitalmaßnahmen erhöht. Das gezeichnete Kapital der DHH beträgt zum 31. Dezember 2013 TEUR 140.

Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft wurde in 2014 weiterhin um TEUR 115 durch die Ausgabe von insgesamt 115.467 nennwertlosen Inhaberanteilen im Rahmen von zehn Kapitalmaßnahmen erhöht. Das gezeichnete Kapital der DHH beträgt zum 31. Dezember 2014 TEUR 255.

b) Genehmigtes Kapital

Die Geschäftsführung ist aufgrund Gesellschafterbeschluss ermächtigt, das gezeichnete Kapital der Gesellschaft innerhalb von fünf Jahren ab Eintragung in das Handelsregister durch Ausgabe neuer Geschäftsanteile gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um EUR 1.601 zu erhöhen. Das genehmigte Kapital dient der Sicherung von Bezugsrechten auf Geschäftsanteile, die im Rahmen der Unternehmensfinanzierung an Investoren im Rahmen eines Warrant Agreement ausgegeben wurden. Die Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie die Investoren von ihrem Bezugsrecht Gebrauch machen.

Die Geschäftsführung ist darüber hinaus aufgrund Gesellschafterbeschluss ermächtigt, das gezeichnete Kapital der Gesellschaft innerhalb von fünf Jahren ab Eintragung in das Handelsregister durch Ausgabe neuer Geschäftsanteile gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmals, insgesamt jedoch höchstens um EUR 2.900, zu erhöhen ("Genehmigtes Kapital II"). Das genehmigte Kapital dient der Sicherung von Bezugsrechten auf Geschäftsanteile, die im Rahmen der Unternehmensfinanzierung an Darlehensgeber mittels eines Loan and Escrow Agreement ausgegeben wurden. Die Kapitalerhöhung ist nur insoweit durchzuführen, wie die Investoren von ihrem Bezugsrecht Gebrauch machen.

c) Kapitalrücklagen

Die Kapitalrücklagen der DHH haben sich im Berichtsjahr um TEUR 314.817 erhöht, was im Wesentlichen auf folgende Sachverhalte zurückzuführen ist:

Eine Erhöhung der Kapitalrücklagen um TEUR 303.787 resultiert aus Aufgeldern, welche im Zuge der o.g. zehn Kapitalerhöhungen geleistet wurden. Zudem erhöht sich die Kapitalrücklage um TEUR 9.995 durch die Eigenkapitalkomponente eines Darlehens und die zum Teil darauf entfallende passive latente Steuer. Diese Veränderung der Kapitalrücklage setzt sich aus der Erhöhung durch die Eigenkapitalkomponente des Darlehens i. H. v. TEUR 11.199 und aus der Verminderung aufgrund der passiven latenten Steuer i. H. v. TEUR 1.204 zusammen. Dieses Darlehen gewährt seinen Darlehensgebern neben der Zins- und Tilgungszahlungen auch regelmäßige Ausschüttungen von DHH-Anteilen (sog. Cover Shares) sowie Warrants zum Bezug von Anteilen an DHH, welche zum 31.12.2014 bereits ausgeübt worden sind. Zum Entstehungszeitpunkt beträgt der Fair Value der Warrants TEUR 4.362 und wurden zunächst als derivative Verbindlichkeit erfasst. Die Erhöhung des Fair-Values bis zur Ausübung der Warrants beträgt TEUR 2.850. Mit der Ausübung der Warrants Ende 2014 erfolgt dann die Einlage in die Kapitalrücklage. Die Auswirkungen der direkt in der Kapitalrücklage erfassten Cover Shares betrugen TEUR 3.987.

Eine Reduzierung der Kapitalrücklagen um TEUR 1.297 (2013: TEUR 3.226) ergibt sich aus Transaktionen mit Gesellschaftern mit nicht-beherrschenden Anteilen am Eigenkapital.

Durch die Veräußerung respektive dem Erwerb von eigenen Anteile in Laufe der Berichtsperiode haben sich die Kapitalrücklagen um TEUR 1.266 erhöht beziehungsweise um TEUR 123 vermindert.

d) Gewinn- und sonstige Rücklagen

Die Gewinn- und sonstige Rücklagen des Konzerns, bestehen aus den Neubewertungsrücklagen aus der Erstanwendung, dem Ergebnisvortrag zu Beginn der Periode, dem Verlust der Berichtsperiode sowie dem sonstigen Ergebnis der Periode (Other comprehensive Income – OCI).

Das sonstige Ergebnis der Periode enthält Differenzen aus der erfolgsneutralen Währungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen sowie in 2014 die Effekte der Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen. Die folgende Tabelle erläutert diese Effekte:

Den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbar:
in TEUR Währungs
umrechnungs
rücklage
Neubewertungs
rücklage aus
Pensions
zusagen
Gesamt Nicht be
herrschende
Anteile
Sonstiges
Ergebnis
Gesamt
2014
Währungsumrechnungsdifferenzen
1.026 0 -222
Neubewertung der Nettoschuld aus 1.026 804
leistungsorientierten Versorgungsplänen 0 -50 -8
-50 -58
Summe 1.026 -50 976 -230 746
2013
Währungsumrechnungsdifferenzen
890 0 140
Neubewertung der Nettoschuld aus 890 1.030
leistungsorientierten Versorgungsplänen 0 0 0
Summe 890 0 0
890
140 0
1.030

e) Eigene Anteile

Die Rücklage für die eigenen Anteile des Unternehmens umfasst die vom Konzern gehaltenen Anteile an der DHH. Zum 31.12.2014 verringern sich die gehaltenen eigene Anteile um 1.837 Anteile, was im Wesentlichen auf einen Anteilstausch mit einem Minderheitsgesellschafter der Hungry House Holding Ltd. zurückzuführen ist.

f) Anteile nicht beherrschender Gesellschafter

Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter resultieren im Wesentlichen aus der Gesellschaft RGP Korea Ltd. Siehe hierzu die Angaben in Kapitel C.4.

11. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich wie folgt verändert:

in TEUR 31.12.2014 31.12.2013 01.01.2013
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 832 38 73
Summe 832 38 73

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten weisen folgende Fälligkeitsstruktur auf:

in TEUR 31.12.2014 31.12.2013 01.01.2013
Kurzfristig 832 22 33
Langfristig 0 16 41

12. Pensionsrückstellungen

Eine DH-Konzerngesellschaft in Korea gewährt ihren Angestellten Pensionsleistungen auf Basis eines leistungsorientierten Pensionsplans. Ab einem Jahr der ununterbrochenen Beschäftigung haben die Mitarbeiter einen Anspruch auf mindestens ein Monatsgehalt für jedes Jahr der Beschäftigung, basierend auf den letzten drei Beschäftigungsmonaten. Die Pensionsleistung wird als Einmalzahlung gewährt. Das Renteneintrittsalter in Korea beträgt 60 Jahre.

Die Rückstellung wird auf Basis der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Die bei der Berechnung zugrunde gelegten versicherungsmathematischen Annahmen sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Versicherungsmathematische Annahmen (in %)
Rechnungszinssatz
2014
2,79
2013
3,80
Gehaltstrend 0,70 - 5,70 3,71
Mortalität – männlich 0,01 - 0,06 0,01 - 0,06
Mortalität – weiblich 0,01 - 0,03 0,01 - 0,03
Renditeerwartung Planvermögen 2,79 3,8
Fluktuationsrate 7,85 - 13,43 7,85 - 13,43

Die Sensitivität des Barwerts der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen (defined benefit obligation - DBO) wird in der folgenden Tabelle dargestellt:

Sensitivitätsanalyse (in TEUR) 2014 2013
DBO auf Basis des aktuellen Diskontierungssatzes 457 126
DBO bei Erhöhung des Diskontierungssatzes um 1 Prozentpunkt 433 118
DBO bei Absenkung des Diskontierungssatzes um 1 Prozentpunkt 489 134
DBO auf Basis des aktuellen Gehaltstrends 457 126
DBO bei Erhöhung des Gehaltstrends um 1 Prozentpunkt 489 134
DBO bei Absenkung des Gehaltstrends um 1 Prozentpunkt 432 118

Der Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen hat sich wie folgt entwickelt:

Entwicklung der DBO (in TEUR) 2014 2013
DBO 1. Januar 126 35
Dienstzeitaufwand 334 108
Pensionsleistungen an Pensionäre -84 -18
Zinsaufwand 9 0
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste 47 0
Währungsumrechnung 25 0
DBO 31. Dezember 457 126

Das u.a. zur Sicherung der Pensionsverpflichtungen verfügbare Planvermögen hat sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:

Entwicklung des Planvermögens (in TEUR) 2014 2013
Einzahlungen in das Planvermögen 36 0
Auszahlungen aus Planvermögen -7 0
Planvermögen 31. Dezember 29 0

Daraus ergibt sich für die Pensionsverpflichtungen der folgende Bilanzausweis:

Entwicklung der Verpflichtung in der Bilanz (in TEUR) 2014 2013
Barwert der Pensionsverpflichtungen 457 126
Zeitwert Planvermögen -29 0
Verpflichtung in der Bilanz zum 31. Dezember 428 126

Für das Geschäftsjahr 2015 werden Rentenzahlungen in Höhe von TEUR 236 erwartet.

13. Sonstige Rückstellungen

in TEUR Anteils
basierte
Ver
gütung
Wiederher
stellungs
verpflichtung
Restruk
turierung
Beratungs
leistungen Personal Sonstige Summe
Stand zum 01.01.2014 3.630 160 0 1.132 1.366 437 6.726
Durch Unternehmens
zusammenschlusses 0 50 1.217 0 0 3 1.270
übernommen
Zuführung 12.402 188 3.664 80 436 293 17.064
Verbrauch 0 0 0 -440 -154 -253 -847
Auflösung
Stand zum 31.12.2014
0
16.033
-59
339
0
4.881
-32
740
-360
1.288
-12
469
-463
23.750
Langfristig 16.033 181 17 0 0 0 16.230
Kurzfristig 0 159 4.864 740 1.288 469 7.520

Die sonstigen Rückstellungen haben sich in 2014 wie folgt entwickelt:

Die Erhöhung der sonstigen Rückstellungen in 2014 resultiert vor allem aus der Zuführung der Rückstellung für anteilsbasierte Vergütung. Auf die anteilsbasierte Vergütung wird in Abschnitt H.1. des Anhanges separat eingegangen. Die Zuführung bei den Restrukturierungsrückstellungen gründet in nötigen Umstrukturierungen nach den Erwerb von Tochterunternehmen.

Bei den Restrukturierungsrückstellungen handelt es sich im Wesentlichen um Verpflichtungen, welche sich aus der Verlagerung der Betriebsstätte und der personellen Umstrukturierung einer DH-Gesellschaft ergeben. Es bestehen wesentliche Unsicherheiten hinsichtlich Höhe und Fälligkeit der Abflüssen; erwartet wird, dass die Restrukturierung dieser Gesellschaft bis 2016 abgeschlossen ist.

Die sonstigen Rückstellungen teilen sich hinsichtlich der Fristigkeit wie oben angeführt auf.

14. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2014 31.12.2013 01.01.2013
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 22.007 13.084 11.963
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber verbundenen Unternehmen
0 24 64
Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten 22.828 5.602 1.227
Finanzielle Verbindlichkeiten
aus Wandelanleihen 0 1.902 21.336
aus Verkäuferdarlehen 11.132 21.643 19.479
aus sonstigen Darlehen 98.524 15.466 10.014
aus Sonstigem 4.365 1.529 1.418
aus Sonstigem gegenüber verbundenen
Unternehmen
8 0 1
Gesamtsumme 158.866 59.250 65.502
Kurzfristig 46.467 33.053 61.492
Langfristig 112.399 26.197 4.009

Die Fristigkeiten der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Verbindlichkeiten verteilen sich wie oben angeführt. Bei den langfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten handelt es sich im Wesentlichen um sonstige Darlehen, Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten sowie Verkäuferdarlehen.

Die derivativen finanziellen Verbindlichkeiten in 2014 betreffen geschriebene Put- und erworbene Call-Optionen (synthetischer Forward) auf Minderheitenanteile der erworbenen Gesellschaften PedidosYa S.A., ehem. Kinboy International S.A. (PedidosYa-Gruppe), Inversiones CMR S.A.S. (ClickDelivery-Gruppe) und Baedaltong Co. Ltd. im Wert von insgesamt TEUR 19.855 zum 31.12.2014. Darüber hinaus ergibt sich im Falle der PedidosYa-Gruppe auch für die Mehrheitsanteile ein variabler Kaufpreisbestandteil im Wert von eigenen DHH Anteilen. Auch dieser wird an den Wert im Zeitpunkt des Exit-Events gekoppelt und beträgt zum 31.12.2014 TEUR 2.973. Zum 1.1.2013 handelt es sich bei den Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten um begebene Bezugsrechte auf DHH-Geschäftsanteile, deren Wert sich zum 31.12.2013 durch gestiegene DHH-Anteilspreise erhöhte. Es handelt sich bei sämtlichen Derivaten um Level 3 Instrumente.

Bei einzelnen Darlehensverträgen werden bestimmte Bankkonten, Beteiligungen, Markenrechte und eine Globalzession als Sicherheit zugrunde gelegt. Darüber hinaus werden bei einem Darlehensvertrag aus 2014 Geschäftsanteile an den einzelnen Gesellschaften verpfändet bzw. als Sicherheit hinterlegt. Die Vereinbarungen dienen lediglich der Absicherung der Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Gläubigern. Dem Pfandnehmer entstehen hieraus keinerlei Stimmrechte. Die besicherten finanziellen Verbindlichkeiten belaufen sich zum 31.12.2014 auf TEUR 92.868 (31.12.2013: TEUR 9.712; 01.01.2013: TEUR 3.242). Der Buchwert der als Sicherheit dienenden finanziellen Vermögenswerte beträgt TEUR 298.832 (31.12.2013: TEUR 42.286; 01.01.2013: TEUR 29.080).

15. Sonstige Schulden

in TEUR 31.12.2014 31.12.2013 01.01.2013
Soziale Sicherheit 365 203 132
gegenüber Arbeitnehmer 2.307 415 175
Prüfungs- und Abschlusskosten 569 883 579
Steuern und Abgaben 2.441 3.361 638
Übrige sonstige Schulden 3.258 1.477 1.369
Total 8.940 6.339 2.892

Die sonstigen Schulden setzen sich wie folgt zusammen:

Unter den sonstigen Schulden befinden sich passivische Umsatzabgrenzungen aus den Kundenbindungsprogrammen nach IFRIC 13 in Höhe von TEUR 523 (31.12.2013: TEUR 108, 01.01.2013: TEUR 32).

Die Fristigkeiten der sonstigen Verbindlichkeiten verteilen sich wie folgt:

31.12.2014 31.12.2013 01.01.2013
2.892
0
8.924
16
6.328
11

16. Ertragsteuerschulden

Die Ertragsteuerschulden bestehen im Wesentlichen für Verpflichtungen einzelner Konzerngesellschaften aufgrund eines positiven steuerlichen Ergebnisses.

F. Angaben zur Konzerngesamtergebnisrechnung

1. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse haben sich wie folgt entwickelt:

in TEUR 2014 2013
Umsatzerlöse aus
- Kommissionen 69.793 29.905
- Kreditkartennutzung 6.171 3.375
- Einrichtungsgebühren 2.095 2.678
- Prämiumplatzierungen 2.791 1.434
- Grundgebühren 3.374 825
- Sonstiges 3.785 3.446
Summe 88.008 41.662

Die geografische Verteilung der Umsatzerlöse kann der folgenden Tabelle entnommen werden:

in TEUR 2014 2013
Deutschland 29.685 11.363
Andere europäische Länder 40.410 27.549
Latein- und Südamerika 2.809 89
Australien und Asien 15.105 2.661
Total 88.008 41.662

2. Umsatzkosten

Die Umsatzkosten setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2014 2013
Transaktionskosten 2.007 2.257
Warenbezüge 2.078 1.671
Kreditkartengebühren 5.366 1.717
Call Center 2.767 1.397
Wertberichtigungen auf Forderungen 2.299 1.093
Sonstige Leistungsbezüge von Dritten 0 550
Server-Hosting 970 199
Sonstige Umsatzkosten 1.446 0
Summe 16.933 8.884

3. Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 2014 2013
Gewinne aus Währungsumrechnung 3.014 1.023
Gewinne aus Abgang von Anlagevermögen 412 508
Erstattungsansprüche 0 8
Wertaufholungen 16 2
Sonstige
Summe
2.710
6.152
1.286
2.827

4. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lassen sich wie folgt aufgliedern:

in TEUR 2014 2013
Verluste aus Währungsumrechnung 1.752 2.088
Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen 128 78
Sonstige Aufwendungen 254 -42
Summe 2.134 2.124

5. Marketing Aufwendungen

Die Marketing-Aufwendungen lassen sich wie folgt aufgliedern:

in TEUR 2014 2013
Personalaufwand 18.653 11.015
Search Engine Marketing (SEM) 12.220 7.633
Radio- und TV-Werbung (Branding) 32.268 7.261
Search Engine Optimization (SEO) 216 407
Social Marketing 845 484
Display Marketing 2.121 451
Mobile Marketing 1.584 468
Sonstige Vertriebsaufwendungen 2.293 1.579
Sonstige Marketingaufwendungen 7.262 3.373
Summe 77.462 32.671

6. IT Aufwendungen

Die IT-Aufwendungen lassen sich wie folgt aufgliedern:

in TEUR 2014 2013
Personalaufwendungen 10.234 6.226
Sachaufwendungen 1.612 1.034
Summe 11.846 7.260

Bei den IT-Aufwendungen handelt es sich teilweise um Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, etwa für die Weiterentwicklung der Bestellplattformen. Der DH-Konzern befindet sich trotz des schnellen Wachstums nach wie vor in der Anfangs- und Aufbauphase der Organisation, Administration und Prozessarchitektur der Gesellschaft. Das enge Zusammenspiel zwischen Wartung, Anpassung an Marktgegebenheiten und sich daraus ergebenden Weiterentwicklungen der Bestellplattformen lässt derzeit eine Ermittlung von Forschungs- und Entwicklungskosten nicht zu. Die Gruppe arbeitet jedoch an einer Struktur, welche zukünftig die Quantifizierung von Forschungs- und Entwicklungskosten erlaubt. Weitere Angaben zur Forschung und Entwicklung lassen sich dem Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2014 entnehmen.

7. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen lassen sich wie folgt aufgliedern:

in TEUR 2014 2013
Personalaufwand 16.701 5.308
Anteilsbasierte Vergütung 12.402 2.996
Prüfungs- und Beratungsaufwand 11.165 3.883
Abschreibungen 11.096 2.508
Miet- und Leasingaufwand 3.567 1.276
Büroaufwendungen 4.261 885
Telekommunikation 1.324 619
Reise- und Verpflegungskosten 1.656 440
sonstige Steuern 58 546
Auflösung von Rückstellungen 0 -542
Sonstige Aufwendungen 4.786 3.791
Summe 67.015 21.710

8. Finanzerträge

Die Finanzerträge haben sich wie folgt entwickelt:

in TEUR 2014 2013
Erträge aus der Bewertung von derivativen
Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert 5.518 0
Erträge aus der Amortisation der Transaktionskosten
von Finanzinstrumenten 597 0
Übrige Zinsen und ähnliche Erträge 172 36
Summe 6.287 36

9. Finanzaufwendungen

Die Finanzaufwendungen haben sich wie folgt entwickelt:

in TEUR 2014 2013
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen 8.248 4.131
Aufwendungen aus der Bewertung von derivativen
Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert
8.551 3.201
Aufwendungen aus der Amortisation der
Transaktionskosten von Finanzinstrumenten
2.633 1.019
Summe 19.432 8.351

10. Übriges Finanzergebnis

Das übrige Finanzergebnis teilt sich wie folgt auf:

in TEUR 2014 2013
Wertminderung von Darlehensforderung gegen
Tochterunternehmen 0 -33
Wertminderung von Beteiligungen an Tochterunternehmen -86 -9
Summe -86 -42

11. Ertragsteuern

Der Aufwand bzw. Ertrag für Ertragsteuern gliedert sich wie folgt:

in TEUR 2014 2013
Ertragsteuern 5.555 366
Tatsächliche Ertragsteuern -1.269 -136
Tatsächliche Ertragsteuern -1.161 -145
Tatsächliche Ertragsteuern Vorjahr -108 9
Latente Ertragsteuern 6.824 502
Latente Ertragsteuern 6.824 502

Ausgehend vom Konzernjahresergebnis vor Ertragsteuern und der erwarteten Ertragsteuer gestaltet sich die Überleitung auf den tatsächlichen Ertragsteueraufwand wie folgt:

in TEUR 2014 2013
Ergebnis vor Ertragsteuern -94.461 -36.516
Erwarteter Steuerertrag (2014: 30,18%; 2013: 30,18%) 28.508 11.021
Anpassungen des erwarteten Steuerertrags
Abweichung vom Steuersatz des Konzerns und -1.937 -847
Steuersatzänderungen
Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben -1.791 -988
Steuerfreie Erträge 703 23
Steuereffekte aus Hinzurechnungen und Kürzungen für lokale
Steuern -149 -142
Effekte aus dem Nicht-Ansatz von aktiven latenten Steuern auf -19.095 -7.866
Verlustvorträge
Effekte aus dem Ansatz bzw. Nicht-Ansatz von aktiven latenten
Steuern auf temporäre Differenzen 1.837 -1.637
Periodenfremde Ertragsteuern -108 148
Effekte aus Konsolidierungsmaßnahmen 53 619
Permanente Differenzen -2.395 50
Sonstige Steuereffekte -71 -15
Ertragsteuern 5.555 366

Der zur Ermittlung des erwarteten Ertragsteueraufwands anzuwendende Steuersatz entspricht dem Steuersatz des Mutterunternehmens und setzt sich zusammen aus dem Steuersatz für Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag von 15,83% und der Gewerbesteuer von 14,35%.

Der Überleitungseffekt aufgrund permanenter Differenzen im Geschäftsjahr 2014 resultiert im Wesentlichen aus einem der DHH gewährten Darlehen und den damit verbundenen Warrants (siehe auch Kapitel E.10c)).

G. Angaben zur Konzernkapitalflussrechnung

Die Konzernkapitalflussrechnung wurde in Übereinstimmung mit IAS 7 erstellt und zeigt die Kapitalzu- und -abflüsse während des Berichtsjahres. Die Überleitung der Vorjahres-Kapitalflussrechnung von HGB zu IFRS 2013 wird in Abschnitt B.3c). abgebildet.

Die Zahlungsströme werden aufgeteilt in Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit, Cash Flow aus Investitionstätigkeit sowie Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit. Die Zahlungsströme aus der betrieblichen Tätigkeit werden nach der indirekten Methode nach IAS 7.18 (b) ermittelt.

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds entspricht den flüssigen Mitteln in der Bilanz, also Kassenbestände sowie Guthaben bei Kreditinstituten; es wird auf Abschnitt E.9 verwiesen. Der Finanzmittelfonds beträgt zum 31.12.2014 TEUR 32.829 (31.12.2013: TEUR 9.286, 01.01.2013: TEUR 9.459) und unterliegt keinen Verfügungsbeschränkungen. Bezüglich etwaigen Beschränkungen aufgrund von Devisenverkehrskontrollen in China sowie Argentinien wird auf Abschnitt C.4. verwiesen.

Der negative Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit in 2013 und 2014 resultiert im Wesentlichen aus dem negativen Periodenergebnis und dem Anstieg des Umlaufvermögens. Die Zunahme an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Vermögenswerten spiegeln insbesondere das Wachstum der Gesellschaft wider. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beinhaltet 2014 im Wesentlichen die in C.3 dargestellten Unternehmenserwerbe sowie Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen, hauptsächlich in EDV-Software. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit spiegelt die in 2013 und 2014 zahlungswirksam erfolgte Erhöhung der Eigenkapitalmittel wider. Zudem wurde in 2013 und 2014 weiteres Fremdkapital aufgenommen. Beides trägt zur Sicherstellung der operativen Tätigkeit der DH-Gruppe bei. Der Konzern ist international sehr breit in Asien, Australien, Europa und in Südamerika aufgestellt, hat den Break-even jedoch noch nicht erreicht.

Zusammenfassende Angaben zu den Vermögenswerten und Schulden der erworbenen Tochtergesellschaften inklusive der übernommenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie der zahlungswirksamen Entgeltbestandteile der Erwerbe finden sich in Abschnitt C.3. Angaben zum Entkonsolidierungserfolg findet sich im Abschnitt C.4.

H. Sonstige Angaben

1. Anteilsbasierte Vergütung - IFRS 2 Programme

Die DH-Gruppe unterhält seit 2011 Programme für anteilsbasierte Vergütungen, um die oberen Führungskräfte an der Wertentwicklung des Unternehmens zu beteiligen und ihren Beitrag zum nachhaltigen Erfolg der DH-Gruppe im Vergleich zum Wettbewerb zu honorieren. Der bezugsberechtigte Personenkreis umfasst die Mitglieder der Geschäftsführung und die oberen Führungskräfte der Delivery Hero Holding GmbH sowie Geschäftsführungsorgane und die oberen Führungskräfte verbundener Unternehmen der DH-Gruppe.

a) Beschreibung des Programms

Insgesamt wurden 4 Programme (VSP I-IV) durch den Beirat der Gesellschaft genehmigt. Die Anteile der einzelnen Programme verteilen sich wie folgt:

Programm
VSP I
Anteile
764
Verfallene Anteile
332
VSP II 958 264
VSP III 3.600 1.254
VSP IV 7.072 329
Gesamt 12.394 2.179

Der Nominalwert jeder virtuellen Aktie beträgt 1 Euro. Die Ausgabe der Anteile erfolgt sukzessive nach Genehmigung.

Die Berechtigten haben einen einzelvertraglichen Anspruch gegenüber der Gesellschaft auf die Zahlung eines Baräquivalents zu den ausgegebenen Anteilen. Im Falle einer wesentlichen Änderung der Gesellschafterstruktur ("Exit") werden diese Ansprüche unmittelbar fällig. Ein Exit liegt vor, wenn ein Verkauf oder eine Übertragung von mehr als 75 % aller Anteile der Gesellschaft erfolgt. Dem gleichgestellt sind ein Tausch oder eine Übernahme im Rahmen einer einzelnen Transaktion oder zeitlich unmittelbar aufeinanderfolgender Transaktionen sowie ein Verkauf oder eine Übertragung von mehr als 75 % der Vermögenswerte oder eine Liquidation oder de facto Liquidation der Gesellschaft.

Im Falle eines Exits werden sämtliche Ansprüche aus den bereits gewährten virtuellen Anteilen, zum Zeitpunkt der Beendigung der Transaktion, unmittelbar zur Auszahlung fällig. Nach dem Exit angediente Ansprüche werden monatlich zuteilungsfähig. Die Anzahl der gewährten Anteile wird in einzelvertraglichen Vereinbarungen individuell geregelt. In den einzelvertraglichen Vereinbarungen können zudem weitere oder andere Andienungsszenarien oder Unverfallbarkeitskriterien individuell festgelegt bzw. definiert werden. Die Gesellschaft ist aber in 2014 dazu übergegangen, die Regelungen insgesamt zu standardisieren.

Die in den Programmen vereinbarten Ausübungspreise (Strike Prices) variieren in der nachfolgend dargestellten Bandbreite, in Abhängigkeit von dem Zeitpunkt der Bezugsrechtsausgabe.

Programm VSP I VSP II VSP III VSP IV
Strike Price (in EUR/Stück) 0 - 1 956 1.052 1.750

Den Berechtigten werden zu keiner Zeit Rechte auf den Bezug von GmbH-Geschäftsanteilen der Gesellschaft bzw. aus Geschäftsanteilen resultierenden Dividenden oder Ausschüttungen aus den virtuellen Anteilen eingeräumt. Im Falle der Umwandlung der GmbH in eine Aktiengesellschaft würden die virtuellen Anteile in Aktienoptionen umgewandelt werden. Die Ausgestaltung dieser Aktienoptionen nach Umwandlung in eine Aktiengesellschaft, z.B. ob eine Begleichung in Aktien oder in bar erfolgt, wurde bisher noch nicht vorgenommen.

Die Virtual Share Programme enden zum 31.12.2030. Die einzelvertraglichen Vereinbarungen können mit Wirkung zum 31.12.2030 von der Gesellschaft gekündigt werden. Im Falle einer Kündigung der Vereinbarungen zum oder nach dem 31.12.2030 muss die Gesellschaft eine Abfindungszahlung leisten.

Sämtliche Steuern, sonstige Abgaben oder Gebühren, die mit der Gewährung der virtuellen Anteile oder Barzahlungen im Rahmen dieser Vereinbarungen einhergehen, sind vom Leistungsberechtigten zu tragen und dürfen von der Gesellschaft einbehalten und von den Zahlungen im Rahmen dieser Vereinbarung abgezogen werden. Hiervon ausgenommen sind die entsprechenden Arbeitgeberanteile, welche in der Berechnung additiv berücksichtigt wurden.

b) Erdienenszeitraum / Unverfallbarkeit (Vesting)

Sofern in den einzelvertraglichen Vereinbarungen nicht anderweitig vereinbart, erstreckt sich der vertragliche Erdienungszeitraum (vesting period) über eine Periode von 48 Monaten. Vor dem Beginn des vertraglichen Erdienungszeitraum kann zusätzlich noch eine Sperrfrist ("Cliff") von bis zu 12 Monaten auf der Geberseite sowie von bis zu 24 Monaten auf der Teilnehmerseite individuell zwischen der Gesellschaft und dem Begünstigten vereinbart werden. Diese Sperrfristen haben insofern Auswirkungen auf die Unverfallbarkeit, als dass sie eine Art Wartezeit bis zum Beginn der vertraglichen Bezugsperiode (sog. "Sperrfrist") darstellen und die Unverfallbarkeit der einzelnen Ansprüche erst zu einem späteren Zeitpunkt eintreten kann. Endet während dieser Sperrfrist das Arbeits- oder Auftragsverhältnis, unabhängig aus welchem Grund, so verfallen alle virtuellen Anteile.

Mitarbeiter, die personenbedingt aus dem Unternehmen ausscheiden ("Bad Leaver"), haben grundsätzlich keinen Anspruch auf die virtuellen Anteile.

Die Bewertung der anteilsbasierten Vergütung der Mitarbeiter erfolgte mittels eines Optionspreismodells (Black-Scholes Methode), auf Basis des Wertes einer Call-Option auf die Unternehmensanteile. Die hierzu herangezogenen Volatilitäten wurden anhand der einheitlich verwendeten Peer Group abgeleitet. Die Laufzeit der Optionen wurde mit Exit zum 30.06.2016 unterstellt. Die Marktpreise wurden anhand einer Unternehmensbewertung ermittelt. Der berücksichtigte Ausübungspreis entspricht den obig aufgeführten Strike Prices. Zur Ableitung des zugrunde gelegten Unternehmenswertes wurde eine DCF-basierte Unternehmensbewertung durchgeführt, die auf der Unternehmensplanung und Bilanz zum Stichtag basiert, die Parameter zur Diskontierung der Kapitalrückflüsse entsprechen den hinsichtlich der Werthaltigkeitstests beschriebenen Angaben (siehe Kapitel E.2.b)). Die Annahmen bezüglich der Kennzahlen der Unternehmensplanung, wie beispielsweise die zugrunde gelegte EBIT-DA-Marge, finden analog Anwendung. Zudem wurden die hinsichtlich der Ausschüttung eines möglichen Exit-Erlöses bestehenden Liquidationspräferenzen der Eigenkapitalgeber berücksichtigt, in der zum jeweiligen Stichtag gültigen Form. Die anhand dieser Parameter erfolgte Bewertung ist nachfolgend dargestellt. Die Änderungen der Bewertung der Schulden aus anteilsbasierte Vergütungen wurden in der jeweiligen Periode erfolgswirksam erfasst.

Stichtag der Bewertung 31.12.2014 31.12.2013 01.01.2013
Anzahl der geschuldeten Anteile 9.634 6.236 3.725
Anzahl der angedienten Anteile 4.395 2.056 700
Fair Value (in TEUR) 16.033 3.630 634
Erfasster Gesamtaufwand der
Periode (in TEUR) 11.876 2.720 531
Innerer Wert der Schulden für
unverfallbare Leistungen (in TEUR) 15.122 3.053 334

Ein Ergebnis pro Anteil wird nicht angegeben, da bei virtuellen Aktienoptionen kein Verwässerungseffekt zu berücksichtigen ist und jenen entsprechende virtuelle Anteile gegenüberstehen.

Die Anzahl und der gewichtete Durchschnitt der Ausübungspreise der virtuellen Aktienoptionen entwickelten sich wie folgt:

Gewichteter Gewichteter
Anzahl der durch Anzahl der durch
virtuellen schnittlicher virtuellen schnittlicher
Aktien Ausübungs Aktien Ausübungs
optionen preis 2014 in optionen preis 2013 in
2014 EUR 2013 EUR
5.527 984 3.658 809
-1.029 1.219 -642 822
3.398 1.645 2.511 1.176
7.896 1.252 5.527 984

2. Finanzinstrumente

a) Angaben zu den Finanzinstrumenten

In der nachfolgenden Tabelle werden die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen dargestellt.

31.12.2014 wertungs
Be
Zu fortgeführten m Fair
Zu
me
m
Su
kategorie Anschaffungskosten Value Bilanz
nach IAS 39 be wertet wertet
be
positionen
In TEUR Buchwert Fair Value Buchwert Buchwert
Beteiligungen (at cost) AfS 759 n/a 759
Gewährte Darlehen LaR 131 131 131
Hinterlegte Kautionen AfS 410 n/a 410
werte
mögens
Sonstige finanzielle Ver
1.300 131 0 1.300
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR 7.187 7.187 7.187
Gewährte Darlehen LaR 3.080 3.080 3.080
Hinterlegte Kautionen AfS 594 n/a 594
mente
Derivative Finanzinstru
FAHfT 1 1 1
Kurzfristige Bankeinlagen LaR 84 84 84
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Forderungen 10.946 10.351 0 10.946
mittel und -äquivalente
Zahlungs
32.829 32.829 32.829
werte
mögens
me finanzielle Ver
m
Su
45.075 43.312 0 45.075
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLaC 832 832 0 832
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLaC 26.381 26.381 26.381
mente 1)
Derivative Finanzinstru
FLHfT 22.828 22.828
Darlehensverbindlichkeiten 2) FLaC 109.656 113.722 109.656
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 136.037 140.103 22.828 158.866
me finanzielle Verbindlichkeiten
m
Su
136.870 140.935 22.828 159.698
Einstufung der zugrundelegenden Inputfaktoren für die Ermittlung des Fair Value gemäß IFRS 13.93 (b) bzw. IFRS 13.97:
1) Derivate: Level 3 gemäß der Fair Value-Hierarchie (Bewertung aufgrund nicht beobachtbarer Inputfaktoren)

2) Darlehensverbindlichkeiten: Level 3 gemäß der Fair Value-Hierarchie (Bewertung aufgrund beobachtbarer Inputfaktoren/Marktdaten)

57

31.12.2013 wertungs
Be
Zu fortgeführten m Fair
Zu
me
m
Su
kategorie Anschaffungskosten Value Bilanz
nach IAS 39 be wertet wertet
be
positionen
In TEUR Buchwert Fair Value Buchwert Buchwert
Beteiligungen (at cost) AfS 1.669 n/a 1.669
Hinterlegte Kautionen AfS 214 n/a 214
werte
mögens
Sonstige finanzielle Ver
1.883 0 0 1.883
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR 5.267 5.267 5.267
Gewährte Darlehen LaR 1.022 1.022 1.022
Hinterlegte Kautionen AfS 196 n/a 196
mente
Derivative Finanzinstru
FAHfT 2.341 2.341 2.341
Wertpapiere (at cost)
Sonstige
AfS 8 n/a 8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Forderungen 8.834 8.630 0 8.834
mittel und -äquivalente
Zahlungs
9.286 9.286 9.286
werte
mögens
me finanzielle Ver
m
Su
20.003 17.916 0 20.003
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLaC 38 38 38
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLaC 14.636 14.636 14.636
mente 1)
Derivative Finanzinstru
FLHfT 5.602 5.602
Darlehensverbindlichkeiten 2) FLaC 39.013 38.505 39.013
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 53.648 53.141 5.602 59.250
me finanzielle Verbindlichkeiten
m
Su
53.686 53.179 5.602 59.288
Einstufung der zugrundelegenden Inputfaktoren für die Ermittlung des Fair Value gemäß IFRS 13.93 (b) bzw. IFRS 13.97:
1) Derivate: Level 3 gemäß der Fair Value-Hierarchie (Bewertung aufgrund nicht beobachtbarer Inputfaktoren)

2) Darlehensverbindlichkeiten: Level 3 gemäß der Fair Value-Hierarchie (Bewertung aufgrund beobachtbarer Inputfaktoren/Marktdaten)

01.01.2013 wertungs
Be
Zu fortgeführten m Fair
Zu
me
m
Su
kategorie Anschaffungskosten Value Bilanz
nach IAS 39 be wertet wertet
be
positionen
In TEUR Buchwert Fair Value Buchwert Buchwert
Beteiligungen (at cost) AfS 495 n/a 495
Hinterlegte Kautionen AfS 180 n/a 180
werte
mögens
Sonstige finanzielle Ver
675 0 0 675
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR 3.982 3.982 3.982
Gewährte Darlehen LaR 140 140 140
Hinterlegte Kautionen AfS 19 n/a 19
mente
Derivative Finanzinstru
FAHfT 1 1 1
Wertpapiere (at cost)
Sonstige
AfS 8 n/a 8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Forderungen 4.149 4.122 0 4.149
mittel und -äquivalente
Zahlungs
9.459 9.459 9.459
werte
mögens
me finanzielle Ver
m
Su
14.283 13.581 0 14.283
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLaC 73 73 73
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLaC 13.446 13.446 13.446
mente 1)
Derivative Finanzinstru
FLHfT 1.227 1.227
Darlehensverbindlichkeiten 2) FLaC 50.829 50.412 50.829
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 64.275 63.858 1.227 65.502
me finanzielle Verbindlichkeiten
m
Su
64.348 63.931 1.227 65.575
Einstufung der zugrundelegenden Inputfaktoren für die Ermittlung des Fair Value gemäß IFRS 13.93 (b) bzw. IFRS 13.97:
1) Derivate: Level 3 gemäß der Fair Value-Hierarchie (Bewertung aufgrund nicht beobachtbarer Inputfaktoren)

2) Darlehensverbindlichkeiten: Level 3 gemäß der Fair Value-Hierarchie (Bewertung aufgrund beobachtbarer Inputfaktoren/Marktdaten)

LaR: Loans and Receivables AfS: Available for Sale FLaC: Financial Liability at Cost FAHfT: Financial Assets Held for Trading FLHfT: Financial Liabilities Held for Trading Die Buchwerte der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, gewährte Darlehen, hinterlegte Kautionen, Verbindlichkeiten auf Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten und stellen zum Abschlussstichtag näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar.

Bei den übrigen in der Bilanz ausgewiesenen "Zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte" (Available for Sale, AfS) handelt es sich um sonstige Beteiligungen, erhaltene Kautionen und um Wertpapiere, die zu Anschaffungskosten (at Cost) bilanziert werden, da für diese kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt und der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich bestimmt werden kann. Gegenwärtig bestehen im Wesentlichen keine Veräußerungsabsichten.

Die Darlehensverbindlichkeiten der DHH werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Der Buchwert entspricht daher nicht dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert der Darlehensverbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftigen Cashflows, unter Berücksichtigung der zum Bilanzstichtag gültigen risikolosen Zinssätze sowie eines DHH-spezifischen Risikoaufschlages.

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien:

Gemäß IFRS 7.20 (a) sind die Nettogewinne und –verluste von Finanzinstrumenten für jede Bewertungskategorie des IAS 39 offenzulegen.

Die Nettoergebnisse nach den einzelnen Bewertungskategorien das IAS 39 stellen sich wie folgt dar:
2013
-2.608 -2.713
-8 19
0 0
-3.033 -3.201
-9.431 -4.677
-10.572
2014
-15.080

Die Nettoergebnisse der Bewertungskategorie LaR enthalten Wertminderungen und Wertaufholungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Das Nettoergebnis der Bewertungskategorie LaR beinhaltet zudem Zinserträge. Das Nettoergebnis der Bewertungskategorie FLHfT beinhaltet die Ergebnisse aus der Bewertung dieser Derivate zu Marktwerten. Das Nettoergebnis der Bewertungskategorie FLaC beinhaltet Zinsaufwendungen für den laufenden Kapitaldienst sowie das Ergebnis aus der Darlehensamortisation, welches ebenfalls im Zinsaufwand enthalten ist.

Die Überleitungsrechnung der Level 3 Instrumente stellt sich wie folgt dar:

in TEUR
01.01.2013 1.227
Zugänge aufgrund von Käufen und Emissionen
Verluste, in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung
3.515
erfasst 3.201
31.12.2013 7.943
Zugänge aufgrund von Käufe und Emissionen 21.890
Abgänge aufgrund von Verkäufen und Abgeltungen -9.817
Netto-Gewinne, direkt im Eigenkapital erfasst -220
Gewinne, in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung
erfasst -5.518
Verluste, in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung
erfasst 8.551
31.12.2014 22.829

Es fanden während des Geschäftsjahrs keine Übertragungen zwischen Level 2 und Level 3 statt.

Realisierte Gewinne und Verluste aus der Veränderung der Level 3- Instrumente werden in den Finanzerträgen bzw. –aufwendungen erfasst. Nicht realisierte Gewinne oder Verluste werden in den Gewinn- und sonstige Rücklagen erfasst.

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes der Warrants wird anhand eines Binomialmodells durchgeführt. Die Bewertung wird zu jedem relevanten Stichtag durchgeführt. Zum 31. Dezember 2014 waren keine Warrants mehr im Bestand der Gesellschaft. Im Zuge des Bewertungsprozesses werden die benötigten, öffentlich verfügbaren Marktdaten erhoben sowie die nicht beobachtbaren Inputparameter anhand von internen Berechnungen aktualisiert. Letzteres betrifft insb. den mittels eines Discounted-Cashflow-Modells ermittelten Wert pro Unternehmensanteil von Delivery Hero und die daraus abgeleitete Volatilität. Beide Werte werden zu jedem Bewertungsstichtag aktualisiert.

Die zukünftige Zahlungsverpflichtung für die Minderheitenanteile wird bei PedidosYa und Clickdelivery über verschiedene vertragliche Parameter an den Unternehmenswert von DHH im Zeitpunkt des Exit-Events gekoppelt. Aufgrund dieser wechselseitigen Abhängigkeiten erfolgt die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes der Put-Call Optionen anhand von Monte-Carlo Simulationen. Die Bewertung wird zu jedem relevanten Stichtag durchgeführt. Im Zuge des Bewertungsprozesses werden die benötigten, öffentlichen verfügbaren Marktdaten erhoben sowie die nicht beobachtbaren Inputparameter anhand von internen Berechnungen aktualisiert. Letzteres betrifft besonders den mittels eines Discounted-Cashflow-Modells ermittelten Wert pro Unternehmensanteil von DHH und die daraus abgeleitete Volatilität. Beide Werte werden zu jedem Bewertungsstichtag aktualisiert. Bezüglich des ermittelten Werts ist der Parameter mit einem wesentlichen Einfluss auf das Bewertungsergebnis der mittels des Discounted-Cashflow-Verfahrens bestimmte Wert pro Geschäftsanteil von DHH.

Analog zu den vorherigen Darstellungen wird bei der Berechnung des beizulegenden Zeitwerts des variablen Kaufpreisbestandteils der PedidosYa-Gruppe im Wert von eigenen DHH Anteilen auf einen mittels eines Discounted-Cashflow-Modells ermittelten Wert pro Unternehmensanteil von DHH zurückgegriffen. Der Optionswert errechnet sich unter Rückgriff auf ein Black-Scholes-Modell.

Die wesentlichen nicht beobachtbaren Inputparameter des Models zur Errechnung des Wertes des Unternehmensanteils der DHH finden sich in Kapitel E.2.b). Der geschätzte beizulegende Zeitwert der Optionen würde steigen (sinken), wenn der Anteilspreis der DHH höher (niedriger) wäre.

Die Bewertung der Put-Call Optionen bei Baedaltong Co. Ltd. basiert hingegen auf einer vertraglich fixierten, nachträglichen Kaufpreiszahlung.

Die beiden Optionen auf den Erwerb, welche als Vermögenswert ausgewiesen werden, sind nach IAS 39.46 (c) mit den Anschaffungskosten bewertet, da eine Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts für die Optionen nicht zuverlässig möglich ist. Dabei handelt es sich um nicht-notierte Unternehmensteile, deren Fair Value nicht ohne weiteres verlässlich ermittelt werden kann.

b) Risikomanagement

Die DH-Gruppe sieht sich durch den Einsatz von Finanzinstrumenten Ausfallrisiken, Liquiditätsrisiken und Marktrisiken, insbesondere Zinsänderungsrisiken und Wechselkursrisiken, ausgesetzt. Diese Risiken werden von DHH aktiv überwacht und im Rahmen eines wirksamen Risikomanagementsystems gesteuert. Die Risikomanagementfunktion ist im Konzerncontrolling integriert. Für eine Beschreibung der Risiken aus der Verwendung von Finanzinstrumenten verweisen wir zudem auf die entsprechenden Ausführungen im Konzernlagebericht.

c) Ausfallrisiko

Als Kredit- bzw. Ausfallrisiko gilt das Risiko, dass die Geschäftspartner, im Wesentlichen die Restaurants, ihren vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen und dies für die DH-Gruppe zu einem Verlust führt. Diesbezügliche Risiken beziehen sich überwiegend auf kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die DH-Gruppe sieht sich keinem wesentlichen Bonitätsrisiko gegenüber einem einzelnen Kunden ausgesetzt. Die Konzentration des Bonitätsrisikos ist auf Grund des breiten und heterogenen Kundenstamms begrenzt. Das Ausfallrisiko wird von der DH-Gruppe überwacht und aktiv über erforderliche Bonitätsprüfungen und die Optimierung des Zahlungsprozesses gesteuert. Folglich wird das Risiko, auch durch ein effektives Mahnwesen, überwiegend auf die Restaurants übertragen.

Das höchstmögliche Ausfallrisiko entspricht dabei dem Buchwert der finanziellen Vermögenswerte.

Darüber hinaus wird in nachstehender Tabelle die Altersstruktur der zum Abschlussstichtag nicht überfälligen und überfälligen, aber nicht wertgeminderten finanziellen Vermögenswerte dargestellt. Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands an Forderungen deuten zum Abschlussstichtag keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.

31.12.2014 davon zum Stichtag überfällig, jedoch
in TEUR nicht wertgemindert
davon weder 91 -
überfällig noch < 30 30 - 60 61 - 90 120 > 120
Klassen von Finanzinstrumenten Buchwert wertgemindert Tage Tage Tage Tage Tage
Gewährte Darlehen 3.212 3.212
Hinterlegte Kautionen 1.004 957 47
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen 5.733 5.242 306 114 53 19 0
Derivative Finanzinstrumente 1 1
Kurzfristige Bankeinlagen 84 84
Summe 10.033 9.494 306 114 53 19 47
31.12.2013 davon zum Stichtag überfällig, jedoch
in TEUR nicht wertgemindert
davon weder 91 -
überfällig noch < 30 30 - 60 61 - 90 120 > 120
Klassen von Finanzinstrumenten Buchwert wertgemindert Tage Tage Tage Tage Tage
Gewährte Darlehen 1.022 1.022
Hinterlegte Kautionen 410 410
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen 1.207 1.012 137 23 28 8 0
Derivative Finanzinstrumente 2.341 2.341
Sonstige Wertpapiere (at cost) 8 8
Summe 4.988 4.792 137 23 28 8 0
01.01.2013 davon zum Stichtag überfällig, jedoch
in TEUR nicht wertgemindert
davon weder 91 -
überfällig noch < 30 30 - 60 61 - 90 120 > 120
Klassen von Finanzinstrumenten Buchwert wertgemindert Tage Tage Tage Tage Tage
Gewährte Darlehen 140 140
Hinterlegte Kautionen 199 199
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen 1.896 1.779 82 14 16 5 0
Derivative Finanzinstrumente 1 1
Sonstige Wertpapiere (at cost) 8 8
Summe 2.243 2.127 82 14 16 5 0

Der Wertminderungen entwickelten sich im Geschäftsjahr 2014 sowie im Vergleichszeitraum wie folgt:

Wertberichtigungskonto
2014 Stand 31.12.2013 Veränderung Stand 31.12.2014
in TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -1.417 -244 -1.660
Wertberichtigungskonto
2013 Stand 1.1.2013 Veränderung Stand 31.12.2013
in TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -141 -1.276 -1.417

Wertberichtigungen ergeben sich fast ausschließlich in Bezug auf die Position Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:

Wertgeminderte finanzielle Vermögenswerte Buchwert vor
31.12.2014 Wertminderung Wertminderung Buchwert
in TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.383 -1.660 4.722
Wertgeminderte finanzielle Vermögenswerte Buchwert vor
31.12.2013 Wertminderung Wertminderung Buchwert
in TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.409 -1.417 992
Wertgeminderte finanzielle Vermögenswerte Buchwert vor
01.01.2013 Wertminderung Wertminderung Buchwert
in TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 623 -141 482

d) Liquiditätsrisiken

Aufgrund des starken externen Wachstums ist die DH-Gruppe auf externe Finanzierungen angewiesen, um eine ausreichende Liquidität sicherzustellen. Fehlende externe Finanzierungen könnten ein Risiko für die Unternehmensfortführung darstellen. Das Liquiditätsmanagement der DH-Gruppe sichert durch eine angemessene Budgetplanung die Verfügbarkeit liquider Mittel. Zudem wird zur Finanzierung der operativen Tätigkeiten immer ein ausreichender Bestand an liquiden Mitteln vorgehalten. Auch ungenutzte Kreditlinien sind vorhanden. Wie in Kapitel H.3 angegeben, verfügt der Konzern über ein Darlehen, das bestimmte finanzielle und nicht-finanzielle Auflagen enthält. Ein künftiger Verstoß gegen die Auflagen könnte dazu führen, dass das Darlehen früher als in der untenstehenden Tabelle angegeben zurückzuzahlen ist.

Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente mit negativem beizulegenden Zeitwert der DHH-Gruppe ersichtlich. Derivative Finanzverbindlichkeiten werden nur dann in der Analyse berücksichtig, wenn deren vertragliche Fälligkeiten für ein Verständnis des zeitlichen Anfalls der Zahlungsströme notwendig ist. Die Fristigkeiten orientieren sich an den vertraglich festgelegten Zinsbindungen der Finanzschulden.

31.12.2014
in TEUR Restlaufzeiten
Art der Schulden Buchwert < 1 Jahr 1 - 5 Jahren > 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 832 832 0 0
Derivative Finanzinstrumente 22.828 0 22.828 0
Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung 26.381 26.381 0 0
Darlehensverbindlichkeiten 109.657 29.933 108.871 0
Summe 159.805 57.146 131.699 0
31.12.2013
in TEUR Restlaufzeiten
Art der Schulden Buchwert < 1 Jahr 1 - 5 Jahren > 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 38 22 16 0
Derivative Finanzinstrumente 5.602 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung 14.636 14.631 5 0
Darlehensverbindlichkeiten 39.013 19.963 22.698 0
Summe 59.288 34.616 22.719 0
01.01.2013
in TEUR Restlaufzeiten
Art der Schulden Buchwert < 1 Jahr 1 - 5 Jahren > 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 73 33 41 0
Derivative Finanzinstrumente 1.227 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung 13.446 13.446 0 0
Darlehensverbindlichkeiten 50.829 24.351 30.518 0
Summe 65.575 37.829 30.558 0

e) Marktrisiken

Die DH-Gruppe erzielt über die operativen ausländischen Tochtergesellschaften einen signifikanten Anteil der Umsatzerlöse in Fremdwährung. Grundsätzlich ist die DH-Gruppe bemüht Aufwendungen und Erträge in der gleichen funktionalen Währung zu generieren, um das Wechselkursrisiko zu reduzieren. Dennoch unterliegt jede Konzerngesellschaft der DH-Gruppe einem Währungsrisiko, sobald Geschäfte abgeschlossen werden und daraus resultierende Zahlungsströme nicht der funktionalen Währung der jeweiligen Gesellschaft entsprechen. Die folgende Tabelle zeigt die Effekte auf die GuV, die sich ergeben hätten wenn die dargestellten Fremdwährungen zum Bilanzstichtag um 10% auf, bzw. um 10% abgewertet hätten.

in TEUR 31.12.2014 31.12.2013 01.01.2013
10% -10% 10% -10% 10% -10%
EUR-USD - - - - 425 -425
EUR-KRW 212 -212 676 -676 2.290 -2.290
EUR-AUD 373 -373 637 -637 1.048 -1.048
EUR-GBP 89 -89 477 -477 825 -825
EUR-SEK 1.268 -1.268 1.201 -1.201 66 -66

Weiterhin sieht sich die DH-Gruppe über die Beteiligung an ausländischen Tochtergesellschaften einem Wechselkursrisiko in Bezug auf die Umrechnung der Netto-Vermögenswerte ausgesetzt. Allerdings ist dieses Umrechnungsrisiko kein Wechselkursrisiko im Sinne des IFRS 7.

Neben dem Fremdwährungsrisiko ist DHH auch Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Im Rahmen dieser wird ermittelt, welche Auswirkungen eine Änderung der Marktzinssätze auf die Zinserträge und -aufwendungen, auf Handelsgewinne und -verluste sowie auf das Eigenkapital zum Bilanzstichtag haben würden.

Im Rahmen der Sensitivitätsanalyse werden für die DH-Gruppe die Eigenkapital- sowie Gesamtergebnisrechnungs-Effekte durch eine parallele Verschiebung der Euro-Zinskurve um +/-100 Basispunkte betrachtet. Bei einer Verschiebung der Zinskurve um -100 BP erfolgt eine Reduktion des Zinssatzes auf maximal 0,0 %. Die Cashflow-Effekte aus der Verschiebung der Zinskurve beziehen sich dabei lediglich auf die Zinsaufwendungen bzw. -erträge für die nächste Berichtsperiode. Innerhalb der DH-Gruppe besteht lediglich zum 31.12.2014 ein variabel verzinstes Bankdarlehen. Eine Sensitivitätsanalyse zeigt, dass ein um 100 Basispunkte höherer Zinssatz ein um TEUR 79 erhöhten Zinsaufwand, ein um 100 Basispunkt niedrigerer Zinssatz ein um TEUR 79 verminderten Zinsaufwand zu Folge hätte.

Basierend auf den Derivaten, die die DH-Gruppe zum Bilanzstichtag hält oder begeben hat, hätte eine hypothetische und mittels Sensitivitätsanalyse quantifizierte Veränderung der für die jeweiligen Instrumente maßgeblichen Anteilswert zum Bilanzstichtag die nachfolgend aufgeführten Effekte (vor Steuern) gehabt:

Finanzinstrumente
31.12.2014 Ergebnis- Effekt
in TEUR +10% -10%
Bezugsrechtsvereinbarung 0 0
Variabler Kaufpreisbestandteil -297 297
Derivate aus Put-/Call Optionen -1.472 1.483

Zum 31.12.2014 sind keine Warrants mehr im Bestand von Delivery Hero.

Bezüglich des ermittelten Warrant-Werts ist, analog den Derivaten aus Put/Call Optionen sowie dem variablem Kaufpreisbestandteils, der Parameter mit einem wesentlichen Einfluss auf das Bewertungsergebnis der mittels des Discounted-Cashflow-Verfahrens bestimmte Wert pro Geschäftsanteil von DHH. Zum 31.12.2013 bzw. 01.01.2013 lautet die Sensitivitätsanalyse wie folgt:

Finanzinstrumente
31.12.2013 Ergebnis- Effekt
in TEUR +10% -10%
Bezugsrechtsvereinbarung -709 702
Variabler Kaufpreisbestandteil 0 0
Derivate aus Put-/Call Optionen 0 0
Finanzinstrumente
01.01.2013 Ergebnis- Effekt
in TEUR +10% -10%
Bezugsrechtsvereinbarung -225 220
Variabler Kaufpreisbestandteil 0 0
Derivate aus Put-/Call Optionen 0 0

3. Kapitalmanagement

Die Ziele des Kapitalmanagements der DH-Gruppe sind primär darauf ausgelegt, die Wachstumsstrategie des Konzerns zu finanzieren. Diese ganzheitliche Strategie des Kapitalmanagements ist gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Die Kapitalstruktur wird dabei auf Basis eines angestrebten Verschuldungsgrades gesteuert. Der Verschuldungsgrad wird dabei definiert als die Relation von Nettofremdkapital (Fremdkapital abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) zu Eigenkapital.

Der Konzern unterliegt extern Covenants aus Darlehen von Risikokapitalgebern, die weder im Berichts- noch im Vorjahr verletzt wurden. Die Ziele des Kapitalmanagements wurden im Berichtsjahr erreicht. Der Verschuldungsgrad hat sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:

in TEUR 31.12.2014 31.12.2013
Fremdkapital 248.941 72.938
Zahlungsmittel und Äquivalente 32.829 9.286
Nettofremdkapital 216.112 63.652
÷ Eigenkapital 268.843 39.053
Verschuldungsgrad (%) 80% 163%

4. Angaben zum Umsatzkostenverfahren

In 2014 betrug der Aufwand für Leistungen an Arbeitnehmer TEUR 58.039 (2013: TEUR 22.551). Hieraus betrug der Aufwand für leistungsorientierte Pläne in 2014 TEUR 3.046 (2013: 1.037 TEUR), worunter insbesondere Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Altersversorgung fallen.

Die Aufwendungen für planmäßige Abschreibungen und Amortisationen betrugen in 2014 TEUR 10.254 (2013: TEUR 2.364).

5. Anzahl der Mitarbeiter

Zum Bilanzstichtag beschäftigt die DH-Gruppe weltweit durchschnittlich 1.018 Mitarbeiter (31. Dezember 2013: 547 Mitarbeiter). Die Verteilung nach Mitarbeitergruppen kann der folgenden Darstellung entnommen werden:

Durchschnitt Durchschnitt
Mitarbeiter 2014 Mitarbeiter 2013
Sales 482 233
Marketing 182 111
IT 207 105
Management 40 28
Office Admin 107 70
Summe 1.018 547

6. Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Die Honorare des Abschlussprüfers teilen sich wie folgt auf die Leistungen auf:

in TEUR 2014 2013
Abschlussprüfungsdienstleistungen 422 354
Sonstige Prüfungsdienstleistungen 0 0
Steuerberatungsleistungen 782 427
Sonstige Dienstleistungen 77 0
Total 1.281 781

7. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

a) Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen

Als nahestehende Unternehmen der Gesellschaft gelten im Sinne des IAS 24 Unternehmen die unter dem maßgeblichen Einfluss der Gesellschaft stehen oder maßgeblichen Einfluss auf die Gesellschaft ausüben können. Ferner gilt dies auch für Unternehmen, welche maßgeblich von nahestehenden Personen der Gesellschaft beeinflusst werden, zur Definition von nahestehenden Personen wird auf den nachfolgenden Ausführungen verwiesen. Aufgrund dessen werden folgende Unternehmen, als nahestehende Unternehmen bezeichnet:

  • Kite Ventures Partner II Ltd. *
  • Kite Ventures Partner III Ltd. *
  • Kite Ventures Partner IV Ltd. *
  • Kite Ventures Partner VI Ltd. *
  • Team Europe Holding I GmbH **
  • Team Europe Holding II GmbH **
  • Team Europe Trust GmbH **
  • Team Europe Ventures Ltd. **
  • Team Europe Management GmbH **
  • Luktev GmbH **
  • Östberg Investment Professionals AG **
  • Nordic Tide Ltd. **
  • Nordic Tide AG **
  • * maßgeblicher Einfluss der Unternehmensgruppe durch Beteiligungshöhe an DHH

** maßgeblich beeinflusst durch nahestehende Personen

Die folgenden Aufstellungen zeigen sowohl die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen als auch die aus Geschäftsvorfällen mit nahestehenden Unternehmen resultierenden Aufwendungen und Erträge.

in TEUR 31.12.2014 31.12.2013 01.01.2013
Bilanz
Forderung gegen Unternehmen, die von nahestehenden
Personen/Unternehmen beherrscht werden
- 3 18
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 6 15 35
Verbindlichkeiten gegen Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss 1.109 1.902 -
Verbindlichkeiten gegen Unternehmen, die von nahestehenden
Personen/Unternehmen beherrscht werden
- 3.833 1.608
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 9 24 64
in TEUR 2014 2013
Gesamtergebnisrechnung
Erträge von Unternehmen, die von nahestehenden
Personen/Unternehmen beherrscht werden
29 16
Erträge von verbundenen Unternehmen 16 236
Zinsaufwendungen an Unternehmen mit maßgeblichem Einfluss 2 2
Zinsaufwendungen an Unternehmen, die von nahestehenden
Personen/Unternehmen beherrscht werden
121 215
Andere Aufwendungen an Unternehmen, die von nahestehenden
Personen/Unternehmen beherrscht werden
100 124
Aufwendungen an verbundene Unternehmen 11 56

Im Geschäftsjahr 2013 bestanden die Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen aus der Zurverfügungstellung von Kapital in Form von Darlehen sowie Wandeldarlehen. Zudem wurden in geringem Umfang auch weitere Dienstleistungen sowie Räumlichkeiten durch nahestehende Unternehmen der DH-Gruppe zur Verfügung gestellt. Des Weiteren wurden seitens der DH-Gruppe Räumlichkeiten an nahestehende Gesellschaften vermietet.

Im Geschäftsjahr 2014 wurden in 2013 aufgenommene Wandeldarlehen eines nahestehenden Unternehmens inklusive der aufgelaufenen Zinsen in Eigenkapital gewandelt. Hinsichtlich in Anspruch genommener Darlehen wurden Zins- und Tilgungsleistungen durchgeführt. Zudem stellten auch in 2014 nahestehende Unternehmen der Gesellschaft Dienstleistungen und Kapital zur Verfügung. Erträge von nahestehenden Unternehmen kamen wie bereits in 2013 durch die Vermietung von Räumlichkeiten zustande.

b) Beziehungen zu nahestehenden Personen

Entsprechend den Vorgaben des Standards IAS 24 legt die Gesellschaft die Beziehungen zu nahestehenden Personen offen. Aufgrund ihres wesentlichen Einflusses auf die Gesellschaft werden die Mitglieder der Geschäftsführung und des Beirats (auch: Board) als dem Unternehmen nahestehende Personen definiert. Der Kreis der nahestehenden Personen erstreckt sich auch auf deren Familienmitglieder.

Berichtspflichtige Geschäfte sind unter anderem der Abschluss von Darlehens- und Mietverträgen, die Vereinbarung von Garantien sowie die Abrechnung von Dienstleistungen, sofern diese zwischen einer nahestehenden Person und der Gesellschaft bzw. einem nahestehenden Unternehmen stattfinden.

In den Geschäftsjahren 2013 und 2014 lagen folgende Geschäftsvorfälle und Rechtsgeschäfte mit nahestehenden Personen vor: Zum Stichtag 31.12.2013 hatte Niklas Östberg Forderungen aus Gehaltsansprüchen gegenüber der Gesellschaft in Höhe von TEUR 55. Zum 31.12.2014 erhöhten sich die Forderungen aus Gehaltsansprüchen auf TEUR 165. Im Zuge dessen gewährte die Gesellschaft ein Darlehen, die Forderung zum Stichtag betrug TEUR 41 und enthält Zinsen in Höhe von TEUR 1. Der geschilderte Umstand ist der noch andauernden steuerlichen Prüfung des Sachverhaltes geschuldet. Die Forderungen sind ungesichert. Auf die Forderung wurde im Berichtszeitraum keine Wertberichtigung vorgenommen.

Die Geschäftsführung erhielt im Jahr 2014 folgende Vergütungen:

Vergütung der Geschäftsführung
in TEUR
2014 2013
Kurzfristig fällige Leistungen 759 311
Leistungen aus Anlass der Beendigung des
Arbeitsverhältnisses
336 0
Aufwand aus aktienbasierten Vergütungen (VSPs)* 1.734 185

*Details hierzu: Siehe nachfolgende Darstellung

Die Rückstellungen für ausgegebene virtuelle Anteilsoptionen an ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung belaufen sich auf TEUR 202 (31.12.2013: TEUR 113, 01.01.2013: TEUR 16), darüber hinaus bestehen keine Verpflichtungen gegenüber ehemaligen Mitgliedern der Geschäftsführung.

Zusätzlich wurden im Jahr 2013 694 Anteile der Gesellschaft an Mitglieder der Geschäftsführung zu einem Preis von insgesamt TEUR 160 veräußert.

Die Gesamtvergütung des Beirats beträgt TEUR 0 (2013: TEUR 0).

Die Zusammensetzung der Rückstellungen aufgrund von an die aktuellen Mitglieder der Geschäftsführung bzw. an Mitglieder des Beirats ausgegebener virtueller Anteilsoptionen stellen sich wie folgt dar:

Stichtag der Bewertung 31.12.2014 31.12.2013
Anzahl der geschuldeten Anteile 1.932 832
Anzahl der angedienten Anteile 532 138
Fair Value (in TEUR) 1.919 200
Erfasster Gesamtaufwand der Periode
(in TEUR)
1.734 185

Entsprechend den Vorgaben des § 315a HGB ist die Gesellschaft zudem zur Veröffentlichung weiterer Angaben bezüglich der Vergütung der Geschäftsführung im Sinne dieser Verordnung verpflichtet. Hier werden lediglich die Gesamtbezüge der Geschäftsführung in Höhe von TEUR 137 im Vorjahr offengelegt. Die Angabe der Vergütung im laufenden Geschäftsjahr entfällt entsprechend § 286 Abs. 4 HGB.

8. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die künftigen kumulierten Mindest-Leasingzahlungen aus Operating-Leasing-Verträgen sind in der folgenden Tabelle unter Berücksichtigung der jeweiligen Restlaufzeiten (RLZ) dargestellt:

RLZ bis zu 1 RLZ bis zu 1-5 RLZ über 5
TEUR Jahr Jahren Jahren Total
31.12.2014 1.474 2.922 2.464 6.860
31.12.2013 999 2.715 1.588 5.302
01.01.2013 407 141 0 548

Die Operate-Lease Verträge betreffen sowohl Büromietverträge der DHH in Berlin und an den Standorten diverser Tochterunternehmen als auch KfZ-Leasing und Leasing für Büro- und Geschäftsausstattungsgegenstände. Diese Operate-Leasingverträge dienen dem laufenden Geschäftsbetrieb mit dem Vorteil, dass investive Maßnahmen und die damit verbundenen Abflüsse von Zahlungsmitteln nicht sofort notwendig werden. Risiken sind aus diesen Verträgen nicht ersichtlich. Es bestehen keine wesentlichen Verlängerungs- oder Kaufoptionen seitens der DH-Gruppe. Das Leasingverhältnis über die Berliner Büroräumlichkeiten räumt eine zweimalige vertragliche Verlängerungsoption über jeweils drei Jahre ein.

Der Aufwand für Mindestleasingzahlungen im Geschäftsjahr 2014 betrug TEUR 3.567 (2013: TEUR 1.276).

Die künftigen kumulierten Verpflichtungen aus sonstigen Verträgen zum 31.12.2014 betragen TEUR 2.323 (31.12.2013 TEUR 0, 01.01.2013 TEUR 0).

Zum 31.12.2014 besteht ein Bestellobligo in Höhe von TEUR 56 (31.12.2013: TEUR 0, 01.01.2013 TEUR 0).

9. Anteilsbesitzliste

Die DHH ist zum 31.12.2014 an folgenden vollkonsolidierten Gesellschaften beteiligt:

Name und Sitz des Unternehmens Anteil an
Kapital
(%)
Funktio
nale
Währung
Höhe des
Eigenkapitals
in TEUR
Inland:
Lieferheld GmbH, Berlin 100,00 EUR -30.779
RGP Trust GmbH, Berlin 100,00 EUR 13
Delivery Hero Local Verwaltungs GmbH, Berlin 100,00 EUR 4
RGP Local Holding I GmbH, Berlin 86,47 EUR 5.938
RGP Local Holding IV GmbH, Berlin 84,06 EUR 5.411
Hungry House GmbH, Berlin** 100,00 EUR 451
9Cookies GmbH, Berlin 100,00 EUR -5.206
Pizza.de GmbH, Braunschweig 100,00 EUR -7.569
Anteil an Funktio Höhe des
Kapital nale Eigenkapitals
Name und Sitz des Unternehmens (%) Währung in TEUR
Ausland:
Delivery Hero Pty Ltd., Sydney (AUS) 86,47 AUD -10.093
RGP Korea Ltd., Seoul (KR) 84,06 KRW -21.850
Foodarena GmbH, Biel (CH)** 100,00 CHF 8
Hungry House Holdings Ltd., London (GB)** 100,00 GBP 2.373
Hungry House.com Ltd., London (GB)** 100,00 GBP -12.027
Online Pizza Norden AB, Stockholm (SE) 100,00 SEK 3.830
TBL Sweden AB, Stockholm (SE) 100,00 SEK 171
Mjam GmbH, Wien (AT) 94,37 EUR 446
Restaurant Partner Polska Sp.z.o.o., Lodz (PL) 89,71 PLN -5.455
SLM Finland Oy, Keraya (FI) 100,00 EUR 1.506
Fast Food Innovations Europe AB, Stockholm (SE) 100,00 SEK 68
Restaurant Partner Suomi Oy, Espoo (FI) 100,00 EUR -6
PedidosYa S.A. (ehem. Kinboy S.A.), Montevideo (UY)** 100,00 USD 16
Aravo S.A., Montevideo (UY)** 100,00 UYU 1.739
PedidosYa S.A., Buenos Aires (AR)** 100,00 ARG 298
PedidosJá Ltda., São Paulo (BR)** 100,00 BRL -51
PedidosYa SPA, Santiago (CL)** 100,00 CLP 76
PedidosYa S.A.S, Bogota (CO)** 100,00 COP 1
PedidosYa S.A.C, Lima (PE)** 100,00 PLN -4
Inversiones CMR S.A.S, Bogota (CO)** 100,00 COP 211
ClickDelivery S.A.S., Bogota (CO)** 100,00 COP 2
ClickDelivery S.A.C, Lima (PE)** 100,00 PLN 127
Bazinga SA, Buenos Aires (AR)** 100,00 ARG 108
Subdelivery Ltda., São Paulo (BR)** 100,00 BRL -4
Baedaltong Co. Ltd., Seoul (KR)** 100,00 KRW -2.094
Hellofood Hallo Essen Hollesen S.A., Quito (EC)** 100,00 USD -89
Delivery Hero (Hongkong) Company Ltd., Hongkong (HK) 84,80 USD -120
Beijing Aidi Information Technology Company Ltd., Beijing 84,80 CNY -230
(CN)*
Shanghai AiCan Business Consulting Company Ltd., 84,80 CNY -2.183
Shanghai (CN)*
Xiupu Mai (Shanghai) Information Company Ltd., Shanghai
(CN)*
84,80 CNY 812
E-Aggregator s.r.o., Prag (CZ) 100,00 CZK -269
PizzaTime s.r.o., Prag (CZ) 100,00 CZK -332

* Zurechnung zu DHH durch für ausländischen Gesellschafter in China gängige VIE Struktur

** Aufgrund der Anwendung der Anticipated Acquisition-Methode kann der rechtliche Anteilsbesitz von dem hier angegebenen Anteilsbesitzquote abweichen

10. Geschäftsführung

Die Geschäftsführung bestand im Berichtszeitraum aus den folgenden Personen:

• Niklas Östberg, Vorsitzender der Geschäftsführung, seit November 2012

Unterstützt wird die Geschäftsführung in seinen Entscheidungen durch die folgenden Personen der ersten Führungsebene ("C-Level") der DHH:

• Sebastian Bielski, Geschäftsführung Strategie, seit April 2014

  • Emmanuel Thomassin, Geschäftsführung Finanzen, seit Januar 2014
  • Martin Kütter, Geschäftsführung operatives Geschäft, seit November 2014
  • Brian Walker, Geschäftsführung Technik, seit Mai 2014
  • Hugo Suidmann, Geschäftsführung Marketing und Personal, August 2014 bis Januar 2015

11. Beirat

Der Beirat der DHH besteht aus 6 Mitgliedern. Von der Gesellschafterversammlung wurden folgende Mitglieder gewählt:

  • Lukasz Gadowski, Vorsitzender
  • Kolja Hebenstreit
  • Edward Shenderovich
  • Jeff Liebermann
  • Niklas Östberg
  • Jonathan Green

Als Vorsitzender hat Lukasz Gadowski zwei Stimmrechte, die restlichen Mitglieder des Beirats besitzen jeweils eine Stimme.

12. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses 2014 hat die DHH in 2015 ihr Eigenkapital deutlich erhöht.

In Verbindung mit der Ausgabe der neuen Anteile wurden durch die Rocket Internet Gruppe ("Rocket") weitere signifikante Beträge über den rechnerischen Wert der neuen Geschäftsanteile hinaus in die Kapitalrücklage geleistet. Zum einen wurden diese in Höhe von TEUR 347.660 in bar geleistet, zum anderen in Höhe von TEUR 206.400 in Form von Sacheinlagen. Die Sacheinlagen bestanden aus 100% der Anteile an der Talabat General Trading and Contracting Company W.L.L., Dubai, mit einem Buchwert von TEUR 150.000 und aus 11,36% der Anteile an der Yemek Sepeti Elektronik Iletisim Tanitim Pazarlama Gida Sanayi ve Ticaret A.S. ("Yemek").

Im Rahmen des Erwerbs der übrigen 88,64% an der Yemek wurde zusätzliches Fremdkapital in Form eines Darlehens der Verkäufer (TEUR 121.272) und in Form eines Wandeldarlehens (TEUR 119.268) ebenfalls gegenüber dem Verkäufer aufgenommen. Das Verkäuferdarlehen wurde zu für die Gesellschaft und das Geschäftsumfeld marktüblichen Konditionen ausgegeben und hat eine Laufzeit von zwei Jahren.

Zudem fand eine weitere Kapitalerhöhung im zweiten Quartal 2015 statt. Es handelt sich hierbei um eine Barkapitalerhöhung durch neuhinzugekommene Investoren in Höhe einer Zuzahlung in die Kapitalrücklage von insgesamt TEUR 100.568.

Darüber hinaus wurden im vorgenannten Zeitraum keine wesentlichen neuen Finanzierungsmaßnahmen vereinbart.

Bei der Yemeksepeti-Gruppe handelt es sich um den türkischen Marktführer mit weiteren Aktivitäten im Mittleren Osten und Griechenland. Mit der Übernahme der Talabat-Anteile im Wege der Sacheinlage konnte zudem die Beherrschung über den Marktführer in Kuwait mit einer starken Position in weiteren Staaten des mittleren Ostens erlangt werden.

Infolge der Kapitalbereitstellungen konnten zudem nach dem Ende der Berichtsperiode zusätzlich 100% der Anteile an der OFD Online Food Delivery Services Limited erworben werden, um die regionale Marktpräsenz in Griechenland mit der Plattform E-Food zu stärken.

Die strategischen Erwerbe ermöglichen die Nutzung der Kunden- und Lieferantenbeziehungen sowie der Marken und Domains der akquirierten Gesellschaften.

Die vorläufigen Bewertungen der entrichteten und noch zu entrichtenden Gegenleistungen können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:

(vorläufig) in TEUR Yemek Talabat E-Food
Baranteil 231.116 0 10.000
Verkäuferdarlehen 121.272 0 0
Wandeldarlehen 119.268 0 0
Eigene Anteile 56.400 0 0
Sachkapitalerhöhung 0 147.127 0
Andere 0 15.413
Total 528.056 147.127 25.413

Die nachfolgende Tabelle veranschaulicht zusammengefasst die vorläufig ermittelten Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt. Mit einem Bindestrich gekennzeichnete Angaben liegen aktuell noch nicht vor:

(vorläufig) in TEUR Yemek Talabat E-Food
Immaterielle Vermögenswerte 365.093 98.534 13.051
Sachanlagen 1.409 - -
Finanzanlagen 0 - -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.448 - -
Übrige Vermögenswerte 704 - -
Finanzmittel 5.199 - -
Rückstellungen und Verbindlichkeiten 3.320 - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.744 - -
Passive latente Steuern 73.076 19.188 3.393
Nettoreinvermögen 296.712 79.346 9.658
Gegenleistung 528.056 147.127 25.413
Geschäfts- oder Firmenwert 231.344 67.781 15.755

Der zugrunde gelegte Erwerbszeitpunkt für die Yemek und die E-Food ist der 1. Mai 2015, für Talabat ist der Zeitpunkt der Erstkonsolidierung der 1. Juni 2015.

Der beizulegende Zeitwert der Marke "Yemeksepeti" wurde aufgrund der dominierenden Bedeutung mit Hilfe der Multi-Period Excess Earnings ("MEEM") Methode, der Wert der Kunden- und Lieferantenbeziehung auf Basis der Wiederherstellungskosten ermittelt. Hinsichtlich der Erwerbe von E-Food und Talabat wurde für die Bewertung der Marken auf die Royalty Relief Methode zurückgegriffen. Die korrespondierende Bewertung der Lieferantenbeziehung erfolgte mittels des MEEM-Ansatzes. Die erworbenen Vermögenswerte unterliegen alle einer bestimmten Nutzungsdauer.

Der Geschäfts- oder Firmenwert setzt sich im Wesentlichen aus den erwarteten Einsparungen durch Synergieeffekte sowie dem erwarteten Marktwachstumspotential zusammen.

Sofern ausgewiesen entspricht der Bruttobetrag der erworbenen Forderungen dem beizulegenden Zeitwert ebendieser.

Würden die Unternehmenserwerbe bereits zum 1. Januar 2014 unterstellt, wären voraussichtlich Umsatzerlöse und Ergebnisbeiträge in folgender Höhe zu berücksichtigen:

(vorläufig) in TEUR Yemek Talabat E-Food
Umsatzerlöse 20.951 5.137 726
Ergebnis 1.398 1.498 -327

Im Rahmen der obig beschriebenen Kapitalerhöhung wurde zudem die Aufhebung der vormals bestehenden Liquidationspräferenzen durch die Gesellschafter beschlossen, was auch Auswirkungen auf den Buchwert der Schulden für anteilsbasierte Vergütungen hat. Würde man die Aufhebung bereits zum 31.12.2014 unterstellen, wäre der zu bilanzierende Buchwert um TEUR 1.175 höher.

Berlin, 21. August 2015

Niklas Östberg Geschäftsführer

Delivery Hero Holding GmbH, Berlin

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2014

Sofern nichts anderes angegeben ist, sind sämtliche Werte auf Tausend Euro (TEUR) gerundet. Aus rechentechnischen Gründen können bei Tabellen und Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten auftreten.

I. Grundlagen des Konzerns

1. Konzernstruktur und Geschäftsmodell

Die Muttergesellschaft Delivery Hero Holding GmbH (auch: Delivery Hero oder DHH) wurde 2011 mit Sitz in Berlin gegründet und hat seitdem ihre Präsenz auf lokalen Märkten weltweit ausgebaut. Der weltweite Konsolidierungskreis des Delivery Hero Konzerns umfasst nach erheblichen Akquisitionen in 2014 zum Berichtsstichtag insgesamt 41 Unternehmen. Weitere Details dazu können Abschnitt 2c) des Wirtschaftsberichts entnommen werden.

Die Delivery Hero Holding GmbH wird durch einen Geschäftsführer geleitet, dem vier weitere Personen als Führungskräfte für die Bereiche Strategie, Finanzen, operatives Geschäft und Technik (Information Technology kurz IT), unmittelbar zuarbeiten. Die Geschäftsführung wird durch einen Beirat, dem sechs Personen angehören, überwacht.

Die Delivery Hero Gruppe bietet Online-Essensbestelldienste in 30 Ländern auf vier Kontinenten an. Sie erstreckt sich auf diverse Länder Europas, Latein- und Südamerika aber auch Asien und Australien.

Mittels einer Internetplattform können Kunden aus einer Vielzahl an Lieferdiensten in ihrer Region wählen und deren Speisekarten einsehen. Die Bestellung kann per App oder über die Webseite getätigt werden und anschließend sowohl bar als auch bargeldlos bezahlt werden. Delivery Hero erzielt einen Großteil seines Umsatzes aus Provisionen auf getätigte Bestellungen. Optional bietet Delivery Hero den Gastronomiebetrieben eine technische Lösung an, die auf der Plattform aufgegebene Bestellung sofort einzusehen und anzunehmen. Ergänzend offeriert Delivery Hero auf einigen Märkten Produkte und Dienstleistungen, wie etwa Essensverpackungen sowie Werbe- und Druckdienstleistungen für gastronomische Betriebe.

2. Forschung und Entwicklung

Ein Großteil der Mitarbeiter im IT-Bereich arbeitet nicht nur an der Sicherstellung des reibungslosen Bestellablaufes, sondern auch an der Weiterentwicklung der Bestellplattformen, welche durch die Delivery Hero Gruppe auf den jeweiligen Absatzmärkten zum Einsatz kommt. Diese Plattformen stellen die zentrale Ressource zur Umsatzgenerierung der Delivery Hero Gruppe dar.

Die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich zielt insbesondere darauf ab, dem Benutzer eine komfortable, zuverlässige und sichere Bestellplattform zur Verfügung zu stellen. Zudem soll der Wandel hin zur verstärkten Nutzung mobiler Anwendungen

technologisch abgedeckt werden. Aufgrund der schwer abgrenzbaren Tätigkeit von Wartung, Sicherstellung, Weiter- und Neuentwicklung sowie der stetigen Verbesserung der Systeme ist eine quantitative Trennung der einzelnen Bereiche nicht möglich.

Der Gesamtaufwand für die IT-Abteilung beträgt für die Gruppe TEUR 11.846. Das entspricht 13% des Umsatzes. Aufgrund der Organisation von Produkt-, Entwicklungs-, Wartungs- und Designarbeiten innerhalb der IT-Abteilung ist eine genaue Zuordnung von Mitarbeiterzahlen derzeit nicht möglich.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Für das Jahr 2014 lässt sich für die relevanten Märkte in Europa, in welchen Delivery Hero tätig war, ein moderates Wirtschaftswachstum festhalten. In Deutschland betrug das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im Vergleich zum Vorjahr 1,6 %, in Dänemark 1,0 %, in Finnland -0,1 %, im Vereinigten Königreich 2,6 %, in Österreich 0,3 %, in Polen 3.3 %, in Schweden 2,1 %, in der Schweiz 2,0 % und in der Tschechischen Republik 2,0 %.1 In den Märkten außerhalb Europas schwankte das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes zwischen 7,4 % in China und 0,1 % in Argentinien. In den weiteren südamerikanischen Märkten zeigt sich indes überwiegend ein deutlich stärkerer Anstieg des Bruttoinlandsproduktes, beispielsweise in Kolumbien mit 4,6 % oder in Ecuador mit 3,6 %.2

In den für die Delivery Hero Gruppe zum Abschlussstichtag besonders relevanten Märkten in Europa schwankte die Veränderung der privaten Konsumausgaben in 2014 gegenüber dem Vorjahr preisbereinigt zwischen 3,3 % in Schweden und -1,8 % in der Tschechischen Republik. 3 Auch die Ausgaben der privaten Haushalte für den Konsum von Verpflegungsdienstleistungen, wie sie durch die Delivery Hero Gruppe bereitgestellt wird, sind nach wie vor stark länderspezifisch. Auf den europäischen Märkten der Delivery Hero schwanken die Ausgaben für Verpflegungsdienstleistungen an den Gesamtausgaben der Haushalte zwischen 9,7 % in Österreich und 2,1% in Polen.4

In den regionalen Märkten existieren häufig starke Wettbewerber, so etwa Lieferando in Deutschland oder Just Eat im Vereinigten Königreich, deren Strategien und Marktdurchdringung regional innerhalb der Länder variieren. Der Markt für Online-Essensbestellungen ist global durch einen intensiven Wettbewerb geprägt, insbesondere da die Zielgruppe relativ starr ist. Zudem bieten mittlerweile auch Restaurantketten, wie etwa Domino's Pizza oder Joey's Pizza Service, eigene Onlinebestelldienste für ihre jeweiligen Produkte an. In einigen Ländern konnte sich Delivery Hero jedoch eine dominante Position erarbeiten und weiter ausbauen.

1 Vgl. Statistisches Bundesamt, abrufbar unter:

https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/LaenderRegionen/Internationales/Land/Land.html.

2 Vgl. ebenda.

3 Vgl. Statistisches Bundesamt: Beiheft zur Fachserie 18: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen – Private Konsumausgaben und verfügbares Einkommen, 4. Vierteljahr 2014, S. 52.

4 Vgl. ebenda, S. 59 ff.

2. Geschäftsverlauf

a) Umsatzentwicklung

Auch im Jahr 2014 setzte Delivery Hero den starken Wachstumskurs in seinem Kerngeschäft weiter fort. Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres konnten mit TEUR 88.008 (Vorjahr: TEUR 41.662) erneut mehr als verdoppelt werden.

Das Umsatzwachstum wurde neben der stark ansteigenden Anzahl an Restaurants und neu hinzugewonnenen Nutzern primär durch externe Zukäufe getrieben. Aus diesem Grund ist insbesondere ein Vergleich der Ertragslage mit dem Vorjahr nur eingeschränkt möglich. Die unterjährig erworbenen Unternehmen werden nur anteilig in 2014 konsolidiert.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die im Zuge der Erstkonsolidierung dieser Unternehmen bzw. Unternehmensgruppen hinzugewonnenen anteiligen Jahresumsätze:

Erstkonsolidierung Unternehmen TEUR
01.01.2014 9Cookies GmbH 131
01.02.2014 PedidosYa Gruppe 2.279
01.08.2014 ClickDelivery Gruppe 530
01.08.2014 pizza.de Gruppe 12.387
01.12.2014 Baedaltong Co. Ltd (KOR) 626
Summe 15.953

Die chinesischen und tschechischen Gesellschaften wurden zum 31.12.2014 erstkonsolidiert und daher in der v.g. Übersicht nicht enthalten.

b) Finanzierungsmaßnahmen

Im Jahr 2014 konnte sich die Delivery Hero im Rahmen von mehreren Finanzierungsrunden Investorengelder in Form von Eigenkapitalzuführungen sichern. Insgesamt gingen Delivery Hero hieraus liquide Mittel i.H.v. 303.477 TEUR zu.

Diese verbreiterte Eigenkapitalbasis dient sowohl der Unterstützung der operativen Tätigkeit von Delivery Hero als auch dem anorganischen Wachstum durch Zukäufe. Darüber hinaus wurde Fremdkapital für einen Anteilserwerb i. H. v. TEUR 100.000 aufgenommen. Das Darlehen wurde zu festen Zins- und Tilgungsraten sowie gegen eine zusätzliche Ausgabe von sogenannten Warrant und Cover Shares zur Verfügung gestellt und soll planmäßig bis 2017 getilgt sein. Das Darlehen kann jederzeit einseitig durch die DHH gekündigt werden. Die Warrants wurden in 2014 ausgeübt.

c) Unternehmenserwerbe

Im Berichtsjahr 2014 wurden erhebliche Investitionen in den Erwerb der folgenden Unternehmen investiert

  • 9Cookies GmbH, Berlin, Deutschland
  • PedidosYA S.A., Montevideo, Uruguay, und Tochterunternehmen

  • Inversiones CMR S.A.S., Bogota, Kolumbien, und Tochterunternehmen (ClickDelivery Gruppe)

  • Pizza.de GmbH, Braunschweig, Deutschland, und Tochterunternehmen
  • E-Aggregator s.r.o., Prag, Tschechien,
  • PIZZATIME s.r.o., Prag, Slowakei
  • Baedaltong Co. Ltd. , Seoul, Korea
  • Shanghai Ai Can Business Consulting Company Limited, Peking, China, und Tochterunternehmen

Die in 2014 erhaltenen Eigen- und Fremdkapitalmittel wurden dabei im Wesentlichen für den Kauf des bis dato größten deutschen Wettbewerbers von Delivery Hero, der pizza.de Gruppe, aufgewandt.

Aus dem Erwerb der pizza.de Gruppe ergaben sich erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Durch die Übernahme und zusätzlich durch organisches Wachstum verdreifachte sich die monatliche Order- und Nutzeranzahl des Konzerns im Raum Deutschland und folglich auch der monatliche Umsatz innerhalb Deutschlands nahezu. Die pizza.de Gruppe ist seit längerem profitabel und erwirtschafte in der Vergangenheit stabile EBITDA-Margen. Aus diesen Gründen ergibt sich ein insgesamt vor Einmalaufwendungen ein positiver Beitrag der pizza.de Gruppe zur Ertragsposition der Delivery Hero Gruppe. Durch die erworbenen immateriellen Vermögenswerte der Pizza.de Gruppe nahm das Anlagevermögen des Delivery Hero Konzerns deutlich zu.

Im Zuge der Akquisition der pizza.de Gruppe wurde aus Gründen der Hebung von Synergieeffekten beschlossen, deren Unternehmensstandort in Braunschweig zum 31. August 2015 zu schließen und die erforderlichen Ressourcen in Berlin zu bündeln. Der Beschluss wurde den Betroffenen Ende September 2014 mitgeteilt und infolgedessen Rückstellungen für Abfindungsleistungen sowie für langfristige Verträge, denen kein Nutzwert mehr gegenüber steht, in Höhe von TEUR 4.585 gebildet.

Die PedidosYa Gruppe sowie die ClickDelivery Gruppe betreiben Essensbestellplattformen in Mittel- und Südamerika. Die Zukäufe waren geleitet von der strategischen Überlegung, diesen bislang noch freien Raum zügig zu besetzen und die Marktherrschaft zu erlangen. Die zukünftigen Marktpotentiale des mittel- und südamerikanischen Raums erachtet das Management als erheblich. Für den Finanz-, Vermögens- und Ertragslage des Gesamtkonzerns spielen beide Gesellschaften aufgrund ihrer geringen Größe momentan jedoch noch eine untergeordnete Rolle.

Weiterhin konnte Delivery Hero im asiatischen Markt, u.a. durch den Kauf der Baedaltong Co. Ltd. in Südkorea, eine führende Marktposition einnehmen. Baedaltong hat im Jahr 2010 die erste sog. click-to-call Applikation herausgebracht und wurde seitdem von über 11 Mio. Nutzern heruntergeladen. Zudem verfügt Baedaltong über eine umfangreiche Restaurantdatenbank, die strategisch von Bedeutung sein wird.

Die globale Expansions- und Wachstumsstrategie von Delivery Hero zeichnet sich auch durch weitere Zukäufe in Europa aus. So wurden E-Aggregator und Pizzatime in Tschechien und in der Slowakei erworben, wodurch die kontinental-europäische Marktführerschaft weiter ausgebaut werden konnte.

Bei der Akquisition von 9Cookies GmbH dagegen stand der technologische Faktor im Vordergrund. Mit 9Cookies als Partner will Delivery Hero seine Bestellsysteme weiter perfektionieren und seinen Kunden noch nützlichere Geräte zur Verfügung stellen. Da 9Cookies zum Zeitpunkt der Akquisition eine noch junge Gesellschaft war, ergeben sich durch die Akquisition zunächst keine wesentlichen Effekte auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage des Konzerns.

d) Geschäftsentwicklung

Die hohen Steigerungen sowohl an neuen Nutzern als auch an Restaurants sind auf den Erfolg der im Geschäftsjahr weiter verstärkten Marketing- und Vertriebsaktivitäten zurückzuführen. Neben klassischer Werbung, wie etwa mittels Fernsehspots sowie Online-Werbung, wurden verstärkt Marketingkooperationen eingegangen, um die Marken öffentlichkeitswirksam zu positionieren. In diesem Sinne wurde auch der einheitliche Auftritt unter einer globalen Marke ausgebaut.

Im Geschäftsjahr wurden erneut insbesondere die Bereiche der Organisation und Administration innerhalb von Delivery Hero gestärkt. Im Zuge des rapiden Wachstums der operativen Landesgesellschaften wurden das Back-Office sowie die IT-Abteilung verstärkt, um Strukturen für weiteres Wachstum aus dem operativen Geschäft zu schaffen. Zudem wurden in Ländergesellschaften Prozesse analysiert und auf ihr Optimierungspotential hin untersucht.

Im Bereich des Kundenservice wurde global in exzellente Kundenbetreuung investiert. So erhielt der Kundenservice der deutschen Tochter Lieferheld GmbH bereits in 2013 eine TÜV-Zertifizierung und eine Bewertung mit der Note 1,9.

Aus Sicht der Geschäftsführung ist die Geschäftsentwicklung in Anbetracht des starken Umsatzwachstums 2014 günstig verlaufen. Die Geschäftsführung fühlt sich durch die positive operative Entwicklung in ihrer Ansicht bestärkt, dass die Dienstleistungen der Delivery Hero Gruppe weltweit ein attraktives Produkt darstellen und dafür nach wie vor ein hohes Nachfragepotential besteht.

3. Mitarbeiterentwicklung

Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl stieg von 547 Mitarbeitern in 2013 auf 1.018 Mitarbeiter in 2014. Dazu erhöhte sich die durchschnittliche Zahl auf freiberuflicher Basis engagierter Mitarbeiter von 33 Personen in 2013 auf 56 Personen in 2014.

Nach Funktionsbereichen gegliedert ergibt sich folgendes Bild:

Funktionsbereich 2014 2013 Veränderung
Vertrieb 482 233 249
Marketing 182 111 71
IT 207 105 102
Management 40 28 12
Office Administration 107 70 37
1.018 547 471
Freiberufler 56 33 23
1.074 580 494

Ursächlich für diese Steigerung ist der starke Ausbau der operativen Tätigkeiten konzernweit. Auch für 2015 wird die Fortführung dieses Trends erwartet.

Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter stellen für die Delivery Hero Gruppe eine der wichtigsten Ressourcen dar. Zugleich ist die Delivery Hero Gruppe, wie viele Unternehmen auch, von einem Mangel an qualifizierten Fachkräften betroffen. Daher betreiben einige Unternehmen der Delivery Hero Gruppe mit eigenem Fachpersonal aktives Bewerbermanagement, vor allem in diversen Online-Netzwerken (XING, LinkedIn, Facebook), aber auch auf Messen oder der auf Start-up- und E-Commerce-Unternehmen spezialisierten Gründerszene.de. Auf externe Personaldienstleister wird gegebenenfalls zurückgegriffen. Mitarbeiter der Delivery Hero Gruppe werden bei Weiter- und Fortbildung gefördert, bei der deutschen Tochter Lieferheld GmbH u. a. durch eine eigene Leadership-Academy mit Weiterbildungsangeboten für Führungspersonal oder mittels Freigaben für Abendkurse.

4. Lage

a) Ertragslage

Die Ertragslage des Konzerns ist im Folgenden in verkürzter Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt:

in TEUR 2014 2013 Veränderung %
Umsatzerlöse

41.662 111
Umsatzkosten -8.884 91
Sonstige betriebliche Erträge 2.827 118
Marketingaufwand -32.671 137
IT Aufwand
-7.260 63
Verwaltungsaufwand (ohne
Abschreibungen)
-55.919 -19.346 189
Sonstiger betrieblicher
Aufwand
-2.124 0
EBITDA -70.134 -25.796 172
EBITDA-Marge in Prozent -80% -62% 29
Abschreibungen -11.096 -2.363 370
EBIT -81.229 -28.160 188
EBIT-Marge in Prozent -92% -68% 36
Finanzergebnis -8.356 49
Ertragsteuern 366 1.418
Sonstiges Ergebnis 1.030 -27
Konzerngesamtergebnis -88.160 -35.120 151
Auf andere Gesellschafter
entfallender Verlust
3.092 924 235
Konzernverlust -85.069 -34.196 148

Die Umsatzerlöse der Delivery Hero Gruppe haben sich im Geschäftsjahr um TEUR 46.346 erhöht. Das Wachstum ist maßgeblich durch externe Zukäufe bei gleichzeitigen organischen Wachstum bedingt. Damit konnte eine signifikant steigende Anzahl an Essensbestellungen über die Online-Plattformen erreicht werden. Die Anzahl an Bestellungen stieg dabei von 16,1 Mio. Bestellungen auf 39,5 Mio. Bestellungen. Daneben konnte auch die Anzahl an Nutzern der Internetplattformen signifikant gesteigert werden. Die Gesamtanzahl der aktiven Nutzer ist seit dem Beginn der Online-Plattformen von 7,1 Mio. im Dezember 2012 auf über 17,7 Mio. Nutzer im Dezember 2014 angestiegen.

Die Umsatzkosten haben sich etwas unterproportional zu den Umsatzerlösen um TEUR 8.050 erhöht, da diese teilweise Fixkosten darstellen. Dabei haben sich im Wesentlichen transaktionsvolumenbedingt die Kreditkartenkosten, die Kosten für die Bereitstellung des Call Centers sowie die Wertberichtigung auf Leistungsforderungen erhöht.

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge ist im Wesentlichen auf erhöhte Erträge aus der Währungsumrechnung sowie aus der Wertaufholung bezüglich eines im Vorjahr wertberichtigten Darlehens zurückzuführen.

Die Marketingaufwendungen haben sich aufgrund verstärkter Marktdurchdringungsaktivitäten überproportional um TEUR 44.790 erhöht. Den höchsten Einfluss auf die Entwicklung hatten Aufwendungen für TV- und Radiowerbung, Personalaufwendungen, Kosten für die Optimierung der Internetsuche von Kunden sowie sonstige Werbe- und Marketingmaßnahmen.

Die IT Aufwendungen sind im Wesentlichen durch den Aufbau von personellen Ressourcen im Zuge des Konzernwachstums gestiegen.

Die Verwaltungsaufwendungen haben sich ebenfalls durch die Expansion des Konzerns signifikant um TEUR 36.573 erhöht. Dabei trugen vor allem die Aufwendungen für Personal, für Prüfung und Beratung, für Miete, Leasing und den Bürobetrieb bei.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen Verluste aus der Währungsumrechnung und bewegen sich insgesamt in etwa auf Vorjahresniveau.

Das negative EBITDA hat sich um 172% erhöht. Der Konzern investiert im Zuge der fortgesetzten Wachstumsstrategie weiterhin viel in Marketing und Personalaufbau. Die EBITDA-Marge hat sich aufgrund der aufbaubedingt überproportional gestiegenen operativen Aufwendungen von -62% auf -80% weiter verschlechtert.

Die Abschreibungen beinhalten im Wesentlichen Abschreibungen auf immaterielle Werte wie Rechte, Lizenzen, Marken und Kundenbeziehungen sowie die Abschreibung des Sachanlagevermögens. Die Zunahme der Abschreibungen resultiert maßgeblich aus erhöhten Abschreibungen für die im Zuge der Unternehmenserwerbe in 2014 erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände.

Die Veränderung des negativen Finanzergebnisses um TEUR 4.876 ergibt sich zum größten Teil aus einer Ausweitung der Kreditmenge an verzinsten Darlehen und führt zu einem gestiegenen Zinsaufwand.

Der Saldo der Ertragsteuern hat sich im Berichtsjahr maßgeblich durch latenten Steuerertrag um TEUR 5.189 auf TEUR 5.555 erhöht.

b) Finanzlage

Die Finanzlage des Konzerns wird anhand der folgenden verkürzten Kapitalflussrechnung dargestellt:

in TEUR 2014 2013
Finanzmittelstand am Anfang des
Geschäftsjahres
9.286 9.459
Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit -54.518 -22.050
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit -302.638 -3.118
Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit 380.662 25.184
Wechselkursbedingte Wertänderungen des
Finanzmittelbestandes
37 -190
Zahlungswirksame Veränderung des
Finanzmittelbestands
23.506 17
Finanzmittelstand am Ende des
Geschäftsjahres
32.829 9.286

Der negative Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit resultiert im Wesentlichen aus dem negativen Periodenergebnis. Die Zunahme an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Vermögenswerten spiegeln insbesondere das Wachstum der Gesellschaft wider.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beinhaltet im Wesentlichen Anteilserwerbe sowie Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen, hauptsächlich in EDV-Software. Bedingt durch das Geschäftsmodell ist die Investitionstätigkeit des Konzerns generell relativ niedrig, da nur wenig Kapital im Anlagevermögen gebunden ist. Selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit spiegelt die in 2014 zahlungswirksam erfolgte Erhöhung der Eigenkapitalmittel wider. Zudem wurde in 2014 weiteres Fremdkapital aufgenommen. Beides trägt zur Sicherstellung der operativen Tätigkeit von Delivery Hero bei. Weitere Einzelheiten zu den Finanzierungsmaßnahmen sind unter dem Abschnitt 2. Geschäftsentwicklung dargestellt.

Der Konzern ist sehr breit international in Asien, Australien, Europa und in Südamerika aufgestellt und bietet in den verschiedenen Ländern dieser Regionen Online-Essensbestelldienste an, hat den Break-even jedoch noch nicht erreicht.

Die Geschäftsführung sieht in der Entwicklung des Marktes für die Online-Essensbestelldienste große Wachstumspotentiale. Allerdings muss die Gruppe noch weitere Anlaufkosten tragen. Aufgrund dessen wird für das Jahr 2015 für den Konzern mit einem Verlust im zweistelligen Millionenbereich gerechnet. Nach den vorliegenden Planzahlen wird der Breakeven für das EBITDA-Ergebnis in 2016 erreicht.

In 2014 war die Zahlungsfähigkeit der Muttergesellschaft und der Tochterunternehmen insbesondere durch Einzahlungen der Gesellschafter im Rahmen von Kapitalerhöhungen und im Rahmen der Vergabe von Wandeldarlehen gesichert. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die Gesellschafter bzw. weitere potentielle Investoren bis zur Stabilisierung der Finanzlage des Konzerns die für die Fortführung der Muttergesellschaft, der betroffenen Tochterunternehmen und damit des Konzerns notwendigen liquiden Mittel bereitstellen werden, und bilanziert zu Fortführungswerten.

Die Fortführung der Geschäftstätigkeit der Muttergesellschaft, ihrer Tochterunternehmen bzw. des Konzerns insgesamt hängt daher von der Durchführung weiterer kapital- und liquiditätssichernder Maßnahmen durch die Gesellschafter bzw. durch weitere potentielle Investoren ab. Darüber hinaus ist die Werthaltigkeit der ausgewiesenen Geschäfts- und Firmenwerte von dem Eintritt der der Planung zugrunde gelegten Annahmen zum Umsatzund EBITDA-Wachstum abhängig.

Zum 31. Dezember 2014 bestehen ungenutzte Kreditlinien von Dritten in Höhe von ca TEUR 200. Bis auf die Aufnahme eine Darlehens zum Erwerb der Pizza.de-Gruppe ist der Konzern grundsätzlich durch Eigenkapital finanziert.

Wesentliche sonstige finanzielle Verpflichtungen, welche einen Einfluss aud die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben, bestehen zum Berichtsstichtag nicht.

Die im Finanzmittelfonds ausgewiesenen flüssigen Mittel unterliegen zum Stichtag keinen wesentlichen Verfügungsbeschränkungen. Aufgrund der in China und Argentinien existierenden örtlichen Devisenkontrollen kann der Transfer des Kapitals in andere Länder eingeschränkt werden.

Der Großteil der Verbindlichkeiten sowie der Rückstellungen ist innerhalb von ein bis fünf Jahren fällig, lediglich TEUR 64.096 sind im Folgejahr fällig.

c) Vermögenslage

Die Vermögenslage wird mittels einer verkürzten Bilanz verdeutlicht:

Aktiva 31.12.2014 31.12.2013 Veränderung
Anlagevermögen 467.828 90% 86.738 77% 381.090
Sonstige langfristige
Vermögenswerte
2.100 0% 1.969 2% 131
Vorräte 734 0% 1.038 1% -304
Kurzfristige
Leistungsforderungen
11.050 2% 8.823 8% 2.227
Sonstige kurzfristige
Vermögenswerte
3.242 1% 4.137 4% -895
Zahlungsmittel 32.829 6% 9.286 8% 23.543
Summe Aktiva 517.784 100% 111.991 100% 405.790
Passiva 31.12.2014 31.12.2013 Veränderung
Eigenkapital 268.843 52% 39.053 35% 229.695
Pensionsrückstellungen 428 0% 126 0% 302
sonstige langfristige
Rückstellungen
16.230 3% 3.791 3% 12.439
sonstige langfristige
Schulden
55.788 11% 472 0% 55.303
langfristige Liefer- und
Leistungs- sowie sonstige
Verbindlichkeiten
112.399 22% 26.197 23% 86.202
Summe Passiva 517.784 100% 111.991 100% 405.790
Verbindlichkeiten
sonstige kurzfristige
Schulden
10.110 2% 6.364 6% 3.745
kurzfristige Liefer- und
Leistungs- sowie sonstige
46.467 9% 33.053 30% 13.411
sonstige kurzfristige
Rückstellungen
7.520 1% 2.935 3% 4.585

Das Bruttovermögen des Delivery Hero Holding Konzerns hat sich akquisitionsbedingt signifikant um TEUR 405.790 erhöht. Die Finanzierung des Mehrvermögens erfolgte zu 57% aus Eigenmitteln sowie zu weiteren 35% aus langfristig bereitgestellten Fremdmitteln.

Das Bruttovermögen setzt sich unverändert vor allem aus langfristigen Anlagevermögen zusammen. Bei diesen handelt es sich zum deutlich überwiegenden Teil um immaterielle Vermögenswerte. Die wesentlichen immateriellen Vermögenswerte entfallen zum Stichtag mit TEUR 240.712 auf Geschäfts- und Firmenwerte, mit TEUR 147.564 auf Marken sowie mit TEUR 74.041 auf Kunden- und Lieferantenbeziehungen. In 2014 getätigte Investitionen in das Sachanlagevermögen betrugen TEUR 2.507.

Die deutliche Erhöhung der kurzfristigen Leistungsforderungen in 2014 resultiert im Wesentlichen aus der Ausweitung der operativen Geschäftstätigkeit.

Die Erhöhung der liquiden Mittel im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 23.543 ist das Ergebnis der nachfolgend erläuterten Kapitalmaßnahmen nach den Akquise bedingten Zahlungsmittelabflüssen.

Die Passivseite besteht neben dem Eigenkapital vor allem aus langfristigen Fremdmitteln. Kurzfristige Finanzierungsmittel betragen lediglich 12%.

Das Eigenkapital erhöhte sich 2014 im Wesentlichen durch zehn aufeinanderfolgende Eigenkapital wirksame Maßnahmen in Höhe von TEUR 314.932 (gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklagen), welches durch das negative Konzerngesamtergebnis in Höhe von TEUR 88.160 kompensiert wurde. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich folglich von 35% auf 52%. Von dem Eigenkapital entfallen zum Bilanzstichtag TEUR - 524 auf nicht beherrschende Anteile.

Die Zunahme der sonstigen langfristigen Rückstellungen in 2014 um TEUR 12.439 im Vergleich zum Vorjahr resultiert vor allem aus einem in 2013 initiierten neuen sowie bereits seit 2011 bestehenden langfristigen Anreizprogrammen für Mitarbeiter. Insbesondere der steigende Unternehmenswert führt zu einem Anstieg der Rückstellung für Ansprüche der Mitarbeiter aus diesen Programmen.

Die sonstigen langfristigen Schulden enthalten zum Berichtsstichtag in Höhe von TEUR 55.772 im Wesentlichen passive latente Steuern, welche zum größten Teil denen im Zuge der Unternehmensakquisitionen erworbenen immateriellen Vermögenswerte zugerechnet werden können.

Die Erhöhung der langfristigen Liefer- und Leistungsverbindlichkeiten sowie der sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 86.202 ist zum weitaus größten Teil auf Finanzdarlehen zurückzuführen, welche im Rahmen der Unternehmenswerbe bereitgestellt wurden.

Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen haben sich maßgeblich durch die Bildung von Restrukturierungsrückstellungen im Zuge der Integration einer im Berichtsjahr erworbenen Tochtergesellschaft um TEUR 4.585 erhöht.

Der Anstieg der kurzfristigen Liefer- und Leistungsverbindlichkeiten sowie der sonstigen Verbindlichkeiten ist einerseits auf die gestiegene operative Geschäftstätigkeit und andererseits auf erhöhte Verpflichtungen aus Finanzderivaten zurückzuführen.

Die sonstigen kurzfristigen Schulden bestehen im Wesentlichen gegenüber Arbeitnehmern, aus sonstigen Steuern und Abgaben sowie aus erhaltenen Anzahlungen.

Zusammengefasst bewertet die Geschäftsführung die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als positiv bzw. angesichts der deutlichen Expansion im Berichtsjahr als erwartungsgemäß. Zwar erwirtschaftet der Konzern nach wie vor signifikante Verluste, diese bewegen sich jedoch im Rahmen dessen, was angesichts der Unternehmensübernahmen sowie dem damit verbundenen teils grundlegenden Geschäftsaufbau vorhersehbar und planbar war. Zum Abschlussstichtag sind Eigenkapitalmittel in erheblichem Umfang vorhanden. Zudem leisteten einzelne Gesellschaften bereits in 2014 einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis.

5. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Den für Delivery Hero bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikator stellen die Umsatzerlöse dar. Diese reflektieren die Absatzmöglichkeit von Dienstleistungen am operativen Markt und erlauben die Bestimmung der Wettbewerbsposition des Konzerns. Nähere Informationen zur Struktur der Umsätze können der Kommentierung der Konzerngesamtergebnisrechnung in den IFRS Notes entnommen werden.

Im nicht finanzbezogenen Bereich stellen sowohl die Anzahl an Bestellungen im Geschäftsjahr als auch die Gesamtnutzerzahl der Online-Plattformen die bedeutsamsten Steuerungsgrößen dar:

  • Anzahl an Bestellungen: Dieser Leistungsindikator erfasst die durch die Endkunden getätigten Bestellungen. Die Delivery Hero Gruppe erzielt den größten Teil ihrer Umsätze auf Grund von aufgegebenen Bestellungen über die Online-Plattformen, insoweit ermöglicht diese Kennzahl die Messung der Akzeptanz der Dienstleistung beim Endkunden. Zudem lassen sich Rückschlüsse auf die Wirksamkeit von Werbemaßnahmen ziehen, sodass diese entsprechend angepasst werden können.
  • Gesamtnutzerzahl: Die Summe der Anzahl von E-Mail Adressen, bestehend aus bislang unbekannten E-Mail-Adressen (Neukunden) und bereits bekannten E-Mail-Adressen (Bestandskunden). Gleichzeitig stellt diese Kennzahl den Kundenstamm dar. Neben dem Wachstum aus dem operativen Bereich gibt die Kennzahl Aufschluss über die Abwanderungsquote von Endkunden (churn rate).

III. Nachtragsbericht

Bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses 2014 hat die DHH in 2015 ihr Eigenkapital deutlich erhöht.

In Verbindung mit der Ausgabe der neuen Anteile wurden durch die Rocket Internet Gruppe ("Rocket") weitere signifikante Beträge über den rechnerischen Wert der neuen Geschäftsanteile hinaus in die Kapitalrücklage geleistet. Zum einen wurden diese in Höhe von TEUR 347.660 in Bar, zum anderen in Höhe von TEUR 206.400 in Form von Sacheinlagen geleistet. Die Sacheinlagen bestanden aus 100% der Anteile an der Talabat General Trading and Contracting Company W.L.L., Dubai, mit einem Buchwert von TEUR 150.000 und aus 11,36% der Anteile an der Yemek Sepeti Elektronik Iletisim Tanitim Pazarlama Gida Sanayi ve Ticaret A.S. ("Yemek" oder "Yemek Sepeti").

Im Rahmen des Erwerbs der übrigen 88,64% an der Yemek Sepeti wurde zusätzliches Fremdkapital in Form eines Darlehens der Verkäufer (TEUR 121.272) und in Form eines Wandeldarlehens (TEUR 119.268) ebenfalls gegenüber dem Verkäufer aufgenommen. Das Verkäuferdarlehen wurde zu für die Gesellschaft und das Geschäftsumfeld marktüblichen Konditionen ausgegeben und hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Darüber hinaus wurden im vorgenannten Zeitraum keine wesentlichen neuen Finanzierungsmaßnahmen vereinbart.

Yemek Sepeti wurde bereits vor rund 15 Jahren gegründet und arbeitet in der Türkei mit 9.400 Restaurants aus 63 Städten zusammen. Die Gesellschaft hat in der Türkei rund 1,2 Mio. (registrierte) Nutzer und vermittelt ca. 25,1 Mio. Bestellungen pro Jahr an Restaurants bzw. Lieferdienste, was einem Marktanteil von über 90% bezogen auf die Anzahl von Internetbestellungen für Essen entspricht. Aufgrund des darüber hinaus erheblichen Wachstumspotenzials im e-commerce Sektor in der Türkei, erwartet die Geschäftsführung einen signifikant positiven Beitrag zur Ertragsposition von Delivery Hero. Neben seinem Heimatmarkt Türkei ist Yemek Sepeti insbesondere auch im Nahen Osten aktiv und betreibt weitere Bestellplattformen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Libanon, Oman, Katar und Jordanien. Das Nahost-Geschäft von Yemeksepeti ergänzt die bereits starke Position von Delivery Hero in dieser Region durch seine Tochterfirma Talabat, die ebenfalls im März 2015 erworben wurde. Die Synergien in diesen Märkten tragen nach Ansicht der Geschäftsführung zusätzlich zur Werthaltigkeit der neuen Partnerschaft bei.

Infolge der Kapitalbereitstellungen konnten zudem nach dem Ende der Berichtsperiode in Griechenland zusätzlich 100% der Anteile an der OFD Online Food Delivery Services Limited ("E-Food.gr" oder "E-Food") erworben und damit die regionale Marktpräsenz gestärkt werden. E-Food.gr. ist der griechische Marktführer, welcher monatlich mehr als 300.000 Bestellungen in 40 griechischen Städten abwickelt.

Die strategischen Erwerbe ermöglichen die Nutzung der Kunden- und Lieferantenbeziehungen sowie der Marken und Domains der akquirierten Gesellschaften.

Die vorläufigen Bewertungen der entrichteten und noch zu entrichtenden Gegenleistungen können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden. Die unter dem Punkt "Andere" subsummierten Leistungen enthalten keine Barkomponente.

Zudem fand eine weitere Kapitalerhöhung im zweiten Quartal 2015 statt. Es handelt sich hierbei um eine Barkapitalerhöhung durch neuhinzugekommene Investoren in Höhe einer Zuzahlung in die Kapitalrücklage von insgesamt TEUR 100.568.

In TEUR Yemek Talabat E-Food
Baranteil 231.116 0 10.000
Verkäuferdarlehen 121.272 0 0
Wandeldarlehen 119.268 0 0
Eigene Anteile 56.400 0 0
Sacheinlage 0 147.127 0
Andere 0 0 15.413
Total 528.056 147.127 25.413

Die nachfolgende Tabelle veranschaulicht zusammengefasst die vorläufig ermittelten Zeitwert-Bewertungen der erworbenen Vermögenswerte und Schulden zum jeweiligen Erwerbszeitpunkt. Mit einem Bindestrich gekennzeichnete Angaben liegen aktuell noch nicht vor:

In TEUR Yemek Talabat E-Food
Immaterielle Vermögenswerte 365.093 98.534 13.051
Sachanlagen 1.409 - -
Finanzanlagen 0 - -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.448 - -
Übrige Vermögenswerte 704 - -
Finanzmittel 5.199 - -
Rückstellungen und Verbindlichkeiten 3.320 - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
1.744 - -
Passive latente Steuern 73.076 19.188 3.393
Nettoreinvermögen 296.712 79.346 9.658
Gegenleistung 528.056 147.127 25.413
Geschäfts- oder Firmenwert 231.344 67.781 15.755

Der zugrunde gelegte Erwerbszeitpunkt für die Yemek und die E-Food ist der 1. Mai 2015, für Talabat ist der Zeitpunkt der Erstkonsolidierung der 1. Juni 2015.

Der beizulegende Zeitwert der Marke "Yemek Sepeti" wurde aufgrund der dominierenden Bedeutung mit Hilfe der Multi-Period Excess Earnings ("MEEM") Methode, der Wert der Kunden- und Lieferantenbeziehung auf Basis der Wiederherstellungskosten ermittelt. Hinsichtlich der Erwerbe von E-Food und Talabat wurde für die Bewertung der Marken auf die Royalty Relief Methode zurückgegriffen. Die korrespondierende Bewertung der Lieferantenbeziehung erfolgte mittels des MEEM-Ansatzes. Die erworbenen Vermögenswerte unterliegen alle einer bestimmten Nutzungsdauer.

Der steuerlich irrelevante Geschäfts- oder Firmenwert setzt sich im Wesentlichen aus den erwarteten Einsparungen durch Synergieeffekte sowie dem erwarteten Marktwachstumspotential zusammen.

Sofern ausgewiesen entspricht der Bruttobetrag der erworbenen Forderungen dem beizulegenden Zeitwert ebendieser.

Würden die Unternehmenserwerbe bereits zum 1. Januar 2014 unterstellt wären voraussichtlich Umsatzerlöse und Ergebnisbeiträge in folgender Höhe zu berücksichtigen:

In TEUR Yemek Talabat E-Food
Umsatzerlöse 20.951 5.137 726
Ergebnis 1.398 1.498 -327

IV. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1. Prognosebericht

Für die Weltwirtschaft wird 2015 ein Anstieg des Bruttoinlandsproduktes in Höhe von 3,7% erwartet (nach 1,6% im Jahr 2014). 5 Die positive weltwirtschaftliche Entwicklung wird weiterhin überwiegend von den Entwicklungs- und Schwellenländern getragen. Allerdings zeichnet sich für die kommenden Jahre ein eher abnehmendes Expansionstempo ab. Die wirtschaftliche Expansion in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften wird hingegen in den nächsten beiden Jahren an Dynamik gewinnen.6

Der weltweite Markt für Essenslieferungen wuchs 2014 um 3,3%. Dieses Wachstum wird sich voraussichtlich noch verstärken. International anerkannte Marktforschungsunternehmen wie Infiniti Research Limited oder TechNavio prognostizieren in den Jahren 2015 bis 2018 ein durchschnittliches Marktwachstum von 4%. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die zunehmende Urbanisierung, mit der ein erhöhter Zeitdruck für die Menschen verbunden ist und damit weniger Raum für das Essen und seine Zubereitung verbleibt. Darüber hinaus würde das voraussichtlich verfügbare Einkommen weltweit und das steigende weltweite BIP das Wachstum des Marktes für Essenslieferungen zusätzlich begünstigen. Der weltweite Markt für Essens-Lieferdienste verteilt sich gegenwärtig gleichmäßig auf die Regionen Europa, Mittlerer Osten und Afrika (37-39%), Amerika (36- 38%) und Asien-Pazifik (23-25%). Mit einem Weltmarktanteil von 30% hat die USA den höchsten Länderanteil am Gesamtmarkt. Ein Teilbereich des Marktes für Essens-Lieferdienste ist der Markt für Internet Essens-Lieferdienste, in dem Bestellungen online, über eigens eingerichtete Bestellplattformen aufgegeben werden. Für dieses vergleichsweise junge Marktsegment können deutlich höhere Wachstumsraten als für den klassischen Liefermarkt der telefonischen Bestellungen erwartet werden. Ein weiterer Treiber für das Wachstum der Internet Essens-Lieferdienste ist die weltweit steigende Internetpenetration. Marktuntersuchungen prognostizieren bis 2015-2018 eine Zunahme der Internetnutzer von durchschnittlich 5,6% pro Jahr.

Für das Geschäftsjahr 2015 erwartet die Geschäftsführung der Delivery Hero Gruppe daher, dass sowohl die Gesamtzahl an Plattformnutzern als auch die Anzahl an Bestellungen stark steigen. Wir erwarten einen starken Anstieg bei der Gesamtzahl an Plattformnutzern sowie bei der Anzahl von Bestellungen. Dieser Anstieg wird auch in 2015 durch intensive Marketingmaßnahmen sowie durch weitere Unternehmenserwerbe weiter gefördert. Der Kundenstamm der Delivery Hero Gesellschaften soll dadurch weiter ausgebaut sowie die

5 Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel: Prognose Frühjahr 2015, S. 5. Online aufrufbar unter https://www.ifw-kiel.de/wirtschaftspolitik/konjunkturprognosen/konjunkt/2015/konjunkturprognosen_mfp_fruehjahr-2015.pdf.

6 Vgl. ebenda, S. 4 f.

nachhaltige Nutzung der Bestellplattform durch bereits bestehende Kunden gesteigert werden. Im Zuge dieser Maßnahmen erwartet die Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2015 ein stark steigendes Umsatzwachstum. Die Geschäftsführung erwartet aus den Effekten der volljährigen Konsolidierung der im Jahresverlauf 2014 erworbenen Gesellschaften und der im Verlauf des Jahres 2015 erworbenen Gesellschaften ohne weiteres organisches Wachstum ein Umsatzwachstum in Höhe von TEUR 56.956.Gleichzeitig geht die Geschäftsführung davon aus, dass sich bedingt durch die fortgesetzte Wachstumsstrategie das EBITDA weiter reduziert. Weiterhin wird erwartet, dass bedingt durch höhere planmäßige Abschreibungen auf in den Kaufpreisallokationen 2014 identifizierten immateriellen Vermögenswerten, die sich erstmals ganzjährig Auswirken, und den erstmaligen Abschreibungen der in 2015 vorläufig durchgeführten Kaufpreisallokationen (Siehe Nachtragsbericht unter III.) eine weitere wesentliche Verschlechterung des Jahresergebnisses ergeben wird. Den zentralen finanziellen Leistungsindikator für den Konzern stellen jedoch weiterhin die Umsatzerlöse dar, welche die Absatzmöglichkeit von Dienstleistungen am operativen Markt reflektieren und eine Bestimmung der Wettbewerbsposition des Konzerns erlauben. Für das Geschäftsjahr 2014 hat die Geschäftsführung der Delivery Hero Gruppe eine Gesamtzahl an Plattformnutzern von 16 Mio. bis 17 Mio. sowie eine Anzahl von Bestellungen von 35 Mio. bis 40 Mio. erwartet. Tatsächlich ergab sich in 2014 eine Gesamtzahl von Plattformnutzern von 17,7 Mio. sowie eine Anzahl von Bestellungen von 39,5 Mio. Darüber hinaus wurden Umsatzerlöse von TEUR 85.000 bis TEUR 95.000 erwartet. Die in 2014 realisierten Umsatzerlöse von TEUR 88.008 lagen in etwa im mittleren Bereich der geschätzten Bandbreite.

Diese Erwartungen spiegeln sich auch in der Planung für das Geschäftsjahr 2015 wider, der als wesentliche Annahme die Entwicklung des Umsatzes, die Gesamtzahl der Plattformnutzer und der Anzahl an Bestellungen zugrunde liegen.

Die Annahmen über die wirtschaftliche Entwicklung von Markt und Branche basieren auf Einschätzungen, die die Geschäftsführung der Delivery Hero Gruppe nach den vorliegenden Informationen zurzeit als realistisch betrachtet. Diese Einschätzungen sind jedoch mit Unsicherheit behaftet und bergen das unvermeidbare Risiko, dass die prognostizierten Entwicklungen weder in ihrer Tendenz noch ihrem Ausmaß nach tatsächlich eintreten. Die Prognose basiert auf der zum Aufstellungszeitpunkt bekannten Konzernzusammensetzung im Prognosezeitraum.

Die Aktivitäten von Delivery Hero unterliegen unterschiedlichen Risiken, die im Risikobericht dargestellt sind. Soweit möglich wurden Maßnahmen eingeleitet, um sich gegen aktuelle sowie potentielle Risiken zu schützen. Mittelfristig soll die Marktposition von Delivery Hero weiter gestärkt werden.

Etwaige Sondereinflüsse nach dem Prognosezeitraum von einem Jahr, welche die wirtschaftliche Lage des Konzerns beeinflussen könnten, sind der Geschäftsführung derzeit nicht bekannt.

2. Risikobericht

Der Risikobericht behandelt die Geschäftsrisiken, denen sich der Delivery Hero Konzern im Geschäftsjahr 2014 bzw. zum Bilanzstichtag ausgesetzt sah und deckt einen Zeitrahmen von mindestens einem Jahr ab.

Die im Nachfolgenden dargestellten Risiken sind in der Reihenfolge ihrer Auswirkung auf den Konzern dargestellt.

Die Delivery Hero Gruppe ist trotz des starken Umsatzwachstums nach wie vor auf externe Finanzierungsmittel angewiesen. Daher könnten sich Turbulenzen an den Finanzmärkten negativ auf die Finanzierungsmöglichkeiten der Delivery Hero Holding GmbH, welche die operativen Tätigkeiten finanziert, auswirken. Offene Fragen zur wirtschaftlichen und institutionellen Stabilisierung des Euroraumes, die expansive Geldpolitik großer Notenbanken weltweit und die ungelöste Verschuldungsproblematik in zahlreichen Industrie- und Entwicklungsländern bergen weiterhin erhebliche Risikofaktoren. Die Geschäftsführung schätzt die Risiken aus der aktuellen politischen Situation in Griechenland, für das Geschäft der Gesellschaft als gering ein. Zudem birgt die Geschäftstätigkeit in Argentinien in Bezug auf eine ggf. auftretende Hochinflation ein nicht unerhebliches Risiko.

Die Delivery Hero Holding GmbH konnte in 2014 im Rahmen von Kapitalerhöhungen Finanzmittel in erheblichem Umfang sichern, womit sich die Geschäftstätigkeiten der operativen Tochterunternehmen in 2014 finanzieren lassen. Zudem bestehen freie zugesagte Kreditlinien sowohl auf Ebene der Delivery Hero Holding GmbH als auch auf Ebene der Tochterunternehmen.

Die Fortführung der Muttergesellschaft, der Tochterunternehmen und des Konzerns hängt von der Durchführung weiterer kapital- und liquiditätssichernder Maßnahmen durch die Gesellschafter der Muttergesellschaft bzw. potentiellen Investoren ab. Wir verweisen auch auf die Ausführungen im Abschnitt 4. b).

Zur Generierung von Umsätzen ist Delivery Hero wesentlich auf die Funktionalität, Sicherheit und Stabilität verschiedener Webseiten, insbesondere der Online-Bestellplattformen, angewiesen. Ausfälle oder Störungen würden unmittelbar zu Umsatzausfällen führen sowie mittelfristig die Reputation der Gesellschaft schädigen. Risikobehaftet sind hier insbesondere die zahlreichen neu hinzugekommenen technologisch hoch entwickelten Plattformen, bei deren sensiblen Systemen bereits kleine Veränderungen erhebliche Wirkungen im Sinne von Fehleranfälligkeiten oder sogar Stillstand entfalten können. Zur Vermeidung von Schäden werden im zunehmenden Maße Best-Practices-Prozesse implementiert. Zudem werden die internen Kontrollen sowie das IT-Knowhow der Mitarbeiter stetig weiter ausgebaut. Die hausintern entwickelte Software wird vor der Veröffentlichung im Rahmen eines Quality Assurance Prozesses geprüft. Zur Abwehr von externen Angriffen werden unter anderem externe Dienstleister und redundante Systeme eingesetzt sowie regelmäßig Lasttests gefahren. Im Rahmen eines Incident Management Prozesses wird systematisch nach Ursachen für Störungen gesucht und es werden Maßnahmen erarbeitet, um diese dauerhaft zu beheben.

Die Delivery Hero Gruppe ist global tätig und muss sich den jeweiligen nationalen Recht und Regulierungen unterwerfen. Durch Änderungen der bestehenden Rechtslage könnten die operativen Tätigkeiten der jeweiligen Landesgesellschaften betroffen sein. Zudem ergeben sich insbesondere steuerrechtliche Risiken, welche sich auf die finanzielle Situation der

Gesellschaften auswirken können. Für zum Bilanzstichtag passivierungspflichtige Steuerrisiken wurden unter Abschätzung der jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeiten Rückstellungen gebildet. Die tatsächliche Inanspruchnahme dieser Rückstellungen ist davon abhängig, ob und in welcher Höhe sich die Risiken realisieren.

Es bestehen Risiken für die Delivery Hero Gruppe aus drohenden Rechtsstreitigkeiten aus der operativen Tätigkeit des Konzerns. Für zum Bilanzstichtag anhängige Rechtsstreitigkeiten wurden unter Abschätzung der jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeiten Rückstellungen gebildet. Die tatsächliche Inanspruchnahme dieser Rückstellungen ist davon abhängig, ob und in welcher Höhe sich die Risiken realisieren. Die Höhe der Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten ist von untergeordneter Bedeutung.

Bei einzelnen Forderungen besteht ein Ausfallrisiko, etwa bei Total- oder Teilausfall des Kunden. Dieses Ausfallrisiko wird durch die Kontrolle der Höhe an offenen Forderungen vor Annahme eines neuen Auftrages durch den Vertrieb und durch die Verrechnung mit den für den Kunden vereinnahmten Zahlungsmitteln minimiert. Durch diese Maßnahmen wird versucht, die Höhe an zweifelhaften Forderungen effektiv zu managen und nach Möglichkeit zu reduzieren. Die Geschäftsführung schätzt das Risiko aus Forderungsausfall als gering ein und will die weitere Professionalisierung des Mahnwesens vorantreiben.

Das wirtschaftliche Umfeld ist, auch bedingt durch geringe Markteintrittsbarrieren, nach wie vor durch starke Konkurrenz geprägt. Zudem bieten auch Restaurantketten, wie etwa Domino's Pizza oder Joey's Pizza Service, eigene Onlinebestelldienste für ihre jeweiligen Produkte an. Die Delivery Hero Gruppe versucht den Endkunden weltweit die beste Einkaufserfahrung mit höchstem Komfort und größter Auswahlmöglichkeit zu bieten und sich damit von den Mitwettbewerbern abzusetzen. Folglich geht die Geschäftsführung davon aus, dass sich der Konzern trotz der starken Konkurrenz weiterhin erfolgreich am Markt behaupten wird. Da in vielen Märkten die Delivery Hero Gruppe unter den ersten Markteintretern zu finden ist, wird das Risiko einer Marktverdrängung durch Konkurrenten als relativ gering eingeschätzt.

Risiken entstehen für den Konzern auch aus dem Betrug bei diversen Bezahlmöglichkeiten (Fraud & Fake). Im Rahmen eines Fraud & Fake-Managements werden Bestellaktivitäten überwacht, um Betrugsfälle erkennen und verhindern zu können. Zudem wird durch die operativen Einheiten verstärkt versucht, das Fraud-Risiko auszulagern. Bei der deutschen Tochter Lieferheld GmbH etwa wurde ab Mitte 2014 das Risiko durch Betrug bei den Bezahlmöglichkeiten durch die Gastronomen übernommen, da sie laut Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Lieferheld GmbH für den entstandenen Schaden selbst haften müssen. Aus obigen Gründen schätzt die Geschäftsführung der Delivery Hero Gruppe die Risiken durch Fraud & Fake als gering ein.

Für die Delivery Hero Gruppe bestehen sowohl Risiken aus externen Entwicklungen als auch aus unternehmensinternen Prozessen. Eine Schwächung der Konsumausgaben der Privathaushalte könnte sich negativ auf die Umsatzerlöse des Konzerns auswirken. In Anbetracht der verhalten positiven Prognosen für die Weltkonjunktur 2015 schätzt die Geschäftsführung die Gefahr einer Eintrübung der Konsumausgaben jedoch als gering ein.

Zusammenfassend ist bei der Delivery Hero Gruppe ein für Start-ups übliches erhöhtes Risiko festzuhalten. Der Break-even des Konzerns ist noch nicht erreicht, so dass der Konzern auf externe Finanzierung angewiesen ist. Da trotz starken Umsatzwachstums nach

wie vor erhebliches Wachstumspotential vorhanden ist, geht die Geschäftsführung davon aus, dass bis zum Erreichen des Break-evens auf externe Finanzmöglichkeiten zurückgegriffen werden kann. Durch die äußerst erfolgreichen Kapitalerhöhungen der Delivery Hero Holding GmbH in 2014 und Anfang 2015 sieht sie sich in dieser Ansicht bestätigt.

3. Chancenbericht

Der Chancenbericht behandelt die Geschäftschancen, welche sich für den Delivery Hero Konzern im Verlauf eines auf den Bilanzstichtag folgenden Jahres ergeben können.

Die im Nachfolgenden dargestellten Chancen sind in der Reihenfolge ihrer Auswirkung auf den Konzern dargestellt.

Im Bereich der Gastronomie wird neben Take-away der sog. Home-Delivery-Markt als Trend mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten angesehen. Dies gilt sowohl für entwickelte Märkte wie Deutschland als auch für Schwellenländer in Lateinamerika, Asien-Pazifik und dem Nahen Osten. Durch die konsequente Ausrichtung des Geschäftsmodells an den Kundenbedürfnissen innerhalb eines Wachstumsmarktes bietet sich der Delivery Hero Gruppe weiterhin die Chance auf steigende Umsätze. Durch zielgerichtete Marketingkampagnen, Sponsoring und Rabattaktionen will die Gesellschaft ihren Bekanntheitsgrad global weiter erhöhen. Durch diese Marketingaktivitäten kombiniert mit dem besten Einkaufserlebnis sollen neue Kunden gewonnen und Bestandskunden weiter an Delivery Hero gebunden werden.

Zusätzliche Synergien lassen sich durch die gemeinsame Nutzung der Online-Plattform durch etliche Gesellschaften der Delivery Hero Gruppe realisieren. Schrittweise soll eine Bestell-Plattform zentral entwickelt und gewartet werden und von den Einzelgesellschaften mit lokalem Inhalt befüllt werden. Durch das Teilen der Aufwendungen aus Entwicklung und Wartung für die Plattform zwischen den teilnehmenden Einzelgesellschaften der Delivery Hero Gruppe wird der Aufwand für die Ländergesellschaften reduziert, was einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern ohne ein ähnliches Plattformsystem darstellt.

Synergien ergeben sich auch aus der gemeinsamen Nutzung von Marketingmaßnahmen und dem weltweiten Ideenaustausch, sofern kulturelle Unterschiede in einzelnen Regionen nicht dagegen sprechen.

Potential schöpft Delivery Hero auch aus dem konzerninternen Austausch der Landesgesellschaften untereinander. Durch diesen Ideenaustausch kann Delivery Hero früh globale Trends des Geschäftsfeldes erkennen und auf sie zügig reagieren. Durch die Zukäufe der Gruppe in Mittel- und Südamerika wird nicht nur die Möglichkeit des konzerninternen Austausches erweitert, sondern es ergeben sich auch neue Impulse für Innovationen.

Eine weitere Optimierung der Liquidität und Cashflowströme der am Bestellprozess beteiligten Parteien durch Einbindung von digitalen Bezahlsystemen, birgt ein weiteres erhebliches strategisches Potenzial. Dem stehen derzeit noch ein erheblicher administrativer Aufwand sowie regulatorische Vorgaben entgegen.

Die Delivery Hero Gruppe reagiert auch auf den Trend der zunehmenden Nutzung mobiler Endgeräte, sogenannter Smartphones. Die Delivery Hero Apps werden für diverse mobile Betriebssysteme intensiv weiterentwickelt. Der Konzern verzeichnet eine kontinuierlich steigende Anzahl an Bestellungen über mobile Endgeräte.

Die Zielgruppe von Delivery Hero ist jung und internetaffin. Sie verwendet häufig soziale Netzwerke um sich auszutauschen. In zunehmendem Maße bindet Delivery Hero daher solche sozialen Netzwerke ein. In einigen Ländern ist bereits im Rahmen des Bestellprozesses ein Login über bei der Zielgruppe beliebte soziale Netzwerke möglich, was den Bestellprozess vereinfachen soll. Zudem lässt sich auf diese Weise der Bekanntheitsgrad von Delivery Hero weiter ausbauen.

Zusammenfassend bietet sich der Delivery Hero die Chance an globalen Trends, wie der zunehmenden Vernetzung, der Nutzung von Apps mittels Smartphones und wandelnden Speisegewohnheiten zu partizipieren. Durch professionelle Strukturen in IT und Backoffice wird das Wachstum der globalen Geschäftstätigkeiten zielgerecht unterstützt.

V. Verwendung von Finanzinstrumenten

1. Risikomanagement

Die Delivery Hero-Gruppe sieht sich durch den Einsatz von Finanzinstrumenten, Ausfallrisiken, Liquiditätsrisiken und Marktrisiken, insbesondere Zinsänderungsrisiken und Wechselkursrisiken, ausgesetzt. Diese Risiken werden von Delivery Hero aktiv überwacht und im Rahmen eines wirksamen Risikomanagementsystems gesteuert. Die Risikomanagementfunktion ist im Konzerncontrolling integriert.

2. Liquiditätsrisiken

Aufgrund des starken externen Wachstums ist die Delivery Hero-Gruppe auf externe Finanzierungen angewiesen, um eine ausreichende Liquidität sicherzustellen. Fehlende externe Finanzierungen könnten ein Risiko für die Unternehmensfortführung darstellen. Das Liquiditätsmanagement der Delivery Hero-Gruppe sichert durch eine angemessene Budgetplanung die Verfügbarkeit liquider Mittel. Zudem wird zur Finanzierung der operativen Tätigkeiten immer ein ausreichender Bestand an liquiden Mitteln vorgehalten. Auch ungenutzte Kreditlinien sind vorhanden.

3. Marktrisiken

Die Delivery Hero-Gruppe erzielt über die operativen ausländischen Tochtergesellschaften einen signifikanten Anteil der Umsatzerlöse in Fremdwährung. Grundsätzlich ist die Delivery Hero-Gruppe bemüht Aufwendungen und Erträge in der gleichen funktionalen Währung zu generieren, um das Wechselkursrisiko zu reduzieren. Weiterhin sieht sich die Delivery Hero-Gruppe über die Beteiligung an ausländischen Tochtergesellschaften einem Wechselkursrisiko in Bezug auf die Umrechnung der Netto-Vermögenswerte ausgesetzt. Allerdings ist dieses Umrechnungsrisiko kein Wechselkursrisiko im Sinne des IFRS 7.

Als Kredit- bzw. Ausfallrisiko gilt das Risiko, dass die Geschäftspartner, im Wesentlichen die Restaurants, ihren vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen und dies für die Delivery Hero-Gruppe zu einem Verlust führt. Diesbezügliche Risiken beziehen sich überwiegend auf kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Delivery

Hero-Gruppe sieht sich keinem wesentlichen Bonitätsrisiko gegenüber einem einzelnen Kunden ausgesetzt. Die Konzentration des Bonitätsrisikos ist auf Grund des breiten und heterogenen Kundenstamms begrenzt.

Das Ausfallrisiko wird von der Delivery Hero-Gruppe überwacht und aktiv über erforderliche Bonitätsprüfungen und die Optimierung des Zahlungsprozesses gesteuert. Folglich wird das Risiko, auch durch ein effektives Mahnwesen, überwiegend auf die Restaurants übertragen. Das höchstmögliche Ausfallrisiko entspricht dabei dem Buchwert der finanziellen Vermögenswerte.

Berlin, 21. August 2015

Niklas Östberg Geschäftsführer

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wirhabendenvonder-Delivery-Hero-Holding-GmbH,-Berlin,aufgestellten-Konzernabschluss-–bestehend aus- Konzernbilanz,- Konzern-Gesamtergebnisrechnung,- Kapitalveränderungsrechnung,- Kapitalflussrechnung und- Konzernanhang-– sowie den- Konzernlagebericht für das- Geschäftsjahr vom- 1.-Januar bis- 31.-Dezember- 2014 geprüft.- Die- Aufstellung des- Konzernabschlusses nach den- IFRS, wie sie in der- EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach-§-315a-Abs.-1-HGBanzuwendendenhandelsrechtlichen-Vorschriftenunddes-Konzernlageberichtsliegtinder-Verantwortungder-Geschäftsführungder-Gesellschaft.-Unsere-Aufgabeistes, auf der- Grundlage der von uns durchgeführten- Prüfung eine- Beurteilung über den- Konzernabschlussund-Konzernlageberichtabzugeben.-

Wirhabenunsere-Konzernabschlussprüfungnach-§-317-HGBunter-Beachtungdervom-Institut der- Wirtschaftsprüfer- (IDW) festgestellten deutschen- Grundsätze ordnungsmäßiger- Abschlussprüfungvorgenommen.-Danachistdie-Prüfungsozuplanenunddurchzuführen,dass-Unrichtigkeiten und- Verstöße, die sich auf die- Darstellung des durch den- Konzernabschlussunter-Beachtungderanzuwendenden-Rechnungslegungsvorschriftenunddurchden-Konzernlagebericht vermittelten- Bildes der- Vermögens-,- Finanz- und- Ertragslage wesentlich auswirken,mit hinreichender- Sicherheit erkanntwerden.-Bei der- Festlegung der- Prüfungshandlungen werden die- Kenntnisse über die- Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche undrechtliche-Umfelddes-Konzernssowiedie-Erwartungenübermögliche-Fehlerberücksichtigt.-Im-Rahmender-Prüfungwerdendie-Wirksamkeitdes rechnungslegungsbezogenen internen-Kontrollsystemssowie-Nachweisefürdie-Angabenim-Konzernabschlussund-Konzernlageberichtüberwiegend aufder-Basis von-Stichprobenbeurteilt.-Die-Prüfungumfasstdie-Beurteilung der- Jahresabschlüsse der in den- Konzernabschluss einbezogenen- Unternehmen, der-Abgrenzung des- Konsolidierungskreises, der angewandten- Bilanzierungs- und- Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen- Einschätzungen der- Geschäftsführung sowie die-Würdigungder-Gesamtdarstellungdes-Konzernabschlussesunddes-Konzernlageberichts.-Wirsind der- Auffassung, dass unsere- Prüfung eine hinreichend sichere- Grundlage für unsere-Beurteilungbildet.-

1-

Unsere-Prüfunghatzukeinen-Einwendungengeführt.-

Nachunserer-Beurteilungaufgrundderbeider-Prüfunggewonnenen-Erkenntnisseentsprichtder-Konzernabschlussden-IFRS,wiesieinder-EUanzuwendensind,unddenergänzendnach-§-315a- Abs.-1- HGB anzuwendenden handelsrechtlichen- Vorschriften und vermittelt unter-Beachtung dieser- Vorschriften ein den tatsächlichen- Verhältnissen entsprechendes- Bild der-Vermögens-,-Finanz-und-Ertragslagedes-Konzerns.-Der-Konzernlageberichtstehtin-Einklangmit dem-Konzernabschluss, vermittelt ein zutreffendes-Bild von der- Lage des-Konzerns undstelltdie-Chancenund-Risikenderzukünftigen-Entwicklungzutreffenddar.-

Ohne diese- Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die- Ausführungen der- Geschäftsführung im- Konzernlagebericht unter dem-Abschnitt- "II.4.b)- Finanzlage" hin.- Dort ist ausgeführt, dass die- Fortführung der- Muttergesellschaft, der- Tochterunternehmen und des- Konzernsvonder-Durchführungweitererkapital-undliquiditätssichernder-Maßnahmendurchdie-Gesellschafterder-Muttergesellschaftbzw.potenzielle-Investorenabhängigist.-

Berlin,den-21.-August-2015-

KPMG-AG-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft-

Sternberg-Wirtschaftsprüfer-

Dr.-Arbter-Wirtschaftsprüfer-

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