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Covestro AG — Annual Report 2020
May 27, 2021
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Annual Report
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Publication
Covestro Deutschland AG
Leverkusen
Jahresabschluss zum 31.12.2020
Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 und Lagebericht
Bestätigungsvermerk
Covestro Deutschland AG
Leverkusen
Bilanz zum 31. Dezember 2020
der Covestro Deutschland AG
Aktiva
| 31.12.2019 in Tsd. € |
31.12.2020 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Anlagevermögen | ||
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 116.906 | 110.502 |
| Sachanlagen | 1.225.497 | 1.282.486 |
| Finanzanlagen | 4.599.010 | 4.589.327 |
| 5.941.413 | 5.982.315 | |
| Umlaufvermögen | ||
| Vorräte | ||
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 178.834 | 159.639 |
| Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen | 116.386 | 91.094 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 190.174 | 202.452 |
| 485.394 | 453.185 | |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 630.241 | 574.327 |
| davon gegen verbundene Unternehmen | 314.628 | 237.905 |
| davon gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 3.338 | 5.645 |
| Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 864.911 | 622.237 |
| Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht | 500 | - |
| Sonstige Vermögensgegenstände | 86.895 | 424.558 |
| 1.582.547 | 1.621.122 | |
| Wertpapiere | ||
| Sonstige Wertpapiere | - | 771.265 |
| - | 771.265 | |
| Guthaben bei Kreditinstituten | 647.472 | 1.301.796 |
| 2.715.413 | 4.147.368 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 21.617 | 24.413 |
| Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung | 56.998 | 54.469 |
| 8.735.441 | 10.208.565 | |
| Passiva | ||
| 31.12.2019 in Tsd. € |
31.12.2020 in Tsd. € |
|
| Eigenkapital | ||
| Gezeichnetes Kapital | 100.000 | 100.000 |
| Kapitalrücklage | 1.665.999 | 1.665.999 |
| Andere Gewinnrücklagen | 10.000 | 10.000 |
| Gewinnvortrag | 6.687 | 6.687 |
| 1.782.686 | 1.782.686 | |
| Sonderposten für erhaltene Investitionszuschüsse | 707 | 355 |
| Rückstellungen | ||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 253.169 | 265.638 |
| Sonstige Rückstellungen | 206.178 | 179.425 |
| 459.347 | 445.063 | |
| Verbindlichkeiten | ||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 3.021 | 10 |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 292 | 603 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 542.013 | 494.158 |
| davon gegenüber verbundenen Unternehmen | 126.231 | 150.236 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 5.893.881 | 7.427.979 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 50.385 | 56.643 |
| davon aus Steuern | 16.851 | 25.057 |
| davon im Rahmen der sozialen Sicherheit | 228 | 124 |
| 6.489.592 | 7.979.393 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 3.109 | 1.068 |
| 8.735.441 | 10.208.565 |
Gewinn- und Verlustrechnung
der Covestro Deutschland AG
| 2019 in Tsd. € |
2020 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 5.432.228 | 4.530.737 |
| Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen | - 4.505.521 | - 3.754.999 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 926.707 | 775.738 |
| Vertriebskosten | - 517.567 | - 430.581 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | - 237.034 | - 298.225 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | - 177.829 | - 151.920 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 49.684 | 21.240 |
| davon aus Währungsumrechnung | 328 | 235 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | - 40.832 | - 19.414 |
| davon aus Währungsumrechnung | - | - 204 |
| Operatives Ergebnis | 3.129 | - 103.162 |
| Erträge aus Beteiligungen | 731.303 | 251.549 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 729.803 | 250.141 |
| Erträge aus Gewinnabführungsverträgen mit verbundenen Unternehmen | 1.644 | 2.189 |
| Abschreibungen auf Finanzanlagen | - 46.600 | - 11.808 |
| Zuschreibung auf Finanzanlagen | - | 956 |
| Beteiligungsergebnis | 686.347 | 242.886 |
| Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens | 240 | 180 |
| Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge | 46.269 | 17.122 |
| davon aus verbundenen Unternehmen | 21.087 | 14.630 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | - 38.127 | - 82.962 |
| davon an verbundene Unternehmen | - 27.156 | - 20.649 |
| davon Aufwendungen aus Aufzinsungen | - 9.257 | -61.435 |
| Zinsergebnis | 8.382 | - 65.660 |
| Sonstige finanzielle Erträge | 271.056 | 385.992 |
| davon aus Währungsumrechnung | 271.056 | 385.992 |
| Sonstige finanzielle Aufwendungen | - 273.577 | - 382.189 |
| davon aus Währungsumrechnung | - 273.511 | - 379.272 |
| Abschreibung auf Wertpapiere des Umlaufvermögens | - | - 1.228 |
| Sonstige finanzielle Erträge und Aufwendungen | - 2.521 | 2.575 |
| Finanzergebnis | 692.208 | 179.801 |
| Ergebnis der Geschäftstätigkeit | 695.337 | 76.639 |
| Ergebnis nach Steuern | 695.337 | 76.639 |
| Aufwendungen aus Gewinnabführung | - 695.337 | - 76.639 |
| Jahresüberschuss | - | - |
Anhang
Grundlagen
Der Jahresabschluss der Covestro Deutschland AG, Leverkusen, ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB), des Aktiengesetzes (AktG) und des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) aufgestellt. Die Gesellschaft mit Sitz in Leverkusen ist unter der Nummer HRB 49892 in das Handelsregister des Amtsgerichts Köln eingetragen. Die Covestro Deutschland AG liefert auf ihrem Betriebsgelände Strom an Fremdunternehmen und ist damit ein Energieversorgungsunternehmen im Sinne von § 3 Nr. 18 EnWG. Darüber hinaus ist die Gesellschaft nach § 3 Nr. 38 EnWG ein vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt. Zur Verbesserung der Einsicht in die Ertragslage werden die Forschungs- und Entwicklungskosten gesondert ausgewiesen. Aufwendungen und Erträge des Finanzbereichs, deren Ausweis nicht durch einen gesetzlich vorgeschriebenen Posten gedeckt ist, sind unter den sonstigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen erfasst. Zur Verbesserung der Einsicht in das Beteiligungsergebnis werden Abschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens gesondert von den Abschreibungen auf Finanzanlagen unter den sonstigen finanziellen Aufwendungen ausgewiesen.
Zwischen der Covestro Deutschland AG und der Covestro AG, Leverkusen, besteht seit dem 1. September 2015 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Sofern Gewinne nicht einer Abführungssperre unterliegen, werden diese zum Jahresende vollständig an die Covestro AG abgeführt. Verluste werden in voller Höhe übernommen. Während der Dauer des Vertrags gebildete andere Gewinnrücklagen sind auf Verlangen der Covestro AG aufzulösen und zum Ausgleich eines Jahresfehlbetrags zu verwenden oder als Gewinn abzuführen.
Seit dem 1. September 2015 besteht darüber hinaus zwischen der Covestro Deutschland AG und der Covestro AG eine körperschaft-, gewerbe- und umsatzsteuerliche Organschaft.
Die Covestro Deutschland AG wird in den Konzernabschluss der Covestro AG einbezogen. Der Konzernabschluss der Covestro AG stellt zugleich den größten und den kleinsten Konsolidierungskreis dar. Die Covestro Deutschland AG ist daher nach § 291 HGB von der Aufstellung eines Konzernabschlusses befreit. Der Konzernabschluss der Covestro AG wird beim Betreiber des Bundesanzeigers eingereicht und auf der Internetseite www.investor.covestro.com veröffentlicht.
Aufgrund der Darstellung der Werte in Tsd. € können sich für vereinzelte Posten Rundungsdifferenzen ergeben.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert. Voraussichtlich dauernden Wertminderungen wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen.
Aufgrund des Erwerbs des Teilbetriebs von der Bayer Technology Services GmbH, Leverkusen, im Rumpfgeschäftsjahr 1. Januar 2015 bis 31. August 2015 hat die Gesellschaft einen Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 32.043 Tsd. € aktiviert. Die dem Teilbetrieb zugehörigen Mitarbeiter bzw. deren spezifische Kenntnisse über die Covestro-Anlagen sind als Entstehungsgrund für den aus der Transaktion entstandenen Geschäfts- oder Firmenwert anzusehen. Die Nutzungsdauer bemisst sich nach der voraussichtlichen Verbleibensdauer der Mitarbeiter bis zum Renteneintritt. Diese Verbleibensdauer beträgt durchschnittlich 15 Jahre.
Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, im Falle abnutzbarer Sachanlagen vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte Abschreibungen. Dabei kommt grundsätzlich die lineare Abschreibungsmethode zur Anwendung. Bewegliche Sachanlagen werden, soweit sie bis 2007 zugegangen sind, mit den steuerlich zulässigen Höchstsätzen degressiv abgeschrieben. Der Wechsel zur linearen Abschreibungsmethode erfolgt in diesen Fällen, sobald diese zu höheren jährlichen Abschreibungen führt. Folgende Nutzungsdauern sind den Abschreibungen zugrunde gelegt worden:
Nutzungsdauern
| Geschäfts- oder Firmenwert | 15 Jahre |
| Übrige immaterielle Vermögensgegenstände | 1- 20 Jahre |
| Gebäude | 2- 33 Jahre |
| Infrastrukturanlagen | 2- 25 Jahre |
| Betriebsvorrichtungen | 2- 25 Jahre |
| Maschinen und Apparate | 2- 21 Jahre |
| Labor- und Forschungseinrichtungen | 2- 11 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2- 12 Jahre |
| Informationstechnik | 2- 15 Jahre |
| Transportmittel | 2- 12 Jahre |
Selbständig nutzbare bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens, die der Abnutzung unterliegen, werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben, sofern ihre jeweiligen Anschaffungs- oder Herstellungskosten 800 € nicht übersteigen.
Voraussichtlich dauernden Wertminderungen, die über den nutzungsbedingten Werteverzehr hinausgehen, wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen.
Die Herstellungskosten der selbst erstellten Sachanlagen enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich der Abschreibungen, soweit sie durch die Fertigung veranlasst sind.
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen sind mit den Anschaffungskosten oder, bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung, mit den niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert. Wurden in Vorjahren Wertberichtigungen vorgenommen und sind die Gründe für die Wertminderung in der Zwischenzeit ganz oder teilweise entfallen, erfolgt eine Wertaufholung bis höchstens zu den Anschaffungskosten.
Unverzinsliche oder gering verzinsliche Ausleihungen sind mit dem Barwert, die übrigen Ausleihungen mit dem Nennwert bilanziert.
Unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate werden zum Erinnerungswert, entgeltlich erworbene Emissionszertifikate werden zu Anschaffungskosten angesetzt.
Unter den Vorräten sind die Hilfs- und Betriebsstoffe, Rohstoffe, Packmittel und Handelswaren mit den fortgeschriebenen Anschaffungskosten (gleitender Durchschnittspreis) angesetzt.
Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.
Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten angesetzt.
Die Herstellungskosten enthalten neben den Einzelkosten angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich der fertigungsbedingten Abschreibungen. Zinsen für Fremdkapital werden nicht in die Herstellungskosten eingerechnet. Niedrigere Marktpreise bzw. niedrigere beizulegende Werte werden durch Abschreibungen berücksichtigt (verlustfreie Bewertung).
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert nach Abzug erforderlicher Wertberichtigungen bilanziert. Die Höhe der Wertberichtigungen richtet sich nach dem wahrscheinlichen Ausfallrisiko; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge in Höhe von 2 % berücksichtigt.
Wertpapiere des Umlaufvermögens werden höchstens zu Anschaffungskosten bilanziert. Ergibt sich aufgrund eines Börsen- oder Marktpreises ein Wert, welcher die Anschaffungskosten unterschreitet, erfolgt eine Abschreibung auf den niedrigeren Wert. Entfallen die Gründe für den niedrigeren Wertansatz, wird eine Wertaufholung bis maximal zu den Anschaffungskosten vorgenommen.
Bankguthaben werden mit dem Nennwert bilanziert. Bankguthaben in Fremdwährung werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.
Die Rechnungsabgrenzungsposten enthalten Ausgaben bzw. Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand bzw. Ertrag für eine bestimmte Zeit danach darstellen.
Latente Steuern für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten werden bei der Covestro AG als Organträger berücksichtigt.
Zur Erfüllung von verschiedenen Verpflichtungen aus der Altersversorgung sowie aus Arbeitszeitguthaben der Mitarbeiter sind entsprechende Mittel innerhalb gesonderter Versorgungsvehikel im Wesentlichen in liquide internationale Anleihen, Aktien, Fonds sowie in geldmarktnahe Produkte investiert. Diese Mittel werden treuhänderisch für die Covestro Deutschland AG verwaltet und sind im Insolvenzfall des Arbeitgebers dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Die Investments sind zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser wird aus Börsenkursen und Marktzinsen abgeleitet. Das gehaltene Treuhandvermögen wird mit den jeweils zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet. Ergibt sich ein Verpflichtungsüberhang, wird dieser unter den Rückstellungen erfasst. Übersteigt der Wert der Wertpapiere die Verpflichtungen, erfolgt der Ausweis als "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" auf der Aktivseite der Bilanz. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden in entsprechender Weise die Erträge aus dem Treuhandvermögen mit den Aufwendungen aus der Verzinsung der Verpflichtungen und aus Änderungen des Rechnungszinses verrechnet.
Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert angesetzt.
Der Sonderposten für erhaltene Investitionszuschüsse wird entsprechend dem Abschreibungsverlauf der bezuschussten Anlagen aufgelöst. Der Auflösungsbetrag wird in den sonstigen betrieblichen Erträgen gezeigt.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln 2018 G von Heubeck) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Zukünftig erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt. Bei den Entgelten gehen wir von jährlichen Anpassungen in Höhe von 2,75 % (Vorjahr: 2,75 %) aus. Rentensteigerungen erwarten wir in Höhe von 1,60 % (Vorjahr: 1,70 %) p. a. Hiervon abweichend gilt für ab dem 1. Januar 2000 erfolgte Versorgungszusagen eine jährliche Rentenerhöhung von 1,00 %; diese ist den Mitarbeitern fest zugesagt. Der zum 31. Dezember 2020 zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen beläuft sich auf 2,30 % (Vorjahr: 2,71 %); es handelt sich um den von der Deutschen Bundesbank für Dezember 2020 ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzins der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren.
Für den Unterschiedsbetrag aus der Änderung des Rechnungszinssatzes für Altersversorgungsverpflichtungen nach § 253 Absatz 2 HGB besteht nach § 253 Absatz 6 HGB eine Ausschüttungssperre. Eine entsprechende Abführungssperre für Gesellschaften mit einem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag besteht nicht.
Für mittelbare Pensionsverpflichtungen für Pensionszusagen der Bayer Pensionskasse VVaG sowie der Rheinischen Pensionskasse VVaG, für die gemäß Artikel 28 Absatz 1 Satz 2 des Einführungsgesetzes zum Handelsgesetzbuch (EGHGB) ein Passivierungswahlrecht besteht, werden keine Rückstellungen gebildet.
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt jeweils in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Für langfristige Personalrückstellungen für Mitarbeiterjubiläen, Pensionsurlaub und Gnadenquartalszahlungen findet ein Zinssatz von 1,60 % (Vorjahr: 1,97 %) für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren Anwendung. Kurzfristigere Personalrückstellungen, bspw. für Verpflichtungen aus Frühruhestandsvereinbarungen, werden mit einem Zinssatz entsprechend ihrer Laufzeit abgezinst. Diese betrug im Jahr 2020 drei Jahre, der Rechnungszins 0,54 % (Vorjahr: 0,72 %). Es handelt sich jeweils um die zum Zeitpunkt der Ermittlung der Personalrückstellungen für Dezember 2020 erwarteten Zinssätze.
Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert.
Die Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung sowie von Devisentermingeschäften und anderen Währungsderivaten erfolgt nach der Methode der eingeschränkten Marktbewertung. Hierzu werden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit den Kassakursen und die zu ihrer Kurssicherung abgeschlossenen Währungsderivate mit den Marktterminkursen zum Abschlussstichtag bewertet. Sich ausgleichende Wertänderungen der gesicherten Positionen bleiben im Abschluss gemäß der Einfrierungsmethode unberücksichtigt. Für Verlustüberhänge werden Drohverlustrückstellungen gebildet; Gewinne werden nur berücksichtigt, soweit sie Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr betreffen.
Erläuterungen zur Bilanz
1. Geschäfts- oder Firmenwerte sowie sonstige immaterielle Vermögensgegenstände
Immaterielle Vermögensgegenstände
| Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten in Tsd. € |
Geschäfts- oder Firmenwert in Tsd. € |
Geleistete Anzahlungen in Tsd. € |
Summe in Tsd. € |
|
|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte 01.01.2020 | 220.385 | 32.043 | 29.853 | 282.281 |
| Zugänge | 1.432 | - | 13.713 | 15.145 |
| Umbuchungen / Umgliederungen | 15.942 | - | - 15.942 | - |
| Abgänge | - 10.184 | - | - | - 10.184 |
| Bruttowerte 31.12.2020 | 227.575 | 32.043 | 27.624 | 287.242 |
| Abschreibungen 01.01.2020 | 156.118 | 9.257 | - | 165.375 |
| Abschreibungen | 18.447 | 2.136 | - | 20.583 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen | - | - | - | - |
| Abgänge | - 9.218 | - | - | - 9.218 |
| Abschreibungen 31.12.2020 | 165.347 | 11.393 | - | 176.740 |
| Nettowerte 31.12.2020 | 62.228 | 20.650 | 27.624 | 110.502 |
| Nettowerte 01.01.2020 | 64.267 | 22.786 | 29.853 | 116.906 |
2. Sachanlagen
Sachanlagen
| Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken in Tsd. € |
Technische Anlagen und Maschinen in Tsd. € |
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung in Tsd. € |
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau in Tsd. € |
Summe in Tsd. € |
|
|---|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte 01.01.2020 | 86.752 | 2.110.690 | 108.534 | 584.632 | 2.890.608 |
| Zugänge | 3.189 | 29.867 | 14.887 | 137.708 | 185.651 |
| Umbuchungen / Umgliederungen | 46.176 | 356.404 | 3.154 | - 405.734 | - |
| Abgänge | - | - 8.063 | - 1.182 | - 1.024 | - 10.269 |
| Bruttowerte 31.12.2020 | 136.117 | 2.488.898 | 125.393 | 315.582 | 3.065.990 |
| Abschreibungen 01.01.2020 | 30.957 | 1.556.081 | 78.073 | - | 1.665.111 |
| Abschreibungen | 6.589 | 111.337 | 8.452 | - | 126.378 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen | - | - | - | 1.727 | 1.727 |
| Umbuchungen / Umgliederungen | - | - 2 | 2 | - | - |
| Abgänge | - | - 7.561 | - 1.157 | - 994 | - 9.712 |
| Abschreibungen 31.12.2020 | 37.546 | 1.659.855 | 85.370 | 733 | 1.783.504 |
| Nettowerte 31.12.2020 | 98.571 | 829.043 | 40.023 | 314.849 | 1.282.486 |
| Nettowerte 01.01.2020 | 55.795 | 554.609 | 30.461 | 584.632 | 1.225.497 |
3. Finanzanlagen
Finanzanlagen
| Anteile an verbundenen Unternehmen in Tsd. € |
Beteiligungen in Tsd. € |
Sonstige Ausleihungen in Tsd. € |
Summe in Tsd. € |
|
|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte 01.01.2020 | 4.721.714 | 24.537 | 3.785 | 4.750.036 |
| Zugänge | 14 | 4.782 | - | 4.796 |
| Abgänge | - 47.556 | - | - 2.671 | - 50.227 |
| Bruttowerte 31.12.2020 | 4.674.172 | 29.319 | 1.114 | 4.704.605 |
| Abschreibungen 01.01.2020 | 144.925 | 6.101 | - | 151.026 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen | 11.808 | - | - | 11.808 |
| Zuschreibungen | - 956 | - | - | - 956 |
| Abgänge | - 46.600 | - 46.600 | ||
| Abschreibungen 31.12.2020 | 109.177 | 6.101 | - | 115.278 |
| Nettowerte 31.12.2020 | 4.564.995 | 23.218 | 1.114 | 4.589.327 |
| Nettowerte 01.01.2020 | 4.576.789 | 18.436 | 3.785 | 4.599.010 |
Im Geschäftsjahr 2020 wurden die Beteiligungen an der Covestro Intellectual Property GmbH & Co. KG, Leverkusen, und an der Pearl Covestro Polyurethane Systems FZCO, Dubai (Vereinigte Arabische Emirate), wegen voraussichtlich dauerhafter Wertminderung um 7.544 Tsd. € bzw. um 4.264 Tsd. € außerplanmäßig abgewertet.
Mit Wirkung zum 27. Februar 2020 erwarb die Covestro Deutschland AG Geschäftsanteile an der Crime Science Technology SAS, Loos (Frankreich). In diesem Zusammenhang wurde eine Investition in Höhe von 4.782 Tsd. € getätigt.
Für die Beteiligung an der Gesellschaft OOO Covestro, Moskau (Russland), wurde im Geschäftsjahr 2020 aufgrund einer Kapitalherabsetzung eine Wertaufholung um 956 Tsd. € erfasst.
4. Vorratsvermögen
Die Zusammensetzung und Entwicklung der Vorräte ergab sich wie folgt:
Vorräte
| 31.12.2019 | 31.12.2020 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bruttowerte in Tsd. € |
Wertberichtigungen in Tsd. € |
Bilanzwerte in Tsd. € |
Bruttowerte in Tsd. € |
Wertberichtigungen in Tsd. € |
Bilanzwerte in Tsd. € |
|
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Rohstoffe | 109.429 | 2.766 | 106.663 | 92.439 | 1.696 | 90.743 |
| Hilfs- und Betriebsstoffe | 72.171 | - | 72.171 | 68.896 | - | 68.896 |
| Erzeugnisbestände | ||||||
| Chemische Erzeugnisse | 279.081 | 5.558 | 273.523 | 273.649 | 5.898 | 267.751 |
| Unfertige Leistungen 1 | 160 | - | 160 | 131 | - | 131 |
| Handelswaren | 33.578 | 701 | 32.877 | 25.941 | 277 | 25.664 |
| 494.419 | 9.025 | 485.394 | 461.056 | 7.871 | 453.185 |
1 Anlagenerstellung für Tochtergesellschaften
5. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
In den sonstigen Vermögensgegenständen waren 15.648 Tsd. € (Vorjahr: 41.782 Tsd. €) für Vermögensgegenstände enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entstanden. Es handelte sich dabei ausschließlich um Steuerforderungen.
Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Forderungen in Höhe von 4.177 Tsd. € mit einer Fälligkeit von über einem Jahr. Alle übrigen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Fälligkeit von unter einem Jahr.
6. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung
Verpflichtungen aus Arbeitszeitkonten sowie aus Pensionszusagen sind ganz bzw. teilweise durch Vermögensgegenstände gesichert, die innerhalb gesonderter Versorgungsvehikel treuhänderisch angelegt wurden (Sicherungsvermögen). Die angelegten Vermögensgegenstände dienen ausschließlich der Erfüllung von Verpflichtungen aus jeweils konkret festgelegten Verpflichtungstatbeständen und sind im Insolvenzfall des Arbeitgebers dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Sie wurden mit den zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet. Aus der Verrechnung ergab sich zum Stichtag insgesamt ein "Aktiver Unterschiedsbetrag" in Höhe von 54.469 Tsd. €, von dem 34.901 Tsd. € auf Verpflichtungen aus Arbeitszeitkonten und 19.568 Tsd. € auf Pensionszusagen entfielen.
Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung
| 31.12.2019 in Tsd. € |
31.12.2020 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Erfüllungsbetrag der Verpflichtungen aus Arbeitszeitkonten | 68.017 | 73.590 |
| Beizulegender Zeitwert des angelegten Vermögens | 90.630 | 108.491 |
| Überschuss des Vermögens über die Verpflichtungen aus Arbeitszeitkonten (Aktiver Unterschiedsbetrag) | 22.613 | 34.901 |
| Anschaffungskosten des angelegten Vermögens | 81.181 | 92.598 |
| 31.12.2019 in Tsd. € |
31.12.2020 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Erfüllungsbetrag der Verpflichtungen aus Pensionszusagen (mit Überdeckung) | 1.038.876 | 1.074.630 |
| Beizulegender Zeitwert des angelegten Vermögens | 1.073.261 | 1.094.198 |
| Überschuss des Vermögens über die Verpflichtungen aus Pensionszusagen (Aktiver Unterschiedsbetrag) | 34.385 | 19.568 |
| Anschaffungskosten des angelegten Vermögens | 952.939 | 917.754 |
Für weitere Informationen über das beim Metzler Trust e. V., Frankfurt am Main, angelegte Sicherungsvermögen wird auf die Ausführungen im Kapitel "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" verwiesen.
Beim Sicherungsvermögen handelt es sich im Wesentlichen um liquide internationale Anleihen, Aktien, Fonds sowie geldmarktnahe Produkte.
Das Sicherungsvermögen ist zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser belief sich zum 31. Dezember 2020 auf 1.265.224 Tsd. €. Aus der Verrechnung von Sicherungsvermögen in Höhe von 1.202.689 Tsd. € mit zugrunde liegenden Verpflichtungen ergab sich ein Vermögensüberhang. Der Ausweis erfolgte entsprechend als "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung". Der Verpflichtungsüberhang in Höhe der verbleibenden 62.535 Tsd. € wurde unter den Pensionsrückstellungen ausgewiesen.
7. Eigenkapital
Das gezeichnete Kapital der Covestro Deutschland AG beläuft sich unverändert zum Vorjahr auf 100.000 Tsd. €, ist eingeteilt in 100.000.000 nennbetragslose Aktien und ist voll eingezahlt. Jede Aktie gewährt ein Stimmrecht.
Angaben zu ausschüttungsgesperrten Beträgen im Sinne des § 268 Absatz 8 HGB
Zur Sicherung von Pensionsverpflichtungen und Guthaben aus Arbeitszeitkonten sind im Rahmen von Contractual Trust Arrangements Mittel zweckgebunden und insolvenzgeschützt in den Metzler-Fonds eingebracht worden. Sie sind zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser belief sich zum Abschlussstichtag auf 1.265.224 Tsd. € und lag damit um 203.868 Tsd. € über den Anschaffungskosten in Höhe von 1.061.356 Tsd. €. Diesem Mehrbetrag von 203.868 Tsd. € standen frei verfügbare Rücklagen in Höhe von 1.682.686 Tsd. € gegenüber. Diese waren somit in Höhe des Mehrbetrags ausschüttungsgesperrt.
8. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die Pensionsrückstellungen decken die Versorgungsverpflichtungen gegenüber ehemaligen und noch tätigen Mitarbeitern ab. Darüber hinaus sind darin Verpflichtungen aus Frühruhestandsregelungen enthalten.
Verpflichtungen aus Pensionszusagen sind ganz bzw. teilweise durch Vermögensgegenstände gesichert, die innerhalb gesonderter Versorgungsvehikel treuhänderisch angelegt sind (Sicherungsvermögen). Die angelegten Vermögensgegenstände dienen ausschließlich der Erfüllung der Pensionsverpflichtungen und sind dem Zugriff übriger Gläubiger entzogen. Sie wurden mit den zugrunde liegenden Verpflichtungen verrechnet.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
| 31.12.2019 in Tsd. € |
31.12.2020 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Erfüllungsbetrag der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen | 253.204 | 328.173 |
| Beizulegender Zeitwert des angelegten Vermögens | 35 | 62.535 |
| Nettowert der Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen (Rückstellung) | 253.169 | 265.638 |
| Anschaffungskosten des angelegten Vermögens | 29 | 51.004 |
Der Unterschiedsbetrag aus der Rechnungszinsänderung im Sinne des § 253 Absatz 6 Satz 1 HGB betrug zum 31. Dezember 2020 192.262 Tsd. € (Vorjahr: 187.336 Tsd. €).
Der Fehlbetrag aufgrund von nicht bilanzierten Versorgungsverpflichtungen im Sinne von Artikel 28 Absatz 2 EGHGB beläuft sich auf 341.445 Tsd. € (Vorjahr: 24.819 Tsd. €).
9. Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen bestanden im Wesentlichen für Verpflichtungen aus dem Personalbereich (140.838 Tsd. €). Darüber hinaus wurden Rückstellungen für drohende Verluste (15.415 Tsd. €), die überwiegend aus Währungsderivaten sowie aus Einkaufs- und Verkaufskontrakten resultierten, für Kundenboni (3.878 Tsd. €) und für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten (19.294 Tsd. €) erfasst.
10. Angaben zu den Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gliederten sich nach Restlaufzeiten wie folgt:
Verbindlichkeiten nach Restlaufzeiten
| Fälligkeit im Jahr 2020 in Tsd. € |
Fälligkeit im Jahr 2021 und später in Tsd. € |
davon Fälligkeit im Jahr 2025 und später in Tsd. € |
31.12.2019 Summe in Tsd. € |
|
|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 3.021 | - | - | 3.021 |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 292 | - | - | 292 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 542.013 | - | - | 542.013 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 5.887.657 | 6.224 | - | 5.893.881 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 39.957 | 10.428 | - | 50.385 |
| 6.472.940 | 16.652 | - | 6.489.592 |
Verbindlichkeiten nach Restlaufzeiten
| Fälligkeit im Jahr 2021 in Tsd. € |
Fälligkeit im Jahr 2022 und später in Tsd. € |
davon Fälligkeit im Jahr 2026 und später in Tsd. € |
31.12.2020 Summe in Tsd. € |
|
|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 10 | - | - | 10 |
| Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen | 603 | - | - | 603 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 493.975 | 183 | - | 494.158 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 7.422.661 | 5.318 | - | 7.427.979 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 47.806 | 8.837 | - | 56.643 |
Verbindlichkeiten nach Restlaufzeiten
| Fälligkeit im Jahr 2021 in Tsd. € |
Fälligkeit im Jahr 2022 und später in Tsd. € |
davon Fälligkeit im Jahr 2026 und später in Tsd. € |
31.12.2020 Summe in Tsd. € |
|
|---|---|---|---|---|
| 7.965.055 | 14.338 | - | 7.979.393 |
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
11. Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse der strategischen Geschäftseinheiten gliederten sich wie folgt:
Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen
| 2019 in Tsd. € |
2020 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Polyurethanes (PUR) | 2.086.709 | 1.784.324 |
| Polycarbonates (PCS) | 1.218.717 | 901.194 |
| Coatings, Adhesives, Specialties (CAS) | 1.303.379 | 1.112.001 |
| Sonstige Geschäftsaktivitäten | 823.423 | 733.218 |
| 5.432.228 | 4.530.737 |
Die Umsatzerlöse nach Vertriebsregionen gliederten sich wie folgt:
Umsatzerlöse nach Regionen
| 2019 in Tsd. € |
2020 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Europa, Naher Osten, Afrika und Lateinamerika ohne Mexiko (EMLA) | 5.025.315 | 3.892.699 |
| USA, Kanada und Mexiko (NAFTA) | 258.240 | 261.650 |
| Asien / Pazifik (APAC) | 148.673 | 376.388 |
| 5.432.228 | 4.530.737 |
Zur Entwicklung der Umsatzerlöse wird auf die entsprechenden Erläuterungen im Lagebericht der Covestro Deutschland AG verwiesen.
12. Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge setzten sich wie folgt zusammen:
Sonstige betriebliche Erträge
| 2019 in Tsd. € |
2020 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Kursgewinne bei Rückstellungen / Lizenzabgrenzungen | 328 | 235 |
| Auflösung nicht beanspruchter Rückstellungen | 3.920 | 3.514 |
| Auflösung von Wertberichtigungen | 3.067 | 1.299 |
| Erstattung von Dritten | 3.590 | 789 |
| Eingebettete Derivate | 1 | - |
| Investitions- / Aufwandszuschüsse | 4.268 | 3.111 |
| Versicherungsentschädigungen | 27.117 | 7.871 |
| Erträge aus Sachanlagenabgang | 380 | 91 |
| Erträge aus dem Abgang immaterieller Vermögensgegenstände | 2.648 | 459 |
| Übrige | 4.365 | 3.871 |
| Summe sonstige betriebliche Erträge | 49.684 | 21.240 |
| davon periodenfremde Erträge | 33.699 | 14.247 |
Die Covestro Deutschland AG vereinnahmte in den sonstigen betrieblichen Erträgen im Geschäftsjahr 2020 Versicherungsentschädigungen im Gesamtwert von 7.871 Tsd. € für zwei Schadensereignisse aus Vorjahren.
In den periodenfremden Erträgen waren neben den genannten Versicherungsentschädigungen im Wesentlichen Werte aus der Auflösung von im Vorjahr gebildeten Wertberichtigungen auf Forderungen (1.299 Tsd. €) sowie aus der Auflösung von nicht beanspruchten sonstigen Rückstellungen (3.514 Tsd. €) enthalten.
13. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalteten im Einzelnen folgende Positionen:
Sonstige betriebliche Aufwendungen
| 2019 in Tsd. € |
2020 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen | - 1.145 | - 488 |
| Verluste aus dem Abgang immaterieller Vermögensgegenstände | - | - 328 |
| Verluste aus dem Abgang von Finanzanlagen | - 21.775 | - 2.028 |
| Versicherungsprämien | - 5.489 | - 5.452 |
| Aufwandsteuern | - 1.254 | - 769 |
| Spenden | - 1.221 | - 894 |
| Aufwandsabgrenzungen | - 416 | - 3.036 |
| Pauschale Wertberichtigung auf Forderungen | - | - 15 |
| Wertberichtigungen und Ausbuchungen von Forderungen | - 4.538 | - 1.696 |
| Eingebettete Derivate | - | - |
| Kursverluste aus Rückstellungen / Lizenzabgrenzungen | - | - 204 |
| Übrige | - 4.994 | - 4.504 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | - 40.832 | - 19.414 |
| davon periodenfremde Aufwendungen | - 1.921 | - 1.510 |
14. Zinsergebnis
Neben den Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen in Höhe von 131.555 Tsd. € (Vorjahr: 143.372 Tsd. €), die neben dem Aufwand aus Aufzinsung auch Aufwendungen aus der Änderung des Rechnungszinses enthielten, waren im Zinsergebnis auch Gewinne aus der Vermögensanlage des Metzler Trust e. V., Frankfurt am Main, in Höhe von 67.737 Tsd. € (Vorjahr: 127.093 Tsd. €) enthalten.
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthielten neben den Aufwendungen aus Aufzinsung auch 20.649 Tsd. € (Vorjahr: 27.156 Tsd. €) gezahlte oder abgegrenzte Zinsen für diverse Intercompany-Darlehen. Hiervon entfielen 10.361 Tsd. € auf bei der Covestro Polymers (China) Co., Ltd., Shanghai (China), aufgenommene Darlehen und 3.152 Tsd. € auf bei der Covestro AG, Leverkusen, aufgenommene Darlehen.
15. Sonstige finanzielle Aufwendungen und Erträge
Sonstige finanzielle Aufwendungen und Erträge
| 2019 in Tsd. € |
2020 in Tsd. € |
|
|---|---|---|
| Aufwendungen aus der Währungsumrechnung | ||
| Realisierte Kursverluste | - 271.704 | - 374.795 |
| Unrealisierte Aufwendungen aus der Bewertung | - 1.807 | - 4.477 |
| Erträge aus der Währungsumrechnung | ||
| Realisierte Kursgewinne | 270.970 | 384.703 |
| Unrealisierte Erträge aus der Bewertung | 86 | 1.289 |
| Sonstige finanzielle Aufwendungen | - 66 | - 2.917 |
| Sonstige finanzielle Erträge | - | - |
| Abschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens | - | - 1.228 |
| - 2.521 | 2.575 |
Unter den sonstigen finanziellen Aufwendungen und Erträgen sind im Wesentlichen Aufwendungen und Erträge aus der Währungsumrechnung ausgewiesen.
16. Sonstige Steuern
Soweit die sonstigen Steuern den Bereichen Herstellung, Vertrieb, Forschung und Entwicklung und allgemeine Verwaltung zugeordnet werden konnten, sind sie in den entsprechenden Funktionskosten, im Übrigen unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Insgesamt beliefen sie sich auf 2.912 Tsd. € (Vorjahr: 3.409 Tsd. €).
17. Materialaufwand
Materialaufwand
| 2020 in Tsd. € |
|
|---|---|
| Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren | 2.538.477 |
| Aufwendungen für bezogene Leistungen | 113.510 |
| 2.651.987 |
18. Personalaufwand / Mitarbeiter
Personalaufwand
| 2020 in Tsd. € |
|
|---|---|
| Löhne und Gehälter | 623.392 |
| Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung | 114.312 |
| davon Aufwendungen für Altersversorgung | 65.897 |
| 737.704 |
Nicht als Personalaufwand erfasst sind Beträge, die sich aus der Aufzinsung der Personalrückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellungen, ergeben. Sie sind im Zinsergebnis ausgewiesen.
Im Jahresdurchschnitt waren bei der Covestro Deutschland AG 6.776 Mitarbeiter beschäftigt, die sich auf die folgenden Gruppen verteilten:
Mitarbeiter
| 2020 | ||
|---|---|---|
| weiblich | männlich | |
| --- | --- | --- |
| Obere Führungskräfte und Leitende Angestellte | 163 | 808 |
| Tarifmitarbeiter und Leitende Mitarbeiter | 1.064 | 4.741 |
| 1.227 | 5.549 |
Darüber hinaus beschäftigte die Covestro Deutschland AG im Geschäftsjahr 2020 durchschnittlich 461 Auszubildende und Praktikanten.
In diesen Angaben sind auf Teilzeitbasis beschäftigte Mitarbeiter entsprechend ihrem Beschäftigungsgrad berücksichtigt.
19. Abschreibungen
Im Geschäftsjahr 2020 fielen außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände sowie Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens in Höhe von 1.727 Tsd. € an. Darüber hinaus wurden Abschreibungen in Höhe von 11.808 Tsd. € wegen voraussichtlich dauerhafter Wertminderung auf Anteile an verbundenen Unternehmen vorgenommen. Des Weiteren fielen Abschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens in Höhe von 1.228 Tsd. € an.
Sonstige Erläuterungen
20. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Neben den Rückstellungen und Verbindlichkeiten bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen.
Aus künftigen Leasing- und Mietzahlungen resultieren Verpflichtungen von insgesamt 676.735 Tsd. €. Hiervon entfallen 593.003 Tsd. € auf Mietverträge mit verbundenen Unternehmen. Vom Gesamtbetrag der Leasing- und Mietverpflichtungen sind 68.947 Tsd. € im Jahr 2021, 198.209 Tsd. € in den Jahren 2022 bis 2025 und 409.579 Tsd. € nach 2025 fällig.
Weiterhin bestehen finanzielle Verpflichtungen aus Einkaufskontrakten sowie Investitionsverpflichtungen in einer Gesamthöhe von 2.244.790 Tsd. €. Vom Gesamtbetrag der finanziellen Verpflichtungen aus Einkaufskontrakten sowie Investitionsverpflichtungen sind 681.254 Tsd. € im Jahr 2021, 1.295.233 Tsd. € in den Jahren 2022 bis 2025 und 268.303 Tsd. € nach 2025 fällig.
21. Derivative Finanzinstrumente / Bewertungseinheiten
Die Covestro Deutschland AG und weitere Gesellschaften des Covestro-Konzerns sind im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Währungsrisiken ausgesetzt. Deren Absicherung erfolgt im Wesentlichen durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Es handelt sich meist um außerhalb der Börse gehandelte Instrumente, sogenannte Over-The-Counter(OTC)-Instrumente. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt nach einheitlichen Richtlinien, unterliegt strengen internen Kontrollen und bleibt mit wertmäßig geringen Ausnahmen auf die Absicherung des operativen Geschäfts der Gesellschaft sowie der damit verbundenen Finanzierungsvorgänge beschränkt. Die Covestro Deutschland AG hat konzerninterne und externe Derivate und ist zuständig für die Steuerung und Absicherung des Fremdwährungsrisikos für den Covestro-Konzern.
Ziel des Einsatzes von derivativen Foreign-Exchange(FX)-Finanzinstrumenten ist, in Bezug auf Ergebnis und Zahlungsmittelflüsse die Fluktuationen zu reduzieren, die auf Veränderungen von Wechselkursen zurückgehen.
Ein Preisänderungsrisiko derivativer Deviseninstrumente besteht aufgrund der Schwankungsmöglichkeit der zugrunde liegenden Basisgröße (Währungen). Soweit Derivate zu Sicherungszwecken eingesetzt sind, wird die Möglichkeit von Wertverlusten durch gegenläufige Effekte aus den gesicherten Grundgeschäften kompensiert.
Für Derivate mit positivem Marktwert besteht ein Bonitäts- oder Ausfallrisiko für den Fall, dass die jeweiligen Vertragspartner ihren Erfüllungsverpflichtungen nicht nachkommen können. Zur Minimierung dieses Risikos teilt die Covestro Deutschland AG den Banken bonitätsabhängige Kontrahentenlimite zu.
Die beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente werden mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (Marktwerte) ermittelt. Dabei gilt der Grundsatz, dass Devisenkontrakte einzeln mit ihrem Terminkurs am Abschlussstichtag bewertet werden. Die Terminkurse richten sich nach den Kassakursen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen.
Die konzerninternen und externen Derivate teilten sich zum 31. Dezember 2020 wie folgt auf:
Derivative Finanzinstrumente
| 31.12.2020 | |||
|---|---|---|---|
| Nominalwerte in Tsd. € |
Beizulegende Zeitwerte in Tsd. € |
Buchwerte in Tsd. € |
|
| --- | --- | --- | --- |
| Bilanzielle Exposures | |||
| Devisenterminkontrakte | |||
| Positive Marktwerte | 683.462 | 8.268 | - |
| Negative Marktwerte | 979.488 | - 8.132 | - 5.143 |
| 1.662.950 | 136 | - 5.143 |
Aktuell werden ausschließlich bilanzielle Exposures gesichert. Zur Abdeckung der Währungsrisiken aus Forderungen und Verbindlichkeiten sowie aus gewährten und aufgenommenen Darlehen der Covestro Deutschland AG sowie der Covestro-Konzernunternehmen schloss die Covestro Deutschland AG Devisenkontrakte mit Vertragspartnern im Nominalvolumen in Höhe von 1.662.950 Tsd. € ab; ihr beizulegender Zeitwert betrug für konzerninterne Kontrakte 283 Tsd. € und für externe Kontrakte -147 Tsd. €.
Das bilanzielle Fremdwährungsexposure wurde soweit möglich mit den sich gegenläufig verhaltenden Sicherungsgeschäften zu Bewertungseinheiten je Währung in sogenannten Portfolio-Hedges zusammengefasst, welche im Jahr 2021 fällig werden.
Beim Portfolio-Hedge werden pro Währungspaar gleichartige Grundgeschäfte mit einem oder mehreren Sicherungsgeschäften zusammengefasst. Die abgeschlossenen Sicherungsgeschäfte werden durch eine Zuordnung zu Accounting-Portfolios klar als Hedging-Instrumente gekennzeichnet und anschließend pro Währung den Grundgeschäften gegenübergestellt. Das Nominalvolumen der in Summe über alle währungsspezifischen Portfolios designierten Sicherungsgeschäfte betrug zum Stichtag 334.675 Tsd. €. Für den kumulierten negativen Bewertungsüberhang aus Devisenderivaten wurde eine Rückstellung für Bewertungseinheiten in Höhe von 702 Tsd. € passiviert. Die Bewertungseinheiten werden nach der Einfrierungsmethode bilanziert. Infolge der homogenen Risiken von Grund- und Sicherungsgeschäften ist von nahezu gleichen Wertänderungen auszugehen, sodass die Sicherungsbeziehungen hoch effektiv sind.
Durch Gegenüberstellung der Wertveränderung je Währung wurden die Devisenkontrakte mit negativen Zeitwerten in Höhe von 5.143 Tsd. €, die nicht mit dem bilanziellen Fremdwährungsexposure zusammengefasst wurden, gemäß den allgemeinen Bewertungsgrundsätzen als Drohverlustrückstellung unter den sonstigen Rückstellungen erfasst.
22. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen
Nahestehende Unternehmen im Sinne des § 285 Nr. 21 HGB sind juristische Personen, die auf die Covestro Deutschland AG und deren Tochterunternehmen mindestens maßgeblichen Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem mindestens maßgeblichen Einfluss durch die Covestro Deutschland AG bzw. deren Tochterunternehmen unterliegen. Darüber hinaus gehören zu den nahestehenden Unternehmen alle Tochtergesellschaften, an denen die Covestro Deutschland AG weniger als 100 % der Anteile hält, sowie Versorgungspläne.
Erbrachte und empfangene Lieferungen und Leistungen gegenüber nahestehenden Unternehmen
| Erbrachte Lieferungen und Leistungen in Tsd. € |
Empfangene Lieferungen und Leistungen in Tsd. € |
Erhaltene Dividenden in Tsd. € |
|
|---|---|---|---|
| Tochtergesellschaften (< 100 % Anteilsbesitz) | 67.505 | 4.580 | 5.382 |
Die erbrachten Lieferungen und Leistungen mit Tochtergesellschaften, an denen die Covestro Deutschland AG weniger als 100 % der Anteile hält, resultieren im Wesentlichen aus dem laufenden operativen Geschäft. Im Geschäftsjahr 2020 wurden diesen Gesellschaften darüber hinaus Darlehen in Höhe von 25.803 Tsd. € gewährt. Die hieraus resultierenden Zinserträge sind von untergeordneter Bedeutung.
23. Gesamtbezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder und des Aufsichtsrats sowie gewährte Vorschüsse und Kredite
Der Erfüllungsbetrag der mittel- und unmittelbaren Pensionsverpflichtungen für ehemalige Vorstandsmitglieder betrug 7.866 Tsd. €.
Aktive Vorstandsmitglieder erhalten ihre Vergütungen ausschließlich von der Covestro AG.
Es besteht weitestgehend Personenidentität in den Aufsichtsräten der Covestro Deutschland AG und der Covestro AG. Die Vergütungsansprüche werden entsprechend angerechnet und von der Covestro AG übernommen. Für Aufsichtsratsmitglieder, die nicht in beiden Aufsichtsräten vertreten sind, wurde die Gesamtvergütung in Anwendung der Schutzklausel gemäß § 286 Absatz 4 HGB nicht angegeben.
Zum 31. Dezember 2020 bestanden keine Kredite an Mitglieder des Vorstands bzw. des Aufsichtsrats. Im Geschäftsjahr 2020 erfolgten keine Darlehensablösungen.
24. Organe der Gesellschaft
Vorstand
| Dr. Markus Steilemann | Vorstandsvorsitzender, Chief Executive Officer |
| Sucheta Govil | Vorständin für Innovation, Vertrieb und Marketing |
| Dr. Klaus Schäfer | Vorstand für Produktion und Technik |
| Dr. Thomas Toepfer | Vorstand für Finanzen, Arbeitsdirektor |
Aufsichtsrat
| Dr. Richard Pott | Vorsitzender, Mitglied verschiedener Aufsichtsräte |
| Petra Kronen | Stellvertretende Vorsitzende, Vorsitzende des Betriebsrats Covestro am Standort Uerdingen |
| Ferdinando Falco Beccalli | Vorsitzender des Vorstands der Falco Capital AG |
| Dr. Christine Bortenlänger | Geschäftsführender Vorstand Deutsches Aktieninstitut e. V. |
| Johannes Dietsch (bis Juli 2020) | Mitglied des Vorstands der thyssenkrupp AG (bis März 2020) |
| Patrick Thomas (seit Juli 2020) | Mitglied verschiedener Aufsichtsräte, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Covestro AG (bis Mai 2018) |
| Irena Küstner | Vorsitzende des Betriebsrats Covestro am Standort Leverkusen |
| Dr. Ulrich Liman | Vorsitzender des Sprecherausschusses der Covestro Deutschland AG |
| Nicole Neubauer | Vorsitzende des Betriebsrats am Standort Dormagen |
| Prof. Dr. Rolf Nonnenmacher | Mitglied verschiedener Aufsichtsräte |
| Petra Reinbold-Knape (seit Januar 2020) | Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG Bergbau, Chemie, Energie |
| Regine Stachelhaus | Mitglied verschiedener Aufsichtsräte |
| Frank Werth | Bezirksleiter der IG Bergbau, Chemie, Energie - Bezirk Leverkusen |
25. Honorare des Abschlussprüfers
Die Angaben zu den Prüfungshonoraren sind im Konzernabschluss der Covestro AG enthalten. Insoweit wird für das Geschäftsjahr 2020 die Befreiung von der Angabepflicht gemäß § 285 Nr. 17 HGB in Anspruch genommen.
26. Angaben nach § 6b Absatz 2 EnWG
Ungewöhnliche Geschäfte im Bereich der Energieversorgungstätigkeit sowie im Zusammenhang mit energiespezifischen Dienstleistungen, die nicht von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens- und Ertragslage der Covestro Deutschland AG und nach § 6b Absatz 2 EnWG angabepflichtig sind, lagen nicht vor.
27. Nachtragsbericht
Seit dem 1. Januar 2021 bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen wir einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Covestro Deutschland AG erwarten.
28. Aufstellung des Anteilsbesitzes
An den nachstehend aufgeführten Unternehmen hält die Covestro Deutschland AG unmittelbar oder mittelbar Anteile (Angaben gemäß § 285 Nr. 11 HGB). Bei den angegebenen Werten für Eigenkapital und Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag handelt es sich jeweils um die Werte aus den auf Basis des jeweiligen Landesrechts erstellten Jahresabschlüssen zum 31. Dezember 2020; die Werte sind gerundet.
Aufstellung des Anteilsbesitzes
| Gesellschaftsname | Sitz der Gesellschaft | Kapitalanteil in % |
Eigenkapital in Tsd. € |
Jahresüberschuss / -fehlbetrag in Tsd. € |
Fußnoten |
|---|---|---|---|---|---|
| EMLA | |||||
| Asellion B.V. | Amsterdam (Niederlande) | 100,0 | - 9.602 | - 6.010 | 2 |
| Covestro (France) SNC | Fos-sur-Mer (Frankreich) | 100,0 | 29.760 | 5.640 | 2 |
| Covestro (Slovakia) Services s.r.o. | Bratislava (Slowakei) | 100,0 | 1.302 | 536 | 2 |
| Covestro Brunsbüttel Energie GmbH | Brunsbüttel (Deutschland) | 100,0 | 39 | 1.134 | 1,2 |
| Covestro Elastomers SAS | Romans-sur-Isère (Frankreich) | 100,0 | 38.447 | 7.203 | 2 |
| Covestro GmbH | Leverkusen (Deutschland) | 100,0 | 7.376 | 6.508 | 1,2 |
| Covestro Indústria e Comércio de Polímeros Ltda. | São Paulo (Brasilien) | 100,0 | 35.749 | 13.289 | 2 |
| Covestro Intellectual Property GmbH & Co. KG | Leverkusen (Deutschland) | 100,0 | 74.362 | 63.824 | 2 |
| Covestro Intellectual Property Verwaltungs GmbH | Leverkusen (Deutschland) | 100,0 | 28 | 1 | 2 |
| Covestro International SA | Fribourg (Schweiz) | 100,0 | 282.423 | 39.109 | 2 |
| Covestro Middle East FZ-LLC | Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) | 100,0 | 110 | 107 | 2 |
| Covestro NV | Antwerpen (Belgien) | 100,0 | 344.212 | 31.579 | 2 |
| Covestro Polímer Anoním Sírketí | Istanbul (Türkei) | 100,0 | 442 | 138 | 2 |
| Covestro Polyurethanes B.V. | Nieuwegein (Niederlande) | 100,0 | 77.223 | 8.385 | 2 |
| Covestro Procurement Services GmbH & Co. KG | Leverkusen (Deutschland) | 100,0 | 16.191 | 15.833 | 2 |
| Covestro Procurement Services Verwaltungs GmbH | Leverkusen (Deutschland) | 100,0 | 28 | 1 | 2 |
| Covestro S.r.l. | Filago (Italien) | 100,0 | 131.847 | 12.129 | 2 |
| Covestro, S.L. | La Canonja (Spanien) | 100,0 | 143.092 | 8.542 | 2 |
| Covestro Sp. z o.o. | Warschau (Polen) | 100,0 | 173 | 176 | 2 |
| Covestro Thermoplast Composite GmbH | Markt Bibart (Deutschland) | 100,0 | - 1.815 | 169 | 2 |
| Covestro UK Limited | Cheadle (Vereinigtes Königreich) | 100,0 | 2.622 | 569 | 2 |
| Crime Science Technology SAS | Loos (Frankreich) | 41,2 | - 280 | - 566 | 2 |
| Epurex Films Geschäftsführungs GmbH | Walsrode (Deutschland) | 100,0 | 118 | 9 | 2 |
| Epurex Films GmbH & Co. KG | Walsrode (Deutschland) | 100,0 | 14.465 | 10.759 | 2 |
| LyondellBasell Covestro Manufacturing Maasvlakte V.O.F | Rotterdam (Niederlande) | 50,0 | 139.010 | - 7.677 | 2 |
| MS Global AG | Köniz (Schweiz) | 100,0 | 6.757 | 1.549 | 2 |
| MS Holding B.V. | Nieuwegein (Niederlande) | 100,0 | 2.079.507 | 79.629 | 2 |
| OOO Covestro | Moskau (Russland) | 100,0 | 593 | 126 | 2 |
| Paltough Industries (1998) Ltd. | Kibbuz Ramat Yochanan (Israel) | 25,0 | 102.850 | 19.725 | 2 |
| Pearl Covestro Polyurethane Systems FZCO | Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) | 51,0 | 26.742 | 5.062 | 2 |
| Pearl Covestro Polyurethane Systems L.L.C. | Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) | 49,0 | 1.535 | 1.196 | 2 |
| NAFTA | |||||
| Covestro International Re, Inc. | Colchester (USA) | 100,0 | 95.020 | 5.790 | 2 |
| Covestro International Trade Services Corp. | Wilmington (USA) | 100,0 | 2 | 24.153 | 2 |
| Covestro LLC | Pittsburgh (USA) | 100,0 | 1.188.615 | 77.291 | 2 |
| Covestro PO LLC | Pittsburgh (USA) | 100,0 | 310.789 | 105.148 | 2 |
| Covestro S.A. de C.V. | Mexiko-Stadt (Mexiko) | 100,0 | 60.458 | - 1.430 | 2 |
| PO JV, LP | Wilmington (USA) | 39,4 | 358.445 | - 58.791 | 2 |
| Technology JV, L.P. | Wilmington (USA) | 33,3 | 253.695 | 234.716 | 1,2 |
| APAC | |||||
| Asellion (Shanghai) Information Technology Co., Ltd. | Shanghai (China) | 100,0 | 189 | - 19 | 2 |
| Covestro (Hong Kong) Limited | Hongkong (China) | 100,0 | 52.544 | 51.463 | 2 |
| Covestro (India) Private Limited | Thane (Indien) | 100,0 | 77.232 | 1.204 | 3 |
| Covestro (Shanghai) Investment Company Limited | Shanghai (China) | 100,0 | 17.246 | 10.141 | 2 |
| Covestro (Taiwan) Ltd. | Kaohsiung (Taiwan) | 95,5 | 37.297 | 7.914 | 2 |
| Covestro (Thailand) Co., Ltd. | Bangkok (Thailand) | 100,0 | 462.954 | 21.413 | 2 |
| Covestro (Viet Nam) Company Limited | Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam) | 100,0 | 4.363 | 1.115 | 2 |
| Covestro Far East (Hong Kong) Limited | Hongkong (China) | 100,0 | 272 | 14.693 | 2 |
| Covestro Japan Ltd. | Tokio (Japan) | 100,0 | 25.567 | 5.562 | 2 |
| Covestro Korea Corporation | Seoul (Südkorea) | 100,0 | 10.098 | 1.574 | 2 |
| Covestro Polymers (China) Co., Ltd. | Shanghai (China) | 100,0 | 1.797.016 | 232.720 | 2 |
| Covestro Polymers (Qingdao) Co., Ltd. | Qingdao (China) | 100,0 | 7.308 | - 106 | 2 |
| Covestro Polymers (Shenzhen) Co., Ltd. | Shenzhen (China) | 100,0 | 13.397 | 1.027 | 2 |
| Covestro Polymers (Tianjin) Co., Ltd. | Tianjin (China) | 100,0 | 3.012 | 94 | 2 |
| Covestro Pty Ltd | Mulgrave (Australien) | 100,0 | 3.946 | 684 | 2 |
| DIC Covestro Polymer Ltd. | Tokio (Japan) | 80,0 | 29.560 | 1.988 | 2 |
| Guangzhou Covestro Polymers Co., Ltd. | Guangzhou (China) | 100,0 | 26.095 | 3.374 | 2 |
| PT Covestro Polymers Indonesia | Jakarta (Indonesien) | 99,9 | 59.629 | 9.079 | 2 |
| Sumika Covestro Urethane Company, Ltd. | Amagasaki (Japan) | 60,0 | 51.325 | 1.775 | 2 |
1 Ergebnis vor Übernahme
2 Vorläufiges Jahresergebnis
3 Jahresabschluss zum 31.03.2020
Leverkusen, 16. Februar 2021
Covestro Deutschland AG
Der Vorstand
Dr. Markus Steilemann, Vorsitzender
Sucheta Govil
Dr. Klaus Schäfer
Dr. Thomas Toepfer
TÄTIGKEITSABSCHLÜSSE
Die Tätigkeitsabschlüsse für Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 S. 1 EnWG
Die Covestro Deutschland AG ist ein vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen nach § 3 Nr. 38 EnWG. Gemäß den 2019 getroffenen Festlegungen der Beschlusskammern 8 und 9 der Bundesnetzagentur (BNetzA, BK8-19 / 00002-A und BK9-19 / 613-1) i.V.m. § 6b Absatz 3 EnWG ist die Covestro Deutschland AG als vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen zur Vermeidung von Diskriminierung und Quersubventionierung verpflichtet, in ihrer internen Rechnungslegung jeweils getrennte Konten für jede ihrer Tätigkeiten aus den Bereichen Elektrizitätsverteilung und Gasverteilung zu führen. Darüber hinaus ist die Covestro Deutschland AG dazu verpflichtet für energiespezifische Dienstleistungen gegenüber den Tätigkeitsbereichen Elektrizitätsverteilung sowie Gasverteilung, die sie gegenüber einem verbundenen, vertikal integrierten Unternehmen erbringt, Tätigkeitsabschlüsse nach § 6b Absatz 3 Satz 6 i.V.m. Absatz 1 Satz 1 EnWG nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des HGB aufzustellen und durch einen Wirtschaftsprüfer prüfen zu lassen.
Die Covestro Deutschland AG bietet im Covestro-Konzernverbund diverse Dienstleistungen für die Konzerngesellschaften im In- und Ausland an. Hierzu gehören auch energiespezifische Dienstleistungen für ihre Tochtergesellschaft Covestro Brunsbüttel Energie GmbH im Bereich Verwaltung, Ingenieurleistungen sowie standortspezifische Leistungen.
Die Covestro Brunsbüttel Energie GmbH mit Sitz in Brunsbüttel übernimmt im Rahmen ihrer Eigenschaft als Eigentümerin des Strom- und Gasnetzes im Covestro Industriepark Brunsbüttel die Strom- und Gasversorgung der Kunden im Industriepark. Es handelt sich somit um eine Gruppe verbundener Elektrizitäts- oder Gasunternehmen i.S.d. § 6b EnWG.
Unter Berücksichtigung der Vorgaben des EnWG hat die Covestro Deutschland AG folgende Tätigkeitsabschlüsse erstellt:
| ― | Elektrizitätsverteilung (nachfolgend Stromnetz) |
| ― | Gasverteilung (nachfolgend Gasnetz) |
Nach Maßgabe der oben genannten Festlegungen der BNetzA wurden für die Erstellung der Tätigkeitsabschlüsse diejenigen Dienstleistungen ermittelt, die als unmittelbar oder mittelbar energiespezifisch einzuordnen sind und deshalb auch beim Erbringer der Dienstleistung dem Tätigkeitsbereich Stromnetz oder Gasnetz zuzuordnen sind.
Die Tätigkeitsabschlüsse umfassen jeweils eine Bilanz sowie eine Gewinn- und Verlustrechnung. Im Geschäftsjahr 2020 wurden im Zusammenhang mit der Erbringung der energiespezifischen Dienstleistungen weder Vermögenswerte noch Rückstellungen den Tätigkeitsbereichen Strom- und Gasnetz zugeordnet. Deswegen entfällt die Aufstellung eines Rückstellungsspiegels.
Die Ermittlung der Tätigkeitsabschlüsse nach § 6b Absatz 3 EnWG erfolgte auf Grundlage des Jahresabschlusses der Covestro Deutschland AG zum 31. Dezember 2020.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der einzelnen Tätigkeiten entsprechen den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Jahresabschluss der Covestro Deutschland AG.
Für die Tätigkeitsbereiche Stromnetz und Gasnetz bestehen keine Haftungsverhältnisse oder sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die gemäß § 268 Absatz 7 HGB bzw. § 285 Nr. 3a HGB anzugeben wären.
Im Folgenden sind die Tätigkeitsabschlüsse für die Bereiche Stromnetz und Gasnetz dargestellt. Die Darstellung erfolgt analog der Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und des Anhangs in Tsd. €.
Bilanz Stromnetz
Aktiva
| 31.12.2020 in Tsd. € |
|
|---|---|
| Umlaufvermögen | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 2 |
| Ausgleichsposten | 15 |
| 17 | |
| 17 |
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestanden gegenüber verbundenen Unternehmen und haben eine Fälligkeit von unter einem Jahr.
PASSIVA
| 31.12.2020 in Tsd. € |
|
|---|---|
| Verbindlichkeiten | |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 17 |
| 17 | |
| 17 |
Gewinn- und Verlustrechnung Stromnetz
| 2020 in Tsd. € |
|
|---|---|
| Umsatzerlöse | 184 |
| Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen | - 167 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 17 |
| Operatives Ergebnis | 17 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 17 |
| Aufwendungen aus Gewinnabführung / Ertrag aus Verlustübernahme | - 17 |
| Jahresüberschuss / -fehlbetrag | - |
Bilanz Gasnetz
Aktiva
| 31.12.2020 in Tsd. € |
|
|---|---|
| Umlaufvermögen | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 3 |
| Ausgleichsposten | 1 |
| 4 | |
| 4 |
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestanden gegenüber verbundenen Unternehmen und haben eine Fälligkeit von unter einem Jahr.
PASSIVA
| 31.12.2020 in Tsd. € |
|
|---|---|
| Verbindlichkeiten | |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 4 |
| 4 | |
| 4 |
Gewinn- und Verlustrechnung Gasnetz
| 2020 in Tsd. € |
|
|---|---|
| Umsatzerlöse | 70 |
| Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen | - 66 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 4 |
| Operatives Ergebnis | 4 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 4 |
| Aufwendungen aus Gewinnabführung / Ertrag aus Verlustübernahme | - 4 |
| Jahresüberschuss / -fehlbetrag | - |
Ermittlung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung
Die Bilanzpositionen sowie Aufwendungen und Erträge wurden - soweit wie möglich - den Tätigkeiten direkt zugeordnet. Von einer direkten Zurechnung wurde nur im Fall von unvertretbar hohem Aufwand abgesehen. In diesen Fällen wurden geeignete und sachgerechte Schlüssel ermittelt, um die energiespezifischen Leistungen verursachungsgerecht den Tätigkeiten zuzuordnen. Der Ausgleich der Bilanz erfolgt über ein Ausgleichskonto im Umlaufvermögen. Die Zuordnungsregeln, nach denen die Positionen der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung den Tätigkeiten zugewiesen wurden, sind im Folgenden erläutert:
Ermittlung der Bilanzpositionen
| AKTIVA | |
| Umlaufvermögen | |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Direkte Zuordnung über Verträge bzw. Herstellungskostenschlüssel |
| Ausgleichsposten | Residualgröße (rechnerisch ermittelt) |
| PASSIVA | |
| Verbindlichkeiten | |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | Direkte Zuordnung bzw. Herstellungskostenschlüssel |
Ermittlung der Gewinn- und Verlustrechnung
| Umsatzerlöse | Direkte Zuordnung über Verträge bzw. Herstellungskostenschlüssel |
| Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen | Direkte Zuordnung über Kostenstellen bzw. Herstellungskostenschlüssel |
Herstellungskostenschlüssel
Der Herstellungskostenschlüssel zur Zuordnung von energiespezifischen Dienstleistungen und korrespondierenden Forderungen und Verbindlichkeiten der Covestro Deutschland AG wurde unter Berücksichtigung der den Tätigkeiten direkt zuordenbaren Herstellungskosten auf Ebene der Covestro Brunsbüttel Energie GmbH abgeleitet.
Leverkusen, 16. Februar 2021
Covestro Deutschland AG
Der Vorstand
Dr. Markus Steilemann, Vorsitzender
Sucheta Govil
Dr. Klaus Schäfer
Dr. Thomas Toepfer
Lagebericht
1. Geschäfts- und Rahmenbedingungen
Unternehmensstruktur
Die Covestro Deutschland AG mit Sitz in Leverkusen ist zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2020 eine 100 %ige Tochtergesellschaft der Covestro AG, Leverkusen.
Zwischen der Covestro Deutschland AG und der Covestro AG besteht seit dem 1. September 2015 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Sofern Gewinne nicht einer Abführungssperre unterliegen, werden diese zum Jahresende vollständig an die Covestro AG abgeführt. Verluste werden in voller Höhe übernommen. Während der Dauer des Vertrags gebildete andere Gewinnrücklagen sind auf Verlangen der Covestro AG aufzulösen und zum Ausgleich eines Jahresfehlbetrags zu verwenden oder als Gewinn abzuführen.
Seit dem 1. September 2015 besteht darüber hinaus zwischen der Covestro Deutschland AG und der Covestro AG eine körperschaft-, gewerbe- und umsatzsteuerliche Organschaft.
Die im Folgenden beschriebenen Geschäfts- und Rahmenbedingungen beziehen sich zum einen auf die Geschäfts- und Rahmenbedingungen der Covestro Deutschland AG selbst, zum anderen auf globale Geschäfts- und Rahmenbedingungen, die für die Covestro Deutschland AG als operative Konzernführungsgesellschaft relevant sind.
Die Covestro Deutschland AG entwickelt, produziert und vermarktet hochwertige Polymer-Werkstoffe und darauf basierende Anwendungslösungen. Das Portfolio umfasst Vorprodukte für Polyurethan-Schaumstoffe und den Hochleistungskunststoff Polycarbonat, außerdem Vorprodukte für Lacke, Kleb- und Dichtstoffe sowie Spezialprodukte, zu denen etwa Folien gehören. Darüber hinaus sind weitere Vorprodukte wie Chlor und Nebenprodukte wie Styrol Teil des Produktportfolios. Dem Produktportfolio entsprechend ist die Gesellschaft in drei Business Units gegliedert: Polyurethanes (PUR), Polycarbonates (PCS) und Coatings, Adhesives, Specialties (CAS). Ihre Produkte vertreibt die Covestro Deutschland AG an externe Kunden sowie an verbundene Unternehmen in den Regionen EMLA (Europa, Nahost, Afrika und Lateinamerika ohne Mexiko), NAFTA (USA, Kanada und Mexiko) sowie APAC (Asien und Pazifik).
Die Covestro Deutschland AG erbringt energiespezifische Dienstleistungen für ihre Tochtergesellschaft Covestro Brunsbüttel Energie GmbH, Brunsbüttel, (verbundener Strom- und Gasnetzbetreiber) und erstellt daher gemäß § 6b Absatz 3 Satz 1 Nr. 2 und 4 EnWG Tätigkeitsabschlüsse für die Bereiche Elektrizitätsverteilung und Gasverteilung. Weiterhin werden für die anderen Tätigkeiten innerhalb des Elektrizitätssektors, gemäß § 6b Absatz 3 Satz 3 und 4 EnWG getrennte Konten geführt.
Wirtschaftliches Umfeld
Die Coronavirus-Pandemie hatte im Jahr 2020 erhebliche negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Mit einem Rückgang in Höhe von 4,1 % verzeichnete die Weltwirtschaft gegenüber dem Vorjahr eine massive Abschwächung mit negativen Wachstumsraten in allen Regionen. Während das Bruttoinlandsprodukt in der Region Asien-Pazifik, bedingt durch das noch positive Wachstum in China, nur leicht zurückging, hatten die übrigen Regionen stärkere Einbrüche zu verkraften.
Nach Aussage des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) war das Jahr 2020 für die chemisch-pharmazeutische Industrie ein durch kräftige Aufs und Abs in den vier Quartalen geprägtes Jahr, in dem die globale Coronavirus-Pandemie viele Unternehmen stark belastete. Der Branchenumsatz verringerte sich um 6 % auf 186,4 Mrd. €. Laut Angaben des VCI litt das Auslandsgeschäft in nahezu allen Exportmärkten sowie auch der Umsatz im Inland unter dem durch die Coronavirus-Pandemie bedingten Auftragsmangel. Insgesamt ging die Produktion im Jahr 2020 infolge der schwächeren Nachfrage um 3 % zurück. Für die Chemiebranche ohne Pharma belief sich der Rückgang auf 4 %. Sämtliche Sparten mussten Einbußen hinnehmen. Dabei reichte die Spannweite von nur einem geringen Produktionsrückgang bei Pharma in Höhe von 0,5 % bis zu einem Minus in Höhe von 6,5 % bei Polymeren.
Einkauf
Die Beschaffung von Covestro wird zentral durch die Unternehmensfunktion Einkauf gesteuert und verwaltet. Dabei ist diese verantwortlich für die weltweit termingerechte Versorgung aller Unternehmensbereiche mit Waren und Dienstleistungen zu den bestmöglichen Konditionen. In diesem Rahmen wird sichergestellt, dass der hohe Qualitätsanspruch unseres Konzerns erfüllt wird. Zudem ist die Unternehmensfunktion Einkauf dafür verantwortlich, dass die ethischen und ökologischen Prinzipien von Covestro im gesamten Beschaffungsprozess eingehalten werden. Die Grundsätze unserer Einkaufspolitik sind in einer konzernweiten, für alle Mitarbeiter bindenden Direktive definiert.
Zielsetzung ist, einen Wettbewerbsvorteil für Covestro zu generieren und einen entscheidenden Wertbeitrag zu leisten. Dabei orientiert sich Covestro an vier strategischen Leitmotiven: Zuverlässigkeit, Nachhaltigkeit, Kostentransformation und Innovation. Durch die Beschaffung erneuerbarer Energien oder biobasierter Rohstoffe trägt der Einkauf dazu bei, die Vision einer vollständigen Kreislaufwirtschaft zu erreichen. Darüber hinaus fördert die Unternehmensfunktion Einkauf die Digitalisierung der Einkaufsprozesse und -systeme, um Effizienz und Effektivität des Beschaffungsvorgangs für Covestro und seine Lieferanten zu verbessern.
Wesentliche Grundstoffe unserer Produkte sind petrochemische Substanzen wie Phenol, Benzol, Propylen bzw. Propylenoxid, Toluol und Aceton, die einen Anteil von rund 33 % an unserem Einkaufswert haben. Zusätzlich benötigt der Betrieb unserer Produktionsanlagen in größerem Umfang Energie, die wir vorrangig aus externen Quellen und in Form von Elektrizität und Dampf beziehen. Wir sind bestrebt, für den Betrieb unerlässliche Rohstoffe intern bzw. über Joint Ventures zu beschaffen, um die Abhängigkeit von externen Bezugsquellen zu reduzieren. Dies ist bspw. der Fall bei Chlor, welches Covestro teilweise selbst produziert, und Propylenoxid, das Covestro über ein Joint Venture beschafft. Neben Rohstoffen und Energie werden auch technische Güter und Dienstleistungen für Betrieb, Logistik und Investitionsprojekte benötigt. Diese Aktivitäten werden ebenfalls durch die Unternehmensfunktion Einkauf zentral gebündelt, um einen Wertbeitrag zu generieren. Wir überprüfen regelmäßig Nachhaltigkeit und Qualität unserer Lieferanten und stellen sicher, dass sie interne und externe Standards einhalten.
Für die Covestro Deutschland AG ist die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards in der Lieferkette ein elementarer Wertschöpfungsfaktor und zugleich ein wichtiger Hebel zur Risikominimierung. Neue wie bestehende Lieferanten von Covestro müssen daher neben wirtschaftlichen auch soziale, ethische und ökologische Standards sowie solche der unternehmerischen Verantwortung erfüllen. Sämtliche erwarteten Standards sind im Verhaltenskodex für Lieferanten von Covestro definiert. Dieser ist in 13 Sprachen online verfügbar und die Basis für die Zusammenarbeit. Er leitet sich aus den Prinzipien des "UN Global Compact" sowie unserer Selbstverpflichtung zur Achtung der Menschenrechte ab und ist konzernweit in die elektronischen Bestellsysteme und Verträge integriert. Insbesondere in neuen und erneuerten Lieferverträgen sind grundsätzlich spezielle Klauseln enthalten, die die Lieferanten zur Einhaltung der im Kodex definierten Nachhaltigkeitsanforderungen auffordern und Covestro berechtigen, deren Einhaltung zu prüfen.
Produktion
Die Produktionsstandorte der Covestro Deutschland AG befinden sich in Brunsbüttel, Dormagen, Krefeld-Uerdingen und Leverkusen.
Die Covestro Deutschland AG stellt sehr hohe Ansprüche an die Qualität der verwendeten Rohstoffe und setzt sich hohe Maßstäbe bei deren Weiterverarbeitung zu hochwertigen Kunststoffen und Polyurethan-Vorprodukten. Durch unser integriertes HSEQ-Managementsystem entspricht unser Qualitätsmanagement den Anforderungen der aktuellen Normrevision ISO 9001:2015. Mithilfe unseres Qualitätsmanagementsystems schaffen wir den Rahmen dafür, dass die Anforderungen unserer Kunden und ihre Zufriedenheit in unsere Produkte und Dienstleistungen einfließen können.
Die Covestro Deutschland AG setzt auf Produktionsanlagen mit großer Kapazität, die insbesondere dazu dienen, Kunden in den jeweiligen Regionen zuverlässig und effizient zu versorgen. Zusätzlich werden von der Covestro Deutschland AG sowie ihren Tochtergesellschaften in ausgewählten Ländern weitere Anlagen betrieben, um Polyurethan-Vorprodukte und Produkte des Segments Coatings, Adhesives, Specialties herzustellen. Zudem werden in ausgewählten Ländern Produktionsanlagen für die kundenindividuelle Compoundierung von Polycarbonat-Granulaten unterhalten.
Durch die Integration vorgelagerter Produktionsstufen (Rückwärtsintegration), z. B. bei der Eigenproduktion von Chlor, hat Covestro die Wertschöpfung kontinuierlich optimiert. Zudem hat Covestro umfangreiche Programme und Maßnahmen implementiert, um die Performance hinsichtlich Sicherheit, Kosten und Verfügbarkeit von Anlagen zu gewährleisten und stetig zu erhöhen.
Covestro investiert fortwährend in sein globales Produktionsnetz, um die Anlagen und deren Infrastruktur instand zu halten, Herstellungsprozesse zu verbessern sowie Kapazitäten entsprechend den Marktentwicklungen zu erweitern. Dabei setzt Covestro auf fortschrittliche und umweltverträgliche Produktionsverfahren und optimiert kontinuierlich seine Technologien. Zu den wichtigen Wachstumsprojekten im Jahr 2020 zählten z. B. die Inbetriebnahme der MDI-Anlage am Standort Brunsbüttel oder die Erweiterung der Specialty-Films-Produktion in Dormagen.
Produkte, Vertrieb und Logistik
Der Covestro-Konzern, zu dem die Covestro Deutschland AG gehört, ist einer der weltweit führenden Anbieter hochwertiger Polymer-Werkstoffe und darauf basierender Anwendungslösungen. Das Portfolio von Covestro umfasst Vorprodukte für Polyurethan-Schaumstoffe und den Hochleistungskunststoff Polycarbonat, außerdem Vorprodukte für Lacke, Kleb- und Dichtstoffe sowie Spezialprodukte, zu denen etwa Folien gehören. Darüber hinaus sind weitere Vorprodukte wie Chlor und Nebenprodukte wie Styrol Teil des Produktportfolios von Covestro.
Die Materialien des Unternehmens finden sich in vielen Bereichen des modernen Lebens - das Produktangebot erstreckt sich von der Isolierung des Kühlschranks und ganzer Gebäude über Laptop- und Handygehäuse sowie Medizintechnikprodukte bis zu kratzfesten und schnell trocknenden Autolacken oder Personalausweisfolien. Damit deckt Covestro unterschiedlichste Branchen ab: Hauptabnehmer sind die Automobil- und Transportindustrie, die Bauindustrie, die Möbel- und Holzverarbeitungsindustrie sowie die Elektrik-, Elektronik- und Haushaltsgeräteindustrie. Auch in Bereichen wie Sport und Freizeit, Kosmetik oder Gesundheit kommen die Produkte zum Einsatz, ebenso in der Chemieindustrie selbst. Materialien von Covestro werden zudem für die Herstellung von medizinischen Apparaturen, Schutzwänden oder Abtrennungen zum Infektionsschutz genutzt, die zur Bekämpfung und Eindämmung der Coronavirus-Pandemie eingesetzt werden.
Durch diese breite Aufstellung will Covestro sein Angebot unabhängiger von Konjunkturschwankungen machen. Der Fokus liegt dabei auf den Bereichen Nachhaltigkeit und Innovation. Covestro beobachtet hierbei genau, wie sich Absatz- und Endmärkte entwickeln, und begleitet das Wachstum seiner Kunden. Produkte, Technologien und Anwendungslösungen entwickelt das Unternehmen gemeinsam mit Kunden und Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft kontinuierlich weiter.
Globale Megatrends spielen dabei eine wichtige Rolle: Der fortschreitende Klimawandel, die wachsende Weltbevölkerung, die zunehmende Urbanisierung sowie neue Formen der Mobilität verändern das Leben von Milliarden Menschen. Infolgedessen muss sich auch die Polymer-Industrie weiterentwickeln. Unternehmen wie Covestro stehen vor neuen Herausforderungen und tragen aus diesem Grund zu innovativen Lösungen bei. Daher will Covestro seine gesamte Produktion, sein komplettes Produktportfolio sowie letztlich das gesamte Unternehmen langfristig komplett auf den Kreislaufgedanken ausrichten. Im Fokus stehen dabei die Themen "Alternative Rohstoffe", "Innovatives Recycling", "Gemeinsame Lösungen" und "Erneuerbare Energien".
Mit seinen Werkstoffen will Covestro diese Entwicklungen ermöglichen und begleiten. Indem das Unternehmen traditionelle Werkstoffe durch langlebige, leichte, umweltverträglichere und kostengünstige Materialien ersetzt, fördert es etwa maßgeblich den Leichtbau in der Automobilindustrie, macht Wohnen durch neue Dämmstoffe energieeffizienter, unterstützt die nachhaltige Energiewirtschaft durch spezialisierte Rohstoffe und erhöht die Haltbarkeit von Lebensmitteln durch eine verbesserte Isolierung entlang der Kühlkette.
Dem Produktportfolio entsprechend ist Covestro in drei operative Berichtssegmente gegliedert: Polyurethanes (PUR), Polycarbonates (PCS) und Coatings, Adhesives, Specialties (CAS).
In der Business Unit Polyurethanes (PUR) entwickelt, produziert und vertreibt die Covestro Deutschland AG im Wesentlichen chemische Vorprodukte zur Herstellung von Polyurethan-Schaumstoffen. Dabei handelt es sich um die Diphenylmethan-Diisocyanate (MDI) und Toluylen-Diisocyanate (TDI) sowie Polyether-Polyole. Diese finden bspw. in der Möbel-, Bau- und Automobilindustrie Verwendung. Der auf MDI basierende PolyurethanHartschaum dient vor allem dazu, Gebäude und Kühlgeräte effizient zu dämmen. Er leistet somit einen Beitrag zur Senkung des Energieeinsatzes. Polyurethan-Weichschaum, der auf TDI basiert, wird u. a. in Matratzen, Polstermöbeln und Autositzen eingesetzt und steigert so den Komfort im Alltag.
In der Business Unit Polycarbonates (PCS) wird der gleichnamige Hochleistungskunststoff produziert, vertrieben und darüber hinaus kontinuierlich weiterentwickelt. Polycarbonate sind besonders leicht, transparent, bruchsicher und formbar. Als Granulat, Verbundwerkstoff und Halbzeug nutzen Hersteller das vielseitige Material in den unterschiedlichsten Produkten, etwa für Fahrzeuge (z. B. Innenraum und Fahrzeugbeleuchtung), in Gebäuden (z. B. Dachkonstruktionen) oder in Elektrik- und Elektronikgeräten (z. B. Stecker und Laptopgehäuse).
Die Business Unit Coatings, Adhesives, Specialties (CAS) entwickelt und produziert Substanzen, die Endprodukte ästhetischer und haltbarer machen und damit ihren Wert steigern können. Hierbei liegt der Fokus auf aliphatischen und aromatischen Isocyanaten, auf deren Derivaten sowie auf Polyurethan-Dispersionen. Diese werden zur Herstellung von Lacken, Kleb- und Dichtstoffen sowie Spezialitäten benötigt. Letztere umfassen Spezialelastomere, hochwertige Folien sowie Vorprodukte für Kosmetika, Textilien und medizinische Güter. Die Materialien schützen, verkleben, versiegeln oder funktionalisieren verschiedenste Oberflächen. Haupteinsatzgebiete sind die Bereiche Transport und Verkehr, Infrastruktur und Bauwesen sowie Holzverarbeitung und Möbel.
Die industriespezifischen Marketing- und Vertriebsteams verantworten den Aufbau von Neugeschäften mit potenziellen und bestehenden Kunden sowie die kontinuierliche Markt- und Trendanalyse. Jedes berichtspflichtige Segment vertreibt und vermarktet seine Produkte über die eigene Vertriebsorganisation sowie über Handelshäuser und lokale Distributoren. Ausgenommen davon sind weltweit operierende Großkunden, die von unseren Key-Account-Managern direkt betreut werden. Die Vermarktung erfolgt in enger Abstimmung zwischen Marketing, Vertrieb und Anwendungsentwicklung.
Die Steuerung der Marketingaktivitäten haben wir bei Covestro in der Unternehmensfunktion Zentrales Marketing gebündelt. Darüber hinaus betreut die Unternehmensfunktion unseren digitalen Vertriebskanal "Covestro Direct Store". Ausgewählte Geschäftseinheiten haben ihre Verkäufe im Geschäftsjahr 2020 bereits ganz oder teilweise auf den "Covestro Direct Store" umgestellt. Währenddessen arbeiten wir intensiv auf unser Ziel hin, unser Angebot noch konsequenter an den Bedürfnissen unserer Kunden auszurichten und diesen eine vollständig digitale Kundenerfahrung zu bieten. Wir haben daher im Jahr 2020 ein unternehmensweites Konzept mit dem Namen "Customer Centricity" entwickelt, um Kundenzentrierung, Kundenverständnis und Kundenzufriedenheit für jeden Mitarbeiter in den Fokus der täglichen Arbeit zu rücken. Dazu setzen wir besonders auf die Unterstützung durch die Digitalisierung. Vor allem vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie konnten wir so flexibel und frühzeitig auf die Bedürfnisse unserer Kunden reagieren und diese mit innovativen Anwendungen wie z. B. Webinaren und digitalen Messeständen (Digital Showrooms) optimal betreuen. Dabei unterstützt uns unsere neue digitale Anwendung für die Ausgestaltung unserer Kundenpflege (Customer Relationship Management): Sie hilft uns, das Verständnis für unsere Kunden weiter zu optimieren, und erlaubt uns damit eine noch individuellere und zielgerichtetere Betreuung.
Für die Kundenbetreuung und die effiziente Abwicklung der Kundenaufträge sind im Wesentlichen drei Supply Chain Center in den Regionen EMLA, NAFTA und APAC verantwortlich. Sie verantworten den gesamten Prozess -von der Auftragsannahme über die Versanddisposition bis zur Rechnungsstellung und Beschwerdeannahme. Durch die kundennahe Betreuung in den einzelnen Regionen können Aufträge besonders schnell und reibungslos bearbeitet werden. Zur Auftragserfassung und -abwicklung setzt Covestro u. a. E-Commerce-Plattformen ein. Über das Self-Service-Portal "Order@Covestro" können unsere Kunden Bestellungen platzieren und jederzeit den Status ihrer Aufträge einsehen. Über "Order@Covestro" findet jedoch keine Geschäftsanbahnung statt; es ergänzt vielmehr unser Serviceangebot für Bestandskunden und hilft bei der Erledigung von Routineanfragen unabhängig von den Ansprechzeiten unserer Mitarbeiter im Kundenservice und Vertrieb.
Der Transport unserer Produkte zum Kunden erfolgt durch Logistikdienstleister, die wir anhand strenger Sicherheits-, Umwelt- und Qualitätskriterien auswählen und bewerten. Neben dem Schutz von Mensch und Umwelt ist uns die Lieferzuverlässigkeit besonders wichtig. Transporte werden bevorzugt auf dem Schienenweg oder intermodal, also über eine Kombination verschiedener Verkehrsträger, abgewickelt. Bei der Wahl des Transportwegs achten wir insbesondere auf Ressourceneffizienz und die damit verbundene Reduktion von CO2-Emissionen. Sofern Transportzeit und Lieferzuverlässigkeit dies zulassen, beliefern wir unsere Kunden aus produktionsnahen Lagern. Bei größeren Distanzen und in Abhängigkeit von der Zuverlässigkeit des Transportwegs werden unsere Produkte zur Verkürzung der Lieferzeit in regionalen Distributionszentren zwischengelagert und dann von dort ausgeliefert. Im Rahmen unserer Selbstverpflichtung zur Reduktion unserer CO2-Emissionen beteiligen wir uns an der Industrieinitiative "RH2INE". Diese hat zum Ziel, ab dem Jahr 2024 mit Brennstoffzellen angetriebene Binnenschiffe auf dem Rhein einzusetzen. In Anlehnung an diese Initiative ist Covestro maßgeblich an der Initiierung eines weiteren Brennstoffzellen-Projekts beteiligt, welches die Entwicklung und den Einsatz von Brennstoffzellen für Lastkraftwagen im Gütertransport beschleunigen soll.
Um die Rückmeldungen unserer Kunden noch stärker in unsere internen Entscheidungsprozesse einfließen zu lassen, planen wir, künftig die Kundenzufriedenheit mithilfe der Kennzahl des Promotorenüberhangs (Net Promoter Score, NPS) zu messen. Dabei handelt es sich um kurze, anlassbezogene Befragungen, die darauf abzielen, herauszufinden, inwiefern der Kunde Covestro weiterempfehlen würde. Darüber hinaus streben wir Fehlerfreiheit in allen Prozessen als oberstes Qualitätsziel an, um eine hohe Kundenzufriedenheit sicherzustellen. Diese wird weltweit regelmäßig in einem globalen Managementsystem unter Berücksichtigung von Kundenzufriedenheitsanalysen und Lieferantenbewertungen erhoben und ausgewertet. Daraus leiten wir Korrektur- und Präventionsmaßnahmen ab, um das Qualitätsniveau und die Kundenzufriedenheit weiter zu erhöhen und die Fehler- und Beschwerdequote weiter zu senken.
Sicherheit
Die stetige Weiterentwicklung eines sicheren Arbeitsumfelds hat bei Covestro hohe Priorität und ist wesentlicher Bestandteil der Unternehmensverantwortung und -kultur. Zu den zentralen Zielen des Unternehmens gehören die Vermeidung von Verletzungen, Anlagenstörungen und Transportereignissen sowie der Erhalt der Gesundheit unserer Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz und bei arbeitsbezogenen Aktivitäten. Dies gilt ebenfalls für Mitarbeiter von Partnerfirmen (Kontraktoren), die im Zuge operativer Tätigkeiten für unser Unternehmen im Einsatz sind. Detaillierte Vorschriften und regelmäßige Kontrollen tragen dazu ebenso bei wie sichere Produktionsverfahren, Anlagen und Transporte. Gleichermaßen im Fokus stehen der Schutz der Umwelt und die sichere Handhabung und Anwendung der Produkte im Rahmen unserer Produktverantwortung.
Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz
Konzernweit ist ein integriertes Informationsmanagementsystem (Integrated Information Management System, IIMS) implementiert, in dem arbeitsbedingte Unfälle und Erkrankungen sowie potenzielle Gefährdungen erfasst und bearbeitet werden. Die Klassifizierung und Aufzeichnung erfolgen in Anlehnung an die Vorgaben des US-amerikanischen Standards "Recording and Reporting Occupational Injuries and Illness" (OSHA 1904). Mithilfe des IIMS können Trends zeitnah identifiziert werden. Bei Bedarf können auf diese Weise entsprechende kurzfristige Korrektur- und langfristige Verbesserungsmaßnahmen implementiert werden. Die Auswertung der Hintergründe und Folgen erfolgt durch Sicherheitsexperten von Covestro, ggf. unterstützt durch externe Expertisen. Die Ergebnisse der nach solchen Ereignissen durchgeführten Ursachenanalysen werden inkl. getroffener Korrekturmaßnahmen konzernweit publiziert, um das Sicherheitsbewusstsein unserer Mitarbeiter zu schärfen und vergleichbare Gefahrenstellen sowie Situationen besser bewerten und proaktiv auflösen zu können. Im Berichtsjahr wurde das Schwerpunktthema "Elektrische Sicherheit" identifiziert und diesem über eine globale Kampagne die notwendige Aufmerksamkeit gegeben. Weiter wurde die im Jahr 2019 gestartete Arbeitsgruppe zur Mensch-Maschine-Interaktion fortgeführt.
Covestro verarbeitet die Anzahl der aufzeichnungspflichtigen Arbeitsunfälle und Erkrankungen von eigenen Mitarbeitern und Kontraktoren bei der Berechnung der Unfallrate (Recordable Incident Rate, RIR) und der Unfallrate in Verbindung mit Ausfalltagen (Lost Time Recordable Incident Rate, LTRIR) gemäß OSHA 1904. Für die Berechnung der RIR wird die Anzahl aller aufzeichnungspflichtigen Arbeitsunfälle und Erkrankungen bzw. für die der LTRIR derer mit Ausfalltagen ins Verhältnis zu den geleisteten Arbeitsstunden (normiert auf 200.000 Arbeitsstunden pro Jahr) gesetzt.
Die Coronavirus-Pandemie stellte uns auch im Gesundheits- und Sicherheitsbereich vor große Herausforderungen. Innerhalb standortbezogener Krisenstäbe haben wir auf diese mit einem Maßnahmenpaket reagiert. Die Konsolidierung der Informationen zu den länderspezifischen Lagen und die Berichterstattung an den Vorstand erfolgten zentral durch die Funktion Unternehmenssicherheit. Auf diese Weise wurden die Anforderungen eines Pandemieplans, der von Covestro erstellt und umgesetzt worden ist, erfüllt.
Verfahrens- und Anlagensicherheit
Unser Ziel ist es, Verfahren und Anlagen so sicher zu gestalten und zu betreiben, dass keine unvertretbaren Risiken für die Beschäftigten, die Nachbarschaft und die Umwelt entstehen. Dazu werden in regelmäßigen Abständen ausführliche, systematische Sicherheitsbetrachtungen durchgeführt. Als Frühindikator für alle Covestro-Anlagen gilt die weltweit einheitliche Kennzahl zur Freisetzung chemischer Stoffe durch Versagen des primären Einschlusssystems (Loss of Primary Containment, LoPC). Sie ist in das konzernweite Sicherheitsberichtswesen integriert.
Seit dem Jahr 2019 wendet Covestro den Leitfaden zur Erfassung von Performance-Indikatoren für die Anlagensicherheit vom VCI an. Die neuen Berichtskriterien sind damit an die aktualisierte und weltweit harmonisierte Definition des Weltchemieverbands ICCA (International Council of Chemical Associations) angepasst. Als ein LoPC-Ereignis bezeichnen wir
| ― | den Austritt von Chemikalien, die gemäß dem Global Harmonisierten System (GHS) klassifiziert sind, oberhalb definierter Mengenschwellen innerhalb einer Stunde, |
| ― | die meldepflichtige Verletzung nach OSHA-Kriterien eines Mitarbeiters oder Kontraktors durch Produktaustritt bzw. durch Energiefreisetzung, |
| ― | die Freisetzung von Energie (z. B. Brand, Explosion), die zu einem Schaden mit direkten Kosten in Höhe von mehr als 2.500 € führt, sowie |
| ― | die offiziell außerhalb des Werks aufgerufene Evakuierung. |
Mittels der LoPC-Ereignisrate (LoPC Incident Rate, LoPC IR) ermitteln wir die Zahl der entsprechenden Ereignisse, bezogen auf die Anzahl von 200.000 geleisteten Arbeitsstunden pro Jahr von Covestro-Mitarbeitern und beauftragten Kontraktoren. Der ICCA hat im Jahr 2016 die zur Erfassung der Ereignisse zu berücksichtigenden Mengenschwellen angepasst und veröffentlicht, die ab dem Jahr 2020 für die Mitglieder des Chemieverbands verbindlich anzuwenden sind. Die Mengenschwellen haben wir für Covestro im Jahr 2019 übernommen, um innerhalb der chemischen Industrie bzw. innerhalb des Benchmarks vergleichbar zu sein.
Jedes LoPC-Ereignis sowie relevante Klein- bzw. Beinahe-Ereignisse werden hinsichtlich ihrer Ursachen sorgfältig analysiert und Ergebnisse sowie getroffene Korrekturmaßnahmen konzernweit publiziert. Die Kriterien wurden so gewählt, dass auch solche Stoff- und Energiefreisetzungen systematisch erfasst werden, die keine Auswirkungen auf Mitarbeiter, Nachbarn oder die Umwelt haben. Berücksichtigung fanden z. B. niedrigere Mengenschwellen oder auch Stofffreisetzungen ohne Gefahrenpotenzial. Damit wurde dem Anspruch der Integrität unserer Anlagen Rechnung getragen. Der globale Austausch sicherheitsrelevanter Erfahrungen soll dabei helfen, das bestehende hohe Niveau der Verfahrens- und Anlagensicherheit im Unternehmen zusätzlich sicherzustellen. Weltweit verbindliche Standardprozesse und deren einheitliche Implementierung tragen ebenfalls dazu bei, sodass mit der Implementierung einer verbindlichen IT-Anwendung für technisches Veränderungsmanagement an den wesentlichen Produktionsstandorten im Jahr 2019 begonnen wurde.
Sicherheit im Unternehmen
Die Sicherheit der Mitarbeiter, Anlagen, Daten und Informationen sowie störungsfreie Betriebsabläufe und Prozesse sind für Covestro von besonderer Bedeutung. Daher richtet Covestro seine Sicherheitsstrategie konsequent darauf aus, die Einhaltung dieser Schutzziele zu gewährleisten. Entsprechende Aufgaben und Verantwortlichkeiten sind arbeitsteilig in verschiedenen Ressorts den hierfür zuständigen Unternehmensfunktionen zugewiesen. Den Funktionen Unternehmenssicherheit, Informationstechnologie und Produktionssteuerung sind dabei spezielle Kompetenzen eingeräumt, um aktuellen und zukünftigen Risiken und Bedrohungen, vor allem virtueller bzw. digitaler Ausprägung, wirksam begegnen zu können. Entscheidungs- und Steuerungsgremien zum Risiko-, Compliance- und Krisenmanagement sowie zum Informationssicherheitsmanagement sind etabliert.
Umwelt- und Transportsicherheit
Wir arbeiten stetig an der Optimierung der Sicherheit beim Transport unserer Produkte. Etwaige Ereignisse berichten wir gemäß internen Direktiven für alle von Covestro geführten Standorte weltweit. Aufgenommen werden sie nach festgelegten Kriterien wie ausgetretener Ladung, Gefahrgutklasse, Personenschäden und Sperrungen von Transportwegen. Bei bestimmten Gefahrgütern werden entsprechend unserer Selbstverpflichtung ausgetretene Mengen bereits ab fünf Kilogramm erfasst und kategorisiert. In regelmäßigen Abständen finden globale Veranstaltungen zum Thema "Transportsicherheit" statt. Aus den aufgetretenen Ereignissen werden entsprechende Korrekturmaßnahmen abgeleitet und implementiert und es werden bewährte Vorgehensweisen ausgetauscht.
2. Strategie
Daseinszweck und Vision
Der fortschreitende Klimawandel, die wachsende Weltbevölkerung, die zunehmende Urbanisierung und neue Formen der Mobilität sind enorme globale Herausforderungen, vor denen die Welt steht. Covestro stellt sich diesen Herausforderungen und verbindet so wirtschaftlichen Erfolg mit Nachhaltigkeit. Ziel ist es, den Daseinszweck (Purpose) von Covestro zu verwirklichen: "To make the world a brighter place" - die Welt lebenswerter machen.
Mit unseren Hochleistungs-Polymer-Werkstoffen wollen wir Lösungen für die globalen Herausforderungen anbieten. Wir setzen dabei auf Technologien, die den Energieeinsatz und die Emissionen in unseren Produktionsprozessen reduzieren. Die von uns entwickelten Produkte und Lösungen ersetzen herkömmliche Werkstoffe wie Glas oder Metall, die weniger nachhaltig hergestellt werden oder einen weniger nachhaltigen Lebenszyklus aufweisen. Wir sind davon überzeugt, dass unsere langfristige Ausrichtung auf die Kreislaufwirtschaft uns unserem Daseinszweck näher bringt.
Im Berichtsjahr haben wir aufbauend auf diesem Zweck eine neue Vision formuliert und diese als festen Bestandteil in unsere Konzernstrategie integriert: "Wir richten uns vollständig auf die Kreislaufwirtschaft aus." Unsere Vision gibt uns eine klare Richtung vor, wohin wir uns als Unternehmen entwickeln wollen. Mit unseren auf Zirkularität abzielenden Produkten wollen wir zu Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette für die globalen Herausforderungen beitragen. Das wollen wir bspw. durch die Entwicklung einer PolymerProduktion ohne fossile Basis, die Umstellung auf erneuerbare Energien und die Etablierung von Recyclingsystemen erreichen. Dabei setzen wir verstärkt auf den Aufbau von kollaborativen Partnerschaften und Netzwerken.
Unsere Unternehmenswerte und unsere Unternehmenskultur, die von unseren Mitarbeitern gelebt werden, tragen maßgeblich dazu bei, unseren Daseinszweck, unsere Vision und unsere Strategie zu verwirklichen und umzusetzen.
Konzernstrategie
Strategische Ziele und Maßnahmen
Unsere übergeordneten Ziele, die sich aus unserem Daseinszweck und unserer Vision ergeben, geben die Richtung für unsere Konzernstrategie vor. Diese bezieht die sich ändernden externen und internen Entwicklungen mit ein und reflektiert die neuen Einflüsse unserer Vision. Dabei haben drei strategische Kapitel eine besondere Bedeutung für uns: Wir wollen "Covestro optimal in Position bringen", dabei "nachhaltiges Wachstum vorantreiben" und uns "vollständig auf die Kreislaufwirtschaft ausrichten". Unsere Strategie steht auf einem soliden Fundament, denn ihre Umsetzung wird durch die Beschleunigung der Digitalisierung und den Ausbau unserer "Wir sind 1"-Kultur ermöglicht.
"Covestro optimal in Position bringen"
"Wir bringen uns optimal in Position" - mit dem ersten strategischen Kapitel wollen wir das Unternehmen bestmöglich aufstellen, um unser volles Potenzial zu heben und somit die Basis für nachhaltiges und profitables Wachstum zu schaffen. Das erste strategische Kapitel ist angetrieben von einem klaren Verständnis unseres Geschäftes: Wir bieten ein breites Portfolio von Standard- und Spezialprodukten an und zeichnen uns zugleich durch eine hohe Innovations-, Forschungs- und Entwicklungskraft aus. Wir wollen uns noch stärker auf die Erfolgsfaktoren unseres Kerngeschäftes fokussieren.
Unsere Kunden stehen dabei für uns an erster Stelle. Wir werden Prozesse optimieren, die unsere Kunden erfolgreich machen, Arbeitsabläufe innerhalb unserer Organisation verbessern und uns vollständig auf die Bedürfnisse unserer Kunden ausrichten. Je nach Kundenfokus liefern wir Standardprodukte günstig, schnell und in hoher Qualität oder stehen unseren Kunden mit technischer Expertise bei der Verbesserung oder Entwicklung von (Spezial-)Produkten zur Seite. Auch ist es unser Ziel, unsere internen Prozesse wesentlich zu vereinfachen, zu optimieren und zu digitalisieren.
Um das erste strategische Kapitel umzusetzen, haben wir im Berichtsjahr das globale Transformationsprogramm "LEAP" gestartet. Damit wollen wir Strukturen, Prozesse und Steuerungsmechanismen neu gestalten, um unser Unternehmen bestmöglich aufzustellen. Um dies umzusetzen, streben wir eine Neustrukturierung unserer Aufbau- und Ablauforganisation sowie der Verantwortlichkeiten an. Unter anderem wollen wir unser Geschäft nach Standardprodukten auf der einen und Spezialprodukten auf der anderen Seite strukturieren. Ferner zielt das Programm auf die unternehmensübergreifende Bündelung von bestimmten Kompetenzbereichen. Dabei geht es primär um die Weiterentwicklung unseres Geschäftes, vor allem mit Blick auf Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Die Implementierung der Maßnahmen des Transformationsprogramms soll Mitte 2021 beginnen und bis Ende 2023 abgeschlossen sein.
Ein weiteres wesentliches Kernelement des ersten strategischen Kapitels ist die Initiative "Customer Centricity", mit der wir kundenorientiertes Arbeiten künftig noch stärker forcieren wollen. "Customer Centricity" bei Covestro basiert konkret auf drei Säulen:
| ― | Kundenverständnis: Wir müssen die Bedürfnisse unserer Kunden so gut kennen, dass wir genau wissen, welchen Mehrwert wir für ihre Geschäftsaktivitäten bieten können (Knowing the Customer). |
| ― | Kundenzentrierung: Jede einzelne Funktion in unserer Organisation muss auf die Bedürfnisse unserer Kunden ausgerichtet sein (Thinking Customer First). |
| ― | Kundenzufriedenheit: Wir müssen mit unseren Kunden zusammenarbeiten, um gemeinsam einen Mehrwert auf dem Markt zu schaffen (Co-Creating Customer Value). |
"Nachhaltiges Wachstum vorantreiben"
"Nachhaltiges Wachstum voranzutreiben" und damit Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zu vereinen ist Bestandteil des zweiten strategischen Kapitels unserer Konzernstrategie. Um ein zukunftsfähiges Portfolio sicherzustellen, wollen wir in langfristig attraktive und nachhaltige Marktsegmente investieren. Daher richten wir unser Investitionsportfolio nicht nur auf Nachhaltigkeit aus, sondern analysieren und steuern es nach Rentabilitätskriterien, um mit unserem eingesetzten Kapital Wert zu generieren. Wir forcieren Investitionsprojekte, die einen ROCE (Return on Capital Employed) erreichen, der oberhalb bestimmter Schwellenwerte liegt. Damit richten wir unseren Fokus noch stärker auf wertorientiertes Wachstum aus.
Alle Aktivitäten, die organisches und anorganisches Wachstum fördern - d. h. Investitionen, Akquisitionen, Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und auch unsere strategische Venture-Capital-Initiative (Covestro Venture Capital, COVeC) - richten wir zukünftig noch stärker auf Nachhaltigkeit aus. Ein Großteil unserer neuen, innovativen Produkte orientiert sich bereits an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (United Nations Sustainable Development Goals, SDGs) und wir verfolgen das klare Ziel, unser Portfolio an zirkulären Produkten auszubauen.
Neben unserer Verantwortung für die Umwelt wollen wir gemäß unserem Daseinszweck - die Welt lebenswerter machen - auch unserer sozialen Verantwortung innerhalb der Gesellschaft gerecht werden. Daher ist unsere Strategie darauf ausgelegt, gleichermaßen auf sozialer, ökologischer und ökonomischer Ebene zur Wertsteigerung beizutragen. Unsere Entscheidungen und unser Handeln berücksichtigen immer diese drei Dimensionen der Nachhaltigkeit, ausgedrückt in den "drei P" (PPP): People, Planet, Profit (Soziales, Ökologie, Ökonomie). Jede unserer Aktivitäten muss positive Auswirkungen auf mindestens zwei der Aspekte haben, während gleichzeitig keiner der Aspekte negativ beeinflusst werden darf. Jede Entscheidung, jedes Handeln und die damit verbundenen Folgen sollen bei uns ganzheitlich über den Wertschöpfungskreislauf hinweg betrachtet werden.
Zusätzlich werden wir in Zukunft einen schnelleren und kostengünstigeren Anlagenbau realisieren, um den effizienten Einsatz unseres Investitionskapitals zu erhöhen, ohne dabei die Verlässlichkeit und Sicherheit unserer Anlagen zu vernachlässigen. Daher werden wir unser globales Netzwerk an Anbietern für den Bau von Anlagen, Ausrüstung und Dienstleistungen erweitern, interne Prozesse und den Ressourceneinsatz optimieren, interne Genehmigungsprozesse beschleunigen und verstärkt erfolgreich realisierte Bauvorhaben als Vorlage für künftige Projekte (Blueprint-Ansatz) nutzen.
Mit der angekündigten Übernahme des Geschäftsbereichs Resins & Functional Materials (RFM) von Koninklijke DSM N. V., Heerlen (Niederlande), baut Covestro zur Umsetzung der langfristigen Strategie gezielt nachhaltige Geschäftsbereiche aus. Der geplante Vollzug der Übernahme und die Eingliederung von RFM in das Segment CAS machen Covestro zu einem der global führenden Anbieter für nachhaltige Beschichtungsharze. Der Abschluss der Akquisition ist für das 1. Quartal 2021 geplant.
Um die Entwicklung unseres zirkulären Produktportfolios voranzutreiben, haben wir im Berichtsjahr entschieden, in den kommenden Jahren einen signifikanten Teil unseres Investitionsbudgets im Bereich der Kreislaufwirtschaft einzusetzen.
Treibhausgasemissionen gelten als Haupttreiber für den fortschreitenden Klimawandel, weswegen wir - im Einklang mit unserem Ziel, nachhaltig zu wirtschaften - daran arbeiten, unsere Treibhausgasemissionen kontinuierlich zu reduzieren. Aufgrund dessen wurde im Berichtsjahr eine Anpassung des Vergütungssystems beschlossen, um langfristige Leistungsanreize zur weiteren nachhaltigen Ausrichtung des Unternehmens zu schaffen. Im Detail wird das bestehende langfristige variable Vergütungssystem für den Vorstand und berechtigte Mitarbeiter ab dem Jahr 2021 um eine Nachhaltigkeitskomponente erweitert, die die direkten Treibhausgasemissionen von Covestro umfasst. Damit wird die langfristige variable Vergütung an die absolute Reduktion der Treibhausgasemissionen gekoppelt. In der Zukunft ist zusätzlich auch der Einbezug der indirekten Treibhausgasemissionen geplant.
"Vollständig auf die Kreislaufwirtschaft ausrichten"
Das dritte strategische Kapitel beinhaltet unsere Vision: Wir wollen uns "vollständig auf die Kreislaufwirtschaft ausrichten". Damit wollen wir unseren Teil dazu beitragen, die Entwicklung hin zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Wirtschaft zu beschleunigen. Diese Ausrichtung sehen wir als Chance für unser Unternehmen, mit unseren zirkulären Produkten entlang des gesamten Wertschöpfungskreislaufs zu Lösungen für die globalen Herausforderungen beizutragen.
Begrenzte natürliche Ressourcen und der fortschreitende Klimawandel sind zwei zentrale Treiber für die Kreislaufwirtschaft. Unsere Aktivitäten zielen dabei darauf ab, Material- und Kohlenstoffkreisläufe zu schließen und somit im Unternehmen selbst sowie in den vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen Klimaneutralität zu erreichen und den Ressourcenverbrauch zu senken. Hierfür setzen wir auf eine Polymer-Produktion ohne fossile Basis - d. h., wir möchten den Einsatz von fossilen Rohstoffen wie Erdöl langfristig vollständig durch alternative Rohstoffe ersetzen. Durch die Neuausrichtung unserer Produktionsprozesse werden wir Rohstoffe, die aus nachhaltiger Biomasse, CO2, recycelten Altmaterialien oder mittels elektrochemischer Verfahren hergestellt werden, einsetzen können. Unser Ziel ist eindeutig: Wir möchten zukünftig 100 % unserer Produkte aus alternativen Rohstoffen herstellen.
Für eine vollständig klimaneutrale Produktion bedarf es ebenfalls einer konsequenten stufenweisen Umstellung der Stromversorgung auf erneuerbare Energien zu wettbewerbsfähigen Preisen unter Beibehaltung der Versorgungssicherheit. Unser Ziel ist es, zukünftig an allen Standorten 100 % unserer Stromversorgung aus erneuerbaren Energiequellen zu beziehen.
Die Kreislaufwirtschaft wollen wir zudem durch die Entwicklung und Nutzung innovativer Recyclingtechnologien vorantreiben. Dabei sehen wir insbesondere das chemische Recycling als vielversprechend an.
Uns ist bewusst, dass die Umstellung unserer Produktion und unseres Produktportfolios auf die Kreislaufwirtschaft eine große, langfristige Aufgabe darstellt, die wir nicht allein bewältigen können. Daher werden wir verstärkt an der Etablierung von kollaborativen Partnerschaften und Netzwerken mit unseren Kunden, Lieferanten, Forschungsinstituten und anderen Lösungsanbietern entlang des Wertschöpfungskreislaufs arbeiten.
Die Umsetzung des dritten strategischen Kapitels und damit unserer Vision wird durch unser globales Strategieprogramm "Circular Economy" vorangetrieben.
Weitere Informationen zu unseren Aktivitäten zur "Kreislaufwirtschaft" finden sich im entsprechenden Kapitel im Geschäftsbericht 2020 des Covestro-Konzerns.
Digitalisierung und Unternehmenskultur
Unsere Strategie besteht aus drei strategischen Kapiteln, die auf einem soliden Fundament stehen. Dabei sind die Digitalisierung und unsere Unternehmenskultur elementare Bestandteile unseres Unternehmens und unserer neuen Strategie.
Mit einem umfassenden Programm wollen wir die Chancen der Digitalisierung verstärkt nutzen. Dazu forciert Covestro den Einsatz digitaler Technologien und Arbeitsweisen entlang der Wertschöpfungskette und in den Zentralfunktionen sowie an allen Berührungspunkten mit den Kunden. Durch die Digitalisierung des Kerngeschäftes wollen wir Wettbewerbsvorteile generieren und mithilfe digitaler Geschäftsmodelle strategische Optionen und neue Geschäftsfelder entdecken. Dazu zählen z. B. die Ausweitung unserer digitalen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und Kooperationen.
Um unsere internen Potenziale voll auszuschöpfen und unsere unternehmerischen Ziele zu erreichen, wollen wir unsere Kultur fest im Unternehmen verankern. Entscheidend sind dafür unsere Mitarbeiter, die die "Wir sind 1"-Kultur leben. Wir arbeiten konstant daran, unsere Kultur zu fördern, weiterzuentwickeln und die Umsetzung durch die Definition aus den vier Kulturdimensionen abgeleiteter konkreter Verhaltensweisen zu erleichtern.
3. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Ertragslage
Wirtschaftlicher Erfolg wird im Covestro-Konzern anhand von Kennzahlen aus den Bereichen "Wachstum", "Profitabilität" und "Liquidität" beurteilt. Das "Wachstum" wird an der Entwicklung der Absatzmengen im Kerngeschäft 1 gemessen. Diese Kennzahl ist, anders als der Umsatz, nur indirekt abhängig von Entwicklungen der Rohstoffpreise oder von Währungseffekten. Zur Beurteilung der "Profitabilität" wird die Steuerungskennzahl Return on Capital Employed (ROCE) verwendet, welche die Verzinsung des im Unternehmen eingesetzten Kapitals misst. Ergänzend wird zur Bewertung der operativen Profitabilität das Ergebnis nach Ertragsteuern zuzüglich Finanzergebnis, Ertragsteueraufwand und Abschreibungen (EBITDA) herangezogen. Die Fähigkeit, Zahlungsmittelüberschüsse zu generieren, wird mit dem Free Operating Cash Flow (FOCF) gemessen.
Aufgrund der Konzernstruktur werden diese Kennzahlen nicht auf Ebene einzelner Gesellschaften erhoben, sondern auf Konzernebene. Wir verweisen daher auf das entsprechende Kapitel im zusammengefassten Lagebericht der Covestro AG.
1 Das Mengenwachstum im Kerngeschäft bezieht sich auf die Kernprodukte aus den Segmenten Polyurethanes, Polycarbonates und Coatings, Adhesives, Specialties und wird als prozentuale Veränderung der extern verkauften Mengen in Kilotonnen gegenüber dem Vorjahr errechnet. Covestro nutzt auch Geschäftsmöglichkeiten außerhalb des Kerngeschäftes, z. B. durch den Verkauf von Rohstoffen und Nebenprodukten, wie Salzsäure, Natronlauge und Styrol. Solche Transaktionen sind nicht Bestandteil des Mengenwachstums im Kerngeschäft.
Die Covestro Deutschland AG blickt insgesamt auf ein Geschäftsjahr zurück, welches massiv durch die Coronavirus-Pandemie beeinflusst war. Die angespannte Angebots- und Nachfragesituation im Jahr 2019 setzte sich im Jahr 2020 zunächst fort. Im Verlauf des 4. Quartals 2020 konnte das Unternehmen jedoch eine Erholung der Nachfrage nach seinen Produkten verzeichnen.
Der Umsatz der Covestro Deutschland AG belief sich im Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 auf 4.531 Mio. € (Vorjahr: 5.432 Mio. €).
In der Business Unit Polyurethanes (PUR) belief sich der Umsatz auf 1.784 Mio. € (Vorjahr: 2.087 Mio. €). Haupttreiber für den Rückgang war ein höherer Wettbewerbsdruck in allen Produktgruppen, welcher gleichermaßen mit geringeren Verkaufspreisen einherging. Zusätzlich zu diesem Effekt kam ein Rückgang der Absatzmengen in den Produktgruppen Diphenylmethan-Diisocyanate (MDI) und Toluylen-Diisocyanate (TDI) hinzu. Dagegen konnte in der Produktgruppe Polyether-Polyole (PET) der Verkaufspreiseffekt teilweise durch gestiegene Absatzmengen kompensiert werden.
Die Business Unit Polycarbonates (PCS) erzielte einen Umsatz in Höhe von 901 Mio. € (Vorjahr: 1.219 Mio. €). Die Umsatzerlöse liegen primär mengengetrieben unter dem Niveau des Vorjahres. Des Weiteren sanken die Verkaufspreise.
In der Business Unit Coatings, Adhesives, Specialties (CAS) betrug der Umsatz 1.112 Mio. € (Vorjahr: 1.303 Mio. €). Die Umsatzerlöse in dieser Produktgruppe liegen damit unter dem Vorjahresniveau. Der Rückgang ist hauptsächlich auf gesunkene Absatzmengen zurückzuführen. Sinkende Verkaufspreise wirkten sich ebenfalls auf die Umsatzentwicklung aus.
Mit sonstigen Geschäftsaktivitäten wurde ein Umsatz in Höhe von 733 Mio. € (Vorjahr: 823 Mio. €) erzielt. Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um Umsätze aus Kuppelprodukten, die bei der Chlorproduktion entstehen, sowie um Lizenzerlöse.
Das Mengenwachstum im Kerngeschäft lag gegenüber dem Vorjahr bei - 8,75 %.
Die Herstellungskosten beliefen sich im Geschäftsjahr 2020 auf 3.755 Mio. € (Vorjahr: 4.505 Mio. €). Im Berichtsjahr sind die Rohstoffkosten insgesamt gesunken. Für die wesentlichen Grundstoffe der Produktion ergaben sich folgende Preisentwicklungen: Benzol verbilligte sich um 64 %, Toluol um 33 %, Phenol um 22 % und Aceton um 20 %.
Die Vertriebskosten lagen mit 431 Mio. € um 87 Mio. € unter denen des Vorjahres (518 Mio. €). Die Logistikaufwendungen fielen im Jahr 2020 auftragsbedingt geringer aus. Ferner reduzierten sich die Dienstleistungsentgelte für Vertriebstätigkeiten von in- und ausländischen Tochtergesellschaften. Des Weiteren gingen die Aufwendungen für Marketingprojekte zurück.
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Berichtszeitraum auf 298 Mio. € (Vorjahr: 237 Mio. €), die F&E-Quote lag damit bei 6,6 % im Verhältnis zum Umsatz (Vorjahr: 4,4 %). Der Anstieg begründet sich insbesondere durch Lizenzgebühren, die seit dem Geschäftsjahr 2020 an die Covestro Intellectual Property GmbH & Co. KG, Leverkusen entrichtet werden.
Die allgemeinen Verwaltungskosten des Geschäftsjahres beliefen sich auf 152 Mio. € (Vorjahr: 178 Mio. €). Im Vorjahr wurden verschiedene Projektkosten für IT-Management sowie im Bereich Human Recources berücksichtigt.
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 21 Mio. € (Vorjahr: 50 Mio. €) resultierten insbesondere aus zwei Versicherungsentschädigungen zu Schadensereignissen aus Vorjahren in Höhe von 8 Mio. €.
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 19 Mio. € (Vorjahr: 41 Mio. €) waren vor allem Versicherungsprämien, Abgrenzungen für ausstehende Rechnungen sowie Abwertungen bzw. Ausbuchungen von uneinbringlichen Forderungen berücksichtigt. Ferner enthielten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen Verluste von 2 Mio. € aus dem Verkauf der Covestro (Tielt) NV, Tielt (Belgien), im Rahmen der Veräußerung des PCS-Sheets-Geschäfts.
Das operative Ergebnis des Geschäftsjahres 2020 betrug -103 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €).
Das Finanzergebnis in Höhe von 180 Mio. € (Vorjahr: 692 Mio. €) enthält Beteiligungserträge in- und ausländischer Tochtergesellschaften sowie Erträge aus Gewinnabführungen im Gesamtwert von 254 Mio. € zuzüglich 1 Mio. € für die Wertaufholung der Beteiligung an der Gesellschaft OOO Covestro, Moskau (Russland). Demgegenüber stehen Abschreibungen auf Beteiligungen an der Covestro Intellectual Property GmbH & Co. KG, Leverkusen, in Höhe von 8 Mio. € und der Pearl Covestro Polyurethane Systems FZCO, Dubai (Vereinigte Arabische Emirate), in Höhe von 4 Mio. €. Das Zinsergebnis fließt mit -66 Mio. € ein und ist im Wesentlichen durch den negativen Saldo aus positiver Marktwertentwicklung des Sicherungsvermögens und Zinsaufwendungen aus Aufzinsung der Pensionsrückstellungen und Änderung des Rechnungszinses beeinflusst. Der positive Saldo der übrigen finanziellen Erträge und Aufwendungen belief sich auf 3 Mio. €.
Aufgrund des seit dem 1. September 2015 bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der Covestro AG wurde der Gewinn des Geschäftsjahres 2020 in Höhe von 77 Mio. € vollständig an die Covestro AG abgeführt.
Finanz- und Vermögenslage
Die Bilanzsumme der Covestro Deutschland AG erhöhte sich zum 31. Dezember 2020 im Vergleich zum 31. Dezember 2019 um 1.474 Mio. € auf 10.209 Mio. €. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus der Erhöhung des Umlaufvermögens um 1.432 Mio. €. Dieser war vor allem auf die sonstigen Wertpapiere sowie auf die Veränderung von Bankguthaben zurückzuführen.
Der Rückgang der immateriellen Vermögensgegenstände um 6 Mio. € ist hauptsächlich auf die planmäßige Abschreibung von Vertriebsrechten und Software sowie des im Jahr 2015 erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerts zurückzuführen.
Das Sachanlagevermögen erhöhte sich um 57 Mio. € auf 1.282 Mio. €. Gegenläufig zu den planmäßigen Abschreibungen wirkten sich insbesondere Zugänge bei geleisteten Anzahlungen auf Investitionsprojekte in Höhe von 138 Mio. € aus.
Die Entwicklung des Finanzanlagevermögens war im Jahr 2020 beeinflußt durch Wertberichtigungen auf Beteiligungen an der Covestro Intellectual Property GmbH & Co. KG, Leverkusen, in Höhe von 8 Mio. € und der Pearl Covestro Polyurethane Systems FZCO, Dubai (Vereinigte Arabische Emirate), in Höhe von 4 Mio. €. Gegenläufig wirkte sich der Erwerb der Beteiligung an der Crime Science Technology SAS, Loos (Frankreich), in Höhe von 5 Mio. € aus. Aufgrund dieser Veränderungen sank das Finanzanlagevermögen im Berichtsjahr von 4.599 Mio. € im Vorjahr auf 4.589 Mio. €.
Die Vorräte betrugen zum 31. Dezember 2020 insgesamt 453 Mio. € und lagen somit 32 Mio. € unter dem Vorjahresniveau (485 Mio. €). Dies ist im Wesentlichen auf die Rohstoffpreisentwicklung und die Verringerung der Bestände zurückzuführen.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sanken um 56 Mio. € auf 574 Mio. €.
Die sonstigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen beliefen sich zum 31. Dezember 2020 auf 622 Mio. € (Vorjahr: 865 Mio. €). Der Rückgang ist primär durch den Rückgang der Forderungen aus Beteiligungserträgen begründet. Des Weiteren verringerten sich die Cashpool-Forderungen. Diese Entwicklung steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der zentralen Rolle der Covestro Deutschland AG im Rahmen der Steuerung der Konzernliquidität. Des Weiteren sind die Dividendenforderungen enthalten.
Die sonstigen Vermögensgegenstände stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 338 Mio. € auf 425 Mio. €. Dieser Anstieg ist primär auf Investitionen in Bankeinlagen mit kurzfristiger Laufzeit zurückzuführen.
Investitionen in sonstige Wertpapiere wurden erstmals im Jahr 2020 getätigt und beliefen sich zum 31. Dezember 2020 auf 771 Mio. €. Hierbei handelte es sich ausschließlich um Anlagen in Geldmarktfonds.
Die Guthaben bei Kreditinstituten stiegen um 654 Mio. € auf 1.302 Mio. €.
Der aktive Unterschiedsbetrag aus der Verrechnung der Verpflichtungen aus Altersversorgung und Arbeitszeitguthaben mit dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögen betrug 55 Mio. € (Vorjahr: 57 Mio. €).
Das Gesamtvermögen zum 31. Dezember 2020 war unverändert zum Vorjahr mit 1.783 Mio. € durch Eigenkapital finanziert. Die Eigenkapitalquote ist im Vergleich zum Vorjahr von 20,4 % auf 17,5 % zum 31. Dezember 2020 gesunken. Der Anstieg des Fremdkapitals um 1.474 Mio. € auf 8.426 Mio. € resultierte hauptsächlich aus den um 1.534 Mio. € gestiegenen sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Demgegenüber sanken die sonstigen Rückstellungen um 27 Mio. € und die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten und verbundenen Unternehmen um 48 Mio. €.
Die Rückstellungen haben sich im Vergleich zum 31. Dezember 2019 um 14 Mio. € auf 445 Mio. € reduziert. Begründet ist dies insbesondere durch den Rückgang der Bonusrückstellungen um 16 Mio. €. Die Pensionsrückstellungen stiegen dagegen auf 266 Mio. € (Vorjahr: 253 Mio. €). Der Anstieg dieser Verpflichtungen ist im Wesentlichen auf die Änderung des Rechnungszinses von 2,71 % auf 2,30 % zurückzuführen.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich zum 31. Dezember 2020 auf 494 Mio. € und lagen somit 48 Mio. € unter dem Wert des Vorjahres (542 Mio. €). Der Rückgang war zum großen Teil durch die Rohstoffpreisentwicklung getrieben.
Weiterhin sind die sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 1.534 Mio. € auf 7.428 Mio. € gestiegen. Im Wesentlichen ist diese Veränderung auf den Anstieg kurzfristiger Darlehen, u. a. gegenüber der Muttergesellschaft Covestro AG, zurückzuführen.
Die sonstigen Verbindlichkeiten sind im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 7 Mio. € auf 57 Mio. € gestiegen. Primär stiegen die Verbindlichkeiten aus Steuern.
Die Liquidität und die Finanzierung der Covestro Deutschland AG waren im Berichtsjahr jederzeit gesichert. Zukünftige Liquiditätsengpässe sind nicht absehbar. Die Versorgung der Covestro Deutschland AG mit Finanzmitteln erfolgt durch die Muttergesellschaft Covestro AG, deren Finanzabteilung die Liquidität des Covestro-Konzerns steuert. Das entsprechende Darlehen der Covestro AG an die Covestro Deutschland AG betrug zum Bilanzstichtag 5.280 Mio. €.
Aufgrund ihres Ergebnisabführungsvertrags mit der Covestro AG prägt die Covestro Deutschland AG wesentlich das Ergebnis der Covestro AG. Folglich existiert keine eigenständige Dividendenpolitik, da diese von der Konzernmutter definiert wird. Die Covestro Deutschland AG vereinnahmt die Ergebnisse ihrer Tochtergesellschaften über Dividendenzahlungen oder Ergebnisabführungsverträge. Hierdurch soll der Konzernmutter ermöglicht werden, eine attraktive und nachhaltige Dividendenpolitik zu realisieren.
4. Forschung, Entwicklung und Innovation
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung der Covestro Deutschland AG beliefen sich im Berichtsjahr auf 298 Mio. €, die F&E-Quote lag damit bei 6,6 % im Verhältnis zum Umsatz (Vorjahr: 4,4 %). Zum 31. Dezember 2020 waren 736 Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung tätig.
Innovation als Treiber für mehr Nachhaltigkeit im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (United Nations Sustainable Development Goals, SDGs) ist für Covestro ein Kernelement der Strategie und Teil der eigenen Identität. Unser Innovationsverständnis ist dabei weit gefasst: Wir bauen nicht nur auf die klassische Forschung und Entwicklung, sondern darüber hinaus auch auf das hohe Kreativitätspotenzial im gesamten Unternehmen. Wir ermutigen jeden Mitarbeiter, die Innovation bei Covestro voranzutreiben.
Auf allen Ebenen arbeiten wir in stetiger, enger Abstimmung und Koordination mit dem Vorstand für Innovation, Vertrieb und Marketing stets daran, neue Produkte zu entwickeln, bereits etablierte Produkte zu verbessern und außerdem Herstellungs- und Verarbeitungsverfahren zu optimieren, um so unsere Position im globalen Wettbewerb zu halten und zu stärken. Auch Anwendungsbereiche sowie Geschäftsmodelle und -prozesse werden fortlaufend hinterfragt. Hierbei stützen wir uns auf jahrzehntelange Erfahrung und nachweisbare Ergebnisse.
Innovationsmanagement
Über unser unternehmensübergreifendes, systematisches Innovationsmanagement stellen wir sicher, dass unsere laufenden und geplanten Aktivitäten wie auch die Projektpipeline stets den Bedürfnissen unserer Kunden, Abnehmerindustrien und Endverbrauchermärkte entsprechen. Covestro nutzt hierfür vielfältige Werkzeuge: So bewerten wir jedes Forschungs- und Entwicklungsprojekt nach einem standardisierten Verfahren und bringen die gewonnenen Erkenntnisse in die laufenden und künftigen Projekte mit ein. Zur Diskussion und Bearbeitung von neuen, kreativen Ideen aus allen Teilen des Unternehmens steht die globale, digitale Plattform "idea.lounge" zur Verfügung. Unabhängig davon haben wir im Jahr 2019 unseren Mitarbeitern in Deutschland eine weitere digitale Plattform namens "Covestro Ideenmanagement" zur Verfügung gestellt. Über das betriebliche Vorschlagswesen werden alle Verbesserungsvorschläge verwaltet.
Nachhaltiges F&E-Portfolio
Covestro bringt bereits zahlreiche nachhaltige Lösungen an den Markt. Covestro hat den Anspruch, künftig noch stärker an den SDGs ausgerichtete Produkte zu entwickeln und zu vermarkten. Um dies zu erreichen, stellen wir unser Produktportfolio kontinuierlich auf nachhaltigere Lösungen um, indem wir z. B. bereits in der Forschung und Entwicklung (F&E) bewusst nach einem deutlich nachhaltigeren F&E-Projektportfolio streben. Diese Ausrichtung in der Forschung und Entwicklung ermöglicht es uns, frühzeitig auch unkonventionelle und neuartige Ansätze zu identifizieren sowie zu untersuchen und somit durch unsere F&E-Produkte und -Technologien zur Erreichung der SDGs beizutragen.
Entsprechend unserer Ambition setzen wir hohe Maßstäbe an die Bewertungsschwelle, und so haben wir beschlossen, nur solche Projekte für die Bemessung unseres Ziels in Betracht zu ziehen, die einen zusätzlichen Beitrag zur Erreichung der SDGs leisten. Dazu haben wir im Berichtsjahr einen unternehmensweiten Bewertungsprozess innerhalb des bestehenden Innovationsprozesses implementiert, bei dem der Fortschritt der Projekte überprüft wird. Jedes F&E-Projekt wird einer auf Experteninterviews basierenden Bewertung unterzogen. Hierbei werden in aktuell 22 Fragen die Auswirkungen des Projektergebnisses auf alle 17 SDGs anhand von Regeln semi-quantitativ oder qualitativ bewertet. Es werden nur Lösungen berücksichtigt, die eine definierte Schwelle hinsichtlich des Beitragsgrads im Vergleich zu derzeit bestehenden Lösungen im Markt überschreiten. Diese Bewertung sowie der Prozess mit allen Folgeschritten sollen bis zum Jahr 2021 für bestehende und neue F&E-Projekte auf die komplette F&E-Projektpipeline angewendet werden.
Darüber hinaus haben wir das Bewusstsein für die SDGs und deren Potenzial für Covestro im Berichtsjahr mit Informationsveranstaltungen sowie einer unternehmensweiten Kampagne bei den Mitarbeitern geschärft. Dies soll dazu dienen, die F&E-Projektpipeline weiter mit nachhaltigen Lösungen zu füllen.
Einsatz digitaler Technologien
Covestro treibt die Digitalisierung und die damit verbundenen neuen Möglichkeiten für die gesamte Chemie- und Kunststoff-Wertschöpfungskette entschieden weiter voran. Der Ausbruch der globalen Coronavirus-Pandemie und die damit verbundenen Sicherheitsmaßnahmen in Produktion und Verwaltung haben im Berichtsjahr die bereits laufende Umsetzung und Nutzung digitaler Werkzeuge im gesamten Unternehmen stark beschleunigt. Hierzu zählt auch die schnelle unternehmensweite Verbreitung der "Digital Workplace Initiative" mit neuen, digitalen Arbeits- und Kommunikationsplattformen.
Mit einem umfassenden strategischen Programm nutzt Covestro die Chancen der Digitalisierung, insbesondere die intelligente Verwendung von Daten, und setzt neue Standards in der Zusammenarbeit mit Kunden. Wir verankern zunehmend digitale Technologien und Arbeitsweisen in der Produktion, entlang der Lieferkette, in der Forschung und Entwicklung, in den administrativen Unternehmensfunktionen, an allen Berührungspunkten mit Kunden sowie in der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Um unser strategisches Programm unmittelbar und zielgerichtet umzusetzen, haben wir ein hochrangiges Entscheidungsgremium unter Leitung des Vorstandsvorsitzenden zur Steuerung des Covestro-weiten Projektportfolios im Bereich Digitalisierung geschaffen. Ein wesentliches Entscheidungskriterium ist dabei der konkrete Nutzen für unsere Kunden. So haben wir bspw. im Berichtsjahr ein Expertenteam für digitale Lösungen (Digital Solutions Lab) am Standort Leverkusen etabliert, das fachliche Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung digitaler Produkte und Geschäftsmodelle bereitstellt. Im Bereich Produktion und Technik betreibt Covestro unter dem Namen "OSI 2020" ein Programm zur Digitalisierung technischer, betrieblicher und instandhaltungsbezogener Aktivitäten.
Covestro begreift die Digitalisierung als umfassende Weiterentwicklung mit verschiedenen Schwerpunkten und Geschwindigkeiten. In der Produktion arbeiten wir schon seit vielen Jahren mit Datenanalysen und investieren stetig in Mitarbeiter und Infrastruktur, um die Digitalisierung konsequent voranzutreiben - und so die Effizienz von Arbeits- und Produktionsprozessen mithilfe moderner Datenverarbeitung und der intelligenten Verknüpfung von Systemen zu erhöhen.
Covestro intensiviert im Zuge dessen auch die weitere Digitalisierung der Forschung und Entwicklung. Zu den zentralen Initiativen zählt hier u. a. der weitere Ausbau eines Hochleistungsrechner-Clusters am Standort Leverkusen. Darüber hinaus haben wir im Berichtsjahr den Aufbau einer unternehmensweiten Plattform für die Arbeit unserer Datenwissenschaftler in allen Unternehmensfunktionen weiter vorangetrieben. Als Basis hierfür haben wir im Geschäftsjahr 2020 eine neue unternehmensweite Bereitstellungsform für Daten, Rechenleistung sowie vorkonfektionierte Dienste in der Cloud initiiert.
Strategische Partnerschaften und Kooperationen
Um innovativ zu sein, arbeitet Covestro weltweit nicht nur mit seinen Kunden, sondern auch mit akademischen und industriellen Partnern eng zusammen - nach dem Open-Innovation-Ansatz, der für Covestro von großer strategischer Bedeutung ist. Bilaterale Kooperationen sowie die Zusammenarbeit in großen, öffentlich geförderten Konsortien prägen die Partnerschaften mit Forschungseinrichtungen und Universitäten sowie Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette.
Covestro pflegt langjährige und strategische Partnerschaften mit verschiedenen Universitäten.
Unter dem im Berichtsjahr neu entwickelten Covestro-Venture-Capital(COVeC)-Ansatz arbeiten wir mit Start-upUnternehmen zusammen und agieren als Start-up-Investor. Dabei verknüpfen wir den Bedarf von Start-ups in Bereichen wie Finanzierung, Kundennetzwerk und Marktzugang mit unserem strategischen Ziel, eine langfristig nachhaltige Entwicklung sicherzustellen. Im Geschäftsjahr 2020 investierte Covestro in das französische Start-up Crime Science Technology (C. S. T). Mit dieser Beteiligung stärkt Covestro sein Geschäft mit Spezialfolien für Ausweisdokumente und sichert sich Zugang zur "Optical Variable Material"(O.V.M)-Technologie für Polycarbonate und Polyurethane.
Neben der Zusammenarbeit mit Start-up-Unternehmen setzt Covestro auch auf Kooperationen mit etablierten Partnern. Ein Beispiel für die Zusammenarbeit in Verbundprojekten ist das Kopernikus-Projekt "Power-to-X" (P2X), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Für ein klimaneutrales Deutschland im Jahr 2050 benötigen die Bereiche Verkehr, Industrie und Wärmeerzeugung emissionsarme Lösungen. P2X untersucht einen der vielversprechendsten Ansätze: Technologien, die erneuerbaren Strom in andere Energieformen oder Materialien umwandeln, z. B. in Kraftstoffe, Wärme und Gase oder in chemische Rohstoffe und Kunststoffe. Covestro untersucht hier mit Partnern, wie Wasserstoff und CO2 in Polymer-Bausteine umgewandelt werden können, die in der Chemieindustrie dringend benötigt werden.
Um den Ausbau der CO2-Technologieplattform weiter voranzutreiben, engagieren wir uns u. a. seit dem Jahr 2017 in dem von der Europäischen Union geförderten Forschungsprojekt "Carbon4PUR". Gemeinsam mit 13 weiteren Partnern aus Industrie und Wissenschaft wird die Nutzung industrieller Abgase wie Kohlenmonoxid als neue Rohstoffquelle zur Produktion von Dämmstoffen und Lacken untersucht.
Zur Schließung der Kohlenstoffkreisläufe bieten elektrochemische Prozesse zudem einen guten Ansatzpunkt für zukunftsweisende, zirkuläre Lösungen für eine energieeffiziente Herstellung von Basischemikalien. Hierzu hat Covestro gemeinsam mit der RWTH Aachen University und dem Forschungszentrum Jülich das Kompetenzzentrum Industrielle Elektrochemie ELECTRA am Standort Aachen implementiert.
Als zentrale Unternehmensfunktion bei Covestro trägt das Allianzen-Management konzernübergreifend dazu bei, Kooperationen und Netzwerke zu planen und umzusetzen sowie die Themen Innovation und Nachhaltigkeit in der Landes-, Bundes- und Europapolitik zu positionieren.
5. Mitarbeiter
Am 31. Dezember 2020 beschäftigte die Covestro Deutschland AG 6.943 Mitarbeiter (Vorjahr: 6.876 Mitarbeiter). Der Personalaufwand belief sich im Geschäftsjahr 2020 auf 738 Mio. €.
Die weltweite Coronavirus-Pandemie forderte im Jahr 2020 konsequente und nachhaltige Maßnahmen zum Schutz unserer Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten sowie sonstiger Personengruppen. Als eine erfolgreiche Maßnahme zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie erwies sich die räumliche Distanzierung (Physical Distancing). So hat Covestro im Berichtszeitraum in zahlreichen Ländern die Mitarbeiter aufgefordert, von zu Hause zu arbeiten, soweit ihre Aufgaben dies zugelassen haben. Um die Zusammenarbeit auf digitalem Wege zu ermöglichen, hat das Unternehmen die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen z. B. in technischer, datenschutzrechtlicher sowie arbeitsorganisatorischer Hinsicht geschaffen, die erfolgreich realisiert und vielfältig genutzt wurden. Für eine transparente und zeitnahe Information sowie Kommunikation mit unseren Mitarbeitern weltweit hat Covestro bereits im Januar 2020 den "Coronavirus Info Hub" im Intranet initiiert. Hier werden neben offiziellen Hinweisen und (Reise-)Warnungen Möglichkeiten zum direkten Dialog angeboten. Zudem richtet sich der Vorstand mit einer Vielzahl fortlaufender Videos sowie mehrerer virtueller globaler Mitarbeiterveranstaltungen ("Townhalls") an die Mitarbeiter und nimmt dabei deren Fragen auf.
Unternehmenswerte und Unternehmenskultur
Covestro ist stolz auf seine Unternehmenswerte, zusammengefasst als "C 3 ": neugierig (Curious), mutig (Courageous) und vielfältig (Colorful). Neugierde treibt uns zum Weiterdenken an. So schaffen wir innovative und unerwartete Lösungen für unsere Kunden. Mut hilft uns, Wege zu erkennen, wo andere Grenzen sehen. Vielfalt fördert Mitarbeiterengagement und Kreativität, unterschiedliche Blickwinkel machen uns erfolgreich. Diese Werte leiten alle Mitarbeiter im Konzern an und spiegeln sich in ihrem täglichen Denken und Handeln wider.
Die Unternehmenskultur basiert auf den Covestro-Werten und -Verhaltensweisen und ist ein elementarer Bestandteil der Strategie. Unsere Mitarbeiter, insbesondere die Führungskräfte, beeinflussen und prägen die Unternehmenskultur. Sie stehen in der Verantwortung, mit ihrem Verhalten beispielhaft voranzugehen und die Kultur zu leben. Mitarbeiter und Führungskräfte arbeiten gemeinsam daran, "die Welt lebenswerter zu machen" und die Vision einer Kreislaufwirtschaft umzusetzen. Um diese Ziele zu erreichen, arbeiten wir konstant sowohl an strukturellen Veränderungen als auch an der Ausgestaltung unserer "Wir sind 1"-Kultur.
"Wir sind 1" beschreibt die von Covestro angestrebte Unternehmenskultur, welche aus vier Kulturdimensionen besteht: "Verantwortungsvoll handeln", "Bewegen wollen", "Gemeinsam gewinnen" und "Andere führen". Indem wir gemäß diesen Dimensionen handeln, möchten wir die Art und Weise unserer Zusammenarbeit stetig verbessern. Für die Kulturdimensionen wurden im Berichtsjahr zwölf Kernverhaltensweisen definiert mit dem Ziel, die Transformation hin zur Kreislaufwirtschaft zu unterstützen. Diese sollen zukünftig von allen Mitarbeitern gelebt werden und dabei helfen, unsere "Wir sind 1"-Kultur zu stärken und diese unseren Kunden, die im Mittelpunkt unseres Handelns stehen, näherzubringen.
Leitbild und Schwerpunkte der Personalarbeit
Digitalisierung, demografischer Wandel und der Trend zur Individualisierung verändern Inhalte und Ausprägungen unserer Arbeit. Im Fokus der Personalarbeit stehen deshalb die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen, die unseren Geschäftserfolg hinsichtlich dieser Veränderungen nachhaltig unterstützen und gleichzeitig berufliche Entfaltung sowie das Engagement des Einzelnen ermöglichen. In diesem Kontext leitet sich die Personalstrategie aus der übergeordneten Unternehmensstrategie ab. Gleichzeitig orientiert sich die Personalstrategie an unseren Unternehmenswerten und unserem Kulturverständnis.
Die übergeordneten Ziele der Personalstrategie werden von der Leitung der Unternehmensfunktion Human Resources (HR) in Absprache mit dem Covestro-Vorstand festgelegt. Die Förderung von Leistung und Möglichkeiten der persönlichen Einflussnahme stehen dabei ebenso im Vordergrund wie der Ausbau und die langfristige Entwicklung individueller Fähigkeiten und Kompetenzen der Mitarbeiter. Führungsverhalten und -verantwortung im Einklang mit unserem Kulturverständnis und den Unternehmenswerten von Covestro bilden hierbei die Basis und setzen Maßstäbe für erfolgsorientiertes Arbeiten, zukunftsorientierte Fähigkeitsentwicklung und den respektvollen Umgang miteinander. Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz haben für uns höchste Priorität. Zudem legen wir besonderes Augenmerk darauf, Diversität und Inklusion weiter zu intensivieren.
Innerhalb der vier strategischen Handlungsfelder Mitarbeiterengagement, Fähigkeitsentwicklung, Führung und Arbeitsumfeld schafft die Personalstrategie die Rahmenbedingungen für eine professionelle Entwicklung und Betreuung unserer Mitarbeiter. Auf Basis der Personalstrategie verfolgen alle Unternehmensfunktionen und Geschäftssegmente aufgabenorientierte Ziele, die mit der jeweils nächsten Führungsebene bzw. den jeweils nächsten Ebenen abgestimmt werden. Nachverfolgung, Anleitung und Überprüfung sowie ggf. notwendige Anpassungen erfolgen in regelmäßigen Terminen zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter.
Die HR-Organisation ist entsprechend den genannten Zielen inhaltlich und strukturell aufgestellt und bildet mit einem globalen Personalmanagementsystem die erforderlichen Prozesse ab.
Qualifizierte Mitarbeiter gewinnen und Arbeitgeberattraktivität fördern
Es ist eine strategische Herausforderung für Covestro, weltweit ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Wir wollen qualifizierte Mitarbeiter langfristig im Unternehmen halten, diese fachlich sowie persönlich weiterentwickeln und neue Talente dazugewinnen.
Daher verfolgen wir das Ziel, die Arbeitgebermarke (Employer Brand) zu stärken und den Bekanntheitsgrad stetig weiter auszubauen. Unsere Arbeitgebermarke haben wir noch stärker in den Gesamtauftritt von Covestro integriert und bündeln seit diesem Berichtsjahr unsere Markenstrategie unter einem gemeinsamen Ansatz. Die Arbeitgebermarke wird dabei stringent aus Sicht der unterschiedlichen Anspruchsgruppen entlang der Erfahrung von der Bewerbung bis zur Belegschaft verwendet.
Im Berichtszeitraum haben wir frühzeitig die Gesundheitsmaßnahmen im Rahmen der Coronavirus-Pandemie innerhalb der Bewerbungsprozesse zum Schutz unserer Mitarbeiter sowie der Kandidaten umgesetzt. Bereits vor der Coronavirus-Pandemie wurden die Aktivitäten im Bereich Arbeitgebermarketing vermehrt auf digitale Formate zur Ansprache und Rekrutierung von zukünftigen Mitarbeitern umgestellt und mit Beginn der Coronavirus-Pandemie dann weiter forciert. So haben wir bspw. bei Recruitingaktivitäten weltweit Interviews mit Kandidaten ausschließlich digital durchgeführt.
Mitarbeiter fördern und weiterentwickeln
Gut ausgebildetes und qualifiziertes Personal ist eine zentrale Voraussetzung für die Weiterentwicklung und unabdingbar für den Erfolg des Unternehmens. Wir sind überzeugt von dem Konzept des "lebenslangen Lernens". Daher unterstützen wir unsere Mitarbeiter dabei, sich in allen Phasen des Berufslebens persönlich und fachlich fortzubilden.
Mitarbeiter transparent und wettbewerbsfähig vergüten
Eine faire und marktgerechte Vergütung, die unabhängig vom Geschlecht und von anderen Diversitätskriterien festgelegt wird, ist unabdingbare Voraussetzung dafür, qualifizierte Mitarbeiter gewinnen, halten und motivieren zu können. Covestro kombiniert daher ein aufgabenbezogenes Grundgehalt mit erfolgsabhängigen Bestandteilen und umfangreichen Zusatzleistungen zu einer international wettbewerbsfähigen Gesamtvergütung, über die die Mitarbeiter transparent informiert werden.
Wir beteiligen unsere Mitarbeiter jährlich über das konzernweite Bonusprogramm "Covestro Profit Sharing Plan" (Covestro PSP) mit einer einheitlich berechneten Bonuszahlung am Erfolg des Unternehmens. Darüber hinaus nehmen Mitarbeiter in Führungsfunktionen am globalen Vergütungsprogramm "Prisma" teil, das für Auszahlungen den Aktienkurs von Covestro, auch im Vergleich zu unseren Wettbewerbern, heranzieht und so die langfristige Wertentwicklung des Unternehmens honoriert. Ferner steht ein globales Budget zur Verfügung, aus dem Vorgesetzte mit sogenannten Individual Performance Awards herausragendes Verhalten, Engagement und Leistung ihrer Mitarbeiter im Hinblick auf unsere Unternehmenswerte zeitnah honorieren können.
Um die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie abzufedern und die Liquidität des Unternehmens zu sichern, haben wir im Laufe des Berichtsjahres verschiedene Maßnahmen zur Begrenzung der Personalkosten ergriffen. Weltweit wurden zwischen dem 1. Juni und dem 30. November 2020 landesspezifische Entgeltreduzierungen vorgenommen. Grundsätzlich sind wir dabei dem Leitgedanken der fairen und gerechten Verteilung - über alle Regionen und Hierarchien hinweg - gefolgt. Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder haben hierzu den größten Beitrag geleistet und auf 15 % ihrer Vergütung in diesem Zeitraum verzichtet. In Deutschland haben sich bspw. Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretungen auf ein Modell geeinigt, das von Juni bis November 2020 eine Reduzierung der Arbeitszeit bei gleichzeitiger Absenkung des Entgelts für alle Arbeitnehmergruppen je nach Mitarbeiterkategorie um Beträge von bis zu 10 % ihres Gehalts vorsah. Leitende Mitarbeiter sowie leitende Angestellte wurden dabei zur freiwilligen Beteiligung an den Maßnahmen aufgerufen. Die erfreulich hohe Teilnahmequote von rund 94 % in diesen Mitarbeitergruppen zeigte den großen solidarischen Zusammenhalt unserer Belegschaft. Angesichts der deutlich verbesserten wirtschaftlichen Lage im 2. Halbjahr 2020 wurde weltweit den Teilnehmern des Solidarpakts zum Jahresende eine kompensierende Brutto-Einmalzahlung ausgezahlt.
Wie schon in den Jahren zuvor wurde auch im Jahr 2020 erneut das Aktienbeteiligungsprogramm "Covestment" angeboten, bei dem die Mitarbeiter Covestro-Aktien mit einem Kursabschlag erwerben können. Im Rahmen der zuvor erwähnten Maßnahmen zur Begrenzung der Personalkosten wurden die Konditionen in diesem Jahr allerdings gegenüber dem Vorjahr angepasst. In Deutschland haben 46 % aller Teilnahmeberechtigten hiervon Gebrauch gemacht.
Vielfältigkeit und Inklusion fördern
Wir setzen uns dafür ein, die Welt lebenswerter zu machen. Wir schätzen Unterschiede und engagieren uns für ein integratives Arbeitsumfeld, in dem verschiedene Kompetenzen, Talente, Erfahrungen und Überzeugungen willkommen sind und jeder mit Würde und Respekt behandelt wird - innerhalb und außerhalb unseres Unternehmens. Es ist unsere Überzeugung, dass eine vielfältige Belegschaft und ein integratives Umfeld wichtige Treiber für Innovation, Nachhaltigkeit, Mitarbeiterengagement und wirtschaftlichen Erfolg sind. Denn vielfältige Teams sind kreativer und gelangen zu besseren Entscheidungen. Vielfalt und Inklusion tragen so direkt zum weiteren Erfolg des Unternehmens bei. Covestro treibt Diversität und Inklusion als zentrale Bestandteile der Unternehmenskultur voran. Dabei steht im Fokus, dass jede Person sie selbst sein und ihre Potenziale vollständig entfalten kann. Die Einbeziehung verschiedener Perspektiven führt zu ausgewogeneren Entscheidungen und leistet somit einen wichtigen Beitrag zum Erfolg von Covestro.
Aus unseren Werten leitet sich unsere Diversitäts- und Inklusionsstrategie mit den nachfolgenden Handlungsfeldern ab: Beschäftigte, Unternehmen und Gemeinschaft (Colleagues, Company and Community). Diese drei Faktoren sind für Covestro essenziell, wenn es darum geht, eine starke, diverse, inklusive und innovative Arbeitskultur an unseren Standorten zu etablieren und somit einen wichtigen Beitrag zur Geschäftsentwicklung von Covestro zu leisten. Mithilfe dieser drei Faktoren fördern wir das Engagement unserer Mitarbeiter und externen Partner, unterstützen die Gewinnung, Bindung und berufliche Entwicklung unserer Mitarbeiter, weiten unsere Lieferantenvielfalt aus und leisten einen Beitrag für die Ausrichtung des Geschäfts von Covestro.
Mit globalen Aktionsplänen und regionalen Umsetzungsteams im Rahmen aller drei Handlungsfelder werden Ziele und Selbstverständnis zu Diversität und Inklusion (D&I) weiter im Unternehmen verankert. Der Vorstand für Produktion und Technik von Covestro fungiert als Sponsor und ist Mitglied des globalen Ausschusses für D&I. Globale Entscheidungen, z. B. zu Diversitätszielen, werden zudem im Gesamtvorstand von Covestro getroffen.
Arbeitsbedingungen und Arbeitsmodelle bestmöglich gestalten
Die Gesundheit, die Sicherheit und das Engagement unserer Beschäftigten sind uns äußerst wichtig. Die konstante Überwachung und Verbesserung der Arbeitssicherheit sowie das Erkennen von gesundheitsförderlichen bzw. krank machenden Arbeits- und Organisationsbedingungen gehören zu unseren Grundprinzipien. Hierzu bieten wir unseren Beschäftigten ein umfangreiches Präventionsangebot mit gesundheitsförderlichen Programmen und Initiativen. Dabei legen wir nicht nur einen Fokus auf die individuelle Gesundheitssituation unserer Mitarbeiter, sondern berücksichtigen auch aktuelle Umwelteinflüsse und gehen aktiv auf diese ein. Dies zeigte sich insbesondere im 1. Halbjahr 2020. Im Zuge der Coronavirus-Pandemie haben wir gemeinsam mit den Gesundheitsbeauftragten digitale Maßnahmen und Konzepte angeboten, die die Mitarbeiter in ihrer überwiegend neuen Situation sowohl bei der Arbeit zu Hause als auch unter veränderten Rahmenbedingungen in den Betrieben begleitet haben.
Die Unternehmensfunktion Human Resources wird dabei unterstützt durch die Unternehmensfunktionen Gesundheitsschutz, Sicherheit, Umwelt und Qualität sowie Recht, Compliance und Interne Revision. Diese stellen sicher, dass sämtliche internen Richtlinien sowie alle relevanten Vorgaben und Arbeitsgesetzgebungen erfüllt werden.
Darüber hinaus bieten wir unseren Mitarbeitern zeitgemäße Arbeitsbedingungen, damit sie in einer sich verändernden Arbeitswelt stets erfolgreich sein und ihre beruflichen Interessen mit privaten Belangen in Einklang bringen können. Dabei gehen wir in vielen Ländern über gesetzliche Verpflichtungen hinaus. So bieten wir, soweit mit den betrieblichen Abläufen vereinbar, z. B. Lösungen wie flexible Arbeitszeiten, Teilzeitarbeit, Heimarbeitsplätze und mobiles Arbeiten an. Auch der direkte Austausch mit unseren Mitarbeitern ist uns besonders wichtig. Dabei berücksichtigen wir nationale und internationale Informationspflichten.
Unsere soziale Verantwortung als Unternehmen und Arbeitgeber basiert auf unseren Unternehmenswerten und unserem uneingeschränkten Bekenntnis zur Wahrung und Förderung der Menschenrechte in unserem Einflussbereich. Dies bedeutet für uns auch, Arbeitsbedingungen zu schaffen, die auf respektvollem und wertschätzendem Umgang miteinander basieren und insbesondere Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz gewähren. Unsere nachhaltige Personalpolitik zeichnet sich zudem durch ein hohes Maß an sozialer Absicherung für unsere Belegschaft aus.
Förderung der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen
Durch das "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" vom 24. Mai 2015 sind in Deutschland bestimmte Gesellschaften verpflichtet, Zielgrößen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat, Vorstand und den nachfolgenden zwei Führungsebenen festzulegen und zu bestimmen, bis wann der jeweilige Frauenanteil erreicht werden soll.
Für den Aufsichtsrat der Covestro Deutschland AG wird der für die Covestro AG gemäß § 96 Absatz 2 Aktiengesetz (AktG) geltende gesetzliche Mindestanteil von jeweils 30 % Frauen und 30 % Männern analog angewandt. Der Aufsichtsrat der Covestro Deutschland AG besteht zum 31. Dezember 2020 aus jeweils sechs Frauen und Männern. Die Zielquote ist somit erfüllt.
Mit dem Ende der ersten Zielerreichungsperiode hat der Aufsichtsrat für den Frauenanteil im Vorstand der Covestro Deutschland AG eine Zielgröße von mindestens 40 % und eine Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2022 beschlossen. Zum 31. Dezember 2020 war der Vorstand mit einer Frau und drei Männern besetzt. Der Frauenanteil im Vorstand lag somit bei 25 %.
Zudem wurden neue Zielgrößen für die ersten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands durch den Vorstand festgelegt. Für den neuen Zeitraum bis zum 30. Juni 2022 hat sich die Covestro Deutschland AG einen Frauenanteil von mindestens 30 % für beide Ebenen zum Ziel gesetzt.
6. Umweltschutz
Umweltschutz und effiziente Ressourcennutzung sind grundlegende Treiber des Handelns von Covestro als energieintensivem Unternehmen. Dies gilt sowohl für die eigenen Geschäftstätigkeiten mit einem hohen Energiebedarf als auch für die Entwicklung innovativer Produktlösungen. So sind wir fortwährend bestrebt, Effizienzsteigerungen mit Blick auf Material- und Energieeinsatz sowie im Kontext von Emissionen und Abfallaufkommen zu erzielen. Mit unseren innovativen Produkten unterstützen wir darüber hinaus unsere Kunden dabei, ihre eigene Ressourceneffizienz zu steigern und Emissionen zu verringern. Beispiele finden sich in der Automobil- und Bauindustrie, beim Betreiben von Windkraftanlagen, in der Elektronikindustrie oder in der Möbel-, Sport- und Textilindustrie.
Für die Bereiche Umwelt und Energie wurden weltweit gültige Mindeststandards festgelegt, um unsere hohen Ansprüche bei der Ressourcenschonung und Verringerung der Emissionen sicherzustellen. Diese Standards sind an international anerkannte Normen und Regelwerke wie ISO 14001 (Umweltmanagement) und ISO 50001 (Energiemanagement) angelehnt. Wir analysieren und bewerten jedes Jahr die Auswirkungen, die unsere Aktivitäten auf die Umwelt haben. Aus der Bewertung unserer Umweltperformance leiten wir entsprechende Maßnahmen zur Reduzierung und Minimierung von Umwelteinwirkungen ab. Global geltende Prozess- und Ablaufbeschreibungen helfen uns dabei, diese Maßnahmen konzernweit umzusetzen. Das im Jahr 2008 eingeführte Energieeffizienzsystem nach ISO 50001 wurde im Berichtsjahr bereits zum neunten Mal an den großen deutschen Produktionsstandorten durch eine unabhängige Zertifizierungsgesellschaft überprüft, auditiert und bestätigt.
Erklärte Ziele von Covestro sind, Arbeitnehmer, Zulieferer und Dienstleister zu schützen, unterbrechungsfreie Abläufe sicherzustellen sowie die Qualität kontinuierlich zu verbessern. Hierzu ist der Leiter der Unternehmensfunktion für Gesundheit, Sicherheit, Umwelt, Energie und Qualität (Health, Safety, Environment, Energy and Quality, HSEQ) direkt vom Vorstand beauftragt. Das konzernweit implementierte integrierte Managementsystem sorgt für die Umsetzung der Vorgaben der HSEQ-Unternehmensrichtlinien und orientiert sich an international anerkannten Normen für Arbeitssicherheit (ISO 45001), Umwelt (ISO 14001), Energie (ISO 50001) und Qualität (ISO 9001).
Durch regelmäßig durchgeführte interne Audits, jährlich stattfindende Selbstbewertungen und externe Zertifizierungen wird sichergestellt, dass die Prozesse und Abläufe eingehalten werden. Die Erkenntnisse daraus fließen in die jährliche Managementbewertung ein. Jeder Prozess unterliegt somit einer fortlaufenden Überwachung und wird entsprechend den Erfordernissen angepasst.
Unser bestehendes HSEQ-Managementsystem entspricht den Anforderungen der aktuellen ISONormenrevisionen ISO 9001:2015, ISO 14001:2015 sowie ISO 45001 und wurde auch im Jahr 2020 auf der Grundlage der jeweils neuen ISO-Normen erfolgreich durch eine externe Zertifizierungsgesellschaft überprüft, auditiert und bestätigt. Im Einklang mit den genannten ISO-Normen sind spezifische Ziele definiert worden.
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, sämtliche natürlichen Ressourcen so effizient wie möglich zu nutzen und Emissionen in die Umwelt dabei möglichst zu verringern. Unser integriertes Managementsystem dient hier als Steuerungsinstrument, das wir stetig weiterentwickeln. Darüber hinaus helfen uns ausgereifte Datenmanagementsysteme dabei, Effizienzpotenziale zu identifizieren und zu nutzen sowie die Umweltauswirkungen unserer Produktion so gering wie möglich zu halten.
7. Chancen- und Risikobericht
Als global operierendes Unternehmen wird die Covestro Deutschland AG tagtäglich mit Chancen und Risiken konfrontiert und der Umgang mit diesen ist fester Bestandteil des Geschäftsbetriebs.
Unter einem Risiko verstehen wir interne und externe Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer negativen Abweichung von Prognosen bzw. Zielen des Konzerns führen können. Umgekehrt betrachten wir interne und externe Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer positiven Abweichung von Prognosen bzw. Zielen führen können, als Chance.
Derzeit sind keine Risiken zu erkennen, die den Fortbestand der Covestro Deutschland AG gefährden könnten.
Das Chancen- und Risikomanagement der Covestro Deutschland AG orientiert sich vollumfänglich an dem des Covestro-Konzerns, das im Folgenden im Detail dargestellt wird.
Ein gewissenhafter Umgang mit Chancen und Risiken gehört zur verantwortungsvollen Unternehmensführung (Corporate Governance). Er bildet die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und wirtschaftlichen Erfolg. Dies beinhaltet die Fähigkeit, Chancen systematisch zu erkennen und zu nutzen und gleichzeitig Risiken zu managen. Unsere unternehmerischen Entscheidungen, die wir täglich im Zuge der Geschäftsprozesse treffen, basieren auf einem ausgewogenen Umgang mit Chancen und Risiken. Wir betrachten das Management unserer Chancen und Risiken deshalb als wesentlichen Bestandteil unseres Business-Managementsystems und nicht als Aufgabe einer speziellen Unternehmensfunktion.
Unser Chancen- und Risikomanagement beginnt mit Strategie- und Planungsprozessen, aus denen relevante externe und interne Chancen und Risiken wirtschaftlicher, ökologischer oder sozialer Art abgeleitet werden. Die Chancen und Risiken werden durch Beobachtung und Analyse von Trends sowie makroökonomischen, branchenspezifischen, regionalen und lokalen Entwicklungen identifiziert. Nach Bewertung der erkannten Chancen und Risiken werden diese in unsere strategischen und operativen Prozesse integriert. Unser Ziel ist es, Risiken durch geeignete Gegenmaßnahmen zu vermeiden oder zu begrenzen bzw. sie so weit wie möglich und wirtschaftlich vertretbar auf Dritte zu übertragen (z. B. Versicherungsgesellschaften). Gleichzeitig bemühen wir uns darum, Chancen bestmöglich zu nutzen, indem wir sie bei unseren unternehmerischen Entscheidungen berücksichtigen. Wir nehmen bewusst überschaubare und kontrollierbare Risiken in Kauf, die in einem vernünftigen Verhältnis zu den erwarteten Chancen stehen. Diese betrachten wir als allgemeine Risiken der Geschäftstätigkeit. Chancen und Risiken werden laufend anhand von Indikatoren überwacht, damit z. B. Veränderungen im wirtschaftlichen oder rechtlichen Umfeld früh erkannt und bei Bedarf geeignete Gegenmaßnahmen getroffen werden können.
Damit der Vorstand und der Aufsichtsrat die wesentlichen Geschäftsrisiken gemäß den gesetzlichen Vorschriften überwachen können, werden die folgenden Systeme angewendet: ein internes Kontrollsystem, das die ordnungsgemäße und korrekte Finanzberichterstattung gemäß §§ 289 Absatz 4 und 315 Absatz 4 Handelsgesetzbuch (HGB) gewährleistet, ein Compliance-Managementsystem und ein Risikofrüherkennungssystem gemäß § 91 Absatz 2 Aktiengesetz (AktG).
Die verschiedenen Managementsysteme basieren auf unterschiedlichen Risikoarten, Risikocharakteristika und Zeitrahmen. Deshalb werden auch unterschiedliche Prozesse, Methoden und IT-Systeme zur Erkennung, Bewertung, Steuerung und Überwachung der Risiken eingesetzt. Die Grundsätze, die den unterschiedlichen Systemen zugrunde liegen, sind in Konzernrichtlinien dokumentiert. Diese sind in unsere zentralen Prozesse zur Dokumentenkontrolle integriert und stehen allen Mitarbeitern über das Intranet zur Verfügung. Der Vorstand von Covestro trägt die Hauptverantwortung für das Risikomanagement im Konzern. Die Verantwortung für die Effektivität und Zweckdienlichkeit des Gesamtsystems trägt der Finanzvorstand der Covestro AG entsprechend der Ressortverteilung.
Bewertet werden die Risiken anhand des geschätzten potenziellen Schadens unter Berücksichtigung von Gegenmaßnahmen, der Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens und ihrer Relevanz für unsere externen Stakeholder. Der potenzielle Schaden wird mithilfe des erwarteten EBITDA-Verlusts geschätzt. In Einzelfällen wird alternativ die Auswirkung auf den Free Operating Cash Flow (FOCF) herangezogen. Alle wesentlichen Risiken und die jeweiligen Gegenmaßnahmen werden in einer konzernweiten Datenbank dokumentiert. Das Risikofrüherkennungssystem wird im Laufe des Jahres regelmäßig überprüft. Wesentliche Änderungen müssen umgehend in der Datenbank erfasst und dem Vorstand mitgeteilt werden. Darüber hinaus wird dem Prüfungsausschuss mehrmals unterjährig und dem Aufsichtsrat mindestens einmal jährlich ein Bericht zum Risikoportfolio vorgelegt.
Da vor allem aufgrund der globalen Coronavirus-Pandemie ein fortwährend hoher Fokus auf dem Bereich Risikomanagement liegt, haben wir im Berichtsjahr die Kriterien zur Bewertung von Risiken bei Covestro überarbeitet. Dies führte in erster Linie zu einer Neuausrichtung der Eintrittswahrscheinlichkeiten und kumulierten Schadenshöhen. Dadurch werden ab sofort alle Risiken mit einer kumulierten Schadenssumme von 50 Mio. €. oder mehr als wesentlich erachtet. Die bisherige Wesentlichkeitsgrenze lag bei 60 Mio. €. Diese Anpassung hat nicht zu einer geänderten Einschätzung der gewichteten Risikoausprägung von Einzelrisiken geführt.
Die folgende Matrix zeigt die direkten finanziellen und indirekten finanziellen Kriterien, anhand derer ein gewichtetes Risiko als hoch, mittel oder niedrig eingestuft wird.
Bewertungsmatrix

1 Für die Einstufung eines Einzelrisikos, das sowohl direkten finanziellen als auch indirekten finanziellen Schaden in unterschiedlicher Ausprägung zur Folge haben kann, ist stets die höhere Ausprägung maßgeblich.
Kriterien zur Klassifizierung indirekter finanzieller Schäden
| Indirekter finanzieller Schaden | |||
|---|---|---|---|
| Moderat | Bedeutend | Erheblich | Schwerwiegend |
| --- | --- | --- | --- |
| Moderater Einfluss auf die Zielerreichung / nationale Berichterstattung | Bedeutender Einfluss auf die Zielerreichung / nationale Berichterstattung | Erheblicher Einfluss auf die Zielerreichung / internationale Berichterstattung in wesentlichen Absatzmärkten | Schwerwiegender Einfluss auf die Zielerreichung / ständige internationale Berichterstattung in Absatzmärkten von großer Bedeutung |
Prozessunabhängige Überwachung
Die Effektivität unserer Managementsysteme wird regelmäßig durch die Unternehmensfunktion Interne Revision einer unabhängigen und objektiven Untersuchung unterzogen, bei der schwerpunktmäßig die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien überprüft wird. Die Interne Revision unterstützt das Unternehmen außerdem beim Erreichen seiner Ziele, indem es die Effizienz und Effektivität von Governance-, Risikomanagement- und Kontrollprozessen systematisch prüft und Hilfestellungen bei deren Verbesserung gibt. Die Auswahl der Prüfgegenstände erfolgt anhand eines risikobasierten Ansatzes. Die Interne Revision erfüllt ihre Aufgaben gemäß international anerkannten Standards und liefert zuverlässige Prüfleistungen. Über die Ergebnisse der Prüfungen wird der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats regelmäßig informiert. Zudem wird ihm jährlich ein Bericht über das interne Kontrollsystem und seine Effektivität vorgelegt.
Risiken in den Bereichen Arbeits- und Gesundheitsschutz, Anlagensicherheit, Umweltschutz und Produktqualität werden durch spezifische Prüfungen in Hinblick auf Gesundheit, Sicherheit, Umwelt, Energie und Qualität (Health, Safety, Environment, Energy and Quality, HSEQ) bewertet.
Das Risikofrüherkennungssystem wird vom externen Abschlussprüfer im Rahmen seiner Jahresabschlussprüfung geprüft. Im Fokus steht dabei die Frage, ob es grundsätzlich geeignet ist, Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, frühzeitig zu identifizieren, sodass adäquate Gegenmaßnahmen getroffen werden können. Der Abschlussprüfer unterrichtet den Vorstand der Covestro AG und den Aufsichtsrat außerdem regelmäßig über die Ergebnisse der Prüfung und eventuell festgestellte Schwächen im internen Kontrollsystem. Die Erkenntnisse aus diesen Prüfungen finden auch bei der kontinuierlichen Verbesserung unserer Managementprozesse Berücksichtigung.
Gesamtbeurteilung der Chancen- und Risikolage
Die Chancen- und Risikoposition der Covestro Deutschland AG hat sich auch unter Berücksichtigung pandemiebezogener Risiken im Vergleich zum Vorjahr insgesamt nicht grundlegend verändert. Die aktuelle Bewertung zeigt, dass keines der im Folgenden berichteten Risiken bestandsgefährdend ist. Darüber hinaus konnten wir keine Interdependenzen erkennen, die sich zu einer Bestandsgefährdung unseres Unternehmens aufbauen könnten.
Aufgrund unseres Produktportfolios, unseres Know-hows und unserer Innovationskraft sind wir davon überzeugt, die aus unserem unternehmerischen Handeln resultierenden Chancen nutzen und den Herausforderungen, welche sich aus den nachfolgend genannten Risiken ergeben, erfolgreich begegnen zu können.
Chancen und Risiken im allgemeinen und im unternehmensspezifischen Geschäftsumfeld
Die im Folgenden erläuterten Risiken haben wesentliche Auswirkungen auf das EBITDA bzw. in Einzelfällen auf den FOCF unseres Konzerns. Als wesentlich werden dabei Risiken angesehen, deren potenzieller Schaden von Covestro auf 50 Mio. € (bislang: 60 Mio. €) oder höher geschätzt wird und / oder die, ungeachtet ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit, potenziell mindestens einen moderaten indirekten finanziellen Einfluss haben. Die Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken wird in der internen Steuerung dazu verwendet, Schwerpunktgebiete für das Corporate Risk Committee festzulegen. Die Risiken werden in diesem Bericht stärker aggregiert als in unserer internen Dokumentation. Dafür werden verschiedene Einzelrisiken in von uns definierten Risikokategorien zusammengefasst. Die folgende Übersicht zeigt die Risikoausprägungen, die den Einzelrisiken innerhalb der jeweiligen Risikokategorie zugeordnet sind. Eine Risikokategorie kann daher mehrere gewichtete Risikoausprägungen zeigen. Die Reihenfolge impliziert keine Wertigkeit der Risikokategorien.
Risikokategorien nach gewichteter Risikoausprägung

Geschäftsumfeld
Wenn es unter strategischen Gesichtspunkten vorteilhaft erscheint, ergänzen wir unser organisches Wachstum durch Akquisitionen von Unternehmen bzw. Unternehmensteilen. Durch die Nutzung von Synergiepotenzialen oder Skaleneffekten kann der Unternehmenserfolg dabei positiv beeinflusst werden. Ist die Geschäftsintegration jedoch nicht erfolgreich oder mit unerwartet hohen Integrationskosten verbunden, kann dies die Realisierung der geplanten qualitativen und quantitativen Ziele gefährden und das Ergebnis negativ beeinflussen. Um dies zu vermeiden, greift Covestro bei Bedarf für den Due-Diligence- oder Integrationsprozess auf die Unterstützung von Expertenteams zurück. Im Rahmen der Due Diligence werden zudem risikobehaftete Aspekte, wie bspw. die Einhaltung der geltenden Umwelt- und Arbeitsschutzbestimmungen, an den Produktionsstandorten überprüft. Hinsichtlich der Risiken aus Akquisitionen sind diese im Zusammenhang mit der im 3. Quartal 2020 angekündigten Übernahme des Geschäftsbereichs Resins & Functional Materials (RFM) von Koninklijke DSM N.V., Heerlen (Niederlande), in der entsprechenden Risikokategorie reflektiert.
Die wirtschaftlichen Bedingungen weltweit, vor allem aber in den geografischen Regionen, in denen Covestro tätig ist, wirken sich entscheidend auf die Ergebnisse des Unternehmens aus. Ihr Einfluss auf die Branchen, denen die direkten und indirekten Kunden von Covestro angehören, ist mit entscheidend für die Nachfrage nach unseren Produkten.
Negative Wirtschaftsentwicklungen, ausgelöst durch verschiedenste Ereignisse (wie z. B. durch weltweite Pandemien), können sich nachteilig auf die Weltwirtschaft und internationale Finanzmärkte im Allgemeinen auswirken. Diese haben in der Regel auch negative Auswirkungen auf die Absatzmärkte unserer Produkte, die meist zu einem Rückgang der Absatzmengen und des operativen Ergebnisses des Unternehmens führen. Das Ausmaß dieser Auswirkungen auf die Absatzmengen und das operative Ergebnis hängt zudem von der Kapazitätsauslastung in der Branche ab und diese wiederum vom Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage der jeweiligen Produkte. Ein Rückgang der Nachfrage führt zu verminderten Absatzmengen und letzten Endes zu einer verringerten Kapazitätsauslastung, die sich negativ auf die Margen auswirkt. Dagegen führt ein positives, von Wachstum und konjunkturellem Aufschwung gekennzeichnetes wirtschaftliches Umfeld üblicherweise zu einer Verbesserung des Unternehmenserfolgs.
Veränderungen der Risikosituation von Covestro gegenüber dem Vorjahr haben sich vorwiegend aus der derzeit global herrschenden Coronavirus-Pandemie ergeben, deren Folgen für die globale Wirtschaft nicht absehbar sind. Covestro verfügt über einen umfangreichen Pandemieplan, der durch globale Krisenmanagement-Teams umgesetzt wird. Diese haben umgehend zahlreiche unmittelbar greifende Gegenmaßnahmen eingeleitet, um eine Ausbreitung unter den Mitarbeitern zu verhindern. Die Auswirkungen der Pandemie sind immer noch spürbar und werden die weltweite wirtschaftliche Lage und damit auch die Geschäftsentwicklung von Covestro voraussichtlich weiterhin belasten. Dieses Risiko schätzen wir gemäß unserer Bewertungsmatrix als mittleres Risiko und als eine der derzeit großen Herausforderungen für Covestro ein. Das Risiko einer negativen Wirtschaftsentwicklung stufen wir insgesamt als mittel ein.
In der Vergangenheit gab es in den Märkten für die meisten unserer Produkte Phasen mit knappem Angebot, woraus ein Anstieg der Preise und Gewinnmargen resultierte. Demgegenüber führten Phasen mit starker Kapazitätsausweitung zu einem Überangebot mit rückläufigen Preisen und Gewinnmargen. Solche wechselnden Angebotssituationen werden häufig durch neue World-Scale-Anlagen oder die Erweiterung bestehender Produktionsanlagen zum Erzielen und Erhalten von positiven Skaleneffekten in den einzelnen Segmenten der Branche ausgelöst. Auf diese folgt ein Rückgang der branchenweiten Auslastungsraten.
Durch seine internationale Ausrichtung ist das Geschäft von Covestro den Einflüssen größerer Veränderungen der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Bedingungen und daraus resultierenden Vorschriften der Länder ausgesetzt, in denen Covestro geschäftlich vertreten ist. Die damit verbundenen Chancen und Risiken können sich sowohl positiv als auch negativ auf das Geschäft des Unternehmens auswirken und seine Erfolgsaussichten erheblich beeinflussen.
Ein konjunktureller Abschwung oder das veränderte Verhalten unserer Wettbewerber bzw. der Eintritt neuer Konkurrenten kann zu intensiverem Wettbewerb und damit zu Überkapazitäten auf dem Markt oder auch einem erhöhten Preisdruck führen. Die Risiken in diesem Bereich werden im Vergleich zum Vorjahr momentan als geringer eingestuft.
Weitere Chancen und Risiken können sich aus Abweichungen von unseren Einschätzungen hinsichtlich der konjunkturellen Weiterentwicklung der Märkte ergeben, die wir im Kapitel "Konjunkturausblick" schildern. Sollte sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zukünftig anders darstellen als prognostiziert, kann dies positiven oder negativen Einfluss auf unsere Umsatz- und Ergebniserwartung haben. Laufende Analysen des wirtschaftlichen Umfelds und der Konjunkturprognosen erlauben es uns, die erkannten Chancen zu nutzen und den Risiken mit einer Anpassung unserer Geschäftsstrategie zu begegnen.
Unternehmensspezifisches Umfeld
Einkauf
Unsere Nachhaltigkeitsgrundsätze und -anforderungen gegenüber unseren Partnern in der Wertschöpfungskette sind in unserem Verhaltenskodex für Lieferanten beschrieben. Dieser fordert von unseren Lieferanten, Umwelt- und Arbeitsschutzbestimmungen sowie Menschenrechte zu achten und somit z. B. jegliche Art der Kinderarbeit zu vermeiden. Eine Verletzung des Kodex birgt ein Reputationsrisiko für unser Unternehmen. Mit Lieferantenbewertungen und -audits überprüfen wir, ob die Anforderungen des Verhaltenskodex in der Lieferkette umgesetzt und eingehalten werden. Der Lieferantenkodex von Covestro basiert auf den Prinzipien des "UN Global Compact" und unserer Menschenrechtsposition.
Covestro benötigt signifikante Mengen an unterschiedlichen Energieformen und petrochemischen Rohstoffen für die Produktionsprozesse. Die Einkaufspreise für diese Energien und Rohstoffe können aufgrund der Marktbedingungen oder der Gesetzgebung erheblich schwanken. Erfahrungen aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass gestiegene Herstellungskosten nicht immer über Preisanpassungen an unsere Kunden weitergegeben werden können. Demgegenüber können sinkende Rohstoffpreise, die sich nicht unmittelbar in vollem Umfang verkaufspreisreduzierend auswirken, zu einer Verbesserung der Margen führen.
Um einkaufsbezogene Risiken wie Lieferengpässe oder größere Preisschwankungen zu verringern, beschaffen wir wichtige Einsatzstoffe und Materialien auf Basis langfristiger Lieferverträge und eines aktiven Lieferantenmanagements. Das Risiko schwankender Energiepreise minimieren wir, indem wir bei der Strom- und Dampferzeugung auf eine marktnahe Preisindexierung, eine Diversifikation der Brennstoffe sowie auf einen Mix aus externem Einkauf und Eigenerzeugung setzen.
Informationstechnologie (IT)
Globale IT-Systeme sind zunehmend die Basis für Geschäfts- und Produktionsprozesse sowie die interne und externe Kommunikation des Covestro-Konzerns. Eine wesentliche technische Störung oder gar ein Ausfall der IT-Systeme kann zu einer gravierenden Beeinträchtigung unserer Geschäfts- und Produktionsprozesse führen. In Zusammenarbeit mit unserer internen IT-Organisation werden technische Vorkehrungen, z. B. Datenwiederherstellungs- und Kontinuitätspläne, definiert und laufend weiterentwickelt.
Die Vertraulichkeit von internen und externen Daten ist für Covestro von elementarer Bedeutung. Ein Verlust der Vertraulichkeit, Integrität oder Authentizität von Daten und Informationen kann zu Manipulationen und / oder zu einem unkontrollierten Abfluss von Daten und Know-how führen. Diesem Risiko begegnen wir durch entsprechende Maßnahmen, z. B. in Form eines detaillierten Berechtigungskonzepts.
Zudem wurden ein IT-Sicherheitschef (Chief Information Technology Security Officer, CISO) ernannt und eine speziell auf dieses Thema spezialisierte Abteilung eingerichtet. Diese treiben die IT-Sicherheitsstrategie und die entsprechende Umsetzung für den Konzern voran. Durch diese Maßnahmen wollen wir einen Schutz auf dem aktuellsten Stand der Technik gewährleisten.
Innovation
Wir analysieren fortlaufend globale Trends und entwickeln innovative Lösungen, die zu ihrer Bewältigung beitragen. So begegnen wir den durch diese Trends entstehenden Herausforderungen und nehmen gleichzeitig die sich aus ihnen ergebenden Chancen wahr.
Ein Beispiel für Chancen durch Innovation ist die additive Fertigung, auch 3D-Druck genannt. Hierbei handelt es sich um einen neuen Markt mit Wachstumspotenzial für unsere Produkte. Covestro ist ein etablierter Akteur im Industriesegment für Polymere und verfügt über tiefgreifendes technologisches Verständnis auf diesem Gebiet. Dadurch sind wir gut aufgestellt, um durch Fortschritte im Bereich der additiven Fertigung einen Mehrwert für unser Unternehmen zu erzielen.
Aufgrund eines wachsenden Umweltbewusstseins und Interesses am Umweltschutz sowie gleichzeitig steigender Anforderungen an faire Arbeitsbedingungen entscheiden sich Kunden immer häufiger für nachhaltige Produkte. Unser Produktportfolio bietet solche Lösungen für verschiedene Bereiche des täglichen Lebens. Daher sehen wir hier eine Möglichkeit, unsere entsprechenden Marktanteile auszuweiten und in diesen Segmenten zu wachsen. Die Strategie von Covestro konzentriert sich gezielt auf Nachhaltigkeit und effiziente Produktion mit dem Ziel, Covestro vollständig auf Kreislaufwirtschaft auszurichten. Dazu entwickeln wir neue Technologien, Produkte und Geschäftsmodelle, die den Energieeinsatz und die CO2-Emissionen senken und so Chancen für Covestro eröffnen.
Die Begrenztheit natürlicher Ressourcen und die Bemühungen um den Klimaschutz führen zu einer verstärkten Nachfrage nach innovativen Produkten und Technologien, die den Ressourcenverbrauch reduzieren und Emissionen senken. Diese Entwicklungen werden durch steigende regulatorische Anforderungen sowie eine zunehmende Sensibilisierung der Verbraucher für eine nachhaltige Nutzung von Ressourcen weiter forciert. In diesem Kontext entwickelt Covestro neue Werkstoffe, die dazu beitragen, die Energieeffizienz weiter zu erhöhen und Emissionen zu verringern. So wird bspw. das von Covestro hergestellte Polyurethan mit einer positiven Energiebilanz in der Bauindustrie zur Wärmedämmung eingesetzt und Polycarbonat in der Automobilindustrie verwendet, um das Gewicht von Fahrzeugen und folglich ihren Kraftstoffverbrauch zu reduzieren.
Der technologische Fortschritt verändert nicht nur unsere Welt, sondern auch die Art, wie wir Geschäfte machen. Durch die Verwendung modernster digitaler Technologien möchten wir entlang der gesamten Wertschöpfungskette Mehrwert generieren, indem wir die Lieferkette optimieren, Wachstum ankurbeln und neue Geschäftsmodelle entwickeln.
Mitarbeiter
Qualifizierte und engagierte Mitarbeiter sind eine entscheidende Voraussetzung für den Unternehmenserfolg. In Ländern mit Vollbeschäftigung werden qualifizierte Fachkräfte und vor allem Mitarbeiter in Schlüsselpositionen von Unternehmen intensiv umworben. Sollte es uns nicht gelingen, in diesen Ländern im erforderlichen Ausmaß Mitarbeiter zu rekrutieren und an Covestro zu binden, könnte dies erhebliche negative Auswirkungen auf die zukünftige Unternehmensentwicklung haben. Das Risiko, den genauen Zeitpunkt nicht zu kennen, wann Mitarbeiter die Organisation verlassen könnten, führt potenziell zu einer unzureichenden Vorlaufzeit bezogen auf eine passende Neubesetzung. Aktuell schätzen wir diese Risiken als niedrig ein.
Basierend auf der Analyse der zukünftigen Bedürfnisse hat Covestro entsprechende Maßnahmen zur Personalrekrutierung und -entwicklung etabliert. So möchten wir u. a. durch ein umfassendes Personalmarketing ("Employer-Branding-Kampagne") unsere Zielgruppen von den Vorteilen unseres Unternehmens überzeugen. Unsere Personalpolitik basiert auf den Grundsätzen unserer Menschenrechtsposition, der Corporate Compliance Policy und unseren Unternehmenswerten. Wichtige Bestandteile dieser Personalpolitik sind eine wettbewerbsfähige Vergütung mit erfolgsabhängigen Komponenten sowie umfangreiche Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Die Ausrichtung auf personelle Vielfalt (Diversität) ermöglicht zudem die Ausschöpfung des gesamten Arbeitsmarktpotenzials.
Covestro ist auf gute Beziehungen zu seinen Mitarbeitern, den Gewerkschaften und den Mitarbeitervertretern angewiesen, um Arbeitsniederlegungen vermeiden, Restrukturierungsprogramme umsetzen, bestehende Tarifverträge abändern und faire, angemessene Löhne sowie andere wichtige Arbeitsbedingungen vereinbaren zu können.
Produktion und Wertschöpfung
Neben der Sicherheit unserer Produkte hat der Schutz unserer Mitarbeiter und der Umwelt sehr hohe Priorität. Risiken, die mit der Herstellung, der Abfüllung, der Lagerung und dem Transport von Produkten verbunden sind, werden durch ein integriertes Qualitäts-, Gesundheits-, Umwelt- und Sicherheitsmanagement vermindert. Diese Risiken können Personen-, Sach- und Umweltschäden, Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen sowie die Verpflichtung zu Schadensersatzzahlungen zur Folge haben.
Covestro verwendet bei seinen Produktionsprozessen große Mengen von Gefahrstoffen. Bei der Produktion entsteht Sondermüll und es werden Abwässer und Luftschadstoffe emittiert. Deshalb unterliegen die Aktivitäten von Covestro in zahlreichen Rechtsgebieten umfassenden internationalen, nationalen und lokalen Gesetzen, Bestimmungen, Regelungen und Verordnungen in Bezug auf den Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutz (Environment, Health, Safety, EHS). Zur Erfüllung dieser EHS-Bestimmungen sowie darüber hinausgehender Selbstverpflichtungen muss das Unternehmen erhebliche Ressourcen aufwenden. Kosten im Zusammenhang mit der Umsetzung und Einhaltung von EHS-Anforderungen sind Teil der Betriebskosten von Covestro und müssen somit durch die Preise gedeckt sein, zu denen das Unternehmen seine Produkte verkaufen kann. Bei Wettbewerbern von Covestro, die nicht von gleichermaßen strengen EHS-Anforderungen betroffen sind, können die Betriebskosten unter Umständen geringer sein, sodass sie ihre Produkte zu einem niedrigeren Preis anbieten können als Covestro.
Durch äußere Einflüsse wie Elementarereignisse, Brände / Explosionen, Sabotage oder Lieferunterbrechungen bei Hauptrohstoffen oder Zwischenprodukten, kann es an unseren Standorten zu Betriebsunterbrechungen kommen. Wir begegnen diesem Risiko, indem wir - soweit möglich und wirtschaftlich sinnvoll - die Fertigung bestimmter Produkte auf mehrere Standorte verteilen und Sicherheitsbestände aufbauen. Zudem wurde als verpflichtender Bestandteil unseres HSEQ-Managements ein Sicherheits- und Krisenmanagement für unsere Produktionsstandorte implementiert. Es dient dem Schutz von Mitarbeitern und Nachbarn, der Umwelt und der Produktionsanlagen vor den oben genannten Risiken. Die Grundlage hierfür bilden die Konzernregelungen "Corporate Security" und "Krisenmanagement".
Covestro operiert in Märkten, die langfristig zu einem Ausgleich der Angebots- und Nachfragesituation tendieren. Sollte es jedoch zu geplanten oder ungeplanten Schließungen, Unterbrechungen oder sogar zum Ausscheiden eines unserer Wettbewerber kommen, könnten sich für Covestro Möglichkeiten ergeben, in Hinblick auf Profitabilität und Wachstum, kurz- bis mittelfristig zusätzlich am Markt zu partizipieren.
Mit Blick auf ein gestiegenes ökologisches Bewusstsein eröffnen sich für Covestro Chancen in doppelter Hinsicht. Zum einen erschließen sich Marktpotenziale aus der Entwicklung innovativer Werkstoffe für unsere Kunden. Zum anderen können neben einer Entlastung der Umwelt Kostenvorteile realisiert werden, wenn es gelingt, die Energieeffizienz der eigenen Produktionsprozesse weiter zu steigern. So wollen wir mit der Entwicklung neuer Produktionstechnologien und der Anwendung international anerkannter Energiemanagementsysteme dazu beitragen, steigende regulatorische Umweltschutzbestimmungen zu erfüllen, Emissionen und Abfall weiter zu reduzieren und die Energieeffizienz zu erhöhen. Hierdurch leisten wir nicht nur einen Beitrag zum nachhaltigen Klimaschutz und zur Schonung der natürlichen Ressourcen, sondern erzielen auch einen Kosten- bzw. Wettbewerbsvorteil.
Organisches Wachstum durch Investitionsprojekte kann Risiken in Bezug auf den geeigneten Umfang, Standort und Zeitpunkt der Projekte mit sich bringen. Diese Risiken werden mithilfe etablierter Prozesse identifiziert, bei denen sowohl Mitarbeiter als auch externe Stakeholder eingebunden werden. Ein stabiler Prozess zur Beurteilung von Investitionsvorhaben trägt dazu bei, dass wir zum richtigen Zeitpunkt auf organische Wachstumschancen setzen und während der gesamten Projektdauer das Marktumfeld auf mögliche Veränderungen überprüfen. So können wir bei Bedarf rechtzeitig darauf reagieren.
Produktverantwortung
Der Covestro-Konzern ist dem Risiko ausgesetzt, dass seine Reputation durch negative Berichterstattung, Pressespekulationen und potenzielle oder tatsächliche rechtliche Auseinandersetzungen in Zusammenhang mit seinen geschäftlichen Aktivitäten geschädigt wird. Wenn die chemische Industrie im Allgemeinen oder die Prozesse und Produkte sowie die externe Kommunikation von Covestro im Besonderen negativ durch die Gesellschaft wahrgenommen werden, kann dies dem Unternehmen ebenfalls schaden. Auch die unsachgemäße Anwendung und Handhabung unserer Produkte durch Dritte können sich rufschädigend auswirken.
Darüber hinaus können Bedenken bezüglich der Produktsicherheit und der Umweltverträglichkeit Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung der Produkte und Aktivitäten von Covestro, die Wirtschaftlichkeit bestimmter Produkte, den Ruf des Unternehmens und die Fähigkeit zum Gewinnen und Binden von Mitarbeitern haben. Um vollumfänglich zu verstehen, welche Auswirkungen die chemischen Bestandteile unserer Produkte haben, sind Fachkenntnisse erforderlich. Deshalb können Behauptungen, diese Verbindungen seien schädlich, zu Rufschädigungen führen, auch wenn diese Behauptungen durch Experten entkräftet werden können. Derartige Äußerungen können zu verändertem Verbraucherverhalten oder zusätzlichen behördlichen Bestimmungen führen, selbst wenn eine schädliche Wirkung nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist oder sogar wissenschaftliche Gegenbeweise vorliegen.
Recht und Compliance
Ethisches Verhalten ist ein Thema von essenzieller Bedeutung für die Gesellschaft. Viele Stakeholder beurteilen Unternehmen nicht nur danach, ob sie "legal", sondern auch, ob sie "legitim" handeln. Der Covestro-Konzern bekennt sich zu einer nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen seines wirtschaftlichen Handelns. Verstöße gegen diese Selbstverpflichtung können zu einer negativen Berichterstattung in den Medien und somit zu einer negativen Wahrnehmung des Covestro-Konzerns in der Öffentlichkeit führen. Diesem Risiko begegnen wir durch eine verantwortungsvolle Unternehmensführung, die darauf abzielt, neben wirtschaftlichem auch ökologischen und gesellschaftlichen Nutzen zu generieren.
Die Covestro Deutschland AG ist Risiken aus Rechtsstreitigkeiten oder -verfahren ausgesetzt, an denen wir entweder aktuell beteiligt sind oder die sich in Zukunft ergeben könnten. Das betrifft vor allem die Bereiche Produkthaftung, Kartellrecht, Wettbewerbsrecht, Patentrecht, Steuerrecht sowie Umweltschutz.
Ermittlungen und Untersuchungen aufgrund einer möglichen Verletzung gesetzlicher Vorschriften oder regulatorischer Bestimmungen, etwa ein potenzieller Verstoß gegen das Kartellrecht, oder aufgrund bestimmter Marketing- und Vertriebspraktiken können straf- und zivilrechtliche Sanktionen zur Folge haben. Diese Sanktionen bergen das Risiko, mit erheblichen monetären Strafen sowie weiteren finanziellen Nachteilen verbunden zu sein. Sie können außerdem der Reputation von Covestro schaden und sich letztlich nachteilig auf unseren Unternehmenserfolg auswirken.
Mit der Kohlenmonoxid-Versorgungsleitung sollen die Chemiestandorte Dormagen und Krefeld-Uerdingen verbunden und das schon bestehende Verbundsystem zwischen Dormagen und Leverkusen ergänzt werden. Damit soll eine sichere, reibungslose und standortübergreifende Versorgung mit Kohlenmonoxid sichergestellt werden. Die Inbetriebnahme der Ende 2009 nahezu fertiggestellten Pipeline ist aufgrund laufender gerichtlicher Verfahren derzeit noch nicht möglich. Nachdem das Verwaltungsgericht Düsseldorf im Jahr 2011 die wesentlichen Aspekte des Planfeststellungsbeschlusses, insbesondere die Sicherheit der verwendeten Materialien und die Rechtskonformität des Rohrleitungsgesetzes, bestätigt hatte, gingen die Kläger und die beklagte Bezirksregierung in Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht Münster. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte im Jahr 2014 keine prinzipiellen Einwände gegen die Sicherheit und Trassenwahl der Pipeline, stellte jedoch die Verfassungsmäßigkeit des Rohrleitungsgesetzes infrage, welches die rechtliche Basis des Projekts darstellt. Am 21. Dezember 2016 wies das Bundesverfassungsgericht die entsprechende Vorlagefrage des Oberverwaltungsgerichts Münster mit Beschluss als unzulässig zurück und bestätigte damit die rechtliche Einschätzung der Covestro Deutschland AG. Daraufhin setzte sich das Oberverwaltungsgericht Münster wieder mit dem Berufungsverfahren inhaltlich auseinander und wies mit Urteil vom 31. August 2020 die Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss vollumfänglich ab. Das Oberverwaltungsgericht hat die Revision gegen sein Urteil nicht zugelassen. Dagegen können die Kläger nunmehr Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erheben.
Finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken
Die Covestro Deutschland AG ist Liquiditätsrisiken, Fremdwährungs- und Zinschancen und -risiken, Kreditrisiken und Risiken aus Pensionsverpflichtungen ausgesetzt. Zur Steuerung der finanziellen Chancen und Risiken sind entsprechende Prozesse etabliert und dokumentiert. Einen Baustein bildet dabei die Finanzplanung, die als Basis zur Ermittlung des Liquiditätsbedarfs und des Fremdwährungsrisikos dient. Die Finanzplanung umfasst einen Planungshorizont von zwölf Monaten und wird regelmäßig aktualisiert.
Im weiteren Verlauf werden finanzwirtschaftliche Risiken aufgeführt, welche - unabhängig von ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit - von Bedeutung für das Unternehmen sind.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen zu können. Der Liquiditätsstatus aller wesentlichen Konzerngesellschaften wird kontinuierlich geplant und überwacht. Die Sicherstellung der Liquidität erfolgt durch Liquiditätsbündelung ("Cash Pooling Agreements") sowie interne und externe Finanzierungen. Eine im Jahr 2020 erneuerte und erhöhte syndizierte, revolvierende Kreditfazilität bietet zusätzlichen Liquiditätsspielraum.
Fremdwährungschancen und -risiken
Fremdwährungschancen und -risiken ergeben sich für die Covestro Deutschland AG aus Änderungen von Wechselkursen und den damit verbundenen Wertänderungen.
Materielle Forderungen und Verbindlichkeiten aus operativer und finanzieller Geschäftstätigkeit werden für liquide Währungen in voller Höhe mit Devisentermingeschäften gesichert.
Die geplante Fremdwährungsposition wurde im Berichtsjahr nicht gesichert. Im Fall eines signifikanten Anstiegs des Fremdwährungsrisikos erfolgt die Sicherung der geplanten Fremdwährungsposition ebenfalls über Devisentermingeschäfte.
Zinschancen und -risiken
Durch Änderungen der Kapitalmarktzinsen ergeben sich Zinschancen und -risiken für die Covestro Deutschland AG. Diese Bewegung kann zu einer Änderung des Zeitwerts von festverzinslichen Finanzinstrumenten sowie von Zinszahlungen bei variabel verzinslichen Finanzinstrumenten führen. Um ungünstige Auswirkungen zu minimieren, wird das Zinsänderungsrisiko zentral über eine laufzeitoptimierte Verschuldungsstruktur gesteuert.
Kreditrisiken
Die Werthaltigkeit von Forderungen und anderen finanziellen Vermögenswerten der Covestro Deutschland AG kann beeinträchtigt werden, wenn Transaktionspartner ihren Zahlungs- oder sonstigen Leistungsverpflichtungen nicht nachkommen.
Zur Steuerung der Kreditrisiken aus Forderungen sind verantwortliche Kreditmanager benannt, die regelmäßig Bonitätsanalysen durchführen und für jeden Kunden ein Kreditlimit festlegen. Die Covestro Deutschland AG schließt für nichtderivative Finanzinstrumente mit seinen Kunden keinen Rahmenvertrag zur Aufrechnung von finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten ("Master Netting Agreement") ab. Hier stellt der Gesamtbetrag der finanziellen Vermögenswerte das maximale Ausfallrisiko dar. Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten können, bei Vorliegen entsprechender Rahmenverträge, mit negativen Marktwerten saldiert werden.
Kapitalmarktentwicklungen als Risiko für Pensionsverpflichtungen
Die Covestro Deutschland AG hat Verpflichtungen gegenüber jetzigen und früheren Mitarbeitern aus Pensionszusagen. Veränderungen relevanter Bewertungsparameter, wie Zinssätze, Sterbewahrscheinlichkeiten und Gehaltssteigerungsraten, können eine Erhöhung des Barwerts der Pensionsverpflichtungen bedingen, was zusätzliche Aufwendungen für Pensionspläne erforderlich macht. Ein Teil der Pensionsverpflichtungen des Unternehmens ist durch Planvermögen gedeckt. Rückläufige oder gar negative Erträge aus den Anlagen des Planvermögens können sich ungünstig auf den zukünftigen beizulegenden Zeitwert des Planvermögens auswirken. Möglich ist, dass beide Effekte die Ertragslage des Unternehmens negativ beeinflussen und zusätzliche Zahlungen des Unternehmens notwendig machen.
Dem Risiko von Marktwertschwankungen des Planvermögens wird durch eine ausgewogene strategische Anlagenallokation und eine ständige Analyse der Anlagerisiken bezogen auf die Pensionsverpflichtungen begegnet.
8. Konjunkturausblick
Das Jahr 2021 wird, bedingt durch das Andauern der Coronavirus-Pandemie, voraussichtlich weiterhin herausfordernd für die Weltwirtschaft sein. Durch die zunehmende Verfügbarkeit von Impfstoffen und der daraus resultierenden Möglichkeit einer kontrollierten Pandemiebekämpfung erwarten wir für alle Regionen eine Rückkehr zu positiven Wachstumsraten, die voraussichtlich in Summe zu einem Wachstum der Weltwirtschaft von etwa 4 % führen werden.
In Westeuropa rechnen wir mit einem Wachstum leicht unterhalb des Weltniveaus. Die pandemiebedingten Einschränkungen stellen weiterhin eine Herausforderung für die Wirtschaft dar. Demgegenüber haben vor allem die stimulierend wirkenden Wiederaufbaufonds der Europäischen Union (EU), eine weiterhin expansive Fiskalpolitik und das zwischen der EU und China abgeschlossene Investitionsabkommen einen positiven Effekt auf das Wachstum. Für die exportorientierte Wirtschaft in Deutschland rechnen wir mit einem Wachstum von 2,8 %.
Osteuropa und Afrika werden dagegen voraussichtlich nicht ganz zu diesen Wachstumsraten aufschließen können. Osteuropäische energieerzeugende Länder wie Russland stehen durch niedrige Preise und Produktionsbeschränkungen weiterhin vor Herausforderungen. Vor allem in Nordafrika werden Länder mit einem großen Tourismussektor nach wie vor unter Druck stehen, da dieser mindestens im 1. Quartal 2021 unter dem Niveau vor Beginn der Pandemie bleiben wird. Für die Region Lateinamerika gehen wir von einem Wachstum leicht unterhalb des Weltniveaus aus. Die Ursache dafür ist das Auslaufen der Konjunkturprogramme.
Die Regionen Naher Osten und Nordamerika werden voraussichtlich eine vergleichbare Entwicklung zur Weltwirtschaft zeigen. Dabei ist zu erwarten, dass im Nahen Osten die Erdölindustrie der treibende Faktor sein wird. Die steigenden Erdölpreise erhöhen die Einnahmen der Exporteure, was wiederum den Bedarf an Krediten senken wird. Aufgrund einer zunehmenden Zahl von Coronavirus-Infektionen und den daraus folgenden Eindämmungsmaßnahmen wird das Wachstum in den USA gehemmt. Voraussichtlich werden sich die USA dennoch aufgrund von neuen fiskalpolitischen Impulsen verhältnismäßig gut erholen und könnten Ende 2021 wieder das Niveau des Jahres 2019 erreichen.
Der Region Asien-Pazifik wird voraussichtlich die Bewältigung der Pandemie mit vergleichsweise moderaten Einschränkungen gelingen, sodass sie früher als die übrigen Regionen zu einem Wachstum oberhalb des Weltniveaus zurückkehren kann. Positive Effekte sind durch das neue Freihandelsabkommen "Regional Comprehensive Economic Partnership" (RCEP) zu erwarten. Für China rechnen wir im Jahr 2021 mit einem überdurchschnittlich starken Wirtschaftswachstum von etwa 7,6 %. Allerdings könnte die Dynamik der Erholung durch das Auslaufen von konjunkturpolitischen Maßnahmen gebremst werden.
Hauptabnehmerindustrien 2
Für das Jahr 2021 rechnen wir für die weltweite Automobilindustrie mit einer Rückkehr zu einer positiven Wachstumsrate, die in Höhe von etwa 17 % erwartet wird. Neben der Region Lateinamerika als Vorreiter mit der größten Wachstumsrate werden voraussichtlich auch alle übrigen Regionen zu einem deutlich positiven Wachstum zurückkehren.
Für die globale Bauindustrie erwarten wir im Jahr 2021 ein positives Wachstum von ca. 1 %. Westeuropa wird voraussichtlich eine leicht positive Wachstumsrate verzeichnen können. Die Bauindustrie in Nordamerika und Asien-Pazifik bleibt voraussichtlich stabil, wohingegen wir für Osteuropa und Lateinamerika weiterhin leicht negative Wachstumsraten erwarten.
Wir gehen davon aus, dass sich die globale Elektrik-, Elektronik- und Haushaltsgeräteindustrie im Jahr 2021 mit einem Wachstum von rund 6 % wieder über dem Niveau des Vorjahres entwickeln wird. Für alle Regionen rechnen wir mit deutlich positiven Wachstumsraten, wobei sich die Regionen Lateinamerika und Asien-Pazifik etwas besser entwickeln dürften als Europa und Nordamerika.
In der globalen Möbelindustrie erwarten wir für das Jahr 2021 ein Wachstum von ca. 5 %, im Wesentlichen getrieben durch die Entwicklung der Region Asien-Pazifik. Für Europa erwarten wir ebenfalls eine deutlich positive Entwicklung. In Lateinamerika und Nordamerika gehen wir von leicht positiven Wachstumsraten aus.
2 Eigene Berechnung, basierend auf den folgenden Quellen: LMC Automotive Limited, B+L, CSIL (Centre for Industrial Studies), Oxford Economics
9. Umsatz- und Ergebnisprognose
Auf der Basis der in diesem Bericht beschriebenen Geschäftsentwicklung ergeben sich unter Abwägung der Risiko- und Chancenpotenziale die folgenden Prognosen:
Die zum 31. Dezember 2019 formulierte Umsatz- und Ergebnisprognose konnte nicht erreicht werden. Diese Entwicklung ist insbesondere auf die Coronavirus-Pandemie zurückzuführen. Die Absatzmengen im Kerngeschäft haben sich entgegen unserer Prognose rückläufig entwickelt und die Umsatzerlöse sind deutlich niedriger ausgefallen als erwartet. Die Rohstoffpreise sind entgegen unserer Erwartung im Geschäftsjahr 2020 gesunken, konnten jedoch die ebenfalls negative Entwicklung der Verkaufspreise nicht kompensieren. Das operative Ergebnis 2020 ist entgegen unserer Prognose signifikant niedriger ausgefallen als im Jahr zuvor.
Für das Geschäftsjahr 2021 erwarten wir aufgrund unserer Annahmen zur konjunkturellen Entwicklung einen besseren Geschäftsverlauf im Vergleich zum Vorjahr. Sowohl für das Mengenwachstum im Kerngeschäft als auch für den Umsatz insgesamt erwarten wir eine Entwicklung deutlich über Vorjahresniveau. Darüber hinaus gehen wir für das Gesamtjahr 2021 von einer Steigerung der Rohstoffpreise im Vergleich zum Jahr 2020 aus.
Wir sehen das Geschäftsjahr 2021 als ein Jahr der Erholung. Für das Jahr 2021 rechnen wir mit einem operativen Ergebnis der Covestro Deutschland AG, welches signifikant über dem des Geschäftsjahres 2020 liegen könnte. Eine genaue Prognose ist jedoch aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Unwägbarkeiten sehr schwierig.
Leverkusen, 16. Februar 2021
Covestro Deutschland AG
Der Vorstand
Dr. Markus Steilemann, Vorsitzender
Sucheta Govil
Dr. Klaus Schäfer
Dr. Thomas Toepfer
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die Covestro Deutschland AG, Leverkusen
Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Covestro Deutschland AG, Leverkusen - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Covestro Deutschland AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 geprüft. In Erweiterung unseres Auftrags haben wir in die inhaltliche Prüfung des Lageberichts auch diejenigen Angaben einbezogen, die aus der nichtfinanziellen Erklärung der Covestro AG in den Lagebericht der Covestro Deutschland AG übernommen wurden und dort bereits Gegenstand der erweiterten Prüfung waren. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die in Abschnitt 5 des Lageberichts enthalten ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― | entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 und |
| ― | vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die in Abschnitt 5 des Lageberichts enthalten ist.
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
| ― | wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder |
| ― | anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. |
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG
Wir haben geprüft, ob die Gesellschaft ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 eingehalten hat. Darüber hinaus haben wir die Tätigkeitsabschlüsse für die Tätigkeiten Elektrizitätsverteilung und Gasverteilung nach § 6b Abs. 3 Satz 1 - bestehend jeweils aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom1. Januar bis zum 31. Dezember 2020 sowie die als Anlage beigefügten Angaben zu den Rechnungslegungsmethoden für die Aufstellung der Tätigkeitsabschlüsse - geprüft.
| ― | Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten. |
| ― | Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entsprechen die beigefügten Tätigkeitsabschlüsse in allen wesentlichen Belangen den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG. |
Wir haben unsere Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Führung getrennter Konten und der Tätigkeitsabschlüsse in Übereinstimmung mit § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung nach § 6b Energiewirtschaftsgesetz (IDW PS 610 n.F.) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist nachfolgend weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir wenden als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Anforderungen des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) an. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG zu dienen.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten. Die gesetzlichen Vertreter sind auch verantwortlich für die Aufstellung der Tätigkeitsabschlüsse nach den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachtet haben, um die Pflichten zur Führung getrennter Konten einzuhalten.
Die Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für die Tätigkeitsabschlüsse entspricht der im Abschnitt "Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht" hinsichtlich des Jahresabschlusses beschriebenen Verantwortung mit der Ausnahme, dass der jeweilige Tätigkeitsabschluss kein unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Tätigkeit zu vermitteln braucht.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten der Gesellschaft nach § 6b Abs. 3 EnWG.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen,
| ― | ob die gesetzlichen Vertreter ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten haben und |
| ― | ob die Tätigkeitsabschlüsse in allen wesentlichen Belangen den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG entsprechen. |
Ferner umfasst unsere Zielsetzung, einen Vermerk in den Bestätigungsvermerk aufzunehmen, der unsere Prüfungsurteile zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG beinhaltet.
Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten umfasst die Beurteilung, ob die Zuordnung der Konten zu den Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 4 EnWG sachgerecht und nachvollziehbar erfolgt ist und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.
Unsere Verantwortung für die Prüfung der Tätigkeitsabschlüsse entspricht der im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" hinsichtlich des Jahresabschlusses beschriebenen Verantwortung mit der Ausnahme, dass wir für den jeweiligen Tätigkeitsabschluss keine Beurteilung der sachgerechten Gesamtdarstellung vornehmen können.
Düsseldorf, den 17. Februar 2021
**KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Dr. Zeimes, Wirtschaftsprüfer
Georgi, Wirtschaftsprüfer
Bericht des Aufsichtsrats
der Covestro Deutschland AG
Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat im Berichtszeitraum regelmäßig ausführlich in schriftlicher sowie in mündlicher Form über die wirtschaftliche Lage und die Entwicklung des Unternehmens berichtet.
Der Jahresabschluss der Covestro Deutschland AG für das Geschäftsjahr 2020, bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang, sowie der Lagebericht wurden nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften für Kapitalgesellschaften erstellt. Der Abschlussprüfer, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Düsseldorf, hat den Jahresabschluss sowie den Lagebericht geprüft. Der Abschlussprüfer hat keine Einwendungen erhoben und einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Jahresabschluss, der Lagebericht und der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers haben allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vorgelegen. Den Jahresabschluss haben wir geprüft. Es bestanden keine Einwendungen. Wir stimmen daher dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zu.
Den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2020 billigen wir. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Auch über den Lagebericht wurde Einvernehmen erzielt.
Mit der Covestro AG besteht ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Für den Berichtszeitraum vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020 wird der Gewinn unter Beachtung geltender Gesetze an die Covestro AG abgeführt.
Leverkusen, den 22. Februar 2021
Für den Aufsichtsrat
Dr. Richard Pott, Vorsitzender des Aufsichtsrates