Annual / Quarterly Financial Statement • May 2, 2014
Annual / Quarterly Financial Statement
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| Anhang | 31.12.2012 | 31.12.2011 | |
|---|---|---|---|
| T€ | T€ | ||
| --- | --- | --- | --- |
| A. Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| 1. Vorräte | III.1. | 6.310 | 5.290 |
| 2. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | III.2. | 293 | 762 |
| 3. Forderungen gegen nahestehende Unternehmen | III.3. | 246 | 90 |
| 4. Sonstige kurzfristige Forderungen/ Vermögenswerte | III.4. | 695 | 543 |
| 5. Liquide Mittel | III.5. | 2.487 | 3.711 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 10.031 | 10.396 | |
| B. Langfristige Vermögenswerte | |||
| 1. Geschäfts- oder Firmenwert | III.7. | 2.178 | 2.178 |
| 2. Sonstige immaterielle Vermögenswerte | III.8. | 634 | 768 |
| 3. Sachanlagen | III.9. | 7.762 | 7.667 |
| 4. Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | III.11. | 162 | 275 |
| 5. Aktive latente Steuern | III.12. | 598 | 830 |
| Langfristige Vermögenswerte | 11.334 | 11.718 | |
| Aktiva, gesamt | 21.365 | 22.114 | |
| PASSIVA | |||
| Anhang | 31.12.2012 | 31.12.2011 | |
| T€ | T€ | ||
| A. Kurzfristige Verbindlichkeiten | |||
| 1. Sonstige kurzfristige Rückstellungen | III.13. | 591 | 47 |
| 2. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | III.14. | 320 | 1.181 |
| 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | III.14. | 1.374 | 1.381 |
| 4. Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | III.14. | 2.207 | 2.176 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen | 4.492 | 4.785 | |
| B. Langfristige Verbindlichkeiten | |||
| 1. Rückstellungen für Pensionen | III.17. | 1.849 | 1.779 |
| 2. Sonstige langfristige Rückstellungen | III.13. | 231 | 361 |
| 3. Passive latente Steuern | III.12. | 1.138 | 1.263 |
| 4. Langfristige Finanzverbindlichkeiten | III.14. | 2.879 | 4.388 |
| 5. Sonstige langfristige Verbindlichkeiten | III.14. | 270 | 281 |
| Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 6.367 | 8.072 | |
| C. Eigenkapital | |||
| 1. Gezeichnetes Kapital | III.18. | 8.194 | 8.194 |
| 2. Kapitalrücklagen | III.19. | 1.063 | 1.063 |
| 3. Konzern-Ergebnis | 1.249 | 0 | |
| Eigenkapital | 10.506 | 9.257 | |
| Passiva, gesamt | 21.365 | 22.114 |
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| Anhang | 2012 | 2011 | |
|---|---|---|---|
| T€ | T€ | ||
| --- | --- | --- | --- |
| 1. Umsatzerlöse | IV.1. | 34.140 | 30.628 |
| 2. Sonstige betriebliche Erträge | IV.2. | 647 | 324 |
| 3. Bestandsveränderungen | 589 | -436 | |
| 4. Materialaufwand | -20.456 | -17.592 | |
| 5. Personalaufwand | IV.3. | -9.468 | --8.830 |
| 6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und auf Sachanlagen | IV.4. | -862 | -792 |
| 7. Sonstige betriebliche Aufwendungen | IV.5. | -2.373 | -2.017 |
| 8. Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) | 2.217 | 1.285 | |
| 9. Zinserträge | IV.6. | 14 | 9 |
| 10. Zinsaufwendungen | IV.7. | -296 | -556 |
| 11. Finanzergebnis | -282 | -547 | |
| 12. Ergebnis vor Steuern (EBT) | 1.935 | 738 | |
| 13. Ertragsteuern | IV.8. | -658 | 14 |
| 14. Sonstige Steuern | -28 | -27 | |
| 15. Konzernergebnis | 1.249 | 725 | |
| 16. Ergebnis je Aktie in € | 0,15 | 0,09 |
I. Methoden und Grundsätze
Grundlegende Informationen zur Bilanzierung
1. Informationen zum Unternehmen
Die Delignit AG, Blomberg, mit Sitz im Königswinkel 2 - 6, 32825 Blomberg, Deutschland, ist Muttergesellschaft des DelignitKonzerns. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Lemgo unter der Nummer HRB 5952 eingetragen. Die Delignit AG ist seit dem 26. September 2007 im Entry Standard des Freiverkehrs der Frankfurter Wertpapierbörse unter der WKN AOMZ4B notiert. Die Geschäftstätigkeit der Delignit AG zusammen mit ihren Tochtergesellschaften umfasst die Herstellung und den Vertrieb von Holzwerkstoffen.
Der freiwillig erstellte IFRS Konzernabschluss zum 31. Dezember 2012 wird voraussichtlich am 16. April 2013 durch den Aufsichtsrat der Delignit AG gebilligt und anschließend zur Veröffentlichung freigegeben. Der Abschluss der Delignit AG wird in den Abschluss des Mutterunternehmens, der MBB Industries AG, Berlin, einbezogen.
2. Rechnungslegungsgrundsätze
Grundlagen der Erstellung des Abschlusses
Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2012 ist freiwillig in Ausübung des Wahlrechtes nach § 315a HGB nach den am Abschlussstichtag gültigen International Financial Reporting Standard (IFRS) des International Accounting Standard Boards (IASB), wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Die Bezeichnung IFRS umfasst auch die noch gültigen International Accounting Standards (IAS), die International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie die Interpretationen des Standing Interpretations Committee (SIC) und des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC). Zusätzlich sind die Anforderungen des § 315a HGB berücksichtigt.
Die Delignit AG berücksichtigte alle zum 31. Dezember 2012 verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen.
Anwendung von neuen und geänderten Standards
Folgende, nach EU-Recht im Geschäftsjahr 2012 erstmalig anzuwendende IAS/IFRS/IFRIC beziehungsweise Änderungen dieser Standards haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Delignit AG:
Änderungen des IFRS 7 „Angaben - Übertragung finanzieller Vermögenswerte". Die Änderungen erweitern die Angabeerfordernisse für Transaktionen, die im Zusammenhang mit der Übertragung finanzieller Vermögenswerte stehen, um für eine verbesserte Transparenz hinsichtlich der Darstellung der Risikolage zu sorgen.
Änderung des IAS 1 „Darstellung des Abschlusses". Durch die Änderung wird klargestellt, dass eine Verpflichtung zur Aufstellung einer dritten Bilanz nur dann besteht, wenn sich rückwirkende Anpassungen wesentlich auf die Informationen der dritten Bilanz auswirken. Ferner wird klargestellt, dass Anhangangaben zur dritten Bilanz nicht vorgenommen werden müssen.
Änderung des IAS 12 „Realisierung der zugrunde liegenden Vermögenswerte". Für Zwecke der Erfassung latenter Steuern wird angenommen, dass die wirtschaftlichen Vorteile aus den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, welche entsprechend dem Wahlrecht des IAS 40 zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind, durch den Verkauf realisiert werden. Dies gilt jedoch nur, wenn diese Annahme nicht widerlegt ist.
Der Konzern hat die folgenden neuen und geänderten Standards und Interpretationen, die verabschiedet, aber noch nicht in Kraft getreten sind, nicht vorzeitig angewandt. Die möglichen künftigen Auswirkungen auf den Konzernabschluss werden geprüft.
Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen:
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| IFRS 13 | Bemessung des beizulegenden Zeitwertes |
| IFRS 7 | Änderungen an Angaben - Saldierung finanzieller Vermögenswerte und Schulden |
| IFRS 10 | Änderungen an Konzernabschlüsse |
| IFRS 11 | Änderungen an Gemeinschaftliche Tätigkeiten |
| IFRS 12 | Änderungen an Angabe zu Anteilen an anderen Unternehmen |
| IFRS 10, IFRS 11 | Änderungen an Konzernabschlüsse, Gemeinsame |
| und IFRS 12 | Vereinbarungen und Änderungen an Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen: Übergangsleitlinien |
| IAS 19 (2011) | Leistungen an Arbeitnehmer |
Änderungen an IFRS Jährliche Verbesserungen an den IFRS - Zyklus 2009-2011, außer den Änderungen an IAS 1 IFRIC 20 Abraumkosten in der Produktionsphase einer Tagebaulinie
Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2014 beginnen:
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| IAS 32 | Änderungen an Saldierung finanzieller Vermögenswerte und Schulden |
Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2015 beginnen:
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| IFRS 9 | Finanzinstrumente |
Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7 Zeitpunkt der verpflichtenden Anwendung von IFRS 9
und Angaben bezüglich des Übergangs
Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2013 beginnen. In der EU wird die Erstanwendung aller Voraussicht nach erst für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2014 beginnen, verpflichtend sein:
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| IFRS 10 | Konzernabschlüsse |
| IFRS 11 | Gemeinsame Vereinbarung |
| IFRS 12 | Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen |
| IAS 27 (2011) | Einzelabschlüsse |
| IAS 28 (2011) | Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures |
3. Konsolidierung
Konsolidierungskreis
Der konsolidierte Abschluss umfasst die Delignit AG sowie die nachfolgenden Tochter- und Enkelgesellschaften:
Hausmann Verwaltungsgesellschaft mbH, Blomberg (100,0 %)
Blomberger Holzindustrie B. Hausmann GmbH & Co. KG, Blomberg (100,0 %)
Des Weiteren bestehen noch direkte Beteiligungen an den im Jahr 2010 entkonsolidierten rumänischen Gesellschaften
| S.C. Cildro Plywood S.R.L., Rumänien (49,0 % - at equity) und S.C. Cildro S.A., Rumänien (42,9 % - at equity). |
Darüber hinaus hält die Delignit AG indirekt über die S.C. Cildro S.A. 42,9 % der Anteile an der S.C. Cildro Service S.R.L. (at equity).
Konsolidierungsgrundsätze
Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens, der Delignit AG.
Abschlussstichtag der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen ist der 31. Dezember des jeweils geltenden Geschäftsjahres.
Die Vollkonsolidierung der Tochterunternehmen beginnt zu dem Zeitpunkt, zu dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht, und endet, wenn diese Beherrschungsmöglichkeit nicht mehr gegeben ist.
Die Kapitalkonsolidierung wird nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3 durchgeführt. Nach dieser Methode werden die Anschaffungskosten der erworbenen Anteile mit dem auf das Mutterunternehmen entfallenden Anteil am Eigenkapital des erworbenen Tochterunternehmens zum Erwerbszeitpunkt verrechnet. Dabei werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden zu ihrem Zeitwert angesetzt und in die Konzernbilanz übernommen. Ein Überschuss der Anschaffungskosten über den Zeitwert des auf den Konzern entfallenden Reinvermögens wird als Firmenwert aktiviert.
Ist der Zeitwert des auf die Delignit AG entfallenden Reinvermögens höher als die Anschaffungskosten der Anteile, ergibt sich ein passivischer Unterschiedsbetrag. Sollte ein solcher nach einer erneuten Überprüfung der Kaufpreisverteilung bzw. Bestimmung der Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden verbleiben, so ist dieser sofort erfolgswirksam zu erfassen.
Aufwendungen, Erträge, Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den vollkonsolidierten Gesellschaften sowie Zwischengewinne aus konzerninternen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen werden eliminiert. Auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge werden latente Steuern abgegrenzt.
II. Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
1. Allgemeines
Die Bilanz wurde nach kurz- und langfristigen Vermögenswerten und Schulden strukturiert. Die Gesamtergebnisrechnung wird zur Ermittlung des Konzernjahresergebnisses nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
2. Berichtswährung
Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt, da den überwiegenden Konzerntransaktionen diese Währung zugrunde liegt. Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte entsprechend kaufmännischer Rundung auf Tausend Euro (T€) auf- oder abgerundet. Die Betragsangaben erfolgen in Euro (€) und Tausend Euro (T€).
3. Fremdwährungsumrechnung
Jedes Unternehmen innerhalb des Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest. Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet. Fremdwährungstransaktionen werden zunächst zu dem am Tag des Geschäftsvorfalls gültigen Kassakurs in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter Verwendung des Stichtagskurses in die funktionale Währung umgerechnet. Alle Währungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Nicht-monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet wurden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet.
4. Immaterielle Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 dann angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass der Gesellschaft der künftige wirtschaftliche Nutzen aus dem Vermögenswert zufließen wird und die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Vermögenswertes zuverlässig gemessen werden können.
Immaterielle Vermögenswerte, die nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden bei Zugang mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten eines immateriellen Vermögenswertes, der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurde, entsprechen dem beizulegenden Zeitwert im Erwerbszeitpunkt.
Für Zwecke der Folgebewertung werden immaterielle Vermögenswerte mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt, abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen (ausgewiesen in den Abschreibungen). Immaterielle Vermögenswerte (ohne Firmenwerte) werden linear über ihre geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben. Der Abschreibungszeitraum und die Abschreibungsmethode werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft.
Der Konzern verfügt mit Ausnahme der Firmenwerte über keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer.
Beträge, die für den Kauf von gewerblichen Schutzrechten und Lizenzrechten gezahlt wurden, werden aktiviert und anschließend über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben.
Die Anschaffungskosten neuer Software werden aktiviert und als ein immaterieller Vermögenswert behandelt, sofern diese Kosten kein integraler Bestandteil der zugehörigen Hardware sind. Software wird über einen Zeitraum von bis zu 3 Jahren linear abgeschrieben.
Kosten, die entstanden sind, um den zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen, den die Gesellschaft ursprünglich erwartet hatte, wiederherzustellen oder zu bewahren, werden als Aufwand erfasst.
Gewinne und Verluste aus dem Abgang immaterieller Vermögenswerte werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert abgeht, erfolgswirksam erfasst.
Kosten für Forschung werden in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand erfasst.
Kosten für Entwicklungstätigkeiten bei Projekten werden beim kumulativen Vorliegen der folgenden Kriterien als immaterielle Vermögenswerte aktiviert. Es muss die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des Projekts gegeben sein. Die Absicht und die Fähigkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswertes sowie dessen Nutzung bzw. des Verkaufs müssen gegeben sein. Eine Aktivierung erfolgt, wenn davon ausgegangen wird, dass mit dem immateriellen Vermögenswert voraussichtlich ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen erzielt wird. Darüber hinaus verfügt die Delignit AG über die technischen, finanziellen und sonstigen Ressourcen, um die Entwicklungsarbeiten abzuschließen, und es besteht die Fähigkeit der verlässlichen Bestimmung der dem Projekt direkt zurechenbaren Ausgaben.
Bei Nichterfüllung der Kriterien erfolgt eine Erfassung der Entwicklungsausgaben als Aufwand in der Periode, in der sie entstehen.
5. Geschäfts- und Firmenwert
Geschäfts- und Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen ergeben sich als Residualgröße aus dem Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses über den Anteil des Konzerns an den beizulegenden Zeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens.
Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich entsprechend den Regelungen des IAS 36 auf ihre Werthaltigkeit mittels eines Impairmenttests überprüft und gegebenenfalls außerplanmäßig abgeschrieben.
Zum Zweck des Wertminderungstests wird der im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- und Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet.
6. Sachanlagen
Sachanlagen werden zu ihren Anschaffungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und kumulierten Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Werden Gegenstände des Sachanlagevermögens veräußert oder verschrottet, werden die entsprechenden Anschaffungskosten sowie die kumulierten Abschreibungen ausgebucht; ein realisierter Gewinn oder Verlust aus dem Abgang wird in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen.
Die Anschaffungskosten einer Sachanlage umfassen den Kaufpreis und weitere im Zusammenhang mit dem Erwerb anfallende nicht erstattungsfähige Erwerbsteuern sowie alle direkt zurechenbaren Kosten, die anfallen, um den Vermögenswert an seinen Standort und in einen betriebsbereiten Zustand für seine vorgesehene Verwendung zu bringen. Nachträgliche Ausgaben wie Wartungs- und Instandhaltungskosten, die entstehen, nachdem die Vermögenswerte des Anlagevermögens in Betrieb genommen wurden, werden in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand erfasst. Wenn es wahrscheinlich ist, dass Ausgaben dazu führen, dass dem Unternehmen über die ursprünglich bemessene Ertragskraft des vorhandenen Vermögenswertes hinaus ein zusätzlicher künftiger wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird, werden die Ausgaben als nachträgliche Anschaffungskosten der Sachanlagen aktiviert.
Die Bewertung von im Rahmen von Unternehmenserwerben neu identifizierten Vermögenswerten erfolgt zum im Erwerbszeitpunkt ermittelten Zeitwert (Marktwert), die in den Folgeperioden planmäßig abgeschrieben werden.
Abschreibungen werden linear über die erwartete wirtschaftliche Nutzungsdauer unter Annahme eines Restwertes von 0,00 € berechnet.
Für die einzelnen Anlagegruppen werden folgende geschätzte Nutzungsdauern herangezogen:
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| Gebäude- und Außenanlagen: | 10 bis 25 Jahre |
| Computer Hardware: | 3 Jahre |
| Sonstige Büroausstattung: | 5 bis 13 Jahre |
| Technische Anlagen und Maschinen: | 10 bis 12 Jahre |
Die Nutzungsdauer, die Abschreibungsmethode für Sachanlagen sowie die Restwerte werden periodisch überprüft.
Die Werthaltigkeit der Sachanlagen wird regelmäßig ggf. auf Basis von zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units) überprüft. Sofern erforderlich werden entsprechende Wertberichtigungen gemäß IAS 36 vorgenommen.
7. Bilanzierung der Leasingverhältnisse
Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasinggeschäft ist oder enthält, wird auf Basis des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung getroffen und erfordert eine Einschätzung, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswertes oder bestimmter Vermögenswerte abhängig ist und ob die Vereinbarung ein Recht auf die Nutzung des Vermögenswertes einräumt.
Die Delignit AG tritt nicht als Leasinggeber auf.
Vermögenswerte aus Finanzierungs-Leasingverträgen, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen an dem übertragenen Vermögenswert auf die Delignit AG übertragen werden, werden zu Beginn des Leasingverhältnisses zum beizulegenden Zeitwert des Leasinggegenstandes oder mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen, sofern dieser Wert niedriger ist, aktiviert. Die Vermögenswerte werden planmäßig über den kürzeren der beiden Zeiträume aus der Laufzeit des Leasingverhältnisses oder der wirtschaftlichen Nutzungsdauer des Leasingobjekts abgeschrieben. Leasingzahlungen werden so in ihre Bestandteile Finanzierungsaufwendungen und Tilgung der Leasingschuld aufgeteilt, dass der verbleibende Restbuchwert der Leasingschuld mit einem konstanten Zinssatz verzinst wird. Die verbleibenden Leasingverpflichtungen zum Bilanzstichtag werden entsprechend ihrer Fristigkeit gesondert in der Bilanz ausgewiesen. Leasingzahlungen für Operating-Leasingverhältnisse werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht.
8. Wertminderung von Vermögenswerten
Im Geschäftsjahr 2012 sind keine Wertminderungen bei langfristigen Vermögenswerten eingetreten.
9. Fremdkapitalkosten
Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind, es sei denn, die Fremdkapitalkosten fallen für den Erwerb, den Bau oder die Herstellung qualifizierter Vermögenswerte an. In dem Fall werden die Fremdkapitalkosten den Herstellungskosten dieser Vermögenswerte hinzugerechnet. Im Geschäftsjahr wurden qualifizierte Vermögenswerte weder erworben noch produziert.
10. Vorräte
Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt (Nettoveräußerungswert abzüglich notwendiger Vertriebskosten). Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie bezogene Waren werden zu Anschaffungskosten nach der Durchschnittspreismethode oder zu niedrigeren Marktpreisen am Bilanzstichtag bewertet. In die Herstellungskosten der unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind neben den Kosten für Fertigungsmaterial und Fertigungslöhne auch anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten unter Annahme einer Normalauslastung eingerechnet. Für Bestandsrisiken aus der Lagerdauer und einer verminderten Verwertbarkeit wurden angemessene Wertabschläge vorgenommen.
11. Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte umfassen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zum Rechnungsbetrag abzüglich einer bonitätsbedingten Wertberichtigung bilanziert. Eine Wertberichtigung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird vorgenommen, wenn wahrscheinlich ist, dass nicht der gesamte Betrag der ursprünglichen Rechnungsstellung eingefordert werden kann. Die Höhe der Wertberichtigung entspricht dem Nominalwert abzüglich des erzielbaren Betrags, der dem Barwert der erwarteten Geldzuflüsse entspricht. Der Barwert der erwarteten künftigen Cashflows wird mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen Vermögenswertes abgezinst. Der Buchwert des finanziellen Vermögenswertes wird unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert, und der Wertminderungsverlust wird erfolgswirksam erfasst. Aufgrund der Kurzfristigkeit der finanziellen Vermögenswerte bestand kein Abzinsungsbedarf.
12. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte
Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte werden mit ihrem Nennbetrag angesetzt und, wenn sie mit erkennbaren Risiken behaftet sind, einzelwertberichtigt.
13. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
In der Bilanz abgebildete Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen den Kassenbestand, Bankguthaben sowie kurzfristige Einlagen mit einer Laufzeit von weniger als drei Monaten.
Der Finanzmittelfonds in der Konzern-Kapitalflussrechnung wird entsprechend der obigen Definition abgegrenzt.
14. Rückstellungen
Eine Rückstellung wird dann ausgewiesen, wenn die Delignit AG eine gegenwärtige (gesetzliche oder faktische) Verpflichtung auf Grund eines vergangenen Ereignisses besitzt, es wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung zu einem Abfluss von Mitteln führt, die einen wirtschaftlichen Vermögenswert darstellen, und wenn eine zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtung vorgenommen werden kann. Sofern die Delignit AG für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet, wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert erfasst, sofern der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist. Der Aufwand aus der Bildung der Rückstellung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung abzüglich der Erstattung ausgewiesen.
Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft, an die gegenwärtig beste Schätzung angepasst und grundsätzlich mit dem Barwert angesetzt. Wenn der entsprechende Zinseffekt wesentlich ist, entspricht der Rückstellungsbetrag dem Barwert der zur Erfüllung der Verpflichtung voraussichtlich notwendigen Ausgaben. Die den Zeitablauf widerspiegelnde Erhöhung der Rückstellung wird bei den Fremdkapitalkosten erfasst.
Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Die Pensionsverpflichtungen werden nach IAS 19 bewertet. Die Pensionszusagen werden hierbei als „defined benefit plan" angesehen und daher mittels der „projected unit credit method" versicherungsmathematisch bewertet. Dabei wurde ein Rechnungszins von 3,5 0/0 (Vj. 4,8 %) zu Grunde gelegt. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste werden in jeder Periode erfolgswirksam erfasst.
16. Finanzielle Verbindlichkeiten
Darlehen und andere langfristige Verbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert unter Einbeziehung der mit der Kreditaufnahme direkt verbundenen Transaktionskosten bewertet.
Nach der erstmaligen Erfassung werden die verzinslichen Darlehen und langfristige Verbindlichkeiten unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht werden sowie im Rahmen von Amortisationen. Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen passiviert.
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten sind mit ihrem Rückzahlungs- oder Erfüllungsbetrag angesetzt; langfristige finanzielle Verbindlichkeiten werden mit jeweils entsprechend abgezinsten Beträgen ausgewiesen.
17. Ertragsrealisierung
Erträge werden realisiert, wenn es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen der Delignit AG zufließen wird und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann. Erträge werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung abzüglich gewährter Skonti und Rabatte sowie der Umsatzsteuer oder anderer Abgaben bewertet. Darüber hinaus setzt die Ertragsrealisierung die Erfüllung nachfolgend aufgelisteter Ansatzkriterien voraus:
Verkauf von Waren und Erzeugnissen
Erträge werden erfasst, wenn die mit dem Eigentum an den verkauften Waren und Erzeugnissen verbundenen maßgeblichen Chancen und Risiken auf den Käufer übergegangen sind. Dies tritt in der Regel mit Lieferung der Waren und Erzeugnisse ein.
Zinserträge
Zinserträge werden erfasst, wenn die Zinsen entstanden sind (unter Verwendung des Effektivzinssatzes, d.h. des Kalkulationszinssatzes, mit dem geschätzte künftige Zahlungsmittelzuflüsse über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswertes abgezinst werden).
Steuern
Tatsächliche Ertragsteuern
Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende Periode und frühere Perioden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung werden Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten.
Latente Steuern
Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der Verbindlichkeitsmethode auf zum Bilanzstichtag bestehende temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswertes bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz.
Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst, mit Ausnahme der latenten Steuerschuld aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- und Firmenwertes oder eines Vermögenswertes oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst.
Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen und nicht genutzten Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können, mit Ausnahme von latenten Steueransprüchen aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswertes oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall entstehen, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst.
Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.
Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, voraussichtlich Gültigkeit erlangen werden. Dabei werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten. Zukünftige Steuersatzänderungen sind am Bilanzstichtag zu berücksichtigen, sofern materielle Wirksamkeitsvoraussetzungen im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens erfüllt sind.
Latente Steuern werden als Steuerertrag oder -aufwand in der Gesamtergebnisrechnung erfasst, es sei denn, sie betreffen erfolgsneutral unmittelbar im Eigenkapital erfasste Posten; in diesem Fall werden die latenten Steuern ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Eventualschulden und Eventualforderungen
Eventualschulden sind entweder mögliche Verpflichtungen, die zu einem Abfluss von Ressourcen führen können, oder gegenwärtige Verpflichtungen, die nicht die Ansatzkriterien einer Schuld erfüllen. Sie werden im Anhang separat angegeben, außer wenn die Möglichkeit eines Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen sehr unwahrscheinlich ist. Es bestehen neben den Haftungsverhältnissen keine Eventualschulden.
Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen werden Eventualschulden nach IFRS 3.37 passiviert, wenn der beizulegende Zeitwert verlässlich ermittelt werden kann.
Eventualforderungen werden im Abschluss nicht angesetzt. Sie werden jedoch im Anhang angegeben, wenn der Zufluss wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist.
Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen
Für die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS müssen teilweise Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden. Diese haben Einfluss auf die ermittelten Beträge von Vermögenswerten, Schulden und finanziellen Verpflichtungen zum Bilanzstichtag sowie auf den Ausweis von Aufwendungen und Erträgen. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von diesen Schätzungen abweichen.
Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten, auf Grund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, werden nachstehend erläutert.
Wertminderung von nicht finanziellen Vermögenswerten
Der Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung nicht finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich sowie bei Vorliegen entsprechender Anhaltspunkte auf Wertminderung überprüft. Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte werden auf Werthaltigkeit untersucht, wenn Hinweise vorliegen, dass der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt. Zur Ermittlung des Nutzungswertes schätzt das Management die voraussichtlichen künftigen Cashflows des Vermögenswertes oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit und wählt einen angemessenen Abzinsungssatz, um den Barwert dieser Cashflows zu ermitteln.
Aktive latente Steuern
Für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und auf aktive temporäre Differenzen werden aktive latente Steuern in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, so dass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der aktiven latenten Steuern ist eine wesentliche Ermessensausübung der Unternehmensleitung bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich.
Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Der Aufwand aus leistungsorientierten Plänen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird anhand von versicherungsmathematischen Berechnungen ermittelt. Die versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage von Annahmen zu Abzinsungssätzen, erwarteten Erträgen aus Planvermögen, künftigen Lohn- und Gehaltssteigerungen, Sterblichkeit und den künftigen Rentensteigerungen. Entsprechend der langfristigen Ausrichtung dieser Pläne unterliegen solche Schätzungen wesentlichen Unsicherheiten.
Rückstellungen
Der Ansatz und die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgt auf Basis einer Einschätzung der Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Nutzenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und der zum Bilanzstichtag bekannten Umstände. Die tatsächliche Verpflichtung kann von den zurückgestellten Beträgen abweichen.
III. Erläuterungen zur Konzernbilanz
Kurzfristige Vermögenswerte
1. Vorräte
Die Vorräte gliedern sich wie folgt:
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| 31.12.2012 | 31.12.2011 | |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 2.025 | 1.594 |
| Unfertige Erzeugnisse | 1.909 | 1.495 |
| Fertige Erzeugnisse | 2.376 | 2.201 |
| Buchwert zum 31.12. | 6.310 | 5.290 |
Die im Berichtsjahr vorgenommenen Wertminderungen auf Vorräte betrugen 416 T€ (Vj. 563 T€) und werden unter den Materialaufwendungen erfasst. Wertaufholungen wurden in der Berichtsperiode und der Vorperiode nicht vorgenommen.
2. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Der Gesamtbetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist innerhalb eines Jahres fällig. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden je nach Bedarf einzelwertberichtigt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entwickelten sich wie folgt:
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| 31.12.2012 | 31.12.2011 | |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 308 | 786 |
| abzüglich Einzelwertberichtigungen | -15 | -24 |
| Buchwert zum 31.12. | 293 | 762 |
Eine nennenswerte Konzentration des Kreditrisikos besteht nicht.
3. Forderungen gegen nahe stehende Unternehmen
Die Forderungen gegen nahe stehende Unternehmen in Höhe von 246 T€ bestehen gegenüber der Cildro Plywood S.R.L in Höhe von 115 T€ und gegenüber der OBO Werke GmbH & Co. KG in Höhe von 131 T€.
4. Sonstige kurzfristige Forderungen/Vermögenswerte
Die sonstigen kurzfristigen Forderungen/Vermögenswerte gliedern sich wie folgt:
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| 31.12.2012 | 31.12.2011 | |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| Forderung aus Factoring | 462 | 456 |
| Erstattungsansprüche Energiesteuer | 100 | 49 |
| Forderungen gegen Dritte | 69 | 24 |
| Transitorische Rechnungsabgrenzungsposten | 33 | 8 |
| Übrige sonstige Vermögenswerte | 31 | 6 |
| Buchwert zum 31.12. | 695 | 543 |
5. Liquide Mittel
Die liquiden Mittel bestehen aus täglich verfügbaren Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbeständen. Langfristige Vermögenswerte
6. Anlagevermögen
Die Entwicklung des Geschäfts- oder Firmenwertes, der sonstigen immateriellen Vermögenswerte, der Sachanlagen und der sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte ist aus dem Anlagenspiegel (Anlage 3b) ersichtlich.
7. Konzern - Geschäfts- oder -firmenwert
Der zum Bilanzstichtag ausgewiesene Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 2.178 T€ resultiert aus der Konsolidierung des Erwerbs der Kommanditanteile der Blomberger Holzindustrie B. Hausmann GmbH & Co. KG.
Der Geschäfts- oder Firmenwert wurde für Zwecke des Impairment-Tests der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) Sperrholz zugeordnet.
Grundlage der Impairment-Tests zur Bestimmung des erzielbaren Betrags war der Nutzungswert der ZGE, deren Berechnungen auf prognostizierten Erträgen aus einer vom Vorstand beschlossenen Fünfjahresplanung abgeleitet wurde. Bei der Ermittlung der Planzahlen wurden gegenwärtige und zukünftige Wahrscheinlichkeiten, Erfahrungswerte, die erwartete wirtschaftliche Entwicklung und sonstige Umstände berücksichtigt. Für das Normjahr (ewige Rente) wurden die Planzahlen des letzten Planjahres angesetzt. Als Diskontierungssatz wurden (wie im Vorjahr) 12,0 % verwendet, auf die Berücksichtigung eines möglichen Wachstums im Normjahr wurde aus Vorsichtsgründen verzichtet.
Die durchgeführten Impairment-Tests führten nicht zu einer Wertminderung bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Aus Sicht des Vorstands führen vernünftigerweise denkbare Änderungen der Grundannahmen nicht dazu, dass der Buchwert den erzielbaren Betrag der ZGE übersteigt.
8. Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Die immateriellen Vermögenswerte enthalten im Wesentlichen aktivierte Entwicklungskosten, entgeltlich erworbene Software sowie gewerbliche Schutzrechte und Patente. Die Bewertung erfolgt mit den historischen Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen. Bei der planmäßigen Abschreibung werden die entgeltlich erworbenen und gewerblichen Schutzrechte planmäßig über 3 Jahre abgeschrieben.
9. Sachanlagen
Die Sachanlagen setzen sich aus entgeltlich erworbenen Grundstücken und Gebäuden, Maschinen, maschinelle Anlagen, Betriebs-und Geschäftsausstattung sowie geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau zusammen.
Finance Lease
Folgende Vermögenswerte werden im Rahmen von Finance-Leasingverhältnissen genutzt:
Die Vermögenswerte wurden zum Restwert erworben und in das Anlagevermögen überführt. Es wurden keine neuen FinanceLeasingverträge abgeschlossen. Zahlungsverpflichtungen aus Finance-Leasingverhältnisse waren zum Stichtag nicht vorhanden.
10. Verpflichtungen aus Operating Leasing und Mietverträgen
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| 31.12.2012 | 31.12.2011 | |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| Mindestleasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen in Folgejahren | 126 | 150 |
| Zum Bilanzstichtag hat der Konzern offene Verpflichtungen aus unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen, die wie folgt fällig sind | ||
| Bis zu einem Jahr | 69 | 70 |
| Mehr als ein Jahr und bis zu fünf Jahren | 57 | 80 |
| Über fünf Jahre | 0 | 0 |
| Mindestmietzahlungen in Folgejahren | 96 | 109 |
| Zum Bilanzstichtag hat der Konzern offene Verpflichtungen aus Mietverhältnissen, die wie folgt fällig sind | ||
| Bis zu einem Jahr | 96 | 109 |
| Mehr als ein Jahr und bis zu fünf Jahren | 0 | 0 |
| Über fünf Jahre | 0 | 0 |
Die Operating-Leasingvereinbarungen beziehen sich auf verschiedene Kraftfahrzeuge für das Management und den Außendienst sowie Flurfahrzeuge für den Produktionsbereich. Die Leasingverhältnisse werden mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 3 bis 5 Jahren abgeschlossen. Verlängerungs- oder Kaufoptionen am Ende der Mietzeit bestehen nicht.
11. Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte
Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte enthalten ausschließlich einen verzinslichen Geldmarkt-Fonds in Euro zur Absicherung der Altersteilzeitverpflichtungen.
12. Latente Steuern
Der Bestand an aktiven und passiven latenten Steuern nach Bilanzpositionen zum 31. Dezember 2012 ergibt sich aus der nachfolgenden Aufstellung:
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| 31.12.2012 | 31.12.2012 | |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| aktiv | passiv | |
| --- | --- | --- |
| Latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge | 249 | 0 |
| Latente Steuern aufgrund temporärer Differenzen | ||
| - Pensionsrückstellungen/Altersteilzeit | 344 | 0 |
| - sonstige Rückstellungen | 5 | 12 |
| - Anlagevermögen | 0 | 1.126 |
| 598 | 1.138 |
Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, soweit sie zukünftigen Belastungen oder Minderungen derselben Steuerpflichtigen gegenüber derselben Steuerbehörde zuzuordnen sind.
Der Bestand an aktiven latenten und passiven latenten Steuern nach Bilanzpositionen zum 31. Dezember 2011 wurde wie folgt ausgewiesen:
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| 31.12.2011 | 31.12.2011 | |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| aktiv | passiv | |
| --- | --- | --- |
| Latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge | 900 | 0 |
| Latente Steuern aufgrund temporärer Differenzen | ||
| - Pensionsrückstellungen/Altersteilzeit | 313 | 0 |
| - sonstige Rückstellungen | 0 | 38 |
| - Anlagevermögen | 0 | 1.097 |
| 1.213 | 1.135 |
Auf die aufgelaufenen Verlustvorträge der Blomberger Holzindustrie wurden im Jahr 2010 latente Steuern in Höhe von 511 T€ aktiviert. Da die Verlustvorträge nicht der Gesellschaft sondern den Gesellschaftern zuzuordnen waren, sind mit dem Ausscheiden des letzten Gesellschafters im Jahr 2011 die Verlustvorträge zu berichtigen. Der Bilanzansatz der latenten Steuern ist deshalb für das Jahr 2011 wie folgt geändert worden:
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| 31.12.2011 | 31.12.2011 | |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| Aktiv | Passiv | |
| --- | --- | --- |
| Latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge | 517 | 0 |
| Latente Steuern aufgrund temporärer Differenzen | ||
| - Pensionsrückstellungen/Altersteilzeit | 313 | 0 |
| - sonstige Rückstellungen | 0 | 166 |
| - Anlagevermögen | 0 | 1.097 |
| 830 | 1.263 |
13. Rückstellungen
Die kurz- und langfristigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt
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| Stand | Kursschwankungen | Verbrauch | Auflösung | Zuführung | Stand | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1.1.2012 | 31.12.2012 | |||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Langfristige Rückstellungen | ||||||
| Jubiläen | 27 | 0 | 3 | 0 | 3 | 27 |
| Altersteilzeit | 334 | 0 | 142 | 0 | 12 | 204 |
| 361 | 0 | 145 | 0 | 15 | 231 | |
| Steuerrückstellungen | ||||||
| Gewerbesteuer | 0 | 0 | 0 | 0 | 413 | 413 |
| Körperschaftsteuer | 0 | 0 | 0 | 0 | 169 | 169 |
| Sonstige | 0 | 0 | 0 | 0 | 9 | 9 |
| 0 | 0 | 0 | 0 | 591 | 591 | |
| Kurzfristige Rückstellungen | ||||||
| Übrige | 47 | 0 | 0 | 47 | 0 | 0 |
| 47 | 0 | 0 | 47 | 0 | 0 | |
| 408 | 0 | 145 | 47 | 606 | 822 | |
| Stand 01.01.2011 | Kursschwankungen | Verbrauch | Auflösung | Zuführung | Stand 31.12.2011 | |
| T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | T€ | |
| Langfristige Rückstellungen | ||||||
| Jubiläen | 24 | 0 | 2 | 0 | 5 | 27 |
| Altersteilzeit | 459 | 0 | 197 | 0 | 72 | 334 |
| 483 | 0 | 199 | 0 | 77 | 361 | |
| Kurzfristige Rückstellungen | ||||||
| Übrige | 77 | 0 | 70 | 0 | 40 | 47 |
| 77 | 0 | 70 | 0 | 40 | 47 | |
| 560 | 0 | 269 | 0 | 117 | 408 |
Die Jubiläumsrückstellung wird gebildet für rechtlich zugesagte Leistungen an Arbeitnehmer. Nach 10-, 25-, 30-, 40-jähriger bzw. 50-jähriger Betriebszugehörigkeit besteht ein Anspruch der Arbeitnehmer auf eine monetäre Zuwendung.
Mit 7 Arbeitnehmern sind Altersteilzeitverhältnisse nach dem Blockmodell vereinbart. Danach erbringt der Arbeitnehmer in der Beschäftigungsphase die volle Arbeitsleistung und ist in der Freistellungsphase vollständig von der Arbeitspflicht befreit. Die Rückstellung beinhaltet den während der Beschäftigungsphase aufgebauten Erfüllungsrückstand des Konzerns.
Eventualschulden liegen zum Bilanzstichtag nicht vor.
14. Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten weisen folgende Fristigkeiten auf:
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| 31. Dezember 2012 | bis einem Jahr | mehr als ein und bis zu fünf Jahren | über fünf Jahre | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| T€ | T€ | T€ | T€ | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Finanzverbindlichkeiten | 320 | 2.001 | 878 | 3.199 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und | ||||
| Leistungen | 1.374 | 0 | 0 | 1.374 |
| Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter | 1.041 | 0 | 0 | 1.041 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 1.166 | 0 | 270 | 1.436 |
| Stand 31.12.2012 | 3.901 | 2.001 | 1.148 | 7.050 |
| 31. Dezember 2011 | bis einem Jahr | mehr als ein und bis zu fünf Jahren | über fünf Jahre | Gesamt |
| T€ | T€ | T€ | T€ | |
| Finanzverbindlichkeiten | 1.181 | 4.388 | 0 | 5.569 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.381 | 0 | 0 | 1.381 |
| Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter | 1.260 | 0 | 0 | 1.260 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 916 | 0 | 281 | 1.197 |
| Stand 31.12.2011 | 4.738 | 4.388 | 281 | 9.407 |
Die Finanzverbindlichkeiten werden zu Zinssätzen zwischen 4,0 % und 5,5 % (Vj: 3,9 % und 6,8 %) verzinst. Als Sicherheiten wurden Grundstücke und Gebäude, technische Anlagen und Maschinen sowie Vorräte und Forderungen verpfändet. Der Buchwert der verpfändeten Vermögenswerte beträgt zum Abschlussstichtag 14.365 TC (Vj. 13.719 TC).
15. Rückstellung mit Verbindlichkeitscharakter
Die Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter enthalten u.a. Rückstellungen für Löhne und Gehälter (326 TC), ausstehende Rechnungen (210 TC), Boni (159 TC), Werbekostenzuschüsse (121 TC), Urlaubsansprüche (113 TC), Abschluss und Prüfungskosten (33 TC) sowie sonstige Rückstellungen (79 TC). Diese Positionen gleichen von ihrem Charakter her eher Verbindlichkeiten als Rückstellungen, deshalb erfolgte ihre Umgliederung aus den Rückstellungen in die Verbindlichkeiten.
16. Sonstige Verbindlichkeiten
Der Ausweis der kurzfristigen und langfristigen Verbindlichkeiten beinhaltet:
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| 31.12.2012 | 31.12.2011 | |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| Kurzfristig | ||
| Kreditorische Debitoren | 558 | 59 |
| Löhne und Gehälter | 286 | 268 |
| Lohnsteuer | 222 | 192 |
| Umsatzsteuer | 53 | 274 |
| Übrige | 48 | 41 |
| Gewerbesteuer | 0 | 82 |
| 1.167 | 916 | |
| Langfristig | ||
| Unterstützungskasse | 270 | 281 |
| Sonstige | 0 | 0 |
| 1.437 | 1.197 |
17. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die betriebliche Altersversorgung besteht gegenüber ehemaligen Kommanditisten und Geschäftsführern der Blomberger Holzindustrie.
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| 31.12.2012 | 31.12.2011 | |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| Pensionsrückstellungen zum Beginn des Geschäftsjahres | 1.779 | 1.796 |
| - Inanspruchnahme | -256 | -255 |
| + Zuführung zu Rückstellung (interest cost) | 79 | 78 |
| -/+ versicherungsmathematische Gewinne / Verluste | 247 | 160 |
| Pensionsrückstellungen am Ende des Geschäftsjahres | 1.849 | 1.779 |
Folgende versicherungsmathematischen Annahmen wurden zu Grunde gelegt:
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| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| Rechnungszins | 3,50 | 4,80 |
| Rententrend | 2,00 | 2,00 |
Die Verbindlichkeiten entsprechen der Verpflichtung (DBO). Die Leistungspläne sind nicht kapitalgedeckt.
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen (-) und Erträge (+) stellen sich wie folgt dar:
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| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| Zuführung zu Rückstellung (interest cost) | -79 | -78 |
| versicherungsmathematische Verluste / Gewinne | -247 | -160 |
| -326 | -238 |
Die erwarteten Pensionszahlungen aus den Pensionsplänen für das Jahr 2013 betragen 228 T€.
Darüber hinaus besteht eine Unterstützungskasse. Das Versorgungswerk wurde zum 30. Mai 1994 geschlossen. Die entsprechenden Verpflichtungen werden unter den sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Eigenkapital
18. Gezeichnetes Kapital
Als gezeichnetes Kapital wird das Grundkapital der Delignit AG ausgewiesen. Das gezeichnete Eigenkapital in Höhe von 8.193.900,00 € ist aufgeteilt in 8.193.900 auf den Inhaber lautende Stückaktien (Aktien ohne Nennbetrag) mit einem jeweils rechnerischen Anteil von 1,00 € am Grundkapital der Gesellschaft.
Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 17. August 2011 ist der Vorstand unter Aufhebung der teilweise noch nicht durch die Kapitalerhöhung vom 08. November 2010 ausgenutzten Ermächtigung gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung vom 07. Juli 2010 (genehmigtes Kapital 2010) ermächtigt worden, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 06. August 2016 einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt 4.096.950,00 € gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien (Aktien ohne Nennbetrag) zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2011).
Bezüglich der Entwicklung des Eigenkapitals verweisen wir auf die gesonderte Anlage „Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für 2012" zu diesem Anhang.
Die Geschäftsanteile werden wie folgt gehalten:
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| MBB Industries AG: | 76,1 % |
| Streubesitz: | 23,9 % |
Des Weiteren wurde die Gesellschaft durch Beschluss der Hauptversammlung vom 07. Juli 2010 dazu ermächtigt, ab dem 08. Juli 2010 bis zum 06. Juli 2015 eigene Aktien zu erwerben und zu verkaufen, und zwar bis zur Höhe von 10 % des Grundkapitals. Auf diesen Betrag wird der rechnerische Anteil am Grundkapital von Aktien angerechnet, die ab dem 08. Juli 2010 bei der Ausnutzung des genehmigten Kapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden oder seither von Options- oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten aus Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen bezogen werden können, soweit bei deren Begebung das Bezugsrecht der Aktionäre entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen wird.
Ebenfalls wurde in der Hauptversammlung der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats ermächtigt, bis zum 06. Juli 2015 auf den Inhaber und/oder Namen lautende Wandelschuldverschreibungen und/oder Optionsschuldverschreibungen mit einem Gesamtbetrag von bis zu 62.075.000,00 € mit einer Laufzeit von längstens zehn Jahren auszugeben und den Gläubigern der Schuldverschreibungen Wandlungsrechte auf neue Inhaber Stückaktien der Delignit AG mit einem Anteil am Grundkapital von bis zu insgesamt 3.103.750,00 € einzuräumen. Hierzu wird das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 3.103.750,00 € bedingt erhöht (bedingtes Kapital 2010).
19. Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage beinhaltet den Nettoemissionserlös aus der am 26. September 2007 durchgeführten Kapitalerhöhung im Rahmen der Erstnotiz im Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse in Höhe von 5.250 T€. Mit der Kapitalrücklage wurden die IPO-Kosten in Höhe von 442 T€ verrechnet. Außerdem enthält die Kapitalrücklage das Agio aus dem Erwerb von 18,3 % der Kommanditanteile der Blomberger Holzindustrie B. Hausmann GmbH & Co. KG in Höhe von 2.516 T€. Mit der am 08. November 2010 beschlossenen Kapitalerhöhung wurde ein das Grundkapital übersteigender Emissionserlös in Höhe von 198 T€ abzüglich der Aufwendungen für die Kapitalerhöhung von 41 T€ der Kapitalrücklage zugeführt. Mit Beschluss des Vorstands vom 28. Oktober 2011 wurde der bis zum 31.12.2010 aufgelaufene Bilanzverlust im Abschluss zum 31.12.2011 mit der Kapitalrücklage verrechnet.
IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
1. Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse verteilen sich auf folgende Regionen:
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| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| Deutschland | 27.555 | 26.282 |
| EU | 3.824 | 3.221 |
| Sonstige | 2.761 | 1.125 |
| 34.140 | 30.628 |
2. Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge gliedern sich wie folgt:
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| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen mit Verbindlichkeitscharakter | 185 | 0 |
| Sonstige Erträge | 162 | 173 |
| Erlöse aus Schadensersatz | 140 | 27 |
| Erträge aus früheren Geschäftsjahren | 89 | 0 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 47 | 0 |
| Erträge aus Weiterberechnungen | 24 | 124 |
| 647 | 324 |
3. Personalaufwand
Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
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| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| Löhne und Gehälter | 7.548 | 7.148 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Alterversorgung | 1.877 | 1.570 |
| Sonstige Personalkosten | 43 | 112 |
| 9.468 | 8.830 |
4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und auf Sachanlagen
Die Abschreibungen setzten sich wie folgt zusammen:
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| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte | 141 | 141 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen | 721 | 651 |
| 862 | 792 |
Wertanpassungen gemäß IAS 36 wurden in 2012 (wie im Vorjahr) nicht vorgenommen.
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gliedern sich wie folgt:
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| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| Instandhaltungsaufwendungen | 762 | 599 |
| Fremdleistungen | 390 | 124 |
| Miete, Pachten, Leasing | 205 | 174 |
| Gewährleistungsaufwand | 174 | 50 |
| Recht und Beratung | 152 | 279 |
| Werbungskosten | 151 | 49 |
| Reisekosten / KFZ-Kosten | 114 | 121 |
| Nebenkosten Geldverkehr | 86 | 147 |
| Versicherungen | 73 | 67 |
| Übrige | 72 | 264 |
| Aufwendungen frühere Geschäftsjahre | 71 | 2 |
| Entwicklungskosten | 57 | 59 |
| Telefon, Porto, Datenfernübertragung | 36 | 32 |
| Gebühren und Beiträge | 30 | 22 |
| Wertberichtigungen | 0 | 28 |
| 2.373 | 2.017 |
6. Finanzerträge
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| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| Bankzinsen | 14 | 9 |
7. Finanzaufwendungen
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| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| Bankzinsen | 233 | 541 |
| Sonstige Zinsen | 63 | 15 |
| 296 | 556 |
8. Steuern
Die Steuern gliedern sich wie folgt:
Steueraufwand (-), Steuerertrag (+)
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| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| Ertragsteuern | -658 | 14 |
| Sonstige Steuern | -28 | -27 |
| -686 | -13 |
Einzelangaben zu den gebildeten aktiven bzw. passiven latenten Steuern sind dem vorhergehenden Abschnitt zu entnehmen. Bei der Bildung der latenten Steuern wird ein Steuersatz von 30,0 % für die inländischen Konzerngesellschaften zugrunde gelegt.
Die Überleitungsrechnung zwischen dem Ertragsteueraufwand und dem Produkt aus bilanziellem Periodenergebnis und dem anzuwendenden Steuersatz des Konzerns für die Geschäftsjahre 2012 und 2011 stellt sich wie folgt dar:
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| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| T€ | T€ | |
| --- | --- | --- |
| Ergebnis vor Ertragsteuern und vor Minderheitenanteilen | 1.935 | 738 |
| Rechnerischer Ertragsteuerertrag/-aufwand (30,0 %) | -580 | -221 |
| Internationale Steuersatzunterschiede | 0 | 0 |
| Steuerliche Hinzurechnungen/Kürzungen | -78 | 235 |
| Tatsächlicher Ertragsteuerertrag/-aufwand | -658 | 14 |
9. Ergebnis je Aktie
Bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie wird das den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnende Ergebnis durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl von Stammaktien, die sich während des Jahres im Umlauf befinden, geteilt.
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| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| € | € | |
| --- | --- | --- |
| Den Inhabern von Stammaktien des Mutterunternehmens zuzurechnendes Ergebnis | 1.248.615 | 725.190 |
| Gewichtete durchschnittliche Anzahl von Stammaktien zur Berechnung des Ergebnisses je Aktie | 8.193.900 | 8.193.900 |
| Ergebnis je Aktie | 0,15 | 0,09 |
V. Konzernkapitalflussrechnung
Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung
Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die flüssigen Mittel des Delignit-Konzerns durch Mittelzuflüsse und -abflüsse im Geschäftsjahr verändert haben. Entsprechend IAS 7 wird zwischen den Zahlungsströmen aus der laufenden Geschäfts- und Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden.
Die in der Kapitalflussrechnung betrachtete Nettofinanzposition umfasst alle in der Bilanz ausgewiesenen liquiden Mittel, Guthaben bei Kreditinstituten, soweit sie innerhalb von drei Monaten (gerechnet vom Erwerbszeitpunkt) ohne nennenswerte Wertschwankungen verfügbar sind. Die Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden direkt, d.h. zahlungsbezogen, ermittelt. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit wird dagegen aus dem Periodenergebnis indirekt abgeleitet.
Während des Geschäftsjahres hat der Konzern (wie im Vorjahr) keine nicht-zahlungswirksamen Investitions- und Finanzierungstätigkeiten vorgenommen.
Zielsetzungen und Methoden des Finanzrisikomanagements
1. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
Die im Konzern hauptsächlich bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten sind lang- und kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie lang- und kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten. Die wesentlichen finanziellen Vermögenswerte des Konzerns bestehen aus liquiden Mitteln, Wertpapieren, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie den sonstigen Forderungen. Der Buchwert der im Konzernabschluss erfassten finanziellen Vermögenswerte abzüglich Wertminderungen stellt das maximale Ausfallrisiko dar. Er beträgt insgesamt 3.883 T€ (Vj. 5.381 T€). Geschäftsverbindungen werden lediglich mit kreditwürdigen Vertragspartnern eingegangen. Zur Bewertung der Kreditwürdigkeit, insbesondere von Großkunden, werden verfügbare Finanzinformationen sowie eigene Handelsaufzeichnungen herangezogen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen gegenüber einer Anzahl von über unterschiedliche Branchen und Regionen verteilter Kunden. Ständige Kreditbeurteilungen werden hinsichtlich des finanziellen Bestands der Forderungen durchgeführt. Üblicherweise wird ein Zahlungsziel von 30 Tagen ohne Abzug gewährt. Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welche zum Bilanzstichtag überfällig waren, wurden keine Wertberichtigungen gebildet, wenn keine wesentlichen Veränderungen in der Kreditwürdigkeit der Kunden festgestellt wurden und mit einer Zahlung der ausstehenden Beträge gerechnet wird.
Zu den Fristigkeiten der finanziellen Verbindlichkeiten verweisen wir auf unsere Ausführungen unter Gliederungspunkt III. 14. „Verbindlichkeiten".
Die Bewertung der finanziellen Vermögenswerte und Schulden des Delignit-Konzerns ist unter den Gliederungspunkten II. 11
„Finanzielle Vermögenswerte des Umlaufvermögens" und II. 16 „Finanzielle Verbindlichkeiten" in den Erläuterungen der allgemeinen Bilanzierung- und Bewertungsgrundsätze dargestellt.
Von der Fair-value-Option macht der Konzern grundsätzlich keinen Gebrauch. Der Konzern verfügt weder am aktuellen noch am letzten Abschlussstichtag über zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte oder erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten. Derivate und Sicherungsgeschäfte wurden nicht eingegangen.
Neueinstufungen/Umklassifizierungen wurden weder in 2012 noch in 2011 vorgenommen.
2. Kapitalrisikomanagement
Der Konzern steuert sein Kapital (Eigenkapital plus Schulden abzüglich flüssiger Mittel) mit dem Ziel, durch finanzielle Flexibilität seine Wachstumsziele bei gleichzeitiger Optimierung der Finanzierungskosten zu erreichen. Die diesbezügliche Gesamtstrategie ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Das Management überprüft die Kapitalstruktur mindestens halbjährlich. Dabei werden die Kapitalkosten, die gegebenen Sicherheiten sowie die offenen Kreditlinien und Kreditmöglichkeiten überprüft. Der Konzern unterliegt keinen extern auferlegten Kapitalanforderungen.
3. Finanzrisikomanagement
Die Überwachung des Finanzrisikos wird zentral durch das Management gesteuert. Die einzelnen Finanzrisiken werden mindestens vierteljährlich grundsätzlich überprüft.
Die sich aus den Finanzinstrumenten ergebenden wesentlichen Risiken des Konzerns umfassen Markt-, Liquiditäts- und Kreditrisiken. Das Kreditrisiko wird dadurch gesteuert, dass Geschäftsverbindungen grundsätzlich nur mit kreditwürdigen Vertragsparteien abgeschlossen werden. Des Weiteren werden zur Bewertung der Kreditwürdigkeit - insbesondere von Großkunden - Bewertungen von unabhängigen Ratingagenturen, andere verfügbare Finanzinformationen sowie eigene Handelsaufzeichnungen herangezogen. Die Kreditrisiken werden über Limits je Vertragspartner gesteuert, die jährlich überprüft und genehmigt werden. Darüber hinaus werden die Forderungsbeträge laufend überwacht, so dass die Delignit AG keinem wesentlichen Kreditrisiko ausgesetzt ist. Das maximale Ausfallrisiko ist auf den jeweiligen in der Bilanz ausgewiesenen Buchwert der Vermögenswerte begrenzt.
Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken durch das Halten von angemessenen Rücklagen, Kreditlinien bei Banken sowie der Überwachung und Pflege der Kreditvereinbarungen. Es erfolgt eine sorgfältige Planung von Zahlungsströmen sowie eine Abstimmung der tatsächlichen und prognostizierten Mittelzu- und -abflüsse. Das Management erwartet, dass der Konzern seine sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus operativen Cashflows und aus dem Zufluss der fällig werdenden finanziellen Vermögenswerte erfüllen kann.
4. Marktrisiken
Marktrisiken können sich aus Änderungen von Wechselkursen (Wechselkursrisiko) oder Zinssätzen (Zinsrisiko) ergeben. Aufgrund der geringen Relevanz der Wechselkursrisiken für den Konzern wurden diese nicht durch derivative Finanzinstrumente abgesichert. Die Steuerung erfolgt durch eine kontinuierliche Überwachung. Wechselkursrisiken werden dadurch weitgehend vermieden, dass der Konzern im Wesentlichen in Euro bzw. lokaler Währung fakturiert.
Der Konzern ist durch die Aufnahme von Finanzmitteln zu variablen Zinssätzen Zinsrisiken ausgesetzt. Das Risiko wird im Delignit-Konzern durch ein angemessenes Verhältnis zwischen festen und variablen Zinsvereinbarungen gesteuert. Eine Absicherung durch Derivate (z.B. Zinsswaps oder Zinstermingeschäfte) erfolgt nicht. Zum Abschlussstichtag bestanden variabel verzinsliche Verbindlichkeiten in Höhe von 1.002 T€ (Vj. 556 T€). Falls die Zinsen ceteris paribus bei Unterstellung einer entsprechenden durchschnittlichen Verschuldung 2 Prozentpunkte höher (niedriger) gewesen wären, wäre das Vorsteuerergebnis um 20 T€ niedriger (höher) gewesen.
5. Zeitwertrisiko
Die nicht zum Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente der Delignit AG umfassen in erster Linie Zahlungsmittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige kurzfristige Vermögenswerte, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten.
Der Buchwert der Zahlungsmittel kommt ihrem Zeitwert auf Grund der kurzen Laufzeit dieser Finanzinstrumente sehr nahe. Bei Forderungen und Schulden, denen normale Kreditbedingungen zu Grunde liegen, kommt der auf historischen Anschaffungskosten beruhende Buchwert dem Zeitwert ebenfalls sehr nahe.
VI. Sonstige Pflichtangaben
1. Sonstige Pflichtangaben
Vorstand
Folgende Personen gehörten dem Vorstand der Delignit AG im Geschäftsjahr 2012 an:
| Markus Büscher, Dipl. Betriebswirt, Vorstandsvorsitzender (Bereiche strategische Entwicklung, Finanzen und Rechnungswesen, Recht, Einkauf, IT, Produktion, F & E, Investor Relations) |
|
| Thorsten Duray, Industriekaufmann, Vorstand (Bereiche Marketing und Vertrieb) |
Aufsichtsrat
Folgende Personen gehörten dem Aufsichtsrat der Delignit AG im Geschäftsjahr 2012 an:
| Dr. Christof Nesemeier, Aufsichtsratsvorsitzender (auch: Vorstandsvorsitzender MBB Industries AG, Berlin, sowie stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der InVision Software AG, Ratingen, und Aufsichtsratsvorsitzender der bmp Beteiligungsmanagement AG, Berlin) Gert-Maria Freimuth, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender (auch: Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der MBB Industries AG, Berlin, Aufsichtsratsvorsitzender der DTS IT AG, Herford, sowie Aufsichtsratsvorsitzender der United Labels AG, Münster) Anton Breitkopf (auch: Executive Vice President der MBB Industries AG, Berlin, Aufsichtsrat der DTS IT AG, Herford) |
2. Bezüge des Vorstands
Die Vergütung des Vorstands setzt sich aus einer fixen und einer variablen Komponente zusammen. Der Vorstand erhält zudem Auslagenerstattung gegen Beleg. Des Weiteren ist der Vorstand über eine Konzern-D&O-Versicherung und eine Unfallversicherung mitversichert, und der Vorstand erhält einen Zuschuss zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung. Der Vorstand nutzt außerdem jeweils ein Firmenfahrzeug. Darüber hinaus erhalten die Vorstände eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall von bis zu 6 Monaten. Weitere Leistungen (z.B. Altersgeldansprüche, Direktzusagen oder Abfindungen) sind nicht vereinbart.
Im Geschäftsjahr 2009 wurden dem Vorstand 60.000 virtuelle Aktienoptionen (sogenannte Stock Appreciation Rights, SAR; Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung) mit einer Laufzeit bis zum 30.09.2013 gewährt. Zum Bilanzstichtag betrug der beizulegende Wert sämtlicher Aktienoptionen 26 T€.
Die Gesamtbezüge des aktiven Vorstands der Delignit AG im Geschäftsjahr 2012 betragen 426 T€. Es wurde eine variable Vergütung gezahlt. Für Bonusansprüche des laufenden Jahres wurde eine Rückstellung in Höhe von 100 T€ gebildet.
3. Transaktionen zwischen nahestehenden Unternehmen und Personen
Nahestehende Unternehmen
Die in den Konzernabschluss einbezogenen und nicht einbezogenen verbundenen Unternehmen sind als nahestehende Unternehmen zu betrachten. Geschäftsvorfälle zwischen dem Unternehmen und seinen Tochterunternehmen wurden im Wege der Konsolidierung eliminiert und werden in dieser Anhangsangabe nicht erläutert bzw. sind von untergeordneter Bedeutung und branchenüblich.
b) Vorstand
Es wird auf die Ausführungen zu den Bezügen des Vorstands verwiesen. Außer den genannten Bezügen wurden keine Geschäfte mit dem Delignit-Konzern getätigt.
c) Aufsichtsratsmitglieder der Delignit AG
Die Aufsichtsratsmitglieder haben im Geschäftsjahr 2012 fixe Vergütungen in Höhe von 45.000 € erhalten. Die fixe Vergütung verteilt sich auf die Mitglieder wie folgt:
| Vorsitzender, Dr. Christof Nesemeier, 20.000,00 € Stellvertretender Vorsitzender, Herr Gert-Maria Freimuth, 15.000,00 € Mitglied, Herr Anton Breitkopf, 10.000,00 € |
4. Anzahl der Mitarbeiter
Im Geschäftsjahr 2012 waren durchschnittlich beschäftigt:
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| 2012 | 2011 | |
|---|---|---|
| Mitarbeiter | 211 | 190 |
Zum Stichtag beschäftigte der Konzern in Deutschland 213 Mitarbeiter.
5. Kosten Abschlussprüfer
Das für den Abschlussprüfer im Geschäftsjahr 2012 erfasste Honorar gliedert sich wie folgt: Honorar Abschlussprüfung: 33 T€
6. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Nach dem Bilanzstichtag sind keine Ereignisse eingetreten, die als wesentlich einzustufen sind.
7. Versicherung der gesetzlichen Vertreten
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den angewandten Grundsätzen ordnungsmäßiger Konzernberichterstattung der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und der Lage des Konzerns so darstellt, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, und das die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Blomberg, den 27.02.2013
gez. Markus Büscher, Vorstandsvorsitzender
gez. Thorsten Duray, Vorstand
1. Allgemeine Beschreibung der Gesellschaft
Die Delignit-Gruppe entwickelt, fertigt und vertreibt unter dem Markennamen Delignit ökologische, überwiegend laubholzbasierte Werkstoffe und Systemlösungen. Die Delignit-Gruppe ist anerkannter Entwicklungs- und Projektpartner sowie Serienlieferant für Technologiebranchen wie etwa der Automobil- und Luftfahrtindustrie als auch in der Sicherheitstechnik. Die Produkte verfügen über besondere technische Eigenschaften und werden u.a. als Einbausysteme bei Nutzfahrzeugen, brandschutzsichere Gebäudeausstattungen oder als Innovation in der Fördertechnik eingesetzt. Der Delignit-Werkstoff basiert in der Regel auf Buchenholz, ist in seinem Lebenszyklus CO2-neutral und somit nichtregenerativen Werkstoffen wie Kunststoff und Stahl ökologisch überlegen. Der Einsatz des Delignit-Werkstoffs verbessert daher die Umweltbilanz der Kundenprodukte und erfüllt deren steigende ökologische Anforderungen. Das operative Geschäft der Delignit-Gruppe umfasst die Geschäftsbereiche Automotive und Technological Applications. Das Unternehmen wurde vor über 200 Jahren gegründet. Die Delignit AG notiert im Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse.
2. Geschäfts- und Rahmenbedingungen
Das Geschäftsjahr 2012 war von einer annähernd stagnierenden Wirtschaftsleistung in Deutschland gekennzeichnet. Nach einem leichten Anstieg in den ersten drei Quartalen fiel das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal wieder auf sein Ausgangsniveau zurück. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist das reale Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2012 saison- und kalenderbereinigt wieder um 0,6 % geschrumpft, nach einem kontinuierlichen Zuwachs von 1,3 % in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres. Nach einer dynamischen Wachstumsphase in den Jahren 2009 und 2010 konnte das Bruttoinlandsprodukt somit seit Anfang des Jahres 2011 nur noch geringfügig gesteigert werden. Die Ursachen sind hierfür in der Verunsicherung der Wirtschaft durch die nach wie vor nicht gelösten Probleme der Eurokrise und in der Verschuldungsproblematik einiger EU-Mitgliedsländer zu suchen.
Zwar meldeten die Industrieunternehmen im Jahr 2012 in Westdeutschland einen Anstieg der Investitionsausgaben um 6,0 % gegenüber dem Vorjahr, woraus zunächst allgemein eine positive Zukunftserwartung abgeleitet werden kann. Bei genauerer Betrachtung waren jedoch knapp ein Drittel der Investitionsausgaben für Ersatzbeschaffungen vorgesehen. Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse einer Analyse des ifo-Investitionstests, dass insbesondere kleinere Unternehmen ihre Investitionsabsichten im Laufe des Jahres teilweise deutlich nach unten revidiert haben. So heißt es im Bericht: „Erfahrungsgemäß sind kleinere Firmen in ihrer Investitionstätigkeit wesentlich flexibler und haben wohl im Verlauf des Jahres 2012 schnell auf die konjunkturelle Eintrübung reagiert".
Ähnlich wie das Bruttoinlandsprodukt entwickelten sich die Geschäftserwartungen der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland. Gemäß ifo-Konjunkturtest im verarbeitenden Gewerbe stieg die Geschäftserwartung seit Anfang 2009 von dem damals historischen tiefsten Index 78,7 kontinuierlich auf einen Index von 107,2 im Juni 2011. Seit Juli 2011 hat sich dieser Index vor dem Hintergrund der notwendigen Sparmaßnahmen in den EU-Ländern und einer damit verbundenen möglichen Wirtschaftsrezession wieder verschlechtert. Im September 2012 erreichte der Index seinen bislang niedrigsten Wert mit 93,3 und konnte erst zum Jahresausgang wieder leicht auf 98,1 Punkte zulegen.
Die speziellen Zielmärkte der Delignit AG, also die Märkte im Geschäftsbereich Automotive und der Holzwerkstoffindustrie, haben sich unterjährig im Geschäftsjahr 2012 unterschiedlich, jedoch zum Jahresende beide negativ entwickelt.
Im Vergleich zum Vorjahr sanken in Europa im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge die Zulassungszahlen um 13,3 %, nachdem noch im Vorjahr eine Steigerung von 7,0 % erreicht werden konnte. Von dem Rückgang besonders betroffen waren die Märkte in Frankreich, Spanien und Italien. Die Zulassungszahlen in Europa liegen somit sogar wieder annähernd auf dem Krisenniveau von 2009. Im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge sanken die Zulassungszahlen ebenfalls um 9,4 %, nachdem im Vorjahr noch ein Zuwachs von 36,0 % erreicht worden war. Einen maßgeblichen Anteil an dem Rückgang hatten wiederum die Länder Spanien und Italien.
Die Zulassungszahlen in dem für die Delignit AG relevanten deutschen Markt sanken im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge um 6,0 0/0 (Vj. + 18,8 %), während im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge ein Zuwachs von 9,6 % erreicht wurde (Vj. + 23,3 %) (Quelle: ACEA). Somit drehte der in 2012 zunächst noch positiv laufende Markt in Deutschland zum Jahresausgang ebenfalls in den negativen Bereich.
Die Umsätze der Holzwerkstoffindustrie entwickelten sich zunächst erfreulich. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Umsätze inklusive des Segments Sperrholz im ersten Quartal um 0,7 %. Getragen wurde der Umsatzzuwachs insbesondere von der inländischen Nachfrage, da der Auslandsumsatz in diesem Zeitraum um 9,9 % einbrach. Im weiteren Jahresverlauf sanken die Umsatzzahlen kontinuierlich, so dass sich der Umsatz der Holzwerkstoffindustrie gegenüber dem Vorjahr um 1,2 % verringerte (Vj. + 5,6 %) (Quelle: Statistisches Bundesamt).
Die Umsatzerlöse der Delignit AG erreichten im Geschäftsjahr 2012 insgesamt 34.140 T€ nach 30.628 T€ im Vorjahr. Der Umsatz konnte damit trotz der beschriebenen gegenläufigen Marktentwicklungen nochmals um 11,5 % (Vj. 19,4 %) gesteigert werden. Somit ist es der Delignit AG erneut gelungen, ihren Marktanteil nicht nur zu halten, sondern sogar in schwächeren Märkten Marktanteile zu gewinnen. Im Geschäftsbereich Automotive konnte der Umsatz um 12,6 % (Vj. 33,0 %) gesteigert werden.
Maßgeblich waren hierfür im Wesentlichen die erhöhten OEM-Liefermengen und die Einführung neuer Produkte in Bereich der Laderaumschutzsysteme. Besonders erfreulich dabei ist der gelungene Anlauf eines weiteren Serienlieferauftrages. Hier konnte die Strategie des steigenden Umsatzes pro Fahrzeug durch Hinzunahme weiterer technischer Lösungen erfolgreich umgesetzt werden.
Im Geschäftsbereich Technological Applications wurde aufbauend auf dem guten Umsatzzuwachs der Vorjahre ein weiterer Umsatzanstieg von 10,0 % und somit eine deutlich bessere Entwicklung als in der Holzwerkstoffbranche erreicht. Besonders positiv entwickelte sich hierbei erneut die Produktgruppe Gebäudeausstattung, die mit einem Zuwachs von 20,8 % (Vj. 56,6 %) erneut überproportional zum Umsatzwachstum beigetragen hat. Treiber der Umsatzsteigerung waren Projektgeschäfte, deren Internationalisierung im Geschäftsjahr deutlich zugenommen hat. Hierbei wurden insbesondere in asiatischen Ländern erhebliche Zuwachsraten mit technologisch hochwertigen Produkten erreicht.
Im Bereich der Spezialanwendungen ist wie im Vorjahr auch der Zuwachs im Bereich der Schienenverkehrslösungen hervorzuheben. Die Umsatzentwicklung, die zu einem deutlich siebenstelligen Umsatzniveau führte, rechtfertigt und bestätigt erneut die Notwendigkeit der hohen Entwicklungsanstrengungen in den vergangenen Jahren.
Durch die erfreuliche Umsatzentwicklung und die weitere Optimierung der betrieblichen Abläufe konnte ein deutlich positives Konzernergebnis erreicht werden. Ein ebenfalls deutlich positiver Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von 2.151 T€ wurde unter anderem für die Rückführung von Bankverbindlichkeiten und für Investitionszwecke genutzt. Der Verschuldungsgrad des Delignit- Konzerns hat sich entsprechend gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Die Nettofinanzschulden konnten von 1.858 T€ im Jahr 2011 auf 712 T€ im Jahr 2012 verringert werden.
3. Marktumfeld der Delignit AG
Das Geschäftsjahr war zunächst gekennzeichnet von einem dynamischen Umsatzwachstum im ersten Halbjahr in Höhe von 25,2 %. Im zweiten Halbjahr verloren die Märkte jedoch deutlich an Dynamik. Dessen ungeachtet war die Delignit AG im zweiten Halbjahr 2012 in der Lage, einen ähnlich guten Umsatz wie im starken zweiten Halbjahr 2011 zu erzielen. Kumuliert konnte der Gesamtumsatz der Delignit AG -Dank einer Absatzsteigerung und eines guten Produktmixes- um 11,5 % im Geschäftsjahr 2012 gesteigert werden. Somit konnte die Delignit AG im dritten Jahr in Folge die Umsätze im zweistelligen Prozentbereich steigern. Das Umsatzwachstum 2012 wurde dabei annähernd gleichmäßig von beiden Geschäftsbereichen getragen.
Aufgrund des überproportionalen Wachstums der Delignit AG im Vergleich zur Entwicklung in ihren Zielmärkten kann die Marktpositionierung als gut bis sehr gut angesehen werden. Die Delignit AG hat im Geschäftsjahr trotz eines schwieriger werdenden Marktumfelds ihre Marktposition nicht nur gehalten, sondern ihren Marktanteil nach Schätzung der Gesellschaft sogar weiter ausbauen können.
Als weiteres Indiz für die gute Marktpositionierung der Delignit AG steht auch die erfolgreiche Gewinnung von Neukunden in allen Geschäftsbereichen. Insbesondere im Projektgeschäft hat sich die Delignit AG durch ihre Präsenz am Markt und durch ihre erfolgreiche Systemlösungskompetenz ein hohes Ansehen verschafft, das auch international immer mehr anerkannt wird. Dies wird insbesondere dadurch bestätigt, dass die technologischen Produkte der Delignit AG verstärkt aus dem Ausland angefragt werden. So konnte im Geschäftsjahr der Auslandsumsatz insgesamt um 51,5 % von 4.346 T€ auf 6.585 T€ gesteigert werden. Maßgeblich hierbei waren Auftragseingänge insbesondere aus den asiatischen aber auch osteuropäischen Ländern.
Die Entwicklung im Bereich der Schienenverkehrslösungen hat sich im Geschäftsjahr deutlich verbessert. Der Umsatz konnte gegenüber dem Vorjahr erneut deutlich gesteigert werden. Ferner geht die Delignit AG in diesem Segment mit einem bereits guten Rahmenauftragsbestand in das neue Geschäftsjahr. Die technischen Entwicklungen in den vorangegangenen Geschäftsjahren führen entsprechend zu einem konstanten zusätzlichen Umsatzbeitrag und somit zu einer weiteren Diversifizierung und Absicherung des Geschäftes.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass sich die Delignit AG auf Basis Ihrer holzbasierten Produkte, die sich besonders durch technische und mechanische Eigenschaften (z.B. Abrieb- und Verschleißfestigkeit, Dimensionsstabilität und Bruchlast) aber auch durch ökologische Aspekte - Holzprodukte sind langfristige Speicher für das klimaschädliche CO2 (ein Kubikmeter Holz absorbiert nahezu eine Tonne Kohlendioxid)- im Geschäftsjahr 2012 weitere Marktanteile sichern konnte. Auf Basis dieser Werkstoffkompetenz, und insbesondere durch die am Markt nicht übliche Anwendungs- und Systemkompetenz hat die Delignit AG die Rahmenbedingungen für weiteres dynamisches Wachstum geschaffen.
4. Organisation
a. Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat der Delignit AG besteht aus Herrn Dr. Christof Nesemeier, Herrn Gert-Maria Freimuth sowie Herrn Anton Breitkopf. Der Aufsichtsrat ist in seiner derzeitigen Zusammensetzung bei Gründung der Gesellschaft am 09. Juli 2007 gewählt und in der Hauptversammlung vom 10. Juli 2012 in seiner bisherigen Zusammensetzung wiedergewählt worden. Der Aufsichtsrat hat Herrn Dr. Christof Nesemeier zum Vorsitzenden und Herrn Gert-Maria Freimuth zu seinem Stellvertreter gewählt. Die Amtszeit endet mit Ablauf der Hauptversammlung im Jahr 2016, die über die Entlastung für das vorangegangene am 31. Dezember endende Geschäftsjahr beschließt.
b. Vorstand
Die Aufgabenfelder des Vorstands sind wie folgt verteilt:
Dem Vorstandsvorsitzenden Herrn Markus Büscher obliegen die Geschäftsbereiche strategische Entwicklung, Finanzen und Rechnungswesen, Recht, Produktion, F&E sowie der Bereich Investor Relations. Herr Thorsten Duray verantwortet die Bereiche Marketing und Vertrieb.
Eine Geschäftsordnung für den Vorstand ist durch Beschluss des Aufsichtsrats vom 13. Juli 2007 verabschiedet worden. In der Geschäftsordnung werden solche Geschäfte (zum Beispiel Investitionsvorhaben ab einem gewissen Betrag sowie Erwerb und Veräußerung von Unternehmen und von Grundstücken ab einem bestimmten Betrag) festgelegt, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen. Der Vorstand ist bis zum 30. September 2013 bestellt.
Gemäß Satzung wird die Gesellschaft gesetzlich durch zwei Mitglieder des Vorstands gemeinschaftlich oder durch ein Mitglied des Vorstands in Gemeinschaft mit einem Prokuristen vertreten. Die Vorstände übernehmen in allen Konzerngesellschaften gemeinsam mit dem lokalen Management auch die Geschäftsführung dieser Gesellschaften.
c. Beteiligungsunternehmen
Zum Stichtag war die Delignit AG direkt oder indirekt an folgenden Unternehmen beteiligt:

* Anzahl der Mitarbeiter
d. Mitarbeiter
Für die Delignit AG waren nur die zwei Vorstände im Rahmen des Konzernmanagements tätig.
Die gute Auftragslage während des Geschäftsjahres führte zu einer stetig verbesserten Auslastung der Produktionskapazitäten. Der Personalbestand wurde als Konsequenz daraus weiter erhöht. Zum 31. Dezember 2012 wurden 213 Mitarbeiter beschäftigt. Darüber hinaus wurden im Laufe des Jahres bis zu 35 Leiharbeiter beschäftigt, um Engpässe im Produktionsbereich in Abhängigkeit von den Lieferterminen flexibel ausgleichen zu können. Weitere Auftragsspitzen wurden durch die Vergabe von Lohnaufträgen an andere Unternehmen vergeben.
Bei der Tochtergesellschaft der Delignit AG, der Blomberger Holzindustrie B. Hausmann GmbH & Co. KG (nachstehend BHID), handelt es sich um einen renommierten Ausbildungsbetrieb, der seine Mitarbeiter auch auf Basis eines professionellen Qualitätsmanagementsystems systematisch weiter qualifiziert und in den kontinuierlichen Verbesserungsprozess betrieblicher Abläufe integriert. Dieser Prozess wurde unter intensiver Einbindung der Belegschaft im Geschäftsjahr 2012 fortgesetzt. Die BHID hat auch im Geschäftsjahr 2012 weiterhin ausgebildet und wird sich dieser Verantwortung auch in den folgenden Geschäftsjahren stellen.
5. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Die Delignit AG blickt auf ein -wie bereits zu Beginn des Jahres 2012 als Erwartung formuliert- erfreuliches Geschäftsjahr 2012 zurück. Oberstes Ziel war es, die Chancen des Exportgeschäftes zu nutzen und entsprechend Strukturen und Kapazitäten des Unternehmens weiter auf die neuen Gegebenheiten anzupassen und zu verbessern, ohne dabei die Reputation und Lieferfähigkeit der Unternehmensgruppe zu gefährden.
Der Delignit-Konzern hat im Wirtschaftsjahr 2012 einen Umsatz in Höhe von 34.140 T€ (Vj. 30.628 T€) erreicht. Die Betriebsleistung liegt unter Berücksichtigung der sonstigen betrieblichen Erträge und Bestandsveränderungen bei 35.376 T€ (Vj. 30.516 T€).
Die Materialkosten betrugen 57,8 % der Betriebsleistung und liegen damit auf dem Vorjahresniveau in Höhe von 57,6 %. Die Personalkosten sind in Höhe von 9.468 T€ (Vj. 8.830 T€) verbucht worden und haben sich um 7,2 0 erhöht. Grund hierfür sind unter anderem die Personalkosten der zusätzlich für die erhöhte Betriebsleistung benötigten Mitarbeiter. Die Personalquote verbesserte sich jedoch durch die deutliche Ausweitung der Betriebsleistung auf 26,8 % nach 28,9 % im Vorjahr. Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 356 T€ im Vergleich zum Vorjahr. Dies resultierte insbesondere durch einen verstärkten Zukauf von Dienstleistungen, die den starken Umsatzanstieg absicherten.
Das EBITDA beträgt 3.079 T€ und verbesserte sich um 1.002 T€. Die Abschreibungen lagen im Geschäftsjahr 2012 bei 862 T€, so dass im Berichtszeitraum ein EBIT in Höhe von 2.217 T€ (Vj. 1.285 T€) erreicht wurde.
Das Eigenkapital des Delignit-Konzerns beträgt zum Bilanzstichtag 10.506 T€ und führt zu einer erhöhten Eigenkapitalquote an der Bilanzsumme von 49,2 0 (Vj. 41,9 %). Der Finanzmittelbestand des Delignit-Konzerns beträgt zum Geschäftsjahresende 2.487 T€ (Vj. 3.711 T€). Die Bankverbindlichkeiten beliefen sich auf 3.199 T€ (Vj. 5.569 T€). Durch einen deutlich positiven Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von 2.151 T€ konnte die Nettoverschuldung des Delignit-Konzerns weiter von 1.858 T€ auf 712 T€ reduziert werden. Die generierte Liquidität wurde unter anderem dazu verwendet, die Kapazitäten zu erweitern und weiter zu optimieren. Die Investitionssumme belief sich im Geschäftsjahr 2012 auf 822 T. Das ROCE aus dem operativen Geschäft belief sich auf 15,6 % (Vj. 9,2 %).
Die Vorräte beliefen sich auf 6.310 T€ nach 5.290 T€ im Vorjahr. Das Anlagevermögen belief sich zum Bilanzstichtag auf 10.574 T€ und beinhaltet im Wesentlichen die Werte für Grund und Boden sowie Maschinen.
Die Zahl der auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) beträgt 8.193.900. Gemäß Geschäftsbericht der MBB Industries AG, Berlin, werden - wie im Vorjahr - 76,1 % der Aktien per 31. Dezember 2012 durch diese Gesellschaft gehalten. Der Free-Float beträgt nach Information der Gesellschaft somit 23,9 %.
6. Sicherungsgeschäfte
Transaktionen innerhalb des Konzernkreises werden ausschließlich auf Euro-Basis durchgeführt. Da der Saldo ungesicherter Fremdwährungspositionen im Konzern aufgrund von Transaktionen mit fremden Unternehmen außerhalb des Euro-Raumes bisher nur einen geringen Umfang angenommen hat, betreibt die Delignit AG bislang noch keine aktive Kurssicherung gegenüber anderen Währungen.
7. Vergütungsbericht
Die Vergütung des Vorstands setzt sich aus fixen und variablen Komponenten zusammen. Der Vorstand erhält zudem Auslagenerstattung gegen Beleg. Des Weiteren ist der Vorstand über eine Konzern-D&O-Versicherung und eine Unfallversicherung mitversichert. Der Vorstand erhält ferner einen Zuschuss zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung und nutzt außerdem jeweils ein Firmenfahrzeug. Darüber hinaus erhalten die Vorstände eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall von bis zu 6 Monaten. Ferner wurde für den Vorstand ein virtuelles Aktienoptionsprogramm vereinbart. Weitere Leistungen (z.B. Altersgeldansprüche, Direktzusagen oder Abfindungen) sind nicht vereinbart.
Der Aufsichtsrat wird fix vergütet. Der Aufsichtsrat erhält zudem Auslagenerstattung gegen Beleg. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten jeweils einen jährlichen fixen Sockelbetrag. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält das Doppelte und der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende das Eineinhalbfache dieses Sockelbetrages.
Die Aufschlüsselung der Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat findet sich im Anhang des Konzernabschlusses.
8. Risikobericht
Folgende wesentliche Risiken sind für die weitere Entwicklung zu nennen:
Die Serienbelieferung der OEM-Kunden ist marktstrategisch von äußerster Bedeutung. Auf der anderen Seite erhöht sich damit auch die Abhängigkeit der Delignit AG. Dem ist mit dem weiteren Ausbau anderer Kunden in dieser oder artverwandter Branchen, aber auch in der Aufrechterhaltung der verbliebenen Geschäftsbereiche zu begegnen.
Versorgungssicherheit und Preisspirale auf den Rohstoffmärkten
Die Materialversorgung mit Rundholz muss sowohl taktisch wie auch strategisch abgesichert werden. Holz wird als Rohstoff im gesamten Konsumentenverhalten und auch im Bereich der Energieversorgung eine stetig steigende Bedeutung erfahren. Durch die vermehrte Verwendung von Holz als Energieträger und durch parallel weiter steigende Ölpreise muss davon ausgegangen werden, dass Holz als Rohstoff eine Verknappung erfährt und die Beschaffungspreise weiter deutlich ansteigen werden. Der Fehlallokation von Rundholz als Energieträger, ohne das Holz zuvor technologisch genutzt zu haben, begegnet die Delignit AG mit der Initiative „Holz verantwortungsvoll nutzen".
Die in der Holzwerkstoffindustrie eingesetzten Leime, Filme und Harze sowie die zugekaufte Energie unterliegen einer direkten oder indirekten Preisbindung zum Rohölpreis.
Vor dem Hintergrund der nach wie vor schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen muss davon ausgegangen werden, dass es im Bereich der Zulieferer zu weiteren Insolvenzen kommen wird. Diesem Risiko wird damit begegnet, dass für alle relevanten Rohstoffe eine zweite Lieferquelle qualifiziert wird.
Auf den Absatzmärkten kann es zum einen auch bei (Groß-)Kunden zu einer Insolvenzgefahr oder zu einer Streichung des Kreditlimits kommen. Diese Umsatzeinbrüche würden nur längerfristig kompensiert werden können. Zum anderen muss die anhaltende Schwäche auf den Zielmärkten der Delignit AG als Risiko betrachtet werden.
Aufgrund der demographischen Entwicklung kann es bei einer weiter ansteigenden Betriebsauslastung zu Personalengpässen und zu einem Mangel an Fachkräften kommen. Ferner kann es nach Jahren der Zurückhaltung im Bereich der Personalkosten zu erhöhten Tarifabschlüssen kommen. Diese werden nur teilweise oder zeitversetzt an die Märkte weitergegeben werden können.
Aus der beabsichtigten Internationalisierung des Geschäftes resultieren länderspezifische Risiken, und durch die Verkettung internationaler Warenflüsse insbesondere bei den OEM-Kunden können regionale Unruhen oder politische Einflüsse zu einer Unterbrechung der Lieferkette führen.
Die Unternehmensstrategie zur weiteren Internationalisierung und auch zur weiteren Werkstoffqualifizierung ist ein wesentlicher Bestandteil des zukünftigen Erfolges der Delignit AG. Diesen Anforderungen stehen intern limitierte Kapazitäten gegenüber. Sofern nicht rechtzeitig auf Kundenanforderungen reagiert werden kann, können sich bestehende oder potenzielle Kunden alternativen Lösungen zuwenden. Es gilt daher, die Beratungs-, Entwicklungs- und Anwendungskompetenz im Unternehmen weiter zu steigern.
Diesen Risiken begegnet die Delignit AG mit diversen Maßnahmen. Exemplarisch seien folgende genannt:
Qualitätsmanagementsystem:Die Gesellschaften verfügen über funktionale Qualitätsmanagementsysteme (bis hin zur ISO TS 16949).
Vertragsmanagement: Zum einen sind wichtige Lieferanten- und Kundenbeziehungen über langfristig ausgelegte Lieferverträge abgesichert. Zum anderen durchlaufen internationale Liefer- oder Kooperationsverträge eine juristische Vorprüfung.
Die Delignit AG reagiert auf die demographische Entwicklung mit einer zielgerichteten und ausgeweiteten Berufsausbildung sowie über ein intensives Qualifizierungsprogramm zum weiteren Ausbau der technischen Beratungskompetenz.
Ein auf die betrieblichen Belange abgestimmtes Investitionsprogramm soll weitere Rationalisierungspotenziale heben und die Kapazitäten maßvoll und zielgerichtet erweitern.
9. Strategische Ausrichtung und Chancen der Delignit AG
Die Unternehmensstrategie basiert unverändert auf Megatrends in den technologischen Zielmärkten. So erkennt die Delignit AG zwei ökologisch getriebene Trends:
Zunächst das Bestreben, nachwachsende Rohstoffe, sofern diese technologisch wettbewerbsfähig sind, als Ersatz für endliche Produkte zu verwenden
Parallel einen ungeminderten Entwicklungsdruck in Richtung möglichst gewichtsoptimierter Systemlösungen
Die erfolgreiche Strategie der Kombination von Werkstoff-, Anwendungs- und Systemkompetenz wurde daher bei der Delignit AG gezielt weiterverfolgt. Hierzu werden insbesondere die nachfolgend dargestellten Wege verfolgt:
Werkstoffentwicklung und Qualifizierung: Ein wesentliches Fundament für die erfolgreiche Entwicklung der Geschäftsbereiche Automotive und Technological Applications stellt der Delignit-Werkstoff mit seinen besonderen, zumeist technischen Eigenschaften dar. Die Delignit AG beabsichtigt, im Rahmen ihrer Entwicklungstätigkeiten den Delignit-Werkstoff weiter zu entwickeln und für spezielle Anwendungen wie auch Kundenanforderungen zu qualifizieren. Produktinnovationen im Bereich Automotive konnten zur IAA Nutzfahrzeuge 2012 in Hannover rund um das Thema Laderaumschutz und Ladungssicherung vorgestellt werden. Für das Geschäftsjahr 2013 sollen nun verstärkt die Produkte und Anwendungslösungen im Geschäftsbereich Technological Applications qualifiziert werden. Dabei steht im Mittelpunkt der Entwicklung immer die Leitlinie, ökologische Produkte für technologische Anwendungen zu entwickeln. Es sollen daher auch die Marktchancen und Vorteile genutzt und herausgestellt werden, die ein nachwachsender Rohstoff im Vergleich zu endlichen Rohstoffen aufweist.
Übertragung des Geschäftsmodells:
Geographische Übertragung Die insbesondere im Geschäftsbereich Automotive erfolgreich platzierten Produktneuheiten sollen genutzt werden, um die bereits in Deutschland erreichte Marktführerschaft im Bereich der Laderaumsicherung für leichte Nutzfahrzeuge weiter auszubauen und dieses Know-how in weitere Märkte zu transferieren. Parallel sollen insbesondere die Produktgruppen „Gebäudeausstattungen" und „Spezialanwendungen" aus dem Geschäftsbereich Technological Applications weltweit vermarktet werden. Hier soll auf die Erfolge des Geschäftsjahres 2012 aufgebaut werden. Dazu sollen sowohl die Vertriebsorganisation angepasst als auch die Globalisierungsbemühungen der Delignit Kunden begleitet werden.
Übertragung aus Anwendungssicht Die Vielzahl der Produktenwicklungen aus den vergangenen Jahren stellt eine sehr gute Basis für die Ausweitung auf weitere Anwendungsfelder dar. So sollen insbesondere gewichtsoptimierte Verbundwerkstoffe und Produktzertifikate auf artverwandte Anwendungsgebiete übertragen werden.
Aber auch die zunehmende Globalisierung der Unternehmen und Konzerne und damit einhergehend die Internationalisierung wird als Megatrend erkannt. Daraus resultierend ergibt sich für die Beschaffungsorganisationen ein erhöhter Anspruch in Richtung Systemkompetenz der Lieferanten. Die gute Marktpositionierung als Systemlieferant im Automotive-OEM-Geschäft soll genutzt werden, um weitere Serienaufträge zu akquirieren. Ziel ist es, das dokumentiert vorhandene Prozess-Know-how und die Marktreputation zu nutzen, um eine weitere Marktdurchdringung zu erreichen, was parallel zu einer erhöhten Planungssicherheit führen soll.
Schließlich soll der Rohstoffvorteil des nachhaltigsten aller Werkstoffe, des Holzes genutzt werden: Die Delignit AG erkennt die Chance, Marktmöglichkeiten durch eine verstärkte Herausstellung der ökologischen Faktoren „Nachhaltigkeit" und „Kaskadennutzung" zu nutzen. Folgende Argumente lassen dabei eine unverändert positive Beurteilung des Rohstoffeffektes zu:
Seit dem Kopenhagener Abkommen aus 2009 gelten auch die Holzwerkstoffe als CO2-Speicher. Man kann davon ausgehen, dass diese Entscheidung auch zu weiteren Forschungsaktivitäten und zu einer weiteren Förderung des Rohstoffes Holz führen wird. Ferner kann festgestellt werden, dass Kundenanforderungen und Beschaffungsrichtlinien vermehrt in Richtung ökologisch verträgliche und nachhaltige Produkte formuliert werden.
Die Inventurauswertungen des deutschen Forstes (erstellt aufgrund der Vereinbarungen zum Kyoto-Abkommen) stellen fest, dass der Zuwachs an Laubholz unverändert unter dem Verbrauch durch Nutzung liegt. Insbesondere in dem Kernrohstoff der Delignit, der Buche, liegt die Nutzung noch deutlich unter dem jährlichen Zuwachs (Nutzung = 87,0 % des nutzbaren Nachwuchses; Quelle: Johann Heinrich von Thünen-Institut).
Um den ökologischen Aspekt weiter zu unterstreichen, hat sich die BHID nach den Richtlinien der FSC- und PEFC-Standards im Geschäftsjahr 2013 zertifizieren lassen.
10. Nachtragsbericht
Nach Ende des Berichtszeitraums sind keine weiteren Ereignisse von besonderer Bedeutung eingetreten.
11. Zusammenfassung des Berichts über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG
Die Gesellschaft hat bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen, nach den Umständen, die uns im Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass diese Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden.
12. Sonstige Angaben
Das gezeichnete Eigenkapital in Höhe von 8.194 T€ ist aufgeteilt in 8.193.900 auf den Inhaber lautende Stückaktien (Aktien ohne Nennbetrag) mit jeweils einem rechnerischen Anteil von 1,00 € am Grundkapital der Gesellschaft.
Die Bestimmung der Anzahl sowie die Bestellung der Vorstandsmitglieder, der Abschluss der Anstellungsverträge sowie der Widerruf der Bestellung erfolgen durch den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat ist weiterhin ermächtigt, Satzungsänderungen vorzunehmen, die nur die Fassung betreffen.
Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 17. August 2011 ist der Vorstand unter Aufhebung der teilweise noch nicht durch die Kapitalerhöhung vom 08. November 2010 ausgenutzten Ermächtigung gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung vom 07. Juli 2010 (genehmigtes Kapital 2010) ermächtigt worden, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 06. August 2016 einmalig oder mehrmalig um bis zu insgesamt 4.097 T€ gegen Bar- und/oder Sacheinlagen durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautende Stückaktien (Aktien ohne Nennbetrag) zu erhöhen (genehmigtes Kapital 2011).
Des Weiteren ist die Gesellschaft durch Beschluss der Hauptversammlung vom 07. Juli 2010 dazu ermächtigt, ab dem 08. Juli 2010 bis zum 06. Juli 2015 eigene Aktien zu erwerben und zu verkaufen, und zwar bis zur Höhe von 10,0 % des Grundkapitals. Auf diesen Betrag wird der rechnerische Anteil am Grundkapital von Aktien angerechnet, die ab dem 08. Juli 2010 bei der Ausnutzung des genehmigten Kapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden oder seither von Options- oder Wandlungsrechten bzw. -pflichten aus Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen bezogen werden können, soweit bei deren Begebung das Bezugsrecht der Aktionäre entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen wird.
Ebenfalls ist der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 07. Juli 2010 ermächtigt, bis zum 06. Juli 2015 auf den Inhaber und/oder Namen lautende Wandelschuldverschreibungen und/oder Optionsschuldverschreibungen mit einem Gesamtbetrag von bis zu 62.075 T€ und mit einer Laufzeit von längstens zehn Jahren auszugeben und den Gläubigern der Schuldverschreibungen Wandlungsrechte auf neue Inhaber-Stückaktien der Delignit AG mit einem Anteil am Grundkapital von bis zu insgesamt 3.104 T€ einzuräumen. Hierzu wird das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 3.104 T€ bedingt erhöht (bedingtes Kapital 2010).
13. Prognosebericht
Die Situation in der Gesamtwirtschaft bleibt schwierig zu prognostizieren.
So berichtet die Bundesagentur für Arbeit, dass sich die deutsche Wirtschaft auf einem flachen Wachstumspfad befindet. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Wirtschaft saisonbereinigt im Jahr 2012 um 0,7 % gewachsen, jedoch im vierten Quartal um 0,6 % geschrumpft. Die schwache Dynamik sei Ausdruck des rezessiven Sogs, der weite Teile der Eurozone infolge der europäischen Staatsschuldenkrise erfasst hat. Allerdings sei die Unsicherheit an den Finanzmärkten mittelfristig stark zurückgegangen und die Konjunkturerwartungen seien wieder in den positiven Bereich gestiegen. Auch der deutsche Arbeitsmarkt scheint die schwache wirtschaftliche Entwicklung der letzten Monate gut zu verkraften und wirkt robust. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Beginn des Jahres 2013 habe ausschließlich jahreszeitliche Gründe und sei üblich. Dabei fiel die Zunahme der Arbeitslosigkeit sogar geringfügig schwächer aus als in den vergangenen Jahren. Die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist saisonbereinigt weiter gewachsen. Der Indikator für die Arbeitskräftenachfrage, der BA-X, habe etwas nachgegeben, liege aber weiter auf hohem Niveau. Binnenwirtschaftlich zeigt sich die konjunkturelle Schwäche nach wie vor an den rückläufigen Investitionen. Wenn die Verunsicherung infolge der Eurokrise nachlässt, dürfte bei den Investitionen einiger Nachholbedarf realisiert werden.
Der ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Februar 2013 um mehr als drei Punkte gestiegen. Dies ist das stärkste Plus seit Juli 2010. Die Zufriedenheit mit der aktuellen Geschäftslage hat im Februar 2013 erneut zugenommen. Mit Blick auf den zukünftigen Geschäftsverlauf breitet sich der Optimismus weiter aus. „Die deutsche Wirtschaft nimmt Fahrt auf", berichtet das Ifo-Institut.
Die Aufhellung der durch ifo gemeldeten Erwartungsindikatoren und die partielle Beruhigung der Kapitalmärkte setzen ebenfalls Signale für eine positive Entwicklung. Vom privaten Konsum könnte eine stabilisierende Wirkung ausgehen.
Die aktuelle Situation der Wirtschaft scheint jedoch weniger gut zu sein. Die durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gemeldeten Auftragseingänge für Januar 2013 sind deutlich rückläufig. Die Exporte fielen saisonbereinigt um 3,0 % während die Inlandsnachfrage um 0,6 abnahm. In der Automobilindustrie weisen die Statistiken noch schlechtere Werte aus. So sanken die Zulassungszahlen leichter Nutzfahrzeuge in der EU im Januar 2013 um 9,7 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Zulassungszahlen im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge in der EU sanken sogar um 18,4 %. Der für die Delignit AG relevante deutsche Markt zeigte sich ebenfalls rückläufig. Die Zulassungszahlen leichter Nutzfahrzeuge sanken um 13,9 % und die der schweren Nutzfahrzeuge sogar um 22,0 % (Quelle ACEA).
Die Planungen der wichtigsten OEM-Kunden der Delignit AG zeigen für das erste Halbjahr 2013 jedoch eine stabile Produktionsplanung auf. Ein erneutes Indiz dafür, dass sich die Delignit AG mit Ihren Produkten, Systemlösungen und Großkunden erfolgreich am Markt positioniert hat.
Der Bereich Technological Applications wird insbesondere durch die allgemeine Konjunkturlage und die sich daraus ableitende Investitionsbereitschaft bestimmt. Die ausgeprägte Vorsicht in Europa im investiven Bereich führte zu Beginn des Geschäftsjahres zu einer verhaltenen Anfrage- und Ordertätigkeit. Sollten sich jedoch die positiven Stimmungsindikatoren und Geschäftserwartungen der deutschen Wirtschaft als berechtigt herausstellen, geht die Gesellschaft von positiven Impulsen für die Zukunft aus.
Ausgangspunkt des wirtschaftlichen Erfolges der Delignit AG soll weiterhin die Unternehmensstrategie „technologische Produkte und Systemlösungen auf Basis eines ökologischen Werkstoffs" sein. Dazu gilt es, das in den Kernmärkten erfolgreiche Geschäftsmodell konsequent in weitere Märkte aus geographischer und aus Anwendungssicht zu übertragen. Die Delignit AG geht davon aus, dass diese Strategie auch 2013 erfolgreich fortgesetzt werden kann. Dabei müssen zur Untermauerung des Erfolges und zur nachhaltigen Sicherstellung der erarbeiteten Marktposition die Kernkompetenzen Forschung & Entwicklung, Logistik sowie die Sortimentsabrundung über Handelsware weiter ausgebaut werden.
Für das Geschäftsjahr 2013 erwartet der Vorstand der Delignit AG aufgrund der nach wie vor positiven Erwartungen an die allgemeine Wirtschaftsentwicklung gute Rahmenbedingungen für das Unternehmen und eine stabile Entwicklung in allen Geschäftsbereichen. Durch die verstärkten Absatzbemühungen bei den technischen Produkten, insbesondere auf internationaler Ebene, und die Bearbeitung neuer Märkte und Absatzkanäle geht der Vorstand der Delignit AG für das Jahr 2013 von einem weitgehend stabilen Umsatzniveau aus. Auf Basis vorliegender Anfragen zu Großprojekten und Serienbelieferungsaufträgen, die ab 2014 zu Lieferumfängen führen würden, bereitet der Vorstand die Gesellschaft durch zielgerichtete Investitionen auf Wachstumsimpulse für das Geschäftsjahr 2014 vor. Die Kapazitätsgrenze der Delignit AG soll entsprechend auf deutlich über 40 Mio. € gesteigert werden.
Blomberg, den 27. Februar 2013
gez. Markus Büscher, Vorstandsvorsitzender
gez. Thorsten Duray, Vorstand
An die Delignit AG, Blomberg:
Wir haben den von der Delignit AG, Blomberg, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Konzernbilanz,
Konzerngesamtergebnisrechnung, Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzernanhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2012 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften, liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben. Ergänzend wurden wir beauftragt zu beurteilen, ob der Konzernabschluss auch den IFRS insgesamt entspricht.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des
Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sowie den IFRS insgesamt und vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Bielefeld, den 27. Februar 2013
**MAZARS GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
gez. Faßbender, Wirtschaftsprüfer
gez. Stramitzer, Wirtschaftsprüfer
Der Konzernjahresabschluss sowie der Konzernlagebericht wurden am 16. April 2013 vom Aufsichtsrat gebilligt.
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