AI assistant
Covestro AG — Audit Report / Information 2022
Mar 24, 2023
84_rns_2023-03-24_a767452d-8361-438b-b7db-269d15c70b23.html
Audit Report / Information
Open in viewerOpens in your device viewer
Publication

Covestro Deutschland AG
Leverkusen
Jahres- und Tätigkeitsabschluss nach EnWG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022
Bilanz zum 31. Dezember 2022
der Covestro Deutschland AG
Aktiva
| 31.12.2021 in Tsd. € |
31.12.2022 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Anlagevermögen | ||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 104.720 | 98.518 |
| Sachanlagen | 1.290.886 | 1.296.841 |
| Finanzanlagen | 4.602.500 | 4.719.321 |
| 5.998.106 | 6.114.680 | |
| Umlaufvermögen | ||
| Vorräte | ||
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 192.722 | 225.924 |
| Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen | 204.095 | 196.774 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 300.882 | 308.098 |
| 697.699 | 730.796 | |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 909.694 | 678.955 |
| davon gegen verbundene Unternehmen | 442.477 | 347.421 |
| davon gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 16.265 | 316 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 1.495.122 | 1.499.796 |
| Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 500 | 500 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 439.589 | 45.935 |
| 2.844.905 | 2.225.186 | |
| Wertpapiere | ||
| Sonstige Wertpapiere | 65.264 | - |
| 65.264 | - | |
| Guthaben bei Kreditinstituten | 536.793 | 1.085.542 |
| 4.144.661 | 4.041.524 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 32.317 | 27.820 |
| Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung | 189.483 | 27.240 |
| 10.364.567 | 10.211.264 | |
| Passiva | ||
| 31.12.2021 in Tsd. € |
31.12.2022 in Tsd. € |
|
| Eigenkapital | ||
| Gezeichnetes Kapital | 100.000 | 100.000 |
| Kapitalrücklage | 1.665.999 | 1.665.999 |
| Andere Gewinnrücklagen | 10.000 | 10.000 |
| Gewinnvortrag | 6.687 | 6.687 |
| 1.782.686 | 1.782.686 | |
| Sonderposten für erhaltene Investitionszuschüsse | 1.851 | 3.115 |
| Rückstellungen | ||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 13.550 | 439.992 |
| Sonstige Rückstellungen | 386.574 | 185.579 |
| 400.124 | 625.571 | |
| Verbindlichkeiten | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 56.651 | 782 |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 662 | 18.502 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 842.465 | 712.080 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 268.955 | 221.823 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 7.243.025 | 7.026.251 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 31.276 | 36.136 |
| davon aus Steuern | 15.288 | 13.598 |
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | - | 1.971 |
| 8.174.079 | 7.793.751 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 5.827 | 6.141 |
| 10.364.567 | 10.211.264 |
Gewinn- und Verlustrechnung
der Covestro Deutschland AG
| 2021 in Tsd. € |
2022 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 6.548.117 | 7.520.302 |
| Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen | - 5.531.558 | - 7.298.688 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 1.016.559 | 221.614 |
| Vertriebskosten | - 498.928 | - 519.715 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | - 373.395 | - 413.637 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | - 184.630 | - 184.462 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 19.780 | 49.646 |
| davon aus Währungsumrechnung | 3.229 | 4 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | - 21.194 | - 31.999 |
| davon aus Währungsumrechnung | - 5 | - 4.888 |
| Operatives Ergebnis | - 41.808 | - 878.553 |
| Erträge aus Beteiligungen | 923.372 | 1.091.856 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 918.954 | 1.088.249 |
| Erträge aus Gewinnabführungsverträgen mit verbundenen Unternehmen | 581 | 1.200 |
| Aufwendungen aus Verlustübernahmen von verbundenen Unternehmen | - 1.657 | - 15.964 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen | - | - |
| Zuschreibung auf Finanzanlagen | - | - |
| Beteiligungsergebnis | 922.296 | 1.077.092 |
| Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 103 | 1.350 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 11.552 | 28.560 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 5.286 | 25.840 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | - 112.263 | - 421.736 |
| davon an verbundene Unternehmen | - 24.646 | - 72.920 |
| davon Aufwendungen aus Aufzinsungen | - 87.227 | - 348.644 |
| Zinsergebnis | - 100.608 | - 391.826 |
| Sonstige finanzielle Erträge | 301.023 | 852.153 |
| davon aus Währungsumrechnung | 299.733 | 850.462 |
| Sonstige finanzielle Aufwendungen | - 321.135 | - 810.707 |
| davon aus Währungsumrechnung | - 317.584 | - 809.524 |
| Abschreibung auf Wertpapiere des Umlaufvermögens | - 22 | - |
| Sonstige finanzielle Erträge und Aufwendungen | - 20.134 | 41.446 |
| Finanzergebnis | 801.554 | 726.712 |
| Ergebnis der Geschäftstätigkeit | 759.746 | - 151.841 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | - 2.583 | - 1.648 |
| Ergebnis nach Steuern | 757.163 | - 153.489 |
| Aufwendungen aus Gewinnabführung / Erträge aus Verlustübernahme | - 757.163 | 153.489 |
| Jahresüberschuss | - | - |
Anhang
Grundlagen
Der Jahresabschluss der Covestro Deutschland AG, Leverkusen, ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB), des Aktiengesetzes (AktG) und des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) aufgestellt. Die Gesellschaft mit Sitz in Leverkusen ist unter der Nummer HRB 49892 in das Handelsregister des Amtsgerichts Köln eingetragen. Die Covestro Deutschland AG liefert auf ihrem Betriebsgelände Strom an Fremdunternehmen und ist damit ein Energieversorgungsunternehmen im Sinne von § 3 Nr. 18 EnWG. Darüber hinaus ist die Gesellschaft nach § 3 Nr. 38 EnWG ein vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt. Zur Verbesserung der Einsicht in die Ertragslage werden die Forschungs- und Entwicklungskosten gesondert ausgewiesen. Aufwendungen und Erträge des Finanzbereichs, deren Ausweis nicht durch einen gesetzlich vorgeschriebenen Posten gedeckt ist, sind unter den sonstigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen erfasst. Zur Verbesserung der Einsicht in das Beteiligungsergebnis werden Abschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens gesondert von den Abschreibungen auf Finanzanlagen unter den sonstigen finanziellen Aufwendungen ausgewiesen.
Zwischen der Covestro Deutschland AG und der Covestro AG, Leverkusen, besteht seit dem 1. September 2015 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Sofern Gewinne nicht einer Abführungssperre unterliegen, werden diese zum Jahresende vollständig an die Covestro AG abgeführt. Verluste werden in voller Höhe übernommen. Während der Dauer des Vertrags gebildete andere Gewinnrücklagen sind auf Verlangen der Covestro AG aufzulösen und zum Ausgleich eines Jahresfehlbetrags zu verwenden oder als Gewinn abzuführen.
Seit dem 1. September 2015 besteht darüber hinaus zwischen der Covestro Deutschland AG und der Covestro AG eine körperschaft-, gewerbe- und umsatzsteuerliche Organschaft.
Die Covestro Deutschland AG wird in den Konzernabschluss der Covestro AG einbezogen. Der Konzernabschluss der Covestro AG stellt zugleich den größten und den kleinsten Konsolidierungskreis dar. Die Covestro Deutschland AG ist daher nach § 291 HGB von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit. Der Konzernabschluss der Covestro AG wird beim Betreiber des Bundesanzeigers eingereicht und auf der Internetseite https://covestro.com/de/investors veröffentlicht.
Aufgrund der Darstellung der Werte in Tsd. € können sich für vereinzelte Posten Rundungsdifferenzen ergeben.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert. Voraussichtlich dauernden Wertminderungen wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen.
Aufgrund des Erwerbs des Teilbetriebs von der Bayer Technology Services GmbH, Leverkusen, im Rumpfgeschäftsjahr 1. Januar 2015 bis 31. August 2015 hat die Gesellschaft einen Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 32.043 Tsd. € aktiviert. Die dem Teilbetrieb zugehörigen Mitarbeitenden bzw. deren spezifischen Kenntnisse über die Covestro-Anlagen sind als Entstehungsgrund für den aus der Transaktion entstandenen Geschäfts- oder Firmenwert anzusehen. Die Nutzungsdauer bemisst sich nach der voraussichtlichen Verbleibensdauer der Mitarbeitenden bis zum Renteneintritt. Diese Verbleibensdauer beträgt durchschnittlich 15 Jahre.
Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, im Fall abnutzbarer Sachanlagen vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen. Dabei kommt grundsätzlich die lineare Abschreibungsmethode zur Anwendung. Bewegliche Sachanlagen werden, soweit sie bis 2007 zugegangen sind, mit den steuerlich zulässigen Höchstsätzen degressiv abgeschrieben. Der Wechsel zur linearen Abschreibungsmethode erfolgt in diesen Fällen, sobald diese zu höheren jährlichen Abschreibungen führt. Folgende Nutzungsdauern sind den Abschreibungen zugrunde gelegt worden:
Nutzungsdauern
| Geschäfts- oder Firmenwert | 15 Jahre |
| Übrige immaterielle Vermögensgegenstände | 1 -20 Jahre |
| Gebäude | 2 -33 Jahre |
| Infrastrukturanlagen | 2 -25 Jahre |
| Betriebsvorrichtungen | 2 -25 Jahre |
| Maschinen und Apparate | 2 -21 Jahre |
| Labor- und Forschungseinrichtungen | 2 -11 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2 -12 Jahre |
| Informationstechnik | 2 -15 Jahre |
| Transportmittel | 2 -12 Jahre |
Selbständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, die der Abnutzung unterliegen, werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben, sofern ihre jeweiligen Anschaffungs- oder Herstellungskosten 800 € nicht übersteigen.
Voraussichtlich dauernden Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen.
Die Herstellungskosten der selbst erstellten Sachanlagen enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich der Abschreibungen, soweit sie durch die Fertigung veranlasst sind.
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sind mit den Anschaffungskosten oder, bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung, mit den niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert. Wurden in Vorjahren Wertberichtigungen vorgenommen und sind die Gründe für die Wertminderung in der Zwischenzeit ganz oder teilweise entfallen, erfolgt eine Wertaufholung bis höchstens zu den Anschaffungskosten.
Unverzinsliche oder gering verzinsliche Ausleihungen sind mit dem Barwert, die übrigen Ausleihungen mit dem Nennwert bilanziert.
Unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate werden zum Erinnerungswert, entgeltlich erworbene Emissionszertifikate werden zu Anschaffungskosten angesetzt.
Unter den Vorräten sind die Hilfs- und Betriebsstoffe, Rohstoffe, Packmittel und Handelswaren mit den fortgeschriebenen Anschaffungskosten (gleitender Durchschnittspreis) angesetzt.
Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.
Die unfertigen Erzeugnisse und Leistungen sowie die fertigen Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten angesetzt.
Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich der fertigungsbedingten Abschreibungen. Zinsen für Fremdkapital werden nicht in die Herstellungskosten eingerechnet. Niedrigere Marktpreise bzw. niedrigere beizulegende Werte werden durch Abschreibungen berücksichtigt (verlustfreie Bewertung).
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert nach Abzug erforderlicher Wertberichtigungen bilanziert. Die Höhe der Wertberichtigungen richtet sich nach dem wahrscheinlichen Ausfallrisiko; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge in Höhe von 2 % berücksichtigt.
Wertpapiere des Umlaufvermögens werden höchstens zu Anschaffungskosten bilanziert. Ergibt sich aufgrund eines Börsen- oder Marktpreises ein Wert, welcher die Anschaffungskosten unterschreitet, erfolgt eine Abschreibung auf den niedrigeren Wert. Entfallen die Gründe für den niedrigeren Wertansatz, wird eine Wertaufholung bis maximal zu den Anschaffungskosten vorgenommen.
Bankguthaben werden mit dem Nennwert bilanziert. Bankguthaben in Fremdwährung werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.
Die Rechnungsabgrenzungsposten enthalten Ausgaben bzw. Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand bzw. Ertrag für eine bestimmte Zeit danach darstellen.
Latente Steuern für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten werden bei der Covestro AG als Organträger berücksichtigt.
Zur Erfüllung von verschiedenen Verpflichtungen aus der Altersversorgung sowie aus Arbeitszeitguthaben der Mitarbeitenden sind entsprechende Mittel innerhalb gesonderter Versorgungsvehikel im Wesentlichen in liquide internationale Anleihen, Aktien, Fonds sowie in geldmarktnahe Produkte investiert. Diese Mittel werden treuhänderisch für die Covestro Deutschland AG verwaltet und sind im Insolvenzfall des Arbeitgebers dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Die Investments sind zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser wird aus Börsenkursen und Marktzinsen abgeleitet. Das gehaltene Treuhandvermögen wird mit den jeweils zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet. Ergibt sich ein Verpflichtungsüberhang, wird dieser unter den Rückstellungen erfasst. Übersteigt der Wert der Wertpapiere die Verpflichtungen, erfolgt der Ausweis als "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" auf der Aktivseite der Bilanz. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden in entsprechender Weise die Erträge aus dem Treuhandvermögen mit den Aufwendungen aus der Verzinsung der Verpflichtungen und aus Änderungen des Rechnungszinses verrechnet.
Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert angesetzt.
Der Sonderposten für erhaltene Investitionszuschüsse wird entsprechend dem Abschreibungsverlauf der bezuschussten Anlagen aufgelöst. Der Auflösungsbetrag wird in den sonstigen betrieblichen Erträgen gezeigt.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln 2018 G von Heubeck) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Zukünftig erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt. Bei den Entgelten gehen wir von jährlichen Anpassungen in Höhe von 3,00 % (Vorjahr: 2,75 %) aus. Rentensteigerungen erwarten wir in Höhe von 2,20 % (Vorjahr: 1,80 %) p. a. Hiervon abweichend gilt für ab dem 1. Januar 2000 erfolgte Versorgungszusagen eine jährliche Rentenerhöhung von 1,00 %; diese ist den Mitarbeitenden fest zugesagt. Der zum 31. Dezember 2022 zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen beläuft sich auf 1,78 % (Vorjahr: 1,87 %); es handelt sich um den von der Deutschen Bundesbank für Dezember 2022 ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzins der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren.
Für den Unterschiedsbetrag aus der Änderung des Rechnungszinssatzes für Altersversorgungsverpflichtungen nach § 253 Absatz 2 HGB besteht nach § 253 Absatz 6 HGB eine Ausschüttungssperre. Eine entsprechende Abführungssperre für Gesellschaften mit einem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag besteht nicht.
Für mittelbare Pensionsverpflichtungen für Pensionszusagen der Bayer Pensionskasse VVaG sowie der Rheinischen Pensionskasse VVaG, für die gemäß Artikel 28 Absatz 1 Satz 2 des Einführungsgesetzes zum Handelsgesetzbuch (EGHGB) ein Passivierungswahlrecht besteht, werden keine Rückstellungen gebildet. Bei der Ermittlung des im Anhang auszuweisenden Fehlbetrags werden die gleichen Annahmen zugrunde gelegt, die bei der Bewertung der bilanzierten Pensionsrückstellungen Anwendung finden.
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Für langfristige Personalrückstellungen für Mitarbeiterjubiläen, Pensionsurlaub und Gnadenquartalszahlungen findet ein Zinssatz von 1,44 % (Vorjahr: 1,35 %) für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren Anwendung. Kurzfristigere Personalrückstellungen, bspw. für Verpflichtungen aus Frühruhestandsvereinbarungen, werden mit einem Zinssatz entsprechend ihrer Laufzeit abgezinst. Diese betrug im Jahr 2022 drei Jahre, der Rechnungszins 0,51 % (Vorjahr: 0,34 %). Es handelt sich jeweils um die zum Zeitpunkt der Ermittlung der Personalrückstellungen für Dezember 2022 erwarteten Zinssätze.
Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert.
Die Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung sowie von Devisentermingeschäften und anderen Währungsderivaten erfolgt nach der Methode der eingeschränkten Marktbewertung. Hierzu werden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit den Kassakursen und die zu ihrer Kurssicherung abgeschlossenen Währungsderivate mit den Marktterminkursen zum Abschlussstichtag bewertet. Sich ausgleichende Wertänderungen der gesicherten Positionen bleiben im Abschluss gemäß der Einfrierungsmethode unberücksichtigt. Für Verlustüberhänge werden Drohverlustrückstellungen gebildet; Gewinne werden nur berücksichtigt, soweit sie Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr betreffen.
Erläuterungen zur Bilanz
1. Geschäfts- oder Firmenwerte sowie sonstige immaterielle Vermögensgegenstände
Immaterielle Vermögensgegenstände
| Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten in Tsd. € |
Geschäfts- oder Firmenwert in Tsd. € |
Geleistete Anzahlungen in Tsd. € |
Summe in Tsd. € |
|
|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte 01.01.2022 | 229.708 | 32.043 | 40.872 | 302.623 |
| Zugänge | 1.034 | - | 12.913 | 13.947 |
| Umbuchungen / Umgliederungen | 6.333 | - | - 6.313 | 20 |
| Abgänge | - 3 | - | - | - 3 |
| Bruttowerte 31.12.2022 | 237.072 | 32.043 | 47.472 | 316.587 |
| Abschreibungen 01.01.2022 | 184.374 | 13.529 | - | 197.903 |
| Abschreibungen | 18.027 | 2.137 | - | 20.164 |
| Umbuchungen / Umgliederungen | 5 | - | - | 5 |
| Abgänge | - 3 | - | - | - 3 |
| Abschreibungen 31.12.2022 | 202.403 | 15.666 | - | 218.069 |
| Nettowerte 31.12.2022 | 34.669 | 16.377 | 47.472 | 98.518 |
| Nettowerte 01.01.2022 | 45.334 | 18.514 | 40.872 | 104.720 |
2. Sachanlagen
Sachanlagen
| Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken in Tsd. € |
Technische Anlagen und Maschinen in Tsd. € |
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung in Tsd. € |
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau in Tsd. € |
Summe in Tsd. € |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte 01.01.2022 | 163.677 | 2.677.020 | 137.611 | 236.905 | 3.215.213 |
| Zugänge | 909 | 26.147 | 4.743 | 140.060 | 171.859 |
| Umbuchungen / Umgliederungen | 6.317 | 51.552 | 3.900 | - 61.789 | - 20 |
| Abgänge | - 20 | - 21.232 | - 6.049 | - 337 | - 27.638 |
| Bruttowerte 31.12.2022 | 170.883 | 2.733.487 | 140.205 | 314.839 | 3.359.414 |
| Abschreibungen 01.01.2022 | 45.315 | 1.782.695 | 96.238 | 79 | 1.924.327 |
| Abschreibungen | 8.663 | 129.836 | 12.375 | - | 150.874 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen | 555 | 8.257 | 3 | 258 | 9.073 |
| Umbuchungen / Umgliederungen | - | - | - 5 | - | - 5 |
| Abgänge | - 20 | - 15.410 | - 5.929 | - 337 | - 21.696 |
| Abschreibungen 31.12.2022 | 54.513 | 1.905.378 | 102.682 | - | 2.062.573 |
| Nettowerte 31.12.2022 | 116.370 | 828.109 | 37.523 | 314.839 | 1.296.841 |
| Nettowerte 01.01.2022 | 118.362 | 894.325 | 41.373 | 236.826 | 1.290.886 |
3. Finanzanlagen
Finanzanlagen
| Anteile an verbundenen Unternehmen in Tsd. € |
Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Tsd. € |
Beteiligungen in Tsd. € |
Sonstige Ausleihungen in Tsd. € |
Summe in Tsd. € |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte 01.01.2022 | 4.683.115 | - | 29.319 | 1.079 | 4.713.513 |
| Zugänge | 2.592 | 114.604 | - | - | 117.196 |
| Abgänge | - 4.890 | - | - | - 124 | - 5.014 |
| Bruttowerte 31.12.2022 | 4.680.817 | 114.604 | 29.319 | 955 | 4.825.695 |
| Abschreibungen 01.01.2022 | 104.912 | - | 6.101 | - | 111.013 |
| Abgänge | - 4.639 | - | - | - | - 4.639 |
| Abschreibungen 31.12.2022 | 100.273 | - | 6.101 | - | 106.374 |
| Nettowerte 31.12.2022 | 4.580.544 | 114.604 | 23.218 | 955 | 4.719.321 |
| Nettowerte 01.01.2022 | 4.578.203 | - | 23.218 | 1.079 | 4.602.500 |
Mit Wirkung zum 1. Januar 2022 wurde die Covestro GmbH, Leverkusen, auf die Covestro Deutschland AG verschmolzen. Der Ansatz der Vermögensgegenstände und Schulden aus dieser Verschmelzung erfolgte in Ausübung des Wahlrechts nach § 24 Umwandlungsgesetz (UmwG) zu Buchwerten der Schlussbilanz der Covestro GmbH per 31. Dezember 2021. Der Beteiligungsbuchwert der Gesellschaft in Höhe von 250 Tsd. € wurde ausgebucht. Die Verschmelzung wurde am 1. Juli 2022 im Handelsregister der übernehmenden Covestro Deutschland AG eingetragen.
Im Rahmen der Verschmelzung wurden die zuvor im Besitz der Covestro GmbH stehenden Anteile an der Covestro Invest GmbH, Leverkusen, vollständig sowie 0,0005 % der Anteile an der Covestro NV, Antwerpen (Belgien), auf die Covestro Deutschland AG übertragen. Der Buchwert der zugegangenen Anteile belief sich auf 2.191 Tsd € im Hinblick auf die Covestro Invest GmbH sowie 1 Tsd. € betreffend die Covestro NV.
Mit Wirkung zum 14. Dezember 2022 wurde die "Covestro" LLC, Moskau (Russland) liquidiert. Die Gesellschaft war zuvor bereits vollständig abgeschrieben. Aufgrund der Liquidation kam es zu einem Abgang von Bruttowerten und kumulierten Abschreibungen in Höhe von jeweils 4.639 Tsd. €.
Aufgrund einer unentgeltlichen Zuwendung erhöhte sich der Beteiligungsbuchwert an der Covestro Resins (Germany) GmbH, Meppen, um 397 Tsd. €.
Im Rahmen eines konzerninternen Erwerbs hat die Covestro Deutschland AG die Anteile an der Covestro International Trade Services Corp., Wilmington (USA), vollständig von der Covestro (Netherlands) B.V., Geleen (Niederlande), zu einem Kaufpreis in Höhe von 3 Tsd. € übernommen.
Bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen handelt es sich um langfristige Darlehensforderungen gegenüber der Covestro LLC, Pittsburgh (USA).
4. Vorratsvermögen
Die Zusammensetzung und Entwicklung der Vorräte ergaben sich wie folgt:
Vorräte
| 31.12.2021 | 31.12.2022 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte in Tsd. € |
Wertberichtigungen in Tsd. € |
Bilanzwerte in Tsd. € |
Bruttowerte in Tsd. € |
Wertberichtigungen in Tsd. € |
Bilanzwerte in Tsd. € |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Rohstoffe | 124.399 | 1.905 | 122.494 | 152.737 | 5.009 | 147.728 |
| Hilfs- und Betriebsstoffe | 70.269 | 40 | 70.229 | 78.196 | - | 78.196 |
| Erzeugnisbestände | ||||||
| Chemische Erzeugnisse | 470.215 | 7.640 | 462.575 | 467.120 | 14.081 | 453.039 |
| Unfertige Leistungen1 | 129 | - | 129 | 2.224 | - | 2.224 |
| Handelswaren | 43.049 | 777 | 42.272 | 56.397 | 6.788 | 49.609 |
| 708.061 | 10.362 | 697.699 | 756.674 | 25.878 | 730.796 |
1 Anlagenerstellung für Tochtergesellschaften
5. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
In den sonstigen Vermögensgegenständen waren 32.842 Tsd. € (Vorjahr: 30.142 Tsd. €) für Vermögensgegenstände enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entstanden sind. Es handelte sich dabei ausschließlich um Steuerforderungen.
Mit Ausnahme von konzernintern vergebenen Darlehen in Höhe von 350.165 Tsd. €, welche im Jahr 2024 fällig werden, besitzen alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände eine Fälligkeit von unter einem Jahr.
6. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung
Verpflichtungen aus Arbeitszeitkonten sowie aus Pensionszusagen sind ganz bzw. teilweise durch Vermögensgegenstände gesichert, die innerhalb gesonderter Versorgungsvehikel treuhänderisch angelegt wurden (Sicherungsvermögen). Die angelegten Vermögensgegenstände dienen ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus jeweils konkret festgelegten Verpflichtungstatbeständen und sind im Insolvenzfall des Arbeitgebers dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Sie wurden mit den zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet. Aus der Verrechnung ergab sich zum Stichtag ein "Aktiver Unterschiedsbetrag" in Höhe von 27.240 Tsd. €, der vollständig auf Verpflichtungen aus Arbeitszeitkonten entfiel. Für Verpflichtungen aus Pensionszusagen lagen zum 31. Dezember 2022 ausschließlich passivische Überhänge aus der Verrechnung vor.
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung
| 31.12.2021 in Tsd. € |
31.12.2022 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Erfüllungsbetrag der Verpflichtungen aus Arbeitszeitkonten | 80.336 | 102.435 |
| Beizulegender Zeitwert des angelegten Vermögens | 125.599 | 129.675 |
| Überschuss des Vermögens über die Verpflichtungen aus Arbeitszeitkonten (Aktiver Unterschiedsbetrag) | 45.263 | 27.240 |
| Anschaffungskosten des angelegten Vermögens | 103.256 | 132.366 |
| 31.12.2021 in Tsd. € |
31.12.2022 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Erfüllungsbetrag der Verpflichtungen aus Pensionszusagen (mit Überdeckung) | 713.705 | - |
| Beizulegender Zeitwert des angelegten Vermögens | 857.925 | - |
| Überschuss des Vermögens über die Verpflichtungen aus Pensionszusagen (Aktiver Unterschiedsbetrag) | 144.220 | - |
| Anschaffungskosten des angelegten Vermögens | 777.531 | - |
Für weitere Informationen über das beim Metzler Trust e. V., Frankfurt am Main, angelegte Sicherungsvermögen wird auf die Ausführungen im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" verwiesen.
Beim Sicherungsvermögen handelt es sich im Wesentlichen um liquide internationale Anleihen, Aktien, Fonds sowie geldmarktnahe Produkte.
Das Sicherungsvermögen ist zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser belief sich zum 31. Dezember 2022 auf 1.617.542 Tsd. €. Aus der Verrechnung von Sicherungsvermögen in Höhe von 129.675 Tsd. € mit zugrunde liegenden Verpflichtungen ergab sich ein Vermögensüberhang. Der Ausweis erfolgte entsprechend als "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung". Das verbleibende Sicherungsvermögen in Höhe von 1.487.867 Tsd. € wurde unter den Pensionsrückstellungen ausgewiesen.
Durch eine Anteilsscheinrückgabe im Dezember 2022 hat sich das Deckungsvermögen um 32.300 Tsd. € verringert.
7. Eigenkapital
Das gezeichnete Kapital der Covestro Deutschland AG beläuft sich unverändert zum Vorjahr auf 100.000 Tsd. €, ist eingeteilt in 100.000.000 nennbetragslose Aktien und ist voll eingezahlt. Jede Aktie gewährt ein Stimmrecht.
Angaben zu ausschüttungsgesperrten Beträgen im Sinne des § 268 Absatz 8 HGB
Zur Sicherung von Pensionsverpflichtungen und Guthaben aus Arbeitszeitkonten sind im Rahmen von Contractual Trust Arrangements Mittel zweckgebunden und insolvenzgeschützt in das Treuhandvermögen des Metzler Trust e. V. eingebracht worden. Sie sind zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Diese Bewertung führte zu einem ausschüttungsgesperrten Betrag in Höhe von 26.560 Tsd. €. Diesem Mehrbetrag standen frei verfügbare Rücklagen in Höhe von 1.682.686 Tsd. € gegenüber. Diese waren somit in Höhe des Mehrbetrags ausschüttungsgesperrt.
8. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die Pensionsrückstellungen decken die Versorgungsverpflichtungen gegenüber ehemaligen und noch tätigen Mitarbeitenden ab. Darüber hinaus sind darin Verpflichtungen aus Frühruhestandsregelungen enthalten.
Verpflichtungen aus Pensionszusagen sind ganz bzw. teilweise durch Vermögensgegenstände gesichert, die innerhalb gesonderter Versorgungsvehikel treuhänderisch angelegt sind (Sicherungsvermögen). Die angelegten Vermögensgegenstände dienen ausschließlich der Erfüllung der Pensionsverpflichtungen und sind dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Sie wurden mit den zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
| 31.12.2021 in Tsd. € |
31.12.2022 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Erfüllungsbetrag der Pensionen und ähnlicher Verpflichtungen | 884.440 | 1.927.859 |
| Beizulegender Zeitwert des angelegten Vermögens | 870.890 | 1.487.867 |
| Nettowert der Pensionen und ähnlicher Verpflichtungen (Rückstellung) | 13.550 | 439.992 |
| Anschaffungskosten des angelegten Vermögens | 699.229 | 1.497.083 |
Der Unterschiedsbetrag aus der Rechnungszinsänderung im Sinne des § 253 Absatz 6 Satz 1 HGB betrug zum 31. Dezember 2022 120.717 Tsd. € (Vorjahr: 161.260 Tsd. €).
Der Fehlbetrag aufgrund von nichtbilanzierten Versorgungsverpflichtungen im Sinne von Artikel 28 Absatz 2 EGHGB beläuft sich auf 850.391 Tsd. € (Vorjahr: 496.288 Tsd. €).
9. Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen bestanden im Wesentlichen für Verpflichtungen aus dem Personalbereich (111.561 Tsd. €). Darüber hinaus wurden Rückstellungen für drohende Verluste (46.557 Tsd. €), die überwiegend aus Währungsderivaten sowie aus Einkaufs- und Verkaufskontrakten resultierten, für Kundenboni (7.382 Tsd. €) und für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten (20.080 Tsd. €) erfasst.
10. Angaben zu den Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gliederten sich nach Restlaufzeiten wie folgt:
Verbindlichkeiten nach Restlaufzeiten
| 31.12.2021 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Fälligkeit im Jahr 2022 in Tsd. € |
Fälligkeit im Jahr 2023 und später in Tsd. € |
davon Fälligkeit im Jahr 2027 und später in Tsd. € |
Summe in Tsd. € |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 56.651 | - | - | 56.651 |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 662 | - | - | 662 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 842.420 | 45 | - | 842.465 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 7.237.746 | 5.279 | - | 7.243.025 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 26.245 | 5.031 | - | 31.276 |
| 8.163.724 | 10.355 | - | 8.174.079 |
Verbindlichkeiten nach Restlaufzeiten
| 31.12.2022 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Fälligkeit im Jahr 2023 in Tsd. € |
Fälligkeit im Jahr 2024 und später in Tsd. € |
davon Fälligkeit im Jahr 2028 und später in Tsd. € |
Summe in Tsd. € |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 782 | - | - | 782 |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 18.502 | - | - | 18.502 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 712.080 | - | - | 712.080 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 6.904.613 | 121.638 | - | 7.026.251 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 36.136 | - | - | 36.136 |
| 7.672.113 | 121.638 | - | 7.793.751 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen mit einer Fälligkeit unter einem Jahr sind überwiegend auf ein bei der Covestro AG aufgenommenes Darlehen zurückzuführen, welches regelmäßig zu aktuellen, marktgerechten Konditionen prolongiert wird.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
11. Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse der strategischen Geschäftseinheiten gliederten sich wie folgt:
Umsatzerlöse nach Segmenten
| 2021 in Tsd. € |
2022 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Performance Materials (PM) | 3.576129 | 4.200.163 |
| Solutions & Specialties (S & S) | 2.685.961 | 2.886.873 |
| Sonstige Aktivitäten | 286.027 | 433.266 |
| 6.548.117 | 7.520.302 |
Die Umsatzerlöse nach Vertriebsregionen gliederten sich wie folgt:
Umsatzerlöse nach Regionen
| 2021 in Tsd. € |
2022 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Europa, Naher Osten, Afrika und Lateinamerika ohne Mexiko (EMLA) | 5.595.464 | 6.416.243 |
| USA, Kanada und Mexiko (NA) | 508.152 | 678.593 |
| Asien / Pazifik (APAC) | 444.501 | 425.466 |
| 6.548.117 | 7.520.302 |
Zur Entwicklung der Umsatzerlöse wird auf die entsprechenden Erläuterungen im Lagebericht der Covestro Deutschland AG verwiesen.
12. Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge setzten sich wie folgt zusammen:
Sonstige betriebliche Erträge
| 2021 in Tsd. € |
2022 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Kursgewinne bei Rückstellungen / Lizenzabgrenzungen | 3.229 | 4 |
| Auflösung nichtbeanspruchter Rückstellungen | 2.923 | 31.627 |
| Auflösung von Wertberichtigungen | 1.641 | 3.238 |
| Erstattung von Dritten | 445 | 225 |
| Investitions- / Aufwandszuschüsse | 2.750 | 2.981 |
| Versicherungsentschädigungen | 2.313 | 864 |
| Erträge aus Sachanlagenabgang | 64 | 107 |
| Erträge aus dem Abgang immaterieller Vermögensgegenstände | 1.603 | 1.086 |
| Erträge aus dem Abgang von Beteiligungen | 946 | - |
| Übrige | 3.866 | 9.514 |
| Summe sonstige betriebliche Erträge | 19.780 | 49.646 |
| davon periodenfremde Erträge | 8.699 | 37.765 |
Die Covestro Deutschland AG vereinnahmte in den sonstigen betrieblichen Erträgen im Geschäftsjahr 2022 Auflösungen nichtbeanspruchter Rückstellungen von 31.627 Tsd. € primär für die Abwendung drohender Preissteigerungen. Die höheren Auflösungen von Wertberichtigungen sind im Wesentlichen auf die Auflösung von Pauschalwertberichtigungen aus dem Vorjahr in Höhe von 2.389 Tsd. € zurückzuführen.
In den periodenfremden Erträgen waren im Wesentlichen Werte aus der Auflösung von den oben genannten nichtbeanspruchten sonstigen Rückstellungen (31.627 Tsd. €) sowie Auflösungen gebildeter Wertberichtigungen auf Forderungen (3.238 Tsd. €) und Versicherungsentschädigungen (864 Tsd. €) enthalten.
13. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalteten im Einzelnen folgende Positionen:
Sonstige betriebliche Aufwendungen
| 2021 in Tsd. € |
2022 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen | - 241 | - 548 |
| Versicherungsprämien | - 5.682 | - 6.237 |
| Aufwandsteuern | - 497 | - 124 |
| Spenden | - 2.069 | - 1.355 |
| Aufwandsabgrenzungen | - 2.816 | - 6.864 |
| Pauschale Wertberichtigung auf Forderungen | - 2.561 | - |
| Wertberichtigungen und Ausbuchungen von Forderungen | - 2.448 | - 8.661 |
| Kursverluste aus Rückstellungen / Lizenzabgrenzungen | - 5 | - 4.888 |
| Übrige | - 4.875 | - 3.322 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | - 21.194 | - 31.999 |
| davon periodenfremde Aufwendungen | - 1.037 | - 851 |
14. Zinsergebnis
Neben den Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen in Höhe von 60.402 Tsd. € (Vorjahr: 149.227 Tsd. €), die neben dem Aufwand aus Aufzinsung auch Aufwendungen aus der Änderung des Rechnungszinses enthielten, waren im Zinsergebnis ebenso Verluste aus der Vermögensanlage des Metzler Trust e. V., Frankfurt am Main, in Höhe von 261.175 Tsd. € (Vorjahr: Ertrag in Höhe von 63.985 Tsd. €) enthalten.
Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen enthielten neben den Aufwendungen aus Aufzinsung auch 72.920 Tsd. € (Vorjahr: 24.646 Tsd. €) gezahlte oder abgegrenzte Zinsen für diverse Intercompany-Darlehen. Hiervon entfielen 33.357 Tsd. € auf bei der Covestro Polymers (China) Company Limited, Shanghai (China), aufgenommene Darlehen und 28.425 Tsd. € auf bei der Covestro AG, Leverkusen, aufgenommene Darlehen.
15. Sonstige finanzielle Aufwendungen und Erträge
Sonstige finanzielle Aufwendungen und Erträge
| 2021 in Tsd. € |
2022 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Aufwendungen aus der Währungsumrechnung | ||
| Realisierte Kursverluste | -313.721 | -772.794 |
| Unrealisierte Aufwendungen aus der Bewertung | -3.863 | -36.730 |
| Erträge aus der Währungsumrechnung | ||
| Realisierte Kursgewinne | 295.709 | 849.402 |
| Unrealisierte Erträge aus der Bewertung | 4.024 | 1.060 |
| Sonstige finanzielle Aufwendungen | - 3.551 | -1.183 |
| Sonstige finanzielle Erträge | 1.290 | 1.691 |
| Abschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens | - 22 | - |
| -20.134 | 41.446 |
Unter den sonstigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen sind im Wesentlichen Aufwendungen und Erträge aus der Währungsumrechnung ausgewiesen. Weiterhin beinhalten die sonstigen finanziellen Erträge konzerninterne Verwahrentgelte (Negativzinserträge) für bei der Covestro Deutschland AG im Rahmen des Cash-Poolings angelegte Mittel. Die sonstigen finanziellen Aufwendungen umfassen zudem negative Einlagezinsen für konzerninterne Cash-Pooling-Forderungen sowie für Sicht- und Termineinlagen bei externen Banken.
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Der Steueraufwand in Höhe von 1.648 Tsd. € resultierte aus steuerlich nichtanrechenbaren ausländischen Quellensteuern.
17. Sonstige Steuern
Soweit die sonstigen Steuern den Bereichen Herstellung, Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltung zugeordnet werden konnten, sind sie in den entsprechenden Funktionskosten, im Übrigen unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Insgesamt beliefen sie sich auf 2.251 Tsd. € (Vorjahr: 2.663 Tsd. €).
18. Materialaufwand
Materialaufwand
| 2022 in Tsd. € |
|
|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 5.776.712 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 115.056 |
| 5.891.768 |
19. Personalaufwand / Mitarbeitende
Personalaufwand
| 2022 in Tsd. € |
|
|---|---|
| Löhne und Gehälter | 647.537 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 371.911 |
| davon Aufwendungen für Altersversorgung | 313.797 |
| 1.019.448 |
Nicht als Personalaufwand erfasst sind Beträge, die sich aus der Aufzinsung der Personalrückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellungen, ergeben. Sie sind im Zinsergebnis ausgewiesen.
Im Jahresdurchschnitt waren bei der Covestro Deutschland AG 6.839 Mitarbeiter1 beschäftigt, die sich auf die folgenden Gruppen verteilten:
Mitarbeitende
| 2022 | ||
|---|---|---|
| weiblich | männlich | |
| --- | --- | --- |
| Obere Führungskräfte und leitende Angestellte | 188 | 820 |
| Tarifmitarbeitende und leitende Mitarbeitende | 1.123 | 4.706 |
| 1.311 | 5.526 |
Darüber hinaus beschäftigte die Covestro Deutschland AG im Geschäftsjahr 2022 durchschnittlich 553 Auszubildende und Praktikanten.
In diesen Angaben sind auf Teilzeitbasis beschäftigte Mitarbeitende entsprechend ihrem Beschäftigungsgrad berücksichtigt.
20. Abschreibungen
Im Geschäftsjahr 2022 fielen außerplanmäßige Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens in Höhe von 9.073 Tsd. € an.
1 Zwei Mitarbeitende haben keine Angabe zum Geschlecht gemacht. Diese wurden in der Gesamtsumme berücksichtigt, was zu Abweichungen der Gesamtsumme zu der Summe der aufgeführten Einzelwerte nach Geschlecht führt.
Sonstige Erläuterungen
21. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Neben den Rückstellungen und Verbindlichkeiten bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen.
Aus künftigen Leasing- und Mietzahlungen resultieren Verpflichtungen von insgesamt 691.933 Tsd. €. Hiervon entfallen 609.956 Tsd. € auf Mietverträge mit verbundenen Unternehmen. Vom Gesamtbetrag der Leasing- und Mietverpflichtungen sind 76.234 Tsd. € im Jahr 2023, 227.275 Tsd. € in den Jahren 2024 bis 2027 und 388.424 Tsd. € nach 2027 fällig.
Weiterhin bestehen finanzielle Verpflichtungen aus Einkaufskontrakten sowie Investitionsverpflichtungen in einer Gesamthöhe von 3.109.557 Tsd. €. Vom Gesamtbetrag der finanziellen Verpflichtungen aus Einkaufskontrakten sowie Investitionsverpflichtungen sind 805.349 Tsd. € im Jahr 2023, 1.320.677 Tsd. € in den Jahren 2024 bis 2027 und 983.531 Tsd. € nach 2027 fällig.
Für die Beantragung von Beihilfen für indirekte CO2-Kosten für die Abrechnungsjahre 2021 bis 2024 ergeben sich aus der SPK-Förderrichtlinie aus Absatz 4.2.1a zukünftige finanzielle Verpflichtungen. Beihilfeberechtigte Unternehmen müssen die im Energiemanagementsystem identifizierten wirtschaftlich sinnvollen Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz mit einer Amortisationsdauer von maximal drei Jahren bis zum 31. Dezember 2024 durchführen.
22. Derivative Finanzinstrumente / Bewertungseinheiten
Die Covestro Deutschland AG und weitere Gesellschaften des Covestro-Konzerns sind im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Währungsrisiken ausgesetzt. Deren Absicherung erfolgt im Wesentlichen durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Es handelt sich meist um außerhalb der Börse gehandelte Instrumente, sogenannte Over-The-Counter (OTC)-Instrumente. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt nach einheitlichen Richtlinien, unterliegt strengen internen Kontrollen und bleibt mit wertmäßig geringen Ausnahmen auf die Absicherung des operativen Geschäfts der Gesellschaft sowie der damit verbundenen Finanzierungsvorgänge beschränkt. Die Covestro Deutschland AG schließt sowohl konzerninterne als auch externe Derivate ab und ist zuständig für die Steuerung und Absicherung des Fremdwährungsrisikos für den Covestro-Konzern.
Ziel des Einsatzes von Devisentermingeschäften ist, in Bezug auf Ergebnis und Zahlungsmittelflüsse die Fluktuationen zu reduzieren, die auf Veränderungen von Wechselkursen zurückgehen.
Ein Preisänderungsrisiko von Devisentermingeschäften besteht aufgrund der Schwankungsmöglichkeit der zugrunde liegenden Basisgröße (Währungen). Soweit Derivate zu Sicherungszwecken eingesetzt sind, wird die Möglichkeit von Wertverlusten durch gegenläufige Effekte aus den gesicherten Grundgeschäften kompensiert.
Für Derivate mit positivem Marktwert besteht ein Bonitäts- oder Ausfallrisiko für den Fall, dass die jeweiligen Vertragsparteien ihren Erfüllungsverpflichtungen nicht nachkommen können. Zur Minimierung dieses Risikos teilt die Covestro Deutschland AG den Banken bonitätsabhängige Kontrahentenlimite zu.
Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (Marktwerte) ermittelt. Dabei gilt der Grundsatz, dass Devisentermingeschäfte einzeln auf Basis ihrer Terminkurse am Abschlussstichtag bewertet werden. Die Terminkurse richten sich nach den Kassakursen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen.
Aktuell werden ausschließlich offene Fremdwährungspositionen gesichert. Das Nominalvolumen der ausstehenden Devisentermingeschäfte, welche der Abdeckung von Währungsrisiken aus Forderungen und Verbindlichkeiten sowie aus gewährten und aufgenommenen Darlehen der Covestro Deutschland AG und der Covestro-Konzernunternehmen dienen, betrug zum 31. Dezember 2022 2.582.324 Tsd. €; ihr beizulegender Zeitwert belief sich für konzerninterne Kontrakte auf 313 Tsd. € und für externe Kontrakte auf -15.094 Tsd. €. Hierin enthalten waren auch solche Geschäfte, die in Bewertungseinheiten einbezogen wurden. Die derivativen Finanzinstrumente setzten sich zum 31. Dezember 2022 insgesamt wie folgt zusammen:
Derivative Finanzinstrumente
| 31.12.2022 | ||
|---|---|---|
| Nominalwerte in Tsd. € |
Beizulegende Zeitwerte in Tsd. € |
|
| --- | --- | --- |
| Bilanzielle Exposures | ||
| Devisentermingeschäfte | ||
| Positive Marktwerte | 1.019.384 | 12.975 |
| Negative Marktwerte | 1.562.940 | -27.756 |
| 2.582.324 | -14.781 |
Bewertungseinheiten
Offene Fremdwährungspositionen wurden soweit möglich mit den sich gegenläufig verhaltenden Sicherungsgeschäften zu Bewertungseinheiten je Währung in sogenannten Portfolio-Hedges zusammengefasst.
Beim Portfolio-Hedge werden pro Währungspaar gleichartige Grundgeschäfte mit einem oder mehreren Sicherungsgeschäften zusammengefasst. Die abgeschlossenen Sicherungsgeschäfte werden durch eine Zuordnung zu Accounting-Portfolios klar als Hedging-Instrumente gekennzeichnet und anschließend pro Währung den Grundgeschäften gegenübergestellt. Das Nominalvolumen der in Summe über alle währungsspezifischen Portfolios designierten Sicherungsgeschäfte betrug zum Stichtag 464.580 Tsd. €. Für den kumulierten negativen Bewertungsüberhang aus Devisentermingeschäften wurde eine Rückstellung für Bewertungseinheiten in Höhe von 4.049 Tsd. € passiviert. Die Bewertungseinheiten werden nach der Einfrierungsmethode bilanziert. Infolge der homogenen Risiken von Grund- und Sicherungsgeschäften ist von nahezu gleichen Wertänderungen auszugehen, sodass die Sicherungsbeziehungen hoch effektiv sind. Die Angaben zu den in Bewertungseinheiten einbezogenen Grundgeschäften sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst. Als abgesichertes Risiko wird der bilanzielle Währungseffekt angegeben, welcher sich ohne Sicherungsgeschäft ergeben hätte.
Grundgeschäfte
| 31.12.2022 | ||
|---|---|---|
| Betrag des Grundgeschäfts in Tsd. € |
Abgesichertes Risiko in Tsd. € |
|
| --- | --- | --- |
| Art des Grundgeschäfts | ||
| Vermögensgegenstände | 537.555 | 16.361 |
| Schulden | 187.286 | 11.025 |
| 724.841 | 27.386 |
Die Fälligkeitszeitpunkte der jeweils abgesicherten Risiken stellten sich zum 31. Dezember 2022 wie folgt dar:
Fälligkeitszeitpunkte der Sicherungsbeziehungen
| 31.12.2022 | |
|---|---|
| Abgesichertes Risiko in Tsd. € |
|
| --- | --- |
| Fälligkeit | |
| 2023 | 18.251 |
| 2024 | 475 |
| 2025 | 6.208 |
| 2027 | 2.452 |
| 27.386 |
Nicht in Bewertungseinheiten einbezogene derivative Finanzinstrumente
Sofern eine eindeutige Zuordnung von Sicherungsinstrumenten zu deren Grundgeschäften nicht möglich war, wurden diese nicht zu einer Bewertungseinheit zusammengefasst. Durch Gegenüberstellung der Wertveränderung je Währung wurden Devisentermingeschäfte mit negativen Zeitwerten in Höhe von 23.790 Tsd. €, die nicht mit offenen Fremdwährungspositionen zusammengefasst wurden, gemäß den allgemeinen Bewertungsgrundsätzen als Drohverlustrückstellung unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen. Die nicht in Bewertungseinheiten einbezogenen derivativen Finanzinstrumente stellten sich zum Stichtag insgesamt wie folgt dar:
Nicht in Bewertungseinheiten einbezogene derivative Finanzinstrumente
| 31.12.2022 | |||
|---|---|---|---|
| Nominalwerte in Tsd. € |
Beizulegende Zeitwerte in Tsd. € |
Buchwerte in Tsd. € |
|
| --- | --- | --- | --- |
| Bilanzielle Exposures | |||
| Devisentermingeschäfte | |||
| Positive Marktwerte | 626.447 | 1.979 | |
| Negative Marktwerte | 1.491.297 | -23.790 | -23.790 |
| 2.117.744 | - 21.811 | -23.790 |
23. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen
Nahestehende Unternehmen im Sinne des § 285 Nr. 21 HGB sind juristische Personen, die auf die Covestro Deutschland AG und deren Tochterunternehmen mindestens maßgeblichen Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem mindestens maßgeblichen Einfluss durch die Covestro Deutschland AG bzw. deren Tochterunternehmen unterliegen. Darüber hinaus gehören zu den nahestehenden Unternehmen alle Tochtergesellschaften, an denen die Covestro Deutschland AG weniger als 100 % der Anteile hält, sowie Versorgungspläne.
Erbrachte und empfangene Lieferungen und Leistungen gegenüber nahestehenden Unternehmen
| Erbrachte Lieferungen und Leistungen in Tsd. € |
Empfangene Lieferungen und Leistungen in Tsd. € |
Erhaltene Dividenden in Tsd. € |
|
|---|---|---|---|
| Tochtergesellschaften (< 100 % Anteilsbesitz) | 31.088 | 10.714 | 11.914 |
Die erbrachten Lieferungen und Leistungen mit Tochtergesellschaften, an denen die Covestro Deutschland AG weniger als 100 % der Anteile hält, resultieren im Wesentlichen aus dem laufenden operativen Geschäft. Im Geschäftsjahr 2022 wurden diesen Gesellschaften darüber hinaus Darlehen in Höhe von 105.481 Tsd. € gewährt. Die hieraus resultierenden Zinserträge sind von untergeordneter Bedeutung.
24. Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und des Aufsichtsrats sowie gewährte Vorschüsse und Kredite
Der Erfüllungsbetrag der mittel- und unmittelbaren Pensionsverpflichtungen für ehemalige Vorstandsmitglieder betrug 8.897 Tsd. €.
Aktive Vorstandsmitglieder erhalten ihre Vergütungen ausschließlich von der Covestro AG.
Es besteht weitestgehend Personenidentität in den Aufsichtsräten der Covestro Deutschland AG und der Covestro AG. Die Vergütungsansprüche werden entsprechend angerechnet und von der Covestro AG übernommen. Für Aufsichtsratsmitglieder, die nicht in beiden Aufsichtsräten vertreten sind, wurde die Gesamtvergütung in Anwendung der Schutzklausel gemäß § 286 Absatz 4 HGB nicht angegeben.
Zum 31. Dezember 2022 bestanden keine Kredite an Mitglieder des Vorstands bzw. des Aufsichtsrats. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgten keine Darlehensablösungen.
25. Organe der Gesellschaft
Vorstand
| Dr. Markus Steilemann | Vorstandsvorsitzender, Chief Executive Officer |
| Sucheta Govil | Vorständin für Vertrieb und Marketing, Chief Commercial Officer |
| Dr. Klaus Schäfer | Vorstand für Technologie, Chief Technologie Officer |
| Dr. Thomas Toepfer | Vorstand für Finanzen, Arbeitsdirektor, Chief Financial Officer |
Aufsichtsrat
| Dr. Richard Pott | Vorsitzender, Mitglied verschiedener Aufsichtsräte |
| Petra Kronen | Stellvertretende Vorsitzende, Vorsitzende des Betriebsrats am Standort Uerdingen |
| Dr. Christine Bortenlänger | Geschäftsführende Vorständin Deutsches Aktieninstitut e. V. |
| Dr. Christoph Gürtler (seit April 2022) | Vorsitzender des Sprecherausschusses der Covestro Deutschland AG |
| Lise Kingo | Mitglied verschiedener Aufsichtsräte, Beiräte und Gremien |
| Irena Küstner | Vorsitzende des Betriebsrats am Standort Leverkusen |
| Dr. Ulrich Liman (bis April 2022) | Vorsitzender des Sprecherausschusses der Covestro Deutschland AG |
| Nicole Neubauer | Vorsitzende des Betriebsrats am Standort Dormagen |
| Frank Löllgen (seit April 2022) | Landesbezirksleiter Nordrhein der IGBCE, Düsseldorf |
| Prof. Dr. Rolf Nonnenmacher (bis April 2022) | Mitglied verschiedener Aufsichtsräte |
| Petra Reinbold-Knape | Gewerkschaftssekretärin der IGBCE |
| Dr. Sven Schneider (seit April 2022) | Finanzvorstand der Infineon Technologies AG |
| Regine Stachelhaus | Mitglied verschiedener Aufsichtsräte |
| Frank Werth (bis April 2022) | Bezirksleiter der IGBC - Bezirk Dortmund-Hagen |
| Patrick W. Thomas | Mitglied verschiedener Aufsichtsräte |
26. Honorare des Abschlussprüfers
Die Angaben zu den Prüfungshonoraren sind im Konzernabschluss der Covestro AG enthalten. Insoweit wird für das Geschäftsjahr 2022 die Befreiung von der Angabepflicht gemäß § 285 Nr. 17 HGB in Anspruch genommen.
27. Angaben nach § 6b Absatz 2 EnWG
Geschäfte im Bereich der Energieversorgungstätigkeit sowie im Zusammenhang mit energiespezifischen Dienstleistungen, die nicht von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der Covestro Deutschland AG und nach § 6b Absatz 2 EnWG angabepflichtig sind, lagen nicht vor.
28. Nachtragsbericht
Seit dem 1. Januar 2023 bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen wir einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Covestro Deutschland AG erwarten.
29. Aufstellung des Anteilsbesitzes
An den nachstehend aufgeführten Unternehmen hält die Covestro Deutschland AG unmittelbar oder mittelbar Anteile (Angaben gemäß § 285 Nr. 11 HGB). Bei den angegebenen Werten für Eigenkapital und Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag handelt es sich jeweils um die Werte aus den auf Basis des jeweiligen Landesrechts erstellten Jahresabschlüssen zum 31. Dezember 2022; die Werte sind gerundet.
Aufstellung des Anteilsbesitzes
| Gesellschaftsname | Sitz der Gesellschaft | Kapitalanteil in % |
Eigenkapital in Tsd. € |
Jahresüberschuss / -fehlbetrag in Tsd. € |
Fußnoten |
|---|---|---|---|---|---|
| EMLA | |||||
| Covestro (France) | Fos-sur-Mer (Frankreich) | 100,0 | 44.884 | 4.755 | 2 |
| Covestro (Netherlands) B.V. | Geleen (Niederlande) | 100,0 | 1.627.098 | 355.490 | 2 |
| Covestro (Slovakia) Services s.r.o. | Bratislava (Slowakei) | 100,0 | 3.093 | 747 | 2 |
| Covestro Amulix V.o.F. | Zwolle (Niederlande) | 72,0 | 317 | - 295 | 2 |
| Covestro Bio-Based Coatings B.V. | Zwolle (Niederlande) | 100,0 | 412 | 14 | 2 |
| Covestro Brunsbüttel Energie GmbH | Brunsbüttel (Deutschland) | 100,0 | 39 | 925 | 1,2 |
| Covestro Elastomers | Romans-sur-Isère (Frankreich) | 100,0 | 49.195 | 3.554 | 2 |
| Covestro Indústria e Comércio de Polímeros Ltda. | São Paulo (Brasilien) | 100,0 | 26.228 | 4.665 | 2 |
| Covestro Intellectual Property GmbH & Co. KG | Leverkusen (Deutschland) | 100,0 | 143.454 | 132.916 | 2 |
| Covestro Intellectual Property Verwaltungs GmbH | Leverkusen (Deutschland) | 100,0 | 32 | 2 | 2 |
| Covestro International SA | Fribourg (Schweiz) | 100,0 | - 35.781 | - 169.550 | 2 |
| Covestro Invest GmbH | Leverkusen (Deutschland) | 100,0 | 2.190 | 1.200 | 1,2 |
| Covestro Middle East FZ-LLC | Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) | 100,0 | 650 | 238 | 2 |
| Covestro Niaga B.V. | Zwolle (Niederlande) | 100,0 | - 44.995 | - 7.703 | 2 |
| Covestro NV | Antwerpen (Belgien) | 100,0 | 345.143 | 26.656 | 2 |
| Covestro Polímer Anoním Şírketí | Istanbul (Türkei) | 100,0 | 194 | 181 | 2 |
| Covestro Polyurethanes B.V. | Nieuwegein (Niederlande) | 100,0 | 199.662 | 15.020 | 2 |
| Covestro Procurement Services GmbH & Co. KG | Leverkusen (Deutschland) | 100,0 | 38.858 | 38.258 | 2 |
| Covestro Procurement Services Verwaltungs GmbH | Leverkusen (Deutschland) | 100,0 | 31 | 2 | 2 |
| Covestro Resins (Germany) GmbH | Meppen (Deutschland) | 100,0 | 15.895 | 420 | 1,2 |
| Covestro Resins China Holding B.V. | Zwolle (Niederlande) | 100,0 | 3.069 | - 3 | 2 |
| Covestro S.r.l. | Filago (Italien) | 100,0 | 178.986 | 24.382 | 2 |
| Covestro, S.L. | Barcelona (Spanien) | 100,0 | 191.299 | 11.248 | 2 |
| Covestro Sp. z o.o. | Warschau (Polen) | 100,0 | 171 | 68 | 2 |
| Covestro Thermoplast Composite GmbH | Markt Bibart (Deutschland) | 100,0 | - 1.338 | - 15.375 | 1,2 |
| Covestro UK Limited | Cheadle Hulme (Vereinigtes Königreich) | 100,0 | 5.145 | 1.530 | 2 |
| Crime Science Technology | Lille (Frankreich) | 41,2 | 1.369 | - 97 | 2 |
| Covestro Coating Resins China Holding B.V. | Zwolle (Niederlande) | 100,0 | 19.478 | 7.835 | 2 |
| Epurex Films Geschäftsführungs-GmbH | Walsrode (Deutschland) | 100,0 | 137 | 10 | 2 |
| Epurex Films GmbH & Co. KG | Walsrode (Deutschland) | 100,0 | 14.465 | 16.158 | 2 |
| LyondellBasell Covestro Manufacturing Maasvlakte V.O.F | Rotterdam (Niederlande) | 50,0 | 146.806 | - 14.421 | 2 |
| MS Global AG in Liquidation | Köniz (Schweiz) | 100,0 | 6.966 | 27 | 2 |
| Paltough Industries (1998) Ltd. | Kibbutz Ramat Yohanan (Israel) | 25,0 | 120.189 | 6.820 | 2 |
| Solar Coating Solutions B.V. | Zwolle (Niederlande) | 100,0 | - 7.504 | - 2.166 | 2 |
| NA | |||||
| Covestro International Re, Inc. | Colchester, Vermont (USA) | 100,0 | 129.367 | 21.164 | 2 |
| Covestro International Trade Services Corp. | Wilmington, Delaware (USA) | 100,0 | 2 | 63.707 | 2 |
| Covestro LLC | Pittsburgh, Pennsylvania (USA) | 100,0 | 1.889.664 | 115.293 | 2 |
| Covestro PO LLC | Pittsburgh, Pennsylvania (USA) | 100,0 | 311.047 | 50.546 | 2 |
| Covestro, S.A. de C.V. | Mexiko-Stadt (Mexiko) | 100,0 | 84.201 | 12.171 | 2 |
| PO JV, LP | Houston, Texas (USA) | 39,4 | 346.180 | - 64.549 | 2 |
| Technology JV, LP | Houston, Texas (USA) | 33,3 | 291.870 | 336.737 | 1,2 |
| APAC | |||||
| Asellion (Shanghai) Information Technology Co., Ltd. | Shanghai (China) | 100,0 | 290 | 32 | 2 |
| Covestro (Hong Kong) Limited | Hongkong Sonderverwaltungszone (China) | 100,0 | 29.157 | 19.122 | 2 |
| Covestro (India) Private Limited | Navi Mumbai (Indien) | 100,0 | 139.708 | 38.673 | 3 |
| Covestro (Shanghai) Investment Company Limited | Shanghai (China) | 100,0 | 408.808 | 405.654 | 2 |
| Covestro (Taiwan) Ltd. | Kaohsiung (Taiwan, Großchina) | 97,3 | 70.576 | 5.529 | 2 |
| Covestro (Thailand) Co., Ltd. | Bangkok (Thailand) | 100,0 | 691.621 | 93.094 | 2 |
| Covestro (Viet Nam) Company Limited | Ho-Chi-Minh Stadt (Vietnam) | 100,0 | 4.184 | 686 | 2 |
| Covestro Eternal Resins (Far East) Ltd. | Pingtung (Taiwan, Großchina) | 60,0 | 7.910 | 2.056 | 2 |
| Covestro Eternal Resins (Kunshan) Co., Ltd. | Kunshan (China) | 50,0 | 19.388 | - 377 | 2 |
| Covestro Far East (Hong Kong) Limited | Hongkong Sonderverwaltungszone (China) | 100,0 | 287 | - 10 | 2 |
| Covestro Invest (Far East) Company Limited | Hongkong Sonderverwaltungszone (China) | 100,0 | 15.100 | 24 | 2 |
| Covestro Japan Ltd. | Tokio (Japan) | 100,0 | 28.167 | 7.106 | 2 |
| Covestro Korea Corporation | Seoul (Südkorea) | 100,0 | 12.753 | 2.438 | 2 |
| Covestro Material Science and Technology (Shanghai) Company Limited | Shanghai (China) | 100,0 | 94 | 5.757 | 2 |
| Covestro Polymers (China) Company Limited | Shanghai (China) | 100,0 | 1.819.804 | 105.518 | 2 |
| Covestro Polymers (Qingdao) Company Limited | Qingdao (China) | 100,0 | 13.546 | 2.767 | 2 |
| Covestro Polymers (Shenzhen) Co., Ltd. | Shenzhen (China) | 100,0 | 19.662 | 2.888 | 2 |
| Covestro Polymers (Tianjin) Co., Ltd. | Tianjin (China) | 100,0 | 3.603 | 223 | 2 |
| Covestro Polymers (Zhuhai) Company Limited | Zhuhai (China) | 100,0 | 1.772 | - 979 | 2 |
| Covestro Pty Ltd | Mulgrave (Australien) | 100,0 | 5.562 | 956 | 2 |
| Covestro Resins (Foshan) Company Ltd. | Foshan (China) | 100,0 | 37.256 | 6.855 | 2 |
| Covestro Resins (Shanghai) Co., Ltd. | Shanghai (China) | 100,0 | 1.648 | - 1.988 | 2 |
| Covestro Resins (Taiwan) Ltd. | Taipeh (Taiwan, Großchina) | 100,0 | 1.056 | - 4.822 | 2 |
| DIC Covestro Polymer Ltd. | Tokio (Japan) | 80,0 | 12.591 | - 87 | 2 |
| Guangzhou Covestro Polymers Company Limited | Guangzhou (China) | 100,0 | 35.025 | 3.641 | 2 |
| Japan Fine Coatings Co., Ltd. | Ibaraki (Japan) | 100,0 | 10.835 | 2.773 | 2 |
| PT Covestro Polymers Indonesia | Jakarta (Indonesien) | 99,9 | 59.806 | 2.652 | 2 |
| Sumika Covestro Urethane Company, Ltd. | Hyogo (Japan) | 60,0 | 31.459 | - 9.981 | 2 |
1 Ergebnis vor Übernahme
2 Vorläufiges Jahresergebnis
3 Jahresabschluss zum 31. März 2022
Leverkusen, 23. Februar 2023
Covestro Deutschland AG
Der Vorstand
Dr. Markus Steilemann, Vorsitzender
Sucheta Govil
Dr. Klaus Schäfer
Dr. Thomas Toepfer
Tätigkeitsabschlüsse für Tätigkeiten nach § 6b Absatz 3 Satz 1 EnWG
Die Covestro Deutschland AG ist ein vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen nach § 3 Nr. 38 EnWG. Gemäß den im Jahr 2019 getroffenen Festlegungen der Beschlusskammern 8 und 9 (BK8-19/00002-A und BK9-19/613-1) der Bundesnetzagentur (BnetzA) i. V. m. § 6b Absatz 3 EnWG ist die Covestro Deutschland AG als vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen zur Vermeidung von Diskriminierung und Quersubventionierung verpflichtet, in ihrer internen Rechnungslegung jeweils getrennte Konten für jede ihrer Tätigkeiten aus den Bereichen Elektrizitätsverteilung und Gasverteilung zu führen. Darüber hinaus ist die Covestro Deutschland AG dazu verpflichtet, für energiespezifische Dienstleistungen gegenüber den Tätigkeitsbereichen Elektrizitätsverteilung sowie Gasverteilung, die sie gegenüber einem verbundenen, vertikal integrierten Unternehmen erbringt, Tätigkeitsabschlüsse nach § 6b Absatz 3 Satz 6 i. V. m. Absatz 1 Satz 1 EnWG nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des HGB aufzustellen und durch einen Wirtschaftsprüfer prüfen zu lassen.
Die Covestro Deutschland AG bietet im Covestro-Konzernverbund diverse Dienstleistungen für die Konzerngesellschaften im In- und Ausland an. Hierzu gehören auch energiespezifische Dienstleistungen für ihre Tochtergesellschaft Covestro Brunsbüttel Energie GmbH im Bereich Verwaltung, Ingenieurleistungen sowie standortspezifische Leistungen.
Die Covestro Brunsbüttel Energie GmbH mit Sitz in Brunsbüttel übernimmt im Rahmen ihrer Eigenschaft als Eigentümerin des Strom- und Gasnetzes im Covestro Industriepark Brunsbüttel die Strom- und Gasversorgung der Kunden im Industriepark. Es handelt sich somit um eine Gruppe verbundener Elektrizitäts- oder Gasunternehmen im Sinne des § 6b EnWG.
Unter Berücksichtigung der Vorgaben des EnWG hat die Covestro Deutschland AG folgende Tätigkeitsabschlüsse erstellt:
| ― | Elektrizitätsverteilung (nachfolgend Stromnetz) |
| ― | Gasverteilung (nachfolgend Gasnetz) |
Nach Maßgabe der oben genannten Festlegungen der BNetzA wurden für die Erstellung der Tätigkeitsabschlüsse diejenigen Dienstleistungen ermittelt, die als unmittelbar oder mittelbar energiespezifisch einzuordnen und deshalb auch beim Erbringer der Dienstleistung dem Tätigkeitsbereich Stromnetz oder Gasnetz zuzuordnen sind.
Die Tätigkeitsabschlüsse umfassen jeweils eine Bilanz sowie eine Gewinn- und Verlustrechnung. Im Geschäftsjahr 2022 wurden im Zusammenhang mit der Erbringung der energiespezifischen Dienstleistungen weder Vermögenswerte noch Rückstellungen den Tätigkeitsbereichen Strom- und Gasnetz zugeordnet. Deswegen entfällt die Aufstellung eines Rückstellungsspiegels.
Die Ermittlung der Tätigkeitsabschlüsse nach § 6b Absatz 3 EnWG erfolgte auf Grundlage des Jahresabschlusses der Covestro Deutschland AG zum 31. Dezember 2022.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der einzelnen Tätigkeiten entsprechen den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Jahresabschluss der Covestro Deutschland AG.
Für die Tätigkeitsbereiche Strom- und Gasnetz bestehen keine Haftungsverhältnisse oder sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die gemäß § 268 Absatz 7 HGB bzw. § 285 Nr. 3a HGB anzugeben wären.
Im Folgenden sind die Tätigkeitsabschlüsse für die Bereiche Strom- und Gasnetz dargestellt. Die Darstellung erfolgt analog der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung und dem Anhang in Tsd. €.
Bilanz Stromnetz
AKTIVA
| 31.12.2021 in Tsd. € |
31.12.2022 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Umlaufvermögen | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 2 | 1 |
| Ausgleichsposten | 16 | 12 |
| 18 | 13 |
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestanden gegenüber verbundenen Unternehmen und haben eine Fälligkeit von unter einem Jahr.
PASSIVA
| 31.12.2021 in Tsd. € |
31.12.2022 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Eigenkapital | ||
| Ausgleichsposten | - | - |
| - | - | |
| Verbindlichkeiten | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - | - |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 18 | 13 |
| 18 | 13 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben eine Fälligkeit von unter einem Jahr.
Gewinn- und Verlustrechnung Stromnetz
| 2021 in Tsd. € |
2022 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 254 | 259 |
| Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen | - 236 | - 246 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 18 | 13 |
| Operatives Ergebnis | 18 | 13 |
| Aufwendungen aus Gewinnabführung / Ertrag aus Verlustübernahme | - 18 | - 13 |
| Jahresüberschuss / -fehlbetrag | - | - |
Bilanz Gasnetz
AKTIVA
| 31.12.2021 in Tsd. € |
31.12.2022 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Umlaufvermögen | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 3 | 2 |
| Ausgleichsposten | 6 | 13 |
| 9 | 15 |
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestanden gegenüber verbundenen Unternehmen und haben eine Fälligkeit von unter einem Jahr.
PASSIVA
| 31.12.2021 in Tsd. € |
31.12.2022 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 9 | 15 |
| 9 | 15 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben eine Fälligkeit von unter einem Jahr.
Gewinn- und Verlustrechnung Gasnetz
| 2021 in Tsd. € |
2022 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 75 | 102 |
| Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen | - 66 | - 87 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 9 | 15 |
| Operatives Ergebnis | 9 | 15 |
| Aufwendungen aus Gewinnabführung / Ertrag aus Verlustübernahme | - 9 | - 15 |
| Jahresüberschuss / -fehlbetrag | - | - |
Ermittlung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung
Die Bilanzpositionen sowie Aufwendungen und Erträge wurden - so weit wie möglich - den Tätigkeiten direkt zugeordnet. Von einer direkten Zurechnung wurde nur im Fall von unvertretbar hohem Aufwand abgesehen. In diesen Fällen wurden geeignete und sachgerechte Schlüssel ermittelt, um die energiespezifischen Leistungen verursachungsgerecht den Tätigkeiten zuzuordnen. Der Ausgleich der Bilanz erfolgt über ein Ausgleichskonto im Umlaufvermögen. Die Zuordnungsregeln, nach denen die Positionen der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung den Tätigkeiten zugewiesen wurden, sind im Folgenden erläutert:
Ermittlung der Bilanzpositionen
AKTIVA
| Umlaufvermögen | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Direkte Zuordnung über Verträge bzw. Herstellungskostenschlüssel |
| Ausgleichsposten | Residualgröße (rechnerisch ermittelt) |
| PASSIVA | |
| Verbindlichkeiten | |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | Direkte Zuordnung bzw. Herstellungskostenschlüssel |
Ermittlung der Gewinn- und Verlustrechnung
| Umsatzerlöse | Direkte Zuordnung über Verträge bzw. Herstellungskostenschlüssel |
| Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen | Direkte Zuordnung über Kostenstellen bzw. Herstellungskostenschlüssel |
Herstellungskostenschlüssel
Der Herstellungskostenschlüssel zur Zuordnung von energiespezifischen Dienstleistungen und korrespondierenden Forderungen und Verbindlichkeiten der Covestro Deutschland AG wurde unter Berücksichtigung der den Tätigkeiten direkt zuordenbaren Herstellungskosten auf Ebene der Covestro Brunsbüttel Energie GmbH abgeleitet.
Leverkusen, 23. Februar 2023
Covestro Deutschland AG
Der Vorstand
Dr. Markus Steilemann, Vorsitzender
Sucheta Govil
Dr. Klaus Schäfer
Dr. Thomas Toepfer
Lagebericht
1. Geschäfts- und Rahmenbedingungen
Unternehmensstruktur
Die Covestro Deutschland AG mit Sitz in Leverkusen ist zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2022 eine 100 %ige Tochtergesellschaft der Covestro AG, Leverkusen.
Zwischen der Covestro Deutschland AG und der Covestro AG besteht seit dem 1. September 2015 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Sofern Gewinne nicht einer Abführungssperre unterliegen, werden diese zum Jahresende vollständig an die Covestro AG abgeführt. Verluste werden in voller Höhe übernommen. Während der Dauer des Vertrags gebildete andere Gewinnrücklagen sind auf Verlangen der Covestro AG aufzulösen und zum Ausgleich eines Jahresfehlbetrags zu verwenden oder als Gewinn abzuführen.
Seit dem 1. September 2015 besteht darüber hinaus zwischen der Covestro Deutschland AG und der Covestro AG eine körperschaft-, gewerbe- und umsatzsteuerliche Organschaft.
Die im Folgenden beschriebenen Geschäfts- und Rahmenbedingungen beziehen sich zum einen auf die Geschäfts- und Rahmenbedingungen der Covestro Deutschland AG selbst, zum anderen auf globale Geschäfts- und Rahmenbedingungen, die für die Covestro Deutschland AG als operative Konzernführungsgesellschaft relevant sind.
Die Covestro Deutschland AG ist ein führender Anbieter hochwertiger Polymer-Werkstoffe und darauf basierender Anwendungslösungen. Das Portfolio umfasst im Kerngeschäft Vorprodukte für Polyurethan-Schaumstoffe und den Hochleistungskunststoff Polycarbonat, außerdem Vorprodukte für Lacke, Kleb- und Dichtstoffe sowie Spezialprodukte, zu denen etwa Folien gehören. Außerhalb des Kerngeschäfts gehören auch weitere Vorprodukte wie Chlor und Nebenprodukte wie Styrol zum Produktportfolio. Ihre Produkte vertreibt die Covestro Deutschland AG an externe Kunden sowie an verbundene Unternehmen in den Regionen EMLA (Europa, Nahost, Afrika und Lateinamerika ohne Mexiko), NA (USA, Kanada und Mexiko) sowie APAC (Asien und Pazifik).
Covestro ist in zwei Berichtssegmente Performance Materials (PM) und Solutions & Specialties (S & S) gegliedert. Die Segmente unterteilen sich in sieben Geschäftseinheiten. Diese sind entlang ihrer jeweiligen Erfolgsfaktoren aufgestellt und alle operativ erfolgskritischen Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette sind in diese Geschäftseinheiten eingebettet. Damit ist das Geschäft von Covestro ideal auf die Anforderungen der jeweiligen Märkte zugeschnitten und an den Bedürfnissen seiner Kunden ausgerichtet.
Die Covestro Deutschland AG erbringt energiespezifische Dienstleistungen für ihre Tochtergesellschaft Covestro Brunsbüttel Energie GmbH, Brunsbüttel, (verbundener Strom- und Gasnetzbetreiber) und erstellt daher gemäß § 6b Absatz 3 Satz 1 Nr. 2 und 4 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) Tätigkeitsabschlüsse für die Bereiche Elektrizitätsverteilung und Gasverteilung. Weiterhin werden für die anderen Tätigkeiten innerhalb des Elektrizitätssektors gemäß § 6b Absatz 3 Satz 3 und 4 EnWG getrennte Konten geführt.
Wirtschaftliches Umfeld
Im Jahr 2022 hat der russische Krieg gegen die Ukraine die geopolitische Lage grundlegend verändert und die globale Wirtschaft beeinträchtigt. Aus dem Konflikt ergaben sich ein massiver Anstieg der Preise für Energien und bestimmte Rohstoffe, eine höhere Inflation und ein schwächeres Wachstum der Weltwirtschaft. Zudem haben im Jahr 2022 die bis Anfang Dezember verfolgte Null-Covid-Politik Chinas und damit einhergehende Lockdowns die regionale und globale wirtschaftliche Entwicklung verlangsamt. Gegenüber der deutlichen Expansion im Vorjahr verzeichnete die Weltwirtschaft im Berichtsjahr ein Wachstum in Höhe von 3,1 % mit positiven Wachstumsraten in allen Regionen.
Nach Aussage des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) blickt die chemisch-pharmazeutische Industrie auf ein Jahr zurück, das - geprägt vom russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und der daraus resultierenden Energiekrise - besonders schwierig war. Der Branchenumsatz erhöhte sich zwar um 17,5 % auf 266,5 Mrd. €. Das Umsatzplus basierte jedoch nur auf einem höheren Verkaufspreisniveau, welches die unterjährig stark gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise nur teilweise kompensieren konnte. Gleichzeitig waren die Verkaufsmengen rückläufig. Insgesamt sank die Produktion im Jahr 2022 um 6,0 %. Für die Chemiebranche ohne Pharma ist ein Produktionsrückgang von 10,0 % zu verzeichnen. In allen Sparten sank die Produktion im Jahr 2022 außer im Bereich Pharmazeutika. Dabei reichte die Spannweite von einem Produktionsrückgang bei konsumnahen Produkten wie Hygiene- und Kosmetikprodukten in Höhe von 1,5 % bis zu einem Minus in Höhe von 15,5 % bei Petrochemikalien. Um größere Verluste zu vermeiden und um Energie - insbesondere Gas - einzusparen, haben viele Unternehmen ihre Produktion gedrosselt. Ein Teil davon wurde an ausländische Standorte verlagert.
Einkauf
Die Beschaffung bei Covestro wird durch die Unternehmensfunktion Group Procurement geführt. Dabei ist diese - zusammen mit den Geschäftseinheiten und den regionalen Einheiten der Unternehmensfunktion Supply Chain & Logistics - verantwortlich für die weltweite, termingerechte Versorgung aller Unternehmensbereiche mit Waren und Dienstleistungen zu den bestmöglichen Konditionen. In diesem Rahmen wird sichergestellt, dass der hohe Qualitätsanspruch des Konzerns erfüllt wird. Zudem ist Group Procurement dafür verantwortlich, dass die ethischen und ökologischen Prinzipien von Covestro im gesamten Beschaffungsprozess eingehalten werden. Die Grundsätze unserer Einkaufspolitik sind in einer konzernweiten, für alle Mitarbeitenden bindenden Konzernregelung definiert.
Im Jahr 2022 hat Group Procurement die Strategie und strategischen Leitmotive "Ausgabenoptimierung", "Lieferkettenoptimierung", "Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft" sowie "Nähe zum Geschäft" konkretisiert. Zielsetzung ist weiterhin, einen Wettbewerbsvorteil für Covestro zu generieren und einen entscheidenden Wertbeitrag zu leisten. Unter anderem durch die Beschaffung erneuerbarer Energien und alternativer Rohstoffe trägt Group Procurement dazu bei, die Vision von Covestro umzusetzen, sich vollständig auf die Kreislaufwirtschaft auszurichten.
Für Covestro als energieintensives Unternehmen besteht eine große Abhängigkeit von Gas. Es wird vorrangig als Energieträger und als Prozessgas in chemischen Reaktionen verwendet und lässt sich in den Produktionsprozessen kurzfristig nicht umfassend ersetzen. Daher ist Covestro, wie ein Großteil der chemischen Industrie, beim Einkauf von Energien von den anhaltend hohen und volatilen Preisen vor dem Hintergrund des russischen Kriegs gegen die Ukraine sehr stark betroffen. Durch die Beschaffenheit der Energiemärkte lässt sich diese Betroffenheit zukünftig nur durch den Wechsel auf andere Energiequellen als Gas beeinflussen. Group Procurement plant die Beschaffung von alternativen Brennstoffen wie z. B. Wasserstoff, Ammoniak, Biogas oder grünem Methan, wo immer in Produktionsprozessen Potenziale für den Wechsel auf andere Brennstoffe identifiziert werden. Dadurch kann Covestro mittel- bis langfristig seine derzeitige Abhängigkeit von Gas verringern. Gleichzeitig verstärkt die deutliche Erhöhung der Energiepreise im Jahr 2022 zunehmend den Bedarf an zirkulären Lösungen. Daher haben wir aktiv und mit Nachdruck langfristige neue Versorgungskonzepte entwickelt und Energiebezugsverträge für erneuerbare Energien, insbesondere Strom, abgeschlossen.
Wesentliche Grundstoffe unserer Produkte sind petrochemische Substanzen wie Phenol, Benzol, Propylen bzw. Propylenoxid, Toluol und Aceton, die einen Anteil von 40 % (Vorjahr: 35 %) an unserem Einkaufswert haben. Zusätzlich benötigt der Betrieb unserer Produktionsanlagen in größerem Umfang Energie, die wir vorrangig aus externen Quellen und in Form von Strom und Dampf beziehen. Wir sind bestrebt, für den Betrieb unerlässliche Rohstoffe, deren externer Bezug sich für Covestro herausfordernd gestaltet, intern bzw. über Gemeinschaftsunternehmen zu beschaffen. Dies ist bspw. der Fall bei Chlor, das Covestro teilweise selbst produziert, und Propylenoxid, das Covestro über Gemeinschaftsunternehmen beschafft. Neben Rohstoffen und Energie werden auch technische Güter und Dienstleistungen für Betrieb, Logistik und Investitionsprojekte benötigt. Diese Aktivitäten werden durch die Unternehmensfunktionen Group Procurement und Supply Chain & Logistics zentral gebündelt. Wir überprüfen zudem regelmäßig die Nachhaltigkeit und Qualität unserer Lieferanten und stellen sicher, dass sie interne und externe Standards einhalten.
Für die Covestro Deutschland AG ist die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards in der Lieferkette ein elementarer Wertschöpfungsfaktor und zugleich ein wichtiger Hebel zur Risikominimierung. Neue wie bestehende Lieferanten von Covestro müssen neben wirtschaftlichen auch soziale, ethische und ökologische Standards sowie solche der unternehmerischen Verantwortung erfüllen. Unsere Erwartungen sind im Verhaltenskodex für Lieferanten von Covestro definiert. Dieser ist in 13 Sprachen online verfügbar und die Basis für die Zusammenarbeit. Er leitet sich aus den Prinzipien des "UN Global Compact" sowie unserer Selbstverpflichtung zur Achtung der Menschenrechte ab und ist konzernweit in die elektronischen Bestellsysteme und Verträge integriert. Insbesondere in neuen und erneuerten Lieferverträgen sind grundsätzlich spezielle Klauseln enthalten, die die Lieferanten zur Einhaltung der im Verhaltenskodex definierten Nachhaltigkeitsanforderungen auffordern und Covestro berechtigen, deren Einhaltung zu prüfen. Arbeitsbedingungen und gesundheitliche Auswirkungen auf in der Lieferkette tätige Personen sind für uns von besonderer Bedeutung - und deshalb auch ein zentrales Thema unserer funktionsübergreifenden Arbeitsgruppe für Menschenrechte (Human Rights Task Force). Die dort im Rahmen der menschenrechtlichen Sorgfaltsprüfung stattfindende Risikoanalyse fokussiert sich auf direkte Lieferanten, betrachtet aber auch die vorgeschaltete Lieferkette, insbesondere bei konkreten Vorwürfen. Ein von uns priorisierter Bereich mit menschenrechtlicher Relevanz ist der Bereich der sogenannten Konfliktmineralien. Dazu gehören bspw. Zinn, Wolfram, Tantal und Gold (3TG) aus Konflikt- oder Hochrisikogebieten. Die Konfliktmineralien können über die vorgelagerte Lieferkette in Produkte unseres Unternehmens gelangen. Um das Risiko des Einbezugs von Konfliktmineralien in unserer Produktion zu minimieren, werden unsere Anforderungen diesbezüglich in unserem Verhaltenskodex für Lieferanten kommuniziert.
Produktion
Die Produktionsstandorte der Covestro Deutschland AG befinden sich in Brunsbüttel, Dormagen, Krefeld-Uerdingen und Leverkusen.
Wir stellen sehr hohe Ansprüche an die Qualität der verwendeten Rohstoffe und setzen uns hohe Maßstäbe bei deren Weiterverarbeitung zu hochwertigen Kunststoffen und Polyurethan-Vorprodukten. Durch unser integriertes HSEQ-Managementsystem entspricht unser Qualitätsmanagement den Anforderungen der aktuellen Normrevision ISO 9001:2015. Mithilfe unseres Qualitätsmanagementsystems schaffen wir den Rahmen dafür, dass die Anforderungen unserer Kunden und ihre Zufriedenheit in unsere Produkte und Dienstleistungen einfließen können.
Unser Ziel ist es, unsere Kunden zuverlässig und effizient zu versorgen. Dazu stellt die Covestro Deutschland AG Produkte des Segments Performance Materials in Produktionsanlagen mit großer Kapazität in den jeweiligen Regionen her. Zusätzlich betreiben wir in ausgewählten Ländern sowohl weitere Anlagen, um Polyurethan-Vorprodukte und Produkte des Segments Solutions & Specialties herzustellen, als auch Produktionsanlagen für die kundenindividuelle Compoundierung von Polycarbonat-Granulaten.
Durch die Integration vorgelagerter Produktionsstufen (Rückwärtsintegration), z. B. bei der Eigenproduktion von Chlor, hat Covestro die Wertschöpfung kontinuierlich optimiert. Zudem hat Covestro umfangreiche Programme und Maßnahmen implementiert, um die Ergebnisse hinsichtlich der Sicherheit und Verfügbarkeit von Anlagen zu gewährleisten sowie ebenso die Kosteneffizienz stetig zu verbessern.
Covestro investiert fortwährend in sein globales Produktionsnetz, um die Anlagen und deren Infrastruktur instand zu halten, Herstellungsprozesse zu verbessern sowie Kapazitäten entsprechend den Marktentwicklungen zu erweitern. Dabei setzt Covestro auf fortschrittliche und umweltverträgliche Produktionsverfahren und optimiert kontinuierlich seine Technologien.
Produkte, Vertrieb und Logistik
Der Covestro-Konzern, zu dem die Covestro Deutschland AG gehört, ist einer der weltweit führenden Anbieter hochwertiger Polymer-Werkstoffe und darauf basierender Anwendungslösungen. Das Portfolio umfasst im Kerngeschäft Vorprodukte für Polyurethan-Schaumstoffe und den Hochleistungskunststoff Polycarbonat, außerdem Vorprodukte für Lacke, Kleb- und Dichtstoffe sowie Spezialprodukte, zu denen etwa Folien gehören. Außerhalb des Kerngeschäfts gehören auch weitere Vorprodukte wie Chlor und Nebenprodukte wie Styrol zum Produktportfolio.
Die Materialien des Unternehmens finden sich in vielen Bereichen des modernen Lebens. Covestro bietet seinen Kunden innovative und nachhaltige Lösungen an, die einerseits Performanceverbesserungen ermöglichen und andererseits dabei helfen, den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Die Anwendungsmöglichkeiten unserer Produkte erstrecken sich von der Isolierung von Kühlschränken und Gebäuden über Laptop- und Smartphone-Gehäuse sowie Medizintechnik bis zu kratzfesten und schnell trocknenden Autolacken oder Personalausweisfolien. Damit deckt Covestro unterschiedlichste Branchen ab: Hauptabnehmer sind die Automobil- und Transportindustrie, die Bauindustrie, die Möbel- und Holzverarbeitungsindustrie sowie die Elektrik-, Elektronik- und Haushaltsgeräteindustrie. Auch in Bereichen wie Sport und Freizeit oder Gesundheit kommen die Produkte zum Einsatz, ebenso in der Chemieindustrie selbst. Materialien von Covestro werden zudem für die Herstellung von medizinischen Apparaturen, Schutzwänden oder Abtrennungen zum Infektionsschutz genutzt, die zur Bekämpfung und Eindämmung der Coronavirus-Pandemie eingesetzt werden.
Covestro beobachtet, wie sich Absatz- und Endmärkte entwickeln, und begleitet das Wachstum seiner Kunden. Produkte, Technologien und Anwendungslösungen entwickelt das Unternehmen gemeinsam mit Kunden und Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft kontinuierlich weiter.
Globale Megatrends spielen dabei eine wichtige Rolle: Der fortschreitende Klimawandel, die wachsende Weltbevölkerung, die zunehmende Urbanisierung sowie neue Formen der Mobilität verändern das Leben von Milliarden Menschen. Infolgedessen muss sich auch die Polymer-Industrie weiterentwickeln. Unternehmen wie Covestro stehen vor neuen Herausforderungen und tragen aus diesem Grund zu innovativen Lösungen bei. Daher richtet Covestro seine gesamte Produktion, sein komplettes Produktportfolio sowie letztlich das Unternehmen selbst langfristig vollständig auf das Konzept der Kreislaufwirtschaft aus. Damit wollen wir die Entwicklung zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Wirtschaft beschleunigen. Im Fokus stehen dabei die Themen "Alternative Rohstoffe", "Erneuerbare Energien", "Innovatives Recycling" und "Gemeinsame Lösungen". Mit seinen Werkstoffen will Covestro diese Entwicklungen ermöglichen und begleiten. Indem das Unternehmen traditionelle Werkstoffe durch langlebige, leichte, umweltverträgliche und kostengünstige Materialien ersetzt, fördert es etwa maßgeblich den Leichtbau in der Automobilindustrie, macht Wohnen durch effektive Dämmstoffe energieeffizienter, unterstützt die nachhaltige Energiewirtschaft durch spezialisierte Werkstoffe und erhöht die Haltbarkeit von Lebensmitteln durch eine verbesserte Isolierung entlang der Kühlkette. Um herkömmliche Werkstoffe mit teils hohem Rohstoffbedarf aus nicht erneuerbaren Quellen zu ersetzen, erhöht Covestro u. a. den Anteil alternativer Rohstoffe in seiner Produktion kontinuierlich.
Das Produktportfolio ist in die zwei Berichtssegmente Performance Materials (PM) sowie Solutions & Specialties (S & S) gegliedert.
Im Segment Performance Materials liegt der Fokus auf der Entwicklung, der Produktion und der zuverlässigen Lieferung von Hochleistungsmaterialien wie Polyurethan- und Polycarbonat-Standardprodukten sowie Basischemikalien. Dies umfasst u. a. Diphenylmethan-Diisocyanate (MDI) und Toluylen-Diisocyanate (TDI), langkettige Polyole sowie Polycarbonat-Harze. Diese Materialien finden bspw. in der Möbel-, Holzverarbeitungs- und Bauindustrie sowie in der Automobil- und Transportindustrie Verwendung und kommen z. B. in Dachkonstruktionen sowie Dämmungen von Gebäuden und Kühlgeräten oder in Matratzen und Autositzen zum Einsatz.
Das Segment Solutions & Specialties vereint das Lösungs- und Spezialitätengeschäft von Covestro. In diesem kombinieren wir chemische Produkte mit anwendungstechnischen Dienstleistungen. Aufgrund der sich schnell ändernden Kundenanforderungen ist eine hohe Innovationsgeschwindigkeit ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Das Lösungs- und Spezialitätengeschäft von Covestro umfasst differenzierte Polymer-Produkte wie Polycarbonat-Kunststoffe, Vorprodukte für Beschichtungen und Klebstoffe, MDI-Spezialitäten und Polyole, thermoplastische Polyurethane, Spezialfolien sowie Elastomere. Diese kommen u. a. in der Automobil- und Transportindustrie, der Elektrik-, Elektronik- und Haushaltsgeräteindustrie sowie der Bauindustrie und im Gesundheitssektor zur Anwendung.
Darunter fallen z. B. Verbundharze für Rotorblätter von Windkraftanlagen, Vorprodukte von Lacken und Klebstoffen, Gehäuse für Laptops, Scheinwerfer oder hochwertige Spezialfolien.
Die industriespezifischen Marketing- und Vertriebsteams verantworten den Aufbau von Neugeschäften mit potenziellen Kunden und den Ausbau von Geschäftsbeziehungen mit bestehenden Kunden sowie die kontinuierliche Markt- und Trendanalyse. Jede Geschäftseinheit vertreibt und vermarktet ihre Produkte über die eigene Vertriebsorganisation sowie über Handelshäuser und lokale Distributoren. Ausgenommen davon sind weltweit operierende Großkunden, die von unseren Key-Account-Verantwortlichen direkt betreut werden. Die Vermarktung erfolgt in enger Abstimmung zwischen Marketing, Vertrieb und Anwendungsentwicklung. Die Marketingaktivitäten werden bei Covestro aus den Geschäftseinheiten heraus übergreifend gesteuert.
Ausgewählte Geschäftseinheiten haben ihre Verkäufe in den vergangenen Jahren bereits teilweise auf unseren digitalen Vertriebskanal "Covestro Direct Store" umgestellt. Neben dem Angebot im eigenen "Covestro Direct Store" arbeiten wir auch an der Platzierung von ausgewählten Produkten auf externen digitalen Vertriebsplattformen, um unser Angebot noch konsequenter an den Bedürfnissen unserer Kunden ausrichten zu können und diesen eine vollständig digitale Kundenerfahrung zu bieten.
Als Teil unserer "Sustainable Future"-Strategie und des dort beschriebenen Konzepts "Customer Centricity", messen wir mithilfe der Kennzahl des Promotorenüberhangs (Net Promoter Score, NPS) die Weiterempfehlungsbereitschaft unserer Kunden (basierend auf der Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass die Kunden Covestro Mitarbeitenden oder Geschäftspartnern empfehlen würden). Der NPS, dessen Wertebereich sich von - 100 bis + 100 erstreckt, dient Covestro als Maßzahl der Kundenzufriedenheit.
Unsere Marketing- und Vertriebsaktivitäten legen den Fokus weiterhin auf die fortschreitende Digitalisierung sowie die Themen Kreislaufwirtschaft und Kollaboration. Wir haben unser Angebot an Webinaren und digitalen Events deutlich erweitert. Messeauftritte werden hybrid gestaltet, um physisch stattfindende Messen durch digitale Inhalte zu ergänzen und zu unterstützen. So erreichen wir mehr Menschen und bieten unseren Kunden eine größere Bandbreite von Kontakt- und Interaktionsmöglichkeiten. Unser Tool zur Durchführung hybrider Messen nennt sich "Digital Event Space". Hierbei handelt es sich um eine Plattform, auf der die Kunden z. B. ihren Besuch von Präsenzveranstaltungen vorbereiten, persönliche Termine vereinbaren, digitale Meetings durchführen, die Ausstellung bereits vorab digital erleben und viele zusätzliche Informationen erhalten können. Neben der Digitalisierbarkeit hinterfragen wir unsere Marketingaktivitäten ebenfalls dahin gehend, wie sie einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten können. Bei der Neugestaltung des Messestands für unseren diesjährigen Auftritt auf der Kunststoffmesse "K 2022" in Düsseldorf wurde u. a. wiederverwendbares Mobiliar eingesetzt, das für weitere Messeauftritte nutzbar ist.
Daneben haben wir Marketingkampagnen zu verschiedenen Themen durchgeführt, wie bspw. zum Projekt "Sonnenwagen". Der Sonnenwagen ist ein von einem Studierendenteam der RWTH Aachen University entwickeltes Solarfahrzeug, das mit Verwendung von Covestro-Materialien gebaut wurde und an internationalen Rennen und Weltrekordversuchen teilnimmt. Das Fahrzeug wird fortlaufend weiterentwickelt und zeigt auf, dass die Möglichkeiten emissionsfreier Mobilität noch längst nicht ausgeschöpft sind. Der Sonnenwagen ist nur ein Beispiel dafür, wie Covestro in Zusammenarbeit mit Partnern fortschrittliche Lösungen entwickelt und die Gestaltung einer besseren, klimafreundlicheren Zukunft vorantreibt. Eine weitere Kampagne haben wir anlässlich der Einführung der "Circular Intelligence"(CQ)-Kennzeichnung von Produkten durchgeführt, eines Bausteins auf dem Weg zur vollständigen Ausrichtung auf die Kreislaufwirtschaft. Im Rahmen dieser Kampagne wurde eine Marke für Recyclingprogramme innerhalb des Unternehmens mit dem Namen Evocycle® CQ eingeführt. Die erste Initiative unter dieser Marke heißt "Evocycle® CQ Mattress", bei der aus alten Matratzen durch chemisches Recycling sowohl Recycling-Polyol als auch ein recyceltes Toluylen-Diamin (TDA) gewonnen und in die Wertschöpfungskette für hochwertigen Polyurethan-Schaum zurückgeführt werden. Hierbei arbeiten wir mit Partnern aus allen Bereichen der Wertschöpfungskette wie z. B. der Rücknahme, des Recyclings und der Wiederverwendung zusammen.
Für die Kundenbetreuung und die effiziente Auftragsabwicklung ist im Wesentlichen die Unternehmensfunktion Supply Chain & Logistics mit ihren regionalen Einheiten in EMLA, NA und APAC zuständig. Sie verantwortet den gesamten Prozess - von der Auftragsannahme über die Werkslogistik und Versanddisposition bis zur Rechnungsstellung und Beschwerdeannahme. Durch die kundennahe Betreuung in den einzelnen Regionen können Aufträge besonders schnell und reibungslos bearbeitet werden. Zur Auftragserfassung und -abwicklung setzt Covestro u. a. E-Commerce-Plattformen ein. Über das Selfserviceportal "Order@Covestro" können unsere Kunden Bestellungen platzieren und jederzeit den Status ihrer Aufträge einsehen. Über "Order@Covestro" findet keine Geschäftsanbahnung statt; es ergänzt vielmehr unser Serviceangebot für Bestandskunden und hilft bei der Erledigung von Routineanfragen unabhängig von den Ansprechzeiten unserer Mitarbeitenden im Kundenservice und Vertrieb. Covestro arbeitet in allen Regionen an einer Lösung zur Sendungsverfolgung, die den Kunden einen transparenten Überblick über ihre Aufträge und Lieferungen erlauben soll.
Der Transport unserer Produkte zum Kunden erfolgt durch Logistikdienstleister, die wir anhand strenger Sicherheits-, Umwelt- und Qualitätskriterien auswählen und bewerten. Neben dem Schutz von Mensch und Umwelt ist uns die Lieferzuverlässigkeit besonders wichtig. Daher streben wir Fehlerfreiheit in allen Prozessen als oberstes Qualitätsziel an, um eine hohe Kundenzufriedenheit sicherzustellen. Diese wird weltweit regelmäßig in einem globalen Managementsystem bestimmt: Dabei berücksichtigen wir Kundenzufriedenheitsanalysen, bei denen wir als Lieferant bewertet werden, sowie Lieferantenbewertungen, bei denen wir auf Basis der Rückläufe von unseren Kunden unsere Transportdienstleister bewerten. Daraus leiten wir Korrektur- und Präventionsmaßnahmen ab, um das Qualitätsniveau und die Kundenzufriedenheit kontinuierlich zu erhöhen und die Fehler- und Beschwerdequote zu senken.
Reklamationen, die durch logistische Probleme verursacht werden, fließen dabei in die Bewertung der Leistung der Spediteure durch Covestro ein und werden in den regelmäßig stattfindenden Überprüfungsgesprächen thematisiert. Das Jahr 2022 war insgesamt durch ein herausforderndes Transportumfeld geprägt, im Wesentlichen aufgrund der Coronavirus-Pandemie und des russischen Kriegs gegen die Ukraine. In den Regionen werden Transporte bevorzugt auf dem Schienenweg oder intermodal, also über eine Kombination verschiedener Verkehrsträger, abgewickelt. Bei der Wahl des Transportwegs achten wir insbesondere auf Ressourceneffizienz und die damit verbundene Reduktion von Treibhausgasemissionen. Projekte zu Antrieben mit alternativen Energien sowie der Nutzung von alternativen Brennstoffen stehen dabei in der Zusammenarbeit mit unseren Logistikpartnern im Vordergrund. Gleichzeitig treiben wir die weitere Automatisierung und Digitalisierung unserer Geschäftsprozesse voran.
Sicherheit
Sicherheit ist für Covestro eine unverzichtbare Grundlage unserer Geschäftstätigkeit. Die stetige Weiterentwicklung eines sicheren Arbeitsumfelds ist wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmensverantwortung sowie Fokusthema unserer menschenrechtlichen Sorgfalt. Covestro orientiert sich dabei an den einschlägigen Normen, nationalen Regelungen und Gesetzen. Diese Verordnungen sollen Verletzungen, Anlagenstörungen und Transportereignisse vermeiden sowie die Gesundheit unserer Mitarbeitenden an ihrem Arbeitsplatz und bei arbeitsbezogenen Aktivitäten erhalten. Dies gilt ebenfalls für Mitarbeitende von Partnerfirmen (Kontraktoren), die im Zuge operativer Tätigkeiten für unser Unternehmen im Einsatz sind. Detaillierte Vorschriften und regelmäßige Kontrollen tragen dazu ebenso bei wie sichere Produktionsverfahren, Anlagen und Transporte.
Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit
Konzernweit ist ein integriertes Informationsmanagementsystem (Integrated Information Management System, IIMS) implementiert, in dem arbeitsbedingte Unfälle, Erkrankungen und Ereignisse sowie potenzielle Gefährdungen erfasst und bearbeitet werden. Mithilfe des IIMS können Trends zeitnah identifiziert werden. Bei Bedarf können auf diese Weise entsprechende kurzfristige Korrektur- und langfristige Verbesserungsmaßnahmen implementiert werden. Die Auswertung der Hintergründe und Auswirkungen erfolgt durch interne Fachleute, ggf. unterstützt durch externe Expertise. Die Ergebnisse der nach solchen Ereignissen durchgeführten Ursachenanalysen werden inkl. getroffener Korrekturmaßnahmen konzernweit publiziert, damit das Sicherheitsbewusstsein unserer Mitarbeitenden geschärft wird und vergleichbare Gefahrenstellen sowie Situationen besser bewertet und proaktiv aufgelöst werden können. Im Gesundheits- und Sicherheitsbereich stellte die Coronavirus-Pandemie im Berichtsjahr eine weitaus geringere Herausforderung dar als in den Vorjahren. Aufgrund der niedrigeren Infektionszahlen war es wieder möglich, den "Safety & Health Day" im September 2022 als Präsenzveranstaltung stattfinden zu lassen.
Wir verarbeiten die Anzahl der aufzeichnungspflichtigen Arbeitsunfälle und Erkrankungen von Mitarbeitenden und Kontraktoren bei der Berechnung der Unfallrate (Recordable Incident Rate, RIR) und der Unfallrate in Verbindung mit Ausfalltagen (Lost Time Recordable Incident Rate, LTRIR) gemäß dem Standard 1904 der US-amerikanischen Arbeitsschutzbehörde (Occupational Safety and Health Administration, OSHA). Für die Berechnung der RIR wird die Anzahl aller aufzeichnungspflichtigen Arbeitsunfälle und Erkrankungen - bzw. für die der LTRIR die Anzahl der Ausfalltage - ins Verhältnis zu den geleisteten Arbeitsstunden (normiert auf 200.000 Arbeitsstunden pro Jahr) gesetzt.
Verfahrens- und Anlagensicherheit
Unser Ziel ist es, Verfahren und Anlagen so sicher zu gestalten und zu betreiben, dass keine unvertretbaren Risiken für die Beschäftigten, die Nachbarschaft und die Umwelt entstehen. Dazu werden in regelmäßigen Abständen ausführliche, systematische Sicherheitsbetrachtungen durchgeführt. Als Frühindikator für alle Covestro-Anlagen gilt die weltweit einheitliche Kennzahl zur Freisetzung chemischer Stoffe durch Versagen des primären Einschlusssystems (Loss of Primary Containment, LoPC). Sie ist in das konzernweite Sicherheitsberichtswesen integriert.
Covestro wendet den "Leitfaden zur Erfassung von Performance-Indikatoren für die Anlagensicherheit" vom VCI an. Die Berichtskriterien sind damit an die aktualisierte und weltweit harmonisierte Definition des Weltchemieverbands (International Council of Chemical Associations, ICCA) angepasst. Als ein LoPC-Ereignis bezeichnen wir
| ― | den Austritt von Chemikalien, die gemäß dem Global Harmonisierten System (GHS) klassifiziert sind, oberhalb definierter Mengenschwellen innerhalb einer Stunde, |
| ― | die meldepflichtige Verletzung nach OSHA-Kriterien eines Covestro- oder Kontraktoren-Mitarbeitenden durch Produktaustritt bzw. durch Energiefreisetzung, |
| ― | die Freisetzung von Energie (z. B. Brand, Explosion), die zu einem Schaden mit direkten Kosten in Höhe von mehr als 2.500 € führt, sowie |
| ― | die offiziell außerhalb des Werks ausgerufene Evakuierung. |
Mittels der LoPC-Ereignisrate (LoPC Incident Rate, LoPC IR) ermitteln wir die Zahl der entsprechenden Ereignisse, bezogen auf die Anzahl von 200.000 THW pro Jahr von Covestro-Mitarbeitenden und beauftragten Kontraktoren. Die von der ICCA festgelegten Mengenschwellen zur Erfassung von Ereignissen sind für die Mitglieder dieses Chemieverbands verbindlich und werden deshalb auch bei Covestro angewendet. Die Mengenschwellen haben wir für Covestro übernommen, um innerhalb der chemischen Industrie bzw. innerhalb des Benchmarks vergleichbar zu sein. Durch sehr niedrige Mengenschwellen werden auch kleinere Ereignisse als LoPC systematisch erfasst und untersucht. So liegt bspw. die Mengenschwelle für Chlor bei einem Kilogramm.
Jedes LoPC-Ereignis sowie relevante Klein- bzw. Beinahe-Ereignisse werden hinsichtlich ihrer Ursachen sorgfältig analysiert und Ergebnisse sowie getroffene Korrekturmaßnahmen publiziert. Die Kriterien wurden so gewählt, dass auch solche Stoff- und Energiefreisetzungen systematisch erfasst werden, die keine Auswirkungen auf Mitarbeitende, die Nachbarschaft oder die Umwelt haben. Berücksichtigung fanden z. B. niedrigere Mengenschwellen oder auch Stofffreisetzungen ohne Gefahrenpotenzial. Damit wurde dem Anspruch der Integrität unserer Anlagen Rechnung getragen. Der globale Austausch sicherheitsrelevanter Erfahrungen soll dabei helfen, das bestehende hohe Niveau der Verfahrens- und Anlagensicherheit im Unternehmen zusätzlich sicherzustellen. Weltweit verbindliche Standardprozesse und deren einheitliche Implementierung tragen ebenfalls dazu bei.
Informationssicherheit
Neben der Sicherheit der Mitarbeitenden und Anlagen, sind für Covestro die Sicherheit von Informationen sowie störungsfreie Betriebsabläufe und Prozesse von besonderer Bedeutung. Daher richten wir unsere Sicherheitsstrategie konsequent auf diese Ziele aus. Covestro hat ein zentrales Komitee für Informationssicherheit eingerichtet, um eine enge Abstimmung der relevanten Fachabteilungen Corporate Security, Information & Operational Technology Security inkl. Cyber Security und der Produktion zu gewährleisten. Sicherheit wird schon bei der System- und Softwareentwicklung ("Security by Design") berücksichtigt und die Sicherheitsanforderungen von Covestro orientieren sich an internationalen Standards wie ISO 27001 und IEC 62443.
Wir verwenden moderne IT-Werkzeuge, um etwaige Versuche eines Angriffs auf unsere IT-Systeme im Rahmen einer fortlaufenden Überwachung der Sicherheit zu erkennen, und verbessern sie kontinuierlich. Die Überwachung erfolgt durch ein unternehmensinternes Team von Sicherheitsexperten in unserem Sicherheitsoperationszentrum (Security Operation Center, SOC). Ziel ist die Echtzeiterkennung von Unregelmäßigkeiten sowie verdächtigen Ereignissen in unserer IT-Infrastruktur, die auch Hinweise auf Cyberattacken sein können. Diese Hinweise werden von uns sorgfältig analysiert und bewertet, und bei Bedarf werden zeitnah angemessene Gegenmaßnahmen eingeleitet.
Weitergehende Entscheidungs- und Steuerungsgremien zum Risiko-, Compliance- und Krisenmanagement sowie zum Informationssicherheitsmanagement sind innerhalb von Covestro fest etabliert. Ein zentraler Ankerpunkt unserer Sicherheitsarchitektur sind die Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeitenden durch globale Kampagnen und webbasierte Pflichttrainings, bspw. zu Themen wie "Phishing" oder der "Sichere Anwendung von Internetbrowsern". Im Rahmen der Migration auf eine Cloud-Umgebung wurde das zugrundeliegende Systemdesign durch eine anerkannte externe Beratungsgesellschaft geprüft. Weitere Sicherheitstests werden kontinuierlich risikoorientiert durchgeführt - genauso wie nicht angekündigte Überprüfungen auf Sicherheitslücken (u. a. durch sogenanntes Red Teaming).
Informationen zur generellen Sicherheitslage erhält Covestro u. a. auf Sicherheitsexpertenebene und durch die Inanspruchnahme von Beratungsleistungen entsprechender externer Anbieter bspw. hinsichtlich potenzieller Cyber-Bedrohungen ("Threat Intelligence").
Das Thema "Datenschutz" ist für Covestro von zentraler Bedeutung und wird durch die Unternehmensfunktion Law, Intellectual Property & Compliance verantwortet sowie konzernweit koordiniert.
Umwelt- und Transportsicherheit
Wir arbeiten stetig an der Optimierung der Sicherheit beim Transport unserer Produkte. Etwaige Ereignisse berichten wir gemäß internen Richtlinien für alle von Covestro geführten Standorte. Aufgenommen werden sie nach festgelegten Kriterien wie ausgetretener Ladung, Gefahrgutklasse, Personenschäden und Sperrungen von Transportwegen. Bei bestimmten Gefahrgütern werden entsprechend unserer Selbstverpflichtung ausgetretene Mengen bereits ab fünf Kilogramm erfasst und kategorisiert. In regelmäßigen Abständen finden globale Veranstaltungen zum Thema "Transportsicherheit" statt. Entsprechende Korrekturmaßnahmen werden aus den aufgetretenen Ereignissen abgeleitet sowie implementiert und es findet ein Austausch über bewährte Vorgehensweisen statt.
2. Strategie
Daseinszweck und Vision
Der fortschreitende Klimawandel, die wachsende Weltbevölkerung, die zunehmende Urbanisierung und neue Formen der Mobilität sind enorme globale Herausforderungen. Covestro stellt sich diesen Herausforderungen und verbindet so wirtschaftlichen Erfolg mit Nachhaltigkeit. Ziel ist es, den Daseinszweck (Purpose) von Covestro zu verwirklichen: "To make the world a brighter place" - "Die Welt lebenswerter machen".
Mit unseren Hochleistungs-Polymer-Werkstoffen wollen wir Lösungen für die globalen Herausforderungen anbieten. Wir setzen dabei auf Technologien, die den Energieeinsatz und die Emissionen in unseren Produktionsprozessen reduzieren. Die von uns entwickelten Produkte und Lösungen ersetzen herkömmliche Werkstoffe wie Glas oder Metall, die weniger nachhaltig hergestellt werden oder einen weniger nachhaltigen Lebenszyklus aufweisen, oder ermöglichen ganz neue, nachhaltige Anwendungen. Wir sind davon überzeugt, dass unsere langfristige Ausrichtung auf die Kreislaufwirtschaft uns unserem Daseinszweck näherbringt.
Aufbauend auf unserem Daseinszweck bildet die Umsetzung unserer Vision, uns vollständig auf die Kreislaufwirtschaft auszurichten, die Basis unserer Konzernstrategie "Sustainable Future". Unsere Vision gibt uns eine klare Richtung vor, wohin wir uns als Unternehmen entwickeln wollen.
Unsere Unternehmenswerte und unsere Unternehmenskultur, die von unseren Mitarbeitenden gelebt werden, tragen maßgeblich dazu bei, unseren Daseinszweck, unsere Vision und unsere Strategie zu verwirklichen.
Konzernstrategie
Strategische Ziele und Maßnahmen
Unsere übergeordneten Ziele, die sich aus unserem Daseinszweck und unserer Vision ergeben, geben die Richtung für unsere Konzernstrategie "Sustainable Future" vor. Diese reflektiert die neuen Einflüsse unserer Vision und bezieht die sich ändernden externen und internen Entwicklungen, wie z. B. die Dynamik in der Klimapolitik, im Markt und in der Digitalisierung, mit ein. Unsere Konzernstrategie besteht aus drei strategischen Kapiteln: Wir wollen "Covestro optimal in Position bringen", "nachhaltiges Wachstum vorantreiben" und uns "vollständig auf die Kreislaufwirtschaft ausrichten". Unsere Strategie steht auf einem soliden Fundament, denn ihre Umsetzung wird durch die Beschleunigung der Digitalisierung im Unternehmen und den Ausbau unserer "Wir sind 1"-Kultur ermöglicht.
"Covestro optimal in Position bringen"
Wir bringen uns optimal in Position - mit dem ersten strategischen Kapitel wollen wir das Unternehmen bestmöglich aufstellen, um unser volles Potenzial zu heben und somit die Basis für nachhaltiges und profitables Wachstum zu schaffen. Das erste strategische Kapitel ist angetrieben von einem klaren Verständnis unseres Geschäfts: Wir bieten ein breites Portfolio von Standard- und Spezialprodukten an und zeichnen uns zugleich durch eine hohe Innovations-, Forschungs- und Entwicklungskraft aus. Wir wollen uns noch stärker auf die Erfolgsfaktoren unseres Kerngeschäfts fokussieren.
Unsere Kunden stehen dabei für uns an erster Stelle. Wir optimieren Prozesse, die unsere Kunden erfolgreich machen, verbessern Arbeitsabläufe innerhalb unserer Organisation und richten uns vollständig auf die Bedürfnisse unserer Kunden aus. Je nach Kundenfokus liefern wir Standardprodukte schnell und in hoher Qualität oder stehen unseren Kunden mit technischer Expertise bei der Verbesserung oder Entwicklung von (Spezial-)Produkten zur Seite.
Um das erste strategische Kapitel umzusetzen, haben wir ein globales Transformationsprogramm gestartet. Damit gestalten wir Strukturen, Prozesse und Steuerungsmechanismen neu, um unser Unternehmen bestmöglich aufzustellen. Die Implementierung der Maßnahmen des Transformationsprogramms hat im Jahr 2021 begonnen und soll bis Ende 2023 abgeschlossen sein. Die Neustrukturierung unserer Aufbau- und Ablauforganisation sowie der Verantwortlichkeiten wurde bereits im Jahr 2021 umgesetzt. Unter anderem strukturieren wir nun unser Geschäft nach Standardprodukten (Performance Materials) und Spezialprodukten (Solutions & Specialties). Ferner zielt das Programm auf die Bündelung bestimmter Kompetenzbereiche ab. Dabei geht es primär um die profitable Weiterentwicklung unseres Geschäfts mit Blick auf Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft.
Ein weiteres wesentliches Kernelement des ersten strategischen Kapitels ist das Konzept "Customer Centricity", mit dem wir kundenorientiertes Arbeiten künftig noch stärker forcieren wollen. "Customer Centricity" bei Covestro basiert konkret auf drei Säulen:
| ― | Knowing the Customer (Kundenverständnis): Wir müssen die Bedürfnisse unserer Kunden so gut kennen, dass wir genau wissen, welchen Mehrwert wir für ihre Geschäftsaktivitäten bieten können. |
| ― | Thinking Customer First (kundenorientiertes Denken): Jede einzelne Funktion in unserer Organisation muss auf die Bedürfnisse unserer Kunden ausgerichtet sein. |
| ― | Co-Creating Customer Value (gemeinsam mit dem Kunden Mehrwert schaffen): Wir müssen mit unseren Kunden zusammenarbeiten, um gemeinsam einen Mehrwert auf dem Markt zu schaffen. |
"Nachhaltiges Wachstum vorantreiben"
Nachhaltiges Wachstum voranzutreiben und damit Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zu vereinen, ist Bestandteil des zweiten strategischen Kapitels unserer Konzernstrategie. Um ein zukunftsfähiges Portfolio sicherzustellen, wollen wir in langfristig attraktive und nachhaltige Marktsegmente investieren. Alle Aktivitäten, die organisches und anorganisches Wachstum fördern - d. h. Investitionen, Akquisitionen, Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und auch unsere strategische Venture-Capital-Initiative (Covestro Venture Capital, COVeC) -, richten wir zukünftig noch stärker auf Nachhaltigkeit aus.
Zu den wichtigsten Elementen, wenn es darum geht, diese Entwicklung voranzutreiben, gehören das Management und die Steuerung des Produktportfolios hin zu mehr Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Zur Steuerung unseres Portfolios wird derzeit eine Methodik zur Portfolio-Nachhaltigkeitsbewertung entwickelt.
Um mit dem eingesetzten Kapital Wert zu generieren, analysieren und steuern wir unser Investitionsportfolio nach Rentabilitäts- und Nachhaltigkeitskriterien. Wir forcieren Investitionsprojekte, die einen Return on Capital Employed (ROCE) erreichen, der oberhalb bestimmter Schwellenwerte liegt, und die möglichst geringe Treibhausgasemissionen verursachen oder diese sogar reduzieren.
Zusätzlich werden wir in Zukunft einen schnelleren und kostengünstigeren Anlagenbau realisieren, um den effizienten Einsatz unseres Investitionskapitals zu erhöhen, ohne dabei die Zuverlässigkeit und Sicherheit unserer Anlagen zu beeinträchtigen. Daher erweitern wir fortlaufend unser globales Netzwerk von Anbietern für Anlagenbau, Ausrüstung und Dienstleistungen, optimieren interne Prozesse sowie den Ressourceneinsatz und nutzen verstärkt bereits erfolgreich realisierte Bauvorhaben als Vorlage für künftige Projekte (Blueprint-Ansatz).
"Vollständig auf die Kreislaufwirtschaft ausrichten"
Das dritte strategische Kapitel beinhaltet Maßnahmen, die dazu dienen, Covestro vollständig auf die Kreislaufwirtschaft auszurichten. Damit wollen wir die Entwicklung zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Wirtschaft beschleunigen. Diese Ausrichtung sehen wir als Chance für unser Unternehmen, mit unseren zirkulären Produkten entlang des gesamten Wertschöpfungskreislaufs zu Lösungen für globale Herausforderungen beizutragen. Die Umsetzung des dritten strategischen Kapitels und damit unserer Vision wird durch die im Jahr 2021 etablierte Konzernstruktur sowie unser globales Strategieprogramm "Circular Economy" vorangetrieben. Dieses Programm bündelt und treibt seit dem Jahr 2019 die Umsetzung des Themas "Kreislaufwirtschaft" bei Covestro in einer übergreifenden globalen Programmstruktur voran. Neben dem Programmmanagement zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft werden strategische Schwerpunktthemen, wie bspw. alternative Rohstoffe, die Vermarktung von Produkten auf Basis dieser Rohstoffe oder die Erschließung von Rohstoffquellen durch Recycling, bearbeitet. Darauf aufbauend hat Covestro im Berichtsjahr ein Programm zur Transformation der Produktionsstandorte hin zur Klimaneutralität erarbeitet und Nachhaltigkeitsziele zur Reduktion der CO2-Emissionen veröffentlicht.
Die Kreislaufwirtschaft wollen wir zudem durch die Entwicklung und Nutzung innovativer Recyclingtechnologien vorantreiben. Dabei sehen wir insbesondere das chemische Recycling als vielversprechend an. Dieses ist ein wirkungsvolles Instrument, mit dem erhebliche Mengen des Ausgangsmaterials zurückgewonnen und wieder eingesetzt werden können. Es eignet sich vor allem für Materialien und Abfälle, die aufgrund ihrer Eigenschaften im Rahmen eines mechanischen Recyclings nicht verwertet werden können, oder für Fälle, in denen aus dem Recyclingprozess gleiche Qualitäten wie bei Neuware hervorgehen müssen.
Uns ist bewusst, dass die Umstellung unserer Produktion und unseres Produktportfolios auf die Kreislaufwirtschaft eine große, langfristige Aufgabe darstellt, die wir nicht allein bewältigen können. Daher werden wir verstärkt an der Etablierung von kollaborativen Partnerschaften und Netzwerken mit unseren Kunden, Lieferanten, Forschungsinstituten und anderen Lösungsanbietern entlang des Wertschöpfungskreislaufs arbeiten.
Weitere Informationen zu unseren Aktivitäten zur Kreislaufwirtschaft finden sich im entsprechenden Kapitel im Geschäftsbericht 2022 des Covestro-Konzerns.
Digitalisierung und Unternehmenskultur
In unserer Strategie "Sustainable Future" sind die Digitalisierung und unsere "Wir sind 1"-Unternehmenskultur elementare Bestandteile, die ein solides Fundament bilden. Wir gehen die Digitalisierung und die damit verbundenen Chancen mit einem umfassenden Programm zielgerichtet an - entlang der kompletten Wertschöpfungskette, in den Unternehmensfunktionen sowie an allen Berührungspunkten mit unseren Kunden. Dafür forciert Covestro den Einsatz digitaler Technologien und nutzt das Potenzial von künstlicher Intelligenz. Gleichzeitig fördert Covestro ein offenes Arbeitsklima, das Mitarbeitende dazu anregt, neue Ansätze für unser Geschäft zu erarbeiten und bestehende Konzepte auf den Prüfstand zu stellen.
Durch die Digitalisierung des Geschäfts wollen wir Wettbewerbsvorteile generieren. Dazu zählen z. B. die Ausweitung unserer digitalen F&E-Aktivitäten sowie Kooperationen mit Unternehmen. Erkenntnisse aus der Datenwissenschaft unterstützen zudem zentral die Unternehmensfunktionen, die Algorithmen und maschinelles Lernen gewinnbringend einsetzen können. Wir treiben die Entwicklung und Umsetzung digitaler Produkte und Geschäftsmodelle voran.
Um interne Potenziale vollständig auszuschöpfen und unsere unternehmerischen Ziele zu erreichen, verankern wir unsere "Wir sind 1"-Unternehmenskultur fest im Unternehmen. Entscheidend dafür sind unsere Mitarbeitenden, die diese Kultur mit Leben füllen. Wir arbeiten konsequent daran, unsere Kultur weiterzuentwickeln und erleichtern die Umsetzung, indem wir konkrete Verhaltensweisen aus insgesamt vier Kulturdimensionen ableiten.
3. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Ertragslage
Der Covestro-Konzern beurteilt seinen Erfolg anhand der folgenden vier Komponenten: Profitables Wachstum, gemessen am EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization), Liquidität, gemessen am Free Operating Cash Flow (FOCF), Rentabilität, gemessen am Return on Capital Employed (ROCE) über Weighted Average Cost of Capital (WACC), und Nachhaltigkeit, gemessen an ausgewählten Kriterien betreffend Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Environmental, Social and Governance, ESG).
Aufgrund der Konzernstruktur werden diese Kennzahlen nicht auf Ebene einzelner Gesellschaften erhoben, sondern auf Konzernebene. Wir verweisen daher auf das entsprechende Kapitel im zusammengefassten Lagebericht der Covestro AG. Die Covestro Deutschland AG beurteilt den Erfolg des Geschäftsverlaufs anhand der Umsätze und des operativen Ergebnisses.
Covestro ist in zwei Berichtssegmente Performance Materials (PM) und Solutions & Specialties (S & S) gegliedert. Die Segmente unterteilen sich in sieben Geschäftseinheiten. Diese sind entlang ihrer jeweiligen Erfolgsfaktoren aufgestellt und alle operativ erfolgskritischen Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette sind in diese Geschäftseinheiten eingebettet. Damit ist das Geschäft von Covestro ideal auf die Anforderungen der jeweiligen Märkte zugeschnitten und an den Bedürfnissen seiner Kunden ausgerichtet.
Das Segment Performance Materials (PM) bildet eine eigene Geschäftseinheit und umfasst das Geschäft mit Standard-Urethankomponenten, Standard-Polycarbonaten sowie Basischemikalien. Hier liegt der Fokus auf der zuverlässigen Lieferung von Standardprodukten zu wettbewerbsfähigen Kosten.
Das Segment Solutions & Specialties (S & S) umfasst die sechs Geschäftseinheiten Engineering Plastics (EP), Coatings & Adhesives (CA), Tailored Urethanes (TUR), Thermoplastic Polyurethanes (TPU), Specialty Films (SF) und Elastomers (ELA) und vereint das Angebot an differenzierten Produkten mit hoher Innovationsgeschwindigkeit, die Covestro mit anwendungstechnischen Dienstleistungen kombiniert.
Die Covestro Deutschland AG blickt insgesamt auf ein Geschäftsjahr zurück, welches einerseits durch steigende Verkaufspreise als Folge der allgemeinen Verteuerungen insbesondere von Energie als Resultat der Ukrainekrise gekennzeichnet war. Andererseits wirkte sich diese Entwicklung auch negativ auf die Nachfragesituation und somit auf die Absatzmengen aus. Zusätzlich führten gestiegene Rohstoff- und zuvor genannte Energiekosten zu höheren Herstellungskosten.
Der Umsatz der Covestro Deutschland AG belief sich im Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 auf 7.520 Mio. € (Vorjahr: 6.548 Mio. €).
Im Segment Performance Materials (PM) konnten die Umsätze auf insgesamt 4.200 Mio. € (Vorjahr: 3.576 Mio. €) gesteigert werden, im Wesentlichen getrieben von Standard-Urethankomponenten und Basischemikalien. Die gestiegenen Verkaufspreise sind insbesondere auf eine Erhöhung der Rohstoff- und Energiepreise zurückzuführen, während sich die Absatzmengen verringerten.
Im Segment Solutions & Specialties (S & S) konnten die Umsätze auf insgesamt 2.887 Mio. € (Vorjahr: 2.686 Mio. €) gesteigert werden, was auf gestiegene Verkaufspreise zurückzuführen ist. Die Absatzmengen waren ebenfalls rückläufig. Diese Entwicklung trifft bis auf Specialty Films (SF) auf alle Geschäftseinheiten des Segments Solutions & Specialties (S & S) zu.
Entsprechend stiegen die Umsätze aufgrund höherer Verkaufspreise in der Geschäftseinheit Coatings & Adhesives (CA) auf 1.158 Mio. € (Vorjahr: 1.056 Mio. €), bei Engineering Plastics (EP) auf 886 Mio. € (Vorjahr: 883 Mio. €), bei Tailored Urethanes (TUR) auf 435 Mio. € (Vorjahr: 379 Mio. €), bei Thermoplastic Polyurethanes (TPU) € 127 Mio. € (Vorjahr: 106 Mio. €) und bei Elastomers (ELA) auf 113 Mio. € (Vorjahr: 111 Mio. €). Gesunkene Absatzmengen verringerten den Umsatz im geringeren Umfang.
Die Umsatzerlöse der Geschäftseinheit Specialty Films (SF) stiegen auf 167 Mio. € (Vorjahr: 151 Mio. €). Der Anstieg begründet sich primär durch eine Zunahme der Absatzmengen, während der Anteil höherer Verkaufspreise an der Umsatzsteigerung geringer ausfiel.
Mit sonstigen Geschäftsaktivitäten wurde ein Umsatz in Höhe von 433 Mio. € (Vorjahr: 286 Mio. €) erzielt. Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um Umsätze aus Lizenzen und Weiterbelastungen von Zentralleistungen.
Die Herstellungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 7.298 Mio. € (Vorjahr: 5.531 Mio. €). Im Berichtsjahr sind die Rohstoffkosten insgesamt gestiegen. Für die wesentlichen Grundstoffe der Produktion ergaben sich folgende Preisentwicklungen: Toluol verteuerte sich um 103 %, Aceton um 33 %, Phenol um 32 % und Benzol um 28 %. Des Weiteren stiegen die Energiepreise signifikant.
Die Vertriebskosten lagen mit 520 Mio. € um 21 Mio. € über denen des Vorjahres (499 Mio. €). Die Logistikaufwendungen fielen im Jahr 2022 aufgrund von Preissteigerungen höher aus.
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Berichtszeitraum auf 414 Mio. € (Vorjahr: 374 Mio. €), die F&E-Quote lag damit bei 5,5 % im Verhältnis zum Umsatz (Vorjahr: 5,7 %). Der Anstieg begründet sich zum einen durch höhere Lizenzgebühren, welche im Geschäftsjahr 2022 insbesondere an die Covestro Intellectual Property GmbH & Co. KG, Leverkusen, entrichtet wurden. Auf der anderen Seite entfiel die Bildung der jährlichen Incentivierung (Covestro PSP).
Die allgemeinen Verwaltungskosten des Geschäftsjahres beliefen sich auf 185 Mio. € (Vorjahr: 185 Mio. €). Die Entwicklung ist vom Anstieg administrativer Belastungen im Rahmen konzerninterner Beschaffungs- und Produktstrategien einerseits und Wegfall der jährlichen Incentivierung (Covestro PSP) andererseits geprägt.
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 50 Mio. € (Vorjahr: 20 Mio. €) resultierten insbesondere aus der Auflösung nicht beanspruchter Rückstellungen von 32 Mio. €, aus Auflösungen von Wertberichtigungen sowie aus Investitions- und Aufwandszuschüssen von je 3 Mio. €.
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 32 Mio. € (Vorjahr: 21 Mio. €) waren vor allem Abwertungen bzw. Ausbuchungen von uneinbringlichen Forderungen sowie Abgrenzungen für ausstehende Rechnungen enthalten. Ferner wurden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen Versicherungsprämien und Kursverluste aus Rückstellungen und Lizenzabgrenzungen berücksichtigt.
Das operative Ergebnis des Geschäftsjahres 2022 betrug - 879 Mio. € (Vorjahr: - 42 Mio. €).
Das Finanzergebnis in Höhe von 727 Mio. € (Vorjahr: 802 Mio. €) enthielt Beteiligungserträge in- und ausländischer Tochtergesellschaften sowie Erträge aus Gewinnabführungen im Gesamtwert von 1.093 Mio. € sowie Aufwendungen von Verlustübernahmen verbundener Unternehmen von 16 Mio. €. Das Zinsergebnis floss mit - 392 Mio. € ein und war insbesondere durch die negative Wertentwicklung des Deckungsvermögens sowie durch Zinsaufwendungen aus Aufzinsung der Pensionsrückstellungen und Änderung des Rechnungszinses beeinflusst. Der positive Saldo der übrigen finanziellen Erträge und Aufwendungen belief sich auf 42 Mio. €.
Aufgrund des seit dem 1. September 2015 bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der Covestro AG wurde der Verlust des Geschäftsjahres 2022 in Höhe von 153 Mio. € vollständig durch die Covestro AG übernommen.
Finanz- und Vermögenslage
Die Bilanzsumme der Covestro Deutschland AG verringerte sich zum 31. Dezember 2022 im Vergleich zum 31. Dezember 2021 um 154 Mio. € auf 10.211 Mio. €. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus einer Reduzierung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen und einem niedrigeren aktiven Unterschiedsbetrag aus der Vermögensrechnung sowie einer Senkung der Wertpapiere des Umlaufvermögens. Gegenläufig stiegen die Guthaben bei Kreditinstituten, das Finanzanlagevermögen und die Vorräte.
Der Rückgang der immateriellen Vermögensgegenstände um 6 Mio. € ist hauptsächlich auf die planmäßige Abschreibung von Vertriebsrechten und Software sowie des im Jahr 2015 erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerts zurückzuführen.
Das Sachanlagevermögen erhöhte sich um 6 Mio. € auf 1.297 Mio. €. Die Zugänge insbesondere an den wesentlichen Produktionsstandorten in Nordrhein-Westfalen überstiegen die planmäßigen Abschreibungen.
Die Entwicklung des Finanzanlagevermögens war im Jahr 2022 wesentlich beeinflusst durch Ausleihungen an die Covestro LLC, Pittsburgh, Pennsylvania, (USA) von 115 Mio. €. Im Zuge der Verschmelzung der Covestro GmbH auf die Covestro Deutschland AG erhöhten sich die Anteile an der Covestro Invest GmbH um 2 Mio. €. Primär aufgrund dieser Veränderungen stieg das Finanzanlagevermögen im Berichtsjahr von 4.602 Mio. € im Vorjahr auf 4.719 Mio. €.
Die Vorräte betrugen zum 31. Dezember 2022 insgesamt 731 Mio. € und lagen somit 33 Mio. € über dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 698 Mio. €). Dies ist im Wesentlichen auf die Rohstoffpreisentwicklung zurückzuführen. Die Reduktion der Bestandsmenge der Erzeugnisse kompensiert den Effekt aus der Rohstoffpreisentwicklung teilweise.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sanken um 231 Mio. € auf 679 Mio. €.
Die sonstigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf 1.500 Mio. € (Vorjahr: 1.495 Mio. €). Als Folge des Ergebnisabführungsvertrags stiegen die Forderungen gegenüber der Covestro AG. Des Weiteren steht diese Entwicklung in unmittelbarem Zusammenhang mit der zentralen Rolle der Covestro Deutschland AG im Rahmen der Steuerung der Konzernliquidität.
Die sonstigen Vermögensgegenstände sanken im Vergleich zum Vorjahr um 394 Mio. € auf 46 Mio. €. Der Rückgang ist primär auf das Auslaufen von Bankeinlagen mit kurzfristiger Laufzeit sowie nicht prolongierte Investitionen in sogenannte Reverse-Repos (Wertpapierpensionsgeschäfte) zurückzuführen.
Investitionen in sonstige Wertpapiere wurden erstmals im Jahr 2020 getätigt und beliefen sich im Vorjahr auf 65 Mio. €. Hierbei handelte es sich ausschließlich um Anlagen in Geldmarktfonds, welche im Jahr 2022 veräußert wurden.
Die Guthaben bei Kreditinstituten stiegen um 548 Mio. € auf 1.085 Mio. €.
Der aktive Unterschiedsbetrag aus der Verrechnung der Verpflichtungen aus Altersversorgung und Arbeitszeitguthaben mit dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögen betrug 27 Mio. € (Vorjahr: 190 Mio. €).
Das Gesamtvermögen zum 31. Dezember 2022 war unverändert zum Vorjahr mit 1.783 Mio. € durch Eigenkapital finanziert. Die Eigenkapitalquote ist im Vergleich zum Vorjahr von 17,2 % auf 17,5 % zum 31. Dezember 2022 gestiegen. Der Rückgang des Fremdkapitals um 154 Mio. € auf 8.428 Mio. € resultierte hauptsächlich aus dem Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 130 Mio. € und sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 217 Mio. €, während gegenläufig die Rückstellungen um 225 Mio. € stiegen.
Die Rückstellungen haben sich im Vergleich zum 31. Dezember 2021 um 225 Mio. € auf 625 Mio. € erhöht. Begründet ist dies insbesondere durch den Anstieg der Pensionsverpflichtungen auf 440 Mio. € (Vorjahr: 14 Mio. €), was im Wesentlichen auf den Rückgang des Rechnungszinses von 1,87 % auf 1,78 % sowie inflationsbedingt gestiegenen Rententrend von 1,80 % auf 2,20 % und der Reduzierung des Planvermögens zurückzuführen ist. Die Reduzierung der sonstigen Rückstellungen ist im Wesentlichen mit dem Wegfall der kurzfristigen Bonusrückstellungen begründet.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf 712 Mio. € und lagen somit 130 Mio. € unter dem Wert des Vorjahres (842 Mio. €). Der Rückgang war zum großen Teil durch geringeren Rohstoffbezug u. a. bedingt durch die Stillstände von Produktionsanlagen und Sparmaßnahmen begründet. Gesunkene Energieabgrenzungen verstärkten diese Entwicklung.
Weiterhin sind die sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 217 Mio. € auf 7.026 Mio. € gesunken. Die Verbindlichkeiten aus Ergebnisabführung gegenüber der Muttergesellschaft Covestro AG entfielen im Jahr 2022, und die Cash-Pool-Verbindlichkeiten waren rückläufig. Gegenläufig stiegen die Verbindlichkeiten kurzfristiger Darlehen, u. a. gegenüber der Muttergesellschaft Covestro AG.
Die sonstigen Verbindlichkeiten sind im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 5 Mio. € auf 36 Mio. € gestiegen. Primär geht die Entwicklung auf den Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitenden zurück.
Die Liquidität und die Finanzierung der Covestro Deutschland AG waren im Berichtsjahr jederzeit gesichert. Zukünftige Liquiditätsengpässe sind nicht absehbar. Die Versorgung der Covestro Deutschland AG mit Finanzmitteln erfolgt durch die Muttergesellschaft Covestro AG, deren Finanzabteilung die Liquidität des Covestro-Konzerns steuert. Das entsprechende Darlehen der Covestro AG an die Covestro Deutschland AG betrug zum Bilanzstichtag 5.395 Mio. €.
Aufgrund ihres Ergebnisabführungsvertrags mit der Covestro AG prägt die Covestro Deutschland AG wesentlich das Ergebnis der Covestro AG. Folglich existiert keine eigenständige Dividendenpolitik, da diese von der Konzernmutter definiert wird. Die Covestro Deutschland AG vereinnahmt die Ergebnisse ihrer Tochtergesellschaften über Dividendenzahlungen oder Ergebnisabführungsverträge. Hierdurch soll der Konzernmutter ermöglicht werden, eine attraktive und nachhaltige Dividendenpolitik zu realisieren.
4. Forschung, Entwicklung und Innovation
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung der Covestro Deutschland AG beliefen sich im Berichtsjahr auf 414 Mio. € (Vorjahr: 374 Mio. €), die F&E-Quote lag damit bei 5,5 % im Verhältnis zum Umsatz (Vorjahr: 5,7 %). Zum 31. Dezember 2022 waren 792 Mitarbeitende in der Forschung und Entwicklung tätig.
Innovation als Treiber für mehr Nachhaltigkeit im Einklang mit unserer Unternehmensvision, uns vollständig auf die Kreislaufwirtschaft auszurichten, ist für Covestro ein Kernelement der Strategie und Teil der eigenen Identität. Unser Innovationsverständnis ist dabei weit gefasst: Wir bauen nicht nur auf die klassische Forschung und Entwicklung (F&E), sondern darüber hinaus auch auf das hohe Kreativitätspotenzial im gesamten Unternehmen. Wir ermutigen alle Mitarbeitenden, Innovation bei Covestro voranzutreiben.
Auf allen Ebenen arbeiten wir in enger Abstimmung mit dem für Innovation verantwortlichen Vorstandsvorsitzenden daran, neue Produkte zu entwickeln, etablierte Produkte zu verbessern sowie Herstellungs- und Verarbeitungsverfahren zu optimieren, um unsere Position im globalen Wettbewerb zu halten und zu stärken. Auch Anwendungsbereiche sowie Geschäftsmodelle und -prozesse werden fortlaufend hinterfragt.
Innovation bei Covestro wird in drei Kernbereichen gebündelt: Zum einen betreiben wir geschäftsnahe F&E in den Geschäftseinheiten. Hier verfolgen wir spezifische, kurz- und mittelfristig ausgerichtete F&E-Themen. Zum anderen befasst sich die Unternehmensfunktion Group Innovation überwiegend mit mittel- und langfristigen Themen rund um Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung. So werden im Rahmen sogenannter Innovationsplattformen strategisch maßgebliche Themen wie bspw. chemisches Recycling oder Einsatzmöglichkeiten alternativer Rohstoffquellen für unser Produktportfolio vorangetrieben. Darüber hinaus verantwortet Group Innovation die Bereitstellung einer global abgestimmten F&E-Infrastruktur und unterstützt die Geschäftseinheiten bei der Forschung und Entwicklung. Zusätzlich verantwortet die Unternehmensfunktion Process Technology kurz, mittel- und langfristige Entwicklungen. Sie verbessert zum einen mit kurz- und mittelfristig ausgerichteten F&E-Projekten bestehende Produktionsprozesse und treibt zum anderen Prozessentwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung, die häufig einen mittel- bis langfristigen Charakter haben, voran. Die Verzahnung und Koordination der drei Bereiche für Innovation erfolgt in konzernweiten Steuerungsgremien unter dem Vorsitz des Vorstandsvorsitzenden. Die Abstimmung von Innovations- mit Nachhaltigkeits- und Digitalisierungsthemen wird durch die Mitgliedschaft der Leitung der Unternehmensfunktion Group Innovation in den entsprechenden funktionsübergreifenden Steuerungsgremien, wie z. B. dem ESG Governance Body (ESG GoB), sichergestellt.
Innovationsmanagement
Über unser konzernweites, funktionsübergreifendes Innovationsmanagement stellen wir sicher, dass unsere laufenden und geplanten Aktivitäten wie auch die Projekt-Pipeline stets den Bedürfnissen unserer Abnehmerindustrien und Endverbrauchermärkte entsprechen. Covestro nutzt hierfür vielfältige Werkzeuge: So bewerten wir jedes F&E-Projekt nach einem standardisierten Verfahren und bringen die gewonnenen Erkenntnisse in laufende und künftige Projekte ein. Zur Diskussion und Bearbeitung von neuen, kreativen Ideen aus allen Teilen des Unternehmens steht die globale digitale Plattform "idea.lounge" zur Verfügung. Unabhängig davon können Mitarbeitende in Deutschland eine weitere digitale Plattform namens "Covestro Ideenmanagement" nutzen, über die im Rahmen des betrieblichen Vorschlagswesens alle Verbesserungsvorschläge verwaltet werden. In der regional stattfindenden Innovationsveranstaltung "Innovation Celebration" zeichnen wir bspw. weltweit Projekte von Mitarbeitenden aus, die unser breites Innovationsverständnis widerspiegeln. Prämiert werden innovative Ideen in den Kategorien "Produkte und Anwendungen", "Produktion und Produktionsprozesse", "Geschäftsmodelle und Kommerzialisierung", "Interne Geschäftsprozesse" sowie "Patente und geistiges Eigentum". Weiterhin umfasst das Innovationsmanagement die systematische Etablierung und Steuerung von lokalen sowie globalen Kooperationen zur Gewinnung strategisch relevanter, für Covestro komplementärer Kompetenzen.
Nachhaltiges F&E-basiertes Innovationsportfolio
Covestro bringt bereits zahlreiche nachhaltige Lösungen auf den Markt und hat den Anspruch, künftig noch stärker an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (United Nations Sustainable Development Goals, SDGs) ausgerichtete Produkte zu entwickeln und zu vermarkten. Um dies zu erreichen, stellen wir unser Produktportfolio kontinuierlich auf nachhaltige Lösungen um, indem wir z. B. bereits in der Forschung und Entwicklung bewusst nach einem deutlich nachhaltigeren Projektportfolio streben. Diese Ausrichtung ermöglicht es uns, frühzeitig auch unkonventionelle und neuartige Ansätze zu identifizieren, zu untersuchen und zu testen. So tragen wir durch unsere F&E-Produkte und -Technologien zur Erreichung der SDGs bei.
Im Einklang mit unserem ambitionierten Ziel, 80 % der Projektkosten für F&E in Bereichen einzusetzen, die zum Erreichen der SDGs beitragen, setzen wir uns hohe Maßstäbe bei der Bewertung unserer Projekte. Daher ziehen wir nur solche Projekte für die Bemessung unseres Ziels in Betracht, die einen zusätzlichen Beitrag zur Erreichung der SDGs leisten. Um diesen zusätzlichen Beitrag zu messen, haben wir seit dem Geschäftsjahr 2020 einen unternehmensweiten Bewertungsprozess innerhalb des bestehenden Innovationsprozesses implementiert, der den Fortschritt der Projekte überprüft. Im Rahmen dieses Prozesses wird jedes F&E-Projekt basierend auf internen Fachinterviews bewertet. Anhand von konkreten Fragen werden die Auswirkungen eines Projekts und seiner Ergebnisse auf alle 17 SDGs beurteilt. Nur die Projekte, die die definierte Schwelle hinsichtlich des Grads ihres Beitrags zu den SDGs im Vergleich zu derzeit bestehenden Lösungen im Markt überschreiten, finden Berücksichtigung. Auch im Berichtsjahr 2022 fand dieses Bewertungsschema für das F&E-Portfolio von Covestro Anwendung. Die F&E-Projekte des im Jahr 2021 von Koninklijke DSM N.V., Heerlen (Niederlande), akquirierten Geschäftsbereichs Resins & Functional Materials (RFM) wurden im Jahr 2022 bereits zu einem großen Teil nach dem oben beschriebenen Bewertungsprozess evaluiert. Jedoch konnten die RFM-spezifischen F&E-Projektkosten nicht für das komplette Berichtsjahr 2022 im System abgebildet werden, sodass diese Projekte bei der Ermittlung der Zielerreichung für das Berichtsjahr noch nicht berücksichtigt wurden.
Digitale Innovationen
Covestro treibt die Digitalisierung und die damit verbundenen neuen Möglichkeiten für die gesamte Wertschöpfungskette der Chemie- und Kunststoffindustrie entschieden voran. Mit einem umfassenden strategischen Programm nutzt Covestro die Chancen der Digitalisierung, insbesondere durch die intelligente Verwendung von Daten, und setzt neue Standards in der Zusammenarbeit mit Kunden. Wir verankern zunehmend digitale Technologien und Arbeitsweisen in der Produktion, entlang der Lieferkette, in F&E, in den administrativen Funktionen, an allen Berührungspunkten mit Kunden sowie in der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Ein Schwerpunkt im Berichtsjahr war die Migration aller wichtigen Anwendungen in ein cloudbasiertes Umfeld.
Ein Beispiel für die Nutzung digitaler Technologien ist in der Zusammenarbeit mit Kunden entstanden. Durch die Digitalisierung des Bemusterungsprozesses für eine unserer Geschäftseinheiten und die Verwendung eines virtuellen Abbildes von physischen Materialien kann der Prozess vom Design bis zur Herstellung bei unseren Kunden beschleunigt werden. Ebenso erleichtert dies die Zusammenarbeit zwischen Mitgliedern von standortübergreifenden Teams. Mithilfe dieser digitalen Komponenten können Produktdesigns bereits in frühen Entwicklungsphasen realistisch visualisiert werden. Zusätzlich soll so das vorhandene Produktportfolio für Kunden greifbarer gemacht werden.
Darüber hinaus gewinnen wir mithilfe von maschinellem Lernen (Machine Learning) und künstlicher Intelligenz Erkenntnisse aus im Unternehmen vorhandenen Daten. Auf Basis der im Jahr 2021 eingeführten konzernweiten Plattform für Datenanalytik werden Anwendungsfälle entwickelt, operationalisiert und skaliert. Ein Beispiel für die erfolgreiche Anwendung liefert die Polyesterproduktionsanlage in Dormagen. Dort konnte durch den Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Verarbeitung umfassender Prozessdaten der Anlage eine Steigerung der verwertbaren Erzeugnismenge um schätzungsweise 2 % erzielt werden.
Auch in den F&E-Abteilungen unserer Geschäftseinheiten bringen datenwissenschaftliche Ansätze unsere Bemühungen hinsichtlich der vollständigen Digitalisierung der Bereiche voran. Unser Hochleistungsrechner-Cluster am Standort Leverkusen unterstützt die F&E erfolgreich bei der Lösung von Anwendungsfällen. Außerdem kommen die Rechenkapazitäten bspw. zur Anwendung, um komplexe Machine-Learning-Modelle zu trainieren, Algorithmen und Methoden im Bereich des Quantencomputings zu entwickeln und fotorealistische dreidimensionale Darstellungen (Rendering) von Materialien von Covestro zu erstellen.
Computersimulationen werden weiterhin in der F&E auf allen Ebenen umfassend eingesetzt - von der chemischen Quantenmechanik bis hin zur makroskopischen Ebene. Mit einem neuen digitalen Simulationswerkzeug können wir Analysen in großem Umfang für verschiedene Eigenschaften und Szenarien durchführen, wie z. B. für die Leistung von Katalysatoren, lösungsmittelbezogene Eigenschaften oder die Löslichkeit von Polymeren. Beispielhaft zu nennen ist ein neu entwickeltes digitales Tool, das unsere Kunden dabei unterstützt, Auswirkungen von Rezepturveränderungen auf die Eigenschaften von Schäumen direkt zu erkennen oder auch Rezepturvorschläge in Abhängigkeit von Eigenschaftsanforderungen zu erhalten. Auch wurden erste Anwendungsfälle durchgeführt, die auf die Erreichung einer vollständigen Kreislaufwirtschaft abzielen.
Wir sind bestrebt, die F&E-Prozesse in unseren Laboren vollständig zu digitalisieren. Dafür kombinieren wir verschiedene komplementäre Konzepte. So sind bereits die ersten vollständig digitalisierten Forschungslabore im Einsatz, die mit einem hohen Automatisierungsgrad detaillierte F&E-Daten erzeugen, die wiederum in unserer globalen F&E-Wissensplattform gespeichert werden können. Auf diese Weise können z. B. auf maschinellem Lernen basierende Eigenschafts- und Rezepturvorhersagen getätigt werden, die unsere Mitarbeitenden dabei unterstützen, Produkte schneller und effizienter zu entwickeln. Darüber hinaus bieten wir den tätigen F&E-Beschäftigten Möglichkeiten der digitalen Zusammenarbeit sowie Schulungsprogramme unter Verwendung von Technologien aus dem Bereich der virtuellen und erweiterten Realität (Augmented- bzw. Virtual-Reality-Technologien) an. Durch das realitätsnahe Durchlaufen verschiedener zu trainierender Szenarien ermöglichen wir höhere Sicherheitsstandards in Labors und Produktionsstätten.
Darüber hinaus wurde ein datenbasiertes zentrales Standardsystem ("Covestro Monitoring Platform") zur permanenten Analyse des Zustands unserer Produktionsanlagen geschaffen, das uns u. a. bei der kosteneffizienten und vorausschauenden Wartung von Maschinen und Anlagen unterstützt. Des Weiteren nutzen wir in großem Umfang eigene Prozessmodelle, z. B. zur Auslegung neuer Anlagen und zur Schulung unserer Mitarbeitenden mit Trainingssimulatoren für den optimalen Betrieb unserer Anlagen.
Strategische Partnerschaften und Kooperationen
Durch interne Aktivitäten und externe Kooperationen mit strategischen Partnern aus Industrie und Wissenschaft will Covestro die Effizienz seiner Forschung steigern. Kooperationen sowie die Zusammenarbeit in großen, öffentlich geförderten Konsortien prägen die Partnerschaften mit Forschungseinrichtungen und Universitäten sowie Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette.
Covestro pflegt langjährige und strategische Partnerschaften mit verschiedenen Universitäten, dazu gehört z. B. die RWTH Aachen University. Auf dem Weg zur vollständigen Ausrichtung auf die Kreislaufwirtschaft brauchen wir Kooperationspartner, die dieses Ziel inhaltlich und technisch mit uns verfolgen. So ist die RWTH Aachen University vor allem für ihre Arbeit in der chemischen Prozessentwicklung bekannt. Davon profitiert besonders unsere Zusammenarbeit im Rahmen der kooperativen Forschungsorganisation CAT Catalytic Center, die es uns erlaubt, Katalyse- und Prozessforschung zu kombinieren und daraus neue chemische Prozesse zu entwickeln, die sich im industriellen Maßstab umsetzen lassen.
Derzeit befindet sich an der RWTH Aachen University das vom Bundesland Nordrhein-Westfalen geförderte Inkubationszentrum "QuinCAT - Quick Incubation in Catalysis" im Aufbau, das von Covestro unterstützt wird und im Jahr 2023 in Betrieb genommen werden soll. Dort sollen chemische Ideen so weiterentwickelt werden, dass sie im nächsten Schritt eine Gesellschaftsgründung (Start-up-Gründung) ermöglichen. Covestro berät bei diesem Prozess und wird bei Inkrafttreten des Lenkungsausschusses durch unseren Vorstandsvorsitzenden vertreten.
Um die Kreislaufwirtschaft in der Kunststoffindustrie zu etablieren, müssen verschiedene Recyclingtechnologien parallel entwickelt werden, damit bessere Verfahren zur Verfügung stehen. Covestro kooperiert hier mit der RWTH Aachen University im Bereich der Enzym- und Biotechnologie mit Fokus auf drei Themen. Erstens soll enzymatisches Polymerrecycling entwickelt werden, um Kunststoffe am Ende des Lebenszyklus ohne Aufwand oder Nebenwirkungen in verwertbare Monomere umzuwandeln. Zweitens soll ein steuerbarer Abbau für in die Umwelt freigesetzte Kunststoffe entwickelt werden, sodass sich diese vollständig in der Natur zersetzen (programmierte Biodegradation). Drittens werden enzymatische Verfahren zur Aufbereitung von Abwässern aus der Kunststoffproduktion entwickelt, sodass Wertstoffe wiedergewonnen und in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden können. Die Kooperation wird über die nächsten fünf Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
Im Rahmen des Verbundprojekts "PUReSmart" hat Covestro ein innovatives Verfahren für das chemische Recycling von Polyurethan-Weichschaum aus gebrauchten Matratzen entwickelt. Mit dieser neuen Technologie lassen sich sowohl Recycling-Polyol, das die Wiederverwertung beim Kunden erlaubt, als auch ein recyceltes Toluylen-Diamin (TDA), das sich für die Weiterverarbeitung zu Toluylen-Diisocyanat (TDI) eignet, herstellen. Beide Materialien werden für die Herstellung von Weichschaumstoffen wie bspw. Matratzen verwendet. Wir möchten so fossile Ressourcen in der Produktion ersetzen, den CO2-Fußabdruck unserer Materialien reduzieren und neue Lösungen für den Umgang mit Kunststoffabfällen schaffen. Covestro betreibt am Standort Leverkusen eine Pilotanlage für das Recycling von Polyurethan-Weichschäumen, um Laborergebnisse zu bestätigen und Erkenntnisse für weitere Skalierungsschritte zu gewinnen. Diese Aktivitäten werden unter dem Namen "Evocycle® CQ Mattress" geführt.
Unsere Kooperationen erstrecken sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette und verbinden die Chemie- und Recyclingindustrie. So arbeiten wir mit dem Umweltdienstleister Interzero Circular Solutions GmbH, Köln, auf dem Gebiet des innovativen Recyclings von Kunststoffabfällen zusammen, und gemeinsam mit der französischen Umweltorganisation Éco-mobilier - SAS, Paris (Frankreich), bemühen wir uns darum, das Recycling von Abfällen aus Matratzen und Polstermöbeln weiterzuentwickeln, sodass sie in der Produktion wiederverwendet werden können.
Covestro arbeitet ebenfalls daran, den Materialkreislauf für Polyurethan-Hartschaumstoffe zu schließen. Diese tragen bspw. als Dämmmaterial in Kühlgeräten und Gebäuden zu einer Steigerung der Energieeffizienz bei. Das europäische Projekt "CIRCULAR FOAM" wurde im Jahr 2021 mit 22 Partnern aus neun Ländern ins Leben gerufen und wird von Covestro koordiniert. In den nächsten vier Jahren sollen Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft ein umfassendes Lösungsmodell für ein koordiniertes Abfallmanagement und geeignete Recyclingverfahren solcher Schäume entwickeln. Auch hier geht es um die Rückgewinnung der ursprünglich eingesetzten Rohstoffe - von Polyolen und einem Amin, das als Vorprodukt für Diphenylmethan-Diisocyanat (MDI) eingesetzt wird. Im Laufe des Berichtsjahres fanden bereits zwei offizielle Termine mit allen Partnern zur fortlaufenden Diskussion der Forschungsergebnisse und Projektfortschritte statt.
Prozesstechnologieinnovation
Ein weiterer wesentlicher Treiber für Innovationen bei Covestro ist die Prozesstechnologie. Die entsprechende Unternehmensfunktion trägt die globale Verantwortung für die Verfahrenstechnik in der Produktion von Covestro und unterstützt das operative Geschäft in den Segmenten. Hauptziele sind die Optimierung bestehender Produktionsverfahren, die Entwicklung neuer Prozesstechnologien, die Umsetzung führender Technologien im Prozessdesign für neue Produktionsanlagen sowie die Überführung der Herstellungsverfahren neu entwickelter Produkte in einen industriellen Maßstab.
Die Optimierung unserer bestehenden Produktionsverfahren ist ein wesentliches Element zur Erreichung unseres Nachhaltigkeitsziels, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu sein. Für Covestro bedeutet dies, Treibhausgasemissionen in der eigenen Produktion (Scope 1) und bei der Beschaffung und dem Verbrauch extern erzeugter Energiearten (Scope 2) einzusparen und bis zum Jahr 2035 Netto-Null-Treibhausgasemissionen1 an allen umweltrelevanten Standorten zu erreichen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Senkung der Lachgas-Emissionen in der Salpetersäureproduktion durch den Einsatz innovativer Katalysatoren. Daneben soll auch der Einsatz der Heißphosgenerzeugung die Energieeffizienz steigern. Diese Technologie führt zu einer deutlichen Reduktion des externen Dampfbedarfs.
Gleichzeitig arbeiten wir daran, Emissionen zu reduzieren, indem wir die Ausbeute an Produktionserzeugnissen erhöhen und damit Abfallströme reduzieren. So konnten die Abfallmengen in der TDI-Produktion in Dormagen durch den Einsatz einer neuen Technologie zur Verarbeitung von Produktionsrückständen signifikant reduziert werden.
Auf dem Weg zur Klimaneutralität bis zum Jahr 2035 verfolgt Covestro außerdem das Ziel, seine Produktion vollständig auf erneuerbare Energie umzustellen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Produktion von Vor- und Nebenprodukten im Bereich der Basischemikalien (Chlor, Natronlauge, Wasserstoff), die Grundbausteine für viele Produkte der chemischen Industrie sind. Ihre Herstellung aus Kochsalzlösung mittels Chlor-Alkali-Elektrolyse ist mit einem hohen Energieaufwand verbunden. Covestro produziert diese drei Vor- und Nebenprodukte an seinen Standorten in Leverkusen, Krefeld-Uerdingen und Dormagen. Um diese Produktionen auf erneuerbare Energien umzustellen, wurden Leverkusen und Krefeld-Uerdingen bereits nach dem "ISCC PLUS"-Verfahren2 für die Produktion des Vorprodukts Chlor zertifiziert.
1 Die Erreichung von Netto-Null-Treibhausgasemissionen ist definiert als ein Gleichgewicht zwischen der anthropogenen Erzeugung von Treibhausgasemissionen (aus eigener Produktionstätigkeit sowie aus der Beschaffung und dem Verbrauch extern erzeugter Energiearten) und dem anthropogenen Abbau von Treibhausgasemissionen.
Auch bei der Entwicklung von neuen Produktionsverfahren zur Erreichung einer vollständigen Kreislaufwirtschaft wurden weitere Erfolge erzielt. So gelang es im Jahr 2022 erstmals, die fermentativ gewonnene Vorstufe zu biobasiertem Anilin, Aminobenzoat, im Tonnenmaßstab herzustellen. Das Verfahren wird derzeit von Covestro im Rahmen eines öffentlich geförderten Projekts mit anderen Partnern zur kommerziellen Reife entwickelt.
5. Mitarbeitende
Am 31. Dezember 2022 beschäftigte die Covestro Deutschland AG 7.265 Mitarbeitende (Vorjahr: 6.876 Mitarbeitende). Der Personalaufwand belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf 1.019 Mio. €.
Unternehmenswerte und Unternehmenskultur
Covestro ist stolz auf seine Unternehmenswerte, zusammengefasst als "C3": neugierig (Curious), mutig (Courageous) und vielfältig (Colorful). Neugierde treibt uns zum Weiterdenken an. So schaffen wir innovative und ungeahnte Lösungen für unsere Kunden. Mut hilft uns, Wege zu erkennen, wo andere Grenzen sehen. Vielfalt fördert das Engagement und die Kreativität der Mitarbeitenden, unterschiedliche Blickwinkel machen uns erfolgreich. Diese Werte leiten alle Mitarbeitenden im Konzern und spiegeln sich in ihrem täglichen Denken und Handeln wider.
Unsere "Wir sind 1"-Unternehmenskultur basiert auf den Werten sowie Verhaltensweisen von Covestro und ist ein elementarer Bestandteil unserer Strategie. Unsere Mitarbeitenden beeinflussen und prägen diese Unternehmenskultur. Eine Kultur, die von unseren Mitarbeitenden gelebt wird, ermöglicht die Umsetzung der Strategie und trägt so zum nachhaltigen Erfolg von Covestro bei. Unsere Unternehmenskultur ermutigt alle Mitarbeitenden, jederzeit verantwortungsbewusst zu handeln, nach ständiger Verbesserung zu streben, kollaborative Teamarbeit zu fördern und den Anspruch zu haben, hervorragende Führung zu zeigen.
Leitbild und Strategie der Personalarbeit
Die großen Trends wie Digitalisierung, demografischer Wandel oder kontinuierliche Transformation in allen Lebens- und Arbeitsbereichen sowie der Trend zur Individualisierung, also zur Freiheit der Wahl und Selbstbestimmung des Einzelnen, verändern Inhalte und Ausprägungen unserer Arbeit. Im Fokus der Unternehmensfunktion HR stehen deshalb die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen, die unseren Geschäftserfolg hinsichtlich dieser Veränderungen nachhaltig unterstützen und gleichzeitig die berufliche Entfaltung sowie das Engagement aller ermöglichen. Im Sinne einer ganzheitlichen Personalstrategie setzt sich der Vorstand von Covestro u. a. für die Förderung von Vielfalt, Chancengerechtigkeit und Inklusion sowie für die Qualifizierung unserer Mitarbeitenden ein. Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sind für uns dabei ein fundamentales Prinzip unserer Tätigkeit.
Aus diesen Themen und unserer Konzernstrategie "Sustainable Future" leitet sich unsere Personalstrategie ab, die als Orientierungspunkt für alle Aktivitäten und Prioritäten der Unternehmensfunktion HR dient. Sie teilt sich in fünf Handlungsfelder auf: "Arbeitgeber meiner Wahl", "Leistung, die sich lohnt", "Bereit für persönliche Entwicklung", "Aktiv Transformation gestalten" und "Stolz, dazuzugehören".
Handlungsfeld "Arbeitgeber meiner Wahl"
Das Handlungsfeld "Arbeitgeber meiner Wahl" der Personalstrategie von Covestro richtet die Aktivitäten der Unternehmensfunktion HR darauf aus, die Attraktivität von Covestro als Arbeitgeber mithilfe verschiedener Initiativen zu erhalten und zu steigern sowie unsere aktuellen und künftigen Mitarbeitenden für ihre Tätigkeit und unser Unternehmen zu begeistern. Dazu tragen verschiedene Initiativen bei.
Wir fördern die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben bei unseren Mitarbeitenden. So gehören u. a. Kooperationen mit Kindertagesstätten sowie die finanzielle Unterstützung für die Ferienbetreuung von schulpflichtigen Kindern zu unseren Lösungsansätzen, wenn es darum geht, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Im Rahmen der privaten Lebensplanung ermöglichen wir unseren Mitarbeitenden, eine längere berufliche Pause einzulegen - soweit dies mit den betrieblichen Abläufen vereinbar ist. Dies gilt etwa für eine wissenschaftliche Tätigkeit, ein Studium oder andere private Gründe.
2 Während bei den massenbilanzierten Rohstoffen (TDI und MDI) die Verwendung der Rohstoffe nach dem "ISCC PLUS"-Verfahren zertifiziert ist, bezieht sich bei der Chlorproduktion die Zertifizierung auf die Verwendung von erneuerbarer Energie.
Arbeitsumfeld und -inhalte sowie die Arbeitsweisen sind einem ständigen Wandel unterworfen, der von der digitalen Transformation sowie einer zunehmenden Dynamik und Komplexität in unserer Arbeitswelt getrieben wird. Um den sich stetig ändernden Anforderungen gerecht zu werden, sorgt Covestro für eine moderne und motivierende Arbeitsumgebung, die ein flexibles Arbeiten unterstützt.
Offen gestaltete Büroumgebungen, kombiniert mit einem flexiblen Arbeitskonzept, fördern die Begegnung und den Austausch über Team- und Abteilungsgrenzen hinweg und sorgen somit für mehr Kommunikation und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Wir nennen dieses Arbeitsumfeld unsere "C3"-Arbeitsweise, die auf unseren "C3"-Werten basiert. Herzstück dieser Arbeitsphilosophie ist unsere Überzeugung, dass jeder Mensch - unabhängig von der Hierarchie - für unterschiedliche Aufgaben eine dazu passende Arbeitsumgebung benötigt, um effektiv arbeiten zu können. Auf diese Weise möchten wir Perspektivwechsel ermöglichen und die Kreativität im Unternehmen vorantreiben. Unsere Philosophie zeigt sich vor allem dort, wo neue Arbeitsräume bezogen werden oder entstehen. Ein Beispiel dieser neuen Arbeitswelten stellt die im Jahr 2020 in Betrieb genommene Konzernzentrale in Leverkusen dar. Über ein aktives Veränderungsmanagement wurden die Mitarbeitenden auf die neue Arbeitsumgebung vorbereitet und in deren Gestaltung mit einbezogen. Neben den entsprechenden Räumlichkeiten stellen wir auch einfach bedienbare IT-Infrastruktur und Medientechnik zur Verfügung. Für die Gestaltung der Konzernzentrale und die Übertragung unserer "C3"-Werte in ein architektonisches Konzept wurde Covestro mit einem Designpreis, dem "German Brand Award" in Gold, ausgezeichnet. Der Preis wird von der gemeinnützigen Stiftung Rat für Formgebung, Frankfurt am Main, und dem German Brand Institute vergeben.
Das Konzept "Mobiles Arbeiten" für die Arbeit von zu Hause und unterwegs eröffnet den Mitarbeitenden, den Teams und unserer Organisation vielfältige neue Möglichkeiten. Wir sehen jedoch weiterhin den hohen Stellenwert der persönlichen Interaktionen vor Ort für eine nachhaltige Zusammenarbeit und zum Erhalt unserer Innovationskraft, ganz im Sinne unserer "Wir sind 1"-Kultur. Wir haben an unseren Standorten Maßnahmen entwickelt, um die Führungskräfte und Mitarbeitenden bei der Rückkehr ins Büro zu begleiten und den Übergang ins hybride Arbeiten - als Zusammenarbeit von Mitarbeitenden von verschiedenen Orten aus, wie z. B. zu Hause und vor Ort im Betrieb oder im Büro - zu meistern. Hier kommt unseren Führungskräften eine besondere Rolle zu: Um Covestro dabei zu unterstützen, die Potenziale der neuen Arbeitswelt auszuschöpfen und agil auf neue Gegebenheiten zu reagieren, erarbeiten sie zusätzlich zu den etablierten Führungsstandards und modernen Arbeitsweisen gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden vermehrt flexible und individuelle Lösungen.
Wir übernehmen Verantwortung für den beruflichen Einstieg von Studierenden und pflegen enge Kontakte zu führenden Universitäten - bspw. der RWTH Aachen University. Neben Einstiegsmöglichkeiten nach dem Studium bietet Covestro alternative Wege in das Arbeitsleben. In Deutschland wurde z. B. im Jahr 2022 183 jungen Menschen der Start ins Berufsleben ermöglicht. Wir bieten dafür eine Vielzahl von Ausbildungsberufen im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich an und sprechen eine Übernahmegarantie bei erfolgreichem Abschluss aus. An Schulen geht es uns insbesondere darum, MINT-Berufe bekannter und attraktiver für Jugendliche zu machen. Die Abkürzung MINT steht für Studienfächer und Berufe in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Im Jahr 2022 haben wir z. B. in verschiedenen (Kooperations-)Schulen in Deutschland Karrieremöglichkeiten bei Covestro vorgestellt und u. a. zu Werksbesichtigungen eingeladen.
Um unseren Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu decken, setzen wir auf verschiedene Personalmarketingmaßnahmen. Dazu sind wir insbesondere in den sozialen Medien präsent. Neben der Teilnahme an klassischen Karrieremessen waren die Recruiting-Teams aus Deutschland im Jahr 2022 auch auf der Kunststoffmesse "K 2022" in Düsseldorf mit unseren Karriereangeboten vertreten.
Covestro hat als Arbeitgeber im Berichtszeitraum wiederholt wichtige Auszeichnungen und Zertifizierungen erhalten. In Deutschland wurde Covestro vom Top Employers Institute zertifiziert.
Ein wesentlicher Punkt bei der Erreichung unseres Ziels, Arbeitgeber der Wahl zu werden, besteht darin, besser zu verstehen, welche Faktoren für unsere bestehenden Mitarbeitenden zur Steigerung ihres Engagements wichtig sind. Um diese Faktoren zu identifizieren und Entwicklungen zu messen, greifen wir auf die globale Befragung "ENGAGE" zur Messung und Verbesserung des Mitarbeitendenengagements zurück, die im Jahr 2022 fortgesetzt wurde. Mittels einer freiwilligen, anonymen Onlinebefragung können alle Mitarbeitenden weltweit mehrfach im Jahr Feedback zu wesentlichen Themen in ihrer Arbeitsumgebung geben. Im Anschluss werden die Ergebnisse transparent mit den Mitarbeitenden geteilt und entsprechende Verbesserungsmaßnahmen gemeinsam von Mitarbeitenden und Vorgesetzten festgelegt. Im Jahr 2022 fanden drei Befragungsrunden mit Beteiligungsquoten von jeweils rund 70 % statt. Die Beteiligung lag damit in etwa auf Vorjahresniveau.
Handlungsfeld "Leistung, die sich lohnt"
Wir bieten wettbewerbsfähige und faire Arbeitsbedingungen, Vergütungen sowie Zusatzleistungen im Einklang mit den Marktgegebenheiten und unserer sozialen Verantwortung. Dies ist unabdingbare Voraussetzung dafür, qualifizierte Mitarbeitende gewinnen, halten und motivieren zu können. Darum bemühen wir uns mit unserer Personalstrategie im Handlungsfeld "Leistung, die sich lohnt". Covestro kombiniert ein aufgabenbezogenes Grundgehalt mit erfolgsabhängigen Bestandteilen und umfangreichen Zusatzleistungen zu einer international wettbewerbsfähigen Gesamtvergütung, über die Mitarbeitende transparent informiert werden. Die Einstufung von Aufgaben und Tätigkeiten erfolgt auf Basis einer personenunabhängigen Stellenbewertung. Im Bereich der Führungsfunktionen wird hierbei eine standardisierte Bewertungsmethode angewandt, sofern die Stellenbewertung nicht bereits durch lokale kollektivrechtliche Vereinbarungen vorgegeben ist. Anhand dieser Einstufung wird die Höhe des Grundgehalts an den regional üblichen Vergütungshöhen ausgerichtet. Durch regelmäßige Vergütungsbenchmarks wird dies dauerhaft sichergestellt.
In Übereinstimmung mit unserer Unternehmenskultur "Wir sind 1" ist die Vergütungsstruktur für alle Mitarbeitenden von Covestro einheitlich. Die variable Vergütung basiert auf einem einheitlichen System mit identischen Kriterien; Unterschiede gibt es nur bei den Prozentsätzen in Bezug auf die Festvergütung. Das konzernweit gültige kurzfristige variable Vergütungsprogramm "Covestro Profit Sharing Plan" (Covestro PSP) gilt - mit wenigen, im Wesentlichen durch kollektivrechtliche Regelungen bedingten Ausnahmen - für alle Beschäftigten von Covestro einschließlich des Vorstands und beteiligt unsere Mitarbeitenden jährlich mit einer einheitlich berechneten Bonuszahlung an der Entwicklung des Unternehmens. Seit dem Jahr 2022 werden die vier Bereiche Rentabilität, Liquidität, profitables Wachstum und Nachhaltigkeit jeweils zu einem Viertel in die Berechnungsformel zur Bewertung der Zielerreichung einbezogen. Darüber hinaus nehmen Mitarbeitende in Führungsfunktionen, wie auch die Mitglieder des Vorstands, am globalen aktienbasierten Vergütungsprogramm "Prisma" für die langfristige variable Vergütung teil. Für die Auszahlungen wird der Aktienkurs von Covestro, auch im Vergleich zu unseren Wettbewerbern, herangezogen, sodass die langfristige Wertentwicklung des Unternehmens honoriert wird. Seit der im Jahr 2021 aufgelegten Tranche beinhaltet dieses Programm auch eine Nachhaltigkeitskomponente, die ein Reduktionsziel für die Emission von CO2 und anderen Treibhausgasen wie bspw. Lachgas umfasst.
Ferner steht ein globales Budget zur Verfügung, aus dem Führungskräfte herausragendes Verhalten, Engagement und Leistung ihrer Mitarbeitenden im Hinblick auf unsere Unternehmenswerte mit "Individual Performance Awards" zeitnah honorieren können.
Wie schon in den Jahren zuvor wurde auch im Jahr 2022 erneut das Aktienbeteiligungsprogramm "Covestment" angeboten, bei dem die Mitarbeitenden Aktien von Covestro mit einem Kursabschlag erwerben können.
Handlungsfeld "Bereit für persönliche Entwicklung"
Gut ausgebildete und qualifizierte Mitarbeitende sind eine zentrale Voraussetzung für die Weiterentwicklung und den Erfolg unseres Unternehmens. Dies spiegelt sich im Handlungsfeld "Bereit für persönliche Entwicklung" der Personalstrategie von Covestro wider. Wir wollen Talente entwickeln und Mitarbeitende ermutigen, neue Möglichkeiten für die persönliche Weiterentwicklung auszuprobieren.
Wir sind vom Konzept des lebenslangen Lernens überzeugt. Aus diesem Grund haben wir im Jahr 2022 besonders das selbstgesteuerte Lernen weiter gefördert. Hierzu haben wir unser digitales Lernangebot erweitert sowie Möglichkeiten zur persönlichen und fachlichen Fortbildung zu Themen wie "Führung", "Innovation", "Projektmanagement" und "Digitalisierung" optimiert. Zudem wurde ein neues Angebot zum Sprachenlernen eingeführt, das Mitarbeitenden zur Entwicklung ihrer Sprachkompetenz in neun Sprachen zur Verfügung steht. Zur Unterstützung unseres internen Schulungspersonals haben wir eine Lern-Toolbox implementiert, die alle wesentlichen Elemente im Lernprozess von der Analyse bis zur Qualitätskontrolle einschließt. Für neues internes Schulungspersonal beinhaltet dieses Konzept entsprechende Qualifizierungen zur Konzeption, Gestaltung und Umsetzung interner Trainings. Diese Maßnahmen sollen unsere Mitarbeitenden optimal dabei unterstützen, sich in allen Phasen des Berufslebens persönlich und fachlich fortzubilden.
Im Bereich der Personalentwicklung arbeiten wir an der Entwicklung eines moderneren, agileren Ansatzes für die Themen "Leistung", "Entwicklung", "Karriere" und "Talentportfolio". So wollen wir neue Konzepte im Einklang mit unserer "Wir sind 1"-Kultur schaffen, die intuitiv, einfach und transparent sind. So soll sichergestellt werden, dass Führungskräfte, Mitarbeitende und das Unternehmen wachsen, Leistung erbringen, sich entwickeln und auch in Zukunft erfolgreich sein können. Dies erfordert von allen unseren Mitarbeitenden - vor allem von den Führungskräften - eine entwicklungsorientierte Haltung und die Bereitschaft, sich neue Fähigkeiten und Verhaltensweisen anzueignen.
Handlungsfeld "Aktiv Transformation gestalten"
Wir führen, inspirieren und qualifizieren unsere Mitarbeitenden kontinuierlich, damit sie befähigt sind, zukünftige Herausforderungen zu meistern.
Im Jahr 2022 wurde ein neues Informationsportal von HR ("Info-Hub") mit Informationen für die Rückkehr ins Büro nach der Pandemie und hybrides Arbeiten eingerichtet. Um die Führungskräfte bei diesen neuen Gegebenheiten zu unterstützen, fanden zunächst gezielte Informationsveranstaltungen statt. Hier wurden konkrete Fragen für ein gemeinsames Verständnis der Rahmenbedingungen des mobilen und hybriden Arbeitens behandelt. Außerdem hat die Unternehmensfunktion HR Informationen gesammelt und Lernangebote erarbeitet, um den Mitarbeitenden die Umstellung zu erleichtern. Dies wird ergänzt durch Trainings, Best-Practice-Beispiele zum Umgang mit Herausforderungen, Lernvideos und spezifische Materialien für Führungskräfte. Hinzu kommen Empfehlungen zu IT- und Medienthemen, zur optimalen Auswahl und Nutzung der verfügbaren Technik sowie der Räumlichkeiten. So sollen die Chancen einer insgesamt mobilen und flexiblen Arbeitsweise nutzbar gemacht werden.
Digitale Inklusion und Transparenz in der Kommunikation sind unabdingbare Erfolgsfaktoren in der neuen Arbeitsnormalität. Unabhängig davon, ob die Mitarbeitenden zeitgleich vom selben Ort aus arbeiten oder nicht, müssen alle stets über die gleichen Informationen und Möglichkeiten verfügen. Dies gilt insbesondere für den Zugang zu Informationen und einen zeitnahen Austausch mit Vorgesetzten und anderen Teammitgliedern. Auf diese Weise übertragen wir die "Wir sind 1"-Kultur bei Covestro in die hybride Arbeitswelt.
Handlungsfeld "Stolz, dazuzugehören"
Das Handlungsfeld "Stolz, dazuzugehören" der Personalstrategie von Covestro befasst sich insbesondere mit unseren Unternehmenswerten sowie unserer Unternehmenskultur und legt einen Schwerpunkt auf Vielfalt, Chancengerechtigkeit und Inklusion sowie sichere und gesunde Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeitenden.
In unserer Unternehmenskultur bildet die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Vertretung der Arbeitnehmerseite einen elementaren Bestandteil. Sie ermöglicht es uns, wesentliche, mitunter schwierige Entscheidungen für das Unternehmen unter Beachtung aller Perspektiven gemeinsam zu erarbeiten und auf eine breite Grundlage zu stellen. So werden die Interessen der Beschäftigten und des Unternehmens selbst in schwierigen Situationen zu einem Ausgleich gebracht.
Wir setzen uns dafür ein, die Welt lebenswerter zu machen. Vielfalt, Chancengerechtigkeit und Inklusion sind zentrale Bestandteile der Unternehmenskultur. Wir engagieren uns für ein Umfeld, in dem verschiedene Kompetenzen, Talente, Erfahrungen und Überzeugungen willkommen sind und jeder mit Würde und Respekt behandelt wird - innerhalb und außerhalb unseres Unternehmens. Es ist unsere Überzeugung, dass eine vielfältige Belegschaft und ein inklusives Umfeld wichtige Treiber für Innovation, Nachhaltigkeit, Engagement der Mitarbeitenden und wirtschaftlichen Erfolg sind. Unser Ziel ist es, bei Covestro ein Umfeld zu schaffen, in dem sich alle Mitarbeitenden jeden Tag voll und ganz einbringen können.
Aus unseren Werten leitet sich unsere Strategie für Vielfalt, Chancengerechtigkeit und Inklusion ab, die sich auf drei Säulen stützt: Beschäftigte, Unternehmen und Gemeinschaft. Diese drei Faktoren sind für Covestro essenziell, wenn es darum geht, eine starke, vielfältige, gleichberechtigte, inklusive und innovative Arbeitskultur an unseren Standorten zu etablieren. Die Unternehmensziele sowie auch die Kultur, die wir für Vielfalt, Chancengerechtigkeit und Inklusion brauchen, werden sowohl durch unsere Mitarbeitendennetzwerke und -councils als auch durch die Unterstützung seitens der Führungskräfte und des Gesamtvorstands von Covestro vorangetrieben.
Covestro ist sich bewusst, dass die Zukunft des Unternehmens von der Gesundheit und Leistungsfähigkeit seiner Mitarbeitenden abhängt. Deshalb ist die Gesundheitsprävention ein zentraler Baustein unserer "Wir sind 1"-Unternehmenskultur wie auch ein Baustein der Personalstrategie. Das betriebliche Gesundheitsmanagement zielt primär darauf ab, gesundheitsgerechtes und -förderliches Arbeiten zu ermöglichen (Verhältnisprävention) sowie Gesundheitsressourcen und -potenziale einzelner Personen zu stärken (Verhaltensprävention). Hierdurch sollen die Arbeitsumgebung sowie Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz verbessert und Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz vorgebeugt werden.
Gesundheitsziele und -maßnahmen basieren auf der Identifizierung von relevanten Bedürfnissen für Covestro, auf Unternehmens- oder Abteilungsebene sowie für die Mitarbeitenden. Auf Basis der über Gesundheitsbefragungen gewonnenen Erkenntnisse zur Gesundheitssituation mit Bezug auf die an die Beschäftigten gestellten Anforderungen und deren Fähigkeit, diese zu bewältigen (Ressourcen), werden konkrete Gesundheitsziele abgeleitet. Dabei stehen diejenigen Indikatoren im Fokus, die in der Analyse eine ausgeprägte Handlungsnotwendigkeit aufzeigen. Sie beziehen sich z. B. auf eine Verbesserung der Fähigkeit, abzuschalten, eine angemessene Unterstützung durch die Führungskräfte oder eine Absenkung der empfundenen hohen Arbeitslast und Verantwortung. Zur Verbesserung der Gesundheitssituation werden gezielte Maßnahmen angeboten, wie z. B. die Teilnahme am Seminar "Gesunde Führung" für Führungskräfte, Workshops zur Analyse der Ursachen für eine hohe Arbeitsbelastung oder Stressmanagementkurse. Somit sind alle Maßnahmen unter Nutzung von Gesundheitsdaten an dem jeweiligen Präventionsbedarf ausgerichtet und ganzheitlich im Sinne von Verhältnis- und Verhaltensprävention organisiert. Die kontinuierliche Verbesserung der Arbeits- und Organisationsbedingungen sowie das Erkennen von gesundheitsförderlichen bzw. krank machenden Faktoren gehören zu unseren Grundprinzipien.
Unsere Führungskräfte haben einen erheblichen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden unserer Beschäftigten. Vor diesem Hintergrund tragen wir Sorge dafür, dass unsere Führungskräfte bestmöglich für eine gesunde Führung bei Covestro qualifiziert sind und zur Wahrnehmung ihrer Aufgabe beraten werden.
Die Unternehmensfunktion HR wird bei allen Aktivitäten durch die Unternehmensfunktionen Group Health, Safety and Environment, Law, Intellectual Property & Compliance und Corporate Audit unterstützt. Diese stellen sicher, dass sämtliche internen Richtlinien sowie alle relevanten Vorgaben und Arbeitsgesetzgebungen erfüllt werden.
Wir arbeiten stets daran, die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass sie etwaigen Belastungen Einzelner in einer sich ständig verändernden Arbeitswelt Rechnung tragen. So bieten wir, soweit mit den betrieblichen Abläufen vereinbar, Lösungen wie z. B. flexible Arbeitszeiten, Teilzeitarbeit, Heimarbeitsplätze und mobiles Arbeiten an. Der direkte Austausch mit unseren Mitarbeitenden ist uns besonders wichtig.
Unsere soziale Verantwortung als Unternehmen und Arbeitgeber bedeutet für uns auch, faire Arbeitsbedingungen zu schaffen, die auf respektvollem und wertschätzendem Umgang miteinander basieren und insbesondere Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz gewährleisten. Unsere Personalpolitik zeichnet sich zudem durch ein hohes Maß an sozialer Absicherung für unsere Beschäftigten aus.
Förderung der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen
Der Aufsichtsrat von Gesellschaften, die der Mitbestimmung unterliegen, ist verpflichtet, für den Frauenanteil im Aufsichtsrat und im Vorstand Zielgrößen festzulegen, § 111 Abs. 5 AktG. Weiterhin besteht für den Vorstand dieser Gesellschaften die Pflicht, Zielgrößen für den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen, § 76 Abs. 4 AktG. Die Zielgrößen müssen den angestrebten Frauenanteil am jeweiligen Gesamtgremium bzw. der Führungsebene beschreiben und bei Angaben in Prozent vollen Personenzahlen entsprechen. Zudem ist zu bestimmen, bis wann der jeweilige Frauenanteil erreicht werden soll.
Für den Aufsichtsrat der Covestro Deutschland AG hat der Aufsichtsrat im Jahr 2022 eine Zielgröße von 4 Frauen von 12 Personen (33,33 %) als Ziel festgelegt und eine Umsetzungsfrist vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2027 beschlossen. Der Beschluss über die neue Zielgröße und die Umsetzungsfrist erfolgten unter Berücksichtigung der grundsätzlichen Ermöglichung einer gleichlaufenden Besetzung des Aufsichtsrats der börsennotierten Muttergesellschaft, der Covestro AG, sowie des für diese geltenden gesetzlichen Mindestanteilsgebots. Das gesetzliche Mindestanteilsgebot sieht vor, dass der Aufsichtsrat bei einer börsennotierten und zugleich paritätisch mitbestimmten Gesellschaft zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern besteht, § 96 Abs. 2 AktG. Bei Gesellschaften, für die das Mindestanteilsgebot gilt, ist nach der gesetzlichen Regelung keine Festlegung von Zielgrößen für den Aufsichtsrat erforderlich. Der Aufsichtsrat der Covestro Deutschland AG bestand sowohl zum 30. Juni 2022 als auch zum 31. Dezember 2022 aus sieben Frauen und fünf Männern. Das Ziel ist somit erfüllt.
Für den Vorstand der Covestro Deutschland AG hatte der Aufsichtsrat für den Frauenanteil im Vorstand eine Zielgröße von mindestens 40% und eine Umsetzungsfrist vom 1. Juli 2017 bis zum 30. Juni 2022 beschlossen. Zum 30. Juni 2022 gehörten dem Vorstand vier Mitglieder an, davon eine Frau. Während der Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2022 erfolgte die Neubesetzung von zwei Vorstandsfunktionen. Für die Auswahl und Besetzung dieser Funktionen standen die bestmögliche berufliche und fachliche Qualifikation unter Berücksichtigung des jeweiligen Kompetenzprofils im Vordergrund, wobei der Aufsichtsrat dem Verständnis folgt, bei gleicher Qualifikation dem unterrepräsentierten Geschlecht den Vorzug zu geben. Vor diesem Hintergrund wurde Dr. Thomas Toepfer erstmals im Jahr 2018 zum Vorstand für Finanzen und Sucheta Govil im Jahr 2019 erstmals als Vorständin für Vertrieb und Marketing bestellt. Während der Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2022 sah der Aufsichtsrat auch bei der Verlängerung von Vorstandsdienstverträgen keinen Anlass, an der beruflichen und fachlichen Qualifikation der jeweiligen Mitglieder des Vorstands zu zweifeln und ihre Vorstandspositionen neu zu besetzen.
Mit dem Ende der Zielerreichungsperiode am 30. Juni 2022 hat der Aufsichtsrat für den Frauenanteil in dem aus vier Mitgliedern bestehenden Vorstand der Covestro Deutschland AG eine Zielgröße von einer Frau und damit einen Frauenanteil von 25 % und eine Umsetzungsfrist vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2027 beschlossen. Der Beschluss über die neue Zielgröße und die Umsetzungsfrist erfolgten unter Berücksichtigung der grundsätzlichen Ermöglichung einer gleichlaufenden Besetzung des Vorstands der börsennotierten Muttergesellschaft, der Covestro AG, sowie des für diese geltenden gesetzlichen Mindestbeteiligungsgebots. Das gesetzliche Mindestbeteiligungsgebot sieht vor, dass bei einer börsennotierten und zugleich paritätisch mitbestimmten Gesellschaft, deren Vorstand aus mehr als drei Personen besteht, künftig mindestens ein Mann und mindestens eine Frau in den Vorstand zu berufen sind, § 76 Abs. 3a AktG. Bei Gesellschaften, für die das Mindestbeteiligungsgebot gilt, ist nach der gesetzlichen Regelung keine Festlegung von Zielgrößen für den Vorstand erforderlich. Zum 31. Dezember 2022 war der Vorstand mit einer Frau und drei Männern besetzt, damit lag der Frauenanteil im Vorstand bei 25 %. Das Ziel ist somit erfüllt.
Der Vorstand hatte im Jahr 2017 Zielgrößen für die ersten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festgelegt. Für den Zeitraum bis zum 30. Juni 2022 hat sich die Covestro Deutschland AG einen Frauenanteil von mindestens 30 % für beide Ebenen zum Ziel gesetzt.
Zielsetzung zum Frauenanteil in den ersten beiden Führungsebenen unter dem Vorstand zum 30. Juni 2022
| Covestro Deutschland AG | ||
|---|---|---|
| Stand zum 30.06.2022 in % |
Ziel bis 30.06.2022 in % |
|
| --- | --- | --- |
| Frauenanteil in der Führungsebene 11 | 24 | 30 |
| Frauenanteil in der Führungsebene 22 | 15 | 30 |
1 Direkt unterstellte Mitarbeitende des Vorstands mit Führungsverantwortung
2 Direkt unterstellte Mitarbeitende der Führungsebene 1 mit Führungsverantwortung
Seit der Zielfestlegung in 2017 konnte der Frauenanteil auf beiden Führungsebenen gesteigert werden (Führungsebene 1: von 19 % in 2017 auf 24 % in 2022 sowie Führungsebene 2: von 10 % in 2017 auf 15 % in 2022). Jedoch haben sich insbesondere in der zweiten Hälfte des Umsetzungszeitraums zahlreiche Rahmenbedingungen verändert, die Auswirkungen auf die Führungsstruktur hatten. Dazu zählten ein herausforderndes wirtschaftliches Umfeld, bspw. bedingt durch die Coronavirus-Pandemie, unterschiedliche Restrukturierungen sowie Umstrukturierungen. Dies hatte auch Anpassungen in der Einstellungspolitik zur Folge. Insgesamt wurden daher die Ziele für die Covestro Deutschland AG bis zum 30. Juni 2022 nicht erreicht.
Der Vorstand hat im Jahr 2022 neue, differenzierte Zielgrößen für die ersten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands für den Zeitraum bis zum 30. Juni 2027 für die Covestro Deutschland AG festgelegt.
Zielsetzung zum Frauenanteil in den ersten beiden Führungsebenen unter dem Vorstand zum 30. Juni 2027
| Covestro Deutschland AG | ||
|---|---|---|
| Stand zum 31.12.2022 in % |
Ziel bis 30.06.20273 in % |
|
| --- | --- | --- |
| Frauenanteil in der Führungsebene 11 | 22,2 | 33,3 |
| Frauenanteil in der Führungsebene 22 | 16,7 | 29,5 |
1 Direkt unterstellte Mitarbeitende des Vorstands mit Führungsverantwortung
2 Direkt unterstellte Mitarbeitende der Führungsebene 1 mit Führungsverantwortung
3 Die Prozentzahlen basieren auf den folgenden zu Grunde gelegten Zahlen an Mitarbeitenden: Führungsebene 1: 6 Frauen von insgesamt18 Mitarbeitenden, Führungsebene 2: 26 Frauen von insgesamt 88 Mitarbeitenden.
Covestro betrachtet die Weiterentwicklung und Förderung von Frauen insgesamt als globale Aufgabe - unabhängig von einzelnen Konzerngesellschaften oder Führungsebenen - und strebt daher an, den Frauenanteil insgesamt zu erhöhen.
6. Umweltschutz
Ein wesentlicher Bestandteil der Konzernstrategie von Covestro ist die vollständige Ausrichtung auf die Kreislaufwirtschaft. Mithilfe dieser können wir vor allem umweltbezogene Nachhaltigkeitsaspekte unserer Aktivitäten ganzheitlich adressieren. Dies bedeutet eine Abkehr von der Nutzung fossiler Rohstoffe und eine ganzheitliche Ausrichtung auf regenerative Produktion und Geschäftsmodelle, um den Umweltfußabdruck unseres Wirtschaftens an die Einhaltung planetarer Grenzen, wie bspw. der CO2-Konzentration in der Atmosphäre, anzupassen.
Ziel ist dabei, dass Produkte und Materialien am Ende ihres Lebenszyklus - als Ganzes, in Gestalt von Polymeren oder in molekularer und anderer chemischer Form - wieder in den Wertschöpfungskreislauf zurückgeführt werden. Die Nutzung weiterer erneuerbarer Kohlenstoffquellen und die beabsichtigte vollständige Umstellung auf eine regenerative Produktionsweise, z. B. mithilfe erneuerbarer Energien, stellen für Covestro komplementäre Maßnahmen dar. Sie dienen dazu, in der Zukunft eine vollständige Kreislaufwirtschaft und eine darauf basierende Klimaneutralität im Unternehmen zu erreichen und zunehmend Produkte mit einem klimafreundlicheren Fußabdruck auf den Markt zu bringen.
In Übereinstimmung mit dem Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) und der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) verstehen und unterstützen wir Klimaneutralität als das gesellschaftliche Ziel, bis spätestens zum Jahr 2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen. Das bedeutet, dass die von der Menschheit verursachten Emissionen durch die natürliche Absorptionsfähigkeit des Planeten entfernt werden können und somit nicht mehr klimawirksam sind.
Covestro hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2035 Netto-Null-Treibhausgasemissionen3 in der eigenen Produktion und in der Beschaffung und dem Verbrauch extern erzeugter Energiearten an allen umweltrelevanten Standorten zu erreichen. Gleichzeitig arbeiten wir an Lösungen zur Reduzierung von Emissionen in der Wertschöpfungskette. Zur Erreichung dieses Ziels soll neben der Emissionsminderung durch Energieeffizienzmaßnahmen, die Nutzung nachhaltiger Produktionsprozesse sowie klimaneutraler Energieträger bei der Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Quellen und Dampf beitragen.
Unsere technische Kernkompetenz liegt in der Entwicklung und Anwendung komplexer chemischer Verfahren und Prozesse. Dieses Wissen wollen wir insbesondere zur Etablierung innovativer chemischer und biochemischer Recycling- und Produktionsprozesse für die Kreislaufwirtschaft nutzen. Wir möchten spezifische Verfahren etablieren, die es uns ermöglichen, zielgerichtet die für Covestro notwendigen Rohstoffe aus Kunststoffabfällen herzustellen. Der Einsatz dieser recycelten Rohstoffe in unserer Produktion führt zu Produkten mit einem niedrigeren Kohlenstofffußabdruck und steigert die Recyclingquote. Daneben wollen wir künftig auch Rohstoffe einsetzen, die in vorgelagerten Wertschöpfungsstufen recycelt wurden. Hierbei setzen wir auf den Einsatz von "ISCC PLUS"-zertifizierten Rohstoffen und Zwischenprodukten. Insgesamt sind chemische Verfahren zur Kreislaufführung für Covestro wichtige Hebel, die dabei helfen, fossile Materialien schrittweise zu ersetzen und Kohlenstoffkreisläufe zu schließen. Somit wollen wir mithilfe der Kreislaufwirtschaft und unserer Klimaziele den Umweltfußabdruck unseres Produktportfolios reduzieren und klimaneutral gestalten. Diese Vorgehensweise wird kontinuierlich mittels Ökobilanzierung (Life Cycle Assessment, LCA), also unter Berücksichtigung von Auswirkungen und Beiträgen entlang des gesamten Lebenszyklus, überprüft.
Covestro forscht derzeit in mehr als 20 Projekten an Recyclingverfahren für eigene Produkte und Materialien. Von besonderer Bedeutung sind für Covestro hierbei Verfahren, mit denen Materialien chemisch oder enzymatisch wieder in ihre Moleküle umgewandelt werden können. Die so gewonnenen Sekundärrohstoffe haben eine vergleichbare Qualität und vergleichbare Eigenschaften wie herkömmlich hergestellte Rohstoffe und können daher erneut zur Herstellung von Produkten und Materialien eingesetzt werden.
Die thermische Spaltung chemischer Verbindungen unter Einsatz hoher Temperaturen - kurz Pyrolyse - erprobt Covestro bereits in der Laboranlage am Standort Dormagen. In diesen Anlagen können sowohl Polycarbonat als auch Polyurethan-Hartschaum zu hochwertigen Molekülen zersetzt werden, um wieder als recycelte Rohstoffe in die Produktion integriert zu werden. Mit unserem Ansatz der Niedrigtemperatur-Pyrolyse können wir gegenüber der herkömmlichen Hochtemperatur-Pyrolyse mehrere Prozessschritte einsparen und so die CO2-Emissionen wesentlich reduzieren.
Sowohl die Pyrolyse als auch die Chemolyse werden als mögliche chemische Recyclingtechnologien für Polycarbonat und Polyurethan-Hartschaum untersucht und weiterentwickelt. In der Chemolyse werden Polymere mithilfe von Lösungsmitteln, Katalysatoren und Hitze sowie ggf. unter Druck u. a. in Monomere und Zwischenprodukte zurückgewandelt. Dazu hat im Oktober 2021 ein von Covestro koordiniertes Projekt der Europäischen Union namens "CIRCULAR FOAM" begonnen, um an zirkulären Lösungen zu forschen.
Des Weiteren hat Covestro im Jahr 2022 Fortschritte im chemischen Recycling von Polyurethan-Weichschaum aus Matratzen erzielt. Nach der Inbetriebnahme einer Pilotanlage in Leverkusen Ende 2020 haben wir im Berichtsjahr weiterhin detaillierte Prozessparameter untersucht und konnten so die bisherigen Laborergebnisse bestätigen. Mit dieser innovativen Technologie sind wir in der Lage, ein hochreines, Recycling-Polyol zu liefern, das Kundenspezifikationen erfüllt, sowie ein recyceltes Toluylen-Diamin (TDA), das sich für die Weiterverarbeitung zu Toluylen-Diisocyanat (TDI) eignet. Um Produktkreisläufe in einem industriellen Maßstab zu schließen, setzen wir auf Kooperationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Das Zusammenwachsen von Chemie- und Recyclingindustrie hat das Ziel, neue Wertschöpfungszyklen für die Kreislaufwirtschaft aufzubauen.
Erklärte Ziele von Covestro sind, Mitarbeitende, Zulieferer und Dienstleister zu schützen, unterbrechungsfreie Abläufe sicherzustellen sowie die Qualität kontinuierlich zu verbessern. Hierzu ist die Leitung der Unternehmensfunktion Group Health, Safety and Environment (HSE) direkt vom Vorstand beauftragt. Das konzernweit implementierte integrierte Managementsystem sorgt für die Umsetzung der Vorgaben der Direktiven für Gesundheit, Sicherheit, Umwelt, Energie und Qualität (Health, Safety, Environment, Energy and Quality, HSEQ) und orientiert sich an international anerkannten Normen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (ISO 45001), Umwelt (ISO 14001), Energie (ISO 50001) und Qualität (ISO 9001).
Durch regelmäßig durchgeführte interne Audits, jährlich stattfindende Selbstbewertungen und externe Zertifizierungen wird sichergestellt, dass die Prozesse und Abläufe eingehalten werden. Die Erkenntnisse daraus fließen in die jährliche Managementbewertung ein. Jeder Prozess unterliegt somit einer fortlaufenden Überwachung und wird entsprechend den Erfordernissen angepasst.
Unser bestehendes HSEQ-Managementsystem entspricht den Anforderungen der aktuellen ISO-Normenrevisionen ISO 9001:2015, ISO 14001:2015 sowie ISO 45001:2018 und wurde auch im Jahr 2022 auf der Grundlage dieser ISO-Normen erfolgreich durch eine externe Zertifizierungsgesellschaft überprüft, auditiert und bestätigt. Im Einklang mit den genannten ISO-Normen sind spezifische Ziele definiert worden.
Für die Bereiche Umwelt und Energie wurden weltweit gültige Mindeststandards festgelegt, um unsere hohen Ansprüche bei der Ressourcenschonung und Verringerung der Emissionen sicherzustellen. Diese Standards sind an international anerkannte Normen und Regelwerke wie ISO 14001 (Umweltmanagement) und ISO 50001 (Energiemanagement) angelehnt. Wir analysieren und bewerten jedes Jahr die Auswirkungen, die unsere Aktivitäten auf die Umwelt haben. Aus der Bewertung unserer Umweltperformance leiten wir entsprechende Maßnahmen zur Reduzierung und Minimierung von Umwelteinwirkungen ab. Global geltende Prozess- und Ablaufbeschreibungen helfen uns dabei, diese Maßnahmen konzernweit umzusetzen. Das im Jahr 2008 eingeführte Energieeffizienzsystem wurde im Berichtsjahr an den großen deutschen Produktionsstandorten nach ISO 50001 durch eine unabhängige Zertifizierungsgesellschaft überprüft, auditiert und bestätigt.
3 Die Erreichung von Netto-Null-Treibhausgasemissionen ist definiert als ein Gleichgewicht zwischen der anthropogenen Erzeugung von Treibhausgasemissionen (aus eigener Produktionstätigkeit sowie aus der Beschaffung und dem Verbrauch extern erzeugter Energiearten) und dem anthropogenen Abbau von Treibhausgasemissionen.
7. Chancen- und Risikobericht
Als global operierendes Unternehmen werden wir tagtäglich mit Chancen und Risiken konfrontiert und der Umgang mit diesen ist fester Bestandteil des Geschäftsbetriebs. Unter einer Chance verstehen wir interne und externe Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer positiven Abweichung von Prognosen bzw. Zielen führen können. Umgekehrt betrachten wir interne und externe Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer negativen Abweichung von Prognosen bzw. Zielen des Konzerns führen können, als Risiko.
Das Chancen- und Risikomanagement der Covestro Deutschland AG orientiert sich vollumfänglich an dem des Covestro-Konzerns, das im Folgenden im Detail dargestellt wird.
Ein gewissenhafter Umgang mit Chancen und Risiken gehört zur verantwortungsvollen Unternehmensführung (Corporate Governance). Er bildet die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und wirtschaftlichen Erfolg. Dies beinhaltet die Fähigkeit, Chancen systematisch zu erkennen und zu nutzen und gleichzeitig Risiken zu managen. Unsere unternehmerischen Entscheidungen, die wir täglich im Zuge der Geschäftsprozesse treffen, basieren auf einem ausgewogenen Umgang mit Chancen und Risiken. Wir betrachten das Management unserer Chancen und Risiken deshalb als wesentlichen Bestandteil unseres gesamten Business-Managementsystems und nicht als Aufgabe einer speziellen Unternehmensfunktion. Unser Verständnis von Risikomanagement schließt auch nichtfinanzielle Risiken ein.
Unser Chancen- und Risikomanagement beginnt mit Strategie- und Planungsprozessen, aus denen relevante externe und interne Chancen und Risiken wirtschaftlicher, ökologischer oder sozialer Art abgeleitet werden. Die finanziellen und nichtfinanziellen Chancen und Risiken werden durch Beobachtung und Analyse von Trends sowie makroökonomischen, branchenspezifischen, regionalen und lokalen Entwicklungen identifiziert.
Nach Bewertung der erkannten Chancen und Risiken werden diese in unsere strategischen und operativen Prozesse integriert. Unser Ziel ist es, Risiken durch geeignete Gegenmaßnahmen zu vermeiden oder zu begrenzen bzw. sie so weit wie möglich und wirtschaftlich vertretbar auf Dritte zu übertragen (z. B. Versicherungsgesellschaften). Gleichzeitig bemühen wir uns darum, Chancen bestmöglich zu nutzen, indem wir sie bei unseren unternehmerischen Entscheidungen berücksichtigen. Wir nehmen bewusst überschaubare und kontrollierbare Risiken in Kauf, die in einem vernünftigen Verhältnis zu den erwarteten Chancen stehen. Diese betrachten wir als allgemeine Risiken der Geschäftstätigkeit. Chancen und Risiken werden laufend überwacht, damit z. B. Veränderungen im wirtschaftlichen oder rechtlichen Umfeld früh erkannt und bei Bedarf geeignete Gegenmaßnahmen getroffen werden können.
Damit der Vorstand und der Aufsichtsrat die wesentlichen Geschäftsrisiken gemäß den gesetzlichen Vorschriften überwachen können, werden die folgenden Systeme angewendet:
| ― | ein internes Kontrollsystem, |
| ― | ein Compliance-Managementsystem und |
| ― | ein Risikomanagementsystem gemäß § 91 Absatz 2 Aktiengesetz (AktG). |
Die verschiedenen Managementsysteme basieren auf unterschiedlichen Risikoarten, Risikocharakteristika und Zeitrahmen. Deshalb werden auch unterschiedliche Prozesse, Methoden und IT-Systeme zur Identifizierung, Bewertung, Steuerung und Überwachung der Risiken eingesetzt. Die Grundsätze, die den unterschiedlichen Systemen zugrunde liegen, sind in Konzernrichtlinien dokumentiert. Diese sind in unsere zentralen Prozesse zur Dokumentenkontrolle integriert und stehen allen Mitarbeitenden über das Intranet zur Verfügung. Der Vorstand von Covestro trägt die Hauptverantwortung für das Risikomanagement im Konzern.
Bewertet werden die finanziellen Risiken anhand des geschätzten potenziellen Schadens unter Einbezug von Gegenmaßnahmen sowie der Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens. Der potenzielle Schaden wird mithilfe des erwarteten EBITDA-Verlusts bzw. in Einzelfällen mithilfe des FOCF-Verlusts geschätzt. Alle wesentlichen Risiken und die jeweiligen Gegenmaßnahmen werden in der konzernweit genutzten Risikomanagement-Software dokumentiert. Das Risikomanagementsystem wird im Laufe des Jahres regelmäßig überprüft. Wesentliche Änderungen müssen umgehend in der Software erfasst und dem Vorstand mitgeteilt werden. Darüber hinaus wird dem Prüfungsausschuss mehrmals unterjährig und dem Aufsichtsrat mindestens einmal jährlich ein Bericht zum Risikoportfolio vorgelegt.
Die Bewertung von nichtfinanziellen Risiken, die mit der eigenen Geschäftstätigkeit, den Geschäftsbeziehungen oder Produkten verknüpft sind, werden ebenfalls erfasst. Die Bewertung des Schadensausmaßes dieser Risiken erfolgt quantitativ und / oder qualitativ. Bei der quantitativen Beurteilung wird ein möglicher EBITDA-Verlust geschätzt. Auch hier werden bei der Bewertung Gegenmaßnahmen berücksichtigt, die sich mindernd auf das mögliche Schadensausmaß bzw. die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos auswirken. Eine qualitative Einschätzung des Schadens erfolgt mittels Kriterien wie strategische Auswirkung, Einfluss auf unsere Reputation oder ein möglicher Vertrauensverlust bei Stakeholdergruppen.
Die folgende Matrix zeigt die quantitativen und qualitativen Kriterien, anhand derer ein gewichtetes Risiko als hoch, mittel oder niedrig eingestuft wird. Dies gilt auch für die Einstufung nichtfinanzieller Risiken.
Bewertungsmatrix

1 Für die Einstufung eines Einzelrisikos, das sowohl einen qualitativen als auch quantitativen Schaden in unterschiedlicher Aus prägung zur Folge haben kann, ist stets die höhere Ausprägung maßgeblich.
Prozessunabhängige Überwachung
Die Effektivität unserer Managementsysteme wird regelmäßig durch die Unternehmensfunktion Corporate Audit einer unabhängigen und objektiven Untersuchung unterzogen, bei der schwerpunktmäßig die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien überprüft wird. Corporate Audit unterstützt das Unternehmen außerdem beim Erreichen seiner Ziele, indem es die Effizienz und Effektivität von Unternehmensführungs-, Risikomanagement- und Kontrollprozessen systematisch prüft und Hilfestellungen bei deren Verbesserung gibt. Dies beinhaltet die interne Überwachung in Bezug auf Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems. Die Auswahl der Prüfgegenstände erfolgt anhand eines risikobasierten Ansatzes. Corporate Audit erfüllt seine Aufgaben gemäß international anerkannten Standards; über die Ergebnisse der Prüfungen wird der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats regelmäßig informiert. Zudem wird ihm jährlich ein Bericht über das interne Kontrollsystem und seine Effektivität vorgelegt.
Risiken in den Bereichen Arbeits- und Gesundheitsschutz, Anlagensicherheit, Umweltschutz und Produktqualität werden durch spezifische Prüfungen in Hinblick auf Gesundheit, Sicherheit, Umwelt, Energie und Qualität (Health, Safety, Environment, Energy and Quality, HSEQ) bewertet.
Das Risikofrüherkennungssystem wird vom externen Abschlussprüfer im Rahmen seiner Jahresabschlussprüfung geprüft. Im Fokus steht dabei die Frage, ob es grundsätzlich geeignet ist, Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, frühzeitig zu identifizieren, sodass adäquate Gegenmaßnahmen getroffen werden können. Der Abschlussprüfer unterrichtet den Vorstand der Covestro AG und den Prüfungsausschuss sowie den Aufsichtsrat außerdem regelmäßig über die Ergebnisse der Prüfung und eventuell festgestellte Schwächen im internen Kontrollsystem. Die Erkenntnisse aus diesen Prüfungen finden auch bei der kontinuierlichen Verbesserung unserer Managementprozesse Berücksichtigung.
Gesamtbeurteilung der Chancen- und Risikolage
Das Geschäftsumfeld der Covestro Deutschland AG ist insbesondere im Jahr 2022 stark von geopolitischen Ereignissen wie dem russischen Krieg gegen die Ukraine, einem weltweit steigenden Inflationstrend, gestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen, unterbrochenen globalen Lieferketten und weltweit zunehmenden rezessiven Tendenzen beeinflusst worden. Die Chancen- und Risikoposition hat sich jedoch im Vergleich zum Vorjahr insgesamt nicht grundlegend verändert. Die aktuelle Bewertung finanzieller und nichtfinanzieller Risiken zeigt, dass keines der im Folgenden berichteten Risiken bestandsgefährdend ist. Darüber hinaus konnten wir keine Interdependenzen erkennen, die sich zu einer Bestandsgefährdung unseres Unternehmens aufbauen könnten.
Aufgrund unseres Produktportfolios, unseres Know-hows und unserer Innovationskraft sind wir davon überzeugt, die aus unserem unternehmerischen Handeln resultierenden Chancen nutzen und den Herausforderungen, welche sich aus den nachfolgend genannten Risiken ergeben, erfolgreich begegnen zu können.
Chancen und Risiken im allgemeinen und im unternehmensspezifischen Geschäftsumfeld
Die im Folgenden erläuterten Risiken können wesentliche Auswirkungen auf das EBITDA bzw. in Einzelfällen auf den FOCF unseres Konzerns innerhalb des Prognosezeitraums von einem Jahr haben. Als wesentlich werden dabei Risiken angesehen, deren potenzieller Schaden von Covestro auf 50 Mio. € oder höher geschätzt wird und / oder die potenziell mindestens einen moderaten qualitativen Einfluss haben. Die Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken wird in der internen Steuerung dazu verwendet, Schwerpunktgebiete für das Corporate Risk Committee festzulegen. Die Risiken werden in diesem Bericht stärker aggregiert als in unserer internen Dokumentation. Dafür werden verschiedene Einzelrisiken in von uns definierten Risikokategorien zusammengefasst. Die folgende Übersicht zeigt die Risikoausprägungen, die den Einzelrisiken innerhalb der jeweiligen Risikokategorie zugeordnet sind. Eine Risikokategorie kann daher mehrere gewichtete Risikoausprägungen zeigen. Die Reihenfolge impliziert keine Wertigkeit der Risikokategorien. Sofern nicht explizit darauf hingewiesen wird, beziehen sich die im folgenden beschriebenen Chancen und Risiken grundsätzlich auf beide Segmente von Covestro.
Finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken, die weder Einfluss auf das EBITDA noch den FOCF haben, werden separat am Ende des Kapitels dargestellt.
Im Rahmen des Risikomanagements werden Risiken betrachtet, die die Erreichung der Ziele des Konzerns gefährden können, indem sie sich negativ auf das bestehende Geschäft oder auf strategische Ziele auswirken. Diese sind in unserem Risikoportfolio enthalten, das wiederum mit den wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen sowie mit den Themen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) verknüpft ist.
Risikokategorien nach gewichteter Risikoausprägung

Geschäftsumfeld
Geopolitische Spannungen und soziale Verwerfungen
Das Jahr 2022 war geprägt von geopolitischen Spannungen zwischen Regionalmächten, die u. a zu einem Rückgang der Produktnachfrage, steigenden Energie- und Rohstoffpreisen sowie unterbrochenen Lieferketten geführt haben. Insgesamt besteht eine hohe Unsicherheit, wie sich bestehende handelspolitische Konflikte und Anspannungen weiterentwickeln, inkl. der damit verbundenen makroökonomischen Implikationen, die sich auch auf die Geschäftslage von Covestro auswirken können.
Marktentwicklung
Die wirtschaftlichen Bedingungen weltweit, vor allem aber in den geografischen Regionen, in denen Covestro tätig ist, wirken sich maßgeblich auf die Ergebnisse des Unternehmens aus. Ihr Einfluss auf die Branchen, denen die direkten und indirekten Kunden von Covestro angehören, ist mitentscheidend für die Nachfrage nach unseren Produkten.
Negative Wirtschaftsentwicklungen, ausgelöst durch verschiedenste Ereignisse, können sich nachteilig auf die Weltwirtschaft und internationale Finanzmärkte im Allgemeinen auswirken. Diese haben in der Regel auch negative Auswirkungen auf die Absatzmärkte unserer Produkte, die meist zu einem Rückgang der Absatzmengen und des operativen Ergebnisses des Unternehmens führen. Das Ausmaß dieser Auswirkungen auf die Absatzmengen und das operative Ergebnis hängt zudem von der Kapazitätsauslastung in der Branche ab und diese wiederum vom Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage der jeweiligen Produkte. Ein Rückgang der Nachfrage führt zu verminderten Absatzmengen und letzten Endes zu einer verringerten Kapazitätsauslastung, die sich negativ auf die Margen auswirkt. Dagegen führt ein positives, von Wachstum und konjunkturellem Aufschwung gekennzeichnetes wirtschaftliches Umfeld üblicherweise zu einer Verbesserung des Unternehmenserfolgs.
In der Vergangenheit gab es in den Märkten für die meisten unserer Produkte Phasen mit knappem Angebot, woraus ein Anstieg der Preise und Gewinnmargen resultierte. Demgegenüber führten Phasen mit starker Kapazitätsausweitung zu einem Überangebot mit rückläufigen Preisen und Gewinnmargen. Solche wechselnden Angebotssituationen werden häufig durch neue Anlagen oder die Erweiterung bestehender Produktionsanlagen zum Erzielen und Erhalten positiver Skaleneffekte in der Branche ausgelöst. Auf diese folgt ein Rückgang der branchenweiten Auslastungsraten.
Regulierungen und Gesetze
Durch seine internationale Ausrichtung ist das Geschäft von Covestro den Einflüssen größerer Veränderungen der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Bedingungen und daraus resultierenden Vorschriften der Länder ausgesetzt, in denen Covestro geschäftlich vertreten ist. Die damit verbundenen Chancen und Risiken können sich sowohl positiv als auch negativ auf das Geschäft des Unternehmens auswirken und seine Erfolgsaussichten erheblich beeinflussen.
Wettbewerb
Ein konjunktureller Abschwung oder das veränderte Verhalten unserer Wettbewerber bzw. der Eintritt neuer Konkurrenten kann zu intensiverem Wettbewerb und damit zu Überkapazitäten auf dem Markt oder auch einem erhöhten Preisdruck führen. Die Risiken in diesem Bereich werden im Vergleich zum Vorjahr momentan als geringer eingestuft.
Weitere Chancen und Risiken können sich aus Abweichungen von unseren Einschätzungen hinsichtlich der konjunkturellen Weiterentwicklung der Märkte ergeben, die wir im Kapitel "Konjunkturausblick" geschildert haben. Sollte sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zukünftig anders darstellen als prognostiziert, kann dies positiven oder negativen Einfluss auf unsere Umsatz- und Ergebniserwartung haben. Laufende Analysen des wirtschaftlichen Umfelds und der Konjunkturprognosen erlauben es uns, die erkannten Chancen zu nutzen und den Risiken mit einer Anpassung unserer Geschäftsstrategie zu begegnen.
Unternehmensspezifisches Umfeld
Einkauf
Unsere Nachhaltigkeitsgrundsätze und -anforderungen gegenüber unseren Partnern in der Wertschöpfungskette sind in unserem Verhaltenskodex für Lieferanten beschrieben. Unser übergreifender Managementansatz zur Achtung der Menschenrechte von Covestro; insbesondere auf die im Rahmen der menschenrechtlichen Sorgfaltsprüfung stattfindende Risikoanalyse, berücksichtigt relevante Gesetze, wie das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz.
Dieser fordert von unseren Lieferanten, Umwelt- und Arbeitsschutzbestimmungen sowie Menschenrechte zu achten und somit z. B. jegliche Art der Kinderarbeit zu vermeiden. Eine Verletzung des Kodex birgt ein Reputationsrisiko für unser Unternehmen. Mit Lieferantenbewertungen und -audits überprüfen wir, ob die Anforderungen des Verhaltenskodex in der Lieferkette umgesetzt und eingehalten werden. Der Lieferantenkodex von Covestro basiert auf den Prinzipien des "UN Global Compact" und unserer Menschenrechtsposition.
Covestro benötigt signifikante Mengen unterschiedlicher Energieformen und petrochemischer Rohstoffe für die Produktionsprozesse. Die Einkaufspreise für diese Energien und Rohstoffe können wie im Berichtsjahr aufgrund der Marktbedingungen oder der Gesetzgebung erheblich schwanken. Erfahrungen aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass gestiegene Herstellungskosten nicht immer über Preisanpassungen an unsere Kunden weitergegeben werden können. Demgegenüber können sinkende Rohstoffpreise, die sich nicht unmittelbar in vollem Umfang verkaufspreisreduzierend auswirken, zu einer Verbesserung der Margen führen.
Um einkaufsbezogene Risiken wie Lieferengpässe oder größere Preisschwankungen zu verringern, beschaffen wir wichtige Einsatzstoffe und Materialien auf Basis langfristiger Lieferverträge und eines aktiven Lieferantenmanagements.
Zusätzlich zu der Entwicklung der Energiepreise muss Covestro sicherstellen, dass das Unternehmen ordnungsgemäß gegen Stromausfälle geschützt ist. Mögliche Vorfälle könnten die Energieversorgungsunternehmen zwingen, ihr Netz abzuschalten, sodass es zu kurzzeitigen Stromausfällen an unseren Produktionsanlagen und Infrastruktureinrichtungen kommen könnte.
Informationssicherheit, Datenschutz und Informationstechnologie (IT)
Globale IT-Systeme sind zunehmend die Basis für Geschäfts- und Produktionsprozesse sowie die interne und externe Kommunikation des Covestro-Konzerns. Eine wesentliche technische Störung oder gar ein Ausfall der IT-Systeme kann zu einer gravierenden Beeinträchtigung unserer Geschäfts- und Produktionsprozesse führen. In Zusammenarbeit mit unserer internen IT-Organisation werden technische Vorkehrungen, z. B. Datenwiederherstellungs- und Kontinuitätspläne, definiert und laufend weiterentwickelt.
Die Vertraulichkeit bei der Verarbeitung von Daten ist für Covestro von elementarer Bedeutung. Ein Verlust der Vertraulichkeit, Integrität oder Authentizität von Daten und Informationen kann zu Manipulationen und / oder zu einem unkontrollierten Abfluss von Daten und Know-how führen. Diesem Risiko begegnen wir durch entsprechende Maßnahmen, z. B. in Form eines detaillierten Berechtigungskonzepts.
Die Leitung der IT-Sicherheit (Chief Information Technology Security Officer, CISO) von Covestro und ihre speziell auf dieses Thema spezialisierte Abteilung treiben die IT-Sicherheitsstrategie und die entsprechende Umsetzung für den Konzern weiter voran. Durch diese Maßnahmen wollen wir einen Schutz auf dem aktuellen Stand der Technik gewährleisten.
Innovation
Wir analysieren fortlaufend globale Trends und entwickeln innovative Lösungen, die zu ihrer Bewältigung beitragen. So begegnen wir den durch diese Trends entstehenden Herausforderungen und nehmen gleichzeitig die sich aus ihnen ergebenden Chancen wahr.
Aufgrund eines wachsenden Umweltbewusstseins und Interesses am Umweltschutz sowie gleichzeitig steigender Anforderungen an faire Arbeitsbedingungen entscheiden sich Kunden immer häufiger für nachhaltige Produkte. Unser Produktportfolio bietet solche Lösungen für verschiedene Bereiche des täglichen Lebens. Daher sehen wir hier eine Möglichkeit, unsere entsprechenden Marktanteile auszuweiten und in diesen Segmenten zu wachsen. Die Strategie von Covestro konzentriert sich gezielt auf Nachhaltigkeit und effiziente Produktion mit dem Ziel, Covestro vollständig auf Kreislaufwirtschaft auszurichten. Dazu entwickeln wir neue Technologien, Produkte und Geschäftsmodelle, die den Energieeinsatz und die CO2-Emissionen senken und so Chancen für Covestro eröffnen.
Die Begrenztheit natürlicher Ressourcen und die Bemühungen um den Klimaschutz führen zu einer verstärkten Nachfrage nach innovativen Produkten und Technologien, die den Ressourcenverbrauch reduzieren und Emissionen senken. Diese Entwicklungen werden durch steigende regulatorische Anforderungen sowie eine zunehmende Sensibilisierung der Verbraucher für eine nachhaltige Nutzung von Ressourcen weiter forciert. In diesem Kontext entwickelt Covestro neue Werkstoffe, die dazu beitragen, die Energieeffizienz weiter zu erhöhen und Emissionen zu verringern. So wird bspw. das von Covestro hergestellte Polyurethan mit einer positiven Energiebilanz in der Bauindustrie zur Wärmedämmung eingesetzt und Polycarbonat in der Automobilindustrie verwendet, um das Gewicht von Fahrzeugen und folglich ihren Kraftstoffverbrauch zu reduzieren.
Der technologische Fortschritt verändert nicht nur unsere Welt, sondern auch die Art, wie wir Geschäfte machen. Durch die Verwendung modernster digitaler Technologien möchten wir entlang der gesamten Wertschöpfungskette Mehrwert generieren, indem wir die Lieferkette optimieren, Wachstum ankurbeln und neue Geschäftsmodelle entwickeln.
Mitarbeitende
Qualifizierte und engagierte Mitarbeitende sind eine entscheidende Voraussetzung für den Unternehmenserfolg. In Ländern mit Vollbeschäftigung werden qualifizierte Fachkräfte und vor allem Mitarbeitende in Schlüsselpositionen von Unternehmen intensiv umworben. Sollte es uns nicht gelingen, in diesen Ländern im erforderlichen Ausmaß Mitarbeitende zu rekrutieren und an Covestro zu binden, könnte dies erhebliche negative Auswirkungen auf die zukünftige Unternehmensentwicklung haben. Das Risiko, den genauen Zeitpunkt nicht zu kennen, wann Mitarbeitende die Organisation verlassen könnten, führt potenziell zu einer unzureichenden Vorlaufzeit bezogen auf eine passende Neubesetzung. Aktuell schätzen wir diese Risiken als niedrig ein.
Basierend auf der Analyse der zukünftigen Bedürfnisse, hat Covestro entsprechende Maßnahmen zur Personalrekrutierung und -entwicklung etabliert. So möchten wir u. a. durch ein umfassendes Personalmarketing ("Employer-Branding-Kampagne") unsere Zielgruppen von den Vorteilen unseres Unternehmens überzeugen. Unsere Personalpolitik basiert auf den Grundsätzen unserer Menschenrechtsposition, der Corporate Compliance Policy und unseren Unternehmenswerten. Wichtige Bestandteile dieser Personalpolitik sind eine wettbewerbsfähige Vergütung mit erfolgsabhängigen Komponenten sowie umfangreiche Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Die Ausrichtung auf personelle Vielfalt ermöglicht zudem die Ausschöpfung des gesamten Arbeitsmarktpotenzials.
Covestro pflegt gute Beziehungen zu seinen Mitarbeitenden, den Arbeitnehmendenvertretungen und den Gewerkschaften, um alle Fragen hinsichtlich Personalpolitik, Arbeitsbedingungen und betrieblicher Veränderungsprozesse stets im Sinne einer guten Sozialpartnerschaft zu lösen.
Produktion, Wertschöpfung und Sicherheit
Neben der Sicherheit unserer Produkte hat der Schutz unserer Mitarbeitenden und der Umwelt sehr hohe Priorität. Risiken, die mit der Herstellung, der Abfüllung, der Lagerung und dem Transport von Produkten verbunden sind, werden durch ein integriertes Gesundheits-, Sicherheits-, Umwelt-, Energie- und Qualitätsmanagementsystem vermindert. Diese Risiken können Personen-, Sach- und Umweltschäden, Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen sowie die Verpflichtung zu Schadensersatzzahlungen zur Folge haben.
Covestro verwendet bei seinen Produktionsprozessen große Mengen von Gefahrstoffen. Bei der Produktion entsteht Sondermüll und es werden Abwässer und Luftschadstoffe emittiert. Deshalb unterliegen die Aktivitäten von Covestro in zahlreichen Rechtsgebieten umfassenden internationalen, nationalen und lokalen Gesetzen, Bestimmungen, Regelungen und Verordnungen in Bezug auf den Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutz (Environment, Health, Safety, EHS). Zur Erfüllung dieser EHS-Bestimmungen sowie darüber hinausgehender Selbstverpflichtungen muss das Unternehmen erhebliche Ressourcen aufwenden. Kosten im Zusammenhang mit der Umsetzung und Einhaltung von EHS-Anforderungen sind Teil der Betriebskosten von Covestro und müssen somit durch die Preise gedeckt sein, zu denen das Unternehmen seine Produkte verkaufen kann. Bei Wettbewerbern von Covestro, die nicht von gleichermaßen strengen EHS-Anforderungen betroffen sind, können die Betriebskosten unter Umständen geringer sein, sodass sie ihre Produkte zu einem niedrigeren Preis anbieten können als Covestro.
Durch äußere Einflüsse wie Elementarereignisse, Brände / Explosionen, Sabotage oder Lieferunterbrechungen bei Hauptrohstoffen oder Zwischenprodukten kann es an unseren Standorten zu Betriebsunterbrechungen kommen. Wir begegnen diesem Risiko, indem wir - soweit möglich und wirtschaftlich sinnvoll - die Fertigung bestimmter Produkte auf mehrere Standorte verteilen und Sicherheitsbestände aufbauen. Zudem wurde als verpflichtender Bestandteil unseres HSEQ-Managements ein Sicherheits- und Krisenmanagement für unsere Produktionsstandorte implementiert. Es dient dem Schutz von Mitarbeitenden und der Nachbarschaft, der Umwelt und der Produktionsanlagen vor den oben genannten Risiken. Die Grundlage hierfür bilden die Konzernregelungen "Corporate Security" und "Krisenmanagement".
Covestro operiert in Märkten, die langfristig zu einem Ausgleich der Angebots- und Nachfragesituation tendieren. Sollte es jedoch zu geplanten oder ungeplanten Schließungen, Unterbrechungen oder sogar zum Ausscheiden eines unserer Wettbewerber kommen, könnten sich für Covestro Möglichkeiten ergeben, in Hinblick auf Profitabilität und Wachstum kurz- bis mittelfristig zusätzlich am Markt zu partizipieren.
Mit Blick auf ein gestiegenes ökologisches Bewusstsein eröffnen sich für Covestro Chancen in doppelter Hinsicht. Zum einen erschließen sich Marktpotenziale aus der Entwicklung innovativer Werkstoffe für unsere Kunden. Zum anderen können neben einer Entlastung der Umwelt Kostenvorteile realisiert werden, wenn es gelingt, die Energieeffizienz der eigenen Produktionsprozesse weiter zu steigern. So wollen wir mit der Entwicklung neuer Produktionstechnologien und der Anwendung international anerkannter Energiemanagementsysteme dazu beitragen, steigende regulatorische Umweltschutzbestimmungen zu erfüllen, Emissionen und Abfall weiter zu reduzieren und die Energieeffizienz zu erhöhen. Hierdurch leisten wir nicht nur einen Beitrag zum nachhaltigen Klimaschutz und zur Schonung der natürlichen Ressourcen, sondern erzielen auch einen Kosten- bzw. Wettbewerbsvorteil.
Organisches Wachstum durch Investitionsprojekte kann Risiken in Bezug auf den geeigneten Umfang, Standort und Zeitpunkt der Projekte mit sich bringen. Diese Risiken werden mithilfe etablierter Prozesse identifiziert, bei denen sowohl Mitarbeitende als auch externe Stakeholder eingebunden werden. Ein stabiler Prozess zur Beurteilung von Investitionsvorhaben trägt dazu bei, dass wir zum richtigen Zeitpunkt auf organische Wachstumschancen setzen und während der gesamten Projektdauer das Marktumfeld auf mögliche Veränderungen überprüfen. So können wir bei Bedarf rechtzeitig darauf reagieren.
Produktverantwortung
Der Covestro-Konzern ist dem Risiko ausgesetzt, dass seine Reputation durch negative Berichterstattung, Pressespekulationen und potenzielle oder tatsächliche rechtliche Auseinandersetzungen in Zusammenhang mit seinen geschäftlichen Aktivitäten geschädigt wird. Wenn die chemische Industrie im Allgemeinen oder die Prozesse und Produkte sowie die externe Kommunikation von Covestro im Besonderen negativ durch die Gesellschaft wahrgenommen werden, kann dies dem Unternehmen ebenfalls schaden. Auch die unsachgemäße Anwendung und Handhabung unserer Produkte durch Dritte können sich rufschädigend auswirken.
Darüber hinaus können Bedenken bezüglich der Produktsicherheit und der Umweltverträglichkeit Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung der Produkte und Aktivitäten von Covestro, die Wirtschaftlichkeit bestimmter Produkte, den Ruf des Unternehmens und die Fähigkeit zum Gewinnen und Binden von Mitarbeitenden haben. Um vollumfänglich zu verstehen, welche Auswirkungen die chemischen Bestandteile unserer Produkte haben, sind Fachkenntnisse erforderlich. Deshalb können Behauptungen, diese Verbindungen seien schädlich, zu Rufschädigungen führen, auch wenn diese Behauptungen durch Fachleute entkräftet werden können. Derartige Äußerungen können zu verändertem Verbraucherverhalten oder zusätzlichen behördlichen Bestimmungen führen, selbst wenn eine schädliche Wirkung nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist oder sogar wissenschaftliche Gegenbeweise vorliegen.
Recht und Compliance
Ethisches Verhalten ist ein Thema von essenzieller Bedeutung für die Gesellschaft. Viele Stakeholder beurteilen Unternehmen nicht nur danach, ob sie "legal", sondern auch, ob sie "legitim" handeln. Der Covestro-Konzern bekennt sich zu einer nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen seines wirtschaftlichen Handelns. Verstöße gegen diese Selbstverpflichtung können zu einer negativen Berichterstattung in den Medien und somit zu einer negativen Wahrnehmung des Covestro-Konzerns in der Öffentlichkeit führen. Diesem Risiko begegnen wir durch eine verantwortungsvolle Unternehmensführung, die darauf abzielt, neben wirtschaftlichem auch ökologischen und gesellschaftlichen Nutzen zu generieren.
Die Covestro Deutschland AG ist Risiken aus Rechtsstreitigkeiten oder -verfahren ausgesetzt, an denen wir entweder aktuell beteiligt sind oder die sich in Zukunft ergeben könnten. Das betrifft vor allem die Bereiche Produkthaftung, Kartellrecht, Wettbewerbsrecht, Patentrecht, Steuerrecht sowie Umweltschutz.
Ermittlungen und Untersuchungen aufgrund einer möglichen Verletzung gesetzlicher Vorschriften oder regulatorischer Bestimmungen, etwa ein potenzieller Verstoß gegen das Kartellrecht, oder aufgrund bestimmter Marketing- und Vertriebspraktiken können straf- und zivilrechtliche Sanktionen zur Folge haben. Diese Sanktionen bergen das Risiko, mit erheblichen monetären Strafen sowie weiteren finanziellen Nachteilen verbunden zu sein. Sie können außerdem der Reputation von Covestro schaden und sich letztlich nachteilig auf unseren Unternehmenserfolg auswirken.
Mit der Kohlenmonoxid-Versorgungsleitung sollen die Chemiestandorte Dormagen und Krefeld-Uerdingen verbunden und das schon bestehende Verbundsystem zwischen Dormagen und Leverkusen ergänzt werden. Damit soll eine sichere, reibungslose und standortübergreifende Versorgung mit Kohlenmonoxid gewährleistet werden. Die Inbetriebnahme der Ende 2009 nahezu fertiggestellten Pipeline ist aufgrund laufender gerichtlicher Verfahren derzeit noch nicht möglich. Nachdem das Verwaltungsgericht Düsseldorf im Jahr 2011 die wesentlichen Aspekte des Planfeststellungsbeschlusses, insbesondere die Sicherheit der verwendeten Materialien und die Rechtskonformität des Rohrleitungsgesetzes, bestätigt hatte, gingen die Kläger und die beklagte Bezirksregierung in Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht Münster. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte im Jahr 2014 keine prinzipiellen Einwände gegen die Sicherheit und Trassenwahl der Pipeline, stellte jedoch die Verfassungsmäßigkeit des Rohrleitungsgesetzes infrage, welches die rechtliche Basis des Projekts darstellt. Am 21. Dezember 2016 wies das Bundesverfassungsgericht die entsprechende Vorlagefrage des Oberverwaltungsgerichts Münster mit Beschluss als unzulässig zurück und bestätigte damit die rechtliche Einschätzung der Covestro Deutschland AG. Daraufhin setzte sich das Oberverwaltungsgericht Münster wieder mit dem Berufungsverfahren inhaltlich auseinander und wies mit Urteil vom 31. August 2020 die Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss vollumfänglich ab. Das Oberverwaltungsgericht hatte die Revision gegen sein Urteil nicht zugelassen. Hiergegen erhoben die Kläger im Februar 2021 Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Mit Beschluss vom 14. Dezember 2021 wies das Bundesverwaltungsgericht die Nichtzulassungsbeschwerde zurück. Damit ist das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster rechtskräftig geworden. Beim Verwaltungsgericht Düsseldorf sind noch sieben Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss anhängig, deren Fortsetzung nun unter Berücksichtigung des rechtskräftigen Urteils des Oberverwaltungsgerichts möglich ist.
Finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken
Die Covestro Deutschland AG ist Liquiditätsrisiken, Fremdwährungs- und Zinschancen und -risiken, Kreditrisiken und Risiken aus Pensionsverpflichtungen ausgesetzt. Zur Steuerung der finanziellen Chancen und Risiken sind entsprechende Prozesse etabliert und dokumentiert. Einen Baustein bildet dabei die Finanzplanung, die als Basis zur Ermittlung des Liquiditätsbedarfs und des Fremdwährungsrisikos dient. Die Finanzplanung umfasst einen Planungshorizont von zwölf Monaten und wird regelmäßig aktualisiert.
Im weiteren Verlauf werden finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken aufgeführt, welche - unabhängig von ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit - von Bedeutung für das Unternehmen sind.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen zu können. Der Liquiditätsstatus aller wesentlichen Konzerngesellschaften wird kontinuierlich geplant und überwacht. Die Sicherstellung der Liquidität erfolgt durch Liquiditätsbündelung (Cash Pooling Agreements) sowie interne und externe Finanzierungen. Eine im Jahr 2020 erneuerte und erhöhte syndizierte, revolvierende Kreditfazilität in Höhe von 2,5 Mrd. € mit einer Laufzeit bis März 2027 bietet zusätzlichen Liquiditätsspielraum.
Fremdwährungschancen und -risiken
Fremdwährungschancen und -risiken ergeben sich für die Covestro Deutschland AG aus Änderungen von Wechselkursen und den damit verbundenen Wertänderungen.
Materielle Fremdwährungspositionen aus operativer und finanzieller Geschäftstätigkeit werden für liquide Währungen in voller Höhe mit Devisentermingeschäften gesichert.
Die geplante Fremdwährungsposition wurde im Berichtsjahr nicht gesichert. Im Fall eines signifikanten Anstiegs des Fremdwährungsrisikos erfolgt die Sicherung der geplanten Fremdwährungsposition ebenfalls über Devisentermingeschäfte.
Zinschancen und -risiken
Durch Änderungen der Kapitalmarktzinsen ergeben sich Zinschancen und -risiken für die Covestro Deutschland AG. Diese Bewegung kann zu einer Änderung des Zeitwerts von festverzinslichen Finanzinstrumenten sowie von Zinszahlungen bei variabel verzinslichen Finanzinstrumenten führen. Um ungünstige Auswirkungen zu minimieren, wird das Zinsänderungsrisiko zentral über eine laufzeitoptimierte Verschuldungsstruktur gesteuert.
Kreditrisiken
Die Werthaltigkeit von Forderungen und anderen finanziellen Vermögenswerten der Covestro Deutschland AG kann beeinträchtigt werden, wenn Transaktionspartner ihren Zahlungs- oder sonstigen Leistungsverpflichtungen nicht nachkommen. Zur Steuerung der Kreditrisiken aus Forderungen ist ein verantwortliches Kreditmanagement benannt, das regelmäßig Bonitätsanalysen durchführt und für jeden Kunden ein Kreditlimit festlegt.
Kapitalmarktentwicklungen als Risiko für Pensionsverpflichtungen
Die Covestro Deutschland AG hat Verpflichtungen gegenüber jetzigen und früheren Mitarbeitenden aus Pensionszusagen. Veränderungen relevanter Bewertungsparameter, wie Zinssätze, Sterbewahrscheinlichkeiten und Gehaltssteigerungsraten, können eine Erhöhung des Barwerts der Pensionsverpflichtungen bedingen, was zusätzliche Aufwendungen für Pensionspläne erforderlich macht. Ein Teil der Pensionsverpflichtungen des Unternehmens ist durch Planvermögen gedeckt. Rückläufige oder gar negative Erträge aus den Anlagen des Planvermögens können sich ungünstig auf den zukünftigen beizulegenden Zeitwert des Planvermögens auswirken. Möglich ist, dass beide Effekte die Ertragslage des Unternehmens negativ beeinflussen und zusätzliche Zahlungen des Unternehmens notwendig machen.
Dem Risiko von Marktwertschwankungen des Planvermögens wird durch eine ausgewogene strategische Anlagenallokation und eine ständige Analyse der Anlagerisiken bezogen auf die Pensionsverpflichtungen begegnet. Daneben werden unter Berücksichtigung von landesspezifischen, regulatorischen Vorgaben sowie Liquiditätsaspekten regelmäßig Ausfinanzierungsmaßnahmen von Pensionsverpflichtungen beleuchtet. Diese bewirken eine Reduzierung der Ausfinanzierungslücke und mindern somit das Risiko.
8. Konjunkturausblick
Im Jahr 2023 wird gegenüber dem Berichtsjahr, belastet durch den andauernden russischen Krieg gegen die Ukraine, eine nach wie vor hohe Inflation und eine weitere geldpolitische Straffung ein schwächeres, aber dennoch leicht positives Wachstum der Weltwirtschaft erwartet. Dieses prognostizieren wir für das Jahr 2023 mit 1,5 %. Die Mehrheit der führenden Industrieländer wird im Jahr 2023 voraussichtlich in eine milde Rezession fallen. Die Lockerungen der Null-Covid-Politik in China bieten Chancen für eine Verbesserung der globalen Wachstumsaussichten, jedoch auch Risiken im Falle hoher Infektionszahlen.
In der Region EMLA rechnen wir mit einem Wachstum unterhalb des Weltniveaus. Die hohe Inflation und andauernde Energiekrise lassen eine Rezession in Europa erwarten. Für die exportorientierte Wirtschaft in Deutschland rechnen wir für das Jahr 2023 mit einem negativen Wachstum in Höhe von 0,2 %. Im Nahen Osten wird das Wachstum voraussichtlich über dem globalen Wachstum liegen. Die Erdölindustrie wird vermutlich weiterhin der treibende Faktor sein, da die Ölpreise vorerst auf anhaltend hohem Niveau erwartet werden. Für Lateinamerika gehen wir von einem Wachstum unterhalb des Weltniveaus aus, da die schwächere globale Nachfrage und eine straffere Innenpolitik sich voraussichtlich negativ auf die wirtschaftliche Stabilität auswirken werden. In Afrika erwarten wir ein Wirtschaftswachstum oberhalb der globalen Wachstumsrate.
Für die Region NA erwarten wir eine milde Rezession. In den USA werden die deutlichen Leitzinserhöhungen der Federal Reserve weiterhin steigende Kreditkosten verursachen und damit Unternehmensgewinne sowie Unternehmensinvestitionen belasten. Die Verbraucherausgaben werden voraussichtlich durch die Zunahme der Arbeitslosigkeit sinken. Für die USA rechnen wir vor diesem Hintergrund im Jahr 2023 mit einem Wirtschaftswachstum von 0,0 %.
Das Wirtschaftswachstum in der Region APAC wird voraussichtlich oberhalb des Weltniveaus liegen. Für China erwarten wir im Jahr 2023 ein Wirtschaftswachstum in Höhe von 4,5 %. Die Lockerungen der Null-Covid-Politik sowie konjunkturstimulierende Maßnahmen der Regierung in China sollten für eine langsame Erholung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in der Region sorgen, auch wenn Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung im Falle hoher Infektionszahlen verbleiben.
Hauptabnehmerindustrien4
Für das Jahr 2023 rechnen wir für die weltweite Automobilindustrie mit einem Wachstum von 4,6 %. Hohe Auftragsbestände wirken auch im Jahr 2023 einem wirtschaftlichen Abschwung der Branche entgegen. Das Wachstum wird voraussichtlich durch die Regionen EMLA und NA getrieben, wohingegen die Region APAC lediglich ein leicht positives Wachstum zeigen wird.
Für die globale Bauindustrie erwarten wir im Jahr 2023 ein positives Wachstum in Höhe von 0,8 %. Ein schwaches Wirtschaftswachstum, hohe Baumaterialkosten und Arbeitskräftemangel sowie eine steigende Inflation belasten die Entwicklung der Bauindustrie auch im Jahr 2023. Für die Region APAC rechnen wir mit einem leicht positiven Wachstum, für die Region EMLA mit einer stabilen und für die Region NA mit einer leicht negativen Wachstumsrate.
Wir gehen davon aus, dass die globale Elektrik-, Elektronik- und Haushaltsgeräteindustrie im Jahr 2023 mit 2,0 % wachsen wird. Die Nachfrage nach Elektronik und elektrischen Bauteilen ist im Jahr 2023 aufgrund von Verschiebungen der Verbraucherausgaben von Waren zu Dienstleistungen voraussichtlich weiterhin schwach ausgeprägt. Für die Regionen EMLA und NA rechnen wir mit einer negativen Entwicklung. Für die Region APAC werden leicht positive Wachstumsraten erwartet.
Für die globale Möbelindustrie erwarten wir für das Jahr 2023 ein positives Wachstum in Höhe von 0,3 %. Die Wachstumsaussichten werden durch hohe Inflation, steigende Verkaufspreise, sinkende Verbrauchernachfrage und sinkende Investitionen im Wohnungssektor auch im Jahr 2023 geschwächt. Für die Regionen EMLA und NA rechnen wir mit einer negativen Entwicklung. Für die Region APAC werden leicht positive Wachstumsraten erwartet.
4 Eigene Berechnung, basierend auf den folgenden Quellen: LMC Automotive Limited, B+L, CSIL (Centre for Industrial Studies), Oxford Economics. Für die Hauptabnehmerindustrie "Automobil und Transport" beschränken wir uns auf Konjunkturdaten für die Automobilindustrie (exklusive Transportindustrie) und für die Hauptabnehmerindustrie "Möbel und Holzverarbeitung" auf Konjunkturdaten für die Möbelindustrie (exklusive Holzverarbeitungsindustrie). Stand: Februar 2023
9. Umsatz- und Ergebnisprognose
Die Covestro Deutschland AG beurteilt den Erfolg des Geschäftsverlaufs anhand der Umsätze und des operativen Ergebnisses. Auf der Basis der in diesem Bericht beschriebenen Geschäftsentwicklung ergeben sich unter Abwägung der Risiko- und Chancenpotenziale die folgenden Prognosen:
Die Entwicklung im Geschäftsjahr 2022 verlief anders als am Jahresende 2021 erwartet. Die Umsatzerlöse lagen wie prognostiziert deutlich über dem Niveau des Vorjahres, was ausschließlich auf Preissteigerungen zurückzuführen war. Diese Umsatzerhöhung wurde jedoch - anders als erwartet - vollständig von höheren Rohstoffpreisen kompensiert. Der Ausbruch des Krieges zwischen Russland und der Ukraine und die damit unmittelbar verbundenen Auswirkungen auf die Energiepreise belasteten die Margen. Darüber hinaus war im zweiten Halbjahr ein starker Rückgang der Nachfrage auf dem europäischen Markt zu beobachten. Demzufolge lag das operative Ergebnis entgegen unserer Prognose deutlich unter dem Vorjahreswert.
Für den Umsatz im Geschäftsjahr 2023 erwarten wir eine Entwicklung leicht unter Vorjahresniveau. Aufgrund der Unsicherheit hinsichtlich der Energiepreise und der geringen Nachfrage bleiben die Margen voraussichtlich niedrig. In der zweiten Jahreshälfte dürfte die Nachfrage wieder langsam steigen.
Für das Jahr 2023 rechnen wir mit einem operativen Ergebnis der Covestro Deutschland AG, welches leicht unter dem des Geschäftsjahres 2022 liegt. Eine genaue Prognose ist jedoch aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Unwägbarkeiten sehr schwierig.
Leverkusen, 23. Februar 2023
Covestro Deutschland AG
Der Vorstand
Dr. Markus Steilemann, Vorsitzender
Sucheta Govil
Dr. Klaus Schäfer
Dr. Thomas Toepfer
Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit der Covestro Deutschland AG nach § 21 Entgelttransparenzgesetz für das Geschäftsjahr 2021
Allgemein
Covestro fördert das Potenzial von Frauen und Männern gleichermaßen. Gezielte Personalentwicklungsmaßnahmen - wie Fach- und Führungs-Seminare, Workshops, Projekt-Leitungen, Auslandsaufenthalte und Job-Rotation - haben einen hohen Stellenwert in unserem Unternehmen. Auch das Thema der gleichen, stellengerechten Vergütung ist impliziter Bestandteil unserer Personalpolitik.
Das am 6. Juli 2017 in Kraft getretene "Gesetz zur Förderung der Entgelttransparenz zwischen Frauen und Männern" ("Entgelttransparenzgesetz") befasst sich mit der Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern, d.h. gleiche Bezahlung für gleiche bzw. gleichwertige Tätigkeit. Das Gesetz spezifiziert somit das seit 2006 geltende "Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz" ("AGG"), welches generell Diskriminierung verbietet, indem es konkret das Gebot der Entgeltgleichheit zwischen den Geschlechtern normiert.
Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern
Viele der gesetzlichen Vorgaben des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) sind seit langem Teil der Führungsprinzipien von Covestro sowie in unserem Corporate-Compliance-Programm und vergleichbaren Regelungen und Vorschriften enthalten. Covestro toleriert keinerlei Diskriminierung.
Zur Vereinbarkeit von Berufs- und Lebensplanung werden verschiedene Maßnahmen angeboten. Dazu zählen flexible Arbeitszeitmodelle, Teilzeit, Telearbeit (Ermöglichung von Arbeit im Home Office), Mobiles Arbeiten sowie Möglichkeiten zur Kinderbetreuung.
Im Übrigen überprüft Covestro generell seine Maßnahmen, Richtlinien und Vereinbarungen fortlaufend auf ihre Rechtmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirksamkeit.
Wir sind darauf vorbereitet, etwaige Klarstellungen durch die Rechtsprechung zeitnah und angemessen umzusetzen. Dies gilt auch für die Anwendung des neu in Kraft gesetzten Entgelttransparenzgesetzes.
Maßnahmen zur Herstellung von Entgeltgleichheit für Frauen und Männer
Basis und Maßstab für Eingruppierung und Entgeltfestsetzung bei Covestro in Deutschland sind
| ― | als tarifgebundenes Unternehmen die Regeln des Bundesentgelttarifvertrages Chemie (BETV) für den Tarifbereich und |
| ― | die allgemeine, global geltende Vergütungssystematik für den Leitenden Bereich ("Vertragsstufen-Ordnung"), die auf dem international anerkannten Stellenbewertungsverfahren nach Hay basiert. |
Die Eingruppierung in die durch den BETV festgelegten 13 Entgeltgruppen (Tarifbereich) erfolgt aufgrund der konkret ausgeübten Tätigkeit unter Berücksichtigung von Berufsausbildung und für die Tätigkeit erforderlichen Qualifikationen.
Die Vertragsstufen für den AT- und Leitenden Bereich korrespondieren mit einem Stellenwert, der sich aus entsprechenden inhaltlichen und formellen Anforderungen einer Stelle ergibt. Ausschlaggebend für die individuelle Einstufung ist die definierte und nach sachlich-methodischer objektiver Systematik bewertete Stelle (Hay-Bewertung).
Entsprechend erfolgt die Eingruppierung/Einstufung aufgrund rein sachbezogener Kriterien unter Berücksichtigung fachlicher Qualifikation sowie persönlicher Eignung und Leistung.
Die Entwicklung der mit Eingruppierung/Einstufung korrespondierenden Entgelte ist weiterhin auch im Rahmen von Teilzeitarbeitsverhältnissen sowie bei Inanspruchnahme von Elternzeiten gewährleistet.
Insofern bestehen bei Covestro allgemeinverbindliche, objektivierbare, transparente, angemessene und diskriminierungsfreie Entgeltstrukturen.
Persönliche Merkmale, wie Geschlecht, Alter, Herkunft, Religion, Weltanschauung und sexuelle Orientierung, sind hierbei unerheblich. Führungskräfte und Mitarbeiter der Personalfunktion sind informiert und geschult, um entsprechend sachgerechte, regelkonforme Ein- und Umgruppierungen vorzunehmen. Im Weiteren sind bei diesen Entscheidungen auch die Arbeitnehmervertretungen (Betriebsrat, Sprecherausschuss) im Rahmen der diesbezüglich geltenden gesetzlichen Bestimmungen eingebunden.
Aus den vorgenannten Gründen ist die Grundlage für die Umsetzung des Gebotes gleichen Entgelts für Frauen und Männer bei gleicher bzw. gleichwertiger Tätigkeit gegeben. Auskunftsansprüche von Mitarbeitern nach §§ 10 ff. EntgTranspG wurden bis dato nur vereinzelt gestellt und haben keinen Handlungsbedarf ergeben, da keine Benachteiligungen wegen des Geschlechts in Bezug auf das Entgelt festgestellt wurden.
Durchschnittliche Gesamtzahl der Beschäftigten nach Geschlecht und Vollzeit/Teilzeit
| 2016 | 2021 | Veränderung | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| männlich | weiblich | männlich | weiblich | männlich | weiblich | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Durchschnittliche Gesamtzahl der Beschäftigten | 5.340 | 1.239 | 6.087 | 1.520 | 747 | 281 |
| davon Vollzeitbeschäftigte | 3.976 | 803 | 4.159 | 985 | 183 | 182 |
| davon Teilzeitbeschäftigte | 1.364 | 436 | 1.927 | 535 | 563 | 99 |
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Covestro Deutschland AG, Leverkusen
Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Covestro Deutschland AG, Leverkusen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Covestro Deutschland AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. In Erweiterung unseres Auftrags haben wir in die inhaltliche Prüfung des Lageberichts auch diejenigen Angaben einbezogen, die aus der nichtfinanziellen Erklärung der Covestro AG in den Lagebericht der Covestro Deutschland AG übernommen wurden und dort bereits Gegenstand der erweiterten inhaltlichen Prüfung waren. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die in Abschnitt 5 des Lageberichts enthalten ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und |
| ― | vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die in Abschnitt 5 des Lageberichts enthalten ist.
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG
Wir haben geprüft, ob die Gesellschaft ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 eingehalten hat. Darüber hinaus haben wir die Tätigkeitsabschlüsse für die Tätigkeiten Elektrizitätsverteilung und Gasverteilung nach § 6b Abs. 3 Satz 1 EnWG - bestehend jeweils aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie den als Anlage beigefügten Angaben zu den Rechnungslegungsmethoden für die Aufstellung der Tätigkeitsabschlüsse - geprüft.
| ― | Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten. |
| ― | Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entsprechen die beigefügten Tätigkeitsabschlüsse in allen wesentlichen Belangen den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG. |
Wir haben unsere Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Führung getrennter Konten und der Tätigkeitsabschlüsse in Übereinstimmung mit § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung nach § 6b Energiewirtschaftsgesetz (IDW PS 610 n.F. (07.2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist nachfolgend weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir wenden als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Anforderungen des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) an. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG zu dienen.
Der Vorstand ist verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten. Der Vorstand ist auch verantwortlich für die Aufstellung der Tätigkeitsabschlüsse nach den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG.
Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig erachtet hat, um die Pflichten zur Führung getrennter Konten einzuhalten.
Die Verantwortung des Vorstands für die Tätigkeitsabschlüsse entspricht der im Abschnitt "Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht" hinsichtlich des Jahresabschlusses beschriebenen Verantwortung mit der Ausnahme, dass der jeweilige Tätigkeitsabschluss kein unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Tätigkeit zu vermitteln braucht.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten der Gesellschaft nach § 6b Abs. 3 EnWG.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen,
| ― | ob der Vorstand seine Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten hat und |
| ― | ob die Tätigkeitsabschlüsse in allen wesentlichen Belangen den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG entsprechen. |
Ferner umfasst unsere Zielsetzung, einen Vermerk in den Bestätigungsvermerk aufzunehmen, der unsere Prüfungsurteile zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG beinhaltet.
Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten umfasst die Beurteilung, ob die Zuordnung der Konten zu den Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 4 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt ist und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.
Unsere Verantwortung für die Prüfung der Tätigkeitsabschlüsse entspricht der im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" hinsichtlich des Jahresabschlusses beschriebenen Verantwortung mit der Ausnahme, dass wir für den jeweiligen Tätigkeitsabschluss keine Beurteilung der sachgerechten Gesamtdarstellung vornehmen können.
Düsseldorf, den 24. Februar 2023
**KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Dr. Kathryn Ackermann, Wirtschaftsprüferin
Dr. Marcus Dickmeis, Wirtschaftsprüfer
Bericht des Aufsichtsrats
der Covestro Deutschland AG
Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat im Berichtszeitraum regelmäßig ausführlich in schriftlicher sowie in mündlicher Form über die wirtschaftliche Lage und die Entwicklung des Unternehmens berichtet.
Der Jahresabschluss der Covestro Deutschland AG für das Geschäftsjahr 2022, bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang, sowie der Lagebericht wurden nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften für Kapitalgesellschaften erstellt. Der Abschlussprüfer, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, hat den Jahresabschluss sowie den Lagebericht geprüft. Der Abschlussprüfer hat keine Einwendungen erhoben und einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Jahresabschluss, der Lagebericht und der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers haben allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vorgelegen. Den Jahresabschluss haben wir geprüft. Es bestanden keine Einwendungen. Wir stimmen daher dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu.
Den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2022 billigen wir. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Auch über den Lagebericht wurde Einvernehmen erzielt.
Mit der Covestro AG besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Für den Berichtszeitraum vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022 wird der Gewinn unter Beachtung geltender Gesetze an die Covestro AG abgeführt.
Leverkusen, den 01. März 2023
Für den Aufsichtsrat
Dr. Richard Pott, Vorsitzender des Aufsichtsrates
Der Jahresabschluss zum 31.12.2022 wurde am 1. März 2023 festgestellt.