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CENIT AG Annual Report (ESEF) 2022

Apr 20, 2023

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CENIT AG Zusammengefasster (Konzern-)Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022

Der Lagebericht der CENIT Aktiengesellschaft (nachfolgend auch CENIT genannt) und der Konzernlagebericht des CENIT-Konzerns für das Geschäftsjahr 2022 wurden nachfolgend zusammengefasst. Bestandteil des zusammengefassten (Konzern-)Lageberichts ist ebenso die Erklärung zur Unternehmensführung. Der zum 31. Dezember 2022 von CENIT erstellte Konzernabschluss erfüllt die am Abschlussstichtag gültigen International Financial Reporting Standards (IFRS) und ergänzend die deutschen handelsrechtlichen Vorschriften (HGB) in Verbindung mit dem deutschen Rechnungslegungsstandard (DRS).

1 Grundlagen des Konzerns

1.1 Organisation und Konzernstruktur

Die CENIT AG hat ihren Stammsitz in Deutschland (Stuttgart) und ist dort u. a. in den Ballungszentren (Berlin, Hamburg, Hannover, München und Frankfurt) vertreten. Durch den Erwerb der KEONYS-Gruppe im Jahr 2017 hat die CENIT ihre Präsenz in Europa ausgebaut. Seit dem ist CENIT durch KEONYS neben Frankreich auch in den Niederlanden und Belgien mit eigenen Ländergesellschaften vertreten. Weitere Standorte unterhält CENIT in den USA, der Schweiz, Rumänien, Japan und in China.

Zum 31. Mai 2022 übernahm die CENIT AG eine Mehrheitsbeteiligung an der ISR Information Products AG (kurz: ISR) mit einem Erwerb von 74,9% der Anteile. ISR ist ein Komplettanbieter für Datenanalyse und Prozess-Digitalisierung mit Hauptsitz in Braunschweig und Geschäftsstellen in Münster, Hamburg, Köln, Frankfurt und München. Mit der Beteiligung sollen die Kompetenzen beider Unternehmen auf dem Gebiet Dokumentenlogistik und Informationsmanagement gebündelt und eine gemeinsame, starke Marktposition erreicht werden. ISR firmiert weiterhin unter eigenem Namen – mit der Zusatzbezeichnung “ein Unternehmen der CENIT Gruppe”. Die Beteiligung an der ISR ist für CENIT ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur „Nummer Eins“ der Dokumentenlogistik und des Informationsmanagements.

Im Mai 2022 konnte CENIT außerdem die Beteiligung an der CORISTO GmbH (kurz: CORISTO) auf nunmehr 100% aufstocken.

Die in den Konzernabschluss einbezogenen inländischen und ausländischen Unternehmen werden nach den für den CENIT-Konzern einheitlich geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden konsolidiert. Bei den Unternehmen werden – wie im Mutterunternehmen – dieselben Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zugrunde gelegt. Die Tochterunternehmen sind – wie das Mutterunternehmen – auf den Verkauf und Integration von Software sowie IT- Dienstleistungen und Services in den Segmenten Product Lifecycle Management (kurz: PLM) und Enterprise Information Management (kurz: EIM) spezialisiert. Darüber hinaus ist die CENIT zu einem Drittel an dem Joint Venture CenProCS AIRliance GmbH beteiligt. Das Joint Venture erbringt Service- und Beratungsleistungen für einen gemeinsamen Großkunden des PLM-Segments.

Das gesellschaftsrechtliche Organigramm des CENIT-Konzerns stellt sich zum Stichtag wie folgt dar:

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Konsolidierungskreis durch die Akquisition der ISR Information Products AG zum 31.05.2022 erweitert.

Der Vorstand der CENIT AG setzte sich zum 31. Dezember 2022 wie folgt zusammen:

  • Peter Schneck, CEO und Vorstandsvorsitzender
  • Axelle Mazé, CFO seit 17. Oktober 2022
  • Dr. Markus Wesel, CFO bis 15. Oktober 2022

Der Aufsichtsrat der CENIT AG setzte sich zum 31. Dezember 2022 wie folgt zusammen:

  • Rainer Koppitz, Vorsitzender des Aufsichtsrates
  • Prof. Dr. Isabell Welpe, Stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates
  • Ricardo Malta, Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat

1.2 Geschäftstätigkeit

Die CENIT hat fünf Geschäftsbereiche, die unter den Segmenten PLM und EIM zusammengefasst werden. Dem Segment PLM werden die Bereiche 3DS Solutions, SAP-PLM, Digital Business Services und Digital Factory Solutions zugeordnet. Der PLM-Bereich fokussiert sich unter Nutzung der Dassault Systèmes Software auf PLM-Plattformen und Applikationen in der klassischen Fertigungsindustrie und optimiert wesentliche Fertigungsprozesse wie Produktentwicklung, Produktion oder Änderungsmanagement auch mit zusätzlichen CENIT eigenen Softwarelösungen. So erbringt CENIT als Value Added Integrator seinen Kunden einen erheblichen Mehrwert im Gegensatz zu bloßen Software-Resellern.

Demgegenüber konzentriert sich der EIM-Bereich auf Prozesse rund um 360-Grad-Kundenkommunikation, Vorgangsbearbeitung, Akten- und Dokumentenmanagement vornehmlich in der Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbranche. Mit dem Erwerb der Beteiligung an der ISR ist eine Ausweitung auf den Einzelhandel sowie die öffentliche Hand eingeleitet worden.

CENIT ist der Spezialist für die Kernprozesse ihrer Kunden und konzentriert sich auf die Fertigungsindustrie und die Finanzdienstleistungsbranche. Das Beratungs-, Service- und Softwareangebot des CENIT-Konzerns beruht auf Standardprodukten seiner Softwarepartner sowie darauf basierenden CENIT-eigenen Lösungen. Führende Softwareanbieter, wie Dassault Systèmes, IBM und SAP sind strategische Partner des Unternehmens. Die Mitarbeiter im CENIT- Konzern unterstützen die Kunden branchenorientiert bei der Planung, Implementierung und Optimierung ihrer Geschäfts- und IT-Prozesse. Damit die Kunden sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können, übernimmt der CENIT- Konzern zudem das Management der Applikationen (AMS) und der damit verbundenen IT- Infrastrukturen.

1.3 Märkte

CENIT gliedert seine Absatzmärkte in die Regionen Deutschland, Rest of Europe (kurz: RoE) und Rest of World (kurz: RoW). Im Geschäftsjahr stellte die Region Deutschland den größten Absatzmarkt dar, gefolgt von RoE mit Schwerpunkt Frankreich und RoW.

1.4 Ziele und Strategien

Die Vision und das Leitbild von CENIT konzentrieren sich auf die Digitalisierung, da diese für CENIT von zentraler Bedeutung ist. Bereits der Firmenname bringt diese Vision “CENter for IT and DigITalization” zum Ausdruck. Der Unternehmenszweck, der sogenannte „Purpose“ der CENIT, besteht darin unseren Kunden aber auch CENIT selbst eine nachhaltige Digitalisierung zu ermöglichen. Die Vision ist es, der Champion für die Prozessdigitalisierung in den Bereichen Dokumentenprozesse und Produktionsprozesse zu werden. CENIT strebt an, der vertrauenswürdige Berater, sogenannter “trusted advisor” für unsere Kunden zu sein. Die Mission beschreibt die täglichen Aktivitäten in den Bereichen Beratung, Integrationsleistungen, Optimierung durch Fremd- oder eigene Softwarelösungen sowie das Management digitaler Prozesse für unsere Kunden.

Die CENIT-Strategie ist auf nachhaltiges profitables Wachstum ausgelegt. Deshalb stehen in den CENIT Zielsetzungen sowohl die Mitarbeiter als auch Technologiekooperationen mit den Partnern genauso im Fokus wie das Bestreben, den Kunden durch CENIT-eigene Lösungen einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Die CENIT 2025-Strategie basiert dabei auf folgenden fünf strategischen Pfeilern, den jeweiligen Geschäftsbereichen:

  1. CENIT wird der führende Integrator für Business-Prozesse auf SAP- und Dassault Systèmes Plattformen und baut diese Bereiche durch eigene proprietäre Software-Applikationen weiter aus, um so auch seine Abhängigkeit von den Editoren zu verringern.
  2. CENIT wird im Bereich Digital Factory Solutions (DFS) ein führender Anbieter für die Kommunikation von Robotik Lösungen auf der CENIT eigenen Robotik Plattform.
  3. CENIT wird im Bereich Enterprise Information Management (EIM) seine Partnerschaft mit IBM ausbauen und mit seiner eigenen KI-basierten Lösung der “Dokumentenheld” in Europa.
  4. CENIT wird mit dem Bereich Digital Business Solutions (DBS) spezifische IT – Serviceleistungen sogenannte Application Managed Services (AMS) erbringen und so die Kundenbindung erhöhen.
  5. CENIT wird ein attraktiver Arbeitgeber mit multikulturellen und begeisterten Mitarbeitern.

Die Umsetzung der oben genannten strategischen Kernpunkte der CENIT 2025-Strategie soll zum einen mit Hilfe eines geschäftsfeldbezogenen, organischen Wachstums sowie zum anderen durch signifikante Akquisitionen erzielt werden. Das Wachstumsziel für 2025 ist eine Umsatzerreichung von ca. 300 mEUR bei einer EBIT-Marge von 8 – 10%. Der Plan für das anorganische Wachstum basiert auf nur zwei bis drei Akquisitionen jährlich, um eine Verwässerung der CENIT-Kultur zu vermeiden. Die Finanzierung dieses Wachstums erfolgt durch Barmittel und externe Finanzierungsinstrumente. Etwaige Kapitalerhöhungen sind zweckgebunden auf konkrete Akquisitionen beschränkt, wenn der Erwerbsbetrag mehr als 50,0 mEUR übersteigt. Das organische Wachstum soll in allen Geschäftsbereichen voraussichtlich ca. 5% p.a. übersteigen. Da die Digitalisierung für alle Unternehmen im regionalen Fokus planmäßig verläuft, liegt das Marktpotenzial jenseits dieser Ziellinie von 5%. Bezüglich der Strategie 2025 befindet sich CENIT auf einem guten Weg. Dabei spielt vor allem die fortschreitende Diversifizierung der CENIT, aber auch Fokusthemen wie zum Beispiel Nachhaltigkeit, Cross-Selling, Stärkung der Partnerschaften sowie die Entwicklung eines ganzheitlichen Ansatzes für die Lösung von Herausforderungen im Rahmen der Digitalisierung, eine wesentliche Rolle.

1.5 Steuerungssystem

Der Vorstand der CENIT ist für die Gesamtplanung und die Realisierung der langfristigen Konzernziele verantwortlich. Oberstes Ziel der Unternehmensentwicklung ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts durch profitables Wachstum. Die zur Steuerung der beiden Segmente PLM und EIM erforderliche Planung sowie die daraus resultierenden Maßnahmen leiten sich unter Einbeziehung der Entwicklungen des Wettbewerbs- und Marktumfelds aus der langfristigen Unternehmensplanung ab. Der jährliche Planungsprozess erfolgt im Gegenstromverfahren, wobei zunächst einmal sowohl seitens des Vorstands (Top-Down) als auch seitens der jeweiligen Geschäftsfeldverantwortlichen (Bottom-Up) unabhängig voneinander geplant wird. Dabei dienen jeweilig Umsatz und EBIT als zentrale Ziel- und Steuerungsgrößen.Anschließend werden die erarbeiteten Einschätzungen in gemeinsamen Planungsrunden diskutiert, plausibilisiert und konsolidiert sowie final vom Vorstand dem Aufsichtsrat zur Genehmigung vorgelegt. Im Rahmen dieses Planungsprozesses wird auch die jeweilig aktuelle 5-Jahres-Planung überprüft und aktualisiert. Unterjährig erfolgt die wirtschaftliche Steuerung des CENIT-Konzerns mit Hilfe einer monatlich erfolgenden Soll-/Ist-Abweichungsanalyse auf Einzelabschluss- und Konzernabschlussebene sowie einem quartalsweise erfolgenden Forecast. Hierbei analysiert der Vorstand regelmäßig die Geschäftsentwicklung der Segmente, um etwaig erforderliche Korrekturmaßnahmen zeitnah einleiten zu können. Wesentliche Steuerungsgrößen bilden der Umsatz, der Gross Profit, die OPEX und das EBIT. Zum Teil sind jedoch erfolgskritische Kenngrößen nicht oder nur indirekt quantifizierbar. Dazu zählen Faktoren wie die Reputation der Marke, Kundenzufriedenheit und Qualifikation von Mitarbeitern. Aufgrund der nach wie vor anhaltenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ausnahmesituation ist es im Rahmen des Steuerungssystems mehr denn je erforderlich, in Szenarien zu denken und zu arbeiten. Konkret bedeutet dies für den Steuerungs- und Planungsprozess der CENIT, dass möglichst sensitiv Chancen und Risiken miteinander abgewogen werden, infolgedessen bestenfalls Investitionen durchgeführt und Wachstum unterstützt, aber ebenso in schwierigeren Situationen auch Kostendisziplin geübt und somit ein aktives Margen- Management betrieben wird. In diesem Zusammenhang besitzt eine, der Konzerngröße angemessene Liquiditätsplanung bereits seit geraumer Zeit eine zentrale Rolle bei der Steuerung von Liquiditätsrisiken.

1.6 Forschung & Entwicklung

Ein fortwährendes Ziel ist die Steigerung der Innovationskraft des CENIT-Konzerns. Hierzu wurden im Geschäftsjahr 2022 eigene Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (FuE) in Höhe von 9,3 mEUR (Vj. 8,3 mEUR) aufgebracht. Die Geschäftsfelder des CENIT-Konzerns konzentrieren sich mit ihren FuE-Anstrengungen auf die nächste Generation ihrer Produkte und Lösungen und bereiten deren erfolgreiche Markteinführung vor. Durch die enge Zusammenarbeit mit den produkt- und kundennahen Bereichen gelingt es dem CENIT-Konzern, kundenorientierte Lösungen anzubieten. Neben dem Vertrieb von Standardsoftware von Drittanbietern entwickelt der CENIT-Konzern auch eigene Programme zur mehrwertstiftenden Ergänzung und Erweiterung dieser Lösungen. Die Software- Expertise und jahrzehntelange Branchenerfahrung ermöglicht es dem CENIT-Konzern, die Produktivität und Datenqualität seiner Kunden durch eigene CENIT-Lösungen zu optimieren. Da Innovation auch Fortschritt bedeutet, sind FuE für die weitere Erreichung der gesetzten Unternehmensziele von zentraler Bedeutung. Damit stärkt der CENIT-Konzern gleichzeitig seine Marktpositionierung. Daher plant der Vorstand auch weiterhin Entwicklungsausgaben in bisheriger Höhe.

1.7 Mitarbeiter

a) Überblick

Am 31. Dezember 2022 waren im Konzern 861 (Vj. 685) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Die CENIT AG, Deutschland, beschäftigte zum selben Zeitpunkt 441 Mitarbeiter (Vj. 446). Grund für den Zuwachs zum Vorjahr im Konzern war im Wesentlichen die Beteiligung an der ISR. Beim Blick auf die Verteilung der Mitarbeiter im CENIT-Konzern nach Regionen ergibt sich folgendes Bild: Gegenüber dem Vorjahr haben sich kaum Veränderungen bzgl. der globalen Verteilung der Mitarbeiter ergeben. Aktuell sind 3/4 aller Mitarbeiter des CENIT-Konzerns in Deutschland angestellt.

Folgende Tabelle zeigt die Mitarbeiterzahlen der einzelnen Konzerngesellschaften:

Gesellschaft 31.12.2022 31.12.2021
CENIT AG Stuttgart / Deutschland 441 446
KEONYS SAS Suresnes / Frankreich 99 111
CENIT SRL Iasi / Rumänien 47 45
CENIT North America Inc. Auburn Hills / USA 18 19
CENIT France SARL Toulouse / Frankreich 17 16
CENIT (Schweiz) AG Effretikon / Schweiz 13 13
CORISTO GmbH Mannheim / Deutschland 7 10
CENIT Japan K.K. Tokyo / Japan 7 8
KEONYS Belgique SPRL Waterloo / Belgien 7 7
KEONYS NL BV Houten / Niederlande 7 6
CENIT Software Technology Co., Ltd. Suzhou / China 4 4
ISR AG Braunschweig / Deutschland 194 -
Gesamt 861 685

Der Personalaufwand beläuft sich im Berichtszeitraum auf 67,3 mEUR im CENIT-Konzern (Vj. 59,7 mEUR) und auf 37,9 mEUR in der CENIT AG (Vj. 39,4 mEUR). Der betreffende Aufwand hat sich auf Konzernebene neben den weggefallenen Einsparungen aus dem Instrument der Kurzarbeit (-1,4 mEUR vs. Vj.) im Wesentlichen aufgrund von Gehaltserhöhungen sowie der Einbeziehung der ISR (+8,7 mEUR) erhöht.

b.) Personalpolitik (ungeprüft)

An unserem Ziel „Wir sind ein attraktiver Arbeitgeber“ halten wir weiterhin fest. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen entscheidend zum Erfolg unseres Unternehmens bei, was dazu führt, unsere Mitarbeiter in das Zentrum unserer Personalstrategie zu stellen. Ein wichtiges Element unserer Strategie ist die Weiterbildung unserer Mitarbeiter, um sie auf zukünftige Herausforderungen in der Arbeitswelt vorzubereiten. Diese Weiterbildungsmöglichkeiten reichen von Trainings zur individuellen Verbesserung des fachlichen Know-hows, bis hin zu breiten Weiterbildungsangeboten im Rahmen unseres Bildungsprogramms „CENIT Campus“. Neben der Erlangung und Verbesserung von Sprachen, sind auch Softskill-Schulungen im Angebot, um die tägliche Arbeit noch sicherer bewältigen zu können. Neben der fachlichen Weiterbildung, ist für uns aber auch die persönliche Entwicklung unserer Mitarbeiter sehr wichtig. Wir bieten hierzu verschiedene Personalentwicklungsprogramme an. Dazu gehören Entwicklungsprogramme im Job, wie das „CENIT Skill and Organizational Development“, sowie die Förderung unserer Talente und Nachwuchsführungskräfte im einjährigen Programm, „Talente@CENIT“. An diesem Programm haben im Jahr 2022, 12 Mitarbeiter teilgenommen. Auch mehrere Führungskräfteschulungen, mit dem Ziel unsere Führungskräfte bei deren alltäglichen Herausforderungen zu unterstützen, wurden in 2022 durchgeführt. Das Mitarbeitergespräch „PZG@CENIT“ bildet ein weiteres wichtiges Element zur Motivation und Weiterentwicklung unserer Mitarbeiter. Hier liegt die persönliche Entwicklung der Mitarbeiter im Vordergrund. Das Erkennen des eigenen Beitrags zum Gesamterfolg des Unternehmens ist ein weiteres und wichtiges Ziel unserer Programme. Die Pandemie hat auch bei uns im Unternehmen die Arbeitswelt verändert. Durch die hohe Flexibilität und die Fähigkeit, uns auf neue Gegebenheiten einstellen zu können, haben wir es geschafft, die Bindung und den persönlichen Kontakt unserer Mitarbeiter untereinander und mit den Führungskräften, aufrechtzuerhalten. Wir haben begonnen, die Transformation der Arbeitswelt mit unseren Mitarbeitern gemeinsam zu gestalten. Ein wichtiges Element hierfür war das Feedback unserer Belegschaft, das wir im Zuge der internen Umfrage „New Work@CENIT“ erhalten haben. Eine daraus resultierende Maßnahme war z.B. die teilweise Neugestaltung von Büroflächen in der Geschäftsstelle Stuttgart und die Einführung von sogenannten Shared Desks. Des Weiteren wird eine Reduzierung der Mietflächen durch eine nachhaltige Flächennutzung angestrebt. Wir befragen unsere Mitarbeiter regelmäßig und bitten um Feedback zur aktuellen Arbeitssituation, der CENIT Strategie und den Prozessen. In 2022 haben wir erneut eine Umfrage („Your Feedback“) für alle Mitarbeiter weltweit durchgeführt. Die Sozialleistungen bei CENIT wurden weiter optimiert und ausgebaut, wie z. B. Durch die Einführung des Zeitwertkontos und des pme Familienservice. Beim Zeitwertkonto haben unsere Mitarbeiter die Möglichkeit durch Gehaltsumwandlung ein Zeitkontingent anzusparen, um dieses zu einem späteren Zeitpunkt für Aktivitäten außerhalb der CENIT, für die Freizeit, für die Pflege von Angehörigen oder für einen früheren Renteneintritt zu nutzen. Ein Schwerpunkt der Personalarbeit lag in 2022 weiterhin auf der Gewinnung von Talenten, um so den Erfolg und das Wachstum des Unternehmens sowie der gesamten Gruppe zu fördern. In 2022 haben wir daher an mehreren Rekrutierungs-Events teilgenommen, die in diesem Jahr auch teilweise wieder live stattgefunden haben. Wir gehen zusätzlich immer wieder neue Wege, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen. So nutzten wir beispielsweise auch Online-Plattformen, um Bewerbungsgespräche nicht nur vor Ort, sondern auch virtuell führen zu können. Dies ist eine große Erleichterung für Bewerber, da eine umständliche Anreise wegfällt und somit auch die Hemmschwelle für eine Bewerbung sinkt. Hinzu kommen die Reduzierung des administrativen Aufwands und wesentlich schnellere Durchlaufzeiten bei Bewerbungen. Ein weiterhin wichtiger Faktor bei der Mitarbeitergewinnung war die verstärkte Nutzung von Marketingtools und Social Media Kanälen, wie XING oder LinkedIn durch teils eigene Videos bzw. auch Social Media Kampagnen. Ferner werden bestehende Recruiting Kanäle weiter ausgebaut wie z. B. die Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit oder durch kontinuierliches Positionieren unseres “Mitarbeiter werben Mitarbeiter” - Programms. In 2022 konnten wir auf diesem Wege 12 neue Kollegen und Kolleginnen für uns gewinnen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die stetige Optimierung der Touchpoints, wie z. B. der Ausbau unserer Präsenz auf diversen sowohl nationalen als auch internationalen Arbeitgeberportalen. Unsere Berufsausbildung ist weiterhin ein wichtiger und strategischer Investitionsbereich für unser Unternehmen. Das Engagement der CENIT, jungen Menschen den Start ins Berufsleben zu ermöglichen und diese zu begleiten, sehen wir auch als eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Eine qualifizierte Ausbildung ist gerade für junge Menschen ein elementarer Baustein für ihre weitere berufliche Laufbahn. Wir haben auch 2022 an diversen Veranstaltungen teilgenommen, um interessierten Schülern unsere Ausbildungs- und Studienplätze vorzustellen.# Zum Ende 2022 bildete die CENIT Deutschland 28 junge Menschen in verschiedenen Berufen aus, vor allem technischen Studiengängen wie Informatik, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen. 13 Auszubildende haben ihre Ausbildung bzw. ihr Studium 2022 erfolgreich bei der CENIT abgeschlossen, zehn davon konnte die CENIT nach der Ausbildung als Mitarbeiter gewinnen. Auch bei der Ausbildung legen wir sehr viel Wert auf Qualität und bieten unseren Auszubildenden regelmäßig interne oder auch externe Schulungen an. Zusätzlich beschäftigte die CENIT im letzten Jahr zehn Praktikanten bzw. Bacherloranden.

Das bereits im März 2020 erfolgreich eingeführte Pandemie-Management und die damit verbundenen technischen und prozessualen Anpassungen, halfen uns auch im Jahr 2022, das mobile Arbeiten für alle Mitarbeiter problemlos zu realisieren. Aber auch nach dem Ende der Pandemie werden wir unser seit Jahren bestehendes CENIT Gesundheitsmanagement fortführen und ausbauen. Neben dedizierten Gesundheitstagen mit Workshops, Vorträgen und der Möglichkeit von Einzelgesprächen mit Beratern und Coaches, ermuntern wir unsere Mitarbeiter über regelmäßige Blog-Einträge in unserer internen Kommunikationsplattform, mit Tipps und Tricks zu einem gesunden Lebensstil.

Vergütungssystem - Beteiligung am Unternehmenserfolg (ungeprüft)

Neben leistungsorientierten Aufstiegschancen und frühzeitiger Übernahme von Verantwortung bietet CENIT ihren Mitarbeitern eine attraktive Vergütungspolitik, welche regelmäßig gegenüber dem Markt überprüft und angepasst wird. Außer dem festen Gehalt, das durch den individuellen Arbeitsvertrag geregelt ist, gibt es Vergütungsbausteine, deren Höhe sich am operativen Betriebsergebnis sowie weiteren quantitativen und qualitativen Zielen bemisst.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

a) Allgemein

Das Jahr 2022 war von zahlreichen Herausforderungen geprägt: Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg, Energiekrise, Rekord-Inflationswerte – um nur einige Punkte zu nennen, die zu einer spürbaren Wachstumsabkühlung in den Märkten sowie zu Turbulenzen an den Finanzmärkten geführt haben. Bereits zu Jahresbeginn hatten Auswirkungen der Pandemie, die Lieferkettenproblematik sowie großflächige Lockdowns in China die Wirtschaftsdynamik abgeschwächt. Der Krieg in der Ukraine und die daraus resultierenden Sanktionen gegen Russland führten außerdem zu einer drastischen Energieverknappung, mit der Folge einer hohen Inflation und der Zurückhaltung beim privaten Konsum. Auch an den internationalen Kapitalmärkten sorgten die Wachstums- und Inflationssorgen sowie die geopolitischen Unsicherheiten für schlechte Stimmung und führten an den Aktienmärkten zu teils erheblichen Kursschwankungen. So beendete der DAX das Jahr 2022 erstmalig nach drei positiven Jahren mit einem deutlichen Minus von 12,3% im Vergleich zum Vorjahr. Und auch der Dow Jones schloss das Jahr mit einem Minus von 8,8% ab. Die CENIT Aktie konnte sich jedoch gut in den Turbulenzen behaupten.

b) Europa

Ungeachtet der Verwerfungen des Ukraine-Kriegs, erwies sich die Konjunktur im Euroraum in der ersten Jahreshälfte 2022 als robust. Ab dem dritten Quartal schwächte sich die Wachstumsdynamik ab, allerdings weniger stark als zunächst erwartet. Nach der deutlichen Konjunkturerholung 2021 und einem Anstieg des BIP um 5,3%, wuchs die Wirtschaft 2022 im Euroraum, nach vorläufiger Einschätzung der Europäischen Kommission sowie der meisten Wirtschaftsexperten um rund 4,3%. Nachdem die Inflation im Euroraum im Oktober 2022 mit 10,6% ein Allzeithoch erreicht hatte, scheint der Höhepunkt der Teuerung überwunden, zumal die Inflationsraten seit einigen Monaten rückläufig sind. Gründe, für die stagnierende Konjunktur lagen hauptsächlich in den stark angestiegenen Verbraucherpreisen und der geringeren Kaufkraft der privaten Haushalte, den Unsicherheiten bei der Energieversorgung sowie den weiterhin hohen Energiekosten

c) Deutschland

Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2022 um 1,9% angestiegen. Somit sind die noch im letzten Sommer vom Internationalen Währungsfonds (IWF) getätigten düsteren Prognosen nicht eingetreten. Angesichts der schon drei Jahre andauernden Corona-Pandemie und deren Auswirkungen sowie des nun bereits über ein Jahr anhaltenden Ukraine-Kriegs, hat sich die deutsche Wirtschaft 2022 als insgesamt robust und widerstandsfähig erwiesen. Besonders herausfordernd waren dabei, sowohl für Unternehmen als auch für Verbraucher, andauernde Lieferengpässe, die Energieversorgung und der massive Anstieg der Energiepreise nach den gegenüber Russland verhängten Handels- und Wirtschaftssanktionen. Ebenso erschwerend hat sich die im Jahresdurchschnitt 2022 außerordentlich hohe Inflationsrate von 7,9% ausgewirkt. Äußerst resilient zeigte sich der deutsche Arbeitsmarkt. Noch nie war die Anzahl der erwerbstätigen Menschen in Deutschland höher als im vergangenen Jahr. Im Vergleich zu 2021 nahm die Anzahl der Erwerbstätigen um rund 589.000 auf insgesamt 45,6 Millionen zu. Die Arbeitslosenquote sank von 5,7% im Jahr 2021 auf 5,3%. Dies untermauert die Herausforderungen der Unternehmen sich im schwierigen Bewerbermarkt durchzusetzen.

2.2 Branchenwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Deutlich besser als in der Gesamtwirtschaft laufen die Geschäfte in der Digitalbranche. Trotz des Ukraine-Kriegs, der weltweit weiterhin gestörten Lieferketten und Rekordwerten bei der Inflation, zeigt sich die Digitalbranche stabil und setzt weiter auf Wachstum. So stiegen die ITK-Umsätze im Jahr 2022 in Deutschland um 4,0% auf 196,1 Milliarden Euro. Der Arbeitsmarkt in der Digitalbranche hat sich ebenfalls weiterhin positiv entwickelt. Laut Bitkom entstanden 2022 in Deutschland 45.000 zusätzliche Arbeitsplätze. Damit waren rund 1,31 Millionen Menschen in der ITK-Branche beschäftigt. Die Automatisierung als Gegenpol zu der geringen Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften erfordert weiterhin Investitionen in die Digitalisierung und wird diese weiter beflügeln.

2.3 Zusammenfassender Geschäftsverlauf

Für den CENIT-Konzern war 2022 ein durchwachsenes Jahr. Zunächst blieben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für unsere Kunden in den Hauptbranchen Luft- und Raumfahrt, Automotive, Anlagen- und Maschinenbau schwierig. Dies hat, insbesondere im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und nach der Corona bedingten Gesundheitskrise, nicht zu einer entsprechenden Erholung der Investitionen beigetragen. In diesem schwierigen Umfeld stieg der Umsatz organisch um 1,8%. Gleichzeitig haben die geopolitischen Herausforderungen Umsatzsteigerungen bei bestehenden Kundenbeziehungen im Umfeld der Verteidigungsgüter ausgelöst. Insgesamt konnte CENIT sich in dem schwierigen Umfeld daher gut behaupten. CENIT hat die Schwankungen der Sektoren, in denen sie historisch stark etabliert sind, durch bedeutende Akquisitionen im EIM-Segment (ISR) und PLM-Segment mit der Übernahme des Kundenstamms und der Mitarbeiter des Unternehmens Magic Srl in Rumänien gezielt abgefangen. Außerdem wurde im Mai 2022 eine Gesamtbeteiligung an der CORISTO GmbH erworben. Diese Akquisitionen ermöglichen es, zukünftige Schwankungen in den Industriesegmenten auszugleichen und etwaige Abhängigkeiten von Segmenten, aber auch Partnern, besser zu begegnen. Den Akquisitionskosten sowie den damit verbundenen Auswirkungen auf die Kapitalstruktur und die Liquidität werden mit einer entsprechenden Liquiditätsplanung begegnet. Diese strategischen Akquisitionen stärken nicht nur die Position des Konzerns in bestimmten geografischen Märkten (Osteuropa) und Technologiebereichen, sondern steuern auch wesentliche Beiträge zur Profitabilität von CENIT bei. Trotz der geschilderten schwierigen Marktbedingungen stieg der Konzernumsatz von 146,1 mEUR im Vorjahr auf 162,0 mEUR (+15,9 mEUR; +10,9%) stark an. Der Umsatz mit Softwarelizenzen blieb, bedingt durch die Nachwirkungen aus der Corona-Pandemie und der mit dem Ukraine-Krieg herrschenden Unsicherheit mit 105,7 mEUR leicht rückläufig gegenüber 2021 (106,2 mEUR). Im PLM-Bereich hatten Kunden die Softwarewartung während der Pandemie reduziert bzw. teilweise ausgesetzt und aufgrund der andauernden Unsicherheiten durch den Krieg in der Ukraine noch nicht wieder reaktiviert. Demgegenüber konnte der Umsatz aus dem Service-Vertrieb mit einem Wachstum von +40% erheblich gesteigert werden. Die betrieblichen Aufwendungen blieben, bereinigt um die Effekte aus den Akquisitionen, im Vergleich zum Vorjahr stabil. Dabei ist es gelungen, neben erheblichen Investitionen in die digitale Transformation, auch die interne Reorganisation voranzutreiben. Gleichzeitig belasteten die entfallenen Einsparungen aus dem Instrument der Kurzarbeit (-1,4 mEUR gegenüber dem Vorjahr) das Budget. Auch rückläufige Zulagen für Forschung und Entwicklung haben zu einem Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 1,0 mEUR gegenüber 2021 geführt. Vor diesem Hintergrund hat sich das Konzern-EBIT leicht auf 6,3 mEUR (Vj. 6,2 mEUR) erhöht. Hierbei ergibt sich mit Blick auf die beiden Segmente von CENIT im Vergleich zum Vorjahr und Plan das folgende Bild:

(1) Das PLM-Segment mit seinen Kunden aus den teilweise weiterhin von der Pandemie belasteten Branchen (u.a. Automotive, Plant und Maschinenbau) konnte im Vergleich zum Vorjahr (130,1 mEUR) einen starken Umsatzanstieg von +4,5 mEUR (+3,5%) auf 134,6 mEUR erzielen. Dennoch blieb der Umsatz etwas hinter dem ambitionierten Plan (137,1 mEUR) zurück. Das realisierte EBIT lag mit 3,5 mEUR auf Vorjahresniveau (3,5 mEUR).

(2) Der Umsatz im EIM-Segment stieg im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 11,6 mEUR (+72,5%). Möglich wurde diese Entwicklung insbesondere durch die Beteiligung an der ISR, die die CENIT Gruppe zum Marktführer im DACH-Markt macht. Der Umsatz im Jahr 2022 (27,6 mEUR) übertraf die Budgetprognosen deutlich (13,0 mEUR, +112,3%), da die Beteiligung an der ISR nicht im Plan enthalten war.# Es wurde ein Segment-EBIT von 2,7 mEUR erzielt (Vj. 2,7 mEUR), wobei das EBIT der ISR nur für 7 Monate miteinbezogen werden konnte. Das Ergebnis je Aktie (EPS) erhöhte sich aufgrund eines besseren Finanzergebnisses auf 0,75 EUR je Aktie gegenüber 0,51 EUR/Aktie im Vorjahr. Da dem Mutterunternehmen CENIT AG auch ein wesentlicher Beitrag zur Entwicklung des CENIT- Konzerns zukommt, ähnelt sich auch die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der CENIT AG der des Konzerns, wonach das für 2022 geplante Umsatzziel von 94,3 mEUR um 0,8 mEUR (+0,8%) übertroffen wurde. Gegenüber dem Vorjahr konnte in der CENIT AG der Umsatz aus dem Beratungs- und Servicegeschäft um 1,6 mEUR gesteigert werden. Die Umsätze aus dem Softwareumfeld blieben nahezu unverändert. Unter Berücksichtigung von gestiegenen Aufwendungen (+2,6%) reduzierte sich das EBIT um 0,6 mEUR auf 3,2 mEUR (Vj. 3,8 mEUR). Neben den finanziellen Leistungsindikatoren gewinnen auch die nicht-finanziellen Leistungsindikatoren weiter an Bedeutung. Wesentlicher Bestandteil der nicht-finanziellen Leistungsindikatoren bildet der Themenkomplex ESG / CSR. Die nächsten Schritte im Rahmen der CENIT ESG/CSR Strategie umfassen die Erweiterung des Nachhaltigkeitsberichts nach dem GRI Standard, die Entwicklung eines nachhaltigen Verhaltenskodex für Lieferanten, Schulungen der Mitarbeiter zum Thema Compliance, die Berichterstattung im Rahmen der EU-Taxonomie sowie die Integration der „Sustainable development goals“. Insgesamt kann zusammenfassend festgehalten werden, dass sich CENIT trotz widriger Umstände weiter auf dem Wachstumspfad befindet und durch das Vorantreiben der Strategie 2025 sich weitere Wachstumschancen bieten.

3 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des CENIT-Konzerns

3.1 Ertragslage

Der Umsatz der CENIT lag im Geschäftsjahr 2022 bei 162,2 mEUR und damit um 11,0% über dem Vorjahreswert. Bezogen auf die beiden Segmente PLM und EIM ergibt sich folgendes Bild:

Die Umsätze nach Produkt- / Erlösarten gliedern sich wie folgt:

Umsätze nach Produkt- / Erlösarten 2022 2021
Fremdsoftware 88.139 88.543
davon Software 19.569 19.590
davon Softwarepflege 68.570 68.953
CENIT Beratung und Services 55.719 39.822
CENIT Software 17.710 17.688
davon Software 6.602 7.427
davon Softwarepflege 11.108 10.261
Handelsware 584 18
Gesamt 162.152 146.071

Mit einem Anteil von 54,3% (Vj. 60,6%) am Gesamtumsatz bleibt der Verkauf von Fremdsoftware (inkl. Softwarewartung) der größte Bestandteil des Umsatzes. Durch die Beteiligung an der ISR konnte die Verteilung der Umsätze zwischen Software- und Serviceumsätzen ausbalanciert werden. Bezogen auf die Art des Umsatzes weist die Softwarepflege für Dritt- und proprietäre Software mit einem Anteil von 49,1% (Vj. 54,2%) am Gesamtumsatz weiterhin ein deutliches Gewicht auf. CENIT verfügt damit weiterhin über eine stabile wiederkehrende Umsatzbasis, nun aber kombiniert mit einem komplementären Serviceangebot im sehr lebhaften EIM-Segment (+ 39,9% gegenüber Vorjahr). So sorgt der Umsatzmix zwischen Softwarevertrieb und Servicevertrieb für eine Diversifizierung und bessere Kontrolle der Margen. Gleichzeitig sinkt die Abhängigkeit von Partnersoftware erheblich.

Beim Blick auf die Umsatzverteilung nach Regionen wird deutlich, dass sich im Vergleich zum Vorjahr eine Verschiebung der Umsatzanteile von Rest of Europe nach Deutschland ergeben hat, nicht zuletzt auch durch die Beteiligung an der ISR: In Deutschland wurden 61,0% (Vj. 56,8%) der Gesamtumsätze, im restlichen Europa 33,7% (Vj. 38,0%) und in den übrigen Ländern 5,3% (Vj. 5,2%) erzielt. Die leichte Veränderung der Umsatzverteilung nach Regionen ist im Wesentlichen auf den Erwerb der ISR-Anteile in Deutschland zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen im Berichtsjahr 1,4 mEUR (Vj. 2,3 mEUR). Dieser Rückgang steht im Zusammenhang mit dem erwarteten und absehbaren Rückgang der steuerlichen Förderzulagen in Deutschland und Frankreich.

Der Materialaufwand beträgt im Berichtsjahr 71,5 mEUR gegenüber 68,6 mEUR im Vorjahr (+4,3%). Die Erhöhung resultiert maßgeblich aus einem größeren Umsatzvolumen (+11,0%) sowie der Einbeziehung der ISR in den Konzernabschluss. Bereinigt um die ISR beträgt die Materialaufwandsquote 47% und ist damit nahezu unverändert zum Vorjahr.

Der Personalaufwand liegt in 2022 mit 67,3 mEUR ca. 12,7% über dem Vorjahreswert von 59,7 mEUR, was im Wesentlichen auf den Erwerb der ISR Anteile und den damit verbundenen zusätzlichen Mitarbeitern zurückzuführen ist (+8,7 mEUR). Zusätzlich sind die im Vorjahr vorhandenen Einsparungen aus dem Instrument der Kurzarbeit in Höhe von ca. 1,4 mEUR entfallen. Entlastend hat sich der Rückgang der Mitarbeiteranzahl im originären CENIT Umfeld um ca. 3% ausgewirkt. Die Personalaufwandsquote erhöhte sich somit um 0,9 Prozentpunkte auf 41,1%.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 mEUR auf 12,6 mEUR. Auch hier liegt der Grund im Wesentlichen in der Einbindung der ISR in den Konsolidierungskreis. Gleichzeitig haben sich, bedingt durch den Wegfall pandemiebedingter Einschränkungen die Reisekosten um 0,7 mEUR erhöht. Im Zuge der digitalen Transformation des Konzerns erhöhten sich die IT-bezogenen laufenden Kosten um 0,7 mEUR gegenüber dem Vorjahr. Aufgrund des Wachstumskurses der CENIT haben sich die Beratungskosten – insbesondere wegen der Akquisitionen - gegenüber dem Vorjahr um 0,8 mEUR erhöht.

Somit erwirtschaftete CENIT ein EBITDA in Höhe von 11,9 mEUR (Vj. 11,3 mEUR). Die EBITDA- Marge verringerte sich leicht von 7,7% im Vorjahr auf 7,4%.

Die Abschreibungen beliefen sich auf 5,6 mEUR. Darin enthalten waren Abschreibungen in Höhe von 0,6 mEUR aufgrund des Anteilserwerbs der ISR. Vor diesem Hintergrund blieb das EBIT stabil bei 6,3 mEUR (Vj. 6,2 mEUR).

Ferner beinhaltet das Konzernjahresergebnis von 6,6 mEUR (Vj. 4,4 mEUR) einen Steueraufwand von 2,6 mEUR (Vj. 2,2 mEUR).

Der Auftragseingang bei CENIT lag im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022 bei 167,5 mEUR (Vj. 157,9 mEUR). Der Auftragsbestand per 31. Dezember 2022 belief sich auf 46,1 mEUR (Vj. 40,6 mEUR).

3.2 Finanzlage

a) Grundzüge und Ziele des Finanzmanagements

Ziel des Finanzmanagements im CENIT-Konzern ist es, die finanzielle Stabilität und Flexibilität im Zusammenhang mit der für die Erreichung der strategischen Ziele notwendigen Liquidität zu sichern. Eine, trotz der intensiven Wachstumsstrategie, stabile Eigenkapitalbasis bildet hierfür das Fundament. Der Vorstand strebt eine stetige Beibehaltung der Eigenkapitalquote von größer als 25%, auch trotz der Wachstumsstrategie an. Die Finanzierungspolitik und das Finanzmanagement stellten sich im Vergleich zu den Vorjahren unverändert dar. Demzufolge sind neben der Liquiditäts- und Cashflow-Analyse auch die Steuerung von Liquiditäts- und Wechselkursrisiken im Rahmen des Devisenmanagements wesentliche Bestandteile des Finanzmanagements.

b) Kapitalstruktur des Konzerns

Die Bilanzsumme des CENIT-Konzerns beträgt zum Stichtag 127,0 mEUR (Vj. 92,8 mEUR) und erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 34,2 mEUR, was im Wesentlichen im Zuge der Finanzierung der Wachstumsstrategie auf höhere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zurückzuführen ist.

Die Kapitalstruktur des Konzerns stellt sich nach Fristigkeit gegliedert wie folgt dar:

Der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital verringerte sich von 47% im Vorjahr auf 35% im Berichtsjahr, wenngleich sich der absolute Betrag um 1,1 mEUR erhöhte (+2,6%). Aufgrund des insgesamt ausgeweiteten Geschäftsumfangs und der Finanzierung der getätigten Akquisitionen haben sich die kurzfristigen Schulden auf 68,3 mEUR (+29,2 mEUR; +74,7% vs. Vj.) erhöht. Diese Entwicklung wird im Wesentlichen durch höhere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (+21,4 mEUR) begründet. Unterstützt wird die Entwicklung neben gestiegenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (+5,1 mEUR; +84,7%) auch durch höhere Vertragsverbindlichkeiten (+2,6 mEUR; +16,3%). Ebenfalls erhöht haben sich die langfristigen Verbindlichkeiten (+3,9 mEUR; +38,8% vs. Vj.) maßgeblich als Folge des Erwerbs der ISR. Zum einen führte die eingegangene Optionsverpflichtung in Höhe von 1,7 mEUR und zum anderen die passivierten latenten Steuern auf die im Rahmen der Neubewertung aktivierten Vermögenswerte zu dieser Erhöhung

c) Liquiditätsanalyse

Der Finanzmittelbestand des Konzerns hat sich im Jahresvergleich zum Stichtag auf 19,9 mEUR reduziert (Vj. 26,4 mEUR). Dabei konnte der um 28,3 mEUR höhere Cashflow aus der Investitionstätigkeit durch einen um 18,2 mEUR höheren Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit sowie einen um 3,3 mEUR höheren Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit kompensiert werden. Vorderstes Ziel bezüglich der Anlage der Finanzmittel hat die kurzfristige und risikolose Verfügbarkeit, um im Falle eines kurzfristigen Bedarfs sehr zeitnah über die vorhandenen Finanzmittel verfügen zu können und somit das Wachstum zu unterstützen. Ebenso wird dadurch zugleich das finanzielle Risikoprofil des Konzerns auf einem niedrigen Niveau gehalten.

Die detaillierte Entwicklung des Finanzmittelbestandes stellt sich wie folgt dar:

Zur oben dargestellten Entwicklung hat der mit 11,5 mEUR (Vj. 8,2 mEUR) positive Cashflow aus operativer Tätigkeit beigetragen. Strukturelle Veränderungen bei der Zusammensetzung des Cashflows aus operativer Tätigkeit ergaben sich hauptsächlich durch die Veränderungen der zum Working Capital gehörenden Bilanzposten. Zur Veränderung des Working Capital hat dabei im Wesentlichen auf der Aktivseite die im Vorjahresvergleich erfolgte Verringerung von Forderungen und sonstigen kurzfristigen nicht monetären Vermögenswerte in Höhe von 0,8 mEUR sowie auf der Passivseite die Erhöhung von Verbindlichkeiten in Höhe von 3,2 mEUR beigetragen.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit war mit -29,2 mEUR deutlich höher als im Vorjahr (- 0,9 mEUR) und wurde im Berichtsjahr im Wesentlichen durch die Investitionen im Rahmen der Anteilskäufe an der ISR und CORISTO geprägt.Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit lag bei 11,0 mEUR (Vj. -7,2 mEUR) und begründete sich einerseits durch die Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 23,0 mEUR und dem entgegenstehend Dividendenzahlungen in Höhe von 6,3 mEUR (Vj. 3,9 mEUR), Tilgungsleistungen aus dem laufenden Finanzierungsleasing (3,6 mEUR; Vj. 3,3 mEUR) sowie der Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten (1,7 mEUR).

3.3 Vermögenslage

Die Vermögenslage des Konzerns für die Geschäftsjahre 2021 und 2022 wird nachfolgend gegliedert nach Fristigkeit dargestellt:

Die langfristigen Vermögenswerte machten zum Bilanzstichtag ca. 49% (Vj. 28%) aller Vermögenswerte aus, die sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 35,8 mEUR erhöhten. Wesentlich geprägt werden die langfristigen Vermögenswerte durch das Anlagevermögen in Höhe von 54,2 mEUR (Vj. 25,4 mEUR). Neben den Sachanlagen (13,4 mEUR; Vj. 11,9 mEUR) sind auch die immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 37,6 mEUR (Vj. 10,3 mEUR) wesentlich gestiegen, was im Wesentlichen durch den Einbezug der ISR (+27,6 mEUR) in den Konzernabschluss begründet ist. Die kurzfristigen Vermögenswerte verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 mEUR und lagen somit bei 65,0 mEUR. Dabei haben sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf 26,0 mEUR (Vj. 24,7 mEUR) und die Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen auf 3,9 mEUR (Vj. 2,9 mEUR) erhöht. Demgegenüber steht ein Rückgang der Zahlungsmittel um 6,4 mEUR auf 19,9 mEUR.

Der Vorstand der CENIT AG beurteilt vor dem Hintergrund der nach wie vor schwierigen Umstände im Zuge der auslaufenden Corona-Pandemie und dem immer noch aktiven Krieg in der Ukraine die Geschäftsentwicklung des CENIT-Konzerns im Geschäftsjahr 2022 als „zufriedenstellend“, wobei es in den kommenden Monaten und Jahren darum gehen wird, gemäß der Strategie 2025 das organische Wachstum zu beschleunigen und mit adäquatem anorganischem Wachstum zu unterstützen. Demzufolge kann zusammenfassend festgehalten werden, dass der CENIT-Konzern trotz widriger Umstände auf den Wachstumspfad zurückgefunden hat und nunmehr die sich im Zuge der Digitalisierung der Industrie bietenden Chancen (intensiver) nutzt.

4 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der CENIT AG

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf die CENIT AG als Muttergesellschaft des CENIT- Konzerns. Die Angaben erfolgen auf der Grundlage des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) über die Rechnungslegung von großen Kapitalgesellschaften und des Aktiengesetzes. Das Ergebnis der CENIT AG ist von den Ergebnissen der Tochtergesellschaften sowie des Joint Ventures CenProCS Airliance GmbH beeinflusst.

4.1 Ertragslage

Der Umsatz der CENIT AG lag im Geschäftsjahr 2022 bei 95,1 mEUR und lag damit ca. 2,3% über dem Vorjahresumsatz von 92,3 mEUR. Bezogen auf die beiden Segmente PLM und EIM ergibt sich folgendes Bild:

Die Umsätze nach Produkt- / Erlösarten gliedern sich wie folgt:

Umsätze nach Produkt- / Erlösarten 2022 2021
Fremdsoftware 46.226 45.580
davon Software 12.761 13.737
davon Softwarepflege 33.465 31.843
CENIT Beratung und Services 32.682 31.056
CENIT Software 14.949 15.727
davon Software 5.314 6.774
davon Softwarepflege 9.635 8.953
Handelsware 581 20
Sonstiges 657 545
Gesamt 95.095 92.929

(in TEUR)

Der Gesamtumsatz stieg im Jahr 2022 auf 95,1 mEUR gegenüber 92,9 mEUR im Vorjahr (+2,3%). Dabei zeichneten sich folgende Trends ab:

(1) Der Anteil der wiederkehrenden Umsätze am Gesamtumsatz konnte um 1,4% auf 45,3% gesteigert werden (Vj. 43,9%).

(2) Die Umsätze aus Beratung und Service konnten erneut gesteigert werden (+5,2%). Ihr Anteil am Gesamtumsatz beträgt im Geschäftsjahr 34,4% gegenüber 33,4% im Vorjahr.

(3) Der Neuverkauf von Fremd- als auch Eigensoftware reduzierte sich um 11,9% gegenüber dem Vorjahr, was im Wesentlichen auf einen starken Jahresendspurt mit Sondereffekten im Vorjahr zurückzuführen ist.

Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen im Berichtsjahr 0,9 mEUR (Vj. 1,3 mEUR). Dieser Rückgang steht im Zusammenhang mit dem erwarteten und absehbaren Rückgang der steuerlichen Zulagen in Deutschland.

Der Materialaufwand beträgt im Berichtsjahr 42,2 mEUR gegenüber 39,8 mEUR im Vorjahr, (+6,1%). Die Erhöhung resultiert maßgeblich aus dem größeren Umsatzvolumen (+2,2 mEUR) sowie einem veränderten Produktmix im Zusammenhang mit einem höheren Serviceanteil in den Umsatzerlösen. Dies führt zu einer Materialaufwandsquote von 44,1% (Vj. 42,3%).

Der Personalaufwand lag 2022 mit 37,9 mEUR um 1,5 mEUR unter dem Vorjahreswert. Dies ist umso bemerkenswerter, da im Geschäftsjahr die Einsparungen durch das Instrument der Kurzarbeit entfallen ist (-1,2 mEUR). Positiv haben sich die um 1,8 mEUR niedrigeren variablen Vergütungen zum Vorjahr sowie ein Rückgang der durchschnittlich über das Geschäftsjahr angestellten Mitarbeitenden ausgewirkt. Die Personalaufwandsquote liegt damit im Berichtsjahr bei 39,5% nach 41,9% im Vorjahr.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen zum Stichtag bei 11,8 mEUR gegenüber 10,0 mEUR im Vorjahr. Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus Investitionen im Rahmen der digitalen Transformation und damit verbundenen Aufwendungen in die IT-Infrastruktur als auch aus höheren Beratungskosten im Zusammenhang mit den getätigten Akquisitionen sowie ein erhöhtes Reiseaufkommen durch den Wegfall der Einschränkungen aus der Corona-Pandemie.

Die CENIT AG erreichte ein EBITDA in Höhe von 3,9 mEUR (Vj. 5,0 mEUR), infolgedessen sich die EBITDA Marge von 5,3% im Vorjahr auf 4,1% reduziert hat. Ebenso reduzierte sich das EBIT von 3,8 mEUR im Vorjahr auf 3,3 mEUR im Berichtsjahr, wodurch die EBIT-Marge von 4,2% im Vorjahr auf 3,3% im Berichtsjahr zurückging. Ferner beinhaltet das Jahresergebnis von 5,4 mEUR (Vj. 2,8 mEUR) einen Steueraufwand von 1,0 mEUR (Vj. 1,0 mEUR).

Das Finanzergebnis betrug im Berichtsjahr 3,2 mEUR. Der wesentliche Grund hierfür waren höhere Ausschüttungen der Tochtergesellschaften. Für die Berechnung der latenten Steuern ist ein Steuersatz von 31% (Vj. 31%) zugrunde zu legen. Die Steuerquote beträgt im Geschäftsjahr 28,2 % (Vj. 33,2%).

4.2 Finanzlage

Die Investitionstätigkeit der CENIT AG war im Berichtsjahr 2022 im Wesentlichen durch die Investitionen in das Finanzanlagevermögen (30,5 mEUR) sowie durch Investitionen zur Erneuerung des Anlagevermögens (0,4 mEUR) geprägt. Die stichtagsbezogene Liquidität hat sich von 15,3 mEUR auf 6,9 mEUR verringert.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat werden auf der Hauptversammlung am 17. Mai 2023 vorschlagen, eine Dividende in Höhe von 0,50 EUR je Aktie aus dem Bilanzgewinn der CENIT AG in Höhe von 4,2 mEUR auszuschütten, dies entspricht der historischen Dividendenpolitik, wonach stets 50% des Bilanzgewinns an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Vor diesem Hintergrund ist die Finanzstrategie weiterhin auf die Beibehaltung einer guten und langfristigen Bonität ausgerichtet, die jedoch auch die Interessen der Aktionäre an einer Dividende berücksichtigt.

4.3 Vermögenslage

Die Bilanzsumme der CENIT AG hat sich zum Bilanzstichtag von 52,4 mEUR auf 75,4 mEUR erhöht. Die Entwicklung der einzelnen Bilanzposten lässt sich der nachfolgenden Abbildung entnehmen:

Die Aktivseite der Bilanz der CENIT AG ist zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2022 wesentlich geprägt durch das Anlagevermögen, welches sich aufgrund des Anteilserwerbs bei der ISR sowie der Anteilsaufstockung bei der CORISTO deutlich erhöht hat (+28,7 mEUR). Ebenso hat sich der aktive Rechnungsabgrenzungsposten gegenüber dem Vorjahr wesentlich um 2,9 mEUR erhöht. Demgegenüber bleibt der Bestand an offenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Bilanzstichtag nahezu unverändert.

Auf der Passivseite wird die Bilanz der CENIT AG vom Eigenkapitalanteil und den Verbindlichkeiten bestimmt, wobei sich die Eigenkapitalquote zum Stichtag auf 43,3% gegenüber 64,1% im Vorjahr beläuft. Die Verbindlichkeiten haben sich im Wesentlichen durch die Aufnahme von Krediten erhöht.

Der Vorstand der CENIT AG beurteilt vor dem Hintergrund der weiterhin schwierigen Umstände im Zuge der auslaufenden Corona-Pandemie und dem immer noch aktiven Krieg in der Ukraine die Geschäftsentwicklung der CENIT AG im Geschäftsjahr 2022 als „gut“, wobei es in den kommenden Monaten und Jahren darum gehen wird, gemäß der Strategie 2025 das organische Wachstum zu beschleunigen. Demzufolge kann zusammenfassend festgehalten werden, dass sich die CENIT AG trotz anspruchsvoller Umstände auf dem ambitionierten Wachstumspfad befindet und nunmehr versuchen wird, die sich im Zuge der Digitalisierung der Industrie bietenden Chancen (intensiver) zu nutzen.

5 Prognosebericht

Der vorliegende (Konzern-) Lagebericht enthält Aussagen und Informationen, die in die Zukunft gerichtet sind. Diese Aussagen sind erkennbar an Formulierungen wie „erwarten“, „beabsichtigen“, „planen“, „schätzen“ oder ähnlichen Begriffen. Solche Aussagen beruhen auf bestimmten Erwartungen und Annahmen, die entsprechende Risiken und Ungewissheiten enthalten. Viele Faktoren, die Einfluss auf das Geschäftsmodell, die Geschäftsaktivität, die Geschäftsstrategie und den Erfolg des CENIT-Konzerns haben, liegen nicht immer im Einflussbereich des CENIT-Konzerns. Dies kann dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse des CENIT-Konzerns wesentlich von den in den zukunftsgerichteten Aussagen direkt oder indirekt angesprochenen Ergebnissen abweichen.

5.1 Erwartete, gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Entwicklung

In seiner Ende Januar aktualisierten Prognose zeigte sich der Internationale Währungsfonds (IWF) deutlich optimistischer als noch im Herbst letzten Jahres, als er vor dem Risiko einer globalen Rezession warnte. Für das Jahr 2023 wird nunmehr ein Anstieg der Weltkonjunktur um 2,9% erwartet. Laut IWF-Chefvolkswirt Pierre-Olivier Gourinchas werde sich das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr zwar verlangsamen, doch die Aussichten seien „weniger düster“ als noch im Oktober angenommen.# 5.2 Erwartete Entwicklungen des CENIT-Konzerns und der CENIT AG

Für den CENIT-Konzern wird im Geschäftsjahr 2023 ein Jahr des Wachstums und der Produktivitätssteigerung erwartet. In den folgenden Prognosen sind mögliche Akquisitionseffekte nicht enthalten. Auf Basis der oben beschriebenen gesamtwirtschaftlichen und sektoralen Entwicklungen (5.1) wird ein Konzernumsatz von rund 180 mEUR erwartet. Die EBIT-Prognose liegt bei mehr als 9,5 mEUR und damit deutlich über dem Vorjahresniveau, gleichbedeutend mit einer Steigerung der EBIT-Marge von mehr als 50%. Um dieses Ziel nachhaltig zu erreichen, wurde ein Plan entwickelt, der Effizienzsteigerungspotenziale in allen Bereichen des Konzerns aufzeigt, aus dem Maßnahmen zur direkten Umsetzung eingeleitet wurden.

Im EIM-Segment wird ein Umsatz von mehr als 35,0 mEUR und ein EBIT von mehr als 4,0 mEUR erwartet.

Im PLM-Segment wird ein Umsatz von mehr als 140,0 mEUR und ein EBIT von mehr als 5,0 mEUR angestrebt.

Die CENIT AG wird im Jahr 2023 voraussichtlich einen Umsatz von rund 96,0 mEUR erwirtschaften. Das EBIT wird voraussichtlich bei rund 1,0 mEUR liegen. Dies ist bedingt durch Investitionen in interne Projekte zur Steigerung der operativen Effizienz um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu steigern.

Die dargestellte Planung basiert angesichts der geopolitischen Situation auf der jeweiligen Annahme, dass der aktuelle Krieg zwischen Russland und der Ukraine keine wesentlichen negativen wirtschaftlichen Auswirkungen (Unterbrechung der Lieferketten, Nachfragerückgang etc.) auf unsere Industrie und unsere Hauptkundensegmente (Luft- und Raumfahrt, Automotive, Anlagen- und Maschinenbau) haben wird und wir unsere Wachstumsziele erreichen können.

Wie in den Vorjahren wird die Softwareentwicklung, insbesondere bei der Digital-Factory-Lösung FASTSUITE E2 und der SAP-Integration, gestärkt. Die gesamte Fertigungsindustrie (PLM) sowie Finanzdienstleister (MEPs) stehen durch die Digitalisierung und die damit verbundenen Investitionen in den Umbau der IT-Landschaft vor Herausforderungen, zu denen der CENIT- Konzern mit seinen Software- und Serviceangeboten als Anbieter innovativer und zuverlässiger Lösungen beitragen wird. Darüber hinaus bietet CENIT einen "One-Stop-Shop" für alle Digitalisierungsprozesse entlang der Produktionskette sowie Dokumentenverarbeitung an, was CENIT gegenüber den Wettbewerbern im Markt als Alleinstellungsmerkmal weltweit abhebt.

Die Strategie des Unternehmens beinhaltet ein anorganisches Wachstum, um die eigene Marktposition zu stärken und sich von Drittanbietern unabhängiger zu machen, Marktanteile zu gewinnen und gleichzeitig die Rentabilität zu verbessern. Zusätzlich wurde im Jahr 2022 wie im Vorjahr angekündigt ein gemeinsames Marktverständnis der fünf Geschäftsbereiche etabliert, um das Potenzial bestehender Kunden besser ausschöpfen zu können und gleichzeitig ein Alleinstellungsmerkmal im Bereich der Digitalisierung von Fertigungsprozessen zu schaffen. Diese Strategie wird 2023 fortgesetzt und durch die Implementierung unterstützender Tools das ganze Jahr vorangetrieben. Die oben beschriebenen Ziele werden durch entsprechende Akquisitionen von zwei bis drei Gesellschaften pro Jahr unterstützt, um die jeweiligen Unternehmensbereiche weiter zu stärken. Zu diesem Zweck wurde eine Portfolioanforderung erstellt, welche fortwährend auf Basis der Strategie, der realen Handlungsoptionen und den zugrundeliegenden Rahmenbedingungen aktualisiert wird.

Darüber hinaus plant CENIT, dass die eigens entwickelte Software einen wesentlichen Teil des Gesamtportfolios ausmacht. Der aktuelle Anteil liegt bei 14%, womit das in der Strategie 2025 gesetzte Ziel bereits erreicht wurde. Der Vorstand hat daher die Zielsetzung der Strategie 2025 auf 20% Eigensoftware-Anteil angehoben. Die Zusammenarbeit mit den Partnern Dassault Systèmes, IBM und SAP wird nachhaltig vorangetrieben, um den CENIT-Konzern weiterhin als strategischen Partner zu positionieren. Zudem wird durch die die Berichterstattung im Rahmen der EU-Taxonomie und der Sensibilisierung der Mitarbeiter durch Compliance und Nachhaltigkeitsschulungen, die Bedeutung nicht-finanzieller Leistungsindikatoren weiter vorangetrieben.

5.3 Gesamtaussagen zur zukünftigen Entwicklung

Trotz des weiterhin unsicheren Marktumfeldes infolge der weltweiten SARS-CoV-2-Pandemie sowie des Krieges in der Ukraine, blickt der Vorstand positiv in die Zukunft. Getragen wird diese Sicht durch die langfristig stabilen Wachstumstrends in relevanten Märkten und Branchen sowie die nach der Einschätzung des Vorstands starke aktuelle und zukünftige Positionierung des Konzerns in zahlreichen europäischen Ländern wie z. B. Deutschland mit enormem Nachholbedarf in Bezug auf die Digitalisierung der Industrie.

Die zukünftigen Auswirkungen der weltweiten Ereignisse sind weiterhin nur sehr schwer verlässlich abzuschätzen. Des Weiteren hat die Beteiligung an der ISR aufgezeigt, dass durch gezielte strategische Beteiligungen neue Marktsegmente erschlossen werden können, die eine Vielzahl von Neukunden für alle Geschäftsbereiche der CENIT ergeben. Gleichzeitig wird die Abhängigkeit von einzelnen Industriesegmenten reduziert und dadurch die Vorhersehbarkeit der Planungen stabilisiert. Durch den hohen Anteil an wiederkehrenden Umsätzen, insbesondere aus Verträgen zur Softwarepflege, hat CENIT eine solide Basis für die geplante Umsatzentwicklung in 2023. Darüber hinaus verfügt der CENIT-Konzern über eine solide Kapitalstruktur, die ihren Beitrag zur Wachstumsfinanzierung leistet. Unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen unsicheren Rahmenbedingungen, die sich jederzeit wieder kurzfristig ändern können, erwartet der Vorstand aus aktueller Sicht ein weiteres Wachstumsjahr, in dem ein Anstieg der EBIT-Marge auf über 5% angestrebt wird.

Die Aussagen zur zukünftigen Entwicklung stehen unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, dass sich die gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen, vor allem aufgrund der Folgen der SARS-CoV-2-Pandemie sowie der Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine sowie der Spannungen rund um Taiwan, nicht wesentlich verändern bzw. keine signifikanten wirtschaftlichen Auswirkungen auf unsere Branche sowie unsere Hauptkundensegmenten haben wird.

6 Chancen- und Risikobericht

6.1 Wesentliche Merkmale des Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems (ungeprüft)

Risiken sind ein wesentlicher Bestandteil unternehmerischen Handelns. Im Rahmen des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems, welches auch die rechnungslegungsbezogenen Prozesse sowie sämtliche Risiken und Kontrollen im Hinblick auf die Rechnungslegung miteinschließt, versucht CENIT diesen Risiken in angemessener Art und Weise zu begegnen. Dabei gilt es nicht Risiken zu meiden oder vollständig eliminieren zu wollen, sondern vielmehr durch ein adäquates und den Verhältnissen nach angemessenes internes Kontroll- und Risikomanagementsystem bereitzustellen, um den auftretenden Risiken entgegenwirken zu können.# 6.2 Chancen- und Risikomanagement

Durch die Vielfalt der Geschäftstätigkeit ist das unternehmerische Handeln des CENIT-Konzerns sowohl mit Chancen als auch mit Risiken versehen. Um Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und den richtigen Umgang mit ihnen zu gewährleisten, wird im CENIT-Konzern ein entsprechendes Management- und Kontrollsystem eingesetzt. Sowohl kurz-, mittel- als auch langfristig ist das Ziel, nachhaltig und profitabel zu wachsen und dadurch den Unternehmenswert im Sinne aller Stakeholder zu steigern. Um dies sicherzustellen, sollen Chancen bestmöglich genutzt und Risiken frühestmöglich erkannt werden, um adäquate Gegenmaßnahmen einzuleiten. Die Verantwortung für das frühzeitige Erkennen von Risiken sowie dem Ergreifen geeigneter Gegenmaßnahmen obliegt dem Vorstand der CENIT. Mit Hilfe eines implementierten Risikomanagementsystems werden Risiken konzernweit identifiziert sowie sowohl quantitativ als auch qualitativ nach einheitlichen Kriterien und Kategorien bewertet. Im Rahmen eines Risk-Assessments wird die aktuelle Risikolage halbjährlich aktualisiert, analysiert und dokumentiert. Das Risikomanagementsystem umfasst im Wesentlichen Finanzrisiken, operative Risiken, strategische Risiken und Compliance-Risiken. Dabei geht das System von der CENIT AG als Mutterunternehmen des CENIT-Konzerns aus und bezieht ferner sämtliche in den Konzernabschluss einbezogene Gesellschaften mit ihren maßgeblichen Prozessen mit in die Betrachtung ein. Dabei spielen für die Risikobewertung die Eintrittswahrscheinlichkeit sowie im Wesentlichen die damit verbundenen (prognostizierten) Auswirkungen auf Umsatz, EBIT und Liquidität eine entscheidende Rolle. Um ein funktionierendes Risikomanagementsystem gewährleisten zu können, sind neben der Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips und der Funktionstrennung, die Zuordnung von Verantwortlichkeiten, Kontrollen bei der Abschlusserstellung, konzernweite Richtlinien zur Bilanzierung und Abschlusserstellung sowie geeignete Zugriffsregelungen auf EDV-Systeme ein wichtiger Bestandteil des Risikomanagementsystems. Wesentliche Chancen ergeben sich aus der Wachstumsstrategie von CENIT. Damit verbunden sind vor allem die Erschließung neuer Markt- und Kundensegmente sowie die Stärkung der eigenen Position gegenüber den langjährigen Partnern. Weitere Chancen werden in der engeren Verzahnung der eigenen Geschäftsmodelle und den damit steigenden Cross-Selling Potenzialen gesehen. Die CENIT-Gesellschaften sind in Märkten tätig, die sich in einem fortlaufenden, dynamischen Entwicklungsprozess befinden, aus dem sich stets neue Chancen ergeben können. Die Beurteilung potenzieller Chancen und hiermit zusammenhängender möglicher Risiken, fällt in den Aufgabenbereich des Risikomanagements. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die zunehmende Digitalisierung und die hiermit zusammenhängende Entwicklung neuer Technologien und Produkte, die zusätzliche Wertschöpfungspotenziale bieten, aber auch eine ständige Anpassungsfähigkeit erfordern. Aus der Strategie des weiterhin geplanten anorganischen Wachstums, werden zudem weitere Potenziale und positive Einflüsse auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Marktposition des CENIT-Konzerns erwartet.

6.3 Risikobewertung und -reporting

Wesentlicher Baustein des Systems ist ein detailliertes Planungssystem, eine jährliche Budgetplanung, monatliche Plan-Ist-Berichte sowie die frühzeitige und regelmäßige Kommunikation von Risiken und Chancen. Unterstützt wird dieses Risikomanagement durch regelmäßige Sitzungen des Managements, in denen ausführlich Chancen und Risiken der Geschäftsentwicklung analysiert und erörtert werden.

Die Risikogrundsätze bei der CENIT (Leitsätze) lauten wie folgt:

  • Unternehmerisches Handeln ist immer mit Risiken verbunden.
  • Wir akzeptieren keine bestandsgefährdenden Risiken für das Unternehmen.
  • Jeder einzelne Mitarbeiter ist zu einem selbstverantwortlichen, bewussten Umgang mit Risiken aufgefordert.
  • Nicht nur die reine Pflichterfüllung der gesetzlichen Vorgaben, sondern darüber hinaus ein proaktives Risikomanagement ist unser Ziel.
  • Das Sicherheitsbewusstsein aller Mitarbeiter, die Akzeptanz notwendiger Maßnahmen und die aktive Mitwirkung bilden den Kern der Sicherheit in der Unternehmensgruppe.
  • Führungskräfte sorgen dafür, dass sowohl die Richtlinien als auch mitgeltende Regelungen im eigenen Verantwortungsbereich bekannt sind und beachtet werden.
  • Mitarbeiter müssen sich über Sicherheitsvorschriften und -vorkehrungen informieren und ihr Verhalten danach ausrichten.
  • Alle Mitarbeiter sind verpflichtet die Informationen zu schützen damit dem Unternehmen durch die unberechtigte Nutzung von Informationen kein Schaden entsteht.
  • Die Funktionen für Sicherheit vor Ort unterstützen Mitarbeiter und Führungskräfte bei der Umsetzung aller Sicherheitsthemen.

Die Risikokultur bei der CENIT AG wird getragen von den folgenden drei Risikogrundsätzen:

(1) Bereitschaft und Fähigkeit der Identifikation von wesentlichen Risiken in den jeweiligen Beobachtungs- und Verantwortungsbereichen.
(2) Durchgängige Kommunikation in der gesamten Organisation über die Bewertung der Risiken zur Schaffung eines gemeinsamen Verständnisses und einer abgestimmten Vorgehensweise.
(3) Effizientes Risikomanagement in den Beobachtungs- und Verantwortungsbereichen sowie in der konsolidierten Form auf der Ebene der Geschäftsbereiche und des CENIT-Konzerns.

Die Umsetzung des Risikomanagements erfolgt nach einem standardisierten Prozess, der gemäß nachstehender Abbildung im Wesentlichen die folgenden Schritte umfasst:

Im CENIT-Konzern werden Risiken systematisch analysiert und bewertet. Dazu werden die Risiken in einzelne Risikokategorien eingeteilt. Die Risikokategorien werden im neu eingeführten Risikomanagement-Tool gepflegt und verwaltet. Das gesamte Risikobewertungsverfahren wird vom zentralen Risikomanagement koordiniert. Anhand der beiden Dimensionen (1) zu erwartende Eintrittswahrscheinlichkeit und (2) zu erwartende Schadenshöhe werden die Risiken bewertet und in die Auswirkungsklassen gering, mittel, hoch und existenzbedrohend eingestuft. Hieraus werden anschließend die Risikoklassen “niedrig” und “mittel” abgeleitet, die als akzeptable Risiken beurteilt werden. Risiken der Klasse “hoch” sollten mit geeigneten Maßnahmen zur Reduktion des Risikos ausgestattet sein. Risiken der Klasse „existenzbedrohend“ sind nicht akzeptabel und sind zwingend mit geeigneten Maßnahmen zu behandeln. Zudem sind die Risiken zwingend nach quantitativen Gesichtspunkten zu bewerten, wobei als Risikoverteilungsfunktion eine Dreiecksverteilung präferiert wird und unter gegebenen Umständen auch ein Einfachwert herangezogen wird. Ferner werden die beiden Bewertungszeiträume (1) nächste 12 Monate und (2) in den Monaten 13-24 unterschieden. Gestützt auf den vorgenommenen Bewertungen wird eine entsprechende Risikomatrix erstellt:

Der Vorstand entscheidet anhand der Matrix welche Risiken als bestandsgefährdend einzustufen sind, ggfs. werden hierzu Risiken zu Gruppen zusammengefasst. Bei der Risikobehandlung geht es um die Formulierung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen zur Behandlung der Risiken mit identifiziertem Handlungsbedarf. Dazu werden im Risikoportfolio den Risiken entsprechende Maßnahmen zugeordnet und dokumentiert. Im Rahmen des Risikomanagementprozesses erfolgen nach initialer Bestimmung der Risikotragfähigkeit eine regelmäßige und ihre fortlaufende Überprüfung. Die entsprechende Tragfähigkeit wird auf Gesellschaftsebene systemseitig gepflegt. Über systemgestützte Simulationen (Monte-Carlo-Simulation) und Aggregation von Risiken erfolgt eine Beurteilung einer möglichen Bestandsgefährdung. Der Vorstand kontrolliert mit den Bereichsleitern und Geschäftsfeldverantwortlichen die klassifizierten Risiken. Zusätzlich wird im Aufsichtsrat regelmäßig über die Risikolage berichtet und eingehend diskutiert.

6.4 Risikosituation

a) Allgemeines

Aus der Gesamtheit der identifizierten Chancen und Risiken werden nachfolgend jene Bereiche dargestellt, die aus heutiger Sicht die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Prognosezeitraum in wesentlichem Umfang positiv oder negativ beeinflussen können. Gemäß der oben erwähnten Bewertung nach erwarteter Schadenshöhe in Bezug auf das Konzernergebnis bzw. die Liquidität wird für die folgenden Risiken die entsprechende Klassifizierung des Schadenerwartungswerts des Risikos angegeben, der nach Ergreifen von Gegenmaßnahmen vorliegt. Die Risikosituation stellt sich für den CENIT-Konzern wie folgt dar:

Risikokategorie Risikobewertung
Finanz- und Steuerrisiken
Finanzierung / Bonität gering
Währungsrisiken gering
Marktrisiken
Kundenabhängigkeit gering
(Globale) Krisen mittel
Strategische Risiken
Lieferantenabhängigkeit mittel
IT Security gering
Legal & Compliance-Risiken
Vertragsrisiken gering
Compliance gering

b) Finanz- und Steuerrisiken

Im Rahmen der operativen Tätigkeit ist der Konzern Bonitäts-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken sowie Zins- und Währungsschwankungen ausgesetzt, die im Rahmen des Risikomanagements identifiziert und beurteilt werden. Der CENIT-Konzern hat seit Jahren eine Eigenkapitalquote von über 30% und ist somit solide finanziert. Ferner werden bei Bedarf zur Bonitätsbeurteilung von Kunden und zur Vermeidung von Zahlungsausfällen Kreditauskünfte eingeholt und historische Daten aus der bisherigen Geschäftsbeziehung, insbesondere zum Zahlungsverhalten, berücksichtigt.# In diesem Zusammenhang ist ein adäquates Debitorenmanagement eingerichtet.
Der CENIT-Konzern wickelt Geschäftstransaktionen größtenteils in Landeswährung ab. Da den Verkäufen in Landeswährung auch entsprechende Ausgaben in Landeswährung gegenüberstehen, ist das Risiko durch Währungsschwankungen gering. Gerade in der aktuellen Zeit kommt der Steuerung von Liquiditätsrisiken eine besondere Bedeutung zu. Liquiditätsrisiken entstehen dann, wenn die Kunden des CENIT-Konzerns nicht imstande sind, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Um dieses Risiko frühzeitig zu erkennen und somit so gering wie möglich zu halten, führt der CENIT-Konzern regelmäßige Analysen zur Einschätzung der Zahlungsfähigkeit seiner Kunden durch. Im Rahmen der Wachstumsstrategie verfolgt CENIT eine Finanzierung auf einer soliden wirtschaftlichen Basis. Die geordnete Kapitalstruktur der CENIT hilft dabei, im Falle eines entsprechenden Kapitalbedarfs, eine erfolgreiche Beschaffung von liquiden Mitteln in ausreichendem Maße sicher zu stellen. Währungsrisiken aus der Beschaffung im CENIT-Konzern entstehen dann, wenn die Beschaffung von Waren und Dienstleistungen nicht in der funktionalen Währung der jeweiligen Gesellschaft erfolgt. Die Minimierung dieses Risikos erreichen wir, indem wir hier korrespondierende Einkaufs- und Verkaufsverträge in gleicher Währung abschließen. Währungsrisiken aus der Beschaffung bei dem Mutterunternehmen entstehen nur in Ausnahmefällen, da im Regelfall innerhalb der Eurozone eingekauft wird. Die Volatilität an den Devisenmärkten und die daraus resultierende Ungewissheit über die Wechselkursentwicklung haben auch Einfluss auf die CENIT. Die Geschäftstätigkeit des CENIT- Konzerns generiert unter anderem auch Forderungen in US-Dollar (USD), Schweizer Franken (CHF), Rumänischen Leu (RON), Chinesischen Yuan (CNY) und Japanischen Yen (JPY). Damit ist CENIT einem gewissen Währungsrisiko ausgesetzt. Aufgrund eines i. d. R. engen zeitlichen Zusammenhangs zwischen Rechnungsstellung und Zahlung sowie der Durchsetzung von Anzahlungen wird das residuale Währungsrisiko im Rahmen einer wirtschaftlichen Kosten- und Nutzenabwägung beurteilt und im Bedarfsfall auch abgesichert. Im Berichtsjahr 2022 wurden keine Geschäfte zur Absicherung von Währungsrisiken getätigt.

c) Marktrisiken

Dem anhaltenden Preisdruck begegnet die Gesellschaft durch Investition in die laufende Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Auch hilft der Fachkräftemangel in der IT-Industrie sich dem Preisdruck zu entziehen. Durch ein angepasstes Recruiting mit neuen (virtuellen) Instrumenten in der Personalbeschaffung wird dem Fachkräftemangel begegnet und das Leistungsrisiko minimiert. Der CENIT-Konzern setzt Vertrauen in seine Partner und Lieferanten und möchte hiermit zu einer fairen und langfristigen Zusammenarbeit beitragen. Leistungen, Gegenleistungen und Risiken stehen dabei in einem ausgewogenen Verhältnis. Von den Partnern und Lieferanten wird erwartet, dass gemeinsam Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung identifiziert und umgesetzt werden. In diesem Zusammenhang verfolgt CENIT eine auf den konkreten Bedarf eines Projekts zugeschnittene Einkaufspolitik.

d) Strategische Risiken

CENIT sieht sich in seinen Zielmärkten gut positioniert. In ihren beiden Segmenten PLM und EIM verfügt CENIT nach eigener Einschätzung bei ihren A- und B-Kunden über eine starke Marktstellung. Die sich hierbei bietenden Chancen beabsichtigt CENIT zukünftig noch konsequenter zu nutzen, um seine Marktstellung zu festigen bzw. weiter auszubauen. Die sich hieraus potenziell ergebenden Chancen werden als mittel bis hoch eingeschätzt. Hierzu sollen insbesondere eigene Softwarelösungen beitragen, welche die Kundenbindungen noch erhöhen sollen. Dabei wird Letztere u. a. auch durch die strategischen Partnerschaften mit großen international aufgestellten Global Playern, wie z. B. Dassault Systèmes, IBM und SAP unterstützt. Zudem eruiert, bewertet und überwacht der Konzern regelmäßig sich bietende Chancen und (möglicherweise) auftretende Risiken in Bezug auf alle wesentlichen Geschäftsvorgänge und - prozesse. Die strategischen Partnerschaften schaffen Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten. CENIT ist aufgrund seiner Größe als Partner für Dassault Systèmes gut positioniert, da der Kundenzugang zu mehreren Tausend Kunden nur über das Vertriebsnetz des CENIT-Konzerns sichergestellt ist. Die Abhängigkeiten sind somit gegenseitig. Dennoch wird diese Abhängigkeit durch gezielte Akquisitionen in anderen Geschäftsbereichen stark reduziert werden. Der Vorstand überwacht fortlaufend die Abhängigkeit von Großkunden. Kein Kunde trägt im Geschäftsjahr 2022 mehr als rund 6% zum Konzernumsatz bei. Die zentrale IT-Abteilung des Konzerns ist weltweit für alle Informationssysteme und Berechtigungen der Anwender zuständig. Die IT-Landschaft ist global einheitlich und wird zentral gesteuert. Die IT überwacht kontinuierlich den Systembetrieb, überprüft regelmäßig die bestehenden Berechtigungen der einzelnen Anwender und passt gegebenenfalls die Zugriffsrechte auf die einzelnen Systeme an. Aus diesem Grund wird das Risiko im IT-Bereich als beherrschbar eingeschätzt. Verbleibende Restrisiken stellen die unvorhersehbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie die Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine dar. Trotz der sich entspannenden Lage in Bezug auf die Corona-Pandemie, aber unter Einbezug des Kriegs in der Ukraine und der mit beiden Ereignissen verbundenen Unsicherheiten, insbesondere in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung in den für CENIT wesentlichen Branchen Automotive, Aerospace sowie Anlagen- und Maschinenbau, ist entsprechend auch die Planung für das Geschäftsjahr 2023 sowie folgender Jahre von Unsicherheit geprägt. Diesbezüglich werden die relevanten Entwicklungen Umsatz- und EBIT-seitig monatlich analysiert sowie mit Hilfe von Szenario-Planungen und Sensitivitätsanalysen versucht, bestmöglich zu prognostizieren. Zwecks Handhabung der unsicheren Gesamtsituation hinsichtlich betrieblicher Ablaufprozesse wurde ein Pandemieplan mit den wesentlichen Punkten zu Hygienekonzept (z. B. im Büro), Sicherstellung von betrieblichen Abläufen (z. B. Home-Office) und Notfallplan im Infektionsfall (z.B. Meldewege und Quarantäne) erstellt. Die ergriffenen Maßnahmen. Die ergriffenen Maßnahmen wurden 2022 aktualisiert.

e) Legal- & Compliance-Risiken

Der CENIT-Konzern schließt mit seinen Kunden marktübliche Verträge. Vertragliche Risiken werden hierbei durch Anwendung von standardisierten AGBs begrenzt. Zusätzlich hat der CENIT- Konzern eine ausreichende Betriebshaftpflichtversicherung abgeschlossen, um das Risiko weiter zu minimieren. Unter Compliance-Risiken werden Strafen, finanzielle oder andere materielle Ausfälle aufgrund von Gesetzesverstößen und der Nichteinhaltung von unternehmensinternen Vorschriften oder Grundsätzen verstanden. Die Compliance-Risiken werden insgesamt als gering eingestuft.

6.5 Gesamtbild der Chancen – und Risikolage des CENIT-Konzerns

Die Überprüfung der gegenwärtigen Risikosituation hat ergeben, dass im Berichtszeitraum keine existenzgefährdenden Risiken bestanden haben und auch für die Zukunft keine, den Fortbestand des Konzerns, gefährdenden Risiken erkennbar sind. Alle erkannten Risiken wurden im Konzernabschluss angemessen berücksichtigt und gegebenenfalls Rückstellungen gebildet. Darüber hinaus sind zum Bilanzstichtag keine weiteren Risiken bekannt, die voraussichtlich einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Das Risikomanagement und Frühwarnsystem erlauben eine transparente Unternehmenssteuerung und Risikofrüh- erkennung. Die Gesamtbetrachtung der Chancen und Risiken ergibt, dass der CENIT-Konzern im Wesentlichen neben strategischen Risiken auch vom operativen Risiko, geprägt durch aktuelle Themen wie Inflation und den Krieg in der Ukraine, betroffen ist. Letzteres umfasst die Unsicherheit bzgl. der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung relevanter Branchen sowie die damit verbundenen Absatzchancen. Demgegenüber richten sich die strategischen Risiken u. a. auf die Abhängigkeit von der Entwicklung bei wichtigen strategischen Lieferanten sowie in der Spezialisierung auf Technologiepartner und der damit verbundenen Abhängigkeit von deren Geschäftsentwicklung. Durch qualitativ hochwertigen Service und Prozess-Know-how bietet sich die Chance, die erzielbaren Tagessätze zu optimieren und auszubauen. Dies ist nur aufgrund der nachhaltigen Ausbildung unserer Mitarbeiter umsetzbar. CENIT nutzt durch erhöhtes Engagement am Arbeitsmarkt die sich bietenden Chancen, um qualitativ hochwertige Fachkräfte zu rekrutieren. Aufgrund der weiter voranschreitenden Digitalisierung der Fertigungsindustrie sowie der weiterhin nachhaltigen Fokussierung auf eigene Software und den damit verbundenen Service bieten sich CENIT am Markt erhebliche Chancen. Neben den beschriebenen Risiken eröffnen die immer kürzer werdenden Innovationszyklen die Möglichkeit, die Digitalisierung unserer Gesellschaft voranzutreiben und unseren Geschäftskunden mit unseren eigenen Softwareprodukten Lösungen anzubieten, welche sie wettbewerbsfähiger machen. Daher sind unsere Aktivitäten rund um Innovation und Produktentwicklung entscheidend, wenn es darum geht, Chancen zu erkennen, zu nutzen und sie im zunehmenden Wettbewerb zu etablieren.

6.6 Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem bezogen auf den Rechnungslegungs- und Konzernrechnungslegungsprozess § 315 Abs. 4 HGB (CENIT AG: § 289 Abs. 4 HGB)

Einen wichtigen Teil des Risikomanagements stellt das rechnungslegungsbezogene interne Kontroll- und Risikosystem des CENIT-Konzerns dar. Demnach werden unter dem internen Kontrollsystem die vom Management eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die auf die organisatorische Umsetzung von Führungsentscheidungen zur Sicherung von Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit zur Ordnungsmäßigkeit bzw.# Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung gerichtet sind. In den einzelnen Konzerngesellschaften ist ein den jeweiligen Verhältnissen angemessenes internes Kontrollsystem implementiert, das kontinuierlich weiterentwickelt wird. Im Rechnungswesen besteht das Prinzip der Funktionstrennung. Das Finanz- und Rechnungswesen ist weitestgehend am Standort in Stuttgart zentralisiert. Es besteht eine klare Aufgabenzuordnung sowohl bei der Erstellung des Einzelabschlusses als auch bei der Erstellung des Konzern- abschlusses. Darüber hinaus sind Kontrollen, nach dem Vier-Augen-Prinzip oder in Form von Systemkontrollen implementiert, um Unrichtigkeiten zu vermeiden. Der Vorstand trägt die Verantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess.

6.7 Qualitätssicherung und Informationssicherheit

a) Qualitätssicherheit

Der Erfolg des CENIT-Konzerns hängt in erster Linie davon ab, ob die Anforderungen der Kunden erfüllt werden. Im Bereich der Geschäftsprozessberatung möchten wir mit qualitativ hochwertigen und wirtschaftlichen Lösungen überzeugen. Durch die Übernahme von Betriebstätigkeiten für den Kunden oder beim Kunden vor Ort soll die Effizienz des übernommenen Betriebs gesteigert werden. Um dies zu erreichen, hat der CENIT-Konzern seine eigenen Prozesse so gestaltet, dass sie den Kundenanforderungen nach Einschätzung von CENIT bestmöglich gerecht werden. Dazu hat der CENIT-Konzern wichtige für den Konzern in der Gesamtheit geltenden Prozessbeschreibungen erarbeitet und in Kraft gesetzt. Alle Mitarbeiter sind aufgefordert, diese Prozesse umzusetzen und durch methodisch festgelegte Vorgehensweisen ständig zu verbessern. Die kontinuierliche Überwachung und Verbesserung ist somit ein wichtiger Baustein des Qualitätsmanagementsystems. Durch diesen fortwährenden Prozess werden Verbesserungs- potenziale aufgezeigt, bewertet und umgesetzt. Die Leitung des Qualitätsmanagements obliegt dem Vorstand. Hierdurch wird sichergestellt, dass die Unternehmensführung direkten Einfluss und Kontrolle auf das Qualitätsmanagementsystem des Konzerns hat und somit auch sehr schnell und flexibel Fehlentwicklungen entgegenwirken kann. Im Managementhandbuch hat der CENIT-Konzern Regelungen für das Qualitätsmanagement aufgestellt. Grundlage hierfür ist die Norm DIN EN ISO 9001:2015. Der Vorstand legt die Qualitätspolitik und -ziele fest und sorgt dafür, dass sie auf allen Ebenen des Konzerns bekannt sind. Weiterhin definiert der Vorstand die Organisation und die Verantwortungsbereiche und stellt die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen zur Verfügung. Der Vorstand überprüft regelmäßig, mindestens jedoch jährlich, ob die vereinbarten Ziele und Prozesse sowie Gesetze und Normen eingehalten werden. Die Einhaltung der Anforderungen der DIN EN ISO 9001:2015 wird jährlich, sowohl durch interne Audits als auch durch eine externe unabhängige Zertifizierungsgesellschaft, überprüft.

b) Informationssicherheit

Um die Einhaltung von gesetzlichen, behördlichen und vertraglichen Anforderungen, sowie den Schutz der eigenen und der Kundeninformationen sicherzustellen, wurde auf Basis DIN EN ISO/IEC 27001:2017 ein Informationssicherheits-Managementsystem implementiert. Die DIN ISO 27001 ist ein international anerkannter Standard und versteht sich als ein systematischer prozessorientierter Ansatz, ein Informationssicherheits-Managementsystem umzusetzen, das sowohl die Technik als auch die Mitarbeiter berücksichtigt und gleichzeitig einen kontinuierlichen Überwachungs- und Optimierungsprozess etabliert. Das Informationssicherheit-Managementsystem ergänzt somit das Qualitätsmanagement- system um konkrete, technische und organisatorische Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Sicherheit von Informationen, wie etwa die physikalische und personelle Sicherheit mittels Zutritts- und Zugangsschutz oder der Verschlüsselung von kritischen Daten. Die Mitarbeiter werden in Informationsveranstaltungen über aktuelle Entwicklungen des Unternehmens informiert. Für das Tagesgeschäft notwendige Informationen werden entweder in Regelmeetings oder in Einzelbesprechungen kommuniziert. Es wird auf eine offene, dialogorientierte Kommunikation Wert gelegt. Die Einhaltung der Anforderungen der DIN EN ISO/IEC 27001:2017 wird jährlich sowohl durch interne Audits als auch durch eine externe unabhängige Zertifizierungsgesellschaft, überprüft.

6.8 Stellungnahme zur Angemessenheit und Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems (ungeprüft)

Basierend auf den wesentlichen Kernelementen bezogen auf das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem sowie den uns vorliegenden Informationen, liegen im internen Kontrollsystem keine kritischen internen Kontrollschwächen vor, die wesentliche Auswirkungen auf den CENIT-Konzern haben könnten. Ebenso gehen weder aus dem internen Risikomanagement noch aus unserer internen Qualitätssicherung Sachverhalte hervor, die ein Erreichen der gesetzten Unternehmensziele gefährden und die nicht angemessen durch unsere Prozesse behandelt wurden. Sowohl die Prozesse im Rahmen des internen Kontrollsystems als auch bezogen auf das Risikomanagementsystem werden in regelmäßigen Abständen sowohl durch die interne Revision (TQM) als auch im Rahmen von externen Audits überprüft. Insgesamt gibt es keine bekannten Hinweise, die darauf schließen lassen, dass das im CENIT- Konzern eingesetzte interne Kontrollsystem sowie das Risikomanagementsystem, welche auch die rechnungslegungsbezogenen Prozesse miteinbeziehen, nicht angemessen sind oder zum Bilanzstichtag nicht wirksam funktioniert haben.

7 Sonstige Angaben

7.1. Erklärung zur Unternehmensführung (ungeprüft)

Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft haben für 2022 die nach § 289f bzw. § 315d HGB vorgeschriebene Erklärung zur Unternehmensführung abgegeben und diese auf der Homepage im Internet unter folgendem Link dauerhaft zugänglich gemacht: http://www.CENIT.com/de_DE/investoren/corporate-governance.html.

7.2. Nichtfinanzielle Konzernerklärung (CSR- bzw. Nachhaltigkeitsbericht) (ungeprüft)

Der Vorstand wird die nach § 315b HGB vorgeschriebene nichtfinanzielle Konzernerklärung erstellen und wird diese bis zum 30. April 2023 auf der Homepage im Internet unter folgendem Link dauerhaft zugänglich machen: http://www.CENIT.com/de_DE/investoren/corporate-governance.html.

8 Erläuterungen des Vorstands zu den Angaben nach §§ 289a und 315a HGB

(1) Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das Grundkapital der CENIT AG beläuft sich zum 31. Dezember 2022 auf 8.367.758,00 EUR.

(2) Beschränkungen die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, bestehen nicht.

(3) Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreiten

Direkte oder indirekte Beteiligungen am gezeichneten Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreiten sind im Anhang zum Jahresabschluss bzw. im Konzernanhang zum Konzernabschluss der CENIT AG dargestellt.

(4) Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht.

(5) Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben

Stimmrechtskontrollen für Arbeitnehmer, die am Kapital beteiligt sind, bestehen nicht.

(6) Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung

Die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sind in § 84 AktG geregelt. Darüber hinaus bestimmt § 7 Ziffer 1 und 2 der Satzung, dass der Aufsichtsrat die Vorstandsmitglieder bestellt und ihre Zahl bestimmt. Nach § 7 Ziffer 1 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Die Vorschriften zur Änderung der Satzung sind in den §§ 133, 179 AktG geregelt. Ergänzend hierzu ist in § 21 Ziffer 1 der Satzung geregelt, dass Beschlüsse der Hauptversammlung mit einfacher Stimmenmehrheit und, soweit nicht eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst werden, falls nicht das Gesetz oder die Satzung zwingend etwas anderes vorschreiben. Zu Änderungen der Satzung, die lediglich die Fassung betreffen, ist der Aufsichtsrat nach § 16 der Satzung ermächtigt.

(7) Befugnisse des Vorstands, Aktien auszugeben und zurückzukaufen

Zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien bedarf die Gesellschaft gem. § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG, soweit nicht gesetzlich ausdrücklich zugelassen, einer besonderen Ermächtigung durch die Hauptversammlung. Der Vorstand der CENIT AG versichert, dass im zusammengefassten (Konzern-)Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns bzw. der Kapitalgesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, und dass die wesentlichen Chancen und Risiken beschrieben sind.

(8) Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen und hieraus folgende Wirkungen

Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, bestehen nicht.

(9) Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern

Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit Vorstandsmitgliedern oder Arbeitnehmern getroffen sind, bestehen nicht.

Stuttgart, am 31. März 2023

CENIT Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Peter Schneck
Sprecher des Vorstands

Axelle Mazè
Mitglied des Vorstands

CENIT Aktiengesellschaft, Stuttgart
BILANZ 31.12.2022 31.12.2021
AKTIVA
EUR EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögenswerte
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und 325.666,43 552.817,44
ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
II.# CENIT Aktiengesellschaft, Stuttgart

BILANZ

31.12.2022

31.12.2021

PASSIVA EUR EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 8.367.758,00 8.367.758,00
II. Kapitalrücklage 1.058.017,90 1.058.017,90
III. Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Gewinnrücklage 418.387,90 418.387,90
2. Andere Gewinnrücklagen 13.870.955,48 13.870.955,48
IV. Bilanzgewinn 8.915.353,54 9.877.738,22
32.630.472,82 33.592.857,50
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Steuerrückstellungen 345.967,00 234.066,00
2. Sonstige Rückstellungen 5.173.983,65 7.433.363,65
5.519.950,65 7.667.429,65
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 21.350.000,00
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 382.040,53 763.985,90
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 5.194.931,95 2.226.412,50
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 662.171,10 716.832,35
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 26.092,51 27.534,11
6. Sonstige Verbindlichkeiten 3.162.741,26 1.575.971,96
davon im Rahmen der soz. Sicherheit: 10.687,25 EUR (Vj. 0,00 EUR)
davon aus Steuern: 631.923,68 EUR (Vj. 1.519.826,19 EUR)
30.777.977,35 5.310.736,82
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 6.459.580,43 5.859.758,11
75.387.981,25 52.430.782,08

CENIT Aktiengesellschaft, Stuttgart

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

2022

2021

EUR EUR
1. Umsatzerlöse 95.094.909,34 92.928.877,91
2. Verminderung des Bestands an unfertigen Leistungen (im Vj. Erhöhung) -113.102,91 -130.556,16
3. Sonstige betriebliche Erträge 879.850,96 1.338.162,71
davon Erträge aus der Währungsumrechnung: 95.486,85 EUR (Vj. 190.947,61 EUR)
Gesamtleistung 95.861.657,39 94.136.484,46
4. Materialaufwand
a. Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 36.200.870,59 34.799.779,08
b. Aufwendungen für bezogene Leistungen 6.040.600,48 5.017.502,79
42.241.471,07 39.817.281,87
5. Personalaufwand
a. Gehälter 32.299.079,78 33.639.885,17
b. Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 5.578.333,89 5.763.289,29
37.877.413,67 39.403.174,46
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 721.278,12 1.074.318,80
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 11.818.643,72 10.012.940,09
davon aus Währungsumrechnung: 152.980,79 EUR (Vj. 124.998,08 EUR)
Operatives Ergebnis 3.202.850,81 3.828.769,24
8. Erträge aus Beteiligungen 3.375.552,20 276.254,02
davon aus verb. Unternehmen: 3.375.552,20 EUR (Vj. 276.254,02 EUR)
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 50.967,86 84.091,12
davon aus verbundenen Unternehmen: 50.812,86 EUR (Vj. 84.091,12 EUR)
10. Abschreibungen auf Finanzanlagen 0,00 344.664,52
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 247.678,21 14.558,52
davon aus der Aufzinsung: 7.152,00 EUR (Vj. 8.044,00 EUR)
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.021.616,11 1.027.308,95
13. Ergebnis nach Steuern 5.360.076,55 2.802.582,39
14. Sonstige Steuern 46.642,73 50.524,85
15. Jahresüberschuss 5.313.433,82 2.752.057,54

CENIT Aktiengesellschaft, Stuttgart

Anhang für 2022

A Allgemeine Hinweise

Die CENIT AG hat ihren Sitz in Stuttgart und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart (HRB 19117). Es handelt sich um eine große börsennotierte Kapitalgesellschaft im Sinne des §267 Abs. 3 HGB in Verbindung mit § 264d HGB. Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Die Standards des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committees e.V., Berlin, (DRSC) wurden beachtet, soweit sie für den Jahresabschluss der Gesellschaft einschlägig sind. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Zur besseren Darstellung werden die in der Bilanz sowie in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzugebenden Davon-Vermerke teilweise in den Anhang aufgenommen.

B Rechnungslegungsgrundsätze

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Vorjahres maßgebend. Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige lineare Abschreibungen vermindert. Hierbei erfolgt eine Orientierung an den vom Bundesministerium der Finanzen veröffentlichten AfA-Tabellen. Die Nutzungsdauer beträgt zwischen drei und zehn Jahre. Die Abschreibung auf Zugänge erfolgt zeitanteilig. Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen erfolgen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer und werden nach der linearen Methode vorgenommen. Hierbei erfolgt eine Orientierung an den vom Bundesministerium der Finanzen veröffentlichten AfA-Tabellen. Die Nutzungsdauer auf Sachanlagen beträgt zwischen drei und zehn Jahre. Die Abschreibung auf Zugänge erfolgt zeitanteilig. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von 150 EUR wurden im Jahr des Zugangs als Aufwand erfasst. Anlagegegenstände bis zu einem Netto-Einzelwert von 800 EUR werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert werden nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Unfertige Leistungen sind zu Herstellungskosten bzw., sofern es sich um Fremdleistungen handelt, zu Anschaffungskosten bewertet. Die eigenen Leistungen umfassen neben Personaleinzelkosten angemessene anteilige Gemeinkosten für Personal, Abschreibungen und Mieten sowie die allgemeinen Verwaltungskosten. Ist am Abschlussstichtag ein geringerer Marktpreis festzustellen, so werden die unfertigen Leistungen mit diesem angesetzt. Die Bewertung von Waren und geleisteten Anzahlungen erfolgt zu Anschaffungskosten. Soweit erforderlich werden Abschläge auf den niedrigeren realisierbaren Nettoveräußerungswert vorgenommen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten angesetzt. Alle erkennbaren Einzelrisiken werden durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Für das allgemeine Kreditrisiko ist eine Pauschalwertberichtigung für Forderungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr mit 1% (Vj. 1%) gebildet. Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden jeweils zum Nennwert angesetzt. Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Auf der Passivseite sind als Rechnungsabgrenzungsposten Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Die Eigenkapitalpositionen sind mit dem Nennwert angesetzt. Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Erwartete künftige Preis- und Kostensteigerungen fließen in die Rückstellungsbewertung ein. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden, von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten, durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Der Ausweis des Abzinsungsaufwandes erfolgt im Finanzergebnis, dagegen werden Effekte aus der Änderung des Zinssatzes oder aus der Veränderung der Laufzeit im operativen Ergebnis dargestellt. Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften (sog. Verlustrückstellung) werden für künftige, noch nicht realisierte Verluste gebildet. Ein Verlust aus einem schwebenden Geschäft droht, wenn sich Erträge und Aufwendungen aus demselben noch nicht abgewickelten Geschäft nicht ausgleichen, sondern per Saldo ein Verpflichtungsüberschuss besteht. Im Geschäftsjahr wurde hierfür eine Rückstellung in Höhe von 4 TEUR (Vj. 0 TEUR) gebildet. Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert. Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit dem unternehmensindividuellen Steuersatz im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Die Aktivierung latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet.Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

CENIT erzielt Umsatzerlöse aus der Lizenzierung von (Standard-)Software (Eigen- und Fremdsoftware), der Softwarepflege (für Eigen- und Fremdsoftware), der Erbringung von IT- Dienstleistungen sowie der Erbringung von Beratungsleistungen für die Planung, Implementierung und Optimierung von Geschäfts- und IT-Prozessen. Außerdem werden Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Waren erzielt.

Bei CENIT werden die unterschiedlichen Produkte nach den folgenden Vertragstypen kategorisiert:

  • Lizenzerträge – diese umfassen die Umsatzerlöse aus Software- und Softwarepflege
  • Festpreisprojekte
  • Verkauf von Waren und Dienstleistungen – dies umfasst Umsatzerlöse aus Dienstleistungs- und Beratungsprojekten, die auch Hardwareverkäufe umfassen
  • Waren

Softwarelizenzen

Lizenzerlöse aus der Einräumung zeitlich begrenzter Lizenzen, soweit die Software ein Recht auf Nutzung des geistigen Eigentums mit Stand zum Zeitpunkt der Lizenzerteilung gewährt, und Erlöse aus dem Verkauf zeitlich unbegrenzter Lizenzen werden dann erfasst, wenn die Software dem Kunden zur Verfügung gestellt wurde (zeitpunktbezogene Umsatzrealisierung).

Erlöse aus Softwaremiete werden ratierlich über die Laufzeit der Leistungserbringung realisiert. In der Regel werden Erlöse für Softwaremiete jährlich oder quartalsweise im Voraus abgerechnet. Die im Voraus erhaltenen Zahlungen für zukünftige Leistungserbringung werden als passiver Rechnungsabgrenzungsposten erfasst.

Softwarepflege

Hierunter fallen Umsatzerlöse aus Verträgen, die dem Kunden Zugang zu Softwareaktualisierungen gewähren. Diese Aktualisierungen betreffen im Wesentlichen die Fehlerbehebung, Leistungsverbesserungen der vorhandenen Funktionen der Software oder Anpassungen an geänderte Rahmenbedingungen.

Erlöse aus Softwarepflege werden ratierlich über die Laufzeit der Leistungserbringung realisiert. In der Regel werden Erlöse für Softwarepflege jährlich oder quartalsweise im Voraus abgerechnet. Die im Voraus erhaltenen Zahlungen für zukünftige Leistungserbringung werden als passiver Rechnungsabgrenzungsposten erfasst.

Dienstleistungen (Beratung & Service)

Umsätze aus Dienstleistungen, die auf Stundenbasis vergütet werden, umfassen Beratungsleistungen, Schulungen, Applikations- und Anwenderbetreuung. Für diese Dienstleistungen erfolgt die Erlösrealisierung in der Regel monatlich nach erbrachten Stunden.

Liegen Mehrkomponentenverträge vor, die den Verkauf von Softwarelizenzen und Dienstleistungen umfassen, werden diese daraufhin untersucht, ob eine oder mehrere Leistungsverpflichtungen vorliegen. Die Allokation des Transaktionspreises erfolgt in den Fällen, in denen mehrere Leistungsverpflichtungen identifiziert werden, gemäß den relativen Einzelveräußerungspreisen. CENIT orientiert sich bei der Ableitung an eigenen Einzelveräußerungspreisen, beziehungsweise soweit diese nicht vorliegen, an relativen Einzelveräußerungspreise vergleichbarer Branchen- Transaktionen.

Die Umsatzrealisierung für die einzelnen Leistungsverpflichtungen kann zeitpunkt- oder zeitraumbezogen erfolgen, je nachdem, wann der Kunde über die Leistung verfügen kann.

Festpreisprojekte/Werkverträge

Erträge aus Verträgen, bei denen ein Festpreis vereinbart wurde (in der Regel Werkverträge im Zusammenhang mit Programmierung oder Implementierung von Software) und die Werksvertragscharakter haben, werden vereinnahmt, wenn die Abnahme und damit der Gefahrenübergang an den Kunden erfolgt ist.

Waren

Die Umsatzerlöse aus Waren betreffen im Wesentlichen den Verkauf von Endgeräten. Verkäufe von Waren werden erfasst, wenn die Leistungsverpflichtung durch Auslieferung an den Käufer erbracht wird.

C Erläuterungen zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

I. Bilanz

1. Anlagevermögen

Die gesondert dargestellte Entwicklung der Posten des Anlagevermögens ergibt sich aus dem Anlagenspiegel (siehe Seite 20 und 21).

2. Finanzanlagen

Die Angaben zum Anteilsbesitz stellen sich wie folgt dar:

Nr. Name und Sitz Währung Eigenkapital TEUR Beteiligung in % Gez. Kapital TEUR Ergebnis TEUR
1 CENIT (Schweiz) AG CHF 100,0 313 1.354 -89
Effretikon/Schweiz
2 CENIT North America Inc. USD 100,0 28 1.682 112
Auburn Hills/USA
3 CENIT SRL RON 100,0 105 704 459
Iasi/Rumänien
4 CENIT France SARL EUR 100,0 10 372 41
Toulouse/Frankreich
5 CENIT Japan K.K. YEN 100,0 470 47 -52
Tokyo/Japan
6 KEONYS SAS EUR 100,0 155 2.307 923
Suresnes/Frankreich
6a KEONYS Belgique SPRL EUR 100,0 19 1.731 156
Waterloo/Belgien
6b KEONYS NL BV EUR 100,0 18 557 148
Houten/Niederlande
7 CENIT Software Technology CNY 100,0 662 157 -210
(Suzhou) Co., Ltd.
Suzhou/China
8 CORISTO GmbH EUR 100,0 25 2.043 475
Mannheim/Deutschland
9 CenProCS AIRliance GmbH EUR 33,3 150 169 -1
Stuttgart/Deutschland
10 ISR Information Products AG EUR 74,9 170 3.329 1.817
Braunschweig/Deutschland

Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen beinhalten ein Darlehen in Höhe von 429 TEUR (Vj. 0 TEUR) an die CENIT SRL. Das Darlehen hat eine Laufzeit von drei Jahren. Die Ausleihungen des Vorjahres in Höhe von 1.000 TEUR an die KEONYS SAS und in Höhe von 330 TEUR an die KEONYS B.V wurden im Geschäftsjahr vollständig zurückbezahlt.

3. Vorräte

Die Vorräte in Höhe von 349 TEUR (Vj. 408 TEUR) resultieren im Wesentlichen aus den unfertigen Erzeugnissen und Leistungen in Höhe von 279 TEUR (Vj. 392 TEUR). Darüber hinaus bestanden zum Abschlussstichtag geleistete Anzahlungen in Höhe von 70 TEUR (Vj. 16 TEUR).

4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben alle eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 1.471 TEUR (Vj. 1.442 TEUR) sowie die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, in Höhe von 3.858 TEUR (Vj. 2.849 TEUR) resultieren aus Lieferungen und Leistungen und haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Das im Vorjahr noch ausgewiesene Darlehen gegen die CENIT France SARL in Höhe von 200 TEUR wurde im Geschäftsjahr vollständig zurückbezahlt.

Die sonstigen Vermögensgegenstände bestehen im Wesentlichen aus Steuererstattungsansprüchen im Rahmen der Forschungszulage in Höhe von 65 TEUR (Vj. 720 TEUR), aus Erstattungsansprüche auf Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag für das Geschäftsjahr 2022 in Höhe von 322 TEUR (Vj. 0 TEUR), aus Rückzahlungsansprüchen in Höhe von 72 TEUR (Vj. 0 TEUR), aus Forderungen gegenüber Personal in Höhe von 7 TEUR (Vj. 5 TEUR) und aus Kautionsforderungen in Höhe von 29 TEUR (Vj. 25 TEUR). Daneben wird unter den sonstigen Vermögensgegenständen ein Optionsrecht in Höhe von 3.188 TEUR ausgewiesen. Dieses Optionsrecht spiegelt den Wert des Andienungsrechtes auf die restliche 25,1% der Anteile an der ISR Information Products AG wider. Der Ausübungszeitraum dieser Option liegt zwischen dem 01. Oktober 2029 und 30. September 2032.

Die sonstigen Vermögensgegenstände haben mit Ausnahme des Optionsrechts analog dem Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

5. Rechnungsabgrenzungsposten in TEUR

31.12.2022 31.12.2021
Abgegrenzte Nutzungsrechte 5.130 2.291
Lizenzen und Softwarewartung
Andere abgegrenzte Aufwendungen 939 868
Gesamt 6.069 3.160

Es handelt sich im Wesentlichen um Abgrenzungen von Lizenz- und Wartungsentgelten, sowie für Nutzungsrechte und Versicherungen.

6. Latente Steuern

Latente Steuern resultieren im Wesentlichen aus Bilanzierungs- und Bewertungsunterschieden zwischen der Handels- und der Steuerbilanz. Diese Unterschiede betreffen vor allem die sonstigen Rückstellungen. Insgesamt ergibt sich ein Aktivüberhang der latenten Steuern, dessen Aktivierung, in Ausübung des bestehenden Wahlrechts, unterbleibt. Für die Berechnung der latenten Steuern ist ein Steuersatz von 31% (Vj. 31%) zugrunde zu legen.

7. Eigenkapital

Grundkapital

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt seit der Handelsregistereintragung vom 14. August 2006 8.367.758,00 EUR und ist voll eingezahlt. Es ist eingeteilt in 8.367.758 Stückaktien zu je 1,00 EUR. Die Aktien lauten auf den Inhaber und es handelt sich ausschließlich um nennwertlose Stammaktien.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage beträgt im Geschäftsjahr unverändert 1.058 TEUR.

Gesetzliche Rücklage

Die gesetzliche Rücklage ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert mit 418 TEUR dotiert.

Andere Gewinnrücklagen

Die anderen Gewinnrücklagen in Höhe von 13.871 TEUR haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert.

Bilanzgewinn

Der Bilanzgewinn entwickelte sich wie folgt:

in TEUR 2022 2021
Jahresüberschuss 5.313 2.752
Bilanzgewinn Vorjahr 9.877 11.058
Dividende 6.275 3.933
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 3.602 7.126
Bilanzgewinn 8.915 9.877

8. Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen entfallen mit 109 TEUR auf Rückstellungen für Körperschaftsteuer aus Vorjahren und mit 237 TEUR auf Gewerbesteuernachzahlungen für das aktuelle Geschäftsjahr sowie Vorjahre. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Lieferantenrechnungen in Höhe von 683 TEUR (Vj. 1.301 TEUR) und Rückstellungen für Personalaufwendungen in Höhe von 4.132 TEUR (Vj. 5.722 TEUR).

9. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben analog dem Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Die erhaltenen Anzahlungen betreffen Vorauszahlungen auf Kundenbestellungen in Höhe von 382 TEUR (Vj. 764 TEUR) mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen ausschließlich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 662 TEUR (Vj. 717 TEUR). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber verbundenen Unternehmen haben analog dem Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 26 TEUR (Vj.## D Sonstige Angaben

1. Personal

Während des Geschäftsjahres wurden durchschnittlich 387 (Vj. 398) Angestellte und 52 (Vj. 52) Führungskräfte beschäftigt. Darüber hinaus befinden sich zum Stichtag 28 (Vj. 32) Mitarbeiter in Ausbildung bei der CENIT AG.

2. Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse im Sinne des § 251 HGB bestehen nicht.

3. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen im Zusammenhang mit Miet- und Leasingverträgen. Die sich daraus ergebenden finanziellen Verpflichtungen sind in der nachfolgenden Darstellung berücksichtigt:

in TEUR 2022 2021
Miet- und Leasingverpflichtungen
Restlaufzeit bis 1 Jahr 2.294 2.371
Restlaufzeit 1 – 5 Jahre 3.733 5.069
Restlaufzeit über 5 Jahre 0 1.034
Gesamt 6.027 8.474

Im Wesentlichen setzen sich die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus den eingegangenen Mietverhältnissen für angemietete Bürogebäude 4.865 TEUR (Vj. 7.092 TEUR) und Kfz- Leasingverträge von 623 TEUR (Vj. 903 TEUR) zusammen. Es bestehen geschäftsübliche Verlängerungsoptionen und Preisanpassungsklauseln. Die Firmenfahrzeuge und Kommunikationsanlagen wurden über Mietleasingverträge angemietet, um den aktuellen Stand der Technik zu gewährleisten und eine Bindung von Liquidität zu vermeiden. Durch die Anmietung der Büroflächen wird eine Bindung liquider Mittel ebenfalls vermieden. Aus diesen Verträgen resultieren in den zukünftigen Perioden Zahlungsabflüsse, die in der oberen Aufstellung enthalten sind.

4. Organe der Gesellschaft

Zu Vorständen waren im Geschäftsjahr bestellt:

  • Peter Schneck, Stuttgart, Mitglied des Vorstands der CENIT AG seit 18. Oktober 2021 und Sprecher des Vorstands der CENIT AG ab 01. Januar 2022, Aufgabenbereich: Operatives Geschäft, Investor Relations und Marketing.
  • Dr. rer. pol. Dipl.-Kfm. Markus A. Wesel, Hohenschäftlarn, Mitglied des Vorstands der CENIT AG bis 15. Oktober 2022. Aufgabenbereich: Finanzen, Organisation und Personal.
  • Axelle Mazé, Garche/Frankreich, Mitglied des Vorstands der CENIT AG seit 17. Oktober 2022. Aufgabenbereich: Finanzen, Organisation und Personal.

Der Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen:

  • Rainer-Christian Koppitz (CEO), München, Vorsitzender seit 20. Mai 2021
  • Prof. Dr. rer. pol. Isabell M. Welpe (Universitätsprofessorin), München, stellvertretende Vorsitzende seit 20. Mai 2021
  • Dipl.-Ing. Ricardo Malta (Service Manager CENIT Aktiengesellschaft, Stuttgart), München, Vertreter der Arbeitnehmer, seit 18. Mai 2018

Herr Rainer-Christian Koppitz ist Vorstandsvorsitzender der KATEK SE Group, ist Mitglied des Aufsichtsrats der i-pointing Ltd. und Vorsitzender des Aufsichtsrates der NFON AG. Prof. Dr. rer. pol. Isabell M. Welpe ist Mitglied des Aufsichtsrats der Deloitte Deutschland GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und ist Mitglied des Aufsichtsrats der CANCOM SE. Alle weiteren Aufsichtsräte hatten während des Berichtsjahres keine weiteren Aufsichtsratspositionen oder waren in keinen anderen Kontrollgremien tätig.

Angaben zur Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats der CENIT AG sind im Vergütungsbericht individualisiert dargestellt. Das Vergütungssystem des Vorstands der CENIT AG setzt sich aus einem erfolgsunabhängigen und einem erfolgsabhängigen Teil zusammen. Der erfolgsabhängige Teil orientiert sich am operativen Konzernjahresergebnis (EBIT) nach IFRS.

Die Gesamtvergütung des aktiven Vorstands beträgt im Berichtsjahr 788 TEUR (Vj. 912 TEUR). Dabei entfallen auf erfolgsunabhängige Komponenten 497 TEUR (Vj. 653 TEUR) sowie auf erfolgsbezogene Komponenten 291 TEUR (Vj. 259 TEUR). Die Gesamtbezüge an ausgeschiedene Vorstandsmitglieder nach Maßgabe des § 314 Absatz 1 Nr. 6a HGB betragen im Berichtsjahr 812 TEUR (Vj. 297 TEUR) zuzüglich 190 TEUR (Vj. 0 TEUR) aus Gründen der Vertragsbeendigung.

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist laut Satzung eine fixe Vergütung. Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung von 20.000 EUR.Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält den doppelten Betrag, sein Stellvertreter das Eineinhalbfache des Betrags. Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betragen für das Jahr 2022 nach § 14 der Satzung 90 TEUR (Vj. 90 TEUR). Für die Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats sowie für weitere leitende Angestellte bestand weiterhin im Jahr 2022 eine D&O Versicherung. Die Beiträge in Höhe von 99 TEUR (Vj. 99 TEUR) wurden von der Gesellschaft übernommen. Zum Bilanzstichtag hielt der Vorstand 14.000 Aktien (0,17%). Die Mitglieder des Aufsichtsrats hielten 13.100 Aktien.

4. Veränderungen auf Anteilseignerebene

Während des Geschäftsjahres 2011 gingen mehrere Mitteilungen nach § 21 Abs. 1 WpHG von der LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH ein. Die letzte Mitteilung datiert vom 15. November 2011 und lautet wie folgt: Gemäß §21 Abs. 1 WpHG teilen wir Ihnen mit, dass der Stimmrechtsanteil der LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH an der CENIT AG, Industriestraße, 70565 Stuttgart, Deutschland am 11. November 2011 über alle unsere Sondervermögen hinweg die Schwelle von 5% unterschritten hat und an diesem Tag insgesamt, mit einer Aktienzahl von 385.421 Stück, 4,61% beträgt, bezogen auf die Gesamtmenge der Stimmrechte (8.367.758). Davon sind uns 3,67% (307.421 Stück) nach §22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG zuzurechnen. Von folgenden Aktionären, dessen Stimmrechtsanteile an der CENIT AG 3% oder mehr beträgt, werden uns dabei Stimmrechte zugerechnet: Baden-Württembergische Versorgungsanstalt für Ärzte, Zahnärzte und Tierärzte.

Mit Schreiben vom 29. Oktober 2015 teilte uns die MainFirst SICAV, Senningerberg, Luxemburg, mit, dass ihr Stimmrechtsanteil an der CENIT AG, Stuttgart, Deutschland, die Schwelle von 5% überschritten hat:

Die MainFirst SICAV, Senningerberg, Luxemburg hat uns gemäß §21 Abs. 1 WpHG am 29. Oktober 2015 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der CENIT AG, Stuttgart, Deutschland, am 28. Oktober 2015 die Schwelle von 5% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,05% (das entspricht 422.792 Stimmrechten) betragen hat.

Während des Geschäftsjahres 2020 gingen mehrere Mitteilungen nach § 40 Abs. 1 WpHG von der Allianz Global Investors GmbH ein. Die letzte Mitteilung datiert vom 25. November 2020 und lautet wie folgt:

Die Allianz Global Investors GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland hat uns gemäß § 40 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der CENIT AG, Stuttgart, Deutschland am 24. November 2020 die Schwelle von 3% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 2,97% (das entspricht 248.286 Stimmrechten) betragen hat.

Während des Geschäftsjahres 2021 gingen mehrere Mitteilungen nach § 40 Abs. 1 WpHG von der LOYS Investment S.A. ein, wobei die letzte Mitteilung vom 22. Juni 2021 datiert und wie folgt lautet:

Die LOYS Investment S.A., Munsbach, Luxemburg hat uns nach §40 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der CENIT AG, Stuttgart, Deutschland, am 17. Juni 2021 die Schwelle von 3% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 1,10% (das entspricht 92.064 Stimmrechten) betragen hat.

Während des Geschäftsjahres 2021 gingen mehrere Mitteilungen nach § 40 Abs. 1 WpHG von der PRIMEPULSE SE ein. Die letzte Mitteilung ist vom 11. August 2021 und lautet wie folgt:

Die PRIMEPULSE SE, München, Deutschland hat uns gemäß § 40 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der CENIT AG, Stuttgart, Deutschland am 10. August 2021 die Schwelle von 20% überschritten hat und an diesem Tag 25,01% (das entspricht 2.092.950 Stimmrechten) betragen hat.

Während des Geschäftsjahres 2022 gingen mehrere Mitteilungen nach § 40 Abs. 1 WpHG von der Allianz Global Investors GmbH ein. Die letzte Mitteilung datiert vom 25. Mai 2022 und lautet wie folgt:

Die Allianz Global Investors GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland hat uns gemäß § 40 Abs. 1 WpHG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der CENIT AG, Stuttgart, Deutschland am 24. Mai 2022 die Schwelle von 3% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 2,87% (das entspricht 240.000 Stimmrechten) betragen hat.

Mit Schreiben vom 05. August 2022 teilte uns die Otus Capital Management Ltd., London, Großbritannien gemäß §40 Abs. 1 WpHG mit, dass ihr Stimmrechtsanteil an der CENIT AG, Stuttgart, Deutschland, am 03. August 2022 die Schwelle von 3% überschritten hat und an diesem Tag 3,20% (das entspricht 267.929 Stimmrechten) betragen hat.

E Konzernverhältnisse

Die Gesellschaft erstellt gemäß § 315e Abs. 1 HGB einen Konzernabschluss für den größten und kleinsten Kreis an Unternehmen nach International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Konzernabschluss der CENIT AG wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.

F Nachtragsbericht

Mit Erwerbszeitpunkt zum 31. Januar 2023 wurde die in München ansässige mip Management Informationspartner GmbH neuer Teil der CENIT Gruppe. Der Kaufpreis beinhaltet einen fixen Betrag in Höhe von 3.273 TEUR und eine variable Earn-Out Vereinbarung. Das Software- und Beratungshaus mip GmbH ist ein im Raum D-A-CH tätiger Spezialist auf den Feldern Datenmanagement und -analyse, Softwareentwicklung sowie Betrieb von IT-Infrastruktur und Applikationen. Die 100-prozentige Akquisition des rund 30 Mitarbeiter starken, agilen Datenmanagement-Experten mip mit einem Jahresumsatz von knapp 5 Mio. EUR ist ein konsequenter und geplanter Meilenstein der Wachstumsstrategie der CENIT.

Mit Vertragsunterschrift am 29. März 2023 hat die CENIT AG 100% der Anteile an der Tochtergesellschaft CENIT Japan K.K. verkauft. Die japanische Tochtergesellschaft der CENIT wird dann ab dem 01. Juni 2023 Teil der Argo Graphics Inc. (Tokio), welche künftig als Master Reseller für die CENIT Software FASTUITE E2 fungiert und damit die Präsenz der CENIT auf dem japanischen Robotikmarkt stärkt. Der Kaufpreis wird auf den Übernahmestichtag berechnet und basiert auf einem Unternehmenswert von 1.000 TEUR.

G Erklärung gemäß § 161 AktG zum Corporate Governance Kodex

Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft haben für 2022 die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung abgegeben und auf der Homepage der Gesellschaft (http://www.cenit.com/de_DE/investoren/corporate-governance.html) zugänglich gemacht.

Stuttgart, 31. März 2023

CENIT Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Peter Schneck
Sprecher des Vorstands

Axelle Mazé
Mitglied des Vorstands

CENIT Aktiengesellschaft, Stuttgart

ENTWICKLUNG DES ANLAGEVERMÖGENS

Anschaffungs- und Herstellungskosten
in EUR

Stand am 01.01.2022 Zugänge Zu-/ Abgänge Umbuchung Verschmelzung Abgänge Stand am 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.665.950,05 52.967,97 0,00 0,00 1.797.990,46 2.910.927,56
Gesamt 4.665.950,05 52.967,97 0,00 0,00 1.797.990,46 2.910.927,56
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.687.909,77 8.713,00 0,00 0,00 0,00 1.696.622,77
2. Technische Anlagen 4.990.004,55 243.224,60 0,00 0,00 3.690,78 5.229.538,37
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 302.454,77 104.927,58 0,00 0,00 52.031,67 355.350,68
Gesamt 6.980.369,09 356.865,18 0,00 0,00 55.722,45 7.281.511,82
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 9.747.983,06 29.899.169,37 0,00 0,00 0,00 39.647.152,43
2. Beteiligungen 2.802.757,89 0,00 0,00 0,00 0,00 2.802.757,89
3. Anzahlungen auf Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
4. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.330.000,00 600.000,00 0,00 0,00 1.501.000,00 429.000,00
Gesamt 13.880.740,95 30.499.169,37 0,00 0,00 1.501.000,00 42.878.910,32
7 Anlagevermögen Gesamt 30.909.002,5 25.517.060,09 0,00 0,00 3.354.712,91 53.071.349,70

2 Kumulierte Abschreibungen

Stand am 01.01.2022 Zugänge Abgänge Stand am 31.12.2022 Stand am 31.12.2021 Zugänge Abgänge
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.103.132,61 279.965,98 1.797.837,46 2.595.261,25 325.666,43 552.817,44
Gesamt 4.103.132,61 279.965,98 1.797.837,46 2.595.261,25 325.666,43 552.817,44
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.287.052,15 23.611,40 0,00 1.310.663,55 385.959,22 400.857,62
2. Technische Anlagen 4.548.369,80 357.445,95 2.002,00 4.903.813,75 325.724,62 441.634,75
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 278.131,76 60.254,79 52.026,06 286.360,49 68.990,19 24.323,01
Gesamt 6.113.553,71 441.312,14 54.028,06 6.500.837,79 780.674,03 866.815,38
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 642.335,68 0,00 0,00 642.335,68 0,00 0,00
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00 2.802.757,89 0,00
3. Anzahlungen auf Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
4. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 1.330.000,00 642.335,68
Gesamt 642.335,68 0,00 0,00 642.335,68 4.132.757,89 642.335,68
Gesamt 42.236.574,64 13.238.405,27 1.851.865,52 9.728.434,60 43.342.915,10 14.658.038,09