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Commerzbank AG — Annual Report 2022
May 22, 2023
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Annual Report
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Finanzbericht: 32431336 COMMERZBANK Aktiengesellschaft Frankfurt am Main
Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022
Geschäftsbericht 2022
Kennzahlen
Gewinn- und Verlust-Rechnung
| 1.1.-31.12.2022 | 1.1.-31.12.2021 | |
|---|---|---|
| Operatives Ergebnis (Mio. €) | 2.099 | 1.183 |
| Operatives Ergebnis je Aktie (€) | 1,68 | 0,94 |
| Konzernergebnis ² (Mio. €) | 1.245 | 291 |
| Ergebnis je Aktie (€) | 0,99 | 0,23 |
| Operative Eigenkapitalrendite auf Basis CETI (%) | 8,7 | 5,0 |
| Eigenkapitalrendite auf das Konzernergebnis ³ (%) | 4,9 | 1,0 |
| Aufwandsquote im operativen Geschäft (exkl. Pflichtbeiträge) (%) | 61,8 | 73,7 |
| Aufwandsquote im operativen Geschäft (inkl. Pflichtbeiträge) (%) | 68,6 | 79,3 |
Bilanz
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|
| Bilanzsumme (Mrd. €) | 477,4 | 467,4 |
| Risikoaktiva (Mrd. €) | 168,7 | 175,2 |
| Bilanzielles Eigenkapital (Mrd. €) | 30,9 | 29,8 |
| Bilanzielle Eigenmittel (Mrd. €) | 37,8 | 36,9 |
Regulatorische Kennzahlen
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|
| Kernkapitalquote (%) | 16,0 | 15,5 |
| Harte Kernkapitalquote ⁴ (%) | 14,1 | 13,6 |
| Gesamtkapitalquote (%) | 18,9 | 18,4 |
| Verschuldungsquote (%) | 4,9 | 5,2 |
Mitarbeiter nach VZK (Stammpersonal und Nachwuchs)
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|
| Inland | 25.734 | 28.734 |
| Ausland | 12.118 | 11.446 |
| Gesamt | 37.852 | 40.181 |
Ratings ⁵
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|
| Moody's Investors Service, New York ⁶ | A1/A2/P-1 | A1/A1/P-1 |
| S&P Global, New York ⁷ | A-/BBB+/A-2 | A-/BBB+/A-2 |
¹ Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note (4) Korrekturen nach IAS 8).
² Soweit den Commerzbank-Aktionären zurechenbar abzüglich potenzielle (komplett diskretionäre) AT-1-Kupons.
³ Quotient aus Commerzbank-Aktionären zurechenbarem Konzernergebnis abzüglich Dividendenabgrenzung, sofern vorhanden, und potenzielle (komplett diskretionäre) AT-1-Kupons und durchschnittlichem IFRS-Eigenkapital nach Abzug Immaterieller Anlagewerte ohne zusätzliche Eigenkapitalbestandteile und Nicht beherrschende.
⁴ Die harte Kernkapitalquote berechnet sich als Quotient aus dem harten Kernkapital (im Wesentlichen Gezeichnetes Kapital, Rücklagen und Abzugsposten) und der gewichteten Risikoaktiva.
⁵ Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite unter www.commerzbank.de.
⁶ Kontrahenten- und Einlagenrating/Emittentenrating/kurzfristige Verbindlichkeiten.
⁷ Kontrahentenrating/Einlagenrating und Emittentenrating/kurzfristige Verbindlichkeiten. Am 23. März 2023 hat S&P das Kontrahentenrating auf A und das Einlagenrating und Emittentenrating auf A- angehoben.
Aufgrund von Rundungen können sich im vorliegenden Bericht bei Summenbildungen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben.
Brief des Vorstandsvorsitzenden
Frankfurt am Main, im März 2023
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
2022 war ohne Frage ein Jahr, das wir alle in Erinnerung behalten werden. Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ist eine historische Zäsur und markiert eine Zeitenwende. Wo sie uns langfristig hinführt, ist nicht einmal in Ansätzen erkennbar. Die unmittelbaren Auswirkungen sind indes gravierend. Die geopolitische Balance ist gestört. Russland ist weitgehend isoliert. Zwischen den verbliebenen Weltmächten USA und China nehmen die Spannungen zu, während die EU und die USA wieder enger zusammengerückt sind.
Wirtschaftlich blieb die nach dem Abflauen der Corona-Pandemie erwartete Erholung aus, die Konjunktur wurde regelrecht ausgebremst. Die von dem Krieg ausgelösten Verwerfungen - Energieengpässe und gestörte Lieferketten - haben die Inflation weiter angeheizt und in lange ungekannte Höhen getrieben. Insbesondere mit den zwischenzeitlich explodierten Energiepreisen gehen erhebliche Belastungen für Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen einher, die der Staat abzufedern versucht.
Auch wenn sich beim Preisauftrieb erste Anzeichen für eine leichte Entspannung zeigen und die sich abzeichnende Rezession milder als erwartet ausfallen sollte: Die Unsicherheit ist so groß wie lange nicht. An den Märkten, bei vielen unserer Kundinnen und Kunden und natürlich auch bei unseren Mitarbeitenden.
Unter diesen Umständen ist es alles andere als selbstverständlich, dass wir auf ein insgesamt gutes Jahr für die Commerzbank zurückblicken können. Wir haben auch im zweiten Jahr der Umsetzung unserer Anfang 2021 verabschiedeten "Strategie 2024" viel bewegt. Zur Halbzeit sind wir voll auf Kurs, eine nachhaltig erfolgreiche Commerzbank zu schaffen; eine Commerzbank, die alle Chancen hat, auch in Zukunft für unsere Kundinnen und Kunden eine eigenständig gestaltende Kraft am deutschen Bankenmarkt bleiben zu können.
Wesentliche Teile der Restrukturierung, die tief in die gesamte Organisation eingegriffen und die ersten beiden Jahre der Strategieumsetzung über weite Strecken geprägt hat, sind inzwischen weitgehend abgeschlossen. So haben wir den geplanten Abbau von brutto 10.000 Vollzeitstellen bereits weitgehend geregelt. Bis Ende 2022 waren knapp 9.000 Personalabgänge kontrahiert, vor allem im Inland. Ein Großteil des noch offenen Abbaus resultiert aus der Optimierung beziehungsweise Schließung von Auslandsstandorten, die ohne größere Umsetzungsrisiken erreichbar sind.
Parallel dazu haben wir unser heimisches Filialnetz schneller angepasst als wir es vor zwei Jahren geplant hatten. Von ursprünglich 1.000 Filialen waren Mitte 2022 noch 450 verblieben; damit hatten wir die im Rahmen unserer Strategie ursprünglich avisierte Reduzierung vorzeitig erreicht. Im laufenden Jahr werden wir auf unsere neue Zielgröße von 400 Filialen gehen. Damit fühlen wir uns im wettbewerbsintensiven deutschen Markt gut aufgestellt.
Über diese weithin sichtbaren Maßnahmen hinaus haben wir an vielen Stellen Komplexität aus der Bank herausgenommen. Aber es ist klar, dass wir hier noch weitergehen müssen. Die Verringerung der Komplexität und die Steigerung der Effizienz bleiben permanente Aufgaben.
Parallel zur Restrukturierung der Bank haben wir auch intensiv an unserem Geschäftsmodell gearbeitet: Im Bereich Privat- und Unternehmerkunden sind jetzt alle zwölf Standorte unseres Beratungscenters in Betrieb - abends und auch am Wochenende. Der Hochlauf ist so gut wie abgeschlossen, auch personell. Dieser neue Vertriebskanal kann für uns - im Zusammenspiel mit unserem zwar verschlankten, aber weiterhin flächendeckenden Filialnetz und weiter ausgebauten Onlineangeboten - ein echter "Gamechanger" werden.
Im Firmengeschäft haben wir mit unserer "Mittelstandsbank Direkt" das erste echte Direktbankangebot für Unternehmen im deutschen Markt etabliert. Es ist jetzt ebenfalls voll funktionsfähig. Zum Jahresende haben wir dort bereits rund 6.000 Kunden betreut. Zudem haben wir unsere Marktposition als führende deutsche Außenhandelsbank weiter gefestigt und sind dabei, unser weltweites Standortnetz an die veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen und Handelsströme anzupassen.
Strategisch für uns ebenfalls bedeutend: Nachhaltigkeit ist 2022 endgültig zu einer tragenden Säule unseres Geschäftsmodells geworden. Das entsprechende Geschäftsvolumen belief sich zum Bilanzstichtag bereits auf 247 Mrd. Euro. Wir sind also auf gutem Weg, im Jahr 2025 das angestrebte Volumen von 300 Mrd. Euro zu erreichen.
Natürlich bringen die Anpassungen unseres Geschäftsmodells auch für viele unserer Kunden Veränderungen mit sich. Wir bekommen sehr viele positive Rückmeldungen und Unterstützung für unseren Kurs, nehmen aber auch die damit verbundenen Sorgen unserer Kunden sehr ernst. Es wird uns sicher nicht gelingen, alle Kundinnen und Kunden von unserem neuen Weg zu überzeugen. Die Zahl derer, die uns verlassen, und die hieraus resultierenden Umsatzeinbußen liegen bisher aber deutlich unter unserer Planung. Das bestärkt uns darin, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Insgesamt können wir festhalten: Die Commerzbank steht heute viel besser da als noch vor zwei Jahren. Wir haben umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Die Wende ist geschafft, die Commerzbank ist zurück in der Erfolgsspur! Und sie ist zurück im Leitindex DAX - für uns alle Anerkennung für das bisher Geleistete und zugleich Ansporn, unseren Weg konsequent weiterzugehen.
Die Fortschritte, die wir bereits gemacht haben, zeigen sich besonders eindrücklich in den Zahlen für das Geschäftsjahr 2022: Unsere Erträge sind im vergangenen Jahr zweistellig gewachsen, trotz massiver politisch induzierter Belastungen bei unserer polnischen Tochtergesellschaft mBank. Hinter dieser außergewöhnlich starken Ertragsdynamik steht ein robustes Kundengeschäft in beiden Segmenten. Natürlich geben uns auch die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank Rückenwind.
Weil wir gleichzeitig trotz des zunehmenden Inflationsdrucks auch weiterhin eine hohe Kostendisziplin an den Tag gelegt und unsere Kostenziele erreicht haben, errechnet sich für das Gesamtjahr eine signifikant gesunkene Aufwandsquote von 69 %; die mittelfristige Zielmarke von 60 % ist damit in Reichweite. Unser Kreditbuch ist mit einer NPE-Quote von 1,1 % weiter von hoher Qualität. Geprägt von den gestiegenen konjunkturellen Unsicherheiten und den wirtschaftlichen Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine stieg das Risikoergebnis gegenüber dem Vorjahr zwar an, ist aber weiter auf einem beherrschbaren Niveau.
Das Operative Ergebnis des Konzerns hat im Geschäftsjahr um 77,5 % auf rund 2,1 Mrd. Euro zugelegt. Der Nettogewinn hat sich sogar mehr als verdreifacht: Mit 1,435 Mrd. Euro haben wir das beste Ergebnis seit mehr als einem Jahrzehnt erwirtschaftet. Die in Aussicht gestellte Milliarde haben wir deutlich übertroffen. Das gute Ergebnis hat unsere ohnehin schon sehr solide Kapitalausstattung weiter gestärkt - und damit auch den nötigen Spielraum für die angekündigte Ausschüttungsquote von 30 % des Konzernergebnisses geschaffen. Wir werden im Einklang damit der Hauptversammlung am 31. Mai 2023, wie bereits kommuniziert, eine Dividende in Höhe von 0,20 Euro je Aktie vorschlagen und haben darüber hinaus unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Europäischen Zentralbank und der Finanzagentur einen Aktienrückkauf im Volumen von 122 Mio.Euro beschlossen. Die Rückkehr zur Dividendenfähigkeit ist für uns ein wichtiger Meilenstein, ein Ausdruck unserer zurückgewonnenen Finanzstärke ebenso wie ein Signal für unsere grundsätzliche Zuversicht, was den weiteren Weg der Commerzbank anbelangt. Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, diese Zuversicht haben wir uns hart erarbeitet. Wir werden alles dafür tun, damit sie sich in der Bank, bei unseren Mitarbeitenden und Führungskräften, immer weiter ausbreitet. Ohne deren immensen Einsatz für die Commerzbank wäre auch das bisher Erreichte nicht möglich gewesen. An dieser Stelle möchte ich daher im Namen des gesamten Vorstands allen in der Bank danken, die mit Mut, Tatkraft und Disziplin dazu beigetragen haben. Wir werden in Zukunft noch mehr dieser Qualitäten brauchen. Denn wir alle wissen: Es ist gerade einmal Halbzeit bei der Umsetzung unserer Strategie und es liegt noch eine große Wegstrecke vor uns. Wir müssen in diesem und im kommenden Jahr - in einem weiterhin sehr schwierigen wirtschaftlichen Umfeld - beweisen, dass unser angepasstes Geschäftsmodell nachhaltig tragfähig ist. Es geht darum, immer mehr Kunden davon zu überzeugen, dass wir als digitale Beratungsbank für Deutschland der Partner ihrer Wahl sind. Und darum, dass wir als Bank die nachhaltige Profitabilität erreichen, die unsere Investoren erwarten und die wir für Investitionen brauchen. Nachdem wir uns in der ersten Halbzeit zwangsläufig sehr viel mit Restrukturierungsthemen und damit mit uns selbst beschäftigen mussten, wird der Schwerpunkt der zweiten Halbzeit unserer Transformation das Kundengeschäft sein. Im Bereich Privat- und Unternehmerkunden werden wir rund acht Millionen Filialkunden an die Betreuung in den neuen Beratungscentern heranführen. Die Kundinnen und Kunden werden im Beratungscenter Zugriff auf unser gesamtes Produktangebot haben. Das Beratungscenter schließt die Lücke zwischen den Filialen und dem Online- und Mobilebanking. Denn Kunden können sich zu erweiterten Servicezeiten bequem von zu Hause beraten lassen. Wir sind davon überzeugt, dass das der richtige Ansatz für das Privatkundengeschäft der Zukunft ist. Darüber hinaus werden wir im Privatkundengeschäft die Vorzüge unserer 2-Marken-Strategie noch stärker zum Tragen bringen: Die comdirect ist die Bank für digitalaffine Kunden mit geringem Beratungsbedarf. Wir werden weiter in die comdirect investieren, um deren starke Position im Markt zu festigen. Mit ihrem persönlichen Betreuungsangebot wird sich die Commerzbank künftig stärker an vermögende Kundinnen und Kunden sowie solche mit höherem Beratungsbedarf richten. In diesem Marktsegment sehen wir für uns noch großes Potenzial. Im Firmenkundengeschäft werden wir unsere Direktbank 2023 weiter ausbauen und auch für neue Kunden öffnen. Unser Fokus im Firmenkundengeschäft liegt weiterhin klar auf dem deutschen Mittelstand. Wir werden unsere führende Position als dessen verlässlicher Bankpartner stärken, gerade wenn es darum geht, die Unsicherheiten der Zukunft zu meistern. Vor allem das Auslandsgeschäft, inklusive der Beschaffung von Rohstoffen und Vorprodukten auf den globalen Märkten, ist mit den geopolitischen Turbulenzen teilweise zu einer echten Herausforderung geworden. Wir wollen unsere Kunden unterstützen, wo auch immer sie ihre Geschäfte tätigen. Deshalb eröffnen wir angesichts der sich verändernden Handelskorridore an ausgewählten ausländischen Standorten neue Büros, um für unsere Kunden vor Ort zu sein. Der Fokus auf das Kundengeschäft bedeutet aber nicht, dass wir in unseren Anstrengungen nachlassen, die Effizienz der Bank zu erhöhen. Strenge Kostendisziplin und der profitable Einsatz unseres Kapitals haben weiterhin Priorität. Auch ein unverändert hohes Risikobewusstsein in einem weiterhin anspruchsvollen konjunkturellen Umfeld wird das laufende Jahr prägen. Wir rechnen zwar nicht mit einer Insolvenzwelle, doch es werden nicht alle unsere Firmenkunden unbeschadet durch die schwierige Phase kommen - mit entsprechenden Auswirkungen auch für uns. Mit der weiterhin verfügbaren pauschalen Risikovorsorge von fast 500 Mio. Euro ist die Bank auf die anhaltenden konjunkturellen Herausforderungen gut vorbereitet. Dies alles spiegelt sich in unseren kommunizierten Erwartungen für das laufende Jahr. Wir rechnen mit einer weiterhin positiven Entwicklung der Commerzbank, bleiben angesichts der angespannten Gesamtlage aber lieber auf der vorsichtigen Seite. Bei weiter steigenden Erträgen, inflationsbedingt anhaltendem Kostendruck und einer von der angespannten konjunkturellen Lage geprägten Risikovorsorge gehen wir davon aus, im laufenden Jahr unser Ergebnis nach Steuern weiter deutlich steigern zu können. Wir planen zudem eine auf 50 % erhöhte Ausschüttungsquote nach Abzug der AT-1-Kuponzahlungen. Der Ausblick basiert allerdings auf den Annahmen, dass es - wie weithin erwartet -nur zu einer milden Rezession kommt und dass weitere substanzielle Sonderbelastungen bei der mBank ausbleiben. Auch über das laufende Jahr hinaus bleiben wir zuversichtlich. Dies kommt auch in den leicht angepassten mittelfristigen Finanzzielen zum Ausdruck, die wir im vergangenen Herbst vorgelegt hatten. Bei deutlich erhöhten Ertragserwartungen und aufgrund der Inflation auch höheren Kosten streben wir für 2024 unverändert eine Aufwandsquote von 60 % an und halten eine Eigenkapitalrendite von mehr als 7,3 % für realistisch. Über das Jahr 2024 hinaus ist und bleibt es unser oberstes Ziel, die Kapitalkosten der Bank zu verdienen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das schaffen werden. Unsere strategischen Prioritäten haben wir definiert. Umsetzungsstark ist die Commerzbank inzwischen auch, das haben wir in den vergangenen zwei Jahren gezeigt. Wir wollen und werden auch weiterhin liefern, was wir versprochen haben - zum Wohle unserer Kundinnen und Kunden, Mitarbeitenden und Investoren. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns auf diesem Weg auch weiterhin Ihr Vertrauen schenken. Dr. Manfred Knof, Vorstandsvorsitzender Das Vorstandsteam scrollen Dr. Manfred Knof 57 Jahre, Vorsitzender Mitglied des Vorstands seit 1.1.2021 Sabine Mlnarsky 48 Jahre, Group Human Resources Mitglied des Vorstands seit 1.1.2023 Dr. Bettina Orlopp 52 Jahre, stellv. Vorsitzende Chief Financial Officer Mitglied des Vorstands seit 1.11.2017 Dr. Jörg Oliveri del Castillo-Schulz 55 Jahre, Chief Operating Officer Mitglied des Vorstands seit 20.1.2022 Dr. Marcus Chromik 50 Jahre, Chief Risk Officer Mitglied des Vorstands seit 1.1.2016 Thomas Schaufler 52 Jahre, Privat- und Unternehmerkunden Mitglied des Vorstands seit 1.12.2021 Michael Kotzbauer 54 Jahre, Firmenkunden Mitglied des Vorstands seit 14.1.2021 Bericht des Aufsichtsrats Frankfurt am Main, im März 2023 Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, die Commerzbank hat im Geschäftsjahr 2022 in ihrem Kerngeschäft durch die konsequente Strategieumsetzung und die tiefgreifende Transformation der Bank ihre Ertragsfähigkeit wieder hergestellt und somit die Voraussetzungen für Kapitalausschüttungen an ihre Aktionäre geschaffen. Dies ist angesichts der großen politischen Einschnitte im Jahr 2022, allen voran Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine und die mit diesen verbundenen geopolitischen, energiepolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen, eine große Leistung der Bank. Bei den vielfältigen Herausforderungen des Geschäftsjahres 2022 hat der Aufsichtsrat den Vorstand bei der Leitung der Commerzbank beraten sowie seine Geschäftsführung überwacht und kontrolliert. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über wesentliche Entwicklungen in der Bank, auch zwischen den Sitzungen. Der Aufsichtsrat hat sich wiederholt über die Geschäftslage des Unternehmens, die wirtschaftliche Situation der Bank und ihre Risikolage - insbesondere vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine -, die Überlegungen zur strategischen Ausrichtung der Bank, die Unternehmensplanung, die Nachhaltigkeitsstrategie, die Entwicklung des Aktienkurses, Compliance-Themen sowie die Risikovorsorge und Risikostrategie der Bank informieren lassen und den Vorstand hierzu beraten. Insgesamt fanden im abgelaufenen Geschäftsjahr 37 Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse statt. Zwischen den Sitzungen stand der Vorsitzende des Aufsichtsrats auch im Rahmen fest vereinbarter Termine in ständigem Kontakt mit dem Vorstandsvorsitzenden und weiteren Vorstandsmitgliedern und hat sich fortlaufend über die aktuelle Geschäftsentwicklung, strategische Überlegungen, die Risikolage, das Risikomanagement, Compliance-Themen und wesentliche Geschäftsvorfälle in der Bank und im Konzern unterrichten lassen. Der Aufsichtsrat war in Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für die Bank eingebunden und hat, soweit erforderlich, nach umfassender Beratung und Prüfung seine Zustimmung erteilt. Sitzungen des Aufsichtsrats Im Geschäftsjahr fanden insgesamt fünf Aufsichtsratssitzungen statt. Zur Vorbereitung dieser Sitzungen haben die Anteilseigner- und die Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter regelmäßig getrennte Vorsitzungen abgehalten. Ein besonderer Schwerpunkt der Aufsichtsratsarbeit lag darin, die Weiterentwicklung der Strategie zu begleiten und deren Umsetzung zu überwachen. Der Aufsichtsrat wurde im Rahmen der Fortentwicklung der Strategie vom Vorstand umfassend informiert und beratend einbezogen. Anschließend wurde dem Aufsichtsrat fortlaufend über den Stand der Strategieumsetzung und der strategischen Transformation der Bank berichtet. Der Aufsichtsrat hat 2022 in einer Strategiesitzung sowie die Anteilseigner- und die Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter jeweils zusätzlich in Vorsitzungen gemeinsam mit dem Vorstand intensiv die strategische Ausrichtung der Bank behandelt. Das Begleiten und Überwachen der Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Bank bildeten einen weiteren Schwerpunkt im Jahr 2022. Die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung der Bank sowie ihre Risikolage wurden verstärkt vom Aufsichtsrat überwacht.
Bericht des Vorstands
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
die Rückkehr zur Dividendenfähigkeit ist für uns ein wichtiger Meilenstein, ein Ausdruck unserer zurückgewonnenen Finanzstärke ebenso wie ein Signal für unsere grundsätzliche Zuversicht, was den weiteren Weg der Commerzbank anbelangt. Diese Zuversicht haben wir uns hart erarbeitet. Wir werden alles dafür tun, damit sie sich in der Bank, bei unseren Mitarbeitenden und Führungskräften, immer weiter ausbreitet. Ohne deren immensen Einsatz für die Commerzbank wäre auch das bisher Erreichte nicht möglich gewesen. An dieser Stelle möchte ich daher im Namen des gesamten Vorstands allen in der Bank danken, die mit Mut, Tatkraft und Disziplin dazu beigetragen haben.
Wir werden in Zukunft noch mehr dieser Qualitäten brauchen. Denn wir alle wissen: Es ist gerade einmal Halbzeit bei der Umsetzung unserer Strategie und es liegt noch eine große Wegstrecke vor uns. Wir müssen in diesem und im kommenden Jahr - in einem weiterhin sehr schwierigen wirtschaftlichen Umfeld - beweisen, dass unser angepasstes Geschäftsmodell nachhaltig tragfähig ist. Es geht darum, immer mehr Kunden davon zu überzeugen, dass wir als digitale Beratungsbank für Deutschland der Partner ihrer Wahl sind. Und darum, dass wir als Bank die nachhaltige Profitabilität erreichen, die unsere Investoren erwarten und die wir für Investitionen brauchen.
Nachdem wir uns in der ersten Halbzeit zwangsläufig sehr viel mit Restrukturierungsthemen und damit mit uns selbst beschäftigen mussten, wird der Schwerpunkt der zweiten Halbzeit unserer Transformation das Kundengeschäft sein.
Privat- und Unternehmerkunden
Im Bereich Privat- und Unternehmerkunden werden wir rund acht Millionen Filialkunden an die Betreuung in den neuen Beratungscentern heranführen. Die Kundinnen und Kunden werden im Beratungscenter Zugriff auf unser gesamtes Produktangebot haben. Das Beratungscenter schließt die Lücke zwischen den Filialen und dem Online- und Mobilebanking. Denn Kunden können sich zu erweiterten Servicezeiten bequem von zu Hause beraten lassen. Wir sind davon überzeugt, dass das der richtige Ansatz für das Privatkundengeschäft der Zukunft ist.
Darüber hinaus werden wir im Privatkundengeschäft die Vorzüge unserer 2-Marken-Strategie noch stärker zum Tragen bringen:
- Die comdirect ist die Bank für digitalaffine Kunden mit geringem Beratungsbedarf. Wir werden weiter in die comdirect investieren, um deren starke Position im Markt zu festigen.
- Mit ihrem persönlichen Betreuungsangebot wird sich die Commerzbank künftig stärker an vermögende Kundinnen und Kunden sowie solche mit höherem Beratungsbedarf richten. In diesem Marktsegment sehen wir für uns noch großes Potenzial.
Firmenkunden
Im Firmenkundengeschäft werden wir unsere Direktbank 2023 weiter ausbauen und auch für neue Kunden öffnen. Unser Fokus im Firmenkundengeschäft liegt weiterhin klar auf dem deutschen Mittelstand. Wir werden unsere führende Position als dessen verlässlicher Bankpartner stärken, gerade wenn es darum geht, die Unsicherheiten der Zukunft zu meistern. Vor allem das Auslandsgeschäft, inklusive der Beschaffung von Rohstoffen und Vorprodukten auf den globalen Märkten, ist mit den geopolitischen Turbulenzen teilweise zu einer echten Herausforderung geworden. Wir wollen unsere Kunden unterstützen, wo auch immer sie ihre Geschäfte tätigen. Deshalb eröffnen wir angesichts der sich verändernden Handelskorridore an ausgewählten ausländischen Standorten neue Büros, um für unsere Kunden vor Ort zu sein.
Der Fokus auf das Kundengeschäft bedeutet aber nicht, dass wir in unseren Anstrengungen nachlassen, die Effizienz der Bank zu erhöhen. Strenge Kostendisziplin und der profitable Einsatz unseres Kapitals haben weiterhin Priorität. Auch ein unverändert hohes Risikobewusstsein in einem weiterhin anspruchsvollen konjunkturellen Umfeld wird das laufende Jahr prägen. Wir rechnen zwar nicht mit einer Insolvenzwelle, doch es werden nicht alle unsere Firmenkunden unbeschadet durch die schwierige Phase kommen - mit entsprechenden Auswirkungen auch für uns. Mit der weiterhin verfügbaren pauschalen Risikovorsorge von fast 500 Mio. Euro ist die Bank auf die anhaltenden konjunkturellen Herausforderungen gut vorbereitet.
Dies alles spiegelt sich in unseren kommunizierten Erwartungen für das laufende Jahr. Wir rechnen mit einer weiterhin positiven Entwicklung der Commerzbank, bleiben angesichts der angespannten Gesamtlage aber lieber auf der vorsichtigen Seite. Bei weiter steigenden Erträgen, inflationsbedingt anhaltendem Kostendruck und einer von der angespannten konjunkturellen Lage geprägten Risikovorsorge gehen wir davon aus, im laufenden Jahr unser Ergebnis nach Steuern weiter deutlich steigern zu können. Wir planen zudem eine auf 50 % erhöhte Ausschüttungsquote nach Abzug der AT-1-Kuponzahlungen.
Der Ausblick basiert allerdings auf den Annahmen, dass es - wie weithin erwartet - nur zu einer milden Rezession kommt und dass weitere substanzielle Sonderbelastungen bei der mBank ausbleiben. Auch über das laufende Jahr hinaus bleiben wir zuversichtlich. Dies kommt auch in den leicht angepassten mittelfristigen Finanzzielen zum Ausdruck, die wir im vergangenen Herbst vorgelegt hatten. Bei deutlich erhöhten Ertragserwartungen und aufgrund der Inflation auch höheren Kosten streben wir für 2024 unverändert eine Aufwandsquote von 60 % an und halten eine Eigenkapitalrendite von mehr als 7,3 % für realistisch.
Über das Jahr 2024 hinaus ist und bleibt es unser oberstes Ziel, die Kapitalkosten der Bank zu verdienen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das schaffen werden. Unsere strategischen Prioritäten haben wir definiert. Umsetzungsstark ist die Commerzbank inzwischen auch, das haben wir in den vergangenen zwei Jahren gezeigt. Wir wollen und werden auch weiterhin liefern, was wir versprochen haben - zum Wohle unserer Kundinnen und Kunden, Mitarbeitenden und Investoren. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns auf diesem Weg auch weiterhin Ihr Vertrauen schenken.
Dr. Manfred Knof, Vorstandsvorsitzender
Das Vorstandsteam
Dr. Manfred Knof
- 57 Jahre, Vorsitzender
- Mitglied des Vorstands seit 1.1.2021
Sabine Mlnarsky
- 48 Jahre, Group Human Resources
- Mitglied des Vorstands seit 1.1.2023
Dr. Bettina Orlopp
- 52 Jahre, stellv. Vorsitzende Chief Financial Officer
- Mitglied des Vorstands seit 1.11.2017
Dr. Jörg Oliveri del Castillo-Schulz
- 55 Jahre, Chief Operating Officer
- Mitglied des Vorstands seit 20.1.2022
Dr. Marcus Chromik
- 50 Jahre, Chief Risk Officer
- Mitglied des Vorstands seit 1.1.2016
Thomas Schaufler
- 52 Jahre, Privat- und Unternehmerkunden
- Mitglied des Vorstands seit 1.12.2021
Michael Kotzbauer
- 54 Jahre, Firmenkunden
- Mitglied des Vorstands seit 14.1.2021
Bericht des Aufsichtsrats
Frankfurt am Main, im März 2023
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
die Commerzbank hat im Geschäftsjahr 2022 in ihrem Kerngeschäft durch die konsequente Strategieumsetzung und die tiefgreifende Transformation der Bank ihre Ertragsfähigkeit wieder hergestellt und somit die Voraussetzungen für Kapitalausschüttungen an ihre Aktionäre geschaffen. Dies ist angesichts der großen politischen Einschnitte im Jahr 2022, allen voran Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine und die mit diesen verbundenen geopolitischen, energiepolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen, eine große Leistung der Bank.
Bei den vielfältigen Herausforderungen des Geschäftsjahres 2022 hat der Aufsichtsrat den Vorstand bei der Leitung der Commerzbank beraten sowie seine Geschäftsführung überwacht und kontrolliert. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über wesentliche Entwicklungen in der Bank, auch zwischen den Sitzungen. Der Aufsichtsrat hat sich wiederholt über die Geschäftslage des Unternehmens, die wirtschaftliche Situation der Bank und ihre Risikolage - insbesondere vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine -, die Überlegungen zur strategischen Ausrichtung der Bank, die Unternehmensplanung, die Nachhaltigkeitsstrategie, die Entwicklung des Aktienkurses, Compliance-Themen sowie die Risikovorsorge und Risikostrategie der Bank informieren lassen und den Vorstand hierzu beraten.
Insgesamt fanden im abgelaufenen Geschäftsjahr 37 Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse statt. Zwischen den Sitzungen stand der Vorsitzende des Aufsichtsrats auch im Rahmen fest vereinbarter Termine in ständigem Kontakt mit dem Vorstandsvorsitzenden und weiteren Vorstandsmitgliedern und hat sich fortlaufend über die aktuelle Geschäftsentwicklung, strategische Überlegungen, die Risikolage, das Risikomanagement, Compliance-Themen und wesentliche Geschäftsvorfälle in der Bank und im Konzern unterrichten lassen. Der Aufsichtsrat war in Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung für die Bank eingebunden und hat, soweit erforderlich, nach umfassender Beratung und Prüfung seine Zustimmung erteilt.
Sitzungen des Aufsichtsrats
Im Geschäftsjahr fanden insgesamt fünf Aufsichtsratssitzungen statt. Zur Vorbereitung dieser Sitzungen haben die Anteilseigner- und die Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter regelmäßig getrennte Vorsitzungen abgehalten. Ein besonderer Schwerpunkt der Aufsichtsratsarbeit lag darin, die Weiterentwicklung der Strategie zu begleiten und deren Umsetzung zu überwachen. Der Aufsichtsrat wurde im Rahmen der Fortentwicklung der Strategie vom Vorstand umfassend informiert und beratend einbezogen. Anschließend wurde dem Aufsichtsrat fortlaufend über den Stand der Strategieumsetzung und der strategischen Transformation der Bank berichtet. Der Aufsichtsrat hat 2022 in einer Strategiesitzung sowie die Anteilseigner- und die Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter jeweils zusätzlich in Vorsitzungen gemeinsam mit dem Vorstand intensiv die strategische Ausrichtung der Bank behandelt. Das Begleiten und Überwachen der Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Bank bildeten einen weiteren Schwerpunkt im Jahr 2022. Die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung der Bank sowie ihre Risikolage wurden verstärkt vom Aufsichtsrat überwacht.# Bericht des Aufsichtsrats
Geschäftsjahr 2022
Aufsichtsrat
Auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Bank wurden weiterhin betrachtet. Der Aufsichtsrat hat sich eingehend mit Personalthemen, insbesondere mit der Neubestellung von zwei Vorstandsmitgliedern befasst. Auch hat er sich mit der Nachfolge für den Aufsichtsratsvorsitzenden und die zukünftige Zusammensetzung des Aufsichtsrats aufseiten der Anteilseignervertreter beschäftigt. Zudem hat sich der Aufsichtsrat 2022 eingehend mit der Entwicklung der mBank, insbesondere mit den sich aus dem Schweizer-Franken-Kreditportfolio der mBank ergebenden Risiken für die Commerzbank und den Initiativen der polnischen Regierung zur Unterstützung der Darlehensnehmerinnen und -nehmer auseinandergesetzt. Schließlich hat der Aufsichtsrat 2022 die Weiterentwicklung des Sozialausschusses zum Ausschuss für Nachhaltigkeit, Soziales und gute Unternehmensführung (ESG-Ausschuss) beschlossen sowie das Vorstandsvergütungssystem weiterentwickelt und der Hauptversammlung zur Billigung vorgelegt. Gegenstand aller ordentlichen Sitzungen war die aktuelle Geschäftslage der Bank, die jeweils eingehend mit dem Vorstand erörtert wurde. Die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung der Bank und ihrer Geschäftsfelder, die Risikolage, die Strategie und deren Umsetzungsstand beziehungsweise die bereits erwähnte strategische Transformation, die Planung, Compliance- sowie Steuerthemen, regulatorische Prüfungen, das Risikomanagementsystem und das interne Kontrollsystem wurden vertieft behandelt. Schließlich beriet sich der Aufsichtsrat regelmäßig zu verschiedenen Themen ohne Anwesenheit des Vorstands. Die Vorstandsberichte wurden vom Aufsichtsrat hinterfragt und zum Teil ergänzende Informationen angefordert, die stets geliefert wurden. Zudem hat sich der Aufsichtsrat auch über interne und behördliche Untersuchungen der Bank unterrichten lassen, hierzu Fragen gestellt und sich ein Urteil gebildet. Die Sitzungen des Aufsichtsrats wurden, sofern es pandemiebedingt möglich war, als Präsenzsitzungen abgehalten. Einzelne Sitzungen haben aufgrund der Corona-Pandemie in hybrider Form stattgefunden. Sofern zwischen den Sitzungen Beschlüsse erforderlich waren oder es zur Gewährleistung einer effizienten Arbeitsorganisation des Aufsichtsrats beitrug, fasste der Aufsichtsrat Beschlüsse im Umlaufverfahren. Soweit der Aufsichtsrat dies für erforderlich hielt, zog er bei seiner Tätigkeit unterstützend Beraterinnen und Berater hinzu.
Im Einzelnen wurden folgende Themen in den Aufsichtsratssitzungen behandelt:
In der Sitzung am 16. Februar 2022 berichtete der Vorstand ausführlich über die aktuelle Geschäftslage, das vorläufige Ergebnis für das Geschäftsjahr 2021 sowie über Compliance-Themen und diskutierte mit dem Aufsichtsrat über die Richtlinie zu Dividendenausschüttungen und möglichen Aktienrückkäufen, der der Aufsichtsrat zustimmte. Der Aufsichtsrat beschloss die variable Vergütung der Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2021. Ferner entwickelte er das System der variablen Vorstandsvergütung weiter und führte erstmals eine Aktienhalterichtlinie für den Vorstand ein. Der Aufsichtsrat hat damit die nachhaltige Bindung des Vorstands an die geschäftliche Entwicklung der Commerzbank verstärkt und eine hohe Übereinstimmung mit den Aktionärsinteressen hergestellt. So wurde neben der Einführung der Aktienhalterichtlinie unter anderem der aktienbasierte Anteil von Short Term Incentive und Long Term Incentive von bisher 50 % auf 60 % erhöht. Zudem befasste sich der Aufsichtsrat in der Februar-Sitzung mit den Teilrisikostrategien 2022 für Kredit-, Markt-, Liquiditäts- und operationelle Risiken. Er beschäftigte sich mit der Weiterentwicklung des Aufsichtsratsvergütungssystems sowie mit der Regelung für zukünftige Amtszeiten der Aufsichtsratsmitglieder. Ferner beschloss der Aufsichtsrat die Weiterentwicklung des Sozialausschusses zum Ausschuss für Nachhaltigkeit, Soziales und gute Unternehmensführung (ESG-Ausschuss), die damit verbundene Änderung der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats und wählte weitere Ausschussmitglieder. Des Weiteren behandelte er den Bericht des Aufsichtsrats und die Erklärung zur Unternehmensführung. Schließlich wurden die Ergebnisse der Evaluierung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2021, die bankintern durchgeführt wurden, präsentiert, diskutiert und abgeleitete Maßnahmen beschlossen.
In der Bilanzsitzung am 23. März 2022 prüfte der Aufsichtsrat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss 2021, stellte den Jahresabschluss fest und billigte den Konzernabschluss auf Empfehlung des Prüfungsausschusses. In diesem Zusammenhang präsentierte der Wirtschaftsprüfer dem Aufsichtsrat die Ergebnisse seiner Prüfungen und diskutierte diese mit dem Aufsichtsrat. Der Vorstand berichtete dem Aufsichtsrat über die aktuelle Geschäftslage, insbesondere über die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Bank und über den Stand der Strategieumsetzung. Der Aufsichtsrat befasste sich zudem mit der Digitalstrategie sowie der Cyber- und Informationssicherheitsstrategie und verabschiedete die Beschlussvorschläge für die Tagesordnung der Hauptversammlung 2022. Der Aufsichtsrat hat sich ferner mit der Prüfung der Geltendmachung von Organhaftungsansprüchen in Bezug auf den Stopp des Projektes zur Auslagerung des Wertpapierabwicklungsgeschäfts (Projekt Sirius) auseinandergesetzt. Zudem überprüfte der Aufsichtsrat die Leistungsbewertung der Long-Term-Incentive-Komponente aus der variablen Vergütung für ein vergangenes Performancejahr eines ehemaligen Vorstandsmitglieds im Rahmen einer Nachschaubetrachtung.
In der Sitzung am 6. Juli 2022 berichtete der Vorstand über die aktuelle Geschäftslage, den Status der Umsetzung der Strategie und den Transformationsfortschritt, das ESG-Framework der Commerzbank sowie über die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Bank und die Wirtschaft. Der Aufsichtsrat bestellte Sabine Mlnarsky - unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Aufsicht - zur Nachfolgerin von Sabine Schmittroth, deren Vertrag und Organstellung zum 31. Dezember 2022 endete, als Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektorin. Ferner informierte Dr. Marcus Chromik den Aufsichtsrat darüber, dass er seinen Ende 2023 auslaufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängern werde. Der Aufsichtsrat setzte sich eingehend mit der Entwicklung der mBank, insbesondere mit den sich aus dem Schweizer-Franken-Kreditportfolio der mBank ergebenden Risiken für die Commerzbank und den Initiativen der polnischen Regierung zur Unterstützung der Darlehensnehmerinnen und -nehmer auseinander. Ferner wurde der Aufsichtsrat zur Neubestellung des Vergütungsbeauftragten angehört. Des Weiteren beschloss der Aufsichtsrat Änderungen der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sowie der Geschäftsordnung des Prüfungsausschusses und neue Geschäftsordnungen der weiteren Ausschüsse des Aufsichtsrats.
Den Schwerpunkt der Sitzung am 29. September 2022 bildete die Erörterung der vom Vorstand vorgelegten Weiterentwicklung der Strategie und der strategischen Vision der Bank. Der Aufsichtsrat diskutierte eingehend strategische Fragen der Segmente und Unternehmensbereiche, der IT sowie die Finanzziele mit dem Vorstand und gab hierzu Anregungen. Zudem berichtete der Vorstand über die Geschäftslage der Bank, insbesondere über den Transformationsfortschritt, die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges auf die Bank, das Ergebnis des zweiten Quartals, verschiedene IT- und Compliance-Themen sowie die Entwicklungen in Bezug auf die mBank und gab einen Ausblick auf das zu erwartende Jahresergebnis der Bank.
Im November informierte die Bank im Rahmen einer Pressemitteilung, dass ich, Helmut Gottschalk, nach dem Ablauf meiner Amtsperiode nicht erneut als Aufsichtsratsvorsitzender zur Verfügung stehen werde und Dr. Jens Weidmann für die Wahl zu meinem Nachfolger vorgeschlagen habe.
In der letzten Sitzung des Jahres am 2. Dezember 2022 wurden dem Aufsichtsrat die Planung bis 2026 sowie die Risiko-, die IT- und die Outsourcingstrategie vorgestellt, die er nach eingehender Erörterung zur Kenntnis nahm. Mit Vertreterinnen und Vertretern des Senior-Managements des Single Supervisory Mechanism der Europäischen Zentralbank diskutierte der Aufsichtsrat über die Herausforderungen für die Commerzbank und tauschte sich mit diesen zu verschiedenen Themen aus. Der Vorstand informierte im Rahmen seines Berichts zur Geschäftslage unter anderem zum Transformationsfortschritt und zu den Ergebnissen des dritten Quartals. Auch die Ergebnisse einer Marktforschungsuntersuchung in Bezug auf die Commerzbank wurden dem Aufsichtsrat vorgestellt. Der Aufsichtsrat bestellte unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Aufsicht den Nachfolger von Dr. Marcus Chromik. Ferner diskutierte der Aufsichtsrat mit dem Vorstand über die zukünftige Ausschüttungspolitik der Commerzbank. Der Aufsichtsrat wurde über die Ausgestaltung und Angemessenheit der Vergütungssysteme der Commerzbank informiert und legte die Ziele 2023 für die Mitglieder des Vorstands fest. Weitere Themen dieser Sitzung waren die Corporate Governance der Bank, insbesondere hat der Aufsichtsrat die jährliche Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex nach § 161 Aktiengesetz verabschiedet, sich mit der Unabhängigkeit der Aufsichtsratsmitglieder beschäftigt, sich Ziele in Bezug auf die Aufsichtsratszusammensetzung gesetzt und Diversitätskonzepte für die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen. Nähere Einzelheiten zur Corporate Governance in der Commerzbank finden Sie in diesem Geschäftsbericht auf den Seiten 25 bis 35. Schließlich beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit der Nominierung der Anteilseignervertreterinnen und -vertreter für die Wahl in den Aufsichtsrat in der Hauptversammlung 2023.
Ausschüsse
Zur effizienten Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat aus seiner Mitte insgesamt sieben permanente Ausschüsse gebildet.# Ausschüsse des Aufsichtsrats
Die aktuelle Zusammensetzung der Ausschüsse ist auf Seite 17 dieses Geschäftsberichts ersichtlich. Die Aufgaben und Zuständigkeiten der einzelnen Ausschüsse sind in den jeweiligen Geschäftsordnungen der Ausschüsse geregelt, die im Internet veröffentlicht sind und unter https://www.commerzbank.de eingesehen werden können.
Prüfungsausschuss
Der Prüfungsausschuss trat im Geschäftsjahr 2022 zu fünf ordentlichen Sitzungen zusammen. Er erörterte mit den zuständigen Vorstandsmitgliedern den Konzern- und Jahresabschluss sowie die Zwischenabschlüsse, Finanzinformationen, die Entwicklung der Finanzkennzahlen, die wesentlichen Geschäftsvorfälle, Rückstellungen für das Schweizer-Franken-Kreditportfolio der mBank, die Grundlagen der Rechnungslegung und des Rechnungslegungsprozesses sowie den Ausblick über die weitere Geschäftsentwicklung. Auf dieser Grundlage beschloss der Ausschuss die Empfehlungen an den Aufsichtsrat hinsichtlich der Feststellung des Jahresabschlusses und der Billigung des Konzernabschlusses.
Der Ausschuss ließ sich vom Abschlussprüfer die Ergebnisse der Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses der Commerzbank und die hierzu erstellten Prüfungsberichte erläutern. Zudem ließ er sich fortlaufend vom Abschlussprüfer über den aktuellen Stand und einzelne Ergebnisse der Jahresabschlussprüfung informieren. Gleiches galt für die Ergebnisse der prüferischen Durchsichten der Zwischenberichte und der gesonderten Finanzinformationen.
Besondere Schwerpunkte der Erörterungen im Ausschuss waren die Prüfungsschwerpunkte und die vom Abschlussprüfer benannten besonders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters). Zur Wahrung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers holte der Ausschuss dessen Unabhängigkeitserklärung gemäß Art. 6 EU-APrVO ein und erörterte diese. Dabei befasste sich der Prüfungsausschuss auch mit den Aufträgen an den Abschlussprüfer für Nichtprüfungsleistungen und ließ sich hierzu von dem mit der Überwachung beauftragten Bereich Group Finance berichten. Der Ausschuss diskutierte zudem intern und gemeinsam mit dem Abschlussprüfer über die Qualität der Abschlussprüfung, die der Ausschuss unter anderem mittels eines Audit Quality Indicator Dashboards und Interviews beurteilte.
Der Ausschuss unterbreitete auf dieser Basis dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung des Abschlussprüfers, für die Höhe des Honorars und für die Schwerpunkte der Abschlussprüfung sowie die Bestellung eines Prüfers für den zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht. Der Ausschuss ließ sich über den Prozess und Status der Übernahme der Prüfungstätigkeiten zwischen dem vorherigen Prüfer Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (EY), Eschborn/Frankfurt am Main, und dem aktuellen, von der ordentlichen Hauptversammlung des Jahres 2022 gewählten Prüfer KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin (KPMG AG), unterrichten.
Die Arbeit der Bereiche Group Audit und Group Compliance der Bank waren ebenfalls Gegenstand eingehender Erörterungen des Ausschusses. Beide Bereiche berichteten regelmäßig (mindestens quartalsweise) über die Ergebnisse ihrer Arbeit, über Maßnahmen zur deren Optimierung, die Planung ihrer weiteren Aktivitäten und legten dem Ausschuss ihre Jahresberichte vor. Der Prüfungsausschuss ließ sich dabei insbesondere regelmäßig über die Ergebnisse diverser interner und externer Prüfungen zur Einhaltung lokaler Vorschriften berichten, die weltweit von den jeweiligen Niederlassungen und Tochtergesellschaften der Commerzbank einzuhalten sind. Der Ausschuss verschaffte sich in diesem Zusammenhang auch regelmäßig (mindestens quartalsweise) durch Berichte der betroffenen Geschäftsbereiche sowie von Group Audit und Group Compliance einen Überblick zum Stand der Arbeiten zur Beseitigung festgestellter Mängel.
Der Ausschuss erörterte eingehend die Weiterentwicklung der Know-Your-Customer-Prozesse gemeinsam mit dem Vorstand und Abschlussprüfer. Zudem behandelte der Ausschuss aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine ausführlich in mehreren Sitzungen die Auswirkungen des anhaltenden Russland-Ukraine-Konflikts auf die Commerzbank mit Bezug auf die Einhaltung von internen und externen Anforderungen und Sanktionen. Der Ausschuss überprüfte die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems der Bank und hierbei insbesondere des internen Kontrollsystems. Er stützte sich dabei unter anderem auf entsprechende Berichte des Abschlussprüfers, von Group Risk Management und Group Audit. Er nahm ferner den Bericht des Abschlussprüfers zur Prüfung der wertpapierhandelsrechtlichen Meldepflichten und Wohlverhaltensregeln zur Kenntnis.
Risikoausschuss
Der Risikoausschuss kam im abgelaufenen Geschäftsjahr zu fünf ordentlichen und vier außerordentlichen Sitzungen zusammen. Er befasste sich in diesen Sitzungen intensiv mit der Risikolage und dem Risikomanagement der Bank, insbesondere vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine und dem daraus entstandenen anhaltenden Russland-Ukraine-Krieg, sowie den fortbestehenden Auswirkungen der Corona-Pandemie. Diesbezüglich wurden vor allem die Auswirkungen der durch den Krieg und die Pandemie ausgelösten Herausforderungen für die Wirtschaft sowie insbesondere Lieferkettenproblematiken auf das Kreditportfolio der Commerzbank, ihre Risikovorsorge und ihr Risikoergebnis sowie ihre Kapitalquoten diskutiert. Zudem wurde die strategische Vorgehensweise bezüglich der geopolitischen Spannungen und drohenden Gasknappheit in Deutschland und die Auswirkungen insbesondere auf das Firmenkundenportfolio anhand von Produktions- und Lieferkettenberichten besprochen.
Weitere wichtige Themen waren die sich aus dem Schweizer-Franken-Kreditportfolio der mBank ergebenden Risiken für die Commerzbank sowie die Auseinandersetzung mit Länderrisiken und deren Steuerung. Der Risikoausschuss beschäftigte sich darüber hinaus mit der Gesamtrisikostrategie 2022, den Teilrisikostrategien 2022 und den Kredit-, Markt-, Liquiditäts-, Counterparty- und operationellen Risiken. Auch befasste er sich mit den Reputations-, Compliance- und Cyber-sowie den regulatorischen Risiken. Zudem setzte sich der Risikoausschuss ausführlich mit den ESG-Risiken auseinander. Für die Bank bedeutsame Einzelengagements wurden ebenso ausführlich mit dem Vorstand diskutiert wie Portfolios beziehungsweise Teilportfolios. Der Risikoausschuss beschäftigte sich zudem mit wichtigen Unternehmenstransaktionen und der Entwicklung des Beteiligungsportfolios. Außerdem wurde er über die Aktualisierung des Recovery Plan und die Anpassung der Recovery-Plan-Indikatoren informiert. Ferner überprüfte der Risikoausschuss, ob die Konditionen im Kundengeschäft mit dem Geschäftsmodell und der Risikostruktur der Bank im Einklang stehen. Ebenso erörterte er verschiedene Stresstests und ihre Ergebnisse. Gegenstand der Sitzungen waren auch das Mitarbeitervergütungssystem sowie die Prüfungen und die risikomäßige Bewertung der Commerzbank durch ihre Regulatoren. Des Weiteren befasste sich der Risikoausschuss mit der Risikotragfähigkeit der Commerzbank, den an Unternehmen der Commerzbank-Gruppe vergebenen Großkrediten und den Unternehmensorgankrediten sowie risikoreichen Einzelengagements.
Präsidial- und Nominierungsausschuss
Der Präsidial- und Nominierungsausschuss tagte im Geschäftsjahr sechsmal. Gegenstand der Beratungen des Präsidial- und Nominierungsausschusses waren vor allem die Vorbereitung und Vertiefung der Sitzungen des Aufsichtsratsplenums, insbesondere hinsichtlich Vorstandsbestellungen, der Gremienzusammensetzung und Vorstandsangelegenheiten. Er beschäftigte sich intensiv mit Personalthemen, im Einzelnen mit der Nachfolgesuche für die zum 31. Dezember 2022 ausgeschiedene Human-Resources-Vorständin und Arbeitsdirektorin Sabine Schmittroth und für den Ende 2023 ausscheidenden Dr. Marcus Chromik sowie mit der Vorbereitung der Nominierung der Anteilseignervertreterinnen und -vertreter für die Wahl in den Aufsichtsrat bei der Hauptversammlung 2023. Hierbei berücksichtigte der Ausschuss die Ausgewogenheit und Unterschiedlichkeit der Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen aller Mitglieder des betreffenden Organs, entwarf Stellenbeschreibungen mit Bewerberprofilen und zog, sofern er dies für erforderlich hielt, externe Personalberater unterstützend hinzu. Des Weiteren prüfte er unter Berücksichtigung der jeweiligen Kompetenzprofile sowie auf der Grundlage der Eignungsmatrizen jeweils die individuelle und kollektive Geeignetheit der neuen Kandidatinnen und Kandidaten beziehungsweise des Gesamtgremiums und gab entsprechende Beschlussempfehlungen gegenüber dem Aufsichtsratsplenum ab.
Der Präsidial- und Nominierungsausschuss befasste sich vor dem Hintergrund des Abbruchs des Projekts Sirius im Sommer 2021 mit der Prüfung der Geltendmachung von Organhaftungsansprüchen. Zudem stimmte der Ausschuss der Übernahme von Mandaten der Vorstandsmitglieder bei anderen Unternehmen sowie dem Vorratsbeschluss für Organkredite an natürliche Personen gemäß § 15 Kreditwesengesetz (KWG) zu. Er nahm Veränderungen im Zentralen Beirat der Commerzbank zur Kenntnis. Ferner beschloss er Anpassungen des Mustervorstandsanstellungsvertrags sowie der Mustervergütungsvereinbarung im Hinblick auf das von der Hauptversammlung gebilligte Vorstandsvergütungssystem. Er befasste sich mit der Anpassung der Suitability Guideline der Bank sowie mit der Satzungsregelung zur Bestellungsperiode von Aufsichtsratsmitgliedern und der Weiterentwicklung der Aufsichtsratsvergütung. Zudem besprach der Ausschuss die Ergebnisse der Evaluierung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2021 und beschloss die Eignungsmatrix des Aufsichtsrats. Auch wurden dem Ausschuss die Grundsätze für die Auswahl und Bestellung der ersten und zweiten Führungsebene präsentiert, mit denen er sich auseinandergesetzt hat.
Vergütungskontrollausschuss
Der Vergütungskontrollausschuss trat zu fünf Sitzungen zusammen.# Corporate Governance Report
Report on Corporate Governance
Report of the Supervisory Board Committees
The Supervisory Board of Commerzbank AG discharges its duties and exercises its supervisory and advisory responsibilities through its committees. In addition to the Audit Committee, the Remuneration Committee, the Nomination Committee and the Mediation Committee, the Supervisory Board established two new committees in February 2022: the Committee for Sustainability, Social Affairs and Good Corporate Governance (ESG Committee) and the Committee for Digital Transformation. The Mediation Committee, which is formed according to the provisions of the German Co-determination Act, did not need to convene. The chairs of the committees regularly reported on their work to the plenary session of the Supervisory Board at the subsequent Supervisory Board meeting.
Remuneration Committee
The Remuneration Committee met six times in the reporting year. It supported the Supervisory Board in setting the targets for the 2023 financial year for the members of the Management Board and made corresponding recommendation proposals. The Committee also dealt with the achievement of the Management Board's targets for the 2021 financial year and reviewed the determination of the total amount of variable remuneration for employees for the 2021 financial year. It addressed the further development of the variable remuneration system for the Management Board and the introduction of a shareholding guideline for the Management Board and submitted corresponding recommendation proposals to the Supervisory Board. Furthermore, the Committee was consulted on the reappointment of the Deputy Remuneration Officer, and the Remuneration Officer's remuneration control report was discussed. The Remuneration Control Committee reviewed the performance assessment of the Long-Term Incentive component of the variable remuneration for past performance years of former Management Board members within the scope of a retrospective review and made corresponding recommendation proposals to the Supervisory Board plenary. In addition, the Committee addressed the employee remuneration system and made suggestions for further development of the system. The Committee dealt with the examination of the remuneration report and recommended to the Supervisory Board that the auditor KPMG be commissioned, in addition to the statutory requirements of § 162 Paragraph 3 of the German Stock Corporation Act (AktG), to also audit the substantive accuracy of the statutory remuneration report for the reporting year 2022. The Committee reviewed the appropriateness of the design of the Management Board remuneration system and dealt with the design and appropriateness of the employee remuneration systems for Commerzbank AG. Furthermore, the Committee dealt with the updating of the organizational guideline for the Management Board remuneration of Commerzbank AG and with remuneration equality between women and men in the Bank. In addition, the Committee assessed the impact of the remuneration systems on the Bank's risk, capital and liquidity situation and monitored that the remuneration systems are aligned with the Bank's business and risk strategy. Furthermore, the Committee reviewed the principles of the employee remuneration system for determining remuneration parameters, performance contributions, as well as performance and retention periods, and monitored the process of identifying institutional risk takers and group risk takers. The Committee also reviewed the remuneration system of the control units and monitored the inclusion of the control units and all other relevant areas in the design of the employee remuneration system.
Committee for Sustainability, Social Affairs and Good Corporate Governance (ESG Committee)
The Committee for Sustainability, Social Affairs and Good Corporate Governance (ESG Committee), newly established in the Supervisory Board meeting on February 16, 2022, which in particular supports the Supervisory Board in continuously reviewing whether the Management Board is pursuing a economically viable and sustainable development of the Bank, while observing the principles of good and responsible corporate governance, fulfilling the company's social responsibility, and at the same time conserving the natural resources of the environment, met three times in the reporting year. It dealt with the sustainability strategy, the ESG framework, and the status of regulatory requirements. Furthermore, it was informed about general litigation and liability risks in connection with ESG. It dealt in depth with sustainability reporting and made suggestions in the context of preparing Commerzbank's consolidated separate non-financial report. It dealt with the communication strategy for sharpening a sustainable corporate profile. In addition, the Committee discussed interim targets of the Science Based Targets initiative and was informed about the current status of training measures for employees on ESG basic principles at Commerzbank. It also addressed the personnel management implementation of "Strategy 2024" and the implementation of diversity measures and personnel measures in connection with "Strategy 2024", topics of diversity management, the further development of the working world at Commerzbank, and general personnel management key figures. In addition, the Committee dealt with new learning and qualification measures. Furthermore, the ESG Committee was informed about the current status of Corona measures at Commerzbank, the Bank's hygiene concept, and the various measures implemented in connection with Corona.
Committee for Digital Transformation
The Committee for Digital Transformation supports the Supervisory Board in its monitoring and advisory tasks regarding the digital transformation of the Bank and IT, and met four times in 2022. The status of the Bank's digitalization progress within the framework of "Strategy 2024" was regularly and intensively discussed. Roadmaps for the business divisions formed the basis for this and were deepened with aspects such as measurability using underlying Key Performance Indicators. Building on the Bank's strategy, it dealt with the IT strategy for the years 2023 to 2026. The Committee was regularly provided with information on the current IT status, the general technical performance and stability of the IT systems, and updates on the most important strategic initiatives. For this purpose, the Committee was informed about projects and processes within the scope of the Bank's digital transformation, their budget control, as well as transformation control and the status of individual projects. The Committee dealt with the Bank's IT architecture and IT landscape, as well as current developments in the FinTech market. With a view to the future, it also dealt with the crypto custody business, machine learning, artificial intelligence strategy, and distributed ledger-based platforms. Furthermore, it was informed about the IT target picture for securities processes and the introduction of Vendor Management as a central functional interface in the delivery organization for IT services and management consulting.
Mediation Committee
Sittings of the Mediation Committee formed under the provisions of the German Co-determination Act were not required.
Interest Conflicts
In accordance with the German Corporate Governance Code and § 3 Paragraph 6 of the Rules of Procedure of the Supervisory Board, members of the Supervisory Board of Commerzbank must immediately disclose any conflicts of interest to the Chairman or Deputy Chairman of the Supervisory Board, who in turn informs the Supervisory Board. No conflicts of interest were reported by any member of the Supervisory Board during the reporting period.
Training and Further Education Measures
The members of the Supervisory Board independently undertook the training and further education measures required for their duties. They were appropriately supported by Commerzbank. Further training measures took place regularly. In 2022, two comprehensive workshops on "ESG" were held. The topic of "Digital Assets & Crypto Custody" and its implementation in the Bank was also presented following a Supervisory Board meeting. The topics "Mainframe", "Cloud" and "Work Methods/Work Architecture New Work" were addressed in the Committee for Digital Transformation. Furthermore, an internal training measure on "Litigation and Liability Risks in Connection with ESG" took place within the scope of a meeting of the Committee for Sustainability, Social Affairs and Good Corporate Governance. In addition, Supervisory Board members participated in external training measures on topics such as "Sustainable Finance" and "ESG and Sustainable Finance."
Evaluation and Self-Assessment
In the 2022 financial year, the Supervisory Board and its committees dealt with the results of the review of the effectiveness of their work conducted in the 2021 financial year in accordance with Recommendation D.12 of the German Corporate Governance Code, combined with the assessment conducted in accordance with § 25d Paragraph 11 No. 3 and 4 KWG. Both the Supervisory Board and the individual committees developed action plans based on the results and implemented these measures. At the end of the 2022 financial year, the Supervisory Board reviewed the effectiveness of its work in the 2022 financial year and conducted the assessment in accordance with § 25d Paragraph 11 No. 3 and 4 KWG. For this purpose, all members of the Supervisory Board completed various questionnaires, which were subsequently evaluated. The resulting analyses were presented to the plenary session at the beginning of the 2023 financial year and discussed there. Based on these discussions, action plans were developed both in the plenary and in the committees, which are being processed promptly. The members of the Supervisory Board are of the opinion that the working methods of the Supervisory Board and its committees are effective and that a high standard has been achieved overall.
Meeting Attendance
The following table provides individualized information on the number of meetings of the Supervisory Board and its committees attended by each member in the 2022 financial year. If Supervisory Board members were unable to attend a meeting, they announced their absence in advance, explained the reasons, and generally submitted a voting proxy: scroll meetings (incl.| Name | Sitzungen (Plenum) | Teilnahme (Plenum) | Sitzungen (Ausschüsse) | Teilnahme (Ausschüsse) |
| :------------------------ | :----------------- | :----------------- | :--------------------- | :--------------------- |
| Helmut Gottschalk | 30 | 5 | 5 | 25 |
| Uwe Tschäge | 18 | 5 | 5 | 13 |
| Heike Anscheit | 9 | 5 | 5 | 4 |
| Alexander Boursanoff | 5 | 5 | 5 | 0 |
| Gunnar de Buhr | 14 | 5 | 4 | 9 |
| Stefan Burghardt | 17 | 5 | 5 | 12 |
| Dr. Frank Czichowski | 21 | 5 | 5 | 16 |
| Sabine U. Dietrich | 12 | 5 | 5 | 7 |
| Dr. Jutta A. Dönges | 21 | 5 | 4 | 16 |
| Monika Fink | 10 | 5 | 5 | 5 |
| Stefan Jennes | 5 | 5 | 5 | 0 |
| Kerstin Jerchel | 13 | 5 | 5 | 8 |
| Burkhard Keese | 19 | 5 | 5 | 14 |
| Alexandra Krieger | 5 | 5 | 5 | 0 |
| Daniela Mattheus | 9 | 5 | 5 | 4 |
| Caroline Seifert | 9 | 5 | 5 | 4 |
| Robin J. Stalker | 22 | 5 | 5 | 17 |
| Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell | 14 | 5 | 5 | 9 |
| Frank Westhoff | 24 | 5 | 5 | 19 |
| Stefan Wittmann | 18 | 5 | 5 | 13 |
| Name | Teilnahme (alle Sitzungen) |
|---|---|
| Helmut Gottschalk | 30 100% |
| Uwe Tschäge | 18 100% |
| Heike Anscheit | 9 100% |
| Alexander Boursanoff | 5 100% |
| Gunnar de Buhr | 13 93% |
| Stefan Burghardt | 16 94% |
| Dr. Frank Czichowski | 21 100% |
| Sabine U. Dietrich | 12 100% |
| Dr. Jutta A. Dönges | 19 90% |
| Monika Fink | 10 100% |
| Stefan Jennes | 5 100% |
| Kerstin Jerchel | 10 77% |
| Burkhard Keese | 19 100% |
| Alexandra Krieger | 5 100% |
| Daniela Mattheus | 9 100% |
| Caroline Seifert | 9 100% |
| Robin J. Stalker | 21 95% |
| Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell | 14 100% |
| Frank Westhoff | 24 100% |
| Stefan Wittmann | 16 89% |
Jahres- und Konzernabschluss
Der von der Hauptversammlung gewählte Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin (KPMG), hat den Jahres- und Konzernabschluss der Commerzbank Aktiengesellschaft sowie die Lageberichte der AG und des Konzerns geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB), der Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zugesandt. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses erhielten darüber hinaus sämtliche Anlagen und Erläuterungen zu den Prüfungsberichten; alle Aufsichtsratsmitglieder hatten die Möglichkeit, diese Unterlagen einzusehen. Der Prüfungsausschuss befasste sich in seiner Sitzung am 17. März 2023 eingehend mit den Abschlussunterlagen. Im Aufsichtsratsplenum wurden der Jahres- und Konzernabschluss der Commerzbank Aktiengesellschaft sowie die Lageberichte der AG und des Konzerns in der Bilanzsitzung am 22. März 2023 ebenfalls behandelt. Die Abschlussprüfer nahmen an den genannten Sitzungen des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsratsplenums teil, erläuterten die wesentlichen Prüfungsergebnisse und standen für Fragen zur Verfügung. In beiden Sitzungen wurden die Abschlussunterlagen eingehend diskutiert. Nach der abschließenden Prüfung durch den Prüfungsausschuss und das Aufsichtsratsplenum erhob der Aufsichtsrat keine Einwände gegen den Jahres- und Konzernabschluss und stimmte dem Ergebnis der Abschlussprüfung zu. Der Aufsichtsrat hat die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse von AG und Konzern gebilligt, der Jahresabschluss der AG ist damit festgestellt. Dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands schließt sich der Aufsichtsrat an.
Nichtfinanzieller Bericht
Der ESG-Ausschuss hat sich eingehend mit dem vom Vorstand erstellten zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht für die Commerzbank Aktiengesellschaft und den Konzern zum 31. Dezember 2022 befasst. Zudem haben sich auch der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat mit der von KPMG durchgeführten Prüfung des nichtfinanziellen Berichts beschäftigt. KPMG hat eine Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit durchgeführt und einen uneingeschränkten Vermerk erteilt. Vertreter des Prüfers nahmen an der Sitzung des Prüfungsausschusses am 17. März 2023 sowie an der Sitzung des Aufsichtsrats am 22. März 2023 teil, berichteten über die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung und beantworteten ergänzende Fragen der Aufsichtsratsmitglieder. Der Aufsichtsrat hatte keine Einwendungen.
Aktionärskommunikation
Die Kommunikation mit unseren Aktionärinnen und Aktionären erfolgt im Rahmen der jährlich stattfindenden Hauptversammlung sowie über den Bereich Investor Relations. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Commerzbank steht darüber hinaus regelmäßig mit nationalen und internationalen Schlüsselaktionären und Investoren im Dialog zu Themen, wie zum Beispiel Corporate Governance, Qualifikation und Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat, Vergütungssysteme von Vorstand und Aufsichtsrat, Rolle des Aufsichtsrats im Strategieentwicklungs- und -umsetzungsprozess, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Die für diese Gespräche verwendeten Präsentationen mit den wesentlichen Kernbotschaften werden auf der Internetseite der Commerzbank Aktiengesellschaft veröffentlicht und anderen Aktionärinnen und Aktionären sowie interessierten Außenstehenden zugänglich gemacht.
Veränderungen im Aufsichtsrat und im Vorstand
Im Geschäftsjahr 2022 gab es keine Veränderungen im Aufsichtsrat. Im Vorstand ist Sabine Schmittroth am 31. Dezember 2022 auf eigenen Wunsch mit Ablauf ihres Vertrages aus dem Vorstand ausgeschieden. Sabine Schmittroth war fast 40 Jahre in verschiedenen Positionen für die Bank tätig und hat sich jahrzehntelang für die Bank engagiert. Wir danken Sabine Schmittroth herzlich für ihre Leistungen und ihr Engagement für die Commerzbank, insbesondere für das, was sie in den vergangenen drei Jahren im Vorstand der Commerzbank geleistet hat, und wünschen ihr für ihre Zukunft alles Gute. Sabine Mlnarsky ist seit dem 1. Januar 2023 neues Mitglied des Vorstands und Arbeitsdirektorin der Commerzbank. Wir wünschen ihr bei den bevorstehenden vielfältigen Aufgaben viel Erfolg.
Liebe Aktionärinnen und Aktionäre, die Commerzbank hat in diesem geopolitisch und wirtschaftlich schwierigen Geschäftsjahr 2022 erhebliche Fortschritte erzielt und ihre Grundertragsfähigkeit wieder hergestellt, was sie in die Lage versetzt, wieder Kapitalausschüttungen vorzusehen. Dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken wir für ihr großes persönliches Engagement und ihre Leistungen in diesem erneut herausfordernden Jahr. Allen Aufsichtsratsmitgliedern danke ich für die gute und konstruktive Zusammenarbeit, ihr großes Engagement und die hohe Vertrauensbasis im Gremium.
Für den Aufsichtsrat
Helmut Gottschalk, Vorsitzender
Ausschüsse des Aufsichtsrats
Mitglieder des Aufsichtsrats der Commerzbank Aktiengesellschaft
| Name | Alter | Position | Eintrittsdatum | Anmerkung |
|---|---|---|---|---|
| Helmut Gottschalk | 71 | Vorsitzender des Aufsichtsrats | 14.4.2021 | ehemaliger Vorsitzender des Aufsichtsrats der DZ BANK AG |
| Stefan Burghardt | 63 | Mitglied des Aufsichtsrats | 19.4.2013 | Bankkaufmann |
| Stefan Jennes | 55 | Mitglied des Aufsichtsrats | 1.1.2022 | Bankkaufmann |
| Caroline Seifert | 56 | Mitglied des Aufsichtsrats | 18.5.2021 | Unternehmensberaterin für Transformation |
| Uwe Tschäge | 55 | stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats | 30.5.2003 | Bankkaufmann |
| Dr. Frank Czichowski | 63 | Mitglied des Aufsichtsrats | 13.5.2020 | ehemaliger Senior Vice President/Treasurer der KfW Bankengruppe |
| Kerstin Jerchel | 51 | Mitglied des Aufsichtsrats | 8.5.2018 | Bereichsleiterin Mitbestimmung ver.di Bundesverwaltung |
| Robin J. Stalker | 65 | Mitglied des Aufsichtsrats | 8.5.2018 | ehemaliges Mitglied des Vorstands der adidas AG |
| Heike Anscheit | 52 | Mitglied des Aufsichtsrats | 1.1.2017 | Bankkauffrau |
| Sabine U. Dietrich | 62 | Mitglied des Aufsichtsrats | 30.4.2015 | ehemaliges Mitglied des Vorstands der BP Europa SE |
| Burkhard Keese | 57 | Mitglied des Aufsichtsrats | 18.5.2021 | Chief Operating Officer and Chief Financial Officer Lloyd's of London |
| Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell | 70 | Mitglied des Aufsichtsrats | 1.6.2012 | ehemaliges Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank |
| Alexander Boursanoff | 59 | Mitglied des Aufsichtsrats | 8.5.2018 | Bankkaufmann |
| Dr. Jutta A. Dönges | 49 | Mitglied des Aufsichtsrats | 13.5.2020 | Chief Financial Officer Uniper SE |
| Alexandra Krieger | 52 | Mitglied des Aufsichtsrats | 15.5.2008 | Bereichsleiterin Controlling Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie |
| Frank Westhoff | 61 | Mitglied des Aufsichtsrats | 18.5.2021 | ehemaliges Mitglied des Vorstands der DZ BANK AG |
| Gunnar de Buhr | 55 | Mitglied des Aufsichtsrats | 19.4.2013 | Bankkaufmann |
| Monika Fink | 53 | Mitglied des Aufsichtsrats | 8.5.2018 | Bankkauffrau |
| Daniela Mattheus | 50 | Mitglied des Aufsichtsrats | 18.5.2021 | Rechtsanwältin, Unternehmensberaterin, Co-Managing Partnerin European Center for Board Effectiveness GmbH |
| Stefan Wittmann | 54 | Mitglied des Aufsichtsrats | 8.5.2018 | Gewerkschaftssekretär ver.di Bundesverwaltung |
¹ Von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gewählt. Detaillierte Lebensläufe der Mitglieder des Aufsichtsrats finden Sie auf unserer Konzernseite im Internet unter der Rubrik "Management".
Unsere Aktie
Entwicklung der Aktienmärkte und Kursindizes
Das internationale Börsengeschehen war bis zum Spätherbst 2022 von anhaltend hohen Unsicherheiten geprägt. Zuvorderst überlagerte der russische Angriff auf die Ukraine die geopolitischen Verhältnisse und damit auch die internationalen Handelsbeziehungen gegenüber Russland. Dies führte zu massiven energiepolitischen Auswirkungen sowie zu einem deutlichen Preisauftrieb insbesondere fossiler Energieträger, was dann auch steigende Nahrungsmittelpreise zur Folge hatte. Westliche Sanktionen gegenüber Russland, die Verknappung russischer Gaslieferungen sowie eine Neuausrichtung der Energiepolitik erhöhten die wirtschaftliche Unsicherheit insbesondere für Unternehmen energieabhängiger Sektoren. Folge war ein signifikanter Preisanstieg, der im Berichtszeitraum in Deutschland in einer Inflationsrate von 10,4 % gipfelte und die Europäische Zentralbank in Ausübung ihres geldpolitischen Ziels in erhöhtem Maße unter Druck setzte. Zunehmende Inflations- und Konjunktursorgen, aber auch die fortschreitende Unterbrechung bestehender Lieferketten belasteten die marktbreiten Aktienindizes weltweit bis in den Herbst.Der Stopp von Gaslieferungen durch Russland und damit einhergehende Abhängigkeiten insbesondere der deutschen Industrie trugen zudem zu einer anhaltend negativen Stimmung bei. Am Devisenmarkt verbilligte sich der Euro gegenüber dem US-Dollar im Berichtszeitraum deutlich, was im Erreichen der Parität nachhaltig zum Ausdruck kam. Signifikant steigende Anleiherenditen in den ersten sechs Monaten 2022 - darunter die Entwicklung zehnjähriger Bundesanleihen, die sich von - 19 Basispunkten zu Jahresbeginn auf ein Niveau von 134 Basispunkten zum Jahresende erhöhten - reflektieren ein deutlich gestiegenes Marktzinsniveau, wovon Banken grundsätzlich profitieren. Gleichwohl belastet die anhaltende Corona-Pandemie die internationalen Lieferketten, die zusätzlich über den Russland-Ukraine-Konflikt beeinträchtigt sind, was nicht zuletzt die Risikovorsorge europäischer Banken erhöht. Zum Jahresende 2022 konnten sich die internationalen Aktienmärkte von ihren Tiefständen lösen und, angetrieben von einem steigenden Euro sowie der Erwartung, dass die befürchtete Rezession doch nicht so negativ verlaufen könnte, zum Jahresende hin deutlich ansteigen. Der deutsche Leitindex DAX verzeichnete 2022 ein Minus von 12,4 % und der MDAX sank sogar um 28,5 %. Der europäische Leitindex EuroStoxx 50 verbuchte einen Rückgang von 11,7 %.
Commerzbank-Aktie
Zu Beginn des Jahres 2022 blickte der europäische Bankensektor insbesondere durch die bislang moderaten Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die jeweiligen Geschäftsmodelle zuversichtlich nach vorne. Die zukünftigen ökonomischen Aussichten waren deutlich positiver und ließen eine weiter gestiegene Kreditnachfrage aus dem Unternehmenssektor erwarten und auch die Konsumentenstimmung hellte sich auf. Vor dem Hintergrund steigender Erwartungen auf einen bevorstehenden Zinsanstieg und den daraus resultierenden höheren Ergebnisbeiträgen wurden die Gewinnschätzungen langsam angehoben. In diesem Umfeld erreichte der Kurs der Commerzbank-Aktie seinen Jahreshöchststand am 21. Februar bei 9,51 Euro.
Der Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine führte aber zu einer umgehenden Revision in den Erwartungen sowohl der ökonomischen Rahmenbedingungen als auch der Gewinnerwartungen für europäische Banken. Als Reaktion darauf sanken die Kurse drastisch ab und bereits am 7. März erreichte die Commerzbank-Aktie bei einem Kurs von 5,17 Euro ihren Jahrestiefststand. Mitte des Jahres 2022 wurden insbesondere die möglichen Folgen eines totalen Lieferstopps russischen Gases oder eine potenzielle Gasrationierung auf die deutsche Wirtschaft diskutiert, was zum Jahrestiefstand der Kurse im Branchenindex EuroStoxx-Banken im Juli des Berichtsjahres führte.
In Reaktion auf die zwischenzeitlich deutlich gestiegenen Inflationsraten hob die Europäische Zentralbank Ende Juli 2022 erstmals den Zinssatz für die Einlagenfazilität um 0,5 % an und verließ damit das bis dato herrschende negative Zinsumfeld. In den Folgemonaten wurden dieser Zinssatz am 14. September 2022 um 0,75 %, am 2. November 2022 um 0,75 % und letztmals am 15. Dezember 2022 um 0,5 % erhöht. Er betrug zum Jahresende damit 2,5 %, nachdem er seit März 2016 bei 0 % gelegen hatte. Mit diesen Zinserhöhungen konnten sich auch die Kurse europäischer Bankaktien, verglichen mit ihren Jahrestiefstkursen, in der zweiten Jahreshälfte kräftig erholen. Vor diesem Hintergrund schloss der europäische Branchenindex EuroStoxx Banken im Berichtsjahr nur mit einem leichten Verlust von minus 4,6 %. Mit einem Anstieg von 32,1 % entwickelte sich der Kurs der Commerzbank-Aktie 2022 deutlich überdurchschnittlich zur Branche.
Nach wie vor befindet sich die Commerzbank in einem umfassenden Kosten- und Restrukturierungsprogramm, das die Markterwartungen an eine bessere Ertragsperspektive untermauert. Zusätzlich profitiert die Bank von weiter steigenden Zinserwartungen, die bereits von der Europäischen Zentralbank angekündigt sind. Eine harte Kernkapitalquote von 14,1 % unterstreicht die weiterhin hohe Solvabilität und Stabilität. Damit verbunden verbesserte sich der Puffer für das ausschüttungsfähige Kapital (Maximum Distributable Amount) auf rund 470 Basispunkte, der im Berichtsjahr von einer weiteren erfolgreichen Emission von Additional-Tier-1-Kapital begünstigt war. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2022 wird die Bank wieder die Zahlung einer Dividende vorschlagen.
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Wertpapierkürzel
| Inhaberaktien | CBK100 |
| Reuters | CBKG.DE |
| Bloomberg | CBK GR |
| ISIN | DE000CBK1001 |
Die Commerzbank-Aktie notierte am Jahresende bei 8,84 Euro. Die Marktkapitalisierung der Commerzbank betrug somit 11,1 Mrd. Euro (Maximum 11,9 Mrd. Euro, Minimum 6,5 Mrd. Euro), verglichen mit 8,4 Mrd. Euro im Vorjahr. Das Preis-Buch-Verhältnis bewegte sich im Berichtsjahr zwischen 0,29 und 0,47. Der europäische Bankenindex bewegte sich im Vergleich dazu zwischen 0,53 und 0,86. Die täglichen Umsätze von Commerzbank-Aktien lagen durchschnittlich - gemessen an der Stückzahl - mit 7,4 Millionen Aktien über dem Vorjahreswert von 6,6 Millionen Aktien.
In den ersten Wochen des laufenden Jahres zeigte die Commerzbank-Aktie einen deutlichen Kursanstieg. Dieser stand insbesondere im Zusammenhang mit den Markterwartungen eines weiter steigenden Zinsumfeldes sowie mit dem Mitte Februar veröffentlichten erfreulichen Geschäftsergebnis für das Jahr 2022. Nachdem die Commerzbank Ende Januar 2023 vor der Entscheidung der Deutschen Börse zur Zusammensetzung des deutschen Leitindex die für die Indexregeln relevanten Zahlen für das Geschäftsjahr 2022 vorzeitig veröffentlicht hat, hat die Deutsche Börse am 17. Februar 2023 mitgeteilt, dass die Commerzbank ab 27. Februar 2023 als Nachfolgekandidatin für Linde in den DAX zurückkehrt.
Aktienkennzahlen
Bei einer unveränderten Aktienanzahl lag das Ergebnis je Aktie im Geschäftsjahr 2022 bei 0,99 Euro. Maßgeblich war hierfür im Wesentlichen ein im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessertes Jahresergebnis, das insbesondere von einem deutlichen Ertragsanstieg sowie spürbaren Kostenentlastungen profitierte.
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Kennzahlen zur Commerzbank-Aktie
| 2022 | 2021 | |
|---|---|---|
| Ausgegebene Aktien in Mio. Stück (31.12.) | 1.252,4 | 1.252,4 |
| Xetra-Intraday-Kurse in € | ||
| Hoch | 9,51 | 7,19 |
| Tief | 5,17 | 4,70 |
| Schlusskurs (31.12.) | 8,84 | 6,69 |
| Börsenumsätze pro Tag 1 in Mio. Stück | ||
| Hoch | 23,9 | 25,5 |
| Tief | 1,4 | 1,3 |
| Durchschnitt | 7,4 | 6,6 |
| Ergebnis je Aktie in € | 0,99 | 0,23 |
| Buchwert je Aktie 2 in € (31.12.) | 21,48 | 20,55 |
| Net Asset Value je Aktie 3 in € (31.12.) | 21,58 | 20,48 |
| Marktwert/Net Asset Value (31.12.) | 0,41 | 0,33 |
1 Deutsche Börsen gesamt.
2 Ohne Nicht beherrschende Anteile.
3 Ohne Nicht beherrschende Anteile und die Rücklage aus Cashflow-Hedges sowie abzüglich der Geschäfts- oder Firmenwerte.
Neben dem europäischen Branchenindex EuroStoxx Banken war die Bank im Geschäftsjahr 2022 weiterhin in mehreren Nachhaltigkeitsindizes vertreten, die neben ökonomischen und sozialen Faktoren insbesondere auch ökologische und ethische Kriterien berücksichtigen.
Ausgewählte Indizes, die die Commerzbank-Aktie enthalten
- Blue-Chip-Indizes
- DAX
- EuroStoxx Banken
- Nachhaltigkeitsindizes
- DAX 50 ESG
- FTSE4GOODEUROPEINDEX
- FTSE4GOOD DEVELOPEDINDEX
- ECPI EMU Ethical Equity
- ECPI Euro ESG Equity
- ECPI World ESG Equity
Aktionärsstruktur und Analystenempfehlungen
Zum 31. Dezember 2022 befanden sich rund 38 % der Commerzbank-Anteile im Besitz der Bundesrepublik Deutschland sowie unserer überwiegend in Deutschland beheimateten Privataktionäre. Im Berichtsjahr hat sich Cerberus von einem erheblichen Teil seiner Commerzbank-Aktien getrennt. Die Meldeschwelle von 3 % wurde seither nicht mehr überschritten. Mitte April 2022 hat uns die Capital Group Companies, Inc. offiziell mitgeteilt, dass sie ihren Anteil von rund 5,3 % an der Commerzbank Aktiengesellschaft verkauft hat. Zum Jahresende 2022 entfielen damit rund 62 % aller Commerzbank-Aktien auf institutionelle Investoren, darunter insbesondere auf BlackRock mit knapp 10 % sowie auf den über die Norges Bank beteiligten norwegischen Staat mit rund 3 %. Der Streubesitz, der sogenannte Free Float, lag bei rund 84 %.
Aktionärsstruktur zum 31. Dezember 2022
Im Jahr 2022 berichteten etwa 26 Analysten regelmäßig über die Commerzbank. Zum Jahresende 2022 lag der Anteil der Kaufempfehlungen bei 56 %, nach 31 % im Vorjahr. Weitere 44 % der Analysten empfahlen das Halten unserer Aktie. Zum Verkauf unserer Aktie riet kein Analyst, gegenüber 15 % im Vorjahr. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten betrug zum Jahresende 10,43 Euro, gegenüber 7,24 Euro im Vorjahr.
Ratingsituation der Commerzbank
Die Ratingagenturen beurteilen die Commerzbank als Bank mit einem starken Kundenfranchise und einer soliden Marktposition im inländischen Firmenkundengeschäft. Das Kreditengagement ist dabei hauptsächlich auf stabile deutsche und europäische Volkswirtschaften ausgerichtet und die Risiken des Kreditportfolios werden als niedrig erachtet. Die Kapitalisierung der Bank wird als solide und die Liquiditätssituation als stabil eingestuft. Der Kapitalpuffer hilft beim aktuellen Transformationsprozess und zur Verlustabsorption zum Schutz vorrangiger Gläubiger. Die Refinanzierungsmöglichkeiten über Einlagen, Pfandbriefe oder Kapitalmärkte werden als weiterhin gut bewertet. Die Ratingagenturen nehmen wahr, dass die Bank im Rahmen der "Strategie 2024" ihre strukturelle Profitabilität verbessert hat und messbare Fortschritte bei der Transformation und dem Erreichen der Finanzziele für 2024 zeigt. Dabei wird jedoch weiterhin auf die bestehenden wirtschaftlichen und geopolitischen Risiken hingewiesen.
Ratingereignisse im Berichtsjahr 2022
- Moody's Investors Service
- Emittentenrating = "A2"
- Das langfristige Emittentenrating beziehungsweise das Rating für "Preferred-Senior Unsecured Debt" wurde Ende Juni 2022 um eine Stufe auf "A2" herabgestuft. Der Ausblick wurde von negativ auf stabil gestellt.# S&P Global Ratings Emittentenrating = "BBB+"
Der Ausblick des langfristigen Emittentenratings beziehungsweise "Preferred-Senior Unsecured Debt"-Ratings der Commerzbank wurde im Mai 2022 auf stabil von vorher negativ heraufgestuft, das Rating blieb mit "BBB+" unverändert. Der Ausblick spiegelt die Einschätzung wider, dass die mehrjährige Restrukturierung der Commerzbank gelingen und die Bank ihre finanziellen Ziele für 2024 weitgehend erreichen wird. Das Erreichen der Finanzziele würde wiederum die Voraussetzungen für eine deutliche Verbesserung der strukturellen Rentabilität schaffen. Das Stand-alone-Rating der Bank lag bei "bbb". Die mit dem Stand-alone-Rating verknüpften Emissionsratings für unbesicherte Emissionen, wie "Non-preferred Senior Unsecured Debt" lagen bei "BBB-", nachrangige Verbindlichkeiten bei "BB+" und Additional-Tier-1-Verbindlichkeiten bei "BB-". Das Resolution-Counterparty-Rating betrug "A-".
Unternehmerische Verantwortung
Wir bekennen uns zu den Grundsätzen verantwortungsvoller und transparenter Unternehmensführung, die im Deutschen Corporate Governance Kodex zusammengefasst sind, und erfüllen alle Anregungen sowie nahezu alle dort gegebenen Empfehlungen. Über diesen Teil unserer unternehmerischen Verantwortung geben die Seiten 25 bis 35 Auskunft.
Corporate Social Responsibility beschreibt den Grad, in dem ein Unternehmen sich seiner Verantwortung bewusst ist, wann immer seine geschäftlichen Tätigkeiten Auswirkungen auf Gesellschaft, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Umwelt oder das wirtschaftliche Umfeld haben. Wir bekennen uns zu dieser Verantwortung und berichten darüber auf den Seiten 42 bis 72. Auch für das Berichtsjahr 2022 orientieren wir uns in unserem nichtfinanziellen Bericht unter anderem an den Anforderungen der Task Force on Clima-related Financial Disclosures (TCFD).
Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 315d HGB in Verbindung mit § 289f HGB
Neben den gesetzlichen Vorgaben gemäß § 315d HGB in Verbindung mit § 289f HGB haben Vorstand und Aufsichtsrat in der Erklärung zur Unternehmensführung über die Corporate Governance der Gesellschaft zu berichten. Dies ergibt sich aus Grundsatz 23 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 28. April 2022 - bekannt gemacht im Bundesanzeiger am 27. Juni 2022 -, auf dem diese Erklärung basiert.
Corporate Governance im Sinne einer verantwortungsvollen und transparenten Unternehmensführung und -kontrolle, die auf nachhaltige Wertschaffung ausgerichtet ist, hat in der Commerzbank Aktiengesellschaft einen hohen Stellenwert. Daher unterstützen Vorstand und Aufsichtsrat die vom Deutschen Corporate Governance Kodex verfolgten Ziele und Zwecke ausdrücklich.
Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex
Die Commerzbank Aktiengesellschaft und ihre gesetzlich dazu verpflichteten Tochtergesellschaften erklären jährlich, ob den Verhaltensempfehlungen der Kommission entsprochen wurde und wird, und erläutern, weshalb einzelne Empfehlungen nicht umgesetzt werden. Diese Entsprechenserklärungen von Vorstand und Aufsichtsrat werden auf den Internetseiten der jeweiligen Gesellschaft veröffentlicht, die der Commerzbank Aktiengesellschaft auf der Seite https://www.commerzbank.de/de/hauptnavigation/aktionaere/governance_/corporate_governace_1.html. Dort findet sich auch ein Archiv mit den Entsprechenserklärungen seit 2002.
Die zum 31. Dezember 2022 gültige Erklärung wurde im Dezember 2022 abgegeben. Wie sich aus dem folgenden Wortlaut der Erklärung ergibt, erfüllt die Commerzbank Aktiengesellschaft die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex nahezu vollständig; sie weicht davon lediglich in wenigen Punkten ab:
(1) Seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung im November 2021 bis zum 27. Juni 2022 wurde den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 16. Dezember 2019 - bekannt gemacht im Bundesanzeiger am 20. März 2020 - mit Ausnahme der nachstehenden Empfehlungen entsprochen:
-
Gemäß der Empfehlung B.3 des Kodex soll eine Erstbestellung von Vorstandsmitgliedern für längstens drei Jahre erfolgen. Die Commerzbank Aktiengesellschaft ist hiervon bei der Bestellung des Ende 2021 bestellten Privatkundenvorstands abgewichen, der für fünf Jahre bestellt wurde. Aufgrund seiner vorherigen langjährigen Vorstandstätigkeit bei einer Bank in Wien war eine längere Bestellung als die empfohlenen drei Jahre erforderlich, um diesen für die Bank gewinnen zu können.
-
Ausweislich der Empfehlung G.10 Satz 1 des Kodex sollen die dem Vorstandsmitglied gewährten variablen Vergütungsbeträge unter Berücksichtigung der jeweiligen Steuerbelastung überwiegend in Aktien der Gesellschaft angelegt oder entsprechend aktienbasiert gewährt werden. Das Vergütungssystem sah bis Ende 2022 vor, dass die Hälfte der variablen Vergütung aktienbasiert gewährt wird. Mit der Einführung des neuen Vorstandsvergütungssystems zum 1. Januar 2023 werden 60 % der variablen Vergütung aktienbasiert gewährt, sodass ab diesem Zeitpunkt der Empfehlung G.10 entsprochen wird.
(2) Seit dem 27. Juni 2022 wurde und wird den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Fassung vom 28. April 2022 - bekannt gemacht im Bundesanzeiger am 27. Juni 2022 - mit Ausnahme der nachstehenden Empfehlung entsprochen:
- Ausweislich der Empfehlung G.10 Satz 1 des Kodex sollen die dem Vorstandsmitglied gewährten variablen Vergütungsbeträge unter Berücksichtigung der jeweiligen Steuerbelastung überwiegend in Aktien der Gesellschaft angelegt oder entsprechend aktienbasiert gewährt werden. Das Vergütungssystem sah bis Ende 2022 vor, dass die Hälfte der variablen Vergütung aktienbasiert gewährt wird. Mit der Einführung des neuen Vorstandsvergütungssystems zum 1. Januar 2023 werden 60 % der variablen Vergütung aktienbasiert gewährt, sodass ab diesem Zeitpunkt der Empfehlung G.10 entsprochen wird.
Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex
Die Commerzbank Aktiengesellschaft erfüllt alle Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex.
Nicht anwendbare Kodexempfehlungen aufgrund vorrangiger gesetzlicher Bestimmungen
Der Deutsche Corporate Governance Kodex hat die Anwendbarkeit der Empfehlungen des Kodex auf Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen dahingehend eingeschränkt, dass sie für diese nur insoweit gelten als keine gesetzlichen Bestimmungen entgegenstehen. Über diese gesetzlichen Regelungen und die Auswirkungen auf die Entsprechenserklärung soll gemäß der Empfehlung F.4 des Kodex in der Erklärung zur Unternehmensführung im Geschäftsbericht berichtet werden.
Dies betrifft bei der Commerzbank Aktiengesellschaft die Empfehlung D.5 des Kodex, wonach der Aufsichtsrat einen Nominierungsausschuss bilden soll, der ausschließlich mit Vertreterinnen und Vertretern der Anteilseigner besetzt ist. Ein genereller Ausschluss der Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter im Aufsichtsrat von der Mitgliedschaft in einem Ausschuss ist nach überwiegender Ansicht nur zulässig, wenn es hierfür einen sachlichen Grund gibt. Ein solcher sachlicher Grund könnte dann vorliegen, wenn sich ein Ausschuss ausschließlich mit Angelegenheiten beschäftigen würde, die nur die Anteilseignervertreterinnen und -vertreter im Aufsichtsrat betreffen, also zum Beispiel, wenn einzige Aufgabe des Nominierungsausschusses die Vorbereitung von Vorschlägen zur Wahl von Anteilseignervertreterinnen und -vertretern an die Hauptversammlung wäre.
Gemäß § 25d Abs. 11 Kreditwesengesetz sind dem Nominierungsausschuss eines Kreditinstituts jedoch weitere Aufgaben zugewiesen, unter anderem solche, bei denen eine Beteiligung der Arbeitnehmervertreter üblich und notwendig ist. So soll der Nominierungsausschuss den Aufsichtsrat zum Beispiel bei der Ermittlung von Bewerberinnen und Bewerbern für die Besetzung von Stellen in der Geschäftsleitung sowie bei der regelmäßigen Bewertung von Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen. Eine Beteiligung von Arbeitnehmervertreterinnen und -vertretern bei diesen Aufgaben ist in der Commerzbank Aktiengesellschaft etablierte Praxis. Um der Empfehlung D.5 dennoch so weit wie möglich Rechnung zu tragen, sieht die Geschäftsordnung des Präsidial- und Nominierungsausschusses des Aufsichtsrats vor, dass die Wahlvorschläge an die Hauptversammlung nur durch die Anteilseignervertreterinnen und -vertreter im Präsidial- und Nominierungsausschuss vorbereitet werden.
Unternehmenswerte und Führungspraktiken der Commerzbank Aktiengesellschaft und des Commerzbank-Konzerns
Die Commerzbank Aktiengesellschaft und ihre Tochtergesellschaften bekennen sich zu ihrer unternehmerischen, ökologischen und gesellschaftlichen Verantwortung. Um eine nachhaltige Unternehmensführung sicherzustellen, wurden umfangreiche Standards in unterschiedlichen Handlungsfeldern festgelegt, die auf den Internetseiten der Commerzbank Aktiengesellschaft veröffentlicht sind. So schaffen die Unternehmenswerte Integrität, Leistung und Verantwortung die Basis der Unternehmenskultur. Sie prägen sowohl den Umgang der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter untereinander als auch das Verhalten gegenüber Kundinnen und Kunden, Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern sowie anderen Stakeholdern.# Unternehmensführung
Die Werte nehmen bei der Commerzbank einen hohen Stellenwert ein und zeigen, dass sich die Commerzbank ihrer unternehmerischen Verantwortung bewusst ist. Aufbauend auf ihren Unternehmenswerten hat die Commerzbank Aktiengesellschaft Verhaltensgrundsätze für integres Verhalten festgelegt, die allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Commerzbank-Konzerns einen verbindlichen Orientierungsrahmen für ethisches und gesetzestreues Verhalten in der täglichen Arbeit geben. Sowohl die Unternehmenswerte als auch die Verhaltensgrundsätze werden anlassbezogen überprüft und gegebenenfalls nachgeschärft; zuletzt im Geschäftsjahr 2022. Mit ihrem Environment-Social-Governance-(ESG-)Rahmenwerk legt die Commerzbank Aktiengesellschaft alle wesentlichen Bausteine der Nachhaltigkeitsstrategie offen und macht Nachhaltigkeit zu einer zentralen Steuerungsgröße. Damit gibt sie ihren Stakeholdern größtmögliche Transparenz über ihr Verständnis von Nachhaltigkeit. Die Commerzbank Aktiengesellschaft hat damit einen bankweiten Standard geschaffen, der eine stringente Steuerung aller relevanten Produkte, Prozesse und Aktivitäten ermöglicht und die nachhaltige Transformation der Commerzbank sicherstellt. Im ESG-Rahmenwerk sind auch Positionen und Richtlinien zu Umwelt- und Sozialthemen festgelegt. Diese werden bei der Bewertung von Transaktionen und Geschäftsbeziehungen herangezogen und fungieren somit als wichtige Orientierungspunkte. Basis für ihre Erstellung und regelmäßige Überprüfung sind das kontinuierliche Monitoring von Medien und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zu ökologisch oder sozial kontroversen Themen und der regelmäßige Austausch mit NGOs. Daneben wurden spezielle Umweltleitlinien formuliert, die für das Management der betriebsökologischen Auswirkungen maßgebend sind.
Vorstand
Der Vorstand der Commerzbank Aktiengesellschaft leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung im Unternehmensinteresse. Er ist dabei den Belangen von Aktionärinnen und Aktionären, Kundinnen und Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und sonstigen der Bank verbundenen Gruppen mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung verpflichtet. Er entwickelt die strategische Ausrichtung des Unternehmens, stimmt sie mit dem Aufsichtsrat ab und sorgt für ihre Umsetzung. Darüber hinaus gewährleistet er ein effizientes Risikomanagement und Risikocontrolling. Der Vorstand leitet als Konzernvorstand den Commerzbank-Konzern nach einheitlichen Richtlinien und übt allgemeine Kontrolle über alle Konzerngesellschaften aus. Der Vorstand führt die Geschäfte nach dem Gesetz, der Satzung, seiner Geschäftsordnung, unternehmensinternen Richtlinien und den jeweiligen Anstellungsverträgen. Er arbeitet mit den anderen Organen der Commerzbank Aktiengesellschaft und den Arbeitnehmervertreterinnen und Arbeitnehmervertretern sowie mit den Organen der Konzerngesellschaften vertrauensvoll zusammen. Die Zusammensetzung des Vorstands und die Zuständigkeiten der einzelnen Vorstandsmitglieder sind im Geschäftsbericht auf der Seite 5 dargestellt. Die nähere Ausgestaltung der Arbeit im Vorstand wird durch eine Geschäftsordnung des Vorstands bestimmt, die auf der Internetseite der Commerzbank Aktiengesellschaft veröffentlicht ist. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder ist im Vergütungsbericht, der auf der Internetseite der Commerzbank Aktiengesellschaft veröffentlicht ist, detailliert erläutert.
Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat der Commerzbank Aktiengesellschaft berät und überwacht den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und ist in Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung unmittelbar eingebunden. Der Aufsichtsrat führt seine Geschäfte nach den Vorschriften des Gesetzes, der Satzung und seiner Geschäftsordnung; er arbeitet zum Wohle des Unternehmens vertrauensvoll und eng mit dem Vorstand zusammen. Unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Präsidial- und Nominierungsausschusses entscheidet der Aufsichtsrat über die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und sorgt gemeinsam mit dem Vorstand für eine langfristige Nachfolgeplanung. Bei Bedarf werden externe Berater hinzugezogen. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats sowie die namentliche Besetzung seiner Ausschüsse ist - entsprechend der Empfehlung D.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex - auf den Seiten 17 bis 19 dieses Geschäftsberichts dargestellt. Über Einzelheiten zur Arbeit des Gremiums, zu seiner Struktur und seiner Kontrollfunktion informiert der Bericht des Aufsichtsrats auf den Seiten 6 bis 16. Weitere Angaben zur Arbeitsweise des Aufsichtsrats und dessen Ausschüssen finden sich in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats, die auf der Internetseite der Commerzbank Aktiengesellschaft eingesehen werden kann. Die Aufgaben der einzelnen Ausschüsse ergeben sich aus den jeweiligen Geschäftsordnungen, die auf der Internetseite der Commerzbank Aktiengesellschaft eingesehen werden können. Gemäß der Empfehlung C.1 des Kodex soll der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen und ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeiten. Dabei soll er auf Diversität achten. Das Kompetenzprofil des Aufsichtsrats soll auch Expertise hinsichtlich der für das Unternehmen bedeutsamen Nachhaltigkeitsfragen umfassen. Vorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung sollen diese Ziele berücksichtigen und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben. Der Stand der Umsetzung soll in Form einer Qualifikationsmatrix in der Erklärung zur Unternehmensführung offengelegt werden. Zudem soll gemäß der Empfehlung C.3 die Dauer der Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat angegeben werden. Der Aufsichtsrat der Commerzbank Aktiengesellschaft hat im Einzelnen folgende konkrete Ziele beschlossen:
Der Aufsichtsrat soll so besetzt sein, dass seine Mitglieder insgesamt über die erforderlichen Fähigkeiten, Kenntnisse, Erfahrungen und Sachkunde verfügen, um die Aufgaben des Aufsichtsrats ordnungsgemäß wahrzunehmen. Insbesondere sollen im Aufsichtsrat insgesamt sämtliche Kenntnisse und Erfahrungen vorhanden sein, die angesichts der Aktivitäten des Commerzbank-Konzerns als wesentlich erachtet werden. Zudem müssen die gesetzlichen Anforderungen in Bezug auf besonderen Sachverstand und Berufserfahrung einzelner Mitglieder im Aufsichtsrat auf speziellen Gebieten erfüllt sein (zum Beispiel Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung inklusive Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung sowie im Bereich Risikomanagement und Risikocontrolling) und es soll zumindest ein Mitglied des Aufsichtsrats über besondere Expertise hinsichtlich des Themas ESG verfügen. Die Aufsichtsratsmitglieder müssen in der Lage sein, Entscheidungen des Vorstands zu hinterfragen und zu überwachen. Zudem sollen die Aufsichtsratsmitglieder der Wahrnehmung ihrer Aufgaben ausreichend Zeit widmen können. Die Mitglieder sollen zuverlässig sein und es soll auf ihre Leistungsbereitschaft, Persönlichkeit, Professionalität, Integrität und Unabhängigkeit geachtet werden. Ziel ist es, dass dem Aufsichtsrat stets mindestens acht von der Hauptversammlung gewählte unabhängige Aufsichtsratsmitglieder im Sinne der Empfehlung C.6 des Kodex angehören. Die Zugehörigkeitsdauer der von der Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder soll in der Regel einen Zeitraum von zwölf Jahren nicht überschreiten. Der Aufsichtsrat hat ein ausführliches Kompetenzprofil für seine Zusammensetzung beschlossen, auf das hier ergänzend verwiesen wird und das auf der Internetseite der Commerzbank Aktiengesellschaft veröffentlicht ist. Wie sich aus der nachfolgenden Qualifikationsmatrix auf Basis einer Selbsteinschätzung der Aufsichtsratsmitglieder ergibt, waren zum 31. Dezember 2022 alle vom Aufsichtsrat im Hinblick auf seine Zusammensetzung gesetzten Ziele sowie das Kompetenzprofil umgesetzt:
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I = Grundkenntnisse
II = Gute Kenntnisse
III = Expertenkenntnisse
| Helmut Gottschalk | Sabine U. Dietrich | Burkhard Keese | Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell | Frank Westhoff | |
|---|---|---|---|---|---|
| Einstufung | |||||
| ✓ = gegeben | |||||
| AN = Arbeitnehmervertretung | |||||
| AE = Anteilseigner | AE | AE | AE | AE | AE |
| Zugehörigkeitsdauer | |||||
| Mitglied seit | 2021 | 2015 | 2021 | 2012 | 2021 |
| Persönliche Eignung | |||||
| Vorliegen aufsichtsrechtlicher Anforderungen | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Praxis als Bankorgan/Mitglied der Geschäftsleitung/Führungserfahrung | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Unabhängigkeit | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Kein Overboarding | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Anzahl weiterer Aufsichtsratsmandate | 4 | 0 | 2 | 0 | 3 |
| Soft Skills (Authentizität, Loyalität, Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Überzeugungskraft, Kommunikations-, Diskussions-, Entscheidungsfähigkeit, Einsatzbereitschaft, Belastbarkeit) | ✓ | V | ✓ | ✓ | ✓ |
| Diversität | |||||
| Geschlecht | m | w | m | w | m |
| Nationalität | D | D | D | A | D |
| Geburtsjahr | 1951 | 1960 | 1966 | 1952 | 1961 |
| Kompetenzen, Erfahrungen & fachliche Eignung | |||||
| Finanzmärkte & Bankgeschäft | III | II | II | III | III |
| Geschäftsstrategie und -planung | III | III | II | III | III |
| Regulatorik/rechtliche Rahmenbedingungen | III | II | II | III | III |
| Risikomanagement (inkl. IKS und Revision)/-controlling | III | III | II | III | III |
| Compliance (inkl. Geldwäsche/Terrorismusfinanzierung) | II | III | III | II | III |
| Rechnungslegung (inkl. Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung) | III | II | III | II | II |
| Abschlussprüfung (inkl. Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung) | II | II | III | II | II |
| Digitalisierung, Technologie & Datensicherheit | II | III | II | I | II |
| ESG, insbesondere i.R. | II | II | II | III | I |
| a) Nachhaltige Unternehmensführung/nachhaltiges Banking | |||||
| b) Corporate Social Responsibility (CSR) | |||||
| c) ESG-Risiken | |||||
| Beurteilung der Wirksamkeit von Regelungen eines Kreditinstituts im Hinblick auf wirksame Governance/Aufsicht/Kontrolle | III | II | II | III | III |
| Aufsichtsrats- oder Ausschussvorsitz | |||||
| Vorsitz | AR, PNA, VKA | Digi-Tra | PrüfA | ESG | RisikoA |
| Spezifische Kenntnisse innerhalb des Ausschusses bzw. |
Mitglieder
| Dr. Frank Czichowsk | Dr. Jutta Dönges | Daniela Mattheus | Caroline Seifert | Robin J. Stalker | |
|---|---|---|---|---|---|
| Zugehörigkeit | AE | AE | AE | AE | AE |
| Mitglied seit | 2020 | 2020 | 2021 | 2021 | 2018 |
| Persönliche Eignung | |||||
| Vorliegen aufsichtsrechtlicher Anforderungen | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Praxis als Bankorgan/Mitglied der Geschäftsleitung/Führungserfahrung | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Unabhängigkeit | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Kein Overboarding | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Anzahl weiterer Aufsichtsratsmandate⁴ | 4 | 0 | 3 | 2 | 0 |
| Soft Skills | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Diversität | |||||
| Geschlecht | m | w | w | w | m |
| Nationalität | D | D | D | D | NZ |
| Geburtsjahr | 1960 | 1973 | 1972 | 1966 | 1958 |
| Uwe Heike | Alexander Tschäge | Gunnar Anscheit | Stefan Boursanoff | Burghardt de Buhr | |
|---|---|---|---|---|---|
| Zugehörigkeit | AN | AN | AN | AN | AN |
| Mitglied seit | 2003 | 2017 | 2018 | 2013 | 2013 |
| Persönliche Eignung | |||||
| Vorliegen aufsichtsrechtlicher Anforderungen | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Praxis als Bankorgan/Mitglied der Geschäftsleitung/Führungserfahrung | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Unabhängigkeit | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
| Kein Overboarding | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Anzahl weiterer Aufsichtsratsmandate⁴ | 0 | 3 | 0 | 0 | 3 |
| Soft Skills | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Diversität | |||||
| Geschlecht | m | w | m | m | m |
| Nationalität | D | D | D/GR | D | D |
| Geburtsjahr | 1967 | 1971 | 1963 | 1967 | 1959 |
| Monika Fink | Stefan Jennes | Kerstin Jerchel | Alexandra Krieger | Wittmann | |
|---|---|---|---|---|---|
| Zugehörigkeit | AN | AN | AN | AN | AN |
| Mitglied seit | 2018 | 2022 | 2018 | 2008 | 2018 |
| Persönliche Eignung | |||||
| Vorliegen aufsichtsrechtlicher Anforderungen | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Praxis als Bankorgan/Mitglied der Geschäftsleitung/Führungserfahrung | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Unabhängigkeit | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. | n.a. |
| Kein Overboarding | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Anzahl weiterer Aufsichtsratsmandate⁴ | 0 | 0 | 0 | 2 | 0 |
| Soft Skills | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Diversität | |||||
| Geschlecht | w | m | w | w | m |
| Nationalität | D | D | D | D | D |
| Geburtsjahr | 1969 | 1968 | 1971 | 1970 | 1968 |
Kompetenzen, Erfahrungen & fachliche Eignung
Dr. Frank Czichowsk, Dr. Jutta Dönges, Daniela Mattheus, Caroline Seifert, Robin J. Stalker
| Kompetenz | Dr. Frank Czichowsk | Dr. Jutta Dönges | Daniela Mattheus | Caroline Seifert | Robin J. Stalker |
|---|---|---|---|---|---|
| Finanzmärkte & Bankgeschäft | III | III | II | I | III |
| Geschäftsstrategie und -planung | II | III | I | III | III |
| Regulatorik/rechtliche Rahmenbedingungen | II | III | II | I | II |
| Risikomanagement (inkl. IKS und Revision)/-controlling | III | III | III | I | II |
| Compliance (inkl. Geldwäsche/Terrorismusfinanzierung) | II | III | II | II | II |
| Rechnungslegung (inkl. Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung) | II | III | III | I | III |
| Abschlussprüfung (inkl. Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung) | II | III | II | I | III |
| Digitalisierung, Technologie & Datensicherheit | II | I | I | III | II |
| ESG, insbesondere i.R. | |||||
| a) Nachhaltige Unternehmensführung/nachhaltiges Banking | III | II | II | II | III |
| b) Corporate Social Responsibility (CSR) | |||||
| c) ESG-Risiken | |||||
| Beurteilung der Wirksamkeit von Regelungen eines Kreditinstituts im Hinblick auf wirksame Governance/Aufsicht/Kontrolle | II | III | III | I | II |
Uwe Heike, Alexander Tschäge, Gunnar Anscheit, Stefan Boursanoff, Burghardt de Buhr
| Kompetenz | Uwe Heike | Alexander Tschäge | Gunnar Anscheit | Stefan Boursanoff | Burghardt de Buhr |
|---|---|---|---|---|---|
| Finanzmärkte & Bankgeschäft | II | II | II | II | III |
| Geschäftsstrategie und -planung | III | II | I | II | II |
| Regulatorik/rechtliche Rahmenbedingungen | I | II | I | II | II |
| Risikomanagement (inkl. IKS und Revision)/-controlling | I | I | I | II | II |
| Compliance (inkl. Geldwäsche/Terrorismusfinanzierung) | II | II | I | III | III |
| Rechnungslegung (inkl. Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung) | I | I | I | II | II |
| Abschlussprüfung (inkl. Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung) | I | I | I | II | II |
| Digitalisierung, Technologie & Datensicherheit | II | III | I | III | II |
| ESG, insbesondere i.R. | |||||
| a) Nachhaltige Unternehmensführung/nachhaltiges Banking | II | II | I | II | II |
| b) Corporate Social Responsibility (CSR) | |||||
| c) ESG-Risiken | |||||
| Beurteilung der Wirksamkeit von Regelungen eines Kreditinstituts im Hinblick auf wirksame Governance/Aufsicht/Kontrolle | III | II | I | II | II |
Monika Fink, Stefan Jennes, Kerstin Jerchel, Alexandra Krieger, Wittmann
| Kompetenz | Monika Fink | Stefan Jennes | Kerstin Jerchel | Alexandra Krieger | Wittmann |
|---|---|---|---|---|---|
| Finanzmärkte & Bankgeschäft | II | II | I | II | I |
| Geschäftsstrategie und -planung | II | I | II | I | II |
| Regulatorik/rechtliche Rahmenbedingungen | II | I | II | II | I |
| Risikomanagement (inkl. IKS und Revision)/-controlling | I | II | I | ||
| Compliance (inkl. Geldwäsche/Terrorismusfinanzierung) | II | I | II | I | I |
| Rechnungslegung (inkl. Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung) | II | I | II | II | II |
| Abschlussprüfung (inkl. Nachhaltigkeitsberichterstattung und deren Prüfung) | II | I | II | II | I |
| Digitalisierung, Technologie & Datensicherheit | II | I | II | I | I |
| ESG, insbesondere i.R. | |||||
| a) Nachhaltige Unternehmensführung/nachhaltiges Banking | II | I | III | I | II |
| b) Corporate Social Responsibility (CSR) | |||||
| c) ESG-Risiken | |||||
| Beurteilung der Wirksamkeit von Regelungen eines Kreditinstituts im Hinblick auf wirksame Governance/Aufsicht/Kontrolle | I | I | III | I | II |
Aufsichtsrats- oder Ausschussvorsitz
| Dr. Frank Czichowsk | Dr. Jutta Dönges | Daniela Mattheus | Caroline Seifert | Robin J. Stalker | Uwe Heike | Alexander Tschäge | Gunnar Anscheit | Stefan Boursanoff | Burghardt de Buhr | Monika Fink | Stefan Jennes | Kerstin Jerchel | Alexandra Krieger | Wittmann | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Vorsitz | Stellv. Vorsitz | Stellv. Vorsitz | Stellv. Vorsitz | Stellv. Vorsitz | Stellv. Vorsitz | ||||||||||
| Spezifische Kenntnisse innerhalb des Ausschusses bzw. in Bezug auf die Gesamtbank | |||||||||||||||
| Erfahrung in der Gestaltung von Tagesordnungen sowie der Leitung und Vorbereitung von Sitzungen | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
Erläuterungen:
1. Grundkenntnisse: sicheres Grundwissen in wesentlichen Bereichen innerhalb des Fachgebiets, erworben zum Beispiel durch Schulungen oder praktische Erfahrungen.
2. Gute Kenntnisse: umfangreiches Wissen in Bezug auf das gesamte Fachgebiet oder Spezialkenntnisse in Teilen des Fachgebiets, erworben durch langjährige Praxiserfahrung.
3. Expertenkenntnisse: Expertenwissen im gesamten Fachgebiet, erworben durch eine Funktion als Entscheidungsträgerin/Entscheidungsträger.
4. Anzahl der Mandate zum 31. Dezember 2022, die aufsichtsrechtlich beziehungsweise regulatorisch zu berücksichtigen sind.
* I = Grundkenntnisse
* II = Gute Kenntnisse
* III = Expertenkenntnisse
* ✓ = gegeben
* AN = Arbeitnehmervertretung
* AE = Anteilseigner
Mit Burkhard Keese als Vorsitzendem des Prüfungsausschusses und Robin J. Stalker, der ebenfalls Mitglied des Prüfungsausschusses ist, verfügt der Aufsichtsrat über zwei Mitglieder mit besonderem Sachverstand auf den Gebieten sowohl der Rechnungslegung als auch der Abschlussprüfung. Daneben verfügen auch weitere Mitglieder des Prüfungsausschusses über besondere Expertise auf den Gebieten Rechnungslegung und Abschlussprüfung. Robin J. Stalker sowie weitere Aufsichtsratsmitglieder haben zudem besondere Expertise auf dem Gebiet ESG. Um den Entwicklungen in der Commerzbank Aktiengesellschaft zum Thema Nachhaltigkeit zu entsprechen und auch den wachsenden Anforderungen und Aufgaben des Aufsichtsrats auf diesem Gebiet angemessen gerecht zu werden, hat der Aufsichtsrat Anfang 2022 den Sozialausschuss um die Bereiche Environment und Governance sowie personell erweitert und ihn dementsprechend in "Ausschuss für Nachhaltigkeit, Soziales und gute Unternehmensführung (ESG)" umbenannt. Für weitere Informationen zu den einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern wird zudem auf ihre Lebensläufe verwiesen, die auf der Internetseite der Commerzbank Aktiengesellschaft abrufbar sind. Gemäß der Empfehlung C.1 des Kodex soll die Erklärung zur Unternehmensführung zudem über die nach Einschätzung der Anteilseignervertreterinnen und -vertreter im Aufsichtsrat angemessene Zahl unabhängiger Anteilseignervertreterinnen und -vertreter und die Namen dieser Mitglieder informieren.# Corporate Governance Report
Report on Corporate Governance
According to Recommendation C.6 of the German Corporate Governance Code (DCGK), a member of the supervisory board is considered independent if they are independent of the company and its executive board, and independent of any controlling shareholder. A supervisory board member is considered independent of the company and its executive board if they have no personal or business relationships with the company or its executive board that could establish a significant and not merely temporary conflict of interest. When assessing the independence of its members according to Recommendation C.7 of the DCGK, the shareholders' side should particularly consider whether the supervisory board member, or a close family member of the supervisory board member:
- was a member of the company’s executive board in the two years prior to their appointment;
- currently maintains or has maintained a significant business relationship with the company or one of its dependent companies, directly, as a shareholder, or in a responsible position at a non-group company, in the year up to their appointment;
- is a close family member of an executive board member; or
- has been a member of the supervisory board for more than twelve years.
Furthermore, according to Recommendation C.11 of the DCGK, no more than two former members of the Executive Board of Commerzbank AG should be members of the Supervisory Board. Based on the aforementioned criteria, all ten shareholder representatives are qualified as "independent" in the sense of the German Corporate Governance Code, namely Helmut Gottschalk, Dr. Frank Czichowski, Sabine U. Dietrich, Dr. Jutta A. Dönges, Burkhard Keese, Daniela Mattheus, Caroline Seifert, Robin J. Stalker, Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell, and Frank Westhoff. Dr. Jutta A. Dönges and Dr. Frank Czichowski were proposed for election to the Supervisory Board of Commerzbank AG at the suggestion of the Financial Market Stabilization Fund, represented by Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH. The Financial Market Stabilization Fund holds approximately 15.6% of Commerzbank AG’s share capital and is therefore not a controlling shareholder in the sense of the Code. Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH also maintains no significant business relationships with Commerzbank AG. Furthermore, there are no former members of the Executive Board of Commerzbank AG on the Supervisory Board. Thus, the objective of having at least eight independent supervisory board members elected by the Annual General Meeting is achieved. In this respect, the self-assessment that the Supervisory Board has an appropriate number of independent members is justified.
In fiscal year 2022, the Supervisory Board and its committees addressed the results of the effectiveness review of their work conducted in fiscal year 2021 in accordance with Recommendation D.12 of the German Corporate Governance Code, along with the assessment of the Executive Board and the Supervisory Board to be carried out pursuant to Section 25d (11) No. 3 and 4 of the German Banking Act (Kreditwesengesetz - KWG). Both the Supervisory Board and the individual committees developed action plans based on the results; within the Supervisory Board, these plans included topics such as the qualification and further training of supervisory board members, anchoring ESG issues within the Supervisory Board, and efficient communication between the Executive Board and the Supervisory Board, and these measures were implemented. At the end of fiscal year 2022, the Supervisory Board reviewed the effectiveness of its work in fiscal year 2022 and conducted the assessment pursuant to Section 25d (11) No. 3 and 4 KWG. For this purpose, all supervisory board members completed various questionnaires, which were subsequently evaluated. The resulting analyses were presented to the Supervisory Board at the beginning of fiscal year 2023 and discussed there. Based on these discussions, action plans were created in both the Supervisory Board and its committees, which are being processed promptly. The members of the Supervisory Board are of the opinion that the working methods of the Supervisory Board and its committees are effective and that a high standard has been achieved overall.
In accordance with Recommendation E.2 of the Code and Section 3 (6) of the Supervisory Board's Rules of Procedure, each supervisory board member must disclose any conflicts of interest. In the reporting year, no conflicts of interest were reported by any supervisory board member.
In line with Recommendation B.2 of the German Corporate Governance Code, the Supervisory Board, together with the Executive Board, ensures long-term succession planning for the composition of the Executive Board, which also includes measures to respond appropriately to potential short-term personnel changes (e.g., resignation for personal reasons). The Presidential and Nomination Committee of the Supervisory Board of Commerzbank AG is responsible for succession planning. It supports the Supervisory Board in identifying candidates for the appointment of Executive Board members. In doing so, it considers the balance and diversity of knowledge, skills, and experience of all Executive Board members and drafts a job description with a candidate profile. When drafting the job description, it takes into account the competency profile and the suitability matrix for the Executive Board, as well as other objectives for its composition (e.g., diversity). The Presidential and Nomination Committee also reviews, pursuant to Section 25 (11) No. 5 KWG, the Executive Board's principles for the selection and appointment of senior management personnel. In doing so, it also determines whether there are generally suitable successor candidates at this level for the Executive Board.
The system for the remuneration of Supervisory Board members, which has been in place since January 1, 2020, and was resolved by the Annual General Meeting on May 13, 2020, and is regulated in the Articles of Association of Commerzbank, was amended by the 2022 Annual General Meeting with regard to remuneration for committee membership and therefore had to be re-approved pursuant to Section 113 (3) of the German Stock Corporation Act (Aktiengesetz - AktG). The resolution was published on the website of Commerzbank AG. The remuneration of Supervisory Board members is also explained in detail in the remuneration report, which is published on the website of Commerzbank AG.
Diversity
Both at Commerzbank AG and at the Group companies, diversity is taken into account in the composition of the Executive Board, the filling of management positions, and also in proposals for the election of Supervisory Board members (Recommendations A.2, B.1, and C.1 of the German Corporate Governance Code). This is intended to counteract the risk of "groupthink" and bias. Furthermore, diversity contributes to a broader range of experience, knowledge, and skills.
Diversity Concept and Disclosure of Minimum Quotas for Women and Men on the Supervisory Board
The Supervisory Board of Commerzbank AG comprises 20 members. As outlined in the description of the objectives for the composition of the Supervisory Board, at least 8 independent Supervisory Board members (shareholder representatives) within the meaning of Recommendations C.6, C.7, and C.8 of the Code must always be members elected by the Annual General Meeting. Furthermore, as recommended by the Code in C.2, the Supervisory Board has set an age limit for Supervisory Board members by establishing a standard retirement age of 72 years. The Supervisory Board strives for a broad age structure within the overall body. The Supervisory Board also aims for members with diverse educational and professional backgrounds within an appropriate scope. Additionally, at least one international representative must always be a member of the Supervisory Board. Furthermore, when making election proposals to the Annual General Meeting, the Supervisory Board ensures appropriate participation of women and men. The Supervisory Board endeavors to exceed the legally required quota of at least 30% women and men on the Supervisory Board. It should be noted that the Supervisory Board can only influence the composition of the Supervisory Board through its election proposals to the Annual General Meeting. The employee representatives on the Supervisory Board also strive to exceed the quota of at least 30% women and men among employee representatives. The Supervisory Board achieved all the aforementioned objectives in fiscal year 2022.
As of December 31, 2022, the Supervisory Board of Commerzbank AG included two international representatives, Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell and Robin J. Stalker, and nine women, five of whom are shareholder representatives. The proportion of women on the Supervisory Board is currently 45%, and the proportion of men is 55%. The Group companies have set their own target figures for the proportion of women on the Supervisory Board, where legally required. The members of the Supervisory Board of Commerzbank AG are between 49 and 71 years old; the average age is 57.4 years. The educational and professional backgrounds of the Supervisory Board members vary: there are Supervisory Board members with banking training, lawyers, members with economic degrees, and engineers. Many Supervisory Board members have many years of banking experience.# Diversitätskonzept und Beteiligungsgebot in Bezug auf den Vorstand
Bei der Zusammensetzung des Vorstands ist der Aufsichtsrat bestrebt, dem Gesichtspunkt der Diversität insbesondere auch in Bezug auf Aspekte wie Alter, Herkunft, Bildungs- und Berufshintergrund verstärkt Rechnung zu tragen und eine angemessene Berücksichtigung von Frauen anzustreben. In der Regel sollen die Vorstandsmitglieder nicht älter als 65 Jahre sein. Zudem sorgt der Aufsichtsrat in angemessenem Rahmen für unterschiedliche Ausbildungs- und Berufshintergründe der Vorstandsmitglieder. Der Aufsichtsrat hatte eine Zielgröße von mindestens einem weiblichen Mitglied bis zum 31. Dezember 2021 festgelegt. Dieses Ziel wurde bereits am 1. November 2017 erreicht und seit dem 1. Januar 2020 mit zwei Frauen im Vorstand übertroffen. Damit wird auch das Beteiligungsgebot nach § 76 Abs. 3a AktG erfüllt beziehungsweise übertroffen, wonach in einem Vorstand, der aus mehr als drei Personen besteht, mindestens eine Frau und mindestens ein Mann Mitglied des Vorstands sein müssen. Der Aufsichtsrat ist bestrebt, auch zukünftig das gesetzliche Beteiligungsgebot zu übertreffen. Zum 31. Dezember 2022 betrug der Frauenanteil im Vorstand 28,6 %. Die Konzerngesellschaften haben, sofern gesetzlich vorgesehen, eigene Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand festgelegt.
Zielquoten für die erste und zweite Führungsebene
Der Vorstand der Commerzbank Aktiengesellschaft ist nach § 76 Abs. 4 AktG verpflichtet, eine Zielgröße für den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands sowie eine Frist zum Erreichen dieses Zieles festzulegen. Er hat zuletzt im Dezember 2021 neue Zielquoten für die erste und zweite Führungsebene der Commerzbank Aktiengesellschaft (bezogen auf das Inland) festgelegt. Für die erste Führungsebene liegt die Zielquote bei 25 %, für die zweite Führungsebene ebenfalls bei 25 %. Als Fristende wurde der 31. Dezember 2026 festgelegt. Die Commerzbank Aktiengesellschaft hat sich damit ambitionierte Ziele gesetzt. Denn für die Bank und den Konzern insgesamt ist es ein wichtiges Ziel, die Anzahl der Frauen in Führungspositionen weiter zu steigern.
In der Commerzbank Aktiengesellschaft gehörten am 31. Dezember 2022 zur ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands 39 Personen, von denen 33 männliche und 6 weibliche Führungskräfte waren. Der Frauenanteil in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands betrug damit 15,4 %. Die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands umfasste 320 Personen, von denen 247 männliche und 73 weibliche Führungskräfte waren. Der Frauenanteil in der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands betrug mithin 22,8 %.
Von der Festlegung von Zielquoten für die erste und zweite Führungsebene auf Konzernebene hat der Vorstand abgesehen. Die jeweiligen Konzerngesellschaften haben im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben vielmehr eigene Zielquoten bestimmt. Im Konzern gehörten zur ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands 41 Personen, von denen 35 männliche und 6 weibliche Führungskräfte waren. Der Frauenanteil in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands betrug damit zum Berichtsstichtag 14,6 %. Die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands umfasste 363 Personen, von denen 287 männliche und 76 weibliche Führungskräfte waren. Der Frauenanteil in der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands betrug somit 20,9 %.
Bilanzierung
Die Rechnungslegung des Commerzbank-Konzerns sowie der Commerzbank Aktiengesellschaft vermittelt unter Beachtung der jeweiligen Rechnungslegungsstandards ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Konzernabschluss und Konzernlagebericht werden nach den International Financial Reporting Standards, wie sie vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlicht wurden und in der EU anzuwenden sind (IFRS), und den ergänzenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt; Jahresabschluss und Lagebericht der Commerzbank Aktiengesellschaft nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB). Konzernabschluss sowie Jahresabschluss werden vom Vorstand aufgestellt und vom Aufsichtsrat gebilligt beziehungsweise festgestellt. Die Prüfung obliegt dem von der Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfer.
Zum Konzernlagebericht gehört auch ein ausführlicher Risikobericht, der über den verantwortungsvollen Umgang des Unternehmens mit den unterschiedlichen Risikoarten informiert. Er ist auf den Seiten 106 bis 150 dieses Geschäftsberichts abgedruckt. Während des Geschäftsjahres werden Anteilseigner und Dritte zusätzlich durch den Zwischenbericht zum 30. Juni und zwei weitere Zwischenmitteilungen (zum 31. März und 30. September) über den Geschäftsverlauf unterrichtet. Auch der Zwischenbericht zum 30. Juni wird nach den IFRS aufgestellt. In den Zwischenmitteilungen zum 31. März und 30. September werden die Bestandteile "Gesamtergebnisrechnung", "Bilanz" und "Eigenkapitalveränderungsrechnung" in Übereinstimmung mit den hierfür anwendbaren Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsgrundsätzen der IFRS für die Zwischenberichterstattung erstellt.
Aktionärsbeziehungen, Transparenz und Kommunikation
Einmal im Jahr findet die ordentliche Hauptversammlung statt. Sie beschließt insbesondere über - soweit ausgewiesen - die Verwendung des Bilanzgewinns, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, die Bestellung des Abschlussprüfers sowie Satzungsänderungen. Gegebenenfalls erteilt sie die Ermächtigung zu Kapitalmaßnahmen oder die Zustimmung zum Abschluss von Gewinnabführungsverträgen. Dabei gewährt jeweils eine Aktie eine Stimme.
Der Aufsichtsrat hat der Hauptversammlung 2022 ein in grundlegenden Punkten weiterentwickeltes Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands gemäß § 120a Abs. 1 AktG zur Billigung vorgelegt. Die Hauptversammlung hat das Vergütungssystem mit einer Quote von 84,6 % gebilligt. Das aktuelle Vergütungssystem und der Beschluss der Hauptversammlung sind auf der Internetseite der Commerzbank Aktiengesellschaft veröffentlicht.
Die Aktionärinnen und Aktionäre der Bank können Empfehlungen oder sonstige Stellungnahmen per Brief oder E-Mail einbringen beziehungsweise persönlich vortragen. Seit dem Geschäftsjahr 2020 gibt es zudem einen in der Engagement-Policy geregelten geordneten Prozess, um als Aktionärin oder Aktionär mit der Commerzbank Aktiengesellschaft in Kontakt zu treten. Bei der Hauptversammlung erfolgt die Kommentierung oder Beantwortung direkt durch Vorstand oder Aufsichtsrat. Daneben können die Aktionärinnen und Aktionäre durch Gegen- oder Erweiterungsanträge zur Tagesordnung den Ablauf der Hauptversammlung mitbestimmen. Auf Antrag der Aktionärinnen und Aktionäre kann auch eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden.
Die für die Hauptversammlung rechtlich erforderlichen Berichte und Unterlagen einschließlich des Geschäftsberichts sind im Internet abrufbar, ebenso die Tagesordnung der Hauptversammlung und eventuelle Gegen- oder Erweiterungsanträge. Die Commerzbank Aktiengesellschaft informiert die Öffentlichkeit - und damit auch die Aktionärinnen und Aktionäre - viermal pro Jahr über die Finanz- und Ertragslage der Bank; kursrelevante Unternehmensnachrichten werden zudem als Ad-hoc-Meldung veröffentlicht. Damit ist die Gleichbehandlung der Aktionärinnen und Aktionäre sichergestellt.
Im Rahmen von Pressekonferenzen und Analysten- und Investorenveranstaltungen berichtet der Vorstand über den Jahresabschluss beziehungsweise die Quartalsergebnisse sowie über die zukünftige Strategie der Bank. Zur Berichterstattung nutzt die Commerzbank Aktiengesellschaft die Möglichkeiten des Internets; unter https://www.commerzbank.de werden umfangreiche Informationen über den Konzern veröffentlicht. So ist neben den Geschäftsordnungen von Vorstand und Aufsichtsrat unter anderem auch die Satzung der Commerzbank Aktiengesellschaft im Internet verfügbar. Im Geschäftsbericht und im Internet wird darüber hinaus der Finanzkalender für das laufende und nächste Jahr publiziert. Er enthält alle für die Finanzkommunikation wesentlichen Veröffentlichungstermine, insbesondere Termine von Bilanzpresse- und Analystenkonferenzen sowie den Termin der Hauptversammlung.
Wir fühlen uns zu offener und transparenter Kommunikation mit unseren Aktionärinnen und Aktionären und allen anderen Stakeholdern verpflichtet. Diesen Anspruch wollen wir auch künftig erfüllen.
Angaben gemäß § 315a und § 315 Abs. 4 des Handelsgesetzbuches (HGB)
Übernahmerechtliche Angaben gemäß § 315a HGB und erläuternder Bericht
Zusammensetzung des Grundkapitals
Das Grundkapital der Commerzbank betrug zum Ende des Geschäftsjahres 1.252.357.634,00 Euro. Es ist eingeteilt in 1.252.357.634 Stückaktien. Die Aktien lauten auf den Inhaber. Die Commerzbank hat lediglich Stammaktien ausgegeben, mit denen die gleichen Rechte und Pflichten verbunden sind. Jede Stückaktie gewährt eine Stimme.
Stimmrechts- und Übertragungsbeschränkungen; Art der Stimmrechtskontrolle bei Mitarbeiterbeteiligung
Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind uns nicht bekannt. Generell ist das Stimmrecht in den Fällen des § 136 AktG aus den betroffenen Aktien von Gesetzes wegen ausgeschlossen. Auch aus eigenen Aktien können nach § 71b AktG keine Rechte ausgeübt werden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Aktien der Commerzbank halten, üben ihre Kontrollrechte wie andere Aktionärinnen und Aktionäre nach Maßgabe von Gesetz und Satzung aus.
Beteiligungen am Kapital von mehr als zehn vom Hundert der Stimmrechte
Nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) muss jeder Anleger, der durch Erwerb, Veräußerung oder auf sonstige Weise bestimmte Anteile an Stimmrechten erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies uns und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) anzeigen. Der niedrigste Schwellenwert für diese Anzeigepflicht beträgt drei vom Hundert. Gemäß der Stimmrechtsmitteilung vom 4.# Commerzbank Aktiengesellschaft
Juni 2013 ist der Finanzmarktstabilisierungsfonds, Bundesrepublik Deutschland, an der Commerzbank Aktiengesellschaft mit 17,15 vom Hundert am stimmberechtigten Kapital beteiligt. Sofern der damals gemeldete Stimmrechtsanteil unverändert geblieben ist, wäre der Finanzmarktstabilisierungsfonds seit der Durchführung der Kapitalerhöhung im April 2015 an der Commerzbank Aktiengesellschaft noch mit etwa 15,6 vom Hundert am stimmberechtigten Kapital beteiligt. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht.
Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands; Änderungen der Satzung
Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat nach Maßgabe des § 84 AktG und § 6 Abs. 2 der Satzung bestellt und abberufen. Vor der Bestellung von Vorstandsmitgliedern muss der BaFin, der Deutschen Bundesbank und der Europäischen Zentralbank (EZB) nachgewiesen werden, dass diese zuverlässig, fachlich geeignet und in ausreichendem Maße zeitlich verfügbar sind. Die fachliche Eignung setzt voraus, dass sie in ausreichendem Maße theoretische und praktische Kenntnisse in den Geschäften der Bank sowie Leitungserfahrung haben (§ 24 Abs. 1 Nr. 1, § 25c Abs. 1 KWG, Art. 93 EU-Verordnung Nr. 468/2014 (SSM-Rahmenverordnung)).
Gemäß § 6 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen; im Übrigen legt der Aufsichtsrat gemäß § 6 Abs. 2 der Satzung die Anzahl der Vorstandsmitglieder fest. Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, ohne dass der Aufsichtsrat eine entsprechende Bestellung vornimmt, so wird dieses in dringenden Fällen nach Maßgabe des § 85 AktG gerichtlich bestellt.
Jede Satzungsänderung bedarf gemäß § 179 Abs. 1 Satz 1 AktG eines Beschlusses der Hauptversammlung. Soweit das Gesetz nicht zwingend eine Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals vorschreibt, genügt ergänzend zur einfachen Stimmenmehrheit die einfache Mehrheit des vertretenen Kapitals (§ 19 Abs. 3 Satz 2 der Satzung). Die Befugnis zu Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, ist gemäß § 10 Abs. 3 der Satzung in Übereinstimmung mit § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG auf den Aufsichtsrat übertragen worden.
Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen
Der Vorstand ist nach näherer Maßgabe von § 4 Abs. 3 und Abs. 4 der am 31. Dezember 2022 geltenden Satzung ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 21. Mai 2024 das Grundkapital einmalig oder mehrfach, jedoch insgesamt höchstens um 626.178.817,00 Euro durch Ausgabe neuer Aktien zu erhöhen:
- um bis zu 500.943.054,00 Euro gegen Bareinlagen (Genehmigtes Kapital 2019/I). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht auszuschließen, um (i) Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen oder (ii) Belegschaftsaktien an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis zu einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 15.000.000,00 Euro auszugeben;
- um bis zu 125.235.763,00 Euro gegen Bar- oder Sacheinlagen (Genehmigtes Kapital 2019/II). Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht auszuschließen, um (i) Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen; (ii) um in dem Umfang, in dem es erforderlich ist, Inhabern von Wandlungs- oder Optionsrechten ein Bezugsrecht auf neue Aktien einzuräumen; (iii) das Grundkapital gegen Sacheinlagen zu erhöhen; oder (iv) neue Aktien gegen Bareinlagen im Umfang von höchstens 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens oder - falls dieser Wert geringer ist - zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung auszugeben, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis für Aktien gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet.
Für die Bestimmung der Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals bestehen die in der Satzung aufgeführten Anrechnungsregeln. Der anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf Aktien entfällt, die unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionärinnen und Aktionäre gegen Bar- oder Sacheinlagen ausgegeben werden, darf insgesamt 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft nicht übersteigen. Sofern Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionärinnen und Aktionäre an Vorstandsmitglieder, Mitglieder der Geschäftsführung oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Commerzbank Aktiengesellschaft und ihrer Konzernunternehmen im Sinne von § 18 Abs. 1 AktG ausgegeben werden, darf der Vorstand nur bis zu einer Höhe von insgesamt maximal 3 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals von der Ermächtigung Gebrauch machen. Für die Bestimmung dieser 3-%-Grenze bestehen die in der Satzung aufgeführten Anrechnungsregeln. Für die Einzelheiten des Genehmigten Kapitals, insbesondere zu den Ausübungsbedingungen, verweisen wir auf die ausführlichen Erläuterungen im Anhang Note 59.
Der Vorstand wurde von der Hauptversammlung am 13. Mai 2020 nach § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 12. Mai 2025 eigene Aktien im Volumen von bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals oder - falls dieser Wert geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Zusammen mit den aus anderen Gründen erworbenen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, dürfen die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien zu keinem Zeitpunkt 10 % des jeweiligen Grundkapitals der Gesellschaft übersteigen.
Der Erwerb darf nach Wahl des Vorstands über die Börse oder mittels eines an alle Aktionärinnen und Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots vorgenommen werden. Der zulässige Gegenwert für den Erwerb der Aktien (ohne Erwerbsnebenkosten) unterliegt für beide Erwerbsmöglichkeiten bestimmten in der Ermächtigung aufgeführten Grenzen. Sollte bei einem öffentlichen Kaufangebot das Volumen der angebotenen Aktien das vorgesehene Rückkaufvolumen überschreiten, kann die Annahme im Verhältnis der jeweils angebotenen Aktien vorgenommen werden. Eine bevorrechtigte Annahme geringer Stückzahlen bis zu 50 Stück zum Erwerb angebotener Aktien der Gesellschaft je Aktionärin und Aktionär kann vorgesehen werden (Mindestzuteilung). Die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien kann einmalig oder mehrfach, ganz oder in Teilbeträgen und in Kombination der vorbezeichneten Erwerbsmöglichkeiten ausgenutzt werden.
Der Vorstand wurde ermächtigt, zurückerworbene Aktien nach näherer Maßgabe des Hauptversammlungsbeschlusses wie folgt zu verwenden:
- Veräußerung der eigenen Aktien über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionärinnen und Aktionäre;
- Veräußerung der eigenen Aktien gegen Sachleistung zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen sowie anderen Wirtschaftsgütern;
- bei Veräußerung der eigenen Aktien durch ein Angebot an alle Aktionärinnen und Aktionäre Einräumung eines Bezugsrechts für Inhaber von Wandlungs- oder Optionsrechten, wie es ihnen nach Ausübung des Wandlungs- oder Optionsrechts oder nach Erfüllung einer entsprechenden Wandlungs- oder Optionspflicht zustehen würde;
- Ausgabe der eigenen Aktien (i) als Belegschaftsaktien an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis zu einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 15.000.000,00 Euro oder (ii) als Bestandteil der Vergütung durch Leistung von Aktien an Vorstandsmitglieder, Mitglieder der Geschäftsführung oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Commerzbank Aktiengesellschaft und ihrer Konzernunternehmen im Sinne von § 18 Abs. 1 AktG;
- Veräußerung der eigenen Aktien in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionärinnen und Aktionäre, sofern der Kaufpreis den Börsenpreis der Aktien zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet.
Von dieser Ermächtigung darf nur Gebrauch gemacht werden, wenn sichergestellt ist, dass die Zahl der aufgrund dieser Ermächtigung veräußerten Aktien zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung oder - falls dieser Wert geringer ist - zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung 10 % des vorhandenen Grundkapitals der Gesellschaft nicht übersteigt. Für die Bestimmung der Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals bestehen die in der Ermächtigung aufgeführten Anrechnungsregeln.
Von den Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugsrechts für die Verwendung eigener Aktien als Belegschaftsaktien, als Bestandteil der Vergütung durch Leistung von Aktien an Vorstandsmitglieder, Mitglieder der Geschäftsführung oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für die Ausgabe der eigenen Aktien gegen Sachleistung an Vorstandsmitglieder, Mitglieder der Geschäftsführung oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die Einbringung von Ansprüchen auf variable Vergütungsbestandteile, Gratifikationen oder ähnlichen Forderungen gegen die Gesellschaft oder ihre Konzernunternehmen darf der Vorstand nur bis zu einer Höhe von insgesamt maximal 3 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals Gebrauch machen. Für die Bestimmung dieser 3-%-Grenze bestehen die in der Ermächtigung aufgeführten Anrechnungsregeln.
Die vorgenannten Ermächtigungen zur Verwendung eigener Aktien können einmalig oder mehrfach, ganz oder in Teilen, einzeln oder gemeinsam ausgenutzt werden. Die eigenen Aktien dürfen jeweils für einen oder mehrere der vorgenannten Zwecke verwendet werden. Das Bezugsrecht der Aktionärinnen und Aktionäre auf wieder veräußerte Commerzbank-Aktien wurde insoweit ausgeschlossen als diese Aktien gemäß den vorstehenden Ermächtigungen unter den Aufzählungspunkten 2 bis 5 verwendet werden.
Der Vorstand wurde weiter ermächtigt, aufgrund dieser Ermächtigung erworbene Aktien einzuziehen, ohne dass die Durchführung der Einziehung eines weiteren Hauptversammlungsbeschlusses bedarf.Ergänzend zu der vorstehend beschriebenen Ermächtigung wurde der Vorstand von der Hauptversammlung am 13. Mai 2020 nach § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, eigene Aktien auch unter Einsatz von Put- oder Call-Optionen sowie Terminkaufverträgen zu erwerben. Die Gesellschaft kann danach auf physische Belieferung gerichtete Put-Optionen an Dritte verkaufen und Call-Optionen von Dritten kaufen sowie Terminkaufverträge abschließen, bei denen zwischen Abschluss des Kaufvertrags über die eigenen Aktien und der Erfüllung durch Lieferung der Aktien mehr als zwei Börsentage liegen (nachfolgend zusammen "Derivate").
Durch die Bedingungen dieser Derivate muss sichergestellt sein, dass die Derivate nur mit Aktien beliefert werden, die ihrerseits unter Wahrung des Gleichbehandlungsgrundsatzes erworben wurden; dem genügt der Erwerb der Aktien über die Börse. Unter dieser Voraussetzung kann auch eine Kombination der vorgenannten Derivate eingesetzt werden. Die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien unter Einsatz von Derivaten kann einmalig oder mehrfach, ganz oder in Teilbeträgen ausgenutzt werden. Alle Aktienerwerbe unter Einsatz von Derivaten sind auf Aktien im Umfang von höchstens 5 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung über diese Ermächtigung vorhandenen Grundkapitals oder - falls dieser Wert geringer ist - des zum Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung bestehenden Grundkapitals beschränkt. Die Laufzeit der einzelnen Derivate darf jeweils höchstens 18 Monate betragen und muss so bestimmt werden, dass der Aktienerwerb in Ausübung der Derivate spätestens am 12. Mai 2025 erfolgt. Der in einem Derivat vereinbarte Preis (ohne Erwerbsnebenkosten) für den Erwerb einer Aktie bei Ausübung von Optionen oder Erfüllung von Terminkäufen unterliegt ebenso wie der von der Gesellschaft für Optionen zu zahlende Erwerbspreis, der von der Gesellschaft vereinnahmte Veräußerungspreis für Optionen sowie der von der Gesellschaft bei Terminkäufen vereinbarte Terminkurs bestimmten in der Ermächtigung näher aufgeführten Grenzen.
Werden eigene Aktien unter Einsatz von Derivaten unter Beachtung der vorstehenden Regelungen erworben, ist ein Recht der Aktionärinnen und Aktionäre, solche Derivategeschäfte mit der Gesellschaft abzuschließen, in entsprechender Anwendung von § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen. Aktionärinnen und Aktionäre haben ein Recht auf Andienung ihrer Aktien der Gesellschaft nur, soweit die Gesellschaft ihnen gegenüber aus den Derivategeschäften zur Abnahme der Aktien verpflichtet ist. Ein etwaiges weitergehendes Andienungsrecht ist ausgeschlossen. Für die Verwendung von Aktien, die unter Einsatz von Derivaten erworben werden, gelten die oben für direkt zurückerworbene Aktien beschriebenen Regeln.
Wesentliche Vereinbarungen bei einem Kontrollwechsel infolge eines Übernahmeangebots
Die Commerzbank hat im Rahmen von ISDA Master Agreements mit einem Teil der Vertragspartner für den Fall eines Kontrollwechsels aufgrund einer Verschmelzung oder Vermögensübertragung bei der Commerzbank ein außerordentliches Kündigungsrecht zugunsten dieser Vertragspartner vereinbart. In der Regel setzt das Kündigungsrecht zusätzlich eine wesentliche Verschlechterung der Kreditwürdigkeit der Commerzbank voraus. Die unter diesen Master Agreements abgeschlossenen Einzelverträge wären im Falle einer solchen Kündigung zum Marktwert abzurechnen, der börsentäglich ermittelt werden kann. Es ist aber nicht auszuschließen, dass die Kündigung eines Kunden mit besonders großem Geschäftsvolumen im Einzelfall aufgrund der möglichen Zahlungsverpflichtungen der Bank dennoch wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Commerzbank haben kann.
Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots
Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots sind weder mit Vorstandsmitgliedern noch mit Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern der Commerzbank getroffen worden.
Angaben gemäß § 315 Abs. 4 HGB
Ziel des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf die Finanzberichterstattung ist es, dass der Jahresabschluss der Commerzbank Aktiengesellschaft und des Commerzbank-Konzerns gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften nach HGB und IFRS ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt. In der Commerzbank sind das interne Kontrollsystem und das Risikomanagementsystem - beide mit Blick auf die Finanzberichterstattung - miteinander verknüpft. Im Folgenden wird daher der Begriff "IKS" ("Internes Kontrollsystem") verwendet. Details des Risikomanagementsystems können dem Risikobericht auf den Seiten 109 bis 110 entnommen werden.
Das Ziel einer ordnungsgemäßen und verlässlichen Finanzberichterstattung ist dadurch gefährdet, dass wesentliche Informationen in der Finanzberichterstattung fehlerhaft sind. Hierbei spielt es keine Rolle, ob dies durch einen einzelnen Sachverhalt oder erst durch die Kombination mehrerer Sachverhalte gegeben ist. Risiken für die Finanzberichterstattung können durch Fehler in den Rechnungslegungsprozessen entstehen. Zudem kann betrügerisches Verhalten zu einer fehlerhaften Darstellung von Informationen führen. Daher ist von der Bank sicherzustellen, dass die Risiken bezüglich einer fehlerhaften Darstellung, Bewertung oder Ausweises von wesentlichen Informationen im Rahmen der Finanzberichterstattung minimiert werden. Das IKS der Commerzbank ist darauf ausgerichtet, eine hinreichende Sicherheit bezüglich der Einhaltung geltender rechtlicher Anforderungen, der Ordnungsmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit sowie der Vollständigkeit und Richtigkeit der Finanzberichterstattung zu gewährleisten.
Gesetzliche Grundlagen und Richtlinien
In § 315 Abs. 4 HGB ist vom Gesetzgeber vorgegeben, dass kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften im Lagebericht die wesentlichen Merkmale ihres IKS beschreiben. In der Commerzbank sind die in den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) getroffenen Grundsätze zur institutsspezifischen Ausgestaltung des internen Kontrollsystems umgesetzt. Grundlage für die Gestaltung des internen Kontrollsystems der Bank ist das vom "Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission" (COSO) entwickelte und international gültige Rahmenwerk.
Die Commerzbank leitet hieraus folgende Ziele ab:
- Effektivität und Effizienz der Geschäftsprozesse,
- Einhaltung der gültigen Gesetze und Vorschriften und
- Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung.
Im Hinblick auf die vom COSO geforderte Risikobeurteilung des Rechnungslegungsprozesses (wie zum Beispiel Sicherstellung der Vollständigkeit der erfassten Transaktionen oder der korrekten bilanziellen Bewertung) bezüglich der Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung orientiert sich die Bank an den Empfehlungen des "International Standard on Auditing (ISA) 315".
Organisation
Eine wesentliche Basis für eine solide Unternehmensführung mit entsprechender Ausgestaltung einer unter Risikoaspekten orientierten strategischen Ausrichtung des Gesamtkonzerns ist die Schriftlich Fixierte Ordnung (SFO). Die SFO ist als die nachvollziehbare sowie laufend zu aktualisierende Darstellung der Aufbau- und Ablauforganisation einschließlich des Kompetenzgefüges eines Unternehmens definiert. Der verbindliche, regulatorisch geforderte Standard für die Ablauforganisation wird mit der SFO-Policy sowie dem Process Framework gesetzt. Diese bilden den Rahmen für Beschreibungen und Dokumentationen von Anweisungen, inklusive der Prozesse.
Die Dokumentation und Aktualisierung der Aufbauorganisation wird als Teil der SFO verstanden und gibt als Governance Framework für alle Unternehmenseinheiten einheitliche und verbindliche Mindestanforderungen vor. Primäres Merkmal ist das Prinzip der eindeutigen Verantwortungszuweisung, ausgehend vom Geschäftsverteilungsplan für den Vorstand bis hin zur Sachkostenkompetenz auf den darunterliegenden Führungsebenen. Der Umfang und die Ausgestaltung des Governance Framework orientieren sich sowohl an rechtlichen und regulatorischen Anforderungen als auch an der durch den Vorstand verabschiedeten "Unternehmensverfassung der Commerzbank". Daher übersetzt das Governance Framework wesentliche Leitgedanken der Unternehmensverfassung in praktische Regelungen und beinhaltet folgende Elemente:
- Geschäftsverteilungsplan für den Vorstand,
- Geschäftsaufträge,
- Geschäftsordnungen,
- Organigramme und
- Regelungen für Sachkostenkompetenzen.
Die organisatorischen Kontroll- und Überwachungselemente zur Sicherstellung eines funktionsfähigen und effizienten Kontrollgefüges werden in der Commerzbank Aktiengesellschaft in drei hintereinandergeschalteten Ebenen eingeordnet. Das "Three Lines of Defence"-Modell ist als zentraler Bestandteil in der Unternehmensverfassung verankert. Zudem sind inhaltlich nicht miteinander zu vereinbarende Aufgaben in der Bank nach dem Prinzip der Funktionstrennung in unterschiedlichen Bereichen organisiert. Zusätzlich werden zur Minimierung der Risiken in der Finanzberichterstattung wesentliche Kontrollen im Vieraugenprinzip durchgeführt.
In Anlehnung an die MaRisk liegt die Verantwortung für Implementierung, Umsetzung, Durchführung, Weiterentwicklung und Überprüfung des bankweiten IKS beim Vorstand. Während der Vorstand die Ausgestaltung und den Nachweis der Angemessenheit des konzernweiten IKS verantwortet, trägt die CFO die Verantwortung für die Ausgestaltung und die Effektivität des IKS für die Finanzberichterstattung. Sie ist verantwortlich für die Gestaltung des IKS durch angemessene und wirksame Kontrollschritte und deren Einbettung in die jeweiligen Prozesse. Dem Vorstand obliegt die Verantwortung für die ordnungsgemäße Aufstellung des Einzel- und Konzernabschlusses. In der Überwachung der Finanzberichterstattung wird der Aufsichtsrat vornehmlich durch den eigens hierfür geschaffenen Prüfungsausschuss unterstützt.# Nichtfinanzielle Berichterstattung
Über diesen Bericht
Der zusammengefasste nichtfinanzielle Bericht für die Commerzbank Aktiengesellschaft und den Commerzbank-Konzern wurde nach den Anforderungen des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes (CSR-RUG) erstellt. Neben der Muttergesellschaft wurden dabei insbesondere die wesentlichen Tochtergesellschaften Commerz Real AG, mBank S. A. und Commerzbank Finance & Covered Bond S. A. einbezogen.
- Gesetzliche Anforderungen und Hintergründe
-
- Verantwortung übernehmen
- Einführung
- Relevante Meilensteine der Entwicklung 2022
- Externe Bewertung unserer Nachhaltigkeitsleistung
-
- Nachhaltigkeit strategisch verankern
- Aufbau und Steuerung unserer Nachhaltigkeitsstrategie
- Umweltbelange Governance Strukturen erweitert
- Fokusthemen des Nachhaltigkeitsmanagement
- Achtung Menschenrechte Wesentliche Themen analysiert
- Unser Weg zu netto null Emissionen Net-Zero-Ziel verfolgen
-
- Verantwortungsvoll steuern
- Leitplanken durch das ESG-Rahmenwerk
- Umweltbelange Haltung zeigen
- Nachhaltigkeit als Teil des Risikomanagements
- Achtung Menschenrechte Umwelt- und Sozialkriterien bewerten
- Emissionsminderung auf wissenschaftlicher Basis Finanzierte Emissionen reduzieren
- Klassifizierung nach EU-Taxonomie EU-Taxonomie einbinden
- Materialität von Klima- und Biodiversitätsrisiken Klima- Biodiversitätsrisiken managen
-
- Kundentransformation begleiten
- Nachhaltigkeit als Chance für die Bank
- Kundenbelange Nachhaltig finanzieren
- Finanzierung der Energiewende Nachhaltige Geldanlage und Kapitalmarktprodukte
- Begleitung der Kundentransformation Datensicherheit gewährleisten
- Abwehr von Cyberkriminalität Im Dialog bleiben
- Kundinnen und Kunden im Fokus
-
- Mit gutem Beispiel vorangehen
- Klimaschutz im eigenen Betrieb
- Umweltbelange Betriebliche Emissionen senken
- Unsere Verantwortung als Arbeitgeber
- Sozialbelange Kollegialität leben
- Frauen in Führungspositionen
- Arbeitnehmerbelange Integrität und Compliance sicherstellen
- Handeln nach ethischen Werten
- Achtung Menschenrechte Für die Gesellschaft engagieren
- Gesellschaftliches Engagement
- Antikorruption
Interne Kontrollsysteme
Die Rolle des Prüfungsausschusses
Der Prüfungsausschuss unterstützt in der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems, insbesondere des internen Kontrollsystems, der Compliance und des internen Revisionssystems. Zusätzlich unterstützt er bei der Überwachung der Durchführung der Abschlussprüfungen, insbesondere hinsichtlich der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und der vom Abschlussprüfer erbrachten Leistungen. Weiterhin überwacht der Prüfungsausschuss die Behebung der vom Prüfer festgestellten Mängel im Rahmen der Mängelverfolgung und Berichterstattung durch die Interne Revision.
Die Interne Revision (Group Audit) unterrichtet den Aufsichtsrat beziehungsweise die von ihm eingesetzten Ausschüsse und Komitees entsprechend den regulatorischen Anforderungen sowie mittels zusammenfassender Berichte quartalsweise über die Revisionsarbeit und deren wesentliche Ergebnisse.
Finanzberichterstattung
Für die Erstellung der Abschlüsse im Einklang mit den jeweiligen Gesetzen sowie internen und externen Richtlinien ist der direkt der CFO unterstellte Bereich Group Finance (GM-F) zuständig. Innerhalb von GM-F ist der Bereich Financial S Management Reporting mit der intranetbasierten Bereitstellung von Bilanzierungsrichtlinien betraut. Die Umsetzung dieser Bilanzierungsrichtlinien unterstützt eine konzernweit konsistente und korrekte Bilanzierung. Der Betrieb und die fortlaufende technische und fachliche Weiterentwicklung der Infrastruktur für die Finance-Kernprozesse werden in der Cluster-Lieferorganisation von GM-F verantwortet.
Kontrollen zur Risikominimierung
Kontrollen sind in der Bank technisch oder manuell (organisatorisch) direkt in die betrieblichen Abläufe integriert. Technische Kontrollen werden in den verwendeten IT-Systemen eingesetzt und bestehen beispielsweise aus Kontrollsummen und Prüfziffern. Ergänzt werden die technischen Kontrollen häufig um manuelle Kontrollbestandteile wie zum Beispiel Bildschirmfreigaben, die vom zuständigen Personal durchgeführt werden. Darüber hinaus existieren weitere Maßnahmen wie Kompetenzregelungen, Funktionstrennung und die Vergabe von IT-Berechtigungen, die ebenso zur Erhöhung der Datenqualität beitragen. In der weiteren Datenverarbeitung existieren zusätzliche Kontrollen, die die Vollständigkeit und Richtigkeit der übernommenen Daten prüfen.
Überwachung durch Group Audit
Group Audit (GM-A) erbringt als Interne Revision im Auftrag des Vorstands unabhängig, objektiv und risikoorientiert Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen. Die Audit-Funktion unterstützt die Bank bei der Erreichung der Unternehmensziele, indem sie mit einem systematischen und zielgerichteten Ansatz die Effektivität des Risikomanagements, der Kontrollen sowie der Führungs- und Überwachungsprozesse bewertet und diese verbessern hilft. Der Umfang der Tätigkeiten umfasst alle Aktivitäten der Bank, unabhängig davon, ob sie ausgelagert wurden oder nicht. Die Interne Revision ist ein Instrument des gesamten Vorstands, ihm unmittelbar unterstellt und berichtspflichtig. Sie besitzt zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben ein vollständiges und uneingeschränktes Informationsrecht. GM-A nimmt seine Aufgaben selbstständig und unabhängig wahr. Insbesondere bei der Berichterstattung und der Wertung der Prüfungsergebnisse ist GM-A keinen Weisungen unterworfen. GM-A ist als Konzernrevision im Rahmen des Risikomanagements der Gruppe ergänzend zu Revisionsabteilungen in Tochtergesellschaften tätig und kann diese in die Prüfungstätigkeiten einbinden. Über jede Prüfung erstellt GM-A zeitnah einen schriftlichen Bericht, der unter anderem den zuständigen Vorstandsmitgliedern zugeht. Auf der Grundlage der internen und externen Prüfungsberichte überwacht und dokumentiert GM-A die fristgerechte Beseitigung der berichteten Mängel. Bei nicht fristgerecht abgestelltem Handlungsbedarf kommt ein Eskalationsverfahren zur Anwendung. Über die zusammenfassenden quartalsweisen Berichte hinaus erstellt GM-A einen Jahresbericht über die von GM-A im Laufe des Geschäftsjahres durchgeführten Prüfungen, die Einhaltung des Prüfungsplans, die wesentlichen Mängel gemäß MaRisk sowie die ergriffenen Maßnahmen und legt diesen dem Vorstand vor.
Prozess der Finanzberichterstattung
Die Prozesse im Rechnungswesen der Commerzbank werden von IT-Systemen unterstützt, die in die jeweiligen Prozessabläufe integriert sind. Der Jahresabschluss der Commerzbank Aktiengesellschaft Inland erfolgt mit einer Finanzarchitektur - bestehend aus einem Financial Data Warehouse als konsistentem Grunddatenhaushalt und einer SAP-Standardsoftware für die Finanzfunktion. Damit existiert für die AG Inland sowohl für den IFRS- als auch für den HGB-Abschluss eine einheitliche Lösung auf Basis konsistenter Finanzdaten.
Im Rahmen der Meldeprozesse für die Finanzberichterstattung werden alle Informationen, die für die Abschlusserstellung des Commerzbank-Konzerns nach IFRS und der Commerzbank Aktiengesellschaft nach HGB relevant sind, durch die Meldestellen an GM-F übermittelt. Die Übermittlung der Daten erfolgt mittels einer Funktionalität zur Onlinedatenerfassung direkt in die Konsolidierungssoftware SAP EC-CS, die an die Bedürfnisse der Bank angepasst ist. Tochtergesellschaften melden IFRS-Daten, von den inländischen und ausländischen Niederlassungen werden zusätzlich HGB-Meldungen erstellt. Die Daten werden automatisch auf Konsistenz geprüft, bevor sie an GM-F übermittelt werden. Wenn die hinterlegten Plausibilitätsprüfungen erfolgreich durchlaufen sind, können die einzelnen Zumeldungen finalisiert werden.
Auf Basis dieser Daten werden in GM-F weitere Plausibilitätskontrollen durchgeführt. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Kontrollen werden die Einzelabschlusserstellung der Commerzbank Aktiengesellschaft und sämtliche Konsolidierungsschritte für die Konzernabschlusserstellung durchgeführt. Die Maßnahmen zur Erstellung des Konzernabschlusses bestehen dabei aus einzelnen Konsolidierungsschritten (wie Kapital-, Schulden-, Aufwands- und Ertragskonsolidierung), der Währungsumrechnung und der Zwischengewinneliminierung. Die IFRS-Berichterstattung nach unternehmensspezifischen Segmenten erfolgt durch ein separates IT-System. Dabei findet eine Abstimmung mit den Daten aus dem Rechnungswesen statt.
Maßnahmen zur weiteren Verfeinerung des IKS bezüglich der Finanzberichterstattung
Das IKS bezüglich der Finanzberichterstattung ist an die Bedürfnisse des Commerzbank-Konzerns angepasst. Dabei wird es laufend weiterentwickelt. Zu diesem Zweck wurde das Control Environment Finance (CEF) fest in Group Finance implementiert. Basis für das CEF ist die sogenannte "Prozesslandkarte" von GM-F. In dieser Prozesslandkarte werden top-down alle wesentlichen Prozesse aufgeführt, mittels Ablaufbeschreibungen verfeinert und die Risiken hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung in Anlehnung an das COSO-Rahmenwerk identifiziert. Hierbei lehnt sich die Bank zusätzlich an die Empfehlungen des International Standard on Auditing (ISA) 315 an. Zur Minimierung der identifizierten Risiken sind entsprechende Kontrollen implementiert. Für die Wirksamkeit des IKS sind die Ausgestaltung der Kontrollen durch angemessene Kontrollschritte und deren Einbettung in den jeweiligen Prozess sowie die operative Durchführung der Kontrollen die entscheidenden Faktoren zur Risikominimierung. Das IKS wird mit Blick auf die Finanzberichterstattung dabei durch eine regelmäßige Bewertung von Effektivität und Effizienz der Schlüsselkontrollen sowie mittels einer regelmäßigen Überprüfung der Kontrolldurchführung gestärkt. Durch diese Vorgehensweise werden Risiken erkannt, minimiert und eventuelle operative Fehlentwicklungen vermieden.
Sonstiges
Nach dem Bilanzstichtag gab es keine wesentlichen Änderungen am IKS der Finanzberichterstattung.In unserem Bericht machen wir - wie vom Gesetz gefordert - Angaben zu Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen, zur Achtung der Menschenrechte sowie zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Da Kundenorientierung eine weitere wesentliche Einflussgröße auf unseren Erfolg darstellt, berichten wir zusätzlich über Kundenbelange. Für die Identifizierung der zu berichtenden Sachverhalte wurden im Rahmen einer neuen Wesentlichkeitsanalyse nichtfinanzielle Sachverhalte ermittelt, die maßgeblich für das Verständnis des Geschäftsverlaufs und der Lage der Commerzbank sind und auf die unsere Geschäftstätigkeit signifikante Auswirkungen hat (siehe Kapitel "Wesentliche Themen analysiert"). Die Beschreibung des Geschäftsmodells erfolgt im (Konzern-)Lagebericht, Kapitel "Struktur und Organisation". Über die Definition des sogenannten "Global Functional Lead" gelten Richtlinien der Commerzbank Aktiengesellschaft für den gesamten Konzern. Sofern relevante Regelungen bei den Tochterunternehmen hiervon abweichen, sind sie in diesem Bericht entsprechend erläutert. Die Commerzbank Finance S Covered Bond S. A., die Ende 2022 mit nur noch zehn Mitarbeitenden ausschließlich ein Abbauportfolio betreute, hat für 2022 keine ergänzenden Informationen zu wesentlichen nichtfinanziellen Belangen beizutragen. Bei der Anwendung der Nettomethode sind uns keine wesentlichen Risiken aus eigener Geschäftstätigkeit oder mit Geschäftsbeziehungen, Produkten und Dienstleistungen bekannt, die sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf die nichtfinanziellen Aspekte haben oder haben werden. Weiterführende Informationen zu unserem Risikomanagement finden sich im Konzernrisikobericht. Im Interesse einer fokussierten Information der Adressaten unserer Finanzberichterstattung haben wir auf die Nutzung eines Berichtsrahmenwerks verzichtet. Gleichwohl orientiert sich dieser nichtfinanzielle Bericht an den Standards der Global Reporting Initiative (GRI), sofern sie für die definierten Sachverhalte relevant sind. Ausführliche Informationen zu den Nachhaltigkeitsaktivitäten der Commerzbank Aktiengesellschaft sind auch in der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach GRI dargestellt, die online verfügbar ist. Wir haben uns für eine integrierte Berichterstattung entschieden und orientieren uns demnach in diesem nichtfinanziellen Bericht an den Anforderungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) (siehe Tabelle "TCFD-Empfehlungen im nichtfinanziellen Bericht" auf Seite 72). Dieser sind wir 2020 beigetreten. Des Weiteren haben wir Angaben aufgenommen, die in der EU-Taxonomie-Verordnung gefordert werden. Abgesehen von der Beschreibung des Geschäftsmodells sind Verweise auf weiterführende Informationen innerhalb und außerhalb des Lageberichts nicht Bestandteil dieses nichtfinanziellen Berichts. Zudem bilden die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen eine Basis unserer Nachhaltigkeitsarbeit. In diesem Bericht machen wir transparent, wie wir mit unseren Aktivitäten die Erreichung globaler Nachhaltigkeitsziele unterstützen. Mittels der Finanzierung erneuerbarer Energien beispielsweise zahlen wir auf das SDG 7 ein, das den Zugang zu bezahlbarer und sauberer Energie anstrebt. Eine detaillierte Übersicht unseres Beitrags zur Zielerreichung findet sich zudem auf den Nachhaltigkeitsseiten der Commerzbank im Internet. Der nichtfinanzielle Bericht wurde einer betriebswirtschaftlichen Prüfung nach ISAE 3000 (Revised) zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG unterzogen. Der Vermerk über die betriebswirtschaftliche Prüfung findet sich im Geschäftsbericht des Konzerns unter "Weitere Informationen". 1 Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich die Informationen im vorliegenden Bericht auf den Konzern.
1. Verantwortung übernehmen
Unser Net-Zero-Commitment - also das Versprechen, unseren CO₂-Fußabdruck auf netto null zu reduzieren - ist ein zentrales Beispiel, wie wir als Finanzintermediär eine nachhaltige Entwicklung vorantreiben. Wir folgen verbindlichen Regeln für den Umgang mit Umwelt- und Sozialrisiken, die wir fortlaufend hinterfragen und bedarfsweise anpassen. Wir haben eine klare Haltung zu kontrovers diskutierten Themen wie fossile Energien, Rüstung und Bergbau. Mit dem 2022 veröffentlichten ESG-Rahmenwerk legen wir alle wesentlichen Bausteine unserer Nachhaltigkeitsstrategie offen und machen transparent, wie wir Nachhaltigkeit im Kerngeschäft steuern. Transparenz und Fairness gegenüber unseren Kundinnen und Kunden bilden dabei eine tragende Säule für die nachhaltige Geschäftsentwicklung. Eine weitere ist der verantwortungsvolle Umgang mit unseren Mitarbeitenden - auch und gerade in Zeiten großer Umbrüche und wirtschaftlicher Herausforderungen. Nachfolgend erläutern wir im Detail, wie wir unsere Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft sowie Kundschaft und Belegschaft konkret wahrnehmen, welche Erfolge wir dabei im Berichtsjahr erzielt haben (siehe Grafik "Meilensteine 2022") und woran wir noch arbeiten. Wir zeigen auf, was uns beschäftigt und wofür wir stehen. Um unseren Fortschritt in den einzelnen Themenbereichen sichtbar zu machen, erheben wir regelmäßig strategische KPIs (Key Performance Indicators) und weitere Kennzahlen. Dass wir uns auf einem guten Weg befinden, zeigt auch unser Abschneiden in Nachhaltigkeitsratings und -rankings sowie die Berücksichtigung in entsprechenden Indizes. Wesentliche Ratingagenturen für Nachhaltigkeit bewerteten die Commerzbank Aktiengesellschaft 2022 mehrheitlich über dem Branchendurchschnitt. Von Sustainalytics werden wir beispielsweise mit einem "medium risk" bewertet. Darüber hinaus sind wir weiterhin in Nachhaltigkeitsindizes, wie FTSE4Good, geführt. Eine stets aktuelle Übersicht der Bewertungen und unserer Auszeichnungen findet sich in unserem Factsheet Nachhaltigkeit, das im Internet veröffentlicht ist. Auch unsere Tochtergesellschaften schneiden dabei gut ab: MSCI-ESG bewertete die mBank im Berichtsjahr mit "A" und Sustainalytics schätzte das Risikoprofil der mBank als "niedrig" ein. Darüber hinaus ist die mBank im WIG-ESG-Index der Warschauer Börse gelistet. Die Commerz Real wurde 2022 mit dem Scope Special Innovation Award ausgezeichnet.
Meilensteine 2022
2. Nachhaltigkeit strategisch verankern
Die Transformation in ein nachhaltiges Wirtschaften betrifft unsere Kundschaft und uns gleichermaßen. Wir wollen diesen Wandel aktiv mitgestalten. Im Rahmen unserer "Strategie 2024" ist Nachhaltigkeit deshalb ein wesentlicher Eckpfeiler neben Kundenorientierung, Digitalisierung und Profitabilität. Zielgrößen sind für uns das Erreichen der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen und des Pariser Klimaziels, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen. Dazu bauen wir zum einen unser Angebot an innovativen und umweltfreundlichen Produkten sowie unsere nachhaltigen Lösungen für Kundinnen und Kunden stetig aus. Zum anderen treiben wir die nachhaltige Transformation des Bankbetriebs stetig voran. Die Basis unserer Nachhaltigkeitsstrategie bildet die Verpflichtung zur Bekämpfung des Klimawandels, zu der maßgeblich unsere Net-Zero-Ziele beitragen. Darüber hinaus beschäftigen wir uns zunehmend mit Themen, die in den Fokus der Nachhaltigkeitsdebatte rücken, wie der Schutz der Artenvielfalt oder eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft. Auf diese Fragestellungen werden wir gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden strategische Antworten finden müssen. Unser Bekenntnis zu einer nachhaltigen Transformation verdeutlichen auch unsere freiwilligen Selbstverpflichtungen. Wir gehören unter anderem zu den Erstunterzeichnern der Net-Zero Banking Alliance der UNEP FI, der Finanzinitiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. 2022 sind wir außerdem der Initiative "Biodiversity in Good Company" beigetreten und unterstreichen damit unsere Entschlossenheit, einen aktiven Beitrag zum Schutz der Biodiversität und Artenvielfalt zu leisten. Eine Übersicht aller Mitgliedschaften findet sich im Internet veröffentlicht.
Governance-Strukturen erweitert
Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand auch bezüglich Nachhaltigkeitsthemen. Dazu zählt zum Beispiel die Prüfung dieses nichtfinanziellen Berichts. Um der zunehmenden Bedeutung der Nachhaltigkeit für die Bank Rechnung zu tragen, hat der Aufsichtsrat die Weiterentwicklung des Sozialausschusses zum Ausschuss für Nachhaltigkeit, Soziales und gute Unternehmensführung beschlossen. Dieser tagt grundsätzlich viermal im Jahr. Er unterstützt den Aufsichtsrat, neben dem Prüfungsausschuss, insbesondere dabei, zu prüfen, ob die Geschäftsleitung einer wirtschaftlich tragfähigen und nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens nachkommt und dabei die Grundsätze guter und verantwortungsvoller Unternehmensleitung beachtet, die soziale Verantwortung des Unternehmens wahrnimmt sowie gleichzeitig die natürlichen Ressourcen der Umwelt schont. Zudem berät der ESG-Ausschuss den Vorstand zu ESG-Themen. Bei der Weiterentwicklung des Vergütungssystems für den Vorstand verknüpft der Aufsichtsrat die Nachhaltigkeitsstrategie der Commerzbank nun auch verbindlich mit der variablen Vorstandsvergütung: Der Aufsichtsrat hat das Konzernziel, das mit 60 % den dominanten Anteil der variablen Vergütung der Vorständinnen und Vorstände ausmacht, um ein ausdrückliches ESG-Teilziel erweitert, das mit 20 % die Konzernzielerreichung beeinflusst. Ab dem Geschäftsjahr 2023 sind daher ESG-Ziele auch im System der variablen Vergütung für sämtliche Vorstandsmitglieder über das Konzernziel ausdrücklich verankert. Sie ergänzen mögliche weitere ESG-Ziele im Ressort- und individuellen Ziel, die bereits in den vergangenen Jahren Praxis waren. Die Nachhaltigkeitsziele der Bank sind neben anderen ESG-Kriterien auch in unserem Mitarbeitenden-Vergütungssystem als Zielkriterien verankert.# Commerzbank AG
Sie machen 25 % der qualitativen Ziele aus, die gemeinsam mit der Zielerreichung beim quantitativen Ergebnis die Höhe der variablen Vergütung im außertariflichen Mitarbeitervergütungsmodell bestimmen. Der Vorstand entwickelt die Strategie für den Commerzbank-Konzern, erörtert sie mit dem Aufsichtsrat und sorgt für ihre Umsetzung. Nachhaltigkeitsthemen fließen in den jährlichen Strategieprozess für die Gesamtbankstrategie ein und werden anlassbezogen in Vorstandssitzungen besprochen. Jede Vorständin und jeder Vorstand ist für die Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen im eigenen Ressort zuständig.
Das zentrale Nachhaltigkeitsmanagement ist dem Vorstandsvorsitzenden unterstellt und unterrichtet ihn regelmäßig über den Fortschritt der Nachhaltigkeitsthemen und -aktivitäten. Ein bereichsübergreifendes Entscheidungs- und Eskalationsgremium zum Thema Nachhaltigkeit, unter anderem zu Klima-und Umweltrisiken, ermöglicht es, die nachhaltige Ausrichtung des Geschäftsmodells ganzheitlich zu steuern: Mit diesem Group Sustainability Board ist das Querschnittsthema Nachhaltigkeit fest in der Organisation der Bank verankert. Das Group Sustainability Board legt die strategischen Nachhaltigkeitsziele der Bank fest und überwacht die Maßnahmen zu deren Umsetzung und Steuerung. Darüber hinaus berichten die Bereiche und Segmente regelmäßig über den Fortschritt ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten und der Implementierung regulatorischer Nachhaltigkeitsvorgaben. Den Vorsitz des Group Sustainability Boards hat der Vorstandsvorsitzende. Außer ihm gehören dem Board weitere Mitglieder des Vorstands sowie Bereichsvorständinnen und -vorstände an.
Das Group Sustainability Board ermöglicht eine ganzheitliche Steuerung der nachhaltigen Ausrichtung
Mit dem Group Sustainability Management als übergeordnetem Nachhaltigkeitsbereich innerhalb der Strategieeinheit unterstreicht die Commerzbank die strategische Priorität des Themas. Der Bereich trägt die Verantwortung für die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie und einer umfassenden Governance. Gleichzeitig steuert das Group Sustainability Management das Konzernprogramm "Sustainability 360°" und koordiniert damit übergreifend die Nachhaltigkeitsaktivitäten der Commerzbank. Zudem wird die Umsetzung von strategischen Nachhaltigkeitsinitiativen wie den Principles for Responsible Banking der Finanz-Initiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP FI) sichergestellt.
Im Jahr 2022 wurde das "Three Lines of Defense"-Konzept für ESG Risiken geschärft. ESG Risiken werden als horizontale Risikoart betrachtet und daher über verschiedene Kontrolleinheiten der Bank hinweg gesteuert. Für soziale Risiken ("S") und Governancerisiken ("G") agiert das Group Sustainability Management zusätzlich als zentrale Übersichtsfunktion der "Second Line of Defense". Für Umweltrisiken ("E") liegt diese innerhalb der Risikokontrollfunktion. Zudem wurde ein Chief Environmental Risk Officer (CERO) benannt und zur Operationalisierung die Einheit Environmental Risk Control gegründet.
Die Relevanz des Themas Nachhaltigkeit spiegelt sich auch in der Organisationsstruktur der Commerz Real wider. Nachhaltigkeit ist im Bereich "Real Estate Asset Management and Sustainability" verankert, der zusätzlich Zugriff auf weitere relevante Ressourcen anderer Bereiche hat wie zum Beispiel Recht und Compliance. Der Bereichsleiter berichtet zu Nachhaltigkeitsthemen direkt an den Vorsitzenden des Vorstands.
In der mBank ist der Ausschuss für nachhaltige Entwicklung unter dem Vorsitz des Risikovorstands verantwortlich für die Steuerung der Nachhaltigkeit. Er koordiniert die Nachhaltigkeitsaktivitäten und schlägt diese dem Vorstand vor. Daneben überwacht der Ausschuss die Umsetzung der ESG-Strategie und den Verlauf der ESG-Initiativen und genehmigt zugehörige Maßnahmen. Darüber hinaus steht der Vorstand in regelmäßigem Dialog mit dem Aufsichtsrat zu Nachhaltigkeitsthemen, während der Risikoausschuss des Aufsichtsrats quartalsweise das Thema Nachhaltigkeit behandelt. Zudem ist die Beurteilung der 100 Topmanager der mBank zu einem Teil (10 %) an ESG-Ziele geknüpft.
Externer Beirat eingesetzt
Um einen konstruktiv-kritischen Dialog mit unseren Stakeholdern sicherzustellen, haben wir 2022 einen externen Nachhaltigkeitsbeirat unter der Schirmherrschaft des Vorstandsvorsitzenden gegründet. Dieser setzt sich zusammen aus sechs Expertinnen und Experten der Bereiche Politik, Wissenschaft, Gesellschaft und dem Mittelstand. Sie vertreten ein breites inhaltliches Spektrum, das unter anderem Themen wie Kreislaufwirtschaft und Biodiversität abdeckt, die für uns an Bedeutung gewinnen. Der Nachhaltigkeitsbeirat gibt Impulse für die Weiterentwicklung unserer Nachhaltigkeitsstrategie.
Regulatorik im Blick behalten
Zunehmende regulatorische Vorgaben auf nationaler, internationaler und EU-Ebene erfordern eine stete Überwachung. Das Group Sustainability Management hat die regulatorischen Entwicklungen zu Nachhaltigkeitsthemen im Blick und koordiniert die Umsetzung mit den relevanten Einheiten der Bank. Ziel ist dabei die weitere Integration von Nachhaltigkeits- und ESG-Risiken in die Strategie, die Steuerung und das Risikomanagement der Bank sowie die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen für die Mobilisierung von Kapital. Der Schwerpunkt der regulatorischen Anforderungen liegt derzeit darauf, zu berücksichtigen, wie sich der Klimawandel auf die Geschäftstätigkeit auswirkt und welche Risiken sich aus unterschiedlichen Klimapfaden für die Bank ergeben können.
Unternehmerische Verantwortung zu leben bedeutet auch, den regelmäßigen Austausch mit externen und internen Anspruchsgruppen zu suchen. Die Commerzbank pflegt den Kontakt mit zahlreichen Organisationen und Gruppen, die in Beziehung mit der Bank stehen. Dazu gehören neben den Mitarbeitenden vor allem Kundinnen und Kunden, der Kapitalmarkt, Lieferanten und Dienstleister, Medien, Nichtregierungsorganisationen, Politik, Zivilgesellschaft oder auch die Wissenschaft. Überdies stehen wir in regelmäßigem Austausch mit nationalen wie internationalen Regulierungs- und Aufsichtsbehörden. Im aktiven und transparenten Dialog versucht die Commerzbank, den Erwartungen und Bedürfnissen ihrer Stakeholder gerecht zu werden, sie in ihrer Unternehmensstrategie zu berücksichtigen und die eigenen Sichtweisen darzulegen. So erörtern wir beispielsweise mögliche Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf Mensch und Umwelt regelmäßig mit Nichtregierungsorganisationen. Im Juli 2022 hat der zweite öffentliche Nachhaltigkeitsdialog stattgefunden. Mit der Onlineveranstaltung, die unter anderem mit dem Vorstandsvorsitzenden als Referenten stattfand, informiert die Bank Interessierte über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten.
Wesentliche Themen analysiert
Anfang 2022 haben wir im Rahmen einer neuen Wesentlichkeitsanalyse die für uns relevantesten Nachhaltigkeitsthemen ermittelt. Diese Analyse zeigt uns, welche Themenfelder wir vorrangig strategisch verfolgen müssen. In Zusammenarbeit mit externen Partnern wurde dafür eine Liste von potenziellen Nachhaltigkeitsthemen entlang der zwei Wesentlichkeitsperspektiven analysiert: Zur Messung der "Auswirkungsperspektive" wurde eine Expositionsanalyse durchgeführt, die auf internen Finanz- und Risikodaten der Bank sowie bewährten Nachhaltigkeitsindikatoren aufbaut und sogenannte Nachhaltigkeits-Hotspots ergab. Diese liegen in Ländern und Sektoren, in denen die Commerzbank einerseits direkt und indirekt, zum Beispiel durch Finanzierungen, besonders aktiv ist und in denen andererseits Nachhaltigkeitsindikatoren in den definierten Themen deutlich unterdurchschnittlich sind. Die "Geschäftsperspektive" - also die Frage, wie hoch die Chancen und Risiken dieser Nachhaltigkeitsthemen für den Geschäftserfolg sind -wurde in einem Management-Workshop ermittelt. Im Ergebnis sind neun Themenfelder als wesentlich identifiziert worden. Sie betreffen alle drei Nachhaltigkeitsdimensionen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung und stehen künftig im Fokus unseres Nachhaltigkeitsmanagements. Der Klimawandel hat dabei unverändert höchste Relevanz für die Bank. Gleichzeitig haben Themen wie Biodiversität und Kreislauflösungen im Vergleich zu früheren Wesentlichkeitsanalysen an Bedeutung gewonnen. Entsprechend setzen wir uns nun stärker damit auseinander. Um die Wesentlichkeitsanalyse zu operationalisieren, wurden die Ergebnisse in den jährlichen bankweiten Strategieprozess integriert und auf Vorstandsebene diskutiert. Auch unsere Berichterstattung im Rahmen dieses nichtfinanziellen Berichts richtet sich nach der neuen Wesentlichkeitsanalyse.
Ergebnismatrix der Wesentlichkeitsanalyse
| Wesentlichkeitsfeld | Wesentlich |
|---|---|
| Klimawandel | X |
| Biodiversität | X |
| Kreislaufwirtschaft | X |
| Menschenrechte | X |
| Arbeitsbedingungen | X |
| Digitale Ethik | X |
| Diversität und Inklusion | X |
| Compliance | X |
| Gesellschaftliches Engagement | X |
Net-Zero-Ziel verfolgen
Kern unserer vom Vorstand verabschiedeten Nachhaltigkeitsstrategie bildet unsere Net-Zero-Verpflichtung. Die Strategie zur Erreichung dieser Vision stützt sich auf zwei Säulen: Wir unterstützen unsere Kundschaft bei ihrer nachhaltigen Transformation und gehen selbst mit gutem Beispiel voran. Das verfolgen wir entlang von drei ambitionierten Zielen:
| Strategisches KPI | Ziel |
|---|---|
| Netto-null-Portfolio bis spätestens 2050 | Bis 2050 streben wir an, die CO₂-Emission unseres gesamten Kredit- und Investmentportfolios auf netto null zu reduzieren. Um den Fortschritt verlässlich zu messen, nutzen wir wissenschaftsbasierte CO₂-Reduktionsziele der Science-based Target Initiative (SBTi). Nach dieser Methode planen wir, unsere Portfolios ab spätestens 2025 auch im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen zu steuern (siehe "Finanzierte Emissionen reduzieren"). |
| Netto-null-Emissionen im eigenen Bankbetrieb bis 2040 | |
| 300 Mrd. Euro für nachhaltige Finanzprodukte bis 2025 | Bis 2025 werden wir 300 Mrd. Euro für nachhaltige Finanzprodukte mobilisieren. Aus diesen Produkten setzt sich unser nachhaltiges Geschäftsvolumen zusammen, wovon 100 Mrd. |
scrollen ―# Euro auf das Privat- und Unternehmerkundensegment und 200 Mrd. Euro auf das Firmenkundensegment entfallen.
Dazu zählen sowohl Kreditprodukte wie zum Beispiel die grüne Baufinanzierung und die Finanzierung erneuerbarer Energien, als auch Produkte des Anlage- und Kapitalmarktgeschäfts, wie zum Beispiel das nachhaltige Wertpapiergeschäft und ESG-linked Loans. Im ESG-Rahmenwerk legen wir die Kriterien offen, nach denen wir Finanzprodukte als nachhaltig klassifizieren, und machen die Zusammenstellung des nachhaltigen Geschäftsvolumens transparent. Mit Blick auf die sich fortschreibende EU-Taxonomie wie auch den ab dem Berichtsjahr 2024 geltenden neuen Reportinganforderungen im Rahmen der CSRD werden wir das Volumenziel entsprechend neu ausrichten. Auch werden wir das Angebot an nachhaltigen Produkten in unseren Geschäftsbereichen weiter ausbauen (siehe "Klima bei Kreditvergabe berücksichtigen" und "Nachhaltige Geldanlage und Kapitalmarktprodukte").
Wesentliche Kennzahl: Bis Ende 2022 hat die Commerzbank Aktiengesellschaft 246,5 Mrd. Euro von den bis 2025 angestrebten 300 Mrd. Euro für nachhaltige Finanzprodukte mobilisiert. Einen deutlichen Anstieg 2022 gab es insbesondere bei den ESG-/Sustainability-linked Loans und Schuldscheindarlehen mit einem Gesamttransaktionsvolumen in Höhe von 107,9 Mrd. Euro. Hierunter fallen auch syndizierte Kredite in Höhe von 103,8 Mrd. Euro (Kreditzusagen der Commerzbank rund 7 %). Eine detaillierte Übersicht aller auf dieses Ziel einzahlenden Produkte findet sich auf Seite 71 (Tabelle "Zusammensetzung 300-Mrd.-Euro-Ziel").
Volumen nachhaltiger Finanzprodukte
Mrd. €
Die CO₂-Emissionen unseres eigenen Bankbetriebs planen wir bereits 2040 auf netto null zu senken. Bis 2025 sollen die Treibhausgasemissionen in der Commerzbank Aktiengesellschaft dafür um weitere 30 % gesenkt werden (im Vergleich zu 2018). Von unseren Lieferanten erwarten wir bis 2040 Klimaneutralität. Im Jahr 2022 lagen die CO₂-Emissionen bei 78.402 t (siehe "Betriebliche Emissionen senken"). Der Status der Zielerreichung wird regelmäßig erhoben und sowohl intern als auch extern berichtet. Für Ziel 1 - die Steuerung des Portfolios nach CO₂-Intensität mit Ziel netto null - ist eine Veröffentlichung des Status ab dem nächsten Berichtsjahr geplant. Das Group Sustainability Board unter Vorsitz des Vorstandsvorsitzenden prüft die Fortschritte dieser drei strategischen Nachhaltigkeitsziele.
Die Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie erfolgt mit der übergreifenden strategischen Initiative "Sustainability 360°". An diesem Programm sind die Kundensegmente, das Risikomanagement und zahlreiche andere relevante Konzernbereiche sowie die Commerz Real beteiligt. Das Programm bildet eine Klammer um alle Nachhaltigkeitsaktivitäten und sichert eine enge Verknüpfung übergreifender Themen, koordiniertes Vorgehen und stringentes Tracking. Ein Lenkungsausschuss, bestehend aus Mitgliedern des Topmanagements der relevanten Bereiche, überwacht im zweimonatlichen Turnus den Fortschritt. Der Status des Programms wird regelmäßig an den Vorstand berichtet.
Organigramm der strategischen Initiative 360 Grad
Die Commerz Real verfolgt seit 2020 ihre Nachhaltigkeitsstrategie "Sustainable4Life" und hat diese in den vier Wirkungsbereichen Portfolio S Investments, Richtlinien S Prozesse, Team S Stakeholder sowie Innovation S Digitalisierung innerhalb des Unternehmens in der Geschäftsstrategie verankert. Auch bei der mBank ist die ESG-Agenda ein wesentlicher Bestandteil der Geschäftsstrategie 2021 bis 2025. Dabei orientiert sich die Bank an den für sie relevanten Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen sowie an den Principles for Responsible Banking der UNEP FI. Die Strategie umfasst Themen wie die Verantwortung für den Klimawandel, für die finanzielle Lage ihrer Kunden, für die Gesellschaft, für Investoren und für die Ausrichtung auf ESG-Werte. Gleichzeitig hat die mBank 2022 langfristige Ziele für ihre Klimaneutralitätsstrategie bekannt gegeben: Sie verpflichtet sich zur Klimaneutralität ihrer direkten Emissionen (Scope 1) und der Emissionen ihres Energieeinkaufs (Scope 2) bis 2030. Bis 2050 plant die mBank vollständig klimaneutral zu werden - einschließlich des Kreditportfolios. Dafür ist sie im April 2022 als erste polnische Bank der Partnership for Carbon Accounting Financials (PCAF) beigetreten. Dieses Bündnis ermöglicht es, die CO₂-Bilanz des Kreditportfolios gemäß anerkannter Standards zu ermitteln. Im Oktober 2022 ist die mBank der Science-based Targets Initiative (SBTi) beigetreten, um die Umsetzung der Dekarbonisierungsziele in Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaabkommen sicherzustellen. Im Rahmen ihrer Strategie verpflichtet sich die mBank außerdem, im Privat- und Firmenkundensegment mindestens je ein neues ESG-konformes Produkt pro Jahr einzuführen. Beispielsweise wird im Privatkundengeschäft zur Finanzierung von umweltfreundlichen Investitionen seit 2022 ein "Eco-Loan" angeboten. Dieses Produkt steht in Einklang mit den Zielen der EU-Taxonomie-Verordnung. Die Bank hat bereits mehr als 500 dieser Darlehen für energieeffiziente Immobilien im Wert von fast 67 Mio. Euro (rund 314 Mio. polnische Zloty) vergeben.
3. Verantwortungsvoll steuern
Im Rahmen des Pariser Klimaabkommens hat die Staatengemeinschaft 2015 als eines von drei Zielen vereinbart, die globalen Finanzströme in Einklang mit den Klimazielen zu bringen. Die Finanzierung von neuen Projekten und Technologien soll Treibhausgasemissionen vermindern und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel fördern. Ziel ist eine schrittweise Dekarbonisierung der Industrie mithilfe finanzwirtschaftlicher Instrumente. Das kann beispielsweise durch die Förderung erneuerbarer Energien erfolgen (siehe Kapitel "Kundentransformation begleiten") oder durch den Verzicht auf bestimmte Geschäfte wie die Finanzierung neuer Kohleminen oder -kraftwerke. Auch wir wollen negative Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft verhindern und Risiken vermeiden oder verringern, die sich daraus ergeben könnten.
Haltung zeigen
Mit dem im Juli 2022 veröffentlichten ESG-Rahmenwerk machen wir unser Nachhaltigkeitsverständnis und -engagement für alle Stakeholder transparent. Wir schaffen damit einen bankweiten Standard, der eine stringente Steuerung aller relevanten Produkte, Prozesse und Aktivitäten ermöglicht und die nachhaltige Transformation der Commerzbank sicherstellt. Der Fokus des ESG-Rahmenwerks liegt auf unserem Kerngeschäft. Das ESG-Rahmenwerk gibt eine Übersicht unserer Nachhaltigkeitsrichtlinien und Ausschlusskriterien. Die Bank hat eine klare Haltung zu kontrovers diskutierten Themen wie Rüstung, Palmöl, Abholzung oder fossilen Energien. Hierzu haben wir branchenspezifische Anforderungen formuliert, beispielsweise für Bergbau, Energie und fossile Brennstoffe, inklusive Öl und Gas. Branchenübergreifende Anforderungen betreffen Menschenrechte und indigene Völker.
Die Bank hat eine klare Haltung zu kontrovers diskutierten Themen wie Rüstung, Palmöl, Abholzung oder fossilen Energien
Für besonders kritische Produkte, Geschäfte oder Geschäftsbeziehungen wurden Ausschlusskriterien formuliert. Hierzu gehören beispielsweise neue Finanzierungen für Öl- und Gasförderprojekte (konventionelle und unkonventionelle Fördermethoden), aber auch die konzernweite Entscheidung, den Neubau oder Ausbau für Kohleminen, Kohleinfrastruktur oder Kohlekraftwerke nicht zu finanzieren. Entsprechende Projektfinanzierungen sind gemäß Brennstoffrichtlinie ausgeschlossen. So stellen wir sicher, dass auch bei Bestandskunden kein Geschäft begleitet wird, das gemäß Brennstoffrichtlinie verboten ist. Bereits seit Jahren werden so Umwelt- und Biodiversitätsaspekte über ökologische Mindeststandards sowie entsprechende Ausschlusskriterien in das Kerngeschäft integriert und die Erfüllung dieser Standards überprüft.
Umwelt- und Sozialrisiken bewerten
Die Bewertung von Nachhaltigkeitsaspekten im Kerngeschäft erfolgt im Reputationsrisiko-Management der Commerzbank Aktiengesellschaft. Dabei beschränken wir uns nicht auf das rechtlich Notwendige, sondern stellen auch bei legalen Geschäften die Frage nach der Legitimität. Aufgrund der besonderen Risiken, die mit den Themen fossile Brennstoffe und Rüstung verbunden sind, hat der Vorstand der Commerzbank Aktiengesellschaft dazu jeweils eine eigene verbindliche Richtlinie verabschiedet, die viele entsprechende Geschäfte und Geschäftsbeziehungen als prüfpflichtig definiert und Ausschlusskriterien umfasst. Die Richtlinie für fossile Brennstoffe wurde zum Jahresanfang 2022 überarbeitet und beinhaltet die Anforderungen der Commerzbank Aktiengesellschaft an Kunden aus den Sektoren Kohle, Öl und Gas.
Auch beim Thema Rüstung gab es im Berichtszeitraum Anpassungen. Nach wie vor gilt: Wir erkennen das Selbstverteidigungsrecht von Staaten grundsätzlich an. Demzufolge stellen wir die Notwendigkeit der Bundeswehr sowie ihrer angemessenen Ausrüstung nicht infrage. Daher finanzieren wir auch weiterhin Rüstungshersteller, die Waffen und Rüstungssysteme für die Bundesrepublik Deutschland und ihre Verbündeten produzieren. Gleichwohl haben wir unsere seit 2008 für die Commerzbank Aktiengesellschaft bestehenden Anforderungen und Kriterien für den Bereich Rüstung verschärft und erweitert. Die neue Richtlinie für Rüstung und Überwachungstechnologie wurde im Januar 2023 vom Vorstand verabschiedet. Sie hält an den grundsätzlichen Parametern der alten Richtlinie fest, was bedeutet, dass die Commerzbank keine Rüstungsgeschäfte in Konflikt- und Spannungsgebiete oder mit Bezug zu sogenannten kontroversen Waffen begleitet. Darüber hinaus regelt die neue Richtlinie nun auch den Umgang mit autonomen Waffen und Überwachungstechnologie.# Achtung der Menschenrechte und Beitrag zu deren Förderung und Schutz
Die Commerzbank bekennt sich zur Achtung der Menschenrechte und will im Rahmen ihrer Einflussmöglichkeiten einen Beitrag zu deren Förderung und Schutz leisten, etwas im Umgang mit Mitarbeitenden, Lieferanten sowie Kundinnen und Kunden. In der Menschenrechtsposition wird unser Umgang mit dem Thema ausführlich erläutert. Im Reputationsrisiko-Management werden Geschäfte und Geschäftsbeziehungen in Sektoren wie Bergbau, Rohstoffabbau oder Baumwollgewinnung, bei denen Menschenrechte eine wesentliche Rolle spielen, intensiv recherchiert, analysiert und mit einer differenzierten Bewertung versehen. Zudem hat sich die Commerzbank Aktiengesellschaft im Berichtsjahr intensiv mit der Umsetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes auseinandergesetzt, das zum 1. Januar 2023 in Kraft getreten ist (siehe "Compliance-Risiken managen"). Das Reputationsrisiko-Management der Commerzbank Aktiengesellschaft legt somit die Voraussetzungen und Grenzen für die Geschäftstätigkeit fest und bewertet Geschäfte, Produkte und Kundenbeziehungen nach sorgfältiger Analyse. Der Prüfprozess startet auf der Marktseite: Sobald ein von der Bank als sensibel definiertes Themenfeld tangiert wird, ist das Reputationsrisiko-Management einzubinden. Die Bewertung erfolgt anhand einer fünfstufigen Skala und kann bis zur Ablehnung des Produktes, des Geschäfts oder der Geschäftsbeziehung führen. Das Reputationsrisiko gehört gemäß Risikoinventur zu den wesentlichen nicht quantifizierbaren Risikoarten des Commerzbank-Konzerns und wird daher als Teil der Gesamtrisikostrategie gesteuert. Alle sensiblen Themenfelder, Positionen und Richtlinien werden kontinuierlich überprüft und bei Bedarf aktualisiert.
Die mBank in Polen betreibt ihr eigenständiges Reputationsrisiko-Management auf Basis ihres Bekenntnisses zum Global Compact der Vereinten Nationen. Die Risikomanagementstrategie der mBank basiert auf drei Säulen: Nachhaltiges Wachstum unterstützen, umsichtiges und stabiles Risikomanagement anstreben sowie die Fähigkeiten stärken, ESG- und Cyber-Risiken zu managen. Die mBank hat dabei eigene Ausschlusskriterien für verschiedene Sektoren formuliert, die auf der Klima- und Energiepolitik der EU basieren. Dazu gehören unter anderem die Branchen Bergbau und Energie: So sind etwa Finanzierungen für den Bau oder die Erweiterung von Steinkohle- und Braunkohlebergwerken ausgeschlossen. Die Reputationsrisikostrategie der mBank wird jährlich überprüft und mit der Muttergesellschaft abgestimmt.
Auswirkungen auf Biodiversität erkennen
Die Abhängigkeit der weltweiten Wirtschaftsleistung von funktionierenden Ökosystemleistungen macht den Erhalt von Biodiversität unabdingbar. Die Handlungsnotwendigkeit wird besonders deutlich im Blick auf den aktuellen Zustand von Ökosystemen und Artenbeständen. Um die Grundlage für eine künftige Steuerung des Themenfeldes Biodiversität zu legen, haben wir 2022 erstmals eine Auswirkungsanalyse mithilfe des Tools "Encore" durchgeführt. Encore ermöglicht auf wissenschaftlicher Grundlage eine Verknüpfung von wirtschaftlichen Aktivitäten und biodiversitätsschädlichen Auswirkungen. Dazu haben wir das Geschäftsvolumen der von uns finanzierten Sektoren den externen Daten des Tools gegenübergestellt und anschließend gewichtet. Wir haben potenzielle Handlungsfelder und strategische Schwerpunkte identifiziert und werden weitere Analysen sowie Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität entwickeln.
Biodiversitätsverlust in Zahlen¹
¹ Im Vergleich zum bekannten Ursprungszustand (Quelle: Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES)).
Finanzierte Emissionen reduzieren
Wir verfolgen das strategische Ziel, die CO₂-Emissionen unseres gesamten Kredit- und Investmentportfolios bis 2050 auf netto null zu reduzieren. Dafür haben wir 2022 die CO₂-Intensitäten des Kreditportfolios der Commerzbank Aktiengesellschaft über branchenspezifische Zielwerte gemäß dem Pariser Klimaschutzabkommen analysiert. Wir halten uns dabei methodisch an die SBTi, die sich für die Reduktion von Treibhausgasen auf Basis von wissenschaftlich berechneten Zielvorgaben einsetzt. Hierdurch können Unternehmen ihre Klimapolitik fundiert an den Zielen des Pariser Klimaabkommens ausrichten und dem Klimawandel effektiv entgegenwirken. Mit der SBTi-Methode "Sectoral Decarbonization Approach (SDA)" haben wir uns konkrete sektorspezifische Ziele gesetzt, um die mit unserem Kredit- und Investmentportfolio verbundenen CO₂-Emissionen (die sogenannten "Financed Emissions") zu reduzieren und schließlich unser Net-Zero-Ziel zu erreichen. Dabei wollen wir alle gemäß SBTi-Methode vorgegebenen Portfolios steuern, mit besonderem Fokus auf die emissionsintensiven Sektoren. Dies sind unter anderem Energieerzeugung, fossile Brennstoffe, Automobilherstellung sowie Produktion von Zement, Eisen und Stahl. Das nach SBTi optionale Portfolio der privaten Baufinanzierung berücksichtigen wir ebenfalls. Im Berichtsjahr 2022 wurden für all diese Portfolios entsprechende Ziele zur Reduktion der Emissionsintensitäten formuliert und durch die SBTi validiert. Die Portfolioziele nach SBTi sind im ESG-Rahmenwerk veröffentlicht, der Stand der Zielerreichung wird dort regelmäßig aktualisiert. Unsere Ambition ist es, die Unternehmen der Realwirtschaft bei deren Transitionsprozess zu unterstützen und die finanzierten Emissionen nachhaltig zu senken.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die von uns definierten CO₂-Reduktionspfade bis 2030, aufgeteilt nach Sektoren. Die prozentuale Reduktion ergibt sich aus den jeweiligen Emissionsintensitäten des Basisjahres 2021 und den Zielwerten für 2030. Basis für die Betrachtung der Emissionsintensitäten ist die Inanspruchnahme der bilanzrelevanten Kreditgeschäfte und Investitionen. Zudem fordert die SBTi Mindestabdeckungen des Portfolios. Diese haben wir aus Gründen der Transparenz ebenfalls dargestellt.
Reduktionsziele nach dem Sectoral Decarbonization Approach (SDA)
| Assetklasse | Sektoren | CO₂-Reduktionspfade bis 2030 | SBTi Mindestabdeckung | Inanspruchnahme |
|---|---|---|---|---|
| Verbraucherkredite | Private Baufinanzierung | 57 % (1,5°) 2021: 46 kg CO₂/m² 2030: 20 kg CO₂/m² |
Optional | 94 Mrd. € |
| Projektfinanzierungen/ Unternehmenskredite und Investitionen | Energie | 74 % (1,5°) 2021: 91 g CO₂/kWh 2030: 24 g CO₂/kWh |
100 % der kWh | 7,4 Mrd. € |
| Gewerbliche Immobilien, gewerbliche Nutzung | 68 % (1,5°) 2021: 91 kg CO₂/m² 2030: 30 kg CO₂/m² |
> 67 % der m² | 8,3 Mrd. € | |
| Unternehmenskredite | Gewerbliche Immobilien, wohnwirtschaftliche Nutzung | 57 % (1,5°) 2021: 36 kg CO₂/m² 2030: 16 kg CO₂/m² |
||
| Eisen und Stahl | 37 % (1,8°) 2021: 1,6 t CO₂/t Stahl 2030: 1,0 t CO₂/t Stahl |
> 67 % insgesamt | 0,4 Mrd. € | |
| Zement | 20 % (1,8°) 2021: 0,6 t CO₂/t Zement 2030: 0,5 t CO₂/t Zement |
0,2 Mrd. € | ||
| Unternehmenskredite und Investitionen | Automobilherstellung | 31 % (1,8°) 2021: 162 g CO₂/pkm 2030: 111 g CO₂/pkm |
0,3 Mrd. € | |
| Luftfahrt¹ | 22 % (1,8°) 2021: 781 g CO₂/tkm 2030: 611 g CO₂/tkm |
1,8 Mrd. € |
Rund 85 % der finanzierten Emissionen sind durch die sektorspezifischen SBTi-Ziele abgedeckt.
¹ Das SDA-Ziel für Luftfahrt ist noch nicht Teil der jetzigen SBTi-Validierung, da die Methodik des Luftfahrt-SDA gemäß der SBTi aktuell nur für die Realwirtschaft vorgesehen ist und noch nicht für Finanzinstitute freigeben ist.
EU-Taxonomie einbinden
Mit dem europäischen Green Deal, der eine Treibhausgasneutralität bis 2050 vorsieht, hat sich die EU ambitionierte Nachhaltigkeitsziele gesetzt. Das Finanzsystem kann einen entscheidenden Beitrag bei der Transformation der Wirtschaft leisten, indem es Kapitalflüsse in nachhaltige Investitionen lenkt. Die EU-Taxonomie-Verordnung als einheitliches Klassifizierungssystem soll Finanzmarktakteure dabei unterstützen, nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten anhand vergleichbarer Kriterien zu erkennen. Sie stellt damit eine wichtige Leitlinie für die Entwicklung neuer grüner Produkte und Dienstleistungen dar und hilft uns bei der Nachhaltigkeitsbewertung von Geschäften und Geschäftspartnern beziehungsweise Kunden. Der Impact-Fonds "klimaVest" der Commerz Real ist an den Kriterien der EU-Taxonomie ausgerichtet. Mit der vollständigen Implementierung der Verordnung ab 2023 stehen erweiterte Informationen zur Verfügung, die die Transparenz über die Nachhaltigkeit von Geschäftspartnern und deren Aktivitäten deutlich erhöhen. Die nachhaltige Transformation kann auf dieser Basis beispielsweise noch stärker durch differenzierte Preismodelle unterstützt werden.
Die EU hat in der Taxonomie-Verordnung 104 sogenannte "wirtschaftliche Aktivitäten" in 13 Sektoren identifiziert. Berücksichtigt sind Aktivitäten, deren Auswirkungen auf Klima und Umwelt besonders relevant sein können - sowohl positiv als auch negativ. Im März 2022 wurden die wirtschaftlichen Aktivitäten durch einen separaten delegierten Rechtsakt um Tätigkeiten im Bereich Atom und Gas erweitert, die für eine gewisse Zeit als transitorische Aktivitäten gelten. Ab Inkrafttreten der vollen Anforderungen im Berichtsjahr 2023 sind betroffene Geschäfte auf ihre "Taxonomie-Konformität" zu prüfen. Erst danach lässt sich eine Aussage darüber treffen, ob das Geschäft als nachhaltig im Sinne der EU-Taxonomie bezeichnet werden kann. Auf dieser Basis ermitteln wir zukünftig die bankspezifische Kennzahl "Green Asset Ratio". Die wirtschaftlichen Aktivitäten im Bereich Atom und Gas müssen mit in die Green Asset Ratio aufgenommen werden, sind darüber hinaus aber auch verpflichtend gesondert auszuweisen. Für das aktuelle Berichtsjahr fordert die EU zunächst nur einen reduzierten Berichtsumfang. Dieser enthält eine Erstindikation, welcher Anteil des Geschäftsvolumens perspektivisch relevant für den Zähler der Green Asset Ratio ist (Taxonomie-relevant, vergleiche KPI 1 und KPI 2). Die EU-Taxonomie deckt nur bestimmte Teile des Portfolios ab. Beispielsweise sind Aktiva außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums nicht erfasst (vergleiche auch KPI 3 bis KPI 7).# Offengelegt wird, wie hoch der Anteil des Volumens in den definierten wirtschaftlichen Aktivitäten und Sektoren ist, der grundsätzlich einer Prüfung auf Taxonomie-Konformität unterzogen werden muss (Taxonomie-fähig, vergleiche KPI 1). Das Portfolio wird somit zunächst dahingehend unterschieden, für welchen Teil die Taxonomie-Prüfung durchzuführen ist, während im Zielbild vom Jahr 2023 an das Ergebnis der Prüfung berichtet wird (Taxonomie-konform). Dies verdeutlicht folgende schematische Abbildung:
Die Grafik stellt keine Indikation über die Höhe des Taxonomie-konformen Geschäfts dar. Der genaue Betrag und die Green Asset Ratio als Quote werden erst für das Geschäftsjahr 2023 berechnet. Eine direkte Vergleichbarkeit von KPI 1 und der Green Asset Ratio ist nicht gegeben, da der Nenner der Green Asset Ratio Geschäfte einschließt, die nicht relevant für den Zähler sind. Die bis zum Inkrafttreten der vollen Anforderungen zu ver *** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** ** 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In einigen der besonders betroffenen Sektoren haben wir jedoch nur ein geringes Exposure (zum Beispiel Landwirtschaft). Branchen, die potenziell durch Klimarisiken stärker betroffen sein können und die hinreichend großes Exposure aufweisen, sind zum Beispiel der Energiesektor, der Automobilsektor und der Maschinenbau. Durch den geografischen Schwerpunkt unseres Portfolios in Deutschland und Europa sind wir von physischen Klimarisiken wie zum Beispiel Wirbelstürmen oder dem Meeresspiegelanstieg in geringerem Umfang betroffen als andere Regionen in der Welt. Im Ergebnis werden sowohl transitorische als auch physische Klimarisiken als wesentlich für das Kreditrisiko in einem langfristigen Zeithorizont erachtet.
Klima bei Kreditvergabe berücksichtigen
Um die Effekte aus Klimarisiken im Kreditgeschäft der Commerzbank Aktiengesellschaft aktiv zu managen, entwickeln wir unsere Prozesse und Methoden konsequent weiter. Die Kreditentscheidung für Unternehmen und Institutionelle umfasst im Rahmen der individuellen Risikobewertung auch - sofern relevant - die Betroffenheit durch Klimarisiken und die Widerstandsfähigkeit dagegen. Dabei kombinieren wir schrittweise die spezifischen Erkenntnisse aus den Szenarioanalysen mit der individuellen Risikoanalyse auf Kundenebene. Wir gehen portfoliospezifisch vor und tragen so den Unterschieden hinsichtlich der Betroffenheit und der Risikotreiber angemessen Rechnung. In den besonders relevanten Portfolios wie große, internationale Unternehmen, Spezialfinanzierungen und gewerbliche Immobilienfinanzierung haben wir die qualitative Risikoanalyse in der Einzelkreditentscheidung um spezifische Aspekte zur Analyse von Klimarisiken ergänzt.
Die Risikobewertung bei der Kreditvergabe umfasst auch die Betroffenheit durch Klimarisiken und die Widerstandsfähigkeit dagegen
Die Ergebnisse der Analysen werden in einer strukturierten Bewertung aggregiert, die in die Entscheidungsprozesse integriert ist. Diesen Score berücksichtigen wir in der Einzelkreditentscheidung, wir nutzen ihn aber auch im Rahmen der Portfolioanalyse und -steuerung. Wir werden diesen Ansatz schrittweise auf weitere relevante Portfolios ausweiten und beispielsweise auch kleinere Unternehmen aufnehmen. Im Zielbild wollen wir Klimarisiken -soweit möglich - in die quantitative Kreditrisikoanalyse integrieren und sie damit in der Prozesskette inklusive Pricing und Reporting vollständig reflektieren.
Auch im Assetmanagement der Commerz Real spielen Klimarisiken eine große Rolle, gleichermaßen physische wie Transitionsrisiken. Um die Gefährdung der Assets und des Portfolios genau zu bestimmen, werden Zukunftsszenarien genutzt, die auf den repräsentativen CO₂-Konzentrationspfaden des Weltklimarates basieren. Dabei stützt sich die Commerz Real in der Risikobewertung einschließlich der Szenarioanalysen auf Instrumente wie den Carbon Risk Real Estate Monitor (CRREM) oder das PwC Climate Excellence Tool. Das CRREM-Tool zeigt Klimapfade anhand von Assetklassen- und länderspezifischen CO₂- und Endenergiezielwerten für ein 1,5°- sowie ein 2,0°-Szenario auf. Das Climate Excellence Tool hingegen erlaubt eine standortspezifische Auswertung von physischen Klimarisiken für verschiedene Szenarien. So versucht die Commerz Real, eine anhand bereits vorhandener Daten möglichst standortgenaue Risikoanalyse vorzunehmen und konkrete Maßnahmen zur frühzeitigen Schadensvermeidung abzuleiten. Die Ergebnisse fließen in die Risikoeinschätzung und die Nachhaltigkeitsbewertung aller Immobilientransaktionen ein und werden entsprechend in der Bewirtschaftungsphase berücksichtigt. Grundlage des Klimarisikomanagements ist die möglichst verlässliche Erhebung aller Verbrauchs- und Emissionsdaten sowie Standortdaten. Hierzu hat die Commerz Real ein Nachhaltigkeitsdatenmanagementsystem implementiert und bedient sich zudem externer Partner bei der Erfassung von Daten auf globaler Ebene.
Materialitätsanalyse Klima- und Biodiversitätsrisiken
| Materielle Risikotypen | Klimarisiken | Biodiversitätsrisiken |
|---|---|---|
| Kreditrisiken | materiell | materiell (inkl. Kontrahentenrisiko) |
| Marktrisiken | materiell | nicht materiell |
| Operationelle Risiken | materiell | nicht materiell (inkl. Compliance-Risiko und Cyber-Risiko) |
| Reputationsrisiken | materiell | nicht materiell |
| Objektwertänderungsrisiko | nicht materiell | n.a. |
| Geschäftsrisiko | materiell | nicht materiell |
| Liquiditätsrisiken | nicht materiell | nicht materiell |
| Modellrisiken | nicht materiell | nicht materiell |
Biodiversitätsrisiken verstehen
Neben den Klimarisiken gehören auch Risiken aus dem Verlust der Artenvielfalt zu den relevanten Umweltrisiken. 2022 wurde im Rahmen der Materialitätsanalyse erstmals untersucht, inwieweit Biodiversität als Risikotreiber für den Commerzbank-Konzern wesentlich ist. Analog zu Klimarisiken lassen sich Biodiversitätsrisiken in physische und transitorische Risiken unterteilen. Während physische Biodiversitätsrisiken durch einen Verlust oder die Verschlechterung von Leistungen des Ökosystems entstehen, von denen das Wirtschaftssystem abhängig ist (zum Beispiel Bestäubung oder genetische Vielfalt), beschreiben die transitorischen Risiken in diesem Zusammenhang Risiken, die durch den Transformationsprozess hin zu einer nachhaltigeren und umweltschonenderen Wirtschaft auftreten.
Im Rahmen der Materialitätsanalyse wurde festgestellt, dass Biodiversitätsrisiken ein wesentlicher Treiber für das Kreditrisiko des Commerzbank-Konzerns sind
Im Fokus der physischen Risikoanalyse stand eine Einschätzung der Abhängigkeit von Ökosystemleistungen von Sektoren, in denen die Commerzbank durch Kreditengagements vertreten ist. Dazu haben wir externe Daten herangezogen, die den Grad der Abhängigkeit der Sektoren von Ökosystemleistungen klassifizieren, und diese zusammen mit dem Geschäftsvolumen im jeweiligen Sektor betrachtet. Bei den transitorischen Biodiversitätsrisiken für das Kreditrisiko wurden der negative Einfluss von Geschäftsaktivitäten auf die Umwelt und die Konsequenzen durch antizipierte zukünftige regulatorische Neuerungen zum Schutz der Artenvielfalt mit einbezogen. Als Ergebnis schätzen wir physische Biodiversitätsrisiken aktuell als nicht wesentlich ein, erachten transitorische Risiken dagegen mittel- und langfristig sehr wohl als wesentliche Risikotreiber für das Kreditrisiko. Es kann angenommen werden, dass Biodiversitätsrisiken im Zeitverlauf eher zunehmen. Zukünftig ist eine tiefergehende Analyse geplant, die durch entsprechende Szenarien - soweit verfügbar - und fortgeschrittenere Bewertungsmethoden in diesem Zusammenhang unterstützt wird.
4. Kundentransformation begleiten
Für die weltweiten Bestrebungen, den Klimawandel einzudämmen, braucht es neben geeigneten politischen Rahmenbedingungen und neuen technischen Lösungen vor allem auch ausreichend finanzielle Mittel. Das bietet uns als Bank zahlreiche Chancen: Energiewende und CO₂-Reduktion erfordern neue Technologien und Produkte, die mit hohen Investitionen verbunden sind. Gleichzeitig sieht sich unsere Kundschaft mit neuartigen nicht finanziellen Herausforderungen konfrontiert: von der Datenerfassung über die Steuerung des eigenen CO₂-Fußabdrucks bis hin zu technologischen Richtungsentscheidungen im Rahmen der Energiewende. Zudem wächst das Interesse an nachhaltigen Anlagemöglichkeiten. Daher entwickeln wir Produkte und Dienstleistungen, die diesen Veränderungen gerecht werden und dabei ökologischen oder sozialen Nutzen entfalten. Bei der Transformation ihrer Geschäftsmodelle stehen wir unseren Kundinnen und Kunden mit kompetenter Beratung zur Verfügung. Wir richten unser Angebot an ihren Interessen aus, bewerten unseren Geschäftserfolg unter anderem an ihrer Zufriedenheit und integrieren Nachhaltigkeit in unsere Dialogformate. Dabei trägt auch die Gewährleistung der Datensicherheit maßgeblich zur Kundenzufriedenheit bei. Diese Zufriedenheit überprüfen wir kontinuierlich und stellen sicher, dass wir unsere Kundinnen und Kunden an den relevanten Stellen einbinden.
Nachhaltig finanzieren
Wir entwickeln nachhaltige Produkte mit Blick auf regulatorische Anforderungen, Marktanalysen und unter Heranziehung der bankeigenen Fach- und Produktexpertise. Diese Produkte unterstützen die nachhaltige Transformation unserer Kundschaft und geben zugleich Anreize für mehr Nachhaltigkeit in Unternehmen und bei Privatpersonen. Dabei nutzen wir klassische Produktentwicklung, agile Methoden und den direkten Dialog mit Kundinnen und Kunden. Welche Produkte bei der Entwicklung priorisiert werden, ergibt sich gleichermaßen aus den Vorgaben der bankeigenen Nachhaltigkeitsstrategie, wirtschaftlichen Abwägungen und regulatorischen Vorgaben. Im Firmenkundensegment setzen wir auf Risiko- und Vertriebsdaten, um die ESG-Dimensionen unseres Portfolios zu bewerten und eine dezidierte Potenzialanalyse für neue Produkte durchzuführen. Im Ergebnis haben wir Sektoren identifiziert, die uns neue nachhaltige Geschäftschancen bieten und uns zugleich ermöglichen, die Transformation unserer Kundschaft durch Advisory Services und Finanzierungsprodukte zu begleiten. Vertrieb und Kreditabteilungen arbeiten eng zusammen, um den Besonderheiten der ESG-Thematik Rechnung zu tragen. Auch die mBank überprüft und bewertet seit 2022 neue Produkte hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft (einschließlich Kundschaft). Dabei werden Nachhaltigkeitsaspekte wie Treibhausgasemissionen und Klimawandel, Abfall und Kreislaufwirtschaft oder der gleichberechtigte Zugang zu finanziellen Dienstleistungen betrachtet.
Erneuerbare Energien fördern
Die Commerzbank Aktiengesellschaft hat langjährige und weitreichende Erfahrungen mit erneuerbaren Energien. So gehören Unternehmens- und Projektfinanzierungen entlang deren Wertschöpfungskette bereits seit den 1980er-Jahren zum Portfolio und sind für uns auch in Zukunft ein Wachstumsfeld.# Kerngeschäft des Center of Competence Energy (CoC Energy)
Das Kerngeschäft des Center of Competence Energy (CoC Energy) mit seinen Standorten in Hamburg und New York ist die weltweite Finanzierung von Wind- und Solarparks sowie angrenzenden Technologien. Die finanzierten Anlagen werden insbesondere von unabhängigen Stromproduzenten, Projektentwicklern, institutionellen Investoren und Energieversorgungsunternehmen betrieben. Die gesamten Finanzierungszusagen des Center of Competence "Energy" beliefen sich 2022 auf rund 8 Mrd. Euro. Heute zählen wir zu den größten Finanzierern erneuerbarer Energien in Europa und konnten im abgelaufenen Jahr unseren internationalen Portfolioanteil weiter ausbauen. 2022 haben wir neben Finanzierungen für Wind- und Solarparks in Deutschland vor allem auch neue Projekte und Refinanzierungen in Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Spanien und den USA erfolgreich umgesetzt. Besonders hervorzuheben sind dabei unter anderem die Begleitung der für die Bank ersten Stand-alone-Finanzierung eines Batteriespeichers in den USA sowie die Portfoliofinanzierung von Solarparks mit einer Leistung von 315 Megawatt in Deutschland. Die gesamten Finanzierungszusagen des CoC Energy beliefen sich 2022 auf rund 8 Mrd. Euro.
Portfolio Erneuerbare Energien (Mrd. € | Finanzierungszusagen zum 31. Dezember 2022)
Im Rahmen ihrer Geschäftsstrategie 2021 bis 2025 hat sich die mBank verpflichtet, rund 2,1 Mrd. Euro (10 Mrd. polnische Zloty) für die Finanzierung grüner Investitionen zu mobilisieren, insbesondere in erneuerbare Energiequellen. Ende 2022 erreichte das gesamte Portfolio erneuerbarer Energien der mBank einen Wert von 705,9 Mio. Euro (3,4 Mrd. polnische Zloty). Alleine 2022 hat die mBank rund 132,9 Mio. Euro (636,5 Mio. polnische Zloty) für 7 Photovoltaikprojekte und 4 Windparkprojekte bereitgestellt. Neben dem Finanzieren groß angelegter Projekte bietet die mBank finanzielle Unterstützung für kleinere Projekte im Bereich erneuerbarer Energien mit einer Nennleistung von bis zu 5 Megawatt.
Die Commerz Real trägt durch Investitionen in erneuerbare Energien direkt zur Gestaltung der Energiewende bei. Sie hat zudem für die von ihren Fonds und Sondervermögen gehaltenen Immobilien auf einen Strombezug aus erneuerbaren Energien geachtet, sofern dies die lokalen Märkte erlaubten.
Nachhaltige Lösungen aufzeigen
Die Commerzbank Aktiengesellschaft bezieht Nachhaltigkeitsaspekte auch bei der Entwicklung klassischer Finanzierungslösungen ein. Wir beraten Unternehmen über die Vorteile öffentlicher Förderkredite wie der KfW-Energieeffizienzprogramme oder der Klimaschutzinitiative für den Mittelstand der KfW. Neu- und Weiterentwicklungen von Produkten der Förderinstitute haben wir im Blick und bieten diese unserer Kundschaft an.
Im Bereich der Finanzierungen an Firmenkunden bieten wir seit Beginn 2022 auch nachhaltige bilaterale Kreditprodukte, sogenannte "Green Loans" an, die der Finanzierung von nachhaltigkeitsbezogenen Projekten dienen. Außerdem sind Unternehmensfinanzierungen in Form von sogenannten "KPI-linked Loans" und "ESG-Rating-linked Loans" möglich, deren Margen sich am Grad der Transformationsbemühungen des Unternehmens ausrichten. Gradmesser für diese Bemühungen sind entweder individuell zu vereinbarende, extern validierte Kennzahlen, wie die Senkung des CO₂-Ausstoßes, oder ein wiederkehrendes Nachhaltigkeitsrating einer anerkannten Agentur, das die Nachhaltigkeitsbemühungen des Unternehmens in ein Verhältnis zur Sektorleistung setzt. Gleichzeitig arbeitet die Bank am Ausbau weiterer Finanzierungsprodukte um Nachhaltigkeitskomponenten.
Im Segment Privat- und Unternehmerkunden bieten wir Finanzierungen für energieeffiziente Gebäude: Bei der "Grünen Baufinanzierung" vergünstigen sich die Finanzierungskonditionen für Bau, Modernisierung oder Erwerb eigen- oder fremdgenutzter Gebäude, wenn deren Endenergiebedarf unter 50 kWh pro Quadratmeter Nutzfläche liegt. Auch beim Green CBU, einem Individualkredit für Selbstständige und kleinere Unternehmen, werden nachhaltige gewerbliche Investitionen finanziert. Dazu zählen zum Beispiel die Erzeugung von Wärme oder Strom aus nachhaltig nutzbaren, erneuerbaren Quellen oder Investitionen in Elektro- und Wasserstoffmobilität, die mit einem vergünstigten Zinssatz gefördert werden. Die Verwendungszwecke dieser Projekte entsprechen der Definition nachhaltiger Produkte gemäß dem ESG-Rahmenwerk. So dienen die Finanzierungen den Aktivitäten zum Klimaschutz oder zur Klimaanpassung.
Bei unserer "Grünen Baufinanzierung" vergünstigen sich die Finanzierungskonditionen für Bau, Modernisierung oder Erwerb eigen- oder fremdgenutzter Gebäude.
Verantwortung im Kreditgeschäft geht für das Privatkundensegment aber noch weiter: "Responsible Lending" ist ein ganzheitlicher Beratungsansatz, der auch auf mögliche Veränderungen der wirtschaftlichen Situation der Kundinnen und Kunden achtet. Für diesen Fall gibt es im Risikobereich der Bank spezielle Einheiten, die sich mit der Risikofrüherkennung beschäftigen. Zu ihrer Aufgabe gehört es, Kundinnen und Kunden mit sich abzeichnenden finanziellen Problemen frühzeitig - und damit möglichst vor dem Auftreten existenzieller Probleme - zu identifizieren und Maßnahmen aufzuzeigen, die im Idealfall in einen geregelten Rückzahlungsprozess münden.
Nachhaltige Geldanlage und Kapitalmarktprodukte
Auch im Anlagegeschäft wollen wir unseren Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung leisten und die damit verbundenen Geschäftschancen nutzen. Dazu gehören etwa das Angebot nachhaltiger Fonds, die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in die Vermögensverwaltung und nachhaltige Kapitalmarktinstrumente. Zusätzlich werden seit 2022 die Nachhaltigkeitspräferenzen unserer Kundschaft standardisiert in der Anlageberatung berücksichtigt.
Nachhaltige Bonds und Loans entwickeln
2007 waren wir bei der Ausgabe des weltweit ersten Green Bonds beteiligt. Seitdem haben wir zahlreiche Unternehmen beim Vorbereiten und Platzieren von nachhaltigen Anleihen unterstützt. So begleitete die Commerzbank Aktiengesellschaft allein im Berichtsjahr die Emission von 59 nachhaltigen Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 46,6 Mrd. Euro (2021: 62,3 Mrd. Euro) als Lead-Managerin. Das Volumen wird entsprechend der im ESG-Rahmenwerk offengelegten Kriterien in das nachhaltige Geschäftsvolumen eingerechnet.
Die Commerzbank war 2022 Lead-Managerin bei der Emission von 59 nachhaltigen Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 46,6 Mrd. Euro.
Hierzu zählten auch eine Reihe innovativer Transaktionen wie im Januar 2022 der erste Sustainability-linked Bond im Schweizer-Franken-Markt oder im Mai 2022 die bis dahin größte Green-Bond-Transaktion eines Unternehmensemittenten überhaupt. Weiterhin engagieren wir uns in unterschiedlichen Interessensvereinigungen und Fachverbänden und tragen so aktiv zur Weiterentwicklung des Marktes für nachhaltige Anleihen bei. Insgesamt hat die Bank bereits mehr als 200 nachhaltige Anleihen begleitet.
Daneben arrangiert, strukturiert und platziert die Commerzbank Aktiengesellschaft für Firmenkunden unterschiedlichster Größenordnungen und Branchen nachhaltige Schuldscheindarlehen und Konsortialkredite, insbesondere in Form von ESG-linked Loans. Im Rahmen dieser Transaktionen übernehmen wir regelmäßig die Rolle des Sustainability Coordinators, um im Namen des Bankenkonsortiums in enger Abstimmung mit den Unternehmen ambitionierte ESG-Strukturen zu entwickeln.
ESG-linked Loans sind eine vergleichsweise neue, aber sehr dynamisch wachsende Produktkategorie, die mittlerweile die häufigste Form nachhaltiger Konsortialkredite darstellt. Dabei werden die Kreditkonditionen an Nachhaltigkeitskriterien geknüpft, überwiegend in der Form nachhaltigkeitsbezogener Leistungsindikatoren (KPIs) oder an ein ESG-Rating des Kreditnehmers. Werden ex ante definierte Zielwerte dieser KPIs oder des als Grundlage definierten Ratings erreicht, fallen die Zinsen geringer aus - und umgekehrt. Diese Funktionsweise gilt grundsätzlich auch für nachhaltige Schuldscheindarlehen.
Seit 2017 nehmen wir an Arbeitsgruppen der Loan Market Association teil, um die Implementierung von Nachhaltigkeit im Konsortialkreditgeschäft aktiv mitzugestalten. Im Jahr 2022 war die Commerzbank Aktiengesellschaft an 71 ESG-/Sustainability-linked syndicated Loans für Unternehmen in Europa mit einem Gesamttransaktionsvolumen von 103,8 Mrd. Euro beteiligt und hat 8 nachhaltige Schuldscheindarlehen im Gesamttransaktionsvolumen von 3,24 Mrd. Euro arrangierend begleitet, wovon 800 Mio. Euro auf die international bisher größte nachhaltige Schuldscheintransaktion entfallen sind.
2022 war die Commerzbank an 71 ESG-/Sustainability-linked syndicated Loans für Unternehmen in Europa mit einem Gesamttransaktionsvolumen von 103,8 Mrd. Euro beteiligt.
Nachhaltigkeitsaspekte spielen auch bei den Eigenanlagen der Bank eine immer wichtigere Rolle. Im Rahmen der Liquiditätssteuerung investiert die Commerzbank Aktiengesellschaft zunehmend in nachhaltige Anleihen und baut ein eigenes ESG-Portfolio auf. Zu diesem Zwecke plant die Bank, vermehrt Eigenanlagen in Green, Social und Sustainability Bonds zu investieren. Bis Ende 2022 betrug deren Volumen im Liquiditätsportfolio 2,2 Mrd. Euro.
Bei der betrieblichen Altersvorsorge berücksichtigt die Commerzbank im Inland insofern Nachhaltigkeitsaspekte als dass bei der Auswahl der Assetmanager für den Pensionsplan deren Unterzeichnung der UN Principles for Responsible Investment (PRI) Grundvoraussetzung ist.
Kundengelder nachhaltig anlegen
Als Unterzeichner der UN Principles for Responsible Investment (UN PRI) bekennt sich das Asset-Management der Commerzbank Aktiengesellschaft zu verantwortungsbewussten Investitionsentscheidungen. Für vermögende Privat- und Firmenkunden bietet die Vermögensverwaltung deshalb verschiedene Lösungen, die ökologische und soziale Merkmale berücksichtigen.# Commerzbank AG
Insbesondere können Kundinnen und Kunden eine individuelle nachhaltige Vermögensverwaltung vereinbaren, bei der die Titelselektion nicht nur Ausschlusskriterien und Nachhaltigkeitsratings berücksichtigt, sondern auch Investitionen in Unternehmen mit nachhaltigen Wirtschaftsaktivitäten anstrebt. Insgesamt konnte der Anteil nachhaltiger Anlagen, der gemäß Auslegung im ESG-Rahmenwerk in das nachhaltige Geschäftsvolumen einfließt, in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet werden und lag per Ende 2022 bei 10,7 % der Assets under Management der Commerzbank-Vermögensverwaltung. Beim Motiv-Investing der Commerzbank-Marke comdirect können Kundinnen und Kunden ohne Beratung gezielt in Megatrends investieren. Die Fonds, ETFs und Aktien werden unter anderem nach den Trendthemen Robotics, Gesundheit, Technologie oder auch Nachhaltigkeit sortiert, aus denen die Kundinnen und Kunden ihr Depot zusammenstellen können. Bei anderen Anlageformaten wie Sparplänen stehen diese Produkte ebenfalls zur Auswahl. Darüber hinaus folgt comdirect mit der digitalen Vermögensverwaltung cominvest green den Kundenbedürfnissen nach grünen Anlagemöglichkeiten. Auch die mBank engagiert sich in diesem Segment: Im September 2019 lancierte die Bank eine neue ESG-Anlagestrategie. Heute können private Kundinnen und Kunden in ETF-basierte Aktien- und Anleiheportfolios investieren, die sich positiv auf Umwelt und Gesellschaft auswirken. Der Wert der in ESG-Anlagestrategien investierten Vermögenswerte für Privatkundinnen und -kunden sank Ende 2022 im Vergleich zu 2021 um 20 % auf 32 Mio. Euro (153 Mio. polnische Zloty). Gleichzeitig stieg der Anteil dieser ESG-Anlagestrategien am Gesamtvolumen im Jahresvergleich von 29 % auf 32 %.
Die Commerz Real verbindet nachhaltige Investmentmöglichkeiten mit einem direkten Beitrag zur Gestaltung der Energiewende: 2005 wurden erstmals Investitionen mittels Fonds in Solarenergie getätigt und zahlreiche Investments folgten. Daneben wurde das Portfolio um Windenergieanlagen an Land und auf See ergänzt. Mit rund 1.623 Megawatt jährlicher Gesamtleistung von 57 Freiflächen-Solarkraftwerken und 43 Onshore- beziehungsweise Offshore-Windparks gehört die Commerz-Real-Gruppe heute zu den großen deutschen Assetmanagern in diesem Segment. Das gesamte Transaktionsvolumen in erneuerbare Energien lag Ende 2022 bei rund 4,2 Mrd. Euro.
Der "klimaVest" ist der erste offene Sachwertfonds im Bereich erneuerbare Energien für private Anlegerinnen und Anleger
2020 legte die Commerz Real mit "klimaVest" den ersten offenen Sachwertfonds im Bereich erneuerbare Energien für private Anlegerinnen und Anleger mit Rückgaberechten in Form eines ELTIF auf (European Long-Term Investmentfonds). Seit 2021 erfüllt der Fonds die Transparenzanforderungen als nachhaltiges Finanzprodukt gemäß Artikel 9 der EU-Offenlegungsverordnung. Dabei investiert der klimaVest hauptsächlich in Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Energie und in die Infrastruktur der Energiewende. Anlageziel des Fonds ist es, attraktive risikobereinigte Renditen für Anleger zu erzielen und gleichzeitig einen positiven Beitrag zur Erreichung ökologisch nachhaltiger Ziele im Sinne der EU-Taxonomie zu leisten. Das Volumen des klimaVest lag zum Jahresende 2022 bei rund 992,3 Mio. Euro. Bis 2025 soll es auf insgesamt 4,5 Mrd. Euro wachsen, bei einer Zielsetzung von rund 2,2 Mrd. Euro Eigenkapital.
Daneben legt die Commerz Real beim Management ihrer Immobilienassets auch auf Nachhaltigkeit Wert, wie etwa beim "hausInvest". Der Fonds gehörte mit 17,4 Mrd. Euro Fondsvermögen zum Jahresende 2022 zu den größten offenen Immobilienfonds Europas. Er war 2021 einer der ersten offenen Immobilienfonds, der ökologische und/oder soziale Merkmale nach Artikel 8 der EU-Offenlegungsverordnung offengelegt hat. Entsprechend hat der Fonds seine Anlagestrategie ergänzt. Bis 2050 ist es das Ziel, den CO₂-Fußabdruck des Portfolios auf 14 Kilogramm pro Quadratmeter zu senken. Im August 2022 hat sich der hausInvest entschieden, die Anforderungsstufe an ökologisch nachhaltige Investitionen nach EU-Taxonomie sowie die Mindestanforderungen an nachhaltige Investitionen im Sinne der EU-Offenlegungsverordnung zu erfüllen. Der Mindestanteil gemäß Taxonomie beträgt 5 % des Verkehrswertes der Immobilien, die zum Sondervermögen gehören. Bei der Ermittlung des vorgenannten Verkehrswertes werden Projektentwicklungen ab ihrer Fertigstellung und die von Immobiliengesellschaften gehaltenen Immobilien entsprechend der Beteiligungshöhe berücksichtigt.
Emissionen handeln oder kompensieren
Die Commerzbank Aktiengesellschaft ist Teilnehmerin am europäischen Emissionsrechtehandel (EU-ETS) sowie dem Emissionshandel des Vereinigten Königreichs (UK-ETS). Sie berät Unternehmen bei der Beschaffung von Emissionsrechten sowie im damit verbundenen Risikomanagement und hilft dabei, daraus resultierende Handelsstrategien umzusetzen. Hinzu kommt die Möglichkeit zur freiwilligen Kompensation des nicht vermeidbaren CO₂-Fußabdrucks eines Unternehmens mit Zertifikaten aus Emissionsminderungsprojekten. Als Mitglied der Carbon Pricing Leadership Coalition (CPLC) der Weltbank beteiligt sich die Bank darüber hinaus an den weltweiten Diskussionen zur CO₂-Bepreisung.
Die Commerz Real hat auch im Mobilienleasing über ihre Tochtergesellschaft Commerz Real Mobilienleasing (CRML) begonnen, das Thema Nachhaltigkeit in ihrem Geschäft zu verankern. CRML bietet mit "PRO Climate Lease" optional an, parallel zum Finanzierungsgeschäft Projekte zur Vermeidung oder Absorption von CO₂-Emissionen zu unterstützen.
Datensicherheit gewährleisten
Der Schutz der Kundendaten und die Wahrung des Bankgeheimnisses sind in Zeiten zunehmender Digitalisierung von größter Bedeutung. Sie bilden die Grundvoraussetzungen für die Zufriedenheit unserer Kundinnen und Kunden sowie für das Vertrauen in eine langfristige Geschäftsbeziehung. Deshalb ist Datensicherheit für uns ein Schwerpunktthema in Bezug auf verantwortungsvolles Banking.
Auf Cyber-Kriminalität reagieren
Mit der zunehmenden digitalen Vernetzung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft werden Cyber-Sicherheit und -Widerstandsfähigkeit immer wichtiger. Dabei betrachtet die Commerzbank nicht nur die eigenen Informationen, Räumlichkeiten und IT-Systeme, sondern auch die der Kunden und Dienstleister inklusive gegebenenfalls unabhängiger Transportwege. Cyber-Sicherheit ist ein starker Treiber von Vertrauen und damit auch ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Die Finanzindustrie als Teil der kritischen Infrastruktur unterliegt erweiterten gesetzlichen Anforderungen.
Datensicherheit ist für uns ein Schwerpunkt beim verantwortungsvollen Banking
Wir wollen dieser Entwicklung ebenso wie zukünftigen Herausforderungen beim Managen der Cyber-Risiken angemessen Rechnung tragen. Die Steuerung der Cyber- und Informationssicherheitsrisiken erfolgt durch den Konzernbereich "Group Risk Management - Cyber Risk & Information Security" (GRM-CRIS). Der Bereich obliegt der Hoheit des Group Chief Information Security Officer. Neben bereits etablierten Sicherheitsfunktionen wie dem Information-Security-Management-System liegt der Fokus auf dem Cyber-Risikomanagement sowie der Stärkung der Cyber-Resilienz der Commerzbank inklusive Information-Security-Incident-Management-Fähigkeiten. Um die sogenannte menschliche Komponente abzudecken, setzen wir ergänzend auf ein hohes Sicherheits- und Risikobewusstsein unserer Mitarbeitenden. Dieses fördern wir im Rahmen einer speziellen Awareness-Kampagne zur Informationssicherheit, die mehrfach ausgezeichnet wurde. Zusätzlich adressiert GRM-CRIS die Wechselwirkungen der Cyber- und Informationssicherheitsrisiken zu anderen Risiken aus Bereichen wie HR, Procurement, Business-Continuity-Management und physische Sicherheit. Die Commerzbank Aktiengesellschaft ist Gründungsmitglied des Vereins German Competence Centre against Cybercrime (G4C), der mit dem Bundeskriminalamt kooperiert. Ziel des Vereins ist es, Schutzmaßnahmen vor Cyber-Kriminalität aufzubauen und zu optimieren, um Schaden von seinen Mitgliedern und deren Kundschaft abzuwenden.
Auch die mBank legt großen Wert auf die Sicherheit ihrer IT-Systeme und der darin enthaltenen Daten. Dafür greift sie auf geeignete organisatorische und technische Lösungen zurück. Jeder Mitarbeitende der mBank in Polen ist dazu verpflichtet, einmal jährlich eine Schulung zu Cyber-Security zu absolvieren. Zur Sicherheitsabteilung der Bank gehört zudem ein rund um die Uhr operierendes Security Operations Center (SOC). Mitarbeitende und Kundschaft können dem SOC alle Cybersicherheitsangelegenheiten melden, einschließlich identifizierter Vorfälle, versuchter Angriffe und verdächtiger Transaktionen. Zudem bietet die mBank kostenlose Unterstützung bei Cyber-Vorfällen, wenn Kundinnen und Kunden Opfer von Cyber-Kriminalität wurden.
Datenschutz sicherstellen
Die Commerzbank Aktiengesellschaft nimmt den Schutz der persönlichen Daten sehr ernst und hält sich an die anerkannten Regeln des Datenschutzes, insbesondere an die Vorschriften der EU-Datenschutzgrundverordnung und der Konzern-Datenschutz-Policy. Diese Policy hat den Zweck, im Konzern ein gleichmäßig hohes Maß an Datenschutz zu gewährleisten sowie die Grundrechte und Freiheiten der betroffenen Personen nachhaltig zu achten. Sie enthält unter anderem konzernweit geltende Grundsätze für das Erheben, Verarbeiten, Verwenden und internationale Übermitteln von personenbezogenen Daten. Der sparsame, verhältnismäßige, erforderliche und rechtlich nur soweit zulässige Umgang mit personenbezogenen Daten ist ein Recht nach der Charta der Grundrechte der Europäischen Union, zu denen sich die Commerzbank ausdrücklich verpflichtet. Dazu gehören auch die zweckgebundene Verarbeitung sowie die Gewährleistung von Transparenz und Auskunft gegenüber der betroffenen Person.# Die Commerzbank übermittelt zudem nur dann personenbezogene Daten an Dritte, soweit dies rechtmäßig und nicht erkennbar ist, dass ein Risiko für die Grundrechte und Freiheiten der betroffenen Person besteht, wozu auch die Übermittlung an Behörden gehört. Personenbezogene Daten werden gelöscht, sobald diese für die geschäftlichen Zwecke nicht mehr erforderlich sind und andere legitime Gründe der Löschung nicht entgegenstehen. Wir können nachweisen, dass wir die Grundsätze für die Verarbeitung personenbezogener Daten nachhaltig einhalten. Die Datenschutz-Policy hat den Zweck, ein gleichmäßig hohes Maß an Datenschutz zu gewährleisten sowie die Grundrechte und Freiheiten betroffener Personen nachhaltig zu achten Anfragen, Beschwerden, Auskunftsersuchen und Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten geht die Commerzbank unverzüglich nach und gewährleistet eine enge Kommunikation mit der betroffenen Person. Insbesondere dann, wenn möglicherweise Risiken für deren Grundrechte und Freiheiten bestehen. Zudem können sich Betroffene jederzeit an den Datenschutzbeauftragten der Commerzbank wenden. Damit unsere Mitarbeitenden für die Themenfelder Datenschutz und Datensicherheit sensibilisiert werden und informiert bleiben, gibt es regelmäßige Schulungen und obligatorische Lernprogramme. Das Datenschutz-Management der Marke comdirect ist beim Datenschutzbeauftragten der Commerzbank eingegliedert. Bei der Commerz Real gibt es einen zentralen Datenschutzbeauftragten sowie Datenschutzkoordinatoren in den Fachbereichen. In Polen unterstützen der Datenschutzbeauftragte der mBank und das dazugehörige Team die Geschäftseinheiten der Bank, basierend auf den Richtlinien "Personal Data Security Policy" und "Policy for Personal Data Management over Time". Im Verhältnis zur Zahl von knapp 11 Millionen Kundinnen und Kunden in Deutschland und rund 5,7 Millionen in Polen, Tschechien und der Slowakei sowie rund 26.000 Firmenkundenverbünden, Konzernen, Finanzdienstleistern und institutionellen Kunden weltweit gab es auch 2022 eine vergleichsweise geringe Zahl von Beschwerden zum Datenschutz. Bei der Commerzbank Aktiengesellschaft im Inland beispielsweise gingen im Berichtsjahr 199 Beschwerden von Kundinnen und Kunden beim Datenschutzbeauftragten ein. In den meisten Fällen wurde reklamiert, dass Daten unbefugt genutzt oder an Dritte zur Kenntnis gelangt seien. Das effiziente und ganzheitliche Verarbeiten von Daten bietet große Chancen Big Data verantwortungsvoll nutzen Der Einsatz von Big Data und Advanced Analytics (BDAA) ist für die Commerzbank von zentraler strategischer Bedeutung. Das effiziente und ganzheitliche Verarbeiten von Daten bietet allen Segmenten und Konzernbereichen große Chancen: als Entscheidungsgrundlage bei der Steuerung operativer Prozesse, für detailliertere und schnellere Analysen, für verbesserten Service und Cross-Selling. Darüber hinaus bietet BDAA Methoden für die effiziente Gestaltung von gruppenweiten Modellen für die Berechnung von Kredit- und operationellen Risiken, Kapitalbedarfen und Stresstesting, um so die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Vorschriften sicherzustellen und die Kapitaleffizienz zu verbessern. Um den hohen Datenschutzstandards Rechnung zu tragen, arbeitet die Commerzbank Aktiengesellschaft mit Pseudonymisierung, Anonymisierung und Mikrosegmentierung. Im Dialog bleiben Produkttransparenz und Fairness gegenüber unserer Kundschaft bedeuten für uns eine ganzheitliche und verständliche Beratung zu Finanzprodukten, ihren Risiken und möglichen Alternativen entlang langfristiger Bedürfnisse. Dazu zählt auch eine transparente und nachvollziehbare Dokumentation des Beratungsprozesses. In den vergangenen Jahren haben wir neue Produkte und Dienstleistungen mit besonderem Kundennutzen eingeführt. Dazu zählen unter anderem ein Green Ecosystem, die Grüne Baufinanzierung oder die neue Anlagelösung "money mate". Alle Einheiten des Konzerns binden ihre Kundinnen und Kunden aktiv ein. Expertinnen und Experten tauschen sich in verschiedenen Formaten mit ihnen aus, damit Ideen und Anregungen in die (Weiter-)Entwicklung von Services und Produkten einfließen können. Das "UX-Studio" der Commerzbank Aktiengesellschaft unterstützt dabei mit Erkenntnissen über Anforderungen und Bedürfnisse von Nutzerinnen und Nutzern. UX steht für User Experience und damit für das Erlebnis vor, während und nach dem Nutzen eines Produktes. In UX-Research-Studien werden Kundschaft, Nichtkundinnen und -kunden und Mitarbeitende frühzeitig im gesamten Entwicklungsprozess und im Livebetrieb involviert, um die Kundenzentrierung der Angebote sicherzustellen. Die Marke comdirect nutzt für die Einbindung unter anderem die "comdirect-Community", bei der sich Kundinnen und Kunden sowie Finanzmarktinteressierte über Produkte und andere Finanzthemen mit der Bank austauschen können. Im Firmenkundensegment der Commerzbank Aktiengesellschaft werden für die Weiterentwicklung des Angebots regelmäßig themenspezifische Befragungen genutzt. So gewinnen wir Erkenntnisse über Kundenwünsche und -anforderungen, die in die Gestaltung von Produkten und Prozessen einfließen. Die Einbindung unserer Kundinnen und Kunden ist für uns ein handlungsleitendes Prinzip Darüber hinaus bindet die Commerzbank Aktiengesellschaft ihre Kundschaft aktiv über verschiedene Kundenbeiräte ein. In einem zentralen Beirat sowie bei zehn Regionalbeiratssitzungen haben ausgewählte Personen aus Firmen und Institutionen sowie des öffentlichen Lebens die Möglichkeit, in den direkten Dialog mit dem Vorstand zu treten, sich über die Geschäftsentwicklung zu informieren und ihre Erfahrungen und Anforderungen stellvertretend einzubringen. Zielgruppen befragen Die Themen des Mittelstands stehen im Fokus der Commerzbank-Initiative "Unternehmerperspektiven". Einmal jährlich befragt sie Inhaberinnen und Inhaber und das Topmanagement aus Unternehmen unterschiedlicher Größenordnungen und Branchen. 2022 wurden für die Studie "Wirtschaft im Umbruch: nachhaltig und digital" 300 Unternehmen vor dem Hintergrund der multiplen Krisensituation nach dem Umsetzungsstand des Themas Nachhaltigkeit befragt. Zugleich gibt die Studie Antworten auf die Fragen, wie Unternehmen heute mit Daten umgehen und welche Rolle dabei das Thema digitale Ethik spielt. Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse die mit der Digitalisierung verbundenen Chancen auf und welche digitalen Technologien heute und in Zukunft für Firmenkunden relevant sind. Bei der Unternehmerkundenstudie befragt die Commerzbank Aktiengesellschaft bundesweit 2.500 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 15 Mio. Euro. Dazu zählen Freiberufler, Selbstständige, Handwerkerinnen und Handwerker sowie kleinere und mittelständische Unternehmen - sowohl Kundinnen und Kunden der Commerzbank als auch anderer Banken. 2022 widmete sich die Studie dem Thema Cybersicherheit. Die Ergebnisse zeigen, dass die befragten Unternehmen Cybersicherheit für ein sehr wichtiges Thema halten. Rund zwei von fünf Unternehmen in Deutschland wurden bereits Opfer eines Cyberangriffs. Knapp jedem fünften betroffenen Unternehmen ist durch den Angriff ein Schaden entstanden. Dennoch fühlt sich die überwiegende Mehrheit der Unternehmen beim Thema Cyber-Sicherheit gut aufgestellt. Beratung verbessern Mit Änderung der MiFID-2 Richtlinie im Rahmen des EU-Aktionsplans zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums ist seit August 2022 die Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenzen in der Anlageberatung und Finanzportfolioverwaltung verpflichtend. Unsere Mitarbeitenden in der Anlageberatung wurden dafür intensiv geschult. Im Rahmen der Befragung klären wir Kundinnen und Kunden über die drei in der Richtlinie definierten Nachhaltigkeitsstandards auf und fragen nach ihren Nachhaltigkeitspräferenzen. Sofern eine Nachhaltigkeitspräferenz besteht, entscheiden die Kundinnen und Kunden im Anschluss über den Nachhaltigkeitsanteil ihrer Anlagen. Das Beratungsuniversum im Segment Privat- und Unternehmerkunden umfasst rund 500 Finanzinstrumente, die mindestens einen der durch MiFID-2 definierten Nachhaltigkeitsstandards erfüllen. Rund 500 Finanzinstrumente im Segment Privat- und Unternehmerkunden erfüllen mindestens einen der durch MiFID-2 definierten Nachhaltigkeitsstandards Für Fragestellungen rund um den Themenkomplex Nachhaltigkeit, die außerhalb unserer Kernkompetenzen liegen, baut die Commerzbank Aktiengesellschaft ein sogenanntes "Green Ecosystem" auf. Hierbei unterstützen kompetente Kooperationspartner der Bank mit Beratungsleistungen, etwa um die CO₂-Bilanz eines Unternehmens zu ermitteln, eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln oder Klimarisiken zu erkennen und zu managen. Seit dem Start des Programms Anfang 2022 konnten wir so bereits vielen Kundinnen und Kunden weiterhelfen. Um die Angebote der Commerzbank für alle Interessierten zugänglich zu machen, legen wir außerdem großen Wert auf die barrierefreie Gestaltung unserer Filialen und des Onlineangebotes. Rund zwei Drittel unserer Filialen sind ebenerdig zugänglich. Bei jeder Umbaumaßnahme in einer Filiale und der Einrichtung von Geldautomaten achten wir auf einen Zugang für möglichst alle Nutzergruppen. Für den Auszahlungsvorgang sind alle Selbstbedienungsgeräte der Commerzbank Aktiengesellschaft mit einer Vorlesefunktion für sehbehinderte Personen ausgestattet. Weitere Informationen zu unseren Bemühungen um Inklusion auch von Mitarbeitenden finden sich unter "Inklusion vorantreiben". Mittels eines CO₂-Rechners in der Banking-App können Privatkundinnen und -kunden basierend auf einem Fragebogen zu ihrem Verhalten in den Feldern Mobilität, Konsum und Wohnsituation ihren persönlichen CO₂-Fußabdruck berechnen. Ergänzt wird diese Anwendung um Informationen zu nachhaltiger Lebensführung und zu nachhaltigen Produktangeboten der Commerzbank. 5. Mit gutem Beispiel vorangehen Wir haben als Unternehmen eine Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft.# Commerzbank Aktiengesellschaft
Deshalb wollen wir nicht nur unsere Kundschaft in ihrer Transformation begleiten, sondern selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Dies geschieht unter anderem durch die kontinuierliche Reduktion unseres ökologischen Fußabdrucks. Gleichzeitig wollen wir unseren Stakeholdern ein zuverlässiger Partner sein und richten unser Handeln an ethischen Werten wie Integrität und Fairness aus. Darüber hinaus nehmen wir unsere Verantwortung als Arbeitgeber ernst und fördern gelebte Vielfalt und Chancengleichheit. Und schließlich beeinflussen wir mit freiwilligem Engagement für gemeinnützige Zwecke und unseren Stiftungen unser Umfeld positiv.
Betriebliche Emissionen senken
Bereits seit dem Jahr 2009 verfügt die Commerzbank Aktiengesellschaft über ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001. 2015 haben wir ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 ergänzt und somit ein integriertes Umwelt- und Energiemanagementsystem (iUEMS) etabliert. Hierin werden Zuständigkeiten, Verhaltensweisen, Abläufe und Vorgaben zur Umsetzung der betrieblichen Umwelt- und Energiepolitik strukturiert festgelegt und dokumentiert.
Im Mittelpunkt steht die Optimierung des Ressourcenverbrauchs, insbesondere dort, wo wir direkten Einfluss auf die Umwelt nehmen können, wie beispielsweise beim Gebäudemanagement sowie bei Dienstreisen.
Im Mittelpunkt steht die Optimierung des Ressourcenverbrauchs, insbesondere dort, wo wir direkten Einfluss auf die Umwelt nehmen können.
In erster Linie dient das iUEMS der fortlaufenden Verbesserung der eigenen Umwelt- und Energieleistung. Gleichzeitig hilft es bei der Risikominimierung: Durch regelmäßiges Beobachten und Überprüfen des Istzustands können Handlungsbedarfe frühzeitig aufgedeckt und vorbeugende Maßnahmen getroffen werden. Dieses integrierte Managementsystem bildet die beste Voraussetzung, um sich als Betrieb nachhaltig auszurichten.
Einsparungen bei unseren betrieblichen Emissionen können wir insbesondere über ein effizientes und nachhaltiges Gebäudemanagement erreichen. Dafür ergreifen wir verschiedene Maßnahmen. Unter anderem werden seit 2017 sukzessive herkömmliche Leuchtmittel durch LEDs ersetzt, was maßgeblich zur Energieeinsparung beiträgt. Die Energieeffizienz unserer Gebäude prüfen wir fortlaufend über definierte Energieleistungskennzahlen. Den Stromkennwert der von uns angemieteten Fläche in den Lateral Towers konnten wir von 104 kwh/qm im Jahr 2018 auf 72 kwh/qm im Jahr 2022 senken. Nach diesen positiven Erfahrungen haben wir auch an anderen Standorten eine solche Software in Betrieb genommen und prüfen laufend die Umsetzung in weiteren Gebäuden.
Darüber hinaus liegt ein besonderes Augenmerk darauf, Reisetätigkeiten möglichst umweltschonend zu gestalten und somit CO₂-Emissionen zu vermeiden. Die Dienstreiserichtlinie sieht daher die Bahn als bevorzugtes Verkehrsmittel vor. Das bedeutet auch, dass wo immer möglich auf die Nutzung von Flugzeugen verzichtet wird. Elektrofahrzeuge im Bankwagen-Leasing werden durch die Bank gefördert. Daneben zahlt die Commerzbank ihren Mitarbeitenden in Deutschland einen monatlichen Mobilitätszuschuss von 20 Euro für das Pendeln mit öffentlichen Verkehrsmitteln und bietet mit Fahrradangeboten eine weitere klimafreundliche Alternative.
Wesentliche Kennzahl: Im Jahr 2022 hat die Commerzbank Aktiengesellschaft 78.402 Tonnen CO₂-äquivalente Gesamtemissionen verursacht.
CO₂-äquivalente Gesamtemissionen (Tsd. Tonnen)
Dieser Wert liegt leicht über dem von Corona-Maßnahmen stark beeinflussten 2021, aber deutlich unten den Emissionen der Vorjahre. Gründe hierfür sind unter anderem technische Anpassungen für Energieeffizienz im Gebäudemanagement und Änderungen bei der dienstlichen Mobilität, aber auch Standortschließungen und der Stellenabbau der vergangenen zwei Jahre. Diese Maßnahmen werden auch nach Ende der Corona-Beschränkungen weiterwirken.
Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, unseren Treibhausgas-Ausstoß bis 2025 um 30 % zu senken (bezogen auf das Basisjahr 2018). Dieses Ziel haben wir mit CO₂-Emissionen in Höhe von 78.402 t bereits 2022 erreicht: Sie entsprechen einem Rückgang von 34,9 %. Das frühzeitige Erreichen der Klimaziele für 2025 motiviert uns im nächsten Schritt ein neues, mittelfristiges Klimaziel mit Blick auf unsere Net-Zero-Verpflichtung 2040 zu definieren.
Seit 2015 kompensieren wir die bislang nicht vermeidbaren Emissionen der Commerzbank Aktiengesellschaft in Deutschland, seit 2021 auch weltweit. Die Bank arbeitet somit rechnerisch klimaneutral.
Betriebliche CO₂-Emissionen der Commerzbank Aktiengesellschaft
| 2022 | T CO₂-Äquivalente | |||
|---|---|---|---|---|
| Inland | Ausland | Gesamt | ||
| Scope 1 | 20.091 | 1.522 | 21.613 | |
| Scope 2 location-based | 54.448 | 7.468 | 61.916 | |
| Scope 2 market-based | 8.239 | 4.618 | 12.857 | |
| Scope 3 | 38.890 | 5.042 | 43.932 | |
| Summe | 67.220 | 11.182 | 78.402 |
Die Tabelle zeigt die CO₂-Emissionen der Commerzbank Aktiengesellschaft gemäß der weltweit gängigen Kategorisierung durch das Greenhouse Gas (GHG) Protocol. Scope 1 bezeichnet darin die direkt verursachten Emissionen, beispielsweise durch den Verbrauch von Erdgas, Heizöl oder Kraftstoff. Scope 2 entspricht den Emissionen durch zugekaufte Energie. Diese können sowohl nach dem tatsächlich gekauften Energiemix ("Market-based") als auch nach dem statistischen Ländermix ("Location-based") berechnet werden. Für die Berechnung unserer Gesamtemissionen nutzen wir die Market-based-Scope-2-Emissionen. Scope 3 umfasst sonstige indirekte Emissionen der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette. Dazu zählen wir unter anderem den Papier- und Wasserverbrauch, Dienstreisen und Pendelverkehr sowie weitere Emissionen aus der Energieversorgung. In die Berechnung des betrieblichen CO₂-Fußabdrucks fließen die indirekten Emissionen durch unsere Finanzprodukte ("Financed Emissions") nicht ein.
Die Commerzbank ermittelt ihre Treibhausgasemissionen anhand des vom Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten (VfU) entwickelten Standards. Dieser richtet sich an internationalen Vorgaben der Umwelt- und Klimaberichterstattung aus, etwa dem Greenhouse Gas Protocol, CDP sowie der Global Reporting Initiative. Die Emissionen werden als CO₂-Äquivalente berechnet.
Kollegialität leben
Basis für den unternehmerischen Erfolg des Commerzbank-Konzerns sind qualifizierte und motivierte Mitarbeitende. Weltweit brachten 41.909 Kolleginnen und Kollegen 2022 ihr Wissen und ihre Erfahrung in die Arbeitsabläufe ein. Das Grundverständnis für Fairness und respektvollen Umgang sowie gelebte Vielfalt ist in unseren "ComWerten" und in den Verhaltensgrundsätzen verankert, die Umsetzung liegt in unserer Verantwortung als Arbeitgeber.
Die Commerzbank Aktiengesellschaft möchte ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein partnerschaftliches Arbeitsumfeld bieten. Unsere Personalpolitik ermöglicht es, die Entwicklung des einzelnen Mitarbeitenden ebenso wie die kollegiale Zusammenarbeit zu fördern - auch in einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld. Mit dem weiteren Umsetzen der aktuellen Restrukturierung der Bank ist auch ein Wegfall von Arbeitsplätzen verbunden. Hierzu hat sich die Commerzbank Aktiengesellschaft bereits Ende 2021 mit der Arbeitnehmervertretung auf einen Rahmensozialplan verständigt mit dem Ziel eines fairen und möglichst sozialverträglichen Stellenabbaus. Im Berichtsjahr konnten wir den notwendigen Personalabbau im Rahmen der Transformation erfolgreich vorantreiben. Dabei hat die überwiegende Zahl von Mitarbeitenden die Bank mit Altersinstrumenten verlassen. Darüber hinaus konnten viele Mitarbeitende mit Unterstützung durch New-Placement-Beratung neue Perspektiven finden. Bei dem verbleibenden Stellenabbau achtet die Bank in besonderem Maße darauf, diesen möglichst zeitnah und sozialverträglich abzuschließen. Durch die Fokussierung auf Digitalisierung benötigen wir in bestimmten Bereichen verstärkt andere Fähigkeiten und Berufsbilder als in der Vergangenheit. Deshalb positionieren wir uns entsprechend für diese Zielgruppe, um so passende Expertinnen und Experten zu gewinnen. Gleichzeitig gilt es, dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. Initiativen zur Nachwuchssicherung sind in der HR-Strategie verankert: Ein umfassendes Ausbildungsangebot, innovative Qualifizierungsmaßnahmen und die Möglichkeit verschiedener Entwicklungswege sollen die Bank für Nachwuchstalente attraktiv machen.
Wir gehen mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fair und verantwortungsvoll um.
Mitarbeitende entwickeln
Um Kolleginnen und Kollegen für den Wandel durch die Digitalisierung des Bankwesens zu qualifizieren und ihre Fähigkeiten kontinuierlich weiterzuentwickeln, bietet die Commerzbank Aktiengesellschaft zahlreiche fakultative und obligatorische Qualifizierungsbausteine wie Seminare, Workshops oder E-Learnings. Im Juli 2022 wurde zudem eine freiwillige Basisqualifizierung zum Thema Nachhaltigkeit für alle Mitarbeitenden der Commerzbank Aktiengesellschaft Inland ausgerollt. Das Trainingsangebot soll ein gemeinsames Nachhaltigkeitsverständnis sichern und unsere Kompetenz als Ansprechpartnerinnen und -partnern für das Thema Nachhaltigkeit stärken.
Darüber hinaus gestalten wir die zunehmend digitale Arbeitswelt im Konzern mit einer angepassten Arbeitsorganisation: Mobile technische Anwendungen, agiles Arbeiten sowie Flexibilität bei Arbeitsort und Arbeitszeiten sind nur einige Stichworte hierfür. Die Commerz Real bietet beispielsweise ein Modell an, in dem die Beschäftigten zwischen variabler Arbeitszeit und Vertrauensarbeitszeit wählen können. Zudem legt sie großen Wert auf die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden. In virtuellen Formaten wie "Sustainability-Session" und "Digi-Sessions" werden Themen wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung in der Immobilien- und Erneuerbare-Energien-Branche sowie im Mobilienleasing fachübergreifend vorgestellt und diskutiert. 2022 kam das Modell "Lernzeit+" hinzu: Alle Mitarbeitenden können pro Quartal bis zu zwölf Stunden ihrer Arbeitszeit aufwenden, um sich weiterzubilden oder Schulungsangebote ihrer Wahl wahrzunehmen.# Gesundheit und Vielfalt
Gesundheit erhalten
Gesundheit ist die Basis für die Leistungsfähigkeit einer Organisation und ihrer Belegschaft gleichermaßen. Strategisches Health-Management ist daher ein wesentlicher Baustein der Personalarbeit der Commerzbank Aktiengesellschaft. 2022 war erneut durch die Corona-Pandemie geprägt und stellte auch uns vor die große Herausforderung, den Gesundheitsschutz der Mitarbeitenden in Einklang mit den betrieblichen Anforderungen zu bringen. Dazu wurden ein fortlaufend aktualisiertes Hygiene- und Abstandskonzept aufgestellt und die Möglichkeiten für das mobile Arbeiten erweitert. Aber auch unabhängig von Corona ändern sich die Anforderungen in der Arbeitswelt. Wir wollen Mitarbeitende und Führungskräfte befähigen, eigenverantwortlich und gesundheitsförderlich mit diesem Wandel umzugehen. Dafür bieten wir Präventionsmaßnahmen wie professionelle Beratungs- und Informationsangebote etwa zum Umgang mit Beanspruchung. Das Angebot für unsere Mitarbeitenden umfasst ein breites Spektrum an flexiblen Formaten wie Webinare, Audioformate und Videoberatung mit Betriebsärztinnen und Betriebsärzten beziehungsweise Beraterinnen und Beratern des Employee Assistance Programs. Zusätzlich können Mitarbeitende der Commerzbank und beteiligter Tochtergesellschaften (Inland) self-service-Angebote zur Terminbuchung für Sprechstunden und Beratung nutzen. Im Rahmen des Nachhaltigkeitsberichts nach der Global Reporting Initiative (GRI-Bilanz) berichten wir ausführlich zu personalbezogenen Themen. Das gilt auch für die Commerz Real. Beim Engagement für Gesundheit und Zufriedenheit ihrer Mitarbeitenden werden sowohl eigene Konzepte entwickelt als auch Maßnahmen in Kooperation mit der Muttergesellschaft durchgeführt. 2022 hat die Commerz Real damit begonnen, das neue Bürokonzept "Com.Work" flächendeckend auszurollen. Die Beschäftigen können bei der Neugestaltung der Büroflächen mitwirken. So werden neben flexibel buchbaren Büros auch Flächen beispielsweise für konzentrierte Videotelefonie, für Interaktion oder zum Entspannen geschaffen. Mitarbeitende der mBank erhalten ebenfalls Unterstützung in Zeiten der Corona-Pandemie. Seit Mai 2022 wird im hybriden Modell zwischen Homeoffice und vor Ort gearbeitet. Das hybride Arbeiten wird entsprechend der spezifischen Gegebenheiten in Vertriebs- und Vertragsstellen, im operativen Geschäft und in der IT umgesetzt. Es verbindet die Vorteile der Büroarbeit und der Arbeit von zu Hause und ermöglicht es, den jeweils besten Arbeitsplatz anhand der zu erledigenden Aufgaben auszuwählen. Außerdem hat die mBank das Beratungsprogramm "Energised for Health" ins Leben gerufen. Dazu gehören unter anderem Kurse und Trainings, die Mitarbeitende im Umgang mit Stress und Belastung unterstützen.
Vielfalt und Chancengleichheit fördern
Ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld, geprägt von gegenseitigem Respekt und Akzeptanz ist eine Grundvoraussetzung für ein leistungsfähiges Klima. Wir dulden in der Commerzbank keine Diskriminierung. Jede Form von benachteiligender Behandlung von Personen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Nationalität, ihrer ethnischen Herkunft, ihrer Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, ihres Alters, ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität stellt einen Verstoß gegen die Menschenwürde dar und verletzt Persönlichkeitsrechte.
Lebensphasenorientierte Personalarbeit
Unser Diversity-Management arbeitet seit mehr als drei Jahrzehnten für ein konzernweites offenes, faires und wertschätzendes Umfeld. Im Mittelpunkt stehen dabei unterschiedliche Perspektiven und Talente unserer Mitarbeitenden. Weltweit sind Menschen aus 120 Nationen im Konzern beschäftigt. Die unterschiedliche Herkunft belebt und bereichert das Miteinander. Verschiedene Sichtweisen und Erfahrungen führen zu neuen Ideen. Eine genderneutrale Vergütung der Mitarbeitenden ist uns dabei ein zentrales Anliegen. Daher sind alle Vergütungskomponenten und sonstigen Leistungen der Bank geschlechtsunabhängig und transparent ausgestaltet. Wie die Muttergesellschaft ist auch die Commerz Real Unterzeichnerin der Charta der Vielfalt. Im Zuge dessen werden den Mitarbeitenden die Themen Vielfalt und Inklusion durch Vorträge nähergebracht und Personalprozesse darauf überprüft, ob sie Chancengleichheit und Vielfalt gewährleisten. Auch in Polen entwickelt die mBank ihre "Diversity and Inclusion Policy" weiter und ist Unterzeichnerin der "Diversity Charta" des "Responsible Business Forum". Die "Diversity and Inclusion Policy" fasst nicht nur die bisherigen Bestrebungen der mBank zusammen, sondern dient auch als wesentlicher Bestandteil der Strategie für die kommenden Jahre im Einklang mit den ESG-Zielen zur sozialen Verantwortung. Seit 2022 werden alle Beschäftigten in Form von E-Learning-Kursen zu den Themen Vielfalt und Inklusion geschult. Im Januar 2022 wurde die mBank zum zweiten Mal im globalen Bloomberg-Gender-Equality-Index gelistet, der die Leistung öffentlicher Unternehmen bewertet, die Geschlechtergleichheit aktiv in ihrem Arbeitsumfeld fördern. Zudem ist die mBank 2022 auf der "Diversity IN Check"-Liste geführt. Sie wird vom "Responsible Business Forum" veröffentlicht und zeichnet die Arbeitgeber in Polen aus, die mit ihrem Management im Bereich Vielfalt und Inklusion am weitesten fortgeschritten sind.
Weltweit sind Menschen aus 120 Nationen im Commerzbank-Konzern beschäftigt
Beruf und Privates vereinbaren
Neben der beruflichen Entwicklung ist die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ein wichtiges Ziel, um als Unternehmen attraktiv zu bleiben. Die Umsetzung in der Commerzbank Aktiengesellschaft erfolgt durch lebensphasenorientierte Konzepte mit speziellen Angeboten wie flexiblen Arbeitszeitmodellen, Sabbaticals oder einem erleichterten beruflichen Wiedereinstieg nach der Elternzeit. Hinzu kommen Beratungs- und Unterstützungsleistungen zu Kinderbetreuung sowie Home- und Eldercare durch den pme-Familienservice. Mit einer älter werdenden Belegschaft gewinnt die Pflege von Angehörigen an Bedeutung. Entsprechend werden unsere Workshops und Beratungsangebote zur Pflege zunehmend nachgefragt. Der Gruner-&-Jahr-Verlag würdigte unser Engagement auch 2022 mit der Auszeichnung als einer der besten Arbeitgeber für Frauen. Wir haben uns 2022 mit dem Betriebsrat darauf verständigt, die Homeoffice-Regelungen im Inland auch nach Auslaufen der Corona-Maßnahmen fortzuführen und noch auszuweiten. Vorausgesetzt, dass mobiles Arbeiten betrieblich darstellbar ist, können Mitarbeitende der Filialen bis zu 50 % ihrer Arbeitszeit mobil arbeiten, in der Zentrale und in den digitalen Beratungszentren liegt die Quote sogar bei bis zu 70 %. Neben den positiven Erfahrungen mit dem flexiblen Arbeiten in der Corona-Pandemie war es vor allem das klare Votum der Belegschaft für mehr Flexibilität beim Arbeitsort, das uns dazu bewogen hat. Obwohl mit rund 51 % eine knappe Mehrheit der Commerzbank-Belegschaft aus Frauen besteht, sind diese auf den Führungsebenen noch nicht in gleichem Maße vertreten. Aus diesem Grund wurden in den vergangenen Jahren die Rahmenbedingungen rund um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben weiter verbessert, um insbesondere Frauen neue Karrieremöglichkeiten zu eröffnen. Hierzu gehören die betriebliche Kinderbetreuung, innovative Teilzeitmodelle - auch für Führungskräfte - sowie strukturierte Rückkehrmöglichkeiten, um Karriereabbruchkanten zu vermeiden. In den vergangenen Jahren konnte die Commerzbank ihren Frauenanteil in Führungspositionen damit konzernweit auf mehr als 30 % steigern. Einen Anteil von 40 % über alle Führungsebenen (Führungsebene 1 bis 4 und Projektmanager der Ebene 5) bis Ende 2030 hat unser Vorstand als nächste Zielmarke gesetzt. Alle Bereiche der Commerzbank Aktiengesellschaft haben die explizite Aufgabe, im Rahmen von Stellenbesetzungen geeignete Mitarbeiterinnen aktiv anzusprechen. Die Bank hat 2022 eigene Projekte gestartet und Diversity und Inklusion auf die Agenda strategischer Themen gesetzt. Eine Initiative des Risikomanagements unter dem Motto "Colourful Group Risk Management" beispielsweise fokussiert auf Gleichstellung, mentale Gesundheit und Internationalität. Auch der Bereich Group Services hat mit der Kampagne "COO.bunt" die gelebte Vielfalt seiner Belegschaft zum Thema gemacht. Ziel ist es, die Quote der Kandidatinnen für Managementpositionen bei Neubesetzungen weiter zu erhöhen. In den Leitplanken der Personalstrategie wurde daher auch die Aufgabe der Identifizierung, Bindung und Entwicklung von Talenten sowie Leistungsträgerinnen und Leistungsträgern festgeschrieben. Darüber hinaus haben sich alle Vorstandsbereiche eigene Zielquoten zur Gleichstellung gesetzt, die zusammen eine Besetzungsquote von 40 % Frauen in Führungspositionen bis Ende 2030 ergeben.
Wesentliche Kennzahl: Der Anteil von Frauen in Führungspositionen lag Ende 2022 konzernweit bei 35,0 %.
| Anteil von Frauen in Führungspositionen | Prozent |
|---|---|
Inklusion vorantreiben
Die Inklusion von Menschen mit Behinderungen ist ein weiterer Bestandteil unserer Diversity-Strategie. Barrierefreier Zugang zum Arbeitsplatz und zu den Arbeitsmitteln hat dabei ebenso hohe Priorität wie die Umsetzung von Barrierefreiheit in unseren digitalen Angeboten auf Kundenseite. Die gesetzliche Vorgabe von 5 % Beschäftigten mit Behinderung hat die Commerzbank Aktiengesellschaft in den vergangenen Jahren stets übertroffen. Mit 5,9 % erfüllen wir auch 2022 die Quote. Mittlerweile gilt unser Augenmerk verstärkt dem Nachwuchs: 2022 präsentierten wir uns erstmals auf einer Jobplattform für Menschen mit Behinderungen (myAbility) mit dem Ziel, Vielfalt und Inklusion weiter zu fördern.
Einander respektvoll begegnen
Die Commerzbank Aktiengesellschaft engagiert sich für einen offenen Umgang mit dem Thema sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität von Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden sowie Geschäftskontakten.# Integrität und Compliance sicherstellen
Integrität ist Basis unseres Geschäftsmodells. Wir handeln achtsam, vertrauenswürdig und zuverlässig. Die global verbindlichen Verhaltensgrundsätze ("Code of Conduct") wurden im ersten Quartal 2022 aktualisiert und fassen unser Selbstverständnis über ein ethisch-moralisch einwandfreies Verhalten zusammen. Dabei gehen sie über gesetzliche und regulatorische Anforderungen hinaus und setzen Standards für die Mitarbeitenden und Dienstleister im Commerzbank-Konzern. Die Schwerpunkte der Compliance-Aktivitäten liegen im Verhindern und Aufdecken von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, Marktmissbrauch (Insiderhandel und Marktmanipulation), Betrug, Korruption und sonstige strafbare Handlungen im Umfeld der Geschäftstätigkeit sowie dem Anlegerschutz. Darüber hinaus sorgen wir für den Schutz von Insiderinformationen und sonstigen vertraulichen Daten über unsere Kundschaft und ihre Geschäfte nach dem Need-to-Know-Prinzip. Der Compliance-Bereich der Commerzbank Aktiengesellschaft hat umfangreiche Weisungs- und Eskalationsrechte sowie Informations- und Untersuchungsbefugnisse, um seine Vorgaben konzernweit durchzusetzen.
Compliance-Risiken managen
Group Compliance steuert als proaktiver Risikomanager konzernweit das Compliance-Risiko und legt damit die Basis für die Einhaltung von Gesetzen, ethischen Standards und Vorschriften. Wir verfolgen den Anspruch, Compliance-Risiken effektiv zu managen und frühzeitig zu erkennen, bevor sie sich materialisieren. Die Identifizierung und Steuerung der Compliance-Risiken erfolgt im Rahmen des implementierten und stetig weiterentwickelten Compliance-Programms über alle Compliance-Risikotypen hinweg. Bestandteile des Programms sind unter anderem eine regelmäßige konzernweite Compliance-Risikoanalyse, interne Sicherungsmaßnahmen und Kontrollen zur Bewertung der Angemessenheit und Wirksamkeit des Compliance-Management-Systems. Um der stetig wachsenden Komplexität der nationalen wie internationalen Gesetze und Regelungen gerecht zu werden, entwickelt der Konzern seine Compliance-Risikosteuerung ständig weiter und passt diese an aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen an.
Im Jahr 2021 wurde das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz beschlossen, das zum 1. Januar 2023 in Kraft getreten ist. Das Gesetz zielt insbesondere darauf ab, den Schutz der Menschenrechte in Lieferketten zu verbessern. Im Rahmen des Gesetzes ist die Commerzbank verpflichtet, Verletzungen bestimmter Menschenrechte und bestimmter umweltbezogener Pflichten bei (un-)mittelbaren Zulieferern und im eigenen Geschäftsbereich zu identifizieren und zu vermeiden.
Group Compliance legt die Basis für die Einhaltung von Gesetzen, ethischen Standards und Vorschriften
Innerhalb der Commerzbank werden auch in diesem Bereich die Grundsätze des "Three-Lines-of-Defense-Modelles" für das Risikomanagement zur Erkennung, Vorbeugung und Abhilfe bei Risiken oder Verstößen in Lieferketten eingeführt. Zur Sicherstellung der Anforderungen wird ein umfassendes Compliance-Programm aufgesetzt. Dabei erfüllt Group Compliance die Rolle der zweiten Verteidigungslinie, des Global Functional Leads, und definiert somit für die Bank konzernweite Mindeststandards. Im Jahr 2022 wurde ein Menschenrechtsbeauftragter ernannt, der die aus dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz resultierenden Verantwortungen wahrnimmt. Der Chief Compliance Officer übernimmt diese wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe. In dieser Funktion berichtet er direkt an den Risikovorstand. Der Vorstand wird zusätzlich von weiteren Einheiten unterstützt, um die Menschenrechtstandards in der Commerzbank möglichst holistisch zu erfassen.
Korruption wirkungsvoll bekämpfen
Im Kampf gegen Korruption und Bestechung berücksichtigen wir nicht nur gesetzliche Verpflichtungen wie das Strafgesetzbuch, den UK Bribery Act oder den US Foreign Corrupt Practices Act. Wir richten uns ebenso nach den Prinzipien des UN Global Compact und den OECD-Leitlinien für multinationale Unternehmen und halten die OECD-Konvention gegen die Bestechung ausländischer Amtsträger im internationalen Geschäftsverkehr ein. Diese externen Standards werden mit internen Richtlinien ergänzt, die mindestens jährlich geprüft und bei Bedarf aktualisiert werden: Mit der Global Anti-Bribery and Corruption Policy (ABC-Policy) wendet sich die Commerzbank aktiv gegen Bestechung, Vorteilsnahme und andere Formen der Korruption.
Mit der "Global Anti-Bribery and Corruption Policy" wenden wir uns aktiv gegen Bestechung, Vorteilsnahme und andere Formen von Korruption
Hierzu führen wir regelmäßige Trainings mit unseren Mitarbeitenden durch, damit diese unsere Richtlinien kompetent und konsequent umsetzen können. Ein zentrales Element bildet dabei die jährliche Antikorruptionsschulung für alle Beschäftigte. Geschäfts- und Funktionseinheiten mit erhöhtem Risikoprofil sowie Personen, die aufgrund ihrer Funktion in der Commerzbank Aktiengesellschaft einem höheren Bestechungs- und Korruptionsrisiko ausgesetzt sind, erhalten zudem gezielte Trainings. Ein speziell für diesen Risikotyp geschultes Team steht allen Beschäftigten beratend zur Verfügung. Korruption und sonstige strafbare Handlungen durch Beschäftigte werden von der Commerzbank ausdrücklich nach dem "Nulltoleranzprinzip" verfolgt. Jeder Mitarbeitende, der nachweislich gegen diesen Grundsatz verstößt, muss die arbeits-, zivil- oder strafrechtlichen Konsequenzen tragen.
Wesentliche Kennzahl: Für 2022 sind wie in den Vorjahren keine Korruptionsfälle im Commerzbank-Konzern bekannt.
Für die Gesellschaft engagieren
Mit Blick auf ihr gesellschaftliches Engagement ist die Commerzbank auf vielfältige Weise mit ihrem Umfeld vernetzt. Verschiedene Projekte und Initiativen, die gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft umgesetzt werden, leisten Beiträge für die Gesellschaft. Die Commerzbank Aktiengesellschaft hat im abgelaufenen Geschäftsjahr zudem insgesamt 632.471 Euro an verschiedene Institutionen und Organisationen gespendet.
Der Krieg in der Ukraine hat auch in der Commerzbank, bei Mitarbeitenden sowie Kundschaft zu großer Betroffenheit geführt. Um den Menschen vor Ort schnell und unbürokratisch zu helfen, hat die Commerzbank eine groß angelegte Spendenaktion durchgeführt. Der Vorstand der Commerzbank hat sich in diesem Kontext zu einer Soforthilfe in Höhe von 200.000 Euro entschieden zugunsten der "Caritas International" und einer Hilfsaktion der Stadt Leipzig, als Partnerstadt von Kiew. Auch Kundschaft und Mitarbeitende spendeten in beträchtlichem Umfang für die genannten Aktionen.
Ein Beispiel für unser sozio-ökologisches Engagement ist das bereits 1990 gemeinsam mit den deutschen Nationalparks ins Leben gerufene "Commerzbank-Umweltpraktikum". Es vermittelt jährlich bis zu 75 Studierenden praxisnahe Inhalte aus den Bereichen Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit in nationalen Naturlandschaften. Dabei organisiert und finanziert die Commerzbank das Umweltpraktikum, die Schutzgebiete betreuen im Gegenzug die Praktikantinnen und Praktikanten fachlich. Seit Beginn des Programms haben mehr als 1.900 Studierende daran teilgenommen und ihre Erfahrungen anschließend in Wirtschaft, Politik, Gesellschaft oder im Umweltschutz eingebracht.
Partner des Umweltpraktikums
Darüber hinaus engagiert sich die Commerzbank Aktiengesellschaft mit der Initiative "Finanz-Heldinnen" dafür, mehr Frauen für das Thema Finanzen zu begeistern. Gegründet wurde die Initiative Anfang 2018 von Mitarbeiterinnen der comdirect mit dem Ziel, einen positiven Beitrag in der Gesellschaft zu leisten. Um Frauen dabei zu unterstützen, sich mit dem Thema vertraut zu machen und eigenständig Finanzentscheidungen zu treffen, bieten die Finanz-Heldinnen vielfältige Wissensangebote: Onlinemagazin, Podcast, Afterworks und Instagram-Kanal sowie das "Manager-Magazin"-Bestseller-Buch "Der Finanzplaner für Frauen". Die Commerz Real möchte als "Corporate Citizen" in ihrem Umfeld einen aktiven Beitrag für die Gesellschaft leisten.# Commerzbank AG - Sustainability Report 2022
Stakeholder Approach
Group-wide Initiatives
The project "Little Homes" is an example of combining core business with corporate social responsibility: In September 2022, around 200 employees, together with the Little Home association, built ten provisional houses for homeless people during this year's "Social Day". These small wooden living boxes are equipped with the essentials and are made available by the association to homeless people as a first step back into society. As part of the cooperation, Commerz Real financed a total of 25 "Little Homes" this year. In addition, Commerz Real is continuing its existing commitment to disadvantaged children and digital education.
In 2022, mBank was the exclusive banking partner and sponsor of the Great Orchestra of Christmas Charity (WOSP) for the fifth time. Over the past five years, mBank has raised a total of more than €19 million (PLN 90 million) from its customers for initiatives supported by the WOSP finale. The war in Ukraine is omnipresent, especially in neighboring Poland. The two countries share more than just a 530 km long border. Therefore, in 2022, the people of Ukraine were at the center of mBank's social engagement. Among other things, in March 2022, mBank joined the fundraising campaign of the Polish Centre for International Aid (PCPM), enabling customers to donate money for people fleeing the war. Thanks to mBank's customers, nearly €3 million (PLN 13.8 million) were raised in this way in 2022. PCPM uses these donations, among other things, for humanitarian aid for Ukrainians who are still in their home country or have found refuge in Poland. In 2022, the people of Ukraine were at the center of Commerzbank Group's social engagement.
In cooperation with PCPM, mBank has also established a center for education and creativity for Ukrainian mothers and children in the mBank building in the center of Warsaw. The former office now offers dance classes, sports courses, art lessons, and book readings for children. Children also find psychological and speech therapy support there. Their mothers also receive psychological support and career counseling. In addition to the school, parts of the office building were converted from March to December 2022 into temporary accommodation for approximately 60 refugees. In April 2022, mBank introduced a personal account for Ukrainian citizens with an accelerated account opening process. The account and the associated card are free of charge. The bank is also planning a special hotline for these customers, which will be staffed by Ukrainian-speaking specialists.
Creating a Future
Various foundations supported by the Group also make a significant contribution. Commerzbank Foundation, as a corporate foundation, embodies its founder's social responsibility to engage in a sustainable society. Its motto is: Participation creates the future. With this independent foundation, Commerzbank is committed to sustainable engagement beyond its actual business activities as a "good citizen" for the community. Since its establishment in 1970, Commerzbank Foundation has built many sustainable partnerships nationwide, thus establishing itself as a fixed funding entity in the German foundation landscape. In its more than 50 years of existence, it has supported more than 1,000 projects in the fields of culture, social affairs, and science with a total of around €40 million. Its partnership network ranges from museums and theaters to non-profit social organizations and scientific institutions, from national flagship projects to exemplary local initiatives. Commerzbank Foundation focuses on culture, social affairs, and science. Its funding always aims at cultural education and the transmission of cultural heritage, social participation for disadvantaged people, and incentives for young scientists. In addition, there are seven social foundations that financially support employees and retired bank staff in cases of unculpable emergencies. The common goal of all foundations is to make a sustainable contribution to the future viability of society. In 2022, Commerzbank Aktiengesellschaft supported these foundations with a total of €596,000 for personnel, workplace and space costs, and other operating expenses. Commerzbank supported these social foundations with a total of €596,000 in 2022.
The mFoundation in Poland focuses on education and supports children, parents, teaching staff, students, and young scientists through various funding programs. In 2022, programs for schools and kindergartens, as well as competitions for the best academic thesis in mathematics, were funded. In addition, in 2022, the mFoundation published its fifth book, "Maths in green," which connects mathematics with ecology. Another focus of funding is young artists. With the "M for Painting" fund, the bank buys paintings by aspiring Polish artists. These artworks are selected on behalf of mBank by a committee of renowned representatives of the art market and a representative of mBank. At the end of 2022, the collection consisted of almost 100 artworks.
Sustainable Products
Allocation to the €300 Billion Volume Target
Products in the Private and Small Business Customer Segment
- Green Construction Financing: Commerzbank includes the entire portfolio of green construction financing in the sustainable business volume.
- KfW Programs for Private and Small Business Customers: Commerzbank includes the entire portfolio of committed credit lines in these products in the sustainable business volume. Furthermore, future programs with a clear ecological benefit will be included in the calculation from the time they are available.
- Commercial CBU (Commerzbank Universalkredit) with Sustainability-Oriented Purpose: Commerzbank includes the entire portfolio of commercial universal loans with a sustainability-oriented purpose in the sustainable business volume.
- Sustainable Asset Management: Assets managed in Commerzbank's sustainable asset management are considered sustainable assets in their entirety.
- Securities Advisory: All Assets under Management in the categories "Article 8 Product" and "Article 9 Product" according to the EU Disclosure Regulation are considered sustainable products at Commerzbank.
- klimaVest: Commerzbank includes the entire volume of the fund in the volume of sustainable products, less the volume held in Commerzbank custody accounts, to avoid double counting with the Securities Advisory category.
- hausInvest: Commerzbank includes the entire volume of the fund in the volume of sustainable products, less the volume held in Commerzbank custody accounts, to avoid double counting with the Securities Advisory category.
- Pensions: These are pension products in line with Allianz's sustainable investment strategy. Commerzbank includes the respective new business volume in the sustainable business volume.
- Securities Business comdirect and onvista: The volume of products defined as ESG products according to the EU Disclosure Regulation is attributed to the sustainable business volume (Assets under Management).
Products in the Corporate Client Segment
- Financing of Renewable Energies: Commerzbank includes the total financing commitments from CoC Energy in the sustainable business volume.
- Sustainable Bonds: Commerzbank attributes the total volume of Sustainable Bonds, in whose issuance it was lead-managed in the respective fiscal year, to the sustainable business volume of this fiscal year.
- ESG-/Sustainability-linked Loans and Schuldscheindarlehen: Commerzbank attributes the total volume of these products, in whose coordination, structuring, and syndication or placement it was lead-managed or involved in the respective fiscal year, to the sustainable business volume of this fiscal year.
- Public Funding Programs for Corporate Clients: Commerzbank includes the respective new business volume in the sustainable business volume. Furthermore, future programs with a clear ecological benefit will be included in the calculation from the time they are available.
- Asset Management: For the securities business, Commerzbank has carried out a classification in accordance with the EU Disclosure Regulation, which is described in more detail in the ESG Framework. In the Corporate Client Segment as well, all custody holdings in the categories "ESG Products" and "ESG Impact Products" are considered sustainable products. In addition, assets brokered by the Corporate Client Segment to external asset managers (e.g., special funds) within the scope of a cooperation, as well as investments in companies that pursue a recognized sustainable strategy, are also attributed to the sustainable business volume.
-
Foreign Trade Financing/Trade Finance: The criteria according to which parts of Trade Finance are attributed to the sustainable business volume are based on the sustainable purposes of bilateral loans (see Sustainability Loans and Schuldscheindarlehen).
-
Only Trade Finance products where a loan amount is actually disbursed, i.e., pre-export or post-import financing, are attributed to the sustainable business volume.# Weiterführende Informationen und Erläuterungen zu den einzelnen Produkten finden sich im ESG-Rahmenwerk auf unserer Internetseite.
TCFD-Empfehlungen im nichtfinanziellen Bericht
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Empfehlungen
Statement
Verweis
Governance
Die Commerzbank verfügt über eine umfassende Nachhaltigkeits-Governance. Das Entscheidungs- und Eskalationsgremium Group Sustainability Board - unter dem Vorsitz des Vorstandsvorsitzenden -legt die strategischen Nachhaltigkeitsziele der Bank fest und überwacht die Maßnahmen zu deren Umsetzung und Steuerung. Das Group Sustainability Management trägt die Verantwortung für die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie und koordiniert alle Nachhaltigkeitsaktivitäten der Commerzbank über das Konzernprogramm "Sustainability 360°"
- Nachhaltigkeit strategisch verankern: Governance-Struktur erweitern
- Offenlegung der Governance der Organisation in Bezug auf klimabezogene Risiken und Chancen
- Nachhaltigkeit strategisch verankern: Net-Zero-Ziel verfolgen
- Verantwortungsvoll steuern: Haltung zeigen
Strategie
Im Rahmen einer neuen Wesentlichkeitsanalyse 2022 wurden neun Themenfelder, insbesondere Klimaschutz und -anpassung, für uns als wesentlich identifiziert und in den jährlichen bankweiten Strategieprozess integriert. Unsere Net-Zero-Verpflichtung bildet den Kern unserer vom Vorstand verabschiedeten und im ESG-Rahmenwerk veröffentlichten Nachhaltigkeitsstrategie, die sich in "Transformation Finance" und "Sustainable Finance" untergliedert und Ausschlusskriterien und Mindeststandards festlegt
- Nachhaltigkeit strategisch verankern: wesentliche Themen analysiert
- Offenlegung der tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen von klimabezogenen Risiken und Chancen auf die Geschäftstätigkeit, die Strategie und die Finanzplanung der Organisation, sofern diese Informationen wesentlich sind
- Verantwortungsvoll steuern: Haltung zeigen
- Nachhaltigkeit strategisch verankern: Net-Zero-Ziel verfolgen
- Verantwortungsvoll steuern: Klimarisiken managen: Klima- und Biodiversitätsrisiken managen
Risikomanagement
Eine risikoartenübergreifende Materialitätsanalyse für Klimarisiken, die sowohl transitorische als auch physische Risiken betrachtet, bestätigt unsere Einordnung, dass Klimarisiken nicht als separate Risikoart, sondern als ein horizontales, materielles Risiko zu betrachten sind. Die individuelle Risikobewertung bei der Kreditvergabe umfasst zusätzlich Szenario- und Risikoanalysen der Betroffenheit und Resilienz hinsichtlich Klimarisiken
- Verantwortungsvoll steuern: Klima- und Biodiversitätsrisiken managen
- Offenlegung, wie die Organisation klimabezogene Risiken identifiziert, bewertet und steuert
Messgrößen & Ziele
Bis 2050 streben wir an, die CO₂-Emissionen unseres gesamten Kredit- und Investmentportfolios mittels wissenschaftsbasierter CO₂-Reduktionsziele der Science-based Target Initiative (SBTi) auf netto null zu reduzieren. Hierfür haben wir 2022 erstmals unsere Portfoliointensitäten der emissionsintensiven Sektoren veröffentlicht und von der SBTi validieren lassen. Bis 2025 wollen wir 300 Mrd. Euro für nachhaltige Finanzprodukte mobilisieren und haben davon bereits 246,5 Mrd. Euro erreicht
- Nachhaltigkeit strategisch verankern: Net-Zero-Ziel verfolgen
- Offenlegung der Messgrößen und Ziele, die zur Bewertung und Steuerung relevanter klimabezogener Risiken und Chancen verwendet werden, sofern diese Informationen wesentlich sind
- Verantwortungsvoll steuern: Finanzierte Emissionen reduzieren
- Kundentransformation begleiten: Nachhaltig finanzieren
- Mit gutem Beispiel vorangehen: Betriebliche Emissionen senken
Konzernlagebericht
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― Im Konzernlagebericht erläutern wir ausführlich die Geschäftsentwicklung des Commerzbank-Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 sowie die gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen und deren Einflüsse auf die Geschäftsaktivitäten der Commerzbank. Des Weiteren geben wir einen Ausblick auf die erwartete Entwicklung des Commerzbank-Konzerns im laufenden Jahr 2023 sowie die zu erwartenden Rahmenbedingungen. ―
― Im Geschäftsjahr 2022 hat die Commerzbank ihr Konzernergebnis trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes und hoher Sonderbelastungen in Polen auf 1,4 Mrd. Euro mehr als verdreifacht und damit die angekündigte Zielmarke von über 1 Mrd. Euro deutlich übertroffen. Zugleich ist dies der höchste Gewinn seit mehr als zehn Jahren. Die harte Kernkapitalquote verbesserte sich weiter auf sehr komfortable 14,1 %. Damit hat sich die Bank den Spielraum erarbeitet, wieder Kapital an ihre Aktionärinnen und Aktionäre zurückzugeben. Im Einklang mit ihrer Kapitalrückgaberichtlinie beabsichtigt die Bank, 30 % des Konzernergebnisses nach Abzug der AT-1-Kupons über eine geplante Dividende von 0,20 Euro je Aktie und einen beantragten Aktienrückkauf im Umfang von 122 Mio. Euro auszuschütten. ―
Grundlagen des Commerzbank-Konzerns
Struktur und Organisation
Die Commerzbank ist die führende Bank für den Mittelstand und Partner von rund 26.000 Firmenkundenverbünden sowie knapp elf Millionen Privat- und Unternehmerkunden in Deutschland. In zwei Geschäftsbereichen - Privat- und Unternehmerkunden sowie Firmenkunden - bietet die Bank ein umfassendes Portfolio an Finanzdienstleistungen. Die Commerzbank konzentriert sich im Firmenkundengeschäft auf den deutschen Mittelstand, Großunternehmen sowie institutionelle Kunden. Im internationalen Geschäft begleitet sie Kunden mit einem Geschäftsbezug zu Deutschland und Unternehmen aus ausgewählten Zukunftsbranchen. Im Segment Privat- und Unternehmerkunden steht die Bank mit den Marken Commerzbank und comdirect an der Seite ihrer Kundinnen und Kunden: online und mobil, im Beratungscenter und persönlich vor Ort. Die polnische Tochtergesellschaft mBank ist eine innovative Digitalbank und betreut rund 5,7 Millionen Privat- und Firmenkunden überwiegend in Polen sowie in Tschechien und der Slowakei.
Die zwei Segmente Privat- und Unternehmerkunden sowie Firmenkunden werden jeweils von einem Mitglied des Vorstands geführt. Unter Group Management sind alle Stabs- und Steuerungsfunktionen gebündelt: Group Audit, Group Big Data S Advanced Analytics, Group Communications, Group Compliance, Group Finance, Group Human Resources, Group Investor Relations, Group Legal, Group Research, Group Strategy, Transformation S Sustainability, Group Tax, Group Treasury sowie die zentralen Risikofunktionen. Die Unterstützungsfunktionen werden von Group Services bereitgestellt. Hierunter fallen Group Client.data, Corporate Clients S Treasury Platforms, Group Operations, Group Business Platforms, Group Digital Transformation, Group Kredit, Group Technology Foundations, Group Organisation S Security und Group Securities S Brokerage. In der externen Berichterstattung sind die Stabs-, Steuerungs- und Unterstützungsfunktionen im Bereich Sonstige und Konsolidierung zusammengefasst.
Im Inland steuert die Commerzbank Aktiengesellschaft aus der Zentrale in Frankfurt am Main heraus ihr Filialnetz sowie ihr Beratungscenter, über das alle Kundengruppen betreut werden. Nach der Verschmelzung der comdirect Bank AG, die als Marke der Commerzbank Aktiengesellschaft fortgeführt wird, ist die Commerz Real AG wichtigste inländische Tochtergesellschaft. Nach der Veräußerung der Commerzbank Zrt., Budapest, ist die Commerzbank im Ausland zum Berichtsstichtag mit 4 wesentlichen Tochtergesellschaften, 16 operativen Auslandsniederlassungen und 26 Repräsentanzen in knapp 40 Ländern und an allen wichtigen Finanzplätzen wie London, New York, Tokio und Singapur vertreten. Der Schwerpunkt der internationalen Aktivitäten liegt aber auf Europa.
Die Commerzbank erstellt einen Konzernabschluss, in den neben der Commerzbank Aktiengesellschaft - als operative Führungsgesellschaft - alle wesentlichen Tochterunternehmen einbezogen werden, an denen die Bank einen beherrschenden Einfluss ausübt. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.
Ziele und Strategie
Mit der "Strategie 2024" sichern wir die Zukunft der Commerzbank - und werden zu der digitalen Beratungsbank für Deutschland. Dabei verbinden wir unsere größten Stärken zu einem einzigartigen Geschäftsmodell: die Beratungsexzellenz der Commerzbank, die auf profunder Kenntnis der Kundenbedürfnisse fußt, und die digitalen Fähigkeiten der comdirect. Mit diesem Geschäftsmodell fokussieren wir uns noch mehr als bisher auf den Kunden - als verlässlicher Partner, als Impulsgeber: Wir wollen Kunden begeistern, die sich privat oder für ihre Unternehmungen ambitionierte Ziele gesetzt haben. Die einen leistungsfähigen Partner an ihrer Seite brauchen, der sie in komplexen Fragestellungen individuell berät und ihnen für alle anderen Themen einfache digitale Lösungen und Zugänge bietet. Wir richten unseren Fokus auf anspruchsvolle Kunden, im Firmenkundensegment insbesondere auf den deutschen Mittelstand, für den wir die erste Adresse sind und bleiben. Wir nutzen die Digitalisierung, um immer nur einen Klick von unseren Kunden entfernt zu sein, wenn sie keine Filiale aufsuchen wollen. Um digitaler zu werden, heben wir unsere Organisation auf die nächste Entwicklungsstufe: Wir verschlanken unsere Strukturen und standardisieren unsere Prozesse. Zugleich nutzen wir die Digitalisierung, um unser Geschäftsmodell weiterzuentwickeln und neue Ertragsquellen zu erschließen. Damit leisten wir einen Beitrag für eine deutlich gesteigerte Profitabilität - eine wichtige Voraussetzung, um die Renditeerwartungen unserer Aktionäre zu erfüllen und unsere Investitionsstärke für die Zukunft zu sichern. Für die Zukunftssicherung der Commerzbank sind aber nicht nur Profitabilität und Kapitalstärke entscheidend, sondern auch, welchen Beitrag sie für die Lösung gesellschaftlicher Fragen leistet, allen voran für die Bekämpfung des Klimawandels. Die Commerzbank nimmt diesen Auftrag ernst und wird zur Net-Zero-Bank.# Commerzbank AG
Mit ambitionierten Klimaschutzzielen und Lösungen für die grüne Transformation unserer Kunden treiben wir die Nachhaltigkeit unseres Geschäfts und der Gesellschaft als Ganzes voran. Im Geschäftsjahr 2022 hat die Bank bei ihrer Transformation weitere wichtige Meilensteine der Restrukturierung und des organisatorischen Umbaus des Geschäftsmodells erreicht. So haben wir den geplanten Abbau von brutto 10.000 Vollzeitstellen bereits weitgehend geregelt. Bis Ende 2022 waren knapp 9.000 Personalabgänge kontrahiert, vor allem im Inland. Ein Großteil des noch offenen Abbaus resultiert aus der Optimierung beziehungsweise Schließung von Auslandsstandorten.
Wichtige Meilensteine bei der Restrukturierung und des organisatorischen Umbaus erreicht
Im Privatkundengeschäft in Deutschland haben inzwischen alle zwölf Standorte des Beratungscenters ihren Betrieb aufgenommen, zudem wurde das ursprüngliche Ziel bei der Anpassung des Filialnetzes vorzeitig erreicht. Im Firmenkundensegment ist der Aufbau der "Mittelstandsbank Direkt" erfolgreich abgeschlossen worden; bis zum Jahresende 2022 haben wir dort bereits 6.000 Kunden im ersten Direktbankangebot für mittelständische Unternehmen im deutschen Markt betreut.
Fest im Konzern etabliert ist auch die Strategie hinsichtlich Umwelt, Sozialem und Governance (ESG). So hat beispielsweise das nachhaltige Geschäftsvolumen im Berichtsjahr 247 Mrd. Euro erreicht. Wir sind damit auf gutem Weg, im Jahr 2025 das angestrebte Volumen von 300 Mrd. Euro zu erreichen.
Für die nächste Stufe der Umsetzung ihrer "Strategie 2024" setzt die Bank neben dem Fokus auf die weitere Erhöhung der Effizienz in beiden Kundensegmenten neue Akzente, um deren Ertragspotenzial weiter zu erschließen. Im Firmenkundengeschäft wird die erfolgreich etablierte "Mittelstandsbank Direkt" im kommenden Jahr für Neukunden geöffnet. Zudem wird das Auslandsnetzwerk an die sich verändernden Handelskorridore angepasst. So wird die Commerzbank auch in Zukunft überall dort vertreten sein, wo ihre Kunden sie brauchen. Damit stärkt die Bank ihre Position als führende Außenhandelsbank Deutschlands.
Im Zentrum der Privatkundenstrategie steht die Positionierung als digitale Beratungsbank - mit einem bedarfsgerechten Produktportfolio und der vollen Nutzung des Wachstumspotenzials des Zweimarkenmodells. Die comdirect ist die Bank für digitalaffine Kundinnen und Kunden ohne Beratungsbedarf. Die Commerzbank steht für persönliche Betreuung und Beratung vor Ort und digital. Einen Großteil der Kundenanliegen wird sie aus ihrem neuen Beratungscenter heraus und über ihre digitalen Kanäle erfüllen. Mit ihrem persönlichen Betreuungsangebot wird sich die Commerzbank künftig stärker an vermögende Kundinnen und Kunden sowie Kundschaft mit höherem Beratungsbedarf richten.
Die wichtigsten finanziellen Ziele der "Strategie 2024" haben wir zum Jahresende 2022 nochmals bestätigt. So strebt die Bank eine Eigenkapitalrendite (NetRoTE) von mehr als 7,3 % und eine Aufwandsquote von 60 % an. Aufgrund der guten Entwicklung des Kundengeschäfts und begünstigt durch die Zinswende wird die Ertragsprognose für das Jahr 2024 auf 10 Mrd. Euro angehoben; die bisherige Zielmarke lag bei 9,1 Mrd. Euro. Das Kostensenkungsprogramm setzt die Bank wie geplant um. Wegen der anhaltenden Inflation werden die Gesamtaufwendungen für das Jahr 2024 bei 6,0 Mrd. Euro erwartet. Insgesamt rechnet die Commerzbank für 2024 nun mit einem Operativen Ergebnis von rund 3,2 Mrd. Euro, bislang hatte sie 3,0 Mrd. Euro in Aussicht gestellt.
Ausführliche Informationen zur "Strategie 2024" finden sich sowohl im Geschäftsbericht 2020 als auch auf der Internetseite der Commerzbank unter https://www.commerzbank.de.
Unternehmenssteuerung
Die Unternehmenssteuerung im Commerzbank-Konzern basiert auf einem wertorientierten Steuerungskonzept. Die Ausgestaltung dieses Konzepts beruht zum einen darauf, dass die durch die Geschäftseinheiten eingegangenen Risiken mit externen und internen Risikotragfähigkeitsrichtlinien vereinbar sein müssen, und zum anderen, dass langfristig eine angemessene Rendite auf das eingesetzte Kapital erwirtschaftet werden soll. In diesem Zusammenhang überprüft die Bank regelmäßig die Allokation knapper Ressourcen auf die Geschäftseinheiten und passt ihre Geschäftsstrategie aktiv den sich ändernden Marktverhältnissen mit dem Ziel an, langfristig den Unternehmenswert zu steigern.
Wesentliches Instrument der Unternehmenssteuerung ist der jährliche Planungsprozess. Auf Basis der Geschäftsstrategie werden dort durch den Vorstand Ergebniszielgrößen für die Geschäftseinheiten festgelegt. Die vorhandenen Ressourcen wie Kapital und Risikolimite werden den Segmenten unter Einbezug der Ergebnisansprüche und der Risikoprofile zugeordnet. Auf Grundlage der Geschäftsstrategie und der Ergebnisse des Planungsprozesses operationalisieren die Segmente die Planvorgaben. Die Einhaltung der Geschäftsplanung wird regelmäßig durch den Vorstand überwacht. Abweichungen werden durch ein monatliches Managementreporting frühzeitig erkannt und es werden Gegenmaßnahmen eingeleitet. Zur Steuerung des Konzerns und der Segmente verwendet die Bank die nachfolgend beschriebenen branchentypischen Controllingkennzahlen. Diese decken alle wesentlichen Dimensionen der Konzernsteuerung ab. Ihre Entwicklung wird im Rahmen des regelmäßigen Managementreportings überwacht.
Die Bank berücksichtigt in ihrer Unternehmenssteuerung die beiden Säulen der Kapitalanforderung. Um die interne Risikotragfähigkeit jederzeit gewährleisten zu können, werden im Rahmen der Planung die ökonomischen Kapitalbeträge nach Risikoarten unterteilt an die Segmente alloziert. Die Ermittlung des durchschnittlich gebundenen Eigenkapitals der Segmente erfolgt auf Basis der durchschnittlichen segmentierten Risikoaktiva. Auf Konzernebene wird das Common-Equity-Tier-1-Kapital (CET 1) gezeigt. Die Anpassung zwischen dem durchschnittlich gebundenen Eigenkapital der Segmente und dem CET-1-Kapital des Konzerns erfolgt im Bereich Sonstige und Konsolidierung. Die Common-Equity-Tier-1-Ratio ist für die Bank eine wesentliche Kennzahl in der Kapitalsteuerung.
Als Kriterien zur Beurteilung des Erfolges dienen im Prozess der Unternehmenssteuerung die Ergebnisgrößen Operatives Ergebnis und Konzernergebnis nach Steuern und Minderheiten sowie die Kennzahlen Aufwandsquote, Eigenkapitalrendite und, daraus abgeleitet, der Economic Value Added. Die Aufwandsquote dient zur Beurteilung der Kosteneffizienz und ist als Verhältnis von Verwaltungsaufwand (ohne Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und Restrukturierungsaufwendungen) zu Erträgen vor Risikoergebnis definiert. Die Aufwandsquote wird in zwei Varianten ermittelt: mit und ohne Einbezug der Pflichtbeiträge in die Messgröße "Aufwand".
Die Eigenkapitalrendite der Segmente errechnet sich aus dem Verhältnis des operativen beziehungsweise des Vorsteuerergebnisses zum durchschnittlich regulatorisch gebundenen Eigenkapital. Sie zeigt, wie sich das im jeweiligen Segment eingesetzte Kapital verzinst hat. Die angestrebte Mindestverzinsung des eingesetzten Kapitals wird - wie für wertorientierte Steuerungskonzepte üblich - aus der Renditeerwartung am Kapitalmarkt abgeleitet. Dabei steht auf Konzernebene die Nettoeigenkapitalrendite "Return on Tangible Equity" im Fokus.
Für die Messung der Konzernperformance wird die Kennzahl Economic Value Added verwendet. Sie ist definiert als Differenz zwischen der Eigenkapitalrendite des Konzerns und dem Kapitalkostensatz multipliziert mit dem Konzernkapital. Die Eigenkapitalrendite des Konzerns entspricht dem Verhältnis des Konzernüberschusses nach Steuern und Minderheiten zum durchschnittlichen CET-1-Kapital des Konzerns. Die Ermittlung des Kapitalkostensatzes basiert auf dem strategischen Renditeziel für die Nettoeigenkapitalrendite "Return on Tangible Equity" der Bank sowie dem kapitalmarktorientierten "Capital Asset Pricing Model" (CAPM). Im Rahmen einer jährlichen Überprüfung wird der Kapitalkostensatz neu festgelegt. Aktuell kalkuliert die Commerzbank mit einem Kapitalkostensatz in Höhe von 9,2 % nach Steuern. Im Rahmen einer jährlichen Überprüfung, die im ersten Halbjahr 2023 stattfinden soll, wird der Kapitalkostensatz neu ermittelt.
Die genannten Controllinggrößen sind als Konzernkennzahlen eingebettet in ein System weiterer segmentspezifischer Kennzahlen, die je nach Geschäftsstrategie der einzelnen Segmente unterschiedlich sind.
Vergütungsbericht
Der Vergütungsbericht für Vorstand und Aufsichtsrat wird als eigenständiger Bericht veröffentlicht und ist auf der Internetseite der Commerzbank zu finden.
Angaben gemäß § 315 Abs. 4 HGB
Die Angaben gemäß § 315 Abs. 4 HGB sind im Kapitel "Unternehmerische Verantwortung" des Geschäftsberichts enthalten. Sie sind Bestandteil des Konzernlageberichts.
Angaben gemäß § 315a HGB und erläuternder Bericht
Die Angaben gemäß § 315a HGB und erläuterndem Bericht sind im Kapitel "Unternehmerische Verantwortung" des Geschäftsberichts enthalten. Sie sind Bestandteil des Konzernlageberichts.
Angaben gemäß § 315d HGB
Die Angaben gemäß § 315d HGB in Verbindung mit § 289f HGB "Erklärung zur Unternehmensführung" sind im Kapitel "Unternehmerische Verantwortung" des Geschäftsberichts enthalten. Sie sind Bestandteil des Konzernlageberichts. Die Erklärung zur Unternehmensführung ist auch auf der Internetseite der Commerzbank zu finden.
Angaben gemäß § 340i Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 315b Abs. 3 HGB
Die Angaben gemäß § 340i Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 315b Abs. 3 HGB sind im Kapitel "Unternehmerische Verantwortung" des Geschäftsberichts als zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller Bericht enthalten. Sie sind Bestandteil des Konzernlageberichts. Der zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Bericht ist auch auf der Internetseite der Commerzbank zu finden.# Wichtige personelle und geschäftspolitische Ereignisse
Nachfolgend berichten wir sowohl über wichtige personelle Veränderungen auf der Managementebene als auch über besondere geschäftspolitische Ereignisse im abgelaufenen Geschäftsjahr. Im Verlauf des Berichtsjahres gab es Veränderungen bei der Zusammensetzung des Vorstands und sowohl auf Vorstands- als auch auf Aufsichtsratsebene wurden Veränderungen für das laufende Geschäftsjahr 2023 angekündigt. Mit der Gründung eines Nachhaltigkeitsbeirats hat die Commerzbank die besondere Bedeutung dieses Themas in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie weiter verankert. Im Sommer 2022 hat die Bank im Rahmen ihres zweiten Nachhaltigkeitsdialogs über die Fortschritte ihrer Nachhaltigkeitsstrategie informiert. Um unseren Investoren die Möglichkeit zu geben, sich an der Transformation der Realwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit zu beteiligen, hat die Bank Mitte des Jahres ihren dritten Green Bond begeben. Um bei dem wichtigen Thema Nachhaltigkeit immer die Marktentwicklungen und Trends im Fokus zu behalten, wurde der Main Incubator neu ausgerichtet. Die von der Europäischen Zentralbank im Rahmen des aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses (SREP) für 2023 festgelegten bankspezifischen Kapitalanforderungen bestätigen noch einmal deutlich, dass die Commerzbank bezüglich ihrer Kapitalausstattung gut aufgestellt ist. Darüber hinaus hat die Bank ihre Compliance-Funktion auch im Geschäftsjahr 2022 weiter gestärkt.
Veränderungen im Vorstand der Commerzbank
In seiner Sitzung am 6. Juli 2022 hat der Aufsichtsrat der Commerzbank Sabine Mlnarsky mit Wirkung vom 1. Januar 2023 in den Vorstand des Instituts berufen. Sie hat dort das Ressort Group Human Resources übernommen. Als Personalvorständin und Arbeitsdirektorin trat sie die Nachfolge von Sabine Schmittroth an, die mit Ablauf ihres Vorstandsvertrages zum Jahresende 2022 im Einklang mit ihrer persönlichen Lebensplanung aus der Commerzbank ausgeschieden ist. Sabine Mlnarsky verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte personalwirtschaftlicher Erfahrung. Sie kommt von der österreichischen Erste Group Bank AG zur Commerzbank. Beim Spitzeninstitut der österreichischen Sparkassen leitete die Juristin seit 2016 den Bereich Human Resources. Zudem hat Risikovorstand Marcus Chromik den Aufsichtsrat davon in Kenntnis gesetzt, dass er seinen bis Ende 2023 laufenden Vorstandsvertrag erfüllen, aber ein mögliches Angebot einer Vertragsverlängerung gemäß seiner persönlichen Lebensplanung nicht annehmen wird. Mit der frühzeitigen Information des Aufsichtsrats wurden zugleich Klarheit und Planungssicherheit für einen geordneten Übergang in dieser wichtigen Funktion geschaffen.
Wechsel im Aufsichtsratsvorsitz der Commerzbank eingeleitet
Helmut Gottschalk hat sich entschieden, nach der nächsten Hauptversammlung aufgrund seines Lebensalters nicht mehr für eine neue Amtszeit als Mitglied des Aufsichtsrats und Aufsichtsratsvorsitzender zur Verfügung zu stehen. Deshalb hat er frühzeitig einen geordneten Nachfolgeprozess eingeleitet. Mitte November 2022 hat Helmut Gottschalk den Vertreterinnen und Vertretern der Anteilseigner im Präsidial- und Nominierungsausschuss und anschließend dem gesamten Aufsichtsrat seinen Entschluss mitgeteilt. Zudem hat er Dr. Jens Weidmann (54) als neues Aufsichtsratsmitglied vorgeschlagen, der im Falle seiner Wahl auch als Aufsichtsratsvorsitzender zur Verfügung steht. Die Vertreterinnen und Vertreter der Anteilseigner im Präsidial- und Nominierungsausschuss sowie im Aufsichtsrat haben den Vorschlag positiv aufgenommen. In seiner Sitzung am 15. Februar 2023 hat der Aufsichtsrat einstimmig erklärt, dass er beabsichtigt, Dr. Jens Weidmann zu seinem Vorsitzenden zu bestimmen, wenn Dr. Jens Weidmann wie vorgesehen von den Aktionären in der Hauptversammlung am 31. Mai 2023 in den Aufsichtsrat gewählt wird. Helmut Gottschalk führt den Aufsichtsrat der Commerzbank seit April 2021. In seiner bisherigen Amtszeit hat die Bank im Rahmen ihrer "Strategie 2024" eine umfassende Restrukturierung erfolgreich umgesetzt, ihr Geschäftsmodell an veränderte Rahmenbedingungen angepasst und ihre Profitabilität in ihrem Kerngeschäft deutlich verbessert, so dass der Hauptversammlung 2023 erstmals wieder eine Ausschüttung aus dem Gewinn für das Geschäftsjahr 2022 vorgeschlagen werden kann. Unter seiner Führung hat er zudem die Neuausrichtung des Vorstands mit der Bestellung von vier neuen Vorstandsmitgliedern vorangetrieben und ein neues, leistungsorientiertes Vergütungssystem sowie eine Aktienhalterichtlinie für den Vorstand etabliert. Dr. Jens Weidmann war von 2011 bis 2021 Präsident der Deutschen Bundesbank und in dieser Funktion zudem Mitglied des EZB-Rates. Zuvor war er Leiter der wirtschafts- und finanzpolitischen Abteilung im Bundeskanzleramt. Darüber hinaus war er von 2015 bis 2021 Verwaltungsratsvorsitzender der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich.
Commerzbank gründet Nachhaltigkeitsbeirat und setzt Nachhaltigkeitsdialog fort
Als eine der ersten Großbanken in Deutschland hat die Commerzbank im Mai 2022 einen Nachhaltigkeitsbeirat aus externen Expertinnen und Experten ins Leben gerufen. Der neue Beirat soll dazu beitragen, das Thema Nachhaltigkeit bei der Commerzbank weiter voranzubringen und externe Impulse für die nachhaltige Ausrichtung der Bank zu liefern. Dem neuen Gremium gehören Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft an. Das erste Treffen fand am 23. Mai 2022 in Frankfurt am Main statt. Der Nachhaltigkeitsbeirat soll zukünftig zweimal im Jahr tagen. Am 4. Juli 2022 hat die Commerzbank im zweiten öffentlichen Nachhaltigkeitsdialog über die Fortschritte ihrer Nachhaltigkeitsstrategie informiert. Die Commerzbank hat für die Hälfte des ausgereichten Kreditvolumens konkrete CO₂-Reduktionsziele bis zum Jahr 2030 festgelegt. Bei der Steuerung des Klimarisikos konzentriert sich die Bank zunächst auf CO₂-intensive Branchen. So streben wir für den Bereich Energieerzeugung bis 2030 ein Reduktionsziel von mindestens 73 % an, für das deutlich größere Portfolio mit privaten Baufinanzierungen eine Verringerung um mindestens 57 %. Für die Bank ist das Erreichen dieser Ziele ein wichtiger Zwischenschritt, um die CO₂-Emissionen ihres gesamten Kredit- und Anlageportfolios bis spätestens 2050 auf netto null zu reduzieren. Weitere Informationen finden sich im Kapitel "Zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller Bericht" auf Seite 42 ff.
Commerzbank emittiert dritten eigenen Green Bond
Anfang Juni 2022 hat die Commerzbank erfolgreich einen Green Bond mit einem Emissionsvolumen von 500 Mio. Euro begeben. Mit dem Erlös finanziert die Bank Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien. Dank der Fortschritte bei Projekten in erneuerbaren Energien konnte, nach 2018 und 2020, nun schon der dritte eigene Green Bond emittiert werden. Damit haben wir auf die weiter steigende Nachfrage nach nachhaltigen Anlagen reagiert und geben unseren Investoren die Möglichkeit, sich an der Transformation der Realwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit zu beteiligen. Der nicht bevorrechtigten Anleihe (Non-preferred Senior Bond) ordnete die Commerzbank Kredite für Onshore- und Offshore-Windprojekte und Solarprojekte zu. Die Anleihe hat eine Laufzeit von 5,25 Jahren mit einem Kündigungstermin im September 2026 und einem Kupon von 3 % pro Jahr. Die Commerzbank ist ein etablierter Akteur auf dem Markt für nachhaltige und grüne Anleihen. Seit Jahren unterstützt die Bank ihre Kunden bei der Vorbereitung von nachhaltigen Anleihen sowie deren Platzierung im internationalen Kapitalmarkt.
Neuausrichtung des Main Incubators
Ende April 2022 hat die Commerzbank ihren Main Incubator neu ausgerichtet: Der Frühphaseninvestor wird sich nicht mehr nur um Fintechs, sondern nunmehr ebenso um auf Nachhaltigkeit spezialisierte Start-ups, sogenannte Greentechs, kümmern. Mit dem Strategieschwenk entstand die neue Marke "neosfer". An den Grundsätzen der Geschäftsausrichtung hat sich nichts geändert: Die Einheit soll Trends beobachten, Wagniskapital investieren und neue Anwendungen für die Bank nutzbar machen.
SREP-Kapitalanforderungen an Commerzbank für 2023 unverändert
Die Europäische Zentralbank hat die im Rahmen des aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses (SREP) für 2023 festgelegten bankspezifischen Kapitalanforderungen an den Commerzbank-Konzern gegenüber 2022 unverändert belassen. Die zusätzliche Eigenmittelanforderung der Säule 2 (P2R) liegt weiter bei 2 % Gesamtkapital, von der mindestens 1,125 % mit hartem Kernkapital abzudecken sind. Der SREP-Beschluss ersetzt mit Wirkung vom 1. Januar 2023 den bisherigen SREP-Beschluss. Die harte Kernkapitalanforderung an die Commerzbank auf Konzernebene lag unter Berücksichtigung der Anforderungen des aktuellen SREP-Beschlusses zum 30. September 2022 unverändert bei 9,44 % der risikogewichteten Aktiva (MDA-Schwelle). Sie setzt sich zusammen aus dem CET-1-Minimum von 4,5 %, der P2R-Anforderung von 1,125 %, dem Kapitalerhaltungspuffer von 2,5 %, dem D-SIB-Kapitalpuffer für anderweitig systemrelevante Banken von unverändert 1,25 %, dem antizyklischen Kapitalpuffer von derzeit 0,04 % sowie einer AT-1-Unterdeckung von 0,03 %. Im ersten Quartal 2023 erwartet die Commerzbank aufgrund der branchenweiten Erhöhung von antizyklischen Kapitalpuffern und der Aktivierung des sektoralen Systemrisikopuffers in Deutschland einen Anstieg der MDA-Schwelle auf voraussichtlich rund 10,1 %. Eine Anforderung zum Vorhalten zusätzlicher Eigenmittel für das Risiko einer übermäßigen Verschuldung (Pillar 2 requirement for the risk of excessive leverage - P2R-LR), wurde für den Commerzbank-Konzern nicht festgesetzt. Mit einer CET-1-Quote von 14,1 % per 31. Dezember 2022 haben wir einen komfortablen Abstand zur MDA-Schwelle und damit genug Spielraum für die geplante Ausschüttung von 30 % des Konzerngewinns nach Abzug der AT-1-Kuponzahlungen.# Weitere Stärkung der Compliance-Funktion
Im Geschäftsjahr 2022 hat die Bank ihre Aktivitäten zur weiteren Stärkung der Compliance-Funktion fortgesetzt. Diese betreffen neben den strukturellen Veränderungen auch die Personalweiterentwicklung sowie die erfolgreiche Rekrutierung geeigneter Compliance-Experten in der Zentrale und an internationalen Standorten. Um die Steuerung der Compliance-Risiken weiter zu verbessern, hat die Compliance-Funktion verschiedene Maßnahmen unter anderem in den Bereichen Global Financial Crime sowie Global Markets Compliance nachhaltig umgesetzt und dabei die Compliance im In- und Ausland weiter gestärkt. Im Berichtsjahr wurde die Weiterentwicklung der globalen Compliance-Systemlandschaft auf Basis der aktuellen Marktstandards konsequent weiter vorangetrieben. Es wurden wesentliche Schritte zur technischen Erneuerung des transaktionsbasierten Sanktionsscreening unternommen, gleichzeitig wurden die deutlich stärkeren Sanktionsanforderungen erfolgreich und mit gleichbleibend hoher Qualität umgesetzt. Mit der Fokussierung auf die "Second-Line-of-Defense-Aufgaben" für Compliance als Risikosteuerungs- und Kontrollfunktion wurden die Verantwortlichkeiten und Ressourcen für die Systeme "Actimize Customer Due Diligence" (Know Your Customer Scoring) und "Watch List Filtering" (Name Screening) an den Bereich "Client.data" transferiert, der bankweit alle Prozesse und Systeme zu Kundenstammdaten, Know Your Customer und Dokumentenmanagement bündelt. Im Bereich Global Markets Compliance wurde im Jahr 2022 das 2018 begonnene "Global Surveillance Implementation Programme" (GSIP), das den Ausbau der globalen Handels- und Kommunikationsüberwachung zum Ziel hat, fertiggestellt. Mit der damit verbundenen Einführung der Handelsüberwachungssoftware SCILA wurde die Überwachung Assetklassen-übergreifend für alle Handelsstandorte der Commerzbank vereinheitlicht und ein globaler Minimumstandard für Handelsüberwachung entsprechend der regulatorischen Anforderungen erreicht. Parallel hat die Commerzbank die Governance-Strukturen weiterentwickelt sowie die globalen Compliance-Prozesse in den Geschäftseinheiten weiter ausgebaut. Dazu zählt unter anderem die Aktualisierung und Weiterentwicklung der Teilrisikostrategie Compliance-Risiko als Teil der Gesamtrisikostrategie der Commerzbank, die insbesondere die strategischen Handlungsfelder sowie den Risikoappetit für Compliance-Risiken definiert. Ebenfalls haben wir die Governance zur Steuerung und Überwachung der Compliance-Kontrollen weiter gestärkt. Für das zum 1. Januar 2023 in Kraft getretene Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten (LkSG) erfüllt Group Compliance die Rolle der zweiten Verteidigungslinie, des Global Functional Leads und definiert somit für die Bank konzernweite Mindeststandards, um Verletzungen bestimmter Menschenrechte und bestimmter umweltbezogener Pflichten bei (un)-mittelbaren Zulieferern und im eigenen Geschäftsbereich zu identifizieren und zu vermeiden. Zur Sicherstellung der Anforderungen haben wir ein umfassendes Compliance-Programm aufgesetzt, das bereits initialisiert wurde und im Jahr 2023 konsequent ausgeweitet wird. Im Jahr 2022 wurde ein Menschenrechtsbeauftragter ernannt, der die aus dem LkSG resultierenden Verantwortungen wahrnimmt. Der Chief Compliance Officer übernimmt diese wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe. In dieser Funktion berichtet er direkt an den Risikovorstand. Der Vorstand wird zusätzlich von weiteren Einheiten unterstützt, um die Menschenrechtstandards in der Commerzbank möglichst ganzheitlich zu erfassen. Weitere Informationen zu Compliance-Risiken sowie zu Integrität und Compliance in der Commerzbank finden sich im Konzernrisikobericht auf Seite 142 f. beziehungsweise im zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht auf Seite 67 f.
Wirtschaftsbericht
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Volkswirtschaftliches Umfeld
Die Weltwirtschaft hat 2022 deutlich an Schwung eingebüßt. Zwar hat sich die Corona-Lage merklich entspannt und in den meisten Volkswirtschaften wurden die Corona-Beschränkungen weitgehend aufgehoben, aber der Krieg Russlands gegen die Ukraine löste neue Schockwellen aus. Die Angst vor einer Energiekrise trieb die Preise für Energie weltweit in die Höhe. Darüber hinaus klagten viele Unternehmen weiterhin über fehlende Vorprodukte. In China hielt die Regierung nahezu das gesamte Jahr 2022 an ihrer Null-Covid-Politik fest. Immer wieder wurden ganze Millionenstädte schon bei den kleinsten Corona-Ausbrüchen abgeriegelt. Dies führte zusammen mit den Problemen im Immobiliensektor dazu, dass sich das Wirtschaftswachstum 2022 im Vergleich zu 2021 mehr als halbierte. In den USA schrumpfte die Wirtschaft nach dem Auslaufen der Corona-Hilfsprogramme in der ersten Jahreshälfte 2022 leicht. Trotzdem sank die Arbeitslosigkeit wieder auf das sehr niedrige Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie, weshalb die Löhne wieder stärker stiegen. Dies trieb zusammen mit der kräftigen Verteuerung von Energie die Inflationsrate auf historische Höchststände.
Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen auch 2022 schwierig
Im Euroraum wurde die Wirtschaft nicht nur durch das schwächere außenwirtschaftliche Umfeld belastet. Hinzu kam die Angst vor einer Rationierung von Gas nach der weitgehenden Einstellung der russischen Gaslieferungen. Die Preise für Gas und Strom stiegen deshalb kräftig an, was sowohl die privaten Haushalte als auch die Unternehmen massiv belastete. Im Verlauf des Jahres ließen die energiepreisbedingt höheren Produktionskosten auch die Preise nicht energetischer Güter immer stärker ansteigen. Darüber hinaus wurde die Produktion einiger Güter unrentabel, weil die Hersteller die höheren Energiekosten nur eingeschränkt an ihre Kunden weitergeben konnten. Entsprechend verlor die Wirtschaft im Euroraum in der zweiten Jahreshälfte deutlich an Schwung. Auch in Deutschland schwächte sich das Wirtschaftswachstum im Verlauf des Jahres spürbar ab. Die schwächere Nachfrage aus dem Ausland strahlte vor allem auf die exportorientierte Industrie aus. Gleichzeitig verhinderten fehlende Vorprodukte ein schnelles Abarbeiten der hohen Auftragsbestände. Aber auch der Boom in der Bauwirtschaft endete im Frühjahr. Im weiteren Jahresverlauf war die Produktion in diesem Sektor im Trend rückläufig. Der Dienstleistungssektor profitierte dagegen noch vom Wegfall der Corona-Beschränkungen, auch wenn sich dieser positive Effekt im Jahresverlauf immer weiter abschwächte. Die nachlassende Konjunktur spiegelt sich auch am Arbeitsmarkt wider. Der Zuwachs bei der Beschäftigung ist zum Stillstand gekommen und seit dem Sommer steigt die Zahl der Arbeitslosen wieder leicht. Die Entwicklung an den Finanzmärkten war 2022 vom Kurswechsel in der Geldpolitik geprägt. Vor dem Hintergrund der hohen Inflation leitete die US-Notenbank im März die Zinswende ein. Bis Anfang Februar 2023 erhöhte sie ihre Leitzinsen um insgesamt 450 Basispunkte. Die EZB begann den Zinserhöhungszyklus Ende Juli. Seitdem hat sie ihre Leitzinsen um insgesamt 300 Basispunkte erhöht. Der Rentenmarkt reagierte mit deutlich steigenden Renditen. Die 10-jährigen US-Staatsanleihen rentierten zeitweise über 4 %, nachdem sie zu Beginn des Jahres noch unter 2 % gelegen hatten. Die Rendite von 10-jährigen Bundesanleihen legte von 0 % auf rund 2 % zu. Die Aktienkurse gaben 2022 kräftig nach. Der Euro konnte gegenüber dem US-Dollar zum Jahresende wieder Boden gutmachen, notierte aber immer noch rund 10 % unter dem Niveau von Ende 2021.
Branchenumfeld
Das Jahr 2022 war aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - insbesondere im Zusammenhang mit der Energiekrise, der stark gestiegenen Inflation und dem Russland-Ukraine-Krieg - erneut ein besonders herausforderndes Jahr für den Bankensektor. Zwar verhinderten umfangreiche staatliche Hilfsprogramme bislang einen stärkeren Konjunktureinbruch, die negativen Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft beginnen sich aber allmählich zu zeigen. Insbesondere die Risiken für den kurzfristigen Ausblick auf das bankgeschäftliche Umfeld sind nach wie vor als sehr hoch einzustufen. Denn mit den geopolitischen Unwägbarkeiten ist die Nervosität an die internationalen Kapitalmärkte zurückgekehrt. Überall auf der Welt leidet der Industriesektor unter Lieferkettenproblemen, die vor allem auf die lange Zeit sehr strikte Null-Covid-Strategie Chinas und darüber hinaus auch auf die Sanktionierung des russischen Angriffskrieges zurückzuführen sind. Die Rolle als Konjunkturmotor der Weltwirtschaft kann China nur noch bedingt ausfüllen. Dort hat sich das Wirtschaftswachstum durch hohe Unternehmensverschuldung, einen schwächeren Arbeitsmarkt und Turbulenzen am Immobilienmarkt merklich abgekühlt. Die Geschäftserwartungen laut Ifo-Geschäftsklima konnten sich hierzulande zuletzt verbessern, liegen aber weiter auf niedrigem Niveau. Energie- und Rohstoffpreise sowie Materialkosten sind tendenziell stark gestiegen und befeuern weltweit die Inflation. Die hohe Inflation reduziert die Kaufkraft und belastet so den privaten Verbrauch. Gleichzeitig sorgt das Thema Gasversorgung bei den Unternehmen für erhebliche Unsicherheit und dämpft die Investitionen. Die Belastungen im Kreditgeschäft europäischer Banken wurden bislang vor allem durch Stützungsmaßnahmen vonseiten der Regierungen sowie der Zentralbanken deutlich gemildert. Einkommensverluste von Unternehmen und Haushalten hielten sich in Grenzen, Beschäftigungsverhältnisse wurden gesichert und die Kreditversorgung der Wirtschaft konnte gewährleistet werden. Auch die Finanzmärkte erweisen sich angesichts der herausfordernden Rahmenbedingungen noch immer als robust, die Kursverluste sind bislang deutlich niedriger als während der Lehman-Krise und zu Anfang der Corona-Pandemie. Dadurch sind die europäischen Banken trotz Ungewissheit in Bezug auf ihren Rückstellungsbedarf und trotz Schwankungen bei ihren Handelserträgen bislang von größeren Ausfällen verschont geblieben.# Stark risikobehaftet sind allerdings Forderungen aus Verbraucherkrediten und aus Krediten an Unternehmen und Selbstständige mit energieintensiver Produktion. Ferner steht zu befürchten, dass es zu Kreditausfällen bei Gewerbeimmobilienfinanzierungen kommt, sofern die zuletzt erfolgten Änderungen bei den Arbeits- und Einkaufsgewohnheiten dauerhaft bestehen bleiben und die Sollzinsen weiter ansteigen.
Der Boom am Markt für Wohnimmobilien verzeichnete im Jahresverlauf 2022 eine deutliche Abschwächung. Waren die Hauspreise im Durchschnitt des vergangenen Jahres noch um mehr als 10 % gestiegen, so hat die Preisdynamik im Laufe dieses Jahres deutlich an Fahrt verloren. Durch den starken Anstieg der Hypothekenzinsen - von rund 1,3 % zu Jahresbeginn auf rund 3,4 % zum Jahresende 2022 bei gleichzeitig im Schnitt immer noch steigenden Hauspreisen - hat sich die Erschwinglichkeit eines Immobilienerwerbs bei den privaten Haushalten deutlich reduziert. Etliche Kaufinteressenten dürften sich eine Erstfinanzierung bei den aktuellen Preisen nicht mehr leisten können, zumal die derzeit hohe Inflation das Budget vieler Haushalte anhaltend belastet. Allerdings verfügen viele Privathaushalte infolge ihrer erhöhten Sparneigung während der ersten Phase der Corona-Pandemie immer noch über einen gewissen finanziellen Puffer.
Risikomindernd wirken zudem lange Zinsfestschreibungen im Bestand statt variabel verzinslicher Hypothekenkredite sowie die bevorzugte Wahl von Annuitätendarlehen statt endfälliger Hypotheken. Das führt dazu, dass beim Auslaufen der Zinsbindung derzeit in der Regel kaum höhere Anschlussfinanzierungskosten als in der Vorperiode anfallen. Umfangreichere Zahlungsausfälle im Hypothekenbestand sind deshalb hierzulande auf absehbare Zeit nicht zu erwarten. Auch massive Hauspreisrückgänge dürften sich im bundesweiten Durchschnitt als eher unwahrscheinlich erweisen. Denn der weiterhin bestehende Mangel an bezahlbarem Wohnraum, die im internationalen Vergleich relativ niedrige Eigentümerquote und die Umschichtung von Vermögenswerten vor dem Hintergrund hoher wirtschaftlicher Unsicherheit und stark gestiegener Inflationsraten stützen den Markt für Wohnimmobilien.
In Deutschland halten sich die Zahlungsausfälle bei der Kreditbedienung laut offizieller Insolvenzstatistik bislang in Grenzen. So sank die Anzahl der bundesweiten Verbraucherinsolvenzen im vergangenen Jahr spürbar, was allerdings zum Teil auch Nachwirkungen des 2020 eingeführten Gesetzes zur schrittweisen Verkürzung der Restschuldbefreiungsverfahren von sechs auf drei Jahre sein dürften. Denn im Gegensatz zur Fallzahl erhöhte sich der Gesamtbetrag der ausstehenden Forderungen auf mehr als das Vierfache. Demgegenüber reduzierten sich die voraussichtlichen Gläubigerforderungen bei den Unternehmensinsolvenzen durch weniger Großfälle auf unter ein Viertel. Zahlenmäßig gaben die Unternehmensinsolvenzen nur leicht nach, weil vor allem das mittelständische Baugewerbe Steigerungen verzeichnete. Ungünstiger als die Unternehmensinsolvenzen entwickelte sich die Zahl der Geschäftsaufgaben. So erfolgte eine vollständige Einstellung der Geschäftstätigkeit im Zeitraum von Januar bis Oktober 2022 um 7 % häufiger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Polen ist als Nachbar der Ukraine vom Krieg mittelbar betroffen, was sich aufgrund der Beeinträchtigungen der Wirtschaft auch auf den Bankensektor negativ auswirkt. Das polnische Bruttoinlandsprodukt hat in den vergangenen Quartalen deutlich an Fahrt verloren. Trotz dieser ungünstigen Rahmenbedingungen hat sich der polnische Bankensektor bei der Bewertung der Finanzstabilität bisher als robust erwiesen. Risiken resultieren vorrangig aus unbesicherten Konsumentenkrediten sowie bei Hypothekendarlehen. Zurzeit sind zahlreiche Klagen privater Kundinnen und Kunden aufgrund von Schweizer-Franken-Immobilienkrediten mit Indexierungsklauseln anhängig. Auch das Instrument der sogenannten "Credit holidays", bei dem Zahlungen vorübergehend ausgesetzt werden können, bedeutet eine ertragsmäßige Belastung für den polnischen Bankensektor. Alles in allem liegt dessen Kapitalrendite derzeit nur knapp im positiven Bereich.
Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Im Geschäftsjahr 2022 hat die Commerzbank das beste Ergebnis seit mehr als einem Jahrzehnt erzielt. Die Erträge sind 2022 zweistellig gewachsen, trotz massiver Belastungen bei unserer polnischen Tochtergesellschaft mBank. Hinter dieser außergewöhnlich starken Ertragsdynamik steht ein robustes Kundengeschäft in beiden Segmenten, aber auch der Rückenwind durch die Zinserhöhungen sowohl der Europäischen als auch der Polnischen Zentralbank. Das Operative Ergebnis des Commerzbank-Konzerns belief sich für das Berichtsjahr auf 2.099 Mio. Euro, nach 1.183 Mio. Euro im Vorjahr. Das den Commerzbank-Aktionären und den Investoren in zusätzliche Eigenkapitalbestandteile zurechenbare Konzernergebnis betrug für den Berichtszeitraum 1.435 Mio. Euro.
Robustes Kundengeschäft im Geschäftsjahr 2022
Die Bilanzsumme des Commerzbank-Konzerns lag zum 31. Dezember 2022 bei 477,4 Mrd. Euro, nach 467,4 Mrd. Euro. zum Jahresultimo 2021. Der leichte Zuwachs um 2,1 % resultierte insbesondere aus Liquiditätszuflüssen. Der Rückgang der Risikoaktiva (RWA) auf 168,7 Mrd. Euro ist hauptsächlich auf geringere Risikoaktiva aus Kredit- und Marktrisiken zurückzuführen. Das Common-Equity-Tier-1-Kapital (hartes Kernkapital) belief sich auf 23,9 Mrd. Euro und die entsprechende harte Kernkapitalquote auf 14,1 %. Erläuterungen zu den Änderungen beziehungsweise Anpassungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden siehe Konzernabschluss Note 2 beziehungsweise Note 4.
Gewinn-und-Verlust-Rechnung des Commerzbank-Konzerns
Die einzelnen Posten der Gewinn-und-Verlust-Rechnung haben sich im Berichtsjahr 2022 wie folgt entwickelt:
Der Zinsüberschuss lag im Berichtszeitraum bei 6.459 Mio. Euro, nach 4.849 Mio. Euro im Vorjahr. Der deutliche Anstieg um 33,2 % resultierte aus einer signifikanten Erhöhung der Erträge aus dem zinstragenden Geschäft in beiden Kundensegmenten. Für den Anstieg des Zinsüberschusses im Segment Privat- und Unternehmerkunden war maßgeblich die mBank verantwortlich. Hier wirkte sich insbesondere das seit dem Herbst 2021 erheblich gestiegene Leitzinsniveau in Polen spürbar positiv aus. Zu dem mehr als verdoppelten Zinsüberschuss der mBank steuerte infolgedessen das Einlagengeschäft den maßgeblichen Anteil bei. Darüber hinaus resultierten aus gestiegenen Kredit- und Einlagenvolumen entsprechende Ertragszuwächse. Aber auch das zinstragende Geschäft in Deutschland entwickelte sich positiv. Im Inland führte zum einen das weiter steigende Kreditvolumen zu Ertragszuwächsen, unter anderem im Zusammenhang mit privaten Baufinanzierungen und Individualkrediten. Zum anderen sorgte die erfolgte Zinswende für zusätzliche Einlagenerträge. Darüber hinaus wirkten sich im Zinsanstieg des Segments Privat- und Unternehmerkunden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die zum Halbjahr angefallenen Erträge im Zusammenhang mit Sondertilgungen von Baufinanzierungskrediten spürbar aus. Im Segment Firmenkunden lag der Zinsüberschuss ebenfalls über dem Niveau des Vorjahreszeitraums, insbesondere aufgrund der positiven Entwicklung im Mittelstandsgeschäft. Der deutliche Rückgang des Zinsüberschusses im Bereich Sonstige und Konsolidierung beruhte insbesondere auf den im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum gesunkenen Zusatzerträgen aus der Erfüllung der Kreditvolumenbedingung im Zusammenhang mit gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (TLTRO - Targeted Longer-Term Refinancing Operations) mit der EZB. Dies unter anderem, weil im Vorjahr zusätzlich Beträge bezüglich des Jahres 2020 enthalten waren, da die Erfüllung der Kreditvolumenbedingung erst im Jahr 2021 feststand -sowie auf internen Marktwertausgleichszahlungen für Sondertilgungen von Baufinanzierungen an das Segment Privat- und Unternehmerkunden infolge des gestiegenen Zinsniveaus.
Der Provisionsüberschuss lag mit 3.519 Mio. Euro leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Im Segment Privat- und Unternehmerkunden sank im Inland das Wertpapiervolumen vor allem wegen der schwachen Marktentwicklung im Berichtszeitraum, was sich in rückläufigen Provisionserträgen bemerkbar machte. Demgegenüber stiegen die Erträge aus dem Zahlungsverkehr. Bei der mBank führten vor allem gestiegene Erträge aus dem Zahlungsverkehr zu höheren Provisionserträgen. Im Segment Firmenkunden lag der Provisionsüberschuss über dem Niveau des Vorjahreszeitraums, insbesondere aufgrund eines Anstiegs im Fremdwährungs- und Auslandsgeschäft.
Das Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten lag im Berichtszeitraum bei 451 Mio. Euro, nach 980 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang um 54,0 % resultierte insbesondere aus im Vorjahreszeitraum deutlich höheren positiven Bewertungseffekten, unter anderem aus Beteiligungen.
| Ergebnisrechnung I Mio. € | 2022 | 2021 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Zinsüberschuss | 6.459 | 4.849 | 1.610 |
| Dividendenerträge | 32 | 22 | 10 |
| Risikoergebnis | - 876 | - 570 | - 306 |
| Provisionsüberschuss | 3.519 | 3.607 | - 88 |
| Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten und Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen | 338 | 884 | - 546 |
| Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten, at-Equity- und Sonstiges Ergebnis | - 886 | - 911 | 25 |
| Verwaltungsaufwendungen | 5.844 | 6.230 | - 386 |
| Pflichtbeiträge | 642 | 467 | 175 |
| Operatives Ergebnis | 2.099 | 1.183 | 917 |
| Restrukturierungsaufwendungen | 94 | 1.078 | - 983 |
| Ergebnis vor Steuern | 2.005 | 105 | 1.900 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 612 | - 248 | 860 |
| Konzernergebnis | 1.393 | 354 | 1.040 |
| den Commerzbank-Aktionären und den Investoren in zusätzliche Eigenkapitalbestandteile zurechenbares Konzernergebnis | 1.435 | 430 | 1.005 |
1 Anpassung aufgrund von Restatements (siehe Konzernabschluss Note 4).
Das übrige Ergebnis aus Finanzinstrumenten belief sich im Berichtszeitraum auf - 292 Mio. Euro.# Konzernlagebericht - Commerzbank-Konzern
Darin sind Ertragsbelastungen aufgrund von Zins- und Tilgungsstundungen für private Immobilienfinanzierungen bei der mBank in Höhe von 278 Mio. Euro enthalten. Im Sonstigen Ergebnis in Höhe von - 606 Mio. Euro spiegelt sich insbesondere die Vorsorge im Zusammenhang mit Baufinanzierungen in Schweizer Franken bei der mBank in Höhe von 650 Mio. Euro wider, die durch Auflösungen von Rückstellungen und durch Zuschreibungen auf Beteiligungen nur zu einem geringen Teil kompensiert wurde.
Das Risikoergebnis lag mit - 876 Mio. Euro deutlich über dem Wert des Vorjahreszeitraums in Höhe von - 570 Mio. Euro. Der Anstieg resultierte insbesondere aus Effekten im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg. Während im Segment Privat- und Unternehmerkunden die für den Berichtszeitraum erforderliche Risikovorsorge einen Anstieg - insbesondere im Inland - um 73 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum zeigte, stieg das Risikoergebnis im Segment Firmenkunden vornehmlich im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg deutlich um 296 Mio. Euro an.
Das im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg unterjährig gebuchte Top-Level-Adjustment (TLA) besteht zum Jahresende nicht fort, da die nach Exposurereduzierung verbleibenden Risikovorsorgeerfordernisse nun am Einzelgeschäft reflektiert werden. Die direkten Effekte aus der Corona-Pandemie haben sich so weit abgeschwächt, dass daraus keine Belastungen mehr erwartet werden. Das Corona-TLA in Höhe von - 523 Mio. Euro wurde deshalb im zweiten Quartal 2022 vollständig aufgelöst. Der TLA-Bestand für Sekundäreffekte belief sich per 31. Dezember 2022 auf - 482 Mio. Euro. Weitere Informationen zum TLA finden sich im Konzernrisikobericht auf Seite 123 f.
Die Verwaltungsaufwendungen gingen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,2 % auf 5.844 Mio. Euro zurück. Bei den Personalaufwendungen, die mit 3.415 Mio. Euro um 1,4 % unter dem Vorjahresniveau lagen, konnten Effekte des Abbaus von Vollzeitkräften gegenläufige Effekte, darunter insbesondere eine ergebnisbedingt höhere variable Vergütung, mehr als kompensieren. Die Sachaufwendungen einschließlich der Abschreibungen auf Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte konnten um 12,2 % auf 2.429 Mio. Euro reduziert werden, insbesondere aufgrund geringerer IT-Aufwendungen sowie rückläufiger Kosten im Zusammenhang mit der Verschlankung des Filialnetzes. Darüber hinaus führte die im entsprechenden Vorjahreswert enthaltene Belastung aus der Ausbuchung eines immateriellen Vermögenswertes im Zusammenhang mit dem Projektstopp zur Auslagerung der Wertpapierabwicklung an die HSBC Transaction Services GmbH zu einem deutlichen Rückgang der Abschreibungen.
Die Belastungen aus den separat ausgewiesenen Pflichtbeiträgen stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich um 175 Mio. Euro auf 642 Mio. Euro. Der signifikante Anstieg um 37,4 % resultierte insbesondere aus einer neuen Abgabe der mBank für die Ergänzung der polnischen Einlagensicherung sowie dem Anstieg der europäischen Bankenabgabe aufgrund höherer Beiträge zum Einheitlichen Abwicklungsfonds der Bankenunion. Im Berichtszeitraum hat die Commerzbank von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, einen Teil ihres Beitrages für die europäische Bankenabgabe in Form von unwiderruflichen Zahlungsverpflichtungen zu erbringen.
Im Berichtszeitraum belasteten Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 94 Mio. Euro die Ergebnisentwicklung. Diese standen im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Umsetzung der "Strategie 2024" und resultierten insbesondere aus der Bildung von Restrukturierungsrückstellungen für Immobiliensachverhalte.
Das Ergebnis vor Steuern betrug 2.005 Mio. Euro, nach 105 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Für den Berichtszeitraum war ein Steueraufwand in Höhe von 612 Mio. Euro auszuweisen. Dieser resultierte im Wesentlichen aus laufendem Steueraufwand sowie außerordentlichen Belastungen in Polen, die nicht vollständig steuerlich abziehbar waren, und einem gegenläufigen Steuerertrag aus der Aktivierung latenter Steuerforderungen auf steuerliche Verlustvorträge. Nach Steuern belief sich das Konzernergebnis auf 1.393 Mio. Euro, gegenüber 354 Mio. Euro im Vorjahr.
Bestes Konzernergebnis seit mehr als einem Jahrzehnt
Nach Berücksichtigung der nicht beherrschenden Anteile war den Commerzbank-Aktionären und Investoren in zusätzliche Eigenkapitalbestandteile für das Geschäftsjahr 2022 ein Konzernergebnis von 1.435 Mio. Euro zuzurechnen, nach 430 Mio. Euro im Vorjahr. Vor dem Hintergrund des positiven Ergebnisausweises der Commerzbank Aktiengesellschaft gemäß HGB für das Geschäftsjahr 2022 ist vorgesehen, sämtliche Kapitalinstrumente der Commerzbank Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2022 zu bedienen. Der Hauptversammlung werden wir die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,20 Euro für das Jahr 2022 vorschlagen. Darüber hinaus hat die Commerzbank im Einklang mit ihrer Kapitalrückgaberichtlinie ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 122 Mio. Euro bei der EZB und der Finanzagentur beantragt.
Das zusammengefasste Gesamtergebnis, das neben dem Konzernergebnis auch das Sonstige Periodenergebnis berücksichtigt, belief sich für das Jahr 2022 auf 1.263 Mio. Euro, nach 774 Mio. Euro im Vorjahr. Das Sonstige Periodenergebnis in Höhe von - 130 Mio. Euro setzt sich aus den addierten Veränderungen der Neubewertungsrücklage FVOCImR in Höhe von - 364 Mio. Euro, der Rücklage aus Cashflow-Hedges in Höhe von - 46 Mio. Euro, der Rücklage aus der Währungsumrechnung in Höhe von 48 Mio. Euro, der Veränderung bei at-Equity-bewerteten Unternehmen in Höhe von - 1 Mio. Euro, der erfolgsneutralen Veränderung aus der Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen in Höhe von 87 Mio. Euro, der erfolgsneutralen Veränderung aus Own Credit Spread bei Verbindlichkeiten FVO in Höhe von 147 Mio. Euro sowie der Veränderung von Bewertungseffekten aus Net Investment Hedges in Höhe von - 1 Mio. Euro zusammen. Weitere Informationen zum Sonstigen Periodenergebnis finden sich im Konzernabschluss auf Seite 156.
Das Operative Ergebnis je Aktie betrug 1,68 Euro, das Ergebnis je Aktie 0,99 Euro. Für den Vorjahreszeitraum beliefen sich die entsprechenden Kennzahlen auf 0,94 Euro beziehungsweise 0,23 Euro.
Bilanz des Commerzbank-Konzerns
Die Bilanzsumme des Commerzbank-Konzerns lag zum 31. Dezember 2022 bei 477,4 Mrd. Euro und damit um 2,1 % über dem Niveau des Jahresultimos 2021. Das Volumen des Kassenbestands und der Sichtguthaben ist um 25,7 Mrd. Euro auf 75,2 Mrd. Euro gestiegen. Der kräftige Zuwachs gegenüber dem Jahresultimo 2021 beruhte auf einem Anstieg der Guthaben bei Zentralnotenbanken aufgrund von Liquiditätszuflüssen.
Die Finanziellen Vermögenswerte "Amortised Cost" gingen gegenüber dem Jahresende 2021 um 3,0 Mrd. Euro auf 296,2 Mrd. Euro zurück. Der Zuwachs von Darlehen und Forderungen im Geschäft mit Firmen- und Privatkunden um insgesamt 4,1 Mrd. Euro wurde überkompensiert durch den zinsentwicklungsbedingten Rückgang der verbrieften Schuldinstrumente, die im Vergleich zum Vorjahresultimo um 5,4 Mrd. Euro zurückgegangen sind.
Die Finanziellen Vermögenswerte "Fair Value OCI" lagen bei 34,9 Mrd. Euro und damit um 5,2 Mrd. Euro niedriger als zum Jahresultimo 2021. Der Rückgang um 13,0 % resultierte aus einem geringeren Volumen an Schuldinstrumenten im Zusammenhang mit dem Liquiditätsmanagement sowie aus Bestandsrückgängen bei der mBank.
Mit 29,9 Mrd. Euro lagen die Finanziellen Vermögenswerte "Mandatorily Fair Value PSL" um 1,5 Mrd. Euro über dem Niveau des Vorjahresultimos. Der Anstieg resultierte insbesondere aus einer Ausweitung der besicherten Wertpapierpensionsgeschäfte. Dabei stiegen die Darlehen und Forderungen an Kreditinstitute und Zentralnotenbanken um insgesamt 2,7 Mrd. Euro. Bei den Schuldinstrumenten war hingegen ein Rückgang um 1,2 Mrd. Euro zu verzeichnen.
Die Finanziellen Vermögenswerte "Held for Trading" lagen zum Berichtsstichtag mit 33,6 Mrd. Euro um 4,6 Mrd. Euro niedriger als zum Jahresende 2021. Während die positiven Marktwerte aus zinsbezogenen Produkten um 8,2 Mrd. Euro zurückgegangen sind, stiegen die positiven Marktwerte aus währungsbezogenen Produkten um 5,9 Mrd. Euro. Die verbrieften Schuldinstrumente haben mit einem Volumen in Höhe von 2,8 Mrd. Euro im Vergleich zum Jahresultimo 2021 leicht zugelegt.
Die zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen betrugen 0,2 Mrd. Euro, nach 0,8 Mrd. Euro zum Jahresultimo 2021. Der Rückgang resultierte insbesondere aus dem Verkauf der Commerzbank Zrt. an die Erste Bank Hungary Zrt.
Aktiva
| Aktiva I Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost | 296192 | 299181 | - 1,0 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI | 34.887 | 40.115 | - 13,0 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&L | 29.912 | 28.432 | 5,2 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading | 33.573 | 38.155 | - 12,0 |
| Übrige Aktiva | 82.873 | 61.525 | 34,7 |
| Gesamt | 477.438 | 467409 | 2,1 |
Passiva
| Passiva I Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost | 390385 | 373976 | 4,4 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option | 25.018 | 19.735 | 26,8 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading | 24.759 | 27.323 | - 9,4 |
| Übrige Passiva | 6.371 | 16.549 | - 61,5 |
| Eigenkapital | 30.905 | 29.827 | 3,6 |
| Gesamt | 477438 | 467409 | 2,1 |
¹ Anpassung aufgrund von Restatements (siehe Konzernabschluss Note 4).
Auf der Passivseite lagen die Finanziellen Verbindlichkeiten "Amortised Cost" mit 390,4 Mrd. Euro um 16,4 Mrd. Euro über dem Niveau des Vorjahresultimos. Ursächlich für den Anstieg im Vergleich zum Jahresende 2021 war ein deutlicher Anstieg der Einlagen und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 17,8 Mrd. Euro, insbesondere von Firmen- und Privatkunden. Die begebenen Schuldverschreibungen gingen im Vergleich zum Vorjahresultimo um 1,4 Mrd. Euro zurück.
Die Finanziellen Verbindlichkeiten "Fair Value Option" beliefen sich zum Berichtsultimo auf 25,0 Mrd. Euro und lagen damit um 5,3 Mrd. Euro über dem Bestand zum Jahresultimo 2021.# Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus einer saisonalen Ausweitung des Wertpapierpensionsgeschäfts.
Die Finanziellen Verbindlichkeiten "Held for Trading" lagen mit 24,8 Mrd. Euro um 2,6 Mrd. Euro unter dem Jahresende 2021. Der Rückgang resultierte aus den negativen Marktwerten aus derivativen Finanzinstrumenten, insbesondere aus zinsbezogenen derivativen Geschäften, die um 6,2 Mrd. Euro zurückgegangen sind. Demgegenüber stiegen die negativen Marktwerte aus währungsbezogenen derivativen Geschäften um 5,0 Mrd. Euro.
Die Rückstellungen sanken im Vergleich zum Vorjahresultimo um 0,2 Mrd. Euro auf 3,5 Mrd. Euro. Der Rückgang beruhte vornehmlich auf niedrigeren Restrukturierungsrückstellungen im Rahmen der "Strategie 2024". Der vollständige Rückgang der Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen um 0,7 Mrd. Euro resultierte insbesondere aus dem Verkauf der Commerzbank Zrt. an die Erste Bank Hungary Zrt.
Eigenkapital
Das in der Bilanz zum Berichtsstichtag 31. Dezember 2022 ausgewiesene den Commerzbank-Aktionären zurechenbare Eigenkapital lag mit 26,9 Mrd. Euro um 4,5 % über dem Niveau zum Jahresende 2021. Weitere Informationen zur Eigenkapitalveränderung finden sich im Konzernabschluss auf Seite 159 ff.
Die Risikoaktiva per 31. Dezember 2022 lagen bei 168,7 Mrd. Euro und damit um 6,5 Mrd. Euro niedriger im Vergleich zum Jahresende 2021. Diese Entwicklung ist auf einen Rückgang der Risikoaktiva aus Kredit- und Marktrisiken zurückzuführen. Für das rückläufige Kreditrisiko sind im Wesentlichen Rückgänge bei Wertpapierpositionen verantwortlich sowie zwei neue Verbriefungstransaktionen bei der mBank. Teilweise gegenläufig wirkten vor allem Anstiege aus der Vorwegnahme erster antizipierter Effekte aus Modellanpassungen im Kontext des von der Bankenaufsicht aufgesetzten Programms "IRB Repair". Niedrigere Risikoaktiva aus Marktrisiken wurden sowohl durch verbesserte regulatorische Anforderungen aufgrund einer Reduktion des regulatorischen Multipliers als auch durch Positionsveränderungen hervorgerufen. Die Berücksichtigung der gestiegenen Erträge des Jahres 2022 im Rahmen der jährlichen Aktualisierung der 3-Jahres-Zeitreihe (Standardansatz) führte zu einer Erhöhung der Risikoaktiva aus operationellen Risiken und wirkte damit leicht kompensierend. Der Wechsel vom internen Modell in den Standardansatz erfolgte bereits im vierten Quartal 2021.
Das aufsichtsrechtlich anrechenbare harte Kernkapital (Common Equity Tier 1) betrug zum Berichtsstichtag 23,9 Mrd. Euro, gegenüber 23,8 Mrd. Euro zum 31. Dezember 2021. Die positiven Auswirkungen des Jahresergebnisses, des versicherungsmathematischen Gewinns und der verbesserten Währungsrücklage auf das harte Kernkapital wurden durch eine negative Entwicklung der Neubewertungsrücklage und höhere regulatorische Kapitalabzüge teilweise kompensiert. Die harte Kernkapitalquote betrug 14,1 %, gegenüber 13,6 % im Vorjahr. Diese Erhöhung der Quote ergab sich im Wesentlichen aus dem Rückgang der Risikoaktiva.
Die Kernkapitalquote betrug zum Berichtsstichtag 16,0 %, gegenüber 15,5 % zum Jahresende 2021. Auch diese Verbesserung resultierte aus rückläufigen Risikoaktiva, obgleich AT-1-Instrumente im Rahmen der CRR-Übergangsregelungen im Kernkapital nicht mehr angerechnet werden konnten.
Harte Kernkapitalquote bei komfortablen 14,1 %
Das Ergänzungskapital reduzierte sich aufgrund der Kündigung einer Tier-2-Anleihe, dem Wegfall von Tier-2-Instrumenten aus dem temporären Bestandsschutz und Amortisationseffekten (restlaufzeitabhängige Anrechenbarkeit). Die Neuemissionen von zwei Tier-2-Anleihen erhöhten das Ergänzungskapital um rund 0,9 Mrd. Euro.
Die Gesamtkapitalquote (unter Anwendung der Übergangsbestimmungen) betrug zum Berichtsstichtag 18,9 %, gegenüber 18,4 % zum Jahresende 2021.
Die Eigenmittel reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Mrd. Euro und lagen zum 31. Dezember 2022 bei 31,9 Mrd. Euro. Die Leverage Ratio, die das Verhältnis von Tier-1-Kapital zum Leverage Ratio Exposure zeigt, lag bei 4,9 %.
Refinanzierung und Liquidität des Commerzbank-Konzerns
Das Liquiditätsmanagement des Commerzbank-Konzerns liegt in der Verantwortung des Bereichs Group Treasury, der an allen wesentlichen Standorten des Konzerns im In- und Ausland vertreten ist und über Berichtslinien in alle Tochtergesellschaften verfügt.
Das Liquiditätsmanagement gliedert sich in operative und strategische Komponenten. Im Rahmen des operativen Liquiditätsmanagements erfolgen die Steuerung der täglichen Zahlungszu-/-abflüsse, die Planung der kurzfristig erwarteten Zahlungsströme und die Steuerung des Zugangs zu Zentralbanken. Darüber hinaus verantwortet der Bereich den Zugang zu unbesicherten und besicherten Refinanzierungsquellen im Geld- und Kapitalmarkt sowie das Management des Liquiditätsreserveportfolios.
Das strategische Liquiditätsmanagement beinhaltet die Steuerung von Fälligkeitsprofilen liquiditätsrelevanter Aktiva und Passiva im Rahmen gesetzter Limite und Korridore. Ergänzende Informationen hierzu finden sich im Konzernrisikobericht im Kapitel "Liquiditätsrisiken".
Auf Basis der Geschäftsstrategie und unter Berücksichtigung der Risikotoleranz werden Richtlinien für das Refinanzierungsprofil und die Refinanzierungsmittel abgeleitet. Der Konzern stützt sich bei der Refinanzierung auf eine angemessene Diversifikation hinsichtlich Anlegergruppen, Regionen, Produkten und Währungen. Übergeordnete Entscheidungen in Bezug auf das Liquiditätsmanagement werden vom Group Asset Liability Committee (ALCO) getroffen, das in regelmäßigen Abständen zusammentritt.
Die Quantifizierung und Limitierung des Liquiditätsrisikos erfolgt anhand eines internen Modells, in dem die voraussichtlichen Zahlungsmittelzuflüsse den voraussichtlichen Zahlungsmittelabflüssen gegenübergestellt werden. Die Überwachung der gesetzten Limite erfolgt durch die unabhängige Risikofunktion. Über die Liquiditätsrisikosituation wird dem ALCO und dem Vorstand regelmäßig berichtet.
Refinanzierungsstruktur Kapitalmarkt 1 zum 31. Dezember 2022
| 1 Basierend auf Bilanzwerten. | |
|---|---|
Im Berichtszeitraum 2022 waren die Geld- und Kapitalmärkte von den Themen Russland-Ukraine-Krieg, Energiekrise, Inflation und den Zinserhöhungen der EZB geprägt. Liquidität und Zahlungsfähigkeit der Commerzbank waren jederzeit gegeben. Darüber hinaus ist das Liquiditätsmanagement der Bank stets in der Lage, zeitnah auf neue Marktgegebenheiten zu reagieren.
Der Commerzbank-Konzern hat im Berichtsjahr 2022 langfristige Refinanzierungsmittel von insgesamt 8,2 Mrd. Euro am Kapitalmarkt aufgenommen. Davon entfielen 5,7 Mrd. Euro auf Pfandbriefe und 2,4 Mrd. Euro auf unbesicherte Emissionen.
Die Commerzbank Aktiengesellschaft hat insgesamt fünf Hypotheken-Pfandbriefe in Benchmarkformat mit einem Gesamtvolumen von 5,25 Mrd. Euro und Laufzeiten zwischen drei und zehn Jahren emittiert. Der durchschnittliche Re-offer Spread lag bei rund 4 Basispunkten über der Swapmitte.
Nach dem dritten eigenen Green Bond über 500 Mio. Euro im Juni emittierte die Commerzbank im September eine Non-preferred-Senior-Anleihe über 600 Mio. Euro mit einer Laufzeit von fünfeinhalb Jahren. Die Anleihe ist nach viereinhalb Jahren kündbar, der Re-offer Spread lag bei 220 Basispunkten über der Swapmitte. Außerdem wurde eine Anleihe über 120 Mio. Schweizer Franken mit einer Laufzeit von vier Jahren begeben. Darüber hinaus wurden zwei Nachrang-Tier-2-Anleihen über 500 Mio. Euro beziehungsweise 350 Mio. britische Pfund am Kapitalmarkt platziert. Beide Anleihen haben eine Laufzeit von 10,25 Jahren und ein Kündigungsrecht nach fünf Jahren. Des Weiteren wurden rund 800 Mio. Euro Privatplatzierungen in besicherten und unbesicherten Emissionen begeben.
Die Commerzbank hat im Berichtsjahr den überwiegenden Teil der Gelder aus dem Targeted-Longer-Term-Refinancing-Operations-III-Programm (TLTRO III) der EZB vorzeitig zurückgezahlt. Zum Jahresende 2022 verfügte die Commerzbank noch über 9 Mrd. Euro an TLTRO-III-Geldern.
Kapitalmarktfunding des Konzerns 2022
| Volumen | 8,2 Mrd. € |
|---|---|
Die Bank wies zum Berichtsstichtag eine Liquiditätsreserve in Form von hochliquiden Aktiva in Höhe von 104,7 Mrd. Euro aus. Das Liquiditätsreserveportfolio gewährleistet die Pufferfunktion im Stressfall. Dieses Liquiditätsreserveportfolio wird gemäß dem Liquiditätsrisikoappetit refinanziert, um eine erforderliche Reservehöhe während der gesamten vom Vorstand festgelegten Reserveperiode sicherzustellen.
Ein Teil dieser Liquiditätsreserve wird in einem separierten und von Group Treasury gesteuerten Stress-Liquiditätsreserveportfolio gehalten, um Liquiditätsabflüsse in einem angenommenen Stressfall abdecken zu können und die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Darüber hinaus unterhält die Bank ein sogenanntes Intraday-Liquidity-Reserve-Portfolio. Der Gesamtwert dieses Portfolios betrug zum Berichtsstichtag 6,1 Mrd. Euro.
Die Commerzbank hat mit 141,1 % (Durchschnitt der jeweils letzten zwölf Monatsendwerte) die geforderte Mindestquote bei der Liquiditätskennzahl "Liquidity Coverage Ratio" (LCR) in Höhe von 100 % deutlich überschritten. Damit war die Liquiditätssituation der Commerzbank zum Berichtsultimo aufgrund ihrer konservativen und vorausschauenden Refinanzierungsstrategie komfortabel und erfüllte die internen Limite sowie die gültigen regulatorischen Anforderungen.
Resümee Geschäftslage 2022
Das Geschäftsjahr 2022 war aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - insbesondere im Zusammenhang mit der Energiekrise, der stark gestiegenen Inflation und dem Russland-Ukraine-Krieg - erneut ein besonders herausforderndes Jahr für den Bankensektor. Trotz dieser herausfordernden Rahmenbedingungen kann die Commerzbank auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2022 zurückblicken. Wesentliche Teile der Restrukturierung, die tief in die gesamte Organisation eingegriffen und die ersten beiden Jahre der Strategieumsetzung über weite Strecken geprägt hat, sind inzwischen weitgehend abgeschlossen.# So haben wir den geplanten Abbau von brutto 10.000 Vollzeitstellen bereits weitgehend geregelt. Bis Ende 2022 waren knapp 9.000 Personalabgänge kontrahiert, vor allem im Inland. Ein Großteil des noch offenen Abbaus resultiert aus der Optimierung beziehungsweise Schließung von Auslandsstandorten, die ohne größere Umsetzungsrisiken erreichbar sind. Parallel dazu haben wir unser heimisches Filialnetz schneller angepasst als wir es vor zwei Jahren geplant hatten. Von ursprünglich 1.000 Filialen waren Mitte 2022 noch 450 verblieben; damit hatten wir die im Rahmen unserer Strategie ursprünglich avisierte Reduzierung vorzeitig erreicht.
Erfolgreiches Geschäftsjahr 2022
Die Fortschritte, die wir gemacht haben, zeigen sich eindrücklich in den Zahlen für das Geschäftsjahr 2022: Aufgrund der in den ersten sechs Monaten des Berichtsjahres deutlich besser als geplant verlaufenen Ertragsentwicklung konnten wir unsere im Geschäftsbericht 2021 getroffenen Erwartungen hinsichtlich der Operativen Erträge 2022 - trotz der schwierigen Rahmenbedingungen sowie massiver, politisch induzierter Belastungen bei unserer polnischen Tochtergesellschaft mBank - dem sich verstetigenden erfolgreichen Geschäftsverlauf anpassen. Waren wir zu Jahresbeginn noch davon ausgegangen, dass die für das Berichtsjahr erzielbaren gesamten Operativen Erträge in etwa auf Vorjahresniveau liegen würden, haben wir mit Veröffentlichung des Halbjahresberichts 2022 unsere Erwartungen hochgesetzt. Im Geschäftsjahr 2022 sind unsere Erträge zweistellig gewachsen. Hinter dieser außergewöhnlich starken Ertragsdynamik stehen ein robustes Kundengeschäft in beiden Segmenten und natürlich haben uns die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank Rückenwind gegeben.
Vor dem Hintergrund der weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen lag das Risikoergebnis mit - 876 Mio. Euro knapp 54 % höher als im Vorjahr, aber noch im Rahmen unserer im Laufe des zweiten Halbjahres kommunizierten Erwartungen von rund - 0,7 Mrd. Euro - unter der Annahme der Nutzung von TLAs. Wir haben den TLA-Bestand im Laufe des Jahres regelmäßig überprüft. Im Ergebnis stand uns per 31. Dezember 2022 ein TLA-Bestand in Höhe von - 482 Mio. Euro zur Verfügung, gegenüber - 523 Mio. Euro zum 31. Dezember 2021, um erwartete weitere Kriseneffekte abzufedern.
Trotz des wachsenden Inflationsdrucks sowie weiter gestiegenen Pflichtbeiträgen, insbesondere bei der mBank, haben wir im Berichtsjahr eine hohe Kostendisziplin an den Tag gelegt. Unsere Operativen Aufwendungen im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten wir trotz weiterhin hoher Investitionen senken. Insgesamt ging der Verwaltungsaufwand inklusive Pflichtbeiträgen 2022 um 3,2 % zurück. Mit knapp 6,5 Mrd. Euro lagen die Kosten nur leicht über der Zielgröße von 6,4 Mrd. Euro. Hier spiegelt sich auch die höhere variable Vergütung aufgrund der sehr positiven Entwicklung des Operativen Ergebnisses wider. Klammert man diesen Effekt und die höheren Pflichtbeiträge aus, haben wir die operative Kostenbasis der Bank im vergangenen Jahr um insgesamt fast 10 % reduziert.
Insgesamt konnten wir - trotz Sonderbelastungen bei unserer polnischen Tochtergesellschaft mBank - ein Operatives Ergebnis von 2,1 Mrd. Euro erwirtschaften, was signifikant über den zu Jahresbeginn 2022 getroffenen Prognosen liegt. Der Erfolg des abgelaufenen Jahres basierte auf stark gestiegenen Erträgen und einem weiterhin sehr disziplinierten Kostenmanagement. Damit haben wir das für das Jahr 2022 in Aussicht gestellte Konzernergebnis von mehr als 1 Mrd. Euro deutlich übertroffen.
Segment Privat- und Unternehmerkunden
Im Segment Privat- und Unternehmerkunden lag der Fokus im Geschäftsjahr 2022 auf der Umsetzung der zentralen Initiativen der "Strategie 2024". Der Schwerpunkt lag dabei auf dem Ausbau der Online- und Mobilebanking-Kanäle, der Digitalisierung von Prozessen und Abläufen sowie dem Start des neuen Vertriebskanals "Beratungscenter". Das Beratungscenter ist seit Mitte September 2022 sukzessive an allen zwölf Standorten erfolgreich in Betrieb gegangen. Damit stehen den Kundinnen und Kunden qualifizierte Beraterinnen und Berater telefonisch, per E-Mail oder Video auch abends und am Wochenende zur Verfügung - zu allen Finanzthemen wie Konten, Karten, Wertpapieranlagen und Immobilienfinanzierungen.
Auf der Ertragsseite konnten wir im Segment Privat- und Unternehmerkunden, unterstützt von der Zinswende, im abgelaufenen Geschäftsjahr nochmals spürbar zulegen, was sich in einem deutlichen Anstieg des Zinsüberschusses zeigte. Wie erwartet, konnte beim Provisionsüberschuss das Vorjahresniveau nicht erreicht werden. In dem Rückgang gegenüber dem Vergleichsjahr 2021 spiegelt sich ein infolge der schwächeren Aktienmärkte um 30 Mrd. Euro auf 189 Mrd. Euro gesunkenes Wertpapiervolumen wider. Dagegen stieg das Kreditvolumen um rund 3 Mrd. Euro auf 124 Mrd. Euro weiter an. Das Baufinanzierungsvolumen erhöhte sich auf 95 Mrd. Euro, allerdings kühlte sich das Neugeschäft im Laufe des Berichtsjahres spürbar ab. Das Einlagenvolumen erhöhte sich um gut 7 Mrd. Euro auf 155 Mrd. Euro.
Insgesamt hat das Segment Privat- und Unternehmerkunden die Operativen Erträge im Rahmen unserer Erwartungen im Vergleich zum Vorjahr signifikant übertroffen und auch die hohen Belastungen aus der Vorsorge für Fremdwährungskredite der mBank mehr als ausgleichen können. Das Risikoergebnis lag vor dem Hintergrund des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeldes mit einem deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr im Rahmen unserer Erwartungen. Die Kosten im Inland gingen wie erwartet leicht zurück, was für das Segment insgesamt aufgrund eines Kostenanstiegs bei der mBank nicht voll auf den gesamten Verwaltungsaufwand durchgeschlagen hat. Dennoch ist es gelungen, den Verwaltungsaufwand leicht unter dem Niveau des Vorjahres zu halten, was auf Basis der erzielten deutlich höheren Operativen Erträge zu einer spürbaren Verbesserung der Aufwandsquote geführt hat. Insgesamt stieg das Operative Ergebnis im Segment wie erwartet und auch die Operative Eigenkapitalrendite hat sich gegenüber dem Vorjahr wie erwartet erfreulich verbessert.
Segment Firmenkunden
Auch das Segment Firmenkunden konzentrierte sich im Berichtsjahr 2022 auf die Umsetzung der strategischen Maßnahmen. Die Etablierung des Geschäftsmodells mit einer differenzierten und effizienten Betreuung, die Schaffung der technischen Infrastruktur sowie weitere Digitalisierungsprojekte standen im Zentrum der Investitionen im Firmenkundengeschäft. Mit unserer "Mittelstandsbank Direkt" haben wir das erste echte Direktbankangebot für Unternehmen im deutschen Markt etabliert. Zum Jahresende haben wir dort bereits rund 6.000 Kunden betreut.
Die Ergebnisentwicklung zeigte in den einzelnen Bereichen einen gegenüber dem Vorjahreszeitraum positiven Verlauf:
- Mittelstand: profitierte im Cash-Management von gestiegenen Erträgen im Einlagengeschäft sowie höheren Zahlungsverkehrserträgen. Darüber hinaus erzielte der Bereich im Kapitalmarktgeschäft höhere Erträge im Zusammenhang mit Währungs- und Rohstoffgeschäften, während das Kreditgeschäft eine stabile Entwicklung verzeichnete.
- International Corporates: trugen insbesondere höhere Erträge aus dem Transaction-Banking und dem Kapitalmarktgeschäft zu einem höheren Ergebnis bei.
- Institutionals: zeigte sich eine ausgesprochen positive Entwicklung. Höheren Erträgen insbesondere aus dem Cash-Management standen dabei etwas geringere Erträge aus Anleiheemissionen gegenüber.
- Others: (der unter anderem Hedging- und Bewertungseffekte enthält) zeigte einen signifikanten Ertragsanstieg gegenüber dem Vorjahr, was vor allem auf Bewertungseffekte zurückzuführen war.
Insgesamt konnte das Segment die Erträge entgegen unseren Erwartungen gegenüber dem Vorjahr erfreulich steigern. Erwartungsgemäß lag das Risikoergebnis, vor allem aufgrund von Einzelfällen mit Russlandbezug, deutlich über dem Vorjahreswert. Aufgrund des erfolgreichen Kostenmanagements sind die Verwaltungsaufwendungen im Vergleich zum Vorjahr wie erwartet zurückgegangen. Per saldo führte der Ertragsanstieg - trotz der spürbar gestiegenen Risikoergebnisbelastung - zu einem deutlichen Anstieg des Operativen Ergebnisses. Entsprechend hat sich die Aufwandsquote wie erwartet verbessert. Die Operative Eigenkapitalrendite ist gegenüber dem Vorjahr entgegen unseren Erwartungen deutlich gestiegen.
Kundensegmente mit deutlichem Ergebniszuwachs
Insgesamt kann die Commerzbank mehr als zufrieden auf das Geschäftsjahr 2022 zurückblicken. Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes und der hohen Sonderbelastungen in Polen haben wir unser Konzernergebnis mehr als verdreifacht und damit noch stärker gesteigert als erwartet. Basis dafür war ein starkes Kundengeschäft und mit dem Rückenwind der gestiegenen Zinsen beschleunigte sich im Laufe des Jahres die Ertragsdynamik. Zudem konnte die Bank trotz des zunehmenden Inflationsdrucks die Operativen Aufwendungen senken. Das Kreditportfolio erwies sich auch mit Blick auf die konjunkturellen Unsicherheiten und die Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine als robust.
Die Nettoeigenkapitalrendite (NetRoTE) lag mit 4,9 % wie erwartet deutlich höher als im Vorjahr. Die Aufwandsquote inklusive Pflichtbeiträgen zeigte mit 68,6 % im Vergleich zum Vorjahr eine Verbesserung, die unsere Erwartungen übertroffen hat. Die harte Kernkapitalquote stieg auf komfortable 14,1 %. Darin ist die Abgrenzung für die geplante Ausschüttung von 30 % des Konzerngewinns bereits berücksichtigt. Die Geschäftsentwicklung 2022 bildet damit eine solide Grundlage für die weitere Umsetzung der "Strategie 2024".
Entwicklung der Segmente
Die Kommentierung der Ergebnisentwicklung der Segmente basiert auf der im Anhang des Konzernabschlusses auf den Seiten 262 f. beschriebenen Segmentstruktur. Weitere Informationen finden sich im Anhang des Konzernabschlusses Note 58.# Privat- und Unternehmerkunden
Das Segment Privat- und Unternehmerkunden umfasst das inländische Geschäft der Commerzbank - online und mobil, im Beratungscenter und persönlich vor Ort -, die Marke comdirect, die Commerz Real sowie die mBank-Gruppe. Mit knapp elf Millionen Kunden in Deutschland und rund 5,7 Millionen Kunden in Polen, Tschechien und der Slowakei gehört die Commerzbank zu einer der führenden Banken für Privat- und Unternehmerkunden in diesen Märkten.
Ergebnisentwicklung Privat- und Unternehmerkunden
| Mio. € | 2022 | 2021 | Veränderung in %/%-Punkten |
|---|---|---|---|
| Erträge vor Risikoergebnis | 5.269 | 4.685 | 12,5 |
| Risikoergebnis | - 392 | - 319 | 22,8 |
| Verwaltungsaufwendungen | 3.417 | 3.473 | - 1,6 |
| Pflichtbeiträge | 460 | 318 | 44,5 |
| Operatives Ergebnis | 1.000 | 574 | 74,2 |
| Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital | 6.724 | 6.175 | 8,9 |
| Operative Eigenkapitalrendite (%) | 14,9 | 9,3 | 5,6 |
| Aufwandsquote im operativen Geschäft (%) - ohne Pflichtbeiträge | 64,9 | 74,1 | - 9,3 |
| Aufwandsquote im operativen Geschäft (%) - inkl. Pflichtbeiträgen | 73,6 | 80,9 | - 7,3 |
¹ Anpassung aufgrund von IFRS 8.29 (siehe Konzernabschluss Note 4).
Das Segment Privat- und Unternehmerkunden hat im Jahr 2022 trotz der anspruchsvollen Rahmenbedingungen sowohl die Rentabilität als auch die Kosteneffizienz im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. Trotz massiver Sonderbelastungen in der mBank sowie gestiegener Risikoergebnisaufwendungen lag das Operative Ergebnis - dank deutlich gestiegener Operativer Erträge sowie rückläufiger Operativer Kosten - mit 1.000 Mio. Euro signifikant über dem Niveau des Vergleichszeitraums 2021.
Die gesamten Segmenterträge vor Risikoergebnis legten im Berichtszeitraum um 12,5 % auf 5.269 Mio. Euro zu. Für den Anstieg des Zinsüberschusses um 51,9 % auf 3.942 Mio. Euro war maßgeblich die mBank verantwortlich. Hier wirkte sich insbesondere das seit dem Herbst 2021 erheblich gestiegene Leitzinsniveau in Polen spürbar positiv aus. Zu dem mehr als verdoppelten Zinsüberschuss der mBank steuerte infolgedessen das Einlagengeschäft den maßgeblichen Anteil bei. Darüber hinaus resultierten aus gestiegenen Kredit- und Einlagenvolumen entsprechende Ertragszuwächse. Aber auch das zinstragende Geschäft in Deutschland entwickelte sich positiv. Im Inland führte zum einen das weiter steigende Kreditvolumen zu Ertragszuwächsen, unter anderem im Zusammenhang mit privaten Baufinanzierungen und Individualkrediten. Zum anderen sorgte die erfolgte Zinswende für zusätzliche Einlagenerträge. Darüber hinaus wirkten sich im Anstieg des Zinsüberschusses des Segments Privat- und Unternehmerkunden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die zum Halbjahr angefallenen Erträge im Zusammenhang mit Sondertilgungen von Baufinanzierungskrediten spürbar aus.
Der Provisionsüberschuss lag mit 2.245 Mio. Euro um 6,9 % unter dem Niveau des Vorjahres. Im Inland sank das Wertpapiervolumen vor allem wegen der schwachen Marktentwicklung im Berichtszeitraum, was sich in rückläufigen Provisionserträgen bemerkbar machte. Demgegenüber stiegen die Erträge aus dem Zahlungsverkehr. Bei der mBank führten vor allem gestiegene Erträge aus dem Zahlungsverkehr zu höheren Provisionserträgen. Die übrigen Ertragskomponenten beliefen sich insgesamt auf - 918 Mio. Euro, nach - 324 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der signifikant negative Betrag im Berichtszeitraum resultierte insbesondere aus deutlich gestiegenen Vorsorgen für Rechtsrisiken im Zusammenhang mit Baufinanzierungen in Schweizer Franken bei der mBank, aus Ertragsbelastungen aufgrund von Zins- und Tilgungsstundungen für private Immobilienfinanzierungen bei der mBank sowie aus einem geringeren Fair-Value-Ergebnis.
Das Risikoergebnis belief sich für den Berichtszeitraum 2022 auf - 392 Mio. Euro, nach - 319 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg ist zu einem großen Teil auf die Bildung des Sekundäreffekte-TLA zurückzuführen. Die Notwendigkeit des Sekundäreffekte-TLA ist weiterhin aufgrund der krisenbedingten Unsicherheit der konjunkturellen Entwicklung gegeben, zum Beispiel gestiegene Kosten für Energie, und besteht somit auch für das Jahr 2023 fort. Weitere Informationen zum TLA finden sich im Konzernrisikobericht auf Seite 126.
Der Verwaltungsaufwand konnte im Berichtszeitraum insgesamt leicht um knapp 2 % auf 3.417 Mio. Euro reduziert werden. Kostensenkungen um 3,1 % im Inland, die den Fortschritt im Transformationsprozess widerspiegeln, stand ein deutlich höherer Verwaltungsaufwand bei der mBank gegenüber, der insbesondere aus einem Anstieg der Beschäftigtenzahl sowie Gehaltssteigerungen resultierte.
Der um 141 Mio. Euro auf 460 Mio. Euro angestiegene Aufwand für Pflichtbeiträge resultierte im Wesentlichen aus einer neuen Abgabe der mBank zur Ergänzung der polnischen Einlagensicherung.
Insgesamt erwirtschaftete das Segment Privat- und Unternehmerkunden im Berichtszeitraum ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 1.000 Mio. Euro, nach 574 Mio. Euro im Vorjahr.
Firmenkunden
Das Segment Firmenkunden gliedert sich in vier Reportingbereiche. In den drei Bereichen Mittelstand, International Corporates und Institutionals wird das Geschäft mit unseren jeweiligen Kernkunden abgebildet: Im Bereich Mittelstand werden die mittelständischen Kunden und die inländischen Großkunden mit entsprechendem Produktbedarf gebündelt. Der Bereich International Corporates betreut die Firmenkunden mit Sitz im Ausland und große deutsche multinationale Unternehmen. Der Bereich Institutionals verantwortet die Betreuung von in- und ausländischen Kreditinstituten sowie Zentralbanken und von ausgewählten Nichtbankfinanzinstituten (NBFI) wie Versicherungen und Pensionskassen. Das Segment bietet den Kunden das vollständige Produktspektrum einer international aufgestellten Universalbank - angefangen bei klassischen Kreditprodukten und individuell angepassten Finanzierungslösungen sowie Produkten aus den Bereichen Cash-Management und Trade Finance, Anlage- und Absicherungsprodukte bis hin zu maßgeschneiderten Kapitalmarktlösungen. Im Bereich Others sind Geschäfte zusammengefasst, die entweder segmentübergreifende Risikomanagementfunktionen haben oder nicht im strategischen Fokus des Segments Firmenkunden stehen. Im Wesentlichen handelt es sich um Bestände, die aus den ehemaligen Abbausegmenten übertragen wurden, sowie um Effekte aus Absicherungspositionen.
Ergebnisentwicklung Firmenkunden
| Mio. € | 2022 | 2021 | Veränderung in %/%-Punkten |
|---|---|---|---|
| Erträge vor Risikoergebnis | 3.792 | 3.169 | 19,7 |
| Risikoergebnis | - 446 | - 149 | |
| Verwaltungsaufwendungen | 2.160 | 2.267 | - 4,7 |
| Pflichtbeiträge | 120 | 96 | 24,4 |
| Operatives Ergebnis | 1.066 | 656 | 62,6 |
| Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital | 10.040 | 9.891 | 1,5 |
| Operative Eigenkapitalrendite (%) | 10,6 | 6,6 | 4,0 |
| Aufwandsquote im operativen Geschäft (%) - ohne Pflichtbeiträge | 57,0 | 71,6 | - 14,6 |
| Aufwandsquote im operativen Geschäft (%) - inkl. Pflichtbeiträgen | 60,1 | 74,6 | - 14,5 |
Die Geschäftsentwicklung des Segments Firmenkunden war im Berichtsjahr 2022 von anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen und hohen Unsicherheiten geprägt. Dazu zählen insbesondere signifikant steigende Rohstoff-, Energie- und Erzeugerpreise sowie weiterhin bestehende Lieferkettenprobleme. Trotz eines gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöhten Risikoergebnisses, das im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg stand, führten insbesondere deutlich höhere Erträge zu einem Anstieg des Operativen Ergebnisses auf 1.066 Mio. Euro, nach 656 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.
Der Bereich Mittelstand zeigte dabei gegenüber dem Vorjahreszeitraum eine positive Ertragsentwicklung. Insbesondere profitierte der Bereich im Cash-Management von gestiegenen Erträgen im Einlagengeschäft sowie höheren Zahlungsverkehrserträgen. Darüber hinaus erzielte der Bereich im Kapitalmarktgeschäft höhere Erträge im Zusammenhang mit Währungs- und Rohstoffgeschäften, während das Kreditgeschäft eine stabile Entwicklung verzeichnete. Im Bereich International Corporates trugen insbesondere höhere Erträge aus dem Transaction-Banking und dem Kapitalmarktgeschäft zu einem höheren Ergebnis bei. Auch im Bereich Institutionals zeigte sich eine ausgesprochen positive Entwicklung. Höheren Erträgen insbesondere aus dem Cash-Management standen dabei etwas geringere Erträge im Kreditgeschäft sowie aus Anleiheemissionen gegenüber. Der Bereich Others, der unter anderem Hedging- und Bewertungseffekte enthält, zeigte einen signifikanten Ertragsanstieg gegenüber dem Vorjahr, was vor allem auf Bewertungseffekte zurückzuführen war.
Die Erträge vor Risikoergebnis lagen im Berichtsjahr mit 3.792 Mio. Euro um 623 Mio. Euro über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Mit 2.076 Mio. Euro lag der Zinsüberschuss um 388 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahresniveau, während der Provisionsüberschuss mit 1.321 Mio. Euro das Ergebnis des Vorjahres um 72 Mio. Euro übertraf, insbesondere aufgrund eines Anstiegs im Fremdwährungs- und Auslandsgeschäft. Aufgrund von Bewertungseffekten ist das Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten um 178 Mio. Euro auf 436 Mio. Euro angestiegen.
Das Risikoergebnis war im Berichtszeitraum mit - 446 Mio. Euro auszuweisen, nach - 149 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der deutliche Anstieg stand insbesondere im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg. Der Anteil des auf das Segment entfallenden Sekundäreffekte-TLA betrug - 284 Mio. Euro zum 31. Dezember 2022, die vollständig im Jahr 2022 erfolgswirksam zugeführt wurden. Weitere Informationen zum TLA finden sich im Konzernrisikobericht auf Seite 127.
Der Verwaltungsaufwand konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 107 Mio. Euro auf 2.160 Mio. Euro reduziert werden. Der Rückgang resultierte sowohl aus geringeren Personal- als auch Sachkosten im Zusammenhang mit dem strikten Kostenmanagement.
Die ausgewiesenen Pflichtbeiträge in Höhe von 120 Mio. Euro stehen insbesondere in Verbindung mit der europäischen Bankenabgabe; im Vorjahr beliefen sich die Pflichtbeiträge auf 96 Mio. Euro.
Insgesamt lag das Ergebnis vor Steuern bei 1.066 Mio.Euro, gegenüber 656 Mio. Euro im Vorjahr.
Sonstige und Konsolidierung
Im Bereich Sonstige und Konsolidierung werden Erträge und Aufwendungen ausgewiesen, die nicht in die Verantwortungsbereiche der beiden Geschäftssegmente fallen. Unter Sonstige werden Group Treasury, den Geschäftssegmenten nicht zugeordnete Beteiligungen sowie übergeordnete Sachverhalte, wie zum Beispiel Aufwendungen für Aufsichtsgebühren, eingestellt. Unter Konsolidierung wird von den in der Segmentberichterstattung ausgewiesenen Ergebnisgrößen auf den Konzernabschluss nach Internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) übergeleitet. Der Bereich Sonstige und Konsolidierung enthält des Weiteren die Kosten der Unterstützungs-, Stabs- und Steuerungseinheiten, die anschließend auf die Segmente verrechnet werden. Außerdem werden die Restrukturierungsaufwendungen für den Konzern zentral in diesem Bereich ausgewiesen.
Das Operative Ergebnis des Bereichs Sonstige und Konsolidierung belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf 33 Mio. Euro, gegenüber - 47 Mio. Euro im Vorjahr. Die positive Veränderung resultierte insbesondere aus den im Vorjahr angefallenen Ergebnisbelastungen aus der Beendigung des Projektes zur Auslagerung der Wertpapierabwicklung an die HSBC Transaction Services GmbH sowie aus einer Nettoentlastung aus der Bildung und Auflösung von Rückstellungen, einer niedrigeren Ergebnisbelastung aus dem Restportfolio des aufgelösten Segments Asset S Capital Recovery - im Wesentlichen aufgrund geringerer Nettorisikovorsorge - und höheren Erträgen aus Immobilienverkäufen. Gegenläufig wirkten per saldo geringere positive Bewertungseffekte und die um 24 Mio. Euro auf 149 Mio. Euro gesunkenen Zusatzerträge aus der Erfüllung der Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (TLTRO) mit der EZB - unter anderem, weil im Vorjahr zusätzlich Beträge für das Jahr 2020 enthalten waren, da die Erfüllung der Kreditvolumenbedingung erst im Jahr 2021 feststand -sowie ein niedrigeres positives Ergebnis von Group Treasury.
Der Ergebnisrückgang von Group Treasury beruhte hauptsächlich auf internen Marktwertausgleichszahlungen an das Segment Privat- und Unternehmerkunden für Sondertilgungen von Baufinanzierungen infolge des gestiegenen Zinsniveaus. Teilweise kompensierend wirkten die im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Erträge aus der Bewertung von Zinssicherungsgeschäften des kommerziellen Bankbuches.
Das Ergebnis vor Steuern des Bereichs Sonstige und Konsolidierung im Geschäftsjahr 2022 betrug - 61 Mio. Euro. Darin enthalten sind Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 94 Mio. Euro überwiegend für Immobiliensachverhalte im Zusammenhang mit der Umsetzung der "Strategie 2024".
Prognose- und Chancenbericht
Künftige gesamtwirtschaftliche Situation
Die globale Straffung der Geldpolitik wird das Wachstum der Weltwirtschaft spürbar bremsen. Allein in China wird die Wirtschaft 2023 wohl wieder stärker wachsen. Zwar dürfte die aktuelle Corona-Infektionswelle das Wachstum zu Beginn dieses Jahres noch belasten. Aber nach der Abkehr von der strikten Null-Covid-Strategie sollte die Konjunktur ab dem Frühjahr wieder stärker anziehen. Hierzu trägt auch bei, dass die Regierung bei ihrer Wirtschaftspolitik 2023 wieder ein stärkeres Gewicht auf die Förderung des Wachstums legen wird. So hat sie unter anderem weitreichende Maßnahmen zur Unterstützung des angeschlagenen Immobiliensektors ergriffen.
In den USA dürfte die US-Notenbank ihren Leitzinskorridor bis zum Sommer um weitere 75 Basispunkte auf dann 5,25 % bis 5,50 % erhöhen. Denn noch immer ist der Arbeitsmarkt sehr angespannt und der Lohndruck entsprechend hoch. Die merkliche Straffung der Geldpolitik spricht für eine Rezession der US-Wirtschaft 2023. Die höheren Finanzierungskosten haben am Immobilienmarkt bereits deutliche Bremsspuren hinterlassen. Eine Rezession in den USA belastet die Wirtschaft im Euroraum ebenso wie die hohe Inflation und die straffere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Bis zum Sommer dürfte die EZB den Einlagensatz um weitere 100 Basispunkte auf dann 3,50 % erhöhen.
Dennoch ist ein Kollaps der Wirtschaft wie in der Finanzkrise 2008/2009 oder nach dem Ausbruch von Corona nicht zu erwarten. Erstens ist eine Rationierung von Gas unwahrscheinlich geworden. Zweitens haben viele Regierungen Hilfen für ihre Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen beschlossen. Drittens haben die Probleme bei den Lieferketten ihren Hochpunkt überschritten; viele Unternehmen können nun einfacher liegen gebliebene Aufträge abarbeiten, deren Bestand nach wie vor sehr hoch ist.
Der Wachstums- und Stabilitätspakt bleibt auch 2023 außer Kraft. Dies bedeutet, dass die Staaten weiterhin die Möglichkeit haben, Haushaltsdefizite von mehr als 3 % des Bruttoinlandsproduktes einzugehen. Zudem bekommen die EU-Länder auch 2023 Gelder aus dem EU-Wiederaufbaufonds.
Wir gehen davon aus, dass die Wirtschaft im Euroraum im Jahresdurchschnitt 2023 stagnieren wird. Für Deutschland prognostizieren wir ein Minus von 0,5 %.
Für das laufende Jahr 2023 erwarten wir an den Finanzmärkten eine gewisse Entspannung. In den ersten Monaten des neuen Jahres dürften die Renditen zwar noch etwas steigen. Wenn aber die US-Notenbank und die EZB im Sommer auf den Rückgang der Inflation mit einem Ende des Zinserhöhungszyklus reagieren, dürften die Anleiherenditen wieder fallen. Das gilt besonders für Unternehmensanleihen.
Der Euro ist wegen der Angst vor einer Energiekrise, die vor allem den Euroraum und weniger den Selbstversorger USA getroffen hätte, gegenüber dem US-Dollar zeitweise unter die Parität gerutscht. Da das Risiko einer Rationierung von Gas mittlerweile gesunken ist, konnte sich der Euro-US-Dollar-Wechselkurs erholen. Der geldpolitische Gleichschritt von EZB und US-Notenbank spricht für einen weitgehend unveränderten Euro/US-Dollar-Wechselkurs im Verlauf des Jahres 2023.
Die Aktien haben sich im Herbst vor allem wegen der Aussicht auf wieder fallende Inflationsraten deutlich erholt. Gleichwohl dürften die Aktienmärkte im ersten Halbjahr volatil bleiben - vor allem wegen enttäuschender Unternehmensgewinne, die unter steigenden Zinsen, hohen Inputkosten und der Rezession leiden dürften.
| Wechselkurse | 31.12.2022 | 31.12.2023¹ |
|---|---|---|
| 1 Euro/US-Dollar | 1,07 | 1,08 |
| Euro/Pfund | 0,89 | 0,91 |
| Euro/Zloty | 4,68 | 4,65 |
¹ Werte für das Jahr 2023 Prognosen der Commerzbank.
Künftige Situation der Bankbranche
Unsere Einschätzung hinsichtlich der kurz- und mittelfristigen sowie strukturellen Entwicklungstendenzen in der Bankbranche hat sich gegenüber den von uns in den vergangenen Berichten getroffenen Aussagen nicht grundlegend geändert. Vor allem kurzfristig sind die Risiken nach wie vor als sehr herausfordernd einzustufen. Vor dem Hintergrund höherer Schuldzinsen und massiv gestiegener Lebenshaltungskosten muss in den kommenden Monaten mit mehr Firmen- und Privatinsolvenzen gerechnet werden. Angesichts der sehr günstigen Finanzierungsbedingungen ist die Nettoverschuldung vieler Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer in den vergangenen Jahren stark angewachsen. Der daraus resultierende Wertberichtigungsbedarf wird sowohl das Firmen- als auch das Privatkundengeschäft betreffen.
Durch Russlands Krieg in der Ukraine und die Einstellung seiner Gaslieferungen hat sich vor allem in Europa die wirtschaftliche Lage so verschärft, dass darunter sowohl die Industrie als auch die privaten Haushalte leiden. Durch die beschlossenen Hilfspakete werden die negativen Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft zwar abgemildert, dafür muss man aber überall in Europa eine deutlich zunehmende Staatsverschuldung in Kauf nehmen. Für die meisten europäischen Länder einschließlich Deutschland erscheint deshalb in den nächsten Monaten eine Rezession oder bestenfalls eine Stagnation der Wirtschaft unvermeidlich, was die Ertragslage des Bankensektors belasten wird.
Weil viele Unternehmen bislang nur einen Teil ihrer Zusatzkosten an die Konsumenten weitergereicht haben, dürfte insbesondere die Kernrate der Inflation weiter hoch bleiben. Hinzu kommen anhaltende Risiken im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie. Weitere Infektionswellen und damit einhergehende Beeinträchtigungen der Wirtschaft - insbesondere in China - sind damit denkbar. Von der zu befürchtenden Schwächung der für die deutsche Wirtschaftsentwicklung so wichtigen Exportindustrie wären hierzulande sowohl das Zins- als auch das Provisionsergebnis der Banken negativ betroffen.
Zur spürbaren Belastung in Form erhöhter Risikovorsorge- und Kapitalbedarfe bei den Banken tragen auch die gestiegenen Volatilitäten an den Finanzmärkten bei. Dadurch steht das Geschäft mit Firmen- und Unternehmenskunden unter erheblichem Druck. Zudem wird das Geschäft mit Privatkunden belastet, weil die stark gestiegene Inflation den privaten Verbrauch negativ beeinflusst. Die während der Corona-Beschränkungen durch erhöhte Sparneigung aufgebauten finanziellen Puffer dürften bei vielen Haushalten inzwischen zur Neige gehen. Auch die durch den Mangel an bezahlbarem Wohnraum bislang sehr robuste Nachfrage nach Wohnhypotheken beginnt sich mit weiter zunehmendem Hypothekenzinsniveau spürbar einzutrüben. Bei Wohnimmobilien verdichten sich hierzulande erste Hinweise auf eine spürbare Abschwächung der jahrelangen Preisdynamik.
Durch die teils schwache und unsichere Einkommensentwicklung sowie die seit Anfang 2022 deutlich gestiegenen Zinsen wird der bisherige Aufschwung am Wohnimmobilienmarkt zunehmend gebremst. Der starke Zinsanstieg hat aber nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern des Euroraums zu einem markanten Rückgang des Hypothekenneugeschäfts geführt, auch wenn das Hypothekenvolumen insgesamt noch weiter gewachsen ist. Merkliche Rückgänge waren vor allem bei Krediten mit langen Zinsbindungsfristen von mindestens 10 Jahren zu verzeichnen. Das dürfte zu sinkenden Erträgen führen.# Herausforderungen für die Bankenbranche
Gleichzeitig verbessern sich aber die Passivmargen durch den generellen Zinsanstieg, was den erwähnten Negativeffekt durchaus mehr als ausgleichen kann. Insofern resultieren die Risiken für den Bankensektor eher aus sinkenden Aktivaqualitäten im Bestand. Denn langfristige Kredite erhöhen die Anfälligkeiten für Zinsänderungsrisiken sowie Zahlungsverzüge und -ausfälle. Darüber hinaus bergen sie Objektwertverlustrisiken bei den Kreditsicherheiten. Laut Finanzstabilitätsbericht der Deutschen Bundesbank von Ende November 2022 bestehen für den Bankensektor in Deutschland vor diesem Hintergrund erhebliche Abwärtsrisiken. Vor allem eine sich weiter verschärfende Energiekrise, die mit einem starken wirtschaftlichen Einbruch einhergeht, stellt ein Risikoszenario für das deutsche Finanzsystem dar. Die Verwundbarkeiten gegenüber ungünstigen makroökonomischen Entwicklungen haben durch das lang andauernde Niedrigzinsumfeld und damit einhergehend sehr günstige Kredite sowie durch starkes Vermögenspreiswachstum über Jahre zugenommen. Das gilt sowohl für den Unternehmenssektor - trotz seit der Finanzkrise deutlich gestiegener Kernkapitalquoten - als auch für die privaten Haushalte. Die Schuldentragfähigkeit privater Haushalte erscheint derzeit noch robust, die starken Realeinkommensverluste verschlechtern sie aber. Auch die Gefahr von Ansteckungseffekten zwischen den wirtschaftlich, politisch und finanziell eng vernetzten Ländern des Euroraums ist nicht zu unterschätzen.
Auch 2023 große Herausforderungen für die Bankenbranche
Um die Resilienz des deutschen Finanzsystems zu erhöhen, hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) 2022 Allgemeinverfügungen zur Aktivierung des antizyklischen Kapitalpuffers in Höhe von 0,75 % und zur Einführung eines sektoralen Systemrisikopuffers für Wohnimmobilienfinanzierungen in Höhe von 2 % erlassen. Beide Puffer müssen seit Anfang Februar 2023 vorgehalten werden. Zusätzlich fordert die Aufsicht, dass die Kreditgeber auf umsichtige Vergabestandards bei Wohnimmobilienfinanzierungen achten. Auf europäischer Ebene erfolgt ein Review des makroprudenziellen Rahmenwerkes durch die Europäische Union. Angesichts der hohen Risiken für die Finanzstabilität spricht sich das European Systemic Risk Board dafür aus, die Resilienz im europäischen Finanzsystem durch höhere Kapitalpuffer weiter zu steigern, zumindest aber die bestehenden Kapitalpuffer beizubehalten. Um die Handlungsmöglichkeiten der makroprudenziellen Politik zu erweitern, werden zudem zusätzliche einkommensbezogene Instrumente gefordert. Allerdings steht zu befürchten, dass eine beständige Ausweitung regulatorischer Auflagen angesichts der notwendigen Finanzierungsanstrengungen der Banken im Zusammenhang mit der digitalen und vor allem nachhaltigen Transformation der Wirtschaft durchaus auch kontraproduktiv wirken kann.
Aufgehellt haben sich die Aussichten für die Banken bei der Zinsmarge
Lange Zeit galten die anhaltenden Niedrigzinsen als eine der zentralen Herausforderungen. Angesichts weitreichender wirtschaftlicher Auswirkungen der Pandemie reagierten Zentralbanken mit Anleihekaufprogrammen, umfangreicher Liquiditätsbereitstellung sowie Nullzinspolitik. Auch die staatlichen Kreditprogramme wirkten sich negativ auf Zinsmarge und Bankenprofitabilität aus. Europaweit, hauptsächlich aber im deutschen Bankenmarkt, fielen die erzielbaren Nettozinsmargen dadurch sehr gering aus. Gleichzeitig waren die Refinanzierungskosten durch den Einlagenzuwachs auf Kundenseite gestiegen. Inzwischen hat sich das Bild gedreht. Aufgrund der hohen Inflationsdynamik sind die Notenbanken weltweit zu einer merklichen geldpolitischen Straffung übergegangen. Im Zuge eines auch hierzulande spürbar steigenden Kreditzinsniveaus verbessert sich die Zinsmarge der Kreditinstitute und damit auch die Ertragslage des gesamten Finanzsektors. Dabei bleibt allerdings abzuwarten, ob Notenbanken wie die Fed oder insbesondere die EZB aufgrund der verstärkten Rezessionsgefahren für ihre Wirtschaftsräume nicht bald wieder eine Kehrtwende hin zu einer Zinssenkungspolitik vornehmen. Zudem gilt: Angesichts des scharfen nationalen Wettbewerbs unter den deutschen Kreditinstituten bleibt das Ertragspotenzial beim Privatkundengeschäft selbst bei verbesserten Zinsmargen begrenzt, zumal die Einlagenzinsen im Laufe der Zeit ebenfalls weiter anziehen dürften.
Perspektiven im Handelsgeschäft
Ähnlich wie im dominierenden zinstragenden Geschäft sind derzeit die Perspektiven im Handelsgeschäft infolge des volatilen Marktumfeldes als positiv zu werten. Aus dem Bereich des Direkthandels haben sich allerdings viele Institute in der Vergangenheit teilweise oder sogar ganz zurückgezogen. Aber auch indirekt kann der Bankensektor profitieren: Zusammen mit zunehmenden Handelsvolumen führen die gestiegenen Marktvolatilitäten zu höheren Provisionserträgen im Wertpapiergeschäft. Denn trotz vermehrter Anlagealternativen im steigenden Zinsumfeld wird sich die Zahl der privaten Aktienbesitzer hierzulande in den nächsten Jahren aller Voraussicht nach weiter erhöhen. Dadurch und mit zunehmender Nutzung digitaler und mobiler Produkte steigt der Bedarf an individueller Finanzberatung bei solchen Bankkunden, die weniger technikaffin und durch die wirtschaftlichen Turbulenzen stark verunsichert sind. Im Hinblick auf den ohnehin vorhandenen Beratungsbedarf bei komplexen Bankgeschäften wie einer Baufinanzierung wird das Filialgeschäft deshalb - wenn auch in abgespeckter Form - ein Teil der Grundversorgung durch Banken bleiben.
Konsequentes Kostenmanagement weiter im Fokus
Aufgrund der Ertragsproblematik und des anhaltenden Wettbewerbsdrucks bleibt die Reduzierung der Kosten das Hauptanliegen deutscher Banken ebenso wie ihrer europäischen Wettbewerber. Dadurch werden insbesondere die Digitalisierung der Geschäftsprozesse und die Verwertung der dabei generierten Daten rasant voranschreiten. Die Pandemie hat den Trend hin zu digitalen Bankdienstleistungen bereits massiv beschleunigt. Die während der Krise forcierten Trends im Kundenverhalten - mehr Onlinebanking und neue Zahlungsgewohnheiten - werden anhalten. Erforderlich sind hochgradig automatisierte IT-Prozesse und umfangreiche Data-Analytics-Methoden, die kurzfristige Anpassungen an sich ändernde Marktbedingungen ermöglichen. Das fördert die zunehmende Defilialisierung des Retail-Bankings mit der Folge, dass Effizienzgewinne sowie die Kürzung von Produkt- und Serviceleistungen auf der einen Seite mit einer erschwerten Generierung von Provisionserträgen auf der anderen Seite einhergehen.
Neue digitale Geschäftsmodelle und technologische Herausforderungen
Die neuen digitalen Geschäftsmodelle mit ihren immer kürzeren Innovationszyklen und dem Bedarf einer schnelleren Produktbereitstellung erfordern den Einsatz zukunftsweisender Technologien wie Cloud und künstlicher Intelligenz. Eine Cloud-first-Strategie mit entsprechender Migration der IT-Systeme bietet zudem den Vorteil, die Modernisierung der vorhandenen Kernsysteme voranzutreiben. Gleichzeitig stehen viele traditionelle Banken vor der zentralen Herausforderung, trotz des Innovations- und Kostendrucks die Qualität und Stabilität ihrer IT-Systeme sicherzustellen, sich vor zunehmenden Cyber-Angriffen zu schützen sowie ihre Datenintegrität zu wahren. Vor dem Hintergrund der genannten technologischen Umwälzungen steht gerade der deutsche Bankenmarkt vor einem großen Umbruch. Längerfristig wird sich die Zahl der Institute drastisch reduzieren und der Wettbewerb wird sich weiter verschärfen. Immer mehr globale Technologiekonzerne, FinTechs, Auslandsbanken und auch Marktinfrastrukturanbieter wie Börsen, Clearinghäuser oder Informationsdienstleister werden ausgewählte Produkte des klassischen Bankgeschäfts anbieten. Eine Bereitstellung vollumfänglicher Bankleistungen seitens der Wettbewerber aus dem Tech-Segment scheint dagegen unwahrscheinlich. Auch ein deutlich strengeres Regelwerk für Finanzmarktakteure außerhalb des traditionellen Bankensektors, wie kürzlich von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) gefordert, dürfte die derzeitigen Wettbewerbsvorteile junger FinTechs in absehbarer Zukunft begrenzen. Insgesamt gilt: Um ihren direkten Kundenzugang und den damit verbundenen Datenvorteil nicht zu verlieren, müssen die etablierten Banken kontinuierlich in ihre digitale Wettbewerbsfähigkeit investieren. Auskömmlich positive Renditen können dabei nur über weitere Kostensenkungen und den verstärkten Ausbau provisionsbasierter Geschäftsfelder erreicht werden.
Die Weiterentwicklung der europäischen Währungsunion
Auf lange Sicht wird die Bankbranche durch die Weiterentwicklung der europäischen Währungsunion zu einer integrierten Finanzmarktunion geprägt. Ziel der Digital-Finance-Strategie der EU-Kommission ist es, einen Finanzmarkt zu etablieren, der europaweit einheitliche Regeln aufweist und dabei Technologieneutralität sowie Nachhaltigkeit genauso gewährleistet wie identische Rahmenbedingungen für alle Anbieter. Bislang werden viele Bankenmärkte in Europa nach wie vor durch nationale Gesetzgebung dominiert, Regulatorik und auch Kundenwünsche divergieren zum Teil erheblich. Darüber hinaus finden sich fast überall Überkapazitäten, die die Rentabilität schmälern. Zwar hält der Marktbereinigungsprozess an und die Zahl der Institute hat sich in den vergangenen Jahren hierzulande genauso wie in Europa kontinuierlich verringert, doch es waren hauptsächlich kleinere Banken, die übernommen wurden oder miteinander fusionierten. Ein Mehr an Konsolidierung wird vor allem durch die spürbar erhöhten Übernahme- sowie Fusionsrisiken verhindert, die von der zunehmenden Bedeutung der Technologie für die Vertriebskanäle ausgehen. Die angestrebte europäische Bankenunion ist bislang unvollendet, sodass viele nationale Ermessensspielräume im Zusammenhang mit der Bankenregulierung bestehen bleiben. Fortschritte sind dagegen bei der Vollendung der Kapitalregeln nach Basel 3 erzielt worden. Zuletzt wurde zudem vereinbart, die Regelungen für Banken, die in eine Krise geraten, zu überarbeiten.# Erwartete Finanzlage des Commerzbank-Konzerns
Geplante Finanzierungsmaßnahmen
Der Fundingplan 2023 sieht ein Volumen um 5 Mrd. Euro vor. Die Mittelaufnahme der Commerzbank am Kapitalmarkt ist von der Geschäftsentwicklung beziehungsweise -planung und der Entwicklung der risikogewichteten Aktiva beeinflusst. Die Commerzbank hat mit einer breiten Produktpalette Zugang zum Kapitalmarkt. Neben den unbesicherten Refinanzierungsmitteln (Preferred- und Non-preferred-Senior-Anleihen, Tier-2-Nachrangkapital sowie Additional-Tier-1-Kapital) verfügt die Commerzbank bei der Refinanzierung auch über die Möglichkeit, besicherte Refinanzierungsinstrumente, insbesondere Hypotheken-Pfandbriefe und öffentliche Pfandbriefe, zu emittieren. Pfandbriefe bilden einen festen Bestandteil im Refinanzierungsmix der Commerzbank. Dadurch hat die Commerzbank einen stabilen Zugang zu langfristiger Refinanzierung mit Kostenvorteilen gegenüber unbesicherten Refinanzierungsquellen. Die Emissionsformate reichen von großvolumigen Benchmarkanleihen bis hin zu Privatplatzierungen.
Fälligkeitsprofil von Kapitalmarktemissionen des Konzerns zum 31. Dezember 2022
| Laufzeit bis | Mrd. € |
|---|---|
| 1 Jahr | 3,5 |
| 1-2 Jahre | 12,7 |
| 2-3 Jahre | 6,0 |
| 3-5 Jahre | 5,9 |
| > 5 Jahre | 12,6 |
Durch regelmäßige Überprüfung und Anpassung der für das Liquiditätsmanagement und den langfristigen Refinanzierungsbedarf getroffenen Annahmen wird die Commerzbank den Veränderungen des Marktumfeldes und der Geschäftsentwicklung weiterhin Rechnung tragen und eine komfortable Liquiditätsausstattung sowie eine angemessene Refinanzierungsstruktur gewährleisten.
Geplante Investitionen
Für das Geschäftsjahr 2023 planen wir mit 0,5 Mrd. Euro Direktkosten für IT-Investitionen. Rund ein Drittel dieser Investitionen fließen weiterhin in den Umbau des Geschäftsmodells beziehungsweise die Digitalisierung im Privatkundengeschäft. Die verbleibenden Mittel investieren wir in die weitere Digitalisierung von Prozessen im Firmenkundengeschäft und die IT-Infrastruktur/ Operations. Maßnahmen im Rahmen der Regulatorik sind in den genannten Themenfeldern enthalten.
Privat- und Unternehmerkunden
Maßgebend für die Investitionen im Jahr 2023 sind weiterhin die zentralen Initiativen im Rahmen des Programms "Strategie 2024". Im Segment Privat- und Unternehmerkunden baut die Commerzbank auf die erreichten Meilensteine 2022 auf, um das digitale und persönliche Geschäftsmodell weiterzuentwickeln. Im Zentrum stehen die Weiterentwicklung der digitalen Beratungsbank mit vollumfänglichen Mobileangeboten, kombiniert mit einer stärkeren Durchdringung der Kundensegmente Wealth-Management, Private Banking und Premium-Unternehmerkunden durch Zusatzservices und persönliche Beratung.
Im Bereich Digital Banking liegt der Fokus der Investitionen im Jahr 2023 auf der kontinuierlichen Ausweitung des Onlineangebots. Aufbauend auf den Fortschritten aus dem Vorjahr werden bei der Kontoeröffnung für Unternehmerkunden weitere Bearbeitungsschritte im Onboarding-Prozess digitalisiert. Darüber hinaus werden wichtige Grundlagen für den weiteren Ausbau des Onlinebankings gelegt: Neben der kontinuierlichen Verbesserung der operativen Stabilität steht dort der Neubau des Daily-Banking-Angebots mit fachlich und technisch neu entwickelten Umsatz- und Finanzübersichten sowie weiteren Modernisierungen im Onlinezahlungsverkehr im Vordergrund. Außerdem wird Kundinnen und Kunden eine neue personalisierbare Startseite zur Verfügung gestellt. Die Banking-App wird um wichtige Features wie TextChats mit integriertem intelligenten Chat-Bot erweitert und sukzessive zum vollständigen Service- und Vertriebskanal weiterentwickelt. Im Jahr 2023 wird die datenbasierte Kundenansprache weiter ausgebaut und der Weg in eine cloudbasierte Infrastruktur fortgesetzt.
Im Wertpapierbereich wird weiter in die Digitalisierung der WpHG- und Wertpapier-Serviceprozesse in allen Kanälen investiert. Die Optimierung der Wertpapier-Abwicklungssysteme und -Orderfunktionen wird fortgesetzt. Zudem werden die Funktionalitäten der Wertpapieranlage "Money Mate" weiter ausgebaut.
Im Bereich Baufinanzierung fließt ein Großteil der Investitionen in die weitere Digitalisierung unserer neuen Omnichannel Kreditplattform zur Optimierung der Kundenservices in der Antragstellung sowie auch der Zusage einer Kreditentscheidung für den Kunden. Nach erfolgreichem Start der Baufinanzierungsantragstrecke wird im nächsten Jahr eine moderne und digitale Kreditentscheidungsstrecke entwickelt und damit ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Qualitätssteigerung und Effizienz bei konsequenter Ausrichtung an kundenspezifischen Anforderungen gegangen. Darüber hinaus sind wiederum Investitionen in den Bestandskreditprozess vorgesehen, um bestehende manuelle Bearbeitungsschritte zu digitalisieren.
Beim Ratenkredit ist mit dem digitalen Beratungsprozess für das Beratungscenter und die Beratungsfilialen der abschließende Schritt zur Omnikanalfähigkeit geplant. Dazu werden wichtige funktionale Erweiterungen durchgeführt und der Automatisierungsgrad der Ratenkreditprozessierung deutlich erhöht. Hinsichtlich der Kontoprodukte liegt 2023 ein besonderer Schwerpunkt auf dem Ausbau der digitalen Abschlussprozesse für die unterschiedlichen Neukundengruppen.Daneben erfolgen eine weitere Digitalisierung und Automatisierung der notwendigen Zustimmungsprozesse, die im Kontext des Urteils des Bundesgerichtshofs zur Preisanpassung bei Privatkunden erforderlich geworden sind. Um dem wichtigen strategischen Eckpfeiler "Nachhaltigkeit" Rechnung zu tragen, wird zudem in die Entwicklung eines grünen Einlagenprodukts investiert. Einen weiteren Investitionsschwerpunkt bildet der Ausbau des digitalisierten Posteingangs zur Verbesserung der Prozesseffizienz. Im Geschäftsjahr 2023 wird außerdem weiter in eine effiziente und gleichzeitig moderne Aufstellung des Filialgeschäfts investiert. Es werden weitere rund 50 Filialen geschlossen. Gleichzeitig werden mehr als 100 Filialen modernisiert und darin digitale Kontaktpunkte für Kundinnen und Kunden ausgebaut. Zusätzliche Möglichkeiten zur Bargeldversorgung werden zum Beispiel durch die Nutzung von Fremdstandorten oder Kooperationen erschlossen. Für das Beratungscenter wird die Weiterentwicklung des Leistungsangebotes und das Vorantreiben der Prozessdigitalisierung für eine Optimierung des Kundenerlebnisses im Vordergrund stehen. In diesem Zusammenhang werden Plattform und Technik fortlaufend ausgebaut. Bezüglich Regulatorik steht 2023 neben der Implementierung des voll automatisierten Online-KYC-Review-Prozesses für natürliche Personen die Detaillierung der durch die Leitlinien der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde geforderten Befragung nach PAIs (Principle Adverse Impact Indicators) im Anlageberatungsprozess im Vordergrund. Darüber hinaus wird die Zielmarktprüfung bei Beratungsorders um zusätzliche Details zur Nachhaltigkeitspräferenz erweitert. Ein weiterer Investitionsschwerpunkt liegt auf der systemseitigen Sicherstellung der Vorgaben, die sich aus den neuen Regelungen im Steueroasenabwehrgesetz für die Eröffnung von Finanzkonten ergeben.
Firmenkunden
Im Geschäftsjahr 2023 liegt der Fokus der Investitionen im Segment Firmenkunden weiterhin auf der Umsetzung der strategischen Ziele der Commerzbank. Hierbei wird den deutlich veränderten Kundenerwartungen durch Digitalisierung Rechnung getragen. Die Nutzung digitaler Kanäle steigt an allen relevanten Kundenschnittstellen. Ferner ist im Rahmen von Investitionen die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten zu berücksichtigen. Die Commerzbank konzentriert sich unverändert auf den deutschen Mittelstand, Großunternehmen sowie institutionelle Kunden. Bei den Investitionen steht hierbei insbesondere die Erweiterung digitaler Services sowie administrativer Themen für ein weiter verbessertes Kundenerlebnis für unsere Firmenkunden im Vordergrund. Auch im Ausland bieten wir unseren Kunden eine globale Plattform, um Anwendungen wie beispielsweise Echtzeit-Devisenhandel (FX Live Trader/Live Confirm), Zahlungsverkehr (Global Payment Plus), Self-Service Features (Trade Finance, Stammdatenverwaltung) und externe digitale Services zu nutzen. Weiterhin wird der Rollout eines einheitlichen und effizienten KYC-Workflow-Tools weltweit abgeschlossen und hiermit die Sicherstellung der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften technisch unterstützt und damit vereinfacht. Darüber hinaus wird auf die weitere Plattformkonsolidierung zur nachhaltigen Kostenreduktion fokussiert. Im Bereich Transaction Banking werden die Investitionen zur Erneuerung der Zahlungsverkehrssysteme fortgesetzt und weiteren Kundenanforderungen Rechnung getragen. Die weltweite Umstellung im Zahlungsverkehr erfordert weitere Investitionen in die Anpassung der Systeme im In- und Ausland. Um das Produktangebot im Bereich Trade Finance weiter zu digitalisieren, werden Investitionen in Distributed-Ledger-Technology-(DLT)basierte Produkte und Kooperationen vorgenommen. Insbesondere die Umsetzung regulatorischer Themen in den Bereichen Zahlungsverkehr und Capital Markets erfordern weitere Investitionen. Ergänzend wird die Digitalisierung von Vertriebs- und Beratungsprozessen sowie die Automatisierung von Handelsprozessen bei Kapitalmarktprodukten vorangetrieben. Auf Basis einer weiter verbesserten Anbindung zwischen den IT-Systemen werden wir die Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Partnern weiter ausbauen.
IT & Operations
Auch im Jahr 2023 wird die Commerzbank die bereits begonnene Optimierung der IT-Infrastruktur fortführen. Wesentliche Investitionen fließen weiterhin in den Ausbau der Cloud-Technologie und die Digitalisierung der Arbeitsplatzumgebung. Damit setzt die Commerzbank ihren Digitalisierungs- und Verschlankungskurs fort. Darüber hinaus stehen IT-seitig die Modernisierung der IT-Architektur sowie die weitere Professionalisierung der technologischen Basis im Fokus. Parallel wird die Digitalisierung des Produktangebotes weiter vorangetrieben. Neben digitalem Kontomanagement und Funktionsausbau in den Onlineportalen liegen Schwerpunkte im Bereich Access-to-account via API (Application Programming Interface), im Bereich Virtual Accounts sowie erweiterten SWIFT-Services. Zusätzlich erwarten wir auch für das laufende Geschäftsjahr steigende Investitionsnotwendigkeiten für die Umsetzung regulatorischer Anforderungen. Zudem sollen Investitionen zur weiteren Kostenoptimierung, Automatisierung und Erhöhung der IT- und Betriebsstabilität, insbesondere auch für Cyber-Security, vorgenommen werden.
Voraussichtliche Entwicklung der Liquidität
Der kurzfristige Repomarkt mit Wertpapieren hoher Qualität (High-Quality Liquid Assets, HQLA) wie Staatsanleihen, Agency-Wertpapieren (von quasi-staatlichen US-Emittenten begeben) sowie Pfandbriefen spielt weiterhin eine wichtige Rolle in der Bedienung der Bondmärkte sowie in der Finanzierung von Portfolios. Das Eurosystem und sein Wertpapierleiheprogramm für Bestände unter dem Asset Purchase Programme (APP) und Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) nehmen weiterhin eine große Bedeutung im Handelsgeschehen ein, um den Collateralbedarf zu bedienen, insbesondere bei deutschen Staatsanleihen. Die Wiederanlage fälliger Wertpapiere unter diesen Programmen erfolgt nach wie vor zur ausreichenden Liquiditätsversorgung der Märkte sowie um eine Beeinträchtigung des angemessenen geldpolitischen Kurses zu vermeiden. Unter Berücksichtigung der noch ausstehenden TLTRO-Volumen sowie der umfangreichen Wertpapierbestände der EZB im Rahmen des APP und des PEPP bleiben zentralbankfähige Sicherheiten weiterhin gesucht. Wir rechnen damit, dass Repos in HQLA auch auf absehbare Zeit unter der Einlagenfazilität handeln, da damit auch zukünftig eine hohe Nachfrage bestehen wird. Dies wird auch durch die Wiederanlage fälliger Wertpapiere aus den Programmen der EZB gestützt. Investoren sind generell weniger bereit, ihr Collateral über einen mittelfristigen Zeitraum (länger als drei Monate) zur Verfügung zu stellen. Insofern ist der Markt für Term-Repos nach wie vor eingeschränkt liquide, besonders über bedeutende Berichtsstichtage hinweg. Die Situation an den Bondmärkten ist einerseits durch die hohe Inflation und die in diesem Kontext zunehmend restriktivere Geldpolitik der EZB, andererseits auch durch Lieferengpässe, hohe Energiekosten sowie schwächere Konjunkturdaten und -erwartungen geprägt. Wir rechnen somit trotz der allgemein steigenden Staatsverschuldung weiterhin mit - im historischen Kontext - relativ niedrigen Bundrenditen auch im langfristigen Bereich, auch hervorgerufen durch weiterhin anhaltende Re-Investitionen seitens der EZB. Die Nachfrage von Finanzinvestoren nach sicheren Anlagen wird ebenfalls sehr ausgeprägt bleiben, mit in der Folge relativ stabilen Credit Spreads. Insgesamt rechnen wir im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg aber nicht mit Liquiditätsengpässen.
Chancenmanagement in der Commerzbank
In den vergangenen Jahren haben sich sowohl die Anforderungen an ein modernes, zukunftsfähiges Bankgeschäft als auch die Rahmenbedingungen spürbar verändert. Während früher die persönliche Kundenbetreuung zentrales Element war, erwarten die Kundinnen und Kunden heute eine Multikanalberatung, digitale Finanzangebote und individuelle, maßgeschneiderte Produkte, die jederzeit verfügbar sind. Hierauf haben wir unsere strategische Ausrichtung in den vergangenen Jahren kontinuierlich angepasst. Im Rahmen der "Strategie 2024" nehmen wir eine tiefgreifende Restrukturierung vor. Ziel des Umbaus ist es, die Vorteile einer voll digitalisierten Bank mit persönlicher Beratung, konsequentem Kundenfokus und Nachhaltigkeit zu verbinden. Unser Zielbild ist es, die digitale Beratungsbank für Deutschland zu sein. Mit unserer neuen Aufstellung wollen wir effizienter werden und für Belegschaft, Kundinnen und Kunden sowie für Aktionärinnen und Aktionäre nachhaltige Perspektiven schaffen. Weitere Informationen zu unserer "Strategie 2024" finden sich auf Seite 75 f. Im Rahmen einer umfassenden Digitalisierung verkleinert die Bank ihr Filialnetz spürbar und baut ihre digitalen Angebote deutlich aus. In unseren Filialen, die im Zielbild verbleiben, bieten wir Beratung rund um die Themen "Konto, Karte und Ratenkredit" sowie an ausgewählten Standorten zusätzlich umfassende Betreuung zu allen Fragen rund um Vermögen und Finanzierung. Darüber hinaus wird die Rund-um-die-Uhr-Betreuung deutlich ausgeweitet. Dies erfolgt über unser Beratungscenter, das dabei zum wichtigsten Kontaktkanal für persönlichen Service und Beratung unserer Kundinnen und Kunden wird. Mit dem Beratungscenter schaffen wir etwas völlig Neues. Dafür nutzen wir die Expertise und Erfahrungen aus dem Commerzbank Direkt Service, der Marke comdirect und den Filialen. Gab es persönliche Beratung bisher nur in unseren Filialen, können sich unsere Kunden in Zukunft auch über das neue Beratungscenter beraten lassen. Die Beratung erfolgt bequem von zu Hause aus oder von unterwegs, ganz nach Bedarf. Das geht telefonisch, per Video oder Chat -auch abends und am Wochenende. Unseren Kunden bieten wir damit zukünftig drei Zugangswege: Neben dem Beratungscenter sind das unsere Filialen und der digitale Kanal.So können wir ihnen ein passgenaues Angebot zur gewählten Zeit über den gewünschten Zugangsweg anbieten. Alle zwölf Standorte des Beratungscenters befinden sich bereits in Betrieb. Bis Ende November erfolgte der Abschluss des Personalaufbaus einschließlich der Kundenmigration. Neben einem bereits erfolgreichen Relaunch des Onlinekundenportals haben wir inzwischen auch das Pilotprojekt für Unternehmerkunden gestartet. Unsere Geschäftsprozesse werden wir weiterhin konsequent und durchgängig automatisieren. Im Kreditprozess für Privatkunden umfasst das beispielsweise standardisierte Produkte wie Ratenkredite oder Limiterhöhungen bei Kreditkarten. Das große Wachstumspotenzial im deutschen Premiummarkt nutzen wir darüber hinaus, um unser Betreuungsmodell für vermögende Privat- und Unternehmerkunden neu aufzustellen. So wollen wir die Bank für unternehmerisches Wealth-Management werden. An zahlreichen Standorten mit Premiumfilialen sind künftig sowohl Generalisten als auch Spezialisten für unterschiedlichste Kundenbedürfnisse vertreten. Durch enge Vernetzung untereinander und zur Firmenkundenseite hin sichert die Bank die nahtlose Kundenbetreuung - privat wie geschäftlich. Unsere starke Positionierung bei der Betreuung des deutschen Mittelstands wollen wir weiter schärfen. Als führende Handelsfinanzierungsbank in Deutschland stellen wir die Präsenz entlang der veränderten Handelskorridore sicher. Dazu schreitet unsere Vereinfachung der Handelsplattform kontinuierlich voran. Im Segment für Firmenkunden fokussieren wir uns auf Kunden mit klarem Deutschlandbezug. So haben wir im Laufe des Jahres 2022 mehrere internationale Standorte geschlossen. Für Firmenkunden mit standardisiertem Produkt- und Beratungsbedarf führen wir mit der Mittelstandsbank Direkt sukzessive ein innovatives Direktbankangebot ein. Firmenkunden mit komplexem Beratungsbedarf werden weiterhin persönlich betreut. Die Beratung wird mit innovativen Diensten wie der Firmendigitalbank und zukunftsweisenden, nachhaltigen Produkten kombiniert. Datenbasierte Lösungen und Sales Analytics unterstützen den Vertrieb und ermöglichen eine effiziente Betreuung. Mitte November 2022 ist die Mitarbeitermigration im Segment Firmenkunden erfolgt. Das war der Startschuss in die neue Zielstruktur sowie für das neue Betreuungsmodell. Die vollständige Migration von 6.000 Kunden in die Mittelstandsbank Direkt konnte bis zum Jahresende 2022 realisiert werden. Über alle Segmente hinweg werden wir die Bank umbauen. Dieser Umbau betrifft Strategie, Technologie, Kompetenz und Kultur, wobei dem besonderen Risiko in Form von Cyber-Attacken ebenfalls Rechnung getragen wird. Über Jahre hinweg gewachsenes Kundenvertrauen erleichtert die Nutzung von Smart Data und erweist sich dadurch im digitalen Zeitalter als Wettbewerbsvorteil. Bei der Einführung neuer Anwendungen steht die Kundenperspektive im Vordergrund. Seit geraumer Zeit unterstützen uns dabei unsere Töchter CommerzVentures (Risikokapitalfonds zur Beteiligung an FinTechs, Insurtechs und Climate-FinTechs) sowie neosfer (ehemals Main Incubator). Als Forschungs- und Entwicklungseinheit für Zukunftstechnologien ermöglicht neosfer Innovationen und Frühphasen-Investitionen der Commerzbank. Das geschieht durch Investitionen in Early Stage Start-ups (neosfer.invest), die Eigenentwicklung von Geschäftsmodellen beziehungsweise Ventures (neosfer.build) sowie den Aufbau von Ökosystemen rund um die nachhaltige und digitale Zukunft unserer Gesellschaft (neosfer.connect). Mit der Neuausrichtung verknüpft neosfer nun bewusst die zukunftsorientierten Kompetenzen im Bereich Digitalisierung mit denen im Bereich Nachhaltigkeit. Die Commerzbank treibt ihren kulturellen Wandel voran mit dem Ziel, eine am Erfolg orientierte Leistungskultur zu stärken. Wir wollen unternehmerisches Denken, wie es der Start-up-Mentalität entspricht, auch unter den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stärken. Unter Anwendung moderner Formen der Zusammenarbeit und agiler Methoden sollen innovative Produkte entwickelt werden. Dazu haben wir bereits im Jahr 2019 die sogenannte Delivery Organisation (DO) in der Zentrale eingeführt. Ihr übergeordneter Zweck besteht darin, die IT-Architektur unter Wahrung der Betriebsstabilität zu modernisieren, Fähigkeiten und Kapazitäten auszubauen sowie neue professionelle Funktionalitäten für unsere Kunden zu entwickeln. Innerhalb der DO wurde zudem ein innovatives Zusammenarbeitsmodell gestartet, um Komplexität zu reduzieren und klare Verantwortlichkeiten zu schaffen. Hierzu haben wir Cluster unterschiedlichen Layern zugeordnet, um damit komplexe Abläufe zu vereinfachen. Zur Jahresmitte 2022 sind wir in die Umsetzungsphase der projekthaft gestarteten Struktur eingetreten und im Laufe des Jahres 2023 soll dann die organisatorische Zielstruktur realisiert werden. Unsere Transformation bietet Kosteneinsparpotenziale genauso wie Wachstumschancen auf Zukunftsmärkten. Zu den Letztgenannten gehören digitale Ökosysteme, Embedded Finance, Digital Assets und das Thema Nachhaltigkeit. Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit als einem der vier Eckpfeiler unserer "Strategie 2024" orientieren wir uns an den ESG-Kriterien, die für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung stehen. Angesichts der allseits wahrnehmbaren Auswirkungen des Klimawandels richtet sich unser Fokus derzeit verstärkt auf den Klimaschutz. Weitere Informationen zu unserer Nachhaltigkeitsstrategie sowie zu unseren Nachhaltigkeitszielen und -aktivitäten finden sich im Kapitel "Zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller Bericht" auf Seite 42 ff. Insgesamt sind wir davon überzeugt, dass wir mit den bereits laufenden und den aktuell beschlossenen Maßnahmen sowie deren konsequenter Umsetzung Mehrwert schaffen - für unsere Kundinnen und Kunden, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unsere Investoren und Aktionärinnen und Aktionäre sowie für die gesamte Gesellschaft. Wir haben ein klares Ziel vor Augen: eine starke und zukunftsfähige Commerzbank.
Voraussichtliche Entwicklung des Commerzbank-Konzerns
Die Commerzbank hat die erste Hälfte ihres zeitlich auf vier Jahre angelegten Transformationsprogramms "Strategie 2024" erfolgreich absolviert. Nachdem in den vergangenen zwei Jahren die Restrukturierung mit dem damit einhergehenden Personalabbau im Vordergrund stand, liegt der Schwerpunkt nun auf dem Ausbau profitablen Kundengeschäfts. Die Rahmenbedingungen für die finanziellen Ambitionen im Jahr 2024 haben sich dabei geändert. Während gestiegene Zinsen zusätzliche Ertragspotenziale eröffnen, wird sich die Commerzbank dem Druck auf die Kosten aufgrund der hohen Inflation nicht vollständig entziehen können. Bei einer leicht schwächeren Prognose für das Risikoergebnis führen diese Einflussfaktoren zu einem angestrebten Operativen Ergebnis von 3,2 Mrd. Euro im Jahr 2024. Zuvor hatten wir für das Jahr 2024 mit einem Operativen Ergebnis von 3,0 Mrd. Euro gerechnet. Daraus resultiert eine höhere Erwartung an die Eigenkapitalrendite (NetRoTE) von mehr als 7,3 % bei einer unveränderten Aufwands-Ertrags-Relation von ambitionierten 60 %. Die strategischen Prioritäten für das Jahr 2023 sind insbesondere dadurch geprägt, das neue Geschäftsmodell sowohl für Privat- als auch Unternehmer- und Firmenkunden erfolgreich zu etablieren. Mit klarem Schwerpunkt auf profitablem Kundengeschäft soll die Geschwindigkeit der Transformation unvermindert hoch gehalten werden. Dabei wird der fortgeführten hohen Kostendisziplin mit Fokus auf der Aufwands-Ertrags-Relation eine wesentliche Bedeutung beigemessen. Gleichzeitig plant die Commerzbank, weitere Fortschritte im Bereich ESG und Nachhaltigkeit zu machen. Schließlich liegt eine hohe Priorität der Commerzbank darauf, ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen, um so den demografischen Wandel erfolgreich bewältigen zu können. Die Commerzbank geht davon aus, dass das Umfeld für Bankgeschäfte im Jahr 2023 herausfordernd bleibt. Eine milde Rezession bei weiterhin hoher Inflation und entsprechend gestiegenen Zinsen hat wesentlichen Einfluss auf die erwarteten finanziellen Ergebnisse im Jahr 2023. Für ihre Erwartungen stützt sich die Commerzbank auf volkswirtschaftliche Konsensus-Daten, die regelmäßig von "Consenus Economics" erhoben werden. Für das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland wird mit einer milden Rezession gerechnet, die sich in einem negativen Wachstum von - 0,5 % widerspiegelt. Die Erwartungen an die Inflation in Deutschland beliefen sich zum Ende des Jahres 2022 auf 7,0 %. Für den Einlagenzins bei der Europäischen Zentralbank sind auf Basis der Dezember-Erhebung für das Jahr 2023 im Durchschnitt 2,25 % im Konsens zu verzeichnen und entsprechend in den Planungen der Commerzbank angesetzt worden. Ferner wird für das Geschäft der mBank im polnischen Markt mit kurzfristigen Zinsen von weiterhin mehr als 6 % gerechnet.
Voraussichtliche Entwicklung einzelner Ergebniskomponenten
Die gestiegenen Zinsen haben sich bereits im Jahr 2022 positiv auf den Zinsüberschuss ausgewirkt. Für das Jahr 2023 erwarten wir einen weiteren leichten Anstieg im Zinsüberschuss auf über 6,5 Mrd. Euro. Für den Fall, dass die höheren Terminzinsen vom Januar 2023 am Markt realisiert werden und die Zinsweitergabe auf die Einlagenbestände um 5 Prozentpunkte unter den erwarteten 30 % bleibt, ist ein Zinsüberschuss von insgesamt 7,1 Mrd. Euro zu erwarten. Der Treiber für diesen Anstieg liegt in der Margenausweitung bei Kundeneinlagen. Insbesondere unverzinste Sichteinlagen von Kunden können zu höheren Zinssätzen als in der Vergangenheit angelegt werden. Somit kann der Entfall von 189 Mio. Euro Sondererträgen 2022 aus längerfristigen Refinanzierungsgeschäften mit der EZB (TLTRO) im Jahr 2023 mehr als ausgeglichen werden. Die Eintrübung beim Neugeschäft in der Baufinanzierung wird den Zinsüberschuss im Jahr 2023 noch nicht signifikant belasten. Vielmehr geht die Commerzbank über das Gesamtkreditbuch insgesamt von weitgehend stabilen Volumen und Margen aus.# Die mBank in Polen hat im vergangenen Jahr im Besonderen zum Anstieg des Zinsüberschusses im Konzern beigetragen.
Für das Jahr 2023 rechnet die Bank allerdings mit einem weitestgehend flachen Verlauf und reflektiert so eine erhöhte Weitergabe von Zinsen an Kunden der mBank.
Der Provisionsüberschuss wird für das laufende Jahr auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr erwartet. Leicht schwächere Provisionserträge im Wertpapiergeschäft mit Privatkunden dürften durch bessere Erträge im Firmenkundengeschäft genauso ausgeglichen werden wie Effekte im Privatkundengeschäft aus dem Kundenabrieb aufgrund von Filialschließungen.
Das Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten unterliegt generell einer eingeschränkt beeinflussbaren erhöhten Volatilität. Zum einen aufgrund der grundsätzlich ungewissen Entwicklung an den globalen Kapitalmärkten. Zum anderen können es Rechnungslegungsregeln erfordern, dass ähnliche Sachverhalte in einem Zeitabschnitt als Bewertung zu Zeitwerten im Fair-Value-Ergebnis abgebildet werden, während in einer anderen Zeitperiode die Zinskomponente dominiert. Folglich sind im Jahresvergleich Verschiebungen zwischen den Ertragspositionen Zinsüberschuss und Fair-Value-Ergebnis - und umgekehrt - möglich. Ein Teil dieser Ertragskomponente ist somit in einem direkten Zusammenhang mit dem Zinsüberschuss zu sehen. Mit ihrem risikoorientierten und kundenzentrierten Ansatz verfolgt die Commerzbank, ebenso wie die mBank, das Ziel möglichst hoher und stabiler Ertragsbeiträge. Nachdem das Fair-Value-Ergebnis im Geschäftsjahr 2022 mit 451 Mio. Euro eine deutlich positive Größenordnung zu den Konzernerträgen beigetragen hat, ist für das laufende Jahr ein niedrigerer und auch negativer Beitrag nicht auszuschließen.
Ziel 2023: deutlicher Zuwachs sowohl beim Operativen Ergebnis als auch beim Konzernergebnis
Die übrigen Ertragspositionen, darunter das Realisierungsergebnis aus Finanzinstrumenten sowie das Sonstige Ergebnis, werden erfahrungsgemäß oft in hohem Maß durch zumeist nicht planbare Einmalerträge und Bewertungseffekte beeinflusst. Für das Geschäftsjahr 2023 wird ein weitgehend ausgeglichenes Ergebnis prognostiziert. Für die im Sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Vorsorgen für Rechtsrisiken im Zusammenhang mit Baufinanzierungen in Fremdwährung bei der mBank sind weitere Belastungen nicht auszuschließen. Nach den 2022 angefallenen hohen Vorsorgen wird jedoch für das laufende Jahr kein materieller Aufwand erwartet.
Nach - 876 Mio. Euro im vergangenen Jahr erwartet die Commerzbank auch für das Jahr 2023 eine Belastung aus dem Risikoergebnis von weniger als - 900 Mio. Euro. Diese Erwartung berücksichtigt eine zumindest teilweise Nutzung des sogenannten "Top-Level-Adjustments" (TLA), das sich zum Jahresende 2022 auf 482 Mio. Euro beläuft. Dieses TLA reflektiert erwartete Sekundäreffekte im Kreditbuch unter anderem aufgrund der globalen Lieferkettenengpässe und den Folgen des Krieges in der Ukraine.
Der Verwaltungsaufwand inklusive Pflichtbeiträgen soll im laufenden Jahr trotz hoher Inflation weiter auf 6,3 Mrd. Euro gesenkt werden. Als Kernsteuerungsgröße für die Bank wird jedoch die Aufwands-Ertrags-Relation genutzt. Das bedeutet, dass die Verwaltungsaufwände etwaige Planabweichungen im Ertrag reflektieren und beispielsweise Investitionsmittel freigegeben oder zurückgehalten werden. Auch die Aufwände für variable Vergütung werden durch Planabweichungen im Ertrag beeinflusst.
In Summe soll sich 2023 neben dem Operativen Ergebnis auch das den Commerzbank-Aktionären und den Investoren in zusätzliche Eigenkapitalbestandteile zurechenbare Konzernergebnis signifikant erhöhen. Damit einhergehend soll die Ausschüttungsquote für Aktionärinnen und Aktionäre von 30 % auf 50 % für das Geschäftsjahr 2023 erhöht werden.
Voraussichtliche Entwicklung der Segmente
Privat- und Unternehmerkunden
Im Segment Privat- und Unternehmerkunden (PUK) steht im laufenden Jahr die effektive Anpassung des Kundengeschäfts an das neue Geschäftsmodell im Vordergrund. Nachdem das Filialnetz in Deutschland im vergangenen Jahr auf rund 450 Filialen reduziert wurde und dieses Jahr die Zieldimensionierung von 400 Filialen erreichen soll, werden rund 8 Millionen Filialkunden aus dem Beratungscenter mit seinen 12 Standorten heraus betreut. Ziel ist es sicherzustellen, dass die veränderte Betreuungssituation mit der Hebung von Ertragspotenzialen einhergeht und der potenzielle Kundenabrieb effektiv begrenzt wird. Gleichzeitig wird weiter in digitale Anwendungen und Prozesse investiert. So soll die sehr gute Marktposition der comdirect weiter gestärkt werden. Besonderes Augenmerk soll im laufenden Jahr auf die persönliche Betreuung und die Geschäftspotenziale mit vermögenden Privatkunden gelegt werden.
Der Zinsüberschuss sollte aufgrund der gestiegenen Zinsen im laufenden Jahr steigen, wenn das Vorjahr um den konzernneutralen Sonderertrag aus Marktwertausgleichen in Höhe von rund 90 Mio. Euro im zweiten Quartal 2022 bereinigt wird. Eine ähnliche Position ist für das Jahr 2023 ausgeschlossen, da das zugrunde liegende Verrechnungsverfahren im Konzern angepasst wurde.
Im Provisionsüberschuss rechnet die Commerzbank für das Segment PUK mit einem leichten Rückgang. Ursächlich für diese Prognose ist die Erwartung weitgehend unveränderter Aktienindizes insbesondere in Deutschland. Somit dürften sowohl die bestandsabhängigen als auch die umsatzabhängigen Wertpapiererträge unter dem Vorjahr liegen, das insbesondere im ersten Quartal 2022 von besseren Märkten profitierte.
Sowohl für den Zins- als auch den Provisionsüberschuss im Segment PUK soll die mBank auf dem gleichen Niveau beitragen wie im Vorjahr. Insgesamt erwarten wir die Erträge im Segment PUK deutlich über dem Vorjahr, unter der Annahme, dass sich die hohen Einmalbelastungen bei der mBank in Polen aus den sogenannten "Credit Holidays" und aus Vorsorgen für Rechtsrisiken im Zusammenhang mit Baufinanzierungen in Fremdwährung im laufenden Jahr nicht wiederholen.
Der Verwaltungsaufwand im Segment PUK inklusive Pflichtabgaben wird für das Jahr 2023 auf dem gleichen Niveau erwartet wie 2022. Während für Deutschland aufgrund des fortgeschrittenen Personalabbaus mit niedrigeren Kosten gerechnet wird, sieht die Planung für die mBank im laufenden Jahr inflationsbedingt höhere Kosten vor. Trotz einer für das Risikoergebnis im Segment PUK erwarteten höheren Belastung als im Vorjahr, erwarten wir aufgrund steigender Erträge ein Operatives Ergebnis über dem Vorjahr. Dementsprechend sollte die operative Eigenkapitalrendite deutlich steigen und die Aufwandsquote im Segment PUK sinken.
Firmenkunden
Auch im Segment Firmenkunden (FK) steht die Intensivierung des Kundengeschäfts im laufenden Jahr im Vordergrund. Der Hebung weiteren Ertragspotenzials bei der effektiven Begleitung des deutschen Mittelstands in seinen geschäftlichen Aktivitäten kommt dabei eine herausragende Bedeutung zu. Dabei reagiert die Commerzbank auf veränderte globale Handelsströme und wird sicherstellen, dass sie ihren Kunden entlang der relevanten Handelskorridore zur Seite steht. Für kleinere Mittelständler hat die Commerzbank die "Mittelstandsbank Direkt" etabliert, die bereits für 6.000 Kunden bundesweit eine qualitativ hochwertige Direktbank-Betreuung aus dem Standort Hamburg heraus aufgebaut hat. Dieses Modell wird im laufenden Jahr weiter ausgebaut und soll in der zweiten Jahreshälfte für externe Neukunden geöffnet werden. Unvermindert wird die Commerzbank im Segment FK auch im Jahr 2023 ihre Anstrengungen fortsetzen, die Rentabilität des Kapitaleinsatzes zu verbessern.
Im Zinsüberschuss erwartet die Commerzbank im Segment FK einen weiteren deutlichen Anstieg aufgrund der gestiegenen Marktzinsen, die eine Wiederanlage von Firmenkundeneinlagen zu höheren Margen als in der Vergangenheit ermöglichen. Auch beim Provisionsüberschuss wird mit leicht höheren Erträgen als im Vorjahr gerechnet. Hier ist neben Absicherungsgeschäften beispielsweise für Fremdwährungsgeschäfte auch das Cash Management als Treiber für den Anstieg zu nennen. Da alle weiteren Ertragspositionen im Firmenkundensegment in ihrer Prognosegüte mit hoher Unsicherheit verbunden sind, ist nicht auszuschließen, dass die übrigen Erträge das Niveau des Jahres 2022 nicht erreichen. Insgesamt kann somit auch nicht ausgeschlossen werden, dass die Gesamterträge im Segment unterhalb des Vorjahres liegen.
Im Verwaltungsaufwand erwartet die Commerzbank im Segment Firmenkunden niedrigere Kosten als im Jahr 2022. Treiber hierfür ist der fortgeschrittene Personalabbau im Segment, aber auch in den Backoffice-Einheiten, der sich dann über niedrigere Kostenallokationen positiv im Segment auswirkt. Für das Risikoergebnis im Segment Firmenkunden erwarten wir leicht niedrigere Belastungen als im Vorjahr. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass die konjunkturelle Abkühlung nur zu einer milden Rezession in Deutschland führt und bereits durch das TLA zum Jahresende 2022 erwartete negative Effekte teilweise antizipiert wurden.
Zusammengefasst rechnen wir für das Segment Firmenkunden ohne die zusätzlichen Potenziale aus einer Materialisierung der höheren Terminzinsen mit einem leicht höheren Operativen Ergebnis im Jahr 2023. Dementsprechend sollte die operative Eigenkapitalrendite bei leicht höheren risikogewichteten Aktiva stabil bleiben, während sich die Aufwandsquote leicht verbessern dürfte.
Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung
Für das Geschäftsjahr 2023 geht die Commerzbank davon aus, sowohl das Operative Ergebnis des Vorjahres als auch das den Commerzbank-Aktionären und den Investoren in zusätzliche Eigenkapitalbestandteile zurechenbare Konzernergebnis deutlich zu übertreffen. Hauptverantwortlich für den erwarteten Anstieg sind ein höherer Zinsüberschuss, der Entfall von hohen Einmalbelastungen bei der mBank in Polen sowie niedrigere Verwaltungsaufwände im Konzern.# Commerzbank AG
Entsprechend erwartet die Commerzbank einen weiteren Anstieg der Eigenkapitalrendite (NetRoTE) auf dem Weg zur Zielmarke von mehr als 7,3 % im Jahr 2024. Der Anspruch an die harte Kernkapitalquote der Commerzbank orientiert sich zum einen an den Kapitalanforderungen aus dem aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess (Supervisory Review and Evaluation Process, SREP). Diese Mindestanforderung mündet in der MDA-Schwelle, die sich für das erste Quartal 2023 auf rund 10,1 % beläuft. Dem stand zum Jahresende 2022 eine CET-1-Quote von 14,1 % gegenüber. Somit verfügt die Commerzbank über einen signifikanten Kapitalpuffer oberhalb der regulatorischen Mindestanforderungen. Für das Jahr 2023 rechnet die Commerzbank weiterhin mit einer CET-1-Quote von rund 14 %. Diese Zielgröße berücksichtigt bereits eine geplante Ausschüttung von 50 % des Nettoergebnisses nach Abzug von voll diskretionären AT-1-Kupons für das Geschäftsjahr 2023.
Dennoch können zahlreiche Risikofaktoren bei ungünstigem Verlauf das prognostizierte Jahresergebnis 2023 in einem erheblichen, nicht zuverlässig quantifizierbaren Ausmaß beeinträchtigen. Dazu zählen nach wie vor hohe globale konjunkturelle Risiken. Geopolitische Risiken, wie der Russland-Ukraine-Krieg, die über die massive Verteuerung von Rohstoffen vorhandene inflationäre Tendenzen erheblich beschleunigen können, haben ebenfalls das Potenzial, die erwartete Konjunkturerholung abzuschwächen und sich damit auf unsere Geschäftsentwicklung auszuwirken. Darüber hinaus bleiben durch politische Spannungen ausgelöste Handelskonflikte zwischen den Wirtschaftsblöcken Europa, Nordamerika und Asien weiterhin möglich. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen ungünstige Entwicklungen im regulatorischen oder rechtlichen Umfeld sowie eine nochmalige Verschärfung der Wettbewerbssituation im Inland. Sinkende Margen auf aus Risiko-Ertrags-Sicht unattraktive Niveaus könnten in den kommenden Jahren ebenso wie inflationär bedingte Kostenschübe die Wirksamkeit der erwarteten positiven Effekte aus den Maßnahmen zur Profitabilitätssteigerung der Commerzbank verzögern und/oder in ihrem Ausmaß beeinträchtigen. Weitere Informationen zu sonstigen Risiken siehe Konzernrisikobericht auf Seite 139 ff. In Polen liegt weiterhin keine finale höchstrichterliche Klärung der Rechtslage in Bezug auf Klagen privater Kundinnen und Kunden zu Schweizer-Franken-Immobilienkrediten vor, sodass weitere Belastungen nicht auszuschließen sind. Weitere Informationen zur Mitte Februar 2023 erfolgten Stellungnahme des Generalanwalts des Europäischen Gerichtshofs zu diesem Sachverhalt finden sich im Nachtragsbericht des Konzernabschlusses auf Seite 298.
Konzernrisikobericht
Der Konzernrisikobericht ist ein eigenständiger Berichtsteil im Geschäftsbericht. Er ist Bestandteil des Konzernlageberichts.
Im Konzernrisikobericht stellen wir umfassend die Risiken dar, denen wir ausgesetzt sind. Wir geben einen detaillierten Einblick in die Organisation und maßgeblichen Prozesse unseres Risikomanagements. Unser vorrangiges Ziel ist es, jederzeit sicherzustellen, dass alle Risiken in der Commerzbank vollständig und auf Basis adäquater Verfahren identifiziert, überwacht und gesteuert werden.
Executive Summary 2022
Die konjunkturellen Unsicherheiten und die Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine trüben den makroökonomischen Ausblick immer noch stark ein. Die für die Risikovorsorgeermittlung verwendeten modellbasierten Parameter reflektieren diese Auswirkungen noch nicht vollständig. Das für diesen Sachverhalt gebildete Sekundäreffekte-TLA bildet die vorausschauend erwarteten Effekte angemessen ab. In den restlichen Risikokennzahlen ist die erwartete unsichere Entwicklung derzeit vor allem in den Zahlen für Mittel- und Osteuropa ablesbar, wo sich die aktuelle Situation in einem erhöhten Expected Loss und somit einer höheren Risikodichte niederschlägt.
Risikotragfähigkeitsquote betrug 160 % per 31. Dezember 2022
- Die Risikotragfähigkeits-(RTF-)Quote liegt weiterhin deutlich über dem Mindestanspruch.
- Der Anstieg des ökonomisch erforderlichen Kapitals gegenüber Dezember 2021 ist insbesondere auf höhere Markt- und operationelle Risiken zurückzuführen.
Risikotragfähigkeit
| Mrd. € | |
|---|---|
| Exposure at Default im Konzern gestiegen | |
| * Das Exposure at Default im Konzern ist im Jahr 2022 von 470 Mrd. Euro auf 517 Mrd. Euro gestiegen. | |
| * Die Risikodichte ist im gleichen Zeitraum von 18 Basispunkten auf 17 Basispunkte gesunken. |
| EaD | Mrd. € |
|---|---|
Risikoergebnis im Kreditgeschäft des Konzerns belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf - 876 Mio. Euro
- Gegenüber dem Vorjahr hat sich das Risikoergebnis erhöht und wurde insbesondere durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine belastet.
- Die direkten Effekte aus der Corona-Pandemie haben sich so weit abgeschwächt, dass daraus keine Belastungen mehr erwartet werden.
| Risikoergebnis | Mio. € |
|---|---|
Marktrisiken im Handelsbuch im Jahr 2022 gestiegen
- Der Value at Risk (VaR) stieg im Jahr 2022 von 7 Mio. Euro auf 13 Mio. Euro an.
- Ursache hierfür ist die erhöhte Marktvolatilität infolge des Russland-Ukraine-Krieges, die zu neuen Krisenszenarios in der VaR-Berechnung führte.
| VaR | Mio. € |
|---|---|
Operationelle Risiken im Jahresvergleich angestiegen
- Die Risikoaktiva aus operationellen Risiken sind im Jahr 2022 auf 21,2 Mrd. Euro angestiegen.
- Die Gesamtbelastung aus OpRisk-Ereignissen ist im Vergleich zum Vorjahr von 1.136 Mio. Euro auf 951 Mio. Euro gesunken.
| Risikoaktiva aus operationellen Risiken | Mrd. € |
|---|---|
Risikoorientierte Gesamtbanksteuerung
Als Risiko bezeichnet die Commerzbank die Gefahr möglicher Verluste oder entgangener Gewinne aufgrund interner oder externer Faktoren. Die Risikosteuerung unterscheidet grundsätzlich zwischen quantifizierbaren und nicht quantifizierbaren Risikoarten. Quantifizierbare Risiken sind üblicherweise in der Rechnungslegung oder in der Kapitalbindung bewertbare Risiken, nicht quantifizierbare Risiken sind zum Beispiel Compliance- und Reputationsrisiken.
Organisation des Risikomanagements
Die Commerzbank sieht das Risikomanagement als eine Aufgabe für die gesamte Bank an. Der Chief Risk Officer (CRO) verantwortet konzernweit die Entwicklung und Umsetzung der risikopolitischen Leitlinien für quantifizierbare Risiken, die vom Vorstand festgelegt werden, sowie die Messung dieser Risiken. Der CRO berichtet dem Vorstand und dem Risikoausschuss des Aufsichtsrats regelmäßig über die Gesamtrisikolage des Konzerns. Die Risikomanagement-Organisation besteht aus den Bereichen Group Credit Risk Management, Group Risk Control, Group Cyber Risk & Information Security sowie Group Big Data & Advanced Analytics. Darüber hinaus ist der CRO für den Bereich Group Compliance zuständig. Die Etablierung angemessener Governance, Verfahren und Systeme, die es der Bank ermöglichen, unerwünschte Gefährdungen durch Compliance-Risiken zu vermeiden, ist Aufgabe von Group Compliance. Group Compliance wird durch den Chief Compliance Officer gesteuert. Alle Bereiche haben eine direkte Berichtslinie an den CRO.
Grundlegende strategische Entscheidungen trifft ausschließlich der Vorstand. Der Vorstand hat das operative Risikomanagement an Komitees delegiert. Im Rahmen der jeweiligen Geschäftsordnungen sind dies: das Group Credit Committee, das Group Market Risk Committee, das Group OpRisk Committee, das Group Cyber Risk & Information Security Committee sowie das Group Strategic Risk Committee als risikoartenübergreifendes Entscheidungsgremium. In allen vorgenannten Komitees hat der CRO den Vorsitz und ein Vetorecht. Zusätzlich ist der CRO Mitglied des Group Asset Liability Committees. Hier besteht bei bestimmten Themen (zum Beispiel Liquiditätsrisikothemen) ebenso ein Vetorecht des CRO. Im Folgenden sind die Aufgaben und Kompetenzen der einzelnen Komitees beschrieben:
Der Risikoausschuss des Aufsichtsrats ist das höchste Risikokomitee der Bank. Er besteht aus mindestens 5 Aufsichtsratsmitgliedern. Zum Aufgabengebiet des Risikoausschusses gehören unter anderem die Überwachung des Risikomanagementsystems und die Behandlung von Risiken wie Markt-, Kredit- und operationellen Risiken sowie Reputationsrisiken und Cyber-Risiken (inklusive der Informationssicherheit der Bank). Der Risikoausschuss bestimmt Art, Umfang, Format und Häufigkeit der Informationen, die der Vorstand zum Thema Strategie und Risiko vorlegen muss.
Das Group Credit Committee ist das Entscheidungsgremium des operativen Kreditrisikomanagements, das aus jeweils zwei Vertretern der Marktfolge und der Marktseite gebildet wird. Das Group Credit Committee trifft Entscheidungen im Rahmen der ihm vom Vorstand übertragenen Kompetenzen und ist grundsätzlich für das Management aller Kreditrisiken zuständig. Es agiert dabei auf Basis der gültigen Konzernkreditrisikostrategie.
Das Group Market Risk Committee ist das Gremium, das die Marktrisiken im Gesamtbankinteresse überwacht und durch die Vorgabe von Limiten unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit steuert. Hierbei werden alle Marktrisiken aus Handels- und Anlagebuch mit dem Ziel der Risikofrüherkennung sowie der aktiven Risikosteuerung betrachtet. Der Fokus liegt auf der Optimierung des Rendite-Risiko-Profils.
Das Group OpRisk Committee (OpRiskCo) befasst sich mit der Steuerung der operationellen Risiken im Konzern und fungiert diesbezüglich als höchstes Eskalations- und Entscheidungsgremium unterhalb des Vorstands. Das OpRiskCo befasst sich ferner mit allen wesentlichen regulatorischen Themen, die sich im Zusammenhang mit der Steuerung der operationellen Risiken im Konzern ergeben, sowie mit den Standards zur Governance und Erhebung der Funktionsfähigkeit des Internen Kontrollsystems (IKS) in der Commerzbank-Gruppe. Details zum IKS sind im Abschnitt zu den operationellen Risiken zu finden.
Das Cyber Risk & Information Security Committee (CRISCo) überwacht und steuert die Cyber- und Informationssicherheitsrisiken im Gesamtbankinteresse.# Es fungiert diesbezüglich als höchstes Entscheidungs- und Eskalationsgremium unterhalb des Vorstands. Das CRISCo behandelt alle in den Themen der Cyber- und Informationssicherheit relevanten regulatorischen Aspekte und gewährleistet diesbezüglich ein angemessenes Risikomanagement gemäß international anerkannten Standards.
Das Group Strategic Risk Committee dient als risikoartenübergreifendes Diskussions- und Entscheidungsgremium mit dem Hauptziel, Risiken auf Portfolioebene zu überwachen und zu steuern. Dies betrifft Themen der Risikomessung, der Risikotransparenz sowie der Risikosteuerung.
Das Group Asset Liability Committee (Group ALCO) verantwortet als Gremium des Commerzbank-Konzerns die konzernübergreifende und integrierte Steuerung der finanziellen Ressourcen Kapital, Liquidität und Bilanzstruktur sowie Zinsüberschuss unter Berücksichtigung der regulatorischen Rahmenbedingungen. Das Group ALCO überwacht insbesondere die Risikotragfähigkeit im Konzern und spielt damit eine wichtige Rolle im Internal Capital Adequacy Assessment Process (ICAAP). Das Group ALCO beschließt den Recovery-Plan. Beschlüsse des Group ALCO werden dem Vorstand zur Bestätigung vorgelegt. Bei Verletzung eines Recovery-Plan-Indikators spielt das Group ALCO eine zentrale Rolle hinsichtlich der Eskalation, der Einschätzung der Situation sowie der Einleitung von Maßnahmen.
Darüber hinaus werden in weiteren nachfolgend aufgeführten Komitees Risikothemen behandelt: Das Group Risk Management Executive Committee dient als Diskussions- und Entscheidungsgremium innerhalb von Group Risk Management und ist insbesondere für die Organisation und strategische Entwicklung des Risikomanagements sowie die Schaffung und Einhaltung einer einheitlichen Risikokultur verantwortlich. Ebenfalls stellt es die Umsetzung der Konzernrisikostrategie und der Beschlüsse des Vorstands in der Risikofunktion sicher.
Compliance-Risiken werden insbesondere auch im Global Compliance Board (GCB) behandelt. Das GCB wurde als Forum für den Austausch von Informationen zu wichtigen Compliance-Themen und Aufsichtsmaßnahmen im Hinblick auf Compliance in der Bank eingerichtet. Darüber hinaus dient das GCB als Informationsplattform für Segmente und Funktionen über Compliance-Kultur, Änderungen von Compliance-Vorschriften, Aktualisierungen von Compliance-bezogenen Richtlinien und deren Auswirkungen.
Risikostrategie und Risikosteuerung
Die Gesamtrisikostrategie regelt, im Einklang mit der Geschäftsstrategie, die risikostrategische Ausrichtung des Commerzbank-Konzerns. Sie legt den Risikoappetit als maximales Risiko fest, das die Bank bei dem Verfolgen ihrer Geschäftsziele einzugehen bereit ist und das sie eingehen kann, ohne existenzielle Bedrohungen, die über die inhärenten Risiken hinausgehen, zuzulassen. Leitgedanke ist das Sicherstellen einer angemessenen Liquiditäts- und Kapitalausstattung des Konzerns. Dies umfasst auch die Sicherung der Umsetzungsfähigkeit der Geschäftsstrategie durch ein Risikoprofil im Einklang mit den regulatorisch und kapitalmarktseitig determinierten Spielräumen in der Kapitalisierung. Entsprechend werden aus diesen Anforderungen adäquate Limite für die dem Konzern zur Verfügung stehenden Risikoressourcen Kapital und Liquidität abgeleitet. Die übergreifenden Limite der Gesamtrisikostrategie sind dabei konsistent zu den Indikatorschwellen des Recovery-Plans.
Aus der Kernfunktion einer Bank als Liquiditäts- und Risikotransformator resultieren unvermeidliche Bedrohungen, die im Extremfall den Fortbestand des Instituts gefährden können. Diese hängen vom jeweiligen Geschäftsmodell der Bank ab und werden bei der Verfolgung der Geschäftsziele in Kauf genommen. Grundlage der strategischen Ausrichtung der Commerzbank bildet die Geschäftsstrategie. Bei einer nachhaltigen Änderung der Bewertung der inhärenten und existenziellen Bedrohungen für die Commerzbank sind gegebenenfalls das Geschäftsmodell und damit die Geschäfts- sowie Risikostrategie mittel- und langfristig durch den Vorstand anzupassen.
Eine Unterscheidung der Art der in Kauf genommenen Risiken kann anhand zweier grundsätzlicher Bedrohungsszenarien erfolgen. Der Eintritt einer inhärenten, existenziellen Bedrohung gefährdet den Fortbestand der Commerzbank. Eine Rettung der Commerzbank wäre in diesem Fall ohne staatliche Maßnahmen oder erhebliche regulatorische Stützungsmaßnahmen (im Sinne zum Beispiel von Garantieschirmen, Duldung erheblichen Abweichens von regulatorischen Kapitalanforderungen und Rettungsfusion) beziehungsweise Aktivierung des Single Resolution Mechanism (SRM) kaum darstellbar. Gegen diese inhärenten existenziellen Bedrohungen werden gleichwohl Mitigierungsstrategien entwickelt, um möglichst die Wahrscheinlichkeit eines Schadens oder das Ausmaß zu reduzieren. Dagegen besteht im Falle der Realisierung einer dem Geschäftsmodell inhärenten, aber nicht existenziellen Bedrohung grundsätzlich die Möglichkeit zur Mitigierung unter anderem durch am Markt verfügbare Kapitalmaßnahmen oder Nutzung entsprechender Kapitalpuffer. Eine Aktivierung des Single Resolution Mechanism (SRM) ist mithin in diesem Bedrohungsszenario nicht notwendig.
Zu den geschäftsmodell-inhärenten existenziellen Bedrohungen zählen für die Commerzbank aufgrund ihres Geschäftsmodells beispielsweise der Ausfall von Deutschland, ein taktischer Atomanschlag auf Frankfurt am Main als neuralgisches Finanzzentrum Deutschlands und Sitz der Commerzbank, der Zerfall der Euro-Zone sowie ein Ausfall eines/mehrerer der anderen großen europäischen Länder oder ein Ausfall der USA, ein Zusammenbruch der Finanzmärkte in Verbindung mit einem Entfall der Grundfunktionalitäten der EZB oder ein Bank-Run, ein Zusammenbruch oder eine massive Funktionsstörung von globalen Clearinghäusern sowie auch extreme Cyber-Attacken auf Staaten und Institutionen aufgrund der zunehmenden Digitalisierung und geopolitischer Spannungen.
Zu den geschäftsmodell-inhärenten (nicht existenziellen) Bedrohungen zählen unter anderem ein Ausfall eines oder weniger bedeutender (peripherer) Länder der Eurozone ohne signifikante systematische Weiterungen und eine tiefe, mehrere Jahre anhaltende Rezession mit schweren Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft (zum Beispiel ausgelöst durch eine weltweite Pandemie, extrem steigende Energiepreise oder ausgehend von den USA oder China) und daraus folgende Konsequenzen wie massive Kreditausfälle oder starker Abfluss von Kundeneinlagen mit Auswirkungen auf die Liquiditätslage.
Geopolitische Krisen wie gegenwärtig ausgelöst durch den Krieg Russlands mit der Ukraine oder auch Handelskriege, beispielweise zwischen den USA und China, können massive Auswirkungen auf den weltweiten Märkten haben und bedrohen die Commerzbank als international aufgestelltes Institut in ihrem Geschäftsmodell. Mit Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine hat sich die Commerzbank schnell auf das neue Szenario eingestellt und das Management von Markt-, Liquiditäts-, Kredit- und operationellen Risiken den speziellen Erfordernissen der geopolitischen Krise angepasst. Die zu beobachtenden Auswirkungen auf die Wertschöpfungsketten und Rohstoffpreise zeigen aber auch, dass die Auswirkungen noch anhalten und weiterhin schwer abzuschätzen sind. Generell erfordert das geopolitische Risikoprofil eine Berücksichtigung bei der Definition des Risikoappetits im Sinne einer vorausschauenden Bestimmung der (Länder-)Risikobereitschaft für mögliche geopolitische Krisen (zum Beispiel mit Blick auf China).
Im Zuge der weiter zunehmenden Digitalisierung des Geschäftsumfelds und der digitalen Transformation der Commerzbank ist das Cyberrisiko eine inhärente zu akzeptierende Bedrohung. Je nach Schwere und Betroffenheit einer Cyberattacke ist das Cyberrisiko auch als existenzielle Bedrohung zu betrachten, weshalb die Commerzbank kontinuierlich an der Verbesserung der Cyberresilienz arbeitet.
Die weitere Entwicklung und mögliche Konsequenzen der Situation der mBank rund um das Schweizer-Franken-Baufinanzierungsportfolio und der zusätzlich national regulatorisch eingeräumten "Kreditferien" in Kombination mit einem Ausfall von Polen stellen politische Risiken dar. Diese können die Commerzbank signifikant bedrohen und erfordern möglicherweise besondere mitigierende kapitalmarktbezogene Maßnahmen.
Der Klimawandel - auch verbunden mit einer rasant fortschreitenden Abnahme der Biodiversität - kann eine weitere inhärente Bedrohung darstellen. Der Klimawandel kann sich in physischen und transitorischen Risiken für die Commerzbank niederschlagen. Insbesondere die transitorischen Risiken bergen über den kurzfristigen Zeitraum noch schwer einschätzbare Risiken (aber auch Chancen). Diese Bedrohung für die Commerzbank zu erfassen und zu mitigieren, ist eines der risikostrategischen Ziele. Entsprechend hat die Commerzbank für jede Risikoart ermittelt, ob Umweltrisiken ein wesentlicher Treiber sind. Alle in Bezug auf Umweltrisiken wesentlichen Risikoarten wurden - im Kontext der aktuell industrieweiten Standards, Reifegrad der Methodik und Verfügbarkeit von Daten - in der Risikostrategie und -steuerung reflektiert. Die Commerzbank hat hier in den letzten Jahren substantielle Fortschritte erzielt. Trotzdem bleibt die Umweltrisikosteuerung ein Entwicklungsfeld, das von der Bank mit hoher risikostrategischer Priorität ausgebaut wird.
Diese geschäftsmodell-inhärenten Bedrohungen werden beim Verfolgen des Geschäftsziels in Kauf genommen. Ändert sich die Einschätzung des Vorstands zu dieser Bedrohung für die Commerzbank nachhaltig, sind gegebenenfalls das Geschäftsmodell und damit die Geschäfts- sowie Risikostrategie mittel- und langfristig anzupassen.
Im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten stellt sich die Commerzbank frühzeitig auf absehbare anstehende Änderungen der regulatorischen Anforderungen oder der Rechnungslegungsstandards ein.# Commerzbank AG – Geschäftsbericht 2022
1. Risikomanagement
Allerdings können derartige Änderungen beziehungsweise deren (rückwirkende) Auslegung nachhaltige, bis zu existenzbedrohende Auswirkungen für das Geschäftsmodell der Commerzbank haben. Diese regulatorischen Risiken werden von der Commerzbank in Kauf genommen, da in vielen Fällen keine Möglichkeit besteht, diese Risiken zu mitigieren oder zu steuern.
Die Gesamtrisikostrategie deckt alle wesentlichen Risiken ab, denen die Commerzbank ausgesetzt ist. Sie wird jährlich beziehungsweise bei Bedarf ad hoc aktualisiert, in Form von Teilrisikostrategien für die wesentlichen Risikoarten weiter detailliert und über Policies, Regularien und Arbeitsanweisungen/Richtlinien konkretisiert und umgesetzt. Im vorgelagert durchzuführenden Prozess der Risikoinventur stellt die Commerzbank sicher, dass alle für den Konzern relevanten Risikoarten identifiziert und bezüglich ihrer Wesentlichkeit bewertet werden. Die Einschätzung der Wesentlichkeit richtet sich hierbei nach der Frage, ob das Eintreten des Risikos mittel- oder unmittelbar einen maßgeblichen negativen Einfluss auf die Risikotragfähigkeit des Konzerns haben könnte.
Im Rahmen des Planungsprozesses entscheidet der Vorstand, in welchem Umfang das Risikodeckungspotenzial des Konzerns ausgeschöpft werden soll. Auf dieser Basis werden in einem zweiten Schritt die einzelnen quantifizierbaren Risikoarten, die zum Kapitalbedarf beitragen, limitiert. Als Ergebnis der Planung wird den steuerungsrelevanten Einheiten ein Kapitalrahmen zugewiesen. Im Rahmen des unterjährigen Monitorings wird die Einhaltung der Limite und Leitplanken überprüft. Bei Bedarf werden Steuerungsimpulse gesetzt. Darüber hinaus werden in der Gesamtrisikostrategie weitere qualitative und quantitative Frühwarnindikatoren festgelegt, mit deren Hilfe potenzielle negative Entwicklungen frühzeitig identifiziert werden können.
Eine der originären Aufgaben des Risikomanagements ist das Vermeiden von Risikokonzentrationen. Diese können durch den Gleichlauf von Risikopositionen sowohl innerhalb einer Risikoart (Intra-Risikokonzentrationen) als auch über verschiedene Risikoarten hinweg (Inter-Risikokonzentrationen) entstehen. Letztere resultieren aus gemeinsamen Risikotreibern oder aus Interaktionen verschiedener Risikotreiber unterschiedlicher Risikoarten. Durch die Einrichtung von Risikosteuerungs- und Controllingprozessen gewährleistet die Commerzbank die Identifizierung, Beurteilung, Steuerung sowie Überwachung und Kommunikation der wesentlichen Risiken und damit verbundener Risikokonzentrationen. Dadurch wird sichergestellt, dass alle Commerzbank-spezifischen Risikokonzentrationen im Risikomanagement berücksichtigt werden.
Mithilfe von Szenarioanalysen wird regelmäßig Transparenz über Risikokonzentrationen geschaffen. Die Ausgestaltung der Szenarios und das ganzheitliche Vorgehen stellen dabei sicher, dass die Wirkung adverser Szenarios auf die Portfolioschwerpunkte und Risikokonzentrationen zielgerichtet untersucht wird. Das Management wird regelmäßig über die Ergebnisse der Analysen informiert, sodass potenzielle Verlustgefahren rechtzeitig vermieden werden können.
Der Group Risk S Capital Monitor ist der monatliche steuerungs-orientierte Risikobericht zu Kapital-, Kreditrisiko-, Marktrisiko-, Liquiditätsrisiko- und OpRisk-Themen des Commerzbank-Risikomanagements. Er stellt gesamthaft alle genannten Risikoarten inklusive der ökonomischen und regulatorischen Risikotragfähigkeit für den Commerzbank-Konzern dar. Ziel des Berichts ist es, unter anderem den Vorstand und den Risikoausschuss des Aufsichtsrats über diese Risiken transparent und umfassend zu informieren, aus Risikosicht wichtige Entwicklungen aufzuzeigen sowie Steuerungsimpulse zu setzen. Insbesondere werden mit dem Bericht Limite und Leitplanken der Gesamtrisikostrategie überwacht. Die Genehmigung von Gesamtrisikostrategie und Group Risk S Capital Monitor erfolgt durch den Vorstand.
Die Commerzbank hat Verhaltensgrundsätze (Code of Conduct) verabschiedet, die verbindliche Mindeststandards für die unternehmerische Verantwortung der Commerzbank, für den Umgang mit Kundinnen und Kunden und Geschäftspartnern, für den Umgang miteinander sowie für den Geschäftsalltag definieren. Das Einhalten relevanter Gesetze, regulatorischer Vorgaben, Industriestandards und interner Regelungen ist dabei für die Bank wesentlicher Bestandteil der Risikokultur. Regelkonformes, angemessenes, couragiertes und integres Verhalten wird aktiv gefordert und nicht regelkonformes Verhalten sanktioniert. Prozessuale Erweiterungen gewährleisten eine einheitliche und faire Beurteilung von Fehlverhalten und stärken damit das Konsequenzen-Management nachhaltig.
Wesentlicher Eckpfeiler der übergreifenden Risikosteuerung und -kultur in der Bank ist das Konzept der Three Lines of Defence, das als zentraler Bestandteil in der Konzernverfassung verankert ist. Gemäß dem Prinzip der Three Lines of Defence ist die Abwehr unerwünschter Risiken nicht auf die Bearbeitung durch die Risikofunktion beschränkt. Jede Einheit (Segmente und Funktionen) stellt entsprechend ihrer operativen Verantwortung die erste Verteidigungslinie dar und ist direkt verantwortlich für Identifikation und Management der Risiken im eigenen Verantwortungsbereich unter Einhaltung der vorgegebenen Risikostandards und Policies. So bildet insbesondere die Marktseite die erste Verteidigungslinie bei allen Geschäftsentscheidungen und hat dabei Risikoaspekte zu berücksichtigen.
Die zweite Verteidigungslinie für jede Risikoart legt Standards für ein angemessenes Risikomanagement der jeweiligen Risikoart fest, stellt ein Monitoring und die Umsetzung dieser Standards sicher und nimmt Analysen sowie Bewertungen der Risiken vor. Für das Kredit- und Marktrisiko von Geschäftsentscheidungen bildet die Risikofunktion die zweite Verteidigungslinie. Dies umfasst insbesondere für das Kreditrisiko die Einbindung in den Kreditentscheidungsprozess durch ein zweites Votum. Die zweite Verteidigungslinie wird für einzelne Risikoarten auch von Einheiten außerhalb der Risikofunktion (zum Beispiel Group Finance) wahrgenommen. Die dritte Verteidigungslinie bildet die interne Revision.
Risikokennziffern
Die Commerzbank verwendet zur Messung, Steuerung und Limitierung der verschiedenen Risikoarten ein umfassendes System von Kennziffern und Verfahren. Die wichtigsten hiervon sind im Folgenden aufgeführt:
- Das ökonomisch erforderliche Kapital ist der Betrag, der zur Abdeckung unerwarteter Verluste aus risikobehafteten Positionen mit einem hohen Maß an Sicherheit (in der Commerzbank zurzeit 99,90 %) ausreicht.
- Die Risikotragfähigkeitsquote (RTF-Quote) zeigt die Überdeckung des ökonomisch erforderlichen Kapitals durch das Risikodeckungspotenzial. Der Mindestanspruch an die Risikotragfähigkeit gilt als erfüllt, sofern die RTF-Quote über 100 % liegt.
- Das Exposure at Default (EaD) ist der erwartete Forderungsbetrag unter Berücksichtigung einer potenziellen (Teil-)Ziehung von offenen Linien und Eventualverbindlichkeiten, der die Risikotragfähigkeit bei Ausfall belasten wird. Der EaD wird im Folgenden auch als Exposure bezeichnet.
- Expected Loss (EL) oder Erwarteter Verlust ist die Messgröße für den potenziellen Verlust eines Kreditportfolios, der innerhalb eines Jahres aufgrund von historischen Verlustdaten zu erwarten ist.
- Die Risikodichte errechnet sich als Quotient aus Expected Loss zu Exposure at Default und stellt damit den relativen Risikogehalt eines Engagements oder Portfolios dar.
- Value at Risk (VaR) bezeichnet eine Methodik zur Quantifizierung von Risiken. Hierzu werden eine Haltedauer (zum Beispiel 1 Tag) und ein Konfidenzniveau (zum Beispiel 97,5 %) festgelegt. Der VaR-Wert bezeichnet dann diejenige Verlustobergrenze, die innerhalb der Haltedauer mit einer Wahrscheinlichkeit entsprechend dem Konfidenzniveau nicht überschritten wird.
- Der Credit Value at Risk (CVaR) ist der ökonomische Kapitalbedarf für Kreditrisiken mit einem Konfidenzniveau von 99,90 %. Der Begriff resultiert aus der Anwendung des Value-at-Risk-Konzepts auf die Kreditrisikomessung. Inhaltlich stellt der Credit VaR (Unerwarteter Verlust - Unexpected Loss) eine Abschätzung dar, um welchen Betrag die Verluste aus Kreditrisiken den Erwarteten Verlust (Expected Loss) innerhalb eines Jahres potenziell übersteigen könnten. Diesem Ansatz liegt die Idee zugrunde, dass der Erwartete Verlust lediglich den langfristigen Mittelwert der Kreditverluste darstellt, dieser jedoch von den tatsächlichen Kreditausfällen des laufenden Geschäftsjahres (positiv oder negativ) abweichen kann.
Risikotragfähigkeit und Stresstesting
Die Risikotragfähigkeitsanalyse ist ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtbanksteuerung und des ICAAP der Commerzbank mit dem Ziel, eine angemessene Kapitalausstattung jederzeit sicherzustellen. Das Risikotragfähigkeitskonzept wird jährlich überprüft und weiterentwickelt.
Bei der Ermittlung des ökonomisch erforderlichen Kapitals werden mögliche unerwartete Wertschwankungen betrachtet. Derartige über den Erwartungen liegende Wertschwankungen müssen durch das verfügbare ökonomische Kapital zur Deckung unerwarteter Verluste (Risikodeckungspotenzial) aufgefangen werden. Zur Bestimmung des ökonomischen Risikodeckungspotenzials werden nur Eigenkapitalbestandteile mit ihrem ökonomischen Wert berücksichtigt, die in der Fortführungsperspektive Verluste absorbieren.
Die Quantifizierung des aus den eingegangenen Risiken resultierenden Kapitalbedarfs erfolgt auf Basis des internen ökonomischen Kapitalmodells. Bei der Festlegung des ökonomisch erforderlichen Kapitals werden alle im Rahmen der jährlichen Risikoinventur als wesentlich und quantifizierbar eingestuften Risikoarten des Commerzbank-Konzerns berücksichtigt. Die ökonomische Risikobetrachtung beinhaltet daher auch Risikoarten, die in den regulatorischen Anforderungen an die Eigenmittelausstattung von Banken nicht enthalten sind. Darüber hinaus reflektiert das Modell risikoartenübergreifende Diversifikationseffekte.# Risikomanagement
Das Konfidenzniveau der ökonomischen Kapitalbedarfsermittlung beträgt 99,90 % und harmoniert mit dem Fortführungsansatz. Die quantifizierbaren wesentlichen Risiken im ökonomischen Kapitalmodell gliedern sich in Adressenausfallrisiko, Marktrisiko, operationelles Risiko und (in nachfolgender Tabelle nicht separat ausgewiesenes) Geschäftsrisiko sowie Objektwertänderungsrisiko. Weiterhin wird das Reserverisiko in der Risikotragfähigkeitsbetrachtung mittels eines entsprechenden Risikopuffers berücksichtigt.
Das Geschäftsrisiko ist das Risiko eines potenziellen Verlustes, der aus Abweichungen der tatsächlichen Erträge und Aufwendungen von den jeweiligen Planzahlen resultiert. Das Geschäftsrisiko wird zur Substantiierung eines die Reagibilität der Kapitalsteuerung gewährleistenden, übergeordneten Managementpuffers verwendet. Im Objektwertänderungsrisiko wird das Risiko eines unerwarteten Wertverfalls von entweder bereits aktivisch bilanzierten Objekten des Konzerns oder von Objekten, die mittels vertraglich zugesicherter Verpflichtungen mit Optionscharakter in den nächsten 12 Monaten aktiviert werden können (insbesondere Immobilien), abgebildet.
Klima- und Umweltrisiken werden innerhalb der Commerzbank als horizontales Risiko definiert, die sich in bestehenden Risikokategorien manifestieren, wobei sowohl Transitions- als auch physische Risiken betrachtet werden. Die jährliche Wesentlichkeitsbeurteilung von Klima- und Umweltrisiken bietet einen ganzheitlichen Überblick über die Auswirkungen auf bestehende wesentliche Risikoarten, die in der Risikoinventur identifiziert werden. Klima- und Umweltrisiken werden in der Risikotragfähigkeitsanalyse der Commerzbank über einen Risikopuffer für die als wesentlich von Klima- und Umweltrisiken beeinflussten Adressenausfall- und Marktrisiken reflektiert. Nähere Ausführungen zu den Klima- und Umweltrisiken sind dem Abschnitt Environmental-Social-Governance-(ESG-)Risiken auf Seite 144 ff. zu entnehmen.
Der Ergebnisausweis der Risikotragfähigkeitsanalyse erfolgt anhand einer Risikotragfähigkeitsquote (RTF-Quote), die die Überdeckung des ökonomischen Kapitalbedarfs durch das Risikodeckungspotenzial anzeigt. Die Überwachung und Steuerung der Risikotragfähigkeit erfolgen monatlich auf Ebene des Commerzbank-Konzerns. Der Mindestanspruch an die Risikotragfähigkeit gilt als erfüllt, sofern die RTF-Quote über 100 % liegt. Im Jahr 2022 lag die RTF-Quote stets über 100 % und betrug 160 % per 31. Dezember 2022.
Der Anstieg des ökonomisch erforderlichen Kapitals gegenüber Dezember 2021 ist insbesondere auf höhere Markt- und operationelle Risiken zurückzuführen. Der Anstieg des Marktrisikos reflektiert die gestiegenen Marktvolatilitäten infolge des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine. Haupttreiber für den starken Anstieg des operationellen Risikos sind Veränderungen im Schweizer-Franken-Komplex, die Einbeziehung weiterer Risiken im Zusammenhang mit dem Thema Verbraucherschutz sowie die erstmalige Berücksichtigung von Inflation in den Verlustdaten. Der Rückgang des Kreditrisikos erklärt sich im Wesentlichen durch die jährliche Aktualisierung der Parameter im Kreditrisikomodell. Die RTF-Quote liegt weiterhin deutlich über dem Mindestanspruch.
Risikotragfähigkeit Konzern | Mrd. €
| Datum | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|
| Ökonomisches Risikodeckungspotenzial | 22 | 22 |
| Ökonomisch erforderliches Kapital | 13 | 12 |
| davon für Adressenausfallrisiko | 8 | 9 |
| davon für Marktrisiko | 4 | 3 |
| davon für operationelles Risiko | 2 | 1 |
| davon Diversifikationseffekte | -2 | -2 |
| RTF-Quote (%) | 160 | 176 |
1 Einschließlich Objektwertänderungsrisiko, Risiko nicht börsennotierter Beteiligungen und Risikopuffer für Reserverisiko, für die Quantifizierung potenzieller Wertschwankungen von Intangibles sowie für Klima- und Umweltrisiken.
2 Einschließlich Puffer für geplante Parameteraktualisierung und Modelländerung.
3 Einschließlich Einlagenmodellrisiko.
4 RTF-Quote = ökonomisches Risikodeckungspotenzial/ökonomisch erforderliches Kapital (inklusive Risikopuffer).
Die Commerzbank nutzt makroökonomische Stresstests zur Überprüfung der Risikotragfähigkeit bei unterstellten adversen Veränderungen des volkswirtschaftlichen Umfeldes. Die zugrunde liegenden Szenarien berücksichtigen die Interdependenz der Entwicklung von Realwirtschaft und Finanzwirtschaft. Sie werden quartalsweise aktualisiert und vom Group ALCO verabschiedet. Die Szenarien beschreiben eine außergewöhnliche, aber plausible negative Entwicklung der Volkswirtschaft, insbesondere mit Blick auf die für die Commerzbank relevanten Portfolioschwerpunkte (zum Beispiel exportorientierte Branchen in Deutschland) und Geschäftsstrategien. Auch aktuelle adverse Entwicklungen (zum Beispiel steigende Energiekosten) werden bei der Erstellung der Szenarios berücksichtigt. Die Stresstests umfassen in der ökonomischen Perspektive einen Zeithorizont von 12 Monaten. Die Szenario-Simulation erfolgt quartalsweise auf Konzernebene unter Bezug auf die Inputparameter der ökonomischen Kapitalbedarfsberechnung für alle wesentlichen und quantifizierbaren Risikoarten. Zusätzlich zum Kapitalbedarf wird auf Basis der makroökonomischen Szenarios auch die Gewinn-und-Verlust-Rechnung gestresst. Darauf aufbauend wird die Entwicklung des Risikodeckungspotenzials simuliert. Während die RTF-Quote im Limitsystem der Commerzbank verankert ist, sind für die Risikotragfähigkeit im gestressten Umfeld Leitplanken als Frühwarnmechanismus festgelegt. Die laufende Überwachung der Limite und Leitplanken ist fester Bestandteil des internen Berichtswesens. Bei Verletzung der Limite werden definierte Eskalationen ausgelöst. Das Risikotragfähigkeits- und Stresstestkonzept unterliegt einer jährlichen internen Überprüfung und wird fortlaufend weiterentwickelt. Dabei wird auch die Entwicklung des regulatorischen Umfeldes berücksichtigt.
Ergänzend zu den regulären Stresstests werden jährlich auch sogenannte "Reverse Stresstests" auf Konzernebene durchgeführt. Im Gegensatz zu regulären Stresstests ist hierbei das Ergebnis der Simulationen vorbestimmt: die nachhaltige Gefährdung der Bank. Ziel des Analyseprozesses im reversen Stresstest ist es, durch Identifikation und Bewertung von Extremszenarios und -ereignissen eine Erhöhung der Transparenz über bankspezifische Gefährdungspotenziale und Risikozusammenhänge zu bewirken. Auf dieser Basis können zum Beispiel Handlungsfelder im Risikomanagement einschließlich der regulären Stresstests identifiziert und in die Aktivitäten zur kontinuierlichen Weiterentwicklung einbezogen werden.
Im Jahr 2022 nahm die Commerzbank am EZB-Klimarisikostresstest teil. Dabei wurden neben einer qualitativen Analyse zum Stand des internen Klimarisiko-Stresstestrahmens szenariobasiert sowohl transitorische als auch physische Klimarisikofaktoren in Bezug auf Adressenausfall- und Marktrisiken analysiert. Zusätzlich hat die Commerzbank erstmals einen internen reversen Klimastresstest als strategische Analyse der eigenen Net-Zero-Ziele für bestimmte Portfolios durchgeführt.
Im Jahr 2022 sind die aus den Geschäftsaktivitäten der Commerzbank resultierenden Risikoaktiva von 175 Mrd. Euro auf 169 Mrd. Euro zurückgegangen. Nachstehende Tabelle gibt eine Übersicht über die Verteilung der Risikoaktiva, aufgeteilt nach Segmenten und Risikoarten:
Risikoaktiva | Mrd. € (31.12.2022)
| Segment | Adressenausfallrisiko | Marktrisiko | Operationelles Risiko | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Privat- und Unternehmerkunden | 40 | 1 | 13 | 54 |
| Firmenkunden | 73 | 4 | 5 | 82 |
| Sonstige und Konsolidierung | 28 | 2 | 3 | 34 |
| Konzern | 140 | 7 | 21 | 169 |
Risikoaktiva | Mrd. € (31.12.2021)
| Segment | Adressenausfallrisiko | Marktrisiko | Operationelles Risiko | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Privat- und Unternehmerkunden | 42 | 1 | 10 | 53 |
| Firmenkunden | 70 | 6 | 5 | 81 |
| Sonstige und Konsolidierung | 33 | 3 | 5 | 41 |
| Konzern | 145 | 10 | 20 | 175 |
Die Weltwirtschaft hat 2022 deutlich an Schwung eingebüßt. Zwar hat sich die Corona-Lage merklich entspannt und in den meisten Volkswirtschaften wurden die Corona-Beschränkungen weitgehend aufgehoben, aber der Krieg Russlands gegen die Ukraine löste neue Schockwellen aus. Die Angst vor einer Energiekrise trieb die Preise für Energie weltweit in die Höhe. Darüber hinaus klagten viele Unternehmen weiterhin über fehlende Vorprodukte. Durch Russlands Krieg in der Ukraine und die Einstellung seiner Gaslieferungen hat sich vor allem in Europa die wirtschaftliche Lage so verschärft, dass darunter sowohl die Industrie als auch die privaten Haushalte leiden. Durch die beschlossenen Hilfspakete werden die negativen Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft zwar abgemildert, dafür muss man aber überall in Europa eine deutlich zunehmende Staatsverschuldung in Kauf nehmen. Für die meisten europäischen Länder einschließlich Deutschland erscheint deshalb in den nächsten Monaten eine Rezession oder bestenfalls eine Stagnation der Wirtschaft unvermeidlich. Hinzu kommen anhaltende Risiken im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Weitere Infektionswellen und damit einhergehende Beeinträchtigungen der Wirtschaft - insbesondere in China - sind damit denkbar. Weitere Ausführungen zu den Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges, der Corona-Pandemie und der Inflationsrisiken sind dem Wirtschaftsbericht sowie dem Prognose- und Chancenbericht im Konzernlagebericht zu entnehmen.
Regulatorisches Umfeld
Mit Basel 3 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht unter anderem umfassende Regelungen zu Eigenkapitalbestandteilen und -quoten sowie zum Liquiditätsrisikomanagement veröffentlicht. Seit dem 1. Januar 2014 sind die entsprechenden Capital Requirements Regulation S Directive (CRR S CRD) als europäische Umsetzung von Basel 3 in Kraft, wobei die Einführung zum Teil stufenweise bis 2019 erfolgte (sogenanntes "Phase-in"). Ergänzend wird eine Vielzahl von Regulierungen insbesondere durch die European Banking Authority (EBA) veröffentlicht, die sukzessive in Kraft treten; dies wird sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Mit Basel IV ("Finalisierung Basel III") ist aktuell das nächste Bankenregulierungspaket in der europäischen Abstimmung.# Regulatorische Anforderungen und Aufsichtsinitiativen
Das Inkrafttreten der entsprechenden CRR III und CRD VI ist aktuell für den 1. Januar 2025 geplant. Die Effekte der Erhöhung des antizyklischen Kapitalpuffers in Deutschland, die sich ab Februar 2023 auswirken, und weitere aktuell absehbare Änderungen des antizyklischen Kapitalpuffers sowie die Einführung eines sektoralen Systemrisikopuffers in Deutschland auf mit Wohnimmobilien besicherte Darlehen, hat die Commerzbank analysiert und reflektiert sie in der internen Kapitalplanung. Nähere Ausführungen zum antizyklischen Kapitalpuffer sind dem Chancen- und Prognosebericht im Konzernlagebericht zu entnehmen.
Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) hat als zuständige Aufsichtsbehörde für die direkt von ihr beaufsichtigten Banken des Euroraums den jährlichen Supervisory Review and Evaluation Process (SREP) durchgeführt. Am 21. Dezember 2022 hat die EZB die Commerzbank mit dem finalen SREP-Beschluss 2022 über die Ergebnisse des SREP und die damit einhergehenden aufsichtlichen Anforderungen informiert. Die für das Jahr 2023 festgelegten bankspezifischen Kapitalanforderungen für den Commerzbank-Konzern "P2R" und "P2G" hat sie dabei unverändert belassen. Der SREP-Beschluss ersetzt mit Wirkung zum 1. Januar 2023 den bisherigen SREP-Beschluss.
Im Jahr 2022 hat die EZB die Etablierung der Steuerung von Umweltrisiken seitens der beaufsichtigten SSM-Banken sowohl durch eine thematische Überprüfung (Thematic Review) als auch einen umfangreichen aufsichtlichen EZB Klimastresstest vorangetrieben. An beiden EZB-Initiativen hat die Commerzbank - insbesondere im Peervergleich - mit großem Erfolg teilgenommen. Die EZB erwartet eine vollumfängliche Erfüllung der Anforderungen aus ihrem "Leitfaden zu Klima- und Umweltrisiken" bis Ende 2024.
Seit Mitte 2014 gilt das EU-Regelwerk für die Sanierung und Abwicklung von Banken, die Bank Recovery and Resolution Directive. Seit dem 1. Januar 2016 ist die Verantwortung für die Erstellung von Abwicklungsplänen und die Abwicklung gefährdeter EZB-beaufsichtigter Institute auf das Single Resolution Board (SRB) in Brüssel übergegangen. Zeitgleich startete die Finanzierung des einheitlichen Abwicklungsfonds durch die Banken des Euroraums. Das SRB legt die formale "Minimum Requirement for Own Funds and Eligible Liabilities (MREL)"-Anforderung für die in seiner Zuständigkeit liegenden Banken auf konsolidierter und individueller Basis fest.
Die gesetzlichen Grundlagen zur Festsetzung von "Minimum Requirement for Own Funds and Eligible Liabilities" (MREL) und "Total Loss-Absorbing Capacity" (TLAC) wurden auf europäischer Ebene überarbeitet und am 7. Juni 2019 als Teil des Risikoreduktionspakets in Form der Single Resolution Mechanism Regulation (SRMR II), der Bank Recovery and Resolution Directive II (BRRD II) und der CRR II veröffentlicht. Die BRRD II erfordert als europäische Richtlinie eine Umsetzung in nationales Recht innerhalb von 18 Monaten. Die Änderungen beinhalteten unter anderem Anpassungen der Berechnungslogik und für bestimmte Banken ein gesetzlich vorgeschriebenes Nachrangerfordernis für Teile der MREL. Die neuen Vorschriften traten überwiegend im Dezember 2020 in Kraft.
Der konzernweite Recovery-Plan wurde im vierten Quartal 2022 aktualisiert, um den regulatorischen Anforderungen Rechnung zu tragen. Darin wird unter anderem ausführlich beschrieben, über welche Handlungsoptionen und Sanierungspotenziale die Bank im Krisenfall verfügt und welche spezifischen Sanierungsmaßnahmen bei unterschiedlichen Belastungsszenarios die Bank wieder aus dem Sanierungszustand hinausführen.
Die Commerzbank agiert in national und supranational regulierten Märkten. Außerdem ist sie den übergreifenden Anforderungen der Rechnungslegungsstandards unterworfen. Änderungen der regulatorischen Anforderungen oder der Rechnungslegungsstandards, deren Häufigkeit und Materialität in den vergangenen Jahren stetig zugenommen haben, können nachhaltige Auswirkungen für die Finanzindustrie im Allgemeinen und das Geschäftsmodell der Commerzbank im Speziellen haben. Die Commerzbank nimmt unverändert frühzeitig und aktiv an den Konsultationsprozessen zur Vorbereitung der anhaltenden Veränderungen des Umfeldes teil. Dabei beobachtet und bewertet sie die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich zukünftiger Regulierungsvorhaben.
Auf globaler Ebene sind dies insbesondere die mittlerweile vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht veröffentlichten finalen Standards zur Überarbeitung der Kapitalanforderungen für Marktrisiken sowie die Überarbeitung der Rahmenwerke für operationelle Risiken und Kreditrisiken einschließlich der dazugehörigen Floor-Regelungen und Offenlegungsanforderungen ("Basel 4"). Auf europäischer Ebene verfolgt die Commerzbank unter anderem die Umsetzung von Basel 4 sowie Initiativen der EU-Kommission zur Einführung einer europäischen Einlagensicherung, zur Schaffung einer Kapitalmarktunion, den "European Green Deal" und die EBA-Initiative zur Überarbeitung der Internen-Risiko-Modelle.
Auch bezüglich Compliance-Risiken bleibt das regulatorische Umfeld weiterhin anspruchsvoll. Unverändert liegt hier der Fokus auf den Themenfeldern Anti-Geldwäsche (unter anderem Umsetzung der neuen Verwaltungspraxis der BaFin als auch von Vorgaben internationaler Standardsetzer wie zum Beispiel der EBA) und Sanktionen. Darüber hinaus rücken mit Anti-Bestechung und Korruption (hier unter anderem United Kingdom Bribery Act und United States Foreign Corrupt Practices Act) sowie Markets Compliance (unter anderem neue EU-Vorgaben zu Sustainable Finance, sowie US-Vorgaben, CFTC Regulations) weitere Risikotypen in den regulatorischen Fokus.
Als Reaktion auf den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine haben die G7-Staaten eine Vielzahl von umfassenden und zum Teil auch neuartigen Sanktionen verabschiedet. Diese weichen aber in Teilen im Detail voneinander ab. Weiterhin treten Sanktionsmaßnahmen in der Regel unmittelbar nach Veröffentlichung in Kraft, eine vorherige Konsultationsphase ist nicht vorgesehen. Auf Grund dieser Besonderheiten in der Sanktionsregulatorik liegt ein Schwerpunkt der Compliancefunktion der Bank darin, die operativen Einheiten der Bank dabei zu unterstützen, ihre Prozesse kurzfristig an neue regulatorische Anforderungen anzupassen, sodass sowohl im Inlands- wie im Auslandsgeschäft die jeweils anwendbaren Sanktionsregelungen vollumfänglich erfüllt werden.
Adressenausfallrisiken
Das Adressenausfallrisiko beinhaltet die Gefahr eines Verlustes oder entgangenen Gewinnes durch den Ausfall eines Geschäftspartners. Es zählt zu den quantifizierbaren, wesentlichen Risiken mit den Unterrisikoarten Kreditausfallrisiko, Emittentenrisiko, Kontrahentenrisiko, Länder- und Transferrisiko, Veritätsrisiko sowie Reserverisiko.
Strategie und Organisation
Die Kreditrisikostrategie ist die Teilrisikostrategie für Adressenausfallrisiken und aus der Gesamtrisikostrategie abgeleitet. Sie ist in den ICAAP-Prozess des Commerzbank-Konzerns fest eingebettet und bildet das Bindeglied zwischen der risikoartenübergreifenden Gesamtbankrisikosteuerung und der Operationalisierung der Steuerung von Adressenausfallrisiken. Übergeordnetes Ziel ist die Sicherstellung einer angemessenen Portfolioqualität des Kreditportfolios. Hierzu definiert die Kreditrisikostrategie den Kreditrisikoappetit, legt die risikostrategischen Schwerpunkte fest, gibt einen Überblick über die wesentlichen Steuerungskonzepte im Kreditrisikomanagement und leistet damit einen integralen Beitrag zur Wahrung der Risikotragfähigkeit im Konzern. Dabei bedient sich die Kreditrisikostrategie quantitativer und qualitativer Steuerungsinstrumente, die den Entscheidungsträgern klare Orientierung für die Portfoliosteuerung wie auch die Einzelfallentscheidung geben.
Das Kreditrisikomanagement ist eine gemeinschaftliche Aufgabe der Marktseite und der Risikofunktion auf Basis einer konzernweit einheitlichen Kreditrisikokultur. Gesetzestreues und regelkonformes sowie moralisch und ethisch einwandfreies Verhalten sind fester Bestandteil einer Kultur der Integrität und gehören zum Selbstverständnis der Kreditrisikokultur. Dabei werden Adressenausfallrisiken unabhängig von Segmentgrenzen nach einheitlichen Standards beurteilt.
Gemäß dem Prinzip der Three Lines of Defence stellt die Marktseite die erste Verteidigungslinie dar und hat bei Geschäftsentscheidungen Risikoaspekte zu berücksichtigen. Zweite Verteidigungslinie ist die Risikofunktion (Marktfolge und Risikocontrolling), deren Aufgabe in der Steuerung, Begrenzung und Überwachung von Risiken liegt. Die dritte Verteidigungslinie bildet die interne Revision. Deren Aufgabe ist die unabhängige Überprüfung der Prozesse und Sicherheitsvorkehrungen der Bank und somit auch die Beurteilung der Aktivitäten der ersten und zweiten Verteidigungslinie.
Das Group Credit Committee ist das oberste Entscheidungsgremium des operativen Kreditrisikomanagements, das aus jeweils zwei Vertretern der Marktfolge und der Marktseite gebildet wird. Es trifft Entscheidungen im Rahmen der ihm vom Vorstand übertragenen Kompetenzen und ist grundsätzlich für das Management aller Kreditrisiken zuständig. Das Group Credit Committee agiert dabei auf Basis der gültigen Kreditrisikostrategie.
Unterhalb des Group Credit Committee sind Subkreditkomitees angesiedelt, die jeweils auf Basis ihrer Geschäftsordnung und innerhalb der vom Vorstand verabschiedeten Kompetenzen agieren. Sie setzen sich aus mindestens zwei Vertretern der Segmente und zwei Vertreten aus Group Risk Management zusammen. Die Subkreditkomitees sind grundsätzlich für das Management aller Kreditrisiken der jeweils verantworteten Teilportfolios zuständig und ihrerseits berechtigt, im Rahmen der Kompetenzvorgaben bestimmte Kreditentscheidungen weiter zu delegieren.
Für das operative Kreditrisikomanagement auf Portfolio- und Einzelfallebene sind eigenständige Marktfolgeeinheiten verantwortlich. Die Zuständigkeiten sind nach Weißbereich und intensiv-betreutem Geschäft getrennt.# Risikosteuerung
Alle Kreditentscheidungen im Weißbereich sind Risk-Return-Entscheidungen. Markt und Marktfolge nehmen eine gemeinsame Verantwortung für Risiko und Ertrag eines Engagements wahr, wobei die Primärverantwortung der Marktseite für den Ertrag, die der Marktfolgesite für das Risiko besteht. Entsprechend kann im Kreditentscheidungsprozess keine Seite in ihrer Primärverantwortung überstimmt werden. Risikoauffällige Kunden werden durch spezialisierte Intensive-Care-Bereiche bearbeitet. Die Einschaltung dieser Bereiche erfolgt umgehend, wenn definierte Vorstellungskriterien oder zwingende Übergabekriterien erfüllt sind. Die wichtigsten Gründe für die Vorstellung im Aufgabensektor Intensive Care sind Kriterien in Abhängigkeit von Überziehungstagen neben anlassbezogenen Kriterien wie Rating, Zwangsmaßnahmen Dritter oder Kreditbetrug. Die Funktion Intensive Care entscheidet nach den Umständen des Einzelfalls über die weitere Vorgehensweise. Zwingend sind die Kunden in den Aufgabensektor Intensive Care zu übernehmen, wenn der Kunde in Default ist (zum Beispiel wegen Insolvenz). Durch diese abgestufte Vorgehensweise wird sichergestellt, dass risikoauffällige Kunden risikoadäquat und zeitnah von Spezialisten in fest definierten einheitlichen Prozessen betreut werden.
Risikosteuerung
Zur Steuerung der Adressenausfallrisiken bedient sich die Commerzbank eines umfassenden Risikomanagementsystems. Das Steuerungsrahmenwerk beinhaltet Aufbauorganisation, Methoden und Modelle, quantitative und qualitative Steuerungsinstrumente sowie Regularien und Prozesse. Das Risikomanagementsystem gewährleistet hierdurch top-down eine konsistente und durchgängige Steuerung des Gesamtkreditportfolios und der Teilportfolios bis hinunter auf die Einzelengagementebene. Die für die operative Risikosteuerung notwendigen Kennzahlen und Impulse leiten sich aus den übergeordneten Konzernzielen ab. Hierbei ist der Grundsatz der Steuerung auf ein Low-Risk-Profil in allen Geschäftsentscheidungen eng verknüpft mit dem Anspruch der Risikofunktion, die Marktseite angemessen zu unterstützen. Vorzug erhalten Geschäfte und Produkte mit einem niedrigen Komplexitätsgrad. Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Reagibilität einer Kreditlinie beziehungsweise eines Engagements. Quantitative Leitplanken der Kreditrisikostrategie gewährleisten hierbei eine Risikobegrenzung bei schwächeren Bonitäten und Engagements mit hohen Loss-at-Default-Beiträgen (Konzentrationsmanagement), ferner für ausgewählte Teilportfolios mit hohem Risikogewicht oder regulatorischer Relevanz und gegebenenfalls auch für einzelne Produkte mit hohem Portfolioanteil. Details zur Operationalisierung der Leitplanken für ausgewählte Teilportfolios sind in separaten Portfolio-Policies geregelt. Ergänzend definieren qualitative Steuerungsleitplanken in Form von Credit Policies das Zielgeschäft der Bank. Sie regeln für die Einzeltransaktion, mit welcher Art von Geschäften die zur Verfügung gestellten Risikoressourcen ausgenutzt werden sollen. Die Credit Policies sind fest im Kreditprozess verankert. Geschäfte, die nicht den Anforderungen entsprechen, werden über eine festgelegte Kompetenzordnung eskaliert. Konzernleitplanken basieren auf risikoorientierten Trendanalysen (zum Beispiel zur Entwicklung schwächerer Bonitäten im Zeitverlauf) unter Einwertung externer Rahmenbedingungen und interner Vorgaben. Portfolioleitplanken werden insbesondere aus risikoorientierten Stichtagsanalysen (zum Beispiel aus dem Ratingprofil einzelner Assetklassen) abgeleitet. Wesentliche Bestimmungsfaktoren von Produktleitplanken sind Trendanalysen produktspezifischer Risikotreiber (zum Beispiel zum Beleihungsauslauf von Baufinanzierungen). Die Erstellung der Credit- und Portfolio-Policies dagegen beruht primär auf einem mehrstufigen Abstimmungsprozess zwischen den Produkt- und Portfolioverantwortlichen aus Markt und Marktfolge unter Einwertung interner und externer Informationsquellen. Zur Überwachung der Einhaltung kreditrisikostrategischer Vorgaben ist ferner ein laufendes Monitoring und Reporting auf der Ebene des Gesamtkonzerns und der Segmente beziehungsweise der Teilportfolios etabliert. Asset Quality Reviews der Risikofunktion leisten hierbei wichtige Beiträge zur Qualitätssicherung und Risikofrüherkennung. Schwerpunkte der Überwachung variieren je nach Themengebiet und Adressatenkreis. Ad-hoc-Berichtsprozesse sind etabliert. Ferner können Krisenereignisse die Angemessenheit der Kapital- und Liquiditätsausstattung und damit die Risikotragfähigkeit der Bank gefährden. Im Krisenfall sorgt die Task Force Risk Mitigation für die flexible Steuerung konzernweit abgestimmter Entscheidungen. So wurde im Rahmen des Russland-Ukraine-Krieges zu Beginn des Jahres 2022 die Task Force aktiviert, um möglichst zeitnah Auswirkungen auf das Konzernportfolio zu identifizieren und gegensteuern zu können. Etablierte Notfallpläne gewährleisten eine schnelle und effiziente Umsetzung risikomitigierender Maßnahmen. Die Vermeidung von Risikokonzentrationen ist integraler Bestandteil des Risikomanagements. Um das erhöhte Verlustpotenzial aus gleichlaufenden Risikopositionen frühzeitig zu erkennen und zu begrenzen, werden Risikokonzentrationen aktiv gesteuert. Innerhalb des Adressenausfallrisikos werden neben engagementbezogenen Kreditrisikokonzentrationen (Klumpenrisiken) unter anderem auch Länder- und Branchenkonzentrationen betrachtet. Dabei werden segmentspezifische Besonderheiten berücksichtigt. Das Management und der Risikoausschuss des Aufsichtsrats werden turnusgemäß über die Ergebnisse der Analysen informiert.
Steuerungsinstrumente und -ebenen im Überblick
Die im Jahr 2020 im Rahmen des Krisenmanagements unter der Leitung des Chief Credit Risk Officer etablierte Task Force Corona bestand auch im Jahr 2022 in einem reduzierten Umfang fort. Die bestehenden monatlichen Reports wurden in das Standardreporting überführt, sodass die Kontinuität der Informationsweitergabe gewährleistet war. Die EBA-Reportingformate enden im ersten Quartal 2023 mit der letztmaligen Meldung per 31. Dezember 2022. Die etablierten Austauschformate mit den Aufsichtsbehörden fanden weiterhin bis Ende Februar 2022 mit dem Schwerpunkt Corona statt. Nach dem 24. Februar 2022 lag der Fokus des wöchentlichen Austauschs zwischen Joint Supervisory Team (JST) und Credit Risk sowie den vierteljährlichen JST-Meetings mit dem Senior Management auf dem Russland-Ukraine Krieg.
Steuerung der ökonomischen Kapitalbindung
Die Steuerung der ökonomischen Kapitalbindung hat eine angemessene Kapitalausstattung des Commerzbank-Konzerns zum Ziel. Hierfür werden für das ökonomische Risikokapital alle relevanten Risikoarten in der Gesamtrisikostrategie konzernweit mit Limiten versehen, insbesondere wird ein CVaR-Limit festgelegt. Aufgrund der systematisch eingeschränkten Möglichkeiten zur kurzfristigen Reduktion des Ausfallrisikos ist es zur Steuerung des Kreditrisikos wichtig, die erwartete Entwicklung (mittel- und langfristig) zu berücksichtigen. Aus diesem Grund spielen Forecast-Werte der Kreditrisikokennzahlen in der laufenden Steuerung eine wichtige Rolle. Auf Ebene der Segmente und Geschäftsfelder werden Änderungen beim Forecast überwacht und bei Bedarf Steuerungsimpulse abgeleitet. Auf ein kaskadiertes Kapitallimitkonzept für das Kreditrisiko unterhalb der Konzernebene wird verzichtet.
Ratingklassifizierung
Das Ratingverfahren der Commerzbank umfasst 25 Ratingklassen für nicht ausgefallene Kunden (1,0 bis 5,8) und fünf Default-Klassen (6,1 bis 6,5). Die Commerzbank-Masterskala weist jeder Ausfallwahrscheinlichkeit genau eine zeitstabile Ratingklasse zu. Die Ratingverfahren werden jährlich validiert und bei Bedarf rekalibriert, sodass sie vor dem Hintergrund aller tatsächlich beobachtten Ausfälle die jeweils aktuelle Einschätzung widerspiegeln. Die den Ratings zugeordneten Spannweiten der Ausfallwahrscheinlichkeiten sind für alle Portfolios gleich. Dadurch ist entsprechend dem Ansatz der Masterskala eine interne Vergleichbarkeit gewährleistet. Zur Orientierung sind in der Commerzbank-Masterskala externe Ratings sowie die Bonitätsstufen nach Artikel 136 CRR¹ ind ikativ gegenübergestellt. Da bei externen Ratings für verschiedene Portfolios auch unterschiedliche, von Jahr zu Jahr schwankende Ausfallraten beobachtet werden, ist eine direkte Überleitung jedoch nicht möglich. In der unter anderem auf dem Ratingergebnis beruhenden Kreditentscheidung sind die Kreditkompetenzen einzelner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie auch die Kompetenzen der Komitees (Vorstand, Kreditkomitee, Subkreditkomitees) unter anderem nach Engagementgrößen sowie Ratingklassen gestaffelt.
¹ CRR = Capital Requirements Regulation (EU) Nr. 575/2013.
Risikominderung
Die im Rahmen des Risikomanagements berücksichtigten Sicherheiten für die Positionen im Performing-Portfolio veränderten sich im Berichtszeitraum von 123,3 Mrd. auf 126,4 Mrd. Euro und im Default-Portfolio von 1,1 Mrd. Euro auf 1,4 Mrd. Euro. In der Commerzbank findet Kreditrisikominderung unter anderem in Form von Sicherheiten und Aufrechnungsverfahren (Netting) Anwendung. Bei den Sicherheiten handelt es sich insbesondere um Grundschulden, finanzielle Sicherheiten, Garantien, Ausfallbürgschaften, Kreditderivate, Lebensversicherungen, sonstige Registerpfandrechte und sonstige Sachsicherheiten. Kreditrisikominderungseffekte aus der Hereinnahme anerkennungsfähiger Gewährleistungen (Garantien/Bürgschaften, vergleichbare Ansprüche gegenüber Dritten) berücksichtigt die Bank durch Verwendung der Risikoparameter (PD und LGD) des Gewährleistungsgebers beziehungsweise durch die Verwendung der aufsichtsrechtlich vorgegebenen Risikogewichte. Zum Berichtszeitpunkt wurde für Geschäfte im Performing-Portfolio mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 5,5 Mrd. Euro (31. Dezember 2021: 5,9 Mrd. Euro) aufgrund der vollständigen Besicherung keine Risikovorsorge gebildet.Sofern regulatorisch angerechnet, unterliegen Garantiegeber im Rahmen der Bewertung ihrer Haftungserklärung einer Bonitätsprüfung und Ratingfeststellung gemäß ihrer Branchen- und Geschäftszugehörigkeit. Ziel der Bonitätsprüfung ist dabei neben der Bonität auch die Feststellung der maximalen Zahlungsfähigkeit des Garanten. Die Qualität der regulatorisch anerkannten Besicherung wird streng überprüft und laufend überwacht. Dies umfasst insbesondere die Prüfung der rechtlichen Durchsetzbarkeit und die regelmäßige Bewertung der Sicherheiten. Dies erfolgt in Abhängigkeit von der Sicherheitenart in angemessenen Abständen, mindestens jährlich, ansonsten anlassbezogen. Positive Korrelationen zwischen der Bonität des Schuldners und dem Wert der Sicherheit oder Garantie werden im Kredit- und Sicherheitenbearbeitungsprozess festgestellt, betroffene Sicherungsinstrumente finden keine Anrechnung. Die Sicherheitenbearbeitung und -bewertung erfolgt im Wesentlichen außerhalb der Marktseite. Die Bank nimmt für alle Kreditsicherheiten (Sach- und Personensicherheiten) Analysen in Bezug auf Sicherheitenkonzentrationen vor. Hierbei werden verschiedene Dimensionen wie beispielsweise Sicherheitenkategorien, Ratingklassen des Kreditnehmers oder regionale Zuordnungen der Sicherheiten überprüft. Der Vorstand wird regelmäßig in den oben beschriebenen Dimensionen über die Entwicklung des Sicherheitenbestandes und mögliche Auffälligkeiten/Konzentrationen informiert. Die Bewertung und Bearbeitung von Sicherheiten wird durch allgemeingültige Standards sowie sicherheitenartenspezifische Anweisungen (Richtlinien, Prozessbeschreibungen, EDV-Anweisungen) geregelt. Sicherheitenverträge sind rechtlich geprüft; wo möglich werden Standardverträge und Muster genutzt. Die zur Absicherung oder Risikominderung von Krediten aufgestellten Standards, die auch die regulatorischen Anforderungen der CRR berücksichtigen, beinhalten unter anderem:
- Rechtliche und operationelle Standards für Dokumentation und Datenerfassung sowie Bewertungsstandards.
- Einheitlichkeit und Aktualität der Sicherheitenbewertung durch die Festlegung von Bewertungsprozessen, die Vorgabe einheitlicher Bewertungsmethoden, Parameter und definierter Sicherheitsabschläge, die klare Festlegung von Zuständigkeiten und Verantwortung für den Bearbeitungs- und Bewertungsprozess sowie die Vorgabe regelmäßiger Neubewertungsfrequenzen.
- Sonstige Standards zur Berücksichtigung bestimmter Risiken, zum Beispiel operationelle Risiken, Korrelations- und Konzentrationsrisiken, Marktpreisänderungsrisiken (zum Beispiel bei Währungsschwankungen), Länderrisiken, Rechts- und Rechtsänderungsrisiken sowie Risiken eines unzureichenden Versicherungsschutzes.
Commerzbank-Konzern
Die Commerzbank fokussiert ihr Geschäft in den zwei Kundensegmenten Privat- und Unternehmerkunden sowie Firmenkunden. Die konjunkturellen Unsicherheiten und die Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine trüben den makroökonomischen Ausblick immer noch stark ein. Die für die Risikovorsorgeermittlung verwendeten modellbasierten Parameter reflektieren diese Auswirkungen noch nicht vollständig. Das für diesen Sachverhalt gebildete Sekundäreffekte-TLA bildet die vorausschauend erwarteten Effekte angemessen ab. In den restlichen Risikokennzahlen ist die erwartete unsichere Entwicklung derzeit vor allem in den Zahlen für Mittel- und Osteuropa ablesbar, wo sich die aktuelle Situation in einem erhöhten Expected Loss und somit einer höheren Risikodichte niederschlägt.
Kreditrisikokennzahlen
Die Kreditrisikokennzahlen der Ratingklassen 1,0 bis 5,8 verteilen sich im Commerzbank-Konzern wie folgt auf die Segmente:
| Kreditrisikokennzahlen | 31.12.2022 Exposure at Default Mrd. € | 31.12.2022 Expected Loss Mio. € | 31.12.2022 Risikodichte Bp. | 31.12.2022 CVaR Mio. € |
|---|---|---|---|---|
| Privat- und Unternehmerkunden | 204 | 431 | 21 | 2.088 |
| Firmenkunden | 177 | 378 | 21 | 4.299 |
| Sonstige und Konsolidierung | 1 | 137 | 65 | 5 |
| Konzern | 517 | 874 | 17 | 7.571 |
| Kreditrisikokennzahlen | 31.12.2021 Exposure at Default Mrd. € | 31.12.2021 Expected Loss Mio. € | 31.12.2021 Risikodichte Bp. | 31.12.2021 CVaR Mio. € |
|---|---|---|---|---|
| Privat- und Unternehmerkunden | 203 | 408 | 20 | 2.180 |
| Firmenkunden | 174 | 347 | 20 | 4.197 |
| Sonstige und Konsolidierung | 1 | 93 | 2 | 114 |
| Konzern | 470 | 869 | 18 | 8.518 |
1 Im Wesentlichen handelt es sich um Liquiditätsportfolios der Treasury.
2 Ohne Einlagen bei der Deutschen Bundesbank in Höhe von 28 Mrd. Euro.
Das Konzernportfolio zeigt bei der Verteilung auf Basis von PD-Ratings einen Anteil von 87 % in den internen Ratingklassen 1 und 2, die den Investmentbereich abdecken.
| Ratingverteilung EaD | % | 31.12.2022 1,0-1,8 | 31.12.2022 2,0-2,8 | 31.12.2022 3,0-3,8 | 31.12.2022 4,0-4,8 | 31.12.2022 5,0-5,8 |
|---|---|---|---|---|---|
| Privat- und Unternehmerkunden | 30 | 56 | 11 | 2 | 1 |
| Firmenkunden | 19 | 61 | 14 | 4 | 2 |
| Sonstige und Konsolidierung | 77 | 22 | 2 | 0 | 0 |
| Konzern | 38 | 49 | 10 | 2 | 1 |
| Ratingverteilung EaD | % | 31.12.2021 1,0-1,8 | 31.12.2021 2,0-2,8 | 31.12.2021 3,0-3,8 | 31.12.2021 4,0-4,8 | 31.12.2021 5,0-5,8 |
|---|---|---|---|---|---|
| Privat- und Unternehmerkunden | 30 | 55 | 12 | 2 | 1 |
| Firmenkunden | 18 | 62 | 15 | 3 | 2 |
| Sonstige und Konsolidierung | 49 | 47 | 3 | 0 | 0 |
| Konzern | 29 | 56 | 11 | 2 | 1 |
Im Rahmen der Länderrisikoermittlung werden sowohl die Transferrisiken als auch die von Politik und Konjunktur bestimmten Eventrisiken erfasst, die auf die einzelnen Wirtschaftsobjekte des Landes wirken. Die Steuerung der Länderrisiken erfolgt auf Basis von auf Länderebene definierter Transferrisikorahmen. Länderexposures, die aufgrund ihrer Größe für die Commerzbank bedeutend sind, werden gesondert im Kreditkomitee behandelt. Die regionale Verteilung des Exposures entspricht der strategischen Ausrichtung der Bank und spiegelt die Schwerpunkte unserer globalen Geschäftstätigkeit wider.
| Konzernportfolio nach Regionen | 31.12.2022 Exposure at Default Mrd. € | 31.12.2022 Expected Loss Mio. € | 31.12.2022 Risikodichte Bp. | 31.12.2021 Exposure at Default Mrd. € | 31.12.2021 Expected Loss Mio. € | 31.12.2021 Risikodichte Bp. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 312 | 390 | 12 | 257 | 363 | 14 |
| Westeuropa | 85 | 133 | 16 | 96 | 198 | 21 |
| Mittel- und Osteuropa | 53 | 261 | 49 | 55 | 222 | 40 |
| Nordamerika | 40 | 38 | 10 | 37 | 35 | 9 |
| Asien | 16 | 22 | 14 | 15 | 23 | 16 |
| Sonstige | 11 | 30 | 27 | 11 | 28 | 27 |
| Konzern | 517 | 874 | 17 | 470 | 869 | 18 |
Mehr als die Hälfte des Engagements entfällt auf Deutschland, ein knappes Drittel auf andere Länder in Europa, 8 % auf Nordamerika und 3 % auf Asien. Der Rest ist breit diversifiziert und verteilt sich auf eine große Anzahl Länder, in denen insbesondere deutsche Exporteure begleitet werden oder die Commerzbank mit lokalen Einheiten vor Ort präsent ist. Der Expected Loss des Konzernportfolios verteilt sich mehrheitlich auf Deutschland und die restlichen europäischen Länder.
Risikoergebnis
Das Risikoergebnis im Kreditgeschäft des Konzerns belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf - 876 Mio. Euro. (Vorjahreszeitraum: - 570 Mio. Euro). Die nachfolgende Tabelle zeigt die Aufteilung des Risikoergebnisses nach Stages gemäß IFRS 9. In Note 31 des Konzernabschlusses (Kreditrisiken und Kreditverluste) werden Details zu den Stages erläutert; in Note 11 (Risikoergebnis) findet sich die Definition des Risikoergebnisses. Etwaige Marktwertschwankungen aus Fair-Value-Krediten sind nicht im Risikoergebnis enthalten. Sie werden ertragswirksam in der Position "Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten" ausgewiesen.
| Risikoergebnis | Mio. € | 31.12.2022 Stage 1 | 31.12.2022 Stage 2 | 31.12.2022 Stage 3 | 31.12.2022 POCI 1 | 31.12.2022 Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Privat- und Unternehmerkunden | - 5 | - 122 | - 256 | - 8 | - 392 |
| Firmenkunden | - 6 | 65 | - 480 | - 24 | - 446 |
| Sonstige und Konsolidierung | 0 | 53 | - 91 | 0 | - 38 |
| Konzern | - 12 | - 5 | - 827 | - 32 | - 876 |
| Risikoergebnis | Mio. € | 31.12.2021 Stage 1 | 31.12.2021 Stage 2 | 31.12.2021 Stage 3 | 31.12.2021 POCI 1 | 31.12.2021 Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Privat- und Unternehmerkunden | - 23 | - 6 | - 287 | - 3 | - 319 |
| Firmenkunden | 6 | 15 | - 96 | - 75 | - 149 |
| Sonstige und Konsolidierung | 6 | - 35 | - 65 | - 7 | - 101 |
| Konzern | - 11 | - 26 | - 448 | - 85 | - 570 |
1 POCI - Purchased or Originated Credit-impaired.
Gegenüber dem Vorjahr hat sich das Risikoergebnis erhöht und wurde insbesondere durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine belastet. Das hierfür unterjährig gebuchte Top-Level-Adjustment (TLA) besteht zum Jahresende nicht fort, da die nach Exposurereduzierung verbleibenden Risikovorsorgeerfordernisse nun am Einzelgeschäft reflektiert werden. Die direkten Effekte aus der Corona Pandemie haben sich so weit abgeschwächt, dass daraus keine Belastungen mehr erwartet werden. Das Corona-TLA in Höhe von - 523 Mio. Euro wurde deshalb im zweiten Quartal 2022 vollständig aufgelöst. Die konjunkturellen Unsicherheiten und die Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine trüben den makroökonomischen Ausblick immer noch stark ein. Die für die Risikovorsorgeermittlung verwendeten modellbasierten Parameter reflektieren diese Auswirkungen noch nicht vollständig. Das für diesen Sachverhalt im zweiten Quartal gebildete Sekundäreffekte-TLA wurde unterjährig jeweils zu den Quartalsstichtagen überprüft und bildet weiterhin die vorausschauend erwarteten Effekte angemessen ab. Das dem TLA zu Grunde liegende Szenario beinhaltet unter anderem folgende Annahmen:
- Probleme in den Lieferketten und bei der Versorgung von Rohstoffen behindern weiterhin die industrielle Produktion und führen zu steigenden Beschaffungspreisen (zum Beispiel für Papier, Holz, Metalle, Öl).
- Die starken Zinserhöhungen der US-Notenbank führen Anfang 2023 zu einem Rückgang des Wachstums.
- Obwohl die chinesische Regierung ihre Null-Covid-Politik lockert, bleibt das Wachstum aufgrund der Belastungen aus dem Immobiliensektor und der hohen Unternehmensverschuldung unter dem Niveau vor der Pandemie.
- In Europa wirken sich kriegsbedingte hohe Energiekosten erheblich negativ auf das BIP-Wachstum aus und treiben die Inflation weiter in die Höhe.
- Die deutsche Wirtschaft wird belastet durch die steigende Inflation, die schrumpfenden Exportmärkte und das höhere Zinsumfeld, während umfangreiche staatliche Unterstützungsprogramme die höheren Energiekosten etwas dämpfen.
- Die steigende Verbraucherpreisinflation erhöht die Zurückhaltung der Verbraucher im gesamten Euroraum weiter oder löst eine Lohn-Preis-Spirale aus.# Risk Management
General Risk Management
If cost increases can only be passed on to a limited extent, this will significantly burden company profits. The TLA for secondary effects amounts to - 482 million euros as of December 31, 2022. The adequacy of the TLA is continuously reviewed. (For details on the background and adjustment of the TLA, see also Note 31 of the Consolidated Financial Statements (Credit Risks and Credit Losses)). Further drivers of the risk result in the reporting period can be found in the following explanations of the segments. With the pessimistic scenario described in Note 31 of the Consolidated Financial Statements (Credit Risks and Credit Losses), Commerzbank simulates, in addition to its current approach to determining risk provision, possible effects of credit rating deteriorations that could follow a rationing of the gas supply due to a significant shortage of Russian gas supply (compared to the status as of December 31, 2022), while simultaneously assuming direct or indirect government support measures for any affected households and companies. The analysis shows that if this scenario were to materialize contrary to current expectations, there would be an increased need for risk provision of approximately - 600 million euros.
Default Portfolio
The Group's default portfolio increased by 1,502 million euros in 2022 and stood at 5,658 million euros at the end of the year. In 2022, additions to the default portfolio were primarily characterized by individual exposures in the Corporate Clients segment and in the Other and Consolidation area, as a result of the Russian war of aggression against Ukraine. The following presentation of the default portfolio shows the defaulted receivables for the Amortised Cost and Fair Value OCI (OCI - Other Comprehensive Income) categories. The loans are almost exclusively attributable to the Amortised Cost category. The vast majority, at 5.4 billion euros (December 31, 2021: 3.9 billion euros), is accounted for by the Loans and Receivables class, while 249 million euros (December 31, 2021: 244 million euros) are attributable to off-balance-sheet transactions. As of December 31, 2022, the volume of defaulted securities attributable to the Securitised Debt Instruments class amounts to 0 million euros (December 31, 2021: 3 million euros category Fair Value OCI). The collateral shown fully covers loans in the Amortised Cost category, with 1,373 million euros (December 31, 2021: 1,087 million euros) attributable to loans and receivables and 16 million euros (December 31, 2021: 27 million euros) to off-balance-sheet transactions. As of December 31, 2022, 57 million euros of default volume for credit business in the Fair Value OCI category are reported (December 31, 2021: 0 million euros).
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|
| **Default-Portfolio Konzern | Mio. €** | |
| Kredite | 5.601 | 4.152 |
| Wertpapiere | 57 | 3 |
| Gesamt | 5.658 | 4.156 |
| LLP¹ | 2.256 | 2.055 |
| Coverage Ratio exkl. Sicherheiten (%)² | 40 | 49 |
| Sicherheiten | 1.389 | 1.109 |
| Coverage Ratio inkl. Sicherheiten (%)² | 65 | 76 |
| NPE-Ratio (%)³ | 1,1 | 0,9 |
1 Loan Loss Provision.
2 Coverage Ratio: LLP (and collateral) as a percentage of the default portfolio.
3 NPE-Ratio: Non-performing loans as a percentage of total loans according to the EBA Risk Dashboard.
Commerzbank uses the definition according to Article 178 CRR as the criterion for default. The EBA guidelines on the application of the default definition according to Article 178 of Regulation (EU) No. 575/2013 are taken into account. The default portfolio is divided into the following 5 classes depending on the type of default criterion:
- Rating class 6.1: Overdraft greater than 90 days
- Rating class 6.2: Unlikely-to-pay
- Rating class 6.3: The bank is accompanying the restructuring/crisis-related restructuring of the customer with concessions
- Rating class 6.4: The bank is terminating the receivables
- Rating class 6.5: The customer is insolvent
The following table shows the distribution of the default portfolio across the 5 rating classes:
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| **Ratingklassen Konzern | Mio. €** | 6,1 | 6,2/6,3 | 6,4/6,5 | Gesamt | 6,1 |
| Default-Portfolio | 739 | 3.295 | 1.624 | 5.658 | 668 | 1.722 |
| LLP | 259 | 1.094 | 902 | 2.256 | 274 | 690 |
| Sicherheiten | 299 | 641 | 450 | 1.389 | 287 | 441 |
| Coverage Ratio inkl. Sicherheiten (%) | 76 | 53 | 83 | 64 | 84 | 66 |
Overdrafts in the White Paper
To avoid an increase in the default portfolio, overdrafts at Commerzbank are closely monitored. In addition to the "overdraft-greater-than-90-days" trigger event, there has been IT-supported overdraft management from the first day of an overdraft. The following table shows the overdraft volume outside the default portfolio based on the exposure at default at the end of December 2022. Changes can also be due to short-term overdrafts:
| 31.12.2022 EaD Mio. € | 31.12.2021 EaD Mio. € | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| > 0 ≤ 30 Tage | > 30 ≤ 60 Tage | > 60 ≤ 90 Tage | > 90 Tage | Gesamt | > 0 ≤ 30 Tage | > 30 ≤ 60 Tage | > 60 ≤ 90 Tage | > 90 Tage | Gesamt | |
| Privat- und Unternehmerkunden | 724 | 90 | 45 | 1 | 861 | 568 | 80 | 38 | 0 | 686 |
| Firmenkunden | 2.752 | 41 | 25 | 0 | 2.819 | 1.553 | 62 | 0 | 0 | 1.615 |
| Konzern¹ | 3.476 | 131 | 70 | 1 | 3.680 | 2.121 | 142 | 38 | 0 | 2.301 |
1 Including Other and Consolidation.
Segment Private and Entrepreneurial Clients
The Private and Entrepreneurial Clients (PUK) segment comprises activities with private and entrepreneurial clients, in Private Banking and Wealth Management, as well as with customers of the comdirect and Commerz Real brands. The mBank is also included in the Private and Entrepreneurial Clients segment. The focus of the portfolio is on classic home financing and the financing of real estate investments (private construction financing and investment properties with a total EaD of 103 billion euros). We largely provide credit to our entrepreneurial clients through individual loans with a volume of 29 billion euros. In addition, we cover the everyday credit needs of our clients through consumer loans (overdraft facilities, installment loans, and credit cards with a total of 15 billion euros). The realignment in sales per October 2022, resulting from Strategy 2024, led to shifts in credit risk key figures in the sub-segments, particularly from Private Clients to Private Banking. The risk density of the portfolio has increased by 21 basis points compared to the previous year.
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kreditrisikokennzahlen | Exposure at Default Mrd. € | Expected Loss Mio. € | Risikodichte Bp. | Exposure at Default Mrd. € | Expected Loss Mio. € | Risikodichte Bp. |
| Private Kunden | 64 | 91 | 14 | 83 | 108 | 13 |
| Unternehmerkunden | 30 | 53 | 18 | 35 | 54 | 15 |
| comdirect | 2 | 6 | 28 | 2 | 5 | 24 |
| Commerz Real | 0 | 0 | 5 | 0 | 0 | 10 |
| Private Banking | 35 | 31 | 9 | 11 | 9 | 8 |
| Wealth Management | 27 | 29 | 11 | 26 | 25 | 10 |
| mBank | 46 | 221 | 49 | 45 | 207 | 46 |
| PUK | 204 | 431 | 21 | 203 | 408 | 20 |
In the Private and Entrepreneurial Clients segment, the risk result for the 2022 financial year was - 392 million euros (previous year - 319 million euros). The increase is largely attributable to the formation of the secondary effects TLA. The necessity of the secondary effects TLA remains due to the crisis-related uncertainty of the economic development (e.g., increased costs for energy) and thus continues for the year 2023. The TLA amounts to - 189 million euros as of December 31, 2022, and was fully recognized in profit and loss in 2022. Of this, - 70 million euros are attributable to the Private Clients portfolio and - 112 million euros to the Entrepreneurial Clients portfolio, among others. Consumption and dissolution of the Corona TLA resulted in a relief of 126 million euros. The risk provision of mBank is driven by the difficult economic and geopolitical situation and amounts to - 174 million euros as of December 31, 2022 (previous year - 187 million euros). It benefits from reliefs from portfolio sales and, in some areas, from the economic recovery after the Corona pandemic. At the reporting date, the segment's default portfolio was almost at the same level as the previous year at 1,842 million euros (December 31, 2021: 1,846 million euros).
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|
| **Default-Portfolio Segment PUK | Mio. €** | |
| Kredite | 1.842 | 1.846 |
| Wertpapiere | 0 | 0 |
| Gesamt | 1.842 | 1.846 |
| LLP | 841 | 826 |
| Coverage Ratio exkl. Sicherheiten (%) | 46 | 45 |
| Sicherheiten | 707 | 717 |
| Coverage Ratio inkl. Sicherheiten (%) | 84 | 84 |
Segment Corporate Clients
The Corporate Clients (FK) segment bundles the business with medium-sized corporate clients, the public sector, institutional clients, and multinational corporations. Furthermore, the segment is responsible for the Group's relationships with domestic and foreign banks and financial institutions, as well as central banks. The regional focus of our activities is in Germany and Western Europe. This segment also bundles the Group's customer-oriented capital market activities. The segment's EaD has increased from 174 billion euros to 177 billion euros compared to December 31 of the previous year. The risk density has increased from 20 basis points to 21 basis points. For details on the development of the Financial Institutions portfolio, please refer to pages 128 f.
| Kreditrisikokennzahlen | Exposure at Default Mrd. € | Expected Loss Mio. € | Risikodichte Bp. | Exposure at Default Mrd. € | Expected Loss Mio. € | Risikodichte Bp. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |||||
| 77 | ||||||
| 23 | ||||||
| 77 | ||||||
| 20 |
International Corporates
64
20
60
20
Financial Institutions
22
28
21
23
Sonstige
14
12
16
14
FK
177
21
174
20
Das Risikoergebnis des Segments Firmenkunden lag im Geschäftsjahr 2022 bei - 446 Mio. Euro (Vorjahr: - 149 Mio. Euro). Das Segment wurde im Vergleich zum Vorjahr insbesondere durch die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine belastet. Der Anteil des auf das Segment entfallende Sekundäreffekte-TLA beträgt - 284 Mio. Euro zum 31. Dezember 2022, die vollständig im Jahr 2022 erfolgswirksam zugeführt wurden. Der TLA-Bedarf ergab sich aus den auf Basis des makroökonomischen Szenarios überprüften und teilweise angepassten Annahmen für Branchen/Teilportfolios, für die indirekte Auswirkungen zu erwarten sind. Als relevante Beispiele sind hier die Automobilindustrie mit hoher Anfälligkeit ihrer Lieferketten sowie die Verfügbarkeit und Kosten von Ressourcen zu nennen. Die Metallindustrie sieht sich mit hohen Preisen für Ressourcen und Energie bei gleichzeitig sinkender Nachfrage konfrontiert. Im Maschinenbau können Preiserhöhungen nur mit Verzögerung an die Kunden weitergegeben werden. Im Einzelhandel führt sinkende Kaufkraft der Verbraucher zu geringerem Absatz. Für das Jahr 2023 werden daraus resultierende Ratingmigrationen sowie Ausfälle erwartet, welche aktuell in der modellbasierten Risikovorsorgeermittlung noch nicht reflektiert sind und demzufolge über das TLA abgedeckt werden. Aus Verbrauch und Auflösung des Corona-TLA ergab sich im Geschäftsjahr 2022 eine Entlastung in Höhe von 392 Mio. Euro. Das Default-Portfolio des Segments lag zum Jahresende 2022 bei 2.811 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 2.096 Mio. Euro). Der Zuwachs im Jahr 2022 resultiert insbesondere durch Zugänge von Einzelengagements ins Default-Portfolio in Folge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im International-Corporates-Portfolio.
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31.12.2022
31.12.2021
| Default-Portfolio | Segment FK | Mio. € | Kredite | Wertpapiere | Gesamt | Kredite | Wertpapiere | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Default-Portfolio | 2.811 | 0 | 2.811 | 2.092 | 3 | 2.096 | ||
| LLP | 1.174 | 0 | 1.174 | 1.076 | 0 | 1.076 | ||
| Coverage Ratio exkl. Sicherheiten (%) | 42 | - | 42 | 51 | - | 51 | ||
| Sicherheiten | 681 | 0 | 681 | 387 | 0 | 387 | ||
| Coverage Ratio inkl. Sicherheiten (%) | 66 | - | 66 | 70 | - | 70 |
Im Bereich Sonstige und Konsolidierung lag das Risikoergebnis im Geschäftsjahr 2022 bei - 38 Mio. Euro (Vorjahr: - 101 Mio. Euro). Treiber für die Risikovorsorge im Jahr 2022 war die negative Entwicklung eines Einzelengagements, die eine Erhöhung der bestehenden Risikovorsorge erforderte. Auf das Sekundäreffekte-TLA entfallen für das Segment - 9 Mio. Euro.
Weitere Portfolioanalysen
Die folgenden Analysen sind unabhängig von der bestehenden Segmentzugehörigkeit zu verstehen. Die dargestellten Positionen sind bereits vollständig in den vorherigen Konzern- und Segmentdarstellungen enthalten.
Corporates-Portfolio nach Branchen
Die deutschen Industriesektoren haben die Belastungen der Corona-Pandemie sowie die unmittelbaren Effekte des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine insgesamt gut verkraftet, wozu auch staatliche Kredit- und Unterstützungsprogramme beigetragen haben. Gleichwohl ist die Recovery unterschiedlich und nicht alle Branchen haben das Umsatz- und Ertragsniveau von vor der Corona-Pandemie erreicht. Aktuell belasten weiterhin die mittelbaren Folgen des Krieges in der Ukraine, insbesondere ein erhöhtes Preisniveau. Energie- und Rohstoffpreise sind signifikant angestiegen, die Inflation hat ein Niveau erreicht, das die wenigsten erwartet hätten. In der Folge war auch ein spürbarer Zinsanstieg zu verzeichnen. Aufgrund unverändert robuster Nachfrage und einsetzender Nachholeffekte infolge von Entspannungen bei den Lieferketten gelingt es den Unternehmen größtenteils, in der Breite die gestiegenen Kosten weiterzugeben. Allerdings wird sich abhängig von der Lohnentwicklung und den Energiepreisen das verfügbare Haushaltseinkommen reduzieren und nachfragedämpfend wirken, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Unternehmensgewinne. Investitionen in den Umweltschutz und CO₂-neutrale Produktion werden erhebliche Investitionen benötigen. Auch die Reduzierung von Abhängigkeiten und die Sicherstellung einer stabilen Lieferkette führen zu Kostenbelastungen. Wir sehen unsere Kunden aber hier in der Breite gut aufgestellt. Maßgeblich für die mittelfristige Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft wird sein, dass sich Energiepreise in Deutschland und Europa stabilisieren und insbesondere in Deutschland ein wettbewerbsfähiges Preisniveau hergestellt wird. Ferner muss sichergestellt sein, dass der nationale Gasbedarf gedeckt ist. Eine Gasmangellage könnte zu erheblichen Belastungen und Verwerfungen führen. Corona ist in China in der Breite der Bevölkerung angekommen, Störungen der Lieferkette könnten die Folge sein. Eventuelle Mutationen würden die Welt erneut vor große Herausforderungen stellen. Das Corporates-Exposure verteilt sich wie nachfolgend dargestellt auf die Branchen:
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31.12.2022
31.12.2021
| Corporates-Portfolio nach Branchen | Exposure at Default Mrd. € | Expected Loss Mio. € | Risikodichte Bp. | Exposure at Default Mrd. € | Expected Loss Mio. € | Risikodichte Bp. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Konsum | 14 | 39 | 27 | 16 | 38 | 24 |
| Technologie/Elektronik | 14 | 29 | 20 | 15 | 27 | 18 |
| Großhandel | 12 | 28 | 24 | 13 | 37 | 27 |
| Energieversorgung/Umwelt | 12 | 28 | 24 | 22 | 51 | 23 |
| Automobil | 10 | 24 | 25 | 10 | 30 | 30 |
| Transport/Tourismus | 9 | 27 | 30 | 13 | 46 | 37 |
| Grundstoffe/Metall | 8 | 15 | 18 | 10 | 25 | 24 |
| Dienstleistungen/Medien | 8 | 17 | 21 | 10 | 28 | 28 |
| Chemie/Verpackung | 8 | 19 | 23 | 8 | 26 | 31 |
| Maschinenbau | 8 | 15 | 20 | 7 | 19 | 25 |
| Bau | 4 | 8 | 18 | 5 | 12 | 22 |
| Pharma/Gesundheitswesen | 4 | 8 | 20 | 6 | 25 | 42 |
| Sonstige | 3 | 78 | 26 | 5 | 3 | 6 |
| Gesamt | 142 | 335 | 24 | 141 | 367 | 26 |
1 Die Definition der Branchen wurde im Januar 2022 angepasst; die Werte zum 31. Dezember 2022 sind mit den Werten zum 31. Dezember 2021 daher nur eingeschränkt vergleichbar.
Financial-Institutions-Portfolio
Mit unserem Korrespondenzbankennetz standen weiterhin Trade-Finance-Aktivitäten im Interesse unserer Firmenkunden sowie Kapitalmarktaktivitäten im Vordergrund. Im Derivatebereich werden Transaktionen mit ausgewählten Gegenparteien nach den Standards der European Market Infrastructure Regulation (EMIR) abgeschlossen. Die Auswirkungen von aufsichtsrechtlichen Vorgaben auf Banken beobachten wir weiterhin eng. In diesem Zusammenhang verfolgen wir unverändert die Strategie, möglichst wenige Exposures zu halten, die im Falle eines Bail-in des betroffenen Instituts Verluste erleiden könnten. Die Entwicklung diverser Länder bei individuellen Themen wie Rezessionen, Embargos oder wirtschaftlicher Unsicherheit aufgrund politischer Ereignisse (derzeit insbesondere die Invasion Russlands in der Ukraine) verfolgen wir eng und reagieren mit einer flexiblen, auf die jeweilige Situation des Landes abgestimmten Portfoliosteuerung. Dies gilt sowohl für Verwerfungen, die noch aus der Corona-Pandemie bestehen, sowie die Entwicklung von Energiepreisen und Energieversorgung als auch die Auswirkungen der steigenden Inflation. All dies wirkt sich stark auf das operative Umfeld unserer Korrespondenzbanken sowohl in Industrieländern als auch in Entwicklungsländern aus. Insgesamt richten wir unseren Risikoappetit danach aus, das Portfolio möglichst reagibel zu halten.
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31.12.2022
31.12.2021
| FI-Portfolio nach Regionen | Exposure at Default Mrd. € | Expected Loss Mio. € | Risikodichte Bp. | Exposure at Default Mrd. € | Expected Loss Mio. € | Risikodichte Bp. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 61 | 6 | 1 | 5 | 4 | 9 |
| Westeuropa | 17 | 7 | 4 | 15 | 10 | 7 |
| Mittel- und Osteuropa | 13 | 41 | 30 | 2 | 9 | 44 |
| Nordamerika | 12 | 0 | 0 | 2 | 1 | 2 |
| Asien | 8 | 14 | 17 | 5 | 15 | 28 |
| Sonstige | 7 | 22 | 30 | 6 | 18 | 31 |
| Gesamt | 119 | 90 | 8 | 35 | 56 | 16 |
Non-Bank-Financial-Institutions-Portfolio
Das Non-Bank-Financial-Institutions-(NBFI-)Portfolio umfasst hauptsächlich Versicherungsgesellschaften, Asset-Manager, regulierte Fonds sowie zentrale Gegenparteien. Die regionalen Schwerpunkte der Geschäftsaktivitäten liegen in Deutschland, Westeuropa sowie den Vereinigten Staaten von Amerika und Asien. Neugeschäfte mit NBFIs erfolgen einerseits vor dem Hintergrund regulatorischer Anforderungen (Clearing über zentrale Gegenparteien) und andererseits im Interesse unserer institutionellen Kunden, wobei sich die Commerzbank auf attraktive Opportunitäten mit Adressen guter Bonität beziehungsweise werthaltiger Besicherung fokussiert. Unter Portfoliomanagement-Gesichtspunkten verfolgen wir dabei als Ziel die Gewährleistung einer hohen Portfolioqualität und -reagibilität. Risiken aufgrund globaler Ereignisse wie Rezessionen, Embargos oder wirtschaftlicher Unsicherheit aufgrund politischer Ereignisse (derzeit insbesondere die Invasion Russlands in der Ukraine) verfolgen wir eng und reagieren mit einer flexiblen, auf die jeweilige Situation abgestimmten Steuerung. Dies gilt auch für die aktuellen Themen der Entwicklung des Zinsniveaus, von Energiepreisen sowie Auswirkungen der gestiegenen Inflation.
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31.12.2022
31.12.2021
| NBFI-Portfolio nach Regionen | Exposure at Default Mrd. € | Expected Loss Mio. € | Risikodichte Bp. | Exposure at Default Mrd. € | Expected Loss Mio. € | Risikodichte Bp. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 19 | 20 | 11 | 18 | 18 | 10 |
| Westeuropa | 15 | 20 | 13 | 13 | 18 | 14 |
| Mittel- und Osteuropa | 2 | 12 | 70 | 2 | 14 | 75 |
| Nordamerika | 8 | 8 | 10 | 9 | 5 | 6 |
| Asien | 2 | 3 | 18 | 1 | 1 | 11 |
| Sonstige | 1 | 2 | 22 | 1 | 3 | 39 |
| Gesamt | 46 | 65 | 14 | 44 | 60 | 14 |
Originatorenpositionen
Die Commerzbank hat im Laufe der vergangenen Jahre aus Gründen des Kapitalmanagements Verbriefungen von Kreditforderungen gegenüber Kunden mit einem aktuellen Volumen von 10,3 Mrd. Euro (31. Dezember 2021: 11,5 Mrd. Euro) vorgenommen. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 wurden Risikopositionen in Höhe von 8,8 Mrd. Euro (31. Dezember 2021: 9,8 Mrd. Euro) zurückbehalten. Der weitaus größte Teil aller Positionen entfiel mit 8,7 Mrd. Euro (31. Dezember 2021: 9,6 Mrd. Euro) auf Senior-Tranchen, die nahezu vollständig gut bis sehr gut geratet sind. Die Commerzbank plant, im ersten Quartal 2023 eine synthetische Transaktion mit einem Volumen von 3,2 Mrd. Euro zu begeben, der Forderungen an Unternehmen zugrunde liegen werden.# Verbriefungspool
| Mrd. € | Fälligkeit | Senior | Mezzanine | First Loss Piece | Gesamtvolumen | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 Corporates | 2025 - 2036 | 8,7 | < 0,1 | 0,1 | 10,3 | |
| Gesamt 31.12.2022 | 8,7 | < 0,1 | 0,1 | 10,3 | ||
| Gesamt 31.12.2021 | 9,6 | < 0,1 | 0,2 | 11,5 |
1 Tranchen/Rückbehalte (nominal): Anlage- und Handelsbuch.
Conduit Exposure und sonstige Asset-backed Exposures
Die Commerzbank stellt Finanzierungen zur Verbriefung von Forderungen - insbesondere Handels- und Leasingforderungen - von Kunden des Segments Firmenkunden bereit. Hierbei fungiert die Commerzbank im Wesentlichen als Arrangeur von Asset-backed-Securities-Transaktionen über das von der Commerzbank gesponserte Multiseller-Conduit Silver Tower. Das Volumen sowie die Risikowerte für die Verbriefung von Forderungen aus dem Firmenkundensegment sind im Jahr 2022 stabil bei 3,9 Mrd. Euro geblieben. Das Liquiditätsrisiko subsumiert das Risiko, dass die Commerzbank ihren tagesaktuellen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Die Liquiditätsrisiken aus Verbriefungen werden im Rahmen des internen Liquiditätsrisikomodells risikoadäquat modelliert. Bei variabel ausnutzbaren Geschäften wird unterstellt, dass die den Zweckgesellschaften gestellten Ankaufsfazilitäten für die Dauer ihrer Laufzeit nahezu vollständig und bis zur Fälligkeit der letzten finanzierten Forderung durch die Commerzbank refinanziert werden müssen. Verbriefungen werden nur dann als liquide Aktiva berücksichtigt, wenn es sich um zentralbankfähige Positionen handelt. Diese Positionen werden nur unter Anwendung von risikoadäquaten Abschlägen in der Liquiditätsrisikorechnung berücksichtigt. Die sonstigen Asset-backed Exposures umfassen im Wesentlichen staatsgarantierte ABS-Papiere gehalten in der Commerzbank Finance S Covered Bond S.A. sowie der Commerzbank AG Inland. Das Volumen ging im Geschäftsjahr 2022 auf 3,4 Mrd. Euro zurück (Dezember 2021: 3,9 Mrd. Euro), ebenso die Risikowerte¹ mit 3,4 Mrd. Euro (Dezember 2021: 3,9 Mrd. Euro). Weiterhin bestehen Investitionen im Bereich Structured Credit. Von diesen wurden 7,1 Mrd. Euro seit 2014 als Neuinvestitionen getätigt (Dezember 2021: 6,9 Mrd. Euro). Wir haben in Anleihen von Senior-Tranchen aus Verbriefungstransaktionen der Assetklassen Consumer-(Auto-)ABS, UK-RMBS und CLO investiert, die eine robuste Struktur und ein moderates Risikoprofil aufweisen. Zum 31. Dezember 2022 befanden sich (wie zum Jahresabschluss 2021) ausschließlich CLO-Positionen mit AAA-Ratings in diesem Portfolio. Verbleibende Positionen im Volumen von 0,2 Mrd. Euro waren bereits vor 2014 im Bestand (Dezember 2021: 0,2 Mrd. Euro), die Risikowerte dieser Positionen lagen bei 0,1 Mrd. Euro (Dezember 2021: 0,2 Mrd. Euro).
¹ Der Risikowert stellt den Balance Sheet Value von Cashinstrumenten dar, bei Long-CDS-Positionen setzt er sich aus dem Nominalwert des Referenzinstruments abzüglich des Barwertes des Kreditderivats zusammen.
Forbearance-Portfolio
Die Definition der EBA von Forbearance (Übersetzung: Stundung, Tilgungsstreckung oder Duldung, Nachsichtigkeit) setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen, die gleichzeitig erfüllt sein müssen: Der Kunde muss sich in finanziellen Schwierigkeiten befinden und die Bank muss Maßnahmen in Form von Zugeständnissen gegenüber dem Kunden genehmigen, die sie unter anderen Umständen nicht zu genehmigen bereit gewesen wäre. Als Zugeständnisse gelten beispielsweise Stundungen, Limit- beziehungsweise Krediterhöhungen und Verzichte im Rahmen von Restrukturierungen. Die Forbearance-Definition gilt unabhängig davon, ob sich der Kunde im Performing- oder im Non-Performing-Portfolio befindet. Die nachfolgenden Übersichten zeigen das gesamte Forbearance-Portfolio der Commerzbank auf Basis der EBA-Definition sowie die Risikovorsorge für diese Positionen:
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Forbearance-Portfolio nach Segmenten | Forborne Exposure Mio. € | LLP Mio. € | LLP Coverage Ratio % | Forborne Exposure Mio. € | LLP Mio. € | LLP Coverage Ratio % |
| Privat- und Unternehmerkunden | 1.064 | 195 | 18 | 920 | 140 | 15 |
| Firmenkunden | 1.951 | 503 | 26 | 2.240 | 413 | 18 |
| Sonstige und Konsolidierung | 213 | 212 | 100 | 207 | 142 | 69 |
| Konzern | 3.228 | 909 | 28 | 3.367 | 695 | 21 |
Nach Regionen stellte sich das Portfolio wie folgt dar:
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Forbearance-Portfolio nach Regionen | Forborne Exposure Mio. € | LLP Mio. € | LLP Coverage Ratio % | Forborne Exposure Mio. € | LLP Mio. € | LLP Coverage Ratio % |
| Deutschland | 2.045 | 489 | 24 | 1.744 | 390 | 22 |
| Westeuropa | 412 | 261 | 63 | 858 | 183 | 21 |
| Mittel- und Osteuropa | 623 | 148 | 24 | 472 | 112 | 24 |
| Nordamerika | 11 | 0 | 1 | 8 | 1 | 7 |
| Asien | 90 | 5 | 6 | 220 | 1 | 1 |
| Sonstige | 46 | 7 | 15 | 65 | 8 | 13 |
| Konzern | 3.228 | 909 | 28 | 3.367 | 695 | 21 |
Der Rückgang des Forbearance Exposures im Jahr 2022 stammt überwiegend von Firmenkunden. Die LLP Coverage Ratio hat sich dabei auf Konzernebene auf 28% erhöht. Zusätzlich zur LLP in Höhe von 909 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 695 Mio. Euro) sind die Risiken im Forbearance-Portfolio durch Sicherheiten in Höhe von insgesamt 1.067 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 1.179 Mio. Euro) abgedeckt.
Marktrisiken
Marktrisiken drücken die Gefahr möglicher ökonomischer Wertverluste aus, die durch die Veränderung von Marktpreisen (Zinsen, Rohwaren, Credit Spreads, Währungs- und Aktienkursen) oder sonstiger preisbeeinflussender Parameter (Volatilitäten, Korrelationen) entstehen. Die Wertverluste können unmittelbar erfolgswirksam werden, zum Beispiel bei Handelsbuchpositionen. Im Fall von Anlagebuchpositionen werden sie hingegen grundsätzlich in der Neubewertungsrücklage beziehungsweise in den Stillen Lasten/Reserven berücksichtigt.
Strategie und Organisation
Die Marktrisikostrategie der Commerzbank leitet sich aus der Gesamtrisikostrategie und den Geschäftsstrategien der einzelnen Segmente ab. Sie legt die Ziele des Marktrisikomanagements im Hinblick auf die wesentlichen Geschäftsaktivitäten der Commerzbank fest. Die Kernaufgaben des Marktrisikomanagements sind die Identifikation aller wesentlichen Marktrisiken und Marktrisikotreiber sowie deren unabhängige Messung und Bewertung. Auf diesen Ergebnissen und Einschätzungen baut die risiko- und ertragsorientierte Steuerung auf. Der Vorstand der Commerzbank ist für ein effektives Management von Marktrisiken in der gesamten Commerzbank-Gruppe verantwortlich. Bestimmte Kompetenzen und Verantwortlichkeiten hinsichtlich der Marktrisikosteuerung wurden an das zuständige Marktrisikokomitee übertragen. Im Group Market Risk Committee erörtern Vertreter der Geschäftsfelder, der Risikofunktion und des Finanzbereichs aktuelle Fragen der Risikopositionierung und beschließen entsprechende Steuerungsmaßnahmen. Das monatlich einberufene Group Market Risk Committee beschäftigt sich unter Vorsitz der Risikofunktion mit der Marktrisikoposition der Commerzbank-Gruppe. Basis der Diskussion ist der monatliche Marktrisikobericht, der auch im Vorstand vorgestellt und diskutiert wird. Der Bericht fasst die aktuellen Entwicklungen an den Finanzmärkten, die Positionierung der Bank sowie die daraus abgeleiteten Risikokennzahlen zusammen. Der Risikomanagementprozess besteht aus Risikoidentifikation, Risikomessung, Steuerung, Monitoring und Reporting. Er liegt funktional in der Verantwortung des handelsunabhängigen Marktrisikomanagements. Das zentrale Marktrisikomanagement wird ergänzt durch dezentrale Marktrisikomanagement-Einheiten auf Segmentebene sowie für regionale Einheiten beziehungsweise Tochtergesellschaften. Durch die enge Verbindung von zentralem und lokalem Risikomanagement mit den Geschäftseinheiten beginnt der Risikomanagementprozess bereits in den Handelsbereichen. Die Handelseinheiten sind insbesondere für das aktive Management der Marktrisikopositionen, zum Beispiel Abbaumaßnahmen oder Hedging, verantwortlich.
Risikosteuerung
Die Commerzbank nutzt ein vielfältiges quantitatives und qualitatives Instrumentarium zur Steuerung und Überwachung der Marktrisiken. Quantitative Vorgaben für Sensitivitäten, Value-at-Risk-(VaR-)Kennzahlen, Stresstests und Szenarioanalysen sowie Kennziffern zum ökonomischen Kapital limitieren das Marktrisiko. Unser umfangreiches Regelwerk in Form von Marktrisiko-Policies und -Guidelines sowie Vorgaben zur Portfoliostruktur, zu neuen Produkten, Laufzeitbegrenzungen oder Mindest-Ratings bilden den qualitativen Rahmen für das Management des Marktrisikos. In der Marktrisikostrategie ist die Gewichtung der Kennzahlen je Segment hinsichtlich ihrer Relevanz festgelegt, um der unterschiedlichen Bedeutung für die Steuerung der Segmente im Einklang mit der Geschäftsstrategie Rechnung zu tragen. Die interne Steuerung der Marktrisiken erfolgt auf Konzernebene, Segmentebene und den darunter liegenden Einheiten. Ein umfassendes internes Limitsystem bis auf Portfolioebene ist implementiert und bildet einen Kernpunkt der internen Marktrisikosteuerung. Das Marktpreisrisiko begrenzende quantitative und qualitative Faktoren werden aus der konzernweiten ökonomischen Kapitalsteuerung abgeleitet und von den Marktrisikokomitees festgelegt. Die Auslastung der Limite wird zusammen mit den relevanten Ergebniszahlen täglich an den Vorstand und die zuständigen Leiter der Konzernbereiche berichtet. Aufbauend auf qualitativen Analysen und quantitativen Kennzahlen identifiziert die Marktrisikofunktion mögliche zukünftige Risiken, antizipiert in Zusammenarbeit mit der Finanzfunktion mögliche ökonomische Wertverluste und erarbeitet Maßnahmenvorschläge, die mit den Markteinheiten besprochen werden. Die Votierung der vorgeschlagenen Maßnahmen beziehungsweise Risikopositionen erfolgt in dem oben genannten Marktrisikokomitee und wird anschließend dem Vorstand zur Entscheidung vorgelegt. Risikokonzentrationen werden durch spezifische Limite direkt begrenzt beziehungsweise auf indirekte Weise (zum Beispiel durch Stresstestlimite) vermieden. Darüber hinaus stellt die Kombination verschiedener klassischer Risikomaße (zum Beispiel VaR, Sensitivitäten) ein angemessenes Risikomanagement von Konzentrationen sicher. Zusätzlich werden regelmäßig Risikotreiber analysiert, um Konzentrationen zu identifizieren.# Risikomanagement
Das Risikomanagement bestehender Konzentrationen wird dabei auch durch situationsgetriebene Analysen überprüft und gegebenenfalls durch gezielte Maßnahmen, zum Beispiel Limite, ergänzt. Sollte es in Einzelfällen zu Limitüberschreitungen kommen, werden diese in einem separaten Eskalationsprozess behandelt. Nach Identifikation der Limitüberschreitung werden von Frontoffice und Risikoeinheiten adäquate Gegenmaßnahmen erarbeitet. Sollte die Limitüberschreitung nicht innerhalb eines angemessenen Zeitraums behoben werden können, wird sie von der Marktrisikofunktion unter Einbindung der nächsten Hierarchieebene eskaliert. Regulatorische Risikomaße, die in der ökonomischen Risikotragfähigkeit nicht enthalten sind, werden separat limitiert und gesteuert. Darunter fallen beispielweise Stressed VaR und Incremental Risk Charge. In der internen Steuerung werden alle marktrisikorelevanten Positionen abgedeckt und Handelsbuch- sowie Anlagebuchpositionen gemeinsam gesteuert. Für regulatorische Zwecke erfolgt zusätzlich eine separate Steuerung des Handelsbuches (gemäß regulatorischen Anforderungen inklusive Währungs- und Rohwarenrisiken des Anlagebuches) sowie eine Steuerung der Zinsrisiken im Anlagebuch auf Stand-alone-Basis. Um eine konsistente Darstellung in diesem Bericht zu gewährleisten, beziehen sich alle Angaben zum VaR auf ein Konfidenzniveau von 99 % und eine Haltedauer von einem Tag bei gleichgewichteten Marktdaten und einer Historie von 254 Tagen.
Handelsbuch
Im Folgenden wird die Entwicklung der regulatorischen Marktrisikokennziffern des Handelsbuchportfolios dargestellt. Die Handelsbuchpositionen der Commerzbank liegen im Wesentlichen im Segment Firmenkunden sowie im Bereich Group Treasury. Die VaR-Zahlen beinhalten alle Risiken im internen VaR-Modell. Tochterunternehmen der Commerzbank wenden im Rahmen eines Partial Use das Standardverfahren für die regulatorische Kapitalberechnung an und sind nicht in den dargestellten regulatorischen VaR-Kennziffern enthalten. Der VaR stieg im Jahr 2022 von 7 Mio. Euro auf 13 Mio. Euro. Ursache hierfür ist die erhöhte Marktvolatilität infolge des Russland-Ukraine-Krieges, die zu neuen Krisenszenarios in der VaR-Berechnung führte.
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VaR der Portfolios im Handelsbuch | Mio. €
| 2022 | 2021 | |
|---|---|---|
| Minimum | 6 | 3 |
| Mittelwert | 9 | 7 |
| Maximum | 14 | 20 |
| VaR-Endziffer Berichtsperiode | 13 | 7 |
Das Marktrisikoprofil ist über alle Anlageklassen, Zins-, Währungskurs- sowie Credit-Spread-, Rohwaren- und Inflationsrisiken diversifiziert. Die Ende 2022 dominierenden Anlageklassen sind Zins und Währungskursänderungen.
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VaR-Beitrag nach Risikoarten im Handelsbuch | Mio. €
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|
| Credit Spreads | 2 | 1 |
| Zinsen | 6 | 2 |
| Aktien | 0 | 0 |
| Währung | 4 | 2 |
| Rohwaren | 2 | 2 |
| Gesamt | 13 | 7 |
Für die regulatorische Kapitalunterlegung werden weitere Risikokennziffern berechnet. Hierzu zählt die Ermittlung des Stressed VaR. Die Berechnung des Stressed VaR basiert auf dem internen Modell und entspricht der oben beschriebenen VaR-Methodik. Der wesentliche Unterschied liegt in den zur Bewertung der Vermögenswerte genutzten Marktdaten. Im Stressed VaR wird das Risiko der aktuellen Positionierung im Handelsbuch mit Marktbewegungen einer festgelegten Krisenperiode aus der Vergangenheit bewertet. Der angesetzte Krisenbeobachtungszeitraum wird im Rahmen der Modellvalidierungs- und Genehmigungsprozesse regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Im Jahresverlauf blieb der Krisenbeobachtungszeitraum unverändert. Das Marktrisikoprofil im Stressed VaR ist ebenfalls über alle Anlageklassen diversifiziert. Die dominierenden Anlageklassen sind dabei Zinsen, Währungskurse und Rohwaren. Der Rückgang in der Anlageklasse Rohwaren resultiert insbesondere aus Handelsaktivitäten mit Emissionszertifikaten.
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Stressed-VaR-Beitrag nach Risikoarten im Handelsbuch | Mio. €
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|
| Credit Spreads | 4 | 7 |
| Zinsen | 8 | 10 |
| Aktien | 0 | 1 |
| Währung | 6 | 5 |
| Rohwaren | 6 | 16 |
| Gesamt | 25 | 39 |
Darüber hinaus wird mit den Kennziffern Incremental Risk Charge und Equity Event VaR das Risiko von Bonitätsverschlechterungen sowie Event-Risiken bei Handelsbuchpositionen quantifiziert. Die Incremental Risk Charge stieg im Jahresverlauf 2022 von 31 Mio. Euro auf 39 Mio. Euro an.
Die Verlässlichkeit des internen Modells (historische Simulation) wird unter anderem durch die Anwendung von Rückvergleichsverfahren auf täglicher Basis überprüft. Dem ermittelten VaR werden dabei die tatsächlich eingetretenen Änderungen des Portfoliowertes (Gewinne und Verluste) gegenübergestellt. Im Prozess wird zwischen den Varianten Rückvergleich der hypothetischen Änderung des Portfoliowertes (Clean PSL) und Rückvergleich der tatsächlichen Änderung des Portfoliowertes (Dirty PSL) unterschieden. Beim Clean-PSL-Rückvergleich werden in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung genau die Positionen berücksichtigt, die der VaR-Berechnung zugrunde lagen. Die Gewinne und Verluste resultieren also ausschließlich aus den am Markt eingetretenen Preisänderungen (hypothetische Änderungen des Portfoliowertes). Demgegenüber werden beim Dirty-PSL-Rückvergleich zusätzlich die Gewinne und Verluste von neu abgeschlossenen sowie ausgelaufenen Geschäften des betrachteten Geschäftstages herangezogen (tatsächliche durch Änderung der Portfoliowerte induzierte Gewinne und Verluste). Gewinne und Verluste aus Bewertungsanpassungen und Modellreserven werden gemäß den regulatorischen Vorgaben in der Dirty und Clean PSL berücksichtigt. Überschreitet der sich ergebende Verlust den VaR, so spricht man von einem negativen Rückvergleichsausreißer. Die Analyse der Rückvergleichsergebnisse liefert Anhaltspunkte zur Überprüfung von Parametern und zur potenziellen Verbesserung des Marktrisikomodells. Im Geschäftsjahr 2022 wurden je drei negative Clean-PSL/Dirty-PSL-Ausreißer gemessen. Die Clean-PSL/Dirty-PSL-Ausreißer sind vor allem auf Marktbewegungen von Zinsen, Fremdwährungen und Rohstoffen vor dem Hintergrund des Ukrainekrieges zurückzuführen. Auf Basis der Rückvergleiche bewerten auch die Aufsichtsbehörden die internen Risikomodelle. Negative Ausreißer werden mittels eines von der Aufsicht vorgegebenen Ampelansatzes klassifiziert. Alle negativen Rückvergleichsausreißer (Clean PSL und Dirty PSL) auf Gruppenebene müssen unter Angabe von Ausmaß und Ursache den Aufsichtsbehörden gemeldet werden.
Da das VaR-Konzept eine Vorhersage möglicher Verluste unter der Annahme normaler Marktverhältnisse liefert, wird es durch sogenannte Stresstests ergänzt. Mithilfe von Stresstests wird das Risiko gemessen, dem die Commerzbank aufgrund unwahrscheinlicher, aber dennoch plausibler Ereignisse ausgesetzt ist. Solche Ereignisse können mittels extremer Bewegungen auf den verschiedenen Finanzmärkten simuliert werden. Die wichtigsten Szenarios beziehen sich auf wesentliche Veränderungen von Credit Spreads, Zinssätzen und Zinskurven, Devisenkursen sowie Aktienkursen und Rohwarenpreisen. Beispiele für Stresstests sind Kursverluste aller Aktien um 15 %, eine Parallelverschiebung der Zinskurve oder Änderungen der Steigung dieser Kurve. Im Rahmen der Risikoüberwachung werden umfangreiche gruppenweite Stresstests und Szenarioanalysen durchgeführt. Die einzelnen Komponenten des internen Modells werden regelmäßig hinsichtlich ihrer Angemessenheit für die Risikomessung validiert. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Identifikation und Behebung von Modellschwächen.
Anlagebuch
Die wesentlichen Treiber des Marktrisikos im Anlagebuch sind die Portfolios des Bereichs Group Treasury mit ihren Credit-Spread-, Zins- und Basisrisiken. In der Marktrisikosteuerung werden die Credit-Spread-Sensitivitäten der Anlage- und Handelsbücher zusammen betrachtet. Die Credit Spread-Sensitivitäten (1 Basispunkt Downshift) aller Wertpapier- und Derivatepositionen (ohne Kredite) lagen zum Ende des Geschäftsjahres 2022 bei 30 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 50 Mio. Euro). Ursache für den Rückgang ist hauptsächlich das gestiegene Zinsniveau. Der überwiegende Teil der Credit-Spread-Sensitivitäten entfiel auf Wertpapierpositionen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Marktpreisänderungen haben für diese Positionen keinen Einfluss auf Neubewertungsrücklage und Gewinn-und-Verlust-Rechnung.
Für die Anlagebücher der Gruppe werden zudem nach aufsichtsrechtlichen Vorgaben monatlich die Auswirkungen von Zinsänderungsschocks auf den ökonomischen Wert simuliert. Entsprechend der Bankenrichtlinie haben die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und die Europäische Zentralbank für alle Institute zwei Szenarios für einheitliche, plötzliche und unerwartete Zinsänderungen vorgegeben (+/- 200 Basispunkte) und lassen sich über die Ergebnisse vierteljährlich unterrichten. Im Szenario - 200 Basispunkte wird ein Flooring der Zinskurve bei 0 angewendet (bereits negative Abschnitte der Zinskurve werden unverändert belassen). Als Ergebnis des Szenarios + 200 Basispunkte wurde zum 31. Dezember 2022 ein potenzieller ökonomischer Verlust von 2.062 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 2.523 Mio. Euro potenzieller ökonomischer Verlust) und im Szenario - 200 Basispunkte ein potenzieller ökonomischer Gewinn von 1.133 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 746 Mio. Euro potenzieller ökonomischer Gewinn) ermittelt. Demnach ist die Commerzbank nicht als Institut mit erhöhtem Zinsänderungsrisiko zu klassifizieren, da die negativen Barwertänderungen jeweils weniger als 20 % der regulatorischen Eigenmittel betragen.
Die Zinssensitivitäten des gesamten Anlagebuches (ohne Pensionsfonds) reduzierten sich zum 31. Dezember 2022 auf 2,4 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 7,3 Mio. Euro) pro Basispunkt rückläufiger Zinsen vor allem aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus sowie aus Positionsveränderungen in der Treasury. Weiterhin ist das Risiko aus Pensionsfonds Teil des Marktrisikos im Anlagebuch. Unser Pensionsfonds-Portfolio besteht aus einem gut diversifizierten Anlageteil und den versicherungstechnischen Verbindlichkeiten.# Die Duration der Verbindlichkeiten ist extrem lang (Modellierung der Cash Outflows über fast 90 Jahre) und der Hauptteil der Barwertrisiken des Gesamtportfolios befindet sich in Laufzeiten von 15 und mehr Jahren. Hauptrisikotreiber stellen langfristige Euro-Zinsen, Credit Spreads sowie aufgrund antizipierter Rentendynamik auch die erwartete Euro-Inflation dar. Daneben sind Aktien-, Volatilitäts- und Währungsrisiken zu berücksichtigen. Diversifikationseffekte zwischen den Einzelrisiken führen zu einem verminderten Gesamtrisiko. Die extrem langen Laufzeiten der Verbindlichkeiten stellen die größte Herausforderung speziell bei der Absicherung der Credit-Spread-Risiken dar. Dies liegt in der nicht ausreichenden Marktliquidität entsprechender Absicherungsprodukte begründet.
Marktliquiditätsrisiken
Marktliquiditätsrisiko bezeichnet die Gefahr, dass es aufgrund unzureichender Marktliquidität nicht möglich ist, risikobehaftete Positionen zeitgerecht, im gewünschten Umfang und zu vertretbaren Konditionen zu liquidieren oder abzusichern. Im Risikotragfähigkeitskonzept der Commerzbank werden Marktliquiditätsrisiken einerseits durch die Skalierung des Value at Risk auf den Kapitalhorizont von einem Jahr und der dadurch implizit berücksichtigten Liquidationsperiode berücksichtigt. Andererseits erfolgt die Berücksichtigung von zusätzlichen Bewertungsanpassungen für Marktliquiditätsrisiken in der Berechnung der Risikodeckungsmasse.
Liquiditätsrisiken
Unter Liquiditätsrisiko verstehen wir im engeren Sinne das Risiko, dass die Commerzbank ihren tagesaktuellen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Im weiteren Sinne beschreibt das Liquiditätsrisiko das Risiko, dass zukünftige Zahlungen nicht termingerecht, nicht in vollem Umfang, nicht in der richtigen Währung oder nicht zu marktüblichen Konditionen finanziert werden können.
Strategie und Organisation
Der Vorstand verabschiedet die Geschäftsstrategie und die damit verbundene Risikotoleranz der Bank. Die Operationalisierung der Liquiditätsrisikotoleranz erfolgt dann durch die Definition der Liquiditätsreserveperiode und das Limitrahmenwerk. Um einen angemessenen Prozess des Liquiditätsrisiko-Managements zu erreichen, delegiert der Vorstand bestimmte Kompetenzen und Verantwortlichkeiten im Zusammenhang mit der konzernweiten Liquiditätsrisikostrategie an die Risiko- und die Treasury-Funktion. Das Group Asset Liability Committee (Group ALCO) ist für die Limitierung, Analyse und Überwachung des Liquiditätsrisikos sowie für die strategische Liquiditätspositionierung zuständig. Hierbei wird das Group ALCO von verschiedenen Sub-Komitees unterstützt.
Risikosteuerung
Die Commerzbank nutzt zur Steuerung und Überwachung der Liquiditätsrisiken ein vielfältiges Instrumentarium auf Basis eines bankinternen Liquiditätsrisikomodells. Das der Modellierung zugrunde liegende steuerungsrelevante bankinterne Stressszenario berücksichtigt sowohl Auswirkungen eines institutsspezifischen Stressfalls als auch einer marktweiten Krise. Bindende regulatorische Anforderungen sind integraler Bestandteil des Steuerungsmechanismus.
Der Bereich Group Treasury ist für das operative Liquiditätsmanagement verantwortlich. Group Treasury ist an allen wesentlichen Standorten des Konzerns im In- und Ausland vertreten und verfügt über Berichtslinien in alle Tochtergesellschaften. Die Commerzbank setzt zur zentralen Steuerung der globalen Liquidität den Cash-Pooling-Ansatz ein. Dies stellt eine effiziente Verwendung der Ressource Liquidität sicher, und zwar über alle Zeitzonen, da sich in Frankfurt, London, New York und Singapur Einheiten des Bereichs Group Treasury befinden. Ergänzende Informationen hierzu finden sich im Konzernlagebericht im Kapitel "Refinanzierung und Liquidität des Commerzbank-Konzerns".
Die Überwachung der Liquiditätsrisiken erfolgt auf Basis des bankinternen Liquiditätsrisikomodells durch die unabhängige Risikofunktion. Zur Steuerung des Liquiditätsrisikos hat die Bank Frühwarnindikatoren etabliert. Diese gewährleisten, dass rechtzeitig geeignete Maßnahmen eingeleitet werden, um die finanzielle Solidität nachhaltig sicherzustellen.
Risikokonzentrationen können, insbesondere im Falle einer Stresssituation, zu erhöhten Liquiditätsabflüssen und damit zu einem Anstieg des Liquiditätsrisikos führen. Sie können zum Beispiel hinsichtlich Laufzeiten, großer Einzelgläubiger oder Währungen auftreten. Durch eine kontinuierliche Überwachung und Berichterstattung werden sich andeutende Risikokonzentrationen in der Refinanzierung zeitnah erkannt und durch geeignete Maßnahmen mitigiert. Dies gilt auch für Zahlungsverpflichtungen in Fremdwährungen. Zusätzlich wirkt die kontinuierliche Nutzung des breit diversifizierten Zugangs der Bank zu Funding-Quellen, insbesondere in Form verschiedener Kundeneinlagen und Kapitalmarktinstrumente, einer Konzentration entgegen. Darüber hinaus wird sichergestellt, dass Fremdwährungsrisiken limitiert sind und überwacht werden.
Im Falle einer marktgetriebenen und/oder idiosynkratischen Liquiditätskrise sieht der Liquidity Contingency Plan bestimmte Maßnahmen vor, die entsprechend der Art der Krise entweder durch die erweiterte Handlungskompetenz der Treasury oder durch den Recovery Prozess des Recovery Plans eingeleitet werden können. Der Liquidity Contingency Plan ist eigenständiger Bestandteil der Notfallplanung und dem Recovery Plan vorgeschaltet. Sowohl der Liquidity Contingency Plan als auch der Recovery Plan der Commerzbank werden mindestens jährlich aktualisiert, wohingegen die einzelnen Maßnahmen des Recovery Plan regelmäßig unterjährig plausibilisiert werden. Darüber hinaus definiert der Liquidity Contingency Plan eine eindeutige Zuordnung der Verantwortung für den Prozessablauf im Notfall und konkretisiert die gegebenenfalls einzuleitenden Maßnahmen. Die internen Regelwerke und die verwendeten Modelle werden mindestens jährlich überprüft und regelmäßig durch die interne Revision, den Wirtschaftsprüfer und die Aufsicht (EZB) geprüft.
Liquiditätsrisikomodell
Zentraler Bestandteil der Liquiditätsrisikosteuerung ist die tägliche Berechnung der Liquiditätsablaufbilanz. Gegenstand der Liquiditätsablaufbilanz ist die stichtagsbezogene portfolioübergreifende Darstellung von zukünftig erwarteten deterministischen oder stochastischen Mittelzu- und -abflüssen, auf deren Grundlage der Liquiditätsbedarf oder Liquiditätsüberschuss je Laufzeitband ermittelt wird. Dies beinhaltet auch die Modellierung von dauerhaft verfügbaren Anteilen der Kundeneinlagen, den sogenannten Bodensätzen. Die Liquiditätsablaufbilanz wird auch genutzt, um die Emissionsstrategie der Commerzbank-Gruppe abzuleiten, die durch den Bereich Group Treasury operationalisiert wird. Der Bereich Group Finance ist für die Ermittlung und Allokation der Liquiditätskosten auf Basis der Liquiditätsablaufbilanz verantwortlich, die dann in die Steuerung der Geschäftsaktivitäten der Segmente mit einfließen.
Basierend auf der Methodik der Liquiditätsablaufbilanz sind Steuerungsmechanismen wie Recovery- und Frühwarnindikatoren entsprechend limitiert und überwacht. Für die Liquiditätsablaufbilanz bestehen Limite in den Laufzeitbereichen bis 1 Jahr. Die Konzernlimite sind auf einzelne Konzerneinheiten und Währungen heruntergebrochen. Das interne Liquiditätsrisikomodell wird durch die regelmäßige Analyse zusätzlicher adverser, reverser und historischer Stressszenarios vervollständigt.
Quantifizierung und Stresstesting
Die Commerzbank nutzt zur Steuerung und Überwachung der Liquiditätsrisiken ein vielfältiges Instrumentarium auf Basis eines bankinternen Liquiditätsrisikomodells. Die Liquiditätsrisikomodellierung bezieht neben internen ökonomischen Erwägungen auch die bindenden regulatorischen Anforderungen der Capital Requirements Regulation (CRR) sowie der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) ein. Die Commerzbank berücksichtigt dies in ihrem Liquiditätsrisiko-Rahmenwerk und gestaltet damit den vom Vorstand artikulierten Liquiditätsrisikoappetit der Bank quantitativ aus.
Die der Modellierung zugrunde liegenden steuerungsrelevanten bankinternen Stressszenarios berücksichtigen sowohl Auswirkungen eines institutsspezifischen Stressfalls als auch einer marktweiten Krise. Das Commerzbank-spezifische idiosynkratische Szenario simuliert dabei eine Stresssituation, die aus einem Rating-Downgrade um zwei Notches resultiert. Das marktweite Szenario hingegen wird aus den Erfahrungen der Subprime-Krise abgeleitet und simuliert einen externen marktweiten Schock. Die wesentlichen Liquiditätsrisikotreiber der beiden Szenarios sind ein stark erhöhter Abfluss von kurzfristigen Kundeneinlagen, eine überdurchschnittliche Ziehung von Kreditlinien, aus geschäftspolitischen Zwecken als notwendig erachtete Prolongationen von Aktivgeschäft, Nachschusspflichten bei besicherten Geschäften sowie die Anwendung von höheren Risikoabschlägen auf den Liquidationswert von Vermögensgegenständen.
Als Ergänzung zu den Einzelszenarios werden die Auswirkungen eines kombinierten Szenarios aus idiosynkratischen und marktspezifischen Effekten auf die Liquiditätsablaufbilanz (Nettoliquiditätsposition) simuliert. Die Liquiditätsablaufbilanz wird für den gesamten Modellierungshorizont durchgehend über das volle Laufzeitspektrum dargestellt und folgt dabei einem mehrstufigen Konzept. Dies gestattet die differenzierte Darstellung deterministischer und modellierter Cashflows des Bestandsgeschäfts auf der einen Seite sowie die Einbeziehung von Prolongationen auf der anderen Seite.
Die nachstehende Tabelle zeigt die Werte der Liquiditätsablaufbilanz bei Anwendung der jeweiligen Stressszenarios für einen Zeitraum von einem beziehungsweise drei Monaten zum Jahresultimo. Dabei wird deutlich, dass im Vergleich zu den Einzelszenarios in einem kombinierten Stressszenario signifikant mehr Liquidität abfließt. Im 1-Monats- beziehungsweise 3-Monats-Zeitraum verbleibt für das kombinierte Stressszenario per Jahresultimo 2022 eine Nettoliquidität von 21,2 Mrd.# Euro beziehungsweise 20,9 Mrd. Euro.
Nettoliquidität im Stressszenario | Mrd. €
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|
| Idiosynkratisches Szenario | ||
| 1 Monat | 30,0 | 20,8 |
| 3 Monate | 31,4 | 24,1 |
| Marktweites Szenario | ||
| 1 Monat | 30,0 | 24,1 |
| 3 Monate | 29,6 | 26,0 |
| Kombiniertes Szenario | ||
| 1 Monat | 21,2 | 12,8 |
| 3 Monate | 20,9 | 14,7 |
Liquiditätsreserven
Wesentliche Elemente des Liquiditätsrisikoappetits sind die Reserveperiode, die Höhe des Liquiditätsreserveportfolios, das zur Kompensation unerwarteter kurzfristiger Liquiditätsabflüsse gehalten wird, sowie die Limite in den einzelnen Laufzeitbändern. Das Liquiditätsreserveportfolio, bestehend aus hochliquiden Vermögensgegenständen, gewährleistet die Pufferfunktion im Stressfall. Das Liquiditätsreserveportfolio wird gemäß dem Liquiditätsrisikoappetit refinanziert, um eine erforderliche Reservehöhe während der gesamten vom Vorstand festgelegten Reserveperiode sicherzustellen.
Die Bank wies zum Jahresende 2022 hochliquide Aktiva in Höhe von 104,7 Mrd. Euro aus. Diese Liquiditätsreserve wird gemäß dem Liquiditätsrisikoappetit refinanziert, um eine erforderliche Reservehöhe während der gesamten vom Vorstand festgelegten Reserveperiode sicherzustellen.
Ein Teil dieser Liquiditätsreserve wird in einem separierten und von Group Treasury gesteuerten Stress-Liquiditätsreserveportfolio gehalten, um Liquiditätsabflüsse in einem angenommenen Stressfall abdecken zu können und die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Die Höhe des Stress-Liquiditätsreserve-Portfolios wird im Rahmen der täglichen Liquiditätsrisiko Berechnung überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Darüber hinaus unterhält die Bank ein sogenanntes Intraday-Liquidity-Reserve-Portfolio. Der Gesamtwert dieses Portfolios betrug zum Berichtsstichtag 2022 6,1 Mrd. Euro (31. Dezember 2021: 6,1 Mrd. Euro).
Liquiditätsreserven aus hochliquiden Aktiva | Mrd. €
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|
| Bestand an hochliquiden Aktiva | 104,7 | 60,0 |
| davon Level 1 | 97,5 | 56,3 |
| davon Level 2A | 6,8 | 3,4 |
| davon Level 2B | 0,4 | 0,3 |
Liquiditätskennzahlen
Im gesamten Geschäftsjahr 2022 befanden sich die internen Liquiditätskennzahlen der Commerzbank inklusive der regulatorischen Liquidity Coverage Ratio (LCR) und der Net Stable Funding Ratio (NSFR) stets oberhalb der mindestens jährlich vom Vorstand festgelegten Limite.
Die LCR-Kennziffer berechnet sich als Quotient aus dem Bestand an liquiden Aktiva und den Netto-Liquiditätsabflüssen unter Stressbedingungen. Mithilfe dieser Kennziffer wird gemessen, ob ein Institut über ausreichend Liquiditätspuffer verfügt, um ein mögliches Ungleichgewicht zwischen Liquiditätszuflüssen und -abflüssen unter Stressbedingungen über die Dauer von 30 Kalendertagen eigenständig zu überstehen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 wurde die geforderte Mindestquote in Höhe von 100 % durch die Commerzbank zu jedem Stichtag deutlich überschritten. Zum Jahresultimo 2022 lag der Durchschnitt der LCR der jeweils letzten 12 Monatsendwerte bei 141,1 % (zum Jahresultimo 2021: 145,1 %). Die Bank hat entsprechende Limite und Frühwarnindikatoren etabliert, um die Einhaltung der LCR-Mindestanforderungen sicherzustellen.
Die NSFR setzt die Forderung nach einer stabilen Refinanzierung in einem Verhältnis zwischen dem Betrag der verfügbaren stabilen Refinanzierung und dem Betrag der erforderlichen stabilen Refinanzierung über einen Zeitraum von einem Jahr. Die Quote selbst ist definiert als Quotient der gewichteten verfügbaren stabilen Refinanzierung und der gewichteten erforderlichen stabilen Refinanzierung. Sie hat eine Mindesthöhe von 100%.
Zum 31. Dezember 2022 betrug die NSFR 128,3 % (31. Dezember 2021: 128,8 %) und unterstreicht die solide Finanzierungslage der Commerzbank.
Operationelle Risiken
Das operationelle Risiko (OpRisk) ist in Anlehnung an die Capital Requirements Regulation (CRR) definiert als das Risiko von Verlusten, die durch die Unangemessenheit oder das Versagen von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder durch externe Ereignisse verursacht werden. Diese Definition beinhaltet unter anderem rechtliche Risiken, HR-Risiken, IT-Risiken, Outsourcing-Risiken oder Steuerrisiken sowie Produktrisiken, Verhaltensrisiken und Risiken aus dem Bereich Environment, Social, Governance (ESG). Strategische Risiken und Reputationsrisiken stehen in dieser Definition nicht im Fokus.
Das Compliance-Risiko sowie das Cyber-Risiko werden in der Commerzbank aufgrund ihrer gestiegenen ökonomischen Bedeutung als separate Risikoarten gesteuert. Die Verluste aus Compliance- sowie Cyber-Risiken fließen in das Modell zur Ermittlung des ökonomischen Kapitals für operationelle Risiken ein.
Strategie und Organisation
In der Commerzbank sind die Themenstellungen OpRisk und Governance des Internen Kontrollsystems (IKS) aufbauorganisatorisch und methodisch eng miteinander verbunden und werden kontinuierlich weiterentwickelt. Hintergrund dieser Verzahnung ist, dass in zahlreichen OpRisk-Fällen die Ursachen im Zusammenhang mit dem Versagen der Kontrollmechanismen stehen. Damit trägt ein funktionsfähiges IKS dazu bei, Verluste aus operationellen Risiken zu reduzieren beziehungsweise zu vermeiden und so mittel- bis langfristig auch die ökonomische Kapitalbelastung für die Hinterlegung operationeller Risiken zu mindern. Umgekehrt bieten die Systematiken für operationelle Risiken die Möglichkeit, das IKS konsistent zum Management operationeller Risiken auszurichten. Die Weiterentwicklung des IKS-Kontrollgefüges ist eine wesentliche Säule zur proaktiven Reduzierung beziehungsweise Verhinderung operationeller Risiken.
Das Group OpRisk Committee der Commerzbank tagt mindestens vier Mal jährlich unter Vorsitz des Chief Risk Officers (CRO) und befasst sich mit der Steuerung der operationellen Risiken im Konzern. Zudem fungiert es als Eskalations- und Entscheidungsgremium für bedeutende bereichsübergreifende OpRisk-Themen. Die Management-Boards beziehungsweise die Segment-Gremien mit Zuständigkeit für operationelle Risiken befassen sich mit der Steuerung der operationellen Risiken in den jeweiligen Einheiten. Sie analysieren OpRisk-Themen, die die Einheit betreffen, zum Beispiel Verlustereignisse, und definieren abzuleitende Maßnahmen beziehungsweise Handlungsempfehlungen.
Die OpRisk-Strategie der Commerzbank wird jährlich vom Vorstand, nach Diskussion und Votierung im Group OpRisk Committee, verabschiedet. Sie beschreibt das Risikoprofil, die Eckpunkte der angestrebten Risikokultur sowie das Rahmenwerk und die Maßnahmen zur Steuerung operationeller Risiken in der Commerzbank. Organisatorisch basiert die OpRisk-Steuerung auf drei hintereinandergeschalteten Ebenen (Three Lines of Defence), deren zielgerichtetes Zusammenspiel zur Erreichung der vorgegebenen strategischen Ziele maßgeblich ist.
Risikosteuerung
Die Commerzbank steuert das operationelle Risiko aktiv, mit dem Ziel, OpRisk-Profil und Risikokonzentrationen systematisch zu identifizieren und Maßnahmen zur Risikomitigation zu definieren, zu priorisieren und umzusetzen. Operationelle Risiken zeichnen sich durch eine asymmetrische Schadensverteilung aus, das heißt der überwiegende Anteil der Schäden kommt in geringer Schadenshöhe zum Tragen, während vereinzelte Schäden mit sehr geringer Eintrittswahrscheinlichkeit, aber hohem Schadenspotenzial schlagend werden können. Daraus resultiert die Notwendigkeit, das hohe Schadenspotenzial zu limitieren und die regelmäßige Schadenserwartung proaktiv zu steuern.
Die Commerzbank hat dazu ein mehrstufiges System etabliert, das definierte Kenngrößen für die Limitierung des ökonomischen Kapitals (Risikokapazität) mit solchen zur operativen, unterjährigen Steuerung (Risikoappetit/Risikotoleranz) integriert und durch Regelungen für das transparente und bewusste Eingehen und Freigeben von Einzelrisiken (Risikoakzeptanz) komplettiert wird. Im Rahmen der OpRisk-Steuerung findet eine jährliche Bewertung der IKS-Schlüsselkontrollen der Bank und ein Risk Scenario Assessment statt. Daneben werden OpRisk-Schadensfälle kontinuierlich analysiert und anlassbezogen einem IKS-Backtesting unterzogen. Bei materiellen Schadensfällen werden Lessons-Learned-Aktivitäten aufgenommen.
Die Commerzbank misst seit dem vierten Quartal 2021 das regulatorische Kapital mittels des Standardansatzes (SA) und das ökonomische Kapital für operationelle Risiken weiterhin mittels eines dedizierten internen Modells (OpRisk ErC-Modell). Die Risikoaktiva aus operationellen Risiken betrugen zum Ende des vierten Quartals 2022 auf dieser Basis 21,2 Mrd. Euro (31. Dezember 2021: 19,8 Mrd. Euro). Haupttreiber gegenüber dem Vorjahr ist der Anstieg der Erträge im Jahr 2022. Das ökonomisch erforderliche Kapital belief sich auf 2,3 Mrd. Euro. Das hierfür verwendete interne Modell entspricht dem vorherigen AMA. Ein Vergleich zum Vorjahreswert (31. Dezember 2021: 1,5 Mrd. Euro) zeigt eine starke Erhöhung.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Risikoaktiva und das ökonomisch erforderliche Kapital nach Segmenten:
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|
| Mrd. € | Mrd. € | |
| Risikoaktiva | Ökonom. erforderl. Kapital | |
| Privat- und Unternehmerkunden | 13,3 | 1,6 |
| Firmenkunden | 4,5 | 0,3 |
| Sonstige und Konsolidierung | 3,3 | 0,5 |
| Konzern | 21,2 | 2,3 |
Aus OpRisk-Ereignissen ergab sich zum Ende des vierten Quartals 2022 eine Gesamtbelastung in Höhe von rund 951 Mio. Euro (Gesamtjahr 2021: 1.136 Mio. Euro). Die Ereignisse waren im Wesentlichen durch Schäden in der Kategorie "Produkte und Geschäftspraktiken" geprägt. In erster Linie sind hier die Rückstellungen der mBank für Rechtsrisiken im Zusammenhang mit Schweizer-Franken-Kreditverträgen sowie die polnische Gesetzesänderung "Credit Vacation" zu nennen. Die Gesetzesänderung gewährt Darlehensnehmern von Baudarlehen das Recht, eine temporäre Aussetzung von Zins- und Tilgungsleistungen zu beantragen.
OpRisk-Ereignisse | Mio. €# € 31.12.2022 31.12.2021
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|
| Interner Betrug | 0 | 1 |
| Externer Betrug | 1 | 35 |
| Sachschäden und Systemausfälle | 4 | 2 |
| Produkte und Geschäftspraktiken | 936 | 738 |
| Prozessbezug | 13 | 352 |
| Arbeitsverhältnis | - | 3 |
| Konzern | 951 | 1.136 |
1 Eingetretene Verluste und Rückstellungen, abzüglich OpRisk-basierter Erträge und Rückzahlungen.
Ein strukturiertes, zentrales und dezentrales Berichtswesen stellt sicher, dass das Management der Bank und der Segmente, die Mitglieder des OpRisk Committees sowie die Aufsichtsorgane regelmäßig, zeitnah und umfassend über operationelle Risiken unterrichtet werden. Detailreiche und ausführliche OpRisk-Berichte werden quartalsbezogen erstellt. Sie beinhalten eine Darstellung der Entwicklung der OpRisk-Verluste, der wesentlichen Verlustereignisse der Segmente, aktuelle Risikoanalysen, die Entwicklung des Kapitalbedarfs sowie den Status eingeleiteter Maßnahmen. Zudem sind operationelle Risiken Teil der regelmäßigen Risikoberichterstattung an den Vorstand und den Risikoausschuss des Aufsichtsrats.
Sonstige Risiken
Zur Erfüllung der Regularien des Baseler Rahmenwerkes fordern die MaRisk eine ganzheitliche Risikobetrachtung und damit auch die Berücksichtigung von nicht quantifizierbaren Risikokategorien. Diese unterliegen in der Commerzbank einem qualitativen Steuerungs- und Controllingprozess. Die nachfolgend aufgeführten Risikoarten liegen bis auf das Compliance-Risiko, das Modellrisiko und das Cyber-Risiko außerhalb der Zuständigkeit des CRO.
Rechtliche Risiken
Rechtsrisiken fallen unter die Definition der operationellen Risiken gemäß CRR. Sie entstehen für den Commerzbank-Konzern in erster Linie dann, wenn sich Ansprüche der Bank aus rechtlichen Gründen nicht durchsetzen lassen oder aber Ansprüche gegen die Bank verfolgt werden, weil das zugrunde liegende Recht nicht beachtet wurde oder sich nach Abschluss eines Geschäfts geändert hat. Auch das Betreiben von Bank- und Finanzdienstleistungsgeschäften, bei deren Aufnahme oder Durchführung aufsichtsrechtliche Bestimmungen zu beachten sind, kann zu Rechtsrisiken führen. Dieses Risiko kann sich auch in Anordnungen oder Sanktionen verwirklichen, die von einer oder mehreren Behörden, deren Aufsicht die Commerzbank weltweit unterliegt, erlassen oder verhängt werden.
Das Rechtsrisiko zeigt sich weiterhin in realisierten Verlusten beziehungsweise Rückstellungen, die sich aufgrund von oder im Zusammenhang mit gegen die Commerzbank gerichteten Klagen ergeben (Passivprozesse). Von der Commerzbank erhobene Klagen (Aktivprozesse) verkörpern in der Regel kein operationelles, sondern ein Kreditrisiko, sodass dem Verlustrisiko bereits durch Wertberichtigungen Rechnung getragen wird. Die Rechtsverfolgungskosten (Gerichts- und Anwaltskosten) bei einem Aktivprozess werden jedoch als Rechtsrisiko eingeordnet.
Organisation
Group Legal obliegt in der Commerzbank funktional die Steuerung des konzernweiten Rechtsrisikos. Alle juristischen Mitarbeiter an den verschiedenen Standorten von Group Legal inklusive der ausländischen Niederlassungen sowie die juristischen Mitarbeiter der Rechtsabteilungen der in- und ausländischen Tochtergesellschaften sind als Rechtsrisiko-Manager operativ für die Identifizierung und Steuerung des konzernweiten Rechtsrisikos der Commerzbank zuständig.
Risikosteuerung
Die Rechtsrisiko-Manager im Konzern haben die Aufgabe, rechtliche Risiken und alle dadurch möglichen Verluste in einem frühen Stadium zu erkennen, Lösungsmöglichkeiten zur Vermeidung oder Minimierung der Verluste aufzuzeigen und an rechtliche Risiken betreffenden Entscheidungen aktiv mitzuwirken. Sie sollen im Rahmen ihres Aufgabenbereiches ständig über alle rechtlichen Änderungen oder neuen Erkenntnisse auf dem Laufenden bleiben und die betroffenen Geschäftseinheiten über die Auswirkungen auf das Rechtsrisiko sowie über sich ergebenden Handlungsbedarf informieren.
Die Rechtsrisiko-Manager verantworten die Veranlassung beziehungsweise Anpassung von Prozessrückstellungen und betreuen und überwachen die neuen und laufenden Gerichtsverfahren. Bei Passivprozessen wird die Rückstellung auf Grundlage der Risikoeinschätzung des zuständigen Rechtsrisiko-Managers gebildet. Dabei entspricht in der Regel das im Prozess erwartete Verlustrisiko der Höhe der zu bildenden Rückstellungen. Um den Betrag des erwarteten Verlusts einzuschätzen, ist nach jedem bedeutenden Verfahrensabschnitt zu bewerten, welchen Betrag die Bank vernünftigerweise zahlen müsste, wenn sie den Streit zu diesem Zeitpunkt durch Vergleich beenden würde. Bei Aktivprozessen werden in der Regel nur die erwarteten Gerichts- und Anwaltskosten zurückgestellt.
Quartalsweise informiert Group Legal im Litigation Report über alle wesentlichen Gerichtsverfahren und Rechtsrisikoentwicklungen. Adressaten sind das Management und der Aufsichtsrat der Bank, die Bankenaufsicht sowie das OpRisk Committee.
Aktuelle Entwicklungen
Die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften sind mit verschiedenen Gerichts- und Schiedsverfahren, Ansprüchen und behördlichen Untersuchungen (rechtliche Verfahren) konfrontiert, die eine große Bandbreite von Themen betreffen. Diese umfassen zum Beispiel angeblich fehlerhafte Anlageberatungen, Streitigkeiten im Zusammenhang mit Kreditfinanzierungen oder dem Zahlungsverkehrsgeschäft, Ansprüche aus betrieblicher Altersversorgung, angeblich unrichtige Buchführung und Bilanzierung, die Geltendmachung von Forderungen aus steuerlichen Sachverhalten, angeblich fehlerhafte Prospekte im Zusammenhang mit Emissionsgeschäften, angebliche Verstöße gegen wettbewerbsrechtliche Vorschriften sowie Klagen von Aktionären und Fremdkapitalinvestoren sowie Ermittlungen durch Aufsichtsbehörden. Daneben können Änderungen oder Verschärfungen der höchstrichterlichen Rechtsprechung sowie der gesetzlichen Rahmenbedingungen beispielsweise im Privatkundenbereich zur weiteren Inanspruchnahme der Commerzbank oder ihrer Tochtergesellschaften führen.
In den gerichtlichen Verfahren werden vor allem Schadensersatzansprüche, bereicherungsrechtliche Ansprüche oder auch die Rückabwicklung geschlossener Verträge geltend gemacht. Sofern einzelnen oder mehreren dieser Klagen stattgegeben würde, könnten daraus zum Teil erhebliche Schadensersatzzahlungen, Rückabwicklungsaufwendungen oder sonstige kostenintensive Maßnahmen folgen.
Aufsichtsbehörden und staatliche Institutionen in verschiedenen Ländern, in denen die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften tätig waren oder sind, begannen vor etlichen Jahren mit Untersuchungen zu Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Devisenkursfixings und dem Devisengeschäft allgemein. Im Zuge dieser Aktivitäten haben Aufsichtsbehörden und staatliche Institutionen auch Prüfungen in Bezug auf die Commerzbank angestrengt oder haben sich mit Auskunftsersuchen an die Commerzbank gewandt. Die Commerzbank kooperierte vollumfänglich mit diesen Stellen und arbeitete die Sachverhalte auf Grundlage eigener umfassender Untersuchungen auf. Die Vorgänge sind bis auf eine Ausnahme nicht mehr aktiv; in diesem Fall wurde der Vorgang von der untersuchenden Behörde an das nationale Wettbewerbstribunal abgegeben. Finanzielle Konsequenzen sind nicht auszuschließen.
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt im Zusammenhang mit Aktiengeschäften um den Dividendenstichtag (sogenannte Cum-Ex-Geschäfte) der Commerzbank und der ehemaligen Dresdner Bank. Die Commerzbank hatte bereits Ende 2015 eine forensische Analyse zu Cum-Ex-Geschäften beauftragt, die im Hinblick auf die Aktiengeschäfte der Commerzbank Anfang 2018 und bezüglich der Aktiengeschäfte der ehemaligen Dresdner Bank im September 2019 abgeschlossen wurde. Alle Steuernachforderungen durch die Finanzbehörden wurden beglichen.
Seit September 2019 finden bei der Commerzbank Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln in einem separaten Verfahren zu Cum-Ex-Geschäften statt. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen des Verdachts, dass die Bank (einschließlich Dresdner Bank) in verschiedenen Rollen an Cum-Ex-Geschäften mitgewirkt hat, unter anderem dadurch, dass sie Dritte, die als Leerverkäufer gehandelt haben sollen, mit Aktien beliefert hat. Es geht in diesem Verfahren nach derzeitigem Verständnis nicht um eigene Steueranrechnungsansprüche der Commerzbank im Hinblick auf Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag auf Dividenden. Im Zusammenhang mit Untersuchungen zu "Cum-Ex" kooperiert die Commerzbank vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden. Das Ob und die Höhe einer sich daraus eventuell ergebenden Belastung kann derzeit nicht prognostiziert werden.
Auf Basis des im Jahr 2017 veröffentlichten Schreibens des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) zu "Cum-Cum-Geschäften" hat die Betriebsprüfung zur Behandlung dieser Geschäfte in Form von Prüfungsanmerkungen Stellung genommen. Die Anrechnung der Kapitalertragsteuer wurde seitens des Finanzamtes entsprechend gekürzt. Die Commerzbank AG hat daraufhin Wertberichtigungen hinsichtlich bilanzierter Anrechnungsforderungen vorgenommen beziehungsweise zusätzliche Rückstellungen im Hinblick auf mögliche Rückzahlungsansprüche gebildet, um die geänderte Risikosituation vollumfänglich angemessen zu reflektieren. Nunmehr ist das BMF-Schreiben zu "Cum-Cum-Geschäften" mit Datum vom 9. Juli 2021 neu gefasst worden. Im Hinblick auf die potenziellen Auswirkungen des BMF-Schreibens wurde im zweiten Quartal 2021 die Rückstellung angepasst. Nach derzeitigen Erkenntnissen sind die steuerlichen Risiken aus diesem Themenkomplex damit ausreichend bevorsorgt. Es kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass sich über die von der Bank gebildete Rückstellung hinaus weitere Belastungen ergeben.
Im Hinblick auf Wertpapierleihgeschäfte sieht sich die Commerzbank (auch gerichtlichen) Ersatzansprüchen Dritter aufgrund aberkannter Anrechnungsansprüche ausgesetzt. Im Rahmen dieser Wertpapierleihgeschäfte waren die Vertragspartner verpflichtet, der Commerzbank Dividenden und einbehaltene Kapitalertragsteuern zu erstatten.Die spätere Anrechnung auf die Körperschaftsteuer haben die Finanzämter verschiedener Vertragspartner jedoch teilweise abgelehnt oder nachträglich aberkannt. Gegen die mBank wurde im Mai 2017 von einem polnischen Gericht eine Sammelklage wegen angeblicher Unwirksamkeit von Indexklauseln in Darlehensverträgen in Schweizer Franken zugelassen. Der Sammelklage haben sich insgesamt 1.731 Kläger angeschlossen. Die Kläger haben gegen das abweisende Urteil des erstinstanzlichen Gerichts Rechtsmittel eingelegt. Unabhängig davon klagen zahlreiche Darlehensnehmer aus den gleichen Gründen im Wege von Einzelklagen. Neben der Sammelklage sind zum 31. Dezember 2022 17.627 weitere Einzelverfahren anhängig (31. Dezember 2021: 13.036). Die mBank tritt den Klagen entgegen. Zum 31. Dezember 2022 lagen 1.941 rechtskräftige Urteile in Einzelverfahren gegen die mBank vor, von denen 97 zugunsten der mBank und 1.844 zuungunsten der mBank entschieden wurden. 33 Verfahren bei Gerichten der zweiten Instanz sind wegen Rechtsfragen, die beim polnischen Obersten Gerichtshof und beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) liegen, ausgesetzt. Die dem EuGH vorgelegten Fragen des polnischen Obersten Gerichtshofs zur Rechtmäßigkeit des Prozesses zur Ernennung neuer Richter am polnischen Obersten Gerichtshof sowie der weitere Verfahrensverlauf und das Ergebnis sind offen. Neue Vorabentscheidungsersuchen polnischer Gerichte an den EuGH in Verfahren der mBank werfen Kernfragen im Umgang mit indexierten Darlehen auf, wie die Gesamtnichtigkeit der Darlehensverträge, die Verjährung der Rückzahlungsansprüche und die Nutzungsentschädigung für die Banken (C-138/22, C-139/22 und C-140/22). Ein Anhörungs- oder Verkündungstermin wurde noch nicht bestimmt. In einem Vorlageverfahren einer anderen Bank beim EuGH (C-520/21) geht es im Wesentlichen um Fragen der Nutzungsentschädigung und andere Leistungen für Gelder, die aufgrund eines nichtigen Darlehensvertrag zurückzugewähren sind. Kläger- und Beklagtenvertreter, Vertreter von Aufsichtsbehörden und der EU-Kommission haben in einer Anhörung im Oktober 2022 ihre Positionen vorgetragen. Das Gericht hat sich nicht konkret zur Sache geäußert. Eine Entscheidung zugunsten der Kläger könnte - nach Umsetzung durch die polnischen Gerichte - erhebliche wirtschaftliche Belastungen der mBank zur Folge haben. Mit einer Entscheidung des Gerichts wird Mitte 2023 gerechnet. Die mBank hat ab dem vierten Quartal 2022 ein Vergleichsprogramm aufgelegt, welches sich an alle Kunden mit aktiven Darlehen richtet, einschließlich derer, die bereits gegen die Bank klagen. Den Kunden wird angeboten, ihre Darlehen in Zloty-Darlehen mit einem festen oder variablen Zinssatz umzuwandeln, sowie der Erlass eines individuell zu verhandelnden Teils der noch ausstehenden Darlehensvaluta. Zum Stichtag hat die mBank die Risiken im Zusammenhang mit künftigen Vergleichszahlungen mit 122,1 Mio. Euro berücksichtigt. Der Konzern hat im dritten Quartal 2022 die Methodik zur Berechnung der Vorsorge für die Risiken im Zusammenhang mit auf Schweizer Franken indexierten Kreditverträgen geändert. Die Methodik basiert nunmehr auf historischen Daten, ergänzt um Experteneinschätzungen. Die wichtigsten Annahmen sind: die erwartete Anzahl von Kreditnehmern, die noch klagen werden, die Art der erwarteten Gerichtsurteile, die Höhe des Verlustes der Bank im Falle eines Urteils, sowie die Annahmequote für Vergleiche. Die Methodik zur Ermittlung der Vorsorge basiert auf Parametern, welche vielfältig, ermessensbehaftet und zum Teil mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sind. Schwankungen der Parameter sowie deren Interdependenzen und Entscheidungen der polnischen Gerichte und des EuGH können dazu führen, dass die Vorsorge zukünftig der Höhe nach wesentlich angepasst werden muss. Das zum 31. Dezember 2022 bestehende Portfolio von nicht vollständig zurückgeführten Darlehen in Schweizer Franken hatte einen Buchwert in Höhe von 6,1 Mrd. polnischen Zloty; das bereits zurückgezahlte Portfolio betrug bei Ausreichung 7,5 Mrd. polnische Zloty. Insgesamt wurde im Konzern für die aus dem Komplex entstehenden Risiken, einschließlich potenzieller Vergleichszahlungen und der Sammelklage, eine bilanzielle Vorsorge in Höhe von 1,4 Mrd. Euro getroffen (31. Dezember 2021: 899 Mio. Euro). Neue gesetzliche Regelungen in Polen erlauben es Verbrauchern unabhängig von ihrer Vermögenssituation, bis Ende 2023 bis zu acht Mal ihre monatlichen Zahlungen für laufende Hypothekenkredite auszusetzen. Zur Berechnung der Auswirkungen dieser Regelungen rechnet die mBank damit, dass Darlehensnehmer, die 82,5 % des berechtigten Hypothekendarlehens-Portfolios haben, von diesem Recht Gebrauch machen, und dass sie durchschnittlich 7,7 Monate Aussetzung beantragen. Am 31. Dezember 2022 hatten Kunden, die 81,8 % des Portfolios haben, durchschnittlich 6,8 Monate Aussetzung beantragt. Im April 2021 hat der Bundesgerichtshof in einem Verfahren gegen eine andere Bank über den sogenannten AGB-Änderungsmechanismus entschieden und die entsprechenden Ziffern der AGB-Banken für unwirksam erklärt. Dieser Mechanismus sah vor, dass die Zustimmung des Kunden zu bestimmten Vertragsänderungen nach einer bestimmten Frist angenommen wurde, wenn der Kunde nicht widersprochen hatte. Die Bank hat die Auswirkungen dieser Rechtsprechung auf ihre Geschäftsbereiche und Produkte geprüft, da aufgrund des AGB-Änderungsmechanismus eingeführte oder erhöhte Entgelte für Verbraucher möglicherweise unwirksam sein können. Einzelne der oben genannten Verfahren können auch Auswirkungen auf die Reputation der Commerzbank und ihrer Tochtergesellschaften haben. Der Konzern bildet Rückstellungen für diese Verfahren, soweit die daraus resultierenden Verpflichtungen wahrscheinlich sind und die Höhe der Verpflichtungen hinreichend genau bestimmbar ist. Da die Entwicklung dieser Verfahren mit erheblichen Unsicherheiten behaftet ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die gebildeten Rückstellungen nach abschließenden Verfahrensentscheidungen teilweise als unzureichend erweisen. Infolgedessen können erhebliche zusätzliche Aufwendungen entstehen. Dies trifft auch auf rechtliche Verfahren zu, für die aus Sicht des Konzerns keine Rückstellungen zu bilden waren. Der endgültige Ausgang einzelner rechtlicher Verfahren kann das Ergebnis und den Cashflow der Commerzbank in einer bestimmten Berichtsperiode beeinflussen, schlimmstenfalls ist nicht völlig auszuschließen, dass die daraus eventuell resultierenden Verpflichtungen auch wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben. Weitere Informationen über rechtliche Verfahren können der Note 55 zu den Rückstellungen und der Note 57 zu den Eventualverbindlichkeiten und Kreditzusagen des Konzernabschlusses entnommen werden.
Compliance-Risiken
Compliance-Risiken fallen unter die Definition der operationellen Risiken gemäß Capital Requirements Regulation (CRR). Die Commerzbank versteht und erkennt die Existenz von inhärenten Compliance-Risiken in ihren Geschäftsfeldern, die insgesamt und speziell von der Finanzkriminalität missbraucht werden können. Das Compliance-Risiko umfasst hierbei die Risikofelder Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, Sanktionen/Embargos, Markets Compliance, Betrug, Bestechung und Korruption sowie die Beachtung menschen- und umweltrechtlicher Risiken gemäß dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Zur aktiven Förderung der Compliance-Kultur im Unternehmen hat der Vorstand der Commerzbank entsprechende Werte in Verhaltensgrundsätzen (Code of Conduct) festgeschrieben und kommuniziert.
Organisation
Group Compliance wird durch den Bereichsvorstand Group Compliance gesteuert; er berichtet direkt an den Vorstand. Der Bereichsvorstand Group Compliance ist gemäß der § 87 (5) WpHG, BT 1.1 MaComp (Mindestanforderungen an die Compliance-Funktion) sowohl der "Compliance-Beauftragte" als auch gemäß § 25 h (7) KWG (Kreditwesengesetz), §§ 7 und 9 GwG (Geldwäschegesetz) der "Geldwäschebeauftragte" des Konzerns und wird als solcher von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beaufsichtigt. Der Bereichsvorstand von Group Compliance übernimmt außerdem die Rolle des Menschenrechtsbeauftragten (MRB) im Sinne des Gesetzes über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten (LkSG). Der Menschenrechtsbeauftragte verfügt über einen stellvertretenden Menschenrechtsbeauftragten, welcher über die Befugnisse und Weisungsrechte des Menschenrechtsbeauftragten verfügt.
Group Compliance ist verantwortlich für:
A. die fünf Compliance-Risikotypen/-felder:
1) Anti-Geldwäsche/Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung,
2) Sanktionen und Embargos,
3) Bekämpfung von Betrug, Bestechung und Korruption,
4) Markets Compliance,
5) Beachtung menschen- und umweltrechtlicher Risiken gemäß dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, sowie
B. weitere Aufgaben:
1) verantwortlich für die Koordination der Anforderungen aus MaRisk Abschnitt 4.4.2 ("MaRisk-Compliance-Funktion") und
2) unabhängige Durchführung interner Sonderuntersuchungen mit Compliance-Relevanz.
Im dritten Quartal 2022 wurde die Entscheidung getroffen, die Anforderungen aus dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) in Compliance umzusetzen. Die Verantwortlichkeiten entlang der Verpflichtungen zu den Regimen Qualified Intermediary (QI), Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA), Common Reporting Standard (CRS) sowie in Bezug auf die Verhinderung der Beihilfe zur Steuerhinterziehung (Anti-Tax Evasion Facilitation (ATEF)) wurden innerhalb der Group-Tax-Funktion gebündelt und die entsprechende Rolle des QI und FATCA Responsible Officers wurde im Juli 2022 an Group Tax übertragen. An den Auslandsstandorten bleiben die Rollen und Verantwortlichkeiten hinsichtlich ATEF-bezogener Aufgaben unter der Gesamtverantwortung von Group Tax von dieser strukturellen Änderung unberührt und werden dort weiterhin von der lokalen Compliance-Funktion durchgeführt.# Risikosteuerung
Zur Verhinderung von Compliance-Risiken hat die Commerzbank geschäfts-, kunden-, produkt- und prozessbezogene Sicherungssysteme und Kontrollen implementiert. Die Gesamtheit dieser Verfahren zur Einhaltung der wesentlichen rechtlichen Regelungen und Vorgaben wird als Compliance-Management-System bezeichnet. Die Commerzbank orientiert sich bei der Ausgestaltung dieses Compliance-Managementsystems an internationalen Marktstandards sowie den regulatorischen Vorgaben in den für die Geschäftstätigkeit der Commerzbank relevanten Ländern. Die Commerzbank entwickelt ihr Compliance-Management-System kontinuierlich weiter, um ihrer Verantwortung sowie der steigenden Komplexität und zunehmenden regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden.
Gemäß dem Prinzip der "Three Lines of Defence" ist die Abwehr unerwünschter Compliance-Risiken nicht auf die Bearbeitung durch die Compliance-Funktion (Group Compliance) beschränkt. Vielmehr sind die organisatorischen Kontroll- und Überwachungselemente in drei hintereinander geschaltete Ebenen eingeordnet.
Die Einheiten der ersten Verteidigungslinie (1st Line of Defence (LoD)) übernehmen im Rahmen ihrer operativen Tätigkeit die Verantwortung für die Identifikation und das Management von Risiken sowie für die Einhaltung von Regelungen des eigenen Geschäftsbetriebs und verantworten die Einrichtung prozessorientierter Kontrollmechanismen.
Group Compliance als zweite Verteidigungslinie (2nd LoD) setzt Standards für ein angemessenes Risikomanagement, überwacht die Angemessenheit und Wirksamkeit der Verfahren und Kontrollen der ersten Verteidigungslinie und bewertet sowie kommuniziert festgestellte Mängel. Darüber hinaus nimmt Group Compliance Analysen sowie Bewertungen der Compliance-Risiken vor und stellt eine Umsetzung des Risikomanagement-Rahmenwerks sicher.
Die Interne Revision als dritte Verteidigungslinie (3rd LoD) überprüft die Angemessenheit und Wirksamkeit der Compliance sowohl in der 1st LoD als auch der 2nd LoD auf Basis regelmäßiger und unabhängiger Prüfungen.
Die Steuerung der Compliance-Risiken folgt einem strukturierten Regelkreis, dessen Elemente in Wechselwirkung stehen. Die Commerzbank überwacht kontinuierlich relevante regulatorische Anforderungen und stellt die Definition beziehungsweise die Anpassung korrespondierender interner Standards, die eine Einhaltung der Anforderungen gewährleisten sollen, sicher. Interne, regelmäßige Schulungsmaßnahmen und Beratungsleistungen der Compliance-Funktion unterstützen bei der effektiven Implementierung dieser Standards im Konzern. Die Implementierung umfasst die Erstellung sowie Durchführung geeigneter tagesgeschäftlicher Prozesse und Kontrollen, deren Qualitätssicherung und Funktionsprüfung in der 1st LoD und 2nd LoD. Compliance-Risiken werden überwacht und sind Gegenstand regelmäßiger interner Berichterstattung. Eskalationen erfolgen, sofern erforderlich, in Abhängigkeit von deren Dringlichkeit und Schweregrad.
Die Teilrisikostrategie Compliance-Risiko als Teil der Gesamtrisikostrategie der Commerzbank setzt den risikostrategischen Rahmen im Umgang mit Compliance-Risiken und enthält neben strategischen und organisatorischen Elementen eine detaillierte Beschreibung des Compliance-Risikomanagements. Insbesondere werden hierbei der Risikoappetit je Compliance-Risikotyp konkretisiert sowie die strategischen Handlungsfelder definiert.
Die Risikoanalyse (Compliance Risk Analysis) fungiert als eines der Kernelemente der Risikosteuerung. Sie bewertet das inhärente Risiko, das sich aus den Geschäftsaktivitäten mit unterschiedlichen Kundengruppen und Produkten ergibt, und stellt diesem im Control Assessment eine Bewertung des korrespondierenden Kontrollumfeldes zur Mitigierung des inhärenten Risikos gegenüber. Als Ergebnis hieraus wird ein Residualrisiko ermittelt. Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Risikosteuerung (beispielsweise die Einführung zusätzlicher Kontrollen) werden bei Bedarf definiert und deren Umsetzung nachverfolgt.
Aktuelle Entwicklungen
In den letzten Jahren hat die Commerzbank alle Feststellungen aus den Vergleichen mit verschiedenen US-Behörden bezüglich Verstöße gegen US-Sanktions- sowie Geldwäschepräventionsbestimmungen abgearbeitet. Die Commerzbank hat dem DFS (Department of Financial Services) zuletzt für das vierte Quartal 2022 darüber Bericht erstattet.
Am 13. April 2022 erhielt die Commerzbank London von der britischen Aufsichtsbehörde für Finanzdienstleistungen Prudential Regulation Authority (PRA) die Bestätigung, dass der Antrag auf "Niederlassung in Drittländern" genehmigt wurde. Die Genehmigung erlaubt der Bank im Vereinigten Königreich weiterhin als Niederlassung der Commerzbank AG tätig zu sein, die zuvor seit dem 1. Januar 2021 unter dem Temporary Permissions Regime (TPR) (temporäres Berechtigungsverfahren) tätig war. Mit dieser Genehmigung werden auch alle freiwilligen Geschäftsbeschränkungen beendet, die während der Überprüfung durch die britische Financial Conduct Authority (FCA) ernannten "Skilled Person" in der Niederlassung eingerichtet wurden.
Im August 2022 hat sich die Commerzbank mit der Hong Kong Monetary Authority (HKMA) über die Zahlung einer Strafe in Höhe von 6 Mio. Hongkong-Dollar verständigt. Die Strafzahlung geht zurück auf Verstöße gegen die Geldwäscheverordnung im Bereich KYC für den Zeitraum April 2012 bis Juni 2016. Im Anschluss an den Bericht der HKMA wurde ein sofortiges Abarbeitungsprogramm ins Leben gerufen, das bereits abgeschlossen wurde.
Reputationsrisiken
Unter einem Reputationsrisiko wird die Gefahr eines Vertrauens- oder Ansehensverlusts der Commerzbank bei ihren Anspruchsgruppen aufgrund von negativen Ereignissen im Rahmen der Geschäftstätigkeit verstanden. Zu den Anspruchsgruppen der Commerzbank zählen insbesondere Öffentlichkeit und Medien, Nichtregierungsorganisationen und Kunden. Der Reputation eines Unternehmens kommt im heutigen Wettbewerbsumfeld eine immer größere Bedeutung zu; sie wird vor allem durch den Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten (ökologischen oder sozialen Risiken) im Kundengeschäft der Marktsegmente bestimmt (originäre Reputationsrisiken). Menschen beurteilen Unternehmen nicht nur aufgrund persönlicher Erfahrungen, sondern auch auf Basis öffentlicher Berichterstattung, insbesondere der Medienberichterstattung. Daher gehen Reputationsrisiken unmittelbar mit Kommunikationsrisiken einher.
Strategie und Organisation
Es ist grundsätzlich die Aufgabe aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Führungskräfte, den guten Ruf der Commerzbank als bedeutenden Teil ihres Unternehmenswertes zu schützen und zu stärken. Die Segmente und wesentlichen Konzerngesellschaften tragen unmittelbare Verantwortung für Reputationsrisiken, die aus ihrer jeweiligen Geschäftstätigkeit resultieren. Im Fokus der Abteilung Reputationsrisiko-Management im zentralen Konzernbereich Group Communications stehen die originären Reputationsrisiken, die direkt zu Reputationsschäden bei den Anspruchsgruppen führen können. Die Abteilung steht im engen Kontakt mit den relevanten Markteinheiten. Das Management der originären Reputationsrisiken liegt in der Verantwortung des Vorstandsvorsitzenden. Es ist Bestandteil der Gesamtrisikostrategie der Commerzbank. Dem Reputationsrisiko-Management kommt die Aufgabe zu, originäre Reputationsrisiken in systematischen Prozessen frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten, zu adressieren und geeignete Maßnahmen anzuregen beziehungsweise zu ergreifen (Frühwarnfunktion).
Risikosteuerung
Das Management originärer Reputationsrisiken bedeutet, im Kundengeschäft der Marktsegmente mögliche ökologische und soziale Risiken rechtzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren - und damit mögliche Kommunikationsrisiken zu reduzieren oder erst gar nicht entstehen zu lassen. Originäre Reputationsrisiken werden über einen qualitativen Ansatz gesteuert. In einem strukturierten Prozess werden Geschäfte, Produkte und Kundenbeziehungen aus sensiblen Themenfeldern innerhalb einer 5-poligen Skala in Bezug auf ökologische oder soziale Risiken qualitativ bewertet. Diese Bewertung kann Auflagen oder auch eine negative Beurteilung enthalten, die gegebenenfalls zu einer Ablehnung führt. Neben der qualitativen Bewertung von originären Reputationsrisiken werden mithilfe einer jährlichen szenariobasierten ICAAP-Materialitätsanalyse die Auswirkungen von Klima- und Umweltrisiken auf Reputationsrisiken quantitativ eingeschätzt und eine entsprechende ICAAP-Berücksichtigung über das Geschäftsrisiko sichergestellt.
Zu den im Reputationsrisiko-Management regelmäßig und umfassend analysierten sensiblen Themenfeldern zählen beispielsweise Exporte von Rüstungsgütern sowie Geschäfte, Produkte und Kundenbeziehungen mit Bezug zur Energie- und Rohstoffgewinnung. Die Haltung der Commerzbank zu diesen Themen findet sich in für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbindlichen Positionen und Richtlinien wieder. Neu aufkommende ökologische und soziale Themen werden vom Reputationsrisiko-Management der Commerzbank regelmäßig beobachtet, analysiert und die entsprechenden Stellen innerhalb der Bank bei Bedarf darüber unterrichtet. Die von der Abteilung identifizierten und bearbeiteten Reputationsrisiken fließen in den vierteljährlichen Reputationsrisiko-Report (Teil 1: Nicht quantifizierbare Risiken; Teil 2: Hohe und erhebliche originäre Reputationsrisiken (Nachhaltigkeitsthemen)) ein, der an den Vorstand sowie den Risikoausschuss des Aufsichtsrats adressiert ist.
Environmental-Social-Governance-(ESG-)Risiken
Von großer Bedeutung für ein nachhaltiges Finanzwesen ist die Berücksichtigung von ESG-Aspekten im Risikomanagement der Bank. Im Jahr 2022 wurde das "Three Lines of Defense"-Konzept für ESG-Risiken geschärft. ESG-Risiken werden als horizontale Risikoart betrachtet und daher über verschiedene Kontrolleinheiten der Bank hinweg gesteuert.# Für soziale Risiken ("S") und Governancerisiken ("G") agiert das Group Sustainability Management zusätzlich als zentrale Übersichtsfunktion der "Second Line of Defense". Für Umweltrisiken ("E") liegt diese innerhalb der Risikokontrollfunktion. Zudem wurde ein Chief Environmental Risk Officer (CERO) benannt und zur Operationalisierung die Einheit Environmental Risk Control gegründet. Mit dem im Juli 2022 veröffentlichten ESG-Rahmenwerk machen wir unser Nachhaltigkeitsverständnis und -engagement für alle Stakeholder transparent. Wir schaffen damit einen bankweiten Standard, der eine stringente Steuerung aller relevanten Produkte, Prozesse und Aktivitäten ermöglicht und die nachhaltige Transformation der Commerzbank sicherstellt.
Der Fokus des ESG-Rahmenwerks liegt auf unserem Kerngeschäft. Wir unterscheiden dabei zwischen "Transformation Finance" und "Sustainable Finance". Wir sind überzeugt, dass die gesamte Wirtschaft von der nachhaltigen Transformation betroffen ist und entsprechend handeln muss. Daher klassifizieren wir alle Portfoliobestandteile, die nicht von unseren Ausschlusskriterien betroffen sind, als Transformation Finance. Sustainable Finance beschreibt dagegen den Anteil unseres Portfolios, den wir als explizit nachhaltig klassifizieren. Das umfasst Finanzprodukte und -dienstleistungen, die positive ökologische und/oder soziale Zwecke fördern und damit zum Beispiel zum Erreichen der Ziele des Pariser Klimaabkommens oder der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung beitragen.
Um festzulegen, welche Engagements unserem Nachhaltigkeitsanspruch entsprechen und damit dem Bereich Sustainable Finance zuzurechnen sind, haben wir ein transparentes Prüfschema und eigene Kriterien entwickelt, die im ESG-Rahmenwerk offengelegt sind. Das ESG-Rahmenwerk gibt auch eine Übersicht unserer Nachhaltigkeitsrichtlinien und Ausschlusskriterien. Hierzu haben wir branchenspezifische Anforderungen formuliert, beispielsweise für Bergbau, Energie und fossile Brennstoffe, inklusive Öl und Gas. Branchenübergreifende Anforderungen betreffen Menschenrechte und indigene Völker. Für besonders kritische Produkte, Geschäfte oder Geschäftsbeziehungen wurden Ausschlusskriterien formuliert. Hierzu gehören beispielsweise neue Finanzierungen für Öl- und Gasförderprojekte (konventionelle und unkonventionelle Fördermethoden), aber auch die konzernweite Entscheidung, den Neubau oder Ausbau für Kohleminen, Kohleinfrastruktur oder Kohlekraftwerke nicht zu finanzieren. Entsprechende Projektfinanzierungen sind gemäß Brennstoffrichtlinie ausgeschlossen. So stellen wir sicher, dass auch bei Bestandskunden kein Geschäft begleitet wird, das gemäß Brennstoffrichtlinie verboten ist. Bereits seit Jahren werden so Umwelt- und Biodiversitätsaspekte über ökologische Mindeststandards sowie entsprechende Ausschlusskriterien in das Kerngeschäft integriert und die Erfüllung dieser Standards überprüft.
Die Bewertung von Nachhaltigkeitsaspekten im Kerngeschäft erfolgt im Reputationsrisiko-Management der Commerzbank Aktiengesellschaft. Dabei beschränken wir uns nicht auf das rechtlich Notwendige, sondern stellen auch bei legalen Geschäften die Frage nach der Legitimität. Aufgrund der besonderen Risiken, die mit den Themen fossile Brennstoffe und Rüstung verbunden sind, hat der Vorstand der Commerzbank Aktiengesellschaft dazu jeweils eine eigene verbindliche Richtlinie verabschiedet, die viele entsprechende Geschäfte und Geschäftsbeziehungen als prüfpflichtig definiert und Ausschlusskriterien umfasst.
Die Richtlinie für fossile Brennstoffe wurde zum Jahresanfang 2022 überarbeitet und beinhaltet die Anforderungen der Commerzbank Aktiengesellschaft an Kunden aus den Sektoren Kohle, Öl und Gas. Auch beim Thema Rüstung gab es im Berichtszeitraum Anpassungen. Nach wie vor gilt: Wir erkennen das Selbstverteidigungsrecht von Staaten grundsätzlich an. Demzufolge stellen wir die Notwendigkeit der Bundeswehr sowie ihrer angemessenen Ausrüstung nicht in Frage. Daher finanzieren wir auch weiterhin Rüstungshersteller, die Waffen und Rüstungssysteme für die Bundesrepublik Deutschland und ihre Verbündeten produzieren. Gleichwohl haben wir unsere seit 2008 für die Commerzbank Aktiengesellschaft bestehenden Anforderungen und Kriterien für den Bereich Rüstung verschärft und erweitert. Die neue Richtlinie für Rüstung und Überwachungstechnologie wurde im Januar 2023 vom Vorstand verabschiedet. Sie hält an den grundsätzlichen Parametern der alten Richtlinie fest, was bedeutet, dass die Commerzbank keine Rüstungsgeschäfte in Konflikt- und Spannungsgebiete oder mit Bezug zu sogenannten kontroversen Waffen begleitet. Darüber hinaus regelt die neue Richtlinie nun auch den Umgang mit autonomen Waffen und Überwachungstechnologie.
Im Reputationsrisiko-Management werden Geschäfte und Geschäftsbeziehungen in Sektoren wie Bergbau, Rohstoffabbau oder Baumwollgewinnung, bei denen Menschenrechte eine wesentliche Rolle spielen, intensiv recherchiert, analysiert und mit einer differenzierten Bewertung versehen. Zudem hat sich die Commerzbank Aktiengesellschaft im Berichtsjahr intensiv mit der Umsetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes auseinandergesetzt, das zum 1. Januar 2023 in Kraft getreten ist. Das Reputationsrisiko-Management der Commerzbank Aktiengesellschaft legt somit die Voraussetzungen und Grenzen für die Geschäftstätigkeit fest und bewertet Geschäfte, Produkte und Kundenbeziehungen nach sorgfältiger Analyse. Der Prüfprozess startet auf der Marktseite: Sobald ein von der Bank als sensibel definiertes Themenfeld tangiert wird, ist das Reputationsrisiko-Management einzubinden. Die Bewertung erfolgt anhand einer fünfstufigen Skala und kann bis zur Ablehnung des Produktes, des Geschäfts oder der Geschäftsbeziehung führen.
Die mBank in Polen betreibt ihr eigenständiges Reputationsrisiko-Management auf Basis ihres Bekenntnisses zum Global Compact der Vereinten Nationen. Die Risikomanagementstrategie der mBank basiert auf drei Säulen: Nachhaltiges Wachstum unterstützen, umsichtiges und stabiles Risikomanagement anstreben sowie die Fähigkeiten stärken, ESG- und Cyber-Risiken zu managen. Die mBank hat dabei eigene Ausschlusskriterien für verschiedene Sektoren formuliert, die auf der Klima- und Energiepolitik der EU basieren. Dazu gehören unter anderem die Branchen Bergbau und Energie: So sind etwa Finanzierungen für den Bau oder die Erweiterung von Steinkohle- und Braunkohle-Bergwerken ausgeschlossen. Die Reputationsrisiko-Strategie der mBank wird jährlich überprüft und mit der Muttergesellschaft abgestimmt.
Um die Grundlage für eine künftige Steuerung des Themenfelds Biodiversität zu legen, haben wir 2022 erstmals eine Auswirkungsanalyse mithilfe des Tools "Encore" durchgeführt. Encore ermöglicht auf wissenschaftlicher Grundlage eine Verknüpfung von wirtschaftlichen Aktivitäten und biodiversitätsschädlichen Auswirkungen. Dazu haben wir das Geschäftsvolumen der von uns finanzierten Sektoren den externen Daten des Tools gegenübergestellt und anschließend gewichtet. Wir haben potenzielle Handlungsfelder und strategische Schwerpunkte identifiziert und werden weitere Analysen sowie Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität entwickeln.
Wir verfolgen das strategische Ziel, die CO₂-Emission unseres gesamten Kredit- und Investmentportfolios bis 2050 auf netto null zu reduzieren. Dafür haben wir 2022 die CO₂-Intensitäten des Kreditportfolios der Commerzbank Aktiengesellschaft über branchenspezifische Zielwerte gemäß dem Pariser Klimaschutzabkommens analysiert. Wir halten uns dabei methodisch an die Science Based Targets Initiative (SBTi), die sich für die Reduktion von Treibhausgasen auf Basis von wissenschaftlich berechneten Zielvorgaben einsetzt. Hierdurch können Unternehmen ihre Klimapolitik fundiert an den Zielen des Pariser Klimaabkommens ausrichten und dem Klimawandel effektiv entgegenwirken. Mit der SBTi-Methode "Sectoral Decarbonization Approach (SDA)" haben wir uns konkrete sektorspezifische Ziele gesetzt, um die mit unserem Kredit- und Investmentportfolio verbundenen CO₂-Emissionen (die sogenannten "Financed Emissions") zu reduzieren und schließlich unser Net-Zero-Ziel zu erreichen. Dabei wollen wir alle gemäß SBTi-Methode vorgegebenen Portfolios steuern, mit besonderem Fokus auf die emissionsintensiven Sektoren. Dies sind unter anderem Energieerzeugung, fossile Brennstoffe, Automobilherstellung sowie Produktion von Zement, Eisen und Stahl. Das nach SBTi optionale Portfolio der privaten Baufinanzierung berücksichtigen wir ebenfalls. Im Berichtsjahr 2022 wurden für alle diese Portfolios entsprechende Ziele zur Reduktion der Emissionsintensitäten formuliert und durch die SBTi validiert. Die Portfolioziele nach SBTi sind im ESG-Rahmenwerk veröffentlicht, der Stand der Zielerreichung wird dort regelmäßig aktualisiert. Unsere Ambition ist es, die Unternehmen der Realwirtschaft bei deren Transitionsprozess zu unterstützen und die finanzierten Emissionen nachhaltig zu senken.
In der Commerzbank betrachten wir Klimarisiken nicht als separate Risikoart, sondern als ein sogenanntes horizontales Risiko. Dieses kann sich in den bekannten Risikoarten materialisieren. 2022 haben wir für den Commerzbank-Konzern erneut eine umfassende und Risikoarten übergreifende Materialitätsanalyse für Klimarisiken durchgeführt, insbesondere im Hinblick auf die Erwartungen aus dem Leitfaden der EZB zu Klima- und Umweltrisiken. Dabei werden alle im Rahmen der Risikoinventur als wesentlich eingeschätzten Risikoarten hinsichtlich ihrer Materialität in Bezug auf Klimarisiken beurteilt und sowohl transitorische als auch physische Risiken betrachtet. Transitorische Risiken entstehen für Unternehmen beispielsweise durch regulatorische oder gesetzliche Änderungen in der Energiepolitik, durch veränderte Marktstimmungen und -präferenzen oder durch technologische Neuerungen.# Physische Risiken und transitorische Risiken
Physische Risiken hingegen entwickeln sich aufgrund veränderter klimatischer Bedingungen und damit einhergehenden extremeren und häufiger auftretenden akuten Wetterereignissen wie zum Beispiel Überschwemmungen oder chronischen Effekten wie zum Beispiel einem steigenden Meeresspiegel. Die Einschätzung erfolgte je nach Risikoart auf qualitativer und/oder quantitativer Basis. Im Ergebnis der Analyse wurde der Einfluss von Klima- und Umweltrisiken für die Risikoarten Kreditrisiko, Marktrisiko, Operationelles Risiko (einschließlich Compliance- und Cyber-Risiko), Reputationsrisiko und Geschäftsrisiko als materiell bestätigt. Die Erkenntnisse der Materialitätsanalyse fließen sowohl in die Erstellung der Geschäftsstrategie, der Gesamtrisikostrategie und der Teilrisikostrategien als auch in weitere Kernelemente des bankinternen Prozesses zur Sicherstellung einer angemessenen Kapitalausstattung, wie beispielsweise das interne Stresstestrahmenwerk, sowie in das Risikotragfähigkeitskonzept ein.
Im Hinblick auf das Kreditrisiko wurden relevante Parameter mehrerer Klimaszenarios ganzheitlich in ökonomische Effekte übersetzt. Für transitorische Risiken werden dabei unter anderem geänderte Regulierung, Preisveränderungen, Angebots- oder Nachfrageänderungen und Effekte aus technologischen Veränderungen betrachtet; zur Einwertung der physischen Risiken werden Klimaszenarios, die akute Flut- und Hitzeereignisse abbilden, herangezogen und analysiert. Anschließend erfolgt eine Aussage zur Betroffenheit durch Klimarisiken in kurz-, mittel- und langfristigen Zeithorizonten bis 2050.
Transitorische Risiken sind branchenspezifisch, wobei sich innerhalb einer Branche (zum Beispiel Maschinenbau) teilweise deutliche Unterschiede in weiteren Sub-Sektoren zeigen. Die Betroffenheit einer Branche betrachten wir sowohl aus makroökonomischer-, als auch aus bankinterner Sicht. Potenzielle Auswirkungen von physischen Klimarisiken variieren zum Teil erheblich je nach geografischer Lage und Gegebenheit und müssen bei einer Betrachtung aus Portfoliosicht berücksichtigt werden. Als bedeutender Finanzierer der deutschen Wirtschaft sind wir auch in Sektoren aktiv, die physischen oder transitorischen Klimarisiken in besonderer Weise ausgesetzt sind. In einigen der besonders betroffenen Sektoren haben wir jedoch nur ein geringes Exposure (zum Beispiel Landwirtschaft). Branchen, die potenziell durch Klimarisiken stärker betroffen sein können und die hinreichend großes Exposure aufweisen, sind zum Beispiel der Energiesektor, der Automobilsektor und der Maschinenbau. Durch den geografischen Schwerpunkt unseres Portfolios in Deutschland und Europa sind wir von physischen Klimarisiken wie zum Beispiel Wirbelstürmen oder dem Meeresspiegelanstieg in geringerem Umfang betroffen als andere Regionen in der Welt. Im Ergebnis werden sowohl transitorische als auch physische Klimarisiken als wesentlich für das Kreditrisiko in einem langfristigen Zeithorizont erachtet.
Um die Effekte aus Klimarisiken im Kreditgeschäft der Commerzbank Aktiengesellschaft aktiv zu managen, entwickeln wir unsere Prozesse und Methoden konsequent weiter. Die Kreditentscheidung für Unternehmen und Institutionelle umfasst im Rahmen der individuellen Risikobewertung auch - sofern relevant - die Betroffenheit durch Klimarisiken und die Widerstandsfähigkeit dagegen. Dabei kombinieren wir schrittweise die spezifischen Erkenntnisse aus den Szenarioanalysen mit der individuellen Risikoanalyse auf Kundenebene. Wir gehen portfoliospezifisch vor und tragen so den Unterschieden hinsichtlich der Betroffenheit und der Risikotreiber angemessen Rechnung. In den besonders relevanten Portfolios wie große internationale Unternehmen, Spezialfinanzierungen und gewerbliche Immobilienfinanzierung haben wir die qualitative Risikoanalyse in der Einzelkreditentscheidung um spezifische Aspekte zur Analyse von Klimarisiken ergänzt. Die Ergebnisse der Analysen werden in einer strukturierten Bewertung aggregiert, die in die Entscheidungsprozesse integriert ist. Diesen Score berücksichtigen wir in der Einzelkreditentscheidung, wir nutzen ihn aber auch im Rahmen der Portfolioanalyse und -steuerung. Wir werden diesen Ansatz schrittweise auf weitere relevante Portfolios ausweiten und beispielsweise auch kleinere Unternehmen aufnehmen. Im Zielbild wollen wir Klimarisiken - soweit möglich - in die quantitative Kreditrisikoanalyse integrieren und sie damit in der Prozesskette inklusive Pricing und Reporting vollständig reflektieren.
Auch im Assetmanagement der Commerz Real spielen Klimarisiken eine große Rolle, gleichermaßen physische wie Transitionsrisiken. Um die Gefährdung der Assets und des Portfolios genau zu bestimmen, werden Zukunftsszenarios genutzt, die auf den repräsentativen CO₂-Konzentrationspfaden des Weltklimarates basieren. Dabei stützt sich die Commerz Real in der Risikobewertung einschließlich der Szenarioanalysen auf Instrumente wie den Carbon Risk Real Estate Monitor (CRREM) oder das PwC Climate Excellence Tool. Das CRREM-Tool zeigt Klimapfade anhand von Assetklassen- und länderspezifischen CO₂- und Endenergiezielwerten für ein 1,5°- sowie ein 2,0°-Szenario auf. Das Climate Excellence Tool hingegen erlaubt eine standortspezifische Auswertung von physischen Klimarisiken für verschiedene Szenarios. So versucht die Commerz Real, eine anhand bereits vorhandener Daten möglichst standortgenaue Risikoanalyse vorzunehmen und konkrete Maßnahmen zur frühzeitigen Schadensvermeidung abzuleiten. Die Ergebnisse fließen in die Risikoeinschätzung und die Nachhaltigkeitsbewertung aller Immobilientransaktionen ein und werden entsprechend in der Bewirtschaftungsphase berücksichtigt. Grundlage des Klimarisikomanagements ist die möglichst verlässliche Erhebung aller Verbrauchs- und Emissionsdaten sowie Standortdaten. Hierzu hat die Commerz Real ein Nachhaltigkeitsdatenmanagementsystem implementiert und bedient sich zudem externer Partner bei der Erfassung von Daten auf globaler Ebene.
Neben den Klimarisiken gehören auch Risiken aus dem Verlust der Artenvielfalt zu den relevanten Umweltrisiken. 2022 wurde im Rahmen der Materialitätsanalyse erstmals untersucht, inwieweit Biodiversität als Risikotreiber für den Commerzbank-Konzern wesentlich ist. Analog zu Klimarisiken lassen sich Biodiversitätsrisiken in physische und transitorische Risiken unterteilen. Während physische Biodiversitätsrisiken durch einen Verlust oder die Verschlechterung von Leistungen des Ökosystems entstehen, von denen das Wirtschaftssystem abhängig ist (zum Beispiel Bestäubung oder genetische Vielfalt), beschreiben die transitorischen Risiken in diesem Zusammenhang Risiken, die durch den Transformationsprozess hin zu einer nachhaltigeren und umweltschonenderen Wirtschaft auftreten. Im Fokus der physischen Risikoanalyse stand eine Einschätzung der Abhängigkeit von Ökosystemleistungen von Sektoren, in denen die Commerzbank durch Kreditengagements vertreten ist. Dazu haben wir externe Daten herangezogen, die den Grad der Abhängigkeit der Sektoren von Ökosystemleistungen klassifizieren und diese zusammen mit dem Geschäftsvolumen im jeweiligen Sektor betrachtet. Bei den transitorischen Biodiversitätsrisiken für das Kreditrisiko wurden der negative Einfluss von Geschäftsaktivitäten auf die Umwelt und die Konsequenzen durch antizipierte zukünftige regulatorische Neuerungen zum Schutz der Artenvielfalt mit einbezogen. Als Ergebnis schätzen wir physische Biodiversitätsrisiken aktuell als nicht wesentlich ein, erachten transitorische Risiken dagegen mittel- und langfristig sehr wohl als wesentliche Risikotreiber für das Kreditrisiko. Es kann angenommen werden, dass Biodiversitätsrisiken im Zeitverlauf eher zunehmen. Zukünftig ist eine tiefergehende Analyse geplant, die durch entsprechende Szenarios - soweit verfügbar - und fortgeschrittenere Bewertungsmethoden in diesem Zusammenhang unterstützt wird.
IT-Risiken
IT-Risiken sind Teil der operationellen Risiken. Unter IT-Risiken verstehen wir in unserer internen Definition die Risiken für die Sicherheit der in unseren Systemen verarbeiteten Informationen im Hinblick auf die Einhaltung der nachstehenden vier IT-Schutzziele:
- Vertraulichkeit: Informationen sind vertraulich, wenn sie für nicht berechtigte Personen, Geschäftsprozesse oder IT-Systeme weder verfügbar noch rekonstruierbar sind.
- Integrität: Informationen sind integer, wenn sie nicht auf unautorisierte Weise modifiziert oder zerstört worden sind. Ein informationsverarbeitendes System (IT-System) ist integer, wenn es die ihm zugedachten Funktionen in unbeeinträchtigter Art und Weise sowie frei von bewussten oder versehentlichen unautorisierten Manipulationen durchführen kann.
- Nachvollziehbarkeit: Auf Informationen angewandte Aktionen und Techniken sind nachvollziehbar, wenn diese selbst sowie deren Herkunft eindeutig zurückverfolgt werden können.
- Verfügbarkeit: Informationen sind verfügbar, wenn sie für berechtigte Personen, Geschäftsprozesse und IT-Systeme immer dann in einem festgelegten Umfang verwendbar sind, wenn sie benötigt werden.
Der Schutz und die Sicherheit eigener und von Kunden anvertrauter Informationen sowie der diese Informationen verarbeitenden Geschäftsprozesse und IT-Produkte genießen in der Commerzbank einen hohen Stellenwert. Sie sind als ein zentrales Element in unserer IT-Strategie verankert. Die Anforderungen an die IT-Sicherheit, die auf den vorgenannten IT-Schutzzielen basieren, sind in Policies und Verfahrensanweisungen geregelt. IT-Risiken werden im Rahmen von IT-Governance-Prozessen identifiziert, bewertet und regelmäßig überprüft. Das IT-Risiko wird über den quartalsweisen IT-Risikoreport berichtet. Die Informationssicherheit ist auch als ein bedeutsames Ziel in unserem Internen Kontrollsystem verankert. Durch veränderte Rahmenbedingungen rückte die Berücksichtigung der vier IT-Schutzziele für Homeoffice-Technologien weiter in den Fokus.# IT-Risiken
Zudem werden relevante IT-Risiken im Rahmen des Managements der operationellen Risiken in Form von Risikoszenarios bewertet und fließen in die RWA-Berechnung der Bank ein. Dazu gehören das Risiko eines Ausfalls kritischer IT, das Risiko externer Angriffe auf die Systeme oder Daten der Bank und seit 2021 auch die Risiken eines modernen Cloud Sourcing (Szenarios "Cyber Crime", "Advanced Persistent Threat (APT) 1" und "Cloud"), der Diebstahl von Unternehmensdaten oder der Ausfall von Dienstleistern und Lieferanten. Siehe dazu auch die Ausführungen zu Cyber-Risiken. Entsprechend der hohen Bedeutung der IT-Sicherheit in der Commerzbank erfolgt deren kontinuierliche Weiterentwicklung und Verbesserung im Rahmen strategischer Initiativen. Der Bedeutung des Faktors Mensch für die IT-Sicherheit und Cyber-Sicherheit haben wir durch Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen Rechnung getragen.
¹ Ein Advanced Persistent Threat (fortgeschrittene, andauernde Bedrohung) ist eine spezielle Form eines Cyber-Angriffes. Das Ziel eines APT ist es, möglichst lange unentdeckt zu bleiben, um über einen längeren Zeitraum sensible Informationen auszuspähen (Internet-spionage) oder anderweitig Schaden anzurichten.
Cyber-Risiken
Cyber-Risiken umfassen Risiken mit einer unmittelbaren Sicherheitsrelevanz oder Risiken, die in eine Sicherheitsrelevanz münden (jeweils im Cyberraum). Der für die Commerzbank relevante Teil des Cyberraums umfasst hierbei alle vernetzten IT-Umgebungen innerhalb der Bank sowie außerhalb der Bank in Richtung Kunden, Geschäftspartner und Dienstleister. Cyber-Risiken beschäftigen sich demnach mit der digitalen Repräsentation der Bank-Assets (Daten, Informationen) innerhalb des Cyberraums.
Für Cyber-Risiken gelten uneingeschränkt die strategischen Leitplanken aus der übergeordneten Konzernrisikostrategie sowie der Cyber- und Informationssicherheitsstrategie. In der Commerzbank erfolgt die Steuerung der Cyber- und Informationssicherheitsrisiken durch den Konzernbereich "Group Risk Management - Cyber Risk S Information Security" (GRM-CRIS) und obliegt der Hoheit des Group Chief Information Security Officers (CISO). Neben bereits etablierten Sicherheitsfunktionen (wie zum Beispiel das ISO 27001 zertifizierte Information Security Management System (ISMS) und das Risikoreporting über Key Risk Indicators) liegt der Fokus von GRM-CRIS auf dem angemessenen Management des Cyber-Risikos sowie der Stärkung der Cyberresilienz der Commerzbank (einschließlich der Information Security Incident Management Fähigkeiten). Zusätzlich adressiert GRM-CRIS die Wechselwirkungen der Cyber- und Informationssicherheitsrisiken zu Risiken aus anderen wesentlichen Risikobereichen wie zum Beispiel das operationelle Risiko.
Die aktuelle Cyber-Risikolage ist von den geopolitischen Spannungen rund um den Krieg in der Ukraine geprägt. Die tatsächliche Bedrohungslage beschränkte sich bislang auf branchenübergreifende Angriffe pro-russischer und pro-ukrainischer Aktivisten. Cyber-Angriffe und Sabotageaktionen durch staatliche Akteure konzentrierten sich bislang auf die Ukraine. Die Entwicklungen im Cyber-Umfeld werden in der Commerzbank von einer interdisziplinären Taskforce (Top-Management und Spezialisten aus GRM-CRIS und Group Technology Foundations - GS-TF) kontinuierlich beobachtet. Im Zusammenhang mit der verstärkten "remote"-Nutzung von Bankressourcen, etwa im Zusammenhang mit "Split Operations" oder "Homeoffice" gibt es nach wie vor keine neuen oder erweiterten Angriffsmethoden gegen die Bank und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Im Cybercrime-Bereich ist in den letzten zwei Jahren noch die zunehmende Verbreitung von "Ransomware" hervorzuheben, auch wenn die Commerzbank davon bislang nicht betroffen war. Unter Ransomware versteht man eine spezielle Art von Schadsoftware, die den Zugriff auf IT-Geräte sperrt oder darauf enthaltene Daten verschlüsselt und anschließend vom Opfer ein Lösegeld für die Wiederherstellung verlangt. Das signifikante Schadenspotential solcher Attacken verdeutlicht eine Reihe von aktuellen Vorfällen, bei denen dadurch Lieferketten gestört wurden. Durch eine enge Verzahnung der 1st und 2nd Line-of-Defense-(LoD-)Aktivitäten im Bereich der Cyber-Bedrohungsanalyse inklusive der entsprechenden Schutzmaßnahmen und Incident-Management-Prozesse soll die Bank weiterhin angemessen vor Ransomware-Attacken geschützt werden.
Personalrisiken
Personalrisiken fallen unter die Definition der operationellen Risiken in Anlehnung an die Capital Requirements Regulation (CRR). Im Sinne einer internen, steuerungsorientierten Ausgestaltung dieser Definition subsumieren wir unter Personalrisiken folgende Elemente:
Anpassungsrisiko
Ein Anpassungsrisiko entsteht, wenn sich aufbau- und ablauforganisatorische Rahmenbedingungen (zum Beispiel Umstrukturierungen, Veränderungen der Führungskultur, Qualifizierungsbedarfe) verändern, sich diese auf die Wirkungsbereiche der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auswirken und damit eine erhöhte Veränderungsbereitschaft der Belegschaft erfordern. Durch ausgewählte interne sowie externe Aus-, Weiterbildungs- und Changemaßnahmen gewährleisten wir, dass das Qualifikationsniveau unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den aktuellen Anforderungen entspricht, strukturelle Veränderungen entsprechend begleitet werden und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Aufgaben und Verantwortlichkeiten gerecht werden.
Motivationsrisiko
Motivationsrisiken entstehen daraus, dass demotivierende Faktoren nicht abgestellt und motivierende Faktoren in nicht ausreichendem Maße bei der Belegschaft wahrgenommen werden (zum Beispiel Führung, Vergütung). Die Auswirkungen (zum Beispiel zurückgehaltene Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) können sich direkt auf die Arbeitsatmosphäre und Produktivität der Organisation auswirken. Über Mitarbeiterbefragungen können mögliche Veränderungen in der Unternehmensverbundenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter frühzeitig erkannt und adäquate Steuerungsmaßnahmen initiiert werden.
Austrittsrisiko
Austrittsrisiken berücksichtigen die Folgen ungewollter Austritte von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (zum Beispiel Arbeitnehmerkündigungen), insbesondere bei Leistungsträgern. Mit großer Sorgfalt versucht die Commerzbank sicherzustellen, dass die Abwesenheit oder das Ausscheiden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht zu nachhaltigen Störungen der Betriebsabläufe führt. Zudem beobachten wir regelmäßig die Fluktuation sowohl quantitativ als auch qualitativ.
Engpassrisiko
Im Engpassrisiko werden die Folgen einer nicht ausreichenden Personalausstattung (zum Beispiel fehlende Nachwuchsplanung) sowie daraus folgender Konsequenzen (operative Engpässe, erhöhte Arbeitslast, geringere Produktivität, Krankheit) berücksichtigt. Die angemessene quantitative und qualitative Personalausstattung soll sicherstellen, dass die betriebsinternen Erfordernisse, die Geschäftsaktivitäten und die Strategie der Commerzbank umgesetzt werden können.
Personal stellt für die Commerzbank eine zentrale Ressource dar. Mit dem durch Group Human Resources gesteuerten systematischen Personalrisikomanagement verfolgen wir das Ziel, Risiken zu identifizieren, zu beurteilen und unter anderem durch den Einsatz ausgewählter personalwirtschaftlicher Instrumente zu steuern. Der Vorstand wird regelmäßig über die Personalrisiken informiert. Insgesamt ist die Personalrisikosituation weiter zu beobachten. Es besteht das Risiko, dass sich die Personalrisikosituation durch häufige strukturelle Veränderungen aufgrund einer veränderten Konzernstrategie verschlechtert. Mit bereits eingeleiteten Change- und organisatorischen Maßnahmen wird den Personalrisiken begegnet.
Geschäftsstrategische Risiken
Das geschäftsstrategische Risiko besteht in der mittel- bis langfristigen Gefahr negativer Einflüsse auf das Erreichen der strategischen Ziele der Commerzbank, zum Beispiel resultierend aus Veränderungen von Marktumfeld, Wettbewerbsumfeld, Kapitalmarktanforderungen, Regulatorik/Politik oder unzureichender Umsetzung der Konzernstrategie (primäre Risikotreiber). Im Rahmen der regelmäßigen Weiterentwicklung der Konzernstrategie werden einerseits externe Faktoren betrachtet und andererseits interne Einflussfaktoren berücksichtigt. Unter Einbezug dieser Faktoren legt der Vorstand eine nachhaltige Geschäftsstrategie fest, in der die Ziele der Bank für die wesentlichen Geschäftsaktivitäten und die jeweiligen Maßnahmen zur Zielerreichung dargestellt werden. Um die sachgerechte Umsetzung der Konzernstrategie zur Erreichung der Geschäftsziele sicherzustellen, erfolgt das strategische Controlling durch regelmäßiges Monitoring von quantitativen und qualitativen Zielen im Konzern und in den Segmenten. Die Verantwortung für die strategische Unternehmenssteuerung liegt beim Vorstand. Bestimmte geschäftspolitische Entscheidungen (Beteiligungserwerb und Verkauf > 300 Mio. Euro) bedürfen zudem der Zustimmung des Risikoausschusses des Aufsichtsrats. Zudem werden alle größeren Initiativen und Projekte durch den Vorstand entschieden.
Modellrisiko
Unter Modellrisiko wird das Risiko von fehlerhaften Steuerungsentscheidungen aufgrund einer nicht sachgerechten Abbildung der Wirklichkeit durch die verwendeten Modelle verstanden. Als Ursachen für Modellrisiken unterscheiden wir zwischen Modellrisiko aus Überschreitungen der Modellgrenzen und Modellrisiko aus Modellfehlern (handwerkliche Fehler bei der Modellentwicklung/-implementierung). Analog zum Fokus der Gesamtrisikostrategie, eine ausreichende Kapital- und Liquiditätsausstattung der Bank sicherzustellen, stehen für die Risikosteuerung die Modelle zur Beurteilung der Risikotragfähigkeit (Kapitalbedarf nach den Regularien des Baseler Rahmenwerks beziehungsweise ökonomisch gemessener Kapitalbedarf) sowie der Liquiditätsausstattung im Mittelpunkt.# Die Grundprinzipien der Modellrisikosteuerung
Die Grundprinzipien der Modellrisikosteuerung sind die Identifizierung und Vermeidung von Modellrisiken sowie die angemessene Berücksichtigung bekannter Modellrisiken (zum Beispiel durch konservative Kalibrierung oder Berücksichtigung von Sicherheitsmargen beziehungsweise Modellreserven). Nicht bekannte und daher nicht mitigierbare Modellrisiken werden in Kauf genommen als inhärentes Risiko der Komplexität des Geschäftsmodells der Commerzbank. Hinsichtlich der Governance im Rahmen der Modellrisikosteuerung werden Anforderungen zu Modellvalidierung und Modelländerungen festgelegt. Der Krieg in der Ukraine mit seinen geopolitischen Auswirkungen sowie die wirtschaftlichen Sekundäreffekte aus der Corona-Pandemie stellen die eingesetzten Risikomodelle vor Herausforderungen. Die Commerzbank hat Maßnahmen eingeleitet, um dem erhöhten Modellrisiko zu begegnen und eine angemessene Steuerung auch in der aktuellen Phase sicherstellen zu können. Die Initiative aus 2022 zu Stärkung des Managements der Modellrisiken wird weiter fortgeführt. Dies betrifft sowohl Aspekte der Governance als auch den Umfang der Monitoring- und Validierungsaktivitäten. Außerdem werden aktuell strategisch relevante Modelle grundsätzlich überarbeitet (diverse Kreditrisikomodelle). In diesem Zusammenhang spielen hohe Standards bei der Modellentwicklung und der initialen Validierung eine große Rolle.
Weitere Entwicklung
Gegen eine Tochtergesellschaft der Commerzbank wurde im Mai 2017 von einem polnischen Gericht eine Sammelklage wegen angeblicher Unwirksamkeit von Indexklauseln in Darlehensverträgen in Schweizer Franken (CHF) zugelassen. Seitdem liegen verschiedene Rechtsfragen bei polnischen Rechtsinstanzen sowie beim EuGH. Am 16. Februar 2023 wurden in der Rechtssache C-520/21 in einem Verfahren gegen eine andere Bank die Schlussanträge des Generalanwalts des EuGH vorgelegt, in denen es darum geht, ob die Vertragsparteien im Falle der Nichtigkeit eines Kreditvertrags vom Vertragspartner über die Rückerstattung der erbrachten Geldleistungen hinausgehende Ansprüche, insbesondere auf Vergütung, geltend machen können. Der Generalanwalt weist darauf hin, es sei "Sache des vorlegenden Gerichts, nach Maßgabe seines innerstaatlichen Rechts zu bestimmen, ob Verbraucher zur Geltendmachung derartiger Ansprüche berechtigt sind und gegebenenfalls über deren Begründetheit zu entscheiden". Wenn das vorlegende Gericht der Ansicht ist, dass das nationale Recht den Verbraucher berechtigt, zusätzliche Leistungen von der Bank zu verlangen, schließt die Richtlinie 93/13 dies nicht aus. Die nationalen Gerichte können auch dazu befugt sein, solche Klagen abzuweisen, wenn sie rechtsmissbräuchlich sind. Im Hinblick auf die Ansprüche der Bank gegen den Verbraucher weist der Generalanwalt auch darauf hin, es sei "grundsätzlich Sache des nationalen Gerichts, nach Maßgabe des innerstaatlichen Rechts zu bestimmen, ob eine Bank (...) Ansprüche gegen einen Verbraucher hat, die über die Rückerstattung des überlassenen Darlehenskapitals und die Zahlung von Verzugszinsen in gesetzlicher Höhe hinausgehen". Der Generalanwalt ist jedoch der Auffassung, dass die Richtlinie 93/13, selbst wenn dies nach nationalem Recht zulässig wäre, diese Ansprüche ausschließt, da aus ihrer allgemeinen Systematik hervorgeht, dass sie weniger darauf abzielt, ein vertragliches Gleichgewicht zwischen den Rechten und Pflichten der Vertragsparteien sicherzustellen, als darauf, zu vermeiden, dass zwischen diesen Rechten und Pflichten ein Ungleichgewicht zu Lasten der Verbraucher entsteht. Darüber hinaus kann der Bank kein wirtschaftlicher Vorteil aus einer Situation entstehen, die sie durch eigenes rechtswidriges Verhalten herbeigeführt hat. Die Sanktion von kostenlosen Krediten ist die normale Folge aus der ex tunc erfolgenden Nichtigerklärung des Darlehensvertrages durch Wegfall seiner missbräuchlichen Klauseln. Die Schlussanträge des Generalanwalts sind für den EuGH nicht bindend, ebenso wenig für die ordentlichen Gerichte und den Polnischen Obersten Gerichtshof. Der EuGH kann die Position des Generalanwalts teilen, aber er kann auch anders entscheiden und die Richtlinie 93/13 anders auslegen. Unter Berücksichtigung der Schlussanträge des Generalanwalts bei EuGH im Verfahren C-520/21 gegen eine andere Bank, hat das Tochterunternehmen eine Überprüfung der Annahmen des zum Bilanzstichtag angewandten Modells durchgeführt, um die Auswirkungen auf die Verfahren und das Vergleichsprogramm abzuschätzen. Nach Ansicht des Tochterunternehmens besteht aufgrund der fehlenden Verbindlichkeit der Schlussanträge zum Bilanzstichtag keine Notwendigkeit, die angewandten Annahmen zu ändern. Das Tochterunternehmen wird das Urteil des EuGH und die anschließende Entwicklung der polnischen Rechtsprechung abwarten. Das Urteil wird von erheblicher Bedeutung für die Gestaltung der Rechtsprechung zu Fragen indexierter Fremdwährungskredite sein. Es wird sich auch in den Parametern des Modells, wie der Verteilung der erwarteten Gerichtsurteile oder Szenarien widerspiegeln, und das Verhalten der Kreditnehmer in Bezug auf Vergleichsbereitschaft und Klageverhalten beeinflussen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass solche zukünftigen Ereignisse in Zukunft erhebliche negative Auswirkungen auf die Schätzung des rechtlichen Risikos im Zusammenhang mit Hypothekendarlehen in CHF haben können. Wenn die regelmäßige Überwachung der Parameter und Annahmen des Modells Änderungen notwendig macht, werden diese umgesetzt. Auf den Konzernabschluss des Commerzbank-Konzerns zum 31. Dezember 2022 ergeben sich daraus keine Auswirkungen.
Disclaimer
Die in der Commerzbank eingesetzten Methoden und Modelle zur internen Risikomessung, die die Grundlage für die Berechnung der im Bericht dargestellten Zahlen bilden, entsprechen dem aktuellen Erkenntnisstand und orientieren sich an der Praxis der Bankenbranche. Die mit den Risikomodellen ermittelten Ergebnisse sind zur Steuerung der Bank geeignet. Die Messkonzepte unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung durch das Risikocontrolling und durch die interne Revision sowie durch die deutschen und europäischen Aufsichtsbehörden. Trotz sorgfältiger Modellentwicklung und regelmäßiger Kontrolle können Modelle nicht alle in der Realität wirksamen Einflussfaktoren vollständig erfassen und deren komplexes Verhalten einschließlich Wechselwirkungen abbilden. Diese Grenzen der Risikomodellierung gelten insbesondere für Extremsituationen. Ergänzende Stresstests und Szenarioanalysen können nur beispielhaft zeigen, welchen Risiken ein Portfolio unter extremen Marktsituationen unterliegen kann; eine Untersuchung aller denkbaren Szenarios ist jedoch auch bei Stresstests nicht möglich. Sie können keine endgültige Einschätzung des maximalen Verlusts im Falle eines Extremereignisses geben.
Konzernabschluss
scrollen ― Wir stellen unseren Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Auslegung durch das IFRS Interpretations Committee auf. Dabei berücksichtigen wir alle Standards und Interpretationen, die für das Geschäftsjahr 2022 in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind.
Abschluss des Commerzbank-Konzerns zum 31. Dezember 2022
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
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| Mio. € | Notes | 1.1.-31.12.2022 | 1.1.-31.12.2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|---|
| Zinserträge nach der Effektivzinsmethode berechnet | (9) | 9.127 | 5.956 | 53,2 |
| Zinserträge nicht nach der Effektivzinsmethode berechnet | (9) | 1.205 | 1.311 | - 8,1 |
| Zinserträge | (9) | 10.332 | 7.268 | 42,2 |
| Zinsaufwendungen | (9) | 3.873 | 2.419 | 60,1 |
| Zinsüberschuss | (9) | 6.459 | 4.849 | 33,2 |
| Dividendenerträge | (10) | 32 | 22 | 47,0 |
| Risikoergebnis | (11) | - 876 | - 570 | 53,7 |
| Provisionserträge | (12) | 4.194 | 4.255 | - 1,4 |
| Provisionsaufwendungen | (12) | 675 | 648 | 4,1 |
| Provisionsüberschuss | (12) | 3.519 | 3.607 | - 2,4 |
| Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten | (13) | 451 | 980 | - 54,0 |
| Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen | (14) | - 113 | - 96 | 17,6 |
| Sonstiges übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten | - 340 | 48 | ||
| Ergebnis aus dem Abgang von finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet | 48 | - 21 | ||
| Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten | (15) | - 292 | 27 | |
| Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen | (16) | 13 | 6 | 99,3 |
| Sonstiges Ergebnis | (17) | - 606 | - 944 | - 35,8 |
| Verwaltungsaufwendungen | (18) | 5.844 | 6.230 | - 6,2 |
| Pflichtbeiträge | (19) | 642 | 467 | 37,4 |
| Restrukturierungsaufwendungen | (20) | 94 | 1.078 | - 91,3 |
| Ergebnis vor Steuern | 2.005 | 105 | ||
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | (21) | 612 | - 248 | |
| Konzernergebnis | 1.393 | 354 | ||
| den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Konzernergebnis | - 42 | - 77 | - 45,7 | |
| den Commerzbank-Aktionären und den Investoren in zusätzliche Eigenkapitalbestandteile zurechenbares Konzernergebnis | 1.435 | 430 | ||
| 1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 4). |
scrollen
| € | 1.1.-31.12.2022 | 1.1.-31.12.2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Ergebnis je Aktie (23) | 0,99 | 0,23 |
Das nach IAS 33 errechnete Ergebnis je Aktie basiert auf dem den Commerzbank-Aktionären zurechenbaren Konzernergebnis abzüglich potenzieller (komplett diskretionärer) AT-1-Kupons. Im laufenden Geschäftsjahr sowie im Vorjahr waren keine Wandel- oder Optionsrechte im Umlauf. Das verwässerte Ergebnis je Aktie war daher mit dem unverwässerten identisch.
Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung
scrollen
| Mio. € | 1.1.-31.12.2022 | 1.1.-31.12.2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Konzernergebnis | 1.393 | 354 | - |
| Erfolgsneutrale Veränderung aus der Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen | 87 | 674 | - 87,1 |
| Veränderung aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten (FVOCIoR) | |||
| Umbuchung in die Gewinnrücklage | - | - | - |
| Erfolgsneutrale Wertänderung | - | - | - |
| Erfolgsneutrale Veränderung aus Own Credit Spread bei Verbindlichkeiten FVO | 147 | - 30 | - |
| Erfolgsneutrale Veränderung aus der Neubewertung von Grundstücken und Gebäuden | - | 2 | - |
| Nicht in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umbuchbare Posten | 234 | 647 | - 63,8 |
| Veränderung der Neubewertungsrücklage (FVOCImR) | |||
| Umbuchung in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung | 68 | - 57 | . |
| Erfolgsneutrale Wertänderung | - 432 | - 187 | . |
Sonstiges Periodenergebnis
| Mio. € | Vor Steuern | Steuern | Nach Steuern |
|---|---|---|---|
| 1.1.-31.12.2022 | |||
| Veränderung aus Own Credit Spread bei Verbindlichkeiten FVO | 147 | - | 147 |
| Veränderung aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten (FVOCIoR) | - | - | - |
| Veränderung aus der Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen | 141 | - | 54 |
| Veränderung aus der Neubewertung von Grundstücken und Gebäuden | - | - | - |
| Veränderung aus der Neubewertung von Schuldinstrumenten (FVOCImR) | 364 | - | 364 |
| Veränderung der Rücklage aus Cashflow-Hedges | -46 | - | -46 |
| Veränderung aus Net Investment Hedge | -1 | - | -1 |
| Veränderung der Rücklage aus der Währungsumrechnung | 47 | - | 47 |
| Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten oder Veräußerungsgruppen | - | - | - |
| Veränderung bei at-Equity-bewerteten Unternehmen | -1 | - | -1 |
| Sonstiges Periodenergebnis | -77 | -54 | -130 |
| Mio. € | Vor Steuern | Steuern | Nach Steuern |
|---|---|---|---|
| 1.1.-31.12.2021 | |||
| Veränderung aus Own Credit Spread bei Verbindlichkeiten FVO | - | 40 | 10 |
| Veränderung aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten (FVOCIoR) | - | - | - |
| Veränderung aus der Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen | 967 | - | 293 |
| Veränderung aus der Neubewertung von Grundstücken und Gebäuden | 3 | - | 1 |
| Veränderung aus der Neubewertung von Schuldinstrumenten (FVOCImR) | -291 | 47 | -244 |
| Veränderung der Rücklage aus Cashflow-Hedges | -239 | 47 | -192 |
| Veränderung aus Net Investment Hedge | -8 | 3 | -5 |
| Veränderung der Rücklage aus der Währungsumrechnung | 217 | - | 0 |
| Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten oder Veräußerungsgruppen | - | - | - |
| Veränderung bei at-Equity-bewerteten Unternehmen | -1 | - | - |
| Sonstiges Periodenergebnis | 607 | -186 | 421 |
Bilanz
Aktiva
| Mio. € | Notes | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|---|
| Kassenbestand und Sichtguthaben | 75.233 | 49.507 | 52,0 | |
| Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost | (24) | 296.192 | 299.181 | -1,0 |
| darunter: als Sicherheit übertragen | 3.282 | 873 | . | |
| Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI | (26) | 34.887 | 40.115 | -13,0 |
| darunter: als Sicherheit übertragen | 5.335 | 3.645 | 46,4 | |
| Finanzielle Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&L | (28) | 29.912 | 28.432 | 5,2 |
| darunter: als Sicherheit übertragen | - | - | . | |
| Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading | (29) | 33.573 | 38.155 | -12,0 |
| darunter: als Sicherheit übertragen | 1.325 | 802 | 65,2 | |
| Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges | - | 3.935 | 508 | |
| Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten | (42) | 1.729 | 846 | . |
| Anteile an at-Equity-bewerteten Unternehmen | (43) | 182 | 175 | 4,1 |
| Immaterielle Vermögenswerte | (44) | 1.289 | 1.243 | 3,7 |
| Sachanlagen | (45) | 2.426 | 2.881 | -15,8 |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | (46) | 57 | 41 | 39,9 |
| Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen | (47) | 156 | 830 | -81,2 |
| Tatsächliche Ertragsteueransprüche | (49) | 178 | 222 | -19,9 |
| Latente Ertragsteueransprüche | (49) | 3.123 | 3.130 | -0,2 |
| Sonstige Aktiva | (51) | 2.436 | 2.143 | 13,6 |
| Gesamt | 477.438 | 467.409 | 2,1 |
1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 4).
Passiva
| Mio. € | Notes | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost | (25) | 390.385 | 373.976 | 4,4 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option | (27) | 25.018 | 19.735 | 26,8 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading | (30) | 24.759 | 27.323 | -9,4 |
| Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges | - | 4.840 | 209 | |
| Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten | (42) | 3.113 | 6.816 | -54,3 |
| Rückstellungen | (55, 56) | 3.517 | 3.752 | -6,3 |
| Tatsächliche Ertragsteuerschulden | (50) | 826 | 549 | 50,4 |
| Latente Ertragsteuerschulden | (50) | 6 | 13 | -52,2 |
| Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen | (48) | - | 730 | . |
| Sonstige Passiva | (52) | 3.749 | 4.478 | -16,3 |
| Eigenkapital | (59) | 30.905 | 29.827 | 3,6 |
| Gezeichnetes Kapital | 1.252 | 1.252 | - | |
| Kapitalrücklage | 10.075 | 10.075 | - | |
| Gewinnrücklagen | 16.466 | 14.979 | 9,9 | |
| Andere Rücklagen (mit Recycling) | -891 | -569 | 56,5 | |
| Commerzbank-Aktionären zurechenbares Eigenkapital | 26.903 | 25.738 | 4,5 | |
| Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile | 3.114 | 3.114 | - | |
| Nicht beherrschende Anteile | 888 | 975 | -8,9 | |
| Gesamt | 477.438 | 467.409 | 2,1 |
1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 4).
Eigenkapitalveränderungsrechnung
Mio. €
| Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Gewinnrücklagen | Andere Rücklagen (mit Recycling) | Neubewertungsrücklage | Gesamtergebnis | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Eigenkapital zum 1.1.2022 | 1.252 | 10.075 | 14.979 | -86 | - | 1.669 |
| Gesamtergebnis | - | - | - | - | -361 | 1.435 |
| Konzernergebnis | - | - | - | - | - | 1.435 |
| Veränderung aus Own Credit Spread bei Verbindlichkeiten FVO | - | - | - | - | 147 | - |
| Veränderung aus der Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen | - | - | - | - | 87 | - |
| Erfolgsneutrale Veränderung aus der Neubewertung von Grundstücken und Gebäuden | - | - | - | - | - | - |
| Veränderung aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten (FVOCIoR) | - | - | - | - | - | - |
| Veränderung aus der Bewertung von Schuldinstrumenten (FVOCImR) | - | - | - | - | -361 | - |
| Veränderung der Rücklage aus Cashflow-Hedges | - | - | - | - | - | - |
| Veränderung der Rücklage aus der Währungsumrechnung | - | - | - | - | - | - |
| Bewertungseffekt aus Net Investment Hedge | - | - | - | - | - | - |
| Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten oder Veräußerungsgruppen | - | - | - | - | - | - |
| Veränderung bei at-Equity-bewerteten Unternehmen | - | - | - | - | - | - |
| Dividendenausschüttung | - | - | -190 | - | - | - |
| Umbuchung zwischen Eigenkapitalbestandteilen | - | - | - | - | - | - |
| Ausschüttung an Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals | - | - | - | - | - | - |
| Veränderungen im Anteilsbesitz | - | - | -2 | - | - | - |
| Sonstige Veränderungen | - | - | 10 | - | - | - |
| Eigenkapital zum 31.12.2022 | 1.252 | 10.075 | 16.466 | -447 | - | 3.056 |
Mio. €
| Andere Rücklagen (mit Recycling) | Rücklage aus Cashflow-Hedges | Rücklage aus der Währungsumrechnung | Eigenkapital zum 1.1.2022 | Gesamtergebnis | Konzernergebnis | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Eigenkapital zum 1.1.2022 | -88 | -396 | - | - | - | - |
| Gesamtergebnis | - | - | - | - | -29 | 69 |
| Konzernergebnis | - | - | - | - | - | 69 |
| Veränderung aus Own Credit Spread bei Verbindlichkeiten FVO | - | - | - | - | - | - |
| Veränderung aus der Neubewewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen | - | - | - | - | - | - |
| Erfolgsneutrale Veränderung aus der Neubewertung von Grundstücken und Gebäuden | - | - | - | - | - | - |
| Veränderung aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten (FVOCIoR) | - | - | - | - | - | - |
| Veränderung aus der Bewertung von Schuldinstrumenten (FVOCImR) | - | - | - | - | - | - |
| Veränderung der Rücklage aus Cashflow-Hedges | - | -29 | - | - | - | - |
| Veränderung der Rücklage aus der Währungsumrechnung | - | - | 71 | - | - | - |
| Bewertungseffekt aus Net Investment Hedge | - | - | -1 | - | - | - |
| Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten oder Veräußerungsgruppen | - | - | - | - | - | - |
| Veränderung bei at-Equity-bewerteten Unternehmen | - | - | - | - | - | - |
| Dividendenausschüttung | - | - | - | - | - | - |
| Umbuchung zwischen Eigenkapitalbestandteilen | - | - | - | - | - | - |
| Ausschüttung an Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals | - | - | - | - | - | - |
| Veränderungen im Anteilsbesitz | - | - | - | - | - | - |
| Sonstige Veränderungen | - | - | - | - | - | - |
| Eigenkapital zum 31.12.2022 | -117 | -327 | - | - | - | - |
Mio. €
| Commerzbank-Aktionären zurechenbares Eigenkapital | Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile | Nicht beherrschende Anteile | Eigenkapital | |
|---|---|---|---|---|
| Eigenkapital zum 1.1.2022 | 25.738 | 3.114 | 975 | 29.827 |
| Gesamtergebnis | 1.348 | - | -85 | 1.263 |
| Konzernergebnis | 1.435 | - | -42 | 1.393 |
| Veränderung aus Own Credit Spread bei Verbindlichkeiten FVO | 147 | - | - | 147 |
| Veränderung aus der Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen | 87 | 0 | - | 87 |
| Erfolgsneutrale Veränderung aus der Neubewertung von Grundstücken und Gebäuden | - | - | - | - |
| Veränderung aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten (FVOCIoR) | - | - | - | - |
| Veränderung aus der Bewertung von Schuldinstrumenten (FVOCImR) | -364 | - | -3 | -364 |
| Veränderung der Rücklage aus Cashflow-Hedges | -46 | - | - | -46 |
| Veränderung der Rücklage aus der Währungsumrechnung | 47 | - | -23 | 47 |
| Bewertungseffekt aus Net Investment Hedge | -1 | - | - | -1 |
| Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten oder Veräußerungsgruppen | - | - | - | - |
| Veränderung bei at-Equity-bewerteten Unternehmen | -1 | - | - | -1 |
| Dividendenausschüttung | - | - | -5 | -5 |
| Umbuchung zwischen Eigenkapitalbestandteilen | - | - | - | - |
| Ausschüttung an Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals | -190 | - | - | -190 |
| Veränderungen im Anteilsbesitz | -2 | 2 | - | - |
| Sonstige Veränderungen | 10 | -1 | - | 11 |
| Eigenkapital zum 31.12.2022 | 26.903 | 3.114 | 888 | 30.905 |
1 Beinhaltet die zusätzlichen Tier-1-Anleihen (AT1-Anleihen), die unbesicherte und nachrangige Anleihen darstellen und nach IFRS als Eigenkapital klassifiziert sind. Es lagen keine Rückkäufe vor.
Mio. €
| Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Gewinnrücklagen | Andere Rücklagen (mit Recycling) | Eigenkapital zum 31.12.2020 (vor Korrekturen gem. IAS 8) | Veränderung aufgrund retrospektiver Korrekturen | Eigenkapital zum 1.1.2021 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Eigenkapital zum 31.12.2020 (vor Korrekturen gem. IAS 8) | 1.252 | 11.484 | 12.602 | - | - | 26 | - |
| Veränderung aufgrund retrospektiver Korrekturen | - | - | - | - | - | - | - |
| Eigenkapital zum 1.1.2021 | 1.252 | 11.484 | 12.576 | - | - | - | - |
| Gesamtergebnis | - | - | 1.076 | - | - | - | - |
| Konzernergebnis | - | - | 430 | - | - | - | - |
| Veränderung aus Own Credit Spread bei Verbindlichkeiten FVO | - | - | -30 | - | - | - | - |
| Veränderung aus der Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen | - | - | 674 | - | - | - | - |
| Erfolgsneutrale Veränderung aus der Neubewertung von Grundstücken und Gebäuden | - | - | 2 | - | - | - | - |
| Veränderung aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten (FVOCIoR) | - | - | - | - | - | - | - |
| Veränderung aus der Neubewertung von Schuldinstrumenten (FVOCImR) | - | - | -1.409 | - | - | - | - |
| Veränderung der Rücklage aus Cashflow-Hedges | - | - | 1.409 | - | - | - | - |
| Veränderung der Rücklage aus der Währungsumrechnung | - | - | - | - | - | - | - |
| Bewertungseffekt aus Net Investment Hedge | - | - | - | - | - | - | - |
| Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten oder Veräußerungsgruppen | - | - | - | - | - | - | - |
| Veränderung bei at-Equity-bewerteten Unternehmen | - | - | - | - | - | - | - |
| Dividendenausschüttung | - | - | - | - | - | - | - |
| Umbuchung zwischen Eigenkapitalbestandteilen | - | - | - | - | - | - | - |
| Ausschüttung an Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals | - | - | -140 | - | - | - | - |
Allgemeine Grundlagen
Der Commerzbank-Konzern hat seinen Sitz am Kaiserplatz in 60311 Frankfurt am Main. Das Mutterunternehmen ist die Commerzbank Aktiengesellschaft, die beim Amtsgericht Frankfurt am Main im Handelsregister mit der Nummer HRB 32000 eingetragen ist. Die Commerzbank ist eine der führenden Privat- und Firmenkundenbanken in Deutschland und eine international agierende Geschäftsbank.
Unser Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde nach § 315 e HGB und der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 (IAS-Verordnung) des Europäischen Parlaments und des Rats vom 19. Juli 2002 aufgestellt. Ebenso kamen weitere Verordnungen zur Übernahme bestimmter internationaler Rechnungslegungsstandards auf der Grundlage der vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Auslegungen durch das IFRS Interpretations Committee zur Anwendung. Alle für das Geschäftsjahr 2022 in der EU verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen wurden berücksichtigt. Von der vorzeitigen Anwendung von Standards und Interpretationen, die erst ab dem Geschäftsjahr 2023 oder später umzusetzen sind, haben wir abgesehen.
Die Angaben gemäß IFRS 7.31 bis 7.42 (Art und Ausmaß von Risiken, die sich aus Finanzinstrumenten ergeben) werden grundsätzlich im Konzernlagebericht im Kapitel Konzernrisikobericht ausgewiesen. Einzelne Informationen finden sich im Anhang (siehe Notes 33 und 34). Der Konzernlagebericht einschließlich des separaten Konzernrisikoberichts ist auf den Seiten 73 bis 150 unseres Geschäftsberichts veröffentlicht.
Der Konzernabschluss wird in Euro, der Berichtswährung des Konzerns, erstellt. Alle Beträge sind, sofern nicht gesondert darauf hingewiesen wird, in Mio. Euro dargestellt. Alle Beträge unter 500.000,00 Euro werden als Null beziehungsweise Nullsalden mit einem Strich dargestellt. Aufgrund von Rundungen ist es in Einzelfällen möglich, dass sich einzelne Zahlen nicht exakt zur angegebenen Summe addieren.
Eigenkapital
| Andere Rücklagen | Neubewertungsrücklage | Rücklage aus Cashflow-Hedges | Rücklage aus der Währungsumrechnung | Eigenkapital zum 31.12.2020 (vor Korrekturen gem. IAS 8) | Veränderung aufgrund retrospektiver Korrekturen | Eigenkapital zum 1.1.2021 | Gesamtergebnis | Konzernergebnis | Veränderung aus Own Credit Spread bei Verbindlichkeiten FVO | Veränderung aus der Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen | Erfolgsneutrale Veränderung aus der Neubewertung von Grundstücken und Gebäuden | Veränderung aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten (FVOCIoR) | Veränderung aus der Neubewertung von Schuldinstrumenten (FVOCImR) | Veränderung der Rücklage aus Cashflow-Hedges | Veränderung der Rücklage aus der Währungsumrechnung | Bewertungseffekt aus Net Investment Hedge | Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten oder Veräußerungsgruppen | Veränderung bei at-Equity-bewerteten Unternehmen | Dividendenausschüttung | Umbuchung zwischen Eigenkapitalbestandteilen | Ausschüttung an Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals | Veränderungen im Anteilsbesitz | Sonstige Veränderungen | Eigenkapital zum 31.12.2021 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| scrollen Mio. € | |||||||||||||||||||||||||
| Eigenkapital zum 31.12.2020 (vor Korrekturen gem. IAS 8) | 96 | 42 | - | 614 | |||||||||||||||||||||
| Veränderung aufgrund retrospektiver Korrekturen | - | - | - | - | |||||||||||||||||||||
| Eigenkapital zum 1.1.2021 | 96 | 42 | - | 614 | |||||||||||||||||||||
| Gesamtergebnis | - | 181 | - | 130 | |||||||||||||||||||||
| Konzernergebnis | 219 | ||||||||||||||||||||||||
| Veränderung aus Own Credit Spread bei Verbindlichkeiten FVO | |||||||||||||||||||||||||
| Veränderung aus der Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen | |||||||||||||||||||||||||
| Erfolgsneutrale Veränderung aus der Neubewertung von Grundstücken und Gebäuden | |||||||||||||||||||||||||
| Veränderung aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten (FVOCIoR) | |||||||||||||||||||||||||
| Veränderung aus der Neubewertung von Schuldinstrumenten (FVOCImR) | - | 181 | - | 130 | |||||||||||||||||||||
| Veränderung der Rücklage aus Cashflow-Hedges | - | - | 225 | ||||||||||||||||||||||
| Veränderung der Rücklage aus der Währungsumrechnung | 225 | ||||||||||||||||||||||||
| Bewertungseffekt aus Net Investment Hedge | - 5 | ||||||||||||||||||||||||
| Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten oder Veräußerungsgruppen | |||||||||||||||||||||||||
| Veränderung bei at-Equity-bewerteten Unternehmen | - 1 | ||||||||||||||||||||||||
| Dividendenausschüttung | - 86 | ||||||||||||||||||||||||
| Umbuchung zwischen Eigenkapitalbestandteilen | - 88 | ||||||||||||||||||||||||
| Ausschüttung an Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals | - 396 | ||||||||||||||||||||||||
| Veränderungen im Anteilsbesitz | - | ||||||||||||||||||||||||
| Sonstige Veränderungen | 60 | ||||||||||||||||||||||||
| Eigenkapital zum 31.12.2021 |
scrollen Mio. €
| Commerzbank- Aktionären zurechenbares Eigenkapital | Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile | Nicht beherrschende Anteile | Eigenkapital | |
|---|---|---|---|---|
| Eigenkapital zum 31.12.2020 (vor Korrekturen gem. IAS 8) | 24.862 | 2.619 | 1.119 | 28.600 |
| Veränderung aufgrund retrospektiver Korrekturen | - 26 | - | - | - 26 |
| Eigenkapital zum 1.1.2021 | 24.836 | 2.619 | 1.119 | 28.574 |
| Gesamtergebnis | 983 | - | 209 | 774 |
| Konzernergebnis | 430 | - | 77 | 354 |
| Veränderung aus Own Credit Spread bei Verbindlichkeiten FVO | - 30 | - | - | - 30 |
| Veränderung aus der Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen | 674 | 0 | 674 | |
| Erfolgsneutrale Veränderung aus der Neubewertung von Grundstücken und Gebäuden | 2 | 1 | 2 | |
| Veränderung aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten (FVOCIoR) | - | - | - | - |
| Veränderung aus der Neubewertung von Schuldinstrumenten (FVOCImR) | - 181 | - 63 | - | - 244 |
| Veränderung der Rücklage aus Cashflow-Hedges | - 130 | - 62 | - | - 192 |
| Veränderung der Rücklage aus der Währungsumrechnung | 225 | - 9 | 216 | |
| Bewertungseffekt aus Net Investment Hedge | - 5 | - | - | - 5 |
| Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten oder Veräußerungsgruppen | - | - | - | - |
| Veränderung bei at-Equity-bewerteten Unternehmen | - 1 | - | - | - 1 |
| Dividendenausschüttung | - | - | - 2 | - 2 |
| Umbuchung zwischen Eigenkapitalbestandteilen | - | - | - | - |
| Ausschüttung an Instrumente des zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals | - 140 | - | - | - 140 |
| Veränderungen im Anteilsbesitz | - 1 | 1 | - | |
| Sonstige Veränderungen | 60 | 496 | 65 | 620 |
| Eigenkapital zum 31.12.2021 | 25.738 | 3.114 | 975 | 29.827 |
1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Geschäftsbericht 2021 Note 4).
2 Beinhaltet die zusätzlichen Tier-1-Anleihen (AT1-Anleihen), die unbesicherte und nachrangige Anleihen darstellen und nach IFRS als Eigenkapital klassifiziert sind. Es lagen keine Rückkäufe vor.
AT1-Anleihe
Im aktuellen Geschäftsjahr wurde keine AT-1-Anleihe begeben. Im Vorjahr wurde die dritte AT-1-Anleihe aus dem Emissionsprogramm erfolgreich begeben. Die Anleihe hat ein Volumen von 500 Mio. Euro und einen festen Kupon von 4,25 % pro Jahr. Das Instrument hat eine unbestimmte Laufzeit und einen frühestmöglichen Kündigungstermin im Zeitraum von Oktober 2027 bis April 2028. Die Emissionskosten betrugen 4,5 Mio. Euro.
Sonstige Veränderungen
Zum 31. Dezember 2022 betrug das Gezeichnete Kapital der Commerzbank Aktiengesellschaft gemäß Satzung 1.252 Mio. Euro und war in 1.252.357.634 Stückaktien eingeteilt (rechnerischer Wert pro Aktie 1,00 Euro). Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, aus dem Jahresüberschuss der Commerzbank Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2022 eine Dividende von 0,20 Euro je Aktie zu zahlen. Bei 1.252.357.634 ausgegebenen Aktien ergibt sich eine Ausschüttungssumme von 250 Mio. Euro. Im Vorjahr wurde keine Dividende ausgeschüttet.
Auf die Anderen Rücklagen entfielen zum 31. Dezember 2022, wie auch im Vorjahr, keine wesentlichen Effekte aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten und Vermögenswerten aus Veräußerungsgruppen.
Zum 31. Dezember 2022 beträgt der Anteil inaktiver Sicherungsbeziehungen in der Cashflow-Hedge-Rücklage - 3 Mio. Euro (Vorjahr: - 5 Mio. Euro), auf den Anteil aktiver Sicherungsbeziehungen entfielen - 114 Mio. Euro (Vorjahr: - 83 Mio. Euro).
Die wesentlichen Veränderungen der Rücklage aus der Währungsumrechnung resultierten im laufenden Geschäftsjahr aus den Währungen US-Dollar, polnischer Zloty, britisches Pfund, ungarischer Forint und russischer Rubel.
In den Sonstigen Veränderungen sind im Wesentlichen Veränderungen des Konsolidierungskreises sowie Veränderungen aus erfolgsneutralen Steuern enthalten. Die Veränderungen im Anteilsbesitz der Gewinnrücklage von - 2 Mio. Euro (Vorjahr: - 1 Mio. Euro) ergaben sich aus dem Erwerb von weiteren Anteilen an bereits konsolidierten Gesellschaften.
Kapitalflussrechnung
scrollen Mio. €
| Notes | 2022 | 2021 | |
|---|---|---|---|
| 1 Konzernergebnis | 1.393 | 354 | |
| Im Konzernergebnis enthaltene zahlungsunwirksame Posten und Überleitung auf den Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit: | |||
| Abschreibungen, Wertberichtigungen, Zuschreibungen auf Sachanlagen und Vermögenswerte, Veränderungen der Rückstellungen sowie Bewertungsveränderungen aus Hedge Accounting | 554 | 6.290 | |
| Veränderung anderer zahlungsunwirksamer Posten | - 6.015 | 2.825 | |
| Ergebnis aus der Veräußerung von Sachanlagen | (17) | 36 | |
| Sonstige Anpassungen | - 5.062 | - 3.239 | |
| Zwischensumme | - 9.094 | 6.234 | |
| Veränderung des Vermögens und der Verbindlichkeiten aus operativer Geschäftstätigkeit nach Korrektur um zahlungsunwirksame Bestandteile: | |||
| Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost | (24) | 2.793 | - 6.818 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&L | (28) | - 1.338 | - 213 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI | (26) | 5.228 | 2.746 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading | (29) | 2.793 | - 6.913 |
| Andere Aktiva aus operativer Geschäftstätigkeit | 482 | 841 | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost | (25) | 17.756 | - 22.302 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option | (27) | 3.975 | - 940 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading | (30) | 7 | -0 |
| Mittelveränderung aus Zahlungen in das Planvermögen | (55) | 184 | 479 |
| Andere Passiva aus operativer Geschäftstätigkeit | - 2.570 | - 2.254 | |
| Erhaltene Zinsen | (9) | 9.585 | 7.663 |
| Erhaltene Dividenden | (10) | 32 | 22 |
| Gezahlte Zinsen | (9) | - 3.739 | - 2.477 |
| Ertragsteuerzahlungen | (21) | - 233 | - 328 |
| Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit | 25.859 | - 24.261 | |
| Einzahlungen aus der Veräußerung von: | |||
| Anteilen an Tochterunternehmen und an at-Equity-bewerteten Unternehmen | (43) | 76 | - 87 |
| Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte | (45) | 55 | 278 |
| Auszahlungen für den Erwerb von: | |||
| Anteilen an Tochterunternehmen und an at-Equity-bewerteten Unternehmen | (43) | - 62 | - 24 |
| Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte | (45) | - 675 | - 973 |
| Effekte aus Veränderungen des Konsolidierungskreises | |||
| Cashflow aus dem Erwerb abzüglich erworbener Zahlungsmittel | - | ||
| Cashflow aus der Veräußerung abzüglich veräußerter Zahlungsmittel | 106 | 2 | |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | - 713 | - 804 | |
| Dividendenausschüttung Vorjahr | - | - 1.375 | |
| Aufnahme/Tilgung nachrangiger Verbindlichkeiten | 477 | ||
| Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile | - 496 | ||
| Tilgung von Leasingverbindlichkeiten | - 299 | - 331 | |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 178 | - 1.211 | |
| Zahlungsmittelbestand zum Ende der Vorperiode | 49.507 | 75.603 | |
| Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit | 25.859 | - 24.261 | |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | - 713 | - 804 | |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 178 | - 1.211 | |
| Effekte aus Wechselkursänderungen | 402 | 179 | |
| Zahlungsmittelbestand zum Ende der Periode | 75.233 | 49.507 |
1 Angepasste Werte. Erläuterungen zu Kapitalflussrechnung, Zahlungsmittelbestand und Nettoschulden sind in Note 69 enthalten.# Erstmals anzuwendende, überarbeitete und neue Standards
Erstmals anzuwendende Standards
Globale Mindestbesteuerung
Um die Bedenken über die ungleiche Gewinnverteilung und die ungleichen Steuerabgaben großer multinationaler Unternehmen zu adressieren, wurden auf globaler Ebene verschiedene Einigungen getroffen, darunter eine Einigung von über 135 Ländern über die Einführung eines globalen Mindeststeuersatzes von 15 Prozent. Im Dezember 2021 veröffentlichte die OECD einen Entwurf für einen Rechtsrahmen, gefolgt von detaillierten Leitlinien im März 2022, die von den einzelnen Ländern, die das Abkommen unterzeichnet haben, zur Änderung ihrer lokalen Steuergesetze verwendet werden sollen. Sobald die Änderungen der Steuergesetze in den Ländern, in denen der Commerzbank-Konzern tätig ist, gelten oder in Kürze gelten werden, kann der Konzern der Mindeststeuer unterliegen. Zum Zeitpunkt der Genehmigung des Konzernabschlusses zur Veröffentlichung gilt die Steuergesetzgebung im Zusammenhang mit der Mindeststeuer weder in einem der Länder, in denen der Konzern tätig ist, noch wird sie dort in Kürze gelten. Der Konzern wird möglicherweise der Mindeststeuer unterliegen, da er verschiedene Tochtergesellschaften unterhält die gegebenenfalls einen effektiven Steuersatz von unter 15 Prozent haben.
Die verantwortliche Berichts- und Steuerungseinheit für steuerliche Pflichten GM-Tax verfolgt aufmerksam den Fortschritt des Gesetzgebungsverfahrens in jedem Land, in dem der Konzern tätig ist und hat eine erste Betroffenheitsanalyse durchgeführt. Auf Basis der für diese Betroffenheitsanalyse verwendeten Daten abgeschlossener Geschäftsjahre ist in keiner Jurisdiktion, in der eine Gruppengesellschaft tätig ist, eine wesentliche Steuerbelastung aus der globalen Mindestbesteuerung zu erwarten. Eine Aktualisierung und Umsetzungskonzeption ist für die einschlägigen Wirtschaftsjahre in Planung.
IBOR-Reform
Im Rahmen der Interbank Offered Rates Reform (IBOR-Reform) wurden die IBOR-Referenzzinssätze sowie der EONIA durch andere Referenzzinssätze, genannt Risk-Free Rates (RFR), abgelöst. Die Commerzbank hat zum 31. Dezember 2021 die Umstellung verschiedener Libor-Zinssätze auf die jeweiligen neuen Referenzzinssätze in den Währungen GBP, CHF und JPY sowie in EUR die Umstellung des EONIA auf den €STR bewerkstelligt. Seit dem 1. Januar 2022 werden für Neugeschäft in GBP der SONIA, in CHF der SARON und in JPY der TONA verwendet. Auf EUR denominiertes Geschäft wird in €STR abgeschlossen beziehungsweise auf dem weiterhin bestehenden EURIBOR. Die notwendigen methodologischen und technischen Änderungen wurden vollumfänglich in den betroffenen Systemen/Prozessen für Handel und Abwicklung umgesetzt. Das in 2021 bestehende IBOR Projekt wurde planmäßig zum Ende des Jahres 2021 terminiert. Die noch ausstehenden Umstellungsarbeiten wurden an die jeweiligen Linienfunktionen übergeben. Dies betrifft maßgeblich die vertragliche Umstellung des USD Libor auf SOFR beziehungsweise Term SOFR (Secured Overnight Financing Rate) bis zum 30. Juni 2023. Bei der Umstellung orientiert sich die Commerzbank an den im Markt bereits etablierten Verfahren. Durch die IBOR Reform werden keine grundsätzlich neuen ökonomischen Risikoelemente erzeugt. Aus den bisher durchgeführten Umstellungen ergaben sich keine nennenswerten Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Auf Basis der jetzigen Informationen erwarten wir auch für die Zukunft keine nennenswerten Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Die Risikostrategie der Bank ist durch die Interest Rate Benchmark Reform nicht beeinflusst.
| Mio. € | Finanzielle Vermögenswerte nicht Derivate - Buchwert | Finanzielle Verbindlichkeiten nicht Derivate - Buchwert | Derivate Nominalwerte |
|---|---|---|---|
| USD LIBOR (1 Monat) | 144.033 | ||
| USD LIBOR (3 Monate) | 356.858 | ||
| USD LIBOR (6 Monate) | 2.592 | ||
| USD LIBOR (12 Monate) | 141 | ||
| Gesamt | 503.624 |
Überarbeitete Standards
Bei der Überarbeitung der Standards IAS 1 und IFRS 16 handelt es sich um Klarstellungen zur Klassifizierung von Schulden mit Kreditbedingungen beziehungsweise zu Sale-and-Lease-Back-Geschäften. Aus diesen Änderungen ergeben sich keine materiellen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Die überarbeiteten Standards sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen. Die Endorsements sind jedoch noch nicht erfolgt.
Gemäß weiterer Änderungen des IAS 1 und des IAS 8 sollen zukünftig nur wesentliche Rechnungslegungsmethoden im Anhang dargestellt werden und es wird klargestellt, wie Änderungen von Rechnungslegungsmethoden besser von Schätzungsänderungen abgegrenzt werden sollen. Auch aus diesen Änderungen ergeben sich keine materiellen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Diese Änderungen sind bereits für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen.
Die Änderungen des IAS 12 Income Taxes befassen sich mit der genaueren Spezifizierung der Bilanzierung von Latenten Steuern im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen, Entsorgungs- und Wiederherstellungsverpflichtungen. Aus diesen Änderungen ergeben sich keine materiellen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Der überarbeitete Standard ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen.
Der im Mai 2017 veröffentlichte neue Rechnungslegungsstandard IFRS 17 zu Versicherungsverträgen ("Insurance contracts") wird den Standard IFRS 4 ersetzen. Der neue Standard ist nicht nur für Versicherungsunternehmen relevant, sondern betrifft alle Unternehmen, die Versicherungsverträge im Anwendungsbereich des Standards begeben. IFRS 17 verfolgt dabei das Ziel einer konsistenten, prinzipienbasierten Bilanzierung für Versicherungsverträge und sieht eine Bewertung von Versicherungsverbindlichkeiten zum aktuellen Erfüllungswert statt historischer Anschaffungskosten vor. Ebenso soll eine einheitliche Grundlage in Bezug auf den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis und die Anhangsangaben für Versicherungsverträge geschaffen werden. Weitere Sachverhalte zu versicherungsspezifischen Verträgen wurden durch die zusätzlich veröffentlichten Amendments festgelegt. Der Standard ist in der EU verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Wir erwarten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
Der Commerzbank-Konzern plant in keinem der genannten Fälle eine vorzeitige Anwendung. Alle von uns nicht explizit erläuterten Standardänderungen, haben nach jetzigem Stand keinen wesentlichen Einfluss auf unseren Konzernabschluss.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Änderungen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Zum 1. Juli 2022 hat der Commerzbank-Konzern das Hedge Accounting gemäß IFRS 9 prospektiv umgestellt. Bis zum 30. Juni 2022 wurde das Wahlrecht zur Ausübung des Hedge Accountings gemäß IAS 39 angewendet (siehe Note 42). Abgesehen von dieser Änderung wenden wir in diesem Konzernabschluss die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wie in unserem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 an (vergleiche Geschäftsbericht 2021 Seite 178 ff.).
Wesentliche Grundsätze und Schätzungsunsicherheiten
Wesentliche Grundsätze
Die Rechnungslegung im Commerzbank-Konzern erfolgt nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die in den folgenden Notes erläutert werden. Der Konzernabschluss basiert auf dem Grundsatz der Unternehmensfortführung (Going Concern). Die Bewertung finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfolgt grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten, es sei denn, die IFRS Standards verlangen eine andere Bewertung. Davon betroffen sind insbesondere bestimmte Finanzinstrumente nach IFRS 9 und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien. Erträge und Aufwendungen werden zeitanteilig abgegrenzt und in der Periode erfolgswirksam erfasst, der sie wirtschaftlich zuzurechnen sind. Zinsen weisen wir unter Berücksichtigung aller vertraglichen Vereinbarungen im Zusammenhang mit den finanziellen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten periodengerecht im Zinsüberschuss aus. Negative Zinsen weisen wir separat im Zinsüberschuss aus (siehe Note 9). Dividendenerträge werden erst vereinnahmt, wenn ein entsprechender Rechtsanspruch vorliegt. Provisionserträge und -aufwendungen erfassen wir zum einen nach der Bilanzierungsmethode für zugehörige Finanzinstrumente, zum anderen nach der Zweckbestimmung. Provisionen für Leistungen, die über einen bestimmten Zeitraum erbracht werden, werden über die Periode der Leistungserbringung erfasst. Gebühren, die mit dem vollständigen Erbringen einer bestimmten Dienstleistung verbunden sind, werden zum Zeitpunkt der vollständig erbrachten Dienstleistung vereinnahmt. Die Berücksichtigung leistungsabhängiger Provisionen erfolgt, wenn die Leistungskriterien erfüllt werden. Provisionen aus Handelsgeschäften im Kundenauftrag weisen wir im Provisionsüberschuss aus. Fremdkapitalkosten, die direkt im Zusammenhang mit dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines wesentlichen, materiellen oder immateriellen Vermögenswertes stehen, werden grundsätzlich aktiviert. Voraussetzung ist, dass der Zeitraum für die Herstellung der Nutzbarkeit des Vermögenswertes mindestens zwölf Monate beträgt. Grundsätzlich sind Vermögenswerte und Schulden brutto (unsaldiert) in der Bilanz auszuweisen. In Übereinstimmung mit IAS 32.42 werden finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gegenüber demselben Geschäftspartner aber gegeneinander saldiert und entsprechend in der Bilanz ausgewiesen, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung der Beträge besteht und die Erfüllung der Geschäfte auf Nettobasis oder die Realisierung des Vermögenswertes gleichzeitig mit dem Begleichen der Verbindlichkeit erfolgt.# Anhang
Wesentliche Rechnungslegungsmethoden
Erläuterungen zur Berichterstattung
Neben dem Aufrechnen positiver und negativer Marktwerte aus Derivaten mit Clearingvereinbarungen und darauf entfallender Ausgleichszahlungen betrifft dies auch die Aufrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Reverse Repos und Repos (Wertpapierpensionsgeschäfte) mit zentralen Kontrahenten und bilateralen Kontrahenten, sofern sie die gleiche Laufzeit haben.
Für die Vollkonsolidierung sowie für die at-Equity-Bewertung im Konzernabschluss verwenden wir im Wesentlichen zum 31. Dezember 2022 erstellte Abschlüsse. Für at-Equity-bewertete Unternehmen greifen wir in einzelnen Fällen auch auf den letzten verfügbaren und geprüften Jahresabschluss nach nationalen Rechnungslegungsvorschriften zurück, falls der aktuelle Jahresabschluss des Unternehmens zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses für das laufende Geschäftsjahr noch nicht vorliegt.
Vermögenswerte und Schulden von Tochtergesellschaften und at-Equity-bewerteten Unternehmen, für die eine Verkaufsabsicht besteht und die mit hoher Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Jahres veräußert werden, werden bis zur endgültigen Übertragung der Anteile in Übereinstimmung mit IFRS 5 in den entsprechenden Bilanzposten und Notes (siehe Notes 47 und 48) sowie in der Eigenkapitalveränderungsrechnung separat ausgewiesen.
Eine Einschätzung zur Kurz- und Langfristigkeit aller Bilanzposten nehmen wir in Note 37 vor. Ebenfalls in dieser Note erfolgt die Angabe der Fristigkeiten für alle passivischen Finanzinstrumente, Finanzgarantien sowie unwiderrufliche Kreditzusagen, für die vertragliche Fälligkeiten vorliegen.
Monetäre Vermögenswerte und Schulden, die auf Fremdwährung lauten, und schwebende Fremdwährungskassageschäfte werden zum Kassamittelkurs des Bilanzstichtages umgerechnet. Realisierte Aufwendungen und Erträge rechnen wir grundsätzlich mit dem zum Zeitpunkt der Realisierung gültigen Kassakurs um. Zur Umrechnung von Aufwendungen und Erträgen können auch Durchschnittskurse verwendet werden, sofern die Stichtagskurse keine bedeutenden Schwankungen aufweisen. Kursgesicherte Aufwendungen und Erträge rechnen wir zum Sicherungskurs um.
Die aus der Umrechnung von Bilanzposten resultierenden Aufwendungen und Erträge werden grundsätzlich erfolgswirksam im Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten erfasst.
Nicht monetäre Posten werden grundsätzlich zum Stichtagskurs umgerechnet. Ergebnisse aus der Umrechnung von Gewinnen oder Verlusten aus nicht monetären Posten weisen wir entsprechend der Erfassung der Gewinne oder Verluste entweder ergebnisneutral im Eigenkapital oder ergebniswirksam in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung aus.
Die Umrechnung von in Fremdwährung aufgestellten Abschlüssen konsolidierter Tochterunternehmen und at-Equity-bewerteter Unternehmen erfolgt für monetäre und nicht monetäre Vermögenswerte und Schulden mit dem Stichtagskurs des jeweiligen Bilanzstichtags. Erträge und Aufwendungen werden grundsätzlich zum Wechselkurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Vereinfachend kann bei der Umrechnung auch ein Kurs verwendet werden, der einen Näherungswert für den Umrechnungskurs am Tag des Geschäftsvorfalls darstellt, beispielsweise der Durchschnittskurs einer Periode. Alle sich aus der Umrechnung ergebenden Differenzen sind als separater Bestandteil des Eigenkapitals in der Rücklage aus der Währungsumrechnung erfolgsneutral anzusetzen.
Effekte, die aus der zu historischen Kursen erfolgenden Umrechnung von in die Kapitalkonsolidierung einfließenden Kapitalbestandteilen von Tochtergesellschaften resultieren, weisen wir erfolgsneutral in der Rücklage aus der Währungsumrechnung im Eigenkapital aus. Zum Zeitpunkt der Veräußerung oder Teilveräußerung der in Fremdwährung aufgestellten Gesellschaften werden die Umrechnungsdifferenzen grundsätzlich erfolgswirksam im sonstigen Ergebnis erfasst. Auch bei Teilrückführungen von Kapital in Fremdwährung, die nicht zu einer Entkonsolidierung der Gesellschaften führen, wird der anteilige Effekt auf die Rücklage aus der Währungsumrechnung ergebniswirksam erfasst.
Schätzungsunsicherheiten
Der Konzernabschluss enthält Werte, die wir zulässigerweise unter Verwendung von Schätzungen und Annahmen ermittelt haben. Die verwendeten Schätzungen und Annahmen basieren auf historischen Erfahrungen und anderen Faktoren wie Planungen und - nach heutigem Ermessen - Erwartungen und Prognosen zukünftiger Ereignisse. Die Schätzungen und Beurteilungen selbst sowie die zugrundeliegenden Beurteilungsfaktoren und Schätzungsverfahren werden regelmäßig überprüft und mit den tatsächlich eingetretenen Ereignissen abgeglichen. Dennoch können die tatsächlichen Ergebnisse für die nachstehend aufgeführten Sachverhalte von den Einschätzungen abweichen.
Schätzungsunsicherheiten ergeben sich unter anderem bei der Ermittlung der Fair Values beziehungsweise den erwarteten Zahlungsströmen von Finanzinstrumenten und im Rahmen der Bildung von Risikovorsorge, die sich insbesondere auch bei der Bestimmung des Sekundäreffekte-Top-Level-Adjustments (TLA) ergeben können. Klima- und Umweltrisiken können als sogenanntes horizontales Risiko Einfluss auf unterschiedliche Risikoarten nehmen, hierbei sind insbesondere das Kreditrisiko sowie die dazugehörige Risikovorsorge zu nennen. Eine nähere Betrachtung kann dem Kapitel Environmental-Social-Governance-(ESG-) Risiken des Konzernrisikoberichtes im Konzernlagebericht entnommen werden. Bezüglich der Ermittlung der Risikovorsorge verweisen wir zudem auf die Ausführungen zum Risikoergebnis im Konzernrisikobericht des Konzernlageberichts im Kapitel Adressenausfallrisiken.
Darüber hinaus bestehen Unsicherheiten bezüglich der Ermittlung der Fair Values von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, bei der Bilanzierung der Pensionsverpflichtungen sowie bei Rückstellungen für steuerliche Betriebsrisiken.
Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen beruht auf dem Anwartschaftsbarwertverfahren für leistungsorientierte Altersversorgungspläne. Bei der Bewertung dieser Verpflichtungen sind insbesondere Annahmen über den Rechnungszins, den langfristigen Rentenentwicklungstrend sowie die durchschnittliche Lebenserwartung zu treffen. Veränderungen der Schätzungsannahmen von Jahr zu Jahr sowie Abweichungen von den tatsächlichen Jahreseffekten werden als Neubewertung erfolgsneutral in der Gewinnrücklage abgebildet (bezüglich der Auswirkungen von Parameteränderungen siehe Note 55).
Die Bilanzierung von Rückstellungen für steuerliche Betriebsprüfungsrisiken erfolgt unter Berücksichtigung aktueller Erkenntnisse aus der laufenden Betriebsprüfung und Rechtsprechung (siehe Note 50). Weiterhin bestehen Schätzungsunsicherheiten bei der Bildung aktiver latenter Steuern. Die den vorzunehmenden Schätzungen zugrundeliegenden Annahmen und Parameter basieren auf einer sachgerechten Ausübung von Ermessensspielräumen durch das Management. Dies betrifft insbesondere die angemessene Auswahl und Anwendung von Parametern, Annahmen und Modellierungstechniken bei der Bewertung solcher Finanzinstrumente, für die keine Marktpreise oder am Markt beobachtbaren Vergleichsparameter vorliegen. Soweit unterschiedliche Bewertungsmodelle zu einer Bandbreite verschiedener potenzieller Wertansätze führen, liegt die Auswahl des anzuwendenden Modells im Ermessen des Managements.
Des Weiteren lassen sich nachfolgende wesentliche Sachverhalte zusammenfassen, die der Beurteilung durch das Management unterliegen:
- Die Wertminderung von Krediten und Wertpapieren sowie die Bildung von Rückstellungen für außerbilanzielle Verpflichtungen im Kreditgeschäft (hier insbesondere die Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die Ermittlung der erwarteten Cashflows einschließlich Ansatz, Höhe und Verwertungszeitpunkt von Sicherheiten) (siehe Note 31).
- Die Werthaltigkeitsprüfung sonstiger finanzieller Vermögenswerte, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, sowie zur Veräußerung gehaltener Finanzinstrumente (hier insbesondere die Auswahl der Kriterien, nach denen eine Wertminderung festgestellt wird) (siehe Note 47).
- Die Werthaltigkeitsprüfung der latenten Ertragsteueransprüche (hier insbesondere das Festlegen einer Methodik), nach der die Steuerplanung abgeleitet und die Eintrittswahrscheinlichkeit der voraussichtlichen zukünftigen steuerlichen Ergebnisse beurteilt werden kann (siehe Notes 49 und 50) sowie der Abbildung steuerlicher Risikopositionen. Die Einschätzung der Nutzbarkeit von Steueransprüchen erfolgt vor allem auf Basis des zukünftigen steuerlichen Ertragspotenzials basierend auf unserer Mehrjahresplanung.
- Die Bildung von Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten (siehe Note 55).
- Die Bewertung von Rechtsrisiken (siehe Note 57).
- Vereinnahmung weiterer Zinsvergünstigungen gezielter längerfristiger Refinanzierungsgeschäfte der EZB (TLTRO III) gemäß IAS 20 (siehe Note 25).
Die wesentlichen Schätzungsunsicherheiten betreffen die Risikovorsorge auf Darlehen und Forderungen und verbriefte Schuldinstrumente (3,1 Mrd. Euro) aus dem Bilanzposten Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost (296 Mrd. Euro).
(4) Korrekturen nach IAS 8
In der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zum 31. Dezember 2021 wurden 9 Mio. Euro aus den Verwaltungsaufwendungen in die Provisionsaufwendungen umgegliedert, da diese Aufwendungen Provisionen an Versicherungsunternehmen betreffen, für die aus ausgegebenen Kreditkarten entsprechende Provisionserträge erzielt werden. Durch diese Korrekturen ergaben sich keine Auswirkungen auf das Konzernergebnis, die Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung und das Ergebnis je Aktie zum 31. Dezember 2021.
In der Bilanz zum 31. Dezember 2021 wurden aufgrund von Korrekturen in der Saldierung von Finanzinstrumenten die Positiven Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten in den Finanziellen Vermögenswerten HFT um 5,6 Mrd. Euro und die Negativen Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten in den Finanziellen Verbindlichkeiten HFT um 5,6 Mrd. Euro verringert.# Durch diese Korrekturen ergaben sich keine Auswirkungen auf das Konzernergebnis, die Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung und das Ergebnis je Aktie zum 31. Dezember 2021. In der Darstellung der Bruttobuchwerte finanzieller Vermögenswerte, für die Wertberichtigungen gebildet wurden, (siehe Risikobericht im Konzernlagebericht Seite 122) wurden die Guthaben bei der Deutschen Bundesbank zum 31. Dezember 2021 in Höhe von 27,7 Mrd. Euro ergänzt, was bisher mangels Ausfallrisiko nicht geschehen war, gemäß IFRS 7 jedoch erforderlich ist. Durch diese Korrekturen ergaben sich keine Auswirkungen auf die Bilanz, das Konzernergebnis, die Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung und das Ergebnis je Aktie zum 31. Dezember 2021.
Konsolidierungsgrundsätze
Sämtliche konzerninternen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge, die aus Transaktionen zwischen in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen resultieren, eliminieren wir im Rahmen der Schulden- sowie der Aufwands- und Ertragskonsolidierung. Im Konzern angefallene Gewinne oder Verluste aus konzerninternen Transaktionen werden im Rahmen der Zwischenergebniseliminierung ebenfalls konsolidiert. Die Fähigkeit des Commerzbank-Konzerns zum Zugang zu oder der Nutzung von Vermögenswerten sowie zur Begleichung von Verbindlichkeiten von Tochterunternehmen einschließlich strukturierter Unternehmen sowie assoziierter Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen kann gesetzlichen, regulatorischen und vertraglichen Beschränkungen unterliegen.
(5) Tochterunternehmen und Unternehmenszusammenschlüsse
Tochterunternehmen sind Beteiligungsunternehmen, die von der Commerzbank Aktiengesellschaft direkt oder indirekt beherrscht werden, weil die Commerzbank die Entscheidungsmacht hat, die relevanten Tätigkeiten zu steuern, ein Anrecht auf die signifikanten variablen Rückflüsse aus dem Beteiligungsunternehmen besitzt und ihre Entscheidungsmacht dazu nutzen kann, die Höhe der signifikanten variablen Rückflüsse zu beeinflussen. Im Rahmen der Konsolidierungsentscheidung prüfen wir verschiedene Faktoren wie Stimmrechte, Zweck und Ausgestaltung des Unternehmens und unsere Einflussmöglichkeiten. Sind die Stimmrechte unmittelbar und ausschließlich der dominante Faktor zur Steuerung der relevanten Aktivitäten, kann in diesen Fällen die Beherrschung abgeleitet und ermittelt werden. Dennoch ist zu prüfen, ob es Faktoren wie zum Beispiel gesetzliche Bestimmungen oder vertragliche Vereinbarungen gibt, die trotz Stimmrechtsmehrheit nicht zur Beherrschung führen. Außerdem können weitere Faktoren zur Beherrschung führen, beispielsweise das Vorliegen einer Prinzipal-Agenten-Beziehung. In einem solchen Fall handelt eine andere Partei mit Entscheidungsrechten als Agent für die Commerzbank, beherrscht aber das Beteiligungsunternehmen nicht, da sie lediglich Entscheidungsrechte ausübt, die durch die Commerzbank (Prinzipal) delegiert wurden.
Die Konsolidierung erfolgt ab dem Zeitpunkt, ab dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt. Im Rahmen der erstmaligen Kapitalkonsolidierung bewerten wir Vermögenswerte und Schulden von Tochterunternehmen unabhängig von der Anteilsquote zum Zeitpunkt des Erwerbs vollständig neu. Die neu zum Fair Value bewerteten Vermögenswerte und Schulden werden unter Berücksichtigung latenter Steuern in die Konzernbilanz übernommen, die aufgedeckten stillen Reserven und Lasten in den Folgeperioden werden entsprechend den anzuwendenden Standards behandelt. Verbleibt nach der Neubewertung ein aktivischer Unterschiedsbetrag, wird dieser als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Anteile an Tochterunternehmen, die aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht konsolidiert werden, und Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, die aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht nach der Equity-Methode bewertet werden, werden zum Fair Value in der Kategorie Mandatorily Fair Value PSL ausgewiesen. Die Konsolidierung von Tochterunternehmen endet zu dem Zeitpunkt, zu dem die Bank die Beherrschung über das Tochterunternehmen verliert.
(6) Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
Assoziierte Unternehmen sind Gesellschaften, bei denen die Commerzbank Aktiengesellschaft direkt oder indirekt über einen maßgeblichen Einfluss verfügt, diese aber nicht beherrscht. Ein maßgeblicher Einfluss wird bei Stimmrechtsanteilen zwischen 20 und 50 % vermutet. Weitere Faktoren für einen maßgeblichen Einfluss können beispielsweise die Mitgliedschaft in einem Leitungs- oder Aufsichtsgremium oder wesentliche Geschäftsvorfälle mit der Gesellschaft sein. Eine gemeinsame Vereinbarung ist eine Vereinbarung, bei der zwei oder mehr Parteien vertraglich die gemeinschaftliche Beherrschung über diese Vereinbarung ausüben. Eine gemeinsame Vereinbarung kann ein Gemeinschaftsunternehmen oder eine gemeinschaftliche Tätigkeit sein. Im Commerzbank-Konzern existieren ausschließlich Gemeinschaftsunternehmen.
Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen bewerten wir grundsätzlich nach der Equity-Methode und weisen sie als Anteile an at-Equity-bewerteten Unternehmen aus. Die Anschaffungskosten dieser Beteiligungen einschließlich darin enthaltener Geschäfts- oder Firmenwerte werden zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss bestimmt. Dabei wenden wir sinngemäß die gleichen Regeln wie bei Tochtergesellschaften an. Sofern assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen wesentlich sind, nehmen wir eine Fortschreibung des Equity-Buchwertes entsprechend der jeweiligen anteiligen Entwicklung des Eigenkapitals der Unternehmen vor. Zurechenbare Verluste der at-Equity-bewerteten Unternehmen werden nur bis zur Höhe des Equity-Buchwertes berücksichtigt (siehe Note 43). Übersteigende Verluste werden nicht erfasst, da keine Verpflichtung besteht, die übersteigenden Verluste auszugleichen. Zukünftige Gewinne werden zunächst mit nicht erfassten Verlusten verrechnet. Die Bewertung von Anteile an assoziierten Unternehmen nach der Equity-Methode endet zu dem Zeitpunkt, zu dem der maßgebliche Einfluss auf das assoziierte Unternehmen entfallen ist. Die Equity-Bewertung von Gemeinschaftsunternehmen endet mit der Aufgabe der gemeinschaftlichen Beherrschung.
(7) Strukturierte Unternehmen
Bei strukturierten Unternehmen handelt es sich um Unternehmen, bei denen nicht die Stimmrechte oder vergleichbare Rechte der dominante Faktor bei der Festlegung der Beherrschung sind, so zum Beispiel, wenn die Stimmrechte sich lediglich auf die Verwaltungsaufgaben beziehen und die relevanten Tätigkeiten durch Vertragsvereinbarungen geregelt sind. Beispiele für strukturierte Unternehmen sind Verbriefungsgesellschaften, Leasingobjektgesellschaften und einige Investmentfonds. Die Commerzbank tritt dabei auch als Sponsor strukturierter Unternehmen auf, an denen sie keine Beteiligung hält. Ein Unternehmen gilt als gesponsert, wenn es durch den Commerzbank-Konzern initiiert und/oder strukturiert wurde, Vermögenswerte des Commerzbank-Konzerns erhalten oder angekauft hat, vom Commerzbank-Konzern Garantien gewährt bekommt oder durch den Commerzbank-Konzern intensiv vermarktet wurde. Ebenso wie bei Tochterunternehmen ist die Konsolidierung strukturierter Unternehmen erforderlich, wenn die Commerzbank das Unternehmen beherrscht. Im Commerzbank-Konzern wird die Verpflichtung zur Konsolidierung strukturierter Unternehmen im Rahmen eines Prozesses geprüft, der Transaktionen umfasst, bei denen ein strukturiertes Unternehmen durch die Commerzbank mit oder ohne Beteiligung dritter Parteien initiiert wird, sowie Transaktionen, bei denen die Commerzbank mit oder ohne Beteiligung dritter Parteien in vertragliche Beziehungen zu einem bereits bestehenden strukturierten Unternehmen tritt. Die Konsolidierungsentscheidungen werden anlassbezogen, mindestens jedoch jährlich überprüft. Die Auflistung aller konsolidierten strukturierten Unternehmen sowie der aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht einbezogenen strukturierten Unternehmen ist Bestandteil der Note 70.
(8) Konsolidierungskreis
In unseren Konzernabschluss werden alle wesentlichen Tochterunternehmen einbezogen, die von der Commerzbank Aktiengesellschaft direkt oder indirekt beherrscht werden. Hierzu zählen auch wesentliche strukturierte Unternehmen. Wesentliche assoziierte Unternehmen und wesentliche Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bewertet. Tochterunternehmen, assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen mit untergeordneter Bedeutung für den Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns werden nicht vollkonsolidiert beziehungsweise nicht at-Equity-bewertet, sondern zum Fair Value bewertet und in den Finanziellen Vermögenswerten - Mandatorily Fair Value PSL ausgewiesen. Für die Struktur des Konzerns einschließlich der vollständigen Aufzählung des Anteilsbesitzes des Commerzbank-Konzerns verweisen wir auf Note 70.
Veräußerung Commerzbank ZRT
Im vierten Quartal 2022 wurde der Verkauf der 100 %-igen ungarischen Tochtergesellschaft Commerzbank Zrt., Budapest, an die Erste Group Hungary ZRT nach der erfolgten Zustimmung der Bankenaufsichts- und Kartellbehörden abgeschlossen. Aus dem Verkauf resultiert ein negativer Effekt im Sonstigen Ergebnis in Höhe von - 49 Mio. Euro. Dieser Verlust betrifft das Segment Firmenkunden, er resultiert insbesondere aus der Auflösung der negativen Währungsrücklage.
Veränderungen im Vorjahr
Zum 31. Dezember 2021 wurde die Gesellschaft für Kreditsicherung mbH in den Konsolidierungskreis einbezogen. An dieser Gesellschaft ist die Commerzbank AG mit 63 % beteiligt. Der beizulegende Zeitwert der Beteiligung an der Gesellschaft für Kreditsicherung mbH betrug zum Bilanzstichtag 111 Mio. Euro. Dem Konzern sind Aktien mit einem Wert in Höhe von 171 Mio. Euro sowie weitere Vermögenswerte und Schulden von insgesamt 2 Mio. Euro zugegangen.# Nicht beherrschende Anteile
Nicht beherrschende Anteile waren entsprechend der Anteilsquote von 64 Mio. Euro zu verzeichnen. Ein Geschäfts- oder Firmenwert ist dabei nicht entstanden.
Erläuterungen zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung
(9) Zinsüberschuss
In diesem Posten werden die gesamten Zinserträge und Zinsaufwendungen sowie zinsähnliche Erträge und Aufwendungen ausgewiesen, sofern diese nicht aus dem Held for Trading Bestand resultieren. Zinserträge sind alle aus dem originären Bankgeschäft oder bankähnlichen Geschäften resultierende Erträge, die primär aus Kapitalüberlassungen resultieren. Zu den Zinsaufwendungen gehören, analog der Zinserträge, alle Zinsaufwendungen einschließlich effektivzinsgerechter Auflösungen von (Dis-)Agien oder sonstiger Beträge sowie zinsähnliche Aufwendungen im Zusammenhang mit dem gewöhnlichen Bankgeschäft. In den Sonstigen Zinsaufwendungen ist der Saldo aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen aus Derivaten in Sicherungsbeziehungen enthalten.
| Mio. € | 2022 | 2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Zinserträge nach der Effektivzinsmethode berechnet | 9.127 | 5.956 | 53,2 |
| Zinserträge - Amortised Cost | 8.664 | 5.615 | 54,3 |
| Zinserträge aus dem Kredit- und Geldmarktgeschäft | 7.804 | 4.883 | 59,8 |
| Zinserträge aus dem Wertpapiergeschäft | 860 | 732 | 17,5 |
| Zinserträge - Fair Value OCI | 421 | 208 | . |
| Zinserträge aus dem Kredit- und Geldmarktgeschäft | 6 | 6 | -2,5 |
| Zinserträge aus dem Wertpapiergeschäft | 415 | 202 | . |
| Vorfälligkeitsentschädigung | 42 | 133 | -68,4 |
| Zinserträge nicht nach der Effektivzinsmethode berechnet | 1.205 | 1.311 | -8,1 |
| Zinserträge - Mandatorily Fair Value P&L | 616 | 144 | . |
| Zinserträge aus dem Kredit- und Geldmarktgeschäft | 528 | 106 | . |
| Zinserträge aus dem Wertpapiergeschäft | 88 | 37 | . |
| Positive Zinsen aus passivischen Finanzinstrumenten | 589 | 1.168 | -49,6 |
| Zinsaufwendungen | 3.873 | 2.419 | 60,1 |
| Zinsaufwendungen - Amortised Cost | 2.890 | 1.570 | 84,1 |
| Einlagen | 2.154 | 898 | . |
| Begebene Schuldverschreibungen | 736 | 672 | 9,6 |
| Zinsaufwendungen - Fair Value Option | 464 | 110 | . |
| Einlagen | 372 | 51 | . |
| Begebene Schuldverschreibungen | 92 | 59 | 57,7 |
| Negative Zinsen aus aktivischen Finanzinstrumenten | 377 | 620 | -39,1 |
| Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten | 22 | 16 | 42,1 |
| Sonstige Zinsaufwendungen | 119 | 104 | 14,7 |
| Gesamt | 6.459 | 4.849 | 33,2 |
(10) Dividendenerträge
In diesem Posten werden alle Dividenden aus Aktien und ähnlichen Eigenkapitalinstrumenten - mit Ausnahme der Dividenden aus Held for Trading Beständen - ausgewiesen. Wir weisen hier außerdem das Laufende Ergebnis aus nicht konsolidierten Tochterunternehmen aus, das über Ergebnisabführungsverträge vereinnahmt wird. Die nicht konsolidierten Tochterunternehmen sind der Kategorie Mandatorily Fair Value PSL zugeordnet.
| Mio. € | 2022 | 2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Dividenden aus Eigenkapitalinstrumenten - Fair Value OCI | - | - | . |
| Dividenden aus Eigenkapitalinstrumenten - Mandatorily Fair Value P&L | 18 | 9 | . |
| Laufendes Ergebnis aus nicht konsolidierten Tochterunternehmen | 13 | 13 | 4,1 |
| Gesamt | 32 | 22 | 47,0 |
(11) Risikoergebnis
Das Risikoergebnis beinhaltet erfolgswirksame Risikovorsorgeveränderungen für bilanzielle und außerbilanzielle Finanzinstrumente, auf die das Impairmentmodell des IFRS 9 anzuwenden ist. Dies umfasst auch Risikovorsorgeauflösungen bei bilanziellen Abgängen aus planmäßigen Rückzahlungen, Zuschreibungen und Eingänge auf bereits abgeschriebene Forderungen sowie Direktabschreibungen, die nicht Ergebnis einer substanziellen Modifikation sind. Darüber hinaus sind erfolgswirksame Risikovorsorgeänderungen für bestimmte außerbilanzielle Geschäfte berücksichtigt, die keine Finanzgarantien im Sinne des IFRS 9 darstellen (bestimmte Avale, Akkreditive, siehe Note 57).
| Mio. € | 2022 | 2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost | - 817 | - 520 | 57,2 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI | - 12 | - 5 | . |
| Finanzgarantien | 3 | 2 | 31,7 |
| Kreditzusagen und sonstige Gewährleistungen | - 51 | - 58 | -11,9 |
| Gesamt | - 876 | - 570 | 53,7 |
Informationen zur Organisation des Risikomanagements und zu relevanten Kennzahlen sowie weitere Analysen und Erläuterungen des erwarteten Kreditverlusts können dem Konzernlagebericht dieses Geschäftsberichts (siehe Seite 106 ff.) entnommen werden. Für detaillierte Informationen zum Risikoergebnis verweisen wir auf Note 31 und den Risikobericht auf Seite 106 ff.
(12) Provisionsüberschuss
Im Provisionsüberschuss weisen wir die anfallenden Erträge und Aufwendungen für die Inanspruchnahme von Dienstleistungen aus. Diese Beträge werden dadurch erzielt, dass Kunden betriebstechnische Einrichtungen, besondere Geschäftsverbindungen oder die Kreditwürdigkeit zur Verfügung gestellt werden, ohne dass sich der aktivierte Bestand der bankgeschäftlichen Forderungen verändert. Dies gilt zudem für Provisionen im Zusammenhang mit der Veräußerung von Devisen, Sorten und Edelmetallen, wenn es sich dabei um Dienstleistungs- und nicht um Eigenhandelsgeschäfte handelt. Gleiches gilt umgekehrt bei der Inanspruchnahme fremder Dienstleistungen durch die Bank. Bei einmaligen Gebühren und Provisionen, zum Beispiel des Zahlungsverkehrs-, des Vermittlungs- sowie des Kreditgeschäftes, die nicht im Effektivzins enthalten sind, erfolgt die Vereinnahmung der Provisionserträge zum Erfüllungszeitpunkt. Für Leistungen, die über einen bestimmten Zeitraum erbracht werden, wie beispielsweise im Bereich des Zahlungsverkehrs (Jahresgebühren im Kreditkartengeschäft und Girogeschäft), erfolgt die Vereinnahmung der Erträge am Bilanzstichtag entsprechend dem Grad der Erfüllung.
| Mio. € | 2022 | 2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Provisionserträge | 4.194 | 4.255 | -1,4 |
| Wertpapiergeschäft | 1.186 | 1.404 | -15,6 |
| Vermögensverwaltung | 357 | 367 | -2,8 |
| Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft | 1.705 | 1.462 | 16,6 |
| Bürgschaften | 251 | 239 | 5,3 |
| Ergebnis aus Syndizierungen | 183 | 236 | -22,3 |
| Vermittlungsgeschäft | 133 | 172 | -22,5 |
| Treuhandgeschäfte | 66 | 52 | 26,1 |
| Übrige Erträge | 313 | 322 | -2,8 |
| Provisionsaufwendungen | 675 | 648 | 4,1 |
| Wertpapiergeschäft | 146 | 167 | -12,9 |
| Vermögensverwaltung | 43 | 37 | 15,4 |
| Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft | 202 | 168 | 20,2 |
| Bürgschaften | 25 | 27 | -8,2 |
| Ergebnis aus Syndizierungen | 6 | 0 | . |
| Vermittlungsgeschäft | 124 | 137 | -9,8 |
| Treuhandgeschäfte | 53 | 40 | 32,3 |
| Übrige Aufwendungen | 77 | 71 | 7,6 |
| Provisionsüberschuss | 3.519 | 3.607 | -2,4 |
| Wertpapiergeschäft | 1.040 | 1.237 | -15,9 |
| Vermögensverwaltung | 314 | 330 | -4,9 |
| Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft | 1.503 | 1.294 | 16,1 |
| Bürgschaften | 226 | 211 | 7,0 |
| Ergebnis aus Syndizierungen | 177 | 236 | -24,8 |
| Vermittlungsgeschäft | 10 | 35 | -72,7 |
| Treuhandgeschäfte | 13 | 12 | 5,4 |
| Übrige Erträge | 236 | 251 | -5,8 |
| Gesamt | 3.519 | 3.607 | -2,4 |
1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 4).
Die Aufteilung der Provisionserträge nach Art der Dienstleistung und Segmenten, auf Grundlage des IFRS 15, stellt sich wie folgt dar:
2022
| Mio. € | Privat- und Unternehmerkunden | Firmenkunden | Sonstige und Konsolidierung 1 | Konzern |
|---|---|---|---|---|
| Wertpapiergeschäft | 1.177 | 32 | -24 | 1.186 |
| Vermögensverwaltung | 353 | 4 | -0 | 357 |
| Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft | 764 | 955 | -14 | 1.705 |
| Bürgschaften | 28 | 257 | -34 | 251 |
| Ergebnis aus Syndizierungen | 1 | 182 | 0 | 183 |
| Vermittlungsgeschäft | 128 | 38 | -33 | 133 |
| Treuhandgeschäfte | 58 | 8 | - | 66 |
| Übrige Erträge | 278 | 48 | -13 | 313 |
| Gesamt | 2.787 | 1.525 | -118 | 4.194 |
1 Bei den Posten im Bereich Sonstige und Konsolidierung handelt es sich im Wesentlichen um Effekte aus der Konsolidierung von Aufwendungen und Erträgen.
2021
| Mio. € | Privat- und Unternehmerkunden | Firmenkunden | Sonstige und Konsolidierung 1 | Konzern |
|---|---|---|---|---|
| Wertpapiergeschäft | 1.383 | 43 | -21 | 1.404 |
| Vermögensverwaltung | 363 | 4 | - | 367 |
| Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft | 662 | 816 | -15 | 1.462 |
| Bürgschaften | 27 | 246 | -34 | 239 |
| Ergebnis aus Syndizierungen | 2 | 234 | 0 | 236 |
| Vermittlungsgeschäft | 165 | 47 | -40 | 172 |
| Treuhandgeschäfte | 44 | 8 | - | 52 |
| Übrige Erträge | 279 | 76 | -33 | 322 |
| Gesamt | 2.925 | 1.474 | -144 | 4.255 |
1 Bei den Posten im Bereich Sonstige und Konsolidierung handelt es sich im Wesentlichen um Effekte aus der Konsolidierung von Aufwendungen und Erträgen.
2 Korrektur Vorjahr aufgrund von IFRS 8.29 (siehe Note 58).
(13) Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
In diesem Posten weisen wir die Ergebnisse aus allen erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus. Dies beinhaltet das Ergebnis aus Finanzinstrumenten der Kategorie Held for Trading, das Ergebnis aus Finanzinstrumenten der Kategorie Mandatorily Fair Value PSL sowie das Ergebnis aus Finanzinstrumenten der Kategorie Fair Value Option. Das Ergebnis aus Finanzinstrumenten der Kategorie Held for Trading bildet den Handelserfolg der Bank ab und wird als Saldo aus Aufwendungen und Erträgen gezeigt. Dementsprechend fließen in diese Position ein:
- Zinserträge inklusive erhaltener Dividenden sowie Zinsaufwendungen aus zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten,
- realisierte Kursgewinne und -verluste aus dem Verkauf von zu Handelszwecken gehaltenen Wertpapieren, Forderungen, Devisen- und Edelmetallbeständen,
- Bewertungsergebnis aus der Fair-Value-Bewertung,
- Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten,
- Ergebnis aus Fair Value Adjustments (Credit Valuation Adjustment/CVA, Debit Valuation Adjustment/DVA, Funding Valuation Adjustment/FVA) sowie
- Provisionsaufwendungen und -erträge, die im Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Veräußerung von zu Handelszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten anfallen.
Das Ergebnis aus Finanzinstrumenten der Kategorie Mandatorily Fair Value PSL und das Ergebnis aus Finanzinstrumenten der Kategorie Fair Value Option beinhalten ausschließlich Bewertungs- und Realisierungsergebnisse. Die Aufwendungen und Erträge werden jeweils als Saldo dargestellt.
| Mio. € | 2022 | 2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Ergebnis aus Finanzinstrumenten - Held for Trading | 87 | 422 | -79,3 |
| Ergebnis aus Finanzinstrumenten - Fair Value Option | 550 | 113 | . |
| Ergebnis aus Finanzinstrumenten - Mandatorily Fair Value P&L | - 187 | 445 | . |
| Gesamt | 451 | 980 | -54,0 |
(14) Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen
Das Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen beinhaltet zum einen die Bewertungsergebnisse aus effektiven Sicherungszusammenhängen im Rahmen des Hedge Accountings (Fair Value Hedge).Zum anderen enthält das Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen den ineffektiven Teil aus Cashflow-Hedges und Net Investment Hedges.
| Mio. € | 2022 | 2021 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|---|
| Fair Value Hedges | ||||
| Fair-Value-Änderungen aus Sicherungsinstrumenten | 2.038 | 71 | . | |
| Micro Fair Value Hedges | 2.783 | - | 161 | |
| Portfolio Fair Value Hedges | - 745 | 232 | . | |
| Fair-Value-Änderungen aus Grundgeschäften | - 2.147 | - 164 | . | |
| Micro Fair Value Hedges | - 2.909 | 72 | . | |
| Portfolio Fair Value Hedges | 762 | - 236 | . | |
| Cashflow-Hedges | ||||
| Ergebnis aus effektiv gesicherten Cashflow Hedges (nur ineffektiver Teil) | - 5 | - 3 | 62,1 | |
| Net Investment Hedges | ||||
| Ergebnis aus effektiv gesicherten Net Investment Hedges (nur ineffektiver Teil) | - | - | . | |
| Gesamt | - 113 | - 96 | 17,6 | |
| darunter: Hedge-Ineffektivität aus Micro Fair Value Hedges | - 126 | - 89 | 40,6 | |
| darunter: Hedge-Ineffektivität aus Portfolio Fair Value Hedges | 17 | - 4 | . |
In der Berichtsperiode wurde Cashflow-Hedge Accounting für die Absicherung von Zinsrisiken aus Hypothekendarlehen mit einem Nominal von 273 Mio. Euro (Vorjahr: 278 Mio. Euro) und der Absicherung von Fremdwährungsrisiken aus Hypothekenanleihen mit einem Nominal von 300 Mio. Euro (Vorjahr: 299 Mio. Euro) durch einen Cross Currency Swap angewendet. Im Rahmen dessen wurde der Rücklage für Cashflow Hedges ein Betrag von 11 Mio. Euro (Vorjahr: 1 Mio. Euro) zugeführt. Im Geschäftsjahr wurde Net Investment Hedge Accounting für die Absicherung von Fremdwährungsrisiken aus Investitionen aus Schiffsgesellschaften mit einem Nominal von 150 Mio. USD (Vorjahr: 90 Mio. USD) angewendet. Im Rahmen dessen wurde der Rücklage aus Währungsumrechnung ein Betrag von - 3 Mio. Euro (Vorjahr: - 3 Mio. Euro) zugeführt.
(15) Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten
In dieser Position weisen wir das Veräußerungsergebnis finanzieller Vermögenswerte der Kategorie Fair Value OCI sowie das Ergebnis aus dem Rückkauf finanzieller Verbindlichkeiten der Kategorie Amortised Cost aus. Das Ergebnis aus dem Abgang von finanziellen Vermögenswerten der Kategorie Amortised Cost beinhaltet Effekte aus Verkäufen von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten. Außerdem sind die Ergebnisse aus Vertragsanpassungen enthalten, die im Rahmen der Restrukturierung der Kreditverhältnisse mit Kunden aufgrund der Verschlechterung der Bonität vereinbart werden (substanzielle Modifikationen). Die Differenz zwischen den fortgeführten Anschaffungskosten und dem Marktwert des Finanziellen Vermögenswertes der Kategorie Fair Value OCI (mit Recycling) wird bis zur Veräußerung mit Ausnahme von Wertminderungen (Impairments) erfolgsneutral in der Neubewertungsrücklage und folglich nicht in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Mit Abgang des Vermögenswertes wird die aus verbrieften Schuldinstrumenten resultierende Neubewertungsrücklage ergebniswirksam aufgelöst. Beim Abgang finanzieller Verbindlichkeiten der Kategorie Amortised Cost ergibt sich das Realisierungsergebnis direkt aus der Differenz aus Kaufpreis und fortgeführten Anschaffungskosten. Zudem werden in diesem Posten Ergebnisse aus Schätzungsänderungen infolge geänderter Erwartungen hinsichtlich der zukünftigen Cashflows sowie Ergebnisse aus nicht substanziellen Modifikationen von Finanzinstrumenten der Kategorie Amortised Cost ausgewiesen.
| Mio. € | 2022 | 2021 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|---|
| Sonstiges übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten | - 340 | 48 | . | |
| Realisierungsergebnis finanzieller Vermögenswerte - Fair Value OCI (mit Recycling) | - 68 | 57 | . | |
| Realisierungsergebnis finanzieller Verbindlichkeiten -Amortised Cost | 7 | - 6 | . | |
| Ergebnis aus nicht substanziellen Modifikationen - Amortised Cost | - 280 | - 4 | . | |
| Ergebnis aus nicht substanziellen Modifikationen - Fair Value OCI (mit Recycling) | - | - | . | |
| Ergebnis aus Schätzungsänderungen - Amortised Cost | 1 | 1 | - 26,8 | |
| Ergebnis aus Schätzungsänderungen - Fair Value OCI (mit Recycling) | - | - | . | |
| Ergebnis aus Abgängen von finanziellen Vermögenswerten (AC-Portfolios) | 48 | - 21 | . | |
| Gewinne aus Abgängen von finanziellen Vermögenswerten (AC-Portfolios) | 86 | 45 | 89,5 | |
| Verluste aus Abgängen von finanziellen Vermögenswerten (AC-Portfolios) | 38 | 66 | -41,9 | |
| Gesamt | - 292 | 27 | . |
Im Commerzbank-Konzern werden Portfolios von insgesamt 299 Mrd. Euro (Vorjahr: 302 Mrd. Euro) mit fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Voraussetzung hierfür ist, dass die enthaltenen Finanzinstrumente dem Business Model "Halten" zugeordnet werden und dass keine SPPI-schädlichen Nebenabreden vorliegen. Neben Rückzahlungen kann es aus diesen Portfolios heraus auch zu Verkäufen von Vermögenswerten kommen, ohne dass grundsätzlich gegen dieses Business Model verstoßen wird. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich die Bonität des Schuldners erheblich verschlechtert hat beziehungsweise der Vermögenswert nicht mehr den in den internen Richtlinien geforderten Kriterien entspricht oder aber im Rahmen von Portfolioumschichtungen der Verkauf kurz vor Fälligkeit dieser Vermögenswerte erfolgt. Das Abgangsergebnis aus dem Verkauf von Finanzinstrumenten (AC-Portfolios) resultierte hauptsächlich aus dem Verkauf von Schuldinstrumenten, Schuldscheindarlehen und Krediten im Rahmen zulässiger Verkäufe aus AC-Portfolios. Die Commerzbank modifiziert teilweise Vertragsbedingungen ausgereichter Darlehen im Rahmen nicht substanzieller Modifikationen, die nicht zu einer Ausbuchung des bisherigen Finanzinstruments führen. Das Ausfallrisiko dieser Vermögenswerte nach der Änderung wird zum jeweiligen Bilanzstichtag bewertet und mit dem Risiko beim ursprünglichen Ansatz verglichen. Die fortgeführten Anschaffungskosten vor Modifikation betrugen 188 Mio. Euro (Vorjahr: 206 Mio. Euro).
| Mio. € | 2022 | 2021 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|---|
| Modifizierte Vermögenswerte während des Geschäftsjahres, die nach der Modifikation mit LECL bevorsorgt sind | ||||
| Bruttobuchwert vor Modifikation | 188 | 206 | - 8,6 | |
| Korrespondierender ECL | 17 | 17 | - 2,5 | |
| Bruttobuchwert nach Modifikation | 182 | 206 | - 11,6 | |
| Korrespondierender ECL | 16 | 16 | - 0,9 | |
| Ergebnis aus Modifikation | - 6 | 0 | . | |
| Modifizierte Vermögenswerte, die (seit der erstmaligen Erfassung) zum LECL bewertet und im Geschäftsjahr wieder in Stage 1 (12mECL) transferiert wurden. | ||||
| Bruttobuchwert zum Ende des Geschäftsjahres | 101 | 143 | - 28,8 | |
| Korrespondierender ECL | 13 | 14 | - 3,6 |
(16) Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen
Das Laufende Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen betrug 13 Mio. Euro (Vorjahr: 6 Mio. Euro). Einschließlich des im Sonstigen Ergebnis enthaltenen Veräußerungs- und Bewertungsergebnisses aus at-Equity-bewerteten Unternehmen von 4 Mio. Euro (Vorjahr: 3 Mio. Euro) belief sich das Gesamtergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen auf 16 Mio. Euro (Vorjahr: 9 Mio. Euro).
(17) Sonstiges Ergebnis
Im Sonstigen Ergebnis sind im Wesentlichen Zuführungen und Auflösungen von Rückstellungen sowie Aufwendungen und Erträge aus Operating-Leasing-Verträgen enthalten. Des Weiteren wird hier das Realisierungs- und Bewertungsergebnis von assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen ausgewiesen.
| Mio. € | 2022 | 2021 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|---|
| Wesentliche Sonstige Erträge | 840 | 447 | 87,7 | |
| Auflösungen von Rückstellungen | 106 | 40 | . | |
| Erträge aus Operating-Leasing-Verträgen | 198 | 144 | 37,3 | |
| Erträge aus Bau- und Architektenleistungen | 0 | 0 | 0,0 | |
| Mietkauferträge und Zwischenmieterträge | 16 | 15 | 11,4 | |
| Erträge aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien | 4 | 4 | - 20,1 | |
| Erträge aus zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten | - | - | . | |
| Erträge aus der Veräußerung von Sachanlagen | 38 | 8 | . | |
| Erträge aus Wechselkursveränderungen | 268 | 140 | 91,0 | |
| Übrige sonstige Erträge | 210 | 96 | . | |
| Wesentliche Sonstige Aufwendungen | 1.428 | 1.409 | 1,4 | |
| Zuführungen zu Rückstellungen | 149 | 331 | - 55,1 | |
| Aufwendungen aus Operating-Leasing-Verträgen | 102 | 109 | - 6,3 | |
| Aufwendungen aus Bau- und Architektenleistungen | - | - | . | |
| Mietkaufaufwendungen und Zwischenmietaufwendungen | 7 | 3 | . | |
| Aufwendungen aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien | 87 | 1 | . | |
| Aufwendungen aus als Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten | - | - | . | |
| Aufwendungen aus der Veräußerung von Sachanlagen | 2 | 4 | - 62,9 | |
| Aufwendungen aus Wechselkursveränderungen | 248 | 131 | 90,0 | |
| Übrige sonstige Aufwendungen | 834 | 830 | 0,4 | |
| Sonstige Steuern (saldiert) | - 21 | 14 | . | |
| Realisierungs- und Bewertungsergebnis aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen (saldiert) | 4 | 3 | 21,4 | |
| Sonstiges Ergebnis | - 606 | - 944 | - 35,8 |
Im sonstigen Ergebnis ist im Wesentlichen der Aufwand im Zusammenhang mit Darlehensverträgen in Schweizer Franken (CHF) mit Indexklauseln enthalten. Diese betragen im aktuellen Geschäftsjahr 650 Mio. Euro (Vorjahr: 600 Mio. Euro). Im Vorjahr ist der Aufwand aus der Zuführung zu den Rückstellungen für das BGH Urteil zu Preismaßnahmen von 99 Mio. Euro, wovon 27 Mio. Euro im aktuellen Geschäftsjahr 2022 aufgelöst wurden, enthalten. Darüber hinaus ist im Vorjahr der Aufwand für die Beendigung des Auslagerungsprojekts und für mögliche Steuerrückzahlungsverpflichtungen enthalten.
(18) Verwaltungsaufwendungen
Die Verwaltungsaufwendungen von 5.844 Mio. Euro (Vorjahr: 6.230 Mio. Euro) im Konzern setzen sich zusammen aus Personalaufwendungen, Sachaufwendungen und Abschreibungen. Die Aufwendungen gliedern sich wie folgt:
| Personalaufwendungen | Mio. € | 2022 | 2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 3.183 | 3.236 | - 1,6 | |
| Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung | 232 | 229 | 1,4 | |
| Gesamt | 3.415 | 3.464 | - 1,4 |
In den Löhnen und Gehältern sind 440 Mio. Euro (Vorjahr: 446 Mio. Euro) Aufwendungen für soziale Abgaben enthalten. Diese beinhalten auch die Arbeitgeberanteile zur gesetzlichen Rentenversicherung von 207 Mio. Euro (Vorjahr: 214 Mio. Euro). Die Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung setzen sich aus Aufwendungen für leistungs- und beitragsorientierte Pensionspläne (siehe Note 55), Altersteilzeit und Vorruhestand sowie aus sonstigen pensionsnahen Aufwendungen zusammen.
| Sachaufwendungen | Mio. € | 2022 | 2021 | Veränd. in % |
| :--------------- | :------- | :---- | :---- | :----------- |## Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
(18) Sonstige betriebliche Aufwendungen
| in % | 2022 | 2021 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|---|
| Raumaufwendungen | 4,5 | 263 | 252 | |
| IT-Aufwendungen | 7,6 | 556 | 602 | - |
| Arbeitsplatz- und Informationsaufwendungen | 0,2 | 211 | 211 | |
| Beratungs-, Prüfungs- und gesellschaftsrechtliche Aufwendungen | 7,3 | 203 | 219 | - |
| Reise-, Repräsentations- und Werbungskosten | 14,7 | 167 | 145 | |
| Personalinduzierte Sachaufwendungen | 14,5 | 93 | 81 | |
| Übrige Sachaufwendungen | 30,5 | 116 | 167 | - |
| Gesamt | 4,0 | 1.609 | 1.676 | - |
1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 4).
Konzernabschlussprüfer der Commerzbank ist die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, Deutschland. Die für den Konzernabschlussprüfer als Sachaufwendungen erfassten Honorare und Auslagen (exklusive Umsatzsteuer) betragen 15.001 Tsd. Euro für das Geschäftsjahr 2022.
Honorare des Abschlussprüfers
| Tsd. € | 2022 | 2021 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|---|
| Abschlussprüfungsleistungen | 11.082 | 13.187 | - 16,0 | |
| Andere Bestätigungsleistungen | 516 | 1.955 | - 73,6 | |
| Steuerberatungsleistungen | - | - | . | |
| Sonstige Leistungen | 3.403 | 139 | . | |
| Gesamt | 15.001 | 15.281 | - 1,8 |
Das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen beinhaltet gemäß IDW RS HFA 36 die Jahresabschlussprüfungen der Commerzbank Aktiengesellschaft und der Tochterunternehmen, die Konzernabschlussprüfungen und die prüferischen Durchsichten des Halbjahresfinanzberichtes und der Konzernfinanzinformationen. In den anderen Bestätigungsleistungen sind insbesondere Honorare für gesetzlich vorgeschriebene, vertraglich vereinbarte oder freiwillig beauftragte Prüfungs- und Bestätigungsleistungen enthalten. Hierzu gehören auch die Prüfung des nichtfinanziellen Berichts nach §§ 340a i.V.m. 289b HGB, die Prüfung des Vergütungsberichts nach § 162 AktG sowie die Erteilung von Comfort Letter. Die Honorare für Sonstige Leistungen umfassen im Wesentlichen Honorare für qualitätssichernde Beratungsleistungen im Zusammenhang mit externen Inspektionen.
Abschreibungen
| Mio. € | 2022 | 2021 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|---|
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 93 | 102 | - 9,5 | |
| Grundstücke, Gebäude und übrige Sachanlagen | 10 | 11 | - 10,1 | |
| Immaterielle Vermögenswerte | 419 | 645 | - 35,1 | |
| Nutzungsrechte | 299 | 331 | - 9,5 | |
| Gesamt | 820 | 1.089 | - 24,7 |
Die Abschreibungen beinhalten neben planmäßigen Abschreibungen auch Wertminderungen und Zuschreibungen. In den Abschreibungen auf Immaterielle Vermögenswerte sind 8 Mio. Euro Wertminderungen (Vorjahr: 215 Mio. Euro) enthalten; für Grundstücke, Gebäude und übrige Sachanlagen wurden Abschreibungen von 2 Mio. Euro (Vorjahr: Abschreibungen von 1 Mio. Euro) erfasst. Die Abschreibungen auf Nutzungsrechte entfallen im Wesentlichen auf gemietete Gebäude. Im Vorjahr ist in den Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte eine Ausbuchung von Vermögenswerten enthalten. Der Grund für die Ausbuchung ist die Entscheidung der Commerzbank, das Projekt zur Auslagerung der Wertpapierabwicklung an die HSBC Transaction Services GmbH zu beenden. Der daraus resultierende Einmaleffekt beträgt 200 Mio. Euro.
(19) Pflichtbeiträge
| Mio. € | 2022 | 2021 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|---|
| Einlagensicherung | 178 | 113 | 57,1 | |
| Polnische Bankensteuer | 185 | 133 | 38,8 | |
| Europäische Bankenabgabe | 279 | 220 | 26,3 | |
| Gesamt | 642 | 467 | 37,4 |
Im aktuellen Geschäftsjahr sowie in 2021 hat die Commerzbank von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, einen Teil ihres jährlichen Beitrages für die europäische Bankenabgabe und die gesetzliche Einlagensicherung in Form von unwiderruflichen Zahlungsverpflichtungen (Irrevocable payment commitments (IPCs)) zu erbringen. Für die gesetzliche Einlagensicherung wurden im aktuellen Geschäftsjahr 33 Mio. Euro (Vorjahr: 40 Mio. Euro) und für die Bankenabgabe 41 Mio. Euro (Vorjahr: 33 Mio. Euro) in Form von IPCs übernommen. Für diese Beträge wurden in gleicher Höhe Barsicherheiten hinterlegt.
(20) Restrukturierungsaufwendungen
| Mio. € | 2022 | 2021 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|---|
| Aufwendungen für eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen | 94 | 1.078 | - 91,3 | |
| Gesamt | 94 | 1.078 | - 91,3 |
Die im Geschäftsjahr angefallenen Restrukturierungsaufwendungen stehen, ebenso wie im Vorjahr, im Zusammenhang mit der Umsetzung der Strategie 2024 und resultieren im Wesentlichen aus der Bildung von Restrukturierungsrückstellungen (siehe Note 55, sonstige Rückstellungen, b) übrige Rückstellungen) sowie aus erhöhten Abschreibungen von Leasingvermögen und Betriebs- und Geschäftsausstattung aufgrund einer Verkürzung der Restnutzungsdauer im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen (siehe Note 45).
(21) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
| Mio. € | 2022 | 2021 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|---|
| Tatsächliche Ertragsteuern | 616 | 315 | 95,9 | |
| Steueraufwand/-ertrag für das laufende Jahr | 624 | 198 | . | |
| Steueraufwand/-ertrag Vorjahre | -8 | 117 | . | |
| Latente Ertragsteuern | -4 | -563 | - 99,3 | |
| Steueraufwand/-ertrag aufgrund der Veränderung von temporären Differenzen | 220 | 17 | . | |
| und Verlustvorträgen | ||||
| Steuersatzdifferenzen | -52 | -15 | . | |
| Steueraufwand aufgrund von Abschreibungen auf bisher gebildete latente Steuern | - | - | . | |
| Steuerertrag aus bisher nicht berücksichtigten steuerlichen Verlustvorträgen | -172 | -565 | - 69,6 | |
| und temporären Differenzen | ||||
| Gesamt | 612 | -248 | . |
Der für die Commerzbank Aktiengesellschaft und den inländischen Organkreis geltende tarifliche kombinierte Ertragsteuersatz beträgt 31,5 %. Die nachfolgende Überleitungsrechnung zeigt den Zusammenhang zwischen dem Jahresergebnis vor Ertragsteuern nach IFRS sowie den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag im Geschäftsjahr. Der als Basis für die Überleitungsrechnung gewählte anzuwendende Konzernertragsteuersatz setzt sich zusammen aus dem in Deutschland geltenden Körperschaftsteuersatz von 15,0 % zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 % und einem durchschnittlichen Steuersatz für die Gewerbesteuer von 15,7 %. Es ergibt sich ein inländischer Ertragsteuersatz von 31,5 % (Vorjahr: 31,5 %). Ertragsteuereffekte ergeben sich aufgrund unterschiedlicher Steuersätze bei ausländischen Einheiten. Die Steuersätze im Ausland betrugen zwischen 10,0 % (Bulgarien) (Vorjahr: 0,0 % Dubai) und 45,0 % (Brasilien) (Vorjahr: 45,0 %). Zum 31. Dezember 2022 betrug die Konzernsteuerquote 30,5 % (Vorjahr: - 236,2 %).
| Mio. € | 2022 | 2021 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|---|
| Jahresergebnis vor Ertragsteuern nach IFRS | 2.005 | 105 | . | |
| Konzernertragsteuersatz (%) | 31,5 | 31,5 | - | |
| Rechnerischer Ertragsteueraufwand im Geschäftsjahr | 632 | 33 | . | |
| Auswirkungen wegen abweichender Steuersätze und Steuersatzänderungen | -55 | -36 | 53,3 | |
| bei erfolgswirksamen Steuerabgrenzungen | ||||
| Auswirkungen aus der Bewertung von latenten Steuern | -172 | -525 | - 67,2 | |
| Auswirkungen von nicht abziehbaren Betriebsausgaben und steuerfreien Erträgen | 178 | 158 | 12,7 | |
| Nicht angesetzte latente Steuern | 26 | 39 | - 33,3 | |
| Verbrauch von steuerlichen Verlustvorträgen, auf die bislang keine latenten | -46 | -40 | 15,0 | |
| Steueransprüche gebildet wurden | ||||
| Auswirkungen von Hinzurechnungen und Kürzungen für Gewerbesteuer | - | - | . | |
| Nicht anrechenbare Quellensteuern | - | 1 | . | |
| Periodenfremde Steuern | 40 | 132 | - 69,7 | |
| Sonstige Auswirkungen | 9 | -8 | . | |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 612 | -248 | . |
Nachfolgende Tabelle zeigt den Bestand der tatsächlichen und latenten Steuern, die aus Posten resultieren, die direkt mit dem Eigenkapital verrechnet wurden:
Erfolgsneutral bilanzierte Ertragsteuern
| Mio. € | 2022 | 2021 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|---|
| Tatsächliche Ertragsteuern | - | - | . | |
| Latente Ertragsteuern | 549 | 599 | -8,3 | |
| Bewertungsunterschiede aus Cashflow-Hedges | 41 | 29 | 42,5 | |
| Neubewertungsrücklage | 154 | 49 | . | |
| Verlustvorträge | 148 | 185 | - 20,0 | |
| Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen | 204 | 302 | -32,5 | |
| Sonstiges | 2 | 34 | -93,1 | |
| Gesamt | 549 | 599 | -8,3 |
(22) Nettoergebnis je Bewertungskategorie
Das Nettoergebnis setzt sich aus Fair-Value-Bewertungen, Zinsergebnis, Dividendenerträgen, Fremdwährungseffekten, Wertminderungen, Zuschreibungen, Realisierungsergebnissen und nachträglichen Eingängen aus abgeschriebenen Finanzinstrumenten sowie erfolgsneutralen Wertänderungen der Neubewertungsrücklage zusammen.
| Mio. € | 2022 | 2021 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|---|
| Erfolgswirksam erfasstes Nettoergebnis aus Finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten | ||||
| - Held for Trading | -26 | 326 | . | |
| - Finanziellen Vermögenswerten - Fair Value Option | - | - | . | |
| - Finanziellen Verbindlichkeiten - Fair Value Option | 271 | 246 | 10,5 | |
| - Finanziellen Vermögenswerten - Mandatorily Fair Value P&L | 271 | 371 | - 26,8 | |
| - Finanziellen Vermögenswerten - Amortised Cost | 7.484 | 4.853 | 54,2 | |
| - Finanziellen Verbindlichkeiten - Amortised Cost | -2.479 | -652 | . | |
| - Finanziellen Vermögenswerten - Fair Value OCI | 313 | 230 | 36,1 | |
| Erfolgsneutral erfasstes Nettoergebnis aus Finanziellen Vermögenswerten | ||||
| - Fair Value OCI - Fremdkapitalinstrumente | -432 | -187 | . | |
| - Fair Value OCI - Eigenkapitalinstrumente | - | - | . | |
| - Finanziellen Verbindlichkeiten - Fair Value Option (Own Credit Spread) | 147 | - | . |
(23) Ergebnis je Aktie
| 2022 | 2021 | Veränd. in % | ||
|---|---|---|---|---|
| Operatives Ergebnis (Mio. €) | 2.099 | 1.183 | 77,5 | |
| Den Commerzbank-Aktionären und den Investoren in zusätzliche | 1.435 | 430 | . | |
| Eigenkapitalbestandteile zurechenbares Konzernergebnis (Mio. €) | ||||
| Ausschüttungen zusätzliche Eigenkapitalbestandteile (Mio.€) | 190 | 140 | 36,3 | |
| Den Commerzbank-Aktionären zurechenbares Konzernergebnis (Mio. €) | 1.245 | 291 | . | |
| Durchschnittliche Anzahl ausgegebener Stammaktien (Stück) | 1.252.357.634 | 1.252.357.634 | - | |
| Operatives Ergebnis je Aktie (€) | 1,68 | 0,94 | 77,5 | |
| Ergebnis je Aktie (€) | 0,99 | 0,23 | . |
Das nach IAS 33 errechnete Ergebnis je Aktie basiert auf dem den Commerzbank-Aktionären zurechenbaren Konzernergebnis abzüglich potenzieller (komplett diskretionärer) AT-1-Kupons und wird als Quotient aus dem Konzernergebnis und dem gewichteten Durchschnitt der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktienzahl ermittelt. Im laufenden Geschäftsjahr sowie im Vorjahr waren keine Wandel- und Optionsrechte im Umlauf. Das verwässerte Ergebnis je Aktie war daher mit dem unverwässerten identisch. Die Zusammensetzung des Operativen Ergebnisses ist in der Segmentberichterstattung (Note 58) definiert.
Erläuterungen zur Bilanz
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gemäß IFRS 9
Allgemeine Klassifizierung und Bewertung
Gemäß IFRS 9 sind alle finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, zu denen auch derivative Finanzinstrumente zählen, in der Bilanz anzusetzen.# Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Beim erstmaligen Ansatz sind Finanzinstrumente mit dem Fair Value zu bewerten. Für Finanzinstrumente, die nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden, sind in den Fair Values als Anschaffungsnebenkosten auch einzeln zuordenbare Transaktionskosten einzubeziehen, die bei finanziellen Vermögenswerten den Fair Value erhöhen oder bei Begründung einer finanziellen Verpflichtung diese vermindern. Gemäß IFRS 13 ist der Fair Value als Veräußerungspreis definiert. Hierbei handelt es sich um den Preis, den Marktteilnehmer im Rahmen einer gewöhnlichen Transaktion beim Verkauf eines Vermögenswertes erhalten beziehungsweise bei der Übertragung einer Schuld zahlen. Der Fair Value ist entweder ein an einem aktiven Markt festgestellter Preis (mark-to-market) oder wird anhand von Bewertungsmodellen ermittelt (mark-to-model). Die für das jeweilige Bewertungsmodell relevanten Inputparameter können entweder direkt am Markt beobachtet oder, falls nicht am Markt beobachtbar, mittels Expertenschätzung festgelegt werden. In der Folgebewertung werden Finanzinstrumente in Abhängigkeit der jeweiligen Kategorie entweder zu (fortgeführten) Anschaffungskosten oder zum Fair Value in der Bilanz angesetzt.
a) Zugang und Abgang von Finanzinstrumenten
Der Bilanzansatz eines finanziellen Vermögenswertes oder einer finanziellen Verbindlichkeit erfolgt grundsätzlich dann, wenn der Commerzbank-Konzern Vertragspartei bezüglich der vertraglichen Regelungen des Finanzinstruments wird. Bei regulären Kassakäufen oder -verkäufen finanzieller Vermögenswerte fallen Handels- und Erfüllungstag im Allgemeinen auseinander. Für diese regulären Kassakäufe oder -verkäufe besteht ein Wahlrecht der Bilanzierung zum Handelstag (Trade Date Accounting) oder zum Erfüllungstag (Settlement Date Accounting). Im Commerzbank-Konzern erfolgt die Bilanzierung regulärer Kassakäufe und -verkäufe finanzieller Vermögenswerte bei Ansatz und Abgang zum Handelstag. Die Abgangsvorschriften des IFRS 9 richten sich sowohl nach dem Konzept der Chancen und Risiken als auch nach der Verfügungsmacht bei der Prüfung von Ausbuchungsvorgängen. Die Bewertung der Chancen und Risiken aus dem Eigentum hat dabei Vorrang vor der Beurteilung der Übertragung der Verfügungsmacht. Bei einer nur teilweisen Übertragung der Chancen und Risiken und der Zurückbehaltung von Verfügungsmacht kommt der Ansatz für anhaltende Engagements (Continuing Involvement) zur Anwendung. Der finanzielle Vermögenswert wird dabei unter Berücksichtigung bestimmter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden in dem Umfang erfasst, der seinem anhaltenden Engagement entspricht. Die Höhe des anhaltenden Engagements bestimmt sich aus dem Umfang, in dem der Konzern weiterhin das Risiko von Wertänderungen des übertragenen Vermögenswertes trägt. Eine finanzielle Verbindlichkeit (oder ein Teil einer finanziellen Verbindlichkeit) wird ausgebucht, wenn sie erloschen ist, das heißt, wenn die im Vertrag genannten Verbindlichkeiten beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Auch der Rückerwerb eigener Schuldtitel fällt unter die Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten. Unterschiedsbeträge beim Rückkauf zwischen dem Buchwert der Verbindlichkeit (einschließlich Agien und Disagien) und dem Kaufpreis werden erfolgswirksam erfasst; bei Wiederveräußerung zu einem späteren Zeitpunkt entsteht eine neue bilanzielle Verbindlichkeit, deren Anschaffungskosten dem Veräußerungserlös entsprechen. Unterschiedsbeträge zwischen diesen neuen Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag werden nach der Effektivzinsmethode über die Restlaufzeit des Schuldtitels verteilt. Bestimmte Änderungen der Vertragsbedingungen, zum Beispiel infolge von Forbearance-Maßnahmen oder Restrukturierungen, zwischen Kreditnehmern und Bank können eine Ausbuchung zur Folge haben. Eine substanzielle Änderung der Vertragsbedingungen eines Finanzinstruments zwischen einem bestehenden Kreditnehmer und der Bank führt zur Ausbuchung des ursprünglichen finanziellen Vermögenswertes und zum Ansatz eines neuen Finanzinstruments. In gleicher Weise ist eine wesentliche Änderung der Vertragsbedingungen eines vorhandenen Schuldinstruments wie eine Tilgung der ursprünglichen finanziellen Verbindlichkeit zu behandeln. Ein quantitatives Kriterium, das zu einer substanziellen Änderung der Vertragsbedingungen führt, liegt vor, wenn der abgezinste Barwert der Cashflows gemäß den neuen Vertragsbedingungen um mindestens 10 % vom abgezinsten Barwert der restlichen Cashflows des ursprünglichen Schuldinstruments abweicht.
b) Kategorisierung von Finanzinstrumenten und ihre Bewertung
Der Commerzbank-Konzern untergliedert finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten in die jeweiligen IFRS 9-Kategorien:
-
Finanzielle Vermögenswerte
- Amortised Cost (AC)
- Fair Value OCI (FVOCI)
- Mandatorily Fair Value PSL (mFVPL)
- Held for Trading (HFT)
-
Finanzielle Verbindlichkeiten
- Amortised Cost (AC)
- Fair Value Option (FVO)
- Held for Trading (HFT)
Die IFRS 9-Kategorien unterteilen wir nach folgenden Klassen:
-
Finanzielle Vermögenswerte
- Darlehen und Forderungen
- Verbriefte Schuldinstrumente
- Eigenkapitalinstrumente
- Derivate, die nicht für Hedge Accounting qualifizieren (freie Derivate)
- Derivate, die für Hedge Accounting qualifizieren
-
Finanzielle Verbindlichkeiten
- Einlagen
- Begebene Schuldverschreibungen
- Derivate, die nicht für Hedge Accounting qualifizieren (freie Derivate)
- Derivate, die für Hedge Accounting qualifizieren
- Finanzgarantien
Zusätzlich geben wir unwiderrufliche Kreditzusagen an.
c) Nettoergebnis
Das Nettoergebnis umfasst erfolgswirksame Fair-Value-Bewertungen, Fremdwährungseffekte, Wertminderungen, Zuschreibungen, realisierte Abgangserfolge, nachträgliche Eingänge aus abgeschriebenen Finanzinstrumenten sowie erfolgsneutrale Änderungen der Neubewertungsrücklage der jeweiligen Kategorie gemäß IFRS 9. Die Bestandteile werden in der Zusammengefassten Gesamtergebnisrechnung sowie in den Notes Zinsüberschuss, Risikoergebnis, Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten sowie im Übrigen Ergebnis aus Finanzinstrumenten dargestellt.
d) Finanzgarantien
Eine Finanzgarantie ist ein Vertrag, bei dem der Garantiegeber zur Leistung bestimmter Zahlungen verpflichtet ist, die den Garantienehmer für einen Verlust entschädigen, der ihm entsteht, weil ein bestimmter Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen gemäß den ursprünglichen oder geänderten Bedingungen eines Schuldinstruments nicht fristgemäß nachkommt. Darunter können zum Beispiel Bankgarantien und -bürgschaften fallen. Ist der Commerzbank-Konzern Garantienehmer, wird die Finanzgarantie bilanziell nicht erfasst und nur bei der Ermittlung der Wertminderung eines besicherten Vermögenswertes berücksichtigt. Als Garantiegeber erfasst der Commerzbank-Konzern die Verpflichtung aus einer Finanzgarantie bei Vertragsabschluss. Die Erstbewertung erfolgt zum Fair Value des Erfassungszeitpunkts. Insgesamt betrachtet ist der Fair Value einer Finanzgarantie bei Vertragsabschluss null, denn der Wert der vereinbarten Prämie wird bei marktgerechten Verträgen regelmäßig dem Wert der Garantieverpflichtung entsprechen (sogenannte Nettomethode). Die Folgebewertung erfolgt zum höheren Betrag aus fortgeführten Anschaffungskosten oder dem Rückstellungsbetrag, der im Falle einer drohenden Inanspruchnahme zu bilden ist.
e) Eingebettete Derivate
Eingebettete Derivate (Embedded Derivatives) sind Derivate, die in originäre Finanzinstrumente eingebettet sind. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Aktienanleihen (Anleihen mit Rückzahlungsrecht in Aktien) oder Anleihen mit indexbezogener Verzinsung. Im Einklang mit IFRS 9 trennen wir nur solche Derivate, die in finanzielle Verbindlichkeiten eingebettet sind. Finanzielle Vermögenswerte werden im Ganzen beurteilt, womit keine getrennte Bilanzierung zwischen Trägerinstrument und eingebettetem Derivat stattfindet. Stattdessen werden finanzielle Vermögenswerte basierend auf dem Business Model und ihren Vertragsbedingungen klassifiziert. Eine bilanzielle Trennungspflicht bei finanziellen Verbindlichkeiten ist nur dann gegeben, wenn die drei folgenden Bedingungen erfüllt sind:
- die Charakteristika und Risiken des eingebetteten Derivats sind nicht eng mit denen des originären Trägerinstruments verbunden,
- ein eigenständiges Derivat mit den gleichen Bedingungen wie das eingebettete Derivat erfüllt die Definition eines Derivats nach IFRS 9 und
- die originäre finanzielle Verbindlichkeit wird nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertet.
In diesem Fall ist das zu trennende eingebettete Derivat als Teil der Kategorie Held for Trading anzusehen und zum Fair Value zu bilanzieren. Bewertungsänderungen sind im Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zu erfassen. Die Bilanzierung und Bewertung des Basisvertrages folgen hingegen den Vorschriften der zugewiesenen Kategorie des Finanzinstruments. Wenn die vorstehend genannten drei Bedingungen nicht kumulativ erfüllt sind, wird das eingebettete Derivat nicht getrennt bilanziert und das gesamte Finanzinstrument (strukturiertes Produkt) insgesamt nach den allgemeinen Vorschriften der Kategorie bewertet, der die finanzielle Verbindlichkeit zugeordnet wurde.
(24) Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost
Wenn die vertraglich vereinbarten Cashflows eines finanziellen Vermögenswertes lediglich Zins- und Tilgungsleistungen darstellen (also SPPI-konform sind) und dieser dem Business Model "Halten" zugeordnet wurde, erfolgt die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Der Buchwert dieser Finanzinstrumente wird um die Risikovorsorge gekürzt (siehe Note 31).Zinserträge für diese Finanzinstrumente werden effektivzinsgerecht im Zinsüberschuss vereinnahmt.
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Darlehen und Forderungen | 267.432 | 265.006 | 0,9 |
| Zentralnotenbanken | 1.775 | 1.677 | 5,9 |
| Kreditinstitute | 15.136 | 17.257 | - 12,3 |
| Firmenkunden | 94.269 | 92.597 | 1,8 |
| Privatkunden | 129.249 | 126.781 | 1,9 |
| Finanzdienstleister | 11.576 | 11.133 | 4,0 |
| Öffentliche Haushalte | 15.427 | 15.563 | - 0,9 |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 28.760 | 34.175 | - 15,8 |
| Kreditinstitute | 2.701 | 2.665 | 1,3 |
| Firmenkunden | 3.541 | 6.572 | - 46,1 |
| Finanzdienstleister | 6.576 | 6.657 | - 1,2 |
| Öffentliche Haushalte | 15.943 | 18.282 | - 12,8 |
| Gesamt | 296.192 | 299.181 | - 1,0 |
Für ein Portfolio von emittierten Schuldscheindarlehen britischer Körperschaften mit einem Buchwert von 2,8 Mrd. Euro wurde zum 1. Januar 2019 eine Änderung des Business Models vorgenommen. Im Rahmen der Schließung des Segments Asset & Capital Recovery (Abbauportfolio) wurde dieses Portfolio innerhalb des Bereichs Treasury gebündelt und seit dem 1. Januar 2019 durch das Investment Office gesteuert (siehe dazu auch Note 58). Die Vertriebs- und Verkaufsaktivitäten für dieses Portfolio wurden eingestellt. Künftige Verkäufe für dieses Portfolio sind seit dem 1. Januar 2019 nur noch bei signifikanter Bonitätsverschlechterung zulässig. Die Steuerung des Portfolios und Vergütung des Managements erfolgt somit auch nicht mehr auf Fair Value Basis. Für dieses Portfolio besteht das Ziel darin, vertraglich vereinbarte Cashflows zu erzielen. Die vertraglich vereinbarten Cashflows stellen ausschließlich Zins- und Tilgungsleistungen im Sinne des IFRS 9 dar. Die Änderung des Business Models führte zu einer Reklassifizierung aus der Bewertungskategorie mFVPL in die Bewertungskategorie Amortised Cost. Der effektive Zinssatz, der zum Zeitpunkt der Reklassifizierung ermittelt wurde, lag bei 2,8 %. Im Geschäftsjahr 2022 betragen die Zinserträge für das reklassifizierte Portfolio 88 Mio. Euro (Vorjahr: 88 Mio. Euro). Zinsaufwendungen sind weder im aktuellen Geschäftsjahr noch im Vorjahr angefallen. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 lag der Fair Value dieses Portfolios bei 1,6 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,1 Mrd. Euro). Wäre das Portfolio in der Bewertungskategorie mFVPL geblieben, wäre die Fair Value Änderung seit Jahresbeginn und gegenläufig die Wertänderungen der zur Absicherung des Portfolios vorhandenen Derivate ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlust-Rechnung im Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten erfasst worden. Daraus hätte sich ein Ergebnis von saldiert 42 Mio. Euro (Vorjahr: 28 Mio. Euro) ergeben, das aus Credit-Spread- und zinsinduzierten Effekten resultiert hätte. Seit dem Zeitpunkt der Reklassifizierung sind die Cashflows der Grundgeschäfte dieses Portfolios im Portfolio Fair Value Hedge Accounting der Commerzbank designiert.
(25) Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost
Finanzielle Verbindlichkeiten sind im Rahmen der Folgebewertung grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten. In den Einlagen sind im Wesentlichen täglich fällige Gelder, Termineinlagen und Spareinlagen enthalten. In den sonstigen emittierten Schuldtiteln weisen wir auch nachrangige verbriefte und unverbriefte Emissionen aus, die im Falle einer Insolvenz oder Liquidation erst nach Befriedigung aller nicht nachrangigen Gläubiger zurückgezahlt werden.
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Einlagen | 352.403 | 334.625 | 5,3 |
| Zentralnotenbanken | 11.550 | 39.797 | - 71,0 |
| Kreditinstitute | 41.398 | 32.862 | 26,0 |
| Firmenkunden | 108.377 | 85.328 | 27,0 |
| Privatkunden | 159.825 | 150.004 | 6,5 |
| Finanzdienstleister | 22.042 | 22.368 | - 1,5 |
| Öffentliche Haushalte | 9.211 | 4.265 | . |
| Begebene Schuldverschreibungen | 37.982 | 39.352 | - 3,5 |
| Geldmarktpapiere | 268 | 65 | . |
| Pfandbriefe | 18.853 | 17.300 | 9,0 |
| Sonstige emittierte Schuldtitel | 18.861 | 21.986 | - 14,2 |
| Gesamt | 390.385 | 373.976 | 4,4 |
Die Commerzbank nimmt seit 2020 an der dritten Reihe gezielter längerfristiger Refinanzierungsgeschäfte der EZB (TLTRO III) teil. Von den insgesamt 35,9 Mrd. Euro wurden 27 Mrd. Euro im vierten Quartal 2022 zurückgeführt. Die Verzinsung hängt von der Entwicklung des Kreditvolumens in einem Benchmark Portfolio ab, das bei Erreichen eines Schwellenwerts zu einer Zinsvergünstigung führt. Die Commerzbank hat im Jahr 2021 den Schwellenwert erreicht und Zinsvergünstigungen in Anspruch genommen. Die Vereinnahmung der Zinsen erfolgte grundsätzlich ratierlich im Zinsergebnis bei korrespondierender Kürzung der Refinanzierungsverbindlichkeit. Durch mehrfache Leitzinsanhebungen in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres entfällt die Erfassung einer Zinsvergünstigung nach IAS 20 für die Restlaufzeit. Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2022 noch Zinserträge von 190 Mio. Euro (Vorjahr 442 Mio. Euro) vereinnahmt.
(26) Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI
Die Bewertung zum Fair Value mit Erfassung der Wertschwankung im Eigenkapital mit Recycling (FVOCI mit Recycling) ist vorzunehmen, wenn das Finanzinstrument einem Portfolio mit dem Business Model "Halten & Verkaufen" zugeordnet wird und zusätzlich die vertraglich vereinbarten Cashflows lediglich Zins- und Tilgungsleistungen darstellen und damit SPPI-konform sind. Die Änderungen des Fair Values werden erfolgsneutral in der Neubewertungsrücklage erfasst, mit Ausnahme von Impairments, die in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst werden. Die Bildung der Risikovorsorge wird in Note 31 "Kreditrisiken und Kreditverluste" dargestellt. Bei Abgang des Finanzinstruments werden die bislang erfolgsneutral erfassten kumulierten Gewinne oder Verluste von der Neubewertungsrücklage in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert (sogenanntes Recycling) und im Übrigen Ergebnis aus Finanzinstrumenten ausgewiesen. Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden effektivzinsgerecht im Zinsüberschuss vereinnahmt. Darüber hinaus beinhalten die Finanziellen Vermögenswerte -Fair Value OCI auch Eigenkapitalinstrumente, für die wir die Option der erfolgsneutralen Fair-Value-Bewertung ohne Recycling gewählt haben, sofern diese die Definition von Eigenkapital gemäß IAS 32 erfüllen, im Anwendungsbereich IFRS 9 sind und nicht zu Handelszwecken gehalten werden. Eine solche Klassifizierung wird je Finanzinstrument freiwillig und unwiderruflich festgelegt. Jegliche Gewinne oder Verluste aus diesen Eigenkapitalinstrumenten werden niemals in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung, sondern bei Abgang in die Gewinnrücklage umgebucht (ohne Recycling). Diese Eigenkapitalinstrumente unterliegen keiner Impairmentprüfung. Daraus resultierende Dividendenzahlungen werden als Dividendenerträge in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst, sofern sie keine Substanzausschüttungen darstellen.
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Darlehen und Forderungen (mit Recycling) | 273 | 392 | - 30,3 |
| Kreditinstitute | 94 | 116 | - 19,0 |
| Firmenkunden | 59 | 72 | - 17,9 |
| Finanzdienstleister | 42 | 45 | - 7,3 |
| Öffentliche Haushalte | 79 | 160 | - 50,6 |
| Verbriefte Schuldinstrumente (mit Recycling) | 34.614 | 39.723 | - 12,9 |
| Kreditinstitute | 13.647 | 14.789 | - 7,7 |
| Firmenkunden | 2.238 | 2.752 | - 18,7 |
| Finanzdienstleister | 6.061 | 6.729 | - 9,9 |
| Öffentliche Haushalte | 12.668 | 15.454 | - 18,0 |
| Eigenkapitalinstrumente (ohne Recycling) | - | - | . |
| Firmenkunden | - | - | . |
| Finanzdienstleister | - | - | . |
| Gesamt | 34.887 | 40.115 | - 13,0 |
Im Commerzbank-Konzern wurden weder im aktuellen Geschäftsjahr noch im Vorjahr Realisierungsergebnisse durch Verkäufe erfolgsneutral in den Gewinnrücklagen erfasst.
(27) Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option
Entsprechend den Regelungen des IFRS 9 können auf der Passivseite neben dem Vorliegen eines Accounting Mismatchs auch die Steuerung finanzieller Verbindlichkeiten auf Fair-Value-Basis sowie das Vorliegen trennungspflichtiger eingebetteter Derivate Voraussetzung für die Anwendung der Fair Value Option sein. Wird die Fair Value Option für finanzielle Verbindlichkeiten oder für hybride Verträge angewendet, werden die Fair-Value-Änderungen, die sich aus den Schwankungen des eigenen Bonitätsrisikos (Own Credit Spread) ergeben, nicht erfolgswirksam in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung, sondern erfolgsneutral (ohne Recycling) im Eigenkapital erfasst.
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Einlagen | 20.943 | 17.175 | 21,9 |
| Zentralnotenbanken | 178 | 1.236 | - 85,6 |
| Kreditinstitute | 7.569 | 5.624 | 34,6 |
| Firmenkunden | 147 | 193 | - 23,7 |
| Privatkunden | 36 | 62 | -42,8 |
| Finanzdienstleister | 12.914 | 9.939 | 29,9 |
| Öffentliche Haushalte | 100 | 121 | - 17,9 |
| Begebene Schuldverschreibungen | 4.075 | 2.560 | 59,2 |
| Sonstige emittierte Schuldtitel | 4.075 | 2.560 | 59,2 |
| Gesamt | 25.018 | 19.735 | 26,8 |
In den begebenen Schuldverschreibungen sind die Emissionen von Green Bonds der Commerzbank enthalten. Die Commerzbank hat im Juni 2022 erfolgreich einen weiteren Green Bond mit einem Emissionsvolumen von 500 Mio. Euro begeben. Es ist bereits der dritte eigene Green Bond der Bank nach der ersten Emission im Oktober 2018 und der zweiten Emission im September 2020. Die kündbare, nicht bevorrechtigte, nicht nachrangige Schuldverschreibung (Callable Non-Preferred Senior Bond) hat einen Festzinszeitraum bis September 2026 mit einem festen Kupon von 3,00 % pro Jahr. Für Verbindlichkeiten, für die die Fair Value Option angewendet wurde, betrug die im Geschäftsjahr 2022 eingetretene kreditrisikobedingte Änderung der Fair Values - 181 Mio. Euro (Vorjahr: 41 Mio. Euro). Kumuliert belief sich die Veränderung auf - 60 Mio. Euro (Vorjahr: 119 Mio. Euro). Der Rückzahlungsbetrag für die zum Fair Value bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten betrug 5.371 Mio. Euro (Vorjahr: 3.589 Mio. Euro). Durch Abgänge finanzieller Verbindlichkeiten, für die die Fair Value Option angewendet wurde, wurde ein Betrag von - 147 Mio. Euro (Vorjahr: 30 Mio. Euro) erfolgsneutral in der Gewinnrücklage erfasst. Die kreditrisikobedingten Änderungen der Fair Values der Verbindlichkeiten wurden im Wesentlichen als Änderungen der Fair Values abzüglich der aus Marktkonditionen resultierenden Wertänderungen ermittelt.Aus der Anwendung der Fair Value Option zur Vermeidung von Ansatz- und Bewertungsinkongruenzen sowie für Finanzinstrumente mit eingebetteten Derivaten ergaben sich in den Finanziellen Verbindlichkeiten - Fair Value Option folgende Wertansätze:
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Einlagen | 848 | 1.073 | - 21,0 |
| Begebene Schuldverschreibungen | 4.075 | 2.560 | 59,2 |
| Gesamt | 4.923 | 3.632 | 35,5 |
Darüber hinaus wurde die Fair Value Option für Finanzinstrumente genutzt, deren Steuerung im Einklang mit unserem Risiko- und Liquiditätsmanagement steht und deren Performancemessung auf Fair Value Basis erfolgt. Das betraf im Wesentlichen echte Pensionsgeschäfte, Geldmarktgeschäfte sowie erhaltene und gezahlte Sicherheitsleistungen. Folgende Bilanzposten sind betroffen:
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Einlagen | 20.095 | 16.103 | 24,8 |
| Begebene Schuldverschreibungen | - | - | . |
| Gesamt | 20.095 | 16.103 | 24,8 |
(28) Finanzielle Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&L
In diesem Posten weisen wir Finanzinstrumente aus, die als Schuldinstrumente dem residualen Business Model als Abgrenzung zu den unten aufgeführten Eigenkapitalinstrumenten zugeordnet sind und nicht im Posten Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading ausgewiesen werden. Außerdem sind hier Geschäfte enthalten, die den Business Models "Halten" und "Halten S Verkaufen" zugeordnet und nicht SPPI-konform sind. Beispiele dafür sind Fondsanteile, Genussrechte, stille Einlagen sowie Vermögenswerte, die auf Fair-Value-Basis gesteuert werden. Unter Eigenkapitalinstrumenten sind ausschließlich Verträge zu verstehen, die einen Residualanspruch an den Vermögenswerten eines Unternehmens nach Abzug aller dazugehörigen Schulden begründen, wie zum Beispiel Aktien oder Anteile an anderen Kapitalgesellschaften. Eigenkapitalinstrumente sind nicht SPPI-konform, da aus Sicht des Investors kein Anspruch auf Zins- und Tilgungszahlungen besteht, und werden daher in der Regel erfolgswirksam zum Fair Value bewertet. Eine Ausnahme davon besteht für Eigenkapitalinstrumente, für die wir die Option der erfolgsneutralen Fair-Value-Bewertung ohne Recycling gewählt haben (siehe Note 26).
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Darlehen und Forderungen | 26.570 | 23.812 | 11,6 |
| Zentralnotenbanken | 9.639 | 9.023 | 6,8 |
| Kreditinstitute | 7.104 | 5.009 | 41,8 |
| Firmenkunden | 851 | 866 | - 1,8 |
| Privatkunden | 60 | 86 | - 30,3 |
| Finanzdienstleister | 8.917 | 8.829 | 1,0 |
| Öffentliche Haushalte | 0 | 0 | - 38,3 |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 2.471 | 3.658 | - 32,5 |
| Kreditinstitute | 136 | 290 | - 53,1 |
| Firmenkunden | 266 | 95 | . |
| Finanzdienstleister | 984 | 1.160 | - 15,2 |
| Öffentliche Haushalte | 1.085 | 2.114 | - 48,7 |
| Eigenkapitalinstrumente | 871 | 962 | - 9,4 |
| Kreditinstitute | 9 | 9 | - 0,1 |
| Firmenkunden | 772 | 791 | - 2,4 |
| Finanzdienstleister | 90 | 161 | - 44,2 |
| Gesamt | 29.912 | 28.432 | 5,2 |
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten - Held for Trading
(29) Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading
In den finanziellen Vermögenswerten - Held for Trading weisen wir zins- und eigenkapitalbezogene Wertpapiere, Schuldscheindarlehen und sonstige Forderungen sowie sonstige Handelsbestände aus, die dem residualen Business Model zugeordnet sind und zu Handelszwecken gehalten werden. Diese Finanzinstrumente dienen der Gewinnerzielung aus kurzfristigen Schwankungen der Preise oder Händlermargen. Darüber hinaus weisen wir hier derivative Finanzinstrumente aus, die sich nicht für Hedge Accounting qualifizieren. Die Bewertung dieser finanziellen Vermögenswerte wird unabhängig von der Produktart erfolgswirksam zum Fair Value vorgenommen. Die Fair-Value-Änderungen des jeweiligen Geschäfts werden damit erfolgswirksam in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen. Kann der Fair Value keinem aktiven Markt entnommen werden, bewerten wir die Bestände grundsätzlich anhand von Vergleichspreisen, indikativen Preisen von Preisagenturen beziehungsweise anderen Kreditinstituten (Lead-Managern) oder internen Bewertungsverfahren (Barwert- oder Optionspreismodelle). Zinserträge und Zinsaufwendungen sowie die Bewertungs- und Veräußerungsergebnisse aus diesen Finanzinstrumenten werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung im Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten erfasst.
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021¹ | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Darlehen und Forderungen | 1.355 | 1.736 | - 21,9 |
| Kreditinstitute | 473 | 553 | - 14,5 |
| Firmenkunden | 55 | 322 | - 82,9 |
| Privatkunden | - | - | . |
| Finanzdienstleister | 639 | 816 | - 21,7 |
| Öffentliche Haushalte | 188 | 45 | . |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 2.810 | 2.176 | 29,1 |
| Kreditinstitute | 604 | 99 | . |
| Firmenkunden | 327 | 579 | - 43,5 |
| Finanzdienstleister | 509 | 744 | - 31,5 |
| Öffentliche Haushalte | 1.370 | 754 | 81,7 |
| Eigenkapitalinstrumente | 1.009 | 1.576 | - 36,0 |
| Kreditinstitute | 0 | 70 | - 100,0 |
| Firmenkunden | 1.008 | 1.420 | - 29,0 |
| Finanzdienstleister | 0 | 86 | - 99,9 |
| Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten | 26.320 | 29.126 | - 9,6 |
| Zinsbezogene derivative Geschäfte | 11.692 | 19.893 | - 41,2 |
| Währungsbezogene derivative Geschäfte | 12.472 | 6.549 | 90,4 |
| Aktienderivate | 881 | 1.218 | - 27,7 |
| Kreditderivate | 186 | 245 | - 24,2 |
| Übrige derivative Geschäfte | 1.089 | 1.221 | - 10,8 |
| Sonstige Handelsbestände | 2.080 | 3.541 | - 41,3 |
| Gesamt | 33.573 | 38.155 | - 12,0 |
¹ Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 4).
(30) Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading
In diesem Posten werden derivative Finanzinstrumente (Derivate, die nicht für Hedge Accounting qualifizieren), eigene Emissionen des Handelsbuchs sowie Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen ausgewiesen.
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021¹ | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Zertifikate und andere Emissionen | 473 | 468 | 1,0 |
| Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen | 970 | 914 | 6,2 |
| Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten | 23.316 | 25.941 | - 10,1 |
| Zinsbezogene derivative Geschäfte | 10.195 | 16.389 | - 37,8 |
| Währungsbezogene derivative Geschäfte | 11.555 | 6.580 | 75,6 |
| Aktienderivate | 206 | 425 | - 51,6 |
| Kreditderivate | 213 | 353 | - 39,6 |
| Übrige derivative Geschäfte | 1.147 | 2.193 | - 47,7 |
| Gesamt | 24.759 | 27.323 | - 9,4 |
¹ Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 4).
(31) Kreditrisiken und Kreditverluste
Grundsätze und Bewertungen
Unter IFRS 9 werden Wertminderungen für Kreditrisiken bei Kreditgeschäften und Wertpapieren, die nicht erfolgswirksam zum Fair Value zu bewerten sind, anhand eines dreistufigen Modells auf Basis erwarteter Kreditverluste erfasst. In den Anwendungsbereich dieses Wertminderungsmodells fallen im Commerzbank-Konzern folgende Finanzinstrumente:
- Finanzielle Vermögenswerte in Form von Darlehen und Forderungen sowie verbrieften Schuldinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (Amortised Cost).
- Finanzielle Vermögenswerte in Form von Darlehen und Forderungen sowie verbrieften Schuldinstrumenten, die erfolgsneutral zum Fair Value bewertet werden (FVOCI).
- Forderungen aus Leasingverhältnissen.
- Unwiderrufliche Kreditzusagen, die gemäß IFRS 9 nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden.
- Finanzgarantien im Anwendungsbereich des IFRS 9, die nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden.
- Bürgschaften und Avale sowie Akkreditive, welche die Definition einer "Finanzgarantie" gemäß IFRS 9, Appendix A nicht erfüllen.
Die Ermittlung der Wertminderungen erfolgt anhand eines dreistufigen Modells nach folgenden Vorgaben:
In Stage 1 werden grundsätzlich alle Finanzinstrumente erfasst, deren Risiko eines Kreditausfalls (im Folgenden Ausfallrisiko) sich seit ihrem erstmaligen Bilanzansatz nicht signifikant erhöht hat. Darüber hinaus enthält Stage 1 sämtliche Geschäfte, die am Berichtsstichtag ein geringes Ausfallrisiko aufweisen (Wahlrecht nach IFRS 9). Dies sind Finanzinstrumente mit Staaten, lokalen oder regionalen Gebietskörperschaften der OECD, deren internes Bonitätsrating am Berichtsstichtag im Bereich des Investment Grade (entspricht Commerzbank-Rating 2,8 oder besser) liegt. Für Finanzinstrumente in Stage 1 ist eine Wertminderung in Höhe der erwarteten Kreditverluste aus möglichen Ausfallereignissen über die Laufzeit des Geschäftes, längstens für zwölf Monate ("12-month ECL") zu erfassen. Stage 2 enthält diejenigen Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko sich nach dem Zeitpunkt ihres erstmaligen Bilanzansatzes signifikant erhöht hat und die zum Berichtsstichtag nicht als Geschäfte mit geringem Ausfallrisiko eingestuft werden. Neben der kundenspezifischen Probability of Default (PD)-Entwicklung definiert die Commerzbank weitere qualitative Kriterien, bei deren Vorliegen eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos angenommen wird. Die Zuordnung zu Stage 2 erfolgt dann unabhängig von der individuellen PD-Entwicklung. Die Erfassung von Wertminderungen erfolgt in Stage 2 mit den erwarteten Kreditverlusten über die gesamte Restlaufzeit des Finanzinstruments ("Lifetime Expected Credit Loss" beziehungsweise "LECL"). Für unbefristet zugesagte Finanzinstrumente (b.a.w.-Geschäfte) erfolgt ein Top-down-Approach, mit dem auf Basis von realisierten historischen Verlusten der LECL als Prozentsatz des aktuellen Loss at Default (LaD) ermittelt wird. Stage 3 werden Finanzinstrumente zugeordnet, die am Berichtsstichtag als wertgemindert eingestuft werden. Als Kriterium hierfür zieht die Commerzbank ihre Definition für einen Kreditausfall (Default) gemäß des Artikels 178 CRR sowie der ergänzenden EBA-Leitlinie zur Anwendung der Ausfalldefinition gemäß Artikel 178 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 heran. Diese Vorgehensweise ist konsistent, da im Rahmen der ECL-Ermittlung ebenfalls aus dem Baseler IRB-Ansatz abgeleitete, statistische Risikoparameter verwendet werden, die an die Anforderungen des IFRS 9 angepasst werden. Für den Default eines Kunden können unter anderem folgende Ereignisse ausschlaggebend sein:
- Überziehung größer 90 Tage.
- Unwahrscheinlichkeit des Begleichens der Verbindlichkeiten (Unlikely-to-pay)
- Sanierung / krisenbedingte Restrukturierung mit Zugeständnissen.
- Die Bank kündigt die Forderungen.
- Der Kunde ist in Insolvenz.# Für ausgefallene Finanzinstrumente in Stage 3 ist ebenfalls der LECL als Wertminderung zu erfassen.
Bei der Ermittlung des LECL wird hier grundsätzlich nach signifikanten und nicht signifikanten Fällen unterschieden. Für nicht signifikante Geschäfte (Volumen bis 5 Mio. Euro) erfolgt die Ermittlung auf Basis statistischer Risikoparameter. Für signifikante Geschäfte (Volumen größer 5 Mio. Euro) wird der LECL als Erwartungswert der Verluste aus individuellen Expertenschätzungen der zukünftigen Cashflows unter Berücksichtigung mehrerer möglicher Szenarien und deren Eintrittswahrscheinlichkeiten ermittelt. Die Szenarien und Wahrscheinlichkeiten basieren auf Einschätzungen von Sanierungs- und Abwicklungsspezialisten. Für jedes Szenario - unabhängig davon, ob es sich um ein Fortführungs- oder Verwertungsszenario handelt - werden Zeitpunkte und Höhe der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme geschätzt. Hierbei werden zukunftsgerichtet sowohl die kundenspezifische als auch die makroökonomische Situation (zum Beispiel Devisenbeschränkungen, Devisenwertschwankungen, Rohstoffpreisentwicklungen) und das Branchenumfeld berücksichtigt. Basis der Schätzung sind auch externe Informationen. Als Quellen sind hier unter anderem Indizes (zum Beispiel World Corruption Index), Prognosen (zum Beispiel des IWF), Informationen globaler Vereinigungen von Finanzdienstleistern (zum Beispiel Institute of International Finance) und Veröffentlichungen von Ratingagenturen und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zu nennen.
Liegt kein Ausfallkriterium mehr vor, gesundet das Finanzinstrument und wird nach Einhaltung der maßgeblichen Wohlverhaltensphase nicht mehr Stage 3 zugeordnet. Nach Gesundung erfolgt auf Basis aktualisierter Ratinginformationen erneut die Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Bilanzansatz signifikant erhöht hat und darauf basierend die entsprechende Zuordnung zu Stage 1 oder Stage 2.
Finanzinstrumente, die bereits im Zeitpunkt ihres erstmaligen Bilanzansatzes als wertgemindert im Sinne der oben beschriebenen Definition einzustufen sind ("Purchased or Originated Credit-Impaired" beziehungsweise "POCI") werden außerhalb des dreistufigen Wertminderungsmodells behandelt und somit keiner der drei Stages zugeordnet. Der Erstansatz erfolgt zum Fair Value ohne Erfassung einer Wertminderung, jedoch unter Anwendung eines bonitätsadjustierten Effektivzinssatzes. In den Folgeperioden entspricht die erfolgswirksam erfasste Wertminderung der kumulierten Veränderung des LECL nach dem Bilanzzugang. Auch im Falle einer Gesundung bleibt der LECL Maßstab für die Bewertung.
Forderungen werden bilanzwirksam abgeschrieben, sobald nach angemessener Einschätzung nicht davon auszugehen ist, dass ein finanzieller Vermögenswert ganz oder teilweise realisierbar ist und diese somit uneinbringlich sind. Die Uneinbringlichkeit kann sich zum einen im Abwicklungsprozess aufgrund verschiedener objektiver Kriterien herausstellen. Diese können beispielsweise der Tod des Kreditnehmers ohne verwertbares Nachlassvermögen oder ein abgeschlossenes Insolvenzverfahren ohne weitere Aussicht auf Zahlungen sein. Zum anderen werden Kredite spätestens 720 Tage nach Fälligstellung grundsätzlich als (teilweise) uneinbringlich betrachtet und im Rahmen bestehender Risikovorsorge auf den noch erwarteten erzielbaren Rückzahlungsbetrag (teil-)abgeschrieben. Die (Teil-)Abschreibung hat dabei keine unmittelbaren Auswirkungen auf laufende Beitreibungsmaßnahmen.
Beurteilung einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos
In den Ratingsystemen der Commerzbank werden sämtliche verfügbaren quantitativen und qualitativen Informationen mit Relevanz für die Prognose des Ausfallrisikos zur kundenspezifischen Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) verdichtet. Dieser Größe liegt insbesondere eine statistisch fundierte Auswahl und Gewichtung aller verfügbaren Indikatoren zugrunde. Weiterhin fließen in die gemäß den IFRS 9-Anforderungen adjustierten PD neben historischen Informationen und dem aktuellen wirtschaftlichen Umfeld insbesondere auch zukunftsbezogene Informationen wie zum Beispiel die Prognose der Entwicklung der makroökonomischen Rahmenbedingungen ein.
Die Commerzbank verwendet grundsätzlich die Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) als Messgröße für die Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko eines Finanzinstruments gegenüber dem Zugangszeitpunkt signifikant erhöht hat. Durch die Verankerung der Überprüfung des relativen Transferkriteriums in den robusten Verfahren und Prozessen des konzernweiten Kreditrisikomanagement-Frameworks der Bank (insbesondere Kreditrisikofrüherkennung, Überziehungscontrolling und Re-Rating-Prozess) wird sichergestellt, dass eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos zuverlässig und zeitnah nach objektiven Kriterien erkannt wird.
Darüber hinaus wendet die Commerzbank für die Zuordnung zu Stage 2 (im Wesentlichen) zusätzliche qualitative Kriterien an. Diese sind:
- Überziehungen > 20 Tage
- Kunden in der Betreuung von Intensive Care, deren Commerzbank Kredit-Rating am Berichtsstichtag bei 4,6 oder schlechter liegt.
- Kunden in der Betreuung von Intensive Care, deren Commerzbank Kredit-Rating am Berichtsstichtag bei 4,0 oder schlechter und deren Bonitäts-Rating bei 5,0 oder schlechter liegt.
- Kunden, denen eine Forbearance-Maßnahme nach Artikel 47b CRR zugestanden wird, welche aber nicht zum Ausfall (Stage 3) führt.
- Bürgschaften und Avale sowie Akkreditive, welche die Definition einer "Finanzgarantie" gemäß IFRS 9, Appendix A nicht erfüllen.
Für weiterführende Informationen zu Verfahren und Prozessen sowie der Governance im Kreditrisikomanagement der Commerzbank verweisen wir auf die Ausführungen im Konzernlagebericht (Seite 106 ff.).
Die Überprüfung, ob am Berichtsstichtag eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos gegenüber dem Zugangszeitpunkt des betreffenden Finanzinstruments vorliegt, erfolgt zum Berichtsstichtag grundsätzlich durch einen Vergleich der beobachteten Ausfallwahrscheinlichkeit über die Restlaufzeit des Finanzinstruments ("Lifetime-PD") mit der im Zugangszeitpunkt erwarteten Lifetime-PD über denselben Zeitraum. Im Einklang mit den IFRS-Anforderungen erfolgt in bestimmten Teilportfolios der Vergleich zwischen ursprünglicher und aktueller PD auf Basis der Ausfallwahrscheinlichkeit über einen Zeitraum von zwölf Monaten nach dem Berichtsstichtag ("12-month PD"). In diesen Fällen erbringt die Bank mithilfe von Äquivalenzanalysen den Nachweis, dass keine materiellen Abweichungen gegenüber einer Beurteilung anhand der Lifetime-PD auftreten.
Zur Bestimmung, ob eine PD-Erhöhung gegenüber dem Zugangszeitpunkt als "signifikant" einzustufen ist, werden mit einem statistischen Verfahren differenziert nach Ratingmodellen zunächst ein Quantil und danach Schwellwerte in Form von Ratingstufen festgelegt, die einen kritischen Abweichungsgrad von der Erwartung über die mittlere PD-Entwicklung repräsentieren. Übersteigt die aktuelle PD diesen Schwellwert, liegt eine kritische Abweichung vor und führt zu einer Zuordnung in Stage 2. Um eine ökonomisch fundierte Stagezuordnung sicherzustellen, werden dabei transaktionsspezifische Einflussgrößen wie die Höhe der PD im Zugangszeitpunkt, die (bisherige) Laufzeit sowie die Restlaufzeit des Geschäfts berücksichtigt.
Auf die Überprüfung, ob am Berichtsstichtag eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos gegenüber dem Zugangszeitpunkt des betreffenden Finanzinstruments vorliegt, verzichtet die Commerzbank grundsätzlich für diejenigen Geschäfte, bei denen am Berichtsstichtag ein geringes Ausfallrisiko vorliegt (Wahlrecht des IFRS 9). Dies sind Finanzinstrumente mit Staaten, lokalen- oder regionalen Gebietskörperschaften der OECD, deren internes Bonitätsrating am Berichtsstichtag im Bereich des Investment Grade (entspricht Commerzbank-Rating 2,8 oder besser) liegt.
Ein Rücktransfer von Finanzinstrumenten aus Stage 2 nach Stage 1 wird vorgenommen, wenn am Berichtsstichtag das Ausfallrisiko gegenüber dem Zugangszeitpunkt nicht mehr signifikant erhöht ist.
Ermittlung Expected Credit Loss (ECL)
Die Commerzbank ermittelt den ECL als wahrscheinlichkeitsgewichteten, unverzerrten und diskontierten Erwartungswert zukünftiger Kreditausfälle grundsätzlich über die gesamte Restlaufzeit des jeweiligen Finanzinstruments. Als "12-month ECL" für die Erfassung von Wertminderungen in Stage 1 wird dabei derjenige Teil des LECL definiert, welcher aus Ausfallereignissen resultiert, die innerhalb von zwölf Monaten nach dem Berichtsstichtag erwartet werden.
Die Ermittlung des ECL erfolgt für Stage 1 und Stage 2 sowie für die nicht signifikanten Finanzinstrumente in Stage 3 einzelgeschäftsbasiert unter Verwendung statistischer Risikoparameter, die aus dem Baseler IRB-Ansatz abgeleitet und an die Anforderungen des IFRS 9 angepasst wurden. Wesentliche Hauptparameter sind dabei:
- die kundenspezifische Ausfallwahrscheinlichkeit (PD);
- die Verlustquote bei Ausfall (Loss Given Default, LGD);
- die Forderungshöhe zum Zeitpunkt des Ausfalls (Exposure at Default, EaD).
Alle verwendeten Risikoparameter aus den internen Modellen der Bank werden zur Erfüllung der spezifischen IFRS 9-Anforderungen entsprechend angepasst und der Prognosehorizont wird zur Abdeckung der Gesamtlaufzeit der Finanzinstrumente entsprechend erweitert. So werden beispielsweise bei der Prognose des Exposureverlaufs über die Gesamtlaufzeit der Finanzinstrumente insbesondere auch vertragliche und gesetzliche Kündigungsrechte berücksichtigt.# Bei Kreditprodukten, die aus einem in Anspruch genommenen Kreditbetrag und aus einer offenen Kreditlinie bestehen und bei denen bei üblicher Geschäftspraxis das Kreditrisiko nicht auf die vertragliche Kündigungsfrist beschränkt wird, (in der Commerzbank betrifft dies insbesondere revolvierende Produkte ohne vertraglich vereinbarte Tilgungsstruktur, wie zum Beispiel Kontokorrentkredite und Kreditkartenfazilitäten) ist der LECL über eine verhaltensbezogene Laufzeit zu ermitteln, welche typischerweise die maximale Vertragslaufzeit übersteigt.
Um eine empirisch fundierte Abbildung des LECL im Einklang mit den IFRS 9-Anforderungen sicherzustellen, nimmt die Commerzbank bei diesen Produkten eine direkte Ermittlung des LECL auf Basis von realisierten historischen Verlusten vor. Grundsätzlich werden bei der IFRS 9-spezifischen Schätzung der Risikoparameter neben historischen Ausfallinformationen insbesondere auch das aktuelle wirtschaftliche Umfeld (point-in-time Ausrichtung) sowie zukunftsbezogene Informationen berücksichtigt. Insbesondere werden dabei makroökonomische Prognosen der Bank regelmäßig im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Höhe des ECL geprüft und in die ECL-Ermittlung einbezogen. Hierfür wird eine aus dem makroökonomischen Szenario abgeleitete Expertenschätzung zugrunde gelegt, welche Einflussgrößen, wie zum Beispiel BIP-Wachstum und Arbeitslosenquote berücksichtigt. Das Baseline-Szenario gibt dabei Bandbreiten vor. Das Baseline-Szenario wurde hinsichtlich der wesentlichen Szenarien mit dem Baseline-Szenario der mBank auf Konsistenz geprüft. Das Baseline-Szenario spiegelt die konjunkturellen Unsicherheiten und die Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine wider.
Das Baseline-Szenario beinhaltet folgende wesentliche Annahmen:
* Die Weltwirtschaft leidet weiterhin unter Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und der globalen Verschärfung der Geldpolitik.
* Probleme bei der Versorgung mit Rohstoffen und Zwischenprodukten behindern weiterhin die industrielle Produktion und führen zu steigenden Beschaffungspreisen (z. B. für Papier, Holz, Metalle, Öl).
* Die starken Zinserhöhungen der US-Notenbank führen Anfang 2023 zu einem Rückgang des Wachstums.
* In Europa wirken sich die kriegsbedingten hohen Energiekosten erheblich negativ auf das BIP-Wachstum aus und treiben die Inflation weiter in die Höhe. Eine Gasrationierung ist jedoch nicht erforderlich.
Das Baseline-Szenario berücksichtigt folgende Annahmen zum Wachstum und zur Arbeitslosenquote:
| Baseline Szenario | 2022 | 2023 | |
|---|---|---|---|
| BIP-Wachstum | Deutschland | 1,5% bis 2,0% | -1% bis -0,5% |
| Eurozone | 3,0% bis 3,5% | -0,5% bis 0,0% | |
| Arbeitslosenquote | Deutschland | 5,6% | 5,6% bis 5,8% |
| Eurozone | 7,0% | 5,6% bis 7,0% |
Die am 15. Dezember 2022 veröffentlichten makroökonomischen Prognosen der EZB sind etwas positiver als das Baseline-Szenario der Commerzbank. Aufgrund der nachfolgend beschriebenen Unsicherheiten wird das zugrundeliegende Baseline-Szenario als angemessen erachtet. Um der aktuellen Situation und den Unsicherheiten aus der makroökonomischen Situation und aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine Rechnung zu tragen, wurde eine ausreichende Einbindung der relevanten Experten im Rahmen der existierenden Policies sichergestellt.
Potenzielle Effekte aus nicht linearen Zusammenhängen zwischen unterschiedlichen makroökonomischen Szenarien und dem LECL werden mithilfe eines separat ermittelten Anpassungsfaktors korrigiert. Dieser Faktor wurde im vierten Quartal 2022 anlassbezogen überprüft und abgesenkt. Daraus ergibt sich eine Risikovorsorgeauflösung in Höhe von 41 Mio. Euro. In die Ermittlung des Faktors sind das Baseline-Szenario sowie ein pessimistisches und ein optimistisches Szenario eingeflossen. Die Festlegung der Gewichtungen für die einzelnen Szenarien erfolgt grundsätzlich ebenfalls durch relevante Experten und ist im Rahmen einer Policy geregelt.
Das pessimistische Szenario beinhaltet die wesentliche Annahme, dass aktuell hohe deutsche Lagerbestände die Gasversorgung bis Herbst 2023 sichern, jedoch am Ende der Heizperiode die Lager fast leer sind und die Nachfüllung von 2023 nicht ausreicht, um einen Gasmangel ab November 2023 zu vermeiden. Die Gas-Notfallplan Stufe 3 (Rationierung) wird dann erwartet. In diesem pessimistischen Szenario hat die Bank in einer zusätzlichen Analyse simuliert, dass sich der geschätzte Expected Credit Loss Stage 1 und 2 um circa 0,6 Mrd. Euro erhöhen würde, wenn dieses Szenario entgegen aktueller Erwartungen schlagend werden sollte. Zum Berichtsstichtag beläuft sich der auf Grundlage des zuvor beschriebenen Baseline-Szenarios ermittelte Expected Credit Loss Stage 1 und 2 (inklusive des darin enthaltenen Sekundäreffekte-TLA (482 Mio. Euro)) auf 1,4 Mrd. Euro.
Dem optimistischen Szenario liegt die wesentliche Annahme zugrunde, dass die wirtschaftliche Erholung nicht mehr durch Unsicherheiten im Hinblick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Wiederbelebung der Gesundheitsprobleme von Corona behindert wird. In diesem optimistischen Szenario würde sich der geschätzte Expected Credit Loss Stage 1 und 2 um 0,4 Mrd. Euro reduzieren.
Nachstehende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten zugrundeliegenden makroökonomischen Parameter im optimistischen und im pessimistischen Szenario, die in der Folge expertenbasiert in Notch-Annahmen übersetzt wurden:
| 2023 | Optimistisches Szenario | Baseline-Szenario | Pessimistisches Szenario | |
|---|---|---|---|---|
| BIP-Wachstum | Deutschland | 2,5% | -1% bis -0,5% | -2,2% |
| Eurozone | 2,5% | -0,5% bis 0,0% | -2,0% | |
| Arbeitslosenquote | Deutschland | 5,3% | 5,6% bis 5,8% | 6,0% |
| Eurozone | 6,5% | 5,6% bis 7,0% | 7,5% |
IFRS9 gibt für die Ermittlung des Expected Credit Loss die Einbeziehung zukunftsgerichteter Informationen vor. Das in der Commerzbank implementierte IFRS 9-ECL-Modellergebnis berücksichtigt jedoch keine zukunftsgerichteten Szenarien oder Ereignisse, die aus unvorhersehbaren, singulären Ereignissen resultieren, wie zum Beispiel Naturkatastrophen, materielle politische Entscheidungen oder militärische Konflikte. Derartigte Risiken werden über ein Top-Level-Adjustment (TLA) bevorsorgt. Die Prüfung der Notwendigkeit solcher TLA unter Einbindung des Senior Managements und die etwaige Umsetzung sind in einer Policy geregelt.
Im Geschäftsjahr 2022 wurde eine solche Anpassung des IFRS 9-ECL-Modellergebnisses als notwendig erachtet, da die in den entsprechenden Modellen verwendeten Parameter nicht die konjunkturellen Unsicherheiten und die Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine reflektieren. Das TLA für direkte Effekte aus dem Russland-Ukraine-Krieg besteht nicht fort, da die nach Exposurereduzierung verbleibenden Risikovorsorgeerfordernisse nun am Einzelgeschäft reflektiert werden. Die Methodik zur Ermittlung des Anpassungsbedarfs des ECL-Modellergebnisses entspricht der Methodik zur Ermittlung des Corona-TLA in 2021. Die Auswirkungen der Anpassungen auf die Stufenzuordnung wurden bei der Ermittlung des TLA berücksichtigt. Die Buchung erfolgte portfoliobasiert. Sie wird in der Darstellung der Risikovorsorgeentwicklung in der Zeile "Parameterveränderungen/ Modellveränderungen" ausgewiesen. Pauschale Stufentransfers von Einzelgeschäften wurden nicht vorgenommen. Weitere Informationen zum Thema ECL und TLA enthält der Risikobericht im Konzernlagebericht (siehe Seite 106 ff.).
Zur Ermittlung der gesamten Risikovorsorge im Konzern ist es erforderlich Annahmen zu treffen, die insbesondere in einem dynamischen Umfeld hohen Schätzunsicherheiten unterliegen. Insgesamt entwickelten sich die Wertberichtigungen für Risiken aus finanziellen Vermögenswerten und die Rückstellungen für außerbilanzielle Geschäfte wie folgt:
| Mio. € | Stand 1.1.2022 | Netto-Zuführung/ Auflösung | Verbrauch | Veränderung im Konsolidierungskreis | Wechselkursänderungen/ Umbuchungen | Stand 31.12.2022 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Wertberichtigungen für Risiken aus finanziellen Vermögenswerten | 2.886 | 828 | 634 | - 3 | 14 | 3.092 |
| Finanzielle Vermögenswerte -Amortised Cost | 2.872 | 817 | 634 | - 3 | 16 | 3.068 |
| Darlehen und Forderungen | 2.829 | 811 | 634 | - 3 | 16 | 3.019 |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 44 | 6 | - | - | - | 0 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI | 13 | 12 | - | - | - | 2 |
| Darlehen und Forderungen | 1 | - | 1 | - | - | - |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 13 | 12 | - | - | - | 2 |
| Rückstellungen für Finanzgarantien | 13 | - | 3 | - | - | 0 |
| Rückstellungen für Kreditzusagen | 334 | 24 | - | - | 0 | 2 |
| Rückstellungen für sonstige Gewährleistungen | 211 | 26 | - | - | 0 | 4 |
| Gesamt | 3.443 | 876 | 634 | - 3 | 21 | 3.704 |
| Mio. € | Stand 1.1.2021 | Netto- Zuführung/ Auflösung | Verbrauch | Veränderung im Konsolidierungskreis | Wechselkursänderungen/ Umbuchungen | Stand 31.12.2021 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Wertberichtigungen für Risiken aus finanziellen Vermögenswerten | 3.111 | 515 | 738 | - | - | 2 |
| Finanzielle Vermögenswerte -Amortised Cost | 3.093 | 520 | 738 | - | - | 2 |
| Darlehen und Forderungen | 3.043 | 527 | 738 | - | - | 3 |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 50 | - | 7 | - | - | 1 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI | 19 | - | 5 | - | - | - |
| Darlehen und Forderungen | 10 | - | 9 | - | - | - |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 8 | 4 | - | - | - | 0 |
| Rückstellungen für Finanzgarantien | 11 | - | 2 | - | - | 4 |
| Rückstellungen für Kreditzusagen | 305 | 32 | - | - | - | 2 |
| Rückstellungen für sonstige Gewährleistungen | 183 | 26 | - | - | 2 | 211 |
| Gesamt | 3.611 | 570 | 738 | - | 1 | 3.443 |
In der Netto-Position aus Zuführungen und Auflösungen sind Zuschreibungen aus Eingängen für abgeschriebene Forderungen enthalten.
Die Veränderung der Wertberichtigungen nach Stages stellte sich wie folgt dar:
Wertberichtigung für Risiken aus Darlehen, Forderungen und Rückstellungen | Mio.# Wertberichtigung für Risiken aus Darlehen, Forderungen und Rückstellungen | Mio. €
| Stage | Stage 1 | Stage 2 | Stage 3 | POCI | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Wertberichtigungen zum 1.1.2022 | 272 | 739 | 1.736 | 83 | 2.829 |
| Neugeschäft | 97 | 62 | 189 | 19 | 366 |
| Bestandsveränderungen aus Stagetransfers | |||||
| aus Stage 1 | - | 85 | 507 | 55 | 478 |
| aus Stage 2 | 94 | - | 514 | 601 | 181 |
| aus Stage 3 | 2 | 13 | 19 | - | 3 |
| Abgänge | 98 | 163 | 595 | 38 | 893 |
| Parameteränderungen / Modellveränderungen | 3 | 66 | 678 | 18 | 765 |
| Verbrauch | - | - | 699 | 21 | 719 |
| Wechselkursänderungen / Umbuchungen | 8 | 25 | - | 20 | 3 |
| Wertberichtigungen zum 31.12.2022 | 293 | 735 | 1.928 | 63 | 3.019 |
| Rückstellungen für Finanzgarantien | 2 | 3 | 4 | 1 | 11 |
| Rückstellungen für Kreditzusagen | 101 | 183 | 41 | 35 | 360 |
| Rückstellungen für sonstige Gewährleistungen | 2 | 65 | 124 | 51 | 241 |
| Rückstellungen zum 31.12.2022 | 105 | 251 | 170 | 87 | 612 |
Wertberichtigung für Risiken aus verbrieften Schuldinstrumenten | Mio. €
| Stage | Stage 1 | Stage 2 | Stage 3 | POCI | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Wertberichtigungen zum 1.1.2022 | 36 | 20 | - | - | 56 |
| Neugeschäft | 4 | 1 | - | - | 5 |
| Bestandsveränderungen aus Stagetransfers | |||||
| aus Stage 1 | - | 0 | 5 | - | 0 |
| aus Stage 2 | 0 | - | 3 | 20 | - |
| aus Stage 3 | - | - | - | - | - |
| Abgänge | 4 | 14 | 16 | - | 34 |
| Parameteränderungen / Modellveränderungen | 1 | 14 | 10 | - | 25 |
| Verbrauch | - | - | - | - | - |
| Wechselkursänderungen / Umbuchungen | - | 0 | 3 | - | 5 |
| Wertberichtigungen zum 31.12.2022 | 37 | 27 | 9 | - | 72 |
Wertberichtigung für Risiken aus Darlehen, Forderungen und Rückstellungen | Mio. €
| Stage | Stage 1 | Stage 2 | Stage 3 | POCI | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Wertberichtigungen zum 1.1.2021 | 253 | 686 | 2.039 | 75 | 3.053 |
| Neugeschäft | 98 | 39 | 61 | 5 | 202 |
| Bestandsveränderungen aus Stagetransfers | - | - | - | - | - |
| aus Stage 1 | - | 79 | 352 | 96 | - |
| aus Stage 2 | 146 | - | 415 | 224 | - |
| aus Stage 3 | 5 | 13 | 23 | - | - |
| Abgänge | 77 | 121 | 446 | 37 | 681 |
| Parameteränderungen / Modellveränderungen | -78 | 177 | 605 | 72 | 776 |
| Verbrauch | - | - | 823 | 15 | 838 |
| Wechselkursänderungen / Umbuchungen | 3 | 7 | 4 | - | 17 |
| Wertberichtigungen zum 31.12.2021 | 272 | 739 | 1.736 | 83 | 2.829 |
| Rückstellungen für Finanzgarantien | 2 | 3 | 4 | 3 | 13 |
| Rückstellungen für Kreditzusagen | 104 | 158 | 37 | 36 | 334 |
| Rückstellungen für sonstige Gewährleistungen | 1 | 55 | 96 | 59 | 211 |
| Rückstellungen zum 31.12.2021 | 107 | 216 | 137 | 98 | 558 |
Wertberichtigung für Risiken aus verbrieften Schuldinstrumenten | Mio. €
| Stage | Stage 1 | Stage 2 | Stage 3 | POCI | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Wertberichtigungen zum 1.1.2021 | 38 | 21 | - | - | 58 |
| Neugeschäft | 4 | 3 | - | - | 6 |
| Bestandsveränderungen aus Stagetransfers | |||||
| aus Stage 1 | - | 1 | 5 | - | - |
| aus Stage 2 | 0 | - | 1 | - | - |
| aus Stage 3 | - | - | - | - | - |
| Abgänge | 7 | 2 | - | - | 9 |
| Parameteränderungen / Modellveränderungen | 2 | - | 5 | - | - |
| Verbrauch | - | - | - | - | - |
| Wechselkursänderungen / Umbuchungen | 1 | 0 | - | - | 1 |
| Wertberichtigungen zum 31.12.2021 | 36 | 20 | - | - | 56 |
Ein Finanzinstrument wird in dieser Darstellung als Neugeschäft definiert, sofern das für die Beurteilung der signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos maßgebliche Datum in der Berichtsperiode liegt. Diese Grundgesamtheit kann daher von sonstigen Neugeschäftserhebungen, beispielsweise zur Vertriebssteuerung, abweichend sein.
Die Bestandsveränderungen aus Stagetransfers zeigen die Zuführungen und Auflösungen, die sich in der Berichtsperiode durch eine veränderte Stagezuordnung ergeben haben. Beim Transfer wird dabei der Bestand in der bisherigen Stage vollständig aufgelöst und der Zielbestand wird in der neuen Stage vollständig zugeführt.
Als Abgänge werden Risikovorsorgeauflösungen für Geschäfte dargestellt, die in der Berichtsperiode bilanziell abgegangen sind.
In der Zeile Parameteränderungen/Modellveränderungen sind Bestandsveränderungen enthalten, die auf veränderte Risikovorsorgeparameter zurückzuführen sind. Dies umfasst sowohl die Veränderungen der Inanspruchnahme (beispielweise aus Tilgungen) als auch der haftenden Sicherheiten sowie Veränderungen der Ausfallwahrscheinlichkeit, die nicht zu einem Stagewechsel geführt haben. Des Weiteren zeigen sich hier Anpassungseffekte aus turnusmäßigen Parameterüberprüfungen und aus veränderten makroökonomischen Erwartungen und das im Berichtszeitraum gebuchte TLA.
Der Verbrauch spiegelt wider, in welcher Höhe der Risikovorsorgebestand durch erfolgsneutrale Abschreibungen reduziert wurde.
In der Zeile Wechselkursänderungen/Umbuchungen werden Währungseffekte und, sofern zutreffend, Bestandsübertragungen aus Reklassifizierungen gezeigt. Der Darstellung liegen Buchungen am Einzelgeschäft zugrunde. Auf Kundenebene kann es daher dazu kommen, dass mehrere Positionen des Spiegels angesprochen werden. Beispielsweise können sowohl Neugeschäfte als auch Abgänge enthalten sein. Eine Verrechnung erfolgt nicht.
Von dem Gesamtbestand der Rückstellungen entfallen 62 Mio. Euro auf außerbilanzielle Geschäfte, die keine Finanzgarantien im Sinne des IFRS 9 darstellen (bestimmte Avale, Akkreditive), die aber im Rahmen des Impairmentmodells mit dem Lifetime Expected Credit Loss bevorsorgt werden (siehe Note 57).
In der Berichtsperiode wurden Forderungen von 311 Mio. Euro (teil)abgeschrieben, für die weiterhin Beitreibungsaktivitäten durchgeführt werden.
Die Bruttobuchwerte der finanziellen Vermögenswerte, für die Wertberichtigungen gebildet wurden, haben sich im Berichtszeitraum wie folgt verändert:
Darlehen und Forderungen | Mio. €
| Stage | Stage 1 | Stage 2 | Stage 3 | POCI | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Stand 1.1.2022 | 250.806 | 13.854 | 3.110 | 456 | 268.227 |
| Zugang (Neugeschäft und Erhöhung der Inanspruchnahme) | 206.470 | 5.042 | 1.189 | 187 | 212.888 |
| Bestandsveränderungen aus Stagetransfers | |||||
| Transfer aus Stage 1 | - | 9.720 | 9.171 | 549 | - |
| Transfer aus Stage 2 | 5.872 | - | 7.322 | 1.450 | - |
| Transfer aus Stage 3 | 76 | 110 | - | 187 | - |
| Abgang (Tilgung und Verringerung der Inanspruchnahme) | - | 201.986 | - | 5.673 | - |
| Sonstige Änderungen | - | 355 | - | 31 | - |
| Stand 31.12.2022 | 251.164 | 15.152 | 4.053 | 356 | 270.724 |
Verbriefte Schuldinstrumente | Mio. €
| Stage | Stage 1 | Stage 2 | Stage 3 | POCI | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Stand 1.1.2022 | 73.373 | 570 | - | - | 73.942 |
| Zugang (Neugeschäft und Erhöhung der Inanspruchnahme) | 20.561 | - | 16 | - | 20.577 |
| Bestandsveränderungen aus Stagetransfers | |||||
| Transfer aus Stage 1 | - | 266 | 266 | - | - |
| Transfer aus Stage 2 | 156 | - | 201 | 44 | - |
| Transfer aus Stage 3 | - | - | - | - | - |
| Abgang (Tilgung und Verringerung der Inanspruchnahme) | - | 30.869 | - | 215 | - |
| Stand 31.12.2022 | 62.954 | 420 | 49 | - | 63.423 |
Finanzgarantien, Kreditzusagen und sonstige Gewährleistungen | Mio. €
| Stage | Stage 1 | Stage 2 | Stage 3 | POCI | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Stand 1.1.2022 | 140.853 | 41.263 | 418 | 317 | 182.850 |
| Zugang (Neugeschäft und Erhöhung der Inanspruchnahme) | 90.958 | 24.391 | 477 | 170 | 115.995 |
| Bestandsveränderungen aus Stagetransfers | |||||
| Transfer aus Stage 1 | - | 5.209 | 5.172 | 38 | - |
| Transfer aus Stage 2 | 1.065 | - | 1.319 | 254 | - |
| Transfer aus Stage 3 | 2 | 33 | - | 35 | - |
| Abgang (Tilgung und Verringerung der Inanspruchnahme) | - | 86.384 | - | 26.292 | - |
| Stand 31.12.2022 | 141.285 | 43.248 | 659 | 309 | 185.500 |
Darlehen und Forderungen | Mio. €
| Stage | Stage 1 | Stage 2 | Stage 3 | POCI | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Stand 1.1.2021 | 244.954 | 12.793 | 3.874 | 388 | 262.009 |
| Zugang (Neugeschäft und Erhöhung der Inanspruchnahme) | 135.583 | 3.183 | 516 | 242 | 139.523 |
| Bestandsveränderungen aus Stagetransfers | |||||
| Transfer aus Stage 1 | - | 9.040 | 8.676 | 364 | - |
| Transfer aus Stage 2 | 4.916 | - | 5.546 | 630 | - |
| Transfer aus Stage 3 | 175 | 30 | - | 205 | - |
| Abgang (Tilgung und Verringerung der Inanspruchnahme) | - | 125.255 | - | 5.274 | - |
| Sonstige Änderungen | - | 527 | - | 7 | - |
| Stand 31.12.2021 | 250.806 | 13.854 | 3.110 | 456 | 268.227 |
Verbriefte Schuldinstrumente | Mio. €
| Stage | Stage 1 | Stage 2 | Stage 3 | POCI | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Stand 1.1.2021 | 75.570 | 518 | - | - | 76.088 |
| Zugang (Neugeschäft und Erhöhung der Inanspruchnahme) | 21.664 | 16 | - | - | 21.680 |
| Bestandsveränderungen aus Stagetransfers | |||||
| Transfer aus Stage 1 | - | 301 | 301 | - | - |
| Transfer aus Stage 2 | 121 | - | 121 | - | - |
| Transfer aus Stage 3 | - | - | - | - | - |
| Abgang (Tilgung und Verringerung der Inanspruchnahme) | - | 23.682 | - | 144 | - |
| Stand 31.12.2021 | 73.373 | 570 | - | - | 73.942 |
Finanzgarantien, Kreditzusagen und sonstige Gewährleistungen | Mio. €
| Stage | Stage 1 | Stage 2 | Stage 3 | POCI | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Stand 1.1.2021 | 149.243 | 38.055 | 454 | 173 | 187.925 |
| Zugang (Neugeschäft und Erhöhung der Inanspruchnahme) | 78.067 | 23.340 | 185 | 257 | 101.848 |
| Bestandsveränderungen aus Stagetransfers | |||||
| Transfer aus Stage 1 | - | 4.267 | 4.193 | 74 | - |
| Transfer aus Stage 2 | 1.493 | - | 1.605 | 112 | - |
| Transfer aus Stage 3 | 22 | 4 | - | 25 | - |
| Abgang (Tilgung und Verringerung der Inanspruchnahme) | - | 83.705 | - | 22.723 | - |
| Stand 31.12.2021 | 140.853 | 41.263 | 418 | 317 | 182.850 |
Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, für die Wertberichtigungen gebildet wurden, verteilen sich wie folgt auf die Ratingklassen:
31.12.2022
Darlehen und Forderungen
| Ratingklasse | Mio. € | 12m ECL (Stage 1) | ECL Lifetime (Stage 2) | ECL Lifetime (Stage 3) | POCI | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1,0 - 1,8 | 80.829 | - | - | 5 | 80.834 | |
| 2,0 - 2,8 | 131.542 | - | - | 41 | 131.583 | |
| 3,0 - 3,8 | 30.212 | 8.376 | - | 35 | 38.624 | |
| 4,0 - 4,8 | 7.247 | 4.291 | - | 8 | 11.546 | |
| 5,0 - 5,8 | 1.333 | 2.484 | - | 9 | 3.827 | |
| 6,1 - 6,5 | - | - | 4.053 | 257 | 4.310 | |
| Gesamt | 251.164 | 15.152 | 4.053 | 356 | 270.724 |
Verbriefte Schuldinstrumente
| Ratingklasse | Mio. € | 12m ECL (Stage 1) | ECL Lifetime (Stage 2) | ECL Lifetime (Stage 3) | POCI | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1,0 - 1,8 | 30.228 | - | - | - | 30.228 | |
| 2,0 - 2,8 | 31.700 | - | - | - | 31.700 | |
| 3,0 - 3,8 | 1.006 | 413 | - | - | 1.419 | |
| 4,0 - 4,8 | 20 | 4 | - | - | 24 | |
| 5,0 - 5,8 | - | 3 | - | - | 3 | |
| 6,1 - 6,5 | - | - | 49 | - | 49 | |
| Gesamt | 62.954 | 420 | 49 | - | 63.423 |
1 Die für das TLA angenommenen erhöhten Ausfallwahrscheinlichkeiten wurden portfoliobasiert geschätzt und sind in der einzelfallbasierten Ratingverteilung nicht reflektiert.
Finanzgarantien, Kreditzusagen und sonstige Gewährleistungen
| Mio. € | 12m ECL (Stage 1) | ECL Lifetime (Stage 2) | ECL Lifetime (Stage 3) | POCI | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| 1,0 - 1,8 | 32.936 | 6.037 | - | 2 | 38.974 |
| 2,0 - 2,8 | 92.047 | 26.768 | - | 113 | 118.928 |
| 3,0 - 3,8 | 13.242 | 6.349 | - | 18 | 19.609 |
| 4,0 - 4,8 | 2.080 | 2.685 | - | 2 | 4.767 |
| 5,0 - 5,8 | 979 | 1.410 | - | 0 | 2.389 |
| 6,1 - 6,5 | - | - | 659 | 174 | 833 |
| Gesamt | 141.285 | 43.248 | 659 | 309 | 185.500 |
31.12.2021
Darlehen und Forderungen
| Ratingklasse | Mio. € | 12m ECL (Stage 1) | ECL Lifetime (Stage 2) | ECL Lifetime (Stage 3) | POCI | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1,0 - 1,8 | 84.358 | - | - | 12 | 84.371 | |
| 2,0 - 2,8 | 127.183 | - | - | 53 | 127.236 | |
| 3,0 - 3,8 | 30.706 | 8.498 | - | 23 | 39.227 | |
| 4,0 - 4,8 | 6.718 | 2.945 | - | 13 | 9.676 | |
| 5,0 - 5,8 | 1.841 | 2.411 | - | 13 | 4.265 | |
| 6,1 - 6,5 | - | - | 3.110 | 342 | 3.452 | |
| Gesamt | 250.806 | 13.854 | 3.110 | 456 | 268.227 |
Verbriefte Schuldinstrumente
| Ratingklasse | Mio. € | 2 | 12m ECL (Stage 1) | ECL Lifetime (Stage 2) | ECL Lifetime (Stage 3) | POCI | Gesamt |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| | | | | | | |## (32) Kreditrisikokonzentration
Konzentrationen von Ausfallrisiken (Kreditrisikokonzentrationen) können durch Geschäftsbeziehungen mit einzelnen Schuldnern oder Schuldnergruppen entstehen, die eine Reihe gemeinsamer Merkmale aufweisen und deren Fähigkeit zur Schuldentilgung gleichermaßen von der Veränderung bestimmter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen abhängt. Neben dem Einholen von Sicherheiten und dem Anwenden einer einheitlichen Kreditvergabepolitik ist die Bank zur Minimierung von Kreditrisiken eine Reihe von Master Netting Agreements eingegangen. Diese stellen das Recht zur Verrechnung von Ansprüchen und Verpflichtungen gegenüber einem Kunden im Falle des Ausfalls oder der Insolvenz des Kunden sicher.
Die Kreditrisiken im Bereich der Darlehen und Forderungen sowie der Kreditzusagen, Finanzgarantien und sonstigen Gewährleistungen stellten sich nach Bruttobuchwerten wie folgt dar:
Finanzgarantien, Kreditzusagen und sonstige Gewährleistungen
| Ratingklasse | Mio. € | 12m ECL (Stage 1) | ECL Lifetime (Stage 2) | ECL Lifetime (Stage 3) | POCI | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1,0 - 1,8 | 41.259 | - | - | - | 41.259 | |
| 2,0 - 2,8 | 30.759 | - | - | - | 30.759 | |
| 3,0 - 3,8 | 855 | 551 | - | - | 1.406 | |
| 4,0 - 4,8 | 499 | 14 | - | - | 514 | |
| 5,0 - 5,8 | - | 5 | - | - | 5 | |
| 6,1 - 6,5 | - | - | - | - | - | |
| Gesamt | 73.373 | 570 | - | - | 73.942 |
1 Die für das TLA angenommenen erhöhten Ausfallwahrscheinlichkeiten wurden portfoliobasiert geschätzt und sind in der einzelfallbasierten Ratingverteilung nicht reflektiert.
2 Angepasste Werte.
31.12.2021
| Ratingklasse | Mio. € | 12m ECL (Stage 1) | ECL Lifetime (Stage 2) | ECL Lifetime (Stage 3) | POCI | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1,0 - 1,8 | 33.673 | 7.243 | - | 93 | 41.008 | |
| 2,0 - 2,8 | 91.361 | 23.274 | - | 14 | 114.648 | |
| 3,0 - 3,8 | 12.698 | 5.605 | - | 5 | 18.309 | |
| 4,0 - 4,8 | 2.432 | 2.839 | - | 4 | 5.275 | |
| 5,0 - 5,8 | 688 | 2.303 | - | 0 | 2.991 | |
| 6,1 - 6,5 | - | - | 418 | 201 | 619 | |
| Gesamt | 140.853 | 41.263 | 418 | 317 | 182.850 |
1 Angepasste Werte.
Darlehen und Forderungen
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|
| Kreditinstitute und Kunden in Deutschland | 188.560 | 187.598 |
| Kreditinstitute | 4.861 | 6.604 |
| Firmenkunden | 55.899 | 56.939 |
| Verarbeitendes Gewerbe | 18.463 | 18.638 |
| Baugewerbe | 998 | 824 |
| Handel | 9.268 | 9.319 |
| Dienstleistungen und Übrige | 27.170 | 28.158 |
| Privatkunden | 115.084 | 111.940 |
| Finanzdienstleister | 2.197 | 2.273 |
| Öffentliche Haushalte | 10.520 | 9.842 |
| Kreditinstitute und Kunden außerhalb Deutschlands | 110.090 | 106.177 |
| Kreditinstitute | 29.415 | 27.050 |
| Firmenkunden | 41.384 | 38.875 |
| Privatkunden | 15.116 | 15.732 |
| Finanzdienstleister | 18.999 | 18.565 |
| Öffentliche Haushalte | 5.177 | 5.955 |
| Zwischensumme | 298.650 | 293.775 |
| abzüglich Wertberichtigungen auf Darlehen und Forderungen Amortised Cost | - 3.019 | - 2.829 |
| Gesamt | 295.631 | 290.946 |
Unwiderrufliche Kreditzusagen, Finanzgarantien und Sonstige Gewährleistungen
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|
| Kreditinstitute und Kunden in Deutschland | 58.931 | 57.305 |
| Kreditinstitute und Kunden außerhalb Deutschlands | 68.590 | 68.349 |
| Zwischensumme | 127.520 | 125.654 |
| abzüglich Wertberichtigungen | - 535 | - 493 |
| Gesamt | 126.985 | 125.161 |
Die in den vorstehenden Tabellen aufgeführten Buchwerte zur Kreditrisikokonzentration im Bereich der Darlehen und Forderungen sowie im Bereich der Kreditzusagen, Finanzgarantien und sonstigen Gewährleistungen sind nicht Gegenstand der internen Risikosteuerung, da das Management von Kreditrisiken auch Sicherheiten, Ausfallwahrscheinlichkeiten sowie andere ökonomische Faktoren berücksichtigt. Insofern sind die Beträge nicht repräsentativ für die tatsächliche Einschätzung der Kreditrisikokonzentration in der Bank.
(33) Maximales Kreditrisiko
Das maximale Kreditrisiko-Exposure - ohne Berücksichtigung von Sicherheiten oder sonstigen Kreditverbesserungen - entspricht den Buchwerten der betreffenden bilanziellen Vermögenswerte je Klasse, bei unwiderruflichen Kreditzusagen und Finanzgarantien den Nominalwerten. In nachfolgender Tabelle sind die Buchbeziehungsweise Nominalwerte der mit einem potenziellen Ausfallrisiko behafteten Finanzinstrumente zusammengefasst:
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | 1 Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost | 296.192 | 299.181 | - 1,0 |
| Darlehen und Forderungen | 267.432 | 265.006 | 0,9 |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 28.760 | 34.175 | - 15,8 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI | 34.887 | 40.115 | - 13,0 |
| Darlehen und Forderungen | 273 | 392 | -30,3 |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 34.614 | 39.723 | - 12,9 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&L | 29.041 | 27.471 | 5,7 |
| Darlehen und Forderungen | 26.570 | 23.812 | 11,6 |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 2.471 | 3.658 | - 32,5 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading | 32.565 | 36.579 | - 11,0 |
| Darlehen und Forderungen | 1.355 | 1.736 | - 21,9 |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 2.810 | 2.176 | 29,1 |
| Derivate | 26.320 | 29.126 | - 9,6 |
| Sonstige Handelsbestände | 2.080 | 3.541 | - 41,3 |
| Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten | 1.729 | 846 | . |
| Unwiderrufliche Kreditzusagen | 80.511 | 80.905 | - 0,5 |
| Finanzgarantien | 2.435 | 2.203 | 10,6 |
1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 4).
Die in vorstehender Tabelle aufgeführten Beträge zum maximalen Kreditrisikovolumen sind nicht Gegenstand der internen Risikosteuerung, da das Management von Kreditrisiken auch Sicherheiten, Ausfallwahrscheinlichkeiten sowie andere ökonomische Faktoren berücksichtigt (siehe Kapitel Adressenausfallrisiken im Konzernlagebericht). Insofern sind die Beträge nicht repräsentativ für die tatsächliche Risikoeinschätzung durch die Bank.
(34) Absicherung von Krediten
Durch den Einsatz von Kreditderivaten (zum Beispiel Credit Default Swaps, Total Return Swaps, Credit-linked Notes) kann die Risikoanrechnung eines Kreditportfolios verringert werden. Dabei kann sich die Sicherungswirkung eines Kreditderivats sowohl auf einzelne Kredite oder Wertpapiere als auch auf Kredit- oder Wertpapierportfolios beziehen. Die Sicherheitenstellung erfolgt in der Regel im Rahmen einer synthetischen Verbriefung durch Credit Default Swaps (CDS) und/oder durch Credit-linked Notes (CLN). Hiermit können drei wesentliche Ziele erreicht werden:
- Risikodiversifikation (Reduzierung von Kreditrisiken im Portfolio, insbesondere Klumpenrisiken),
- Eigenkapitalentlastung (durch Übertragung der Kreditrisiken auf Investoren wird eine Reduzierung der regulatorischen Eigenkapitalanforderungen erreicht) und
- Refinanzierung (Nutzung von Verbriefungen als alternatives Kapitalbeschaffungsinstrument zu ungedeckten Inhaberschuldverschreibungen).
Zum Ende des Geschäftsjahres 2022 hatte der Commerzbank-Konzern sechs Verbriefungstransaktionen als Sicherungsnehmer aufgelegt. Insgesamt waren Ende Dezember 2022 Kundenkredite mit einem Volumen von 14,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 12,6 Mrd. Euro) abgesichert. Die Entlastung der gewichteten Risikoaktiva betrug 4,4 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,3 Mrd. Euro).
| Name der Transaktion | Sicherungsnehmer | Jahr des Abschlusses | Laufzeit der Transaktion in Jahren | Forderungsart | Kreditvolumen Mio. € | Entlastung der gewichteten Risikoaktiva Mio. € |
|---|---|---|---|---|---|---|
| CoCo Finance II-3 | Commerzbank Aktiengesellschaft | 2020 | 10 | Firmenkunden | 7.063 | 2.466 |
| CoCo Finance III-2 | Commerzbank Aktiengesellschaft | 2019 | 10 | Firmenkunden | 671 | 0 |
| CoCo Finance III-3 | Commerzbank Aktiengesellschaft | 2019 | 10 | Firmenkunden | 1.344 | 167 |
| CoCo Finance III-4 | Commerzbank Aktiengesellschaft | 2020 | 10 | Firmenkunden | 2.374 | 686 |
| K2 | mBank S.A. | 2022 | 16 | Firmenkunden | 1.885 | 717 |
| Everest | mBank S.A. | 2022 | 18 | Firmenkunden | 750 | 387 |
| Gesamt | 14.087 | 4.423 |
(35) IFRS 13 Bewertungshierarchien und Angabepflichten
Hierarchie der Fair Values
Die Commerzbank stuft Finanzinstrumente in die dreistufige Bewertungshierarchie zum Fair Value wie folgt ein:
- Level 1: Finanzinstrumente, deren Fair Value als notierter Preis für identische Finanzinstrumente an aktiven Märkten ermittelt wird.
- Level 2: Finanzinstrumente, für die keine notierten Preise für identische Instrumente an einem aktiven Markt verfügbar sind und deren Fair Value unter Einsatz von Bewertungsmethoden ermittelt wird, die auf beobachtbare Marktparameter zurückgreifen.
- Level 3: Finanzinstrumente, die unter Anwendung von Bewertungsmethoden bewertet werden, für die bei mindestens einem Eingangswert nicht ausreichend beobachtbare Marktdaten vorhanden sind und bei denen mindestens dieser Eingangswert den Fair Value nicht nur unwesentlich beeinflusst.
Bezüglich der für Kreditinstitute relevanten Methoden der Modellbewertung (Level 2 und 3) unterscheidet IFRS 13 den marktbasierten Ansatz (Market Approach) und den einkommensbasierten Ansatz (Income Approach). Der Market Approach umfasst Bewertungsmethoden, die auf Informationen über identische oder vergleichbare Vermögenswerte und Schulden zurückgreifen. Der Income Approach spiegelt die heutigen Erwartungen über zukünftige Cashflows, Aufwendungen oder Erträge wider. Zum Income Approach zählen auch Optionspreismodelle. Diese Bewertungen unterliegen in höherem Maße den Einschätzungen des Managements. Dabei werden in größtmöglichem Umfang Marktdaten oder Daten Dritter und in geringem Maße unternehmensspezifische Eingangswerte herangezogen. Alle Fair Values unterliegen den internen Kontrollen und Verfahren des Commerzbank-Konzerns, in denen die Standards für deren unabhängige Prüfung oder Validierung festgelegt sind. Diese Kontrollen und Verfahren werden von der Independent Price Verification Group (IPV) innerhalb der Risikofunktion durchgeführt beziehungsweise koordiniert. Die Modelle, die einfließenden Daten und die daraus resultierenden Fair Values werden regelmäßig vom Senior-Management und der Risikofunktion überprüft.
Angabepflichten
Im Folgenden wird unterschieden in:
a) Zum Fair Value bilanzierte Finanzinstrumente (Fair Value OCI, Fair Value Option, Mandatorily Fair Value PSL und Held for Trading);
b) zu Amortised Cost bilanzierte Finanzinstrumente.
Die jeweiligen Angabepflichten dieser Finanzinstrumente leiten sich aus IFRS 7 und IFRS 13 ab.
a) Zum Fair Value bilanzierte Finanzinstrumente
Der Fair Value eines Vermögenswertes ist nach IFRS 13 der Betrag, zu dem dieser zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern verkauft werden könnte. Der Fair Value entspricht somit einem Veräußerungspreis.Für Verbindlichkeiten ist der Fair Value definiert als der Preis, zu dem die Schuld im Rahmen einer geordneten Transaktion an einen Dritten übertragen werden könnte. Für die Bewertung von Verbindlichkeiten ist zudem das eigene Bonitätsrisiko (Own Credit Spread) zu berücksichtigen. Sofern Sicherheiten von Dritten für unsere Verbindlichkeiten gestellt werden (zum Beispiel Garantien), sind diese bei der Bewertung grundsätzlich nicht zu berücksichtigen, da die Rückzahlungsverpflichtung seitens der Bank weiterhin bestehen bleibt. Im Rahmen der Bewertung derivativer Geschäfte wird von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Nettorisikopositionen für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu bilden. Bei der Bewertung wird neben dem Ausfallrisiko des Kontrahenten auch das eigene Ausfallrisiko berücksichtigt. Die Ermittlung von Credit Valuation Adjustments (CVA) und Debit Valuation Adjustments (DVA) erfolgt durch eine Simulation der zukünftigen Marktwerte der Derivateportfolios mit den jeweiligen Kontrahenten auf Basis beobachtbarer Marktdaten (zum Beispiel CDS-Spreads). Für die refinanzierungsbezogenen Bewertungsanpassungen (Funding Valuation Adjustments; FVA) werden die Refinanzierungsaufwendungen und -erträge von unbesicherten Derivaten und besicherten Derivaten, bei denen nur teilweise Sicherheiten vorliegen oder die Sicherheiten nicht zur Refinanzierung verwendet werden können, im Fair Value berücksichtigt. Wie für CVA/DVA werden auch FVA über die Erwartungswerte der zukünftigen positiven beziehungsweise negativen Portfoliomarktwerte unter Verwendung beobachtbarer Marktdaten (zum Beispiel CDS-Spreads) bestimmt. Die zur FVA-Berechnung verwendete Fundingkurve wird durch die Commerzbank-Fundingkurve approximiert. Die in der Bilanz zum Fair Value ausgewiesenen Finanzinstrumente werden in nachfolgenden Übersichten nach den IFRS 9-Bewertungskategorien sowie nach Klassen gegliedert dargestellt.
Finanzielle Vermögenswerte | Mrd. € 1
| 31.12.2022 | Level 1 | Level 2 | Level 3 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI | ||||
| Darlehen und Forderungen | - | 0,3 | - | 0,3 |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 16,7 | 17,6 | 0,3 | 34,6 |
| Eigenkapitalinstrumente | - | - | - | - |
| Finanzielle Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&L | ||||
| Darlehen und Forderungen | - | 24,2 | 2,4 | 26,6 |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 0,5 | 1,1 | 0,8 | 2,5 |
| Eigenkapitalinstrumente | 0,0 | - | 0,9 | 0,9 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading | ||||
| Darlehen und Forderungen | 0,6 | 0,6 | 0,1 | 1,4 |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 1,4 | 1,4 | - | 2,8 |
| Eigenkapitalinstrumente | 1,0 | 0,0 | 0,0 | 1,0 |
| Derivate | 0,0 | 25,3 | 1,0 | 26,3 |
| Sonstige | 2,1 | - | - | 2,1 |
| Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten | ||||
| Hedge Accounting | - | 1,7 | - | 1,7 |
| Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen | ||||
| Darlehen und Forderungen | - | - | - | - |
| Verbriefte Schuldinstrumente | - | - | - | - |
| Eigenkapitalinstrumente | 0,1 | - | - | 0,1 |
| Derivate | - | - | - | - |
| Gesamt | 22,5 | 72,3 | 5,4 | 100,2 |
Finanzielle Vermögenswerte | Mrd. € 1
| 31.12.2021 | Level 1 | Level 2 | Level 3 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI | ||||
| Darlehen und Forderungen | - | 0,4 | - | 0,4 |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 24,4 | 14,5 | 0,8 | 39,7 |
| Eigenkapitalinstrumente | - | - | - | - |
| Finanzielle Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&L | ||||
| Darlehen und Forderungen | - | 22,8 | 1,0 | 23,8 |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 0,5 | 2,2 | 1,0 | 3,7 |
| Eigenkapitalinstrumente | 0,0 | 0,0 | 0,9 | 1,0 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading | ||||
| Darlehen und Forderungen | 0,8 | 0,7 | 0,2 | 1,7 |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 1,3 | 0,7 | 0,2 | 2,2 |
| Eigenkapitalinstrumente | 1,6 | 0,0 | 0,0 | 1,6 |
| Derivate | 0,2 | 28,1 | 0,8 | 29,1 |
| Sonstige | 3,5 | - | - | 3,5 |
| Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten | ||||
| Hedge Accounting | - | 0,8 | - | 0,8 |
| Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen | ||||
| Darlehen und Forderungen | - | - | - | - |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 0,2 | 0,0 | - | 0,2 |
| Eigenkapitalinstrumente | - | - | 0,0 | 0,0 |
| Derivate | - | - | 0,1 | 0,1 |
| Gesamt | 32,6 | 70,2 | 5,1 | 107,8 |
| 1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 4). |
Finanzielle Verbindlichkeiten | Mrd. € 1
| 31.12.2022 | Level 1 | Level 2 | Level 3 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option | ||||
| Einlagen | - | 20,9 | - | 20,9 |
| Begebene Schuldverschreibungen | 1,6 | 2,5 | - | 4,1 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading | ||||
| Derivate | 0,0 | 23,1 | 0,1 | 23,3 |
| Zertifikate und andere Emissionen | 0,5 | - | - | 0,5 |
| Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen | 0,5 | 0,4 | - | 1,0 |
| Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten | ||||
| Hedge Accounting | - | 3,1 | - | 3,1 |
| Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen | ||||
| Einlagen | - | - | - | - |
| Begebene Schuldverschreibungen | - | - | - | - |
| Derivate | - | - | - | - |
| Zertifikate und andere Emissionen | - | - | - | - |
| Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen | - | - | - | - |
| Gesamt | 2,6 | 50,1 | 0,1 | 52,9 |
Finanzielle Verbindlichkeiten | Mrd. € 1
| 31.12.2021 | Level 1 | Level 2 | Level 3 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option | ||||
| Einlagen | - | 17,2 | - | 17,2 |
| Begebene Schuldverschreibungen | 2,6 | - | - | 2,6 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading | ||||
| Derivate | 0,1 | 25,4 | 0,5 | 25,9 |
| Zertifikate und andere Emissionen | 0,5 | - | - | 0,5 |
| Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen | 0,6 | 0,3 | 0,0 | 0,9 |
| Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten | ||||
| Hedge Accounting | - | 6,8 | - | 6,8 |
| Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen | ||||
| Einlagen | - | - | - | - |
| Begebene Schuldverschreibungen | - | - | - | - |
| Derivate | - | 0,0 | 0,1 | 0,1 |
| Zertifikate und andere Emissionen | - | - | - | - |
| Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen | - | - | - | - |
| Gesamt | 3,7 | 49,7 | 0,5 | 54,0 |
| 1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 4). |
Die Commerzbank nimmt Umgliederungen zum Ende der Berichtsperiode vor. Im Geschäftsjahr 2022 wurden 9,2 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie FVOCI, 0,1 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie mFVPL, 0,2 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie HFT und 0,1 Mrd. Euro Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen der Kategorie HFT von Level 1 nach Level 2 umgegliedert, da keine notierten Marktpreise verfügbar waren. Dagegen wurden 8,7 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie FVOCI, 0,2 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie HFT, 0,2 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie mFVPL, 0,1 Mrd. Euro Darlehen und Forderungen der Kategorie HFT und 0,1 Mrd. Euro Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen der Kategorie HFT von Level 2 nach Level 1 zurückgegliedert, da wieder notierte Marktpreise verfügbar waren. Darüber hinaus wurden keine nennenswerten Reklassifizierungen zwischen Level 1 und Level 2 vorgenommen. Im Geschäftsjahr 2021 wurden 5,6 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie FVOCI, 0,2 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie mFVPL und 0,5 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie HFT von Level 1 nach Level 2 umgegliedert, da keine notierten Marktpreise verfügbar waren. Dagegen wurden 1,9 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie FVOCI, 0,6 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie HFT, 0,4 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie mFVPL und 0,1 Mrd. Euro Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen der Kategorie HFT von Level 2 nach Level 1 zurückgegliedert, da wieder notierte Marktpreise verfügbar waren. Darüber hinaus wurden keine nennenswerten Reklassifizierungen zwischen Level 1 und Level 2 vorgenommen.
Level 3 zugeordneten Finanzinstrumente entwickelten sich wie folgt:
Finanzielle Vermögenswerte | Mio. €
| Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI | Finanzielle Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&L | Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading | Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|
| Fair Value zum 1.1.2022 | 774 | 2.948 | 1.271 | 66 | 5.059 |
| Veränderungen im Konsolidierungskreis | - | - | - | - | - |
| Erfolgswirksam erfasste Gewinne/Verluste der Periode | - | 60 | 351 | 30 | 381 |
| darunter: aus unrealisierten Gewinnen/Verlusten | - | 60 | 351 | 39 | 372 |
| In der Neubewertungsrücklage erfasste Gewinne/Verluste | - | 105 | - | - | 105 |
| Käufe | - | 1.570 | 415 | - | 1.984 |
| Verkäufe | - | - | 176 | 628 | 804 |
| Emissionen | - | - | 11 | - | 11 |
| Rückzahlungen | - | - | 13 | - | 13 |
| Umbuchungen in Level 3 | - | 40 | 365 | - | 405 |
| Umbuchungen aus Level 3 | - | 288 | 4 | 370 | 662 |
| IFRS 9 Reklassifizierungen | - | - | - | - | - |
| Umbuchungen aus/in Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen | - | - | - | - | - |
| Fair Value zum 31.12.2022 | 321 | 4.027 | 1.070 | - | 5.418 |
Finanzielle Vermögenswerte | Mio. €
| Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI | Finanzielle Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&L | Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading | Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|
| Fair Value zum 1.1.2021 | 386 | 2.746 | 1.519 | 157 | 4.808 |
| Veränderungen im Konsolidierungskreis | - | - | - | - | - |
| Erfolgswirksam erfasste Gewinne/Verluste der Periode | 37 | 216 | - | 64 | 317 |
| darunter: aus unrealisierten Gewinnen/Verlusten | 37 | 216 | - | 31 | 284 |
| In der Neubewertungsrücklage erfasste Gewinne/Verluste | - | - | - | - | - |
| Käufe | 351 | 648 | 89 | - | 1.088 |
| Verkäufe | - | 719 | 449 | - | 1.168 |
| Emissionen | - | - | - | - | - |
| Rückzahlungen | - | - | 120 | 86 | 206 |
| Umbuchungen in Level 3 | - | 92 | 305 | 11 | 408 |
| Umbuchungen aus Level 3 | - | - | 35 | 9 | 44 |
| IFRS 9 Reklassifizierungen | - | - | - | - | - |
| Umbuchungen aus/in Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen | - | - | - | - | - |
| Fair Value zum 31.12.2021 | 774 | 2.948 | 1.271 | 66 | 5.059 |
Im Geschäftsjahr 2022 wurden 0,3 Mrd. Euro Derivate in der Aktiva Kategorie HFT von Level 2 nach Level 3 umgegliedert, da keine am Markt beobachtbaren Parameter vorlagen. Des Weiteren wurden 0,3 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente in der Kategorie FVOCI, 0,3 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente in der Kategorie HFT, 0,1 Mrd. Euro Derivate in der Aktiva Kategorie HFT und 0,1 Mrd. Euro Derivate in der Aktiva Kategorie "Halten S Verkaufen" von Level 3 nach Level 2 umgegliedert, da wieder am Markt beobachtbare Parameter vorlagen. Darüber hinaus wurden keine nennenswerten Umgliederungen vorgenommen.Im Geschäftsjahr 2021 wurden 0,1 Mrd. Euro Eigenkapitalinstrumente der Kategorie mFVPL von Level 1 nach Level 3 umgegliedert, da keine am Markt beobachtbaren Parameter vorlagen. Des Weiteren wurden 0,2 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente in der Kategorie HFT und 0,1 Mrd. Euro Derivate in der Aktiva Kategorie HFT von Level 2 nach Level 3 umgegliedert, da keine am Markt beobachtbaren Parameter vorlagen. Darüber hinaus wurden keine nennenswerten Umgliederungen vorgenommen. Die dem Level 3 zugeordneten finanziellen Verbindlichkeiten entwickelten sich im Geschäftsjahr wie folgt:
| Finanzielle Verbindlichkeiten | Mio. € |
|---|---|
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading | 454 |
| Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen | 75 |
| Gesamt | 529 |
| Fair Value zum 1.1.2022 | |
| Veränderungen im Konsolidierungskreis | - |
| Erfolgswirksam erfasste Gewinne/Verluste der Periode | - |
| darunter: aus unrealisierten Gewinnen/Verlusten | - |
| Käufe | - |
| Verkäufe | - |
| Emissionen | - |
| Rückzahlungen | - |
| Umbuchungen in Level 3 | - |
| Umbuchungen aus Level 3 | - |
| Umbuchungen aus/in Verbindlichkeiten von zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen | - |
| Fair Value zum 31.12.2022 | 147 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | Mio. € |
|---|---|
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading | 454 |
| Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen | 75 |
| Gesamt | 529 |
| Fair Value zum 1.1.2021 | |
| Veränderungen im Konsolidierungskreis | - |
| Erfolgswirksam erfasste Gewinne/Verluste der Periode | - |
| darunter: aus unrealisierten Gewinnen/Verlusten | - |
| Käufe | - |
| Verkäufe | - |
| Emissionen | - |
| Rückzahlungen | - |
| Umbuchungen in Level 3 | - |
| Umbuchungen aus Level 3 | - |
| Umbuchungen aus/in Verbindlichkeiten von zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen | - |
| Fair Value zum 31.12.2021 | 454 |
Die unrealisierten Gewinne oder Verluste aus zu Handelszwecken gehaltenen Verbindlichkeiten sind Bestandteil des Ergebnisses aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Im Geschäftsjahr 2022 wurden 0,1 Mrd. Euro Derivate in der Passiva Kategorie "Halten S Verkaufen" von Level 3 nach Level 2 zurückgegliedert, da wieder am Markt beobachtbare Parameter vorlagen. Dagegen wurden 0,2 Mrd. Euro Derivate in der Passiva Kategorie HFT von Level 2 nach Level 3 umgegliedert, da keine am Markt beobachtbaren Parameter vorlagen. Darüber hinaus wurden keine nennenswerten Umgliederungen der Passivposten von oder in Level 3 vorgenommen. Im Geschäftsjahr 2021 wurden keine nennenswerten Umgliederungen der Passivposten von oder in Level 3 vorgenommen.
Sensitivitätsanalyse
Basiert der Wert von Finanzinstrumenten auf nicht beobachtbaren Eingangsparametern (Level 3), kann der genaue Wert dieser Parameter zum Bilanzstichtag aus einer Bandbreite angemessener möglicher Alternativen abgeleitet werden, die im Ermessen des Managements liegen. Beim Erstellen des Konzernabschlusses werden für diese nicht beobachtbaren Eingangsparameter Werte ausgewählt, die den herrschenden Marktgegebenheiten und dem Bewertungskontrollansatz des Konzerns entsprechen. Die vorliegenden Angaben sollen die möglichen Auswirkungen darstellen, die aus der relativen Unsicherheit in den Fair Values von Finanzinstrumenten resultieren, deren Bewertung auf nicht beobachtbaren Eingangsparametern basiert (Level 3). Zwischen den für die Ermittlung von Level-3-Fair-Values verwendeten Parametern bestehen häufig Abhängigkeiten. Beispielsweise kann eine erwartete Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Lage dazu führen, dass Aktienkurse steigen, wohingegen als weniger riskant eingeschätzte Wertpapiere wie zum Beispiel Bundesanleihen im Wert sinken. Derartige Zusammenhänge werden in Form von Korrelationsparametern berücksichtigt, sofern sie einen signifikanten Einfluss auf die betroffenen Fair Values haben. Verwendet ein Bewertungsverfahren mehrere Parameter, so kann die Wahl eines Parameters Einschränkungen hinsichtlich der Spanne möglicher Werte der anderen Parameter bewirken. Per Definition werden dieser Bewertungshierarchie eher illiquide Instrumente, Instrumente mit längerfristigen Laufzeiten oder Instrumente, bei denen unabhängig beobachtbare Marktdaten nicht in ausreichendem Maße oder nur schwer erhältlich sind, zugeordnet. Die vorliegenden Angaben dienen dazu, die wesentlichen, nicht beobachtbaren Eingangsparameter für Level 3-Finanzinstrumente zu erläutern und anschließend verschiedene Eingangswerte darzustellen, die für diese wesentlichen Eingangsparameter zugrunde gelegt wurden. Die wesentlichen, nicht beobachtbaren Eingangsparameter für Level 3 und ihre Schlüsselfaktoren lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Interner Zinsfuß (Internal Rate of Return, IRR)
Der IRR wird als der Diskontsatz definiert, der einen Barwert von null für alle zukünftigen Cashflows eines Instruments liefert. Bei Schuldtiteln hängt der IRR beispielsweise vom aktuellen Anleihekurs, dem Nennwert und der Duration ab.
Credit Spread
Der Credit Spread ist der Renditespread (Auf- oder Abschlag) zwischen Wertpapieren, die bis auf ihre jeweilige Bonität in jeder Hinsicht identisch sind. Dieser stellt die Überrendite gegenüber dem Benchmark-Referenzinstrument dar und bildet den Ausgleich für die unterschiedliche Kreditwürdigkeit des Instruments und der Benchmark. Credit Spreads werden an der Zahl der Basispunkte oberhalb (oder unterhalb) der notierten Benchmark gemessen. Je weiter (höher) der Credit Spread im Verhältnis zur Benchmark ist, desto niedriger ist die jeweilige Kreditwürdigkeit. Das Gleiche gilt umgekehrt für engere (niedrigere) Credit Spreads.
Zins-Währungs-Korrelation
Die Zins-Währungs-Korrelation ist maßgeblich für die Bewertung exotischer Zinsswaps, die den Umtausch von Finanzierungsinstrumenten in einer Währung sowie eine exotisch strukturierte Komponente beinhalten. Diese basiert im Allgemeinen auf der Entwicklung von zwei Staatsanleiherenditen in unterschiedlichen Währungen. Für bestimmte exotische Zinsprodukte sind Konsensus-Marktdaten in längeren Laufzeiten nicht beobachtbar. Beispielsweise sind Constant Maturity Treasury (CMT)-Renditen für US-Staatsanleihen mit mehr als zehn Jahren Laufzeit nicht beobachtbar.
Verwertungsquoten, Überlebens- und Ausfallwahrscheinlichkeiten
Die dominanten Faktoren für die Bewertung von Credit Default Swaps (CDS) sind zumeist Angebot und Nachfrage sowie die Arbitragebeziehung bei Asset Swaps. Für die Bewertung von exotischen Strukturen und Off-Market-Ausfallswaps, bei denen Festzinszahlungen ober- oder unterhalb des Marktzinses vereinbart werden, werden häufiger Bewertungsmodelle für CDS herangezogen. Diese Modelle berechnen die implizite Ausfallwahrscheinlichkeit des Referenzaktivums und nehmen das Ergebnis als Grundlage für die Abzinsung der Cashflows, die für den CDS zu erwarten sind. Das Modell verwendet Eingangswerte wie Credit Spreads und Verwertungsquoten. Sie werden herangezogen, um eine Zeitreihe der Überlebenswahrscheinlichkeiten des Referenzaktivums zu interpolieren (sogenanntes Bootstrapping). Ein typischer Erwartungswert der Verwertungsquote am Default-Swap-Markt für vorrangige unbesicherte Kontrakte ist 40 %. Die Erwartungswerte zu den Verwertungsquoten sind ein Faktor, der die Form der Überlebenswahrscheinlichkeitskurve bestimmt. Unterschiedliche Erwartungswerte für die Verwertungsquote haben unterschiedliche Überlebenswahrscheinlichkeiten zur Folge. Bei einem gegebenen Credit Spread ist ein hoher Erwartungswert bei der Verwertungsquote gleichbedeutend mit einer höheren Ausfallwahrscheinlichkeit (im Vergleich zu einem niedrigen Erwartungswert bei der Verwertungsquote) und die Überlebenswahrscheinlichkeit ist somit geringer. Bei Emittenten von Unternehmensanleihen besteht eine Beziehung zwischen Ausfall- und Verwertungsquoten im Zeitverlauf. Insbesondere besteht eine umgekehrte Korrelation zwischen diesen beiden Faktoren: Ein Anstieg der Ausfallquote (definiert als prozentualer Anteil der ausfallenden Schuldner) geht im Allgemeinen mit einem Rückgang der durchschnittlichen Verwertungsquote einher. In der Praxis werden Marktspreads von Marktteilnehmern genutzt, um implizite Ausfallwahrscheinlichkeiten zu ermitteln. Schätzungen der Ausfallwahrscheinlichkeiten sind zudem von den gemeinsamen Verlustverteilungen der Parteien, die an einem Kreditderivatgeschäft beteiligt sind, abhängig. Die Copula-Funktion wird herangezogen, um die Korrelationsstruktur zwischen zwei oder mehr Variablen zu messen. Sie ergibt eine gemeinsame Verteilung unter Wahrung der Parameter zweier voneinander unabhängiger Randverteilungen.
Repo-Kurve
Repo-Sätze dienen der Bewertung von Wertpapier-Pensionsgeschäften (Repos), in der Regel mit Laufzeiten von nicht mehr als einem Jahr. Bei Repos mit längeren Laufzeiten beziehungsweise illiquideren zugrundeliegenden Wertpapieren (zum Beispiel aus Emerging Markets) können die entsprechenden Repo-Sätze näherungsweise bestimmt werden. Werden diese allerdings als unzureichend für eine faire Marktbewertung erachtet, sind sie als unbeobachtbar zu klassifizieren. Eine analoge Vorgehensweise gilt für Repos auf Investmentfonds (Mutual Funds).
Preis
Für bestimmte Zins- und Kreditinstrumente wird hingegen ein preisbasierter Ansatz zur Bewertung herangezogen. Folglich ist der Preis selbst der unbeobachtbare Parameter, dessen Sensitivität als eine Abweichung des Barwertes der Positionen geschätzt wird.
Investmentfonds-Volatilität
Grundsätzlich ist der Markt für Optionen auf Investmentfonds illiquider als der Aktienoptionsmarkt. Demnach basiert die Volatilitätsbestimmung für zugrunde liegende Investmentfonds auf der Zusammensetzung der Fonds-Produkte. Es gibt eine indirekte Methode zur Bestimmung der entsprechenden Volatilitätsoberflächen.## Fair Value-Bewertungshierarchie
Ebene 3 Finanzinstrumente
Diese Methode ist Level 3 zuzuordnen, da die verwendeten Marktdaten nicht liquide genug sind, um als Level 2 klassifiziert zu werden.
- Inflations-Volatilität: Die Inflations-Volatilität stellt das Ausmaß der Schwankung von Finanzinstrumenten dar, die das Inflationsrisiko zwischen Parteien übertragen. Diese basiert auf einer historischen Zeitreihe von Zahlungsströmen, gekoppelt an die Inflationsentwicklung.
- Zins-Aktien-Korrelation: Die Korrelation ist ein Parameter, der die Bewegungen zwischen zwei Instrumenten misst. Sie wird anhand eines Korrelationskoeffizienten gemessen. Im konkreten Fall bezieht sich der Parameter auf die Korrelation zwischen Aktien und Zinsen.
- Mean Reversion: Mean Reversion stellt die langfristige Tendenz der Kurse und Renditen zu einem Mittelkurs oder Durchschnitt dar. Dieser langfristige Mittelwert kann entweder ein historisches Mittel eines Kurses oder einer Rendite sein oder ein anderer maßgeblicher Mittelwert.
- Abgabequote: Die Abgabequote bezieht sich auf den Prozentsatz der Versicherungsnehmer, die ihre Lebensversicherungspolicen vor ihrem regulären Ablauf kündigen und einen Teil der bezahlten Prämie erhalten.
- Rücklaufquote: Die Rücklaufquote bezieht sich auf den Prozentsatz der Versicherungsnehmer, die ihre Deckung durch Nichtbezahlung von Prämien auslaufen lassen. Im Allgemeinen ist die Rücklaufquote bei Policen mit höheren Prämien, längeren Laufzeiten und einer geringeren Akkumulation des Barwerts höher.
Für die Bewertung unserer Level 3-Finanzinstrumente wurden die folgenden Bandbreiten der wesentlichen nicht beobachtbaren Parameter herangezogen:
| Mio. € | 31.12.2022 | Bewertungstechniken | Aktiva | Passiva | Wesentliche nicht beobachtbare Parameter | Bandbreite |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Darlehen und Forderungen | 2.482 | |||||
| Repo-Geschäfte | Discounted-Cashflow-Modell | 2.042 | Repo-Kurve (Basispunkte) | 200 | ||
| Sonstige Forderungen | Discounted-Cashflow-Modell | 440 | Credit Spread (Basispunkte) | 80 | ||
| Verbriefte Schuldinstrumente | 1.106 | |||||
| Zinsbezogene Geschäfte | Spread basiertes Modell | 1.106 | Credit Spread (Basispunkte) | 175 | ||
| davon: ABS | Discounted-Cashflow-Modell | 644 | Preis (%) | 90% | ||
| Eigenkapitalinstrumente | 867 | |||||
| Aktienbezogene Geschäfte | Discounted-Cashflow-Modell | 867 | Preis (%) | 90% | ||
| Derivate | 963 | 147 | ||||
| Aktienbezogene Geschäfte | Discounted-Cashflow-Modell | 671 | 118 | IRR (%) | 10% | |
| Optionspreismodell | Rücklaufquote (%) | 0,9% | ||||
| Abgabequote (%) | 0,0% | |||||
| Kreditderivate (inkl. PFI und IRS) | 52 | 14 | ||||
| Discounted-Cashflow-Modell | Credit Spread (Basispunkte) | 26 | ||||
| Verwertungsquote (%) | 0% | |||||
| Zinsbezogene Geschäfte | 240 | 44 | ||||
| Optionspreismodell | Mean Reversion (%) | - | ||||
| Inflationsvolatilität | - | |||||
| Übrige Geschäfte | - | - | - | - | ||
| Summe | 5.418 | 147 |
| Mio. € | 31.12.2021 | Bewertungstechniken | Wesentliche nicht beobachtbare Parameter | Bandbreite |
|---|---|---|---|---|
| Darlehen und Forderungen | 1.232 | |||
| Repo-Geschäfte | Discounted-Cashflow-Modell | Repo-Kurve (Basispunkte) | -8 | |
| Sonstige Forderungen | Discounted-Cashflow-Modell | Credit Spread (Basispunkte) | 99 | |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 1.996 | 2 | ||
| Zinsbezogene Geschäfte | Spread basiertes Modell | Credit Spread (Basispunkte) | 100 | |
| davon: ABS | Discounted-Cashflow-Modell | Preis (%) | 90% | |
| Eigenkapitalinstrumente | 924 | |||
| Aktienbezogene Geschäfte | Discounted-Cashflow-Modell | Preis (%) | 90% | |
| Derivate | 906 | 527 | ||
| Aktienbezogene Geschäfte | Discounted-Cashflow-Modell | IRR (%) | 5% | |
| Optionspreismodell | Investmentfonds-Volatilität | 1% | ||
| Kreditderivate (inkl. PFI und IRS) | 32 | 276 | ||
| Discounted-Cashflow-Modell | Credit Spread (Basispunkte) | 8 | ||
| Verwertungsquote (%) | 0% | |||
| Zinsbezogene Geschäfte | - | - | ||
| Optionspreismodell | Zins-Währungs-Korrelation (%) | 20% | ||
| Übrige Geschäfte | - | - | ||
| Summe | 5.059 | 529 |
In der folgenden Tabelle werden für Bestände der Bewertungshierarchie Level 3 die Auswirkungen auf die Gewinn-und-Verlust-Rechnung dargestellt, die sich aus der Anwendung ebenfalls vertretbarer Parameterschätzungen jeweils an den Rändern dieser Bandbreiten ergeben. Die Aufgliederung der Sensitivitätsanalyse für Finanzinstrumente der Fair-Value-Hierarchie Level 3 erfolgt nach Arten von Finanzinstrumenten:
| Mio. € | 31.12.2021 | Positive erfolgswirksame Effekte | Negative erfolgswirksame Effekte | Geänderte Parameter |
|---|---|---|---|---|
| Darlehen und Forderungen | 14 | -14 | ||
| Repo-Geschäfte | 6 | -6 | Repo-Kurve | |
| Sonstige Forderungen | 8 | -8 | Credit Spread | |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 40 | -40 | ||
| Zinsbezogene Geschäfte | 40 | -40 | Preis | |
| davon: ABS | 19 | -19 | Preis | |
| Eigenkapitalinstrumente | 5 | -5 | ||
| Aktienbezogene Geschäfte | 5 | -5 | Preis | |
| Derivate | 18 | -18 | ||
| Aktienbezogene Geschäfte | 18 | -18 | IRR, Preis, Investmentfonds-Volatilität | |
| Kreditderivate (inkl. PFI und IRS) | 0 | -0 | Credit Spread, Verwertungsquote, Preis | |
| Zinsbezogene Geschäfte | - | - | Preis, Zins-Währungs-Korrelation | |
| Sonstige | - | - | - |
| Mio. € | 31.12.2022 | Positive erfolgswirksame Effekte | Negative erfolgswirksame Effekte | Geänderte Parameter |
|---|---|---|---|---|
| Darlehen und Forderungen | 24 | -24 | ||
| Repo-Geschäfte | 20 | -20 | Repo-Kurve | |
| Sonstige Forderungen | 4 | -4 | Credit Spread | |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 29 | -29 | ||
| Zinsbezogene Geschäfte | 29 | -29 | Preis | |
| davon: ABS | 19 | -19 | Preis | |
| Eigenkapitalinstrumente | 9 | -9 | ||
| Aktienbezogene Geschäfte | 9 | -9 | Preis | |
| Derivate | 14 | -14 | ||
| Aktienbezogene Geschäfte | 13 | -13 | IRR, Preis, Rücklaufquote, Abgabequote | |
| Kreditderivate (inkl. PFI und IRS) | 0 | -0 | Credit Spread, Verwertungsquote, Preis | |
| Zinsbezogene Geschäfte | 1 | -1 | Mean Reversion Parameter, Inflationsvolatilität | |
| Sonstige | - | - | - |
Die für diese Angaben gewählten Parameter liegen an den äußeren Enden der Bandbreiten von angemessenen möglichen Alternativen. In der Praxis ist es unwahrscheinlich, dass alle nicht beobachtbaren Parameter gleichzeitig am jeweils äußeren Ende ihrer Bandbreite von angemessenen möglichen Alternativen liegen. Aus diesem Grund dürften die angegebenen Schätzwerte die tatsächliche Unsicherheit in den Fair Values dieser Instrumente übertreffen. Die vorliegenden Angaben dienen nicht der Schätzung oder Vorhersage der künftigen Veränderungen des Fair Values. Die am Markt nicht beobachtbaren Parameter wurden hierfür entweder von unabhängigen Bewertungsexperten je nach betroffenem Produkt zwischen 1 und 10 % angepasst oder es wurde ein Standardabweichungsmaß zugrunde gelegt.
Day-One Profit or Loss
Der Commerzbank-Konzern hat Transaktionen getätigt, bei denen der Fair Value zum Transaktionszeitpunkt anhand eines Bewertungsmodells ermittelt wurde, wobei nicht alle wesentlichen Input-parameter auf beobachtbaren Marktparametern basierten. Der Bilanzansatz solcher Transaktionen erfolgt zum Fair Value. Die Differenz zwischen dem Transaktionspreis und dem Fair Value des Bewertungsmodells wird als Day-One Profit or Loss bezeichnet. Der Day-One Profit or Loss wird grundsätzlich nicht sofort, sondern über die Laufzeit der Transaktion, in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Sobald sich für die Transaktion ein Referenzkurs auf einem aktiven Markt ermitteln lässt oder die wesentlichen Inputparameter auf beobachtbaren Marktdaten basieren, wird der abgegrenzte Day-One Profit or Loss unmittelbar erfolgswirksam im Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten erfasst. Eine aggregierte Differenz zwischen Transaktionspreis und mittels Bewertungsmodell berechnetem Fair Value wird für die Level 3-Posten aller Kategorien ermittelt. Wesentliche Effekte ergeben sich aber nur aus Finanzinstrumenten der Kategorie HFT. Die Beträge entwickelten sich wie folgt:
| Mio. € | Bestand am 1.1.2021 | Erfolgsneutrale Zuführungen | Erfolgswirksame Auflösungen | Bestand am 31.12.2021 | Erfolgsneutrale Zuführungen | Erfolgswirksame Auflösungen | Bestand am 31.12.2022 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Day-One Profit or Loss | |||||||
| Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading | - | -0 | - | -8 | -0 | - | -3 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading | 14 | 0 | -6 | 8 | 0 | -5 | 3 |
| Gesamt | 14 | 0 | -6 | 8 | 0 | -5 | 0 |
b) Zu Amortised Cost bilanzierte Finanzinstrumente
Für Finanzinstrumente, die in der Bilanz nicht zum Fair Value anzusetzen sind, sind gemäß IFRS 7 zusätzlich Fair Values anzugeben, deren Bewertungsmethodik nachfolgend dargestellt wird. Der Nominalwert täglich fälliger Finanzinstrumente wird als deren Fair Value angesehen. Für Kredite stehen keine unmittelbaren Marktpreise zur Verfügung. Bei Krediten kommt daher ein sogenanntes Discounted-Cashflow (DCF)-Modell zur Anwendung. Die Diskontierung der Cashflows erfolgt mit dem risikolosen Zins unter Berücksichtigung von Aufschlägen für Risikokosten, Refinanzierungskosten, Verwaltungs- und Eigenkapitalkosten. Der risikolose Zins bestimmt sich aus fristen- und währungskongruenten Swap-Sätzen (Swapkurve). Diese sind in der Regel aus externen Daten ableitbar. Zusätzlich wird ein Aufschlag in Form einer Kalibrierungskonstante inklusive Gewinnmarge berücksichtigt. Die Gewinnmarge ist bei der Modellbewertung von Krediten so zu berücksichtigen, dass der Fair Value im Zugangszeitpunkt dem Auszahlungsbetrag entspricht. Für wesentliche Banken und Firmenkunden sind Daten zu deren Kreditrisikokosten in Form von Credit Spreads verfügbar. Für die in der IFRS-9-Kategorie Amortised Cost bilanzierten Wertpapiere wird der Fair Value, sofern ein aktiver Markt vorliegt, auf Basis verfügbarer Marktpreise ermittelt (Level 1). Andernfalls sind für die Ermittlung der Fair Values anerkannte Bewertungsmethoden heranzuziehen. Im Wesentlichen wird ein Asset-Swap-Pricing-Modell für die Bewertung genutzt. Die hierfür verwendeten Parameter umfassen Zinsstrukturkurven sowie Asset-Swap-Spreads vergleichbarer Benchmarkinstrumente. Bei Einlagen wird für die Fair-Value-Ermittlung grundsätzlich ein DCF-Modell genutzt, da üblicherweise keine Marktdaten verfügbar sind. Neben der Zinskurve werden zusätzlich das eigene Kreditrisiko (Own Credit Spread) sowie ein Zuschlag für Verwaltungsaufwendungen berücksichtigt. Für die Bewertung von Verbindlichkeiten sind keine Credit Spreads zu den jeweiligen Kontrahenten heranzuziehen.Den Fair Value für begebene Schuldverschreibungen ermitteln wir auf Basis verfügbarer Marktpreise. Sind keine Preise erhältlich, werden die Fair Values durch das Discounted-Cashflow-Modell ermittelt. Bei der Bewertung werden verschiedene Faktoren, unter anderem die aktuellen Marktzinsen und das eigene Kreditrating, berücksichtigt. Für die vorangegangenen Erläuterungen gilt jeweils, dass bei Verwendung von verfügbaren Marktpreisen eine Einordnung in Level 1 vorzunehmen ist. Ansonsten wird in Abhängigkeit von den verwendeten Eingangsparametern (beobachtbar oder nicht beobachbar) eine Einstufung in Level 2 oder Level 3 vorgenommen.
31.12.2022 | Mrd. €
| Fair Value | Buchwert | Differenz | Level 1 | Level 2 | Level 3 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Aktiva | 353,5 | 367,5 | -14,0 | 9,3 | 105,3 | 238,9 |
| Kassenbestand und Sichtguthaben | 75,2 | 75,2 | - | - | 75,2 | - |
| Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost | 278,3 | 296,2 | -17,9 | 9,3 | 30,1 | 238,9 |
| Darlehen und Forderungen | 251,8 | 267,4 | -15,7 | - | 16,9 | 234,9 |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 26,5 | 28,8 | -2,3 | 9,3 | 13,2 | 4,1 |
| Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges | - | - | 3,9 | 3,9 | - | - |
| Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen | - | - | - | - | - | - |
| Darlehen und Forderungen | - | - | - | - | - | - |
| Verbriefte Schuldinstrumente | - | - | - | - | - | - |
| Passiva | 389,9 | 385,5 | 4,4 | 24,9 | 363,0 | 2,0 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost | 389,9 | 390,4 | -0,5 | 24,9 | 363,0 | 2,0 |
| Einlagen | 352,1 | 352,4 | -0,3 | - | 351,4 | 0,7 |
| Begebene Schuldverschreibungen | 37,8 | 38,0 | -0,1 | 24,9 | 11,5 | 1,4 |
| Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges | - | - | 4,8 | 4,8 | - | - |
| Verbindlichkeiten von zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen | - | - | - | - | - | - |
| Einlagen | - | - | - | - | - | - |
| Begebene Schuldverschreibungen | - | - | - | - | - | - |
31.12.2021 | Mrd. €
| Fair Value | Buchwert | Differenz | Level 1 | Level 2 | Level 3 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Aktiva | 349,3 | 349,7 | -0,4 | 10,7 | 83,8 | 254,8 |
| Kassenbestand und Sichtguthaben | 49,5 | 49,5 | - | - | 49,5 | - |
| Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost | 299,3 | 299,2 | 0,1 | 10,7 | 33,8 | 254,8 |
| Darlehen und Forderungen | 267,2 | 265,0 | 2,2 | - | 18,2 | 249,0 |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 32,1 | 34,2 | -2,0 | 10,7 | 15,6 | 5,8 |
| Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges | - | 0,5 | -0,5 | - | - | - |
| Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen | 0,5 | 0,5 | - | - | 0,5 | - |
| Darlehen und Forderungen | 0,5 | 0,5 | - | - | 0,5 | - |
| Verbriefte Schuldinstrumente | - | - | - | - | - | - |
| Passiva | 377,4 | 374,8 | 2,6 | 31,0 | 343,3 | 3,1 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost | 376,8 | 374,0 | 2,8 | 31,0 | 342,7 | 3,1 |
| Einlagen | 335,1 | 334,6 | 0,5 | - | 333,4 | 1,7 |
| Begebene Schuldverschreibungen | 41,6 | 39,4 | 2,3 | 31,0 | 9,2 | 1,4 |
| Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges | - | 0,2 | -0,2 | - | - | - |
| Verbindlichkeiten von zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen | 0,6 | 0,6 | - | - | 0,6 | - |
| Einlagen | 0,6 | 0,6 | - | - | 0,6 | - |
| Begebene Schuldverschreibungen | - | - | - | - | - | - |
(36) Angaben zur Saldierung von Finanzinstrumenten
Nachfolgend stellen wir die Überleitung der Bruttobeträge vor Saldierung zu den Nettobeträgen nach Saldierung sowie die Beträge für bestehende Saldierungsrechte, die nicht den bilanziellen Saldierungskriterien genügen, getrennt für alle bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten dar, die:
- gemäß IAS 32.42 bereits saldiert werden (Finanzinstrumente I), und
- einer durchsetzbaren zweiseitigen Aufrechnungsvereinbarung (Master Netting Agreement) oder einer ähnlichen Vereinbarung unterliegen, jedoch nicht bilanziell verrechnet werden (Finanzinstrumente II).
Für die Aufrechnungsvereinbarungen schließen wir Rahmenverträge mit unseren Geschäftspartnern ab (wie beispielsweise 1992 ISDA Master Agreement Multicurrency Cross Border; deutscher Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte). Durch den Abschluss derartiger Aufrechnungsvereinbarungen können die positiven und negativen Marktwerte der unter einem Rahmenvertrag einbezogenen derivativen Kontrakte miteinander verrechnet werden. Im Rahmen dieses Netting-Prozesses reduziert sich das Kreditrisiko auf eine einzige Nettoforderung gegenüber dem Vertragspartner (Close-out-Netting). Saldierungen nehmen wir für Forderungen und Verbindlichkeiten aus echten Pensionsgeschäften (Reverse Repos und Repos) der Kategorien Amortised Cost, Mandatorily Fair Value PSL und Fair Value Option mit zentralen und bilateralen Kontrahenten vor, sofern sie die gleiche Laufzeit haben. OTC Derivate mit Kunden und Eigenbestände, die gecleart werden, werden ebenso saldiert ausgewiesen.
Aktiva | Mio. €
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|
| Reverse Repos, Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten | Reverse Repos, Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten | |
| Bruttobetrag der Finanzinstrumente | 52.921 | 42.673 |
| Nicht nettingfähige Buchwerte | 17.071 | 13.484 |
| a) Bruttobetrag der Finanzinstrumente I und II | 35.850 | 29.188 |
| b) Bilanziell genetteter Betrag für Finanzinstrumente I | 25.490 | 19.288 |
| c) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II = a) - b) | 10.360 | 9.900 |
| d) Master Agreements, die nicht bereits in b) berücksichtigt sind | ||
| Betrag der Finanzinstrumente II, die die Kriterien nach IAS 32.42 nicht oder nur zum Teil erfüllen | 2.117 | 1.307 |
| Fair Value der auf Finanzinstrumente I und II entfallenden finanziellen Sicherheiten, die nicht bereits in b) enthalten sind | ||
| Unbare Sicherheiten | 2.376 | 3.574 |
| Barsicherheiten | 4.541 | 4.074 |
| e) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II = c) - d) | 1.326 | 945 |
| f) Fair Value der auf Finanzinstrumente I entfallenden Sicherheiten mit zentralen Kontrahenten | 751 | 709 |
| g) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II = e) - f) | 575 | 236 |
- ¹ Davon entfallen für Positive Marktwerte 11.990 Mio. Euro (Vorjahr: 5.174 Mio. Euro) auf Ausgleichszahlungen.
- ² Kleinerer Betrag aus Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.
- ³ Ohne Rückgabeverpflichtungen oder -rechte aus der Übertragung von Sicherheiten.
- ⁴ Einschließlich nicht bilanzierter Finanzinstrumente (zum Beispiel Wertpapiersicherheiten aus Repos).
- ⁵ Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 4).
Passiva | Mio. €
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|
| Repos, Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten | Repos, Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten | |
| Bruttobetrag der Finanzinstrumente | 45.875 | 35.629 |
| Nicht nettingfähige Buchwerte | 12.601 | 9.612 |
| a) Bruttobetrag der Finanzinstrumente I und II | 33.274 | 26.016 |
| b) Bilanziell genetteter Betrag für Finanzinstrumente I | 25.490 | 19.288 |
| c) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II = a) - b) | 7.784 | 6.728 |
| d) Master Agreements, die nicht bereits in b) berücksichtigt sind | ||
| Betrag der Finanzinstrumente II, die die Kriterien nach IAS 32.42 nicht oder nur zum Teil erfüllen | 2.117 | 1.307 |
| Fair Value der auf Finanzinstrumente I und II entfallenden finanziellen Sicherheiten, die nicht bereits in b) enthalten sind | ||
| Unbare Sicherheiten | 634 | - |
| Barsicherheiten | 2.591 | 2.392 |
| e) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II = c) - d) | 2.442 | 3.029 |
| f) Fair Value der auf Finanzinstrumente I entfallenden Sicherheiten mit zentralen Kontrahenten | 1.868 | 2.802 |
| g) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II = e) - f) | 574 | 227 |
- ¹ Davon entfallen für Negative Marktwerte 12.127 Mio. Euro (Vorjahr: 5.463 Mio. Euro) auf Ausgleichszahlungen.
- ² Kleinerer Betrag aus Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.
- ³ Ohne Rückgabeverpflichtungen oder -rechte aus der Übertragung von Sicherheiten.
- ⁴ Einschließlich nicht bilanzierter Finanzinstrumente (zum Beispiel Wertpapiersicherheiten aus Repos).
- ⁵ Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 4).
(37) Fristigkeiten der Vermögenswerte und Schulden (einschließlich finanzieller Verpflichtungen)
Nachfolgend nehmen wir die Einordnung aller Vermögenswerte und Schulden (mit Ausnahme positiver und negativer Marktwerte derivativer Finanzinstrumente) in kurzfristig und langfristig vor. Als kurzfristig definieren wir die Restlaufzeit beziehungsweise den Zeitpunkt der voraussichtlichen Realisierung oder Erfüllung, wenn zwischen dem Abschlussstichtag und dem Fälligkeitstermin weniger als ein Jahr liegt. Finanzinstrumente ohne vertragliche Fälligkeiten, der Posten Kassenbestand und Sichtguthaben, Vermögenswerte und Schulden, die zur Veräußerung gehalten werden, sowie tatsächliche Ertragsteuern stufen wir grundsätzlich als kurzfristig ein. Die Bilanzposten Anteile an at-Equity-bewerteten Unternehmen, Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien und latente Ertragsteuern ordnen wir dagegen grundsätzlich als langfristig ein. Für die Aufgliederung der Sonstigen Aktiva und Sonstigen Passiva nehmen wir eine Einschätzung für die wesentlichen Posten vor. Für die Einordnung der Fälligkeiten der wesentlichen Arten von Rückstellungen verweisen wir auf unsere Ausführungen in Note 55.
Mio. €
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|
| Kurzfristig | Langfristig | |
| Kassenbestand und Sichtguthaben | 75.233 | - |
| Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost | 82.416 | 213.776 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI | 7.220 | 27.668 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&L | 25.393 | 4.519 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading | 28.992 | 4.582 |
| Anteile an at-Equity-bewerteten Unternehmen | - | 182 |
| Immaterielle Vermögenswerte | - | 1.289 |
| Sachanlagen | - | 2.426 |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | - | 57 |
| Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen | 156 | - |
| Tatsächliche Ertragsteueransprüche | 178 | - |
| Latente Ertragsteueransprüche | - | 3.123 |
| Sonstige Aktivposten | 1.587 | 87 |
| Gesamt | 218.001 | 257.708 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost | 328.564 | 61.821 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option | 20.147 | 4.871 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading | 23.613 | 1.146 |
| Rückstellungen | 2.997 | 520 |
| Latente Ertragsteuerschulden | - | 6 |
| Verbindlichkeiten von zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen | - | - |
| Sonstige Passivposten | 1.252 | 161 |
| Gesamt | 374.894 | 68.526 |
1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 4).
In der Restlaufzeitengliederung stellen wir die Restlaufzeiten für nicht derivative finanzielle Verpflichtungen dar, für die vertragliche Laufzeiten vorliegen. Die Werte sind auf Basis undiskontierter Cashflows dargestellt, daher ist eine Abstimmung mit den Bilanzwerten grundsätzlich nicht möglich. Für derivative Verpflichtungen Held for Trading erfolgt die Darstellung im kürzesten Laufzeitband. Für die Negativen Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten erfolgt die Darstellung auf Basis der Fair Values im Laufzeitband der Fälligkeiten. Als Restlaufzeit wird der Zeitraum zwischen Bilanzstichtag und der vertraglichen Fälligkeit der Finanzinstrumente angesehen. Die Steuerung der Liquiditätsrisiken stellen wir im Konzernlagebericht dar.
31.12.2022
| Restlaufzeiten Mio. € | bis drei Monate | drei Monate bis ein Jahr | ein Jahr bis fünf Jahre | mehr als fünf Jahre |
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost | 299.447 | 31.625 | 46.568 | 25.818 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option | 19.583 | 667 | 1.376 | 8.243 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading | 976 | 264 | 202 | - |
| Derivate - Held for Trading | 23.316 | - | - | - |
| Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten | 1 | 8 | 390 | 2.714 |
| Finanzgarantien | 2.435 | - | - | - |
| Unwiderrufliche Kreditzusagen | 80.511 | - | - | - |
| Leasingverbindlichkeiten | 94 | 254 | 920 | 553 |
| Gesamt | 426.364 | 32.818 | 49.457 | 37.329 |
31.12.2021
| Restlaufzeiten Mio. € | 1 bis drei Monate | drei Monate bis ein Jahr | ein Jahr bis fünf Jahre | mehr als fünf Jahre |
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost | 260.013 | 12.059 | 79.083 | 28.918 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option | 15.290 | 956 | - | 78 |
| 4.186 | - | - | - | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading | 915 | 465 | 2 | - |
| Derivate - Held for Trading | 25.941 | - | - | - |
| Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten | 2 | 18 | 471 | 6.325 |
| Finanzgarantien | 2.203 | - | - | - |
| Unwiderrufliche Kreditzusagen | 80.905 | - | - | - |
| Leasingverbindlichkeiten | 90 | 253 | 978 | 671 |
| Gesamt | 385.357 | 13.752 | 80.456 | 40.101 |
1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements (siehe Note 4) und angepasste Werte.
(38) Übertragene finanzielle Vermögenswerte sowie Sicherheitenübertragung für eigene Verbindlichkeiten
Repos sind Kombinationen aus Kassakäufen oder -verkäufen von Wertpapieren mit gleichzeitigem Verkauf oder Rückkauf auf Termin mit demselben Kontrahenten. Die bei Repo-Geschäften in Pension gegebenen Wertpapiere (Kassaverkauf) werden in der Konzernbilanz weiterhin als Wertpapierbestand jeweils entsprechend der zugrundeliegenden Kategorie bilanziert und bewertet. Eine Ausbuchung der Wertpapiere erfolgt nicht, da wir alle mit dem Eigentum am Pensionsgegenstand verbundenen Chancen und Risiken zurückbehalten. Für die übertragenen, aber nicht ausgebuchten finanziellen Vermögenswerte bestehen insofern die gleichen Risiken und Chancen wie für die nicht übertragenen finanziellen Vermögenswerte. Wertpapierleihgeschäfte schließen wir mit Kreditinstituten und Kunden ab, um der Erfüllung von Lieferverpflichtungen nachzukommen oder Wertpapierpensionsgeschäfte tätigen zu können. Diese Geschäfte bilanzieren wir analog dem Ausweis von Wertpapieren aus echten Pensionsgeschäften. Dabei verbleiben verliehene Wertpapiere weiterhin in unserem Wertpapierbestand und werden nach den Regeln des IFRS 9 kategorisiert und bewertet. Entliehene Wertpapiere werden nicht bilanziert und auch nicht bewertet. Im Rahmen von Wertpapierleihgeschäften kann das Bonitätsrisiko des Kontrahenten durch die Stellung von Sicherheiten unter anderem in Form von Liquidität vermieden werden. Die Stellung von Sicherheiten für ein Leihgeschäft wird als "Cash-Collateral Out" (gezahlte Sicherheitsleistung) und der Erhalt von Sicherheiten als "Cash-Collateral In" (erhaltene Sicherheitsleistungen) bezeichnet. Darüber hinaus werden Cash-Collaterals im Zusammenhang mit Derivaten als Sicherheiten hinterlegt oder hereingenommen.
Folgende Vermögenswerte wurden als Sicherheiten für Verbindlichkeiten gestellt:
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Eigene Vermögenswerte | 44.896 | 59.660 | - 24,7 |
| darunter: Barsicherheiten aus OTC-Geschäften | 5.938 | 9.229 | - 35,7 |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 18.476 | 28.448 | - 35,1 |
| Eigenkapitalinstrumente | 29 | 5 | . |
| Weiterverpfändete Sicherheiten | 37.630 | 35.624 | 5,6 |
| Wertpapierleihgeschäfte | 1.657 | 1.626 | 1,9 |
| Sicherheiten für Repo-Geschäften | 32.629 | 27.987 | 16,6 |
| Zertifikategeschäft | - | - | . |
| Variation margin | 2.031 | 2.520 | - 19,4 |
| Zentralbankgeschäft (ohne Repogeschäft) - effektive Inanspruchnahmen | 1.314 | 3.492 | - 62,4 |
| Gesamt | 82.527 | 95.284 | - 13,4 |
Für Eigenkapitalinstrumente von 12 Mio. Euro und für Verbriefte Schuldinstrumente von 10.875 Mio. Euro bestehen keine Restriktionen.
Die vom Commerzbank-Konzern als Sicherheit gestellten Vermögenswerte entfallen auf folgende eigene Verbindlichkeiten:
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Derivate/Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading | 8.914 | 11.888 | - 25,0 |
| Einlagen | 49.498 | 74.914 | - 33,9 |
| Begebene Schuldverschreibungen | - | - | . |
| Rückgabeverpflichtungen aus Wertpapierleihgeschäften | 3.842 | 3.607 | 6,5 |
| Gesamt | 62.254 | 90.409 | - 31,1 |
(39) Erhaltene Sicherheiten
Der Fair Value der erhaltenen Sicherheiten, für die das Recht besteht, diese ohne Ausfall des Sicherungsgebers weiter zu veräußern oder zu verpfänden beinhalten im Wesentlichen Repo-Geschäfte und Wertpapierleihgeschäfte und stellten sich wie folgt dar:
| Mio. € | 2022 | 2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Gesamtbetrag der erhaltenen Sicherheiten | 59.556 | 54.892 | 8,5 |
| darunter: weiterveräußert oder weiterverpfändet | 39.271 | 37.168 | 5,7 |
(40) Übertragene, nicht ausgebuchte finanzielle Vermögenswerte (Eigenbestand)
Die übertragenen, nicht ausgebuchten finanziellen Vermögenswerte des Eigenbestandes setzen sich aus Reverse-Repo-Geschäften und Wertpapierleihgeschäften zusammen und stellten sich wie folgt dar:
31.12.2022
| Mio. € | Held for Trading | Mandatorily Fair Value P&L | Fair Value OCI | Amortised Cost |
|---|---|---|---|---|
| Buchwerte der übertragenen Wertpapiere | 1.308 | - | 4.929 | 2.898 |
| Buchwerte der zugehörigen Verbindlichkeiten | 1.426 | - | 5.233 | 3.099 |
| Fair Value der übertragenen Wertpapiere | 1.308 | - | 4.929 | 3.052 |
| Fair Value der zugehörigen Verbindlichkeiten | 1.426 | - | 5.233 | 3.099 |
| Nettoposition | - 118 | - | - 303 | - 201 |
31.12.2021
| Mio. € | Held for Trading | Mandatorily Fair Value P&L | Fair Value OCI | Amortised Cost |
|---|---|---|---|---|
| Buchwerte der übertragenen Wertpapiere | 802 | - | 3.506 | 873 |
| Buchwerte der zugehörigen Verbindlichkeiten | 817 | - | 3.439 | 1.035 |
| Fair Value der übertragenen Wertpapiere | 802 | - | 3.506 | 1.092 |
| Fair Value der zugehörigen Verbindlichkeiten | 817 | - | 3.439 | 1.035 |
| Nettoposition | - 15 | - | 68 | - 163 |
(41) Derivate
Bei einem Derivat handelt es sich um ein Finanzinstrument, dessen Wert von einem sogenannten Basiswert abhängt. Dieser Basiswert kann beispielsweise ein Zinssatz, ein Warenpreis, ein Aktien-, Währungs- oder Anleihekurs sein. Dabei erfordert das Finanzinstrument keine oder, im Vergleich zu anderen Vertragsformen mit ähnlicher Reaktion auf Marktbedingungsänderungen, nur geringe Anschaffungskosten. Der Ausgleich erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Bei dem größten Teil der Derivatetransaktionen handelt es sich um OTC-Derivate, bei denen Nominalbetrag, Laufzeit und Preis jeweils individuell zwischen der Bank und ihren Kontrahenten ausgehandelt werden. Die Bank schließt Derivate jedoch auch an regulierten Börsen ab. Es handelt sich hier um standardisierte Kontrakte mit standardisierten Nominalbeträgen und Erfüllungsterminen. Dabei gibt der Nominalbetrag das von der Bank gehandelte Geschäftsvolumen an. Die positiven beziehungsweise negativen Marktwerte sind dagegen die Aufwendungen, die der Bank beziehungsweise den Kontrahenten für den Ersatz der ursprünglich geschlossenen Kontrakte durch wirtschaftlich gleichwertige Geschäfte entstehen würden. Ein positiver Marktwert gibt damit aus Sicht der Bank das maximale potenzielle kontrahentenbezogene Adressenausfallrisiko an, das am Bilanzstichtag aus derivativen Geschäften bestanden hat. Zur Minimierung (Reduzierung) sowohl des ökonomischen als auch des regulatorischen Kreditrisikos aus diesen Instrumenten schließen wir Rahmenverträge (zweiseitige Aufrechnungsvereinbarungen) mit unseren Geschäftspartnern ab (wie beispielsweise 1992 ISDA Master Agreement Multicurrency Cross Border deutscher Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte). Durch den Abschluss derartiger zweiseitiger Aufrechnungsvereinbarungen können die positiven und negativen Marktwerte der unter einem Rahmenvertrag einbezogenen derivativen Kontrakte miteinander verrechnet sowie die regulatorischen Zuschläge für zukünftige Risiken (Add-ons) dieser Produkte verringert werden. Im Rahmen dieses Nettingprozesses reduziert sich das Kreditrisiko auf eine einzige Nettoforderung gegenüber dem Vertragspartner (Close-out-Netting). Sowohl für die regulatorischen Meldungen als auch für die interne Messung und Überwachung unserer Kreditengagements setzen wir derartige risikoreduzierende Techniken nur dann ein, wenn wir sie bei Insolvenz des Geschäftspartners in der jeweiligen Jurisdiktion auch für durchsetzbar halten. Zur Prüfung der Durchsetzbarkeit nutzen wir die von verschiedenen internationalen Kanzleien hierfür erstellten Rechtsgutachten. Analog zu den Rahmenverträgen gehen wir mit unseren Geschäftspartnern auch Sicherheitenvereinbarungen ein (zum Beispiel Besicherungsanhang für Finanztermingeschäfte Credit Support Annex), um die sich nach Netting ergebende Nettoforderung/-verbindlichkeit abzusichern (Erhalt oder Stellung von Sicherheiten). Dieses Sicherheitenmanagement führt in der Regel zur Kreditrisikominderung durch zeitnahe (meist tägliche oder wöchentliche) Bewertung und Anpassung der Kundenengagements.# Der Gesamteffekt der bilanziellen Saldierung zum 31. Dezember 2022 betrug insgesamt 143.376 Mio. Euro (Vorjahr: 67.589 Mio. Euro). Auf der Aktivseite entfielen davon auf positive Marktwerte 131.387 Mio. Euro (Vorjahr: 62.415 Mio. Euro) und auf Forderungen aus Ausgleichszahlungen 11.990 Mio. Euro (Vorjahr: 5.174 Mio. Euro). Das passivische Netting betraf negative Marktwerte mit 131.250 Mio. Euro (Vorjahr: 62.126 Mio. Euro) und Verbindlichkeiten aus Ausgleichszahlungen mit 12.127 Mio. Euro (Vorjahr: 5.463 Mio. Euro). Das Volumen, bei dem der Commerzbank-Konzern als Sicherungsnehmer (Käufer) beziehungsweise als Sicherungsgeber (Verkäufer) auftritt, belief sich zum Bilanzstichtag auf 11.967 Mio. Euro (Vorjahr: 13.748 Mio. Euro) beziehungsweise 7.742 Mio. Euro (Vorjahr: 9.411 Mio. Euro). Diese dem Transfer von Kreditrisiken dienenden Produkte werden von uns sowohl im Handelsbereich zur Arbitrage als auch im Anlagebereich zur Diversifikation unserer Kreditportfolios eingesetzt.
(42) Sicherungsbeziehungen
Die Commerzbank hat die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) zum 1. Juli 2022 von IAS 39 auf IFRS 9 prospektiv umgestellt. Von der Umstellung ausgenommen ist der Portfolio Fair Value Hedge für Zinsrisiken, der bis zur verpflichtenden Anwendung neuer Bilanzierungsregeln zum Macro Hedging nach Abschluss des IASB-Projekts "Dynamic Risk Management" fortgeführt wird. IAS 39 und IFRS 9 beinhalten umfassende Regelungen für die bilanzielle Abbildung von Sicherungszusammenhängen, sofern die Sicherungsinstrumente (insbesondere Derivate) nachweislich zur Absicherung von Risiken aus Nichthandelsgeschäften (Grundgeschäften) eingesetzt werden. Dabei werden drei Formen des Hedge Accountings angewendet:
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Fair Value Hedge Accounting
IAS 39 und IFRS 9 sehen die Anwendung des Hedge Accountings zur Vermeidung einseitiger Ergebniseffekte für Derivate vor, die der Absicherung von Finanzinstrumenten der Bewertungsklassen AC (Amortised Cost) und FVOCI (Fair Value through Other Comprehensive Income) gegen ein oder mehrere festgelegte Risiken dienen. Einem Marktzinsrisiko beziehungsweise Zinsänderungsrisiko unterliegen insbesondere die Emissions- und Kreditgeschäfte des Konzerns und die Wertpapierbestände der Liquiditätssteuerung, sofern es sich um festverzinsliche Papiere handelt. Zur Absicherung dieser Risiken werden vor allem Zinsswaps verwendet. Darüber hinaus werden Swaptions, Inflation Swaps, Forwards und im geringen Umfang andere strukturierte Derivate eingesetzt. Die zur Absicherung eingesetzten derivativen Finanzinstrumente werden erfolgswirksam zum Fair Value als Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten bilanziert. Für den gesicherten Vermögenswert beziehungsweise die gesicherte Verbindlichkeit sind die aus dem gesicherten Risiko resultierenden gegenläufigen Fair-Value-Änderungen ebenfalls bilanziell zu erfassen. Die gegenläufigen Bewertungsänderungen aus den Sicherungsinstrumenten sowie aus den gesicherten Grundgeschäften werden erfolgswirksam in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung als Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen erfasst. Der Teil der Fair Value-Änderungen gesicherter Grundgeschäfte, der nicht dem abgesicherten Risiko zuzurechnen ist, wird entsprechend den Regeln der zugehörigen Bewertungskategorie behandelt. Fair Value Hedge Accounting kann entweder als Micro Fair Value Hedge oder als Portfolio Fair Value Hedge für Zinsrisiken ausgestaltet werden.
Beim Micro Fair Value Hedge wird ein Grundgeschäft mit einem oder mehreren Sicherungsgeschäften in einer Sicherungsbeziehung verknüpft. Die Buchwerte der Grundgeschäfte werden im Falle von Fair-Value-Änderungen, die dem abgesicherten Risiko zuzuordnen sind, erfolgswirksam angepasst.
Beim Portfolio Fair Value Hedge wird die Absicherung von Zinsrisiken auf Portfolioebene abgebildet. Abgesichert werden nicht einzelne Geschäfte oder Gruppen von Geschäften mit ähnlicher Risikostruktur, sondern ein Betrag von Grundgeschäften gegliedert nach Laufzeitbändern entsprechend den erwarteten Rückzahlungs- und Zinsanpassungsterminen in einem Portfolio. Portfolios können nur Aktiva, nur Passiva oder beides enthalten. Bei dieser bilanziellen Abbildung von Sicherungszusammenhängen werden die Wertänderungen der Grundgeschäfte als separater Aktiv- beziehungsweise Passivposten in der Bilanz erfasst.
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Cashflow-Hedge Accounting
Auch die Anwendung von Cashflow-Hedge Accounting dient der Vermeidung einseitiger Ergebniseffekte für Derivate, die zur Absicherung gegen das Risiko einer Veränderung künftiger Zahlungsströme aus Grundgeschäften eingesetzt werden. Zur Absicherung dieser Zahlungsströme werden im Wesentlichen Zinsswaps verwendet. Im Rahmen von Cashflow-Hedge Accounting eingesetzte Derivate werden zum Fair Value bilanziert. Das Bewertungsergebnis wird, sofern effektiv, erfolgsneutral nach Berücksichtigung latenter Steuern in der Rücklage aus Cashflow-Hedges im Eigenkapital erfasst. Der ineffektive Teil wird hingegen ergebniswirksam als Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen ausgewiesen. Für die den gesicherten Zahlungsströmen zugrunde liegenden Geschäfte ändern sich die oben beschriebenen allgemeinen Bilanzierungsregeln nicht.
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Net Investment Hedge Accounting
Durch die Anwendung des Net Investment Hedge Accountings werden Ergebniseffekte aus Fremdwährungssicherungsgeschäften vermieden, soweit diese zur Absicherung einer Nettoinvestition in Fremdwährung dienen.
Die Anwendung der Regeln des Hedge Accountings ist an eine Reihe von Bedingungen gebunden. Diese beziehen sich insbesondere auf die Dokumentation des Sicherungszusammenhangs sowie auf die Wirksamkeit der Absicherungsmaßnahme. Die Sicherungsbeziehung muss ab dem Zeitpunkt ihrer Begründung nach IAS 39 und IFRS 9 dokumentiert werden. Die Dokumentation umfasst insbesondere die Identifikation des Sicherungsinstruments und des gesicherten Grundgeschäfts sowie die Spezifikation des gesicherten Risikos und der Methodik zur Bestimmung der Effektivität des Sicherungszusammenhangs. Neben der Dokumentation verlangen IAS 39 und IFRS 9 für die Anwendung der Regelungen des Hedge Accountings den Nachweis eines effektiven Sicherungszusammenhangs während des gesamten Zeitraums der Sicherungsbeziehung. Unter Effektivität wird in diesem Zusammenhang das Verhältnis der aus dem gesicherten Grundgeschäft resultierenden Änderungen des Fair Values beziehungsweise des Zahlungsstroms zur gegenläufigen Änderung des Fair Values beziehungsweise des Zahlungsstroms aus dem Sicherungsinstrument verstanden. Wenn sich diese Änderungen fast vollständig ausgleichen, liegt eine hohe Effektivität vor. Der Effektivitätsnachweis verlangt, dass für eine Sicherungsbeziehung künftig eine hohe Effektivität erwartet werden kann (prospektive Effektivität). Für das nach den Regeln des IAS 39 fortgeführte Portfolio Hedge Accounting ist zudem nachzuweisen, dass die Sicherungsbeziehung während der Berichtsperiode hoch effektiv war (retrospektive Effektivität). Die Effektivität der bis zum 1. Juli 2022 nach IAS 39 bilanzierten Micro-Hedge Beziehungen sowie der nach IAS 39 fortgeführten Portfolio Fair Value Hedges muss sowohl prospektiv als auch retrospektiv innerhalb einer Bandbreite von 0,8 bis 1,25 liegen.
Im Fair Value Hedge Accounting der Commerzbank sind Absicherungen gegen Zinsrisiken (Interest Rate Risk), Inflationsrisiken (Inflation Risk) und vollständige Marktwertrisiken (Full Fair Value Risk) abgebildet. Zinsrisiken entstehen dadurch, dass aktivische und passivische Bestände aus variablen und fixen Zahlungsströmen bestehen, die bei Zinsänderungen zu einem schwankenden Zinsergebnis führen. In der Commerzbank betrifft dies sowohl das kommerzielle Geschäft als auch Liquiditäts-, Anlage- und Emissionsportfolien. Das Zinsrisiko wird auf Basis einer aggregierten Nettozinsrisikoposition zentral in der Treasury Funktion der Commerzbank gesteuert. Dazu wird es täglich unter Nutzung eines internen Zinsverrechnungspreises (IZV) zur Treasury übertragen. Andere Marktwertbestandteile, wie Credit-Spread-/Margen- und Liquiditätskomponenten, sind nicht im IZV berücksichtigt. Die Zinsrisiko-Absicherung der Treasury erfolgt vorwiegend über einen Risikotransfer an den zentralen Swaphandel des Firmenkundensegments, wo die gebündelten Risiken durch externe Geschäfte geschlossen bzw. innerhalb von Limitvorgaben gehalten werden. Für bestimmte Bestände des Anlageportfolios erfolgt zusätzlich eine Inflationsrisikoabsicherung oder eine vollständige Absicherung der Marktwertrisiken mit Full Fair Value Hedges. Die Commerzbank wendet Micro Fair Value Hedge Accounting (MFVH) an, wenn die Treasury das Zins-, Inflations- oder Full Fair Value Risiko auch ökonomisch auf Mikroebene absichert. Grundsätzlich orientieren sich die Absicherungsverhältnisse innerhalb der Micro Fair Value Hedge Beziehungen an den ökonomischen Sicherungsbeziehungen. Für die verbleibende Zinsrisikoposition wird Portfolio Fair Value Hedge Accounting (PFVH) angewendet. Hierbei werden, basierend auf der Derivate Nettorisikoposition (NRP), externe Derivate ausgewählt, deren Marktwertänderungen mit den Marktwertänderungen - ebenfalls auf Basis der NRP - zugeordneter Grundgeschäftspositionen abgeglichen werden. Im Hedge Accounting für Zinsrisikoabsicherungen ist der Maßstab für das abzusichernde Risiko für die meisten Währungen die jeweilige 3-Monats-Referenzzinsrate der Bestandswährung (3-Monats-Euribor-Kurve für Geschäfte in Euro). Für Bestände in den Währungen britisches Pfund (GBP), Schweizer Franken (CHF) und japanische Yen (JPY) wurde im Rahmen der IBOR Reform auf die jeweilige Overnight Index Swaps (OIS) Rate umgestellt. Für das Micro Fair Value Hedge Accounting wird ein zinsrisikobezogener Marktwert ermittelt, wobei die künftigen Zins- und Nominalzahlungen mit der definierten Zinskurve diskontiert werden.# Beim Portfolio Fair Value Hedge Accounting werden die zukünftigen Zahlungsströme für das kommerzielle Geschäft vom internen Zinsverrechnungspreis (IZV) abgeleitet und ebenfalls mit der definierten Zinskurve diskontiert. Das Portfolio Fair Value Hedge Accounting der Commerzbank ist eng an der ökonomischen Zinsrisikosteuerung orientiert. Die abzusichernden Grundgeschäfte sind vorwiegend aus dem kommerziellen Geschäft der Bank abgeleitet und formen ein dynamisches Portfolio, welches sich in den einzelnen Laufzeitbändern fortlaufend durch Neugeschäfte oder das Abschmelzen des Gesamtbestandes in kürzere Laufzeitbänder ändert. Die Derivate-Nettorisikoposition generiert pro Laufzeitband entweder Zahler- oder Empfänger-Positionen, welchen Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten der jeweiligen Laufzeitbänder zugeordnet werden. Die Portfolio-Hedge-Beziehungen sind im Regelfall für eine 2-Wochen Periode designiert. Danach erfolgt eine Schließung und Neudesignation auf Basis des geänderten Gesamtportfolios. Die Commerzbank wendet für die Effektivitätsmessung für Micro Fair Value Hedge Accounting das statistische Verfahren der Regressionsanalyse an, wobei die Wertänderungen von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument für den prospektiven Effektivitätstest durch historische Simulationen ermittelt werden. Auch für Portfolio Fair Value Hedge Accounting kommt für den prospektiven Effektivitätstest die Regressionsanalyse zur Anwendung, während für den retrospektiven Effektivitätstest die Dollar-Offset-Methode genutzt wird. Innerhalb des Micro und Portfolio Fair Value Hedge Accountings der Commerzbank liegen die Ineffektivitätsursachen der Sicherungsbeziehungen vor allem in dem Risiko, welches in der Marktwertermittlung der Sicherungsinstrumente (überwiegend Zinsswaps) enthalten ist, in die Bestimmung der Grundgeschäftsmarktwerte aber nicht einfließen darf. Dies führt dazu, dass die Marktwertänderungen des jeweiligen Sicherungsgeschäftes nicht komplett durch die Marktwertänderungen des Grundgeschäfts ausgeglichen werden. Das in diesem Zusammenhang wesentlichste Risiko ist das Basisrisiko, insbesondere das Tenorbasisrisiko.
Die Commerzbank hält ein Portfolio von Inflationsanleihen, begeben von Versorgungsunternehmen im Rahmen der UK Private Finance Initiative (PFI), deren Risikomanagement auf Veränderungen des Fair Value zielt, die aus Schwankungen von GBP Zinssätzen und impliziten Inflationserwartungen des UK Retail Price Index (UK RPI) resultieren. Das Risikomanagement basiert auf der Nutzung eines Portfolios einfacher Fixed-for-Float GBP Zinsswaps und einfacher Zero-Coupon Inflations-Swaps, jeweils grundsätzlich abgewickelt über das London Clearing House. Die primäre Sensitivität von Zero-Coupon Inflations-Swaps bezieht sich auf Schwankungen von UK RPI Swap-Sätzen, und sie werden zur Absicherung von Wertänderungen der Inflationsanleihen genutzt, die von Schwankungen in den Inflationserwartungen stammen. Jeder Inflations-Swap hat nur einen Zahlungsstrom bei Endfälligkeit. So wie sich die Inflationserwartungen nach oben oder unten bewegen, werden die erwarteten Zahlungsströme bei Endfälligkeit steigen beziehungsweise fallen, um die Wertänderungen in den Inflationsanleihen auszugleichen. Die Zinsswaps werden verwendet, um die Sensitivität der Inflationsanleihen gegenüber dem Zinsrisiko abzusichern, wobei die Zahlungszeitpunkte grundsätzlich mit denen der Inflationsanleihen während der Laufzeit übereinstimmen.
Die Commerzbank wendet außerdem Cashflow-Hedge Accounting an. Einerseits umfasst dies Derivate, mit denen die variablen Zahlungsströme aus einer Gruppe von gleichartigen Hypothekendarlehen in fixe Zahlungsströme getauscht werden. Zum anderen wird Cashflow - Hedge Accounting für Cross Currency Swaps angewendet, welche zur Absicherung der Cashflows von variabel verzinslichen Hypothekenanleihen abgeschlossen wurden. Der prospektive und retrospektive Effektivitätstest erfolgt auf Basis der linearen Regression. Die Fair Value Änderungen der Grundgeschäfte werden mit Hilfe der Methode des "hypothetischen Derivats" ermittelt. Ineffektivität entsteht im Wesentlichen aus Fair Value Adjustments (Credit und Debit Valuation Adjustment), die nur im Sicherungsgeschäft berücksichtigt werden.
Die Commerzbank wendet zudem das Net Investment Hedge Accounting zur Vermeidung von Währungseffekten aus Investitionen in Schiffsgesellschaften an. Der effektive Teil des Bewertungsergebnisses wird nach Berücksichtigung latenter Steuern erfolgsneutral in der Währungsrücklage im Eigenkapital erfasst.
Positive und negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
In diesen Posten werden die Marktwerte von Derivaten ausgewiesen, die zur Absicherung von Grundgeschäften gegen Zinsänderungsrisiken eingesetzt werden.
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| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|
| Positive Marktwerte | Negative Marktwerte | |
| Micro Fair Value Hedge Accounting | 1.468 | 2.904 |
| Zinsswaps | 4.252 | 4.148 |
| Forward Geschäfte | 457 | - |
| Übrige | 8 | 2.997 |
| Netting | - | 3.250 |
| Portfolio Fair Value Hedge Accounting | 250 | 58 |
| Zinsswaps | 4.007 | 2.757 |
| Übrige | - | 2 |
| Netting | - | 3.757 |
| Cashflow Hedge Accounting | 8 | 142 |
| Zinsswaps | 8 | 142 |
| Übrige | 0 | 0 |
| Net Investment Hedge | 4 | 9 |
| Zinsswaps | - | - |
| Übrige | 4 | 9 |
| Gesamt | 1.729 | 3.113 |
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Nominalbeträge der Sicherungsinstrumente | Mrd. €
| 2022 | 2021 | Veränd. In % | |
|---|---|---|---|
| Cashflow-Hedge Accounting | |||
| Derivate | 2 | 4 | -39,0 |
| Bis drei Monate | 0 | 0 | -33,8 |
| Zinsswaps | 0 | 0 | -36,4 |
| Übrige | 0 | 0 | -14,4 |
| Mehr als drei Monate bis ein Jahr | 1 | 1 | -15,1 |
| Zinsswaps | 1 | 1 | -10,1 |
| Übrige | 0 | 0 | -60,2 |
| Mehr als ein Jahr bis fünf Jahre | 2 | 3 | -44,0 |
| Zinsswaps | 2 | 3 | -44,8 |
| Übrige | 0 | 0 | 15,8 |
| Mehr als fünf Jahre | - | 0 | |
| Zinsswaps | - | 0 | |
| Übrige | - | - | |
| Micro Fair Value Hedge Accounting | |||
| Derivate | 99 | 95 | 3,4 |
| Bis drei Monate | 2 | 1 | - |
| Zinsswaps | 2 | 1 | - |
| Forward Geschäfte | 0 | - | - |
| Übrige | 0 | 0 | - |
| Mehr als drei Monate bis ein Jahr | 8 | 4 | 91,7 |
| Zinsswaps | 7 | 4 | 92,3 |
| Forward Geschäfte | 1 | 0 | 66,7 |
| Übrige | 0 | 0 | - |
| Mehr als ein Jahr bis fünf Jahre | 47 | 44 | 8,9 |
| Zinsswaps | 44 | 41 | 5,5 |
| Forward Geschäfte | 2 | 2 | 39,1 |
| Übrige | 2 | 1 | - |
| Mehr als fünf Jahre | 41 | 47 | -12,4 |
| Zinsswaps | 35 | 41 | -14,4 |
| Forward Geschäfte | - | - | - |
| Übrige | 6 | 6 | 1,7 |
| Portfolio Fair Value Hedge Accounting | |||
| Derivate | 65 | 42 | 55,2 |
| Bis drei Monate | 3 | - | - |
| Mehr als drei Monate bis ein Jahr | 7 | 4 | 56,6 |
| Mehr als ein Jahr bis fünf Jahre | 26 | 17 | 56,4 |
| Mehr als fünf Jahre | 29 | 21 | 41,4 |
| Net Investment Hedge | 0 | 0 | 76,9 |
| Bis drei Monate | - | - | - |
| Mehr als drei Monate bis ein Jahr | - | - | - |
| Mehr als ein Jahr bis fünf Jahre | 0 | 0 | 76,9 |
| Mehr als fünf Jahre | - | - | - |
Angaben zu Grundgeschäften aus Sicherungsbeziehungen zur Absicherung von Zins- und Fremdwährungsrisiken
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Buchwerte der Grundgeschäfte
| 2022 | 2021 | |
|---|---|---|
| Mio. € | Mio. € | |
| Mikro Fair Value Hedge | Portfolio Fair Value Hedge | |
| Aktiva - Buchwerte der Grundgeschäfte | 38.033 | 28.935 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost | 19.233 | 28.935 |
| Darlehen und Forderungen | 4.327 | 28.935 |
| Schuldinstrumente | 14.906 | - |
| Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI | 18.800 | - |
| Darlehen und Forderungen | 136 | - |
| Schuldinstrumente | 18.664 | - |
| Passiva - Buchwerte der Grundgeschäfte - Amortised Cost | 38.856 | 57.730 |
| Einlagen und Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 7.773 | 57.730 |
| Begebene Schuldverschreibungen | 31.084 | - |
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kumulierte Buchwertanpassungen | Mio. €
| 2022 | 2021 | |
|---|---|---|
| Mikro Fair Value Hedge | Portfolio Fair Value Hedge | |
| Aktiva - Kumulierter Betrag der Buchwertanpassungen | - 2.294 | - 3.935 |
| aktiver Sicherungsbeziehungen | - 2.538 | - 3.935 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost | - 341 | n/a |
| Darlehen und Forderungen | 15 | n/a |
| Verbriefte Schuldinstrumente | - 356 | n/a |
| Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI | - 2.197 | n/a |
| Darlehen und Forderungen | - 10 | n/a |
| Verbriefte Schuldinstrumente | - 2.187 | n/a |
| inaktiver Sicherungsbeziehungen | 244 | n/a |
| Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost | 249 | n/a |
| Darlehen und Forderungen | 4 | n/a |
| Verbriefte Schuldinstrumente | 245 | n/a |
| Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI | - 5 | n/a |
| Darlehen und Forderungen | - | n/a |
| Verbriefte Schuldinstrumente | - 5 | n/a |
| Passiva - Kumulierter Betrag der Buchwertanpassungen | 2.605 | 4.840 |
| aktiver Sicherungsbeziehungen | 2.677 | 4.840 |
| Einlagen und Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | - 28 | n/a |
| Begebene Schuldverschreibungen | 2.705 | n/a |
| inaktiver Sicherungsbeziehungen | - 72 | n/a |
| Einlagen und Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | - 57 | n/a |
| Begebene Schuldverschreibungen | - 15 | n/a |
Die Wertänderungen von gegen Zinsänderungsrisiken gesicherten Grundgeschäften durch Cashflow Hedges betrug 161 Mio. Euro (Vorjahr: 148 Mio. Euro). Die Wertänderungen von gegen Zins- bzw. Zins-/Fremdwährungsrisiken durch Cross Currency Swaps abgesicherte Grundgeschäfte betrug 33 Mio. Euro für aktivische (Vorjahr: 34 Mio. Euro) und 27 Mio. Euro für passivische Grundgeschäfte (Vorjahr: 28 Mio. Euro).
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges
In diesen Posten erfassen wir die abgesicherten zinsinduzierten Wertänderungen auf aktivische beziehungsweise passivische Grundgeschäfte, für die Portfolio Fair Value Hedge Accounting angewendet wird.# Ein ökonomisch gegenläufiger Betrag der Sicherungsinstrumente wird auf der Aktivseite beziehungsweise Passivseite in den Marktwerten aus derivativen Sicherungsinstrumenten ausgewiesen.
Angaben zu at-Equity-bewerteten Unternehmen (43)
Anteile an at-Equity-bewerteten Unternehmen
| Assoziierte Unternehmen | Gemeinschaftsunternehmen |
|---|---|
| Mio. € | Mio. € |
| 2022 | 2021 |
| Equity-Buchwert zum 1.1. | 174 |
| Anschaffungskosten zum 1.1. | 109 |
| Wechselkursveränderungen | 3 |
| Zugänge | 3 |
| Abgänge | - |
| Umbuchungen in die Zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen | - |
| Sonstige Umbuchungen/Veränderungen Konsolidierungskreis | - |
| Anschaffungskosten zum 31.12. | 109 |
| Zuschreibungen zum 1.1. | 23 |
| Zugänge | 4 |
| Abgänge | - |
| Zuschreibungen zum 31.12. | 27 |
| Kumulierte Abschreibungen zum 1.1. | 29 |
| Wechselkursveränderungen | - |
| Zugänge | - |
| Abgänge | - |
| Umbuchungen in die Zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen | - |
| Sonstige Umbuchungen/Veränderungen Konsolidierungskreis | - |
| Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. | 29 |
| Kumulierte Veränderungen aus der At-Equity-Bewertung | 65 |
| Equity-Buchwert zum 31.12. | 172 |
| darunter: Anteile an Kreditinstituten | 95 |
Bei den Anteilen an at-Equity-bewerteten Unternehmen handelt es sich um nicht strategische Beteiligungen des Commerzbank-Konzerns, die im Wesentlichen im Finanzdienstleistungssektor sowie im Leasing- und Immobiliengeschäft tätig sind. Die Angaben in dieser Note erfolgen aggregiert, und zwar jeweils für die assoziierten Unternehmen und für die Gemeinschaftsunternehmen. Eine vollständige Aufzählung aller at-Equity-bewerteten Unternehmen ist der Note 70 zu entnehmen.
Im Geschäftsjahr 2022 sind 18 Mio. Euro (Vorjahr: 7 Mio. Euro) Dividenden von at-Equity-bewerteten assoziierten Unternehmen geflossen. Von at-Equity-bewerteten Gemeinschaftsunternehmen flossen, wie auch im Vorjahr, keine Dividenden direkt oder indirekt an die Commerzbank Aktiengesellschaft. Sofern Verpflichtungen aus Eventualverbindlichkeiten von at-Equity-bewerteten Unternehmen oder aufgegebene Geschäftsbereiche bei at-Equity-bewerteten Unternehmen bestehen, ist der Commerzbank-Konzern in Höhe des jeweiligen Anteilsbesitzes daran beteiligt. Im Commerzbank-Konzern gibt es keine assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen, die für den Konzern von wesentlicher Bedeutung sind.
Immaterielle Vermögenswerte (44)
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
Unter den sonstigen immateriellen Vermögenswerten bilanzieren wir insbesondere erworbene und selbsterstellte Software sowie Kundenbeziehungen. Bei der Beurteilung, ob Entwicklungskosten selbst erstellter Software zu aktivieren sind, berücksichtigen wir neben der Wahrscheinlichkeit des künftigen Nutzenzuflusses vor allem die verlässliche Ermittlung der Herstellungskosten. Forschungskosten werden nicht aktiviert. Die Bilanzierung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Software und Kundenbeziehungen schreiben wir aufgrund ihrer begrenzten Nutzungsdauer linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer ab.
| Voraussichtliche Nutzungsdauer |
|---|
| Jahre |
| Software |
| Kundenbeziehungen |
| Kunden- Selbst erstellte Software | Erworbene Software und übrige immaterielle Vermögenswerte |
|---|---|
| Mio. € | Mio. € |
| 2022 | 2021 |
| Buchwert zum 1.1. | 11 |
| Anschaffungs-/Herstellungskosten zum 1.1. | 957 |
| Wechselkursveränderungen | - |
| Zugänge | - |
| Abgänge | - |
| Umbuchungen in die zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Vermögensgruppen | - |
| Umbuchungen/Veränderungen Konsolidierungskreis | - |
| Anschaffungs-/Herstellungskosten zum 31.12. | 957 |
| Zuschreibungen | - |
| Kumulierte Abschreibungen zum 1.1. | 946 |
| Wechselkursveränderungen | - |
| Zugänge | 2 |
| darunter: außerplanmäßig | - |
| Abgänge | - |
| Umbuchungen in die zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Vermögensgruppen | - |
| Umbuchungen/Veränderungen Konsolidierungskreis | - |
| Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. | 947 |
| Buchwert zum 31.12. | 10 |
In der Position selbst erstellte Software ist im Geschäftsjahr 2021 in den Zugängen zu den Abschreibungen eine Ausbuchung von Vermögenswerten als Einmaleffekt in Höhe von 200 Mio. Euro enthalten (siehe Note 18).
Materielle Vermögenswerte (45)
Sachanlagen
Die hierunter ausgewiesenen Grundstücke und Gebäude, die Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige und gegebenenfalls außerplanmäßige Abschreibungen, angesetzt. Wertminderungen nehmen wir in der Höhe vor, in der der Buchwert den höheren Wert aus Fair Value abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert des Vermögenswertes übersteigt. Sofern der Grund für eine in früheren Geschäftsjahren vorgenommene Wertminderung entfallen ist, werden die Vermögenswerte bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten zugeschrieben. Die Bestimmung der Nutzungsdauer nehmen wir unter Beachtung der voraussichtlichen physischen Abnutzung, der technischen Veralterung sowie rechtlicher und vertraglicher Beschränkungen vor. Alle Sachanlagen werden linear im Wesentlichen über die folgenden Zeiträume abgeschrieben:
| Voraussichtliche Nutzungsdauer |
|---|
| Jahre |
| Gebäude |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung |
| Operating Lease - at cost-Bewertung |
| Nutzungsrechte |
Anschaffungen geringwertiger Sachanlagen werden aus Wesentlichkeitsgründen direkt als Verwaltungsaufwendungen erfasst. Gewinne aus der Veräußerung von Sachanlagen vereinnahmen wir in den Sonstigen Erträgen, Verluste weisen wir in den Sonstigen Aufwendungen aus.
| Grundstücke und Gebäude | Betriebs- und Geschäftsausstattung | Leasinggegenstände |
|---|---|---|
| Mio. € | Mio. € | Mio. € |
| 2022 | 2021 | 2022 |
| Buchwert zum 1.1. | 219 | 304 |
| Anschaffungs- /Herstellungskosten zum 1.1. | 526 | 674 |
| Wechselkursveränderungen | - | 2 |
| Zugänge | 0 | 0 |
| Abgänge | 19 | 28 |
| Umbuchungen in die Zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen | 9 | - |
| Sonstige Umbuchungen/Veränderungen Konsolidierungskreis | - | 9 |
| Anschaffungs- /Herstellungskosten zum 31.12. | 506 | 526 |
| Zuschreibungen | - | - |
| Kumulierte Abschreibungen zum 1.1. | 307 | 371 |
| Wechselkursveränderungen | - | 1 |
| Zugänge | 10 | 11 |
| darunter: außerplanmäßig | 2 | 1 |
| Abgänge | 7 | 12 |
| Umbuchungen in die Zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen | 5 | - |
| Sonstige Umbuchungen/Veränderungen Konsolidierungskreis | - | 5 |
| Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. | 309 | 307 |
| Buchwert zum 31.12. | 197 | 219 |
| Nutzungsrechte |
|---|
| Mio. € |
| 2022 |
| Buchwert zum 1.1. |
| Anschaffungs- /Herstellungskosten zum 1.1. |
| Wechselkursveränderungen |
| Zugänge |
| Abgänge |
| Umbuchungen in die Zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen |
| Sonstige Umbuchungen/Veränderungen Konsolidierungskreis |
| Anschaffungs- /Herstellungskosten zum 31.12. |
| Zuschreibungen |
| Kumulierte Abschreibungen zum 1.1. |
| Wechselkursveränderungen |
| Zugänge |
| darunter: außerplanmäßig |
| Abgänge |
| Umbuchungen in die Zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen |
| Sonstige Umbuchungen/Veränderungen Konsolidierungskreis |
| Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. |
| Buchwert zum 31.12. |
Die Sachanlagen im Commerzbank-Konzern betrugen insgesamt 2.426 Mio. Euro (Vorjahr: 2.881 Mio. Euro). Davon wurden, wie auch im Vorjahr, keine Sachanlagen als Sicherheit verpfändet. Darüber hinaus gab es keinerlei Beschränkungen hinsichtlich der Verfügungsrechte. Die Umsetzung der "Strategie 2024" sieht die Schließung von weiteren Filialen im Inland in den Jahren 2021 bis 2023 und von internationalen Standorten, sowie die Aufgabe von Immobilien (Nutzungsrechte), insbesondere am Standort Frankfurt am Main vor. Dies führt teilweise zu einer verkürzten Restnutzungsdauer der Nutzungsrechte sowie der Betriebs- und Geschäftsausstattung und somit zu erhöhten Abschreibungen, die sich im Wesentlichen auf die Geschäftsjahre 2021 und 2022 auswirken. Dies stellt eine Schätzungsänderung hinsichtlich der Nutzungsdauer von abschreibungsfähigen Vermögenswerten dar, die eine Auswirkung im Geschäftsjahr 2022 von 47 Mio. Euro (Vorjahr: 95 Mio. Euro) hat. Die erhöhten Abschreibungen aus den Restrukturierungsmaßnahmen werden in den Restrukturierungsaufwendungen (siehe Note 20) ausgewiesen.
(46) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Unter als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (Investment Properties) sind solche Grundstücke und Gebäude zu verstehen, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder aus Gründen eines erwarteten Wertzuwachses gehalten werden. Der Commerzbank-Konzern weist unter anderem die im Rahmen der Sicherheitenverwertung erworbenen Immobilien (Rettungserwerbe) sowie Gebäude im Besitz des Commerzbank-Konzerns, die im Rahmen von Operating-Leasing-Verträgen vermietet werden als Finanzinvestition aus. Es handelt sich hauptsächlich um Gewerbeimmobilien. Die Bewertung erfolgt zum Zugangszeitpunkt gemäß IAS 40 mit den Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten unter Einbeziehung der direkt zurechenbaren Transaktionskosten.# Bei einer Übertragung aufgrund einer Nutzungsänderung einer Immobilie aus den Sachanlagen in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien erfolgt die Bewertung zum Zugangszeitpunkt zum Fair Value.
In der Folgebewertung werden die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien zum Fair Value bewertet. Die Ermittlung der Fair Values basiert jeweils auf Bewertungen von unabhängigen, qualifizierten Sachverständigen anhand aktueller Marktwerte. Die Bewertung gewerblich genutzter Objekte erfolgt in der Regel ertragswertorientiert; individuelle Wohnungsbauten werden üblicherweise sach- oder vergleichswertorientiert bewertet. Für die ertragswertorientierte Bewertung der Immobilien werden grundsätzlich ortsübliche Mieten mit Abschlägen für Bewirtschaftung, Akquisitionsmaßnahmen und Leerstand sowie Restnutzungsdauern und Bodenwerte herangezogen. Teilweise werden auch vertraglich vereinbarte Mieten zugrunde gelegt. Der ebenfalls in die Bewertung eingehende Liegenschaftszins berücksichtigt das Marktzinsniveau und das den Immobilien anhaftende Objekt- und Standortrisiko. Die wesentlichen am Markt beobachtbaren Parameter sind ortsübliche Mieten und Liegenschaftszinsen. Laufende Erträge und Aufwendungen weisen wir im Sonstigen Ergebnis aus. Veränderungen aus der Neubewertung durch die Änderung des Fair Values werden ebenfalls im Sonstigen Ergebnis erfolgswirksam berücksichtigt.
Die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien von 57 Mio. Euro (Vorjahr: 41 Mio. Euro) sind der Fair-Value-Bewertungshierarchie Level 3 zugeordnet und entwickelten sich wie folgt:
| Mio. € | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Buchwert zum 1.1. | 41 | 13 |
| Anschaffungs-/Herstellungskosten zum 1.1. | 50 | 23 |
| Wechselkursveränderungen | - | 0 |
| Zugänge | 3 | - |
| Abgänge | 1 | - |
| Veränderungen Konsolidierungskreis | - | - |
| Umbuchungen | 119 | 28 |
| Umbuchungen in die Zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen | - | - |
| Anschaffungs-/Herstellungskosten zum 31.12. | 171 | 50 |
| Kumulierte Veränderungen aus der Bewertung zum Fair Value | -114 | -10 |
| Buchwert zum 31.12. | 57 | 41 |
Im Berichtsjahr wurden, wie im Vorjahr, keine von den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien rettungshalber erworben. Im laufenden Geschäftsjahr wurde eine Immobilie aufgrund einer Nutzungsänderung vom Sachanlagevermögen in die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien übertragen. Es liegen weder Beschränkungen hinsichtlich der Weiterveräußerung vor noch gibt es Ankaufsverpflichtungen für Immobilien, die hier auszuweisen wären.
Für die Sensitivitätsanalyse der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien greifen wir auf die länderspezifischen Mietindizes für Handel- und Büroimmobilien des vdp (Verband deutscher Pfandbriefbanken e. V.) für mindestens 18 Jahre zurück. Für die Berechnung der möglichen Wertänderung unserer Immobilien nutzen wir die auf dieser Basis ermittelte mittlere Schwankungsbreite.
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (47)
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen
Langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen, die in ihrem gegenwärtigen Zustand veräußert werden können und deren Veräußerung höchstwahrscheinlich ist, sind als zur Veräußerung bestimmt zu klassifizieren. Die entsprechenden Vermögenswerte sind mit ihrem Fair Value abzüglich Veräußerungskosten anzusetzen, sofern dieser niedriger als der Buchwert ist. Für verzinsliche und nicht verzinsliche Finanzinstrumente sowie für als Finanzinvestition gehaltene Immobilien erfolgt jedoch nur eine Ausweisänderung nach IFRS 5 und somit eine Umgliederung in die entsprechenden Bilanzposten. Deren Bewertung erfolgt weiterhin nach IFRS 9 beziehungsweise IAS 40.
Sollten aus der Bewertung gemäß IFRS 5 Wertminderungen resultieren, sind diese abhängig von der zugrunde liegenden Transaktion im entsprechenden Posten der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu erfassen. Eine spätere Wertaufholung ist auf die Summe der vorher erfassten Wertminderungen begrenzt.
Die laufenden Ergebnisse aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen erfassen wir grundsätzlich in den gleichen Posten der Gewinn-und-Verlust-Rechnung wie ohne entsprechende Klassifizierung. Veräußerungsergebnisse von Veräußerungsgruppen werden grundsätzlich aufgeteilt und in den zugehörigen Posten der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Ergebnisse aus der Veräußerung komplexer Veräußerungsgruppen wie zum Beispiel kompletter Tochterunternehmen weisen wir im Sonstigen Ergebnis (Note 17) aus.
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost | 520 | - | |
| . Darlehen und Forderungen | 520 | - | |
| . Verbriefte Schuldinstrumente | - | - | |
| Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI | 187 | - | |
| . Darlehen und Forderungen | - | - | |
| . Verbriefte Schuldinstrumente | 187 | - | |
| . Eigenkapitalinstrumente | - | - | |
| Finanzielle Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&L | 75 | 0 | |
| . Darlehen und Forderungen | - | - | |
| . Verbriefte Schuldinstrumente | - | - | |
| . Eigenkapitalinstrumente | 75 | 0 | |
| Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading | 66 | - | |
| . Darlehen und Forderungen | - | - | |
| . Verbriefte Schuldinstrumente | - | - | |
| . Eigenkapitalinstrumente | - | - | |
| . Derivate | 66 | - | |
| Immaterielle Vermögenswerte | - | - | |
| Sachanlagen | 82 | 49 | 65,4 |
| Sonstige Aktivposten | 7 | - | |
| Gesamt | 156 | 830 | -81,2 |
Die Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen zum 31. Dezember 2022 betreffen ein Schiff und Kommanditanteile aus dem Segment Privat- und Unternehmerkunden. Die Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen stehen zum 31. Dezember 2021 überwiegend in Zusammenhang mit der im Geschäftsjahr 2022 abgeschlossenen Veräußerung der 100 %-igen ungarischen Tochtergesellschaft Commerzbank Zrt., Budapest, an die Erste Group Hungary ZRT (Segment Firmenkunden).
Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost | 616 | - | |
| . Einlagen | 616 | - | |
| . Begebene Schuldverschreibungen | - | - | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option | - | - | |
| . Einlagen | - | - | |
| . Begebene Schuldverschreibungen | - | - | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading | 110 | - | |
| . Zertifikate und andere Emissionen | - | - | |
| . Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen | - | - | |
| . Derivate | 110 | - | |
| Sonstige Passivposten | 4 | - | |
| Gesamt | - | 730 |
Steueransprüche und Steuerschulden
Tatsächliche Ertragsteueransprüche und -schulden werden anhand der steuerlichen Bestimmungen der jeweiligen Länder mit den aktuell gültigen Steuersätzen in der Höhe ermittelt, in der die Erstattung von der beziehungsweise die Zahlung an die jeweilige Steuerbehörde erwartet wird. Aktive und passive latente Steuern werden für Differenzen zwischen den IFRS-Buchwerten der Vermögenswerte oder Schulden und deren steuerlichen Wertansätzen gebildet, soweit hieraus voraussichtlich zukünftige Ertragsteuerentlastungs- oder belastungseffekte resultieren (temporäre Unterschiede) und kein Ansatzverbot besteht. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern auch für steuerliche Verlustvorträge sowie für noch nicht genutzte Steuergutschriften gebildet.
Für die Bewertung der latenten Steuern sind die zum 31. Dezember 2022 bereits beschlossenen, bei Realisierung der Unterschiede anwendbaren Ertragsteuersätze maßgebend. Aktive latente Steuern auf steuerentlastende temporäre Differenzen, auf noch nicht genutzte steuerliche Verluste sowie auf noch nicht genutzte Steuergutschriften werden nur in dem Umfang bilanziert, in dem es wahrscheinlich ist, dass in absehbarer Zukunft steuerliche Ergebnisse des gleichen Steuersubjektes und in Bezug auf die gleiche Steuerbehörde anfallen. Zur Begründung der Werthaltigkeit wird eine detaillierte steuerliche Ergebnisplanung für einen Zeitraum von fünf Jahren auf Basis der vom Vorstand verabschiedeten Mehrjahresplanung durchgeführt. Darüber hinaus ist ein Ansatz gerechtfertigt, wenn es wahrscheinlich ist, dass auch nach den fünf Jahren ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung steht.
Die Bildung und Fortführung aktiver und passiver latenter Steuern erfolgt - in Abhängigkeit von der Behandlung des zugrunde liegenden Sachverhaltes - entweder erfolgswirksam in den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag oder erfolgsneutral im Eigenkapital. Die Ertragsteueraufwendungen beziehungsweise -erträge weisen wir in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung des Konzerns als Steuern vom Einkommen und vom Ertrag aus. Latente Ertragsteueransprüche und -schulden werden saldiert, soweit ein Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Ertragsteuern besteht und sich die aktiven und passiven latenten Steuern auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde für das gleiche Steuersubjekt erhoben werden.
Die zu versteuernden temporären Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Commerzbank-Konzerngesellschaften, für die keine wesentlichen latenten Ertragsteuerschulden passiviert wurden, betrugen 414 Mio. Euro (Vorjahr: 464 Mio. Euro). Eine Unterscheidung zwischen tatsächlichen und latenten Ertragsteueransprüchen sowie zwischen tatsächlichen und latenten Ertragsteuerschulden erfolgt in der Bilanz sowie in den Notes.
(49) Ertragsteueransprüche
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Tatsächliche Ertragsteueransprüche | 178 | 222 | -19,9 |
| in Deutschland | 144 | 169 | -14,8 |
| außerhalb Deutschlands | 34 | 53 | -36,2 |
| Latente Ertragsteueransprüche | 3.123 | 3.130 | -0,2 |
| erfolgswirksame Ertragsteueransprüche | 2.939 | 2.865 | 2,6 |
| erfolgsneutrale Ertragsteueransprüche | 184 | 265 | -30,5 |
| Gesamt | 3.300 | 3.352 | -1,5 |
Aktive latente Steuern bilden die potenziellen Ertragsteuerentlastungen aus temporären Unterschieden zwischen den Wertansätzen der Vermögenswerte und Schulden in der Konzernbilanz nach IFRS und den Steuerwerten nach lokalen steuerrechtlichen Vorschriften der Konzernunternehmen sowie zukünftige Ertragsteuerentlastungen aus steuerlichen Verlustvorträgen und noch nicht genutzten Steuergutschriften ab. Für folgende steuerliche Verlustvorträge wurden zum 31.Dezember 2022 aufgrund des zeitlich beschränkten Planungshorizonts und der dadurch bedingten nicht ausreichenden Wahrscheinlichkeit der Nutzung keine latenten Ertragsteueransprüche aktiviert beziehungsweise bestehende latente Ertragsteueransprüche wertberichtigt:
| Steuerliche Verlustvorträge | Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|---|
| Körperschaftsteuer/Corporation Tax/Federal Tax | 7.859 | 8.677 | - 9,4 | |
| Unbegrenzt vortragsfähig | 5.042 | 6.463 | - 22,0 | |
| Begrenzt vortragsfähig ¹ | 2.817 | 2.214 | 27,2 | |
| darunter: Verfall in der Folgeperiode | 436 | 12 | ||
| Gewerbesteuer/Lokale Steuer | 4.628 | 4.817 | - 3,9 | |
| Unbegrenzt vortragsfähig | 1.107 | 1.731 | - 36,1 | |
| Begrenzt vortragsfähig ¹ | 3.521 | 3.086 | 14,1 | |
| darunter: Verfall in der Folgeperiode | 6 | 6 | - 2,2 |
¹ Verfall zwanzig Jahre nach dem jeweiligen Entstehungszeitpunkt. Bei der Bilanzierung der tatsächlichen Ertragsteueransprüche wurde die Unsicherheit aufgrund von potenziellen steuerlichen Rechtsstreitigkeiten berücksichtigt. Daneben wurden für unbegrenzt vortragsfähige abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 145 Mio. Euro (Vorjahr: 215 Mio. Euro) keine latenten Steueransprüche gebildet. Latente Ertragsteueransprüche werden im Wesentlichen für den inländischen Organkreis, die mBank, die Filiale London und britische Tochtergesellschaften gebildet. Sie wurden im Zusammenhang mit folgenden Posten gebildet:
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|---|
| Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten | 286 | 746 | -61,6 | |
| Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten - Held for Trading | 6.704 | 3.263 | ||
| Übrige Finanzielle Vermögenswerte | 4.033 | 3.825 | 5,4 | |
| Rückstellungen (ohne Pensionsverpflichtungen) | 175 | 41 | ||
| Übrige Finanzielle Verbindlichkeiten | 129 | 222 | - 42,0 | |
| Pensionsverpflichtungen | 880 | 920 | -4,3 | |
| Übrige Bilanzposten | 3.885 | 4.211 | - 7,7 | |
| Steuerliche Verlustvorträge | 1.479 | 1.835 | - 19,4 | |
| Latente Ertragsteueransprüche brutto | 17.571 | 15.063 | 16,7 | |
| Saldierung mit Latenten Ertragsteuerschulden | - 14.448 | - 11.933 | 21,1 | |
| Gesamt | 3.123 | 3.130 | - 0,2 |
(50) Ertragsteuerschulden
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|---|
| Tatsächliche Ertragsteuerschulden | 826 | 549 | 50,4 | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Steuerbehörden aus Ertragsteuern | 129 | 14 | ||
| Rückstellungen für Ertragsteuern | 696 | 535 | 30,2 | |
| Latente Ertragsteuerschulden | 6 | 13 | -51,4 | |
| Erfolgswirksame Ertragsteuerschulden | 19 | 13 | 45,1 | |
| Erfolgsneutrale Ertragsteuerschulden | - | 13 | ||
| Gesamt | 832 | 562 | 48,1 |
Rückstellungen für Ertragsteuern sind potenzielle Steuerverpflichtungen, für die noch keine rechtskräftigen Steuerbescheide ergangen sind beziehungsweise für Risiken im Rahmen von Betriebsprüfungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Finanzämtern beinhalten Zahlungsverpflichtungen aus laufenden Ertragsteuern gegenüber inländischen und ausländischen Steuerbehörden. Passive latente Steuern stellen die potenziellen Ertragsteuerbelastungen aus temporären Unterschieden zwischen Wertansätzen der Vermögenswerte und Schulden in der Konzernbilanz nach IFRS und den Steuerwerten nach lokalen steuerrechtlichen Vorschriften der Konzernunternehmen dar. Sie wurden im Zusammenhang mit folgenden Posten gebildet:
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten - Held for Trading | 7.247 | 4.811 | 50,6 | |
| Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten | 366 | 234 | 56,1 | |
| Übrige Finanzielle Vermögenswerte | 94 | 336 | - 72,0 | |
| Übrige Finanzielle Verbindlichkeiten | 4.301 | 3.801 | 13,2 | |
| Übrige Bilanzposten | 2.446 | 2.763 | - 11,5 | |
| Latente Ertragsteuerschulden brutto | 14.454 | 11.946 | 21,0 | |
| Saldierung mit Latenten Ertragsteueransprüchen | - 14.448 | - 11.933 | 21,1 | |
| Gesamt | 6 | 13 | - 53,8 |
Sonstige Vermögenswerte und Sonstige Verbindlichkeiten
In diesen Posten werden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten dargestellt, die für sich allein betrachtet nicht von wesentlicher Bedeutung sind und nicht anderen Posten zugeordnet werden können.
(51) Sonstige Aktiva
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|---|
| Edelmetalle | 87 | 80 | 8,8 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 256 | 269 | - 5,0 | |
| Aktiviertes Planvermögen | 625 | 514 | 21,6 | |
| Übrige Aktiva | 1.469 | 1.281 | 14,7 | |
| Gesamt | 2.436 | 2.143 | 13,6 |
(52) Sonstige Passiva
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten für Filmfonds | 80 | 192 | - 58,2 | |
| Fremdkapital aus nicht beherrschenden Anteilen | 81 | 59 | 35,5 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 360 | 272 | 32,2 | |
| Leasingverbindlichkeiten | 1.708 | 1.933 | - 11,6 | |
| Übrige Passiva | 1.520 | 2.021 | - 24,8 | |
| Gesamt | 3.749 | 4.478 | - 16,3 |
(53) Sonstige Verpflichtungen
Einzahlungsverpflichtungen gegenüber konzernfremden und nicht konsolidierten Gesellschaften auf nicht voll eingezahlte Gesellschaftsanteile bestanden im laufenden Geschäftsjahr wie auch im Vorjahr in unwesentlicher Höhe. Nach § 5 Abs. 10 der Statuten des Einlagensicherungsfonds haben wir uns verpflichtet, den Bundesverband deutscher Banken e. V., Berlin, von Verlusten freizustellen, die diesem durch eine Hilfeleistung zugunsten von im Mehrheitsbesitz der Commerzbank stehenden Kreditinstituten entstehen. Für Verpflichtungen an Terminbörsen und bei Clearingstellen wurden Wertpapiere mit einem Buchwert von 18.108 Mio. Euro (Vorjahr: 10.978 Mio. Euro) als Sicherheit hinterlegt. Die Commerzbank Aktiengesellschaft hat sich gegenüber der polnischen Aufsicht (Polish Financial Supervision Authority) verpflichtet, zu gewährleisten, dass die Kapital- und Liquiditätsverhältnisse ihrer verbundenen Unternehmen mBank S.A., Warschau, und mBank Hipoteczny S.A., Warschau, sich so darstellen, dass diese ihre finanziellen Verpflichtungen erfüllen können. Die Commerzbank hat von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, einen Teil ihrer Verpflichtungen in Hinblick auf die Bankenabgabe von 41 Mio. Euro (Vorjahr: 33 Mio. Euro) und die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) in Form von unwiderruflichen Zahlungsverpflichtungen (IPCs) von 33 Mio. Euro (Vorjahr: 43 Mio. Euro) zu erbringen. Für diese Beträge wurden Barsicherheiten hinterlegt (siehe dazu auch Note 19). Der Ausweis der Barsicherheiten erfolgt in Note 51 Sonstige Aktiva.
Leasing
(54) Leasing
Konzern als Leasingnehmer - Nutzungsrechte
Mit Anwendung des IFRS 16 wird für Leasingverhältnisse ein Nutzungsrecht am Leasinggegenstand (Right of Use-Asset) sowie eine korrespondierende Leasingverbindlichkeit erfasst. Das Nutzungsrecht weisen wir als Teil des Anlagevermögens in den Sachanlagen (siehe Note 45) aus und schreiben es linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses ab. Die Abschreibungen des Nutzungsrechts weisen wir in den Verwaltungsaufwendungen aus (siehe Note 18). Vorhandene Verlängerungs-, Kündigungs- und Kaufoptionen werden berücksichtigt, sobald deren Ausübung als hinreichend sicher eingeschätzt wird. Etwa die Hälfte der Leasingverträge sind mit diesen Optionen belegt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Verlängerungsoptionen. Der Commerzbank-Konzern erwartet künftig keine nennenswerten Zahlungsmittelabflüsse, die bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit unberücksichtigt geblieben sind. Die Leasingverbindlichkeit passivieren wir in Höhe des Barwerts der künftig zu leistenden Leasingzahlungen in den Sonstigen Passiva (siehe Note 54). Im Zinsaufwand werden die Aufzinsungen der Leasingverbindlichkeiten ausgewiesen. Die Folgebewertung erfolgt unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Wir machen von der Möglichkeit Gebrauch, Leasingverhältnisse von geringem Wert ("low value") von der Bilanzierung auszunehmen und direkt im Aufwand zu erfassen. Im Geschäftsjahr 2022 betrug der Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse 0 Mio. Euro (Vorjahr: 0 Mio. Euro). Der Aufwand für geringwertige Leasingverhältnisse betrug 2 Mio. Euro (Vorjahr: 2 Mio. Euro). In den Leasingverbindlichkeiten nicht enthaltene variable Leasingzahlungen beliefen sich wie auch im Vorjahr auf 0 Mio. Euro, zudem wurden in der Berichtsperiode Erträge von 16 Mio. Euro (Vorjahr: 15 Mio. Euro) aus Unter-Leasingverträgen erfasst. Die gesamten Leasingzahlungen beliefen sich auf 333 Mio. Euro (Vorjahr 313 Mio. Euro).
Konzern als Leasinggeber
Ein Leasinggeschäft klassifizieren wir als Operating-Leasing-Verhältnis, wenn es nicht im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Leasingnehmer überträgt. Demgegenüber klassifizieren wir als Finanzierungs-Leasing solche Vertragsverhältnisse, in denen der Leasingnehmer alle wesentlichen Chancen und Risiken trägt. Maßgeblich für die Zuordnung der Chancen und Risiken ist grundsätzlich der Barwert der mit den Leasingverträgen verbundenen Cashflows. Sofern der Barwert zumindest der Investitionssumme des Leasingobjekts entspricht, erfolgt eine Klassifizierung als Finanzierungs-Leasing.
Operating Leasing
Die Commerzbank ist Leasinggeber im Zusammenhang mit Operating-Leasing-Verhältnissen. Zu den Leasingobjekten gehören insbesondere technische Anlagen und Maschinen, Immobilien sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung (zum Beispiel Ausrüstungsgegenstände und Kraftfahrzeuge). In den Leasingverträgen sind keine bedingten Leasingraten vereinbart. Aus den gewährten Operating-Leasing-Verhältnissen werden dem Commerzbank-Konzern in den folgenden Jahren folgende Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Verträgen zufließen:
| Fälligkeit | Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|---|
| in bis zu einem Jahr | 103 | 129 | |
| in einem bis fünf Jahren | 212 | 278 | |
| in mehr als fünf Jahren | 40 | 60 | |
| Gesamt | 355 | 467 |
Angaben als Leasinggeber - Finanzierungsleasing
Die Commerzbank ist Leasinggeber im Zusammenhang mit Finanzierungs-Leasing-Verhältnissen. Diese Leasingverträge umfassen zum Stichtag insbesondere technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung (zum Beispiel Kraftfahrzeuge und Büromaschinen) und in geringem Umfang vermietete Immobilien. Das Verhältnis zwischen Bruttoinvestitionen und Barwert der Mindestleasingzahlungen stellte sich wie folgt dar:
| Mio. |
| :--- |# (55) Rückstellungen
| € 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|
| Ausstehende Leasingzahlungen | 5.354 | 6.194 |
| + Garantierte Restwerte | 730 | 135 |
| = Mindestleasingzahlungen | 6.084 | 6.329 |
| + Nicht garantierte Restwerte | - | - |
| = Bruttoinvestitionen | 6.084 | 6.329 |
| darunter: aus Sale-and-Lease-back-Transaktionen | - | - |
| Nicht realisierter Finanzertrag | 448 | 261 |
| = Nettoinvestitionen | 5.637 | 6.068 |
| - Barwert der nicht garantierten Restwerte | - | - |
| = Barwert der Mindestleasingzahlungen | 5.637 | 6.068 |
| darunter: aus Sale-and-Lease-back-Transaktionen | - | - |
Die Mindestleasingzahlungen umfassen die vom Leasingnehmer insgesamt aus dem Leasingvertrag zu zahlenden Leasingraten zuzüglich des garantierten Restwertes. Der nicht garantierte Restwert wird zu Beginn des Leasingverhältnisses geschätzt und regelmäßig zum Stichtag überprüft. Der unrealisierte Finanzertrag entspricht der impliziten Verzinsung des Leasingverhältnisses zwischen Stichtag und Vertragsende.
Die Fristigkeiten der Bruttoinvestitionen und der Barwerte der Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Finanzierungs-Leasing-Verhältnissen gliederten sich folgendermaßen:
| Restlaufzeiten zum 31.12. | Bruttoinvestitionen Mio. € | Barwert der Mindestleasingzahlungen Mio. € | ||
|---|---|---|---|---|
| 2022 | 2021 | 2022 | 2021 | |
| von bis zu einem Jahr | 2.093 | 2.253 | 1.893 | 2.138 |
| von einem bis zu fünf Jahren | 3.719 | 3.789 | 3.480 | 3.652 |
| von mehr als fünf Jahren | 273 | 286 | 263 | 278 |
| Gesamt | 6.084 | 6.329 | 5.637 | 6.068 |
Finanzerträge auf die Nettoinvestition in das Leasingverhältnis von 237 Mio. Euro (Vorjahr: 148 Mio. Euro) haben wir in den Zinserträgen vereinnahmt. In der Berichtsperiode wurden keine Erträge aus variablen Leasingzahlungen vereinnahmt. Forderungen aus Leasingverträgen sind in der Risikosteuerung innerhalb des konzernweiten Risikomanagements enthalten.
Rückstellungen und Leistungen an Arbeitnehmer
Eine Rückstellung ist anzusetzen, wenn zum Bilanzstichtag aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung entstand, der Abfluss von Ressourcen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Rückstellungen bilden wir daher für ungewisse Schulden gegenüber Dritten und für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in Höhe der zu erwartenden Inanspruchnahmen. Der für eine Rückstellung angesetzte Betrag stellt die bestmögliche Schätzung der Ausgabe dar, die zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Abschlussstichtag erforderlich ist. Risiken und Unsicherheiten (unter anderem bezüglich der tatsächlichen Höhe der Kosten zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme sowie möglicher Kostensteigerungen bei längerfristigen Rückstellungen) sind bei der Schätzung berücksichtigt. Langfristige Rückstellungen sind mit ihrem Barwert angesetzt.
Die Zuführung zu den unterschiedlichen Rückstellungsarten erfolgt über verschiedene Posten der Gewinn-und-Verlust-Rechnung. Rückstellungen im Kreditgeschäft werden den Risikovorsorgeaufwendungen und Restrukturierungsrückstellungen den Restrukturierungsaufwendungen belastet. Die übrigen Rückstellungen werden grundsätzlich zulasten der Verwaltungsaufwendungen gebildet und zugunsten des Sonstigen Ergebnisses aufgelöst.
Die Gesellschaften des Commerzbank-Konzerns sind sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern an Gerichts- und Schiedsgerichtsverfahren (Prozesse) sowie außergerichtlichen und aufsichtsbehördlichen Verfahren (Regresse) als Beklagte, Kläger oder in anderer Weise beteiligt. Ferner können auch Rechtsstreitigkeiten, an denen die Commerzbank oder ihre Tochtergesellschaften nicht unmittelbar beteiligt sind, wegen ihrer grundsätzlichen Bedeutung für die Kreditwirtschaft Auswirkungen auf den Konzern haben.
Der Konzern bildet angemessene Rückstellungen für Prozesse und Regresse zulasten des Sonstigen Ergebnisses, wenn ein Verlust wahrscheinlich und die Höhe der Verpflichtung hinreichend genau bestimmbar ist. Regressrückstellungen betreffen unter anderem Rückerstattungen von unwirksamen Bearbeitungsentgelten bei Verbraucherkrediten oder mögliche Ansprüche aus der Falschberatung von Kunden. Bei Prozessrückstellungen wird danach unterschieden, ob eine Gesellschaft des Konzerns Klägerin (Aktivprozess) oder Beklagte (Passivprozess) ist. Bei Aktivprozessen werden grundsätzlich die Anwalts-, Gerichts- und Nebenkosten zurückgestellt, wobei hier Landesspezifika berücksichtigt werden. Bei Passivprozessen werden darüber hinaus Rückstellungen gebildet, wenn der Abfluss von Ressourcen wahrscheinlich ist.
Die endgültigen Verbindlichkeiten des Konzerns können jedoch von den gebildeten Rückstellungen abweichen, da für eine Beurteilung der Wahrscheinlichkeit und die Bezifferung von ungewissen Verbindlichkeiten aus solchen rechtlichen Verfahren in großem Umfang Wertungen und Einschätzungen erforderlich sind, die sich im weiteren Verlauf des jeweiligen Verfahrens als nicht zutreffend erweisen können. Rechtsrisiken, für die keine Rückstellungen gebildet wurden, werden als Eventualverbindlichkeiten ausgewiesen (siehe Note 57).
Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden dann angesetzt, wenn der Commerzbank-Konzern einen detaillierten formellen Plan für die Restrukturierungsmaßnahmen besitzt und bereits begonnen hat, diesen zu verwirklichen, oder die wesentlichen Details der Restrukturierung bekannt gemacht hat. Der detaillierte Plan umfasst die betroffenen Geschäftsbereiche, die wichtigsten betroffenen Standorte, die ungefähre Anzahl der Mitarbeiter, deren Stellen im Rahmen der Restrukturierungsmaßnahmen betroffen sind, die damit verbundenen Kosten und den Zeitraum, in dem die Restrukturierungsmaßnahme durchgeführt werden soll. Der detaillierte Plan muss in einer Art und Weise kommuniziert worden sein, dass die Betroffenen mit seiner Verwirklichung rechnen können.
Der Posten Restrukturierungsaufwendungen in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung kann weitere im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen stehende Aufwendungen enthalten, die unmittelbar angefallen und nicht in der Restrukturierungsrückstellung enthalten sind.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung gebildet. Diese setzt sich aus Versorgungszusagen zusammen, denen sowohl leistungs- als auch beitragsorientierte Pensionspläne zugrunde liegen. Leistungsorientierte Pensionspläne bestehen für Verpflichtungen aus Versorgungsanwartschaften und laufenden Leistungen aufgrund einer unmittelbaren Versorgungszusage der Commerzbank, bei der überwiegend die Höhe der Versorgungsleistung festgelegt und von Faktoren wie Alter, Vergütung und Betriebszugehörigkeit abhängig ist. Für diese Pläne werden Rückstellungen gebildet. Die Beiträge für beitragsorientierte Pensionspläne werden direkt in den Personalaufwendungen erfasst.
| Mio. € | |||
|---|---|---|---|
| 2022 | 2021 | Veränd. in % | |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 520 | 255 | . |
| Sonstige Rückstellungen | 2.997 | 3.497 | - 14,3 |
| Gesamt | 3.517 | 3.752 | - 6,3 |
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen setzen sich aus Rückstellungen für Anwartschaften aktiver und ausgeschiedener Mitarbeiter sowie Pensionsansprüche der Pensionäre von 52 Mio. Euro (Vorjahr: 61 Mio. Euro), Rückstellungen für Altersteilzeit von 93 Mio. Euro (Vorjahr: 143 Mio. Euro) und Rückstellungen für Vorruhestand von 375 Mio. Euro (Vorjahr: 52 Mio. Euro) zusammen.
Die Zins- und Verwaltungsaufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung setzen sich insgesamt aus folgenden Komponenten zusammen:
| Mio. € | |||
|---|---|---|---|
| 2022 | 2021 | Veränd. in % | |
| Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne | 60 | 64 | - 6,8 |
| Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne | 73 | 81 | - 9,3 |
| Andere Altersversorgung (Altersteilzeit und Vorruhestand) | 92 | 74 | 24,9 |
| Sonstige pensionsnahe Aufwendungen | 11 | 12 | - 8,5 |
| Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung | 236 | 231 | 2,4 |
a) Leistungsorientierte Pläne
Die Pensionsverpflichtungen, pensionsähnlichen Verpflichtungen (Altersteilzeit, Vorruhestand) und Verpflichtungen für Jubiläen sowie die Pensionsaufwendungen für leistungsorientierte Pläne werden jährlich von unabhängigen Aktuaren nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Die zugrundeliegenden versicherungsmathematischen Parameter richten sich dabei nach den Verhältnissen des Landes, in dem der Pensionsplan begründet wurde. Die Aktuare beziehen neben biometrischen Annahmen, den Heubeck-Richttafeln 2018 G im Inland und länderspezifischen Tafeln im Ausland insbesondere einen aktuellen Abzinsungssatz auf Basis der Renditen für langfristige und hochwertige Unternehmensanleihen sowie künftig zu erwartende Rentensteigerungsraten in die Berechnung mit ein.
Die erwarteten Rentenanpassungen wurden 2022 auf 2,4 % p.a. (Vorjahr: 2,0 % p.a.) angehoben. Durch die Anhebung der erwarteten Rentenanpassungen entstand ein einmaliger negativer Effekt von rund 371 Mio. Euro vor Steuern, der erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst wurde. Die künftige Gehaltsentwicklung hat aufgrund der Struktur der jeweiligen Pensionspläne sowohl im Inland als auch im Ausland keinen wesentlichen Einfluss auf die Höhe der Pensionsverpflichtung, so dass auf eine Angabe des Parameters sowie der zugehörigen Sensitivitäten aus Wesentlichkeitsgründen verzichtet wird.
Für die inländischen Pensionsverpflichtungen wird der Abzinsungsfaktor anhand eines Commerzbank eigenen Modells bestimmt, der aus fristenkongruenten Euro-Zins-Swap-Sätzen, adjustiert um einen Spread-Aufschlag hochwertiger Unternehmensanleihen, abgeleitet wird. Die Ermittlung der Parameter außerhalb Deutschlands erfolgt auf der Basis gewichteter Durchschnitte unter Berücksichtigung der jeweils relevanten Pensionspläne.# Parameter der Pensionspläne in Deutschland für die Ermittlung der Pensionsverpflichtung am Jahresende
| Parameter der Pensionspläne in Deutschland für die Ermittlung der Pensionsverpflichtung am Jahresende | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|
| Diskontierungszinssatz | 4,0 | 1,4 |
| Erwartete Rentenanpassung | 2,4 | 2,0 |
Parameter der Pensionspläne in Deutschland für die Ermittlung der Pensionsaufwendungen im Geschäftsjahr
| Parameter der Pensionspläne in Deutschland für die Ermittlung der Pensionsaufwendungen im Geschäftsjahr | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|
| Diskontierungszinssatz | 1,4 | 0,5 |
| Erwartete Rentenanpassung | 2,0 | 1,4 |
(Gewichtete) Parameter der Pensionspläne außerhalb Deutschlands für die Ermittlung der Pensionsverpflichtung am Jahresende
| (Gewichtete) Parameter der Pensionspläne außerhalb Deutschlands für die Ermittlung der Pensionsverpflichtung am Jahresende | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|
| Diskontierungszinssatz | 4,8 | 2,0 |
| Erwartete Rentenanpassung | 2,8 | 2,7 |
(Gewichtete) Parameter der Pensionspläne außerhalb Deutschlands für die Ermittlung der Pensionsaufwendungen im Geschäftsjahr
| (Gewichtete) Parameter der Pensionspläne außerhalb Deutschlands für die Ermittlung der Pensionsaufwendungen im Geschäftsjahr | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|
| Diskontierungszinssatz | 2,0 | 1,3 |
| Erwartete Rentenanpassung | 2,7 | 2,8 |
Für versorgungsberechtigte Mitarbeiter, die bis zum 31. Dezember 2004 in die Dienste der Commerzbank Aktiengesellschaft oder einiger anderer konsolidierter Gesellschaften eingetreten sind, richten sich die unmittelbaren Versorgungsansprüche überwiegend nach den Regelungen des Commerzbank-Bausteinplans zur betrieblichen Altersvorsorge (CBA). Die Leistungen nach dem CBA setzen sich der Höhe nach aus einem Initialbaustein für die Zeit bis zum 31. Dezember 2004 und aus einem Versorgungsbaustein - gegebenenfalls zuzüglich eines Dynamikbausteins - für jedes beitragsfähige Kalenderjahr ab dem Jahr 2005 zusammen; sie sind als lebenslange Rente mit Kapitalwahlrecht ausgestaltet. Die Inanspruchnahme des Kapitalwahlrechtes wird bei der versicherungsmathematischen Bewertung entsprechend berücksichtigt.
Seit dem 1. Januar 2005 eingetretene Mitarbeiter erhalten eine Zusage nach dem Commerzbank-Kapitalplan zur betrieblichen Altersvorsorge (CKA). Der CKA sieht eine garantierte Mindestleistung nach dem Bausteinprinzip vor, eröffnet aber zusätzliche Chancen auf höhere Versorgungsleistungen aus der Anlage von Vermögenswerten in Investmentfonds.
Die unmittelbare betriebliche Altersversorgung für die Mitarbeiter der ehemaligen Dresdner Bank Aktiengesellschaft wird seit dem 1. Januar 2010 ebenfalls nach den Regelungen des Commerzbank-Bausteinplans zur betrieblichen Altersvorsorge (CBA) durchgeführt.
Darüber hinaus bestehen leistungsorientierte Versorgungspläne bei ausländischen Tochtergesellschaften und Niederlassungen, vornehmlich in Großbritannien und den USA. Neben der betrieblichen Altersversorgung gibt es in Großbritannien einen intern finanzierten Gesundheitsfürsorgeplan, nach dem den Berechtigten in der Rentenphase medizinische Aufwendungen erstattet werden. Die daraus resultierenden Verpflichtungen sind gemäß IAS 19 nach den Regeln für leistungsorientierte Pensionspläne zu bilanzieren.
Zur Erfüllung der unmittelbaren Versorgungsverpflichtungen in Deutschland wurden im Rahmen eines Contractual Trust Arrangements (CTA) Deckungsmittel an einen rechtlich unabhängigen Treuhänder, den Commerzbank Pension-Trust e. V. (CPT), übertragen. Das vom CPT gehaltene Treuhandvermögen sowie entsprechende Deckungsmittel für Pensionsverpflichtungen bei Auslandseinheiten sind als Planvermögen im Sinne von IAS 19.8 qualifiziert. Die zwischen dem CPT und der Commerzbank Aktiengesellschaft sowie weiteren inländischen Konzerngesellschaften abgeschlossenen Treuhandverträge begründen zugleich eine Insolvenzsicherung der mit Planvermögen unterlegten unmittelbaren betrieblichen Versorgungszusagen. Die Insolvenzsicherung umfasst alle unverfallbaren Versorgungsanwartschaften aktiver und ausgeschiedener Mitarbeiter sowie alle laufenden Leistungen für Pensionäre. Sie erstreckt sich auch auf diejenigen Teile der Versorgungsanwartschaften beziehungsweise -leistungen, die jenseits der Einstandspflicht des Pensions-Sicherungs-Vereins (PSV) liegen.
Die Treuhandverträge sehen keine Dotierungspflicht der Treugebergesellschaften vor. Das Planvermögen muss jedoch zu jeder Zeit die nicht vom PSV gesicherten Ansprüche decken. Die Gesellschaften können nur bis zu dieser Untergrenze Rückübertragungen aus dem Planvermögen zur Erstattung von erbrachten Versorgungsleistungen verlangen.
Die Anlagerichtlinien für das Planvermögen in Deutschland werden gemeinsam vom Vorstand der Commerzbank Aktiengesellschaft und dem CPT festgelegt. Für deren Ausgestaltung gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. Die Anlagensteuerung erfolgt über das Executive Pension Committee (EPC), das im Rahmen des Asset-Liability-Managements einen Liability-Driven-Investment-(LDI)-Ansatz verfolgt und auch die Grundlagen für die Bestimmung der versicherungsmathematischen Annahmen entwickelt. Hauptziel der verfolgten Anlagestrategie ist eine Nachbildung der zukünftigen Cashflows (Pensionsverpflichtungen) mithilfe von derivativen Finanzinstrumenten (Zins, Inflation und Credit Spread) zur Reduzierung der Risiken, die sich unmittelbar aus der zukünftigen Entwicklung der Pensionsverpflichtungen ergeben. Neben den gewöhnlichen Pensionsplanrisiken wie beispielsweise Inflationsrisiken und biometrischen Risiken liegen in der Commerzbank keine erkennbaren ungewöhnlichen Risiken vor. Das Portfolio des Planvermögens ist breit gestreut und setzt sich im Wesentlichen aus festverzinslichen Wertpapieren und Aktien sowie alternativen Anlageinstrumenten zusammen.
Die Pensionspläne außerhalb Deutschlands haben eigene und vom CPT unabhängige Trust-Strukturen. In Summe stellen sie aktuell etwa 4 % der gesamten Pensionsverpflichtungen im Konzern dar. Das EPC ist als Steuerungsgremium auch für die Planvermögen der ausländischen Pensionspläne zuständig. Außerhalb Deutschlands gelten zudem noch jeweils nationale Regelungen. Grundsätzlich wird aber auch hier ein LDI-Ansatz verfolgt. Den größten Anteil der Pensionsverpflichtungen außerhalb Deutschlands stellen die Einheiten in London (rund 39 %), New York und Amsterdam, die zusammen rund 81 % ausmachen. Größtenteils handelt es sich um mit entsprechenden Planvermögen unterlegte leistungsorientierte Pensionspläne. Teilweise und in geringem Umfang bestehen außerhalb Deutschlands auch Pensionsverpflichtungen, denen kein Planvermögen gegenübersteht.
In der Bilanz ist die Nettoschuld (beziehungsweise der Nettovermögenswert) anzusetzen, die sich aus dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen abzüglich des Zeitwertes des Planvermögens, gegebenenfalls unter Berücksichtigung der Regelungen zur Vermögensobergrenze, ergibt. Die in den Personalaufwendungen und im Zinsüberschuss zu erfassenden Aufwendungen für leistungsorientierte Pläne setzen sich aus dem Dienstzeitaufwand und den Nettozinsaufwendungen beziehungsweise -erträgen zusammen. Der Dienstzeitaufwand umfasst den laufenden Dienstzeitaufwand, welcher die von den Anwärtern im Geschäftsjahr verdienten Ansprüche repräsentiert, sowie den nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand beziehungsweise -ertrag. Im Geschäftsjahr 2021 beruhte dieser auf einer Plankürzung bei den bestehenden Pensionsverpflichtungen im Inland, welche aus im Rahmen des Sozialplanes durchgeführten Personalabbaumaßnahmen resultierte. Nettozinsaufwendungen/-erträge berechnen sich aus der Zinsdifferenz zwischen dem Barwert der Verpflichtung und dem Fair Value des Planvermögens. Für die Berechnung des Verpflichtungsumfangs auf die leistungsorientierte Nettoverbindlichkeit beziehungsweise das Nettovermögen wird der Diskontierungszinssatz herangezogen. Der Unterschied aufgrund der Neubewertung der Verpflichtung zum Bilanzstichtag im Vergleich zu dem am Jahresanfang prognostizierten Wert wird als versicherungsmathematischer Gewinn oder Verlust bezeichnet. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden ebenso wie der Ertrag aus dem Planvermögen (mit Ausnahme der Beträge, die in den Nettozinsaufwendungen/-erträgen enthalten sind) unmittelbar im Eigenkapital in den Gewinnrücklagen erfasst und in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen.
Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtung
| Pensionsverpflichtungen | Planvermögen | Nettoschuld | |
|---|---|---|---|
| Mio. € | 2022 | 2021 | 2022 |
| Stand zum 1.1. des Jahres | 9.119 | 11.129 | - 9.572 |
| Dienstzeitaufwand | 67 | 86 | 1 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | - 0 | - 23 | - |
| Plankürzungen/Abgeltungen | - | - | - |
| Zinsaufwand/-ertrag | 128 | 65 | - 135 |
| Neubewertung | - 2.702 | - 903 | 2.561 |
| Ertrag/Verlust aus Planvermögen ohne bereits in den Nettozinsaufwendungen/-erträgen erfasste Beträge | - | - | 2.561 |
| Erfahrungsbedingte Anpassungen | - 87 | - 10 | - |
| Anpassungen der finanziellen Annahmen | - 2.599 | - 897 | - |
| Anpassungen der demografischen Annahmen | - 16 | 3 | - |
| Pensionsleistungen | - 299 | - 332 | 274 |
| Gezahlte Beträge in Verbindung mit Abgeltungen | - 0 | - 992 | 0 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - | - | - |
| Wechselkursänderungen | - 5 | 87 | 11 |
| Arbeitgeberbeiträge | - | - | 20 |
| Arbeitnehmerbeiträge | 0 | 2 | - 0 |
| Umbuchungen/Sonstige Veränderungen | 0 | - 0 | - 0 |
| Stand zum 31.12. des Jahres | 6.308 | 9.119 | - 6.880 |
davon: Pensionsrückstellung
| | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| | 52 | 61 |
davon: Aktiviertes Planvermögen
| | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| | - 625 | - 514 |
Für das Jahr 2023 erwarten wir für leistungsorientierte Pensionspläne Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen von 12 Mio. Euro sowie Pensionsleistungen von 287 Mio. Euro. In der Commerzbank ergeben sich keine Effekte aufgrund der Begrenzung des Vermögenswertes (sogenanntes Asset Ceiling), sodass die Nettoschuld mit dem Finanzierungsstatus gleichzusetzen ist.
Pensionsverpflichtungen nach Regionen
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|
| Deutschland | 6.072 | 8.768 |
| Großbritannien | 92 | 178 |
| Amerika | 73 | 85 |
| Sonstige | 71 | 87 |
| Gesamt | 6.308 | 9.119 |
Die im Folgenden dargestellte Sensitivitätsanalyse berücksichtigt jeweils die Änderungen einer Annahme, wobei die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert bleiben, das heißt mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen werden dabei nicht berücksichtigt.Bei der Ermittlung der Auswirkungen der Annahmeänderungen auf den Barwert der Pensionsverpflichtungen wurden die gleichen Methoden -insbesondere das Anwartschaftsbarwertverfahren (Project Unit Credit Method) - verwendet wie bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen zum Jahresende. Eine Änderung der entsprechenden Annahmen zum 31. Dezember 2022 würde sich wie folgt auf die Verpflichtung auswirken:
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|
| Zinssensitivität | ||
| Diskontierungszinssatz + 50 Basispunkte | - 389 | - 722 |
| Diskontierungszinssatz - 50 Basispunkte | 436 | 830 |
| Rentenanpassungssensitivität | ||
| Rentenanpassung + 50 Basispunkte | 288 | 499 |
| Rentenanpassung - 50 Basispunkte | - 265 | - 457 |
| Sensitivität bei Anpassung der Sterbewahrscheinlichkeit (Lebenserwartung) | ||
| Reduzierung der Sterbewahrscheinlichkeit um 10 % | 1 | 199 |
| 351 |
1 Die Reduzierung der Sterbewahrscheinlichkeit für jedes Alter um 10 % führt zu einer im Durchschnitt um etwa ein Jahr erhöhten Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren.
Die Zusammensetzung des Planvermögens stellte sich wie folgt dar:
| 2022 | 2021 | |
|---|---|---|
| Aktiver Markt | Inaktiver Markt | |
| Festverzinsliche Wertpapiere/Rentenfonds | 52,7 | 21,2 |
| Aktien/Aktienfonds | 7,6 | 1,9 |
| Sonstige Fondsanteile | 0,3 | 0,1 |
| Liquide Mittel | 3,4 | - |
| Asset-backed Securities | 1,0 | 5,8 |
| Derivate | 3,7 | 1,3 |
| Sonstige | - | 0,1 |
| 0,8 |
Per 31. Dezember 2022 sind im Planvermögen weder materielle Beträge von vom Konzern emittierten Wertpapieren noch sonstige Forderungen gegen den Konzern enthalten. Ebenso sind keine vom Konzern genutzten Immobilienwerte enthalten.
Die gewichtete durchschnittliche Bindungsdauer der Pensionsverpflichtungen liegt bei 13,6 Jahren (Vorjahr: 17,2 Jahre).
Die erwarteten Fälligkeiten der undiskontierten Pensionsverpflichtungen stellen sich wie folgt dar:
| 2023 | 2024 | 2025 | 2026 | 2027 | 2028-2032 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Zu erwartende Rentenzahlung | 299 | 314 | 313 | 317 | 328 | 1.734 |
b) Beitragsorientierte Pläne
Die Commerzbank ist zusammen mit anderen Finanzinstituten in Deutschland Mitgliedsunternehmen des BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes a. G. (BVV), welcher Altersvorsorgeleistungen an berechtigte Mitarbeiter in Deutschland leistet. Die Beiträge an den BVV werden sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Arbeitnehmer regelmäßig geleistet. Von der Commerzbank geleistete Beiträge werden in den Personalaufwendungen erfasst. Die Tarife des BVV sehen feste Rentenzahlungen mit Überschussbeteiligungen vor. Diese Pläne werden wie beitragsorientierte Pläne behandelt, da uns keine ausreichenden Informationen über unseren Anteil an der gesamten leistungsorientierten Verpflichtung des jeweiligen BVV-Plans sowie des auf uns entfallenden Anteils am jeweiligen Planvermögen zur Verfügung stehen. Für den BVV gilt die Subsidiärhaftung des Arbeitgebers in Bezug auf die betriebliche Altersvorsorge der eigenen Mitarbeiter. Auch durch die zusätzliche Verpflichtung, Anpassungen zum Ausgleich der Inflation zugunsten der Leistungsberechtigten vorzunehmen, kann ein Anstieg der Pensionsleistungen entstehen. Darüber hinaus ist der BVV berechtigt, weitere Beiträge von den Mitgliedsunternehmen zu verlangen, sollte die wirtschaftliche Lage des BVV dies erforderlich machen. Rückstellungen für die über den BVV erbrachten Leistungen waren weder im laufenden Geschäftsjahr noch in den Vorjahren zu bilden, da eine Inanspruchnahme aus dieser gesetzlichen Haftung als unwahrscheinlich angesehen wird. Darüber hinaus bestehen beitragsorientierte Versorgungspläne bei ausländischen Tochtergesellschaften und Niederlassungen, vornehmlich in Großbritannien und den USA. Von den Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne entfielen 62 Mio. Euro (Vorjahr: 69 Mio. Euro) auf Zahlungen an den BVV. Für 2023 wird ein Betrag in gleicher Größenordnung erwartet.
Sonstige Rückstellungen
a) Rückstellungen für außerbilanzielles Kreditgeschäft und Finanzgarantien
Für die Grundsätze, nach denen wir die Rückstellungen für das außerbilanzielle Kreditgeschäft und Finanzgarantien bilden, verweisen wir auf Notes 31 bis 34 Kreditrisiken und Kreditverluste.
b) Übrige Rückstellungen
Die Übrigen Rückstellungen haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
| Mio. € | Stand 1.1.2022 | Zuführungen | Verbrauch | Auflösungen | Aufzinsung | Umbuchung/ Veränderung Konsolidierungskreis/ Sonstiges |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Personalbereich | 612 | 413 | 304 | 67 | - | 0 |
| Restrukturierungsmaßnahmen | 1.419 | 48 | 378 | 22 | - 32 | - 201 |
| Prozesse und Regresse | 449 | 135 | 133 | 61 | - 6 | 44 |
| Übrige | 459 | 255 | 213 | 35 | - 1 | 3 |
| Gesamt | 2.940 | 851 | 1.028 | 185 | - 39 | - 155 |
| Mio. € | Stand 31.12.2022 |
|---|---|
| Personalbereich | 653 |
| Restrukturierungsmaßnahmen | 834 |
| Prozesse und Regresse | 429 |
| Übrige | 469 |
| Gesamt | 2.384 |
| Mio. € | Stand 1.1.2021 | Zuführungen | Verbrauch | Auflösungen | Aufzinsung | Umbuchung/ Veränderung Konsolidierungskreis/ Sonstiges |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Personalbereich | 488 | 342 | 200 | 18 | - | 0 |
| Restrukturierungsmaßnahmen | 1.021 | 1.008 | 315 | 3 | 0 | - 293 |
| Prozesse und Regresse | 196 | 334 | 53 | 12 | 0 | - 17 |
| Übrige | 402 | 236 | 154 | 30 | 0 | 5 |
| Gesamt | 2.107 | 1.920 | 722 | 62 | 0 | - 303 |
| Mio. € | Stand 31.12.2021 |
|---|---|
| Personalbereich | 612 |
| Restrukturierungsmaßnahmen | 1.419 |
| Prozesse und Regresse | 449 |
| Übrige | 459 |
| Gesamt | 2.940 |
Die Rückstellungen für den Personalbereich sind überwiegend kurzfristiger Natur, umfassen unter anderem aber auch Jubiläumsrückstellungen, die aufgrund ihres Charakters langfristig sind und in nachfolgenden Perioden sukzessive verbraucht werden. Daneben sind auch Rückstellungen für die langfristige Barkomponente des Commerzbank-Incentive-Plans (CIP) enthalten, die nach Ablauf des dreijährigen Zurückbehaltungszeitraums verbraucht werden. Die unter Übrige ausgewiesenen Rückstellungen weisen im Wesentlichen eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf. Die Restrukturierungsrückstellungen entfallen vorwiegend auf den Personal- sowie in geringerem Umfang auch auf den Immobilienbereich. Die Zuführungen im Berichtsjahr 2021 erfolgten im Zusammenhang mit der Strategie 2024, die unter anderem einen Stellenabbau im In- und Ausland bis 2024, eine Reduktion des inländischen Filialnetzes sowie die Schließung von Standorten beziehungsweise Tätigkeitsverlagerungen ins Ausland vorsieht.
Rechtsstreitigkeiten
Bei rechtlichen Verfahren oder möglichen Regressansprüchen Dritter, für die Rückstellungen zu bilden sind und die in den Sonstigen Rückstellungen unter Prozesse und Regresse ausgewiesen sind, kann zum Zeitpunkt der Rückstellungsbildung weder die Dauer des Verfahrens noch die Höhe der Inanspruchnahme abschließend vorhergesagt werden. Die jeweils gebildete Rückstellung deckt den nach unserer Einschätzung zum Bilanzstichtag zu erwartendem Aufwand ab.
- Die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften sind in einer Vielzahl von Jurisdiktionen mit zum Teil unterschiedlichen rechtlichen und regulatorischen Anforderungen tätig. In der Vergangenheit wurden in einzelnen Fällen Verstöße gegen rechtliche und regulatorische Bestimmungen festgestellt und von staatlichen Behörden und Institutionen verfolgt. Einige Konzerngesellschaften sind auch zurzeit in eine Reihe solcher Verfahren involviert.
- Die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften sind insbesondere im Segment Privat- und Unternehmerkunden im Bereich der Anlageberatung tätig. Die vom Gesetzgeber und von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen an eine objekt- und anlegergerechte Anlageberatung haben sich insbesondere in den vergangenen Jahren erheblich verschärft. Die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften waren und sind deshalb in eine Reihe von - auch gerichtlichen - Auseinandersetzungen involviert, in denen Anleger eine angeblich mangelhafte Anlageberatung geltend machen und Schadensersatz verlangen oder die Rückabwicklung der Anlagen im Zusammenhang mit fehlenden Angaben zu Vertriebsprovisionen (unter anderem für geschlossene Fonds) fordern.
- Die Commerzbank sieht sich Klagen von Verbrauchern zum Thema "Widerrufsjoker" ausgesetzt. Nachdem der Gesetzgeber für im Zeitraum von 2002 bis 2010 abgeschlossene Darlehensverträge eine Regelung eingeführt hat, wonach ein etwaiges Widerrufsrecht spätestens am 21. Juni 2016 erlischt, haben zahlreiche Darlehensnehmer den Widerruf erklärt mit der Behauptung, die ihnen anlässlich des Vertragsabschlusses erteilte Widerrufsbelehrung sei fehlerhaft gewesen. Ein Teil der Kunden hat nach Zurückweisung des Widerrufs durch die Bank Klage erhoben mit dem Ziel, die Darlehen vor Ablauf der vereinbarten Zinsbindung sofort zurückzuzahlen, ohne der Bank den durch die vorzeitige Rückzahlung entstehenden Schaden ersetzen zu müssen. Auch bei nach 2010 abgeschlossenen Verträgen wird versucht, mithilfe des Widerrufsjokers vorzeitig aus den Verträgen auszusteigen. Die Bank tritt den Klagen entgegen. Von einer Einzeldarstellung der Rückstellungsbeträge wird abgesehen, um den Ausgang der Verfahren nicht zu beeinflussen. Mit Urteil vom 26. März 2020 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass ein in der (gesetzlichen) Musterwiderrufsinformation für Verbraucherdarlehensverträge enthaltener Verweis auf andere gesetzliche Vorschriften für den Verbraucher unklar sei und darin einen Verstoß gegen die Vorgaben der europäischen Verbraucherkreditrichtlinie gesehen. Die Bank hat in ihren Verbraucherdarlehensverträgen das gesetzliche Muster verwendet, welches der Bundesgerichtshof (BGH) bereits in mehreren Beschlüssen als ordnungsgemäß angesehen hat. Der BGH hat dies überzeugend damit begründet, dass die deutschen Gerichte sich nicht über eine nach Wortlaut und Sinn eindeutige nationale Norm hinwegsetzen können. Der BGH hat seine bisherige Auffassung unter anderem mit Beschluss vom 31. März 2020 bestätigt. Aufgrund dessen sieht sich die Bank durch die Entscheidung des EuGH für den aktuellen Bestand der Verbraucherdarlehen keinen erhöhten Risiken ausgesetzt.
- Eine Tochtergesellschaft der Commerzbank war an einer mittlerweile in der Insolvenz befindlichen südamerikanischen Bank beteiligt.# 10-K Filing - Commerzbank AG
Item 8. Financial Statements and Supplementary Data
Notes to the Consolidated Financial Statements
Contingent Liabilities and Legal Proceedings
A number of investors and creditors of this bank have initiated legal proceedings in Uruguay and Argentina against the subsidiary and, in some cases, against Commerzbank itself. They allege liability as shareholders and breach of duty by individuals nominated by the subsidiary to the supervisory board of the banks. Furthermore, the subsidiary was involved in two funds that raised capital and were managed by third parties. The liquidators of these funds are seeking repayment in a U.S. court of funds received by the subsidiary from the funds. A separate disclosure of the provision amounts is omitted to avoid influencing the outcome of these proceedings.
A subsidiary of Commerzbank was sued in May 2014 by a customer seeking damages for alleged misadvisement and deception in connection with derivative transactions. The subsidiary contests the claim. The provision amount is not disclosed to avoid influencing the outcome of the proceedings.
In May 2017, a Polish court allowed a class action lawsuit against a subsidiary of Commerzbank concerning the alleged invalidity of index clauses in Swiss franc (CHF) loan agreements. A total of 1,731 plaintiffs have joined the class action. The plaintiffs have appealed the first-instance court's judgment rejecting their claims. Independently, numerous borrowers are pursuing claims on the same grounds through individual lawsuits. In addition to the class action, as of December 31, 2022, there were 17,627 individual lawsuits pending (previous year: 13,036). The subsidiary opposes these lawsuits. As of December 31, 2022, there were 1,941 final and binding judgments in individual cases against the subsidiary, of which 97 were decided in favor of the subsidiary and 1,844 against it. 33 cases before second-instance courts are suspended due to legal questions pending before the Polish Supreme Court and the ECJ. The questions submitted by the Polish Supreme Court to the ECJ regarding the legality of the process for appointing new judges to the Polish Supreme Court, as well as the further course and outcome of the proceedings, remain open. New preliminary ruling requests from Polish courts to the ECJ in cases involving the subsidiary raise core questions regarding the handling of indexed loans, such as the overall nullity of loan agreements, the statute of limitations for repayment claims, and the interest compensation for banks (C-138/22, C-139/22, C-140/22). No hearing or announcement date has been set. In a preliminary ruling procedure initiated by another bank before the ECJ (C-520/21), the focus is primarily on questions of interest compensation and other payments for funds to be returned due to a null and void loan agreement. Lawyers for plaintiffs and defendants, representatives of supervisory authorities, and the European Commission presented their positions at a hearing in October 2022. The court has not made specific comments on the merits. A decision in favor of the plaintiffs could – after implementation by Polish courts – result in significant economic burdens for the subsidiary. A court decision is expected in mid-2023. Since the fourth quarter of 2022, the subsidiary has launched a settlement program aimed at all customers with active loans, including those already suing the bank. Customers are offered the conversion of their loans into Zloty loans with a fixed or variable interest rate, as well as a waiver of a portion of the outstanding loan principal, to be negotiated individually. As of the reporting date, the subsidiary has accounted for the risks associated with future settlement payments in the amount of EUR 122.1 million. In the third quarter of 2022, the Group changed the methodology for calculating provisions for risks related to Swiss franc-indexed loan agreements. The methodology is now based on historical data, supplemented by expert assessments. The key assumptions include: the expected number of borrowers who will still sue, the type of court judgments expected, the amount of the bank's loss in the event of a judgment, and the acceptance rate for settlements. The methodology for determining provisions is based on parameters that are diverse, subject to discretion, and partly associated with significant uncertainties. Fluctuations in the parameters, their interdependencies, and decisions by Polish courts and the ECJ may lead to significant adjustments in the provisions in the future. The portfolio of loans not fully repaid in CHF as of December 31, 2022, had a carrying amount of PLN 6.1 billion; the already repaid portfolio was PLN 7.5 billion at the time of disbursement. In total, the Group has formed a provision of EUR 1.4 billion (previous year: EUR 899 million) for the risks arising from this complex, including potential settlement payments and the class action.
In May 2018, a subsidiary of Commerzbank, along with another bank, was sued for damages due to alleged anti-competitive price-fixing in connection with the collection of settlement fees. An appeal against the first-instance judgment in favor of the banks is still possible. The provision amount is not disclosed to avoid influencing the outcome of the proceedings.
A subsidiary of Commerzbank has been sued by a customer for damages due to alleged unlawful enforcement of collateral. The subsidiary opposes the claim. A separate disclosure of the provision amounts is omitted to avoid influencing the outcome of these proceedings.
In a case concerning a specific construction financing loan, a court has ruled, contrary to the lower court, that the contract clause for calculating the early repayment fee is insufficient and that the bank must refund the early repayment fee received. The judgment is final and legally binding. The bank has made a corresponding provision for the event that refunds may have to be made in comparable cases. A separate disclosure of the provision amounts is omitted to avoid influencing the outcome of these cases.
In April 2021, the Federal Court of Justice, in a case against another bank, ruled on the so-called general terms and conditions amendment mechanism, declaring certain clauses of the general terms and conditions for banks invalid. This mechanism stipulated that customer consent to certain contract changes was assumed after a certain period if the customer did not object. The bank has analyzed the impact of this jurisprudence on its business areas and products, as fees introduced or increased for consumers due to the general terms and conditions amendment mechanism may be invalid. In some cases, the bank is facing claims for repayment. A separate disclosure of the provision amounts is omitted to avoid impacting the proceedings.
Based on the letter published in 2017 by the Federal Ministry of Finance (BMF) concerning Cum-Cum transactions, the tax audit has commented on the treatment of these transactions in the form of audit notes. The crediting of capital gains tax was reduced by the tax office accordingly. Commerzbank Aktiengesellschaft subsequently made value adjustments regarding recognized crediting claims or formed additional provisions with respect to potential repayment claims to fully and appropriately reflect the changed risk situation. The BMF letter on Cum-Cum transactions has now been revised with the date of July 9, 2021. In view of the potential impact of the BMF letter, the provision was adjusted in the second quarter of 2021. According to current knowledge, the tax risks arising from this matter are adequately covered by the provisions. It cannot be entirely excluded that further burdens may arise beyond the provision made by the bank.
With regard to securities lending transactions, Commerzbank is exposed to (including judicial) claims for damages from third parties due to disallowed crediting claims. In the context of these securities lending transactions, the contractual partners were obliged to refund dividends and withheld capital gains taxes to Commerzbank. However, the subsequent crediting against corporate tax has been partially rejected or subsequently revoked by the tax authorities of various contractual partners. A separate disclosure of the provision amounts is omitted to avoid influencing the outcome of the proceedings.
The bank has terminated an outsourcing project prematurely by exercising a special termination right granted in the outsourcing agreement. The parties to the contract have concluded a settlement agreement regarding the unwinding of the contract; the financial compensation has been paid.
By a lawsuit filed in May 2019, a customer of Commerzbank seeks a declaration that the bank is liable to compensate the plaintiff for material damages due to alleged misadvisement in connection with derivatives in the form of swap contracts. Settlement negotiations are currently underway. A separate disclosure of the provision amounts is omitted to avoid influencing the outcome of the proceedings.# (56) Aktienbasierte Vergütungspläne
Wesentliche aktienbasierte Vergütungspläne
a) Commerzbank-Incentive-Plan (CIP)
Der im Jahr 2011 erstmals aufgelegte Commerzbank-Incentive-Plan (CIP) regelt alle Details zur variablen Vergütung und gilt grundsätzlich für den gesamten Commerzbank-Konzern. Bei dem CIP handelt es sich um einen Vergütungsplan mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente (Equity-Settled-Plan), mit einem Erfüllungswahlrecht in bar beim Arbeitgeber, der in den Anwendungsbereich von IFRS 2 fällt. In einzelnen Lokationen gelten abweichende beziehungsweise ergänzende CIP-Regelungen unter Berücksichtigung lokaler (arbeits-) rechtlicher Anforderungen.
Auf Basis des CIP können sogenannte Risk Taker Teile ihrer individuellen variablen Vergütung als Barkomponente und als aktienbezogene Komponente erhalten, die an die Wertentwicklung der Commerzbank-Aktie gekoppelt ist. Die variable Vergütung besteht grundsätzlich aus einer kurzfristigen Komponente (Short Term Incentive, STI) sowie bei Risk Takern, deren variable Vergütung die Risk-Taker-Freigrenze übersteigt, aus einer langfristigen Komponente (Long Term Incentive, LTI). Ein Risk Taker ist ein Mitarbeiter, dessen Tätigkeiten einen wesentlichen Einfluss auf das Gesamtrisikoprofil der Commerzbank nehmen. Die Kriterien auf deren Basis die Identifizierung der Risk-Taker erfolgt, sind in die Kategorien Führungsverantwortung, Risikoverantwortung und Vergütungshöhe unterteilt. In Abhängigkeit von der Hierarchieebene und der Risikorelevanz der Tätigkeit des Mitarbeiters unterscheidet die Bank zwischen Risk Takern I und Risk Takern II.
Der Status Risk Taker I gilt für Mitarbeiter, deren Tätigkeiten eine höhere Risikorelevanz beinhalten. Die Risk-Taker-Freigrenze ist der Betrag, bis zu dem die Auszahlung der gesamten variablen Vergütung für ein Geschäftsjahr von Risk Takern als STI in bar erfolgt. Bei Risk Takern, deren variable Vergütung die Risk-Taker-Freigrenze nicht übersteigt, und bei Mitarbeitern ohne Risk-Taker-Status (Non-Risk Taker) wird die variable Vergütung in vollem Umfang als STI in bar vergütet. Nur bei Überschreiten der Risk-Taker-Freigrenze unterliegt die gesamte variable Vergütung der Aufteilung in STI und LTI und den für diese Komponenten geltenden Regelungen des CIP. Die Überschreitung der Risk-Taker-Freigrenze führt zu folgender Unterscheidung:
- Bei Risk Takern I beträgt der STI-Anteil 40 % und der LTI-Anteil 60 % der möglichen variablen Vergütung. Sowohl STI als auch LTI werden zur Hälfte aktienbasiert vergütet.
- Bei Risk Takern II beträgt der STI-Anteil grundsätzlich 60 % und der LTI-Anteil 40 % der möglichen variablen Vergütung. Ab dem Erreichen eines intern festgelegten Schwellenwerts für die variable Vergütung erfolgt die Aufteilung in STI und LTI analog der Systematik für Risk Taker I. Sowohl STI als auch LTI werden zur Hälfte aktienbasiert vergütet.
Die individuelle variable Vergütung wird auf Grundlage des jährlichen Zielerreichungsgesprächs (Performancebewertung I) in den ersten drei Monaten des folgenden Geschäftsjahres festgelegt. Die Zahl der zu gewährenden Commerzbank-Aktien wird sowohl für STI als auch für LTI ebenfalls mit der Festsetzung der variablen Vergütung festgelegt. Sofern Risk Taker aktienbasierte Vergütungskomponenten erhalten, wird die jeweilige Anzahl der Commerzbank-Aktien so ermittelt, dass 50 % des auf STI und 50 % des auf LTI entfallenden und umzuwandelnden Eurobetrags durch den Bezugspreis geteilt werden. Ergibt sich ein Bruchteilsbetrag wird die Stückzahl aufgerundet.
Der Bezugspreis ist für bis zum Geschäftsjahr 2018 festgesetzte variable Vergütung der einfache Durchschnitt der Xetra-Schlusskurse der Commerzbank-Aktie an allen Börsentagen im Referenzzeitraum (Dezember sowie die Monate Januar und Februar des Folgejahres). Für variable Vergütung, die ab dem Geschäftsjahr 2019 festgesetzt wird, umfasst der Referenzzeitraum für den Bezugspreis den Monat Januar des auf das Geschäftsjahr folgenden Jahres.
Im Rahmen der rechtlichen Gestaltung der aktienbasierten Vergütungskomponenten hat die Commerzbank das Recht, statt in Aktien einen Barausgleich vorzunehmen. Diese Option wird in der Regel in Anspruch genommen. Die endgültige Verfügbarkeit der Aktien beziehungsweise der optionale Barausgleich unterliegen beim STI einer zwölfmonatigen Sperrfrist (Retention Period). Dies bedeutet, dass die STI-Aktienkomponente des Geschäftsjahres (n) grundsätzlich im April des übernächsten Geschäftsjahres (n+2) zur Auszahlung kommt.
Beim LTI kann der Erwerbsanspruch für variable Vergütung, die für die Geschäftsjahre bis einschließlich 2018 festgesetzt wurde, frühestens nach Ablauf eines dreijährigen Zurückbehaltungszeitraums (Deferral Period) entstehen, sofern sich im Rahmen der Performancebewertung II keine sonstigen Hinderungsgründe ergeben. Seit dem Inkraftreten der letzten Novelle der Institutsvergütungsverordnung am 25. September 2021, welche die europäischen Vorgaben in deutsches Recht überführt, kann der Erwerbsanspruch für Risk Taker I frühestens nach fünf Jahren und für Risk Taker II frühestens nach vier Jahren entstehen. Die Performancebewertung II erfolgt nach Ablauf der Deferral Period und beinhaltet die Überprüfung der jeweils zugrunde liegenden Performance Bewertung I und der Erfüllung konzernspezifischer sowie individueller qualitativer Erfüllungsmerkmale während der Deferral Period. Sofern ein Anspruch entsteht, unterliegen die endgültige Verfügbarkeit der Aktien beziehungsweise der optionale Barausgleich beim LTI ebenfalls einer Sperrfrist (Retention Period) analog dem STI.
Bislang kommt das LTI im Oktober des vierten Jahres nach dem zugrundeliegenden Geschäftsjahr zur Auszahlung. Die Auszahlung einer variablen Vergütung, die ab dem Geschäftsjahr 2019 festgesetzt wird, erfolgt nach Abschluss der Performance-Bewertung II für Risk Taker I für das LTI Cash im November des sechsten Jahres (n+6) bzw. für das LTI Equity im Oktober des siebten Jahres (n+7). Für Risk Taker II erfolgte bis zum Geschäftsjahr 2021 die Auszahlung des LTI Cash im November des vierten Jahres (n+4) und des LTI Equity im Oktober des fünften Jahres (n+5). Ab dem Geschäftsjahr 2022 erfolgt die Auszahlung des LTI Cash im November des fünften Jahres (n+5) und des LTI Equity im Oktober des sechsten Jahres (n+6).
Bei einem Barausgleich der Aktienkomponente ermittelt sich der Barzahlungsbetrag auf Basis des einfachen Durchschnitts der Xetra-Schlusskurse der Commerzbank-Aktie an allen Börsentagen im Referenzzeitraum. Der Referenzzeitraum für Ansprüche aus variabler Vergütung, die bis zum Geschäftsjahr 2018 festgesetzt wurde, ist der Monat September, der der Fälligkeit der jeweiligen aktienbasierten Vergütungskomponenten vorangeht. Der Referenzzeitraum für Ansprüche ab dem Geschäftsjahr 2019 ist der letzte volle Kalendermonat, der dem Ende der Retention Period der jeweiligen aktienbasierten Vergütungskomponenten vorangeht.
Wurden während der Laufzeit des CIP durch die Commerzbank eine Dividende ausgeschüttet oder Kapitalmaßnahmen durchgeführt, wird für Equity-Bestandteile aus variabler Vergütung, die bis zum Geschäftsjahr 2018 festgesetzt wurde, bei Fälligkeit von STI- und LTI-Komponenten zusätzlich ein Barbetrag in Höhe der Dividenden je Aktie beziehungsweise ein Barausgleich für die Kapitalmaßnahme ausgeschüttet. Ab dem Geschäftsjahr 2019 entsteht in der Deferral Period anders als in der Retention Period kein Anspruch auf Ausgleich für Dividenden oder Bezugsrechte, die an Aktionäre gezahlt bzw. eingeräumt wurden Auf Basis von Planrechnungen werden im zugrundeliegenden Geschäftsjahr die jeweiligen Vergütungsbestandteile geschätzt und über die Laufzeit ratierlich Rückstellungen gebildet. Außerdem erfolgen während der Laufzeit des CIP turnusmäßige Überprüfungen, Neubewertungen aufgrund von Aktienkursentwicklungen und/oder Adjustierungen der Bestände.
b) Aktienbasierte Vergütungspläne mBank S.A.
Im Jahr 2012 wurde ein aktienbasiertes Programm aufgelegt, an dem die Vorstandsmitglieder bis 2017 teilnehmen konnten. Bis 2013 beinhaltete dieses Programm zum einen eine kurzfristige Komponente (Barauszahlung), zum anderen eine langfristige Komponente, die zum ratierlichen Bezug von mBank-Aktien über drei Jahre berechtigte. Im Jahr 2014 ist eine Modifizierung des Programms vorgenommen worden, die für beide Komponenten sowohl Barauszahlungen als auch den Bezug von mBank-Aktien über drei Jahre vorsieht. Diese wurden jährlich in einem festgelegten Volumen emittiert und konnten von den Berechtigten zu einem festgelegten Preis erworben werden. Zudem wurde dieses Programm ab 2015 um eine bedeutende Anzahl an Risk Takern erweitert. Für alle Programme ist die Teilnahme mindestens an die Eigenkapitalrendite des mBank-Teilkonzerns geknüpft. Die langfristige Komponente des Programms aus dem Jahre 2012 (modifiziert in 2014) ist zusätzlich an die Performancebewertung der Teilnehmer gekoppelt.
Im Jahr 2018 wurde das Programm technisch angepasst und die langfristige Komponente für Vorstände von drei auf fünf Jahre (ratierlich) verlängert. Im Jahr 2021 wurde die langfristige Komponente für Risk Taker unterhalb des Vorstands für sogenannte Senior-Management-Positionen von drei auf fünf Jahre (ratierlich) verlängert, für alle weiteren Risk Taker unterhalb des Vorstands von drei auf vier Jahre (ratierlich). Beide Programme, die zum Bezug von mBank-Aktien berechtigen (zum einen für Vorstände aus dem Jahr 2012, modifiziert im Jahr 2014 und die technische Anpassung 2018 sowie zum anderen für Risk Taker unterhalb des Vorstands mit technischer Anpassung 2021) sind als aktienbasierte Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente einzustufen.
c) Vorstandsvergütung
Für die detaillierte Darstellung der Bezüge der Vorstandsmitglieder verweisen wir auf den gesondert dargestellten Vergütungsbericht.# Bilanzierung und Bewertung aktienbasierter Vergütungs- und Bonuspläne
Die Bilanzierung der Mitarbeitervergütungspläne erfolgt nach den Vorschriften des IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütung und IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer. Es wird zwischen anteilsbasierten Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente und mit Barausgleich unterschieden. Für beide Vergütungstypen gilt jedoch, dass die Gewährung aktienbasierter Vergütungen zum Fair Value im Konzernabschluss zu erfassen ist.
Bilanzierung
Aktienbasierte Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente:
Der Fair Value aktienbasierter Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente ist in den Personalaufwendungen mit einer entsprechenden Berücksichtigung im Eigenkapital (Gewinnrücklagen) zu erfassen. Der Fair Value wird grundsätzlich zum Zeitpunkt der Gewährung der Rechte ermittelt. Sofern Rechte infolge des Nichterreichens bestimmter Ausübungsbedingungen (Marktbedingungen) nicht endgültig ausgeübt werden können, erfolgt keine Änderung der bisher im Eigenkapital erfassten Beträge. Sollten die Rechte jedoch aufgrund des Nichterreichens anderer Ausübungsbedingungen (Dienstbedingungen und Nichtmarktbedingungen) nicht endgültig ausgeübt werden können, erfolgt eine erfolgswirksame Anpassung der bisher im Eigenkapital erfassten Beträge.
Aktienbasierte Vergütungstransaktionen mit Barausgleich:
Der Anteil des Fair Values aktienbasierter Vergütungen mit Barausgleich, der auf bis zum Bewertungsstichtag geleistete Dienste entfällt, wird in den Personalaufwendungen mit einem gleichzeitigen Ausweis als Rückstellung erfasst. Der Fair Value wird an jedem Bilanzstichtag und bis einschließlich zum Auszahlungstag neu ermittelt. Jede Änderung des Fair Values der Verpflichtung ist aufwandswirksam zu berücksichtigen. Somit muss die Rückstellung am Auszahlungstag möglichst dem Betrag entsprechen, der als Zahlung an die begünstigten Mitarbeiter geleistet wird. Zu den folgenden Bilanzstichtagen schwanken die Rückstellungen parallel zur Entwicklung des Aktienkurses der Commerzbank Aktiengesellschaft. Das betrifft den Teil der aktienbasierten variablen Vergütung, der mithilfe eines Durchschnittskurses der Commerzbank-Aktie bestimmt wurde. Der Kurs selbst wird als durchschnittlicher Xetra-Schlusskurs der Monate Januar und Februar sowie Dezember des Vorjahres bestimmt.
Bewertung
Für die Bewertung der Rückstellung des Commerzbank-Incentive-Plans wird die Anzahl der erdienten Aktien mit dem Schlusskurs der Commerzbank-Aktie zum 31. Dezember des jeweiligen Berichtsjahres multipliziert. Der Aufwand für die Zuführungen zu den Rückstellungen wird - in Abhängigkeit vom Vergütungsplan - auch über den Erdienungszeitraum von vier oder sechs Jahren verteilt.
Aufgrund bereits erbrachter Leistungen der Mitarbeiter (einschließlich Vorstand) fielen im Geschäftsjahr 2022 neben Aufwendungen für nicht aktienbasierte Vergütungen von 288 Mio. Euro (Vorjahr: 214 Mio. Euro) Aufwendungen im Zusammenhang mit aktienbasierten Vergütungen an. Der aktienbasierte Vergütungsaufwand setzte sich wie folgt zusammen:
| Mio. € | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Pläne mit Barausgleich (Commerzbank-Incentive-Plan) | 25 | 8 |
| Pläne mit Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten | 3 | 2 |
| Gesamt | 27 | 10 |
Die Rückstellungen für aktienbasierte Vergütungspläne sowie die Rücklagen im Eigenkapital für aktienbasierte Vergütungspläne mit Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten stellten sich wie folgt dar:
| Mio. € | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Rückstellungen Commerzbank-Incentive-Plan | 53 | 45 |
| Rücklagen im Eigenkapital | 6 | 6 |
Commerzbank-Incentive-Plan
Die Aktienanzahl entwickelte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr wie folgt:
| Anzahl der Rechte Commerzbank-Incentive-Plan | Stücke |
|---|---|
| Bestand zum 1.1.2021 | 2.147.668 |
| Im Jahresverlauf gewährt | 349.718 |
| Im Jahresverlauf verwirkt | - |
| Im Jahresverlauf ausgeübt | 1.220.159 |
| Im Jahresverlauf verfallen | - |
| Bestand zum 31.12.2021 | 1.277.227 |
| Im Jahresverlauf gewährt | 1 2.508.616 |
| Im Jahresverlauf verwirkt | - |
| Im Jahresverlauf ausgeübt | 944.934 |
| Im Jahresverlauf verfallen | - |
| Bestand zum 31.12.2022 | 2.840.909 |
1 Der Zuteilungskurs im Geschäftsjahr beträgt 7,47 Euro.
(57) Eventualverbindlichkeiten und Kreditzusagen
Hier weisen wir im Wesentlichen Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen sowie Unwiderrufliche Kreditzusagen zum Nominalwert aus. Als Bürgschaften sind Sachverhalte auszuweisen, bei denen die meldende Gesellschaft als Bürge gegenüber dem Gläubiger eines Dritten für die Erfüllung der Verbindlichkeit des Dritten einsteht. Unter Gewährleistungen fallen vertragliche Verpflichtungen, die das Einstehen für einen bestimmten Erfolg oder eine Leistung beinhalten. Es handelt sich hierbei grundsätzlich um im Kundenauftrag abgegebene Bürgschaften, die uns im Fall einer Inanspruchnahme ein Rückgriffsrecht auf den Kunden (Auftraggeber) gewähren. Als Unwiderrufliche Kreditzusagen sind Verpflichtungen auszuweisen, aus denen ein Kreditrisiko entstehen kann. Dazu gehören Verpflichtungen, Darlehen zu gewähren (zum Beispiel dem Kunden eingeräumte Kreditlinien), Wertpapiere zu kaufen oder Garantien und Akzepte bereitzustellen. Kreditzusagen, die dem Handelsbestand zuzuordnen sind, werden dagegen in den Finanziellen Vermögenswerten - Held for Trading beziehungsweise Finanziellen Verbindlichkeiten - Held for Trading bilanziert. Die Risikovorsorge für Eventualverbindlichkeiten und Kreditzusagen wird als Rückstellung für Risiken aus dem außerbilanziellen Kreditgeschäft gezeigt. Die Erträge aus Bürgschaften werden im Provisionsüberschuss erfasst; deren Höhe wird durch Anwendung vereinbarter Sätze auf den Nominalbetrag der Bürgschaften bestimmt. Ebenfalls in den Eventualverbindlichkeiten weisen wir rechtliche Risiken aus, für die ein Verlust nicht auszuschließen ist, für die aber aufgrund der überwiegenden Unwahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme keine Rückstellungen gebildet wurden. Zur Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit berücksichtigen wir verschiedenste Faktoren, unter anderem die Art des Anspruchs und Entscheidungen zu vergleichbaren Sachverhalten.
Der Commerzbank-Konzern ermöglicht seinen Kunden durch Kreditfazilitäten schnellen Zugriff auf Gelder, die von den Kunden zur Erfüllung ihrer kurzfristigen Verpflichtungen sowie der langfristigen Finanzierungsbedürfnisse benötigt werden. Die Kreditfazilitäten können in unterschiedlicher Form vorliegen, die wir nachstehend beispielhaft aufführen:
- Bürgschaften, mit denen der Konzern die Rückzahlung eines von einem Kunden bei einem Dritten aufgenommenen Kredits garantiert,
- Stand-by Letters of Credit, die die Kreditwürdigkeit des Kunden erhöhen und seine Außenhandelsfinanzierung zu niedrigeren Kosten erleichtern,
- Dokumentenakkreditive für Zahlungen im Außenhandel, die im Namen eines Kunden erfolgen und dem Konzern später erstattet werden,
- Stand-by-Fazilitäten für kurzfristige Schuldtitel und auf revolvierender Basis begebene Schuldtitel, mit denen Kunden bei Bedarf Geldmarktpapiere oder mittelfristige Schuldtitel begeben können, ohne jedes Mal das übliche Emissionsprozedere zu durchlaufen.
Vorhandene Sicherheiten dienen gegebenenfalls für das Gesamtobligo von Kunden aus Krediten und Avalen. Daneben gibt es Unterbeteiligungen Dritter zu unwiderruflichen Kreditzusagen und Avalen. In den Eventualverbindlichkeiten ist zudem die unwiderrufliche Zahlungsverpflichtung enthalten, die nach Stattgabe des Antrags der Bank auf Leistung einer Besicherung zur teilweisen Begleichung des Beitrags der Bankenabgabe vom Single Resolution Board (SRB) gewährt wurde.
Die in der folgenden Tabelle genannten Zahlen werden ohne Berücksichtigung von Sicherheiten dargestellt und wären nur im Falle der vollständigen Ausnutzung der Kreditfazilitäten durch sämtliche Kunden und den darauffolgenden Zahlungsverzug aller Kunden - unter der Voraussetzung, dass keine Sicherheiten vorhanden sind - abzuschreiben. Tatsächlich verfällt der weitaus größte Teil dieser Verpflichtungen, ohne in Anspruch genommen zu werden. Insofern sind die Beträge nicht repräsentativ für die Risikoeinschätzung, das tatsächliche künftige Kreditengagement oder daraus erwachsende Liquiditätserfordernisse. Weitere Informationen zum Kreditrisiko sowie zu Liquiditätsrisiken und deren Steuerung und Überwachung enthält der Konzernlagebericht. Die Risikovorsorge für außerbilanzielle Verpflichtungen wurde in diesen Aufstellungen von den entsprechenden Posten gekürzt.
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Eventualverbindlichkeiten | |||
| Kreditinstitute | 46.758 | 44.526 | 5,0 |
| Firmenkunden | 7.939 | 7.569 | 4,9 |
| Privatkunden | 35.091 | 33.617 | 4,4 |
| Finanzdienstleister | 175 | 184 | - 4,7 |
| Öffentliche Haushalte | 3.331 | 3.011 | 10,6 |
| Kreditzusagen | 221 | 145 | 52,8 |
| Kreditinstitute | 80.228 | 80.635 | - 0,5 |
| Firmenkunden | 1.385 | 1.164 | 18,9 |
| Privatkunden | 62.703 | 61.748 | 1,5 |
| Finanzdienstleister | 10.631 | 12.214 | - 13,0 |
| Öffentliche Haushalte | 4.692 | 4.957 | - 5,4 |
| Gesamt | 817 | 551 | 48,2 |
Über die vorstehend aufgeführten Kreditfazilitäten hinaus können im Commerzbank-Konzern Verluste aus Rechts- und Steuerrisiken entstehen, deren Eintritt nicht überwiegend wahrscheinlich ist, so dass keine Rückstellungen gebildet wurden. Da der Eintritt aber auch nicht gänzlich unwahrscheinlich ist, erfolgt eine Darstellung unter den Eventualverbindlichkeiten. Weder für den Eintrittszeitpunkt noch mögliche Erstattungen kann eine verlässliche Einschätzung vorgenommen werden. Je nach Ausgang der rechtlichen und steuerlichen Verfahren kann sich die Einschätzung unseres Verlustrisikos als zu niedrig oder zu hoch erweisen. Für den weitaus größten Teil der Eventualverbindlichkeiten aus Rechtsrisiken erfolgt jedoch keine Inanspruchnahme und somit sind die Beträge nicht repräsentativ für tatsächliche künftige Verluste. Zum 31. Dezember 2022 betrugen die Eventualverbindlichkeiten aus Rechtsrisiken 563 Mio. Euro (Vorjahr: 379 Mio.# Euro) und betrafen die folgenden wesentlichen Sachverhalte:
- Gegen eine Tochtergesellschaft der Commerzbank waren mehrere Klagen von Kunden eines ehemaligen Geschäftskunden erhoben worden. Die Klagen wurden im Mai 2022 endgültig abgewiesen.
- Im April 2016 wurde der Commerzbank die Zahlungsklage einer Kundin zugestellt. Die Klägerin verlangt unter anderem die Rückzahlung von nach Meinung der Klägerin zu Unrecht an die Commerzbank geleisteten Zinsen. Zudem begehrt sie die Freigabe von Sicherheiten, welche eine Forderung der Commerzbank gegen die Klägerin besichern. Das erstinstanzliche Urteil zugunsten der Commerzbank ist nicht rechtskräftig. Die Commerzbank setzt sich weiter gegen die Klage zur Wehr.
- Im Februar 2020 wurde eine Tochtergesellschaft der Commerzbank zusammen mit einer weiteren Bank auf Zahlung von Schadensersatz wegen angeblich unlauterer Preisabsprachen im Zusammenhang mit der Erhebung von Abwicklungsgebühren verklagt. Die Tochtergesellschaft verteidigt sich gegen die Klage.
- Die Commerzbank ist im Februar 2022 in Ungarn auf Schadensersatz im Zusammenhang mit einem gescheiterten Projekt verklagt worden. Das erstinstanzliche Urteil zugunsten der Commerzbank ist nicht rechtskräftig. Die Bank verteidigt sich gegen die Klage.
Die Eventualverbindlichkeiten aus Steuerrisiken betreffen folgende wesentliche Sachverhalte:
- Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt im Zusammenhang mit Aktiengeschäften um den Dividendenstichtag (sogenannte Cum-Ex-Geschäfte) der Commerzbank und der ehemaligen Dresdner Bank. Die Commerzbank hatte bereits Ende 2015 eine forensische Analyse zu Cum-Ex-Geschäften beauftragt, die im Hinblick auf die Aktiengeschäfte der Commerzbank Anfang 2018 und bezüglich der Aktiengeschäfte der ehemaligen Dresdner Bank im September 2019 abgeschlossen wurde. Alle Steuernachforderungen durch die Finanzbehörden wurden beglichen.
- Seit September 2019 finden bei der Commerzbank Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln in einem separaten Verfahren zu Cum-Ex-Geschäften statt. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen des Verdachts, dass die Bank (einschließlich Dresdner Bank) in verschiedenen Rollen an Cum-Ex-Geschäften mitgewirkt hat, unter anderem dadurch, dass sie Dritte, die als Leerverkäufer gehandelt haben sollen, mit Aktien beliefert hat. Es geht in diesem Verfahren nach derzeitigem Verständnis nicht um eigene Steueranrechnungsansprüche der Commerzbank im Hinblick auf Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag auf Dividenden.
- Im Zusammenhang mit Untersuchungen zu "Cum-Ex" kooperiert die Bank vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden. Das Ob und die Höhe einer sich daraus eventuell ergebenden Belastung kann derzeit nicht prognostiziert werden.
(58) Segmentberichterstattung
In der Segmentberichterstattung spiegeln sich die Ergebnisse der operativen Segmente des Commerzbank-Konzerns wider. Als Grundlage für die nachfolgenden Segmentinformationen dient IFRS 8 "Operating Segments", der dem sogenannten Managementansatz folgt. Die Segmentinformationen werden auf Basis der internen Managementberichterstattung bestimmt, die dem Chief Operating Decision Maker dazu dient, die Leistung der Segmente zu beurteilen und Entscheidungen über die Allokation von Ressourcen auf die Segmente zu treffen. Im Commerzbank-Konzern übt die Funktion des Chief Operating Decision Makers der Vorstand aus.
In unserer Segmentberichterstattung berichten wir in der Segmentstruktur Privat- und Unternehmerkunden, Firmenkunden und dem Bereich Sonstige und Konsolidierung. Dieses Vorgehen folgt der Organisationsstruktur des Commerzbank-Konzerns und ist Grundlage der internen Managementberichterstattung. Die Aufteilung der Geschäftssegmente orientiert sich an der Unterschiedlichkeit der Produkte und Dienstleistungen beziehungsweise an den Kundenzielgruppen. Im zweiten Quartal 2021 wurde der Bereich Credit Solutions aus dem Segment Firmenkunden in den Bereich Sonstige und Konsolidierung übertragen. Änderungen an der Struktur der internen Organisation, die die Zusammensetzung der berichtspflichtigen Segmente verändert, sind im Jahr 2022 nicht erfolgt. Weitere Angaben zu den Segmenten sind im Konzernlagebericht dieses Geschäftsberichts enthalten.
Die für die operativen Segmente unterstellte Kapitalunterlegung der Risikoaktiva wurde mit Beginn des Geschäftsjahres 2022 auf 12,5 % erhöht (Vorjahr: 12 %.)
Der Erfolg der einzelnen Segmente wird anhand des Operativen Ergebnisses und des Ergebnisses vor Steuern sowie der Kennziffern Operative Eigenkapitalrendite und Aufwandsquote gemessen.
Das Operative Ergebnis ist definiert als die Summe aus Zinsüberschuss, Dividendenerträgen, Risikoergebnis, Provisionsüberschuss, Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen, Übrigem Ergebnis aus Finanzinstrumenten, Laufendem Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen und Sonstigem Ergebnis abzüglich der Verwaltungsaufwendungen und der Pflichtbeiträge. Im Operativen Ergebnis sind keine Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte und Restrukturierungsaufwendungen enthalten. Durch den Ausweis von Vorsteuerergebnissen sind sowohl im Ergebnis als auch im durchschnittlich gebundenen Eigenkapital die Anteile Dritter enthalten. Alle Erträge, für die ein Segment verantwortlich ist, sind somit im Ergebnis vor Steuern berücksichtigt.
Bei der Abbildung der Zwischenergebniseliminierung aus konzerninternen Transaktionen in der Segmentberichterstattung wird das abgebende Segment so gestellt, als wäre die Transaktion konzernextern erfolgt. Die Eliminierung der Zwischengewinne und -verluste erfolgt daher im Bereich Sonstige und Konsolidierung.
Die operative Eigenkapitalrendite errechnet sich aus dem Verhältnis des operativen Ergebnisses zum durchschnittlich gebundenen Eigenkapital. Sie gibt an, wie sich das im Segment eingesetzte Kapital verzinst. Die Aufwandsquote im operativen Geschäft spiegelt die Kosteneffizienz der Segmente wider, sie errechnet sich aus dem Verhältnis der Summe von Verwaltungsaufwendungen und Pflichtbeiträgen zu Erträgen vor Risikoergebnis. Zusätzlich weisen wir eine Aufwandsquote im operativen Geschäft ohne Berücksichtigung der Pflichtbeiträge aus, um der fehlenden Beeinflussungsmöglichkeit auf die Höhe sowie dem periodischen Charakter dieses Postens Rechnung zu tragen.
Erträge und Aufwendungen werden verursachungsgerecht zu Marktpreisen und im Zinsbereich nach der Marktzinsmethode innerhalb der Segmente ausgewiesen. Im Zinsüberschuss werden die tatsächlichen Refinanzierungsaufwendungen für geschäftsspezifische Beteiligungen der Segmente gezeigt. Der im Konzern erwirtschaftete Anlagenutzen aus dem Eigenkapital wird im Verhältnis des durchschnittlich gebundenen Eigenkapitals dem Zinsüberschuss der jeweiligen Segmente zugeordnet. Der Zinssatz entspricht dem Zinssatz einer risikofreien Anlage auf dem langfristigen Kapitalmarkt.
Im Zinsüberschuss enthalten sind ebenfalls die Liquiditätskosten. Diese umfassen sowohl die extern gezahlten Fundingkosten als auch die vollständige Allokation der Liquiditätskosten auf die Geschäfte und Segmente auf Basis unseres Liquiditätskosten-Transferpreis-Systems. Auf dieser Grundlage werden die aus dem externen Funding der Bank resultierenden Zinsaufwendungen auf Basis einer zentralen Liquiditätspreiskurve nach dem Verursachungsprinzip auf Einzelgeschäfts- oder Portfolioebene auf die Segmente alloziert.
Die Ermittlung des durchschnittlich gebundenen Eigenkapitals der Segmente erfolgt auf Basis der durchschnittlichen segmentierten Risikoaktiva. Auf Konzernebene wird das Common-Equity-Tier-1-Kapital (CET 1) gezeigt, das der Berechnung der operativen Eigenkapitalrendite dient. Die Anpassung zwischen dem durchschnittlich gebundenen Eigenkapital der Segmente und dem CET-1-Kapital des Konzerns erfolgt im Bereich Sonstige und Konsolidierung. Darüber hinaus berichten wir die jeweiligen Aktiva und Passiva der Segmente sowie die Buchwerte der at-Equity-bewerteten Unternehmen. Geschäftsmodellbedingt ist die Segmentbilanz erst auf Konzernebene ausgeglichen.
Die im Operativen Ergebnis ausgewiesenen Verwaltungsaufwendungen beinhalten die Personalaufwendungen, die Sachaufwendungen (ohne Pflichtbeiträge) sowie die Abschreibungen auf Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte. Restrukturierungsaufwendungen und Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte werden unterhalb des Operativen Ergebnisses im Ergebnis vor Steuern ausgewiesen. Die Zuordnung der Verwaltungsaufwendungen und der Pflichtbeiträge zu den einzelnen Segmenten erfolgt nach dem Verursachungsprinzip. Die sich aus den internen Leistungen ergebenden indirekten Aufwendungen werden dem Leistungsempfänger in Rechnung gestellt beziehungsweise führen beim Leistungserbringer zu einer entsprechenden Entlastung. Die Bewertung dieser internen Leistungsbeziehungen erfolgt zu Vollkosten oder Marktpreisen.
2022 Mio.# 10-K Filing
Finanzielle Ergebnisse
2022
| Privat- und Unternehmerkunden | Firmenkunden | Sonstige und Konsolidierung | Konzern | |
|---|---|---|---|---|
| Zinsüberschuss | 3.942 | 2.076 | 441 | 6.459 |
| Dividendenerträge | 20 | 5 | 6 | 32 |
| Risikoergebnis | -392 | -446 | -38 | -876 |
| Provisionsüberschuss | 2.245 | 1.321 | -47 | 3.519 |
| Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten | -79 | 436 | 93 | 451 |
| Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen | -2 | -18 | -93 | -113 |
| Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten | -294 | -10 | 11 | -292 |
| Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen | 5 | 8 | -0 | 13 |
| Sonstiges Ergebnis | -569 | -26 | -11 | -606 |
| Erträge vor Risikoergebnis | 5.269 | 3.792 | 401 | 9.461 |
| Erträge nach Risikoergebnis | 4.877 | 3.346 | 363 | 8.585 |
| Verwaltungsaufwendungen | 3.417 | 2.160 | 267 | 5.844 |
| Pflichtbeiträge | 460 | 120 | 63 | 642 |
| Operatives Ergebnis | 1.000 | 1.066 | 33 | 2.099 |
| Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte | - | - | - | - |
| Restrukturierungsaufwendungen | - | 0 | 94 | 94 |
| Ergebnis vor Steuern | 1.000 | 1.066 | -61 | 2.005 |
| Aktiva | 170.749 | 136.696 | 169.993 | 477.438 |
| davon: nicht fortgeführte Aktiva | - | - | - | - |
| Passiva | 210.347 | 156.402 | 110.689 | 477.438 |
| davon: nicht fortgeführte Passiva | - | - | - | - |
| Buchwerte der at-Equity-bewerteten Unternehmen | 31 | 151 | - | 182 |
| Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital | 6.724 | 10.040 | 7.238 | 24.003 |
| Operative Eigenkapitalrendite (%) | 14,9 | 10,6 | -8,7 | - |
| Aufwandsquote im operativen Geschäft (exkl. Pflichtbeiträge) (%) | 64,9 | 57,0 | - | 61,8 |
| Aufwandsquote im operativen Geschäft (inkl. Pflichtbeiträge) (%) | 73,6 | 60,1 | - | 68,6 |
1 Durchschnittliches hartes Kernkapital (CET1). Anpassung erfolgt im Bereich Sonstige und Konsolidierung. scrollen
2021
| Privat- und Unternehmerkunden | Firmenkunden | Sonstige und Konsolidierung | Konzern | |
|---|---|---|---|---|
| Zinsüberschuss | 2.596 | 1.688 | 565 | 4.849 |
| Dividendenerträge | 10 | 5 | 6 | 22 |
| Risikoergebnis | -319 | -149 | -101 | -570 |
| Provisionsüberschuss | 2.412 | 1.249 | -55 | 3.607 |
| Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten | 367 | 257 | 356 | 980 |
| Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen | -2 | -4 | -90 | -96 |
| Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten | 20 | -7 | 14 | 27 |
| Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen | 1 | 6 | -0 | 6 |
| Sonstiges Ergebnis | -720 | -26 | -199 | -944 |
| Erträge vor Risikoergebnis | 4.685 | 3.169 | 597 | 8.450 |
| Erträge nach Risikoergebnis | 4.365 | 3.019 | 495 | 7.880 |
| Verwaltungsaufwendungen | 3.473 | 2.267 | 490 | 6.230 |
| Pflichtbeiträge | 318 | 96 | 53 | 467 |
| Operatives Ergebnis | 574 | 656 | -47 | 1.183 |
| Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte | - | - | - | - |
| Restrukturierungsaufwendungen | - | 0 | 1.078 | 1.078 |
| Ergebnis vor Steuern | 574 | 656 | -1.125 | 105 |
| Aktiva | 165.929 | 141.113 | 160.367 | 467.409 |
| davon nicht fortgeführte Aktiva | - | -62 | -62 | - |
| Passiva | 200.884 | 131.186 | 135.340 | 467.409 |
| davon nicht fortgeführte Passiva | - | -108 | -108 | - |
| Buchwerte der at-Equity-bewerteten Unternehmen | 29 | 145 | 1 | 175 |
| Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital | 6.175 | 9.891 | 7.718 | 23.785 |
| Operative Eigenkapitalrendite (%) | 9,3 | 6,6 | -5,0 | - |
| Aufwandsquote im operativen Geschäft (exkl. Pflichtbeiträge) (%) | 74,1 | 71,6 | - | 73,7 |
| Aufwandsquote im operativen Geschäft (inkl. Pflichtbeiträge) (%) | 80,9 | 74,6 | - | 79,3 |
1 Korrektur aufgrund von Restatements (siehe Note 4). Anpassung aufgrund von IFRS 8.29.
2 Durchschnittliches hartes Kernkapital (CET1). Anpassung erfolgt im Bereich Sonstige und Konsolidierung. scrollen
Detailaufschlüsselung für Sonstige und Konsolidierung
2022
| Sonstige | Konsolidierung | Sonstige und Konsolidierung | |
|---|---|---|---|
| Zinsüberschuss | 451 | -10 | 441 |
| Dividendenerträge | 6 | - | 6 |
| Risikoergebnis | -38 | - | -38 |
| Provisionsüberschuss | -42 | -5 | -47 |
| Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten | 139 | -45 | 93 |
| Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen | -93 | - | -93 |
| Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten | 8 | 3 | 11 |
| Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen | - | - | 0 |
| Sonstiges Ergebnis | -7 | -4 | -11 |
| Erträge vor Risikoergebnis | 463 | -62 | 401 |
| Erträge nach Risikoergebnis | 425 | -62 | 363 |
| Verwaltungsaufwendungen | 278 | -11 | 267 |
| Pflichtbeiträge | 63 | 0 | 63 |
| Operatives Ergebnis | 84 | -51 | 33 |
| Restrukturierungsaufwendungen | 94 | - | 94 |
| Ergebnis vor Steuern | -10 | -51 | -61 |
| Aktiva | 169.899 | 94 | 169.993 |
| Passiva | 110.599 | 90 | 110.689 |
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2021
| Sonstige | Konsolidierung | Sonstige und Konsolidierung | |
|---|---|---|---|
| Zinsüberschuss | 564 | 0 | 565 |
| Dividendenerträge | 6 | - | 6 |
| Risikoergebnis | -101 | - | -101 |
| Provisionsüberschuss | -45 | -10 | -55 |
| Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten | 374 | -18 | 356 |
| Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen | -90 | - | -90 |
| Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten | 10 | 3 | 14 |
| Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen | - | - | 0 |
| Sonstiges Ergebnis | -185 | -14 | -199 |
| Erträge vor Risikoergebnis | 634 | -38 | 597 |
| Erträge nach Risikoergebnis | 533 | -38 | 495 |
| Verwaltungsaufwendungen | 509 | -20 | 490 |
| Pflichtbeiträge | 53 | 0 | 53 |
| Operatives Ergebnis | -29 | -18 | -47 |
| Restrukturierungsaufwendungen | 1.078 | - | 1.078 |
| Ergebnis vor Steuern | -1.107 | -18 | -1.125 |
| Aktiva | 160.245 | 122 | 160.367 |
| Passiva | 135.250 | 90 | 135.340 |
1 Korrektur aufgrund von IFRS 8.29. Unter Konsolidierung weisen wir Konsolidierungs- und Überleitungssachverhalte vom Ergebnis der Segmente und des Bereichs Sonstige auf den Konzernabschluss aus. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um folgende Sachverhalte:
- Eliminierung der in den Segmenten angefallenen Bewertungsergebnisse für eigene Schuldverschreibungen.
- Effekte aus der Konsolidierung konzerninterner Transaktionen zwischen Segmenten.
- Effekte aus der Konsolidierung von Aufwendungen und Erträgen.
- Erträge und Verwaltungsaufwendungen der Stabs- und Steuerungsfunktionen, wobei diese auf die Segmente und den Bereich Sonstige verrechnet sind.
Regionale Aufgliederung der Erträge und Risikoaktiva
2022
| Deutschland | Europa ohne Deutschland | Amerika | Asien | Sonstige | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Erträge vor Risikoergebnis | 7.088 | 2.062 | 132 | 180 | - | 9.461 |
| Risikoaktiva für Kreditrisiken | 94.081 | 36.680 | 5.966 | 3.746 | - | 140.473 |
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2021
| Deutschland | Europa ohne Deutschland | Amerika | Asien | Sonstige | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Erträge vor Risikoergebnis | 6.556 | 1.589 | 85 | 220 | - | 8.450 |
| Risikoaktiva für Kreditrisiken | 90.481 | 46.469 | 5.363 | 2.896 | - | 145.209 |
Von den Erträgen vor Risikovorsorge in Europa (ohne Deutschland) entfielen rund 26% auf unsere Einheiten in Großbritannien (Vorjahr: 26%), 50% auf unsere Einheiten in Polen (Vorjahr: 47%) und 5% auf unsere Einheiten in Luxemburg (Vorjahr: 11%). Statt der langfristigen Vermögenswerte weisen wir die Risikoaktiva für Kreditrisiken aus. Von den Risikoaktiva für Kreditrisiken in Europa (ohne Deutschland) entfielen rund 45% auf unsere Einheiten in Polen (Vorjahr: 39%), 22% auf unsere Einheiten in Großbritannien (Vorjahr: 30%) und 21% auf unsere Einheiten in Luxemburg (Vorjahr: 23%).
In Übereinstimmung mit IFRS 8.32 hat die Commerzbank entschieden, auf eine Aufgliederung des Gesamtbetrages der Erträge des Commerzbank-Konzerns nach Produkten und Dienstleistungen zu verzichten. Aus Effizienzgründen wurde von einer Erhebung dieser Daten abgesehen, da sie weder für die interne Steuerung noch für das Managementreporting genutzt werden.
Sonstige Erläuterungen
Bilanzielles und regulatorisches Eigenkapital (59)
Zusammensetzung des Eigenkapitals nach IFRS
Gezeichnetes Kapital
Das Gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Commerzbank Aktiengesellschaft besteht aus nennwertlosen Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von 1,00 Euro. Die Aktien lauten auf den Inhaber. Käufe und Verkäufe von eigenen Aktien werden mit dem rechnerischen Wert von 1,00 Euro mit dem Gezeichneten Kapital verrechnet. Das Gezeichnete Kapital belief sich auf 1.252 Mio. Euro, da zum 31. Dezember 2022 keine eigenen Aktien im Bestand gehalten wurden. Vorzugsrechte oder Beschränkungen in Bezug auf die Ausschüttung von Dividenden liegen bei der Commerzbank Aktiengesellschaft nicht vor. Alle ausgegebenen Aktien sind voll eingezahlt.
Bedingtes Kapital
Das Bedingte Kapital ist für die Ausgabe von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen sowie Genussrechten mit Wandlungs- oder Optionsrechten vorgesehen. Die Entwicklung des Bedingten Kapitals stellt sich wie folgt dar:
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| Mio. € | Bedingtes Kapital 1.1.2022 | Zugänge | Verfall/ Verbrauch | Aufhebung gemäß Satzung | Bedingtes Kapital 31.12.2022 | belegtes Bedingtes Kapital | Wandel- /Optionsanleihen/Genussrechte | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| - | - | - | - | - | - | - | - | - |
| Gesamt | - | - | - | - | - | - | - | - |
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| Mio. € | noch verfügbares Bedingtes Kapital | Wandel- /Optionsanleihen/Genussrechte | |
|---|---|---|---|
| - | - | - | - |
| Gesamt | - | - | - |
Genehmigtes Kapital
| Datum der Beschlussfassung | Ursprünglicher Betrag Mio. € | In Vorjahren für Kapitalerhöhungen verbraucht Mio. € | für Kapitalerhöhungen verbraucht Mio. € | Aufhebung gemäß Satzung Mio. € | verbleibender Betrag Mio. € | Befristung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 22.5.2019 | 626 | - | - | - | 626 | 21.5.2024 |
| Gesamt | 626 | - | - | - | 626 | - |
Die Bedingungen für Kapitalerhöhungen aus Genehmigtem Kapital ergeben sich zum 31. Dezember 2022 aus der Satzung der Commerzbank Aktiengesellschaft, Stand 18. Juli 2022. Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 21. Mai 2024 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bareinlagen einmalig oder mehrfach, jedoch insgesamt höchstens um 500.943.054,00 Euro zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019/I). Dabei ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen; das gesetzliche Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien von einem oder mehreren Kreditinstituten oder diesen nach § 186 Absatz 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären der Commerzbank Aktiengesellschaft zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht in folgenden Fällen auszuschließen:
- um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen
-
um Belegschaftsaktien an Mitarbeiter der Commerzbank Aktiengesellschaft und unmittelbarer oder mittelbarer Mehrheitsbeteiligungsgesellschaften der Commerzbank Aktiengesellschaft (Konzernunternehmen i.S.v.# § 18 AktG) bis zu einem anteiligen Betrag am Grundkapital von Euro 15.000.000,00 auszugeben. Sofern Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre an Mitarbeiter der Gesellschaft oder ihrer Konzernunternehmen i.S.v. § 18 Absatz 1 AktG gegen Bareinlagen ausgegeben werden, darf der auf sie entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals insgesamt 3 % des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft nicht übersteigen. Auf diese 3 %-Grenze ist das anteilige Grundkapital anzurechnen, das auf Aktien entfällt, die während der Laufzeit der Ermächtigung unter einer anderen Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre an Vorstandsmitglieder, Mitglieder der Geschäftsführung oder Mitarbeiter der Gesellschaft oder ihrer Konzernunternehmen i.S.v. § 18 Absatz 1 AktG gegen Bar- oder Sacheinlagen ausgegeben oder veräußert werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung festzulegen. Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 21. Mai 2024 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen einmalig oder mehrfach, jedoch insgesamt höchstens um 125.235.763,00 Euro zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2019/II). Dabei ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen; das gesetzliche Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien von einem oder mehreren Kreditinstituten oder diesen nach § 186 Absatz 5 Satz 1 AktG gleichstehenden Unternehmen mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären der Commerzbank Aktiengesellschaft zum Bezug anzubieten. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht in folgenden Fällen auszuschließen:
-
um Spitzenbeträge vom Bezugsrecht auszunehmen
- um in dem Umfang, in dem es erforderlich ist, Inhabern von durch die Commerzbank Aktiengesellschaft oder durch unmittelbare oder mittelbare Mehrheitsbeteiligungsgesellschaften der Commerzbank Aktiengesellschaft (Konzernunternehmen i.S.v. § 18 Absatz 1 AktG) ausgegebenen oder noch auszugebenden Wandlungs- oder Optionsrechten ein Bezugsrecht einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung des Wandlungs- oder Optionsrechts oder nach Erfüllung einer entsprechenden Wandlungs- oder Optionspflicht zustehen würde;
- um das Grundkapital gegen Sacheinlagen zu erhöhen;
- bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen, wenn der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis für Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung im Zeitpunkt der Festlegung des Ausgabebetrags nicht wesentlich unterschreitet.
Die unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß §§ 203 Absatz 1, 186 Absatz 3 Satz 4 AktG aufgrund dieser Ermächtigung ausgegebenen Aktien dürfen insgesamt 10 % des Grundkapitals der Gesellschaft im Zeitpunkt des Wirksamwerdens oder - falls dieser Wert geringer ist - im Zeitpunkt der Ausübung der vorliegenden Ermächtigung nicht überschreiten. Die Höchstgrenze von 10 % des Grundkapitals vermindert sich um den anteiligen Betrag des Grundkapitals, der auf diejenigen eigenen Aktien der Gesellschaft entfällt, die während der Laufzeit des Genehmigten Kapitals 2019/II unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gemäß §§ 71 Absatz 1 Nr. 8 Satz 5, 186 Absatz 3 Satz 4 AktG veräußert werden. Die Höchstgrenze vermindert sich ferner um den anteiligen Betrag des Grundkapitals, der auf diejenigen Aktien entfällt, die zur Bedienung von Options- oder Wandelschuldverschreibungen mit Options- oder Wandlungsrecht oder mit Options- oder Wandlungspflicht auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit des Genehmigten Kapitals 2019/II unter Ausschluss des Bezugsrechts in entsprechender Anwendung von § 186 Absatz 3 Satz 4 AktG ausgegeben werden. Der anteilige Betrag des Grundkapitals, der auf Aktien entfällt, die unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gegen Bar- oder Sacheinlagen ausgegeben werden, darf insgesamt 10 % des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft nicht übersteigen. Hierauf sind - vorbehaltlich einer von einer nachfolgenden Hauptversammlung etwa zu beschließenden erneuten Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss - die Aktien anzurechnen, die während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter einer anderen Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegeben werden oder auf die sich Finanzinstrumente mit Wandlungs- oder Optionsrechten oder -pflichten beziehen, die während der Laufzeit der Ermächtigung unter einer anderen Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben werden. Sofern Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre an Vorstandsmitglieder, Mitglieder der Geschäftsführung oder Mitarbeiter der Commerzbank Aktiengesellschaft und ihrer Konzernunternehmen i.S.v. § 18 Absatz 1 AktG gegen Sacheinlage durch die Einbringung von Ansprüchen auf variable Vergütungsbestandteile, Gratifikationen oder ähnlichen Forderungen gegen die Gesellschaft oder ihre Konzernunternehmen ausgegeben werden, darf der Vorstand nur bis zu einer Höhe von insgesamt maximal 3 % des im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals von der Ermächtigung Gebrauch machen. Auf diese 3 %-Grenze ist das anteilige Grundkapital anzurechnen, das auf Aktien entfällt, die während der Laufzeit der Ermächtigung unter einer anderen Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre an Vorstandsmitglieder, Mitglieder der Geschäftsführung oder Mitarbeiter der Gesellschaft oder ihrer Konzernunternehmen i.S.v. § 18 Absatz 1 AktG gegen Bar- oder Sacheinlagen ausgegeben oder veräußert werden. Der Vorstand ist ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung festzulegen.
(60) Ausgewählte regulatorische Kennzahlen
Das folgende Bild zeigt die Zusammensetzung der Eigenmittel und risikogewichteten Aktiva sowie die Eigenmittelquoten im Commerzbank-Konzern gemäß CRR einschließlich angewendeter Übergangsregelungen:
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|
| Hartes Kernkapital (CET 1) (Mrd. €)¹ | 23,9 | 23,8 | 0,4 |
| Kernkapital (Tier 1) (Mrd. €) | 27,1 | 27,2 | - 0,5 |
| Eigenmittel ¹ (Mrd. €) | 31,9 | 32,2 | - 0,8 |
| Risikogewichtete Aktiva (Mrd. €) | 168,7 | 175,2 | - 3,7 |
| davon: Kreditrisiko | 140,5 | 145,2 | - 3,3 |
| davon: Marktrisiko ² | 7,1 | 10,2 | - 30,7 |
| davon: Operationelles Risiko | 21,2 | 19,8 | 7,1 |
| Harte Kernkapitalquote (CET- 1-Ratio, %) | 14,1 | 13,6 | 4,2 |
| Kernkapitalquote (Tier- 1-Ratio, %) | 16,0 | 15,5 | 3,3 |
| Gesamtkapitalquote (%) | 18,9 | 18,4 | 3,0 |
¹ Die Angaben beinhalten jeweils das den Commerzbank-Aktionären zurechenbare und regulatorisch anrechnungsfähige Konzernergebnis.
² Einschließlich der Risiken einer Anpassung der Kreditbewertung (sogenanntes Credit Valuation Adjustment Risk)
Die Leverage Ratio (Verschuldungsquote) setzt das Kernkapital (Tier-1-Kapital) gemäß CRR einschließlich angewendeter Übergangsregelungen ins Verhältnis zum Leverage Ratio Exposure, das aus den nicht risikogewichteten Aktiva und den außerbilanziellen Positionen besteht.
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|
| Leverage Ratio Exposure (Mrd. €) | 548 | 521 | 5,2 |
| Leverage Ratio (%) | 4,9 | 5,2 | - 5,5 |
Die Non-Performing-Exposure-Ratio (NPE-Ratio) wird aus den notleidenden Forderungen im Verhältnis zu den Gesamtforderungen gemäß EBA Risk Dashboard ermittelt.
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % | |
|---|---|---|---|
| NPE-Ratio (%) | 1,1 | 0,9 | 26,4 |
Als Kreditinstitut ist die Commerzbank Aktiengesellschaft verpflichtet, einen Offenlegungsbericht gemäß CRR quartalsweise zu erstellen. Hinsichtlich des Kapitalmanagements sowie weiterer Informationen zum Eigenkapital verweisen wir auf den jeweils aktuellen veröffentlichten Offenlegungsbericht gemäß CRR.
(61) Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter
Die Zahlen enthalten sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitkräfte. In der Zahl der Mitarbeiter sind die im Konzern durchschnittlich in Ausbildung gewesenen Mitarbeiter nicht enthalten.
| 2022 | 2021 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Gesamt | männlich | weiblich | Gesamt | männlich | weiblich | |
| Im Konzern | 42.378 | 20.172 | 22.206 | 45.387 | 21.332 | 24.055 |
| In Deutschland | 28.213 | 13.571 | 14.643 | 31.423 | 14.857 | 16.565 |
| Außerhalb Deutschlands | 14.165 | 6.601 | 7.563 | 13.964 | 6.475 | 7.490 |
(62) Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen
Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit kommt es zwischen der Commerzbank Aktiengesellschaft und/oder deren konsolidierten Gesellschaften zu Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen. Hierzu gehören beherrschte, aber aus Gründen der Wesentlichkeit nicht konsolidierte Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen, assoziierte Unternehmen, Beteiligungen, unternehmensexterne Versorgungsträger zur betrieblichen Altersversorgung der Mitarbeiter der Commerzbank Aktiengesellschaft, Personen in Schlüsselpositionen und deren Angehörige sowie von diesem Personenkreis beherrschte Unternehmen. Die mit nahestehenden Unternehmen und Personen getätigten Bankgeschäfte werden zu marktüblichen Bedingungen und Konditionen abgeschlossen. Zu den Personen in Schlüsselpositionen zählen ausschließlich die im Geschäftsjahr aktiven Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Commerzbank Aktiengesellschaft. Neben dem Anteilsbesitz der Bundesrepublik Deutschland sind weitere Faktoren zu berücksichtigen (unter anderem Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat), die einen maßgeblichen Einfluss auf die Commerzbank Aktiengesellschaft ermöglichen. Demnach zählen der Bund sowie der Kontrolle der Bundesrepublik Deutschland unterliegende Unternehmen (Bundesunternehmen) zum Kreis der nahestehenden Unternehmen und Personen nach IAS 24.
Transaktionen mit nicht konsolidierten Tochterunternehmen
Die Aktivposten gegenüber nicht konsolidierten Tochterunternehmen von 106 Mio. Euro (Vorjahr: 191 Mio. Euro) enthielten zum 31. Dezember 2022 im Wesentlichen Darlehen und Forderungen. In den Passivposten waren von den 178 Mio. Euro (Vorjahr: 176 Mio. Euro) im Wesentlichen Einlagen enthalten.# Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Transaktionen mit Gemeinschaftsunternehmen
Es lagen keine wesentlichen Transaktionen mit Gemeinschaftsunternehmen vor. Im Vorjahr wiesen wir ebenfalls keine wesentlichen Erträge und Aufwendungen mit Gemeinschaftsunternehmen aus.
Transaktionen mit assoziierten Unternehmen
Die Aktivposten gegenüber assoziierten Unternehmen von 26 Mio. Euro (Vorjahr: 4 Mio. Euro) enthielten zum 31. Dezember 2022 im Wesentlichen Darlehen und Forderungen. In den Passivposten waren von den 32 Mio. Euro (Vorjahr: 24 Mio. Euro) im Wesentlichen Einlagen enthalten. Die Erträge von 18 Mio. Euro (Vorjahr: 10 Mio. Euro) resultieren vor allem aus Zinserträgen. Die Aufwendungen lagen im Geschäftsjahr bei 1 Mio. Euro (Vorjahr: 0 Mio. Euro). Im Rahmen des gewöhnlichen Bankgeschäfts wurden Garantien und Sicherheiten von 3 Mio. Euro (Vorjahr: 4 Mio. Euro) gewährt.
Transaktionen mit sonstigen nahestehenden Unternehmen/Personen
Die Aktivposten gegenüber sonstigen nahestehenden Unternehmen/Personen betrugen 0 Mio. Euro (Vorjahr: 0 Mio. Euro). In den Passivposten von 455 Mio. Euro (Vorjahr: 322 Mio. Euro) waren im Wesentlichen Einlagen enthalten. Die Einlagen entfielen vor allem auf unternehmensexterne Versorgungsträger. Die Erträge von 1 Mio. Euro (Vorjahr: 2 Mio. Euro) resultieren im Wesentlichen aus Zinserträgen. Die Aufwendungen von 9 Mio. Euro (Vorjahr: 9 Mio. Euro) resultieren im Wesentlichen aus Zinsaufwendungen. Im Rahmen des gewöhnlichen Bankgeschäfts wurden 27 Mio. Euro Garantien und Sicherheiten gewährt (Vorjahr: 34 Mio. Euro).
Transaktionen mit Bundesunternehmen
Die Commerzbank weist hier Transaktionen mit privatrechtlichen Beteiligungsunternehmen des Bundes sowie der Deutschen Bundesbank aus. Die Aktivposten gegenüber Bundesunternehmen von 58.673 Mio. Euro (Vorjahr: 31.570 Mio. Euro) enthielten zum 31. Dezember 2022 im Wesentlichen Darlehen und Forderungen sowie Guthaben bei der Deutschen Bundesbank von 57.475 Mio. Euro (Vorjahr: 29.711 Mio. Euro). Von den Passivposten gegenüber Bundesunternehmen von 12.605 Mio. Euro (Vorjahr: 13.693 Mio. Euro) waren 12.572 Mio. Euro (Vorjahr: 13.671 Mio. Euro) Einlagen. Zum 31. Dezember 2022 wurden Garantien und Sicherheiten von 237 Mio. Euro (Vorjahr: 213 Mio. Euro) an Bundesunternehmen gewährt. Die Erträge von 146 Mio. Euro (Vorjahr: 36 Mio. Euro) resultieren im Wesentlichen aus dem Handels- und Bewertungsergebnis sowie aus Zinserträgen. Die Aufwendungen von 10 Mio. Euro (Vorjahr: 75 Mio. Euro) resultieren im Wesentlichen aus Zinsaufwendungen.
Transaktionen mit Personen in Schlüsselpositionen
Die Aktivposten gegenüber Personen in Schlüsselpositionen von 4 Mio. Euro (Vorjahr: 7 Mio. Euro) enthielten zum 31. Dezember 2022 Darlehen und Forderungen. Im Wesentlichen handelte es sich hierbei um Hypothekendarlehen. In den Passivposten von 4 Mio. Euro (Vorjahr: 4 Mio. Euro) waren Einlagen von Personen in Schlüsselpositionen enthalten. Die Aufwendungen resultieren aus Personalaufwendungen von 23 Mio. Euro (Vorjahr: 23 Mio. Euro) und enthielten Vergütungen für Personen in Schlüsselpositionen und Gehälter der im Commerzbank-Konzern angestellten Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat.
Forderungen an Personen in Schlüsselpositionen
Die Forderungen an Personen in Schlüsselpositionen teilten sich wie folgt auf:
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|---|---|
| Vorstand | ||||
| Aufsichtsrat | ||||
| Forderungen (Tsd. €) 1 | 2.510 | 7.165 | 1.057 | 284 |
| Letzte Fälligkeit 2 | 2.058 | 2.042 | 2.042 | |
| Bandbreite angewendeter Zinssätze (%) 3 | 0,75 - 2,8 | 0,88 - 2,8 | 1,35 - 1,56 | 1,56 - 2,28 |
1 Es sind Tilgungen von den Mitgliedern des Vorstands von 4.961 Tsd. Euro (Vorjahr 79 Tsd. Euro) und von den Mitgliedern des Aufsichtsrats von 228 Tsd. Euro (Vorjahr: 38 Tsd. Euro) erfolgt.
2 Neben endfälligen Krediten wurden auch Kredite mit der Laufzeit "bis auf Weiteres" gewährt.
3 In Einzelfällen wurden bei Überziehungen des Vorstands bis zu 10,9 % (Vorjahr: 9,7 %) und des Aufsichtsrats bis zu 18,6 % (Vorjahr: 12,4 %) berechnet.
Die Besicherung der Kredite an Vorstandsmitglieder und Mitglieder des Aufsichtsrats erfolgte soweit erforderlich mit Grundschulden oder Pfandrechten. Die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat standen im Berichtsjahr mit Ausnahme von Mietavalen nicht in einem Haftungsverhältnis mit den Gesellschaften des Commerzbank-Konzerns.
Vorstand
In der folgenden Tabelle wird die Gesamtvergütung der Mitglieder des Vorstands sowohl gemäß IAS 24.17 als auch nach § 314 Abs. 1 Nr. 6 a) S. 1 HGB dargestellt. Der Aufwand nach IAS 24 wurde periodengerecht und gemäß den Vorschriften der zugrunde liegenden Standards (IAS 19 und IFRS 2) erfasst. Die kurzfristig fälligen Leistungen beinhalten unter anderem auch die im üblichen Rahmen gewährten Sachbezüge.
| Tsd. € | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Kurzfristig fällige Leistungen | 9.956 | 8.258 |
| Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Dienstzeitaufwendungen) | 2.795 | 3.829 |
| Andere langfristig fällige Leistungen | 1.774 | 1.149 |
| Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 1 | - | 1.980 |
| Anteilsbasierte Vergütung 2 | 3.812 | 2.652 |
| Gesamtvergütung gemäß IAS 24.17 | 18.337 | 17.868 |
| Abzüglich bzw. zuzüglich Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses | - 2.795 | - 3.829 |
| Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses | - | - 1.980 |
| Sonstige Unterschiede zwischen IFRS und § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabea Satz 1 HGB 3 | - 3.791 | - 688 |
| Gesamtbezüge gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6 a) S. 1 HGB | 11.751 | 11.371 |
1 Die Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Vorjahr betreffen Jörg Hessenmüller.
2 Das Vergütungssystem bewirkt auch eine anteilige Erfassung der anteilsbasierten Vergütung zukünftiger Geschäftsjahre. Dies wirkt sich insbesondere bei neuen Vorstandsmitgliedern aufwanderhöhend aus, da für sie in den Vorjahren keine anteiligen Vergütungen erfasst wurden.
3 Nach dem Vergütungssystem erfolgt die Gewährung erst mit der Entstehung der Ansprüche, was im Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr zu einer Erhöhung der Gesamtbezüge gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstabea Satz 1 HGB führte, insbesondere wegen höherer kurzfristiger Vergütungskomponenten.
Die Gesamtbezüge gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6 a) S. 1 HGB für die Mitglieder des Vorstands enthalten keine Bezüge aus Langfrist-Komponenten der Vergütung für das Geschäftsjahr 2022, da diese erst nach einem Zurückbehaltungszeitraum von 5 bis 7 Jahren und der Durchführung einer nachträglichen Leistungsbewertung durch den Aufsichtsrat rechtsverbindlich gewährt werden. Die Gesamtbezüge enthalten daher auch die Bezüge aus Langfrist-Komponenten der Vergütung für das Geschäftsjahr 2017 (im Vorjahr: 2015 und 2016), da diese im Berichtsjahr rechtsverbindlich gewährt wurden. Die Gesamtbezüge enthalten auch 149.488 (Vorjahr: 256.554) virtuelle Aktien mit einem Gesamtwert in Höhe von 1.470 Tsd. Euro (Vorjahr: 1.897 Tsd. Euro), die erst im Frühjahr des Jahres 2023 beziehungsweise des Jahres 2024 mit dem vor der jeweiligen Auszahlung gültigen Aktienkurs vergütet werden. In die Gesamtbezüge wurden diese virtuellen Aktien gemäß dem Deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 17 (DRS 17) mit dem Aktienkurs am Tag ihrer jeweiligen Gewährung durch den Aufsichtsrat zuzüglich eines eventuellen Dividendenausgleichs für die Dividende für das Geschäftsjahr 2018 einbezogen.
Der Barwert der Pensionsanwartschaften für die im Geschäftsjahr aktiven Vorstandsmitglieder betrug 8.419 Tsd. Euro zum 31. Dezember 2022 (Vorjahr: 7.687 Tsd. Euro). Nach Abzug der übertragenen Vermögenswerte (Planvermögen) waren zum 31. Dezember 2022 Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen für im Geschäftsjahr aktive Vorstandsmitglieder von 985 Tsd. Euro auszuweisen (Vorjahr: 877 Tsd. Euro). Für variable Vergütungsbestandteile aktiver Vorstandsmitglieder waren zum 31. Dezember 2022 Rückstellungen von 13.300 Tsd. Euro (Vorjahr: 7.400 Tsd. Euro) gebildet. Für Vorstandsmitglieder und ehemalige Mitglieder des Vorstands oder deren Hinterbliebene sieht die Bank eine Altersversorgung vor, deren zur Absicherung dienende Vermögenswerte insgesamt über ein Contractual Trust Arrangement auf den Commerzbank Pension-Trust e. V. übertragen wurden. Die Bezüge der ehemaligen Mitglieder des Vorstands der Commerzbank Aktiengesellschaft und ihrer Hinterbliebenen betrugen im Geschäftsjahr 13.591 Tsd. Euro (Vorjahr: 12.724 Tsd. Euro). Die Pensionsverpflichtungen für diese Personengruppe beliefen sich auf 98.580 Tsd. Euro (Vorjahr: 136.300 Tsd. Euro).
Aufsichtsrat
Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats ist in § 15 der Satzung der Commerzbank Aktiengesellschaft geregelt. Aufsichtsratsmitglieder erhielten für das Geschäftsjahr 2022 eine gesamte Vergütung von netto 3.483 Tsd. Euro (Vorjahr: 3.283 Tsd. Euro), die gemäß IAS 24.17 als kurzfristig fällige Leistung kategorisiert wird.
Sonstige Angaben (63) Zeitpunkt der Freigabe zur Veröffentlichung
Der vorliegende Konzernabschluss wurde vom Vorstand am 6. März 2023 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt. Vorläufige Eckzahlen des Konzernabschlusses 2022 wurden vom Vorstand am 13. Februar 2023 zur Veröffentlichung freigegeben.
(64) Corporate Governance Kodex
Unsere jährliche Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG haben wir abgegeben und unseren Aktionären im Internet (www.commerzbank.de) dauerhaft zugänglich gemacht.
(65) Länderspezifische Berichterstattung
Die nachstehenden Angaben gemäß § 26 a KWG beziehen sich auf den IFRS-Konsolidierungskreis des Commerzbank-Konzerns. Die Kapitalrendite für den Konzern betrug 0,29 % zum 31. Dezember 2022.# 31.12.2022
| Umsatz Mio. € | Ergebnis vor Steuern Mio. € | Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1 Mio. € | Mitarbeiter Anzahl | |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 7.796 | 2.094 | 512 | 25.504 |
| China einschließlich Hongkong und Shanghai | 36 | -23 | -4 | 165 |
| Frankreich | 57 | 16 | 6 | 84 |
| Großbritannien | 599 | 341 | 6 | 607 |
| Luxemburg | 111 | 79 | -2 | 158 |
| Niederlande | 19 | 3 | -1 | 35 |
| Polen | 1.025 | -6 | 133 | |
| Russland | 115 | 93 | 15 | 130 |
| Singapur | 102 | 31 | 5 | 335 |
| USA | 207 | 89 | -44 | 287 |
| Sonstige | 212 | 46 | 17 | 1.518 |
¹ Die im Vergleich zu den nominellen Steuersätzen einzelner Länder abweichenden Steuerquoten resultieren im Wesentlichen aus Effekten im Rahmen der Bilanzierung von latenten Steuern (Nachaktivierung beziehungsweise Wertberichtigung) und aus Steuern für die Vorjahre (zum Beispiel aus der Auflösung beziehungsweise Bildung von Steuerrückstellungen).
31.12.2021
| Umsatz Mio. € | Ergebnis vor Steuern Mio. € | Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1 Mio. € | Mitarbeiter Anzahl | |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 7.854 | 1.161 | -377 | 28.191 |
| China einschließlich Hongkong und Shanghai | 82 | 19 | 10 | 226 |
| Frankreich | 38 | 5 | -3 | 84 |
| Großbritannien | 427 | 135 | -37 | 754 |
| Luxemburg | 172 | 103 | 1 | 168 |
| Niederlande | 15 | 5 | 2 | 34 |
| Polen | 750 | -106 | 130 | |
| Russland | 33 | 15 | 3 | 136 |
| Singapur | 64 | -4 | -1 | 379 |
| USA | 173 | 66 | 3 | 316 |
| Sonstige | 183 | 5 | 19 | 1.201 |
¹ Die im Vergleich zu den nominellen Steuersätzen einzelner Länder abweichenden Steuerquoten resultieren im Wesentlichen aus Effekten im Rahmen der Bilanzierung von latenten Steuern (Nachaktivierung beziehungsweise Wertberichtigung) und aus Steuern für die Vorjahre (zum Beispiel aus der Auflösung beziehungsweise Bildung von Steuerrückstellungen).
(66) Angaben zu nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen
Die nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen des Commerzbank-Konzerns erstrecken sich auf die nachfolgend beschriebenen Transaktionsarten (Cluster):
Asset-backed Securities (ABS)
Bei Asset-backed Securities (ABS) handelt es sich um forderungsbesicherte Wertpapiere mit dem Ziel, bestimmte Vermögenswerte, in der Regel Kreditforderungen, in verzinsliche, handelbare Wertpapiere umzuwandeln beziehungsweise zu verbriefen. Als Basiswerte dienen beispielsweise Konsumentenkredite (Auto-, Kreditkartenforderungen), Hypothekendarlehen oder Unternehmenskredite mit hoher Bonität. Die Finanzierung der Gesellschaften erfolgt über die Emission verschiedener Tranchen von Asset-backed Securities. Investoren dieser Wertpapiere unterliegen dem Ausfallrisiko des Basiswertes. Die Commerzbank investiert dabei in ABS-Tranchen mit Investment Grade.
Eigene Verbriefungen und Verbriefungsplattform
Bei eigenen Verbriefungen der Commerzbank handelt es sich um True-Sale- und synthetische Verbriefungen, die im Rahmen der Steuerung der Liquidität, des Kapitals und der Risikoaktiva der Bank eingesetzt werden. Die Finanzierung der die Forderungen erwerbenden Gesellschaften erfolgt über die Ausgabe verschiedener Tranchen von Wertpapieren, die am Kapitalmarkt platziert werden. Darüber hinaus ist die Commerzbank Sponsor für eine Verbriefungsplattform (Silver Tower). Mit diesem Verbriefungsprogramm strukturiert, arrangiert und verbrieft die Commerzbank Forderungen Dritter, die zum Kreis des Segments Firmenkunden gehören. Die Refinanzierung erfolgt durch Kreditlinien bzw. Namensschuldverschreibungen der in Luxemburg ansässigen Silver Tower S.A. Neben bestehenden Übersicherungen wird das Risiko von Forderungsausfällen teilweise über externe Kreditversicherungen abgedeckt.
Leasingobjektgesellschaften
Mit diesen Gesellschaften werden bedarfsgerechte Leasing-/Finanzierungskonzepte für Großanlagen wie zum Beispiel Immobilien, Flugzeuge, Schiffe oder regenerative Energiesysteme strukturiert. Für jede Transaktion wird grundsätzlich eine eigenständige Zweckgesellschaft gegründet, an der sich die Commerz-Real-Gruppe als Mehrheits- oder Minderheitsgesellschafter beteiligt. Als Finanzdienstleistungsinstitut gewährt die Commerz-Real-Gruppe diesen Gesellschaften keine Darlehen. Vielmehr werden diese von konzernfremden und konzerneigenen Kreditinstituten zur Verfügung gestellt. Zum Kerngeschäft der Commerz-Real-Gruppe gehört allerdings die Verwaltung der strukturierten Unternehmen.
Sonstige
Hierbei handelt es sich um strukturierte Unternehmen, die nicht in den oben aufgeführten Kategorien enthalten sind. Im Wesentlichen fallen hierunter Kapitalmarkttransaktionen von Asset Finance (AF) sowie strukturierte Transaktionen im Zusammenhang mit Kreditderivategeschäften. AF führt Transaktionen für Kunden mit begrenztem Zugang zu den Kapitalmärkten durch und bringt sie mit alternativen Kapitalgebern zusammen. Im Bereich Structured Asset Finance liegt der Fokus auf der Strukturierung und dem Vertrieb von Finanzierungs- und Investmentlösungen für Firmenkunden und Finanzinstitute. Der Bereich Structured Asset Finance konzentriert sich auf die Finanzierung von Sachanlagen und anderen Vermögensgegenständen mittels Leasing oder strukturierter Finanzierungen. Dies beinhaltet auch die Einbindung alternativer Kapitalgeber außerhalb des Bankensektors. Ergänzt werden diese Aktivitäten durch die Strukturierung von Investitionslösungen sowie das Underwriting und die Ausplatzierung hierfür geeigneter Finanzierungen.
Die Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden sowie die Erträge und Aufwendungen des Commerzbank-Konzerns gegenüber nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen werden in den folgenden Tabellen dargestellt. Des Weiteren werden der Umfang der nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen sowie das maximale Verlustrisiko des Commerzbank-Konzerns aufgezeigt. Das maximale Verlustrisiko des Commerzbank-Konzerns gegenüber nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen resultiert aus bilanzierten Vermögenswerten sowie aus Kreditzusagen und gewährten Garantien gegenüber nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen, die zu den jeweiligen Stichtagen nicht in Anspruch genommen wurden. Das maximale Verlustrisiko aus Vermögenswerten gegenüber nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen entspricht den aktuellen Buchwerten dieser Positionen nach Risikoergebnis. Für Kreditzusagen und Garantien verstehen wir unter dem maximalen Verlustrisiko den Nominalwert der Zusage. Der Ausweis des maximalen Verlustrisikos erfolgt brutto, das heißt ohne Berücksichtigung von Sicherheiten oder Hedgingaktivitäten, die wirtschaftlich zur Risikominderung bestehen.
| Mio. € | ABS | Eigene Verbriefungen und Verbriefungsplattform | Leasingobjektgesellschaften | Sonstige |
|---|---|---|---|---|
| Vermögenswerte per 31.12.2022 | 11.082 | 2.958 | 274 | 154 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost | 5.789 | 2.958 | 274 | 105 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI | 4.655 | - | - | 39 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&L | 593 | - | 0 | - |
| Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading | 45 | - | - | 10 |
| Übrige Vermögenswerte | - | - | - | - |
| Schulden per 31.12.2022 | - | 1.063 | 23 | 8 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost | - | 1.048 | 23 | 0 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option | - | - | - | - |
| Übrige Schulden | - | 15 | - | 7 |
| Erträge und Aufwendungen vom 1.1.-31.12.2022 | 34 | -49 | 16 | 10 |
| Zinsüberschuss nach Risikoergebnis | 117 | -34 | 11 | 6 |
| Provisionsüberschuss | 0 | 1 | 5 | 0 |
| Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten und Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten | -78 | -16 | 0 | 4 |
| Sonstiges Ergebnis | -5 | - | - | 0 |
| Maximales Verlustrisiko per 31.12.2022 | 11.082 | 3.647 | 274 | 343 |
| Vermögenswerte | 11.082 | 2.958 | 274 | 154 |
| Kreditzusagen | - | 688 | - | 189 |
| Garantien | - | - | - | - |
| Umfang 1 | 12.576 | 9.075 | 1.837 | 283.247 |
¹ Der Umfang der strukturierten Unternehmen entspricht grundsätzlich den Bilanzsummen der Gesellschaften. Für das Cluster ABS wird der Nominalwert in Euro für alle im Konzern gehaltenen ABS Investments gemeldet.
| Mio. € | ABS | Eigene Verbriefungen und Verbriefungsplattform | Leasingobjektgesellschaften | Sonstige |
|---|---|---|---|---|
| Vermögenswerte per 31.12.2021 | 11.529 | 2.647 | 300 | 399 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost | 5.729 | 2.646 | 293 | 347 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI | 5.052 | - | - | 41 |
| Finanzielle Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&L | 743 | - | 7 | - |
| Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading | 5 | 0 | - | 11 |
| Übrige Vermögenswerte | - | - | - | - |
| Schulden per 31.12.2021 | - | 1.068 | 31 | 25 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost | - | 1.067 | 31 | 6 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option | - | - | - | 0 |
| Übrige Schulden | - | 1 | - | 19 |
| Erträge und Aufwendungen vom 1.1.-31.12.2021 | 126 | -52 | 28 | 9 |
| Zinsüberschuss nach Risikoergebnis | 107 | -53 | 16 | 7 |
| Provisionsüberschuss | 0 | 1 | 6 | 2 |
| Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten und Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten | 18 | -1 | 6 | 0 |
| Sonstiges Ergebnis | 1 | - | - | 0 |
| Maximales Verlustrisiko per 31.12.2021 | 11.529 | 3.696 | 300 | 558 |
| Vermögenswerte | 11.529 | 2.647 | 300 | 399 |
| Kreditzusagen | - | 1.049 | - | 158 |
| Garantien | - | - | - | - |
| Umfang 1 | 13.169 | 7.239 | 2.256 | 262.891 |
¹ Der Umfang der strukturierten Unternehmen entspricht grundsätzlich den Bilanzsummen der Gesellschaften. Für das Cluster ABS wird der Nominalwert in Euro für alle im Konzern gehaltenen ABS Investments gemeldet.
Die Commerzbank tritt auch als Sponsor von strukturierten Unternehmen auf, an denen sie keine Beteiligung hält.# Ein Unternehmen gilt als gesponsert, wenn scrollen ― es durch die Commerzbank initiiert und/oder strukturiert wurde; ― es Vermögenswerte des Commerzbank-Konzerns erhalten oder angekauft hat; ― es vom Commerzbank-Konzern Garantien gewährt bekommt oder es durch den Commerzbank-Konzern intensiv vermarktet wurde. Zum 31. Dezember 2022 betrugen die Bruttoerträge des Commerzbank-Konzerns aus gesponserten, nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen - 27 Mio. Euro (Vorjahr: - 33 Mio. Euro). Die Buchwerte der Vermögensgegenstände des Commerzbank-Konzerns gegenüber gesponserten, nicht konsolidierten strukturierten Unternehmen betrugen in Summe 1.761 Mio. Euro (Vorjahr: 1.684 Mio. Euro).
(67) Angaben zu wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen
Die Angaben zu wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen stellten sich innerhalb des Segments Privat- und Unternehmerkunden wie folgt dar. Dabei berücksichtigen wir unser Tochterunternehmen mBank S.A.. scrollen
| 31.12.2022 | 31.12.2021 | |
|---|---|---|
| mBank S.A., Warschau, Polen | ||
| Den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbar: | ||
| Kapital (%) | 31 | 31 |
| Stimmrechte (%) | 31 | 31 |
| Konzernergebnis (Mio. €) | - 34 | - 90 |
| Eigenkapital (Mio. €) | 736 | 799 |
| Dividendenausschüttung (in Mio. €) | - | - |
| Vermögenswerte (Mio. €) | 13.480 | 12.760 |
| Schulden (Mio. €P | 12.660 | 11.875 |
| Gewinn/Verlust (Mio. €P | - 33 | - 89 |
| Sonstiges Periodenergebnis (Mio. €) | - 68 | - 218 |
| Gesamtergebnis (Mio. €) | - 102 | - 306 |
| Cashflows (Mio. €P | 245 | 540 |
1 Vor Eliminierung konzerninterner Geschäfte
2 Angepasste Werte.
(68) Patronatserklärung
Für die nachfolgend aufgeführten, in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen tragen wir, abgesehen von politischen Risiken, dafür Sorge, dass diese ihre vertraglichen Verbindlichkeiten erfüllen. scrollen
| Name | Sitz |
|---|---|
| Commerzbank (Eurasija) AO | Moskau |
| Commerzbank Brasil S.A. - Banco Múltiplo | São Paulo |
| Commerzbank Inlandsbanken Holding GmbH | Frankfurt am Main |
| Commerzbank Finance & Covered Bond S.A. | Luxemburg |
| CommerzTrust GmbH | Frankfurt am Main |
| Commerz Markets LLC | New York |
| LSF Loan Solutions Frankfurt GmbH | Eschborn |
(69) Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
Der Zahlungsmittelbestand setzte sich wie folgt zusammen und ist damit identisch mit dem Bilanzposten Kassenbestand und Sichtguthaben: scrollen
| Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 | Veränd. in % |
|---|---|---|---|
| Kassenbestand | 1.082 | 9.188 | - 88,2 |
| Guthaben bei Zentralnotenbanken | 17.126 | 39.800 | - 57,0 |
| Täglich fällige Sichtguthaben bei Kreditinstituten | 57.025 | 519 . | |
| Schuldtitel öffentlicher Stellen | - | - | |
| Gesamt | 75.233 | 49.507 | 52,0 |
Im Zahlungsmittelbestand sind weder im aktuellen Geschäftsjahr noch im Vorjahr Effekte aus erstkonsolidierten Gesellschaften und aus Entkonsolidierungen vorhanden. Die Kapitalflussrechnung zeigt die Zusammensetzung und die Veränderungen des Zahlungsmittelbestands des Geschäftsjahres. Sie ist in die Positionen operative Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit aufgeteilt. Als Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit werden Zahlungsvorgänge (Zu- und Abflüsse) aus Forderungen und Krediten sowie aus Wertpapieren und anderen Aktiva ausgewiesen. Zu- und Abgänge aus Einlagen, aus begebenen Schuldverschreibungen und anderen Passiva gehören ebenfalls zur operativen Geschäftstätigkeit. Auch die aus dem operativen Geschäft resultierenden Zins- und Dividendenzahlungen finden sich im Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit wieder. Die Veränderungen des Cashflows aus operativer Geschäftstätigkeit resultieren unter anderem auch aus der Veräußerung konsolidierter Gesellschaften. Die nachstehenden Tabellen geben einen Überblick über die Vermögenswerte und Schulden zu den Abgangszeitpunkten: scrollen
| Aktiva | Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|---|
| Finanzielle Vermögenswerte -Amortised Cost | - | 0 | |
| Finanzielle Vermögenswerte -Mandatorily Fair Value P&L | - | - | |
| Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading | - | - | |
| Sachanlagen | - | 11 | |
| Sonstige Aktivposten | - | 0 |
| Passiva | Mio. € | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|---|
| Finanzielle Verbindlichkeiten -Amortised Cost | - | 11 | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option | - | - | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten -Held for Trading | - | - | |
| Sonstige Passivposten | - | - |
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beinhaltet Zahlungsvorgänge für Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie at-Equity bewertete Unternehmen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit umfasst Einzahlungen aus Kapitalerhöhungen sowie Ein- und Auszahlungen für Nachrangige Einlagen und Schuldinstrumente. Auch ausgeschüttete Dividenden weisen wir hier aus. Der Zahlungsmittelbestand umfasst die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die unmittelbar in liquide Mittel umgewandelt werden können und nur einem unwesentlichen Wertänderungsrisiko unterliegen. Wir fassen darunter den Posten Kassenbestand und Sichtguthaben, der sich aus dem Kassenbestand, den Guthaben bei Zentralnotenbanken, täglich fälligen Sichtguthaben bei Kreditinstituten sowie den Schuldtiteln öffentlicher Stellen zusammensetzt. Für den Commerzbank-Konzern ist die Aussagefähigkeit der Kapitalflussrechnung als gering anzusehen. Die Kapitalflussrechnung ersetzt für uns weder die Liquiditäts- beziehungsweise Finanzplanung noch wird sie als Steuerungsinstrument eingesetzt. In der nachfolgenden Tabelle wird die Entwicklung der Nettoschulden dargestellt: scrollen
| Mio. € | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Nettoschulden zum 1.1. | 10.166 | 10.661 |
| Veränderungen Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 178 | - 1.211 |
| Veränderung Konsolidierungskreis | - | - |
| Wechselkursveränderungen | 1.048 | 301 |
| Andere nicht zahlungswirksame Veränderungen | - 1.389 | 415 |
| Nettoschulden zum 31.12. | 10.004 | 10.166 |
(70) Anteilsbesitz
Die nachstehenden Angaben nehmen wir gemäß § 313 Abs. 2 HGB sowie gemäß IFRS 12.10 und IFRS 12.21 zum Konzernabschluss vor. Die Angaben zum Eigenkapital und dem Jahresergebnis der Gesellschaften sind den Abschlüssen der jeweiligen nationalen Rechnungslegungsvorschriften entnommen. Fußnoten, Erläuterungen zum Geschäftszweck und weitere Anmerkungen zu nachfolgenden Tabellen sind am Ende dieser Note zusammengefasst.
1. Verbundene Unternehmen
a) In den Konzernabschluss einbezogene verbundene Unternehmen
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| Name | Sitz | Geschäfts- zweck | Kapitalanteil % | Abweichende Stimmrechte % | Währung | Eigenkapital * Tsd. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| ALWIGA Netzbeteiligungen GmbH | Düsseldorf, Deutschland | SOFDL | 100,0 | - | EUR | 96,0 |
| Asekum Sp. z o.o. | Warszawa, Polen | SOUNT | 100,0 | - | PLN | 18.881,0 |
| Atlas Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH | Frankfurt am Main, Deutschland | SOFDL | 100,0 | - | EUR | 118.111,0 |
| CBG Commerz Beteiligungsgesellschaft Holding mbH | Frankfurt am Main, Deutschland | SOFDL | 100,0 | - | EUR | 2.137,0 |
| CBG Commerz Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG | Frankfurt am Main, Deutschland | SOFDL | 100,0 | - | EUR | 13.617,0 |
| CBG Commerz Beteiligungskapital GmbH & Co. KG | Frankfurt am Main, Deutschland | SOFDL | 100,0 | - | EUR | 7.031,0 |
| CERI International Sp. z o.o. | Lodz, Polen | SOUNT | 100,0 | - | PLN | 79.722,0 |
| Coba Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | SOUNT | 100,0 | - | EUR | 26,0 |
| Commerz (East Asia) Limited | Hong Kong, Hongkong | SOFDL | 100,0 | - | EUR | 3.749,0 |
| Commerz Business Consulting GmbH | Frankfurt am Main, Deutschland | SOUNT | 100,0 | - | EUR | 239,0 |
| Commerz Direktservice GmbH | Duisburg, Deutschland | SOUNT | 100,0 | - | EUR | 1.856,0 |
| Commerz Grundbesitz Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG | Frankfurt am Main, Deutschland | SOFDL | 90,0 | - | EUR | 17.101,0 |
| Commerz Markets LLC | Wilmington, Delaware, USA | SOFDL | 100,0 | - | USD | 243.142,0 |
| Commerz Real AG | Wiesbaden, Deutschland | SOFDL | 100,0 | - | EUR | 408.407,0 |
| Commerz Real Fonds Beteiligungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | SOUNT | 100,0 | - | EUR | 151,0 |
| Commerz Real Fund Management S.á r.l. | Luxembourg, Luxemburg | BETGE | 100,0 | - | EUR | 14.612,0 |
| Commerz Real Investmentgesellschaft mbH | Wiesbaden, Deutschland | BETGE | 100,0 | - | EUR | 21.968,0 |
| Commerz Real Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | BETGE | 100,0 | - | EUR | 5.000,0 |
| Commerz Real Mobilienleasing GmbH | Düsseldorf, Deutschland | SOFDL | 100,0 | - | EUR | 41.000,0 |
| Commerz Real Verwaltung und Treuhand GmbH | Düsseldorf, Deutschland | SOFDL | 100,0 | - | EUR | 26,0 |
| Commerz Service-Center Intensive GmbH | Düsseldorf, Deutschland | SOUNT | 100,0 | - | EUR | 1.664,0 |
| Commerz Services Holding GmbH | Frankfurt am Main, Deutschland | SOFDL | 100,0 | - | EUR | 15.979,0 |
| Commerz Trade Services Sdn. Bhd. | Kuala Lumpur, Malaysia | SOUNT | 100,0 | - | MYR | 17.545,0 |
| Commerzbank (Eurasija) AO | Moskau, Russland | KREDI | 100,0 | - | RUB | 11.986.361,0 |
| Commerzbank Brasil S.A. - Banco Múltiplo | São Paulo , Brasilien | KREDI | 100,0 | - | BRL | 135.563,0 |
| Commerzbank Finance & Covered Bond S.A. | Luxemburg, Luxemburg | KREDI | 100,0 | - | EUR | 1.142.739,0 |
| Commerzbank Finance BV | Amsterdam, Niederlande | SOFDL | 100,0 | - | EUR | 941,0 |
| Commerzbank Finance Limited | London, Großbritannien | SOFDL | 100,0 | - | GBP | 234.157,0 |
| Commerzbank Holdings France | Paris, Frankreich | SOFDL | 100,0 | - | EUR | 16.730,0 |
| Commerzbank Immobilien- und Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH | Frankfurt am Main, Deutschland | SOFDL | 100,0 | - | EUR | 462.597,0 |
| Commerzbank Inlandsbanken Holding GmbH | Frankfurt am Main, Deutschland | SOFDL | 100,0 | - | EUR | 269.465,0 |
| Commerzbank Leasing December (3) Limited | London, Großbritannien | SOFDL | 100,0 | - | GBP | 281,0 |
| Commerzbank Leasing Limited | London, Großbritannien | SOFDL | 100,0 | - | GBP | 61,0 |
| Commerzbank Leasing September (5) Limited | London, Großbritannien | SOFDL | 100,0 | - | GBP | 42,0 |
| Commerzbank U.S. Finance, Inc. | Wilmington, Delaware, USA | SOFDL | 100,0 | - | USD | 363,0 |
| CommerzFactoring GmbH | Mainz, Deutschland | SOFDL | 50,1 | - | EUR | 1.099,0 |
| CommerzVentures Beteiligungs GmbH & Co. KG | Frankfurt am Main, Deutschland | SOFDL | 99,5 | - | EUR | -130.403,0 |
| CommerzVentures GmbH | Frankfurt am Main, Deutschland | SOFDL | 100,0 | - | EUR | 83.137,0 |
| CommerzVentures II Beteiligungs GmbH & Co. KG | Frankfurt am Main, Deutschland | SOFDL | 33,3 | 99,2 | EUR | 52.693,0 |
| CommerzVentures III Beteiligungs GmbH & Co. |
Eingegangene Namen
| Name | Sitz | Kapitalanteil % | Abweichende Stimmrechte % | EUR |
|---|---|---|---|---|
| ComTS Finance GmbH | Halle (Saale), Deutschland | 100,0 | - | 1.550,0 |
| ComTS Logistics GmbH | Magdeburg, Deutschland | 100,0 | - | 1.550,0 |
| ComTS Mitte GmbH | Erfurt, Deutschland | 100,0 | - | 2.714,0 |
| ComTS Nord GmbH | Magdeburg, Deutschland | 100,0 | - | 1.492,0 |
| ComTS Ost GmbH | Halle (Saale), Deutschland | 100,0 | - | 1.550,0 |
| ComTS Rhein-Ruhr GmbH | Duisburg, Deutschland | 100,0 | - | 1.050,0 |
| ComTS West GmbH | Hamm, Deutschland | 100,0 | - | 1.256,0 |
| Dr. Gubelt Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Erfurt KG | Düsseldorf, Deutschland | 0,1 | 0,3 | -813,0 |
| Dr. Gubelt Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Halle Am Markt KG | Düsseldorf, Deutschland | 6,0 | 7,0 | -163,0 |
| Dr. Gubelt Grundstücks- Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Schwabing KG | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | -2,0 |
| Dresdner Capital LLC I | Wilmington, Delaware, USA | 100,0 | - | 1.950,0 |
| Dresdner Kleinwort Luminary Inc. | Wilmington, Delaware, USA | 100,0 | - | 27.539,0 |
| Dresdner Lateinamerika Aktiengesellschaft | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | 39.567,0 |
| DSB Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH | Frankfurt am Main, Deutschland | 100,0 | - | 25,0 |
| FABA Vermietungsgesellschaft mbH | Frankfurt am Main, Deutschland | 100,0 | - | 2.026,0 |
| Frega Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH | Frankfurt am Main, Deutschland | 100,0 | - | 302,0 |
| Future Tech Fundusz Inwestycyjny Zamkniety | Warszawa, Polen | 99,0 | - | 223.416,0 |
| Gesellschaft für Kreditsicherung mbH | Berlin, Deutschland | 63,3 | - | 2.067,0 |
| Greene Elm Trading VII LLC | Wilmington, Delaware, USA | 100,0 | - | 1.774.612,0 |
| KENSTONE GmbH | Eschborn, Deutschland | 100,0 | - | 1.250,0 |
| Kira Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH | München, Deutschland | 100,0 | - | 74.830,0 |
| Kommanditgesellschaft MS "CPO ALICANTE" Offen Reederei GmbH & Co. | Hamburg, Deutschland | 90,0 | - | 32.642,0 |
| Kommanditgesellschaft MS "CPO ANCONA" Offen Reederei GmbH & Co. | Hamburg, Deutschland | 77,2 | - | 46.112,0 |
| Kommanditgesellschaft MS "CPO BILBAO" Offen Reederei GmbH & Co. | Hamburg, Deutschland | 90,0 | - | 32.678,0 |
| Kommanditgesellschaft MS "CPO MARSEILLE" Offen Reederei GmbH & Co. | Hamburg, Deutschland | 77,2 | 77,3 | 45.355,0 |
| Kommanditgesellschaft MS "CPO PALERMO" Offen Reederei GmbH & Co. | Hamburg, Deutschland | 73,9 | - | 55.827,0 |
| Kommanditgesellschaft MS "CPO TOULON" Offen Reederei GmbH & Co. | Hamburg, Deutschland | 90,0 | - | 46.425,0 |
| Kommanditgesellschaft MS "CPO VALENCIA" Offen Reederei GmbH & Co. | Hamburg, Deutschland | 90,0 | - | 33.139,0 |
| LeaseLink Sp. z o.o. | Warszawa, Polen | 100,0 | - | 9.073,0 |
| LSF Loan Solutions Frankfurt GmbH | Eschborn, Deutschland | 100,0 | - | 163.996,0 |
| Main Incubator GmbH | Frankfurt am Main, Deutschland | 100,0 | - | 33.372,0 |
| mBank Hipoteczny S.A. | Warszawa, Polen | 100,0 | - | 1.245.488,0 |
| mBank S.A. | Warszawa, Polen | 69,2 | - | 14.597.176,0 |
| mElements S.A. | Warszawa, Polen | 100,0 | - | 21.440,0 |
| mFaktoring S.A. | Warszawa, Polen | 100,0 | - | 128.362,0 |
| mFinanse CZ s.r.o. | Praha, Tschechien | 100,0 | - | 18.962,0 |
| mFinanse S.A. | Warszawa, Polen | 100,0 | - | 154.709,0 |
| mFinanse SK s.r.o. | Bratislava, Slowakei | 100,0 | - | 235,0 |
| mLeasing Sp. z o.o. | Warszawa, Polen | 100,0 | - | 593.416,0 |
| MOLARIS Verwaltungs- und Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 75,0 | - | 4.714,0 |
| NAVIPOS Schiffsbeteiligungsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | 107.752,0 |
| NOVELLA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | 11.176,0 |
| REFUGIUM Beteiligungsgesellschaft mbH | Grünwald, Deutschland | 100,0 | - | 2.962,0 |
| SECUNDO Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | 5.811,0 |
| TOMO Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH | Frankfurt am Main, Deutschland | 100,0 | - | 22.778,0 |
| Zelos Luxembourg S.C.S. | Luxembourg, Luxemburg | 100,0 | - | 1.886,0 |
scrollen
| Name | Jahresergebnis * Tsd. |
|---|---|
| ALWIGA Netzbeteiligungen GmbH | |
| a) Asekum Sp. z o.o. | 9.344,0 |
| Atlas Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH | |
| a) b) CBG Commerz Beteiligungsgesellschaft Holding mbH | |
| CBG Commerz Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG | 5.352,0 |
| CBG Commerz Beteiligungskapital GmbH & Co. KG | 3.804,0 |
| CERI International Sp. z o.o. | 14.713,0 |
| Coba Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH | |
| a) Commerz (East Asia) Limited | 356,0 |
| Commerz Business Consulting GmbH | |
| a) b) Commerz Direktservice GmbH | |
| Commerz Grundbesitz Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG | 712,0 |
| Commerz Markets LLC | 13.358,0 |
| a) Commerz Real AG | |
| Commerz Real Fonds Beteiligungsgesellschaft mbH | |
| a) Commerz Real Fund Management S.á r.l. | -9.306,0 |
| Commerz Real Investmentgesellschaft mbH | |
| a) Commerz Real Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH | |
| Commerz Real Mobilienleasing GmbH | |
| a) Commerz Real Verwaltung und Treuhand GmbH | |
| Commerz Service-Center Intensive GmbH | |
| a) b) Commerz Services Holding GmbH | |
| Commerz Trade Services Sdn. Bhd. | 1.905,0 |
| Commerzbank (Eurasija) AO | 985.584,0 |
| Commerzbank Brasil S.A. - Banco Mültiplo | -32.141,0 |
| Commerzbank Finance & Covered Bond S.A. | -33.714,0 |
| a) Commerzbank Finance BV | |
| Commerzbank Finance Limited | 97.121,0 |
| Commerzbank Holdings France | 549,0 |
| Commerzbank Immobilien- und Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH | |
| a) b) Commerzbank Inlandsbanken Holding GmbH | |
| Commerzbank Leasing December (3) Limited | 125,0 |
| a) Commerzbank Leasing Limited | |
| Commerzbank Leasing September (5) Limited | 20,0 |
| a) Commerzbank U.S. Finance, Inc. | |
| CommerzFactoring GmbH | |
| a) CommerzVentures Beteiligungs GmbH & Co. KG | 185.835,0 |
| b) CommerzVentures GmbH | |
| CommerzVentures II Beteiligungs GmbH & Co. KG | 2.019,0 |
| b) CommerzVentures III Beteiligungs GmbH & Co. KG | |
| ComTS Finance GmbH | |
| a) b) ComTS Logistics GmbH | |
| ComTS Mitte GmbH | |
| a) b) ComTS Nord GmbH | |
| ComTS Ost GmbH | |
| a) b) ComTS Rhein-Ruhr GmbH | |
| ComTS West GmbH | |
| a) b) Dr. Gubelt Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Erfurt KG | 1.184,0 |
| c) Dr. Gubelt Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Halle Am Markt KG | 163,0 |
| c) Dr. Gubelt Grundstücks- Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Schwabing KG | 2,0 |
| c) Dresdner Capital LLC I | 42,0 |
| Dresdner Kleinwort Luminary Inc. | 881,0 |
| a) b) Dresdner Lateinamerika Aktiengesellschaft | |
| a) b) DSB Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH | |
| a) b) FABA Vermietungsgesellschaft mbH | |
| Frega Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH | -72,0 |
| c) Future Tech Fundusz Inwestycyjny Zamkniety | 11.903,0 |
| Gesellschaft für Kreditsicherung mbH | 6.181,0 |
| Greene Elm Trading VII LLC | 5.546,0 |
| a) b) KENSTONE GmbH | |
| a) Kira Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH | |
| Kommanditgesellschaft MS "CPO ALICANTE" Offen Reederei GmbH & Co. | 1.824,0 |
| b) Kommanditgesellschaft MS "CPO ANCONA" Offen Reederei GmbH & Co. | 2.747,0 |
| b) Kommanditgesellschaft MS "CPO BILBAO" Offen Reederei GmbH & Co. | 2.228,0 |
| b) Kommanditgesellschaft MS "CPO MARSEILLE" Offen Reederei GmbH & Co. | 2.083,0 |
| Kommanditgesellschaft MS "CPO PALERMO" Offen Reederei GmbH & Co. | 4.575,0 |
| b) Kommanditgesellschaft MS "CPO TOULON" Offen Reederei GmbH & Co. | 1.997,0 |
| b) Kommanditgesellschaft MS "CPO VALENCIA" Offen Reederei GmbH & Co. | 3.022,0 |
| b) LeaseLink Sp. z o.o. | 7.529,0 |
| a) b) LSF Loan Solutions Frankfurt GmbH | |
| a) b) Main Incubator GmbH | |
| mBank Hipoteczny S.A. | 18.802,0 |
| mBank S.A. | -1.215.353,0 |
| mElements S.A. | 251,0 |
| mFaktoring S.A. | 19.989,0 |
| mFinanse CZ s.r.o. | -1.488,0 |
| mFinanse S.A. | 43.500,0 |
| mFinanse SK s.r.o. | -53,0 |
| mLeasing Sp. z o.o. | 72,0 |
| MOLARIS Verwaltungs- und Vermietungsgesellschaft mbH | 1.289,0 |
| c) NAVIPOS Schiffsbeteiligungsgesellschaft mbH | |
| a) b) NOVELLA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | |
| a) REFUGIUM Beteiligungsgesellschaft mbH | |
| a) SECUNDO Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | |
| a) b) TOMO Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH | |
| Zelos Luxembourg S.C.S. | -62.720,0 |
| b) |
Wegen untergeordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogene verbundene Unternehmen
| Name | Sitz | Kapitalanteil % | Abweichende Stimmrechte % |
| :---------------------------------------------------------------- | :--------------------------------------- | :-------------- | :------------------------ |
| 1. CR Fonds-Verwaltungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - |
| 10. CR Fonds-Verwaltungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - |
| 11. CR Fonds-Verwaltungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - |
| 12. CR Fonds-Verwaltungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - |
| 13. CR Fonds-Verwaltungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - |
| 14. CR Fonds-Verwaltungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - |
| 14. CR Immobilien-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Berlin Lindencorso KG i.L. | Düsseldorf, Deutschland | 81,4 | - |
| 2. CR Fonds-Verwaltungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - |
| 2. CR Immobilien-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Balingen KG | Düsseldorf, Deutschland | 75,8 | 75,9 |
| 2. CR Immobilien-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Heilbronn KG | Düsseldorf, Deutschland | 78,1 | 78,3 |
| 5. CR Fonds-Verwaltungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - |
| 6. CR Fonds-Verwaltungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - |
| 7. CR Fonds-Verwaltungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - |
| 8. CR Fonds-Verwaltungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - |
| 9. CR Fonds-Verwaltungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - |
| ABALINGA Verwaltung und Treuhand GmbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - |
| ABANTITIM Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - |
| ABANTUM Beteiligungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - |
| ABELASSA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - |
| ABORONUM Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - |
| ABORONUM Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. | | | |# Objekt Berlin KG
Düsseldorf, Deutschland - 85,0
ACARINA Beteiligungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ACCESSA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Grünwald, Deutschland 100,0 -
ACILIA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ACINA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ACONITA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ACRONA Photovoltaik-Beteiligungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ACTOSA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ADAMANTA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ADAMANTA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Elbphilharmonie KG
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ADELIA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ADENARA Flugzeug-Leasinggesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ADMEO Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ADMERA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ADRUGA Verwaltungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ADURAMA Verwaltung und Treuhand GmbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
AGASILA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
AGUSTO Beteiligungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
AJOLA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
AKERA Verwaltung und Treuhand GmbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ALACRITAS Verwaltungs- und Treuhand GmbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ALBELLA Verwaltung und Treuhand GmbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ALBOLA Verwaltung und Treuhand GmbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ALDINGA Verwaltung und Treuhand GmbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ALDULA Verwaltung und Treuhand GmbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ALEMONA Verwaltung und Treuhand GmbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ALICANTE NOVA Shipping Limited
Monrovia, Liberia 100,0 -
ALIVERA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ALLATA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ALLORUM Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ALSENNA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ALUBRA Verwaltung und Treuhand GmbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ALVARA Beteiligungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ALVENTA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
AMALIA Verwaltung und Treuhand GmbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
AMATA Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
AMENA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
AMERA Verwaltung und Treuhand GmbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
AMONEUS Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ANBANA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ANCAVA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ANCONA NOVA Shipping Limited
Monrovia, Liberia 100,0 -
ANDINO Beteiligungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
a) ANDINO Dritte Beteiligungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
a) ANDINO Fünfte Beteiligungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ANDINO Zweite Beteiligungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
a) ANET Verwaltungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
APTEMUS Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ARAUNA Verwaltung und Treuhand GmbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ARBITRIA Verwaltungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
AREBA Verwaltung und Treuhand GmbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ARIBELLA Beteiligungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
Ariellelux S.a.r.l.
Luxembourg, Luxemburg 100,0 -
1) ARINGO Verwaltungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
Arvilla Beteiligungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
Arvillux S.á r.l.
Luxembourg, Luxemburg 100,0 -
ARVINA Verwaltung und Treuhand GmbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ASCETO Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ASERTUNA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ASKIBA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ASSANDRA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ASSENTO Photovoltaik-Beteiligungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ASSERTA Flugzeug-Leasinggesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ASTIRA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
ASTRADA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Grünwald, Deutschland 100,0 -
ASTUTIA Beteiligungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
a) ATUNO Verwaltung und Treuhand GmbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
AVANCIA Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
Avantlux S.á r.l.
Luxembourg, Luxemburg 100,0 -
AVENTIMOLA Beteiligungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
Avestlux S.á r.l.
Luxembourg, Luxemburg 100,0 -
AVIO Verwaltung und Treuhand GmbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
AVOLO Flugzeugleasinggesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
AWINTO Verwaltungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
BENE Verwaltung und Treuhand GmbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
BERGA Grundstücks-Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG i.L.
Grünwald, Deutschland 100,0 19,0
BILBAO NOVA Shipping Limited
Monrovia, Liberia 100,0 -
Blue Amber Fund Management S.A.
Luxembourg, Luxemburg 100,0 -
BONITAS Mobilien-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
BONITAS Mobilien-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Friedrichshafen KG
Grünwald, Deutschland 100,0 -
Bot4Business Sp. z o.o.
Lodz, Polen 95,0 -
c) BRE Property Partner Sp. z o.o.
Warszawa, Polen 100,0 -
CARBONARIA Beteiligungsgesellschaft mbH
Grünwald, Deutschland 100,0 -
CBG Commerz Beteiligungskapital Verwaltungs GmbH
Frankfurt am Main, Deutschland 100,0 -
CIMONUSA Beteiligungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
COLLEGIUM GLASHÜTTEN Zentrum für Kommunikation GmbH
Glashütten, Deutschland 100,0 -
a) Commerz Asset Management Asia Pacific Pte Ltd
Singapore, Singapur 100,0 -
Commerz Building and Management GmbH
Essen, Deutschland 100,0 -
a) Commerz GOA Realty Associates LLC
New York, USA 100,0 -
Commerz Keyes Avenue Properties (Proprietary) Ltd.
Johannesburg, Südafrika 100,0 -
Commerz Nominees Limited
London, Großbritannien 100,0 -
COMMERZ REAL AMERICAS, LLC
Wilmington, Delaware, USA 100,0 -
Commerz Real Asia Pacific Limited
Hong Kong, Hongkong 100,0 -
Commerz Real Asset Verwaltungsgesellschaft mbH
Grünwald, Deutschland 100,0 -
a) Commerz Real Baumanagement GmbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
a) Commerz Real Beteiligungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
Commerz Real Digitale Vertriebs- und Service GmbH
Wiesbaden, Deutschland 100,0 -
a) Commerz Real Finanzierungs-Leasing GmbH i.L.
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
a) Commerz Real France & South EURL
Paris, Frankreich 100,0 -
Commerz Real Institutional Infrastructure Multi-Asset Fund II SCA SICAV-RAIF
Luxembourg, Luxemburg 100,0 -
Commerz Real North Ltd.
London, Großbritannien 100,0 -
Commerz Real West BV
Amsterdam, Niederlande 100,0 -
Commerz Realty Associates GP V, LLC
Wilmington, Delaware, USA 100,0 -
Commerzbank Auslandsbanken Holding GmbH
Frankfurt am Main, Deutschland 100,0 -
Commerzbank Capital Investment Company Limited
London, Großbritannien 100,0 -
Commerzbank Finance 3 S.ä r.l.
Luxembourg, Luxemburg 100,0 -
Commerzbank Holdings (UK) Limited
London, Großbritannien 100,0 -
Commerzbank Investments (UK) Limited
London, Großbritannien 100,0 -
Commerzbank Leasing December (1) Limited
London, Großbritannien 100,0 -
Commerzbank Leasing December (12) Limited
London, Großbritannien 100,0 -
Commerzbank Leasing December (13) Limited
London, Großbritannien 100,0 -
Commerzbank Leasing Holdings Limited
London, Großbritannien 100,0 -
Commerzbank Leasing March (3) Limited
London, Großbritannien 100,0 -
Commerzbank Pension Trustees Limited
London, Großbritannien 100,0 -
Commerzbank Representative Office Nigeria Limited
Lagos, Nigeria 100,0 -
Commerzbank Representative Office Panama, S.A.
Panama City, Panama 100,0 -
Commerzbank Securities Ltd
London, Großbritannien 100,0 -
CommerzKommunalbau GmbH i.L.
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
CommerzLeasing Anlagen-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
CommerzLeasing GmbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
CommerzStiftungsTreuhand GmbH
Frankfurt am Main, Deutschland 100,0 -
CommerzTrust GmbH
Frankfurt am Main, Deutschland 100,0 -
CommerzVentures Beteiligungsverwaltungs GmbH
Frankfurt am Main, Deutschland 100,0 -
CommerzVentures II Digital Assets Holding GmbH
Frankfurt am Main, Deutschland 100,0 -
COMUNITHY Immobilien GmbH i.L.
Düsseldorf, Deutschland 51,0 -
Copernicus Germany GmbH
Frankfurt am Main, Deutschland 100,0 -
a) CyberRescue Sp. z o.o.
Warszawa, Polen 95,2 -
c) DAUNUS Vermietungsgesellschaft mbH
Grünwald, Deutschland - -
a) c) Digital Operations S.A.
Lodz, Polen 97,1 -
c) 2) Digital Teammates S.A.
Warszawa, Polen 97,1 -
c) 3) Dr. Gubelt Beteiligungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
Dr. Gubelt Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
DRABELA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
DREBOSTA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Grünwald, Deutschland 100,0 -
DREBOSTA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Schwerin KG
Grünwald, Deutschland 100,0 -
DREDOLA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH
Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
DREDOLA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co.Objekt Berlin KG Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
DRELARA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
DRELOSINA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
DRENITA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
DRESANA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
Dresdner Kleinwort do Brasil Limitada Rio de Janeiro, Brasilien 100,0 -
Dresdner Kleinwort Services (Guernsey) Limited St. Peter Port, Guernsey 100,0 -
DRETERUM Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
EHY Real Estate Fund I, LLC Wilmington, Delaware, USA 100,0 -
Elfte Umbra Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH Frankfurt am Main, Deutschland 100,0 -
EuREAM GmbH Wiesbaden, Deutschland 100,0 -
Fernwärmenetz Leipzig GmbH Leipzig, Deutschland 100,0 -
FLOR Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland - -
FORNAX Kraftwerk-Beteiligungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
FRAST Beteiligungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
FRAST Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Kokerei KG Grünwald, Deutschland 100,0 75,0
Galbraith Investments Limited London, Großbritannien 100,0 -
General Leasing (No.16) Limited London, Großbritannien 100,0 -
GIE Dresdner Kleinwort France Paris, Frankreich 100,0 -
G-Invest Sp. z o.o. Warszawa, Polen 100,0 -
GRADARA Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
GRADARA Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Neu-Ulm KG Grünwald, Deutschland 100,0 -
GRAFINO Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
GRALANA Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
GRALIDA Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
GRAMINA Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
GRAMOLDISCUS Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
GRAMOLINDA Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
GRAMOLINDA Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Frankfurt KG i.L. Grünwald, Deutschland 100,0 -
GRASSANO Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
GRATNOMA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
GRAURESTA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
GRECORA Aviation GmbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
GRECORA Aviation GmbH & Co. geschlossene Investment KG Grünwald, Deutschland 100,0 -
GRENADO Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
GRESELA Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
Gresham Leasing March (1) Limited London, Großbritannien 100,0 -
Gresham Leasing March (2) Limited London, Großbritannien 100,0 -
Gresham Leasing March (3) Limited London, Großbritannien 100,0 -
GRETANA Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
GRILISA Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
GRINA Beteiligungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
GRONDOLA Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
GROSINA Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
GROTEGA Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
GRUMENTO Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
GRUMOSA Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
GRUNATA Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
HAJOBANTA GmbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
HAJOBURGA Beteiligungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
HAJOGA-US Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
HAJOLENA Beteiligungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
HAJOLUCA Beteiligungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
HAJOMA Beteiligungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
HAJOMINA Beteiligungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
HAJORALDIA Beteiligungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
HAJOSINTA Beteiligungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
HAJOSOLA Beteiligungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
HAJOTARA Beteiligungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
Haus am Kai 2 O.O.O. Moskau, Russland 100,0 -
HDW Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
HERUT Sp. z o.o. Warszawa, Polen 100,0 -
Immobiliengesellschaft Ost Hägle, spol. s.r.o Praha, Tschechien 100,0 -
IWP International West Pictures GmbH & Co. Erste Produktions KG Köln, Deutschland 95,1 -
IWP International West Pictures Verwaltungs GmbH Köln, Deutschland 100,0 -
LIVIDA MOLARIS Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
LUGO Photovoltaik Beteiligungsgesellschaft mbH i.L. Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MARBARDA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MARBINO Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MARBREVA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MARBREVA Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt AOK Bayern KG Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MARIUS Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MARLINTA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MAROLA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
Marseille Shipping Limited Monrovia, Liberia 100,0 -
Marylebone Commercial Finance (2) London, Großbritannien 100,0 -
mBOX Sp. z o.o. Warszawa, Polen 100,0 -
Mercury Financial S.A. Warszawa, Polen 83,3 -
mInvestment Banking S.A. Warszawa, Polen 100,0 -
MOLANA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLANCONA Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
MOLANDA Vermietungsgesellschaft mbH München, Deutschland 100,0 -
MOLANKA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLAREZZO Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLARGA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLARINA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLARIS Beteiligungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLARIS Geschäftsführungs GmbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLARIS Grundstücksverwaltung GmbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLARIS Immobilienverwaltung GmbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLARIS Managementgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLARIS Objektverwaltung GmbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLARISSA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLARISSA Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Detmold KG Düsseldorf, Deutschland 1,0 87,0
MOLARONA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLAROSA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLASSA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLATHINA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLBAKKA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLBARVA Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
MOLBERA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLBERNO Vermietungsgesellschaft mbH Grünwald, Deutschland 100,0 -
MOLBOLLA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLBONA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLBURGA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLCAMPO Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLCENTO Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLCOCO Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLCORA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLDARA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLDICMA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLDORA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLEMPA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLETUM Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLFENNA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLFOKKA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLGABA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLGEDI Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLGEKA Vermietungsgesellschaft mbH Meerbusch, Deutschland 100,0 -
MOLGERBA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLGERO Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLHABIS Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLIGELA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLISTA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLITA Vermietungsgesellschaft mbH Hannover, Deutschland 100,0 -
MOLKANDIS Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLKANDIS Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Kaltenkichen KG Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLKIRA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLMELFI Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLMIRA Vermietungsgesellschft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLOTA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLPETTO Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLPIKA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLRATUS Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLRATUS Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Loxstedt KG Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLRAWIA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLRESTIA Vermietungsgesellschaft mbH Düsseldorf, Deutschland 100,0 -
MOLRESTIA Vermietungsgesellschaft mbH & Co.| Name | Sitz | Kapitalanteil % | Abweichende Stimmrechte % | Währung | Eigenkapital * Tsd. | Jahresergebnis * Tsd. |
| :------------------------------------------------------------ | :--------------- | :-------------- | :------------------------ | :------ | :------------------ | :-------------------- |
| Objekt TKA Varel KG | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLRISTA Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLROLA Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLRONDA Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLROSSI Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLSCHORA Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLSIWA Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLSOLA Vermietungsgesellschaft mbH | Grünwald, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLSOLA Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Geminus KG | Grünwald, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLSOLA Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Halle Markt 11 KG | Grünwald, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLSOLA Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Halle Riegel KG | Grünwald, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLSTEFFA Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLSTINA Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLSURA Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLTANDO Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLTERAMO Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLTIVOLA Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLTUNA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLTUNIS Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLUGA Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLVANI Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLVERA Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLVINA Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLWALLA Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLWALLA Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Schweinfurt KG | Düsseldorf, Deutschland | 1,0 | 87,0 | | | |
| MOLWANKUM Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLWORUM Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MOLWORUM Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Ottensen KG | Düsseldorf, Deutschland | 1,0 | 87,0 | | | |
| MONEA Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| MORANO Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| mServices Sp. z o.o. | Warszawa, Polen | 100,0 | - | | | |
| mTowarzystwo Funduszy Inwestycyjnych S.A. | Warszawa, Polen | 100,0 | - | | | |
| NACOLO Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NACONA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NACONGA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAFARI Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAFIRINA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NASIRO Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NASTO Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAUCULA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAULUMO Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAURANTO Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAURATA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAUSOLA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAUTESSA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAUTLUS Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAUTUGO Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAVALIS Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAVALIS Schiffsbetriebsgesellschaft mbH & Co. MS "NEDLLOYD JULIANA" KG i.L. | Hamburg, Deutschland | 93,6 | 93,7 | | | |
| NAVIBOLA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAVIBOTO Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAVIFIORI Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAVIGATO Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAVIGOLO Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAVILO Vermietungsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAVIRENA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAVIROSSA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAVITONI Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAVITOSA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NAVO Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Berlin KG | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| neosfer GmbH | Frankfurt am Main, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| a) NEPTANA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NEPTILA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NEPTORA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NEPTUGA Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NEPTUNO Schiffsbetriebsgesellschaft mbH | Hamburg, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NERVUS Beteiligungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NESTOR Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NEUGELB STUDIOS GmbH | Berlin, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| a) NOLICA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NORA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NORA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekte Plön und Preetz KG | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NOTITIA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NOVITAS Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| Number X Real Estate GmbH i.L. | Eschborn, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| NURUS Beteiligungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| a) Octopus Investment Sp. z o.o. | Warszawa, Polen | 100,0 | - | | | |
| onvista media GmbH | Köln, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| OPTIONA Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| OSKAR Medienbeteiligungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| PALERMO Shipping Limited | Monrovia, Liberia | 100,0 | - | | | |
| PAREO Kraftwerk-Beteiligungsgesellschaft mbH | Leipzig, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| PATELLA Vermietungsgesellschaft mbH | Berlin, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| Property Partner Sp. z o.o. | Warszawa, Polen | 100,0 | - | | | |
| PRUNA Betreiber GmbH | Grünwald, Deutschland | 51,0 | - | | | |
| quatron Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| RALTO Beteiligungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| RAMONIA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| RANA Beteiligungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| RAPIDA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| RAVENNA Krakow Sp. z o.o. | Warszawa, Polen | 100,0 | - | | | |
| RAYMO Vierte Portfolio GmbH | Frankfurt am Main, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| RECURSA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Frankfurt am Main, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| RESIDO Flugzeug-Leasinggesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| RIPA Medien-Beteiligungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| Rood Nominees Limited | London, Großbritannien | 100,0 | - | | | |
| ROSARIA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| ROSATA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| ROSEA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| ROSEA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Ettlingen KG i.L. | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| ROSEA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Oelkinghausen KG | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| ROSEA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekte TANK & RAST KG | Düsseldorf, Deutschland | - | 85,0 | | | |
| ROSINTA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| ROSOLA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| ROSOLA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Wetzlar KG | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| SENATORSKA Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| SILVA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| Smart Living Immobiliengesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| SOLTRX Transaction Services GmbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| a) TALORA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| TIGNARIS Beteiligungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| c) TIGNARIS Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Burscheid KG | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| TIGNARIS Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Heidelberg KG | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| TIGNARIS Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Ostfildern KG i.L. | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| TIGNARIS Verwaltungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| TOULON NOVA Shipping Limited | Monrovia, Liberia | 100,0 | - | | | |
| Urban Invest Holding GmbH i.L. | Eschborn, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| VALENCIA NOVA Shipping Limited | Monrovia, Liberia | 100,0 | - | | | |
| Watling Leasing March (1) | London, Großbritannien | 100,0 | - | | | |
| WebTek Software Private Limited | Bangalore, Indien | 100,0 | - | | | |
| Windpark Duben Süd Verwaltungs GmbH | Grünwald, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| Windpark Fläming 1 Verwaltungsgesellschaft mbH | Grünwald, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| Windpark Karche 2 Verwaltungs GmbH | Grünwald, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| Windpark Klosterkumbd Verwaltungs GmbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| Windpark Ottweiler-Bexbach Verwaltungsgesellschaft mbH | Grünwald, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| Windpark Parchim Fünf Verwaltungsgesellschaft mbH | Grünwald, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| Windpark Rayerschied Verwaltungs GmbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| Windpark Schenkendöbern Eins Verwaltungsgesellschaft mbH | Grünwald, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| Windpark Schöneseiffen Verwaltungs GmbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| Windpark Sien Verwaltungsgesellschaft mbH | Grünwald, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| Windpark Spechenwald Verwaltungsgesellschaft mbH | Grünwald, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| Windpark Wustermark Eins Verwaltungsgesellschaft mbH | Grünwald, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| Windsor Asset Management GP Ltd. | Toronto, Kanada | 100,0 | - | | | |
| Windsor Canada Verwaltungsgesellschaft mbH | Düsseldorf, Deutschland | 100,0 | - | | | |
| Yellowfin Asset Management GmbH | Frankfurt am Main, Deutschland | 100,0 | - | | | |## AKA Ausfuhrkredit-Gesellschaft mbH Frankfurt am Main, Deutschland
| Name | Sitz | Kapitalanteil % | Abweichende Stimmrechte % | Währung | Eigenkapital * Tsd. | Jahresergebnis * Tsd. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Coubag Unternehmensbeteiligungsgesellschaft mbH | Frankfurt am Main, Deutschland | 40,0 | - | EUR | 89.569 | 5.495 |
| CR Hotel Target Pty Ltd | Sydney, Australien | 50,0 | - | AUD | 12.758 | 1.154 |
| DTE Energy Center, LLC | Wilmington, Delaware, USA | 50,0 | - | USD | 41.871 | 5.237 |
| ILV Immobilien-Leasing Verwaltungsgesellschaft Düsseldorf mbH | Düsseldorf, Deutschland | 50,0 | - | EUR | 57.217 | 4.976 |
c) b) Wegen untergeordneter Bedeutung in der Konzernbilanz nicht at-Equity bewertete assoziierte Unternehmen
| Name | Sitz | Kapitalanteil % | Abweichende Stimmrechte % |
|---|---|---|---|
| 360X AG | Frankfurt am Main, Deutschland | 20,0 | - |
| AGASILA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Düsseldorf KG i.L. | Düsseldorf, Deutschland | 24,3 | 29,8 |
| ALIVERA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Düsseldorf-Lichtenbroich KG i.L. | Düsseldorf, Deutschland | 5,2 | 25,0 |
| ANET GmbH & Co. GESCHLOSSENE INVESTMENT KG | Düsseldorf, Deutschland | 30,3 | - |
| ATISHA Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Paris KG | Düsseldorf, Deutschland | 50,0 | - |
| EVA Societe par Actions Simplifiee | Paris, Frankreich | 50,0 | - |
| Film & Entertainment VIP MEDIENFONDS 3 GmbH & Co. KG i.L. | Grünwald, Deutschland | 45,3 | - |
| GOPA - Gesellschaft für Organisation, Planung und Ausbildung mbH | Bad Homburg v. d. Höhe, Deutschland | 28,8 | - |
| HAJOBANTA GmbH & Co. Asia Opportunity I KG | Düsseldorf, Deutschland | 20,8 | 20,9 |
| Immobilien-Vermietungsgesellschaft Reeder & Co. Objekt Plauen-Park KG | Düsseldorf, Deutschland | 21,4 | - |
| MS "Meta" Stefan Patjens GmbH & Co. KG i. L. | Drochtersen, Deutschland | 30,6 | - |
| NESTOR Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Villingen-Schwenningen i.L. | Düsseldorf, Deutschland | - | 50,0 |
| Pinova GmbH & Co. Erste Beteiligungs KG | München, Deutschland | 40,0 | - |
| Projekt CH Lodz Sp. z o.o. | Warszawa, Polen | 97,0 | - |
3. Gemeinschaftsunternehmen
a) In der Konzernbilanz at-Equity-bewertete Gemeinschaftsunternehmen
| Name | Sitz | Kapitalanteil % | Abweichende Stimmrechte % | Währung | Eigenkapital * Tsd. | Jahresergebnis * Tsd. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Project Gloria S.a.r.l. | Luxembourg, Luxemburg | 50,0 | - | EUR | 24 | -15 |
b) Wegen untergeordneter Bedeutung in der Konzernbilanz nicht at-Equity bewertete Gemeinschaftsunternehmen
| Name | Sitz | Kapitalanteil % | Abweichende Stimmrechte % |
|---|---|---|---|
| Bonitos Verwaltungs GmbH i.L. | Frankfurt am Main, Deutschland | 50,0 | - |
| DK-Solar Holding Aps | Vedbaek, Dänemark | 50,0 | - |
| FV Holding S.A. | Bruxelles, Belgien | 60,0 | - |
| i Live Commerz Real Campus zwei GmbH | Aalen, Deutschland | 50,0 | - |
4. Strukturierte Unternehmen
a) In den Konzernabschluss gemäß IFRS 10/11 einbezogene Strukturierte Unternehmen
| Name | Sitz | Segment | Kapitalanteil % | Abweichende Stimmrechte % | Währung | Eigenkapital * Tsd. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| CoCo Finance II-3 DAC | Dublin, Irland | FK | - | - | EUR | 2,0 |
| TS Eule UG | Frankfurt am Main, Deutschland | PK | - | - | EUR | 5,0 |
b) Wegen untergeordneter Bedeutung nicht gemäß IFRS 10/11 in den Konzernabschluss einbezogene Strukturierte Unternehmen
| Name | Sitz | Segment |
|---|---|---|
| Bosphorus Capital DAC | Dublin, Irland | FK |
| Bosphorus Investments DAC | Dublin, Irland | FK |
| CB MezzCAP Limited Partnership | St. Helier, Jersey | FK |
| Plymouth Capital Limited | St. Helier, Jersey | FK |
5. Investmentfonds
a) In den Konzernabschluss gemäß IFRS 10/IFRS 11 einbezogene Investmentfonds
| Name | Sitz | Segment | Anteil am Fondsvolumen % | Fondswährung | Fondsvolumen Tsd. |
|---|---|---|---|---|---|
| Olympic Investment Fund II | Grevenmacher, Luxemburg | FK | 92,6 | EUR | 2.608.999 |
| Premium Management Immobilien-Anlagen | Frankfurt am Main, Deutschland | PUK | 99,1 | EUR | 13.948 |
| VFM Mutual Fund AG & Co. KG | Gamprin-Bendern, Liechtenstein | FK | 61,5 | USD | 281.154 |
6. Beteiligungen an großen Kapitalgesellschaften, bei denen die Beteiligung 5% der Stimmrechte überschreitet
| Name | Sitz | Kapitalanteil % | Abweichende Stimmrechte % |
|---|---|---|---|
| EURO Kartensysteme GmbH | Frankfurt am Main, Deutschland | 15,4 | - |
| SCHUFA Holding AG | Wiesbaden, Deutschland | 18,6 | - |
Fußnoten
1) Umfirmiert: von Commerz Real Institutional VARSO TOWER INVEST SARL in Ariellelux S.a.r.l.
2) Umfirmiert: von Digital Teammates S.A. in Digital Operations S.A.
3) Umfirmiert: von Digital Teammates Sp. z o.o. in Digital Teammates S.A.
4) Umfirmiert: von comdirect Versicherungsmakler AG in Yellowfin Asset Management GmbH
5) Umfirmiert: von ALIVERA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Düsseldorf-Lichtenbroich KG in ALIVERA Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH & Co. Objekt Düsseldorf-Lichtenbroich KG i.L.
Anmerkungen und Erläuterungen
a) Beherrschungs- und/oder Ergebnisabführungsvertrag
b) Von den § 264 Abs. 3 HGB und § 264 b HGB wurde Gebrauch gemacht.
c) Agent-Beziehung
* Kennzahlen aus dem letzten veröffentlichten Abschluss
| Kürzel | Erläuterung |
|---|---|
| BETGE | Beteiligungsgesellschaften |
| KREDI | Kreditinstitute |
| SOFDL | Sonstige Finanzdienstleistungsunternehmen |
| SOUNT | Sonstige Unternehmen |
| FK | Firmenkunden |
| PUK | Privat- und Unternehmerkunden |
| SuK | Sonstige und Konsolidierung |
Devisenkurse für 1 Euro zum 31.12.2022
| Land | Währung | Kurs |
|---|---|---|
| Australien | AUD | 1,5693 |
| Brasilien | BRL | 5,6386 |
| Großbritannien | GBP | 0,8869 |
| Japan | JPY | 140,6600 |
| Polen | PLN | 4,6808 |
| Russland | RUB | 78,1233 |
| Schweiz | CHF | 0,9847 |
| Ungarn | HUF | 400,8700 |
| USA | USD | 1,0666 |
1 Die EZB hat in 2022 beschlossen, die Veröffentlichung von einem EURO Referenzkurs zum russischen Rubel bis auf Weiteres auszusetzen. Die Commerzbank errechnet den EUR/RUB Referenzkurses für den 31. Dezember 2022 über den USD/RUB Referenzkurs und den USD/EUR Referenzkurs (jeweils per 31. Dezember 2022).
Nachtragsbericht
Gegen eine Tochtergesellschaft der Commerzbank wurde im Mai 2017 von einem polnischen Gericht eine Sammelklage wegen angeblicher Unwirksamkeit von Indexklauseln in Darlehensverträgen in Schweizer Franken (CHF) zugelassen. Seitdem liegen verschiedene Rechtsfragen bei polnischen Rechtsinstanzen sowie beim EuGH. Am 16. Februar 2023 wurden in der Rechtssache C-520/21 in einem Verfahren gegen eine andere Bank die Schlussanträge des Generalanwalts des EuGH vorgelegt, in denen es darum geht, ob die Vertragsparteien im Falle der Nichtigkeit eines Kreditvertrags vom Vertragspartner über die Rückerstattung der erbrachten Geldleistungen hinausgehende Ansprüche, insbesondere auf Vergütung, geltend machen können. Der Generalanwalt weist darauf hin, es sei "Sache des vorlegenden Gerichts, nach Maßgabe seines innerstaatlichen Rechts zu bestimmen, ob Verbraucher zur Geltendmachung derartiger Ansprüche berechtigt sind und gegebenenfalls über deren Begründetheit zu entscheiden". Wenn das vorlegende Gericht der Ansicht ist, dass das nationale Recht den Verbraucher berechtigt, zusätzliche Leistungen von der Bank zu verlangen, schließt die Richtlinie 93/13 dies nicht aus. Die nationalen Gerichte können auch dazu befugt sein, solche Klagen abzuweisen, wenn sie rechtsmissbräuchlich sind. Im Hinblick auf die Ansprüche der Bank gegen den Verbraucher weist der Generalanwalt auch darauf hin, es sei "grundsätzlich Sache des nationalen Gerichts, nach Maßgabe des innerstaatlichen Rechts zu bestimmen, ob eine Bank (...) Ansprüche gegen einen Verbraucher hat, die über die Rückerstattung des überlassenen Darlehenskapitals und die Zahlung von Verzugszinsen in gesetzlicher Höhe hinausgehen". Der Generalanwalt ist jedoch der Auffassung, dass die Richtlinie 93/13, selbst wenn dies nach nationalem Recht zulässig wäre, diese Ansprüche ausschließt, da aus ihrer allgemeinen Systematik hervorgeht, dass sie weniger darauf abzielt, ein vertragliches Gleichgewicht zwischen den Rechten und Pflichten der Vertragsparteien sicherzustellen, als darauf, zu vermeiden, dass zwischen diesen Rechten und Pflichten ein Ungleichgewicht zu Lasten der Verbraucher entsteht. Darüber hinaus kann der Bank kein wirtschaftlicher Vorteil aus einer Situation entstehen, die sie durch eigenes rechtswidriges Verhalten herbeigeführt hat. Die Sanktion von kostenlosen Krediten ist die normale Folge aus der ex tunc erfolgenden Nichtigerklärung des Darlehensvertrages durch Wegfall seiner missbräuchlichen Klauseln. Die Schlussanträge des Generalanwalts sind für den EuGH nicht bindend, ebenso wenig für die ordentlichen Gerichte und den Polnischen Obersten Gerichtshof. Der EuGH kann die Position des Generalanwalts teilen, aber er kann auch anders entscheiden und die Richtlinie 93/13 anders auslegen. Unter Berücksichtigung der Schlussanträge des Generalanwalts bei EuGH im Verfahren C-520/21 gegen eine andere Bank, hat das Tochterunternehmen eine Überprüfung der Annahmen des zum Bilanzstichtag angewandten Modells durchgeführt, um die Auswirkungen auf die Verfahren und das Vergleichsprogramm abzuschätzen. Nach Ansicht des Tochterunternehmens besteht aufgrund der fehlenden Verbindlichkeit der Schlussanträge zum Bilanzstichtag keine Notwendigkeit, die angewandten Annahmen zu ändern. Das Tochterunternehmen wird das Urteil des EuGH und die anschließende Entwicklung der polnischen Rechtsprechung abwarten. Das Urteil wird von erheblicher Bedeutung für die Gestaltung der Rechtsprechung zu Fragen indexierter Fremdwährungskredite sein. Es wird sich auch in den Parametern des Modells, wie der Verteilung der erwarteten Gerichtsurteile oder Szenarien widerspiegeln, und das Verhalten der Kreditnehmer in Bezug auf Vergleichsbereitschaft und Klageverhalten beeinflussen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass solche zukünftigen Ereignisse in Zukunft erhebliche negative Auswirkungen auf die Schätzung des rechtlichen Risikos im Zusammenhang mit Hypothekendarlehen in CHF haben können. Wenn die regelmäßige Überwachung der Parameter und Annahmen des Modells Änderungen notwendig macht, werden diese umgesetzt. Auf den Konzernabschluss des Commerzbank-Konzerns zum 31. Dezember 2022 ergeben sich daraus keine Auswirkungen.
Organe der Commerzbank Aktiengesellschaft
Aufsichtsrat
- Helmut Gottschalk Vorsitzender
- Uwe Tschäge 1 Stellv. Vorsitzender Bankkaufmann Commerzbank Aktiengesellschaft
- Heike Anscheit 1 Bankkauffrau Commerzbank Aktiengesellschaft
- Alexander Boursanoff 1 Bankkaufmann Commerzbank Aktiengesellschaft
- Gunnar de Buhr 1 Bankkaufmann Commerzbank Aktiengesellschaft
- Stefan Burghardt 1 Bankkaufmann Commerzbank Aktiengesellschaft
- Dr.# Aufsichtsrat
Frank Czichowski Ehemaliger Senior Vice President/Treasurer KfW Bankengruppe
Sabine U. Dietrich Ehemaliges Mitglied des Vorstands BP Europa SE
Dr. Jutta A. Dönges Chief Financial Officer Uniper SE
Monika Fink 1 Bankkauffrau Commerzbank Aktiengesellschaft
Stefan Jennes 1 (seit 1.1.2022) Bankkaufmann Commerzbank Aktiengesellschaft
Kerstin Jerchel 1 Bereichsleiterin Mitbestimmung ver.di Bundesverwaltung
Burkhard Keese Chief Operating and Financial Officer Lloyd's of London
Alexandra Krieger 1 Bereichsleiterin Controlling Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE)
Daniela Mattheus Rechtsanwältin, Unternehmensberaterin, Co-Managing Partnerin European Center for Board Effectiveness GmbH
Caroline Seifert Unternehmensberaterin für Transformation
Robin J. Stalker Ehemaliges Mitglied des Vorstands adidas AG
Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell Ehemaliges Mitglied des Direktoriums Europäische Zentralbank
Frank Westhoff Ehemaliges Mitglied des Vorstands DZ Bank AG
Stefan Wittmann 1 Gewerkschaftssekretär ver.di Bundesverwaltung
Klaus-Peter Müller Ehrenvorsitzender
1 Von den Arbeitnehmern gewählt.
Vorstand
Dr. Manfred Knof Vorsitzender
Michael Kotzbauer
Thomas Schaufler
Dr. Bettina Orlopp Stellv. Vorsitzende
Sabine Mlnarsky (seit 1.1.2023)
Sabine Schmittroth (bis 31.12.2022)
Dr. Marcus Chromik
Dr. Jörg Oliveri del Castillo-Schulz (seit 20.1.2022)
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenen Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt wird, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Frankfurt am Main, 6. März 2023
Der Vorstand
Manfred Knof
Bettina Orlopp
Marcus Chromik
Michael Kotzbauer
Sabine Mlnarsky
Jörg Oliveri del Castillo-Schulz
Thomas Schaufler
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
An die COMMERZBANK Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main
Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts
Prüfungsurteile
Wir haben den Konzernabschluss der COMMERZBANK Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Gewinn-und-Verlust-Rechnung, der zusammengefassten Gesamtergebnisrechnung, der Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang (Notes), einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der COMMERZBANK Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
* entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und
* vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Ermittlung der modellbasierten Risikovorsorge für Kreditverluste
Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind in der Anhangangabe 3 "Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze und Schätzunsicherheiten" im Konzernabschluss beschrieben. Für Informationen zu Wertberichtigungen unter IFRS 9 verweisen wir auf Anhangangabe 31 "Kreditrisiken und Kreditverluste" im Konzernabschluss.
DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Zum 31. Dezember 2022 weist die COMMERZBANK Aktiengesellschaft in ihrem Konzernabschluss einen Risikovorsorgebestand für Risiken aus Darlehen und Forderungen der Stufe 1 in Höhe von EUR 293 Mio und der Stufe 2 in Höhe von EUR 735 Mio aus. Entsprechend dem Rechnungslegungsstandard IFRS 9 - Finanzinstrumente wendet die COMMERZBANK Aktiengesellschaft einen dreistufigen Ansatz zur Bewertung der Risikovorsorge an, wobei zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste (ECL) ein ECL-Modell verwendet wird. Die Risikovorsorge in Stufe 1 entspricht den innerhalb der nächsten zwölf Monate erwarteten Kreditverlusten. Die Risikovorsorge in Stufe 2 bezieht sich auf Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko sich seit der erstmaligen Erfassung signifikant erhöht hat, während die Risikovorsorge in Stufe 3 auf bonitätsbeeinträchtigte finanzielle Vermögenswerte entfällt. Die Risikovorsorge der Stufen 2 und 3 berücksichtigen die erwarteten Kreditverluste für die gesamte Restlaufzeit. Die Ermittlung der Risikovorsorge für erwartete Kreditverluste in den Stufen 1 und 2 ist ermessensbehaftet und erfordert die Verwendung komplexer Modelle, Inputfaktoren und Annahmen. Die Risikovorsorge wird anhand folgender Parameter bestimmt: Ausfallwahrscheinlichkeit ("Probability of Default" - PD), Ausfallquote ("Loss Given Default" - LGD) und Forderungshöhe bei Ausfall ("Exposure at Default" - EAD). Die konjunkturellen Unsicherheiten und die Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine trüben den makroökonomischen Ausblick immer noch stark ein. Die für die Risikovorsorgeermittlung verwendeten modellbasierten Parameter reflektieren diese Auswirkungen noch nicht vollständig. Für diesen Sachverhalt hat die COMMERZBANK Aktiengesellschaft ein Sekundäreffekte- Top-Level-Adjustment (TLA) gebildet. Das Risiko für den Abschluss besteht darin, dass bei der Ermittlung der Risikovorsorge für erwartete Kreditverluste in den Stufen 1 und 2 keine sachgerechten Modelle oder Parameter verwendet werden.
UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG
Basierend auf unserer Risikoeinschätzung und der Beurteilung der Fehlerrisiken haben wir unser Prüfungsurteil sowohl auf kontroll-basierte Prüfungshandlungen als auch auf aussagebezogene Prüfungshandlungen gestützt. Wir haben die Ausgestaltung und Einrichtung sowie die Wirksamkeit der zur Bestimmung der Risikovorsorge relevanten Kontrollen getestet und zusätzlich aussagebezogene Prüfungshandlungen durchgeführt. Unsere Prüfung umfasste unter anderem Kontrollprüfungshandlungen hinsichtlich:
* der Ermittlung der parameterbasierten Risikovorsorge,
* der Herleitung der Top-Level-Adjustments für die parameterbasierte Risikovorsorge sowie
* der Validierung der parameterbasierten Risikovorsorgemodelle.
Unsere Ergebnisse aus der Kontrollprüfung haben wir bei der Bestimmung von Art und Umfang der weiteren aussagebezogenen Prüfungshandlungen berücksichtigt.Diese umfassten insbesondere:
― die Würdigung der Methoden und Bilanzierungsgrundsätze zur Berechnung der Risikovorsorge gemäß IFRS 9,
― die Würdigung der Validierungen der Bank für ausgewählte, wesentliche Modelle und Nachberechnung von Validierungstests,
― die Beurteilung der Angemessenheit der wesentlichen Annahmen zur Stufenzuordnung, zu makroökonomischen Variablen, Szenarien und deren Gewichtung,
― die risikoorientierte Nachberechnung der Risikovorsorge der Stage 1 und Stage 2,
― die Überprüfung der Ratings und der Zahlungsfähigkeit für ausgewählte Kreditnehmer anhand der in den jeweiligen Kreditakten vorliegenden Informationen und Beurteilung der verwendeten Kriterien zur Identifizierung einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos sowie
― den Nachvollzug der parameterbasierten Risikovorsorgeberechnung, einschließlich der Ermittlungsmethodik für Top Level Adjustments.
UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die zur Ermittlung der Risikovorsorge für erwartete Kreditverluste in den Stufen 1 und 2 verwendeten Bewertungsmodelle und Bewertungsparameter sind sachgerecht.
Bewertung von Finanzinstrumenten, für die keine beobachtbaren Marktpreise auf aktiven Märkten vorliegen
Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind in der Anhangangabe 3 "Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze und Schätzunsicherheiten" im Konzernabschluss beschrieben. Für Informationen zu den Finanzinstrumenten verweisen wir auf Anhangangabe 35 "IFRS 13 Bewertungshierarchien und Angabepflichten" im Konzernabschluss.
DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Zum 31. Dezember 2022 weist die COMMERZBANK Aktiengesellschaft in ihrem Konzernabschluss finanzielle Vermögenswerte in Höhe von EUR 72,3 Mrd und finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 50,1 Mrd als sogenannte Fair Value Level 2-Finanzinstrumente aus. Zudem weist die COMMERZBANK Aktiengesellschaft finanzielle Vermögenswerte i. H. v. EUR 5,4 Mrd und finanzielle Verbindlichkeiten i. H. v. EUR 0,1 Mrd als sogenannte Fair Value Level 3-Finanzinstrumente aus. Die Fair Values dieser Finanzinstrumente sind auf Basis anerkannter Bewertungsverfahren zu ermitteln. Die verwendeten Bewertungsverfahren können auf komplexen Modellen beruhen und ermessensbehaftete Annahmen, insbesondere für nicht beobachtbare Bewertungsparameter, beinhalten. Das Risiko für den Abschluss besteht insbesondere darin, dass bei der Ermittlung der Fair Values von Level 2- und Level 3-Finanzinstrumenten keine sachgerechten Bewertungsmodelle bzw. Bewertungsparameter verwendet werden.
UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG
Basierend auf unserer Risikoeinschätzung und der Beurteilung der Fehlerrisiken haben wir unser Prüfungsurteil sowohl auf kontroll-basierte Prüfungshandlungen als auch auf aussagebezogene Prüfungshandlungen gestützt. Wir haben die Ausgestaltung und Einrichtung sowie die Wirksamkeit der zur Bestimmung der Fair Values relevanten Kontrollen getestet und zusätzlich aussagebezogene Prüfungshandlungen durchgeführt. Dabei haben wir KPMG-interne Bewertungsspezialisten einbezogen. Unsere Prüfung umfasste unter anderem Kontrollprüfungshandlungen hinsichtlich:
― der durchgeführten Validierung der neu eingeführten bzw. modifizierten Bewertungsmodelle sowie der kontinuierlichen Überwachungsprozesse bestehender Bewertungsmodelle,
― der durchgeführten unabhängigen Überprüfung der im Rahmen der Bewertung verwendeten Marktparameter bzw. -daten sowie
― der Ermittlung und Erfassung der notwendigen Bewertungsanpassungen.
Unsere Ergebnisse aus der Kontrollprüfung haben wir bei der Bestimmung von Art und Umfang der weiteren aussagebezogenen Prüfungshandlungen berücksichtigt. Diese umfassten insbesondere:
― die Durchführung eigener, unabhängiger Preisverifizierungen unter Einbeziehung von KPMG-internen Bewertungsspezialisten für ausgewählte Finanzinstrumente, Bewertungsverfahren, -parameter und -modelle,
― die Nachberechnung und der Nachvollzug der Ermittlung von vorgenommenen Bewertungsanpassungen (Fair Value Adjustments) einschließlich deren Erfassung.
UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die zur Fair Value Ermittlung von Level 2 und Level 3 Finanzinstrumenten verwendeten Bewertungsmodelle und Bewertungsparameter sind sachgerecht.
Ermittlung der Vorsorge für Rechtsrisiken aus Krediten in Schweizer Franken
Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind in der Anhangangabe 3 "Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze und Schätzunsicherheiten" im Konzernabschluss beschrieben. Für Informationen zu Rechtsrisiken aus Krediten in Schweizer Franken verweisen wir auf Anhangangabe 55 "Rückstellungen" im Konzernabschluss.
DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Zum 31. Dezember 2022 weist die COMMERZBANK Aktiengesellschaft in ihrem Konzernabschluss eine Vorsorge für Rechtsrisiken aus in der Vergangenheit durch eine Tochtergesellschaft gewährte Kredite in Schweizer Franken in Höhe von EUR 1,4 Mrd aus. Die COMMERZBANK Aktiengesellschaft ist einer Sammelklage sowie zahlreichen Einzelklagen wegen angeblicher Unwirksamkeit von Indexklauseln in Darlehensverträgen in Schweizer Franken ausgesetzt. In diesem Zusammenhang besteht erhebliche Unsicherheit auf die erwarteten Zahlungsströme der betroffenen Kredite, da wesentliche Rechtsfragen derzeit noch nicht abschließend durch die höherinstanzlichen Gerichte entschieden wurden. Die Bank schätzt die Auswirkungen auf die erwarteten Zahlungsströme aus Krediten in Schweizer Franken auf Basis von Wahrscheinlichkeiten für unterschiedliche Szenarien künftiger Ereignisse, wie den Ausgang der vor Gericht anhängigen Verfahren und künftige Vergleichsvereinbarungen mit Kunden. Dabei werden Annahmen getroffen über die erwartete Anzahl vor Gericht anhängiger Verfahren, die Unterliegenswahrscheinlichkeit, den Ausgang der beim polnischen Obersten Gerichtshof und beim EuGH liegenden Rechtsfragen sowie der Ergebnisse von Vergleichsvereinbarungen mit Kunden, die in hohem Maße ermessenbehaftet sind. Das Risiko für den Abschluss besteht darin, dass bei der Ermittlung der bilanziellen Vorsorge für erwartete Belastungen aus Krediten in Schweizer Franken keine sachgerechten Annahmen getroffen werden.
UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG
Basierend auf unserer Risikoeinschätzung und der Beurteilung der Fehlerrisiken haben wir unser Prüfungsurteil auf aussagebezogene Prüfungshandlungen gestützt. Diese umfassten insbesondere:
― die Beurteilung der Methode für die Schätzung der finanziellen Auswirkungen der Kredite in Schweizer Franken sowie die zugehörige Bilanzierungsrichtlinie,
― die Beurteilung der Richtigkeit und Vollständigkeit von wesentlichen in die Schätzung der Vorsorge eingehenden Daten,
― die Einholung von Anwaltsbestätigungen über die Anzahl der anhängigen Verfahren sowie
― die Würdigung von wesentlichen Annahmen für die Schätzung der finanziellen Auswirkungen des Risikos, insbesondere die Wahrscheinlichkeiten künftiger Szenarien für künftige Vergleiche mit Kunden, die Entwicklung der Anzahl von Klagen, die Unterliegenswahrscheinlichkeit und mögliche Ausgänge der anhängigen Gerichtsverfahren.
UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die bei der Ermittlung der bilanziellen Vorsorge für erwartete Belastungen aus Krediten in Schweizer Franken getroffenen Annahmen sind sachgerecht.
Ansatz und Bewertung latenter Ertragsteueransprüche
Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind in der Anhangangabe 3 "Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze und Schätzunsicherheiten" im Konzernabschluss beschrieben. Für Informationen zu latenten Ertragsteueransprüchen verweisen wir auf Anhangangabe 49 "Ertragsteueransprüche" im Konzernabschluss.
DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Zum 31. Dezember 2022 weist die COMMERZBANK Aktiengesellschaft in ihrem Konzernabschluss latente Ertragsteueransprüche in Höhe von EUR 3,1 Mrd aus. Ansatz und Bewertung der latenten Ertragsteueransprüche sind ermessensbehaftet und erfordern neben der Berücksichtigung objektiver Faktoren auch zahlreiche Schätzungen über die zukünftige steuerliche Ertragssituation sowie die Nutzbarkeit steuerlicher Verluste und bisher ungenutzter Steuergutschriften. Die Einschätzung der Nutzbarkeit der Ansprüche erfolgt insbesondere auf Basis des zukünftigen steuerlichen Ertragspotenzials auf Grundlage der Unternehmensplanung, die unter Berücksichtigung der darin enthaltenen voraussichtlichen Entwicklung wesentlicher wertbestimmender Annahmen und Parameter mit Schätzunsicherheiten behaftet ist. Hierzu zählen insbesondere die Annahmen über die Entwicklung der Vorsteuerergebnisse und der Einfluss etwaiger Sondersachverhalte sowie permanenter Effekte, die die zukünftig verfügbaren positiven steuerlichen Ergebnisse determinieren. Die Annahmen umfassen zudem auch politische und ökonomische Entwicklungen und Rahmenbedingungen sowie spezielle nationale Steuervorschriften sowie Steuerplanungsstrategien sowie die Transformation im Rahmen der Strategie 2024. Das Risiko für den Abschluss besteht darin, dass keine sachgerechten Annahmen im Hinblick auf die zukünftige Nutzbarkeit der latenten Steueransprüche getroffen werden.
UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG
Basierend auf unserer Risikoeinschätzung und der Beurteilung der Fehlerrisiken haben wir unser Prüfungsurteil sowohl auf kontroll-basierte Prüfungshandlungen als auch auf aussagebezogene Prüfungshandlungen gestützt. Wir haben die Ausgestaltung und Einrichtung sowie die Wirksamkeit der zur Bestimmung der latenten Ertragsteueransprüche relevanten Kontrollen getestet und zusätzlich aussagebezogene Prüfungshandlungen durchgeführt. Dabei haben wir KPMG-interne Steuerspezialisten einbezogen. Unsere Prüfung umfasste unter anderem Kontrollprüfungshandlungen hinsichtlich der Entwicklung der Annahmen, die bei der Bestimmung des künftigen steuerpflichtigen Gewinns verwendet wurden. Unsere Ergebnisse aus der Kontrollprüfung haben wir bei der Bestimmung von Art und Umfang der weiteren aussagebezogenen Prüfungshandlungen berücksichtigt.# UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die für die zukünftige Nutzbarkeit der latenten Steueransprüche getroffenen Annahmen sind sachgerecht.
Sonstige Informationen
Der Vorstand bzw. der Aufsichtsrat ist für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:
- den zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht der Gesellschaft und des Konzerns, auf den im Konzernlagebericht Bezug genommen wird, und
- die Konzernerklärung zur Unternehmensführung, auf die im Konzernlagebericht Bezug genommen wird.
Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts. Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Konzernabschluss, die inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Konzernlageberichtsangaben oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf Grundlage der von uns zu den vor dem Datum dieses Bestätigungsvermerks erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht
Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.
Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:
- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.
- beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
- beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
- holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.
- beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.# Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB
Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der bereitgestellten Datei "Commerzbank_AG_KA+KLB_ESEF-2022-12-31.zip" (SHA256-Hashwert: 766333887005f55fbdd28ad94f6c3eced897cc7c6b80106d730082d4d1869348) enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.
Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat.
Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.
Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) durchgeführt.
Unsere Verantwortung danach ist nachstehend weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.
Der Vorstand der Gesellschaft ist verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB. Ferner ist der Vorstand der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig erachtet, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus
* identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
* gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.
* beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d. h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende bereitgestellte Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.
* beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts ermöglichen.
* beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) nach Maßgabe der Artikel 4 und 6 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der am Abschlussstichtag geltenden Fassung eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht.
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 11. Mai 2022 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 18. Juli 2022 vom Vorsitzenden des Aufsichtsrats beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2022 als Konzernabschlussprüfer der COMMERZBANK Aktiengesellschaft tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.
Sonstiger Sachverhalt - Verwendung des Bestätigungsvermerks
Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften Konzernlageberichtsowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und Konzernlagebericht - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.
Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Burkhard Böth.
Frankfurt am Main, 7. März 2023
KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
gez. Wiechens, Wirtschaftsprüfer
gez. Böth, Wirtschaftsprüfer
Weitere Informationen
- Wir informieren über die Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und die Mitgliedschaften in vergleichbaren Kontrollgremien für die Mitglieder des Vorstands, des Aufsichtsrats und für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Commerzbank. Des Weiteren informieren wir über das Ergebnis der Prüfung des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts sowie über die Quartalsergebnisse nach Segmenten.
Mandate in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien
Mitglieder des Vorstands der Commerzbank Aktiengesellschaft
Angaben gemäß § 285 Ziffer 10 HGB
| a) Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten (im Inland) | b) Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien | |
|---|---|---|
| Dr. Manfred Knof | a) Commerz Real AG 1 Vorsitzender | b) Commerz Real Investmentgesellschaft mbH 1 Vorsitzender |
| Dr. Bettina Orlopp | a) Kreditanstalt für Wiederaufbau AöR (seit 1.1.2023) | b) CommerzVentures GmbH 1 Vorsitzende EIS Einlagensicherungsbank GmbH Vorsitzende EUREX Deutschland AöR (bis 30.12.2022) Frankfurter Wertpapierbörse AöR (bis 30.12.2022) mBank S.A. 1 stellv. Vorsitzende |
| Dr. Marcus Chromik | a) Commerz Real AG 1 stellv. Vorsitzender | b) Commerz Real Investmentgesellschaft mbH 1 stellv. Vorsitzender mBank S.A. 1 Verlagsbeteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mit beschränkter Haftung |
| Michael Kotzbauer | b) CommerzVentures GmbH 1 stellv. Vorsitzender | |
| Sabine Mlnarsky (seit 1.1.2023) | -- | -- |
| Dr. Jörg Oliveri del Castillo-Schulz (seit 20.1.2022) | a) BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes a.G. |
Angaben gemäß § 285 Ziffer 10 HGB
| Name | Gesellschaft | Zeitraum | Funktion |
|---|---|---|---|
| Thomas Schaufler | Commerz Real AG | seit 31.3.2022 | |
| SCHUFA Holding AG | seit 4.7.2022 | ||
| Commerz Real Investmentgesellschaft mbH | seit 30.3.2022 | ||
| CommerzVentures GmbH | seit 1.4.2022 | ||
| Sabine Schmittroth | Commerz Real AG | bis 14.11.2022 | |
| Commerz Real Investmentgesellschaft mbH | bis 14.11.2022 |
- 1 Konzernmandat.
| Name | Mitgliedschaft in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsräten (im Inland) | Mitgliedschaft in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien | Funktion |
|---|---|---|---|
| Helmut Gottschalk | |||
| Uwe Tschäge | |||
| Heike Anscheit | |||
| Alexander Boursanoff | BVV Pensionsfonds des Bankgewerbes AG, Berlin | stellv. Vorsitzender | |
| BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes a.G., Berlin | stellv. Vorsitzender | ||
| BVV Versorgungskasse des Bankgewerbes e.V., Berlin | stellv. Vorsitzender | ||
| Gunnar de Buhr | |||
| Stefan Burghardt | |||
| Dr. Frank Czichowski | |||
| Sabine U. Dietrich | H&R GmbH und Co. KGaA, Salzbergen MVV Energie AG, Mannheim |
||
| Dr. Jutta A. Dönges | TUI AG, Hannover Uniper SE, Düsseldorf (vom 22.12.2022 bis 28.2.2023) |
FMS Wertmanagement AöR, München Rock Tech Lithium Inc., Vancouver, Kanada (vom 25.8.22 bis 28.2.2023) |
stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrats (bis 30.11.2022) |
| Monika Fink | |||
| Stefan Jennes | (seit 1.1.2022) | ||
| Kerstin Jerchel | Allianz Deutschland AG, München (bis 15.5.2022) | ||
| Burkhard Keese | |||
| Alexandra Krieger | AbbVie Komplementär GmbH, Wiesbaden Evonik Operations GmbH, Essen (bis 25.5.2022) Evonik Industries AG, Essen (seit 26.5.2022) |
||
| Daniela Mattheus | Yunex GmbH, München (seit 30.6.2022) Deutsche Bahn AG, Berlin (seit 1.10.2022) |
||
| Caroline Seifert | |||
| Robin J. Stalker | Schaeffler AG, Herzogenaurach Schmitz Cargobull AG, Horstmar Hugo Boss AG, Metzingen |
stellv. Vorsitzender | |
| Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell | OMV Aktiengesellschaft, Wien, Österreich Vienna Insurance Group AG, Wien, Österreich AT & S AG, Leoben, Österreich |
||
| Frank Westhoff | |||
| Stefan Wittmann |
- 1 Konzernmandat.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Commerzbank Aktiengesellschaft
Angaben gemäß § 340a Abs. 4 Ziffer 1 HGB
Stichtag: 31. Dezember 2022
| Name | Gesellschaft | Funktion |
|---|---|---|
| Andrea Bracht | Commerz Real AG | |
| Gerold Fahr | Stadtwerke Ratingen GmbH | Vorsitzender |
| Christoph Heins | Commerz Real AG | |
| Dr. Alena Kretzberg | Commerz Direktservice GmbH | Vorsitzende |
| Jana Kubach | Commerz Direktservice GmbH | stellv. Vorsitzende |
| Stefan Nodewald | KONVEKTA AKTIENGESELLSCHAFT SCHWÄLBCHEN MOLKEREI Jakob Berz Aktiengesellschaft |
Vorsitzender |
| Mario Peric | Commerz Direktservice GmbH | |
| Andreas Schimmele | Commerz Direktservice GmbH | |
| Benedikt Winzen | SWK Stadtwerke Krefeld Aktiengesellschaft | Vorsitzender |
- 1 Konzernmandat.
Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers über eine Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts
An die Commerzbank AG, Frankfurt am Main
Wir haben die nichtfinanzielle Konzernerklärung der Commerzbank AG, Frankfurt am Main (im Folgenden "Gesellschaft") und die mit ihr zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung der Muttergesellschaft, die in Form eines gesonderten Berichts außerhalb des Lageberichts veröffentlicht werden (im Folgenden "zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller Bericht") für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 in Übereinstimmung mit den §§ 340i Abs. 5 i.V.m. 315c i.V.m. 289c bis 289e HGB und Artikel 8 der VERORDNUNG (EU) 2020/852 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 18. Juni 2020 über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen und zur Änderung der Verordnung (EU) 2019/2088 (im Folgenden die "EU-Taxonomieverordnung") und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten sowie mit deren eigenen, in Abschnitt "EU-Taxonomie einbinden" des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts dargestellten, Auslegung der in der EU-Taxonomieverordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten enthaltenen Formulierungen und Begriffen.
Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur nichtfinanziellen Berichterstattung sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen nichtfinanziellen Angaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (Manipulation des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts) oder Irrtümern ist.
Die EU-Taxonomieverordnung und die hierzu erlassenen delegierten Rechtsakte enthalten Formulierungen und Begriffe, die noch erheblichen Auslegungsunsicherheiten unterliegen und für die noch nicht in jedem Fall Klarstellungen veröffentlicht wurden. Daher haben die gesetzlichen Vertreter ihre Auslegung der EU-Taxonomieverordnung und der hierzu erlassenen delegierten Rechtsakte im Abschnitt "EU-Taxonomie einbinden" des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts niedergelegt. Sie sind verantwortlich für die Vertretbarkeit dieser Auslegung. Aufgrund des immanenten Risikos, dass unbestimmte Rechtsbegriffe unterschiedlich ausgelegt werden können, ist die Rechtskonformität der Auslegung mit Unsicherheiten behaftet.
Sicherung der Unabhängigkeit und Qualität des Wirtschaftsprüfers
Bei der Durchführung des Auftrags haben wir die Anforderungen an Unabhängigkeit und Qualitätssicherung aus den nationalen gesetzlichen Regelungen und berufsständischen Verlautbarungen, insbesondere der Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer sowie des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1), beachtet.
Verantwortung des Wirtschaftsprüfers
Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit über den zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht abzugeben. Wir haben unsere betriebswirtschaftliche Prüfung unter Beachtung des International Standard on Assurance Engagements ISAE 3000 (Revised) "Assurance Engagements Other Than Audits Or Reviews Of Historical Financial Information", herausgegeben vom IAASB, als Limited Assurance Engagement durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit begrenzter Sicherheit beurteilen können, ob uns Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Bericht der Gesellschaft, mit Ausnahme der im zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht genannten externen Dokumentationsquellen oder Expertenmeinungen, in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit §§ 340i Abs. 5 i.V.m. 315c i.V.m. 289c bis 289e HGB und der EU-Taxonomieverordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten sowie der in Abschnitt "EU-Taxonomie einbinden" des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts dargestellten Auslegung durch die gesetzlichen Vertreter aufgestellt worden ist.
Bei einer betriebswirtschaftlichen Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers. Im Rahmen unserer Prüfung haben wir unter anderem folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt:
- Verschaffung eines Verständnisses über die Struktur der Nachhaltigkeitsorganisation des Konzerns und über die Einbindung von Stakeholdern
- Befragungen von für die Wesentlichkeitsanalyse verantwortlichen Mitarbeitern auf Konzernebene, um ein Verständnis über die Vorgehensweise zur Identifizierung wesentlicher Themen und entsprechender Berichtsgrenzen der Commerzbank AG zu erlangen
- Eine Risikoeinschätzung, einschließlich einer Medienanalyse, zu relevanten Informationen über die Nachhaltigkeitsleistung der Commerzbank AG in der Berichtsperiode
- Identifikation wahrscheinlicher Risiken wesentlicher falscher Angaben im zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht
- Befragung relevanter Mitarbeiter, die in die Aufstellung des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts einbezogen wurden, über den Aufstellungsprozess, über das auf diesen Prozess bezogene interne Kontrollsystem
- Beurteilung der Eignung intern entwickelter Berichtskriterien
- Einschätzung der Konzeption und der Implementierung von Systemen und Prozessen für die Ermittlung, Verarbeitung und Überwachung von Angaben, einschließlich der Konsolidierung der Daten, zu Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption und Bestechung
- Befragungen von Mitarbeitern auf Konzernebene, die für die Ermittlung der Angaben zu Konzepten, Due-Diligence-Prozessen, Ergebnissen und Risiken, die Durchführung von internen Kontrollhandlungen und die Konsolidierung der Angaben verantwortlich sind
- Beurteilung des Prozesses zur Identifikation der taxonomiefähigen# Prüfungsurteil
Auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Bericht der Commerzbank AG für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit §§ 340i Abs. 5 i.V.m. 315c i.V.m. 289c bis 289e HGB und der EU-Taxonomieverordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten sowie der in Abschnitt "EU-Taxonomie einbinden" des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts dargestellten Auslegung durch die gesetzlichen Vertreter aufgestellt worden ist.
Verwendungsbeschränkung/AAB-Klausel
Dieser Prüfungsvermerk ist an die Commerzbank AG gerichtet und ausschließlich für diese bestimmt. Dem Auftrag, in dessen Erfüllung wir vorstehend benannte Leistungen für die Commerzbank AG erbracht haben, lagen die Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vom 1. Januar 2017 zugrunde (https://www.kpmg.de/bescheinigungen/lib/aab.pdf). Durch Kenntnisnahme und Nutzung der im Prüfungsvermerk enthaltenen Informationen bestätigt jeder Empfänger, die dort getroffenen Regelungen (einschließlich der Haftungsbeschränkung auf EUR 4 Mio für Fahrlässigkeit in Ziffer 9 der AAB) zur Kenntnis genommen zu haben, und erkennt deren Geltung im Verhältnis zu uns an.
Frankfurt am Main, den 22. März 2023
KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Winner, Wirtschaftsprüfer
ppa. Seidel
Quartalsergebnisse nach Segmenten
1. Quartal 2022
| Mio. € | Privat- und Unternehmerkunden | Firmenkunden | Sonstige und Konsolidierung | Konzern | |
|---|---|---|---|---|---|
| Zinsüberschuss | 808 | 459 | 134 | 1.401 | |
| Dividendenerträge | - | 0 | 0 | - 0 | |
| Risikoergebnis | - 72 | - 286 | - 106 | - 464 | |
| Provisionsüberschuss | 640 | 341 | - 11 | 970 | |
| Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten | 55 | 115 | 183 | 353 | |
| Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen | - 0 | - 9 | 22 | 13 | |
| Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten | - 5 | - 2 | 33 | 26 | |
| Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen | - 1 | 1 | - 0 | 0 | |
| Sonstiges Ergebnis | - 30 | 21 | 39 | 30 | |
| Erträge vor Risikoergebnis | 1.467 | 926 | 399 | 2.793 | |
| Erträge nach Risikoergebnis | 1.395 | 640 | 294 | 2.329 | |
| Verwaltungsaufwendungen | 820 | 532 | 86 | 1.438 | |
| Pflichtbeiträge | 171 | 115 | 61 | 347 | |
| Operatives Ergebnis | 403 | - 7 | 147 | 544 | |
| Restrukturierungsaufwendungen | - | - | 15 | 15 | |
| Ergebnis vor Steuern | 403 | - 7 | 132 | 529 |
2. Quartal 2022
| Mio. € | Privat- und Unternehmerkunden | Firmenkunden | Sonstige und Konsolidierung | Konzern | |
|---|---|---|---|---|---|
| Zinsüberschuss | 985 | 454 | 39 | 1.478 | |
| Dividendenerträge | 5 | 3 | - 0 | 8 | |
| Risikoergebnis | - 88 | - 52 | 34 | - 106 | |
| Provisionsüberschuss | 586 | 318 | - 9 | 894 | |
| Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten | - 47 | 103 | 13 | 69 | |
| Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen | 1 | - 7 | - 48 | - 55 | |
| Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten | - 5 | - 3 | - 16 | - 24 | |
| Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen | - 1 | 5 | - 4 | ||
| Sonstiges Ergebnis | 16 | 9 | 20 | 45 | |
| Erträge vor Risikoergebnis | 1.541 | 882 | - 3 | 2.420 | |
| Erträge nach Risikoergebnis | 1.453 | 830 | 30 | 2.314 | |
| Verwaltungsaufwendungen | 830 | 504 | 90 | 1.423 | |
| Pflichtbeiträge | 143 | 1 | 1 | 144 | |
| Operatives Ergebnis | 481 | 325 | - 60 | 746 | |
| Restrukturierungsaufwendungen | - | - | 25 | 25 | |
| Ergebnis vor Steuern | 481 | 325 | - 85 | 721 |
3. Quartal 2022
| Mio. € | Privat- und Unternehmerkunden | Firmenkunden | Sonstige und Konsolidierung | Konzern | |
|---|---|---|---|---|---|
| Zinsüberschuss | 1.023 | 521 | 77 | 1.621 | |
| Dividendenerträge | 13 | 0 | - 0 | 13 | |
| Risikoergebnis | - 90 | 13 | - 6 | - 84 | |
| Provisionsüberschuss | 535 | 332 | - 17 | 849 | |
| Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten | - 38 | 168 | 41 | 172 | |
| Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen | - 12 | - 2 | - 25 | - 39 | |
| Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten | - 270 | - 2 | - 12 | - 284 | |
| Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen | 3 | 2 | - 5 | ||
| Sonstiges Ergebnis | - 462 | 2 | 8 | - 452 | |
| Erträge vor Risikoergebnis | 792 | 1.021 | 73 | 1.886 | |
| Erträge nach Risikoergebnis | 701 | 1.034 | 67 | 1.802 | |
| Verwaltungsaufwendungen | 821 | 497 | 111 | 1.429 | |
| Pflichtbeiträge | 88 | 2 | 1 | 91 | |
| Operatives Ergebnis | - 208 | 535 | - 46 | 282 | |
| Restrukturierungsaufwendungen | - | - | 14 | 14 | |
| Ergebnis vor Steuern | - 208 | 535 | - 60 | 267 |
4. Quartal 2022
| Mio. € | Privat- und Unternehmerkunden | Firmenkunden | Sonstige und Konsolidierung | Konzern | |
|---|---|---|---|---|---|
| Zinsüberschuss | 1.126 | 642 | 191 | 1.958 | |
| Dividendenerträge | 2 | 2 | 7 | 11 | |
| Risikoergebnis | - 141 | - 121 | 40 | - 222 | |
| Provisionsüberschuss | 484 | 330 | - 9 | 806 | |
| Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten | - 49 | 49 | - 144 | - 143 | |
| Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen | 10 | - 1 | - 41 | - 33 | |
| Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten | - 14 | - 3 | 6 | - 11 | |
| Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen | 4 | 0 | - 4 | ||
| Sonstiges Ergebnis | - 93 | - 57 | - 79 | - 229 | |
| Erträge vor Risikoergebnis | 1.469 | 962 | - 68 | 2.363 | |
| Erträge nach Risikoergebnis | 1.328 | 842 | - 28 | 2.141 | |
| Verwaltungsaufwendungen | 946 | 627 | - 20 | 1.553 | |
| Pflichtbeiträge | 58 | 1 | -0 | 59 | |
| Operatives Ergebnis | 323 | 213 | - 8 | 528 | |
| Restrukturierungsaufwendungen | - | - | 40 | 40 | |
| Ergebnis vor Steuern | 323 | 213 | - 49 | 488 |
Fünfjahresübersicht
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
| Mio. € | 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2018 |
|---|---|---|---|---|---|
| Zinsüberschuss | 6.459 | 4.849 | 4.975 | 5.070 | 4.748 |
| Dividendenerträge | 32 | 22 | 37 | 35 | 36 |
| Risikoergebnis | - 876 | - 570 | - 1.748 | - 620 | - 446 |
| Provisionsüberschuss | 3.519 | 3.607 | 3.317 | 3.056 | 3.089 |
| Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten | 451 | 980 | 66 | 244 | 366 |
| Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen | - 113 | - 96 | 207 | 105 | 48 |
| Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten | - 292 | 27 | - 65 | 27 | 26 |
| Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen | 13 | 6 | 6 | 10 | 12 |
| Sonstiges Ergebnis | - 606 | - 944 | - 357 | 93 | 245 |
| Verwaltungsaufwendungen | 5.844 | 6.230 | 6.160 | 6.313 | 6.459 |
| Pflichtbeiträge | 642 | 467 | 512 | 453 | 423 |
| Operatives Ergebnis | 2.099 | 1.183 | - 233 | 1.253 | 1.242 |
| Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte | - | - | - 1.578 | 28 | - |
| Restrukturierungsaufwendungen | 94 | 1.078 | 814 | 101 | 0 |
| Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen vor Steuern | 2.005 | 105 | - 2.626 | 1.124 | 1.242 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 612 | - 248 | 264 | 421 | 268 |
| Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen nach Steuern | 1.393 | 354 | - 2.890 | 703 | 975 |
| Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen nach Steuern | - | - | 30 | - 18 | - 10 |
| Konzernergebnis | 1.393 | 354 | - 2.861 | 685 | 964 |
| Nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Konzernergebnis | - 42 | - 77 | 9 | 100 | 102 |
| den Commerzbank-Aktionären und den Investoren in zusätzliche Eigenkapitalbestandteile zurechenbares Konzernergebnis | 1.435 | 430 | - 2.870 | 585 | 862 |
Bilanz
| Mrd. € | 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2018 |
|---|---|---|---|---|---|
| Bilanzsumme | 477,4 | 467,4 | 506,6 | 463,5 | 462,4 |
| Eigenkapital | 30,9 | 29,8 | 28,6 | 30,5 | 29,4 |
Kapitalquoten
| % | 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2018 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kernkapitalquote | 16,0 | 15,5 | 15,0 | 14,3 | 13,4 | |
| Eigenkapitalquote | 18,9 | 18,4 | 17,7 | 16,8 | 16,3 |
Ratings
| 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2018 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Moody's Investors Service, New York | A1/A2/P-1 | A1/A1/P-1 | A1/ A1/ P-1 | A1/ A1/ P-1 | A1/ A1/ P-1 |
| S&P Global, New York | A-/BBB+/A-2 | A-/BBB+/A-2 | A -/ BBB+/ A-2 | A/ A-/ A-2 | A/ A-/ A-2 |
¹ Anpassung Vorjahr.
² Einlagenrating/Emittentenrating/kurzfristige Verbindlichkeiten (weitere Informationen finden sich auf der Internetseite unter www.commerzbank.de).
Herausgeberin
Commerzbank AG
Zentrale
Kaiserplatz
Frankfurt am Main
www.commerzbank.de
Dieser Geschäftsbericht liegt auch in englischer Sprache vor. Beide Sprachfassungen sind im Internet abrufbar.
Fotografie
Pavel Becker (S. 2)
Alexandra Lechner (S. 6)
Produktion
Inhouse produziert mit firesys (Ausnahme: Konzernabschluss)
Disclaimer
Vorbehalt bei Zukunftsaussagen
Dieser Geschäftsbericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen zur Geschäfts- und Ertragsentwicklung der Commerzbank, die auf unseren derzeitigen Plänen, Einschätzungen, Prognosen und Erwartungen beruhen. Die Aussagen beinhalten Risiken und Unsicherheiten. Denn es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die auf unser Geschäft einwirken und zu großen Teilen außerhalb unseres Einflussbereichs liegen. Dazu gehören vor allem die konjunkturelle Entwicklung, die Verfassung der Finanzmärkte weltweit und mögliche Kreditausfälle. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können also erheblich von unseren heute getroffenen Annahmen abweichen. Sie haben daher nur zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Gültigkeit. Wir übernehmen keine Verpflichtung, die zukunftsgerichteten Aussagen angesichts neuer Informationen oder unerwarteter Ereignisse zu aktualisieren.
Die deutsche Fassung dieses Geschäftsberichts ist maßgebend und nur die deutsche Version des Konzernlageberichts und des Konzernabschlusses wurden vom Abschlussprüfer geprüft. Lediglich aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird in einzelnen Abschnitten die grammatisch männliche Form verwendet. Gemeint sind stets Menschen jeglicher geschlechtlicher Identität.
Veröffentlichung des Geschäftsberichts: 27.# März 2023 Wesentliche Konzerngesellschaften
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Inland
- Commerz Real AG, Wiesbaden
Ausland
- Commerzbank (Eurasija) AO, Moskau
- Commerzbank Finance & Covered Bond S.A., Luxemburg
- Commerz Markets LLC, New York
- mBank S.A., Warschau
Operative Auslandsniederlassungen
Amsterdam, Brünn (Office), Hongkong, London, Luxemburg, Madrid, Mailand, New York, Paris, Peking, Prag, Schanghai, Singapur, Tokio, Wien, Zürich
Repräsentanzen und Financial Institutions Desks
Abidjan, Addis Abeba, Almaty, Aschgabat, Bangkok, Beirut, Brüssel (Verbindungsbüro zur Europäischen Union), Buenos Aires, Caracas, Dhaka, Dubai, Ho-Chi-Minh-Stadt, Istanbul, Johannesburg, Kairo, Kiew, Lagos, Luanda, Melbourne, Minsk, Moskau (FI-Desk), Mumbai, New York (FI-Desk), Panama-Stadt, Peking (FI-Desk), São Paulo (FI-Desk), Schanghai (FI-Desk), Seoul, Singapur (FI-Desk), Taipeh, Taschkent, Tokio (FI-Desk), Zagreb
Commerzbank weltweit
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- Operative Auslandsniederlassungen: 16
- Repräsentanzen: 26
- Wesentliche Konzerngesellschaften im Ausland: 4
- Inlandsfilialen im Privatkundengeschäft: ~450
- Auslandsfilialen: 412
- Mitarbeiter weltweit: 41.909
- Mitarbeiter Ausland: 13.560
- Mitarbeiter Inland: 28.349
Finanzkalender 2023
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- 17. Mai 2023: Zwischenmitteilung zum 31. März 2023
- 31. Mai 2023: Hauptversammlung
- 4. August 2023: Zwischenbericht zum 30. Juni 2023
- 8. November 2023: Zwischenmitteilung zum 30. September 2023