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Commerzbank AG Interim / Quarterly Report 2023

Aug 4, 2023

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Interim / Quarterly Report

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Zwischenbericht zum 30. Juni

Kennzahlen

Gewinn-und Verlust-Rechnung 1.1.–30.6.2023 1.1.– 30.6.2022
Operatives Ergebnis (Mio. €) 1 764 1 289
Operatives Ergebnis je Aktie (€) 1,41 1,03
Den Commerzbank-Aktionärinnen und -Aktionären und den Investoren in
zusätzliche Eigenkapitalbestandteile zurechenbares Konzernergebnis (Mio. €)
1 145 768
Den Commerzbank-Aktionärinnen und -Aktionären zurechenbares
Konzernergebnis (Mio. €)
950 578
Ergebnis je Aktie (€) 0,76 0,46
Operative Eigenkapitalrendite auf Basis CET1¹ (%) 14,5 10,8
Eigenkapitalrendite auf das Konzernergebnis¹,
² (%)
8,1 5,4
Aufwandsquote im operativen Geschäft (exkl. Pflichtbeiträge) (%) 55,6 54,9
Aufwandsquote im operativen Geschäft (inkl. Pflichtbeiträge) (%) 61,5 64,3
Bilanz 30.6.2023 31.12.2022
Bilanzsumme (Mrd. €) 501,6 477,4
Risikoaktiva (Mrd. €) 174,0 168,7
Bilanzielles Eigenkapital (Mrd. €) 31,9 30,9
Bilanzielle Eigenmittel (Mrd. €) 38,9 37,8
Regulatorische Kennzahlen 30.6.2023 31.12.2022
Kernkapitalquote (%) 16,3 16,0
Harte Kernkapitalquote3 (%) 14,4 14,1
Gesamtkapitalquote (%) 19,0 18,9
Verschuldungsquote (%) 4,9 4,9
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach VZK (Stammpersonal und Nachwuchs) 30.6.2023 31.12.2022
Inland 25 004 25 734
Ausland 12 483 12 118
Gesamt 37 487 37 852
Ratings⁴ 30.6.2023 31.12.2022
Moody's Investors Service, New York⁵ A1/A2/P–1 A1/A2/P–1
S&P Global, New York⁶ A/A–/A–2 A–/BBB+/A–2

¹ Auf das Jahr hochgerechnet.

2 Quotient aus Commerzbank-Aktionärinnen und -Aktionären zurechenbarem Konzernergebnis nach Abzug des potenziellen (komplett diskretionären) AT-1-Kupons und durchschnittlichem IFRS-Eigenkapital nach Abzug Immaterieller Anlagewerte ohne zusätzliche Eigenkapitalbestandteile und Nicht beherrschende Anteile.

³ Die harte Kernkapitalquote berechnet sich als Quotient aus dem harten Kernkapital (im Wesentlichen Gezeichnetes Kapital, Rücklagen und Abzugsposten) und der

gewichteten Risikoaktiva.

⁴ Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite unter www.commerzbank.de.

⁵ Kontrahenten- und Einlagenrating/Emittentenrating/kurzfristige Verbindlichkeiten.

⁶ Kontrahentenrating/Einlagenrating und Emittentenrating/kurzfristige Verbindlichkeiten.

Aufgrund von Rundungen können sich im vorliegenden Bericht bei Summenbildungen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben.

Inhalt

4 Highlights der Geschäftsentwicklung vom 1. Januar bis 30. Juni 2023

7 Zwischenlagebericht

  • 8 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
  • 8 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
  • 11 Entwicklung der Segmente
  • 14 Prognosebericht

17 Zwischenrisikobericht

  • 18 Risikoorientierte Gesamtbanksteuerung
  • 19 Adressenausfallrisiken
  • 26 Marktrisiken
  • 28 Liquiditätsrisiken
  • 30 Operationelle Risiken
  • 31 Sonstige Risiken

35 Zwischenabschluss

  • 37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung
  • 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung
  • 39 Bilanz

  • 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung

  • 42 Kapitalflussrechnung (verkürzte Darstellung)
  • 43 Anhang (ausgewählte Notes)
  • 84 Organe der Commerzbank Aktiengesellschaft
  • 86 Versicherung der gesetzlichen Vertreter
  • 87 Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

U3 Wesentliche Konzerngesellschaften

Highlights der Geschäftsentwicklung vom 1. Januar bis 30. Juni 2023

Kernaussagen

Die Commerzbank hat ihren Aufwärtstrend nach einem guten Jahresstart im weiteren Verlauf des ersten Halbjahres fortgesetzt. Dank eines weiterhin starken Kundengeschäfts und des anhaltenden Rückenwinds durch die Zinsentwicklung steigerte die Bank ihre Erträge und ihre Profitabilität weiter. Dabei kompensierte der Konzern auch neuerliche Belastungen durch die Schweizer-Franken-Kredite der mBank. Mit ihrem aktiven Kostenmanagement begegnete die Bank dem hohen Inflationsdruck. Die Aufwandsquote verbesserte sich im ersten Halbjahr auf 61%. Weiterhin hoch blieb die Qualität des Kreditbuches und das Risikoergebnis bewegte sich im Rahmen der Erwartungen.

Die laufende Transformation der Commerzbank zahlt sich zunehmend aus. Neben den positiven Effekten aus der Zinsentwicklung verbesserte die Bank im Firmenkundengeschäft ihren Kapitaleinsatz auch durch die Reduzierung des Geschäfts mit niedriger Effizienz der risikogewichteten Aktiva spürbar. Zudem nimmt die Digitalisierung des Privatkundengeschäfts weiter Fahrt auf. Mit ihren digitalen Angeboten und Services hat die Bank in den vergangenen Monaten die Erreichbarkeit für Kundinnen und Kunden erheblich ausgebaut und damit die Basis für ihr neues Geschäftsmodell im Privatkundengeschäft weiter gestärkt.

Nachfolgend die Eckdaten der Geschäftsentwicklung in den ersten sechs Monaten 2023:

  • Insgesamt hat die Commerzbank im Berichtszeitraum ihr Operatives Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich um 474 Mio. Euro auf 1 764 Mio. Euro gesteigert.
  • Das Risikoergebnis im Konzern war mit 276 Mio. Euro auszuweisen, das ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Top-Level-Adjustment (TLA) für Sekundäreffekte besteht weiterhin und liegt bei – 456 Mio. Euro. Die Non-Performing-Exposure-(NPE-)Quote lag bei 1,1%.
  • Die Verwaltungsaufwendungen stiegen insbesondere aufgrund einer im Vergleich zum Vorjahr früher vorgenommenen Abgrenzung für die ergebnisabhängige variable Vergütung – gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,9% auf 2 945 Mio. Euro. Die separat ausgewiesenen Pflichtbeiträge lagen mit 312 Mio. Euro um rund 37% niedriger als im Vorjahreszeitraum.
  • Das den Commerzbank-Aktionärinnen und -Aktionären und Investoren in zusätzliche Eigenkapitalbestandteile zurechenbare Konzernergebnis betrug 1 145 Mio. Euro, nach 768 Mio. Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
  • Die Common-Equity-Tier-1-Quote erhöhte sich zum Stichtag 30. Juni 2023 auf 14,4%, die Leverage Ratio betrug 4,9%.

Die operative Eigenkapitalrendite betrug 14,5%, nach 10,8% im Vorjahreszeitraum. Die Eigenkapitalrendite auf das Konzernergebnis (abzüglich immaterieller Vermögenswerte und AT-1-bezogener Posten) lag insbesondere aufgrund des niedrigeren Risikoergebnisses bei 8,1%, nach 5,4% im Vorjahr. Die Aufwandsquote ohne Pflichtbeiträge lag bei 55,6%, inklusive Pflichtbeiträgen betrug die Aufwandsquote 61,5%. Die entsprechenden Vorjahreswerte lagen bei 54,9% beziehungsweise bei 64,3%.

Entwicklung der Commerzbank-Aktie

Das internationale Börsengeschehen war in den ersten sechs Monaten 2023 von anhaltenden Unsicherheiten geprägt. Immer noch überlagerte der russische Angriff auf die Ukraine die geopolitischen Verhältnisse und damit auch die internationalen Handelsbeziehungen. Darüber hinaus erhöhte die Neuausrichtung der Energieversorgung/-beschaffung die wirtschaftliche Unsicherheit insbesondere für Unternehmen energieabhängiger Sektoren. Der insgesamt zu verzeichnende Preisanstieg, der zum Jahresende 2022 noch 8,1% betrug, konnte durch die geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) im Juni 2023 bis auf 6,4% abgesenkt werden. Da die Projektionen jedoch von weiter hohen Inflationsraten bestimmt werden, hat die EZB am 27. Juli 2023 den Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte auf 4,25% sowie den Zinssatz für die Einlagefazilität auf 3,75% erhöht.

Das Kursgeschehen für Bankaktien wurde im Berichtszeitraum von zwei Branchenereignissen überschattet und beendete den bis ins erste Quartal zu beobachtenden starken Kursanstieg der Commerzbank-Aktie und anderer Bankaktien abrupt. Mitte März kollabierte die US-amerikanische Silicon Valley Bank aufgrund massiver Liquiditätsprobleme und löste damit global zusätzliche Unsicherheiten über die Liquidität von Kreditinstituten aus. In der Folge wurden weitere amerikanische Banken geschlossen. Das zweite Großereignis war die Notübernahme der Credit Suisse durch ihren nationalen Konkurrenten UBS mit Zustimmung der Schweizer Bankaufsicht. Bedingt durch das schnelle und entschlossene Handeln von Bankenaufsicht und den jeweiligen Regierungen konnte die Unsicherheit an den Kapitalmärkten schnell eingedämmt werden, in deren Folge sich die Aktienkurse von Banken zum Teil wieder erholen konnten.

Kennzahlen zur Commerzbank-Aktie 1.1.–30.6.2023 1.1.–30.6.2022
Ausgegebene Aktien in Mio. Stück (30.6.) 1 252,4 1 252,4
Zum Zweck der Einziehung zurückerworbene Aktien (30.6.) 12,1
In Umlauf befindliche Aktien (30.6.) 1 240,2
Xetra-Intraday-Kurse in €
Hoch 12,01 9,51
Tief 8,31 5,17
Schlusskurs (30.6.) 10,15 6,69
Börsenumsätze pro Tag1 in Mio. Stück
Hoch 40,3 23,9
Tief 2,6 2,4
Durchschnitt 8,3 8,9
Ergebnis je Aktie in € 0,76 0,46
Buchwert je Aktie2 in € (30.6.) 22,46 21,11
Net Asset Value je Aktie3 in € (30.6.) 22,53 21,25
Marktwert/Net Asset Value (30.6.) 0,45 0,31

1 Deutsche Börsen gesamt.

2 Ohne Nicht beherrschende Anteile.

3 Ohne Nicht beherrschende Anteile und Rücklage aus Cashflow-Hedges.

In den ersten sechs Monaten verzeichneten sowohl der deutsche Leitindex DAX als auch der EuroStoxx 50 einen Anstieg von 16%. Der europäische Bankenindex konnte sich im Vergleich dazu nur um 6,8 % gegenüber Jahresanfang verbessern. Entgegen dem schwachen Sentiment im Bankensektor vollzog die Kursentwicklung der Commerzbank-Aktie auf Sicht der ersten sechs Monate eine bessere Entwicklung mit 14,9%. Höhere Erträge aus dem strukturell verbesserten Zinsumfeld durch deutlich gestiegene Zinsen im Euroraum, die höhere Zinserträge auch in den kommenden Jahren nahelegen, unterstützen die fortschreitende Transformation. Mit der Wiederaufnahme der Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2022 unterstreicht die Commerzbank die Rückkehr zur Dividendenfähigkeit gegenüber Investoren.

Die Commerzbank Aktiengesellschaft hat mit einer Ad-hoc-Mitteilung vom 15. Februar 2023 unter anderem angekündigt, vorbehaltlich erforderlicher Zustimmungen im Geschäftsjahr 2023 im Rahmen der Verringerung des Grundkapitals der Commerzbank einen Rückkauf eigener Aktien durchführen zu wollen. Nach Erhalt der erforderlichen Zustimmungen wurden im Zeitraum vom 7. bis 23. Juni 2023 für rund 122 Mio. Euro insgesamt 12 134 305 eigene Aktien (ISIN DE000CBK1001) zu einem Durchschnittspreis von rund 10,05 Euro je Aktie zurückgekauft. Das entspricht einem Anteil von 0,97% am Grundkapital der Bank. Das Aktienrückkaufprogramm ergänzt die Dividendenzahlung von 0,20 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2022. Damit hat die Bank insgesamt 372 Mio. Euro an ihre Aktionärinnen und Aktionäre ausgeschüttet – das entspricht 30% des Konzerngewinns nach Abzug der AT-1-Kuponzahlungen. Die zurückgekauften Aktien werden voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2023 eingezogen. Für das Geschäftsjahr 2023 strebt die Bank eine Ausschüttungsquote von 50% des Konzerngewinns nach Abzug der AT-1-Kuponzahlungen an. Basierend auf dem Ergebnis des ersten Halbjahres und unseren Erwartungen für das zweite Halbjahr werden wir bei der Europäischen Zentralbank und der Finanzagentur die Zustimmung für einen weiteren Aktienrückkauf als Teil der geplanten 50% Ausschüttungsquote für das Gesamtjahr 2023 beantragen.

Wichtige personelle und geschäftspolitische Ereignisse nach Ende des letzten Berichtszeitraums

Commerzbank-Hauptversammlung: neue Aufsichtsratsmitglieder gewählt

Bei der virtuellen Hauptversammlung der Commerzbank am 31. Mai 2023 haben die Aktionärinnen und Aktionäre, wie vorgeschlagen, Harald Christ, Dr. Frank Czichowski, Sabine U. Dietrich, Dr. Jutta A. Dönges, Burkhard Keese, Daniela Mattheus, Caroline Seifert, Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell, Dr. Jens Weidmann und Frank Westhoff mit großer Mehrheit in den Aufsichtsrat der Bank gewählt. Bereits Anfang des Jahres hat die Wahl der Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter für den Aufsichtsrat stattgefunden. In seiner konstituierenden Sitzung im Anschluss an die Hauptversammlung hat der Aufsichtsrat Dr. Jens Weidmann zum Vorsitzenden des Gremiums gewählt.

Ausführliche Informationen zum Aufsichtsrat sowie zur Besetzung der einzelnen Ausschüsse finden sich auf der Internetseite der Commerzbank unter http://www.commerzbank.de/aufsichtsrat.

Commerzbank startet neue Suche für Position des Risikovorstands

Nachdem sich der vom Aufsichtsrat bestellte Kandidat nach Gesprächen mit der Bankenaufsicht im Einvernehmen mit Vorstand und Aufsichtsrat entschieden hat, für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung zu stehen, hat der Aufsichtsrat der Commerzbank eine neue Suche für die Besetzung der Position des Risikovorstands gestartet.

Stresstest der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde und der Europäischen Zentralbank belegt hohe Resilienz der Commerzbank

Die Commerzbank hat beim diesjährigen Stresstest der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde und der Europäischen Zentralbank trotz verschärfter Bedingungen erneut ihre Widerstandskraft unter Beweis gestellt und ihr Ergebnis deutlich verbessert. Im sogenannten adversen Stresstestszenario, das eine schwere Wirtschaftskrise simuliert, liegt die harte Kernkapitalquote (CET-1-Quote) zum Ende der Betrachtungsperiode im Jahr 2025 bei 9,5%. Angesichts nochmals verschärfter Annahmen etwa hinsichtlich eines massiven und langen Konjunktureinbruchs in Deutschland sowie eines stark steigenden Zinsumfeldes verringerte sich die CET-1-Quote der Commerzbank über die Stressperiode um 464 Basispunkte. Bei der vorangegangenen Überprüfung im Jahr 2021 war die Kapitalquote um 502 Basispunkte auf 8,2% gesunken.

Zwischenlagebericht

8 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

8 Gesamtwirtschaftliche Situation

8 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

  • 8 Gewinn-und-Verlust-Rechnung
  • 9 Bilanz
  • 10 Refinanzierung und Liquidität

11 Entwicklung der Segmente

  • 12 Privat- und Unternehmerkunden
  • 13 Firmenkunden
  • 13 Sonstige und Konsolidierung

14 Prognosebericht

  • 14 Künftige gesamtwirtschaftliche Situation
  • 14 Künftige Situation der Bankbranche
  • 15 Erwartete Finanzlage
  • 16 Voraussichtliche Entwicklung
  • 16 Zwischenrisikobericht

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Situation

Die bereits im vergangenen Jahr erfolgten Leitzinserhöhungen sowie der starke Anstieg der Energiepreise in den Wintermonaten 2022/2023 belasten die Realwirtschaft. Insbesondere der Energiepreisschock hat deutliche Bremsspuren in den westlichen Volkswirtschaften hinterlassen. Im Euroraum ist die Wirtschaft sogar leicht geschrumpft. Doch dies hielt die großen Notenbanken nicht davon ab, die Leitzinsen weiter deutlich anzuheben, um die hohe Inflation zu bekämpfen. Inzwischen haben die Teuerungsraten in den USA und im Euroraum den Höhepunkt aber wohl überschritten. Insgesamt hat der Preisdruck vonseiten der Energie- und Nahrungsmittelsektoren spürbar nachgelassen.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Eine Beschreibung der zum 30. Juni 2023 angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden findet sich im Zwischenabschluss in Note 4.

Gewinn-und-Verlust-Rechnung des Commerzbank-Konzerns

Die Commerzbank erzielte im ersten Halbjahr 2023 trotz der im zweiten Quartal des Berichtszeitraums deutlich gestiegenen Belastungen aus Vorsorgen im Zusammenhang mit Baufinanzierungen in Fremdwährung bei der mBank sowie im Vorjahreszeitraum enthaltenen Erträgen aus gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (Targeted Longer-Term Refinancing Operations) mit der EZB im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein den Commerzbank-Aktionärinnen und -Aktionären und Investoren in zusätzliche Eigenkapitalbestandteile zurechenbares Konzernergebnis in Höhe von 1 145 Mio. Euro, nach 768 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das Operative Ergebnis lag im Berichtszeitraum bei 1 764 Mio. Euro, nach 1 289 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Die wesentlichen Posten der Gewinn-und-Verlust-Rechnung haben sich im Berichtszeitraum wie folgt entwickelt:

Der Zinsüberschuss stieg im Berichtszeitraum um 41,6 % auf 4 076 Mio. Euro deutlich. Im Segment Privat- und Unternehmerkunden war aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus sowohl im Inland – insbesondere getrieben durch das Einlagengeschäft – als auch bei der mBank ein deutlicher Anstieg des Zinsüberschusses zu verzeichnen. Im Segment Firmenkunden lag der Zinsüberschuss ebenfalls deutlich über dem Niveau des Vorjahreszeitraums, auch hier maßgeblich getrieben durch gestiegene Einlagenerträge.

Der Provisionsüberschuss konnte im Berichtszeitraum nicht an das gute Vorjahresniveau anknüpfen. Mit 1 756 Mio. Euro lag er um knapp 6% unter dem außergewöhnlich starken Ergebnis der ersten sechs Monate 2022. Im Segment Privat- und Unternehmerkunden ging im Inland im ersten Halbjahr 2023 insbesondere das umsatzabhängige Geschäft infolge der Zinswende sowie der im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geringeren Marktvolatilität zurück, was sich in rückläufigen Provisionserträgen bemerkbar machte. Dies konnte durch höhere Erträge vor allem aus dem Zahlungsverkehr und dem sonstigen provisionstragenden Geschäft nicht vollständig kompensiert werden. Auch bei der mBank war im Provisionsüberschuss gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Rückgang zu verzeichnen. Im Segment Firmenkunden lag der Provisionsüberschuss auf dem Niveau der ersten sechs Monate des Vorjahres. Hier konnten gestiegene Erträge aus dem Anleiheemissionsgeschäft die rückläufigen Erträge aus dem Fremdwährungsgeschäft zum größten Teil kompensieren.

Das Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten lag im Berichtszeitraum bei – 90 Mio. Euro und damit signifikant unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Ursächlich für den Rückgang waren negative Zinseffekte aus Bankbuchderivaten aufgrund des deutlichen Zinsanstiegs – mit entsprechend gegenläufigem Effekt im Zinsüberschuss.

Im Sonstigen Ergebnis in Höhe von – 477 Mio. Euro sind unter anderem Vorsorgen im Zusammenhang mit Baufinanzierungen in Fremdwährung bei der mBank in Höhe von – 520 Mio. Euro enthalten.

Das Risikoergebnis lag für die ersten sechs Monate 2023 mit – 276 Mio. Euro deutlich unter dem Wert des Vorjahreszeitraums in Höhe von – 570 Mio. Euro. Im Segment Privat- und Unternehmerkunden stieg das Risikoergebnis um – 16 Mio. Euro auf – 177 Mio. Euro. Während im Inland die für die ersten sechs Monate 2023 erforderliche Risikovorsorge im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres deutlich anstieg, ging bei der mBank das Risikoergebnis – insbesondere aufgrund von Risikovorsorgeauflösungen bei einem Einzelengagement – gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück. Im Segment Firmenkunden konnte für das erste Halbjahr 2023 ein Risikoergebnis in Höhe von – 115 Mio. Euro ausgewiesen werden, nach Belastungen in Höhe von – 338 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Im Berichtszeitraum wurden Wertberichtigungen infolge von Ausfällen von Einzelengagements teilweise durch Nutzung des gebildeten TLA kompensiert. Die hohen Belastungen im Vorjahreszeitraum resultierten aus Ratingdowngrades sowie der Bildung eines TLA vor dem Hintergrund des Russland-Ukraine-Kriegs.

8 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen 8 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

11 Entwicklung der Segmente 14 Prognosebericht

Die Verwaltungsaufwendungen betrugen im Berichtszeitraum 2 945 Mio. Euro und lagen damit um 2,9% höher als im Vorjahreszeitraum. Bei den Personalkosten, die mit 1 767 Mio. Euro um 4,9% über dem Vorjahresniveau lagen, konnten Effekte aus dem Abbau von Vollzeitkräften gegenläufige Effekte, darunter insbesondere eine im Vergleich zum Vorjahr früher vorgenommene Abgrenzung für die ergebnisabhängige variable Vergütung sowie allgemeine Gehaltsanpassungen, nicht vollständig kompensieren. Demgegenüber lagen die Sachaufwendungen einschließlich der Abschreibungen auf Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte mit 1 178 Mio. Euro auf dem Niveau der ersten sechs Monate des Vorjahres. Während insbesondere Beratungs-, Werbungs- und Reisekosten gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen sind, reduzierten sich die Abschreibungen auf Software sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit der Verschlankung des Filialnetzes.

Die Belastungen aus den separat ausgewiesenen Pflichtbeiträgen reduzierten sich um 180 Mio. Euro auf 312 Mio. Euro. Der Rückgang um 36,5% resultierte insbesondere sowohl aus einer geringeren europäischen Bankenabgabe aufgrund der Entscheidung des Einheitlichen Abwicklungsfonds der Bankenunion, das Zielvolumen für 2023 wegen geringer steigender gedeckter europäischer Einlagen zu reduzieren, als auch aus dem Wegfall der im Vorjahr erforderlichen Abgabe der mBank zur Ergänzung der polnischen Einlagensicherung. Darüber hinaus hat die Commerzbank die Inanspruchnahme von unwiderruflichen Zahlungsverpflichtungen für die europäische Bankenabgabe erhöht.

Im Berichtszeitraum beliefen sich die Restrukturierungsaufwendungen im Zusammenhang mit der Umsetzung der "Strategie 2024" auf 8 Mio. Euro, nach 39 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Das Ergebnis vor Steuern betrug 1 756 Mio. Euro, nach 1 250 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Für den Berichtszeitraum war ein Steueraufwand in Höhe von 617 Mio. Euro auszuweisen. Dieser resultierte im Wesentlichen aus der Besteuerung des positiven Ergebnisses der Berichtsperiode sowie Vorsorgen im Zusammenhang mit Baufinanzierungen in Fremdwährung bei der mBank, die steuerlich nicht abzugsfähig waren. Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf 1 139 Mio. Euro, gegenüber 825 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Nach Berücksichtigung der nicht beherrschenden Anteile war den Commerzbank-Aktionärinnen und -Aktionären und Investoren in zusätzliche Eigenkapitalbestandteile für den Berichtszeitraum ein Konzernergebnis von 1 145 Mio. Euro zuzurechnen, nach 768 Mio. Euro im Vorjahr.

Das Operative Ergebnis je Aktie betrug 1,41 Euro, das Ergebnis je Aktie 0,76 Euro. Für den Vorjahreszeitraum beliefen sich die entsprechenden Kennzahlen auf 1,03 Euro beziehungsweise auf 0,46 Euro.

Bilanz des Commerzbank-Konzerns

Die Bilanzsumme des Commerzbank-Konzerns lag zum 30. Juni 2023 bei 501,6 Mrd. Euro. Gegenüber dem Jahresultimo 2022 war dies ein Anstieg um 24,2 Mrd. Euro.

Das Volumen des Kassenbestands und der Sichtguthaben ist um 9,7 Mrd. Euro auf 85,0 Mrd. Euro gestiegen. Der Zuwachs gegenüber dem Jahresultimo 2022 beruhte auf einem Anstieg der Sichtguthaben bei Zentralnotenbanken.

Die Finanziellen Vermögenswerte "Amortised Cost" stiegen gegenüber dem Jahresende 2022 leicht um 3,7 Mrd. Euro auf 299,9 Mrd. Euro an. Im Vergleich zum Vorjahresultimo war sowohl im Kreditgeschäft mit Institutionellen- und Mittelstandskunden im Firmenkundensegment als auch bei der mBank ein Zuwachs zu verzeichnen.

Die Finanziellen Vermögenswerte "Fair Value OCI" lagen bei 37,2 Mrd. Euro und damit um 2,4 Mrd. Euro höher als zum Jahresultimo 2022. Der Anstieg um 6,8% resultierte aus einem höheren Volumen an Schuldinstrumenten im Zusammenhang mit dem Liquiditätsmanagement sowie aus Bestandszuwächsen bei der mBank.

Mit 41,2 Mrd. Euro lagen die Finanziellen Vermögenswerte "Mandatorily Fair Value P&L" um 11,3 Mrd. Euro über dem Niveau des Vorjahresultimos. Der Anstieg resultierte insbesondere aus einer Ausweitung der besicherten Wertpapierpensionsgeschäfte mit Banken und Finanzdienstleistern. Dabei stiegen die Darlehen und Forderungen an Kreditinstitute und Finanzdienstleister um insgesamt 15,1 Mrd. Euro.

Die Finanziellen Vermögenswerte "Held for Trading" lagen zum Berichtsstichtag mit 30,8 Mrd. Euro um 8,4 % unter dem Niveau zum Jahresende 2022. Während die positiven Marktwerte aus zinsund währungsbezogenen Produkten um 7,1 Mrd. Euro zurückgegangen sind, stiegen die verbrieften Schuldinstrumente im Vergleich zum Jahresultimo 2022 um 2,2 Mrd. Euro.

Auf der Passivseite lagen die Finanziellen Verbindlichkeiten "Amortised Cost" mit 404,9 Mrd. Euro um 14,5 Mrd. Euro über dem Niveau des Vorjahresultimos. Ursächlich für den Zuwachs im Vergleich zum Jahresende 2022 war ein deutlicher Anstieg der Einlagen und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 10,7 Mrd. Euro, insbesondere von Kreditinstituten und Finanzdienstleistern. Im Zusammenhang mit der Neuemission von Pfandbriefen stiegen die begebenen Schuldverschreibungen im Vergleich zum Vorjahresultimo um 3,8 Mrd. Euro.

Die Finanziellen Verbindlichkeiten "Fair Value Option" lagen mit 38,5 Mrd. Euro um 13,4 Mrd. Euro über dem Bestand zum Jahresultimo 2022. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus einer Ausweitung der besicherten Wertpapierpensionsgeschäfte.

Die Finanziellen Verbindlichkeiten "Held for Trading" lagen mit 18,7 Mrd. Euro um 6,0 Mrd. Euro unter dem Jahresende 2022. Der Rückgang resultierte aus den negativen Marktwerten aus derivativen Finanzinstrumenten, insbesondere aus zins- und währungsbezogenen derivativen Geschäften, die um 6,6 Mrd. Euro zurückgegangen sind.

Die Rückstellungen sanken im Vergleich zum Vorjahresultimo leicht um 0,1 Mrd. Euro auf 3,4 Mrd. Euro. Der Rückgang beruhte vornehmlich auf Verbräuchen von Restrukturierungsrückstellungen im Rahmen der "Strategie 2024".

Eigenkapital

Das in der Bilanz zum Berichtsstichtag 30. Juni 2023 ausgewiesene den Commerzbank-Aktionärinnen und -Aktionären zurechenbare Eigenkapital lag mit 27,9 Mrd. Euro um 0,9 Mrd. Euro über dem Niveau zum Jahresende 2022. Weitere Informationen zur Eigenkapitalveränderung finden sich auf Seite 40 f.

Die Risikoaktiva per 30. Juni 2023 lagen bei 174,0 Mrd. Euro und damit um 5,2 Mrd. Euro höher als zum Jahresende 2022. Diese Entwicklung ist primär auf einen Anstieg der Risikoaktiva aus Kreditrisiken zurückzuführen. Für das höhere Kreditrisiko sind im Wesentlichen Anstiege aus der Vorwegnahme antizipierter Effekte aus Modellanpassungen im Kontext des von der Bankenaufsicht aufgesetzten Programms "IRB Repair" verantwortlich sowie ein höheres Volumen bei Derivaten und Repos. Teilweise gegenläufig wirkte vor allem eine neue Verbriefungstransaktion im ersten Quartal des laufenden Jahres. Höhere Risikoaktiva aus Marktrisiken resultierten hauptsächlich aus gestiegenen Währungsrisiken aus einer aufsichtsrechtlichen Verschärfung im Kontext korrelierter Währungen sowie aus Positionsveränderungen. Die Risikoaktiva aus operationellen Risiken lagen leicht unter dem Niveau zum Jahresende 2022.

Das aufsichtsrechtlich anrechenbare harte Kernkapital (Common Equity Tier 1) betrug zum Berichtsstichtag 25,1 Mrd. Euro, gegenüber 23,9 Mrd. Euro zum 31. Dezember 2022. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus dem Konzernergebnis des ersten Halbjahres 2023 unter Berücksichtigung der Abgrenzungen für Ausschüttungen und potenzielle AT-1-Kupons. Des Weiteren führte die Verbesserung des sonstigen Ergebnisses, und hier im Wesentlichen die positive Entwicklung der Neubewertungsrücklage, sowie der Rückgang von regulatorischen Abzügen, zu einem Anstieg des harten Kernkapitals. Die harte Kernkapitalquote betrug zum Berichtsultimo 14,4%, gegenüber 14,1% zum Jahresende 2022. Die Kernkapitalquote lag zum 30. Juni 2023 bei 16,3%, gegenüber 16,0% zum Jahresende 2022. Das Ergänzungskapital erhöhte sich aufgrund einer Neuemission um 0,2 Mrd. Euro, während Amortisations- und Währungseffekte das Ergänzungskapital um 0,3 Mrd. Euro reduzierten. Die Gesamtkapitalquote (unter Anwendung der Übergangsbestimmungen) betrug zum Berichtsstichtag 19,0% gegenüber 18,9 % zum Jahresende 2022. Die Eigenmittel erhöhten sich im Vergleich zum 31. Dezember 2022 um 1,2 Mrd. Euro und lagen zum 30. Juni 2023 bei 33,1 Mrd. Euro.

Die Leverage Ratio, die das Verhältnis von Tier-1-Kapital zum Leverage Ratio Exposure zeigt, lag bei 4,9%.

Refinanzierung und Liquidität

Während des gesamten Berichtszeitraums waren die Geld- und Kapitalmärkte vom Russland-Ukraine-Krieg, anhaltend hoher Inflation, steigenden Zinsen und der zunehmend restriktiveren Geldpolitik der EZB beeinflusst. Liquidität und Zahlungsfähigkeit der Commerzbank waren jederzeit gegeben. Darüber hinaus ist das Liquiditätsmanagement der Bank stets in der Lage, zeitnah auf neue Marktgegebenheiten zu reagieren.

1 Basierend auf Bilanzwerten.

8 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage 11 Entwicklung der Segmente 14 Prognosebericht

Der Commerzbank-Konzern hat im ersten Halbjahr 2023 langfristige Refinanzierungsmittel von insgesamt 6,1 Mrd. Euro am Kapitalmarkt aufgenommen.

Die Commerzbank Aktiengesellschaft hat insgesamt vier Pfandbrief-Benchmarktransaktionen mit einem Volumen von insgesamt 3,8 Mrd. Euro und Laufzeiten zwischen 2,5 bis 10 Jahren begeben. Der durchschnittliche Re-offer Spread lag sechs Basispunkte über der Swapmitte.

Im unbesicherten Bereich wurden als Non-preferred-Senior-Anleihen 750 Mio. Euro mit einer Laufzeit von sieben Jahren, kündbar nach sechs Jahren und einem Re-offer Spread von 240 Basispunkten über der Swapmitte sowie zwei Anleihen über insgesamt 325 Mio. Schweizer Franken emittiert. Außerdem hat die Commerzbank zwei Nachrang-Tier-2-Anleihen begeben: 300 Mio. Singapur-Dollar mit Fälligkeit im Mai 2033, einem Kündigungsrecht von Februar bis Mai 2028 und fester Verzinsung von 5,7 % bis zum letzten Wahlrückzahlungstermin im Mai 2028 sowie 500 Mio. Euro mit Fälligkeit im Oktober 2033 und einem Kündigungsrecht von Juli bis Oktober 2028 und fester Verzinsung von 6,75% bis zum letzten Wahlrückzahlungstermin im Oktober 2028.

Des Weiteren wurden Privatplatzierungen in Höhe von 500 Mio. Euro in besicherten und unbesicherten Emissionen begeben.

Die Commerzbank hat den Großteil der Gelder aus dem Targeted-Longer-Term-Refinancing-Operations-III-Programm (TLTRO III) zurückgezahlt. Per Ende Juni 2023 verfügte die Commerzbank noch über 3,5 Mrd. Euro an TLTRO-III-Geldern.

Die Einlagen im Juni 2023 gegenüber Dezember 2022 auf Basis des Monatsdurchschnitts zeigen einen stabilen beziehungsweise leicht positiven Verlauf. Bei Privat- und Unternehmerkunden beliefen sich die Einlagen im Juni 2023 auf 188 Mrd. Euro (Dezember 2022: 186 Mrd. Euro), wobei die Einlagen im Inland zu mehr als 90% gesichert sind. Im Bereich Firmenkunden lagen die Einlagen im Juni 2023 bei 95 Mrd. Euro (Dezember 2022: 94 Mrd. Euro) und die Besicherung bei mehr als 60%.

Die Bank wies zum Berichtsstichtag eine Liquiditätsreserve in Form von hochliquiden Aktiva in Höhe von 111,9 Mrd. Euro aus. Das Liquiditätsreserveportfolio gewährleistet die Pufferfunktion im Stressfall. Dieses Liquiditätsreserveportfolio wird gemäß dem Liquiditätsrisikoappetit refinanziert, um eine erforderliche Reservehöhe während der gesamten vom Vorstand festgelegten Reserveperiode sicherzustellen. Ein Teil dieser Liquiditätsreserve wird in einem separierten und von Group Treasury gesteuerten Stress-Liquiditätsreserveportfolio gehalten, um Liquiditätsabflüsse in einem angenommenen Stressfall abdecken zu können und die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Darüber hinaus unterhält die Bank ein sogenanntes Intraday-Liquidity-Reserve-Portfolio. Der Gesamtwert dieses Portfolios betrug zum Berichtsstichtag 6,2 Mrd. Euro.

Die Commerzbank hat mit 138,8% (Durchschnitt der jeweils letzten zwölf Monatsendwerte) die geforderte Mindestquote bei der Liquiditätskennzahl "Liquidity Coverage Ratio" (LCR) in Höhe von 100% deutlich überschritten. Damit war die Liquiditätssituation der Commerzbank zum Berichtsultimo aufgrund ihrer konservativen und vorausschauenden Refinanzierungsstrategie komfortabel und erfüllte die internen und externen Limits sowie die gültigen regulatorischen Anforderungen.

Entwicklung der Segmente

Die Kommentierung der Ergebnisentwicklung der Segmente für die ersten sechs Monate 2023 basiert auf der im Geschäftsbericht 2022 auf den Seiten 75 und 262 ff. beschriebenen Segmentstruktur. Weitere Informationen finden sich im Zwischenabschluss in Note 37.

Privat- und Unternehmerkunden

Mio. € 1.1.–30.6.2023 1.1.–30.6.20221 Veränderung
in %/%-Punkten
Erträge vor Risikoergebnis 2 780 3 008 – 7,6
Risikoergebnis – 177 – 160 10,2
Verwaltungsaufwendungen 1 729 1 649 4,9
Pflichtbeiträge 201 314 – 35,8
Operatives Ergebnis 673 885 – 24,0
Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital 6 808 6 744 1,0
Operative Eigenkapitalrendite (%) 19,8 26,2 – 6,5
Aufwandsquote im operativen Geschäft (%) – ohne Pflichtbeiträge 62,2 54,8 7,4
Aufwandsquote im operativen Geschäft (%) – inkl. Pflichtbeiträgen 69,4 65,3 4,2

1 Anpassung aufgrund von IFRS 8.29 (siehe Zwischenabschluss Note 5).

Die Entwicklung der Operativen Erträge des Segments Privat- und Unternehmerkunden im ersten Halbjahr 2023 war insbesondere durch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich höhere Vorsorgen im Zusammenhang mit Baufinanzierungen in Schweizer Franken bei der mBank belastet. Zusammen mit einem höheren Risikoergebnis und leicht gestiegenen Gesamtkosten ist sowohl das Operative Ergebnis als auch das Ergebnis vor Steuern gegenüber dem ersten Halbjahr 2022 um 212 Mio. Euro auf 673 Mio. Euro zurückgegangen.

Die Erträge vor Risikoergebnis – vor Vorsorgebelastungen im Zusammenhang mit Baufinanzierungen in Fremdwährung bei der mBank – legten im Berichtszeitraum um 211 Mio. Euro auf 3 300 Mio. Euro zu, maßgeblich getragen von einem sehr starken Zinsergebnis. Der Zinsüberschuss stieg gegenüber dem Vorjahr signifikant um 418 Mio. Euro auf 2 212 Mio. Euro. Für diesen Ertragszuwachs zeichnete im Wesentlichen die mBank verantwortlich. In Polen wirkte sich insbesondere das erheblich gestiegene Leitzinsniveau stark positiv aus. Zu dem kräftig um 318 Mio. Euro angestiegenen Zinsüberschuss der mBank steuerte infolgedessen das Einlagengeschäft den maßgeblichen Anteil bei. Im Inland ist der Zinsüberschuss – trotz des Wegfalls eines saisonalen Einmalertrags aufgrund von Sondertilgungen von Baufinanzierungskrediten im Vorjahreszeitraum – um rund 100 Mio. Euro angestiegen – insbesondere getrieben durch das Einlagengeschäft.

Der Provisionsüberschuss gab in den ersten sechs Monaten 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 104 Mio. Euro auf 1 122 Mio. Euro nach. Im Inland ging im ersten Halbjahr 2023 insbesondere das umsatzabhängige Geschäft infolge der Zinswende sowie der im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geringeren Marktvolatilität zurück, was sich in rückläufigen Provisionserträgen bemerkbar machte. Dies konnte durch höhere Erträge vor allem aus dem Zahlungsverkehr und dem sonstigen provisionstragenden Geschäft nicht vollständig kompensiert werden. Auch bei der mBank war im Provisionsüberschuss gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Rückgang zu verzeichnen.

Die übrigen Ertragskomponenten beliefen sich insgesamt auf – 554 Mio. Euro, nach – 12 Mio. Euro in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Die deutliche Ergebnisbelastung resultierte im Wesentlichen aus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich höheren Vorsorgen im Zusammenhang mit Baufinanzierungen in Fremdwährung bei der mBank sowie aus einem negativen Fair-Value-Ergebnis.

Das Risikoergebnis des Segments Privat- und Unternehmerkunden verzeichnete mit – 177 Mio. Euro einen Anstieg um – 16 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Inland ist das Risikoergebnis im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres deutlich angestiegen, während bei der mBank das Risikoergebnis – insbesondere aufgrund von Risikovorsorgeauflösungen bei einem Einzelengagement – gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückging.

Der Verwaltungsaufwand ist im Berichtszeitraum insgesamt um 80 Mio. Euro auf 1 729 Mio. Euro angestiegen. Bei den Personalaufwendungen, die um 3,9% höher lagen als im Vorjahreszeitraum, haben im Inland die Effekte aus dem bereits zu Jahresbeginn umgesetzten Personalabbau gestiegene Abgrenzungen für die ergebnisabhängige variable Vergütung nahezu kompensiert. Bei der mBank stiegen im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres die Aufwendungen für Personal deutlich. Die Sachaufwendungen des Segments stiegen insgesamt um 6,0%.

Der Aufwand für Pflichtbeiträge ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 112 Mio. Euro auf 201 Mio. Euro zurückgegangen, was insbesondere aus einer geringeren europäischen Bankenabgabe sowie dem Wegfall der im Vorjahr erforderlichen Abgabe der mBank zur Ergänzung der polnischen Einlagensicherung resultierte.

  • 8 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
    • 8 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
    • 11 Entwicklung der Segmente 14 Prognosebericht

Firmenkunden

Mio. € 1.1.–30.6.2023 1.1.–30.6.2022 Veränderung
in %/%-Punkten
Erträge vor Risikoergebnis 2 202 1 808 21,8
Risikoergebnis – 115 – 338 – 66,0
Verwaltungsaufwendungen 1 029 1 036 – 0,7
Pflichtbeiträge 72 116 – 38,1
Operatives Ergebnis 986 317
Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital 10 458 9 991 4,7
Operative Eigenkapitalrendite (%) 18,9 6,4 12,5
Aufwandsquote im operativen Geschäft (%) - ohne Pflichtbeiträge 46,7 57,3 – 10,6
Aufwandsquote im operativen Geschäft (%) - inkl. Pflichtbeiträgen 50,0 63,7 – 13,8

Die Geschäftsentwicklung des Segments Firmenkunden verzeichnete im Berichtszeitraum bei anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen einen sehr positiven Verlauf. Insbesondere die nach wie vor hohe Inflation sowie der Zinsanstieg wirken sich weiterhin auf die Finanzen der Unternehmen aus. In diesem Umfeld begleiten wir unsere Firmenkunden bei allen Herausforderungen aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit, aber auch bei den sich daraus ergebenden Chancen.

Für den Berichtszeitraum belief sich sowohl das Operative Ergebnis als auch das Ergebnis vor Steuern im Segment Firmenkunden auf 986 Mio. Euro, nach 317 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Zu dem Ergebnisanstieg um 669 Mio. Euro haben alle operativen Kundenbereiche des Segments beigetragen.

Der Bereich Mittelstand zeigte gegenüber dem Vorjahreszeitraum eine deutlich positive Ertragsentwicklung. Während im Kreditgeschäft die Erträge leicht zurückgingen, profitierte der Bereich im Cash-Management und in Financial Markets von deutlich gestiegenen Einlagenerträgen. Der Bereich International Corporates verzeichnete insbesondere höhere Erträge aus dem Kredit- und Einlagengeschäft. Der Bereich Institutionals zeigte einen deutlichen Ertragszuwachs, ebenfalls aus dem Einlagengeschäft sowie aus dem Anleiheemissionsgeschäft. Die im Bereich Others ausgewiesenen Erträge, die insbesondere Hedging- und Bewertungseffekten zuzuordnen sind, gingen deutlich zurück.

Die Erträge vor Risikoergebnis lagen in den ersten sechs Monaten mit 2 202 Mio. Euro um 394 Mio. Euro über dem Niveau des Vorjahres. Mit 1 319 Mio. Euro lag der Zinsüberschuss um 406 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau, während der Provisionsüberschuss mit 655 Mio. Euro das Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums erreichte. Gestiegene Erträge aus dem Anleiheemissionsgeschäft konnten hier die rückläufigen Erträge aus dem Fremdwährungsgeschäft zum größten Teil kompensieren.

Die übrigen Ertragskomponenten beliefen sich insgesamt auf 228 Mio. Euro, nach 237 Mio. Euro im Vorjahr. Während das Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten mit 260 Mio. Euro um 19,2% gegenüber dem Wert des Vorjahres gestiegen ist, waren im sonstigen Ergebnis Belastungen in Höhe von 25 Mio. Euro aus der Entkonsolidierung der Commerzbank Brasil S.A. enthalten.

Für das erste Halbjahr 2023 war ein Risikoergebnis in Höhe von – 115 Mio. Euro auszuweisen, nach Belastungen in Höhe von – 338 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Im Berichtszeitraum wurden Wertberichtigungen infolge von Ausfällen von Einzelengagements teilweise durch Nutzung des gebildeten TLA kompensiert. Die hohen Belastungen im Vorjahreszeitraum resultierten aus Ratingdowngrades sowie der Bildung eines TLA vor dem Hintergrund des Russland-Ukraine-Kriegs.

Der Verwaltungsaufwand lag mit 1 029 Mio. Euro um 7 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang resultierte insbesondere aus geringeren Kostenallokationen aus den Service- und Betriebseinheiten, während die Personalkosten im Zusammenhang mit einer höheren Abgrenzung für die ergebnisabhängige variable Vergütung um 1,6 % angestiegen sind. Der Rückgang der ausgewiesenen Pflichtbeiträge von 116 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf 72 Mio. Euro steht insbesondere in Verbindung mit der europäischen Bankenabgabe.

Sonstige und Konsolidierung

Im Bereich Sonstige und Konsolidierung werden Erträge und Aufwendungen ausgewiesen, die nicht in die Verantwortungsbereiche der beiden Geschäftssegmente fallen. Unter Sonstige werden Group Treasury, den Geschäftssegmenten nicht zugeordnete Beteiligungen sowie übergeordnete Sachverhalte, wie zum Beispiel Aufwendungen für Aufsichtsgebühren, eingestellt. Unter Konsolidierung wird von den in der Segmentberichterstattung ausgewiesenen Ergebnisgrößen auf den Konzernabschluss nach Internatio-

nalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) übergeleitet. Der Bereich Sonstige und Konsolidierung enthält des Weiteren die Kosten der Unterstützungs-, Stabs- und Steuerungseinheiten, die anschließend auf die Segmente verrechnet werden. Außerdem werden die Restrukturierungsaufwendungen für den Konzern zentral in diesem Bereich ausgewiesen.

Das Operative Ergebnis des Bereichs Sonstige und Konsolidierung belief sich im ersten Halbjahr 2023 auf 104 Mio. Euro, gegenüber 87 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Der Ergebnisanstieg beruhte in erster Linie auf einem höheren positiven Ergebnis von Group Treasury, insbesondere aufgrund der Entwicklung der Marktwertausgleichszahlungen für Sondertilgungen von Baufinanzierungen durch Kundinnen und Kunden des Segments Privat- und Unternehmerkunden. Während im Vorjahr der deutliche Anstieg des Zinsniveaus zu einer Kompensationszahlung seitens Group Treasury an das Segment geführt hatte, ergaben sich im ersten Halbjahr 2023 Kompensationszahlungen des Segments an Group Treasury. Darüber hinaus unterstützten eine gesunkene Risikovorsorge sowie eine reduzierte Belastung aus der europäischen Bankenabgabe den Ergebnisanstieg bei Group Treasury. Im restlichen Bereich Sonstige und Konsolidierung trug zudem der Wegfall der Ergebnisbelastung aus dem Restportfolio des aufgelösten Segments Asset & Capital Recovery im Vorjahr – im Wesentlichen im Risikoergebnis – zu dem Ergebnisanstieg bei. Gegenläufig wirkten per saldo geringere Bewertungseffekte, der Wegfall der im Vorjahr vereinnahmten Erträge aus gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (Targeted Longer-Term Refinancing Operations) mit der EZB sowie eine Nettobelastung aus der Bildung und Auflösung von Rückstellungen.

Das Ergebnis vor Steuern des Bereichs Sonstige und Konsolidierung im ersten Halbjahr 2023 betrug 97 Mio. Euro. Darin enthalten sind Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 8 Mio. Euro, die im Zusammenhang mit der Umsetzung der "Strategie 2024" standen.

Prognosebericht

Künftige gesamtwirtschaftliche Situation

Der konjunkturelle Ausblick für das Gesamtjahr 2023 ist weitgehend unverändert. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die merkliche Straffung der Geldpolitik mit der üblichen Verzögerung deutliche Bremsspuren in der Konjunktur hinterlassen wird. In den USA dürfte die Wirtschaft im Verlauf der zweiten Jahreshälfte in eine milde Rezession rutschen.

Auch im Euroraum wird die geldpolitische Wende der EZB die Konjunktur bremsen. Wir gehen davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im Euroraum in der zweiten Jahreshälfte leicht sinken wird. Für das Gesamtjahr 2023 erwarten wir ein Wachstum von 0,5%. Dank des weiterhin stabilen Arbeitsmarktes, der wieder leicht rückläufigen Kosten für Energie und der nachlassenden Probleme bei den Lieferketten erwarten wir aber keine tiefe Rezession. Die Inflationsraten dürften bis zum Jahresende weiter fallen. Bei Energie- und Nahrungsmittelpreisen hat die Teuerung ihren Hochpunkt überschritten. Aber auch der unterliegende Preisauftrieb dürfte zunächst weiter nachlassen. Inzwischen haben die Unternehmen einen Großteil der höheren Kosten für Vorprodukte und der höheren Energiepreise an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben.

Die US-Notenbank und die EZB haben Ende Juli 2023 die Leitzinsen um weitere 25 Basispunkte erhöht. Wir gehen davon aus, dass damit der Zinserhöhungszyklus abgeschlossen ist. Das Ende der Zinserhöhungen und die fallenden Inflationsraten sprechen für einen Rückgang der Anleiherenditen in der zweiten Jahreshälfte. Der Euro dürfte gegenüber dem US-Dollar bis zum Jahresende noch etwas aufwerten.

Künftige Situation der Bankbranche

Unsere Einschätzung hinsichtlich der kurz- und mittelfristigen sowie strukturellen Entwicklungstendenzen in der Bankbranche hat sich gegenüber den von uns im Jahresbericht 2022 getroffenen Aussagen nicht grundlegend geändert. Vor allem kurzfristig sind die Herausforderungen für die Bankenbranche weiterhin hoch.

Die Sorge vieler Marktteilnehmer über die Liquiditätssituation einzelner Institute, die sich in den zu Jahresbeginn zu beobachtenden Turbulenzen an den Finanzmärkten, insbesondere in den Schwierigkeiten einzelner US-amerikanischen Regionalbanken, widerspiegelten, ist für die europäische Bankenbranche aber aufgrund der regulatorischen Rahmenbedingungen als gering einzustufen.

Allerdings wird sich in den meisten europäischen Ländern – einschließlich Deutschland –, die in den nächsten Monaten zu erwartende leicht schrumpfende Wirtschaft auf die Ertragslage des Bankensektors auswirken. Darüber hinaus werden die gestiegenen Unsicherheiten an den Finanzmärkten Einfluss auf die Risikovorsorgebedarfe der Banken haben. Die Aussichten für die Weltwirtschaft haben sich merklich eingetrübt, auch weil in China der Wachstumsimpuls durch die Aufhebung der Corona-Beschränkungen bereits wieder nachzulassen scheint. Dadurch bleibt das Geschäft mit Firmen- und Unternehmenskunden herausfordernd. Zudem wird das Geschäft mit Privatkundinnen und kunden belastet, weil die stark gestiegene Inflation den privaten Verbrauch negativ beeinflusst. Auch die durch den Mangel an bezahlbarem Wohnraum lange Zeit sehr stabile Nachfrage nach Wohnhypotheken trübt sich mit weiter zunehmendem Hypothekenzinsniveau ein. Die Schuldentragfähigkeit privater Haushalte erscheint derzeit noch robust. Ferner steht zu befürchten, dass es zu Kreditausfällen bei Gewerbeimmobilienfinanzierungen kommt,

  • 8 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
  • 11 Entwicklung der Segmente 14 Prognosebericht

sofern die Corona-bedingten Änderungen bei den Arbeits- und Einkaufsgewohnheiten dauerhaft bestehen bleiben und die Sollzinsen weiter ansteigen beziehungsweise hoch bleiben. Insofern resultieren Risiken für den Bankensektor vorrangig aus sinkenden Aktivaqualitäten im Bestand. Denn langfristige Kredite erhöhen die Anfälligkeiten für Zinsänderungsrisiken sowie Zahlungsverzüge und -ausfälle.

Deutlich günstiger sind die Aussichten für die Banken bei der Zinsmarge. Allerdings zeichnet sich für die nächsten Monate das Ende des Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank und der Europäischen Zentralbank ab. Dadurch dürfte eine weitere Margenausweitung der Banken begrenzt sein.

Grundsätzlich positive Impulse für das Bankgeschäft kommen dagegen aus dem Bereich Nachhaltigkeit. Ein wesentlicher Fokus ist dabei, die Transformation zu einer CO2-armen Wirtschaft von morgen finanziell zu unterstützen.

Polen ist als direkter Nachbar der Ukraine vom Krieg besonders stark betroffen, was sich aufgrund der Beeinträchtigungen der Wirtschaft auch auf den Bankensektor negativ auswirkt. Hinzu kommt eine Inflationsrate, die im EU-Vergleich weiterhin sehr hoch ausfällt. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist der anhaltende Konflikt mit der EU-Kommission, die ihren Rechtsstaatlichkeitsmechanismus in Bezug auf Polen und Ungarn verschärft hat. Neben diesen wirtschaftlichen und politischen Risiken müssen in Polen insbesondere die Rechtsentwicklung sowie ihre möglichen Auswirkungen auf wichtige Marktteilnehmer hinsichtlich ihres Bestands an Schweizer-Franken- und anderen Fremdwährungskrediten weiterhin genau beobachtet werden. Die zum Halbjahr 2023 ausgewiesenen Vorsorgen für Schweizer-Franken-Kreditportfolios berücksichtigen unter anderem die erwarteten Auswirkungen des Urteils des Europäischen Gerichtshofs vom 15. Juni 2023.

Erwartete Finanzlage des Commerzbank-Konzerns

Geplante Finanzierungsmaßnahmen

Die Mittelaufnahme der Commerzbank am Kapitalmarkt ist von der Geschäftsentwicklung beziehungsweise -planung und der Entwicklung der risikogewichteten Aktiva beeinflusst.

Der Fundingplan 2023 sieht ein Volumen zwischen 8 und 10 Mrd. Euro vor. Die Commerzbank hat mit einer breiten Produktpalette Zugang zum Kapitalmarkt. Neben den unbesicherten Refinanzierungsmitteln (Preferred- und Non-preferred-Senior-Anleihen, Tier-2-Nachrangkapital sowie Additional-Tier-1-Kapital) verfügt die Commerzbank bei der Refinanzierung auch über die Möglichkeit, besicherte Refinanzierungsinstrumente, insbesondere Hypothekenpfandbriefe und öffentliche Pfandbriefe, zu emittieren. Pfandbriefe bilden einen festen Bestandteil im Refinanzierungsmix der Commerzbank. Dadurch hat die Commerzbank einen stabilen Zugang zu langfristiger Refinanzierung mit Kostenvorteilen gegenüber unbesicherten Refinanzierungsquellen. Die Emissionsformate reichen von großvolumigen Benchmarkanleihen bis hin zu Privatplatzierungen.

Durch regelmäßige Überprüfung und Anpassung der für das Liquiditätsmanagement und den langfristigen Refinanzierungsbedarf getroffenen Annahmen wird die Commerzbank den Veränderungen des Marktumfeldes und der Geschäftsentwicklung weiterhin Rechnung tragen und eine komfortable Liquiditätsausstattung sowie eine angemessene Refinanzierungsstruktur gewährleisten.

Geplante Investitionen

Für das Geschäftsjahr 2023 planen wir mit 0,5 Mrd. Euro Direktkosten für IT-Investitionen. Rund ein Drittel dieser Investitionen fließen weiterhin in den Umbau des Geschäftsmodells beziehungsweise die Digitalisierung im Privatkundengeschäft. Die verbleibenden Mittel investieren wir in die weitere Digitalisierung von Prozessen im Firmenkundengeschäft und die IT-Infrastruktur/ Operations. Maßnahmen im Rahmen der Regulatorik sind in den genannten Themenfeldern enthalten.

Voraussichtliche Entwicklung der Liquidität

Der kurzfristige Repomarkt mit Wertpapieren hoher Qualität (High-Quality Liquid Assets, HQLA) wie Staatsanleihen, Agency-Wertpapieren (von quasi-staatlichen US-Emittenten begeben) sowie Pfandbriefen spielt weiterhin eine wichtige Rolle bei der Bedienung der Bondmärkte sowie bei der Finanzierung von Portfolios.

Die Liquiditätsausstattung der Bank ist unverändert hoch, sodass keine Notwendigkeit besteht, eigene Portfolios zu refinanzieren. Somit ist die Commerzbank als Cash-Provider beziehungsweise opportunistisch auch als Collateral Provider im Repomarkt aktiv. Im Rahmen der TLTRO-Fälligkeit Ende Juni 2023 war eine erhöhte Nachfrage nach Refinanzierungen im Repomarkt zu beobachten.

Das Eurosystem und sein Wertpapierleiheprogramm für Bestände unter dem Asset Purchase Programme (APP) und Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) haben immer noch eine große Bedeutung im Handelsgeschehen, um den Collateralbedarf zu bedienen, insbesondere bei deutschen Staatsanleihen. Jedoch erfolgten bereits von März bis Juni 2023 unter dem APP keine Nettoankäufe von Vermögenswerten mehr. Seit Juli 2023 erfolgen keine Reinvestitionen mehr und das Portfolio soll um durchschnittlich 15 Mrd. Euro pro Monat abgebaut werden. Im Rahmen des PEPP sollen die Reinvestitionen von Vermögenswerten bis mindestens Ende 2024 erfolgen. Beide Programme dienen weiterhin der ausreichenden Liquiditätsversorgung der Märkte sowie dazu, eine Beeinträchtigung des angemessenen geldpolitischen Kurses zu vermeiden. Unter Berücksichtigung des noch ausstehenden TLTRO-Volumens sowie der umfangreichen Wertpapierbestände der EZB im Rahmen des APP und des PEPP bleiben zentralbankfähige Sicherheiten weiterhin gesucht. Wir gehen davon aus, dass Repos in HQLA auch auf absehbare Zeit nahe der

Einlagenfazilität gehandelt werden, da auch zukünftig eine hohe Nachfrage bestehen wird.

Wir rechnen somit trotz der allgemein steigenden Staatsverschuldung weiterhin mit – im historischen Kontext – relativ niedrigen Bundrenditen auch im langfristigen Bereich. Die Nachfrage von Finanzinvestoren nach sicheren Anlagen wird ebenfalls sehr ausgeprägt bleiben, mit in der Folge stabilen Credit Spreads. Insgesamt ist keine Verschlechterung der Liquiditätssituation zu erkennen.

Voraussichtliche Entwicklung des Commerzbank-Konzerns

Unsere im Geschäftsbericht 2022 getroffenen Aussagen zur voraussichtlichen Ergebnisentwicklung des Commerzbank-Konzerns für das Geschäftsjahr 2023 haben wir vor dem Hintergrund der positiven Entwicklung im ersten Halbjahr des laufenden Jahres für einzelne Ergebniskomponenten angepasst.

Aufgrund der Zinsentwicklung sowie der Ergebnisentwicklung des zinstragenden Geschäfts im bisherigen Jahresverlauf rechnet die Bank mit einem Anstieg des Zinsüberschusses auf mindestens 7,8 Mrd. Euro – wobei sich im Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zum Teil gegenläufige Effekte niederschlagen. Der prognostizierte Anstieg des Zinsüberschusses berücksichtigt bereits die Entscheidung der EZB, die Mindestreserve künftig nicht mehr zu verzinsen. Unsere Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung des Provisionsüberschusses haben wir leicht reduziert; für das Gesamtjahr gehen wir nunmehr von einem Provisionsüberschuss leicht unterhalb des Gesamtjahres 2022 aus. Die Bank strebt trotz hoher Inflation weiter eine Reduktion der Verwaltungsaufwendungen inklusive Pflichtbeiträgen an, geht aber aufgrund der guten Ergebnisentwicklung von einer höheren variablen Vergütung aus, sodass die Gesamtkosten bei 6,4 Mrd. Euro erwartet werden. Die entscheidende Steuerungsgröße bleibt aber die Aufwandsquote mit dem Ziel von 60% im Jahr 2024. Aufgrund der Entwicklung in den ersten sechs Monaten haben wir unsere Erwartungen für das Risikoergebnis angepasst; wir erwarten für das Gesamtjahr 2023 ein Risikoergebnis von weniger als – 800 Mio. Euro. Die finale Größenordnung wird von der Nutzung des TLA abhängen. Für die CET-1-Quote strebt die Commerzbank nun einen Wert von mehr als 14 % an. Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2023 gehen wir weiter davon aus, das den Commerzbank-Aktionärinnen und -Aktionären und den Investoren in zusätzliche Eigenkapitalbestandteile zurechenbare Konzernergebnis deutlich zu übertreffen. Zudem hält die Bank an ihrem Ziel einer Ausschüttungsquote von 50% des Konzerngewinns nach Abzug der AT-1-Kuponzahlungen fest. Basierend auf dem Ergebnis des ersten Halbjahres und unseren Erwartungen für das zweite Halbjahr werden wir bei der Europäischen Zentralbank und der Finanzagentur die Zustimmung für einen weiteren Aktienrückkauf als Teil der geplanten 50% Ausschüttungsquote für das Gesamtjahr 2023 beantragen.

Die Erwartungen basieren weiterhin auf der Annahme einer milden Rezession im Jahr 2023 und sind weiterhin abhängig von der zukünftigen Entwicklung der Schweizer-Franken-Belastungen bei der mBank.

Zwischenrisikobericht

Der Zwischenrisikobericht ist ein eigenständiger Berichtsteil im Zwischenbericht. Er ist Bestandteil des Zwischenlageberichts.

Zwischenrisikobericht

18 Risikoorientierte Gesamtbanksteuerung

  • 18 Organisation des Risikomanagements
  • 18 Risikotragfähigkeit und Stresstesting

19 Adressenausfallrisiken

  • 19 Commerzbank-Konzern
  • 21 Segment Privat- und Unternehmerkunden
  • 22 Segment Firmenkunden
  • 23 Weitere Portfolioanalysen

26 Marktrisiken

  • 26 Risikosteuerung
  • 26 Handelsbuch
  • 27 Anlagebuch
  • 28 Marktliquiditätsrisiken

28 Liquiditätsrisiken

  • 28 Risikosteuerung
  • 29 Quantifizierung und Stresstesting
  • 29 Liquiditätsreserven
  • 30 Liquiditätskennzahlen

30 Operationelle Risiken

31 Sonstige Risiken

Risikoorientierte Gesamtbanksteuerung

Als Risiko bezeichnet die Commerzbank die Gefahr möglicher Verluste oder entgangener Gewinne aufgrund interner oder externer Faktoren. Die Risikosteuerung unterscheidet grundsätzlich zwischen quantifizierbaren und nicht quantifizierbaren Risikoarten. Quantifizierbare Risiken sind üblicherweise in der Rechnungslegung oder in der Kapitalbindung bewertbare Risiken, nicht quantifizierbare Risiken sind zum Beispiel Compliance- und Reputationsrisiken.

Organisation des Risikomanagements

Die Commerzbank sieht das Risikomanagement als eine Aufgabe für die gesamte Bank an. Der Chief Risk Officer (CRO) verantwortet konzernweit die Entwicklung und Umsetzung der risikopolitischen Leitlinien für quantifizierbare Risiken, die vom Vorstand festgelegt werden, sowie die Messung dieser Risiken. Der CRO berichtet dem Vorstand und dem Risikoausschuss des Aufsichtsrats regelmäßig über die Gesamtrisikolage des Konzerns.

Die Risikomanagement-Organisation besteht aus den Bereichen Group Credit Risk Management, Group Risk Control, Group Cyber Risk & Information Security sowie Group Big Data & Advanced Analytics.

Darüber hinaus ist der CRO für den Bereich Group Compliance zuständig. Die Etablierung angemessener Governance, Verfahren und Systeme, die es der Bank ermöglichen, unerwünschte Gefährdungen durch Compliance-Risiken zu vermeiden, ist Aufgabe von Group Compliance. Group Compliance wird durch den Chief Compliance Officer gesteuert.

Alle Bereiche haben eine direkte Berichtslinie an den CRO.

Weitere Details zur Organisation des Risikomanagements der Commerzbank sind im Konzernrisikobericht 2022 dargestellt.

Risikotragfähigkeit und Stresstesting

Die Risikotragfähigkeitsanalyse ist ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtbanksteuerung und des Internal Capital Adequacy Assessment Process (ICAAP) der Commerzbank mit dem Ziel, eine angemessene Kapitalausstattung jederzeit sicherzustellen. Das Risikotragfähigkeitskonzept basiert im ökonomischen Ansatz entsprechend der aufsichtlichen Vorgaben auf einem Fortführungsansatz.

Die Überwachung und Steuerung der Risikotragfähigkeit (RTF) erfolgen monatlich auf Ebene des Commerzbank-Konzerns. Der Mindestanspruch an die Risikotragfähigkeit gilt als erfüllt, sofern die RTF-Quote über 100% liegt. Im ersten Halbjahr 2023 lag die RTF-Quote stets über 100% und betrug 178% per 30. Juni 2023. Im Anstieg des ökonomischen Risikodeckungspotenzials spiegelt sich die Ertragsentwicklung und der marktinduzierte Rückgang der stillen Lasten. Die RTF-Quote liegt weiterhin deutlich über dem Mindestanspruch.

Die ökonomische Risikotragfähigkeit wird zusätzlich anhand makroökonomischer Stressszenarios beurteilt. Die Szenariosimulationen werden grundsätzlich quartalsweise auf Konzernebene mit einem Zeithorizont von zwölf Monaten durchgeführt.

Risikotragfähigkeit Konzern Mrd. € 30.6.2023 31.12.2022
Ökonomisches
Risikodeckungspotenzial
23 22
Ökonomisch erforderliches Kapital1 13 13
davon für Adressenausfallrisiko2 8 8
davon für Marktrisiko3 4 4
davon für operationelles Risiko 2 2
davon Diversifikationseffekte – 2 – 2
RTF-Quote (%)4 178 163

1 Einschließlich Objektwertänderungsrisiko, Risiko nicht börsennotierter Beteiligungen und Risikopuffer für Reserverisiko, für die Quantifizierung potenzieller Wertschwankungen von Intangibles sowie für Umweltrisiken.

2 Einschließlich Puffer für geplante Methodenänderungen.

3 Einschließlich Einlagenmodellrisiko.

4 RTF-Quote = ökonomisches Risikodeckungspotenzial/ökonomisch erforderliches Kapital (inklusive Risikopuffer). Änderung der Quote zum 31. Dezember 2022 aufgrund geänderter Marktrisikozahlen.

  • 18 Risikoorientierte Gesamtbanksteuerung

    - 19 Adressenausfallrisiken

  • 28 Liquiditätsrisiken 30 Operationelle Risiken

  • 31 Sonstige Risiken

Das Adressenausfallrisiko beinhaltet die Gefahr eines Verlustes oder entgangenen Gewinnes durch den Ausfall eines Geschäftspartners. Es zählt zu den quantifizierbaren, wesentlichen Risiken mit den Unterrisikoarten Kreditausfallrisiko, Emittentenrisiko, Kontrahentenrisiko, Länder- und Transferrisiko, Veritätsrisiko sowie Reserverisiko.

Commerzbank-Konzern

Die Commerzbank fokussiert ihr Geschäft in den zwei Kundensegmenten Privat- und Unternehmerkunden sowie Firmenkunden.

Die Weltwirtschaft leidet weiterhin unter Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und der globalen Verschärfung der Geldpolitik.

Positive Effekte aus der allmählichen Auflösung von Lieferkettenstörungen und der Lockerung der Energiemärkte reichen nicht aus, um die negativen Auswirkungen der restriktiven Geldpolitik zu kompensieren, die mit einer zeitlichen Verzögerung die Wirtschaftstätigkeit zunehmend behindert.

Kreditrisikokennzahlen Zur Steuerung und Limitierung der Adressenausfallrisiken im Commerzbank-Konzern nutzen wir unter anderem die folgenden Risikokennzahlen: Exposure at Default (EaD) – im Folgenden auch als Exposure bezeichnet –, Loss at Default (LaD), Expected Loss (EL), Risikodichte (EL/EaD), Credit Value at Risk (CVaR = ökonomischer Kapitalbedarf für Kreditrisiken mit einem Konfidenzniveau von 99,90% und einer Haltedauer von einem Jahr) und Risikoaktiva.

Die Kreditrisikokennzahlen der Ratingklassen 1,0 bis 5,8 stellten sich zum Stichtag 30. Juni 2023 wie folgt dar:

30.6.2023 31.12.2022
Kreditrisikokennzahlen Exposure
at Default
Expected
Loss
Risiko
dichte
CVaR Exposure
at Default
Expected
Loss
Risiko
dichte
CVaR
Mrd. € Mio. € Bp. Mio. € Mrd. € Mio. € Bp. Mio. €
Privat- und Unternehmerkunden 205 458 22 2 031 204 431 21 2 088
Firmenkunden 178 372 21 4 543 177 378 21 4 299
Sonstige und Konsolidierung 143 73 5 1 265 137 65 5 1 184
Konzern 526 903 17 7 840 517 874 17 7 571

Das Konzernportfolio zeigt bei der Verteilung auf Basis von PD-Ratings einen Anteil von 87% in den internen Ratingstufen 1 und 2, die dem Investment-Grade-Bereich zuzuordnen sind.

30.6.2023 31.12.2022
Ratingverteilung EaD % 1,0-1,8 2,0-2,8 3,0-3,8 4,0-4,8 5,0-5,8 1,0-1,8 2,0-2,8 3,0-3,8 4,0-4,8 5,0-5,8
Privat- und Unternehmerkunden 30 55 11 2 1 30 56 11 2 1
Firmenkunden 19 61 14 4 2 19 61 14 4 2
Sonstige und Konsolidierung 81 17 1 0 0 77 22 2 0 0
Konzern 40 47 9 2 1 38 49 10 2 1

Die regionale Verteilung des Exposures entspricht der strategischen Ausrichtung der Bank und spiegelt die Schwerpunkte unserer globalen Geschäftstätigkeit wider. Mehr als die Hälfte des Engagements entfällt auf Deutschland, ein Viertel auf andere Länder in Europa, 10% auf Nordamerika und 3% auf Asien. Der Rest ist breit diversifiziert und verteilt sich auf eine große Anzahl Länder, in denen insbesondere deutsche Exporteure begleitet werden oder die Commerzbank mit lokalen Einheiten vor Ort präsent ist. Der Expected Loss des Konzernportfolios verteilt sich mehrheitlich auf Deutschland und die restlichen europäischen Länder.

30.6.2023 31.12.2022
Konzernportfolio nach
Regionen
Exposure
at Default
Mrd. €
Expected
Loss
Mio. €
Risiko
dichte
Bp.
Exposure
at Default
Mrd. €
Expected
Loss
Mio. €
Risiko
dichte
Bp.
Deutschland 311 392 13 312 390 12
Westeuropa 86 160 19 85 133 16
Mittel- und Osteuropa 52 259 50 53 261 49
Nordamerika 51 36 7 40 38 10
Asien 14 22 16 16 22 14
Sonstige 12 35 28 11 30 27
Konzern 526 903 17 517 874 17

Risikoergebnis Das Risikoergebnis im Kreditgeschäft des Konzerns belief sich im ersten Halbjahr 2023 auf – 276 Mio. Euro. (Vorjahreszeitraum: – 570 Mio. Euro).

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Aufteilung des Risikoergebnisses nach Stages gemäß IFRS 9. In Note 27 des Zwischenabschlusses (Kreditrisiken und Kreditverluste) werden Details zu den Stages erläutert; in Note 9 (Risikoergebnis) findet sich die Definition zum Risikoergebnis.

Etwaige Marktwertschwankungen aus Fair-Value-Krediten sind nicht im Risikoergebnis enthalten. Sie werden ertragswirksam in der Position "Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten" ausgewiesen.

1.1.-30.6.2023 1.1.-30.6.2022
Risikoergebnis Mio. € Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI1 Gesamt Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI1 Gesamt
Privat- und Unternehmerkunden – 5 – 38 – 139 5 – 177 – 8 – 16 – 136 – 1 – 160
Firmenkunden 1 – 29 – 77 – 10 – 115 4 – 167 – 175 0 – 338
Sonstige und Konsolidierung 12 4 – 2 1 15 3 56 – 130 0 – 72
Konzern 8 – 62 – 218 – 4 – 276 – 1 – 127 – 442 – 1 – 570

1 POCI – Purchased or Originated Credit-impaired.

Die hohen Belastungen im Vorjahreszeitraum resultierten aus Ratingdowngrades sowie der Bildung eines Top-Level-Adjustments (TLA) vor dem Hintergrund des zum damaligen Zeitpunkt neu aufgekommenen Russland-Ukraine-Konflikts. Das im Vergleich zur Vorperiode deutlich reduzierte Ergebnis im ersten Halbjahr 2023 wurde im Wesentlichen durch Ausfälle von Einzeladressen und Nachbildungen bei ausgefallenen Einzeladressen im Segment Firmenkunden getrieben. Daneben entfiel knapp ein Drittel des Risikoergebnisses auf die mBank. Im Sinne der nach IFRS9 vorgegebenen Einbeziehung zukunftsgerichteter Informationen (Forward looking) enthält das Risikoergebnis Belastungen aus der erwarteten Anpassung der Modelle (Future of IRB).

Netto-Entlastungen ergaben sich unter anderem aus Nutzung und Auflösung des Sekundäreffekte-TLA, insbesondere im Segment Firmenkunden. Der Bestand des Sekundäreffekte-TLA auf Konzernebene beläuft sich per 30. Juni 2023 auf – 456 Mio. Euro. (– 482 Mio. Euro per 31. Dezember 2022).

Die konjunkturellen Unsicherheiten und die Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine trüben den makroökonomischen Ausblick immer noch stark ein. Die für die Risikovorsorgeermittlung verwendeten modellbasierten Parameter reflektieren diese Auswirkungen noch nicht vollständig. Das für diesen Sachverhalt gebildete Sekundäreffekte-TLA wurde unterjährig jeweils zu den Quartalsstichtagen überprüft und bildet weiterhin die vorausschauend erwarteten Effekte angemessen ab. Das dem TLA zu Grunde liegende Szenario beinhaltet unter anderem folgende Annahmen:

  • Die Weltwirtschaft leidet weiterhin unter Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und der globalen Verschärfung der Geldpolitik.
  • Positive Effekte aus der allmählichen Auflösung von Lieferkettenstörungen und der Lockerung der Energiemärkte reichen nicht aus, um die negativen Auswirkungen der restriktiven Geldpolitik zu kompensieren, die mit einer zeitlichen Verzögerung die Wirtschaftstätigkeit zunehmend behindert.
  • Die EWU-Wirtschaft leidet unter dem hohen Zinsumfeld, das sich stark negativ auf die Investitionstätigkeit und den Konsum auswirkt. Weder der stabile Arbeitsmarkt noch die günstigeren Energiepreise reichen aus, um diesen Effekt zu überwiegen.
  • Die deutsche Industrie steht vor einer Verlangsamung der Auslandsnachfrage und einer Verschärfung der Finanzierungsbedingungen. Gleichzeitig dämpfen die bestehenden umfangreichen staatlichen Förderprogramme die anhaltenden negativen

An unsere Aktionäre Zwischenlagebericht Zwischenrisikobericht Zwischenabschluss 21

18 Risikoorientierte Gesamtbanksteuerung

  • 19 Adressenausfallrisiken 26 Marktrisiken
  • 28 Liquiditätsrisiken
  • 30 Operationelle Risiken
  • 31 Sonstige Risiken

Auswirkungen der gestiegenen Energiekosten (Energiepreisbremsen für Strom, Gas und Wärme für Haushalte und Unternehmen, die mindestens für das gesamte Jahr 2023 gelten).

Die Methodik zur Ermittlung des Anpassungsbedarfs des ECL-Modellergebnisses entspricht der Methodik zur Ermittlung des Sekundäreffekte-TLA zum Jahresende 2022.

Die Angemessenheit des TLA wird fortlaufend überprüft. (Details zu den Hintergründen und der Anpassung des TLA siehe auch Note 27 des Zwischenabschlusses (Kreditrisiken und Kreditverluste).

Default-Portfolio

Das Default-Portfolio des Konzerns ist im ersten Halbjahr 2023 um 70 Mio. Euro gesunken und lag bei 5 587 Mio. Euro.

Die nachstehende Darstellung des Default-Portfolios zeigt die ausgefallenen Forderungen der Kategorien Amortised Cost und Fair Value OCI (OCI – Other Comprehensive Income).

30.6.2023 31.12.2022
Default-Portfolio Konzern Mio. € Kredite Wertpapiere Gesamt Kredite Wertpapiere Gesamt
Default-Portfolio 5 551 36 5 587 5 601 57 5 658
LLP1 2 325 6 2 331 2 247 9 2 256
Coverage Ratio exkl. Sicherheiten (%)2 42 17 42 40 16 40
Sicherheiten 1 399 0 1 399 1 389 0 1 389
Coverage Ratio inkl. Sicherheiten (%)2 67 17 67 65 16 64
NPE-Ratio (%)3 1,1 1,1

1 Loan Loss Provision.

2 Coverage Ratio: LLP (und Sicherheiten) im Verhältnis zum Default-Portfolio.

3 NPE-Ratio: Notleidende Forderungen im Verhältnis zu den Gesamtforderungen gemäß EBA-Risk-Dashboard.

Segment Privat- und Unternehmerkunden

Das Segment Privat- und Unternehmerkunden (PUK) umfasst die Aktivitäten mit Privat- und Unternehmerkunden sowie mit Kundinnen und Kunden der Marke comdirect und Commerz Real. Die mBank wird ebenfalls im Segment Privat- und Unternehmerkunden abgebildet.

Der Schwerpunkt des Portfolios liegt auf der klassischen Eigenheimfinanzierung und der Finanzierung von Immobilienkapitalanlagen (private Baufinanzierung und Renditeobjekte mit einem EaD von insgesamt 101 Mrd. Euro). Die Kreditversorgung unserer Unternehmerkunden stellen wir im Wesentlichen über Individualkredite mit einem Volumen von 28 Mrd. Euro sicher. Daneben decken wir den alltäglichen Kreditbedarf unserer Kundinnen und Kunden durch Konsumentenkredite ab (Verfügungskredite, Ratenkredite und Kreditkarten mit insgesamt 14 Mrd. Euro).

Die Risikodichte des Portfolios ist mit 22 Basispunkten gegenüber dem Jahresende 2022 leicht gestiegen.

30.6.20231 31.12.2022
Kreditrisikokennzahlen Exposure
at Default
Mrd. €
Expected
Loss
Mio. €
Risiko
dichte
Bp.
Exposure
at Default
Mrd. €
Expected
Loss
Mio. €
Risiko
dichte
Bp.
Private Kunden 129 166 13 64 91 14
Unternehmerkunden 28 52 18 30 53 18
comdirect 2 6 28
Commerz Real 0 5 156 0 0 5
Private Banking 35 31 9
Wealth Management 27 29 11
mBank 47 236 50 46 221 49
PUK 205 458 22 204 431 21

1 Die Aufteilung der Subsegmente wurde im ersten Quartal 2023 angepasst; die Werte zum 30. Juni 2023 sind mit den Werten zum 31. Dezember 2022 daher nur eingeschränkt vergleichbar.

Im Segment Privat- und Unternehmerkunden belief sich das Risikoergebnis im ersten Halbjahr 2023 auf – 177 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum – 160 Mio. Euro). Die Notwendigkeit des Sekundäreffekte-TLA ist weiterhin aufgrund der krisenbedingten Unsicherheit der konjunkturellen Entwicklung gegeben und besteht auch für das Jahr 2023 fort. Der TLA-Bestand des Segments beläuft sich zum 30. Juni 2023 auf – 213 Mio. Euro (– 189 Mio. Euro per 31. Dezember 2022).

Die Risikovorsorge der mBank wird von erwarteten wirtschaftlichen Schwierigkeiten, insbesondere im Privatkundenportfolio sowie bei kleinen und mittleren Unternehmen getrieben und lag zum 30. Juni 2023 bei – 76 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum – 97 Mio. Euro). Gleichzeitig profitiert die mBank von Risikovorsorge-Auflösungen bei einem signifikanten Einzelkunden im Corporates-Portfolio.

Das Default-Portfolio des Segments lag zum Berichtszeitpunkt mit 1 962 Mio. Euro (31. Dezember 2022: 1 842 Mio. Euro) leicht über dem Niveau des Vorjahres.

30.6.2023 31.12.2022
Default-Portfolio Segment PUK Mio. € Kredite Wertpapiere Gesamt Kredite Wertpapiere Gesamt
Default-Portfolio 1 962 0 1 962 1 842 0 1 842
LLP 901 0 901 841 0 841
Coverage Ratio exkl. Sicherheiten (%) 46 46 46 46
Sicherheiten 686 0 686 707 0 707
Coverage Ratio inkl. Sicherheiten (%) 81 81 84 84

Segment Firmenkunden

Im Segment Firmenkunden (FK) bündelt der Konzern das Geschäft mit mittelständischen Firmenkunden, dem öffentlichen Sektor, institutionellen Kunden und multinationalen Unternehmen. Darüber hinaus verantwortet das Segment die Beziehungen des Konzerns zu in- und ausländischen Banken und Finanzinstituten sowie Zentralbanken. Der regionale Schwerpunkt unserer Aktivitäten liegt in Deutschland und Westeuropa. Weiterhin werden in diesem Segment die kundenorientierten Kapitalmarktaktivitäten des Konzerns gebündelt.

Der EaD des Segments Firmenkunden ist im Vergleich zum 31. Dezember des Vorjahres von 177 Mrd. Euro auf 178 Mrd. Euro gestiegen. Die Risikodichte ist mit 21 Basispunkten stabil geblieben.

Für Details zur Entwicklung des Financial-Institutions-Portfolios verweisen wir auf Seite 24.

30.6.2023
Kreditrisikokennzahlen Exposure
at Default
Mrd. €
Expected
Loss
Mio. €
Risiko
dichte
Bp.
Exposure
at Default
Mrd. €
Expected
Loss
Mio. €
Risiko
dichte
Bp.
Mittelstand 80 179 22 77 175 23
International Corporates 63 123 20 64 126 20
Financial Institutions 24 53 22 22 61 28
Sonstige 12 16 13 14 16 12
FK 178 372 21 177 378 21

Das Risikoergebnis des Segments Firmenkunden lag im ersten Halbjahr 2023 bei – 115 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: – 338 Mio. Euro). Die hohen Belastungen des Segments im Vorjahreszeitraum resultierten aus Ratingdowngrades sowie der Bildung eines Top-Level-Adjustments vor dem Hintergrund des zum damaligen Zeitpunkt neu aufkommenden Russland-Ukraine-Konflikts.

Die Wertberichtigungen des Segments im ersten Halbjahr, die im Wesentlichen durch Ausfälle von Einzeladressen und Nachbildungen bei ausgefallenen Einzeladressen getrieben sind, wurden teilweise durch Nutzung des gebildeten TLA kompensiert. Im Sinne der nach IFRS9 vorgegebenen Einbeziehung zukunftsgerichteter Informationen (Forward looking) enthält das Risikoergebnis Belastungen aus der erwarteten Anpassung der Modelle (Future of IRB).

Der TLA-Bestand des Segments beläuft sich zum 30. Juni 2023 auf – 241 Mio. Euro (– 284 Mio. Euro per 31. Dezember 2022).

Der TLA-Bedarf ergab sich aus den auf Basis des makroökonomischen Szenarios überprüften und teilweise angepassten Annahmen für Branchen/Teilportfolios, für die indirekte Auswirkungen zu erwarten sind. Als relevante Beispiele sind hier die Automobilindustrie aufgrund von erwarteten Nachfragerückgängen in Folge der Inflation zu nennen. Hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie die Rezession und die nachlassende Auslandsnachfrage belasten die Metallindustrie. Die Branchen Einzelhandel und Konsumgüter leiden unter gesunkener Kaufkraft und der Zurückhaltung der Verbraucher bei Konsumausgaben. Für das Jahr 2023 werden daraus resultierende Ratingmigrationen sowie Ausfälle erwartet, welche aktuell in der modellbasierten Risikovorsorgeermittlung noch nicht reflektiert sind und demzufolge über das TLA abgedeckt werden.

18 Risikoorientierte Gesamtbanksteuerung

  • 19 Adressenausfallrisiken
  • 26 Marktrisiken
  • 28 Liquiditätsrisiken 30 Operationelle Risiken
  • 31 Sonstige Risiken

Das Default-Portfolio des Segments lag zum Berichtszeitpunkt mit 2 738 Mio. Euro (31. Dezember 2022: 2 811 Mio. Euro) leicht unter dem Niveau des Vorjahres.

30.6.2023 31.12.2022
Default-Portfolio Segment FK Mio. € Kredite Wertpapiere Gesamt Kredite Wertpapiere Gesamt
Default-Portfolio 2 738 0 2 738 2 811 0 2 811
LLP 1 191 0 1 191 1 174 0 1 174
Coverage Ratio exkl. Sicherheiten (%) 43 43 42 42
Sicherheiten 712 0 712 681 0 681
Coverage Ratio inkl. Sicherheiten (%) 70 70 66 66

Im Bereich Sonstige und Konsolidierung lag das Risikoergebnis im ersten Halbjahr 2023 bei 15 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: – 72 Mio. Euro). Der Bestand für das Sekundäreffekte-TLA belief sich für den Bereich auf – 3 Mio. Euro.

Weitere Portfolioanalysen

Die folgenden Analysen sind unabhängig von der bestehenden Segmentzugehörigkeit zu verstehen. Die dargestellten Positionen sind bereits vollständig in den vorherigen Konzern- und Segmentdarstellungen enthalten.

Corporates-Portfolio nach Branchen

Die deutschen Industriesektoren haben die unmittelbaren Effekte des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine insgesamt gut verkraftet.

Aktuell belasten weiterhin die mittelbaren Folgen des Krieges in der Ukraine, insbesondere ein erhöhtes Preisniveau. Energie- und Rohstoffpreise sind signifikant angestiegen, die Inflation hat ein Niveau erreicht, das die Wenigsten erwartet hätten und erweist sich zudem als hartnäckig. In der Folge war und ist ein spürbarer Zinsanstieg zu verzeichnen.

Zahlreiche Branchen profitieren von einem unverändert hohen Auftragsbestand, allerdings zeichnet sich im Auftragseingang ein branchenübergreifender Rückgang ab. Die infolge des hohen Zinsniveaus gesunkene Kaufkraft sowie Umschichtungen im Konsumverhalten führen zu sinkenden Roherträgen bei gleichzeitig steigenden Kosten (Personal, Miete, Energie). Hierdurch ist eine sinkende Rentabilität in diversen Sektoren, insbesondere jedoch in den konsumnahen Sektoren, zu beobachten. Für das zweite Halbjahr 2023 wird insbesondere in Deutschland von einer weiteren konjunkturellen Abkühlung ausgegangen, was die Investitionstätigkeit in Teilen negativ beeinflussen wird.

Für Investitionen in den Umweltschutz und CO2-neutrale Produktion werden unverändert erhebliche Finanzierungen benötigt. Auch die Reduzierung von Abhängigkeiten und die Sicherstellung einer stabilen Lieferkette führen zu Kostenbelastungen. Wir sehen unsere Kunden aber hier in der Breite gut aufgestellt.

Maßgeblich für die mittelfristige Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft wird sein, dass sich Energiepreise in Deutschland und Europa stabilisieren und insbesondere in Deutschland ein wettbewerbsfähiges Marktumfeld hergestellt wird. Ferner muss sichergestellt sein, dass der nationale Gasbedarf gedeckt ist. Eine Gasmangellage könnte zu erheblichen Belastungen und Verwerfungen führen. Daneben stellt der Fachkräftemangel ein anhaltendes Problem für verschiedene Branchen dar.

Das Corporates-Exposure verteilt sich wie nachfolgend dargestellt auf die Branchen:

30.6.20231 31.12.2022
Corporates-Portfolio nach Branchen Exposure
at Default
Mrd. €
Expected
Loss
Mio. €
Risiko
dichte
Bp.
Exposure
at Default
Mrd. €
Expected
Loss
Mio. €
Risiko
dichte
Bp.
Konsum 22 59 26 14 39 27
Technologie/Medien/Telekommunikation 17 30 17 14 29 20
Chemie/Verpackung 15 27 17 8 19 23
Bau/Metall 14 35 24 4 8 18
Automobil 14 31 22 10 24 25
Maschinenbau 12 25 21 8 15 20
Energieversorgung/Umwelt 12 32 27 12 28 24
Transport/Tourismus/Dienstleistungen 11 37 32 9 27 30
Sonstige 22 55 25 30 78 26
Großhandel 12 28 24
Grundstoffe/Metall 8 15 18
Dienstleistungen/Medien 8 17 21
Pharma/Gesundheitswesen 4 8 20
Gesamt 140 329 24 142 335 24

1 Die Definition der Branchen wurde im ersten Quartal 2023 angepasst; die Werte zum 30. Juni 2023 sind mit den Werten zum 31. Dezember 2022 daher nicht vergleichbar.

Financial-Institutions-Portfolio

Mit unserem Korrespondenzbankennetz standen weiterhin Trade-Finance-Aktivitäten im Interesse unserer Firmenkunden sowie Kapitalmarktaktivitäten im Vordergrund. Im Derivatebereich werden Transaktionen mit ausgewählten Gegenparteien nach den Standards der European Market Infrastructure Regulation (EMIR) abgeschlossen.

Die Auswirkungen von aufsichtsrechtlichen Vorgaben auf Banken beobachten wir weiterhin eng. In diesem Zusammenhang verfolgen wir unverändert die Strategie, möglichst wenige Exposures zu halten, die im Falle eines Bail-in des betroffenen Instituts Verluste erleiden könnten.

Die Entwicklung diverser Länder bei individuellen Themen wie Rezessionen, Embargos oder wirtschaftlicher Unsicherheit aufgrund politischer Ereignisse (derzeit insbesondere die Invasion Russlands in der Ukraine) verfolgen wir eng und reagieren mit einer flexiblen, auf die jeweilige Situation des Landes abgestimmten Portfoliosteuerung. Dies gilt insbesondere für die weiterhin hohe Inflation, verbunden mit Zinsanstiegen und deren Auswirkungen auf Kreditportfolios, die Entwicklung von Energiepreisen sowie immer wieder aufkommende Lieferengpässe. All dies wirkt sich auf unsere Korrespondenzbanken sowohl in Industrieländern als auch in Entwicklungsländern aus.

Insgesamt richten wir unseren Risikoappetit danach aus, das Portfolio möglichst reagibel zu halten.

30.6.20231 31.12.2022
FI-Portfolio nach Regionen Exposure
at Default
Mrd. €
Expected
Loss
Mio. €
Risiko
dichte
Bp.
Exposure
at Default
Mrd. €
Expected
Loss
Mio. €
Risiko
dichte
Bp.
Deutschland 4 4 10 61 6 1
Westeuropa 16 8 5 17 7 4
Mittel- und Osteuropa 2 12 76 13 41 30
Nordamerika 3 1 2 12 0 0
Asien 5 12 25 8 14 17
Sonstige 6 19 31 7 22 30
Gesamt 36 57 16 119 90 8

1 Die Definition der Financial Institutions wurde im ersten Quartal 2023 angepasst und eine Umklassifizierung von Zentralbanken (87 Mrd. Euro zum 31. Dezember 2022) vorgenommen; die Werte zum 30. Juni 2023 sind mit den Werten zum 31. Dezember 2022 daher nicht vergleichbar.

19 Adressenausfallrisiken

26 Marktrisiken

Non-Bank-Financial-Institutions-Portfolio

Das Non-Bank-Financial-Institutions-(NBFI-)Portfolio umfasst hauptsächlich Versicherungsgesellschaften, Asset-Manager, regulierte Fonds sowie zentrale Gegenparteien. Die regionalen Schwerpunkte der Geschäftsaktivitäten liegen in Deutschland, Westeuropa sowie den Vereinigten Staaten von Amerika und Asien.

Neugeschäfte mit NBFIs erfolgen einerseits vor dem Hintergrund regulatorischer Anforderungen (Clearing über zentrale Gegenparteien) und andererseits im Interesse unserer institutionellen Kunden, wobei sich die Commerzbank auf attraktive Opportunitäten mit Adressen guter Bonität beziehungsweise werthaltiger Besicherung fokussiert. Unter Portfoliomanagement-Gesichtspunkten verfolgen wir dabei als Ziel die Gewährleistung einer hohen Portfolioqualität und -reagibilität. Risiken aufgrund globaler Ereignisse wie Rezessionen, Embargos oder wirtschaftlicher Unsicherheit aufgrund politischer Ereignisse verfolgen wir eng und reagieren mit einer flexiblen, auf die jeweilige Situation abgestimmten Steuerung. Dies gilt auch für die aktuellen Themen der Entwicklung des Zinsniveaus sowie Auswirkungen der anhaltend hohen Inflation.

30.6.2023 31.12.2022
NBFI-Portfolio nach Regionen Exposure
at Default
Mrd. €
Expected
Loss
Mio. €
Risiko
dichte
Bp.
Exposure
at Default
Mrd. €
Expected
Loss
Mio. €
Risiko
dichte
Bp.
Deutschland 19 20 10 19 20 11
Westeuropa 16 21 13 15 20 13
Mittel- und Osteuropa 2 13 62 2 12 70
Nordamerika 8 9 11 8 8 10
Asien 1 3 24 2 3 18
Sonstige 1 3 38 1 2 22
Gesamt 48 69 14 46 65 14

Originatorenpositionen

Die Commerzbank hat im Laufe der vergangenen Jahre aus Gründen des Kapitalmanagements Verbriefungen von Kreditforderungen gegenüber Kunden mit einem aktuellen Volumen von 12,4 Mrd. Euro (31. Dezember 2022: 12,2 Mrd. Euro) vorgenommen. Zum Stichtag 30. Juni 2023 wurden Risikopositionen in Höhe von 11,2 Mrd. Euro (31. Dezember 2022: 11,3 Mrd. Euro) zurückbehalten. Der weitaus größte Teil aller Positionen entfiel mit 11,1 Mrd. Euro (31. Dezember 2022: 11,2 Mrd. Euro) auf Senior-Tranchen, die nahezu vollständig gut bis sehr gut geratet sind.

Volumen Commerzbank1
Verbriefungspool Mrd. € Fälligkeit Senior Mezzanine First Loss Piece Gesamtvolumen
Corporates 2025 − 2036 11,1 < 0,1 0,1 12,4
Gesamt 30.6.2023 11,1 < 0,1 0,1 12,4
Gesamt 31.12.20222 11,2 < 0,1 0,1 12,2

1 Tranchen/Rückbehalte (nominal) im Anlagebuch.

2 Risikozahlen mBank angepasst.

Conduit Exposure und sonstige Asset-backed Exposures

Die Commerzbank stellt Finanzierungen zur Verbriefung von Forderungen – insbesondere Handels- und Leasingforderungen – von Kunden des Segments Firmenkunden bereit. Hierbei fungiert die Commerzbank im Wesentlichen als Arrangeur von Asset-backed-Securities-Transaktionen über das von der Commerzbank gesponserte Multiseller-Conduit Silver Tower. Das Volumen sowie die Risikowerte für die Verbriefung von Forderungen aus dem Firmenkundensegment sind im ersten Halbjahr 2023 um 0,6 Mrd. Euro auf 4,5 Mrd. Euro gestiegen.

Das Liquiditätsrisiko subsumiert das Risiko, dass die Commerzbank ihren tagesaktuellen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Die Liquiditätsrisiken aus Verbriefungen werden im Rahmen des internen Liquiditätsrisikomodells risikoadäquat modelliert. Bei variabel ausnutzbaren Geschäften wird unterstellt, dass die den Zweckgesellschaften gestellten Ankaufsfazilitäten für die Dauer ihrer Laufzeit nahezu vollständig und bis zur Fälligkeit der letzten finanzierten Forderung durch die Commerzbank refinanziert werden müssen. Verbriefungen werden nur dann als liquide Aktiva berücksichtigt, wenn es sich um zentralbankfähige Positionen handelt. Diese Positionen werden nur unter Anwendung von risikoadäquaten Abschlägen in der Liquiditätsrisikorechnung berücksichtigt.

Die sonstigen Asset-backed Exposures umfassen im Wesentlichen staatsgarantierte ABS-Papiere gehalten in der Commerzbank Finance & Covered Bond S.A. sowie der Commerzbank AG Inland. Das Volumen stieg im ersten Halbjahr 2023 auf 3,8 Mrd. Euro

(Dezember 2022: 3,4 Mrd. Euro), ebenso die Risikowerte1 mit 3,8 Mrd. Euro (Dezember 2022: 3,4 Mrd. Euro).

Weiterhin bestehen Investitionen im Bereich Structured Credit. Von diesen wurden 7,4 Mrd. Euro seit 2014 als Neuinvestitionen getätigt (Dezember 2022: 7,1 Mrd. Euro). Wir haben in Anleihen von Senior-Tranchen aus Verbriefungstransaktionen der Assetklassen Consumer-(Auto-)ABS, UK-RMBS und CLO investiert, die eine robuste Struktur und ein moderates Risikoprofil aufweisen. Zum 30. Juni 2023 befanden sich (wie zum Jahresabschluss 2022) ausschließlich CLO-Positionen mit AAA-Ratings in diesem Portfolio. Verbleibende Positionen im Volumen von 0,2 Mrd. Euro waren bereits vor 2014 im Bestand (Dezember 2022: 0,2 Mrd. Euro), die Risikowerte dieser Positionen lagen bei 0,1 Mrd. Euro (Dezember 2022: 0,1 Mrd. Euro).

Marktrisiken

Marktrisiken drücken die Gefahr möglicher ökonomischer Wertverluste aus, die durch die Veränderung von Marktpreisen (Zinsen, Rohwaren, Credit Spreads, Währungs- und Aktienkursen) oder sonstiger preisbeeinflussender Parameter (Volatilitäten, Korrelationen) entstehen. Die Wertverluste können unmittelbar erfolgswirksam werden, zum Beispiel bei Handelsbuchpositionen. Im Fall von Anlagebuchpositionen werden sie hingegen in der Regel in der Neubewertungsrücklage beziehungsweise in den Stillen Lasten/Reserven berücksichtigt.

Risikosteuerung

Das Marktrisiko wird intern durch ein einheitliches Value-at-Risk-Modell (Historische Simulation) gesteuert, in das alle marktrisikorelevanten Positionen einfließen. Für kleinere Einheiten innerhalb der Commerzbank-Gruppe werden im Rahmen eines Partial Use die Standardverfahren verwendet. Der VaR quantifiziert den möglichen Verlust aus Finanzinstrumenten infolge veränderter Marktbedingungen während eines vorgegebenen Zeithorizonts und mit einer festgelegten Wahrscheinlichkeit. Nähere Details zur angewendeten Methodik sind im Konzernrisikobericht 2022 dargestellt.

In der internen Steuerung werden alle marktrisikorelevanten Positionen abgedeckt und Handelsbuch- sowie Anlagebuchpositionen gemeinsam gesteuert. Für regulatorische Zwecke erfolgt zusätzlich eine separate Steuerung des Handelsbuches (gemäß regulatorischen Anforderungen inklusive Währungs- und Rohwarenrisiken des Anlagebuches) sowie eine Steuerung der Zinsrisiken im Anlagebuch auf Stand-alone-Basis. Um eine konsistente Darstellung in diesem Bericht zu gewährleisten, beziehen sich alle Angaben zum VaR auf ein Konfidenzniveau von 99% und eine Haltedauer von einem Tag bei gleichgewichteten Marktdaten und einer Historie von 254 Tagen.

Handelsbuch

Im Folgenden wird die Entwicklung der regulatorischen Marktrisikokennziffern des Handelsbuchportfolios dargestellt. Die Handelsbuchpositionen der Commerzbank liegen im Wesentlichen im Segment Firmenkunden sowie im Bereich Group Treasury. Die VaR-Zahlen beinhalten alle Risiken im internen VaR-Modell. Tochterunternehmen der Commerzbank wenden im Rahmen eines Partial Use das Standardverfahren für die regulatorische Kapitalberechnung an und sind nicht in den dargestellten regulatorischen VaR-Kennziffern enthalten.

Der VaR ging im ersten Halbjahr 2023 um 2 Mio Euro auf 11 Mio. Euro zurück. Ursache sind Positionsveränderungen im Segment Firmenkunden sowie im Bereich Group Treasury.

VaR der Portfolios im
Handelsbuch Mio. €
1.1.-30.6.2023 31.12.2022
Minimum 8 6
Mittelwert 11 9
Maximum 15 14
VaR-Endziffer Berichtsperiode 11 13

Das Marktrisikoprofil ist über alle Anlageklassen diversifiziert.

VaR-Beitrag nach Risikoarten
im Handelsbuch Mio. €
30.6.2023 31.12.2022
Credit Spreads 3 2
Zinsen 3 6
Aktien 0 0
Währung 3 4
Rohwaren 3 2
Gesamt 11 13

Für die regulatorische Kapitalunterlegung werden weitere Risikokennziffern berechnet. Hierzu zählt die Ermittlung des Stressed VaR. Die Berechnung des Stressed VaR basiert auf dem internen Modell und entspricht der oben beschriebenen VaR-Methodik. Der wesentliche Unterschied liegt in den zur Bewertung der Vermögenswerte genutzten Marktdaten. Im Stressed VaR wird das Risiko der aktuellen Positionierung im Handelsbuch mit Marktbewegungen einer festgelegten Krisenperiode aus der Vergangenheit bewertet. Der angesetzte Krisenbeobachtungszeitraum wird im Rahmen der Modellvalidierungs- und Genehmigungsprozesse regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Im Jahresverlauf blieb der Krisenbeobachtungszeitraum unverändert.

Das Marktrisikoprofil im Stressed VaR ist ebenfalls über alle Anlageklassen diversifiziert. Die dominierende Anlageklasse ist dabei Rohwaren. Der Stressed VaR stieg im ersten Halbjahr 2023 von 25 Mio. Euro auf 37 Mio. Euro an. Dieser Anstieg resultiert insbesondere aus Handelsaktivitäten mit Emissionszertifikaten.

1 Der Risikowert stellt den Balance Sheet Value von Cash-Instrumenten dar, bei Long-CDS-Positionen setzt er sich aus dem Nominalwert des Referenzinstruments abzüglich des Barwertes des Kreditderivats zusammen.

18 Risikoorientierte Gesamtbanksteuerung

19 Adressenausfallrisiken

26 Marktrisiken

  • 28 Liquiditätsrisiken 30 Operationelle Risiken
  • 31 Sonstige Risiken
Stressed-VaR-Beitrag nach Risiko
arten im Handelsbuch Mio. €
30.6.2023 31.12.2022
Credit Spreads 8 4
Zinsen 7 8
Aktien 1 0
Währung 6 6
Rohwaren 15 6
Gesamt 37 25

Darüber hinaus wird mit den Kennziffern Incremental Risk Charge und Equity-Event-VaR das Risiko von Bonitätsverschlechterungen sowie Event-Risiken bei Handelsbuchpositionen quantifiziert. Die Incremental Risk Charge stieg im ersten Halbjahr 2023 um 44 Mio. Euro auf 83 Mio. Euro an. Dies resultiert hauptsächlich aus Positionsveränderungen im Segment Firmenkunden und dem Bereich Group Treasury.

Die Verlässlichkeit des internen Modells (historische Simulation) wird unter anderem durch die Anwendung von Rückvergleichsverfahren auf täglicher Basis überprüft. Dem ermittelten VaR werden dabei die tatsächlich eingetretenen Änderungen des Portfoliowertes (Gewinne und Verluste) gegenübergestellt. Im Prozess wird zwischen den Varianten Rückvergleich der hypothetischen Änderung des Portfoliowertes (Clean P&L) und Rückvergleich der tatsächlichen Änderung des Portfoliowertes (Dirty P&L) unterschieden. Beim Clean P&L Rückvergleich werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung genau die Positionen berücksichtigt, die der VaR-Berechnung zugrunde lagen. Die Gewinne und Verluste resultieren also ausschließlich aus den am Markt eingetretenen Preisänderungen (hypothetische Änderungen des Portfoliowertes). Demgegenüber werden beim Dirty P&L Rückvergleich zusätzlich die Gewinne und Verluste von neu abgeschlossenen sowie ausgelaufenen Geschäften des betrachteten Geschäftstages herangezogen (tatsächliche durch Änderung der Portfoliowerte induzierte Gewinne und Verluste). Gewinne und Verluste aus Bewertungsanpassungen und Modellreserven werden gemäß den regulatorischen Vorgaben in der Dirty und Clean P&L berücksichtigt.

Überschreitet der sich ergebende Verlust den VaR, so spricht man von einem negativen Rückvergleichsausreißer. Die Analyse der Rückvergleichsergebnisse liefert Anhaltspunkte zur Überprüfung von Parametern und zur potenziellen Verbesserung des Marktrisikomodells. Zum 30. Juni 2023 wurden für einen Zeithorizont von einem Jahr kein negativer Clean-P&L und kein negativer Dirty-P&L-Ausreißer auf Gruppenebene gemessen.

Auf Basis der Rückvergleiche bewerten auch die Aufsichtsbehörden die internen Risikomodelle. Negative Ausreißer werden mittels eines von der Aufsicht vorgegebenen Ampelansatzes klassifiziert. Alle negativen Rückvergleichsausreißer (Clean P&L und Dirty P&L) auf Gruppenebene müssen unter Angabe von Ausmaß und Ursache den Aufsichtsbehörden gemeldet werden.

Da das VaR-Konzept eine Vorhersage möglicher Verluste unter der Annahme normaler Marktverhältnisse liefert, wird es durch sogenannte Stresstests ergänzt. Mithilfe von Stresstests wird das Risiko gemessen, dem die Commerzbank aufgrund unwahrscheinlicher, aber dennoch plausibler Ereignisse ausgesetzt ist. Solche Ereignisse können mittels extremer Bewegungen auf den verschiedenen Finanzmärkten simuliert werden. Die wichtigsten Szenarios beziehen sich auf wesentliche Veränderungen von Credit Spreads, Zinssätzen und Zinskurven, Devisenkursen sowie Aktienkursen und Rohwarenpreisen. Beispiele für Stresstests sind Kursverluste aller Aktien um 15%, eine Parallelverschiebung der Zinskurve oder Änderungen der Steigung dieser Kurve.

Im Rahmen der Risikoüberwachung werden umfangreiche gruppenweite Stresstests und Szenarioanalysen durchgeführt.

Die einzelnen Komponenten des internen Modells werden regelmäßig hinsichtlich ihrer Angemessenheit für die Risikomessung unabhängig validiert. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Identifikation und Behebung von Modellschwächen.

Anlagebuch

Die wesentlichen Treiber des Marktrisikos im Anlagebuch sind die Portfolios des Bereichs Group Treasury mit ihren Credit-Spread-, Zins- und Basisrisiken.

In der Marktrisikosteuerung werden die Credit-Spread-Sensitivitäten der Anlage- und Handelsbücher zusammen betrachtet. Die Credit Spread-Sensitivitäten (1 Basispunkt Downshift) aller Wertpapier- und Derivatepositionen (ohne Kredite) lagen zum Ende des ersten Halbjahres 2023 stabil bei 30 Mio. Euro (31. Dezember 2022: 30 Mio. Euro).

Der überwiegende Teil der Credit-Spread-Sensitivitäten entfiel auf Wertpapierpositionen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Marktpreisänderungen haben für diese Positionen keinen Einfluss auf Neubewertungsrücklage und Gewinnund-Verlust-Rechnung.

Für die Anlagebücher der Gruppe werden zudem nach aufsichtsrechtlichen Vorgaben monatlich die Auswirkungen von Zinsänderungsschocks auf den ökonomischen Wert simuliert. Entsprechend der Bankenrichtlinie haben die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und die Europäische Zentralbank für alle Institute zwei Szenarios für einheitliche, plötzliche und unerwartete Zinsänderungen vorgegeben (+/–200 Basispunkte) und lassen sich über die Ergebnisse vierteljährlich unterrichten. Im Szenario – 200 Basispunkte wird ein Flooring der Zinskurve bei 0 angewendet (bereits negative Abschnitte der Zinskurve werden unverändert belassen).

Als Ergebnis des Szenarios + 200 Basispunkte wurde zum 30. Juni 2023 ein potenzieller ökonomischer Verlust von 2 040 Mio. Euro (31. Dezember 2022: 2 062 Mio. Euro potenzieller ökonomischer Verlust) und im Szenario – 200 Basispunkte ein potenzieller ökonomischer Gewinn von 938 Mio. Euro (31. Dezember 2022: 1 133 Mio. Euro potenzieller ökonomischer Gewinn) ermittelt.

Die Zinssensitivitäten des gesamten Anlagebuches (ohne Pensionsfonds) reduzierten sich zum 30. Juni 2023 auf 1,2 Mio. Euro (31. Dezember 2022: 2,4 Mio. Euro) pro Basispunkt rückläufiger Zinsen aufgrund von Positionsveränderungen und Zinsbewegungen im Bereich Group Treasury.

Weiterhin ist das Risiko aus Pensionsfonds Teil des Marktrisikos im Anlagebuch. Unser Pensionsfonds-Portfolio besteht aus einem gut diversifizierten Anlageteil und dem Teil der versicherungstechnischen Verbindlichkeiten. Die Duration der Verbindlichkeiten ist extrem lang (Modellierung der Cash Outflows über fast 90 Jahre) und der Hauptteil der Barwertrisiken des Gesamtportfolios befindet sich in Laufzeiten von 15 und mehr Jahren. Hauptrisikotreiber stellen langfristige Euro-Zinsen, Credit Spreads sowie aufgrund antizipierter Rentendynamik auch die erwartete Euro-Inflation dar. Daneben sind Aktien-, Volatilitäts- und Währungsrisiken zu berücksichtigen. Diversifikationseffekte zwischen den Einzelrisiken führen zu einem verminderten Gesamtrisiko. Die extrem langen Laufzeiten der Verbindlichkeiten stellen die größte Herausforderung speziell bei der Absicherung der Credit Spread-Risiken dar. Dies liegt in der nicht ausreichenden Marktliquidität entsprechender Absicherungsprodukte begründet.

Marktliquiditätsrisiken

Marktliquiditätsrisiko bezeichnet die Gefahr, dass es aufgrund unzureichender Marktliquidität nicht möglich ist, risikobehaftete Positionen zeitgerecht, im gewünschten Umfang und zu vertretbaren Konditionen zu liquidieren oder abzusichern.

Im Risikotragfähigkeitskonzept der Commerzbank werden Marktliquiditätsrisiken einerseits durch die Skalierung des Value at Risk auf den Kapitalhorizont von einem Jahr und der dadurch implizit berücksichtigten Liquidationsperiode berücksichtigt. Andererseits erfolgt die Berücksichtigung von zusätzlichen Bewertungsanpassungen für Marktliquiditätsrisiken in der Berechnung der Risikodeckungsmasse.

Liquiditätsrisiken

Unter Liquiditätsrisiko verstehen wir im engeren Sinne das Risiko, dass die Commerzbank ihren tagesaktuellen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Im weiteren Sinne beschreibt das Liquiditätsrisiko das Risiko, dass zukünftige Zahlungen nicht termingerecht, nicht in vollem Umfang, nicht in der richtigen Währung oder nicht zu marktüblichen Konditionen finanziert werden können.

Risikosteuerung

Die Commerzbank nutzt zur Steuerung und Überwachung der Liquiditätsrisiken ein vielfältiges Instrumentarium auf Basis eines bankinternen Liquiditätsrisikomodells. Das der Modellierung zugrunde liegende steuerungsrelevante bankinterne Stressszenario berücksichtigt sowohl Auswirkungen eines institutsspezifischen Stressfalls als auch einer marktweiten Krise. Bindende regulatorische Anforderungen sind integraler Bestandteil des Steuerungsmechanismus.

Der Bereich Group Treasury ist für das operative Liquiditätsmanagement verantwortlich. Group Treasury ist an allen wesentlichen Standorten des Konzerns im In- und Ausland vertreten und verfügt über Berichtslinien in alle Tochtergesellschaften. Die Commerzbank setzt zur zentralen Steuerung der globalen Liquidität den Cash-Pooling-Ansatz ein. Dies stellt eine effiziente Verwendung der Ressource Liquidität sicher, und zwar über alle Zeitzonen, da sich in Frankfurt, London, New York und Singapur Einheiten des Bereichs Group Treasury befinden.

Die Überwachung der Liquiditätsrisiken erfolgt auf Basis des bankinternen Liquiditätsrisikomodells durch die unabhängige Risikofunktion.

Zur Steuerung des Liquiditätsrisikos hat die Bank Frühwarnindikatoren etabliert. Diese gewährleisten, dass rechtzeitig geeignete Maßnahmen eingeleitet werden, um die finanzielle Solidität nachhaltig sicherzustellen.

Risikokonzentrationen können, insbesondere im Falle einer Stresssituation, zu erhöhten Liquiditätsabflüssen und damit zu einem Anstieg des Liquiditätsrisikos führen. Sie können zum Beispiel hinsichtlich Laufzeiten, großer Einzelgläubiger oder Währungen auftreten. Durch eine kontinuierliche Überwachung und Berichterstattung werden sich andeutende Risikokonzentrationen in der Refinanzierung zeitnah erkannt und durch geeignete Maßnahmen mitigiert.

26 Marktrisiken 28 Liquiditätsrisiken 30 Operationelle Risiken 31 Sonstige Risiken

18 Risikoorientierte Gesamtbanksteuerung 19 Adressenausfallrisiken

Dies gilt auch für Zahlungsverpflichtungen in Fremdwährungen. Zusätzlich wirkt die kontinuierliche Nutzung des breit diversifizierten Zugangs der Bank zu Funding-Quellen, insbesondere in Form verschiedener Kundeneinlagen und Kapitalmarktinstrumente, einer Konzentration entgegen. Darüber hinaus wird sichergestellt, dass Fremdwährungsrisiken limitiert sind und überwacht werden.

Im Falle einer marktgetriebenen und/oder idiosynkratischen Liquiditätskrise sieht der Liquidity Contingency Plan bestimmte Maßnahmen vor, die entsprechend der Art der Krise entweder durch die erweiterte Handlungskompetenz der Treasury, Liquidity Contingency Prozess des Liquidity Contingency Plans oder durch den Recovery Prozess des Recovery Plans eingeleitet werden können. Der Liquidity Contingency Plan ist eigenständiger Bestandteil der Notfallplanung und dem Recovery Plan vorgeschaltet. Sowohl der Liquidity Contingency Plan als auch der Recovery Plan der Commerzbank werden mindestens jährlich aktualisiert, wohingegen die einzelnen Maßnahmen des Recovery Plan regelmäßig unterjährig plausibilisiert werden. Darüber hinaus definiert der Liquidity Contingency Plan eine eindeutige Zuordnung der Verantwortung für den Prozessablauf im Notfall und konkretisiert die gegebenenfalls einzuleitenden Maßnahmen.

Die internen Regelwerke und die verwendeten Modelle werden mindestens jährlich überprüft und regelmäßig durch die interne Revision, den Wirtschaftsprüfer und die Aufsicht (EZB) geprüft.

Quantifizierung und Stresstesting

Die Commerzbank nutzt zur Steuerung und Überwachung der Liquiditätsrisiken ein vielfältiges Instrumentarium auf Basis eines bankinternen Liquiditätsrisikomodells. Die Liquiditätsrisikomodellierung bezieht neben internen ökonomischen Erwägungen auch die bindenden regulatorischen Anforderungen der Capital Requirements Regulation (CRR) sowie der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) ein. Die Commerzbank berücksichtigt dies in ihrem Liquiditätsrisiko-Rahmenwerk und gestaltet damit den vom Vorstand artikulierten Liquiditätsrisikoappetit der Bank quantitativ aus.

Die der Modellierung zugrunde liegenden steuerungsrelevanten bankinternen Stressszenarios berücksichtigen sowohl Auswirkungen eines institutsspezifischen Stressfalls als auch einer marktweiten Krise. Das Commerzbank-spezifische idiosynkratische Szenario simuliert dabei eine Stresssituation, die aus einem Rating-Downgrade um zwei Notches resultiert. Das marktweite Szenario hingegen wird aus den Erfahrungen der Subprime-Krise abgeleitet und simuliert einen externen marktweiten Schock. Die wesentlichen Liquiditätsrisikotreiber der beiden Szenarios sind ein stark erhöhter Abfluss von kurzfristigen Kundeneinlagen, eine überdurchschnittliche Ziehung von Kreditlinien, aus geschäftspolitischen Zwecken als notwendig erachtete Prolongationen von Aktivgeschäft, Nachschusspflichten bei besicherten Geschäften sowie die Anwendung von höheren Risikoabschlägen auf den Liquidationswert von Vermögensgegenständen.

Als Ergänzung zu den Einzelszenarios werden die Auswirkungen eines kombinierten Szenarios aus idiosynkratischen und marktspezifischen Effekten auf die Liquiditätsablaufbilanz (Nettoliquiditätsposition) simuliert. Die Liquiditätsablaufbilanz wird für den gesamten Modellierungshorizont durchgehend über das volle Laufzeitspektrum dargestellt und folgt dabei einem mehrstufigen Konzept. Dies gestattet die differenzierte Darstellung deterministischer und modellierter Cashflows des Bestandsgeschäfts auf der einen Seite sowie die Einbeziehung von Prolongationen auf der anderen Seite.

Die nachstehende Tabelle zeigt die Werte der Liquiditätsablaufbilanz bei Anwendung der jeweiligen Stressszenarios für einen Zeitraum von einem beziehungsweise drei Monaten zum Halbjahresultimo. Dabei wird deutlich, dass im Vergleich zu den Einzelszenarios in einem kombinierten Stressszenario signifikant mehr Liquidität abfließt. Im 1-Monats- beziehungsweise 3-Monats-Zeitraum verbleibt für das kombinierte Stressszenario per Halbjahresultimo 2023 eine Nettoliquidität von 19,8 Mrd. Euro beziehungsweise 15,9 Mrd. Euro.

Nettoliquidität im
Stressszenario Mrd. €
30.6.2023 31.12.2022
Idiosynkratisches
Szenario
1 Monat 28,0 30,0
3 Monate 25,9 31,4
Marktweites Szenario 1 Monat 28,5 30,0
3 Monate 24,6 29,6
Kombiniertes Szenario 1 Monat 19,8 21,2
3 Monate 15,9 20,9

Liquiditätsreserven

Wesentliche Elemente des Liquiditätsrisikoappetits sind die Reserveperiode, die Höhe des Liquiditätsreserveportfolios, das zur Kompensation unerwarteter kurzfristiger Liquiditätsabflüsse gehalten wird, sowie die Limite in den einzelnen Laufzeitbändern. Das Liquiditätsreserveportfolio, bestehend aus hochliquiden Vermögensgegenständen, gewährleistet die Pufferfunktion im Stressfall. Das Liquiditätsreserveportfolio wird gemäß dem Liquiditätsrisikoappetit refinanziert, um eine erforderliche Reservehöhe während der gesamten vom Vorstand festgelegten Reserveperiode sicherzustellen.

Die Bank wies zum Halbjahresende 2023 hochliquide Aktiva in Höhe von 111,9 Mrd. Euro aus. Diese Liquiditätsreserve wird gemäß dem Liquiditätsrisikoappetit refinanziert, um eine erforderliche Reservehöhe während der gesamten vom Vorstand festgelegten Reserveperiode sicherzustellen.

Ein Teil dieser Liquiditätsreserve wird in einem separierten und von Group Treasury gesteuerten Stress-Liquiditätsreserveportfolio gehalten, um Liquiditätsabflüsse in einem angenommenen Stress-

fall abdecken zu können und die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Die Höhe des Stress-Liquiditätsreserveportfolios wird im Rahmen der täglichen Liquiditätsrisiko Berechnung überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Darüber hinaus unterhält die Bank ein sogenanntes Intraday-Liquidity-Reserve-Portfolio. Der Gesamtwert dieses Portfolios betrug zum Berichtsstichtag 2023 6,2 Mrd. Euro (31. Dezember 2022: 6,1 Mrd. Euro).

Die Liquiditätsreserven aus hochliquiden Aktiva setzten sich aus den folgenden drei Bestandteilen zusammen:

Liquiditätsreserven aus
hochliquiden Aktiva Mrd. €
30.6.2023 31.12.2022
Bestand an hochliquiden Aktiva 111,9 104,7
davon Level 1 104,8 97,5
davon Level 2A 6,8 6,8
davon Level 2B 0,3 0,4

Liquiditätskennzahlen

Im ersten Halbjahr 2023 befanden sich die internen Liquiditätskennzahlen der Commerzbank inklusive der regulatorischen Liquidity Coverage Ratio (LCR) stets oberhalb der mindestens jährlich vom Vorstand festgelegten Limite.

Die LCR-Kennziffer berechnet sich als Quotient aus dem Bestand an liquiden Aktiva und den Netto-Liquiditätsabflüssen unter Stressbedingungen. Mithilfe dieser Kennziffer wird gemessen, ob ein Institut über ausreichend Liquiditätspuffer verfügt, um ein mögliches Ungleichgewicht zwischen Liquiditätszuflüssen und abflüssen unter Stressbedingungen über die Dauer von 30 Kalendertagen eigenständig zu überstehen.

Im abgelaufenen ersten Halbjahr 2023 wurde die geforderte Mindestquote in Höhe von 100 % durch die Commerzbank zu jedem Stichtag deutlich überschritten. Zum Halbjahresultimo 2023 lag der Durchschnitt der LCR der jeweils letzten 12 Monatsendwerte bei 138,8% (zum Jahresultimo 2022: 141,1%).

Die Bank hat entsprechende Limite und Frühwarnindikatoren etabliert, um die Einhaltung der LCR-Mindestanforderungen sicherzustellen.

Operationelle Risiken

Das operationelle Risiko (OpRisk) ist in Anlehnung an die Capital Requirements Regulation (CRR) definiert als das Risiko von Verlusten, die durch die Unangemessenheit oder das Versagen von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder durch externe Ereignisse verursacht werden. Diese Definition beinhaltet unter anderem rechtliche Risiken, HR-Risiken, IT-Risiken, Outsourcing-Risiken oder Steuerrisiken sowie Produktrisiken, Verhaltensrisiken und Risiken aus dem Bereich Environment, Social, Governance (ESG). Strategische Risiken und Reputationsrisiken stehen in dieser Definition nicht im Fokus. Das Compliance-Risiko sowie das Cyber-Risiko werden in der Commerzbank aufgrund ihrer gestiegenen ökonomischen Bedeutung als separate Risikoarten gesteuert. Die Verluste aus Compliance- sowie Cyber-Risiken fließen in das Modell zur Ermittlung des ökonomischen Kapitals für operationelle Risiken ein.

Die Commerzbank steuert das operationelle Risiko aktiv, mit dem Ziel, OpRisk-Profil und Risikokonzentrationen systematisch zu identifizieren und Maßnahmen zur Risikomitigation zu definieren, zu priorisieren und umzusetzen.

Operationelle Risiken zeichnen sich durch eine asymmetrische Schadensverteilung aus, das heißt der überwiegende Anteil der Schäden kommt in geringer Schadenshöhe zum Tragen, während vereinzelte Schäden mit sehr geringer Eintrittswahrscheinlichkeit, aber hohem Schadenspotenzial schlagend werden können. Daraus resultiert die Notwendigkeit, das hohe Schadenspotenzial zu limitieren und die regelmäßige Schadenserwartung proaktiv zu steuern.

Die Commerzbank hat dazu ein mehrstufiges System etabliert, das definierte Kenngrößen für die Limitierung des ökonomischen Kapitals (Risikokapazität) mit solchen zur operativen, unterjährigen Steuerung (Risikoappetit/Risikotoleranz) integriert und durch Regelungen für das transparente und bewusste Eingehen und Freigeben von Einzelrisiken (Risikoakzeptanz) komplettiert wird.

Im Rahmen der OpRisk-Steuerung findet eine jährliche Bewertung der IKS-(Internes-Kontrollsystem-)Schlüsselkontrollen der Bank und ein Risk Scenario Assessment statt. Daneben werden OpRisk-Schadensfälle kontinuierlich analysiert und anlassbezogen einem IKS-Backtesting unterzogen. Bei materiellen Schadensfällen werden Lessons-Learned-Aktivitäten aufgenommen.

Die Commerzbank misst seit dem vierten Quartal 2021 das regulatorische Kapital mittels des Standardansatzes (SA) und das ökonomische Kapital für operationelle Risiken weiterhin mittels eines dedizierten internen Modells (OpRisk ErC-Modell). Die Risikoaktiva aus operationellen Risiken betrugen zum Ende des zweiten Quartals 2023 auf dieser Basis 20,8 Mrd. Euro (31. Dezember 2022: 21,2 Mrd. Euro). Das ökonomisch erforderliche Kapital belief sich auf 1,8 Mrd. Euro (31. Dezember 2022: 2,3 Mrd. Euro).

Aus OpRisk-Ereignissen ergab sich zum Ende des zweiten Quartals 2023 eine Gesamtbelastung in Höhe von rund 540 Mio. Euro (Gesamtjahr 2022: 951 Mio. Euro). Die Ereignisse waren im Wesentlichen durch Schäden in der Kategorie "Produkte und Geschäftspraktiken" geprägt. In erster Linie sind hier die Rückstellungen der mBank für Rechtsrisiken im Zusammenhang mit Schweizer-Franken-Kreditverträgen zu nennen.

An unsere Aktionäre Zwischenlagebericht Zwischenrisikobericht Zwischenabschluss 31

18 Risikoorientierte Gesamtbanksteuerung 19 Adressenausfallrisiken

  • 26 Marktrisiken
    • 28 Liquiditätsrisiken
  • 30 Operationelle Risiken 31 Sonstige Risiken
OpRisk-Ereignisse1 Mio. € 30.6.2023 31.12.2022
Interner Betrug 1 0
Externer Betrug 3 1
Sachschäden und Systemausfälle 1 4
Produkte und Geschäftspraktiken 527 936
Prozessbezug 3 13
Arbeitsverhältnis 4 – 3
Konzern 540 951

1 Eingetretene Verluste und Rückstellungen, abzüglich OpRisk-basierter Erträge und Rückzahlungen.

Sonstige Risiken

Zur Erfüllung der Regularien des Baseler Rahmenwerkes fordern die MaRisk eine ganzheitliche Risikobetrachtung und damit auch die Berücksichtigung von nicht quantifizierbaren Risikokategorien. Diese unterliegen in der Commerzbank einem qualitativen Steuerungs- und Controllingprozess. Nachfolgend werden Details zu Rechts-, Compliance- und Cyber-Risiken aufgeführt. Bezüglich aller sonstigen Risiken gab es im ersten Halbjahr 2023 keine wesentlichen Veränderungen gegenüber dem im Konzernrisikobericht 2022 dargestellten Stand.

Rechtliche Risiken Die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften sind mit verschiedenen Gerichts- und Schiedsverfahren, Ansprüchen und behördlichen Untersuchungen (rechtliche Verfahren) konfrontiert, die eine große Bandbreite von Themen betreffen. Diese umfassen zum Beispiel angeblich fehlerhafte Anlageberatungen, Streitigkeiten im Zusammenhang mit Kreditfinanzierungen oder dem Zahlungsverkehrsgeschäft, Ansprüche aus betrieblicher Altersversorgung, angeblich unrichtige Buchführung und Bilanzierung, die Geltendmachung von Forderungen aus steuerlichen Sachverhalten, angeblich fehlerhafte Prospekte im Zusammenhang mit Emissionsgeschäften, angebliche Verstöße gegen wettbewerbsrechtliche Vorschriften sowie Klagen von Aktionären und Fremdkapitalinvestoren sowie Ermittlungen durch Aufsichtsbehörden. Geltende Sanktionsregimes können dazu führen, dass die Commerzbank oder ihre Tochtergesellschaften daran gehindert ist, Verpflichtungen gegenüber Kunden oder Geschäftspartnern zu erfüllen; infolgedessen kann die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften gerichtlichen Klagen ausgesetzt sein. Daneben können Änderungen oder Verschärfungen der höchstrichterlichen Rechtsprechung sowie der gesetzlichen Rahmenbedingungen beispielsweise im Privatkundenbereich zur weiteren Inanspruchnahme der Commerzbank oder ihrer Tochtergesellschaften führen. In den gerichtlichen Verfahren werden vor allem Schadensersatzansprüche, bereicherungsrechtliche Ansprüche oder auch die Rückabwicklung geschlossener Verträge geltend gemacht. Sofern einzelnen oder mehreren dieser Klagen stattgegeben würde, könnten daraus zum Teil erhebliche Schadensersatzzahlungen, Rückabwicklungsaufwendungen oder sonstige kostenintensive Maßnahmen folgen.

Aufsichtsbehörden und staatliche Institutionen in verschiedenen Ländern, in denen die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften tätig waren oder sind, begannen vor etlichen Jahren mit Untersuchungen zu Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Devisenkursfixings und dem Devisengeschäft allgemein. Im Zuge dieser Aktivitäten haben Aufsichtsbehörden und staatliche Institutionen auch Prüfungen in Bezug auf die Commerzbank angestrengt oder haben sich mit Auskunftsersuchen an die Commerzbank gewandt. Die Commerzbank kooperierte vollumfänglich mit diesen Stellen und arbeitete die Sachverhalte auf Grundlage eigener umfassender Untersuchungen auf. Die Vorgänge sind bis auf eine Ausnahme nicht mehr aktiv; in diesem Fall wurde der Vorgang von der untersuchenden Behörde an das nationale Wettbewerbstribunal abgegeben. Finanzielle Konsequenzen sind nicht auszuschließen.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt im Zusammenhang mit Aktiengeschäften um den Dividendenstichtag (sogenannte Cum-Ex-Geschäfte) der Commerzbank und der ehemaligen Dresdner Bank. Die Commerzbank hatte bereits Ende 2015 eine forensische Analyse zu Cum-Ex-Geschäften beauftragt, die im Hinblick auf die Aktiengeschäfte der Commerzbank Anfang 2018 und bezüglich der Aktiengeschäfte der ehemaligen Dresdner Bank im September 2019 abgeschlossen wurde. Alle Steuernachforderungen durch die Finanzbehörden wurden beglichen.

Seit September 2019 finden bei der Commerzbank Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln in einem separaten Verfahren zu Cum-Ex-Geschäften statt. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen des Verdachts, dass die Bank (einschließlich Dresdner Bank) in verschiedenen Rollen an Cum-Ex-Geschäften mitgewirkt hat, unter anderem dadurch, dass sie Dritte, die als Leerverkäufer gehandelt haben sollen, mit Aktien beliefert hat. Es geht in diesem Verfahren nach derzeitigem Verständnis nicht um eigene Steueranrechnungsansprüche der Commerzbank im Hinblick auf Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag auf Dividenden.

Im Zusammenhang mit Untersuchungen zu "Cum-Ex" kooperiert die Commerzbank vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden. Das Ob und die Höhe einer sich daraus eventuell ergebenden Belastung kann derzeit nicht prognostiziert werden.

Auf Basis des im Jahr 2017 veröffentlichten Schreibens des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) zu "Cum-Cum-Geschäften" hat die Betriebsprüfung zur Behandlung dieser Geschäfte in Form von Prüfungsanmerkungen Stellung genommen. Die Anrechnung der Kapitalertragsteuer wurde seitens des Finanzamtes entsprechend gekürzt. Die Commerzbank AG hat daraufhin Wertberichtigungen hinsichtlich bilanzierter Anrechnungsforderungen vorgenommen beziehungsweise zusätzliche Rückstellungen im Hinblick auf mögliche Rückzahlungsansprüche gebildet, um die geänderte Risikosituation vollumfänglich angemessen zu reflektieren. Nunmehr ist das BMF-Schreiben zu "Cum-Cum-Geschäf-

ten" mit Datum vom 9. Juli 2021 neu gefasst worden. Im Hinblick auf die potenziellen Auswirkungen des BMF-Schreibens wurde im zweiten Quartal 2021 die Rückstellung angepasst. Nach derzeitigen Erkenntnissen sind die steuerlichen Risiken aus diesem Themenkomplex damit ausreichend bevorsorgt. Es kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass sich über die von der Bank gebildete Rückstellung hinaus weitere Belastungen ergeben.

Im Hinblick auf Wertpapierleihgeschäfte sieht sich die Commerzbank (auch gerichtlichen) Ersatzansprüchen Dritter aufgrund aberkannter Anrechnungsansprüche ausgesetzt. Im Rahmen dieser Wertpapierleihgeschäfte waren die Vertragspartner verpflichtet, der Commerzbank Dividenden und einbehaltene Kapitalertragsteuern zu erstatten. Die spätere Anrechnung auf die Körperschaftsteuer haben die Finanzämter verschiedener Vertragspartner jedoch teilweise abgelehnt oder nachträglich aberkannt.

Gegen die mBank wurde im Mai 2017 von einem polnischen Gericht eine Sammelklage wegen angeblicher Unwirksamkeit von Indexklauseln in Darlehensverträgen in Schweizer Franken zugelassen. Der Sammelklage haben sich insgesamt 1 731 Kläger angeschlossen. Die Kläger haben gegen das abweisende Urteil des erstinstanzlichen Gerichts Rechtsmittel eingelegt.

Unabhängig davon klagen zahlreiche Darlehensnehmer aus den gleichen Gründen im Wege von Einzelklagen. Neben der Sammelklage sind zum 30. Juni 2023 20 002 weitere Einzelverfahren anhängig (31. Dezember 2022: 17 627). Die mBank tritt den Klagen entgegen.

Zum 30. Juni 2023 lagen 3 173 rechtskräftige Urteile in Einzelverfahren gegen die mBank vor, von denen 108 zugunsten der mBank und 3 065 zuungunsten der mBank entschieden wurden.

Die dem EuGH vorgelegten Fragen des polnischen Obersten Gerichtshofs zur Rechtmäßigkeit des Prozesses zur Ernennung neuer Richter am polnischen Obersten Gerichtshof sowie der weitere Verfahrensverlauf und das Ergebnis sind offen.

In den Vorabentscheidungsersuchen polnischer Gerichte an den EuGH in Verfahren der mBank, die Kernfragen im Umgang mit indexierten Darlehen aufwerfen, wie die Gesamtnichtigkeit der Darlehensverträge, die Verjährung der Rückzahlungsansprüche und die Nutzungsentschädigung für die Banken (C-139/22 und C-140/22), wurde ein Anhörungs- oder Verkündungstermin noch nicht bestimmt.

In einem Vorlageverfahren einer anderen Bank (C-520/21) hat der EuGH am 15. Juni 2023 entschieden, dass es EU-Recht nicht widerspricht, wenn ein Verbraucher nach nationalem Recht grundsätzlich einen über die Erstattung der gezahlten monatlichen Raten hinausgehenden Ausgleich verlangen kann. Einem Anspruch der Bank gegen den Verbraucher über das gezahlte Kapital hinaus steht das EU-Recht entgegen, so dass Banken keinen weitergehenden Anspruch auf Nutzungsentschädigung haben.

Im Einzelnen hat der EuGH entschieden, dass die Richtline 93/13/EWG über missbräuchliche Klauseln in Verbraucherverträgen (die "AGB-Richtlinie") nicht ausdrücklich die Folgen regelt, die sich aus der Unwirksamkeit des zwischen Bank und Verbraucher geschlossenen Darlehensvertrages nach Aufhebung der missbräuchlichen Indexierungsklausel ergeben. Dies bleibt dem nationalen Recht überlassen. Die Rechtsfolgen müssen mit dem Unionsrecht und den mit der AGB-Richtlinie verfolgten Zielen vereinbar sein. Die Sach- und Rechtslage des Verbrauchers muss wiederhergestellt werden, in der er sich ohne den nichtigen Darlehensvertrag befunden hätte, und die Abschreckung der Banken vor der Verwendung einer missbräuchlichen Klausel darf nicht gefährdet werden. Die Möglichkeit des Verbrauchers, gegenüber der Bank Forderungen zu erheben, die über die Erstattung der gezahlten monatlichen Raten hinausgehen, gefährdet diese Ziele nicht. Die Banken werden davon abgehalten, missbräuchliche Klauseln zu verwenden. Dies haben allerdings die nationalen Gerichte zu beurteilen. Dabei ist der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu wahren.

Die AGB-Richtlinie steht dem entgegen, dass die Bank von dem Verbraucher einen Ausgleich verlangen darf, der über die Erstattung des gezahlten Kapitals und die Zahlung von Verzugszinsen zum gesetzlichen Zinssatz hinausgeht. Dadurch würde der Abschreckungseffekt für die Banken beseitigt. und der Verbraucherschutz gefährdet. Die Banken dürfen aus ihrem rechtswidrigen Verhalten keine wirtschaftlichen Vorteile ziehen oder für die Nachteile durch ein solches Verhalten entschädigt werden.

Die mBank hat ab dem vierten Quartal 2022 ein Vergleichsprogramm aufgelegt, welches sich an alle Kunden mit aktiven Darlehen richtet, einschließlich derer, die bereits gegen die Bank klagen. Den Kunden wird angeboten, ihre Darlehen in Zloty-Darlehen mit einem festen oder variablen Zinssatz umzuwandeln, sowie der Erlass eines individuell zu verhandelnden Teils der noch ausstehenden Darlehensvaluta. Zum Stichtag hat die mBank die Risiken im Zusammenhang mit künftigen Vergleichszahlungen mit 78,7 Mio. Euro berücksichtigt.

Die mBank hat die Auswirkungen des Urteils geprüft und die Parameter des Modells, wie die erwartete Anzahl von Kreditnehmern, die noch klagen werden, die Art der erwarteten Gerichtsurteile, die Höhe des Verlustes der Bank im Falle eines Urteils sowie die Annahmequote für Vergleiche geprüft und teilweise angepasst. Die Methodik zur Ermittlung der Vorsorge basiert auf Parametern, welche vielfältig, ermessensbehaftet und zum Teil mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sind. Schwankungen der Parameter sowie deren Interdependenzen und Entscheidungen der polnischen Gerichte und des EuGH können dazu führen, dass die Vorsorge zukünftig der Höhe nach wesentlich angepasst werden muss.

Das zum 30. Juni 2023 bestehende Portfolio von nicht vollständig zurückgeführten Darlehen in Schweizer Franken hatte einen Buchwert in Höhe von 3,5 Mrd. polnischen Zloty; das bereits zurückgezahlte Portfolio betrug bei Ausreichung 8,5 Mrd. polnische Zloty. Insgesamt wurde im Konzern für die aus dem Komplex entstehenden Risiken, einschließlich potenzieller Vergleichszahlungen und der Sammelklage, eine bilanzielle Vorsorge in Höhe von 1,7 Mrd.

An unsere Aktionäre Zwischenlagebericht Zwischenrisikobericht Zwischenabschluss 33

18 Risikoorientierte Gesamtbanksteuerung 19 Adressenausfallrisiken

26 Marktrisiken

  • 28 Liquiditätsrisiken 30 Operationelle Risiken
  • 31 Sonstige Risiken

Euro getroffen (31. Dezember 2022: 1,4 Mrd. Euro). Bei noch nicht vollständig zurückgeführten Darlehen werden die rechtlichen Risiken unmittelbar bei der Schätzung der Zahlungsströme im Bruttobuchwert der Forderungen berücksichtigt und nicht als Rückstellung gezeigt.

Im April 2021 hat der Bundesgerichtshof in einem Verfahren gegen eine andere Bank über den sogenannten AGB-Änderungsmechanismus entschieden und die entsprechenden Ziffern der AGB-Banken für unwirksam erklärt. Dieser Mechanismus sah vor, dass die Zustimmung des Kunden zu bestimmten Vertragsänderungen nach einer bestimmten Frist angenommen wurde, wenn der Kunde nicht widersprochen hatte. Die Bank hat die Auswirkungen dieser Rechtsprechung auf ihre Geschäftsbereiche und Produkte geprüft, da aufgrund des AGB-Änderungsmechanismus eingeführte oder erhöhte Entgelte für Verbraucher möglicherweise unwirksam sein können.

Einzelne der oben genannten Verfahren können auch Auswirkungen auf die Reputation der Commerzbank und ihrer Tochtergesellschaften haben. Der Konzern bildet Rückstellungen für diese Verfahren, soweit die daraus resultierenden Verpflichtungen wahrscheinlich sind und die Höhe der Verpflichtungen hinreichend genau bestimmbar ist. Da die Entwicklung dieser Verfahren mit erheblichen Unsicherheiten behaftet ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die gebildeten Rückstellungen nach abschließenden Verfahrensentscheidungen teilweise als unzureichend erweisen. Infolgedessen können erhebliche zusätzliche Aufwendungen entstehen. Dies trifft auch auf rechtliche Verfahren zu, für die aus Sicht des Konzerns keine Rückstellungen zu bilden waren. Der endgültige Ausgang einzelner rechtlicher Verfahren kann das Ergebnis und den Cashflow der Commerzbank in einer bestimmten Berichtsperiode beeinflussen, schlimmstenfalls ist nicht völlig auszuschließen, dass die daraus eventuell resultierenden Verpflichtungen auch wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben.

Weitere Informationen über rechtliche Verfahren können der Note 35 zu den Rückstellungen und der Note 36 zu den Eventualverbindlichkeiten und Kreditzusagen des Zwischenabschlusses entnommen werden.

Compliance-Risiken In den letzten Jahren hat die Commerzbank alle Feststellungen aus den Vergleichen mit verschiedenen US-Behörden aus den Jahren 2012, 2013 und 2015 bezüglich Verstöße gegen US-Sanktions- sowie Geldwäschepräventionsbestimmungen mit Erfolg und hohem Einsatz abgearbeitet. Das Deferred Prosecution Agreement mit dem District Attorney New York sowie das Deferred Prosecution Agreement wurden mit dem US-Justizministerium im März 2018 beziehungsweise im Mai 2018 nach Konsultation mit den jeweiligen Staatsanwaltschaften aufgehoben. Darüber hinaus hat die Bank verschiedene Zwischenberichte sowie am 15. Oktober 2018 den Abschlussbericht des vom New York State Department of Financial Services (DFS) bestellten Monitors erhalten, welche die Bank mit entsprechenden Implementierungsplänen beantwortet hatte. Der Monitor hat seine Untersuchungshandlungen vor Ort mit dem Abschlussbericht vom 15. Oktober 2018 beendet. Nach den Bestimmungen des Engagement Letters zwischen der Bank und dem Monitor endete das Monitorship am 24. Juni 2019. Die am 23. Juni 2023 vom Board of Governors of the Federal Reserve System (FED) veröffentlichte Beendigung des Written Agreements 2012 und der Cease & Desist Orders 2013 und 2015 stellt den offiziellen Abschluss der Maßnahmen durch die FED aufgrund der nachhaltigen Verbesserung des Compliance-Programms der Bank dar.

Dem DFS gegenüber hat die Bank abschließend im ersten Quartal 2023 über die erfolgreiche Umsetzung diverser Maßnahmen berichtet.

Mit dem am 23. Juni 2023 veröffentlichten 11. Sanktionspaket zielt die EU darauf, die Umgehung der Russlandsanktionen zu bekämpfen. Auch hier stehen wieder güterbezogene Restriktionen im Vordergrund. Die restriktiven Maßnahmen zeichnen sich durch immer detailliertere Vorgaben, einschließlich detaillierter Ausnahmebestimmungen aus, die es bei der Umsetzung der Sanktionsvorschriften zu beachten gilt.

Cyber-Risiken Cyber-Risiken umfassen Risiken mit einer unmittelbaren Sicherheitsrelevanz oder Risiken, die in eine Sicherheitsrelevanz münden (jeweils im Cyberraum). Der für die Commerzbank relevante Teil des Cyberraums umfasst hierbei alle vernetzten IT-Umgebungen innerhalb der Bank sowie außerhalb der Bank in Richtung Kunden, Geschäftspartner und Dienstleister. Cyber-Risiken beschäftigen sich demnach mit der digitalen Repräsentation der Bank-Assets (Daten, Informationen) innerhalb des Cyberraums.

Für Cyber-Risiken gelten uneingeschränkt die strategischen Leitplanken aus der übergeordneten Konzernrisikostrategie sowie der Cyber- und Informationssicherheitsstrategie.

In der Commerzbank erfolgt die Steuerung der Cyber- und Informationssicherheitsrisiken durch den Konzernbereich "Group Risk Management – Cyber Risk & Information Security" (GRM-CRIS) und obliegt der Hoheit des Group Chief Information Security Officers (CISO). Neben bereits etablierten Sicherheitsfunktionen (wie zum Beispiel das ISO 27001 zertifizierte Information Security Management System (ISMS) und das Risikoreporting über Key Risk Indicators) liegt der Fokus von GRM-CRIS auf dem angemessenen Management des Cyber-Risikos sowie der Stärkung der Cyberresilienz der Commerzbank (einschließlich der Information Security Incident Management Fähigkeiten). Zusätzlich adressiert GRM-CRIS die Wechselwirkungen der Cyber- und Informationssicherheitsrisiken zu Risiken aus anderen wesentlichen Risikobereichen wie zum Beispiel das operationelle Risiko.

Die aktuelle Cyber-Risikolage ist von den geopolitischen Spannungen rund um den Krieg in der Ukraine geprägt und unverändert hoch. Nach wie vor präsent im Rahmen des Russland-Ukraine-

Krieges ist die Gefahr von Angriffen durch staatliche Akteure auf kritische Infrastrukturen und dadurch resultierender Kollateraleffekte auf die Bank.

Ransomware ist zu einem etablierten Angriffsvektor im Bereich der organisierten Cyberkriminalität geworden, der vor allem mittelständische Unternehmen bedroht. Im Bereich der Verfügbarkeitsangriffe (Distributed Denial of Service − DDoS) beobachten wir eine zunehmende Verlagerung von der Netzwerk- auf die Anwendungsebene.

Ein verbesserter Schutz gegen diese Bedrohungen wurde im Rahmen der verabschiedeten Investitions- und Maßnahmenpakete bereits auf den Weg gebracht. Die Entwicklungen im Cyber-Umfeld werden in der Commerzbank von einer interdisziplinären Taskforce (Top-Management und Spezialisten aus GRM-CRIS und Group Technology Foundations – GS-TF) kontinuierlich beobachtet.

Durch eine enge Verzahnung der 1st und 2nd Line-of-Defense- (LoD-)Aktivitäten im Bereich der Cyber-Bedrohungsanalyse inklusive der entsprechenden Schutzmaßnahmen und Incident-Management-Prozesse soll die Bank weiterhin angemessen vor solchen Attacken geschützt werden.

Disclaimer Die in der Commerzbank eingesetzten Methoden und Modelle zur internen Risikomessung, die die Grundlage für die Berechnung der im Bericht dargestellten Zahlen bilden, entsprechen dem aktuellen Erkenntnisstand und orientieren sich an der Praxis der Bankenbranche. Die mit den Risikomodellen ermittelten Ergebnisse sind zur Steuerung der Bank geeignet. Die Messkonzepte unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung durch das Risikocontrolling und durch die interne Revision sowie durch die deutschen und europäischen Aufsichtsbehörden. Trotz sorgfältiger Modellentwicklung und regelmäßiger Kontrolle können Modelle nicht alle in der Realität wirksamen Einflussfaktoren vollständig erfassen und deren komplexes Verhalten einschließlich Wechselwirkungen abbilden. Diese Grenzen der Risikomodellierung gelten insbesondere für Extremsituationen. Ergänzende Stresstests und Szenarioanalysen können nur beispielhaft zeigen, welchen Risiken ein Portfolio unter extremen Marktsituationen unterliegen kann; eine Untersuchung aller denkbaren Szenarios ist jedoch auch bei Stresstests nicht möglich. Sie können keine endgültige Einschätzung des maximalen Verlusts im Falle eines Extremereignisses geben.

37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung

  • 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung
  • 39 Bilanz
  • 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
  • 42 Kapitalflussrechnung
  • 43 Anhang (ausgewählte Notes)

Zwischenabschluss

  • 37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung
  • 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung
  • 39 Bilanz
  • 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
  • 42 Kapitalflussrechnung (verkürzte Darstellung)

43 Anhang (ausgewählte Notes)

43 Allgemeine Grundlagen

  • (1) Rechnungslegungsgrundsätze
  • (2) Neue und geänderte Standards
  • (3) Nachtragsbericht

44 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

  • (4) Änderungen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
    • (5) Korrekturen nach IAS 8
  • (6) Konsolidierungskreis

45 Erläuterungen zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung

  • (7) Zinsüberschuss
  • (8) Dividendenerträge
  • (9) Risikoergebnis
  • (10) Provisionsüberschuss
  • (11) Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
  • (12) Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen
  • (13) Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten
  • (14) Sonstiges Ergebnis
  • (15) Verwaltungsaufwendungen
  • (16) Pflichtbeiträge
  • (17) Restrukturierungsaufwendungen
  • (18) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
  • (19) Ergebnis je Aktie

53 Erläuterungen zur Bilanz

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

  • (20) Finanzielle Vermögenswerte Amortised Cost
  • (21) Finanzielle Verbindlichkeiten Amortised Cost
  • (22) Finanzielle Vermögenswerte Fair Value OCI
  • (23) Finanzielle Verbindlichkeiten Fair Value Option
  • (24) Finanzielle Vermögenswerte Mandatorily Fair Value P&L
  • (25) Finanzielle Vermögenswerte Held for Trading
  • (26) Finanzielle Verbindlichkeiten Held for Trading

Kreditrisiken und Kreditverluste

(27) Kreditrisiken und Kreditverluste

Sonstige Erläuterungen zu Finanzinstrumenten

  • (28) IFRS 13 Bewertungshierarchien und Angabepflichten
  • (29) Angaben zur Saldierung von Finanzinstrumenten
  • (30) Derivate

Erläuterungen der Bilanzposten – Nicht-Finanzinstrumente

  • (31) Immaterielle Vermögenswerte
  • (32) Sachanlagen
  • (33) Sonstige Aktiva
  • (34) Sonstige Passiva
  • (35) Rückstellungen
  • (36) Eventualverbindlichkeiten und Kreditzusagen

Segmentberichterstattung

(37) Segmentberichterstattung

83 Sonstige Erläuterungen

  • (38) Ausgewählte Regulatorische Angaben
  • (39) Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

84 Organe der Commerzbank Aktiengesellschaft

  • 86 Versicherung der gesetzlichen Vertreter
  • 87 Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

  • 37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung
    -

    • 39 Bilanz 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
    • 42 Kapitalflussrechnung
    • 43 Anhang (ausgewählte Notes)

Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Mio. € Notes 1.1.-30.6.2023 1.1.-30.6.20221 Veränd. in %
Zinserträge nach der Effektivzinsmethode berechnet (7) 7 088 3 425
Zinserträge nicht nach der Effektivzinsmethode berechnet (7) 1 134 770 47,2
Zinserträge (7) 8 222 4 195 96,0
Zinsaufwendungen (7) 4 146 1 316
Zinsüberschuss (7) 4 076 2 879 41,6
Dividendenerträge (8) 3 7 –53,5
Risikoergebnis (9) –276 –570 –51,6
Provisionserträge (10) 2 085 2 193 –4,9
Provisionsaufwendungen (10) 329 329 0,1
Provisionsüberschuss (10) 1 756 1 864 –5,8
Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten
finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
(11) –90 422
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen (12) 7 –41
Sonstiges übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten –16 –11 51,1
Ergebnis aus dem Abgang von finanziellen Vermögens
werten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
34 13
Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten (13) 18 2
Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen 3 4 –21,9
Sonstiges Ergebnis (14) –477 75
Verwaltungsaufwendungen (15) 2 945 2 861 2,9
Pflichtbeiträge (16) 312 491 –36,5
Restrukturierungsaufwendungen (17) 8 39 –80,5
Ergebnis vor Steuern 1 756 1 250 40,5
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (18) 617 425 45,2
Konzernergebnis 1 139 825 38,0
den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares
Konzernergebnis
–6 57
den Commerzbank-Aktionären und den Investoren in
zusätzliche Eigenkapitalbestandteile zurechenbares
Konzernergebnis
1 145 768 49,1

1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 5).

1.1.-30.6.20231 1.1.-30.6.2022 Veränd. in %
Ergebnis je Aktie
(19)
0,76 0,46 64,6

1 Gewichteter Durchschnitt der Stammaktien nach Aktienrückkaufprogramm im Juni 2023 (siehe auch Eigenkapitalveränderungsrechnung).

Das nach IAS 33 errechnete Ergebnis je Aktie basiert auf dem den Commerzbank-Aktionären zurechenbaren Konzernergebnis (siehe Note 19). Im laufenden Geschäftsjahr sowie im Vorjahr waren keine Wandel- oder Optionsrechte im Umlauf. Das verwässerte Ergebnis je Aktie war daher mit dem unverwässerten identisch.

Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung

Mio. € 1.1.-30.6.2023 1.1.-30.6.2022 Veränd. in %
Konzernergebnis 1 139 825 38,0
Erfolgsneutrale Veränderung aus der Neubewertung von
leistungsorientierten Versorgungsplänen
57 176 –67,6
Veränderung aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten
(FVOCIoR)
Umbuchung in die Gewinnrücklage
Erfolgsneutrale Wertänderung
Erfolgsneutrale Veränderung aus Own Credit Spread bei
Verbindlichkeiten FVO
67 202 –66,8
Erfolgsneutrale Veränderung aus der Neubewertung von
Grundstücken und Gebäuden
Nicht in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umbuchbare Posten 124 378 – 67,2
Veränderung aus der Neubewertung von Schuldinstrumenten
(FVOCImR)
Umbuchung in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung 9 20 –56,2
Erfolgsneutrale Wertänderung 145 –463
Veränderung der Rücklage aus Cashflow-Hedges
Umbuchung in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung 1 1 –35,9
Erfolgsneutrale Wertänderung 52 –130
Veränderung der Rücklage aus der Währungsumrechnung
Umbuchung in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung 21 –0
Erfolgsneutrale Wertänderung 90 189 –52,3
Bewertungseffekt aus Net Investment Hedge
Umbuchung in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Erfolgsneutrale Wertänderung –3 –4
Veränderung bei at-Equity-bewerteten Unternehmen 0 –2
In die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umbuchbare Posten 314 – 389
Sonstiges Periodenergebnis 438 –11
Gesamtergebnis 1 577 814 93,7
den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Gesamtergebnis 85 – 33
den Commerzbank-Aktionären und den Investoren in zusätzliche
Eigenkapitalbestandteile zurechenbares Gesamtergebnis
1 492 848 76,0

37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung

38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung

39 Bilanz

40 Eigenkapitalveränderungsrechnung

42 Kapitalflussrechnung

43 Anhang (ausgewählte Notes)

Bilanz

Aktiva Mio. € Notes 30.6.2023 31.12.20221 Veränd. in %
Kassenbestand und Sichtguthaben 84 959 75 233 12,9
Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost (20) 299 915 296 192 1,3
darunter: als Sicherheit übertragen 2 597 3 282 –20,9
Finanzielle Vermögenswerte – Fair Value OCI (22) 37 245 34 887 6,8
darunter: als Sicherheit übertragen 7 622 5 335 42,9
Finanzielle Vermögenswerte – Mandatorily Fair Value P&L (24) 41 235 29 912 37,9
darunter: als Sicherheit übertragen
Finanzielle Vermögenswerte – Held for Trading (25) 30 750 33 573 –8,4
darunter: als Sicherheit übertragen 2 560 1 325 93,2
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges –3 666 -3 935 –6,8
Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten 1 706 1 729 –1,3
Anteile an at-Equity-bewerteten Unternehmen 163 182 –10,2
Immaterielle Vermögenswerte (31) 1 352 1 289 4,9
Sachanlagen (32) 2 314 2 426 –4,6
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 59 57 2,8
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 139 156 –10,8
Tatsächliche Ertragsteueransprüche 167 178 –6,0
Latente Ertragsteueransprüche 2 725 3 113 –12,5
Sonstige Aktiva (33) 2 539 2 436 4,2
Gesamt 501 603 477 428 5,1

1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 5).

Passiva Mio. € Notes 30.6.2023 31.12.20221 Veränd. in %
Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost (21) 404 919 390 385 3,7
Finanzielle Verbindlichkeiten – Fair Value Option (23) 38 460 25 018 53,7
Finanzielle Verbindlichkeiten – Held for Trading (24) 18 737 24 759 –24,3
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges –4 339 –4 840 –10,4
Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten 3 494 3 113 12,2
Rückstellungen (35) 3 358 3 479 –3,5
Tatsächliche Ertragsteuerschulden 640 826 –22,5
Latente Ertragsteuerschulden 5 6 –16,8
Sonstige Passiva (34) 4 383 3 749 16,9
Eigenkapital 31 944 30 934 3,3
Gezeichnetes Kapital 1 240 1 252 –1,0
Kapitalrücklage 10 075 10 075
Gewinnrücklagen 17 209 16 495 4,3
Andere Rücklagen (mit Recycling) –668 –891 –25,0
Commerzbank-Aktionären zurechenbares Eigenkapital 27 856 26 931 3,4
Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile 3 114 3 114
Nicht beherrschende Anteile 974 888 9,6
Gesamt 501 603 477 428 5,1

1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 5).

Eigenkapitalveränderungsrechnung

Mio. € Gezeich
netes
Kapital
Kapital
rücklage
Gewinn
rück
lagen
Neu-
bewer
tungs
rück
lage
Andere Rücklagen
Rücklage
aus
Cashflow
Hedges
Rücklage
aus der
Währungs
umrechnung
Commerz
bank
Aktionären
zurechen
bares
Eigen
kapital
Zusätz
liche
Eigen
kapital
bestand
teile1
Nicht
beherr
schende
Anteile
Eigen
kapital
Eigenkapital zum 1.1.2023 1 252 10 075 16 495 –447 –117 –327 26 931 3 114 888 30 934
Gesamtergebnis 1 269 131 36 56 1 492 85 1 577
Konzernergebnis 1 145 1 145 –6 1 139
Veränderung aus Own Credit
Spread bei Verbindlichkeiten
FVO
67 67 67
Veränderung aus der Neube
wertung von leistungsorien
tierten Versorgungsplänen
57 57 –0 57
Erfolgsneutrale Veränderung
aus der Neubewertung von
Grundstücken und Gebäuden
Veränderung aus der Bewer
tung von Eigenkapitalinstru
menten (FVOCIoR)
Veränderung aus der Neube
wertung von Schuldinstru
menten (FVOCImR)
131 131 23 154
Veränderung der Rücklage
aus Cashflow-Hedges
36 36 16 52
Veränderung der Rücklage aus
der Währungsumrechnung
58 58 53 111
Bewertungseffekt aus
Net Investment Hedge
–3 –3 –3
Veränderung bei at-Equity
bewerteten Unternehmen
0 0 0
Aktienrückkauf –12 –110 –122 –122
Dividendenausschüttung –250 –250 –0 –251
Ausschüttung an Instrumente
des zusätzlichen aufsichts
rechtlichen Kernkapitals
–194 –194 –194
Veränderungen im
Anteilsbesitz
–0 –0 0
Sonstige Veränderungen –0 –0 1 1
Eigenkapital zum 30.6.2023 1 240 10 075 17 209 –316 –81 –271 27 856 3 114 974 31 944

1 Beinhaltet Tier-1-Anleihen (AT-1-Anleihen), die unbesicherte und nachrangige Anleihen darstellen und nach IFRS

als Eigenkapital klassifiziert sind. Es lagen keine Rückkäufe vor.

37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung

38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung 39 Bilanz

40 Eigenkapitalveränderungsrechnung

42 Kapitalflussrechnung

43 Anhang (ausgewählte Notes)
-- -- -------------------------------
Mio. € Gezeich
netes
Kapital
Kapital
rücklage
Gewinn
rück
lagen1
Neu-
bewer
tungs
rück
lage
Andere Rücklagen
Rücklage
aus
Cashflow
Hedges
Rücklage
aus der
Währungs
umrechnung
Commerz
bank
Aktionären
zurechen
bares
Eigen
kapital1
Zusätz
liche
Eigen
kapital
bestand
teile2
Nicht
beherr
schende
Anteile
Eigen
1
kapital
Eigenkapital zum 31.12.2021
(vor Anpassungen)
1 252 10 075 14 979 –86 –88 –396 25 738 3 114 975 29 827
Veränderung aufgrund
retrospektiver Anpassungen
28 28 28
Eigenkapital zum 1.1.2022 1 252 10 075 15 008 –86 –88 –396 25 766 3 114 975 29 855
Gesamtergebnis 1 146 –415 –87 204 848 –33 814
Konzernergebnis 768 768 57 825
Veränderung aus Own Credit
Spread bei Verbindlichkeiten
FVO
202 202 202
Veränderung aus der Neube
wertung von leistungsorien
tierten Versorgungsplänen
175 175 0 176
Erfolgsneutrale Veränderung
aus der Neubewertung von
Grundstücken und Gebäuden
Veränderung aus der Bewer
tung von Eigenkapitalinstru
menten (FVOCIoR)
Veränderung aus der Neube
wertung von Schuldinstru
menten (FVOCImR)
–415 –415 –29 –443
Veränderung der Rücklage
aus Cashflow-Hedges
–87 –87 –41 –129
Veränderung der Rücklage aus
der Währungsumrechnung
209 209 –21 189
Bewertungseffekt aus
Net Investment Hedge
–4 –4 –4
Veränderung bei at-Equity
bewerteten Unternehmen
–2 –2 –2
Dividendenausschüttung –3 –3
Ausschüttungen an Instrumente
des zusätzlichen aufsichts
rechtlichen Kernkapitals
–190 –190 –190
Veränderungen im
Anteilsbesitz
–1 –1 1
Sonstige Veränderungen 14 14 0 14
Eigenkapital zum 30.6.2022 1 252 10 075 15 975 –500 –175 –192 26 436 3 114 940 30 490

1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 5).

2 Beinhaltet Tier-1-Anleihen (AT-1-Anleihen), die unbesicherte und nachrangige Anleihen darstellen und nach IFRS

als Eigenkapital klassifiziert sind. Es lagen keine Rückkäufe vor.

AT-1-Anleihe

Im aktuellen Geschäftsjahr sowie im Vorjahr wurde keine AT-1- Anleihe begeben.

Sonstige Veränderungen

Zum 30. Juni 2023 betrug das Gezeichnete Kapital der Commerzbank Aktiengesellschaft gemäß Satzung unverändert 1 252 Mio. Euro und war in 1 252 357 634 Stückaktien (rechnerischer Wert pro Aktie 1,00 Euro) eingeteilt. Von diesen Stückaktien wurden aufgrund eines Aktienrückkaufprogramms im Juni 2023 12 134 305 Stückaktien mit einem Anteil von 0,97% am Grundkapital zurückgekauft. Der an der Börse gezahlte Kaufpreis je Aktie betrug durchschnittlich 10,05 Euro. Zweck des Aktienrückkaufs war die Verringerung des Grundkapitals der Commerzbank Aktiengesellschaft. Die zurückgekauften Aktien der Commerzbank Aktiengesellschaft sollen daher in der zweiten Jahreshälfte 2023 eingezogen werden.

Die Hauptversammlung der Commerzbank Aktiengesellschaft hat am 31. Mai 2023 entschieden, für das Geschäftsjahr 2022 eine Dividende von 0,20 Euro je Aktie zu zahlen.

Die wesentlichen Veränderungen der Rücklage aus der Währungsumrechnung resultierten im laufenden Geschäftsjahr aus den Währungen US-Dollar, polnischer Zloty, britisches Pfund und russischer Rubel.

In der Zeile Sonstige Veränderungen sind im Wesentlichen Veränderungen aus erfolgsneutralen Steuern enthalten.

Kapitalflussrechnung (verkürzte Darstellung)

Mio. € 2023 2022 Veränd. in %
Zahlungsmittelbestand 1.1. 75 233 49 507 52,0
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit 10 327 55 437 –81,4
Cashflow aus Investitionstätigkeit –443 -278 59,6
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –3 -573 –99,5
Cashflow insgesamt 9 881 54 586 –81,9
Effekte aus Wechselkursänderungen –155 622
Zahlungsmittelbestand zum 30.6. 84 959 104 716 –18,9

Für den Commerzbank-Konzern ist die Aussagefähigkeit der Kapitalflussrechnung als gering anzusehen. Die Kapitalflussrechnung ersetzt für uns weder die Liquiditäts- beziehungsweise Finanzplanung noch wird sie als Steuerungsinstrument eingesetzt.

37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung

39 Bilanz

40 Eigenkapitalveränderungsrechnung

42 Kapitalflussrechnung

43 Anhang (ausgewählte Notes)

Anhang (ausgewählte Notes)

Allgemeine Grundlagen

(1) Rechnungslegungsgrundsätze

Der Commerzbank-Konzern hat seinen Sitz in Frankfurt am Main. Das Mutterunternehmen ist die Commerzbank Aktiengesellschaft, die beim Amtsgericht Frankfurt am Main im Handelsregister mit der Nummer HRB 32000 eingetragen ist. Unser Zwischenabschluss zum 30. Juni 2023 wurde im Einklang mit § 315e HGB und der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 (IAS -Verordnung) des Europäischen Parlaments und des Rats vom 19. Juli 2002 aufgestellt. Ebenso kamen weitere Verordnungen zur Übernahme bestimmter internationaler Rechnungslegungsstandards auf der Grundlage der vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Auslegungen durch das IFRS Interpretations Committee zur Anwendung. Der Zwischenabschluss berücksichtigt insbesondere auch die Anforderungen des IAS 34 an die Zwischenberichterstattung.

Alle für das Geschäftsjahr 2023 in der EU verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen wurden berücksichtigt. Von der vorzeitigen Anwendung von Standards und Interpretationen, die erst ab dem Geschäftsjahr 2024 oder später umzusetzen sind, haben wir abgesehen.

Der Zwischenlagebericht einschließlich des separaten Zwischenrisikoberichts gemäß § 315 HGB ist auf den Seiten 7 bis 34 unseres Zwischenberichts veröffentlicht.

Die Rechnungslegung im Commerzbank-Konzern erfolgt nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Für die Vollkonsolidierung sowie für die at-Equity-Bewertung verwenden wir im Wesentlichen zum 30. Juni 2023 erstellte Abschlüsse.

Der Konzernabschluss wird in Euro, der Berichtswährung des Konzerns, erstellt. Alle Beträge sind, sofern nicht gesondert darauf hingewiesen wird, in Mio. Euro dargestellt. Alle Beträge unter 500 000,00 Euro werden als Null beziehungsweise Nullsalden mit einem Strich dargestellt. Aufgrund von Rundungen ist es in Einzelfällen möglich, dass sich einzelne Zahlen nicht exakt zur angegebenen Summe addieren.

Für allgemeine Erläuterungen und Beschreibungen der einzelnen Posten in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung und der Bilanz verweisen wir auf den Geschäftsbericht 2022.

(2) Neue und geänderte Standards

Im ersten Halbjahr 2023 lagen keine für den Commerzbank Konzern anzuwendenden wesentlichen neuen oder geänderten Standards vor. Für weitere Informationen zu neuen und geänderten Standards verweisen wir auf unseren Geschäftsbericht 2022, Seite 163ff.

(3) Nachtragsbericht

Geschäftsvorfälle von besonderer Bedeutung sind nach dem Ende des Berichtszeitraums nicht aufgetreten.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

(4) Änderungen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

In diesem Zwischenbericht wenden wir die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Konsolidierungsmethoden wie in unserem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 an (vergleiche Geschäftsbericht 2022, Seite 165 ff.)

(5) Korrekturen nach IAS 8

In der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zum 30. Juni 2022 wurden 4 Mio. Euro aus den Verwaltungsaufwendungen in die Provisionsaufwendungen umgegliedert, da diese Aufwendungen Provisionen an Versicherungsunternehmen betreffen, für die aus ausgegebenen Kreditkarten entsprechende Provisionserträge erzielt werden. Durch diese Korrekturen ergaben sich keine Auswirkungen auf das Konzernergebnis, die Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung und das Ergebnis je Aktie zum 30. Juni 2022. Über diese Korrektur wurde bereits im Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2022 sowie in der Finanzmitteilung zum 31. März 2023 berichtet.

Des Weiteren ergab sich im Zusammenhang mit einer Methodenänderung für Wertberichtigungen (Rückstellungen) in den Vorjahren zusätzlich eine Anpassung nach IAS 8.41 von bestimmten außerbilanziellen Geschäften, die keine Finanzgarantien im Sinne des IFRS 9 darstellen. Die pauschale Wertberichtigung mittels Lifetime Expected Credit Loss wird durch die Aufnahme dieser Instrumente in das IFRS 9 Stage-Model abgelöst. Durch diese Anpassung verringerten sich zum 1. Januar 2022 die Rückstellungen um 38 Mio. Euro und die Latenten Ertragsteueransprüche um 10 Mio. Euro. Dagegen erhöhten sich die Gewinnrücklagen um 28 Mio. Euro. Es ergaben sich keine Auswirkungen auf das Konzernergebnis, die Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung und auf das Ergebnis je Aktie. Über diese Korrektur wurde bereits in der Finanzmitteilung zum 31. März 2023 berichtet.

(6) Konsolidierungskreis

Im ersten Halbjahr 2023 sind keine wesentlichen Gesellschaften neu in den Konsolidierungskreis einbezogen worden. Ebenfalls wurden keine Gesellschaften von wesentlicher Bedeutung veräußert, liquidiert oder aufgrund sonstiger Gründe nicht mehr konsolidiert.

An unsere Aktionäre Zwischenlagebericht Zwischenrisikobericht Zwischenabschluss 45

37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung

  • 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung 39 Bilanz
  • 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
  • 42 Kapitalflussrechnung
  • 43 Anhang (ausgewählte Notes)

Erläuterungen zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung

(7) Zinsüberschuss

Mio. € 1.1.-30.6.2023 1.1.-30.6.2022 Veränd. in %
Zinserträge nach der Effektivzinsmethode berechnet 7 088 3 425
Zinserträge – Amortised Cost 6 623 3 250
Zinserträge aus dem Kredit- und Geldmarktgeschäft 6 110 2 855
Zinserträge aus dem Wertpapiergeschäft 513 395 29,8
Zinserträge – Fair Value OCI 450 152
Zinserträge aus dem Kredit- und Geldmarktgeschäft 2 3 –42,7
Zinserträge aus dem Wertpapiergeschäft 448 149
Vorfälligkeitsentschädigung 15 23 –33,3
Zinserträge nicht nach der Effektivzinsmethode berechnet 1 134 770 47,2
Zinserträge – Mandatorily Fair Value P&L 1 101 153
Zinserträge aus dem Kredit- und Geldmarktgeschäft 1 050 122
Zinserträge aus dem Wertpapiergeschäft 50 31 64,3
Positive Zinsen aus passivischen Finanzinstrumenten 33 617 –94,6
Zinsaufwendungen 4 146 1 316
Zinsaufwendungen – Amortised Cost 2 951 856
Einlagen 2 482 516
Begebene Schuldverschreibungen 469 339 38,1
Zinsaufwendungen – Fair Value Option 1 109 91
Einlagen 1 019 59
Begebene Schuldverschreibungen 90 32
Negative Zinsen aus aktivischen Finanzinstrumenten 15 315 –95,2
Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten 11 9 22,6
Sonstige Zinsaufwendungen 60 45 31,3
Gesamt 4 076 2 879 41,6

(8) Dividendenerträge

Mio. € 1.1.-30.6.2023 1.1.-30.6.2022 Veränd. in %
Dividenden aus Eigenkapitalinstrumenten – Fair Value OCI
Dividenden aus Eigenkapitalinstrumenten – Mandatorily Fair Value P&L 4 7 –45,1
Laufendes Ergebnis aus nicht konsolidierten Tochterunternehmen –0 0
Gesamt 3 7 –53,5

(9) Risikoergebnis

Mio. € 1.1.-30.6.2023 1.1.-30.6.2022 Veränd. in %
Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost –337 –550 –38,8
Finanzielle Vermögenswerte – Fair Value OCI 5 –18
Finanzgarantien 2 0
Kreditzusagen und sonstige Gewährleistungen 53 –3
Gesamt –276 –570 –51,6

Das Risikoergebnis beinhaltet erfolgswirksame Risikovorsorgeveränderungen für bilanzielle und außerbilanzielle Finanzinstrumente, auf die das Impairmentmodell des IFRS 9 anzuwenden ist. Dies umfasst Risikovorsorgezuführungen und -auflösungen, unter anderem aus Neugeschäften, Stagewechseln, bilanziellen Abgängen aus Rückzahlungen, Zuschreibungen und Eingänge auf bereits abgeschriebene Forderungen sowie Direktabschreibungen.

Informationen zur Organisation des Risikomanagements und zu relevanten Kennzahlen sowie weitere Analysen und Erläuterungen des erwarteten Kreditverlusts und zu dem Top Level Adjustment können dem Zwischenlagebericht dieses Zwischenberichts (siehe Seite 7 ff. und Note 27) entnommen werden.

  • 37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung
    • 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung
    • 39 Bilanz 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
    • 42 Kapitalflussrechnung
    • 43 Anhang (ausgewählte Notes)

(10) Provisionsüberschuss

Mio. € 1.1.-30.6.2023 1.1.-30.6.20221 Veränd. in %
Provisionserträge 2 085 2 193 – 4,9
Wertpapiergeschäft 576 658 – 12,5
Vermögensverwaltung 182 195 – 7,0
Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft 814 841 – 3,2
Bürgschaften 130 123 5,6
Syndizierungen 122 95 28,0
Vermittlungsgeschäft 80 84 – 5,1
Treuhandgeschäfte 30 33 – 7,5
Übrige Erträge 152 164 – 7,2
Provisionsaufwendungen 329 329 0,1
Wertpapiergeschäft 72 80 – 9,9
Vermögensverwaltung 23 19 20,2
Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft 103 99 4,2
Bürgschaften 11 12 – 10,9
Syndizierungen 3 0
Vermittlungsgeschäft 48 70 – 30,9
Treuhandgeschäfte 24 26 – 7,9
Übrige Aufwendungen 44 22 99,9
Provisionsüberschuss 1 756 1 864 – 5,8
Wertpapiergeschäft 503 578 – 12,9
Vermögensverwaltung 159 176 – 10,0
Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft 711 742 – 4,2
Bürgschaften 119 111 7,5
Syndizierungen 119 95 24,6
Vermittlungsgeschäft 32 14
Treuhandgeschäfte 6 6 – 6,0
Übrige Erträge 108 142 – 23,9
Gesamt 1 756 1 864 – 5,8

1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 5).

Die Aufteilung der Provisionserträge nach Art der Dienstleistung und Segmenten auf Grundlage des IFRS 15 stellt sich wie folgt dar:

1.1.-30.6.2023 Mio. € Privat- und
Unternehmer
kunden
Firmenkunden Sonstige und
Konsolidierung1
Konzern
Wertpapiergeschäft 571 16 –11 576
Vermögensverwaltung 179 3 0 182
Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft 389 433 –8 814
Bürgschaften 15 129 –14 130
Syndizierungen 0 122 0 122
Vermittlungsgeschäft 77 8 –5 80
Treuhandgeschäfte 27 3 0 30
Übrige Erträge 132 26 –6 152
Gesamt 1 389 740 –44 2 085

1 Bei den Posten im Bereich Sonstige und Konsolidierung handelt es sich im Wesentlichen um Effekte aus der

Konsolidierung von Aufwendungen und Erträgen.

1.1.-30.6.2022 Mio. €2 Privat- und
Unternehmer
kunden
Firmenkunden Sonstige und
Konsolidierung1
Konzern
Wertpapiergeschäft 653 15 –11 658
Vermögensverwaltung 193 2 195
Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft 378 470 –7 841
Bürgschaften 14 127 –17 123
Syndizierungen 0 95 0 95
Vermittlungsgeschäft 81 25 –21 84
Treuhandgeschäfte 29 4 33
Übrige Erträge 145 28 –9 164
Gesamt 1 493 765 –65 2 193

1 Bei den Posten im Bereich Sonstige und Konsolidierung handelt es sich im Wesentlichen um Effekte aus der

Konsolidierung von Aufwendungen und Erträgen.

2 Korrektur Vorjahr aufgrund von IFRS 8.29 (siehe Note 37).

(11) Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten

finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten

Mio. € 1.1.-30.6.2023 1.1.-30.6.2022 Veränd. in %
Ergebnis aus Finanzinstrumenten – Held for Trading –130 215
Ergebnis aus Finanzinstrumenten – Fair Value Option –7 326
Ergebnis aus Finanzinstrumenten – Mandatorily Fair Value P&L 47 –119
Gesamt –90 422
  • 37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung
    • 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung
    • 39 Bilanz 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
    • 42 Kapitalflussrechnung
    • 43 Anhang (ausgewählte Notes)

(12) Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen

Mio. € 1.1.-30.6.2023 1.1.-30.6.2022 Veränd. in %
Fair Value Hedges
Fair-Value-Änderungen aus Sicherungsinstrumenten 32 1 920 –98,3
Micro Fair Value Hedges 133 1 891 –93,0
Portfolio Fair Value Hedges –101 29
Fair-Value-Änderungen aus Grundgeschäften –25 –1 962 –98,7
Micro Fair Value Hedges –115 –2 003 –94,2
Portfolio Fair Value Hedges 90 41
Cashflow-Hedges
Ergebnis aus effektiv gesicherten Cashflow Hedges (nur ineffektiver Teil) 1 1 7,6
Net Investment Hedges
Ergebnis aus effektiv gesicherten Net Investment Hedges
(nur ineffektiver Teil)
Gesamt 7 –41

(13) Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten

Mio. € 1.1.-30.6.2023 1.1.-30.6.2022 Veränd. in %
Sonstiges übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten –16 –11 51,1
Realisierungsergebnis finanzieller Vermögenswerte – Fair Value OCI
(mit Recycling)
–9 –20 –56,2
Realisierungsergebnis finanzieller Verbindlichkeiten –
Amortised Cost
–1 10
Ergebnis aus nicht substanziellen Modifikationen – Amortised Cost –8 –1
Ergebnis aus nicht substanziellen Modifikationen – Fair Value OCI
(mit Recycling)
Ergebnis aus Schätzungsänderungen – Amortised Cost 1 –0
Ergebnis aus Schätzungsänderungen – Fair Value OCI
(mit Recycling)
Ergebnis aus Abgängen von Finanzinstrumenten (AC-Portfolios) 34 13
Gewinne aus Abgängen von Finanzinstrumenten (AC-Portfolios) 49 18
Verluste aus Abgängen von Finanzinstrumenten (AC-Portfolios) 15 5
Gesamt 18 2

(14) Sonstiges Ergebnis

Mio. € 1.1.-30.6.2023 1.1.-30.6.2022 Veränd. in %
Wesentliche Sonstige Erträge 341 435 –21,7
Auflösungen von Rückstellungen 47 72 –34,2
Erträge aus Operating-Leasing-Verträgen 128 72 77,4
Mietkauferträge und Zwischenmieterträge 8 8 3,9
Erträge aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 1 0 44,2
Erträge aus zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten
Erträge aus der Veräußerung von Sachanlagen 10 20 –51,6
Erträge aus Wechselkursveränderungen 98 142 –30,8
Übrige sonstige Erträge 49 121 –59,6
Wesentliche Sonstige Aufwendungen 798 342
Zuführungen zu Rückstellungen 137 48
Aufwendungen aus Operating-Leasing-Verträgen 42 50 –17,3
Mietkaufaufwendungen und Zwischenmietaufwendungen 2 1 64,5
Aufwendungen aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 11 1
Aufwendungen aus als Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten
Aufwendungen aus der Veräußerung von Sachanlagen 0 1 –36,7
Aufwendungen aus Wechselkursveränderungen 92 131 –29,4
Übrige sonstige Aufwendungen 513 110
Sonstige Steuern (saldiert) –5 –21 –78,0
Realisierungs- und Bewertungsergebnis aus assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen (saldiert) –15 4
Sonstiges Ergebnis –477 75

Im sonstigen Ergebnis ist im Wesentlichen der Aufwand im Zusammenhang mit Darlehensverträgen in Schweizer Franken (CHF) mit Indexklauseln enthalten. Diese betragen im aktuellen Geschäftsjahr 520 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 81 Mio. Euro).

An unsere Aktionäre Zwischenlagebericht Zwischenrisikobericht Zwischenabschluss 51

  • 37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung
    • 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung
    • 39 Bilanz 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
    • 42 Kapitalflussrechnung
    • 43 Anhang (ausgewählte Notes)

(15) Verwaltungsaufwendungen

Personalaufwendungen Mio. € 1.1.-30.6.2023 1.1.-30.6.2022 Veränd. in %
Löhne und Gehälter 1 660 1 553 6,9
Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 108 131 –17,8
Gesamt 1 767 1 684 4,9
1.1.-30.6.2023 1.1.-30.6.20221 Veränd. in %
127 127 –0,3
260 275 –5,5
92 99 –7,6
102 94 8,5
92 71 30,6
38 41 –7,5
79 60 31,8
790 767 3,0

1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 5).

Abschreibungen Mio. € 1.1.-30.6.2023 1.1.-30.6.2022 Veränd. in %
Betriebs- und Geschäftsausstattung 44 46 –5,1
Grundstücke, Gebäude und übrige Sachanlagen 4 4 –7,8
Immaterielle Vermögenswerte 198 208 –4,7
Nutzungsrechte 142 152 –6,3
Gesamt 388 410 –5,3

(16) Pflichtbeiträge

Pflichtbeiträge Mio. € 1.1-30.6.2023 1.1.-30.6.2022 Veränd. in %
Einlagensicherungsfonds 45 143 –68,5
Polnische Bankensteuer 80 70 13,6
Europäische Bankenabgabe 187 278 –32,8
Gesamt 312 491 –36,5

(17) Restrukturierungsaufwendungen

Mio. € 1.1.-30.6.2023 1.1.-30.6.2022 Veränd. in %
Aufwendungen für eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen 8 39 –80,5
Gesamt 8 39 –80,5

(18) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Zum 30. Juni 2023 belief sich der Konzernsteueraufwand auf 617 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 425 Mio. Euro). Unter Berücksichtigung des Ergebnisses vor Steuern von 1 756 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 1 250 Mio. Euro) ergab sich eine Konzernsteuerquote von 35,2% (Vorjahreszeitraum: 34,0%) (Konzernertragsteuersatz: 31,5 %, Vorjahr: 31,5 %). Der Konzernsteueraufwand im laufenden Geschäftsjahr 2023 resultiert im Wesentlichen aus der Besteuerung des positiven Ergebnisses der Berichtsperiode sowie Vorsorgen im Zusammenhang mit Baufinanzierungen in Fremdwährung bei der mBank, die steuerlich nicht abzugsfähig waren.

(19) Ergebnis je Aktie

1.1.-30.6.2023 1.1.-30.6.2022 Veränd. in %
Operatives Ergebnis (Mio. €) 1 764 1 289 36,8
Den Commerzbank-Aktionären und den Investoren in zusätzliche
Eigenkapitalbestandteile zurechenbares Konzernergebnis (Mio. €)
1 145 768 49,1
Ausschüttungen zusätzliche Eigenkapitalbestandteile (Mio.€) 194 190 2,2
Den Commerzbank-Aktionären zurechenbares Konzernergebnis (Mio. €) 950 578 64,5
Durchschnittliche Anzahl ausgegebener Stammaktien (Stück)1 1 251 266 052 1 252 357 634 –0,1
Operatives Ergebnis je Aktie (€) 1,41 1,03 36,9
Ergebnis je Aktie (€) 0,76 0,46 64,6

1 Gewichteter Durchschnitt Stammaktien nach Aktienrückkaufprogramm im Juni 2023 (siehe auch Eigenkapitalveränderungsrechnung).

Das nach IAS 33 errechnete Ergebnis je Aktie basiert auf dem den Commerzbank-Aktionären zurechenbaren Konzernergebnis und wird als Quotient aus dem Konzernergebnis und dem gewichteten Durchschnitt der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktienzahl ermittelt. Im laufenden Geschäftsjahr sowie im Vorjahr waren keine Wandel- und Optionsrechte im Umlauf. Das verwässerte Ergebnis je Aktie war daher mit dem unverwässerten identisch. Die Zusammensetzung des Operativen Ergebnis ist in der Segmentberichterstattung (siehe Note 37) definiert.

An unsere Aktionäre Zwischenlagebericht Zwischenrisikobericht Zwischenabschluss 53

  • 37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung
    • 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung 39 Bilanz
    • 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
    • 42 Kapitalflussrechnung
    • 43 Anhang (ausgewählte Notes)

Erläuterungen zur Bilanz

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

(20) Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost

Mio. € 30.6.2023 31.12.2022 Veränd. in %
Darlehen und Forderungen 270 892 267 432 1,3
Verbriefte Schuldinstrumente 29 023 28 760 0,9
Gesamt 299 915 296 192 1,3

(21) Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost

Mio. € 30.6.2023 31.12.2022 Veränd. in %
Einlagen 363 122 352 403 3,0
Begebene Schuldverschreibungen 41 797 37 982 10,0
Geldmarktpapiere 342 268 27,7
Pfandbriefe 21 664 18 853 14,9
Sonstige emittierte Schuldtitel 19 791 18 861 4,9
Gesamt 404 919 390 385 3,7

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2023 wurden neue Emissionen mit einem Volumen von 4,8 Mrd. Euro (Vorjahreszeitraum 3,1 Mrd. Euro) begeben. Im gleichen Zeitraum belief sich das Volumen fälliger Emissionen auf 1,7 Mrd. Euro (Vorjahreszeitraum 2,7 Mrd. Euro). Im aktuellen Geschäftsjahr gab es keine wesentlichen Rückzahlungen. Im Vorjahreszeitraum wurde eine regulatorisch nicht mehr anrechenbare Emission mit einem Nominalvolumen in Höhe von 0,1 Mrd. Euro zurückgekauft.

Die Commerzbank nimmt seit 2020 an der dritten Reihe gezielter längerfristiger Refinanzierungsgeschäfte der EZB (TLTRO III) teil. Von den insgesamt 35,9 Mrd. Euro wurden 26,6 Mrd. Euro im vierten Quartal 2022 und 5,2 Mrd. im zweiten Quartal 2023 zurückgeführt.

Die Verzinsung hing von der Entwicklung des Kreditvolumens in einem Benchmark Portfolio ab, das bei Erreichen eines Schwellenwerts zu einer Zinsvergünstigung führt. Die Commerzbank hat im Jahr 2021 den Schwellenwert erreicht und Zinsvergünstigungen in Anspruch genommen.

Die Vereinnahmung der Zinsen erfolgte grundsätzlich ratierlich im Zinsergebnis bei korrespondierender Kürzung der Refinanzierungsverbindlichkeit. Durch mehrfache Leitzinsanhebungen in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2022 und der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2023 entfiel die Erfassung einer Zinsvergünstigung nach IAS 20 für die Restlaufzeit. Insgesamt wurden in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2023 Zinsaufwendungen von 132 Mio. Euro (Vorjahr: Erträge 190 Mio. Euro) geleistet.

(22) Finanzielle Vermögenswerte – Fair Value OCI

Mio. € 30.6.2023 31.12.2022 Veränd. in %
Darlehen und Forderungen (mit Recycling) 266 273 –2,5
Verbriefte Schuldinstrumente (mit Recycling) 36 979 34 614 6,8
Eigenkapitalinstrumente (ohne Recycling)
Gesamt 37 245 34 887 6,8

(23) Finanzielle Verbindlichkeiten – Fair Value Option

Mio. € 30.6.2023 31.12.2022 Veränd. in %
Einlagen 33 846 20 943 61,6
Begebene Schuldverschreibungen (Sonstige emittierte Schuldtitel) 4 613 4 075 13,2
Gesamt 38 460 25 018 53,7

Für Verbindlichkeiten, für die die Fair Value Option angewendet wurde, betrug die in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2023 eingetretene kreditrisikobedingte Änderung der Fair Values –49 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: –255 Mio. Euro). Kumuliert belief sich die Veränderung auf –109 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: –136 Mio. Euro).

Durch Abgänge finanzieller Verbindlichkeiten, für die die Fair Value Option angewendet wurde, wurden sowohl in der aktuellen Periode als auch im Vorjahreszeitraum keine erfolgsneutrale Umgliederung in der Gewinnrücklage erfasst.

In den begebenen Schuldverschreibungen sind die Emissionen von Green Bonds der Commerzbank enthalten. Die Commerzbank hat im Juni 2022 erfolgreich einen weiteren Green Bond mit einem Emissionsvolumen von 500 Mio. Euro begeben. Es war bereits der dritte eigene Green Bond der Bank nach der ersten Emission im Oktober 2018 und der zweiten Emission im September 2020. Der Callable Non-Preferred Senior Bond hat einen Festzinszeitraum bis September 2026 mit einem festen Kupon von 3,00 % pro Jahr.

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2023 wurden neue Emissionen mit einem Volumen von 1,0 Mrd. Euro begeben (Vorjahreszeitraum: 0,5 Mrd. Euro). Ein nennenswertes Volumen fälliger Emissionen sowie Rückzahlungen gab es in der aktuellen Berichtsperiode sowie im Vorjahreszeitraum nicht.

  • 37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung
    • 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung 39 Bilanz
    • 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
    • 42 Kapitalflussrechnung
    • 43 Anhang (ausgewählte Notes)

(24) Finanzielle Vermögenswerte – Mandatorily Fair Value P&L

Mio. € 30.6.2023 31.12.2022 Veränd. in %
Darlehen und Forderungen 37 390 26 570 40,7
Verbriefte Schuldinstrumente 2 933 2 471 18,7
Eigenkapitalinstrumente 912 871 4,6
Gesamt 41 235 29 912 37,9

(25) Finanzielle Vermögenswerte – Held for Trading

Mio. € 30.6.2023 31.12.2022 Veränd. in %
Darlehen und Forderungen 1 628 1 355 20,1
Verbriefte Schuldinstrumente 5 009 2 810 78,2
Eigenkapitalinstrumente 926 1 009 –8,2
Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten 19 276 26 320 –26,8
Zinsbezogene Produkte 8 806 11 692 –24,7
Währungsbezogene Produkte 8 243 12 472 –33,9
Aktienbezogene Derivate 898 881 1,9
Kreditbezogene Derivate 97 186 –47,8
Übrige derivative Geschäfte 1 232 1 089 13,1
Sonstige Handelsbestände 3 911 2 080 88,1
Gesamt 30 750 33 573 –8,4

(26) Finanzielle Verbindlichkeiten – Held for Trading

Mio. € 30.6.2023 31.12.2022 Veränd. in %
Zertifikate und andere Emissionen 988 473
Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen 1 578 970 62,7
Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten 16 172 23 316 –30,6
Zinsbezogene derivative Geschäfte 7 157 10 195 –29,8
Währungsbezogene derivative Geschäfte 8 011 11 555 –30,7
Aktienderivate 112 206 –45,8
Kreditderivate 288 213 34,9
Übrige derivative Geschäfte 604 1 147 –47,3
Gesamt 18 737 24 759 –24,3

Kreditrisiken und Kreditverluste

(27) Kreditrisiken und Kreditverluste

Grundsätze und Bewertungen

Unter IFRS 9 werden Wertminderungen für Kreditrisiken bei Kreditgeschäften und Wertpapieren, die nicht erfolgswirksam zum Fair Value zu bewerten sind, anhand eines dreistufigen Modells auf Basis erwarteter Kreditverluste erfasst.

In den Anwendungsbereich dieses Wertminderungsmodells fallen im Commerzbank-Konzern folgende Finanzinstrumente:

  • Finanzielle Vermögenswerte in Form von Darlehen und Forderungen sowie verbrieften Schuldinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (Amortised Cost).
  • Finanzielle Vermögenswerte in Form von Darlehen und Forderungen sowie verbrieften Schuldinstrumenten, die erfolgsneutral zum Fair Value bewertet werden (FVOCI).
  • Forderungen aus Leasingverhältnissen.
  • Unwiderrufliche Kreditzusagen, die gemäß IFRS 9 nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden.
  • Finanzgarantien im Anwendungsbereich des IFRS 9, die nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden.

Die Ermittlung der Wertminderungen erfolgt anhand eines dreistufigen Modells nach folgenden Vorgaben:

In Stage 1 werden grundsätzlich alle Finanzinstrumente erfasst, deren Risiko eines Kreditausfalls (im Folgenden Ausfallrisiko) sich seit ihrem erstmaligen Bilanzansatz nicht signifikant erhöht hat. Darüber hinaus enthält Stage 1 sämtliche Geschäfte, die am Berichtsstichtag ein geringes Ausfallrisiko aufweisen (Wahlrecht nach IFRS 9). Dies sind Wertpapiere sowie Finanzinstrumente mit Staaten, lokalen oder regionalen Gebietskörperschaften der OECD, deren internes Bonitätsrating am Berichtsstichtag im Bereich des Investment Grade (entspricht Commerzbank-Rating 2,8 oder besser) liegt. Für Finanzinstrumente in Stage 1 ist eine Wertminderung in Höhe der erwarteten Kreditverluste aus möglichen Ausfallereignissen über die Laufzeit des Geschäftes, längstens für zwölf Monate ("12-month ECL") zu erfassen.

Stage 2 enthält diejenigen Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko sich nach dem Zeitpunkt ihres erstmaligen Bilanzansatzes signifikant erhöht hat und die zum Berichtsstichtag nicht als Geschäfte mit geringem Ausfallrisiko eingestuft werden. Neben der kundenspezifischen Probability of Default (PD)-Entwicklung definiert die Commerzbank weitere qualitative Kriterien, bei deren Vorliegen eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos angenommen wird. Die Zuordnung zu Stage 2 erfolgt dann unabhängig von der individuellen PD-Entwicklung. Die Erfassung von Wertminderungen erfolgt in Stage 2 mit den erwarteten Kreditverlusten über die gesamte Restlaufzeit des Finanzinstruments ("Lifetime Expected Credit Loss" beziehungsweise "LECL"). Für unbefristet zugesagte Finanzinstrumente (b.a.w.-Geschäfte) erfolgt ein Topdown-Approach, mit dem auf Basis von realisierten historischen Verlusten der LECL als Prozentsatz des aktuellen Loss at Default (LaD) ermittelt wird.

Stage 3 werden Finanzinstrumente zugeordnet, die am Berichtsstichtag als wertgemindert eingestuft werden. Als Kriterium hierfür zieht die Commerzbank ihre Definition für einen Kreditausfall (Default) gemäß des Artikels 178 CRR sowie der ergänzenden EBA-Leitlinie zur Anwendung der Ausfalldefinition gemäß Artikel 178 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 heran. Diese Vorgehensweise ist konsistent, da im Rahmen der ECL-Ermittlung ebenfalls aus dem Baseler IRB-Ansatz abgeleitete, statistische Risikoparameter verwendet werden, die an die Anforderungen des IFRS 9 angepasst werden.

Für den Default eines Kunden können unter anderem folgende Ereignisse ausschlaggebend sein:

  • Überziehung größer 90 Tage.
  • Unwahrscheinlichkeit des Begleichens der Verbindlichkeiten (Unlikely-to-pay)
  • Sanierung / krisenbedingte Restrukturierung mit Zugeständnissen.
  • Die Bank kündigt die Forderungen.
  • Der Kunde ist in Insolvenz.

Für ausgefallene Finanzinstrumente in Stage 3 ist ebenfalls der LECL als Wertminderung zu erfassen. Bei der Ermittlung des LECL wird hier grundsätzlich nach signifikanten und nicht signifikanten Fällen unterschieden. Für nicht signifikante Geschäfte (Volumen bis 5 Mio. Euro) erfolgt die Ermittlung auf Basis statistischer Risikoparameter. Für signifikante Geschäfte (Volumen größer 5 Mio. Euro) wird der LECL als Erwartungswert der Verluste aus individuellen Expertenschätzungen der zukünftigen Cashflows unter Berücksichtigung mehrerer möglicher Szenarien und deren Eintrittswahrscheinlichkeiten ermittelt. Die Szenarien und Wahrscheinlichkeiten basieren auf Einschätzungen von Sanierungs- und Abwicklungsspezialisten. Für jedes Szenario – unabhängig davon, ob es sich um ein Fortführungs- oder Verwertungsszenario handelt – werden Zeitpunkte und Höhe der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme geschätzt. Hierbei werden zukunftsgerichtet sowohl die kundenspezifische als auch die makroökonomische Situation (zum Beispiel Devisenbeschränkungen, Devisenwertschwankungen, Rohstoffpreisentwicklungen) und das Branchenumfeld berücksichtigt. Basis der Schätzung sind auch externe Informationen. Als Quellen sind hier unter anderem Indizes (zum Beispiel World Corruption Index), Prognosen (zum Beispiel des IWF), Informationen globaler Vereinigungen von Finanzdienstleistern (zum Beispiel Institute of International Finance) und Veröffentlichungen von Ratingagenturen und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zu nennen.

An unsere Aktionäre Zwischenlagebericht Zwischenrisikobericht Zwischenabschluss 57

  • 37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung
    -
    • 39 Bilanz
    • 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
    • 42 Kapitalflussrechnung 43 Anhang (ausgewählte Notes)

Liegt kein Ausfallkriterium mehr vor, gesundet das Finanzinstrument und wird nach Einhaltung der maßgeblichen Wohlverhaltensphase nicht mehr Stage 3 zugeordnet. Nach Gesundung erfolgt auf Basis aktualisierter Ratinginformationen erneut die Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Bilanzansatz signifikant erhöht hat und darauf basierend die entsprechende Zuordnung zu Stage 1 oder Stage 2.

Finanzinstrumente, die bereits im Zeitpunkt ihres erstmaligen Bilanzansatzes als wertgemindert im Sinne der oben beschriebenen Definition einzustufen sind ("Purchased or Originated Credit-Impaired" beziehungsweise "POCI") werden außerhalb des dreistufigen Wertminderungsmodells behandelt und somit keiner der drei Stages zugeordnet. Der Erstansatz erfolgt zum Fair Value ohne Erfassung einer Wertminderung, jedoch unter Anwendung eines bonitätsadjustierten Effektivzinssatzes. In den Folgeperioden entspricht die erfolgswirksam erfasste Wertminderung der kumulierten Veränderung des LECL nach dem Bilanzzugang. Auch im Falle einer Gesundung bleibt der LECL Maßstab für die Bewertung.

Forderungen werden bilanzwirksam abgeschrieben, sobald nach angemessener Einschätzung nicht davon auszugehen ist, dass ein finanzieller Vermögenswert ganz oder teilweise realisierbar ist und diese somit uneinbringlich sind. Die Uneinbringlichkeit kann sich zum einen im Abwicklungsprozess aufgrund verschiedener objektiver Kriterien herausstellen. Diese können beispielsweise der Tod des Kreditnehmers ohne verwertbares Nachlassvermögen oder ein abgeschlossenes Insolvenzverfahren ohne weitere Aussicht auf Zahlungen sein. Zum anderen werden Kredite spätestens 720 Tage nach Fälligstellung grundsätzlich als (teilweise) uneinbringlich betrachtet und im Rahmen bestehender Risikovorsorge auf den noch erwarteten erzielbaren Rückzahlungsbetrag (teil-)abgeschrieben. Die (Teil-)Abschreibung hat dabei keine unmittelbaren Auswirkungen auf laufende Beitreibungsmaßnahmen.

Beurteilung einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos

In den Ratingsystemen der Commerzbank werden sämtliche verfügbaren quantitativen und qualitativen Informationen mit Relevanz für die Prognose des Ausfallrisikos zur kundenspezifischen Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) verdichtet. Dieser Größe liegt insbesondere eine statistisch fundierte Auswahl und Gewichtung aller verfügbaren Indikatoren zugrunde. Weiterhin fließen in die gemäß den IFRS 9-Anforderungen adjustierten PD neben historischen Informationen und dem aktuellen wirtschaftlichen Umfeld insbesondere auch zukunftsbezogene Informationen wie zum Beispiel die Prognose der Entwicklung der makroökonomischen Rahmenbedingungen ein.

Die Commerzbank verwendet grundsätzlich die Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) als Messgröße für die Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko eines Finanzinstruments gegenüber dem Zugangszeitpunkt signifikant erhöht hat. Durch die Verankerung der Überprüfung des relativen Transferkriteriums in den robusten Verfahren und Prozessen des konzernweiten KreditrisikomanagementFrameworks der Bank (insbesondere Kreditrisikofrüherkennung, Überziehungscontrolling und Re-Rating-Prozess) wird sichergestellt, dass eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos zuverlässig und zeitnah nach objektiven Kriterien erkannt wird.

Darüber hinaus wendet die Commerzbank für die Zuordnung zu Stage 2 (im Wesentlichen) zusätzliche qualitative Kriterien an. Diese sind:

  • Überziehungen > 20 Tage
  • Kunden in der Betreuung von Intensive Care, deren Commerzbank Kredit-Rating am Berichtsstichtag bei 4,6 oder schlechter liegt.
  • Kunden in der Betreuung von Intensive Care, deren Commerzbank Kredit-Rating am Berichtsstichtag bei 4,0 oder schlechter und deren Bonitäts-Rating bei 5,0 oder schlechter liegt.
  • Kunden, denen eine Forbearance-Maßnahme nach Artikel 47b CRR zugestanden wird, welche aber nicht zum Ausfall (Stage 3) führt.

Für weiterführende Informationen zu Verfahren und Prozessen sowie der Governance im Kreditrisikomanagement der Commerzbank verweisen wir auf die Ausführungen im Zwischenlagebericht dieses Zwischenberichts (Seite 17 ff.).

Die Überprüfung, ob am Berichtsstichtag eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos gegenüber dem Zugangszeitpunkt des betreffenden Finanzinstruments vorliegt, erfolgt zum Berichtsstichtag grundsätzlich durch einen Vergleich der beobachteten Ausfallwahrscheinlichkeit über die Restlaufzeit des Finanzinstruments ("Lifetime-PD") mit der im Zugangszeitpunkt erwarteten Lifetime-PD über denselben Zeitraum. Im Einklang mit den IFRS-Anforderungen erfolgt in bestimmten Teilportfolios der Vergleich zwischen ursprünglicher und aktueller PD auf Basis der Ausfallwahrscheinlichkeit über einen Zeitraum von zwölf Monaten nach dem Berichtsstichtag ("12-month PD"). In diesen Fällen erbringt die Bank mithilfe von Äquivalenzanalysen den Nachweis, dass keine materiellen Abweichungen gegenüber einer Beurteilung anhand der Lifetime-PD auftreten.

Zur Bestimmung, ob eine PD-Erhöhung gegenüber dem Zugangszeitpunkt als "signifikant" einzustufen ist, werden mit einem statistischen Verfahren differenziert nach Ratingmodellen zunächst ein Quantil und danach Schwellwerte in Form von Ratingstufen festgelegt, die einen kritischen Abweichungsgrad von der Erwartung über die mittlere PD-Entwicklung repräsentieren. Übersteigt die aktuelle PD diesen Schwellwert, liegt eine kritische Abweichung vor und führt zu einer Zuordnung in Stage 2. Um eine ökonomisch fundierte Stagezuordnung sicherzustellen, werden dabei transaktionsspezifische Einflussgrößen wie die Höhe der PD im Zugangszeitpunkt, die (bisherige) Laufzeit sowie die Restlaufzeit des Geschäfts berücksichtigt.

Auf die Überprüfung, ob am Berichtsstichtag eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos gegenüber dem Zugangszeitpunkt des betreffenden Finanzinstruments vorliegt, verzichtet die Commerz-

bank grundsätzlich für diejenigen Geschäfte, bei denen am Berichtsstichtag ein geringes Ausfallrisiko vorliegt (Wahlrecht des IFRS 9). Dies sind Wertpapiere sowie Finanzinstrumente mit Staaten, lokalen- oder regionalen Gebietskörperschaften der OECD, deren internes Bonitätsrating am Berichtsstichtag im Bereich des Investment Grade (entspricht Commerzbank-Rating 2,8 oder besser) liegt.

Ein Rücktransfer von Finanzinstrumenten aus Stage 2 nach Stage 1 wird vorgenommen, wenn am Berichtsstichtag das Ausfallrisiko gegenüber dem Zugangszeitpunkt nicht mehr signifikant erhöht ist.

Ermittlung Expected Credit Loss (ECL)

Die Commerzbank ermittelt den ECL als wahrscheinlichkeitsgewichteten, unverzerrten und diskontierten Erwartungswert zukünftiger Kreditausfälle grundsätzlich über die gesamte Restlaufzeit des jeweiligen Finanzinstruments.

Als "12-month ECL" für die Erfassung von Wertminderungen in Stage 1 wird dabei derjenige Teil des LECL definiert, welcher aus Ausfallereignissen resultiert, die innerhalb von zwölf Monaten nach dem Berichtsstichtag erwartet werden.

Die Ermittlung des ECL erfolgt für Stage 1 und Stage 2 sowie für die nicht signifikanten Finanzinstrumente in Stage 3 einzelgeschäftsbasiert unter Verwendung statistischer Risikoparameter, die aus dem Baseler IRB-Ansatz abgeleitet und an die Anforderungen des IFRS 9 angepasst wurden.

Wesentliche Hauptparameter sind dabei:

  • die kundenspezifische Ausfallwahrscheinlichkeit (PD);
  • die Verlustquote bei Ausfall (Loss Given Default, LGD);
  • die Forderungshöhe zum Zeitpunkt des Ausfalls (Exposure at Default, EaD).

Alle verwendeten Risikoparameter aus den internen Modellen der Bank werden zur Erfüllung der spezifischen IFRS 9-Anforderungen entsprechend angepasst und der Prognosehorizont wird zur Abdeckung der Gesamtlaufzeit der Finanzinstrumente entsprechend erweitert. So werden beispielsweise bei der Prognose des Exposureverlaufs über die Gesamtlaufzeit der Finanzinstrumente insbesondere auch vertragliche und gesetzliche Kündigungsrechte berücksichtigt.

Bei Kreditprodukten, die aus einem in Anspruch genommenen Kreditbetrag und aus einer offenen Kreditlinie bestehen und bei denen bei üblicher Geschäftspraxis das Kreditrisiko nicht auf die vertragliche Kündigungsfrist beschränkt wird, (in der Commerzbank betrifft dies insbesondere revolvierende Produkte ohne vertraglich vereinbarte Tilgungsstruktur, wie zum Beispiel Kontokorrentkredite und Kreditkartenfazilitäten) ist der LECL über eine verhaltensbezogene Laufzeit zu ermitteln, welche typischerweise die maximale Vertragslaufzeit übersteigt. Um eine empirisch fundierte Abbildung des LECL im Einklang mit den IFRS 9-Anforderungen sicherzustellen, nimmt die Commerzbank bei diesen Produkten eine direkte Ermittlung des LECL auf Basis von realisierten historischen Verlusten vor.

Im Sinne der nach IFRS 9 vorgegebenen Einbeziehung zukunftsgerichteter Informationen enthält das Risikoergebnis für die Stages 1 und 2 per 30. Juni 2023 eine einmalige Belastung in Höhe von insgesamt 45 Mio. Euro aus der erwarteten Anpassung der LGD-Modelle auf den neuen regulatorischen Standard ('Future of IRB').

Grundsätzlich werden bei der IFRS 9-spezifischen Schätzung der Risikoparameter neben historischen Ausfallinformationen insbesondere auch das aktuelle wirtschaftliche Umfeld (point-in-time Ausrichtung) sowie zukunftsbezogene Informationen berücksichtigt. Insbesondere werden dabei makroökonomische Prognosen der Bank regelmäßig im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Höhe des ECL geprüft und in die ECL-Ermittlung einbezogen.

Hierfür wird eine aus dem makroökonomischen Szenario abgeleitete Expertenschätzung zugrunde gelegt, welche Einflussgrößen, wie zum Beispiel BIP-Wachstum und Arbeitslosenquote berücksichtigt. Das Baseline-Szenario gibt dabei Bandbreiten vor.

Das Baseline-Szenario wurde hinsichtlich der wesentlichen Annahmen mit dem Baseline-Szenario der mBank auf Konsistenz geprüft.

Das Baseline-Szenario spiegelt die konjunkturellen Unsicherheiten und die Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine wider. Es beinhaltet folgende wesentliche Annahmen:

  • Die Weltwirtschaft leidet weiterhin unter Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und der globalen Verschärfung der Geldpolitik.
  • Positive Effekte aus der allmählichen Auflösung von Lieferkettenstörungen und der Lockerung der Energiemärkte reichen nicht aus, um die negativen Auswirkungen der restriktiven Geldpolitik zu kompensieren, die mit einer zeitlichen Verzögerung die Wirtschaftstätigkeit zunehmend behindert.
  • Die EWU-Wirtschaft leidet unter dem hohen Zinsumfeld, das sich stark negativ auf die Investitionstätigkeit und den Konsum auswirkt. Weder der stabile Arbeitsmarkt noch die günstigeren Energiepreise reichen aus, um diesen Effekt zu überwiegen.
  • Die deutsche Industrie steht vor einer Verlangsamung der Auslandsnachfrage und einer Verschärfung der Finanzierungsbedingungen. Gleichzeitig dämpfen die bestehenden umfangreichen staatlichen Förderprogramme die anhaltenden negativen Auswirkungen der gestiegenen Energiekosten (Energiepreisbremsen für Strom, Gas und Wärme für Haushalte und Unternehmen, die mindestens für das gesamte Jahr 2023 gelten).

Das Baseline-Szenario berücksichtigt folgende Annahmen zum Wachstum und zur Arbeitslosenquote:

  • 37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung
    • 39 Bilanz
    • 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
    • 42 Kapitalflussrechnung
    • 43 Anhang (ausgewählte Notes)
Baseline Szenario 2023 2024
BIP-Wachstum
Deutschland –1,0% bis 0,0% –0,5% bis 0,5%
Eurozone –0,5% bis 0,5% –0,5% bis 0,5%
Arbeitslosenquote
Deutschland 5,9% bis 6,3% 6,1% bis 6,5%
Eurozone 6,8% bis 7,2% 6,6% bis 7,0%

Wir erwarten damit leicht schlechtere wirtschaftliche Entwicklungen als die im Juni 2023 von EZB und Bundesbank prognostizierten.

Zum Berichtsstichtag beläuft sich der auf Grundlage des zuvor beschriebenen Baseline-Szenarios ermittelte Expected Credit Loss Stage 1 und 2 (inklusive des darin enthaltenen Sekundäreffekte-TLA (456 Mio. Euro)) auf 1,5 Mrd. Euro.

Um der aktuellen Situation und den Unsicherheiten aus der makroökonomischen Situation und aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine Rechnung zu tragen, wurde eine ausreichende Einbindung der relevanten Experten im Rahmen der existierenden Policies sichergestellt.

Potenzielle Effekte aus nicht linearen Zusammenhängen zwischen unterschiedlichen makroökonomischen Szenarien und dem LECL werden mithilfe eines separat ermittelten Anpassungsfaktors korrigiert. Dieser Faktor wurde im zweiten Quartal 2023 anlassbezogen überprüft und verbleibt im Vergleich zum Vorquartal auf konstantem Niveau. In die Ermittlung des Faktors sind das Baseline-Szenario sowie ein pessimistisches und ein optimistisches Szenario eingeflossen. Die Festlegung der Gewichtungen für die einzelnen Szenarien erfolgt grundsätzlich ebenfalls durch relevante Experten und ist im Rahmen einer Policy geregelt.

Das pessimistische Szenario beinhaltet als wesentliche Annahmen, dass in der zweiten Jahreshälfte 2023 die negativen Auswirkungen der restriktiven Geldpolitik immer sichtbarer werden und die Wirtschaftsaktivität viel stärker als erwartet behindert. Angesichts der hohen Zinsen und der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten werden Unternehmen zunehmend vorsichtiger und verschieben oder reduzieren Investitionen. Aufgrund der niedrigen Temperaturen im Winter 2023/24 kommt der Druck auf die europäischen Energiemärkte zurück. Die steigenden Energiepreise stellen insbesondere für energieintensive Industrien, den Verkehrssektor und private Haushalte eine erhebliche zusätzliche Belastung dar. Dennoch kann ein Gasmangel vermieden werden

In diesem pessimistischen Szenario würde sich der geschätzte Expected Credit Loss Stage 1 und 2 um 0,6 Mrd. Euro reduzieren.

Dem optimistischen Szenario liegt die wesentliche Annahme zugrunde, dass die wirtschaftliche Erholung nicht mehr durch Unsicherheiten aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine geprägt ist und mit entsprechenden Reduzierungen der Energiepreise sowie der Inflations- und Zinsentwicklung einhergeht.

In diesem optimistischen Szenario würde sich der geschätzte Expected Credit Loss Stage 1 und 2 um 0,4 Mrd. Euro reduzieren.

Nachstehende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten zugrundeliegenden makroökonomischen Parameter im optimistischen und im pessimistischen Szenario, die in der Folge expertenbasiert in Notch-Annahmen übersetzt wurden:

2023 Optimis
tisches
Szenario
Baseline
Szenario
Pessimis
tisches
Szenario
BIP-Wachstum
Deutschland 0,7% –1,0% bis 0,0% –1,2%
Eurozone 1,2% –0,5% bis 0,5% –0,7%
Arbeitslosenquote
Deutschland 5,7% 5,9% bis 6,3% 6,3%
Eurozone 6,7% 6,8% bis 7,2% 7,5%

IFRS 9 gibt für die Ermittlung des Expected Credit Loss die Einbeziehung zukunftsgerichteter Informationen vor. Das in der Commerzbank implementierte IFRS 9-ECL-Modellergebnis berücksichtigt jedoch keine zukunftsgerichteten Szenarien oder Ereignisse, die aus unvorhersehbaren, singulären Ereignissen resultieren, wie zum Beispiel Naturkatastrophen, materielle politische Entscheidungen oder militärische Konflikte. Derartige Risiken werden über ein Top-Level-Adjustment (TLA) bevorsorgt. Die Prüfung der Notwendigkeit solcher TLA unter Einbindung des Senior Managements und die etwaige Umsetzung sind in einer Policy geregelt.

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2023 wurde eine solche Anpassung des IFRS 9-ECL-Modellergebnisses als notwendig erachtet, da die in den entsprechenden Modellen verwendeten Parameter die Sekundäreffekte resultierend aus der unverändert fortbestehenden Lieferkettenproblematik sowie die Unsicherheiten aus gestiegenen Energiepreisen und der weiteren Zins- Inflationsentwicklung nicht in vollem Umfang abdecken.

Die Methodik zur Ermittlung des Anpassungsbedarfs des IFRS 9-ECL-Modellergebnisses entspricht der Methodik zur Ermittlung des Sekundäreffekte-TLA in 2022.

Die Auswirkungen der Anpassungen auf die Stufenzuordnung wurden bei der Ermittlung des TLA berücksichtigt. Die Buchung erfolgte portfoliobasiert. Sie wird in der Darstellung der Risikovorsorgeentwicklung in der Zeile "Parameterveränderungen/ Modellveränderungen" ausgewiesen. Pauschale Stufentransfers von Einzelgeschäften wurden nicht vorgenommen.

Weitere Informationen zum Thema ECL und TLA enthält der Risikobericht im Konzernlagebericht (siehe Seite 17 ff.). Zur Ermittlung der gesamten Risikovorsorge im Konzern ist es erforderlich Annahmen zu treffen, die insbesondere in einem dynamischen Umfeld hohen Schätzunsicherheiten unterliegen.

Insgesamt entwickelten sich die Wertberichtigungen für Risiken aus finanziellen Vermögenswerten und die Rückstellungen für außerbilanzielle Geschäfte wie folgt:

Mio. € Stand
1.1.2023
Netto
Zuführung /
Auflösung
Verbrauch Veränderung
im
Konsolidie
rungskreis
Wechselkurs
änderungen/
Umbuchungen
Stand
30.6.2023
Wertberichtigungen für Risiken aus finanziellen
Vermögenswerten
3 092 331 183 43 3 283
Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost 3 068 337 183 44 3 266
Darlehen und Forderungen 3 019 347 183 44 3 227
Verbriefte Schuldinstrumente 49 –10 0 39
Finanzielle Vermögenswerte – Fair Value OCI 23 –5 –1 17
Darlehen und Forderungen 0 –0 –0 0
Verbriefte Schuldinstrumente 23 –5 –1 16
Rückstellungen für Finanzgarantien 11 –2 0 9
Rückstellungen für Kreditzusagen 360 –33 0 327
Rückstellungen für sonstige Gewährleistungen 203 –20 –1 182
Gesamt 3 666 276 183 42 3 801
Mio. €1 Stand
1.1.2022
Netto
Zuführung /
Auflösung
Verbrauch Veränderung
im
Konsolidie
rungskreis
Wechselkurs
änderungen/
Umbuchungen
Stand
31.12.2022
Wertberichtigungen für Risiken aus finanziellen
Vermögenswerten 2 886 828 634 –3 14 3 092
Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost 2 872 817 634 –3 16 3 068
Darlehen und Forderungen 2 829 811 634 –3 16 3 019
Verbriefte Schuldinstrumente 44 6 –0 49
Finanzielle Vermögenswerte – Fair Value OCI 13 12 –2 23
Darlehen und Forderungen 1 –1 0 0
Verbriefte Schuldinstrumente 13 12 –2 23
Rückstellungen für Finanzgarantien 13 –3 –0 2 11
Rückstellungen für Kreditzusagen 334 24 –0 2 360
Rückstellungen für sonstige Gewährleistungen 173 26 –0 4 203
Gesamt 3 405 876 634 –3 21 3 666

1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 5).

Die Aufteilung nach Stages stellte sich im laufenden Geschäftsjahr wie folgt dar:

Mio. € Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Gesamt
Wertberichtigungen für Risiken aus finanziellen Vermögenswerten 326 861 2 037 59 3 283
Darlehen und Forderungen 296 840 2 031 59 3 227
Verbriefte Schuldinstrumente 29 20 6 56
Rückstellungen für Finanzgarantien 2 2 4 1 9
Rückstellungen für Kreditzusagen 96 165 47 20 327
Rückstellungen für sonstige Gewährleistungen 8 12 105 56 182
Gesamt 432 1 040 2 193 136 3 801
  • 37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung
    • 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung 39 Bilanz
    • 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
    • 42 Kapitalflussrechnung
    • 43 Anhang (ausgewählte Notes)
Mio. €1 Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Gesamt
Wertberichtigungen für Risiken aus finanziellen Vermögenswerten 330 762 1 937 63 3 092
Darlehen und Forderungen 293 735 1 928 63 3 019
Verbriefte Schuldinstrumente 37 27 9 72
Rückstellungen für Finanzgarantien 2 3 4 1 11
Rückstellungen für Kreditzusagen 101 183 41 35 360
Rückstellungen für sonstige Gewährleistungen 2 27 124 51 203
Gesamt 436 974 2 106 150 3 666

1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 5).

Sonstige Erläuterungen zu Finanzinstrumenten

(28) IFRS 13 Bewertungshierarchien und Angabepflichten

Hierarchie der Fair Values

Die Commerzbank stuft Finanzinstrumente in die dreistufige Bewertungshierarchie zum Fair Value wie folgt ein:

  • Level 1: Finanzinstrumente, deren Fair Value als notierter Preis für identische Finanzinstrumente an aktiven Märkten ermittelt wird.
  • Level 2: Finanzinstrumente, für die keine notierten Preise für identische Instrumente an einem aktiven Markt verfügbar sind und deren Fair Value unter Einsatz von Bewertungsmethoden ermittelt wird, die auf beobachtbare Marktparameter zurückgreifen.
  • Level 3: Finanzinstrumente, die unter Anwendung von Bewertungsmethoden bewertet werden, für die bei mindestens einem Eingangswert nicht ausreichend beobachtbare Marktdaten vorhanden sind und bei denen mindestens dieser Eingangswert den Fair Value nicht nur unwesentlich beeinflusst.

Bezüglich der für Kreditinstitute relevanten Methoden der Modellbewertung (Level 2 und 3) unterscheidet IFRS 13 den marktbasierten Ansatz (Market Approach) und den einkommensbasierten Ansatz (Income Approach). Der Market Approach umfasst Bewertungsmethoden, die auf Informationen über identische oder vergleichbare Vermögenswerte und Schulden zurückgreifen.

Der Income Approach spiegelt die heutigen Erwartungen über zukünftige Cashflows, Aufwendungen oder Erträge wider. Zum Income Approach zählen auch Optionspreismodelle. Diese Bewertungen unterliegen in höherem Maße den Einschätzungen des Managements. Dabei werden in größtmöglichem Umfang Marktdaten oder Daten Dritter und in geringem Maße unternehmensspezifische Eingangswerte herangezogen.

Alle Fair Values unterliegen den internen Kontrollen und Verfahren des Commerzbank-Konzerns, in denen die Standards für deren unabhängige Prüfung oder Validierung festgelegt sind. Diese Kontrollen und Verfahren werden von der Independent Price Verification Group (IPV) innerhalb der Risikofunktion durchgeführt beziehungsweise koordiniert. Die Modelle, die einfließenden Daten und die daraus resultierenden Fair Values werden regelmäßig vom Senior-Management und der Risikofunktion überprüft.

Angabepflichten

Im Folgenden wird unterschieden in:

  • a) Zum Fair Value bilanzierte Finanzinstrumente (Fair Value OCI, Fair Value Option, Mandatorily Fair Value P&L und Held for Trading);
  • b) Zu Amortised Cost bilanzierte Finanzinstrumente.

Die jeweiligen Angabepflichten dieser Finanzinstrumente leiten sich aus IFRS 7 und IFRS 13 ab.

a) Zum Fair Value bilanzierte Finanzinstrumente

Der Fair Value eines Vermögenswertes ist nach IFRS 13 der Betrag, zu dem dieser zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern verkauft werden könnte. Der Fair Value entspricht somit einem Veräußerungspreis. Für Verbindlichkeiten ist der Fair Value definiert als der Preis, zu dem die Schuld im Rahmen einer geordneten Transaktion an einen Dritten übertragen werden könnte.

Für die Bewertung von Verbindlichkeiten ist zudem das eigene Bonitätsrisiko (Own Credit Spread) zu berücksichtigen. Sofern Sicherheiten von Dritten für unsere Verbindlichkeiten gestellt werden (zum Beispiel Garantien), sind diese bei der Bewertung grundsätzlich nicht zu berücksichtigen, da die Rückzahlungsverpflichtung seitens der Bank weiterhin bestehen bleibt.

Im Rahmen der Bewertung derivativer Geschäfte wird von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Nettorisikopositionen für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu bilden. Bei der Bewertung wird neben dem Ausfallrisiko des Kontrahenten auch das eigene Ausfallrisiko berücksichtigt. Die Ermittlung von Credit

Valuation Adjustments (CVA) und Debit Valuation Adjustments (DVA) erfolgt durch eine Simulation der zukünftigen Marktwerte der Derivateportfolios mit den jeweiligen Kontrahenten auf Basis beobachtbarer Marktdaten (zum Beispiel CDS-Spreads). Für die refinanzierungsbezogenen Bewertungsanpassungen (Funding Valuation Adjustments; FVA) werden die Refinanzierungsaufwendungen und -erträge von unbesicherten Derivaten und besicherten Derivaten, bei denen nur teilweise Sicherheiten vorliegen oder die Sicherheiten nicht zur Refinanzierung verwendet werden können, im Fair Value berücksichtigt. Wie für CVA/DVA werden auch FVA über die Erwartungswerte der zukünftigen positiven beziehungsweise negativen Portfoliomarktwerte unter Verwendung beobachtbarer Marktdaten (zum Beispiel CDS-Spreads) bestimmt. Die zur FVA-Berechnung verwendete Fundingkurve wird durch die Commerzbank-Fundingkurve approximiert.

Die in der Bilanz zum Fair Value ausgewiesenen Finanzinstrumente werden in nachfolgenden Übersichten nach den IFRS 9-Bewertungskategorien sowie nach Klassen gegliedert dargestellt.

Finanzielle Vermögenswerte Mrd. € 30.6.2023 31.12.20221
Level 1 Level 2 Level 3 Gesamt Level 1 Level 2 Level 3 Gesamt
Finanzielle Vermögenswerte –
Fair Value OCI
Darlehen und Forderungen 0,3 0,3 0,3 0,3
Verbriefte Schuldinstrumente 28,0 8,7 0,3 37,0 16,7 17,6 0,3 34,6
Eigenkapitalinstrumente
Finanzielle Vermögenswerte –
Mandatorily Fair Value P&L
Darlehen und Forderungen 36,3 1,1 37,4 25,8 0,8 26,6
Verbriefte Schuldinstrumente 0,8 1,6 0,5 2,9 0,5 1,1 0,8 2,5
Eigenkapitalinstrumente 0,0 0,9 0,9 0,0 0,9 0,9
Finanzielle Vermögenswerte –
Held for Trading
Darlehen und Forderungen 0,7 0,8 0,1 1,6 0,6 0,6 0,1 1,4
Verbriefte Schuldinstrumente 3,5 1,5 5,0 1,4 1,4 2,8
Eigenkapitalinstrumente 0,9 0,0 0,0 0,9 1,0 0,0 0,0 1,0
Derivate 0,0 18,2 1,1 19,3 0,0 25,3 1,0 26,3
Sonstige 3,9 3,9 2,1 2,1
Positive Marktwerte aus derivativen
Finanzinstrumenten
Hedge Accounting 1,7 1,7 1,7 1,7
Zur Veräußerung gehaltene langfristige
Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen
Darlehen und Forderungen
Verbriefte Schuldinstrumente
Eigenkapitalinstrumente 0,1 0,1 0,1 0,1
Derivate
Gesamt 37,9 69,0 4,0 111,0 22,5 73,8 3,9 100,2

1 Angepasste Werte.

  • 37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung
    • 39 Bilanz
    • 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung

42 Kapitalflussrechnung

Finanzielle Verbindlichkeiten Mrd. € 30.6.2023 31.12.2022
Level 1 Level 2 Level 3 Gesamt Level 1 Level 2 Level 3 Gesamt
Finanzielle Verbindlichkeiten –
Fair Value Option
Einlagen 33,8 33,8 20,9 20,9
Begebene Schuldverschreibungen 2,5 2,1 4,6 1,6 2,5 4,1
Finanzielle Verbindlichkeiten –
Held for Trading
Derivate 0,0 15,8 0,3 16,2 0,0 23,1 0,1 23,3
Zertifikate und andere Emissionen 1,0 1,0 0,5 0,5
Lieferverbindlichkeiten aus
Wertpapierleerverkäufen
1,2 0,4 1,6 0,5 0,4 1,0
Negative Marktwerte aus derivativen
Sicherungsinstrumenten
Hedge Accounting 3,5 3,5 3,1 3,1
Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen
Einlagen
Begebene Schuldverschreibungen
Derivate
Zertifikate und andere Emissionen
Lieferverbindlichkeiten aus
Wertpapierleerverkäufen
Gesamt 4,7 55,6 0,3 60,7 2,6 50,1 0,1 52,9

Die Commerzbank nimmt Umgliederungen zum Ende der Berichtsperiode vor.

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2023 wurden 0,1 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie FVOCI von Level 1 nach Level 2 umgegliedert, da keine notierten Marktpreise verfügbar waren. Dagegen wurden 0,7 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie FVOCI von Level 2 nach Level 1 zurückgegliedert, da wieder notierte Marktpreise verfügbar waren. Darüber hinaus wurden keine nennenswerten Reklassifizierungen zwischen Level 1 und Level 2 vorgenommen.

Im Geschäftsjahr 2022 wurden 9,2 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie FVOCI, 0,1 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie mFVPL, 0,2 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie HFT und 0,1 Mrd. Euro Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen der Kategorie HFT von Level 1 nach Level 2 umgegliedert, da keine notierten Marktpreise verfügbar waren. Dagegen wurden 8,7 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie FVOCI, 0,2 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie HFT, 0,2 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie mFVPL, 0,1 Mrd. Euro Darlehen und Forderungen der Kategorie HFT und 0,1 Mrd. Euro Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen der Kategorie HFT von Level 2 nach Level 1 zurückgegliedert, da wieder notierte Marktpreise verfügbar waren. Darüber hinaus wurden keine nennenswerten Reklassifizierungen zwischen Level 1 und Level 2 vorgenommen.

Die dem Level 3 zugeordneten Finanzinstrumente entwickelten sich wie folgt:

Finanzielle Vermögenswerte Mio. € Finanzielle
Vermögenswerte
– Fair Value OCI
Finanzielle
Vermögenswerte
– Mandatorily
Fair Value P&L
Finanzielle
Vermögenswerte –
Held for Trading
Zur Veräußerung
gehaltene langfristige
Vermögenswerte und
Veräußerungsgruppen
Gesamt
Fair Value zum 1.1.20231 321 2 472 1 070 3 862
Veränderungen im
Konsolidierungskreis
Erfolgswirksam erfasste
Gewinne/Verluste der Periode
1 30 –81 –50
darunter: aus unrealisierten
Gewinnen/Verlusten
1 30 –81 –50
In der Neubewertungsrücklage erfasste
Gewinne/Verluste
Käufe 349 121 470
Verkäufe –55 –10 –65
Emissionen
Rückzahlungen –4 –4
Umbuchungen in Level 3 83 83
Umbuchungen aus Level 3 –249 –249
IFRS 9 Reklassifizierungen
Umbuchungen aus/in Zur Veräußerung
gehaltene langfristige Vermögenswerte
und Vermögenswerte aus
Veräußerungsgruppen
Fair Value zum 30.6.2023 322 2 547 1 179 4 048

1 Angepasste Werte.

Finanzielle Vermögenswerte1 Mio. € Finanzielle
Vermögenswerte
– Fair Value OCI
Finanzielle
Vermögenswerte
– Mandatorily
Fair Value P&L
Finanzielle
Vermögenswerte
– Held for
Trading
Zur Veräußerung
gehaltene langfristige
Vermögenswerte und
Veräußerungsgruppen
Gesamt
Fair Value zum 1.1.2022 774 2 948 1 271 66 5 059
Veränderungen im
Konsolidierungskreis
Erfolgswirksam erfasste
Gewinne/Verluste der Periode
– 60 – 351 30 –381
darunter: aus unrealisierten
Gewinnen/Verlusten
– 60 – 351 39 –372
In der Neubewertungsrücklage erfasste
Gewinne/Verluste
– 105 –105
Käufe 14 415 429
Verkäufe – 176 – 628 – 11 –815
Emissionen
Rückzahlungen – 13 –13
Umbuchungen in Level 3 40 365 405
Umbuchungen aus Level 3 – 288 – 4 – 370 – 55 –717
IFRS 9 Reklassifizierungen
Umbuchungen aus/in Zur Veräußerung
gehaltene langfristige Vermögenswerte
und Vermögenswerte aus
Veräußerungsgruppen
Fair Value zum 31.12.2022 321 2 472 1 070 3 862

1 Angepasste Werte.

An unsere Aktionäre Zwischenlagebericht Zwischenrisikobericht Zwischenabschluss 65

  • 37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung
    -
    • 39 Bilanz
    • 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
    • 42 Kapitalflussrechnung 43 Anhang (ausgewählte Notes)

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2023 wurden 0,1 Mrd. Euro Derivate in der Kategorie HFT von Level 2 nach Level 3 umgegliedert, da keine am Markt beobachtbaren Parameter vorlagen. Dagegen wurden Umgliederungen von 0,2 Mrd. Euro für verbriefte Schuldinstrumente in der Kategorie mFVPL von Level 3 in Level 2 vorgenommen, da wieder beobachtbare Marktparameter vorlagen. Darüber hinaus wurden keine nennenswerten Umgliederungen vorgenommen.

Im Geschäftsjahr 2022 wurden 0,3 Mrd. Euro Derivate in der Aktiva Kategorie HFT von Level 2 nach Level 3 umgegliedert, da keine am Markt beobachtbaren Parameter vorlagen. Des Weiteren wurden 0,3 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente in der Kategorie FVOCI, 0,3 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente in der Kategorie HFT, 0,1 Mrd. Euro Derivate in der Aktiva Kategorie HFT und 0,1 Mrd. Euro Derivate in der Aktiva Kategorie "Halten & Verkaufen" von Level 3 nach Level 2 umgegliedert, da wieder am Markt beobachtbare Parameter vorlagen. Darüber hinaus wurden keine nennenswerten Umgliederungen vorgenommen.

Die dem Level 3 zugeordneten finanziellen Verbindlichkeiten entwickelten sich im Geschäftsjahr wie folgt:

Finanzielle Verbindlichkeiten Mio. € Finanzielle
Verbindlichkeiten
– Fair Value Option
Finanzielle
Verbindlichkeiten
– Held for Trading
Verbindlichkeiten aus
Veräußerungsgruppen
Gesamt
Fair Value zum 1.1.2023 147 147
Veränderungen im Konsolidierungskreis
Erfolgswirksam erfasste Gewinne/Verluste
der Periode
17 17
darunter: aus unrealisierten
Gewinnen/Verlusten
23 23
Käufe 183 183
Verkäufe –30 –30
Emissionen
Rückzahlungen
Umbuchungen in Level 3
Umbuchungen aus Level 3 –1 –1
Umbuchungen aus/in Verbindlichkeiten von
zur Veräußerung gehaltenen
Veräußerungsgruppen
Fair Value zum 30.6.2023 316 316
Finanzielle Verbindlichkeiten Mio. € Finanzielle
Verbindlichkeiten –
Fair Value Option
Finanzielle
Verbindlichkeiten –
Held for Trading
Verbindlichkeiten aus
Veräußerungsgruppen
Gesamt
Fair Value zum 1.1.2022 454 75 529
Veränderungen im Konsolidierungskreis
Erfolgswirksam erfasste Gewinne/Verluste
der Periode
–254 –254
darunter: aus unrealisierten
Gewinnen/Verlusten
–163 –163
Käufe 147 147
Verkäufe –287 –2 –290
Emissionen
Rückzahlungen
Umbuchungen in Level 3 201 201
Umbuchungen aus Level 3 –114 –73 –187
Umbuchungen aus/in Verbindlichkeiten von
zur Veräußerung gehaltenen
Veräußerungsgruppen
Fair Value zum 31.12.2022 147 147

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2023 wurden keine nennenswerten Umgliederungen von oder nach Level 3 vorgenommen.

Im Geschäftsjahr 2022 wurden 0,1 Mrd. Euro Derivate in der Passiva Kategorie "Halten & Verkaufen" von Level 3 nach Level 2 zurückgegliedert, da wieder am Markt beobachtbare Parameter vorlagen. Dagegen wurden 0,2 Mrd. Euro Derivate in der Passiva Kategorie HFT von Level 2 nach Level 3 umgegliedert, da keine am Markt beobachtbaren Parameter vorlagen. Darüber hinaus wurden keine nennenswerten Umgliederungen der Passivposten von oder in Level 3 vorgenommen.

Sensitivitätsanalyse

Basiert der Wert von Finanzinstrumenten auf nicht beobachtbaren Eingangsparametern (Level 3), kann der genaue Wert dieser Parameter zum Bilanzstichtag aus einer Bandbreite angemessener möglicher Alternativen abgeleitet werden, die im Ermessen des Managements liegen. Beim Erstellen des Konzernabschlusses werden für diese nicht beobachtbaren Eingangsparameter Werte ausgewählt, die den herrschenden Marktgegebenheiten und dem Bewertungskontrollansatz des Konzerns entsprechen.

Die vorliegenden Angaben sollen die möglichen Auswirkungen darstellen, die aus der relativen Unsicherheit in den Fair Values von Finanzinstrumenten resultieren, deren Bewertung auf nicht beobachtbaren Eingangsparametern basiert (Level 3). Zwischen den für die Ermittlung von Level-3-Fair-Values verwendeten Parametern bestehen häufig Abhängigkeiten. Beispielsweise kann eine erwartete Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Lage dazu führen, dass Aktienkurse steigen, wohingegen als weniger riskant eingeschätzte Wertpapiere wie zum Beispiel Bundesanleihen im Wert sinken. Derartige Zusammenhänge werden in Form von Korrelationsparametern berücksichtigt, sofern sie einen signifikanten Einfluss auf die betroffenen Fair Values haben. Verwendet ein Bewertungsverfahren mehrere Parameter, so kann die Wahl eines Parameters Einschränkungen hinsichtlich der Spanne möglicher Werte der anderen Parameter bewirken. Per Definition werden dieser Bewertungshierarchie eher illiquide Instrumente, Instrumente mit längerfristigen Laufzeiten oder Instrumente, bei denen unabhängig beobachtbare Marktdaten nicht in ausreichendem Maße oder nur schwer erhältlich sind, zugeordnet. Die vorliegenden Angaben dienen dazu, die wesentlichen, nicht beobachtbaren Eingangsparameter für Level 3-Finanzinstrumente zu erläutern und anschließend verschiedene Eingangswerte darzustellen, die für diese wesentlichen Eingangsparameter zugrunde gelegt wurden.

Die wesentlichen, nicht beobachtbaren Eingangsparameter für Level 3 und ihre Schlüsselfaktoren lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Interner Zinsfuß (Internal Rate of Return, IRR):

Der IRR wird als der Diskontsatz definiert, der einen Barwert von null für alle zukünftigen Cashflows eines Instruments liefert. Bei Schuldtiteln hängt der IRR beispielsweise vom aktuellen Anleihekurs, dem Nennwert und der Duration ab.

Credit Spread:

Der Credit Spread ist der Renditespread (Auf- oder Abschlag) zwischen Wertpapieren, die bis auf ihre jeweilige Bonität in jeder Hinsicht identisch sind. Dieser stellt die Überrendite gegenüber dem Benchmark-Referenzinstrument dar und bildet den Ausgleich für die unterschiedliche Kreditwürdigkeit des Instruments und der Benchmark. Credit Spreads werden an der Zahl der Basispunkte oberhalb (oder unterhalb) der notierten Benchmark gemessen. Je weiter (höher) der Credit Spread im Verhältnis zur Benchmark ist, desto niedriger ist die jeweilige Kreditwürdigkeit. Das Gleiche gilt umgekehrt für engere (niedrigere) Credit Spreads.

Zins-Währungs-Korrelation:

Die Zins-Währungs-Korrelation ist maßgeblich für die Bewertung exotischer Zinsswaps, die den Umtausch von Finanzierungsinstrumenten in einer Währung sowie eine exotisch strukturierte Komponente beinhalten. Diese basiert im Allgemeinen auf der Entwicklung von zwei Staatsanleiherenditen in unterschiedlichen Währungen. Für bestimmte exotische Zinsprodukte sind Konsensus-Marktdaten in längeren Laufzeiten nicht beobachtbar. Beispielsweise sind Constant Maturity Treasury (CMT)-Renditen für US-Staatsanleihen mit mehr als zehn Jahren Laufzeit nicht beobachtbar.

Verwertungsquoten, Überlebens- und Ausfallwahrscheinlich keiten:

Die dominanten Faktoren für die Bewertung von Credit Default Swaps (CDS) sind zumeist Angebot und Nachfrage sowie die Arbitragebeziehung bei Asset Swaps. Für die Bewertung von exotischen Strukturen und Off-Market-Ausfallswaps, bei denen Festzinszahlungen ober- oder unterhalb des Marktzinses vereinbart werden, werden häufiger Bewertungsmodelle für CDS herangezogen. Diese Modelle berechnen die implizite Ausfallwahrscheinlichkeit des Referenzaktivums und nehmen das Ergebnis als Grundlage für die Abzinsung der Cashflows, die für den CDS zu erwarten sind. Das Modell verwendet Eingangswerte wie Credit Spreads und Verwertungsquoten. Sie werden herangezogen, um eine Zeitreihe der Überlebenswahrscheinlichkeiten des Referenzaktivums zu interpolieren (sogenanntes Bootstrapping). Ein typischer Erwartungswert der Verwertungsquote am Default-Swap-Markt für vorrangige unbesicherte Kontrakte ist 40 %. Die Erwartungswerte zu den Verwertungsquoten sind ein Faktor, der die Form der Überlebenswahrscheinlichkeitskurve bestimmt. Unterschiedliche Erwartungswerte für die Verwertungsquote haben unterschiedliche Überlebenswahrscheinlichkeiten zur Folge. Bei einem gegebenen Credit Spread ist ein hoher Erwartungswert bei der Verwertungsquote gleichbedeutend mit einer höheren Ausfallwahrscheinlichkeit (im Vergleich zu einem niedrigen Erwartungswert bei der Verwertungsquote) und die Überlebenswahrscheinlichkeit ist somit geringer. Bei Emittenten von Unternehmensanleihen besteht eine Beziehung zwischen Ausfall- und

  • 37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung
    • 39 Bilanz
    • 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
    • 42 Kapitalflussrechnung
    • 43 Anhang (ausgewählte Notes)

Verwertungsquoten im Zeitverlauf. Insbesondere besteht eine umgekehrte Korrelation zwischen diesen beiden Faktoren: Ein Anstieg der Ausfallquote (definiert als prozentualer Anteil der ausfallenden Schuldner) geht im Allgemeinen mit einem Rückgang der durchschnittlichen Verwertungsquote einher. In der Praxis werden Marktspreads von Marktteilnehmern genutzt, um implizite Ausfallwahrscheinlichkeiten zu ermitteln. Schätzungen der Ausfallwahrscheinlichkeiten sind zudem von den gemeinsamen Verlustverteilungen der Parteien, die an einem Kreditderivatgeschäft beteiligt sind, abhängig. Die Copula-Funktion wird herangezogen, um die Korrelationsstruktur zwischen zwei oder mehr Variablen zu messen. Sie ergibt eine gemeinsame Verteilung unter Wahrung der Parameter zweier voneinander unabhängiger Randverteilungen.

Repo-Kurve:

Repo-Sätze dienen der Bewertung von Wertpapier-Pensionsgeschäften (Repos), in der Regel mit Laufzeiten von nicht mehr als einem Jahr. Bei Repos mit längeren Laufzeiten beziehungsweise illiquideren zugrundeliegenden Wertpapieren (zum Beispiel aus Emerging Markets) können die entsprechenden Repo-Sätze näherungsweise bestimmt werden. Bei der Einstufung in die Fair Value Hierarchie wird die Beobachtbarkeit der zur näherungsweisen Bestimmung verwendeten Parameter beurteilt. Eine analoge Vorgehensweise gilt für Repos auf Investmentfonds (Mutual Funds).

Preis:

Für bestimmte Zins- und Kreditinstrumente wird hingegen ein preisbasierter Ansatz zur Bewertung herangezogen. Folglich ist der Preis selbst der unbeobachtbare Parameter, dessen Sensitivität als eine Abweichung des Barwertes der Positionen geschätzt wird.

Investmentfonds-Volatilität:

Grundsätzlich ist der Markt für Optionen auf Investmentfonds illiquider als der Aktienoptionsmarkt. Demnach basiert die Volatilitätsbestimmung für zugrunde liegende Investmentfonds auf der Zusammensetzung der Fonds-Produkte. Es gibt eine indirekte Methode zur Bestimmung der entsprechenden Volatilitätsoberflächen. Diese Methode ist Level 3 zuzuordnen, da die verwendeten Marktdaten nicht liquide genug sind, um als Level 2 klassifiziert zu werden.

Inflations-Volatilität:

Die Inflations-Volatilität stellt das Ausmaß der Schwankung von Finanzinstrumenten dar, die das Inflationsrisiko zwischen Parteien übertragen. Diese basiert auf einer historischen Zeitreihe von Zahlungsströmen, gekoppelt an die Inflationsentwicklung.

Zins-Aktien-Korrelation:

Die Korrelation ist ein Parameter, der die Bewegungen zwischen zwei Instrumenten misst. Sie wird anhand eines Korrelationskoeffizienten gemessen. Im konkreten Fall bezieht sich der Parameter auf die Korrelation zwischen Aktien und Zinsen.

Mean Reversion:

Mean Reversion stellt die langfristige Tendenz der Kurse und Renditen zu einem Mittelkurs oder Durchschnitt dar. Dieser langfristige Mittelwert kann entweder ein historisches Mittel eines Kurses oder einer Rendite sein oder ein anderer maßgeblicher Mittelwert.

Abgabequote:

Die Abgabequote bezieht sich auf den Prozentsatz der Versicherungsnehmer, die ihre Lebensversicherungspolicen vor ihrem regulären Ablauf kündigen und einen Teil der bezahlten Prämie erhalten.

Rücklaufquote:

Die Rücklaufquote bezieht sich auf den Prozentsatz der Versicherungsnehmer, die ihre Deckung durch Nichtbezahlung von Prämien auslaufen lassen. Im Allgemeinen ist die Rücklaufquote bei Policen mit höheren Prämien, längeren Laufzeiten und einer geringeren Akkumulation des Barwerts höher.

Für die Bewertung unserer Level-3-Finanzinstrumente wurden die folgenden Bandbreiten der wesentlichen nicht beobachtbaren Parameter herangezogen:

Mio. € 30.6.2023 30.6.2023
Wesentliche
Bewertungs nicht
beobachtbare
techniken Aktiva Passiva Parameter Bandbreite
Darlehen und Forderungen 1 221
Repo-Geschäfte DCF-Modell 812 Repo-Kurve
(Bp.)
363 573
Sonstige Forderungen DCF-Modell 410 Credit Spread
(Bp.)
59 1 144
Verbriefte
Schuldinstrumente
841
Zinsbezogene Geschäfte Spread
basiertes Modell
841 Credit Spread
(Bp.)
162 293
davon: ABS DCF-Modell 400 Preis (%) 90% 110%
Eigenkapitalinstrumente 889
Aktienbezogene
Geschäfte
DCF-Modell 889 Preis (%) 90% 110%
Derivate 1 096 316
Aktienbezogene
Geschäfte
DCF-Modell 750 307 IRR (%) 10% 20%
Optionspreis
modell
Rücklaufquote
(%)
0,9% 1,1%
Abgabequote
(%)
0,0% 4,5%
Kreditderivate
(inkl. PFI und IRS)
DCF-Modell 113 –17 Credit Spread
(Basispunkte)
23 27 603
Verwertungs
quote (%)
0% 25%
Zinsbezogene Geschäfte Optionspreis
modell
234 27 Mean Reversion
(%)
–1,60% –1,43%
Übrige Geschäfte Inflations
volatilität (%)
–57,31% 63,12%
Summe 4 048 316

37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung

38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung 39 Bilanz

40 Eigenkapitalveränderungsrechnung

42 Kapitalflussrechnung

43 Anhang (ausgewählte Notes)
Mio. € 31.12.20221 31.12.2022
Bewertungs Wesentliche
nicht
beobachtbare
techniken Aktiva Passiva Parameter Bandbreite
Darlehen und Forderungen 926
Repo-Kurve
Repo-Geschäfte DCF-Modell 486 (Bp.) 200 470
Sonstige Forderungen DCF-Modell 440 Credit Spread
(Bp.)
80 3 668
Verbriefte
Schuldinstrumente
1 106
Zinsbezogene Geschäfte Spread basier
tes Modell
1 106 Credit Spread
(Bp.)
175 325
davon: ABS Spread
basiertes Modell
644 Preis (%) 90% 110%
Eigenkapitalinstrumente 867 0
Aktienbezogene Geschäfte DCF-Modell 867 Preis (%) 90% 110%
Derivate 963 147
Aktienbezogene Geschäfte DCF-Modell 671 118 IRR (%) 10% 20%
Optionspreis
modell
Rücklaufquote
(%)
0,9% 1,1%
Abgabequote
(%)
0,0% 4,5%
Kreditderivate
(inkl. PFI und IRS)
DCF-Modell 52 –14 Credit Spread
(Basispunkte)
26 4 700
Verwertungs
quote (%)
0% 25%
Zinsbezogene Geschäfte Optionspreis
modell
240 44 Mean Reversion
(%)
–1,97% –1,34%
Übrige Geschäfte Inflations
volatilität (%)
–54,02% 52,54%
Summe 3 862 147

1 Angepasste Werte.

In der folgenden Tabelle werden für Bestände der Bewertungshierarchie Level 3 die Auswirkungen auf die Gewinn-und-Verlust-Rechnung dargestellt, die sich aus der Anwendung ebenfalls vertretbarer Parameterschätzungen jeweils an den Rändern dieser Bandbreiten ergeben. Die Aufgliederung der Sensitivitätsanalyse für Finanzinstrumente der Fair-Value-Hierarchie Level 3 erfolgt nach Arten von Finanzinstrumenten:

Mio. € 30.6.2023
Positive
erfolgswirksame
Effekte
Negative
erfolgswirksame
Effekte
Geänderte Parameter
Darlehen und Forderungen 12 –12
Repo-Geschäfte 8 –8 Repo-Kurve
Sonstige Forderungen 3 –3 Credit Spread
Verbriefte Schuldinstrumente 25 –25
Zinsbezogene Geschäfte 25 –25 Preis
davon: ABS 15 –15 Preis
Eigenkapitalinstrumente 9 –9
Aktienbezogene Geschäfte 9 –9 Preis
Derivate 25 –23
Aktienbezogene Geschäfte 24 –23 IRR, Preis, Rücklaufquote, Abgabequote
Kreditderivate (inkl. PFI und IRS) 0 –0 Credit Spread, Verwertungsquote, Preis
Zinsbezogene Geschäfte 1 –1 Mean Reversion Parameter, Inflationsvolatilität
Sonstige
Mio. € 31.12.20221
Positive
erfolgswirksame
Effekte
Negative
erfolgswirksame
Effekte
Geänderte Parameter
Darlehen und Forderungen 9 –9
Repo-Geschäfte 5 –5 Repo-Kurve
Sonstige Forderungen 4 –4 Credit Spread
Verbriefte Schuldinstrumente 29 –29
Zinsbezogene Geschäfte 29 –29 Preis
davon: ABS 19 –19 Preis
Eigenkapitalinstrumente 9 –9
Aktienbezogene Geschäfte 9 –9 Preis
Derivate 14 –14
Aktienbezogene Geschäfte 13 –13 IRR, Preis, Rücklaufquote, Abgabequote
Kreditderivate (inkl. PFI und IRS) 0 –0 Credit Spread, Verwertungsquote, Preis
Zinsbezogene Geschäfte 1 –1 Mean Reversion Parameter, Inflationsvolatilität
Sonstige

1 Angepasste Werte.

Die für diese Angaben gewählten Parameter liegen an den äußeren Enden der Bandbreiten von angemessenen möglichen Alternativen. In der Praxis ist es unwahrscheinlich, dass alle nicht beobachtbaren Parameter gleichzeitig am jeweils äußeren Ende ihrer Bandbreite von angemessenen möglichen Alternativen liegen. Aus diesem Grund dürften die angegebenen Schätzwerte die tatsächliche Unsicherheit in den Fair Values dieser Instrumente übertreffen. Die vorliegenden Angaben dienen nicht der Schätzung oder Vorhersage der künftigen Veränderungen des Fair Values. Die am Markt nicht beobachtbaren Parameter wurden hierfür entweder von unabhängigen Bewertungsexperten je nach betroffenem Produkt zwischen 1 und 10 % angepasst oder es wurde ein Standardabweichungsmaß zugrunde gelegt.

Day-One Profit or Loss

Der Commerzbank-Konzern hat Transaktionen getätigt, bei denen der Fair Value zum Transaktionszeitpunkt anhand eines Bewertungsmodells ermittelt wurde, wobei nicht alle Inputparameter auf beobachtbaren Marktparametern basierten. Der Bilanzansatz solcher Transaktionen erfolgt zum Fair Value. Die Differenz zwischen dem Transaktionspreis und dem Fair Value des Bewertungsmodells wird als Day-One Profit or Loss bezeichnet. Der Day-One Profit or Loss wird grundsätzlich nicht sofort, sondern über die Laufzeit der Transaktion, in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Sobald sich für die Transaktion ein Referenzkurs auf einem aktiven Markt ermitteln lässt oder die Inputparameter auf beobachtbaren Marktdaten basieren, wird der abgegrenzte Day-One Profit or Loss unmittelbar erfolgswirksam im Ergebnis aus erfolgswirksam

37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung

  • 39 Bilanz
  • 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
  • 42 Kapitalflussrechnung
  • 43 Anhang (ausgewählte Notes)

zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten erfasst. Eine aggregierte Differenz zwischen Transaktionspreis und mittels Bewertungsmodell berechnetem Fair Value wird für die Level 3-Posten aller Kategorien ermittelt. Wesentliche Effekte ergeben sich aber nur aus Finanzinstrumenten der Kategorie HFT.

Die Beträge entwickelten sich wie folgt:

Mio. € Day-One Profit or Loss
Finanzielle
Vermögenswerte –
Held for Trading
Finanzielle
Verbindlichkeiten
– Held for Trading
Gesamt
Bestand am 1.1.2022 8 8
Erfolgsneutrale Zuführungen 0 0
Erfolgswirksame Auflösungen –5 –5
Bestand am 31.12.2022 3 3
Erfolgsneutrale Zuführungen 14 14
Erfolgswirksame Auflösungen –1 –1
Bestand am 30.6.2023 16 16

b) Zu Amortised Cost bilanzierte Finanzinstrumente

Für Finanzinstrumente, die in der Bilanz nicht zum Fair Value anzusetzen sind, sind gemäß IFRS 7 zusätzlich Fair Values anzugeben, deren Bewertungsmethodik nachfolgend dargestellt wird.

Der Nominalwert täglich fälliger Finanzinstrumente wird als deren Fair Value angesehen.

Für Kredite stehen keine unmittelbaren Marktpreise zur Verfügung. Bei Krediten kommt daher ein sogenanntes Discounted-Cashflow (DCF)-Modell zur Anwendung.

Die Diskontierung der Cashflows erfolgt mit dem risikolosen Zins unter Berücksichtigung von Aufschlägen für Risikokosten, Refinanzierungskosten, Verwaltungs- und Eigenkapitalkosten. Der risikolose Zins bestimmt sich aus fristen- und währungskongruenten Swap-Sätzen (Swapkurve). Diese sind in der Regel aus externen Daten ableitbar.

Zusätzlich wird ein Aufschlag in Form einer Kalibrierungskonstante inklusive Gewinnmarge berücksichtigt. Die Gewinnmarge ist bei der Modellbewertung von Krediten so zu berücksichtigen, dass der Fair Value im Zugangszeitpunkt dem Auszahlungsbetrag entspricht.

Für wesentliche Banken und Firmenkunden sind Daten zu deren Kreditrisikokosten in Form von Credit Spreads verfügbar.

Für die in der IFRS 9-Kategorie Amortised Cost bilanzierten Wertpapiere wird der Fair Value, sofern ein aktiver Markt vorliegt, auf Basis verfügbarer Marktpreise ermittelt (Level 1). Andernfalls sind für die Ermittlung der Fair Values anerkannte Bewertungsmethoden heranzuziehen. Im Wesentlichen wird ein Asset-Swap-Pricing-Modell für die Bewertung genutzt. Die hierfür verwendeten Parameter umfassen Zinsstrukturkurven sowie Asset-Swap-Spreads vergleichbarer Benchmarkinstrumente.

Bei Einlagen wird für die Fair-Value-Ermittlung grundsätzlich ein DCF-Modell genutzt, da üblicherweise keine Marktdaten verfügbar sind. Neben der Zinskurve werden zusätzlich das eigene Kreditrisiko (Own Credit Spread) sowie ein Zuschlag für Verwaltungsaufwendungen berücksichtigt. Für die Bewertung von Verbindlichkeiten sind keine Credit Spreads zu den jeweiligen Kontrahenten heranzuziehen.

Den Fair Value für begebene Schuldverschreibungen ermitteln wir auf Basis verfügbarer Marktpreise. Sind keine Preise erhältlich, werden die Fair Values durch das Discounted-Cashflow-Modell ermittelt. Bei der Bewertung werden verschiedene Faktoren, unter anderem die aktuellen Marktzinsen und das eigene Kreditrating, berücksichtigt.

Für die vorangegangenen Erläuterungen gilt jeweils, dass bei Verwendung von verfügbaren Marktpreisen eine Einordnung in Level 1 vorzunehmen ist. Ansonsten wird in Abhängigkeit von den verwendeten Eingangsparametern (beobachtbar oder nicht beobachtbar) eine Einstufung in Level 2 oder Level 3 vorgenommen.

  • 37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung
    • 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung
    • 39 Bilanz

40 Eigenkapitalveränderungsrechnung

42 Kapitalflussrechnung 43 Anhang (ausgewählte Notes)

30.6.2023 Mrd. € Fair Value Buchwert Differenz Level 1 Level 2 Level 3
Aktiva 368,7 381,2 –12,5 7,6 120,9 240,3
Kassenbestand und Sichtguthaben 85,0 85,0 85,0
Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost 283,8 299,9 –16,2 7,6 35,9 240,3
Darlehen und Forderungen 256,5 270,9 –14,4 18,8 237,7
Verbriefte Schuldinstrumente 27,2 29,0 –1,8 7,6 17,1 2,5
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges –3,7 3,7
Passiva 404,5 400,6 3,9 31,6 369,7 3,2
Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost 404,5 404,9 –0,5 31,6 369,7 3,2
Einlagen 362,7 363,1 –0,4 360,8 1,9
Begebene Schuldverschreibungen 41,7 41,8 –0,1 31,6 8,9 1,2
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges –4,3 4,3
31.12.2022 Mrd. € Fair Value Buchwert Differenz Level 1 Level 2 Level 3
Aktiva 353,5 367,5 –14,0 9,3 105,3 238,9
Kassenbestand und Sichtguthaben 75,2 75,2 75,2
Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost 278,3 296,2 –17,9 9,3 30,1 238,9
Darlehen und Forderungen 251,8 267,4 –15,7 16,9 234,9
Verbriefte Schuldinstrumente 26,5 28,8 –2,3 9,3 13,2 4,1
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges –3,9 3,9
Passiva 389,9 385,5 4,4 24,9 363,0 2,0
Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost 389,9 390,4 –0,5 24,9 363,0 2,0
Einlagen 352,1 352,4 –0,3 351,4 0,7
Begebene Schuldverschreibungen 37,8 38,0 –0,1 24,9 11,5 1,4
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges –4,8 4,8

(29) Angaben zur Saldierung von Finanzinstrumenten

Nachfolgend stellen wir die Überleitung der Bruttobeträge vor Saldierung zu den Nettobeträgen nach Saldierung sowie die Beträge für bestehende Saldierungsrechte, die nicht den bilanziellen Saldierungskriterien genügen, getrennt für alle bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten dar, die

  • gemäß IAS 32.42 bereits saldiert werden (Finanzinstrumente I), und
  • die einer durchsetzbaren zweiseitigen Aufrechnungsvereinbarung (Master Netting Agreement) oder einer ähnlichen Vereinbarung unterliegen, jedoch nicht bilanziell verrechnet werden (Finanzinstrumente II).
Aktiva Mio. € 30.6.2023 31.12.2022
Reverse Repos Positive Marktwerte
aus derivativen
Finanzinstrumenten
Reverse Repos Positive Marktwerte
aus derivativen
Finanzinstrumenten
Bruttobetrag der Finanzinstrumente 69 023 156 244 52 921 159 435
Nicht nettingfähige Buchwerte 20 861 2 516 17 071 2 764
a) Bruttobetrag der Finanzinstrumente I und II 48 162 153 728 35 850 156 671
b) Bilanziell genetteter Betrag für
Finanzinstrumente I1
30 059 135 263 25 490 131 387
c) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II
= a) – b)
18 103 18 466 10 360 25 284
d) Master Agreements, die nicht bereits in b)
berücksichtigt sind
Betrag der Finanzinstrumente II, die die
Kriterien nach IAS 32.42 nicht oder nur zum
Teil erfüllen2
5 384 11 524 2 117 11 479
Fair Value der auf Finanzinstrumente I und II
entfallenden finanziellen Sicherheiten, die
nicht bereits in b) enthalten sind3
Unbare Sicherheiten4 9 441 1 2 376 5
Barsicherheiten 94 3 730 4 541 5 212
e) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II
= c) – d)
3 184 3 210 1 326 8 588
f) Fair Value der auf Finanzinstrumente I
entfallenden Sicherheiten mit zentralen
Kontrahenten
367 751 21
g) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II
= e) – f)
2 817 3 210 575 8 567

1 Für Positive Marktwerte fallen zusätzlich 11 385 Mio. Euro (Vorjahr: 11 990 Mio. Euro) Ausgleichszahlungen an.

2 Kleinerer Betrag aus Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.

3 Ohne Rückgabeverpflichtungen oder -rechten aus der Übertragung von Sicherheiten.

4 Einschließlich nicht bilanzierter Finanzinstrumente (zum Beispiel Wertpapiersicherheiten aus Repos).

  • 37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung
    • 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung
    • 39 Bilanz
    • 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
    • 42 Kapitalflussrechnung 43 Anhang (ausgewählte Notes)
Passiva Mio. € 30.6.2023 31.12.2022
Negative
Marktwerte aus
derivativen
Negative
Marktwerte aus
derivativen
Repos Finanzinstrumenten Repos Finanzinstrumenten
Bruttobetrag der Finanzinstrumente 64 284 153 908 45 875 157 678
Nicht nettingfähige Buchwerte 15 578 2 029 12 601 2 024
a) Bruttobetrag der Finanzinstrumente I und II
b) Bilanziell genetteter Betrag für
Finanzinstrumente I1
48 706
30 059
151 879
134 242
33 274
25 490
155 655
131 250
c) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II
= a) – b)
18 647 17 637 7 784 24 405
d) Master Agreements, die nicht bereits in b)
berücksichtigt sind
Betrag der Finanzinstrumente II, die die
Kriterien nach IAS 32.42 nicht oder nur zum
Teil erfüllen2
5 384 11 524 2 117 11 479
Fair Value der auf Finanzinstrumente I und II
entfallenden finanziellen Sicherheiten, die
nicht bereits in b) enthalten sind3
Unbare Sicherheiten4 4 436 634
Barsicherheiten 296 3 954 2 591 4 873
e) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II
= c) – d)
8 531 2 158 2 442 8 053
f) Fair Value der auf Finanzinstrumente I
entfallenden Sicherheiten mit zentralen
Kontrahenten
6 978 10 1 868 131
g) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II
= e) – f)
1 553 2 149 574 7 922

1 Für Negative Marktwerte fallen zusätzlich 12 406 Mio. Euro (Vorjahr: 12 127 Mio. Euro) Ausgleichszahlungen an.

2 Kleinerer Betrag aus Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.

3 Ohne Rückgabeverpflichtungen oder -rechten aus der Übertragung von Sicherheiten.

4 Einschließlich nicht bilanzierter Finanzinstrumente (zum Beispiel Wertpapiersicherheiten aus Repos).

(30) Derivate

Der Gesamteffekt der Saldierung zum 30. Juni 2023 betrug insgesamt 146 648 Mio. Euro (Vorjahr: 143 376 Mio. Euro). Auf der Aktivseite entfielen davon 135 263 Mio. Euro auf positive Marktwerte (Vorjahr: 131 387 Mio. Euro) und 11 385 Mio. Euro auf Forderungen aus Ausgleichszahlungen (Vorjahr: 11 990 Mio. Euro). Das passivische Netting betraf negative Marktwerte mit 134 242 Mio. Euro (Vorjahr: 131 250 Mio. Euro) und Verbindlichkeiten aus Ausgleichszahlungen mit 12 406 Mio. Euro (Vorjahr: 12 127 Mio. Euro).

Erläuterungen der Bilanzposten – Nicht-Finanzinstrumente

(31) Immaterielle Vermögenswerte

Mio. € 30.6.2023 31.12.2022 Veränd. in %
Geschäfts- oder Firmenwerte
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1 352 1 289 4,9
Kundenbeziehungen 9 10 –7,7
Selbst erstellte Software 834 822 1,5
Erworbene Software und übrige immaterielle Vermögenswerte 508 457 11,3
Gesamt 1 352 1 289 4,9

(32) Sachanlagen

Mio. € 30.6.2023 31.12.2022 Veränd. in %
Grundstücke und Gebäude 186 197 –5,6
Nutzungsrechte (Leasing) 1 388 1 422 –2,4
Betriebs- und Geschäftsausstattung 336 348 –3,6
Leasinggegenstände 404 460 –12,0
Gesamt 2 314 2 426 –4,6

(33) Sonstige Aktiva

Mio. € 30.6.2023 31.12.2022 Veränd. in %
Edelmetalle 100 87 15,2
Rechnungsabgrenzungsposten 328 256 28,2
Aktiviertes Planvermögen 590 625 –5,5
Übrige Aktiva 1 521 1 469 3,6
Gesamt 2 539 2 436 4,3

(34) Sonstige Passiva

Mio. € 30.6.2023 31.12.2022 Veränd. in %
Verbindlichkeiten für Filmfonds 80 80
Fremdkapital aus nicht beherrschenden Anteilen 70 81 –13,4
Rechnungsabgrenzungsposten 395 360 9,7
Leasingverbindlichkeiten 1 663 1 708 –2,6
Übrige Passiva 2 175 1 520 43,1
Gesamt 4 383 3 749 16,9

An unsere Aktionäre Zwischenlagebericht Zwischenrisikobericht Zwischenabschluss 77

  • 37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung
    • 39 Bilanz
    • 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
    • 42 Kapitalflussrechnung
    • 43 Anhang (ausgewählte Notes)

(35) Rückstellungen

Mio. € 30.6.2023 31.12.20221 Veränd. in %
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 593 520 14,0
Sonstige Rückstellungen 2 765 2 959 –6,5
Gesamt 3 358 3 479 –3,5

1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 5).

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus unmittelbaren Versorgungszusagen in Deutschland (vergleiche Geschäftsbericht 2022, Seite 247 ff.). Für die versicherungsmathematische Ermittlung dieser Verpflichtungen wurden am 30. Juni 2023 ein Diskontierungszinssatz von 3,9 % (Vorjahr: 4,0 %) und eine erwartete Rentenanpassung von 2,4 % (Vorjahr: 2,4 %) zugrunde gelegt.

Die Sonstigen Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen aus Restrukturierungsrückstellungen, Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten sowie Rückstellungen aus dem Personalbereich zusammen.

Rechtsstreitigkeiten

Bei rechtlichen Verfahren oder möglichen Regressansprüchen Dritter, für die Rückstellungen zu bilden sind und die in den Sonstigen Rückstellungen unter Prozesse und Regresse ausgewiesen sind, kann zum Zeitpunkt der Rückstellungsbildung weder die Dauer des Verfahrens noch die Höhe der Inanspruchnahme abschließend vorhergesagt werden. Die jeweils gebildete Rückstellung deckt den nach unserer Einschätzung zum Bilanzstichtag zu erwartenden Aufwand ab.

  • Die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften sind in einer Vielzahl von Jurisdiktionen mit zum Teil unterschiedlichen rechtlichen und regulatorischen Anforderungen tätig. In der Vergangenheit wurden in einzelnen Fällen Verstöße gegen rechtliche und regulatorische Bestimmungen festgestellt und von staatlichen Behörden und Institutionen verfolgt. Einige Konzerngesellschaften sind auch zurzeit in eine Reihe solcher Verfahren involviert.
  • Die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften sind insbesondere im Segment Privat- und Unternehmerkunden im Bereich der Anlageberatung tätig. Die vom Gesetzgeber und von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen an eine objekt- und anlegergerechte Anlageberatung haben sich insbesondere in den vergangenen Jahren erheblich verschärft. Die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften waren und sind deshalb in eine Reihe von – auch gerichtlichen – Auseinandersetzungen involviert, in denen Anleger eine angeblich mangelhafte Anlageberatung geltend machen und Schadensersatz verlangen oder die Rückabwicklung der Anlagen im Zusammenhang mit fehlenden Angaben zu Vertriebsprovisionen (unter anderem für geschlossene Fonds) fordern.

Die Commerzbank sieht sich Klagen von Verbrauchern zum Thema "Widerrufsjoker" ausgesetzt. Nachdem der Gesetzgeber für im Zeitraum von 2002 bis 2010 abgeschlossene Darlehensverträge eine Regelung eingeführt hat, wonach ein etwaiges Widerrufsrecht spätestens am 21. Juni 2016 erlischt, haben zahlreiche Darlehensnehmer den Widerruf erklärt mit der Behauptung, die ihnen anlässlich des Vertragsabschlusses erteilte Widerrufsbelehrung sei fehlerhaft gewesen. Ein Teil der Kunden hat nach Zurückweisung des Widerrufs durch die Bank Klage erhoben mit dem Ziel, die Darlehen vor Ablauf der vereinbarten Zinsbindung sofort zurückzuzahlen, ohne der Bank den durch die vorzeitige Rückzahlung entstehenden Schaden ersetzen zu müssen. Auch bei nach 2010 abgeschlossenen Verträgen wird versucht, mithilfe des Widerrufsjokers vorzeitig aus den Verträgen auszusteigen. Die Bank tritt den Klagen entgegen. Von einer Einzeldarstellung der Rückstellungsbeträge wird abgesehen, um den Ausgang der Verfahren nicht zu beeinflussen.

Mit Urteil vom 26. März 2020 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass ein in der (gesetzlichen) Musterwiderrufsinformation für Verbraucherdarlehensverträge enthaltener Verweis auf andere gesetzliche Vorschriften für den Verbraucher unklar sei und darin einen Verstoß gegen die Vorgaben der europäischen Verbraucherkreditrichtlinie gesehen. Die Bank hat in ihren Verbraucherdarlehensverträgen das gesetzliche Muster verwendet, welches der Bundesgerichtshof (BGH) bereits in mehreren Beschlüssen als ordnungsgemäß angesehen hat. Der BGH hat dies überzeugend damit begründet, dass die deutschen Gerichte sich nicht über eine nach Wortlaut und Sinn eindeutige nationale Norm hinwegsetzen können. Der BGH hat seine bisherige Auffassung unter anderem mit Beschluss vom 31. März 2020 bestätigt. Aufgrund dessen sieht sich die Bank durch die Entscheidung des EuGH für den aktuellen Bestand der Verbraucherdarlehen keinen erhöhten Risiken ausgesetzt.

Eine Tochtergesellschaft der Commerzbank war an einer mittlerweile in der Insolvenz befindlichen südamerikanischen Bank beteiligt. Eine Reihe von Anlegern beziehungsweise Gläubigern dieser Bank hat in verschiedenen Verfahren in Uruguay und Argentinien die Tochtergesellschaft und in einem Teil der Fälle auch die Commerzbank wegen angeblicher Haftung als Gesellschafter sowie wegen angeblicher Pflichtverletzungen der von der Tochtergesellschaft für den Aufsichtsrat der Banken nominierten Personen verklagt. Zudem war die Tochtergesellschaft an

zwei Fonds beteiligt, die Gelder einwarben und von Dritten verwalten ließen. Die Liquidatoren dieser Fonds verlangen in einem Gerichtsverfahren in den USA Zahlungen zurück, die die Tochtergesellschaft von den Fonds erhalten hat. Von einer Einzeldarstellung der Rückstellungsbeträge wird abgesehen, um den Ausgang der Verfahren nicht zu beeinflussen.

Gegen eine Tochtergesellschaft der Commerzbank wurde im Mai 2017 von einem polnischen Gericht eine Sammelklage wegen angeblicher Unwirksamkeit von Indexklauseln in Darlehensverträgen in Schweizer Franken (CHF) zugelassen. Der Sammelklage haben sich insgesamt 1 731 Kläger angeschlossen. Die Kläger haben gegen das abweisende Urteil des erstinstanzlichen Gerichts Rechtsmittel eingelegt.

Unabhängig davon klagen zahlreiche Darlehensnehmer aus den gleichen Gründen im Wege von Einzelklagen. Zum 30. Juni 2023 sind neben der Sammelklage 20 002 weitere Einzelverfahren (Vorjahr: 17 627) anhängig. Die Tochtergesellschaft tritt den Klagen entgegen.

Zum 30. Juni 2023 lagen 3 173 rechtskräftige Urteile in Einzelverfahren gegen die Tochtergesellschaft vor, von denen 108 zugunsten der Tochtergesellschaft und 3 065 zuungunsten der Tochtergesellschaft entschieden wurden.

Die dem EuGH vorgelegten Fragen des polnischen Obersten Gerichtshofs zur Rechtmäßigkeit des Prozesses zur Ernennung neuer Richter am polnischen Obersten Gerichtshof sowie der weitere Verfahrensverlauf und das Ergebnis sind offen.

In den Vorabentscheidungsersuchen polnischer Gerichte an den EuGH in Verfahren der Tochtergesellschaft, die Kernfragen im Umgang mit indexierten Darlehen aufwerfen, wie die Gesamtnichtigkeit der Darlehensverträge, die Verjährung der Rückzahlungsansprüche und die Nutzungsentschädigung für die Banken (C-139/22, C-140/22) wurde ein Anhörungs- oder Verkündungstermin noch nicht bestimmt.

In einem Vorlageverfahren einer anderen Bank (C-520/21) hat der EuGH am 15. Juni 2023 entschieden, dass es EU-Recht nicht widerspricht, wenn ein Verbraucher nach nationalem Recht grundsätzlich einen über die Erstattung der gezahlten monatlichen Raten hinausgehenden Ausgleich verlangen kann. Einem Anspruch der Bank gegen den Verbraucher über das gezahlte Kapital hinaus steht das EU-Recht entgegen, so dass Banken keinen weitergehenden Anspruch auf Nutzungsentschädigung haben. Im Einzelnen hat der EuGH entschieden, dass die Richtline 93/13/EWG über missbräuchliche Klauseln in Verbraucherverträgen (die "AGB-Richtlinie") nicht ausdrücklich die Folgen regelt, die sich aus der Unwirksamkeit des zwischen Bank und Verbraucher geschlossenen Darlehensvertrages nach Aufhebung der missbräuchlichen Indexierungsklausel ergeben. Dies bleibt dem nationalen Recht überlassen. Die Rechtsfolgen müssen mit dem Unionsrecht und den mit der AGB-Richtlinie verfolgten Zielen vereinbar sein. Die Sach- und Rechtslage des Verbrauchers muss wiederhergestellt werden, in der er sich ohne den nichtigen Darlehensvertrag befunden hätte, und die Abschreckung der Banken vor der Verwendung einer missbräuchlichen Klausel darf nicht gefährdet werden. Die Möglichkeit des Verbrauchers, gegenüber der Bank Forderungen zu erheben, die über die Erstattung der gezahlten monatlichen Raten hinausgehen, gefährdet diese Ziele nicht. Die Banken werden aber davon abgehalten, missbräuchliche Klauseln zu verwenden. Dies haben allerdings die nationalen Gerichte zu beurteilen. Dabei ist der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu wahren.

Die AGB-Richtlinie steht dem entgegen, dass die Bank von dem Verbraucher einen Ausgleich verlangen darf, der über die Erstattung des gezahlten Kapitals und die Zahlung von Verzugszinsen zum gesetzlichen Zinssatz hinausgeht. Dadurch würde der Abschreckungseffekt für die Banken beseitigt und der Verbraucherschutz gefährdet. Die Banken dürfen aus ihrem rechtswidrigen Verhalten keine wirtschaftlichen Vorteile ziehen oder für die Nachteile durch ein solches Verhalten entschädigt werden.

Die Tochtergesellschaft hat ab dem vierten Quartal 2022 ein Vergleichsprogramm aufgelegt, welches sich an alle Kunden mit aktiven Darlehen richtet, einschließlich derer, die bereits gegen die Bank klagen. Den Kunden wird angeboten, ihre Darlehen in Zloty-Darlehen mit einem festen oder variablen Zinssatz umzuwandeln, sowie der Erlass eines individuell zu verhandelnden Teils der noch ausstehenden Darlehensvaluta. Zum Stichtag hat die Tochtergesellschaft die Risiken im Zusammenhang mit künftigen Vergleichszahlungen mit 78,7 Mio. Euro berücksichtigt.

Die Tochtergesellschaft hat die Auswirkungen des Urteils geprüft und die Parameter des Modells, wie die erwartete Anzahl von Kreditnehmern, die noch klagen werden, die Art der erwarteten Gerichtsurteile, die Höhe des Verlustes der Bank im Falle eines Urteils sowie die Annahmequote für Vergleiche geprüft und teilweise angepasst. Die Methodik zur Ermittlung der Vorsorge basiert auf Parametern, welche vielfältig, ermessensbehaftet und zum Teil mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sind. Schwankungen der Parameter sowie deren Interdependenzen und Entscheidungen der polnischen Gerichte und des EuGH können dazu führen, dass die Vorsorge zukünftig der Höhe nach wesentlich angepasst werden muss.

Das zum 30. Juni 2023 bestehende Portfolio von nicht vollständig zurückgeführten Darlehen in CHF hatte einen Buchwert von 3,5 Mrd. polnischen Zloty; das bereits zurückgezahlte Portfolio betrug bei Ausreichung 8,5 Mrd. polnische Zloty. Insgesamt wurde im Konzern für die aus dem Komplex entstehenden Risiken, einschließlich potenzieller Vergleichszahlungen und der Sammelklage, eine bilanzielle Vorsorge in Höhe von 1,7 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,4 Mrd. Euro) gebildet. Bei noch nicht vollständig zurückgeführten Darlehen werden die rechtlichen Risiken unmittelbar bei der Schätzung der Zahlungsströme im Bruttobuchwert der Forderungen berücksichtigt und nicht als Rückstellung gezeigt.

An unsere Aktionäre Zwischenlagebericht Zwischenrisikobericht Zwischenabschluss 79

  • 37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung

    • 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung
    • 39 Bilanz
    • 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
    • 42 Kapitalflussrechnung 43 Anhang (ausgewählte Notes)
  • In einem Verfahren um ein konkretes Baufinanzierungsdarlehen hat ein Gericht entgegen der Vorinstanz entschieden, dass die Vertragsklausel zur Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung unzureichend ist und die Bank die erhaltene Vorfälligkeitsentschädigung zurückerstatten muss. Das Urteil ist rechtskräftig. Die Bank hat eine entsprechende Rückstellung gebildet für den Fall, dass in vergleichbaren Fällen eine Rückerstattung erfolgen muss. Von einer Nennung der Rückstellungsbeträge wird abgesehen, um den Ausgang dieser Fälle nicht zu beeinflussen.

  • Im April 2021 hat der Bundesgerichtshof in einem Verfahren gegen eine andere Bank über den sogenannten AGB-Änderungsmechanismus entschieden und die entsprechenden Ziffern der AGB-Banken für unwirksam erklärt. Dieser Mechanismus sah vor, dass die Zustimmung des Kunden zu bestimmten Vertragsänderungen nach einer bestimmten Frist angenommen wurde, wenn der Kunde nicht widersprochen hatte. Die Bank hat die Auswirkungen dieser Rechtsprechung auf ihre Geschäftsbereiche und Produkte analysiert, da aufgrund des AGB-Änderungsmechanismus eingeführte oder erhöhte Entgelte für Verbraucher möglicherweise unwirksam sein können. In einigen Fällen wird die Bank auf Rückzahlung in Anspruch genommen. Von der Nennung der Rückstellungsbeträge wird abgesehen, um die Verfahren nicht zu beeinträchtigen.
  • Auf Basis des im Jahr 2017 veröffentlichten Schreibens des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) zu Cum-Cum Geschäften hat die Betriebsprüfung zur Behandlung dieser Geschäfte in Form von Prüfungsanmerkungen Stellung genommen. Die Anrechnung der Kapitalertragsteuer wurde seitens des Finanzamtes entsprechend gekürzt. Die Commerzbank

Aktiengesellschaft hat daraufhin Wertberichtigungen hinsichtlich bilanzierter Anrechnungsforderungen vorgenommen beziehungsweise zusätzliche Rückstellungen im Hinblick auf mögliche Rückzahlungsansprüche gebildet, um die geänderte Risikosituation vollumfänglich angemessen zu reflektieren. Nunmehr ist das BMF-Schreiben zu Cum-Cum Geschäften mit Datum vom 9. Juli 2021 neu gefasst worden. Im Hinblick auf die potenziellen Auswirkungen des BMF-Schreibens wurde im zweiten Quartal 2021 die Rückstellung angepasst. Nach derzeitigen Erkenntnissen sind die steuerlichen Risiken aus diesem Themenkomplex damit ausreichend bevorsorgt. Es kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass sich über die von der Bank gebildete Rückstellung hinaus weitere Belastungen ergeben.

  • Im Hinblick auf Wertpapierleihgeschäfte sieht sich die Commerzbank (auch gerichtlichen) Ersatzansprüchen Dritter aufgrund aberkannter Anrechnungsansprüche ausgesetzt. Im Rahmen dieser Wertpapierleihgeschäfte waren die Vertragspartner verpflichtet, der Commerzbank Dividenden und einbehaltene Kapitalertragsteuern zu erstatten. Die spätere Anrechnung auf die Körperschaftsteuer haben die Finanzämter verschiedener Vertragspartner jedoch teilweise abgelehnt oder nachträglich aberkannt. Von einer Nennung der Rückstellungsbeträge wird abgesehen, um den Ausgang der Verfahren nicht zu beeinflussen.
  • Mit Klage aus dem Mai 2019 begehrte ein Kunde der Commerzbank die Feststellung, dass die Bank dem Kläger den materiellen Schaden wegen angeblicher Falschberatung im Zusammenhang mit Derivaten in Form von Swap-Verträgen zu ersetzen hat. Die Parteien haben den Rechtsstreit im Wege eines Vergleiches beendet.

(36) Eventualverbindlichkeiten und Kreditzusagen

Mio. € 30.6.2023 31.12.2022 Veränd. in %
Eventualverbindlichkeiten 46 897 46 796 0,2
Kreditzusagen 80 300 80 228 0,1
Gesamt 127 196 127 023 0,1

Zum 30. Juni 2023 betrugen die Eventualverbindlichkeiten aus Rechtsrisiken 738 Mio. Euro (Vorjahr: 563 Mio. Euro) und betrafen die folgenden wesentlichen Sachverhalte:

  • Im April 2016 wurde der Commerzbank die Zahlungsklage einer Kundin zugestellt. Die Klägerin verlangt unter anderem die Rückzahlung von nach Meinung der Klägerin zu Unrecht an die Commerzbank geleisteten Zinsen. Zudem begehrt sie die Freigabe von Sicherheiten, welche eine Forderung der Commerzbank gegen die Klägerin besichern. Die Klägerin hat gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung eingelegt. Die Commerzbank setzt sich gegen die Klage zur Wehr.
  • Im Februar 2020 wurde eine Tochtergesellschaft der Commerzbank zusammen mit einer weiteren Bank auf Zahlung von Schadensersatz wegen angeblich unlauterer Preisabsprachen im Zusammenhang mit der Erhebung von Abwicklungsgebühren verklagt. Die Tochtergesellschaft verteidigt sich gegen die Klage.
  • Die Commerzbank ist im Februar 2022 in Ungarn auf Schadensersatz im Zusammenhang mit einem gescheiterten Projekt verklagt worden. Der Kläger hat noch Rechtsmittelmöglichkeiten gegen das abweisende erstinstanzliche Urteil. Die Bank verteidigt sich weiter gegen die Klage.
  • Eine Tochtergesellschaft der Commerzbank wurde im Mai 2014 von einem Kunden auf Schadensersatz wegen angeblicher Falschberatung und Täuschung beim Abschluss von Derivategeschäften verklagt. Die Tochtergesellschaft ist der Klage entgegengetreten.
  • Im Mai 2018 wurde eine Tochtergesellschaft der Commerzbank zusammen mit einer weiteren Bank auf Zahlung von Schadensersatz wegen vermeintlich unlauteren Preisabsprachen im Zusammenhang mit der Erhebung von Abwicklungsgebühren verklagt. Gegen das erstinstanzliche Urteil zugunsten der Banken ist noch Berufung möglich.
  • Eine Tochtergesellschaft der Commerzbank ist von einem Kunden auf Schadensersatz wegen angeblich unrechtmäßiger

Verwertung von Sicherheiten verklagt worden. Die Tochtergesellschaft tritt der Klage entgegen.

Im Mai 2023 ist eine Tochtergesellschaft der Bank auf Schadensersatz verklagt worden. Der Kläger ist Gesellschafter eines insolventen Unternehmens, welches Drittsicherheiten zugunsten des Kreditnehmers der Tochtergesellschaft gewährt hatte. Die Tochtergesellschaft setzt sich gegen die Klage zur Wehr.

Die Eventualverbindlichkeiten aus Steuerrisiken betreffen folgende wesentliche Sachverhalte:

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt im Zusammenhang mit Aktiengeschäften um den Dividendenstichtag (sogenannte Cum-Ex-Geschäfte) der Commerzbank und der ehemaligen Dresdner Bank. Die Commerzbank hatte bereits Ende 2015 eine forensische Analyse zu Cum-Ex-Geschäften beauftragt, die im Hinblick auf die Aktiengeschäfte der Commerzbank Anfang 2018 und bezüglich der Aktiengeschäfte der ehemaligen Dresdner Bank im September 2019 abgeschlossen wurde. Alle Steuernachforderungen durch die Finanzbehörden wurden beglichen. Seit September 2019 finden bei der Commerzbank Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln in einem separaten Verfahren zu Cum-Ex-Geschäften statt. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen des Verdachts, dass die Bank (einschließlich Dresdner Bank) in verschiedenen Rollen an Cum-Ex-Geschäften mitgewirkt hat, unter anderem dadurch, dass sie Dritte, die als Leerverkäufer gehandelt haben sollen, mit Aktien beliefert hat. Es geht in diesem Verfahren nach derzeitigem Verständnis nicht um eigene Steueranrechnungsansprüche der Commerzbank im Hinblick auf Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag auf Dividenden.

Im Zusammenhang mit Untersuchungen zu "Cum-Ex" kooperiert die Bank vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden. Das Ob und die Höhe einer sich daraus eventuell ergebenden Belastung kann derzeit nicht prognostiziert werden.

  • 37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung
    • 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung 39 Bilanz
    • 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
    • 42 Kapitalflussrechnung
    • 43 Anhang (ausgewählte Notes)

Segmentberichterstattung

(37) Segmentberichterstattung

In der Segmentberichterstattung spiegeln sich die Ergebnisse der operativen Segmente des Commerzbank-Konzerns wider.

Änderungen an der Struktur der internen Organisation, die die Zusammensetzung der berichtspflichtigen Segmente verändert, sind im Jahr 2023 nicht erfolgt.

Die für die operativen Segmente unterstellte Kapitalunterlegung der Risikoaktiva wurde mit Beginn des Geschäftsjahres 2023 auf 12,7% erhöht (Vorjahr 12,5 %).

Weitere Angaben zu den Segmenten sind im Zwischenlagebericht dieses Zwischenberichts enthalten.

1.1.-30.6.2023 Mio. € Privat- und
Unternehmer
kunden
Firmenkunden Sonstige und
Konsolidierung
Konzern
Zinsüberschuss 2 212 1 319 546 4 076
Dividendenerträge 1 3 – 0 3
Risikoergebnis – 177 – 115 15 – 276
Provisionsüberschuss 1 122 655 – 21 1 756
Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten
finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
– 80 260 – 270 – 90
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen – 3 – 1 10 7
Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten – 17 – 3 37 18
Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen – 1 4 3
Sonstiges Ergebnis – 456 – 35 13 – 477
Erträge vor Risikoergebnis 2 780 2 202 315 5 297
Erträge nach Risikoergebnis 2 603 2 087 330 5 021
Verwaltungsaufwendungen 1 729 1 029 188 2 945
Pflichtbeiträge 201 72 39 312
Operatives Ergebnis 673 986 104 1 764
Restrukturierungsaufwendungen 8 8
Ergebnis vor Steuern 673 986 97 1 756
Aktiva 173 962 135 282 192 359 501 603
Passiva 211 619 163 773 126 211 501 603
Buchwerte der at-Equity-bewerteten Unternehmen 30 133 163
Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital
(auf Basis CET1)1
6 808 10 458 7 124 24 391
Operative Eigenkapitalrendite (%)2 19,8 18,9 14,5
Aufwandsquote im operativen Geschäft
(exkl. Pflichtbeiträge) (%)
62,2 46,7 55,6
Aufwandsquote im operativen Geschäft
(inkl. Pflichtbeiträge) (%)
69,4 50,0 61,5

1 Durchschnittliches hartes Kernkapital (CET1). Anpassung erfolgt in Sonstige und Konsolidierung.

2 Auf das Jahr hochgerechnet.

1.1.-30.6.2022 Mio. €1 Privat- und
Unternehmer
kunden
Firmenkunden Sonstige und
Konsolidierung
Konzern
Zinsüberschuss 1 794 913 173 2 879
Dividendenerträge 5 3 – 0 7
Risikoergebnis – 160 – 338 – 72 – 570
Provisionsüberschuss 1 226 658 – 20 1 864
Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten
finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
8 218 196 422
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen 0 – 16 – 26 – 41
Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten – 10 – 4 16 2
Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen – 1 6 – 0 4
Sonstiges Ergebnis – 14 30 59 75
Erträge vor Risikoergebnis 3 008 1 808 398 5 213
Erträge nach Risikoergebnis 2 847 1 469 326 4 642
Verwaltungsaufwendungen 1 649 1 036 176 2 861
Pflichtbeiträge 314 116 62 491
Operatives Ergebnis 885 317 87 1 289
Restrukturierungsaufwendungen 39 39
Ergebnis vor Steuern 885 317 48 1 250
Aktiva2 168 145 144 368 216 390 528 903
Passiva2 204 423 172 218 152 263 528 903
Buchwerte der at-Equity-bewerteten Unternehmen 24 153 177
Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital
(auf Basis CET1)3
6 744 9 991 7 159 23 894
Operative Eigenkapitalrendite (%)4 26,2 6,4 10,8
Aufwandsquote im operativen Geschäft
(exkl. Pflichtbeiträge) (%)
54,8 57,3 54,9
Aufwandsquote im operativen Geschäft
(inkl. Pflichtbeiträge) (%)
65,3 63,7 64,3

1 Korrektur aufgrund von Restatements (siehe Note 5). Anpassung aufgrund von IFRS 8.29.

2 Korrektur aufgrund von Restatements (siehe Geschäftsbericht 2022 Note 4).

Zum 30. Juni 2022 wurden Korrekturen in der Saldierung von Finanzinstrumenten von 6,1 Mrd. Euro vorgenommen.

3 Durchschnittliches hartes Kernkapital (CET1). Anpassung erfolgt in Sonstige und Konsolidierung.

4 Auf das Jahr hochgerechnet.

An unsere Aktionäre Zwischenlagebericht Zwischenrisikobericht Zwischenabschluss 83

  • 37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung
    • 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung 39 Bilanz
    • 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
    • 42 Kapitalflussrechnung
    • 43 Anhang (ausgewählte Notes)

Sonstige Erläuterungen

(38) Ausgewählte regulatorische Angaben

Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung der Eigenmittel und risikogewichteten Aktiva sowie die Eigenmittelquoten im Commerzbank-Konzern gemäß CRR einschließlich angewendeter Übergangsregelungen.

Hartes Kernkapital (CET1)1 (Mrd. €)
25,1
23,9
5,3
Kernkapital (Tier-1)1 (Mrd. €)
28,3
27,1
4,7
Eigenmittel1 (Mrd. €)
33,1
31,9
3,6
Risikogewichtete Aktiva (Mrd. €)
174,0
168,7
3,1
davon: Kreditrisiko2
144,8
140,5
3,1
davon: Marktrisiko3
8,3
7,1
17,9
davon: Operationelles Risiko
20,8
21,2
–1,6
Harte Kernkapitalquote (CET1-Ratio, %)
14,4
14,1
2,1
30.6.2023 31.12.2022 Veränd. in %
Kernkapitalquote (Tier-1-Ratio, %)
16,3
16,0
1,5
Gesamtkapitalquote (%)
19,0
18,9
0,5

1 Die Angaben beinhalten jeweils das den Commerzbank-Aktionären zurechenbare und regulatorisch anrechnungsfähige Konzernergebnis.

2 Einschließlich Abwicklungs- und Lieferrisiken.

3 Einschließlich der Risiken einer Anpassung der Kreditbewertung (sogenanntes Credit Valuation Adjustment Risk).

Die Leverage Ratio (Verschuldungsquote) setzt das Kernkapital (Tier-1-Kapital) gemäß CRR unter Anwendung der Übergangsbestimmungen ins Verhältnis zum Leverage Ratio Exposure, das aus den nicht risikogewichteten Aktiva und den außerbilanziellen Positionen besteht.

30.6.2023 31.12.2022 Veränd. in %
Leverage Ratio Exposure (Mrd. €) 580 548 6,0
Leverage Ratio (%) 4,9 4,9 –1,2

Die NPE Ratio wird aus den notleidenden Forderungen im Verhältnis zu den Gesamtforderungen gemäß EBA Risk Dashboard ermittelt.

30.6.2023 31.12.2022 Veränd. in %
NPE-Ratio (%) 1,1 1,1 –3,6

(39) Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit kommt es zwischen der Commerzbank Aktiengesellschaft und/oder deren konsolidierten Gesellschaften zu Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen (für weitere Informationen siehe Geschäftsbericht 2022, Seite 271 f.).

Wesentliche Veränderungen

Die Erträge gegenüber Bundesunternehmen betragen zum 30. Juni 2023 1 068 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 19 Mio. Euro). Der starke Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegenen Zinsniveau.

Weitere wesentliche Transaktionen oder Veränderungen bei Geschäften mit nahestehenden Personen oder Unternehmen lagen im Berichtszeitraum nicht vor.

Organe der Commerzbank Aktiengesellschaft

Aufsichtsrat

Dr. Jens Weidmann Vorsitzender Ehemaliger Präsident der Deutschen Bundesbank und ehemaliges Mitglied des EZB-Rats (seit 31.5.2023)

Helmut Gottschalk Vorsitzender (bis 31.5.2023)

Uwe Tschäge1 Stellv. Vorsitzender Bankkaufmann Commerzbank Aktiengesellschaft

Heike Anscheit1 Bankkauffrau Commerzbank Aktiengesellschaft

Alexander Boursanoff1 Bankkaufmann Commerzbank Aktiengesellschaft (bis 31.5.2023)

Gunnar de Buhr1 Bankkaufmann Commerzbank Aktiengesellschaft

Stefan Burghardt1 Bankkaufmann Commerzbank Aktiengesellschaft (bis 31.5.2023)

Harald Christ

Geschäftsführender Gesellschafter der Christ & Company Consulting GmbH sowie der Christ & Company Management GmbH (seit 31.5.2023)

Dr. Frank Czichowski Ehemaliger Senior Vice President / Treasurer KfW Bankengruppe

Sabine U. Dietrich Ehemaliges Mitglied des Vorstands BP Europa SE

Dr. Jutta A. Dönges Chief Financial Officer Uniper SE

Monika Fink1 Bankkauffrau Commerzbank Aktiengesellschaft (bis 31.5.2023)

Stefan Jennes1 Bankkaufmann Commerzbank Aktiengesellschaft (bis 31.5.2023)

Kerstin Jerchel1 Geschäftsführerin Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main GmbH

Burkhard Keese Chief Operating Officer und Chief Financial Officer Lloyd's of London

Maxi Leuchters1 Referatsleiterin für Unternehmensrecht und Unternehmensführung Hans-Böckler-Stiftung (seit 31.5.2023)

Alexandra Krieger1 Bereichsleiterin Controlling Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) (bis 31.5.2023)

Daniela Mattheus Rechtsanwältin und Managementberaterin

Nina Olderdissen1 Bankkauffrau Commerzbank Aktiengesellschaft (seit 31.5.2023)

Sandra Persiehl1 Bankangestellte Commerzbank Aktiengesellschaft (seit 31.5.2023)

Michel Schramm1 Bankkaufmann Commerzbank Aktiengesellschaft (seit 31.5.2023)

Caroline Seifert Unternehmensberaterin für Transformation

Robin J. Stalker Ehemaliges Mitglied des Vorstands adidas AG (bis 31.5.2023)

Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell Ehemaliges Mitglied des Direktoriums Europäische Zentralbank

Sascha Uebel1 Bankkaufmann Commerzbank Aktiengesellschaft (seit 31.5.2023)

Frank Westhoff Ehemaliges Mitglied des Vorstands DZ BANK AG

Stefan Wittmann1 Gewerkschaftssekretär ver.di Bundesverwaltung

Klaus-Peter Müller Ehrenvorsitzender

37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung

38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung

  • 39 Bilanz 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
  • 42 Kapitalflussrechnung
  • 43 Anhang (ausgewählte Notes)

Vorstand

Dr. Manfred Knof Vorsitzender

Dr. Bettina Orlopp Stellv. Vorsitzende

Michael Kotzbauer

Thomas Schaufler

Sabine Mlnarsky (seit 1.1.2023)

Dr. Marcus Chromik

Dr. Jörg Oliveri del Castillo-Schulz

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die

Frankfurt am Main, den 31. Juli 2023 Der Vorstand

Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Thomas Schaufler

Manfred Knof Bettina Orlopp Marcus Chromik

Michael Kotzbauer Sabine Mlnarsky Jörg Oliveri del Castillo-Schulz

An unsere Aktionäre Zwischenlagebericht Zwischenrisikobericht Zwischenabschluss 87

37 Gewinn-und-Verlust-Rechnung

  • 38 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung
  • 39 Bilanz 40 Eigenkapitalveränderungsrechnung
  • 42 Kapitalflussrechnung
  • 43 Anhang (ausgewählte Notes)

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die COMMERZBANK Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss – bestehend aus Gewinn-und-Verlust-Rechnung, Zusammengefasster Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Eigenkapitalveränderungsrechnung und Kapitalflussrechnung (verkürzte Darstellung) und dem Anhang (ausgewählte Notes) – und den Konzernzwischenlagebericht der COMMERZBANK Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2023, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach dem International Accounting Standard IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

Frankfurt am Main, 1. August 2023 KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Wiechens Böth

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Wesentliche Konzerngesellschaften

Inland

Commerz Real AG, Wiesbaden

Ausland

Commerzbank (Eurasija) AO, Moskau

Commerzbank Finance & Covered Bond S.A., Luxemburg

Commerz Markets LLC, New York

mBank S.A., Warschau

Operative Auslandsniederlassungen

Amsterdam, Brünn (Office), London, Luxemburg, Madrid, Mailand, New York, Paris, Peking, Prag, Schanghai, Singapur, Tokio, Wien, Zürich

Repräsentanzen und Financial Institutions Desks

Abidjan, Addis Abeba, Almaty, Aschgabat, Bangkok, Beirut, Brüssel (Verbindungsbüro zur Europäischen Union), Buenos Aires, Caracas, Dhaka, Dubai, Ho-Chi-Minh-Stadt, Istanbul, Johannesburg, Kairo, Kiew, Lagos, Luanda, Melbourne, Moskau (FI-Desk), Mumbai, New York (FI-Desk), Panama-Stadt, Peking (FI-Desk), São Paulo, Schanghai (FI-Desk), Seoul, Singapur (FI-Desk), Taipeh, Taschkent, Tokio (FI-Desk), Zagreb

Disclaimer

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

Dieser Zwischenbericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen zur Geschäfts- und Ertragsentwicklung der Commerzbank, die auf unseren derzeitigen Plänen, Einschätzungen, Prognosen und Erwartungen beruhen. Die Aussagen beinhalten Risiken und Unsicherheiten. Denn es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die auf unser Geschäft einwirken und zu großen Teilen außerhalb unseres Einflussbereichs liegen. Dazu gehören vor allem die konjunkturelle Entwicklung, die Verfassung der Finanzmärkte weltweit und mögliche Kreditausfälle. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können also erheblich von unseren heute getroffenen Annahmen abweichen. Sie haben daher nur zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Gültigkeit. Wir übernehmen keine Verpflichtung, die zukunftsgerichteten Aussagen angesichts neuer Informationen oder unerwarteter Ereignisse zu aktualisieren.

Finanzkalender 2023/2024
8. November 2023 Zwischenmitteilung zum 30. September 2023
15. Februar 2024 Bilanzpressekonferenz
Mitte März 2024 Geschäftsbericht 2023
30. April 2024 Hauptversammlung
15. Mai 2024 Zwischenmitteilung zum 31. März 2024
7. August 2024 Zwischenbericht zum 30. Juni 2024
6. November 2024 Zwischenmitteilung zum 30. September 2024

Commerzbank AG

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