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creditshelf AG Interim / Quarterly Report 2021

Sep 14, 2021

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Interim / Quarterly Report

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Finanzbericht: 28890543

creditshelf Aktiengesellschaft

Frankfurt am Main

Halbjahresfinanzbericht zum 30.06.2021

2. Konzernzwischenlagebericht zum 30. Juni 2021

2.1. Der creditshelf Konzern im Überblick

Geschäftsmodell

Die creditshelf Aktiengesellschaft ("creditshelf" oder das "Unternehmen" und zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft creditshelf solutions GmbH die "creditshelf Gruppe" oder "Konzern") ist die führende Kreditplattform für digitale Mittelstandsfinanzierung in Deutschland. Über die Online-Plattform www.creditshelf.com arrangiert creditshelf bankenunabhängige, flexible Finanzierungslösungen für kleine und mittlere Unternehmen ("KMU") sowie Wachstumsunternehmen. Herzstück bildet dabei seit der Unternehmensgründung im Jahr 2014 creditshelfs selbstentwickelte, datengesteuerte Risikoanalyse-Software zur Kreditanalyse. Sie ermöglicht gemeinsam mit schlanken, digitalen Prozessen eine schnelle Abwicklung von Kreditanfragen und entlastet die erfahrenen Kreditanalysten bei ihrer Arbeit. Die creditshelf Plattform bildet den gesamten Kreditprozess von der Antragstellung über die Kreditanalyse und das Risikomanagement bis hin zur Auszahlung, die über eine regulierte Fronting Bank stattfindet, und Betreuung eines Kredits ab. Zur Finanzierung der Kredite verbindet creditshelf in einem digitalen Ökosystem KMU-Kreditnehmer mit institutionellen Finanzierungspartnern, die so Zugang zu einer anderweitig nicht zugänglichen, attraktiven Anlageklasse bekommen. Zu diesen Investoren gehören namhafte Häuser wie der Europäische Investitionsfonds, die BNP Paribas Asset Management oder die Amsterdam Trade Bank. Komplettiert wird das creditshelf Ökosystem durch Kooperationspartner, die ihre Klienten über eine Nutzung der creditshelf Plattform als innovative Anbieter neuer Kreditlösungen unterstützen. Das Produktangebot, das sich an deutsche mittelständische Unternehmen sowie Wachstumsunternehmen richtet, umfasst Unternehmenskredite von 100.000 EUR bis zu 5 Mio. EUR mit einer Laufzeit von 1 bis 96 Monaten.

Wachstumsstrategie:

Unsere fokussierte Wachstumsstrategie basiert auf drei Säulen, die die Gesellschaft konsequent weiter vorantreibt:

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1) Kooperationen: Ziel unserer Plattform ist der Ausbau strategischer Kooperationen und Partnerschaften, die durch die Vermittlung von potenziellen Kreditnehmern aus dem Netzwerk der Partner an creditshelf und umgekehrt sowie mit der Finanzierung der Kredite über die Plattform für Wachstumsimpulse sorgen. Hier setzen wir auf ein akzelerierendes Netzwerkmomentum.
2) Erweiterung des Produktportfolios: Um unseren Kunden jederzeit passende Lösungen anbieten zu können, planen wir das Produktportfolio der Plattform durch flexible und komplementäre Produkte zu erweitern. Diese neuen Produkte können entweder von creditshelf selbst angeboten oder im Rahmen von Partnerschaften mit flexibler und individueller Ausgestaltung in die Plattform integriert werden. Sie schaffen Potenzial für die Neukundengewinnung und den Ausbau bestehender Kundenbeziehungen im Sinne einer höheren Conversion Rate.
3) Softwareentwicklung: Wir arbeiten stetig an unseren datengesteuerten und automatisierten Prozessen zur Unterstützung der Kreditauswahl sowie an den Kreditscoring-Algorithmen und Modellen, um eine tiefere und effizientere Analyse zu ermöglichen. Wesentlich für diese Weiterentwicklung ist ein im Geschäftsverlauf stetig wachsender Datensatz auf Basis von abgelehnten und arrangierten Kreditprojekten, auf dessen Grundlage die Algorithmen lernen und kontinuierlich verbessert werden können. So können wir effizient die Anzahl der Kreditprojekte erhöhen, Laufzeiten verlängern, größere Volumina arrangieren und schließlich organisches Wachstum sicherstellen. Gleichzeitig bietet sich die Chance, Analysedienstleistungen auch Dritten anzubieten. Diese Wachstumschancen entstehen durch die Verknüpfung selbstentwickelter und zugekaufter Softwarekomponenten zu einer umfassenden Systemarchitektur, die als Ganzes weiterentwickelt wird und die Automatisierung der Wertschöpfungskette möglichst medienbruchfrei vorantreibt.

Konzernstruktur und Mitarbeiter

Die creditshelf Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, Deutschland, ist die Muttergesellschaft der creditshelf Gruppe. Sie nimmt bestimmte zentrale Funktionen für die gesamte Gruppe wahr, unter anderem in den Bereichen Management, Strategie, Finanzwesen, Unternehmenskommunikation, Produktmanagement, Marketing, Investor Relations, Risikomanagement, Recht, Compliance sowie Personalwesen. Der Standort in Frankfurt am Main ist der Hauptsitz der creditshelf Gruppe.

Die creditshelf solutions GmbH, Berlin, Deutschland, ist eine 100 %-ige Tochtergesellschaft der creditshelf Aktiengesellschaft. Geschäftszweck der creditshelf Solutions GmbH ist die Vermittlung sowie der Ankauf und Verkauf von Kreditforderungen im eigenen Namen und auf eigene Rechnung sowie die Entwicklung und der Betrieb von inländischen und ausländischen Internet- und Technologie-Projekten, insbesondere zur interaktiven Vermittlung von Finanzierungen, und die Erbringung damit im Zusammenhang stehender Serviceleistungen. Ausgenommen ist das Betreiben von Factoring sowie Tätigkeiten, die nach dem Kreditwesengesetz (KWG), dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) oder dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) erlaubnispflichtig sind.

Ursache für die Veränderung der Konzernstruktur im Vergleich zum 30. Juni 2020 ist die Verschmelzung der beiden Tochtergesellschaften der creditshelf Aktiengesellschaft. Mit dem Verschmelzungsvertrag vom 07. Oktober 2020 wurde die creditshelf service GmbH (übertragender Rechtsträger) rückwirkend zum 01. Januar 2020 auf die Valendo GmbH (übernehmender Rechtsträger) verschmolzen. Die Valendo GmbH hat als übernehmende Rechtsträgerin im Zuge der Verschmelzung die steuerliche Rechtsnachfolge der creditshelf service GmbH und die auf sie übergegangenen Wirtschaftsgüter mit deren Buchwerten übernommen. Die übernehmende Gesellschaft wurde darüber hinaus nach der Verschmelzung in creditshelf solutions GmbH umfirmiert. Die Eintragung der Verschmelzung im Handelsregister erfolgte am 02. November 2020.

Zum Stichtag 30. Juni 2021 hielt die creditshelf Aktiengesellschaft darüber hinaus keine weiteren direkten oder indirekten Beteiligungen.

Zwischen 01. Januar 2021 und 30. Juni 2021 waren bei der creditshelf Gruppe durchschnittlich 57 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter festangestellt (30. Juni 2020: 57).

Konzernsteuerung und Leistungsindikatoren

Die creditshelf Aktiengesellschaft mit ihren zwei Vorstandsmitgliedern steuert das Geschäft anhand zentraler finanzieller Leistungsindikatoren. Diese werden regelmäßig überprüft und genutzt, um die Leistung zu messen, Trends zu erkennen und strategische Entscheidungen zu treffen. Neben einer regelmäßigen Berichterstattung an den Vorstand fließen die wesentlichen Leistungsindikatoren auch in die Diskussion mit dem Aufsichtsrat ein.

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Leistungsindikatoren in TEUR 01.01.-30.06.2021 01.01.-30.06.2020
Umsatzerlöse 3.380,1 2.501,3
EBIT -1.539,6 -3.015,4

creditshelf verwendet darüber hinaus folgende ausgewählte weitere Leistungsindikatoren zur Steuerung des Geschäftsbetriebs, zur Erfolgsmessung, zur Identifikation von Trends und zur Unterstützung strategischer Entscheidungen:

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Anzahl, Volumen und Laufzeit von Transaktionen über die creditshelf Plattform angefragter Kredite
Anzahl, Volumen und Laufzeit von Transaktionen über die creditshelf Plattform arrangierter Kredite
Conversion Rate (Anzahl von Krediten, die nach positiver Vorauswahl tatsächlich kontrahiert wurden im Verhältnis zu Gesamtanträgen)
Acceptance Rate (Anzahl von Krediten nach positiver Vorauswahl im Verhältnis zu Gesamtanträgen)

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Recurring Borrowers (Anzahl wiederkehrender Kreditnehmer im Verhältnis zu Gesamtanzahl Kreditnehmer)
Default Rate (Ausfallrate) der arrangierten Kredite

Diese aus dem internen Customer-Relationship-Management-System ("CRM") stammenden Indikatoren verändern sich z. T. unterjährig durch Saisonalität im Geschäftsmodell. Zum Beispiel erreichte das arrangierte Kreditvolumen in den vergangenen Geschäftsjahren inklusive 2020 jeweils in der zweiten Jahreshälfte sein Maximum.

2.2. Forschung und Entwicklung

Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden bei der Gesellschaft klar unterschieden und beschränken sich im Wesentlichen auf Entwicklungstätigkeiten. Diese konzentrieren sich auf die creditshelf Plattform, die fortlaufende Optimierung des Datenmanagements, der Algorithmen im Bereich der Kreditwürdigkeitsprüfung und -Analyse, die Systeme und Prozesse zur Unterstützung der Kreditentscheidung sowie des fortlaufenden Monitorings und Servicings von bereits arrangierten Krediten. Die Weiterentwicklung eines fortschrittlichen Kreditprojektprozesses mit datengesteuerten Algorithmen zur Risikoanalyse ist ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie. Seit dem 1. Quartal 2020 werden Entwicklungsarbeiten bei creditshelf im Wesentlichen intern abgewickelt.

Die in der Gesellschaft angefallenen Entwicklungskosten betrugen in der Berichtsperiode 322,6 TEUR (Vorjahreszeitraum: 229,6 TEUR). Im Gegensatz zur Berichtsperiode des Vorjahres, in der eigene Entwicklungen als Herstellungs- bzw. Anschaffungsnebenkosten auf die beiden immateriellen Vermögenswerte "Internetplattform" und "Risikotool" aktiviert wurden, fielen Entwicklungskosten in dieser Berichtsperiode für Anlagen im Bau bzw. Anzahlungen immaterieller Vermögensgegenstände (neue Module) an. Zum 30. Juni 2021 beträgt der Buchwert der sich in Nutzung durch die Gesellschaft befindlichen, immateriellen Vermögenswerte "Internetplattform" und "Risikotool" 2.455,4 TEUR (31. Dezember 2020: 2.669,5 TEUR). Die vorgenommenen Regelabschreibungen beliefen sich im Berichtszeitraum auf 536,7 TEUR (Vorjahreszeitraum: 458,4 TEUR), außerordentliche Abschreibungen waren weder in diesem Berichtszeitraum noch im Vorjahreszeitraum notwendig.

2.3. Wirtschaftsbericht

2.3.1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Wettbewerb

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, von denen creditshelfs KMU-Kunden maßgeblich beeinflusst werden, deuteten im 1. Halbjahr 2021 in Richtung Erholung. Auf Basis der am 30. Juli 2021 publizierten Informationen des Statistischen Bundesamtes ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt nach einem Einbruch zu Jahresbeginn im 2. Quartal 2021 um 9,6 % gegenüber dem schwachen Vorjahresquartal gewachsen. 1 Gleichzeitig deuten andere Konjunkturindikatoren wie der industrielle Produktionszuwachs oder der ifo Konjunkturtest zur Gesamtwirtschaft zum Ende des 2. Quartals 2021 in Richtung einer wirtschaftlichen Erholung. 2 Dieser Einschätzung stimmt der Sachverständigenrat Wirtschaft zu: Mit einer erfolgreichen Eindämmung der Pandemie, etwa durch weitere Impffortschritte, dürfte das Wachstum im Jahresverlauf 2021 an Dynamik gewinnen, sodass das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im Jahr 2021 wieder um 3,1 % wächst. 3 Der wöchentliche Aktivitätsindex (WAI) der Deutschen Bundesbank, der die realwirtschaftliche Aktivität in Deutschland unter Einbezug verschiedener Wirtschaftsindikatoren abbildet, deutet ebenfalls auf eine insgesamt positive Entwicklung hin. 4 Davon profitiert die Industrie, die aufgrund einer starken Inlandsnachfrage bei anziehenden Bestellungen aus dem Ausland gut gefüllte Auftragsbücher vorzuweisen haben. 5 Abgeschwächt wurde der wirtschaftliche Ausstoß der Industrie zum Jahresbeginn vor allem von Lieferengpässen. Risiken ergeben sich im weiteren Jahresverlauf durch den unsicheren weiteren Verlauf des Pandemiegeschehens - vor allen Dingen durch die Gefahr neu aufkommender Virusmutationen - und Engpässe bei Vorprodukten wie Computerchips und Bauholz sowie Engpässen in der Logistik. 6 Im Dienstleistungsbereich erlebt der Versand- und Internethandel, der bereits im vergangenen Jahr von der krisengeschuldeten Digitalisierung im Handel profitierte, weiterhin deutliches Wachstum - ein Trend, der von Dauer sein dürfte. 7

1 Statistisches Bundesamt. (2021). Pressemitteilung Nr. 365 vom 30. Juli 2021.

2 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. (2021). Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Monatsbericht Juli 2021.

3 Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. (2021). Konjunkturprognose 2021 und 2022.

4 Deutsche Bundesbank. (2021). Wöchentlicher Aktivitätsindex für die deutsche Wirtschaft - Aktualisierung vom 26. Juli 2021.

5 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. (2021). Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Monatsbericht Juli 2021.

6 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. (2021). Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Monatsbericht Juli 2021.

7 Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. (2021). Konjunkturprognose 2021 und 2022.

Zusätzliche Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland haben die im Rahmen der Corona-Pandemie bis zum September 2021 verlängerten Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung. Dazu zählen Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld, steuerliche Liquiditätshilfen für Unternehmen sowie umfangreiche Hilfskreditprogramme. 8 Das seit März 2020 geltende Insolvenzmoratorium, d.h. eine erhebliche Einschränkung oder Aussetzung der Insolvenzantragspflicht, rechtlicher Folgen im Falle einer Insolvenzreife sowie von Insolvenzanfechtungen, endete am 30. April 2021. 9 Diese Maßnahmen führten insgesamt zu deutlich weniger Insolvenzen. Laut Statistischem Bundesamt lagen die angemeldeten Insolvenzen im 1. Quartal 19,7% unter dem Wert des Vorjahresquartals. 10 Auch wenn eine größere Insolvenzwelle durch diese Maßnahme bisher verhindert werden konnte, ist für dieses Jahr insgesamt dennoch mit einem signifikanten Anstieg der Insolvenzzahlen zu rechnen. 11 Eine Studie des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erwartet, dass der größte Teil dieser Insolvenzen Micro-Unternehmen (unter 10 Mitarbeiter) betreffen wird und sich die Insolvenzrate bei steigender KMU-Größe reduziert. 12

Die Entwicklung des deutschen Kreditmarkts war im 1. Halbjahr 2021, ebenso wie die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, deutlich gezeichnet von der anhaltenden Corona-Pandemie. Banken reichten dem KfW-Kreditmarktausblick zufolge im 1. Quartal 2021 ein 6,5 % geringeres Kreditvolumen aus als im Vorjahreszeitraum. 13 Im Schlussquartal 2020 ging das Neugeschäft im Vorjahresvergleich um 4,3 % zurück. Gründe für diese Entwicklung waren der KfW zufolge neben der Aufhellung der konjunkturellen Lage für weite Teile der Ökonomie auch die zunehmende Auszahlung staatlicher Finanzhilfen, die den Bedarf an zusätzlicher externer Finanzierung verringert haben. 14 Gleichzeitig haben es die Unternehmen immer noch nicht leicht, an Kredite bei den Banken zu kommen. Davon betroffen ist der KfW-ifo-Kredithürde zufolge besonders der deutsche Mittelstand, der sich in der Gesamttendenz bereits seit 2018 deutlich restriktiveren Banken gegenübersieht. Zwar kamen mittelständische Unternehmen im 2. Quartal 2021 wieder etwas leichter an Kredite, im Vergleich zu den Vorjahren bleibt die Hürde jedoch groß. 15 Hinsichtlich der Konditionen wuchsen risikobedingt neben der Ausweitung der Zinsmargen insbesondere die Anforderungen an Sicherheiten. 16 Auch die Europäische Zentralbank beobachtete in Deutschland eine Verschärfung der Kreditanforderungen im 1. Quartal 2021, während sich die Nachfrage nach Krediten, unter anderem getrieben durch Bedarf nach Lager- und Betriebsmittelfinanzierungen, positiv entwickelte. 17

8 Bundesministerium der Finanzen (2021). Überbrückungshilfe verlängert und erweitert.

9 Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. (2021). Aussetzung der Insolvenzantragspflicht vom 1. Januar bis 30. April 2021 für Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit dem 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch aussteht.

10 Statistisches Bundesamt. (2021). Pressemitteilung Nr. 270 vom 10. Juni 2021.

11 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. (2021). Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Monatsbericht Juli 2021.

12 Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Dörr, Murmann, Licht. (2021). The COVID-19 Insolvency Gap: First-Round Effects of Policy Responses on SMEs.

13 KfW Research. (2021). KfW-Kreditmarktausblick: Juni 2021. Bezugsgröße ist ein gleitendes 2-Quartals-Mittel.

14 KfW Research. (2021). KfW-Kreditmarktausblick: Juni 2021.

15 KfW Research. (2021). KfW-ifo-Kredithürde: Juli 2021.

16 KfW Research. (2021). KfW-Kreditmarktausblick: März 2021. Bezugsgröße ist ein gleitendes 2-Quartals-Mittel.

Insgesamt steht einer Verbesserung der Liquiditätslage der Mittelständler durch die fortgeführten und erweiterten staatlichen Finanzhilfen und die globale Konjunkturerholung, getrieben von vorsichtigen Lockerungen und Impfungen, Unsicherheit über die Überwindung temporärer Angebotsengpässe und den Einfluss von Virusvarianten gegenüber. 18 Während letztere die Investitionsbereitschaft hemmen, stehen Unternehmen, die von durch die Corona-Krise beschleunigten strukturellen Änderungen profitieren, restriktivere Banken gegenüber. Hieraus ergeben sich Opportunitäten für alternative Finanzierer wie creditshelf, diese bestehende Finanzierungslücke zu füllen. Dies trifft besonders auf Arrangements außerhalb des besicherten Bereichs zu, der klassisch von den Hausbanken abgedeckt wird. Auch die Geschwindigkeit bis zur Finanzierungszusage und ein geringer Antragsaufwand für die Unternehmen sind wesentliche Vorteile von Kreditplattformen. 19 creditshelf betrachtet sich in diesem Zusammenhang als Kooperationspartner für Banken, indem es deren Produktangebot um einen unbesicherten Finanzierungsbaustein erweitert. Aktive Kooperationen unterhält creditshelf in allen drei Säulen des deutschen Bankensystems: Der Commerzbank im Privatbanksektor, der Sparkasse Bremen sowie der Volksbank Bielefeld-Gütersloh und der Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank eG Odenwald/​Miltenberg. Studien zeigen darüber hinaus, dass Digitalisierung und Automatisierung in Kreditprozessen im Niedrigzinsumfeld entscheidende Wettbewerbsfaktoren sind, der Grad der Automatisierung im Firmenkundengeschäft aber hinter dem des Privatkundengeschäfts zurückbleibt. 20 Besonders die Corona-Krise entpuppt sich der KfW zufolge hier als Treiber für Anbieter digitaler Finanzdienstleistungen wie z.B. Online-Kreditplattformen. 21 In den Bereichen Digitalisierung und Automatisierung können Bankpartner von creditshelfs Geschwindigkeit in der Kreditanalyse profitieren.

Gleichzeitig sieht sich das Unternehmen einem überschaubaren Wettbewerberkreis aus anderen digitalen Finanzierungsanbietern und -plattformen mit Fokus auf kleine bis mittlere Unternehmen in Deutschland gegenüber. Neben reinen Online-Vergleichsplattformen wie Compeon, Fincompare, Funding Circle (seit Mitte 2020 in Deutschland nur noch Vermittlungsgeschäft ohne originäres Kreditprodukt), FinMatch, Deutsche Firmenkredit Partner oder Fundingport, deren Vermittlungspotenzial auch von der Finanzierungsbereitschaft der klassischen Banken abhängt, beschränkt sich der Wettbewerb auf Kreditmarktplätze wie z.B. October (Sitz in Frankreich, seit 2020 im deutschen Markt aktiv mit arrangierten Kreditvolumina im niedrigen zweistelligen Millionenbereich), Iwoca (Sitz in England, bietet seit dieser Berichtsperiode in Deutschland Working Capital-Finanzierungen bis 200.000 EUR an) sowie Invesdor (Fusion mit Kapilendo, Sitze in Finnland und Deutschland). Dazu kommen in bestimmten Bereichen wie Scale-Up-Finanzierungen auch Marktteilnehmer wie die Deutsche Handelsbank oder klassische Venture Debt Anbieter, wobei letztere in der Regel eher größere Mindestkreditvolumina anstreben. Einige Marktteilnehmer im Venture Debt-Bereich wie z.B. Riverside Acceleration Capital, Round2 Capital, Uncapped oder Uplift1 bieten zudem umsatzbasierte Finanzierungsprodukte an und ergänzen damit das creditshelf Produktangebot mit der Zielgruppe junge Wachstumsunternehmen (Scale-Up-Bereich).

17 European Central Bank. (2021). The Euro Area Bank Lending Survey. First Quarter of 2021.

18 KfW Research. (2021). KfW-Kreditmarktausblick: März 2021; KfW Research. (2021). KfW-ifo-Kredithürde: Juli 2021.

19 KfW Research. (2021). Die Bedeutung von Online-Kreditplattformen im Mittelstand: digitale Fremdfinanzierung noch Nischenprodukt.

20 PwC. (2019). Industrialisierung des Kreditgeschäfts, Status Quo und Perspektive des Kreditgeschäfts in Deutschland.

21 KfW Research. (2021). Die Bedeutung von Online-Kreditplattformen im Mittelstand: digitale Fremdfinanzierung noch Nischenprodukt.

creditshelf fokussiert sich gezielt auf Bereiche, die in der Regel von Wettbewerbern nicht oder nur teilweise abgedeckt werden. Abgrenzungsmerkmale sind dabei die Unternehmenszielgruppe (1 bis 100 Mio. EUR Umsatz), strukturelle Merkmale des Kredites wie der Rang in der Kapitalstruktur (im Falle von creditshelf ausschließlich vorrangig) oder Art der Besicherung (im Falle von creditshelf im Wesentlichen dinglich unbesichert) sowie die Kredithöhe (100.000 EUR bis 5 Mio. EUR) und Art der Investoren (Fokus institutionelle Investoren).

Insgesamt sieht das Management creditshelf positiv für weiteres Wachstum im 2. Halbjahr 2021 und darüber hinaus positioniert. Obwohl die Corona-Krise und ihre Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft im Allgemeinen und den KMU-Kreditmarkt im Besonderen weiterhin Unsicherheiten für die Gesellschaft bergen, geht der Vorstand auf Basis der teilweise durch die Krise beschleunigten, strukturellen Trends mittel- und langfristig von einem stark wachsenden Markt für digitale Mittelstandsfinanzierungen in Deutschland aus.

2.3.2. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

2.3.2.1. Ertragslage

Im 1. Halbjahr 2021 wuchsen die Umsatzerlöse von creditshelf im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 35,1 % auf 3.380,1 TEUR (Vorjahreszeitraum: 2.501,3 TEUR). Wesentliche Ursache war ein deutlicher Anstieg des über die creditshelf Plattform vermittelten Kreditvolumens von 45.635,0 TEUR im 1. Halbjahr 2020 auf 71.790,0 TEUR in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres. Die Gesamtmarge aus dem Verhältnis von Umsatzerlösen zu arrangiertem Kreditvolumen lag mit 4,7 % unter dem Vorjahreszeitraum (5,4 %). Grund dafür ist eine niedrigere Marge bei den Investorengebühren durch veränderte Konditionen im Rahmen der Zusammenarbeit mit Finanzierungspartnern, die zur Sicherung des Fundings des wachsenden Kreditvolumens auf der creditshelf Plattform wesentlich ist und die Grundlage für weiteres Wachstum bildet. Teilweise wird dieser Rückgang durch Umsatzerlöse für Service- und Beratungsgebühren ausgeglichen. Diese Service- und Beratungsgebühren, die eine laufende und bestandsabhängige Umsatzgenerierung darstellen, ersetzen in Teilen die herkömmlichen Investorengebühren.

Die sonstigen Erträge in Höhe von 1,6 TEUR (Vorjahreszeitraum: 414,6 TEUR) beinhalten Erlöse aus Sachanlageverkäufen. Im 1. Halbjahr 2020 setzten sich die sonstigen Erträge im Wesentlichen aus Kostenerstattungen im Rahmen der Gründung des creditshelf Loan Fund, der Auflösung von Rückstellungen sowie Disagien aus dem Kauf von Krediten zusammen.

Im 1. Halbjahr 2021 beliefen sich die aktivierten Eigenleistungen auf 306,8 TEUR (Vorjahreszeitraum: 185,4 TEUR) und beinhalten Personalkosten, die für die Softwareentwicklung angefallen sind. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum erklärt sich durch die verstärkte Internalisierung von Entwicklungsarbeiten nach dem Ausscheiden des externen Softwareentwicklers im 1. Quartal 2020.

Der Personalaufwand lag für das 1. Halbjahr 2021 bei 2.785,7 TEUR nach 3.017,8 TEUR im 1. Halbjahr des Vorjahres. Darin spiegelt sich einerseits ein konstanter Personalbestand von 57 festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Vorjahreszeitraum: 57 Festangestellte) wider. Andererseits enthält der Personalaufwandsposten geringere Aufwendungen für aktienbasierte Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock Units Programs; im Folgenden kurz RSU) in Höhe von 323,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 513,0 TEUR), da aufgrund der Regelungen des IFRS 2 für bis zum Jahr 2021 angesparte Anteile bereits in den Vorperioden wesentlicher Personalaufwand angefallen ist und in 2021 insgesamt weniger Anteile gewährt wurden. Dies gilt insbesondere für das RSU III Programm, welches aufgrund des Ausscheidens von Dr. Mark Währisch aus dem Vorstand zum 30. April 2021 in diesem Geschäftsjahr ausläuft.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich bis zum 30. Juni 2021 auf 1.808,4 TEUR und lagen somit unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums in Höhe von 2.537,2 TEUR. Hier spiegelt sich ein konsequentes Sachkostenmanagement wider, da trotz des erhöhten Kreditvolumens und damit verbundener variabler Aufwendungen wie Fremdleistungen und Vertriebsprovisionen niedrigere Gesamtaufwendungen angefallen sind.

Ein wesentlicher Teil der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist der Aufwand für Marketing- und Werbemaßnahmen. Dieser lag im 1. Halbjahr 2021 mit 332,6 TEUR insbesondere aufgrund von Effizienzgewinnen aus einer nachhaltigen Neuaufstellung des Marketingauftritts und der Optimierung des Kundenbeziehungsmanagements im Geschäftsjahr 2020 deutlich unter dem des Vorjahreszeitraums (899,7 TEUR). In den Aufwendungen des Vorjahreszeitraums spiegeln sich im Wesentlichen die erwähnten Maßnahmen wider. Im bisherigen Jahresverlauf hat die Gesellschaft darüber hinaus auf das veränderte Nachfrageverhalten - hervorgerufen durch die umfassenden staatlichen Corona Hilfsmaßnahmen - im Markt reagiert und seine Marketingaktivitäten stärker auf bestimmte Branchen und Kanäle konzentriert.

Rechts- und Beratungsaufwendungen verringerten sich im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 374,7 TEUR (Vorjahreszeitraum: 451,5 TEUR). Der Rückgang erklärt sich durch den erfolgreichen Aufbau interner Ressourcen und die damit einhergehende größere Unabhängigkeit von externen Dienstleistern.

Fremdleistungen führten im 1. Halbjahr 2021 zu Aufwendungen in Höhe von 193,1 TEUR (Vorjahreszeitraum: 278,1 TEUR). Der Rückgang reflektiert die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum normalisierten Kreditanfragen, durch die im Berichtszeitraum niedrigere Kosten für externe Datenabfragen im Rahmen der Kreditanalyse angefallen sind.

Aufwendungen für Verkaufsprovisionen für die Vermittlung von Kreditnehmern aus dem Partnernetzwerk auf der creditshelf Plattform lagen im 1. Halbjahr 2021 bei 108,3 TEUR und damit trotz höherer arrangierter Kreditvolumina unter dem Vorjahresniveau (Vorjahreszeitraum: 180,0 TEUR).

Die Mietaufwendungen verringerten sich im 1. Halbjahr 2021 auf 99,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 138,0 TEUR). Dies ist das Ergebnis einer Reduzierung der Mietflächen im Rahmen eines konsequenten Sachkostenmanagements und einer Ausweitung bereits bestehender New Work-Konzepte in der 2. Jahreshälfte 2020.

Auf den Ausweis von Prämien für Darlehensforderungen bzw. Agien aus dem Kauf von Krediten wurde im 1. Halbjahr 2021 mangels Auswirkung auf das EBIT-Ergebnis und der dadurch erzielten erleichterten Nachvollziehbarkeit verzichtet (Vorjahreszeitraum: 53,3 TEUR) an. Dies gilt analog für Disagien aus dem Kauf von Krediten, die in der Vorjahresperiode im sonstigen Betrieblichen Ertrag in identischer Höhe gezeigt wurden.

Aufgrund von Bewertungseffekten entstand für virtuelle Beteiligungen im Berichtszeitraum ein Aufwand in Höhe von 130,6 TEUR (Vorjahreszeitraum: 9,0 TEUR).

Die Summe der übrigen sonstigen Aufwendungen lag im 1. Halbjahr 2021 mit 570,1 TEUR über dem Vergleichszeitraum (527,6 TEUR). Darin enthalten sind im Wesentlichen IT-Aufwendungen, Kosten für Investor Relations, zeitanteilig abgegrenzte Aufsichtsratsvergütungen sowie Mitgliedsbeiträge für Verbände wie z.B. den Verband Deutscher Kreditplattformen. Im Vergleich zum Vorjahr enthalten die übrigen sonstigen Aufwendungen Recruitment-Kosten in Höhe von 70,2 TEUR zur Gewinnung neuer, qualifizierter Mitarbeiter.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag somit für das 1. Halbjahr 2021 mit -905,7 TEUR deutlich über den -2.453,7 TEUR des Vorjahreszeitraums. Dies verdeutlicht die Skalierbarkeit unseres Geschäftsmodells, da ein deutliches Umsatzwachstum auf Basis stabiler Personalkosten und reduzierten sonstiger betrieblicher Aufwendungen erreicht werden konnte.

Planmäßig höhere ordentliche Abschreibungen in Höhe von 634,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 561,7 TEUR) berücksichtigend, weist der Konzern im 1. Halbjahr 2021 ein ebenfalls deutlich verbessertes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von -1.539,6 TEUR (Vorjahreszeitraum: -3.015,4 TEUR) aus. Der Fehlbetrag lag unter Berücksichtigung eines Finanzergebnisses von -34,9 TEUR (Vorjahreszeitraum: -13,4 TEUR), das sich aufgrund des aufgenommen Gesellschafterdarlehens gegenüber dem Vorjahreszeitraum verschlechtert hat, und Ertragssteueraufwendungen von 8,2 TEUR (Vorjahreszeitraum: 89,5 TEUR) bei -1.582,7 TEUR (Vorjahreszeitraum: -3.118,3 TEUR).

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie, basierend auf dem den Stammaktionären zurechenbaren Gewinn und einem gewichteten Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Stammaktien, beträgt -1,15 EUR (Vorjahreszeitraum: -2,31 EUR). Das verwässerte Ergebnis je Aktie entspricht gemäß IAS 33.41 dem unverwässerten Ergebnis.

2.3.2.2. Vermögenslage

Die Bilanzsumme von creditshelf belief sich zum 30. Juni 2021 auf 7.018,3 TEUR (31. Dezember 2020: 10.062,8 TEUR).

Die langfristigen Vermögenswerte lagen zum Bilanzstichtag mit 4.324,9 TEUR etwas unter dem entsprechenden Wert zum Geschäftsjahresende 2020 (31. Dezember 2020: 4.560,7 TEUR). Aufgrund regulärer Abschreibungen, die die in der Berichtsperiode aktivierten Eigenleistungen übersteigen, verringerten sich die immateriellen Vermögenswerte von 3.434,6 TEUR auf 3.188,0 TEUR. Sie machten zusammen mit aufgrund des operativen Wachstums erhöhten langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 947,5 TEUR (31. Dezember 2020: 876,2 TEUR) zum Stichtag 30. Juni 2021 den größten Teil der langfristigen Vermögenswerte aus.

Die kurzfristigen Vermögenswerte verringerten sich zum Stichtag auf 2.693,4 TEUR (31. Dezember 2020: 5.502,1 TEUR). Wesentliche Ursache ist ein verringerter Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten von 1.206,7 TEUR zum 30. Juni 2021 nach 3.844,3 TEUR am 31. Dezember 2020. Zum 30. Juni 2021 befanden sich davon 0,1 TEUR auf verpfändeten Konten (31. Dezember 2020: 0,1 TEUR). Der starke Rückgang der ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten im Vergleich zum 31. Dezember 2020 erklärt sich durch Zahlungsmittel in Höhe von 3.136,0 TEUR, die zum Jahresendstichtag 2020 im Rahmen der Abwicklung von Transaktionen zwischenzeitlich auf einem Konto der Gesellschaft verbucht waren. Dieser Position stand eine entsprechende Verbindlichkeit gegenüber. Die kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich zum 30. Juni 2021 leicht auf 1.288,2 TEUR (31. Dezember 2020: 1.355,5 TEUR).

Das Eigenkapital der Gesellschaft verringerte sich im Vergleich zum Jahresende auf 2.587,0 TEUR (31. Dezember 2020: 3.896,4 TEUR). Die Eigenkapitalquote lag bei 36,7 % (31. Dezember 2020: 38,7 %). Die Verringerung des Eigenkapitals erklärt sich durch den Saldo des Nachsteuerergebnisses der Periode von -1.582,7 TEUR und die Erhöhung der Kapitalrücklage (30. Juni 2021: 21.277,7 TEUR, 31. Dezember 2020: 21.020,3 TEUR) zur Bedienung von Ansprüchen aus den aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogrammen durch Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten. Im Rahmen der Bedienung von Ansprüchen aus den Mitarbeiter-Anreizprogrammen kam es darüber hinaus zu einer Kapitalerhöhung, die am 09. Februar 2021 eingetragen wurde, durch die sich das Gezeichnete Kapital um 15.912,00 EUR auf 1.376,2 TEUR erhöhte (31. Dezember 2020: 1.360,3 TEUR).

Im Vergleich zum Jahresende 2020 erhöhten sich die langfristigen Schulden auf 2.730,0 TEUR (31. Dezember 2020: 1.210,4 TEUR). Hauptursache hierfür war eine Erhöhung der sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten auf 1.555,0 TEUR (31. Dezember 2020: 50,1 TEUR). Diese Veränderung resultiert im Wesentlichen aus einem von der Gesellschaft aufgenommenen Gesellschafterdarlehen in Höhe von bisher 1,5 Mio. EUR. Die langfristigen Rückstellungen lagen mit 1.175,0 TEUR auf dem Niveau zum Jahresende 2020 (31. Dezember 2020: 1.146,7 TEUR).

Die kurzfristigen Schulden reduzierten sich zum Stichtag 30. Juni 2021 mit 1.701,3 TEUR gegenüber dem 31. Dezember 2020 (4.956,0 TEUR) deutlich. Hauptursache sind deutlich niedrigere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 480,4 TEUR (31. Dezember 2020: 3.777,8 TEUR). Zum Jahresende 2020 waren diese in Zusammenhang mit den bereits erwähnten, temporär verbuchten Zahlungsmitteln um 3.136,0 TEUR erhöht. Die sonstigen Schulden lagen mit 706,7 TEUR zum Stichtag 30. Juni 2021 über dem Jahresende 2020 (31. Dezember 2020: 534,7 TEUR). Die kurzfristigen Rückstellungen reduzierten sich im Wesentlichen durch den Verbrauch von kurzfristige Lohnsteuerrückstellungen für aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogramme auf 440,0 TEUR (31. Dezember 2020: 549,1 TEUR).

2.3.2.3. Finanzlage

Ausgehend von einem Nachsteuerergebnis von -1.582,7 TEUR (30. Juni 2020: -3.118,3 TEUR) ergab sich zum Ende der Berichtsperiode nach Anpassungen im Wesentlichen aus Abschreibungen auf Sachanlagen von 64,8 TEUR (30. Juni 2020: 70,3 TEUR), Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte von 569,2 TEUR (30. Juni 2020: 491,4 TEUR), zahlungsunwirksamen Erhöhungen der Kapitalrücklage von 232,3 TEUR (30. Juni 2020: 316,6 TEUR), Veränderungen der sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen von -305,3 TEUR (30. Juni 2020: -215,7 TEUR) sowie Zahlungsmittelzuflüssen aus sonstigen Vermögenswerten von 103,8 TEUR (30. Juni 2020: 94,6 TEUR) ein Brutto-Cashflow in Höhe von -976,3 TEUR (30. Juni 2020: -2.273,9 TEUR). Im Vergleich zum Halbjahresbericht 2020 wurden Mittelzuflüsse aus Aktienverkäufen zur Bedienung der Lohnsteuer im Rahmen der Mitarbeiter-Anreizprogramme vor dem Hintergrund einer sachgerechteren Darstellung nicht mehr als Aktienbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente im Brutto-Cashflow, sondern als Einzahlungen aus dem Verkauf von Aktien im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit dargestellt. Entsprechend wurde der Wert der zahlungsunwirksamen Erhöhungen der Kapitalrücklage zum 30. Juni 2020 um 146,2 TEUR reduziert.

Ausgehend vom Brutto-Cashflow und unter Berücksichtigung einer Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 5,6 TEUR (30. Juni 2020: Abnahme von 175,9 TEUR), einer Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 48,8 TEUR (30. Juni 2020: 1.953,0 TEUR) und der Zunahme sonstiger Passiva von 192,2 TEUR (30. Juni 2020: Abnahme von 202,7 TEUR) betrug der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit -827,3 TEUR (30. Juni 2020: -4.605,5 TEUR). Im Vergleich zum Halbjahresbericht 2020 wurde die Veränderung temporär verbuchter Zahlungsmittel in Höhe von 3.248,6 TEUR im Rahmen der Kapitalflussrechnung nicht mehr im Finanzmittelfonds dargestellt, sondern direkt gegen die entsprechende Verbindlichkeit im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit gestellt. Die Werte zum 30. Juni 2020 wurden für diesen Bericht entsprechend angepasst. Der den Vorjahreszeitraum betreffende, umgegliederte Betrag belief sich auf 685,4 TEUR.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug im Berichtszeitraum -22,6 TEUR (30. Juni 2020: -102,8 TEUR). Der Mittelabfluss resultiert im Wesentlichen aus Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (15,9 TEUR, 30. Juni 2020: 44,2 TEUR) sowie Sachanlagen (6,7 TEUR, 30. Juni 2020: 58,6 TEUR).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im 1. Halbjahr 2021 1.460,9 TEUR (30. Juni 2020: 117,5 TEUR). Im Mittelzufluss des 1. Halbjahres 2021 spiegeln sich im Wesentlichen Einzahlungen aus dem Gesellschafterdarlehen sowie Einzahlungen aus dem Verkauf und der Ausgabe von Aktien wider, denen Auszahlungen für Earn-Outs entgegenstehen.

Während sich die Einzahlungen aus dem Gesellschafterdarlehen auf 1.500,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 0,0 TEUR) und die Einzahlungen aus dem Verkauf von Aktien auf 276,5 TEUR (Vorjahreszeitraum: 146,2 TEUR, siehe Anpassung des Brutto-Cashflows) beliefen, führten die Earn-Out-Zahlungen zu einem Mittelabfluss von 250,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 0,0 TEUR). Letztere stehen im Zusammenhang mit dem Ablauf der Earn-Out Periode im Rahmen des Kaufvertrags der Valendo GmbH am 18. Januar 2021. Am 28. Januar 2021 hat der Vorstand der creditshelf Aktiengesellschaft beschlossen, von der Replacement-Option keinen Gebrauch zu machen und den fälligen Earn-Out Betrag in bar zu begleichen.

Zum Stichtag 30. Juni 2021 beliefen sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente auf 1.206,7 TEUR (30. Juni 2020: 2.729,6 TEUR). Auf verpfändeten Konten befanden sich zum Stichtag Mittel in Höhe von 0,1 TEUR (30. Juni 2020: 0,1 TEUR). Im Zuge der bereits erwähnten Umgliederung der temporär verbuchten Zahlungsmittel kam es zu einer Anpassung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn des Geschäftsjahres von 3.412,5 TEUR. Für den Vorjahreszeitraum betrug diese Anpassung 235,2 TEUR. Unter Berücksichtigung der bereits beschriebenen Umgliederung sowie der sich auf verpfändeten Konten befindlichen Mittel verfügte die Gesellschaft zum 30. Juni 2021 über einen Finanzmittelfonds in Höhe von 1.042,7 TEUR (30. Juni 2020: 1.809,1 TEUR).

Die Nettoverschuldung stellte sich zum 30. Juni 2021 wie folgt dar:

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30.06.2021 30.06.2020 Veränderung
in TEUR in TEUR in TEUR
--- --- --- ---
Finanzschulden 1.629,2 169,9 1.459,3
Finanzmittelfonds 1.042,7 1.809,1 -766,4
Nettoverschuldung 586,5 -1.639,2 2.225,7

2.4. Risiko- und Chancenbericht

2.4.1. Risikobericht

Die Darstellung der folgenden Risiken lehnt sich an die intern vorgegebene Kategorisierung nach Risikoarten an und folgt einer Nettobetrachtung.

Marktrisiken

Die Gesellschaft ist von verschiedenen makroökonomischen Trends abhängig, wie etwa der Entwicklung der Gesamtwirtschaft sowie der Inflations- und Zinsentwicklung. Sollten sich diese Trends für die Gesellschaft negativ entwickeln, können vermehrte Kreditausfälle und eine geringere Nachfrage auf Seiten der Kreditnehmer die Folge sein. Zudem können sich bei einem steigenden Zinsniveau für Investoren weitere Anlageklassen mit geringem Risikoprofil eröffnen, wie beispielsweise Staatsanleihen. Verweisend auf die Ausführungen zum Gesamtwirtschaftlichen Umfeld im Wirtschaftsbericht (Kapitel 2.3.) und insbesondere die Prognosen des BMWi 22 und des Sachverständigenrates 23 für den Wirtschaftsraum Deutschland, geht der Vorstand im Zeichen der anlaufenden wirtschaftlichen Erholung auf der einen Seite sowie der Gefahr durch neue Virusmutationen, Lieferkettenschwierigkeiten für das produzierende Gewerbe und einen fortgesetzten staatlichen Eingriff in den Kreditmarkt durch Hilfsprogramme auf der anderen Seite von einem weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld aus. Die Wahrscheinlichkeit und die möglichen Auswirkungen einer mangelnden Impfdurchdringung, neuer Virusmutationen oder einer signifikanten 4. Infektionswelle sind für die Gesellschaft aktuell nicht abschätzbar.

Ferner geht der Vorstand von einer weiterhin überwiegend das wirtschaftlich schwierige Umfeld akkommodierenden Geldpolitik mit niedrigem Zinsniveau aus. Dies belegt die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom 22. Juli 2021, die Leitzinssätze bis auf weiteres auf dem niedrigen Niveau um 0 % zu belassen. 24

Risikobewertung: mittel

Finanzrisiken

Liquiditätsrisiko

Die creditshelf Gruppe hat in der Vergangenheit Fehlbeträge erwirtschaftet und könnte auch in Zukunft solche Fehlbeträge generieren. Hierbei können steigende Betriebsausgaben, Entscheidungen für weitere Investitionen in Wachstum oder geringer als prognostizierte Umsatzvolumina und die damit verbundenen ausbleibenden Erlöse eine Rolle spielen. Eine nachhaltige Verlustsituation kann längerfristig zu einem Liquiditätsrisiko führen.

22 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. (2021). Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Monatsbericht Juli 2021.

23 Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. (2021). Konjunkturprognose 2021 und 2022.

24 Europäische Zentralbank. (2021). Pressemitteilung, Geldpolitische Beschlüsse, 22. Juli 2021.

Als Maßnahmen werden rollierende monatliche Cashflow-Prognosen durchgeführt sowie frühzeitige Vorbereitungen auf potenzielle Finanzierungsrunden getroffen. Im Rahmen der Corona-Pandemie wurden die Kostenbudgets und somit auch die tatsächlichen Kosten reduziert. Darüber hinaus hat der Gesellschafter der creditshelf, die Obotritia Capital KGaA, im 4. Quartal 2020 gegenüber der Gesellschaft eine harte Patronatserklärung abgegeben. Zur Operationalisierung dieser Patronatserklärung hat die creditshelf Aktiengesellschaft am 04. Januar 2021 mit der Obotritia Capital KGaA einen Gesellschafterdarlehenrahmenvertrag nebst Nachtrag vom 09. März 2021 geschlossen. Dieser sieht einen Gesamtbetrag von bis zu 8 Mio. EUR mit endfälliger Verzinsung in Höhe von 8 % per annum vor und endet spätestens am 31. Dezember 2027. Der Gesellschafterdarlehenrahmenvertrag legt für die Patronin eine Kündigungsfrist von 12 Monaten bis einschließlich 31. Dezember 2023 fest. Zum Datum dieses Berichts war das Darlehen ungekündigt. Mit der Implementierung dieser Instrumente sieht der Vorstand die Liquidität des Konzerns für die 12 Monate ab Aufstellungsdatum dieses Abschlusses als gesichert und die Unternehmensfortführung entsprechend als gewährleistet an. Am 11. Januar 2021 wurde die erste Million EUR und am 17. Mai 2021 weitere 500 TEUR unter dem Rahmenvertrag gezogen. Die creditshelf Hauptversammlung hat am 10. Mai 2021 bedingte und genehmigte Kapitalia in Höhe von bis zu 50 % des gezeichneten Kapitals bis Mai 2026 beschlossen.

Das über Plan liegende Umsatzwachstum im 1. Halbjahr 2021 bei im Vergleich der Berichtszeiträume reduzierter Kostenbasis trägt positiv zur Liquiditätsrisikoposition bei.

Risikobewertung: mittel

Operative Risiken

Eingeschränkte Betriebsbereitschaft im Rahmen der Corona-Pandemie

creditshelf ist - wie viele andere Unternehmen auch - von den Auswirkungen der Corona- Pandemie betroffen. Sowohl Erkrankungen einer kritischen Zahl von (Schlüssel-) Mitarbeitern als auch regionale Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen können den operativen Betrieb der Gesellschaft stark negativ beeinflussen.

creditshelf hat sich bereits sehr frühzeitig mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die wirtschaftliche Aktivität und die operative Betriebsbereitschaft beschäftigt. Die Gesellschaft hat deshalb Maßnahmen zur Gewährleistung der operativen Betriebsbereitschaft ergriffen und überprüft diese regelmäßig kritisch. Dazu zählt insbesondere ein Konzept zur Anwesenheit in den Büros der Gesellschaft in Verbindung mit Hygieneschutz-Standards u.a. in Abgleich mit den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und vergleichbaren Quellen ("Corona-Konzept"). Durch dieses Corona-Konzept soll die Ausbreitung des Virus in den Büros der Gesellschaft und somit gleichzeitige Erkrankungen einer kritischen Zahl an Mitarbeitern verhindert werden. Regelmäßig wurden darüber hinaus die Anwesenheiten in den Büros überprüft und im Zuge der beiden Lockdowns jeweils auf eine Remote-First-Strategie umgestellt.

creditshelf hat seine Prozesse, Systeme und Infrastruktur frühzeitig hinsichtlich eines deutlich gestiegenen Anteils an Arbeit außerhalb der Büros evaluiert und konnte aufgrund der bereits etablierten New-Work-Methoden und Strukturen einen weitestgehend friktionslosen Übergang in die veränderte Arbeitsrealität sicherstellen. creditshelf prüft darauf aufbauend die Implikationen der veränderten Arbeitswelt auf die langfristigen Folgen für die Gesellschaft und ihre Mitarbeiter, nicht zuletzt zur weiteren Sicherstellung der operativen Betriebsbereitschaft. Im Rahmen der allgemeinen Lockerungen ermöglichte die Gesellschaft im 2. Quartal 2021 ihren Mitarbeitern eine freiwillige Rückkehr in ihre Büros im Rahmen des Hygienekonzepts bei reduzierter Maximalauslastung.

Risikobewertung: gering

Datenverluste und Systemschädigungen

Aufgrund des digitalen Geschäftsmodells von creditshelf ist die Gesellschaft potenziell besonders anfällig für Datenverluste und Systemschädigungen durch externe Angriffe auf die IT-Systeme sowie externe und interne, absichtliche sowie unabsichtliche Manipulation von Daten infolge unzureichender Schutzmaßnahmen. In diesem Zusammenhang nimmt creditshelf die weltweit gestiegene Bedrohungslage durch externe Angriffe wahr. Folgen daraus können datenschutzrechtlicher Natur sein, aber auch Reputationsverluste und nachgelagert finanzielle Verluste bedeuten.

Es wurden zahlreiche Maßnahmen zum Schutz der IT-Infrastruktur, der verwendeten IT-Systeme und der gespeicherten Daten getroffen. Darüber hinaus bestehen Dienste zur Erkennung von externen Angriffen. Zur Überprüfung der Wirksamkeit werden Penetrationstests durchgeführt.

Risikobewertung: gering

Schwachstellen bei der Softwareentwicklung

Die Produkte und Dienstleistungen der Gesellschaft sowie ihre internen Systeme sind auf technisch komplexe, auch selbsterstellte Software angewiesen. Wenn creditshelf nicht in der Lage sein sollte, die Plattform fehlerfrei zu betreiben, die Internetnetzwerke und IT-Systeme der creditshelf Gruppe aufrecht zu halten, zu warten, einzubinden und zu skalieren sowie entsprechend den Anforderungen weiterzuentwickeln, könnte dies einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Geschäfts- und folglich auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage der creditshelf Gruppe haben. Insbesondere ein gestiegener Automatisierungsgrad kann Schwachstellen bei der Softwareentwicklung offenlegen.

creditshelf hat entsprechende Maßnahmen getroffen, um Fehler bei der Softwareentwicklung zu vermeiden. Hierzu zählen beispielsweise etablierte standardisierte Prozesse mit Kontrollschleifen und Testverfahren, die regelmäßig insbesondere mit Blick auf höhere Automatisierungsgrade angepasst werden. Die Entwicklung neuer Produkte und Systeme sowie damit verbundener Prozesse erfolgt durch die entsprechenden Produktverantwortlichen unter Einbezug der jeweiligen Adressaten, sodass potenzielle Fehlentwicklungen rechtzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen ergriffen werden können. Die Software-Entwicklung ist darüber hinaus wesentlich durch einen mit den Geschäftszielen von creditshelf eng abgestimmten Gesamtplan zur Entwicklung der IT-Systeme und der Plattform ("Roadmap") definiert, wodurch einzelne Entwicklungsbausteine regelmäßig auf ihre Relevanz und ihren Beitrag zur gesamten Entwicklung hin evaluiert werden. Die Gesellschaft lässt zudem Penetrationstests auf die selbst erstellte Software durchführen.

Risikobewertung: mittel

Eingeschränkte Betriebsbereitschaft aufgrund von infrastrukturellen Störungen

Ausfälle oder Störungen der Strom-, Netzwerk- und Internetanbindung sowie des Betriebs der IT- Systeme können zu sehr starken Einschränkungen der Geschäftstätigkeit führen.

Zur Begrenzung dieses Risikos werden creditshelfs IT-Systeme, Hardware-Komponenten, Netzwerke und Internetverbindungen risikoorientiert aufgebaut und mit einem sehr hohen Maß an Ausfallsicherheit über alle Standorte hinweg betrieben. Die Ausgestaltung der Systeme und Infrastruktur erlaubt es creditshelf, die Betriebsbereitschaft trotz der durch die Corona-Pandemie eingetretenen Einschränkungen unverändert und über eine gestiegene Anzahl an Remote-Standorten hinweg aufrechtzuerhalten. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet die seit Unternehmensgründung im wesentlichen Cloud-basierte IT-Infrastruktur, die eine Dezentralisierung der Strukturen zur Folge hat.

Wo immer möglich und wirtschaftlich vertretbar hält creditshelf Ressourcen zur Bewältigung von Ausfällen oder für den Fall unvorhergesehener Belastungsspitzen (insbesondere beim Betrieb der Plattform) vor.

Risikobewertung: gering

Compliance und Rechtsrisiken

Schadensersatzansprüche seitens der Investoren

Der Konzern ist einer Vielzahl von Rechtsrisiken ausgesetzt. Sollten Investoren beispielsweise Verluste ihrer Investition erleiden, so könnten diese bestrebt sein, Ansprüche gegen creditshelf herzuleiten. Mit der Zunahme institutioneller Investoren und Finanzierungspartner erhöht sich zudem die operative Komplexität und damit potenziell die Fehleranfälligkeit.

creditshelf hat umfassende Prozesse, Strukturen und Systeme implementiert, um eine zunehmende operative Komplexität adäquat zu managen. Erkennbare Risiken werden den Investoren frühzeitig transparent offengelegt. Es erfolgt eine kontinuierliche Begutachtung der Risikopositionen aus rechtlicher und operationeller Perspektive. Darüber hinaus hat creditshelf in der Berichtsperiode die Finanzierungspartnerseite konsequent weiterentwickelt. Hierzu zählt, dass im ersten Halbjahr 2021 die Amsterdam Trade Bank 40 Mio. EUR zusätzliche Mittel zu Verfügung gestellt hat.

Risikobewertung: mittel

Verstöße gegen regulatorische Anforderungen

creditshelf unterliegt zahlreichen regulatorischen Anforderungen wie beispielsweise der Finanzanlagenvermittlerverordnung oder dem Geldwäschegesetz. Darüber hinaus ist der Konzern von einer Vielzahl von Gesetzen und Vorschriften zum Datenschutz und zur Datensicherheit betroffen, weshalb die Funktion des Datenschutzbeauftragten im Berichtszeitraum weiter gestärkt wurde. Die Nichteinhaltung von regulatorischen Anforderungen und Vorschriften kann zu Reputationsverlusten, Einschränkungen der Geschäftstätigkeit oder Strafzahlungen führen.

Mittels Implementierung von Compliance-Richtlinien und Verfahren, auch in Hinblick auf regulatorisch geforderte ad-hoc Publizitätspflichten, das Führen von Insiderlisten sowie Mitarbeiterschulungen ist die Gesellschaft bestrebt, diesen Risiken entsprechend entgegenzuwirken. Ein Compliance-Manager mit Reporting-Linie direkt an den Vorstandsvorsitzenden bündelt und koordiniert diese Maßnahmen. Ein Geldwäschebeauftragter überwacht die Einhaltung der geldwäscherechtlichen Vorgaben.

creditshelf prüft darüber hinaus frühzeitig und fortlaufend mögliche regulatorische Entwicklungen insbesondere im Hinblick auf Kreditvergabe sowie -finanzierung.

Risikobewertung: gering

Strategische Risiken

Forderungsausfallrisiko

Die creditshelf Gruppe selbst gewährt keine Kredite. Neben einer Vermittlungsgebühr seitens der Kreditnehmer werden weitere Erträge in Form einer Investorengebühr erzielt, die in den meisten Fällen regelmäßig aus Gründen eines vereinfachten Zahlungslaufs zur Zahlung fällig werden, wenn der Kreditnehmer Rückzahlungen auf das Darlehen leistet und diese an die Investoren ausgezahlt werden. Ausfälle der Kreditnehmer können daher zu geringeren Erlösen im Konzern führen, wenn der Konzern auf die Einforderung der Investorengebühren in diesen Fällen verzichtet.

Wenn Kreditnehmer mit ihren durch creditshelf arrangierten Krediten in Verzug geraten oder ausfallen, würde sich die Rendite für Investoren, die in diese Darlehen investiert haben, nachteilig verändern und die Reputation der creditshelf könnte geschädigt sowie das erwartete Umsatz- und Ertragswachstum beeinträchtigt werden.

Um die Forderungsausfallrisiken zu reduzieren, wendet die creditshelf Gruppe Analyse- und Scoring-Verfahren an.

creditshelf berücksichtigt die durch die Corona-Krise veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in ihren Analyse- und Scoring-Verfahren sowohl durch interne Risikosteuerung (z.B. branchenspezifisch) als auch durch Corona-Pandemie-spezifische Planungen der potenziellen Kreditnehmer. Darüber hinaus ermöglicht creditshelf Bestandskunden in Einzelfällen die Vermittlung zusätzlicher Liquidität, zum Beispiel durch zeitlich begrenzte Stundungen.

Risikobewertung: mittel

Beschaffungsrisiken

Obwohl die creditshelf Gruppe über eine Vielzahl an Investoren verfügt, ist eine relativ geringe Anzahl an Investoren und darunter in nicht unerheblichem Anteil nahestehende Personen für ein relativ hohes Euro-Volumen der Investitionen in über die creditshelf Plattform arrangierte Kredite verantwortlich. Sollten es diese Investoren künftig unterlassen, über die creditshelf Plattform Fremdkapital anzubieten, könnte möglicherweise die Nachfrage von Kreditnehmern im geplanten Umfang nicht bedient werden.

Ein nicht unwesentlicher Teil der von creditshelf vermittelten Darlehen wird dabei durch den creditshelf Loan Fund finanziert. Ob der creditshelf Loan Fund auch zukünftig wesentliche Finanzierungsmittel bereitstellen kann, hängt maßgeblich davon ab, ob in den Folgeperioden weitere Closings bis hin zu den maximal im Rahmen dieses Funds möglichen 150 Mio. EUR erzielt werden können.

Um dem Beschaffungsrisiko entgegenzuwirken, ist creditshelf bestrebt, die Finanzierungsbasis durch kontinuierliche Integration neuer Investoren und Erweiterung der Investitionsformen zu verbessern. Neben den Partnerschaften mit BNP Paribas Asset Management und dem Europäischen Investitionsfonds (im Rahmen des creditshelf Loan Funds) konnte creditshelf mit der Amsterdam Trade Bank die Finanzierungsbasis im 1. Halbjahr 2021 wesentlich verbreitern und die Abhängigkeit von nahestehenden Personen reduzieren.

Risikobewertung: wesentlich

Plattformrisiken

Die creditshelf Gruppe ist auf das Wachstum der Nutzerbasis wie beispielsweise Kreditnehmer und Investoren angewiesen. Insbesondere wenn der Konzern nicht im Stande sein sollte, das Volumen der über die creditshelf Plattform arrangierten Kredite aufrechtzuerhalten oder zu erhöhen, werden die Geschäftstätigkeit und die Lage der Gesellschaft beeinträchtigt.

Der Erfolg des Unternehmens hängt daher sowohl erheblich von der Konkurrenzfähigkeit seiner Produkte als auch vom Erfolg der Marketing-Anstrengungen ab. Sollte die Gesellschaft nicht in der Lage sein, (weitere) Kunden und andere Nutzer für die Produkte und Dienstleistungen zu gewinnen, könnte dies ihr Geschäft und ihr künftiges Wachstum beeinträchtigen.

creditshelf zielt darauf ab, die Dienstleistungen und Produkte stetig zu verbessern und zu erweitern, die Finanzierungsbasis auszubauen sowie die Finanzierungskonditionen zu verbessern.

Die Auswirkungen der im Rahmen der Corona-Krise aufgelegten und bis September dieses Jahrs verlängerten Hilfsprogramme auf Bundes- und Länderebene, insbesondere die KfW- Liquiditätshilfen, sowohl auf die bestehenden Darlehen als auch auf das Neugeschäft der Gesellschaft, halten weiter an. creditshelf begegnet dieser Situation durch eine Erweiterung der eigenen Produkte und Zielkunden, sowie einer Schärfung und regelmäßigen Evaluierung der Vertriebskanäle und damit verbundener Marketing-Maßnahmen. In diesem Zusammenhang hat creditshelf im 1. Halbjahr 2021 Finanzierungslösungen für junge Wachstums-Unternehmen weiter ausgebaut.

Eventuelle negative wie positive Auswirkungen des weiteren Verlaufs der Pandemie sind gegenwärtig noch nicht vollständig abzuschätzen.

Risikobewertung: wesentlich

Übernahme des Geschäftsmodells durch Wettbewerber

Die Gefahr, dass der allgemeine Wettbewerb das eigene Geschäftsmodell übernimmt, stellt ein (weitestgehend) branchenunabhängiges Unternehmens- und Unternehmerrisiko dar, so auch für creditshelf.

creditshelf nimmt die gestiegene Wettbewerbsintensität insbesondere durch verlängerte staatliche Liquiditätsangebote im Rahmen der Corona-Pandemie wahr (siehe auch "Plattformrisiken"). Zur Aufrechterhaltung der Wettbewerbsvorteile werden die Produkte, die interne Organisation, Partnerschaften und das Netzwerk der creditshelf kontinuierlich optimiert und ausgebaut. So unterhält creditshelf seit dieser Berichtsperiode Vertriebspartnerschaften in allen drei Säulen des deutschen Bankensystems.

Risikobewertung: mittel

Ausbleibende Synergien aus strategischen Partnerschaften

Strategische Partnerschaften könnten sich nicht so entwickeln wie ursprünglich geplant oder nicht in der beabsichtigten Art und Weise zustande kommen. creditshelf unterhält mittlerweile mehrere strategische Partnerschaften unterschiedlicher Art.

Zur Reduzierung der Risiken aus einzelnen Partnerschaften hat creditshelf entsprechende aufbauorganisatorische Maßnahmen etabliert und das Partnermanagement fest im Vertrieb verankert mit dem Ziel, bestehende Partnerschaften auszubauen und neue hinzuzugewinnen.

Risikobewertung: mittel

Organisationsrisiken

Rekrutierungs- und Retentionsrisiko

creditshelf ist zur Einhaltung des angestrebten Wachstumspfads fortlaufend sowohl auf die Rekrutierung neuer Mitarbeiter als auch auf Schlüsselmitarbeiter angewiesen. Sofern es creditshelf nicht gelingt, die passenden Mitarbeiter für die zu besetzenden Stellen zu entwickeln oder zu finden und gleichzeitig Schlüsselmitarbeiter an die Gesellschaft zu binden, ist die Gesellschaft dem Risiko ausgesetzt, ihre (strategische) Weiterentwicklung nicht planmäßig umsetzen zu können.

creditshelf begegnet diesen Risiken durch die Zahlung marktüblicher Gehälter sowie durch aktienbasierte Mitarbeiter-Anreizprogramme und ist bestrebt sich auch weiterhin als attraktiver Arbeitgeber für Talente sowie erfahrene Mitarbeiter zu positionieren. Dabei ist es das Ziel der Gesellschaft, ihre Mitarbeiter stetig individuell und im Rahmen der strukturellen Anforderungen der Gesellschaft zu entwickeln.

Risikobewertung: gering

Organisations-Struktur-Risiko

creditshelf ist zur Erreichung ihrer Ziele auf eine Fortsetzung des bisherigen Wachstumspfads angewiesen. Der weitere Erfolg des Konzerns hängt dabei maßgeblich davon ab, dass die Organisation das mit dem Umsatzwachstum einhergehende Unternehmenswachstum strukturell bewältigen kann. Die Gesellschaft muss dabei insbesondere die mit Partnerschaften verbundenen Anforderungen an ihre Organisation, Struktur sowie Compliance-Organisation bewältigen.

creditshelf begegnet diesen Risiken grundsätzlich durch regelmäßige Anpassungen der internen Strukturen und Prozesse sowie durch entsprechende Auswahl und Entwicklung der Mitarbeiter. Die Strukturen und Prozesse der Gesellschaft wurden und werden insbesondere vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen durch die Corona-Pandemie evaluiert und bedarfsgerecht angepasst.

Risikobewertung: mittel

Gesamtrisikosituation

creditshelf sieht sich im Vergleich zu den Ausführungen im Geschäftsbericht 2020 einer im Wesentlichen unveränderten Gesamtrisikosituation ausgesetzt, zu der die Entwicklungen im Zuge der Corona-Pandemie durch eine Erhöhung bestehender Risiken mit beigetragen haben.

Der größte Teil der Risiken wird nach risikoreduzierenden Maßnahmen auch weiterhin als gering oder mittel eingeschätzt. Keines der Risiken wird in der Netto-Betrachtung als kritisch eingestuft. Eine gesamtheitliche Betrachtung der Risikosituation ergibt zwei Risiken, die als wesentlich einzustufen sind.

Die Einschätzung des Gesamtrisikos basiert auf dem Risikomanagement der creditshelf. Falls notwendig, wurden bei steuerbaren Risiken entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Hinzu kommen exogene Konjunkturrisiken, die nicht durch die Gesellschaft beeinflussbar sind, jedoch fortlaufend überwacht werden.

Weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit weisen die Netto-Risiken aus Sicht des Vorstands einen bestandsgefährdenden Charakter auf.

2.4.2. Chancenbericht

Neben den im vorherigen Kapitel beschriebenen Risiken, ergeben sich im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Konzerns eine Reihe von Chancen, die es teilweise schnell und situativ zu ergreifen gilt. Daher versteht creditshelf Chancenmanagement als kontinuierliche Aufgabe des gesamten Unternehmens - insbesondere aber des Managements. Basis des Chancenmanagements sind eine kontinuierliche Markt- und Wettbewerbsanalyse, eigene Marktbefragungen wie z.B. der Finanzierungsmonitor, die Analyse vergleichbarer ausländischer Märkte oder anderer digitaler Kreditmärkte wie dem Konsumentenkredit sowie die kontinuierliche Analyse von Technologieentwicklungen für Plattformgeschäft und digitale Risikoanalyse. Oberste Leitlinie bei der Analyse potenzieller Chancen ist dabei immer die Perspektive unserer Plattformkunden, sprich die der Kreditnehmer und Kapitalgeber.

Die Reihenfolge der folgenden Chancen spiegelt die aktuelle Einschätzung des Vorstands im Hinblick auf das relative Ausmaß für creditshelf wider und bietet daher einen Anhaltspunkt für die gegenwärtige Bedeutung dieser Chancen. In jenem Umfang wie es wahrscheinlich ist, dass die Chancen eintreten, sind diese in der Prognose berücksichtigt.

Finanzierungsalternative zu traditionellen Bankkrediten

Für die verbleibenden Monate im Geschäftsjahr 2021 rechnet das Unternehmen mit einer Fortsetzung des Wachstums digitaler Kreditfinanzierung im deutschen Mittelstand. Kredite an kleine und mittlere Unternehmen machen gut ein Viertel des deutschen Marktes für Unternehmenskredite aus. Der Kreditbestand wächst kontinuierlich und im Neugeschäft nimmt der Anteil digitaler Kreditvergabe zu. Auch für die kommenden Jahre wird mit einer Fortsetzung dieses Trends gerechnet. 25 An diesem steigenden Marktanteil plant creditshelf weiterhin zu partizipieren und fokussiert sich auf ein attraktives und digital analysierbares Marktsegment: Unternehmen ab einem Jahresumsatz von 1 Mio. EUR. Die Liquiditätssituation des deutschen Mittelstands ist, insbesondere durch die Folgen der Corona-Pandemie, sehr angespannt und die Nachfrage nach Krediten hatte im Jahresverlauf 2020 deutlich zugenommen. Im Jahr 2021 hat sich die Kreditnachfrage abgeschwächt, allerdings zeigen sich die Banken gerade gegenüber dem deutschen Mittelstand trotz einer leichten Verbesserung im 2. Quartal weiterhin restriktiv in der Kreditvergabe. 26 Wir rechnen damit, dass sich dieser Trend aufgrund der strengen Kapitalvorgaben für dinglich unbesicherte Darlehen im Bereich der Bankdarlehen noch verstärken wird. Gleichzeitig ergeben sich Wettbewerbsvorteile für Kreditplattformen aufgrund einer hohen Prozessgeschwindigkeit und eines geringen Antragsaufwands 27 von denen mittelständische Kunden in unterschiedlichen Situationen wie Vorfinanzierung, Betriebsmittelbedarf oder Mergers & Acquisitions entscheidend profitieren. Daraus ergeben sich Chancen für alternative Finanzierungspartner und Kreditplattformen, denen sich ein ausgeweitetes Anfragevolumensspektrum eröffnet. Notwendig hierzu ist eine marktwirtschaftliche Normalisierung des Kreditmarktes durch ein sukzessives Auslaufen der temporären staatlichen Hilfskreditmaßnahmen. Wir rechnen damit, dass diese Maßnahmen zum Jahresende 2021 auslaufen 28 Gleichzeitig sieht das Unternehmen Chancen bei der Finanzierung von jungen Wachstumsunternehmen, deren Finanzierungsbedarf nicht vollständig von Banken abgedeckt werden kann.

25 Barkow Consulting & solarisBank. (2019). Der digitale SME-Kredit in Deutschland; altfi (2021). State of the Market. Alternative Lending. Annual Report 2021

26 KfW. (2020). KfW-ifo-Kredithürde: Juli 2021.

27 KfW Research. (2021). Die Bedeutung von Online-Kreditplattformen im Mittelstand: digitale Fremdfinanzierung noch Nischenprodukt.

28 KfW. (2021). KfW-Sonderprogramm bis Jahresende verlängert - Kredithöchstbeträge werden angehoben.

Zunehmende Bereitschaft, in Kredite an kleine und mittlere Unternehmen zu investieren

creditshelf ist der festen Überzeugung, dass Investitionen in Kredite an kleine und mittlere Unternehmen eine interessante Anlageklasse für institutionelle Investoren sind. Nach geltendem deutschen Recht sind Investoren in vielen Fällen von der direkten Kreditvergabe an Kreditnehmer ausgeschlossen, da sie nicht über eine entsprechende Banklizenz verfügen. Digitale Kreditplattformen wie creditshelf helfen bei der Auswahl potenzieller Kreditnehmer sowie dem Arrangement der Kredite und bieten somit potenziellen Investoren die Möglichkeit, in ein Kreditportfolio deutscher KMU zu investieren. Die Verbreiterung der Investorenbasis sorgt nach Einschätzung des Unternehmens für positive Netzwerkeffekte, insbesondere durch die hohe Professionalität und Reputation der zusätzlichen institutionellen Investoren. Die aktuelle Marktsituation, verursacht durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie, ist auf der einen Seite eine Herausforderung für alle Marktteilnehmer. Auf der anderen Seite eröffnet sie aber auch Chancen, da die deutsche Wirtschaft zum jetzigen Zeitpunkt -insbesondere im europäischen Vergleich - die Chance auf eine zügigere Erholung zu haben scheint 29 , aus der sich entsprechende Opportunitäten für die Investoren ergeben. Die hohe Resilienz des Kreditportfolios auf der creditshelf Plattform - auch in den Monaten der Corona Pandemie - und das attraktive Risiko-Rendite Profil verdeutlichen die Attraktivität dieser Anlageklasse und dienen als starke Argumente für eine fortgesetzte Erweiterung der Investorenbasis in der zweiten Jahreshälfte. creditshelf hat durch seine unterschiedlichen Investitionsmöglichkeiten, d.h. direkte Plattforminvestments, Investition über den creditshelf Loan Fund sowie individuelle Investorenlösungen mittels z. B. Investmentzweckgesellschaften (sog. Special Purpose Vehicles) die Refinanzierungsseite deutlich attraktiver gestaltet, wodurch sich zusätzliche Chancen für die Gesellschaft ergeben.

Chancen für kooperative Vertriebswege durch die zunehmende Erkenntnis im Finanzsektor, die Digitalisierung auch im Geschäft mit Mittelstandskunden umzusetzen

Die Krise des Jahres 2020 hat die Transformationsgeschwindigkeit im deutschen Finanzierungsmarkt für Firmenkunden deutlich erhöht. Die Bereitschaft, die Möglichkeiten der Digitalisierung ernsthaft einzusetzen und die Offenheit neue Wege im Produktangebot zu gehen, nimmt bei deutschen Banken signifikant zu. 30 creditshelf versteht sich als kooperativer Partner der traditionellen Hausbanken und Teil eines modernen Finanzierungs-Ökosystems für den deutschen Mittelstand. Im 1. Halbjahr 2021 konnten zusätzliche Bankenkooperationen mit einem Vertreter des öffentlichen Sparkassensektors und zwei Instituten aus dem genossenschaftlichen Verbund abgeschlossen werden. Damit unterhält creditshelf jetzt Kooperationen in allen drei Säulen des deutschen Bankensystems. Das Unternehmen schätzt das Potenzial von weiteren Partnerschaften mit Banken oder Finanzdienstleistern, die das creditshelf Produkt ihren Kunden als Zusatzangebot anbieten, als hoch ein. Gründe hierfür sind eine zunehmende Akzeptanz alternativer Kreditangebote bei mittelständischen Unternehmen, die geschilderte Offenheit der traditionellen Marktteilnehmer wie Banken und Finanzierungsdienstleister sowie ein bereits spürbarer Nachahmer-Effekt, der durch die Vorreiter bei den Kooperationen mit creditshelf entstanden ist.

29 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. (2021). Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Monatsbericht Juli 2021.

30 u.a. CAPCO. (2020). Kreditmanagement im Wandel der Digitalisierung (September 2020).

Gesamtchancensituation

creditshelf sieht sich im Vergleich zu den Ausführungen im Geschäftsbericht 2020 einer positiven Gesamtchancensituation gegenüber. Die zunehmende Digitalisierung sowohl auf Seiten der mittelständischen Kreditnehmer aber auch der deutschen Finanzinstitute verbessern die Chancensituation. Hinzu kommt die Ausweitung des adressierbaren Marktes durch den steigenden Bedarf im Bereich Wachstumsfinanzierungen. Auf Seiten der Investoren tragen sowohl die spürbar eintretende konjunkturelle Erholung, mit entsprechenden positiven Auswirkungen auf den Investitionsmarkt Deutschland, als auch die erweiterten Investitionsmöglichkeiten zu einer verbesserten Chancensituation bei.

2.5. Prognosebericht

Der Vorstand hat am 30. März 2021 im Rahmen des Geschäftsberichts eine Prognose für das Geschäftsjahr 2021 veröffentlicht. Unverändert gilt für den Konzernumsatz eine Bandbreite von 6 bis 8 Mio. EUR. Ebenfalls unverändert und auf Konzernebene erwartet der Vorstand ein negatives EBIT von minus 3 bis minus 4 Mio. EUR.

3. Konzern-Zwischenabschluss zum 30. Juni 2021

3.1. Konzernbilanz zum 30.06.2021

AKTIVA

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Anhang 30.06.2021 31.12.2020
in TEUR in TEUR
--- --- --- ---
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 5 3.188,0 3.434,6
Sachanlagen 6 162,3 222,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7 947,5 876,2
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 7 27,1 27,1
Summe langfristige Vermögenswerte 4.324,9 4.560,7
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7 1.288,2 1.355,5
Sonstige Vermögenswerte 7 185,7 300,2
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 7 12,8 2,1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 9 1.206,7 3.844,3
Summe kurzfristige Vermögenswerte 2.693,4 5.502,1
Bilanzsumme 7.018,3 10.062,8

PASSIVA

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Anhang 30.06.2021 31.12.2020
in TEUR in TEUR
--- --- --- ---
Kapital und Rücklagen
Gezeichnetes Kapital 10 1.376,2 1.360,3
Kapitalrücklage 10 21.277,7 21.020,3
Gewinnrücklage 10 -20.066,9 -18.484,2
Summe Eigenkapital 2.587,0 3.896,4
Langfristige Schulden
Langfristige Rückstellungen 1.175,0 1.146,7
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 10 1.555,0 50,1
Passive latente Steuern 8 0,0 13,6
Summe langfristige Schulden 2.730,0 1.210,4
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 480,4 3.777,8
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 74,2 72,2
Kurzfristige Rückstellungen 440,0 549,1
Sonstige Schulden 706,7 534,7
Verbindlichkeiten aus Steuern 0,0 22,2
Summe kurzfristige Schulden 1.701,3 4.956,0
Bilanzsumme 7.018,3 10.062,8

3.2. Konzern-Gesamtergebnisrechnung vom 01. Januar bis 30. Juni 2021

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Anhang 30.06.2021 30.06.2020
in TEUR in TEUR
--- --- --- ---
Umsatzerlöse 11 3.380,1 2.501,3
Sonstige Erträge 12 1,6 414,6
Aktivierte Eigenleistungen 5 306,8 185,4
Personalaufwand 13 -2.785,7 -3.017,8
Planmäßige Abschreibungen 5/​6 -634,0 -561,7
Sonstige betriebliche Aufwendungen 14 -1.808,4 -2.537,2
Finanzierungsaufwendungen -44,6 -20,6
Finanzerträge 9,7 7,2
Konzernergebnis vor Steuern (EBT) -1.574,5 -3.028,8
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 15 -8,2 -89,5
Konzernergebnis nach Steuern -1.582,7 -3.118,3
davon entfallen auf:
Gesellschafter des Mutterunternehmens -1.582,7 -3.118,3
Nicht beherrschende Gesellschafter 0,0 0,0

Ergebnis je Aktie

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30.06.2021 30.06.2020
in EUR in EUR
--- --- ---
unverwässertes Ergebnis je Aktie -1,15 -2,31
verwässertes Ergebnis je Aktie -1,15 -2,31

3.3. Konzern-Kapitalflussrechnung vom 01. Januar bis 30. Juni 2021

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Anhang 30.06.2021 30.06.2020
in TEUR in TEUR
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Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit
Ergebnis nach Steuern -1.582,7 -3.118,3
Anpassungen:
Ertragsteuern 8 -13,6 89,5
Abschreibungen auf Sachanlagen 6 64,8 70,3
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 5 569,2 491,4
Gewinn/​Verlust aus Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 5/​6 0,9 -0,1
Veränderung Andere Rückstellungen -80,8 -12,6
sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/​ Erträge 12 -305,3 -215,7
Zahlungsunwirksame Erhöhung der Kapitalrücklagen 232,3 316,6
Finanzaufwendungen aus Finanzierungstätigkeit 44,6 17,7
Finanzerträge -9,7 -7,2
Kaution 0,0 -0,1
Sonstige Vermögenswerte 7 103,8 94,6
Empfangene Zinszahlungen 0,2 0,0
Brutto-Cashflow -976,3 -2.273,9
Zu-/​Abnahme Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7 -5,6 -175,9
Zu-/​Abnahme Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -48,8 -1.953,0
Zu-/​Abnahme sonstiger Passiva 192,2 -202,7
Nettozahlungsmittelzufluss /​ -abfluss aus betrieblicher Tätigkeit -827,3 -4.605,5
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen 6 -6,7 -58,6
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte 5 -15,9 -44,2
Nettozahlungsmittelabfluss /​ -zufluss aus Investitionstätigkeit -22,6 -102,8
Einzahlungen aus Gesellschafterdarlehen 9 1.500,0 0,0
Einzahlungen aus der Ausgabe von Anteilen 10 15,9 7,2
Einzahlungen aus dem Verkauf von Aktien 10 276,5 146,2
Auszahlungen aufgrund von Earn-Outs 10 -250,0 0,0
Auszahlungen für die Tilgung der Leasingverbindlichkeiten 16 -35,5 -34,0
Transaktionskosten für die Ausgabe von Anteilen 10 -1,4 -4,8
Getätigte Zinszahlungen 16 -44,6 2,9
Nettozahlungsmittelzufluss /​ -abfluss aus der Finanzierungstätigkeit 1.460,9 117,5
Nettozunahme von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 9 611,0 -4.590,8
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn des Geschäftsjahres 9 431,8 6.400,0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 30.06. des Geschäftsjahres
Kasse 0,6 0,5
Bankguthaben 1.042,2 1.808,7
abzgl. verpfändete Konten 0,1 0,1
Finanzmittelfond 1.042,7 1.809,1

3.4. Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung vom 01. Januar bis 30. Juni 2021

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Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Verlustvorträge Summe Eigenkapital
Anhang in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR
--- --- --- --- --- ---
Stand zum 01.01.2020 1.353,2 20.274,1 -13.157,6 8.469,7
Ergebnis nach Steuern 0,0 0,0 -3.118,3 -3.118,3
Ausgabe von EK Instrumenten 10 7,1 462,8 0,0 469,9
Transaktionskosten aus der Ausgabe von EK Instrumenten 10 0,0 -4,8 0,0 -4,8
Stand zum 30.06.2020 1.360,3 20.732,1 -16.275,9 5.816,5
Stand zum 01.01.2021 1.360,3 21.020,3 -18.484,2 3.896,4
Ergebnis nach Steuern 0,0 0,0 -1.582,7 -1.582,7
Ausgabe von EK Instrumenten 10 15,9 508,8 0,0 524,7
Earn-Out Valendo 0,0 -250,0 0,0 -250,0
Transaktionskosten aus der Ausgabe von EK Instrumenten 10 0,0 -1,4 0,0 -1,4
Stand zum 30.06.2021 1.376,2 21.277,7 -20.066,9 2.587,0

3.5. Ausgewählte erläuternde Anhangangaben zum verkürzten Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2021

A) Allgemeine Informationen

Die creditshelf Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, Deutschland ("creditshelf" oder das "Unternehmen" und zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft creditshelf solutions GmbH die "creditshelf Gruppe" oder "Konzern") ist eine nach deutschem Recht eingetragene Aktiengesellschaft, deren Aktien seit dem 25. Juli 2018 im Regulierten Markt (Prime Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse öffentlich gehandelt werden. Das Mutterunternehmen wird unter der Registernummer HRB 112087 beim Amtsgericht Frankfurt am Main, Deutschland geführt. Die Adresse des eingetragenen Sitzes des Unternehmens lautet Mainzer Landstr. 33a in 60329 Frankfurt am Main. Gegenstand des Unternehmens ist die Vermittlung von Darlehensverträgen, die Vermittlung von Anlegern zu deutschen Kreditinstituten oder Versicherungsgesellschaften, die Beratung und Analyse von Unternehmen, die Entwicklung von Informationstechnologien zur Gewinnung wirtschaftlicher Erkenntnisse über Kreditausfallwahrscheinlichkeiten, Informationsdienstleistungen und die Erbringung von Dienstleistungen im Bereich Informationsdienstleistungen.

Das gezeichnete Kapital der creditshelf Aktiengesellschaft betrug zum 30. Juni 2021 1.376.251,00 EUR. Im Vergleich zum 31. Dezember 2020 ist dies eine Erhöhung um 15.912,00 EUR aufgrund einer weiteren Wandlung der aus aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock Units Programs) bereits bestehenden Ansprüche in Aktien. Am 09. Februar 2021 wurden die neuen Aktien im Handelsregister eingetragen und am 17. Februar 2021 in den Handel im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse mit identischer Wertpapierkennnummer (WKN) wie die alten Aktien aufgenommen.

Der vorliegende Konzernzwischenabschluss wurde am 07. September 2021 vom Vorstand der creditshelf zur Veröffentlichung freigegeben.

Informationen über den Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis hat sich im Vergleich zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 nicht geändert.

Tochterunternehmen

Zum Stichtag 30. Juni 2021 hält die creditshelf Aktiengesellschaft eine 100 %-ige Tochtergesellschaft, die creditshelf solutions GmbH. Die creditshelf Aktiengesellschaft und die creditshelf solutions GmbH werden nachfolgend auch "creditshelf Gruppe" genannt.

Die creditshelf solutions GmbH (ehemals Valendo GmbH) mit Sitz in Berlin, Deutschland, wurde im Jahr 2015 gegründet. Das 100 %-ige Tochterunternehmen wird unter der Registernummer HRB 165018 beim Amtsgericht Charlottenburg, Berlin, geführt. Geschäftszweck der creditshelf solutions GmbH ist die Vermittlung sowie der Ankauf und Verkauf von Kreditforderungen im eigenen Namen und für eigene Rechnung sowie die Entwicklung und der Betrieb von inländischen und ausländischen Internet- und Technologie-Projekten, insbesondere zur interaktiven Vermittlung von Finanzierungen, und die Erbringung damit im Zusammenhang stehender Serviceleistungen. Das Betreiben von Factoring sowie Tätigkeiten, die nach dem Kreditwesengesetz, dem Kapitalanlagegesetzbuch oder dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz erlaubnispflichtig sind, werden nicht erbracht. Die creditshelf solutions GmbH beschäftigte gem. § 314 Abs. 1 Nr. 4 HGB im ersten Halbjahr 2021 keine Mitarbeiter. Durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 26. Juli 2019 beträgt das Stammkapital 39.676,00 EUR.

Funktionale und Darstellungswährung

Dieser Konzernabschluss wurde in Euro (EUR), der funktionalen Währung des Unternehmens, aufgestellt.

1. Grundlagen der Aufstellung des Abschlusses

Der vorliegende verkürzte Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum 01. Januar bis 30. Juni 2021 umfasst nach den Vorschriften des § 115 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) einen verkürzten Konzernzwischenabschluss und einen Konzernzwischenlagebericht. Der Konzernzwischenabschluss entspricht den Anforderungen des IAS 34 (Zwischenberichterstattung) und wurde in Anwendung der Regelungen des § 315e Abs. 3 HGB sowie in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS) einschließlich der Interpretationen zu den IFRS (IFRIC), wie sie von der Europäischen Union übernommen und verpflichtend anzuwenden sind, unter Berücksichtigung der ergänzenden handelsrechtlichen Regelungen aufgestellt. Der verkürzte Konzernzwischenabschluss sowie der verkürzte Konzernzwischenlagebericht wurden nicht im Sinne des § 115 Abs. 5 WpHG durch einen Abschlussprüfer geprüft oder einer prüferischen Durchsicht unterzogen.

Der verkürzte Konzernzwischenabschluss enthält nicht alle Informationen und Anhangangaben, die im Konzernabschluss erforderlich sind und sollte daher in Verbindung mit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 gelesen werden.

Für eine komprimierte Übersicht wurden in der Bilanz sowie in der Gesamtergebnisrechnung einzelne Positionen zusammengefasst. Des Weiteren wurde die Bilanz nach IAS 1 in lang- und kurzfristige Positionen gegliedert und die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Der Konzernzwischenabschluss basiert auf dem Grundsatz der Unternehmensfortführung (going concern).

2. Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS)

a) Erstmalig in der Berichtsperiode verpflichtend anzuwendende Standards und Interpretationen

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Standard Inhalt und Bedeutung für den Abschluss Pflichterstanwendungszeitpunkt in der EU
Änderungen an IFRS 9 "Finanzinstrumente", IFRS 4 "Versicherungsverträge", IFRS 7 "Finanzinstrumente - Angaben", IFRS 16 "Leasingverhältnisse" und IAS 39 "Finanzinstrumente - Ansatz und Bewertung": Interest Rate Benchmark Reform (Phase 2) Die Änderungen der zweiten Phase der Reform eines Referenzzinssatzes beziehen sich auf Fragestellungen, welche die Finanzberichterstattung im Zeitpunkt der Ablösung eines bestehenden Referenzzinssatzes durch einen alternativen Zinssatz betreffen.

Die Änderungen sind für Unternehmen relevant, die finanzielle Vermögenswerte, finanzielle Verbindlichkeiten oder Leasingverbindlichkeiten aufweisen, die an einen Referenzzinssatz gekoppelt sind. Dies trifft für creditshelf nicht zu.
01. Januar 2021
Änderungen an IFRS 4 "Versicherungsverträge": Verschiebung der Anwendung des IFRS 9 Die Änderungen an IFRS 4 sehen eine Verlängerung des Zeitraums für die vorübergehende Befreiung bestimmter Versicherungsunternehmen von der Anwendung des IFRS 9 vor.

Diese Änderungen haben keine Auswirkungen auf die Gesellschaft.
01. Januar 2021

b) Neue, aber noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards und Interpretationen

Standards, Änderungen von Standards und Interpretationen, die bereits durch die Europäische Union anerkannt sind, deren verpflichtende Anwendung aber erst für die Zukunft vorgesehen ist, werden in der folgenden Tabelle aufgeführt. Die Gesellschaft wird die folgenden Standards anwenden, sobald der Pflichtanwendungszeitpunkt erreicht ist:

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Standard Inhalt und Bedeutung für den Abschluss Pflichterstanwendungszeitpunkt in der EU
Änderungen an IAS 37 "Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen": Nachteilige Verträge - Kosten der Vertragserfüllung Mit den Änderungen an IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen wird klargestellt, welche Kosten in die Beurteilung, ob ein Vertrag belastend ist, einzubeziehen sind. Bei der Ermittlung der "Kosten der Vertragserfüllung" sind sämtliche Kosten zu berücksichtigen, die sich direkt auf einen Vertrag beziehen.

Diese Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Gesellschaft.
01. Januar 2022
Änderung an IAS 16 "Sachanlagen": Erlöse vor der beabsichtigten Nutzung Die Änderung betrifft die Erfassung von Erlösen aus Verkäufen während der Herstellung oder Errichtung einer Sachanlage. Derartige Erlöse sind zukünftig im Periodenergebnis zu erfassen und nicht mehr mit den Kosten der Herstellung oder Errichtung zu verrechnen.

Diese Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Gesellschaft.
01. Januar 2022
Änderungen an IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse": Referenz auf das Rahmenkonzept Das neue Rahmenkonzept hatte das IASB im März 2018 veröffentlicht und das alte Konzept aus 1989 abgelöst. Mit dem Änderungsentwurf sollen die Verweise im IFRS 3 nun auf das neue Rahmenwerk angepasst werden.

Diese Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Gesellschaft.
01. Januar 2022
Jährliches Verbesserungsprojekt Zyklus 2018-2020 Das Kernziel jährlicher Verbesserungsprojekte besteht darin, die Qualität der Standards zu erhöhen, indem bestehende IFRS zwecks Klarstellung von Leitlinien und Formulierung geändert oder um vergleichsweise kleine, nicht beabsichtigte Konsequenzen, Konflikte oder übersehene Punkte berichtigt werden. Dieses Projekt führt zu geringfügigen Änderungen an IFRS 1 (erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards), IFRS 9 (Finanzinstrumente), IAS 41 (Landwirtschaft) und den erläuternden Beispielen zu IFRS 16 (Leasingverhältnisse).

Diese Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Gesellschaft.
01. Januar 2022

c) In der EU (noch) nicht anwendbare Standards und Interpretationen

Folgende Standards, Änderungen zu Standards und Interpretationen waren bei Aufstellung des Konzernabschlusses (noch) nicht durch die Europäische Union anerkannt. Eine Anwendung ist daher nicht erlaubt.

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Standard Inhalt
Änderungen an IFRS 16 "Leasingverhältnisse": Auf die Coronavirus-Pandemie bezogene Mietkonzessionen nach dem 30. Juni 2021 Mit der Verlautbarung wurde "Auf die Coronavirus-Pandemie bezogene Mietkonzessionen (Änderung an IFRS 16)" IFRS 16 Leasingverhältnisse geändert, um Leasingnehmern eine Befreiung von der Beurteilung zu gewähren, ob eine auf die Coronavirus-Pandemie bezogene Mietkonzession eine Leasingmodifikation ist. Diese praktische Erleichterung wurde auf Mietkonzessionen begrenzt, bei denen eine Reduzierung der Leasingzahlungen nur Zahlungen betrifft, die ursprünglich am oder vor dem 30. Juni 2021 fällig waren. Nun wird geprüft, ob der Zeitraum, über den die praktische Erleichterung angewendet werden kann, verlängert werden soll.

Diese Änderungen haben keine Auswirkungen auf die Gesellschaft, da keine Stundung der Mietraten oder Mietpreisnachlässe in Anspruch genommen wurden.
Änderungen am IAS 1 "Darstellung des Abschlusses": Klassifizierung von Schulden als kurzfristig oder langfristig Das IASB stellt klar, dass die Klassifizierung von Schulden als kurzfristig von den Rechten des Unternehmens zum Abschlussstichtag abhängt, die Erfüllung der Schuld um mindestens zwölf Monate nach Ende des Berichtszeitraums zu verschieben: Liegen solche Rechte vor, klassifiziert die Schuld als langfristig.

Diese Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Gesellschaft.
IFRS 17 "Versicherungsverträge" (einschließlich Ergänzungen) IFRS 17 regelt die Grundsätze in Bezug auf den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Angaben für Versicherungsverträge innerhalb des Anwendungsbereichs des Standards. Die Zielsetzung ist die Bereitstellung relevanter Informationen durch die bilanzierenden Unternehmen und soll so zu einer glaubwürdigen Darstellung der Versicherungsverträge führen.

Diese Änderungen haben keine Auswirkungen auf die Gesellschaft.
Änderungen an IAS 12 "Ertragssteuern": Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion resultieren Unter bestimmten Umständen sind Unternehmen von der Erfassung latenter Steuern befreit, wenn sie Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten zum ersten Mal erfassen. Bislang bestand eine gewisse Unsicherheit darüber, ob die Befreiung für Transaktionen im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen und Rückbauverpflichtungen Anwendung findet. Durch die Änderungen wird klargestellt, dass diese Befreiung nicht gilt und dass Unternehmen latente Steuern auf solche Transaktionen erfassen müssen.

Diese Änderungen haben keine Auswirkungen auf die Gesellschaft.
Änderungen an IAS 8 "Rechnungslegungsmethoden, Änderung von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler" Gegenstand der Änderungen an IAS 8 sind Klarstellungen zur Abgrenzung von Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum einen und Änderungen von Schätzungen zum anderen. Diese Unterscheidung wird getroffen, da Änderungen von Schätzungen prospektiv auf Geschäftsvorfälle und sonstige Ereignisse ab dem Zeitpunkt der Änderung der Schätzung angewendet werden, während Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden in der Regel auch rückwirkend auf vergangene Geschäftsvorfälle und sonstige vergangene Ereignisse angewendet werden.

Diese Änderungen haben jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf die Gesellschaft.
Änderungen an IAS 1 "Angabe von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" nebst Änderungen am IFRS Practice Statement 2 Die Änderungen an IAS 1 sehen vor, dass Unternehmen ihre "wesentlichen" Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angeben müssen anstelle bisher: die "bedeutenden" Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Flankierend dazu hat der IASB Änderungen am IFRS Practice Statement 2 "Angabe von Rechnungslegungsmethoden" veröffentlicht. Diese Änderungen enthalten Leitlinien zur Anwendung des Konzepts der Wesentlichkeit auf die Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.

Diese Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Gesellschaft.
IFRS 14 "Regulatorische Abgrenzungsposten" Mit IFRS 14 "Regulatorische Abgrenzungsposten" wird einem Unternehmen, das ein IFRS-Erstanwender ist, gestattet, mit einigen begrenzten Einschränkungen, regulatorische Abgrenzungsposten weiter zu bilanzieren, die es nach seinen vorher angewendeten Rechnungslegungsgrundsätzen in seinem Abschluss erfasst hat.

Aktuell besteht keine Anerkennung durch die EU. creditshelf ist kein IFRS-Erstanwender und damit hat dies keine Auswirkungen auf die Gesellschaft.

3. Änderungen wesentlicher Ermessensentscheidungen und Schätzgrundlagen im 1. Halbjahr 2021

Es liegen keine wesentlichen Änderungen der Einschätzungen des Vorstands seit Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2020 vor. Die fortlaufende Corona-Pandemie hatte keine Auswirkungen auf Schätzgrundlagen im Berichtszeitraum. Dies trifft neben Ermessensentscheidungen bezogen auf die immateriellen Vermögensgegenstände, dem Umgang mit dem aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogrammen, der Abzinsung langfristiger Forderungen aus Lieferung und Leistung und der Erwartungskomponente beim Rabatt auf Umsatzerlöse auch auf die Nicht-Aktivierung von Steuerlatenzen zu. Auch im 1. Halbjahr 2021 konnten nach Ansicht des Vorstands die bei Verlustgesellschaften gem. IAS 12.34 geforderten überzeugenden Hinweise nicht mit über 90 % Eintrittswahrscheinlichkeit erbracht werden. Des Weiteren war die Notwendigkeit eines Werthaltigkeitstests zur Überprüfung der Werthaltigkeit der immateriellen Vermögensgegenstände zum Stichtag nicht gegeben.

Wesentliche Änderung der Schätzungsgrundlagen aufgrund potenzieller Auswirkungen der Corona-Pandemie mussten nicht vorgenommen werden.

Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte

Der Konzern hat ein Kontrollrahmenkonzept hinsichtlich der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte festgelegt. Dieses bestand gegenüber den im Geschäftsbericht 2020 dargelegten Grundsätzen im Berichtszeitraum unverändert fort.

4. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind gegenüber dem Konzernabschluss 2020 unverändert. Wir verweisen daher auf die ausführlichen Erläuterungen im dortigen Konzernanhang.

B) Erläuterungen zum Konzernzwischenabschluss

5. Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten die selbstgeschaffene, internetbasierte creditshelf Plattform und das sich aus vier Modulen zusammensetzende Risikotool zur Überprüfung des Kreditrisikos potenzieller Kreditnehmer. Das Risikotool wurde bis März 2020 durch einen externen Dienstleister unter der Aufsicht der Gesellschaft und durch Zuarbeiten von eigenen Mitarbeitern hergestellt. Ferner hat creditshelf mit der Übernahme der damaligen Valendo GmbH 2019 eine weitere Software insbesondere zum Servicing und Monitoring von Krediten erworben, die sowohl direkt nutzbar ist als auch als Grundlage für Weiterentwicklungen verwendet werden kann. Seit dem 2. Quartal 2020 wird die Software-Systemlandschaft inklusive der zugekauften Module im Wesentlichen innerhalb des creditshelf Teams weiterentwickelt. Dabei plant creditshelf, die bereits bestehenden Softwarekomponenten zur Risikoanalyse, sowie die Monitoring und Servicing Tools, die aktuell unabhängig voneinander modular funktionieren, zukünftig in einer ganzheitlichen Architektur, der sogenannten "Risk Engine" zusammenzufassen, die nach IAS 38 als übergeordneter Vermögensgegenstand eingestuft wird. Von creditshelf intern entwickelte Erweiterungen und Verbesserungen dieser Systemarchitektur inkl. der sog. Risk Engine und weiterer Module gelten als Anlagen im Bau bzw. Anzahlungen immaterielle Vermögensgegenstände.

Des Weiteren umfassen die immateriellen Vermögenswerte den über den Erwerb der Valendo GmbH begründeten Goodwill sowie entgeltlich von Dritten erworbene Rechte.

Der Ansatz immaterieller Vermögenswerte erfolgt dabei nur unter der Maßgabe nach IAS 38 bei einer hinreichend sicheren Wahrscheinlichkeit, dass creditshelf der künftige wirtschaftliche Nutzen zufließen wird und die Anschaffungskosten des Vermögenswerts zuverlässig ermittelt werden können.

Die immateriellen Vermögenswerte setzen sich zum 30. Juni 2021 wie folgt zusammen:

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Erworbene immaterielle Vermögenswerte Selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte Anlagen im Bau (Anzahlungen imm. Vermögensgegenstände) Gesamt
gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte Software Goodwill
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in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR
--- --- --- --- --- --- ---
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Stand 01.01.2020 13,1 3.606,4 517,7 729,4 0,0 4.866,5
Zugänge 0,0 24,2 0,0 270,5 279,8 574,5
Abgänge -5,0 0,0 0,0 0,0 0,0 -5,0
Umbuchungen 0,0 44,2 0,0 0,0 -44,2 0,0
Stand 31.12.2020 8,1 3.674,8 517,7 999,9 235,6 5.436,1
kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2020 3,0 522,1 0,0 403,6 0,0 928,7
Zugänge 1,2 760,4 0,0 313,7 0,0 1.075,3
Abgänge -2,5 0,0 0,0 0,0 0,0 -2,5
Umbuchungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Stand 31.12.2020 1,7 1.282,5 0,0 717,3 0,0 2.001,5
Buchwert 31.12.2020 6,4 2.392,3 517,7 282,6 235,6 3.434,6
Buchwert 01.01.2020 10,1 3.084,3 517,7 325,7 0,0 3.937,8
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Stand 01.01.2021 8,1 3.674,8 517,7 999,9 235,6 5.436,1
Zugänge 0,0 0,0 0,0 0,0 322,6 322,6
Zugänge durch Zusammenschluss 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Abgänge 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Umbuchungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Stand 30.06.2021 8,1 3.674,8 517,7 999,9 558,2 5.758,7
kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2021 1,7 1.282,5 0,0 717,3 0,0 2.001,5
Zugänge 0,3 380,5 0,0 188,4 0,0 569,2
Abgänge 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Umbuchungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Stand 30.06.2021 2,0 1.663,0 0,0 905,7 0,0 2.570,7
Buchwert 30.06.2021 6,1 2.011,8 517,7 94,2 558,2 3.188,0
Buchwert 01.01.2021 6,4 2.392,3 517,7 282,6 235,6 3.434,6

Ausgehend von der Struktur der obigen Tabelle entwickelten sich die einzelnen Komponenten der immateriellen Vermögenswerte wie folgt:

Im Berichtszeitraum waren im Vergleich zum Jahresende 2020 keine Zu- oder Abgänge an erworbenen gewerblichen Schutzrechten und ähnlichen Rechten und Werten zu verzeichnen. Die bestehenden Vermögenswerte dieser Kategorie werden um die planmäßigen Abschreibungen verringert. Die Abschreibungsdauer beträgt 5 Jahre.

Bei der aktivierten Software handelt es sich um abnutzbare Vermögenswerte ausschließlich der geleisteten Anzahlungen. Die Abschreibung der aktivierten immateriellen Vermögenswerte wird in der Zeile planmäßige Abschreibungen in der Gesamtergebnisrechnung entsprechend dargestellt. Ihre Werthaltigkeit wird nach IAS 36 mindestens einmal jährlich bzw. bei Vorliegen neuer Tatsachen auch unterjährig überprüft. Der letzte Werthaltigkeitstest wurde zum 31. Dezember 2020 durchgeführt und führte zu keinem Wertminderungsbedarf.

Im Berichtszeitraum sind im Vergleich zum Jahresende 2020 keine Zu- oder Abgänge an erworbener Software zu verzeichnen. Die bestehenden Vermögenswerte dieser Kategorie werden um die planmäßigen Abschreibungen verringert. Die Abschreibungsdauer beträgt 5 Jahre.

Im Rahmen des Erwerbs der Valendo GmbH wurde zum 1. Oktober 2019 eine Kaufpreisallokation durchgeführt. Diese führte zur Aktivierung einer selbstgeschaffenen Software als erworbener immaterieller Vermögenswert, die im Wesentlichen für Monitoring und Service-Leistungen in Bezug auf bestehende Kredite dient. Für diese Software wurde eine Abschreibungsdauer von 5 Jahren angesetzt. Zum Stichtag 30. Juni 2021 betrug der Buchwert 208,8 TEUR (31. Dezember 2020: 241,0 TEUR).

Der Buchwert des zum 30. Juni 2021 ausgewiesenen und über den Erwerb der Valendo GmbH begründeten Goodwills beträgt unverändert 517,7 TEUR (31. Dezember 2020: 517,7 TEUR). Mindestens einmal jährlich oder bei Vorliegen eines Anhaltspunktes für eine Wertminderung wird eine Werthaltigkeitsprüfung für eine dem Goodwill zugeordnete zahlungsmittelgenerierende Einheit ("ZGE") durchgeführt. Der letzte Werthaltigkeitstest wurde zum 31. Dezember 2020 durchgeführt und führte zu keinem Wertminderungsbedarf.

Die selbstgeschaffenen immateriellen Vermögenswerte mit einem Buchwert von 94,2 TEUR (31. Dezember 2020: 282,6 TEUR) betreffen die creditshelf Plattform. Diese dient als virtueller Marktplatz für Kreditnehmer und Investoren. Die Internetplattform wurde mit ihren Herstellungskosten aktiviert. Die Herstellungskosten beinhalten die Entwicklungskosten von extern beauftragten Unternehmen zur Erstellung der Plattform. Nach Ingebrauchnahme der Internetplattform wurde diese von internen Mitarbeitern weiterentwickelt. Die Herstellungskosten wurden um die planmäßigen Abschreibungen verringert. Die Abschreibungsdauer von 5 Jahren läuft in diesem Jahr aus.

Die Weiterentwicklung der Systemarchitektur inkl. der sog. Risk Engine als übergeordneter Vermögensgegenstand gelten als Anlagen im Bau bzw. Anzahlungen für immaterielle Vermögensgegenstände. Die im Rahmen der Entwicklung angefallenen Kosten wurden als Eigenleistungen aktiviert und als Anzahlung gebucht. Der Buchwert zum 30. Juni 2021 betrug 558,2 TEUR (31. Dezember 2020: 279,8 TEUR). Der Fertigstellungsgrad der Risk Engine betrug zum Stichtag rund 90 %. Die Gesellschaft rechnet hier mit einer kurzfristigen Fertigstellung. Zwei Erweiterungen zur Portfoliooptimierung sowie zur Optimierung und Erweiterung des digitalen Kreditprozesses sind zum Stichtag 30. Juni 2021 zu ca. 30 % fertiggestellt. Die Gesellschaft rechnet mit einer mittelfristigen Fertigstellung. Nach ihrer Fertigstellung werden diese aktivierten Eigenleistungen als selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte umgebucht und in der Folge planmäßig über eine Dauer von 5 Jahren abgeschrieben.

6. Sachanlagen

Die Sachanlagen bestehen aus der gewöhnlichen Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie aus den Nutzungsrechten aus Leasingverträgen der Gesellschaft.

Die Entwicklung der Sachanlagen zum 30. Juni 2021 ergibt sich aus der folgenden Tabelle:

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Nutzungsrechte aus Leasingverträgen Betriebsausstattung Geringwertige Wirtschaftsgüter sonst. Betriebs- und Geschäftsausstattung Gesamt
in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR
--- --- --- --- --- ---
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Stand 01.01.2020 294,9 15,7 35,7 210,3 556,5
Zugänge 40,9 0,0 5,4 58,7 105,0
Abgänge 0,0 -5,2 -2,7 -40,7 -48,6
Umbuchungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Stand 31.12.2020 335,8 10,5 38,4 228,3 613,0
kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2020 142,5 6,8 35,7 97,9 282,8
Zugänge 80,3 1,2 5,4 67,3 154,2
Abgänge 0,0 -4,8 -2,7 -39,4 -46,9
Umbuchungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Stand 31.12.2020 222,8 3,2 38,4 125,8 390,2
Buchwert 31.12.2020 112,9 7,3 0,0 102,6 222,8
Buchwert 01.01.2020 152,4 8,9 0,0 112,4 273,7
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Stand 01.01.2021 335,8 10,5 38,4 228,3 613,0
Zugänge 0,0 0,0 0,6 6,1 6,7
Abgänge 0,0 0,0 0,0 -7,0 -7,0
Stand 30.06.2021 335,8 10,5 39,0 227,4 612,7
kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2021 222,8 3,2 38,4 125,8 390,2
Zugänge 33,8 0,4 0,4 30,1 64,7
Abgänge 0,0 0,0 0,0 -4,5 -4,5
Stand 30.06.2021 256,6 3,6 38,8 151,4 450,4
Buchwert 30.06.2021 79,2 6,9 0,2 76,0 162,3
Buchwert 01.01.2021 112,9 7,3 0,0 102,6 222,8

Betriebs- und Geschäftsausstattung

Bei der Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie den geringwertigen Wirtschaftsgütern handelt es sich im Wesentlichen um EDV-Geräte und Büromöbel. Die Abgänge betreffen hauptsächlich defekte EDV-Geräte.

Nutzungsrechte aus Leasingverträgen

Der Konzern schloss zum 01. August 2017 einen Mietvertrag mit einer unkündbaren Grundmietzeit von 5 Jahren ab. Des Weiteren hat der creditshelf Konzern im Februar 2020 einen PKW-Leasingvertrag abgeschlossen. Weitere aktivierungspflichtige Leasingverträge lagen zum Stichtag nicht vor. Zu Stundungen von Leasingverbindlichkeiten wie z.B. Mietverbindlichkeiten kam es weder im Vorjahr noch in dieser Berichtsperiode.

Um der wachsenden Mitarbeiteranzahl gerecht zu werden, wurden beginnend mit dem 15. April 2019 temporär weitere Räumlichkeiten im Sinne eines Untermietvertrags in der Mainzer Landstraße 33a angemietet. Aufgrund der Kurzfristigkeit wurde von den Erleichterungsvorschriften des IFRS 16.5 Gebrauch gemacht und der Leasinggegenstand nicht bilanziert.

Der Ansatz der Leasingnutzungsrechte für den Gebäudemietvertrag und den PKW erfolgte nach Abzinsung der Mindestleasingzahlungen mit Anschaffungskosten in Höhe von 319,5 TEUR für den Gebäudemietvertrag und in Höhe von 16,2 TEUR für den PKW. Die Leasingverbindlichkeiten wurden in gleicher Höhe passiviert. Die Buchwerte beider Leasinggegenstände betragen zum 30. Juni 2021 79,2 TEUR (31. Dezember 2020: 112,9 TEUR) und die Leasingverbindlichkeiten 86,8 TEUR (31. Dezember 2020: 122,4 TEUR).

Die Mietzahlungen für das Gebäude und den PKW wurden aus dem Aufwand herausgenommen und aufgeteilt in Zins und Tilgung. Die Leasingverbindlichkeiten wurden entsprechend abgezinst und zum 30. Juni 2021 ausgewiesen. Die Nutzungsrechte wurden in den Sachanlagen mit dem Barwert angesetzt. Der Nutzungswert wird linear über 5 Jahre abgeschrieben. Die Diskontierung erfolgte mit einem Diskontierungszinssatz von 3,6 % (im Vorjahr: 3,6 %) für das Gebäudeleasing und 2,6 % (im Vorjahr: 2,6 %) für das PKW-Leasing, die vom Management der Gesellschaft als Vertragszinssatz der Leasingverhältnisses identifiziert wurden. Somit ergibt sich in der Gewinn- und Verlustrechnung ein Aufwand aus der Abschreibung der Nutzungsrechte sowie ein Zinsaufwand aus Aufzinsung. Der Gebäudemietvertrag enthält des Weiteren eine Preisindexklausel, die vorsieht, dass der Mietzins nach 2 Jahren erstmals rückwirkend abgeleitet durch den Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts für Deutschland angepasst wird. Die letzte Mietvertrag-Indexerhöhung wurde zum 01. August 2019 vorgenommen und betrug für die vergangenen 2 Jahre 3,5 %. Im Jahr 2020 erfolgte keine Indexerhöhung. Für die verbleibenden Perioden wird weiterhin 2 % per annum angenommen.

Die zugehörigen Leasingverbindlichkeiten entwickelten sich wie folgt:

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Stand Leasingverbindlichkeiten Leasingaufwendungen Gesamt Tilgung Gesamt Zins Gesamt
in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR
--- --- --- --- ---
zum 31.12.2020 122,4 74,2 69,0 5,2
zum 30.06.2021 86,8 37,2 35,5 1,7

Sachverhalte, die eine außerplanmäßige Abschreibung erfordern, lagen im Zeitraum 01. Januar bis 30. Juni 2021 nicht vor. Bezüglich weiterer Erläuterungen zu IFRS 16 wird auch auf Ziffer 18 des Anhangs dieses Berichts verwiesen.

7. Forderungen und Vermögenswerte

Die langfristigen Forderungen bestehen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einer Laufzeit größer einem Jahr. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind beim erstmaligen Ansatz zum Betrag der unbedingten Gegenleistung zu erfassen. Enthalten sie signifikante Finanzierungskomponenten, sind sie stattdessen zum beizulegenden Zeitwert anzusetzen. Der Konzern hält Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, um die vertraglichen Cashflows zu vereinnahmen und bewertet sie in der Folge unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten. Der ausgewiesene Nettobetrag wird als plausible Schätzung des beizulegenden Zeitwerts angesehen.

Im 1. Halbjahr 2021 stellten sich die Langfristigen Forderungen wie folgt dar:

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30.06.2021 31.12.2020
in TEUR in TEUR
--- --- ---
Bruttobetrag der Forderungen 974,1 907,3
Zinseffekt nach der Effektivzinsmethode 26,6 28,0
Nettobetrag der Forderungen 947,5 879,3
Erwarteter Rabatt 0,0 -3,1
Forderungen aus Lieferung und Leistungen 947,5 876,2

Die Kreditnehmergebühr wird vom Ausgabebetrag des gewährten Kredits automatisch einbehalten. Auch die Investorengebühr wird im Rahmen von den an die Investoren zurücklaufenden Tilgungsbeträgen automatisch einbehalten. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit institutionellen Investoren bestehen seit dem Geschäftsjahr 2020 auch individuelle Vereinbarungen, die eine Vergütung der creditshelf aus den Investmentvehikeln vorsehen. Eine Überfälligkeit kann daher grundsätzlich nur eintreten, wenn der Kreditnehmer ausfällt und somit insgesamt nicht mit einem Kapitalrückfluss zu rechnen ist. Im Fall eines Ausfalls wird die noch nicht vereinnahmte Investorengebühr nach Einzelfallentscheidung des Vorstandes gemäß IFRS 15.51 als Rabatt und damit variable Gegenleistung inklusive einer Erwartungskomponente berücksichtigt und seit dem Geschäftsjahr 2020 von den Umsatzerlösen abgezogen. Eine Überfälligkeit ohne gleichzeitige Berücksichtigung eines Forderungsverzichts nach Stufe 3 ist im Geschäftsmodell der creditshelf daher dem Grunde nach nicht möglich.

Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die als kurzfristig angesehen werden, entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Forderungen, deren Laufzeit länger als 12 Monate ist, werden entsprechend abgezinst. Die beizulegenden Zeitwerte wurden aufgrund der abgezinsten Cashflows unter Verwendung eines aktuellen Kreditzinses ermittelt.

Sonstige Forderungen

Die sonstigen Forderungen beinhalten Kautionen für Mietverhältnisse in der Mainzer Landstraße 33a, Frankfurt am Main. Aufgrund der Art der sonstigen Forderung entspricht deren Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.

8. Latente Steuern

Die Gesellschaft hat anhand der nach IAS 12 vorgegebenen Kriterien die Nutzbarkeit der Verlustvorträge evaluiert. Die latenten Steuern werden zum 1. Halbjahr 2021 nach Saldierung zwischen aktiven und passiven latenten Steuern mit einem Betrag von 0,0 TEUR (31. Dezember 2020: 13,6 TEUR) ausgewiesen. Der Ansatz aktiver latenter Steuern kann nur in der Höhe erfolgen, in der passive latente Steuern gebildet wurden. Die verrechneten passiven latenten Steuern belaufen sich zum 30. Juni 2021 auf 300,3 TEUR (30. Juni 2020: 237,1 TEUR). Wie im Vorjahr werden latente Steueransprüche nicht angesetzt, da es aus Sicht des Managements weiterhin nicht möglich ist, überzeugende Nachweise ("convincing other evidence") für die Verlustgesellschaften vorzulegen, die eine Nutzbarkeit der latenten Steueransprüche hinreichend wahrscheinlich machen und so eine Aktivierung ermöglichen würden. Die nicht-aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge beliefen sich zum 30. Juni 2021 auf 6.861,5 TEUR (31. Dezember 2020: 7.211,2 TEUR).

9. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zum Stichtag 30. Juni 2021 beliefen sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente auf 1.206,7 TEUR (31. Dezember 2020: 3.844,3 TEUR). Der starke Rückgang der ausgewiesenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente im Vergleich zum 31. Dezember 2020 erklärt sich durch Zahlungsmittel in Höhe von 3.136,0 TEUR, die zum Jahresendstichtag 2020 im Rahmen der Abwicklung von Transaktionen zwischenzeitlich auf einem Konto der Gesellschaft verbucht waren. Dieser Position stand eine entsprechende Verbindlichkeit gegenüber.

Im Vergleich zum Halbjahresbericht 2020 wurde die Veränderung temporär verbuchter Zahlungsmittel im Rahmen der Kapitalflussrechnung nicht mehr im Finanzmittelfonds dargestellt, sondern direkt gegen die entsprechende Verbindlichkeit im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit gestellt. Die Werte zum 30. Juni 2020 wurden für diesen Bericht entsprechend angepasst. Der den Vorjahreszeitraum betreffende, umgegliederte Betrag belief sich auf 685,4 TEUR. Der Ausweis der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Bilanz erfolgt weiterhin inklusive dieser temporär verbuchten Zahlungsmittel. Im Zuge dieser Umgliederung kam es außerdem zu einer Anpassung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn des Geschäftsjahres von 3.412,5 TEUR. Für den Vorjahreszeitraum betrug diese Anpassung 235,2 TEUR.

Zum Stichtag 30. Juni 2021 standen creditshelf unter Berücksichtigung der bereits beschriebenen Umgliederung der temporär verbuchten Gelder nach Kapitalflussrechnung Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 1.042,7 TEUR (30. Juni 2020: 1.809,1 TEUR) zur Verfügung. Der Kassenbestand wies zum Stichtag 30. Juni 2021 ein Guthaben von 0,6 TEUR (30. Juni 2020: 0,5 TEUR) aus. Die Guthaben bei Kreditinstituten beliefen sich insgesamt auf 1.042,2 TEUR (30. Juni 2020: 1.808,7 TEUR).

Die creditshelf solutions GmbH unterhält ein Bankkonto bei der Raisin Bank, welches ausschließlich der Barunterlegung künftiger Kredite dient, für welche die Gesellschaft im normalen Geschäftsablauf eine Kaufzusage an die Raisin Bank gewährt hat. Im Rahmen der Barmittelunterlegung hat die Gesellschaft das Bankkonto dauerhaft an die Raisin Bank verpfändet. Zum 30. Juni 2021 wies das Konto einen Bestand von 0,1 TEUR auf (30. Juni 2020: 0,1 TEUR). Der Finanzmittelfonds ist um diesen Betrag zu reduzieren. Er betrug zum Stichtag 1.042,7 TEUR (30. Juni 2020: 1.809,1 TEUR).

Die creditshelf Aktiengesellschaft hat am 04. Januar 2021 mit der Obotritia Capital KGaA einen Gesellschafterdarlehenrahmenvertrag nebst Nachtrag vom 09. März 2021 geschlossen. Dieser sieht einen Gesamtbetrag von bis zu 8 Mio. EUR mit endfälliger Verzinsung in Höhe von 8 % per annum vor und endet spätestens am 31. Dezember 2027. Am 11. Januar 2021 wurde die erste Million EUR unter dem Rahmenvertrag gezogen, am 17. Mai 2021 weitere 0,5 Mio. EUR. Der Vertrag ist weiterhin ungekündigt.

10. Eigenkapital und Rücklagen

Durch die Bildung von Restricted Stock Units für die aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogramme (RSU I bis RSU IV) wurden Eigenkapitalinstrumente in Höhe von 508,8 TEUR (30. Juni 2020: 462,8 TEUR) bilanziert und in der Kapitalrücklage verbucht. Im Vergleich zur Cashflow-Rechnung des Halbjahresberichts 2020 wurden Mittelzuflüsse aus Aktienverkäufen zur Bedienung der Lohnsteuer im Rahmen der Mitarbeiter-Anreizprogramme vor dem Hintergrund einer sachgerechteren Darstellung nicht mehr als Aktienbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente im Brutto-Cashflow, sondern als Einzahlungen aus dem Verkauf von Aktien im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit dargestellt. Entsprechend wurde der Wert der zahlungsunwirksamen Erhöhungen der Kapitalrücklage zum 30. Juni 2020 um 146,2 TEUR reduziert. Die gemäß IAS 32 unmittelbar der Schaffung dieser Eigenkapitalinstrumente zuzurechnenden Transaktionsaufwendungen wurden in Höhe von 10,0 TEUR als Rückstellung verbucht. Neben dem für das Ende des Jahres anberaumten Börsenzulassungsverfahren für Eigenkapitalinstrumente, fallen diese auch für die bereits laufende Umsetzung der aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogramme an und wurden entsprechend anteilig abgegrenzt. Der Verbuchung der Eigenkapitalinstrumente in die Kapitalrücklage standen Ausbuchungen aus Earn-Out-Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Erwerb der damaligen Valendo GmbH in Höhe von 250,0 TEUR (30. Juni 2020: 0,0 TEUR) sowie Transaktionskosten aus der Ausgabe von EK-Instrumenten in Höhe von 1,4 TEUR (30. Juni 2020: 24,8 TEUR) gegenüber.

Im Berichtszeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2021 wurde das Grundkapital einmalig erhöht. Am 25. Januar 2021 hat der Vorstand der creditshelf Aktiengesellschaft beschlossen, für das 2. Vesting der zu Beginn des Geschäftsjahres 2019 eingeführten aktienbasierten Mitarbeiter- Anreizprogramme (Restricted Stock Units Programs) das Grundkapital der Gesellschaft um 15.912,00 EUR durch 15.912 neue auf den Inhaber lautenden Stückaktien ohne Nennbetrag und unter Ausschluss des Bezugsrechts zu erhöhen. Ferner wurde beschlossen, dass die Aktien zum geringsten Ausgabebetrag von je 1,00 EUR je Aktie ausgegeben werden, für das gesamte Geschäftsjahr 2020 erstmals gewinnberechtigt sind und dass Bezugsrechte der Aktionäre der creditshelf Aktiengesellschaft ausgeschlossen sind. Diesem Beschluss hat der Aufsichtsrat am 28. Januar 2021 per Umlaufbeschluss zugestimmt. Am 09. Februar 2021 wurden die neuen Aktien im Handelsregister eingetragen und am 17. Februar 2021 in den Handel im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse mit identischer Wertpapierkennnummer (WKN) wie die alten Aktien aufgenommen.

In der Berichtsperiode bestanden vier aktienbasierte Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock Units I-IV Programs). Diese haben aufgrund des gewählten Equity Settlements die Kapitalrücklage erhöht. Die Entwicklung des Eigenkapitals ergibt sich aus der Eigenkapitalveränderungsrechnung.

Die Hauptanteilseigner der creditshelf Aktiengesellschaft sind die Hevella Capital GmbH & Co. KGaA, die LDT Investment GmbH, die DBR Investment GmbH und die Obotritia Capital KGaA.

Zum 30. Juni 2021 hielten diese auf Basis der Stimmrechtsmitteilungen nach dem Wertpapierhandelsgesetz insgesamt rund 80,1 % der Stimmrechte. Daraus ergibt sich bei den Stimmrechtsanteilen folgendes Bild:

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Anteil Gesellschafter Gesamt
LDT Investment GmbH DBR Investment GmbH Hevella Capital GmbH & Co. KGaA Obotritia Capital KGaA Free Float *
--- --- --- --- --- --- ---
31.12.2020
Nominal in TEUR 239,2 222,0 519,1 115,6 264,3 1.360,3
prozentual 17,6 % 16,3 % 38,2 % 8,5 % 19,4 % 100,0 %

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Anteil Gesellschafter Gesamt
LDT Investment GmbH DBR Investment GmbH Hevella Capital GmbH & Co. KGaA Obotritia Capital KGaA Free Float *
--- --- --- --- --- --- ---
30.06.2021
Nominal in TEUR 239,2 222,0 519,1 122,3 273,7 1.376,2
prozentual 17,4 % 16,1 % 37,7 % 8,9 % 19,9 % 100,0 %

* Die Position Free Float beinhaltet Beteiligungen (kumuliert) mit weniger als 5 % Beteiligung am Grundkapital.

11. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse des Konzerns zum 30. Juni 2021 gliedern sich wie folgt auf:

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30.06.2021 30.06.2020
in TEUR in TEUR
--- --- ---
Kreditnehmergebühren 2.497,1 1.695,3
Investorengebühren 741,8 770,1
Service- und Beratungsgebühren 141,2 35,9
3.380,1 2.501,3

Im 1. Halbjahr 2021 wuchsen die Umsatzerlöse von creditshelf im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 35,1 % auf 3.380,1 TEUR (Vorjahreszeitraum: 2.501,3 TEUR). Wesentliche Ursache war ein deutlicher Anstieg des über die creditshelf Plattform vermittelten Kreditvolumens von 45.635,0 TEUR im 1. Halbjahr 2020 auf 71.790,0 TEUR in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres. Daraus resultierten höhere Umsätze aus Kreditnehmergebühren für die ausgezahlten Kredite in Höhe von 2.497,1 TEUR (Vorjahreszeitraum: 1.695,3 TEUR). Gleichzeitig reduzierte sich die Marge aus Kreditnehmergebühren im Verhältnis zum arrangierten Kreditvolumen im Berichtszeitraum etwas auf 3,5 % (Vorjahreszeitraum: 3,7 %). Im Rahmen von Investorengebühren für über die creditshelf Plattform arrangierte Kredite erzielte creditshelf Umsätze in Höhe von 741,8 TEUR (Vorjahreszeitraum: 770,1 TEUR), was einer Marge von 1,0 % entspricht (Vorjahreszeitraum: 1,7%). Diese Verringerung erklärt sich aus veränderten Konditionen im Rahmen der Zusammenarbeit mit Finanzierungspartnern, die zur Sicherung des Fundings des wachsenden Kreditvolumens auf der creditshelf Plattform wesentlich ist und die Grundlage für weiteres Wachstum bildet. Im Berichtszeitraum erzielte der creditshelf Konzern darüber hinaus Umsatzerlöse für Service- und Beratungsgebühren in Höhe von 141,2 TEUR (Vorjahreszeitraum: 35,9 TEUR). Dabei handelt es sich im Wesentlichen um quartalsweise erhobene und fällige Gebühren aus Service- und Beratungsleistungen für den creditshelf Loan Fund sowie um Umsatzerlöse für Analyse, Monitoring und Service-Leistungen. Diese Service- und Beratungsgebühren, die eine laufende und bestandsabhängige Umsatzgenerierung darstellen, ersetzen in Teilen die herkömmlichen Investorengebühren.

Entsprechend dieser Veränderungen lag die Gesamtmarge aus dem Verhältnis von Umsatzerlösen zu arrangiertem Kreditvolumen mit 4,7 % unter dem Vorjahreszeitraum (5,5 %).

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit institutionellen Investoren bestehen individuelle Vereinbarungen, die eine Vergütung der creditshelf aus den Investmentvehikeln vorsehen. Nicht vereinnahmte Investorengebühren im Falle eines Ausfalls des Kreditnehmers wurden in der Berichtsperiode auf Basis von Einzelfallentscheidungen des Vorstands als Rabatt und damit variabler Gegenleistung gemäß IFRS 15.51 direkt im Umsatz korrigiert. Darüber hinaus wurden mögliche zukünftige Rabatte, die sich bei Kreditnehmerausfall negativ auf die Investorengebühren auswirken, gemäß Erwartungswertmethode nach IFRS 15.53 geschätzt. Im 1. Halbjahr 2021 erfolgte auf dieser Basis eine Umsatzkorrektur um 159,2 TEUR, die im Wesentlichen auf eine größere, einmalige Darlehensrestrukturierung zurückgehen. Aus einem in diesem Zusammenhang entstandenen, neuen Darlehen ergeben sich neue Investorengebühren, die der Umsatzkorrektur entgegenstehen. Insgesamt liegen die eingetretenen Verluste trotz der anhaltenden Corona-Pandemie unter den Modellerwartungen. Dies verdeutlicht, dass die von creditshelf arrangierten Kredite eine attraktive Assetklasse für institutionelle Investoren darstellen. Im Vorjahreszeitraum wurden nicht vereinnahmte Investorengebühren noch als Forderungsverzicht in Höhe von 5,8 TEUR in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen dargestellt.

12. Sonstige Erträge

Die sonstigen Erträge in Höhe von 1,6 TEUR (Vorjahreszeitraum: 414,6 TEUR) beinhalten Erlöse aus Sachanlageverkäufen. Im 1. Halbjahr 2020 setzten sich die sonstigen Erträge im Wesentlichen aus Kostenerstattungen im Rahmen der Gründung des creditshelf Loan Fund, der Auflösung von Rückstellungen sowie Disagien aus dem Kauf von Krediten zusammen.

13. Personalaufwand

Der Personalaufwand lag für das 1. Halbjahr 2021 bei 2.785,7 TEUR nach 3.017,8 TEUR im 1. Halbjahr des Vorjahres. Darin spiegelt sich einerseits ein konstanter Personalbestand von 57 festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Vorjahreszeitraum: 57 Festangestellte) wider. Andererseits enthält der Personalaufwandsposten geringere Aufwendungen für aktienbasierte Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock Units Programs) in Höhe von 323,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 513,0 TEUR), da aufgrund der Regelungen des IFRS 2 für bis zum Jahr 2021 angesparte Anteile bereits in den Vorperioden wesentlicher Personalaufwand angefallen ist und in 2021 insgesamt weniger Anteile gewährt wurden. Dies gilt insbesondere für das RSU III Programm, welches aufgrund des Ausscheidens von Dr. Mark Währisch aus dem Vorstand zum 30. April 2021 in diesem Geschäftsjahr ausläuft.

Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder Dr. Tim Thabe und Dr. Daniel Bartsch sehen ab dem Geschäftsjahr 2021 ein jährliches Bruttofixgehalt in Höhe von 120 TEUR je Vorstand vor. Dieses wird in zwölf gleichen Teilbeträgen monatlich bezahlt. Eine darüberhinausgehende Barvergütung wird nicht geschuldet. Mit Dr. Mark Währisch war bis zu seinem Ausscheiden zum 30. April 2021 ein jährliches Bruttofixgehalt von 100 TEUR vereinbart. Neben der Barvergütung erhielten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen im üblichen Rahmen. Hierzu zählen insbesondere übliche Zuschüsse zur Renten- und Krankenversicherung und eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (sog. D&O Versicherung). Im 1. Halbjahr 2021 betrug die Gesamtvergütung des Vorstands 263,9 TEUR (Vorjahreszeitraum: 570,8 TEUR). Die Gesamtvergütung des Vorstands beinhaltet den für Dr. Mark Währisch im Rahmen des Restricted Stock Units Programms angefallenen Personalaufwand in Höhe von 81,3 TEUR (Vorjahreszeitraum: 393,2 TEUR).

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer getrennt nach Gruppen entsprechend §285 Nr.7 HGB stellte sich zum 30. Juni 2021 wie folgt dar:

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30.06.2021 30.06.2020
Vertrieb 10,5 14,5
Marketing 7,0 8,0
Risikoanalyse 10,0 9,5
Technologie 17,0 21,0
Verwaltung inkl. Vorstand 18,0 22,0
62,5 75,0

14. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich bis zum 30. Juni 2021 auf 1.808,4 TEUR und lagen somit deutlich unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums in Höhe von 2.537,2 TEUR. Hier spiegelt sich ein konsequentes Sachkostenmanagement wider, da trotz des erhöhten Kreditvolumens geringere Gesamtaufwendungen angefallen sind. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich im Detail wie folgt zusammen:

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30.06.2021 30.06.2020
in TEUR in TEUR
--- --- ---
Rechts- und Beratungskosten 374,7 451,5
Aufwendungen für Marketing- und Werbemaßnahmen 332,6 899,7
IT-Kosten 210,3 175,1
Fremdleistungen im Rahmen von Kreditanträgen 193,1 278,1
Virtuelle Beteiligung 130,6 9,0
Verkaufsprovisionen 108,3 180,0
Mietaufwendungen 99,0 138,0
Beiträge 45,9 53,5
Aufwendungen für den Aufsichtsrat 45,5 45,0
Prämien Darlehensforderungen 0,0 53,3
Sonstige Aufwendungen 268,4 252,8
1.808,4 2.537,2

Ein wesentlicher Teil der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist der Aufwand für Marketing- und Werbemaßnahmen. Dieser lag im 1. Halbjahr 2021 mit 332,6 TEUR insbesondere aufgrund von Effizienzgewinnen aus einer nachhaltigen Neuaufstellung des Marketingauftritts und der Optimierung des Kundenbeziehungsmanagements im Geschäftsjahr 2020 deutlich unter dem des Vorjahreszeitraums (899,7 TEUR). In den Aufwendungen des Vorjahreszeitraums spiegeln sich im Wesentlichen die erwähnten Maßnahmen wider. Im bisherigen Jahresverlauf hat die Gesellschaft darüber hinaus auf das veränderte Nachfrageverhalten - hervorgerufen durch die umfassenden staatlichen Corona Hilfsmaßnahmen - im Markt reagiert und seine Marketingaktivitäten stärker auf bestimmte Branchen und Kanäle konzentriert.

Rechts- und Beratungsaufwendungen verringerten sich im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 374,7 TEUR (Vorjahreszeitraum: 451,5 TEUR). Der Rückgang erklärt sich durch den erfolgreichen Aufbau interner Ressourcen und die damit einhergehende größere Unabhängigkeit von externen Dienstleistern.

Fremdleistungen im Rahmen von Kreditanträgen führten im 1. Halbjahr 2021 zu Aufwendungen in Höhe von 193,1 TEUR (Vorjahreszeitraum: 278,1 TEUR). Der Rückgang reflektiert die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum normalisierten Kreditanfragen, durch die im Berichtszeitraum niedrigere Kosten für externe Datenabfragen im Rahmen der Kreditanalyse angefallen sind.

Die IT-Kosten lagen im 1. Halbjahr 2021 bei 210,3 TEUR (Vorjahreszeitraum: 175,1 TEUR) und reflektieren den Ausbau der Analysekapazitäten und Automatisierungsbestrebungen von creditshelf.

Aufwendungen für Verkaufsprovisionen für die Vermittlung von Kreditnehmern aus dem Partnernetzwerk auf der creditshelf Plattform lagen im 1. Halbjahr 2021 bei 108,3 TEUR (Vorjahreszeitraum: 180,0 TEUR).

Die Mietaufwendungen verringerten sich im 1. Halbjahr 2021 auf 99,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 138,0 TEUR). Dies ist das Ergebnis einer Reduzierung der Mietflächen im Rahmen eines konsequenten Sachkostenmanagements und einer Ausweitung bereits bestehender New Work- Konzepte in der 2. Jahreshälfte 2020.

Prämien für Darlehensforderungen bzw. Agien aus dem Kauf von Krediten fielen in 1. Halbjahr 2021 keine an (Vorjahreszeitraum: 53,3 TEUR).

Die Aufwendungen für den Aufsichtsrat lagen im 1. Halbjahr 2021 auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Die Beiträge für Mitgliedschaften in Verbänden, z.B. dem Verband deutscher Kreditplattformen, zu dessen Gründungsmitgliedern creditshelf gehört, beliefen sich auf 45,9 TEUR (Vorjahreszeitraum: 53,5 TEUR).

Die übrigen sonstigen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen Kosten für Servicedienstleistungen im Rahmen der Börsennotierung sowie aus Forderungswiederverkäufen. Im Vergleich zum Vorjahr enthalten die übrigen sonstigen Aufwendungen Recruitment-Kosten in Höhe von 70,2 TEUR, die die Gesellschaft im Rahmen der nachhaltigen Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter aufgewendet hat.

15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Ertragssteuern in Höhe von -8,2 TEUR (30. Juni 2020: -89,5 TEUR) betreffen zum einen steuerpflichtige Gewinne von Tochtergesellschaften aus dem Vorjahr mit -21,8°TEUR (30. Juni 2020: -89,5 TEUR), sowie die Auflösung von latenten Steuern mit 13,6°TEUR (30.Juni 2020: 0,0°TEUR).

16. Ergebnis je Aktie

Die Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie basiert auf dem den Stammaktionären zurechenbaren Gewinn und einem gewichteten Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Stammaktien. Gemäß IAS 33.21 (f) sind Stammaktien, die anstelle von liquiden Mitteln als Entgelt für den Erwerb eines Vermögenswertes ausgegeben wurden, ab dem Datum der Erfassung des entsprechenden Erwerbs zu erfassen.

Wie in Anhangangabe 13 erwähnt hat die Gesellschaft in 2019 begonnen, aktienbasierte Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock Units Programs) einzuführen. Hierbei handelt es sich um Vergütungsmaßnahmen im Sinne des IFRS 2, die gemäß IAS 33 in die Darstellung des Ergebnisses je Aktie einzubeziehen sind. IAS 33.48 sieht vor, dass alle bereits bewilligten Aktien als im Umlauf befindlich mit einzubeziehen sind. Entsprechend wurde auf die Anzahl von Restricted Stock Units (RSU) abgestellt, die durch verbindliche Zuteilungsschreiben zwischen Mitarbeitern und Gesellschaft vereinbart wurden. Des Weiteren wurden vertraglich geschuldete Gehaltskomponenten, die in RSU beglichen werden, mittels XETRA-Stichtagsschlusskurs zum 30. Juni 2021 (47,60 EUR) der creditshelf Aktie in RSU umgerechnet und ebenfalls berücksichtigt. In Summe betrug die Anzahl zum Stichtag 30. Juni 2021 27.267 Stück. Im Gegensatz zum unverwässerten Ergebnis pro Aktie erhöht sich die zugrunde liegende Aktienanzahl entsprechend von 1.376.251 auf 1.403.518.

In der folgenden Überleitung entspricht gemäß IAS 33.41 das unverwässerte dem verwässerten Ergebnis, weil sich der Verlust je Aktie durch Berücksichtigung des Aktienprogramms reduzieren würde:

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Anzahl Aktien Fehlbetrag 1. Halbjahr EPS (unverwässert/​ verwässert)
in Stück inTEUR in EUR
--- --- --- ---
30. Juni 2020
Unverwässert 1.352.239 -3.118,3 -2,31
Verwässert 1.381.553 -3.118,3 -2,31
30. Juni 2021
Unverwässert 1.376.251 -1.582,7 -1,15
Verwässert 1.403.518 -1.582,7 -1,15

C) Sonstige Angaben

17. Angaben zu Leasingverhältnissen (IFRS 16)

In der nachfolgenden Tabelle werden die Angaben zu den Leasingverhältnissen des creditshelf Konzerns nach IFRS 16.53 zusammengefasst. Im Februar 2020 hat die creditshelf AG einen PKW- Leasingvertrag abgeschlossen. Die Gesellschaft bilanziert daher nun zwei Nutzungsrechte bzw. Leasingverbindlichkeiten (siehe auch Anhangangabe 6). Die hier gemachten Angaben beziehen sich daher ab 2020 auf die angemieteten Räumlichkeiten in der Mainzer Landstraße 33a in Frankfurt am Main, sowie einem im 1. Halbjahr 2020 abgeschlossenen PKW- Leasingvertrag:

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30.06.2021 30.06.2020
in TEUR in TEUR
--- --- ---
Abschreibungsbeträge auf Nutzungsrechte 33,8 33,9
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten 1,7 2,9
Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse nach IFRS 16.6 54,3 83,9
Aufwand für Leasingverhältnisse mit geringem Wert nach IFRS 16.6 5,1 14,6
Gesamte Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse 99,0 138,0
Zugänge von Nutzungsrechten 0,0 16,2
Neubewertung von Nutzungsrechten 0,0 14,1
Buchwert der Nutzungsrechte am Ende der Berichtsperiode 79,2 148,8

Die zum 30. Juni 2021 bzw. 31. Dezember 2020 bestehenden Leasingverbindlichkeiten weisen die folgenden Fälligkeiten auf:

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bis 3 Monate 3-12 Monate 1 -5 Jahre über 5 Jahre Gesamt Buchwert
in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR
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Leasingverbindlichkeiten
zum 31.12.2020 17,7 54,5 50,2 0,0 122,4 122,4
zum 30.06.2021 18,1 56,0 12,6 0,0 86,8 86,8

18. Segmentberichterstattung

Bei der Segmentierung folgt die Gesellschaft dem Management-Ansatz. Dieser basiert auf der Annahme, dass sämtliche Vermögenswerte und Schulden, Aufwendungen und Erträge des Konzerns auf definierte Segmente entweder verursachungsgerecht oder mittels sachlicher Schlüssel verteilt werden können. Der wesentliche Geschäftsgegenstand des creditshelf Konzerns ist es, Kredite für kleine und mittelständische Unternehmen zu arrangieren, die von institutionellen Investoren gezeichnet und zuvor über eine Fronting Bank begeben werden. Hierfür erhält die creditshelf sowohl von Kreditnehmern als auch von Investoren Gebühren. Der arrangierte Kredit ist hierbei im gesamten Geschäftsverlauf als einheitliches Anlageprodukt zu sehen.

Das interne Erfolgs- und Kostencontrolling erfolgt konzernübergreifend aufbauend auf einer einheitlichen Steuerungslogik und des in Kapitel 2.1. des Konzernlageberichts aufgeführten Steuerungssystems.

Das Management der creditshelf hat daher sowohl nach produkt- als auch markspezifischen Gesichtspunkten nur ein einziges Segment identifiziert. Die Berichterstattung nach IFRS 8 beschränkt sich daher auf die Angaben gem. IFRS 8.31 ff (ein einziges Berichtssegment). Die Bewertung erfolgt nach den gleichen Grundsätzen wie der Konzernabschluss.

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30.06.2021 30.06.2020
Nettoumsatz im Segment in TEUR in TEUR
--- --- ---
Kreditnehmergebühren 2.497,1 1.695,3
Investorengebühren 741,8 770,1
Service- und Beratungsgebühren 141,2 35,9
Gesamtsegmentumsatz 3.380,1 2.501,3

Sämtliche Segmentumsätze wurden auf dem deutschen Markt erzielt. Daher sind auch alle langfristigen Vermögenswerte den auf diesem Markt erzielten Umsätzen zuzuordnen.

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30.06.2021 30.06.2020
Analyse nach Kundenanteil inTEUR inTEUR
--- --- ---
Kunden mit Umsatzanteil >10 % 854,5 824,2
Restliche Kunden mit Umsatz <10 % 2.525,6 1.677,1
Gesamtsegmentumsatz 3.380,1 2.501,3

Gemäß IFRS 8.34 hat ein Unternehmen Informationen über den Grad seiner Abhängigkeit von wichtigen Kunden vorzulegen. Dies ist dann der Fall, wenn sich Umsatzerlöse aus Geschäftsvorfällen mit einem externen Kunden auf mindestens 10% der Umsatzerlöse des Unternehmens belaufen. Bei creditshelf stehen mehrere Kunden unter gemeinsamer Beherrschung. Diese wurden in oben gezeigter Tabelle entsprechend zusammengefasst. Der dargestellte Wert >10 % betrifft im vorliegenden Fall einen einzelnen Kunden des creditshelf Konzerns.

19. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen (IAS 24)

Nahestehende Unternehmen und Personen sind neben verbundenen Unternehmen auch die Gesellschafter und andere natürliche Personen, die wesentlichen Einfluss auf den Konzern und auf seine Finanz- und Geschäftspolitik haben. Personen mit maßgeblichem Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des Konzerns umfassen sämtliche Personen in Schlüsselpositionen und deren nahestehende Familienangehörige. Als nahestehende Personen wurden grundsätzlich identifiziert:

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Name Funktion
Dr. Tim Thabe Vorstandsvorsitzender
Dr. Daniel Bartsch Stellvertretender Vorstandsvorsitzender
Dr. Mark Währisch Vorstand (bis 30. April 2021)
Fabian Brügmann Geschäftsführer creditshelf solutions GmbH
Rolf Elgeti Aufsichtsratsvorsitzender
Rolf Hentschel Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender
Prof. Dr. Dirk Schiereck Aufsichtsrat
Julia Heraeus-Rinnert Aufsichtsrätin
Dr. Joachim Rauhut Aufsichtsrat
DBR Investment GmbH Gesellschafter, Dr. Daniel Bartsch
LDT Investment GmbH Gesellschafter, Dr. Tim Thabe
Hevella Capital GmbH & Co. KGaA Gesellschafter
Deutsche Konsum REIT-AG Nahestehendes Unternehmen über den Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Rolf Elgeti
Deutsche Industrie REIT-AG Nahestehendes Unternehmen über den Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Rolf Elgeti
Obotritia Capital KGaA Nahestehendes Unternehmen über den Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Rolf Elgeti
Bankhaus Obotritia GmbH Nahestehendes Unternehmen über den Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Rolf Elgeti
Midgard Beteiligungsgesellschaft mbH Nahestehendes Unternehmen über den Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Rolf Elgeti
EFa Vermögensverwaltungs KG Nahestehendes Unternehmen über den Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Rolf Elgeti
Edeloptics GmbH Nahestehendes Unternehmen über den Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Rolf Elgeti
Anfang B.V. Nahestehendes Unternehmen über den Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Rolf Elgeti

Salden und Geschäftsvorfälle zwischen der Gesellschaft und ihren Tochterunternehmen wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden in dieser Anhangangabe nicht erläutert. Einzelheiten zu Geschäftsvorfällen zwischen Konzern und anderen nahestehenden Personen und Unternehmen werden nachfolgend angegeben. Bezüglich der Managementvergütung wird darüber hinaus auf die Erläuterungen zum Personalaufwand verwiesen (Anhangangabe 13).

a) Vergütung der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen

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30.06.2021 30.06.2020
in TEUR in TEUR
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Vorstand
Kurzfristig fällige Leistungen 182,6 177,7
Andere langfristig fällige Leistungen 81,3 393,2
263,9 570,9
Aufsichtsrat
Kurzfristig fällige Leistungen 49,6 50,6
49,6 50,6
Summe 313,5 621,5

Die ausgewiesenen Vergütungen enthalten auch die Bezüge für die Tätigkeiten der Aufsichtsratsmitglieder der creditshelf Aktiengesellschaft.

b) An- und Verkäufe von Krediten durch nahestehende Personen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und damit zusammenhängende Investorengebühren

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit des Konzerns haben nahestehende Personen und Unternehmen Kredite von der creditshelf solutions GmbH an- und verkauft. Das Ergebnis einer Analyse auf Einzelkreditebene für die jeweiligen Zeiträume stellt sich wie folgt dar:

Periode vom 01.01.2020 bis 30.06.2020

inTEUR

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Name Angekauftes Volumen Verkauftes Volumen Investorengebühr
Bankhaus Obotritia GmbH 0,0 0,0 0,0
Deutsche Konsum REIT-AG 9.480,0 0,0 173,2
Midgard Beteiligungsgesellschaft mbH 755,0 0,0 6,3
Obotritia Capital KGaA 8.220,0 -170,0 292,5
Deutsche Industrie REIT-AG 5.940,5 0,0 62,2
Summe 24.395,5 -170,0 531,8

Periode vom 01.01.2021 bis 30.06.2021

in TEUR

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Name Angekauftes Volumen Verkauftes Volumen Investorengebühr
Bankhaus Obotritia GmbH 0,0 0,0 0,0
Deutsche Konsum REIT-AG 2.300 0,0 30,5
Midgard Beteiligungsgesellschaft mbH 0,0 0,0 0,0
Obotritia Capital KGaA 8.370,0 0,0 68,3
Deutsche Industrie REIT-AG 10.160,0 0,0 125,5
Anfang B.V. 26.900,0 0,0 399,2
Summe 47.730,0 0,0 623,5

Bei den hier aufgeführten Investorengebühren handelt es sich um die Bruttoumsatzerlöse im Berichtszeitraum. Nicht berücksichtigt sind die unter den Erläuterungen zu den Umsatzerlösen (Anhangangabe 11) aufgeführten Rabatte nach IFRS 15.51 und 15.53. Zum Vergleich und der Vollständigkeit halber sei angeführt, dass sich Investorengebühren exklusive Rabatte im Berichtszeitraum auf 901,1 TEUR belaufen.

c) Kreditnehmergebühren an creditshelf von nahestehenden Personen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit des Konzerns wurden von den nachfolgend aufgeführten nahestehenden Personen Kreditnehmergebühren vereinnahmt:

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30.06.2021 30.06.2020
Arrangiertes Volumen Kreditnehmergebühr Arrangiertes Volumen Kreditnehmergebühr
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Name in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR
--- --- --- --- ---
Edeloptics GmbH 5.775,0 231,0 7.000,0 290,0
Summe 5.775,0 231,0 7.000,0 290,0

d) Patronatserklärungen von nahestehenden Personen gegenüber der creditshelf Aktiengesellschaft

Die Obotritia Capital KGaA ("die Patronin") hat im November 2020 gegenüber der Gesellschaft eine harte Patronatserklärung abgegeben. Gegenstand der Patronatserklärung ist die Vermeidung einer Insolvenzantragspflicht über das Vermögen der Gesellschaft bzw. die Deckung des Liquiditätsbedarfs und die Erfüllung der Ansprüche, die Dritte gegen die Gesellschaft geltend machen. Der Patronin, die zum Berichtszeitpunkt als Aktionärin am Grundkapital der Gesellschaft direkt zu 8,9 % und indirekt über die Hevella Capital GmbH & Co. KGaA zu 37,7 % beteiligt ist, werden aus der Patronatserklärung keine Einflussmöglichkeiten auf die Leitung der Geschäfte der Gesellschaft vermittelt. Diese Patronatserklärung hat eine unbeschränkte Laufzeit und kann mit einer Frist von sechs Monaten zum 31. Dezember eines Jahres gekündigt werden, erstmals jedoch mit Wirkung zum Ablauf des 31. Dezember 2023. Bis zum Zeitpunkt der Beendigung dieser Patronatserklärung entstandene Verpflichtungen bleiben unberührt.

e) Darlehen von nahestehenden Personen an die creditshelf Aktiengesellschaft

Zur Operationalisierung der in Punkt d) beschriebenen Patronatserklärung hat die creditshelf Aktiengesellschaft am 04. Januar 2021 mit der Obotritia Capital KGaA einen Gesellschafterdarlehenrahmenvertrag nebst Nachtrag vom 09. März 2021 geschlossen. Dieser sieht einen Gesamtbetrag von bis zu 8 Mio. EUR mit endfälliger Verzinsung in Höhe von 8 % per annum vor und endet spätestens am 31. Dezember 2027. Am 11. Januar 2021 wurde die erste Million EUR unter dem Rahmenvertrag gezogen, am 17. Mai 2021 weitere 0,5 Mio. EUR.

Weitere Darlehen nahestehender Personen an die creditshelf Aktiengesellschaft bestanden im Berichtszeitraum nicht.

f) Darlehen der creditshelf Aktiengesellschaft an nahestehende Personen

Im Rahmen des 2. Vestings der aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock Units Programs) gewährte die creditshelf Aktiengesellschaft Dr. Mark Währisch am 25. Januar 2021 ein Kredit zur Begleichung des anfallenden Nominalbetrags in Höhe von 11.111,00 EUR. Dieser Kredit wird mit 5 % per annum verzinst und ist bis spätestens 01. Januar 2024 vollständig zurückzuzahlen.

Leistungen werden erbracht, wie sie auch mit Dritten vereinbart worden wären.

20. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Ereignisse, die nach IAS 10.21 nicht zu einer Anpassung der im Abschluss erfassten Beträge führen würden, aber dennoch berichtspflichtig wären, sind nicht eingetreten.

21. Organe der Gesellschaft

Namen der Mitglieder des Vorstandes

Während des 1. Halbjahres 2021 gehörten die folgenden Personen dem Vorstand an:

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Dr. Tim Thabe, Vorstandsvorsitzender (CEO); Verantwortungsbereiche (Stand: 30. Juni 2021): Strategie & Kommunikation, Personal, Finanzen, Steuern, Controlling, Equity Investor Relations, creditshelf Risikomanagement, Kreditanalyse & Portfoliomanagement, Recht & Compliance, Technologie und Daten, Plattformmanagement
Dr. Daniel Bartsch, Chief Operating Officer (COO), stellvertretender Vorsitzender des Vorstands; Verantwortungsbereiche (Stand: 30. Juni 2021): Vertrieb, Partnermanagement, Business Development & Produktentwicklung, Debt Investor Relations, Marketing
Dr. Mark Währisch, Chief Risk Officer (CRO) bis zum 30. April 2021

Namen der Mitglieder des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat berät und kontrolliert den Vorstand. Während des 1. Halbjahres 2021 gehörten die folgenden Personen dem Aufsichtsrat an:

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Rolf Elgeti, Aufsichtsratsvorsitzender (Vorstandsvorsitzender der Deutsche Konsum REIT-AG und der Deutsche Industrie REIT-AG. Vorsitzender des Verwaltungsrats und CEO der OboTech Acquisition SE. Aufsichtsratsvorsitzender der TAG Immobilien AG, der Deutsche Leibrenten Grundbesitz AG sowie der Obotritia Hotel AG. Vorsitzender des Verwaltungsrats der NEXR technologies SE, Mitglied des Verwaltungsrats der Highlight Event and Entertainment AG, Mitglied des Beirats von Laurus Property Partners sowie Mitglied des Prüfungsausschusses der Bankhaus Obotritia GmbH)

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Rolf Hentschel, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats (Selbstständiger Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwalt)
Prof. Dr. Dirk Schiereck (Leiter des Lehrstuhls Unternehmensfinanzierung an der Technischen Universität Darmstadt)
Julia Heraeus-Rinnert (Geschäftsführerin der J2 Verwaltung GmbH)
Dr. Joachim Rauhut (Selbstständiger Unternehmensberater)

22. Genehmigung des Abschlusses

Der Abschluss wurde am 07. September 2021 vom Vorstand aufgestellt.

Frankfurt, den 07. September 2021

der Vorstand

Dr. Tim Thabe

Dr. Daniel Bartsch

4. Versicherung der gesetzlichen Vertreter

"Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des creditshelf Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des creditshelf Konzerns beschrieben sind."

Frankfurt, den 07. September 2021

creditshelf Aktiengesellschaft

der Vorstand

Dr. Tim Thabe

Dr. Daniel Bartsch