Annual Report (ESEF) • Feb 1, 2024
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Download Source FileBRAIN Biotech AG 391200JKPVHLD6JLZ107 2023-09-30 391200JKPVHLD6JLZ107 2022-09-30 391200JKPVHLD6JLZ107 2021-10-01 2022-09-30 391200JKPVHLD6JLZ107 2022-09-30 391200JKPVHLD6JLZ107 2021-09-30 391200JKPVHLD6JLZ107 2021-09-30 ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2021-09-30 ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2021-09-30 ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2021-09-30 ifrs-full:OtherReservesMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2021-09-30 ifrs-full:IssuedCapitalMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2021-09-30 ifrs-full:RetainedEarningsMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2021-10-01 2022-09-30 ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2021-10-01 2022-09-30 ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2022-10-01 2023-09-30 ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2022-10-01 2023-09-30 ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2021-10-01 2022-09-30 ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2022-10-01 2023-09-30 ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2022-10-01 2023-09-30 ifrs-full:RetainedEarningsMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2021-10-01 2022-09-30 ifrs-full:IssuedCapitalMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2021-10-01 2022-09-30 ifrs-full:RetainedEarningsMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2022-10-01 2023-09-30 ifrs-full:IssuedCapitalMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2022-10-01 2023-09-30 ifrs-full:OtherReservesMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2021-10-01 2022-09-30 ifrs-full:OtherReservesMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2022-09-30 ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2022-09-30 ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2023-09-30 ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2023-09-30 ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2022-09-30 ifrs-full:AdditionalPaidinCapitalMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2023-09-30 ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2023-09-30 ifrs-full:RetainedEarningsMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2022-09-30 ifrs-full:IssuedCapitalMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2022-09-30 ifrs-full:RetainedEarningsMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2023-09-30 ifrs-full:IssuedCapitalMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2023-09-30 ifrs-full:OtherReservesMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2022-09-30 ifrs-full:OtherReservesMember 391200JKPVHLD6JLZ107 2022-10-01 2023-09-30 iso4217:EUR iso4217:EUR xbrli:shares xbrli:pure iso4217:EUR xbrli:shares Anlage 6 Seite 1 Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022/23 der BRAIN Biotech AG, Zwingenberg I. Grundlagen des Konzerns 1. Geschäftsmodell des Konzerns Die BRAIN Biotech AG ist ein europäischer Anbieter von biobasierten Produkten und Lösungen wie Enzymen und Proteinen, mikrobiellen Produktionsstämmen, Naturstoffen sowie biotechnolo- gischen Lösungen für nachhaltigere industrielle Prozesse. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Bereiche Ernährung, Gesundheit und Umwelt. Der Konzern gliedert seine Geschäftstätigkeit in drei operative Segmente plus Holding: Das Seg- ment BioProducts umfasst das Produktgeschäft mit spezialisierten Enzymen sowie sonstigen Proteinen, für deren Herstellung der Konzern Fermentationsanlagen im Vereinigten Königreich sowie Produktionsanlagen in Kontinentaleuropa und in den USA betreibt. Im Segment BioScience werden forschungsintensive kundenspezifische Lösungen auf Basis von Enzymtechnologie, Stammentwicklung, Bioprozessentwicklung und Naturstoffscreening angeboten. Im Segment Bi- oIncubator führt das Unternehmen eigene oder mit Partnern initiierte F&E-Projekte mit hohem Wertschöpfungspotenzial durch. Durch eigene F&E-Aktivitäten erweitert die Unternehmensgruppe kontinuierlich ihr Produktport- folio im Bereich der Spezialenzyme und Small Molecules. Letztere sind Ausgangspunkt für Scree- nings, z.B. nach neuartigen Wirkstoffkandidaten für pharmazeutische Anwendungen. Spezielles Produktions- sowie Anwendungs-Know-how und Marktzugänge bieten unsere Tochtergesell- schaften für Enzymprodukte, Mikroorganismen und bioaktive Naturstoffe: WeissBioTech GmbH, Ascheberg, Biocatalysts Ltd., Cardiff, UK, Biosun Biochemicals Inc., Tampa, Florida, USA sowie die Weriol Group BV, Nieuwkuijk, Niederlande (nachfolgend als Breatec-Gruppe bezeichnet). Darüber hinaus soll im Rahmen der Ausgründung SolasCure Ltd. mit Sitz in Cambridge, UK, ein Wirkstoff zur enzymatischen Wundreinigung zur Vermarktung zugelassen werden. Ziele sind im Sinne einer „Bioökonomie“ die Ablösung chemisch-industrieller Prozesse durch neu- artige, ressourcenschonende biobasierte Verfahren sowie die Etablierung neuer nachhaltiger Prozesse und Produkte. Die BRAIN-Gruppe setzt biotechnologische Verfahren in der Produktion ein. 2. Steuerungssystem Die finanziellen Steuerungsgrößen von BRAIN sind die Umsatzerlöse und das bereinigte E- BITDA1. Nach Einschätzung der Gesellschaft beschreiben die Umsatzerlöse in geeigneter Weise 1 Ergebnis vor Abschreibung, Finanzergebnis und Ertragsteuern Anlage 6 Seite 2 die gesamte wirtschaftliche Leistung des Konzerns in der jeweiligen Berichtsperiode. Das berei- nigte EBITDA erscheint geeigneter als das EBITDA, um das nachhaltige Ergebnis des Konzerns widerzuspiegeln, da Sondereinflüsse herausgerechnet werden. Die Berechnung des bereinigten EBITDA erfolgt durch Eliminierung der Aufwendungen aus anteilsbasierten Vergütungen der BRAIN Biotech AG sowie Akquisitions- und Integrationskosten aus der Erweiterung der BRAIN- Gruppe. Im Vorjahr wurde ebenfalls ein sonstiger Ertrag aus dem Verkauf der L.A. Schmitt GmbH, Ludwigsstadt bereinigt. Als nicht finanzielle Leistungsindikatoren verwendet die Gesellschaft die aus Kooperationsverträ- gen erreichten Meilensteine. Die Anzahl der erreichten Meilensteine ist wichtiger Ausdruck der in den strategischen Industriekooperationen erreichten technologischen Zielsetzungen und damit der technologischen Kompetenz von BRAIN. Die der Planung und Steuerung zugrundeliegenden Steuerungsgrößen werden auf der Basis der International Financial Reporting Standards (IFRS) ermittelt. 3. Forschung und Entwicklung Biotechnologische Forschung und die Entwicklung biotechnologischer Verfahren und Produkte sind die Grundlage der Geschäftsaktivitäten der BRAIN. So hat BRAIN zum Beispiel schon 1999 proprietäre Metagenom-Technologien zur Entwicklung von Produktionsorganismen, Enzympro- dukten und genetischen Bibliotheken angewandt. Heute umfasst das Portfolio von BRAIN diverse patentierte Spezialtechnologien, was sich im Patentportfolio widerspiegelt. Hier ist unter anderem die von BRAIN entwickelten Genom-Engineering-Technologien (G-Dase E und G-Dase M vor- mals BEC/BMC bezeichnet) zu nennen, eine molekularbiologische Technik zur zielgerichteten und präzisen Veränderung von DNA. Hierzu werden Nukleasen (spezielle Enzyme) als "Gen- Schere" eingesetzt. Des Weiteren engagiert sich BRAIN in den Bereichen Wundheilung sowie Green and Urban Mining. Hier erreichte die BRAIN gemeinsam mit ihren Partnern wichtige Meilensteine. Im Bereich Wund- heilung wurde die klinische Erprobungsphase 2a erfolgreich abgeschlossen. Das Projekt ‚Gold from Waste-Streams‘ wird mit einem industriellen Partner fortgesetzt. Der an die Pharvaris ausli- zensierte Wirkstoff zur Behandlung des hereditären Angioödems (HAE) – einer seltenen geneti- schen Erkrankung, zeigt vielversprechende Fortschritte in der klinischen Entwicklung. Das im Eigentum von BRAIN stehende BioArchiv enthält etwa 53.000 umfassend charakterisierte Mikroorganismen, isolierte Naturstoffe, Chassis-Mikroorganismus-Stämme zur Entwicklung von Produktionsorganismen sowie genetische Bibliotheken mit neuen Enzymen und Stoffwechselwe- gen. Die Tochtergesellschaft AnalytiCon Discovery GmbH, Potsdam, verfügt unter anderem über eine Sammlung aus reinen Naturstoffen sowie auf Naturstoff-Bausteinen basierenden semisyn- thetischen Substanzen. Diese im BioArchiv zusammengefassten Sammlungen werden in laufen- den Projekten erweitert und ermöglichen das identifizieren bislang nicht charakterisierter Enzyme und Naturstoffe und einen neuen Zugang zu bis dato nicht kultivierbaren Mikroorganismen. Anlage 6 Seite 3 Im Geschäftsjahr 2022/23 betrugen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung 5,0 Mio. € nach 4,9 Mio. € im Geschäftsjahr 2021/22. Dies entspricht 9% der Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2022/23 nach 10% im vorangegangenen Geschäftsjahr. Die Investitionen für Forschung und Ent- wicklung beinhalten im Geschäftsjahr 2022/23 vorrangig die Aufwendungen für innovative Pro- duktentwicklungen (beispielsweise die Investitionen in die Akribion Genomics AG im Kontext der Entwicklung einer neuen Genom-Editing-Technologie, neue Süßungsmittel oder biologische Me- tallgewinnungsprozesse aus Abfall- und Nebenströmen) an den Standorten Zwingenberg und Potsdam. Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen enthalten Fremdleistungen in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. €). Aktuell sind in der Gruppe 213 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 195) in Forschungs- und Entwicklungsfunktionen tätig. Anlage 6 Seite 4 II. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen In einem insgesamt herausfordernden und volatilen weltwirtschaftlichen Umfeld bei gleichzeitig anhaltenden Risiken für das weltwirtschaftliche Wachstum waren die Rahmenbedingungen für die industrielle Biotechnologie auch im Geschäftsjahr 2022/23 noch positiv. Die biotechnologi- sche Forschung und Entwicklung ist in allen Bereichen der Branche sehr aktiv, es besteht eine „Innovationsrenaissance“ bei neuen Produkten und Technologieplattformen, die strategische Be- deutung des Sektors für das patientenorientierte Gesundheitssystem der Zukunft ist essenziell. Dies trifft auch auf die Lösung grundlegender Herausforderungen für Ernährung, Energie, Umwelt und Klima unter dem übergeordneten Thema Nachhaltigkeit zu und dieses Potenzial ist bei Wei- tem noch nicht ausgeschöpft. 1 Diese Entwicklung hat für die BRAIN eine hohe Relevanz. Während die Umsatzdynamik im Bereich Therapien und Diagnostika absolut betrachtet hoch ist, verzeichnete die industrielle Biotechnologie ebenfalls einen Anstieg.2 Im Fokus der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Branche stehen neben der Substitution von Produkten auf pet- rochemischer Basis auch biologische Lösungen für Zucker- und Salzersatzstoffe sowie für alter- native Proteinquellen. 2. Geschäftsverlauf Im Geschäftsjahr 2022/23 hat die BRAIN eine Reihe wesentlicher Initiativen, Maßnahmen und Entwicklungen umgesetzt: Die Entwicklung der unter dem Markennamen Akribion Genomics gebündelten Genom-Editing- Aktivitäten werden vorrangig auf therapeutische Anwendungen, einschließlich Anwendungen in der Onkologie ausgerichtet. Die Wirkungsweise der für diesen Zweck ausgewählten Nukleasen ermöglicht sowohl die gezielte Anreicherung von Zellen als auch deren Elimination durch selek- tive Zerstörung. Diese neuartige Wirkungsweise der Nuklease G-dase E™ verspricht somit be- deutende Fortschritte für therapeutische Anwendungen, insbesondere im Bereich der Onkologie. Im Geschäftsjahr wurde auf eine Drei-Säulen Berichtsstruktur umgestellt. Dies verschafft den Ak- tionären eine erhöhte Transparenz und Sichtbarkeit der operativen Entwicklung der Gruppe in den Segmenten BioProducts, BioScience und BioIncubator. Das Segment BioScience umfasst die Aktivitäten für maßgeschneiderte Kundenlösungen in der Auftragsforschung. Das Segment BioProducts bündelt alle produktbezogenen Aktivitäten des Konzerns für die anwendungsbezo- gene Fermentation und die Formulierung mit dem Schwerpunkt Lebensmittel und Getränke. Dazu 1 EY Biotech Report 2023 2 Biotechnologie Jahrbuch 2022, Biocom Anlage 6 Seite 5 gehören auch die großtechnischen Fermentationskapazitäten der Tochtergesellschaft Biocata- lysts. Der BioIncubator umfasst die wegweisenden Forschungsprojekte sowie die Produktpipe- line, einschließlich Akribion Genomics, der BRAIN Biotech. Im Mai 2023 wurde darüber hinaus ein wichtiger Schritt für die Umsetzung der One-BioProducts Strategie gelegt. Die beiden letzten Minderheitsbeteiligungen an der Biocatalysts Ltd. wurden erworben. Die Biocatalysts befindet sich nun vollständig im Besitz der BRAIN Biotech AG – Mut- tergesellschaft der BRAIN Biotech Gruppe – und wird den Kern der ehrgeizigen Wachstumsstra- tegie der Unternehmensgruppe zur Bildung eines globalen Multi-Spezialitäten-Enzym-Unterneh- mens bilden. Umsatzseitig wurden im Geschäftsjahr 2022/23 in den strategischen Industriekooperationen vier Meilensteine erreicht (Vorjahr: fünf). Die erreichten Meilensteine betreffen unterschiedliche Ko- operationspartner und liegen aufgrund zeitlicher Verschiebungen leicht hinter der Prognose des Vorjahres. 3. Ertragslage Auszug aus der Gesamtergebnisrechnung in Tsd. € 2022/23 2021/22 Umsatzerlöse 55.335 49.509 Erlöse aus Forschungs- und Entwicklungsförderungen 890 786 Bestandsveränderung 144 932 Sonstige Erträge 771 1.845 Gesamtleistung 57.140 53.072 EBITDA -826 -1.309 Bereinigtes EBITDA 402 -98 EBIT -5.480 -5.648 Finanzergebnis -2.010 -516 Verlust der Periode vor Steuern -7.489 -6.165 Verlust der Periode -8.114 -6.341 Ergebnis je Aktie (in €) -0,38 -0,30 Die Umsatzerlöse der BRAIN-Gruppe sind im Geschäftsjahr 2022/23 auf 55,3 Mio. € gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr (49,5 Mio. €) war dies ein Anstieg von 11,8%. Organisch, also ohne Berücksichtigung der Breatec-Gruppe in den ersten vier Monaten des aktuellen Geschäftsjahrs sowie der L.A. Schmitt im Vorjahr beträgt das Wachstum dynamische 4,6 Mio. € bzw. 9,8%. Das organische Wachstum resultiert im Wesentlichen aus dem expandierenden Enzymgeschäft im Segment BioProducts. Anlage 6 Seite 6 Die regionalen Schwerpunkte der Umsatzerlöse lagen in den USA (ca. 28%, Vorjahr: ca. 28%) und im Inland (ca. 10%, Vorjahr: ca. 16% der Gesamtumsatzerlöse), in den Niederlanden (ca. 19%, Vorjahr: ca. 13%), im Vereinigten Königreich (ca. 9 %, Vorjahr: ca. 7 %) sowie in Frankreich (ca. 5%, Vorjahr: ca. 8%). Die Umsätze im Inland gingen auf 5,7 Mio. € (Vorjahr: 7,9 Mio. €) zurück. Die internationalen Umsätze sind im Vergleich zum Vorjahr auf 49,7 Mio. € angestiegen (Vorjahr: 41,6 Mio. €). Die Erlöse aus Forschungs- und Entwicklungsförderungen stiegen um 0,1 Mio. € leicht von 0,8 Mio. € auf 0,9 Mio. € an. Die Bestandsveränderungen betrugen 0,1 Mio. € und fielen damit deutlich niedriger aus als im Vorjahr (0,9 Mio. €). Im Segment BioScience hat sich die Bestandsveränderung von 0,1 Mio. € im Vorjahr auf 0,3 Mio. € erhöht. Die Bestandsveränderungen im Segment BioProducts dagegen verringerten sich von 0,8 Mio. € im Vorjahr auf -0,2 Mio. € Der Rückgang im Segment BioProducts ist im Wesentlichen auf den hohen Ausgangswert durch Zeitpunkteffekte zum Stichtag des Vor- jahres sowie einen aktiven Bestandsabbau zurückzuführen. Die sonstigen Erträge sanken im Vergleich zum Vorjahr von 1,8 Mio. € auf 0,8 Mio. €. Das Vorjahr war beeinflusst durch einen Ertrag in Höhe von 0,7 Mio. € durch den Verkauf der L.A. Schmitt GmbH. Die aus den oben genannten Entwicklungen resultierende Gesamtleistung lag mit 57,1 Mio. € um 7,7% über dem Vorjahr (53,1 Mio. €). Der Materialaufwand ist infolge der höheren Umsätze von 23,0 Mio. € um 10,3% auf 25,4 Mio. € gestiegen. Die Materialaufwandsquote im Verhältnis zum Umsatz konnte dagegen von 46,4 % auf 45,8% verbessert werden. Die Fremdleistungen in der BRAIN-Gruppe konnten um 26,2% auf 1,0 Mio. € gemindert werden. Die Fremdleistungen wurden im Wesentlichen von Universitäten, Unternehmen mit spezieller Produktionsexpertise und anderen Technologieunternehmen bezo- gen. Der absolute Personalaufwand erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr leicht von 21,7 Mio. € um 1,5% auf 22,0 Mio. €. Ausschlaggebend hierfür waren steigende Löhne und Gehälter. Die Perso- nalaufwandsquote verringerte sich aber von 43,8% auf 39,8%. Innerhalb des Personalaufwands sind die Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen zum Vorjahr gesunken, da ein anteilsba- siertes Vergütungsprogramm bei einer Gesellschaft im Laufe des Geschäftsjahres auslief. Die sonstigen Aufwendungen lagen mit 10,6 Mio. € (Vorjahr: 9,7 Mio. €) über dem Vorjahresni- veau. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf gestiegene Werbe- und Reisekosten sowie Kosten für die Warenabgabe und Logistikdienstleistungen zurückzuführen, die durch das Umsatzwachs- tum bedingt waren. Inflationäre Tendenzen konnten durch konsequentes Kostenmanagement größtenteils ausgeglichen werden. Anlage 6 Seite 7 Durch die oben genannten Effekte hat sich das unbereinigte EBITDA von -1,3 Mio. € auf -0,8 Mio. € verbessert. Das EBITDA war, wie auch im Vorjahr von verschiedenen nicht operativen Effekten beeinflusst, die bereinigt wurden. Hierzu zählen Akquisitions- und Integrationskosten sowie Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungsprogramme. Im Vorjahr wurde zusätzlich ein sonstiger Ertrag aus dem Verkauf der L.A. Schmitt GmbH bereinigt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte das bereinigte EBITDA von -0,1 Mio. € auf 0,4 Mio. € verbessert werden. Die nachfolgende Übersicht zeigt die Überleitung des ausgewiesenen EBITDA zum bereinigten EBITDA: in Tsd. € 2022/23 2021/22 EBITDA, darin enthalten: -826 -1.309 Personalaufwand aus anteilsbasierten Vergütungskom- ponenten -714 -1.384 Sonstiger betrieblicher Aufwand im Zusammenhang mit M&A Transaktionen und der Integration erworbener Un- ternehmen -279 -476 Personalaufwand im Zusammenhang mit M&A Trans- aktionen und der Integration erworbener Unternehmen -234 0 Sonstiger Ertrag aus dem Verkauf der L.A. Schmitt GmbH 0 650 Bereinigtes EBITDA 402 -98 Das EBIT verbesserte sich leicht von -5,6 Mio. € auf -5,5 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr. Das Finanzergebnis verschlechterte sich von -0,5 Mio. € auf -2,0 Mio. € aufgrund von negativen Folgebewertungseffekten aus finanziellen Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Put-Options- rechten sowie gestiegenen Zinsaufwendungen für Darlehen. Darüber hinaus trug ein planmäßig negatives Ergebnis der At-Equity Beteiligung an der SolasCure Ltd. zu einem geringeren Finan- zergebnis bei. Dem gegenüber steht ein Gewinn aus Anteilsverwässerung in Bezug auf die Be- teiligung an der SolasCure Ltd. Das Ergebnis vor Steuern verschlechterte sich in der Folge von -6,2 Mio. € auf -7,5 Mio. €. Unter Berücksichtigung der Steuern verbleibt ein Ergebnis nach Steuern von -8,1 Mio. € (Vorjahr -6,3 Mio. €). Davon entfallen -8,3 Mio. € auf die Aktionäre der BRAIN Biotech AG. Anlage 6 Seite 8 Insgesamt lag die Entwicklung des Umsatzes sowie des bereinigten EBITDA vollständig im Rah- men unserer Prognose (siehe auch im Detail hierzu den Prognosebericht dieses Konzernlagebe- richts). Die Geschäftssegmente haben sich wie folgt entwickelt: In der Segmentierung haben sich gegenüber dem Konzernabschluss zum 30. September 2022 folgende Veränderungen ergeben. Das Segment BioIndustrial blieb in seiner Zusammenset- zung, mit Ausnahme des Verkaufs der L.A. Schmitt GmbH zum 30. September 2022, unverändert bestehen und wurde in „BioProducts“ umbenannt. Aus dem Segment BioScience wurden die Geschäftsbereiche „BioIncubator“ und „BRAIN Biotech Holding“ herausgelöst. Das Segment BioScience beinhaltet fortan die Tätigkeiten von BRAIN Biotech Zwingenberg (ohne die Holding und ohne den Anteil des BioIncubators) sowie von AnalytiCon Discovery. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Anteil der Segmente an den Umsatzerlösen 2022/23 2021/22 BioProducts 77% 76% BioScience 22% 24% BioIncubator 1% 0% BioProducts Segment Das BioProducts Segment umfasst im Wesentlichen das industriell skalierbare Produktgeschäft des Konzerns. in Tsd. € 2022/23 2021/22 Umsatzerlöse 42.492 37.548 Erlöse aus Forschungs- und Entwicklungsförderungen 149 154 Bestandsveränderung -170 824 Sonstige Erträge 320 1.284 Gesamtleistung 42.791 39.811 Materialaufwand -22.761 -20.402 Personalaufwand -8.648 -8.929 Sonstige Aufwendungen -6.203 -5.562 EBITDA 5.178 4.918 Bereinigtes EBITDA 5.485 4.904 Abschreibungen -3.256 -2.987 EBIT 1.922 1.931 Die Umsatzerlöse des BioProducts Segments sind von 37,6 Mio. € auf 42,5 Mio. € angestiegen. Im Wesentlichen ist die Steigerung des Segments um 13,2 % auf die Umsatzerlöse im Bereich Anlage 6 Seite 9 der Enzym-Verkäufe zurückzuführen. Insbesondere die im Vorjahr neu erworbene Breatec- Gruppe zeigt eine dynamische Entwicklung. Die sich ergebende Gesamtleistung des Segments stieg um 7,5% von 39,8 Mio. € im Vorjahr auf 42,8 Mio. € an. Das bereinigte EBITDA des Segments wuchs von 4,9 Mio. € auf 5,5 Mio. € an und unterstrich damit die Bedeutung des profitablen industriell skalierten Segments. Die starke Entwicklung re- sultiert aus den gestiegenen Umsatzerlösen und einer Verbesserung der Aufwandsquoten. BioScience Segment Das BioScience Segment beinhaltet im Wesentlichen das Forschungs- und Entwicklungsgeschäft mit Industriepartnern sowie die eigene Forschung und Entwicklung. in Tsd. € 2022/23 2021/22 Umsatzerlöse 12.306 12.079 Erlöse aus Forschungs- und Entwicklungsförderungen 374 521 Bestandsveränderung 314 108 Sonstige Erträge 460 727 Gesamtleistung 13.454 13.434 Materialaufwand -2.102 -2.357 Personalaufwand -8.626 -8.207 Sonstige Aufwendungen -2.283 -2.357 EBITDA 443 513 Bereinigtes EBITDA 768 907 Abschreibungen -1.397 -1.353 EBIT -954 -840 Im Segment BioScience konnten die Umsatzerlöse von 12,1 Mio. € um 1,9% auf 12,3 Mio. € gesteigert werden. Ursächlich hierfür ist das zunehmende Projektgeschäft. Im Geschäftsjahr wur- den neue Kooperationspartner gewonnen sowie bestehende Beziehungen zu Kooperationspart- nern ausgebaut. Die Erlöse aus Forschungs- und Entwicklungsförderung gingen leicht um 0,1 Mio. € von 0,5 Mio. € auf 0,4 Mio. € zurück. Infolgedessen stieg die Gesamtleistung um 0,1 Mio. € auf 13,4 Mio. € an. Das bereinigte EBITDA des Segments ging von 0,9 Mio. € im Vorjahr auf 0,8 Mio. € zurück. Anlage 6 Seite 10 BioIncubator Segment Das Segment BioIncubator beinhaltet die F&E Pipeline sowie eigene oder mit Partnern initiierte F&E-Projekte mit hohem Wertschöpfungspotenzial. in Tsd. € 2022/23 2021/22 Umsatzerlöse 576 0 Erlöse aus Forschungs- und Entwicklungsförderungen 368 111 Bestandsveränderung 0 0 Sonstige Erträge 0 0 Gesamtleistung 955 111 Materialaufwand -519 -337 Personalaufwand -2.417 -1.968 Sonstige Aufwendungen -753 -386 EBITDA -2.734 -2.580 Bereinigtes EBITDA -2.734 -2.580 Abschreibungen 0 0 EBIT -2.734 -2.580 Das Segment BioIncubator erzielte im Berichtszeitraum einen Umsatz in Höhe von 0,6 Mio. €. Diese Umsatzerlöse wurden hauptsächlich durch Lizenzerträge im Bereich Genom-Editing gene- riert. Die Erträge aus Forschungs-und Entwicklungsförderung konnten deutlich von 0,1 Mio. € auf 0,4 Mio. € gesteigert werden. Das bereinigte EBITDA des Segments ist im Wesentlichen geprägt durch Investitionen im Bereich Genom-Editing unter dem Markennamen Akribion Genomics; es beträgt im Geschäftsjahr -2,7 Mio. € und liegt unter dem bereinigten EBITDA des Vorjahres in Höhe von -2,6 Mio. €. Segment BRAIN Biotech Holding Das Segment BRAIN Biotech Holding beinhaltet schwerpunktmäßig Personalaufwendungen und sonstige Aufwendungen für die Konzernadministration, Weiterentwicklung der BRAIN Biotech Gruppe, Börsennotierung und M&A-Aktivitäten. Das bereinigte EBITDA des Segments betrug - 3,2 Mio. € und liegt damit konstant auf Vorjahresniveau. Inflationäre Tendenzen konnten durch konsequentes Kostenmanagement ausgeglichen werden Anlage 6 Seite 11 4. Vermögens- und Finanzlage in Tsd. € 30.09.2023 30.09.2022 Langfristige Vermögenswerte Immaterielle Vermögenswerte 15.215 16.764 Sachanlagen 28.720 28.737 Sonstige langfristige Vermögenswerte 1.526 2.106 45.462 47.608 Kurzfristige Vermögenswerte Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 19.946 21.507 Sonstige finanzielle Vermögenswerte 178 435 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5.352 8.443 25.476 30.384 AKTIVA 70.937 77.992 Eigenkapital 23.013 34.248 Langfristige Schulden Langfristige Finanzverbindlichkeiten 24.265 15.435 Sonstige langfristige Schulden 6.180 6.920 30.445 22.356 Kurzfristige Schulden Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 4.741 8.437 Sonstige kurzfristige Schulden 12.738 12.951 17.479 21.388 PASSIVA 70.937 77.992 Die Veränderungen der Vermögenslage und der Kapitalstruktur im Geschäftsjahr 2022/23 sind im Wesentlichen auf operative Effekte sowie das negative Jahresergebnis zurückzuführen. Die langfristigen Vermögenswerte verringerten sich gegenüber dem Vorjahr von 47,6 Mio. € auf 45,5 Mio. €. Ursächlich hierfür sind planmäßige Abschreibungen von immateriellen Vermögens- werten und Sachanlagen sowie ein Rückgang der nach Equity Methode bilanzierten Finanzanla- gen. Die kurzfristigen Vermögenswerte reduzierten sich von 30,4 Mio. € auf 25,5 Mio. €. Hierzu führte insbesondere der Rückgang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der hauptsächlich auf den Kauf der Minderheitsanteile der Biocatalysts Ltd. zurückzuführen ist. Demgegenüber steht ein Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 8,0 Mio. € auf 9,4 Mio. €. Grund hierfür sind gestiegene Umsatzerlöse. Anlage 6 Seite 12 Das Eigenkapital verringerte sich von 34,2 Mio. € auf 23,0 Mio. €. Maßgeblich hierfür sind das negative Jahresergebnis sowie der Effekt in den Gewinnrücklagen durch den Kauf der beiden restlichen Minderheitenanteile an der Biocatalysts Ltd. Im Berichtszeitraum wurden auf Ebene des Konzerns keine Kapitalmaßnahmen durchgeführt. Am Abschlussstichtag 30. September 2023 bestanden ein genehmigtes Kapital in Höhe von 4.369.499 € und ein bedingtes Kapital in Höhe von 2.184.749 € (bedingtes Kapital zur Erfüllung von Options- bzw. Wandlungsrechten bei der Begebung von Options- und/oder Wandelschuld- verschreibungen) bzw. von 2.184.748 € (bedingtes Kapital zur Erfüllung von Optionsrechten aus der Ausgabe von Aktienoptionen). Die langfristigen Schulden erhöhten sich von 22,4 Mio. € im Vorjahr auf 30,4 Mio. € im aktuellen Jahr. Dies ist im Wesentlichen auf gestiegene Finanzverbindlichkeiten zurückzuführen. Im Ge- schäftsjahr wurden 4,0 Mio. € eines Darlehensrahmens in Anspruch genommen, sowie weitere Darlehen bei Kreditinstituten aufgenommen, um die strategische Weiterentwicklung des Seg- ments BioProducts weiter voran zu treiben. Die kurzfristigen Schulden konnten von 21,4 Mio. € auf 17,5 Mio. € gesenkt werden. Ausschlage- gebend hierfür waren planmäßige Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten sowie niedrigere Ver- bindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Das Finanzmanagement von BRAIN beinhaltet im Wesentlichen die Sicherstellung der entspre- chend notwendigen Liquidität, um die Unternehmensziele zu erreichen und jederzeit die Zah- lungsverpflichtungen erfüllen zu können. Dabei werden unterschiedliche Finanzierungsinstru- mente, wie zum Beispiel Darlehen oder Leasing, in Anspruch genommen. Die Finanzverbindlichkeiten denominieren zum überwiegenden Teil in Euro und Britischem Pfund. Bei den verzinslichen Finanzverbindlichkeiten handelt es sich neben stillen Beteiligungen im Wesentlichen um Darlehen von Finanzinstituten mit einer festen Verzinsung mit einem Nomi- nalzinssatz zwischen 1,15% und 8,12% sowie Verbindlichkeiten für den potenziellen Erwerb von Unternehmensanteilen aus der Ausübung von Put-Optionen. Die verzinslichen Darlehen haben in Höhe von 6,3 Mio. € eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und in Höhe von 6,0 Mio. € von über einem Jahr. Die Eigenkapitalquote beträgt zum Stichtag 32,4% und lag damit unter dem Vorjahr (43,9%). Die Fremdkapitalquote erhöhte sich im Rahmen der oben genannten Parameter von 56,1% im Vor- jahr auf 67,6% zum 30. September 2023. Die Bilanzsumme verringerte sich von 78,0 Mio. € zum 30. September 2022 auf 70,9 Mio. € zum 30. September 2023. Anlage 6 Seite 13 Investitionen Schwerpunkte der Investitionen lagen im aktuellen Geschäftsjahr auf dem Erwerb der Minderhei- tenanteile an der Biocatalysts Ltd. um den strategischen Umbau und die Weiterentwicklung des Segment BioProducts weiter voranzutreiben, sowie in der Investition in die Entwicklungspipeline der BRAIN. Ein weiterer Schwerpunkt der Investitionen lag darüber hinaus im Bereich der Sach- anlagen mit 2,0 Mio. €, was im Wesentlichen auf die Erweiterung der Produktionskapazität bei Biocatalysts zurückzuführen ist. Liquidität Auszug aus der Kapitalflussrechnung in Tsd. € 2022/23 2021/22 Brutto Cashflow -4.356 -5.120 Cashflow aus operativer Tätigkeit -4.218 -1.485 Cashflow aus der Investitionstätigkeit 562 -12.686 Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 459 -1.966 Zahlungswirksame Veränderung Finanzmittelbestand -3.196 -16.137 Der Brutto Cashflow der BRAIN-Gruppe belief sich im Geschäftsjahr 2022/2023 auf -4,4 Mio. € im Vergleich zu -5,1 Mio. € im Vorjahr. Der Cashflow aus operativer Tätigkeit verschlechterte sich im Geschäftsjahr von -1,5 Mio. € auf -4,2 Mio. €. Ursächlich hierfür waren das negative Gesamtergebnis sowie ein höherer Mittelab- fluss aus den Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sons- tigen Verbindlichkeiten. Demgegenüber stehen im Vergleich zum Vorjahr höhere Mittelzuflüsse aus abgegrenzten Erträgen. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beträgt im aktuellen Geschäftsjahr 0,6 Mio. € gegen- über -12,7 Mio. € im Vorjahr. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit ist positiv geprägt durch die Einzahlung des Kaufpreises aus dem Verkauf der L.A. Schmitt GmbH. Demgegenüber stehen Investitionen in Sachanlagen. Diese sind niedriger als im Vorjahreszeitraum ausgefallen. Ebenso war das Vorjahr maßgeblich durch die Akquisition der Breatec-Gruppe geprägt. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beläuft sich auf 0,5 Mio. € und reflektiert zum einen die Einzahlung aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten (13,0 Mio. €) und zum anderen die Auszahlungen für den Erwerb der Minderheitenanteile an der Biocatalysts Ltd. (9,6 Mio. €) sowie die planmäßige Tilgung von Finanzverbindlichkeiten (3,0 Mio. €). Aus der Summierung der einzelnen Cashflows ergibt sich insgesamt eine Verminderung des Zah- lungsmittelbestands in Höhe von 3,2 Mio. € gegenüber 16,1 Mio. € im Vorjahr. Anlage 6 Seite 14 Den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zum Bilanzstichtag 30. September 2023 in Höhe von 5,4 Mio. € standen kurzfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 4,7 Mio. € und langfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 24,3 Mio. € gegenüber. Des Weiteren bestehen nicht genutzte Kreditlinien in einem Umfang von 3,0 Mio. € die der Gesellschaft die Flexibilität geben die oben genannten Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Beschränkungen, welche die Verfügbarkeit von flüssigen Mitteln und/oder Kapital beeinträchtigen können, liegen nach Einschätzung des Vorstands nicht vor. 5. Mitarbeitende Die Anzahl der Mitarbeitenden hat sich wie folgt entwickelt: 2022/23 2021/22 Mitarbeitende gesamt 309 309 davon Angestellte 301 284 Gewerbliche Arbeitnehmer 8 25 Des Weiteren beschäftigt der BRAIN-Konzern zusätzlich Stipendiaten (4; Vorjahr: 1), Aushilfen (12; Vorjahr: 12) und Auszubildende (5; Vorjahr: 6). 6. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf Im vergangenen Geschäftsjahr hat BRAIN aus Sicht des Vorstands in allen wesentlichen Berei- chen bedeutende Erfolge in der wirtschaftlichen und strategischen Entwicklung der Gesellschaft erzielen können. Das Umsatzwachstum der Gruppe hat sich trotz eines herausfordernden wirt- schaftlichen Umfelds weiter erfreulich entwickelt. Der Erwerb aller ausstehenden Minderheitsbe- teiligungen an der Biocatalysts Ltd. hat die Zusammenführung des Konzern-Produktgeschäfts unter Führung der Biocatalysts ermöglicht. Hierdurch ist das profitable Produktgeschäft weiter gestärkt worden. Die neue Segmentberichtserstattung mit den drei operativen Segmenten Bio- Products, BioScience und BioIncubator hat die Transparenz für unsere Aktionärinnen und Aktio- näre weiter gesteigert. Geschäftsbezogen wurden die Instrumente zur Steuerung des Konzerns, der Tochtergesellschaf- ten sowie der Projekte weiterentwickelt und ausgebaut. Mit einem optimierten internen Kontroll- und Risikomanagementsystem tragen wir der steigenden Umsatzgröße und der zunehmenden Komplexität exogener Faktoren Rechnung. Jede Unternehmensaktivität berichtet persönlich mo- natlich an den Vorstand sowie die zentrale Finanzabteilung der Gesellschaft. Hierbei werden so- wohl die aktuelle Geschäftsentwicklung als auch die Planeinhaltung und Veränderungen im Risi- koprofil geprüft. Wir erfassen hier neben den Risiken auch Chancen für das Unternehmen. Unser Anlage 6 Seite 15 gruppenweites Trainingsprogramm BRAINway zur Stärkung der Unternehmenskultur, zur Fokus- sierung auf kommerzielle Erfolge sowie zur persönlichen Entwicklung der Mitarbeitenden wurde weitergeführt und um neue Elemente ergänzt. Nach der Veröffentlichung unseres ersten ESG- und Nachhaltigkeits-Bericht im letzten Geschäftsjahr haben wir nun mit den konkreten Umset- zungsschritten unserer Nachhaltigkeitsstrategie begonnen. Strategisch entwickelt sich die BRAIN-Gruppe zu einem fokussierten Produktunternehmen mit einem Schwerpunkt bei Enzymen. Die Stärke in der Produktentwicklung beziehen wir aus tief verankerter biotechnologischer Lösungskompetenz aus mehr als 30 Jahren unternehmerischer Entwicklung. Das Segment BioProducts trägt mit einem zweistelligen Umsatzwachstum sehr er- freulich zum Wachstum der Gruppe bei. Hierin entwickelt sich die Breatec-Gruppe seit ihrer Über- nahme im letzten Jahr mit besonders dynamischem Umsatzwachstum bei steigender Profitabili- tät. Im Bereich BioScience verzeichneten wir insgesamt ein stabiles Servicegeschäft. Im BioIncubator konnte BRAIN im Geschäftsjahr einige der eigenen Entwicklungsprojekte erfolgreich vorantrei- ben. Im Genom-Editing Projekt, Akribion Genomics, machen wir weiterhin wissenschaftlich er- freuliche Fortschritte und haben das Basispatent für unsere Nuklease G-dase E® vom europäi- schen Patentamt erhalten. Ausgründung und eigenständige Finanzierung dieser Aktivitäten sind weiterhin für das nächste Geschäftsjahr avisiert. Im Bereich Wundmanagement/Aurase ist die Phase 2a Studie am Patienten erfolgreich abgeschlossen. Das Projekt „Gold from Waste- Streams“ wird mit einem industriellen Partner weitergeführt. Der an die Pharvaris auslizensierte Wirkstoff zur Behandlung des hereditären Angioödems befindet sich in einer erfolgversprechen- den klinischen Entwicklung. Das wirtschaftliche Umfeld bleibt weiterhin stark von Unsicherheit geprägt - unter anderem durch kriegerische Konflikte, Preisinflation, politische Blockbildung und ein Umfeld stark steigender Zin- sen. Auch die BRAIN-Gruppe war hier von negativen wirtschaftlichen Effekten betroffen. Liefer- ketten bleiben teilweise angespannt und bei Roh- sowie Verbrauchsmaterialien besteht eine hohe Preisfluktuation. Preiserhöhungen von Vorprodukten sowie steigende Arbeitskosten konnten nicht immer vollumfänglich und sofort an Kunden weitergegeben werden. Trotzdem konnte die überwiegende Mehrheit der Tochtergesellschaften auch in diesem Jahr zu einem positiven Um- satz- und Ergebniswachstum beitragen. Bezogen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergibt sich nach Meinung des Vorstands ein insgesamt positives Bild, da der Konzern trotz des allgemein schwachen wirt- schaftlichen Umfelds ein erhebliches Umsatzwachstum sowie ein verbessertes EBITDA erzielen konnte. Maßnahmen zur Stärkung unserer Geschäftsaktivitäten mit dem Ziel eines nachhaltigen und pro- fitablen Umsatzwachstums wurden weiter forciert. Dies beinhaltet das verstärkte Adressieren von Anlage 6 Seite 16 Kosten- sowie Umsatzsynergien innerhalb der Unternehmensgruppe, eine weiter gestraffte Un- ternehmensorganisation mit klaren Verantwortlichkeiten, ein striktes Projektcontrolling der New- Business-Development-Pipeline sowie anhaltende Initiativen zur allgemeinen Kosteneinsparung. Die im Verhältnis zum Umsatz weiterhin hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung sind darüber hinaus für den Vorstand ein Indikator und Basis für die zukünftigen Potenziale von BRAIN. Zum 30. September 2023 verfügt der Konzern über Zahlungsmittel und Zahlungsmittel- äquivalente in Höhe von 5,4 Mio. € bei einer Eigenkapitalquote von 32,4%. Hiermit sind nach Einschätzung des Vorstands die Voraussetzungen weiterhin gegeben, um an den Potenzialen der Wachstumsmärkte der Bioökonomie zu partizipieren. Weitere Finanzierungsquellen im Be- reich Fremd- oder Hybridkapital wurden und werden erschlossen. Insgesamt beurteilt der Vorstand der BRAIN Biotech AG den Geschäftsverlauf sowie die Vermö- gens- und Finanzlage des Konzerns zum Stichtag aufgrund der vorstehend beschriebenen Ent- wicklungen weiterhin positiv. III. Nachtragsbericht Die Gesellschaft hat nach Geschäftsjahresende weitere feste Finanzierungszusagen in Form von Darlehen und stillen Beteiligungen im Umfang von bis zu 6,5 Mio. € erhalten. Weitere wesentliche Ereignisse und Entwicklungen von besonderer Bedeutung für die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft sind seit dem Bilanzstichtag, dem 30. September 2023, nicht eingetreten. Anlage 6 Seite 17 IV. Prognosebericht Aufgrund des insgesamt hohen Stellenwerts biotechnologischer Produkte, Prozesse und Ser- vices für nachhaltige industrielle Prozesse, Ernährung, Gesundheit sowie Umwelt, geht BRAIN für die Zukunft der Branche insgesamt von positiven Rahmenbedingungen aus. Als ein Techno- logieunternehmen der industriellen Biotechnologie sieht sich BRAIN in der Lage, für die Indust- riepartner, im Rahmen der eigenen Forschung und Entwicklung sowie als Produktanbieter, hohe Wertbeiträge schaffen zu können. Die ursprüngliche Erwartung einer positiven Geschäftsentwicklung im aktuellen Geschäftsjahr mit dynamisch steigenden Umsatzerlösen und einem weiter verbesserten bereinigten EBITDA konnte im vergangenen Geschäftsjahr vollständig erfüllt werden. Die Umsatzerlöse sind um 11,8% gestiegen. Organisch konnten die Umsatzerlöse ebenfalls gesteigert werden. Das berei- nigte EBITDA verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr trotz der steigenden Investitionen in die Genom-Editierung-Aktivitäten um 0,5 Mio. € von -0,1 Mio. € auf 0,4 Mio. €. Für das Geschäftsjahr 2023/24 erwartet der Vorstand eine Geschäftsentwicklung mit wiederum deutlich steigenden Umsatzerlösen und einem mindestens gleichgerichtet ansteigendem berei- nigten EBITDA auf Gruppenebene. Bei dieser Indikation unterstellen wir eine im Wesentlichen unveränderte Geschäftstätigkeit. Für die Segmente BioProducts und BioScience wird neben steigenden Umsätzen im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich ein mindestens im gleichen Umfang weiter verbessertes posi- tives bereinigtes EBITDA prognostiziert. Es wird erwartet, dass der prozentuale Anstieg des be- reinigten EBITDA mindestens in der Höhe des prozentualen Umsatzwachstums realisiert werden kann. Im Segment BioIncubator werden im Hinblick auf die New-Business-Development-Pipeline und das neuartigen Genom-Editing-Tool F&E-Aufwendungen im mittleren siebenstelligen Bereich mit noch geringen Umsätzen sowie ein daraus resultierendes negatives bereinigtes EBITDA in etwa gleicher Größenordnung erwartet. Die Holdingkosten und damit verbunden deren negative Auswirkungen auf das bereinigte EBITDA werden sich planmäßig weiter etwa auf Vorjahresni- veau bewegen. BRAIN geht davon aus, auch im nächsten Geschäftsjahr erfolgreich Meilensteine bei wichtigen Projekten realisieren zu können. Dies betrifft sowohl Meilensteinzahlungen als auch veröffent- lichte Fortschrittsberichte zu einzelnen Projekten. Im Geschäftsjahr wurden vier Meilensteine er- reicht und im nächsten Geschäftsjahr wird mit einer gleichbleibenden oder leicht steigenden An- zahl gerechnet. Das Niveau an Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen im aktuellen Geschäftsjahr blieb auf einem hohen Niveau. Für das kommende Geschäftsjahr werden wir weiterhin stark in For- schung und Entwicklung investieren und damit das Zukunftspotenzial des Unternehmens weiter stärken. Anlage 6 Seite 18 Diese Prognosen beruhen, wie im Vorjahr, auf der Annahme, dass sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und die branchenbezogenen Rahmenbedingungen für die industrielle Biotechnolo- gie wie im Abschnitt „Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen“ be- schrieben auch im nächsten Geschäftsjahr weiterentwickeln, bestehende Projekte nicht unplan- mäßig wegfallen und weitere Kooperationspartner für neue Projekte gewonnen werden können. Ebenfalls liegen dieser Prognose die Annahmen zugrunde, dass die Auswirkungen kriegerischer und politischer Handlungen auf das geplante Umsatzwachstum und die damit einhergehenden Ergebnisverbesserungen der BRAIN keinen signifikanten Einfluss haben und weiterhin ein Inte- resse der Bevölkerung an nachhaltigen Produkten besteht. Die Prognosen beruhen auch auf ei- ner dauerhaft stabilen Versorgung mit Erdgas, Öl und Strom zu marktüblichen Preisen. Wir gehen vom bleibenden Inflationsdruck im Bereich der Vorprodukte und bei den Lohnkosten sowie davon aus, dass wir diese Kostensteigerungen weitestgehend an unsere Kunden weiterreichen können. Wir gehen ebenfalls davon aus, dass es der Gesellschaft auch zukünftig gelingt, Mitarbeitende an das Unternehmen zu binden, zu motivieren sowie neue Talente erfolgreich einzustellen. Anlage 6 Seite 19 V. Risiko- und Chancenbericht 1. Risikomanagement bei der BRAIN Biotech AG Chancen wahrnehmen sowie Risiken frühzeitig erkennen und vermeiden sind die Determinanten jeder Unternehmensstrategie. Die BRAIN Biotech AG („BRAIN“) ist bestrebt, neue Chancen zu erkennen und diese konsequent für ihren Geschäftserfolg zu nutzen. Gleichzeitig ist unterneh- merischer Erfolg ohne das bewusste Eingehen von Risiken nicht möglich. Dies gilt insbesondere für die forschungsintensiven Bereiche des Unternehmens. Übergeordnetes Ziel ist es, mit der Nutzung von Chancen, unter Abwägung etwaiger Risiken, den Unternehmenswert bestmöglich und langfristig zu steigern. Der systematisierte Umgang mit Ri- siken und Chancen mithilfe des internen Risikomanagementsystems ist ein wichtiges Element des unternehmerischen Handelns und ein Steuerungselement des Managements. Die BRAIN Biotech AG ist Teil einer wachsenden Industrie, die von stetigem Wandel und Fortschritt geprägt ist und deshalb ihr Augenmerk auf die Chancen-/Risiko-Abwägung legt. Für BRAIN ist es ent- scheidend, Chancen zu identifizieren und zum Erfolg zu führen, um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu verbessern und langfristig sicherstellen zu können, gleichzeitig aber Risiken recht- zeitig zu entdecken und dementsprechend zu minimieren. Die BRAIN Biotech AG hat Instrumente und Prozesse etabliert, damit Risiken frühzeitig erkannt und Maßnahmen ergriffen werden kön- nen, um die Chancen des unternehmerischen Handelns möglichst ohne Störungen umsetzen zu können. Das Risiko- und Chancenmanagement ist integraler Bestandteil aller Planungsprozesse innerhalb der BRAIN und ihrer Tochtergesellschaften. 2. Risiken und Chancen Bericht 2.1 Risiko Management System (RMS) 2.1.1 Merkmale des RMS Anlage 6 Seite 20 Das hier dargestellte RMS konzentriert sich auf Geschäftsrisiken, jedoch nicht gleichzeitig auf Chancen. Die Chancenabwägung wird auf Grundlage der Unternehmensstrategie innerhalb der Segmente, Projekte und Tochterunternehmen durchgeführt. Im Rahmen der Planungsprozesse werden dabei die potenziellen Marktchancen, der damit verbundene Aufwand sowie der Zeitho- rizont bis zur kommerziellen Verwertung bewertet. Das RMS von BRAIN beinhaltet eine systematische Identifikation, Dokumentation, Bewertung, Steuerung und Berichterstattung sowie eine fortwährende Überwachung aller identifizierten und relevanten Risiken. Damit stellt das Management sicher, dass die gesetzten Ziele nicht durch Risiken gefährdet werden, und schafft ein den gesetzlichen Regelungen entsprechendes Risiko- bewusstsein innerhalb des gesamten Konzerns. Das RMS ist vollständig in die Unternehmens- prozesse der BRAIN integriert. Risiken werden im Weiteren nach der Methode der Nettodarstellung abgebildet, das heißt, die Risiken werden so dargestellt, dass eine Betrachtung der Risiken vorgenommen wird, nachdem bereits Gegenmaßnahmen durchgeführt wurden. Der Fokus liegt dabei auf mittleren und hohen Risiken und auf solchen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten. Ziel des RMS bei BRAIN ist es, zum einen die gesetzlichen Vorschriften zu erfüllen und darüber hinaus die interne Steuerung und Absicherung zu unterstützen. Insgesamt soll konzernweit ein Anlage 6 Seite 21 den gesetzlichen Regelungen entsprechendes Risikobewusstsein geschaffen werden, um einen dementsprechenden Umgang mit Risiken und Gegenstrategien zu gewährleisten. Das RMS dient schwerpunktmäßig der Aufdeckung der Risiken innerhalb von BRAIN. Die Abwä- gung der Chancen erfolgt auf Basis der Unternehmensstrategie und ist in die Planungsprozesse integriert. Innerhalb der Strategie- und Planungsprozesse werden die potenziellen Chancen be- wertet und eventuellen Risiken gegenübergestellt. Die Chancen werden anhand der Eintrittswahr- scheinlichkeit und des Beitrages am Nettobarwert des Unternehmens klassifiziert und dargestellt (rNPV). In das laufend weiterentwickelte RMS wurden die Erfahrungen aus den Vorjahren bei der Identi- fizierung der Risiken und der Risikoerhebung inkludiert. Die im nachfolgenden Risiken- und Chan- cen-Bericht dargestellten Auswirkungen der Risiken werden als Jahreswerte ausgewiesen. Die Einschätzung der dargestellten Risiken bezieht sich auf den Stichtag 30. September 2023 und wurde kurz vor dem Stichtag in einer Erhebung innerhalb der relevanten Bereiche ermittelt. Der Vorstand hat im Geschäftsjahr 2022/23 eine Revision des Risikomanagements durchgeführt, insbesondere im Hinblick auf weitere Verbesserungen und zur Anpassung an die weiterentwi- ckelte Gesetzgebung (siehe nachfolgendend Punkt 5). Im Rahmen des neuen RMS sind so ge- nannte Control Self-Assessments und die Etablierung von Risikoindikatoren vorgesehen. 2.1.2 Risikoidentifikation Im Rahmen der Risikoidentifikation wird eine konzernweite Erhebung der Risiken vorgenommen, wobei alle verantwortlichen Entscheidungs- und Wissensträger eingebunden werden. Im Rahmen dieses iterativen Prozesses werden zunächst alle Risiken erhoben, in einem konzernweiten Risi- koinventar aggregiert und anschließend bewertet. Bei der Identifikation neuer Risiken oder einer geänderten allgemeinen Risikolage stehen Auf- sichtsrat und Vorstand im regelmäßigen Austausch. Gegebenenfalls können auch externe Bera- ter hinzugezogen werden. 2.1.3 Risikobewertung Die im Rahmen einer Risikoanalyse identifizierten Risiken werden anhand ihrer Eintrittswahr- scheinlichkeit („Likelihood“) und ihrer Auswirkungen („Impact“) bewertet. Sie werden in Risi- koklassen („Hoch“, „Mittel“ und „Niedrig“) eingestuft, indem ihre individuellen Auswirkungen mit der jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeit multipliziert werden. Die Bandbreite der Eintrittswahr- scheinlichkeit und der Auswirkung beginnt mit 1 („sehr niedrig“) und endet mit 10 („sehr hoch“). Anlage 6 Seite 22 Eintrittswahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten beiden Jahre „Likelihood“ Score Erläuterung 0-2 Relativ unwahrscheinlich (< 15%) 3-5 Möglich (15-45%) 6-7 Wahrscheinlich (45-75%) 8-10 Sehr wahrscheinlich (>75%) Grad der Auswirkung „Impact“ Score Erläuterung EBITDA Impact 0-2 Unwesentliche negative Auswir- <100 Tsd. € kungen auf die prognostizierte Er- tragslage der nächsten zwei Jahre 3-5 Moderate negative Auswirkungen Bis 500 Tsd. € auf die prognostizierte Ertragslage der nächsten zwei Jahre 6-7 Erhebliche negative Auswirkungen Bis 2 Mio. € auf die prognostizierte Ertragslage der nächsten zwei Jahre 8-10 Kritische negative Auswirkungen >2 Mio. € auf die prognostizierte Ertragslage der nächsten zwei Jahre Die Auswirkungen sind als Einflussparameter auf das prognostizierte EBITDA von BRAIN defi- niert. Als Kennziffer aus der Multiplikation der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Auswirkungen ergibt sich der sogenannte Risk Score, eine individuelle Risikobewertung pro Einzelrisiko für die Klas- sifizierung. Die Bandbreite des Risk Scores beginnt folglich mit 1 und endet mit 100. Risk Score Risikoklasse 0-10 Punkte Niedrige Risiken 11-40 Punkte Mittlere Risiken 41-100 Punkte Hohe Risiken Anlage 6 Seite 23 Risikoklasse „Hoch“ (Risikobewertung mit mehr als 40 Punkten) Risiken innerhalb dieser Klasse weisen zum Beispiel eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit in Kombination mit einer großen Auswirkung auf den Konzern auf. Risikoklasse „Mittel“ (Risikobewertung mit 11 bis 40 Punkten) Risiken innerhalb dieser Klasse weisen zum Beispiel eine niedrige Eintrittswahrscheinlichkeit in Kombination mit einer großen Auswirkung oder eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit in Kombina- tion mit einer geringen Auswirkung auf den Konzern auf. Risikoklasse „Niedrig“ (Risikobewertung mit weniger als 11 Punkten) Risiken innerhalb dieser Klasse weisen zum Beispiel eine niedrige Eintrittswahrscheinlichkeit in Kombination mit einer geringen Auswirkung auf den Konzern auf. 2.1.4 Risikosteuerung und -überwachung BRAIN wendet verschiedene Maßnahmen im Umgang mit Risiken an. Aktive Risikomaßnahmen umfassen Strategien wie Risikovermeidung (z.B. durch Auslassen riskanter Handlungen), Risi- kominderung (z.B. durch Projektcontrolling) und Risikostreuung (z.B. die Forschung und Aktivitä- ten in den verschiedenen Bereichen). Darüber hinaus bedient sich die BRAIN, sofern angebracht, passiver Maßnahmen, die entweder einen Risikotransfer (z.B. durch Versicherungen oder Risi- koteilung mit Partnern) oder das bewusste Tragen von Risiken umfassen. Zusätzlich werden identifizierte Risiken bei BRAIN zweimal jährlich aggregiert auf Gruppenebene umfangreich überprüft und diskutiert. Auf diese Weise können bei Bedarf spezifische Gegenmaß- nahmen getroffen werden. 2.1.5 Berichterstattung Der Vorstand wird mindestens halbjährlich nicht nur über identifizierte mittlere und hohe Chancen und Risiken, sondern auch über Veränderungen bezüglich ihrer Auswirkungen und Eintrittswahr- scheinlichkeiten informiert. Für den Fall unerwartet aufgetretener oder aufgedeckter wesentlicher Risiken findet eine interne Ad-hoc-Berichterstattung an den Vorstand statt. Die Information an den Aufsichtsrat erfolgt bei Bedarf über den Vorstand innerhalb der Quartals-Sitzungen oder, falls erforderlich, Ad-hoc. 2.2 Internes Kontrollsystem („IKS“) Alle Einheiten der BRAIN-Gruppe sind Bestandteil unseres IKS. Der Reifegrad des IKS ist hierbei von der Größe und Wesentlichkeit der Einheiten für den Konzern abhängig. Neben dem rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem sind folgende Kontrollen her- vorzuheben: Anlage 6 Seite 24 1. Entscheidungen die BRAIN binden, werden verbindlich unter Anwendung des Vieraugen- prinzips ausgeführt. Nur bei zu kleinen Unternehmenseinheiten wird von diesem Prinzip abgesehen. 2. Im Produktionsbetrieb werden fortlaufend Qualitätskontrollen eingesetzt, die die Einhal- tung von Produktionsprozessen gewährleisten. Dies erfolgt wo erforderlich unter interna- tional anerkannten Qualitätssystemen und Qualitätsnormen. Die Reorganisation zu One BioProducts führt zu einer größeren zusammenhängenden Unterneh- menseinheit, die das Formalisieren und Professionalisieren von Prozessen und Kontrollen be- günstigt. Geschäftsbezogen wurden die Instrumente zur Steuerung des Konzerns, der Tochtergesellschaf- ten sowie der Projekte weiterentwickelt und ausgebaut. Mit einem optimierten internen Kontroll- und Risikomanagementsystem tragen wir der steigenden Umsatzgröße und der zunehmenden Komplexität exogener Faktoren Rechnung. Als Teil des Management-basierten Kontrollsystems besprechen der Vorstand der Gesellschaft sowie der Head of Group Finance im monatlichen Bericht der Geschäftsführer identifizierte Kon- trollschwächen und -ineffizienzen. Im Falle eines hieraus resultierenden Handlungsbedarfs wer- den zusammen mit dem Vorstand und Head of Group Finance Maßnahmen entwickelt und ergrif- fen um vorhandene Kontrollschwächen zu mitigieren. 2.3 rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem und RMS Übergeordnetes Ziel unseres rechnungslegungsbezogenen IKS und RMS sind die Ordnungsmä- ßigkeit der Finanzberichterstattung im Sinne einer Übereinstimmung des Konzernabschlusses und des Lageberichts mit allen einschlägigen Vorschriften sicherzustellen. Auch die rechnungslegungsbezogene Risikoidentifikation erfolgt mittels Erhebung der konzern- weiten Risiken, wobei alle verantwortlichen Entscheidungs- und Wissensträger eingebunden wer- den. Im Rahmen dieses iterativen Prozesses werden zunächst alle Risiken erhoben, in einem konzernweiten Risikoinventar aggregiert und anschließend bewertet. Analog der Vorgehensweise für die generellen Risiken werden die identifizierten rechnungsle- gungsbezogenen Risiken ebenfalls anhand ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit („Likelihood“) und ih- rer Auswirkungen („Impact“) bewertet. Sie werden in Risikoklassen („Hoch“, „Mittel“ und „Niedrig“) eingestuft, indem ihre individuellen Auswirkungen mit der jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeit multipliziert werden. Die Bandbreite der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Auswirkung beginnt mit 1 („sehr niedrig“) und endet mit 10 („sehr hoch“). Details der Risikoklassifizierung werden in Abschnitt 2.1.3. erläutert. Anlage 6 Seite 25 Zur Risikosteuerung und Überwachung der rechnungslegungsbezogenen Risiken wie zu deren Berichterstattung wird auf die allgemeine Vorgehensweise in den Abschnitten 2.1.4 und 2.1.5 verwiesen. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem hat zum Ziel, die Geschäftsvorfälle im Konzern gemäß den jeweils anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften bilanziell zutreffend zu würdigen und vollständig zu erfassen. Das System umfasst grundlegende Regeln und Verfah- ren sowie eine klare Funktionstrennung durch das Vier-Augen-Prinzip. Insbesondere bei der Er- stellung der Einzelabschlüsse, der Überleitung auf IFRS sowie der Konsolidierung und der damit verbundenen einheitlichen Bewertung und dem Ausweis, bestehen Kontrollen in der Form des Vier-Augen-Prinzips. Die klare Trennung zwischen der Erstellung und der internen Prüfung er- möglicht es BRAIN, Abweichungen und Fehler zu erkennen sowie eine Vollständigkeit der Infor- mationen sicherzustellen. Die rechnungslegungsbezogene Würdigung und Erfassung der Geschäftsvorfälle erfolgt grund- sätzlich durch die jeweiligen Konzern-Gesellschaften, in denen die Geschäftsvorfälle anfallen. Als Ausnahme von diesem Grundsatz erfolgt die Würdigung und Erfassung der Geschäftsvorfälle der Tochtergesellschaften Mekon Science Networks GmbH, Zwingenberg, BRAIN US LLC, Rockville, MD, USA, BRAIN UK Ltd., Cardiff, UK, BRAIN UK II Ltd., Cardiff, UK, und der BRAIN Capital GmbH, Zwingenberg, durch die BRAIN Biotech AG. Die Aufstellung der Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften erfolgt durch die Geschäftsführung der jeweiligen Tochtergesellschaft. Ex- terne Dienstleister wirken bei der Erstellung der monatlichen und jährlichen Abschlüsse nach Handelsrecht mit. Änderungen von Gesetzen, Rechnungslegungsstandards und anderen Publi- kationen werden regelmäßig in Bezug auf Relevanz und Auswirkung auf den Einzel- und Kon- zernabschluss überwacht. Die bilanzielle Würdigung der Geschäftsvorfälle im Konzern erfolgt auf der Basis einer konzern- einheitlichen Bilanzierungsrichtlinie. Die Umsetzung der Abschlüsse nach Handelsrecht auf die Rechnungslegung nach IFRS (quartalsweise) sowie die Aufstellung des Jahresabschlusses der BRAIN Biotech AG und des Konzernabschlusses erfolgt durch die Finanzabteilung der BRAIN Biotech AG mit Unterstützung externer Dienstleister. Der Jahresabschluss und der Konzernab- schluss werden durch den von der Hauptversammlung bestellten Abschlussprüfer geprüft. We- sentliche Risiken für den Rechnungslegungsprozess werden anhand der unten genannten Risi- koklassen unter Verwendung ihrer individuellen Risikoeinstufung überwacht und bewertet. Not- wendige Kontrollen werden definiert und anschließend implementiert. Jede Unternehmensaktivität berichtet persönlich monatlich an den Vorstand sowie die zentrale Finanzabteilung der Gesellschaft. Hierbei werden sowohl die aktuelle Geschäftsentwicklung als auch die Planeinhaltung und Veränderungen im Risikoprofil geprüft. Wir erfassen hier neben den Risiken auch Chancen für das Unternehmen. Anlage 6 Seite 26 Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss der BRAIN Biotech AG werden dem Aufsichtsrat der BRAIN Biotech AG zur Billigung vorgelegt. Mindestens ein Aufsichtsratsmitglied ist unabhän- giger Finanzexperte im Sinne des § 100 Abs. 5 AktG. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats überwacht den Rechnungslegungsprozess und die Abschlussprüfung. Mit dem rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem wird sichergestellt, dass der Rechnungslegungsprozess im Einklang mit den handelsrechtlichen Vorschriften und mit den In- ternational Financial Reporting Standards (IFRS) steht. 2.4 Gesamtbeurteilung des Risikomanagementsystems und internen Kontrollsystems Zum Zeitpunkt des Berichts liegen in allen wesentlichen Belangen keine Anhaltspunkte vor, die auf eine gesamtheitliche Nichtangemessenheit und Nichtwirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems hinweisen. Anlage 6 Seite 27 3. Gesamtbild zur Chancen- und Risikoeinschätzung Die aktuelle Risikoidentifikation und -bewertung ist in allen Bereichen von BRAIN durchgeführt. In diesem Kapitel werden die Risiken besprochen, die auf Gruppenebene zumindest eine Risk Score von „mittel“ erreicht haben. Der Vorstand wird im Rahmen der regelmäßigen Berichtser- stattung über alle identifizierten Risiken unterrichtet. Die Bewertung der Risiken wurde auf Gruppenebene konsolidiert und die Einzelrisiken mit der Relevanz für das (bereinigte) EBITDA gewichtet. Insgesamt hat BRAIN 49 Risiken bewertet. Davon sind 19 Risiken als „Mittleres Risiko“ einzustu- fen, die in unten aufgeführten Risikoklassen zusammengefasst sind. 30 Risiken sind als „Niedri- ges Risiko“ einzuschätzen. Kein Risiko wurde als „Hohes Risiko“ oder „bestandsgefährdend“ für BRAIN klassifiziert. Die Risiken beziehen sich auf die operativen Segmente BioProducts, BioScience und BioIncubator sowie die Holding. Bereich Risiko Aus- Veränderung Segment wir- gegenüber kung dem Vorjahr Geschäftsbezogene Wachstumsrisiko mittel ↑ BioScience und Risiken BioProducts Geschäftsbezogene Risiko aus Kooperationspart- mittel ↑ BioScience und Risiken nern BioProducts Geschäftsbezogene Planungsrisiko mittel BioScience und ↑ Risiken BioProducts Geschäftsbezogene F&E-Risiko mittel → BioScience, Bio- Risiken Products und Bio- Incubator Geschäftsbezogene Materialschaden mittel BioScience → Risiken Geschäftsbezogene Wettbewerbsrisiko mittel → BioProducts Risiken Finanzrisiken Abschreibung von Vorrä- mittel BioScience und → ten/Vermögenswerten/Finan- BioProducts zierungsrisiken Tochtergesell- schaften Finanzrisiken Goodwill Impairment / Beteili- mittel BioScience und → gungsbewertung BioProducts Finanzrisiken Finanzierungsrisiko / Finanzie- mittel ↑ BioProducts, Bio- rung von Optionsverbindlich- Science, BioIncu- keiten bator und Holding Finanzrisiken Währungsrisiko mittel BioProducts → Finanzrisiken Zinsrisiko mittel BioScience und → BioProducts Rechtliche Risiken Änderungen der legalen Vor- mittel ↑ BioScience, Bio- schriften Products und Bio- Incubator Rechtliche Risiken Compliance Risiken mittel BioProducts, Bio- → Science, BioIncu- bator und Holding Anlage 6 Seite 28 Rechtliche Risiken Risiko aus Schutzrechten / IP mittel → BioProducts, BioScience und BioIncubator Sonstige Risiken IT-Risiko: Risiko, dass IT-Stö- mittel BioProducts, Bio- ↑ rungen den Betrieb hindern Science, BioIncu- und dass dadurch vertrauliche bator und Holding Informationen veröffentlicht werden Sonstige Risiken IT Risiko: Risiko, des Daten- mittel ↑ BioProducts, Bio- verlusts durch Zerstörung von Science, BioIncu- IT Servern bator und Holding Sonstige Risiken Personal mittel BioScience, Bio- → Products und Bio- Incubator Sonstige Risiken Lieferkettenrisiko mittel ↓ BioScience und BioProducts Sonstige Risiken Inflation und Energieversor- mittel BioScience und → gung BioProducts 3.1 Geschäftsbezogene Risiken a) Wachstumsrisiko, Risiko aus Kooperationspartnern und Planungsrisiko In Anbetracht des geplanten Wachstums von BRAIN und des Vorhaltens der Ressourcen für das Wachstum, bestehen Risiken bzgl. eines geringeren Wachstums und damit ggf. negativer Aus- wirkungen auf das Betriebsergebnis. Es bestehen die Risiken, weniger Kunden oder Kooperati- onspartner als geplant zu finden. Ebenso könnte sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung oder die Beziehung zu bestehenden Kunden verschlechtern und die zu bedienenden Märkte an Volu- men oder Attraktivität verlieren. Dies könnte dazu führen, dass BRAIN weniger als geplant wächst bzw. ein reduziertes Ergebnis erzielt. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass Kosten höher aus- fallen als geplant oder Entwicklungen mehr Zeit benötigen. Daraus resultierend könnte sich das Wachstum von BRAIN verzögern und positive Betriebsergebnisse könnten somit erst zu späteren Zeitpunkten als geplant erzielt werden. Ein Folgerisiko wäre hierbei eine höhere benötigte Liqui- dität und die Notwendigkeit, potenzielle Kapitalmaßnahmen vorzunehmen. Das Planungsrisiko ist unter dem Wachstumsrisiko subsummiert und wird vergleichbar eingeschätzt. Das Gleiche gilt für Risiken, die mit den Kooperationspartnern im Rahmen einer verschlechternden wirtschaftli- chen Lage zusammenhängen. Im Vergleich zum Vorjahr wird das Risiko aufgrund der weiterhin bestehenden geopolitischen und schwachen wirtschaftlichen Lage als leicht erhöht zum Vorjahr eingeschätzt. Die Gesamtein- schätzung bleibt jedoch als „mittleres Risiko" bestehen, da die Grenze zum hohen Risiko nicht überschritten wird. Das Lieferkettenrisiko hat im Berichtsjahr deutlich abgenommen, aber die un- sichere geopolitische Lage sorgt nach wie vor für eine erhöhte Unsicherheit bezüglich der zukünf- tigen Risikoausprägung. Die Inflationsrate ist in Europa rückläufig, allerdings nur verglichen mit einem hohen Ausgangsniveau im Vorjahr. Die Kerninflation (Inflationsrate korrigiert für Energie- und Nahrungsmittelpreisentwicklung) bewegt sich nach wie vor auf einem hohen Niveau. Das indiziert ein Risiko eines längerfristigen Effekts, der sich in weiteren Lohnerhöhungsforderungen ausprägt. Das Risiko betrifft die Segmente BioScience und BioProducts. Anlage 6 Seite 29 b) Risiken aus Forschung und Entwicklung BRAIN ist ein Technologieunternehmen und Innovationen sind integraler Bestandteil der BRAIN- Strategie. Es besteht immer das Risiko, dass Forschungsprojekte sich verzögern (siehe hierzu auch „Wachstumsrisiko“), es können Meilensteine oder ein angestrebtes Forschungsziel nicht erreicht, oder eine biotechnologische Lösung nicht gefunden werden oder Wettbewerber können schneller am Markt sein. BRAIN hat mit bereits über 150 Forschungsprojekten zeigen können, dass das Unternehmen die Kompetenz hat, Innovationen zu liefern und technische Herausforde- rungen zu lösen. Dabei ist zwar häufig ein im Vorhinein bestimmter technischer Weg nicht reali- sierbar, in der Regel konnten in der Vergangenheit aber meistens andere Lösungen gefunden werden, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Der Vorstand ist überzeugt, auch in Zukunft Lösungen zu finden, das Risiko einer verringerten Innovationskraft kann allerdings nicht ausge- schlossen werden. Für die BRAIN-eigenen Entwicklungsprojekte, versucht BRAIN mit einem kon- tinuierlichen Portfoliomanagementprozess auf Management-Ebene die Risiken der gesamten Forschungspipeline dauerhaft beschränkt zu halten. Gleiches gilt beim Abschluss eines Vertrags mit Kooperationspartnern. Auch hier werden vor Ver- tragsabschlüssen in diversifizierten und übergreifenden Teams die Machbarkeit, die Wirtschaft- lichkeit und der Zeitrahmen eingehend evaluiert. Das resultierende Risiko im Bereich der Tailor-Made-Solutions wäre maximal der Ausfall einer ausstehenden Meilenstein Zahlung, die Überschreitung des Budgets oder der Abbruch eines Ein- zelprojekts. Durch die beschriebene Evaluierung soll dies vermieden oder minimiert werden. Das Risiko ist insgesamt im Vergleich zum Vorjahr gleichgeblieben. Hier liegt wie auch im Vorjahr ein „Mittleres Risiko“ vor, das speziell die Segmente BioScience und BioIncubator betrifft. Indirekt ist das Segment BioProducts hiervon insoweit betroffen, als Produkte, die im Segment BioScience entwickelt werden auch über Unternehmen im Segment BioProducts produziert und/oder vertrieben werden sollen. c) Materialschäden in Bezug auf das BioArchiv oder Forschungsergebnisse Die Bioarchive der Gruppe liegen physisch im Wesentlichen bei der BRAIN Biotech AG und der AnalytiCon Discovery GmbH. Das Risiko eines physischen Untergangs der Archive wird durch mehrere Maßnahmen minimiert. Es gibt eine redundante Auslegung an verschiedenen Orten, es existiert ein Sicherheitskonzept und die Mitarbeiter wurden im Umgang mit den Archiven geschult. Daneben gibt es ein Versicherungskonzept, dass den Großteil der möglichen Kosten zur Behe- bung mögliche Schäden deckt. Die physischen Maßnahmen und auch das Versicherungskonzept sind in jährlicher Überprüfung und werden bei Bedarf überarbeitet, um das Risiko für BRAIN noch weiter zu reduzieren. Anlage 6 Seite 30 Weiterhin könnten auch einzelne Forschungsergebnisse durch extern einwirkende Umstände vernichtet werden. Diese sind jedoch durch verschiedene Maßnahmen, wie z. B. eine Notstrom- versorgung, ausreichend abgedeckt. Auch im vergangenen Geschäftsjahr wurden weiterhin ver- schiedene Maßnahmen zur Sicherung des BioArchivs durchgeführt. Trotz der Verringerung des Risikos durch die getroffenen Maßnahmen gibt es noch verbleibende Risiken, durch die wie auch im Vorjahr insgesamt ein „Mittleres Risiko“ vorliegt, das speziell das Segment BioScience betrifft. d) Wettbewerbsrisiken Das Wettbewerbsrisiko für BRAIN besteht in einem möglichen Preiskampf auf Märkten in denen BRAIN ihre Produkte anbietet. Dieses Risiko wurde vergleichbar wie im letzten Berichtsjahr als „Mittleres Risiko“ eingestuft und betrifft die BioProducts- Sparte. Das Risiko wird durch fortlau- fende Analysen der Wettbewerber und des Marktes überwacht. Zusätzlich bieten fortwährende Produktinnovation und Produktoptimierungen Mitigationsmöglichkeiten. 3.2 Finanzrisiken Finanzrisiken werden regelmäßig geprüft. Es gibt konzerninterne Vorgaben, um Finanzrisiken rechtzeitig zu erkennen, zu prüfen und zu bewerten. Durch ein monatliches und quartalsweises schriftliches Reporting sowie eine laufende Kommunikation der Verantwortlichen erfolgt ein gleichzeitiger Abgleich mit der Planung. Je nach Höhe der Abweichung haben die Leitungsfunk- tionen von BRAIN ausreichend Zeit, steuernd einzugreifen. Das konzerneinheitliche Berichtsdo- kument für alle Bereiche der Gruppe wurde in diesem Jahr weiterentwickelt und verbessert. a) Abschreibung von Vorräten/ Vermögenswerten und Finanzierungsrisiken bei Tochtergesell- schaften In Anbetracht des Umsatz- und Ergebniswachstums bei einigen Tochtergesellschaften und der Vorhaltung der Ressourcen für das Wachstum, besteht das Risiko, bei geringerem Wachstum in den Tochtergesellschaften Verluste zu realisieren. Unter Umständen könnte dies zu Finanzie- rungsproblemen oder bilanziellen Konstellationen führen, die eine Wertminderung immaterieller Vermögensgegenstände der Gesellschaften oder eine Wertminderung materieller Vermögensge- genstände zur Folge haben. Dies betrifft die Segmente BioScience und BioProducts. Das Risiko ist im Vergleich zum Vorjahr gleichgeblieben und wird als „Mittleres Risiko“ eingestuft. b) Goodwill Impairment / Beteiligungsbewertung Dieses Finanzrisiko betrifft die Segmente BioScience und BioProducts. Mit der zum Vorjahr un- veränderten Ausprägung „Mittleres Risiko“ wäre bei ungünstiger zukünftiger Entwicklung eine mögliche Wertminderung von erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerten sowie anderen imma- teriellen Vermögenswerten aus Unternehmenskäufen zu erwähnen. Gegenüber dem Vorjahr ist das Risiko unverändert. Weitere Informationen hierzu befinden sich im Konzernanhang im Ab- schnitt „Werthaltigkeitstests“. Anlage 6 Seite 31 c) Finanzierungsrisiko Die Gesellschaft nimmt momentan als Alternative zur Eigenkapitalfinanzierung zunehmend Fremdkapital auf Holdingebene auf. Durch das weiterhin wachsende operative Geschäft in den Bereichen BioProducts und BioScience besteht in den kommenden zwei Jahren noch Kapitalbedarf, um die negativen ope- rativen Cashflows zu decken. Das Finanzierungsrisiko besteht in Wettbewerbsnachteilen als Folge eines höheren Verschuldungsgrades sowie in möglicherweise steigenden Zinsen und An- forderungen an eine Kreditabsicherung. Die Gesellschaft hat bereits geeignete Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität des kommenden Jahres, wie z.B. die Bereitstellung von weiterem Fremd- kapital auf Ebene der Holding, getroffen. Diese erwähnten Maßnahmen ermöglichen es der Ge- sellschaft, den geplanten Zahlungsverpflichtungen über das Geschäftsjahresende 2023/24 hin- aus nachzukommen. Dieses Risiko betrifft alle drei operativen Segmente sowie die Holding und wirdweiterhin als „Mitt- leres Risiko“ eingestuft. Innerhalb dieser Kategorie hat der RiskScore jedoch zugenommen. d) Finanzierung von Optionsverbindlichkeiten Zum 30. September 2023 verfügt die BRAIN über Zahlungsmittel in Höhe von 5,4 Mio. €. Darüber hinaus steht der BRAIN ein nur partiell ausgenutzter Darlehensrahmen in Höhe von 7,0 Mio. € (zum 30.09.2023 bereits in Höhe von 4,0 Mio. € in Anspruch genommen) zur Verfügung. Wir gehen von der Ausübung der Put-Optionen für die verbleibenden restlichen Anteile seitens der Minderheitsaktionäre in der erstmöglichen Periode aus (1. Januar bis 31. März 2025). Dies würde die Liquidität im Geschäftsjahr 2024/25 in Höhe von rund 3,6 Mio. € belasten. Das Risiko wird daher insgesamt wie auch im Vorjahr als „Mittleres Risiko“ eingestuft und betrifft das Segment BioProducts. e) Währungsrisiko Das Währungsrisiko besteht in einer negativen Wechselkursentwicklung gegeben der Währungs- positionen, die BRAIN einnimmt. Es handelt sich hier im Wesentlichen um USD-Risiken. Dieses Risiko wird wie auch im Vorjahr als „Mittleres Risiko“ eingeschätzt und betrifft die Sparte BioPro- ducts. Das Risiko wird zunehmend mitigiert durch eine Verringerung der USD-Position mittels Verschiebung auf EU-Lieferanten sowie durch natürliche Hedgingstrategien. Letzteres wird durch die Steigerung von USD-Umsätzen realisiert. f) Zinsrisiko Das Zinsrisiko besteht in einer steigenden Marktzinsentwicklung, die die Liquiditätsbeschaffung durch BRAIN verteuert. Im Berichtsjahr hat die EZB den Referenzzinssatz deutlich angezogen, was zu spürbaren erhöhten Kosten für die Liquiditätsbeschaffung geführt hat. Insgesamt ist die Folge für BRAIN nach wie vor überschaubar da die bestehenden Darlehen weiter zurückgeführt werden konnten und in längerfristige Verbindlichkeiten umgeschichtet wurde. Anlage 6 Seite 32 Das Risiko wird daher insgesamt wie auch im Vorjahr als „Mittleres Risiko“ eingestuft und betrifft die Segmente BioProducts und BioScience. 3.3 Rechtliche Risiken Generell ist BRAIN bestrebt, rechtliche Risiken zu vermeiden, bzw. hat Vorkehrungen getroffen, rechtliche Risiken einzuschätzen und zu bewerten. Die rechtlichen Bereiche, die mit einem Risiko versehen sind, beziehen sich auf Rechtsstreitigkeiten bei Patenten und Lizenzen, auf Sachver- halte im Bereich Aufsichtsrecht/Kapitalmarkt, auf Compliance Themen und auf allgemeine Rechtsstreitigkeiten mit internationalen Konzernen. Durch die zunehmende Industrialisierung und Internationalisierung des Geschäfts von BRAIN steigt auch das Risiko einer Rechtsstreitigkeit mit einem internationalen Konzern. BRAIN schätzt die Wahrscheinlichkeit von vertraglichen Risiken für den Eintritt eines Rechtsstreits derzeit als gering ein. Im Falle eines Rechtsstreits, hätte dies negative Auswirkungen auf das Ergebnis. Eine Quantifizierung ist derzeit nicht abzuschätzen, da keine wesentlichen Rechtsstreitigkeiten vorlie- gen. a) Änderungen von legalen Vorschriften Weiterhin besteht immer das Risiko, dass sich legale Vorschriften innerhalb der nächsten Jahre ändern (z.B. im Steuer- oder Kapitalmarktrecht oder bei sonstigen legalen Vorschriften). Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Gesetze in einem Bereich ändern, sind sehr wahrscheinlich, hin- gegen die Auswirkungen auf ein Geschäftsergebnis nicht abschätzbar, würden aber die gesamte Industrie treffen. Dieses Rechtsänderungsrisiko kann zu Beschränkungen in der Geschäftstätigkeit wie auch zu höheren Kosten führen. Diesem Risiko wird durch eine regelmäßige Überwachung der für BRAIN relevanten Vorschriften entgegengewirkt, damit rechtzeitig notwendige Maßnahmen eingeleitet werden, um direkte und indirekte Folgen weitestgehend einzudämmen. Das Risiko wird weiterhin als „Mittleres Risiko“ eingestuft und betrifft die Segmente BioScience, BioProducts.und Bio- Incubator. Innerhalb dieser Kategorie hat der RiskScore jedoch zugenommen. b) Compliance Risiken BRAIN unterliegt einer Vielzahl gesetzlicher und regulatorischen Anforderungen in einem inter- nationalen Kontext. Diese Anforderungen sind erfasst und Schulungen werden hierfür innerhalb von BRAIN durchgeführt. Darüber hinaus werden regelmäßige Kontrollen bezüglich der Einhal- tung von Vorschriften durchgeführt. Anlage 6 Seite 33 Für die Bereiche Arbeitsschutz und Datenschutz sind jeweils spezifische Personen beauftragt. Das Risiko wird wie im Vorjahr als „Mittleres Risiko“ eingestuft und betrifft alle drei operativen Segmente sowie die Holding. c) Schutzrechten / IP Risiken BRAIN ist ein Forschungsunternehmen, dessen Strategie auf einer wettbewerbsfähigen IP-Basis beruht. Die Wahrscheinlichkeit, in wesentliche Patenstreitigkeiten zu geraten, ist gegeben, hat aber vermutlich keine Auswirkungen auf das Ergebnis von BRAIN. Bestehende Patentstreitigkei- ten haben entweder nur geringe Auswirkungen auf das Ergebnis oder führen wahrscheinlich zu keinem wesentlichen Schaden. Hauptrisiko wäre hierbei, dass ein Unternehmen eine „Freedom to operate“ (Freistellungserklä- rung) fordert. Im immer engmaschigeren IP-Geflecht der international erteilten Patente wird es zunehmend schwieriger werden, alle relevanten Patente in den entsprechenden Patentrecher- chen zu finden. Hier könnte es sein, dass unter Umständen Patente nicht gefunden werden und ohne Absicht Patentverletzungen begangen werden könnten. Dieses Risiko betrifft die Segmente BioScience, BioIncubator und BioProducts. Das Risiko wird, wie auch im Vorjahr, als „Mittleres Risiko“ eingestuft. 3.4 Sonstige Risiken a) IT-Risiken IT-Risiken bestehen sowohl bezüglich der Verfügbarkeit von Systemen und Daten als auch der der Integrität und Exklusivität der Daten. Die Risiken können sich als Folge von Fehlern und als Folge von bewussten Handlungen manifestieren. Letzteres wird dem Bereich der Cyberrisiken zugeordnet. Zusätzlich nehmen Angriffe durch Cyberkriminalität in den letzten Jahren deutlich zu. Da die Digitalisierung im Allgemeinen wie auch bei BRAIN voranschreitet, nimmt die Abhängigkeit von IT-Systemen zu. Das Risiko ist darum von „Geringes Risiko“ auf „Mittleres Risiko“ hochgestuft worden und betrifft alle drei operativen Segmente sowie die Holding. BRAIN hat adäquate Maßnahmen ergriffen, um die IT-Risiken so gut wie möglich zu beherrschen. Diese Maßnahmen bestehen im Wesentlichen in IT-Sicherheitsmaßnahmen, wie Firewalls, Vi- renscanner, Netzwerkschutz, Data-Encryption, die zeitnahe Aktualisierung der verwendeten Soft- ware, Authentifizierung mit mehreren Faktoren und die Durchführung regelmäßiger Datensiche- rungsmaßnahmen. Bezüglich der Datenexklusivität ist ein Datenschutzbeauftragter angestellt worden, der die Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung innerhalb von BRAIN sicherstellt. b) Personal BRAIN verfügt insgesamt über gut ausgebildetes Personal, das durch die operativen Tätigkeiten laufend weiteres Know-how ansammelt. Der Trend der letzten Jahre zeigt, dass aufgrund des Anlage 6 Seite 34 Fachkräftemangels insbesondere Stellen bereits erfahrener Wissenschaftler, Ingenieure und La- bormitarbeiter teilweise nur mit hohem Aufwand besetzt werden können. Hierbei beobachten wir teilweise höhere Gehaltsgefüge bei Mitbewerbern. Daraus resultiert das Risiko, dass bei unzu- reichenden finanziellen und nicht-finanziellen Anreizen qualifizierte Mitarbeitende abwandern könnten. Zur adäquaten Incentivierung wurde bereits im Geschäftsjahr 2015/16 ein Bonuspro- gramm für Mitarbeitende der BRAIN Biotech AG eingeführt, das jährlich durch den Vorstand zu beschließen ist. Das Risiko des Verlusts von Wissensträgern in Schlüsselpositionen ist gegenüber dem Vorjahr unverändert und stellt weiterhin ein „Mittleres Risiko“ für BRAIN dar. Dieses Risiko betrifft alle Segmente, hauptsächlich jedoch die Segmente BioScience und BioIncubator. c) Risiken im Zusammenhang mit der globalen Lieferkette Die Lieferketten haben sich trotz der Einschränkungen bei der weltweiten Logistik als weitgehend stabil erwiesen, allerdings hatten lange Lieferzeiten für bestimmte Produkte aufgrund der ange- spannten Liefersituation bereits dämpfende Effekte auf ein noch dynamischeres Wachstum im Segment BioProducts. Die Situation hat sich im Berichtsjahr signifikant entschärft. Sie bleibt aber potenziell vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Risiken bestehen. Dieses Risiko betrifft sowohl das Segment BioScience, als auch das Segment BioProducts. Das Risiko wird weiterhin als „Mittleres Risiko“ eingestuft. Innerhalb dieser Kategorie hat der Risk Score jedoch abgenommen. d) Inflation und Energieversorgung BRAIN ist zum ordnungsgemäßen Geschäftsbetrieb auf eine stabile Energieversorgung mit Gas, Öl und Strom angewiesen. Vor allem Gas und Strom spielen eine entscheidende Rolle im F&E Betrieb, der Produktion von Enzymen und anderen Produkten sowie zur Konservierung unserer Bio-Archive. Eine ausreichende und unterbrechungsfreie Versorgung mit Energie ist daher essenziell für die BRAIN-Gruppe und bildet eine Grundlage unserer Gesamtjahresprognose. BRAIN ist in größeren Teilbereichen ein Zulieferer für die Nahrungsmittel und Pharma-Industrie und dürfte in diesen Bereichen als systemrelevant eingestuft werden. Die benötigten Energiemengen in den For- schungsbetrieben und anderen Teilbetrieben liegen im Bereich der Grundversorgung, was das Risiko einer Abschaltung dem Haushaltssektor angleicht. Neben den Risiken aus der Versor- gungssicherheit ergeben sich für BRAIN auch Kostenrisiken durch erhebliche Energiepreisstei- gerungen und Energiepreisschwankungen. Diese können unter Umständen nicht vollständig oder nur mit Zeitverzug an Kunden weitergegeben werden. Hierdurch könnte es zu negativen Auswir- kungen auf die Ertragslage der Gruppe kommen. Anlage 6 Seite 35 Die Energiemarktlage hat sich im Berichtsjahr stabilisiert. Allerdings ist nach wie vor von einer erhöhten Preisvolatilität die Rede und kann es bei einer weiteren Anspannung der geopolitischen Lage leicht zu erneuten Preissteigerungen kommen. Das Risiko wird insgesamt unverändert als „Mittleres Risiko“ eingestuft und betrifft insbesondere die Segmente BioScience und BioProducts. 3.5 Nachhaltigkeit und ESG Nachhaltigkeit ist ein zentrales Element unserer Unternehmensstrategie mit unseren bio-basier- ten Produkten und Services zu einem nachhaltigeren Wachstum bei unseren Kunden und Ko- operationspartnern beizutragen. BRAIN sieht daher die auch politisch forcierte Wandlung der Ökonomie zu nachhaltigen Wirtschaftskreisläufen als eindeutige Chance für das Unternehmen, beschleunigtes Wachstum generieren zu können. Diese beschleunigte Wachstumsperspektive gilt für alle Geschäftsbereiche. Auch BRAIN selbst überprüft ihr eigenes wirtschaftliches Handeln regelmäßig im Hinblick auf die eigenen Nachhaltigkeitsziele. Die BRAIN Biotech AG hat im Jahr 2022 freiwillig Ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Hierhin haben wir ambitionierte Nachhaltigkeitsziele für die Jahre 2032 und 2050 definiert. Mit der Genehmigung durch die Haupt- versammlung im Jahr 2023 haben diese Nachhaltigkeitsziele auch direkt Einzug in das neue Ver- gütungssystem des Vorstands gefunden. Direkt verantwortlich im Vorstand für die Umsetzung der ESG-Strategie ist der CFO. Auf operativer Ebene gibt es eine verantwortliche ESG-Manage- rin. Der gesamte Aufsichtsrat ist gemeinschaftlich verantwortlich für die Weiterentwicklung und Umsetzung der ESG-Strategie. Im Geschäftsjahr 2022/23 haben wir nun mit konkreten Projekten zur Umsetzung der ESG-Strategie begonnen. Hierzu gehören mehrere Maßnahmen wie bei- spielsweise ein Photovoltaikprojekt zur Energieeinsparung sowie etliche Maßnahmen zur Ver- besserung der Arbeitsproduktivität, Arbeitsflexibilität und Arbeitsergonomie. In einem jährlich ak- tualisierten Factsheet informieren wir unsere Stakeholder über aktuelle ESG- Kennzahlen der BRAIN-Gruppe. Zusätzlich veröffentlicht die BRAIN eine jährliche Erklärung im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) und des Nachhaltigkeitskodex der Vereinten Nationen (UN GC). Um auch zukünftigen Nachhaltigkeitsberichtpflichten wie z.B. der CSRD-Berichterstat- tung vollumfänglich nachzukommen, hat BRAIN bereits in eine Software-assistierte Lösung zur systematischen Erfassung auch nicht-finanzieller Daten investiert. Insgesamt ergeben sich hier aus Sicht der Gesellschaft mehr Chancen als Risiken. Anlage 6 Seite 36 3.6 Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten Bei BRAIN werden Finanzinstrumente1 nur bis zu einem Umfang verwendet, der für die Beurtei- lung der Vermögens- Finanz- und Ertragslage oder der voraussichtlichen Entwicklung des Kon- zerns nicht relevant ist. Für weitere Informationen wird auf das Kapital „Risikomanagement“ im Konzernanhang verwiesen. 4. Chancenbericht Chancen aus Forschung und Entwicklung Segment BioScience Das Segment BioScience beinhaltet die wissens- und forschungsintensive Auftragsforschung für Kunden. Wir bauen weiterhin unsere Marktposition als Dienstleister in der industriellen Biotechnologie aus. Hier stellen wir unseren Partnern Forschungsdienstleistungen, Lösungskompetenz sowie Zugang zu unseren Wertstoffbibliotheken zur Verfügung. Die BRAIN Biotech AG verfügt hier über ein gewachsenes industrielles Netzwerk und baut dieses kontinuierlich aus. Das industrielle Netz- werk wird durch ein gewachsenes Forschungs- und Universitätsnetzwerk ergänzt. Das Segment BioScience fokussiert sich inhaltlich auf die Bereiche Ernährung, Gesundheit und Umwelt Segment BioIncubator Aus dem New Business Development wird unser Inkubator für Lösungen und Produkte gespeist. Hier erschließt BRAIN mit Innovationen neue Märkte in den Bereichen Ernährung, Gesundheit und Umwelt. Dies erfolgt auf eigene Rechnung und/oder mit industriellen Partnern. Die Chancen aus Forschung und Entwicklung im Segment BioIncubator lassen sich folgender- maßen bewerten: 1 Definiert als Kauf-, Tausch- oder anderweitig ausgestattete Fest- oder Optionsgeschäfte, die zeitlich verzögert zu erfüllen sind und deren Wert sich vom Preis oder Maß eines Basiswerts ableitet, insbesondere mit Bezug auf die folgenden Basiswerte: Devisen, Zinssätze, Wertpapiere, Rohstoffpreise sowie Indizes bezogen auf diese Basis- werte sowie andere Finanzindizes. Finanzanlagen werden nicht als Instrumente zum Risikomanagement einge- setzt. Die Darlehen des Konzerns dienen der Finanzierung der Konzernaktivitäten und der Vermeidung von Liquidi- tätsrisiken. Anlage 6 Seite 37 Chance rNPV Markt Potenzial Fermented Beverages & Ingredients Mittel Perillic Active, Anti-Microbial Mittel Gold from Waste Streams Mittel Aurase Wound Debridement Hoch PHA121, HAE Pharma Compound Hoch Akribion Genomics (G-dase E / G-dase M) Sehr Hoch Einige Beispiele hierfür sind: Genom-Editierung in der industriellen Biotechnologie Genom-Editierung ist eine molekularbiologische Technik zur zielgerichteten und präzisen Verän- derung von DNA. Hierzu werden Nukleasen (Enzyme) als "Gen-Schere" eingesetzt. Diese Tech- nologie bildet die Grundlage für viele Innovationen z.B. in den Bereichen industrieller Produktion, pflanzlicher Ernährung, zirkulärer Wirtschaftskreisläufe oder Medizin. BRAIN Biotech hat mit den proprietären Enzymen G-dase® M und G-dase® E die ersten Ent- wicklungsphasen für klassische und auch neuartige Genom-Editierungs-Systeme erfolgreich ab- geschlossen. Im Bereich der industriellen Biotechnologie setzt BRAIN Biotech diese Systeme ein, um Mikroorganismen gezielt zu verändern oder zu verbessern. Auf diese Weise ist BRAIN Bio- tech in der Lage, Mikroorganismen zu befähigen wertvolle Produkte zu bilden. Dazu zählen unter anderem mikrobielle Produktionssysteme, die in der Lage sind Proteine und Enzyme für die in- dustrielle Nutzung zu produzieren. G-dase® M und G-dase® E wurden bereits in zahlreichen Mikroorganismen im Rahmen von Eigenentwicklungen und Kundenprojekten erfolgreich einge- setzt. Die Nutzung der Technologie durch Lizenzierung bietet BRAIN Biotech ebenfalls an. Zum Schutz der Nuklease-Sequenzen wurden verschiedene Patentanträge eingereicht. Das erste G- dase® E -Patent wurde in Europa bereits erteilt. Genom-Editierung als Therapeutikum Die G-dase® E Nuklease besitzt durch ihren neuartigen Wirkmechanismus, der sich stark von anderen Genom-Editierungstools unterscheidet, ein enormes Anwendungspotenzial in der Hu- manmedizin. Um dieses Potenzial zu erschließen, plant BRAIN Biotech, die Technologie für den Therapeutika-Bereich unter der Marke Akribion Genomics auszugliedern, um eine zielgerichtete Entwicklung einer neuen Klasse genetisch-basierter, flexibel programmierbarer Krebstherapien voranzutreiben. Über die Onkologie hinaus bietet G-dase® E vielfältige Anwendungsmöglichkei- ten, z.B. in der Entwicklung und Produktion von Zelltherapeutika oder der Behandlung von Infek- tionskrankheiten. Innovative Wirkstoffe für die pharmazeutische Industrie BRAIN hat im Rahmen eines selbstfinanzierten Forschungsprojektes ein Enzym entdeckt, mit dem Fliegenmaden den Wundbelag chronischer Wunden verflüssigen („Madentherapie“). Das Unternehmen hat für dieses Enzym einen biotechnologischen Produktionsprozess entwickelt. Die Reinigung chronischer Wunden ist der erste Schritt in der Wundtherapie und häufig die Ursache Anlage 6 Seite 38 für lange Behandlungszeiten. Das Projekt wurde in der SolasCure Ltd. ausgegründet und die Phase 2a der klinischen Prüfung abgeschlossen. Momentan werden Finanzierungsformen für die weitere klinische Entwicklung eruiert. Unsere Tochtergesellschaft AnalytiCon Discovery GmbH hat einen pharmakologisch aktiven Wirkstoff entdeckt und entwickelt, der bei der seltenen Krankheit Heriditäres Angioödem (HAE) sowohl in der akuten Behandlung als auch zur Prophylaxe einen verbesserten Therapieansatz für Patienten verspricht. Die an der Nasdaq, USA, notierte Pharvaris N.V. besitzt eine Lizenz von AnalytiCon Discovery zur klinischen Entwicklung und Erprobung des neuartigen Medikaments. Bei erfolgreicher Markteinführung stehen BRAIN Meilenstein- und Lizenzzahlungen in erhebli- chem Umfang zu. Pflanzenbasierte Süßstoffe BRAIN widmet sich u.a. der zunehmenden Nachfrage nach pflanzenbasierten Süßstoffen für ge- sündere Lebensmittel. BRAIN verfügt über eine Auswahl von pflanzenbasierten Süßstoffen und Süßkraftverstärkern, die mit der patentgeschützten „Human Taste Cell”-Technologie (HTC-Tech- nologie) im Rahmen von Screenings in Naturstoffen identifiziert wurden. Aus den so identifizierten Substanzen können wir natürliche Süßstoffe für verschiedene Anwendungen, Märkte und Ver- brauchergruppen entwickeln. Für die Akzeptanz beim Verbraucher ist ein angenehmes Ge- schmacksprofil entscheidend. Die BRAIN eruiert momentan mit welchem industriellen Partner die nächsten Stufen der Markteinführung durchgeführt werden. Fermentierte Lebensmittel Fermentierte Lebensmittel sind mehr als nur ein weiterer „Superfood“ Trend. Zu Recht stehen sie im Fokus gesundheitsbewusster Konsumenten, da sie auf vielen Gebieten punkten: Verzicht auf Konservierungsmittel, Aufwertung/Verdaulichkeit von pflanzenbasierten Grundnahrungsmitteln, Entdeckung immer neuer gesundheitsfördernder Inhaltsstoffe und eine quasi unbegrenzte Fülle neuer Geschmackserlebnisse. BRAIN kann durch seine biologischen und technologischen Res- sourcen das Marktbedürfnis nach neuen Starterkulturen bedienen. Der BRAIN-Gruppe bietet sich hier die Möglichkeit, sowohl als Innovator als auch als produzierendes Unternehmen aufzutreten und an einem attraktiven Markt (für 2032 vorhergesagtes Volumen 989 Mrd. USD) nicht nur teil- zuhaben, sondern völlig neue Produktkategorien zu erschließen. Gold from Waste-Streams, Urban Mining Unsere mikrobielle Gold-Rückgewinnung ersetzt herkömmliche Recyclingprozesse, wobei Che- mikalien durch biologische Metallextraktionen ersetzt werden. Dies reduziert den Einsatz aggres- siver und teilweise toxischer Chemikalien. Darüber hinaus benötigt der biologische Prozess we- niger Energie und reduziert damit deutlich den CO2-Fußabdruck des Metallgewinnungsprozes- ses. Neben Gold können auf diese Weise auch andere Edelmetalle und Metalle wie Lithium und Kobalt aus Elektroschrott, Verbrennungsanlagen-Schlacke, EV-Batterien und anderen Abfällen mineralischen Ursprungs zurückgewonnen werden („Urban Mining“). Anlage 6 Seite 39 Geschäftsbezogene Chancen Segment BioProducts: Wir beschreiten weiterhin den in den Vorjahren begonnenen Weg zur Vorwärtsintegration im Be- reich BioProducts. Die BRAIN Biotech AG hat sich zum Ziel gesetzt, die gesamte Wertschöp- fungskette vom Labor bis zur Produktion abzudecken. Dies ermöglicht uns, an der Wertschöp- fungskette hin zum Kunden zu partizipieren sowie Umsätze über den gesamten Lebenszyklus der Produkte zu generieren. Das positive organische Wachstum im abgelaufenen Geschäftsjahr hat gezeigt, dass diese Strategie trotz des insgesamt schwierigen allgemeinen wirtschaftlichen Umfelds aufgeht. Für BRAIN besteht hier die Chance, diesen Pfad weiter zu beschreiten und die Umsätze und Ergebnisse erfolgreich zu verbessern. Dies ist der konsequente Schritt vom For- schungs- zum Industrieunternehmen. Diese Vorwärtsintegration bietet die Möglichkeit, nicht nur als Innovator, sondern auch als produzierendes Unternehmen aufzutreten. Darüber hinaus ist auch eine aktive M&A Strategie mit einem Fokus auf industrielle profitable Unternehmen in an- grenzenden Bereichen oder Märkten im Wesentlichen im Enzymgeschäft als eine Chance zu nennen. Unternehmensführung: Der Vorstand arbeitet fortlaufend daran, Kosten- und Umsatzsynergien innerhalb der Unterneh- mensgruppe zu realisieren. Dies erfordert eine starke Vernetzung der Tochtergesellschaften un- tereinander und eine zentrale Leistungs- und Zielkontrolle. Zu diesem Zweck hat die BRAIN das gesamte Industriegeschäft der Gruppe unter der Leitung von Biocatalysts Ltd. organisatorisch und rechtlich zum Ende des Geschäftsjahrs zusammengeführt. 5. Anpassungen des Risiko- und Chancenmanagementsystems in 2023/24 Einleitung Der Vorstand hat im Januar 2023 eine Revision des Risiko- und Chancenmanagement Systems entschieden. Es gab dazu zwei Anlässe: 1. Das bestehende Risiko- und Chancenmanagement System wurde von den Geschäftsbe- reichen nur bedingt zur aktiven Steuerung des Geschäftsbetriebs angenommen und konnte somit sein Potenzial nicht völlig entfalten. 2. Die Gesetzgebung hat sich weiterentwickelt und im Rahmen des StaRUG (Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen) ist ein Frühwarnsys- tem für materielle Risiken verpflichtend umzusetzen. Anlage 6 Seite 40 Wesentliche Veränderungen Das neue RMS setzt primär bei der Realisierung der gruppeninternen Ziele an. Dadurch erhalten die Ergebnisse direkt eine höhere Relevanz für die Steuerung aller Unternehmensbereiche. Die Schritte aus dem bestehenden RMS bleiben beibehalten, sie werden jedoch anders ausgestaltet. Der Vorstand legt im neuen RMS eine Risiko-Toleranz fest, als Schwellenwert bezüglich des Eingehens von Risiken, die relevant für die Erreichung der Unternehmensziele sind. Dabei orien- tiert er sich an der Risikotragfähigkeit der BRAIN-Gruppe, die sowohl das EBITDA als auch das Eigenkapital und die Marktkapitalisierung als Grundlage nimmt. Somit wird der Diversität der un- terschiedlichen Einheiten (Produktions- und forschungsorientiert) der BRAIN-Gruppe adäquat Rechnung getragen. Risiko und Chancen werden nach wie vor regelmäßig identifiziert und eine erste Bewertung un- terzogen. Neben einem „typischen“ Schaden, wird auch ein „hoher“ Schaden in Betracht gezo- gen, um eine bessere Betrachtung von Risikoereignissen mit hohem Schadensvolumen und nied- riger Eintrittswahrscheinlichkeit zu ermöglichen. Diese Risiken sind oftmals eher als bestandsge- fährdend in Betracht zu ziehen. Die Risiken, die über einem zu definierenden Schwellenwert liegen, werden detaillierter unter- sucht. Während dieser Untersuchung werden die Treiber für die Wahrscheinlichkeit und die Scha- denhöhe identifiziert und quantifiziert. Diese Treiber bilden ebenfalls die Basis für Risikoindikato- ren, insbesondere dann, wenn risikomitigierende Maßnahmen nicht umsetzbar sind. Zudem wird eine Risikoverteilung auf Basis der Wahrscheinlichkeitseinschätzung und der Schadenhöheein- schätzung erstellt, die auf Einzelrisikoebene Risikomanagementmaßnahmen mitbestimmt und mit den anderen analysierten Risiken, das Risikoprofil der gesamten BRAIN Gruppe ausmacht. Es ist beabsichtigt, eine umfassende Analyse einmal pro Jahr und Aktualisierungen des Risi- koprofils pro Quartal oder anlassbezogen (Ad-hoc) durchzuführen. Anlage 6 Seite 41 VI. Übernahmerelevante Angaben gem. § 315a HGB Die nachfolgenden Angaben geben die Verhältnisse am Bilanzstichtag 30. September 2023 wie- der. Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals (Nr. 1) Das Grundkapital der BRAIN Biotech AG beträgt zum Bilanzstichtag 21.847.495 €. Das Grund- kapital ist eingeteilt in 21.847.495 Stückaktien, auf die jeweils ein anteiliger Betrag des Grundka- pitals von 1,00 € entfällt. Die Anteile sind voll einbezahlt und lauten auf den Namen. Die Gesell- schaft hält am Bilanzstichtag keine eigenen Aktien. Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Überprüfung von Aktien betreffen (Nr. 2) Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, auch wenn sie sich aus Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern ergeben können, sind dem Vorstand der Gesell- schaft nicht bekannt. Anteilsbesitz mit mehr als 10% der Stimmrechte (Nr. 3) Die MP Beteiligungs-GmbH, Kaiserslautern, hält zum 30. September 2023 45,4% am Kapital der Gesellschaft. Weitere Anteilseigner mit einem Anteilsbesitz von mehr als 10% der Stimmrechte gibt es zum 30. September 2023 nicht. Inhaber von Aktien mit Sonderrechten (Nr. 4) Bei der BRAIN Biotech AG gibt es keine Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verlei- hen. Stimmrechtskontrolle am Kapital beteiligter Arbeitnehmer (Nr. 5) Stimmrechtskontrollen für am Kapital beteiligte Arbeitnehmer, für den Fall nicht unmittelbar aus- zuübender Kontrollrechte, liegen nicht vor. Regeln über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern (Nr. 6) Nach § 84 AktG und der Satzung der BRAIN Biotech AG werden die Mitglieder des Vorstands vom Aufsichtsrat bestellt. Gemäß § 7 der Satzung der BRAIN Biotech AG besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen. Die Anzahl der Vorstandsmitglieder bestimmt der Aufsichts- rat. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden des Vorstands und einen stellvertretenden Vorsit- zenden des Vorstands ernennen sowie stellvertretende Vorstandsmitglieder bestellen. Besteht der Vorstand aus mehreren Mitgliedern, werden Beschlüsse des Vorstands mit einfacher Stim- menmehrheit gefasst. Hat der Aufsichtsrat einen Vorsitzenden des Vorstands ernannt und be- steht der Vorstand aus mindestens drei Mitgliedern, ist bei Stimmengleichheit dessen Stimme ausschlaggebend. Anlage 6 Seite 42 Regeln zu Änderungen der Satzung (Nr. 6) Änderungen der Satzung bedürfen gem. § 179 AktG und der Satzung der BRAIN Biotech AG eines Beschlusses der Hauptversammlung. Die Beschlüsse der Hauptversammlung bedürfen der einfachen Stimmenmehrheit, sofern nicht das Gesetz zwingend eine größere Mehrheit vor- schreibt. Vorstandsbefugnisse bezüglich Ausgabe und Rückkauf von Aktien (Nr. 7) Die BRAIN Biotech AG verfügt über ein genehmigtes und bedingtes Kapital wie folgt: Genehmigtes Kapital Mit Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 9. März 2022 wurde ein genehmigtes Kapital in Höhe von 4.369.499 € geschaffen (Genehmigtes Kapital 2022 / I). Das Genehmigte Kapital 2022 / I wurde am 28. März 2022 in das Handelsregister eingetragen. Der Vorstand wurde er- mächtigt, mit der Zustimmung des Aufsichtsrates in der Zeit bis zum 8. März 2027 das Grundka- pital der Gesellschaft einmalig oder mehrmals, höchstens jedoch um bis zu nominal 4.369.499 € durch die Ausgabe von bis zu 4.369.499 neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bar- und /oder Sacheinlage zu erhöhen, wobei das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise ausgeschlossen werden kann. Wenn die neuen Aktien gegen Bareinlagen ausgegeben werden, kann das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise ausgeschlossen werden, wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises nicht we- sentlich unterschreitet und die Anzahl der in dieser Weise unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Aktien insgesamt 10% des Grundkapitals nicht überschreitet. Am Abschlussstichtag 30. September 2023 bestand sonach ein genehmigtes Kapital in Höhe von 4.369.499 €. Bedingtes Kapital Gemäß § 5 Absatz 3, 4, 5 und 6 der Satzung ist das Grundkapital um 2.184.749 € durch die Ausgabe von bis zu 2.184.749 neuer, auf den Namen lautender Stückaktien (Bedingtes Kapital 2023 / I) sowie um weitere 63.000 € durch die Ausgabe von bis zu 63.000 neuer, auf den Namen lautender Stückaktien (Bedingtes Kapital 2015 / II), durch die Ausgabe von bis zu 1.233.600 neuer, auf den Namen lautender Stückaktien (Bedingtes Kapital 2019 / I) und durch die Ausgabe von bis zu 888.148 neuer, auf den Namen lautender Stückaktien (Bedingtes Kapital 2023 / II) bedingt erhöht. Das zum 30. September 2022 bestehenden bedingte Kapital in Höhe von 1.986.136 (bedingtes Kapital 2021/ I) wurde mit Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 8. März 2023 aufgeho- ben. Anlage 6 Seite 43 Das bedingte Kapital 2023 / I dient ausschließlich der Gewährung von Aktien an die Inhaber von Optionsschuldverschreibungen und Wandelschuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächti- gung des Vorstandes durch den Beschluss der Hauptversammlung vom 8. März 2023 von der Gesellschaft begeben werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird durch die Ausgabe von bis zu 2.184.749 neuer, auf den Namen lautender Stückaktien nur insoweit durchgeführt, wie die Inha- ber der Wandelschuldverschreibungen und/oder Optionsschuldverschreibungen von ihren Wand- lungsrechten bzw. Optionsrechten Gebrauch machen oder die zur Wandlung verpflichteten Inha- ber der Wandelschuldverschreibungen ihrer Pflicht zur Wandlung genügen, und soweit nicht an- dere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Eine Erhöhung des Grundkapitals aus dem Bedingten Kapital 2023 / I war zum Abschlussstichtag am 30. September 2023 nicht durch- geführt. Das Bedingte Kapital 2015 / II dient ausschließlich der Bedienung von Bezugsrechten aus Akti- enoptionen, die gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juli 2015 im Rahmen eines Aktienoptionsplans im Umfang von bis zu 63.000 Aktienoptionen mit Bezugsrechten auf Aktien der BRAIN Biotech AG mit einer Laufzeit von bis zu acht Jahren den Mitgliedern des Vor- stands der Gesellschaft, den Mitgliedern der Geschäftsführungen verbundener Unternehmen so- wie Führungskräften und sonstigen Mitarbeitern der Gesellschaft in hervorgehobener Position gewährt werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber der ausgegebenen Bezugsrechte hiervon Gebrauch machen und die Gesellschaft nicht zur Erfül- lung dieser Bezugsrechte eigene Aktien oder einen Barausgleich gewährt. Eine Erhöhung des Grundkapitals aus dem Bedingten Kapital 2015 / II war zum Abschlussstichtag am 30. September 2023 nicht durchgeführt. Das Bedingte Kapital 2015/ II wurde auf der ordentlichen Hauptversammlung am 7. März 2019 von ursprünglich 1.272.581 € auf 123.000 € reduziert, da dieses Kapital ausschließlich zur Absi- cherung bereits ausgegebener Aktienoptionen bestehen bleiben sollte. Auf der Hauptversamm- lung am 8. März 2023 wurde das bedingte Kapital um weitere 60.000 € auf 63.000 € reduziert. Die Ermächtigung zur Ausgabe von weiteren Aktienoptionen aus dem Bedingten Kapital 2015/ II wurde auf selbiger Hauptversammlung wieder entzogen und durch eine neue Ermächtigung er- setzt (siehe folgender Abschnitt). Durch Beschluss der Hauptversammlung am 7. März 2019 wurde das Grundkapital um 1.682.578 € durch die Ausgabe von bis zu 1.682.578 neuer, auf den Namen lautender Stückak- tien (Bedingtes Kapital 2019 / I) bedingt erhöht. Das Bedingte Kapital 2019/ I wurde auf der or- dentlichen Hauptversammlung am 8. März 2023 von ursprünglich 1.682.578 € um 448.978 € auf 1.233.600 € herabgesetzt Das bedingte Kapital dient ausschließlich der Bedienung von Bezugs- rechten aus Aktienoptionen, die den Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft und sonstigen Mitarbeitern der Gesellschaft in hervorgehobener Position gewährt werden. Der Vorstand ist er- mächtigt, mit der Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durch- geführt, wie die Inhaber der ausgegebenen Bezugsrechte hiervon Gebrauch machen und die Anlage 6 Seite 44 Gesellschaft nicht zur Erfüllung dieser Bezugsrechte eigene Aktien oder einen Barausgleich ge- währt. Eine Erhöhung des Grundkapitals aus dem Bedingten Kapital 2019 / I war zum Abschluss- stichtag am 30. September 2023 nicht durchgeführt. Das Bedingte Kapital 2023 / II dient ausschließlich der Bedienung von Bezugsrechten aus Akti- enoptionen, die gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung vom 8. März 2023 im Rahmen eines Aktienoptionsplans im Umfang von bis zu 888.148 Aktienoptionen mit Bezugsrechten auf Aktien der BRAIN Biotech AG mit einer Laufzeit von bis zu sechs Jahren den Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft und sonstigen Mitarbeitern der Gesellschaft in hervorgehobener Po- sition gewährt werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die In- haber der ausgegebenen Bezugsrechte hiervon Gebrauch machen und die Gesellschaft nicht zur Erfüllung dieser Bezugsrechte eigene Aktien oder einen Barausgleich gewährt. Eine Erhöhung des Grundkapitals aus dem Bedingten Kapital 2023 / II war zum Abschlussstichtag am 30. Sep- tember 2023 nicht durchgeführt. Aktienoptionen Durch Beschluss der Hauptversammlung am 8. März 2023 wurde der Vorstand ermächtigt, mit der Zustimmung des Aufsichtsrates im Rahmen eines Aktienoptionsplans bis zum 7. März 2028 bis zu 888.148 Aktienoptionen mit Bezugsrechten auf Aktien der BRAIN Biotech AG mit einer Laufzeit von bis zu sechs Jahren mit der Maßgabe auszugeben, dass jede Aktienoption das Recht zum Bezug einer Aktie und nach Maßgabe weiterer Bestimmungen gewährt. Zur Ausgabe von Aktien an Mitglieder des Vorstands der BRAIN Biotech AG gilt diese Ermächtigung allein für den Aufsichtsrat. Zur Absicherung und Bedienung der Aktienoptionen hat die Hauptversammlung das Grundkapital um 888.148.€ bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2023 / II). Wesentliche Vereinbarungen für den Fall eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeange- bots (Nr. 8) sowie Entschädigungsvereinbarungen für den Fall eines Übernahmeangebots (Nr. 9) Die Gesellschaft hat keine Vereinbarungen getroffen im Sinne des § 315a Abs. 4 Nr. 8 und 9 HGB. Anlage 6 Seite 45 VII. Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f und §315d HGB Die Erklärung zur Unternehmensführung der BRAIN Biotech AG gemäß 289f HGB und 315d HGB ist auf der Webseite https://www.brain-biotech.de/investor-relations/corporate-governance/ veröf- fentlicht. Zwingenberg den, 12. Dezember 2023 Adriaan Moelker Michael Schneiders Vorsitzender des Vorstands (CEO) Vorstand (CFO) BRAIN Biotech AG, Zwingenberg Konzernbilanz zum 30. September 2023 30.09.2023 30.09.2022 30.09.2023 30.09.2022 Anhang Tsd. € Tsd. € Anhang Tsd. € Tsd. € Langfristige Vermögenswerte Eigenkapital [20] Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwert [12] 15.215 16.764 Gezeichnetes Kapital 21.847 21.847 Sachanlagen [13] 28.720 28.737 Kapitalrücklage 93.457 92.660 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen [14] 1.456 1.938 Gewinnrücklagen -94.161 -85.197 Sonstige langfristige Vermögenswerte [18] 70 168 Sonstige Rücklagen 627 328 45.462 47.608 21.771 29.638 Nicht beherrschende Anteile 1.243 4.610 Eigenkapital gesamt 23.013 34.248 Kurzfristige Vermögenswerte Vorräte [15] 9.756 9.661 Langfristige Schulden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen [16] 9.442 8.036 Latente Steuern [10] 3.768 3.292 Rückstellungen für Leistungen nach Sonstige kurzfristige Vermögenswerte [18] 691 3.811 Beendigung des Arbeitsverhältnisses [5] 928 1.153 Ertragsteueransprüche [10] 56 0 Finanzverbindlichkeiten [21] 24.265 15.435 Sonstige finanzielle Vermögenswerte [17] 178 435 Sonstige Verbindlichkeiten [22] 966 1.709 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente [19] 5.352 8.443 Abgegrenzte Erträge [23] 518 766 25.476 30.384 30.445 22.356 Kurzfristige Schulden Rückstellungen [24] 895 654 Ertragsteuerverbindlichkeiten [10] 44 190 Finanzverbindlichkeiten [21] 4.741 8.437 Erhaltene Anzahlungen [25] 0 13 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen [26] 5.617 6.754 Sonstige Verbindlichkeiten [22] 3.251 3.350 Abgegrenzte Erträge [23] 2.932 1.990 17.479 21.388 AKTIVA 70.937 77.992 PASSIVA 70.937 77.992 BRAIN Biotech AG, Zwingenberg Konzerngesamtergebnisrechnung für den Zeitraum vom 01.10.2022 - 30.09.2023 12M 22/23 12M 21/22 01.10.2022 - 30.09.2023 01.10.2021 - 30.09.2022 Anhang Tsd. € Tsd. € Umsatzerlöse [1] 55.335 49.509 Erlöse aus Forschungs- und Entwicklungsförderungen [2] 890 786 Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen und unfertigen Leistungen 144 932 Sonstige Erträge [3] 771 1.845 Gesamtleistung 57.140 53.072 Materialaufwand [4] Aufwendungen für Roh-, Hilfs und Betriebsstoffe und bezogene Waren -24.380 -21.671 Aufwendungen für bezogene Leistungen -977 -1.323 -25.357 -22.994 Personalaufwand [5] Löhne und Gehälter -18.010 -17.301 Anteilsbasierte Vergütungen -714 -1.384 Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -3.276 -2.995 -22.000 -21.681 Sonstige Aufwendungen [7] -10.609 -9.706 EBITDA -826 -1.309 Abschreibungen [6] -4.654 -4.340 Betriebsergebnis (EBIT) -5.480 -5.648 Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen [14] -1.492 -2.426 Finanzerträge [8] 789 3.606 Finanzaufwendungen [9] -1.307 -1.696 Finanzergebnis -2.010 -516 Verlust der Periode vor Steuern -7.489 -6.165 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag [10] a) Laufender Steueraufwand/-ertrag -168 -226 b) Latenter Steueraufwand/-ertrag -457 50 -625 -176 Verlust der Periode -8.114 -6.341 Davon entfallen auf nicht beherrschende Anteilseigner 165 249 Davon entfallen auf die Aktionäre der BRAIN Biotech AG -8.279 -6.590 Ergebnis je Aktie [11] Ergebnis unverwässert (in €) -0,38 -0,30 Anzahl der zugrunde gelegten Aktien 21.847.495 21.847.495 Ergebnis verwässert (in €) -0,38 -0,30 Anzahl der zugrunde gelegten Aktien 21.847.495 21.847.495 Verlust der Periode -8.114 -6.341 Davon entfallen auf nicht beherrschende Anteilseigner 165 249 Davon entfallen auf die Aktionäre der BRAIN Biotech AG -8.279 -6.590 Sonstiges Ergebnis Ergebnis aus der Neubewertung von Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses [5] 25 901 Währungsumrechnung 290 -245 Sonstiges Ergebnis, netto 315 656 Konzerngesamtergebnis -7.799 -5.685 Davon entfallen auf nicht beherrschende Anteilseigner 156 231 Davon entfallen auf die Aktionäre der BRAIN Biotech AG -7.956 -5.916 Posten, die anschließend nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden * BRAIN Biotech AG, Zwingenberg Eigenkapitalveränderungsrechnung für den Zeitraum vom 01.10.2022 - 30.09.2023 Nicht beherrschende Anteile Konzernanhang (20) Anteil der Aktionäre der BRAIN Biotech AG Gezeichnetes Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Sonstige Rücklagen Total Total Gesamt Kapital Währungs-umrechnung Tsd. € Tsd. € Tsd. € Tsd. € Tsd. € Tsd. € Tsd. € Stand am 30. September 2021 / 1. Oktober 2021 21.847 95.890 -79.509 555 38.783 3.044 41.828 Periodenergebnis 0 0 -6.590 0 -6.590 249 -6.341 Sonstiges Ergebnis 0 0 901 -227 674 -17 656 Gesamtergebnis 0 0 -5.689 -227 -5.916 231 -5.685 Erwerb von Anteilen nicht beherschender Gesellschafter 0 0 0 0 0 1.335 1.335 Zugang Verbindlichkeit aus Put/Call- Vereinbarung zum Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen an vollkonsolidierten Konzernunternehmen 0 -3.978 0 0 -3.978 0 -3.978 Einstellungen aufgrund eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms 0 748 0 0 748 0 748 Stand am 30. September 2022 / 1. Oktober 2022 21.847 92.660 -85.198 328 29.638 4.610 34.248 Periodenergebnis 0 0 -8.279 0 -8.279 165 -8.114 Sonstiges Ergebnis 0 0 25 299 324 -9 315 Gesamtergebnis 0 0 -8.255 299 -7.956 156 -7.799 Ausübung von Put/Call- Vereinbarungen zum Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen an vollkonsolidierten Konzernunternehmen 0 0 1.795 0 1.795 -1.795 0 Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen an vollkonsolidierten Konzernunternehmen 0 0 -2.504 0 -2.504 -1.728 -4.232 Einstellungen aufgrund eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms 0 797 0 0 797 0 797 Stand am 30. September 2023 21.847 93.457 -94.161 627 21.770 1.243 23.013 BRAIN Biotech AG, Zwingenberg Konzernkapitalflussrechnung für den Zeitraum vom 01.10.2022 - 30.09.2023 12M 22/23 12M 21/22 01.10.2022 - 30.09.2023 01.10.2021 - 30.09.2022 Konzernanhang (19) Tsd. € Tsd. € Periodenergebnis nach Ertragsteuern -8.114 -6.341 Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 4.654 4.340 Latenter Steueraufwand/-ertrag 457 -50 Vereinnahmung abgegrenzte Erträge -3.125 -2.792 Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten -135 -231 Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen 1.492 2.426 Erfolgswirksame Veränderung der Nettopensionsrückstellungen 42 -217 Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge 376 -61 Erträge aus dem Verkauf von konsolidierten Einheiten 0 -2.167 Verluste aus Abgängen von Immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen -4 -28 Brutto Cashflow -4.356 -5.120 Veränderungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -1.325 -231 Veränderungen der Vorräte -41 -2.412 Veränderungen der Ertragsteueransprüche und -verbindlichkeiten -201 6 Veränderungen der Sonstigen Vermögenswerte und finanziellen Vermögenswerten 95 -352 Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -1.166 2.529 Veränderungen der Anzahlungen -12 3 Veränderungen der Rückstellungen und Sonstigen Verbindlichkeiten -703 1.587 Zugänge aus abgegrenzten Erträgen 3.492 2.505 Cashflow aus operativer Tätigkeit -4.218 -1.485 Netto-Zahlungen aus Unternehmenserwerben (abzüglich übernommener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) 0 -3.096 Netto-Zahlungen aus Unternehmensabgängen (abzüglich abgegangener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) 3.040 -1.071 Investitionen in immaterielle Vermögenswerte -19 -282 Investitionen in Sachanlagen -2.619 -5.800 Ein- /Auszahlungen aus sonstigen langfristigen Vermögenswerte 85 -1.401 Investitionen in at Equity bewertete Finanzanlagen -114 -1.173 Einzahlungen aus Desinvestition kurzfristiger finanzieller Vermögenswerte 6 0 Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen 182 137 Cashflow aus der Investitionstätigkeit 562 -12.686 Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 13.004 352 Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzverbindlichkeiten -2.958 -2.318 Auszahlungen für den Erwerb nicht beherrschender Anteile -9.587 0 Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 459 -1.966 Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands -3.196 -16.137 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang des Geschäftsjahres 8.443 24.545 Wechselkursbedingte Veränderung der Zahlungsmittel 106 35 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende des Geschäftsjahres 5.352 8.443 Im Cashflow aus der operativen Tätigkeit sind enthalten: Gezahlte Zinsen -784 -503 Erhaltene Zinsen 15 16 Gezahlte Ertragsteuern -235 -259 Erhaltene Ertragsteuern 31 0 Anlage 5 Seite 1 BRAIN Biotech AG, Zwingenberg Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022/23 I. ALLGEMEINE ANGABEN Allgemeine Angaben zur Gesellschaft Die BRAIN Biotech Aktiengesellschaft (im Folgenden „BRAIN Biotech AG“ oder „Gesellschaft“) ist unter der Nummer HRB 24758 im Handelsregister des Amtsgerichts Darmstadt eingetragen. Der Sitz der Ge- sellschaft ist in der Darmstädter Straße 34-36 in 64673 Zwingenberg , Deutschland . Die BRAIN Biotech AG ist ein Wachstumsunternehmen in der industriellen Biotechnologie. Der BRAIN- Konzern (im Folgenden „BRAIN“ oder „der Konzern“ oder „BRAIN-Gruppe") fokussiert seine Geschäftsak- tivitäten auf die Bereiche Ernährung, Gesundheit und Umwelt. Ein wissenschaftsbasiertes Produktgeschäft steht im Zentrum unserer strategischen Ausrichtung. Das Segment BioProducts umfasst im Wesentlichen das industriell skalierbare Geschäft mit Schwerpunk- ten in der Produktion von Enzymen, Mikroorgansimen und bioaktiven Naturstoffen. Durch die Investitionen in eigene Fermentierungskapazitäten hat die BRAIN-Gruppe ihre Wertschöpfungskette im Segment Bio- Products erheblich ausgeweitet. Das Segment BioScience beinhaltet unsere F&E-Kooperationsprogramme in der Auftragsforschung mit Industrieunternehmen, um bislang unerschlossene leistungsfähige Enzyme, mikrobielle Produzenten-Or- ganismen oder Naturstoffe aus komplexen biologischen Systemen industriell nutzbar zu machen. Hier stre- ben wir aus eigenen Forschungsmitteln und gemeinsam mit Partnern Durchbrüche bei biotechnologischen Lösungen für einige der gesellschaftlich dringlichsten Probleme an: naturbasierte Inhaltsstoffe für Nah- rungsmittel, Gesundheit und umweltverträgliche Produktionsmethoden. Das Segment BioIncubator beinhaltet die F&E Pipeline sowie eigene oder mit Partner initiierte F&E Projekte mit hohem Wertschöpfungspotenzial. BRAIN verfügt über eine umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur am Standort Zwingen- berg und, mit dem Schwerpunkt Naturstoffe, am Standort Potsdam der Tochtergesellschaft AnalytiCon Discovery GmbH. Spezielles Produktions-Know-how und Marktzugänge bieten unsere Tochtergesellschaf- ten für Enzymprodukte, Mikroorganismen und bioaktive Naturstoffe: WeissBioTech GmbH, Ascheberg, Bi- ocatalysts Ltd., Cardiff, UK, Breatec BV, Nieuwkuijk, Niederlande und Biosun Biochemicals Inc., Tampa USA. Darüber hinaus soll im Rahmen der Ausgründung SolasCure Ltd. mit Sitz in Cambridge, UK, ein Wirkstoff zur enzymatischen Wundreinigung zur Vermarktung zugelassen werden. Anlage 5 Seite 2 Ziele sind im Sinne einer „Bioökonomie“ die Ablösung klassischer chemisch-industrieller Prozesse durch neuartige, ressourcenschonende Verfahren sowie die Etablierung neuer nachhaltiger Prozesse und Pro- dukte. Die BRAIN-Gruppe setzt biotechnologische Verfahren für die Produktion von nachhaltigen Produk- ten ein. Unsere Produkte und Dienstleistungen adressieren direkt die UN-Nachhaltigkeitsziele 2, 3, 6, 9 und 12. Allgemeine Grundlagen der Rechnungslegung Die BRAIN Biotech AG ist seit dem 9. Februar 2016 börsennotiert und als kapitalmarktorientiert einzustu- fen. Folglich kamen bei der Erstellung des Konzernabschlusses die Vorschriften des § 315e Abs. 1 HGB zur Anwendung. Der von der BRAIN Biotech AG als Muttergesellschaft aufgestellte Konzernabschluss zum 30. September 2023 (im Folgenden: „Abschluss“) wurde in Übereinstimmung mit den International Finan- cial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Der Abschluss der BRAIN Biotech AG wird im Wege der Equity-Bewertung in den Konzernabschluss der MP Beteiligungs-GmbH, Kaiserslautern, einbezogen. Der Konzernabschluss der MP Beteiligungs-GmbH ist im Unternehmensregister veröffentlicht. Die Berichtsperiode umfasst den Zeitraum vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023. Dieser Zeitraum entspricht dem Geschäftsjahr der BRAIN Biotech AG. Die Jahresabschlüsse der der Weriol Group BV, Nieuwkuijk, Niederlande, und der AnalytiCon Discovery LLC, Rockville, MD, USA, sind historisch bedingt auf den Stichtag jeweils zum Kalenderjahresende aufgestellt. Für den Konzernabschluss wird bei einem abweichenden Geschäftsjahr daher eine Ermittlung der Konzerngeschäftsjahreswerte vorgenommen und diese so in den Abschluss einbezogen. Der vorliegende Konzernabschluss der BRAIN Biotech AG wurde am 7. Dezember 2023 durch den Vor- stand zur Weiterleitung an den Aufsichtsrat freigegeben. Prüfung und Freigabe durch den Aufsichtsrat er- folgten am 14. Dezember 2023. Angewandte neue Rechnungslegungsvorschriften Die Standards und Änderungen, die für am oder nach dem 1. Oktober 2022 beginnende Geschäftsjahre anzuwenden sind, haben bei der BRAIN Biotech AG keine Auswirkungen ergeben. Die BRAIN Biotech AG hat keine Standards, Interpretationen oder Änderungen vorzeitig angewandt, die zwar veröffentlicht, aber noch nicht in Kraft getreten sind. Verbesserungen an den IFRS 2018-2020 („annual improvements“): Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung der Regelungen ist zulässig. Änderungen an IFRS 3: Verweise auf das Rahmenkonzept. Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung der Regelungen ist zuläs- sig. Anlage 5 Seite 3 Änderungen an IAS 16 hinsichtlich der Erzielung von Erlösen, bevor sich ein Vermögenswert in seinem betriebsbereiten Zustand befindet: Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung der Regelungen ist zulässig. Änderungen an IAS 37: Belastende Verträge – Kosten für die Erfüllung eines Vertrags. Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2022 beginnen. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung der Regelungen ist zulässig. Veröffentlichte, noch nicht angewandte neue Rechnungslegungsvorschriften Folgende herausgegebene, potenziell relevante, aber noch nicht verpflichtend anzuwendende Rechnungs- legungsvorschriften wurden nicht vorzeitig angewendet: Änderungen an IAS 21 Die Auswirkungen von Wechselkursschwankungen: Mangelnde Austausch- barkeit: Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2025 beginnen. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung der Regelungen ist zulässig. Änderungen an IAS 7 Kapitalflussrechnung und IFRS 7 Finanzinstrumente - Angaben: Finanzie- rungsvereinbarungen mit Lieferanten: Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Ja- nuar 2024 beginnen. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung der Regelungen ist zulässig. Änderungen an IAS 1 hinsichtlich der Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- bzw. langfris- tig sowie Klassifizierung von langfristigen Verbindlichkeiten mit Covenants: Anzuwenden auf Ge- schäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung der Regelungen ist zulässig. Änderungen an IFRS 16 Leasing: Leasingverbindlichkeit bei Sale-und-lease-back-Geschäften: An- zuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung der Regelungen ist zulässig. Änderungen an IAS 12 Internationale Steuerreform – ‚Pillar Two Model Rules‘: Anzuwenden auf Ge- schäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung der Regelungen ist zulässig. Änderungen an IFRS 17 Versicherungsverträge: Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichende Informationen: Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung der Regelungen ist zulässig. Änderungen an IAS 12: Latente Steuern, die aus einer einzigen Transaktion entstehen. Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung der Regelungen ist zulässig. Änderungen an IAS 1 hinsichtlich der Angabe von Rechnungslegungsmethoden: Anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung der Regelungen ist zulässig. Anlage 5 Seite 4 Änderungen an IAS 8 hinsichtlich der Definition rechnungslegungsbezogener Schätzungen: Anzu- wenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung der Regelungen ist zulässig. IFRS 17 Versicherungsverträge einschließlich Änderungen an IFRS 17: Anzuwenden auf Geschäfts- jahre, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung der Regelun- gen ist zulässig. Die Gesellschaft geht davon aus, dass sich hieraus keine wesentlichen Auswirkungen ergeben werden. Eine vorzeitige Anwendung ist nicht vorgesehen. Darstellung des Abschlusses Die Gewinn- und Verlustrechnung wird um die im Eigenkapital erfassten sonstigen Ergebnisse, soweit diese nicht auf Transaktionen mit Anteilseignern beruhen, zur Gesamtergebnisrechnung erweitert. Die Glie- derung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren. Der Konzernabschluss wird in Euro (€) aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, erfolgen die Angaben in Tausend Euro (Tsd. €). Aufgrund kaufmännischer Rundungsregeln kann es vorkommen, dass sich einzelne Zahlen nicht genau zur angegebenen Summe addieren. Dies kann auch dazu führen, dass einzelne Be- träge gerundet null ergeben. Anlage 5 Seite 5 II. GRUNDLAGEN DES KONZERNABSCHLUSSES Konsolidierungsmethoden Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode durch Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt ihres Erwerbs. Als Tochterunternehmen werden diejenigen Gesellschaften bezeichnet, bei denen die BRAIN Biotech AG die Beherrschung verfügt, in der Regel in Form des Erwerbs einer mittel- oder unmittelbaren Mehrheit der Stimmrechtsanteile. Die Beherrschung berechtigt die Gesellschaft dazu, die Geschäftstätigkeiten der Ge- sellschaften zu beeinflussen sowie die (variablen) Rückflüsse aus diesen zu steuern, beispielsweise in Form einer Gewinnbeteiligung. Maßgeblicher Erwerbszeitpunkt ist der Zeitpunkt, ab dem das erwerbende Unternehmen die Beherrschung über das erworbene Unternehmen erlangt. Die Gegenleistung des Erwerbs entspricht dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögens- werte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktionszeitpunkt. Außerdem beinhalten sie die Vermögenswerte oder Schulden, die aus einer bedingten Gegenleistungsvereinbarung resultieren. Etwaige bedingte Gegenleistungen werden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewer- tet. Nachträgliche Änderungen des beizulegenden Zeitwerts einer als Vermögenswert oder als Verbindlich- keit eingestuften bedingten Gegenleistung werden im Rahmen von IFRS 9 bewertet, und ein daraus resul- tierender Gewinn bzw. Verlust im Periodenergebnis erfasst. Eine bedingte Gegenleistung, die als Eigen- kapital eingestuft ist, wird nicht neu bewertet und ihre spätere Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert. Identifizierbare Vermögenswerte und Schulden werden mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Für jeden Unternehmenserwerb entscheidet der Konzern auf individueller Basis, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am neubewerteten Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden. Erwerbsbezogene Kosten werden aufwandswirksam erfasst, wenn sie anfallen. Als Geschäfts- oder Firmenwert wird der Wert angesetzt, der sich aus dem Überschuss der Gegenleistung des Erwerbs, dem Betrag der nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen sowie dem bei- zulegenden Zeitwert jeglicher vorher gehaltenen Eigenkapitalanteile zum Erwerbsdatum an dem zum bei- zulegenden Wert bewerteten Nettovermögen ergibt. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird direkt ergeb- niswirksam erfasst. Aufgrund geschriebener Put-Optionen haben Minderheitengesellschafter von Tochtergesellschaften das Recht, nicht beherrschende Anteile an die BRAIN Biotech AG anzudienen, d.h., es besteht für die BRAIN Biotech AG eine vertragliche Verpflichtung, bei Ausübung Eigenkapitalinstrumente gegen Abgabe von flüs- sigen Mitteln zu kaufen. Im ersten Schritt muss geprüft werden, ob durch den Abschluss der Put-Options- vereinbarung unter Berücksichtigung aller weiterer Aspekte eine gegenwärtige Verfügungsgewalt (im Fol- genden „Present Ownership“) besteht. Anlage 5 Seite 6 Sofern Present Ownership besteht, wendet die BRAIN Biotech AG die antizipierte Erwerbsmethode an und bildet eine finanzielle Verbindlichkeit nach IAS 32.23 ab. Im Falle der antizipierten Erwerbsmethode erfolgt die bilanzielle Abbildung stets und unabhängig von der konkreten Ausgestaltung der Optionen unter der Annahme eines bereits erfolgten (fiktiven) Erwerbs der nicht beherrschenden Anteile durch den beherr- schenden Anteilseigner. Für die von der Option umfassten Eigenkapitalanteile werden keine Anteile nicht beherrschender Gesellschafter ausgewiesen. Die Verbindlichkeit wird zum beizulegenden Zeitwert bilan- ziert und deren Veränderung erfolgswirksam erfasst. Sofern Present Ownership nicht besteht, bilanziert die BRAIN Biotech AG die Minderheiten in voller Höhe und weist den vollen Minderheitenanteil in der Gesamtergebnisrechnung bzw. im Eigenkapital in der Bilanz aus. Die Verbindlichkeit wird dann im Zeitpunkt der Vereinbarung zum beizulegenden Zeitwert bei gleich- zeitiger Reduktion der Kapitalrücklage passiviert. Künftige Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam erfasst. Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen ohne Verlust der Beherrschung werden als Transaktio- nen mit den Eigentümern des Konzerns, die in ihrer Eigenschaft als Eigentümer handeln, bilanziert. Ein aus dem Erwerb eines nicht beherrschenden Anteils entstehender Unterschiedsbetrag zwischen dem bei- zulegenden Zeitwert der gezahlten Leistung und dem erworbenen Anteil am Buchwert des Nettovermögens des Tochterunternehmens wird im Eigenkapital erfasst. Gewinne und Verluste, die bei der Veräußerung an nicht beherrschende Anteilseigner entstehen, werden ebenfalls im Eigenkapital erfasst. Konzerninterne Gewinne und Verluste, Umsätze, Erträge und Aufwendungen sowie Forderungen und Schulden zwischen den in den Konsolidierungskreis einbezogenen Unternehmen werden eliminiert. Die ertragsteuerlichen Auswirkungen von Konsolidierungsbuchungen werden durch den Ansatz latenter Steuern berücksichtigt. Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss der BRAIN Biotech AG sind alle Tochterunternehmen einbezogen. Tochterunter- nehmen sind Unternehmen, die von der BRAIN Biotech AG beherrscht werden. Die BRAIN Biotech AG beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn sie die Verfügungsgewalt über das Unternehmen besitzt, eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf variable Rückflüsse aus ihrem Engagement in dem Beteili- gungsunternehmen vorliegt und der Konzern die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt über das Be- teiligungsunternehmen dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Höhe der variablen Rückflüsse des Beteili- gungsunternehmens beeinflusst wird. Die Konsolidierung eines Beteiligungsunternehmens beginnt an dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung über das Unternehmen erlangt. Sie endet, wenn der Konzern die Beherrschung über das Beteiligungsunternehmen verliert. Anlage 5 Seite 7 In den Konzernabschluss zum 30. September 2023 wurden neben der BRAIN Biotech AG die folgenden Tochtergesellschaften im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen: Anteilbesitz zum Name und Sitz der Gesellschaft 30.09.2023 Akribion Genomics AG, Zwingenberg, Deutschland 100% AnalytiCon Discovery GmbH, Potsdam, Deutschland 100% AnalytiCon Discovery LLC, Rockville, Maryland, USA 100% BRAIN Capital GmbH i.L., Zwingenberg, Deutschland 100% BRAIN UK II Ltd., Cardiff, UK 100% BRAIN UK Ltd. i.L., Cardiff, UK 100% Biocatalysts Ltd., Cardiff, UK 100% Biocatalysts Inc., Chicago, Illinois, USA 100% BioSun Biochemicals Inc. Tampa, Florida, USA 100% Weriol Group BV, Nieuwkuijk, Niederlande 62% Breatec BV, Nieuwkuijk, Niederlande 62% Panei BV, Nieuwkuijk, Niederlande 0% WeissBioTech GmbH, Ascheberg, Deutschland 100% BRAIN US LLC i.L., Rockville, Maryland USA 100% MEKON Science Networks GmbH i.L., Zwingenberg, Deutschland 100% * mittelbare Beteiligungen ** ab 1.11.2022 verschmolzen auf die Breatec BV Im Zuge einer konzerninternen Umstrukturierung wurden im Geschäftsjahr die Beteiligungen an der Weis- sBioTech GmbH, der Biosun Biochemicals Inc. und der Weriol Group BV an die Biocatalysts Ltd. verkauft. Die neue Struktur ist der obigen Tabelle Anteilsbesitz zu entnehmen. In den Konzernabschluss zum 30. September 2023 wurden als at Equity bewertete Finanzanlage die En- zymicals AG, Greifswald, Deutschland und die SolasCure Ltd., Cambridge, UK einbezogen. Der Abschluss- stichtag am Ende eines Kalenderjahrs (Enzymicals AG) bzw. am 30. Juni (SolasCure Ltd.) weicht vom Abschlussstichtag der BRAIN Biotech AG ab. Der BRAIN Biotech AG steht ein Stimmrechtsanteil von 24,10% (Vorjahr: 24,10%) an der Enzymicals AG bzw. ein Stimmrechtsanteil von 34,16% (Vorjahr: 35,51%) an der SolasCure Ltd. zu. Veränderung des Konsolidierungskreises Die WeissBioTech France S.A.R.L., Chanteloup-en-Brie, Frankreich wurde im Geschäftsjahr liquidiert und aufgelöst und befindet sich nicht mehr im Konsolidierungskreis. Im Geschäftsjahr 2022/23 haben keine weiteren Veränderungen des Konsolidierungskreises stattgefun- den. Anlage 5 Seite 8 Veränderungen im Vorjahr: Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden 62% der Anteile an der Breatec-Gruppe erworben und 100% der Un- ternehmensanteile an der L.A. Schmitt, Ludwigsstadt, veräußert. Anteile an at Equity bewerteten Finanzanlagen At Equity bewertete Finanzanlagen sind assoziierte Unternehmen, auf deren finanz- und geschäftspoliti- sche Entscheidungen die BRAIN Biotech AG maßgeblichen Einfluss nehmen kann. Ein maßgeblicher Ein- fluss wird grundsätzlich angenommen, wenn der BRAIN Biotech AG direkt oder indirekt ein Stimmrechts- anteil von mindestens 20% und bis zu 50% zusteht. Im Rahmen der Bilanzierung nach der Equity-Methode werden die Anschaffungskosten der Beteiligung mit dem auf die BRAIN Biotech AG entfallenden Anteil der Reinvermögensänderung fortentwickelt. Anteilige Verluste, die den Wert des Beteiligungsanteils, gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Nettoinvestiti- onen, übersteigen, werden nicht erfasst, es sei denn, es besteht eine rechtliche oder faktische Zahlungs- verpflichtung. Ein bilanzierter Geschäfts- oder Firmenwert wird als Bestandteil des Beteiligungswerts am assoziierten Unternehmen ausgewiesen. Unrealisierte Zwischenergebnisse aus Transaktionen zwischen der BRAIN Biotech AG und dem assoziierten Unternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung anteilig eliminiert. Bei Vorliegen von Hinweisen auf eine mögliche Wertminderung wird im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung der Buchwert des at Equity bewerteten Unternehmens mit dessen erzielbarem Betrag verglichen. Falls der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt, ist eine Wertminderung in Höhe des Differenzbetrags vorzu- nehmen. Sofern die Gründe für eine zuvor erfasste Wertminderung entfallen sind, erfolgt eine entspre- chende erfolgswirksame Zuschreibung. Weitere Erläuterungen sind im Abschnitt (14) Nach der Equity Methode bilanzierte Finanzanlagen zu fin- den. Anlage 5 Seite 9 III. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE Grundlagen der Abschlusserstellung Der Konzernabschluss ist unter der Annahme der Unternehmensfortführung grundsätzlich auf der Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten, eingeschränkt durch die erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, aufge- stellt. Sofern Hinweise auf potenzielle Wertminderungen vorliegen („triggering events“), erfolgt auf Basis des er- zielbaren Betrags eine entsprechende Überprüfung. Im Rahmen dieser Wertminderungstests werden für die Ermittlung der Wertuntergrenze der einzelnen Vermögenswerte auch Fair Values berücksichtigt. Hier- bei können u.a. auch Bewertungsgutachten für Grundstücke und Gebäude zur Anwendungen kommen. Sollte der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigen, werden die Vermögenswerte auf den erzielbaren Betrag wertgemindert. Verwendung von Annahmen und Schätzungen Im Abschluss müssen in einem bestimmten Umfang Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden, die Auswirkungen auf die Höhe und den Ausweis der Vermögenswerte und Schulden, der Auf- wendungen und Erträge sowie der Eventualschulden haben. Sämtliche Schätzungen und Beurteilungen werden fortlaufend neu bewertet und basieren auf historischen Erfahrungen und weiteren Faktoren, ein- schließlich Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse, die unter den gegebenen Umständen ange- messen erscheinen. Annahmen und Schätzungen erfolgen insbesondere im Zusammenhang mit: - der Beurteilung der Aktivierung von Entwicklungskosten (im Geschäftsjahr wurden, wie auch im Vorjahr, keine Entwicklungskosten aktiviert), - der (Nicht-)Aktivierung von latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge, - der Bemessung der Nutzungsdauer von Immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen, - der Feststellung einer möglichen Wertminderung von Vermögenswerten (insbesondere Geschäfts- oder Firmenwerte und Vorräte) - der Bewertung und dem Ausweis von Put-Optionen für den Erwerb von Minderheitenanteilen (ins- besondere hinsichtlich der Ausübungszeitpunkte. Siehe hierzu auch „Bewertungsrisiken im Zu- sammenhang mit Fremdwährungs-Put-Optionsvereinbarungen“ im Verlauf dieses Dokumentes); - der Bewertung von anteilsbasierten Vergütungsprogrammen, - der Bestimmung des Transaktionspreises und des Umsatzrealisierungszeitpunkts nach IFRS 15, - der Bestimmung der Wertminderungshöhe bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach IFRS 9, - der Ermittlung der Barwerte für Leasingverbindlichkeiten anhand eines Grenzfremdkapitalzinssat- zes, - der Einschätzung möglicher Nutzung von Vertragsverlängerungsoptionen im Rahmen IFRS 16, - dem Ansatz von Rückstellungen in Abhängigkeit von der Beurteilung der Eintrittswahrscheinlich- keit. Anlage 5 Seite 10 Die wesentlichen Annahmen und Parameter für die vorgenommenen Schätzungen sind in den Erläuterun- gen der jeweiligen Posten dargelegt. Die daraus resultierenden Werte können von den tatsächlichen Wer- ten abweichen. Währungsumrechnung Umrechnungen von Transaktionen in fremder Währung Flüssige Mittel, Forderungen und Verbindlichkeiten in fremden Währungen werden mit dem Devisenkurs am Bilanzstichtag bewertet. Die Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam in der Gesamtergebnis- rechnung erfasst. Transaktionen in fremder Währung werden mit dem Devisenkurs zum Zeitpunkt der je- weiligen Transaktion erfasst. Die Risikobetrachtung der erfolgswirksamen Kursdifferenzen erfolgt auf Net- tobasis. Die Nettoergebnisse aus Umrechnungsdifferenzen sind insgesamt unwesentlich. Umrechnung der Abschlüsse ausländischer Konzernunternehmen Bei den ausländischen Konzerngesellschaften ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig agieren. Vermögenswerte und Schulden der Auslandsgesellschaften werden am Bilanzstichtag mit dem Stichtags- kurs in Euro umgerechnet. Aufwendungen und Erträge werden mit Jahresdurchschnittskursen in Euro um- gerechnet. Eigenkapitalbestandteile werden mit den historischen Kursen zu den aus Konzernsicht erfolgten jeweiligen Zugangszeitpunkten umgerechnet. Die Umrechnungsdifferenz, die sich gegenüber den Stich- tagskursen ergibt, wird erfolgsneutral im Eigenkapital im Posten „Sonstige Rücklagen“ ausgewiesen. Die Wechselkurse haben sich gegenüber dem Euro wie folgt entwickelt: Kurs/ Euro Stichtagskurs Durchschnittskurs Währung Land 2022/23 2021/22 2022/23 2021/22 GBP Vereinigtes Königreich 1,1566 1,1394 1,1488 1,1799 USD USA 0,9439 1,0202 0,9367 0,9245 Umsatz- und Erlösrealisierung Die in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns ausgewiesenen Umsatzerlöse beziehen sich auf Erlöse aus Verträgen mit Kunden gemäß IFRS 15. Umsatzerlöse werden bei der BRAIN-Gruppe nach dem IFRS-15-Prinzip des Kontrollübergangs (control approach) erfasst. Die Umsatzerlöse werden auf Grundlage der in dem Vertrag mit einem Kunden festgelegten Gegenleistung unter Berücksichtigung von variablen Gegenleistungen, wie z.B. Skonti, mengenbezogenen Rabatten oder sonstigen vertraglichen Preisnachlässen, bemessen. Die variable Gegenleistung wird anhand des wahr- scheinlichsten Betrags geschätzt. Variable Gegenleistungen werden allerdings nur berücksichtigt, wenn es hochwahrscheinlich ist, dass es nicht zu einer signifikanten Rücknahme der Umsatzerlöse kommt, sobald die Unsicherheit in Verbindung mit der variablen Gegenleistung nicht mehr besteht. Darüber hinaus erfor- Anlage 5 Seite 11 dert die Bestimmung des Transaktionspreises Ermessensentscheidungen und Schätzungen, vor dem Hin- tergrund branchenüblicher Unsicherheiten, die mit den künftigen Meilenstein- und Lizenzzahlungen ver- bunden sind. Diese Ermessensentscheidungen beziehen sich auf die Bewertung des Einbezugs von Mei- lensteinzahlungen in den Transaktionspreis. Meilensteine werden demnach dann in den Transaktionspreis mit einbezogen, wenn die Erreichung des Meilensteins hochwahrscheinlich ist. Umsatzerlöse werden erfasst, wenn die Verfügungsmacht, d.h., die Möglichkeit den Nutzen aus der er- brachten Leistung zu ziehen und den weiteren Gebrauch zu bestimmen, übergeht. Dies kann entweder zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über einen Zeitraum hinweg erfolgen. Umsatzerlöse werden über einen Zeitraum hinweg erfasst, wenn eines der folgenden Kriterien erfüllt ist: Mit Erfüllung durch das Unternehmen erhält der Kunde den Nutzen aus der erbrachten Leistung o und verbraucht ihn gleichzeitig. Mit seiner Leistung erzeugt oder verbessert das Unternehmen einen Vermögenswert, über den der o Kunde die Verfügungsmacht während der Erzeugung oder Verbesserung besitzt. Mit seiner Leistung erzeugt das Unternehmen einen Vermögenswert, der vom Unternehmen nicht o anderweitig genutzt werden kann; dabei hat das Unternehmen einen Zahlungsanspruch für die bisher erbrachten Leistungen und kann zudem erwarten, dass der Vertrag wie vereinbart erfüllt wird. Wenn die Leistungsverpflichtung nicht über einen Zeitraum hinweg erfüllt wird, wird sie zu einem Zeitpunkt erfüllt. Anhand folgender Faktoren wird der Zeitpunkt, zu dem die Verfügungsmacht übergeht, bestimmt: Der Konzern besitzt gegenwärtig das Recht auf Bezahlung des Vermögenswerts; o der Kunde hat das rechtliche Eigentum an dem Vermögenswert; o das Unternehmen hat den Vermögenswert physisch (d.h. den Besitz) übertragen; o die wesentlichen Chancen und Risiken aus dem Besitz des Vermögenswerts liegen beim Kunden; o und der Kunde hat den Vermögenswert abgenommen. o Verkauf von Gütern / Produkten Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Produkten werden erfasst, wenn die Verfügungsgewalt über ein zuge- sagtes Gut, gemäß den mit den Kunden vereinbarten Incoterms, übertragen wird. Dies ist üblicherweise der Fall, sobald die Lieferung den Kunden erreicht hat. Erbringung von Dienstleistungen Die Erlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen resultieren im Wesentlichen aus Forschungs- und Entwicklungskooperationen und fallen vornehmlich im Segment BioScience an. Hierbei erfolgt für soge- nannte Einmalvergütungen (meist bei Vertragsabschluss vom Kunden zu entrichtendes Entgelt) im Zeit- punkt der Vereinnahmung eine Analyse, ob es sich um eine Einmalvergütung für vorvertragliche Leistungen handelt, die an den Kunden übergehen und selbstständig nutzbar sind. Sofern dies der Fall ist, erfolgt eine sofortige Erfolgsrealisation. Zudem werden F&E-Umsätze in der Periode erfasst, in der die zugrundelie- genden Leistungen erbracht werden. Dies erfolgt grundsätzlich nach Maßgabe des Leistungsfortschritts nach der Cost-to-Cost-Methode sowie den zum Bilanzstichtag erreichten Meilensteinen. Die Cost-to-Cost- Anlage 5 Seite 12 Methode eignet sich für die Messung des Leistungsfortschrittes am besten, da das Produkt der F&E-Leis- tungen anhand der eingesetzten Mitarbeiter realisiert wird. Nutzungsentgelte Erträge aus Nutzungsentgelten (Lizenzvereinbarungen) werden entsprechend dem wirtschaftlichen Gehalt der zugrundeliegenden Vereinbarung abgegrenzt und zeitanteilig erfasst. Die Realisierung von umsatzab- hängigen Entgelten erfolgt grundsätzlich erst dann, wenn der Kunde die entsprechenden Verkäufe tätigt. Bei Lizenzen ist zu unterscheiden, ob der Kunde mit der Lizenz ein Nutzungsrecht (zeitpunktbezogene Ertragsrealisierung) oder ein Zugangsrecht (zeitraumbezogene Ertragsrealisierung) erwirbt. Einmalige vo- rausbezahlte Lizenzzahlungen werden sofort realisiert (zeitpunktbezogene Ertragsrealisierung), sofern durch die Lizenz ein Nutzungsrecht eingeräumt wird und die lizenzierte Technologie nicht weiterentwickelt wird (statische Lizenzen). Einmalige vorausbezahlte Lizenzzahlungen werden über Zeit realisiert (zeitraum- bezogene Ertragsrealisierung), sofern und solange durch die Lizenz ein Zugangsrecht zur Technologie eingeräumt wird und die lizenzierte Technologie weiterentwickelt wird (dynamische Lizenzen). Finanzierungskomponenten werden von der eigentlichen Leistung getrennt, wenn die Finanzierungskom- ponente als wesentlich einzustufen ist. Wenn der Zeitraum zwischen dem Zeitpunkt, zu dem BRAIN die versprochenen Waren oder Dienstleistungen an den Kunden überträgt und dem Zeitpunkt, zu dem der Kunde für diese Waren oder Dienstleistungen bezahlt, ein Jahr oder weniger beträgt, wird keine Finanzie- rungskomponente berücksichtigt. Vertragsverbindlichkeiten werden in der Bilanz nicht separat, sondern in den abgegrenzten Erträgen ausgewiesen. Die separate Angabe erfolgt im Abschnitt Anlage 5 Seite 13 (23) Abgegrenzte Erträge. Immaterielle Vermögenswerte Erworbene immaterielle Vermögenswerte, bis auf den Geschäfts- oder Firmenwert und die aktivierten Ent- wicklungskosten, werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen über die wirtschaftliche Nutzungsdauer, bewertet. Die Anschaffungskosten umfassen die direkt zurechenbaren Kosten. Die Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst. Die vom Konzern verwendeten Nutzungsdauern lauten wie folgt: Nutzungsdauer in Jahren Genressourcen 2 – 8 Software und Schutzrechte 2 – 15 Im Rahmen eines Unternehmenserwerbs erworbene Kundenbeziehungen 8 – 11 Im Rahmen eines Unternehmenserwerbs erworbene Technologie 10 – 12 Forschung und Entwicklung Forschungskosten werden bei Anfall aufwandswirksam erfasst. Entsprechend IAS 38.53 und IAS 38.57 werden Entwicklungskosten aktiviert, wenn die nachfolgenden Kriterien vollständig erfüllt sind: - Die Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts kann technisch so weit realisiert werden, dass er genutzt oder verkauft werden kann. - Das Unternehmen beabsichtigt, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen und ihn zu nut- zen oder zu verkaufen. - Das Unternehmen ist fähig, den immateriellen Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen. - Die Art und Weise, wie der immaterielle Vermögenswert voraussichtlich einen künftigen wirtschaft- lichen Nutzen erzielen wird, kann dargelegt werden und das Unternehmen kann u.a. die Existenz eines Markts für die Produkte des immateriellen Vermögenswerts oder für den immateriellen Ver- mögenswert an sich oder, falls er intern genutzt werden soll, den Nutzen des immateriellen Ver- mögenswerts nachweisen. - Adäquate technische, finanzielle und sonstige Ressourcen sind verfügbar, sodass die Entwicklung abgeschlossen und der immaterielle Vermögenswert genutzt oder verkauft werden kann. - Das Unternehmen ist fähig, die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zurechenbaren Ausgaben verlässlich zu bewerten. Im Geschäftsjahr waren diese Kriterien nicht vollständig erfüllt, sodass alle Aufwendungen im Zusammen- hang mit Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten bei Anfall aufwandswirksam erfasst worden sind. Sachanlagen Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen. Dabei kommt die lineare Methode zur Anwendung. Anlage 5 Seite 14 Die Abschreibungsdauer richtet sich nach der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer. Wertmin- derungen sowie Ausbuchungen werden erfasst, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung ein geringerer oder kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Gewinne oder Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen werden durch Gegenüberstellung des Nettoveräußerungserlöses und des Buchwerts er- mittelt und in der Periode der Ausbuchung des Vermögenswerts erfolgswirksam erfasst. Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen die folgenden Nutzungsdau- ern zugrunde: Nutzungsdauer in Jahren Gebäude und Außenanlagen 10 – 50 Fuhrpark 3 – 6 Laboreinrichtung, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1 – 15 Werthaltigkeitstest Werthaltigkeitsprüfungen werden bei Geschäfts- oder Firmenwerten und sonstigen immateriellen Vermö- genswerten mit unbegrenzter bzw. unbestimmbarer Nutzungsdauer mindestens jährlich, bei immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer sowie bei Sachanlagen nur bei Vorliegen konkreter An- haltspunkte für das Vorliegen einer Wertminderung durchgeführt. Eine Wertminderung wird ergebniswirk- sam in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst, soweit der erzielbare Betrag des Vermögenswerts, d. h. der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten oder Nutzungswert, den Buchwert des Vermögenswerts unterschreitet. Der erzielbare Betrag wird für jeden Vermögenswert grund- sätzlich einzeln ermittelt. Sofern dies nicht möglich ist, erfolgt die Ermittlung auf Basis einer Gruppe von Vermögenswerten, die eine Zahlungsmittel generierende Einheit darstellt. Mindestens einmal jährlich er- folgt eine Überprüfung, ob ein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass der Grund für eine vorgenommene Wert- minderung nicht mehr besteht oder sich der Betrag der vorgenommenen Wertminderung vermindert hat. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag neu ermittelt und die zuvor vorgenommene Wertminderung, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts, entsprechend angepasst. Als Ausgangspunkt der Ermittlung des erzielbaren Betrags für die Überprüfung der Geschäfts- oder Fir- menwerte der jeweiligen Zahlungsmittel generierenden Einheit für die Werthaltigkeitsprüfungen zum 30. September 2023 wird der Nutzungswert als Barwert der prognostizierten künftigen Netto-Zahlungsmittel- zuflüsse zugrunde gelegt. Die Prognose stützt sich auf die aktuellen Planungen der jeweiligen Gesellschaft, die einen Detailplanungszeitraum von fünf Jahren betrachten. Das letzte Planjahr wird grundsätzlich auch für die Zahlungsströme jenseits der Planungsperiode angenommen und unter Berücksichtigung weiterer Annahmen für die ewige Rente modifiziert, sofern konkrete Anhaltspunkte dazu vorliegen. Den Planungen lagen Einschätzungen des Vorstands über die künftige Entwicklung zugrunde, die bei der Beschreibung der einzelnen Zahlungsmittel generierenden Einheiten weiter beschrieben werden. Zur Ermittlung der Nut- zungswerte für die Zahlungsmittel generierenden Einheiten werden sowohl Vergangenheitsdaten als auch die erwartete Marktperformance herangezogen. Die den wesentlichen Annahmen zugewiesenen Werte stimmen dabei grundsätzlich mit externen Informationsquellen überein. Die Kapitalkosten der Zahlungsmittel generierenden Einheit werden als gewichteter Durchschnitt der Ei- gen- und Fremdkapitalkosten berechnet. Kapitalstruktur, Eigen- und Fremdkapitalkosten orientieren sich Anlage 5 Seite 15 an Vergleichsunternehmen derselben Branche und werden aus den verfügbaren Kapitalmarktinformatio- nen abgeleitet. Vorräte Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu Anschaffungskosten, fertige und unfertige Erzeugnisse und Leis- tungen werden zu Herstellungskosten bilanziert. Dabei wird im Wesentlichen die Durchschnittsmethode unter Beachtung des kleineren Betrages aus Anschaffungs- bzw. Herstellungs- und Nettoveräußerungs- kosten abzüglich Kosten der Veräußerung angewandt. Neben den direkt zurechenbaren Kosten enthalten die Herstellungskosten angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten. Fremdkapitalkos- ten werden nicht aktiviert. Soweit erforderlich werden Anpassungen an niedrigere Nettoveräußerungs- preise vorgenommen. Finanzinstrumente Finanzinstrumente sind alle Vertragsverhältnisse, die bei der einen Partei zu einem finanziellen Vermö- genswert und bei der anderen Partei zu einer finanziellen Schuld oder zu einem Eigenkapitalinstrument führen. Zu den Finanzinstrumenten gehören originäre und derivative Finanzinstrumente. Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes in drei Kategorien unterschieden: - zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) - erfolgsneutral (über Rücklagen) zum beizulegenden Zeitwert (FVTOCI) - erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL). Der erstmalige Ansatz erfolgte für sämtliche finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert (mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zum Transaktionspreis angesetzt werden). Wenn finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind die Aufwendung und Erträge in Abhängigkeit von der Klassifizierung entweder vollständig im Periodenergebnis (FVTPL) oder im sonstigen Ergebnis (FVTOCI) mit oder ohne nachträglicher Umklassifizierung in der GuV zu erfassen. Die Klassifizierung wird festgelegt, wenn der finanzielle Vermögenswert erstmalig angesetzt wird, also dann, wenn BRAIN Partei der vertraglichen Vereinbarungen über das Instrument wird. Alle finanziellen Vermögenswerte werden zu AC fortgeführt. Alle finanziellen Verbindlichkeiten werden zu AC fortgeführt, mit der Ausnahme von Finanzverbindlichkeiten (siehe Note 21 Finanzverbindlichkeiten und VII Finanzinstrumente). Ein Schuldinstrument, das die folgenden zwei Bedingungen erfüllt, wird zu fortgeführten Anschaffungskos- ten bewertet: - Geschäftsmodellbedingung: Die Zielsetzung des Geschäftsmodells des BRAIN-Konzerns liegt da- rin, die finanziellen Vermögenswerte zu halten, um so die vertraglichen Zahlungsströme zu verein- nahmen. Anlage 5 Seite 16 - Zahlungsstrombedingung: Die vertraglichen Bedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Ein Schuldinstrument, das die folgenden zwei Bedingungen erfüllt, wird zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderungen im sonstigen Ergebnis und nachträglicher Umklassifizierung in die Gewinn- und Verlustrechnung bewertet: - Geschäftsmodellbedingung: Die Zielsetzung des Geschäftsmodells des BRAIN-Konzerns wird dadurch erreicht, dass sowohl die vertraglichen Zahlungsströme finanzieller Vermögenswerte ver- einnahmt als auch finanzielle Vermögenswerte veräußert werden. - Zahlungsstrombedingung: Die vertraglichen Bedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Alle anderen Schuldinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderungen im Periodenergebnis bewertet (FVTPL). Alle gehaltenen Eigenkapitalinstrumente werden in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Wertveränderungen werden im Periodenergebnis erfasst. Wenn ein Ei- genkapitalinstrument nicht zu Handelszwecken gehalten wird, kann BRAIN beim erstmaligen Ansatz die unwiderrufliche Entscheidung treffen, dieses zum beizulegenden Zeitwert mit Erfassung der Wertänderun- gen im sonstigen Ergebnis zu bewerten. Eine nachträgliche Umklassifizierung in die Gewinn- und Verlust- rechnung ist in diesem Falle ausgeschlossen. Finanzielle Vermögenswerte werden grundsätzlich erst ausgebucht, wenn keine Aussicht auf Eintreibung besteht, z.B. wenn die Vollstreckung erfolglos geblieben ist, das Insolvenzverfahren mangels Masse ein- gestellt wurde oder die Schuld inzwischen verjährt ist. Danach werden keine weiteren Vollstreckungsmaß- nahmen vorgenommen. Finanzielle Vermögenswerte, deren Konditionen geändert wurden, da sie ansons- ten überfällig oder wertgemindert wären, lagen (ebenso wie im Vorjahr) im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht vor. Schuldinstrumente werden zu dem Zeitpunkt aus der Konzernbilanz ausgebucht, zu dem alle Chancen und Risiken übertragen wurden und der damit verbundene Zahlungseingang sichergestellt ist. Werden nicht alle Chancen und Risiken übertragen, werden die Schuldinstrumente dann ausgebucht, wenn die Verfü- gungsmacht über das Schuldinstrument übergegangen ist. Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten Wertminderungen von gehaltenen Schuldinstrumenten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeit- wert zu bewerten sind, beruhen auf der Prämisse, erwartete Verluste abzubilden. Diese werden mit einem Betrag in folgender Höhe erfasst: - dem „erwarteten 12-Monats-Verlust" (Barwert der erwarteten Zahlungsausfälle, die aus möglichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag resultieren); oder - den gesamten über die Restlaufzeit des Instruments erwarteten Verlust (Barwert der erwarteten Zahlungsausfälle infolge aller möglichen Ausfallereignisse über die Restlaufzeit des Finanzinstru- ments). Anlage 5 Seite 17 Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit und ohne signifikante Finanzierungskomponente, Vertragsvermögenswerte und Leasingforderungen wird der Wertminderungsbedarf stets auf Basis der über die gesamte Laufzeit erwarteten Verluste ermittelt. Für alle anderen Instrumente werden die Wertminde- rungen nur dann auf Basis der über die gesamte Laufzeit erwarteten Verluste ermittelt, wenn sich das Kreditrisiko seit erstmaligem Ansatz signifikant erhöht hat. Die Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko signi- fikant erhöht hat, beruht auf einem Anstieg der Ausfallwahrscheinlichkeit seit Zugang. Bei dieser Betrach- tung werden ebenfalls makroökonomische Prognosen (wie bspw. das BIP) berücksichtigt. Andernfalls werden die Wertminderungen lediglich auf Basis der erwarteten Verluste ermittelt, die aus ei- nem innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag auftretenden Verlustereignis resultieren würden. In diesem Fall werden also Verlustereignisse nicht berücksichtigt, die später als zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag auftreten können. Ein finanzieller Vermögenswert ist in seiner Bonität beeinträchtigt, wenn ein oder mehrere Ereignisse mit nachteiligen Auswirkungen auf die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme eingetreten sind. Dazu gehören beobachtbare Daten, die über die folgenden Ereignisse bekannt geworden sind: - Erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten oder des Schuldners; - ein Vertragsbruch wie beispielsweise ein Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen; - Zugeständnisse, die der Kreditgeber dem Kreditnehmer aus wirtschaftlichen oder vertraglichen Gründen im Zusammenhang mit finanziellen Schwierigkeiten des Kreditnehmers macht, ansonsten aber nicht gewähren würde; - eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Kreditnehmer in Insolvenz oder ein sonstiges Sanie- rungsverfahren geht; - das durch finanzielle Schwierigkeiten bedingte Verschwinden eines aktiven Markts für diesen fi- nanziellen Vermögenswert; - der Erwerb oder die Ausgabe eines finanziellen Vermögenswerts mit einem hohen Disagio, das die angefallenen Kreditausfälle widerspiegelt. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird eine Wertberichtigungstabelle zugrunde gelegt, welche die erwarteten Verluste über die Restlaufzeit als pauschalen Prozentsatz in Abhängigkeit von der Dauer der Überfälligkeit bestimmt. Die Ausbuchung uneinbringlicher Forderungen erfolgt zu dem Zeitpunkt, zu dem der Konzern Kenntnis von der wahrscheinlichen Uneinbringlichkeit der Forderung erhält. Zuschüsse der öffentlichen Hand Monetäre Förderungen für Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden als Erlöse aus Forschungs- und Entwicklungsförderungen in der Gesamtergebnisrechnung gesondert ausgewiesen. Diese Zuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß IAS 20 zu ihrem beizulegenden Zeitwert nur dann erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt sind und die Zuwendungen gewährt werden. Die Zuwendungen werden erfolgswirksam behandelt und grundsätzlich in den Perioden erfasst, in denen die Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, an- fallen. Forderungen aus noch nicht abgerechneten Zuschüssen werden als Forderungen aus Lieferungen Anlage 5 Seite 18 und Leistungen ausgewiesen, da die zugrundeliegenden Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten wesent- licher Bestandteil des Leistungsspektrums des BRAIN-Konzerns sind. Investitionszuschüsse und -zulagen für Vermögenswerte werden nicht von den Anschaffungskosten der jeweiligen Vermögenswerte abgesetzt, sondern als abgegrenzte Erträge bilanziert. Die Auflösung erfolgt entsprechend der Abschreibungsverteilung der korrespondierenden Vermögenswerte und wird in der Ge- samtergebnisrechnung bei den sonstigen Erträgen ausgewiesen. Eigenkapital Für die Klassifizierung nicht in Eigenkapitalinstrumenten der BRAIN Biotech AG zu erfüllender Finanzin- strumente als Eigen- oder Fremdkapital ist entscheidend, ob für die BRAIN Biotech AG eine Zahlungsver- pflichtung besteht. Eine finanzielle Verbindlichkeit liegt immer dann vor, wenn die BRAIN Biotech AG kein Recht besitzt, die Zahlung flüssiger Mittel oder den Austausch in Form anderer finanzieller Vermögens- werte zur Begleichung der Verpflichtung zu vermeiden. Kosten, die direkt der Ausgabe von neuen Aktien zuzurechnen sind, werden im Eigenkapital als Abzug von den Emissionserlösen bilanziert. Liegt zwischen dem Entstehen der Kosten und der eigentlichen Durch- führung der Eigenkapitaltransaktion, d. h. dem Zufluss des Emissionserlöses, ein Abschlussstichtag, so werden die in der Berichtsperiode angefallenen abziehbaren Transaktionskosten zunächst aktivisch abge- grenzt und erst zum Zeitpunkt der bilanziellen Erfassung der Eigenkapitalerhöhung mit dem Eigenkapital (Kapitalrücklage) verrechnet. Rückstellungen Die Rückstellungen bilden alle erkennbaren gegenwärtigen Verpflichtungen gegenüber Dritten aufgrund vergangener Ereignisse ab, soweit der daraus resultierende Abfluss von Ressourcen wahrscheinlich und deren Höhe zuverlässig abschätzbar ist. Der Ansatz erfolgt mit dem erwarteten Erfüllungsbetrag. Sofern der Eintritt des Vermögensabflusses für einen über das Folgejahr hinausgehenden Zeitpunkt erwartet wird, werden die Verpflichtungen in Höhe des Barwerts passiviert. Im Falle einer geringeren Abzinsung werden die Zinseffekte unter den Finanzaufwendungen erfasst. Betriebliche Altersversorgung / Leistungen an Arbeiternehmende Die betriebliche Altersversorgung bei BRAIN umfasst sowohl beitrags- als auch leistungsorientierte Zusa- gen. Die betriebliche Altersversorgung der BRAIN Biotech AG, der AnalytiCon Discovery GmbH, der BioCata- lysts Ltd. und der WeissBioTech GmbH erfolgt über die gesetzliche Rentenversicherung hinaus durch Di- rektversicherungen und Einzahlungen in Pensionskassen und private Rentenversicherungen (beitragsori- entierte Zusagen). Ferner bestehen leistungsorientierte Versorgungspläne gegenüber zwei ehemaligen Vorstandsmitgliedern der BRAIN Biotech AG. Diese werden über eine Unterstützungskasse durchgeführt. Anlage 5 Seite 19 Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden dann als Aufwand im Personalaufwand er- fasst, wenn die Arbeitnehmenden die Arbeitsleistungen erbracht haben, die sie zu den Beiträgen berechti- gen. Zahlungen für staatliche Versorgungspläne werden wie die von beitragsorientierten Versorgungsplä- nen behandelt. In Deutschland besteht für alle Mitarbeitenden in den Konzerngesellschaften ein beitragsorientierter Plan im Rahmen der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung, in die der Arbeitgeber einzuzahlen hat. Der einzuzahlende Betrag richtet sich nach dem aktuell gültigen Beitragssatz von 9,30 % (Arbeitgeberanteil) bezogen auf die rentenpflichtige Mitarbeitervergütung. In den USA beträgt der Arbeitgeberanteil zur Sozi- alversicherung 6,2% bis zu einer jährlichen Mitarbeitervergütung von 160.200 USD. Daneben bietet BRAIN die betriebliche Altersvorsorge in Form der Entgeltumwandlung ohne Aufstockung der Einzahlungen durch den Arbeitgeber an. Für zwei ehemalige Vorstandsmitglieder bestehen leistungsorientierte Altersversorgungssysteme in Form von Versorgungszusagen der Gesellschaft. Die Versorgungsansprüche bestehen in Altersruhegeld ab Er- reichen des 65. Lebensjahrs sowie Hinterbliebenen- und Invaliditätsversorgung. Zur Rückdeckung der Ver- sorgungszusagen leistet die Gesellschaft Beiträge an eine externe Unterstützungskasse. Die Unterstüt- zungskasse hat wiederum Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen. Die Ansprüche aus den Rückde- ckungsversicherungen sind an die Bezugsberechtigten aus der Unterstützungskasse abgetreten. Die Versorgungsverpflichtung wird gemäß IAS 19 unter Anwendung versicherungsmathematischer Verfah- ren bewertet. Die Berechnungen basieren im Wesentlichen auf statistischen Daten zu Sterbe- und Invali- ditätsraten, Annahmen über den Abzinsungssatz sowie die erwarteten Erträge aus Planvermögen. Die Er- mittlung des Zinssatzes und der erwarteten Planvermögensrendite orientieren sich an Renditen laufzeit- adäquater Unternehmensanleihen mit AA-Ratings. Im Rahmen der Bilanzierung wird vom Barwert der Ver- sorgungsverpflichtung der beizulegende Zeitwert des Planvermögens abgezogen. Die Bewertung der Al- tersversorgungsverpflichtung und des Planvermögens erfolgt jährlich mittels versicherungsmathematischer Gutachten zum Bilanzstichtag. Neubewertungsbeträge, die sich insbesondere aus der Anpassung von versicherungsmathematischen An- nahmen ergaben, werden erfolgsneutral über das ‚Sonstige Ergebnis‘ im Eigenkapital (Gewinnrücklagen) erfasst. Employee Stock Ownership Program (ESOP) Zur Incentivierung und langfristigen Bindung von Führungskräften und Mitarbeitenden der BRAIN Biotech AG sind die folgenden ESOP-Programme in Kraft: • am 8. Juni 2018 ein Employee Stock Ownership Program (ESOP 2017/18) für das Geschäftsjahr 2017/18, • am 12. März 2019 ein Employee Stock Ownership Program (ESOP 2018/19) für die Geschäfts- jahre 2018/19, 2019/20, 2020/21, 2021/22 und 2022/23, • am 8. März 2023 ein Employee Stock Ownership Program (ESOP 2023). Anlage 5 Seite 20 Im Rahmen ESOP 2018/19 wurden im Geschäftsjahr 2022/23 am 1. Oktober 2022 ausnahmsweise (ins- besondere durch den Wechsel des Finanzvorstands) weitere Optionen ausgegeben. Im Rahmen ESOP 2023 wurden im Geschäftsjahr 2022/23 am 20. September 2023 und am 27. September 2023 planmäßig weitere Optionen ausgegeben. An allen ESOP-Programmen partizipieren Führungskräfte und Mitarbei- tende sowie die Vorstände der BRAIN Biotech AG. Grundlage des Aktienoptionsprogramms ESOP 2017/18 ist der Hauptversammlungsbeschluss zur Auflage eines Aktienoptionsprogramms vom 8. Juli 2015 zur Auflage eines Aktienoptionsprogrammes und der Schaffung des bedingten Kapitals 2015/II. Grundlage des Aktienoptionsprogramms ESOP 2018/19 ist der Hauptversammlungsbeschluss zur Auflage eines Aktienoptionsprogramms vom 7. März 2019 zur Auflage eines Aktienoptionsprogrammes und der Schaffung des bedingten Kapitals 2019/I. Grundlage des Aktien- optionsprogramms ESOP 2023 ist der Hauptversammlungsbeschluss zur Auflage eines Aktienoptionspro- gramms vom 8. März 2023 zur Auflage eines Aktienoptionsprogrammes und der Schaffung des bedingten Kapitals 2023/II. Eine Option berechtigt im Rahmen der Ausübung zum Erwerb einer Aktie der Gesellschaft zum sog. Aus- übungspreis. Der Ausübungspreis entspricht dabei einem Mittel des Aktienkurses zehn Handelstage (bei ESOP 2017/18 und ESOP 2018/19) bzw. bei ESOP 2022/23 30 Handelstage vor dem vertraglichen Tag der Gewährung. Die Ausübung der Optionen ist neben Erfolgszielen in Bezug auf die Aktienkursentwicklung (Erfolgsbedin- gung) zusätzlich an den Verbleib des jeweiligen Begünstigten im Unternehmen gebunden (Dienstbedin- gung). Die Optionen können unter Berücksichtigung der Erfüllung der Dienst- sowie Erfolgsbedingung frü- hestens nach Ablauf von vier Jahren nach dem Tag der Gewährung ausgeübt werden (Wartefrist). Die Ausübungsdauer bei ESOP 2018/19 beträgt vier Jahre nach Ablauf der vierjährigen Wartefrist und bei ESOP 2023 zwei Jahre nach Ablauf der vierjährigen Wartefrist Die Optionen erhalten ab dem ESOP 2018/19 darüber hinaus einen Höchstbetrag (‚Cap Amount‘), der den maximalen Wert der Optionen begrenzt. Im ESOP 2017/18 und ESOP 2023 ist ein solcher Höchstbetrag nur für Vorstände vorgesehen. Die Optionen sind nach den Regelungen des IFRS 2 „Anteilsbasierte Vergütung“ abzubilden und sind als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente zu klassifizieren. Der beizulegende Zeitwert der Optionen wird grundsätzlich einmalig zum Zeitpunkt der Gewährung unter Anwendung einer Monte-Carlo-Simulation und unter Berücksichtigung der Bedingungen, zu denen die Be- zugsrechte gewährt wurden, bewertet. Die Volatilität wurde als laufzeitadäquate historische Volatilität anhand einer Peergroup über die jeweilige Restlaufzeit ermittelt. Der berücksichtigten erwarteten Volatilität liegt die Annahme zugrunde, dass von einer historischen Volatilität auf künftige Trends geschlossen werden kann. Die tatsächlich eintretende Volatilität kann von den getroffenen Annahmen abweichen. Die erwartete Dividendenrendite beruht auf Managementschätzungen sowie Markterwartungen. Für den risikolosen Zinssatz wurde auf die laufzeit- Anlage 5 Seite 21 adäquate Rendite deutscher Staatsanleihen abgestellt. Aufgrund der vertraglichen Ausgestaltung sind An- nahmen über erwartete Ausübungszeitpunkte bzw. Zahlungen vom Management getroffen worden. Die tatsächlichen Ausübungszeitpunkte können von den getroffenen Annahmen abweichen. Für die BRAIN Biotech AG ergibt sich im Rahmen der Ausübung der Bezugsrechte keine Auswirkung auf den Zahlungsmittelbestand bzw. den Bestand eigener Anteile, da für die Gesellschaft keinerlei Verpflich- tung zur Lieferung von Aktien oder Geldzahlungen im Zusammenhang mit diesen Programmen besteht. Da die Gesellschaft die Gegenleistung (in Form von Arbeitsleistung oder ähnlicher Dienstleistung) erhält, wird gemäß IFRS 2 für diese anteilsbasierten Vergütungsprogramme ein Personalaufwand erfasst. Laufende und latente Steuern Der Aufwand der Periode setzt sich aus laufenden und latenten Steuern zusammen. Steuern werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Posten, die unmittelbar im Eigen- kapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst wurden. In diesem Fall werden die Steuern ebenfalls im Eigen- kapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst. Der laufende Steueraufwand wird unter Anwendung der am Bilanzstichtag geltenden (oder in Kürze gel- tenden) Steuervorschriften der Länder, in denen die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften tätig sind und zu versteuerndes Einkommen erwirtschaften, berechnet. Der Vorstand überprüft regelmäßig Steuer- deklarationen, vor allem in Bezug auf auslegungsfähige Sachverhalte, und bildet, wenn angemessen, Er- tragssteuerverbindlichkeiten basierend auf den Beträgen, die an die Finanzverwaltung erwartungsgemäß abzuführen sind. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt nach der bilanzorientierten Liability-Methode. Latente Steuern werden für temporäre Wertunterschiede aus Abweichungen zwischen Steuerbilanz und IFRS-Bilanz und aus Konsolidierungsvorgängen gebildet. Ferner wird die künftige Steuerersparnis aus der Verrechnung ertragsteuerlicher Verlustvorträge mit in der Zukunft entstehenden steuerpflichtigen Gewinnen aktiviert, sofern die Realisation auf Basis der steuerli- chen Prognoserechnung der Gesellschaft hinreichend sicher erscheint. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen, wenn ein einklagbarer entsprechender Rechtsanspruch auf Aufrechnung besteht und sie gegenüber derselben Steuerbehörde für dasselbe Steu- ersubjekt bestehen oder die Steuersubjekte anstreben, einen Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen. Latente Steueransprüche oder -verbindlichkeiten werden unabhängig von der Gliederung der Bilanz nach Fristigkeitsgesichtspunkten als Bestandteil der langfristigen Vermögenswerte oder Schulden ausgewiesen. Leasingverhältnisse Als Leasingverhältnis gilt eine Vereinbarung, die dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermö- genswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Leasingverträge Anlage 5 Seite 22 bestehen bei der BRAIN Biotech AG als Leasingnehmer insbesondere im Zusammenhang mit Immobilien, technische Anlagenund Fahrzeugen. Als Leasinggeber tritt der BRAIN Konzern nicht in Erscheinung. Als Leasingnehmer bilanziert die BRAIN Biotech AG sämtliche Leasingverhältnisse und erfasst Nutzungs- rechte (right-of-use assets) an Vermögenswerten sowie Verbindlichkeiten aus Leasingvereinbarungen un- ter Berücksichtigung folgender Prinzipien: - Die BRAIN Biotech AG nutzt das Wahlrecht, Leasingverträge über immaterielle Vermögenswerte nicht im Rahmen des IFRS 16 zu erfassen. - Die BRAIN Biotech AG wendet die Ausnahmeregelungen im Zusammenhang mit Leasingverein- barungen mit einer Laufzeit von maximal zwölf Monaten ab Bereitstellungsdatum sowie geringwer- tigen Vermögenswerten an. Als geringwertige Vermögenswerte wurden grundsätzlich Leasingge- genstände mit einem Wert von maximal 5.000 USD definiert. Leasingzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und für Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt, werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als sonstiger Aufwand erfasst. - Für Leasingverträge wird grundsätzlich vom Wahlrecht Gebrauch gemacht, auf eine Separierung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten zu verzichten. Lediglich für Leasingverträge über Grundstücke und Gebäude erfolgt eine Separierung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten - Bei der Ermittlung der Laufzeit von Leasingverhältnissen erfolgt die Einschätzung der Ausübung vorhandener Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen einzelfallbasiert unter Berücksichtigung von Faktoren wie Standortstrategien, Mietereinbauten und Spezifitätsgrad. - Die Leasingverbindlichkeiten werden mit dem Barwert der verbliebenen Leasingzahlungen bewer- tet. Dabei wird in der Regel der Grenzfremdkapitalzinssatz verwendet, da sich der dem Leasing- vertrag zugrundeliegende Zinssatz nicht ohne Weiteres ermitteln lässt. Zur Bestimmung des kurz- fristigen Anteils der Leasingverbindlichkeit wendet die BRAIN Biotech AG das Tilgungsmodell an. Der Kurzfristanteil der Leasingverbindlichkeiten entspricht hierbei dem Tilgungsanteil der nächsten zwölf Monate. - Im Zugangszeitpunkt wird das Nutzungsrecht grundsätzlich in gleicher Höhe wie die Leasingver- bindlichkeit aktiviert. Unterschiede ergeben sich gegebenenfalls, wenn zum Beispiel Rückbauver- pflichtungen vorhanden sind. - In der Folge wird das Nutzungsrecht grundsätzlich linear über die Leasinglaufzeit abgeschrieben. Sollte allerdings eine vorhandene Kaufoption als hinreichend sicher bezüglich der Ausübungswahr- scheinlichkeit beurteilt worden sein oder ein automatischer Eigentumsübergang am Ende der Ver- tragslaufzeit stattfinden, so erfolgt die planmäßige Abschreibung über den gleichen Zeitraum, der auch ansonsten bei entsprechenden Vermögenswerten des Sachanlagevermögens Anwendung findet (siehe Anmerkung „ Sachanlagen“). Anlage 5 Seite 23 - Wird ein bestehender Leasingvertrag nachträglich angepasst, ist eine Neubewertung der Leasing- verbindlichkeit und des Nutzungsrechts erforderlich, wenn die Vertragsanpassung das Zahlungs- profil (gemäß dem Zins- und Tilgungsplan) oder den Umfang des Nutzungsrechts mengenmäßig oder in zeitlicher Dimension ändert. Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalente Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalente umfassen den Kassenbestand, täglich fällige Guthaben so- wie Termingelder mit einer ursprünglichen Laufzeit von bis zu drei Monaten, die jederzeit in festgelegte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungen unterlie- gen. Kapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung ist in die Bereiche der operativen Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit unterteilt. Sofern gemischte Geschäftsvorfälle vorliegen, wird erforderlichenfalls eine Zuordnung zu mehreren Tätigkeitsbereichen vorgenommen. Ertragsteuern werden insgesamt in den Cashflow aus operativer Tätigkeit einbezogen. Die Darstellung des Cashflows aus operativer Tätigkeit erfolgt nach der indirekten Methode. Dabei wird das Jahresergebnis nach Steuern um die zahlungsunwirksamen Ergebnisbestandteile sowie Abgrenzun- gen von vergangenen oder künftigen Ein- und Auszahlungen (einschließlich Rückstellungen) sowie Auf- wands- und Ertragsposten, die dem Investitionsbereich zuzurechnen sind, berichtigt. Anlage 5 Seite 24 IV. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG Die Chancen- und Risikobeurteilung sowie die Ressourcenallokation der Geschäftssegmente werden durch den Vorstand als Hauptentscheidungsträger wahrgenommen. Die Segmentabgrenzung sowie die Auswahl der dargestellten Kennzahlen erfolgen in Übereinstimmung mit den internen Steuerungs- und Be- richtssystemen („Management Approach“). Den Segmentinformationen liegen dieselben Rechnungsle- gungsvorschriften zugrunde, wie sie im Konzernanhang beschrieben sind. In der Segmentierung haben sich gegenüber dem Konzernabschluss zum 30. September 2022 folgende Veränderungen ergeben. Das Segment BioIndustrial blieb in seiner Zusammensetzung, mit Ausnahme des Verkaufs der L.A. Schmitt GmbH zum 30. September 2022, unverändert bestehen und wurde in „Bio- Products“ umbenannt. Aus dem Segment BioScience wurden die Geschäftsbereiche „BioIncubator“ und „Holding“ herausgelöst. Das Segment BioScience beinhaltet fortan die Tätigkeiten von BRAIN Biotech Zwingenberg (ohne die Holding und ohne den Anteil des BioIncubators) sowie von AnalytiCon Discovery. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Basierend auf der Überwachung und Steuerung durch den Vorstand wurden drei operative Segmente iden- tifiziert, für die aufgrund der unterschiedlichen Ausrichtung nach Produkten und Dienstleistungen eine wei- tere Aggregation nicht möglich ist. Die Geschäftsaktivitäten von BRAIN werden mit der Einteilung in die operativen Segmente BioProducts, BioScience und BioIncubator voneinander abgegrenzt. Die Segmentierung erfolgt nach dem Kriterium des Vorliegens einer industriellen Skalierung der Produkte. Auf Vorstandsebene werden als Maß für die Ge- schäftsentwicklung der Segmente die Umsatzerlöse und als Maß für die Ertragskraft der einzelnen Seg- mente das bereinigte EBITDA herangezogen. Planungen und Planungsfreigaben erfolgen ebenfalls auf dieser Ebene durch den Vorstand. Alle drei operativen Segmente haben eine unterschiedliche strategische Ausrichtung und erfordern verschiedene Marketing- und Geschäftsentwicklungsstrategien. Das Segment BioProducts umfasst im Wesentlichen das industriell skalierbare Produktgeschäft mit den Schwerpunkten spezialisierte Enzyme sowie Proteine. Das Segment BioScience beinhaltet im Wesentlichen das Forschungs- und Entwicklungsgeschäft mit In- dustriepartnern und die eigene Forschung und Entwicklung. Teil dieses Segments ist ebenfalls die Ver- marktung von eigenen Produkten und Entwicklungen mit externen Partnern. Das Segment BioIncubator umfasst im Wesentlichen die F&E Pipeline sowie eigene oder mit Partner initi- ierte F&E Projekte mit hohem Wertschöpfungspotenzial. Ein besonders vielversprechendes Inkubator- Pro- jekt betrifft den Aufbau einer eigenen CRISPR-basierten Geneditierungs- Technologieplattform, die künftig von der Tochtergesellschaft Akribion Genomics AG auf- und ausgebaut wird. Das Segment BRAIN Biotech Holding beinhaltet schwerpunktmäßig Personalaufwendungen und sonstige Aufwendungen für die Konzernadministration, Weiterentwicklung der BRAIN Biotech Gruppe, Börsenno- tierung und M&A-Aktivitäten. Anlage 5 Seite 25 Die Allokation von Bereinigungen (siehe Abschnitt „Ergebnisbereinigungen“) auf die Segmente erfolgt grundsätzlich in dem Segment, in dem die zu bereinigenden Kosten angefallen sind. Umsätze zwischen den Segmenten erfolgen zu marktüblichen Konditionen. Anlage 5 Seite 26 Die Segmentergebnisse sind in der folgenden Übersicht dargestellt. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend der neuen Segmentierung ange- passt BioProducts BioScience BioIncubator Holding Konsolidierung Konzern in Tsd. € 22/23 21/22 22/23 21/22 22/23 21/22 22/23 21/22 22/23 21/22 22/23 21/22 Umsatzerlöse mit 0 47 39 71 0 0 0 0 -39 -118 0 0 anderen Segmenten Umsatzerlöse mit 42.492 37.501 12.267 12.007 576 0 0 0 0 0 55.335 49.509 externen Kunden Summe Umsatzerlöse 42.492 37.548 12.306 12.079 576 0 0 0 -39 -118 55.335 49.509 Erlöse aus F&E-Zuschüs- 149 154 374 521 368 111 0 0 0 0 890 786 sen1 Bestandsveränderungen2 -170 824 314 108 0 0 0 0 0 0 144 932 Sonstige Erträge 320 1.284 460 726 11 0 0 0 -20 -166 771 1.845 davon Nettoertrag aus Ver- 0 -650 0 0 0 0 0 0 0 0 0 -650 kauf L.A. Schmitt GmbH Gesamtleistung 42.791 39.811 13.454 13.434 955 111 0 0 -59 -284 57.140 53.072 Materialaufwand -22.761 -20.402 -2.102 -2.357 -519 -337 0 0 25 101 -25.357 -22.994 Personalaufwand -8.648 -8.929 -8.626 -8.207 -2.417 -1.968 -2.310 -2.577 0 0 -22.000 -21.681 davon aus anteilsbasierten -82 636 325 394 0 0 471 354 0 0 714 1.384 Vergütungen davon Akquisitions- und In- 234 0 0 0 0 0 0 0 0 0 234 0 tegrationskosten Sonstige Aufwendungen -6.203 -5.562 -2.283 -2.357 -753 -386 -1.406 -1.483 36 82 -10.609 -9.706 davon Akquisitions- und In- 154 0 0 0 0 0 125 476 0 0 279 476 tegrationskosten EBITDA 5.178 4.918 443 513 -2.734 -2.580 -3.716 -4.060 3 -101 -826 -1.309 Bereinigtes EBITDA 5.485 4.904 768 907 -2.734 -2.580 -3.120 -3.230 3 -101 402 -98 Abschreibungen -3.256 -2.987 -1.397 -1.353 0 0 0 0 0 0 -4.654 -4.340 EBIT 1.922 1.931 -954 -840 -2.734 -2.580 -3.716 -4.060 3 -101 -5.480 -5.648 1 Erlöse aus Forschungs- und Entwicklungsförderungen. 2 Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen/Leistungen. Anlage 5 Seite 27 Finanzerträge 789 3.606 Ergebnis At-Equity Beteili- -1.492 -2.426 gungen Finanzaufwendungen -1.307 -1.696 Ergebnis vor Ertragsteuern -7.489 -6.165 Anlage 5 Seite 28 Die Umsatzerlöse setzten sich aus folgenden Erlösquellen zusammen: in Tsd. € 2022/23 2021/22 Enzyme & Biobased Products 42.492 35.301 Kosmetik - 2.200 BioProducts 42.492 37.501 Forschung- und Entwicklung 12.267 12.007 BioScience 12.267 12.007 Lizenzen 576 0 BioIncubator 576 0 Summe Konzern 55.335 49.509 Im Folgenden sind die Umsatzerlöse nach geografischen Regionen dargestellt: in Tsd. € 2022/23 2021/22 Deutschland 5.665 7.929 Ausland 49.670 41.579 davon: USA 15.306 14.017 davon: Niederlande 10.381 6.540 davon: Vereinigtes Königreich 4.770 3.643 Davon: Frankreich 2.743 3.798 Die Umsätze wurden den Ländern nach Zielort der Produkte bzw. Dienstleistungen zugeordnet. Die Um- sätze in den übrigen Ländern waren im Verhältnis zu den angegebenen Umsätzen der Einzelländer unwe- sentlich und werden daher nicht explizit angegeben. Die folgende Tabelle zeigt die Immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen nach geografischen Ge- bieten und gibt diese nach Standorten der jeweiligen Konzernunternehmen an. Soweit die Vermögenswerte in einem Land eine wesentliche Höhe erreicht haben, wurden diese gesondert ausgewiesen: in Tsd. € 30.09.2023 30.09.2022 Immaterielle Vermögenswerte 15.215 16.764 Sachanlagen 28.720 28.737 Summe 43.935 45.502 davon Vereinigtes Königreich 25.168 25.176 davon Deutschland 12.211 13.102 davon Niederlande 4.893 5.290 davon USA 1.663 1.934 Es existieren keine Beziehungen zu einzelnen Kunden, deren Umsatz im Vergleich zum Konzernumsatz als wesentlich einzustufen ist. Anlage 5 Seite 29 V. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERN-GESAMTERGEBNISRECH- NUNG Ergebnisbereinigungen Der Vorstand definiert sachverhaltsbezogen sogenannte Bereinigungen für nicht operative oder einmalige Einflüsse auf das EBITDA. Die folgende Übersicht zeigt die Überleitung des ausgewiesenen EBITDA zu dem bereinigten EBITDA ohne die in der Tabelle beschriebenen Erträge und Aufwendungen. in Tsd. € 2022/23 2021/22 EBITDA, darin enthalten: -826 -1.309 Personalaufwand aus anteilsbasiertenVergütungskomponenten -714 -1.384 Personalaufwand im Zusammenhang mit M&A Transaktionen und -234 - der Integration erworbener Unternehmen Sonstiger betrieblicher Aufwand im Zusammenhang mit M&A -279 -476 Transaktionen und der Integration erworbener Unternehmen Sonstiger Ertrag aus Verkauf L.A. Schmitt GmbH - 650 Bereinigtes EBITDA 402 -98 (1) Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse des Konzerns enthalten Umsätze aus dem Verkauf von Gütern und Produkten in Höhe von 44.953 Tsd. € (Vorjahr: 38.974 Tsd. €), Vergütungen aus Forschungs- und Entwicklungskooperationen in Höhe von 7.634 Tsd. € (Vorjahr: 9.378 Tsd. €), Nutzungsentgelte in Höhe von 2.558 Tsd. € (Vorjahr: 1.157 Tsd. €) und sonstige Umsatzerlöse 190 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €). Die Forschungs- und Entwicklungskooperationen umfassen Einmalvergütungen, laufende Forschungs- und Entwicklungsvergütungen sowie erfolgsabhängige Umsätze aus Milestones und Project-Success- Points. Die Gliederung des Umsatzes nach Segmenten und Regionen ist in IV. Segmentberichterstattung ersicht- lich. (2) Erlöse aus Forschungs- und Entwicklungsförderungen Die Erlöse aus Forschungs- und Entwicklungsförderungen in Höhe von 890 Tsd. € (Vorjahr: 786 Tsd. €) beinhalten die vereinnahmten, nicht rückzahlbaren Förderungen für bestimmte Forschungs- und Entwick- lungsprojekte, überwiegend für Projektträger im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und For- schung (BMBF). Dem Ministerium steht das Recht zu, die zweckgebundene Verwendung der zugewandten Mittel zu prüfen. (3) Sonstige Erträge Die sonstigen Erträge lassen sich wie folgt untergliedern: Anlage 5 Seite 30 in Tsd. € 2022/23 2021/22 Erträge aus der Auflösung von Verbindlichkeiten und Rückstellun- 134 239 gen Sachbezüge und Mieteinnahmen 118 120 Erträge aus der Umrechnung von Fremdwährungsposten 231 633 Sonstige periodenfremde Erträge 45 114 Ertrag aus dem Verkauf L.A. Schmitt GmbH 0 650 Übrige Sonstige Erträge 243 89 Gesamt 771 1.845 (4) Materialaufwand Der Materialaufwand enthält den Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Fertigwaren sowie für bezogene Leistungen mit dem Schwerpunkt auf Forschungs- und Entwicklungsfremdleistungen aus For- schungs- und Entwicklungskooperationen mit Universitäten, Hochschulen und anderen Technologieunter- nehmen. (5) Personalaufwand Anteilsbasierte Vergütung und andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmende Employee Stock Ownership Program (ESOP) Die folgende Übersicht stellt den Bewertungsstichtag und den Ausübungspreis dar. ESOP 2017/18 Bewertungsstichtag Ausstehenden Optionen Ausübungspreis (EUR) ESOP 2017/18 8. Juni 2018 63.000 20,67 ESOP 2018/19 Bewertungsstichtag Ausstehenden Optionen Ausübungspreis (EUR) ESOP 2018/19 12. März 2019 177.600 10,64 ESOP 2019/20 9. März 2020 248.000 9,11 ESOP 2020/21-Okt 2. Oktober 2020 60.000 7,37 ESOP 2020/21-Mar 15. März 2021 316.000 9,03 ESOP 2021/22-Apr 8. April 2022 270.000 8,71 ESOP 2021/22-Sep 27. September 2022 60.000 5,43 ESOP 2022/23-Okt 1. Oktober 2022 90.000 5,22 Anlage 5 Seite 31 ESOP 2022/23 Bewertungsstichtag Ausstehenden Optionen Ausübungspreis (EUR) ESOP 2022/23-Sep-I 20. September 2023 133.000 4,62 ESOP 2022/23-Sep-II 27. September 2023 113.524 4,59 Bei der Ausgabe der Optionen im Geschäftsjahr 2022/23 für das ESOP 2022/23-Okt fiel der Tag der Ge- währung auf den 1. Oktober 2022, für das ESOP 2022/23-Sep-I fiel der Tag der Gewährung auf den 20. September 2023, und für das ESOP 2022/23-Sep-II fiel der Tag der Gewährung auf den 27. September 2023. Die folgende Übersicht stellt die im Geschäftsjahr gewährten, verfallenen, verwirkten und ausgeübten Op- tionen je Typ dar: Optionen für Führungskräfte Optionen für Vorstände und Mitarbeitende Zum 30.09.2022 ausstehend 696.600 510.000 Im Geschäftsjahr gewährt 173.000 163.524 Im Geschäftsjahr verfallen 12.000 0 Im Geschäftsjahr verwirkt 0 0 Im Geschäftsjahr ausgeübt 0 0 Zum 30.09.2023 ausstehend 857.600 673.524 Zum 30.09.2023 ausübbar 180.600 60.000 Zum Bewertungsstichtag wurden die folgenden Parameter zugrunde gelegt: Parameter Optionen für Vor- Optionen für Vor- Optionen für Vorstände, stände, Führungs- stände, Führungs- Führungskräfte und Mit- kräfte und Mitarbei- kräfte und Mitarbei- arbeitende tende tende (ESOP 2022/23-Sep II): (ESOP 2022/23-Okt): (ESOP 2022/23-Sep I): Ausgabe im Geschäfts- Ausgabe im Ge- Ausgabe im Ge- jahr 2022/23 schäftsjahr 2022/23 schäftsjahr 2022/23 Bewertungsstichtag 1.10.2022 20.09.2023 27.09.2023 Restlaufzeit (in Jahren) 7 6 6 Aktienkurs zum Bewer- 4,41 4,48 4,38 tungsstichtag (EUR) Ausübungspreis (EUR) 5,22 4,62 4,59 Erwartete Dividendenren- 0,0 0,0 0,0 dite (%) Anlage 5 Seite 32 Erwartete Volatilität 55,15 57,42 57.60 BRAIN Share (%) Erwartete Volatilität HDAX n/a 22,13 22,13 110 (%) Erwartete Volatilität NAS- n/a 25,90 25,83 DAQ Biotechnology (%) Risikoloser Zinssatz (%) 1,83 2,87 2,88 Angewandtes Modell Monte Carlo Monte Carlo Monte Carlo Wert Cap je Option (EUR) 35,22 n/a n/a Fair Value pro Option 2,01 2,03 2,00 (EUR) Da die Gesellschaft die Gegenleistung (in Form von Arbeitsleistung oder ähnlicher Dienstleistung) erhält, wird gemäß IFRS 2 für diese anteilsbasierten Vergütungsprogramme ein Personalaufwand in Höhe von 797 Tsd. € (Vorjahr: 748 Tsd. €) bei der BRAIN Biotech AG erfasst. Davon betreffen Vorstände 242 Tsd. € (Vorjahr: 227 Tsd. €). Wachstumsaktienprogramm bei der Biocatalysts Ltd. Zur Incentivierung und Bindung von Führungskräften bei der im Geschäftsjahr 2017/18 erworbenen Bioca- talysts wurde im Geschäftsjahr 2018/19 ein anteilsbasiertes Vergütungssystem etabliert, an dem Führungs- kräfte auf Ebene der lokalen Gesellschaft partizipieren. Die Führungskräfte haben im Geschäftsjahr 2018/19 50.197 Anteile zum Nominalpreis von 0,1 GBP, demnach also 5.020 GBP, erworben. Die Anteile sind weder mit Stimmrechten noch mit Gewinnbezugsrechten ausgestattet. Das Programm wurde in diesem Geschäftsjahr beendet. Im Geschäftsjahr wurde ein entsprechender Per- sonalaufwand in Höhe von 82 Tsd. € (Vorjahr 636 Tsd. € Aufwand) als Ertrag korrigiert. Die resultierende Verbindlichkeit in Höhe von 1.273 Tsd. € ist unter den sonstigen Verbindlichkeiten [22] ausgewiesen. Corporate-Performance-Bonus „CoPerBo“ für Mitarbeitende der BRAIN Biotech AG Im Geschäftsjahr 2015/16 wurde ein Programm zur erfolgsorientierten Vergütung der Mitarbeitenden der BRAIN Biotech AG aufgelegt. Dieses wurde im aktuellen Geschäftsjahr fortgeführt und sagt den Mitarbei- tenden der BRAIN Biotech AG einen jährlichen Bonus in Abhängigkeit von ihrem jeweiligen im Geschäfts- jahr erhaltenen Grundgehalt sowie von bestimmten Entwicklungsfaktoren zu. Wesentlichen Einfluss auf die Höhe des Bonus haben in diesem Zusammenhang drei Entwicklungsfaktoren, die jeweils zu einem Drittel auf den zu zahlenden Bonus wirken. Keinen Anspruch auf dieses Programm haben alle Mitarbeitenden der BRAIN Biotech AG mit gesonderter Zielvereinbarung. Erster Faktor ist die prozentuale Veränderung des Umsatzes im Geschäftsjahr der BRAIN-Gruppe gegen- über dem Vorjahr. Zweiter Faktor ist die Veränderung des bereinigten EBITDA der BRAIN-Gruppe. Eine Änderung dieses Faktors um eine Million ist als 10% definiert. Dritter Faktor ist die Veränderung des ge- wichteten durchschnittlichen Aktienkurses über das Geschäftsjahr. Die Auszahlung der Boni ist für das abgelaufene Geschäftsjahr jeweils im Januar des darauffolgenden Jahres vorgesehen, da bis zu diesem Zeitpunkt die testierten Segmentinformationen vorliegen. Die Auszahlungsbandbreite ist auf 0 bis 30% des gezahlten Grundgehalts eines Mitarbeitenden fixiert. Aus einem Faktor dürfen dabei jeweils nur zehn Pro- zentpunkte resultieren. Anlage 5 Seite 33 Zur Berechnung der Höhe der Verpflichtung wurden die Angaben dieses Abschlusses verwendet, dem Einfluss der Rückstellung auf das bereinigte EBITDA wurde unter Zuhilfenahme einer iterativen Berech- nung Rechnung getragen. Der Periodenaufwand aus diesem Programm für das Geschäftsjahr 2022/23 belief sich auf 0 Tsd. €. Zum 30. September 2023 ergab sich eine Verbindlichkeit in Höhe von 0 Tsd. €. Für das Geschäftsjahr 2021/22 ergab sich eine Verpflichtung von 0 Tsd. €. Altersversorgungszusagen Die in der Gesamtergebnisrechnung enthaltenen Effekte aus der Bewertung der leistungsorientierten Al- tersversorgungszusagen für zwei ehemalige Vorstandsmitglieder setzen sich wie folgt zusammen: in Tsd. € 2022/23 2021/22 Dienstzeitaufwand 0 0 Zinsaufwand aus der DBO/Altersversorgungsverpflichtung 116 59 Erträge aus Planvermögen -74 -33 Im Betriebsergebnis erfasste Aufwendungen 42 26 Neubewertungseffekte -24 -901 Netto-Effekt sonstiges Ergebnis -24 -901 Gesamtaufwendungen 18 -875 Die Versorgungsansprüche zweier ehemaliger Vorstandsmitglieder bestehen aus einem Altersruhegeld ab Erreichen des 65. Lebensjahrs sowie Hinterbliebenen- und Invaliditätsversorgung, die über eine Unterstüt- zungskasse (leistungsorientierte Pläne) ausgezahlt wird. Die Entwicklung des Barwerts der Verpflichtung (DBO) der leistungsorientierten Zusagen stellt sich wie folgt dar: in Tsd. € 2022/23 2021/22 Wert am 01.10. 3.179 5.250 Zinsaufwand 116 59 Dienstzeitaufwand 0 0 Neubewertung aufgrund Änderungen demografischer Annahmen 0 0 Versicherungsmathematische Gewinne(-) und Verluste(+) aus der -219 -2.121 Änderung finanzieller Annahmen Neubewertung aufgrund erfahrungsbedingter Anpassungen -6 -9 Wert am 30.09. 3.070 3.179 Die Versicherungsmathematischen Gewinne kommen im Wesentlichen aus der Anpassung des Rech- nungszinses. Die Verpflichtung wurde durch Rückdeckungsversicherungen abgesichert. Die Entwicklung des Planver- mögens (Plan Asset) stellt sich wie folgt dar: Anlage 5 Seite 34 in Tsd. € 2022/23 2021/22 Wert am 01.10. 2.026 2.979 Erträge aus Planvermögen 74 33 Gezahlte Beiträge 243 243 Neubewertungseffekte -201 -1.229 Wert am 30.09. 2.142 2.026 Das Planvermögen besteht ausschließlich aus Ansprüchen aus Rückdeckungsversicherungen in Form von Lebensversicherungen. Der Zeitwert kann insoweit nicht aus einem Preis an einem aktiven Markt abgeleitet werden und wird daher ebenfalls versicherungsmathematisch ermittelt. Der Bilanzansatz stellt sich nach Saldierung der Verpflichtung mit dem verpfändeten Planvermögen wie folgt dar: in Tsd. € 30.09.2023 30.09.2022 DBO/Altersversorgungsverpflichtung 3.070 3.179 Planvermögen -2.142 -2.026 Rückstellung für Altersversorgungspläne 928 1.153 in Tsd. € 2022/23 2021/22 Wert am 01.10. 1.153 2.271 Netto-Zinsaufwand 42 26 Dienstzeitaufwand 0 0 Gezahlte Beiträge -243 -243 Neubewertungseffekte -24 -901 Wert am 30.09. 928 1.153 In Bezug auf die durch entsprechende Rückdeckungsversicherungen abgesicherten Pensionsverpflichtun- gen wurden bei der Bewertung der Pensionsverpflichtung zum 30. September 2023 die „Richttafeln 2018G, Heubeck-Richttafeln GmbH, Köln 2018“ verwendet. Bei der Bewertung der Pensionsverpflichtung wurde ein Rechnungszinssatz von 4,05% (Vorjahr: 3,65%) zugrunde gelegt und ein Rententrend von 1,00% berücksichtigt (Vorjahr: 1,00%). Die zahlungsgewichtete Duration des Verpflichtungsumfangs beträgt 17,7 Jahre (Vorjahr: 19,1 Jahre). Die signifikanten Bewertungsannahmen zeigen folgende Sensitivitäten in Bezug auf die Veränderung der DBO (Altersversorgungsverpflichtung): in Tsd. € 30.09.2023 30.09.2022 Zinsänderung+0,25% -126 -142 Zinsänderung -0,25% 134 151 Erhöhung des Rententrends p.a. +0,25% 104 111 Lebenserwartung +1 Jahr 71 78 Lebenserwartung -1 Jahr -73 -80 Anlage 5 Seite 35 Die erwarteten Einzahlungen in das Planvermögen im Geschäftsjahr 2023/24 betragen circa 243 Tsd. €. Rentenzahlungen sind für das Geschäftsjahr 2023/24 nicht zu erwarten. Aufwendungen für Altersvorsorge (Unterstützungskasse, Lebensversicherungen und Beiträge zum Pensi- onssicherungsverein) sind in Höhe von 438 Tsd. € (Vorjahr: 405 Tsd. €) enthalten. Die im Geschäftsjahr geleisteten Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung betrugen 1.417 Tsd. € (Vorjahr: 1.307 Tsd. €). Für das Geschäftsjahr 2023/24 wird mit Aufwendungen für Altersvorsorge in Höhe von ca. 448 Tsd. € ge- rechnet und mit Arbeitgeberbeiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung (beitragsorientierte Pläne) in Höhe von ca. 1.464 Tsd. €. (6) Abschreibungen Die Abschreibungen sind in der Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen in den Erläuterungen zur Darstellung der Vermögenslage (Bilanz) dargestellt. (7) Sonstige Aufwendungen Die Sonstigen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen: in Tsd. € 2022/23 2021/22 Werbe- und Reisekosten 1.168 862 Raumkosten 1.341 1.381 Kosten für Warenabgabe, Vertriebs- und Logistikdienstleistungen 1.639 1.331 Rechts- und Beratungskosten 1.496 1.320 Reparatur und Instandhaltungsaufwand 591 625 Büro- und Geschäftsbedarf 462 516 Abschluss und Prüfungskosten 543 408 Versicherungen 534 376 Dienstleistungen 447 333 AR-Vergütung 345 257 Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 292 515 Sonstige Abgaben und Lizenzaufwendungen 370 231 Fortbildungskosten 175 156 Übrige sonstige Aufwendungen 1.206 1.394 Sonstige Aufwendungen Gesamt 10.609 9.706 Anlage 5 Seite 36 (8) Finanzerträge Die Finanzerträge setzen sich wie folgt zusammen: in Tsd. € 2022/23 2021/22 Erträge aus Anteilsverwässerung von nach der Equity-Methode bilanzierten 541 2.356 Unternehmen Ertrag aus der (Folge-)Bewertung von Finanzderivaten 219 0 Erträge aus der Folgebewertung finanzieller Verbindlichkeiten 0 1.234 Zinserträge aus Ausleihungen an at-Equity bilanzierte Unternehmen 4 4 Übrige Finanzerträge 25 12 Finanzerträge Gesamt 789 3.606 Die Erträge aus der Folgebewertung finanzieller Verbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus der Be- wertungsänderung und Ausübung von Put-Optionsrechten bezüglich Minderheitengesellschaftsanteilen der Breatec-Gruppe von 0 Tsd. € (Vorjahr: 1.234 Tsd. €). (9) Finanzaufwendungen Die Finanzaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen: in Tsd. € 2022/23 2021/22 Aufwand aus Folgebewertung von Finanzderivaten 0 308 Zinsaufwand für stille Beteiligungen 259 280 Zinsaufwand für Darlehen 437 146 Zinsaufwand aus Leasingverhältnissen 162 103 Aufwand aus der Folgebewertung von finanziellen Verbindlichkeiten für 365 816 den potentiellen Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen (Put-Optio- nen) Übrige Finanzaufwendungen 84 43 Finanzaufwendungen Gesamt 1.307 1.696 Der Aufwand aus der Folgebewertung finanzieller Verbindlichkeiten resultieren im Wesentlichen aus der Bewertungsänderung und Ausübung von Put-Optionsrechten bezüglich Minderheitengesellschaftsanteilen der Biocatalysts Ltd. in Höhe von 235 Tsd. €. (Vorjahr: 816 Tsd. €) und der Breatec-Gruppe 130 Tsd € (Vorjahr: 0 Tsd. €) (10) Ertragsteuern und latente Steuern Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt unter Berücksichtigung der Steuersätze, die im Jahr der voraus- sichtlichen Realisation Anwendung finden. Diese betragen für alle in den Konzern einbezogenen deutschen Unternehmen für die Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag 15,825% (Vorjahr: 15,825%). Der Gewerbesteuersatz für die deutschen Konzerngesellschaften und der Gesamtsteuersatz sind in den nachfolgenden Tabellen abgebildet: Anlage 5 Seite 37 Gewerbesteuersatz 2022/23 2021/22 BRAIN Biotech AG 13,30% 13,30% BRAIN Capital GmbH 13,30% 13,30% AnalytiCon Discovery GmbH 15,93% 15,93% Mekon Science Networks GmbH 13,30% 13,30% WeissBioTech GmbH 14,53% 14,53% Gesamtsteuersatz 2023/23 2021/22 BRAIN Biotech AG 29,13% 29,13% BRAIN Capital GmbH 29,13% 29,13% BRAIN US LLC 21,00% 23,90% AnalytiCon Discovery GmbH 31,75% 31,75% AnalytiCon Discovery LLC 21,00% 23,90% Mekon Science Networks GmbH 29,13% 29,13% BiocatalystsLtd. 25,00% 19,00% BiocatalystsInc. 21,00% 21,00% Biosun Biochemicals Inc. 21,00% 21,00% Weriol Group BV 25,80% 25,80% Breatec BV 25,80% 25,80% WeissBioTech GmbH 30,35% 30,35% Die Ertragssteueransprüche in Höhe von 56 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) betreffen in Höhe von 39 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) die Körperschaftsteuer und den Solidaritätszuschlag sowie mit 17 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) die Gewerbesteuer. Die Ertragssteuerverbindlichkeiten in Höhe von 44 Tsd. € (Vorjahr: 190 Tsd. €) betreffen in Höhe von 35 Tsd. € (Vorjahr: 18 Tsd. €) die Gewerbesteuer und in Höhe von 9 Tsd. € (Vorjahr: 172 Tsd. €) die Körperschaftssteuer. Die aktiven und passiven latenten Steuern und deren Veränderung im Geschäftsjahr stellen sich wie folgt dar: in Tsd. € 30.09.2023 30.09.2022 Aktive Passive Aktive Passive latente latente latente latente Steuern Steuern Steuern Steuern Immaterielle Vermögenswerte 0 1.791 0 2.150 Steuerliche Verlustvorträge-/rückträge 315 0 790 0 Sachanlagen 58 2.390 56 2.024 Forderungen aus Lieferungen 2 3 2 3 und Leistungen Pensionsverpflichtungen 12 0 24 0 Finanzverbindlichkeiten 20 0 0 0 Rückstellungen 14 7 15 3 und Verbindlichkeiten Anlage 5 Seite 38 Summe 422 4.190 888 4.180 Saldierung -422 -422 -888 -888 Gesamt 0 3.768 0 3.292 in Tsd. € 2022/23 Passivischer Saldo der latenten Steuern zum Geschäftsjahresanfang 3.292 (1. Oktober 2022) Zugang aktiver/passiver latenter Steuern im Zuge der Veränderung des Kon- 0 0 solidierungskreises Veränderung latenter Steuern aufgrund von Währungskursdifferenzen 19 19 Erfolgswirksame Veränderung temporärer Unterschiede aus Abweichungen -18 der Bilanzansätze im IFRS-Abschluss von der Steuerbilanz Latenter Steueraufwand aus der Auflösung aktiver latenter Steuern aus steu- 475 erlichen Verlustvorträgen In der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesener latenter Steueraufwand 457 Passivischer Saldo der latenten Steuern zum Geschäftsjahresende 3.768 (30. September 2023) Die Unterschiede zwischen dem auf Basis des IFRS-Ergebnisses vor Steuern und dem Gesamtsteuersatz der BRAIN Biotech AG von 29,125% (Vorjahr: 29,125%) erwarteten Ertragssteuerertrag und dem in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung ausgewiesenen Ertragssteueraufwand sind in der folgenden Tabelle dargestellt: in Tsd. € 2022/23 2021/22 Konzernergebnis vor Steuern -7.489 -6.165 Erwarteter Steuerertrag -2.181 -1.795 Abweichende Steuertarife einbezogenerTochtergesellschaften -129 -141 Auswirkungen von Steuersatzänderungen 86 69 Permanente Differenzen aus Konsolidierungsvorgängen 746 612 Permanente Differenzen aus Eigenkapitaltransaktionen 0 0 Permanente Differenzen aus der Folgebewertung von finanziellen Vermögens- 106 -121 werten und Verbindlichkeiten Permanente Differenzen aus anteilsbasierten Vergütungen mit Begleichung in 232 218 Eigenkapitalinstrumenten Steuerfreie Erträge / nicht abzugsfähige Aufwendungen -62 0 Verbrauch steuerlicher Verlustvorträge aus Vorperioden -3 0 Nicht aktivierte steuerliche Verlustvorträge 1.774 2.227 Periodenfremde Steuern und sonstige Abweichungen 37 -892 Ausgewiesener laufender oder latenter Ertragssteuer- 625 176 ertrag (-)/ bzw. Ertragssteueraufwand (+) Anlage 5 Seite 39 Die nachfolgende Darstellung zeigt die Fristigkeit der zum Bilanzstichtag bilanzierten latenten Steuern. Als kurzfristig werden latente Steuern kategorisiert, wenn ihre Realisation innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag erwartet wird. in Tsd. € 2022/23 2021/22 Kurzfristige aktive latente Steuern 328 12 Langfristige aktive latente Steuern 94 87 Kurzfristige passive latente Steuern 679 676 Langfristige passive latente Steuern 3.511 2.714 Saldo kurzfristiger latenter Steuern -351 -665 Saldo langfristiger latenter Steuern -3.417 -2.628 Aufgrund der einen Detailplanungshorizont von drei Geschäftsjahren abbildenden steuerlichen Prognose- rechnungen der in den Konzern einbezogenen Unternehmen wurden für grundsätzlich unbefristet vortrags- fähige steuerliche Verlustvorträge, resultierend aus dem Geschäftsjahr 2022/23 sowie aus früheren Ge- schäftsjahren in Höhe von 84.299 Tsd. € (Körperschaftsteuer; Vorjahr: 77.277 Tsd. €) bzw. 82.696 Tsd. € (Gewerbesteuer; Vorjahr: 77.007 Tsd. €), keine aktiven latenten Steuern aktiviert. Der hiernach nicht be- rücksichtigte potenzielle steuerliche Vorteil beträgt 24.503 Tsd. € (Vorjahr: 22.517 Tsd. €). Latente Steuern aus dem Unterschied zwischen den steuerlichen Beteiligungsansätzen und den Nettover- mögen der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen ergeben sich nicht. (11) Ergebnis je Aktie Das in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesene, auf die Aktionäre der BRAIN Biotech AG entfallende Konzernergebnis in Höhe von -8.279.463 € (Vorjahr: -6.589.514 €) wurde der Berechnung zugrunde gelegt. Das Ergebnis je Aktie wird mittels Division des auf die Aktionäre der BRAIN Biotech AG entfallenden Er- gebnisses durch die durchschnittliche Anzahl der im Geschäftsjahr ausgegebenen Aktien der BRAIN Bio- tech AG ermittelt. Im Geschäftsjahr 2022/23 waren im Durchschnitt 21.847.495 Stückaktien ausgegeben (Vorjahr: 21.847.495 Stückaktien). Mögliche Verwässerungseffekte bestehen derzeit nicht. Anlage 5 Seite 40 VI. ERLÄUTERUNGEN ZUR DARSTELLUNG DER VERMÖGENSLAGE (BILANZ) (12) Immaterielle Vermögenswerte Die Zusammensetzung und Entwicklung wird im Folgenden dargestellt: in Tsd. € Geschäfts- oder Sonstige Summe Immaterielle Firmenwerte Immaterielle Vermögenswerte Vermögenswerte Geschäftsjahr2022/23 6.606 20.448 27.054 Anschaffung bzw. Herstellkosten Stand 1. Oktober 2022 Zugänge 0 19 19 Abgänge 0 -2.612 -2.612 Währungsumrechnung 60 34 94 Stand 30. September 2023 6.666 17.890 24.556 Abschreibungen und Wertminde- 0 10.289 10.289 rungen Stand 1. Oktober 2022 Abschreibungen des Geschäfts- 0 1.602 1.602 jahres Abgänge 0 -2.597 -2.597 Währungsumrechnung 0 47 47 Stand 30. September 2023 0 9.341 9.341 Nettobuchwert 6.666 8.549 15.215 Stand 30. September 2023 Stand 30. September 2022 6.606 10.158 16.765 Anlage 5 Seite 41 in Tsd. € Geschäfts- oder Sonstige Summe Immaterielle Firmenwerte Immaterielle Vermögenswerte Vermögenswerte Geschäftsjahr2021/22 4.725 17.739 22.464 Anschaffung bzw. Herstellkosten Stand 1. Oktober 2021 Zugange aus Unternehmenser- 1.960 2.486 4.446 werb Zugänge 0 280 280 Abgänge aus Unternehmens- 0 -94 -94 veräußerungen Währungsumrechnung -78 36 -42 Stand 30. September 2022 6.606 20.448 27.054 Abschreibungen und Wertminde- 0 8.933 8.933 rungen Stand 1. Oktober 2021 Abschreibungen des Geschäfts- 0 1.511 1.511 jahres Abgänge 0 -94 -94 Währungsumrechnung 0 -60 -60 Stand 30. September 2022 0 10.289 10.289 Nettobuchwert 6.606 10.158 16.765 Stand 30. September 2022 Stand 30. September 2021 4.725 8.806 13.531 Der Ausweis des Geschäfts- oder Firmenwerts zum 30. September 2023 resultiert aus dem Erwerb der AnalytiCon-Gruppe (AnalytiCon Discovery GmbH, AnalytiCon Discovery LLC) im Geschäftsjahr 2013/14, aus dem Erwerb der Biocatalysts-Gruppe (Biocatalysts Ltd., Biocatalysts Inc.) im Geschäftsjahr 2017/18. und aus dem Erwerb der Breatec-Gruppe (Weriol Group BV, Breatec BV and Panei BV) im Geschäftsjahr 2021/22. Anlage 5 Seite 42 Werthaltigkeitstest Geschäfts- oder Firmenwerte bestanden zum Berichtsstichtag bei den folgenden Zahlungsmittel generie- renden Einheiten (ZGE): 30.09.2023 30.09.2022 Zahlungsmittelgenerierende Ein- Geschäfts- oder Kapitalkosten Geschäfts- oder Kapitalkosten heit Firmenwert (WACC) vor Firmenwert (WACC) vor in Tsd. € Steuern3 in Tsd. € Steuern4 Biocatalysts 4.008 10,25% 3.948 9,29% Breatec 1.960 9,24% 1.960 8,08% Naturstoffchemie 699 16,37% 699 15,05% Die Zahlungsmittel generierende Einheit „Biocatalysts“ umfasst den Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Unternehmenserwerb der Biocatalysts Ltd. einschließlich deren Tochtergesellschaft Biocatalysts Inc. und ist dem Segment BioProducts zuzuordnen. Die Zahlungsmittel generierende Einheit „Breatec“ umfasst den Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Un- ternehmenserwerb der Weriol Group BV. einschließlich deren Tochtergesellschaft Breatec BV, und ist dem Segment BioProducts zuzuordnen. Die Zahlungsmittel generierende Einheit „Naturstoffchemie“ umfasst den Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Unternehmenserwerb der AnalytiCon Discovery GmbH einschließlich deren Tochtergesellschaft Ana- lytiCon Discovery LLC und ist dem Segment BioScience zuzuordnen. Biocatalysts Für die Einheit Biocatalysts wurde zum 30. September 2023 erneut ein Werthaltigkeitstest nach IAS 36 durchgeführt. Die Planung geht von deutlich steigenden Umsatzerlösen und sukzessiven Margenverbes- serungen aus. Diese würden sich planmäßig in die deutlichen Steigerungen der letzten Jahre und auch des Geschäftsjahres 2022/23 einreihen. Das weiterhin starke Wachstum soll durch den weiteren Ausbau der Geschäftsbeziehungen mit bestehenden und neuen Kunden realisiert werden. Darüber hinaus soll noch stärker auf kundenspezifische Enzyme und eigene Produktentwicklungen fokussiert werden, die sowohl zur weiteren Umsatz-, als auch zur Margenverbesserung beitragen sollen. Netto-Zahlungsmittelzuflüsse jenseits der Detailplanungsphase wurden als ewige Rente unter Berücksichtigung aus aktuellen Marktin- formationen abgeleiteter Wachstumsraten (Geschäftsjahr: 1,00%, Vorjahr: 1,00%) abgebildet. Auf Basis der fünfjährigen Planung wurde ein Nutzungswert auf Grundlage der diskontierten Zahlungsmittelströme berechnet. Als Resultat des Werthaltigkeitstests zum 30. September 2023 wurde kein Impairment festge- stellt. Bei einer Erhöhung des gewichteten Gesamtkapitalkostensatzes um 1,0 Prozentpunkte bzw. bei einer Re- duktion der EBITDA-Marge um 2,0 Prozentpunkte in der ewigen Rente hätte sich ebenfalls kein Impairment ergeben. 3 Gewichteter durchschnittlicher Gesamtkapitalkostensatz vor Steuern. 4 Gewichteter durchschnittlicher Gesamtkapitalkostensatz vor Steuern. Anlage 5 Seite 43 Der Vorstand geht davon aus, dass die jeweilig errechneten Sensitivitäten die potenziellen Planabweichun- gen im geeigneten Umfang ausreichend widerspiegeln. Breatec Für die Einheit Breatec wurde zum 30. September 2023 erneut ein Werthaltigkeitstest nach IAS 36 durch- geführt. Die Planung geht von deutlich steigenden Umsatzerlösen und sukzessiven Margenverbesserun- gen aus. Das weiterhin starke Wachstum soll durch den weiteren Ausbau der Geschäftsbeziehungen mit bestehenden und neuen Kunden realisiert werden. Darüber hinaus soll noch stärker auf kundenspezifische Enzyme fokussiert werden, die sowohl zur weiteren Umsatz-, als auch zur Margenverbesserung beitragen sollen. Netto-Zahlungsmittelzuflüsse jenseits der Detailplanungsphase wurden als ewige Rente unter Be- rücksichtigung aus aktuellen Marktinformationen abgeleiteter Wachstumsraten (Geschäftsjahr: 1,00%; Vor- jahr: 1,00%) abgebildet. Auf Basis der fünfjährigen Planung wurde ein Nutzungswert auf Grundlage der diskontierten Zahlungsmittelströme berechnet. Als Resultat des Werthaltigkeitstests zum 30. September 2023 wurde kein Impairment festgestellt. Bei einer Erhöhung des gewichteten Gesamtkapitalkostensatzes um 1,0 Prozentpunkte bzw. bei einer Re- duktion der EBITDA-Marge um 2,0 Prozentpunkte in der ewigen Rente hätte sich ebenfalls kein Impairment ergeben. Der Vorstand geht davon aus, dass die jeweilig errechneten Sensitivitäten die potenziellen Planabweichun- gen im geeigneten Umfang ausreichend widerspiegeln. Naturstoffchemie Unter anderem aufgrund der positiven Marktresonanz und der erfolgreichen Entwicklung in den vergange- nen Geschäftsjahren geht die Einheit „Naturstoffchemie“ in der Planung von einer deutlichen Umsatzstei- gerung und einer positiven Entwicklung der EBITDA-Marge aus. Die erwartete Entwicklung der Umsätze und Ergebnisse wird wesentlich durch das Wachstumspotential im Bereich der Projekte/Services (u.a. Pro- jekt von AnalytiCon Discovery GmbH mit Pharvaris N.V. bezüglich des neuartigen oralen Bradykinin-B2- Rezeptor-Antagonisten [PHA121]) sowie der daraus resultierenden positiven Effekte auf die Personalkos- tenquote getrieben. Netto-Zahlungsmittelzuflüsse jenseits der Detailplanungsphase wurden als ewige Rente unter Berücksichtigung aus aktuellen Marktinformationen abgeleiteter Wachstumsraten (Geschäfts- jahr und Vorjahr: 1,00%) abgebildet. Auf Basis der fünfjährigen Planung wurde ein Nutzungswert auf Grundlage der diskontierten Zahlungsmittelströme berechnet. Als Resultat des Werthaltigkeitstests zum 30. September 2023 wurde kein Impairment festgestellt. Bei einer Erhöhung des gewichteten Gesamtkapitalkostensatzes um 1,0 Prozentpunkte oder einer Reduk- tion der EBITDA-Marge um 2,0 Prozentpunkte in der ewigen Rente hätte sich ebenfalls kein Impairment ergeben. Der Vorstand geht auch für den Bereich Naturstoffe davon aus, dass die jeweilig errechneten Sensitivitäten die potenziellen Planabweichungen im geeigneten Umfang ausreichend widerspiegeln. Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte, die für den Konzernabschluss von wesentlicher Bedeutung sind, setzen sich zusammen aus den im Rahmen der akquisitionsbedingten Kaufpreisallokationen ermit- telten immateriellen Vermögenswerten, die in der folgenden Tabelle dargestellt sind. Anlage 5 Seite 44 in Tsd. € 30.09.2023 30.09.2022 RND5 zum 30.09.2023 Technologie der AnalytiCon Discovery GmbH 61 303 0,25 Technologie der Biocatalysts Ltd. 2.532 2.883 7 Technologie der Breatec Gruppe 365 449 4 Kundenbeziehungen der Biocatalysts Gruppe 2.429 2.831 6 Kundenbeziehungen der Biosun Biochemicals Inc. 1.020 1.237 8 Kundenbeziehungen der Breatec Gruppe 1.633 1.856 7 Entsprechend der oben dargestellten Bilanzierungsgrundsätze wurden im Geschäftsjahr 2022/23 wie im Vorjahr keine Entwicklungskosten aktiviert, da eine Trennung in Forschungs- und Entwicklungsphase auf- grund des alternierenden Vorgangs nicht möglich ist und somit nicht sämtliche der in IAS 38 genannten Kriterien kumulativ erfüllt waren. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 4.979 Tsd. € (Vorjahr: 4.870 Tsd. €) sind in der Gesamtergebnisrechnung im Wesentlichen im „Personalaufwand“, im „Materialaufwand“, in den „Sonstigen Aufwendungen“ und in den „Abschreibungen“ enthalten. (13) Sachanlagen Die Investitionen in Sachanlagen entfielen im Geschäftsjahr 2022/23 im Wesentlichen auf den technischen Ausbau der Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsinfrastruktur. Die Zusammensetzung und Entwick- lung der Sachanlagen wird im Folgenden dargestellt: in Tsd. € Grundstü- Right of Use Betriebs- Right of Use Summe Sach- cke und Ge- Grundstücke und Ge- Betriebs- und anlagen bäude und Ge- schäftsaus- Geschäfts- bäude stattung ausstattung Geschäftsjahr 10.327 7.570 22.676 2.356 42.930 2022/23 Anschaffung bzw. Herstellkosten Stand 1. Oktober 2022 Zugänge 33 92 1.982 866 2.972 Abgänge -1 -166 -480 -35 -683 Umbuchungen 0 0 -2.709 2.709 0 Währungsumrech- 64 -8 80 17 153 nung 5 Restnutzungsdauer in Jahren. Anlage 5 Seite 45 Stand 30. Sep- 10.423 7.488 21.549 5.912 45.372 tember 2023 in Tsd. € Grundstü- Right of Use Betriebs- Right of Use Summe Sach- cke und Ge- Grundstücke und Ge- Betriebs- und anlagen bäude und Ge- schäftsaus- Geschäfts- bäude stattung ausstattung Abschreibungen und Wertminde- rungen Stand 1. Oktober 2022 3.139 2.140 8.316 598 14.192 Abschreibungen des Geschäftsjah- res 240 841 1.334 638 3.053 Abgänge 0 -166 -315 -35 -517 Währungsumrech- nung 5 -7 -62 -10 -75 Stand 30. Sep- tember 2023 3.385 2.807 9.271 1.189 16.651 Nettobuchwert Stand 30. Sep- tember 2023 7.038 4.681 12.278 4.723 28.720 Stand 30. Sep- tember 2022 7.188 5.431 14.361 1.758 28.737 in Tsd. € Grundstü- Right of Use Betriebs- Right of Use Summe Sach- cke und Ge- Grundstücke und Ge- Betriebs- und anlagen bäude und Ge- schäftsaus- Geschäfts- bäude stattung ausstattung Geschäftsjahr 9.389 6.869 18.689 1.898 36.845 2021/22 Anschaffung bzw. Herstellkosten Stand 1. Oktober 2021 Anlage 5 Seite 46 Zugänge aus Un- 49 517 125 429 1.121 ternehmenserwerb Zugänge 1.686 221 5.363 44 7.314 Abgänge 0 0 -237 0 -237 Abgänge aus Un- -742 -45 -1.093 0 -1.880 ternehmensveräu- ßerungen Währungsumrech- -55 8 -172 -15 -233 nung Stand 30. Sep- 10.327 7.570 22.676 2.356 42.930 tember 2022 in Tsd. € Grundstü- Right of Use Betriebs- Right of Use Summe Sach- cke und Ge- Grundstücke und Ge- Betriebs- und anlagen bäude und Ge- schäftsaus- Geschäfts- bäude stattung ausstattung Abschreibungen und Wertminde- rungen Stand 1. Oktober 2021 3.181 1.371 7.832 170 12.554 Abschreibungen des Geschäftsjah- res 249 802 1.348 430 2.829 Abgänge 0 0 -125 0 -125 Abgänge aus Un- ternehmensveräu- ßerungen -285 -45 -686 0 -1.016 Währungsum- rechnung -6 12 -54 -2 -50 Stand 30. Sep- tember 2022 3.139 2.140 8.316 598 14.191 Nettobuchwert 7.188 5.431 14.360 1.758 28.738 Stand 30. Sep- tember 2022 Anlage 5 Seite 47 Stand 30. Sep- 6.207 5.499 10.857 1.728 24.291 tember 2021 Grundstücke und Gebäude dienen teilweise als Besicherung für Bankdarlehen. Die darin enthaltenen Grundstücke und Gebäude der BRAIN Biotech AG wurden nicht in voller Höhe als Sicherheit abgetreten. Eine nähere Betrachtung wird im Abschnitt (21) Finanzverbindlichkeiten vorgenommen. Angaben zu den Leasingverbindlichkeiten sind unter (21) Finanzverbindlichkeiten enthalten. Die nachfolgende Tabelle enthält die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse. In Tsd. € Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse 2022/23 2021/22 Tilgungszahlungen für Leasingverbindlichkeiten 1.455 1.029 Zinszahlungen für Leasingverbindlichkeiten 162 118 Summe 1.617 1.147 (14) Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen Enzymicals AG Der Buchwert der Beteiligung an dem assoziierten Unternehmen Enzymicals AG6 entwickelte sich wie folgt: in Tsd. € Buchwert 30.09.2021 0 Anteiliges Ergebnis nach Steuern in 2021/22 10 Wertminderung -10 Buchwert 30.09.2022 0 Anteiliges Ergebnis nach Steuern in 2022/23 75 Wertaufholung 8 Buchwert 30.09.2023 83 Im Geschäftsjahr 2022/23 betrug die Beteiligungsquote der BRAIN Biotech AG unverändert 24,095%. Die Beteiligung wird dem Segment BioScience zugeordnet. Im Geschäftsjahr bestanden keine nicht angesetz- ten Verluste (Vorjahr: 0 Tsd. €). Die folgenden Tabellen zeigen die aggregierten Ergebnis- und Bilanzdaten der Enzymicals AG und die der BRAIN Biotech AG entsprechend der Beteiligungsquote (24,095%) zuzurechnenden Werte für das Jahres- ergebnis und für das Eigenkapital. Die Werte der Enzymicals AG wurden nach handelsrechtlichen Vor- schriften (HGB) ermittelt, da aus Sicht des Vorstands keine materiellen Bewertungsunterschiede zu IFRS bestehen. 6Geschäftsjahr = Kalenderjahr; die Abweichung resultiert aus dem historisch bedingten Abweichen des Geschäftsjahrs der BRAIN Biotech AG vom Kalenderjahr. Anlage 5 Seite 48 in Tsd. € 2022/23 2021/22 Umsatzerlöse 2.079 1.577 Gesamtergebnis 312 40 Anteiliges Ergebnis nach Steuern 75 10 in Tsd. € 30.09.2023 30.09.2022 Langfristige Vermögenswerte 507 354 Kurzfristige Vermögenswerte 817 903 Langfristige Schulden 420 500 Kurzfristige Schulden 560 725 Eigenkapital 344 32 Anteiliges Eigenkapital 83 8 Der in Vorperioden bestehende Unterschiedsbetrag zwischen dem Beteiligungsansatz und dem anteilig auf die BRAIN Biotech AG entfallenden Eigenkapital in Höhe von 166 Tsd. € entfiel auf den Geschäfts- oder Firmenwert. SolasCure Ltd. Der Buchwert der Beteiligung an dem assoziierten Unternehmen SolasCure Ltd. entwickelte sich wie folgt: Buchwert 30.09.2021 550 Anteiliges Ergebnis nach Steuern 2021/22 -2.426 Auflösung Zwischenergebniseliminierung 176 Kapitalerhöhung 29.11.2021 1.497 Gewinn aus Anteilsverwässerung 2.180 Währungsumrechnung -39 Buchwert 30.09.2022 1.938 Buchwert 30.09.2022 1.938 Anteiliges Ergebnis nach Steuern 2022/23 -1.560 Auflösung Zwischenergebniseliminierung 46 Kapitalerhöhung 22.02 2023 369 Gewinn aus Anteilsverwässerung 541 Währungsumrechnung 39 Buchwert 30.09.2023 1.373 Im Geschäftsjahr 2022/23 nahm die BRAIN Biotech AG teilweise an einer Kapitalerhöhung bei SolasCure Ltd. teil. Die Kapitalerhöhung belief sich auf 2,8 Mio. € (an der BRAIN mit 0,4 Mio. € partizipiert) und führte zu der oben genannten Veränderung der Beteiligungsquote. Im Ergebnis führte die Kapitalerhöhung zu einer Verwässerung der Anteile an der SolasCure Ltd. Die Beteiligung wird dem Segment BioScience zu- geordnet. Im Geschäftsjahr bestanden keine nicht angesetzten Verluste (Vorjahr: 0 Tsd. €). Anlage 5 Seite 49 Die folgenden Tabellen zeigen die aggregierten Ergebnis- und Bilanzdaten der SolasCure Ltd. und die der BRAIN Biotech AG entsprechend der Beteiligungsquote 34,16% (35,51% am 30 September 2022) zuzu- rechnenden Werte für das Jahresergebnis und für das Eigenkapital. Die Angaben reflektieren den Ab- schluss der SolasCure Ltd., aufgestellt nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. in Tsd. € 2022/23 2021/22 Umsatzerlöse 0 0 Gesamtergebnis -7.486 -6.117 Anteiliges Ergebnis nach Steuern -1.560 -2.426 in Tsd. € 30.09.2023 30.09.2022 Langfristige Vermögenswerte 4.049 3.989 Kurzfristige Vermögenswerte 2.759 4.198 Langfristige Schulden 0 0 Kurzfristige Schulden 460 150 Eigenkapital 6.344 8.037 Anteiliges Eigenkapital 2.167 2.854 Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Beteiligungsansatz und dem anteilig auf die BRAIN Biotech AG entfallenden Eigenkapital entfällt neben der verbleibenden Zwischenergebniseliminierung auf einen Ge- schäfts- oder Firmenwert in Höhe von 254 Tsd. €. (15) Vorräte Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen: in Tsd. € 30.09.2023 30.09.2022 Fertige Erzeugnisse 6.392 5.950 Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2.995 3.285 Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 339 389 Geleistete Anzahlungen auf Vorräte 30 36 Gesamt 9.756 9.661 Bei den Vorräten sind Wertminderungen auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in Höhe von 54 Tsd. € (Vorjahr: 170 Tsd. €), sowie unfertige und fertige Erzeugnisse in Höhe von 441 Tsd. € (Vorjahr: 83 Tsd. €) berück- sichtigt. Es wurden Wertaufholungen in Höhe von 0 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) durchgeführt. Anlage 5 Seite 50 (16) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gliedern sich wie folgt: in Tsd. € 30.09.2023 30.09.2022 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.835 7.424 Forderungen aus Forschungs- und Entwicklungsförderungen 607 612 Gesamt 9.442 8.036 Die dargestellten Buchwerte der Forderungen entsprechen den Zeitwerten. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben in der Regel eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. Zur Berechnung des Gesamtlaufzeit-ECL wurden Kreditausfallraten in einer Bandbreite von 0,5% bis 10% herangezogen. Auf den Bestand zum Stichtag 30. September 2023 wurden Gesamtlaufzeit-ECLs in Höhe von 52 Tsd. € (Vorjahr: 75 Tsd. €) gebildet, die auf einem separaten Wertberichtigungskonto erfasst werden. Die folgende Tabelle zeigt die Überfälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 30. September 2023. in Tsd. € Forderun- Davon: Davon: Gesamt- Buchwert gen aus Lie- Zum Bi- In den folgenden Zeiträumen überfällig laufzeit- ferungen lanzstich- ECL und Leistun- tag nicht gen überfällig Bis zu 30 Zwischen Zwischen Mehr als Tagen 30 und 60 60 und 90 90 Tage Tagen Tagen 30.09.2023 9.495 8.651 671 83 67 23 52 9.442 Die folgende Tabelle zeigt die Überfälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 30. September 2022. in Tsd. € Forderun- Davon: Davon: Gesamt- Buchwert gen aus Lie- Zum Bi- In den folgenden Zeiträumen überfällig laufzeit- ferungen lanzstich- ECL und Leistun- tag nicht gen überfällig Bis zu 30 Zwischen Zwischen Mehr als Tagen 30 und 60 60 und 90 90 Tage Tagen Tagen 30.09.2022 8.110 6.586 1.154 101 155 114 74 8.036 Anlage 5 Seite 51 Die Entwicklung der Wertberichtigungen ist im Folgenden dargestellt: in Tsd. € 2022/23 Buchwert am Periodenbeginn 74 Saldo aus Zuführung und Auflösung -22 Buchwert am Periodenende 52 in Tsd. € 2021/22 Buchwert am Periodenbeginn 49 Saldo aus Zuführung und Auflösung 25 Buchwert am Periodenende 74 Die Wertberichtigungsquote im Geschäftsjahr 2022/23 beträgt 0,5% (Vorjahr: 0,9%). Weitere Informationen zu den Wertminderungen sowie den Kreditrisiken von Forderungen aus Lieferun- gen- und Leistungen sind in Kapitel VII. „Finanzinstrumente/Risiken aus Finanzinstrumenten“ dargestellt. (17) Sonstige finanzielle Vermögenswerte Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen: in Tsd. € 30.09.2023 30.09.2022 Ausgereichte Darlehen bis ein Jahr 123 73 Kautionen mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr 55 82 Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte 0 280 Gesamt 178 435 (18) Sonstige lang- und kurzfristige Vermögenswerte Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen: in Tsd. € 30.09.2023 30.09.2022 Aufwandsabgrenzungen für einen Zeitraum von über einem Jahr 20 55 Ausgereichte Darlehen 50 100 Kautionen 0 12 Gesamt 70 168 Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen: in Tsd. € 30.09.2023 30.09.2022 Das Folgejahr betreffende Ausgaben 393 331 Umsatzsteuerforderungen gegenüber dem Finanzamt 213 196 Forderungen aus dem Verkauf der L.A. Schmitt GmbH 0 3.040 Anlage 5 Seite 52 Übrige sonstige kurzfristige Vermögenswerte 86 244 Gesamt 691 3.811 Sämtliche kurzfristigen Vermögenswerte haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Der Bestand an sonstigen Vermögenswerten war zum Bilanzstichtag weder überfällig noch wertgemindert. Das Ausfallri- siko wird, wie auch im Vorjahr, als gering angesehen. (19) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente / Kapitalflussrechnung Die Anlage der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente erfolgte im Wesentlichen bei Kreditinstituten in Deutschland und im Vereinigten Königreich. In der Kapitalflussrechnung wurden als „Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge“ fol- gende Sachverhalte berücksichtigt: in Tsd. € 2022/23 2021/22 Aufwendungen Aufwand aus dem Abgang von Tochtergesellschaften 0 1.653 Personalaufwand aus anteilsbasierten Vergütungen und 797 748 Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen Forderungsverluste/Veränderung Wertberichtigung auf Forderun- 2 3 gen Netto-Finanzaufwand aus der Folgebewertung finanzieller Ver- 426 960 bindlichkeiten Übriges Finanzergebnis 0 308 Übrige 8 42 Gesamt 1.233 3.714 Erträge Herabsetzung der Wertberichtigungen auf Forderungen 21 1 Netto-Finanzertrag aus der Folgebewertung finanzieller Verbind- 0 1.234 lichkeiten und sonstiger Verbindlichkeiten Erträge aus Wertaufholung von nach der Equity-Methode bilan- 8 0 zierten Unternehmen Erträge aus Anteilsverwässerung nach der Equity-Methode bilan- zierter Unternehmen 541 2.356 Zuschreibung auf Vorräte 21 153 Übriges Finanzergebnis - (Folge-)Bewertung von Finanzderivaten 219 - Übrige 47 31 Gesamt 857 3.775 Saldo der nicht zahlungswirksamen Aufwendungen / Erträge 376 -61 Anlage 5 Seite 53 (20) Eigenkapital Die Entwicklung des Eigenkapitals ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Gezeichnetes Kapital Das Grundkapital beträgt 21.847.495 € (Vorjahr: 21.847.495 €) und ist in 21.847.495 (Vorjahr: 21.847.495) Stückaktien eingeteilt, auf die jeweils ein anteiliger Betrag des Grundkapitals von 1,00 € entfällt. Die Anteile sind voll einbezahlt und lauten auf den Namen. Die Aktien notieren im Börsensegment „Prime Standard“ der Frankfurter Wertpapierbörse. Genehmigtes Kapital Mit Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 9. März 2022 wurde ein genehmigtes Kapital in Höhe von 4.369.499 € geschaffen (Genehmigtes Kapital 2022 / I). Das Genehmigte Kapital 2022 / I wurde am 28. März 2022 in das Handelsregister eingetragen. Der Vorstand wurde ermächtigt, mit der Zustimmung des Aufsichtsrates in der Zeit bis zum 8. März 2027 das Grundkapital der Gesellschaft einmalig oder mehr- mals, höchstens jedoch um bis zu nominal 4.369.499 € durch die Ausgabe von bis zu 4.369.499 neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bar- und /oder Sacheinlage zu erhöhen, wobei das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise ausgeschlossen werden kann. Wenn die neuen Aktien ge- gen Bareinlagen ausgegeben werden, kann das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise ausgeschlossen werden, wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsenno- tierten Aktien der Gesellschaft zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabepreises nicht we- sentlich unterschreitet und die Anzahl der in dieser Weise unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebe- nen Aktien insgesamt 10% des Grundkapitals nicht überschreitet. Am Abschlussstichtag 30. September 2023 bestand sonach ein genehmigtes Kapital in Höhe von 4.369.499 €. Bedingtes Kapital Gemäß § 5 Absatz 3, 4, 5 und 6 der Satzung ist das Grundkapital um 2.184.749 € durch die Ausgabe von bis zu 2.184.749 neuer, auf den Namen lautender Stückaktien (Bedingtes Kapital 2023 / I) sowie um wei- tere 63.000 € durch die Ausgabe von bis zu 63.000 neuer, auf den Namen lautender Stückaktien (Beding- tes Kapital 2015 / II), durch die Ausgabe von bis zu 1.233.600 neuer, auf den Namen lautender Stückaktien (Bedingtes Kapital 2019 / I) und durch die Ausgabe von bis zu 888.148 neuer, auf den Namen lautender Stückaktien (Bedingtes Kapital 2023 / II) bedingt erhöht. Das zum 30. September 2022 bestehenden bedingte Kapital in Höhe von 1.986.136 (bedingtes Kapital 2021/ I) wurde mit Beschlussfassung der Hauptversammlung vom 8. März 2023 aufgehoben. Das bedingte Kapital 2023 / I dient ausschließlich der Gewährung von Aktien an die Inhaber von Options- schuldverschreibungen und Wandelschuldverschreibungen, die aufgrund der Ermächtigung des Vorstan- des durch den Beschluss der Hauptversammlung vom 8. März 2023 von der Gesellschaft begeben werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird durch die Ausgabe von bis zu 2.184.749 neuer, auf den Namen lauten- der Stückaktien nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber der Wandelschuldverschreibungen und/oder Anlage 5 Seite 54 Optionsschuldverschreibungen von ihren Wandlungsrechten bzw. Optionsrechten Gebrauch machen oder die zur Wandlung verpflichteten Inhaber der Wandelschuldverschreibungen ihrer Pflicht zur Wandlung ge- nügen, und soweit nicht andere Erfüllungsformen zur Bedienung eingesetzt werden. Eine Erhöhung des Grundkapitals aus dem Bedingten Kapital 2023 / I war zum Abschlussstichtag am 30. September 2023 nicht durchgeführt. Das Bedingte Kapital 2015 / II dient ausschließlich der Bedienung von Bezugsrechten aus Aktienoptionen, die gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juli 2015 im Rahmen eines Aktienoptionsplans im Umfang von bis zu 63.000 Aktienoptionen mit Bezugsrechten auf Aktien der BRAIN Biotech AG mit einer Laufzeit von bis zu acht Jahren den Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft, den Mitgliedern der Ge- schäftsführungen verbundener Unternehmen sowie Führungskräften und sonstigen Mitarbeitern der Ge- sellschaft in hervorgehobener Position gewährt werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber der ausgegebenen Bezugsrechte hiervon Gebrauch machen und die Gesell- schaft nicht zur Erfüllung dieser Bezugsrechte eigene Aktien oder einen Barausgleich gewährt. Eine Erhö- hung des Grundkapitals aus dem Bedingten Kapital 2015 / II war zum Abschlussstichtag am 30. September 2023 nicht durchgeführt. Das Bedingte Kapital 2015/ II wurde auf der ordentlichen Hauptversammlung am 7. März 2019 von ur- sprünglich 1.272.581 € auf 123.000 € reduziert, da dieses Kapital ausschließlich zur Absicherung bereits ausgegebener Aktienoptionen bestehen bleiben sollte. Auf der Hauptversammlung am 8. März 2023 wurde das bedingte Kapital um weitere 60.000 € auf 63.000 € reduziert. Die Ermächtigung zur Ausgabe von wei- teren Aktienoptionen aus dem Bedingten Kapital 2015/ II wurde auf selbiger Hauptversammlung wieder entzogen und durch eine neue Ermächtigung ersetzt (siehe folgender Abschnitt). Durch Beschluss der Hauptversammlung am 7. März 2019 war das Grundkapital um 1.682.578 € durch die Ausgabe von bis zu 1.682.578 neuer, auf den Namen lautender Stückaktien (Bedingtes Kapital 2019 / I) bedingt erhöht. Das Bedingte Kapital 2019/ I wurde auf der ordentlichen Hauptversammlung am 8. März 2023 von ursprünglich 1.682.578 € um 448.978 € auf 1.233.600 € herabgesetzt. Das bedingte Kapital dient ausschließlich der Bedienung von Bezugsrechten aus Aktienoptionen, die den Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft und sonstigen Mitarbeitern der Gesellschaft in hervorgehobener Position gewährt werden. Der Vorstand ist ermächtigt, mit der Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchfüh- rung der bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durch- geführt, wie die Inhaber der ausgegebenen Bezugsrechte hiervon Gebrauch machen und die Gesellschaft nicht zur Erfüllung dieser Bezugsrechte eigene Aktien oder einen Barausgleich gewährt. Eine Erhöhung des Grundkapitals aus dem Bedingten Kapital 2019 / I war zum Abschlussstichtag am 30. September 2023 nicht durchgeführt. Das Bedingte Kapital 2023 / II dient ausschließlich der Bedienung von Bezugsrechten aus Aktienoptionen, die gemäß dem Beschluss der Hauptversammlung vom 8. März 2023 im Rahmen eines Aktienoptionsplans im Umfang von bis zu 888.148 Aktienoptionen mit Bezugsrechten auf Aktien der BRAIN Biotech AG mit einer Laufzeit von bis zu sechs Jahren den Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft und sonstigen Mit- arbeitern der Gesellschaft in hervorgehobener Position gewährt werden. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber der ausgegebenen Bezugsrechte hiervon Gebrauch machen und die Gesellschaft nicht zur Erfüllung dieser Bezugsrechte eigene Aktien oder einen Barausgleich ge- währt. Eine Erhöhung des Grundkapitals aus dem Bedingten Kapital 2023 / II war zum Abschlussstichtag am 30. September 2023 nicht durchgeführt. Anlage 5 Seite 55 Aktienoptionen Durch Beschluss der Hauptversammlung am 8. März 2023 wurde der Vorstand ermächtigt, mit der Zustim- mung des Aufsichtsrates im Rahmen eines Aktienoptionsplans bis zum 7. März 2028 bis zu 888.148 Akti- enoptionen mit Bezugsrechten auf Aktien der BRAIN Biotech AG mit einer Laufzeit von bis zu sechs Jahren mit der Maßgabe auszugeben, dass jede Aktienoption das Recht zum Bezug einer Aktie und nach Maß- gabe weiterer Bestimmungen gewährt. Zur Ausgabe von Aktien an Mitglieder des Vorstands der BRAIN Biotech AG gilt diese Ermächtigung allein für den Aufsichtsrat. Zur Absicherung und Bedienung der Akti- enoptionen hat die Hauptversammlung das Grundkapital um 888.148.€ bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2023 / II) Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage enthält das Aufgeld aus der Ausgabe von Aktien abzüglich der Kosten der Kapitalaus- gabe nach Steuern sowie den Aufwand aus der Gewährung von Aktienoptionen. Bezüglich dieser Vergü- tungen verweisen wir auf die Angaben im Abschnitt „Anteilsbasierte Vergütung und andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer“. Die handelsrechtliche Kapitalrücklage ist im handelsrechtlichen Abschluss der BRAIN Biotech AG veröffentlicht. Sonstige Rücklagen In den sonstigen Rücklagen werden Währungsumrechnungsdifferenzen erfasst. Gewinnrücklagen Die Gewinnrücklagen verminderten sich im Geschäftsjahr 2022/23 maßgeblich um das auf die Aktionäre der BRAIN Biotech AG entfallende Ergebnis. Des Weiteren haben sich die Gewinnrücklagen aus einem Netto-Effekt aus Ausübung von Put/Call Vereinbarungen und dem Erwerb von nicht beherrschenden An- teilen an vollkonsolidierten Konzernunternehmen verändert. Anlage 5 Seite 56 Die nicht beherrschenden Anteile im Geschäftsjahr 2022/23 sind im Folgenden dargestellt: Zugang nicht Anteil am Rein- beherrschen- vermögen, der der Anteile Erhöhung/ -Verrin- nicht von der am Reinver- Zurechnung gerung des Anteils Buchwerte der in Tsd. € BRAIN Biotech mögen im des anteiligen am Reinvermögen, Anteile zum zum AG gehalten Zuge des Er- Gesamtergeb- der nicht von der 30.09.2023 wird zum werbs voll- nisses BRAIN Biotech AG 30.09.2023 konsolidierter gehalten wird Konzernun- ternehmen Biocatalysts Ltd.7 0% 0 169 -3.576 0 BRAIN UK Ltd. 0% 0 -2 (-)53 0 Breatec BV 38,00% 0 -11 0 1.243 Gesamt 0 156 -3.523 1.243 Die nicht beherrschenden Anteile des Vorjahres sind in der folgenden Übersicht dargestellt vor: Zugang nicht Anteil am Rein- beherrschen- vermögen, der der Anteile Erhöhung/ -Verrin- nicht von der am Reinver- Zurechnung gerung des Anteils Buchwerte der in Tsd. € BRAIN Biotech mögen im des anteiligen am Reinvermögen, Anteile zum AG gehalten Zuge des Er- Gesamtergeb- der nicht von der 30.09.2022 wird zum werbs voll- nisses BRAIN Biotech AG 30.09.2022 konsolidierter gehalten wird Konzernun- ternehmen Biocatalysts Ltd.8 19,35% 0 317 0 3.407 BRAIN UK Ltd. 11,03% 0 -5 0 -51 Breatec BV 38,00% 1.335 -80 0 1.254 Gesamt 1.335 232 0 4.610 Die Veränderung der nicht beherrschenden Anteile stellt sich wie folgt dar: Biocatalysts Ltd.9 in Tsd. € 30.09.2023 30.09.2022 Wert zum Geschäftsjahresbeginn 3.407 3.090 Anteiliges Jahresergebnis 178 334 Anteiliges sonstiges Ergebnis (Währungsdifferenzen) -9 -17 7 einschließlich der Tochtergesellschaft Biocatalysts Inc. und unter Berücksichtigung der Amortisation auf- gedeckter stiller Reserven 8 einschließlich der Tochtergesellschaft Biocatalysts Inc. und unter Berücksichtigung der Amortisation auf- gedeckter stiller Reserven 9 einschließlich der Tochtergesellschaft Biocatalysts Inc. und unter Berücksichtigung der Amortisation auf- gedeckter stiller Reserven Anlage 5 Seite 57 Erhöhung/ -Verringerung des Anteils am Reinvermögen, der nicht von der -3.576 0 BRAIN Biotech AG gehalten wird Wert zum Geschäftsjahresende 0 3.407 Im Mai 2023 wurden die verbleibenden 9,35% Minderheitsanteile von der Biocatalysts Ltd. im Zuge des Erwerbs eigener Anteile erworben. BRAIN UK Ltd. in Tsd. € 30.09.2023 30.09.2022 Wert zum Geschäftsjahresbeginn -51 -46 Anteiliges Jahresergebnis -2 -5 Erhöhung/ -Verringerung des Anteils am Reinvermögen, der nicht von der (-)53 0 BRAIN Biotech AG gehalten wird Wert zum Geschäftsjahresende 0 -51 Im April 2023 wurde die Call-Option zum Erwerb der 11,03% Minderheitsanteile an der BRAIN UK Ltd. durch die BRAIN UK II Ltd. ausgeübt. Breatec Gruppe in Tsd. € 30.09.2023 30.09.2022 Wert zum Geschäftsjahresbeginn 1.254 0 Zugang nicht beherrschender Anteile am Reinvermögen im Zuge des Er- 0 1.335 werbs vollkonsolidierter Konzernunternehmen Anteiliges Jahresergebnis -11 -80 Anteiliges sonstiges Ergebnis (Währungsdifferenzen) 0 0 Wert zum Geschäftsjahresende 1.243 1.254 Im Folgenden werden zusammengefasste Finanzinformationen für Tochterunternehmen mit nicht beherr- schendem Anteil, der wesentlich für den Konzern ist, dargestellt. Zusammengefasste Bilanzdaten BRAIN UK Ltd. /Biocatalysts Ltd.10 in Tsd. € 30.09.2023 30.09.2022 Langfristige Vermögenswerte * 42.871 29.236 davon quotaler Goodwill aus dem Unternehmenserwerb durch 4.008 3.948 die BRAIN davon stille Reserven abzüglich latenter Steuern aus dem Un- 3.919 4.514 ternehmenserwerb durch die BRAIN Kurzfristige Vermögenswerte 11.471 8.382 Langfristige Schulden 10.479 4.587 Kurzfristige Schulden 19.097 5.797 10 einschließlich der Tochtergesellschaft Biocatalysts Inc. Die Finanzdaten werden aggregiert dargestellt, da die BRAIN UK Ltd. neben ihrer Funktion als Zwischenholding keine eigene Geschäftstätigkeit entfaltet. Anlage 5 Seite 58 Nettovermögen 24.766 27.234 Die langfristigen Vermögenswerte enthalten zum 30.09.2023 die von der BRAIN Biotech AG erworbenen Anteile an den in den Konzern einbezogenen Unternehmen Breatec BV, WeissBioTech GmbH und Biosun Biochemicals Inc. Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung BRAIN UK ltd. /Biocatalysts Ltd.11 in Tsd. € 2022/23 2021/22 Umsatzerlöse 23.798 22.281 Ergebnis vor Ertragssteuern 2.209 1.914 Ergebnis nach Steuern 1.477 1.645 davon Ergebnis aus der Amortisation der stille Reserven ab- -659 -677 züglich latenter Steuern aus dem Unternehmenserwerb durch die BRAIN Gesamtergebnis 1.773 655 Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Ergebnis 167 312 An nicht beherrschende Anteilseigner gezahlte Dividenden 0 0 Zusammengefasste Kapitalflussrechnung BRAIN UK ltd. /Biocatalysts Ltd.12 in Tsd. € 2022/23 2021/22 Brutto Cashflow 3.518 3.866 Cashflow aus operativer Tätigkeit 6.074 4.385 Cashflow aus investiver Tätigkeit -1.389 -6.084 Cashflow aus finanzierender Tätigkeit -7.611 -360 Zusammengefasste Bilanzdaten Breatec Gruppe Breatec Gruppe in Tsd. € 30.09.2023 30.09.2022 Langfristige Vermögenswerte 4.381 4.696 davon quotaler Goodwill aus dem Unternehmenserwerb durch 1.960 1.960 die BRAIN davon stille Reserven abzüglich latenter Steuern aus dem Un- 1.482 1.710 ternehmenserwerb durch die BRAIN Kurzfristige Vermögenswerte 3.626 2.918 Langfristige Schulden 761 994 Kurzfristige Schulden 2.016 1.360 11 einschließlich der Tochtergesellschaft Biocatalysts Inc. Die Finanzdaten werden aggregiert dargestellt, da die BRAIN UK Ltd. neben ihrer Funktion als Zwischenholding keine eigene Geschäftstätigkeit entfaltet. 12 einschließlich der Tochtergesellschaft Biocatalysts Inc. Die Finanzdaten werden aggregiert dargestellt, da die BRAIN UK Ltd. neben ihrer Funktion als Zwischenholding keine eigene Geschäftstätigkeit entfaltet. Anlage 5 Seite 59 Nettovermögen 5.230 5.260 Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung in Tsd. € 2022/23 2021/22 Umsatzerlöse 10.139 4.942 Ergebnis vor Ertragssteuern -77 -267 Ergebnis nach Steuern -30 -212 davon Ergebnis aus der Amortisation der stillen Reserven ab- züglich latenter Steuern aus dem Unternehmenserwerb durch die BRAIN -228 -130 Gesamtergebnis -30 -212 Auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Ergebnis -11 -80 An nicht beherrschende Anteilseigner gezahlte Dividenden 0 0 Zusammengefasste Kapitalflussrechnung Breatec Gruppe in Tsd. € 2022/23 2021/22 Brutto Cashflow 515 122 Cashflow aus operativer Tätigkeit 330 -344 Cashflow aus investiver Tätigkeit -60 -45 Cashflow aus finanzierender Tätigkeit -141 -138 Es liegen keine Beschränkungen vor, außer gesetzlichen Beschränkungen, der Möglichkeiten der BRAIN Biotech AG, Zugang zu Vermögenswerten dieser Tochtergesellschaften zu erlangen oder diese zu ver- wenden und Verbindlichkeiten zu erfüllen. (21) Finanzverbindlichkeiten Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen: in Tsd. € 30.09.2023 30.09.2022 Darlehen 13.316 4.053 Verbindlichkeiten aus Put-Optionsrechten für den potenziellen Er- 3.458 8.431 werb von nicht beherrschenden Anteilen Einlagen stiller Gesellschafter 3.961 4.200 Verbindlichkeiten aus Leasing 8.184 6.685 Derivate 82 297 Nachträgliche Kaufpreisverpflichtung 0 200 Sonstige 6 6 Gesamt 29.006 23.872 Die Einlagen stiller Gesellschafter umfassen zum Bilanzstichtag 30. September 2023 eine Einlage der Hes- sen Kapital I GmbH, Wiesbaden, in Höhe von 900 Tsd. € (Vorjahr: 1.200 Tsd. €) und eine Einlage der Anlage 5 Seite 60 Hessen Kapital II GmbH in Höhe von 3.000 Tsd. € (Vorjahr: 3.000 Tsd. €). Zum 30.09.2023 bestanden Zinsverbindlichkeiten in Höhe von 61 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €). Die Einlage der Hessen Kapital I GmbH wurde im Geschäftsjahr planungsgemäß mit 20% zum 30. Juni 2023 zurückgeführt. Die verbliebenen 60% sind zum 30. Juni 2024 fällig. Die Einlage der Hessen Kapital II GmbH ist rückzahlbar mit 20% zum 31. März 2026, mit weiteren 20% zum 31. März 2027 und mit 60% zum 31. März 2028. Auf die Einlage der Hessen Kapital I GmbH zahlt die Gesellschaft ein festes Entgelt in Höhe von nominal 7,0% p. a. (Vorjahr: 7,0%) sowie eine Gewinnbeteiligung in Höhe der Relation der Nominalhöhe der stillen Beteiligung zur Nominalhöhe des Eigenkapitals der BRAIN Biotech AG, maximal jedoch in Höhe von 2,5% der Einlage und nicht mehr als 50% des Jahresgewinns. Auf die Einlage der Hessen Kapital II GmbH zahlt die Gesellschaft ein festes Entgelt in Höhe von nominal 6,0% p. a. (Vorjahr: 6,0%) sowie eine Gewinnbeteiligung in Höhe der Relation der Nominalhöhe der stillen Beteiligung zur Nominalhöhe des Eigenkapitals der BRAIN Biotech AG, maximal jedoch in Höhe von 1,5% der Einlage und nicht mehr als 50% des Jahresgewinns. Die BRAIN Biotech AG ist berechtigt, die Einlage der Hessen Kapital I GmbH sowie die Einlage der Hessen Kapital II GmbH vorzeitig zu kündigen; aufgrund der damit verbundenen negativen Auswirkungen (Vorfäl- ligkeitsentschädigungen) hat dieses Optionsrecht für die Gesellschaft jedoch faktisch keinen wirtschaftli- chen Wert. Die stille Beteiligung nimmt nicht an Verlusten teil. Eine Nachschusspflicht besteht nicht. Es bestehen Grundschulden mit Zwangsvollstreckungsklauseln auf Grundstücke der BRAIN Biotech AG in Höhe von nominal 2,5 Mio. € (Vorjahr: 2,5 Mio. €). Alle Grundschulden dienen der Sicherung von Bankver- bindlichkeiten, die zum Bilanzstichtag in Höhe von 1.661 Tsd. € (Vorjahr: 875 Tsd. €) valutieren. Die Grund- schulden bestehen im zweiten Rang nach einer nicht abgetretenen Eigentümergrundschuld in Höhe von 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €). Bei der Tochtergesellschaft Biocatalysts Ltd. sind finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 2.753 Tsd. € (Vorjahr: 1.778 Tsd. €) durch Grundschulden auf der Betriebsimmobilie in Höhe von 3.585 Tsd. € (Vorjahr: 2.521 Tsd. €) besichert. Alle übrigen Verbindlichkeiten sind, bis auf übliche Eigentumsvorbehalte aus Einzelverträgen, nicht durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte besichert. Der Buchwert der gestellten Sicherheiten zum Bilanzstichtag beträgt insgesamt 5.212 Tsd. € (5.367 Tsd. € per 30. September 2022). Die Nominalverzinsung der festverzinslichen Darlehen beträgt zwischen 1,15% (Vorjahr: 1,15%) und 8,12% (Vorjahr: 6,10%) p. a. Der Konzern hat teilweise variabel verzinslichen Verbindlichkeiten abhängig vom Leitzins der ‚Bank of England‘. Anlage 5 Seite 61 Die undiskontierten Nominalwerte der Fälligkeiten der Finanzverbindlichkeiten sind im Folgenden abgebil- det: 30.09.2023 Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit in Tsd. € bis 1 Jahr 1 - 5 Jahre größer 5 Jahre Einlagen stiller Gesellschafter 961 3.000 0 Verbindlichkeiten aus Put-Optionsrechten 0 3.608 0 für den Erwerb nicht beherrschender Anteile Leasing 1.441 4.897 1.845 Finanzderivate 82 0 0 Darlehen 2.257 9.970 1.088 Sonstige 0 6 0 4.741 21.481 2.933 30.09.2022 Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit in Tsd. € bis 1 Jahr 1 - 5 Jahre größer 5 Jahre Einlagen stiller Gesellschafter 300 2.100 1.800 Verbindlichkeiten aus Put-Optionsrechten 5.103 3.598 0 für den Erwerb nicht beherrschender Anteile Leasing 1.272 3.522 1.892 Finanzderivate 297 0 0 Darlehen 1.434 2.619 0 Sonstige 31 175 0 8.437 12.014 3.692 Die vertraglich vereinbarten Fälligkeiten für Tilgungs- und Zinszahlungen sowie für Zahlungen gewinnab- hängiger Vergütung sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt: 30.09.2023 23/24 24/25 25/26 26/27 27/28 28/29 29/30 30/31 31/32 32/33 33/34ff. in Tsd. € Tilgungszahlungen 4.741 10.431 3.164 4.171 3.715 1.331 530 322 47 50 653 Zinszahlungen 1.254 1.027 835 712 381 102 64 53 47 44 141 Zahlungen für gewinnab- 89 75 60 45 0 0 0 0 0 0 0 hängige Vergütung Summe ohne gewinnab- 5.995 11.458 4.000 4.883 4.096 1.433 594 375 94 94 794 hängige Vergütung Anlage 5 Seite 62 Summe inkl. gewinnab- 6.084 11.533 4.060 4.928 4.096 1.433 594 375 94 94 794 hängige Vergütung 30.09.2022 22/23 23/24 24/25 25/26 26/27 27/28 28/29 29/30 30/31 31/32 ff. in Tsd. € Tilgungszahlungen 8.437 2.881 4.899 1.712 2.522 2.467 675 272 278 0 Zinszahlungen 449 385 327 240 180 76 14 6 3 0 Zahlungen für gewinnabhängige 93 89 75 60 45 0 0 0 0 0 Vergütung Summe ohne gewinnabhängige 8.887 3.266 5.226 1.952 2.702 2.542 689 278 281 0 Vergütung Summe inkl. gewinnabhängige 8.980 3.355 5.301 2.012 2.747 2.542 689 278 281 0 Vergütung Die nachfolgende Tabelle zeigt die Veränderung der Finanzverbindlichkeiten unterteilt nach zahlungswirk- samen und zahlungsunwirksamen Veränderungen: in Tsd. € Verbindlich- keiten für den potenzi- ellen Erwerb von nicht be- Einlagen stil- Verbindlich- herrschen- ler Gesell- keiten aus Darlehen den Anteilen schafter Derivate Leasing Sonstige Gesamt Stand am 4.053 8.431 4.200 297 6.685 206 23.872 30.09.2022 Mittelzufluss -/abfluss 9.204 -5.355 -300 0 1.142 -200 4.491 aus der Finanzie- rungstätigkeit Folgebewertung 0 365 0 -219 0 0 146 Änderung des Kon- 0 0 0 0 0 0 0 solidierungskreises Währungsumrech- 59 17 0 3 16 0 95 nung Zugang Zins 0 0 61 0 0 0 61 Zugänge Leasing 0 0 0 0 341 0 341 Stand am 13.316 3.458 3.961 81 8.184 6 29.006 30.09.2023 Anlage 5 Seite 63 in Tsd. € Verbindlichkei- ten für den po- Verbindlichkei- tenziellen Er- ten für den Er- Verbind- werb von nicht werb von nicht Einlagen stil- lichkeiten Darle- beherrschen- beherrschender ler Gesell- aus Lea- Son hen den Anteilen Gesellschafter schafter Derivate sing stige Gesamt Stand am 4.721 4.401 6 4.526 0 6.655 9 20.318 30.09.2021 Mittelzufluss -/abfluss -604 0 -6 -327 0 -1.029 0 -1.966 aus der Finanzie- rungstätigkeit Folgebewertung 0 166 0 0 297 0 -443 20 Änderung des Kon- -132 3.978 0 0 0 946 640 5.431 solidierungskreises Währungsumrech- 68 -114 0 0 0 -9 0 -55 nung Zugänge Leasing 0 0 0 0 0 122 0 122 Stand am 4.053 8.431 0 4.200 297 6.685 206 23.872 30.09.2022 (22) Sonstige Verbindlichkeiten Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten 1.273 Tsd. € (Vorjahr: 1.335 Tsd. €) für das Wachstumsaktien- programm der Biocatalysts Ltd. Davon sind 578 Tsd. € kurzfristig und 694 Tsd. € langfristig ausgewiesen. Die kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen: in Tsd. € 2022/23 2021/22 Verbindlichkeiten aus Lohn und Gehalt 968 889 Verbindlichkeiten aus ausstehendem Urlaub 375 451 Lohn- und Kirchensteuer, Sozialversicherung 498 517 Aufsichtsratsvergütung 345 257 Sondervergütungen Geschäftsführungen und Mitarbeitende 706 110 von Tochterunternehmen Umsatzsteuer 105 6 Übrige sonstige Verbindlichkeiten 254 1.120 Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten gesamt 3.251 3.350 In den übrigen sonstigen Verbindlichkeiten sind Kundenguthaben in Höhe von 45 Tsd. € (Vorjahr: 181 Tsd. €) enthalten. Anlage 5 Seite 64 (23) Abgegrenzte Erträge Die abgegrenzten Erträge setzen sich zusammen aus kurzfristigen abgegrenzten Erträgen in Höhe von 2.932 Tsd. € (gegenüber 1.990 Tsd. € im Vorjahr) und den langfristigen abgegrenzten Erträgen in Höhe von 518 Tsd. € (gegenüber 766 Tsd. € im Vorjahr). Die abgegrenzten Erträge resultieren in Höhe von 196 Tsd. € (Vorjahr: 472 Tsd.€) aus Geschäften mit der SolasCure Ltd. Die abgegrenzten Erträge beinhalten zum Teil die von Kunden erhaltenen Anzahlungen für die zum Stichtag noch nicht erbrachten Leistungsverpflichtungen. Diese werden separat unter den Ab- schnitt (25) „Erhaltene Anzahlungen“ dargestellt. Auf die noch nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen ent- fällt ein Beitrag in Höhe von 2.901 Tsd. €. (Vorjahr: 2.103 Tsd.€). Es wird erwartet, dass hiervon ein Beitrag in Höhe von 2.786 Tsd. € innerhalb von einem Jahr in den Umsatzerlösen erfasst werden kann. Abge- grenzte Erträge in Höhe von 3.125 Tsd. € (Vorjahr: 2.792 Tsd. €) wurden im Geschäftsjahr 2022/23 voll- ständig in den Umsatzerlösen erfasst. (24) Rückstellungen Der Ausweis betrifft im Wesentlichen die geschätzten Aufwendungen für die Erstellung und Prüfung des Abschlusses und Beratungsaufwendungen. Die Inanspruchnahme wird im Wesentlichen innerhalb des fol- genden Geschäftsjahrs erwartet. Die Entwicklung ist in der folgenden Übersicht dargestellt: 30.09.2022 Verbrauch Auflösung Zuführung Währungs- 30.09.2023 in Tsd. € differenzen Archivierungskosten 21 0 -1 0 0 20 Abschluss- ,Prüfungs- 422 -391 -4 466 0 493 und Beratungskosten Rückbau und Abraum 66 0 0 0 0 66 Mitarbeiterbezogene 0 0 0 103 1 104 Aufwendungen Sonstige 146 -54 0 120 0 212 Summe 654 -445 -5 689 1 895 (25) Erhaltene Anzahlungen Die erhaltenen Anzahlungen betreffen im Wesentlichen Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen so- wie zukünftige Lieferungen und haben eine Laufzeit von bis zu einem Jahr. Die gesamte Summe in Höhe von 0 Tsd. € (Vorjahr: 13 Tsd. €) entfällt auf kurzfristige, noch nicht erbrachte Leistungsverpflichtungen. (26) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben eine Laufzeit von bis zu einem Jahr. Anlage 5 Seite 65 VII. FINANZINSTRUMENTE / RISIKEN AUS FINANZINSTRUMENTEN Die folgende Darstellung zeigt die bilanzierten Finanzinstrumente entsprechend ihrer Einordnung in die Bewertungskategorien gemäß IFRS 9. Um die für die Gesellschaft relevanten Finanzinstrumente in Bezug auf vergleichbare Bewertungsunsicherheiten und Risiken besser darzustellen, werden im Folgenden Zah- lungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente gesondert erläutert. Dabei werden folgende Abkürzungen für die Bewertungskategorien verwendet: Abkürzung Bewertungskategorien IFRS 9 AC Amortised cost Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewer- tete finanzielle Vermögenswerte und Verbind- lichkeiten FVTPL Fair value through profit and loss Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten Zusammengefasst stellen sich die finanziellen Vermögenswerte und Schulden wie folgt dar: Kategorie Kategorie Buchwert Fair value in Tsd. € IFRS 9 30.09.2023 Fortge- Anschaf- Fair 30.09.2023 (30.09.2022) führte AK fungskosten value er- (30.09.2022) IFRS 16 folgswirk- sam Aktiva Forderungen AC 9.442 9.442 aus Lieferun- (8.036) (8.036) gen und Leis- tungen Sonstige kurz- AC 111 111 und langfris- (134) (134) tige Vermö- genswerte Sonstige fi- AC 178 178 nanzielle Ver- (435) (435) mögenswerte Zahlungsmittel AC 5.352 5.352 und Zahlungs- (8.443) (8.443) mitteläquiva- lente Summe 15.083 15.083 (17.048) (17.048) Anlage 5 Seite 66 Kategorie Kategorie Buchwert Fair value in Tsd. € IFRS 9 30.09.2023 Fortge- Anschaf- Fair 30.09.2023 (30.09.2022) führte AK fungskosten value er- (30.09.2022) IFRS 16 folgswirk- sam Passiva Verbindlichkei- AC 5.617 5.617 ten aus Liefe- (6.754) (6.754) rungen und Leistungen Finanzverbind- AC 25.466 17.282 8.184 0 lichkeiten (15.144) (8.459) (6.685) (15.144) Finanzverbind- FVTPL 3.539 3.539 3.539 lichkeiten (8.728) (8.728) (8.728) Sonstige Ver- AC 254 254 bindlichkeiten (317) (317) Summe 34.876 23.153 8.184 3.539 3.539 (30.943) (15.530) (6.685) (8.728) (23.872) Es bestehen keine Finanzinstrumente, die in der Kategorie FVTOCI zu klassifizieren sind. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, sonstige kurzfristige Vermögenswerte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Infolgedessen entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag annähernd dem beizule- genden Zeitwert. Langfristige finanzielle Vermögenswerte umfassen Kautionen und ausgereichte Darle- hen, deren Verzinsungen im Wesentlichen dem aktuellen Marktzinsniveau entsprechen. Die Bilanzierung der unter den kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesenen Verbindlich- keiten gegenüber Kreditinstituten und anderen Darlehensgebern sowie gegenüber stillen Gesellschaftern erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Zeitwerte der Finanzverbindlichkeiten ergeben sich mittels Diskontierung unter Berücksichtigung aktueller laufzeit- und risikoadäquater Zinssätze. Die Zeitwerte ent- sprechen aufgrund regelmäßig erfolgender Umfinanzierungsmaßnahmen zu marktgerechten Zinsen im Wesentlichen den Buchwerten. Die Konditionen sind detailliert im Abschnitt 21 „Finanzverbindlichkeiten“ dargestellt. Die Buchwerte der zum Fair Value ausgewiesenen Finanzinstrumente sind gemäß der IFRS-Fair-Value- Hierarchie wie folgt eingeteilt: notierte Preise in einem aktiven Markt („Level 1“), Bewertungsverfahren mit- tels beobachtbarer Parameter („Level 2“) und Bewertungsverfahren mittels nicht beobachtbarer Parameter („Level 3“). Es wurden keine Umgruppierungen zwischen den verschiedenen Hierarchiestufen vorgenommen. Anlage 5 Seite 67 Der Buchwert der auf Basis von „Level 2“ bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten (FVTPL) beträgt zum Bilanzstichtag 3.539 Tsd. € (Vorjahr: 8.728 Tsd. €). Es handelt sich um Put-Optionsverbindlichkeiten ge- genüber Minderheitsgesellschaftern der Breatec-Gruppe, sowie im Vorjahr zudem um Devisenterminge- schäfte mit verschiedenen Laufzeiten. Die vertraglich vereinbarten nicht abgezinsten Mittelabflüsse der finanziellen Verbindlichkeiten im Anwen- dungsbereich des IFRS 7 sind im Folgenden dargestellt: 30.09.2023 23/24 24/25 25/26 26/27 27/28 28/29 29/30 30/31 31/32 32/33 33/34 ff. in Tsd. € Stille Beteiligungen (ohne Gewinnbe- 1.249 180 762 726 1.854 0 0 0 0 0 0 teiligung) Verbindlichkeiten gegenüber Darle- 2.977 6.042 1.859 2.905 1.057 314 94 94 94 94 794 hensgebern Verbindlichkeiten aus Leasing 1.688 1.622 1.379 1.252 1.185 1.119 500 281 0 0 0 Verbindlichkeiten aus dem Erwerb 0 3.608 0 0 0 0 0 0 0 0 0 von Anteilen an vollkonsolidierten Un- ternehmen13 Derivative Finanzinstrumente (Devi- 82 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 sentermingeschäfte) Sonstige Verbindlichkeiten 254 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 Verbindlichkeiten aus Lieferungen 5.617 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 und Leistungen Summe 11.866 11.458 4.000 4.883 4.096 1.433 594 375 94 94 794 30.09.2022 22/23 23/24 24/25 25/26 26/27 27/28 28/29 29/30 30/31 31/32 ff. in Tsd. € Stille Beteiligungen (ohne Gewinnbe- 580 1.159 227 762 726 1.854 0 0 0 0 teiligung) Verbindlichkeiten gegenüber Darle- 1.508 814 401 323 1.235 0 0 0 0 0 hensgebern Verbindlichkeiten aus Leasing 1.367 1.120 999 867 741 688 689 278 281 0 Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von 5.103 0 3.598 0 0 0 0 0 0 0 Anteilen an vollkonsolidierten Unter- nehmen Derivative Finanzinstrumente (Devi- 297 0 0 0 0 0 0 0 0 0 sentermingeschäfte) Sonstige Verbindlichkeiten 31 175 0 0 0 0 0 0 0 0 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und 6.754 0 0 0 0 0 0 0 0 0 Leistungen Summe 15.641 3.266 5.226 1.952 2.702 2.542 689 278 281 0 13 Bei der Ausübung der Breatec Gruppe Put-Option zum letztmöglichen Zeitpunkt würde sich ein Mittelabfluss im Geschäftsjahr 2026/27 in Höhe von 6,3 Mio. € ergeben. Anlage 5 Seite 68 Die Nettoergebnisse aus Finanzinstrumenten stellen sich nach Bewertungskategorien wie folgt dar: Aus Zin- Aus der Aus Nettoergeb- in Tsd. € sen und Folgebewertung Abgängen nis 2022/23 Dividen- Fair Value / (2021/22) den Wertberichtigung Kredite und Forderun- 22 -2 36 56 gen (17) (3) (-230) (-210) Finanzielle Verbind- -776 0 0 -776 lichkeiten zu (fortge- (-454) (0) (578) (125) führten) Anschaffungs- kosten bewertet -162 0 0 -162 Leasing (-118) (0) (0) (-118) Erfolgswirksam zum 0 -146 0 -146 beizulegendenZeit- (0) (-333) (0) (-333) wert bewertete finanzi- elle Verbindlichkeiten Summe -916 -148 36 -1.028 (-555) (-330) (348) (-536) Die Zinsaufwendungen und Zinserträge aus Finanzinstrumenten werden bei den Finanzaufwendungen bzw. Finanzerträgen in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen. Der Gesamtzinsaufwand aus Finanz- verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, beträgt 776Tsd. € (Vorjahr: 454 Tsd. €). Risikomanagement / Risiken aus Finanzinstrumenten Durch seine Geschäftstätigkeit ist der Konzern verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt: dem Kre- ditrisiko, dem Fremdwährungsrisiko, dem Zinsänderungsrisiko, dem Risiko aus Put-Optionen und dem Li- quiditätsrisiko. Weitere Informationen finden Sie im Risiko- und Chancenbericht im Lagebericht. Der Vorstand hat ein Risikomanagementsystem zur Risikoerkennung und Risikovermeidung implementiert. Dieses System basiert u. a. auf einer stringenten Kontrolle der Geschäftsvorgänge, einem intensiven Infor- mationsaustausch mit den jeweils verantwortlichen Mitarbeitende und auf regelmäßigen, überwiegend auf quartalsweiser Basis durchgeführten Analysen wesentlicher Geschäftskennzahlen. Das Risikomanagementsystem wurde implementiert, um negative Entwicklungen frühzeitig erkennen und zeitnah Maßnahmen zur Gegensteuerung einleiten zu können. Anlage 5 Seite 69 Das Risikomanagement von BRAIN hat im Hinblick auf die im Konzern vorhandenen Finanzinstrumente das Ziel, die Risiken aus Finanzinstrumenten zu minimieren. Derivative Finanzinstrumente ohne ein zu- grundeliegendes Basisgeschäft werden nicht eingegangen. Die Anlage liquider Mittel erfolgte im Berichts- jahr wie auch im Vorjahr im Wesentlichen bei Finanzinstituten in Deutschland und im Vereinigten König- reich. Aus den bilanziellen Finanzinstrumenten können sich grundsätzlich folgende Risiken für den Konzern er- geben: Kreditrisiko Das Kreditrisiko beschreibt das Risiko, dass eine Partei eines Finanzinstruments der anderen Partei einen finanziellen Verlust verursacht, indem sie einer Verpflichtung nicht nachkommt. Das Kreditrisiko umfasst dabei sowohl das Ausfallrisiko als auch das Risiko einer Bonitätsverschlechterung, verbunden mit der Ge- fahr der Konzentration einzelner Risiken. Das maximale Ausfallrisiko entspricht den Buchwerten der Finan- zinstrumente am Bilanzstichtag, siehe hierzu Abschnitt (16) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Das für den Konzern maßgebliche Ausfallrisiko besteht im operativen Bereich darin, dass die Geschäfts- partner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Eine Risikokonzentration ist im Bereich der Kun- denforderungen des Segments BioScience insoweit nicht festzustellen, als die Ansprüche gegenüber einer Gruppe von Auftraggebern bestehen, die eine überdurchschnittliche Bonität aufweisen. Im Bereich BioPro- ducts bestehen die Forderungen gegenüber einer größeren Anzahl unterschiedlicher Vertragspartner. Zur Reduzierung des Ausfallrisikos bei Kundenforderungen werden die Vertragspartner einer Bonitätsprüfung unterzogen. Dabei werden die finanzielle Situation, Erfahrungen der Vergangenheit sowie weitere Faktoren berücksichtigt. Die entsprechenden Finanztransaktionen werden überwiegend nur mit bonitätsmäßig erst- klassigen Kontrahenten abgeschlossen. Die liquiden Mittel sind im Wesentlichen auf Konten bei Finanzin- stituten in Deutschland und im Vereinigten Königreich angelegt. Fremdwährungsrisiko BRAIN ist zudem Fremdwährungsrisiken ausgesetzt. Erträge aus Währungsdifferenzen in Höhe von 231 Tsd. € (Vorjahr: 633 Tsd. €) stehen Aufwendungen von Währungsdifferenzen in Höhe von 292 Tsd. € (Vor- jahr: 515 Tsd. €) gegenüber, sodass sich die daraus ergebenden Effekte im Geschäftsjahr 2022/23 und im Geschäftsjahr 2021/22 größtenteils aufheben und nur ein geringer Nettoaufwand verbleibt. Innerhalb des BRAIN-Konzerns sind Fremdwährungspositionen darüber hinaus grundsätzlich von untergeordneter Be- deutung. Eine Sensitivitätsanalyse nach IFRS 7 in Bezug auf Fremdwährungsrisiken ist aufgrund der un- tergeordneten Bedeutung nicht relevant für den Abschluss. Zinsänderungsrisiko Das Zinsrisiko bezeichnet das Risiko von Wertschwankungen eines Finanzinstruments aufgrund von Ver- änderungen des Marktzinsniveaus. Der weitaus größte Teil der Darlehen hat eine laufzeitkongruente Zins- bindungsfrist. Der Vorstand sieht sich daher keinem wesentlichen direkten Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Die Risiken der Darlehen mit laufzeitkongruenter Zinsbindungsfrist beschränken sich darauf, dass BRAIN während der Laufzeit nicht von zwischenzeitlich möglicherweise zu erzielenden niedrigeren Kreditzinsen profitieren kann. Anlage 5 Seite 70 Aufgrund der zu einem hohen Anteil (>95%; Vorjahr: >95%) mit Festzinsvereinbarungen vereinbarten fi- nanziellen Verbindlichkeiten könnte der Konzern nur in beschränktem Umfang von niedrigeren Marktzinsen für Fremdkapital profitieren. Weitere Zinsänderungsrisiken sind im Abschnitt „Bewertungsrisiken im Zusammenhang mit Fremdwäh- rungs-Put-Optionsvereinbarungen“ ausgeführt. Kapitalmanagement / Liquiditätsrisiko Das Kapitalmanagement der BRAIN Biotech AG verfolgt das Ziel, die geplante Unternehmensentwicklung zu finanzieren und die Verfügbarkeit entsprechender Mittel für den kurzfristigen Finanzmittelbedarf sicher- zustellen. Daher wird eine industrieübliche Eigenkapitalquote angestrebt sowie eine adäquate Liquiditätsvorsorge auch durch andere geeignete Finanzinstrumente wie Fremdkapital und stille Einlagen. Die Eigenkapital- quote liegt zum 30. September 2023 bei 32% (Vorjahr: 44%). Das gemanagte Kapital umfasst sämtliche kurz- und langfristigen Schuld- und Verbindlichkeitspositionen sowie die Eigenkapitalbestandteile. Für Zwe- cke der Steuerung des Fremd- und Eigenkapitals entsprechen die Begriffe dem Bilanzausweis. Die BRAIN Biotech AG und ihre Tochtergesellschaften unterliegen keinen über das Aktiengesetz bzw. GmbH-Gesetz hinausgehenden gesetzlichen Mindestkapitalanforderungen. Bewertungsrisiken im Zusammenhang mit Put-Optionsvereinbarungen Aufgrund der vereinbarten Put-Optionsvereinbarung mit Minderheitengesellschaftern einer im Geschäfts- jahr 2021/22 erworbenen Tochtergesellschaft in den Niederlanden, ergeben sich verschiedene Bewer- tungsrisiken, die im Folgenden dargestellt werden. Maßgebliche Input-Faktoren für den Einbezug in den Konzern sind das in die Berechnung einbezogene maßgebliche EBITDA, der maßgebliche Abzinsungssatz sowie der angenommene Ausübungszeitpunkt. Die tatsächliche Verpflichtung hängt vom maßgeblichen EBITDA im Ausübungszeitpunkt ab. Bei einem 10% höheren maßgeblichen EBITDA im angenommenen Ausübungszeitpunkt der Put-Optionsrechte ergäbe sich zum 30. September 2023 eine um 325 Tsd. € höhere Verbindlichkeit. Bei einem 10% niedrige- ren maßgeblichen EBITDA im angenommenen Ausübungszeitpunkt der Put-Optionsrechte ergäbe sich zum 30. September 2023 eine um 325 Tsd. € niedrigere Verbindlichkeit. Die Veränderung würde entspre- chend erfolgswirksam in der Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen werden. Weiterhin beeinflusst der maßgebliche Zinssatz den bilanzierten beizulegenden Zeitwert. Bei einem um einen Prozentpunkt geringeren maßgeblichen Zinssatz der Put-Optionsrechte ergäbe sich zum 30. Sep- tember 2023 eine um 15 Tsd. € höhere Verbindlichkeit. Bei einem um einen Prozentpunkt höheren maß- geblichen Zinssatz der Put-Optionsrechte ergäbe sich zum 30. September 2023 eine um 15 Tsd. € gerin- gere Verbindlichkeit. Die Veränderung würde entsprechend erfolgswirksam in der Gesamtergebnisrech- nung ausgewiesen werden. Eine andere wesentliche Einflussgröße ist der Ausübungszeitpunkt. Aufgrund der erwarteten EBITDA-Stei- gerungen sowie der steigenden EBITDA Multiples wird bei der Bewertung der Verbindlichkeit die Ausübung der Optionsrechte in der nächstmöglichen Periode (1. Januar bis 31. März 2025) zugrunde gelegt und die Anlage 5 Seite 71 Verbindlichkeit in den langfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Würden die Optionsinhaber z.B. erst zur letztmöglichen Periode (1. Januar bis 31. März 2027) ausüben, würde sich eine um 1.841 Tsd. € höhere Verbindlichkeit verbunden mit einem Zahlungsmittelabfluss im Geschäftsjahr 2026/27 ergeben. Eine detaillierte Aufstellung der Chancen und Risiken findet sich zudem im Konzernlagebericht der BRAIN Biotech AG. VIII. SONSTIGE ANGABEN Angaben über das Honorar des Abschlussprüfers Die bereits abgerechneten bzw. zurückgestellten Honorare für den für das jeweilige Geschäftsjahr bestell- ten Abschlussprüfer des BRAIN-Konzerns setzen sich wie folgt zusammen: in Tsd. € 2022/23 2021/22 Abschlussprüfungsleistungen 267 214 Davon Vorjahr 54 0 Sonstige Leistungen 0 0 321 214 Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen Das Schlüsselmanagement des BRAIN-Konzerns ist der Vorstand und Aufsichtsrat der BRAIN Biotech AG. Dem Vorstand der Gesellschaft gehörten im Geschäftsjahr folgende Mitglieder an: Adriaan Moelker, Wehrheim, CEO (Vorsitzender) Master of Business Administration (MBA) Michael Schneiders, Frankfurt am Main, CFO B.S. Economics Der Vorstand ist gemeinschaftlich oder alleine mit einem Prokuristen zur Vertretung der Gesellschaft be- rechtigt. Ist nur ein Vorstand bestellt, ist dieser alleinvertretungsberechtigt. Dem Vorstand wurde für das Geschäftsjahr 2022/23 eine nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) ermittelte Vergütung von insgesamt 1.397 Tsd. € gewährt. Der entsprechende Vorjahreswert betrug 1.429 Tsd. €. Die Bezüge des Vorstands gem. IAS 24 betrugen im Berichtsjahr: in Tsd. € 2022/23 2021/22 Fixe Bezüge14 680 680 14 Inklusive Beitrag zu Altersvorsorge in Höhe von 105 Tsd. € (Vorjahr: 105 Tsd. €). Anlage 5 Seite 72 Nebenleistungen 57 51 Erfolgsabhängige Vergütungen15 325 465 Anteilsbasierte Vergütungen 242 193 1.304 1.389 Für ehemalige Mitglieder des Vorstands sind Pensionsrückstellungen in Höhe von 928 Tsd. € (Vorjahr: 1.153 Tsd. €) gebildet. Die Mitglieder des Vorstands sind in den folgenden Aufsichtsräten bzw. vergleichbaren Kontrollgremien tätig: Adriaan Moelker, Wehrheim, CEO (Vorsitzender) BRAIN UK II Ltd., Cardiff, UK (Director) BRAIN UK Ltd., Cardiff, UK (Director) Biocatalysts Ltd., Cardiff, UK (Director) SolasCure Ltd., Cambridge, UK (Director) Biosun Biochemicals Inc., Tampa FL, USA (Mitglied des Board) Michael Schneiders, Frankfurt am Main, CFO BRAIN UK II Ltd., Cardiff, UK (Director) BRAIN UK Ltd., Cardiff, UK (Director) Biocatalysts Ltd., Cardiff, UK (Director) Der Vorstand hält zum Bilanzstichtag unmittelbar 20.000 Aktien. Im Geschäftsjahr gehörten dem Aufsichtsrat der Gesellschaft folgende Mitglieder an: Dr. Georg Kellinghusen, Kreuth-Oberhof (bis 8. März 2023; davor Vorsitzender) Mediator-Berater Dr. Michael Majerus, Ottobrunn (Vorsitzender ab 8. März 2023) Berater Dr. Anna C. Eichhorn Frankfurt am Main (Stellvertretende Vorsitzende) Vorstand (CEO) humatrix AG, Pfungstadt Stephen Catling, Cambridge, UK Geschäftsführer SJ Catling Ltd., Cambridge UK Prof. Dr.-Ing. Wiltrud Treffenfeldt, Oberrieden (CH) Selbstständige Beraterin Dr. Florian Schnabel, München (ab 8. März 2023) Geschäftsführer MP Beteiligungs-GmbH Christine Uekert, Berlin (ab 8. März 2023) Geschäftsführerin nSight Consulting GmbH 15 Kurzfristig fällige Leistungen. Anlage 5 Seite 73 Im Geschäftsjahr gehörten dem Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat der Gesellschaft folgende Mitglieder an: Dr. Michael Majerus, Ottobrunn (Vorsitzender bis 8. März 2023) Berater Christine Uekert, Berlin (Vorsitzende ab 8. März 2023) Geschäftsführerin nSight Consulting GmbH Dr. Georg Kellinghusen, Kreuth-Oberhof (bis 8. März 2023) Mediator-Berater Dr. Florian Schnabel, München (ab 8. März 2023) Geschäftsführer MP Beteiligungs-GmbH Im Geschäftsjahr gehörten dem Personalausschuss im Aufsichtsrat der Gesellschaft folgende Mitglieder an: Dr. Georg Kellinghusen, Kreuth-Oberhof (Vorsitzender bis 8. März 2023) Mediator-Berater Dr. Michael Majerus, Ottobrunn (Vorsitzender ab 8. März 2023) Berater Prof. Dr.-Ing. Wiltrud Treffenfeldt, Oberrieden (CH) Selbstständige Beraterin Stephen Catling, Cambridge, UK (ab 8. März 2023) Geschäftsführer SJ Catling Ltd., Cambridge UK Im Geschäftsjahr gehörten dem Nominierungsausschuss im Aufsichtsrat der Gesellschaft folgende Mit- glieder an: Dr. Anna C. Eichhorn, Frankfurt am Main (Vorsitzende) Vorstand (CEO) humatrix AG, Pfungstadt Dr. Georg Kellinghusen, Kreuth-Oberhof (bis 8. März 2023) Mediator-Berater Dr. Michael Majerus, Ottobrunn Berater Die Mitglieder des Aufsichtsrates sind in den folgenden Aufsichtsräten bzw. vergleichbaren Kontroll- gremien tätig: Dr. Georg Kellinghusen, Kreuth-Oberhof (Vorsitzender bis 8. März 2023) Advyce GmbH, München (Mitglied des Beirats) Deutsche Bank AG, Frankfurt a. M. (Mitglied des Regionalbeirats Bayern) Simplifa GmbH, Berlin (Mitglied des Beirats) Anlage 5 Seite 74 Dr. Michael Majerus, Ottobrunn (Vorsitzender ab 8. März 2023) Keine Dr. Anna C. Eichhorn, Frankfurt am Main (Stellvertrende Vorsitzende) Frankfurter Innovationszentrum Biotechn. GmbH, Frankfurt a. M. (Mitglied des Aufsichtsrats) Stephen Catling, Cambridge, UK Cambridgeshire Community Foundation, UK (Vorsitzender des Verwaltungsrats) Prof. Dr.-Ing. Wiltrud Treffenfeldt, Oberrieden (CH) ProBioGen AG, Berlin, Mitglied des Aufsichtsrats Dr. Florian Schnabel, München (ab 8. März 2023) Keine Christine Uekert, Berlin (ab 8. März 2023) Mitglied des Aufsichtsrats der Titanium Textiles AG, Rostock (bis 7. Juli 2023) Die Vergütung des Aufsichtsrats im Berichtsjahr setzte sich wie folgt zusammen: in Tsd. € 2022/23 2021/22 Fixum 159 153 - davon Zuschlag für besondere Funktionen 57 45 Sitzungsentgelt* 130 106 Gesamtvergütung 345 259 * Kurzfristig fällige Leistungen. Der Aufsichtsrat hält zum Bilanzstichtag mittelbar 27.000 Aktien an der Gesellschaft. Weitere Angaben befinden sich im Vergütungsbericht. Sonstige Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen Im Geschäftsjahr 2022/23 und im Geschäftsjahr 2021/22 bestanden die folgenden Leistungsbeziehungen zwischen den Organmitgliedern (Vorstand und Aufsichtsrat) bzw. diesen nahestehenden Personen/ Unter- nehmen sowie assoziierten Unternehmen des BRAIN-Konzerns und Unternehmen mit maßgeblichem Ein- fluss auf die BRAIN Biotech AG. Die Enzymicals AG ist ein assoziiertes Unternehmen gemäß IAS 28.2 und damit gemäß IAS 24.9 als na- hestehendes Unternehmen einzustufen. Zum Bilanzstichtag bestanden Darlehens- und Zinsforderungen der BRAIN Biotech AG an die Enzymicals AG in Höhe von 72 Tsd. € (Vorjahr: 72 Tsd. €), der Zinsertrag für dieses zu 6,0% verzinsliche Darlehen im Geschäftsjahr 2022/23 betrug 4 Tsd. € (Vorjahr: 4 Tsd. €). Mit der SolasCure Ltd. wurde im Geschäftsjahr 2017/18 im Rahmen der Beteiligung ein Lizenzvertrag ge- schlossen, für den die BRAIN Biotech AG mit Anteilen im Gegenwert von 3.919 Tsd. € der Gesellschaft vergütet wurde. Diese wurden abgegrenzt und werden bis September 2024 in Höhe der Anteile anderer Anlage 5 Seite 75 Gesellschafter in den Umsatzerlösen realisiert, da die BRAIN Biotech AG bis dorthin stark in den Zulas- sungsprozess eingebunden sein und weitere Leistungen erbringen wird. Im Konzernabschluss wird im Rahmen der Konsolidierung eine Zwischenergebniseliminierung vorgenommen, woraus resultierend im ak- tuellen Abschluss abgegrenzte Erträge in Höhe von 196 Tsd. € (Vorjahr: 472 Tsd. €) ausgewiesen werden. Im Zusammenhang mit der Lizenz wurde zusätzlich ein Servicevertrag geschlossen mit einem voraussicht- lichen Gesamtvolumen in Höhe von rund 5,3 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden mit der Gesellschaft Umsatzerlöse im Kontext der vorangehend beschriebenen Transaktion in Höhe von 685 Tsd. € (Vorjahr: 1.047 Tsd. €) erzielt. Mit der MP-Beteiligungs-GmbH, Kaiserslautern, einem Unternehmen mit mehr als 25% Anteilsbesitz, be- steht ein Darlehensrahmen in Höhe von 7,0 Mio. €. Der Vertrag hat eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2025. Das Darlehen wird mit einem Zinssatz von 3,5% verzinst. Zum Bilanzstichtag hat die Gesellschaft davon 4.000 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) abgerufen. Im Geschäftsjahr 2022/23 betrug der Zinsaufwand 80 Tsd. € (Vorjahr: 28 Tsd. €). Zum Bilanzstichtag bestanden Zinsverbindlichkeiten in Höhe von 31 Tsd. € (Vorjahr: 7 Tsd. €). Es bestanden zum 30. September 2023 keine Forderungen gegen Organmitglieder der BRAIN Biotech AG bzw. diesen nahestehende Personen/Unternehmen. Zum Bilanzstichtag 30. September 2023 bestanden folgende in den sonstigen Verbindlichkeiten erfasste, ausstehende Salden gegenüber den vorstehend auf- geführten Parteien mit den vorstehend aufgeführten Vergütungsinhalten: - Aufsichtsratsvergütungen: 345 Tsd. € (Vorjahr: 257 Tsd. €), - Vorstandsvergütungen: 325 Tsd. € (Vorjahr: 465 Tsd. €), - Abgrenzungen für Resturlaub (Vorstand): 21 Tsd. € (Vorjahr: 30 Tsd. €). Sonstige Verpflichtungen bestehen gegenüber dem Schlüsselmanagement der BRAIN Biotech AG nicht. Eventualschulden und sonstige finanzielle Verpflichtungen Zum Bilanzstichtag 30. September 2023 liegen wie im Vorjahr keine Verpflichtungen aus eingegangenen Verträgen aus Fremdarbeiten im Bereich von Forschungs- und Entwicklungsverträgen vor. Zum 30. September 2023 bestehen wie im Vorjahr keine Verpflichtungen aus begonnenen Investitionsvor- haben. Es bestehen bedingte Kaufpreisverpflichtungen für immaterielle Vermögenswerte, die von der Erreichung spezifischer, unter Einsatz dieser immateriellen Vermögenswerte erzielter zukünftiger Umsatzerlöse ab- hängig sind, bis zu einer maximalen Höhe von 160 Tsd. € (Vorjahr: 160 Tsd. €). Dem Vorstand sind keine Vorgänge bekannt, die zu wesentlichen weiteren finanziellen Verpflichtungen führen könnten. Anlage 5 Seite 76 Mitarbeitende Die Anzahl der Mitarbeitenden hat sich wie folgt entwickelt: 2022/23 2021/22 Mitarbeitendegesamt, 309 309 davon Angestellte 301 284 Gewerbliche Arbeitnehmer 8 24 Des Weiteren beschäftigt der BRAIN-Konzern zusätzlich Stipendiaten (4; Vorjahr: 1), Aushilfen (12; Vor- jahr: 12) und Auszubildende (5; Vorjahr: 6). Entsprechenserklärung zum Corporate Governance Kodex Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Corporate-Governance-Kodex wurde durch Vorstand und Aufsichtsrat abgegeben und auf der Internetseite der Gesellschaft öffentlich zugänglich gemacht. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Die Gesellschaft hat nach Geschäftsjahresende weitere feste Finanzierungszusagen in Form von Darle- hen und stillen Beteiligungen im Umfang von bis zu 6,5 Mio. € erhalten. Weitere wesentliche Ereignisse und Entwicklungen von besonderer Bedeutung für die Finanz-, Vermö- gens- und Ertragslage der Gesellschaft sind seit dem Bilanzstichtag, dem 30. September 2023, nicht ein- getreten. Zwingenberg, den 12. Dezember 2023 Adriaan Moelker Michael Schneiders Vorsitzender des Vorstands (CEO) Vorstand (CFO)
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