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Covestro AG — Audit Report / Information 2015
Mar 10, 2016
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Audit Report / Information
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Publication
Covestro Deutschland AG (vormals: Bayer MaterialScience Aktiengesellschaft)
Leverkusen
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2015 bis zum 31.08.2015
Jahresabschluss zum 31. August 2015 und Lagebericht für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. August 2015
Lagebericht
1 Geschäft und Rahmenbedingungen
1.1 Unternehmensstruktur
Die Covestro Deutschland AG (vormals: Bayer MaterialScience AG) mit Sitz in Leverkusen ist zum Abschlussstichtag 31. August 2015 eine 100 %-ige Tochtergesellschaft der Bayer AG, Leverkusen.
Am 18. September 2014 hat die Bayer AG ihren Plan bekannt gegeben, das operative Geschäft von Bayer MaterialScience, das ab dem 1. September 2015 unter dem Namen Covestro geführt wird, unter einer Aktiengesellschaft zu bündeln und Anteile dieser Aktiengesellschaft an der Börse zu platzieren. Aus diesem Grund wurde am 20. August 2015 die Covestro AG, Leverkusen, gegründet, in die die Bayer AG mit Wirkung zum 1. September 2015 ihre Anteile an der Covestro Deutschland AG eingelegt hat. In diesem Zusammenhang wurde die bisherige Bayer MaterialScience AG mit Eintrag im Handelsregister vom 1. September 2015 in Covestro Deutschland AG umbenannt.
Im Rahmen der rechtlichen Umstrukturierung sind in der Covestro Deutschland AG neue zentrale Unternehmensfunktionen wie Finanzen, Steuern, Konzernrechnungswesen, interne Revision und Investor Relations geschaffen worden. Darüber hinaus wurden Funktionen, die bislang in den Bayer-Servicegesellschaften angesiedelt waren, von der Covestro Deutschland AG übernommen, dabei handelt es sich im Wesentlichen um die Bereiche Personalabrechnung, Rechnungswesen, IT sowie Ingenieurleistungen. In diesem Zusammenhang sind Vermögensgegenstände und Schulden der Bayer AG, der Bayer Business Services GmbH, Leverkusen, der Bayer Technology Services GmbH, Leverkusen, der Bayer Direct Services GmbH, Leverkusen, der Bayer Real Estate GmbH, Leverkusen, der Bayer Intellectual Property GmbH, Monheim, und der Pallas AG, Leverkusen, die Covestro zuzurechnen sind, bis zum 31. August 2015 über Kaufverträge an die Covestro Deutschland AG übertragen worden.
Weiterhin sind alle Gesellschaften, die aufgrund ihrer Geschäftsaktivitäten zwar der Covestro-Gruppe zuzuordnen sind, aber bislang von der Bayer AG oder deren mittelbaren oder unmittelbaren Tochtergesellschaften beherrscht wurden, an die Covestro Deutschland AG übertragen worden. Die Anteile an der MS Holding B.V., Nieuwegein/Niederlande, der Bayer MaterialScience Private Limited, Mumbai/Indien, sowie der Baulé Inc., Allentown/USA, wurden per Sacheinlage in die Covestro Deutschland AG eingebracht und führten zu einer Erhöhung der Kapitalrücklage in Höhe von 1.656 Mio. €. Zur Finanzierung der übrigen Akquisitionen sowie der getätigten Kapitalerhöhungen in ausländischen Tochtergesellschaften in Höhe von insgesamt 1.723 Mio. € hat die Covestro Deutschland AG zusätzliche Finanzmittel von der Bayer Antwerpen NV, Diegem/Belgien, aufgenommen.
Seit dem 1. Juli 2015 hat die Covestro Deutschland AG Cash-Pooling-Vereinbarungen mit Tochtergesellschaften abgeschlossen, daraus resultierten zum Bilanzstichtag Forderungen in Höhe von 59 Mio. € sowie Verbindlichkeiten in Höhe von 233 Mio. € gegenüber verbundenen Unternehmen.
Am 31. August 2015 wurde die atypische stille Gesellschaftsbeteiligung an der Bayer Intellectual Property GmbH beendet und das auf den stillen Gesellschafter Covestro Deutschland AG entfallende Vermögen ist auf diesen übergegangen. Im Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. August 2015 beliefen sich die von der Covestro Deutschland AG an die Bayer Intellectual Property GmbH zu zahlenden Lizenzentgelte auf 77 Mio. € (Vorjahr: 111 Mio. €). Aus der stillen Beteiligung hat die Covestro Deutschland AG im Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. August 2015 Beteiligungserträge in Höhe von 114 Mio. € (Vorjahr: 91 Mio. €) erzielt. Hierin enthalten ist eine Erstattung der Bayer AG an die Bayer Intellectual Property GmbH für die Beendigung der Mitbenutzungsvereinbarung der Konzernkennzeichen in Höhe von 58 Mio. €.
Mit Vertrag vom 28. August 2015 vereinbarten die Bayer AG und die Covestro Deutschland AG, die Covestro Deutschland AG gegen Zahlung eines Einmalbetrags in Höhe von 217 Mio. € von allen weiteren Verpflichtungen im Zusammenhang mit bestehenden Pensionszusagen der Bayer AG gegenüber vor dem 1. Juli 2002 ausgeschiedenen Mitarbeitern, die dem damaligen Arbeitsgebiet Polymers der Bayer AG zuzuordnen waren, zu entbinden. Diese Pensionsrückstellungen sind im Rahmen der Ausgliederung des damaligen Polymer-Geschäftes aus der Bayer AG am 1. Januar 2003 in der Bayer AG verblieben. Die Covestro Deutschland AG war bislang verpflichtet, den auf sie entfallenden anteiligen Aufwand, soweit er nicht durch eine entsprechende Rückstellung gedeckt war, sowie den anteiligen Verwaltungsaufwand zu erstatten.
Im Zuge des geplanten Börsengangs der Covestro AG sind diverse Sondereffekte in der Covestro Deutschland AG angefallen, hierzu zählen vor allem Kosten für die Implementierung eigenständiger IT-Systeme sowie für die Prüfung der kombinierten Abschlüsse der Covestro-Gruppe.
Mit Gesellschafterbeschluss vom 14. August 2015 und Aufhebungsvereinbarung vom 14. August 2015 wurde der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der Bayer AG und der Covestro Deutschland AG mit Wirkung zum 31. August 2015 beendet. Aus diesem Grund legt die Covestro Deutschland AG ein Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. August 2015 ein.
Die im Folgenden beschriebenen Geschäfts- und Rahmenbedingungen beziehen sich zum einen auf die Geschäfts- und Rahmenbedingungen der Covestro Deutschland AG selbst, zum anderen auf globale Geschäfts- und Rahmenbedingungen, die für die Covestro Deutschland AG als Teilkonzernführungsgesellschaft bis zum 31. August 2015 relevant sind.
Die Covestro Deutschland AG entwickelt, produziert und vermarktet hochwertige Produkte im Bereich Polyurethane, Polycarbonate, Lack- und Klebstoffrohstoffe sowie Spezialchemikalien. Ferner produziert und vermarktet sie ausgewählte anorganische Grundchemikalien. Die Gesellschaft ist in die Business Units Polyurethanes, Polycarbonates und Coatings, Adhesives, Specialties unterteilt. Die oben genannten Produkte vertreibt die Covestro Deutschland AG an externe Kunden sowie an verbundene Unternehmen in den Regionen EMLA (Europa, Nahost, Afrika und Lateinamerika ohne Mexiko), NAFTA (USA, Kanada und Mexiko) sowie APAC (Asien und Pazifik).
1.2 Wirtschaftliches Umfeld
Nach Aussage des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) fällt die Bilanz der chemischen Industrie in Deutschland für das erste Halbjahr 2015 durchwachsen aus. Die Produktion habe zwar zulegen können, aber der Umsatz habe sich wegen sinkender Preise nur schleppend entwickelt. Während die Abwertung des Euro die Exporte nach Übersee beflügelte, sei die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen im Inland verhalten geblieben. Insgesamt sei die Produktion in Deutschlands drittgrößter Branche in den ersten sechs Monaten um 1 % gestiegen. Bei rückläufigen Preisen von minus 3 % hat die chemische Industrie in Deutschland ihren Gesamtumsatz trotz gestiegener Produktionsmenge nur um 0,5 % auf 96,5 Mrd. € ausweiten können. Im Inland ist der Umsatz wegen des Preiseffektes um 1,5 % auf 37,4 Mrd. € gesunken. Die Euro-Abwertung hat das Exportgeschäft jedoch beflügelt, es ist im ersten Halbjahr 2015 um 2,5 % auf 59,1 Mrd. € gestiegen.
1.3 Einkauf und Produktion
Der Einkauf in der Covestro-Gruppe wird zentral durch die Organisationseinheit „Procurement & Trading“ gesteuert und verwaltet, um global Synergien nutzen zu können.
Wesentliche Grundstoffe der Produkte sind petrochemische Rohstoffe wie beispielsweise Benzol, Toluol und Phenol. Der Betrieb der Produktionsanlagen benötigt darüber hinaus in größerem Umfang Energie, vorrangig in Form von Strom und Dampf. Um das Preisänderungsrisiko zu minimieren, wird bei der Strom- und Dampferzeugung auf eine ausbalancierte Diversifikation der Brennstoffe sowie auf einen Mix von externem Einkauf und Eigenerzeugung gesetzt.
Covestro legt sehr hohe Maßstäbe an die Qualität der verwendeten Rohstoffe und deren Weiterverarbeitung zu hochwertigen Kunststoffen und Polymer-Vorprodukten. Dazu wurde ein Qualitätsmanagementsystem implementiert, das nach dem internationalen Standard ISO 9001 zertifiziert ist. Bezogen auf den Gesamtenergieeinsatz beträgt der Zertifizierungsgrad dabei für alle berichtspflichtigen Covestro-Standorte weltweit über 99 %. Die Überprüfung erfolgt regelmäßig durch interne und externe Auditierung. Die Zertifizierung erfolgt neben Einkauf und Produktion auch in den überwiegenden Teilen der anderen Organisationseinheiten.
Die Produktionsstandorte der Covestro Deutschland AG befinden sich in Brunsbüttel, Dormagen, Krefeld-Uerdingen und Leverkusen.
Im Bereich der Commodities (Standard-Produkte mit großem Absatzvolumen) wird zur Kostensen-kung auf Produktionsanlagen mit einer großen Fertigungskapazität gesetzt, die eine länderübergrei-fende Marktversorgung ermöglichen. Im Rahmen der differenzierten Geschäfte werden von der Covestro Deutschland AG sowie ihren Tochterunternehmen in ausgewählten Ländern eine größere Anzahl von Produktionsanlagen betrieben. In diesen Anlagen erfolgt die Abmischung und Bereitstellung von kundenindividuellen Polyurethan-Systemen („Systemhäuser“), die kundennahe Compoundierung von Polycarbonat-Granulaten und die Herstellung von Halbzeugen (Polycarbonat-Platten). Darüber hinaus gibt es regionale Produktionsstätten für funktionale Folien aus Polycarbonat und thermoplastischen Polyurethanen.
1.4 Produkte, Vertrieb und Märkte
Die Covestro-Gruppe, zu welcher die Covestro Deutschland AG gehört, zählt zu den weltweit größten Polymer-Unternehmen und ist ein Hersteller und Anbieter von Vorprodukten für harten und weichen Schaumstoff, Kunststoff-Granulaten sowie Rohstoffen für Lacke und Klebstoffe. In diesen Produktgruppen nimmt Covestro führende Wettbewerbspositionen ein. Des Weiteren werden Kunststoffplatten und funktionale Folien sowie ausgewählte anorganische Grundchemikalien produziert und vermarktet. Letztere dienen entweder als Einsatzstoffe zur Herstellung der eigenen Produkte oder entstehen als Nebenprodukte der Kuppelproduktion und werden an externe Kunden verkauft.
Hauptabnehmer der Covestro-Produkte sind die Automobil- und Bauindustrie, Elektro-/Elektronikindustrie sowie die Möbel- und Holzindustrie. Weitere Bereiche sind die Textil-, Sport- und Freizeitindustrie, die Medizintechnik und die chemische Industrie.
Polyurethanrohstoffe wie Diphenylmethan-Diisocyanat (MDI), Toluylen-Diisocyanat (TDI) und Polyether (PET) bzw. die aus ihnen bestehenden Polyurethan-Systeme finden als Hart- oder Weichschäume Einsatz in einer Vielzahl von Anwendungen und Branchen. So werden sie in der Automobilindustrie unter anderem zur Herstellung von Autositzen und -komponenten verwendet. Darüber hinaus werden sie im Bauwesen und bei Anwendungen der Kühlkette als Isolier- und Dämmschicht sowie in der Möbelindustrie für Polstermöbel und Matratzen eingesetzt.
Polycarbonate werden als Granulate (MakrolonTM, APECTM, MakroblendTM, BayblendTM), Platten und Folien angeboten und kommen beispielsweise bei Gehäusen für Elektrogeräte, CDs/DVDs, Dachkonstruktionen und Autoscheinwerfern zum Einsatz.
Die Business Unit Coatings , Adhesives , Specialties produziert Rohstoffe für Lacke, die z. B. für Automobil- und Groß-Fahrzeuglacke verwendet werden, und Klebstoffe, die z. B. für Schuhe und Textilien genutzt werden. Zu den Spezialitäten zählen u. a. Folien, die für Ausweise und Kreditkarten eingesetzt werden, sowie Rohstoffe für Kosmetik- und Medizinprodukte.
Die Vermarktung der Produkte erfolgt meist über regionale und lokale Vertriebskanäle. Für die Auftragsabwicklung werden unter anderem E-Commerce-Plattformen genutzt. Darüber hinaus wird mit Handelshäusern und lokalen Distributoren zusammen gearbeitet, die für das Geschäft mit Kleinabnehmern zuständig sind. Weltweit operierende Großkunden werden von Key Account Managern direkt betreut.
2 Strategie
Die Zunahme der Weltbevölkerung, Verknappung fossiler Ressourcen, Klimawandel und Wachstum der Städte sind globale Herausforderungen, zu deren Bewältigung Covestro mit seinen hochwertigen Polymer-Werkstoffen und Anwendungslösungen beitragen will. Dafür wird kontinuierlich an der Weiterentwicklung des Produktportfolios gearbeitet, das im Wesentlichen Komponenten für Polyurethan-Schaumstoffe, den hochwertigen Kunststoff Polycarbonat sowie Rohstoffe für Lacke und Klebstoffe umfasst. Damit werden Schlüsselsektoren wie die Automobilindustrie, das Bauwesen und die Elektronikbranche beliefert. Innovationen erstrecken sich neben den Produkten auch auf die Herstellungsverfahren, die möglichst umweltschonend und effizient gestaltet werden. Darüber hinaus wird stets auf höchste Sicherheit und Zuverlässigkeit der Produktionsanlagen geachtet. Basis der Aktivitäten ist ein umfassender Nachhaltigkeitsansatz: Wir wollen die Umwelt so wenig wie möglich belasten, der Gesellschaft nützen und Werte schaffen.
Vor diesem Hintergrund zielt die Strategie von Covestro auf ein langfristiges und profitables Wachstum.
3 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
3.1 Ertragslage
Aufgrund der Berichtsperiode für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. August 2015 ist eine Vergleichbarkeit der Ertragslage mit der des vorherigen Geschäftsjahres vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2014 nur eingeschränkt möglich.
Der Umsatz der Covestro Deutschland AG belief sich im Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. August 2015 auf 3.583 Mio. €.
In der Business Unit Polyurethanes (PUR) belief sich der Umsatz auf 1.496 Mio. €. In den Produktgruppen Toluylen-Diisocyanat (TDI) und Diphenylmethan-Diisocyanat (MDI) kam es zu einem starken Rückgang der Absatzpreise und auch die Absatzmengen waren im Vergleich zum Vorjahresvergleichszeitraum vom 1. Januar bis 31. August 2014 bei MDI stark und bei TDI leicht rückläufig. Bei Polyether (PET) hingegen führte der klare Mengenzuwachs trotz gesunkener Preisen zu einer leichten Umsatzsteigerung.
Die Business Unit Polycarbonates (PCS) erzielte einen Umsatz von 840 Mio. €. Die Absatzmengen konnten deutlich gesteigert werden, was insbesondere auf eine verbesserte Nachfrage in der Automobilindustrie zurückzuführen ist. Die Absatzpreise fielen insgesamt leicht unter das Niveau des Vorjahres.
In der Business Unit Coatings , Adhesives , Specialties (CAS) betrug der Umsatz 846 Mio. €. Insgesamt konnte die Business Unit CAS einen leichten Zuwachs der Absatzmengen sowie einen deutlichen Anstieg der Absatzpreise gegenüber dem Vorjahr verzeichnen.
Mit sonstigen Geschäftsaktivitäten wurde ein Umsatz von 402 Mio. € erreicht. Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um Umsätze aus Kuppelprodukten, die bei der Chlorproduktion entstehen, sowie um Lizenzerlöse.
Die Herstellungskosten beliefen sich im Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. August 2015 auf 2.865 Mio. €. Der Anteil der Herstellungskosten am Umsatz ist damit im Vergleich zum Vorjahr gesunken und belief sich auf 80,0 % (Vorjahr: 83,7 %). Grund hierfür waren vor allem die niedrigeren Rohstoffkosten. So lagen beispielsweise die Bezugspreise für Benzol im Zeitraum Januar bis August 2015 mehr als 30% unterhalb der Vergleichsperiode 2014. Der Rohstoff Phenol konnte zu ca. 30% geringeren Preisen bezogen werden, bei Toluol lag das Niveau in etwa 25% unterhalb des Vorjahres. Die Vertriebskosten im Verhältnis zum Umsatz sind leicht um 0,9 %-Punkte auf 10,4 % gestiegen, dies ist unter anderem auf die Abschreibung von Kundenstämmen zurückzuführen, die im November 2014 bzw. Januar 2015 erworben wurden. Die Aufwendungen für Forschung und En t wicklung bezogen auf den Umsatz liegen mit 3,2 % auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 3,3 %). Der Anstieg der allgemeinen Verwaltungskosten im Verhältnis zum Umsatz auf 4,6 % (Vorjahr: 3,1 %) ist vor allem auf die hierunter ausgewiesenen und im Kapitel „Unternehmensstruktur“ beschriebenen Sondereffekte zurückzuführen.
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 22 Mio. € resultieren im Wesentlichen aus Kursgewinnen, Mieterlösen sowie Sicherungsgeschäften für die aktienbasierte Vergütung. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 23 Mio. € spiegeln sich vor allem Mietaufwendungen, Kursverluste aus Devisentermingeschäften, Versicherungsaufwendungen sowie Spenden wider.
Das operative Ergebnis des Rumpfgeschäftsjahres vom 1. Januar bis zum 31. August 2015 betrug somit 66 Mio. €.
Das Finanzergebnis von -223 Mio. € ist durch die im Kapitel „Unternehmensstruktur“ beschriebene Einmalzahlung an die Bayer AG geprägt, die unter den sonstigen finanziellen Aufwendungen ausgewiesen wird. Weiterhin wird das Zinsergebnis durch die gestiegenen Aufzinsungsaufwendungen für versicherungsmathematisch bewertete Pensions- sowie sonstige langfristige Personalrückstellungen belastet. Nicht zuletzt aufgrund der zeitlichen Verschiebung des Vereinnahmezeitraums ist das Beteiligungsergebnis gegenüber dem Vorjahr stark gesungen. Gegenläufig wirken sich vor allem die Erträge aus der stillen Beteiligung an der Bayer Intellectual Property GmbH aus.
Aufgrund des bis zum 31. August 2015 bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der Bayer AG wurde der Verlust, unter Berücksichtigung des verminderten ausschüttungsgesperrten Betrages, in Höhe von 150 Mio. € übernommen.
3.2 Finanz- und Vermögenslage
Die Bilanzsumme der Covestro Deutschland AG erhöhte sich zum 31. August 2015 im Vergleich zum 31. Dezember 2014 um 3.779 Mio. € auf 7.549 Mio. €. Der Vermögenszuwachs resultierte im Wesentlichen aus der signifikanten Erhöhung der Finanzanlagen um 3.365 Mio. €.
Der deutliche Anstieg der immateriellen Vermögensgegenstände um 58 Mio. € ist im Wesentlichen auf den Erwerb eines Firmenwertes von der Bayer Technology Services GmbH im Rahmen der rechtlichen Umstrukturierung sowie die Beendigung der stillen Beteiligung an der Bayer Intellectual Property GmbH und die damit verbundene Übernahme von Patenten zurückzuführen.
Das Sachanlagevermögen erhöhte sich leicht um 5 Mio. € auf 810 Mio. €. Gegenläufig zu kleineren Investitionsprojekten wirkten sich die planmäßigen Abschreibungen (55 Mio. €) aus.
Das Finanzanlagevermögen stieg im Vergleich zum 31. Dezember 2014 um 3.365 Mio. € auf 4.979 Mio. € (Vorjahr: 1.614 Mio. €). Dies ist im Wesentlichen auf die im Rahmen der rechtlichen Umstrukturierung vorgenommenen Akquisitionen bzw. Sacheinlagen von der Bayer AG zurückzuführen. Weiterhin hat die Covestro Deutschland AG am 2. März 2015 die strategische Übernahme der Thermoplast Composite GmbH, Markt Bibart, erfolgreich abgeschlossen. Hierbei handelt es sich um einen technologisch führenden Spezialisten zur Herstellung von thermoplastischen Faserverbundwerkstoffen. Durch den Zukauf soll das Produktangebot im Bereich der Polycarbonate um Verbundwerkstoffe auf Basis von endlosfaserverstärkten thermoplastischen Materialien für wichtige Industrien erweitert werden.
Die Vorräte betrugen zum 31. August 2015 407 Mio. € und lagen somit nur leicht unter Vorjahresniveau (Vorjahr: 415 Mio. €).
Die Forderungen aus Lieferung en und Leistungen erhöhten sich um 93 Mio. € auf 664 Mio. €. Der Anstieg ist dem vom Vorjahr abweichenden Stichtag geschuldet.
Die sonstigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen beliefen sich zum 31. August 2015 auf 428 Mio. €. Der Anstieg um 297 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr ist insbesondere auf die Forderung aus Verlustübernahme in Höhe von 150 Mio. € und die Forderung aus dem Cash-Pooling in Höhe von 159 Mio. € jeweils gegen die Bayer AG zurückzuführen sowie die im Kapitel „Unternehmensstruktur“ beschriebenen Cash-Pooling-Forderungen gegen Tochtergesellschaften in Höhe von 59 Mio. €.
Die sonstigen Vermögensgegenstände verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 42 Mio. € auf 60 Mio. €. Dies ist im Wesentlichen durch die Einstufung als Stromerzeuger im Sinne des StromStG zum 1. Januar 2015 sowie niedrigere ausländische Umsatzsteuerforderungen bedingt.
Das Gesamtvermögen zum 31. August 2015 ist mit 1.783 Mio. € (Vorjahr: 133 Mio. €) durch Eige n kapital finanziert. Der deutliche Anstieg ist durch die Einlage von Finanzanlagen durch die Bayer AG begründet, wodurch die Eigenkapitalquote von 3,5 % zum 31. Dezember 2014 auf 23,6 % gestiegen ist. Der Anstieg des Fremdkapitals um 2.129 Mio. € auf 5.766 Mio. € ist auf die rechtliche Verselbständigung zurückzuführen. Diese führte insbesondere zu einer Erhöhung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 1.947 Mio. € für die Finanzierung von Akquisitionen sowie einem Anstieg der Pensions- sowie Personalrückstellungen.
Die Rückstellungen sind im Vergleich zum Stand zu Jahresbeginn um 151 Mio. € auf 867 Mio. € gestiegen. Begründet ist dies insbesondere durch höhere Pensionsrückstellungen in Höhe von 619 Mio. € (Vorjahr: 523 Mio. €) sowie höhere Verpflichtungen für Personalsachverhalte in Höhe von 218 Mio. € (Vorjahr: 177 Mio. €). Diese Effekte sind vor allem auf die zum 31. August 2015 erfolgte Übernahme von Personalverpflichtungen der Bayer AG, der Bayer Business Services GmbH, Leverkusen, der Bayer Technology Services GmbH, Leverkusen, der Bayer Direct Services GmbH, Leverkusen, der Bayer Real Estate GmbH, Leverkusen, der Bayer Intellectual Property GmbH, Monheim, sowie der Pallas AG, Leverkusen, sowie auf die Änderung des Rechnungszinssatzes zurückzuführen.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich zum 31. August 2015 auf 547 Mio. € und lagen somit in etwa auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 527 Mio. €).
Weiterhin sind die übrigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 1.947 Mio. € auf 4.293 Mio. € angestiegen, dies ist vor allem auf die Aufnahme von zusätzlichen Darlehen bei der Bayer Antwerpen NV, die im Kapitel „Unternehmensstruktur“ beschriebenen Cash-Pooling-Verbindlichkeiten gegenüber Tochtergesellschaften sowie die Verbindlichkeit gegenüber der Bayer AG für die im Kapitel „Unternehmensstruktur“ beschriebene Einmalzahlung zurückzuführen. Der signifikante Anstieg der Finanzverbindlichkeiten ist insbesondere durch die getätigten Akquisitionen im Rahmen der rechtlichen Umstrukturierung bedingt.
Die sonstigen Verbindlichkeiten haben sich aufgrund erhöhter Umsatzsteuerverbindlichkeiten im Ausland sowie eine zusätzliche Vergütung im Zusammenhang mit dem Erwerb der Thermoplast Composite GmbH um 11 Mio. € auf 55 Mio. € erhöht.
4 Forschung, Entwicklung und Innovation
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung der Covestro Deutschland AG beliefen sich auf 114 Mio. €, die F&E-Quote lag damit bei 3,2 % vom Umsatz (Vorjahr: 3,3 %).
In der Business Unit Polyurethanes (PUR) wird unter anderem an Produkten und Materiallösungen gearbeitet, um die Nutzung der umweltverträglichen Windenergie voranzubringen. Zu den jüngsten Entwicklungen zählen Polyurethan-Infusionsharze für Rotorblätter von Windkraftanlagen. Sie dienen dazu, im Inneren eines Windflügels Faserschichten mit einem stabilen Kern zu verbinden. Da das Harz sich besser verteilt und schneller aushärtet als konventionelles Infusionsmaterial, lässt sich die Produktionszeit deutlich verkürzen, was zu Kosteneinsparungen führt. Außerdem sind aus dem Material problemlos auch sehr lange Rotorblätter herstellbar, die größere Mengen an Strom erzeugen können.
Auf dem Gebiet der Prozessentwicklung wird die Nutzung von Kohlendioxid als neuer Kohlenstoffquelle für Polyurethane vorangetrieben, um die Abhängigkeit von petrochemischen Rohstoffen zu verringern. So wurde 2014 damit begonnen, ein entsprechendes bisheriges Forschungsprojekt („Dream Production“) in die kommerzielle Nutzung zu überführen. Ziel ist es, ab 2016 eine neuartige Form der Polyurethan-Komponente Polyol mit einem CO2-Anteil von rund 20 % auf den Markt zu bringen. Außerdem gelang es auf Laborebene, eine weitere Polyol-Art durch direkten und indirekten Einbau von CO2 mit 40 % alternativen Rohstoffen herzustellen – ein weiterer Beitrag zur Ressourceneffizienz.
Die Business Unit Polycarbonates (PCS) beschäftigt sich vor allem mit der Entwicklung von Produkten für die Automobil- und Elektronikindustrie sowie die IT-Branche. Ziele dabei sind u.a. Gewichtsverringerung, verbesserte Energieeffizienz und Sicherheit sowie höhere Designfreiheit.
In der Automobilindustrie gilt das Augenmerk unter anderem Anwendungen im Auto-Außenbereich. Hier werden neben zahlreichen Anbauteilen wie Spoilern zunehmend Scheiben und ganze Panoramadächer sowie deren Rahmen aus Polycarbonat und entsprechenden Kunststoff-Mischungen gefertigt. Sie wiegen bis zu 50 % weniger als konventionelle Lösungen aus Glas und Stahl. Das unterstützt die Bemühungen der Industrie, Fahrzeuge möglichst leicht und damit sparsamer im Treibstoffverbrauch zu machen. Es wird daran gearbeitet, die Eigenschaften und die Herstellung der entsprechenden Produkte weiter zu verbessern.
Zur Nachhaltigkeit bei Fahrzeugen und in anderen Anwendungen tragen auch Leuchtdioden bei, die viel weniger Energie verbrauchen und länger halten als traditionelle Leuchtmittel. Hier wurden spezielle Materialien zur Lenkung, Streuung und Reflexion von LED-Licht entwickelt, die sich durch hohe Transparenz, Designfreiheit und Hitzebeständigkeit auszeichnen. Zudem lassen sich aus speziellen Materialien thermisch leitfähige Konstruktionselemente herstellen. Sie tragen dazu bei, dass LED-Leuchten länger halten.
Des Weiteren wird an der Fortentwicklung von Verbundwerkstoffen auf Basis von Polycarbonat gearbeitet, die als Zielgruppe neben dem Automobilsektor unter anderem auch die Konsumentenelektronik fokussieren. Hier werden besonders leichte endlosfaserverstärkte Materialien entwickelt, die zukünftig beispielsweise für Karosserie- und Strukturbauteile eingesetzt werden können oder als Gehäusewerkstoffe für ultramobile Notebooks, Tablet-Computer und Smartphones Verwendung finden.
In der Business Unit Coatings , Adhesives , Specialties (CAS) wird die Entwicklung von Polyurethan-Rohstoffen für hochwertige Lacke, Farben, Kleb- und Dichtstoffe vorangetrieben. Zu den Schwerpunkten der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zählen Beschichtungen für Textilien und Kunstleder. Dafür wurde eine neue Generation rein wasserbasierter Polyurethan-Dispersionen entwickelt. Diese Technologie, die Mitte 2014 unter dem Namen InsqinTM am Markt eingeführt wurde, macht es möglich, alle Arten von beschichteten Textilien und Kunstleder ohne Lösungsmittel herzustellen.
Insgesamt konzentriert sich die Entwicklungsarbeit auf umweltverträgliche Produkte, die Ressourcen stärker schonen und in der Anwendung effizienter sind. Eine zunehmend größere Rolle spielt auch die Verwendung nachwachsender Rohstoffe.
Im Sinne der Open Innovation setzt die Covestro Deutschland AG zunehmend auf die Zusammenarbeit mit externen wissenschaftlichen Einrichtungen sowie Start-up-Unternehmen und Ausgründungen im akademischen Bereich. Zu den Partnern zählt die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH), Aachen, mit der unter anderem gemeinsam das CAT Catalytic Center unterhalten wird.
Im wissenschaftlichen Umfeld beteiligt sich die Covestro Deutschland AG federführend oder beratend an zahlreichen öffentlich geförderten Projekten. Hinzu kommt die Mitwirkung in Fachverbänden und gremien wie der Gesellschaft Deutscher Chemiker und der DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie in Deutschland. Daneben werden wichtige Innovationsimpulse aus Kooperationen mit Kunden bzw. mit anderen Branchen erhalten, wozu bspw. das Unternehmensnetzwerk „future_bizz“ zählt.
5 Mitarbeiter
Mitarbeiter
Am 31. August 2015 beschäftigte die Covestro Deutschland AG 5.271 Mitarbeiter (Vorjahr: 5.110 Mitarbeiter). Damit hat sich die Mitarbeiterzahl gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht. Der Personalaufwand belief sich im Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. August 2015 auf 401 Mio. €.
Zum 1. September 2015 sind die Mitarbeiter der Bayer AG, der Bayer Business Services GmbH, der Bayer Technology Services GmbH, der Bayer Direct Services GmbH, der Bayer Real Estate GmbH, der Bayer Intellectual Property GmbH und der Pallas AG, die Covestro zuzurechnen sind, per Betriebsübergang auf die Covestro Deutschland AG übergegangen.
Nachhaltige Personalpolitik
Die Covestro Deutschland AG verfolgt eine wertebasierte und nachhaltig angelegte Personalpolitik, die soziale Verantwortung und eine leistungsorientierte Unternehmenskultur miteinander verbindet. Das Fundament dieser Personalpolitik bilden die Unternehmenswerte, die unter dem Kürzel „LIFE“ weltweit gelten. LIFE steht für Leadership (Führung), Integrität, Flexibilität und Effizienz. Aus diesen Werten ergibt sich die Verpflichtung zu einer nachhaltigen Personalpolitik mit einer starken Leistungs- und Entwicklungsorientierung einerseits und einer ausgeprägten sozialen Verantwortung andererseits. Als Ausdruck der großen Bedeutung dieser Unternehmenswerte für das berufliche Handeln der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden die LIFE-Werte im Berichtsjahr fest in das globale Performance Management-System integriert. Sämtliche Mitarbeiter des leitenden Bereichs werden auch danach beurteilt, inwieweit sie bei der Erfüllung ihrer beruflichen Ziele die vier Unternehmenswerte angewendet haben. Zukünftig werden für die Covestro-Gruppe neue Unternehmensgrundsätze, basierend auf den drei Werten „Curious“, „Courageous“ und „Colorful“, entwickelt.
Vergütung und Mitarbeiterbeteiligung
Ein wichtiger Bestandteil der Personalpolitik der Covestro Deutschland AG ist die leistungsgerechte Vergütung der Beschäftigten und ihre Beteiligung am Unternehmenserfolg. Auf der Grundlage regelmäßiger Wettbewerbsanalysen und einer weltweit einheitlichen Systematik erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein leistungs- und verantwortungsbezogenes Grundgehalt, das durch erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile sowie umfangreiche Nebenleistungen ergänzt wird.
Verschiedene Aktienbeteiligungsprogramme ermöglichen den Mitarbeitern der Covestro Deutschland AG zudem den vergünstigten Erwerb von Unternehmensanteilen. Für das obere und mittlere Management bestehen mit den „Aspire“-Programmen ebenfalls aktienbasierte Vergütungsprogramme, die sich durch anspruchsvolle Renditeziele und – im Falle der Konzernführungskräfte – ein angemessenes Eigeninvestment auszeichnen.
6 Nachtragsbericht
Seit dem 1. September 2015 sind folgende Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Covestro Deutschland AG haben:
Zwischen der Covestro AG und der Covestro Deutschland AG wurde mit Wirkung zum 1. September 2015 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag geschlossen.
Mit Wirkung zum 1. September 2015 veräußerte die Covestro Deutschland AG zu einem Kaufpreis von umgerechnet 499 Mio. € an die Bayer Holding (Thailand) Co., Ltd., Bangkok/Thailand, sämtliche Anteile an der Bayer Thai Company Limited, Bangkok/Thailand. Zeitgleich wurde der Erwerb von bestimmten Vermögenswerten und Schulden durch die Covestro (Thailand) Co., Ltd., Bangkok/Thailand, von der Bayer Thai Company Limited vereinbart; die Gesamttransaktion sowie die Höhe der Gegenleistung knüpfen an bestimmte Bedingungen an, die noch nicht vollständig erfüllt sind.
Am 15. September 2015 hat ein Betriebsübergang von der Covestro Deutschland AG in die Covestro AG stattgefunden für Mitarbeiter aus den Bereichen Finanzen, Steuern, Corporate Office, Recht, Patente & Compliance sowie interne Revision.
Die Covestro Deutschland AG hat als Kreditnehmer am 17. September 2015 mit der Bayer Antwerpen NV als Kreditgeber und der Covestro AG als Garantiegeber insgesamt vier Inter-Group Loan Agreements („ICL“) über ein Kreditvolumen von insgesamt 5.150 Mio. € abgeschlossen. Die ICL dienen der kurz- bis mittelfristigen Finanzierung des laufenden Geschäfts der Covestro-Gruppe.
7 Chancen- und Risikobericht
Als international agierendes Unternehmen mit einem diversifizierten Portfolio ist die Covestro Deutschland AG permanent einer Vielzahl von internen und externen Entwicklungen oder Ereignissen ausgesetzt, die das Erreichen der finanziellen und nicht-finanziellen Ziele in wesentlichem Maße beeinflussen können.
Die Grundsätze des Risikomanagements zum 31. August 2015 sind in einer Bayer-Konzernrichtlinie dokumentiert und im konzernweiten Intranet veröffentlicht. Die Richtlinie enthält grundlegende Prinzipien zum Risikomanagement gemäß den Anforderungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG). Sie umfasst die Grundsätze zur Früherkennung, Kommunikation und Behandlung von Risiken. Dies sind im Wesentlichen: Gesetzliche Anforderungen, die Handhabung des Risikomanagements bei Bayer sowie Risikomanagementaktivitäten.
Als Risiko gelten Ereignisse und mögliche Entwicklungen innerhalb oder außerhalb des Unternehmens, die eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts gefährden. Ziel des Risikomanagementsystems ist es, sämtliche Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Vorsorge- bzw. Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Chancen und Risiken werden in der Covestro Deutschland AG systematisch und fortlaufend identifiziert und analysiert, die Risiken zudem in einer Datenbank erfasst. Risikorelevante Informationen werden mindestens quartärlich sowie bei Bedarf ad hoc erhoben.
Die Dokumentation umfasst neben der Beschreibung des Risikos eine Bewertung nach Schadensausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit sowie Maßnahmen zur Überwachung und Gegensteuerung. Die Ergebnisse werden dem Vorstand der Covestro Deutschland AG regelmäßig vorgestellt.
Die Reihenfolge der nachfolgend beschriebenen Chancen und Risiken impliziert keine Wertigkeit.
7.1 Umfeld
Chancen und Risiken können sich aus Abweichungen zu den Einschätzungen hinsichtlich der konjunkturellen Weiterentwicklung der Märkte ergeben, die im Kapitel „Konjunkturausblick“ geschildert werden. Sollte sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zukünftig anders darstellen als prognostiziert, kann dies positiven oder negativen Einfluss auf die Umsatz- und Ergebniserwartung haben.
Ein konjunktureller Abschwung oder das veränderte Marktverhalten bestehender Wettbewerber bzw. der Eintritt neuer Konkurrenten kann zu intensiverem Wettbewerb und damit zu Überkapazitäten auf dem Markt oder einem erhöhten Preisdruck führen. Da die Covestro Deutschland AG in der Regel keine langfristigen Lieferverträge mit ihren Kunden abschließt, kann es leichter zu einem Verlust eines oder mehrerer Kunden kommen. Bei einer signifikanten Anzahl an Kunden kann dies sowohl den Umsatz als auch das Ergebnis der Gesellschaft negativ beeinflussen.
Durch laufende Analysen des wirtschaftlichen Umfelds und von Konjunkturprognosen sollen erkannte Chancen zielgerichtet verfolgt und Risiken durch eine Anpassung der Geschäftsstrategie begegnet werden.
7.2 Innovation
Globale Trends werden analysiert und innovative Lösungen zu Ihrer Bewältigung entwickelt. Den durch die Trends entstehenden Herausforderungen wird so begegnet und gleichzeitig werden die sich hieraus ergebenden Chancen wahrgenommen.
Schonung der natürlichen Ressourcen und des Klimas
Die Begrenztheit bestimmter natürlicher Ressourcen und die Bemühungen zum Schutz des Klimas führen zu einer verstärkten Nachfrage nach innovativen Produkten und Technologien, die Ressourcenverbräuche und Emissionen senken. Diese Entwicklungen werden durch steigende regulatorische Anforderungen sowie eine zunehmende Sensibilisierung der Verbraucher im Hinblick auf eine nachhaltige Nutzung von Ressourcen weiter forciert. In diesem Kontext entwickelt Covestro neue Werkstoffe, die dazu beitragen, die Energieeffizienz weiter zu erhöhen und Emissionen zu verringern. So wird beispielsweise von Covestro hergestelltes Polyurethan mit einer positiven Energiebilanz in der Bauindustrie zur Wärmedämmung oder Polycarbonat in der Automobilindustrie eingesetzt, um das Gewicht von Fahrzeugen zu reduzieren..
7.3 Einkauf und Produktion
Im Verhaltenskodex für die Lieferanten der Covestro Deutschland AG sind die Nachhaltigkeitsgrundsätze und Anforderungen gegenüber den Partnern in der Wertschöpfungskette beschrieben. Dieser fordert von den Lieferanten, Umwelt- und Arbeitsschutzbestimmungen sowie Menschenrechte zu achten und somit z. B. auch auf jegliche Art der Kinderarbeit zu verzichten. Eine Verletzung des Kodexes birgt ein Reputationsrisiko für das Unternehmen. Mit Lieferanten-Bewertungen und Lieferanten-Audits wird überprüft, ob die Anforderungen des Verhaltenskodexes in der Lieferkette umgesetzt und eingehalten werden.
Die Covestro Deutschland AG benötigt signifikante Mengen an Energien und petrochemischen Rohstoffen für die Produktionsprozesse. Die Einkaufspreise für Energien und Rohstoffe können erheblich schwanken. Erfahrungen aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass gestiegene Herstellkosten nicht immer über Preisanpassungen an unsere Kunden weitergegeben werden können. Zur Sicherung der Rohstoffpreise werden langfristige Verträge mit verschiedenen Lieferanten abgeschlossen. Das operative Management der Rohstoffpreisrisiken liegt in der Verantwortung der Einkaufsabteilung der Covestro Deutschland AG und erfolgt im Rahmen von zentral festgelegten Richtlinien und Limite, die einer ständigen Überprüfung unterliegen.
Neben der Sicherheit der Produkte hat der Schutz der Mitarbeiter und der Umwelt hohe Priorität. Risiken, die mit der Herstellung, der Abfüllung, der Lagerung und dem Transport von Produkten verbunden sind, werden durch ein integriertes Qualitäts-, Gesundheits-, Umwelt- und Sicherheitsmanagement vermindert. Diese Risiken können Personen-, Sach- und Umweltschäden, Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen sowie die Verpflichtung zu Schadenersatzzahlungen zur Folge haben.
Sofern neue strengere regulatorische Auflagen in den Bereichen Umwelt, Gesundheit und Sicherheit erfüllt werden müssen, kann dies zusätzliche Kosten sowie Umsatzrückgänge zur Folge haben.
An unseren Standorten kann es zu Betriebsunterbrechungen, u. a. durch Elementarereignisse, Brand/Explosionen, Sabotage oder Lieferunterbrechungen bei Hauptrohstoffen oder Zwischenprodukten kommen.
Im Hinblick auf ein gestiegenes ökologisches Bewusstsein eröffnen sich für die Covestro Deutschland AG Chancen in doppelter Hinsicht. Zum einen erschließen sich Marktpotenziale aus der Entwicklung von innovativen Werkstoffen für die Kunden (siehe Kapitel „Forschung, Entwicklung, Innovation“). Zum anderen können neben einer Entlastung der Umwelt Kostenvorteile realisiert werden, wenn es gelingt, die Energieeffizienz der eigenen Produktionsprozesse weiter zu steigern. So soll mit der Entwicklung neuer Produktionstechnologien und der Anwendung international anerkannter Energiemanagementsysteme dazu beigetragen werden, steigende regulatorische Umweltschutzbestimmungen zu erfüllen, Emissionen und Abfall weiter zu reduzieren und die Energieeffizienz zu verbessern. Hierdurch wird nicht nur ein Beitrag zum nachhaltigen Klimaschutz und zur Schonung der natürlichen Ressourcen geleistet, sondern auch ein Kosten- bzw. Wettbewerbsvorteil erzielt.
7.4 Informationstechnologie
Die Geschäfts- und Produktionsprozesse sowie die interne bzw. externe Kommunikation der Covestro Deutschland AG basieren zunehmend auf globalen IT-Systemen.
Eine wesentliche technische Störung oder gar ein Ausfall der IT-Systeme kann zu einer gravierenden Beeinträchtigung der Geschäfts- und Produktionsprozesse führen. In Zusammenarbeit mit der internen IT-Organisation werden technische Vorkehrungen wie z. B. Datenwiederherstellungs- und Kontinuitätspläne definiert und laufend weiterentwickelt.
Die Vertraulichkeit von internen und externen Daten ist von elementarer Bedeutung. Ein Verlust der Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität von Daten und Informationen kann zu Manipulationen und / oder zu einem unkontrollierten Abfluss von Daten und Know-how führen. Diesem Risiko wird durch entsprechende Maßnahmen begegnet, z. B. in Form eines Berechtigungskonzepts.
7.5 Patentschutz
Covestro versucht stetig, seine Geschäftsprozesse zu verbessern und neue Produkte, Anwendungen sowie Produktionstechnologien zu entwickeln. Obwohl es zu den Grundsätzen der Unternehmensführung von Covestro zählt, das geistige Eigentum sowie bestehendes Urheberrecht zu wahren, kann nicht ausgeschlossen werden, dass bestehender Patentschutz unwissentlich verletzt werden könnte.
7.6 Recht und Compliance
Die Covestro Deutschland AG ist Risiken aus Rechtsstreitigkeiten oder -verfahren ausgesetzt, an denen sie entweder aktuell beteiligt ist oder die sich in Zukunft ergeben könnten. Dazu gehören insbesondere Risiken aus den Bereichen Produkthaftung, Kartellrecht, Wettbewerbsrecht und Umweltschutz. Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren sind nicht vorhersehbar, sodass aufgrund von gerichtlichen oder behördlichen Entscheidungen oder der Vereinbarung von Vergleichen Aufwendungen entstehen können, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind und wesentliche Auswirkungen auf das Geschäft und dessen Ergebnisse haben können.
Mit einer CO-Versorgungsleitung sollen die Chemiestandorte Dormagen und Krefeld-Uerdingen verbunden und das schon bestehende Verbundsystem zwischen Dormagen und Leverkusen ergänzt werden. Damit soll eine sichere, reibungslose und standortübergreifende Versorgung mit Kohlenmonoxid (CO) sichergestellt werden. Die Inbetriebnahme der Ende 2009 nahezu fertiggestellten Pipeline ist aufgrund gerichtlicher Verfahren und eines laufenden Planänderungsverfahrens derzeit noch nicht möglich. Nachdem das Verwaltungsgericht Düsseldorf 2011 die wesentlichen Aspekte des Planfeststellungsbeschlusses, insbesondere die Sicherheit der verwendeten Materialien und die Rechtskonformität des Rohrleitungsgesetzes, bestätigt hatte, gingen die Kläger und die beklagte Bezirksregierung in Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht Münster. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte 2014 keine Einwände gegen die Sicherheit und Trassenwahl der Pipeline, stellte jedoch die Verfassungsmäßigkeit des Rohrleitungsgesetzes in Frage, welches die rechtliche Basis des Projektes darstellt. Über die Verfassungsmäßigkeit des Rohrleitungsgesetzes muss das Bundesverfassungsgericht entscheiden. Die Covestro Deutschland AG teilt die Zweifel des Oberverwaltungsgerichts Münster an der Verfassungsmäßigkeit des Rohrleitungsgesetzes nicht und sieht gute Chancen für die Inbetriebnahme der Pipeline.
7.7 Finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken
Die Covestro Deutschland AG ist finanziellen Chancen und Risiken in Form von Marktpreisänderungen sowie Liquiditätsrisiken, Kreditrisiken und Risiken aus der Veränderung von Bewertungsparametern zur Ermittlung von Pensionsverpflichtungen ausgesetzt. Zur Steuerung der finanziellen Chancen und Risiken sind Prozesse etabliert und dokumentiert. Einen Baustein bildet dabei die Finanzplanung, die als Basis zur Ermittlung des Liquiditätsbedarfs und des künftigen Devisenrisikos dient. Die Finanzplanung umfasst einen Planungshorizont von zwölf Monaten und wird regelmäßig aktualisiert.
Liquiditätsrisiken
Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko aufgrund einer unzureichenden Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen zu können. Bis zum 31. August 2015 wurde das Liquiditätsrisiko der Covestro Deutschland AG durch die Bayer AG zentral gesteuert. Zur Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit wurden liquide Mittel über den Cash-Pool der Bayer AG bereitgestellt, um sämtliche geplanten Zahlungsverpflichtungen zur jeweiligen Fälligkeit erfüllen zu können.
Kreditrisiken
Die Werthaltigkeit von Forderungen und anderen finanziellen Vermögenswerten der Covestro Deutschland AG kann beeinträchtigt werden, wenn Transaktionspartner ihren Verpflichtungen zur Bezahlung oder sonstigen Erfüllung nicht nachkommen. Die Covestro Deutschland AG schließt für nicht-derivative Finanzinstrumente mit ihren Kunden keine Master-Netting-Vereinbarungen ab. Hier stellt der Gesamtbetrag der finanziellen Vermögenswerte das maximale Ausfallrisiko dar. Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten können bei Vorliegen entsprechender Rahmenvereinbarungen mit negativen Marktwerten saldiert werden.
Zur Steuerung der Kreditrisiken aus Handelsforderungen sind verantwortliche Credit Manager benannt, die regelmäßig Bonitätsanalysen durchführen und für jeden Kunden ein Kreditlimit festlegen. Sicherheiten liegen für einen Teil dieser Forderungen vor und werden in Abhängigkeit der lokalen Rahmenbedingungen genutzt; hierzu zählen insbesondere Anzahlungen, Akkreditive, Bürgschaften und der Eigentumsvorbehalt. Darüber hinaus werden alle Kreditlimite für Schuldner mit einem Gesamtrisikoexposure> 10 Mio. € vom lokalen Kreditmanagement beurteilt.
Chancen und Risiken aus Marktpreisänderungen
Chancen und Risiken aus Änderungen von Marktpreisen ergeben sich im Devisen- sowie im Zinsbereich. Diese wurden bis zum 31. August 2015 zentral durch die Bayer AG gesteuert. Im Rahmen der Steuerung werden Risiken durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente eliminiert bzw. begrenzt.
Devisen
Devisenchancen und -risiken von Finanztransaktionen ergeben sich für die Covestro Deutschland AG aus Änderungen von Devisenkursen und den damit verbundenen Wertänderungen.
Forderungen und Verbindlichkeiten aus operativer Geschäftstätigkeit und finanziellen Positionen werden in der Regel für liquide Währungen in voller Höhe mit Devisentermingeschäften gesichert.
Geplante zukünftige Zahlungseingänge und -ausgänge (antizipiertes Exposure) wurden durch die Bayer AG bis zum 31. August 2015 gesichert. Die Absicherung erfolgt durch Devisentermingeschäfte und Devisenoptionen. Zum Stichtag lag kein antizipiertes Exposure vor, dementsprechend wurden auch keine Sicherungsgeschäfte gebucht. Ab dem 1. September 2015 wird das antizipierte Exposure weiterhin gemessen, jedoch findet vorerst keine Sicherung des antizipierten Exposures statt.
Zinsen
Zinschancen und -risiken ergeben sich für die Covestro Deutschland AG durch Änderungen von Kapitalmarktzinsen, die wiederum zu Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von festverzinslichen Finanzinstrumenten sowie zu veränderten Zinszahlungen bei variabel verzinslichen Finanzinstrumenten führen können. Die Steuerung des Zinsrisikos erfolgte bis zum 31. August 2015 durch die Bayer AG.
Kapitalmarktentwicklungen als Risiko für Pensionsverpflichtungen
Die Covestro Deutschland AG hat Verpflichtungen gegenüber jetzigen und früheren Mitarbeitern aus Pensionszusagen. Veränderungen relevanter Bewertungsparameter, wie Zinssatz, Sterbewahrscheinlichkeiten und Gehaltssteigerungsraten können eine Erhöhung des Barwerts der Pensionsverpflichtungen bedingen, was zusätzliche Aufwendungen für Pensionspläne erforderlich macht. Ein Großteil der Pensionsverpflichtungen ist durch Planvermögen gedeckt, welches aus festverzinslichen Wertpapieren, Aktien, Immobilien und anderen Vermögensanlagen besteht. Rückläufige oder gar negative Erträge aus diesen Anlagen können sich ungünstig auf den zukünftig beizulegenden Zeitwert des Planvermögens auswirken. Beide Effekte können die Ertragslage des Unternehmens negativ beeinflussen und / oder zusätzliche Zahlungen des Unternehmens notwendig machen.
Dem Risiko von Marktwertschwankungen des Planvermögens wird durch eine ausgewogene strategische Anlagenallokation und eine ständige Analyse der Anlagerisiken im Hinblick auf die Pensionsverpflichtungen begegnet.
7.8 Gesamtbeurteilung der Chancen und Risiken
Die aktuelle Bewertung zeigt auf, dass keine der zuvor berichteten Risiken bestandsgefährdend sind. Darüber hinaus konnten keine Interdependenzen identifiziert werden, die sich zu einer Bestandsgefährdung der Covestro Deutschland AG aufbauen könnten.
8 Konjunkturausblick
Gesamtwirtschaft
Der VCI rechnet trotz der voranschreitenden wirtschaftlichen Erholung in Europa nicht damit, dass sich die Geschäftslage der chemisch-pharmazeutischen Industrie in der zweiten Jahreshälfte signifikant verbessert. Profitieren sollte die Branche weiterhin vom schwachen Euro bei den Exporten und vom niedrigen Ölpreis, der vor allem Nachteile bei den Produktionskosten von Basis-Chemikalien gegenüber der Konkurrenz aus den USA oder dem Nahen Osten abmildert.
Für das Gesamtjahr 2015 geht der VCI unverändert von einem Zuwachs der Chemie-Produktion um 1,5 % aus. Es wird mit einer Steigerung des Gesamtumsatzes um 0,5 % auf 191,8 Mrd. € gerechnet, wozu vor allem das Auslandsgeschäft mit einem Plus von 2 % beitrage.
Für das verbleibende Jahr 2015 sehen wir infolge des stabilen globalen Konjunkturklimas weiterhin eine positive Wachstumsdynamik in den Hauptabnehmerbranchen. Für die Automobilindustrie gehen wir 2015 von einem niedrigeren Wachstum aus als im Vorjahr, wohingegen das Wachstum der globalen Bauindustrie sich 2015 voraussichtlich auf Vorjahresniveau bewegen wird. Für das verbleibende Jahr 2015 erwarten wir für die globale Elektronikindustrie erneut ein starkes Wachstum und in der globalen Möbelindustrie rechnen wir insoweit mit einem stabilen Wachstum.
9 Umsatz- und Ergebnisprognose
Auf der Basis der in diesem Bericht beschriebenen Geschäftsentwicklung ergeben sich unter Abwägung der Risiko- und Chancenpotenziale die folgenden Prognosen:
Für die beiden Rumpfgeschäftsjahre der Covestro Deutschland AG vom 1. Januar bis zum 31. August 2015 sowie vom 1. September bis zum 31. Dezember 2015 planen wir derzeit in Summe einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Trotz sinkender Verkaufspreise, bedingt durch das niedrige Preisniveau der Rohstoffe, gehen wir davon aus, dass der Umsatz über höhere Verkaufsmengen kompensiert und stabil gehalten werden kann.
Wir rechnen mit einem kumulierten operativen Ergebnis der Rumpfgeschäftsjahre vom 1. Januar bis zum 31. August 2015 sowie vom 1. September bis zum 31. Dezember 2015 signifikant über Vorjahr. Maßgeblichen Einfluss auf das Ergebnis werden die höheren Verkaufsmengen sowie der Wegfall der im Kapitel „Unternehmensstruktur“ beschriebenen rechtlichen Umstrukturierungen haben.
Zurzeit gehen wir für das Gesamtjahr 2015 von Rohstoffpreisen unter dem Niveau des Jahres 2014 aus.
Für 2016 planen wir, den Umsatz leicht und das operative Ergebnis der Covestro Deutschland AG gegenüber den Rumpfgeschäftsjahren vom 1. Januar bis zum 31. August 2015 sowie vom 1. September bis zum 31. Dezember 2015 noch einmal stark zu erhöhen. Eine genaue Prognose ist jedoch aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Unwägbarkeiten sehr schwierig.
Leverkusen, 5. Oktober 2015
Covestro Deutschland AG
Der Vorstand
Patrick Thomas
Frank H. Lutz
Dr. Klaus Schäfer
Dr. Markus Steilemann
Bilanz
Aktiva
| 31.12.2014 T€ |
31.08.2015 T€ |
|
|---|---|---|
| Anlagevermögen | ||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 93.176 | 151.522 |
| Sachanlagen | 805.446 | 810.102 |
| Finanzanlagen | 1.614.232 | 4.979.415 |
| Summe Anlagevermögen | 2.512.854 | 5.941.039 |
| Umlaufvermögen | ||
| Vorräte | ||
| Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen | 104.762 | 113.898 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 193.963 | 184.534 |
| Summe Vorräte | 414.665 | 406.665 |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 570.975 | 664.338 |
| davon gegen verbundene Unternehmen | (338.249) | (346.931) |
| davon gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | (4.277) | (4.396) |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 131.175 | 427.863 |
| Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0 | 14 |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 102.344 | 60.258 |
| Summe Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 804.494 | 1.152.473 |
| Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 784 | 1.995 |
| Summe Umlaufvermögen | 1.219.943 | 1.561.133 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 7.071 | 20.233 |
| Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung | 29.846 | 26.351 |
| 3.769.714 | 7.548.756 | |
| Passiva | ||
| 31.12.2014 T€ |
31.08.2015 T€ |
|
| Eigenkapital | ||
| Gezeichnetes Kapital | 100.000 | 100.000 |
| Kapitalrücklage | 10.000 | 1.665.999 |
| Andere Gewinnrücklagen | 10.000 | 10.000 |
| Bilanzgewinn Bilanzgewinn | 12.602 | 6.687 |
| Summe Eigenkapital | 132.602 | 1.782.686 |
| Sonderposten für erhaltene Investitionszuschüsse | 2.306 | 2.242 |
| Rückstellungen für Pensionen | 522.978 | 619.084 |
| Sonstige Rückstellungen | 193.177 | 247.946 |
| Summe Rückstellungen | 716.155 | 867.030 |
| Verbindlichkeiten | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 40 | 19 |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 868 | 300 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 526.825 | 546.873 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | (268.291) | (282.130) |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 2.346.323 | 4.293.381 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 0 | 1 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 44.426 | 55.073 |
| davon aus Steuern | (23.298) | (32.642) |
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | (2.824) | (2.518) |
| 2.918.482 | 4.895.646 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 169 | 1.152 |
| 3.769.714 | 7.548.756 |
Gewinn- und Verlustrechnung
| 01.01.-31.12.2014 T€ |
01.01.-31.08.2015 T€ |
|
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 5.196.249 | 3.583.392 |
| Herstellungskosten der zur Erzielung | ||
| der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen | -4.349.965 | -2.865.499 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 846.284 | 717.893 |
| Vertriebskosten | -493.767 | -373.024 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | -170.034 | -113.990 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | -163.343 | -163.701 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 95.408 | 22.445 |
| davon aus Währungsumrechnung | (3.702) | (12.194) |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -22.437 | -23.407 |
| davon aus Währungsumrechnung | (106) | (24) |
| Operatives Ergebnis | 92.111 | 66.216 |
| Erträge aus Beteiligungen | 134.614 | 4.850 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | (134.596) | (4.614) |
| Erträge aus stillen Beteiligungen | 90.781 | 113.459 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | (90.781) | (113.459) |
| Erträge aus Gewinnabführungsverträgen mit verbundenen Unternehmen | 1.638 | 459 |
| Aufwendungen aus Verlustübernahmen von verbundenen Unternehmen | -34.872 | -130 |
| Abschreibungen auf Beteiligungen | 0 | 0 |
| Gewinne aus dem Abgang von Beteiligungen | 0 | 0 |
| Verluste aus dem Abgang von Beteiligungen | 0 | 0 |
| Summe Erträge aus Beteiligungen u. Gewinnabf. Beteiligungsergebnis | 192.161 | 118.638 |
| Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 27 | 11 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | (0) | (0) |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 1.623 | 220 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | (163) | (16) |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -74.921 | -85.921 |
| davon an verbundene Unternehmen | -(20.675) | -(9.648) |
| davon Aufwendungen aus Aufzinsungen | -(54.178) | -(76.903) |
| Zinsergebnis | -73.271 | -85.690 |
| Sonstige finanzielle Erträge | 36.200 | 53.913 |
| davon aus Währungsumrechnung | (5.321) | -(3.649) |
| Sonstige finanzielle Aufwendungen | -79.774 | -310.182 |
| davon aus Währungsumrechnung | -(1.537) | -(9.785) |
| Sonstige finanzielle Erträge und Aufwendungen | -43.574 | -256.269 |
| Finanzergebnis | 75.316 | -223.321 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit / Ergebnis vor Ertragsteuern Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 167.427 | -157.105 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -1 | 920 |
| Erträge aus Verlustübernahme / Unternehmen Aufwendungen aus Gewinnabführung | -154.824 | 150.270 |
| Jahresüberschuss / - fehlbetrag | 12.602 | -5.915 |
| Entnahmen aus der Gewinnrücklage | ||
| Gewinnvortrag aus dem Vorjahr | 0 | 12.602 |
| Entnahmen aus dem Bilanzgewinn | ||
| Bilanzgewinn | 12.602 | 6.687 |
Anhang
Grundlagen
Der Jahresabschluss der Covestro Deutschland AG (vormals Bayer MaterialScience AG), Leverkusen, ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB), des Aktiengesetzes (AktG) und des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) aufgestellt. Die Covestro Deutschland AG liefert auf ihrem Betriebsgelände Strom an Fremdunternehmen und ist damit ein Energieversorgungsunternehmen im Sinne von § 3 Nr. 18 EnWG. Darüber hinaus ist die Gesellschaft nach § 3 Nr. 38 EnWG ein vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen.
Mit Aufhebungsvertrag vom 14. August 2015 wurde der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der Bayer AG, Leverkusen, und der Covestro Deutschland AG mit Wirkung zum 31. August 2015 beendet. Aus diesem Grund legt die Covestro Deutschland AG ein Rumpfgeschäftsjahr vom 01. Januar bis zum 31. August 2015 ein.
Das Vergleichsjahr umfasst das volle Geschäftsjahr 2014, insofern ergibt sich im Hinblick auf den verkürzten Berichtszeitraum des Rumpfgeschäftsjahres für die Gewinn- und Verlustrechnung eine eingeschränkte Vergleichbarkeit der Werte. Eine eingeschränkte Vergleichbarkeit besteht auch für die Bereiche Anlagevermögen und Rückstellungen, insbesondere aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, da die Covestro Deutschland AG im Rahmen der rechtlichen Umstrukturierung zum 31. August 2015 Vermögensgegenstände und Schulden von diversen Bayer Gesellschaften über Kaufverträge erworben hat. Darüber hinaus hat die Covestro Deutschland AG im Rahmen eines Unternehmensteilkaufvertrages von der Bayer Technology Services GmbH, Leverkusen, einen Firmenwert in Höhe von T€ 32.046 erworben. Durch die Beendigung der atypischen stillen Gesellschaftsbeteiligung an der Bayer Intellectual Property GmbH, Monheim, zum 31. August 2015 ist unter den Finanzanlagen ein entsprechender Abgang und unter den immateriellen Vermögensgegenständen ein Zugang für das rückübertragene Vermögen ausgewiesen.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt. Zur Verbesserung der Einsicht in die Ertragslage werden die Forschungskosten sowie die Erträge aus stillen Beteiligungen gesondert ausgewiesen. Aufwendungen und Erträge des Finanzbereichs, deren Ausweis nicht durch einen gesetzlich vorgeschriebenen Posten gedeckt ist, sind unter den übrigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen erfasst.
Die Covestro Deutschland AG war bis zum 31. August 2015 eine 100 %-ige Tochtergesellschaft der Bayer AG. Mit Einbringungsvertrag vom 31. August 2015 hat die Bayer AG sämtliche Anteile an der Covestro Deutschland AG mit Wirkung zum 01. September 2015 in die Covestro AG, Leverkusen, eingebracht. Sowohl die Covestro AG als auch die Covestro Deutschland AG werden in den Konzernabschluss der Bayer AG einbezogen, dieser stellte bis zum 31. August 2015 sowohl den kleinsten als auch größten Konsolidierungskreis dar. Die Covestro Deutschland AG ist daher nach § 291 HGB von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit. Der Konzernabschluss der Bayer AG wird beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht und kann dort eingesehen werden.
Zwischen der Covestro Deutschland AG und der Bayer AG bestand bis zum 31. August 2015 ein Ergebnisabführungsvertrag. Sofern Gewinne nicht einer Abführungssperre unterliegen, werden diese zum 31. August 2015 vollständig an die Bayer AG abgeführt. Verluste werden in voller Höhe übernommen. Während der Dauer des Vertrages gebildete andere Gewinnrücklagen sind auf Verlangen von Bayer aufzulösen und zum Ausgleich eines Jahresfehlbetrages zu verwenden oder als Gewinn abzuführen.
Bis zum 31. August 2015 bestand zwischen der Covestro Deutschland AG und der Bayer AG eine körperschaft-, gewerbe- und umsatzsteuerliche Organschaft.
Aufgrund der Darstellung der Werte in T€ können sich für vereinzelte Posten Rundungsdifferenzen u.a. zum Anlagengitter ergeben.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert. Voraussichtlich dauernden Wertminderungen wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen.
Der von der Bayer Technology Services GmbH erworbene Firmenwert wird in Anlehnung an die Restdienstzeit der dem Geschäftszweig zugehörigen Mitarbeiter über 15 Jahre planmäßig abgeschrieben.
Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, im Falle abnutzbarer Sachanlagen vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen. Dabei kommt grundsätzlich die lineare Abschreibungsmethode zur Anwendung. Bewegliche Sachanlagen werden, soweit sie bis 2007 zugegangen sind, mit den steuerlich zulässigen Höchstsätzen degressiv abgeschrieben. Der Wechsel zur linearen Abschreibungsmethode erfolgt in diesen Fällen, sobald diese zu höheren jährlichen Abschreibungen führt. Folgende Nutzungsdauern sind den Abschreibungen zugrunde gelegt worden:
| Nutzungsdauern | |
|---|---|
| Geschäfts- oder Firmenwert | 15 Jahre |
| Übrige Immaterielle Vermögensgegenstände | 1 - 20 Jahre |
| Gebäude | 2 - 33 Jahre |
| Infrastrukturanlagen | 2 - 25 Jahre |
| Betriebsvorrichtungen | 2 - 25 Jahre |
| Maschinen und Apparate | 2 - 21 Jahre |
| Labor- und Forschungseinrichtungen | 2 - 11 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2 - 12 Jahre |
| Informationstechnik | 2 - 15 Jahre |
| Transportmittel | 2 - 12 Jahre |
Selbstständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, die der Abnutzung unterliegen, werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben, sofern ihre jeweiligen Anschaffungs- oder Herstellungskosten 410 € nicht übersteigen. Alle anderen Gegenstände des Anlagevermögens werden planmäßig linear abgeschrieben.
Voraussichtlich dauernden Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen.
Die Herstellungskosten der selbst erstellten Sachanlagen enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich der Abschreibungen, soweit sie durch die Fertigung veranlasst sind.
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sind mit den Anschaffungskosten oder, bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung, mit den niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert. Wurden in Vorjahren Wertberichtigungen vorgenommen und sind die Gründe für die Wertminderung in der Zwischenzeit ganz oder teilweise entfallen, erfolgt eine Wertaufholung bis höchstens zu den Anschaffungskosten.
Unverzinsliche oder gering verzinsliche Ausleihungen sind mit dem Barwert, die übrigen Ausleihungen mit dem Nennwert bilanziert.
Unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate werden zum Erinnerungswert, entgeltlich erworbene Emissionszertifikate werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Diesen stehen in gleicher Höhe Rückstellungen für die Verpflichtung zur Abgabe gegenüber.
Unter den Vorräten sind die Hilfs- und Betriebsstoffe mit den fortgeschriebenen Anschaffungskosten
(gleitender Durchschnittspreis) angesetzt. Die Anschaffungs- und Herstellkosten der Rohstoffe,
Packmittel, Handelswaren und Erzeugnisse sind nach der LIFO-Methode ermittelt worden.
Die am Bilanzstichtag vorhandenen Bestände werden dieser Methode folgend mit den Anschaffungs- bzw. Herstellkosten bewertet, die den zuerst angeschafften bzw. hergestellten Beständen zuzurechnen wären. Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich der fertigungsbedingten Abschreibungen. Zinsen für Fremdkapital werden nicht in die Herstellkosten eingerechnet. Niedrigere Marktpreise bzw. niedrigere beizulegende Werte werden durch Abschreibungen berücksichtigt (verlustfreie Bewertung), wobei die Rektifizierung der Erzeugnisse nicht die in Vorstufen bevorrateten Bestände umfasst.
Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert nach Abzug erforderlicher Wertberichtigungen bilanziert. Die Höhe der Wertberichtigungen richtet sich nach dem wahrscheinlichen Ausfallrisiko; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge i.H.v. 2 % berücksichtigt. Unverzinsliche/niedrigverzinsliche Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr werden auf den Barwert abgezinst.
Zur Erfüllung von verschiedenen Verpflichtungen aus der Altersversorgung sowie aus Arbeitszeitguthaben der Mitarbeiter sind entsprechende Mittel unter dem Dach einer belgischen Anlagegesellschaft in der Rechtsform einer SICAV (Société d’investissement à capital variable) über zwischengeschaltete Investment-Vehikel indirekt in grundsätzlich liquide internationale festverzinsliche Anleihen, Aktien, Immobilien sowie alternative Investments investiert. Sie werden vom Bayer Pension Trust e.V., Leverkusen, treuhänderisch für die Covestro Deutschland AG verwaltet und sind im Insolvenzfall des Arbeitgebers dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Die Investments sind zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser wird aus Börsenkursen und Marktzinsen abgeleitet. Das vom Bayer Pension Trust e.V. (im folgenden BPT) gehaltene Treuhandvermögen wird mit den jeweils zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet. Ergibt sich ein Verpflichtungsüberhang, wird dieser unter den Rückstellungen erfasst. Übersteigt der Wert der Wertpapiere die Verpflichtungen, erfolgt der Ausweis als „Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung“ auf der Aktivseite der Bilanz. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden in entsprechender Weise die Erträge aus dem BPT-Treuhandvermögen mit den Aufwendungen aus der Verzinsung der Verpflichtungen und aus Änderungen des Rechnungszinses verrechnet.
Die Rechnungsabgrenzungsposten enthalten Ausgaben bzw. Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand bzw. Ertrag für eine bestimmte Zeit danach darstellen.
Latente Steuern für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten werden bei der Bayer AG als Organträger berücksichtigt.
Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert angesetzt.
Der Sonderposten enthält Investitionszuschüsse, diese werden entsprechend des Abschreibungsverlaufs der bezuschussten Anlagen aufgelöst. Der Auflösungsbetrag wird in den sonstigen betrieblichen Erträgen gezeigt.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Heubeck 2005 G) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Zukünftig erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt. Bei den Entgelten gehen wir wie im Vorjahr von jährlichen Anpassungen von 3,00 % aus. Rentensteigerungen erwarten wir in ebenfalls unveränderter Höhe von 1,75 % p.a. Hiervon abweichend gilt für ab dem 01. Januar 2000 erfolgte Versorgungszusagen eine jährliche Rentenerhöhung von 1,00 %; diese ist den Mitarbeitern fest zugesagt. Der zum 31. August 2015 zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen beläuft sich auf 4,12 % (Vorjahr: 4,54 %); es handelt sich um den von der Deutschen Bundesbank für August 2015 ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren.
Die anderen Rückstellungenberücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Für längerfristige Personalrückstellungen wie solche für Mitarbeiterjubiläen findet dabei ein Zinssatz von 4,12 % (Vorjahr: 4,54 %) für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren Anwendung. Kurzfristigere Personalrückstellungen, beispielsweise für Verpflichtungen aus Frühruhestands- oder Altersteilzeitvereinbarungen, werden mit einem Zinssatz entsprechend ihrer Laufzeit abgezinst. Diese betrug im Jahr 2015 drei Jahre, der Rechnungszins 2,60 % (Vorjahr: 3,08 %). Es handelt sich jeweils um die zum Zeitpunkt der Ermittlung der Personalrückstellungen für August 2015 erwarteten Zinssätze.
Die Verbindlichkeitenwerden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert. Handelt es sich um Rentenverpflichtungen, sind diese zum Barwert unter Verwendung eines fristadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Geschäftsjahre angesetzt.
Die Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung sowie von Devisentermingeschäften und anderen Währungsderivaten erfolgt nach der Methode der eingeschränkten Marktbewertung. Hierzu werden Fremdwährungsforderungen und –verbindlichkeiten mit den Kassakursen und die zu ihrer Kurssicherung abgeschlossenen Währungsderivate mit den Marktterminkursen zum Abschlussstichtag bewertet. Sich ausgleichende Wertänderungen der gesicherten Positionen bleiben im Abschluss gemäß der Einfrierungsmethode unberücksichtigt. Für Verlustüberhänge werden Drohverlustrückstellungen gebildet; Gewinne werden nur berücksichtigt, soweit sie Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr betreffen.
Bankguthaben und Kassenbestände werden mit dem Nennwert bilanziert. Kassenbestände und Bankguthaben in Fremdwährung werden mit dem Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
(1) Umsatzerlöse
Die Umsätze in den strategischen Geschäftseinheiten gliedern sich wie folgt:
| Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen | 2014 T€ |
2015 T€ |
|---|---|---|
| Polyurethanes (PUR) | 2.372.793 | 1.495.641 |
| Polycarbonates (PCS) | 1.070.103 | 839.671 |
| Coatings, Adhesives, Specialties (CAS) | 1.173.128 | 845.994 |
| Sonstige Segmente | 580.225 | 402.086 |
| 5.196.249 | 3.583.392 |
Eine Aufstellung der Umsatzerlöse nach regionalen Märkten gliedert sich wie folgt:
| Umsatzerlöse nach Regionen | 2014 T€ |
2015 T€ |
|---|---|---|
| Europa, Nahost, Afrika und Lateinamerika ohne Mexiko | 4.482.723 | 3.073.145 |
| USA, Kanada und Mexiko | 279.246 | 194.568 |
| Asien / Pazifik | 434.280 | 315.679 |
| 5.196.249 | 3.583.392 |
Zur Entwicklung der Umsatzerlöse wird auf die entsprechenden Erläuterungen im Lagebericht der Covestro Deutschland AG verwiesen.
(2) Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
| Sonstige betriebliche Erträge | 2014 T€ |
2015 T€ |
|---|---|---|
| Mieterlöse | 7.535 | 4.795 |
| Sonstige Sicherungsgeschäfte | 0 | 2.090 |
| Auflösung nicht beanspruchter Rückstellungen | 6.006 | 714 |
| Erstattung von Dritten | 964 | 567 |
| Eingebettete Derivate | 0 | 182 |
| Investitions-/Aufwandszuschüsse | 370 | 109 |
| Erträge aus Devisentermingeschäften | 9.737 | 63 |
| Versicherungsentschädigungen | 28.510 | 0 |
| Erträge aus dem Verkauf Immaterieller Vermögensgegenstände | 2 | 0 |
| Übrige | 42.283 | 13.925 |
| 95.408 | 22.445 | |
| davon periodenfremde Erträge | 1.386 | 771 |
Die periodenfremden Erträge beinhalten im Wesentlichen Werte aus der Auflösung von nicht beanspruchten sonstigen Rückstellungen (714 T€).
(3) Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Einzelnen folgende Positionen:
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 2014 T€ |
2015 T€ |
|---|---|---|
| Verluste aus Devisentermingeschäften | 5.986 | 4.514 |
| Mietaufwendungen | 6.246 | 4.353 |
| Versicherungsprämien | 4.712 | 3.013 |
| Spenden | 3.188 | 2.980 |
| Pauschale Wertberichtigung auf Forderungen | 0 | 1.876 |
| Wertberichtigungen und Ausbuchungen von Forderungen | 430 | 1.455 |
| Kursverluste aus Rückstellungen/Lizenzabgrenzungen | 0 | 1.296 |
| Übrige | 1.875 | 3.921 |
| 22.437 | 23.407 | |
| davon periodenfremde Aufwendungen | 546 | 639 |
Die periodenfremden Aufwendungen resultieren in Höhe von 583 T€ aus Nachbelastung im Rahmen der Lohn- und Umsatzsteuererklärungen für die Jahre 2013 und 2014.
(4) Zinsergebnis
Die Aufwendungen aus dem beim BPT angelegten Vermögen für Arbeitszeitguthaben sowie die zugehörigen Aufwendungen aus der Aufzinsung und dem Effekt aus der Änderung des Rechnungszinssatzes der Rückstellungen ergeben in 2015 einen Gesamtaufwand in Höhe von 397 T€, der unter den Zinsaufwendungen ausgewiesen wird.
| Verrechnung Vermögenserträge/Aufzinsungsaufwendungen | 2014 T€ |
2015 T€ |
|---|---|---|
| Vermögenserträge Bayer Pension Trust | 1.861 | -27 |
| Aufwendungen aus Aufzinsung der Rückstellungen für Arbeitszeitguthaben und aus Änderungen des Rechnungszinses (brutto) | -417 | -370 |
| Zinserträge "+" / Zinsaufwendungen "-" (netto) | 1.444 | -397 |
In den Aufwendungen aus Aufzinsungen sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen in Höhe von 72.215 T€ enthalten. Hierbei handelt es sich um den Nettoaufwand nach Verrechnung mit Erträgen aus der Vermögensanlage des BPT und dem Effekt aus der Änderung des Rechnungszinssatzes.
| Verrechnung Aufzinsungsaufwendungen/Vermögenserträge | 2014 T€ |
2015 T€ |
|---|---|---|
| Aufwendungen aus Aufzinsung der Pensionsrückstellungen und aus Änderungen des Rechnungszinses (brutto) | -68.460 | -72.830 |
| Vermögenserträge Bayer Pension Trust | 18.845 | 615 |
| Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen (netto) | -49.615 | -72.215 |
Die beim BPT angelegten Vermögensgegenstände dienen ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus Pensionen und Arbeitszeitguthaben; sie sind dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen.
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten neben den Aufwendungen aus Aufzinsung auch 11.725 T€ gezahlte Zinsen für ein bei der Bayer Antwerpen NV, Diegem/Belgien, aufgenommenes Darlehen.
(5) Sonstige finanzielle Aufwendungen und Erträge
| Sonstige finanzielle Aufwendungen und Erträge | 2014 T€ |
2015 T€ |
|---|---|---|
| Von der Bayer AG weiterbelasteter Aufwand aus der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen | -41.786 | -250.287 |
| Aufwendungen aus der Währungsumrechnung | ||
| - Realisierte Kursverluste | -36.402 | -50.078 |
| - Unrealisierte Aufwendungen aus der Bewertung | -1.537 | -9.785 |
| Erträge aus der Währungsumrechnung | ||
| - Realisierte Kursgewinne | 30.880 | 57.556 |
| - Unrealisierte Erträge aus der Bewertung | 5.321 | -3.649 |
| Übrige finanzielle Aufwendungen | -50 | -32 |
| Übrige finanzielle Erträge | 0 | 6 |
| -43.574 | -256.269 |
Unter den sonstigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen ausgewiesen sind von der Bayer AG weiterbelastete Aufwendungen aus der Veränderung von Pensionsrückstellungen, soweit sie Mitarbeiter des Bereichs MaterialScience betreffen, die vor der Ausgliederung der Arbeitsgebiete und Servicebereiche (Stichtag: 01. Juli 2002) aus der Bayer AG als Rentner oder mit unverfallbaren Anwartschaften ausgeschieden sind.
Darüber hinaus vereinbarten die Bayer AG und die Covestro Deutschland AG, die Covestro Deutschland AG gegen Zahlung eines Einmalbetrages in Höhe von 216.646 T€ von allen weiteren Verpflichtungen im Zusammenhang mit den genannten Pensionsverpflichtungen zu entbinden.
(6) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Die Covestro Deutschland AG weist im Geschäftsjahr einen Ertrag aus der Auflösung passivischer latenter Steuern in Höhe von 920 T€ aus. Die entsprechende Rückstellung wurde im Rahmen der Auflösung der stillen Beteiligung an der Bayer Intellectual Property GmbH an die Covestro Deutschland AG übertragen und im Anschluss unmittelbar aufgelöst, da die Voraussetzungen für die Bildung einer latenten Steuerschuld im Rahmen der zum 31. August 2015 noch bestehenden steuerlichen Organschaft nicht gegeben sind.
(7) Sonstige Steuern
Soweit die sonstigen Steuern den Bereichen Herstellung, Vertrieb, Forschung und allgemeine Verwaltung zugeordnet werden konnten, sind sie in den entsprechenden Funktionskosten, im Übrigen unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Insgesamt beliefen sie sich auf 3.668 T€.
(8) Materialaufwand
| Materialaufwand | 2015 T€ |
|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 2.255.578 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 60.240 |
| 2.315.818 |
(9) Personalaufwand / Mitarbeiter
| Personalaufwand | 2015 T€ |
|---|---|
| Löhne und Gehälter | 336.845 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 65.711 |
| davon Aufwendungen für Altersversorgung | 44.298 |
| 402.556 |
Nicht als Personalaufwand erfasst sind Beträge, die sich aus der Aufzinsung der Personalrückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellungen, ergeben. Sie sind im Zinsergebnis ausgewiesen.
Im Jahresdurchschnitt waren bei der Covestro Deutschland AG 5.037 Mitarbeiter beschäftigt, hiervon sind 4.281 Männer und 756 Frauen. Von den Mitarbeitern sind 3.613 Tarifmitarbeiter, 1.318 außertarifliche Mitarbeiter und 106 Auszubildende bzw. Praktikanten. In diesen Angaben sind auf Teilzeitbasis beschäftigte Mitarbeiter entsprechend ihres Beschäftigungsgrads berücksichtigt.Die Mitarbeiter der Bayer AG, der Bayer Business Services GmbH, der Bayer Technology Services GmbH, der Bayer Direct Services GmbH, der Bayer Real Estate GmbH, der Bayer Intellectual Property GmbH und der Pallas AG sind zum 01. September 2015 auf die Covestro Deutschland AG übergegangen und daher im stichtagsbezogenen Jahresdurchschnitt noch nicht enthalten.
(10) Aktienbasierte Vergütung
Als zusätzlichen Vergütungsbestandteil gewährt die Covestro Deutschland AG ihren Mitarbeitern längerfristig angelegte aktienbasierte Vergütungsprogramme. Sie sind nach Mitarbeitergruppen differenziert und jeweils als Kollektivzusagen ausgestaltet.
Für die Vorstandsmitglieder und Führungskräfte besteht das Programm „Aspire“ in zwei unterschiedlichen Ausprägungen. Für alle Mitarbeiter wird zudem nach jährlich neu erfolgender Vorstandsentscheidung der Bayer AG das Programm „BayShare“ angeboten.
Allen zum Abschlussstichtag bestehenden Verpflichtungen, die sich aus den aktienbasierten Programmen ergeben, wird durch entsprechende Rückstellungen Rechnung getragen. Ihre Höhe bemisst sich zum einen am beizulegenden Wert (Fair Value) der jeweiligen Zusagen und zum anderen an der seit Auflegung vergangenen Zeitdauer im Verhältnis zur Gesamtdauer des jeweiligen Programms. Zuführungen zu den Rückstellungen werden aufwandswirksam erfasst.
Der beizulegende Zeitwert der Verpflichtungen aus den aktienbasierten Vergütungsprogrammen wurde jeweils auf der Grundlage einer Monte-Carlo-Simulation ermittelt, der folgende wesentliche Parameter zugrunde lagen:
| Parameter zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts | 2015 |
|---|---|
| Dividendenrendite | 1,86% |
| Risikoloser Zinssatz 4 Jahre | 0,255% |
| Volatilität Bayer-Aktie | 24,64% |
| Volatilität Dow Jones EURO STOXX 50 | 18,38% |
| Korrelation Bayer-Kurs - Dow Jones EURO STOXX 50 | 0,81 |
ASPIRE I
Mitglieder des Vorstands und Mitarbeiter der oberen Führungsebene sind zur Teilnahme an Aspire I berechtigt, soweit sie nach vorgegebenen Richtlinien eine individuell festgelegte Anzahl an Bayer-Aktien erwerben und dieses Eigeninvestment über die Programmlaufzeit halten. Bemessungsbasis für Aspire I ist ein individueller, positionsabhängiger Prozentwert vom jährlichen Grundgehalt (Aspire-Zielbetrag). Nach Ablauf der jeweiligen Programmtranche erhalten die Teilnehmer in Abhängigkeit von der absoluten Kursentwicklung der Bayer-Aktie sowie von der relativen Performance im Vergleich zum Aktienindex Dow Jones EURO STOXX 50 einen bestimmten in Prozent des Zielbetrags ausgedrückten Geldbetrag ausgezahlt. Dieser ist maximal auf 300 % begrenzt; die einzelnen Tranchen haben eine Laufzeit von jeweils vier Jahren.
Am 1. Januar 2015 endete die im Jahr 2011 aufgelegte Aspire-Tranche; sie kam mit dem Maximalbetrag von 300% zur Auszahlung.
ASPIRE II
Für die übrigen Führungskräfte wird Aspire II angeboten. Es entspricht in seinen Grundzügen Aspire I. Im Gegensatz zu diesem ist ein Eigeninvestment in Bayer-Aktien allerdings nicht erforderlich. Zudem wird die Performance ausschließlich an der absoluten Kursentwicklung der Bayer-Aktie gemessen. Der maximal erreichbare Ertrag ist auf 250 % des Aspire-Zielbetrags begrenzt, bei der Tranche des Jahres 2010 zu alten Konditionen beträgt die Wertobergrenze 150 %.
Die Aspire-Tranche des Jahres 2011 kam mit dem Maximalwert von 250 % der jeweiligen Zielbeträge zur Auszahlung.
BAYSHARE
Im Rahmen von BayShare gewährt Bayer den zur Teilnahme berechtigten Mitarbeitern einen Zuschuss zu einem Eigeninvestment in Bayer-Aktien. Die Höhe des Zuschusses, der jährlich neu festgelegt wird, belief sich wie im Vorjahr auf 20 % des Zeichnungsbetrags. Je nach Position des Mitarbeiters war der Gesamtbetrag für den Aktienerwerb – ebenfalls unverändert zum Vorjahr – auf 2.500 € bzw. 5.000 € begrenzt. Die erworbenen Aktien werden in gesonderten Depots verwahrt und unterliegen einer Veräußerungssperre. Diese endet jeweils am 31. Dezember des Jahres, das dem Jahr des Aktienerwerbs folgt.
Für alle aktienbasierten Vergütungsprogramme wurden im Berichtsjahr 11.139 T€ aufgewendet; der Betrag ist Bestandteil des Personalaufwands. Die Rückstellungen für diese Programme beliefen sich zum 31. August 2015 auf 33.744 T€.
Erläuterungen zur Bilanz
(11) Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel (Anlage I zum Anhang) dargestellt.
(12) Vorratsvermögen
Die Zusammensetzung und Entwicklung der Vorräte ergibt sich wie folgt:
| 31.12.2014 | 31.08.2015 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte T€ |
Wertberich- tigungen T€ |
Bilanzwerte T€ |
Bruttowerte T€ |
Wertberich- tigungen T€ |
Bilanzwerte T€ |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Rohstoffe | 67.943 | 1.612 | 66.331 | 56.199 | 1.918 | 54.281 |
| Hilfs- und Betriebsstoffe | 50.105 | 496 | 49.609 | 54.496 | 543 | 53.953 |
| Erzeugnisbestände | ||||||
| Chemische Erzeugnisse | 272.827 | 4.659 | 268.168 | 268.655 | 4.227 | 264.428 |
| Unfertige Leistungen *) | 57 | 0 | 57 | 1.248 | 0 | 1.248 |
| Handelswaren | 32.194 | 1.694 | 30.500 | 33.716 | 961 | 32.755 |
| Geleistete Anzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe Vorräte | 423.126 | 8.461 | 414.665 | 414.314 | 7.649 | 406.665 |
*) Anlagenerstellung für Tochtergesellschaften
Die LIFO-Bewertung führt zunächst zu einer Bestandsaufwertung von 21,2 Mio. € (Vorjahr 11,9 Mio. €). Bedingt durch die niedrigeren Rohstoffkosten im Rumpfgeschäftsjahr waren die entsprechenden Bestände aufgrund des handelsrechtlichen Niederstwertprinzips mit 36,7 Mio. € (Vorjahr 18,7 Mio. €) abzuwerten. Weitere Bestandskorrekturen wegen Ungängigkeit wirkten sich mit 1,5 Mio. € negativ (Vorjahr 1,1 Mio. €) auf das Vorratsvermögen aus.
(13) Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung
Verpflichtungen aus Arbeitszeitkonten sowie aus Pensionszusagen sind ganz bzw. teilweise durch Vermögensgegenstände gesichert, die beim BPT im Rahmen mehrerer Contractual Trust Agreements treuhänderisch angelegt sind (Sicherungsvermögen). Die angelegten Vermögensgegenstände dienen ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus jeweils konkret festgelegten Verpflichtungstatbeständen und sind im Insolvenzfall des Arbeitsgebers dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Sie wurden mit den zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet. Aus der Verrechnung ergibt sich insgesamt ein aktivischer Unterschiedsbetrag von 26.351 T€, der mit 5.993 T€ auf Verpflichtungen aus Arbeitszeitkonten, mit 9.096 T€ auf Verpflichtungen aus Deferred Compensation und Matching Contribution sowie mit 11.262 T€ auf Pensionsverpflichtungen für die obere Führungsebene entfällt.
| Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung | 31.12.2014 T€ |
31.08.2015 T€ |
|---|---|---|
| Erfüllungsbetrag der Verpflichtungen aus Arbeitszeitkonten | 14.407 | 21.237 |
| Beizulegender Zeitwert des beim Bayer Pension Trust angelegten Vermögens | 19.623 | 27.230 |
| Überschuss des Vermögens über die Verpflichtungen aus Arbeitszeitkonten (Aktiver Unterschiedsbetrag) | 5.216 | 5.993 |
| Anschaffungskosten des beim Bayer Pension Trust angelegten Vermögens | 17.598 | 25.812 |
| 31.12.2014 T€ |
31.08.2015 T€ |
|
|---|---|---|
| Erfüllungsbetrag der Verpflichtungen aus Deferred Compensation/ Matching Contribution | 113.793 | 148.659 |
| Beizulegender Zeitwert des beim Bayer Pension Trust angelegten Vermögens | 131.760 | 157.755 |
| Überschuss des Vermögens über die Verpflichtungen aus Deferred Compensation/Matching Contribution (Aktiver Unterschiedsbetrag) | 17.967 | 9.096 |
| Anschaffungskosten des beim Bayer Pension Trust angelegten Vermögens | 117.849 | 147.522 |
| 31.12.2014 T€ |
31.08.2015 T€ |
|
|---|---|---|
| Erfüllungsbetrag der Verpflichtungen aus Pensionen für die obere Führungsebene | 11.310 | 36.197 |
| Beizulegender Zeitwert des beim Bayer Pension Trust angelegten Vermögens | 17.975 | 47.459 |
| Überschuss des Vermögens über die Verpflichtungen aus Pensionen für die obere Führungsebene (Aktiver Unterschiedsbetrag) | 6.664 | 11.262 |
| Anschaffungskosten des beim Bayer Pension Trust angelegten Vermögens | 15.993 | 45.962 |
Für weitere Informationen über das Sicherungsvermögen des BPT wird auf die Ausführungen im Kapitel „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ verwiesen.
Das von der SICAV gehaltene Sicherungsvermögen ist zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser belief sich per 31. August 2015 auf 279 Mio. €. Aus der Verrechnung von Sicherungsvermögen in Höhe von 232 Mio. € mit zugrunde liegenden Verpflichtungen kam es zu einem Vermögens-, in Höhe der verbleibenden 47 Mio. € zu einem Verpflichtungsüberhang. Abhängig davon erfolgte der Ausweis entweder als „Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung“ oder unter den Pensionsrückstellungen.
(14) Eigenkapital
Das gezeichnete Kapital der Covestro Deutschland AG beläuft sich unverändert zum Vorjahr auf 100.000 T€, ist eingeteilt in 100.000 nennbetragslose Aktien und ist voll eingezahlt. Jede Aktie gewährt ein Stimmrecht.
Im Rumpfgeschäftsjahr wurden 1.656 Mio. € erfolgsneutral in die Kapitalrücklage eingestellt.
ANGABEN ZU AUSSCHÜTTUNGS - BZW. ABFÜHRUNGS GESPERRTEN BETRÄGEN IM SINNE DES § 268 Abs. 8 HGB
Zur Sicherung von Pensionsverpflichtungen und Guthaben aus Arbeitszeitkonten sind im Rahmen von Contractual Trust Agreements Mittel zweckgebunden und insolvenzgeschützt in den BPT eingebracht worden. Sie sind zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser beläuft sich zum Abschlussstichtag auf 222.478 T€ und liegt damit um 16.687 T€ über den Anschaffungskosten von 205.791 T€. Dem Mehrbetrag von 16.687 T€ stehen frei verfügbare Gewinnrücklagen von 10.000 T€ und nicht ausgeschüttete Gewinne in Höhe von 6.687 T€ gegenüber, diese sind somit in voller Höhe ausschüttungsgesperrt.
(15) Rückstellungen für Pensionen
Die Pensionsrückstellungen decken die Versorgungsverpflichtungen gegenüber ehemaligen und noch tätigen Mitarbeitern ab. Darüber hinaus sind Verpflichtungen aus Frühruhestandsregelungen enthalten.
Verpflichtungen aus Pensionszusagen sind teilweise durch Vermögensgegenstände gesichert, die beim BPT im Rahmen mehrerer Contractual Trust Agreements treuhänderisch angelegt sind (Sicherungsvermögen). Die angelegten Vermögensgegenstände dienen ausschließlich der Erfüllung der Pensionsverpflichtungen und sind dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Sie wurden mit den zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet.
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 2014 T€ |
2015 T€ |
|---|---|---|
| Erfüllungsbetrag der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen | 565.477 | 665.726 |
| Beizulegender Zeitwert des beim Bayer Pension Trust angelegten Vermögens | 42.499 | 46.642 |
| Nettowert der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen (Rückstellung) | 522.978 | 619.084 |
| Anschaffungskosten des beim Bayer Pension Trust angelegten Vermögens | 37.813 | 43.102 |
(16) Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen bestehen im Wesentlichen für Verpflichtungen aus dem Personalbereich (136.097 T€). Darüber hinaus sind Rückstellungen für drohende Verluste aus Währungsderivaten sowie Einkaufs- und Verkaufskontrakten (13.752 T€), aus Kundenboni (2.774 T€) und für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten (11.522 T€) erfasst.
(17) Weitere Angaben zu den Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gliedern sich nach Restlaufzeiten wie folgt:
| Verbindlichkeiten nach Restlaufzeiten | 31.12.2014 | ||
|---|---|---|---|
| bis zu 1 Jahr T€ |
über 1 bis 5 Jahre T€ |
über 5 Jahre T€ |
|
| --- | --- | --- | --- |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 868 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 526.825 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 2.327.217 | 8.599 | 10.507 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 41.627 | 2.068 | 731 |
| Summe Verbindlichkeiten | 2.896.537 | 10.667 | 11.238 |
| 31.08.2015 | |||
|---|---|---|---|
| bis zu 1 Jahr T€ |
über 1 bis 5 Jahre T€ |
über 5 Jahre T€ |
|
| --- | --- | --- | --- |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 300 | 0 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 546.860 | 12 | 0 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 4.274.832 | 9.113 | 9.437 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 53.018 | 1.673 | 382 |
| 4.875.010 | 10.798 | 9.819 |
Sonstige Erläuterungen
(18) Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Neben den Rückstellungen und Verbindlichkeiten bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen.
Aus künftigen Leasing- und Mietzahlungen resultiert eine Verpflichtung von insgesamt 160.922 € T€. Hiervon entfallen 135.084 € T€ auf Mietverträge mit verbundenen Unternehmen. Vom Gesamtbetrag der Leasing- und Mietverpflichtungen sind 16.007 € T€ im Jahr 2016, 38.681 € T€ in den Jahren 2017 bis 2020 und 106.234 € T€ nach 2021 fällig.
Weiterhin bestehen finanzielle Verpflichtungen aus Verkaufskontrakten sowie Investitionsverpflichtungen in einer Gesamthöhe von 6.034.681 T€. Vom Gesamtbetrag der finanziellen Verpflichtungen aus Verkaufskontrakten sowie Investitionsverpflichtungen entfallen 3.385.897 T€ auf verbundene Unternehmen. Von den finanziellen Verpflichtungen fallen 13.018 € im Jahr 2015, 1.880.398 T€ im Jahr 2016, 3.968.223 T€ in den Jahren 2017 bis 2020 und 173.042 T€ nach 2021 an.
(19) Derivative Finanzinstrumente / Bewertungseinheiten
Die Covestro Deutschland AG ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Währungsrisiken ausgesetzt. Deren Absicherung erfolgt im Wesentlichen durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Es handelt sich meist um außerhalb der Börse gehandelte (sogenannte OTC-) Instrumente. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt nach einheitlichen Richtlinien, unterliegt strengen internen Kontrollen und bleibt mit wertmäßig geringen Ausnahmen auf die Absicherung des operativen Geschäfts der Gesellschaft sowie der damit verbundenen Finanzierungsvorgänge beschränkt. Zur Währungssicherung werden Devisentermingeschäfte eingesetzt. Die Covestro Deutschland AG hat interne und externe Derivate und ist zuständig für die Steuerung und Absicherung des Fremdwährungsrisikos für den Covestro-Konzern.
Ziel des Einsatzes von derivativen Finanzinstrumenten ist, in Bezug auf Ergebnis und Zahlungsmittelflüsse die Fluktuationen zu reduzieren, die auf Veränderungen von Wechselkursen zurückgehen.
Ein Preisänderungsrisiko derivativer Deviseninstrumente besteht aufgrund der Schwankungsmöglichkeit der zugrunde liegenden Basisgröße (Währungen). Soweit Derivate zu Sicherungszwecken eingesetzt sind, wird die Möglichkeit von Wertverlusten durch gegenläufige Effekte aus den gesicherten Grundgeschäften kompensiert.
Für Derivate mit positivem Marktwert besteht ein Bonitäts- oder Ausfallrisiko für den Fall, dass die jeweiligen Vertragspartner ihren Erfüllungsverpflichtungen nicht nachkommen können. Zur Minimierung dieses Risikos teilt die Covestro Deutschland AG den Banken bonitätsmäßige Kontrahentenlimite zu.
Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (Marktwerte) ermittelt. Dabei gilt der Grundsatz, dass Devisenkontrakte einzeln mit ihrem Terminkurs am Abschlussstichtag bewertet werden. Die Terminkurse richten sich nach den Kassakursen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen.
Die internen und externen Derivate teilen sich zum 31. August 2015 wie folgt auf:
| Derivative Finanzinstrumente | |||
|---|---|---|---|
| Nominalwerte 31.08.2015 T€ |
Beizulegende Zeitwerte 31.08.2015 T€ |
Buchwerte 31.08.2015 T€ |
|
| --- | --- | --- | --- |
| Bilanzielles Exposure | |||
| Devisenterminkontrakte | |||
| - positive Marktwerte | 5.784 | 1.282 | 0 |
| - negative Marktwerte | 616.605 | -5.996 | 4.900 |
| 622.389 | -4.714 | 4.900 |
Ein Schwerpunkt der Sicherungsmaßnahmen ist das bilanzielle Exposure. Zur Abdeckung der Währungsrisiken aus Forderungen und Verbindlichkeiten der Covestro Deutschland AG sowie der Covestro-Konzernunternehmen schloss die Covestro Deutschland AG Devisenkontrakte mit Vertragspartnern im Nominalvolumen von 622.389 T€ ab; ihr beizulegender Zeitwert betrug für interne Kontrakte 476 T€ und für externe Kontrakte -5.190 T€.
Das bilanzielle Fremdwährungsexposure wurde soweit möglich mit den sich gegenläufig verhaltenden Sicherungsgeschäften zu Bewertungseinheiten je Währung in sogenannten Portfolio Hedges zusammengefasst, welche im Jahr 2015 fällig werden. Durch Gegenüberstellung der Wertveränderung je Währung wurden die Devisenkontrakte mit negativen Zeitwerten (Ineffektivität) in Höhe von 4.900 T€ gemäß den allgemeinen Bewertungsgrundsätzen als Drohverlustrückstellung unter den sonstigen Rückstellungen erfasst.
(20) Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen
Nahe stehende Unternehmen und Personen sind juristische oder natürliche Personen, die auf die Covestro Deutschland AG Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Covestro Deutschland AG unterliegen.
Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen werden insbesondere mit der Bayer AG sowie deren Tochterunternehmen abgeschlossen, ferner mit Versorgungsplänen. Es handelt sich vor allem um Waren-, Miet-, Dienstleistungs- und Finanzierungsgeschäfte.
(21) Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und des Aufsichtsrats sowie gewährte Vorschüsse und Kredite
Die Bezüge der früheren Vorstandsmitglieder und ihrer Hinterbliebenen betrugen 260 T€. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen für frühere Vorstandsmitglieder und Hinterbliebene sind im Jahresabschluss der Covestro Deutschland AG mit 6.352 T€ passiviert.
Die Bezüge des Aufsichtsrats beliefen sich für das Rumpfgeschäftsjahr auf 198 T€.
Zum 31. August 2015 bestanden keine Kredite an Mitglieder des Vorstands bzw. des Aufsichtsrats. Im Geschäftsjahr erfolgten keine Darlehensablösungen.
(22 ) Organe der Gesellschaft
| Vorstand | |
|---|---|
| Patrick W. Thomas | Vorstandsvorsitzender |
| Frank H. Lutz | Vorstand für Finanzen und Personal |
| Michael Bernhardt | Vorstand für Personal, ausgeschieden zum 01.09.2015 |
| Dr. Klaus Schäfer | Vorstand für Produktion und Technik, bestellt seit 01.09.2015 |
| Dr. Markus Steilemann | Vorstand für Innovationen, bestellt seit 01.09.2015 |
| Aufsichtsrat zum 31.08.2015 | |
|---|---|
| Dr. Richard Pott | Vorsitzender; ehem. Personalvorstand der Bayer AG, bestellt seit 27.03.2015 |
| Dr. Dirk Backhaus | Mitglied des Vorstands der Bayer CropScience AG, ausgeschieden zum 31.08.2015 |
| Dr. Hartmut Klusik | Mitglied des Vorstands der Bayer HealthCare AG |
| Dr. Rainer Schwarz | Bayer AG, Leiter Corporate Audit |
| Dr. Stephan Semrau | Bayer AG, Leiter Commercial and Public Law |
| Dr. Thomas Fischer | Vorsitzender Konzernsprecherausschuss Bayer |
| Irena Küstner | Mitglied Betriebsrat Covestro Deutschland AG, bestellt seit 01.07.2015 |
| Johannes Dietsch | Mitglied des Vorstands der Bayer AG, bestellt seit 01.06.2015 |
| Michael Mostert | Gewerkschaftsvertreter IG Bergbau, Chemie, Energie |
| Peter Hausmann | Gewerkschaftsvertreter IG Bergbau, Chemie, Energie, bestellt seit 03.08.2015 |
| Petra Kronen | Betriebsratsvorsitzende Werk Uerdingen |
| Rolf Erler | Gewerkschaftsvertreter IG Bergbau, Chemie, Energie, ausgeschieden zum 02.08.2015 |
| Sabine Wirtz | Mitglied Betriebsrat Covestro Deutschland AG |
(23) Honorare des Abschlussprüfers
Die Angaben zu den Prüfungshonoraren sind im Konzernabschluss der BAG enthalten. Insoweit wird für das Rumpfgeschäftsjahr die Befreiung von der Angabepflicht gem. §285 Nr. 17 HGB in Anspruch genommen.
(24) Angaben nach §6b Abs. 2 EnWG
Ungewöhnliche Geschäfte im Bereich der Energieversorgungstätigkeit, die nicht von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der Covestro Deutschland AG sind und nach § 6b Abs. 2 EnWG angabepflichtig sind, lagen nicht vor.
(25) Aufstellung des Anteilsbesitzes
An den nachstehend aufgeführten Unternehmen hält die Covestro Deutschland AG unmittelbar oder mittelbar mindestens 20 % der Anteile (Angaben gemäß § 285 Nr. 11 HGB). Bei den angegeben Werten für Eigenkapital und Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag handelt es sich jeweils um die Werte aus den auf Basis des jeweiligen Landesrechts erstellten Jahresabschlüssen zum 31. Dezember 2014:
| Aufstellung des Anteilsbesitzes | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Kapitalanteil | Eigenkapital | Jahresüberschuss | Fußnoten | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Gesellschaftsname | Sitz der Gesellschaft | in % | T€ | Jahresfehlbetrag T€ |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Bayer MaterialScience (China) Company Limited | Shanghai / Volksrepublik China | 100,0 | 915.883 | -84.095 | |
| Bayer MaterialScience S.L. | Sant Joan Despi / Spanien | 100,0 | 96.691 | 4.875 | |
| Bayer Pearl Polyurethane Systems FZCO | Dubai / Vereinigte Arabische Emirate | 51,0 | 13.722 | 1.776 | |
| Bayer Thai Co., Ltd. | Bangkok / Thailand | 100,0 | 434.373 | -4.350 | |
| CleanTech NRW GmbH | Leverkusen / Deutschland | 100,0 | 47 | -12 | |
| Covestro (France) SNC | Fos Sur Mer / Frankreich | 100,0 | 45.956 | 3.031 | |
| Covestro (India) Private Limited | Thane / Indien | 95,3 | 45.490 | 9.110 | 3 |
| Covestro (Shanghai) Mgt. Co. Ltd. | Shanghai / Volksrepublik China | 100,0 | 10.448 | 3.573 | |
| Covestro (Taiwan) Ltd. | Kaohsiung City / Taiwan | 95,6 | 29.049 | 4.518 | |
| Covestro (Thailand) Company Limited | Bangkok / Thailand | 99,8 | k.A | k.A | 2 |
| Covestro (Vietnam) Company Limited | Ho Chi Minh City / Vietnam | 100,0 | k.A | k.A | 2 |
| Covestro A/S | Otterup / Dänemark | 100,0 | 6.511 | 2.364 | |
| Covestro B.V. | Foxhol / Niederlande | 100,0 | 5.822 | 2.993 | |
| Covestro Brunsbüttel Energie GmbH | Brunsbüttel / Deutschland | 100,0 | 39 | 2.010 | 1 |
| Covestro Darmstadt GmbH | Leverkusen / Deutschland | 100,0 | 89.859 | -34.477 | 1 |
| Covestro Elastomers SAS | Romans-sur-Isère / Frankreich | 100,0 | 55.952 | 13.950 | |
| Covestro Far East (Hong Kong) Limited | Hong Kong / China | 100,0 | 1.651 | 1 | |
| Covestro GmbH | Leverkusen / Deutschland | 100,0 | 5.325 | -690 | 1 |
| Covestro Indústria e Comércio de Polimeros Ltda. | Sao Paulo / Brasilien | 100,0 | k.A | k.A | 2 |
| Covestro International SA | Fribourg / Schweiz | 100,0 | 161.859 | 41.442 | |
| Covestro Japan Ltd. | Tokio / Japan | 100,0 | -9.971 | 1.290 | |
| Covestro Korea Corporation | Seoul / Republik Korea | 100,0 | 10.727 | 1.245 | |
| Covestro Limited Liability Company | Moskau / Russland | 99,0 | |||
| Covestro NV | Antwerpen / Belgien | 100,0 | 10.845.448 | 294.780 | |
| Covestro Oldenburg GmbH & Co. KG | Oldenburg / Deutschland | 100,0 | 8.135 | 1.856 | |
| Covestro Polymer A.Ş. | Ümraniye /Türkei | 100,0 | k.A | k.A | 2 |
| Covestro Polymers (Qingdao) Co. Ltd. | Qingdao / China | 100,0 | 6.457 | -438 | |
| Covestro Pty Ltd | Cheltenham / Australien | 100,0 | -12.952 | -8.436 | |
| Covestro S.A. de C.V. | Mexiko / Mexiko | 100,0 | k.A | k.A | 2 |
| Covestro S.r.l | Mailand / Italien | 100,0 | 53.648 | 16.143 | |
| Epurex Films Geschäftsführungs-GmbH | Bomlitz / Deutschland | 100,0 | 76 | 5 | |
| Epurex Films GmbH & Co. KG | Bomlitz / Deutschland | 100,0 | 14.465 | 0 | |
| Guangzhou Covestro Polymers Co. Ltd. | Guangzhou / China | 100,0 | 19.438 | -1.731 | |
| MS Holding B.V. | Nieuwegein / Niederlande | 100,0 | 8 | k.A | 2 |
| Paltough Industries (1998) Ltd. | Kibbuz Ramat Yochanan / Israel | 25,0 | 70.465 | 4.196 | |
| PT. Covestro Polymers Indonesia | Jakarta / Indonesien | 100,0 | 25.781 | 546 | |
| Thermoplast Composite GmbH | Markt Bibart / Deutschland | 100,0 | -1.125 | -165 |
1) Ergebnis vor Übernahme
2) Neugründungen im Geschäftsjahr
3) Jahresabschluss zum 31.03.2015
Leverkusen, 5. Oktober 2015
Covestro Deutschland AG
Der Vorstand
Patrick Thomas
Frank H. Lutz
Dr. Klaus Schäfer
Dr. Markus Steilemann
Anlagevermögen
| Bruttowerte | kumulierte | Nettowerte | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand 01.01.2015 T€ |
Zugänge T€ |
Umbuchungen Umgliederungen T€ |
Abgänge T€ |
Stand 31.08.2015 T€ |
Abschreibungen Stand 31.08.2015 T€ |
Stand 31.08.2015 T€ |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 149.380 | 25.600 | 1.205 | 0 | 176.185 | 69.828 | 106.357 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 0 | 32.046 | 0 | 0 | 32.046 | 0 | 32.046 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 4.227 | 10.375 | -1.483 | 0 | 13.119 | 0 | 13.119 |
| Summe Immaterielle Vermögensgegenstände | 153.607 | 68.021 | -278 | 0 | 221.350 | 69.828 | 151.522 |
| II. Sachanlagen | |||||||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 74.994 | 838 | 2.132 | 0 | 77.964 | 11.646 | 66.318 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 1.764.049 | 15.424 | 40.941 | -1.968 | 1.818.446 | 1.239.270 | 579.176 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 68.219 | 3.392 | 1.059 | -133 | 72.537 | 54.706 | 17.831 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 150.482 | 40.427 | -43.854 | 0 | 147.055 | 278 | 146.777 |
| Summe Sachanlagen | 2.057.744 | 60.081 | 278 | -2.101 | 2.116.002 | 1.305.900 | 810.102 |
| III. Finanzanlagen | |||||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 1.626.687 | 3.379.124 | 0 | 0 | 5.005.811 | 45.607 | 4.960.204 |
| 2. Beteiligungen | 21.520 | 1 | 0 | 0 | 21.521 | 6.101 | 15.420 |
| 3. Stille Beteiligungen | 17.276 | 0 | 0 | -17.276 | 0 | 0 | 0 |
| 4. Sonstige Ausleihungen | 457 | 4.272 | 0 | -938 | 3.791 | 0 | 3.791 |
| Summe Finanzanlagen | 1.665.940 | 3.383.397 | 0 | -18.214 | 5.031.123 | 51.708 | 4.979.415 |
| Anlagevermögen gesamt | 3.877.291 | 3.511.499 | 0 | -20.315 | 7.368.475 | 1.427.436 | 5.941.039 |
Abschreibungen auf das Anlagevermögen
| Stand 01.01.2015 T€ |
Zugänge T€ |
außerplanmäßige Zugänge T€ |
Zuschreibungen T€ |
Umbuchungen Umgliederungen T€ |
Abgänge T€ |
kumulierte Abschreibungen Stand 31.08.2015 T€ |
|
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | |||||||
| 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 60.431 | 9.397 | 0 | 0 | 0 | 0 | 69.828 |
| 2. Geschäfts- oder Firmenwert | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 3. Geleistete Anzahlungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe Immaterielle Vermögensgegenstände | 60.431 | 9.397 | 0 | 0 | 0 | 0 | 69.828 |
| II. Sachanlagen | |||||||
| 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken | 8.827 | 2.819 | 0 | 0 | 0 | 0 | 11.646 |
| 2. Technische Anlagen und Maschinen | 1.191.581 | 49.328 | 0 | 0 | 0 | -1.639 | 1.239.270 |
| 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 51.612 | 3.214 | 0 | 0 | 0 | -120 | 54.706 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 278 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 278 |
| Summe Sachanlagen | 1.252.298 | 55.361 | 0 | 0 | 0 | -1.759 | 1.305.900 |
| III. Finanzanlagen | |||||||
| 1. Anteile an verbundenen Unternehmen | 45.607 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 45.607 |
| 2. Beteiligungen | 6.101 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 6.101 |
| 3. Stille Beteiligungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| 4. Sonstige Ausleihungen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Summe Finanzanlagen | 51.708 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 51.708 |
| Abschreibungen gesamt | 1.364.437 | 64.758 | 0 | 0 | 0 | -1.759 | 1.427.436 |
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Covestro Deutschland AG (vormals Bayer MaterialScience Aktiengesellschaft), Leverkusen, für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. August 2015 geprüft. Nach § 6b Abs. 5 EnWG umfasste die Prüfung auch die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht, nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften sowie die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. August 2015 sowie über die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG abzugeben.
Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden und dass mit hinreichender Sicherheit beurteilt werden kann, ob die Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG in allen wesentlichen Belangen erfüllt sind. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht sowie für die Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands, die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts sowie die Beurteilung, ob die Wertansätze und die Zuordnung der Konten nach § 6b Abs. 3 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt sind und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung des Jahresabschlusses vom 1. Januar bis 31. August 2015 unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichts für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. August 2015 hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. August 2015 den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. August 2015 steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b Abs. 3 EnWG, wonach für die Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 EnWG getrennte Konten zu führen sind, hat zu keinen Einwendungen geführt.
Essen, den 6. Oktober 2015
**PricewaterhouseCoopers
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Eckhard Sprinkmeier, Wirtschaftsprüfer
ppa. Ursula Kretzschmar, Wirtschaftsprüferin
Bericht des Aufsichtsrats
der Covestro Deutschland AG
Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat im verkürzten Geschäftsjahr vom 1. Januar 2015 bis zum 31. August 2015 regelmäßig ausführlich in schriftlicher sowie in mündlicher Form über die wirtschaftliche Lage und die Entwicklung des Unternehmens berichtet.
Der Jahresabschluss für das verkürzte Geschäftsjahr vom 1. Januar 2015 bis zum 31. August 2015, bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang sowie der Lagebericht wurden nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften für Kapitalgesellschaften erstellt. Der Abschlussprüfer, die PricewaterhouseCoopers AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Essen, hat ihn geprüft. Der Abschlussprüfer hat keine Einwendungen erhoben und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Jahresabschluss sowie der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers haben allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vorgelegen. Den Jahresabschluss haben wir geprüft. Es bestanden keine Einwendungen. Wir stimmen daher dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu.
Den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss für das verkürzte Geschäftsjahr vom 1. Januar 2015 bis zum 31. August 2015 billigen wir. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.
Angesichts des bis zum 31. August 2015 mit der Bayer AG und ab dem 1. September 2015 mit der Covestro AG bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags erübrigen sich die Prüfung eines Abhängigkeitsberichtes und ein Vorschlag zur Verwendung des Gewinns.
Leverkusen, den 04. Dezember 2015
Für den Aufsichtsrat
Dr. Richard Pott, Vorsitzender des Aufsichtsrates