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Cherry AG

Annual Report Mar 30, 2023

730_10-k_2023-03-30_363a820f-57ef-4273-8b3e-d4945380fd17.pdf

Annual Report

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GESCHÄFTSBERICHT

GB/2022

1

WESENTLICHE KONZERNKENNZAHLEN (IFRS)

In € Mio.
(wie angegeben)
1.1.–31.12.2022 1.1.–31.12.2021 Veränderung
Umsatz 132,5 168,5 -21,4%
davon GAMING 41,2 82,8 -50,2%
davon PROFESSIONAL 91,3 85,7 6,5%
Bruttoergebnis vom Umsatz (Rohertrag) 36,9 68,9 -46,4%
Rohertragsmarge 27,8% 40,9% -13,1 PP.
EBITDA 12,2 42,8 -71,5%
EBITDA (bereinigt)1 15,2 48,9 -68,9%
EBITDA-Marge 9,2% 25,4% -16,2 PP.
EBITDA-Marge (bereinigt)1 11,5% 29,0% -17,5 PP.
EBIT -36,5 27,6 -232,2%
EBIT (bereinigt)1 -33,5 33,7 -199,4%
Konzernergebnis -35,7 9,3 -483,9%
Ergebnis je Aktie (in €) -1,49 0,42 -454,8%
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 5,8 7,8 -25,6%
Cashflow aus Investitionstätigkeit -11,3 -14,4 -21,5%
Freier Cashflow -5,5 -6,6 -16,7%
In € Mio.
(wie angegeben)
31.12.2022 31.12.2021 Veränderung
Bilanzsumme 379,1 411,0 -7,8%
Liquide Mittel 92,8 109,7 -15,4%
Net Working Capital2 40,9 38,0 7,6%
Eigenkapital 251,8 293,2 -14,1%
Eigenkapitalquote 66,4% 71,3% -4,9 PP.
Nettoliquidität
3
29,9 44,4 -32,7%
Beschäftigte 490 554 -11,6%

1 Bereinigt um einmalige und/oder nicht-operative Posten.

2 Saldo der kurzfristigen Vermögenswerte (ohne Zahlungsmittel) sowie der kurzfristigen Schulden (ohne Finanzschulden).

3 Bankverbindlichkeiten, kurz- und langfristige Leasingverbindlichkeiten und Pensionsrückstellungen abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

Aktie

ISIN DE000A3CRRN9
WKN A3CRRN
Ticker (Handelssymbol) C3RY
Aktientyp Auf den Inhaber lautende Stammaktien
ohne Nennwert (Stückaktien)
Erstnotiz 29. Juni 2021
Anzahl ausstehender Aktien 24.300.000
davon: Anzahl eigener Aktien 907.117
Zulassungssegment Prime Standard / Regulierter Markt FWB
Designated Sponsor Hauck Aufhäuser Lampe
Xetra-Schlusskurs am 31. Dezember 2022 € 7,58
Marktkapitalisierung am 31. Dezember 2022 € 184,2 Mio.

Inhalt

  • 3 An unsere Aktionäre
  • 12 CHERRY Legacy
  • 19 Interview mit dem Vorstand

  • 22 Lagebericht

  • 57 Konzernabschluss
  • 116 Einzelabschluss
  • 137 Weitere Informationen

VORWORT DES VORSTANDS

SEHR GEEHRTE AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄRE, SEHR GEEHRTE DAMEN UND HERREN,

das abgelaufene Geschäftsjahr hielt für unsere Gesellschaft, unsere Volkswirtschaft und unser Unternehmen eine Reihe von außergewöhnlichen Herausforderungen bereit. Die anhaltenden weltweiten Auswirkungen der COVID-19 Pandemie und des russischen Angriffskrieges in der Ukraine zeigten sich insbesondere in hohen Energie- und Rohstoffkosten, teils nicht funktionierenden Lieferketten, insbesondere in China infolge der Null-Covid-Politik und wiederholten "Lock-downs", und gestiegenen privaten Lebenshaltungskosten. Eine steigende Inflation und ein rasant gestiegenes Zinsniveau führten in den meisten entwickelten Volkswirtschaften zu einer spürbaren Konsumzurückhaltung. Trotz unserer erfolgreichen Positionierung am Markt, des weiteren Ausbaus unseres Produktportfolios und des großen Einsatzes unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten wir das Geschäftsjahr 2022 daher nicht wie ursprünglich geplant abschließen. Mit einem Konzernumsatz von rund 132,5 Mio. Euro und einer bereinigten

Im laufenden Geschäftsjahr konzentrieren wir uns auf die Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells mit dem Ziel, die operative Profitabilität wieder zu steigern und die Kapitalallokation zu optimieren.

Oliver Kaltner (CEO) Bernd Wagner (CFO) Dr. Udo Streller (COO)

EBITDA-Marge von 11,5% blieben wir deutlich hinter unserem eigenen Anspruch zurück. Insbesondere das profitable Geschäft im asiatischen Markt für mechanische Tastaturschalter und Gaming-Tastaturen blieb unter dem Niveau der Vorjahre.

Diesem Trend begegnen wir seit dem ersten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres u.a. mit einem aktiven Betriebskostenmanagement in den Bereichen Produktion, Instandhaltung, Lagerhaltung und Logistik unseres Geschäftsbereichs Components. Im laufenden Geschäftsjahr konzentrieren wir uns auf die Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells mit dem Ziel, die operative Profitabilität wieder zu steigern und die Verwendung der zur Verfügung stehenden Ressourcen zu optimieren.

Die Analyse unserer aktuellen Produktpalette führt zu konkreten strategischen Anpassungen. Dies geht einher mit unserer grundsätzlichen, zukunftsorientierten Marken-, Produkt- und Preispositionierung im mittleren bis gehobenen Segment.

Im laufenden Geschäftsjahr konzentrieren wir uns auf die Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells mit dem Ziel, die operative Profitabilität wieder zu steigern und die Kapitalallokation zu optimieren. Dazu dient uns die beeindruckende 70-jährige Unternehmensgeschichte, die wir Cherry Legacy nennen. Seit der Gründung im Jahr 1953 hat das Unternehmen kontinuierlich daran gearbeitet, seine Produkte im Markt und entlang der Kundenwünsche weiterzuentwickeln. In diesem

01 An unsere Aktionäre Vorwort des Vorstands

02 Zusammengefasster Lagebericht

03 Konzernabschluss 04 Einzelabschluss 05 Weitere Informationen Cherry SE

Geschäftsbericht 2022

besonderen Jubiläumsjahr ist diese Cherry Legacy gleichzeitig die tragende Säule wie auch ein Sprungbrett in eine Zukunft des nachhaltigen Wirtschaftens und des substanziellen Ausbaus. Wir verstehen Nachhaltigkeit dabei in einem umfassenden Sinne. Cherry steht als Marke weiterhin für Qualität, Design, Innovation und Nachhaltigkeit. Mit den Cherry Produkten erhalten die Kunden und Anwender einen professionellen Zugang zur digitalen Welt.

Die wesentlichen externen Treiber sind die weltweit dynamische Verbreitung der E-Sports-Aktivitäten und der globale "Work-from-anywhere"-Trend sowie die Digitalisierung des deutschen und europäischen Gesundheitswesens, die in diesem Jahr erwartungsgemäß wieder an Dynamik zunehmen wird, und schließlich der weitere Ausbau unserer E-Commerce Aktivitäten. Mit unserem Projekt "Gaming Goes Global" werden wir ab dem zweiten Quartal 2023 das Geschäft mit Gaming-Peripheriegeräten deutlich ausweiten, internationalisieren und damit auch unseren eigenen Bedarf an mechanischen Tastaturschaltern erhöhen. Die im Januar abgeschlossene Übernahme des schwedischen E-Sports-Spezialisten Xtrfy spielt hier eine besondere strategische Rolle. Gleichzeitig bauen wir konsequent das Geschäft mit Office Peripheriegeräten über alle relevanten Vertriebskanäle und -regionen wei-

ter aus. Schon heute bietet Cherry vielfältige Lösungen für die User-Experience in einer zusehends digitalen Welt. Dieses enorme Potenzial soll in der Wertschöpfungskette ergänzend zu unserer Hardware-Kompetenz in Richtung Software- und Cloud-basierte Lösungen ausgebaut werden. Es ist unser Ziel, Cherry zu einem internationalen Anbieter von agnostischen, digitalen Ökosystemen zu entwickeln. Unsere mittelfristige Planung beinhaltet unverändert eine Kombination aus profitablem organischen, und strategischem anorganischen Wachstum mittels wirkungsvoller M&A Aktivitäten.

Wir gehen davon aus, dass die relevanten Märkte im Jahr 2023 langsam wachsen werden und das kommende Geschäftsjahr für Cherry ein Konsolidierungsbzw. Übergangsjahr wird. Wir streben ein Umsatzwachstum sowie eine Verbesserung der Margen im Vergleich zum letzten Jahr an.

Da dies in hohem Maße von der weiteren konjunkturellen Entwicklung abhängt, erwarten wir einen Konzernumsatz zwischen 135 und 165 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung der verschiedenen Maßnahmen zur Kostenoptimierung sowie Wachstumsinitiativen, erwarten wir für das laufende Geschäftsjahr eine bereinigte EBITDA-Marge zwischen 10 und 14%.

Trotz des nach wie vor schwierigen wirtschaftlichen Umfelds blicken wir in unserem Jubiläumsjahr auf eine sehr vielversprechende Zukunft. Basis des Erfolges sind mehr denn je Konzentration auf das Wesentliche, belastbare Geschäftspläne mit einer ausgewogenen Margenstruktur sowie deren professionelle Umsetzung.

Cherry ist mit den Produktangeboten sehr gut positioniert, um die vielschichtigen Markttrends aufzunehmen und die internationalen Märkte erfolgreich und dauerhaft zu bedienen.

An dieser Stelle wünschen wir unseren Geschäftspartnern, Aktionären und Mitarbeitenden viel Erfolg für das Jahr 2023.

München, im März 2023

Mit unserem Projekt "Gaming Goes Global" werden wir ab dem zweiten Quartal 2023 das Geschäft mit Gaming-Peripheriegeräten deutlich ausweiten …

CEO CFO COO

Oliver Kaltner Bernd Wagner Dr. Udo Streller

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

SEHR GEEHRTE AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄRE,

das Geschäftsjahr 2022 war für die Cherry SE vom fortbestehenden Einfluss der globalen COVID-19-Pandemie auf die Wirtschaft und die Lieferketten sowie durch die russische Invasion in die Ukraine im Februar 2022 und die erheblich gestiegenen Preise für Rohmaterialien und Energie in Kombination mit höheren Einkaufsund Lebenshaltungskosten geprägt. Der Nachfragerückgang, insbesondere in China und Hong Kong, in Verbindung mit extrem hohen Lagerbeständen bei unseren Kunden und dem steilen Anstieg von Inflation und Zinsen führten dazu, dass der Umsatz und das Ergebnis signifikant niedriger waren als ursprünglich erwartet.

Trotz der im Geschäftsjahr 2022 zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen haben sich die beiden Geschäftsfelder GAMING und PROFESSIONAL sehr unterschiedlich entwickelt.

Während das Geschäftsfeld PROFESSIONAL sein Wachstum weiter fortsetzen und gute Gewinnmargen aufrecht erhalten konnte, wurde das Geschäftsfeld GAMING von einem Nachfragerückgang bei Schaltern für Geräte und den extrem hohen Lagerbeständen bei den Kunden unserer OEMs (Original Equipment Manufacturer) beeinflusst, was zu einem erheblichen Rückgang in Verkäufen führte und die Profitabilität nahezu an ein ausgeglichenes EBITDA-N-Level brachte.

Die Cherry SE hat diverse Maßnahmen ergriffen, um die zukünftige Profitabilität durch Kostensenkungen zu sichern und den strategischen Wachstumskurs mittelund langfristig auszubauen. Hierzu zählen der Personalabbau in der Produktionsstätte in Auerbach sowie der Ausbau des E-Commerce-Geschäfts und die Intensivierung von Vertriebsaktivitäten in definierten neuen Märkten. Darüber hinaus hat die Cherry SE den strategischen Ausbau des Geschäftsfelds GAMING durch die im Januar 2023 abgeschlossene Übernahme der beiden schwedischen Xtrfy-Gesellschaften Xtrfy Gaming AB und Build on Experience AB weiter vorangetrieben. Xtrfy hat als Spezialist für E-Sports Equipment Zugang zur wachsenden Gaming bzw. E-Sports Community, ergänzt das Produktmanagement und Marketing von Cherry und baut die Marktpräsenz von Cherry in Europa insbesondere in den Nordischen Ländern aus. Die Produktpalette von Xtrfy ist vollständig komplementär mit Cherry und gibt uns den Zugang zu zusätzlichen Produkt- und Preiskategorien, wodurch unser Vertrauen in den zukünftigen Wachstumsplan untermauert wird. Mit dem "Gaming Goes Global"-Projekt wird das neue Team substantielles Wachstum durch die Internationalisierung unseres Gaming-Geschäfts in Breite und Tiefe generieren.

Der Aufsichtsrat ist von den strategischen Chancen für die Geschäftsaktivitäten von Cherry überzeugt. Vor dem Hintergrund der zu erwartenden globalen Verlangsamung des konjunkturellen Wachstums und einer steigenden Inflation infolge des Ukraine-Kriegs, der anhaltenden Störungen der Lieferketten infolge der Lockdowns in China, der hohen Lagerbestände bei Kunden und des damit verbundenen Nachfragerückgangs konnte Cherry jedoch das ursprünglich angestrebte Umsatzwachstum für den Konzern nicht errei-

Marcel Stolk, Vorsitzender des Aufsichtsrats

chen. Die Prognosen zur Geschäftsentwicklung wurden bereits unterjährig entsprechend angepasst und die Gesellschaft wird weiterhin strategische mittelfristige sowie konkrete kurzfristige Maßnahmen für eine nachhaltige Geschäftsentwicklung ergreifen.

Mit Blick auf das Management hat Herr Rolf Unterberger sein Amt als Mitglied und Vorsitzender des Vorstands zum Ablauf des Geschäftsjahres 2022 niedergelegt. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Rolf Unterberger für seine erfolgreiche Amtszeit und sein großes Engagement für die Gesellschaft. Am 27. November 2022 hat der Aufsichtsrat einstimmig die Bestellung von Herrn Oliver Kaltner als CEO und Vorstandsvorsitzenden zum 1. Januar 2023 beschlossen. Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass Herr Oliver Kaltner aufgrund seiner umfangreichen, erfolgreichen Tätigkeiten in der Branche exzellent zu Cherry passt und wertvolle Erfahrun-

01 An unsere Aktionäre 6 Bericht des Aufsichtsrats

02 Zusammengefasster Lagebericht

03 Konzernabschluss 04 Einzelabschluss 05 Weitere Informationen Cherry SE

gen sowohl aus Geschäftsführungs- als auch aus Investorensicht mitbringt, um das Unternehmen zu einem erneuten profitablen Wachstum sowohl in Bezug auf Umsätze als auch EBITDA zu führen.

Im Geschäftsjahr 2022 konnte der von der Hauptversammlung beschlossene Rechtsformwechsel in eine Europäische Gesellschaft (Societas Europaea, SE) mit der Eintragung im Handelsregister am 13. Dezember 2022 erfolgreich abgeschlossen werden. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2022 als Cherry AG tätig und der Aufsichtsrat agierte, mit Ausnahme der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats der Cherry SE, als Aufsichtsrat der Cherry AG.

Im Namen des Aufsichtsrats möchte ich mich bei den Mitgliedern des Vorstands sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Cherry SE und ihrer Tochtergesellschaften für ihre hervorragende Arbeit unter den anhaltend herausfordernden Bedingungen und ihr leidenschaftliches Engagement für die aufregenden, neuen Initiativen der Gesellschaft in 2023 bedanken.

Im Folgenden finden Sie den Bericht des Aufsichtsrats über seine Tätigkeit und die Tätigkeit seiner Ausschüsse im Geschäftsjahr 2022.

ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATS

Im Geschäftsjahr 2022 bestand der Aufsichtsrat der Cherry AG aus Marcel Stolk (Vorsitzender), James Burns (stellvertretender Vorsitzender und Vorsitzender des Prüfungsausschusses), Joachim Coers (Mitglied des Personal- und Vergütungsausschusses), Heather Faust (Vorsitzende des Personal- und Vergütungsausschusses, Mitglied des Prüfungsausschusses), Steven M. Greenberg (Vorsitzender des Nominierungsausschusses), Tariq Osman (Mitglied des Nominierungsausschusses und des Personal- und Vergütungsausschusses) und Dino Sawaya (Mitglied des Prüfungsausschusses und des Nominierungsausschusses).

In der ordentlichen Hauptversammlung am 8. Juni 2022 wurden sämtliche derzeitigen Aufsichtsratsmitglieder im Zusammenhang mit dem Beschluss zur formwechselnde Umwandlung der Cherry AG in eine Europäische Gesellschaft (Societas Europaea, SE) als erste Mitglieder des Aufsichtsrats der Cherry SE gewählt. Ihre Wahl erfolgte jeweils mit Wirkung ab dem Zeitpunkt der Eintragung der formwechselnden Umwandlung der Gesellschaft im Handelsregister am 13. Dezember 2022 und für eine Amtszeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das erste Geschäftsjahr der Cherry SE beschließt, d.h. der ordentlichen Hauptversammlung im Geschäftsjahr 2023.

Der Aufsichtsrat der Cherry SE konstituierte sich am 18. Oktober 2022 und bestätigte Marcel Stolk als Vorsitzenden und James Burns als stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Für die Cherry SE wurde der Prüfungsausschuss auf vier Mitglieder vergrößert, wobei James Burns weiterhin als Vorsitzender agiert. Heather Faust und Dino Sawaya sind weiterhin im Prüfungsausschuss tätig und Joachim Coers ist als weiteres unabhängiges Mitglied hinzugekommen. Der Nominierungsausschuss wurde auf zwei Mitglieder verkleinert und besteht nun aus dem Vorsitzenden Steven M. Greenberg und dem weiteren Mitglied Dino Sawaya. Der Personal- und Vergütungsausschuss wurde wieder mit drei Mitgliedern besetzt. Während Heather Faust weiterhin den Vorsitz innehat, gehört neben Joachim Coers nun Marcel Stolk als weiteres Mitglied diesem Ausschuss an. Der Aufsichtsrat hat damit sichergestellt, dass sowohl der Prüfungsausschuss als auch der Personal- und Vergütungsausschuss mehrheitlich aus unabhängigen Mitgliedern des Aufsichtsrats bestehen und trägt damit den Erwartungen insbesondere institutioneller Investoren und den Anforderungen moderner Corporate Governance Rechnung.

BERATUNG UND ÜBERWACHUNG

Der Aufsichtsrat hat die ihm nach den gesetzlichen Anforderungen, der Satzung, der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats und dem Deutschen Corporate Governance Kodex obliegenden Aufgaben ordnungsgemäß wahrgenommen. Er hat sich regelmäßig und ausführlich über die beabsichtigte Geschäftsstrategie, wesentliche Fragen im Hinblick auf die Finanz-, Investitions- und Personalplanung, den Gang der Geschäfte sowie Risiken und Chancen in schriftlicher und mündlicher Form berichten lassen. Insbesondere wurde der Aufsichtsrat von Juni 2022 an vom Vorstand in regelmäßigen Abständen von ca. einem Monat jeweils über die aktuellen Finanzkennzahlen des Unternehmens, Maßnahmen zur Kostensenkung und möglichen Restrukturierungsprogrammen, zur M&A-Strategie des Unternehmens, zur finanziellen und personellen Entwicklung sowie zur Situation der einzelnen Geschäftseinheiten und dem Status der formwechselnden Umwandlung in eine SE informiert und tauschte sich hierzu mit dem Vorstand aus. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat den Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2022 geprüft, der als zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller Bericht auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht ist. Der Vorstand hat die von ihm entwickelte grundsätzliche strategische Ausrichtung des Konzerns mit dem Aufsichtsrat abgestimmt. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung unmittel-

bar eingebunden und zustimmungspflichtige Geschäfte wurden dem Aufsichtsrat vom Vorstand vorgelegt.

SITZUNGEN DES AUFSICHTSRATS UND SEINER AUSSCHÜSSE

Das Aufsichtsratsplenum kam im Geschäftsjahr 2022 acht Mal zu formalen Sitzungen zusammen. Davon wurden eine Sitzung in Präsenz und sieben Sitzungen als Videokonferenzen abgehalten. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat dreimal Beschlüsse außerhalb einer Sitzung per E-Mail gefasst. Der Prüfungsausschuss hielt im Geschäftsjahr 2022 insgesamt sechs Sitzungen ab, der Personal- und Vergütungsausschuss tagte fünf Mal und der Nominierungsausschuss kam zu zwei Sitzungen zusammen. Der Aufsichtsrat und seine Ausschüsse traten bei Bedarf auch regelmäßig ohne den Vorstand zusammen, um Sachverhalte zu erörtern und über Themen zu beraten, die den Vorstand betrafen oder eine interne Erörterung allein unter den Aufsichtsratsmitgliedern erforderten. Über das Ergebnis von Ausschusssitzungen wurde in der jeweils nachfolgenden Plenumssitzung berichtet.

Tariq Osman konnte an einer Sitzung des Aufsichtsrats nicht teilnehmen. Die übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats nahmen jeweils an allen Sitzungen des Aufsichtsrats teil. Alle Mitglieder des Prüfungsausschusses nahmen an allen Sitzungen des Prüfungsausschusses teil. Heather Faust und Joachim Coers nahmen beide an allen Sitzungen des Personal- und Vergütungsausschusses teil und Tariq Osman konnte an zwei der fünf Sitzungen nicht teilnehmen. Steven M. Greenberg und Dino Sawaya nahmen an beiden Sitzungen des Nominierungsausschusses teil und Tariq Osman konnte an keiner der beiden Sitzungen teilnehmen.

Überblick über die Plenums- und Ausschusssitzungen sowie die individuelle Teilnahme im Geschäftsjahr 2022

Mitglied Plenum Prüfungsausschuss Personal- und Vergütungsausschuss Nominierungsausschuss
Marcel Stolk 8 / 8
James Burns 8 / 8 6 / 6
Joachim Coers 8 / 8 5 / 5
Heather Faust 8 / 8 6 / 6 5 / 5
Steven M. Greenberg 8 / 8 2 / 2
Tariq Osman 7 / 8 3 / 5 0 / 2
Dino Sawaya 8 / 8 6 / 6 2 / 2

PLENUMSSITZUNGEN

In jeder der ordentlichen Quartalssitzungen des Geschäftsjahres 2022 analysierte und diskutierte das Plenum des Aufsichtsrats jeweils die Berichte der Geschäftsführung über die Geschäftsentwicklung und die Strategie des Unternehmens sowie die Kapitalmarktentwicklung. Darüber hinaus befasste sich der Aufsichtsrat mit den folgenden Schwerpunkten:

In der Sitzung am 30. März 2022 befasste sich der Aufsichtsrat mit dem Jahresabschluss und dem Konzernabschluss sowie dem zusammengefassten Lagebericht für die Cherry AG und den Konzern zum 31. Dezember 2021, mit dem Abhängigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2021, dem Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2021 sowie dem Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2021. Zudem stimmte der Aufsichtsrat der Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) nach deutschem Recht zum Betrieb des Europäischen E-Commerce Geschäfts zu. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses berichtete über die in der letzten Sitzung des Prüfungsausschusses besprochenen Themen. Die Vorsitzende des Personal- und Vergütungsausschusses berichtete zu den Beratungen des Ausschusses.

In der Sitzung am 20. April 2022 stimmte der Aufsichtsrat den geplanten Beschlussgegenständen für die ordentliche Hauptversammlung am 8. Juni 2022, dem gesonderten nicht-finanziellen Bericht der Cherry AG für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2021 sowie der Neueinstellung eines Head of HR und eines Head of E-Commerce zu. Der Aufsichtsrat hatte bereits im Dezember 2021 nach ausführlicher Beratung der Entscheidung des Vorstands zugestimmt, die ordentliche Hauptversammlung im Jahre 2022 als virtuelle Hauptversammlung abzuhalten.

In der Sitzung am 4. Mai 2022 stimmte der Aufsichtsrat dem Abschluss des Gewinnabführungsvertrags zwischen der Cherry Digital Health GmbH und der Active Key GmbH zu. Zudem stellte der Vorstand die Finanzzahlen für das erste Quartal vor und der Vorsitzende

des Prüfungsausschusses berichtete über die in der letzten Sitzung des Prüfungsausschusses besprochenen Themen.

In der Sitzung am 16. Juli 2022 erhielt der Aufsichtsrat Informationen über die vorläufigen Finanzkennzahlen für das erste Halbjahr 2022 sowie über aktuelle Überlegungen des Vorstandes zur Entwicklung und Organisation der verschiedenen Geschäftseinheiten innerhalb des Konzerns. Zudem diskutierte der Aufsichtsrat über die Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr 2022.

In der Sitzung am 17. Juli 2022 stimmte der Aufsichtsrat der Fortführung des Aktien-Rückkaufsprogramms unter Berücksichtigung der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2022 zu.

In der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats der Cherry SE am 18. Oktober 2022 hat der Aufsichtsrat Marcel Stolk zum Vorsitzenden und James Burns zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats bestellt. Ferner hat der Aufsichtsrat Herrn Rolf Unterberger, Herrn Bernd Wagner sowie Herrn Dr. Udo Streller zu Mitgliedern des Vorstands der Cherry SE bestellt. Herr Rolf Unterberger wurde zum Vorstandsvorsitzenden der Cherry SE ernannt. Der Aufsichtsrat stellte fest, dass schuldrechtliche Vereinbarungen, d.h. auch die Anstellungsverträge mit den Mitgliedern des Vorstands, aufgrund des Grundsatzes des identitätswahrenden Formwechsels wirksam bleiben und genehmigte die laufenden Anstellungsverträge mit den Mitgliedern des Vorstands für die Cherry SE. Die formwechselnde Umwandlung in die Cherry SE wurde am 13. Dezember 2022 in das Handelsregister des Amtsgerichts München eingetragen und ist somit zu diesem Zeitpunkt wirksam geworden.

In der Sitzung am 27. November 2022 hat der Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen, dass Herr Rolf Unterberger sein Amt als Vorstandsmitglied und Vorstandsvorsitzender mit Wirkung zum 31. Dezember 2022 niedergelegt hat und er stimmte dem Abschluss eines Aufhebungsvertrags mit Herrn Unterberger zu. Ferner hat der Aufsichtsrat Herrn Oliver Kaltner zum Mitglied des Vorstands für die Zeit ab dem 1. Januar 2023 bis zum Ablauf des 31. Dezember 2025 bestellt, ihn zum Vorsitzenden des Vorstands ernannt und dem Abschluss seines Vorstandsanstellungsvertrags zugestimmt. Diese Beschlüsse wurden nach Wirksamwerden der formwechselnden Umwandlung für die Rechtsform der SE erneut gefasst sowie die Fortgeltung der bestehenden Verträge bestätigt bzw. genehmigt.

In der Sitzung am 12. Dezember 2022 stimmte der Aufsichtsrat der Cherry AG der Akquisition von Xtrfy zu. Darüber hinaus informierte der Vorstand über die finanzielle Entwicklung und Budgetplanung für den Zeitraum 2023-2025. Der Aufsichtsrat wurde ferner über die Änderung des Deutschen Corporate Governance Kodex informiert und die damit erforderliche Änderung des Kompetenzprofils in Bezug auf Nachhaltigkeit. Darüber hinaus erhielt der Aufsichtsrat ein Update zu den einzelnen Geschäftsbereichen, zum Stand der formwechselnden Umwandlung in SE, zur Risikostrategie sowie zu den Planungen für die ordentliche Hauptversammlung 2023.

Bestimmte Geschäfte und Maßnahmen bedürfen aufgrund gesetzlicher Vorgaben und aufgrund der Vorgaben in der Satzung und der Geschäftsordnung des Vorstands einer vorherigen Zustimmung durch den Aufsichtsrat. Diese Geschäfte wurden dem Aufsichtsrat zur Genehmigung vorgelegt. Diese Geschäfte umfassten u. a. den Abschluss eines Gewinnabführungsvertrags, den Erwerb sowie die Gründung von Tochtergesellschaften und die Erteilung von Prokuren für die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften.

ENTSPRECHENSERKLÄRUNG ZUM DEUT-SCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX

Im Einklang mit den Anforderungen nach der Änderung des Deutschen Corporate Governance Kodex im Jahr 2022 hat der Aufsichtsrat sein Kompetenzprofil um Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit ergänzt und die gemeinsame Entsprechenserklärung von Vorstand und Aufsichtsrat gemäß §161 AktG verabschiedet. Die Entsprechenserklärung wurde auf der Internetseite der Gesellschaft im Bereich Governance dauerhaft zugänglich gemacht.

PRÜFUNGSAUSSCHUSS

Der Prüfungsausschuss prüfte den Jahresabschluss, Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht sowie den nichtfinanziellen Bericht für das Geschäftsjahr 2022, den Halbjahresbericht 2022 und die Quartalsmitteilungen für der erste und das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2022. Der Prüfungsausschuss überprüfte und erörterte regelmäßig die Prüfungsschwerpunkte und die Qualität der Prüfung, Risiken und laufende Rechtsstreitigkeiten, das Organisationstalent und die Personalbesetzung des Teams sowie die Genehmigung von Nichtprüfungsleistungen. Zudem diskutierte er mit dem Abschlussprüfer die Einschätzung des Prüfungsrisikos, die Prüfungsstrategie und Prüfungsplanung sowie die Prüfungsergebnisse. Der Prüfungsausschuss hat sich dabei auch ohne den Vorstand mit dem Abschlussprüfer beraten. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses tauschte sich außerhalb der Sitzungen regelmäßig mit dem 02 Zusammengefasster Lagebericht

Abschlussprüfer über den Fortgang der Prüfung aus und berichtete dem Ausschuss hierüber. Der Prüfungsausschuss hat außerdem die Rechnungslegung und den Rechnungslegungsprozess, die Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystem des Unternehmens (einschließlich nachhaltigkeitsbezogener Aspekte) sowie die Wirksamkeit, Ausstattung und Feststellungen des internen Revisionssystems behandelt.

PERSONAL- UND VERGÜTUNGSAUSSCHUSS

Der Personal- und Vergütungsausschuss überprüfte die kurz- und langfristigen Vergütungsbestandteile der Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2022. Anhand der entsprechenden Unterlagen überprüfte der Personal- und Vergütungsausschuss insbesondere die Erreichung der Ziele für die STI-Tranche 2021 für den Vorstand. Außerdem wurde die Struktur der derzeitigen Aufgaben und Verantwortungsbereiche im Vorstand eingehend geprüft. Dabei wurden auch die strategische Nachfolgeplanung und Personalthemen im Hinblick auf die Zusammensetzung des Vorstands und die Bestellung eines neuen Vorstandsmitglieds erörtert. Der Personal- und Prüfungsausschuss betreute das Auswahlverfahren für die Bestellung eines neuen Vorstandsvorsitzenden und bereitete dessen Anstellungsvertrag sowie die Aufhebungsvereinbarung mit dem ausgeschiedenen Vorstandsmitglied Herrn Rolf Unterberger vor.

NOMINIERUNGSAUSSCHUSS

Der Nominierungsausschuss hat dem Aufsichtsrat entsprechend der Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats den Vorschlag unterbreitet, die Mitglieder des Aufsichtsrats der Hauptversammlung auch zur Wahl für den ersten Aufsichtsrat der Cherry SE vorzuschlagen.

INTERESSENKONFLIKTE

Nach der Empfehlung E.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex soll der Aufsichtsrat in seinem Bericht an die Hauptversammlung über aufgetretene Interessenkonflikte und deren Behandlung informieren. Im Geschäftsjahr 2022 sind im Aufsichtsrat keine Interessenkonflikte aufgetreten. Insbesondere wurde kein Interessenkonflikt von einem Mitglied des Aufsichtsrats gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden offengelegt oder von einem Vorstandsmitglied oder Dritten gemeldet.

SCHULUNG UND FACHLICHE WEITERBILDUNG

Die Gesellschaft schulte die Mitglieder des Aufsichtsrats in Bezug auf Corporate Governance-Themen sowie auf die Pflichten und Kompetenzen des Aufsichtsrats.

PRÜFUNG UND FESTSTELLUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES KONZERNABSCHLUSSES

In der Hauptversammlung am 8. Juni 2022 wurde die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Sitz in Stuttgart, Zweigniederlassung Essen, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022 gewählt. Gegenstand der Prüfung waren der Jahres- und Konzernabschluss sowie der zusammengefasste Lagebericht für die Gesellschaft und den Konzern für das Geschäftsjahr 2022. In allen Fällen wurde ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt.

Der Jahresabschluss der Cherry SE und der zusammengefasste Lagebericht für die Cherry SE und die Cherry-Gruppe wurden nach den deutschen gesetzlichen Vorschriften aufgestellt.

Der Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit den in der Europäischen Union geltenden International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie den ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften aufgestellt. Der Abschlussprüfer hat die Prüfung in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Der Jahresabschluss, der Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht wurden in der Sitzung des Prüfungsausschusses am 23. März 2023 eingehend behandelt und ausführlich erörtert. Der Prüfungsausschuss befasste sich insbesondere mit den im jeweiligen Prüfungsbericht dargelegten wesentlichen Prüfungssachverhalten (einschließlich des Prüfungsverfahrens). Die Berichte des Abschlussprüfers lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vor und wurden in der Aufsichtsratssitzung am 27. März 2023 in Gegenwart des Abschlussprüfers ausführlich besprochen. Der Abschlussprüfer berichtete über den Umfang, die Schwerpunkte und die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung, insbesondere über die Prüfungsschwerpunkte und das Prüfungsverfahren. Es wurden keine wesentlichen Schwächen des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems gemeldet. Der Vorstand hat in dieser Sitzung die Abschlüsse der Cherry SE und des Konzerns ausführlich erläutert. Der Aufsichtsrat schloss sich dem Ergebnis der Prüfung an. Nach dem abschließenden Ergebnis

01 An unsere Aktionäre 10 Bericht des Aufsichtsrats

02 Zusammengefasster Lagebericht

Geschäftsbericht 2022

der Prüfung durch den Prüfungsausschuss und der eigenen Prüfung durch den Aufsichtsrat waren keine Einwendungen zu erheben. Der Vorstand hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss aufgestellt. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss am 29. März 2023 gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.

ZUSAMMENGEFASSTER GESONDERTER NICHTFINANZIELLER BERICHT

Der Aufsichtsrat hat sich außerdem mit dem vom Vorstand erstellten zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht für die Gesellschaft und den Konzern für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 (bezeichnet als Nachhaltigkeitsbericht 2022) befasst.

Der gesonderte nichtfinanzielle Bericht wurde vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 27. März 2023 sorgfältig geprüft. Allen Aufsichtsratsmitgliedern wurden die Unterlagen hierfür rechtzeitig zugeleitet. Der Vorstand war in der Sitzung des Aufsichtsrats anwesend und erläuterte den Bericht. Sämtliche zusätzlichen Fragen der Aufsichtsratsmitglieder wurden beantwortet und ergänzende Auskünfte erteilt. Im Rahmen der ausführlichen Erörterung wurde gemeinsam beschlossen, dass Informationen zur EU-Taxonomie zum ersten Mal im Jahr 2024 für den nichtfinanziellen Bericht für das Geschäftsjahr 2023 berücksichtigt werden und es wurden keine Gründe festgestellt, die der ordnungsgemäßen und zweckmäßigen Erstattung des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts entgegenstehen.

Auf Grundlage seiner eigenen Prüfung hat der Aufsichtsrat den zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht für die Gesellschaft und den Konzern für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 am 29. März 2023 zustimmend zur Kenntnis genommen und hatte keine Einwendungen gegen den Bericht.

Für den Aufsichtsrat

Marcel Stolk Vorsitzender

Geschäftsbericht 2022

CHERRY AM KAPITALMARKT

Cherry ist ein weltweit tätiger Hersteller von High-End-Schaltern für mechanische Tastaturen und Computer-Eingabegeräten wie Tastaturen, Mäuse, Mikrofone und Headsets für Anwendungen in den Bereichen Gaming & E-Sports und (hybride) Office-Arbeitsplätze sowie industrielle Anwendungen und den Healthcare-Bereich. Seit der Gründung im Jahr 1953 steht Cherry für innovative und qualitativ hochwertige Produkte und Services, die speziell für die unterschiedlichen Kundenbedürfnisse entwickelt werden. Die Cherry SE ist seit 2021 im Qualitätssegment Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse mit Inhaberaktien notiert (ISIN DE000A3CRRN9, WKN A3CRRN).

INVESTMENT HIGHLIGHTS

Globaler Marktführer Multikanalvertrieb
Etablierte Marktposition als globaler Marktführer Vertriebskanal-Mix im B2B und B2C (Distributoren,
für mechanische Gaming-Tastaturschalter Reseller, Systemhäuser, Retailer, E-Tailer, DTC)
Qualitätsführerschaft Skalierbare Produktionsbasis
Qualitätsführerschaft mit einer Erfolgsbilanz bei Hochautomatisierte Montageautomaten und
der Entwicklung von Produktinnovationen Lager-Robotik
Markenstärke Nachhaltigkeit
Hohe Markenbekanntheit und Markenbindung Konsequente Orientierung des Geschäftsmodells
in Kernmärkten an internationalen ESG-Standards
Blue-Chip-Kundenbasis
Hohe Kundenbindung bei Blue-Chip-Kundenbasis
im B2B-Geschäft

ANALYSTEN

Institut Analyst
1
Empfehlung Kursziel Datum
ABN AMRO / ODDO Julian Dobrovolschi 7. März
BHF Leopoldo Palazzi Trivelli Outperform € 12,60 2023
Hauck Aufhäuser Marie-Thérèse Gruebner 21. März
Investment Banking Tim Wunderlich Kaufen € 12,00 2023
Metzler Capital 3. Februar
Markets Tom Diedrich Kaufen € 10,30 2023
Montega AG – Miguel Lago Mascato 22. März
Equity Research Sebastian Weidhüner Kaufen € 11,00 2023
Jörg Philipp Frey 9. Februar
Warburg Research Andreas Wolf Kaufen € 13,00 2023

1 Cherry SE aktualisiert die Analysten-Übersicht regelmäßig. Die hier dargestellten Bewertungen geben lediglich die Meinung der dort genannten Finanzinstitute, Researchunternehmen bzw. Analysten wieder. Cherry SE übernimmt keine Haftung für Auswahl, Aktualität, Vollständigkeit oder Richtigkeit der wiedergegebenen Analystenempfehlungen und deren Inhalt sowie den hier aufgeführten Konsensus. Interessenten wird empfohlen, Research-Berichte der jeweiligen Analysten von diesen direkt oder von den entsprechenden Finanzinstituten oder Research-Unternehmen zu beziehen. Cherry SE stellt keine Research-Berichte zur Verfügung.

RELATIVE PERFORMANCE DER CHERRY AKTIE

AKTIONÄRSSTRUKTUR1

1 Informationen basieren auf Stimmrechtsmitteilungen gem. Art. 40, Abs. 1 des WpHG. 2 Basierend auf einer internen, nicht veröffentlichungspflichtigen Meldung des Investors an Cherry. 3 Beinhaltet 1,8% direkt und indirekt von Mitgliedern des Vorstands gehaltene Aktien.

1953

CHERRY Legacy

1963

WALTER LORAIN CHERRY GRÜNDET 1953 DIE CHERRY ELECTRICAL PRODUCTS CORPORATION IN HIGHLAND PARK, ILLINOIS/USA.

Die ersten Schnappschalter werden im Keller eines Restaurants des Highland Parks, Illinois (USA) produziert. Cherry Electrical Products beliefert anfangs die Automobilindustrie und wächst schnell mit Ford und anderen Automobilherstellern. Nach dem Entrée in den US-Automobilmarkt wagt Walter Lorain Cherry 1963 mit Gründung einer deutschen Tochtergesellschaft den Schritt über den großen Teich nach Europa, zunächst ins Fichtelgebirge.

Im Jahr 1967 bezieht CHERRY das neu errichtete Gebäude für Verwaltung, Entwicklung und Produktion von Schnappund Kodier-Schaltern in Bayreuth. Die ersten Vorläufer von Tastaturen (beispielsweise für Industriemaschinensteuerungen) werden für den europäischen Markt gefertigt. American Entrepreneurship trifft auf German Engineering. Eine perfekte Symbiose nimmt Fahrt auf und ist seitdem der Inbegriff für Präzision, Langlebigkeit und Verantwortung.

1953 Walter Lorain Cherry 1963 Mitarbeiterinnen bei der Pause 1967 Werk in Bayreuth

Chicago, Illinois, USA

1973

1973 Patent des ersten Tastaturschalters 1978 G80-0081 "Berthold" 1979 Bericht über Eröffnung des neuen Werks in Auerbach in der Oberpfalz

Auerbach in der Oberpfalz Produktion der ersten Tastaturen

1978

IN DEN SIEBZIGER JAHREN BEGINNT CHERRY MIT DER PRODUKTION DER ERSTEN TASTATUREN.

Am 6. Februar 1973 wird der erste Tastaturschalter in den USA patentiert. Zu der Zeit produziert CHERRY noch überwiegend Tastaturen für elektrische Schreibmaschinen von Fremdmarken, investiert aber weiter in die Tastaturschaltertechnologie und entwickelt den M6-Schalter, einen Vorläufer der berühmten CHERRY MX. Die schnelle Internationalisierung mit Produktionsstätten in den USA, Deutschland, England und Japan ermöglicht bereits im

Jahr 1978 die Serienfertigung von Schnapp-, Vorwahlund Automobilschaltern sowie von Eingabe-Tasten und Tastaturen für den Weltmarkt. Im Jahr 1979 verlegt die deutsche Tochtergesellschaft als Cherry GmbH ihren Standort nach Auerbach in der Oberpfalz und stellt im gleichen Jahr die G80-0081 "Berthold" vor, eine Spezialanfertigung zur Steuerung von Setzmaschinen in Druckereien, bestückt mit M7-Schaltern "Made in Germany".

IN DEN ACHTZIGER JAHREN REVOLUTIONIEREN DIE ERSTEN CHERRY MX-SCHALTER DIE TASTATURINDUSTRIE.

1980

Die Technologie mechanischer Tastaturen, die für höchste Zuverlässigkeit und Performance sorgt, ist geboren. Die CHERRY MX-Schalter-Technologie und die CHERRY Tastaturen stellen seitdem besonders für Vielschreiber den absoluten Maßstab dar; denn auch beim Schnellschreiben prellt keine Taste und es geht kein Zeichen verloren. Die vollautomatisiert produzierten MX-Schalter verfügen bereits über das weltweit einzigartige CHERRY Gold Crosspoint-Kontaktsystem und zunehmend unterschiedliche Betätigungscharakteristiken für höchste Zuverlässigkeit und individuelle Anforderungen. Bis heute wurden mehr

1982

als 80 Milliarden MX Schalter verkauft, die in mehr als 60 Millionen Tastaturen weltweit zum Einsatz kommen, viele davon mit einer garantierten Lebensdauer von 100 Millionen Anschlägen. Im Jahr 1984 wird die G80-0427-Tastatur vorgestellt, eine der ersten Apple- und IBM-kompatiblen Tastaturen mit CHERRY MX Black-Schaltern. Die Markteinführung der G80-3000, eine der erfolgreichsten und inzwischen ältesten Tastatur-Serien der Welt, erfolgt schließlich im Jahr 1988. In ihrer aktuellen Variante wird sie noch heute gern gekauft.

Mechanische Tastaturen

1980 MX-Schalter CHERRY Gold Crosspoint 1982 Werksaufnahme Produktion Auerbach 1988 Klaus Dieter Lauterbach bei der G80-3000-Markteinführung

Maßstäbe in punkto Umweltfreundlichkeit

1998

IN DEN NEUNZIGER JAHREN STELLT CHERRY EINE VIELZAHL MODERNSTER TASTATUREN VOR UND WIRD DAMIT ZU EINER FESTEN GRÖSSE IM AUFSTREBENDEN INTERNATIONALEN DESKTOP PC-MARKT.

Mit der CHERRY Greenline, die offiziell auf der CeBIT 1998 vorgestellt wird, setzt CHERRY schon früh Maßstäbe in punkto Umweltfreundlichkeit. Die erste "grüne" Produktlinie zeichnet sich dadurch aus, dass sie frei von PVC und gefährlichen Flammschutzmitteln ist. Durch ihr innovatives Entwicklungskonzept lässt sich diese Tastatur erstmals effektiv recyceln und CHERRY gewährt sogar eine kostenlose Rücknahmegarantie am Ende der Nutzungsdauer. Seitdem wird eine zunehmende Anzahl von CHERRY Produkten mit dem Umweltzeichen der deutschen Bundesregierung "Der Blaue Engel" ausgezeichnet, das für anspruchsvolle Maßstäbe bei umweltfreundlichen Produkten und Dienstleistungen steht.

Mit der ersten reinen Healthcare Tastatur G80-1501 mit 102 Tasten und integriertem Chipkartenleser für Krankenversicherungskarten ist CHERRY auch schon früh im Gesundheitsmarkt vertreten.

1998 CHERRY Greenline Tastatur 1998 Angela Merkel auf dem CeBIT Messestand

Gamer, Creators und andere Professionals

MIT DER RAPIDEN VERBREITUNG DES INTERNETS UND DEM WELTWEITEN GAMING-BOOM STEIGT DIE NACHFRAGE IN DEN 2000ER JAHREN NACH CHERRY-TASTATUREN UND -MX-SCHALTERN.

Was schon in den achtziger Jahren für die Weltmeister im Schnellschreiben wichtig war, nämlich die präzise Betätigung und schnelle Eingabe mit individuellem Tippgefühl bei maximaler Zuverlässigkeit und Haltbarkeit, wird nun auch zunehmend von den erfolgreichen Gamern, Creators und anderen Professionals hochgeschätzt. Dabei setzt CHERRY auch den globalen Standard bei den Tastenkappen für mechanische Tastaturen, sowohl hinsichtlich der typischen CHERRY Tastenknopf-Kreuzaufnahme als auch bei der besonderen Tastenkappenform, die bis heute als Synonym für ergonomische Perfektion gilt. Im Jahr 2005 wird CHERRY europäischer Gesamtsieger des Industriewettbewerbs "Industrial Excellence Award". Nach dem Ausscheiden des Gründersohns Peter Cherry wird CHERRY 2008 Teil des deutschen Automobilzulieferers ZF. Die bisher bei chinesischen PC-Gamern als Geheimtipp geltenden Tastaturen werden nun konsequent für den breiten chinesischen Gaming-Markt weiterentwickelt. Die mechanischen CHERRY MX Gaming Keyboards steigen so schnell zur Premiummarke in China auf.

2004 Banking mit dem CHERRY SmartBoard G83-6700 2005 Überarbeitetes Unternehmens- und Markenlogo

2014

IM JAHR 2014 WIRD DER CHERRY MX RGB SCHALTER AUF AUSDRÜCKLICHEN WUNSCH DER GAMING COMMUNITY VORGESTELLT, EINE WEITERE ERFOLGSGESCHICHTE NIMMT IHREN LAUF.

Die mechanischen MX Gaming Keyboards können seitdem mittels LEDs mit bis zu 16,8 Millionen Farben beleuchtet werden. Neben vorprogrammierten Lichtund Farb-Effekten können auch eigene Farbmuster ausgewählt oder Einzeltasten individuell beleuchtet werden. Das ermöglicht aufregende Farbspiele oder dezente einfarbige Beleuchtung – je nach persönlicher Vorliebe. Wer noch individuellere Effekte, Makros und Profi-Einstellungen programmieren möchte, nutzt einfach die CHERRY Utility Software. Im Jahr 2015 nimmt CHERRY erstmals selbst als Aussteller an der CES in LAS Vegas teil und präsentiert sich als internationale Marke. Die exklusive Vorstellung des CHERRY MX Board 6.0 mit der dazugehörigen RealKey-Technologie wird ein voller Erfolg. In Deutschland avanciert die CHERRY STREAM XT zur meistverkauften Tastatur.

Nach einem weiteren Eigentümerwechsel im Jahr 2016 fokussiert sich CHERRY als Private Equity Unternehmen fortan ausschließlich auf Computer-Peripheriegeräte. Es folgt die Reorganisation in die Geschäftsfelder GAMING und PRO-FESSIONAL unter neuem Management. Bereits im Jahr 2018 wird auf der CES in Las Vegas der erste CHERRY MX Low Profile Schalter vorgestellt und im Jahr 2019 erfolgt der Umzug in das hochmoderne Gebäude in Auerbach (Bayern) mit automatisierter Produktion und Lagerverwaltung. Im Jahr 2020 wird die österreichische Theobroma übernommen und das erste e-Health Terminal für die deutsche Telematikinfrastruktur vorgestellt.

Eine weitere Erfolgsgeschichte

2015 2016 2017 2018

Seit 2019 neuer Firmensitz Auerbach in der Oberpfalz

2019

Aktuelles mechanisches MX Gaming Keyboard

Auszeichnungen und jüngste Schalter-Innovation

DIE AKTUELLE DEKADE BEGINNT MIT DEM BÖRSENGANG AUF DEM PARKETT DER FRANKFURTER WERTPAPIERBÖRSE UND DER JÜNGSTEN SCHALTER-INNOVATION CHERRY MX ULTRA LOW PROFILE IM JAHR 2021.

2023

18

CHERRY erhält seitdem eine Reihe renommierter Design-Auszeichnungen wie den German Design Award, den Red Dot Design Award sowie den iF DESIGN AWARD und wird vom renommierten Plus X Award als "Best Brand of the Year 2022" in der Kategorie "Tastaturen" ausgezeichnet. Im Mai 2021 übernimmt CHERRY den spezialisierten Hersteller von hygienischen und abwaschbaren Tastaturen und Mäusen Active Key GmbH, um das Produktportfolio im Bereich Digital Health gezielt zu verbreitern. Ende 2022 erfolgt dann eine weitere Übernahme: die Integration des schwedischen E-sports Spezialisten Xtrfy Gaming AB macht das Jahr 2023 für CHERRY zu einem besonderen Meilenstein im Gaming bzw. E-Sports. Die CHERRY Erfolgsstory wird mit neuem Management fortgeschrieben.

2022 German Innovation Award MX6C 2022 reddot Award G80-3833 2023 German Design Award JA-0720

2023

Interview mit dem Vorstand

Oliver Kaltner (CEO)

Bernd Wagner (CFO)

Im abgelaufenen Geschäftsjahr war CHERRY erheblichem konjunkturellen Gegenwind ausgesetzt. Zusätzlich zu den Störungen der internationalen Lieferketten, den chinesischen Lockdowns und den hohen Lagerbeständen in den Vertriebskanälen verlangsamte sich im Jahresverlauf auch die weltweite Konsumentennachfrage nach Computerperipheriegeräten infolge des Ukraine-Kriegs. Am 1. Januar 2023 haben Sie Rolf Unterberger als neuer CEO der Cherry SE abgelöst. Wie schätzen Sie die Geschäftslage im Jubiläumsjahr 2023 ein?

Oliver Kaltner 2022 war ein besonders herausforderndes Jahr für die Makroökonomie und auch für alle Unternehmen, unabhängig von ihrer Branchenzugehörigkeit. Es galt, gleich mehrere gravierende Krisen zu meistern, die gleichzeitig auf betriebliche Prozesse und Planungen sowie die Umsetzung von Geschäftsplänen einwirkten. Ein echter Härtest für Organisationen, Partner und Teams. So war auch der gesamte Tech-Sektor im letzten Jahr von einer Reihe negativer externer Effekte beeinflusst. Bei CHERRY hat sich das insbesondere in einer deutlichen Verschiebung des Produkt-Mixes im Umsatz und einer gesunkenen operativen Profitabilität im Konzern ausgewirkt. Daneben hat sich der eigene Vorratsbestand im Jahresverlauf deutlich erhöht, wobei wir hier auf Produkte mit längeren Lebenszyklen blicken, was überproportionale Rabattierungen im Wesentlichen ausschließt Zu den noch unter der Führung von Rolf Unterberger als CEO im letzten Jahr eingeleiteten Maßnahmen zählen die Einführung der Kurzarbeit im zweiten Quartal und die Anpassung der Personalkapazität im vierten Quartal am Standort Auerbach. Dies geschah in bestmöglich sozialverträglicher Form. Daraus ableitend arbeiten wir gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung an verschiedenen personalwirtschaftlichen Konzepten, um unsere Flexibilität weiter zu erhöhen. Je schneller wir den hohen Vorratsbestand auf ein gesundes Niveau gebracht haben, desto eher können wir unsere gesamte Produktionsauslastung wieder der Nachfrage aus den Märkten anpassen. Die konsequente Fortsetzung der Internationalisierung unseres

Dr. Udo Streller (COO)

Geschäfts, insbesondere im Gaming-Bereich steht für uns aktuell im Mittelpunkt. Mit der kulturellen und geschäftlichen Integration der gerade übernommenen Xtrfy Gaming AB untermauern wir im Markt unsere Innovationskraft und unsere Relevanz im Bereich "Gaming & E-Sports". Daneben werden wir unseren Multikanalvertrieb weiter stärken und unser Produktportfolio gezielt ergänzen.

CHERRY Compact Keyboard Bundle

Wie bereiten Sie CHERRY konkret auf die Internationalisierung und kulturelle Vielfalt vor?

Oliver Kaltner Nach vorn blickend sind für uns Arbeitgeberattraktivität, Mitarbeiterbindung, -gewinnung, -engagement und -zufriedenheit von wachsender Bedeutung, um die Relevanz von CHERRY im Markt nach der sehr eindrucksvollen siebzigjährigen Unternehmenshistorie auch für die Zukunft abzusichern und weiter zu stärken. Diversity beschränkt sich nicht nur auf Gender Diversity, sondern beinhaltet auch Facettenreichtum hinsichtlich Alters- und Zugehörigkeitsparameter, Internationalität, Kulturspektrum sowie eine moderne Form der integrativen Unternehmensführung. Mit der wachsenden Digitalisierung der Arbeits- und Spielewelten verändern sich auch die weltweiten Nutzungsgewohnheiten unserer Kunden. Relevanz ist dabei von zentraler Bedeutung für CHERRY: Unsere Vision ist, dass CHERRY weltweit als Blaupause für eine moderne Unternehmenskultur in einem umfassenden Verständnis genannt wird.

Ein Kernelement ist der weltweite Trend zum hybriden Arbeiten. Hybrid heißt, sich geografisch zu öffnen, verschiedene Work Style Optionen anzubieten, Raum für gemeinsames Arbeiten und für individuelles Arbeiten zu gestalten und dabei mittels technisch flexibler Lösungen Kosten zu reduzieren sowie ineffizientes Reisen zu vermeiden. Hybrid heißt zugleich, keine Schablonenlösungen zu erwarten, sondern sich im Team eigenverantwortlich die eigene Arbeitswelt zu schaffen, so dass Kreativität und Performance auch in Zeiten des digitalen Wandels sichergestellt sind. Dazu zählen z.B. auch Satellite Hubs; eine Kombination aus eigenen und Co-Working Offices kann ein sehr effektives und geografisch wirkendes Netzwerk sein, um auch die Talent Pipeline für CHERRY deutlich anzureichern. Wir werden das Jubiläumsjahr dazu nutzen, unser Markenprofil nach innen und außen weiter zu schärfen: In modernen Unternehmenskulturen haben Silo- und Hierarchiedenken, Herrschaftswissen und veraltete Führungsstile keinen Platz. Wir steuern unser Geschäft durch Teamplay, Vertrauen und eine Stärkung der individuellen Handlungskompetenz. Dabei sehen wir die Eigenverantwortung jedes einzelnen Team-Mitglieds – im Zusammenspiel als Team – als Schlüssel zum Erfolg. Das ist gelebte Nachhaltigkeit, fest verwurzelt in unserem Geschäftsmodell und das Rückgrat unserer Unternehmenskultur und unserer Leadership-Prinzipien.

Das hört sich sehr vielversprechend an. Welche Rolle spielen die angekündigten neuen Montageautomaten für Schalter für die Geschäftslage im Jahr 2023? Und welche konkreten Pläne haben Sie für die ausländischen Produktionsstandorte von CHERRY?

Dr. Udo Streller Beide neue Montageautomaten für die CHERRY MX und die CHERRY MX ULP Schalter sind Meilensteine für die Operations von CHERRY. Sie erweitern nicht nur die Kapazität signifikant, sondern wirken auch auf den Gebieten der Produktivität und Produktqualität. Produktionsstart für beide Anlagen ist nach aktuellem Stand das zweite Quartal 2023. An den ausländischen Standorten werden wir unsere besondere Aufmerksamkeit auf die Themen Kosteneffizienz und Qualität der Zulieferer richten, darüber hinaus liegt ein weiterer Schwerpunkt in der Optimierung der globalen Lieferkette im Hinblick auf das wachsendende E-Commerce Geschäft.

Wie wird sich das Ganze konkret im finanziellen Ausblick für das Jahr 2023 widerspiegeln?

Bernd Wagner Für das laufende Geschäftsjahr erwarten wir einen Konzernumsatz zwischen EUR 135 und 165 Mio. Das wird auch in diesem Jahr maßgeblich vom weiteren Konjunkturverlauf abhängen, der aktuell noch mit hoher Unsicherheit belastet ist. Unter Berücksichtigung der bereits umgesetzten und geplanten Maßnahmen erwarten wir für dieses Jahr eine (bereinigte) EBITDA-Marge zwischen 10% und 14%. Die operative Profitabilität wollen wir somit wieder erhöhen und unsere Kapitalallokation optimieren.

Und mit welchen Themen befassen Sie sich für die weitere Zukunft?

Oliver Kaltner Wir sehen in unserer mittelfristigen Planung nach wie vor eine Kombination aus profitablem, organischen, und strategischem anorganischen Wachstum. Die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens nimmt immer mehr Fahrt auf und wir durchleuchten gerade sehr genau den aktuell noch stark fragmentierten Anbietermarkt für Software- und Cloud-basierte Dienstleistungen. In diesem Marktsegment sehen wir mehrere junge Unternehmen mit Software-as-a-Service Geschäftsmodellen, die für CHERRY interessant sind. Grundlage ist u.a. unsere hohe installierte Basis von e-Health-Terminals für den Zugang zur Telematikinfrastruktur. Unter Berücksichtigung unserer starken Marktposition und der zunehmenden Affinität der Gesellschaft zur digitalen und mobilen Nutzung ergibt sich hier ein großes Potenzial für uns hinsichtlich wiederkehrender Erlösquellen. Ein wesentlicher Vorteil ist: Hierfür müssen wir nicht in den Aufbau von Produktionsanlagen investieren und wir halten das CHERRY Geschäftsmodell "Assetlight". Gleichzeitig können wir so unsere bestehende Software-Kompetenz zielgerichtet weiter ausbauen und teilweise in anderen Märkten nutzen.

Mit der rasanten weltweiten Verbreitung der E-Sports-Aktivitäten wird auch der Bedarf von Millionen Gamern für umfassende Plattform-Angebote steigen, die mobil genutzt werden können. Hier sehen wir in der Zukunft ebenfalls ein enormes Potenzial für den Ausbau unserer Wertschöpfungskette in Richtung Software-basierte Services. In diesem Zusammenhang werden sicher auch Cloud-Services eine zunehmende Rolle spielen. Wir werden im weiteren Jahresverlauf noch konkreter auf die einzelnen strategischen Wachstumspotenziale eingehen. Es gilt, die Position von CHERRY als Hardware-, Software- und Cloud-Anbieter gezielt auszuweiten und zu internationalisieren.

Stichwort Nachhaltigkeit: Das Thema hat für CHERRY in der siebzigjährigen Unternehmensgeschichte schon immer eine große Rolle gespielt. Wo sehen Sie aktuell das größte Potenzial für CHERRY bzgl. ESG?

Oliver Kaltner Als Neuankömmling darf ich bestätigen, dass das CHERRY-Team das nachhaltige Denken von der Produktentwicklung über die Produktion bis zur Verpackung bereits seit vielen Jahren in der DNA abgespeichert hat. Ernsthafte und überprüfbare Nachhaltigkeit ist damit auch ein fester Bestandteil der CHERRY-Legacy. Ich sehe persönlich die konsequente Ausrichtung an internationalen ESG-Kriterien in der Zukunft nicht nur wegen des Zugangs zum Kapitalmarkt oder wegen der Einhaltung einschlägiger Umwelt- und Compliance-Bestimmungen als zentral an. Unser Geschäft ist auf nahezu allen Ebenen davon betroffen: Neben der Internationalisierung und Digitalisierung schließt das die betrieblichen Funktionsbereiche Sourcing, Produktion, Logistik, Marketing/Vertrieb, Operations, Finance und vor allem People & Culture mit ein. Im Zusammenspiel mit allen internen Teams, unseren Vertriebspartnern, Lieferanten und Endkunden wird ESG also für CHERRY zu einer zentralen Erfolgsfor-

Aktuelles CHERRY Gaming Setup

mel. In diesem umfassenden Sinn lässt sich ESG allerdings nicht top-down implementieren. Ich sehe unsere Managementaufgabe vielmehr darin, möglichst das gesamte CHERRY-Team an diesem andauernden Prozess zu beteiligen, indem wir Rahmenbedingungen für ein modernes, ESG-konformes Unternehmen schaffen. ESG gibt Orientierung, schafft Rahmenbedingungen und ermöglicht zusätzliches Geschäft.

Dafür wünschen wir Ihnen und dem gesamten CHERRY-Team viel Erfolg!

02 Zusammengefasster Lagebericht für die Cherry SE und den Cherry Konzern 2022

  • 29 Wirtschaftsbericht
  • 42 Berichterstattung zum Einzelabschluss der Cherry SE
  • 44 Chancen- und Risikobericht
  • 50 Prognosebericht
  • 53 Sonstige Angaben

23 Grundlagen des Konzerns

03 Konzernabschluss 04 Einzelabschluss 05 Weitere Informationen Cherry SE 23 Geschäftsbericht 2022

1. GRUNDLAGEN DES KONZERNS

1.1. Geschäftsmodell

Cherry (das "Unternehmen" als Konzern, zusammen mit den konsolidierten Tochtergesellschaften) ist ein weltweit tätiger Hersteller von High-End-Schaltern für mechanische Tastaturen und Computer-Eingabegeräten wie Tastaturen, Mäuse und Headsets für Anwendungen in den Bereichen Gaming & E-Sports, Office & Hybrid Workplaces, Industry und den Healthcare-Bereich. Seit der Gründung im Jahr 1953 steht Cherry für innovative und qualitativ hochwertige Produkte, die speziell für bestimmte Kundenbedürfnisse entwickelt werden.

Cherry hat seinen operativen Hauptsitz in Auerbach in der Oberpfalz (Bayern) und beschäftigte zum 31. Dezember 2022 490 Mitarbeitende in Produktionsstätten in Deutschland (Auerbach), China (Zhuhai) und Österreich (Wien) sowie in mehreren Vertriebsbüros in Deutschland (München, Auerbach, Pegnitz), Frankreich (Paris), USA (Kenosha), China (Shanghai), Taiwan (Taipeh) und Hongkong. Darüber hinaus ist Cherry mit eigenen Vertriebsmitarbeitenden in England und Schweden vertreten.

Die Aktivitäten des Unternehmens lassen sich in die beiden Geschäftsfelder GAMING und PROFESSIONAL unterteilen, welche jeweils unterschiedliche Geschäftsbereiche konsolidieren. Das Geschäftsfeld GAMING umfasst das Geschäft mit den mechanischen Tastaturschaltern ("Components") sowie den eigenen Gaming-Peripheriegeräten ("Gaming Devices"). Im Geschäftsfeld PROFESSIONAL ist das Geschäft mit Peripheriegeräten für den Einsatz in Office- und Industrieanwendungen ("Peripherals") sowie das Geschäft mit sicheren und hygienischen Peripheriegeräten für das digitale Gesundheitswesen zusammengefasst ("Digital Health").

Der Geschäftsbereich "Components" feiert im laufenden Geschäftsjahr bereits sein 40-jähriges Jubiläum. Im Jahr 1983 hat Cherry den ersten mechanischen Schalter für Tastaturen erfunden und ist seither ein führender Anbieter von mechanischen Tastatur-Schaltern. Entwicklung, Produktion und Vertrieb werden von der Cherry Europe GmbH am operativen Hauptsitz in Auerbach gesteuert. Die Produktion erfolgt durch diverse Montageautomaten unterschiedlicher Technologiegenerationen und Kapazität, wobei die Einhaltung der eigenen Qualitätsanforderungen durch in den Produktionsprozess integrierte Prüfverfahren sichergestellt wird. Der Vertrieb der Schalter erfolgt überwiegend an global tätige Anbieter von Gaming-Peripheriegeräten im Rahmen eines B2B-Marketingansatzes. Die Belieferung erfolgt über Distributionslager in Auerbach und Hongkong. Die besondere Markenstärke von Cherry im Markt für mechanische Tastaturschalter ermöglicht Cherry eine Pull-Strategie, indem global führende Peripheriegeräte-Anbieter mit der Schaltertechnologie von Cherry bei ihren Endkunden werben.

Darüber hinaus bietet Cherry diverse eigene PC-Gaming-Peripheriegeräte wie Tastaturen, Mäuse und Headsets an, die speziell auf die Bedürfnisse von professionellen Nutzern im Bereich Gaming bzw. E-Sports zugeschnitten sind. Die Produktion erfolgt am Standort Zhuhai (China) mit nahezu vollautomatisierten Montageautomaten und Prozessen. Die von Cherry selbst entwickelten Gaming-Peripheriegeräte werden primär über Distributoren sowie Online-Plattformen in den großen Gaming-Märkten Asiens verkauft. Im Geschäftsjahr 2022 lag der geografische Fokus auf China als größtem Einzelmarkt sowie Südkorea. Daneben war Cherry in weiteren südostasiatischen Märkten wie Indonesien, Malaysia, Hongkong als auch in Australien präsent.

Die im Geschäftsfeld PROFESSIONAL angebotenen Peripheriegeräte werden speziell für den Einsatz in (hybriden) Office-Arbeitsplätzen sowie in industriellen Anwendungen entwickelt. Die entsprechenden Geräte für diese Nutzergruppe umfassen im Wesentlichen Tastaturen, Mäuse, Desktop-Kombinationen, PoS-Geräte sowie sichere Eingabegeräte. Auf Basis der von Cherry definierten Spezifikationen, Designs und Qualitätsanforderungen werden diese Peripheriegeräte von ausgewählten Produktionspartnern im Ausland oder am eigenen Produktionsstandort Zhuhai in China hergestellt. Das gesamte Produktportfolio für den Einsatzbereich (hybride) Office-Arbeitsplätze umfasst eine Vielzahl verschiedener Produkte in zahlreichen Farb- und Ländervarianten. Der Vertrieb erfolgt überwiegend im Rahmen eines B2B-Ansatzes durch regional und überregional agierende Distributoren in Europa, USA und Asien, die ihrerseits die Produkte über diverse Vertriebskanäle (Sub-Distributoren, Reseller, Systemhäuser, Retailer und e-tailer) sowohl online als auch offline an die Endnutzer vertreiben. Darüber hinaus erfolgt der Vertrieb im Rahmen eines B2C-Ansatzes durch die Cherry E-Commerce GmbH über große E-Commerce Plattformen wie Amazon sowie weitere Online-Marktplätze.

Schließlich fokussiert sich Cherry innerhalb des Geschäftsfeldes PROFESSIONAL auf die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb innovativer manipulationsgeschützter Peripheriegeräte mit breitem Funktionsumfang für Arbeitsplätze im digitalen Gesundheitswesen. Cherry ist von der gematik GmbH als einer von zwei Anbietern von Systemen zur Anbindung an die deutsche Telematikinfrastruktur (TI) im Gesundheitswesen zugelassen. Das Cherry eHealth Terminal ST-1506 ist vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert und wird über spezialisierte Systemintegratoren an alle TI-Nutzergruppen wie Krankenhäuser, Arztpraxen, Apotheken sowie weitere Nutzergruppen vertrieben. Die Fertigung der SMD-Leiterplatten sowie die Montage der Endgeräte erfolgt am Produktionsstandort Wien durch die Theobroma Systems Design und Consulting GmbH. Der Markt für Telematikinfrastruktur im deutschen Gesundheitswesen weist aufgrund der hohen Sicherheitsbzw. Zertifizierungsanforderungen eine hohe Markteintrittsbarriere für potenzielle Wettbewerber auf. Darüber hinaus ist Cherry mit der Active Key GmbH im Marktsegment für hygienische und abwaschbare Tastaturen und Mäuse vertreten.

1.2. Konzernstruktur

Mit Eintragung in das Handelsregister der Gesellschaft am 13. Dezember 2022 wurde die formwechselnde Umwandlung des Mutterunternehmens Cherry AG in eine Societas Europaea (SE) abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2022 hielt die Cherry SE sämtliche Geschäftsanteile folgender Tochtergesellschaften:

  • Cherry Europe GmbH (Auerbach, Deutschland)
  • Cherry Peripherals GmbH (München, Deutschland), am 24. November 2022 neu unter der Firma heptus 501. GmbH in das Handelsregister eingetragen und am 13. Dezember 2022 umfirmiert. Unternehmensgegenstand der Cherry Peripherals GmbH ist die Entwicklung, die Herstellung und der Vertrieb von mechanischen Tastern, IT-Peripheriegeräten, Sicherheitssystemen, Software, deren Import und Export und Handel mit zugekauften IT-Peripheriegeräten, Sicherheitssystemen, Software sowie die Erbringung von Entwicklungs- und Servicedienstleistungen im Bereich IT – Cherry Digital Health GmbH (München, Deutschland)

Die Cherry Europe GmbH hielt zum 31. Dezember 2022 hundertprozentige Tochtergesellschaften mit Sitz in Zhuhai City (China), Hongkong (China), Taipeh (Taiwan), Kenosha (Wisconsin, USA) und Paris (Frankreich).

Die Cherry Peripherals GmbH hielt zum 31. Dezember 2022 sämtliche Geschäftsanteile an der Cherry E-Commerce GmbH (München, Deutschland), welche am 9. Juni 2022 neu gegründet und in das Handelsregister eingetragen worden ist. Unternehmensgegenstand der Cherry E-Commerce GmbH ist der internationale Handel, auch über Online-Kanäle, von Computer-Eingabegeräten, mechanischen Schaltern und Hardware sowie von IT-basierten und IT-unterstützenden Produkten und Peripherie-Geräten einschließlich aller damit verbundenen Geschäfte und Dienstleistungen.

Die Cherry Digital Health GmbH hielt zum 31. Dezember 2022 sämtliche Geschäftsanteile an der Active Key GmbH (München, Deutschland) und an der Theobroma Systems Design und Consulting GmbH (Wien, Österreich).

1.3. Strategie und Zielsystem

Die Strategie von Cherry basiert auf den vier Kernbereichen "Kernkompetenzen", "strategische Stoßrichtung", "Geschäftsfelder und Wettbewerbsvorteile" sowie "Gestaltung der Wertschöpfungsketten". Die Kernkompetenz der Innovations- und Qualitätsführerschaft soll die künftige Wettbewerbsposition am Markt durch spezifische Leistungsvorteile des Produkt- und Leistungsportfolios absichern. Die langjährige Kernkompetenz des Unternehmens wird dazu genutzt, das künftige Unternehmenswachstum durch die Besetzung verschiedener Innovationsfelder weiter voranzutreiben. Dabei ist Cherry bestrebt, den Endkunden mit einem jeweils relevanten Produkt- und Leistungsangebot einen spezifischen zusätzlichen Nutzen zu bieten und dadurch künftig weitere Wettbewerbsvorteile zu generieren. Bei der Gestaltung der Wertschöpfungsketten ist insbesondere eine internationale Verbreiterung der besetzten Absatzmärkte sowie der weitere Ausbau von Absatzkanälen in den bestehenden Geschäftsfeldern GAMING und PROFESSIONAL von großer Bedeutung.

Gleichzeitig soll das geplante Unternehmenswachstum und die Markenbekanntheit durch eine Kombination aus organischen und anorganischen Wachstumsmaßnahmen weiter gestärkt werden. Unter den angestrebten anorganischen Maßnahmen versteht Cherry selektive Akquisitionen zum Ausbau der Wertschöpfungsketten, komplementärer Kernkompetenzen sowie der geografischen Präsenz mit einem jeweils relevanten Produkt- und Leistungsportfolio auf internationaler Ebene.

Als Wettbewerbsvorteile werden insbesondere gesehen:

  • Etablierte Marktposition als globaler Marktführer für mechanische Gaming-Tastaturschalter
  • Qualitätsführerschaft mit einer Erfolgsbilanz bei der Entwicklung von Produktinnovationen
  • Hohe Markenbekanntheit und Markenbindung in Kernmärkten
  • Hohe Kundenbindung bei Blue-Chip-Kundenbasis im B2B-Geschäft
  • Umfassender Vertriebskanal-Mix im B2B und B2C (Distributoren, Reseller, Systemhäuser, Retailer, E-Tailer, DTC)
  • Skalierbare Produktionsbasis mit hochautomatisierten Montageautomaten und Lager-Robotik
  • Konsequente Orientierung des Geschäftsmodells an internationalen ESG-Standards

Darüber hinaus hat Cherry spezifische strategische Ziele für die bestehenden Geschäftsfelder definiert.

Für das Geschäftsfeld GAMING wurden folgende strategische Ziele festgelegt:

  • Im Geschäftsbereich Components soll eine schnelle Marktdurchdringung im Marktsegment hochwertiger Gaming-Notebooks mit den MX Ultra-Low-Profile Schaltern erzielt werden. Darüber hinaus sollen mit diesen Schaltern weitere Marktsegmente wie hochwertige Office-Notebooks besetzt werden.
  • Die Strategie im Geschäftsbereich Gaming Devices ist durch den Ausbau der geografischen Marktpräsenz und eine Erweiterung des Produktportfolios sowie durch die Etablierung eines umfassenden Ökosystems mit einer zentralen Gaming-Utility-Software für Tastaturen, Mäuse und Headsets geprägt.

Für das Geschäftsfeld PROFESSIONAL wurden folgende strategische Ziele festgelegt:

– Im Geschäftsbereich Peripherals wird ebenfalls die Erweiterung des Produktportfolios angestrebt, u.a. durch neue kabellose Tastaturen und Desktop-Kombinationen für Creators und durch ergonomisch optimierte Peripheriegeräte. Daneben steht die regionale Marktdurchdringung, insbesondere in Europa und Nordamerika, durch selektive Vertriebskanäle sowie der Auf- und Ausbau des E-Commerce Vertriebs über große Online-Marktplätze in Europa und USA im strategischen Fokus.

– Die Strategie im Geschäftsbereich Digital Health umfasst maßgeblich den weiteren Roll-out des Cherry eHealth Terminals ST-1506 sowie des neuen Cherry PIN-Pads PP-1516 im deutschen Gesundheitswesen, um die bei allen Nutzergruppen der Telematikinfrastruktur installierte Basis von Cherry-Hardware zu erhöhen und weitere Marktanteile zu gewinnen. In der zweiten Technologiegeneration der deutschen Telematikinfrastruktur (TI 2.0) besteht somit das strategische Potenzial für Cherry zur Markteinführung softwarebasierter Dienstleistungen mit wiederkehrenden Erlösquellen.

1.4. Steuerungssystem

Zum Zwecke der Unternehmenssteuerung ist der Konzern in sieben rechtlichen und berichtspflichtigen Einheiten organisiert: Cherry Europe GmbH, Cherry Digital Health GmbH, Cherry Americas LLC, Zhuhai Cherry Electronics Co. Ltd., Cherry Electronics (Hongkong) Co. Ltd, die Theobroma Systems Design und Consulting GmbH sowie die Active Key GmbH. Die restlichen Konzerngesellschaften werden im Posten "Sonstige" zusammengefasst.

Als Basis der Steuerung dienen ein umfassendes Berichtswesen sowie regelmäßige Aufsichtsrats-, Vorstands- und Managementmeetings, inklusive der Durchsprache des Risikoberichts in regelmäßigen Abständen. Das Reporting zur Umsatz- und Absatzentwicklung erfolgt täglich, zur Liquiditätssituation wöchentlich. Darüber hinaus gibt es eine mittelfristige Liquiditätsplanung, die stetig fortgeschrieben wird. Detaillierte Finanzberichte werden monatlich erstellt. Zur Dokumentation des Geschäftsverlaufs nach außen veröffentlicht Cherry Quartalsmitteilungen sowie Halbjahres- und Jahresberichte. Monatliche Management-Reviews mit den Geschäftsbereichen und Tochtergesellschaften dienen der Analyse und Steuerung aller relevanten Performance- und Risikofaktoren. Sitzungen des Vorstands finden wöchentlich statt. Der Aufsichtsrat tagt vier- bis sechsmal im Jahr, bei Bedarf auch häufiger. Teil des Aufsichtsrates ist das Audit Committee, welches als zusätzliches Kontrollgremium fungiert.

Der Vorstand steuert über die finanziellen Steuerungsgrößen Umsatzerlöse, sowie bereinigtes EBITDA. Diese Steuerungsgrößen werden in der Vermögens-, Finanzund Ertragslage neben den Segmenten auch für die Geschäftsfelder GAMING und PROFESSIONAL dargestellt.

Die für das Geschäftsjahr 2022 avisierte Umstellung auf eine an den Geschäftsfeldern orientierte Segmentberichterstattung hat aufgrund bereits erfolgter bzw. noch geplanter struktureller und organisatorischer Änderungen des Konzerns nicht stattgefunden, da sich aus diesen gegebenenfalls zusätzliche Implikationen auf das Steuerungsmodell sowie die interne Berichterstattung ergeben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde weiterhin auf Ebene der Segmente, welche auf den rechtlichen Konzerneinheiten basieren, berichtet und gesteuert.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Konzernumsatz

Die Geschäftstätigkeit im Geschäftsfeld GAMING wird maßgeblich durch die Entwicklung, die Produktion und das Angebot von Gaming-Peripheriegeräten sowie diverser Tastaturschalter mit unterschiedlichen Produktspezifikationen bestimmt, welche als Vorprodukte in Gaming-Tastaturen von global führenden Peripheriegeräte-Anbietern sowie in Tastaturen von Cherry und anderen Anbietern für professionelle Nutzer im Bereich Gaming bzw. E-Sports verbaut werden.

Das Geschäftsfeld PROFESSIONAL, welches die Entwicklung, die Produktion und das Angebot von Peripheriegeräten für den Einsatz im Büro, der Industrie und dem Gesundheitssektor umfasst, wird dagegen wesentlich durch die Megatrends New Work bzw. Home-Office sowie Digitalisierung getragen und zielt auf Marktsegmente ab, die eine unterschiedliche Dynamik aufweisen. Zu den Einflussfaktoren zählen neben dem jeweiligen regionalen Marktzugang insbesondere der Mix der jeweils genutzten Vertriebskanäle sowie die jeweilige Produkteinführungszeit von Innovationen.

Insofern unterliegt der Konzernumsatz einer Reihe nach Art, Ausmaß und Richtung unterschiedlicher Einflüsse, die vom Vorstand regelmäßig im Einzelnen und in ihrer Summe bewertet werden. In der Berichterstattung zur Prognose wird diesem Umstand durch die Angabe eines Zielkorridors Rechnung getragen.

Verwendung von alternativen Leistungskennzahlen (ESMA)

EBITDA-Marge (bereinigt)

Das bereinigte EBTIDA stellt das um einmalige Sondereffekte bereinigte Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie Wertminderungen von Vermögenswerten dar.

Die Kennzahl bildet damit die operative Ertragskraft bzw. die Effizienz der wirtschaftlichen Leistungserbringung eines Unternehmens ab. Anhand des bereinigten EBITDA kann die Profitabilität eines Unternehmens im Zeitverlauf sowie im internationalen Vergleich, unabhängig von der individuellen Finanzstruktur und lokalen Ertragsteuern, verglichen und bewertet werden.

Die operative Ertragskraft wird vom Vorstand in der Weise gesteuert, dass der strategisch definierte Wachstumspfad unter Berücksichtigung einer angemessenen Profitabilität umgesetzt werden kann. Unter Berücksichtigung der geplanten Umsatzentwicklung fließen somit alle relevanten Aufwandspositionen in die vorausschauende Unternehmenssteuerung ein, nicht operative Sondereffekte werden exkludiert. In der Berichterstattung zur Prognose wird diesem Umstand durch die Angabe der relativen Kennzahl der bereinigten EBITDA-Marge Rechnung getragen.

EBITDA (bereinigt)

Cherry definiert das bereinigte EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen und Wertberichtigungen) als nachhaltiges normalisiertes Betriebsergebnis, das die operative Ertragskraft bereinigt um einmalige Sondereffekte ausweist. Diese Posten können addiert oder subtrahiert werden. Dabei gliedert Cherry die Bereinigungsposten in fünf Kategorien:

  • (i) Einmaliger bzw. außerordentlicher Personalaufwand (inkl. die mit Endabrechnung von aktienbasierten Personalaufwendungen verbundenen Kosten)
  • (ii) Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Kapitalmarkt/erstmalige Börsennotierung
  • (iii) Aufwendungen im Zusammenhang mit M&A Transaktionen
  • (iv) Aufwendungen im Zusammenhang mit Naturkatastrophen und Pandemien, und
  • (v) andere einmalige Sonderkosten.

1.5. Forschung & Entwicklung

Innovation durch Forschung und Entwicklung ist für Cherry vor dem Hintergrund der bestehenden Unternehmensstrategie von entscheidender Bedeutung, um das zukünftige Unternehmenswachstum voranzutreiben und die Wettbewerbsposition der Innovations- und Qualitätsführerschaft weiter auszubauen. Die Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens konzentrieren sich auf die gezielte Erweiterung des Produktportfolios um neue, technologisch und funktional innovative Produkte sowie das Erschließen bestehender Marktlücken und den zeitgerechten Ersatz von Produkten am Ende ihrer jeweiligen Nutzungszeit.

Die Entwicklungsaktivitäten werden überwiegend vom Standort Auerbach (Deutschland) gesteuert. Der operative Hauptsitz fungiert als Entwicklungszentrum für den Geschäftsbereich Components, in dem sämtliche F&E-Aktivitäten intern durchgeführt werden. In den übrigen Geschäftsbereichen unterhält Cherry teils enge Beziehungen zu Entwicklungspartnern aus unterschiedlichen Regionen. Diese Partnerschaften beziehen sich u. a. auf Sicherheits-Hardware und -Software, die Entwicklung von Sicherheitsprodukten, Designstudien, die Entwicklung von Hardware- und Software. Die Entwicklungsaktivitäten im Geschäftsbereich Gaming Devices werden an den Standorten Auerbach (Deutschland) und Zhuhai (China) betrieben. Darüber hinaus bestehen zusätzliche Entwicklungspartnerschaften mit lokalen Herstellern. Im Geschäftsbereich Peripherals beziehen sich die Entwicklungsaktivitäten insbesondere auf die Definition von Produkt- und Designspezifikationen, während die konkrete Produktentwicklung regelmäßig durch die jeweiligen Auftragsfertiger erfolgt. Im Geschäftsbereich Digital Health finden die Entwicklungsaktivitäten an den Standorten Wien (Österreich) und Auerbach (Deutschland) statt und umfassen auch die Entwicklung von Embedded-Linux-Software im Sicherheits- und Gesundheitsbereich sowie diverser industrieller Anwendungen im Bereich "IoT" (Internet-of-Things).".

Im abgelaufenen Geschäftsjahr standen im Geschäftsfeld GAMING folgende Entwicklungsprojekte im Vordergrund:

– Die Entwicklungsaktivitäten im Geschäftsbereich Components bezogen sich im Wesentlichen auf die technologischen Innovationen von Tastaturschaltern, einschließlich neuer Produktgenerationen und Derivate. Ein wesentlicher Teil der Entwicklungstätigkeiten war auf die Bereiche Konstruktion und Fertigungstechnologie von Cherry MX Schaltern ausgerichtet, um eine Verbesserung der nächsten Produktgeneration hinsichtlich Akustik, Haptik und Leistung zu erzielen.

Die Entwicklung der taktilen Variante des Cherry MX Ultra Low Profile Schalters (ULP) wurde in der ersten Jahreshälfte 2022 abgeschlossen. Während die Schaltcharakteristik des Cherry MX ULP in der "Click"-Variante dem Cherry MX Blue Schalter mit einem expliziten akustischen Feedback ähnlich ist, wurde die Entwicklung des Cherry MX ULP Tactile auf die Charakteristik des Cherry MX Brown mit dem Fokus auf einen spürbaren Widerstand beim Erreichen des Klick-Punkts ausgerichtet. Der Cherry MX Ultra Low Profile Tactile wurde für solche Nutzergruppen entwickelt, welche auf das akustische Feedback ihrer Notebook- beziehungsweise Desktop-Tastaturen gezielt verzichten möchten. Dazu zählen neben Gamern und eSports-Teams auch Vielschreiber im (Home-)Office sowie Content Creators jeglicher Art, die besonders hohe Anforderungen an Präzision und ein angenehmes, spürbares Tippgefühl stellen. Darüber hinaus wurde die Entwicklung einer innovativen analogen Schaltertechnologie für Desktop-Tastaturen zur Serienreife gebracht. Diese Schalter bieten zusätzliche spezifische Leistungsvorteile für professionelle Nutzer im Bereich Gaming bzw. E-Sports.

– Im Geschäftsbereich Gaming Devices lag der Schwerpunkt der Entwicklungsaktivitäten auf Gaming-Keyboards sowie Gaming-Mäusen und Utility Software. Bei den Gaming-Keyboards bezogen sich die Entwicklungsaktivitäten neben der Erweiterung des Produktportfolios und der regionalen Adaption des Bestandsportfolios insbesondere auf die Entwicklung eines Gaming- Keyboards (MX1.1) mit modularer Erweiterungs- und Upgrade-Funktionalität, welche die Möglichkeit einer flexiblen und individuellen Anpassung des Produkts auf unterschiedliche Kundenbedürfnisse bietet. Auf Basis der Cherry MX Low Profile-Technologie und der Cherry Advanced Wireless-Technologie wurden im Berichtszeitraum die Cherry MX LP 2.1 und die Cherry MX LP 6.1 Gaming-Keyboards zur Serienreife gebracht, welche beide über ein kompaktes Tastatur-Layout mit 68 Tasten verfügen. Das mit dem German Design Award ausgezeichnete Gaming-Keyboard MX2.0S wurde in einer Variante mit der Cherry Advanced Wireless-Technologie ausgestattet und das Cherry MX 3.0S Gaming-Keyboard wurde in einer TKL-Variante (Tenkeyless = ohne Nummernblock) entwickelt. Zudem wurde im Berichtszeitraum die Entwicklung eines Gaming-Keyboards aufgenommen, welche auf der im Geschäftsbereich Components entwickelten analogen Schalter-Technologie aufbaut. Weiterhin bezogen sich die Entwicklungsaktivitäten auf ein spezielles Gaming-Keyboard mit zuschaltbarer Haptik-Änderung (spezielle Dämpfungsfunktion).

Darüber hinaus wurden die Gaming-Mäuse Cherry MC1.1 und Cherry MC1.1Pro zur Serienreife gebracht.

Ferner wurde die Cherry Utility-Software im Berichtszeitraum auf Basis einer vollständig neuen Cherry-Software-Plattform neu konzipiert, auf der künftige Produkte aller Cherry Geschäftsbereiche aufsetzen können. Die globale Markteinführung ist im laufenden Geschäftsjahr vorgesehen. Diese neue Software-Architektur interagiert insbesondere auch mit der Cherry Advanced Wireless-Technologie sowie anderen modernen Funktechnologien und wird in ihrer Weiterentwicklung künftig auch auf Open Source-Architekturen aufsetzen bzw. diese bereitstellen, um die Kommunikation der Cherry Hardware Devices konzernweit in einem Cherry Software Eco-System zentral zu managen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr standen im Geschäftsfeld PROFESSIONAL folgende Entwicklungsprojekte im Vordergrund:

  • Im Geschäftsbereich Peripherals fokussierten sich die Entwicklungsaktivitäten auf die Erweiterung des bestehenden Portfolios sowie auf die Erneuerung bestehender Produkte. In diesem Zusammenhang wurden insbesondere ein neuartiges mechanisches Keyboard unter Verwendung von Cherry MX Ultra Low Profile Schaltern sowie neue USB-Mikrofone mit unterschiedlichen Leistungsmerkmalen entwickelt. Darüber hinaus wurden mehrere Multi-Device Keyboards und Mäuse entwickelt, welche mit bis zu vier Geräten gleichzeitig verbunden werden können. Ferner wurden neue Elektroniklösungen für verschiedene Keyboards im industriellen Anwendungsbereich entwickelt, da die zuvor verwendeten Microcontroller das Ende ihres Produktlebenszyklus erreicht haben.
  • Die Entwicklungsaktivitäten im Geschäftsbereich Digital Health bezogen sich auf die drei Lösungsbereiche eHealth, Hygiene-Peripheriegeräte und Smartboards. Der Lösungsbereich eHealth konzentrierte sich auf die Weiterentwicklung des eHealth Terminals ST-1506 sowie die Neuentwicklung des eHealth PIN-Pad 1516. Das im 1. Quartal 2021 erstmals in den Markt eingeführte eHealth Terminal ist auf Basis der Multiparadigmen-Systemprogrammiersprache RUST entwickelt worden und stellt damit auch eine skalierbare Plattform für Cherry in der künftigen Telematikinfrastruktur für das deutsche Gesundheitswesen dar (TI 2.0). Das Cherry eHealth PIN-Pad PP-1516 befindet sich seit dem Jahresende 2022 im Prozess der Zulassung durch die gematik GmbH und Zertifizierung durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Es stellt eine moderne und leicht des-

infizierbare Lösung für digitalisierte Arbeitsplätze im Gesundheitswesen dar. Das PIN-Pad ermöglicht Patienten via PIN-Eingabe die eindeutige Identifizierung und Freigabe ihrer persönlichen Daten für Anwendungen wie den elektronischen Medikationsplan (eMP), das Notfalldatenmanagement (NFDM) oder die elektronische Patientenakte (ePA). Neben der Neuentwicklung des PIN-Pads war auch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Software des eHealth Terminals ein wesentlicher Teil der Entwicklungstätigkeit, um Anforderungen im Zusammenhang mit künftigen Anwendungen in der Telematikinfrastruktur zu adressieren. Die Entwicklungen im Lösungsbereich eHealth erfolgten unter Leitung des eHealth Produkt Management Teams sowohl in der Konzerntochter Theobroma Systems Design und Consulting GmbH, als auch durch externe Entwicklungspartner für "embedded Linux" in Deutschland und in Polen.

Im Lösungsbereich Hygiene-Peripheriegeräte bezogen sich die Entwicklungstätigkeiten der Konzerntochter Active Key GmbH auf Tastaturen und Mäuse für die Verwendung in hygienekritischen Anwendungsfeldern. So ermöglichen die vollständig wisch-desinfizierbaren Tastaturen und Mäuse sichere klinische Flächendesinfektion bei gleichzeitig hohem Schreibkomfort. Die wasserdichte Silikonmembran bildet die mechanisch geführten Tasten konturgetreu taktil ab, während die spaltfreie Oberfläche den Anwender vor Keimen schützen kann. Unter der Leitung des Active Key Produkt Management Teams wurde dieser Teil des Produktportfolios weiterentwickelt. Darüber hinaus wurden neue Produkte definiert und technisch spezifiziert. Mit der Wechselmembran STREAM PROTECT wurde ein neues Produkt für die Cherry STREAM Tastaturen entwickelt, die in hygienerelevanten Anwendungsfeldern auch außerhalb des Gesundheitswesens genutzt werden.

Im Lösungsbereich Smart Board der Konzerntochter Theobroma Systems Design und Consulting GmbH wurden hochintegrierte Komponenten (embedded Systems) für intelligente Produkte in den Bereichen "Internet of Things" (IoT) und "Industrie 4.0" für die Anwendungsfelder Health & Life Science, Industry, Transport & Logistics sowie Retail und Security entwickelt. Das Entwicklungsportfolio umfasst SoM-Plattformen (System-on-Module) inkl. Development-Kit, Single-Board-Computer und Full-Custom-Design-Produkte für unterschiedliche Geräte wie Mähroboter, Bootsnavigationssysteme, Kaffeevollautomaten, Drucker, etc.), welche jeweils in entsprechenden Applikationen gesteuert werden.

Zum Bilanzstichtag waren im Bereich Forschung und Entwicklung insgesamt 62 Mitarbeitende tätig (Vorjahr: 55 Mitarbeitende).

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr EUR 9,0 Mio. (Vorjahr: EUR 6,1 Mio.). Davon entfielen EUR 3,9 Mio. (Vorjahr: EUR 2,0 Mio.) auf das Geschäftsfeld GAMING und EUR 5,1 Mio. (Vorjahr: EUR 4,1 Mio.) auf das Geschäftsfeld PROFESSIONAL. Die F&E-Quote betrug rund 9,5% des Umsatzes im Geschäftsfeld GAMING (Vorjahr: 2,4%) und rund 5,7% des Umsatzes im Geschäftsfeld PROFESSIONAL (Vorjahr: 4,8%).

Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2022 eigene Entwicklungsaufwendungen in Höhe von EUR 3,1 Mio. als immaterielle Vermögenswerte aktiviert (Vorjahr: EUR 2,6 Mio.), die sich überwiegend auf Entwicklungen in den Geschäftsbereichen Components, Peripherals und Digital Health bezogen. Der Anteil der aktivierten Entwicklungsaufwendungen an den gesamten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betrug damit 34,4% (Vorjahr: 43,3%).

2. WIRTSCHAFTSBERICHT

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft wurde im Berichtsjahr maßgeblich vom Verlauf der COVID-19 Pandemie sowie der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine geprägt. Im Jahresverlauf wirkten mit einer hohen Volatilität der Energiepreise, einer Unsicherheit der sich entwickelnden Volkswirtschaften hinsichtlich Nahrungsmittelsicherheit sowie steigenden Inflationserwartungen und rasant gestiegenen Zinsen mehrere parallel wirkende Schocks auf die Weltwirtschaft ein. Darüber hinaus wurde die Konjunktur in China durch die verfolgte Null-Covid-Politik und die Rezession im Wohnimmobiliensektor weiter belastet. In den großen Industrieländern ging die wirtschaftliche Abkühlung im Wesentlichen auf eine nachlassende Nachfrage und die geldpolitische Zinspolitik zurück.

Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds ("IWF") im "World Economic Outlook–Countering the Cost-of-Living Crisis" vom Oktober 2022 steht die Weltwirt-

schaft weiterhin vor außergewöhnlichen Herausforderungen, die sich durch den russischen Einmarsch in die Ukraine, dauerhaft erhöhten Lebenshaltungskosten sowie dem wirtschaftlichen Abschwung in China ergeben. Der anhaltende und sich ausweitende Inflationsdruck hat eine rasche und synchrone Straffung der monetären Bedingungen und eine starke Aufwertung des US-Dollars in 2022 gegenüber den meisten anderen Währungen ausgelöst. Nach Auffassung des IWF werden sich die negativen globalen geldpolitischen und finanziellen Bedingungen durch die Wirtschaft ziehen, die Nachfrage dämpfen und dazu beitragen, die Inflation erst in 2023 allmählich zurückzudrängen.

Während der IWF noch im Oktober 2022 unverändert von einem globalen Wirtschaftswachstum um 3,2% für das Jahr 2022 ausging, erhöhte er diese Schätzung in seinem Update vom Januar 2023 "World Economic Outlook–Inflation Peaking amid Low Growth" auf 3,4% aufgrund eines überraschend stärkeren 3. Quartals 2022 in vielen Volkswirtschaften, einschließlich den USA und des Euro-Raums. Demnach ist der private Konsum in den USA aus den Ersparnissen finanziert worden, was zu einem deutlichen Rückgang der privaten Sparquote geführt hat. Nach Einschätzung des IWF dürfte diese positive Entwicklung im 4. Quartal 2022 jedoch in den meisten großen Volkswirtschaften nachgelassen haben. Mit einer geschätzten globalen Inflationsrate von durchschnittlich 8,8% im Jahr 2022 geht der IWF davon aus, dass die globale Preissteigerung bereits ihren Höhepunkt überschritten hat.

Der IWF geht in seinem World Economic Outlook vom Januar 2023 von einem unterproportionalen Wachstum der fortgeschrittenen Volkswirtschaften in Höhe von 2,7% im Jahr 2022 aus (Vorjahr: 5,4%), während für die Gruppe der Schwellenländer und der sich entwickelnden Volkswirtschaften ein Wachstum von 3,9% angenommen wird (Vorjahr: 6,7%). In den für Cherry wichtigen Regionen wird das Wirtschaftswachstum 2022 vom IWF in Deutschland auf 1,9% (Vorjahr: 2,6%), im Euro-Raum auf 3,5% (Vorjahr: 5,3%), in den USA auf 2,0% (Vorjahr: 5,9%), in China auf 3,0% (Vorjahr: 8,4%) und im Verband der Südostasiatischen Nationen (ASEAN: Indonesien, Malaysia, Philippinen, Thailand, Vietnam) auf 5,2% geschätzt (Vorjahr: 3,8%).

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes DESTATIS (Quelle: Pressemitteilung Nr. 037 vom 30. Januar 2023) ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 4. Quartal 2022 gegenüber dem 3. Quartal 2022 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,2% gesunken. Nachdem sich die deutsche Wirtschaft trotz schwieriger Bedingungen in den ersten drei Quartalen gut behaupten konnte, nahm die Wirtschaftsleistung im 4. Quartal 2022 leicht ab. Besonders die preis-, saison- und kalenderbereinigten privaten Konsumausgaben, die die deutsche Wirtschaft im bisherigen Jahresverlauf gestützt hatten, waren niedriger als im Vorquartal. Im Jahr 2022 betrug das preisund kalenderbereinigte Wirtschaftswachstum 1,9%, wobei aufgrund der anhaltenden Corona-Krise und der Folgen des Kriegs in der Ukraine diese Ergebnisse laut DESTATIS mit größeren Unsicherheiten als sonst üblich behaftet sind.

In den Geschäftsfeldern GAMING und PROFESSIONAL ist Cherry grundsätzlich unterschiedlichen Marktentwicklungen bzw. branchenbezogenen Rahmenbedingungen ausgesetzt.

Das globale Marktvolumen für PC-Spiele wird vom Marktforschungsinstitut Newzoo für das Jahr 2022 auf ein Volumen von USD 40,5 Mrd. geschätzt, was einem Anteil von rund 22% am gesamten Spiele-Markt entspricht (Quelle: Global Games Market Report 2022, Juli 2022). Mit USD 38,2 Mrd. entfiel der ganz überwiegende Anteil davon auf die verpackten/digitalen PC-Spiele, was zu einem Wachstum dieses Marktsegments um 1,8% führte. Die restlichen USD 2,3 Mrd. beziehen sich auf das Marktsegment der Browser-PC-Spiele, was einem Rückgang von 16,7% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Weiterhin geht Newzoo davon aus, dass die globale Anzahl der Spieler im Jahr 2022 um rund 4,6% gegenüber dem Vorjahr auf rund 3,198 Mrd. gestiegen ist. Davon entfallen allein mit rund 1,746 Mrd. Spielern rund 55% auf die Region Asien-Pazifik, wo die Anzahl der Spieler nach Einschätzung von Newzoo um rund 4,2% gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Den weltweiten Anteil der PC-Spieler schätzt Newzoo auf rund 1,045 Mrd. im Jahr 2022.

Das für das Geschäftsfeld PROFESSIONAL relevante Marktsegment der PC-Peripheriegeräte für (hybride/remote) Office-Arbeitsplätze wird maßgeblich von dem weltweit anhaltenden "Work-from-anywhere-Trend" geprägt. So geht OWL Labs laut dem im Oktober 2022 gemeinsam mit Global Workplace Analytics veröffentlichten Bericht "State of remote work 2022" (Quelle: https://resources.owllabs.com/blog/2022 state-of-remote-work-report) davon aus, dass in den USA rund 78% der Vollzeitbeschäftigten im Jahr 2022 zumindest teilweise Fernarbeit geleistet, also ihre Arbeitsleistung ortsunabhängig von der Unternehmenspräsenz erbracht haben. Das entspricht einem Wachstum von 13% gegenüber dem Vorjahr. In der repräsentativen Befragung wurde die technologische Ausstattung mit 96% Relevanz unter den drei wichtigsten genannten Benefits aufgeführt.

03 Konzernabschluss 04 Einzelabschluss 05 Weitere Informationen Cherry SE 31

Im Oktober 2022 hat die gematik GmbH den TI-Atlas 2022 zum Stand der Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen veröffentlicht (Quelle: https://www.gematik. de/telematikinfrastruktur/ti-atlas). Demnach sind fast alle Apotheken, Krankenhäuser und (Zahn-)Arztpraxen an die Telematikinfrastruktur angebunden. Auf Basis einer Befragung sieht die gematik eine hohe Bereitschaft bei den neuen Nutzergruppen, sich an die TI anschließen zu lassen. Hierzu werden Reha-Einrichtungen, die ambulante und stationäre Pflege, die Physiotherapie, die Geburtshilfe und die Gesundheitsämter genannt. Eine volle TI-Fähigkeit definiert die gematik durch einen funktionsfähigen Konnektor, einen einsatzbereiten elektronischen Heilberufsausweis und mindestens eine installierte TI-Anwendung. Auf Basis einer repräsentativen Befragung von medizinischen Einrichtungen schätzt die gematik, dass etwa 43% der Arztpraxen, 39% der psychotherapeutischen Praxen, 56% der Zahnarztpraxen, 43% der Apotheken und 24% der Krankenhäuser voll TI-fähig sind. Gleichzeitig gibt die gematik in dem TI-Atlas 2022 an, dass 89% der Menschen in Deutschland positiv gegenüber den neuen Technologien eingestellt sind und 18% im Besitz einer elektronischen Gesundheitskarte mit NFC-Funktion sind bzw. eine solche beantragt haben, 11% eine PIN besitzen oder beantragt haben und 30% bereits digitale Angebote im Gesundheitswesen nutzen.

2.2. Geschäftsverlauf und wesentliche Einflussfaktoren

Das Geschäftsjahr 2022 war von schwierigen makroökonomischen und geopolitischen Rahmenbedingungen geprägt. Hohe Inflationsraten in wichtigen Absatzregionen, insbesondere in Europa und den USA, sowie globale Rezessionsängste infolge der COVID-19 Pandemie als auch des Ukraine-Kriegs führten zu hohen konjunkturellen Unsicherheiten und haben sich negativ auf das Geschäft der Cherry Gruppe ausgewirkt. Die erzielten Ergebnisse blieben insgesamt hinter den ursprünglichen Erwartungen für das abgelaufene Geschäftsjahr zurück.

Insbesondere das Geschäft mit mechanischen Tastaturschaltern und Gaming-Tastaturen, welches sich im abgelaufenen Geschäftsjahr überwiegend auf den asiatischen Wirtschaftsraum konzentrierte, war im Vergleich zum Vorjahr negativ beeinträchtigt. Wiederholte vorübergehende Schließungen chinesischer Produktions- und Logistikstandorte im Zuge der lokalen Null-Covid-Politik, sowohl bei Cherry als auch bei Abnehmern, verlangsamten die Warenflüsse erheblich bzw. brachten diese zeitweise zum Erliegen. Distributoren und Kunden der Gesellschaft verfügten infolgedessen über vergleichsweise hohe Lagerbestände, welche sie vorrangig abverkauften, anstatt sich mit neuer Ware zu bevorraten. Seit Jahresbeginn 2022 hat sich bei Endkonsumenten zudem ein Trend zu kleineren Gaming-Tastaturen mit einer um 20 bis 30 % geringeren Anzahl an Schaltern gebildet, welcher das potenzielle Gesamtmarktvolumen im abgelaufenen Geschäftsjahr zusätzlich verringerte. Als Reaktion auf die geänderte Nachfragesituation wurden im Jahresverlauf verschiedene Maßnahmen zur Absicherung der langfristigen Profitabilität des Schalter-Geschäfts getroffen. Die Kapazitätsauslastung der Produktion von klassischen MX-Schaltern wurde konsequent reduziert. Seit Beginn des 2. Quartals 2022 befand sich die Produktion am Standort Auerbach in teilweiser Kurzarbeit. Durch das niedrigere Beschäftigungsniveau sowie die anteilige Erstattung des Kurzarbeitergeldes konnten in den Monaten April bis Dezember 2022 insgesamt rund EUR 0,9 Mio. an Personalkosten eingespart werden.

Darüber hinaus wurden mit dem Projekt "Gaming Goes Global", welches die Ausweitung des Vertriebs von Gaming-Peripheriegeräten über alle aktiven Märkte Cherry's ab dem 2. Quartal 2023 zum Ziel hat, die Weichen dafür gestellt, dass Cherry Tastaturschalter zukünftig in deutlich größeren Stückzahlen in eigenen Gaming-Tastaturen verbaut werden und folglich die Abhängigkeit von externen Kunden reduziert wird. Zudem wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr neue Fertigungsanlagen im Wert von rund EUR 10,8 Mio. zur Modernisierung der Produktion in Auftrag gegeben ("MX Gen.4", "ULP II"), welche voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2023 ausgeliefert und einsatzbereit sein werden. Durch die neuen Anlagen, welche über langfristige Leasingverträge finanziert werden, soll die mögliche Fertigungsstückzahl bei gleichbleibender Qualität um ein Vielfaches erhöht werden. Die Effizienz der Produktion wird damit deutlich gesteigert, was langfristig die Herstellkosten senken wird. Zudem werden die Produktionskapazitäten der neuen ULP-Schalter deutlich erhöht, womit die Möglichkeit besteht, mittelfristig weitere Anwendungsfelder zu erschließen, z. B. den Einsatz in Premium Office-Notebooks.

Im Zuge dessen passte die Gesellschaft ihre Personalkapazitäten in den Bereichen Produktion, Instandhaltung sowie Lager und Logistik von Tastaturschaltern an die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die reduzierten Personalbedarfe infolge der geplanten Modernisierung der Produktionsanlagen an. Im Rahmen eines freiwilligen Interessenausgleichs und eines gemeinsamen, mit der Arbeitnehmervertretung verabschiedeten Sozialplans, welcher Anfang September 2022 an die Belegschaft kommuniziert wurde, wurden bis zum Jahresende bereits ca. 50 Arbeitsplätze am Standort Auerbach abgebaut. Die Kosten der Restrukturierung,

welche im Wesentlichen Abfindungen für die vom Sozialplan betroffenen Mitarbeiter umfassten, betrugen rund EUR 0,6 Mio.

Der Geschäftsbereich Components war überproportional stark durch die schwierigen Rahmenbedingungen in Folge der COVID-19-Pandemie sowie des Kriegs in der Ukraine beeinträchtigt und blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Die erzielten Umsatzerlöse in Höhe von EUR 21,6 Mio. reichten nicht aus, um profitabel zu wirtschaften. Das bereinigte EBITDA des Geschäftsfelds GAMING wurde in Folge dessen negativ und betrug EUR -0,3 Mio. Im Jahresverlauf avisierte der bislang einzige größere Abnehmer und strategische Projektpartner der Cherry VIOLA Switches, die dem Liefervertrag zugrunde liegenden Volumen, u. a. aufgrund der vorherrschenden Markt- und Nachfragesituation, nicht mehr abnehmen zu wollen. Mangels alternativer Abnehmer hat der Vorstand der Cherry Gruppe in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat beschlossen, das Geschäft mit den zugehörigen Schaltern und Keyboards aus kaufmännischer, wirtschaftlicher sowie strategisch konzeptioneller Sicht vorzeitig zu beenden und die Technologie auslaufen zu lassen. Infolgedessen sind aus der Produktlinie keine weiteren Umsatzerlöse mehr zu erwarten, weshalb die mit VIOLA verbundenen Vermögenswerte auf Werthaltigkeit geprüft wurden. Dies führte zu einem Wertminderungsbedarf auf Nutzungsrechte, Sachanlagen, aktivierte Entwicklungskosten und Vorräte in Höhe von insgesamt EUR 3,5 Mio., womit diese vollständig wertberichtigt wurden. Diese Wertberichtungen wirken sich ergebnismindernd im EBIT aus.

Die wirtschaftliche Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie der bisherige Geschäftsverlauf im ersten Quartal 2023 führen dazu, dass die Gesellschaft vom ursprünglichen Wachstumspfad abweicht und die Geschäftsentwicklung für 2023 sowie die Folgejahre entsprechend überprüft und den aktuellen Gegebenheiten angepasst hat. Die reduzierten Wachstumserwartungen sowie die gestiegenen Kapitalkosten wirken sich negativ auf den Zeitwert der erwarteten zukünftigen Cashflows aus und führen zu einem Wertberichtigungsbedarf des bilanziellen Goodwills in Höhe von EUR 29,9 Mio., welcher ergebniswirksam im EBIT erfasst wurde.

Im Folgenden werden die wesentlichen Effekte des abgelaufenen Geschäftsjahres ausführlicher erläutert. Soweit nichts anderes erwähnt wird, beziehen sich die Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung sowie zur Kapitalflussrechnung auf das abgelaufene Geschäftsjahr (Berichtsperiode), die Vergleichswerte beziehen sich auf das vorausgegangene Geschäftsjahr (Vergleichsperiode). Erläuterungen zur Bilanz beziehen sich auf den Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 (Stichtag Berichtsperiode), die Vergleichswerte beziehen sich auf den 31. Dezember 2021 (Stichtag Vorjahr). Aufgrund der unterschiedlichen Darstellung von Einheiten im Bericht können geringfügige Rundungsdifferenzen im Vergleich zur Summierung einzelner Werte oder bei der Darstellung von Differenzen zwischen der Berichts- und der Vergleichsperiode auftreten. Insbesondere relative Abweichungen zwischen der Berichts- und der Vergleichsperiode können aufgrund der Rundung von Zahlen leichte Abweichungen aufweisen.

Entwicklung der Segmente

Das Segment Cherry Europe GmbH war mit einem externen Umsatz von EUR 59,4 Mio. bzw. einem Umsatzanteil von 44,9% im Geschäftsjahr 2022 erneut das größte Segment der Cherry Gruppe. Gegenüber dem Vorjahr (EUR 91,4 Mio.) ist der Umsatz jedoch um 35,0% gesunken, der Umsatzanteil im Vorjahr lag bei 54,2%. In dem Segment wird einerseits das Ergebnis aus der Produktion von Tastaturschaltern realisiert, andererseits das Vertriebsergebnis aus der Region EMEA sowie aus der Direktbelieferung ausgewählter Kunden im asiatischen Wirtschaftsraum. Der Umsatzrückgang ist im Wesentlichen auf die geringere Nachfrage nach mechanischen Tastaturschaltern, bedingt durch Störungen der Vertriebs- und Lieferketten im Rahmen der COVID-19 Pandemie sowie des Ukraine-Kriegs, hohe Lagerbestände bei Distributoren und Kunden sowie dem Markttrend bei Endverbrauchern zu kleineren Gaming-Tastaturen mit einer geringeren Anzahl an Schaltern, zurückzuführen. Des Weiteren wurde zum 01. Januar 2022 das eHealth-Geschäft von der Cherry Europe GmbH auf die Cherry Digital Health GmbH übertragen. Damit wurden externe Umsatzerlöse, die im Vorjahr noch in der Cherry Europe GmbH realisiert wurden, in das Segment Cherry Digital Health GmbH übertragen. Der im Segment enthaltene externe eHealth-Umsatz betrug im Vorjahreszeitraum EUR 22,7 Mio. Die Bruttomarge (GP II) war mit 12,2% gegenüber dem Vorjahr (30,1%) um 17,9%-Punkte rückläufig. Treiber dafür waren Veränderungen im Produkt- und Vertriebskanal-Mix, höhere Materialkosten bedingt durch Wechselkurseffekte bei Bezug von Rohstoffen und Waren in US-Dollar, gestiegene Rohstoffpreise, wie zum Beispiel Kupfer, Zink, Zinn, Nickel und Kunst-

03 Konzernabschluss 04 Einzelabschluss 05 Weitere Informationen Cherry SE 33

stoffgranulate, sowie höhere Logistikkosten. Durch die Einstellung des VIOLA-Tastaturschalters, und damit des gemeinsamen strategischen Projekts mit einem unserer wichtigsten Kunden, wurden die mit der Technologie in Verbindung stehenden Vermögenswerte auf Werthaltigkeit geprüft. Daraus ergab sich ein Wertminderungsbedarf in Höhe von rund EUR 3,4 Mio., welcher ergebnismindernd im EBIT erfasst wurde. Von den Wertminderungen entfielen EUR 1,7 Mio. auf Nutzungsrechte von Produktionsanlagen und Sonderwerkzeugen, EUR 0,8 Mio. auf aktivierte Entwicklungskosten, EUR 0,1 Mio. auf sonstige Sachanlagen sowie EUR 0,8 Mio. auf Vorratsvermögen. Mit Ausnahme der Wertberichtigung auf aktivierte Entwicklungskosten, wirken sich alle Wertberichtigungen in den Herstellungskosten und somit im GP II aus. Der Auftragseingang des Segments lag mit EUR 68,7 Mio. deutlich unter dem Wert des Vorjahres (EUR 89,0 Mio.). Der Auftragsbestand lag zum 31.12.2022 mit EUR 3,9 Mio. um 70,9% unter dem Vorjahreswert in Höhe von EUR 13,4 Mio. Insgesamt wurden EUR 4,6 Mio. für Entwicklung ausgegeben (Vorjahr: EUR 3,1 Mio.). Die Verwaltungskosten sind im Vergleich zum Vorjahr um EUR 1,0 Mio. auf EUR 11,3 Mio. gestiegen, was im Wesentlichen an der höheren Konzernverrechnung durch die Cherry SE begründet ist. Das bereinigte EBITDA in Höhe von EUR -0,1 Mio. hat sich gegenüber dem Vorjahr (EUR 27,0 Mio.) um EUR 27,1 Mio. verschlechtert. Die bereinigte EBITDA-Marge betrug -0,1% gegenüber 20,7% im Vorjahr.

Der externe Umsatz im Segment Cherry Digital Health GmbH betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr EUR 19,9 Mio., der Anteil am Konzernumsatz belief sich damit auf 15,0%. In der Vergleichsperiode hatte das Segment noch keine externen Umsatzerlöse erzielt, da der Vertrieb der eHealth-Terminals im Vorjahr noch im Auftrag durch die Cherry Europe GmbH erfolgte. Erst ab dem 01. Januar 2022 wurde der Vertrieb durch die Cherry Digital Health GmbH selbst übernommen. Der externe Umsatz aus dem Geschäft mit eHealth-Terminals, welcher im Vorjahreszeitraum durch die Cherry Europe GmbH erzielt wurde und nun in der Cherry Digital Health GmbH erfasst wird, betrug rund EUR 22,1 Mio. Bereinigt um diesen Effekt ist das Segment daher im Vergleich zum Vorjahr um EUR 2,2 Mio. bzw. um 10,0% geschrumpft. Die Reduktion resultiert im Wesentlichen aus einer zunehmenden Kaufzurückhaltung unserer Kunden, bedingt durch verschiedene Verzögerungen in der Telematik-Infrastruktur bei der Einführung neuer Fachanwendungen wie dem eRezept oder der elektronischen Patientenakte. Technische Fortschritte werden ab der zweiten Jahreshälfte 2023 erwartet. Der Auftragseingang für das abgelaufene Geschäftsjahr betrug EUR 20,3 Mio. Der Auftragsbestand zum Stichtag der Berichtsperiode betrug EUR 0,4 Mio. Das bereinigte EBITDA betrug EUR 2,1 Mio. (Vorjahr: EUR 4,4 Mio.), die bereinigte EBITDA-Marge betrug 10,6% (Vorjahr: 21,9%).

Das Segment Cherry Electronics (Hong Kong) Co. Ltd. erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr externe Umsatzerlöse in Höhe von EUR 17,4 Mio. und lag damit um EUR 22,8 Mio. bzw. 43,3% unter dem Wert der Vergleichsperiode (EUR 40,2 Mio.). Der Rückgang ist im Wesentlichen durch eine geringere Nachfrage im Geschäftsfeld Components begründet. Die Ursachen dafür liegen in einer gestiegenen Wettbewerbsintensität, hohen Lagerbeständen bei Distributoren und Kunden, sowie dem geänderten Markttrend hin zu kleineren Gaming-Tastaturen, die eine geringere Menge an Schaltern benötigen. Der Auftragseingang lag mit EUR 7,9 Mio. um EUR 31,8 Mio. oder 80,1% unter dem Niveau der Vergleichsperiode von EUR 39,7 Mio. Der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2022 liegt mit EUR 1,0 Mio. ebenfalls unter dem Wert des Stichtags der Vergleichsperiode (EUR 1,2 Mio.). Das bereinigte EBITDA in Höhe von EUR 1,9 Mio. hat sich gegenüber der Vergleichsperiode (EUR 6,9 Mio.) um EUR 5,0 Mio. bzw. 72,5% verschlechtert. Die bereinigte EBITDA-Marge betrug 11,1% gegenüber 16,8% im Vorjahr.

Der erzielte Umsatz im Segment Zhuhai Cherry Electronics Co. Ltd. lag im Geschäftsjahr 2022 mit EUR 17,9 Mio. um EUR 4,7 Mio. oder 20,8% unter dem Vorjahreswert in Höhe von EUR 22,6 Mio. Dies ist auf die temporären Schließungen der Produktion aufgrund der COVID-19-bedingten Lockdowns in China zurückzuführen sowie den daraus folgenden reduzierten Absatz von Gaming-Peripheriegeräten. Nach der sehr hohen Nachfrage nach Gaming Produkten in den beiden vergangenen Pandemiejahren, schwächte sich die Nachfrage im abgeschlossenen Geschäftsjahr ab. Der Rückgang der Nachfrage nach Gaming-Peripheriegeräten konnte–trotz der erfolgreichen Ausweitung des eCommerce-Geschäfts im Rahmen der Konzernstrategie–nicht durch das Wachstum bei Office-Peripheriegeräten kompensiert werden. Hinzu kommt der Wechsel zu einem neuen chinesischen Distributor, in dessen Zusammenhang eine separate Vereinbarung über die Rücknahme restlicher Warenbestände getroffen wurde, um diese direkt im Rahmen einer Erstausstattung an den neuen Distributor weiterverkaufen zu können. Durch Verzögerungen im Rücknahmeprozess, im Wesentlichen bedingt durch nicht abgeschlossene Qualitätsprüfungen bei der Rücknahme, konnten bis zum Jahresende 2022 Waren im Wert von CNY 10,8 Mio. (~ EUR 1,5 Mio.) noch nicht zurückgenommen und an den neuen Distributor ausgeliefert werden. Dies führte im Einklang mit den Regelungen des IFRS 15 zu einer temporären Verringerung der Umsatzerlöse, welche sich nach Abschluss des Distributorenwechsels vollständig auflöst. Der Rücknahmeprozess konnte im Februar 2023 vollständig abgeschlossen werden. Der Auftragseingang lag im Geschäftsjahr 2022 mit EUR 16,3 Mio. um EUR 5,2 Mio. bzw. um 24,2% unter dem Vorjahresniveau von

Geschäftsbericht 2022

EUR 21,5 Mio. Der Auftragsbestand liegt mit EUR 0,5 Mio. zum Stichtag der Berichtsperiode um EUR 6,6 Mio. bzw. um 92,4% unter dem Wert zum Stichtag der Vergleichsperiode. Die Marketing- und Vertriebskosten lagen mit EUR 1,8 Mio. deutlich über dem Wert der Vergleichsperiode (EUR 0,9 Mio.). Das bereinigte EBITDA in Höhe von EUR 6,3 Mio. bewegt sich unter dem Niveau des Vorjahres (EUR 7,5 Mio.). Die EBITDA-Marge betrug 21,0%und lag damit 2,8%-Punkte unter dem Wert des Vorjahres (23,8%).

Im Segment Cherry Americas LLC lag der externe Umsatz mit EUR 12,2 Mio. um EUR 2,1 Mio. bzw. 20,8% über dem Wert der Vergleichsperiode (EUR 10,1 Mio.). Dies resultierte zum einen aus dem Umsatzanstieg im eCommerce-Bereich um ca. EUR 1,6 Mio., zum anderen aus der Aufwertung des US-Dollar zum Euro. Währungsbereinigt ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 7,2% gestiegen. Das Segment und die Vertriebsregion AMER bieten für Cherry weiterhin beachtliches Wachstumspotenzial. Aufgrund der Herausforderungen im Zusammenhang mit der globalen COVID-19-Pandemie, konnte das Segment bislang nur ein moderates Wachstum verzeichnen. Der Auftragseingang lag mit EUR 13,4 Mio. um EUR 1,2 Mio. oder 9,8% über dem Niveau der Vergleichsperiode von EUR 12,2 Mio. Der Auftragsbestand zum 31. Dezember 2022 lag mit EUR 2,2 Mio. um EUR 0,7 Mio. bzw. 46,7% über dem Vorjahreswert in Höhe von EUR 1,5 Mio. Das Wachstum des Auftragsbestands resultiert aus der steigenden Nachfrage nach Office-Peripheriegeräten in der Region. Das bereinigte EBITDA in Höhe von EUR -0,4 Mio. hat sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund der hohen Ausgaben für Amazon-Marketing in Höhe von ca. EUR 0,8 Mio. um ca. EUR 1,0 Mio. verschlechtert. Die bereinigte EBITDA-Marge beträgt -3,4% im Vergleich zu 2,2% im Vorjahr.

Die übrigen Segmente erzielten im Geschäftsjahr 2022 mit EUR 5,7 Mio. einen um EUR 1,5 Mio. höheren externen Umsatz als im Vorjahr (EUR 4,2 Mio.). Diese Segmente tragen EUR 6,4 Mio. zum bereinigten EBITDA bei, EUR 3,3 Mio. mehr als im Vorjahreszeitraum (EUR 3,1 Mio.).

Entwicklung der Geschäftsfelder

Die beschriebenen Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie sowie des Ukraine-Kriegs wirkten sich spürbar negativ auf das Bestellverhalten von Kunden der Gesellschaft aus. Das Geschäftsfeld GAMING, welches die beiden Geschäftsbereiche Components und Gaming Devices umfasst, war am stärksten von den makroökonomischen Umständen betroffen. Der Umsatz im Geschäftsfeld GAMING betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr EUR 41,2 Mio. und lag um 50,2% unter dem Niveau des Vorjahres (EUR 82,8 Mio.). Das Geschäftsfeld PROFESSIONAL erzielte einen Umsatz von EUR 91,3 Mio., was einem Wachstum von 6,5% im Vergleich zum Vorjahr (EUR 85,7 Mio.) entspricht. Die beschriebenen Einflussfaktoren führten zu einer unterschiedlichen Entwicklung der Geschäftsfelder und zu einer Verschiebung der Gewichtung im Umsatz- und Ergebnisbeitrag. Der Umsatzbeitrag des Geschäftsfelds GAMING betrug im abgelaufen Geschäftsjahr 31,1% (Vorjahr: 49,1%). Das Geschäftsfeld PRO-FESSIONAL leistete einen Umsatzbeitrag von 68,9% (Vorjahr: 50,9%).

GAMING PROFESSIONAL Konzern
in Mio. € / wie angegeben 01.01.–
31.12.2022
01.01.–
31.12.2021
Veränderung 01.01.–
31.12.2022
01.01.–
31.12.2021
Veränderung 01.01.–
31.12.2022
01.01.–
31.12.2021
Veränderung
Umsatz (mit Dritten) 41,2 82,8 -50,2% 91,3 85,7 6,5% 132,5 168,5 -21,4%
EBITDA (bereinigt) -0,3 29,3 -101,0% 15,5 19,6 -20,9% 15,2 48,9 -68,9%
EBITDA-Marge (bereinigt) -0,7% 35,4% -36,1 PP. 17,0% 22,9% -5,9 PP. 11,5% 29,0% -17,5 PP.
EBIT (bereinigt) -44,3 18,3 -342,1% 10,8 15,4 -29,9% -33,5 33,7 -199,4%
EBIT-Marge (bereinigt) -107,5% 22,1% -129,6 PP. 11,8% 18,0% -6,1 PP. -25,3% 20,0% -45,3 PP.

Im Geschäftsfeld GAMING ist der Umsatz des Geschäftsbereichs Components um

62,6% von EUR 57,7 Mio. auf EUR 21,6 Mio. gesunken. Das Geschäft mit Tastaturschaltern war aufgrund eines starken Preisdrucks, hohen Lagerüberbeständen bei Distributoren und Kunden sowie dem neuen Marktrend bei Endkonsumenten hin zu kleineren Gaming-Tastaturen mit einer reduzierten Anzahl an Schaltern am stärksten von den negativen makroökonomischen Rahmenbedingungen betroffen. Nachdem unser derzeit größter Abnehmer und strategischer Projektpartner des Cherry VIOLA Switches seine Produkte auf Basis dieser Technologie offenbar mangels Wirtschaftlichkeit einstellt sowie alternative Kunden und Absatzpotenziale fehlen, hat der Vorstand von Cherry in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat beschlossen, das gemeinsame Projekt vorzeitig zu beenden und die Technologie aus kaufmännischen, wirtschaftlichen und strategisch-konzeptionellen Gesichtspunkten frühzeitig auslaufen zu lassen. Daraus ergab sich ein Wertminderungsbedarf in Höhe von rund EUR 3,5 Mio., welcher sich ergebnismindernd auf das EBIT auswirkt. Davon entfielen EUR 1,7 Mio. auf Nutzungsrechte von Produktionsanlagen und Sonderwerkzeugen, EUR 0,8 Mio. auf aktivierte Entwicklungskosten, EUR 0,1 Mio. auf sonstige Sachanlagen sowie EUR 0,9 Mio. auf Vorratsvermögen. Mit Ausnahme der Wertberichtigung auf aktivierte Entwicklungskosten wirken sich alle Wertberichtigungen in den Herstellungskosten aus. Positiv entgegen zeigte sich die Nachfrage nach Schaltern der neuen ULP-Technologie, welche im abgelaufenen Geschäftsjahr das verfügbare Produktionsvolumen überstieg und deren Kapazitäten im Geschäftsjahr 2023 ausgebaut werden. Im Wesentlichen bedingt durch die wirtschaftliche Entwicklung im Geschäftsbereich Components, weicht die Gesellschaft von ihrem ursprünglichen Wachstumspfad ab und passt die Planung für das Geschäftsjahr 2023 sowie die Folgejahre den aktuellen Gegebenheiten an. Die reduzierten Wachstumserwartungen in Verbindung mit gestiegenen Kapitalkosten führten zu einem Wertberichtigungsbedarf des bilanziellen Goodwills in Höhe von EUR 29,9 Mio. Der Geschäftsbereich Gaming Devices bewegte sich mit einem Umsatz von EUR 19,6 Mio. ebenfalls unter dem Niveau des Vorjahres (EUR 25,1 Mio.). Mitunter einer der Faktoren für den Umsatzrückgang ist der bereits beschriebene und zum Jahresende nicht abgeschlossene Wechsel zu einem neuen chinesischen Distributor, welcher aufgrund aufwendiger Rücknahme- und Qualitätssischerungsprozesse zu einer temporären Verringerung der Umsatzerlöse in Höhe von rund EUR 1,5 Mio. führte. Mit EUR 3,9 Mio. lagen die Ausgaben im Bereich der Entwicklungskosten im Geschäftsfeld um 95,0% über dem Niveau des Vorjahres (EUR 2,0 Mio.). Rund EUR 0,8 Mio. dieses Anstiegs entfallen auf die Wertberichtung aktivierter Entwicklungskosten der VIOLA-Plattform. Die Verwaltungskosten hingegen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 3,3 Mio. reduziert. Diese waren im Vorjahr durch die einmalige anteilsbasierte Vergütung aufgrund der Beendigung des bisherigen Programms im Zuge des Börsengangs, sowie Kosten im Zusammenhang mit dem Börsengang selbst, deutlich erhöht. Das bereinigte EBITDA des Geschäftsfelds betrug EUR -0,3 Mio. (Vorjahr: EUR 29,3 Mio.), was einer Marge von -0,7% (Vorjahr: 35,4%) entspricht.

Das Wachstum des Geschäftsfelds PROFESSIONAL blieb trotz der derzeit schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen insgesamt positiv, der Gesamtumsatz stieg um EUR 5,6 Mio. von EUR 85,7 Mio. auf EUR 91,3 Mio. Der Umsatz mit Office-, Industry-, Security- und PoS-Peripheriegeräten stieg um 10,7% auf EUR 65,2 Mio. (Vorjahr: EUR 58,9 Mio.). Durch den Ausbau der Aktivitäten im Bereich eCommerce konnten bereits bestehende Marktpotenziale im Geschäftsbereich PERIPHERALS genutzt werden. Mit der Gründung der Cherry E-Commerce GmbH und der damit verbundenen Einstellung von 9 auf eCommerce spezialisierten Mitarbeitern wurde nunmehr der Grundstein für die Ausweitung im Geschäft mit Endkunden (B2C) gelegt. Die Vertriebs- und Marketingkosten in diesem Geschäftsfeld lagen aufgrund der Anlaufkosten mit EUR 13,7 Mio. um EUR 2,6 Mio. über dem Niveau des Vorjahres (EUR 11,1 Mio.). Der Umsatz mit eHealth-Produkten im Geschäftsbereich DIGITAL HEALTH liegt mit EUR 26,1 Mio. um 3,0% unter dem Niveau des Vorjahres (EUR 26,9 Mio.). Die Nachfrage nach hygienischen Computer-Eingabegeräten ist, nicht zuletzt durch die COVID-19 Pandemie getrieben, auf einem hohen Niveau. Die Nachfrage nach eHealth-Terminals war insgesamt solide. Verschiedene Verzögerungen in der Telematik Infrastruktur bei der Umsetzung neuer Fachanwendungen wie dem eRezept oder der elektronischen Patientenakte sowie dem Austausch von Konnektoren sorgten zuletzt allerdings zu Kaufzurückhaltung bei Kunden. Das bereinigte EBITDA des Geschäftsfelds PROFESSIO-NAL lag mit EUR 15,5 Mio. unter dem Niveau des Vorjahres (EUR 19,6 Mio.). Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 17,0% (Vorjahr: 22,9%).

Entwicklung der Gruppe

Vor dem Hintergrund der schwierigen Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr, insbesondere für den Geschäftsbereich Components, verzeichnete die Gesellschaft einen Rückgang bei dem Konzernumsatz um 21,4% auf EUR 132,5 Mio. (Vorjahr: EUR 168,5 Mio.). Die Bruttomarge (GP II bzw. Herstellungskostenmarge) hat sich im Vergleich zum Vorjahr (40,9%) um EUR 32,0 Mio. auf 27,8% des Konzernumsatzes reduziert.

Wesentliche Treiber für die geringere Bruttomarge sind Effekte aus dem Produktmix, höhere umsatzmindernde Effekte zwischen Brutto- und Nettoumsatz (z.B. Boni, Rabatte, MDF, Ship & Debit), Leerkosten der Produktion aufgrund einer niedrigeren

Auslastung sowie gestiegene Material- und Logistikkosten. Hinzu kommen die Wertberichtigungen auf Vermögenswerte der VIOLA-Technologie auf Nutzungsrechte, Sachanlagen und Vorräte in Höhe von rund EUR 2,7 Mio. sowie Sondereffekte, wie z. B. EUR 0,6 Mio. für Abfindungsleistungen, die im Rahmen der Restrukturierung angefallen sind. Zum anderen wurden Marktentwicklungskosten (kurz: "MDF" oder Marketing Development Funds), welche im Vorjahr noch in den Marketing- und Vertriebskosten ausgewiesen wurden, aufgrund ihrer in 2022 zunehmenden Bedeutung und ihrer sich dem Wesen nach ergebenden Definition nach IFRS 15, ab 01.07 in die Erlösschmälerungen umgebucht und von diesem Zeitpunkt an dort erfasst. Die Ausweisänderung erfolgte für die Kosten des Gesamtjahres (rund EUR 1,9 Mio.), inklusive der Kosten, die vor dem Zeitpunkt der Umstellung bereits aufgelaufen waren. Die Forschungs- und Entwicklungskosten sind mit EUR 9,0 Mio. gegenüber der Vergleichsperiode um 47,5% gestiegen (Vorjahr: EUR 6,1 Mio.), was einer F&E-Quote von 6,8% entspricht (Vorjahr: 3,6%). Grund dafür ist ein erhöhter Aufwand für Produktneuentwicklungen zur gezielten Portfolioerweiterung mit Wirkung ab Februar 2023 sowie eine Wertberichtigung von aktivierten Entwicklungskosten der VIOLA-Plattform in Höhe von EUR 0,8 Mio.

Zur weiteren Verfolgung der organischen Wachstumsstrategie sind die Marketingund Vertriebskosten im Berichtszeitraum um 14,2% auf EUR 19,3 Mio. gestiegen (Vorjahr: EUR 16,9 Mio.), was einer Vertriebskostenquote von 14,6% entspricht (Vorjahr: 10,0%). Haupttreiber dafür sind Anlauf- und Implementierungskosten, welche im Rahmen der Umsetzung einer gemeinsamen eCommerce-Strategie der Geschäftsbereiche Gaming Devices und Peripherals angefallen sind. Dazu zählen in erster Linie Beratungs-, IT- und Personalkosten sowie Kosten im Zusammenhang mit der Personalerweiterung. Durch die Umgliederung der Marketing Development Funds von den Vertriebskosten in die Erlösschmälerungen wurden die Vertriebskosten in der Berichtsperiode im Vergleich zum Vorjahr um rund EUR 1,9 Mio. entlastet.

Gegenläufig sind die Verwaltungskosten im gleichen Zeitraum um 14,6% auf EUR 15,2 Mio. gesunken (Vorjahr: EUR 17,8 Mio.), was einer Verwaltungskostenquote von 11,5% entspricht (Vorjahr: 10,6%). Dies ist im Wesentlichen auf die Kosten zur Vorbereitung des Börsenganges im Vorjahr sowie den Wegfall der im Rahmen des Börsengangs angefallenen einmaligen anteilsbasierten Vergütung nach IFRS 2, durch Beendigung des bisherigen Programms, zurückzuführen. Durch ein aktives Kostenmanagement in der Berichtsperiode konnten zusätzliche Einsparungen erzielt werden. Der Anstieg der Kostenquote, trotz rückläufiger Absolutwerte, ist durch den starken Umsatzrückgang bedingt.

Die sonstigen betrieblichen Erlöse und Aufwendungen saldierten sich in der Berichtsperiode nahezu vollständig. Der Nettoerlös von EUR 0,1 Mio. entstand aus einer Währungsdifferenz einer konzerninternen Dividendenausschüttung in USD. Im Vorjahr ergab sich ein Nettoaufwand von EUR 0,4 Mio., ebenfalls primär verursacht durch Währungseffekte.

Die wirtschaftliche Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie der bisherige Geschäftsverlauf im ersten Quartal 2023 führen zu reduzierten Wachstumserwartungen für die Folgejahre, welche sich – zusammen mit gestiegenen Kapitalkosten – negativ auf den zukünftigen Nutzenzufluss bzw. den Zeitwert erwarteter Cashflows aus bilanziellen Vermögenswerten auswirken. Die Überprüfung der Werthaltigkeit des bilanziellen Goodwills zum 31. Dezember 2022 ergab einen Wertminderungsbedarf in Höhe von EUR 29,9 Mio., welcher i. W. durch den starken Umsatzrückgang des Geschäftsbereichs Components getrieben ist und vollumfänglich auf die Vermögenswerte der Cherry Europe GmbH entfällt. Die Wertminderung wird separat in der Gewinn- und Verlustrechnung unter "Wertminderung auf den Geschäfts- oder Firmenwert" ausgewiesen.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich im abgeschlossenen Geschäftsjahr auf EUR -36,5 Mio. (Vorjahr: EUR 27,6 Mio.), was einer EBIT-Marge von -27,5% entspricht (Vorjahr: 16,4%).

Das Finanzergebnis hat sich in der Berichtsperiode im Vergleich zum Vorjahr (EUR -14,1 Mio.) trotz des gestiegenen Zinsniveaus um EUR 12,2 Mio. auf EUR -1,9 Mio. verbessert, was im Wesentlichen auf den Wegfall der Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung im Rahmen einer Umschuldung im Vorjahr zurückzuführen ist.

Aufgrund des negativen Vorsteuerergebnisses ergab sich netto ein Steuerertrag in Höhe von EUR 2,6 Mio. (Vorjahr: EUR 4,2 Mio. Steueraufwand), was zu einem Konzernergebnis von EUR -35,7 Mio. führte (Vorjahr: EUR 9,3 Mio.).

Das bereinigte EBITDA betrug EUR 15,2 Mio. (Vorjahr: EUR 48,9 Mio.), die daraus resultierende bereinigte EBITDA-Marge ist gegenüber dem Vorjahr (29,0%) um 17,5%-Punkte auf 11,5% gesunken.

Insgesamt wurden einmalig angefallene Nettoaufwendungen in Höhe von rund EUR 3,0 Mio. bereinigt. Darin enthalten sind ca. EUR 0,8 Mio. Personalaufwendungen, i. W.

bedingt durch Abfindungen im Rahmen der Restrukturierung am Standort Auerbach. Weitere EUR 0,6 Mio. entfallen auf Kosten im Zusammenhang mit M&A-Projekten. In den sonstigen einmaligen Kosten sind rund EUR 0,8 Mio. für die Umsetzung der eCommerce-Strategie, EUR 0,5 Mio. EUR für die Personalsuche im Vorstand sowie EUR 0,3 Mio. für Rechtsberatung im Zusammenhang mit der Umwandlung der Cherry AG in die europäische Rechtsform S.E. ("Societas Europaea") enthalten.

Überleitung zu alternativen Leistungskennzahlen (ESMA) 1

Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung von EBIT, EBITDA, bereinigtem EBIT und bereinigtem EBITDA zum konsolidierten Gewinn/Verlust der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2022:

01.01.– 01.01.–
in T€ 31.12.2022 31.12.2021
Konzerngewinn -35.728 9.287
+ Steuern -2.620 4.208
+ Finanzergebnis -1.863 -14.125
EBIT -36.485 27.619
+/-Personalaufwand
(inkl. aktienbasierter Personalaufwand) / (Ertrag) 826 3.659
+ Aufwendungen im Zusammenhang
mit Kapitalmarkttransaktionen 909
+ Aufwendungen im Zusammenhang
mit M&A-Transaktionen 644 924
+ Ausgaben im Zusammenhang
mit Naturkatastrophen und Pandemien 16 12
+ Sonstige einmalige Kosten 1.494 574
Bereinigtes EBIT -33.505 33.697
+ Abschreibungen und Wertminderung 2 48.706 15.188
Bereinigtes EBITDA 15.201 48.885
EBIT -36.485 27.619
+ Abschreibungen und Wertminderung 2 48.706 15.188
EBITDA 12.221 42.807

1 ungeprüft

2 inkl. Wertberichtigungen auf Vorräte VIOLA i. H. v. TEUR 901 (2022) / inkl. Abschreibungen auf erworbenen Auftragsbestand (2021)

2.3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Ertragslage des Cherry Konzerns

In einem hoch volatilen und wettbewerbsintensiven Marktumfeld hat Cherry im Geschäftsjahr 2022 Umsatzerlöse in Höhe von EUR 132,5 Mio. (Vorjahr: EUR 168,5 Mio.) sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von 11,5% (Vorjahr: 29,0%) erzielt. Damit bleiben beide Kennzahlen unterhalb der ursprünglichen Prognose aus dem Konzernlagebericht 2021 zurück, in welchem ein Konzernumsatz von EUR 170 – 190 Mio. sowie eine EBITDA-Marge zwischen 23–26% angestrebt wurden. Die Prognose wurde innerjährig zwei Mal an die laufende Geschäftsentwicklung angepasst. Der Konzernumsatz liegt innerhalb der letzten Prognose vom 07. November 2022, welche die Erwartungen für den Konzernumsatz auf EUR 130–140 Mio. reduzierte. Die bereinigte EBITDA-Marge liegt damit unterhalb der aktualisierten Erwartung von 13–15%. Diese Information wurde dem Kapitalmarkt bereits am 08. Februar 2023, sowie im Rahmen einer erneuten Anpassung des Erwartungswerts, am 20. März 2023 durch die Veröffentlichung einer Insiderinformation nach Artikel 17 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 zugänglich gemacht.

Bedingt durch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kam es zu einer Verschiebung im Umsatz- und insbesondere dem Ergebnisbeitrag der beiden Geschäftsfelder. Während diese im Vorjahr noch jeweils etwa die Hälfte zum Konzernumsatz beitrugen, reduzierte sich der Umsatzbeitrag des Geschäftsfelds GAMING auf 31,1% (Vorjahr: 49,1%). Der Umsatzbeitrag des Geschäftsfelds PROFESSIONAL erhöhte sich folglich auf 68,9% (Vorjahr: 50,1%). Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden 45,2% (Vorjahr: 34,6%) der Umsatzerlöse mit Kunden mit Sitz in Deutschland erzielt, 26,0% in den Regionen China und Hongkong (Vorjahr: 37,5%), sowie 7,0% in den USA (Vorjahr: 3,9%). Auf die übrigen Länder in der Vertriebsregion EMEA enfallen 12,6% der Umsatzerlöse (Vorjahr: 8,4%). Im Vorjahr enfielen darüber hinaus 7,1% der Umsätze auf den Inselstaat Samoa.

Das Bruttoergebnis vom Umsatz lag mit 27,8% deutlich unter dem Vorjahreswert von 40,9%. Das lag im Wesentlichen an einer gestiegenen Materialeinsatzquote in den Herstellungskosten von 48,3% (Vorjahr: 40,4%), deren Anstieg auf den veränderten Produktmix und Preissteigerungen bei Rohstoffen und Logistikdienstleistungen sowie auf Wechselkurseffekte beim Bezug von Waren und Rohstoffen in US-Dollar zurückzuführen ist. Zum anderen wirkten sich Leerkosten der Produktion stark

negativ auf die Produktionskostenquote aus, welche im Vergleich zum Vorjahr (18,7%) um 5,2%-Punkte auf 23,9% gestiegen ist, obwohl bereits Maßnahmen zur Begrenzung der Produktionskosten, z. B. in Form von Kurzarbeit, getroffen wurden. Die Restrukturierung am Standort Auerbach konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr noch keine nennenswerten Kosteneinsparungen erzielen.

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr wurden die Ausgaben für Entwicklung um 48,2% auf EUR 9,0 Mio. erhöht, mit dem Ziel einer kontinuierlichen und sinnvollen Ergänzung der Produktpalette um die Attraktivität für unsere Kunden langfristig zu erhöhen. Darüber hinaus wurden in 2022 insgesamt EUR 3,1 Mio. an Entwicklungskosten aktiviert (Vorjahr: EUR 2,6 Mio.). Für 2023 sind wichtige Produkteinführungen geplant. Der Anstieg in den Marketing- und Vertriebskosten um EUR 2,4 Mio., welcher überwiegend durch den weiteren Ausbau der eCommerce-Strategie getrieben war, konnte durch um EUR 2,6 Mio. geringere Verwaltungskosten kompensiert werden. Die Einsparungen gegenüber dem Vorjahr kommen im Wesentlichen durch hohe Sonderkosten im Zusammenhang mit dem Börsengang sowie dem Wegfall der einmaligen anteilsbasierten Vergütung aufgrund der Beendigung des bisherigen Programms im Vorjahr zu Stande.

Die Ergebniskennzahlen EBITDA und EBIT werden mit und ohne Bereinigungen bzw. Normalisierungen ausgewiesen. Die Bereinigungen im abgelaufenen Geschäftsjahr beziehen sich im Wesentlichen auf Kosten in Verbindung mit dem personellen Wechsel im Vorstand, Einmaleffekten in Verbindung mit M&A-Projekten, der Umsetzung der eCommerce-Strategie sowie der Abfindungszahlungen am Standort Auerbach und Rechtsberatungskosten im Zusammenhang des Formwechsels der Holdinggesellschaft. Die EBITDA-Marge betrug 9,2% (Vorjahr: 25,4%), die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 11,5% (Vorjahr: 29,0%). Die EBIT-Marge betrug -27,5% (Vorjahr: 16,4%), die bereinigte EBIT-Marge lag bei -25,3% (Vorjahr: 20,0%).

Das Finanzergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr (EUR -14,1 Mio.) mit EUR -1,9 Mio. deutlich verbessert. Hauptgrund dafür ist der Wegfall einer Vorfälligkeitsentschädigung im Rahmen einer Umfinanzierung in Höhe von rund EUR 9,9 Mio. im Vorjahr.

Das Konzernergebnis belief sich auf EUR -35,7 Mio. (Vorjahr: EUR 9,3 Mio.).

Finanzlage des Cherry Konzerns

Das Net Working Capital als Saldo aus den kurzfristigen Vermögenswerten (ohne Zahlungsmittel) sowie den kurzfristigen Schulden (ohne Finanzschulden) stieg zum Bilanzstichtag im Vergleich zum Vorjahr um 7,6% auf EUR 40,9 Mio. (Vorjahr: EUR 38,0 Mio.). Wesentlicher Treiber dafür ist der Anstieg in den Vorräten, der den Anstieg in den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen übersteigt, und somit aus eigenen Mitteln finanziert wurde. Die Vorräte sind im Vergleich zum Vorjahr (EUR 44,2 Mio.) um EUR 20,8 Mio. auf EUR 65,0 Mio. gestiegen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen hingegen sind nur um EUR 13,0 Mio. auf EUR 30,9 Mio. angestiegen.

Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit belief sich auf EUR 5,8 Mio. (Vorjahr: EUR 7,8 Mio.). Der negative Cashflow-Effekt aus dem im Vergleich zum Vorjahr um EUR 45,0 Mio. verringerten Konzernergebnis wurde im Wesentlichen durch einen im Vergleich zum Vorjahr um EUR 10,9 Mio. stärkeren Aufbau der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zum Stichtag kompensiert.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich auf EUR -11,3 Mio. (Vorjahr: EUR -14,4 Mio.). Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden überwiegend Investitionen in Maschinen und Werkzeuge sowie in immaterielle Vermögenswerte in Form aktivierter eigener Entwicklungsleistungen getätigt. Während die Investitionen in das Sachanlagevermögen mit EUR 5,5 Mio. um EUR 1,5 Mio. geringer als im Vorjahr ausfielen, wurden rund EUR 1,3 Mio. mehr in immaterielle Vermögenswerte investiert (ohne Berücksichtigung von erworbenen immateriellen Vermögenswerten aus M&A-Transaktionen). Die Veränderung des Cashflows aus Investitionstätigkeit in 2022 kommt daher im Wesentlichen aus der letzten Kaufpreiszahlung für den in 2021 erfolgten Kauf von Active Key. Der Kaufpreis für die Active Key GmbH, welche in 2021 erworben wurde, führte im gleichen Jahr zu einer Auszahlung in Höhe von EUR 4,7 Mio., in 2022 war lediglich die letzte Tranche in Höhe von EUR 1,6 Mio. fällig.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich auf EUR -11,2 Mio. (Vorjahr: EUR 92,4 Mio.). Der Rückgang des Cashflows im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf den Wegfall der Erhöhung des Eigenkapitals um EUR 137,6 Mio. im Zuge des Börsengangs im Geschäftsjahr 2021 zurückzuführen, sowie in 2022 auf den Erwerb eigener Anteile im Rahmen des im Juni 2022 gestarteten Aktienrückkaufprogramms, für welchen im abgelaufenen Geschäftsjahr EUR -6,8 Mio. ausgegeben wurden. Positiv hingegen wirkten sich die vorfällige Tilgung langfristiger Kredite sowie die Neu-

aufnahme von Darlehen im Rahmen der Umschuldung im Geschäftsjahr 2021 aus, welche im Vorjahr netto zu einer Reduktion der Barmittel in Höhe von EUR 35,2 Mio. geführt hatte und im abgelaufenen Geschäftsjahr entfielen.

Das Bankguthaben betrug zum Bilanzstichtag EUR 92,8 Mio. (Vorjahr: EUR 109,7 Mio.). Die Cherry eingeräumten Kreditlinien zur Abdeckung operativer Liquiditätsbedarfe in Höhe von insgesamt 55 Mio. EUR bei der Unicredit Bank AG waren zum Stichtag mit 45,0 Mio. EUR in Anspruch genommen. Diese wurden bereits am 06. Oktober 2021 gezogen. Cherry verfügt damit weiterhin über eine hohe Nettoliquidität, die dafür ausreichend ist, das operative Geschäft zu betreiben und darüber hinaus eine hohe Flexibilität bietet, das Wachstum des Unternehmens weiter durch gezielte Investitionen und potenzielle M&A-Transaktion voranzutreiben.

Das bilanzielle Eigenkapital zum Bilanzstichtag beträgt EUR 251,8 Mio. (Vorjahr: EUR 293,2 Mio.). Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um EUR 41,3 Mio. setzt sich im Wesentlichen aus dem negativen Konzernergebnis in Höhe von EUR -35,7 Mio., welches die Abschreibung des bilanziellen Goodwills in Höhe von EUR 29,9 Mio. beinhaltet, sowie der Verminderung im Zusammenhang mit dem Aktienrückkaufprogramm in Höhe von EUR 6,8 Mio., zusammen. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr von 71,3% auf 66,4%, befindet sich dennoch weiterhin auf einem hohen Niveau.

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Als externe Finanzierungsquellen stehen der Cherry SE die Ausgabe von Aktien sowie die Aufnahme kurz- und langfristiger Kredite zur Verfügung. Im Rahmen der Innenfinanzierung schöpft der Konzern finanzielle Mittel im Wesentlichen aus der Verwendung eigener Überschüsse. Im Rahmen der Refinanzierung nach dem Börsengang stehen der Gesellschaft ausreichend liquide Mittel sowie nicht ausgeschöpfte Kreditlinien zur Finanzierung des angestrebten organischen und anorganischen Wachstums zur Verfügung.

Die Fähigkeit und Absicht der Gesellschaft, künftig Dividenden zu zahlen, hängt von ihrer Finanzlage, ihrem Geschäftsergebnis, ihrem Kapitalbedarf, Anlagealternativen, strategischen Plänen und Risiken ab, die Vorstand und Aufsichtsrat als relevant erachten. Der Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat über Dividendenzahlungen unterliegt der Zustimmung der Hauptversammlung. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Hauptfinanzierungsquelle für die Zahlung von Dividenden, falls vorhanden, Zinsen und ähnliche Erträge sein werden, die von ihm generiert werden, sowie Dividenden und andere Zahlungen, die es von seinen derzeitigen und zukünftigen Tochtergesellschaften erhält.

Der Vorstand plant, künftige ausschüttungsfähige Gewinne in die organische Entwicklung des Geschäfts zu investieren und daher der Hauptversammlung keine Dividendenzahlung vorzuschlagen.

Vermögenslage des Cherry Konzerns

Die Konzern-Bilanzsumme zum 31.12.2022 betrug EUR 379,1 Mio. und hat sich im Vergleich zum Vorjahr (EUR 411,0 Mio.) um EUR 31,9 Mio. bzw. 7,8% reduziert.

Die langfristigen Vermögenswerte lagen, unter Berücksichtigung der planmäßigen Abschreibung sowie der Wertberichtigung des Goodwills, mit EUR 202,3 Mio. zum Bilanzstichtag um EUR 32,1 Mio. bzw. 13,7% unter dem Vorjahreswert von EUR 234,4 Mio. Dies ist im Wesentlichen bedingt durch die Abschreibung des bilanziellen Goodwills in Höhe von EUR 29,9 Mio. sowie durch eine Reduktion der IFRS 16 Nutzungsrechte um EUR 3,4 Mio. und der Sachanlagen um EUR 0,8 Mio. Gegenläufig haben sich die aktiven latenten Steuern um EUR 3,6 Mio. erhöht.

Die Investitionen in Sachanlagevermögen lagen mit EUR 5,5 Mio. um EUR 1,5 Mio. bzw. 21,0% unter dem Wert des Vorjahres (EUR 7,0 Mio.) und um EUR 0,6 Mio. unter den planmäßigen Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen. Diese lagen mit EUR 6,1 Mio. leicht unter dem Wert des Vorjahres (EUR 6,2 Mio.). Die Investitionen beliefen sich hauptsächlich auf Erweiterungen der Produktion und der Montage. Der Nettobuchwert zum Bilanzstichtag betrug EUR 24,1 Mio. (Vorjahr: EUR 24,9 Mio.).

Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2022 Investitionen in Höhe von EUR 4,2 Mio. in immaterielle Vermögenswerte getätigt (Vorjahr: EUR 2,9 Mio.). Die Investitionen entfielen überwiegend auf aktivierte eigene Entwicklungskosten (EUR 3,1 Mio.) für zukünftige Neuprodukte in allen Geschäftsfeldern. Der gesamte Nettobuchwert der immateriellen Vermögenswerte hat sich um 16,5% auf EUR 158,7 Mio. reduziert (Vorjahr: EUR 190,1 Mio.). Gründe dafür waren die oben genannte Wertberichtigung des bilanziellen Goodwills in Höhe von EUR 29,9 Mio. sowie die Wertberichtigung von rund EUR 0,8 Mio. auf aktivierte Entwicklungskosten im Zusammenhang mit der VIOLA-Plattform.

Die kurzfristigen Vermögenswerte betragen EUR 176,8 Mio. und sind gegenüber dem Wert zum Bilanzstichtag des Vorjahres (EUR 176,6 Mio.) um EUR 0,2 Mio. Mio. bzw. 0,1% leicht gestiegen. Innerhalb der kurzfristigen Vermögenswerte gab es eine Verschiebung zwischen den Vorräten, welche sich in der Berichtsperiode um EUR 20,9 Mio. auf EUR 65,0 Mio. erhöht haben, sowie den Zahlungsmitteln, die dafür aufgebracht wurden, und sich daher gegenläufig um EUR 16,8 Mio. reduziert haben. Haupttreiber für den Lageraufbau sind die strategische Bevorratung mit Office-Peripheriegeräten für den Ausbau des eCommerce-Geschäfts sowie die verzögerte Anpassung der Schalterproduktion in Auerbach an die geänderte Nachfragesituation. Die offenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Vergleich zum Vorjahr um EUR 3,3 Mio. gesunken, was auf ein reduziertes Absatzvolumen sowie ein aktives Forderungsmanagement zurückzuführen ist.

Die Guthaben bei Bankinstituten beliefen sich am Ende des Geschäftsjahres auf EUR 92,8 Mio. (Vorjahr: EUR 109,7 Mio.). Dies entspricht 24,5% der Bilanzsumme (Vorjahr: 26,7%). Darin berücksichtigt sind Guthaben aus der Kreditlinie der UniCredit Bank in Höhe von EUR 55,0 Mio., von denen zum Bilanzstichtag EUR 45,0 Mio. gezogen waren.

Die langfristigen Verbindlichkeiten haben sich gegenüber dem Vorjahr (EUR 84,7 Mio.) um EUR 4,7 Mio. auf EUR 80,0 Mio. reduziert. Haupttreiber dafür sind der Rückgang der langfristigen Leasingverbindlichkeiten um EUR 1,7 Mio. sowie der langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten um EUR 0,8 Mio., im Wesentlichen bedingt durch die laufende Tilgung von Bankdarlehen bei Theobroma, als auch eine Reduktion der passiven latenten Steuern um EUR 1,8 Mio.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind gegenüber dem Vorjahr (EUR 33,1 Mio.) deutlich um 42,6% auf EUR 47,3 Mio. gestiegen. Die Erhöhung kommt im Wesentlichen aus einem Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 72,6% auf EUR 30,9 Mio., bedingt durch den Aufbau des Lagerbestands.

Das bilanzielle Eigenkapital ist im Vergleich zum Vorjahr um EUR 41,3 Mio. auf EUR 251,8 Mio. gesunken. Gründe dafür sind die Effekte aus dem Aktienrückkaufprogramm 2022 (EUR 6,8 Mio.), welche eigenkapitalmindernd erfasst werden, sowie das negative Konzernergebnis der Berichtsperiode in Höhe von EUR -35,7 Mio.

Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Cherry Konzerns

Die veränderten wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen in Folge der COVID-19 Pandemie sowie des Ukraine-Kriegs haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr stark negativ auf den Absatz der Cherry Gruppe ausgewirkt. Während Cherry im vorausgegangenen Geschäftsjahr teils noch von einer durch die Pandemie gesteigerten Nachfrage seitens der Endverbraucher profitierte, ging diese im abgelaufenen Geschäftsjahr unerwartet zurück. Insbesondere das Geschäft mit Tastaturschaltern war dadurch stark beeinträchtigt.

Beide Geschäftsfelder blieben aufgrund der beschriebenen Umstände mit ihren operativen Ergebnissen hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Ein Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr von 21,4% auf EUR 132,5 Mio. sowie ein bereinigtes EBIT von EUR -33,5 Mio. sind für Cherry folglich nicht zufriedenstellend.

Cherry betrachtet die abgelaufene Berichtsperiode als ein Jahr der Veränderung und sieht sich unter den gegebenen Umständen wirtschaftlich weiterhin solide aufgestellt. Die Prognosefähigkeit für das Geschäftsjahr 2023 ist aufgrund der im 1. Quartal 2023 vorherrschenden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen eingeschränkt.

Trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage bestehen derzeit keine signifikanten bilanziellen Risiken in Bezug auf die Bewertung des Umlaufvermögens. Der Aufbau der Vorratsbestände um EUR 20,9 Mio. auf EUR 65,0 Mio. im Verlauf des abgelaufenen Geschäftsjahrs war zum Teil erforderlich, um die durchgängige Lieferfähigkeit im Zuge des Ausbaus des eCommerce-Geschäfts in Verbindung mit den Schwierigkeiten der weltweiten Lieferketten sicherstellen zu können. Für Bestandserhöhungen, die nicht im Zusammenhang mit der strategischen Bevorratung stehen, wurden bereits konkrete Abbaupläne- und Maßnahmen erarbeitet. Das Zahlungsverhalten unserer Kunden zeigt, trotz der für viele Unternehmen schwierigen wirtschaftlichen Situation, keine auffällige negative Entwicklung auf. Der Bestand an offenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug zum Bilanzstichtag EUR 16,3 Mio. und lag aufgrund des geringeren Geschäftsvolumens, aber auch aufgrund eines aktiven Forderungsmanagements, um 16,6% unter dem Wert des Vorjahres (EUR 19,6 Mio.).

Mit dem Projekt "Gaming Goes Global" sollen ab dem 2. Quartal 2023 die Weichen gestellt werden, den Vertrieb von Gaming-Peripheriegeräten, welcher sich bisher im Wesentlichen auf den asiatischen Wirtschaftsraum konzentrierte, sukzessiv auf die weiteren Vertriebsregionen der Cherry Gruppe auszuweiten. Infolgedessen werden die Produktionsvolumen in Zhuhai sowie der konzerninterne Bedarf an Tastaturschaltern zukünftig erhöht. Damit soll im Schaltergeschäft mittelfristig die Abhängigkeit von externen Kunden sinken und die derzeit hohen Lagerbestände an Tastaturschaltern durch den steigenden Eigenbedarf abgebaut werden.

Am 12. Dezember 2022 wurden zudem die Verträge für die Akquisition der beiden schwedischen Gesellschaften "Xtrfy AB" und "Built on Experience AB" geschlossen, welche mit ihrer Marke "Xtrfy" Cherry's Gaming Produktportfolio sinnvoll ergänzen werden und die Umsetzung des Projektes zur globalen Ausweitung des Geschäfts mit Gaming Peripheriegeräten unterstützen. Das entsprechende Closing fand am 17. Januar 2023 in Landskrona, Schweden statt.

Die Ausgaben für Produktentwicklungen lagen im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund EUR 2,9 Mio. über dem Niveau des Vorjahres, mit dem Ziel, die Produktpalette sinnvoll durch neue und innovative Produkte zu ergänzen und die Attraktivität des Angebots für Cherry's Kunden langfristig zu erhöhen. Bereits im Frühjahr 2023 erfolgt beispielsweise die Markteinführung der ersten Cherry Gaming Mikrofone, welche sich durch vielfältige Anwendungsmöglichkeiten auszeichnen und auch im Büroalltag eingesetzt werden können.

Im Jahresverlauf konnten zudem die Aktivitäten im eCommerce-Geschäft deutlich ausgeweitet werden. Neben der Neugründung der Cherry E-Commerce GmbH und der "Eröffnung" eines eigenen Webshops, wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 9 neue und auf das Geschäftsmodell spezialisierte Mitarbeiter eingestellt sowie Vertriebsprozesse und die Systemlandschaft stärker an das neue Geschäftsmodell angepasst. Mit dem Erwerb einer speziell auf eCommerce ausgelegten Vertriebssoftware wird das Geschäftsmodell, welches für Cherry große Potenziale bietet, in Zukunft skalierbar.

Cherry verfügt über eine ausgezeichnete Liquidität, die auch weiterhin dabei helfen wird, die organischen und anorganischen Wachstumsziele des Unternehmens weiter voranzutreiben.

2.4. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Mitarbeitende

Das erfolgreiche Recruiting, die Entwicklung und Bindung von qualifizierten Mitarbeitenden (unter dem Begriff werden nachfolgend einheitlich Beschäftigte jeglichen Geschlechts bezeichnet) ist eine wichtige Voraussetzung für die langfristige Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sowie die erfolgreiche Umsetzung der strategischen und operativen Unternehmensziele. Der Vorstand hat im konzernweit geltenden Verhaltenskodex die wesentlichen Grundlagen der Unternehmenskultur festgelegt.

Die Zahl der Beschäftigten lag zum Ende des Geschäftsjahres 2022 bei insgesamt 490 Mitarbeitenden (Vorjahr: 554 Mitarbeitende). Davon entfielen 371 Mitarbeitende auf die Region Europa (Vorjahr: 443 Mitarbeitende), 16 Mitarbeitende auf die Region Nordamerika (Vorjahr: 19 Mitarbeitende) und 103 Mitarbeitende auf die Region Asien (Vorjahr: 92 Mitarbeitende). Im Geschäftsjahr 2022 wurden konzernweit 57 neue Mitarbeitende eingestellt (Vorjahr: 90 Mitarbeitende). In 2022 kamen keine neuen Mitarbeitenden durch Unternehmensübernahmen hinzu (Vorjahr: 23 Mitarbeitende). Im Geschäftsjahresdurchschnitt belief sich die Zahl der Mitarbeitenden auf 527 (Vorjahr: 532 Mitarbeitende).

Anzahl der Mitarbeiter nach Funktion 31.12.2022 31.12.2021
Produktion 161 244
Qualitätsmanagement 53 52
Materialwirtschaft 64 68
Produktmanagement und -entwicklung 62 55
Vertrieb und Marketing 92 76
Verwaltung 58 59
Gesamt 490 554

Der Anteil der im Konzern beschäftigten weiblichen Mitarbeitenden lag bei 37,3% (Vorjahr: 41,5%). Das Durchschnittsalter aller im Konzern beschäftigten Mitarbeitenden lag mit 42,5 Jahren leicht über dem Vorjahr (42,0 Jahre).

Der Personalaufwand betrug im Berichtszeitraum EUR 34,0 Mio. (Vorjahr: EUR 36,7 Mio.).

Im Rahmen von Qualifizierungsmaßnahmen führt Cherry regelmäßig technische Schulungen, Produktschulungen sowie Fortbildungen zu gesetzlichen und regulatorischen Themen durch. Eine bedarfsorientierte Ausbildung trägt entscheidend dazu bei, dass auch künftig qualifizierte Mitarbeitende den Marktanforderungen gerecht werden. Insgesamt befanden sich zum Bilanzstichtag 15 junge Menschen (Vorjahr: 12) in der Ausbildung zu Berufen wie Industriekaufleute und Mechatroniker.

Qualität

Die Qualität ist vor dem Hintergrund der strategischen Positionierung der Gesellschaft als Innovations- und Qualitätsführer ein wesentliches Element der Cherry Marke. Der hohe Anspruch der Gesellschaft an die Qualität des Produkt- und Leistungsportfolios erfordert ein umfassendes Qualitätsverständnis, das sich auf die gesamte Wertschöpfungskette bezieht. Innerhalb der betrieblichen Leistungserstellung erstreckt sich das Qualitätsverständnis neben der technischen Qualität in der Produktion auch auf die funktionale Qualität in der Produktentwicklung sowie auf die Dauerqualität über den gesamten Lebenszyklus der Produkte im Produktmanagement. Schließlich nimmt der Aspekt der Nachhaltigkeit von Produkten einen zunehmenden Stellenwert im Qualitätswesen ein. Diese zeichnet sich insbesondere durch eine besondere Langlebigkeit, ein recyclingfähiges Design sowie Konformität mit genormten ergonomischen Anforderungen aus.

Im Rahmen des integrierten Managementsystems überwacht Cherry eine Vielzahl von internen und externen Themen und Umweltzuständen für diverse Anspruchsgruppen im Kontext der Organisation. Das Audit Management von Cherry ist organisatorisch in das System-, Prozess- und Produkt-Audit sowie das Audit für externe Lieferanten und Dienstleister und das Zulassungs-Audit gegliedert.

Für bestimmte Produktgruppen werden auch die sogenannten Common Criteria (CC) berücksichtigt. Dieser international anerkannte Standard (ISO/IEC 15408) legt Kriterien fest, die von unabhängigen Zertifizierungsstellen verwendet werden, um zu überprüfen, ob ein IT-Produkt oder -System bestimmte Sicherheitsanforderungen erfüllt. Dieser Standard ist besonders in sensiblen Bereichen wie Regierung, Gesundheit und Finanzwesen wichtig. Durch die Einhaltung der Common Criteria können IT-Produkte und -Systeme auf internationaler Ebene zertifiziert und anerkannt werden.

3. BERICHTERSTATTUNG ZUM EINZELABSCHLUSS DER CHERRY SE

3.1. Ertragslage der Cherry SE (HGB)

Der Einzelabschluss der Cherry SE wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt. Als Konzern-Holding nimmt die Cherry SE keine operativen Tätigkeiten, sondern insbesondere Finanzierungs- und Zentralfunktionen wahr.

Dabei hält die Cherry SE direkt oder indirekt die Beteiligungen an den operativen Einheiten.

Ihrer Funktion als Holding-Gesellschaft entsprechend, wird die Geschäftslage und Entwicklung der Cherry SE durch die Ergebnisbeiträge der Teilkonzerne bestimmt. Deshalb wird kein bedeutsamer finanzieller Leistungsindikator für die Cherry SE definiert.

Die Cherry SE erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 4,6 Mio.

Die Ertragslage der Cherry SE war in der Berichtsperiode maßgeblich durch folgende Faktoren geprägt:

  • Die sonstigen betrieblichen Erträge des Geschäftsjahres 2022 resultieren im Wesentlichen aus der konzerninternen Weiterverrechnung von Kosten sowie interner Leistungserbringung an die Tochtergesellschaften, im Wesentlichen an die Cherry Europe GmbH.
  • Im Vorjahr standen die sonstigen betrieblichen Erträge im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem Börsengang der Cherry SE (ehemals "Cherry AG"), da die durch den Börsengang entstandenen Kosten gemäß eines Cost Share Vertrages zu festen Quoten auf die damaligen Anteilseigener verteilt wurden.
  • Der Personalaufwand umfasst im Wesentlichen die Vergütung des Senior Managements sowie Gehälter für Mitarbeitende in den administrativen Bereichen, wie z. B. Personalwesen, Finance und Controlling.
  • Das Ergebnis aus Gewinnabführung in Höhe von EUR 1,0 Mio. stammt aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit dem verbundenen Unternehmen Cherry Digital Health GmbH.

  • Die Aufwendungen aus der Verlustübernahme in Höhe von EUR 4,5 Mio. resultieren aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit dem verbundenen Unternehmen Cherry Europe GmbH.

  • Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen im Vorjahr waren wesentlich mit dem Börsengang und den daraus entstandenen Aufwandspositionen begründet.

Die Ertragslage der Cherry SE war im Berichtsjahr im Wesentlichen durch den Nettoverlust in Höhe von EUR 3,5 Mio. aus den Ergebnisabführungsverträgen mit verbundenen Unternehmen sowie Zinskosten und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von EUR 1,4 Mio. beeinträchtigt.

3.2. Finanzlage der Cherry SE (HGB)

Das Finanzmanagement des Cherry Konzerns wird zentral durch die Cherry SE abgewickelt. Sie aggregiert den Kapitalbedarf auf Konzernebene und nimmt die erforderlichen Finanzierungsmaßnahmen für die gesamte Unternehmensgruppe vor. Die wesentlichen Ziele des Finanzmanagements sind die stetige und langfristige Sicherung der Liquidität der Unternehmensgruppe weltweit, die Optimierung der Finanzaufwendungen und Erträge sowie die Steuerung und Minimierung der Währungsund Zinsrisiken. Generell arbeitet die Cherry SE langfristig und vertrauensvoll mit internationalen Kreditinstituten zusammen. Die Finanzierung der Konzerngesellschaften wird weitestgehend in deren funktionaler Währung abgewickelt. Darüber hinaus übernimmt die Cherry SE den größten Teil des Zahlungsverkehrs für die Gruppe.

Die Zahlungsfähigkeit der Cherry SE war während des gesamten Berichtsjahres jederzeit gewährleistet. Der Cherry SE stehen fortlaufend ausreichend bemessene Betriebsmittellinien zur Verfügung. Die der Cherry SE eingeräumten Kreditlinien zur Abdeckung operativer Liquiditätsbedarfe in Höhe von insgesamt 55 Mio. EUR bei der Unicredit Bank AG waren zum Bilanzstichtag 31.12.2022 mit 45,0 Mio. EUR in Anspruch genommen. Diese wurden bereits am 06. Oktober 2021 gezogen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die bestehende Kontokorrentlinie (EUR 9,5 Mio.) und Avallinie (EUR 0,5 Mio.) nicht in Anspruch genommen.

Der Bestand der liquiden Mittel zum Bilanzstichtag 31.12.2022 betrug EUR 69,6 Mio. Darüber hinaus hat die Cherry SE im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms, welches im Juni 2022 gestartet wurde, bis zum Ende der abgelaufen Berichtsperiode 907.117 eigene Aktien mit einem Transaktionsvolumen von ca. EUR 6,8 Mio. erworben, welche zukünftig unter anderem als Kaufpreisbestandteil im Rahmen von M&A-Transaktionen verwendet werden können.

Zum 31.12.2022 umfassen die Finanzanlagen die 100%ige Beteiligung an der Cherry Europe GmbH, Auerbach, die 100%ige Beteiligung an der Cherry Digital Health GmbH, München sowie die 100%ige Beteiligung an der Cherry Peripherals GmbH, München.

3.3. Vermögenslage der Cherry SE (HGB)

Die Bilanz der Cherry SE verkürzte sich per 31. Dezember 2022 im Stichtagsvergleich um EUR 13,2 Mio. auf EUR 320,0 Mio. (Vorjahr: EUR 333,2 Mio.).

Unter den Aktiva reduzierte sich vor allem das Umlaufvermögen. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen haben sich im Wesentlichen aufgrund der Vergabe konzerninterner Kredite um EUR 6,5 Mio. erhöht, was im Umkehrschluss den Bestand der liquiden Mittel reduzierte. Hinzu kommt der zusätzliche Abfluss an Bankguthaben in Höhe von EUR 6,8 Mio. für den Erwerb eigener Aktien im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms, welches im Juni des abgelaufenen Geschäftsjahres gestartet wurde. Der Kassenbestand und das Guthaben bei Kreditinstituten liegen mit EUR 69,6 Mio. um EUR 19,8 Mio. unter dem Wert des Vorjahres.

In den Passiva lagen die Rückstellungen mit EUR 1,5 Mio. um EUR 0,3 Mio. unter dem Niveau des Vorjahres, was im Wesentlichen durch einen geringeren Steueraufwand bedingt ist. Die Verbindlichkeiten reduzierten sich im Vorjahresvergleich ebenfalls um EUR 1,7 Mio. Haupttreiber dafür ist der Rückgang der konzerninternen Verbindlichkeiten. Das bilanzielle Eigenkapital reduzierte sich im abgeschlossenen Geschäftsjahr um EUR 11,4 Mio. auf EUR 270,3 Mio., zum einen bedingt durch den Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 4,6 Mio., welcher im Wesentlichen durch ein negatives Beteiligungsergebnis getrieben ist, zum anderen durch den Erwerb eigener Aktien im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms in Höhe von EUR 6,8 Mio.

3.4. Gesamtaussage zur Vermögens-, Finanz und Ertragslage der Cherry SE (HGB)

Die wesentlichen Vermögenspositionen in der Bilanz der Cherry SE stellen die Anteile an verbundenen Unternehmen, liquide Mittel sowie die Finanzierungsforderungen

gegenüber verbundenen Unternehmen dar. Die Guthaben bei Kreditinstituten sind im Vergleich zum Vorjahr um EUR 19,8 Mio auf EUR 69,6 Mio. gesunken.

Das Eigenkapital beträgt analog zum Vorjahr 84,5% der Bilanzsumme.

Die Ertragslage wird wesentlich durch die Ergebnisabführungsstruktur innerhalb des Konzerns beeinflusst. Aufgrund der schwierigen makroökonomischen Situation bedingt durch die Covid-19-Pandemie sowie dem Krieg in der Ukraine, war das Geschäft der operativen Unternehmenseinheiten rückläufig, woraus sich netto eine Verlustübernahme in Höhe von EUR 3,5 Mio. ergab (Vorjahr: EUR 19,5 Mio. netto Gewinn).

Die operativ tätigen Beteiligungsgesellschaften agierten im abgeschlossenen Geschäftsjahr in einem schwierigen Marktumfeld. Der Gesamtmarkt bietet dennoch weiterhin Wachstumspotenziale, welche Cherry mit einem hoch technisierten und innovativen Produktportfolio, welches teilweise mit Patentrechten verbrieft ist, nutzen möchte.

3.5. Prognose der Cherry SE (HGB)

Die Cherry SE beabsichtigt in Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung ihren festen Platz in dem anhaltend wachstumsorientierten Geschäftsumfeld beizubehalten und weiter auszubauen. Die über die Beteiligungsgesellschaften bedienten Marktbereiche erfüllen sehr hohe Qualitätsansprüche. Mit innovativen Produktbereichen wird die Kundennachfrage und deren Bedürfnisse auch aus gesetzlichen Anforderungen befriedigt. Die Verwaltungsstruktur wird im Einklang des Unternehmenswachstums weiter ausgebaut.

Aufgrund ihrer Funktion als Holding-Gesellschaft wird die Geschäftslage und Entwicklung der Cherry SE durch die Ergebnisbeiträge der Teilkonzerne bzw. Segmente bestimmt. Die Geschäftsentwicklung der Cherry SE unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie der Cherry-Konzern. Es wird auf den Chancenund Risikobericht der Gruppe verwiesen.

Risiken für die Cherry SE resultieren weiterhin im Wesentlichen aus der Werthaltigkeit von Finanzanlagen und Finanzinstrumenten (Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen). Die Entwicklung des Konzerns hat durch die bestehenden Ergebnisabführungsverträge mit der Cherry Europe GmbH sowie der Cherry Digital Health GmbH einen erheblichen Einfluss auf die Ertragslage der Cherry SE.

Der Vorstand plant für das Geschäftsjahr 2023 wiederholt mit einem Jahresfehlbertrag im einstelligen Millionenbereich, i. W. getrieben durch ein negatives Beteiligungsergebnis aus der Cherry Europe GmbH.

4. CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Risikomanagement und Risikofrüherkennung in der Cherry Gruppe

Nach §91 Abs. 2 AktG und dem Grundsatz 4 des Deutschen Corporate Governance Kodex ist der Vorstand einer börsennotierten Gesellschaft verpflichtet ein im Hinblick auf den Umfang der Geschäftstätigkeit und der Risikolage des Unternehmens angemessenes und wirksames internes Kontrollsystem (IKS) und Risikomanagementsystem (RMS) einzurichten. Per Definition bedeutet Risiko mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für Cherry negativen (Risiko im engeren Sinne) oder positiven (Chance) Zielabweichung führen können. Das Risikofrüherkennungssystem von Cherry ist daher auf die frühzeitige Identifikation bestandsgefährdender Entwicklungen ausgerichtet und damit ein wichtiger Teil des RMS.

Das Risikomanagementsystem (RMS) der Cherry Gruppe setzt sich zu seiner Funktionsfähigkeit aus folgenden Bausteinen zusammen:

    1. Konzeption und Organisation des RMS
    1. Risikokultur und -kommunikation
    1. Erfassung und Identifikation wesentlicher Risiken bei Cherry
    1. Risikoanalyse- und Bewertung der Risiken
    1. Realisierung und Zweckmäßigkeit der Maßnahmen zur Risikosteuerung und der Einhaltung der internen Kontrollen

Risikogrundsätze (Risikokultur und Risikomanagementprinzipien)

Der Cherry Konzern verfolgt eine ausgeprägte Risikokultur in allen Bereichen und hat eine offene und aktive Einstellung gegenüber Risiken. Dies beinhaltet sowohl die Bereitschaft Risiken einzugehen, die Fähigkeit, Risiken zu erkennen und zu bewerten als auch Risiken angemessen zu steuern. Die Risikokultur von Cherry soll gleichermaßen Innovation und Wachstum fördern. Die Risikokultur bei Cherry setzt daher

eine offene Kommunikation und eine positive Fehlerkultur voraus, in der Fehler als Lernmöglichkeiten betrachtet werden und nicht bestraft werden sollen. Darüber hinaus sind klare Verantwortlichkeiten und Prozesse für die Bewertung und Steuerung von Risiken in der Organisation etabliert.

Das Risikomanagement (RM) in der Cherry Gruppe ist ein fester Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Wir verstehen Risiken im weitesten Sinne als die Gefahr, unsere finanziellen und operativen Ziele nicht wie geplant zu erreichen und im engeren Sinne, die Existenz des Unternehmens zu gefährden. Um den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern, ist es daher unerlässlich, die Risiken effektiv zu identifizieren, zu analysieren und durch geeignete Steuerungsmaßnahmen zu beseitigen oder zu begrenzen. Unser aktives Risikomanagement und Risikofrüherkennungssystem eröffnen uns zugleich auch Chancen.

Cherry verfügt über ein System von Personen, Expertise, Prozessen und Datenauswertungen zur Überwachung von Risiken für die einzelnen Tochtergesellschaften, die Business Units und den gesamten Konzern. Ein spezialisiertes Softwaresystem ausschließlich für das Risikomanagement wird dabei noch nicht verwendet. Es ist angedacht in Zukunft ein System dafür einzuführen. Cherry setzt aktuell auf ein zentrales Management Reporting für Ergebniscontrolling, ein ESG Reporting, ein im Jahr 2022 eingeführtes Whistleblower-System sowie das laufende Nachhalten wesentlicher Kennzahlen in Verbindung mit einem Risikoberichtssystem. Die laufenden Geschäftszahlen werden direkt aus der Finanzbuchhaltung erfasst und vom Controlling ausgewertet und den Geschäftsverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Es werden insbesondere auch Kennzahlen wie Umsatz, Auftragseingang und -bestand sowie frei verfügbare Liquidität überwacht. In das Reporting-System sind alle Unternehmen des Konsolidierungskreises eingebunden.

Für weitere Risiken, wie zum Beispiel durch außergewöhnliche Ereignisse (Brand, Stillstand Produktionsmaschinen, …), hohe Außenstände von Kunden oder aus Entwicklungsprojekten mit Annäherung zur Budgetgrenze sind bei Cherry zum Teil feste aber auch adhoc Berichtswege etabliert. Ab gewissen Meldegrenzen (Risiko über 250.000 Euro und Eintrittswahrscheinlichkeit über 50%) werden diese in jedem Fall bei Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen in die Tagesordnung aufgenommen. Die Identifizierung ähnlicher Risiken bei den Konzerngesellschaften geschieht durch die enge Einbindung des jeweils verantwortlichen Vorstandsmitglieds der Cherry (der auch meist Mitglied der lokalen Geschäftsführung ist) und monatliche Business Reviews mit allen Tochtergesellschaften und Business Units.

Im Rahmen einer Risikoinventur werden alle Risiken für unser Geschäft eingeschätzt und werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe sowie Tragfähigkeit für Cherry quartalsweise bewertet und aggregiert. Im Wesentlichen werden hier Risiken aufgeführt, deren Eintreten eine Verschlechterung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zur Folge hätte, aber auch seit 2022 Risiken, betreffend der Erreichung von ESG-Zielsetzungen (siehe auch ESG-Bericht). Der Aufsichtsratsvorsitzende sowie der Vorsitzende des Audit-Committee erhalten (i) das Risikohandbuch und einen (ii) separaten Risikobericht zur Kenntnisnahme und zur Überprüfung der Ordnungsmäßigkeit des Risikomanagement- / Risikofrüherkennungssystems. Darüber hinaus erhält das Audit Committee auch den damit einhergehenden Chancen- und Risikobericht im Rahmen des Konzernjahresabschlusses zur Prüfung.

Cherry ist möglicherweise weiteren Risiken ausgesetzt, die derzeit jedoch noch nicht bekannt sind oder die zum jetzigen Zeitpunkt als nicht wesentlich eingeschätzt werden (können). Der jeweilige Risikofaktor als Basis für die Relevanz des Risikos ergibt sich aus der Multiplikation der Eintrittswahrscheinlichkeit und der potenziellen Schadenshöhe.

Risikomanagementprozess

Der Risikomanagementprozess bei Cherry ist ein systematisches Vorgehen, das darauf abzielt, Risiken zu identifizieren, zu bewerten und zu steuern. Der Prozess besteht dabei aus den folgenden wesentlichen Schritten:

    1. Risikoidentifikation: In diesem Schritt werden alle möglichen Risiken, die Cherry beeinträchtigen können, identifiziert. Dies erfolgt durch Risikobewertungen.
    1. Risikobewertung: In diesem Schritt werden die identifizierten Risiken bewertet, um zu bestimmen, welche Risiken Priorität haben und wie groß die Auswirkungen auf das Unternehmen sein können – dies wird durch den Risikofaktor zum Ausdruck gebracht. Der Risikofaktor als solches ermittelt sich durch eine Multiplikation der Faktoren für die Eintrittswahrscheinlichkeit und der möglichen quantitativen Schadenshöhe.
    1. Risiko-Aggregation: In diesem Schritt werden Interdependenzen und Zusammenhänge evaluiert und eine Gesamtrisikoposition durch den Risk-Manager ermittelt.
    1. Risikobewältigung und -abwehr: Hierbei versuchen die verschiedenen Fachbereichsverantwort-lichen geeignete Maßnahmen einzuleiten, um die Risiken zu vermeiden oder deren mögliche Effekte abzumildern bzw. gänzlich zu reduzieren.
    1. Risiko-Überwachung und Überprüfung: In diesem Schritt wird überwacht, ob die implementierten Maßnahmen effektiv sind und ob sich das Risiko verändert hat. Gegebenenfalls müssen Anpassungen vorgenommen werden.
    1. Risiko-Reporting: In diesem Schritt werden die Risiken in einem Risiko-Bericht zusammengefasst, und entsprechend der bei Cherry vorgegebenen Kommunikationswege berichtet. Neben der Regelberichterstattung gibt es eine ad-hoc Berichterstattung. Ab einem Nettorisiko von über 250.000 Euro bzw. einer Abweichung von der Guidance erfolgt eine Meldung entlang einer festgelegten Eskalationskette. Bei plötzlich auftretenden Risiken wird der Eskalationsprozess des Risikomanagementprozesses in Gang gesetzt und direkt an Vorstand bzw. Aufsichtsrat eskaliert.

Dieser Prozess wird einmal pro Quartal durchgeführt, um sicherzustellen, dass das Unternehmen gegen mögliche Risiken ausreichend geschützt ist und dass sich Cherry an sich verändernde Umstände schnell anpassen kann. Ein effektives Risikomanagement soll dazu beitragen, das Unternehmenswachstum von Cherry zu fördern, das Risiko von Verlusten zu minimieren und die finanzielle Stabilität zu erhöhen.

Der Cherry-Konzern arbeitet stetig an der Stabilisierung und Verbesserung dieser im Zuge des Börsengangs neueingeführten bzw. stärker formalisierten Prozesse.

Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sowie des internen Kontrollsystems (IKS)*

Cherry versteht das Risikofrüherkennungs- und managementsystem sowie das IKS als unternehmensübergreifende Kontrollsysteme, welche Risiken und Prozesse über alle Bereiche des Unternehmens absichert.

Das Risikofrüherkennungs- und managementsystem wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr umfassend erweitert und weiter verbessert, stärker formalisiert und in die Unternehmenspraxis überführt. Es befindet sich auf einem für das Risikoprofil des Unternehmens angemessenen Niveau.

Das IKS beinhaltet im Status Quo bereits einige wichtige Maßnahmen, wird allerdings im Geschäftsjahr 2023 sowie den Folgejahren noch weiter ausgebaut und stärker formalisiert werden.

Zu den bereits bestehenden Komponenten des internen Kontrollsystems zählen beispielsweise:

  • Festlegung einer detaillierten Freigabematrix inklusive Wertgrenzen und genauer Spezifikation der Kompetenzen über die verschiedenen Führungsebenen
  • Rollen- und Berechtigungskonzepte für Software des Unternehmens, welche sensible Daten führt oder mit welcher wesentlicher Einfluss auf Geschäftsprozesse des Unternehmens genommen werden kann
  • Die Unterschrift von wesentlichen Verträgen erfolgt durch mindestens zwei zeichnungsberechtigte Personen (Geschäftsführer und Prokuristen)
  • Das Auslösen von Investitionen und Kosten im Rahmen der Budgets erfordert eine interne Freigabe durch die jeweilige Führungskraft, das Controlling sowie – in Abhängigkeit des Umfangs – einem oder mehreren Mitgliedern des Managements
  • Bereitstellung von Bilanzierungsrichtlinien für alle Konzerngesellschaften sowie monatliche Review-Gespräche mit den lokalen Finanzabteilung zur Besprechung der Geschäftsentwicklung und Bilanzierungsthemen.

Die Liste ist nicht abschließend und soll lediglich einen Einblick in Komponenten des internen Kontrollsystems bieten.

*ungeprüft

4.1. Chancenbericht

Chancen

Der Vorstand von Cherry sieht das Unternehmen gut positioniert, in den kommenden Jahren zu wachsen und dabei auch profitabel zu wirtschaften. Die Märkte, die Cherry adressiert, werden weiterhin von vielversprechenden Trends getrieben. Dazu gehören globale eSports- und Gaming-Märkte, das Arbeiten und Lernen von zu Hause aus (Remote/Hybrides Arbeiten), die zunehmende Bedeutung von IT-Sicherheit sowie die Digitalisierung des Gesundheitswesens.

Im Geschäftsfeld GAMING besteht für das Unternehmen weiterhin die Chance, den potenziellen Markt für die eigenen Schalter nach einem konsolidierenden Jahr 2022 zu verbreitern. Beispielsweise können Märkte, die bislang von alternativen Technologien wie Rubberdome- oder Membran-Technologie dominiert werden, erschlossen

werden – z.B. im Bereich Gaming-Laptops oder Premium-Office-Laptops. Der Einbau mechanischer Schalter in Laptops wird zunehmend in neue Laptop-Reihen durch die Ultra-Low-Profile-Switches von Cherry erweitert, deren Produktionskapazitäten in Zukunft weiter ausgebaut werden sollen.

Weitere dynamische Wachstumsmöglichkeiten für das Unternehmen bestehen im Geschäft mit Gaming Devices und gehen einher mit der weiterhin positiven prognostizierten Entwicklung fernöstlicher Märkte für Gaming-Peripherie-Geräte. Die von Cherry selbst hergestellten Gaming-Peripheriegeräte werden aktuell ausschließlich in den schnell wachsenden Märkten Asiens verkauft, wobei der Fokus bisher auf China und Südkorea liegt. Im Jahr 2023 wird eine Strategie der globalen Erschließung der Märkte für Gaming Peripheriegeräte gestartet.

Im Geschäftsbereich Peripherals, welcher Teil des Geschäftsfelds PROFESIONAL ist, wendet sich das Unternehmen vor allem an Kunden im Cherry-Heimatmarkt Deutschland und ist neben etablierten Marktpositionen in Frankreich und Großbritannien auch in den USA vertreten, was in den nächsten Jahren deutlich ausgebaut werden soll. In 2022 wurde zudem damit begonnen, Office-Peripheriegeräte auch in Asien zu verkaufen. Aktuell werden die Peripheriegeräte vorrangig über Distributoren an B2B-Endkunden sowie online verkauft, darunter mehrere große Blue-Chip-Unternehmen. Durch den Ausbau des Direktvertriebs und das neu gestartete E-Commerce Business wird Cherry zunehmend neue Kundensegmente im B2C-Bereich für sich gewinnen und stellt sich damit im Vertrieb vielschichtiger auf. Dazu zählt z. B. das "Creator-Segment", zu dem Vielschreiber wie Journalisten, Programmierer und weitere Professionals gehören.

Nach Ende der COVID-19-Pandemie sind die Markterwartungen auch weiterhin, dass auf Home-Office, Mobiles Arbeiten und Fernunterricht nicht mehr vollständig verzichtet werden kann und, dass der Trend zu mehr hybriden Formen des Arbeitens und Lernens geht. Hybrides Arbeiten wird dazu führen, dass für zahlreiche Mitarbeiter zwei oder mehrere Arbeitsplätze ausgerüstet und regelmäßig erneuert werden müssen – mit guten Chancen für den Cherry-Geschäftsbereich Peripherals.

Der Sicherheit von Daten und Informationen wird, besonders in bestimmten Branchen wie dem Gesundheitssektor, große Bedeutung beigemessen. In der deutschen Gesundheitsbranche ist Cherry einer von nur zwei Peripherie-Geräte-Anbietern mit zertifizierten Produkten, die in den kommenden Jahren für den Aufbau einer sicheren Telematik-Infrastruktur hierzulande in Frage kommen. Die daraus resultierenden Geschäftschancen stuft das Unternehmen als signifikant ein. Darüber hinaus wird Cherry in Zukunft auch vermehrt den Produktbereich Security Produkte weiter ausbauen, der anhand z.B. biometrischer Erkennungsmethoden erst die Benutzung einer Tastatur oder Maus ermöglicht. Softwareentwicklung für sog. IOT-Produkte und Services spielen dabei in der Zukunft eine zunehmend wichtiger werdende Rolle. Cherry weist in beiden Segmenten eine hohe Zertifizierungskompetenz auf, was als Wettbewerbsvorteil angesehen werden darf.

Um zusätzlich zum organischen Wachstum weitere Wachstumsoptionen zu realisieren, prüft Cherry auch weiterhin kontinuierlich potenzielle Akquisitionsziele. Dabei stehen Unternehmen im Fokus, die es Cherry erlauben, die eigene Innovations-Pipeline auszubauen und Cherry mittels agnostischer Software Lösungen Plattformanbieter für cloud-basierte Applikationen und Services zu entwickeln. Zukünftig können weitere Wachstumsoptionen realisiert werden, indem durch Akquisitionen bestehende Geschäftsbereiche weiter ausgebaut werden und die Expansion in weitere geografische Märkte forciert wird. Im Januar 2023 wurde die schwedische Gesellschaft Xtrfy final übernommen, die durch ihr Produktportfolio im Bereich performanter Tastaturen und Mäuse für E-Sports das Angebot im Bereich Gaming komplettiert und mit ihrer Marke für Cherry den Einstieg in den Bereich globales Professional Gaming ermöglicht. Die Integration von Xtrfy ermöglicht Cherry zudem neue Vertriebsopportunitäten für Gaming und Peripherals Produkte u.a. im skandinavischen Markt.

Gesamtwürdigung der Chancenlage

Das Geschäftsjahr 2022 war weiterhin geprägt durch die globale COVID-19 Pandemie und den ab Februar 2022 begonnenen Ukraine-Krieg, mit sämtlichen Folgen wie Inflation, steigende Zinsen, explodierende Energiepreise etc. für die gesamte Weltwirtschaft.

Trotz der aus der Pandemie und dem Ukraine-Krieg resultierenden Einflüsse auf die Weltwirtschaft sieht sich Cherry weiterhin gut positioniert, um einen profitablen Wachstumskurs zu verfolgen. Sich bietende Chancen werden kontinuierlich analysiert, um sie im Rahmen der konsequenten Strategieumsetzung des Unternehmens zu nutzen.

Hierzu gehört im Wesentlichen die Entwicklung neuer Produkte und Software bis zur Marktreife und deren Vermarktung sowie die Ausweitung des internationalen Vertriebsnetzes.

Gerade der wachsende Markt im Bereich Gaming bietet hier eine Chance für neue Produkte, die sich an den Kundenwünschen orientieren. Cherry verfolgt diesen Markt und seine Entwicklungen intensiv, um mit seinen Produktinnovationen die Nachfrage der Märkte zu bedienen und somit eine kontinuierlich positive Geschäftsentwicklung zu ermöglichen.

4.2. Risikobericht

Risiken im Cherry Konzern

Abgestimmt auf die von Cherry bearbeiteten Märkte und den Schwerpunkt der Tätigkeiten in den verschiedenen Geschäftsbereichen Gaming und Peripherals insbesondere in der Produktentwicklung, dem Vertrieb und in der Produktion eigener Produkte und Software hat Cherry ein für sich spezifisches Risikouniversum aufgebaut, welches als Grundlage für die Identifizierung relevanter Risiken herangezogen wird.

    1. Risiken resultierend aus der Strategie und dem Markt
  • a. Gesamtwirtschaftliche / Geopolitische Risiken
  • b. Marktliche Risiken
  • c. Prognoserisiken in Bezug auf Nachfrageverhalten und Umsatz etc.
  • d. Mengen- Absatzrisiko
  • e. Marktpreisrisiko
    1. Risiken aus dem Operativen Betrieb
  • a. Prozessuale Risiken
  • b. Technische Risiken
  • c. Lieferkettenrisiko
  • d. IT-Risiken
    1. Risiken aus Verletzung von Compliance, Rechtsvorschriften, regulatorischen Auflagen und Steuergesetzen
  • a. Compliance Risiken
  • b. Rechtliche Risiken
  • c. ESG-Richtlinien
  • d. Umwelt Risiken

    1. Risiken resultierend aus dem Finanzbereich
  • a. Finanz- und Liquiditätsrisiko
  • b. Währungs- und Zinsrisiken
  • c. Hedging Risiko
  • d. Forderungsausfall- und Kreditrisiko
  • e. Bonitäts- und Reputationsrisiko
  • f. Risiken der Finanzberichterstattung

Im Folgenden werden die wesentlichen Risiken für Cherry anhand dieser Kategorisierung dargestellt.

Strategie- und Marktrisiken

Risiken aus abnehmender Marktnachfrage

Das Marktvolumen der einzelnen Geschäftsbereiche kann rückläufig sein und damit zu erhöhtem Preisdruck und fallenden Margen führen. Als Gründe für rückläufige Marktvolumina kommen u.a. die allgemeine Konjunkturentwicklung, ein stärkerer Wettbewerb (vor allem aus China), Veränderung von Kundennachfragen und Markttrends in Betracht.

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren und sind immer noch angesichts der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Wirtschaftsräume, in denen Cherry hauptsächlich tätig ist, deutlich beeinflusst. Auch in Zukunft kann eine Eintrübung durch eine weltwirtschaftliche und politische Veränderung der Rahmenbedingungen nicht ausgeschlossen werden, insbesondere durch Ereignisse wie der Krieg in der Ukraine.

Dieses Risiko wird in seiner Eintrittswahrscheinlichkeit als nahezu sicher und in seiner quantitativen Schadenshöhe als sehr hoch (>1.000.000 Euro) bewertet.

Risiken aus Marktpreiserosion

Cherry ist ein größerer, mittelständischer Hersteller von Schaltern, die zur Herstellung von Computer Peripherals benötigt werden. Mit einer diversifizierten Kundenstruktur voninternational operierenden Großkonzernen. Der Hauptteil der Umsätze wird mit mit diesen Großunternehmen getätigt. In Zukunft könnten Großunterneh-

Geschäftsbericht 2022

men zunehmend Produkte von anderen Anbietern zu günstigeren Marktpreisen kaufen, um sich auch von der Markenstärke von Cherry zu lösen. Parallel besteht das Risiko, dass durch aktuelle Überbestände bei allen bekannten Herstellern eine Marktpreiserosion entstehen könnte.

Dieses Risiko wird in seiner Eintrittswahrscheinlichkeit als nahezu sicher und in seiner quantitativen Schadenshöhe als hoch (250.000-1.000.000 Euro) bewertet.

Operative Risiken

Verlust von Waren auf dem Seeweg als Teil der Supply Chain

Cherry ist in seiner Supply Chain von Zulieferern abhängig, die Produkte pünktlich und in guter Qualität liefern. Die meisten dieser Produkte werden in Asien gefertigt und via Seefracht nach Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika verbracht.

Grundsätzlich besteht hier das Risiko, dass solche Waren und Produkte im Umfang voller Container verloren gehen.

Dieses Risiko wird in seiner Eintrittswahrscheinlichkeit als unwahrscheinlich und in seiner quantitativen Schadenshöhe als gering (20.000-50.000 Euro) bewertet.

Kundenservice in China

Durch eine Veränderung in der Struktur der Vetriebspartner, ist Cherry gezwungen den Kundenservice für China zu übernehmen und kurzfristig vollumfänglich selbständig abzubilden.

Bedingt durch diese Kurzfristigkeit kann es zu vorübergehender Unzufriedenheit bei einzelnen Endkunden kommen, da diese eventuell nicht ihren gewohnten Support erhalten. Dies kann im schlimmsten Fall zum Verlust von einzelnen Endkunden führen.

Dieses Risiko tritt nur temporär auf und wird in seiner Eintrittswahrscheinlichkeit als unwahrscheinlich und in seiner quantitativen Schadenshöhe als gering (20.000- 50.000 Euro) bewertet.

Gesamtwürdigung der Risikolage

Risikotragfähigkeit

Im Cherry Risk Management Report wird das Tragfähigkeitsprinzip in Bezug auf die Gesamtrisikobewertung und -strategie der Organisation berücksichtigt. Die Risikoaggregation bezieht sich auf den Prozess der Zusammenfassung und Integration von Risiken, denen Cherry ausgesetzt ist, um ein umfassendes Verständnis des Gesamtrisikoprofils zu entwickeln. Dieser Prozess beinhaltet die Identifizierung aller relevanten Risiken, die Überwachung der Veränderungen in den Risiken und die Überwachung des Gesamtrisikoprofils von Cherry. Durch die Zusammenfassung von Risiken kann sichergestellt werden, dass das Risikocontrolling keine signifikanten Risiken übersieht, und kann Maßnahmen zur Überwachung und Kontrolle von Risiken effektiver gestalten. Cherry aggregiert seine Risiken nach Kategorien und wendet hierbei eine Datenanalyse an.

Das Tragfähigkeitsprinzip besagt, dass Cherry ihre Risiken in einem Rahmen halten sollte, der für sie tragbar und akzeptabel ist. Dies bedeutet, dass die Organisation das Risiko-Ertrags-Verhältnis bewerten muss, um sicherzustellen, dass die möglichen Auswirkungen eines Risikos die zugrundeliegenden Vorteile nicht übersteigen.

Bei Cherry gilt eine Risiko-Tragfähigkeit, die sich auf EBITDA bezieht, und ein akzeptiertes Restrisiko von 50% des EBITDA des abgelaufenen Geschäftsjahres bzw. des LTM (Last Twelve Months).

Keines der identifizierten Einzelrisiken erreicht für sich genommen zum jetzigen Zeitpunkt den Status eines den Bestand gefährdenden Risikos. Die Risikotragfähigkeit, die zum 31. Dezember 2022 ermittelt wurde, beträgt 34,1% im Verhältnis zum EBITDA (LTM), welches sich auf 13,5 Millionen Euro beläuft. Das akzeptierte Restrisiko beträgt 4,6 Millionen Euro.

Der Vorstand der Cherry geht davon aus, dass die identifizierten Risiken begrenzt und beherrschbar sind. Es sind keine Risiken zu erkennen, die einzeln oder in der Gesamtbetrachtung den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.

  1. PROGNOSEBERICHT

5.1. Erwartete Rahmenbedingungen

Das globale konjunkturelle Wachstum wird weiterhin maßgeblich durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und den Ukraine-Krieg belastet. Daraus resultieren insbesondere höhere Zentralbankzinsen zur Bekämpfung der Inflation, während die Aufhebung regionaler Lockdowns in China am Jahresanfang 2023 den Weg für eine schneller als erwartete wirtschaftliche Erholung geebnet hat.

Für das Jahr 2023 erwartet der Internationale Währungsfonds ("IWF") in seinem im "World Economic Outlook Update–Inflation Peaking amid Low Growth" vom Januar 2023 einen Rückgang des globalen Wirtschaftswachstums auf 2,9% sowie eine leichte Erholung auf rund 3,1% für das Folgejahr.

Der Einschätzung des IWF zufolge ist der Rückgang des Wachstums im Jahr 2023 gegenüber dem Jahr 2022 auf die fortgeschrittenen Volkswirtschaften zurückzuführen, während das Wachstum in den Schwellen- und Entwicklungsländern seinen Tiefpunkt bereits im Jahr 2022 erreicht haben dürfte. Der IWF erwartet weiterhin, dass sich das Wachstum in China mit der vollständigen Wiedereröffnung im Jahr 2023 beleben wird. Die für das Jahr 2024 erwartete Belebung in beiden Gruppen von Volkswirtschaften spiegelt demnach die allmähliche Erholung von den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und das Nachlassen der Inflation wider. Gemäß IWF wird das Wachstum des Welthandels, der Entwicklung der globalen Nachfrage folgend, im Jahr 2023 trotz nachlassender Engpässe auf der Angebotsseite voraussichtlich auf 2,4% zurückgehen, bevor es im Jahr 2024 auf 3,4% ansteigt.

Der IWF geht in seiner Prognose vom Januar 2023 von einem unterproportionalen Wachstum der fortgeschrittenen Volkswirtschaften in Höhe von 1,2% im Jahr 2023 aus (Vorjahr: 2,7%), während für die Gruppe der Schwellenländer und sich entwickelnden Volkswirtschaften ein Wachstum von 4,0% angenommen wird (Vorjahr: 3,9%). In den für Cherry wichtigen Regionen wird das Wirtschaftswachstum 2023 vom IWF in Deutschland auf 0,1% (Vorjahr: 1,9%), im Euro-Raum auf 0,7% (Vorjahr: 3,5%), in den USA auf 1,4% (Vorjahr: 2,0%), in China auf 5,2% (Vorjahr: 3,0%) und im Verband der Südostasiatischen Nationen (ASEAN: Indonesien, Malaysia, Philippinen, Thailand, Vietnam) auf 4,3% geschätzt (Vorjahr: 5,2%).

In den Geschäftsfeldern GAMING und PROFESSIONAL ist Cherry weiterhin unterschiedlichen Marktentwicklungen bzw. branchenbezogenen Rahmenbedingungen ausgesetzt.

Die Geschäftsaktivitäten im Geschäftsfeld GAMING werden vom weltweiten Gesamtmarkt für Gaming bzw. E-Sports geprägt. Laut dem im Juli 2022 veröffentlichten Bericht "Global Games Market Report" geht das Marktforschungsinstitut Newzoo davon aus, dass der Gesamtmarkt im Jahr 2022 eine Korrekturphase durchlaufen hat, während das langfristige Wachstumspotenzial weiterhin positiv gesehen wird. Demnach schätzt Newzoo die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) für den Gesamtmarkt bis zum Jahr 2025 auf 3,4% (Basis: 2020). Demnach geht Newzoo davon aus, dass der Gesamtmarkt auch nach der Pandemie ein gesundes Wachstum aufweisen wird, wenn auch mit einer geringeren Wachstumsrate als während der Pandemie. Ferner erwartet Newzoo, dass die Anzahl der weltweiten Spieler mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 4,2% bis zum Jahr 2025 auf 3,5 Mrd. steigen wird (Basis: 2020).

Das Marktforschungsinstitut Infiniti Research Limited schätzt laut dem im Dezember 2022 veröffentlichten Technavio-Bericht "Gaming Peripheral Market by Type, Technology and Geography–Forecast and Analysis 2023-2027" das globale Marktwachstum des für das Geschäftsfeld GAMING relevanten Marktes von Gaming-Peripheriegeräten auf USD 5,61 Mrd. bis 2027, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 9,41% entspricht (Basis: 2022). Demnach wird das Marktwachstum maßgeblich von der steigenden Popularität von E-Sports angetrieben.

Das für das Geschäftsfeld PROFESSIONAL relevante Marktsegment der PC-Peripheriegeräte für den Einsatz in (hybriden) Office-Arbeitsplätzen und in industriellen Anwendungen wird auch weiterhin maßgeblich von dem weltweiten "Work-fromanywhere-Trend" geprägt. Im Bericht "State of Remote Work 2022" von OWL Labs und Global Workplace Analytics von Oktober 2022 wird die weitere Verbreitung hybrider Arbeitsmodelle in den USA empirisch festgestellt. Während sich die Präferenzen der Arbeitnehmer insgesamt weiterentwickelt haben, ist die Zahl der Arbeitnehmer mit der Präferenz Fernarbeit um 24% und mit der Präferenz hybride Arbeitsplätze um 16% gestiegen, während die Zahl derer, die eine Arbeit vom Büro aus präferieren, um 24% sank. Von allen im Juli 2022 befragten Personen lag der Anteil mit der Präferenz Fernarbeit bei 42%, der Anteil mit der Präferenz hybride Arbeitsplätze bei 36% und der Anteil mit der Präferenz Büroarbeitsplatz bei 22%.

Im Atlas zur Telematikinfrastruktur 2022 der gematik GmbH ("TI Atlas 2.0") wird der Fortschritt in der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens beschrieben. Nach Angaben der gematik sind inzwischen fast alle Apotheken, Krankenhäuser und (Zahn-)Arztpraxen an das sichere Datennetz der Telematikinfrastruktur ("TI") angebunden. Darüber hinaus hat sich laut einer im Juni 2022 durchgeführten Umfrage der gematik der Anteil der Einrichtungen, die als voll TI-ready gelten, positiv entwickelt. Demnach ist der Anteil der befragten Arztpraxen um 12% und der Anteil der befragten Krankenhäuser um 19% erhöht. Den Status voll TI-ready definiert die gematik GmbH einheitlich für alle Nutzergruppen über folgende Kriterien: ein funktionsfähiger Konnektor, ein einsatzbereiter Heilberufsausweis sowie die Installation mindestens einer TI-Anwendung.

Schließlich weist die gematik in ihrem TI Atlas 2.0 auf die hohe Aufnahmebereitschaft digitaler Dienste seitens der in diesem Rahmen befragten Versicherten hin. Demnach waren rund 89% der befragten Bürgerinnen und Bürger neuen Technologien gegenüber generell positiv eingestellt und rund 18% waren bereits im Besitz einer elektronischen Gesundheitskarte mit NFC-Funktion oder hatten diese beantragt. Ferner waren rund 11% bereits im Besitz einer PIN zur elektronischen Gesundheitskarte oder hatten diese beantragt und 30% nutzten bereits digitale Angebote im Gesundheitswesen.

Das elektronische Gesundheitsberuferegister ("eGBR") soll im Jahr 2023 in den Vollbetrieb übergehen. Dadurch wird die bundesweite Ausgabe von elektronischen Heilberufs- und Berufsausweisen an die Angehörigen von Gesundheitsfachberufen, Gesundheitshandwerkern und sonstigen Erbringern ärztlich verordneter Leistungen – die sogenannten nicht verkammerten Berufen – ermöglicht. Deren elektronische Berufsausweise sind für den Zugriff auf Daten und Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) erforderlich.

5.2. Erwartete Geschäfts- und Ertragslage des Cherry Konzerns

Cherry hat im abgelaufenen Geschäftsjahr diverse Maßnahmen ergriffen, um den negativen Einflüssen des makroökonomischen Umfelds, welche im Wesentlichen durch die COVID-19 Pandemie, den Krieg in der Ukraine und der daraus resultierenden Energiewirtschaftskrise getrieben sind, entgegenzuwirken und um das Unternehmen so schnell wie möglich wieder auf den Wachstumskurs des Vorkrisenniveaus zurückzubringen. Zu den Maßnahmen zählen beispielsweise ein konsequentes Kostenmanagement sowie Investitionen in IT-Systeme und -Infrastruktur mit dem Ziel einer optimaleren Steuerung der Geschäftsabläufe. In der Fertigung wurden neue hochautomatisierte Produktionsanlagen bestellt ("MX Gen. 4", "ULP II"), welche die Kapazitäten der neuen Schaltergenerationen bei gleichbleibender Qualität um ein Vielfaches erhöhen werden und folglich die Stückkosten signifikant reduzieren. Die Maschinen werden voraussichtlich im 1. Halbjahr 2023 montiert und einsatzbereit sein.

Zudem wurde der Vertriebskanal eCommerce, welcher große und nachhaltige Absatzpotentiale für Cherry bietet, im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich ausgebaut. Neben der Gründung einer neuen Gesellschaft, der Cherry E-Commerce GmbH, welche zukünftig die Geschäftsaktivitäten für die Vertriebsregion EMEA bündelt, wurden auch 9 neue Mitarbeitende eingestellt, die wichtige Kompetenzen und Erfahrungen in diesem Geschäftsmodell mitbringen. Mit dem Erwerb einer speziell auf eCommerce ausgelegten Software wird das Geschäftsmodell für Cherry zukünftig horizontal und vertikal skalierbar. Im 4. Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres wurde die neue Cherry Website gelauncht, welche nun auch einen eigenen Webshop inkludiert. Im Jahresverlauf wurden bereits Vorräte aufgebaut, um im Rahmen des weiteren Ausbaus des Geschäftsmodells durchgängige Lieferfähigkeit gewährleisten zu können. Im Geschäftsjahr 2023 sollen neben Amazon noch weitere sog. Marketplaces angeschlossen werden, sowie zusätzlich das Geschäft mit Endkunden (B2C) erschlossen werden. Durch das Projekt "Gaming Goes Global" soll das Geschäft mit Gaming Devices, welches bis zuletzt stark auf den asiatischen Markt konzentriert war, in Kürze auf alle internationalen Märkte Cherry's ausgerollt werden, was die eCommerce-Strategie des Unternehmens sinnvoll ergänzt und Cherry's Marktpositionierung erweitert und internationalisiert.

Aufgrund der bereits ergriffenen Steuerungsmaßnahmen sieht sich Cherry bestmöglich auf das kommende Geschäftsjahr 2023 vorbereitet. Dennoch sind weiterhin schwierige makroökonomische Rahmenbedingungen zu erwarten. Eine vollständige Erholung des Geschäfts in 2023 – trotz der vielzähligen Steuerungsimpulse – sowie ein Zurück zu einem Vorkrisenniveau werden noch nicht zu erwarten sein. Insbesondere die unsichere Entwicklung im Geschäftsbereich Components führt zu einem deutlichen Rückgang der Wachstumserwartungen in diesem Geschäftsbereich.

Wesentliche Risiken für die Geschäftsentwicklung ergeben sich beispielsweise aus einem weiteren Andauern des Krieges in der Ukraine, verschiedenen globalen politischen Spannungsfeldern sowie den daraus resultierenden Folgen für die Weltwirtschaft, z. B. in Form steigender Inflationsraten und Zinsen. Für das Geschäftsjahr 2023 erwartet der Vorstand daher weiterhin ein hohes Maß an ökonomischer Unsicherheit in Kombination mit einem überproportionalen Managementaufwand für die Gesellschaft, was in der Prognose entsprechend reflektiert wurde.

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2023 bezieht sich auf 12 Geschäftsmonate, beginnend ab dem 01. Januar 2023, und basiert auf den folgenden Rahmenprämissen:

  • Inflationsraten in Deutschland von ca. 6,2% (Ifo Institut)
  • Weiterhin steigende Preise für Rohmaterial im Bereich Components, stabile Preise für Handelswaren
  • Tariferhöhungen für die Beschäftigten im Rahmen von 2023 stattfindenden Tarifverhandlungen
  • Eine Abschwächung des US\$ gegenüber dem Euro
  • Normalisierung der Lieferketten

Trotz der makroökonomischen Herausforderungen erwartet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2023 ein Umsatzwachstum ggü. dem Vorjahr von EUR 132,5 Mio. auf EUR 135–165 Mio. sowie eine bereinigte EBITDA-Marge in der Bandbreite von 10–14%.

Die Prognose basiert auf den bislang 7 berichtspflichtigen Segmenten der Gruppe sowie der Cherry E-Commerce GmbH, welche auf Basis der Planung im Geschäftsjahr 2023 als weiteres berichtspflichtiges Segment hinzukommt. Für die einzelnen Segmente erwartet der Vorstand in Bezug auf den Umsatz sowie die bereinigte EBITDA-Marge folgende Entwicklung:

Cherry betrachtet das laufende Geschäftsjahr als ein Übergangs- und Konsolidierungsjahr, welches der Vorstand dazu nutzen wird, das Unternehmen an die geänderten Rahmenbedingungen anzupassen. Mittelfristig wird eine Rückkehr zu einer bereinigten EBITDA-Marge von über 20% angestrebt.

Für die beiden Geschäftsfelder GAMING und PROFESSIONAL erwartet der Vorstand folgende Entwicklung:

Für das Geschäftsfeld GAMING erwartet der Vorstand im laufenden Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich bei einer leicht höheren bereinigten EBITDA-Marge (im Vorjahr EBITDA Marge von minus 0,7%).

Der Geschäftsbereich Components war im vergangenen Geschäftsjahr am stärksten durch die negativen makroökonomischen Faktoren getroffen und wird auch im kommenden Geschäftsjahr noch deutlich unter den Spätfolgen leiden. Um die Kosten im Geschäftsbereich Components gemäß der eingeschränkten Nachfragesituation zu reduzieren, befand sich die Produktion am Standort Auerbach seit 1. April 2022 bis zum 31. Dezember 2022 in teilweiser Kurzarbeit, welche auch über den Geschäftsjahreswechsel hinaus fortgeführt wurde. Zudem wurden im Rahmen eines freiwilligen Interessenausgleichs rund 50 Mitarbeitende in den direkten Bereichen am Standort Auerbach abgebaut. Damit wurde die Zahl der Mitarbeitenden bereits an die derzeitige Ergebnissituation sowie zukünftig reduzierte Personalbedarfe angepasst.

Durch die hohen Lagerbestände größtenteils unverändert relevanter Artikel bei Kunden und Distributoren sowie dem neuen Trend bei Endkonsumenten zu kleineren Gaming Keyboards wurde das Absatzpotenzial spürbar geringer. Dieser Entwicklung

vor Konsolidierung Cherry Cherry Theobroma Active Zhuhai Cherry Cherry Cherry
Europe E-Commerce Cherry Digital Systems Design und Key Electronics Electronics (Hong Americas
GmbH GmbH Health GmbH Consulting GmbH GmbH Co. Ltd. Kong) Co Ltd. LLC
Erwartete Umsatzentwicklung (10–20%) > 100% (10 – 20%) 70 – 90% 15 – 20% 15 – 25% 35 – 45% 25 – 35%
EBITDA-Marge (bereinigt) -5% bis +5% -5% bis +5% 7 – 13% 20 – 25% 25 – 35% 15 – 25% 5 – 15% 1 – 6%

wurde u. a. mit der Intensivierung der Cherry Partnerschaften und der Generierung neuer Leads entgegengesteuert, welche im Jahresverlauf größere Summen der vorhandenen Lagerbestände abnehmen werden. Weitere Verbesserungen werden durch die Ausweitung der Produktionskapazitäten des ULP-Schalters erwartet, dessen Nachfrage im abgelaufenen Geschäftsjahr die Produktionskapazitäten überstieg, und der aufgrund seiner ultraflachen Bauweise durch einen vielseitigeren Einsatz, z. B. dem Einbau in high-end Office Notebooks, weitere und bisher nicht vorhandene Absatzpotenziale bietet.

Der Geschäftsbereich Gaming Devices wurde im 4. Quartal 2022 u.a. durch den Wechsel eines chinesischen Distributors negativ beeinflusst, was zu einer zeitlich vorweggenommenen Umsatzreduktion in Höhe von rund EUR 1,5 Mio. führte. Dieser Wechsel wurde im 1. Quartal 2023 abgeschlossen und führte zu einer in Folge zeitlich nachgelagerten Auswirkung auf den Quartalsumsatz aus dem Vorjahr. Durch das Projekt "Gaming Goes Global" soll das Geschäft mit Gaming Devices, welches bislang stark auf den asiatischen Wirtschaftsraum beschränkt war, über alle Märkte Cherry's ausgerollt werden und i. V. mit der eCommerce-Strategie das Absatzvolumen deutlich steigern.

Für das Geschäftsfeld PROFESSIONAL wird im laufenden Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich bei einer leicht niedrigeren bereinigten EBITDA-Marge prognostiziert.

Der Geschäftsbereich Peripherals war im abgelaufenen Geschäftsjahr der einzige Bereich des Unternehmens, der trotz der schwierigen Marktgegebenheiten wachsen konnte. Haupttreiber dafür war der Ausbau der eCommerce-Aktivitäten über Amazon. Im Laufe des laufenden Jahres soll das eCommerce-Geschäft noch deutlich stärker ausgebaut werden, insbesondere in Europa aber auch den USA. Der Markt bietet für Cherry weiterhin sehr hohe Wachstumspotenziale, zumal der eigene Marktanteil noch gering, das existente Produktportfolio unstrittig relevant ist und viel Raum für Marktausdehnung bietet. Die Strukturen, um das Geschäft zukünftig skalieren zu können, wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr in Europa bereits geschaffen.

Das Wachstum des Geschäftsbereichs Digital Health war in der 2. Jahreshälfte des abgelaufenen Geschäftsjahres etwas ins Stocken geraten. Hintergrund war im Wesentlichen eine steigende Kaufzurückhaltung aufgrund verschiedener, politisch bedingter Verzögerungen in der Telematik-Infrastruktur bei der Umsetzung neuer Fachanwendungen wie dem eRezept oder der elektronischen Patientenakte. Es wird erwartet, dass sich diese Verzögerungen im Jahresverlauf 2023 zunehmend lösen werden. Cherry verfügt im Vergleich zum Wettbewerb über eine starke Produktpositionierung mit einer hohen installierten Basis und wird sein Produktportfolio durch die nahende Einführung des PinPad's weiter ergänzen. Security Produkte werden ab dem 2. Quartal 2023 von dem Geschäftsbereich Peripherals auf Digital Health & Solutions neu zugeordnet.

6. SONSTIGE ANGABEN

6.1. Übernahmerechtliche Angaben (§ 289a, § 315 a Abs. 1 HGB)

    1. Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft setzt sich zum Bilanzstichtag 2022 wie folgt zusammen: Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt EUR 24.300.000,00. Es ist eingeteilt in 24.300.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag. Mit allen Aktien sind die gleichen Rechte und Pflichten verbunden. Die Rechte und Pflichten der Aktionäre ergeben sich im Einzelnen aus den Regelungen des AktG, insbesondere aus den §§12, 53a ff., 118 ff. und 186 AktG.
    1. Die Aktien der Gesellschaft, welche von den Mitgliedern des Vorstands direkt oder indirekt gehalten werden, unterlagen bis zum 29. Dezember 2022 einer Verkaufsbeschränkung. Die Aktien der Gesellschaft, welche von dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats Marcel Stolk sowie dem Aufsichtsratsmitglied Steven M. Greenberg direkt oder indirekt gehalten werden, unterlagen bis zum 29. Juni 2022 einer Verkaufsbeschränkung. Die Aktien der Gesellschaft, welche mit Valuta 17. Januar 2023 an die Eigentümer der Xtrfy Gaming AB (Landskrona, Schweden) übertragen wurden, unterliegen bis zum 16. Januar 2025 einer Verkaufsbeschränkung. Weitere Beschränkungen, welche die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.
    1. Gemäß einer der Gesellschaft zugegangenen Stimmrechtsmitteilung vom 30. Juli 2021 sowie internen, nicht veröffentlichungspflichtigen Meldungen einzelner Investoren an Cherry, besteht folgende direkte Beteiligung am Kapital, die 10 Prozent der Stimmrechte überschreitet: Cherry TopCo S.à r.l. (Argand Partners Fund GP-GP, Ltd.): 30,79%.
    1. Es gibt keine Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.
    1. Stimmrechtskontrollen bezüglich der Aktien, die von Arbeitnehmern gehalten werden, bestehen nicht.
    1. Die Bestellung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands ist in §§84 und 85 AktG und §7 der Satzung der Cherry SE geregelt. Der Vorstand besteht aus einer oder aus mehreren Personen. Der Aufsichtsrat bestimmt die Zahl der Mitglieder des Vorstands. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden des Vorstands sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden ernennen. Die Bestellung von Vorstandsmitgliedern, der Abschluss der Anstellungsverträge und der Widerruf der Bestellung sowie die Änderung und Beendigung der Anstellungsverträge erfolgen durch den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat kann für den Vorstand eine Geschäftsordnung erlassen. Die Vorstandsmitglieder werden vom Aufsichtsrat für einen Zeitraum von höchstens fünf (5) Jahren bestellt. Wiederbestellungen sind zulässig.
    1. Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Juni 2021 ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 10. Juni 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu EUR 10.000.000,00 durch Ausgabe von bis zu 10.000.000 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021/I). Von der Ermächtigung kann einmal oder mehrmals in Teilbeträgen, insgesamt aber nur bis zur Grenze von EUR 10.000.000,00 Gebrauch gemacht werden. Den Aktionären steht grundsätzlich ein Bezugsrecht zu. Bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen können die Aktien auch von durch den Vorstand bestimmten Kreditinstituten oder Unternehmen im Sinne von §186 Abs. 5 Satz 1 Aktiengesetz (AktG) mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären zum Bezug anzubieten.

Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Juni 2021 ist der Vorstand ermächtigt, eigene Aktien der Gesellschaft bis zum 22. Juni 2026 mit Zustimmung des Aufsichtsrats in Höhe von bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung oder – falls einer dieser Werte geringer ist – des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung oder des zum Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Die Ermächtigung kann zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck ausgeübt werden. Der Vorstand hat die Hauptversammlung jeweils über die Ausnutzung der Ermächtigung zu unterrichten, insbesondere über die Gründe und den Zweck des Erwerbs eigener Aktien, die Anzahl der erworbenen Aktien und den auf sie entfallenden Betrag des Grundkapitals, den Anteil am Grundkapital und den Gegenwert der Aktien. Am 9. Juni 2022 hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats unter Ausnutzung dieser Ermächtigung, ein Aktienrückkaufprogramm aufgelegt ("Aktienrückkaufprogramm 2022"). Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms 2022 können in einem Zeitraum vom 13. Juni 2022 bis zum 30. Juni 2023 bis zu insgesamt 2.000.000 eigene Aktien (dies entspricht bis zu ca. 8,2% des derzeitigen Grundkapitals der Gesellschaft) zu einem Gesamtkaufpreis (ohne Erwerbsnebenkosten) von maximal EUR 25,0 Mio. zurückgekauft werden. Zum Bilanzstichtag hat die Gesellschaft 907.117 eigene Aktien zurückgekauft (dies entspricht ca. 3,7% des Grundkapitals der Gesellschaft).

Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Juni 2021 ist das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu EUR 10.000.000,00, eingeteilt in bis zu 10.000.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien, bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2021/I). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber oder Gläubiger von Options- oder Wandlungsrechten oder die zur Wandlung/Optionsausübung Verpflichteten aus gegen Bareinlage oder Sacheinlage ausgegebenen Options- und/oder Wandelschuldverschreibungen, Genussrechten und/oder Gewinnschuldverschreibungen (oder Kombinationen dieser Instrumente), die von der Gesellschaft oder einem nachgeordneten Konzernunternehmen der Gesellschaft aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 23. Juni 2021 bis zum 22. Juni 2026 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung/Optionsausübung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung/ Optionsausübung erfüllen oder soweit die Gesellschaft ein Wahlrecht ausübt, ganz oder teilweise anstelle der Zahlung des fälligen Geldbetrags Aktien der Gesellschaft zu gewähren. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nicht durchgeführt, soweit ein Barausgleich gewährt wird oder eigene Aktien, Aktien aus genehmigtem Kapital oder Aktien einer anderen börsennotierten Gesellschaft zur Bedienung eingesetzt werden. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Options- oder Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, am Gewinn teil; soweit rechtlich zulässig, kann der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Gewinnbeteiligung neuer Aktien hiervon und von §60 Abs. 2 Satz 3 AktG abweichend, auch für ein bereits abgelaufenes Geschäftsjahr, festlegen.

    1. Die Kreditverträge der Cherry SE enthalten keine Change-of-Control-Klauseln, die den Kreditgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht einräumen.
    1. Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft mit den Mitgliedern des Vorstands oder mit Arbeitnehmern, die für den Fall einer Beschäftigungsbeendigung aufgrund eines Übernahmeangebots getroffen wurden.

6.2. Vergütungsbericht nach § 162 AktG

Der Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2022 ist auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://ir.cherry.de/de/home/corporate-governance/ veröffentlicht.

6.3. Erklärung zur Unternehmensführung (§ 289 f, § 315 d HGB)

Die Erklärung zur Unternehmensführung für das Geschäftsjahr 2022 ist auf der Internetseite der Gesellschaft unter https://ir.cherry.de/de/home/corporate-governance/ veröffentlicht.

6.4. Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem bezogen auf den Konzernrechnungslegungsprozess

Gemäß §289 Abs. 4 und §315 Abs. 4 HGB ist die Cherry SE verpflichtet, im Lagebericht die wesentlichen Merkmale ihres rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems zu beschreiben. Zum Zeitpunkt des am 29. Juni 2021 erfolgten Börsengangs befand sich die Cherry SE (bis zum 13.12.2022 noch als AG firmierend) noch im Aufbauprozess eines vollumfänglichen internen Kontrollsystems (IKS) und Risikomanagementsystems. Zum Ende der abgeschlossenen Berichtsperiode konnten insbesondere beim Risikomanagementsystem deutliche Fortschritte erreicht werden. Beim Internen Kontrollsystem konnten zudem vereinzelt zusätzliche Maßnahmen bzw. Mechanismen umgesetzt werden, jedoch hat Cherry noch nicht die angestrebte Zielstruktur erreicht und wird daher im Geschäftsjahr 2023 weiter verbessert.

Entsprechend hat es für den Vorstand der Cherry SE höchste Priorität im Geschäftsjahr 2023 und in den Folgejahren das Interne Kontroll- sowie Risikomanagementsystem weiter auszubauen und IT-systemunterstützt zu verbessern und zu automatisieren. Hierzu sollen systemgestützte, automatisierte Prozesse beitragen, die elementarer Bestandteil des IKS werden.

Zusammenfassend betrachtet die Cherry SE das Risikomanagement als Teil des internen Kontrollsystems. Dabei wird das IKS als fortlaufender Prozess verstanden, der Organisations-, Steuerungs-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen umfasst, um die Einhaltung der gesetzlichen und unternehmerischen Vorgaben jederzeit zu gewährleisten.

Der Vorstand der Cherry SE ist verantwortlich für den Umfang und die Ausgestaltung des IKS und berücksichtigt hierbei die unternehmensspezifischen Anforderungen. Die Überwachung der Wirksamkeit des IKS gehört zu den Aufgaben des Aufsichtsrates der Cherry SE, der sich vom Vorstand regelmäßig über den Ist- und Plan-Zustand des IKS und die Ergebnisse der internen Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen berichten lässt. Der Vorstand überprüft gemeinsam mit dem Aufsichtsrat die Angemessenheit, Wirksamkeit und Funktionsfähigkeit des IKS im Cherry Konzern und verfügt zur Wahrnehmung seiner Aufgaben derzeit über Informations-, Prüfund Berichtsformate. Ihre Prüfungen basieren auf einem risikoorientierten Berichtswesen, welches durch das Risikocontrolling gesteuert wird. Dieses sieht regelmäßig auch Kontrollen bei Tochtergesellschaften vor. Darüber hinaus prüfen die Abteilungen Accounting und Controlling grundsätzlich die Ordnungsmäßigkeit wesentlicher Anlage- und Vorratsinventuren.

In Bezug auf Zeichnungsberechtigungen für Banken wurden stringente Maßnahmen durch den Bereich Treasury umgesetzt und implementiert. Hierzu gehört eine FRAUD-Prävention durch Segregation der Berechtigungen und Zeichnungslevel, sowie einer Sechs-Augen-Freigabe bei Stammdatenänderungen von Bankverbindungen.

Das rechnungslegungsbezogene IKS umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie zur Sicherung der Einhaltung der maßgeblichen Gesetze und Normen und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses dient das IKS insbesondere dazu, die Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und die Anwendung der nach §315e HGB ergänzend anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften sicherzustellen. Das IKS trägt bei der Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts zusätzlich dazu bei, dass die handelsrechtlichen Vorschriften eingehalten werden.

Bei jedem IKS muss grundsätzlich berücksichtigt werden, dass es, unabhängig von seiner Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit dafür bieten kann, dass wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden. Ursache dafür könnten beispielsweise fehlerhafte Ermessensentscheidungen, unzureichende Kontrollen oder kriminelle Handlungen sein.

Um diesen möglichen Risiken und Ursachen entgegenzuwirken, plant die Cherry SE bei Bedarf professionelle externe Unterstützung für eine interne Revision in Anspruch zu nehmen und beabsichtigt in Zukunft eigene Ressourcen aufzubauen, insofern diese angemessen sind.

Die folgenden Aussagen beziehen sich auf die im Konzernabschluss der Cherry SE vollkonsolidierten Tochterunternehmen, bei denen die Cherry SE mittelbar oder unmittelbar über die Möglichkeit verfügt, deren Finanz- und Geldpolitik zu bestimmen, um aus der Tätigkeit dieser Unternehmen Nutzen zu ziehen.

Die Aufgabe des Risikomanagements der Cherry SE ist unter anderem die Festlegung von Maßnahmen, um Risiken zu erkennen, zu bewerten, auf ein vertretbares Maß abzumildern und um die erkannten Risiken zu überwachen.

Ein Risikomanagement verlangt organisiertes Planen und Handeln, um mit Unsicherheit und Bedrohung angemessen umgehen zu können und hält Mitarbeiter dazu an, Vorschriften und Instrumente einzusetzen, um die Einhaltung der Grundsätze für das Risikomanagement zu gewährleisten. Es umfasst neben dem operativen Risikomanagement auch die systematische Risikofrüherkennung, -steuerung und -überwachung. Das rechnungslegungsbezogene Risikomanagement ist dabei auf das Risiko einer Falschaussage in der Buchführung sowie in der externen Berichterstattung ausgerichtet.

Entsprechend sind alle Tochtergesellschaften in das Risikomanagement und seine vorgegebenen Berichtsstrukturen eingebunden. Hierzu gehört das Risikoberichtswesen, das sich am Risikohandbuch orientiert. Zur Steuerung der einzelnen Risiken wird quartalsweise monatlich im Managementmeeting über die Risiken des Risikofrüherkennungssystems gesprochen und etwaige Maßnahmen mit dem Vorstand und Aufsichtsrat abgestimmt.

Spezifische rechnungslegungsbezogene Risiken können z. B. aus dem Abschluss ungewöhnlicher oder komplexer Geschäfte auftreten. Weiterhin sind Geschäftsvorfälle, die nicht routinemäßig verarbeitet werden, mit einem latenten Risiko behaftet. Einem begrenzten Personenkreis sind notwendigerweise Ermessensspielräume bei Ansatz und Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden eingeräumt, woraus weitere rechnungslegungsbezogene Risiken resultieren können.

Das rechnungslegungsbezogene IKS umfasst anhand von Risikoaspekten definierte interne Kontrollen der für die Rechnungslegung relevanten Prozesse sowie der Prozesse, die die IT-Systeme unterstützen. Hierbei sind die IT-Sicherheit, das Veränderungsmanagement und die operativen IT-Vorgänge von besonderer Bedeutung. Dabei werden organisatorische, präventive und aufdeckende Kontrollen angewendet, die sowohl IT-gestützt als auch manuell erfolgen können. Für die Wirksamkeit und Effizienz des rechnungslegungsbezogenen IKS ist für die Cherry Gruppe die hohe Qualifikation der Mitarbeiter, deren regelmäßige Schulung, ein mindestens Vier-Augen-Prinzip und die Funktionstrennung von Verwaltungs-, Ausführungs- und Genehmigungsprozessen unverzichtbar. Die Steuerung der Prozesse zur Rechnungslegung erfolgt durch den Bereich Konzernrechnungslegung und weitere zuständige Rechnungslegungsabteilungen. Gesetze, Rechnungslegungsstandards und andere Verlautbarungen werden fortlaufend bezüglich der Relevanz und Auswirkungen auf die Rechnungslegung analysiert. In der Bilanzierungsrichtlinie des Konzerns werden relevante Anforderungen festgehalten, kommuniziert und bilden die Grundlage für den Abschlusserstellungsprozess. Zusätzlich unterstützen ergänzende Verfahrensanweisungen wie z. B. die Accounting-Memos, Intracompany Transferpreis-Richtlinie, standardisierte Meldeformate, IT-Systeme sowie IT-unterstützte Reporting- und Konsolidierungsprozesse den Prozess der einheitlichen und ordnungsgemäßen Konzernrechnungslegung. Der Bereich Konzernrechnungslegung stellt sicher, dass diese Anforderungen konzernweit einheitlich eingehalten werden. Die Konzerngesellschaften sind für die Einhaltung des ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablaufs ihrer rechnungslegungsbezogenen Prozesse und Systeme verantwortlich und werden dabei von den Rechnungslegungsabteilungen der Tochtergesellschaften und externen Dienstleistern unterstützt. Um dies nachhalten zu können, wurden monatliche Package Review Calls jeweils mit den sog. Business Units sowie den Länderorganisationen "Americas" und "Asia" implementiert, in denen die Geschäftsentwicklung des abgelaufenen Berichtsmonats besprochen sowie Sondersachverhalte analysiert und diskutiert werden. Zudem wurde im abgeschlossenen Berichtsjahr eine Workflow-Management Software angeschafft, welche dabei helfen wird, den Abschlussprozess zu strukturieren, zu überwachen und die Abschlusskorrektheit gewährleisten zu können.

Bei festgestellten wesentlichen Kontrollschwächen oder Verbesserungsmöglichkeiten werden diese bewertet und mit den verantwortlichen Personen Gegenmaßnahmen ausgearbeitet, um die Wirksamkeit des IKS weiter zu verbessern. Die Umsetzung der Maßnahmen wird durch den Vorstand überwacht und kann Gegenstand von Folgeaktivitäten sein. Zur Sicherstellung der hohen Qualität des rechnungslegungsbezogenen IKS ist der Aufsichtsrat über alle Stufen hinweg eng mit einbezogen.

03 Konzernabschluss

58 Konzern-Gesamtergebnisrechnung

59 Konzernbilanz

61 Konzernkapitalflussrechnung

62 Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung

63 Anhang

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

in T€ Anhang 2022 2021
Umsatzerlöse 8.1 132.514 168.526
Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -95.644 -99.673
Bruttoergebnis vom Umsatz 36.870 68.853
Marketing- und Vertriebskosten -19.330 -16.929
Forschungs- und Entwicklungskosten -9.042 -6.103
Verwaltungskosten -15.221 -17.796
Sonstige betriebliche Erträge 8.2 1.976 2.867
Sonstige betriebliche Aufwendungen 8.5 -1.856 -3.274
Wertminderung auf den Geschäfts- oder Firmenwert 6.2 -29.882
Betriebliches Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) -36.485 27.619
Finanzergebnis 8.6 -1.863 -14.125
Ergebnis vor Steuern (EBT) -38.348 13.494
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 8.7 2.620 -4.208
Konzernergebnis -35.728 9.287
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) 8.8 -1,49 0,42
Verwässertes Ergebnis je Aktie (in EUR) 8.8 -1,49 0,42
Erfolgsneutrale Erträge und Aufwendungen
in T€ Anhang 2022 2021
In den Folgeperioden in die G&V umzugliederndes sonstiges Ergebnis 917 4.218
Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten 7.1 917 4.218
In Folgeperioden nicht in die G&V umzugliederndes sonstiges Ergebnis 86 5
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste 7.1 121 7
Sonstige Veränderungen 7.1 -35 -2
Erfolgsneutrale Erträge und Aufwendungen 1.003 4.223
Gesamtergebnis der Periode -34.725 13.509

KONZERNBILANZ

AKTIVA
in T€ Anhang 31.12.2022 31.12.2021
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Immaterielle Vermögenswerte 6.2 158.663 190.109
Sachanlagen 6.1 24.109 24.941
Nutzungsrechte 6.3 14.553 17.989
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 6.5 12 5
Latente Steuern 7.6 4.938 1.307
Summe langfristige Vermögenswerte 202.275 234.351
KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Vorratsvermögen 6.4 65.021 44.156
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 16.348 19.610
Laufende Ertragssteueransprüche 346 1.853
Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte 6.5 2.228 1.329
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 10. 92.848 109.678
Summe kurzfristige Vermögenswerte 176.791 176.626
Aktiva gesamt 379.066 410.977

01 An unsere Investoren 02 Zusammengefasster 04 Einzelabschluss 05 Weitere Informationen Konzernbilanz

03 Konzernabschluss 60

Cherry SE

PASSIVA

in T€ Anhang 31.12.2022 31.12.2021
EIGENKAPITAL 7.1
Gezeichnetes Kapital 23.393 24.300
Kapitalrücklage 257.585 263.280
Bilanzgewinn -34.012 1.716
Übriges kumuliertes Eigenkapital 4.860 3.856
Summe Eigenkapital 251.826 293.152

LANGFRISTIGE SCHULDEN

Summe langfristige Schulden 79.980 84.694
Latente Steuern 7.6 20.216 21.997
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 7.4 105 115
Leasingverbindlichkeiten 6.3 12.898 14.549
Finanzverbindlichkeiten 7.5 45.278 46.095
Sonstige Rückstellungen 7.3 765 1.021
Pensionsrückstellungen 7.2 718 917

KURZFRISTIGE SCHULDEN

Sonstige Rückstellungen 7.3 253 252
Finanzverbindlichkeiten 7.5 208 202
Leasingverbindlichkeiten 6.3 4.027 3.982
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 30.886 17.892
Laufende Ertragsteuerschulden 1.962 1.435
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 7.4 6.088 5.564
Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 7.4 3.836 3.804
Summe kurzfristige Schulden 47.260 33.131
Passiva gesamt 379.066 410.977

KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG

in T€ Anhang 2022 2021
Periodenergebnis -35.728 9.287
Abschreibungen und Wertminderungen (+) / Zuschreibungen (-) auf Gegenstände des Anlagevermögens 47.752 14.954
Zunahme (+) / Abnahme (-) der Rückstellungen -453 -522
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+) / Erträge (-) 1.038 9.810
Gewinn (-) / Verlust (+) aus Anlagenabgängen 19 44
Zunahme (-) / Abnahme(+) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva -19.599 -28.673
Zunahme (-) / Abnahme(+) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva 14.616 3.761
Zinsaufwendungen (+) / Zinserträge (-) 8.6 1.863 14.125
Gezahlte Zinsen (-) -1.541 -13.749
Erhaltene Zinsen (+) 7 5
Steueraufwendungen 8.7 -2.620 4.208
Ertragsteuerzahlungen (+/-) 412 -5.435
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 5.766 7.815
Einzahlungen (+) aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 28 122
Auszahlungen (-) für Investitionen in das Sachanlagevermögen -5.538 -6.750
Einzahlungen (+) aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens 8
Auszahlungen (-) für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -4.245 -2.931
Auszahlungen (-) für den Kauf konsolidierter Unternehmen 10. -1.600 -4.869
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -11.347 -14.427
Einzahlungen (+) aus Eigenkapitalzuführungen 7.1 - 137.600
Auszahlungen (-) im Zuge des Aktienrückkaufprogramms 7.1 -6.841
Auszahlungen (-) aus Kapitalbeschaffungskosten 7.1 -6.345
Auszahlungen (-) aus sonstigen langfristigen Finanzverbindlichkeiten 10. -3.751 -3.610
Auszahlungen (-) aus der Tilgung von (Finanz-)Krediten 10. -617 -80.248
Einzahlungen (+) aus der Aufnahme von (Finanz-)Krediten 10. 45.045
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -11.209 92.442
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -16.790 85.830
Wechselkurs-, konsolidierungskreis- und bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds -40 948
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 109.678 22.900
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 92.848 109.678

KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG

in T€ Gezeichnetes
Kapital
Kapitalrücklage Bilanzgewinn Kumuliertes übriges
Konzernergebnis Fremd
währungsumrechnung
von Abschlüssen auslän
discher Teileinheiten
Kumuliertes übriges
Konzernergebnis
Versicherungs
mathematische
Gewinne und Verluste
Summe
Eigenkapital
01.01.2021 36 150.486 -7.571 -358 -8 142.585
Kapitalerhöhung 24.264 113.108 137.372
Transaktionskosten der Eigenkapitalbeschaffung -4.496 -4.496
Konzernergebnis 9.287 9.287
Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen
ausländischer Teileinheiten
4.218 4.218
Versicherungsmathematische Gewinne und
Verluste
7 7
Ertragsteuern auf das sonstige Ergebnis -2 -2
Sonstiges Ergebnis 4.218 5 4.223
Gesamtergebnis 9.287 4.218 5 13.509
Effekt aus anteilsbasierten Vergütungen 4.183 4.183
Dividenden
31.12.2021 24.300 263.280 1.716 3.860 -3 293.152
01.01.2022 24.300 263.280 1.716 3.860 -3 293.152
Kapitalerhöhung
Aktienrückkauf -907 -5.935 -6.841
Konzernergebnis -35.728 -35.728
Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen
ausländischer Teileinheiten
917 917
Versicherungsmathematische Gewinne und
Verluste
121 121
Ertragsteuern auf das sonstige Ergebnis -35 -35
Sonstiges Ergebnis 917 86 1.003
Gesamtergebnis -35.728 917 86 -34.725
Effekt aus anteilsbasierten Vergütungen 240 240
Dividenden
31.12.2022 23.393 257.585 -34.012 4.777 83 251.826

ANHANG

1. ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN

1.1. Allgemeine Angaben zum Konzern

Hauptsächlicher Unternehmensgegenstand der Cherry Gruppe, mit Sitz in München, ist die Entwicklung und der Vertrieb von mechanischen Schaltern, IT-Peripheriegeräten, Sicherheitssystemen, Software, deren Import und Export und der Handel mit zugekauften IT-Peripheriegeräten, Sicherheitssystemen, Software und die Erbringung von Entwicklungs- und Servicedienstleistungen im Bereich IT, sowie alle damit zusammenhängenden Geschäfte.

Das Mutterunternehmen des Cherry-Konzerns ist die im Handelsregister beim Amtsgericht München unter HRB 280912 eingetragene Cherry SE. Der Sitz der Gesellschaft ist Rosental 7 in 80331 München (bisher: Einsteinstraße 174 in 81677 München), Deutschland. Mit Eintragung im Handelsregister vom 13. Dezember 2022 wurde die bisherige Cherry AG (Amtsgericht München HRB 266697) formwechselnd in die Cherry SE umgewandelt.

Der vorliegende Konzernabschluss wurde am 29.03.2023 vom Vorstand zur Veröffentlichung genehmigt.

1.2. Allgemeine Grundlagen für die Aufstellung des Konzernabschlusses

Die Cherry SE hat ihren Konzernabschluss zum 31.12.2022 in Anwendung des §315e Abs. 1 HGB nach den internationalen Rechnungslegungsstandards erstellt, wie in der Verordnung 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates angegeben. Er steht im Einklang mit den für das Geschäftsjahr 2022 in der Europäischen Union (EU) anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS), den International Accounting Standards (IAS), sowie deren jeweilige Interpretationen (IFRIC/SIC) und wurde in Verbindung mit §315e HGB um bestimmte Angaben sowie den Konzernlagebericht ergänzt.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgte grundsätzlich auf der Basis der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Den Jahresabschlüssen der im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde. Die Einzelabschlüsse der einbezogenen Unternehmen sind zum Stichtag des Konzernabschlusses (31. Dezember 2022) aufgestellt.

Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung des Mutterunternehmens, aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben.

Aus rechnerischen Gründen können in Tabellen und bei Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten (TEUR; Prozentangaben (%) etc.) auftreten.

Die Konzernbilanz wird im Einklang mit IAS 1 (Darstellung des Abschlusses) nach der Fristigkeitenmethode aufgestellt. Dabei werden Vermögenswerte, die innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert und Verbindlichkeiten, die innerhalb eines Jahres nach dem Bilanzstichtag fällig werden, grundsätzlich als kurzfristig ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt.

1.3. Konsolidierungsgrundsätze

Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der Cherry SE und ihrer Tochterunternehmen zum 31. Dezember 2022, über die die Cherry SE unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann.

Alle wesentlichen Tochterunternehmen, an denen die Cherry SE direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechte hält und die Beherrschungsmöglichkeit besitzt, werden voll konsolidiert. Beherrschung nach IFRS 10 liegt vor, wenn der Konzern einer Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus seinem Engagement bei dem Tochterunternehmen ausgesetzt ist und die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt auch dazu einzusetzen, diese Renditen zu beeinflussen. Außerdem muss der Konzern aufgrund bestehender Rechte die Möglichkeit haben, diejenigen Aktivitäten des Tochterunternehmens zu steuern, die einen wesentlichen Ein-

fluss auf dessen Rendite haben. Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt, also dem Zeitpunkt, an dem der Konzern die Beherrschung erlangt, voll konsolidiert. Die Konsolidierung endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr gegeben ist.

Alle aus konzerninternen Transaktionen resultierenden Vermögenswerte und Schulden, Eigenkapital, sowie Erträge und Aufwendungen werden gegeneinander aufgerechnet und in voller Höhe eliminiert, ebenso wie Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen und innerhalb des Konzerns ausgeschüttete Dividenden. Auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge werden latente Steuern angesetzt.

1.4. Konsolidierungskreis

Der Konzernabschluss der Cherry SE umfasst zum 31. Dezember 2022 neben der Muttergesellschaft die nachfolgenden Konzernunternehmen:

Beteiligungsliste

Hauptgeschäfts
Vollkonsolidierte Unternehmen tätigkeit 31.12.2022 31.12.2021
Cherry Europe GmbH, Auerbach Produktion und
Vertrieb 100% 100%
Cherry Digital Health GmbH, München Vertrieb 100% 100%
Cherry Peripherals GmbH, München Vertrieb 100%
Cherry E-Commerce GmbH, München Vertrieb 100%
Active Key GmbH, München Vertrieb 100% 100%
Theobroma Systems Design und Produktion und
Consulting GmbH, Wien (Österreich) Vertrieb 100% 100%
Zhuhai Cherry Electronics Co. Ltd., Produktion und
Zhuhai City (China) Vertrieb 100% 100%
Cherry Electronics (Hong Kong) Co
Ltd., Hong Kong (China) Vertrieb 100% 100%
Cherry Taiwan Electronics Co., Ltd.,
Taiwan Vertrieb 100%
Cherry Americas LLC, Kenosha (USA) Vertrieb 100% 100%
Cherry S.A.R.L, Paris (Frankreich) Vertrieb 100% 100%

Im März 2021 wurde beschlossen, eine Verschmelzung der Cherry AcquiCo GmbH und der Cherry Holding GmbH einzuleiten. Dabei wurde die Cherry Holding GmbH auf die Cherry AcquiCo GmbH verschmolzen. Die Anmeldung der Verschmelzung zum Handelsregister erfolgte am 6. April 2021. Die Verschmelzung wurde am 19. April 2021 im Handelsregister eingetragen. Im Rahmen der Verschmelzung wurde die Cherry AcquiCo GmbH in Cherry Holding GmbH umfirmiert. Der Sitz der Gesellschaft ist weiterhin München. Mit Gesellschafterversammlung vom 25. Mai 2021 wurde der Formwechsel der Cherry Holding GmbH in eine Aktiengesellschaft unter der Firmierung "Cherry AG" beschlossen. Die Cherry AG wurde mit Eintragung im Handelsregister am 13. Dezember 2022 formwechselnd in die Cherry SE umgewandelt.

Am 8. Januar 2018 wurde in Taiwan eine Niederlassung der Cherry Electronics (Hong Kong) Co. Ltd. gegründet. Diese wurde im Februar 2022 in eine rechtliche Einheit firmierend unter Cherry Taiwan Electronics Co., Ltd. umgewandelt. Die neue rechtliche Einheit ist ein 100%iges Tochterunternehmen der Cherry Europe GmbH.

Am 9. Juni 2022 wurde zudem die Cherry E-Commerce GmbH mit Sitz in München gegründet. Die Vertriebsgesellschaft mit Fokus auf den Online-Vertrieb von Cherry Produkten war zunächst eine 100%ige Tochter der Cherry SE. Diese hat die Gesellschaft im Dezember 2022 in die Cherry Peripherals GmbH eingebracht.

Am 24. November 2022 neu unter der Firma heptus 501. GmbH in das Handelsregister eingetragen firmierte die Gesellschaft mit Handelsregistereintrag am 13. Dezember 2022 in Cherry Peripherals GmbH mit Sitz in München um. Sie ist, wie die Cherry Europe GmbH und die Cherry Digital Health GmbH, ein 100%iges Tochterunternehmen der Cherry SE.

Die Cherry Europe GmbH, die Cherry Digital Health GmbH, die Active Key GmbH, die Cherry Peripherals GmbH und die Cherry E-Commerce GmbH sind durch den Einbezug in den Konzernabschluss gemäß §264 Abs. 3 HGB befreit, einen Jahresabschluss und Lagebericht aufzustellen, prüfen zu lassen und offen zu legen.

1.5. Börsengang

Cherry hatte im ersten Quartal des Jahres 2021 damit begonnen, einen Börsengang einzuleiten. Die Börsenzulassung erfolgte am 28. Juni 2021, der erste Handelstag war der 29. Juni 2021. Im Rahmen des Börsengangs wurden 4.300.000 neue Aktien 01 An unsere Investoren 03 Konzernabschluss Lagebericht

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ausgegeben. Die Gesamtzahl der bestehenden Aktien beläuft sich auf 24.300.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennwert. Die Aktien werden an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Die erste Aktiennotierung erfolgte mit 32,00 EUR.

Im Zusammenhang mit dem Börsengang sind in 2021 Kosten in Höhe von 6.345 TEUR angefallen, die als Kosten der Eigenkapitalbeschaffung mit der Kapitalrücklage verrechnet wurden. Weitere Kosten, die nicht in direktem Zusammenhang mit der Ausgabe neuer Aktien entstanden sind, wurden erfolgswirksam erfasst.

2. UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSE

Im Geschäftsjahr 2022 erfolgten keine Unternehmenszusammenschlüsse.

Im Geschäftsjahr 2021 wurde die Active Key GmbH & Co. KG, Pegnitz erworben. Diese ist seit Mai 2021 im Rahmen der Active Key GmbH als vollkonsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen.

Im Hinblick auf Unternehmenszusammenschlüsse nach dem Bilanzstichtag wird auf die Ausführungen unter 11.6. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag verwiesen.

3. WESENTLICHE SCHÄTZUNGEN, ANNAHMEN UND ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN

Die Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfordert zu einem gewissen Maß Schätzungen und Annahmen sowie Ermessensentscheidungen des Managements, die Einfluss auf Ansatz, Bewertung und Ausweis von Vermögenswerten und Schulden, Aufwendungen und Erträgen sowie auf die Angaben von Eventualschulden zum Bilanzstichtag haben. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundenen Unsicherheiten könnten jedoch Ergebnisse entstehen, die in zukünftigen Perioden zu Anpassungen des Buchwertes der betroffenen Vermögenswerte oder Schulden führen.

Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die den jeweiligen aktuellen Erkenntnissen zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses entsprechen. Diese Prämissen werden regelmäßig überwacht und, soweit notwendig, den tatsächlichen Entwicklungen angepasst. Schätzungsanpassungen werden zum Zeitpunkt besserer Kenntnis ergebniswirksam berücksichtigt.

Im Jahr 2022 sind wie auch bereits im Vorjahr die Einflüsse der Covid-19-Pandemie auf die Bilanzierung sowie die wesentlichen Schätzungen, Annahmen und Ermessensentscheidungen zu würdigen. Die Covid-19-Pandemie hat zunächst zu einer Unterstützung des Geschäfts geführt, welche sich aus weltweit erhöhten E-Sports und Gaming-Aktivitäten und einem Anstieg der hybriden Office-Arbeitsplätze (weltweiter "Work-from-anywhere-Trend") sowie vermehrten Fernschulungen ergibt. Diesen Entwicklungen hat Cherry insbesondere mit einem Ausbau des E-Commerce-Geschäfts Rechnung getragen. Im Jahr 2022 war das Geschäftsvolumen jedoch durch die anhaltende Störung der internationalen Lieferketten infolge der Covid-19-Pandemie sowie die bis Dezember 2022 erfolgten regionalen Lockdowns in China aufgrund der Null-Covid-Strategie der chinesischen Regierung negativ beeinflusst.

Des Weiteren sind im Jahr 2022 die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine zu würdigen. Dieser hat sich auf die internationalen Lieferketten belastend ausgewirkt. Insbesondere die globale Verfügbarkeit von Energie, Transport- und Logistikdienstleistungen sowie von Rohstoffen ist eingeschränkt. Dies hat zu weitreichenden Preissteigerungen in vielen Bereichen der Beschaffung sowie der Investitionen geführt. Durch eine Optimierung von Bezugs- und Lieferketten wird versucht, die Kostenstrukturen weiter zu optimieren.

Cherry hat im abgelaufenen Geschäftsjahr Gegenmaßnahmen ergriffen, um potenziellen Lieferengpässen, insbesondere bei Halbleitern, entgegenzuwirken. Diese wurden entsprechend in ausreichenden Stückzahlen bevorratet bzw. der jeweiligen Lieferzeit entsprechend beim Lieferanten eingeteilt. Zudem wurden Lieferketten und Warenflüsse optimiert und drohende Risiken aus einem "Single Sourcing" durch die Ausweitung des Lieferantennetzwerks signifikant reduziert.

Die Bonität der Kunden wird regelmäßig überprüft und in 2022 haben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Bewertung des Forderungsbestands ergeben.

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Ebenso hat sich infolge der Covid-19-Pandemie sowie des Krieges in der Ukraine kein erhöhter Abwertungsbedarf der Vorräte ergeben. Zwar sind die Bestände im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, jedoch ist diese Steigerung nicht ausschließlich auf diese Umstände zurückzuführen, sondern teilweise auch strategisch gewollt, um die Lieferfähigkeit im Zuge des weiteren Ausbaus des eCommerce-Geschäfts gewährleisten zu können. Für Vorräte, die nicht unter diesen strategischen Bestandsaufbau fallen, wurden bereits größtenteils Maßnahmen zum strukturierten Abbau definiert.

Die wichtigsten Annahmen und Schätzungen, die ein wesentliches Risiko in Form einer Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden innerhalb des nächsten Geschäftsjahres mit sich bringen können, werden im Folgenden dargestellt:

Unternehmenszusammenschlüsse

Bei Unternehmenszusammenschlüssen sind die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden grundsätzlich mit dem beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Da für viele Vermögenswerte und Schulden kein aktiver Markt existiert, sind die beizulegenden Zeitwerte anhand von anerkannten Bewertungsmethoden zu ermitteln. Dazu zählen zum Beispiel das Verfahren der Lizenzpreisanalogie und die Multi-Period-Excess-Earnings-Methode. Im Rahmen der Kaufpreisallokation der Cherry Gruppe im Jahr 2020 ist die Lizenzpreisanalogiemethode für die Bewertung der Marke zur Anwendung gekommen, während der Kundenstamm mittels der Multi-Period-Excess-Earnings-Methode bewertet wurde. Bei der Kaufpreisallokation der Active Key kamen ebenfalls diese beiden Methoden zur Anwendung. Wesentliche zu schätzende Bewertungsparameter sind bei diesen Methoden die künftigen, aus den Vermögenswerten und Schulden resultierenden Zahlungsströme, die Lizenzrate sowie die für die Diskontierung anzuwendenden Zinssätze. Für die Bewertung von bedingten Zahlungsverpflichtungen im Zusammenhang mit Unternehmenszusammenschlüssen sind Annahmen über die Ausprägung der Parameter zu treffen, welche der Bewertung zugrunde liegen. Wesentliche Annahmen sind auch im Zuge der Aufteilung des Firmenwerts auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sowie bei der Einschätzung der Nutzungsdauer von abnutzbaren immateriellen Vermögenswerten zu treffen.

Aktivierte Entwicklungskosten

Bei den selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten in Form von Entwicklungskosten für künftige Produkte ergeben sich insbesondere Annahmen und Schätzungen bei der Beurteilung, ob der Vermögenswert einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzielen wird. Hierbei ist die Einschätzung der Existenz eines Marktes bzw. von Kunden entscheidend. Cherry startet regelmäßig Entwicklungsprojekte in Zusammenarbeit mit bestehenden Kunden, bei denen ein entsprechendes Interesse an den entwickelten Produkten besteht. Die Werthaltigkeit der aktivierten Entwicklungskosten wird während der Entwicklungsphase anhand des Projektfortschritts sowie der Erwartungen zur Vermarktung der künftigen Produkte laufend beurteilt.

Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten

Für finanzielle Vermögenswerte, insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, wird regelmäßig untersucht, ob eine Abwertung (z.B. aufgrund fehlender Bonität eines Kunden) vorzunehmen ist. Schätzungen ergeben sich hierbei auf Basis der bisherigen Erfahrungen sowie einer Anpassung an die aktuellen Erwartungen aus den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sowie des Ukraine-Krieges.

Wertminderungstest

Für den Wertminderungstest im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts, aktivierter Entwicklungskosten und sonstiger immaterieller Vermögenswerte sowie Sachanlagen sind nach IAS 36 zahlreiche Parameter zu schätzen. Dazu zählen vor allem die Schätzungen künftiger Zahlungsströme, Wachstumsraten sowie der für die Diskontierung der künftigen Zahlungsströme anzuwendende Zinssatz. Im Detailplanungszeitraum wird das Umsatzwachstum regelmäßig auf Basis der historischen Erfahrungen der vorangegangenen Jahre unter Berücksichtigung der aktuellen kurz- bis mittelfristigen Erwartungen geplant. Hierin sind aktuell auch die Erwartungen aus den Auswirkungen der Covid-19 Pandemie, des Ukraine-Krieges sowie der geplanten Marktstrategien enthalten. Nach dem Detailplanungszeitraum wird von einem langfristigen Umsatzwachstum auf Basis der aktuellsten Planungen im 1. Quartal 2023 ausgegangen. Aufgrund der Art der Produkte der Cherry Gruppe ergibt sich im Rahmen der Beurteilung von Wertminderungen naturgemäß ein Einfluss durch die technologischen Entwicklungen. Diese werden regelmäßig beobachtet und beurteilt. Angaben zum Wertminderungstest enthält Abschnitt 6.2.

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Wertminderung von Vorräten

Im Rahmen der Ermittlung von Wertminderungen auf Vorräte werden Altersabschläge angewendet, die auf Schätzungen des Unternehmens aus Erfahrungen der Vergangenheit basieren. Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder dem am Bilanzstichtag niedrigeren Nettoveräußerungswert erfasst. Ist der Nettoveräußerungswert der Vorräte zum Abschlussstichtag niedriger als deren Buchwert, werden individuelle Bewertungsabschläge auf Basis eines standardisierten Bewertungsmodells vorgenommen, welches die Lagerdauern der einzelnen Vorräte berücksichtigt.

Aktive latente Steuern

Die Cherry Gruppe ist in mehreren Ländern zur Entrichtung von Ertragsteuern verpflichtet. Für die Bildung von latenten Steuerabgrenzungen müssen Schätzungen vorgenommen werden. Aktive latente Steuern werden in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass das hierfür zukünftig zu versteuernde Einkommen verfügbar sein wird. Die Schätzungen des Managements beziehen sich auf die Höhe des zu versteuernden Einkommens sowie den erwarteten Eintrittszeitpunkt. Weitere Einzelheiten sind unter dem Abschnitt 7.6 zu den latenten Steuern zu finden.

Bewertung von sonstigen Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen, insbesondere die Rückstellungen für Gewährleistungsverpflichtungen, unterliegen naturgemäß Schätzungsunsicherheiten bezüglich der Höhe und/oder des Eintrittszeitpunkts der Verpflichtungen. Cherry muss teilweise aufgrund von Erfahrungswerten Annahmen bezüglich der Eintrittswahrscheinlichkeit der Verpflichtung oder zukünftiger Entwicklungen, wie zum Beispiel der zur Verpflichtungsbewertung anzusetzenden Kosten, treffen. Diese können insbesondere bei langfristigen Rückstellungen Schätzungsunsicherheiten unterliegen. Des Weiteren ist die Höhe von langfristigen Rückstellungen im besonderen Maße von der Wahl und Entwicklung der marktgerechten Abzinsungssätze abhängig.

Anteilsbasierte Vergütung

Bei der Erfassung des Personalaufwands aus anteilsbasierter Vergütung hat das Management zu schätzen, wie viele Rechte voraussichtlich nach Ende des Erdienungszeitraums erdient und somit ausübbar sind. Darüber hinaus werden im Rahmen der Optionspreisbewertungsmodelle verschiedene Inputfaktoren geschätzt (Volatilität, Verzinsung).

Die Buchwerte der von den oben genannten wichtigsten Annahmen und Schätzungen betroffenen Posten sind den jeweiligen Angaben in diesem Anhang zu entnehmen.

Ermessensentscheidungen

Wesentliche Ermessensentscheidungen ergeben sich bei der Beurteilung, ob ein immaterieller Vermögenswert eine bestimmte oder unbestimmte Nutzungsdauer aufweist.

Die Cherry Gruppe hat mehrere Leasingverträge abgeschlossen, die Verlängerungsund Kündigungsoptionen beinhalten. Diese Optionen werden von der Geschäftsleitung ausgehandelt, um Flexibilität bei der Verwaltung des Leasing-Vermögensportfolios zu gewährleisten und den eigenen Geschäftsanforderungen gerecht zu werden. Das Management übt ein erhebliches Urteilsvermögen aus, um zu bestimmen, ob diese Verlängerungs- und Kündigungsoptionen mit hinreichender Sicherheit ausgeübt werden.

4. WESENTLICHE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Nachfolgend werden die wichtigsten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erläutert, die basierend auf der konzerneinheitlichen Bilanzierungsrichtlinie im Konzernabschluss der Cherry SE zur Anwendung kommen.

Anschaffungs- und Herstellungskosten

Zu den Anschaffungskosten zählen Kaufpreise sowie alle direkt zurechenbaren Anschaffungsnebenkosten. Zu den Herstellungskosten selbst erstellter Vermögenswerte, aus denen dem Konzern wahrscheinlich ein künftiger Nutzen zufließt und die verlässlich bewertet werden können, zählen die direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. 01 An unsere Investoren 03 Konzernabschluss Lagebericht

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Beizulegender Zeitwert

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die auf organisierten Märkten gehandelt werden, wird durch den am Bilanzstichtag notierten Marktpreis (Geldkurs) bestimmt. Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt besteht, wird unter Anwendung von Bewertungsmethoden ermittelt. Zu den Bewertungsmethoden gehören die Verwendung der jüngsten Geschäftsvorfälle zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Geschäftspartnern, der Vergleich mit dem aktuellen beizulegenden Zeitwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Finanzinstruments, die Analyse von diskontierten Cashflows sowie die Verwendung anderer Bewertungsmodelle.

Fremdwährungsumrechnung

Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Tochtergesellschaften erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung gemäß IAS 21 "Auswirkungen von Wechselkursänderungen" in EURO. Mit einer Ausnahme ist bei allen ausländischen Tochtergesellschaften des Konzerns die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Bei einer Tochtergesellschaft ist nunmehr die funktionale Währung, abweichend von der lokalen Währung, der Euro, da der wesentliche Teil der Transaktionen dieser Tochtergesellschaft in Euro ausgeführt werden. Entsprechend werden die Vermögenswerte und Schulden mit den Stichtagskursen am Konzernabschlussstichtag sowie die Aufwendungen und Erträge grundsätzlich mit den Durchschnittskursen umgerechnet, sofern die lokale Währung nicht der funktionalen Währung entspricht. Eigenkapitalbestände werden zu historischen Kursen zu den Zeitpunkten ihrer jeweiligen aus der Konzernsicht erfolgten Zugänge umgerechnet.

Die sich gegenüber der Umrechnung zu Stichtagskursen ergebenden Unterschiedsbeträge werden im Eigenkapital gesondert als ,,Fremdwährungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Teileinheiten" ausgewiesen.

Für die dargestellte Berichtsperiode wurden im Konzern die folgenden Wechselkurse zum Euro der wesentlichen Währungen zu Grunde gelegt:

Chinesischer Taiwanesischer
US-Dollar Renminbi Dollar
Stichtagskurse (USD) (CNY) (TWD)
31.12.2021 1,13260 7,19470 31,36980
31.12.2022 1,06660 7,35820 32,81600
Gemittelte
Jahresdurchschnittskurse (USD) (CNY) (TWD)
2021 1,18360 7,63392 33,12837
2022 1,05388 7,08009 31,48545

Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder Firmenwert

Unternehmenszusammenschlüsse werden grundsätzlich unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Dabei umfassen die Anschaffungskosten den beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und übernommenen Verbindlichkeiten zum Erwerbszeitpunkt. Alle direkt zurechenbaren Anschaffungsnebenkosten werden direkt im Aufwand erfasst.

Ein im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbener Geschäftsoder Firmenwert wird ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ("cash-generating-units") des Konzerns oder einer Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, die von den Synergieeffekten aus dem Unternehmenszusammenschluss profitieren sollen.

Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Er wird einmal jährlich auf Wertminderung überprüft. Eine Überprüfung erfolgt auch, wenn Ereignisse oder Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert möglicherweise nicht wiedererlangt werden kann. Sofern der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert dieser Einheit unterschreitet, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster

Anhang

Cherry SE Geschäftsbericht 2022

Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt werden.

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden in den Folgeperioden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen, bewertet. Die Abschreibungen erfolgen linear und werden in den entsprechenden Funktionskosten in der Gewinnund Verlustrechnung ausgewiesen. Die Cherry Group verfügte im Berichtszeitraum über immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer, insbesondere aktivierte Softwarelizenzen und aktivierte Kundenbeziehungen. Die Nutzungsdauern für aktivierte immaterielle Vermögenswerte betragen in Abhängigkeit von der zu Grunde liegenden Vertragsvereinbarung:

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte Nutzungsdauer
Softwarelizenzen 3–5 Jahre
Kundenbeziehungen 8 Jahre

Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer liegen im Wesentlichen in Form von Marken vor. Diese immateriellen Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf Wertminderung getestet.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Forschungskosten werden als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten eines einzelnen Projekts werden aktiviert, wenn die Aktivierungskriterien des IAS 38 erfüllt sind. Projekte, deren Gesamtaufwand 25.000 EUR nicht übersteigt, werden direkt im Aufwand erfasst. Die aktivierten Entwicklungskosten werden zu Herstellungskosten angesetzt, abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen und über einen Zeitraum von 4-8 Jahren linear abgeschrieben.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Der Konzern wendet die lineare Abschreibungsmethode an. Den Wertansätzen liegen folgende unterstellte Nutzungsdauern zugrunde:

Sachanlagen Nutzungsdauer
Technische Anlagen und Maschinen 4–10 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1–15 Jahre
Werkzeuge 4 Jahre

Investitionszuwendungen werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem die damit verbundenen Bedingungen erfüllt sind und die Zuwendung gewährt wird. Sie werden passivisch abgegrenzt und über die Nutzungsdauer der zugehörigen Vermögenswerte aufgelöst. Der Ausweis erfolgt unter den kurzfristigen bzw. langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten.

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswerts aktiviert. Im Geschäftsjahr 2022 wie auch im Vorjahr wurden keine Fremdkapitalkosten aktiviert.

Leasingverhältnisse

Cherry erfasst als Leasingnehmer ein Nutzungsrecht am Leasingobjekt und eine Leasingverbindlichkeit zu Beginn des Leasingverhältnisses.

Für Leasingverhältnisse, deren zugrunde liegende Vermögenswerte als geringwertig anzusehen sind, werden in Ausübung des Wahlrechts des IFRS 16.5 keine Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten angesetzt. Vielmehr werden die Leasingzahlungen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses bzw. auf einer anderen systematischen Basis erfasst, sofern diese den Nutzen aus dem Leasingverhältnis repräsentativer abbildet. Gleiches gilt für Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von nicht mehr als 12 Monaten. Umfasst das Nutzungsrecht eine Verlängerungsoption, welche die Cherry Gruppe ihrer Auffassung nach mit hinreichender Sicherheit aus01 An unsere Investoren 03 Konzernabschluss Lagebericht

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üben wird, werden die Leasingzahlungen während der Optionslaufzeit mitberücksichtigt. Die Einschätzung basiert auf der jeweils aktuellen Geschäftssituation.

Die Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten, abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Im Cherry Konzern werden die Nutzungsrechte planmäßig linear über die jeweilig geltende Vertragslaufzeit abgeschrieben. Leasingverbindlichkeiten werden mit dem Barwert der über die Laufzeit der Leasingverhältnisse zu leistenden Leasingzahlungen bilanziert, die grundsätzlich unter Verwendung des Grenzfremdkapitalzinssatzes abgezinst werden, es sei denn, der implizite Zins des Leasingverhältnisses ist bekannt. Leasingverbindlichkeiten werden nachfolgend zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet und im Falle von Änderungen oder Neubewertung angepasst.

Wertminderung von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und Nutzungsrechten

Der Konzern überprüft die Werthaltigkeit der Buchwerte von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und Nutzungsrechten, sobald Hinweise auf eine mögliche Wertminderung des Vermögenswertes vorliegen, mindestens jedoch einmal im Jahr. Die Werthaltigkeit wird durch den Vergleich von Buchwert mit dem erzielbaren Betrag geprüft. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag, ist der Vermögenswert wertgemindert und wird erfolgswirksam auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben. Zur Ermittlung des Nutzungswerts als Ausprägung des erzielbaren Betrags werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst.

Erzeugt ein Vermögenswert keine Cashflows, die unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten sind, erfolgt die Überprüfung der Werthaltigkeit auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ("cash-generating-unit"), der der Vermögenswert angehört. Ist der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit niedriger als der Buchwert, ist eine Wertminderung in Höhe der Differenz zwischen dem Buchwert und dem niedrigeren erzielbaren Betrag vorzunehmen.

Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Ist dies der Fall, so wird der Buchwert des Vermögenswerts auf seinen erzielbaren Betrag erhöht. Dieser Betrag darf jedoch nicht den Buchwert übersteigen, der sich nach Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre. Eine Wertaufholung wird im Periodenergebnis erfasst.

Vorräte

Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, unfertige Erzeugnisse und Fertigerzeugnisse sowie Handelswaren werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder dem am Bilanzstichtag niedrigeren Nettoveräußerungswert erfasst. Ist der Nettoveräußerungswert der Vorräte zum Abschlussstichtag niedriger als deren Buchwert, werden individuelle Bewertungsabschläge auf Basis eines standardisierten Bewertungsmodells vorgenommen, welches die Lagerdauern der einzelnen Vorräte berücksichtigt. Vorräte, deren Alter bzw. Lagerdauer 24 Monate übersteigt, werden mit 50% wertberichtigt, für veraltete Vorräte, deren Alter 36 Monate übersteigt, wird ein Nettoveräußerungswert von Null angenommen.

Die Anschaffungskosten beinhalten im Wesentlichen den Einkaufspreis sowie Eingangsfrachten. Die Herstellungskosten umfassen Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten und Abschreibungen. Die Gemeinkostenzuschläge werden auf der Basis der Budgetplanung ermittelt und zum Stichtag mit den tatsächlichen Gemeinkostensätzen abgeglichen. Die Handelswaren sowie die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zum gewogenen Durchschnitt bewertet.

Finanzinstrumente

Nach IAS 32 ist ein Finanzinstrument ein vertraglich vereinbarter Anspruch oder eine vertraglich vereinbarte Verpflichtung, aus dem oder aus der ein Zu- oder Abfluss von finanziellen Vermögenswerten resultiert. Dies kann zum einen ein originäres Finanzinstrument sein, wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sowie Finanzforderungen und Finanzschulden und Wertpapiere, als auch ein derivatives Finanzinstrument, welches zur Absicherung gegen Risiken aus Änderungen von Währungskursen und Zinssätzen eingesetzt wird.

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Originäre Finanzinstrumente

Die wesentlichen im Konzern verwendeten Finanzinstrumente umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Bankdarlehen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Sichteinlagen sowie andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Fälligkeit von weniger als drei Monaten ab Erwerb und werden zum Nennwert angesetzt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden auf Basis ihrer Zahlungsstromeigenschaften sowie des Geschäftsmodells "Halten" zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Cherry Konzerns enthalten ausschließlich einen Anspruch gegenüber dem Kunden, den fälligen Betrag zu begleichen (Tilgungs-Zahlungsstrom auf den "Kapitalbetrag"). Eine Verzinsung ist für die Forderungen grundsätzlich nicht vorgesehen. Entsprechend fallen grundsätzlich keine vertraglichen Zinszahlungen an.

Um die Änderungen des Kreditrisikos nachzuverfolgen und festzustellen, verwendet Cherry für die Wertminderungsschätzung nach IFRS 9 Fälligkeitsbänder, um historische Ausfallraten auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu schätzen (simplified approach). Die (Groß-) Kunden der Cherry Gruppe werden anhand verschiedener Maßnahmen (Creditreform, Nutzung von Handelslimiten etc.) auf ihre insbesondere kurzfristige Zahlungsfähigkeit im Vorfeld und während der Kundenbeziehung überprüft. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass Forderungen vor Fälligkeit nahezu keine Wertminderung durch ein Ausfallrisiko bergen. Weiter wird allgemein unterstellt, dass die Ausfallwahrscheinlichkeit einer Forderung mit steigender Überfälligkeit stetig ansteigt. Hierfür wurden historische Daten sowie eine Erwartungskomponente in Bezug auf mögliche künftige Änderungen berücksichtigt.

Die üblichen Zahlungsziele liegen zwischen 20 und 30 Tagen, in Einzelfällen auch höher. Die Forderungsstruktur aus Lieferungen und Leistungen ist im Cherry-Konzern regelmäßig durch eine hohe Umschlagshäufigkeit geprägt. Der überwiegende Teil der offenen Forderungen sind im Jahr 2022 zur Fälligkeit bezahlt worden. Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine Forderungen in wesentlichem Umfang ertragswirksam ausgebucht. Die Cherry Gruppe analysiert monatlich die Fälligkeitsstruktur der Forderungen und überprüft regelmäßig die Bonität der Kunden. Es erfolgt ein strenges Mahnwesen. Durch die Corona-Pandemie sowie den Ukraine-Krieg haben sich bisher keine wesentlichen Auswirkungen auf den Forderungsbestand ergeben und werden aktuell nicht erwartet.

Auf Basis des simplified approach ergibt sich aktuell und unter Berücksichtigung der künftigen Erwartungen kein wesentlicher Wertminderungsbedarf, auch wenn grundsätzlich ein Ausfallrisiko besteht.

Bankdarlehen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden ebenfalls zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Eingebettete, trennungspflichtige Derivate werden zum Fair Value bewertet.

Finanzinstrumente werden in der Bilanz entsprechend ihrer Fristigkeit als kurz- oder langfristige Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Bilanzierung der Finanzinstrumente erfolgt zum Fälligkeitstermin.

Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen nach IFRS 9

Derivative Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet (Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet"; "at fair value through profit or loss"). Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als Schulden, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist. Gewinne oder Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von derivativen Finanzinstrumenten, die nicht die Kriterien für die Bilanzierung als Sicherungsbeziehung erfüllen, werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Die Cherry Gruppe hat im Geschäftsjahr 2022 wie im Vorjahr keine derivativen Finanzinstrumente abgeschlossen und wendet derzeit kein Hedge Accounting an. Ab dem 1. Quartal des Geschäftsjahrs 2023 werden Sicherungsgeschäfte auf Wechselkurse, insbesondere für den US-Dollar, abgeschlossen.

Die von Cherry abgeschlossenen Verträge für den Bezug, die Lieferung oder den Verbrauch von Edelmetallen (Gold, Silber, Kupfer) dienen dem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb und erfüllen somit regelmäßig die Voraussetzungen der so genannten "Own Use Exemption" gemäß IFRS 9.2.4, so dass es sich nicht um derivative Finanzinstrumente im Sinne des IFRS 9 handelt.

Rückstellungen

Rückstellungen berücksichtigen sämtliche am Bilanzstichtag erkennbaren rechtlichen oder faktischen Verpflichtungen des Konzerns gegenüber Dritten aufgrund von vergangenen Ereignissen, deren Höhe oder Eintrittszeitpunkt noch ungewiss sind. Sie werden angesetzt, wenn sie zu einem Mittelabfluss führen werden und verlässlich ermittelt oder geschätzt werden können. Der Ansatz erfolgt mit dem wahrscheinlichen Erfüllungsbetrag und berücksichtigt auch zukünftige Kostensteigerungen. Langfristige Rückstellungen werden zu einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt. Im Falle einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Zinsaufwand erfasst. Mit fortschreitendem Zeitverlauf werden die Rückstellungen bei neuen Erkenntnissen angepasst.

Pensionszusagen

Im Cherry Konzern existieren sowohl leistungsorientierte als auch beitragsorientierte Pensionspläne: Ein beitragsorientierter Plan ist ein Pensionsplan an eine nicht zum Konzern gehörende Gesellschaft (Fonds), an den fixe Beträge entrichtet werden. Die Cherry Gruppe hat keine rechtliche oder faktische Verpflichtung, zusätzliche Beiträge zu leisten, wenn der Fonds nicht genügend Vermögenswerte hält, um die Pensionsansprüche an die Beschäftigten aus den laufenden oder vorherigen Geschäftsjahren zu begleichen. Die Beiträge werden bei Fälligkeit im Personalaufwand erfasst. Geleistete Vorauszahlungen von Beiträgen werden in dem Umfang als Vermögenswert angesetzt, in dem ein Recht auf eine Rückzahlung oder eine Minderung künftiger Zahlungen besteht.

Leistungsorientierte Pensionspläne schreiben einen Betrag an Pensionsleistungen fest, den die Beschäftigten bei Renteneintritt erhalten werden und der in der Regel von einem oder mehreren Faktoren (Alter, Dienstzeit und Gehalt) abhängig ist.

Die in der Bilanz angesetzte Rückstellung für leistungsorientierte Pläne erfolgt nach dem in IAS 19 vorgeschriebenen versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit-Credit-Methode). Hierbei werden die zukünftigen Verpflichtungen auf der Grundlage, der zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche bewertet. Bei der Bewertung werden Trendannahmen (zum Beispiel bezüglich Gehaltsentwicklungen oder Rententrend) für die relevanten Größen berücksichtigt, die sich auf die Leistungshöhe auswirken. Entsprechend IAS 19 werden die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste unmittelbar und in voller Höhe erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.

Anteilsbasierte Vergütung

Anteilsbasierte Vergütungen werden ausgewählten Mitarbeitern des Managements über Beteiligungsprogramme gewährt. Weitere Informationen zu diesen Programmen sind im Abschnitt 11.3 zu finden.

Es handelt sich um equity-settled plans i.S.d. IFRS 2. Der daraus resultierende beizulegende Zeitwert wird zum Gewährungszeitpunkt ermittelt und als Personalaufwand mit einer entsprechenden Erhöhung des Eigenkapitals erfasst. Dieser wird unter Berücksichtigung von marktbezogenen Leistungsbedingungen sowie Nicht-Ausübungsbedingungen, jedoch ohne Berücksichtigung von Dienstbedingungen und nicht marktbezogenen Leistungsbedingungen ermittelt. Der Gesamtaufwand wird über den Erdienungszeitraum erfasst.

Ertragsteuern

Tatsächliche Ertragsteuern

Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende und frühere Perioden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag in denjenigen Ländern gelten, in denen der Konzern tätig ist und ein zu versteuerndes Einkommen erwirtschaftet. Steuern werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Posten, die unmittelbar im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst wurden. In diesem Fall werden die Steuern ebenfalls im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst.

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Latente Steuern

Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der Verbindlichkeitsmethode auf zum Bilanzstichtag bestehende temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz sowie auf steuerliche Verlustvorträge.

Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und nicht genutzten Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass das zu versteuernde Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können. Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Latente Steueransprüche und -schulden werden zu künftigen Steuersätzen bewertet, wobei Steuersatzänderungen grundsätzlich dann berücksichtigt werden, wenn deren Inkrafttreten mit hinreichender Wahrscheinlichkeit erwartet werden kann.

Latente Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital bzw. im sonstigen Ergebnis erfasst werden, werden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern ebenfalls im Eigenkapital bzw. im sonstigen Ergebnis erfasst.

Umsatz- und Ertragsrealisierung

Voraussetzung für die Umsatzerfassung ist, dass ein gültiger Vertrag sowie identifizierbare, aus dem Vertrag resultierende Leistungsverpflichtungen vorliegen, die Zahlungsmodalitäten ersichtlich sind, der Vertrag wirtschaftliche Substanz hat und es wahrscheinlich ist, dass die vereinbarte Gegenleistung zufließen wird. Soweit unterschiedliche Verträge mit Kunden, die zeitgleich oder zeitnah vereinbart wurden, nicht unabhängig voneinander sind, sind sie als ein Vertrag zu analysieren. In der Folge sind Umsatzerlöse zu erfassen, sobald eine Leistungsverpflichtung erfüllt wurde.

Umsätze werden im Cherry Konzern grundsätzlich zu einem Zeitpunkt erfasst.

Umsatzerlöse aus Verkäufen von Produkten werden zum Zeitpunkt des Übergangs der Verfügungsmacht an den Händler oder Kunden – auch unter Hinzuziehung von unterschiedlichen Incoterms – erfasst, d.h. wenn die jeweilige Leistungsverpflichtung erfüllt wurde. Bei Verkäufen an Endverbraucher über den Vertriebskanal "eCommerce" werden die Umsatzerlöse während der gesetzlichen Widerrufsfrist um eine erwartete Rücksendequote korrigiert. Für das Geschäftsjahr 2022 waren die Umsatzerlöse aus dem Geschäft mit Endkunden in Deutschland noch zu vernachlässigen.

Bei der Ermittlung des Betrags, welcher als Umsatzerlös für erfüllte Leistungsverpflichtungen zu erfassen ist, sind variable Bestandteile der vereinbarten Gegenleistung zu berücksichtigen. Dazu zählen zum Beispiel Rabatte, Leistungsanreize oder Boni. Umsatzerlöse aus variablen Bestandteilen dürfen dabei nur erfasst werden, soweit es sehr wahrscheinlich ist, dass diese künftig nicht wieder zu stornieren sind. Soweit in einem Vertrag mehrere Leistungsverpflichtungen vereinbart werden, ist die vereinbarte Gegenleistung für Zwecke der Umsatzerfassung auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf die einzelnen Leistungsverpflichtungen zu verteilen. Cherry verhandelt in der Regel die einzelnen Leistungskomponenten separat. Vereinbart werden grundsätzlich Preise, welche dem Vergleich mit einem Einzelverkaufspreis standhalten.

Erträge, die nicht aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stammen, werden als sonstige betriebliche Erträge erfasst. Hierzu zählen insbesondere realisierte Währungsgewinne.

Zinserträge werden periodengerecht erfasst, wenn die Zinsen entstanden sind. Dividenden werden ergebniswirksam mit Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung vereinnahmt.

Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ermittelt sich aus der Division des Konzernergebnisses, der den Aktionären der Cherry SE zugerechnet werden kann, durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der während des Geschäftsjahrs in Umlauf befindlicher Aktien. Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird unter der Annahme berechnet, dass alle potenziell verwässernden aktienbasierten Vergütungspläne umgewandelt bzw. ausgeübt werden.

01 An unsere Investoren 03 Konzernabschluss Lagebericht

Anhang 02 Zusammengefasster 04 Einzelabschluss 05 Weitere Informationen

Schätzänderungen

Die Cherry Gruppe verwendet zur Bewertung ihrer Vorräte an Rohstoffen, eigenen Erzeugnissen sowie Handelswaren die Standardkostenmethode nach IAS 2.21. Die zur Bewertung der Vorräte verwendeten Standardkosten werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. Im 1. Halbjahr führte dies aufgrund der im allgemeinen steigenden Preise, insbesondere auch bei den Transportkosten, zu einer Erhöhung der Bewertung der Vorratsbestände um durchschnittlich 2,4%.

Des Weiteren erfolgte eine Neueinschätzung der erforderlichen Bewertungsabschläge bei den Vorräten im Hinblick auf die Marktgängigkeit. So erfolgte bisher eine 50%ige Wertberichtigung für Vorräte, die älter als 12 Monate waren. Nach dem neuen Schätzmodell werden Vorräte zu 50% wertberichtigt, wenn diese 24 Monate oder älter sind, nach 36 Monaten erfolgt eine vollständige Wertberichtigung. Diese Änderung wurde gemäß IAS 8.34 vorgenommen, um den geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Folge zu leisten, insbesondere der Verlangsamung logistischer Prozesse sowie der strategischen Bevorratung im Zuge der Umsetzung der eCommerce-Strategie.

Da sich die Änderung der Schätzung auf den bilanziellen Wertansatz von Vermögenswerten bezieht, wird der Effekt gemäß IAS 8.37 in der Periode der Umstellung ergebniswirksam erfasst. Aus dieser Schätzänderung ergab sich im Berichtszeitraum ein positiver Ergebniseffekt in Höhe von TEUR 2.278. Dieser ergebnisverbessernde Effekt wird sich in zukünftigen Perioden durch die Erfassung höherer proportionaler Materialkosten – im Zeitpunkt des Abverkaufs der Vorräte – umdrehen.

5. NEUE STANDARDS UND INTERPRETATIONEN

Im Geschäftsjahr erstmals verpflichtend anzuwendende neue und überarbeitete Standards und Interpretationen

Im vorliegenden Konzernabschluss waren erstmals die folgenden vom International Accounting Standards Board überarbeiteten Standards verpflichtend anzuwenden:

  • IFRS 3 "Änderungen von Verweisen zum aktualisierten Rahmenkonzept"
  • IAS 37 "Belastende Verträge Kosten der Vertragserfüllung"
  • IAS 16 "Sachanlagen Erträge vor der beabsichtigten Nutzung"
  • IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16 und IAS 41 "Jährliche Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2018 – 2020)"

Aus der Anwendung dieser Änderungen ergaben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss zum 31.12.2022.

Nicht angewendete Standards und Interpretationen (veröffentlicht, aber noch nicht verpflichtend anzuwenden bzw. zum Teil in der EU noch nicht anzuwenden)

Der International Accounting Standards Board (IASB) und das IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) haben weitere Standards und Interpretationen verabschiedet, die für das Geschäftsjahr 2022 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind bzw. deren Anerkennung durch die EU teilweise noch aussteht.

Standard/
Interpretation
Titel Verpflichtender
Erstanwendungszeit
punkt für Cherry
Erwartete
Auswirkungen
auf Cherry
IFRS 17 Versicherungsverträge 01.01.2023 keine
Angabe von Bilanzierungs- und Keine
IAS 1 Bewertungsmethoden 01.01.2023 wesentlichen
Definition von rechnungsle Keine
IAS 8 gungsbezogenen Schätzungen 01.01.2023 wesentlichen
Latente Steuern auf Vermögens
werte und Schulden, die aus einer
IAS 12 einzigen Transaktion resultieren 01.01.2023 keine
Erstanwendung von IFRS 17 und
IFRS 17 IFRS 9–Vergleichsinformationen 01.01.2023 keine
Leasingverbindlichkeit aus einer
IFRS 161 Sale-and-Leaseback-Transaktion 01.01.2024 keine
Klassifizierung von Verbindlich
IAS 11 keiten als kurz- oder langfristig 01.01.2024 keine
Langfristige Verbindlichkeiten
IAS 11 mit Covenants 01.01.2024 keine

1 Die Anerkennung durch die EU steht derzeit noch aus.

6. ERLÄUTERUNGEN ZU DEN KONZERNAKTIVA

6.1. Sachanlagen

Die Entwicklung des Sachanlagevermögens stellt sich wie folgt dar:

Grundstücke, grundstücks Andere Anlagen, Geleistete
gleiche Rechte und Bauten Betriebs- und Anzahlungen
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten einschließlich der Bauten auf Technische Anlagen Geschäfts und Anlagen
in T€ fremden Grundstücken und Maschinen ausstattung im Bau Summe
01.01.2021 1.036 20.204 2.757 1.820 25.818
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 2 8 40 50
Zugänge 93 3.754 1.258 1.906 7.011
Abgänge -26 -159 -185
Umbuchungen 1.381 4 -1.713 -328
Währungsumrechnungseffekte 3 276 26 5 310
Stand 31.12.2021 1.134 25.623 4.059 1.859 32.676
Zugänge 67 2.249 592 2.630 5.538
Abgänge -851 -93 -20 -964
Umbuchungen 89 -75 -32 -17
Währungsumrechnungseffekte -32 -2 -2 -38
Stand 31.12.2022 1.201 27.078 4.481 4.436 37.195
01 An unsere Investoren
02 Zusammengefasster
Lagebericht
03 Konzernabschluss
Anhang
04 Einzelabschluss 05 Weitere Informationen Cherry SE Geschäftsbericht 2022
Abschreibungen und Wertminderungen
in T€
Grundstücke, grundstücks
gleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf
fremden Grundstücken
Technische Anlagen
und Maschinen
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäfts
ausstattung
Geleistete
Anzahlungen
und Anlagen
im Bau
Summe
01.01.2021 42 1.121 154 1.317
Abschreibung des Jahres 106 5.433 693 6.232
Wertminderung
Abgänge -18 -18
Umbuchungen -
Währungsumrechnungseffekte 3 167 34 204
Stand 31.12.2021 151 6.721 863 7.735
Abschreibung des Jahres 112 5.131 874 6.117
Wertminderung 137 23 160
Abgänge -829 -87 -916
Umbuchungen
Währungsumrechnungseffekte -9 -9
Stand 31.12.2022 263 11.151 1.673 13.087
Nettobuchwert
01.01.2021 994 19.083 2.603 1.820 24.502
31.12.2021 983 18.902 3.196 1.859 24.941
31.12.2022 938 15.927 2.808 4.436 24.109

In den Umbuchungen enthalten sind die Umgliederungen aus den Anlagen im Bau in die Sachanlagen.

In den Grundstücken, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken sind Mietereinbauten ausgewiesen.

Das Bestellobligo für das Sachanlagevermögen beläuft sich zum 31.12.2022 auf TEUR 1.147 (31.12.2021: TEUR 4.339).

Die Wertminderungen des Jahres 2022 in Höhe von TEUR 160 sind in der Gesamtergebnisrechnung unter dem Posten "Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen" ausgewiesen, beziehen sich im Wesentlichen auf vollständig wertgeminderte Werkzeuge, Testvorrichtungen und Formen für die Cherry VIOLA Switches in den Segmenten Cherry Europe GmbH (TEUR 142) und Zhuhai Cherry Electronics Co. Ltd (TEUR 18) und resultieren aus der geringen Nachfrage nach diesen Switches sowie der Entscheidung, die Technologie "Cherry VIOLA" nicht mehr weiter zu verfolgen und das Geschäft mit den zugehörigen Schaltern und Keyboards auslaufen zu lassen.

6.2. Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Immaterielle
Vermögenswerte
in T€
Entwicklungskosten
und selbstgeschaffene
gewerbliche Schutz
rechte und ähnliche
Rechte und Werte
Entwicklungs
kosten für in
Entwicklung
befindliche
Projekte
Gewerbliche
Schutzrechte,
Lizenzen und
Patente
Kunden
stamm
Marke Geschäfts
oder
Firmenwert
Geleistete
Anzahlungen
Summe
Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten
Stand 01.01.2021 4.902 5.605 978 20.932 50.070 103.217 185.704
Zugänge aus Unternehmens
zusammenschlüssen 1.459 17 95 3.052 4.623
Zugänge 2.642 213 76 2.931
Abgänge
Umbuchungen 7.138 -7.138 328 328
Währungsumrechnungseffekte 82 2.271 2.353
Stand 31.12.2021 13.499 1.109 1.618 20.932 50.165 108.540 76 195.939
Zugänge 3.090 577 578 4.245
Abgänge -27 -11 -38
Umbuchungen 17 17
Währungsumrechnungseffekte -12 129 117
Stand 31.12.2022 13.499 4.160 2.184 20.932 50.165 108.669 671 200.280
01 An unsere Investoren 02 Zusammengefasster
Lagebericht
03 Konzernabschluss
Anhang
04 Einzelabschluss 05 Weitere Informationen Cherry SE Geschäftsbericht 2022
Immaterielle
Vermögenswerte
in T€
Entwicklungskosten
und selbstgeschaffene
gewerbliche Schutz
rechte und ähnliche
Rechte und Werte
Entwicklungs
kosten für in
Entwicklung
befindliche
Projekte
Gewerbliche
Schutzrechte,
Lizenzen und
Patente
Kunden
stamm
Marke Geschäfts
oder
Firmenwert
Geleistete
Anzahlungen
Summe
Abschreibungen und
Wertminderungen
Stand 01.01.2021 139 297 654 1.091
Abschreibung des Jahres 1.334 702 2.617 4.653
Wertminderung
Abgänge
Währungsumrechnungseffekte 87 87
Stand 31.12.2021 1.473 1.086 3.271 5.831
Abschreibung des Jahres 2.233 246 2.617 5.096
Wertminderung 812 1 29.882 30.695
Abgänge -4 -4
Währungsumrechnungseffekte
Stand 31.12.2022 4.518 1.329 5.888 29.882 41.618
Nettobuchwert
Stand 01.01.2021 4.763 5.605 681 20.278 50.070 103.217 184.614
Stand 31.12.2021 12.026 1.109 532 17.661 50.165 108.540 76 190.109
Stand 31.12.2022 8.981 4.160 855 15.044 50.165 78.787 671 158.663

Die im Rahmen der Kaufpreisallokation der Cherry Gruppe identifizierten immateriellen Vermögenswerte sind zum 31. Dezember 2022 mit folgenden Buchwerten aktiviert: Geschäfts- und Firmenwert mit TEUR 75.277 (31.12.2021: TEUR 105.030) sowie ein Kundenstamm mit TEUR 15.045 (31.12.2021: TEUR 17.661) und Markenrechte in Höhe von TEUR 50.070 (31.12.2021: TEUR 50.070). Der Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts aus dem Erwerb der Active Key beläuft sich zum 31.12.2022 auf TEUR 3.052 (31.12.2021: TEUR 3.052), der Buchwert der erworbenen Technologie auf TEUR 648 (31.12.2021: TEUR 1.134) und der Buchwert der erworbenen Marke auf TEUR 95 (31.12.2021: TEUR 95).

Die Markenrechte an Cherry wurden berechnet aus der Ermittlung der Barwerte von fiktiven Lizenzerträgen auf die der Marke zurechenbaren Umsätze. Der aktivierte Geschäfts- oder Firmenwert und die Markenrechte sind mit ihren Werten im Rahmen des Erwerbs der Cherry Holding GmbH und ihrer Tochterunternehmen angesetzt worden und haben eine unbestimmte Nutzungsdauer. Die Marke ist seit Jahrzehnten gut etabliert (Cherry besteht seit 1958) und es besteht die Absicht, diese weiterhin zu nutzen. Die unter der Marke vertriebenen Produkte werden nach aktuellem Stand für den Konzern Nettomittelzuflüsse für einen unbegrenzten Zeitraum generieren. Der Goodwill und die Marke wurden im Geschäftsjahr 2022 wie auch im Vorjahr einem Werthaltigkeitstest unterzogen.

In den Entwicklungskosten und selbst geschaffenen gewerblichen Schutzrechten und ähnlichen Rechten und Werten sind erworbene Entwicklungskosten mit einem Buchwert von TEUR 4.397 (31.12.2021: TEUR 5.307) enthalten.

Die Wertminderungen des Jahres 2022 auf Entwicklungskosten sind in der Gesamtergebnisrechnung unter dem Posten "Forschungs- und Entwicklungskosten" ausgewiesen, beziehen sich im Wesentlichen auf vollständig wertgeminderte aktivierte Entwicklungskosten für die Cherry VIOLA Switches im Segment Cherry Europe GmbH und resultieren aus der geringen Nachfrage nach diesen Switches sowie der Entscheidung, die Technologie "Cherry VIOLA" nicht mehr weiter zu verfolgen und das Geschäft mit den zugehörigen Schaltern und Keyboards auslaufen zu lassen.

Das Bestellobligo für immaterielle Vermögenswerte beläuft sich zum 31.12.2022 auf TEUR 111 (31.12.2021: TEUR 73).

Impairment-Test für Goodwill und Marke

Für Zwecke des Werthaltigkeitstests für den Goodwill (TEUR 75.277, 31.12.2021: TEUR 105.030) und die Marke (TEUR 50.070, 31.12.2021: TEUR 50.070), die im Rahmen des Erwerbs der Cherry Gruppe entstanden sind, hat Cherry als zahlungsmittelgenerierende Einheit die rechtlich selbständigen Tochtergesellschaften definiert. Diese sind die Cherry Europe GmbH (Auerbach) (Goodwill TEUR 45.849, 31.12.2021: EUR 75.731), Cherry Americas LLC (Wisconsin/USA) (Goodwill TEUR 9.851, 31.12.2021: TEUR 9.276), die Zhuhai Cherry Electronics Co. Ltd. (Zhuhai/China) (Goodwill TEUR 19.577, 31.12.2021: TEUR 20.022) und die Cherry Electronics (Hong Kong) Co Ltd. (Hong Kong/China). Der Goodwill und die Marke werden auf diese Tochtergesellschaften aufgeteilt, da sie diesen rechtlichen Einheiten, ihren Produkten und geografischen Regionen Nutzen stiften.

Für den Impairment Test 2022 ermittelt sich der erzielbare Betrag als Nutzungswert. Grundsätzlich wird die Discounted Cash-Flow-Methode zur Ermittlung der Werthaltigkeit angewendet.

Die Kalkulationen beruhen auf prognostizierten Umsatzerlösen, dem prognostizierten EBIT sowie EBITDA, die den aktuellsten Planungen des Managements entnommen sind. Im Detailplanungszeitraum von 5 Jahren wird aktuell von durchschnittlichen Umsatzwachstumsraten von 7,1% (Cherry Europe GmbH), 20,5% (Cherry Americas LLC), 14,1% (Zhuhai Cherry Electronics Co. Ltd.) und 16,1% (Cherry Electronics (Hong Kong) Co. Ltd.) (2021: 16,9%) ausgegangen. Nach der Detailplanungsperiode wurde für alle zahlungsmittelgenerierenden Einheiten eine Wachstumsrate von jeweils 1% (2021: 1%) bei einer etwa gleichbleibenden Bruttomarge unterstellt. Für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurden Kapitalkosten von 8,25% (Cherry Europe GmbH), 8,26% (Cherry Americas LLC) und 8,56% (Zhuhai Cherry Electronics Co. Ltd. und Cherry Electronics (Hong Kong) Co. Ltd.) (2021: 7,65%) zugrunde gelegt.

In 2021 gab es auf Basis des so ermittelten erzielbaren Betrags bei keiner zahlungsmittelgenerierenden Einheit einen Impairmentbedarf. In 2022 wurde eine Wertminderung von TEUR 29.882 auf den Goodwill der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Cherry Europe GmbH, die gleichzeitig ein Segment darstellt, erfasst. Der Buchwert des Goodwills der Cherry Europe GmbH beträgt zum 31.12.2022 somit TEUR 45.849. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit beläuft sich auf TEUR 136.761 und entspricht dem Nutzungswert. Deren Berechnung lagen Kapitalkosten von 8,25% zugrunde. Der Impairmentbedarf resultiert im Wesentlichen daraus, dass die wirtschaftliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2022 sowie der bisherige Geschäftsverlauf im ersten Quartal 2023 dazu geführt haben, dass die Gesellschaft vom ursprünglichen Wachstumspfad abweicht und die Geschäftsentwicklung für 2023 sowie die Folgejahre überprüft und den aktuellen Gegebenheiten angepasst hat. Die reduzierten Wachstumserwartungen sowie die gestiegenen Kapitalkosten wirken sich negativ auf den zukünftigen Nutzenzufluss aus.

Für die Marke mit einem Buchwert von TEUR 50.070 ergab sich keine Wertminderung.

Der Goodwill aus dem Unternehmenserwerb an der Theobroma Systems Design und Consulting GmbH im Geschäftsjahr 2020 in Höhe von TEUR 458 wurde einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Es ergab sich kein Impairmentbedarf.

Der Goodwill und die Marke aus dem Unternehmenserwerb an der Active Key im Geschäftsjahr 2021 in Höhe von TEUR 3.052 bzw. TEUR 95 wurden ebenfalls einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Es ergab sich kein Impairmentbedarf.

6.3. Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten

Die Nutzungsrechte (NR) haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

NR Geschäfts
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und Betriebs
in T€ NR Bauten NR Maschinen NR Werkzeuge NR Fuhrpark ausstattung Summe
Stand 01.01.2021 10.372 4.250 2.178 447 43 17.291
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 291 20 311
Zugänge 300 4.396 428 152 5.276
Abgänge -177 -91 -268
Umbuchungen
Währungsumrechnungseffekte 161 7 168
Stand 31.12.2021 10.947 8.646 2.606 535 43 22.778
Zugänge 56 1.416 478 371 2.321
Abgänge -167 -15 -182
Umbuchungen 20 -20
Währungsumrechnungseffekte -10 -2 -12
Stand 31.12.2022 10.993 10.062 3.084 757 8 24.905

Anhang

NR Geschäfts
Abschreibungen und Wertminderungen
in T€
NR Bauten NR Maschinen NR Werkzeuge NR Fuhrpark und Betriebs
ausstattung
Summe
Stand 01.01.2021 321 311 138 54 5 829
Abschreibung des Jahres 1.364 1.734 731 200 20 4.049
Wertminderung
Abgänge -158 -57 -215
Umbuchungen
Währungsumrechnungseffekte 112 14 126
Stand 31.12.2021 1.639 2.045 869 211 25 4.789
Abschreibung des Jahres 1.393 1.925 508 192 4 4.022
Wertminderung 1.661 1.661
Abgänge -103 -16 -119
Umbuchungen 18 -18
Währungsumrechnungseffekte -1 -1
Stand 31.12.2022 3.031 5.631 1.377 318 -5 10.352
Nettobuchwert
Stand 01.01.2021 10.051 3.939 2.040 393 38 16.459
Stand 31.12.2021 9.308 6.601 1.737 324 18 17.989
Stand 31.12.2022 7.962 4.431 1.707 439 13 14.553

Die Leasingaktivitäten der Cherry Gruppe beziehen sich im Wesentlichen auf das Leasen von Maschinen, Werkzeugen, Fuhrpark, Immobilien und IT. Leasingverträge für Maschinen liegen in der Regel zwischen 4 und 7 Jahren. Werkzeuge haben eine Laufzeit von 4 Jahren, bei Fahrzeugen liegt die Laufzeit bei 3 – 4 Jahren, Immobilienverträge haben eine Laufzeit von 10 – 12 Jahren und IT-Equipment von 3 – 5 Jahren.

Anhang

Cherry SE Geschäftsbericht 2022

Die Leasingverbindlichkeiten stellen sich wie folgt dar:

Langfristige Schulden

in T€ 31.12.2022 31.12.2021
Leasingverbindlichkeit Bauten 6.665 7.965
Leasingverbindlichkeit Maschinen 4.546 4.969
Leasingverbindlichkeit Werkzeuge 1.416 1.418
Leasingverbindlichkeit Fuhrpark 263 185
Leasingverbindlichkeit Geschäfts
und Betriebsausstattung 8 12
Summe 12.898 14.549

Kurzfristige Schulden

in T€ 31.12.2022 31.12.2021
Leasingverbindlichkeit Bauten 1.439 1.435
Leasingverbindlichkeit Maschinen 1.855 1.846
Leasingverbindlichkeit Werkzeuge 557 550
Leasingverbindlichkeit Fuhrpark 171 145
Leasingverbindlichkeit Geschäfts
und Betriebsausstattung 5 6
Summe 4.027 3.982

Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten:

in T€ 2022 2021
bis 1 Jahr 4.027 3.982
1 bis 5 Jahre 10.002 10.481
über 5 Jahre 2.896 4.068
Summe 16.925 18.531
Leasingverbindlichkeit Bauten 8.104 9.400
bis 1 Jahr 1.439 1.435
1 bis 5 Jahre 3.887 4.389
über 5 Jahre 2.778 3.576
Leasingverbindlichkeit Maschinen 6.401 6.815
bis 1 Jahr 1.855 1.846
1 bis 5 Jahre 4.482 4.554
über 5 Jahre 64 415
Leasingverbindlichkeit Werkzeuge 1.973 1.968
bis 1 Jahr 557 550
1 bis 5 Jahre 1.362 1.341
über 5 Jahre 54 77
Leasingverbindlichkeit Fuhrpark 434 330
bis 1 Jahr 171 145
1 bis 5 Jahre 263 185
Leasingverbindlichkeit Geschäfts
und Betriebsausstattung 13 18
bis 1 Jahr 5 6
1 bis 5 Jahre 8 12

Anhang

Cherry SE Geschäftsbericht 2022

In der Berichtsperiode wurden folgende Beträge erfolgswirksam erfasst:

in T€ 2022 2021
Abschreibung der Nutzungsrechte 4.022 4.049
Wertminderungen auf Nutzungsrechte 1.661
Zinsaufwand für Leasingverbindlichkeiten 290 389
Leasingaufwand für kurzfristige
Leasingverhältnisse
67
Leasingaufwand für Leasingverhältnisse über
geringwertige Vermögenswerte 107 101
Erfolgswirksam erfasster Gesamtbetrag 6.080 4.606

Die Wertminderungen des Jahres 2022 in Höhe von TEUR 1.661 sind in der Gesamtergebnisrechnung unter dem Posten "Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen" ausgewiesen, beziehen sich auf drei vollständig wertgeminderte Nutzungsrechte aus Leasingverträgen über Maschinen im Rahmen der Produktion der Cherry VIOLA Switches im Segment Cherry Europe GmbH und resultieren aus der geringen Nachfrage nach diesen Switches sowie der Entscheidung, die Technologie "Cherry VIOLA" nicht mehr weiter zu verfolgen und das Geschäft mit den zugehörigen Schaltern und Keyboards auslaufen zu lassen.

Die Zahlungsmittelabflüsse der Gruppe für Leasingverhältnisse betrugen 2022 TEUR 4.437 (2021: TEUR 3.982).

Cherry hat zum 31.12.2022 Leasingverträge über zwei Montageautomaten abgeschlossen, deren Laufzeit erst in 2023 beginnen wird. Die unkündbaren Grundlaufzeiten belaufen sich auf 60 bzw. 84 Monate. Die monatlichen Leasingraten betragen zusammen etwa TEUR 110.

6.4. Vorräte

Die Aufteilung der Vorräte ergibt sich aus der nachfolgenden Aufstellung:

in T€ 31.12.2022 31.12.2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 16.321 13.816
Unfertige Erzeugnisse 2.407 2.303
Fertige Erzeugnisse 12.845 12.091
Handelsware 33.182 15.128
Geleistete Anzahlungen 266 818
Summe 65.021 44.156

Der Anstieg der Vorräte ist in erster Linie durch einen mengenmäßigen Bestandsaufbau getrieben. Wertmäßig trugen die in 2022 deutlich gestiegenen Transportkosten zu einer Erhöhung der Anschaffungs- und Herstellungskosten bei.

Die Summe der Wertberichtigungen auf die Vorräte beläuft sich zum 31.12.2022 inkl. Berücksichtigung von Wechselkurseinflüssen auf TEUR 1.895 (31.12.2021: TEUR 1.165). Darin enthalten ist ein positiver Effekt aus der Schätzungsänderung für Bewertungsabschläge in Höhe von TEUR 2.278, welche unter Kapiel 4 "Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" genauer erläutert wird. Des Weiteren sind darin Netto-Wertberichtigungen auf Vorräte von VIOLA Tastaturschaltern, Keyboards und Ersatzteilen in Höhe von TEUR 901 enthalten, welche nicht im EBITDA, sondern nur im EBIT ausgewiesem werden.

Die Bestandsabwertungen waren im Geschäftsjahr 2022 wie im Vorjahr in voller Höhe in den Umsatzkosten enthalten.

Die Erhöhung des Wertberichtigungsbedarfs in 2022 ist im zum einen auf einen stärkeren USD-Kurs zum Jahresende 2022 im Vergleich zu 2021 zurückzuführen, da ein Großteil der Rohstoffe und Handelswaren in USD bezogen wird, zum anderen auf die Wertberichtigungen im Zusammenhang mit der Beendigung des Geschäfts mit Cherry VIOLA-Tastaturschaltern und Keyboards.

Anhang

6.5. Sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen nicht-finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

in T€ 31.12.2022 31.12.2021
Forderungen aus sonstigen Steuern 352 477
Rechnungsabgrenzungen 561 680
Sonstiges 1.327 177
Sonstige Vermögenswerte 2.240 1.334

Die Forderungen aus sonstigen Steuern betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Umsatzsteuer.

Die Rechnungsabgrenzungen enthalten im Wesentlichen Vorauszahlungen für Dienstleistungen, SAP-User sowie sonstige Software-Lizenzen, Wartungsleistungen und Versicherungen. Unter Sonstiges sind zum einen Kautionszahlungen für gemietete Büroräume und zum anderen, in diesem Geschäftsjahr, Sondereffekte aus dem Wechsel eines chinesischen Distributors enthalten. In diesem Zusammenhang wurden Waren, welche zum Bilanzstichtag noch nicht zurückgenommen wurden, unter Berücksichtigung der Regelungen des IFRS 15 als sonstige nicht-finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen.

7. ERLÄUTERUNGEN ZU DEN KONZERNPASSIVA

7.1. Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Das Gezeichnete Kapital des Mutterunternehmens in Höhe von TEUR 24.300 (31.12.2021: TEUR 24.300) ist voll eingezahlt. Davon werden TEUR 907 durch die Cherry SE selbst gehalten.

Am 25. Mai 2021 hat der einzige Gesellschafter der Gesellschaft in einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung beschlossen, das gezeichnete Kapital von 36.253,00 EUR um 1.963.747,00 EUR auf 2.000.000,00 EUR mittels Entnahme aus der Kapitalrücklage zu erhöhen (Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln), um vor der Wirksamkeit der Umwandlung der Rechtsform der Gesellschaft in eine Aktiengesellschaft die gesetzlichen Anforderungen an das gezeichnete Kapital einer Aktiengesellschaft zu erfüllen.

In der Hauptversammlung vom 11. Juni 2021 wurde die Erhöhung des Grundkapitals von 2.000.000,00 EUR um 18.000.000,00 EUR auf 20.000.000,00 EUR mittels Entnahme aus der Kapitalrücklage (Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln) beschlossen. Gleichzeitig wurde ein genehmigtes Kapital in Höhe von 10.000.000,00 EUR beschlossen. Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Juni 2026 gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu 10.000.000,00 EUR zu erhöhen, wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann (Genehmigtes Kapital 2021/I).

In der Hauptversammlung vom 23. Juni 2021 wurde die Erhöhung des Grundkapitals von 20.000.000,00 EUR um 4.300.000,00 EUR auf 24.300.000,00 EUR beschlossen. Gleichzeitig wurde ein bedingtes Kapital in Höhe von 10.000.000,00 EUR beschlossen (Bedingtes Kapital 2021/I).

Aktienrückkaufprogramm

Der Vorstand hat am 9. Juni 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, unter Ausnutzung der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 23. Juni 2021 ein Aktienrückkaufprogramm aufzulegen ("Aktienrückkaufprogramm 2022"). Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms 2022 können im Zeitraum vom 13. Juni 2022 bis zum 30. Juni 2023 bis zu insgesamt 2.000.000 eigene Aktien (dies entspricht bis zu ca. 8,2% des zu Jahresbeginn vorhandenen Grundkapitals der Gesellschaft) zu einem Gesamtkaufpreis (ohne Erwerbsnebenkosten) von maximal EUR 25,0 Mio. bis zu einer Preisobergrenze von EUR 14,00 je Aktie zurückgekauft werden. Bis zum Bilanzstichtag wurden im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms 2022 insgesamt 907.117 Aktien im Volumen von rund TEUR 6.824 erworben. Das entspricht rund 3,7% des Grundkapitals der Gesellschaft. Die auf diesem Weg erworbenen eigenen Aktien der Gesellschaft können zu allen von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 23. Juni 2021 genehmigten Zwecken verwendet werden, insbesondere als Kaufpreisbestandteil für den Erwerb von Unternehmen oder zur Bedienung von Mitarbeiterbetei01 An unsere Investoren 03 Konzernabschluss Lagebericht

Anhang 02 Zusammengefasster 04 Einzelabschluss 05 Weitere Informationen

ligungsprogrammen. Die eigenen Anteile werden in der Bilanz vom Eigenkapital abgezogen. Hieraus ergibt sich eine Reduzierung des gezeichneten Kapitals in Höhe von TEUR 907 und der Kapitalrücklage in Höhe von TEUR 5.917 zzgl. der aus dem Aktienrückkauf entstanden Transaktionskosten in Höhe von TEUR 17.

Zum 31.12.2022 umfasst das gezeichnete Kapital 24.300.000 (31.12.2021: 24.300.000) auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennwert (Stückaktien), wovon 907.117 von der Gesellschaft selbst gehalten werden.

Entwicklung der Aktienanzahl

in Stk. 2022 2021
Stand 1.1. 24.300.000
Bei Formwechsel entstanden 2.000.000
Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln 18.000.000
Im Rahmen des Börsengangs ausgegeben
Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms
4.300.000
zurückerworben -907.117
Stand 31.12. 23.392.883 24.300.000

Kapitalrücklage

Der Wert der Kapitalrücklage betrug zum 31. Dezember 2022 TEUR 257.585 (31.12.2021: TEUR 263.280). Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms 2022 verminderte sich die Kapitalrücklage um TEUR 5.934. Im Zuge des Börsengangs in 2021 wurden EUR 133,3 Mio. in die Kapitalrücklage eingezahlt. Die direkt der Eigenkapitalbeschaffung im Zuge des Börsengangs zuzuordnenden Kosten in Höhe von EUR 6,3 Mio. abzgl. darauf entfallender Ertragsteuern in Höhe von EUR 1,8 Mio. wurden von der Kapitalrücklage abgezogen. Des Weiteren verminderte sich die Kapitalrücklage in 2021 durch zwei Kapitalerhöhungen aus Gesellschaftsmitteln in Höhe von EUR 20,0 Mio.

Das seit 30. September 2020 bestehende Beteiligungsprogramm für das Management sowie den Beirat wurde im Zuge des Börsengangs abgerechnet und beendet. Hieraus ergaben sich in 2021 nach IFRS 2 zu erfassende nicht-zahlungswirksame Personalaufwendungen in Höhe von TEUR 3.757, die mit der Kapitalrücklage verrechnet wurden.

Im Zusammenhang mit dem Börsengang wurde ein neues anteilsbasiertes Vergütungsprogramm (LTI = Long Term Incentive Program) zunächst nur für den Vorstand der Cherry SE aufgesetzt. Dieses wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr auf weitere Mitglieder des Managements ausgeweitet. Es wird auf die Ausführungen in Abschnitt 11.3 Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen verwiesen. Hieraus resultieren Personalaufwendungen in Höhe von TEUR 240 (2021: TEUR 197), die gem. IFRS 2 direkt im Eigenkapital zu erfassen sind und somit die Kapitalrücklage erhöht haben.

Übriges kumuliertes Eigenkapital

Das übrige kumulierte Eigenkapital für Gewinne und Verluste aus Währungsdifferenzen in Höhe von TEUR 4.777 (2021: TEUR 3.860) resultiert aus den Differenzen aus der Umrechnung der Abschlüsse der ausländischen Tochterunternehmen in die Berichtswährung des Konzerns (Euro).

Des Weiteren werden versicherungsmathematische Gewinne aus Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 121 (2021: Gewinn TEUR 7) erfasst und darauf anfallende latente Steuern in Höhe von TEUR -35 (2021: TEUR -2) werden ebenfalls im Übrigen kumulierten Eigenkapital ausgewiesen.

Die Entwicklung des Eigenkapitals ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

7.2. Rückstellungen für Pensionen

Diese Rückstellung beinhaltet die Deferred Compensation für Führungskräfte und die leistungsorientierte Altersversorgung für Mitarbeiter, die einen Eigenbeitrag zu ihrer Altersversorgung durch Entgeltverzicht leisten. Die Rückstellungen für Pensionen werden für leistungsorientierte Versorgungszusagen in Deutschland gegenüber aktiven und ehemaligen Mitarbeitern und deren Hinterbliebene gebildet.

Die Verpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Project-Unit-Credit-Methode) berechnet. Entsprechend der Zusage werden Versorgungsleistungen bei Erreichen der Altersrente, vorzeitiger Altersrente oder Tod gewährt.

Cherry SE Geschäftsbericht 2022

Bei der Deferred Compensation-Regelung verzichteten Führungskräfte auf Teile ihrer Incentive-Zahlung, die in ein Altersversorgungskapital umgewandelt wird, welches frühestens nach dem 62. Lebensjahr ausbezahlt werden kann.

Die leistungsorientierte Pensionszusage als wesentliches Element der betrieblichen Altersversorgung, sog. ZF-Rente, wird ausschließlich bei deutschen Gesellschaften der Cherry Gruppe angewandt. Die ZF-Rente wurde am 31. Dezember 2022 in Höhe von TEUR 97 (31.12.2021: TEUR 191) bilanziert und wurde unter den Rückstellungen für Pensionen und sonstige Verpflichtungen ausgewiesen. Bestandteil dieser ZF-Rente ist auch die sogenannte Jubiläumsvergütung. Auf der Basis einer Betriebsvereinbarung erhält ein Jubilar für 25 Jahre Betriebszugehörigkeit 1,3 Monatsentgelte und für 40 Jahre 2,3 Monatsentgelte als Jubiläumsvergütung. Diese Jubiläumsvergütung kommt jedoch nicht zur Auszahlung an den Jubilar. Stattdessen wird aus diesem Kapital ein sog. Jubiläumsrentenbaustein gebildet.

Ein weiterer Baustein der Altersversorgung ist die Unterstützungskasse für Mitglieder des oberen Führungskreises. Hier handelt es sich um eine arbeitgeberfinanzierte Leistung. Für diesen Personenkreis gab es in der Vergangenheit auch noch die Möglichkeit der Deferred Compensation. Der Bilanzwert für diesen Durchführungsweg betrug zum 31. Dezember 2022 TEUR 621 (31.12.2021: TEUR 726).

Die Höhe der Verpflichtungen aus den Zusagen wurde auf Basis versicherungsmathematischer Methoden berechnet. Bei der Bewertung wurden folgende Parameter unterstellt:

Inland

in % 31.12.2022 31.12.2021
Diskontierungssatz 3,41 0,69
Rententrend 1,0 1,0
Duration in Jahren 6 8

Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden die "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck für die deutschen Verpflichtungen verwendet.

Eine Änderung des angegebenen Rechnungszinsfußes um +/- 0,25%-Punkte hätte zum 31.12.2022 eine Reduzierung von TEUR 8,1 (31.12.2021: TEUR 17,9) bzw. Erhöhung von TEUR 8,6 (31.12.2021: TEUR 19,4) der Versorgungsverpflichtung für die Pensionszusagen zur Folge. Für die Berechnung der Sensitivität wurde die gleiche Methode angewandt wie für die Ermittlung der Pensionsrückstellungen in der Bilanz.

Die in der Bilanz ausgewiesenen Beträge ergeben sich wie folgt:

in T€ 31.12.2022 31.12.2021
Barwert der rückstellungsfinanzierten
Versorgungszusagen 718 917
Barwert der fondsfinanzierten Versorgungszusagen
Rückstellungen für Pensionen 718 917

Im Berichtsjahr hat sich der Barwert der Pensionsverpflichtung wie folgt entwickelt:

Entwicklung des Barwertes der Pensionsverpflichtung

in T€ 31.12.2022 31.12.2021
Barwert der leistungsorientierten
Verpflichtungen zum 01.01. 917 994
Zinsaufwand 6 5
Neu entstandene vers.-math. (Gewinne)/Verluste -127 -7
Zahlungen der Versorgungspläne -78 -75
Sonstige Änderungen
Barwert der leistungsorientierten
Verpflichtungen zum 31.12. 718 917

Die neu entstandenen versicherungsmathematischen Gewinne/Verluste resultieren überwiegend aus finanzmathematischen Effekten.

7.3. Sonstige Rückstellungen

Die Entwicklung der sonstigen Rückstellung ist nachfolgend dargestellt:

Sonstige Rückstellungen (kurzfristig)

in T€ Gewährleistung Sonstige Summe
Stand 01.01.2022 181 71 252
Verbrauch -88 -29 -117
Auflösung -19 -19
Zuführung 86 52 138
Währungseffekte -1 -1
Stand 31.12.2022 178 75 253

Die Rückstellung für Gewährleistung wird anhand der Erfahrungen aus vergangenen Jahren gebildet. Die den Berechnungen der Gewährleistungsrückstellung zugrunde liegenden Annahmen basieren auf dem aktuellen Absatzniveau und den aktuell verfügbaren Daten über Reklamationen für die verkauften Produkte innerhalb des Gewährleistungszeitraums.

Sonstige Rückstellungen (langfristig)

in T€ Gewährleistung Jubiläum Altersteilzeit Summe
Stand 01.01.2022 317 572 132 1.021
Verbrauch -175 -152 -132 -459
Auflösung
Zuführung 202 202
Aufzinsung (+)/Abzinsung (-)
Währungseffekte 1 1
Stand 31.12.2022 345 420 765

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam erfassten Pensionsaufwendungen für leistungsorientierte Zusagen setzen sich wie folgt zusammen:

Aufteilung des Pensionsaufwandes

in T€ 31.12.2022 31.12.2021
Aufwand für im Berichtsjahr
erdiente Pensionsansprüche
Zinsaufwand 6 5
Summe 6 5

Die Aufzinsung der erwarteten Pensionsverpflichtungen sind in den Zinsaufwendungen im Finanzergebnis enthalten.

Aus den zum Stichtag bestehenden Pensionsvereinbarungen entstehen der Cherry Gruppe die nachfolgenden Rentenzahlungsverpflichtungen, aufgegliedert nach Fälligkeiten:

Fälligkeitsanalysen der Leistungszahlungen

in T€ 31.12.2022 31.12.2021
bis 1 Jahr 194 605
über 1 Jahr 524 312
718 917

Beitragsorientierte Pensionszusagen als betriebliche Altersversorgungen werden sowohl in der deutschen Tochtergesellschaft als auch bei den ausländischen Gesellschaften aufwandswirksam erfasst. Insgesamt ergeben sich Aufwendungen aus beitragsorientierten Plänen im Geschäftsjahr 2022 in Höhe von TEUR 2.545 (2021: TEUR 2.324).

Der langfristige Teil der Gewährleistungsrückstellungen umfasst einen Zeitraum von bis zu 3 Jahren. Jubiläumsgelder sind für das 25-jährige und das 40-jährige Dienstjubiläum zugesagt.

7.4. Sonstige nicht-finanzielle und finanzielle Verbindlichkeiten

Sonstige nicht-finanzielle und finanzielle Verbindlichkeiten (kurzfristig)

in T€ 31.12.2022 31.12.2021
Personalverbindlichkeiten 2.400 2.741
Sonstige Steuerverbindlichkeiten 677 189
Vertragsverbindlichkeiten 759 784
Sonstige Verbindlichkeiten 90
Summe Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten 3.836 3.804
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 6.088 5.564
Summe 9.924 9.368

Die Personalverbindlichkeiten enthalten zum 31.12.2022 wie im Vorjahr im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Urlaubsansprüchen und Zeitguthaben sowie erfolgsabhängige Zahlungen und Freistellungs- bzw. Abfindungszahlungen.

In den sonstigen Steuerverbindlichkeiten sind sowohl Lohnsteuer- als auch Umsatzsteuerverbindlichkeiten enthalten.

Die Vertragsverbindlichkeiten werden grundsätzlich in Abhängigkeit von der Laufzeit unter den kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Diese werden je Stück der abgenommenen Menge in den Umsatzerlösen realisiert. Von dem Buchwert der Vertragsverbindlichkeiten zum 31.12.2021 in Höhe von TEUR 784 führten TEUR 25 zu Umsatzerlösen in 2022. Im Geschäftsjahr 2022 kamen keine weiteren Vertragsverbindlichkeiten dazu. Von den Vertragsverbindlichkeiten zum 31.12.2022 wird erwartet, dass hiervon TEUR 569 zu Umsatzerlösen im Jahr 2023 führen.

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus Kundenboni in Höhe von TEUR 1.195 (31.12.2021: TEUR 1.091) und Werbekostenzuschüssen in Höhe von TEUR 734 (31.12.2021: TEUR 507), die auf Marketingmaßnahmen mit Kunden der ersten und zweiten Handelsstufen basieren sowie aus Abgrenzungen zu Leistungen des Aufsichtsrats und zur Jahresabschlussprüfung. Der Kundenbonus wird anhand eines definierten Umsatzzieles ermittelt und setzt sich aus dem Jahresbonus und Quartalsbonus für das 4. Quartal des jeweiligen Jahres zusammen und wird umsatzmindernd verbucht.

Im Übrigen sind Verbindlichkeiten aus Kaufpreiszahlungen für den Unternehmenskauf von Active Key in Höhe von TEUR 0 (31.12.2021: TEUR 1.600) sowie Verbindlichkeiten für ausstehende Rechnungen von TEUR 3.617 (31.12.2021: TEUR 724) enthalten.

Sonstige nicht-finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig)

in T€ 31.12.2022 31.12.2021
Investitionszuwendungen 105 115
Sonstige
Summe 105 115

Die Investitionszuwendungen betreffen geförderte Produktionsanlagen einer ausländischen Tochtergesellschaft.

7.5. Finanzverbindlichkeiten

Die kurzfristigen und langfristigen Finanzverbindlichkeiten der Cherry Gruppe betreffen im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Mit Kreditvertrag vom 11.08.2020 hat die jetzige Cherry SE zur Finanzierung des Kaufpreises für die Anteile an der Cherry Holding GmbH inkl. ihrer Tochterunternehmen einen Kredit in Höhe von nominal TEUR 80.000 aufgenommen. Der Kreditvertrag gewährt dem Darlehensnehmer zu bestimmten Zeitpunkten vorzeitige Kündigungsoptionen gegen Zahlung einer vom Zeitpunkt der Kündigung der Höhe nach abhängigen Ausgleichszahlung an den Kreditgeber. Der Kredit ist variabel auf Basis des EURIBOR verzinst und beinhaltet eine Zinsuntergrenze (Floor) von 0% in Bezug auf den EURIBOR. Der Kreditgeber besitzt ebenfalls unter bestimmten Bedingungen

eine Kündigungsmöglichkeit. Diese Konditionen sind als eingebettete Derivate i.S.d. IFRS 9.4.3.1. einzustufen und aufgrund der Tatsache, dass sie insgesamt betrachtet nicht eng mit dem Kreditvertrag als Basisvertrag verbunden sind, von der Darlehensverbindlichkeit abzuspalten und als Derivate erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Die Darlehensverbindlichkeit wird als finanzielle Verbindlichkeit zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bilanziert.

Die Kosten für die Beschaffung des Fremdkapitals in Höhe von insgesamt TEUR 2.831 wurden mit dem Darlehensbetrag verrechnet und werden mittels der Effektivzinsmethode ergebniswirksam über die Laufzeit des Kredites aufgelöst.

Im Zuge des Börsengangs wurde dieses Kaufpreisdarlehen zum 30. Juni 2021 zurückgezahlt. In diesem Zusammenhang fiel eine Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von TEUR 7.784 an, die zahlungs- und erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst wurde. Durch die Rückzahlung waren sowohl die bislang im Rahmen der Effektivzinsmethode erfassten Transaktionskosten als auch die eingebetteten Derivate erfolgswirksam im Finanzergebnis zu erfassen. Aus der Anwendung der Effektivzinsmethode sowie den eingebetteten Derivaten ergaben sich in 2021 Aufwendungen von insgesamt TEUR 2.252. Daneben fielen Zinsaufwendungen aus dem Darlehen in Höhe von nominal TEUR 2.816 an. Die bislang bestehende, ungenutzte Kreditlinie in Höhe von TEUR 10.000 wurde aufgelöst.

Am 29. Juni 2021 wurde ein neuer Kreditrahmen mit der UniCredit Bank AG in München in Höhe von insgesamt TEUR 55.000 vereinbart, wovon TEUR 10.000 als Kontokorrentlinie bestimmt sind. Der Kreditrahmen war zum 31. Dezember 2022 mit TEUR 45.000 (31.12.2021: TEUR 45.000) (Tranche A) ausgenutzt und soll für anorganisches Wachstum genutzt werden. Für den Kreditvertrag wurden keine dinglichen Sicherheiten bestellt.

Der Kreditvertrag hat eine Laufzeit von 5 Jahren. Der Zinssatz für jedes Darlehen ergibt sich aus dem Prozentsatz der Summe der jeweils anwendbaren Zinssätze, bestehend aus einer Bank-Marge als Aufschlag auf den zugrundeliegenden EURI-BOR-Zinssatz für die entsprechend abgeschlossene Laufzeit der Ziehung für die Tranche A (3- oder 6 Monate) und die Kontokorrentlinie (1, 3 oder 6 Monate). Zudem wird ein Bereitstellungszins (Commitment Fee) in Höhe von 0,35% für die nicht in Anspruch genommenen Beträge innerhalb der Tranche A und der Kontokorrentlinie berechnet. Die Gewährung des Kreditvertrages unterliegt der Einhaltung der Finanzkennzahl (Financial Covenants) Nettoverschuldungsgrad (Net leverage ratio). Der Nettoverschuldungsgrad ist beschränkt auf eine Relation der Nettoverschuldung im Verhältnis des bereinigten EBITDA. Zum Stichtag wurden alle Auflagen aus dem Kreditvertrag eingehalten.

Finanzverbindlichkeiten (kurzfristig)

Zum 31.12.2022 bestehen bei ausländischen Tochterunternehmen kurzfristige Bankdarlehen in Höhe von TEUR 208 (31.12.2021: TEUR 202).

Finanzverbindlichkeiten (langfristig)

Zum 31.12.2022 umfassen die langfristigen Finanzverbindlichkeiten im Wesentlichen den mit TEUR 45.000 in Anspruch genommenen Kreditrahmen (Tranche A) (31.12.2021: TEUR 45.000) sowie mit TEUR 253 (31.12.2021: TEUR 833) langfristige Bankdarlehen eines ausländischenTochterunternehmens.

7.6. Latente Steuern

Nach gegenseitiger Aufrechnung von Forderungen und Schulden ergeben sich die folgenden, im Konzernabschluss ausgewiesenen Beträge:

in T€ 31.12.2022 31.12.2021
Aktive latente Steuern 4.938 1.307
Passive latente Steuer 20.216 21.997

Anhang

Die latenten Steuerforderungen und Steuerschulden entfallen auf folgende wesentliche Bilanzpositionen:

31.12.2022 31.12.2021
Aktive Passive Aktive Passive
latente latente latente latente
in T€ Steuern Steuern Steuern Steuern
Immaterielles Vermögen 429 22.036 472 22.387
Sachanlagen 69 2.143 2.276
Forderungen 258 24 43
Vorräte 1.412 705
Sonstige Aktiva 1 300 76 53
Pensionsrückstellungen 22 62
Sonstige Rückstellungen 6 40
Verbindlichkeiten 95 76 20 38
Verlustvorträge 6.319 2.489
Nutzungsrechte Leasing 4.193 5.189
Leasingverbindlichkeiten 4.883 5.346
Summe 13.494 28.772 9.253 29.943
Verrechnung -8.556 -8.556 -7.946 -7.946
Summe 4.938 20.216 1.307 21.997

Verlustvorträge bestehen in Höhe von TEUR 16.413 (31.12.2021: TEUR 3.311), wovon TEUR 15.824 (31.12.2021: TEUR 2.948) nutzbar sind. Hieraus resultieren aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 4.176 (31.12.2021: TEUR 650). In der Position Verlustvorträge sind ferner aktive latente Steuern über TEUR 2.144 (31.12.2021: TEUR 1.839) auf bestehende Zinsvorträge enthalten.

Auf Verlustvorträge in Höhe von TEUR 589 wurden zum 31.12.2022 (31.12.2021: TEUR 363) keine aktiven latenten Steuern gebildet. Die Verluste sind unbegrenzt vortragbar.

Für zu versteuernde temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen wurden zum 31. Dezember 2022 keine latenten Steuern in Höhe von TEUR 990 (31.12.2021: TEUR 1.458) gebildet, weil das Unternehmen deren Auflösung steuern kann und auf absehbare Zeit keine Auflösungen erfolgen werden.

Der tatsächliche Ertragsteueraufwand hat sich aus Steuergutschriften um TEUR 20 vermindert.

Die Veränderung der permanenten Differenzen entfällt im Wesentlichen auf die erfolgswirksame Abschreibung in Höhe von TEUR 29.882, die sich aus der Bewertung der Vermögenswerte (Impairment Goodwill) ergeben.

Der Konzernsteuersatz beträgt unverändert zum Vorjahr 29,13% und beinhaltet deutsche Körperschaftsteuer von 15% zzgl. Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5% sowie Gewerbesteuer in Höhe von 13,3%. Die angewandten lokalen Ertragssteuersätze für ausländische Gesellschaften variieren zwischen 16,5% und 26,63% (2021: 16,5% und 29,0%). Die Veränderung des höchsten ausländischen Steuersatzes resultiert daraus, dass sich die Income Tax Rate (local) in den USA von 8% auf 5,627% reduziert hat. Der latente Steueraufwand, der auf Änderungen der Steuersätze beruht, beläuft sich auf TEUR 45 (31.12.2021: TEUR 0).

Die aktiven latenten Steuern beinhalten einen Betrag von TEUR 6.738, bei dem die latenten Steueransprüche die latenten Steuerverbindlichkeiten übersteigen und der sich auf Konzernunternehmen bezieht, die einen Verlust verzeichnet haben. Aufgrund der aktuellen Planung für diese Unternehmen kam der Konzern zu dem Schluss, dass die latenten Steueransprüche unter Verwendung des geschätzten zukünftigen zu versteuernden Einkommens erzielbar sind.

Anhang

Im Folgenden ist eine Überleitung vom erwarteten zum tatsächlich ausgewiesenen Steueraufwand dargestellt. Zur Ermittlung des erwarteten Steueraufwands wird das Ergebnis vor Ertragsteuern mit dem durchschnittlichen Konzernsteuersatz multipliziert.

in T€ 2022 2021
Ergebnis vor Ertragsteuern -38.348 13.494
Erwarteter Ertragsteueraufwand -11.169 3.930
Abweichende ausländische Steuerbelastung -639 -888
Steuerfreie Erträge -251 -271
Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen 353 726
Ausländische Quellensteuer 468 8
Steueranteil für Effekte aus Verlustvorträgen 6 -389
Periodenfremder Steueraufwand 135 263
Veränderung permanente Differenzen 8.466 842
Sonstiges 11 -13
Effektiver Ertragsteueraufwand -2.620 4.208
Effektive Steuerquote (in
%)
6,8 31,2

8. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GEWINN-UND VERLUSTRECHNUNG

8.1. Umsatzerlöse

Die nach IFRS 15 unter Berücksichtigung der aktuell gültigen Preislisten und Preisnachlässen bilanzierten Umsatzerlöse gliedern sich dabei gemäß IFRS 15.114 wie folgt auf:

Umsätze nach Produktarten

in T€ 31.12.2022 31.12.2021
Gaming 41.205 82.813
Gaming Switches 21.634 57.744
Gaming Devices 19.571 25.069
Professional 91.309 85.713
Office and Industry Peripherals 54.308 48.201
Office 47.740 40.417
Industry 6.568 7.784
Healthcare & Security Peripherals 37.001 37.512
Security 6.990 7.234
eHealth 26.124 26.861
Point of Sales Products 3.887 3.417
Summe der Umsatzerlöse nach Produktarten 132.514 168.526

Die Umsatzerlöse für Gaming Devices im Jahr 2022 berücksichtigen den Wechsel zu einem neuen chinesischen Distributor, in dessen Zusammenhang eine separate Vereinbarung über die Rücknahme restlicher Warenbestände getroffen wurde, um diese direkt im Rahmen einer Erstausstattung an den neuen Distributor weiterverkaufen zu können. Durch Verzögerungen im Rücknahmeprozess, im Wesentlichen bedingt durch nicht abgeschlossene Qualitätsprüfungen bei der Rücknahme, konnten bis zum Jahresende 2022 Waren im Wert von CNY 10,8 Mio. (~ EUR 1,5 Mio.) noch nicht zurückgenommen und an den neuen Distributor ausgeliefert werden. Dies führte im Einklang mit den Regelungen des IFRS 15 zu einer temporären Verringerung der Umsatzerlöse, welche sich nach Abschluss des Distributorenwechsels 01 An unsere Investoren 03 Konzernabschluss Lagebericht

Anhang 02 Zusammengefasster 04 Einzelabschluss 05 Weitere Informationen

92

vollständig auflöst. Der Rücknahmeprozess konnte im Februar 2023 vollständig abgeschlossen werden.

Die Cherry Gruppe bilanziert ihre Umsätze aus Verkäufen von Produkten und Dienstleistungen zeitpunktbezogen zum Zeitpunkt der Übertragung der Verfügungsgewalt an den Händler oder Kunden. Umsatzerlöse aus Verkäufen an Endverbraucher über Cherry's eCommerce-Kanäle werden zum Zeitpunkt der Übergabe der Waren an den Versanddienstleister bilanziert und anteilig – in Übereinstimmung mit den Vorgaben des IFRS 15.B20 ff. – um eine erwartete Rücksendequote aufgrund gesetzlich oder vertraglich zugesicherter Widerrufsrechte korrigiert, bis die Fristen zur Ausübung dieser Rechte durch den Kunden abgelaufen ist. (Noch) nicht bezahlte Lieferungen werden unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bilanziert.

Die Umsatzerlöse nach Region beziehen sich auf die regionale Ansässigkeit der Kunden. In der vergangenen Berichtsperiode wurde noch der Sitz der verkaufenden Gesellschaft zugrunde gelegt. Die Tabelle für das Vorjahr wurde zu Vergleichszwecken auf die neue Darstellung angepasst.

8.2. Sonstige betriebliche Erträge

in T€ 2022 2021
Währungsgewinne 1.748 251
Buchgewinne aus Verkäufen von Sachanlagen 4 4
Sonstiges 224 2.612
Summe 1.976 2.867

Die Währungsgewinne in 2022 in Höhe von TEUR 1.748 stammen aus Stichtagsbewertungseffekten sowie realisierten Wechselkurseffekten bei Transkationen in Fremdwährung.

Die Position Sonstiges in 2021 in Höhe von TEUR 2.612 steht im Wesentlichen in Zusammenhang mit dem Börsengang der Cherry SE. Im Rahmen eines Cost Sharing Agreements wurden Kosten, die mit dem Börsengang verbunden waren, auf die Parteien aufgeteilt. Aus der Weiterbelastung von Kosten, die zunächst Cherry gezahlt hat, resultieren sonstige betriebliche Erträge in Höhe von EUR 2,4 Mio.

Umsätze nach Regionen 2022

in T€ Deutschland USA China Hongkong Sonstige Summe
Components 456 498 6.160 11.215 3.305 21.634
Gaming Devices 276 687 14.781 194 3.633 19.571
Office & Industry Peripherals 33.919 4.765 1.824 124 13.676 54.308
Healthcare & Security Peripherals 25.218 3.293 147 8.343 37.001
Summe der Umsätze nach Regionen 59.869 9.243 22.912 11.533 28.957 132.514

Umsätze nach Regionen 2021

in T€ Deutschland USA China Hongkong Sonstige Summe
Components 240 603 14.681 25.938 16.282 57.744
Gaming Devices 423 119 19.995 458 4.074 25.069
Office & Industry Peripherals 30.148 4.052 1.899 63 12.039 48.201
Healthcare & Security Peripherals 27.549 1.876 191 1 7.895 37.512
Summe der Umsätze nach Regionen 58.360 6.650 36.766 26.460 40.290 168.526

Anhang

8.3. Materialaufwand

in T€ 2022 2021
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und
Betriebsstoffe und für bezogene Waren 60.249 64.277
Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.660 2.417
Summe 61.909 66.694

Im Geschäftsjahr 2022 betrug die Materialquote 46,7% (2021: 39,6%). Der gestiegene relative Materialaufwand ist im Wesentlichen getrieben durch gestiegene Rohstoffpreise sowie durch negative Wechselkurseffekte aufgrund der zeitweise starken Aufwertung des USD im Jahresverlauf sowie eine eingeschränkte Möglichkeit zur Weitergabe an den Kunden.

8.4. Personalaufwand

Der erfasste Personalaufwand stellt sich wie folgt dar:

in T€ 2022 2021
Direktes und indirektes Entgelt 27.723 30.442
Sozialabgaben 6.157 5.862
Aufwand für Altersversorgung 93 375
Summe 33.973 36.679

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeitenden nach Regionen stellt sich wie folgt dar:

2022 2021
Europa 414 427
Nordamerika 17 18
Asien 96 87
Summe 527 532

8.5. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gliedern sich wie folgt:

in T€ 2022 2021
Währungsverluste 1.637 735
Buchverluste aus Verkäufen des Sachanlagevermö
gens 15 48
Buchverluste aus Verkäufen von immateriellen Ver
mögenswerten 8
Sonstige Aufwendungen 196 2.491
Summe 1.856 3.274

Der Rückgang der sonstigen Aufwendungen resultiert im Wesentlichen aus den im Vorjahr im Zusammenhang mit dem Börsengang angefallenen Aufwendungen, die nicht direkt der Beschaffung von Eigenkapital zuzuordnen waren und demnach nicht mit der Kapitalrücklage verrechnet wurden.

8.6. Finanzergebnis

Das Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:

in T€ 2022 2021
Zinserträge und ähnliche Erträge -8 -5
Summe Zinserträge -8 -5
Zinsaufwendungen und ähnliche Aufwendungen 1.857 14.117
Aufwendungen aus Auf- und Abzinsungen 14 13
Summe Finanzaufwand 1.871 14.130
Summe 1.863 14.125

Die Zinsaufwendungen und ähnlichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen Zinsen und ähnliche Aufwendungen für das im Oktober 2021 aufgenommene Darlehen in Höhe von TEUR 1.168 (2021: TEUR 367) sowie Zinsaufwendungen im Rahmen von Leasingverpflichtungen in Höhe von TEUR 290 (2021: TEUR 389).

94

Das Darlehen, welches zum Bilanzstichtag 31.12.2022 mit TEUR 45.000 in Anspruch genommen war, ist variabel verzinslich und an den EURIBOR gekoppelt. Aufgrund des derzeitig steigenden Trends bei Fremdkapitalzinsen ist davon auszugehen, dass die Refinanzierungskosten der Cherry Gruppe sich weiter erhöhen. Eine Fortschreibung des Zinssatzes aus dem Q4 2022 von 3,443% hätte einen Anstieg der Zinskosten von rund TEUR 400 zur Folge, ein Anstieg auf 5,0% würde zu einer Verdoppelung der Zinskosten führen.

Im Vorjahr fielen des Weiteren Zinsen und ähnliche Aufwendungen, i. W. aus der Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung, aus dem Kaufpreisdarlehen der Cherry SE in Höhe von TEUR 14.673 und Erträge aus der Bewertung der eingebetteten Derivate zum Fair Value in Höhe von TEUR 1.821 an.

8.7. Ertragsteueraufwand

Die Zusammensetzung des Steueraufwands ist wie folgt:

in T€ 2022 2021
Latenter Steuerertrag (-) / -aufwand (+) -5.410 97
Tatsächlicher Steuerertrag (-) / -aufwand (+)
davon periodenfremd: TEUR 135 (2021: TEUR 263) 2.790 4.111
Summe -2.620 4.208

Von den in der Bilanz erfassten latenten Steuern wurden im laufenden Geschäftsjahr insgesamt TEUR -35 (2021: TEUR -2) eigenkapitalmindernd im sonstigen Ergebnis erfasst, ohne die Gewinn- und Verlustrechnung zu beeinflussen. Des Weiteren wurden in 2021 Ertragsteuern von EUR 1,8 Mio. im Zusammenhang mit den Transaktionskosten der im Rahmen des Börsengangs neu ausgegebenen Aktien direkt im Eigenkapital erfasst.

8.8. Ergebnis je Aktie

Konzernergebnis in T€
Anzahl der Aktien in Tsd.
Ergebnis je Aktie in € 2022 2021
Konzernergebnis, das auf Aktionäre der
Cherry SE entfällt -35.728 -9.287
Abzüglich verwässernder Effekt aus
aktienbasierter Vergütung
Konzernergebnis, das auf Aktionäre der
Cherry SE entfällt (zur Ermittlung des
verwässerten Ergebnis je Aktie) -35.728 -9.287
Gewichteter Durchschnitt im Umlauf
befindlicher Aktien 23.977 22.179
Verwässernder Effekt aus aktienbasierter
Vergütung 6
Gewichteter Durchschnitt im Umlauf
befindlicher Aktien (verwässert) 23.983 22.179
Unverwässertes Ergebnis je Aktie -1,49 0,42
Verwässertes Ergebnis je Aktie -1,49 0,42

Anhang

9. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Über die Geschäftssegmente wird in einer Art und Weise berichtet, die mit der internen Berichterstattung an den Hauptentscheidungsträger übereinstimmt. Der Vorstand als Hauptentscheidungsträger betrachtet das Geschäft aus Sicht der rechtlichen Einheiten und legt sieben berichtspflichtige Segmente fest:

  • Cherry Europe GmbH
  • Cherry Digital Health GmbH
  • Theobroma Systems Design und Consulting GmbH
  • Active Key GmbH
  • Zhuhai Cherry Electronics Co.Ltd.
  • Cherry Electronics (Hong Kong) Co Ltd.
  • Cherry Americas LLC

Der Vorstand bewertet die Ertragskraft der Geschäftssegmente auf Basis des angepassten Ergebnisses vor Zinsen, Abschreibungen und Ertragsteuern (adjusted EBITDA = Earnings before interest, taxes and depreciation) sowie des angepassten Ergebnisses vor Zinsen und Ertragsteuern (adjusted EBIT = Earnings before interest and taxes). Die nachstehende Tabelle zeigt die Segmentangaben zu den berichtspflichtigen Segmenten für das Geschäftsjahr 2022, wie sie dem Vorstand übermittelt werden:

Theobroma Cherry
Systems Design Zhuhai Cherry Electronics
Cherry Europe Cherry Digital und Consulting Active Key Electronics (Hong Kong) Cherry Sonstige &
in T€ GmbH Health GmbH GmbH GmbH Co. Ltd. Co Ltd. Americas LLC Konsolidierung Konzern
Außenumsatzerlöse 59.444 19.863 755 4.931 17.940 17.428 12.153 132.514
Innenumsatzerlöse 21.887 17.161 713 12.206 51 1 -52.019
Gesamtumsatzerlöse 81.331 19.863 17.916 5.644 30.146 17.479 12.154 -52.019 132.514
Gross Profit II 9.886 5.282 6.236 2.607 8.453 3.192 3.379 -2.165 36.870
Adjusted EBITDA -120 2.099 4.879 1.473 6.340 1.935 -411 -994 15.201
EBITDA-Marge (bereinigt) -0,1% 10,6% 27,2% 26,1% 21,0% 11,1% -3,4% 1,9% 11,5%
Abschreibungen -12.548 -706 -448 -577 -811 -28 -82 -33.506 -48.706
Adjusted EBIT -12.668 1.393 4.431 896 5.529 1.907 -493 -34.500 -33.505
EBIT-Marge (bereinigt) -15,6% 7,0% 24,7% 15,9% 18,3% 10,9% -4,1% 66,3% -25,3%
Investitionen 6.201 1.280 201 113 1.505 29 2.054 11.383
Segmentvermögen1 115.651 17.959 10.394 8.908 21.854 11.641 10.986 181.673 379.066
Segmentverbindlichkeiten2 -72.363 -11.687 -5.653 -8.361 -11.650 -2.282 -6.839 -8.405 -127.240

1 Das angegebene Segmentvermögen umfasst sämtliche in der Bilanz ausgewiesene lang- und kurzfristigen Vermögenswerte und entspricht somit der Bilanzsumme. 2 Die angegebenen Segmentverbindlichkeiten beinhalten sämtliche in der Bilanz ausgewiesenen lang- und kurzfristigen Schulden.

Anhang

Die nachstehende Tabelle zeigt die Segmentangaben für das Geschäftsjahr 2021:

Cherry GmbH Theobroma Cherry
(inkl. Digital Systems Design Zhuhai Cherry Electronics
Health Cherry Digital und Consulting Active Key Electronics (Hong Kong) Cherry Sonstige &
in T€ Business) Health GmbH GmbH GmbH Co. Ltd. Co Ltd. Americas LLC Konsolidierung Konzern
Außenumsatzerlöse 91.406 872 3.313 22.630 40.213 10.092 168.526
Innenumsatzerlöse 39.006 20.183 12.757 749 8.729 434 231 -82.090
Gesamtumsatzerlöse 130.412 20.183 13.629 4.062 31.359 40.647 10.323 -82.090 168.526
Gross Profit II 39.207 6.778 2.722 1.570 9.201 8.112 3.250 -1.986 68.853
Adjusted EBITDA 31.015 4.427 1.493 1.630 7.467 6.872 222 -4.259 48.867
EBITDA-Marge (bereinigt) 23,8% 21,9% 11,0% 40,1% 23,8% 16,9% 2,2% 5,2% 29,0%
Abschreibungen -9.124 -549 -390 -623 -665 -72 -3.765 -15.188
Adjusted EBIT 21.891 3.878 1.104 1.008 6.803 6.872 150 -8.024 33.682
EBIT-Marge (bereinigt) 16,8% 19,2% 8,1% 24,8% 21,7% 16,9% 1,5% 9,8% 20,0%
Investitionen 7.702 1.295 392 4.672 1.175 1 15 -638 14.614
Segmentvermögen1 107.764 12.633 8.179 7.616 21.053 14.399 6.394 232.939 410.977
Segmentverbindlichkeiten2 -64.597 -6.361 -6.688 -7.070 -6.130 -7.381 -2.161 -17.438 -117.825

1 Das angegebene Segmentvermögen umfasst sämtliche in der Bilanz ausgewiesene lang- und kurzfristigen Vermögenswerte und entspricht somit der Bilanzsumme.

2 Die angegebenen Segmentverbindlichkeiten beinhalten sämtliche in der Bilanz ausgewiesenen lang- und kurzfristigen Schulden.

Überleitung des EBIT auf das Betriebsergebnis vor Ertragsteuern:

in T€ 2022 2021
Summe adjusted EBIT der
berichtspflichtigen Segmente 995 41.706
Sonstige & Konsolidierung -34.500 -8.025
Adjustments -2.980 -6.063
EBIT -36.485 27.619
Finanzergebnis -1.863 -14.125
Ergebnis vor Ertragsteuern -38.348 13.494

Die Adjustments beinhalten einmaligen bzw. außerordentlichen Personalaufwand (inkl. aktienbasierten Personalaufwendungen), Aufwendungen im Zusammenhang mit M&A Transaktionen, Aufwendungen im Zusammenhang mit Naturkatastrophen und Pandemien und andere einmalige Sonderkosten sowie im Vorjahr Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Kapitalmarkt/ erstmalige Börsennotierung.

Unternehmensweite Angaben

Für die Umsatzerlöse nach Produktgruppen sowie nach geografischen Gebieten wird auf die Angaben zu den Umsatzerlösen unter 8.1 verwiesen. Die Zuordnung der Umsatzerlöse zu den geographischen Gebieten basiert auf der regionalen Ansässigkeit der Kunden.

Die langfristigen Vermögenswerte, ausgenommen Finanzinstrumente und latente Steueransprüche, sind in den folgenden Ländern belegen:

2022
in T€ Deutschland USA China Hongkong Restliches Europa Summe
Langfristige Vermögenswerte 140.207 14.080 30.487 9.287 3.276 197.337
2021
in T€ Deutschland USA China Hongkong Restliches Europa Summe
Langfristige Vermögenswerte 198.653 9.367 22.514 1 2.509 233.044

Im Geschäftsjahr 2022 wurden mit keinem Kunden Umsatzerlöse von mehr als 10% des Gesamtumsatzes generiert. Im Geschäftsjahr 2021 wurden mit jeweils zwei Kunden Umsatzerlöse von mehr als 10% des Gesamtumsatzes erzielt. Mit dem einen Kunden wurden Umsatzerlöse von TEUR 19.939 durch das Segment Zhuhai Cherry Electronics Co.Ltd. und mit dem anderen Kunden Umsatzerlöse von TEUR 17.441 durch das Segment Cherry Europe GmbH generiert.

01 An unsere Investoren 03 Konzernabschluss Lagebericht

Anhang 02 Zusammengefasster 04 Einzelabschluss 05 Weitere Informationen

Cherry SE

10. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

Die Kapitalflussrechnung der Cherry Gruppe zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente durch Mittelzuflüsse und -abflüsse im Geschäftsjahr 2022 und im Vorjahr verändert haben, und gibt somit Auskunft über die Mittelherkunft und Mittelverwendung. Die gemäß IAS 7 "Kapitalflussrechnungen" erstellte Kapitalflussrechnung unterscheidet zwischen Zahlungsströmen aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.

Im operativen Cash Flow sind Transaktionskosten für den Erwerb von Tochtergesellschaften in Höhe von TEUR 282 (2021: TEUR 115) enthalten.

Aus dem Unternehmenserwerb der Theobroma Systems Design und Consulting GmbH ergab sich im Geschäftsjahr 2020 ein Zahlungsmittelabfluss in Höhe von TEUR 400 abzgl. der im Rahmen des Unternehmenserwerbs übernommenen Zahlungsmittel in Höhe von TEUR 300. Im Cashflow aus der Investitionstätigkeit des Geschäftsjahrs 2021 sind weitere Zahlungsmittelabflüsse aus dem Kaufpreis in Höhe von TEUR 620 enthalten.

Des Weiteren ergeben sich Zahlungsmittelabflüsse aus dem Kaufpreis für den Erwerb der Active Key in 2021 in Höhe von 4.726 TEUR abzgl. der im Rahmen des Unternehmenserwerbs übernommenen Zahlungsmittel in Höhe von TEUR 477. Im Cashflow aus der Investitionstätigkeit des Geschäftsjahrs 2022 sind weitere Zahlungsmittelabflüsse aus dem Kaufpreis in Höhe von TEUR 1.600 enthalten.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit enthält die Aufnahme von Krediten in Höhe von TEUR 0 (2021: TEUR 45.045) sowie die Tilgung von Krediten in Höhe von TEUR 617 (2021: TEUR 80.248) bei der Cherry SE sowie in- und ausländischen Tochtergesellschaften. In Bezug auf die Aufnahme sowie Tilgung von Krediten wird auf die Ausführungen unter 7.5 Finanzverbindlichkeiten verwiesen.

Der Finanzmittelfond zum 31. Dezember 2022 setzt sich ausschließlich aus kurzfristigen Guthaben mit einer Restlaufzeit von höchstens 3 Monaten bei Kreditinstituten in Höhe von TEUR 92.848 (2021: TEUR 109.678) zusammen.

Überleitung der Bewegungen der Schulden auf die Kapitalflussrechnung aus Finanzierungstätigkeit:

in T€ Darlehen Leasing Summe
Anfangsbestand zum 01.01.2021 80.820 16.542 97.362
+ Zugang aus Unternehmens
zusammenschlüssen 311 311
+ Neuaufnahme 45.045 45.045
- Tilgung -80.248 -3.610 -83.858
+ / - sonstiges 680 5.288 5.968
Schlussbestand zum 31.12.2021 46.297 18.531 64.828
+ Neuaufnahme
- Tilgung -617 -3.751 -4.368
+ / - sonstiges -194 2.145 1.951
Schlussbestand zum 31.12.2022 45.486 16.925 62.411

Die Spalte "Darlehen" beinhaltet im Vorjahr eingebettete Derivate. Unter Sonstiges wird im Wesentlichen die Erhöhung der Leasingverbindlichkeiten, die nicht zu einem Mittelabfluss führten, und Fremdwährungseffekte sowie im Vorjahr der Effekt aus der Effektivzinsberechnung des Kaufpreisdarlehens und der Bewertungseffekt der eingebetteten Derivate ausgewiesen.

Anhang

Cherry SE Geschäftsbericht 2022

11. SONSTIGE ANGABEN

11.1. Haftungsverhältnisse

Garantiezusagen wurden im Geschäftsjahr 2022 wie im Vorjahr keine gegeben, ebenso existieren keine Eventualverbindlichkeiten.

11.2. Sonstige Angaben zum Risiko- und Kapitalmanagement und Finanzinstrumenten

Kapitalsteuerung

Der Konzern bestimmt den Umfang des Kapitals im Verhältnis zum Risiko. Die Steuerung und gegebenenfalls die Anpassung der Kapitalstruktur erfolgen unter Berücksichtigung der Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds. Gegenstand der Steuerung sind das Eigenkapital sowie die langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Vorrangiges Ziel der Kapitalsteuerung des Konzerns ist es, durch eine hohe Bonitätseinstufung und eine gute Eigenkapitalquote den Finanzierungsaufwand zu reduzieren und die finanzielle Stabilität aufrecht zu erhalten. Die Überwachung des Konzernkapitals erfolgt zentral durch die Unternehmensleitung zusammen mit dem Group Treasury. Die zum Bilanzstichtag wie auch zum 31. Dezember 2021 bestehenden jeweiligen Vereinbarungen mit den Kreditgebern beinhalten Nebenabreden zur Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen ("Covenants"). Diese wurden stets eingehalten.

Im Übrigen verweisen wir auf unsere Ausführungen zur Finanzierungsstrategie sowie zur Vermögens- und Kapitalstruktur im Konzernlagebericht.

Zielsetzungen und Methoden des Finanzrisikomanagements

Im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit ist der Cherry Konzern Zins- und Währungsrisiken ausgesetzt. Darüber hinaus können sich aus den bilanzierten Finanzinstrumenten Liquiditäts- und Kreditrisiken ergeben. Unternehmenspolitik ist es, diese Risiken soweit wie möglich zu vermeiden bzw. zu begrenzen. Die Sicherungsmaßnahmen werden in der Regel in den betroffenen Einzelgesellschaften durchgeführt.

Zinsrisiko

Zinsrisiken ergeben sich aus Zinssatzänderungen, die negative Auswirkungen auf die Vermögens¬, Finanz-¬ und Ertragslage des Konzerns haben könnten. Zinsschwankungen führen zu Veränderungen des Zinsergebnisses sowie der Bilanzwerte der verzinslichen Vermögenswerte.

Infolge der Kaufpreisfinanzierung in 2020 waren Zinszahlungen und Darlehenstilgungen an die finanzierende Bank zu leisten. Cherry SE hatte zur Finanzierung des Kaufpreises unter anderem Tilgungsdarlehen aufgenommen und Kreditbedingungen (Covenants) akzeptiert, die u.a. von der Geschäftsentwicklung der Cherry Gruppe abhingen. Im Zuge des Börsengangs wurden diese Darlehen Mitte 2021 vollständig getilgt. Im Oktober 2021 wurde ein neues Darlehen aufgenommen, aus dem künftig Zins- und Darlehenstilgungen zu leisten sind. Die Zinsen werden periodisch fixiert und basieren auf dem 12-Monats-Euribor bei einem Floor von 0%.

Eine hypothetische Erhöhung/Verminderung der Zinssätze um 25 Basispunkte pro Jahr bei den zum 31.12.2022 bestehenden verzinslichen Finanzverbindlichkeiten hätte zu einer Erhöhung/Verminderung des Zinsaufwandes von TEUR 113 (31.12.2021: TEUR 113) und vor Steuern zu einer entsprechenden Verringerung des Eigenkapitals geführt. Dies gilt unter Berücksichtigung des Zinsfloors nur für einen Zinssatz bis 0%.

Währungsrisiko

Aufgrund der internationalen Ausrichtung des Cherry Konzerns resultieren aus der operativen Tätigkeit auch Währungsrisiken, die sich aus Wechselkursschwankungen zwischen den funktionalen Währungen der Konzerngesellschaften und anderen Währungen ergeben. Währungsrisiken im Sinne von IFRS 7 entstehen durch Finanzinstrumente, welche in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert und monetärer Art sind. Wesentliche originäre Posten aus denen Währungsrisiken für den Konzern bestehen sind Zahlungsmittel, Forderungen und Verbindlichkeiten. Im Rahmen von in US-Dollar, Chinesischem Yuan und Great British Pound abgerechneten Transaktionen können sich Änderungen der jeweiligen Wechselkurse im Verhältnis zum Euro oder anderen funktionalen Währungen von Konzerngesellschaften wesentlich auf die Cashflows des Konzerns auswirken. Für den Konzern ist das Kursrisiko jedoch beherrschbar, da ein erheblicher Anteil des Materialeinkaufs im USD- bzw. CNY-Raum erfolgt und in China eine eigene Fertigung Anhang

Geschäftsbericht 2022

unterhalten wird. Für die Cherry Gruppe besteht ein Überhang an Ausgaben in US-Dollar im Vergleich zu den Einnahmen. Für 2023 ist geplant, diesen Überhang durch eine Ausweitung des Geschäftes in den USA zu reduzieren. Im Übrigen wurde Anfang 2023 begonnen, Währungsabsicherungsgeschäfte zu tätigen. Offene Positionen aus dem steigenden Verkauf nach UK sind durch Preisanpassungsklauseln mit den Kunden teilweise gesichert.

Bei einer hypothetischen Veränderung der Wechselkurse um +/- 5% bei den zum 31.12.2022 bestehenden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, die nicht in der funktionalen Währung des jeweiligen Konzernunternehmens denominiert sind, ergäbe sich ein Effekt auf den Gewinn oder Verlust vor Steuern und entsprechend das Eigenkapital in Höhe von TEUR -202 bzw. TEUR +223 (31.12.2021: TEUR -59 bzw. TEUR +53).

Liquiditätsrisiko

Die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit aller Cherry Gesellschaften ist ein wichtiges Unternehmensziel. Die Finanzierung erfolgt überwiegend lokal durch die Konzerngesellschaften und wird zentral durch die Konzernleitung überwacht.

Die folgende Tabelle zeigt die zum Stichtag undiskontierten vertraglich fixierten Zahlungen im Zusammenhang mit bilanzierten Finanzverbindlichkeiten. Es werden die nicht diskontierten Cashflows für die nächsten Geschäftsjahre angegeben. Einbezogen wurden alle Instrumente, die am 31. Dezember 2022 im Bestand waren und für die bereits Zahlungen vereinbart waren. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten, vor allem aus Darlehen, wurden unter Zugrundelegung der erwarteten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind immer dem frühesten Zeitraster zuzuordnen. Die Angaben erfolgen auf Basis der vertraglichen, nicht abgezinsten Zahlungen.

in T€ 31.12.2022 2023 2024 2025 ff.
Verzinsliche Darlehen 45.486 -2.288 -2.282 -48.736
Sonstige kurzfristige
Finanzverbindlichkeiten
6.088 -6.088
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
30.886 -30.886
Buchwert Cashflows
in T€
Verzinsliche Darlehen
31.12.2021
46.296
2022
-1.633
2023
-1.545
2024 ff.
-47.963
Sonstige kurzfristige
Finanzverbindlichkeiten
5.564 -5.564
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
17.892 -17.892

Kreditrisiken

Das Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten besteht darin, dass der andere Vertragspartner seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Das maximale Risiko besteht bei gewährten Krediten und Kundenforderungen in Höhe der bilanzierten Buchwerte vor Einzelwertberichtigungen. Ein Ausfallrisiko aus derivativen Finanzinstrumenten liegt mangels entsprechender Transaktionen nicht vor.

01 An unsere Investoren 03 Konzernabschluss Lagebericht

Anhang 02 Zusammengefasster 04 Einzelabschluss 05 Weitere Informationen

Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien

Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der wesentlichen Finanzinstrumente nach Klassen:

in T€ 31.12.2022 31.12.2021
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertete Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 16.348 19.610
Liquide Mittel 92.848 109.678
Summe 109.196 129.288
in T€ 31.12.2022 31.12.2021
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertete Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 30.886 17.892
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 208 202
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 6.088 5.564
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
(ohne Derivate) 45.278 46.095
Summe 82.460 69.753

Der beizulegende Zeitwert der Forderungen und Schulden aus Lieferungen und Leistungen, der kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte, der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie der kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten entspricht aufgrund der kurzen Laufzeiten dem jeweiligen Buchwert. Das im Juni 2021 vereinbarte Darlehen wird variabel verzinst. Bewegungen des zugrundeliegenden Zinses bewirken künftig eine variable Zinsbelastung, so dass der Buchwert den Fair Value (der Hierarchie 2) im Wesentlichen widerspiegelt.

Die erfolgswirksam erfassten Aufwendungen ergeben sich aus der Bewertung der eingebetteten Derivate und sind in der Gewinn- und Verlustrechnung im Zinsergebnis erfasst.

in T€

Überleitung der finanziellen Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert der Hierarchie 3 bewertet sind

Anfangsbestand zum 01.01.2021 1.821
Erfolgswirksam erfasste Gewinne/Verluste -1.821
Abgänge
Schlussbestand zum 31.12.2021
Erfolgswirksam erfasste Gewinne/Verluste
Abgänge
Schlussbestand zum 31.12.2022

Anhang

Die aus den einzelnen Kategorien entstandenen ergebniswirksamen Effekte sind nachfolgend dargestellt:

Ertrags-, Aufwand-, Gewinn- oder Verlustposten der Wesentlichen Finanzinstrumente nach Klassen

2022 Bewertungs Wert Auflösung Wert
in T€ Zinserträge Zinsaufwand effekte berichtigung berichtigungen Nettoergebnis
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte 8 -113 -105
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten -1.304 -1.304
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten (Derivate)
Summe 8 -1.304 -113 -1.409
2021 Bewertungs Wert Auflösung Wert
in T€ Zinserträge Zinsaufwand effekte berichtigung berichtigungen Nettoergebnis
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte 5 5
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten -15.052 -15.052
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten (Derivate) 1.821 1.821
Summe 5 -15.052 1.821 -13.226

Der erfolgswirksam erfasste Netto-Fremdwährungsgewinn von TEUR 111 (2021: Netto-Fremdwährungsverlust TEUR 484) bezieht sich auf die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Nach IFRS 7 sind zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende Finanzinstrumente in eine dreistufige Bewertungshierarchie einzuordnen (Level 1: Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert anhand von Marktpreisen direkt ermittelt werden kann; Level 2: Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert auf Basis von beobachtbaren Marktdaten direkt oder indirekt ermittelt werden kann; Level 3: Finanzinstrumente, deren beizulegende Zeitwerte sich über Bewertungsverfahren errechnen, bei denen nicht direkt auf dem aktiven Markt beobachtbare Faktoren einbezogen werden). Bei Cherry wurden zum 31.12.2022 wie auch zum 31.12.2021 weder Vermögenswerte noch Schulden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Anhang

11.3. Angaben zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit tritt der Cherry Konzern mit zahlreichen Unternehmen in Geschäftsbeziehungen. Darunter können sich auch nahestehende Unternehmen befinden. Nahestehende Unternehmen gem. IAS 24 sind für den Cherry Konzern zum 31.12.2022 die Gesellschaften im Argand Verbund (maßgeblicher Einfluss), darunter im Einzelnen:

  • Cherry TopCo S.à r.l., Luxembourg
  • Cherry HoldCo S.à r.l., Luxembourg
  • Cherry MEP GmbH & Co. KG, Düsseldorf
  • Cherry Strip GmbH & Co.KG, Düsseldorf
  • Cherry MEP Strip GP GmbH, Berlin
  • Rainier Co-Investment Holdings, LP, Cayman Islands
  • Argand Partners; LP, New York, USA

Daneben waren bis zum Börsengang die Gesellschaften im GENUI Verbund als nahestehende Unternehmen (maßgeblicher Einfluss) anzusehen, darunter im Einzelnen:

  • GENUI Fund GmbH & Co.KG, Neuer Wall 80 in 20354 Hamburg
  • Greendich Enterpise Co., 2F, No. 18, Alley 1, Lane 768, Sec. 4, Bade Road, Nangang Dist. Taipei City 115, Taiwan
  • Genui Sechste Beteiligungsgesellschaft mbH, Cherrystraße 1 in 91275 Auerbach i.d. OPf.

Die Cherry SE erstellt den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Konsolidierungskreis. Dieser wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.

In Zusammenhang mit dem Börsengang in 2021 hat die Cherry SE ein Cost Sharing Agreement mit der Cherry TopCo S.à r.l. abgeschlossen. Im Rahmen dieses Cost Sharing Agreements wurden in 2021 Aufwendungen für Gebühren, Rechtsanwälte, Berater und ähnliche, die teilweise durch die Cherry SE und teilweise durch die Cherry TopCo S.à r.l. beauftragt und bezahlt wurden, auf die beiden Parteien aufgeteilt. Hiervon entfielen in 2021 TEUR 1.649 auf die Cherry SE und TEUR 3.100 auf die Cherry TopCo S.à r.l. Zum 31.12.2021 bestanden keine offenen Salden mehr. In 2022 ergaben sich keine Transaktionen mit den oben genannten nahe stehenden Unternehmen und zum 31.12.2022 bestanden keine offenen Salden.

Angaben nach IFRS 2 Share-based Payments

Im Zuge des Erwerbs der Anteile an der Cherry Holding GmbH durch die Cherry SE zum 30. September 2020 wurde ausgewählten Managern der Cherry SE bzw. ihrer Tochterunternehmen ein indirektes Investment an der Cherry SE gewährt. Die Manager hatten im Rahmen dieses Beteiligungsprogramms Anteile erworben. Diese werden über die Cherry MEP GmbH & Co.KG sowie die Cherry Strip GmbH & Co.KG gehalten. Für einen Teil der erworbenen Anteile (8,2 Mio. Anteile) erhielten die Manager in Abhängigkeit von ihrem Verbleiben im Unternehmen in den nächsten 4 Jahren ab Gewährung bei ihrem Ausscheiden einen bestimmten Wert für ihre dann zu verkaufenden Anteile. Es handelte sich um einen equity-settled plan i.S.d. IFRS 2. Die den Managern daraus gewährte Vergütung war grundsätzlich über die Dauer von 4 Jahren erfolgswirksam zu erfassen und wurde mit der Kapitalrücklage verrechnet. Die Bewertung des Fair Value i.S.d. IFRS 2 zum Gewährungszeitpunkt erfolgte auf Basis des Black-Scholes-Modells und führte bei einem erwarteten Exit Date Ende 2024 zu einem Fair Value in Höhe von TEUR 4.925. Pro Anteil ergibt sich ein Marktwert von EUR 0,55. Der Bewertung zum 1. Oktober 2020 lag eine Volatilität von 60%, ein risikofreier Zinssatz und ein Dividendensatz von jeweils 0% und ein Erdienungszeitraum von 4 Jahren zugrunde.

Im Zuge des Börsengangs wurde dieses Beteiligungsprogramm mit den Berechtigten abgerechnet und beendet. Hieraus ergaben sich in 2021 nach IFRS 2 zu erfassende nicht-zahlungswirksame Personalaufwendungen in Höhe von 3.757 TEUR, die mit der Kapitalrücklage verrechnet wurden.

Im Zusammenhang mit dem Börsengang wurde ein neues anteilsbasiertes Vergütungsprogramm (LTI = Long Term Incentive Program) zunächst nur für den Vorstand der Cherry SE aufgesetzt. Das LTI besteht ergänzend zur Vorstandsvergütung in Form eines Festgehalts sowie einer kurzfristigen Anreizvergütung (STI). Das LTI wird jeweils für ein Geschäftsjahr (Gewährungsjahr) gewährt und hat einen Bemessungszeitraum von drei Jahren (LTI-Performance-Periode) und eine einjährige Sperrfrist (Lock-up-Periode). Der Anspruch auf LTI ist grundsätzlich ein Barauszahlungsanspruch, der von der Gesellschaft allerdings auch in Aktien der Gesellschaft erfüllt werden kann. Die Gesellschaft wird in Aktien erfüllen. Die Vergütung erfolgt über virtuelle Aktien, deren Anzahl von der Erreichung der LTI Erfolgsziele abhängig ist. Diese LTI-Erfolgsziele basieren regelmäßig zu 50% auf dem bereinigten EBITDA des Konzerns und zu 50% auf der relativen Entwicklung der Aktienrendite der Cherry SE 01 An unsere Investoren 03 Konzernabschluss Lagebericht

Anhang 02 Zusammengefasster 04 Einzelabschluss 05 Weitere Informationen

(Total Shareholder Return – TSR). Der Wert der virtuellen Aktien, die zur Auszahlung kommen, bemisst sich nach dem zukünftigen Aktienkurs der Gesellschaft. Im Geschäftsjahr 2022 wurde das LTI auf ausgewählte Mitarbeiter außerhalb des Vorstands ausgeweitet. Bei dem LTI handelt es sich um einen equity-settled plan i.S.d. IFRS 2. Die Bewertung des Fair Value i.S.d. IFRS 2 zum jeweiligen Gewährungszeitpunkt erfolgte auf Basis einer Monte-Carlo-Simulation unter Berücksichtigung der Bedingungen des Plans. Das Modell simuliert den TSR und vergleicht ihn mit der Gruppe der SDAX-Unternehmen. Es berücksichtigt die Volatilität des Aktienkurses der Cherry SE im Vergleich zum SDAX.

Wesentliche Parameter, die im Modell verwendet wurden:

  • Gewichteter durchschnittlicher beizulegender Zeitwert am Tag der Gewährung: 18,73 € (2021: 28,41 €)
  • Aktienkurs am Tag der Gewährung: 24,90 € bzw. 7,58 € (2021: 30,66 €)
  • Erwartete Volatilität (gewichteter Durchschnitt): 57,6% (2021: 57,0%)
  • Erwartete Laufzeit (gewichteter Durchschnitt): 3,9 Jahre (2021: 5,7 Jahre)
  • Erwartete Dividenden: 0,0% (2021: 0,0%)
  • Risikoloser Zinssatz: -0,55% bzw. 2,55% (2021: -0,68%)

Die erwartete Laufzeit basiert auf historischen Daten und aktuellen Schätzungen und spiegelt nicht notwendigerweise die künftigen tatsächlichen Ausübungsmuster wider. Die erwartete Volatilität basiert auf der Annahme, dass historische Volatilitäten, die dem Zeitraum der erwarteten Laufzeiten entsprechen, indikativ für künftige Trends sind, was nicht notwendigerweise dem tatsächlichen Ergebnis entspricht.

In 2022 wurden insgesamt 34.125 (2021: 10.700) virtuelle Aktien gewährt. Somit beträgt der Stand der gewährten virtuellen Aktien zum 31.12.2022 44.825.

In 2022 sind Aufwendungen in Höhe von TEUR 240 (2021: TEUR 197) aus dem LTI im Personalaufwand erfasst, die mit der Kapitalrücklage verrechnet wurden.

Darüber hinaus sind auch Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und deren Angehörige als nahestehende Personen zu qualifizieren.

Dem Vorstand gehörten im Geschäftsjahr 2022 an:

  • Rolf Unterberger, Chief Executive Officer (bis 31. Dezember 2022)
  • Bernd Wagner, Chief Financial Officer
  • Dr. Udo Streller, Chief Operating Officer (seit 1. April 2022)

Seit 1. Januar 2023 gehört Herr Oliver Kaltner dem Vorstand als Chief Executive Officer an.

Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr 2022 an:

  • Herr Marcel Stolk, Vorsitzender des Aufsichtsrats
  • Herr James Burns, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats sowie Vorsitzender des Prüfungsausschusses
  • Herr Joachim Coers, Mitglied des Personal- und Vergütungsausschusses
  • Frau Heather Faust, Vorsitzende des Personal- und Vergütungsausschusses und Mitglied des Prüfungsausschusses
  • Herr Steven M. Greenberg, Vorsitzender des Nominierungsausschusses
  • Herr Tariq Osman, Mitglied des Nominierungsausschusses und Mitglied des Personal- und Vergütungsausschusses
  • Herr Dino Sawaya, Mitglied des Prüfungsausschusses und Mitglied des Nominierungsausschusses

Anhang

Cherry SE Geschäftsbericht 2022

Entlohnung der Führungskräfte

in T€ 2022 2021
Kurzfristige Leistungen 1.160 1.352
Leistungen nach Beendigung des
Arbeitsverhältnisses 12 11
Andere langfristige Leistungen
Leistungen aus Anlass der Beendigung des
Arbeitsverhältnisses 193
Anteilsbasierte Vergütungen 236 2.715
Summe 1.601 4.078

Die Angaben beziehen sich auf den Vorstand der Cherry SE. Die Beträge umfassen neben den Grundgehältern, Beiträgen zur Sozialversicherung und Altersversorgungen, Boni und Firmenwägen sowie die anteilsbasierte Vergütung aus den jeweiligen Beteiligungsprogrammen.

Der Aufwand für die fixe Vergütung des Aufsichtsrats betrug für das Geschäftsjahr 2022 TEUR 493 (2021: TEUR 319). Sonstige Bezüge, im Wesentlichen Spesen, fielen in Höhe von insgesamt TEUR 31 (2021: TEUR 33) an. Darüber hinaus ergaben sich Aufwendungen aus anteilsbasierter Vergütung von TEUR 0 (2021: TEUR 321).

In 2022 wurden, wie im Vorjahr, keine Kredite oder Vorschüsse an Mitglieder des Vorstands oder Aufsichtsrats gewährt.

11.4. Corporate Governance

Vorstand und Aufsichtsrat der Cherry SE haben zum 28. Dezember 2022 die nach §161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Erklärung abgegeben und auf der Website der Cherry SE unter https://ir.cherry.de/de/home/corporate-governance/ öffentlich zugänglich gemacht.

11.5. Honorar des Abschlussprüfers

in T€ 2022 2021
Abschlussprüferleistungen 578 457
Andere Bestätigungsleistungen 32 608
Steuerberatungsleistungen -
Sonstige Leistungen - 99
Summe 610 1.164

Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten im Wesentlichen die Honorare für die Konzernabschlussprüfung (inkl. der zugehörigen Prüfungen, die für börsennotierte Unternehmen verpflichtend sind, z.B. formale Prüfung des Vorstandsvergütungsberichts, ESEF) sowie die Jahresabschlussprüfungen der Cherry SE und in den Konzernabschluss einbezogener Tochterunternehmen.

Die im Jahr 2022 unter den anderen Bestätigungsleistungen ausgewiesenen Honorare betreffen Prüfungsleistungen im Zusammenhang mit dem Formwechsel der ehemaligen Cherry AG in die Rechtsform SE (Societas Europaea"). Im Vorjahr wurden dort Leistungen im Zusammenhang mit dem Gründungsbericht der Cherry SE (vormals Cherry AG) sowie dem Börsengang (Comfort Letter) ausgewiesen. Auf das Vorjahr entfällt ein Betrag in Höhe von TEUR 164 (2021: TEUR 137).

Der im Berichtsjahr entstandene Honoraraufwand für die Leistungen des Abschlussprüfers Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Niederlassung Düsseldorf, ist in den Verwaltungskosten enthalten. In der Gesamtsumme sind auch die Kosten des Verbundes von Ernst & Young enthalten, die die Prüfung der Jahresabschlüsse für die Einzelunternehmen der Cherry Gruppe im In- und Ausland betreffen.

11.6. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 17. Januar 2023 hat Cherry sämtliche Geschäftsanteile an der Xtrfy Gaming AB sowie der Built on Experience AB, Landskrona, Schweden erworben. Die Gesellschaften entwickeln und vertreiben schwerpunktmäßig Mäuse und Keyboards sowie weitere Peripherals, wie spezielle Mauspads und Headsets, im Premiumsegment für Gaming Devices und E-Sports Equipment. Durch den Erwerb soll das Geschäftsfeld GAMING gestärkt, die Marktpräsenz in Europa, mit dem Schwerpunkt auf den nordischen Ländern, sowie das globale Netzwerk in der eSports-Szene ausgebaut werden.

Die beizulegenden Zeitwerte der identifizierten Vermögenswerte und Schulden und die Ableitung des Firmenwerts stellen sich zum Erwerbszeitpunkt wie folgt dar (Eventualverbindlichkeiten wurden nicht identifiziert):

in T€

Vermögenswerte: 6.864
Immaterielle Vermögenswerte 1.510
Sachanlagen 220
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 92
Vorräte 3.698
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 818
Sonstige Vermögenswerte 27
Steuerforderungen 167
Liquide Mittel 332
Schulden: -3.991
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -978
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten -445
Langfristige Verbindlichkeiten -2.166
Latente Steuern -402
Summe des identifizierbaren Nettovermögens
zum beizulegenden Zeitwert 2.873

Übertragene Gegenleistung 5.075 Geschäfts- oder Firmenwert 2.202

Die oben dargestellte Kaufpreisallokation ist zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund des kurzen Zeitraums seit dem Erwerb als vorläufig zu betrachten.

Der vorläufige Kaufpreis beträgt rund EUR 5,1 Mio. und wird zu rund einem Drittel (EUR 1,6 Mio.) mit eigenen Aktien der Cherry SE (234.138 Stk.) und im Übrigen in liquiden Mitteln beglichen. Die Bewertung der Aktien erfolgte mit 7,03 EUR/Aktie, basierend auf dem 6 Monats-Durchschnittkurs Xetra vom 01.06-30.11.2022. Der endgültige Kaufpreis ergibt sich nach Aufstellung der Closing Date Accounts auf Basis geprüfter lokaler Abschlüsse. Der Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) stellt im Wesentlichen Synergieeffekte im Vertrieb sowie bei der Bildung einer gemeinsamen gestärkten Wettbewerbsposition im Bereich eSports dar, sowie Marktzugänge im europäischen und asiatischen Wirtschaftsraum. Der Geschäfts- oder Firmenwert ist nicht für steuerliche Zwecke abziehbar.

Der beizulegende Zeitwert sowie der Bruttobetrag der erworbenen Forderungen setzen sich wie folgt zusammen (die Werte sind als vorläufig zu betrachten):

Beizulegender
in T€ Zeitwert Bruttobetrag
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 818 818
Sonstige Vermögenswerte 27 27

Der beizulegende Zeitwert der erworbenen Forderungen stellt gleichzeitig die beste Schätzung für die erwarteten Zahlungsmittelzuflüsse aus diesen Forderungen dar.

Einmalige Tansaktionskosten in Höhe von TEUR 282 wurden erfolgswirksam in 2022 erfasst.

Nach dem Bilanzstichtag wurden im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms weitere eigene Anteile erworben. Zum 29. März 2023 betrug der Aktienanteil der eigenen Anteile rund 4,4%.

Die Kurzarbeit am Standort Auerbach wurde erneut und über den Jahreswechsel hinaus bis zum 31.03.2023 verlängert. Seit dem 1. Januar 2023 befinden sich zusätzlich auch Mitarbeitende des Geschäftsbereichs Components in teilweiser Kurzarbeit. Die Maßnahme endet planmäßig zum 31.03.2023, da an diesem Datum die vorerst

maximale Bezugsdauer von 12 Monaten erreicht wird. Eine erneute Beantragung zu einem späteren Zeitpunkt -nach Ablauf einer Wartefrist von 3 Monaten- ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich und wird seitens Cherry geprüft. Sollten sich weitere Gesetzes-/Regelungsänderungen ergeben, wird auch die Verlängerung der aktuellen Kurzarbeit geprüft.

Es wird erwartet, dass der Russland-Ukraine-Konflikt weiterhin die Profitabilität einzelner Geschäftsbereiche durch höhere Material-, Energie- und Logistikkosten negativ beeinflussen wird.

Darüber hinaus sind nach dem Ende des Geschäftsjahres keine Ereignisse eingetreten, die eine besondere Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

München, den 29.03.2023

Cherry SE Vorstand

Oliver Kaltner Bernd Wagner Dr. Udo Streller CEO CFO COO

Anhang

VERSICHERUNG DES VORSTANDS

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht für die Cherry SE und den Konzern der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

München, 29. März 2023

Cherry SE

Oliver Kaltner Bernd Wagner Dr. Udo Streller CEO CFO COO

01 An unsere Investoren 02 Zusammengefasster 04 Einzelabschluss 05 Weitere Informationen 03 Konzernabschluss 109 Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

Zu dem Konzernabschluss, dem Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst wurde, und zu den ESEF-Unterlagen haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Cherry SE (vormals: Cherry AG)

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Cherry SE (vormals: Cherry AG), München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) – bestehend aus der Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022, der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzernkapitalflussrechnung und der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Cherry SE (vormals: Cherry AG), der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst wurde, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die auf der im Konzernlagebericht angegebenen Internetseite veröffentlichte Konzernerklärung zur Unternehmensführung nach §315d HGB, die Bestandteil des Konzernlageberichts ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Des Weiteren haben wir die in den Abschnitten "Überleitung von alternativen Leistungskennzahlen (ESMA)" und "Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sowie des internen Kontrollsystems (IKS)" des Konzern-Lageberichts enthaltenen lageberichtsfremden Angaben nicht inhaltlich geprüft. Lageberichtsfremde Angaben im Konzern-Lagebericht sind Angaben, die weder nach §§315, 315a bzw. nach §§315b bis 315d HGB vorgeschrieben, noch nach DRS 20 gefordert sind.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

  • entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und
  • vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Wir geben kein Prüfungsurteil zu dem Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung und nicht zu den Inhalten der oben genannten Abschnitte "Überleitung von alternativen Leistungskennzahlen (ESMA)" und "Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sowie des internen Kontrollsystems (IKS)" ab.

Gemäß §322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

01 An unsere Investoren 02 Zusammengefasster 04 Einzelabschluss 05 Weitere Informationen 03 Konzernabschluss 110 Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchstabe f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend beschreiben wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte:

[1] Wertminderungstest für Geschäfts- oder Firmenwerte

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Die im Konzernabschluss der Cherry SE (vormals: Cherry AG) ausgewiesenen Geschäfts- und Firmenwerte resultieren aus dem Erwerb von Tochtergesellschaften und stellen einen wesentlichen Bilanzposten dar.

Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden jährlich zum 31. Dezember von der Gesellschaft einem Werthaltigkeitstest unterzogen, um einen möglichen Abschreibungsbedarf zu ermitteln. Das Ergebnis dieser Bewertungen ist in hohem Maße davon abhängig, wie die gesetzlichen Vertreter die künftigen Zahlungsmittelzuflüsse einschätzen und die jeweils verwendeten Diskontierungszinssätze ableiten.

Vor dem Hintergrund der Wesentlichkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte im Verhältnis sowohl zur Bilanzsumme als auch zum Eigenkapital, der der Bewertung zugrundeliegenden Komplexität sowie der im Rahmen der Bewertung vorhandenen Ermessensspielräume und dem damit verbundenen Risiko wesentlicher falscher Angaben im Konzernabschluss haben wir den Wertminderungstest im Rahmen unserer Abschlussprüfung als einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt identifiziert.

Cherry SE Geschäftsbericht 2022

Prüferisches Vorgehen

Im Rahmen unserer Prüfungshandlungen haben wir den von den gesetzlichen Vertretern der Cherry SE (vormals: Cherry AG) implementierten Prozess vor dem Hintergrund der Vorgaben des IAS 36 zur Ermittlung der erzielbaren Beträge von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw. Gruppen von solchen Einheiten, denen Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet wurden, auf mögliche Fehlerrisiken analysiert. Wir haben die Unternehmensplanungen durch einen Vergleich mit den in der Vergangenheit tatsächlich erzielten Ergebnissen und den aktuellen Entwicklungen der Geschäftszahlen analysiert. In die Analyse haben wir auch die im Geschäftsjahr realisierte und zukünftig prognostizierte Marktentwicklung vergleichbarer Unternehmen sowie öffentlich verfügbare Prognosen von Analysten einbezogen. Die wesentlichen Annahmen der Unternehmensplanungen zu Wachstum und Geschäftsverlauf haben wir nachvollzogen, indem wir diese mit den gesetzlichen Vertretern der Cherry SE (vormals: Cherry AG) diskutiert haben. Zudem haben wir das dem Werthaltigkeitstest zugrunde gelegte Budget des kommenden Jahres und die Mittelfristplanung des Konzerns mit dem vom Aufsichtsrat genehmigten Budget und der genehmigten Mittelfristplanung verglichen.

Die sonstigen wesentlichen Bewertungsannahmen, wie beispielsweise der Diskontierungszinssatz und die Wachstumsrate, wurden auf Basis einer Analyse von Marktindikatoren untersucht. Durch eigene Sensitivitätsanalysen haben wir Wertminderungsrisiken bei Änderungen von wesentlichen Bewertungsannahmen eingeschätzt. Ferner haben wir die rechnerische Richtigkeit der Bewertungsmodelle nachvollzogen.

Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich hinsichtlich des Wertminderungstests für Geschäfts- oder Firmenwerte keine Einwendungen ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben

Zu den bezüglich der Geschäfts- oder Firmenwerte angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf die Angabe im Konzernanhang im Abschnitt (4) "Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" und zu den Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte unter Kapitel (6.2). Für die damit in Zusammenhang stehenden Angaben zu Ermessensausübungen der gesetzlichen Vertreter und zu Quellen von Schätzungsunsicherheit sowie zu den Angaben zum Geschäfts- oder Firmenwert verweisen wir auf die Angabe im Konzernanhang

Geschäftsbericht 2022

im Abschnitt "Wesentliche Schätzungen, Annahmen und Ermessensentscheidungen" unter Textziffer (3) sowie "Immaterielle Vermögenswerte" im Abschnitt "Erläuterung zu den Konzernaktiva" (6).

[2] Umsatzrealisierung

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Die Cherry SE (vormals: Cherry AG) erzielt ihre Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Computereingabegeräten. Durch die große Anzahl unterschiedlicher vertraglicher Vereinbarungen für die unterschiedlichen Leistungen in verschiedenen Ländern ergibt sich im Konzernabschluss der Cherry SE (vormals: Cherry AG) ein erhöhtes Fehlerrisiko für die Existenz sowie die periodengerechte Realisierung der Umsatzerlöse. Vor dem Hintergrund der materiellen Bedeutung der Umsatzrealisierungssachverhalte, erachten wir die Umsatzrealisierung als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt.

Prüferisches Vorgehen

Im Rahmen unserer Prüfungshandlungen haben wir die von den gesetzlichen Vertretern der Cherry SE (vormals: Cherry AG) implementierten Prozesse für die Realisierung der Umsatzerlöse, insbesondere unter Berücksichtigung von Erlösschmälerungen, nachvollzogen.

Zum Nachweis der Existenz der Umsatzerlöse haben wir diese anhand von Datenanalysen und Belegprüfungen unter anderem daraufhin untersucht, ob sie zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen geführt haben und ob diese wiederum durch Zahlungseingänge ausgeglichen wurden. Ferner haben wir die Umsatzrealisierung anhand der vertraglichen Vereinbarungen stichprobenhaft im Hinblick auf die Anforderungen des IFRS 15 zum Zeitpunkt der Umsatzrealisierung nachvollzogen. Darüber hinaus haben wir Saldenbestätigungen von Kunden eingeholt. Weiterhin haben wir im Hinblick auf die periodengerechte Erfassung der Umsatzerlöse insbesondere im letzten Monat vor dem Stichtag die bilanzierten Umsatzerlöse in Stichproben anhand von Rechnungen und Liefernachweisen nachvollzogen. Im Hinblick auf Erlösschmälerungen haben wir auf Grundlage von Datenanalysen wesentliche Positionen identifiziert und die Erfassung stichprobenweise anhand von Belegen nachvollzogen. Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich hinsichtlich der Umsatzrealisierung keine Einwendungen ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben

Die Angaben bezüglich der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen von Umsatzerlösen sind im Konzernanhang in Abschnitt (4) "Erläuterung der wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" enthalten. Die Ausführungen zur Zusammensetzung der Umsatzerlöse finden sich im Konzernanhang in Abschnitt (8.1) "Umsatzerlöse".

Sonstige Informationen

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der Konzernerklärung zur Unternehmensführung ist sowie für den Vergütungsbericht nach § 162 AktG, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die oben genannte Konzernerklärung zur Unternehmensführung sowie die oben genannten im Konzern-Lagebericht in den Abschnitten "Überleitung von alternativen Leistungskennzahlen (ESMA)" und "Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sowie des internen Kontrollsystems (IKS)" enthaltenen lageberichtsfremden Angaben.

Ferner umfassen die sonstigen Informationen weitere für den Geschäftsbericht vorgesehene Bestandteile, von denen wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erlangt haben, insbesondere:

  • die Versicherung der gesetzlichen Vertreter nach §264 Abs. 2 Satz 3 i.V.m. §297 Abs. 2 Satz 4 und §315 Abs. 1 Satz 5 HGB,
  • die Entsprechenserklärung zum Corporate Governance Kodex nach §161 AktG, die außerhalb des Konzernlageberichts veröffentlicht wird,
  • den nichtfinanziellen Bericht nach §§289c, 315c HGB,
  • die "Wesentlichen Konzernkennzahlen" und das Vorwort des Vorstands,
  • den Bericht des Aufsichtsrats,
  • die weiteren Informationen in Kapitel 01 "An unsere Aktionäre" und in Kapitel 05 "Weitere Informationen"

01 An unsere Investoren 02 Zusammengefasster 04 Einzelabschluss 05 Weitere Informationen 03 Konzernabschluss 112 Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

aber nicht den Konzernabschluss, nicht die in die inhaltliche Prüfung einbezogenen Konzernlageberichtsangaben und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

  • wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
  • anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

  • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;
  • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben;
  • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;
  • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflich-

tet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

  • beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach §315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt;
  • holen wir ausreichende, geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile;
  • beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns;
  • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

01 An unsere Investoren 02 Zusammengefasster 04 Einzelabschluss 05 Weitere Informationen 03 Konzernabschluss 114 Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach §317 Abs. 3a HGB

Prüfungsurteil

Wir haben gemäß §317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei "cherry-2022-12-31-de.zip" enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des §328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des §328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit §317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach §317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts nach Maßgabe des §328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des §328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Vorgaben des §328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

01 An unsere Investoren 02 Zusammengefasster 04 Einzelabschluss 05 Weitere Informationen 03 Konzernabschluss 115 Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

Cherry SE

Verantwortung des Konzernabschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Anforderungen des §328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

  • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter – Verstöße gegen die Anforderungen des §328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.
  • gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.
  • beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d. h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.
  • beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts ermöglichen.
  • beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) nach Maßgabe der Artikel 4 und 6 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der am Abschlussstichtag geltenden Fassung eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 8. Juni 2022 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 16. August 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2019 als Konzernabschlussprüfer der Cherry SE (vormals: Cherry AG) tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Wir haben folgende Leistungen zusätzlich zur Abschlussprüfung für das geprüfte Unternehmen bzw. die von diesem beherrschten Unternehmen erbracht:

– gesetzlich vorgeschriebene gesellschaftsrechtliche Sonderprüfungen.

Sonstiger Sachverhalt – Verwendung des Bestätigungsvermerks

Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften Konzernlagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und Konzernlagebericht – auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen – sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften Konzernlageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Jan Michael.

Düsseldorf, 29. März 2023 Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Michael Dr. König Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Einzelabschluss

Bilanz

  • Gewinn- und Verlustrechnung
  • Anlagenspiegel
  • Anhang für 2022

BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2022

AKTIVA
in T€ 31.12.2022 31.12.2021
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
30 52
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 37 40
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 216.297 216.244
216.364 216.336
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 123 23
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 33.424 26.926
3. Sonstige Vermögensgegenstände 139
II. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 69.601 89.373
103.148 116.461
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 453 443
Aktiva gesamt 319.965 333.240

01 An unsere Investoren 02 Zusammengefasster 03 Konzernabschluss 05 Weitere Informationen Lagebericht

Bilanz

PASSIVA

in T€ 31.12.2022 31.12.2021
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 24.300 24.300
Eigene Anteile -907
23.393
II. Kapitalrücklage 263.593 263.593
III. Gewinnrücklagen -5.917
IV. Verlustvortrag -6.186 -3.935
V. Jahresfehlbetrag -4.565 -2.251
270.318 281.707
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 135 133
2. Steuerrückstellungen 380 828
3. Sonstige Rückstellungen 985 795
1.500 1.756
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 45.000 45.000
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 638 567
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.527 3.272
4. Sonstige Verbindlichkeiten
davon aus Steuern TEUR 282 (i. Vj. TEUR 99)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 0 (i. Vj. TEUR 0) 982 938
48.147 49.777
Passiva gesamt 319.965 333.240

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DEN ZEITRAUM VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2022

01.01. –
31.12.2022
01.01. –
31.12.2021
in T€
1. Umsatzerlöse
2. Sonstige betriebliche Erträge
davon aus Währungsumrechnung TEUR 0 (i. Vj. TEUR 0) 11.834 10.946
3. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 6.247 5.302
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 964 806
davon für Altersversorgung TEUR 0 (i. Vj. TEUR 26)
4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 53 50
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen 4.282 12.335
davon aus Währungsumrechnung TEUR 2 (i. Vj. TEUR 1)
6. Erträge aus Gewinnabführung 995 19.474
7. Aufwendungen aus Verlustübernahme 4.531
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 292
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 292 (i. Vj. 0,00)
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.414 13.796
davon aus der Aufzinsung TEUR 2 (i. Vj. TEUR 2)
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 195 382
11. Ergebnis nach Steuern -4.565 -2.251
12. Sonstige Steuern
13. Jahresfehlbetrag -4.565 -2.251

ANLAGENSPIEGEL

Anschaffungskosten
in T€ 01.01.2022 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
70 70
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 72 28 -10 90
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 216.244 53 216.297
Summe 216.386 81 -10 216.457
Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
in T€ 01.01.2022 Zugänge Abgänge 31.12.2022 31.12.2022 31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
18 22 40 30 52
II. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 32 31 -10 53 37 40
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 216.297 216.244
Summe 50 53 -10 93 216.364 216.336

01 An unsere Investoren 02 Zusammengefasster 03 Konzernabschluss 05 Weitere Informationen Lagebericht

ANHANG

ALLGEMEINE HINWEISE

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß Art. 61 der Verordnung (EG) Nr. 2157/2001 des Rates vom 8. Oktober 2001 über das Statut der Europäischen Gesellschaft (SE-Verordnung) nach den in ihrem Sitzstaat für Aktiengesellschaften geltenden Vorschriften, das heißt nach den für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr geltenden Rechnungslegungsvorschriften insbesondere des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Cherry AG wurde mit Eintragung im Handelsregister vom 13. Dezember 2022 formwechselnd in die Cherry SE umgewandelt.

Mit Wirkung zum 1. März 2023 wurde der Firmensitz der Cherry SE auf die folgende Adresse umgemeldet und im Handelsregister eingetragen: Rosental 7, c/o Mindspace, 80331 München. Der bisherige Firmensitz (Einsteinstraße 174, c/o Design Offices Bogenhausen, 81677 München) war bis zum 28. Februar 2023 gültig.

Als Mutterunternehmen des Cherry Konzerns erstellt die Cherry SE nach § 315e Abs. 1 HGB einen Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) wie sie in der EU anzuwenden sind.

Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss werden im Bundesanzeiger bekannt gemacht. Sie sind im Internet dauerhaft verfügbar unter https://ir.cherry.de/de/ home/publications/.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und davon-Vermerke im Wesentlichen in diesem Anhang gemacht.

REGISTERINFORMATIONEN

Die Gesellschaft ist unter Cherry SE (vormals: Cherry AG) mit Sitz in München im Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Nummer HRB 280912 eingetragen. Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juni 2022 wurde der Formwechsel in eine Societas Europaea (SE) beschlossen. Der Formwechsel wurde durch Eintragung im Handelsregister am 13. Dezember 2022 wirksam.

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die Bilanzierung und Bewertung wurde nach den allgemeinen Bestimmungen der §§246 bis 256a HGB unter Berücksichtigung der Vorschriften für große Kapitalgesellschaften in den §§264 ff. HGB vorgenommen.

Die Bilanzierung und Bewertung beruhen auf der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit.

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet und generell linear über einen Zeitraum von 3 Jahren abgeschrieben.

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet und planmäßig linear über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Nutzungsdauern liegen zwischen 3 und 13 Jahren. Abnutzbare bewegliche Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis EUR 250 werden im Zugangsjahr voll aufwandswirksam erfasst. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten zwischen EUR 251 und EUR 800 werden im Zugangsjahr sofort abgeschrieben.

Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten oder mit dem zum Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Ausleihungen, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Anhang

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag für Aufwendungen für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag ausgewiesen.

Das gezeichnete Kapital wird zum rechnerischen Wert bilanziert.

Die Kapitalrücklage beinhaltet die über das gezeichnete Kapital durch die Gesellschafter geleisteten Einzahlungen.

Erworbene eigene Anteile werden mit ihrem rechnerischen Wert offen vom Bilanzposten Gezeichnetes Kapital abgezogen. Die Differenz zwischen dem rechnerischen Wert und den Anschaffungskosten der eigenen Anteile ist mit frei verfügbaren Rücklagen verrechnet.

Die Pensionsrückstellungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen auf der Basis des Anwartschaftsbarwertverfahrens unter Verwendung der Heubeck Richttafeln 2018 G ermittelt. Neben angemessenen Fluktuationstrends wird dabei ein Rententrend von 1,0% berücksichtigt. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen basiert auf den bis zum Jahr 2018 erworbenen Anwartschaften, ein Gehaltstrend ist daher nicht relevant. Die Abzinsung erfolgt mit dem von der Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Für die Bewertung zum 31.12.2022 beträgt der verwendete Zinssatz 1,78%. Die Differenz zwischen den mit dem 10-Jahres- und dem 7-Jahresdurchschnittszinssatz zum 31.12.2022 ermittelten Rückstellungsbeträgen ist ausschüttungsgesperrt. Der für die Ermittlung dieses Unterschiedsbetrags korrespondierende 7-Jahresdurchschnittszinssatz beträgt zum 31.12.2022 1,44%.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Es ist ein Steuersatz i.H.v. 29,13% anzuwenden. Aktive und passive Steuerlatenzen werden, soweit möglich, verrechnet. Auf die Bilanzierung eines Überhangs aktiver latenter Steuern wird nach §274 Abs. 1 Satz 2 HGB verzichtet. Aktive latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus nicht abzugsfähigen Zinsen (Zinsschranke) und einem Verlustvortrag.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wird dabei das Realisationsprinzip (§252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Aktiva

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2022 ist im Anlagenspiegel dargestellt.

Die Finanzanlagen umfassten zum 31.12.2021 die 100%ige Beteiligung an der Cherry Europe GmbH, Auerbach und die 100 %ige Beteiligung an der Cherry Digital Health GmbH, München. Zum 31.12.2022 beinhalten die Finanzanlagen darüber hinaus die 100 %ige Beteiligung an der Cherry Peripherals GmbH, München, die am 24. November 2022 neu unter der Firma heptus 501. GmbH in das Handelsregister eingetragen und mit Handelsregistereintrag am 13. Dezember 2022 umfirmiert wurde.

Anhang

Umlaufvermögen

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 4.584 (31.12.2021: TEUR 1.020) enthalten.

Forderungen und Verbindlichkeiten gegen Gesellschafter bestehen zum Abschlussstichtag wie im Vorjahr nicht.

Passiva

Eigenkapital

Das Gezeichnete Kapital des Mutterunternehmens in Höhe von TEUR 24.300 (31.12.2021: TEUR 24.300) ist voll eingezahlt.

In der Hauptversammlung vom 11. Juni 2021 wurde ein genehmigtes Kapital in Höhe von 10.000.000,00 EUR beschlossen. Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 10. Juni 2026 gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu 10.000.000,00 EUR zu erhöhen, wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann (Genehmigtes Kapital 2021/I).

In der Hauptversammlung vom 23. Juni 2021 wurde ein bedingtes Kapital in Höhe von 10.000.000,00 EUR beschlossen (Bedingtes Kapital 2021/I).

Der Vorstand hat am 9. Juni 2022 mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, unter Ausnutzung der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 23. Juni 2021 ein Aktienrückkaufprogramm aufzulegen ("Aktienrückkaufprogramm 2022"). Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms 2022 können im Zeitraum vom 13. Juni 2022 bis zum 30. Juni 2023 bis zu insgesamt 2.000.000 eigene Aktien (dies entspricht bis zu ca. 8,2% des derzeitigen Grundkapitals der Gesellschaft) zu einem Gesamtkaufpreis (ohne Erwerbsnebenkosten) von maximal EUR 25,0 Mio. bis zu einer Preisobergrenze von EUR 14,00 je Aktie zurückgekauft werden. Bis zum Bilanzstichtag wurden im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms 2022 insgesamt 907.117 Aktien im Volumen von rund TEUR 6.824 erworben. Das entspricht rund 3,7% des derzeitigen Grundkapitals der Gesellschaft. Die auf diesem Weg erworbenen eigenen Aktien der Gesellschaft können zu allen von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 23. Juni 2021 genehmigten Zwecken verwendet werden, insbesondere als Akquisitionswährung für den Erwerb von Unternehmen oder zur Bedienung von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen. Die eigenen Anteile werden in der Bilanz vom Eigenkapital abgezogen. Hieraus ergibt sich eine Reduzierung des gezeichneten Kapitals in Höhe von TEUR 907 und der Gewinnrücklagen in Höhe von TEUR 5.917.

Zum 31.12.2022 umfasst das Grundkapital wie im Vorjahr 24.300.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennwert (Stückaktien).

Der Wert der Kapitalrücklage betrug zum 31. Dezember 2022 TEUR 263.593 (31.12.2021: TEUR 263.593).

Die Ausschüttungssperre nach §253 Abs. 6 HGB beträgt 231 EUR (31.12.2021: 366 EUR).

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen solche für ausstehende Rechnungen und Leistungen im Zusammenhang mit der Jahresabschlussprüfung und der Aufsichtsratstätigkeit.

davon mit einer Restlaufzeit

davon mit einer Restlaufzeit

Verbindlichkeiten

31.12.2022
in €
Gesamtbetrag bis zu 1 Jahr von 1 bis 5
Jahren
mehr als 5
Jahren
Gesicherte
Beträge
Art der Sicherheit
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 45.000.000 45.000.000
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 638.147 638.147
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.527.353 1.527.353
Sonstige Verbindlichkeiten 982.496 982.496
Summe 48.147.996 3.147.996 45.000.000
31.12.2021
in €
Gesamtbetrag bis zu 1 Jahr von 1 bis 5
Jahren
mehr als 5
Jahren
Gesicherte
Beträge
Art der Sicherheit
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 45.000.000 45.000.000
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 567.121 567.121
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.271.654 3.271.654
Sonstige Verbindlichkeiten 938.065 938.065
Summe 49.776.839 4.776.839 45.000.000

Mit Kreditvertrag vom 11. August 2020 hat die Gesellschaft zur Finanzierung des Kaufpreises für die Anteile an der Cherry Holding GmbH inkl. ihrer Tochterunternehmen einen Kredit in Höhe von nominal TEUR 80.000 aufgenommen. Der Kreditvertrag gewährt dem Darlehensnehmer zu bestimmten Zeitpunkten vorzeitige Kündigungsoptionen gegen Zahlung einer vom Zeitpunkt der Kündigung der Höhe nach abhängigen Ausgleichszahlungen an den Kreditgeber. Der Kredit war variabel auf Basis des EURIBOR verzinst und beinhaltet eine Zinsuntergrenze (Floor) von 0 % in Bezug auf den EURIBOR. Der Kreditgeber besitzt ebenfalls unter bestimmten Bedingungen eine Kündigungsmöglichkeit. Im Zuge des Börsengangs wurde von dieser Kündigungsmöglichkeit Gebrauch gemacht und das Kaufpreisdarlehen zum 30. Juni 2021 zurückgezahlt. In diesem Zusammenhang fiel eine Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von TEUR 7.784 an, die in den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen erfasst wurde. Daneben fielen Zinsaufwendungen aus dem Darlehen in Höhe von nominal TEUR 2.816 an. Die bis zum 30. Juni 2021 eingeräumte Kreditlinie in Höhe von TEUR 10.000 wurde wit Rückzahlung des Kredites aufgelöst.

Am 29. Juni 2021 wurde ein neuer Kreditrahmen mit der UniCredit Bank AG in München in Höhe von insgesamt TEUR 55.000 vereinbart, wovon TEUR 10.000 als Kontokorrentlinie bestimmt sind. Die Kontokorrentlinie wurde zum Stichtag nicht in Anspruch genommen, jedoch wurde im Rahmen der Kontokorrentlinie ein Aval in Höhe von TEUR 500 ausgestellt. Der Kreditrahmen war zum 31. Dezember 2022 wie im Vorjahr mit TEUR 45.000 TEUR (Tranche A) ausgenutzt und soll für anorganisches Wachstum genutzt werden. Für den Kreditvertrag wurden keine dinglichen Sicherheiten bestellt.

Der Kreditvertrag hat eine Laufzeit von 5 Jahren. Der Zinssatz für jedes Darlehen ergibt sich aus dem Prozentsatz der Summe der jeweils anwendbaren Zinssätze, bestehend aus einer Bank-Marge als Aufschlag auf den zugrundeliegenden EURI-BOR-Zinssatz für die entsprechend abgeschlossene Laufzeit der Ziehung für die Tranche A (3- oder 6 Monate) und die Kontokorrentlinie (1, 3 oder 6 Monate). Zudem

Anhang

wird ein Bereitstellungszins (Commitment Fee) in Höhe von 0,35% für die nicht in Anspruch genommenen Beträge innerhalb der Tranche A und der Kontokorrentlinie berechnet. Die Gewährung des Kreditvertrages unterliegt der Einhaltung der Finanzkennzahl (Financial Covenants) Nettoverschuldungsgrad (Net leverage ratio). Der Nettoverschuldungsgrad ist beschränkt auf eine Relation der Nettoverschuldung im Verhältnis des bereinigten EBITDA. Zum Stichtag wurden alle Auflagen aus dem Kreditvertrag eingehalten.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen im Wesentlichen im Rahmen von Lieferungen und Leistungen bzw. aus der umsatzsteuerlichen Organschaft. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen solche für Mitarbeiterboni, ausstehenden Urlaub und Gleitzeitguthaben sowie aus Lohnsteuer und Umsatzsteuer.

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die sonstigen betrieblichen Erträge des Geschäftsjahres 2022 in Höhe von TEUR 11.834 (2021: TEUR 10.946) resultieren aus Weiterbelastungen innerhalb des Konzerns gemäß Konzernvereinbarung. Im Vorjahr waren hier noch Kosten im Zusammenhang mit dem Börsengang der Cherry SE (vormals: Cherry AG) enthalten. Gemäß einem Vertrag zur Kostenübernahme zwischen der Gesellschaft und dem Anteilseigner wurden die auf den Altgesellschafter anteilig entfallenden IPO-Kosten im Vorjahr an die Gesellschafter weiter belastet. Es handelte sich insofern um außergewöhnliche Erträge.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 4.282 (2021: TEUR 12.335) entfallen im Wesentlichen auf Beratungs- und Prüfungskosten in Höhe von TEUR 2.095 (2021: TEUR 8.277) sowie auf Kosten für Fremd-/Dienstleistungen in Höhe von TEUR 1.337 (2021: TEUR 434). Der Restbetrag entfällt auf sonstige Verwaltungskosten. Im Vorjahr standen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen überwiegend in Zusammenhang mit Kosten, die im Rahmen des Börsengangs entstanden sind, sowie mit einem Verlust aus Übernahme der Geschäftsaktivitäten "Zentrale Dienstleistungen" aus der Cherry Europe GmbH. Insgesamt waren im Vorjahr außergewöhnliche Aufwendungen in Höhe von TEUR 7.778 entstanden.

Die Erträge aus Gewinnabführung umfassen in 2022 Erträge aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit dem verbundenen Unternehmen Cherry Digital Health GmbH, die Aufwendungen aus Verlustübernahme in 2022 ergeben sich aus dem Ergebnisabführungsvertrag mit dem verbundenen Unternehmen Cherry Europe GmbH.

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge resultieren aus Weiterberechnungen an verbundene Unternehmen für gewährte Darlehen.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ergeben sich im Wesentlichen aus für Bankdarlehen gezahlten Zinsen.

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Zum Bilanzstichtag bestanden folgende Haftungsverhältnisse, die gemäß §251 und §268 Abs. 7 HGB anzugeben sind: Die Cherry SE verpflichtet sich bis zum 31. Dezember 2023 sicherzustellen, dass die Cherry E-Commerce GmbH und die Cherry Peripherals GmbH in der Weise geleitet und finanziell ausgestattet werden, dass sie stets in der Lage sind, ihren zum 31. Dezember 2022 bestehenden Verpflichtungen gegenüber ihren Gläubigern fristgerecht nachzukommen (Einstandsverpflichtung). Die Cherry SE verpflichtete sich bis zum 31. Dezember 2022 sicherzustellen, dass die Cherry Digital Health GmbH und die Active Key GmbH in der Weise geleitet und finanziell ausgestattet wurden, dass sie stets in der Lage sind, ihren zum 31. Dezember 2021 bestehenden Verpflichtungen gegenüber ihren Gläubigern fristgerecht nachzukommen (Einstandsverpflichtung).

Wir schätzen das Risiko aus der Einstandsverpflichtung eine Zahlung leisten zu müssen als gering ein, da die Gesellschaften ausreichend Liquidität besitzen.

Zum Bilanzstichtag bestehen folgende sonstige finanzielle Verpflichtungen: Bestellobligo: TEUR 101 (31.12.2021 TEUR 21), Miet- und Leasingverträge TEUR 49 (31.12.2021 TEUR 44).

Anhang

VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Dem Vorstand gehörten im Geschäftsjahr 2022 an:

  • Rolf Unterberger, Chief Executive Officer (Vorstandsvorsitzender) (bis 31.12.2022)
  • Bernd Wagner, Chief Financial Officer
  • Dr. Udo Streller, Chief Operating Officer (seit 1. April 2022)

Seit 1. Januar 2023 gehört Herr Oliver Kaltner dem Vorstand als Chief Executive Officer an.

Die Vergütung der im Geschäftsjahr tätigen Vorstandsmitglieder setzt sich wie folgt zusammen:

Im Geschäftsjahr 2022 gehörten dem Aufsichtsrat der Cherry SE folgende Mitglieder an:

Marcel Stolk (*1967)

  • Vorsitzender des Aufsichtsrats
  • Mitglied seit: 13. Dezember 2022 (zuvor Vorsitzender des Aufsichtsrats der Cherry AG seit 25. Mai 2021)
  • Gewählt bis: Ende der ordentlichen Hauptversammlung 2023
  • Haupttätigkeit: Unabhängiger Berater
  • Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2022): keine
2022
in €
Grundgehalt und
Sozialabgaben
Bonus 2022 Firmenwagen und Beiträge
zur Altersversorgung
Bezüge nach dem
Ausscheiden
Bezüge aus Anlass
der Beendigung des
Arbeitsverhältnisses
Gesamt-Bezüge
Rolf Unterberger 400.618 100.902 22.800 192.855 717.175
Bernd Wagner 318.072 42.806 25.048 385.926
Dr. Udo Streller 224.948 22.950 13.900 261.798
Gesamt 943.638 166.658 61.748 192.855 1.364.899

Die Vorstandsmitglieder erhielten zudem aufschiebend bedingt zugeteilte Aktien im Wert von 814.842 Euro, die erst nach Ablauf der Performance Periode (Ende 2024) und einem weiteren Jahr der Haltedauer (Ende 2025) zur Auszahlung in bar oder Aktien kommen, wenn die dafür erforderlichen Kriterien nach Ablauf der Performance Periode erfüllt wurden.

James Burns (*1964)

– Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats

  • Mitglied seit: 13. Dezember 2022 (zuvor stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Cherry AG seit 25. Mai 2021)
  • Gewählt bis: Ende der ordentlichen Hauptversammlung 2023
  • Haupttätigkeit: Unabhängiger Berater
  • Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2022): keine

02 Zusammengefasster Lagebericht

01 An unsere Investoren 03 Konzernabschluss 04 Einzelabschluss 05 Weitere Informationen Anhang

Tariq Osman (*1978)

  • Mitglied seit: 13. Dezember 2022 (zuvor Mitglied des Aufsichtsrats der Cherry AG seit 25. Mai 2021)
  • Gewählt bis: Ende der ordentlichen Hauptversammlung 2023
  • Haupttätigkeit: Private Equity Investor
  • Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2022): keine
  • Paladin Private Equity LLC, New York, Vereinigte Staaten von Amerika: Mitglied des Verwaltungsrats

Dino Sawaya (*1983)

  • Mitglied seit: 13. Dezember 2022 (zuvor Mitglied des Aufsichtsrats der Cherry AG seit 25. Mai 2021)
  • Gewählt bis: Ende der ordentlichen Hauptversammlung 2023
  • Haupttätigkeit: bis 31. Dezember 2022 Investmentberater bei Argand Partners, LP, New York, New York, Vereinigte Staaten von Amerika; seit 1. Januar 2023 Private Equity Investor
  • Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2022):
  • TeleGeography Corporation, Washington D.C., Vereinigte Staaten von Amerika: Mitglied des Verwaltungsrats
  • Seybert's Billiards Corporation, Coldwater, Michigan, Vereinigte Staaten von Amerika: Mitglied des Verwaltungsrats
  • Apartment Guardian Inc., Los Angeles, Kalifornien, Vereinigte Staaten von Amerika: Mitglied des Verwaltungsrats
  • OASE Management GmbH, Hörstel, Deutschland: Mitglied des Beirats

Der Aufwand für die fixe Vergütung des Aufsichtsrats betrug für das Geschäftsjahr 2022 TEUR 493 (2021 TEUR 319). Sonstige Bezüge, im Wesentlichen Reisekosten, fielen in Höhe von insgesamt TEUR 31 (2021 TEUR 33) an.

In Jahr 2022 wurden, wie im Vorjahr, keine Kredite oder Vorschüsse an Mitglieder des Vorstands oder Aufsichtsrats gewährt.

  • Joachim Coers (*1965)
  • Mitglied seit: 13. Dezember 2022 (zuvor Mitglied des Aufsichtsrats der Cherry AG seit 25. Mai 2021)
  • Gewählt bis: Ende der ordentlichen Hauptversammlung 2023
  • Haupttätigkeit: Investor
  • Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2022):
  • ensian group GmbH, Leutkirch im Allgäu, Deutschland: Mitglied des Beirats

Heather Faust (*1979)

  • Mitglied seit: 13. Dezember 2022 (zuvor Mitglied des Aufsichtsrats der Cherry AG seit 25. Mai 2021)
  • Gewählt bis: Ende der ordentlichen Hauptversammlung 2023
  • Haupttätigkeit: Managing Partner bei Argand Partners, LP, New York, New York, Vereinigte Staaten von Amerika
  • Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2022):
  • Grosse Point Beacon Acquisition, Inc., Delaware, Vereinigte Staaten von Amerika: Vorsitzende des Verwaltungsrats
  • OASE Management GmbH, Hörstel, Deutschland: Vorsitzende des Beirats
  • Sigma Electric Manufacturing Corporation, Garner, North Carolina, Vereinigte Staaten von Amerika: Mitglied des Verwaltungsrats
  • Concrete Pumping Holdings, Inc., Thornton, Colorado, Vereinigte Staaten von Amerika: Mitglied des Verwaltungsrats

Steven M. Greenberg (*1970)

  • Mitglied seit: 13. Dezember 2022 (zuvor Mitglied des Aufsichtsrats der Cherry AG seit 25. Mai 2021)
  • Gewählt bis: Ende der ordentlichen Hauptversammlung 2023
  • Haupttätigkeit: Anwalt und Berater für Recht des geistigen Eigentums und Innovationsmanagement, Präsident von CRGO Global, Boca Raton, Florida, Vereinigte Staaten von Amerika
  • Mitgliedschaften in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten oder in vergleichbaren in- oder ausländischen Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen (Stand: 31. Dezember 2022):
  • Ardent Medical Corporation, Boynton Beach, Florida, Vereinigte Staaten von Amerika: President

ANTEILSBESITZ (WERTE IN EUR)

Direkte und indirekte Beteiligungen

Anteil am
Eigenkapital Jahres
in
%
Eigenkapital ergebnis
Cherry Europe GmbH, Auerbach2 100 43.754.012,47 0,00
Cherry Digital Health GmbH,
München2 100 4.788.539,32 0,00
Cherry Peripherals GmbH, München2 100 50.100,00 0,00
Cherry E-Commerce GmbH, München 100 -559.925,79 -584.925,79
Active Key GmbH, München 100 439.848,43 0,00
Theobroma Systems Design und
Consulting GmbH, Wien (Österreich)
1
100 4.740.806,82 3.249.650,55
Zhuhai Cherry Electronics Co. Ltd.,
Zhuhai City (China)
1
100 10.203.394,98 4.066.721,81
Cherry Electronics (Hong Kong)
Co Ltd., Hong Kong (China)
1
100 9.358.811,21 1.567.137,73
Cherry Taiwan Electronics Co., Ltd.,
Taiwan1 100 34.048,24 7.390,93
Cherry Americas LLC, Kenosha (USA)
1
100 4.147.798,09 -340.859,96
Cherry S.A.R.L, Paris (Frankreich)
1
100 269.091,81 24.263,68

1 gemäß IFRS reporting 2 Direkte Beteiligungen

SONSTIGE ANGABEN

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2022 Mitarbeitende im Jahresdurchschnitt 73,8 (Köpfe) (2021: 61,4), zum Stichtag 79 Mitarbeitende (2021: 68) beschäftigt. Diese sind in den Bereichen Materialwirtschaft (27 Köpfe – im Jahresdurchschnitt als größter Bereich), Einkauf, Finance & Accounting, Controlling, HR, IT, Kundenservice und Marketing beschäftigt.

Die Gesellschaft stellt den Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen auf. Dieser wird im Bundesanzeiger offengelegt.

Bezüglich der Darlegung der Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen macht die Gesellschaft keine Angaben, da keine marktunüblichen Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen oder Personen bestehen.

Angaben nach §160 Abs. 1 Nr. 8 AktG

Anhang

  • Die UBS Group AG hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 12. Januar 2022 die Schwelle von 3% des Grundkapitals der Gesellschaft überschritten hat und an diesem Tag über 742.651 Stimmrechtsanteile verfügte. Das entspricht einem Anteil von 3,06% des Grundkapitals.
  • Glenernie Capital Ltd hat die Gesellschaft darüber informatiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 13. Januar 2022 die Schwelle von 3% des Grundkapitals der Gesellschaft überschritten hat und an diesem Tag über 768.752 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 3,16% des Grundkapitals.
  • Die UBS Group AG hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 3. Februar 2022 die Schwelle von 3% des Grundkapitals der Gesellschaft unterschritten hat und an diesem Tag über 723.096 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 2,98% des Grundkapitals.
  • JPMorgan Asset Management (UK) Limited hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 10. März 2022 die Schwelle von 3% des Grundkapitals der Gesellschaft unterschritten hat und an diesem Tag über 724.936 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 2,98% des Grundkapitals.
  • Die UBS Group AG hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 14. März 2022 die Schwelle von 3% des Grundkapitals der Gesellschaft überschritten hat und an diesem Tag über 777.155 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 3,20% des Grundkapitals.
  • Die DWS Investment GmbH hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 31. März 2022 die Schwelle von 5% des Grundkapitals der Gesellschaft unterschritten hat und an diesem Tag über 1.184.052 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 4,87% des Grundkapital.
  • Ophir Asset Management Pty. Ltd. hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 28. April 2022 die Schwelle von 5% des Grundkapitals der Gesellschaft unterschritten hat und an diesem Tag über 917.299 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 3,77% des Grundkapitals.
  • Perpetual Ltd. hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 28. April 2022 die Schwelle von 5% des Grundkapitals der Gesellschaft unterschritten hat und an diesem Tag über 917.299 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 3,77% des Grundkapitals.

Cherry SE

Geschäftsbericht 2022

Anhang

  • Die DWS Investment GmbH hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 2. Mai 2022 die Schwelle von 5% des Grundkapitals der Gesellschaft überschritten hat und an diesem Tag über 1.257.227 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 5,17% des Grundkapital.
  • Ophir Asset Management Pty. Ltd. hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 17. Mai 2022 die Schwelle von 3% des Grundkapitals der Gesellschaft unterschritten hat und an diesem Tag über 705.144 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 2,90% des Grundkapitals.
  • Perpetual Ltd. hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 17. Mai 2022 die Schwelle von 3% des Grundkapitals der Gesellschaft unterschritten hat und an diesem Tag über 705.144 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 2,90% des Grundkapitals.
  • Die DWS Investment GmbH hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 17. Mai 2022 die Schwelle von 5% des Grundkapitals unterschritten hat und an diesem Tag über 1.108.499 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 4,56% des Grundkapitals.
  • Janus Henderson Group PLC hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 9. Juni 2022 die Schwelle von 5 % des Grundkapitals überschritten hat und an diesem Tag über 1.448.115 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 5,96% des Grundkapitals.
  • Die DWS Investment GmbH hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 13. Juni 2022 die Schwelle von 3% des Grundkapitals unterschritten hat und an diesem Tag über 720.959 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 2,97% des Grundkapitals.
  • Janus Henderson Group PLC hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 10. Oktober 2022 die Schwelle von 5% des Grundkapitals unterschritten hat und an diesem Tag über 1.201.529 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 4,94% des Grundkapitals.
  • Die Cherry AG hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 25. Oktober 2022 die Schwelle von 3% des Grundkapitals erreicht hat und an diesem Tag über 729.000 eigene Aktien verfügte. Das entspricht einem Anteil von 3,00% des Grundkapitals.
  • Janus Henderson Group PLC hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 2. November 2022 die Schwelle von 3% des Grundkapitals unterschritten hat und an diesem Tag über 620.888 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 2,56% des Grundkapitals.

– Glenernie Capital Ltd hat die Gesellschaft darüber informiert, dass ihr Stimmrechtsanteil am 17. November 2022 die Schwelle von 3% des Grundkapitals unterschritten hat und an diesem Tag über 602.552 Stimmrechte verfügte. Das entspricht einem Anteil von 2,48% des Grundkapitals.

GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAG

Der Jahresfehlbetrag wird auf neue Rechnung vorgetragen.

NACHTRAGSBERICHT

Am 17. Januar 2023 hat die Cherry Gruppe sämtliche Geschäftsanteile an der Xtrfy Gaming AB sowie der Built on Experience AB, Landskrona, Schweden erworben. Die Gesellschaften entwickeln und vertreiben schwerpunktmäßig Mäuse und Keyboards sowie weitere Peripherals, wie spezielle Mauspads und Headsets, im Premiumsegment für Gaming Devices und E-Sports Equipment. Durch den Erwerb soll das Geschäftsfeld GAMING gestärkt, die Marktpräsenz in Europa, mit dem Schwerpunkt auf den nordischen Ländern, sowie das globale Netzwerk in der eSports-Szene ausgebaut werden. Der vorläufige Kaufpreis beträgt rund EUR 5,1 Mio. und wird zu rund einem Drittel mit eigenen Aktien der Cherry SE (234.138 Stk.) und im Übrigen mit liquiden Mitteln bezahlt. Der endgültige Kaufpreis ergibt sich nach Aufstellung der Closing Date Accounts auf Basis geprüfter lokaler Abschlüsse.

Nach dem Bilanzstichtag wurden im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms weitere eigene Anteile erworben. Zum 29. März 2023 betrug der Aktienanteil der eigenen Anteile rund 4,4%.

Darüber hinaus sind nach dem Ende des Geschäftsjahres keine Ereignisse eingetreten, die eine besondere Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Anhang

Cherry SE Geschäftsbericht 2022

ENTSPRECHENSERKLÄRUNG NACH §161 AKTG

Vorstand und Aufsichtsrat der Cherry SE haben zum 28. Dezember 2022 die nach §161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Erklärung abgegeben und auf der Website der Cherry SE unter https://ir.cherry.de/de/home/corporate-governance/ öffentlich zugänglich gemacht.

HONORAR DES ABSCHLUSSPRÜFERS

Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar für den Abschlussprüfer nach §319 Abs. 1 HGB setzt sich wie folgt zusammen:

in T€ 2022 2021
Abschlussprüferleistungen 578 457
Andere Bestätigungsleistungen 32 608
Steuerberatungsleistungen
Sonstige Leistungen 99
Summe 610 1.164

Die Abschlussprüfungsleistungen beinhalten im Wesentlichen die Honorare für die Konzernabschlussprüfung (inkl. der zugehörigen Prüfungen, die für börsennotierte Unternehmen verpflichtend sind, z.B. formale Prüfung des Vorstandsvergütungsberichts, ESEF) sowie die Jahresabschlussprüfungen der Cherry SE und in den Konzernabschluss einbezogener Tochterunternehmen.

Die im Jahr 2022 unter den anderen Bestätigungsleistungen ausgewiesenen Honorare betreffen Prüfungsleistungen im Zusammenhang mit dem Formwechsel der ehemaligen Cherry AG in die Rechtsform SE (Societas Europaea"). Im Vorjahr wurden dort Leistungen im Zusammenhang mit dem Gründungsbericht der Cherry SE (vormals Cherry AG) sowie dem Börsengang (Comfort Letter) ausgewiesen. Auf das Vorjahr entfällt ein Betrag in Höhe von TEUR 164 (2021: TEUR 137).

Die Angaben nach §289a HGB erfolgen im zusammengefassten Lagebericht der Cherry SE und dem Konzernlagebericht und werden im Geschäftsbericht 2022 veröffentlicht.

VERSICHERUNG DES VORSTANDS

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

München, 29. März 2023

Cherry SE

Oliver Kaltner Bernd Wagner Dr. Udo Streller

CEO CFO COO

01 An unsere Investoren 02 Zusammengefasster 03 Konzernabschluss 05 Weitere Informationen 04 Einzelabschluss 131

Cherry SE Geschäftsbericht 2022

Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

Zu dem Jahresabschluss, dem Lagebericht, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst wurde, und zu den ESEF-Unterlagen haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Cherry SE (vormals: Cherry AG)

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Cherry SE (vormals: Cherry AG), München, – bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden – geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Cherry SE (vormals: Cherry AG), der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst wurde, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Die auf der im Lagebericht angegebenen Internetseite veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung nach §289f HGB, die Bestandteil des Lageberichts ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Des Weiteren haben wir die in den Abschnitten "Überleitung zu alternativen Leistungskennzahlen (ESMA)" und "Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sowie des internen Kontrollsystems (IKS)" des Lageberichts enthaltenen lageberichtsfremden Angaben nicht inhaltlich geprüft. Lageberichtsfremde Angaben im Lagebericht sind Angaben, die nicht nach §§289, 289a bzw. nach §§289b bis 289f HGB vorgeschrieben sind.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

– entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger

Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und – vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Wir geben kein Prüfungsurteil zu dem Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung und nicht zu den Inhalten der oben genannten Abschnitte "Überleitung zu alternativen Leistungskennzahlen (ESMA)" und "Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sowie des internen Kontrollsystems (IKS)" ab.

Gemäß §322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

01 An unsere Investoren 02 Zusammengefasster 03 Konzernabschluss 05 Weitere Informationen Lagebericht

Cherry SE Geschäftsbericht 2022

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend beschreiben wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt:

Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Die Anteile an verbundenen Unternehmen, an denen die Gesellschaft mittelbar oder unmittelbar beteiligt ist, stellen im Jahresabschluss der Gesellschaft einen wesentlichen Teil der Vermögensgegenstände dar. Das Management führt jährlich zum Abschlussstichtag eine Überprüfung der Werthaltigkeit der Beteiligungsbuchwerte durch. Die handelsrechtliche Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen richtet sich in diesem Zusammenhang nach den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert. Die beizulegenden Werte werden als Barwerte der erwarteten künftigen Erträge, die sich aus den von den gesetzlichen Vertretern erstellten Planungsrechnungen ergeben, mittels Ertragswertverfahren ermittelt. Hierbei werden auch Erwartungen über die zukünftige Marktentwicklung und Annahmen über die Entwicklung makroökonomischer Einflussfaktoren berücksichtigt. Die Diskontierung erfolgt mittels der individuell ermittelten Kapitalkosten der Finanzanlagen.

Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße abhängig davon, wie die gesetzlichen Vertreter die künftigen Zahlungsströme einschätzen, sowie von den jeweils verwendeten Diskontierungszinssätzen und Wachstumsraten. Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen ist daher mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Komplexität haben wir die Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen im Rahmen unserer Abschlussprüfung als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt identifiziert.

Prüferisches Vorgehen

Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

Im Rahmen unserer Prüfungshandlungen haben wir uns mit dem von der Gesellschaft etablierten Planungsprozess befasst sowie das Vorgehen zur Ermittlung der beizulegenden Werte methodisch nachvollzogen. In diesem Zusammenhang haben wir insbesondere beurteilt, ob die Ermittlung der beizulegenden Werte der Anteile an verbundenen Unternehmen mittels Ertragswertverfahren den Vorgaben des Bewertungsstandards IDW S1 entspricht. Dabei haben wir die wesentlichen Werttreiber mit den gesetzlichen Vertretern erörtert sowie mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen und öffentlich verfügbaren Prognosen von Analysten abgeglichen. Zudem haben wir das der Ermittlung der beizulegenden Werte zugrunde gelegte Budget des kommenden Jahres und die Mittelfristplanung der Gesellschaft mit dem vom Aufsichtsrat genehmigten Budget und der genehmigten Mittelfristplanung verglichen. Darüber hinaus haben wir die in den vergangenen Perioden aufgestellten Planungen den tatsächlich eingetreten Ergebnissen gegenübergestellt, um die Genauigkeit der Prognosen zu analysieren. Mit der Kenntnis, dass bereits geringe Veränderungen des verwendeten Diskontierungszinssatzes wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des Ertragswertes der verbundenen Unternehmen haben können, haben wir dessen Ermittlung methodisch nachvollzogen und die darin einfließenden Parameter anhand externer Marktdaten untersucht. Zudem haben wir das Berechnungsschema rechnerisch nachvollzogen.

Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich hinsichtlich der Beurteilung der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen keine Einwendungen ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben

Die Angaben der Gesellschaft zur Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen sind im Abschnitt 2 "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Anhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach §161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung ist, sowie für den Vergütungsbericht nach § 162 AktG sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im

Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die oben genannte Erklärung zur Unternehmensführung sowie die oben genannten im Lagebericht in den Abschnitten "Überleitung zu alternativen Leistungskennzahlen (ESMA)" und "Angemessenheit und Wirksamkeit des Risikomanagementsystems sowie des internen Kontrollsystems (IKS)" enthaltenen lageberichtsfremden Angaben.

Ferner umfassen die sonstigen Informationen weitere für den Geschäftsbericht vorgesehene Bestandteile, von denen wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erlangt haben, insbesondere:

  • die Versicherung der gesetzlichen Vertreter nach §264 Abs. 2 Satz 3 HGB,
  • die Entsprechenserklärung zum Corporate Governance Kodex nach §161 AktG, die außerhalb des Lageberichts veröffentlicht wird,
  • den nichtfinanziellen Bericht nach §§289c, 315c HGB,
  • die "Wesentlichen Konzernkennzahlen" und das Vorwort des Vorstands,
  • den Bericht des Aufsichtsrats,
  • die weiteren Informationen in Kapitel 01 "An unsere Aktionäre" und in Kapitel 05 "Weitere Informationen"

aber nicht den Jahresabschluss, nicht die in die inhaltliche Prüfung einbezogenen Lageberichtsangaben und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

  • wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
  • anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

01 An unsere Investoren 02 Zusammengefasster 03 Konzernabschluss 05 Weitere Informationen 04 Einzelabschluss 133 Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

Cherry SE Geschäftsbericht 2022

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit §317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

– identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

– gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses rele-

vanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

  • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;
  • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;
  • beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;
  • beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft;
  • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu

01 An unsere Investoren 02 Zusammengefasster 03 Konzernabschluss 05 Weitere Informationen 04 Einzelabschluss 135 Wiedergabe des

Bestätigungsvermerks

Cherry SE Geschäftsbericht 2022

den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach §317 Abs. 3a HGB

Prüfungsurteil

Wir haben gemäß §317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei "CherrySE Einzelabschluss 2022.zip" enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des §328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Jahresabschlusses und des Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des §328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Jahresabschluss und zum beigefügten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten beigefügten Datei enthaltenen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit §317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach §317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des Lageberichts nach Maßgabe des §328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsich-

01 An unsere Investoren 02 Zusammengefasster 03 Konzernabschluss 05 Weitere Informationen 04 Einzelabschluss 136

Geschäftsbericht 2022

tigten – Verstößen gegen die Vorgaben des §328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – Verstößen gegen die Anforderungen des §328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

  • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter – Verstöße gegen die Anforderungen des §328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen;
  • gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben;
  • beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d. h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt;
  • beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften Lageberichts ermöglichen.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 8. Juni 2022 zum Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 16. August 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2019 als Abschlussprüfer der Cherry SE (vormals: Cherry AG) tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Wir haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für das geprüfte Unternehmen erbracht:

– gesetzlich vorgeschriebene gesellschaftsrechtliche Sonderprüfung.

Sonstiger Sachverhalt – Verwendung des Bestätigungsvermerks

Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Jahresabschluss und dem geprüften Lagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Jahresabschluss und Lagebericht – auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen – sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften Lageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Jan Michael.

Düsseldorf, 29. März 2023 Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Michael Dr. König Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

FINANZKALENDER 20231

Geschäftsbericht 2022 30. März 2023
Quartalsbericht (Q1) 15. Mai 2023
Frühjahrskonferenz (EF) 15. Mai 2023
Hauptversammlung 17. Mai 2023
Warburg Highlights 15. Juni 2023
Halbjahresfinanzbericht 14. August 2023
Herbstkonferenz (EF) 04. September 2023
Quartalsbericht (Q3/9M) 15. November 2023
Münchner Kapitalmarkt Konferenz (mkk) 16. November 2023

1 Voraussichtliche Daten

IMPRESSUM

Cherry SE
Rosental 7
c/o Mindspace
80331 München

Postadresse

Cherrystrasse 2 91275 Auerbach

Investor Relations

Dr. Kai Holtmann T +49 175 1971503 F +49 96 43 20 61-900 Email: [email protected]

Design: visuphil®

Fotos: Cherry

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