AI assistant
Biotest AG — Annual Report 2015
Apr 27, 2016
66_rns_2016-04-27_ac06dc0d-57a8-4428-a1f1-cc3183a69b4b.html
Annual Report
Open in viewerOpens in your device viewer

Biotest Aktiengesellschaft
Dreieich
Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2015 bis zum 31.12.2015
KENNZAHLEN
scroll
| BIOTEST GRUPPE | 2015 | 2014 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | Mio. € | 589,6 | 582,0 | 1,3 |
| davon: | ||||
| Inland | Mio. € | 123,3 | 106,0 | 16,3 |
| Ausland | Mio. € | 466,3 | 476,0 | -2,0 |
| davon: | ||||
| Therapie | Mio. € | 411,4 | 409,8 | 0,4 |
| Plasma & Services | Mio. € | 169,7 | 157,0 | 8,1 |
| Andere Segmente | Mio. € | 8,5 | 15,2 | -44,1 |
| EBITDA | Mio. € | 22,4 | 85,9 | -73,9 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | Mio. € | -71,8 | 53,4 | -234,5 |
| EBIT in % vom Umsatz | % | -12,2 | 9,2 | |
| Bereinigtes Betriebsergebnis (EBIT)* | 91,2 | 123,2 | -26,0 | |
| Ergebnis vor Steuern | Mio. € | -74,3 | 46,9 | -258,4 |
| Ergebnis nach Steuern | Mio. € | -82,5 | 19,2 | -529,7 |
| Aufwandstruktur: | ||||
| Personalaufwendungen | Mio. € | 158,9 | 138,2 | 15,0 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | Mio. € | 98,8 | 67,2 | 47,0 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten in % vom Umsatz | % | 16,8 | 11,5 | |
| Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte | Mio. € | 109,9 | 47,1 | 133,3 |
| Finanzierung: | ||||
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | Mio. € | 38,1 | -11,4 | 434,2 |
| Abschreibungen | Mio. € | 94,2 | 32,5 | 189,8 |
| Eigenkapital (am 31. Dezember) | Mio. € | 412,3 | 480,2 | -14,1 |
| Eigenkapitalquote (am 31. Dezember) | % | 42,8 | 46,5 | |
| Bilanzsumme (am 31. Dezember) | Mio. € | 962,7 | 1.032,6 | -6,8 |
| Mitarbeiter in Vollzeitstellen (am 31. Dezember) | Anzahl | 2.271 | 2.158 | 5,2 |
| Ergebnis je Stammaktie | € | -2,10 | 0,48 | -537,5 |
* Herleitung auf Seite 16
Vorwort des Vorstands
SEHR GEEHRTE AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄRE
Biotest ist in den vergangenen Jahrzehnten stark gewachsen und hat sich von einem Familienunternehmen zu einem internationalen Konzern entwickelt. Mit unserer Innovationskraft und der Wertigkeit unserer Produkte konnten wir unsere Kunden stets überzeugen. Das Jahr 2015 hat allerdings gezeigt, dass auch Rückschläge zur Arbeit eines forschenden Pharmaunternehmens gehören.
Nachdem wir im ersten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres noch Umsatzsteigerungen verkünden konnten und uns im Rahmen der Prognose bewegt haben, mussten wir im zweiten und dritten Quartal leider unerfreuliche Nachrichten vermelden. Zum einen haben wir bei der klinischen Entwicklung des monoklonalen Antikörpers Tregalizumab (BT-061) das Ziel nicht erreicht. Zum anderen mussten wir die Wertberichtigung von Vorräten wegen rückläufigen Umsatzerlösen des Präparats Bivigam® vornehmen, die bei gleichzeitig schlechteren Marktaussichten für unser Forschungsprodukt Civacir® dann zu einer außerplanmäßigen Abschreibung der Produktionsanlage und der immateriellen Vermögenswerte bei unserer US-Tochter führten.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht haben wir im Geschäftsjahr unsere Ziele aufgrund der außerplanmäßigen Abschreibungen nicht erreicht. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank im Vergleich zum Vorjahr von 53,4 Mio. € auf -71,8 Mio. €. Die Umsatzerlöse stiegen um 1,3 % auf 589,6 Mio. € (Vorjahr 582,0 Mio. €). Biotest ist grundsolide aufgestellt: Der operative Cashflow stieg im vergangenen Jahr auf 38,1 Mio. € nach -11,4 Mio. € im Vorjahr. Die Eigenkapitalquote liegt bei stabilen 42,8 % und sämtliche Entwicklungsprojekte sind finanziert.
Das vierte Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres hat gezeigt, dass wir zurück auf einem profitablen Wachstumspfad sind. Der Umsatz betrug in diesem Zeitraum 171,7 Mio. €, das Ergebnis lag bei 10,2 Mio. €. Wir alle bei Biotest haben aus den Rückschlägen im vergangenen Jahr gelernt, die Abschreibungen waren schmerzlich, sie waren aber auch der Anstoß für eine strategische Neuausrichtung.
Der Schlüssel unserer zukünftigen Wachstumsstrategie ist die Fokussierung auf das Plasmageschäft und damit insbesondere auf das bereits begonnene Expansionsprojekt Biotest Next Level. Im Bereich der monoklonalen Antikörper wird Biotest die laufenden präklinischen und klinischen Aktivitäten bis zum nächsten Meilenstein vorantreiben, um in dieser Zeit passende Partner für die zukünftige Entwicklung und Vermarktung zu finden. Dadurch wollen wir Risiken und Kosten im Bereich der monoklonalen Antikörper in Zukunft begrenzen.
Darüber hinaus planen wir, durch Investitionen in die Forschung und Entwicklung von neuen Arzneimitteln weiter zu wachsen. Im vergangenen Jahr haben wir dafür 98,8 Mio. € investiert und konnten große Fortschritte erzielen. Ein Highlight war die Zulassung von Zutectra® für den frühzeitigen Einsatz nach Lebertransplantationen. Damit können wir unsere Marktposition als führender Anbieter von Hepatitis-B-Hyperimmunglobulinen weiter stärken. Ermutigende Ergebnisse zeigte auch IgM Concentrate, das bei lebensbedrohlichen Lungenentzündungen zum Einsatz kommen soll. Darüber hinaus konnten wir bei weiteren Forschungsprodukten die nächsten Studienphasen einleiten, beispielsweise starteten wir bei Fibrinogen eine Phase I/III und bei BT-063 die Behandlung der ersten Patienten in der Phase IIa-Studie für die Indikation Systemischer Lupus Erythematodes.
Die neuen plasmabasierten Arzneimittel planen wir in Zukunft am Standort in Dreieich zu produzieren. Sie sind ein Teil der Erweiterung unseres Produktportfolios, das wir im Rahmen unseres wichtigen Projektes Biotest Next Level umsetzen wollen. Das Projekt Biotest Next Level ist das Kernstück der Zukunft bei Biotest.
Wir werden in der neuen Produktionsanlage zukünftig fünf anstatt bislang drei Produkte aus einem Liter Plasma gewinnen und somit die Herstellkostenquote reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Mit der Erweiterung des Produktportfolios im Bereich des Plasmageschäftes kommt es zu einer deutlichen Erhöhung des künftigen Ertragspotentials von Biotest. Wir liegen bei der Umsetzung von Biotest Next Level voll im Plan, was angesichts der Dimensionen dieses Projekts, einem Investitionsvolumen von 250 Millionen €, ein großer Erfolg ist. Im Herbst 2015 wurde der Rohbau abgeschlossen und es konnte Richtfest gefeiert werden. Bis Mitte 2017 sollen die baulichen und technischen Installationen ausgeführt werden.
Der bisherige Erfolg ist auf das große Engagement jedes einzelnen Biotest-Mitarbeiters zurückzuführen. Ich möchte ihnen an dieser Stelle ganz herzlich danken für ihre Motivation, ihren Einsatz und dafür, dass sie die neuen Mitarbeiter reibungslos integriert haben. Im Rahmen von Biotest Next Level planen wir 300 neue Mitarbeiter einzustellen. Dabei achten wir darauf, dass sie die Einstellung unseres bisherigen Teams teilen: Zusammenhalt, Tatendrang und Innovationsgeist. Mit diesem Wir-Gefühl wird Biotest Next Level gelingen und wir werden von der starken Nachfrage nach Immunglobulinen in Zukunft weiter profitieren.
Wir sind überzeugt, mit unserem Kerngeschäft die Umsätze im laufenden Geschäftsjahr leicht steigern zu können. Wir streben ein EBIT im Bereich von 30 Mio. € an.
Mir ist es wichtig, Ihnen als unseren Eigentümern deutlich zu machen, dass Sie in ein stetig wachsendes Marktsegment und in ein zuverlässiges Unternehmen investieren. Trotz des Verlusts im Jahr 2015 steht Biotest finanziell auf stabilen Beinen.
Meine Vorstandskollegen Dr. Michael Ramroth, Dr. Georg Floß und ich bedanken uns ganz herzlich bei unseren Aktionären, Kunden, Lieferanten und Kooperationspartnern für das entgegengebrachte Vertrauen. Wir freuen uns, wenn Sie uns auch in Zukunft auf unserem Weg begleiten.
Es grüßt Sie herzlichst
Dr. Bernhard Ehmer, Vorsitzender des Vorstands
Konzernlagebericht
A. GRUNDLAGEN DES KONZERNS
I. GESCHÄFTSMODELL DES KONZERNS
Die Biotest Gruppe mit Sitz in Dreieich, Deutschland, ist ein international tätiger Anbieter biologischer Arzneimittel. Aktuell im Verkauf befindliche Präparate sowie Neuentwicklungen werden dabei sowohl aus menschlichem Blutplasma gewonnen wie auch mithilfe biotechnologischer Verfahren hergestellt. Hauptindikationsgebiete für die Anwendung sind die Hämatologie, die Klinische Immunologie sowie die Intensivmedizin.
Forschungs- und Entwicklungsarbeit betreibt die Biotest Gruppe in allen drei Indikationsgebieten. Biotest deckt dabei von der präklinischen und klinischen Entwicklung -welche bei einigen Entwicklungsprojekten in Kooperation mit internationalen Partnern durchgeführt wird - bis hin zur weltweiten Vermarktung alle wesentlichen Stufen der Wertschöpfungskette ab.
A. GESELLSCHAFTSRECHTLCHE STRUKTUR
In den Konzernabschluss sind neben der Biotest AG als Muttergesellschaft 16 weitere vollkonsolidierte Gesellschaften einbezogen. Sämtliche Beteiligungen der Biotest Gruppe sind in der Anteilsbesitzliste in Kapitel F10 des Konzernanhangs aufgeführt. Detaillierte Angaben zu Struktur, Steuerung und Kontrolle des Unternehmens enthält die "Erklärung zur Unternehmensführung" die auf der Internetseite www.biotest.de der Gesellschaft eingesehen werden kann.
B. SEGMENTE DER BIOTEST GRUPPE
Operativ gliedert sich das Unternehmen in die Segmente Therapie, Plasma & Services und Andere Segmente. Das Segment Therapie beinhaltet die Produkte und Entwicklungsprojekte, die den drei genannten Indikationsgebieten zugeordnet sind. Plasmaverkauf und Lohnherstellung werden im Segment Plasma & Services zusammengefasst. Im Bereich Andere Segmente berichtet Biotest über das Geschäft mit Handelswaren sowie bereichsübergreifende Kosten, die nicht den Segmenten Therapie oder Plasma & Services zugeordnet werden.
C. WERTSCHÖPFUNG
Die Biotest Gruppe deckt für die Herstellung ihrer Hauptprodukte, den Plasmaproteinen, die gesamte Wertschöpfungskette ab, von der Sammlung des menschlichen Blutplasmas als Ausgangsstoff für die Produktion bis hin zu Vermarktung und Vertrieb. Produziert wird dabei sowohl am deutschen Hauptsitz in Dreieich als auch in Boca Raton, Florida, USA, dem Standort der US-amerikanischen Tochtergesellschaft Biotest Pharmaceuticals Corporation (BPC). Daneben unterhält Biotest in sieben Ländern Europas sowie in Brasilien eigene Vertriebsgesellschaften, die die Vermarktung der von Biotest hergestellten Produkte in diesen Ländern übernehmen. Zusätzlich ist die Biotest Gruppe durch lokale Partner in über 70 Ländern der Welt aktiv. Die Vertriebsaktivitäten werden dabei strategisch zentral vom Biotest-Hauptsitz in Dreieich aus gesteuert.
Grundlage für die Herstellung der vermarkteten Biotest-Produkte ist menschliches Blutplasma. Zur Gewinnung für die eigene Produktion sowie zur teilweisen Weiterveräußerung dieses Rohstoffes an Vertragspartner betreibt Biotest sowohl in Europa als auch in den USA aktuell 29 eigene Sammelstationen. Hier wird qualifizierten und gesundheitlich streng überwachten Spendern Blut entnommen und mittels der Plasmapherese (Aufspaltung) das benötigte Blutplasma abgetrennt. Dieses wird dann an den Produktionsstandorten zu den jeweiligen Biotest-Präparaten weiterverarbeitet oder in Form von Zwischenprodukten (Intermediaten) veräußert. Im Bereich der in der Entwicklung befindlichen monoklonalen Antikörper, die nicht aus menschlichem Blutplasma sondern mithilfe biotechnologischer Verfahren hergestellt werden, soll mit dem weiteren Fortschritt der Projekte und dem Erreichen von Meilensteinen in der klinischen Entwicklung Wert für Biotest generiert werden. Biotest deckt dabei an seinen internationalen Standorten die wesentlichen Elemente der Wertschöpfungskette ab. Darüber hinaus werden Ressourcen durch die Zusammenarbeit mit renommierten Partnern ergänzt. Um die Wertschöpfungskette weiter zu vertiefen und globale Wachstumspotenziale zu nutzen, begann Biotest im Jahr 2013 mit dem Projekt Biotest Next Level das größte Ausbauvorhaben der Unternehmensgeschichte. Mit dem Erwerb neuer Grundstücke und der Errichtung weiterer Gebäude und Anlagen am Standort in Dreieich plant Biotest in Zukunft, die Produktpalette zu erweitern und zeitgleich die Profitabilität deutlich zu steigern. Aus der gleichen Menge des Rohstoffs Plasma sollen in Zukunft fünf anstelle von bislang drei Produktreihen entstehen. Biotest strebt im Rahmen des Projekts außerdem eine Verdopplung der Produktionskapazitäten an. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die Bauarbeiten für Biotest Next Level planmäßig fortgesetzt.
D. PRODUKTPORTFOLIO
Das Produktspektrum der Biotest Gruppe gliedert sich in die Indikationsgebiete Hämatologie, Klinische Immunologie sowie Intensivmedizin. Dabei setzt sich das Portfolio sowohl aus bereits im Markt befindlichen Produkten als auch aus solchen zusammen, die sich in verschiedenen Phasen der Produktentwicklung befinden. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über Präparate, Indikationen sowie den aktuellen Entwicklungs- oder Vermarktungsstand.
PRODUKTE UND ENTWICKLUNGSPROJEKTE DER BIOTEST GRUPPE
scroll
| Präparate | Leitindikation | Status |
|---|---|---|
| Indikationsgebiet Hämatologie | ||
| Haemoctin® | Hämophilie A (Akut-Therapie und Prophylaxe) | Vermarktung in Europa, Asien, Südamerika, Naher Osten und weiteren Regionen |
| Haemonine® | Hämophilie B (Akut-Therapie und Prophylaxe) | Vermarktung in Europa und weiteren Regionen |
| Indatuximab Ravtansine | Multiples Myelom | Klinische Entwicklung; laufende Phase I/II-Studie |
| (BT-062)* | Solide Tumore (Brustkrebs, Blasenkrebs) | Klinische Entwicklung; laufende Phase I/II-Studie |
| Indikationsgebiet Klinische Immunologie | ||
| Bivigam® | Primäre Immundefizienz (PID) | Vermarktung in den USA |
| Cytotect® | Cytomegalie-Virus-Infektion (CMV)-Prophylaxe | Vermarktung in Europa, Asien und Afrika |
| Fovepta® | Hepatitis-B-Prophylaxe bei Neugeborenen | Vermarktung in Asien und Afrika |
| Hepatect®, Nabi-HB® | Prophylaxe der Hepatitis B-Virus Reinfektion | Vermarktung in Europa, Südamerika und Asien; Neuzulassungen in Norwegen, Finnland und dem Iran. Nabi-HB® ausschließlich für den US-Markt |
| Intratect® 50 g/l(5 %ig) | Primäre Immundefizienz (PID) und sekundäre Antikörpermangelsyndrome sowie Autoimmunkrankheiten | Vermarktung in Europa, Asien und weiteren Regionen |
| Intratect® 100 g/l (10 %ig) | Primäre Immundefizienz (PID) und sekundäre Antikörpermangelsyndrome sowie Autoimmunkrankheiten | Vermarktung in Europa, im Nahen und Mittleren Osten sowie in Asien. Zulassung für weitere Länder eingereicht |
| Varitect® | Varizella-Zoster-Virus-Infektion | Vermarktung in Europa, Südamerika und Asien |
| Zutectra® | Hepatitis-B-Reinfektionsprophylaxe nach Lebertransplantation | Vermarktung in Europa und Asien |
| BT-063* | Systemischer Lupus Erythematodes | Klinische Entwicklung; laufende Phase-IIa-Studie |
| BT-094 (Cytotect 70)* | Prävention einer Cytomegalie-Virus-Infektion (CMV) des Fötus in der Schwangerschaft bei CMV-Infektion der Mutter | Klinische Entwicklung; laufende Phase-III-Studie |
| Civacir®* | Hepatitis-C-Reinfektionsprophylaxe nach Lebertransplantation | Klinische Entwicklung; laufende Phase-III-Studie |
| Albiomin® (20 % und 5 %) | Blutvolumen-Mangel | Vermarktung in Europa, Südamerika, Asien und Naher Osten |
| Biseko® | Volumen- und Serumprotein-Mangel | Vermarktung in Europa und Asien |
| Cofact® | Mangel an Gerinnungsfaktoren | Vermarktung in Deutschland und Österreich |
| Fibrinogen* | Fibrinogen-Mangel | Klinische Entwicklung; laufende Phase-I/III-Studie |
| IgM Concentrate* | Schwere bakterielle Infektion | Klinische Entwicklung; Phase-II-Studie beendet |
| Pentaglobin® | Schwere bakterielle Infektion | Vermarktung in Südamerika, Asien, Europa und Naher Osten |
* Präparate in der Entwicklung (Stand: 31.12.2015)
E. PERSONAL
Entwicklung der Mitarbeiterzahl
Am 31. Dezember 2015 waren, umgerechnet auf Vollzeitstellen, 2.271 Personen bei der Biotest Gruppe beschäftigt. Im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2014 mit 2.158 Vollzeitstellen erhöhte sich die Personenanzahl damit um 5,2 %. Der Anstieg geht im Wesentlichen zurück auf den erhöhten Personalbedarf im Zusammenhang mit der Erweiterung der Produktionskapazitäten Biotest Next Level am Standort Dreieich sowie der Eröffnung von zwei neuen Plasmasammelstationen in den USA. Am 31. Dezember 2015 waren 922 Vollzeitstellen (40,6 %, Vorjahr: 40,7 %) der Biotest AG zugeordnet, weitere 962 Vollzeitstellen (42,4 %, Vorjahr: 42,2 %) der BPC. Etwa die Hälfte aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (49,2 %) hatte den Arbeitsplatz in Deutschland (Vorjahr: 49,8 %).
Vergütung
Am 1. Mai 2015 wurde die nächste Tranche des Long Term Incentive-Programms zur erfolgsorientierten Vergütung von Führungskräften begeben. Diese variable Komponente der Vergütung orientiert sich an vorab definierten Zielen. Das Programm wird detailliert im Konzernanhang im Kapitel F1 (Long Term Incentive-Programm) beschrieben.
Personal- und Organisationsentwicklung
Im Zuge der geplanten Erweiterung der Produktionskapazitäten am Standort Dreieich wird auch der Bedarf an qualifizierten Fach- und Führungskräften in den kommenden Jahren deutlich zunehmen. Aus diesem Grund lag ein Fokus im Geschäftsjahr 2015 auf vielfältigen Informations- und Rekrutierungsaktivitäten, die auch dazu dienten, Biotest als attraktiven Arbeitgeber in der Region zu präsentieren.
Die Zusammenarbeit mit der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter intensiviert. Biotest hat z. B. Pharmaziestudenten der Universität Frankfurt zu einer Informationsveranstaltung mit Werksbesichtigung in Dreieich eingeladen. Diese hatte das Ziel, die unterschiedlichen Aufgabengebiete und die berufliche Vielfalt für Pharmazeuten, z. B. in den Bereichen Qualitätssicherung, Produktion, Arzneimittelsicherheit und Arzneimittelzulassung, aufzuzeigen und Interesse für diese zu wecken.
Weiterhin setzt Biotest mit einer gezielten Förderung von Bachelor- und Masterstudiengängen kontinuierlich Anreize für die Aufnahme eines berufsbegleitenden Studiums. Im Jahr 2015 waren insgesamt acht Mitarbeiter in naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen eingeschrieben, die Biotest u. a. mit der Fachhochschule Bingen und der Provadis School of International Management and Technology AG, Frankfurt am Main, aufgelegt hat.
Außerdem nahm Biotest erstmalig an der Jobbörse für Naturwissenschaftler der Universität Frankfurt teil. Für Berufsanfänger bietet Biotest internationale Einstiegsprogramme an, um frühzeitig gut ausgebildete Talente an das Unternehmen zu binden. So werden unter anderem im Traineeprogramm "Biopharmazeutische Produkte" aktuell vier Hochschulabsolventen ausgebildet.
Neben der externen Rekrutierung von qualifizierten Fach- und Führungskräften hat für Biotest die (fachliche und persönliche) Entwicklung der eigenen Mitarbeiter eine hohe Bedeutung. So lag mit dem "International Leadership & Management Programme" ein weiterer Fokus der Personal- und Organisationsentwicklung von Biotest im Geschäftsjahr 2015 auf der Vermittlung von funktionsübergreifenden und internationalen Management- und Führungskompetenzen.
Entwicklung von Frauen in Führungspositionen
Eine angemessene Vertretung von Frauen in der Belegschaft und vor allem unter den Führungskräften leistet einen wesentlichen Beitrag für unser Unternehmen.
Im Rahmen des "Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" hat die Biotest AG Zielgrößen für die Beteiligung von Frauen in Führungspositionen festgelegt, die bis zum 30. Juni 2017 erfüllt werden sollen.
Frauen im Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat der Biotest AG setzt sich zusammen aus sechs Mitgliedern, davon vier Vertreter der Anteilseigner und zwei Vertreter der Arbeitnehmer. Bereits seit 2004 gehören dem Aufsichtsrat zwei Frauen an, davon je eine als Vertreterin der Anteilseigner und als Vertreterin der Arbeitnehmer. Damit hat die Gesellschaft bei der Besetzung des Aufsichtsrats mit Frauen und Männern die jeweiligen gesetzlich festgelegten Mindestanteile von 30 % eingehalten.
Frauen im Vorstand
Die amtierenden Vorstandsmitglieder sind über den 30. Juni 2017 bestellt. Daher hat der Aufsichtsrat die Zielgröße bis zum 30. Juni 2017 auf 0 % festgelegt.
Frauen in der ersten und zweiten Führungsebene
Der Vorstand der Biotest AG hat sich für die Beteiligung von Frauen auf der ersten Führungsebene eine Zielgröße von 17 % gesetzt. Bereits 2015 beträgt der Anteil an Frauen in dieser Führungsebene 16 %. Die Zielgröße für die zweite Führungsebene wurde auf 38 % festgelegt, was bedeutet, dass der im Jahr 2015 bereits bei 33 % liegende Anteil weiter ausgebaut werden soll. Der Anteil von Frauen bei der Biotest AG (949 Mitarbeiter) beträgt zum 31. Dezember 2015 43 %.
Berufsausbildung
Auch in den Ausbildungsberufen hat die Biotest AG im vergangenen Jahr ihr Engagement weiter verstärkt. So waren zum 31. Dezember 2015 insgesamt 66 Auszubildende (Vorjahr: 46) in acht Berufen bei Biotest beschäftigt. Ab September 2015 begannen erstmalig außerdem drei Auszubildende zum Chemielaboranten bei Biotest. Die Qualität der Ausbildung des Unternehmens spiegelt sich seit Jahren in den sehr guten Abschlussleistungen der Absolventen wider. Im Jahr 2015 wurden drei von ihnen aufgrund ihrer außergewöhnlichen Prüfungsergebnisse von der Industrie- und Handelskammer Offenbach geehrt.
Familienfreundliches Unternehmen
Neben dem Angebot flexibler Teilzeitmodelle hat Biotest die Möglichkeiten für ein familienfreundliches Arbeiten durch die Eröffnung einer Betriebskindertagesstätte erheblich gesteigert. In unmittelbarer Nähe des Firmensitzes am Standort Dreieich begannen im Frühjahr 2014 die Bauarbeiten für die Tagesstätte, die Platz für bis zu 80 Kinder zwischen acht Monaten und sechs Jahren bietet. Die Eröffnung erfolgte im Juli 2015. Mit Öffnungszeiten von 6:00 Uhr bis 18:00 Uhr und ohne Ferienschließzeiten - die Ausnahme bildet die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr - bietet Biotest damit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, Beruf und Familie besser in Einklang zu bringen.
F. EXTERNE EINFLUSSFAKTOREN FÜR DAS GESCHÄFT
Regulatorisches Umfeld
Die Produktionsanlagen für Plasmaproteine von Biotest unterliegen der Aufsicht und der Genehmigungspflicht des Regierungspräsidiums Darmstadt und des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Langen sowie in den USA der US-amerikanischen Zulassungsbehörde U.S. Food and Drug Administration (FDA). In den Mitgliedstaaten der Europäischen Union erfolgt die Zulassung von Plasmaproteinen durch das zentralisierte Zulassungsverfahren oder durch die gegenseitige Anerkennung nationaler Zulassungen. In den USA unterliegen die Zulassungen der Biotest-Präparate den Bestimmungen der FDA. Im internationalen Umfeld werden die Zulassungen von der jeweiligen Landesbehörde ausgesprochen. Die zuständigen Kontroll- und Genehmigungsbehörden für monoklonale Antikörper sind sowohl in Europa als auch in den USA jeweils identisch mit denen für Plasmaproteine. Die für die Zulassung von Biotest-Präparaten in den Märkten geltenden gesetzlichen und behördlichen Regelungen unterliegen turnusmäßigen und anlassbezogenen Änderungen. Dabei verschärfen sich die Zulassungsvoraussetzungen im internationalen Umfeld kontinuierlich. Diese Entwicklungen führten auch im Berichtsjahr 2015 zu steigenden Kosten in Bezug auf Kontrollprüfungen in Zulassungsprozessen bei nationalen und internationalen Behörden.
II. KONZERNSTRATEGIE
Im Mittelpunkt der Strategie von Biotest steht die klare Fokussierung auf die Vermarktung und Weiterentwicklung von Plasmaproteinen. Neben der konsequenten Fortführung der eigenen Forschungs- und Entwicklungsarbeit konzentriert sich das Unternehmen mit seinen Zulassungs- und Vermarktungsaktivitäten auf die weitere Internationalisierung und die Diversifizierung des Portfolios.
Um am globalen Marktwachstum auch in Zukunft teilzuhaben, baut die Biotest Gruppe seit 2013 ihre Kapazitäten am Unternehmenssitz in Dreieich aus. Mit dem Projekt Biotest Next Level werden das Produktportfolio erweitert und die Produktionskapazitäten bis zum Jahr 2019/2020 verdoppelt. Indem zukünftig fünf statt bislang drei Produktreihen aus dem Rohstoff Plasma gewonnen werden, wird die Profitabilität und somit die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens auf den globalen Märkten weiter gestärkt und damit die Grundlage für weiteres, profitables Wachstum der Gruppe gelegt.
Darüber hinaus verfolgt Biotest das Ziel, in ausgewählten Bereichen mit passenden Kooperationspartnern strategische Allianzen einzugehen. Bei den in Entwicklung befindlichen monoklonalen Antikörpern wird Biotest die laufenden präklinischen und klinischen Aktivitäten jeweils bis zum nächsten Meilenstein fortführen mit dem Ziel, die zukünftige Entwicklung und Vermarktung mit einem passenden Partner voranzutreiben. Darüber hinaus sucht Biotest auch für ausgewählte Plasmaproteine aktiv nach Entwicklungs- und/oder Vermarktungspartnerschaften.
Biotest ist bestrebt auch bei bestehenden Zulassungen Fortschritte bei der Erweiterung zu erzielen, wie beispielsweise bei Zutectra® im Jahr 2015 umgesetzt. Im Dezember 2015 hat die Europäische Kommission Biotest die Genehmigung für den frühzeitigen Einsatz des Hepatitis B-Hyperimmunglobulins Zutectra® nach Lebertransplantationen erteilt. Während die Behandlung mit Zutectra® bislang erst 6 Monate nach einer Lebertransplantation begonnen werden konnte, ist ab sofort der Einsatz von Zutectra® eine Woche nach der Transplantation möglich. Der frühe Einsatz des subkutanen Hepatitis B-Hyperimmunglobulins trägt wesentlich zu einer sicheren, zeitsparenden und kostengünstigen Patientenversorgung bei. Die erfolgreiche Weiterentwicklung von Zutectra® stützt zudem die Rolle von Biotest als führenden Anbieter von Hepatitis-B Hyperimmunglobulinen.
Kernelement zur Umsetzung der Unternehmensstrategie von Biotest ist die Abdeckung zentraler Teile der Wertschöpfungskette durch eigene Ressourcen. Hierzu zählen insbesondere Forschung und Entwicklung, Plasmagewinnung, Produktion, Qualitätssicherung und Vertrieb. Die vorhandene Expertise, vor allem in den Bereichen Plasmasammlung und -fraktionierung, wird darüber hinaus genutzt, um freie Kapazitäten von Vor- und Zwischenprodukten sowie in der Lohnherstellung auf dem Markt anzubieten.
Um die strategische Ausrichtung noch effizienter und effektiver zu verfolgen, wurde ein globaler Veränderungsprozess gestartet. Dieser hat das Ziel, die Zusammenarbeit mit externen Kunden sowie die internationale und interdisziplinäre Teamarbeit weiter zu optimieren, Arbeitsprozesse zu verbessern und effizienter zu gestalten sowie eine einheitliche partizipative Führungskultur im Unternehmen zu implementieren. Im ersten Schritt wurde das Management-Team, welches zusammen mit dem Vorstand für die strategischen Entscheidungen entlang der Wertschöpfungskette verantwortlich ist, um internationale Mitglieder erweitert.
III. UNTERNEHMENSSTEUERUNG
Biotest wird anhand finanzieller und nichtfinanzieller Kenngrößen gesteuert, deren Entwicklung den Unternehmenswert in unterschiedlicher Weise beeinflussen. Die finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden kontinuierlich erfasst und fließen in die monatliche Berichterstattung an den Vorstand ein. Diese Berichterstattung beinhaltet die Analyse von Ist-Werten und deren Abweichungen gegenüber Plan- und Vorjahreswerten, ausgewiesen nach Segmenten sowie nach Gesellschaften. Anlassbezogen werden weitere spezifische Analysen vorgenommen.
A. FINANZIELLE STEUERUNGSKENNZAHLEN
Die für die Unternehmenssteuerung der Biotest Gruppe eingesetzten Kennzahlen sind in folgender Tabelle dargestellt:
MASSGEBLICHE STEUERUNGSKENNZAHLEN AUF KONZERNEBENE
scroll
| Kennzahl | Berechnungsmethode | Wert per 31. Dezember 2015 | Wert per 31. Dezember 2014 |
|---|---|---|---|
| Return on Capital Employed (RoCE) | EBIT/gebundenes Kapital | -9,9 % | 6,9 % |
| EBIT-Marge | EBIT/Umsatz | -12,2 % | 9,2 % |
| EBT-Marge | EBT/Umsatz | -12,6 % | 8,1 % |
| Deckungsbeitragsmarge | (Umsatz- Herstellkosten)/ Umsatz | 24,0 % | 38,6 % |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | Detaillierte Herleitung siehe Kapitalflussrechnung | 38,1 Mio. € | -11,4 Mio. € |
| Herstellkostenquote | Herstellkosten/ Umsatz | 76,0 % | 61,4 % |
| Kostenquote Marketing und Vertrieb | Kosten Marketing und Vertrieb/ Umsatz | 13,2 % | 12,7 % |
Auf der Ebene der Segmente ist das jeweilige Betriebsergebnis (EBIT) die wesentliche Steuerungsgröße. Weitere Größen sind der Umsatz und der Deckungsbeitrag je Produkt sowie im Außendienst je Mitarbeiter. Im Vertrieb ist ein wichtiger Indikator der jeweilige Anteil von Biotest am Gesamtmarkt beziehungsweise im angestrebten Marktsegment. Darüber hinaus unterliegen die Struktur der Forderungen und die darin enthaltenen Risiken einer ständigen Analyse. Zusätzlich wird auf monatlicher Basis das Vorratsvermögen evaluiert und geprüft.
B. NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Für die Steuerung relevante, nichtfinanzielle Leistungsindikatoren im Gesamtunternehmen werden in der Produktion verwendet und beziehen sich auf den Auslastungsgrad, die Durchlauf- und Ausfallzeiten, die Höhe der Vorräte entlang der Produktionskette und die Ausbeute je Mengeneinheit Plasma.
C. STEUERUNG VON F&E-PROJEKTEN
Für die Steuerung der Forschungs- und Entwicklungsprojekte erfolgt eine regelmäßige Portfolioanalyse. Hierfür werden die Parameter Entwicklungszeitlinien, Kosten, Erfolgswahrscheinlichkeiten, Risiken, strategische Bedeutung, Marktgrößen sowie das wirtschaftliche Potenzial auch in Form einer Net Present Value-Analyse herangezogen. Auf der Basis der Portfolioanalyse wird eine Priorisierung der Projekte und damit eine Fokussierung der Organisation auf die strategisch wichtigen Projekte erreicht.
IV. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG (ALLGEMEIN)
Im Rahmen der Unternehmensstrategie bilden Forschung und Entwicklung unter anderem die Basis für das zukünftige Wachstum der Biotest Gruppe. In diesem Bereich wird durch die Weiter- und Neuentwicklung von Produkten erhebliches Potenzial erschlossen. Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsprojekte sind die Plasmaproteine. Biotest verfolgt außerdem aktiv das Ziel, im Bereich der monoklonalen Antikörper Produkte gemeinsam mit Partnern zu entwickeln. Nach Abschluß der laufenden Studien wird Biotest weitere Aktivitäten nur zusammen mit einem Partner vorantreiben. Hierdurch sollen Entwicklungsrisiken reduziert sowie Entwicklungskosten durch Synergieeffekte vermindert werden.
Eine detaillierte Auflistung des Fortschrittes der im Geschäftsjahr 2015 ausgeführten Forschungs- und Entwicklungsprojekte ist im Kapitel "Forschung und Entwicklung" des Wirtschaftsberichts abgebildet.
Im Geschäftsjahr 2015 beliefen sich die Forschungs- und Entwicklungskosten der Biotest Gruppe auf 98,8 Mio. € (Vorjahr: 67,2 Mio. €). Davon entfielen 48,7 Mio € auf Plasmaproteine und 50,1 Mio. € auf die monoklonalen Antikörper. Der Anteil dieser Ausgaben am Umsatz betrug 16,8 % nach 11,5 % im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigten Mitarbeiter (umgerechnet auf Vollzeitstellen) ist zum 31. Dezember 2015 mit 181 Vollzeitstellen im Vergleich zum 31. Dezember 2014 (208 Vollzeitstellen) leicht zurückgegangen.
B. WIRTSCHAFTSBERICHT
I. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
Laut der Winterprognose des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) nahm die Expansion der Weltwirtschaft im Jahr 2015 ab. Insgesamt wies das globale Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2015 mit einer Rate von lediglich 3,1 % den geringsten Zuwachs seit dem Krisenjahr 2009 auf.1 Nach Aussage des IfW war insbesondere die zuletzt schwächere Entwicklung der Schwellenländer dafür verantwortlich. Die gesunkenen Rohstoffpreise und tiefgreifende strukturelle Probleme verhindern eine rasche Erholung. Die chinesische Wirtschaft dürfte zwar auch dank wirtschaftspolitischer Impulse zunächst etwas an Fahrt aufnehmen, auf längere Sicht wird sich die Tendenz zu niedrigeren Wachstumsraten aber wohl fortsetzen. Die Weltwirtschaft bleibt nach Ansicht der Experten anfällig für Störungen. Risiken gehen dabei insbesondere von den Finanzmärkten aus, auf denen es im Zuge des Auseinanderdriftens der Geldpolitik in den großen Währungsräumen zu Turbulenzen kommen könnte. Für die Jahre 2016 und 2017 rechnet das IfW mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von 3,4 beziehungsweise 3,8 %.2
Der günstige konjunkturelle Ausblick für Deutschland steht im Widerspruch zur zuletzt recht schwachen Entwicklung der Industrieproduktion. Ein Grund hierfür ist, dass der derzeitige Aufschwung stärker als frühere Aufschwünge von binnenwirtschaftlichen Antriebskräften getragen wird und sich dadurch stärker im Dienstleistungssektor bemerkbar macht. Die Zuwachsrate für das deutsche Bruttoinlandsprodukt beträgt laut IfW für das Jahr 2015 1,8 %, nach einem Anstieg von 1,6 % im Vorjahr.3 Für 2016 und 2017 erwarten die Experten einen Anstieg von 2,2 % und 2,3 %.
Die Wirtschaft im Euroraum gewinnt laut IfW-Prognose weiter allmählich an Fahrt und expandiert in den kommenden beiden Jahren. Die Terroranschläge von Paris signalisieren Risiken, sie dürften nach Meinung der Forscher aber die Konjunktur nur wenig beeinflussen. Im Jahr 2015 ist die europäische Wirtschaft laut der Ökonomen um 1,5 % gewachsen.4 Die Prognose für das Jahr 2016 liegt bei 1,7 %, für das Jahr 2017 bei 2,0 %.
Die US-Notenbank Federal Reserve Bank (FED) schätzt, dass die amerikanische Wirtschaft im letzten Jahr um 2,1 % gewachsen ist. Für dieses Jahr geht sie von einem Anstieg von 2,4 % aus, für das Jahr 2017 von 2,2 %.5 Vor allem der private Konsum erwies sich im Jahr 2015 als Wachstumstreiber.6 Dies dürfte auch in den kommenden Quartalen der Fall sein, denn mit der zunehmenden Zahl an Arbeitsplätzen steigt auch das Einkommen der privaten Haushalte. Entsprechend dürfte die US-Wirtschaft in den kommenden Quartalen weiter mit moderatem Tempo wachsen.
Aufgrund des weltweit hohen medizinischen Bedarfs an Plasmaproteinprodukten ist die Biotest Gruppe grundsätzlich nur in geringem Maße von den globalen Konjunkturzyklen abhängig. Dennoch können Auswirkungen auf das operative Geschäft, insbesondere durch lokale Krisen, nicht ausgeschlossen werden.
II. BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN
Immunglobuline und Albumine, die umsatzstärksten Produkte der Biotest Gruppe, erfreuen sich eines stabilen Wachstums. Das gilt sowohl für die etablierten Märkte wie die USA und Europa als auch für die weiteren Regionen der Welt. Als langfristigen Zielkorridor erwarten Industrie-Experten bspw. für den Markt der intravenösen Immunglobuline (IVIG) einen globalen Anstieg der nachgefragten Menge von jährlich 6 - 7 % bis zum Jahr 2023.7 Um den Nachfragezuwachs befriedigen zu können, sammelt die Industrie verstärkt Source Plasma. So sind beispielsweise die Plasmasammlungen in den USA in den ersten fünf Monaten um 8 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum gestiegen.8 Mit der steigenden Plasmasammelmenge bereitet sich die Industrie auch auf die zusätzlichen Fraktionierkapazitäten vor, die derzeit weltweit entstehen. Die Biotest AG wird an diesem Wachstumstrend durch eine Kapazitätsverdoppelung partizipieren. Einige Wettbewerber haben bereits neue Anlagen in Betrieb genommen und auch für das Jahr 2016 wird mit einem weiter steigenden Angebot an Immunglobulinen gerechnet. Aufgrund dieser Entwicklung kommt es in einigen Regionen und Distributionskanälen derzeit zu einem vorübergehenden dämpfenden Effekt auf die Preise.9 Der Preisdruck wird sich erwartungsgemäß nur vorübergehend bemerkbar machen, aufgrund des positiven Marktwachstums wird die Nachfrage wieder anziehen, so dass mittelfristig mit einem Ausgleich gerechnet wird.10
1 Institut für Wirtschaftsforschung, Weltkonjunktur, Winterprognose 2015
2 Institut für Wirtschaftsforschung, Weltkonjunktur, Winterprognose 2015
3 Institut für Wirtschaftsforschung, Deutsche Konjunktur, Winterprognose 2015
4 Institut für Wirtschaftsforschung, Weltkonjunktur, Winterprognose 2015
5 Board of the Governors of the Federal Reserve System, minutes of the federal open market committee, 15. - 16. Dezember 2015
6 Commerzbank Reserach, Konjunktur und Finanzmärkte, Januar 2016
7 Biotest Market Research based on MRB (2013), PPTA (2015), UBS (18 Feb 2015)
8 PPTA (2015)
9 Goldman Sachs (18 May 2015): Global: Medical Technology: Medical Supplies: Industry structure to support demand, pricing; Buy CSL, GRLS
Die EU-Preise für intravenöse Immunglobuline (IVIG) liegen weiter deutlich unter dem Niveau in den Vereinigten Staaten.11 Das Marktvolumen für Immunglobuline ist in den USA im ersten Halbjahr 2015 leicht gestiegen.12 In Europa hat sich das Marktvolumen im ersten Halbjahr 2015 deutlich stärker entwickelt als in den USA.13 Auch der deutsche Markt hat sich letztes Jahr bezogen auf die Absatzmenge positiv entwickelt -sowohl im Bereich der niedergelassenen Ärzte als auch im Bereich der Kliniken.14 Der Durchschnittspreis in den deutschen Kliniken zeigte eine stabile Entwicklung bis zur Jahresmitte, gegen Jahresende erhöhte er sich sehr leicht.15 Im Zuge des Marktwachstums für intravenöse Immunglobuline (IVIG) in Deutschland konnte das Biotest-Präparat Intratect® wie im Vorjahr, bei annähernd konstanten Preisen, an Umsatz hinzugewinnen und seinen Marktanteil im Gesamtmarkt halten.
Das Wachstum des globalen Albuminmarktes wird jährlich auf 4 % bis zum Jahr 2020 geschätzt.16 Die Nachfrage nach Humanalbuminen übersteigt leicht das Angebot, was allgemein die Preise in vielen Ländern anhebt, insbesondere im Nahen und Mittleren Osten. In Deutschland und Österreich sind die Preise allerdings leicht rückläufig.
Auch der Bedarf an plasmatischen Faktor VIII-Produkten nimmt weiterhin zu. Das Wachstum wird vor allem durch die sich in Schwellenländern zunehmend etablierenden Faktor VIII-Therapien getrieben. In vielen dieser Länder haben Hämophilie-Patienten derzeit noch keinen Zugang zu einer Therapie mit Gerinnungsfaktoren. Bis zum Jahr 2020 wird für den Weltmarkt ein Wachstum von 2 % p. a. bei den plasmatischen Faktor VIII-Präparaten vorausgesagt.17 Der rekombinante Sektor wird maßgeblich von der Einführung neuer Faktor VIII-Präparate geprägt, die den Wettbewerb verschärfen und so den Preisdruck im Gesamtmarkt deutlich erhöhen könnten. In einzelnen Hochvolumenmärkten ist der steigende Preisdruck zudem auch auf Staatstender zurückzuführen. Bei diesen öffentlichen Ausschreibungen wird oft nur das Medikament mit dem günstigsten Preis zum Vertrieb im jeweiligen Land zugelassen.
10 Goldman Sachs (18 May 2015): Global: Medical Technology: Medical Supplies: Industry structure to support demand, pricing; Buy CSL, GRLS
11 UBS (24. September 2015): Plasma Pharmaceutical:Jun-15 Plasma Price & Supply Survey: We call tight supply inside 2yrs
12 PPTA (2015)
13 IMS (2015), PPTA (2015)
14 IMS (2015)
15 IMS (2015)
16 Biotest Market Research based on MRB (2015)
17 Biotest Market Research based on MRB (2015)
III. GESCHÄFTSVERLAUF
A. BIOTEST IM JAHR 2015
Ziele 2015: Soll-Ist-Vergleich
Nach den sehr starken Umsatzanstiegen der letzten beiden Geschäftsjahre prognostizierte der Vorstand für 2015 einen prozentualen Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Im Geschäftsjahr 2015 erwirtschaftete die Biotest Gruppe 589,6 Mio. € nach 582,0 Mio. € im Jahr zuvor. Das entspricht einer prozentualen Veränderung von 1,3 %.
Das EBIT belief sich im Geschäftsjahr auf -71,8 Mio. € nach einer Prognose von 50 Mio. € zum Beginn des Jahres 2015. Die Verschlechterung des EBIT ist im Wesentlichen auf die außerplanmäßige Abschreibung von 64,9 Mio. € im dritten Quartal zurückzuführen. Die Abschreibung war notwendig aufgrund der schlechteren Marktaussichten für das sich in der Entwicklung befindliche Produkt Civacir® und die rückläufigen Umsatzerlöse des Präparats Bivigam®. Darüberhinaus führten Produktabschreibungen und Rückstellungen in Zusammenhang mit der Restrukturierung des US-Geschäfts zu Aufwendungen in Höhe von 11,6 Mio. €. Die schlechteren Marktaussichten für das in der Entwicklung befindliche Präparat Civacir® führten zusätzlich zu einer Neubewertung des Projektes und einer außerplanmäßigen Abschreibung auf immaterielle Vermögenswerte und Vorräte in Höhe von 13 Mio. €. Aufgrund dieser beiden Sachverhalte war die Werthaltigkeit der US-Produktionsanlagen nicht mehr gegeben und diese sowie Teile des Gebäudes und der immateriellen Vermögenswerte mussten abgeschrieben werden (55 Mio. €).
Zusätzlich zu den außerplanmäßigen Abschreibungen ergaben sich über das Jahr weitere Faktoren, die das Ergebnis belasteten. Dazu zählen erhöhte Forschungs- und Entwicklungskosten insbesondere im Zusammenhang mit der Einstellung der Kooperation zur Entwicklung von Tregalizumab (BT-061) mit AbbVie. Im Juni übte AbbVie sein Recht zum Opt-out aus der weltweiten Lizenz-, Entwicklungs- und Vermarktungsvereinbarung aus, nachdem die Phase-IIb-Studie den primären Endpunkt nicht erreicht hatte. Weitere ergebnisreduzierende Faktoren waren Aufwendungen für den Kapazitätsausbau Biotest Next Level, Leerkosten bei der Biotest Pharmaceuticals Corporation sowie Preisdruck in einzelnen Produktbereichen und Regionen.
Das Kerngeschäft der Biotest Gruppe (bereinigtes EBIT) liegt unter dem Vorjahresniveau, ist aber mit 91,2 Mio. € deutlich positiv.
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| EBIT | -71,8 | 53,4 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen und Einmaleffekte | 77,2 | |
| Aufwendungen für Biotest Next Level* | 23,3 | 15,4 |
| Aufwendungen für Monoklonale Antikörper | 50,1 | 38,2 |
| Leerkosten | 12,4 | 16,2 |
| EBIT bereinigt | 91,2 | 123,2 |
* Den Aufwendungen für Biotest Next Level wurden die Forschungs- und Entwicklungskosten zugerechnet, die auf Produkte entfallen, die ausschließlich in der neuen Anlage hergestellt werden können.
Unternehmensstrategie und Umsetzung im Konzern im Geschäftsjahr 2015
Internationalisierung
Die Abschreibungen im vergangenen Jahr waren für Biotest der Anstoß für eine strategische Neuausrichtung. Zum einen wird das Unternehmen die Internationalisierung weiter vorantreiben. Die Biotest Gruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ihre Präsenz in wichtigen internationalen Märkten ausgebaut, durch zusätzliche Zulassungen neue Regionen erschlossen und damit die Biotest Gruppe auf ein noch breiteres Fundament gestellt. Die Ausweitung der internationalen Präsenz führte zu höheren Marketing- und Vertriebskosten.
Die Biotest Gruppe weitete ihre vermarktbare Produktpalette mit Zulassungen und Vertriebsstarts kontinuierlich aus und steigerte so den Gesamtabsatz. Im Jahr 2015 verzeichnete die Biotest Gruppe leicht höhere Umsätze als im Vorjahr. Der Konzern erwirtschaftete von Januar bis Dezember 2015 Umsatzerlöse von 589,6 Mio. €. Das entspricht einem Anstieg um 1,3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum (582,0 Mio. €).
Insbesondere in Deutschland sowie in der Berichtsregion Übriges Asien und Pazifik konnten starke Erlösanstiege erzielt werden. In Deutschland stiegen die Erlöse von Januar bis Dezember um 16,3 % auf 123,3 Mio. €. In der Region Übriges Asien und Pazifik konnten die Umsätze ebenfalls gesteigert werden, sogar um 58,0 % auf 42,5 Mio. €. In den USA kletterten die Umsätze auf Jahressicht ebenfalls um 23,4 % auf 123,8 Mio. €, blieben aber hinter den Erwartungen zurück, weil sie im Wesentlichen währungsbedingt waren. Im größten Immunglobulin-Markt der Welt, in den USA, hat sich die Versorgungslage in den letzten Monaten stark verändert. Das Angebot ist deutlich gestiegen, was die Durchsetzung höherer Preise erschwert.
Fokussierung auf das Plasmageschäft
Mit dem größten Projekt der Firmengeschichte Biotest Next Level plant das Unternehmen in Zukunft die Produktpalette zu erweitern und zeitgleich auch die Profitabilität zu steigern. Bei der Produkterweiterung fokussiert sich Biotest in Zukunft auf das Geschäft mit Plasmaproteinen, ein Markt mit deutlichem Wachstum und viel Potential.
Kooperationen
Biotest setzt in Zukunft noch stärker auf Partnerschaften. Ein Erfolg ist dabei der geschlossene Kooperationsvertrag für den US-Vertrieb von Bivigam® mit Kedrion Biopharma Inc., Fort Lee, New Jersey, USA (Kedrion Biopharma). Kedrion Biopharma ist ein etablierter Hersteller und Distributor auf dem US-Markt mit einer gut ausgebauten Marketing- und Vertriebsorganisation und somit der optimale Partner für Biotest. Kedrion Biopharma übernimmt exklusiv den Vertrieb von Bivigam® in den USA von der BPC bis zum 31. Dezember 2022.
Im Bereich der monoklonalen Antikörper plant Biotest ebenfalls Kooperationen für die zukünftige Entwicklung und Vermarktung. Das Unternehmen treibt bis dahin die laufenden präklinischen und klinischen Aktivitäten bis zum nächsten Meilenstein voran. Dadurch sollen Risiken und Kosten im Bereich der monoklonalen Antikörper in Zukunft besser verteilt werden.
Forschung und Entwicklung
Die Kosten für Forschung und Entwicklung stiegen im Jahr 2015 um 47,0 % auf 98,8 Mio. € an (Vorjahreszeitraum: 67,2 Mio. €). Davon entfallen auf Entwicklungsprojekte mit monoklonalen Antikörpern 50,7 % (i.Vj 56,8 %).
Indikationsgebiet Hämatologie
Indatuximab Ravtansine (BT-062): In der laufenden Phase I/ II-Studie (Nr. 983), in der die Sicherheit und Wirksamkeit von Indatuximab Ravtansine (BT-062) in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason untersucht wird, wurde die Rekrutierung beendet und die Behandlung der insgesamt 47 Patienten weiter fortgesetzt. In dem Erweiterungsarm der Studie, der die Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason untersucht, konnten alle 17 Patienten eingeschlossen und die Rekrutierung damit beendet werden. Die bisherigen Studienergebnisse zeigen eine sehr gute Verträglichkeit und Effektivität.
Im Rahmen der Phase I/IIa-Studie (Nr. 989), in der Patienten mit dreifach negativem metastasierendem Brustkrebs sowie Patienten mit metastasierendem Blasenkarzinom mit Indatuximab Ravtansine (BT-062) behandelt werden, wurde die Dosiseskalation abgeschlossen und die maximale tolerierte Dosis definiert. Für den zweiten Teil der Studie läuft die Rekrutierung. Es wurden bereits 27 Patienten mit Indatuximab Ravtansine (BT-062) behandelt.
Indikationsgebiet Klinische Immunologie
Civacir®: Die Patientenrekrutierung in der klinischen Phase-III-Studie (Nr. 988) mit Civacir® wurde im dritten Quartal 2015 mit 80 Patienten abgeschlossen. In dieser Studie wird Civacir® zur Hepatitis C-Virus-Reinfektionsprophylaxe bei Lebertransplantationspatienten untersucht. Die Studie wird in 24 klinischen Zentren in den USA durchgeführt. Biotest präsentierte im April 2015 auf dem 50. Internationalen Leberkongress in Wien, Österreich, positive Zwischenergebnisse. Eine weitere Zwischenauswertung wurde auf dem Kongress der American Association for the Study of Liver Diseases (AASLD) in San Francisco im November 2015 vorgestellt. Civacir® wurde gut vertragen und es wurden bisher keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet, die auf die Behandlung mit Civacir® zurückzuführen sind. Obwohl diese Zwischenauswertung vielversprechend war und die Studienziele bisher erreicht wurden, rechnet Biotest nur noch mit deutlich verringerten Marktchancen infolge der neu eingeführten, hochwirksamen Virostatika, bei denen jetzt auch der Einsatz kurz nach der Lebertransplantation geprüft wird.
BT-063: Mit der Behandlung des ersten Patienten in der Phase-IIa-Studie (Nr. 990) hat die klinische Prüfung des monoklonalen Antikörpers BT-063 in der Leitindikation Systemischer Lupus Erythomatodes (SLE) begonnen. SLE ist eine autoimmun vermittelte, chronisch-entzündliche Erkrankung, die verschiedene Organe des Körpers mit schweren bis schwersten klinischen Verläufen betreffen kann. Dabei können in verschiedenen Bereichen des Organismus chronische Entzündungsherde entstehen, die das Gewebe schädigen, so dass es mittelfristig zu schwersten Komplikationen bis hin zum tödlichen Verlauf kommen kann. Ziel der Biotest-Studie ist es, die Sicherheit und die Verträglichkeit des Antikörpers in SLE-Patienten zu prüfen und erste Daten zur Wirksamkeit zu erheben.
Tregalizumab (BT-061): Die Phase-IIb-Studie (TREAT 2b - Tcell Regulating Arthritis trial 2b) mit Tregalizumab (BT-061) bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Rheumatoider Arthritis hat im zweiten Quartal 2015 den primären Endpunkt nicht erreicht. Die klinische Entwicklung in der rheumatoiden Arthritis wurde eingestellt. Die Studiendaten wurden im November auf dem ACR Kongress (American College of Rheumatology) in San Francisco präsentiert. Das Projekt wurde seit Mitte 2011 in einer Entwicklungspartnerschaft mit der in der Rheumatologie sehr erfahrenen Firma AbbVie (zuvor Abbott) durchgeführt. AbbVie übte im Juni 2015 sein Recht zum Opt-out aus der weltweiten Lizenz-, Entwicklungs- und Vermarktungsvereinbarung aus. Biotest erhielt so die Rechte an Tregalizumab (BT-061) zurück. Derzeit prüft das Unternehmen in vorklinischen Modellsystemen, in welchen alternativen Indikationen Tregalizumab (BT-061) Potenzial haben könnte. Im Erfolgsfall sollen mögliche weitere Entwicklungsschritte dann in einer Partnerschaft vorangetrieben werden.
Zutectra®: Das Präparat Zutectra® ist seit 2009 in der EU für die Prävention einer Hepatitis B-Virus-Reinfektion bei Patienten nach einer Lebertransplantation aufgrund einer Hepatitis B-Virus induzierten Leberinsuffizienz zugelassen. Es ist das erste subkutan applizierbare Hepatitis B-Immunglobulin in einer vorgefüllten Spritze, das weltweit für die Heimselbstbehandlung geeignet ist. Im Dezember 2015 hat die Europäische Kommission die Genehmigung für den frühzeitigen Einsatz des Hepatitis B-Hyperimmunglobulins Zutectra® nach Lebertransplantation erteilt. Während die Behandlung mit Zutectra® bislang erst 6 Monate nach einer Lebertransplantation begonnen werden konnte, ist ab sofort der Einsatz von Zutectra® bereits eine Woche nach der Transplantation möglich. Die positive Einstufung der Behörde stützt sich auf die klinischen Ergebnisse der Studie ZEUS (Zutectra Early Use), die den wirksamen Einsatz von Zutectra® in der frühen Behandlungsphase zeigen. Der frühe Einsatz des subkutanen Hepatitis B-Hyperimmunglobulins trägt wesentlich zu einer sicheren, zeitsparenden und kostengünstigen Patientenversorgung bei. Durch den nun genehmigten früheren Einsatz wird die Einstellung auf eine Heimselbstbehandlung noch während des Krankenhausaufenthaltes ermöglicht. Dies bedeutet eine insgesamt vereinfachte und patientenfreundliche Therapiemöglichkeit. Die erfolgreiche Weiterentwicklung von Zutectra® stützt zudem die Rolle der Biotest AG als führenden Anbieter von Hepatitis-B-Hyperimmunglobulinen.
Indikationsgebiet Intensivmedizin
IgM Concentrate: Die Ende Juni veröffentlichte, abgeschlossene Phase-II-Studie (Nr. 982) mit IgM Concentrate, einem Immunglobulinpräparat mit hohem IgM-Gehalt, zeigte ermutigende Ergebnisse bei lebensbedrohlicher Lungenentzündung im Hinblick auf die Verringerung der Länge der Beatmungsdauer sowie der Mortalität. Die randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-II-Studie wurde mit 160 Patienten mit schwerer, ambulant erworbener Lungenentzündung (sCAP) durchgeführt. Diese Patientengruppe hat eine hohe Sterblichkeitsrate und umfasst schwerkranke Patienten auf der Intensivstation. Die Studie wurde in Deutschland, Spanien und Großbritannien durchgeführt. Zurzeit werden noch die letzten Ergebnisse der Studie ausgewertet. Eine Veröffentlichung der Daten ist im zweiten Quartal 2016 geplant.
Fibrinogen: Für das in der Entwicklung befindliche Präparat Fibrinogen wurde die Rekrutierung im ersten Teil der klinischen Phase I/II-Studie (Nr. 984) beendet. Dabei wurde ermittelt, wie sich das Präparat im Körper von Patienten verhält. Im weiterlaufenden Teil der Studie werden Patienten nach Bedarf, z. B. bei Blutungen oder Operationen, behandelt. Das Paul-Ehrlich-Institut genehmigte kürzlich die Erweiterung dieser Studie zu einer Phase-III-Studie mit dem bisherigen Behandlungsplan und höherer Patientenzahl. Auf Basis der Ergebnisse dieser Studie kann die Arzneimittelzulassung beantragt werden.
Pentaglobin®: Pentaglobin® ist seit nunmehr 30 Jahren auf dem Markt und für die Behandlung von schweren bakteriellen Infektionen bei gleichzeitiger Anwendung von Antibiotika zugelassen. In den letzten zwei Jahren wurden verschiedene präklinische Untersuchungen zur Wirksamkeit von Pentaglobin® bei antibiotikaresistenten Keimen durchgeführt. Diese Keime stellen in Zukunft eine der größten Herausforderungen an die Gesundheitssysteme dar. Sowohl die "in vitro" als auch die "in vivo" durchgeführten Versuche haben überzeugende Ergebnisse geliefert. Des Weiteren zeigten zwei retrospektive Studien in Italien und Griechenland einen signifikanten Überlebensvorteil durch Pentaglobin® bei Patienten mit schwerer Sepsis oder septischem Schock, verursacht durch multiresistente Erreger.
Biotest sieht für die Zukunft großes Potenzial von Pentaglobin® für den Einsatz gegen antibiotikaresistente Keime. Pentaglobin® zeigte zuletzt außerdem beeindruckende Ergebnisse bei der Behandlung von spenderspezifischen Antikörpern nach Lungentransplantationen. Die relative Reduktion der Sterblichkeit betrug über 70 %. Bei Lungentransplantationen erhöht die Bildung von spenderspezifischen Antikörpern (DSA -donor specific antibodies) das Sterblichkeitsrisiko und das Risiko einer Organabstoßung. In der kürzlich publizierten Studie der Medizinischen Hochschule Hannover konnte gezeigt werden, dass Patienten mit früher DSA Entwicklung nach Lungentransplantation, die mit Pentaglobin (IgM/IgA angereichertes Immunglobulin) behandelt wurden, eine signifikant höhere Überlebensrate hatten als diejenigen Patienten, die mit therapeutischem Plasmaaustausch behandelt wurden.
RI-002: Im dritten Quartal haben die ADMA Biologics, Inc., New Jersey, USA, (ADMA) und die Biotest AG beschlossen, ihre Kooperation bei dem Produkt Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) Hyperimmunglobulin RI-002 fortzusetzen. RI-002 ist ein Hyperimmunglobulin aus humanem Plasma mit natürlich vorkommenden Antikörpern gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV). Das Virus ist verantwortlich für die meisten Fälle von akuter Bronchitis bei Säuglingen und Kleinkindern. Biotest hat von ADMA die Vertriebslizenz für Europa und andere ausgewählte internationale Märkte erworben. Im dritten Quartal hat ADMA nach erfolgreicher Phase-III-Studie den Zulassungsantrag für RI-002 bei der amerikanischen Zulassungsbehörde U.S. Food and Drug Administration (FDA) gestellt.
KLINISCHE STUDIEN IM ÜBERBLICK
scroll
| Art der Studie | Studiennummer | Dosierung/Studiendesign | Zahl der Studienteilnehmer | Status zum 31. Dezember 2015 |
|---|---|---|---|---|
| Indikationsgebiet Hämatologie | ||||
| Indatuximab Ravtansine (BT-062) | ||||
| Phase I | ||||
| Multiples Myelom | 969 | wiederholte Einfachgabe, intravenös alle 21 Tage, 10 - 200 mg/m2 | 32 | Studie abgeschlossen |
| Phase I/II | ||||
| Multiples Myelom | 975 | wiederholte Mehrfachgabe, intravenös Tag 1, 8 und 15; alle 28 Tage, Dosiseskalation ab 40 mg/m2 | 35 | Studie abgeschlossen |
| Phase I/II | ||||
| Multiples Myelom | 983 | Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason basierend auf 975-Design (wiederholte Mehrfachgabe); | 47 | Patientenrekrutierung abgeschlossen |
| Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason | 17 | Patientenrekrutierung abgeschlossen | ||
| Phase I/IIa | ||||
| Brustkrebs, Blasenkrebs | 989 | wiederholte Mehrfachgabe, intravenös Tag 1, 8 und 15; alle 28 Tage, Dosiseskalation ab 100 mg/m2 | 80 geplant | Patientenrekrutierung läuft |
| Indikationsgebiet Klinische Immunologie | ||||
| BT-063 | ||||
| Phase IIa Systemischer Lupus Erythematodes (SLE) | 990 | Mehrfachgabe, 3 Monate Behandlungsdauer, placebokontrolliert | 36 geplant | Patientenrekrutierung läuft |
| BT-094 (Cytotect 70) | ||||
| Phase III in der Schwangerschaft übertragene Cytomegalie-Virus-(CMV)-Infektion | 963 | Mehrfachgabe bei Schwangeren mit einer primären CMV-Infektion (Serokonversion) Kontrollgruppe ohne Behandlung | Screening von ca. 25.000 Schwangeren | Patientenrekrutierung abgeschlossen |
| Civacir® | ||||
| Phase III Hepatitis C-Virus-induzierte Lebertransplantation | 988 | IV-Gabe nach Hepatitis C-Virus-induzierter Lebertransplantation zur Reinfektionsprophylaxe | 80 | Patientenrekrutierung abgeschlossen |
| Zutectra® | ||||
| Phase III ZEUS (Zutectra Early Use) Hepatitis-B-Reinfektion in der Frühphase nach Lebertransplantation | 987 | Zutectra® (s.c. HBIG); Mehrfachgabe nach Lebertransplantation | 49 | Studie abgeschlossen Zulassung im Dezember 2015 erhalten |
| Indikationsgebiet Intensivmedizin | ||||
| Fibrinogen | ||||
| Phase I/III angeborener Fibrinogenmangel | 984 | Einmalgabe zur Bestimmung der Pharmakokinetik, Dosierung und Häufigkeit der Behandlung akuter Blutungen im Therapiefall individuell nach Patient | 20 geplant | Patientenrekrutierung läuft |
| IgM Concentrate | ||||
| Phase II schwere, ambulant erworbene Lungenentzündung | 982 | Mehrfachgabe nach schwerer ambulant erworbener Lungenentzündung sCAP (severe community acquired pneumonia); Behandlung über fünf Tage, i. v. Applikation, placebokontrollierte Doppelblindstudie | 160 | Patientenrekrutierung abgeschlossen |
Marketing & Vertrieb
Indikationsgebiet Klinische Immunologie
Fovepta®, ein Hyperimmunglobulin für Neugeborene, wird unmittelbar nach der Geburt eingesetzt und bietet einen effektiven Schutz der Kinder von Müttern, die an Hepatitis B erkrankt sind. Im Laufe des ersten Quartals 2015 erfolgte die Zulassung des Präparats in Indien. Außerdem wurden Vietnam und Algerien bereits erfolgreich beliefert. Im Jahr 2016 wird Fovepta® in weiteren Märkten Asiens eingeführt.
In Mexiko wurde Intratect® 50 g/l (5 %ig) und Intratect® 100 g/l (10 %ig) im privaten Pharmasektor eingeführt. Darüber hinaus befindet sich das Produkt Intratect® 100 g/l (10 %ig) zurzeit in mehreren Ländern im Registrierungsprozess, darunter auch in der aussichtsreichen Region Mittlerer und Naher Osten sowie in Australien, Kolumbien und Algerien. Das Produkt Intratect® 50 g/l (5 %ig) wird in den letztgenannten Ländern vor allem über Tender verkauft, ein Prozess des Arzneimitteleinkaufs, in dem potenzielle Anbieter aufgefordert werden, ein Angebot zu unterbreiten. Ein zentrales Kriterium für den Zuschlag ist üblicherweise der Preis. Darüber hinaus können auch die Qualität des Produktes, die Verlässlichkeit des Lieferanten sowie Liefermodalitäten entscheidungsrelevant sein.
Hepatect® und Zutectra® wurden im Jahr 2015 auf weiteren Märkten eingeführt. Dazu gehören für Zutectra® Israel und Singapur. In Frankreich und Spanien verzeichnen die Absätze mit Zutectra® eine positive Entwicklung.
Eine Reihe von wissenschaftlichen Beiträgen haben der Diskussion um den Einsatz von Cytotect® zur Vermeidung von Cytomegalie-Virus-(CMV)-Infektionen bei Herz- und Lungentransplantationen neuen Auftrieb gegeben. Die Daten könnten dazu führen, dass Cytotect® in Zukunft stärker als bisher zum Schutz dieser transplantierten Organe vor einer CMV- Reinfektion eingesetzt wird.
Indikationsgebiet Intensivmedizin
Für das Biotest-Produkt Albiomin® 20 % (200 g/l) konnte im ersten Halbjahr sowohl in Schweden als auch in Norwegen die Zulassung erreicht werden. Die Erstbelieferung von Albiomin® nach China erfolgt im ersten Quartal 2016.
Indikationsgebiet Hämatologie
Das plasmatische Präparat Haemoctin® zeigt weiterhin ein stabiles Wachstum im deutschen Markt. Wichtige Märkte sind des Weiteren Nordafrika, die Türkei und Asien. In Singapur hat Biotest erneut die staatliche Ausschreibung (Tender) gewonnen. Auch in Thailand hat Biotest erste Erfolge bei Krankenhaustendern erzielt.
Plasma und Services
Im Jahr 2015 hat Biotest zwei neue Plasmasammelstationen in den USA eröffnet, und zwar in Conway, Arkansas, und Jacksonville, North Carolina. Die notwendige Genehmigung für die Inbetriebnahmen hat die US-amerikanische Zulassungsbehörde U.S. Food and Drug Administration (FDA) Biotest Anfang 2016 erteilt. Mit den zwei neuen Plasmazentren hat Biotest nun insgesamt 18 Plasmasammelstationen in den USA. Außerdem plant Biotest die Eröffnung von 3 bis 4 weiteren Zentren für das Jahr 2016.
Gesellschaftliche Verantwortung
Die Biotest Gruppe bewegt sich mit ihren Produkten und deren Anwendungsgebieten in einem hochethischen Umfeld. So helfen die Präparate von Biotest, Leben zu retten und dem Alltag chronisch Kranker ein Stück Normalität zurückzugeben. Auch darüber hinaus engagiert sich das Unternehmen in verschiedenen medizinisch-wissenschaftlichen Initiativen, Forschungsprojekten sowie Maßnahmen von Patientenorganisationen. Im Geschäftsjahr 2015 wurde das humanitäre Projekt "Project Recovery", das Biotest gemeinsam mit dem Canadian Blood Service, Grifols und dem Weltverband für Hämophilie (WFH) führt, erfolgreich weiter vorangetrieben. Empfänger waren Hämophilie-Patienten ohne sonstigen Zugang zu Blutungsbehandlungen. Das "Project Recovery" hat zum Ziel, Hämophilie-Patienten weltweit eine dringend benötigte Behandlung zu ermöglichen. Hämophilie ist eine vererbte lebenslange Blutgerinnungsstörung, die global eine von 10.000 Personen betrifft. Von den Erkrankten erhalten nahezu 75 % nur eine geringe oder sogar gar keine Behandlung. Über das humanitäre Hilfsprogramm des WFH wird Haemoctin® mit dem "Project Recovery" Patienten in Entwicklungsländern kostenfrei bereitgestellt. Dabei übernimmt Biotest neben der Produktion auch die komplette Koordination und Versandlogistik.
Biotest hat im vergangenen Jahr die "International Patient Organisation for Primary Immunodeficiency" (IPOPI) in ihrer Arbeit zur Verbesserung der Diagnostik für Patienten mit immunologischen Erkrankungen und dem Zugang der Patienten zu adäquater Therapie weiter unterstützt. Schließlich arbeitet Biotest auf politischer Ebene unter anderem im Rahmen der "Plasma Protein Therapeutics Association" (PPTA) an der Verbesserung der Situation von Patienten mit seltenen Erkrankungen und einer generellen Regelung der grenzüberschreitenden und notwendigen Behandlungen dieser Zielgruppen mit.
Außerdem unterstützt Biotest Aktivitäten der Universität Frankfurt. Das Unternehmen finanziert beispielsweise Stipendiaten und ist einer der Sponsoren der "Night of Science". Dabei werden vor allem naturwissenschaftliche Fächer der breiten Bevölkerung und Studierenden anderer Fachrichtungen bei einer Abendveranstaltung nähergebracht.
IV. DARSTELLUNG DER ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
A. ERTRAGSLAGE
Im Geschäftsjahr 2015 erwirtschaftete die Biotest Gruppe Umsatzerlöse in Höhe von 589,6 Mio. €. Dies entspricht einer Zunahme um 1,3 % gegenüber dem Vorjahr, in dem Umsätze in Höhe von 582,0 Mio. € erzielt wurden. Auf Segmentebene konnte die Biotest Gruppe ihre Erlöse vor allem im Geschäftsbereich Plasma & Services erhöhen. Hier stiegen die Umsätze auf Jahressicht von 157,0 Mio. € um 8,1 % auf 169,7 Mio. €. Während die Umsätze im Kernsegment Therapie von 409,8 Mio. € auf 411,4 Mio. € leicht anstiegen, musste der Bereich Andere Segmente einen Rückgang in Höhe von 6,7 Mio. € verzeichnen.
UMSATZENTWICKLUNG NACH SEGMENTEN
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Therapie | 411,4 | 409,8 | 0,4 |
| Plasma & Services | 169,7 | 157,0 | 8,1 |
| Andere Segmente | 8,5 | 15,2 | -44,1 |
| Biotest Gruppe | 589,6 | 582,0 | 1,3 |
Die Biotest Gruppe bleibt ein international aufgestelltes Unternehmen. Das Umsatzwachstum der Biotest Gruppe wurde im Jahr 2015 insbesondere in den USA, auf dem deutschen Heimatmarkt, und in der Region Übriges Asien und Pazifik generiert. Dabei konnte ein Wachstum von 23,4 % in den USA erzielt werden, das im Wesentlichen währungsbedingt ist. Mit 123,8 Mio. € trägt diese Region einen leicht höheren Anteil zum Konzernumsatz bei, als der Heimatmarkt Deutschland (123,3 Mio. €). Hier betrug das Umsatzwachstum 16,3 %. In der Region Übriges Asien-Pazifik erhöhte sich der Umsatz im Berichtszeitraum um 58,0 % auf nunmehr 42,5 Mio. €. Ein starker relativer Anstieg von 44,0 % konnte in Mittel- und Südamerika erzielt werden. Dies entspricht einer Steigerung um 3,7 Mio. €.
Umsatzrückgänge mussten in den Regionen Mittlerer Osten und Afrika (-22,4 %) sowie Übriges Europa (-9,8 %) verzeichnet werden. Letzteres ist auf den anhaltenden Preisdruck in einzelnen Produktbereichen und Regionen sowie negative Wechselkurseffekte zurückzuführen. Aufgrund der positiven Entwicklung in Deutschland verschob sich die Umsatzverteilung des Konzerns im Jahr 2015 leicht in Richtung des nationalen Marktes. So generierte die Biotest Gruppe zwischen Januar und Dezember 2015 79,1 % ihrer Umsätze im Ausland (Vorjahr: 81,8 %).
UMSATZENTWICKLUNG NACH REGIONEN
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 123,3 | 106,0 | 16,3 |
| Übriges Europa | 169,7 | 188,1 | -9,8 |
| USA | 123,8 | 100,3 | 23,4 |
| Mittel- und Südamerika | 12,1 | 8,4 | 44,0 |
| Mittlerer Osten und Afrika | 118,2 | 152,3 | -22,4 |
| Übriges Asien und Pazifik | 42,5 | 26,9 | 58,0 |
| Biotest Gruppe | 589,6 | 582,0 | 1,3 |
Die Herstellungskosten erhöhten sich im Geschäftsjahr 2015 von 357,5 Mio. € auf 448,3 Mio. €. Darin sind die vorgenommenen außerplanmäßigen Abschreibungen aufgrund des Impairment Tests im dritten Quartal enthalten, aus dem im Wesentlichen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sowie auf das Sachanlagevermögen resultierten. Die Herstellungskostenquote stieg außerordentlich auf 76,0 % (Vorjahr: 61,4 %). Die Marketing- und Vertriebskosten erhöhten sich auf jetzt 77,8 Mio. € (ihr Anteil am Umsatz: 13,2 %). Im Vorjahr wurden für diesen Bereich 74,2 Mio. € aufgewendet (Anteil am Umsatz: 12,7 %).
Die Verwaltungskosten erhöhten sich von 31,6 Mio. € auf aktuell 35,6 Mio. €. Die Verwaltungskostenquote stieg auf 6 % nach 5,4 % im Vorjahr. Im Rahmen des Ausbauprojektes Biotest Next Level hat Biotest zusätzliche Mitarbeiter im vergangenen Jahr eingestellt.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten erhöhten sich im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 98,8 Mio. € nach 67,2 Mio. € im Geschäftsjahr 2014. Ihr Anteil am Umsatz lag bei 16,8 % und damit erneut über dem Anteil im Jahr 2014. Dies begründet sich zum einen durch erhöhte Aufwendungen aus der Vorproduktion von Tregalizumab (BT-061) im ersten Halbjahr 2015 und zum anderen durch die außerplanmäßigen Abschreibungen im Wesentlichen auf das Produkt Civacir® im dritten Quartal.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen nahmen von 5,1 Mio. € im Geschäftsjahr 2014 auf 3,6 Mio. € ab. Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf 2,7 Mio. € und blieben unter ihrem Vorjahreswert von 7,0 Mio. €.
Aufgrund der außerplanmäßigen Abschreibungen im Geschäftsjahr 2015 sank das Betriebsergebnis (EBIT) auf -71,8 Mio. € nach 53.4 Mio. € im Vorjahr. Die EBIT-Marge betrug für 2015 -12,2 % nach 9,2 % im Vorjahr. Die außerplanmäßigen Abschreibungen wurden ausgelöst durch schlechtere Marktaussichten für das in der Entwicklung befindliche Präparat Civacir® sowie durch die rückläufigen Umsatzerlöse des Präparats Bivigam® im dritten Quartal. Dadurch musste Biotest Bivigam® Lagerbestände wertberichtigen und außerdem im Rahmen der schlechteren Vermarktungsperspektive von Civacir® immaterielle Vermögenswerte und Vorräte in Höhe von 13 Mio. € abschreiben. Aufgrund der beiden Sachverhalte war die Werthaltigkeit der US-Produktionsanlagen nicht mehr gegeben und diese sowie Teile des Gebäudes und der immateriellen Vermögenswerte mussten abgeschrieben werden (55 Mio. €). Weitere ergebnisreduzierende Faktoren waren Aufwendungen für den Kapazitätsausbau Biotest Next Level, Leerkosten bei der Biotest Pharmaceuticals Corporation sowie Preisdruck in einzelnen Produktbereichen und Regionen.
WESENTLICHE KOSTENBLÖCKE DER BIOTEST GRUPPE*
scroll
| in Millionen € | 2015 | in % vom Umsatz | 2014 | in % vom Umsatz |
|---|---|---|---|---|
| Herstellungskosten | -448,3 | 76,0 | -357,5 | 61,4 |
| Marketing- und Vertriebskosten | -77,8 | 13,2 | -74,2 | 12,7 |
| Verwaltungskosten | -35,6 | 6,0 | -31,6 | 5,4 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | -98,8 | 16,8 | -67,2 | 11,5 |
| Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen | -0,9 | 0,2 | 1,9 | 0,3 |
| Finanzergebnis | -4,5 | 0,8 | -6,5 | 1,1 |
* Aufwendungen sind mit einem negativen Vorzeichen gekennzeichnet
Das EBIT im Segment Therapie sank im Geschäftsjahr 2015 auf -97,2 Mio. € nach 27,5 Mio. € im Vorjahr. Das Ergebnis im Segment Therapie wurde neben dem beschriebenen außerplanmäßigen Abschreibungen und Vorratsabwertungen insbesondere durch die Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Projekt Biotest Next Level sowie aus der Einstellung der Kooperation mit AbbVie beeinflußt. Im Segment Plasma & Services stieg das EBIT von 27,0 Mio. € im Vorjahr auf 27,6 Mio. € für das Gesamtjahr 2015. Das EBIT im Segment Andere Segmente ging auf -2,2 Mio. € nach -1,1 Mio. € im Vorjahr zurück.
Das Finanzergebnis betrug -4,5 Mio. € nach -6,5 Mio. € im Vorjahr. Für die Biotest Gruppe ergibt sich daraus ein Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von -74,3 Mio. € nach 46,9 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis nach Steuern (EAT) belief sich auf -82,5 Mio. € nach 19,2 Mio. € im Vorjahr. Dadurch ergibt sich ein Ergebnis je Stammaktie von -2,10 € nach 0,48 € im Vorjahr.
ERGEBNISKENNZAHLEN DER BIOTEST GRUPPE
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| EBIT | -71,8 | 53,4 |
| EBT | -74,3 | 46,9 |
| EAT | -82,5 | 19,2 |
| Ergebnis je Stammaktie (€) | -2,10 | 0,48 |
B. VERMÖGENSLAGE
Im Wesentlichen bedingt durch die außerplanmäßigen Abschreibungen im dritten Quartal verkürzte sich die Bilanzsumme zum Stichtag 31. Dezember 2015 gegenüber dem 31. Dezember 2014 von 1.032,6 Mio. € auf 962,7 Mio. €.
Auf der Aktivseite stiegen die langfristigen Vermögenswerte auf 375,9 Mio. € von 353,3 Mio. € im Vorjahr. So erhöhten sich die Sachanlagen von 282,3 Mio. € auf 317,2 Mio. €. Trotz der erheblichen Abschreibungen auf die Produktionsanlage in den USA war durch weitere Investitionen im Rahmen des Ausbauprojekts Biotest Next Level ein Anstieg zu verzeichnen. Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte sanken von 5,2 Mio. € auf jetzt 0,8 Mio. €. Der Rückgang resultiert aus einer Ausweisänderung bei den Finanzanlagen, deren Restlaufzeit per 31. Dezember 2015 unter einem Jahr lag. Sie sind nun zusammen mit allen anderen zinstragenden Finanzanlagen zur kurzfristigen Finanzdisposition in der Position sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte enthalten. Die sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte stiegen im Geschäftsjahr 2015 von 55,7 Mio. € auf 120,8 Mio. €.
Die kurzfristigen Vermögenswerte verringerten sich zum 31. Dezember 2015 um 13,6 % auf 586,8 Mio. € (31. Dezember 2014: 679,3 Mio. €). Das Vorratsvermögen sank auf 218,7 Mio. € (31. Dezember 2014: 246,0 Mio. €).
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich zum 31. Dezember 2015 auf 173,9 Mio. € (31. Dezember 2014: 181,6 Mio. €). Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente betrugen Ende des Jahres 53,8 Mio. € (31. Dezember 2014: 179,4 Mio. €). Ihr planmäßiger Abbau resultierte im Wesentlichen aus den Auszahlungen für getätigte Investitionen und der Anlage von kurzfristigen Mitteln, die in der Position sonstige finanzielle Vermögenswerte ausgewiesen wird.
Bei den Passiva sank das Eigenkapital durch das negative Konzernergebnis auf 412,3 Mio. € (31. Dezember 2014: 480,2 Mio. €). Die Eigenkapitalquote lag mit 42,8 % leicht unter dem Niveau des Vorjahres (31. Dezember 2014: 46,5 %).
Das Fremdkapital ging im vergangenen Jahr leicht zurück auf 550,4 Mio. € (31. Dezember 2014: 552,4 Mio. €). Während das langfristige Fremdkapital minimal zunahm von 423,5 Mio. € auf 424,6 Mio. €, fiel das kurzfristige Fremdkapital von 128,9 Mio. € auf 125,8 Mio. €. Die Biotest Gruppe verfügt aktuell über langfristig zur Verfügung gestellte Kredite in Höhe von 335,5 Mio. €.
Die Pensionsrückstellungen beliefen sich zum 31. Dezember 2015 auf 72,6 Mio. € nach 77,5 Mio. € im Vorjahr. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen fielen geringfügig von 55,5 Mio. € auf 53,1 Mio. €. Auch die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten verringerten sich auf 31,8 Mio. € (31. Dezember 2014: 32,7 Mio. €).
Das langfristig der Gesellschaft zur Verfügung stehende Kapital (Eigenkapital, Pensionsrückstellungen und langfristige Bankverbindlichkeiten) deckt zum 31. Dezember 2015 85,2 % (Vorjahr: 85,6 %) der gesamten Bilanzsumme ab. Die Nettoverschuldung stieg von 92,8 Mio. € auf 170,9 Mio. € zum 31. Dezember 2015.
C. FINANZLAGE
Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2015 38,1 Mio. €. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres wurde hier ein Wert von -11,4 Mio. € ausgewiesen. Der Cashflow aus Veränderungen des Working Capital stieg im Jahresvergleich auf 28,5 Mio. € nach -77,3 Mio. € im Vorjahr. Die bezahlten Zinsen und Steuern summierten sich auf -21,4 Mio. € nach -25,2 Mio. € im Vorjahr. Die niedrigeren Steuern sind ein Resultat des gesunkenen Ergebnisses.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug zwischen Januar und Dezember 2015 -160,1 Mio. € nach -102,4 Mio. € im Vorjahr. Bereinigt um die darin enthaltenen Mittelabflüsse in sonstige finanzielle Vermögenswerte, stieg der Cashflow aus Investitionstätigkeit von -42,7 Mio. € auf -100,0 Mio. €, was auf höhere Investitionen im Jahr 2015 aufgrund des Projektes Biotest Next Level zurückzuführen ist.
Im Geschäftsjahr 2015 konnte die Biotest Gruppe unter Berücksichtigung der im Geschäftsjahr 2015 ausbezahlten Dividende in Höhe von 8,3 Mio. € einen Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von -4,6 Mio. € verzeichnen nach 87,4 Mio. € im Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2014 wurden erhebliche finanzielle Mittel zur Finanzierung des Ausbauprojektes Biotest Next Level aufgenommen.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente betrugen 53,8 Mio. € am Ende des Jahres 2015 verglichen mit 179,4 Mio. € zum 31. Dezember 2014.
Finanzierungsstrategie
Die Finanzierungsstrategie der Biotest Gruppe ist darauf ausgerichtet, die Liquidität des Konzerns zu jeder Zeit sicherzustellen, über Spielraum zur Finanzierung des Wachstums im operativen Geschäft zu verfügen und alle Investitionen durchfinanziert zu haben. Biotest setzt Eigen- und Fremdkapital zur Finanzierung ein und strebt eine solide und konservativ ausgerichtete Finanzierungsstruktur an. Die Zielmarke für die Eigenkapitalquote liegt bei mindestens 40,0 %. Mit einer Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2015 von 42,8 % besitzt Biotest weiterhin eine gute Basis für zukünftige Investitionen. Des Weiteren hat Biotest im Jahr 2014 für den Neubau des Plasmawareneingangs und den Neubau der Produktion Energieeffizienz-Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über insgesamt 100,5 Mio. € aufgenommen, die die Finanzierung dieser Vorhaben mit vorteilhaften Konditionen unterstützt. Das Eigenkapital und die langfristige Komponente der Fremdkapitalfinanzierung sollen zusammen das Anlagevermögen abdecken. Die Beschreibung der Kapitalstruktur ist den Kapiteln E13 und F6 des Anhangs zu entnehmen.
V. GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE DES UNTERNEHMENS
Die Biotest Gruppe hat im Geschäftsjahr 2015 umsatzseitig ihren Wachstumskurs fortgesetzt. So konnten die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,3 % gesteigert werden. Der operative Cash Flow summierte sich auf 38,1 Mio. €.
Insgesamt verfügt die Biotest Gruppe über die Ressourcen, um das operative Geschäft und die Forschungs- und Entwicklungsarbeit planmäßig voranzutreiben. Aufgrund des kompetitiven Wettbewerbsumfelds in den USA blieben die Bivigam®-Umsätze im Jahr 2015 hinter den Erwartungen zurück. Nach der überplanmäßigen Entwicklung im ersten Halbjahr 2015, fielen aufgrund der unerwartet rückläufigen Umsatzentwicklung im dritten Quartal, Abschreibungen auf vom Verfall bedrohte Bestände an.
Im Geschäftsjahr 2015 haben sich die Beendigung der Kooperation mit AbbVie sowie die Verschlechterung der Marktaussichten für das Präparat Civacir® und die damit einhergehende außerordentliche Abschreibung der Produktionsanlage in den USA negativ ausgewirkt.
Zusätzliches Gewinnpotenzial für die Zukunft bieten die bereits erfolgten oder bevorstehenden Markteintritte von Plasmaprotein-Präparaten in weiteren lukrativen Regionen sowie mittel- und langfristig die Weiterentwicklungen im Bereich der monoklonalen Antikörper.
Die im Zuge der im Jahr 2013 erfolgreich durchgeführten Kapitalmaßnahmen nachhaltig gestärkte Finanzlage sowie die ausgewogene Finanzierungsstruktur bilden ein solides Fundament für das geplante künftige Wachstum der Biotest Gruppe.
C. NACHTRAGSBERICHT
Die Biotest AG hat am 19. Januar 2016 bekannt gegeben, dass die US-Tochtergesellschaft Biotest Pharmaceuticals Corporation Boca Raton, Florida, USA (BPC) und das Unternehmen Kedrion Biopharma Inc., Fort Lee, New Jersey, USA (Kedrion Biopharma) einen Kooperationsvertrag über sieben Jahre über den Vertrieb von Bivigam® in den USA abgeschlossen haben.
Kedrion Biopharma ist ein etablierter Hersteller und Distributor auf dem US-Markt mit einer gut ausgebauten Marketing- und Vertriebsorganisation und wird exklusiv den Vertrieb von Bivigam® in den USA von der BPC bis zum 31. Dezember 2022 übernehmen.
Der Vertrag sieht für beide Parteien verpflichtende, im Zeitablauf steigende Mindestabnahmemengen vor. Bei Nichterfüllung der damit einhergehenden Lieferverpflichtungen durch die BPC bzw. der Abnahmeverpflichtungen seitens Kedrion Biopharma Inc. sieht der Vertrag entsprechende Ausgleichszahlungen vor. Die Biotest AG hat gegenüber Kedrion Biopharma Inc. die Garantie abgegeben, für die Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen durch die BPC einzustehen.
D. PROGNOSE-, RISIKO- UND CHANCENBERICHT
I. PROGNOSEBERICHT
A. GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR ENTWICKLUNG DES KONZERNS
Der Vorstand geht für das laufende Geschäftsjahr 2016 von einer positiven Entwicklung aus. Die Nachfrage nach Plasmaproteinpräparaten befindet sich weltweit in einem konstanten Wachstumskorridor. Zusätzlich sorgt kurz- und mittelfristig der Vermarktungsbeginn von bestehenden sowie neuen Produkten auf aktuellen und neuen Märkten für weiteres Absatzpotenzial. Herausfordernd könnten sich hingegen der voraussichtlich auch im Jahr 2016 anhaltende Preisdruck für Immunglobuline in den USA und Europa sowie die weiterhin angespannte Lage in den Krisenregionen der Welt auswirken.
Mit wichtigen Weichenstellungen in der Forschungs- und Entwicklungsarbeit sowie weiteren Fortschritten beim Ausbau der Produktionskapazitäten am Konzernhauptsitz in Dreieich werden im Jahr 2016 entscheidende Grundlagen für die zukünftige Konzernentwicklung gelegt. Von dieser starken Basis aus wird die Biotest Gruppe nach Einschätzung des Vorstands auch im laufenden Geschäftsjahr weiterhin auf ihrem konstanten Kurs des Wachstums bleiben.
B. AUSRICHTUNG DES KONZERNS IM GESCHÄFTSJAHR 2016
Die grundsätzliche Ausrichtung der Biotest Gruppe wird sich im Geschäftsjahr 2016 nicht verändern. Weiterhin wird sich Biotest auf das Plasma-Geschäft fokussieren und auf das bereits begonnene Expansionsprojekt Biotest Next Level als einen zentralen Bestandteil dieser Strategie. Biotest Next Level zielt auf eine Erweiterung der Produktpalette, die Verdoppelung der Kapazität und damit insgesamt auf eine deutliche Steigerung der Profitabilität ab. Darüber hinaus verfolgt Biotest das Ziel, in ausgewählten Bereichen und spezifischen Geschäftsfeldern mit passenden Kooperationspartnern strategische Allianzen einzugehen.
C. ENTWICKLUNG DES MARKTUMFELDS Zielmärkte
Laut aktuellen Studien wird die weltweite Nachfrage nach Immunglobulinen (IgG) in den kommenden Jahren weiter um jährlich 7 % zunehmen.18 Die Preise dieser Präparate haben sich im abgelaufenen Jahr zwar weitgehend konstant entwickelt, jedoch sind einige Geographien und Distributionskanäle derzeit von steigendem Preisdruck gekennzeichnet.19 Dies liegt unter anderem auch an zusätzlichen Fraktionierkapazitäten, die bei den verschiedenen Plasmafirmen weltweit entstehen und nach und nach in den Markt kommen. Auch für 2016 wird mit einem zusätzlichen Angebot gerechnet, was sich erneut negativ auf die Preise auswirken könnte. Der Preisdruck wird sich erwartungsgemäß nur vorübergehend bemerkbar machen. Aufgrund des positiven Marktwachstums wird die Nachfrage wieder nachziehen, so dass mittelfristig mit einem Ausgleich gerechnet wird.20
Auch bei plasmatischen Gerinnungsfaktoren rechnet die Biotest Gruppe mit einer Zunahme des Weltmarktvolumens um etwa 2 % pro Jahr bis 2020.21 Daneben birgt der Vertriebsbeginn von Albiomin® 20 % in China mittelfristig neue Absatzpotenziale in einem Markt, für den bis 2020 ein durchschnittliches Wachstum von 10 % pro Jahr vorhergesagt wird.22 Auch im Bereich der monoklonalen Antikörper ergeben sich für die Biotest Gruppe erhebliche zukünftige Potenziale. Präparate zur Behandlung des Multiplen Myeloms (Biotest-Entwicklungsprojekt Indatuximab Ravtansine (BT-062)) erlösten im Jahr 2015 einen weltweiten Umsatz in Höhe von ungefähr acht Mrd. USD. Im Rahmen neuer sowie der Verlängerung bestehender Zulassungen werden in allen Produktgruppen bis zum Jahr 2018 weitere Anstiege prognostiziert. Zudem bietet die Adressierung verschiedener solider Tumore durch Indatuximab Ravtansine (BT-062), bei einer Zulassung für entsprechende Indikationen, zusätzliches Absatzpotenzial.
18 Biotest Market Research based on MRB (2015)
19 IMS Health (2015), Goldman Sachs (18 May 2015): Global: Medical Technology: Medical Supplies: Industry structure to support demand, pricing; Buy CSL, GRLS
20 Goldman Sachs (18 May 2015): Global: Medical Technology: Medical Supplies: Industry structure to support demand, pricing; Buy CSL, GRLS
21 Biotest Market Research based on MRB (2015)
22 MRB (2015)
D. ERWARTETE ENTWICKLUNG DER BIOTEST GRUPPE
Erwartete Geschäfts- und Ertragslage der Biotest Gruppe
Der Vorstand erwartet für das Jahr 2016 einen Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die Profitabilität wird im Jahr 2016 von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden. Die weiter steigenden Oualitäts- und Sicherheitsanforderungen werden zusätzliche Ausgaben in diesem Bereich in Höhe von 3 bis 5 Mio. € notwendig machen. Die Belastungen aus dem begonnenen Expansionsprojekt Biotest Next Level werden im Jahr 2016 auf 10 bis 15 Mio. € geschätzt, die Kosten für die Forschung und Entwicklung im Bereich der monoklonalen Antikörper auf 12 Mio. €. Zusätzliche Belastungen ergeben sich zudem aus Leerkosten aufgrund mangelnder Kapazitätsauslastung von 8 bis 12 Mio. €. Trotz dieser Faktoren rechnet Biotest im Jahr 2016 mit einem EBIT von 30 Mio. €. Daraus resultierend erwartet der Vorstand für das Jahr 2016 einen Return on Capital Employed (RoCE) in Höhe von ca. 4 % sowie einen Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit in Höhe von etwa 5 Mio. €.
Erwartete Finanz- und Vermögenslage der Biotest Gruppe
Das Hauptaugenmerk der Biotest Gruppe liegt auf einer ausgewogenen Finanzierungsstruktur, sowohl im Hinblick auf das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital als auch von kurzfristiger zu langfristiger Kreditfinanzierung. Einen erheblichen Teil der in den vergangenen Jahren erhaltenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird der Konzern für das Projekt Biotest Next Level einsetzen, um die Kapazitätsausweitung am Standort Dreieich zu finanzieren. Außerdem ist die für das weitere Umsatzwachstum notwendige Ausweitung des Umlaufvermögens zu finanzieren. Für das Geschäftsjahr 2016 sind Investitionen der Biotest Gruppe im Volumen von bis zu 156,6 Mio. € vorgesehen, wovon ein erheblicher Teil auf das Projekt Biotest Next Level entfällt. Daneben werden aber auch weitere Investitionen bei der BPC für die Erweiterung bestehender und den Aufbau neuer Plasmazentren in den USA getätigt.
Neben dem dargestellten organischen Wachstum und dessen Finanzierung, können in Zukunft auch Einlizenzierungen marktnaher Produkte eine strategische Option darstellen. Für die Ausweitung der Investitionen sowie die Erhöhung des Umsatzes und der damit verbundenen Erhöhung des Working Capital stehen ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung. Auch langfristig ist das Wachstumsprogramm des Konzerns solide finanziert.
Erwartete Entwicklung in den Segmenten
Segment Therapie
Folgende signifikante Fortschritte und Entwicklungen werden im laufenden Geschäftsjahr 2016 im Segment Therapie erwartet:
Indikationsgebiet Hämatologie
Indatuximab Ravtansine (BT-062): Für die Phase I/II-Studie (Nr. 975) mit Indatuximab Ravtansine (BT-062) zur Monotherapie des Multiplen Myeloms, einer bösartigen Erkrankung des Knochenmarks, wurde die Datenauswertung abgeschlossen und der finale Studienbericht (clinical study report) erstellt. Aufgrund vielversprechender Ergebnisse wurde die Phase-I/II-Studie (Nr. 983), in der die Sicherheit und Wirksamkeit von Indatuximab Ravtansine (BT-062) in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason untersucht wird, um einen Behandlungsarm in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason erweitert. Die Patientenrekrutierung wurde abgeschlossen und die Behandlung von Patienten wird fortgesetzt.
Biotest testet Indatuximab Ravtansine (BT-062) auch in CD138 positiven soliden Tumoren. In der klinische Monotherapiestudie der Phase-I/II (Nr. 989) werden Patienten mit dreifach negativem metastasierendem Brustkrebs (diese Tumore reagieren nicht auf die Behandlung mit Östrogenen, Progesteron oder HER 2-gerichteten Therapien) sowie Patienten mit metastasierendem Blasenkarzinom mit Indatuximab Ravtansine (BT-062) behandelt und das Präparat auf Wirksamkeit und Verträglichkeit untersucht. Der Phase-I-Teil der Studie konnte erfolgreich mit der Bestimmung der maximalen tolerierten Dosis abgeschlossen werden. Die Rekrutierung der Patienten in dem Phase-II-Teil der Studie schreitet weiter voran. Die Behörden (EMA und PEI) haben die präklinische Entwicklungsstrategie bestätigt.
Indikationsgebiet Klinische Immunologie
BT-063: Eine Phase-IIa-Studie (Nr. 990) zur Behandlung von Patienten, die an Systemischem Lupus Erythematodes (SLE) erkrankt sind, wurde mit dem Einschluss der ersten Patienten im 3. Quartal 2015 begonnen. In dieser Studie, die in mehreren europäischen Ländern durchgeführt wird, sollen 36 SLE-Patienten für jeweils drei Monate mit BT-063 oder Placebo behandelt werden. Ziel dieser Studie ist es, die Sicherheit und Verträglichkeit des Wirkstoffs an SLE-Patienten zu prüfen. Darüber hinaus werden erste Daten zur Wirksamkeit anhand von SLE-Patienten erhoben. Erste Ergebnisse werden aus einer Interimanalyse im zweiten Halbjahr 2016 erwartet. Studienbegleitend werden spezialisierte pharmakologische Untersuchungen durchgeführt, um den Wirkmechanismus von BT-063 weiter zu charakterisieren. Zusammen mit den Patientendaten bilden solche Untersuchungen die Grundlage für eine effektive und sichere Planung der nachfolgenden klinischen Studien und damit auch für erste Gespräche mit potenziellen Partnern.
Civacir®: Die Phase-III-Studie (Nr. 988) soll im Jahr 2016 beendet werden. Die finalen Studienergebnisse zu Wirksamkeit und Sicherheit werden dem wissenschaftlichen Fachpublikum vorgestellt werden.
Fovepta®: Die erste außereuropäische Zulassung wurde im Jahr 2015 erreicht, weitere Zulassungsanträge wurden eingereicht. Im Jahr 2016 werden in weiteren Ländern vor allem in Asien und im Nahen Osten Zulassungen angestrebt.
Intratect®100g/l (10 %ig): Die erfolgreiche Vermarktung findet heute schon in Deutschland und weiteren europäischen Ländern sowie im Nahen und Mittleren Osten statt. Die Zulassung in weiteren Ländern wurde eingereicht.
Zutectra®: Die Phase-III-Studie (ZEUS (Zutectra Early Use) Nr. 987) konnte im vierten Quartal 2014 planmäßig abgeschlossen und die Studiendaten im April 2015 zur Zulassungserweiterung bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) eingereicht werden. Nachdem das "Committee for Medicinal Products for Human Use" (CHMP), das wissenschaftliche Komitee der EMA, im November eine positive Empfehlung zur Genehmigung der Indikationsanpassung ausgesprochen hat, wurde die europäische Zulassung im Dezember 2015 erteilt. Mit der erhaltenen Zulassung der Europäischen Union kann Zutectra® in Zukunft bereits acht Tage nach der Transplantation eingesetzt werden.
Indikationsgebiet Intensivmedizin
Fibrinogen: Die Phase I/II-Studie (Nr. 984) diente zur Erhebung pharmakokinetischer Parameter und der vorbeugenden Blutungsbehandlung bei Patienten mit angeborenem Fibrinogenmangel. Der pharmakokinetische Teil der Studie ist erfolgreich abgeschlossen worden, während die Behandlung der Patienten bei akutem Bedarf fortgesetzt wird. Das Paul-Ehrlich-Institut als nationale Zulassungsbehörde hat der Erweiterung der laufenden Studie zu einer Phase-III-Studie zugestimmt. Die entsprechende Umsetzung ist in Planung.
IgM Concentrate: Die Studiendaten der Phase-II-Studie (Nr. 982) in der Indikation schwere ambulant erworbene Lungenentzündung (sCAP) waren ermutigend. Auf dieser Datenbasis wird eine geeignete Patientenpopulation identifiziert, dafür das Design für eine Phase-III-Studie entwickelt und dann mit den Behörden besprochen.
Pentaglobin®: Aktuell läuft die Vermarktung in Südamerika, Asien, Europa und dem Nahen Osten.
Segment Plasma & Services
Das Ziel der Unternehmensstrategie innerhalb des Segments Plasma & Services ist es, die vorhandenen Plasmaproduktionskapazitäten maximal auszulasten. Eventuell nicht benötigte Plasmamengen werden von Biotest an Dritte verkauft. Je nach Bedarf wird das vorhandene Plasma in eigenen Produkten weiterverarbeitet oder veräußert. Aufgrund der konstant hohen Nachfrage nach Biotest-Produkten sowie der geplanten erheblichen Ausweitung der Produktionskapazitäten im Rahmen von Biotest Next Level wird für die Zukunft erwartet, dass die Lohnherstellung in etwa auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2015 bleiben wird. Bei wachsenden Kapazitäten in der Biotest Gruppe werden mittelfristig die Umsätze im Segment Plasma & Services auch in den nächsten Jahren bei einem konstanten Profitabilitätsniveau weiter steigen.
II. RISIKOBERICHT
Die Biotest Gruppe ist als weltweit tätiger Konzern in einem hochtechnologischen Umfeld einer Vielzahl von Risikofaktoren ausgesetzt, die sich auf die Geschäftstätigkeit negativ auswirken und somit zur negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Der Eintritt der Risiken, die sich aus dem eigenen unternehmerischen Handeln sowie aus externen Faktoren ergeben, ist nicht immer vorhersehbar und kann nur bis zu einem gewissen Grad oder überhaupt nicht von Biotest beeinflusst werden. Nachteilige Auswirkungen können sich in Bezug auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung sowie die Vermögens- und Finanzlage ergeben. Der Risikobericht beschreibt die Risiken, denen Biotest als Konzern sowie auf Ebene der Segmente ausgesetzt ist. Gleichzeitig wird dargestellt, wie der Konzern diesen Risiken begegnet, sie kontrolliert und managt. Im Folgenden wird für die dargestellten Risiken jeweils eine Einschätzung des Vorstands zur Eintrittswahrscheinlichkeit abgegeben.
A. RISIKOSTRATEGIE
Vorstand und Aufsichtsrat haben in ihrer gemeinsamen Risikostrategie festgelegt, dass das Unternehmen kontrolliert Risiken eingeht, wenn dadurch die Perspektive auf ein dauerhaft ertragreiches Wachstum geschaffen wird. Die Risikostrategie ist darauf ausgerichtet, den Bestand der Biotest Gruppe zu sichern und seinen Wert dauerhaft und systematisch zu steigern. Dies spiegelt sich auch in den abgegebenen Prognosen des Vorstands wider, die auf einer neutralen Entwicklung der in der Folge genannten Risikoereignisse beruhen.
B. RISIKOMANAGEMENT UND - CONTROLLING
Biotest erfasst und bewertet systematisch die operativen und strategischen Risiken. Alle Risiken von wesentlicher Tragweite und hinreichender Eintrittswahrscheinlichkeit werden engmaschig kontrolliert. Die Prozesse im Risikomanagement sind detailliert dokumentiert und entsprechend im Risikomanagement-System hinterlegt.
Ziel des implementierten Risikomanagement-Systems ist die Identifizierung und Bewertung von Risiken, die der Regelkonformität des Konzernabschlusses entgegenstehen könnten. Ferner werden erkannte Risiken begrenzt, sofern notwendig durch Hinzuziehung externer Spezialisten. Schließlich dient das Risikomanagement-System der Überprüfung erkannter Risiken hinsichtlich ihres Einflusses auf den Konzernabschluss sowie der Abbildung dieser Risiken.
Wesentliche Gefährdungspotenziale sind Elemente der monatlichen internen Berichterstattung. Darüber hinaus fasst alle sechs Monate das Risikomanagement-Komitee den aktuellen Stand der Risikolage in allen Segmenten zusammen und erstellt einen detaillierten Risikobericht an den Vorstand. Dieser umfasst folgende Risikofelder: Marktrisiken, Prozess- und Produktionsrisiken, Finanzrisiken, Personalrisiken und Organisationsrisiken. Strategische Risiken werden regelmäßig auch mit dem Aufsichtsrat besprochen.
In der Zeit zwischen den Sitzungen des Risikomanagement-Komitees informieren die Bereichsverantwortlichen den Vorstand im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Vorstandssitzungen über die aktuelle Risikosituation innerhalb ihres Verantwortungsbereichs. Gleichzeitig wird der Vorstand im Rahmen von Vorschaurechnungen auf das Jahresende hin über die aktuelle Risikosituation informiert. Ändert sich die Risikolage ad hoc, so wird der Vorstand kurzfristig und direkt darüber in Kenntnis gesetzt.
Jeder Mitarbeiter bei Biotest muss sich - im Rahmen der jeweils übertragenen Verantwortung - risikobewusst verhalten. Verantwortlich für Kontrolle und Steuerung der Risiken sind die jeweiligen Führungskräfte. Innerhalb der Gruppe gibt es etwa 60 Risikomelder, die sämtliche potenziellen Risiken abdecken. Für alle Risikomelder gelten verbindliche Grundsätze zum Umgang mit Risiken.
Standards und Abläufe im Risikomanagement und -controlling werden durch die Interne Revision regelmäßig auf ihre Angemessenheit und Wirksamkeit geprüft. Das letzte Audit fand 2015 statt. Um die finanziellen Folgen von Haftungsrisiken und Elementarschäden zu begrenzen, hat Biotest Versicherungen abgeschlossen. Das Unternehmen kontrolliert regelmäßig, ob der Umfang des Versicherungsschutzes angemessen ist und passt ihn gegebenenfalls an.
C. INTERNE KONTROLLSYSTEME DER RECHNUNGSLEGUNGSPROZESSE
Biotest hat ein rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem etabliert, das alle wesentlichen Geschäftsprozesse in der Biotest AG und in sämtlichen Tochtergesellschaften umfasst. Ziel des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems ist es, durch die Implementierung von Kontrollen eine hinreichende Sicherheit zu gewährleisten, so dass trotz identifizierter Risiken ein regelungskonformer Konzernabschluss erstellt wird. Die einschlägigen Richtlinien sind in einem Organisationshandbuch zusammengefasst, das allen Mitarbeitern zugänglich ist.
Das den Vorgaben der International Financial Reporting Standards (IFRS) entsprechende Handbuch der Rechnungslegung der Biotest AG ist für alle Gesellschaften der Gruppe verbindlich und deckt alle für Biotest relevanten Rechnungslegungsvorschriften ab. Das Handbuch wird kontinuierlich an Änderungen der IFRS angepasst. Alle für die Rechnungslegung Verantwortlichen werden hierzu kontinuierlich informiert und geschult.
Die Rechnungslegung der Biotest AG und aller in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften erfolgt nach festen Termin- und Ablaufplänen, in denen alle notwendigen Aktivitäten detailliert festgeschrieben sind.
Die Einzelabschlüsse und der Konzernabschluss werden mithilfe anerkannter Systeme erstellt. In den Konzerngesellschaften sind durch Organisationsanweisungen und klare Zuständigkeiten interne Kontrollprozesse etabliert, die unter anderem eine Funktionstrennung durch die Anwendung des Vier-Augen-Prinzips beinhalten.
Die Gesellschaften erfassen die Daten für die Konzernrechnungslegung in einem einheitlichen, detaillierten Berichtswesen, über dessen Inhalt sich die zuständigen Abteilungen für Finanzen und Controlling monatlich abstimmen. Sämtliche Einzelabschlüsse der Konzerngesellschaften werden einer Plausibilitätskontrolle unterzogen, eventuelle Differenzen in Konsolidierungsprozessen werden analysiert und sofern erforderlich korrigiert.
Die im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses durchzuführenden Maßnahmen unterliegen systemseitigen sowie manuellen Kontrollen. Soll-Ist-Vergleiche sowie die Analyse von Veränderungen in Bilanz- und GuV-Positionen sind weitere Kontrollen auf Ebene des Konzernabschlusses.
Vertrauliche Daten und Dokumente sind vor dem Zugriff unberechtigter Personen geschützt. Dies gilt für den Zugang zum Unternehmenskampus (Zugangskontrolle) sowie die (rechnungslegungsbezogenen) EDV-Systeme (Zugriffsberechtigungen, Passwörter).
Die Einzelabschlüsse sowie der Konzernabschluss werden durch externe Prüfer geprüft beziehungsweise einer prüferischen Durchsicht unterzogen.
Die Interne Revision prüft die Geschäftsprozesse in allen Segmenten und Tochtergesellschaften. Ihre Befugnisse, Pflichten und Stellung im Konzern sind in der Revisionsrichtlinie festgelegt. Die Prüfung folgt einem Jahresrevisionsplan, der durch den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats beschlossen wird. Die einzelnen Prüfungsergebnisse werden dem Vorstand zeitnah vorgelegt. Die Interne Revision berichtet darüber hinaus dem Vorstand und den Mitgliedern des Prüfungsausschusses jeweils einmal jährlich ausführlich.
D. RISIKOMANAGEMENT-SYSTEM IN BEZUG AUF FINANZINSTRUMENTE
Biotest nutzt derivative Finanzinstrumente zur Sicherung von Währungs- und Zinspositionen. Der Abschluss entsprechender Kontrakte erfolgt unter Berücksichtigung der definierten Risikogrenzen. Eine umfassende Darstellung des Risikomanagement-Systems in Bezug auf Finanzinstrumente enthält das Kapitel F4 im Anhang zum Konzernabschluss.
E. DARSTELLUNG DER WESENTLICHEN RISIKOKATEGORIEN
Im Folgenden werden die der Biotest Gruppe bekannten wesentlichen Risiken für das Unternehmen beschrieben sowie eine Bewertung der jeweiligen Risiken durch den Vorstand vorgenommen. Darüber hinaus gibt es weitere Risiken und Unsicherheiten, denen Biotest ausgesetzt sein könnte, die derzeit aber nicht bekannt sind oder die gegenwärtig als unwesentlich betrachtet werden. Auch sie können den Geschäftsbetrieb beeinträchtigen und nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Aus der Reihenfolge, in der die nachfolgenden Risiken aufgeführt sind, lässt sich keine Aussage über die Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens ableiten.
Umfeldrisiken und Branchenrisiken
Konjunkturrisiken
Den Folgen einer tiefgreifenden und lang anhaltenden Rezession könnte sich Biotest nicht dauerhaft entziehen, wenn auch der unmittelbare Effekt begrenzt ist. Das Risiko möglicher Umsatzrückgänge ergibt sich aus einer eventuell geringeren Nachfrage und einem steigenden Preisdruck seitens der Abnehmer. Ein weiterer potenziell dämpfender Effekt besteht darin, dass Biotest gezwungen sein könnte, die Belieferung einzelner Märkte zu reduzieren oder einzustellen. Dies könnte der Fall sein, wenn keine ausreichende Absicherung gegen den Ausfall entsprechender Forderungen möglich ist oder diese nur zu deutlich verschlechterten Konditionen zu erreichen wäre. Wenn die gesamtwirtschaftliche Lage eines Landes sich so sehr verschlechtert, dass gravierende Auswirkungen auf dessen Zahlungsfähigkeit sowie auf das dortige Gesundheitssystem zu befürchten sind, könnte Biotest gezwungen sein, Lieferungen in solche Länder zur Risikoreduzierung einzustellen. Die Konjunkturrisiken sieht der Vorstand als leicht erhöht an und die Entwicklung wird genau beobachtet.
Absatzmarktrisiken
Absatzmarktrisiken setzen sich aus Preis-, Mengen-, Substitutions- und Forderungsausfallrisiken zusammen. Durch die Erschließung weiterer internationaler Märkte und durch den Abschluss längerfristiger Lieferverträge senkt die Biotest Gruppe das Risiko kurzfristiger Schwankungen von Absatzmenge und Preisen. Dennoch bergen insbesondere einzelne Ausschreibungsgeschäfte im Segment Therapie das Risiko, dass die absetzbare Menge niedriger als geplant ist.
Das Risiko von kräftigen Preisrückgängen für Plasmaproteine hat sich aufgrund der Preisentwicklung der vergangenen Jahre nicht erhöht. Es ist aber nach wie vor als erhöht anzusehen. So gewinnt der Kostendruck im Gesundheitswesen hochentwickelter Märkte -auch unter dem Eindruck der weiterhin nicht vollständig bewältigten Finanzkrise - immer mehr an Bedeutung. Staaten erlassen zunehmend Zwangsmaßnahmen, um die Kosten für Arzneimittel zu senken. Beispiele hierfür sind Herstellerrabatte und Preismoratorien in Deutschland und Österreich sowie Zwangsrabatte in Griechenland, Rumänien und Italien. Daneben nimmt das Bestreben der Staaten zu, durch den Verweis auf Länder mit niedrigeren Preisen, die Preise im eigenen Land zu reduzieren. Auch auf EU-Ebene gibt es diese Bestrebungen.
Die Ratspräsidentschaft (Niederlande) hat als eine ihrer Prioritäten angekündigt, eine größere Kollaboration bezüglich der Preisfestsetzung von Arzneimitteln unter den Mitgliedstaaten anzustreben.
Das Verhältnis zwischen den weltweit eingesetzten plasmatischen und rekombinanten Gerinnungsfaktoren ist nach den Beobachtungen der Biotest Gruppe weitgehend stabil, auch wenn die Nachfrage nach plasmatischen Gerinnungsfaktoren in den kommenden Jahren weniger stark ansteigen wird als jene nach rekombinanten Faktoren. Dennoch erachtet der Biotest-Vorstand weitergehende Substitutionsrisiken momentan noch als überschaubar.
Das Forderungsausfallrisiko ist angesichts der teilweise geringeren Bonität von Unternehmen und Staaten in einigen Regionen erhöht. Biotest hat ein aktives Forderungsmanagement eingerichtet und ergreift gegebenenfalls Maßnahmen zur Risikominimierung wie zum Beispiel Belieferungsstopps. Des Weiteren bestehen für viele Länder und Kunden Kreditversicherungen. Auch politische Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen können ein Absatzmarktrisiko bergen: In Italien wurden Höchstgrenzen für den Verbrauch von Arzneimitteln festgelegt, die 2013 erstmalig auch unter dem Wert des Vorjahres lagen. Die Unternehmen werden dabei verpflichtet, den Betrag, der über der festgelegten Höchstgrenze verkauft wird, an die Gesundheitsbehörde bis zu 100 % zu erstatten. Dies könnte dazu führen, dass Biotest in Italien Umsätze nur bis zu dieser Höchstgrenze tätigen wird. In diesem Zusammenhang lässt die Biotest Italia S.r.l. von italienischen Gesundheitsbehörden ihr gegenüber geltend gemachte Ansprüche auf eine Rückvergütung von Zutectra®-Umsätzen der Jahre 2011 bis 2012 zurzeit gerichtlich klären. Im Januar 2014 wurde die Position der Biotest Italia S.r.l. in erster Instanz bestätigt.
Der Eintritt in einen Markt ist mit hohen Kosten für Zulassungen von Produkten sowie auch mit Aufwendungen in eine Infrastruktur, wie zum Beispiel in die Gründung einer Tochtergesellschaft, verbunden. Wenn Länder, die sich ökonomisch in der Entwicklung befinden, ihre regulatorischen Rahmenbedingungen und bürokratischen Abläufe ändern, so kann dies unerwartete Verzögerungen beim Markteintritt bewirken. Biotest versucht hier durch das Einbeziehen von Experten im betreffenden Markt, die Situation im Hinblick auf die Risiken abzuschätzen und gegebenenfalls zu minimieren. Beispiele für ein solches Vorgehen stellen die Markteintritte bzw. Zulassungsbemühungen in China und Brasilien dar.
Beschaffungsmarktrisiken
Für die Herstellung ihrer biologischen und biotechnologischen Arzneimittel benötigt die Biotest Gruppe spezielle Ausgangs- und Hilfsstoffe. Sollte es hier zu einer Verknappung oder wesentlichen Verteuerung kommen, besteht die Gefahr, dass die Produktions- und Lieferfähigkeit von Biotest eingeschränkt sein könnte. Biotest bezieht große Teile der benötigten Ausgangsstoffe aus eigenen Quellen, die zudem sukzessive ausgebaut werden. Darüber hinaus hat das Unternehmen langfristige Lieferverträge geschlossen. Somit ist das Beschaffungsmarktrisiko aus Unternehmenssicht sehr begrenzt.
Politische Risiken
Einen Teil des Umsatzes erzielt Biotest über Ausschreibungsgeschäfte. Diese unterliegen in bestimmten Ländern einer hohen politischen Beeinflussbarkeit, was sich in Einzelfällen zu Ungunsten von Biotest auswirken könnte. Da Biotest in diesem Marktbereich sehr risikobewusst agiert, ist diese Gefahr überschaubar. Biotest unterhält Beziehungen zu Unternehmen weltweit. Eine Destabilisierung der Lage in einzelnen Ländern kann unter ungünstigen Umständen die Geschäftsbeziehungen und Geschäftsaussichten beeinträchtigen. Im Extremfall kann sich das politische und wirtschaftliche System einzelner Länder destabilisieren. Mögliche Auswirkungen wären Devisenexportbeschränkungen sowie Import- und Exportverbote, wodurch die Geschäftsbeziehungen zwischen Biotest und den meist staatlichen Einrichtungen in solchen Ländern gefährdet würden.
Die Situation in mehreren Ländern des Nahen und Mittleren Ostens hat sich im Geschäftsjahr 2015 teilweise weiter destabilisiert. Da Biotest in diesen Ländern ebenfalls vertreten ist, ist hier ein erhöhtes Risiko zu verzeichnen. Als weiteres Risiko ist zu nennen, dass es schwierig bleibt, Zahlungen für Arzneimittellieferungen, die von Embargo- und Sanktionsmaßnahmen ausgenommen sind, aus Ländern zu erhalten, gegen die ansonsten ein Embargo verhängt ist. Die Biotest Gruppe versucht diese Schwierigkeiten durch intensiven Kontakt zu ihren Banken und Erläuterungen der dahinterstehenden Geschäfte zu minimieren. Biotest beobachtet sämtliche politischen Risiken kontinuierlich. Die im Falle eines Eintritts möglicherweise resultierenden wirtschaftlichen Folgen werden genau verfolgt um entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
Unternehmensstrategische Risiken
Risiken in Forschung und Entwicklung
Neue Arzneimittel müssen bis zur Zulassung und Markteinführung mehrere präklinische sowie klinische Prüfungen durchlaufen, wobei das Risiko besteht, dass sich eine zuvor vermutete therapeutische Wirkung nicht bestätigt oder unerwartete medizinische Risiken die Nutzen/Risiko-Balance nachteilig verändern. Da sich Entwicklungsprogramme ggf. neuen Erkenntnissen anpassen müssen, können die damit verbundenen Kosten nicht immer exakt vorhergesagt werden -es können unerwartet Mehrkosten auftreten. Auch Veränderungen des Umfeldes, wie Vorgaben für die Zulassung oder die spätere Erstattung von neuen Medikamenten, können die Entwicklungsausgaben beeinflussen. Beispielsweise spielen weiter steigende Anforderungen zum Nachweis des Zusatznutzens neuer Produkte im Vergleich zu bereits bestehenden Produkten bzw. des gesundheitsökonomischen Nutzens eine immer größere Rolle bei der Medikamentenentwicklung. Ein solcher Nachweis ist bereits während der Produktentwicklung notwendig, da ansonsten die Erzielung eines adäquaten Erstattungspreises bei der Markteinführung mit einem hohen Risiko belegt ist.
Anhand von Meilensteinplänen wird der Entwicklungsfortschritt der Projekte ständig überwacht. In regelmäßigen Zwischenanalysen werden die aus der präklinischen und klinischen Entwicklung neu gewonnenen Daten ausgewertet und so eine verlässliche Grundlage für Entscheidungen zum weiteren Projektverlauf geschaffen.
Leistungswirtschaftliche Risiken
Prozess- und Produktionsrisiken
Prozess- und Produktionsrisiken beinhalten die Beeinträchtigung einer effizienten, umweltfreundlichen Leistungserstellung durch ineffiziente Strukturen und Produktionsabläufe sowie durch Elementarschäden. Personalrisiken in der Produktion resultieren aus einem möglichen beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlverhalten von Mitarbeitern, das etwa die Effizienz oder die Sicherheit in der Produktion negativ beeinflusst.
Biotest beobachtet und analysiert die Prozesse in der Produktion ständig, um möglicherweise entstehenden Risiken frühzeitig entgegenzutreten. Die Abläufe in der Produktion sind über Arbeitsanweisungen jedem damit befassten Mitarbeiter bekannt. Durch umfassende und genau dokumentierte Standards und Arbeitsanweisungen sowie die regelmäßige Schulung der Mitarbeiter wird möglichen Risiken begegnet. Aktuell wird in diesem Bereich kein erhöhtes Risiko gesehen.
Risiko aus Lieferantenbeziehungen
Ein Risiko besteht darin, dass einzelne Geschäfts- oder Kooperationspartner ihren Verpflichtungen nicht oder nicht ordnungsgemäß nachkommen oder bestehende Verträge kündigen. Außerdem unterliegt die Biotest Gruppe dem Risiko, für mögliche Pflichtverletzungen ihrer Partner haftbar gemacht zu werden. Aufgrund der in der Regel langjährigen Geschäftsbeziehung und des intensiven Dialogs, der durch Biotest mit den Zulieferern gepflegt wird, hält der Vorstand die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken für sehr gering.
Risiken in Bezug auf den Rohstoff Plasma
Ein sehr geringes Risiko besteht darin, dass Plasma in die Produktion gelangt, das durch derzeit bekannte, aber unentdeckt gebliebene oder bislang unbekannte Bakterien, Viren oder Prionen verunreinigt ist. Das könnte zu einer Belastung der Endprodukte führen. Mögliche Folgen wären, dass Behörden den Rückruf einzelner Chargen aus dem Markt anordnen beziehungsweise die Zulassung einschränken oder aufheben. Daneben könnte eine Verunreinigung mit bislang unbekannten Bakterien, Viren oder Prionen dazu führen, dass die Produktion von Arzneimitteln auf Plasmabasis durch den Gesetzgeber schärfer reguliert wird. Sollten sich Verdachtsmeldungen auf belastete Endprodukte aus dem Markt ergeben, so werden diese im Rahmen des Pharmakovigilanzsystems erfasst und bewertet. Im sehr unwahrscheinlichen Fall einer bestätigten Belastung würde dies zu einer risikominimierenden Maßnahme, z. B. Chargenrückruf, führen. Zurzeit wird hier kein erhöhtes Risiko gesehen. Die von Biotest eingesetzten Testverfahren entsprechen dem neuesten Stand der Wissenschaft. Im Herstellungsverfahren sind mehrere Schritte zur Virusinaktivierung beziehungsweise Virusabreicherung enthalten. Eine Belastung der Endprodukte kann daher weitestgehend ausgeschlossen werden.
Compliance
Im Wettbewerb um Lieferaufträge sowie bei der Beschaffung besteht grundsätzlich ein Korruptionsrisiko. Mitarbeiter der Biotest Gruppe könnten durch Vorteilsgewährung oder Vorteilsnahme in unzulässiger Weise Einfluss auf die jeweilige Auftragsvergabe nehmen. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, hat die Biotest Gruppe im Geschäftsjahr 2015 ihre Compliance-Maßnahmen weiter verstärkt. Hierzu ist in enger Zusammenarbeit der unternehmenseigenen Abteilungen Compliance, Recht und IT das internationale Compliance-System unter Berücksichtigung der länderspezifischen Besonderheiten weiter ausgebaut und den aktuellen Anforderungen entsprechend angepasst worden. Die lokalen Regelungen zur Regeltreue (Compliance) wurden dabei ebenso aktualisiert wie die Standardverträge und Musterklauseln. Weiterhin wurde der im Geschäftsjahr 2014 geschaffene Compliance Kreditorenprozess im Geschäftsjahr 2015 um einen Veröffentlichungsteil ergänzt, mit dem die Daten für die ab 2016 geplante Veröffentlichung aller Zuwendungen an sämtliche "Angehörige der Fachkreise" und "Organisationen im Gesundheitswesen" seit dem Jahresbeginn 2015 dokumentiert und dann ab Mitte 2016 veröffentlicht werden können. Damit wird Biotest auch den Transparenzregelungen im Sinne des Verhaltenskodex des Vereins "Arzneimittel und Kooperation im Gesundheitswesen" (AKG e. V.) gerecht.
Für die Biotest AG sowie für die größeren Beteiligungsgesellschaften wurde 2015 das elektronische CTS-Compliance Training System zur erweiterten Schulung eingeführt. Im November 2015 fand die Vorstellung des Biotest Ethik- und Verhaltenskodex für die Biotest Beteiligungsgesellschaften statt. Verbunden war die Einführung mit einer Ausbildung der Ausbilder, um die feste Implementierung in die Organisation zu gewährleisten.
In allen Bereichen der Biotest Gruppe werden die Mitarbeiter regelmäßig zu aktuellen Neuerungen im Compliance-Bereich (z. B. Transparenzregelungen) geschult. Für sämtliche Mitarbeiter erfolgen regelmäßig Basisschulungen. Ferner können die Leiter der Konzerngesellschaften Geschäfte mit einem wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage oder die Risikosituation des Konzerns nur mit Zustimmung der Unternehmensleitung des Konzerns abschließen. Für die Distributoren und Agenten gab es bei den jeweiligen Area-Meetings Informationsveranstaltungen zu Compliance Themen und zum Ethik- und Verhaltenskodex.
In Italien hat die Staatsanwaltschaft Neapel inzwischen 16 Personen wegen unerlaubter Preisabsprache angeklagt. Zwei der 16 Angeschuldigten sind Mitarbeiter der Biotest Italia S.r.l. Der Prozess hat Anfang November begonnen. Die Tochtergesellschaft ist nicht Ziel der Ermittlungen.
Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main wegen des Verdachts der Bestechung, Untreue und Steuerhinterziehung aus dem Mai 2012 im Zusammenhang mit dem Geschäft der Biotest in Russland sowie weiteren osteuropäischen Ländern dauert an. Die Betroffenen wie auch die Biotest AG halten die Vorwürfe für unbegründet. Im Hinblick auf die von der Frankfurter Staatsanwaltschaft Ende 2011 aufgenommenen Ermittlungen in Bezug auf Biotests Geschäft in Russland dauert der Strafprozess gegen die frühere Leiterin der Biotest Repräsentanz in Moskau und ihren Ehemann an. Im Zusammenhang mit diesen Ermittlungen hat die Finanzverwaltung die von Biotest in den Jahren 2005 - 2008 insoweit geltend gemachten Betriebsausgaben auf den Prüfstand gestellt, woraus mögliche Steuer- und Zinsnachforderungen bis zu 16 Mio. € resultieren könnten, wobei die Rechtmäßigkeit solcher Nachforderungen selbstverständlich kritisch überprüft werden würde. Sollten sich die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft als begründet herausstellen oder sollte es zur Vermeidung langjähriger Verfahren und Prozesse zu einer Verständigung mit den Ermittlungsbehörden kommen, könnte dies zu einer Sanktionierung des Unternehmens durch Bußgelder oder ähnliches führen, die das Ergebnis der Gruppe belasten würden.
Die im Zusammenhang mit den Verfahren entstehenden Kosten der Verteidigung sind durch angemessene Rückstellungen abgedeckt. Ungeachtet der laufenden Ermittlungen hat Biotest das Compliance-Management-System weiter ausgebaut. Die Compliance-Regelungen wurden als Folge von geänderten Regelungen der Kodizes oder neuerer gesetzlicher Regelungen in den verschiedenen Ländern angepasst und aktualisiert. Auch die Standardverträge und Musterklauseln wurden entsprechend angepasst.
Personalrisiken
Weitere Risiken bestehen darin, dass Biotest nicht in der Lage sein könnte, Mitarbeiter in Schlüsselpositionen an sich zu binden beziehungsweise entsprechende Positionen mit geeigneten Kandidaten zu besetzen. Diesem Risiko begegnet Biotest durch ständige und gezielte Weiterbildung der Mitarbeiter, attraktive Einstiegs- und Ausbildungsprogramme sowie eine leistungsorientierte Vergütung von Fach- und Führungskräften.
Informationstechnische Risiken
Ein Großteil der Produktions- und sonstigen Geschäftsprozesse bei Biotest läuft IT-gestützt ab. Seit 2008 stützt sich die Gruppe dabei auf ein integriertes betriebswirtschaftliches Standardsoftwarepaket, SAP ERP Business Suite. Die Sicherheit der eingesetzten Technik hat höchste Priorität. Das gilt sowohl im Hinblick auf die Stabilität der Systeme und entsprechende Ausfall-Lösungen als auch auf die Absicherung vor möglichen unberechtigten Zugriffen Dritter und auf mögliche Angriffe aus dem Internet. Die Produktion und die Verwaltung arbeiten in voneinander getrennten IT-Netzen. Biotest baut den derzeit schon umfassenden Einsatz von IT-Systemen kontinuierlich aus und entwickelt die entsprechenden Sicherheitssysteme parallel in gleicher Weise weiter. So werden insbesondere in den Bereichen Produktion, Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung kontinuierlich Funktionserweiterungen zur Reduzierung von Risiken und zur Absicherung der Produktqualität eingebracht. Dennoch kann es nicht in allen Bereichen redundante Systeme zur Absicherung geben. Der ordnungsgemäße Umgang mit Systemen und Daten ist in Arbeitsanweisungen umfassend geregelt und wird durch entsprechende Schulungen sichergestellt.
Finanzwirtschaftliche Risiken und Währungsrisiken
Die Biotest AG hat im Jahr 2014 Energieeffizienzdarlehen mit Mitteln von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abgeschlossen. Die Darlehen wurden ohne Sicherheiten und Einhaltung von Finanzkennzahlen vereinbart. Finanzwirtschaftliche Risiken können aus der unerwarteten Kündigung von Kreditlinien resultieren. Die Biotest AG hat für einen großen Teil der Fremdkapitalfinanzierung langfristige Verträge abgeschlossen. Ein wesentlicher Teil des im Jahr 2013 emittierten Schuldscheindarlehens ist mit einer variablen Verzinsung ausgestattet. Zur Begrenzung von Zinsrisiken hat die Biotest AG langfristige Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen.
Biotest begegnet Währungsrisiken, soweit sinnvoll, durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Weiterhin stehen den Verkäufen in US-Dollar Einkäufe in derselben Währung gegenüber. Massive Wertverluste einzelner Währungen würden allerdings dennoch nicht ohne Folgen für das Konzernergebnis bleiben. Aus diesem Grund werden mögliche Währungsrisiken kontinuierlich überwacht und entsprechende Absicherungen vorgenommen. Allgemein gilt, dass nur bereits getätigte Grundgeschäfte abgesichert werden. Kommt es infolge von Währungsabwertungen (z. B. in Russland und in der Türkei) zu Einbußen im Geschäft, so sind solche dann nicht mehr erzielbare Umsätze nicht absicherbar.
Sonstige Risiken
Risiken durch Neben- oder Wechselwirkungen, Mängel der Qualität
Im Rahmen der Arzneimittelanwendung können sich unerwartet stärkere, häufigere oder bislang unbekannte Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Mitteln herausstellen. Nicht sachgerechte Handhabung, Lagerung oder Anwendung der Präparate können ebenfalls erhebliche negative Auswirkungen bei Abnehmern und Patienten zur Folge haben. Des Weiteren können sich aus dem Markt Verdachtsfälle auf Mängel der Qualität ergeben. Gemeldete Verdachtsfälle auf Neben-, Wechselwirkungen oder Mängel der Qualität werden im Rahmen des Pharmakovigilanzsystems erfasst, untersucht, bewertet und risikoabhängig weiteren Maßnahmen zur Risikominimierung zugeführt. Die in Abstimmung mit Aufsichtsbehörden zu treffenden Maßnahmen reichen von der Ergänzung der Risikokapitel in den Gebrauchsinformationen über die Anordnung eines Rückrufs einzelner Chargen bis hin zur Einschränkung oder Aufhebung der Zulassung. Zurzeit wird in diesem Bereich kein erhöhtes Risiko gesehen.
Risiken durch Mängel des Pharmakovigilanzsystems
Das Pharmakovigilanzsystem in Verantwortung des Zulassungsinhabers stellt sicher, dass nationale und internationale Anforderungen ("Good Vigilance Practise" (GVP)) zur Überwachung der Produktanwendung und Arzneimittelsicherheit als Voraussetzung für Erhalt und Aufrechterhalt von Arzneimittelzulassungen erfüllt werden. Mit der Umsetzung im Unternehmen ist die Abteilung Corporate Drug Safety beauftragt.
Mängel des Pharmakovigilanzsystems, insbesondere nicht sachgerechte Handhabung von Verdachtsfällen auf Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder Qualitätsmängel, könnten nicht nur die Reputation von Biotest bei Aufsichts- und Zulassungsbehörden beeinträchtigen, sondern sind für den Bereich der EU potenziell bußgeldbewehrt (bis max. 5 % des jährlichen Umsatzes in der EU pro Mangel). Sie könnten darüber hinaus in schweren, wiederholten Fällen zum Entzug der Arzneimittelzulassungsvoraussetzung führen. Durch ständig weiterentwickelte transparente Prozesse sowie abteilungs- und länderübergreifende Trainings, der mit diesen Themen befassten Mitarbeiter, stellt Biotest eine sehr hohe Zuverlässigkeit in diesem Bereich sicher. Diese wurde in Routineinspektionen durch internationale Behörden durchweg bestätigt. Außerdem wird durch einen intensiven Dialog mit Kliniken, niedergelassenen Ärzten und Apothekern sichergestellt, über mögliche neu bekanntgewordene Neben- und Wechselwirkungen frühzeitig informiert zu sein.
Risiken aus laufenden Verfahren und Steuerrisiken
Aus den zuvor beschriebenen staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren können sowohl Risiken hinsichtlich der Abzugsfähigkeit von Kosten der Verteidigung, der etwaigen Übernahme von Geldauflagen als auch mögliche Steuernachzahlungen resultieren. Als weiteres Risiko wäre auch eine Geldbuße denkbar. Alle erkennbaren Risiken aus arbeitsrechtlichen und sonstigen laufenden Verfahren sind im angemessenen Umfang durch Rückstellungen abgedeckt. Steuerrisiken können sich des Weiteren aus den Betriebsprüfungen der zurückliegenden Jahre ergeben. Dies wäre der Fall, wenn die Finanzverwaltungen steuerliche Sachverhalte möglicherweise anders beurteilen als durch die Gesellschaften der Biotest Gruppe bilanziert.
F. GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION DES KONZERNS
Biotest ist aus Sicht des Vorstands derzeit keinen Risiken ausgesetzt, die über das untrennbar mit dem Geschäft verbundene Maß hinausgehen. Sämtliche wesentlichen Risiken werden kontinuierlich beobachtet. Sofern möglich und sinnvoll wird eine entsprechende Absicherung eventueller finanzieller Folgen vorgenommen. Es sind derzeit keine Risiken erkennbar, welche die wirtschaftliche Stabilität der Biotest Gruppe insgesamt gefährden könnten.
III. CHANCENBERICHT
Biotest betrachtet Chancen und Risiken im Rahmen eines ganzheitlichen Managementansatzes. Eine kontinuierliche Beobachtung der Entwicklung von Absatzmärkten und regulatorischen Rahmenbedingungen ermöglicht es, frühzeitig Chancen zu erkennen. Die aktuelle Chancenlage ist Gegenstand der regelmäßigen Berichterstattung an den Vorstand. Ändert sich die Chancenlage so, dass rasches Handeln erforderlich ist, wird der Vorstand bei Bedarf kurzfristig und direkt darüber in Kenntnis gesetzt. Biotest evaluiert identifizierte Chancen umfassend und entscheidet auf Basis der Ergebnisse über mögliche Investitionen. Zur Prüfung werden unter anderem risikoadjustierte Barwerte (Net Present Value-Verfahren) sowie der Vergleich mehrerer Szenarien herangezogen. Darüber hinaus fließen mögliche Risiken in die Bewertung der Chancen mit ein. Schließlich muss das potenzielle Vorhaben auch in der strategischen Ausrichtung des Segments und der Gruppe darstellbar sein.
A. CHANCEN AUS DER WEITERENTWICKLUNG DES PRODUKTPORTFOLIOS
Die Erweiterung der Anwendung bestehender Produkte oder Entwicklungsprojekte auf zusätzliche Indikationen könnte sowohl im Bereich der Immunglobuline als auch bei den monoklonalen Antikörpern weitere Vermarktungspotenziale für die Biotest Gruppe eröffnen.
Daneben können erweiterte Indikationsfelder auch aus verbesserten beziehungsweise breiter eingesetzten Diagnoseverfahren resultieren, die dazu führen, dass potenziell therapierbare Erkrankungen besser entdeckt werden und durch die Gabe von Immunglobulinen behandelt werden können. Zusätzliche Potenziale ergeben sich aus der konsequenten Produktweiterentwicklung bestehender Präparate. Durch die Weiterentwicklung bereits am Markt befindlicher Produkte - unter anderem durch die Etablierung zusätzlicher Konzentrationen oder Darreichungsformen - wird das Produktportfolio weiter differenziert und somit die Adressierung weiterer Marktsegmente ermöglicht. Neben den Entwicklungsprojekten, die zu neuen Produkten oder Indikationserweiterungen führen, werden auch weiterhin Projekte zur Verbesserung der Prozessausbeuten und weitere kostenreduzierende Maßnahmen durchgeführt.
B. CHANCEN AUS DER UNTERNEHMENSSTRATEGIE
Vor allem die Internationalisierungsstrategie des Konzerns bietet Potenziale für das zukünftige Unternehmenswachstum. Die Marktzulassung von Albiomin® 20 % (200 g/l) in China sowie zahlreiche weitere Neuzulassungen auf internationalen Märkten belegen diese Entwicklung. Zudem sollen weitere Regionen in Zentral- und Südamerika sowie in Asien erschlossen werden. Außerdem werden in zahlreichen Schwellenländern die Mittel für das Gesundheitssystem erhöht, Krankenversicherungen eingeführt und so die Patientenversorgung verbessert. Dieser positive Trend ist in Tunesien und Algerien, aber auch in der Türkei und Mittel- und Südamerika zu erkennen - Länder, in denen Biotest bereits aktiv ist und von diesen Entwicklungen profitieren kann. Dieser Trend war bisher auch in den Golfstaaten und insbesondere auch in Saudi-Arabien erkennbar, ist jedoch wegen der sinkenden Erdöleinnahmen derzeit unsicher geworden. Daneben könnten in Zukunft auch aus weiteren strategischen Kooperationen in Forschung und Entwicklung sowie im Vertrieb Wettbewerbsvorteile und somit Chancen erwachsen. Aus der im Rahmen des Projekts Biotest Next Level geplanten Steigerung der Produktivität und der Verdopplung der Produktionskapazitäten bis zum Jahr 2019/2020 ergeben sich vielfältige Chancen, die die Biotest Gruppe auf eine neue Stufe heben werden. Darüber hinaus sind die Hyperimmunglobuline für Biotest eine Möglichkeit, die Anwendung auf weitere Indikationen zu erweitern bzw. in zusätzlichen Ländern Umsätze zu erzielen. Dabei hängt die Auswahl von den Anforderungen des Marktes und den regionalen Gegebenheiten ab.
C. LEISTUNGSWIRTSCHAFTLICHE CHANCEN
Biotest hat in den vergangenen Jahren massiv in den Ausbau von Ressourcen und Know-how in den Bereichen Arzneimittelentwicklung und -zulassung investiert. Zusätzlich stößt der Konzern durch die geplante Verdopplung der Produktionskapazitäten in eine neue Dimension vor. So werden auch in Zukunft die Vorteile einer zentral gesteuerten, effizienten Einheit mit der hauptsächlichen Konzentration wichtiger Unternehmensbereiche am Standort Dreieich bewahrt. Hieraus entstehende Synergien und Potenziale sollen auch in Zukunft genutzt werden, um insbesondere Forschungs- und Entwicklungsprojekte schneller und kostengünstiger voranzutreiben und die Produktion noch effizienter zu gestalten.
D. VERGÜTUNGSBERICHT
Dieser Vergütungsbericht beschreibt das Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats von Biotest. Zum einen wird auf die Zusammensetzung der verschiedenen Vergütungsbestandteile und zum anderen individualisiert auf deren Höhe eingegangen.
Der Vergütungsbericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) und enthält Angaben sowohl nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB), der deutschen Rechnungslegungsstandards (DRS) als auch der International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des Konzernlageberichts.
Erläuterung des Vergütungssystems der Vorstandsmitglieder
Der Aufsichtsrat legt die Vergütung für die Mitglieder des Vorstands fest. Sie besteht aus einer Festvergütung, einer einjährigen variablen Vergütung sowie einer Komponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter. Hinzu kommen Sachbezüge.
Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden sowohl die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt.
Erfolgsunabhängige Vergütungskomponenten
Festvergütung
Die erfolgsunabhängige Festvergütung der Vorstandsmitglieder besteht aus einem Festgehalt und Nebenleistungen. Die Höhe orientiert sich an der wirtschaftlichen Lage und Zukunftsaussicht von Biotest sowie am Vergütungsniveau im Wettbewerbsumfeld. Das jährliche Festgehalt wird für die gesamte Laufzeit des jeweiligen Anstellungsvertrags festgelegt und in zwölf Monatsraten ausgezahlt.
Nebenleistungen
Über das Festgehalt hinaus erhalten die Mitglieder des Vorstands Nebenleistungen. Die Vorstandsmitglieder sind im Rahmen der kollektiven Unfallversicherung der Biotest AG beruflich und privat versichert. Daneben erhalten sie über die bestehende Betriebshaftpflichtversicherung einen Privathaftpflichtschutz. Die Vorstandsmitglieder erhalten ferner einen Zuschuss zur Sozialversicherung beziehungsweise auch zur Direktversicherung.
Die Biotest AG hat für die Mitglieder des Vorstands unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (sogenannte D&O-Versicherung) mit einem angemessenen Selbstbehalt abgeschlossen. Der Selbstbehalt beläuft sich auf 10 % des Versicherungsfalls, begrenzt auf 150 % der festen jährlichen Vergütung des jeweiligen Vorstandsmitglieds und entspricht damit den Anforderungen des § 93 Absatz 2 Satz 3 AktG. Allen Vorstandsmitgliedern wird ein Dienstwagen der Oberklasse kostenlos zur Verfügung gestellt, der auch privat genutzt werden darf.
Darüber hinaus wurden für ein Vorstandsmitglied die Rechtsanwaltskosten sowie die darauf entfallende Lohnsteuer im Zusammenhang mit einem laufenden Ermittlungsverfahren von der Biotest AG übernommen.
Erfolgsabhängige Vergütungskomponenten
Einjährige variable Vergütung
Der erfolgsabhängige Vergütungsanteil bemisst sich nach der Erreichung von Unternehmens- sowie persönlichen Zielen. In die Ermittlung gehen das EBIT und der Operative Cash Flow zu jeweils 25 %, der Return on Capital Employed (RoCE) zu 10 % sowie die Erreichung individuell festgelegter Ziele im vorausgegangenen Geschäftsjahr zu 40 % ein.
Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter
Die Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter beruht auf dem Long Term Incentive-Programm (LTIP) der Biotest AG. Darin sind neben den Mitgliedern des Vorstands auch ausgewählte Führungskräfte eingebunden, die durch ihre Stellung innerhalb der Gruppe, ihre Entscheidungen, ihre Führung und ihr Handeln den Erfolg des Unternehmens maßgeblich beeinflussen.
Die Konstruktion des Programms orientiert sich an den gängigen Kriterien, die der Kapitalmarkt an solche Systeme anlegt, und entspricht den Anforderungen des DCGK. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Eigeninvestment des Teilnehmers durch den Kauf von Vorzugsaktien der Biotest AG. In Kapitel F1 des Anhangs zum Konzernabschluss ist das Programm einschließlich des Verfahrens zur Errechnung der jeweiligen Incentive-Zahlung detailliert dargestellt. Die Incentive-Komponente wird den Teilnehmern voraussichtlich jeweils im Mai des Folgejahres ausgezahlt, nachdem die Tranche ausgelaufen ist.
Versorgungszusagen
Der Vorstand ist in die betriebliche Altersvorsorge der Biotest AG eingebunden. Für die Mitglieder besteht eine Einzelzusage im Rahmen der bei der Biotest AG geltenden Altersvorsorge. Hierfür werden gemäß IFRS Rückstellungen gebildet. Die Höhe der Ansprüche ist von der Anzahl der Dienstjahre, dem anrechnungsfähigen Gehalt und der geltenden Zuschuss-Staffel unter und über der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen deutschen Rentenversicherung abhängig.
Die Bewertung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren, die durch einen unabhängigen Versicherungsmathematiker ausgefertigt werden.
Zusagen in Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit
Eine Ergänzungsvereinbarung zum Vorstandsvertrag aller aktiven Vorstandsmitglieder enthält eine Abfindungsregelung, die im Fall wirksam wird, dass der Vorstandsvertrag infolge einer näher definierten Change of Control vorzeitig beendet wird. Die Abfindung umfasst die feste Vergütung bis zum Ende der Laufzeit und ist maximal auf das Dreifache der jährlichen Festvergütung begrenzt. Hinzu kommen anteilige variable Vergütungsbestandteile, die auf Basis des Durchschnittsbetrags der vorangegangenen zwei Geschäftsjahre zuzüglich einer Vergütung für den Nutzungswert des gewährten Dienstwagens ermittelt werden. Neben diesen Ansprüchen umfasst die Abfindung zusätzlich bis zum Zweifachen der jährlichen Festvergütung. Insgesamt beläuft sich die Abfindung jedoch maximal auf das Dreifache der jährlichen Festvergütung.
Der Anspruch entsteht nicht, wenn die Beendigung des Vorstandsvertrags auf Kündigung aus wichtigem Grund, Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit beruht oder das Vorstandsmitglied zum Zeitpunkt der Beendigung das 60. Lebensjahr bereits vollendet hat oder im Zusammenhang mit dem Change of Control von dritter Seite Zuwendungen oder Wertvorteile erhält.
Andere einmalige oder wiederkehrende Zusagen für den Fall der Beendigung der Vorstandstätigkeit bestehen nicht.
Vergütung des aktuellen Geschäftsjahres
Gesamtvergütung der am 31. Dezember 2015 amtierenden Vorstandsmitglieder
scroll
| Dr. Bernhard Ehmer | ||||
|---|---|---|---|---|
| in Tausend € | 2014 | 2015 | 2015 Minimum | 2015 Maximum |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Erfolgsunabhängig | ||||
| Festvergütung | 60 | 385 | 385 | 385 |
| Nebenleistungen | 5 | 31 | 31 | 31 |
| Summe der erfolgsunabhängigen Komponenten | 65 | 416 | 416 | 416 |
| Erfolgsabhängig | ||||
| Ohne langfristige Anreizwirkung (nicht aktienbasiert): | ||||
| Einjährige variable Vergütung - Baranteil | 10 | 119 | - | 227 |
| Mit langfristiger Anreizwirkung (aktienbasiert): | ||||
| Variable Vergütung (LTIP) - Baranteil | 135 | 78 | - | 347 |
| Summe der erfolgsabhängigen Komponenten | 145 | 197 | 574 | |
| Versorgungsaufwand (Service Cost) | - | 521 | 521 | 521 |
| Gesamtvergütung (DCGK) | 210 | 1.134 | 937 | 1.511 |
| Abzüglich Versorgungsaufwand (Service Cost) | - | 521 | 521 | 521 |
| Gesamtvergütung (DRS 17) | 210 | 613 | 416 | 990 |
scroll
| Dr. Michael Ramroth | Dr. Michael Ramroth | |||
|---|---|---|---|---|
| in Tausend € | 2014 | 2015 | 2015 Minimum | 2015 Maximum |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Erfolgsunabhängig | ||||
| Festvergütung | 300 | 325 | 325 | 325 |
| Nebenleistungen | 233 | 214 | 34 | 214 |
| Summe der erfolgsunabhängigen Komponenten | 533 | 539 | 359 | 539 |
| Erfolgsabhängig | ||||
| Ohne langfristige Anreizwirkung (nicht aktienbasiert): | ||||
| Einjährige variable Vergütung - Baranteil | 123 | 166 | - | 242 |
| Mit langfristiger Anreizwirkung (aktienbasiert): | ||||
| Variable Vergütung (LTIP) - Baranteil | 112 | 66 | - | 293 |
| Summe der erfolgsabhängigen Komponenten | 235 | 232 | 535 | |
| Versorgungsaufwand (Service Cost) | 152 | 271 | 271 | 271 |
| Gesamtvergütung (DCGK) | 920 | 1.042 | 630 | 1.345 |
| Abzüglich Versorgungsaufwand (Service Cost) | 152 | 271 | 271 | 271 |
| Gesamtvergütung (DRS 17) | 768 | 771 | 359 | 1.074 |
scroll
| Dr. Georg Floß | ||||
|---|---|---|---|---|
| in Tausend € | 2014 | 2015 | 2015 Minimum | 2015 Maximum |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Erfolgsunabhängig | ||||
| Festvergütung | 260 | 285 | 285 | 285 |
| Nebenleistungen | 35 | 35 | 35 | 35 |
| Summe der erfolgsunabhängigen Komponenten | 295 | 320 | 320 | 320 |
| Erfolgsabhängig | ||||
| Ohne langfristige Anreizwirkung (nicht aktienbasiert): | ||||
| Einjährige variable Vergütung - Baranteil | 110 | 136 | - | 218 |
| Mit langfristiger Anreizwirkung (aktienbasiert): | ||||
| Variable Vergütung (LTIP) - Baranteil | 97 | 58 | - | 257 |
| Summe der erfolgsabhängigen Komponenten | 207 | 194 | 475 | |
| Versorgungsaufwand (Service Cost) | 144 | 199 | 199 | 199 |
| Gesamtvergütung (DCGK) | 646 | 713 | 519 | 994 |
| Abzüglich Versorgungsaufwand (Service Cost) | 144 | 199 | 199 | 199 |
| Gesamtvergütung (DRS 17) | 502 | 514 | 320 | 795 |
Diese Übersicht zeigt die Berechnung der Gesamtvergütung für jedes Vorstandsmitglied mit den jeweils im Geschäftsjahr 2015 gewährten Beträgen der verschiedenen Vergütungskomponenten.
Die Maximalwerte in der Angabe der erfolgsabhängigen Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung zeigen den möglichen Maximalwert zum Zeitpunkt der Gewährung. Abhängig von der Entwicklung des Aktienkurses kann dieser Wert im Zeitpunkt des Zuflusses der Vergütung höher ausfallen.
Die Berechnung nach DRS 17 ergibt Gesamtbezüge aller Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2015 in Höhe von 1.898 T€ (i.Vj. 1.480 T€). In diesen Wert ist der Versorgungsaufwand nicht einzubeziehen.
Vergütungszuflüsse der am 31. Dezember 2015 amtierenden Vorstandsmitglieder
Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick zu den Zuflüssen im beziehungsweise für das aktuelle Geschäftsjahr getrennt nach Vorstandsmitgliedern. Die Gesamtvergütung ist auch hier untergliedert nach den verschiedenen Vergütungskomponenten. Diese Aufstellung zeigt die in den Vorjahren gewährte mehrjährige variable Vergütung, die in diesem Geschäftsjahr ausbezahlt werden.
scroll
| Dr. Bernhard Ehmer | Dr. Michael Ramroth | |||
|---|---|---|---|---|
| in Tausend € | 2015 | 2014 | 2015 | 2014 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Erfolgsunabhängig | ||||
| Festvergütung | 385 | 60 | 325 | 300 |
| Nebenleistungen | 31 | 5 | 214 | 233 |
| Summe der erfolgsunabhängigen Komponenten | 416 | 65 | 539 | 533 |
| Erfolgsabhängig | ||||
| Ohne langfristige Anreizwirkung (nicht aktienbasiert): | ||||
| Einjährige variable Vergütung - Baranteil | 17 | - | 135 | 177 |
| Mit langfristiger Anreizwirkung (aktienbasiert): | ||||
| Variable Vergütung (LTIP 2012) - Baranteil | - | - | 316 | - |
| Variable Vergütung (LTIP 2011) - Baranteil | - | - | - | 270 |
| Summe der mehrjährigen variablen Vergütung | - | - | 316 | 270 |
| Summe der erfolgsabhängigen Komponenten | 17 | - | 451 | 447 |
| Versorgungsaufwand (Service Cost) | - | - | - | - |
| Gesamtvergütung (DCGK) | 433 | 65 | 990 | 980 |
scroll
| Dr. Georg Floß | ||
|---|---|---|
| in Tausend € | 2015 | 2014 |
| --- | --- | --- |
| Erfolgsunabhängig | ||
| Festvergütung | 285 | 260 |
| Nebenleistungen | 35 | 35 |
| Summe der erfolgsunabhängigen Komponenten | 320 | 295 |
| Erfolgsabhängig | ||
| Ohne langfristige Anreizwirkung (nicht aktienbasiert): | ||
| Einjährige variable Vergütung - Baranteil | 104 | 158 |
| Mit langfristiger Anreizwirkung (aktienbasiert): | ||
| Variable Vergütung (LTIP 2012) - Baranteil | 130 | - |
| Variable Vergütung (LTIP 2011) - Baranteil | - | 111 |
| Summe der mehrjährigen variablen Vergütung | 130 | 111 |
| Summe der erfolgsabhängigen Komponenten | 234 | 269 |
| Versorgungsaufwand (Service Cost) | - | - |
| Gesamtvergütung (DCGK) | 554 | 564 |
Übersicht der Versorgungszusagen für die am 31. Dezember 2015 amtierenden Vorstandsmitglieder
scroll
| in Tausend € | Anwartschaftsbarwert sämtlicher Pensionszusagen ohne Entgeltumwandlung | Anwartschaftsbarwert aus Entgeltumwandlung | ||
|---|---|---|---|---|
| Anwartschaftsbarwert in 2015 | Anwartschaftsbarwert in 2014 | Anwartschaftsbarwert in 2015 | Anwartschaftsbarwert in 2014 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Dr. Bernhard Ehmer | 684 | 425 | - | - |
| Dr. Michael Ramroth | 2.360 | 2.410 | 365 | 308 |
| Dr. Georg Floß | 1.729 | 1.481 | - | - |
| 4.773 | 4.316 | 365 | 308 |
Zur Insolvenzsicherung der Pensionsansprüche wurden Vermögenswerte in Höhe von 1.186 T€ (1.177 T€) in den Biotest Vorsorge Trust e.V. übertragen.
Vergütungssystem für ehemalige Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen
Für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen werden vertraglich zugesagte Pensionen gezahlt. Hierfür sind Pensionsrückstellungen in Höhe von 6.683 T€ (i.Vj. 7.437 T€) gebildet worden. Die Wertermittlung der Pensionsrückstellungen erfolgte gemäß IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer.
Des Weiteren wurden im Geschäftsjahr 2015 an ehemalige Vorstandsmitglieder Zahlungen in Höhe von 487 T€ für Erfolgsbeteiligungen und im Rahmen des LTIP 2012 geleistet.
Für ehemalige Vorstandsmitglieder bestehen zum 31. Dezember 2015 Rückstellungen im Zusammenhang mit dem LTIP in Höhe von 40 T€.
Die Angaben zu am 31. Dezember 2014 wie geplant in Ruhestand gegangenen Herrn Prof. Georg Schulz werden im Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2015 in den Angaben der ehemaligen Vorstandsmitgliedern berichtet; die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst.
Long Term Incentive-Programm der Vorstandsmitglieder
Die Teilnahme der Vorstände am Long Term Incentive-Programm ist in den Gesamtbezügen enthalten und stellt sich wie folgt dar:
scroll
| in Tausend € | Eigeninvestment in Vorzugsaktien (in Stücken) | Beizulegender Zeitwert der Optionen zum 31. Dezember | Aufwand aus dem Optionsprogramm im Geschäftsjahr |
|---|---|---|---|
| 2015 | |||
| (Tranchen 2013, 2014 und 2015) | |||
| Dr. Bernhard Ehmer | 1.800 | 55 | -142 |
| Dr. Michael Ramroth | 1.800 | 46 | -126 |
| Dr. Georg Floß | 1.800 | 40 | -109 |
| 5.400 | 141 | -377 | |
| 2014 | |||
| (Tranchen 2012, 2013 und 2014) | |||
| Dr. Bernhard Ehmer | 1.800 | 162 | 37 |
| Dr. Michael Ramroth | 1.800 | 655 | 182 |
| Dr. Georg Floß | 1.800 | 436 | 122 |
| 5.400 | 1.253 | 341 |
Das Long Term Incentive-Programm / Tranche 2012 kam im Geschäftsjahr 2015 zur Auszahlung; Herr Dr. Michael Ramroth erhielt 316 T€ und Herr Dr. Georg Floß erhielt 130 T€.
Erläuterung des Vergütungssystems der Aufsichtsratsmitglieder
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt. Die Mitglieder erhalten eine jährliche feste Vergütung in Höhe von jeweils 20 T€ (i.Vj. 15 T€). Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält jeweils den dreifachen, sein Stellvertreter den eineinhalbfachen Betrag. Die Tätigkeit in einem Ausschuss wird zusätzlich mit 4 T€ vergütet, der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erhält 10 T€ und für die sonstigen Ausschüsse erhält der Vorsitzende 7,5 T€. Die Biotest AG erstattet die auf die Aufsichtsratsvergütung zu zahlende Umsatzsteuer. Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten außerdem eine variable Vergütung in Höhe von 1 T€ für jeden 0,0033 €, mit dem die für das Geschäftsjahr ausgeschüttete Dividende den Betrag von 0,08 € übersteigt. Die variable Vergütung ist auf einen Höchstbetrag von 10 T€ begrenzt.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Biotest AG sind wie die Mitglieder des Vorstands in die konzernübergreifende Vermögensschadenhaftpflicht-Gruppenversicherung (D&O-Versicherung) eingebunden. Biotest übernimmt die hierfür fälligen Versicherungsprämien für alle Mitglieder des Aufsichtsrats. Des Weiteren ist ein Aufsichtsratsmitglied über die bestehende Betriebshaftpflichtversicherung privathaftpflichtversichert. Weitere Sachleistungen werden nicht gewährt.
Die wertmäßigen Angaben zur Vergütung des Aufsichtsrats berücksichtigen die Erstattung der auf die Aufsichtsratsvergütung teilweise zu zahlenden Umsatzsteuern.
Vergütung des aktuellen Geschäftsjahres
Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten für Ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2015 die im Folgenden aufgeführte Vergütung:
scroll
| in Tausend € 2015 | fixe Vergütung | variable Vergütung | Gesamtvergütung |
|---|---|---|---|
| Dr. Alessandro Banchi | 76 | - | 76 |
| Dr. Cathrin Schleussner | 41 | - | 41 |
| Kerstin Birkhahn | 20 | - | 20 |
| Thomas Jakob | 24 | - | 24 |
| Jürgen Heilmann | 24 | - | 24 |
| Dr. Christoph Schröder | 34 | - | 34 |
| 219 | - | 219 |
Für das Geschäftsjahr 2014 wurde an die Mitglieder des Aufsichtsrats die folgende Vergütung ausgezahlt:
scroll
| in Tausend € 2014 | fixe Vergütung | variable Vergütung | Gesamtvergütung |
|---|---|---|---|
| Dr. Alessandro Banchi | 64 | 25 | 89 |
| Dr. Cathrin Schleussner | 31 | 15 | 46 |
| Kerstin Birkhahn | 15 | 10 | 25 |
| Thomas Jakob | 19 | 10 | 29 |
| Jürgen Heilmann | 19 | 10 | 29 |
| Dr. Christoph Schröder | 29 | 10 | 39 |
| 177 | 80 | 257 |
Neben den aufgeführten Aufsichtsratsvergütungen wurden in den Geschäftsjahren 2015 und 2014 für die Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrats weitere Leistungen im Rahmen ihres Arbeitnehmerverhältnisses aufwandswirksam erfasst. Die Höhe der Bezüge richtet sich nach tarifvertraglichen Regelungen beziehungsweise den in der Gesellschaft geltenden Gehaltsstufen für außertarifliche Mitarbeiter.
E. ÜBERNAHMERELEVANTE ANGABEN GEMÄSS § 315 ABSATZ 4 HGB
Das gezeichnete Kapital der Biotest AG beträgt satzungsgemäß 39.571.452,00 Euro. Es ist eingeteilt in 19.785.726 Stück-Stammaktien sowie 19.785.726 Stück-Vorzugsaktien. Die Aktien lauten auf den Inhaber, Vorzugsaktien gewähren kein Stimmrecht.
Die OGEL GmbH hat uns per Mitteilung vom 12. Februar 2008 angezeigt, dass sie 50,03 % der Stammaktien der Biotest AG hält. Die Gesellschaft wird von Dr. Cathrin Schleussner, Mitglied des Aufsichtsrats der Biotest AG, kontrolliert. Aufgrund der zum 1. Februar 2012 in Kraft getretenen Regelungen des § 41 Abs. 4d WpHG haben uns am 22. Februar 2012 Herr Dr. Martin Schleussner, Frau Renate Schleussner und Herr Dr. Hans Schleussner mitgeteilt, dass zum 1. Februar 2012 ein entsprechend § 41 Abs. 4d WpHG mitteilungspflichtiger Stimmrechtsanteil von jeweils 50,27 % an der Biotest AG besteht. Der Landkreis Biberach hat uns per Mitteilung vom 26. März 2014 angezeigt, dass er 19,95 % der Stammaktien der Biotest AG hält. Die Aktien sind dem Landkreis gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. WpHG zuzurechnen und werden über die Kreissparkasse Biberach gehalten.
Darüber hinaus sind dem Vorstand keine direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10 % der Stimmrechte überschreiten. Es gibt keine Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.
Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat nach Maßgabe der §§ 84 und 85 AktG sowie § 7 Abs. 2 der Satzung bestellt und abberufen. Jede Satzungsänderung bedarf gem. § 179 Abs. 1 AktG eines Beschlusses der Hauptversammlung (§ 133 AktG). Die Befugnis zu Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, ist gemäß § 27 der Satzung in Übereinstimmung mit § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG auf den Aufsichtsrat übertragen worden.
Nach näherer Maßgabe der Hauptversammlungsbeschlüsse vom 7. Mai 2015 ist die Gesellschaft ermächtigt, gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG auf den Inhaber lautende Stammaktien und/oder auf den Inhaber lautende Vorzugsaktien bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals von 33.767.639,04 Euro zu erwerben. Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach §§ 71d und 71e AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung gilt bis zum 6. Mai 2020, die Gesellschaft hat von ihr bisher keinen Gebrauch gemacht.
Wesentliche Vereinbarungen zwischen der Biotest AG und Dritten, die bei einem Kontrollwechsel (Change of Control) wirksam werden, bestehen hinsichtlich der Verträge zur langfristigen Finanzierung der Biotest AG und in diesem Rahmen auch des Konzerns. Die Finanzverträge geben den Gläubigern des Schuldscheindarlehens und den Gläubigerbanken bei einem Kontrollwechsel bei der Biotest AG das Recht auf Kündigung der Vereinbarung, sofern ihnen durch den Kontrollwechsel eine Fortsetzung des Vertrages unzumutbar erscheint.
Eine Ergänzungsvereinbarung zum Vorstandsvertrag aller Vorstandsmitglieder enthält eine Abfindungsregelung, die im Fall wirksam wird, dass der Vorstandsvertrag infolge einer näher definierten Change of Control vorzeitig beendet wird. Die Abfindung umfasst die feste Vergütung bis zum Ende der Laufzeit und ist maximal auf das Dreifache der jährlichen Festvergütung begrenzt. Hinzu kommen anteilige Tantiemen, die auf Basis des Durchschnittsbetrags der vorangegangenen zwei Geschäftsjahre zuzüglich einer Vergütung für den Nutzungswert des gewährten Dienstwagens ermittelt werden. Neben diesen Ansprüchen umfasst die Abfindung zusätzlich bis zum Zweifachen der jährlichen Festvergütung, soweit die Abfindung bezüglich der Festvergütung insgesamt nicht das Dreifache der jährlichen Festvergütung übersteigt.
Der Anspruch entsteht nicht, wenn die Beendigung des Vorstandsvertrags auf Kündigung aus wichtigem Grund, Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit beruht oder das Vorstandsmitglied im Zusammenhang mit dem Change of Control von dritter Seite Zuwendungen oder Wertvorteile erhält.
Konzernabschluss GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015
der Biotest Gruppe
scroll
| in Millionen € | Anhang | 2015 | 2014* |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | D 1 | 589,6 | 582,0 |
| Herstellungskosten | -448,3 | -357,5 | |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 141,3 | 224,5 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | D 5 | 2,7 | 7,0 |
| Marketing- und Vertriebskosten | -77,8 | -74,2 | |
| Verwaltungskosten | -35,6 | -31,6 | |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | D 4 | -98,8 | -67,2 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | D 6 | -3,6 | -5,1 |
| Betriebsergebnis | -71,8 | 53,4 | |
| Finanzerträge | D 7 | 38,4 | 21,4 |
| Finanzaufwendungen | D 8 | -42,9 | -27,9 |
| Finanzergebnis | -4,5 | -6,5 | |
| Erträge aus assoziierten Unternehmen | D 9 | 2,0 | - |
| Ergebnis vor Steuern | -74,3 | 46,9 | |
| Ertragsteuern | D 10 | -8,2 | -27,7 |
| Ergebnis nach Steuern | -82,5 | 19,2 | |
| davon entfallen auf: | |||
| Anteilseigner des Mutterunternehmens | -82,5 | 19,2 | |
| Anteile ohne beherrschenden Einfluss | - | - | |
| Ergebnis je Aktie in € | E 10 | -2,10 | 0,48 |
| Mehrdividendenanspruch je Vorzugsaktie in € | E 10 | 0,02 | 0,02 |
| Ergebnis je Vorzugsaktie in € | E 10 | -2,08 | 0,50 |
* Das Ergebnis je Aktie wurde aufgrund IAS 33.26 angepasst.
Der Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
GESAMTERGEBNISRECHNUNG für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015
der Biotest Gruppe
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Konzernperiodenergebnis | -82,5 | 19,2 |
| Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe | 17,6 | 19,8 |
| darauf entfallende Ertragsteuereffekte | - | - |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern, das zukünftig möglicherweise in den Gewinn und Verlust umgegliedert wird | 17,6 | 19,8 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (i.Vj. Verluste) aus leistungsorientierten Pensionsplänen | 7,6 | -16,3 |
| darauf entfallende Ertragsteuereffekte | -2,3 | 4,7 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern, das zukünftig nicht in den Gewinn und Verlust umgegliedert wird | 5,3 | -11,6 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 22,9 | 8,2 |
| Gesamtergebnis nach Steuern | -59,6 | 27,4 |
| davon entfallen auf: | ||
| Anteilseigner des Mutterunternehmens | -59,6 | 27,4 |
| Anteile ohne beherrschenden Einfluss | - | - |
Der Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
Bilanz zum 31. Dezember 2015
der Biotest Gruppe
AKTIVA
scroll
| in Millionen € | Anhang | 31. Dezember 2015 | 31. Dezember 2014* |
|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | |||
| Immaterielle Vermögenswerte | E 1 | 44,7 | 50,2 |
| Sachanlagen | E 2 | 317,2 | 282,3 |
| Anteile an assoziierten Unternehmen | E 3 | 3,5 | 1,3 |
| Sonstige Vermögenswerte | E 8 | 1,0 | 0,8 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | E 4 | 0,8 | 5,2 |
| Latente Steueransprüche | E 5 | 8,7 | 13,5 |
| Summe langfristige Vermögenswerte | 375,9 | 353,3 | |
| Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| Vorratsvermögen | E 6 | 218,7 | 246,0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | E 7 | 173,9 | 181,6 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 5,8 | 4,6 | |
| Sonstige Vermögenswerte | E 8 | 13,8 | 12,0 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | E 4 | 120,8 | 55,7 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | E 9 | 53,8 | 179,4 |
| Summe kurzfristige Vermögenswerte | 586,8 | 679.3 | |
| Bilanzsumme | 962,7 | 1.032,6 | |
| PASSIVA | |||
| Anhang | 31. Dezember 2015 | 31. Dezember 2014* | |
| Eigenkapital | |||
| Gezeichnetes Kapital | 39,6 | 33,8 | |
| Kapitalrücklage | 219,8 | 225,6 | |
| Gewinnrücklagen | 235,3 | 201,5 | |
| Auf Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallende Ergebnisanteile | -82,5 | 19,2 | |
| Auf Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital | E 10 | 412,2 | 480,1 |
| Anteile ohne beherrschenden Einfluss | 0,1 | 0,1 | |
| Summe Eigenkapital | E 10 | 412,3 | 480,2 |
| Langfristiges Fremdkapital | |||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | E 11 | 72,6 | 77,5 |
| Sonstige Rückstellungen | E 12 | 6,6 | 6,3 |
| Finanzverbindlichkeiten | E 13 | 335,5 | 325,8 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | E 14 | 2,2 | 2,5 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | E 5 | 7,7 | 11,4 |
| Summe langfristiges Fremdkapital | 424,6 | 423,5 | |
| Kurzfristiges Fremdkapital | |||
| Sonstige Rückstellungen | E 12 | 27,5 | 23,5 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 4,3 | 8,6 | |
| Finanzverbindlichkeiten | E 13 | 9,1 | 6,1 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 53,1 | 55,5 | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | E 14 | 31,8 | 32,7 |
| Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzung | - | 2,5 | |
| Summe kurzfristiges Fremdkapital | 125,8 | 128,9 | |
| Summe Fremdkapital | 550,4 | 552,4 | |
| Bilanzsumme | 962,7 | 1.032,6 |
* Einige dargestellte Beträge weichen aufgrund vorgenommener Anpassungen von den Beträgen im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2014 ab (Siehe Anhangangabe Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden)
Der Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
KAPITALFLUSSRECHNUNG für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015
der Biotest Gruppe
scroll
| in Millionen € | Anhang | 2015 | 2014 |
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | -74,3 | 46,9 | |
| Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | E 1, E 2 | 94,2 | 32,5 |
| Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge | 6,5 | 4,9 | |
| Erträge aus assoziierten Unternehmen | D 9 | -2,0 | - |
| Verluste aus Abgängen des Anlagevermögens | 0,7 | 0,4 | |
| Veränderungen der Pensionsrückstellungen | E 11 | 1,4 | -0,1 |
| Finanzergebnis | 4,5 | 6,5 | |
| Operativer Cash Flow vor Veränderung des Working Capital | 31,0 | 91,1 | |
| Veränderungen der sonstigen Rückstellungen | E 12 | 3,5 | -1,0 |
| Veränderungen des Vorratsvermögens, der Forderungen sowie anderer Aktiva | 45,9 | -70,3 | |
| Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzung | -2,5 | -6,9 | |
| Veränderungen der Verbindlichkeiten und anderer Passiva | -18,4 | 0,9 | |
| Cash Flow aus der Änderung des Working Capital | 28,5 | -77,3 | |
| Gezahlte Zinsen | -6,1 | -5,6 | |
| Gezahlte Steuern | -15,3 | -19,6 | |
| Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit | 38,1 | -11,4 | |
| Einzahlungen aus Abgängen des Anlagevermögens | 0,1 | 0,8 | |
| Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen | -100,7 | -44,7 | |
| Auszahlungen für sonstige finanzielle Vermögenswerte | -60,1 | -59,7 | |
| Erhaltene Zinsen | 0,6 | 1,2 | |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | -160,1 | -102,4 | |
| Dividendenzahlung für das Vorjahr | E 10 | -8,3 | -7,9 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten | E 13 | 10,5 | 100,5 |
| Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten | E 13 | -6,8 | -5,2 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit gesamt | -4,6 | 87,4 | |
| Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | -126,6 | -26,4 | |
| Wechselkursbedingte Änderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1,0 | 1,4 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 1. Januar | E 9 | 179,4 | 204,4 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31. Dezember | E 9 | 53,8 | 179,4 |
Der Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG für den Zeitraum vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2015
der Biotest Gruppe
scroll
| in Millionen € | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Kumulierte Unterschiede aus Währungs- umrechnung |
Gewinn- rücklagen |
Auf Anteilseigner des Mutter- unternehmens entfallendes Eigenkapital |
Anteile ohne beherrschenden Einfluss | Summe Eigenkapital |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand am 31. Dezember 2013 | 33,8 | 225,6 | -0,4 | 201,6 | 460,6 | 0,1 | 460,7 |
| Erfolgsneutrale Veränderung | - | - | 19,8 | -11,6 | 8,2 | - | 8,2 |
| Periodenergebnis | - | - | - | 19,2 | 19,2 | - | 19,2 |
| Gesamtergebnis | - | - | 19,8 | 7,6 | 27,4 | - | 27,4 |
| Dividendenausschüttung | - | - | - | -7,9 | -7,9 | - | -7,9 |
| Stand am 31. Dezember 2014 | 33,8 | 225,6 | 19,4 | 201,3 | 480,1 | 0,1 | 480,2 |
| Erfolgsneutrale Veränderung | - | - | 17,6 | 5,3 | 22,9 | - | 22,9 |
| Periodenergebnis | - | - | - | -82,5 | -82,5 | - | -82,5 |
| Gesamtergebnis | - | - | 17,6 | -77,2 | -59,6 | - | -59,6 |
| Dividendenausschüttung | - | - | - | -8,3 | -8,3 | - | -8,3 |
| Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln | 5,8 | -5,8 | - | - | - | ||
| Stand am 31. Dezember 2015 | 39,6 | 219,8 | 37,0 | 115,8 | 412,2 | 0,1 | 412,3 |
Der Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
Konzernanhang
A. GRUNDSÄTZLICHES
Die Biotest Gruppe umfasst die Biotest Aktiengesellschaft (Biotest AG) mit Sitz in Dreieich, Deutschland, als Konzernobergesellschaft sowie ihre in- und ausländischen Tochterunternehmen. Die Konzernzentrale befindet sich in der Landsteinerstraße 5, 63303 Dreieich. Die Biotest AG ist im Handelsregister des Amtsgerichts Offenbach am Main unter der Nummer HRB 42396 eingetragen. Biotest ist ein Anbieter und Entwickler biologischer und biotechnologischer Arzneimittel. Mit einer Wertschöpfungskette, die von der vorklinischen und klinischen Entwicklung bis zur weltweiten Vermarktung reicht, hat sich Biotest vorrangig auf die Anwendungsgebiete Klinische Immunologie, Hämatologie und Intensivmedizin spezialisiert.
Die Biotest Gruppe gliedert sich in die Segmente Therapie, Plasma & Services und Andere Segmente.
Im Segment Therapie werden im Wesentlichen die ehemaligen Segmente Plasmaproteine und Biotherapeutika zusammengefasst. Somit sind hier zum einen die Entwicklung und die auf Basis von Blutplasma hergestellten Immunglobuline, Gerinnungsfaktoren und Albumine, die bei Erkrankungen des Immunsystems, der Blutbildenden Systeme und in der Intensivmedizin zum Einsatz kommen, enthalten. Zum anderen ist hier die präklinische und klinische Entwicklung der monoklonalen Antikörper, unter anderem in den Indikationen Rheuma und Blutkrebs, dargestellt.
Das Segment Plasma & Services enthält die Bereiche Plasmaverkauf und Lohnherstellung.
Die Anderen Segmente berichten das Geschäft mit Handelswaren und die Kosten, die nicht auf die Segmente Therapie oder Plasma & Services aufgeteilt werden können.
Die Biotest Gruppe beschäftigt weltweit zum Bilanzstichtag 2.443 (i.Vj. 2.332) Mitarbeiter.
Der Abschluss der Biotest AG und ihrer Tochtergesellschaften wird in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind. Die IFRS umfassen sowohl die International Financial Reporting Standards (IFRS) und die International Accounting Standards (IAS) als auch die Interpretationen des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) sowie die Interpretationen des Standing Interpretation Committee (SIC). Die Rechnungslegung der Biotest Gruppe basiert auf den IFRS, die auf Geschäftsjahre, die am 1. Januar 2015 beginnen, verpflichtend anzuwenden sind.
Der Konzernabschluss entspricht in der vorliegenden Fassung der Vorschrift des § 315a des Handelsgesetzbuchs (HGB). Sie bildet die Rechtsgrundlage für die Konzernrechnungslegung nach internationalen Standards in Deutschland zusammen mit der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rats vom 19. Juli 2002, betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards.
Soweit nicht anders vermerkt, sind alle Beträge in Millionen Euro (Mio. €) angegeben. Der Abschluss wurde in Euro aufgestellt.
Der Vorstand der Biotest AG wird den Konzernabschluss am 10. März 2016 an den Aufsichtsrat weitergeben. Der Aufsichtsrat entscheidet am 15. März 2016 über die Freigabe zur Veröffentlichung des Konzernabschlusses.
ÄNDERUNGEN VON BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen mit Ausnahme der nachfolgend dargestellten erstmalig angewendeten Standards sowie der Ausweisänderung in Bezug auf sonstige finanzielle Vermögenswerte denen des Vorjahres.
Verbesserungen zu IFRS (2010 - 2012) / Verbesserungen zu IFRS (2011 - 2013)
Bei den Verbesserungen zu IFRS 2011 - 2013 sowie den Verbesserungen zu IFRS 2010 - 2012 handelt es sich um Sammelstandards, die im Dezember 2013 veröffentlicht wurden und Änderungen in verschiedenen IFRS zum Gegenstand haben, welche mehrheitlich für Geschäftsjahre anzuwenden sind, die am oder nach dem 1. Juli 2014 beginnen. Die erstmalige Anwendung der Änderungen hatte keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer - Leistungsorientierte Pläne: Arbeitnehmerbeiträge (geändert)
Die Änderung von IAS 19 wurde im November 2013 veröffentlicht und ist erstmals im Geschäftsjahr anzuwenden, das am oder nach dem 1. Februar 2015 beginnt. Der Konzern hat die Änderung vorzeitig im vorliegenden Konzernabschluss angewendet. Die Änderung regelt die Erfassung von Beiträgen von Arbeitnehmern oder Dritten zum Pensionsplan als Reduktion des Dienstzeitaufwands, sofern diese die in der Berichtsperiode erbrachte Leistung widerspiegeln. Die erstmalige Anwendung der Änderungen hatte keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
Ausweisänderung sonstige finanzielle Vermögenswerte
Zur besseren Klarheit des Bilanzausweises, werden die bislang in den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesenen sonstigen finanziellen Vermögenswerte in einer gesonderten Bilanzposition ausgewiesen. Dies betrifft die "Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition" "Forderungen gegen assoziierte Unternehmen" sowie "Derivative Finanzinstrumente" Der Vorjahresausweis wurde entsprechend angepasst und kurzfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 55,7 Mio. € umgegliedert.
Kürzlich veröffentlichte Rechnungslegungsverlautbarungen - noch nicht umgesetzt
Bis zum Datum der Veröffentlichung des Konzernabschlusses veröffentlichte, jedoch noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards werden nachfolgend aufgeführt. Diese Aufzählung bezieht sich auf veröffentlichte Standards und Interpretationen, bei denen der Konzern nach vernünftigem Ermessen von einer künftigen Anwendbarkeit ausgeht. Die Biotest Gruppe beabsichtigt, diese Standards anzuwenden, wenn sie verpflichtend in Kraft treten.
IFRS 9 Finanzinstrumente
Im Juli 2014 hat das IASB die finale Fassung von IFRS 9 Finanzinstrumente veröffentlicht, die IAS 39 Finanzinstrumente, Ansatz und Bewertung sowie alle vorherigen Versionen von IFRS 9 ersetzt. IFRS 9 führt die drei Projektphasen zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten "Klassifizierung und Bewertung", "Wertminderung" und "Bilanzierung von Sicherungsgeschäften" zusammen. IFRS 9 gilt erstmals für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Mit Ausnahme der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften ist der Standard rückwirkend anzuwenden, jedoch ist die Angabe von Vergleichsinformationen nicht erforderlich. Die Vorschriften für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften sind im Allgemeinen bis auf wenige Ausnahmen prospektiv anzuwenden.
Die Vorschriften zur Klassifizierung und Bewertung sowie die geänderten Wertminderungsvorschriften werden voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Die Vorschriften zur Sicherungsbilanzierung ziehen wesentliche Erleichterungen im Bereich der Designation von Sicherungsbeziehungen sowie des Effektivitätsnachweises nach sich.
IFRS 15 Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden
IFRS 15 wurde im Mai 2014 veröffentlicht und führt ein fünfstufiges Modell für die Bilanzierung von Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kunden ein. Nach IFRS 15 werden Umsatzerlöse in Höhe der Gegenleistung erfasst, mit der ein Unternehmen im Gegenzug für die Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen auf einen Kunden rechnen kann (der Transaktionspreis im Sinne von IFRS 15). Der neue Standard zu Umsatzerlösen wird alle derzeit bestehenden Vorschriften zur Umsatzrealisierung nach IFRS ersetzen. Für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, ist entweder die vollständige retrospektive Anwendung oder eine modifizierte retrospektive Anwendung vorgeschrieben. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Der Konzern hat begonnen, die Ertragsströme nach den Vorgaben des IFRS 15 zu analysieren. Eine finale Aussage über die Auswirkungen ist noch nicht möglich.
Änderung an IAS 16 und IAS 38: Klarstellung zulässiger Abschreibungsmethoden
Die Änderungen präzisieren den in IAS 16 und IAS 38 enthaltenen Grundsatz, dass der Umsatz den Betrieb eines Geschäftsbetriebs (zu dem ein Vermögenswert gehört) und nicht den Verbrauch wirtschaftlichen Nutzens eines Vermögenswertes widerspiegelt. Infolgedessen kann eine umsatzabhängige Methode nicht für die Abschreibung von Sachanlagen herangezogen werden, sondern lediglich - und dies auch nur in sehr begrenzten Fällen -für die Abschreibung von immateriellen Vermögenswerten. Die Änderungen sind prospektiv für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Der Konzern erwartet aus der erstmaligen Anwendung der Änderung keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
Änderungen von IAS 1: Offenlegungsinitiative
Die Änderungen an IAS 1 Darstellung des Abschlusses stellen eher eine Klarstellung als eine wesentliche Änderung der bestehenden Anforderungen von IAS 1 dar. Die Änderungen präzisieren Folgendes:
| ― | Die Wesentlichkeitsbestimmungen in IAS 1. |
| ― | Bestimmte Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung, der Gesamtergebnisrechnung und in der Bilanz können aufgegliedert werden. |
| ― | Unternehmen können frei wählen, in welcher Reihenfolge sie die Angaben im Anhang darstellen. |
Der Anteil von nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen am sonstigen Ergebnis ist jeweils in einem einzigen Posten auszuweisen, unterteilt danach, ob diese Posten in Folgeperioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden oder nicht. Außerdem stellen die Änderungen klar, welche Vorschriften für die Darstellung zusätzlicher Zwischensummen in der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung und im sonstigen Ergebnis gelten. Diese Änderungen sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Diese Änderungen enthalten im Wesentlichen konzeptionelle Klarstellungen und werden sich daher voraussichtlich nicht auf den Konzernabschluss auswirken.
Verbesserungen zu IFRS (2012 - 2014)
Bei den Verbesserungen zu IFRS 2012 - 2014 handelt es sich um einen Sammelstandard, der im September 2014 veröffentlicht wurde und Änderungen in verschiedenen IFRS zum Gegenstand hat. Die Verbesserungen aus diesem Projekt sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Der Konzern erwartet aus der erstmaligen Anwendung der Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
IFRS 16 Leasingverhältnisse
Das IASB hat im Januar 2016 den neuen Standard zur Leasingbilanzierung veröffentlicht. Dieser sieht für Leasingnehmer für die meisten Leasingverhältnisse den verpflichtenden Ansatz des Nutzungsrechts am Leasinggegenstand und einer korrespondierenden Leasingverbindlichkeit vor. Für Leasinggeber gibt es hingegen lediglich geringfügige Änderungen im Vergleich zur Klassifizierung und Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach IAS 17. IFRS 16 erfordert sowohl für Leasingnehmer als auch für Leasinggeber erweiterte Anhangsangaben. IFRS 16 gilt erstmals für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist unter der Maßgabe zulässig, dass IFRS 15 Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden bereits angewendet wird oder zusammen mit IFRS 16 zum gleichen Zeitpunkt angewendet wird. Der Konzern beabsichtigt, den neuen Standard zum vorgeschriebenen Datum des Inkrafttretens anzuwenden. Überschlägig wird die Anwendung des neuen Standards zu einer Bilanzverlängerung führen. Der exakte Umfang der Auswirkungen muss jedoch noch ermittelt werden.
B. WESENTLICHE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE
1 KONSOLIDIERUNGSKREIS
In den Konzernabschluss der Biotest AG werden mit drei (i.Vj. drei) inländischen und mit dreizehn (i.Vj. dreizehn) ausländischen Unternehmen, an denen die Biotest AG direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechte hält, alle wesentlichen Tochtergesellschaften einbezogen.
Wie im Vorjahr wird die BioDarou PJ.S. Co. mit Sitz in Teheran, Iran, als assoziiertes Unternehmen at equity in den Konzernabschluss einbezogen.
Eine Übersicht der Beteiligungen der Biotest AG im Sinne des § 313 Abs. 2 HGB ist in Kapitel F10 Anteilsbesitzliste aufgeführt.
2 KONSOLIDIERUNGSMETHODEN
Der Abschlussstichtag der Biotest AG sowie aller in den Abschluss einbezogenen Unternehmen ist der 31. Dezember 2015. Die Abschlüsse der einbezogenen Unternehmen werden unter Anwendung einheitlicher, von der Biotest AG vorgegebener Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erstellt.
Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden eliminiert.
Der Konzern beherrscht ein Beteiligungsunternehmen insbesondere dann, und nur dann, wenn er alle nachfolgenden Eigenschaften besitzt:
| ― | Die Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen (d. h. der Konzern hat aufgrund aktuell bestehender Rechte die Möglichkeit, diejenigen Aktivitäten des Beteiligungsunternehmens zu steuern, die einen wesentlichen Einfluss auf dessen Rendite haben), |
| ― | eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus seinem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen und |
| ― | die Fähigkeit, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird. |
Besitzt der Konzern keine Mehrheit der Stimmrechte oder damit vergleichbare Rechte an einem Beteiligungsunternehmen, berücksichtigt er bei der Beurteilung, ob er die Verfügungsgewalt an diesem Beteiligungsunternehmen hat, alle Sachverhalte und Umstände. Hierzu zählen:
| ― | Eine vertragliche Vereinbarung mit den anderen Stimmberechtigten, |
| ― | Rechte, die aus anderen vertraglichen Vereinbarungen resultieren, |
| ― | Stimmrechte und potentielle Stimmrechte des Konzerns. |
Die Konsolidierung eines Tochterunternehmens beginnt an dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt. Sie endet, wenn der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen verliert. Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen eines Tochterunternehmens, das während des Berichtzeitraums erworben oder veräußert wurde, werden ab dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, bis zu dem Tag, an dem die Beherrschung endet, in der Bilanz bzw. Gesamtergebnisrechnung erfasst.
Eine Veränderung der Beteiligungsquote an einem Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Verliert ein Mutterunternehmen die Beherrschung über das Tochterunternehmen, so werden folgende Schritte durchgeführt:
| ― | Ausbuchung der Vermögenswerte (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert) und der Schulden des Tochterunternehmens, |
| ― | Ausbuchung des Buchwerts der Anteile ohne beherrschenden Einfluss an dem ehemaligen Tochterunternehmen, |
| ― | Ausbuchung der im Eigenkapital erfassten kumulierten Umrechnungsdifferenzen, |
| ― | Erfassung des beizulegenden Zeitwerts der erhaltenen Gegenleistung, |
| ― | Erfassung des beizulegenden Zeitwerts der verbleibenden Beteiligung, |
| ― | Erfassung der Ergebnisüberschüsse bzw. -fehlbeträge in der Gewinn- und Verlustrechnung, |
| ― | Umgliederung der auf das Mutterunternehmen entfallenden Bestandteile des sonstigen Ergebnisses in die Gewinn- und Verlustrechnung oder in die Gewinnrücklagen, wie es erforderlich wäre, wenn der Konzern die entsprechenden Vermögenswerte und Schulden direkt veräußert hätte. |
Bei Unternehmenszusammenschlüssen nach dem 1. Januar 2010 erfolgt die Einbeziehung unter Anwendung der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3 (überarbeitet 2008). Danach bemessen sich die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs als Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt, und der Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss bewertet der Erwerber die Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst. Die vereinbarte bedingte Gegenleistung wird am Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Nachträgliche Änderungen des beizulegenden Zeitwertes einer bedingten Gegenleistung, die einen Vermögenswert oder eine Schuld darstellt, werden entweder ergebniswirksam oder in den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen erfasst. Eine bedingte Gegenleistung, die als Eigenkapital eingestuft ist, wird nicht neu bewertet und ihre spätere Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert. Bei sukzessiven Unternehmenszusammenschlüssen wird der vom Erwerber zuvor an dem erworbenen Unternehmen gehaltene Eigenkapitalanteil zum beizulegenden Zeitwert am Erwerbszeitpunkt neu bestimmt und der daraus resultierende Gewinn oder Verlust erfolgswirksam erfasst.
Anteile ohne beherrschenden Einfluss sind die Teile des Periodenergebnisses und des Reinvermögens der Biotest Grundstücksverwaltungs GmbH, die auf Anteile entfallen, die nicht zu 100 % von der Biotest Gruppe gehalten werden. Die Minderheitsanteile werden in der Gewinn- und Verlustrechnung und innerhalb der Bilanz gesondert ausgewiesen.
Anteile an assoziierten Unternehmen werden in Übereinstimmung mit IAS 28 nach der Equity-Methode einbezogen. Nach der Equity-Methode werden Anteile an assoziierten Unternehmen in der Bilanz zu Anschaffungskosten zuzüglich der nach dem Erwerb eingetretenen Änderungen des Anteils des Konzerns am Reinvermögen des nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmens erfasst.
Im Periodenergebnis wird der Anteil des Konzerns am Erfolg des assoziierten Unternehmens gesondert ausgewiesen. Unmittelbar im Eigenkapital des assoziierten Unternehmens ausgewiesene Änderungen werden vom Konzern in Höhe seines Anteils erfasst und gegebenenfalls in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines assoziierten Unternehmens entstehen, sind in den Beteiligungsbuchwerten der assoziierten beziehungsweise gemeinschaftlich geführten Unternehmen enthalten und werden weder planmäßig abgeschrieben noch separat auf Werthaltigkeit getestet.
Nach Anwendung der Equity-Methode stellt der Konzern fest, ob es notwendig ist, eine zusätzliche Wertminderung für die Anteile an assoziierten Unternehmen zu erfassen. Der Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob objektive Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Anteile an einem assoziierten Unternehmen wertgemindert sein könnten. Ist dies der Fall, so wird die Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert des Anteils und dem Buchwert für diesen Anteil als Wertminderungsaufwand erfolgswirksam erfasst.
Nach IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen" sind in den Beteiligungsansatz neben den Anschaffungskosten der Beteiligung auch sonstige finanzielle Engagements (zum Beispiel Darlehen) einzubeziehen.
3 WÄHRUNGSUMRECHNUNG
Die Währungsumrechnung erfolgt nach dem Konzept der funktionalen Währung. Die in die Biotest Gruppe einbezogenen Tochtergesellschaften betreiben ihr Geschäft selbständig, so dass die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung ist. Bei der Umrechnung der Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum Mittelkurs am Bilanzstichtag und die Aufwendungen und Erträge zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Die sich hieraus ergebenden kumulierten Unterschiedsbeträge werden erfolgsneutral in einem separaten Eigenkapitalposten erfasst, der innerhalb der Gewinnrücklagen in der Bilanz ausgewiesen ist.
Nach IAS 21 "Auswirkungen von Wechselkursänderungen" werden die Firmenwerte als Vermögenswerte der wirtschaftlich selbständigen ausländischen Tochtergesellschaften mit dem Stichtagskurs umgerechnet.
Für die Währungsumrechnung innerhalb der Biotest Gruppe wurden folgende Wechselkurse zugrunde gelegt:
scroll
| Durchschnittskurse | Stichtagskurse | |||
|---|---|---|---|---|
| 1 Euro entspricht | 2015 | 2014 | 31.12.2015 | 31.12.2014 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| US-Dollar | 1,1096 | 1,3288 | 1,0887 | 1,2141 |
| Britisches Pfund | 0,7260 | 0,8064 | 0,7340 | 0,7789 |
| Russischer Rubel | 68,0068 | 51,0113 | 80,6736 | 72,3370 |
| Schweizer Franken | 1,0676 | 1,2146 | 1,0835 | 1,2024 |
| Ungarischer Forint | 309,90 | 308,71 | 315,98 | 315,54 |
| Brasilianischer Real | 3,6916 | 3,1228 | 4,3117 | 3,2207 |
In den in lokaler Währung aufgestellten Einzelbilanzen der konsolidierten Gesellschaften werden monetäre Posten (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen und Verbindlichkeiten) in fremder Währung zum Stichtagskurs bewertet. Entstehende Erträge und Aufwendungen aus Währungsumrechnungen werden in den Finanzaufwendungen beziehungsweise Finanzerträgen ausgewiesen.
Eine Ausnahme hiervon bildet die nach IAS 21.15, 21.32 und 21.33 erfolgsneutrale Behandlung der Nettoinvestitionen in einen ausländischen Geschäftsbetrieb.
Nichtmonetäre Posten in fremder Währung werden mit ihren historischen Werten angesetzt.
4 IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE DES ANLAGEVERMÖGENS
A) GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE
Geschäfts- oder Firmenwerte ergeben sich beim Erwerb von Unternehmen beziehungsweise Anteilen an Unternehmen aus den Unterschieden zwischen Anschaffungskosten (Kaufpreis) und den Zeitwerten der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Geschäfts- oder Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Die ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich auf ihre Werthaltigkeit geprüft und gegebenenfalls in Übereinstimmung mit IAS 36 "Wertminderungen von Vermögenswerten" abgeschrieben. Wann immer darüber hinaus konkrete Anhaltspunkte auf eine Wertminderung vorliegen, erfolgt eine zusätzliche Überprüfung der Werthaltigkeit.
Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden einer Gruppe von Cash Generating Units (zahlungsmittelgenerierende Einheiten) zugeordnet. Diese Gruppen von Cash Generating Units entsprechen in der Biotest Gruppe den Segmenten und Projekten. In den Fällen, in denen der Firmenwert einen Teil der zahlungsmittelgenerierenden Einheit darstellt und ein Teil des Geschäftsbereichs dieser Einheit veräußert wird, wird der dem veräußerten Geschäftsbereich zuzurechnende Firmenwert als Bestandteil des Buchwertes des Geschäftsbereichs bei der Ermittlung des Ergebnisses aus der Veräußerung des Geschäftsbereichs berücksichtigt. Der Wert des veräußerten Anteils des Firmenwertes wird auf der Grundlage der relativen Werte des veräußerten Geschäftsbereichs und des verbleibenden Teils der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt.
Eine Wertminderung wird ergebniswirksam erfasst, soweit der erzielbare Betrag des Vermögenswerts beziehungsweise der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert unterschreitet. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Auf Basis der den Cash Generating Units zuzurechnenden zukünftigen Zahlungsströmen wird deren Nutzungswert für die Überprüfung der Werthaltigkeit mit Hilfe der Discounted Cashflow-Methode ermittelt. Bei dieser Methode werden auf Basis einer mehrjährigen Geschäftsplanung sowie einer prognostizierten langfristigen Wachstumsrate Cashflows diskontiert. Die Wachstumsrate ist abhängig vom betrachteten Geschäft.
Die nach Steuern verwendeten Diskontierungssätze richten sich nach dem relevanten WACC (Weighted Average Cost of Capital). Zur Bestimmung eines Wertberichtigungsbedarfs wird der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit ihrem Buchwert gegenübergestellt. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich der Veräußerungskosten wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt, das auf der Diskontierung künftiger Cashflows beruht. Zur Objektivierung der Ergebnisse werden Bewertungsmultiplikatoren, Börsenkurse börsengehandelter Anteile an Unternehmen oder andere zur Verfügung stehende Indikatoren für den beizulegenden Zeitwert herangezogen.
B) SONSTIGE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE DES ANLAGEVERMÖGENS
Sonstige entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten angesetzt und in Vermögenswerte mit begrenzter und unbestimmter Nutzungsdauer unterteilt. Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden linear über die geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben. Soweit notwendig, werden nach IAS 36 Wertminderungen vorgenommen. Die angesetzten Nutzungsdauern liegen zwischen 3 und 10 Jahren.
Die Abschreibungsperiode und die Abschreibungsmethode werden für einen immateriellen Vermögenswert, dem eine begrenzte Nutzungsdauer unterstellt wird, mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Hat sich die erwartete Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder der erwartete Abschreibungsverlauf des Vermögenswerts geändert, so ist ein anderer Abschreibungszeitraum beziehungsweise eine andere Abschreibungsmethode zu wählen. Derartige Änderungen werden als Änderungen einer Schätzung behandelt. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Aufwandskategorie, die der Funktion des immateriellen Vermögenswerts entspricht, erfasst.
Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer beziehungsweise immaterielle Vermögenswerte, deren Abschreibungsdauer noch nicht begonnen hat, werden mindestens einmal jährlich, auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Wann immer darüber hinaus konkrete Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, erfolgt eine zusätzliche Überprüfung der Werthaltigkeit. Es erfolgen hierbei keine planmäßigen Abschreibungen. Die Nutzungsdauer dieser immateriellen Vermögenswerte ist mindestens einmal jährlich daraufhin zu überprüfen, ob die Einschätzung der unbestimmten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Einschätzung von einer unbestimmten Nutzungsdauer zur bestimmbaren Nutzungsdauer auf prospektiver Basis vorgenommen.
Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Basis der der Cash Generating Unit zugerechneten zukünftigen Zahlungsströme; hierbei wird der erzielbare Betrag für die Überprüfung der Werthaltigkeit als Nutzungswert mit Hilfe der Discounted Cashflow-Methode ermittelt. Bei dieser Methode werden auf Basis einer mehrjährigen Geschäftsplanung sowie einer prognostizierten langfristigen Wachstumsrate Cashflows diskontiert. Die Wachstumsrate ist abhängig vom betrachteten Geschäft. Die nach Steuern verwendeten Diskontierungssätze richten sich nach dem relevanten WACC (Weighted Average Cost of Capital). Zur Bestimmung eines Wertberichtigungsbedarfs wird der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit ihrem Buchwert gegenübergestellt.
5 SACHANLAGEVERMÖGEN
Sachanlagen werden gemäß dem Anschaffungskostenmodell zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um kumulierte planmäßige Abschreibungen und die kumulierten Wertminderungen, angesetzt. Die Abschreibungen erfolgen linear über die erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauern, die wie folgt geschätzt werden:
scroll
| Gebäude | bis zu 50 Jahre |
| Technische Anlagen und Maschinen | 5 - 12 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 - 10 Jahre |
Soweit erforderlich, werden gemäß IAS 36 Wertminderungen vorgenommen. Hierbei werden die Buchwerte der Sachanlagen, sobald Hinweise für eine Wertminderung vorliegen, den jeweiligen erzielbaren Beträgen gegenübergestellt.
Bei selbst erstellten Sachanlagen enthalten die Herstellungskosten neben Material- und Personalaufwand auch angemessene anteilige Gemeinkosten. Laufende Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen werden zum Entstehungszeitpunkt aufwandswirksam erfasst. Erweiterungen und wesentliche Verbesserungen werden aktiviert. Fremdkapitalzinsen werden als Aufwand erfasst, soweit sie gemäß IAS 23 nicht auf die Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten entfallen. Staatliche Zuschüsse mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten.
6 LEASING
Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis ist oder enthält, wird auf Basis des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung getroffen. Hierfür ist eine Einschätzung darüber erforderlich, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts oder bestimmter Vermögenswerte abhängig ist und ob die Vereinbarung ein Recht auf die Nutzung des Vermögenswerts einräumt (IFRIC 4).
Sind Anlagevermögenswerte gemietet beziehungsweise geleast und trägt die Biotest Gruppe im Wesentlichen alle Chancen und Risiken im Zusammenhang mit den Leasinggegenständen, werden solche Verträge als Finanzierungsleasingverträge (finance lease) klassifiziert. Diese werden mit dem geringeren Wert aus dem beizulegenden Zeitwert (fair value) und dem Barwert der Mindestleasingraten zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gemäß IAS 17 "Leasingverhältnisse" aktiviert. Die Abschreibung erfolgt über die voraussichtliche Nutzungsdauer oder die kürzere Vertragslaufzeit. Soweit notwendig, werden Wertminderungen gemäß IAS 36 vorgenommen. Die entsprechenden Zahlungsverpflichtungen aus den künftigen Leasingraten werden korrespondierend als Verbindlichkeiten passiviert. Der Zinsanteil der Leasingraten wird über die Laufzeit des Leasingvertrags erfolgswirksam als Zinsaufwand erfasst.
Soweit bei Leasingverträgen im Wesentlichen nicht alle Chancen und Risiken des Leasinggegenstands auf die Biotest Gruppe übergehen, erfolgt die Bilanzierung beim Leasinggeber (operate lease). In diesem Fall werden die Leasingzahlungen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses ergebniswirksam erfasst.
7 WERTMINDERUNGEN
Ergeben sich aufgrund von Tatsachen oder Umständen Anhaltspunkte für eine Wertminderung von langlebigen Vermögenswerten oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Wertminderung erforderlich, wird der erzielbare Betrag (recoverable amount), der den höheren Wert aus Nettoveräußerungswert und Nutzungswert repräsentiert, ermittelt.
Der erzielbare Betrag wird für jeden einzelnen Vermögenswert bestimmt, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind.
Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die geschätzten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffektes und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst.
Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert, wird der Vermögenswert als wertgemindert betrachtet und auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben.
Wertminderungsaufwendungen werden in den Aufwandskategorien erfasst, die der Funktion des wertgeminderten Vermögenswerts entsprechen.
Zuschreibungen bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden, außer bei den Geschäfts- oder Firmenwerten, vorgenommen, wenn Schätzungen für den erzielbaren Betrag über dem Buchwert liegen.
8 VORRATSVERMÖGEN
Das Vorratsvermögen wird zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten oder zu dem niedrigeren erzielbaren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag bewertet. Letzterer entspricht dem geschätzten Verkaufspreis, der im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erzielt werden kann, vermindert um erwartete Fertigstellungs- und Verkaufskosten. Die Herstellungskosten werden auf Basis der "first in first out"-Methode beziehungsweise des gewogenen Durchschnitts ermittelt. Die Herstellungskosten beinhalten gemäß IAS 2 "Vorräte" neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der dem Produktionsprozess zuzurechnenden Gemeinkosten. Diese basieren auf der normalen Kapazität der Produktionsanlagen ohne Berücksichtigung von Fremdkapitalkosten.
9 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSWERTE
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte sind zum Nennwert bilanziert. Auf Fremdwährung lautende Forderungen werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Ein entstehender Währungskursverlust beziehungsweise -gewinn wird aufwands-beziehungsweise ertragswirksam erfasst. Ausfall- und Transferrisiken werden durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Die Wertberichtigungen werden aufgrund von Erfahrungswerten und individuellen Risikoeinschätzungen ermittelt. Eine Wertberichtigung wird vorgenommen, wenn ein objektiver substanzieller Hinweis vorliegt, dass der Konzern nicht in der Lage sein wird, die Forderungen vollständig oder teilweise einzuziehen. Forderungen werden ausgebucht, sobald sie uneinbringlich sind.
Forderungen, die durch die Anwendung der Teilgewinnrealisierung (Percentage-of-Completion-Methode) entstehen, werden abzüglich erhaltener Anzahlungen ausgewiesen, wenn die bereits angefallenen Herstellungskosten einschließlich des Gewinnanteils die erhaltenen Anzahlungen übersteigen.
10 SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Finanzielle Vermögenswerte werden zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes mit ihrem beizulegenden Zeitwert oder zu Anschaffungskosten bewertet. Dabei werden bei allen finanziellen Vermögenswerten, die in der Folgebewertung nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte. Falls diese nicht unmittelbar zur Verfügung stehen, werden die beizulegenden Zeitwerte unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle und unter Rückgriff auf aktuelle Marktparameter berechnet. Dazu werden die bereits fixierten oder unter Anwendung der aktuellen Zinsstrukturkurve über Forward Rates ermittelten Cashflows mit den aus der am Stichtag gültigen Zinsstrukturkurve bestimmten Diskontierungsfaktoren auf den Bewertungsstichtag diskontiert. Zur Anwendung kommen die Mittelkurse.
11 ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bar- und Kontokorrentbestände, Schecks sowie kurzfristig liquidierbare Finanzanlagen mit ursprünglichen Fälligkeiten von weniger als drei Monaten und sind zu ihrem Nominalwert angesetzt.
12 PENSIONSRÜCKSTELLUNGEN
In der Biotest Gruppe existieren verschiedene beitragsorientierte und leistungsorientierte Pensionspläne.
Die Verpflichtungen aus beitragsorientierten Plänen sind durch die für die Periode zu entrichtenden Beiträge bestimmt, so dass hier keine versicherungsmathematischen Annahmen erforderlich sind.
Die Bewertung der leistungsorientierten Pläne erfolgt anhand versicherungsmathematischer Gutachten nach der projected unit credit method. Dabei wird zu Beginn des Geschäftsjahres auf Basis der zu diesem Zeitpunkt ermittelten Ansätze der Pensionsaufwand für das Geschäftsjahr prognostiziert. Die einfließenden Parameter (Zinssatz, Fluktuationsrate, Gehaltssteigerungen etc.) sind Erwartungswerte.
Gemäß IAS 19 werden sämtliche versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste direkt erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand, der sich in einem Geschäftsjahr aufgrund einer rückwirkenden Änderung von Versorgungszusagen ergibt, wird sofort und vollständig erfasst.
13 SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Rückstellungen werden gemäß IAS 37 gebildet, wenn aufgrund eines Ereignisses in der Vergangenheit eine gegenwärtige -rechtliche oder faktische - Verpflichtung besteht, aus der wahrscheinlich ein Abfluss von Ressourcen zur Erfüllung dieser Verpflichtung resultieren wird, und der Abfluss der Ressourcen zuverlässig geschätzt werden kann. Die Bewertung erfolgt mit dem wahrscheinlichsten Betrag. Rückstellungen mit einem erwarteten Erfüllungszeitpunkt von mehr als zwölf Monaten nach dem Bilanzierungszeitpunkt werden mit ihrem Barwert angesetzt.
Die Rückstellungen werden mit einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt. Hierbei wird die durch den Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellung als Zinsaufwand erfasst.
Des Weiteren weist die Biotest Gruppe in den sonstigen Rückstellungen ein aktienbasiertes Vergütungssystem aus, welches nach IFRS 2 bilanziert wird. Die Kosten, die aufgrund von Transaktionen mit Barausgleich entstehen, werden zunächst unter Anwendung einer Monte-Carlo Simulation mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bewertet. Der beizulegende Zeitwert wird über den Zeitraum bis zum Tag der ersten Ausübungsmöglichkeit erfolgswirksam unter Erfassung einer korrespondierenden Schuld verteilt. Die Schuld wird zu jedem Bilanzstichtag und am Erfüllungstag neu bemessen. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden den Kosten der Funktionsbereiche zugeordnet.
14 FINANZVERBINDLICHKEITEN
Finanzverbindlichkeiten werden in Höhe des Darlehensbetrages abzüglich der Transaktionskosten erfasst und anschließend nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten ausgewiesen. Jede Differenz zwischen dem Nettodarlehensbetrag und dem Tilgungswert wird über die Laufzeit der Finanzverbindlichkeit in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.
Im Falle von Zinssubventionen erfolgt der Ansatz der Finanzverbindlichkeit zum Barwert ohne Berücksichtigung der Zinssubvention. Der Differenzbetrag wird gemäß IAS 20 abgegrenzt und über die Laufzeit amortisiert.
15 FINANZINSTRUMENTE
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder zu einem Eigenkapitalinstrument führt.
Finanzielle Vermögenswerte umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige ausgereichte Kredite und Forderungen, bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen und zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte.
Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten oder einem sonstigen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen, Schuldscheindarlehen und derivative Finanzinstrumente.
Die Biotest Gruppe setzt zur Absicherung der Zins- und Währungsrisiken derivative Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte und Payerswaps ein. Zu Handelszwecken werden keine derivativen Finanzinstrumente erworben.
Derivative Finanzinstrumente werden zum Marktwert bewertet. Bei der Ermittlung wird sowohl das Kreditausfallrisiko der Kontrahenten als auch das eigene Kreditausfallrisiko berücksichtigt. Der Marktwert wird auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen und zugänglichen Marktinformationen berechnet.
Da die strengen formalen Voraussetzungen für ein Hedge Accounting in der Biotest Gruppe nicht erfüllt werden, obwohl aus wirtschaftlicher Sicht eine Absicherung vorliegt, erfolgt die Bilanzierung sämtlicher derivativen Finanzinstrumente entsprechend den Regeln für Handelsderivate. Hierbei werden die derivativen Finanzinstrumente zunächst zu Anschaffungskosten ohne Nebenkosten und danach zu Marktwerten erfasst. Die Bewertungsänderungen gehen dabei ergebniswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung ein.
Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:
| ― | Die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert sind erloschen. |
| ― | Der Konzern hat seine vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus dem finanziellen Vermögenswert an Dritte übertragen oder eine vertragliche Verpflichtung zur sofortigen Zahlung des Cashflows an eine dritte Partei im Rahmen einer sogenannten Durchleitungsvereinbarung übernommen und dabei entweder (a) im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, übertragen oder (b) zwar im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, weder übertragen noch zurückbehalten, jedoch die Verfügungsmacht an dem Vermögenswert übertragen. |
Wenn der Konzern seine vertraglichen Rechte auf Cashflows aus einem Vermögenswert überträgt oder eine Durchleitungsvereinbarung eingeht und dabei im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum an diesem Vermögenswert verbunden sind, weder überträgt noch zurückbehält, jedoch die Verfügungsmacht an dem übertragenen Vermögenswert behält, erfasst der Konzern einen Vermögenswert im Umfang des anhaltenden Engagements.
16 UMSÄTZE
Verkauf von Gütern:
Umsätze aus dem Verkauf von Produkten werden zum Zeitpunkt des Übergangs des wirtschaftlichen Eigentums, d. h. zum Zeitpunkt des Übergangs von Nutzen, Lasten und Gefahr auf den Erwerber, basierend auf den jeweiligen vertraglichen Vereinbarungen, abzüglich etwaiger Rabatte und der Umsatzsteuer, erfasst.
Erbringung von Dienstleistungen:
Die Umsätze im Dienstleistungsgeschäft erfasst die Biotest Gruppe, sobald die Dienstleistungen erbracht worden sind. Dienstleistungsgeschäfte, bei denen das Ergebnis verlässlich geschätzt werden kann, werden nach Maßgabe des Fertigstellungsgrads gemäß der Teilgewinnrealisierung (Percentage-of-Completion-Methode) gemäß IAS 18 "Erträge" bilanziert. Die erbrachte Leistung einschließlich des anteiligen Ergebnisses wird entsprechend dem Fertigstellungsgrad unter den Umsatzerlösen ausgewiesen. Der anzusetzende Fertigstellungsgrad wird entsprechend den angefallenen Aufwendungen (Cost-to-Cost-Methode) ermittelt. Der Ausweis der Aufträge erfolgt unter den Forderungen beziehungsweise Verbindlichkeiten aus Teilgewinnrealisierung.
Soweit die kumulierte Leistung (Auftragskosten und Auftragsergebnis) die erhaltenen Anzahlungen im Einzelfall übersteigt, erfolgt der Ausweis der Fertigstellungsaufträge aktivisch unter den Forderungen aus Teilgewinnrealisierung. Verbleibt nach Abzug der Anzahlungen ein negativer Saldo, so wird dieser als Verpflichtung aus Fertigungsaufträgen passivisch unter den Verbindlichkeiten aus Teilgewinnrealisierung ausgewiesen. Zu erwartende Auftragsverluste, die unter Berücksichtigung der erkennbaren Risiken ermittelt werden, werden durch Abwertungen beziehungsweise Rückstellungen gedeckt.
Umsatzerlöse aus nicht rückzahlbaren Gebühren für das Bereitstellen von Technologien, Gebühren für die Nutzung von Technologien und Lizenzgebühren werden nach der Percentage-of-Completion-Methode bilanziert.
Umsatzlegung bei Mehrkomponentenverträgen:
Die Verkäufe von Produkten und Dienstleistungen können mehrere Liefer- und Leistungskomponenten enthalten. In diesen Fällen stellt das Unternehmen fest, ob mehr als eine Bilanzierungseinheit vorliegt. Ein Geschäft wird separiert, sofern (1) die gelieferte(n) Komponente(n) einen selbstständigen Nutzen für den Kunden hat (haben), (2) der beizulegende Zeitwert der noch ausstehenden Komponente(n) zuverlässig ermittelt werden kann und (3) bei einem generellen Rückgaberecht der gelieferten Komponente(n) die Lieferung oder Leistungserbringung der noch ausstehenden Komponente(n) wahrscheinlich und im Wesentlichen durch das Unternehmen kontrollierbar ist. Sofern alle drei Kriterien erfüllt sind, wendet Biotest die für die jeweilige separate Bilanzierungseinheit maßgebliche Umsatzlegungsvorschrift an.
17 FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN
Forschungskosten werden zum Zeitpunkt der Entstehung als Aufwand erfasst. Entwicklungskosten werden in der Regel ebenfalls zum Zeitpunkt ihrer Entstehung als Aufwand erfasst, da bis zum Zeitpunkt der behördlichen Zulassung von neuen Produkten und Produktionsverfahren, die typischerweise am Ende des Entwicklungsprozesses steht, nicht mit hinreichender Sicherheit von der Vermarktungsfähigkeit der Produkte beziehungsweise von dem Einsatz der Produktionsverfahren ausgegangen werden kann. Die Aktivierungsvoraussetzungen nach IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte" sind nicht gänzlich erfüllt. Die nach den behördlichen Genehmigungen noch anfallenden Entwicklungskosten sind nicht wesentlich.
18 ZUWENDUNGEN DER ÖFFENTLICHEN HAND
Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Aufwandsbezogene Zuwendungen werden planmäßig als Ertrag über den Zeitraum erfasst, über den die entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, verbucht werden. Zuwendungen für einen Vermögenswert werden über die geschätzte Nutzungsdauer des entsprechenden Vermögenswerts ertragswirksam erfasst.
19 FINANZERTRÄGE UND FINANZAUFWENDUNGEN
Zinsen werden im Entstehungszeitpunkt als Aufwand beziehungsweise Ertrag erfasst. Der bei Finanzierungsleasingverträgen in den Leasingraten enthaltene Zinsanteil wird nach der Effektivzinsmethode ermittelt und als Zinsaufwand erfasst. Die Effektivzinsmethode verwendet einen Kalkulationszinssatz, mit dem geschätzte künftige Zahlungsmittelzuflüsse über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts abgezinst werden. Sämtliche Erträge und Aufwendungen aus Währungsumrechnungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Gemäß IFRS 7 werden die Zinsen aus Finanzinstrumenten separat ausgewiesen.
20 STEUERN
Die tatsächlichen Steueransprüche und Steuerverbindlichkeiten für die laufende Periode und für frühere Perioden sind mit dem Betrag zu bewerten, in dessen Höhe eine Erstattung von den Steuerbehörden beziehungsweise eine Zahlung an die Steuerbehörden erwartet wird. Für die Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, welche die jeweiligen landesrechtlichen Steuerregelungen der Länder, in denen die Unternehmen der Biotest Gruppe tätig sind, widerspiegeln.
Aktive latente Steuern werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und nicht genutzte Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können.
Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Ebenfalls werden nicht angesetzte latente Steueransprüche an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.
Sowohl für die Ermittlung des laufenden Steueraufwands als auch zur Ermittlung der latenten Steuern werden die derzeit jeweils gültigen beziehungsweise die bereits parlamentarisch verabschiedeten Steuersätze herangezogen.
Latente Steueransprüche und latente Steuerverbindlichkeiten werden miteinander verrechnet, wenn einklagbare Ansprüche auf Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerverbindlichkeiten bestehen und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden.
21 FAIR VALUE ERMITTLUNG
Der Konzern bewertet Finanzinstrumente, beispielsweise Derivate, zu jedem Abschlussstichtag mit dem beizulegenden Zeitwert. Die beizulegenden Zeitwerte von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten sind in Kapitel F3 Fair Value Ermittlung aufgeführt.
Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird davon ausgegangen, dass der Geschäftsvorfall in dessen Rahmen der Verkauf des Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld erfolgt, entweder auf dem
| ― | Hauptmarkt für den Vermögenswert oder die Schuld oder |
| ― | vorteilhaftesten Markt für den Vermögenswert bzw. die Schuld, sofern kein Hauptmarkt vorhanden ist. |
Der Konzern muss Zugang zum Hauptmarkt oder zum vorteilhaftesten Markt haben.
Der beizulegende Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer Schuld bemisst sich anhand der Annahmen, die Marktteilnehmer bei der Preisbildung für den Vermögenswert bzw. die Schuld zugrunde legen würden. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die Marktteilnehmer in ihrem besten wirtschaftlichen Interesse handeln.
Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts eines nichtfinanziellen Vermögenswerts wird die Fähigkeit des Marktteilnehmers berücksichtigt, durch die höchste und beste Verwendung des Vermögenswerts oder durch dessen Verkauf an einen anderen Marktteilnehmer, der für den Vermögenswert die höchste und beste Verwendung findet, wirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen.
Der Konzern wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zur Verfügung stehen. Dabei ist die Verwendung maßgeblicher, beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und jene nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering zu halten.
Die Finanzinstrumente, die in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind gemäß IFRS 7.27A in eine dreistufige Hierarchie der Zeitwertermittlung einzuordnen. Die Stufe spiegelt jeweils die Marktnähe der bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts einbezogenen Daten wider. Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie sind im Folgenden beschrieben:
scroll
| Stufe 1: | notierte Marktpreise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten an aktiven Märkten, |
| Stufe 2: | andere Informationen als notierte Marktpreise, die direkt (zum Beispiel Preise) oder indirekt (zum Beispiel abgeleitet aus Preisen) beobachtbar sind, und |
| Stufe 3: | Informationen für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren. |
Bei Vermögenswerten und Schulden, die auf wiederkehrender Basis im Abschluss erfasst werden, bestimmt der Konzern, ob Umgruppierungen zwischen den Stufen der Hierarchie stattgefunden haben, indem er am Ende jeder Berichtsperiode die Klassifizierung (basierend auf dem Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist) überprüft.
Um die Anforderungen zu den Angaben über die beizulegenden Zeitwerte zu erfüllen, hat der Konzern Gruppen von Vermögenswerten und Schulden auf der Grundlage ihrer Art, ihrer Merkmale und ihrer Risiken sowie der Stufen der oben erläuterten Fair-Value-Hierarchie festgelegt.
22 SCHÄTZUNSICHERHEITEN UND ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN
Die Aufstellung des Abschlusses erfordert es, bei der Bilanzierung und Bewertung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach IFRS Schätzungen vorzunehmen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen der Berichtsperiode ausgewirkt haben. Bei den Schätzungen und Annahmen handelt es sich um Ermessensentscheidungen des Managements. Diese werden kontinuierlich überprüft. Änderungen werden prospektiv in der Berichtsperiode beziehungsweise in künftigen Perioden erfasst. Annahmen und Schätzungen erfolgen insbesondere im Zusammenhang mit der Bewertung von Firmenwerten, Rückstellungen, Wertberichtigungen auf Forderungen und Vorräte, der Ausbuchung von Forderungen im Rahmen von Factoring-Verträgen, der Bewertung von anteilsbasierten Vergütungen sowie bei der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten.
Bei seinen Ermessensentscheidungen orientiert sich das Management an Erfahrungswerten der Vergangenheit, Einschätzungen von Experten (Juristen, Ratingagenturen, Verbänden) und dem Ergebnis sorgfältiger Abwägung verschiedener Szenarien. Durch von den Annahmen abweichenden und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegenden Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können die sich einstellenden Beträge von den ursprünglich erwarteten Schätzwerten abweichen. Wenn die tatsächliche Entwicklung von der erwarteten abweicht, werden die Prämissen und, falls erforderlich, die Buchwerte der betreffenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entsprechend angepasst. Die Unternehmensleitung weist darauf hin, dass künftige Ereignisse häufig von Prognosen abweichen und Schätzungen routinemäßige Anpassungen erfordern.
Die wesentlichen Annahmen und Parameter für die vorgenommenen Schätzungen und Ermessensentscheidungen sind im Anhang bei den einzelnen Sachverhalten erläutert.
C. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
Die im Segmentbericht dargestellten Informationen werden gemäß IFRS 8 "Geschäftssegmente" erstellt. Die Biotest Gruppe segmentiert sich in Übereinstimmung mit der internen Berichterstattung nach Produkten und Dienstleistungen. Der Hauptentscheidungsträger (chief operating decision maker) im Sinne des IFRS 8 ist bei der Biotest AG der Vorstand.
Die unterjährig dem Hauptentscheidungsträger zur Verfügung gestellten Segmentinformationen basieren auf den IFRS-Werten und umfassen im Wesentlichen die Informationen bis hin zum Betriebsergebnis (EBIT). Das Betriebsergebnis (EBIT) wird als Messgröße für die Beurteilung des Erfolgs der Segmente herangezogen.
Die Biotest Gruppe gliedert sich in die Segmente Therapie, Plasma & Services und Andere Segmente.
Die Geschäftssegmente der Biotest Gruppe stellen sich wie folgt dar:
Im Segment Therapie werden im Wesentlichen die ehemaligen Segmente Plasmaproteine und Biotherapeutika zusammengefasst. Somit sind hier zum einen die Entwicklung und die auf Basis von Blutplasma hergestellten Immunglobuline, Gerinnungsfaktoren und Albumine, die bei Erkrankungen des Immunsystems, der blutbildenden Systeme und in der Intensivmedizin zum Einsatz kommen, enthalten. Zum anderen ist hier die präklinische und klinische Entwicklung der monoklonalen Antikörper, unter anderem zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis und des multiplen Myeloms, dargestellt.
Das Segment Plasma & Services enthält die Bereiche Plasmaverkauf und Lohnherstellung.
Das Segment Andere Segmente ist ein Berichtssegment, das sich in ein operativ tätiges Geschäftssegment Handelsware und ein nicht operativ tätiges Segment Corporate aufgliedert. Unter Corporate werden die Aufwendungen der übergreifenden Konzernführung sowie sonstige Aufwendungen und Erträge, die aufgrund ihrer Eigenart nicht auf die Segmente Therapie oder Plasma & Services aufgeteilt werden können, zusammengefasst.
Die Biotest Gruppe erzielt Erträge aus Dienstleistungs- und Mietverträgen mit der Bio-Rad Medical Diagnostics GmbH, Dreieich, Deutschland, die einen in der Vergangenheit veräußerten Geschäftsbereich betreffen. Die Aufwendungen und Erträge aus den genannten Dienstleistungs- und Mietverträgen werden unter den Anderen Segmenten gezeigt.
SEGMENTDATEN NACH GESCHÄFTSSEGMENTEN
scroll
| in Millionen € | Therapie | Plasma & Services | Andere Segmente | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse mit Dritten | 2015 | 411,4 | 169,7 | 8,5 | 589,6 |
| 2014 | 409,8 | 157,0 | 15,2 | 582,0 | |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 2015 | -97,2 | 27,6 | -2,2 | -71,8 |
| 2014 | 27,5 | 27,0 | -1,1 | 53,4 | |
| Anteile an assoziierten Unternehmen | 2015 | 3,5 | - | - | 3,5 |
| 2014 | 1,3 | - | - | 1,3 | |
| Investitionen | 2015 | 108,7 | 1,2 | - | 109,9 |
| 2014 | 44,4 | 2,4 | 0,3 | 47,1 | |
| Planmäßige Abschreibungen | 2015 | 23,9 | 4,0 | 1,4 | 29,3 |
| 2014 | 26,2 | 4,8 | 1,5 | 32,5 | |
| Wertminderungen | 2015 | 64,9 | - | - | 64,9 |
| 2014 | - | - | - | - |
ÜBERLEITUNGSRECHNUNG DER SUMME DER SEGMENTERGEBNISSE ZUM ERGEBNIS NACH STEUERN DER BIOTEST GRUPPE
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Betriebsergebnis (EBIT) | -71,8 | 53,4 |
| Finanzerträge | 38,4 | 21,4 |
| Finanzaufwendungen | -42,9 | -27,9 |
| Erträge aus assoziierten Unternehmen | 2,0 | - |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | -74,3 | 46,9 |
| Ertragsteuern | -8,2 | -27,7 |
| Ergebnis nach Steuern (EAT) | -82,5 | 19,2 |
SEGMENTDATEN NACH GEOGRAPHISCHER AUFGLIEDERUNG
scroll
| Umsatzerlöse mit Dritten nach Sitz des Kunden | Umsatzerlöse mit Dritten nach Sitz der Gesellschaft | |||
|---|---|---|---|---|
| in Millionen € | 2015 | 2014 | 2015 | 2014 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Europa | 293,0 | 294,1 | 421,2 | 461,7 |
| Amerika | 135,9 | 108,7 | 168,4 | 120,3 |
| Übriges Asien & Pazifik | 42,5 | 26,9 | - | - |
| Mittlerer Osten & Afrika | 118,2 | 152,3 | - | - |
| Biotest Gruppe | 589,6 | 582,0 | 589,6 | 582,0 |
| davon: | ||||
| Deutschland | 123,3 | 106,0 | 345,3 | 380,6 |
| Ausland | 466,3 | 476,0 | 244,3 | 201,4 |
| darin USA | 123,8 | 100,3 | 167,6 | 119,7 |
Zwischen den einzelnen Segmenten finden keine wesentlichen Lieferungen statt.
D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
1 UMSATZERLÖSE
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Produkte der Biotest Gruppe | 534,5 | 494,0 |
| Lohnfraktionierung | 44,0 | 64,2 |
| Handelsware | 8,5 | 15,2 |
| Umsatzerlöse aus Kooperationsvereinbarungen | 2,5 | 8,5 |
| Sonstige | 0,1 | 0,1 |
| 589,6 | 582,0 |
Die Umsatzerlöse aus Kooperationsvereinbarungen stammen aus einer Vorauszahlung aus der im Juni 2015 durch AbbVie gekündigten Vereinbarung über die weltweite Entwicklung und Vermarktung des monoklonalen Antikörpers Tregalizumab (BT-061). Da sich die Vorauszahlung in Höhe von 85,0 Mio. US-Dollar im Wesentlichen auf noch durchzuführende Forschungsaktivitäten bezieht, wurde der Großteil als Verbindlichkeit aus Umsatzabgrenzung bilanziert. Die Ertragsrealisierung erfolgt nach der Percentage-of-Completion-Methode. Für die im Geschäftsjahr 2015 erbrachten Forschungsleistungen realisierte die Biotest Gruppe 2,5 Mio. € (i.Vj. 6,9 Mio. €) erfolgswirksam. Im Vorjahr war darüber hinaus die Ertragsrealisierung aus der Produktion von klinischem Prüfmaterial in Höhe von 1,6 Mio. € in den Umsatzerlösen aus Kooperationsverträgen enthalten.
In den Umsatzerlösen aus Produkten der Biotest Gruppe sind auch Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Plasma enthalten.
2 MATERIALAUFWENDUNGEN
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 208,5 | 186,5 |
| Bezogene Leistungen | 33,9 | 33,5 |
| 242,4 | 220,0 |
3 PERSONALAUFWENDUNGEN
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 129,7 | 113,7 |
| Soziale Abgaben | 24,2 | 20,3 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 5,0 | 4,2 |
| 158,9 | 138,2 |
In den Personalaufwendungen sind Aufwendungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Höhe von 2,3 Mio. € (i.Vj. 1,0 Mio. €) enthalten.
Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl, umgerechnet auf Vollzeitstellen, beträgt im Geschäftsjahr 2015 2.224 (i.Vj. 2.129). Am 31. Dezember 2015 sind 2.271 (i.Vj. 2.158) Mitarbeiter, umgerechnet auf Vollzeitstellen, in der Biotest Gruppe beschäftigt.
Am 31. Dezember 2015 beschäftigte die Biotest Gruppe 2.443 (i.Vj. 2.332) Mitarbeiter.
Die Mitarbeiter werden den Funktionsbereichen wie folgt zugeordnet:
scroll
| in Vollzeitstellen | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Produktion | 1.612 | 1.516 |
| Verwaltung | 265 | 231 |
| Vertrieb | 213 | 203 |
| Forschung und Entwicklung | 181 | 208 |
| 2.271 | 2.158 |
4 FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 98,8 Mio. € (i.Vj. 67,2 Mio. €) werden vollständig in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
5 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Erträge aus Dienstleistungsverträgen | 1,6 | 2,6 |
| Versicherungserträge und sonstige Erstattungen | 0,3 | 0,4 |
| Auflösung von sonstigen Rückstellungen | 0,2 | 0,7 |
| Auflösung von Wertberichtigungen | 0,1 | 0,1 |
| Gewinne aus Abgängen des Anlagevermögens | - | 0,3 |
| Ausbuchung von Verbindlichkeiten | - | 0,9 |
| Sonstige | 0,5 | 2,0 |
| 2,7 | 7,0 |
Die Erträge aus Dienstleistungsverträgen beziehen sich im Wesentlichen auf einen nach der Veräußerung des ehemaligen Geschäftsbereichs Medizinische Diagnostik geschlossenen Vertrag.
Im Geschäftsjahr 2015 hat die Biotest Gruppe 0,4 Mio. € (i.Vj. 0,6 Mio. €) staatliche Zuschüsse erfolgswirksam erfasst; hiervon betreffen 0,3 Mio. € (i.Vj. 0,2 Mio. €) Lohnkostenzuschüsse und Lohnersatzleistungen sowie 0,1 Mio. € (i.Vj. 0,4 Mio. €) Zuschüsse zu Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Die Zuschüsse zu den Forschungs- und Entwicklungsprojekten sind in den Forschungs- und Entwicklungskosten enthalten.
Im Geschäftsjahr 2015 erzielte die Biotest Gruppe als Leasinggeber Erträge aus Operating-Leasingverträgen in Höhe von 0,2 Mio. € (i.Vj. 0,6 Mio. €). Aus den am Bilanzstichtag geltenden Leasingverträgen, mit einer Laufzeit bis 2015, ergeben sich für das Geschäftsjahr 2016 zukünftige Leasingerträge in Höhe von 0,1 Mio. €. Für die darauf folgenden vier Geschäftsjahre (Jahre 2017 bis 2020) sowie für den Zeitraum ab 2021 fallen aus heutiger Sicht keine Leasingerträge mehr an. Die Erträge aus Operating-Leasingverträgen resultieren im Wesentlichen aus der vorübergehenden Vermietung von derzeit nicht betrieblich genutzten Grundstücken und Gebäuden.
6 SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für die Erbringung von Dienstleistungen | 2,2 | 3,9 |
| Verluste aus Abgängen des Anlagevermögens | 0,7 | 0,5 |
| Spenden | 0,4 | 0,4 |
| Zuführungen zu Rückstellungen | - | 0,1 |
| Sonstige | 0,3 | 0,2 |
| 3,6 | 5,1 |
7 FINANZERTRÄGE
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Erträge aus Währungsumrechnungen | 36,7 | 19,9 |
| Zinserträge | 1,3 | 1,3 |
| Sonstige | 0,4 | 0,2 |
| 38,4 | 21,4 | |
| davon aus Finanzinstrumenten der Bewertungskategorien gemäß IAS 39: | ||
| Kredite und Forderungen (LaR) | 11,3 | 0,7 |
| zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) | 1,2 | 0,1 |
| zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte (FAHfT) | 1,5 | 0,4 |
| zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten (FLHfT) | 3,3 | 0,4 |
Die Erträge aus Währungsumrechnungen beinhalten Erträge aus realisierten Kursgewinnen im Zusammenhang mit Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, Erträge aus der Währungskursabsicherung sowie Erträge aus der Stichtagsbewertung von Fremdwährungspositionen.
8 FINANZAUFWENDUNGEN
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Aufwendungen aus Währungsumrechnungen | 33,4 | 14,3 |
| Zinsaufwendungen | 7,3 | 9,2 |
| Nettozinsaufwendungen Pensionen | 1,3 | 2,0 |
| Zinssicherungskosten | 0,6 | 1,9 |
| Sonstige | 0,3 | 0,5 |
| 42,9 | 27,9 | |
| davon aus Finanzinstrumenten der Bewertungskategorien gemäß IAS 39: | ||
| zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) | 10,2 | 6,7 |
| zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte (FAHfT) | 0,8 | 0,4 |
| zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten (FLHfT) | 5,2 | 2,9 |
| Kredite und Forderungen (LaR) | 5,6 | 3,0 |
Die Aufwendungen aus Währungsumrechnungen beinhalten Aufwendungen aus realisierten Kursverlusten im Zusammenhang mit Fremdwährungsforderungen und -Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen aus der Währungskursabsicherung.
Die ausgewiesen Zinssicherungskosten beinhalten Aufwendungen aus der Bewertung von Zinssicherungsgeschäften zum beizulegenden Zeitwert, Zahlungen aus Zinssicherungsgeschäften sowie angefallene Gebühren.
9 ERTRÄGE AUS ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN
Im Geschäftsjahr 2015 wurden 2,0 Mio. € (i.Vj. 0,0 Mio. €) Erträge aus assoziierten Unternehmen erwirtschaftet.
10 ERTRAGSTEUERN
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Steuern des Geschäftsjahres | 7,6 | 14,9 |
| Periodenfremder laufender Steueraufwand (i.Vj. -ertrag) | 2,2 | -0,3 |
| Laufende Steuern | 9,8 | 14,6 |
| Latente Steuern | -1,6 | 13,1 |
| Ertragsteueraufwand | 8,2 | 27,7 |
Der latente Steueraufwand aus Posten, die direkt im Eigenkapital gutgeschrieben wurden, beträgt 2,3 Mio. € (i.Vj. Ertrag 4,7 Mio. €).
Für das Geschäftsjahr 2015 weicht der erwartete Steueraufwand bei Anwendung eines nominellen Ertragsteuersatzes von 29,0 % (i.Vj. 28,8 %) wie folgt von den effektiven Werten ab:
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | -74,3 | 46,9 |
| Erwarteter Steueraufwand | -21,6 | 13,5 |
| Nicht bewertete Verluste des Geschäftsjahres | 4,9 | 2,9 |
| Nicht angesetzte aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen | 28,2 | - |
| Abschreibungen auf latente Steuern | 0,5 | 9,9 |
| Periodenfremder laufender Steueraufwand (i.Vj. -ertrag) | 2,2 | -0,3 |
| Steuereffekt aus der Anpassung latenter Steuern der Vorjahre | -0,5 | - |
| Steuereffekt durch nicht abzugsfähige Aufwendungen | 1,7 | 2,6 |
| Steuereffekt aus der Anwendung ausländischer Steuersätze und Verbrauch ausländischer Verlustvorträge | -6,7 | -0,6 |
| Steuereffekt durch steuerfreie Erträge | -0,5 | -0,4 |
| Sonstige Effekte | - | 0,1 |
| Ertragsteuern gemäß Gewinn- und Verlustrechnung | 8,2 | 27,7 |
Die Berechnung des Steuersatzes von 29,0 % basiert auf einem Körperschaftsteuersatz von 15 %, einem Solidaritätszuschlag von 5,5 % und den gewichteten gewerbesteuerlichen Hebesätzen der Gemeinden der Betriebsstätten der Biotest AG.
11 ABSCHLUSSPRÜFERHONORAR
Die Hauptversammlung der Biotest AG hat am 7. Mai 2015 die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2015 bestellt.
Das berechnete Gesamthonorar im Geschäftsjahr 2015 für den Abschlussprüfer Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beträgt 0,5 Mio. € (i.Vj. 0,6 Mio. €), davon betreffen 0,1 Mio. € (i.Vj. 0,1 Mio. €) das Vorjahr. Das Honorar bezieht sich mit 0,5 Mio. € (i.Vj. 0,6 Mio. €) auf die Abschlussprüfung, hiervon betreffen 0,1 Mio. € (i.Vj. 0,1 Mio. €) das Vorjahr.
E. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
1 IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Die gesamten immateriellen Vermögenswerte sind dem langfristigen Vermögen zugeordnet.
scroll
| in Millionen € | Geschäftswert | Patente, Lizenzen und ähnliche Rechte | Geleaste Vermögenswerte | Geleistete Anzahlungen | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten | |||||
| Stand zum 31. Dezember 2013 | 29,9 | 57,7 | 9,6 | 2,0 | 99,2 |
| Zugänge | - | 0,9 | - | 1,6 | 2,5 |
| Abgänge | - | -2,0 | - | - | -2,0 |
| Umbuchungen | - | 0,7 | - | -0,7 | - |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 3,9 | 5,6 | - | - | 9,5 |
| Stand zum 31. Dezember 2014 | 33,8 | 62,9 | 9,6 | 2,9 | 109,2 |
| Zugänge | - | 1,1 | - | 2,5 | 3,6 |
| Abgänge | - | -0,2 | - | - | -0,2 |
| Umbuchungen | - | 1,1 | - | -1,2 | -0,1 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 3,5 | 5,2 | - | - | 8,7 |
| Stand zum 31. Dezember 2015 | 37,3 | 70,1 | 9,6 | 4,2 | 121,2 |
| Kumulierte Abschreibungen | |||||
| Stand zum 31. Dezember 2013 | 1,1 | 40,4 | 9,6 | - | 51,1 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | - | 5,7 | - | - | 5,7 |
| Abgänge | - | -1,9 | - | - | -1,9 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | - | 4,1 | - | - | 4,1 |
| Stand zum 31. Dezember 2014 | 1,1 | 48,3 | 9,6 | - | 59,0 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | - | 1,8 | - | - | 1,8 |
| Abgänge | - | -0,1 | - | - | -0,1 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen | - | 12,0 | - | - | 12,0 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | -0,3 | 4,1 | - | - | 3,8 |
| Stand zum 31. Dezember 2015 | 0,8 | 66,1 | 9,6 | - | 76,5 |
| Buchwert zum | |||||
| 31. Dezember 2014 | 32,7 | 14,6 | - | 2,9 | 50,2 |
| 31. Dezember 2015 | 36,5 | 4,0 | - | 4,2 | 44,7 |
Mit dem Erwerb des Plasmaproteinbereichs der Nabi Biopharmaceuticals im Geschäftsjahr 2007 wurden zwei Entwicklungsprojekte erworben und im Konzernabschluss als immaterielle Vermögenswerte angesetzt. Hierbei handelt es sich um das intravenös zu verabreichende Immunglobulin Bivigam®, das im Dezember 2012 die Zulassung erhalten hat, sowie um Civacir®, das bei durch Infektionen mit Hepatitis-C erforderlich gewordenen Lebertransplantationen eine Reinfektion mit dem Virus verhindern soll. Beide immaterielle Vermögenswerte wurden im Geschäftsjahr 2015 in Höhe von 12,0 Mio. € (i.Vj. 0,0 Mio. €) außerplanmäßig vollständig abgeschrieben.
Einerseits sind für die außerplanmäßigen Abschreibungen die verschlechterten Marktaussichten für das in der Entwicklung befindliche Hepatitis-C-Präparat Civacir® verantwortlich. Obwohl die Zwischenauswertungen der Phase III Studie für Civacir® vielversprechend waren und die Studienziele bisher erreicht wurden, rechnet Biotest nun mit deutlich verringerten Marktchancen. Denn inzwischen sind hochwirksame Virostatika eingeführt worden, die zum einen die Reinfektionsraten nach einer Lebertransplantation deutlich unter 30 % sinken lassen und des Weiteren auch früher nach einer Transplantation eingesetzt werden dürfen. Beide Entwicklungen lassen daher die Einsatzmöglichkeiten von Civacir® signifikant sinken. Andererseits haben die nach einer überplanmäßigen Entwicklung im ersten Halbjahr 2015 in den Folgemonaten deutlich rückläufigen Umsatzerlöse des Präparats Bivigam® zu außerplanmäßigen Abschreibungen geführt. Bivigam® ist ein polyvalentes Immunglobulin der Tochtergesellschaft Biotest Pharmaceutical Corporation, Boca Raton, Florida, USA, das ausschließlich in den USA hergestellt und vermarktet wird. Aufgrund der schwachen Absatzentwicklung wurden Lagerbestände mit kürzerer Haltbarkeit des Produktes wertberichtigt. Diese Produkte stammen aus der Vorproduktion für den von Biotest erwarteten US-Markteintritt vor zwei Jahren. Als Folge des reduzierten Absatzes hat Biotest die Produktion von Bivigam® bereits reduziert und erwartet, dass es länger dauern wird, bis die Produktionsanlage ausgelastet ist. In der gleichen Anlage sollte auch Civacir® hergestellt werden. Da hier eine deutlich niedrigere Nachfrage erwartet wird, könnte auch eine Civacir®-Produktion die Anlage kurzfristig nicht auslasten. Daher musste Biotest die Produktionsanlagen, Teile der Gebäude sowie der immateriellen Vermögenswerte abschreiben.
Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird über die Berechnung eines Nutzungswerts unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt. Letztlich wird zur Bestimmung eines Wertminderungsbedarfs der erzielbare Betrag der jeweiligen Cash Generating Unit ihrem Buchwert gegenübergestellt.
Für den Wertminderungstest des Geschäftswerts des Segments Therapie wurde ein Diskontierungssatz vor Steuern in Höhe von 10,30 % (i.Vj. 8,00 %), der sich nach dem relevanten WACC (Weighted Average Cost of Capital) richtet, verwendet. Im Segment Plasma & Services wurde ein Diskontierungssatz vor Steuern in Höhe von 8,15 % (i.Vj. 6,22 %) verwendet. Die Ermittlung der erwarteten Cash Flows erfolgte auf Basis der von der Unternehmensleitung erstellten fünfjährigen Finanzplanung. Für den Wertbeitrag ab dem Jahr 2021 wird sie ergänzt durch die ewige Rente. Basis für die Ermittlung der ewigen Rente sind die Durchschnittswerte der Jahre 2016 bis 2020. Es wurde eine Wachstumsrate in Höhe von 0,5 % (i.Vj. 1,00 %) in der ewigen Rente angesetzt.
Im Rahmen von Sensitivitätsanalysen wurden die Auswirkungen von Änderungen des verwendeten Abzinsungsfaktors sowie eine Änderung der zugrunde gelegten Wachstumsrate bei den Entwicklungsprojekten ermittelt. Keine realistische Wertänderung der Parameter würde zu einer Wertminderung der Entwicklungsprojekte oder des Geschäftswertes führen.
Die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte, die einem Wertminderungstest unterzogen wurden, beziehen sich auf die folgenden Cash Generating Units:
scroll
| Cash Generating Unit | Immaterieller Vermögenswert | Buchwert zum 31.12.2015 in Millionen € |
Buchwert zum 31.12.2014 in Millionen € |
|---|---|---|---|
| Segment Therapie | Geschäftswert | 28,2 | 25,2 |
| Segment Plasma & Services | Geschäftswert | 8,3 | 7,5 |
| Projekt | Patente, Lizenzen und ähnliche Rechte | - | 9,1 |
| 36,5 | 41,8 |
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte des Geschäftsjahres sind in folgenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Herstellungskosten | 2,4 | 4,2 |
| Marketing- und Vertriebskosten | 0,1 | 0,1 |
| Verwaltungskosten | 1,2 | 1,4 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 10,1 | - |
| 13,8 | 5,7 |
In den Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind im Geschäftsjahr 2015 außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 12,0 Mio. € (i.Vj. 0,0 Mio. €) enthalten.
2 SACHANLAGEN
Alle nachstehend aufgeführten Vermögenswerte sind dem langfristigen Vermögen zuzurechnen.
scroll
| in Millionen € | Grundstücke und Bauten | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung |
|---|---|---|---|
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | |||
| Stand zum 31. Dezember 2013 | 182,1 | 172,2 | 84,6 |
| Zugänge | 3,9 | 5,1 | 4,8 |
| Umbuchungen | 8,2 | 5,2 | 3,8 |
| Abgänge | -1,4 | -4,6 | -6,6 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 7,3 | 6,8 | 1,4 |
| Stand zum 31. Dezember 2014 | 200,1 | 184,7 | 88,0 |
| Zugänge | 11,5 | 4,2 | 6,1 |
| Umbuchungen | 8,3 | 3,3 | 4,4 |
| Abgänge | -0,8 | -0,2 | -1,2 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 6,9 | 7,1 | 1,8 |
| Stand zum 31. Dezember 2015 | 226,0 | 199,1 | 99,1 |
| Kumulierte Abschreibungen | |||
| Stand zum 31. Dezember 2013 | 55,7 | 91,1 | 55,0 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | 4,7 | 15,2 | 6,9 |
| Umbuchungen | - | - | 0,6 |
| Abgänge | -0,9 | -4,3 | -6,3 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 0,7 | 4,0 | 0,5 |
| Stand zum 31. Dezember 2014 | 60,2 | 106,0 | 56,7 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | 4,7 | 15,0 | 7,4 |
| Abgänge | -0,3 | -0,1 | -1,1 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen | 29,0 | 20,6 | 0,7 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 1,4 | 4,5 | 0,6 |
| Stand zum 31. Dezember 2015 | 95,0 | 146,0 | 64,3 |
| Buchwert zum | |||
| 31. Dezember 2014 | 139,9 | 78,7 | 31,3 |
| 31. Dezember 2015 | 131,0 | 53,1 | 34,8 |
scroll
| in Millionen € | Geleaste Vermögenswerte | Geleistete Anzahlungen | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | |||
| Stand zum 31. Dezember 2013 | 1,4 | 17,8 | 458,1 |
| Zugänge | - | 30,8 | 44,6 |
| Umbuchungen | -0,6 | -16,6 | - |
| Abgänge | - | - | -12,6 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | - | 0,4 | 15,9 |
| Stand zum 31. Dezember 2014 | 0,8 | 32,4 | 506,0 |
| Zugänge | 3,8 | 80,7 | 106,3 |
| Umbuchungen | - | -15,9 | 0,1 |
| Abgänge | - | - | -2,2 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | - | 0,3 | 16,1 |
| Stand zum 31. Dezember 2015 | 4,6 | 97,5 | 626,3 |
| Kumulierte Abschreibungen | |||
| Stand zum 31. Dezember 2013 | 1,4 | - | 203,2 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | - | - | 26,8 |
| Umbuchungen | - 0,6 | - | - |
| Abgänge | - | - | -11,5 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | - | - | 5,2 |
| Stand zum 31. Dezember 2014 | 0,8 | - | 223,7 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | 0,1 | 0,3 | 27,5 |
| Abgänge | - | - | -1,5 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen | - | 2,6 | 52,9 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | - | - | 6,5 |
| Stand zum 31. Dezember 2015 | 0,9 | 2,9 | 309,1 |
| Buchwert zum | |||
| 31. Dezember 2014 | - | 32,4 | 282,3 |
| 31. Dezember 2015 | 3,7 | 94,6 | 317,2 |
In den Geleisteten Anzahlungen sind im Geschäftsjahr 2015 im Wesentlichen Investitionen im Rahmen der Erweiterung der Kapazitäten am Standort Dreieich ausgewiesen.
Die Biotest Gruppe hatte am 31. Dezember 2015 Verpflichtungen zum Erwerb von Anlagevermögen in Höhe von 141,0 Mio. € (i.Vj. 33,2 Mio. €).
Staatliche Zuschüsse für die Anschaffung oder Herstellung von Vermögenswerten mindern die Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten. Im Geschäftsjahr wurde hiervon 0,0 Mio. € (i.Vj. 0,1 Mio. €) ergebniswirksam erfasst.
Die Abschreibungen auf Sachanlagen des Geschäftsjahres sind in folgenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Herstellungskosten | 69,0 | 19,3 |
| Marketing- und Vertriebskosten | 0,6 | 0,5 |
| Verwaltungskosten | 6,1 | 5,8 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 4,7 | 1,2 |
| 80,4 | 26,8 |
In den Abschreibungen auf Sachanlagen des Geschäftsjahres sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 52,9 Mio. € (i.Vj. 0,0 Mio. €) enthalten. Die Sachverhalte sind in Kapitel E1 erläutert.
3 ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN
Bei den Anteilen an assoziierten Unternehmen handelt es sich um einen 49 %-Anteil der Biotest Pharma GmbH an der BioDarou P.J.S. Co. mit Sitz in Teheran, Iran, der nach der Equity-Methode bewertet wird.
Zweck der Gesellschaft ist die Sammlung von Plasma, die Verarbeitung zu Immunglobulinen, Faktoren und Humanalbumin durch die Biotest AG und der Verkauf der Fertigprodukte im Iran.
Die Investoren haben vorgesehen, dass die Gesellschaft schrittweise mit einem Eigenkapital von bis zu 4,0 Mio. € ausgestattet wird. Die hierzu notwendigen Gesellschafterbeschlüsse werden entsprechend des Finanzbedarfs jeweils separat gefasst. Die Biotest Pharma GmbH hat bisher Einlagen in Höhe von 1,6 Mio. € geleistet. Das Kapital der BioDarou P.J.S. Co. beträgt zum 31. Dezember 2015 37,5 Mrd. Rial (i.Vj. 37,5 Mrd. Rial) und ist voll eingezahlt.
Da kein testierter Abschluss der BioDarou P.J.S. Co. zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses vorliegt, werden die Vorjahreszahlen der BioDarou PJ.S. Co. zum 31. Dezember 2014 berichtet.
Die Ergebnisvorschau der BioDarou PJ.S. Co. für das Geschäftsjahr 2015 zeigt ein positives Ergebnis. Die Aufwertung des Rial hat zu einer im sonstigen Ergebnis erfassten Fremdwährungsbewertung in Höhe von 0,5 Mio. € (i.Vj. -0,1 Mio. €) geführt.
Das assoziierte Unternehmen verfügte am Bilanzstichtag 2014 über folgende Vermögenswerte und Verbindlichkeiten:
Am 31. Dezember 2014 betrug der Wert der langfristigen Vermögenswerte 1,0 Mio. € (i.Vj. 1,1 Mio. €) und der Wert der kurzfristigen Vermögenswerte 21,6 Mio. € (i.Vj. 12,5 Mio. €).
Die langfristigen Verbindlichkeiten wurden am 31. Dezember 2014 mit 0,3 Mio. € (i.Vj. 0,2 Mio. €) und die kurzfristigen Verbindlichkeiten mit 15,2 Mio. € (i.Vj. 10,7 Mio. €) bewertet.
Im Geschäftsjahr 2014 betrugen die Umsatzerlöse 27,5 Mio. € (i.Vj. 15,9 Mio. €) sowie der Jahresüberschuss der Gesellschaft 4,2 Mio. € (i.Vj. 0,0 Mio. €).
Die BioDarou P.J.S. Co. besitzt einen Anteil von 60 % an der Plasma Gostar Pars (PJS) mit Sitz in Teheran, Iran.
Die politische Situation des Iran hat sich im Jahr 2015 mit der Lockerung der Sanktionen etwas entspannt. Die schwierige Situation im Zahlungsverkehr hat sich trotz der gelockerten Sanktionen im Geschäftsjahr 2015 nur leicht verbessert. Die Biotest Gruppe geht davon aus, dass es nicht zu einer dauerhaften Einschränkung des Geschäfts mit pharmazeutischen Produkten mit dem Iran kommt, insbesondere nachdem die Sanktionen am 16. Januar 2016 komplett aufgehoben worden sind.
4 SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
scroll
| 2015 | 2014 | |||
|---|---|---|---|---|
| in Millionen € | Gesamt | davon langfristig | Gesamt | davon langfristig |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Schuldscheindarlehen (Loans and Receivables) | 20,0 | - | 5,0 | 5,0 |
| Termingeld (Loans and Receivables) | 65,0 | - | - | - |
| Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition (Loans and Receivables) | 34,9 | - | 54,7 | - |
| Darlehen an assoziierte Unternehmen (Loans and Receivables) | 0,7 | 0,7 | - | - |
| Forderungen gegen assoziierte Unternehmen (Loans and Receivables) | 0,5 | - | 1,0 | - |
| Derivative Finanzinstrumente (Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) | 0,4 | - | - | - |
| Rentenfonds (Financial Assets at Fair Value through Profit and Loss) | 0,1 | 0,1 | 0,2 | 0,2 |
| 121,6 | 0,8 | 60,9 | 5,2 |
Die Kategorie Loans and Receivables enthält langfristige Schuldscheindarlehen, Termingeld, Darlehen an assoziierte Unternehmen und Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition, die zu Anschaffungskosten bilanziert werden. Die Kategorie Financial Assets at Fair Value through Profit and Loss enthält Fondsanteile, deren Marktwerte von der depotführenden Bank schriftlich zum Bilanzstichtag mitgeteilt werden.
5 AKTIVE UND PASSIVE LATENTE STEUERN
Die bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern betreffen folgende Bilanzposten:
scroll
| Aktiva | Passiva | |||
|---|---|---|---|---|
| in Millionen € | 2015 | 2014 | 2015 | 2014 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | - | - | 5,2 | 2,6 |
| Sachanlagen | - | - | 8,6 | 11,3 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 1,2 | 1,1 | - | - |
| Vorratsvermögen | 9,9 | 11,4 | 0,1 | 0,1 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 0,1 | 0,1 | 11,7 | 11,5 |
| Sonstige Rückstellungen | 1,1 | 1,6 | - | - |
| Finanzverbindlichkeiten | 3,6 | 1,2 | 0,2 | 0,3 |
| Pensionsrückstellungen | 8,5 | 10,2 | 0,1 | - |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 2,9 | 3,1 | 0,9 | 1,1 |
| Sonstige Bilanzposten | 0,4 | 0,2 | - | - |
| Steuergutschriften | - | - | - | - |
| Steuerwert des berücksichtigten Verlustvortrags | 0,1 | 0,1 | - | - |
| Summe latente Steuern | 27,8 | 29,0 | 26,8 | 26,9 |
| abzüglich Verrechnung aktiver und passiver latenter Steuern | -19,1 | -15,5 | -19,1 | -15,5 |
| Aktive / passive latente Steuern | 8,7 | 13,5 | 7,7 | 11,4 |
scroll
| Ergebniswirksam | ||
|---|---|---|
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
| --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | 2,2 | 2,7 |
| Sachanlagen | -3,0 | -2,8 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | -0,1 | -0,1 |
| Vorratsvermögen | 1,6 | -0,8 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 0,2 | 9,3 |
| Sonstige Rückstellungen | 0,5 | 1,1 |
| Finanzverbindlichkeiten | -2,4 | -1,1 |
| Pensionsrückstellungen | -0,5 | 0,1 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 0,1 | -2,6 |
| Sonstige Bilanzposten | -0,2 | 0,2 |
| Steuergutschriften | - | 4,7 |
| Steuerwert des berücksichtigten Verlustvortrags | - | 2,4 |
| Summe latente Steuern | -1,6 | 13,1 |
| abzüglich Verrechnung aktiver und passiver latenter Steuern | ||
| Aktive / passive latente Steuern |
Im Konzern existieren steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 0,8 Mio. € (i.Vj. 0,8 Mio. €), welche begrenzt und unbegrenzt in verschiedenen Konzerngesellschaften zur Verfügung stehen und dort mit erwarteten zukünftig anfallenden zu versteuernden Einkommen bei der jeweiligen Gesellschaft oder anderen Konzerngesellschaften verrechnet werden können. Von den bewerteten Verlustvorträgen entfallen 0,3 Mio. € (i.Vj. 0,3 Mio. €) auf einen Steuersatz in Höhe von 31,40 % und 0,5 Mio. € (i.Vj. 0,5 Mio. €) auf Steuerarten mit einem Steuersatz in Höhe von 10 %.
Für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 37,2 Mio. € (i.Vj. 23,8 Mio. €) werden latente Steuern nicht gebildet, da derzeit nicht mit der erforderlichen Sicherheit mit einer Nutzung dieser Verlustvorträge gerechnet werden kann. Die nicht angesetzten steuerlichen Verlustvorträge betreffen ausschließlich ausländische Gesellschaften. Die ausländischen Verlustvorträge entfallen mit 2,6 Mio. € (i.Vj. 3,0 Mio. €) auf eine unbegrenzte Vortragsfähigkeit. Des Weiteren sind 2,4 Mio. € (i.Vj. 2,4 Mio. €) bis zu fünf Jahre und 32,2 Mio. € (i.Vj. 18,4 Mio. €) über fünf Jahre vortragsfähig.
In der Biotest Gruppe sind in einigen Ländern mehrere Jahre noch nicht endgültig durch die Betriebsprüfung veranlagt. Hierfür sind adäquate Vorsorgen für die offenen Veranlagungsjahre gebildet worden.
Zum 31. Dezember 2015 waren keine latenten Steuerschulden (i.Vj. keine) für Steuern auf nicht abgeführte Gewinne von Tochtergesellschaften oder assoziierten Unternehmen der Biotest Gruppe erfasst. Die Biotest Gruppe hat sich entschieden, dass in absehbarer Zukunft die bislang nicht ausgeschütteten Gewinne ihrer Tochtergesellschaften und assoziierten Unternehmen nicht ausgeschüttet werden, weil die Biotest Gruppe eine Vereinbarung getroffen hat, wonach die Gewinne des assoziierten Unternehmens erst dann ausgeschüttet werden, wenn die Biotest Gruppe hierzu ihre Zustimmung erteilt hat. Zum Abschlussstichtag beabsichtigt das Mutterunternehmen nicht, eine solche Zustimmung zu erteilen. Des Weiteren darf das assoziierte Unternehmen des Konzerns seine Gewinne erst dann ausschütten, wenn es hierzu von allen Gesellschaftern die Zustimmung erhalten hat.
Die temporären Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen, für die keine latenten Steuern bilanziert sind, belaufen sich auf -0,5 Mio. € (i.Vj. 0,5 Mio. €).
6 VORRATSVERMÖGEN
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 25,8 | 42,8 |
| Unfertige Erzeugnisse | 103,8 | 100,9 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 89,1 | 102,3 |
| 218,7 | 246,0 |
Zum Bilanzstichtag hat die Biotest Gruppe wie im Vorjahr keine Vorräte mit einer Reichweite von über einem Jahr.
Die Wertminderungen des Vorratsvermögens betragen zum Bilanzstichtag 39,1 Mio. € (i.Vj. 13,1 Mio. €); die entsprechenden Bestände haben nach Abwertung auf den realisierbaren Nettoverkaufswert einen Restbuchwert in Höhe von 81,3 Mio. € (i.Vj. 78,5 Mio. €).
7 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in der Regel innerhalb eines Jahres fällig. In diesem Geschäftsjahr sind von insgesamt 173,9 Mio. € (i.Vj. 181,6 Mio. €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie im Vorjahr keine als langfristig eingestuft. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind der Kategorie Kredite und Forderungen (LaR) zugeordnet. Sie setzen sich wie folgt zusammen:
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto) | 188,2 | 200,3 |
| Verkauf von Forderungen | -10,7 | -16,5 |
| Wertberichtigungen auf Forderungen | -3,6 | -2,2 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (netto) | 173,9 | 181,6 |
Die Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen werden als Differenz zwischen dem Nennbetrag der Forderungen und dem geschätzten einbringlichen Nettobetrag ermittelt. Die Biotest Gruppe verwendet für diese Einschätzung sowohl Erfahrungswerte über das Zahlungsverhalten bestimmter Kunden als auch Kenntnisse über Besonderheiten einzelner Länder. Bei der Bestimmung der Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird jeder Änderung der Bonität seit Einräumung des Zahlungsziels bis zum Bilanzstichtag Rechnung getragen. Dies betrifft sowohl Änderungen des Länder- als auch des Einzelkundenrisikos. Die Biotest Gruppe verwendet bei den Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausschließlich Einzelwertberichtigungen. Pauschalwertberichtigungen werden nicht vorgenommen.
Die Biotest AG hat Forderungen in einem Volumen von insgesamt 8,6 Mio. € (i.Vj. 8,5 Mio. €) zum Bilanzstichtag im Rahmen von Factoring-Verträgen veräußert. Das Factoring-Programm sieht für die Biotest AG den Verkauf von inländischen und ausländischen Forderungen vor, bei dem für jeden Kunden ein individuelles Kreditlimit vorliegt. Den rechtlichen Bestand der Forderungen vorausgesetzt, trägt der Factor für die von ihm angekauften Forderungen das Risiko der Zahlungsunfähigkeit des Kunden.
Die Biotest Italia S.r.l. verkauft teilweise Forderungen gegen italienische Kunden. Den rechtlichen Bestand der Forderungen vorausgesetzt, trägt der Factor für die von ihm angekauften Forderungen das Risiko der Zahlungsunfähigkeit des Kunden (Delkredere). Zum Bilanzstichtag waren Forderungen der italienischen Gesellschaft mit einem Volumen in Höhe von 2,1 Mio. € (i.Vj. 8,0 Mio. €) verkauft. Diese Forderungen wurden wie im Vorjahr in voller Höhe in Übereinstimmung mit IAS 39 ausgebucht.
In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Forderungen aus Teilgewinnrealisierung in Höhe von 30,8 Mio. € (i.Vj. 30,7 Mio. €) enthalten. Hierbei handelt es sich um kundenspezifische Fertigungsaufträge, die mit den entsprechend angefallenen Herstellungskosten zuzüglich Gewinnanteilen, sofern zuverlässig schätzbar, bewertet wurden.
Die Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Stand zum 1. Januar | 2,2 | 2,4 |
| Zuführungen | 1,5 | - |
| Verbrauch | -0,1 | -0,1 |
| Auflösungen | - | -0,1 |
| Stand zum 31. Dezember | 3,6 | 2,2 |
Aus der Analyse der Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergibt sich folgendes Bild:
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Buchwert | 173,9 | 181,6 |
| davon zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und nicht überfällig | 153,8 | 142,4 |
| davon zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitbändern überfällig | ||
| < 90 Tage überfällig | 14,5 | 24,9 |
| 91 - 180 Tage überfällig | 3,0 | 6,8 |
| 181 - 365 Tage überfällig | 1,2 | 5,3 |
| > 1 Jahr überfällig | 0,6 | 2,2 |
Von den überfälligen Forderungen der Biotest Gruppe im Geschäftsjahr 2015 betreffen im Wesentlichen Forderungen in Höhe von 8,9 Mio. € (i.Vj. 26,4 Mio. €) die Forderungen der Biotest AG, in Höhe von 4,4 Mio. € (i.Vj. 2,3 Mio. €) die Forderungen der Biotest Pharmaceuticals Corp., USA, in Höhe von 2,5 Mio. € (i.Vj. 3,8 Mio. €) die Forderungen der Biotest Medical S.L.U., Spanien, in Höhe von 2,0 Mio. € (i.Vj. 4,8 Mio. €) die Forderungen der Biotest Italia S.r.l., Italien, und in Höhe von 0,5 Mio. € (i.Vj. 1,5 Mio. €) die Forderungen der Biotest Hungaria Kft., Ungarn.
Die Nettoforderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich aus den folgenden Währungen zusammen:
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| EUR | 90,2 | 97,5 |
| USD | 77,4 | 76,4 |
| GBP | 2,1 | 2,2 |
| RUB | 1,6 | 2,1 |
| HUF | 1,3 | 2,4 |
| Sonstige Währungen | 1,3 | 1,0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (netto) | 173,9 | 181,6 |
8 SONSTIGE VERMÖGENSWERTE
scroll
| 2015 | 2014 | |||
|---|---|---|---|---|
| in Millionen € | Gesamt | davon langfristig | Gesamt | davon langfristig |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Vorsteuer- und sonstige Steuerforderungen | 6,6 | - | 3,0 | - |
| Rechnungsabgrenzungen | 3,9 | 0,2 | 4,5 | 0,1 |
| Geleistete Anzahlungen | 1,4 | 0,2 | 1,6 | 0,1 |
| Sonstige Vermögenswerte | 2,9 | 0,6 | 3,7 | 0,6 |
| 14,8 | 1,0 | 12,8 | 0,8 |
Die Wertberichtigungen auf sonstige Vermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Stand zum 1. Januar | - | 0,8 |
| Verbrauch | - | -0,8 |
| Stand zum 31. Dezember | - | - |
Aus der Analyse der Altersstruktur der sonstigen Vermögenswerte ergibt sich folgendes Bild:
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Buchwert | 14,8 | 12,8 |
| davon zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und nicht überfällig | 14,7 | 12,8 |
| davon zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitbändern überfällig | ||
| < 90 Tage überfällig | 0,1 | - |
| 91 - 180 Tage überfällig | - | - |
| 181 - 365 Tage überfällig | - | - |
| > 1 Jahr überfällig | - | - |
Die sonstigen Vermögenswerte setzen sich aus den folgenden Währungen zusammen:
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| EUR | 9,3 | 7,3 |
| USD | 4,6 | 4,5 |
| GBP | 0,1 | 0,1 |
| HUF | 0,5 | 0,7 |
| Sonstige Währungen | 0,3 | 0,2 |
| 14,8 | 12,8 |
9 ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Bankguthaben | 33,6 | 92,7 |
| Kurzfristige Einlagen | 20,0 | 86,5 |
| Kassenbestand | 0,2 | 0,2 |
| 53,8 | 179,4 |
Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ist der Kapitalflussrechnung der Biotest Gruppe zu entnehmen.
Bei den kurzfristigen Einlagen handelt es sich um Termingelder mit einer ursprünglichen Laufzeit von bis zu drei Monaten.
10 EIGENKAPITAL
Die Biotest AG hat auf der Hauptversammlung am 7. Mai 2015 den Beschluss über eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln und die Neueinteilung des Grundkapitals (Aktiensplit) sowie die entsprechende Satzungsänderung gefasst. Dies wurde wie geplant im Geschäftsjahr 2015 durchgeführt. Hierbei wurde die Aktienanzahl in den Depots automatisch im Verhältnis 1:3 umgestellt. Der Handel der neuen Aktien begann am 15. Juli 2015.
Das gezeichnete Kapital ist voll eingezahlt und beträgt am 31. Dezember 2015 39.571.452 € (i.Vj. 33.767.639,04 €), davon entfallen 19.785.726 € (i.Vj. 16.883.819,52 €) auf Stammaktien und 19.785.726 € (i.Vj. 16.883.819,52 €) auf Vorzugsaktien. Das gezeichnete Kapital ist zum 31. Dezember 2015 in 19.785.726 Stück nennwertlose Stammaktien und 19.785.726 Stück nennwertlose Vorzugsaktien ohne Stimmrecht eingeteilt. Eine Verbriefung ist ausgeschlossen. Der rechnerische Nennwert der Aktien beträgt daher je Gattung 1,00 €. Die Basis für die Gewinnausschüttung eines Geschäftsjahres ist der jeweilige handelsrechtliche Bilanzgewinn der Biotest AG.
Mit Schreiben vom 12. Februar 2008 teilte Frau Dr. Cathrin Schleussner der Biotest Gruppe mit, dass ihr Stimmrechtsanteil zu diesem Tag 50,03 % der Stimmrechte beträgt. Die Stimmrechte werden dabei über die OGEL GmbH, Frankfurt am Main, gehalten. Die OGEL GmbH wird als Unternehmen von Frau Dr. Cathrin Schleussner kontrolliert. Aufgrund der zum 1. Februar 2012 in Kraft getretenen Regelung des § 41 Abs. 4d WpHG haben der Biotest Gruppe am 22. Februar 2012 Herr Dr. Martin Schleussner, Frau Renate Schleussner und Herr Dr. Hans Schleussner mitgeteilt, dass zum 1. Februar 2012 ein entsprechend § 41 Abs. 4d WpHG mitteilungspflichtiger Stimmrechtsanteil von jeweils 50,27 % an der Biotest AG besteht. Der Landkreis Biberach hat der Biotest Gruppe per Mitteilung vom 26.03.2014 angezeigt, dass er 19,95 % der Stammaktien der Biotest AG hält. Die Aktien sind dem Landkreis gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen und werden über die Kreissparkasse Biberach gehalten.
Der Gewinnverwendungsvorschlag sieht für das Jahr 2015 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 1,2 Mio. € (i.Vj. 8,3 Mio. €) vor. Die Stammaktien erhalten eine Dividende in Höhe von 0,02 €/Aktie (i.Vj. 0,20 €/Aktie) und die Vorzugsaktien erhalten eine Dividende in Höhe von 0,04 €/Aktie (i.Vj. 0,22 €/ Aktie). Nach dem Aktiensplit am 15. Juli 2015 im Verhältnis 1:3 wurde die Vorjahreswerte der Dividende je Aktie mit der aktuellen Aktienanzahl berechnet, um die Zahlen vergleichbar zu machen. Die Vorzugsaktien sind derart ausgestaltet, dass auf sie nach Ausschüttungsbeschluss der Hauptversammlung eine Vorzugsdividende von 0,04 €/Aktie entfällt. Ferner erhalten die Vorzugsaktionäre eine Mehrdividende von 0,02 €/Aktie, sobald an die Stammaktionäre eine Dividende von mehr als 0,03 €/Aktie gezahlt wird. Erhalten die Vorzüge in einem Jahr keine Dividende, ist diese im Folgejahr nachzuholen. Fällt die Dividendenzahlung auch im zweiten Jahr aus, erhalten die Vorzugsaktien Stimmrecht (vgl. § 140 Abs. 2 AktG).
Der Vorstand der Biotest AG wurde durch die Hauptversammlung vom 7. Mai 2015 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 6. Mai 2020 eigene Stamm- und/oder Vorzugsaktien bis zu 10 % des damaligen Grundkapitals in Höhe von 33,8 Mio. € zu erwerben.
Die Kapitalrücklage beträgt 219,8 Mio. € (i.Vj. 225,6 Mio. €). Die Veränderung der Kapitalrücklage ist auf die im Zuge des Aktiensplits durchgeführte Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln zurückzuführen.
Das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie ermittelt sich, indem der auf Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallende Gewinn durch den gewichteten Durchschnitt der Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien dividiert wird. Bei der Biotest AG entspricht das verwässerte jeweils dem unverwässerten Ergebnis.
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Ergebnis nach Steuern | -82,5 | 19,2 |
| Mehrdividende auf Vorzugsaktien | -0,4 | -0,4 |
| Um Mehrdividendenansprüche bereinigtes Ergebnis | -82,9 | 18,8 |
| Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien (entspricht gewichtetem Durchschnitt) | 39.571.452 | 39.571.452 |
| Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Stammaktie in € | -2,10 | 0,48 |
| Mehrdividendenanspruch je Vorzugsaktie in € | 0,02 | 0,02 |
| Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Vorzugsaktie in € | -2,08 | 0,50 |
Nach dem Aktiensplit am 15. Juli 2015 im Verhältnis 1:3 wurden die Vorjahreswerte beim Ergebnis je Aktie gemäß IAS 33.26 mit der aktuellen Aktienanzahl berechnet.
Im Zeitraum zwischen dem Bilanzstichtag und der Genehmigung des Konzernabschlusses haben keine weiteren Transaktionen mit Stammaktien oder potenziellen Stammaktien stattgefunden.
11 RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN
Die Zusagen basieren auf der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der Mitarbeiter. Die Pensionsverpflichtungen betreffen im Wesentlichen Mitarbeiter der deutschen Gesellschaften. Bei den ähnlichen Verpflichtungen handelt es sich um ausländische Verpflichtungen, die beim Eintritt in den Ruhestand als Einmalzahlung fällig werden und um Verpflichtungen des Biotest Vorsorge-Sparplans. Bei diesen Plänen handelt es sich um freiwillige Pensionspläne ohne regulatorische oder gesetzliche Verpflichtungen. Die Höhe der Pensionsverpflichtungen ist abhängig von der Zinsentwicklung sowie der Lebenserwartung der Planteilnehmer.
Im Rahmen eines Contractual Trust Arrangements (CTA) hält im Geschäftsjahr 2015 ein Treuhänder, der Biotest Vorsorge Trust e.V., Vermögen in Höhe von 3,1 Mio. € (i.Vj. 2,8 Mio. €) zur externen Insolvenzsicherung von Teilen der betrieblichen Altersversorgung. Da die übertragenen Mittel als Planvermögen im Sinne von IAS 19 zu qualifizieren sind, wurden Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen mit den übertragenen Vermögenswerten saldiert. Dadurch mindern sich die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen entsprechend.
Die Schuld aus der leistungsorientierten Verpflichtung setzt sich wie folgt zusammen.
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung | ||
| aus Pensionsplänen | 71,0 | 76,2 |
| aus ähnlichen Verpflichtungen | 5,6 | 5,1 |
| 76,6 | 81,3 | |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | ||
| zu Pensionsplänen | 2,4 | 2,4 |
| zu ähnlichen Verpflichtungen | 1,6 | 1,4 |
| 4,0 | 3,8 | |
| Schuld aus der leistungsorientierten Verpflichtung | ||
| aus Pensionsplänen | 68,6 | 73,8 |
| aus ähnlichen Verpflichtungen | 4,0 | 3,7 |
| 72,6 | 77,5 |
Die Kosten für leistungsorientierte Pläne setzen sich aus folgenden Komponenten zusammen:
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Laufender Dienstzeitaufwand | 4,3 | 3,5 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0,7 | 0,7 |
| Nettozinsaufwendungen | 1,3 | 2,0 |
| Erfolgswirksam erfasste Aufwendungen | 6,3 | 6,2 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen | -1,6 | 0,8 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus der Veränderung der finanziellen Annahmen | -6,1 | 15,4 |
| Ertrag aus Planvermögen (ohne Beträge, die in den Nettozinsaufwendungen enthalten sind) | 0,1 | 0,1 |
| Erfolgsneutral erfasste Neubewertungen | -7,6 | 16,3 |
| Kosten für leistungsorientierte Pläne | -1,3 | 22,5 |
Im Geschäftsjahr 2015 werden versicherungsmathematische Gewinne in Höhe von 7,6 Mio. € (i.Vj. Verluste in Höhe von 16,3 Mio. €) erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Insgesamt wurden bisher versicherungsmathematische Verluste in Höhe von 25,2 Mio. € (i.Vj. 32,8 Mio. €) erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Die folgende Tabelle zeigt die Überleitungsrechnung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO):
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung zum 1. Januar | 81,3 | 61,4 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 4,3 | 3,5 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0,7 | 0,7 |
| Zinsaufwand | 1,4 | 2,1 |
| In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwendungen | 6,4 | 6,3 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (i.Vj. Verluste) aus erfahrungsbedingten Anpassungen | -1,6 | 0,8 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (i.Vj. Verluste) aus der Veränderung der finanziellen Annahmen | -6,1 | 15,4 |
| In der Gesamtergebnisrechnung erfasste Neubewertungen | -7,7 | 16,2 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | -3,4 | -2,2 |
| Umbuchungen | - | -0,4 |
| Barwert der leistungsorientierte Verpflichtung zum 31. Dezember | 76,6 | 81,3 |
In der folgenden Tabelle ist die Überleitungsrechnung des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens dargestellt:
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 1. Januar | 3,8 | 2,3 |
| Zinsertrag | 0,1 | 0,1 |
| In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwendungen | 0,1 | 0,1 |
| Erträge aus Planvermögen (ohne Beträge, die in den Nettozinsaufwendungen enthalten sind) | -0,1 | -0,1 |
| In der Gesamtergebnisrechnung erfasste Neubewertungen | -0,1 | -0,1 |
| Beiträge des Arbeitgebers | 0,2 | 1,5 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31. Dezember | 4,0 | 3,8 |
Die folgenden Auszahlungen werden in den folgenden Jahren aus den bestehenden Pensionsverpflichtungen erwartet:
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| In den nächsten 12 Monaten | 3,4 | 3,4 |
| Zwischen 2 und 5 Jahren | 14,5 | 14,4 |
| Zwischen 5 und 10 Jahren | 21,5 | 20,0 |
| Nach 10 Jahren | 79,9 | 79,9 |
| Summe der erwarteten Auszahlungen | 119,3 | 117,7 |
Zum 31. Dezember 2015 beträgt die durchschnittlich gewichtete Laufzeit der leistungsorientierten Pensionspläne 13,2 Jahre (i.Vj. 13,4 Jahre).
Zum Bilanzstichtag war das Planvermögen in die folgenden Vermögenskategorien investiert:
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Rückdeckungsversicherungen | 0,9 | 1,0 |
| Zahlungsmittel | 2,8 | 2,5 |
| Fondsanteile | 0,3 | 0,3 |
| 4,0 | 3,8 |
Der Berechnung liegen folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:
scroll
| in % | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Abzinsungssatz am 31. Dezember | 1,8 - 2,6 | 1,4 - 2,1 |
| Erwartete Rendite auf das Planvermögen | 2,6 | 2,1 |
| Steigerungsrate für Lohn und Gehalt | 3,4 | 3,4 |
| Rentensteigerungssatz | 1,8 | 2,0 |
| Fluktuationsrate | 0,0 - 7,3 | 0,0 - 6,9 |
Mit Ausnahme des Abzinsungssatzes basieren die versicherungsmathematischen Annahmen auf historischen Erfahrungswerten. Der Rentensteigerungssatz wurde aufgrund der anhaltenden Niedrigzinssituation und der sich abzeichnenden Preissteigerungen (Verbraucherpreisindex) auf 1,8 % angepasst.
Gemäß IAS 19.145 sind bei der Sensitivitätsanalyse die Auswirkungen von möglichen Parameteränderungen der bei der Berechnung der Pensionsverbindlichkeiten zugrunde liegenden Annahmen darzustellen. Hierbei sind nur Änderungen zu betrachten, mit denen im folgenden Geschäftsjahr realistisch zu rechnen ist.
Als wesentliche Annahmen werden der Rechnungszinssatz, der Gehaltstrend, der Rententrend und die Lebenserwartung angesehen. Diese Parameter werden mit Angabe der Parameteränderungen und deren Ergebnisse der Barwertberechnung in der folgenden Übersicht zum 31. Dezember 2015 dargestellt.
scroll
| Auswirkungen auf die Pensionsverpflichtung | ||
|---|---|---|
| Parameter | Parameteränderung | in Millionen € |
| --- | --- | --- |
| Rechnungszinssatz | Erhöhung um 50 Basispunkte | -4,7 |
| Rechnungszinssatz | Senkung um 50 Basispunkte | 5,2 |
| Gehaltstrend | Erhöhung um 50 Basispunkte | 1,1 |
| Gehaltstrend | Senkung um 50 Basispunkte | -1,1 |
| Rententrend | Erhöhung um 100 Basispunkte | 6,6 |
| Rententrend | Senkung um 100 Basispunkte | -5,6 |
| Lebenserwartung | Erhöhung um ein Jahr | 2,9 |
Im Geschäftsjahr wurden 8,2 Mio. € (i.Vj. 7,7 Mio. €) als Aufwand für beitragsorientierte Versorgungspläne erfasst.
Die Aufwendungen aus beitragsorientierten Pensionsplänen gliedern sich wie folgt auf:
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Beitragsorientierte Pläne des Unternehmens | 1,4 | 1,0 |
| Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung | 6,8 | 6,7 |
| 8,2 | 7,7 |
12 SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
scroll
| in Millionen € | Personalbezogene Rückstellungen | Prozessrisiken | Rückstellungen für Absatzverträge | Übrige | Gesamt | davon kurzfristig |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand zum 31. Dezember 2014 | 10,0 | 2,3 | 6,4 | 11,1 | 29,8 | 23,5 |
| Zuführungen | 8,1 | 2,9 | 5,0 | 7,0 | 23,0 | |
| Inanspruchnahme | 7,3 | 1,1 | 5,9 | 2,3 | 16,6 | |
| Auflösungen | 1,8 | - | 0,5 | 0,4 | 2,7 | |
| Umbuchungen | 0,4 | -0,1 | - | -0,3 | - | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 0,2 | - | 0,2 | 0,3 | 0,7 | |
| Aufzinsung | -0,1 | - | - | - | -0,1 | |
| Stand zum 31. Dezember 2015 | 9,5 | 4,0 | 5,2 | 15,4 | 34,1 | 27,5 |
Die personalbezogenen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für Erfolgsbeteiligungen, das Long Term Incentive-Programm, Jubiläen, Abfindungen und Beiträge zur Berufsgenossenschaft. Die Rückstellungen aus dem Long Term Incentive-Programm werden in Kapitel F1 detailliert erläutert.
Die Rückstellungen für Prozessrisiken sind im Kapitel F12 noch einmal detailliert erläutert.
Die Rückstellungen für Absatzverträge beinhalten insbesondere Rückstellungen für ausstehende Boni, Rabatte und Gutschriften.
Die übrigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für Garantien und ähnliche Sachverhalte.
In den Zuführungen des Geschäftsjahres 2015 sind im Wesentlichen Zuführungen zu Rückstellungen für die Erfolgsbeteiligungen der Mitarbeiter in Höhe von 6,2 Mio. € (i.Vj. 5,0 Mio. €), Rückstellungen für das Long Term Incentive-Programm in Höhe von 0,3 Mio. € (i.Vj. 1,3 Mio. €) sowie Rückstellungen wegen Prozessrisiken in Höhe von 2,9 Mio. € (i.Vj. 1,3 Mio. €) enthalten.
Die Auflösungen der sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen mit einem Betrag in Höhe von 1,3 Mio. € (i.Vj. 0,4 Mio. €) Rückstellungen für das Long Term Incentive-Programm und in Höhe von 0,4 Mio. € (i.Vj. 0,6 Mio. €) Rückstellungen für die Erfolgsbeteiligungen der Mitarbeiter.
13 FINANZVERBINDLICHKEITEN
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Langfristige Verbindlichkeiten | ||
| Schuldscheindarlehen | 218,9 | 213,6 |
| Unbesicherte Darlehensverbindlichkeiten ohne Nachrang | 112,9 | 109,8 |
| Unbesicherte nachrangige Darlehensverbindlichkeiten | - | 1,3 |
| Unbesicherte sonstige Darlehen | - | 1,1 |
| Langfristiger Anteil der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 3,7 | - |
| 335,5 | 325,8 | |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | ||
| Schuldscheindarlehen | 0,3 | 0,5 |
| Unbesicherte Darlehensverbindlichkeiten ohne Nachrang | 4,3 | 1,3 |
| Unbesicherte nachrangige Darlehensverbindlichkeiten | 1,3 | 2,5 |
| Unbesicherte sonstige Darlehen | 3,1 | 1,8 |
| Kurzfristiger Anteil der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 0,1 | 0,0 |
| 9,1 | 6,1 |
Den Kern der Finanzierung bildet zum Abschlussstichtag das im Oktober 2013 abgeschlossene Schuldscheindarlehen in Höhe von 210 Mio. €, das aus den folgenden Tranchen besteht:
scroll
| Schuldscheindarlehen | Währung | Laufzeit | Verzinsung |
|---|---|---|---|
| Tranche 1 | EUR | 5 Jahre | fixer Zins |
| Tranche 2 | EUR | 5 Jahre | variabler Zins |
| Tranche 3 | USD | 5 Jahre | variabler Zins |
| Tranche 4 | EUR | 7 Jahre | fixer Zins |
| Tranche 5 | EUR | 7 Jahre | variabler Zins |
| Tranche 6 | EUR | 10 Jahre | fixer Zins |
Ein weiterer Bestandteil der Finanzierung bilden Darlehen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit einem Volumen von 118,5 Mio. € (i.Vj. 115,6 Mio. €).
Der aus den Energieeffizienzdarlehen resultierende Zuwendungsbetrag in Höhe von 0,8 Mio. € wurde im Vorjahr in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen und wird über die Nutzungsdauer der Vermögenswerte aufgelöst. Zum Stichtag 31. Dezember 2015 beträgt der Zuwendungsbetrag noch 0,7 Mio. €.
Darüber hinaus hat die Biotest Gruppe im Vorjahr vier Innovationsdarlehen in Höhe von insgesamt 20 Mio. € von der KfW zugesagt bekommen. Diese Darlehen waren zum Stichtag 31. Dezember 2015 in Höhe von 7,4 Mio. € gezogen. Für die Ziehungen müssen Entwicklungskosten in entsprechender Höhe nachgewiesen werden.
Von den zugesagten bilateralen Kreditlinien bleiben zum 31. Dezember 2015 99,3 Mio. € (i.Vj. 118,2 Mio. €) ungenutzt.
Informationen über die Absicherung der Währungskurs- und Zinsrisiken sind in Kapitel F4 Finanzrisikomanagement zu finden.
Die Konditionen und Tilgungsmodalitäten der Finanzverbindlichkeiten sowie ihre Fälligkeitsstruktur sind im Folgenden dargestellt:
scroll
| 2015 (in Millionen €) | Gesamt | Restlaufzeit < 1 Jahr | Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre | Restlaufzeit > 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| Schuldscheindarlehen: | ||||
| Euro -fest zu 2,3 bis 3,8 % | 104,8 | 0,3 | 84,5 | 20,0 |
| Euro -variabel zu 1,0 % | 68,5 | - | 68,5 | - |
| USD -variabel zu 1,2 % | 45,9 | - | 45,9 | - |
| Sonstige Darlehen: | ||||
| USD -fest zu 1,2 bis 5,8 % | 2,9 | 2,9 | - | - |
| Euro -fest zu 4,0 bis 6,0 % | 0,2 | 0,2 | - | - |
| Unbesicherte nachrangige Darlehensverbindlichkeiten: | ||||
| Euro -fest zu 3,6 % | 1,3 | 1,3 | - | - |
| Unbesicherte Darlehensverbindlichkeiten ohne Nachrang: | ||||
| Euro -fest zu 0,6 bis 3,8 % | 117,2 | 4,3 | 58,2 | 54,7 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing: | ||||
| Euro -fest zu 2,5 % | 3,8 | 0,1 | 0,7 | 3,0 |
| 344,6 | 9,1 | 257,8 | 77,7 |
Die Konditionen und Tilgungsmodalitäten der Finanzverbindlichkeiten des Vorjahres sowie ihre Fälligkeitsstruktur gliedern sich wie folgt:
scroll
| 2014 (in Millionen €) | Gesamt | Restlaufzeit < 1 Jahr | Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre | Restlaufzeit > 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| Schuldscheindarlehen: | ||||
| Euro -fest zu 2,3 bis 3,8 % | 104,2 | 0,3 | 28,5 | 75,4 |
| Euro -variabel zu 1,2 % | 68,6 | 0,1 | 24,5 | 44,0 |
| USD -variabel zu 1,4 % | 41,3 | 0,1 | 41,2 | - |
| Sonstige Darlehen: | ||||
| USD -fest zu 1,2 bis 1,7 % | 2,7 | 1,6 | 1,1 | - |
| Euro -fest zu 6,0 % | 0,2 | 0,2 | - | - |
| Unbesicherte nachrangige Darlehensverbindlichkeiten: | ||||
| Euro -fest zu 3,6 % | 3,8 | 2,5 | 1,3 | - |
| Unbesicherte Darlehensverbindlichkeiten ohne Nachrang: | ||||
| Euro -fest zu 0,9 bis 3,8 % | 111,1 | 1,3 | 45,0 | 64,8 |
| 331,9 | 6,1 | 141,6 | 184,2 |
Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden wie folgt getilgt:
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Zahlung | Zinsen | Tilgung | Zahlung | Zinsen | Tilgung | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Fällig in < 1 Jahr | 0,2 | 0,1 | 0,1 | - | - | - |
| Fällig in 1 Jahr bis 5 Jahren | 1,0 | 0,3 | 0,7 | - | - | - |
| Fällig in > 5 Jahren | 3,5 | 0,5 | 3,0 | - | - | - |
| 4,7 | 0,9 | 3,8 | - | - | - |
Die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen zum Abschlussstichtag in Höhe von 4,7 Mio. € (i.Vj. 0,0 Mio. €) entspricht einem Barwert in Höhe von 3,8 Mio. € (i.Vj. 0,0 Mio. €).
Die Biotest Gruppe hat keine Mietverträge abgeschlossen, aus denen Eventualmietzahlungen resultieren könnten.
Für sämtliche zum Abschlussstichtag bestehende Darlehen wurden keine Sicherheiten gestellt und keine Finanzkennzahlen vereinbart.
Die Nettoverschuldung beträgt zum Abschlussstichtag 170,9 Mio. € (i.Vj. 92,8 Mio. €) und lässt sich wie folgt herleiten:
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 340,8 | 331,9 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 3,8 | - |
| 344,6 | 331,9 | |
| Bestand an liquiden Mitteln | 53,8 | 179,4 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 119,9 | 54,7 |
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | - | 5,0 |
| 173,7 | 239,1 | |
| Nettoverschuldung | 170,9 | 92,8 |
Überschüssige Liquidität, die für 3 bis 12 Monate fristenkongruent zum Investitionsplan angelegt wurde, wird in den sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen.
14 SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Provisionsverbindlichkeiten | 21,8 | 24,8 |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten | 2,2 | 2,6 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen sozialer Sicherheit | 2,1 | 1,4 |
| Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuern | 1,9 | 2,3 |
| Rechnungsabgrenzungen | 1,8 | 0,8 |
| Erhaltene Anzahlungen von assoziierten Unternehmen | 1,7 | - |
| Abgegrenzte Verbindlichkeiten | 1,5 | 1,3 |
| Erhaltene Anzahlungen | 0,4 | 1,3 |
| Verbindlichkeiten aus Lohnsteuern | 0,2 | 0,3 |
| Übrige Verbindlichkeiten | 0,4 | 0,4 |
| 34,0 | 35,2 |
In diesem Geschäftsjahr bestehen sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 2,2 Mio. € (i.Vj. 2,5 Mio. €) mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr.
F. SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN
1 LONG TERM INCENTIVE-PROGRAMM
Die Biotest AG verfolgt eine an den Interessen der Aktionäre ausgerichtete Geschäftspolitik im Sinne des Shareholder Value-Prinzips, die die langfristige Wertsteigerung der Biotest Gruppe fördert. Die Gesellschaft hat deshalb in 2006 mit Zustimmung des Aufsichtsrats entschieden, ein Long Term Incentive-Programm (LTIP) einzuführen, das mit der Zustimmung des Aufsichtsrats jährlich fortgesetzt werden kann.
In 2009 wurde mit Zustimmung des Aufsichtsrats entschieden, das Long Term Incentive-Programm mit dem LTIP 2009 in 2009 fortzusetzen. In den Folgejahren (2010 bis 2015) wurde das in 2009 aufgesetzte LTIP um jeweils eine Tranche erweitert. Für das LTIP 2009 musste ein weiteres Eigeninvestment seitens der berechtigten Teilnehmer erbracht werden. Wie bereits in den vorherigen LTIPs kann das Eigeninvestment aus der ersten Tranche 2009 auf jede neue Tranche angerechnet werden.
Die Werte in der Darstellung der Tranchen 2013, 2014 und 2015 beziehen sich auf alle Mitarbeiter, die berechtigt sind, an dem Programm teilzunehmen.
LONG TERM INCENTIVE-PROGRAMM 2009/TRANCHE 2013, 2014, 2015 (LTIP 2013, 2014, 2015)
Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Eigeninvestment des Teilnehmers durch den Kauf von Vorzugsaktien der Biotest AG. Das Eigeninvestment besteht aus der Addition von neu im Rahmen vom LTIP zu erwerbenden Vorzugsaktien ("Neuinvestment") und einer vom Neuinvestment abhängigen Anzahl von zusätzlich einzubringenden Vorzugsaktien ("Zusatzinvestment").
Um an den einzelnen Tranchen des LTIP 2009 teilzunehmen, ist jeder berechtigte Teilnehmer verpflichtet, als Zusatzinvestment 50 % der Anzahl der im Rahmen des Neuinvestments erworbenen Vorzugsaktien zusätzlich bereitzustellen. Die Berechtigten können Vorzugsaktien, die sie im Rahmen früherer Tranchen des LTIP 2009 erworben und/oder eingebracht haben, als Neuinvestment und/oder Zusatzinvestment für die jeweilige Tranche des LTIP 2009 einbringen. Ausschließlich das Neuinvestment fließt in die Berechnung der Incentive-Zahlung ein.
Das gesamte Eigeninvestment in Vorzugsaktien ist mindestens solange im Depot zu halten, bis die Incentive-Zahlung geleistet wird. Bei den Teilnehmern der Tochtergesellschaft Biotest Pharmaceuticals Corporation ist aus rechtlichen Gründen, die speziell aus dem Recht der USA resultieren, ein Eigeninvestment nicht erforderlich. Die Incentive-Zahlung wurde dabei um 15 % niedriger angesetzt als bei Berechtigten der Biotest AG.
Nach Ablauf des Programms erhält jeder Berechtigte nach der Hauptversammlung für das betroffene Geschäftsjahr eine Incentive-Zahlung in bar, die abhängig ist vom Neuinvestment, dem Fixgehalt zum 1. Oktober des jeweiligen Startjahres der Tranche sowie der Erreichung zweier Erfolgsziele. Den Erfolgszielen sind Faktoren zugeordnet, die beide mit dem Neuinvestment multipliziert werden.

Die Höhe der Erfolgsfaktoren ergibt sich daraus, in welchem Umfang das Unternehmen vereinbarte Erfolgsziele erreicht hat.
Das Erfolgsziel 1 ist in allen Tranchen identisch und umfasst die Entwicklung des Aktienkurses im Vergleich zu einem relevanten Vergleichsparameter. Hierzu wird die Performance der Vorzugsaktie der Biotest AG mit der Kursentwicklung der im Börsensegment SDAX gelisteten Aktien verglichen.
scroll
| Erfolgsfaktor 1 | Position zur Benchmark (Aktien SDAX) |
|---|---|
| maximal 0,05 | gleich oder besser als 3. Quartil und mindestens 15 % absolute Kurssteigerung auf den Vergleichsparameter |
| 0,04 | gleich oder besser als 3. Quartil |
| 0,02 | gleich Median |
| 0,01 | gleich 1. Quartil oder mindestens 25 % absolute Kurssteigerung |
| 0,00 | schlechter als 1. Quartil und weniger als 25 % absolute Kurssteigerung |
Grundvoraussetzung für das Erfolgsziel 1 ist, dass im Geschäftsjahr, in dem die jeweilige Tranche ausläuft, ein Konzernergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) in Höhe von mindestens 15,0 Mio. € erreicht wird. Bleibt das EBIT unter 15,0 Mio. €, ist der Faktor auf jeden Fall 0.
Das Erfolgsziel 2 bezieht sich auf die durchschnittlich erreichte EBIT-Marge auf Konzernebene in den Jahren der Laufzeit der jeweiligen Tranche. Hierzu wird aus den jährlichen EBIT-Margen die Summe gebildet und diese durch drei geteilt.
Auch der Erfolgsfaktor 2 ist an eine weitere Grundvoraussetzung geknüpft. Der Faktor wird nur wirksam, wenn sich der Kurs der Biotest-Vorzugsaktie während der Laufzeit besser entwickelt hat als das 1. Quartil der SDAX-Aktien beziehungsweise um mindestens 25 % absolut gestiegen ist. Die Berechnung erfolgt analog zum Erfolgsfaktor 1.
scroll
| Erfolgsfaktor 2 | Durchschnittliche EBIT-Marge 2013-2015 (LTIP 2013) | Durchschnittliche EBIT-Marge 2014 - 2016 (LTIP 2014) | Durchschnittliche EBIT-Marge 2015 - 2017 (LTIP 2015) |
|---|---|---|---|
| maximal 0,05 | besser als 13,4 % | besser als 14,4 % | besser als 12,0 % |
| 0,04 | gleich 13,4 % | gleich 13,5 % | gleich 11,0 % |
| 0,02 | gleich 11,9 % | gleich 12,25 % | gleich 9,13 % |
| 0,01 | gleich 10,9 % | gleich 11,95 % | gleich 8,73 % |
| 0,00 | unter 10,15 % | unter 11,60 % | unter 8,39 % |
Bei einer Zielerreichung zwischen den angegebenen Werten wird der jeweilige Faktor durch lineare Interpolation bestimmt.
Sind beide Performance-Kriterien erfüllt, so werden nach Ablauf des Performance-Zeitraums mindestens 1 % und maximal 10 % des Jahresfixgehalts per 1. Oktober des Startjahres der jeweiligen Tranche bei einem Neuinvestment von 100 Aktien ausgezahlt.
Die Teilnahme an den jeweiligen Tranchen des LTIP 2009 stellt sich inklusive der Vorstandsmitglieder wie folgt dar:
scroll
| LTIP 2013 | LTIP 2014 | LTIP 2015 | |
|---|---|---|---|
| Anzahl der Teilnehmer | 97 | 106 | 115 |
| Neuinvestment in Vorzugsaktien | 23.005 | 25.475 | 25.290 |
| Anzahl der den BPC-Mitarbeitern virtuell zugeordneten Vorzugsaktien | 4.725 | 5.550 | 6.100 |
Die Bewertung wurde mit Hilfe der Monte Carlo-Simulation durch externe Gutachter (Towers Watson, Frankfurt am Main) durchgeführt. In der Bewertung der Market Conditions sowie der Non-Market Conditions nach IFRS 2 "Aktienbasierte Vergütung" werden Bedingungen, die die Incentive-Zahlung beeinflussen, am Markt aber nicht zu beobachten sind, von den beobachtbaren Marktkonditionen getrennt. Die Ermittlung für die Market Conditions wird in einer Bewertung des Fair Value vorgenommen.
Alle nicht direkt beobachtbaren Marktparameter werden durch statistische Schätzungen ermittelt. Für die Schätzung der Volatilitäten werden historische Marktdaten für die Bewertung herangezogen. Der anzusetzende risikolose Marktzinssatz wird auf der Grundlage der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Parameter nach der Svensson-Methode ermittelt. Zur Ermittlung der Anzahl der voraussichtlich während des Zeitraums aus dem Programm ausscheidenden Personen wurde die Fluktuationsrate der begünstigten Mitarbeiter mit 4 % angenommen. Die Berücksichtigung der Non-Market Conditions erfolgt durch Addition des Erfolgsfaktors 2, der auf Basis von Planungsrechnungen ermittelt wird.
Die Erfolgsfaktoren stellen sich pro 100 Vorzugsaktien und 100 € Fixum wie folgt dar:
scroll
| LTIP 2013 | LTIP 2014 | LTIP 2015 | |
|---|---|---|---|
| Fair Value zum Gewährungszeitpunkt | 2,689 | 2,080 | 1,124 |
| Fair Value zum Bilanzstichtag | - | 1,000 | 1,000 |
| Summe der Erfolgsfaktoren im Geschäftsjahr | - | 1,000 | 1,000 |
| Summe der Erfolgsfaktoren im Vorjahr | 4,28 | 2,502 | - |
Aus der Verteilung des Gesamtaufwands der jeweiligen Tranche über deren Laufzeit ergeben sich für das Geschäftsjahr folgende Rückstellungen und Periodenaufwendungen:
scroll
| in Millionen € | LTIP 2013 | LTIP 2014 | LTIP 2015 |
|---|---|---|---|
| Rückstellung zum Bilanzstichtag | - | 0,3 | 0,1 |
| Periodenaufwand des Geschäftsjahres | -1,3 | - | 0,1 |
Im Geschäftsjahr 2015 sind fünf Personen mit einem Neuinvestment bzw. virtuellem Investment von 3.288 Vorzugsaktien aus der Biotest Gruppe ausgeschieden. Daraus ergab sich ein Ertrag von 0,1 Mio. €.
LONG TERM INCENTIVE-PROGRAMM 2009/TRANCHEN 2012 (LTIP 2012)
Die Tranche 2012 des Long Term Incentive-Programms wurde im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2012 ausführlich beschrieben.
Für die Tranche 2012 kam es im Geschäftsjahr 2015 zu einer Auszahlung von 2,4 Mio. €.
WEITERE ALLGEMEINE ANGABEN ZUM LTIP
Der Anspruch auf eine Incentive-Zahlung verfällt bei dem Programm und allen Tranchen, wenn das Beschäftigungsverhältnis -gleich aus welchem Grunde -innerhalb der Biotest Gruppe endet (außer bei Ruhestand, Vorruhestand, Altersteilzeit, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit).
Der Teilnehmer erhält eine anteilige Incentive-Zahlung bei einem Kontrollwechsel, bei dem mindestens 30 % der Stimmrechte auf einen Aktionär übergehen, der vorher noch nicht über diese Stimmrechte verfügen konnte, bei Delisting vom amtlichen Markt, bei einer Verschmelzung oder einem Formwechsel der Obergesellschaft oder einem Ausscheiden des Unternehmens, in dem der Teilnehmer beschäftigt ist, aus dem Beteiligungskreis der Obergesellschaft.
2 FINANZINSTRUMENTE
2.1 KLASSIFIKATION DER FINANZINSTRUMENTE
Die Biotest Gruppe klassifiziert die Finanzinstrumente entsprechend ihrer Bilanzierung. Die Unterscheidung basiert auf dem Wertansatz. Dementsprechend werden die finanziellen Vermögenswerte und die finanziellen Verbindlichkeiten unterteilt in zu fortgeführten Anschaffungskosten und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie die Derivate bilden eine eigenständige Klasse.
In eine Klasse können verschiedene Bilanzposten einfließen. Die Biotest Gruppe klassifiziert die Finanzinstrumente wie folgt:
scroll
| Klasse der Finanzinstrumente | Bilanzposten | Bewertungskategorie |
|---|---|---|
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | keine |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte Vermögenswerte | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | LaR |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | LaR | |
| Sonstige Vermögenswerte | LaR | |
| Zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Vermögenswerte | Sonstige finanzielle Vermögenswerte | FAFVtPL |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte Verbindlichkeiten | Finanzverbindlichkeiten | FLAC |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | FLAC | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | FLAC | |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte Verbindlichkeiten | Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | keine |
| Derivate | Sonstige finanzielle Vermögenswerte | FAHfT |
| Sonstige Verbindlichkeiten | FLHfT |
Die Bewertungskategorien nach IAS 39 werden wie folgt abgekürzt: Kredite und Forderungen/Loans and Receivables (LaR), bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen/Held to Maturity (HtM), zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte/Financial Assets at Fair Value through Profit and Loss (FAFVtPL), zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte / Financial Assets Held for Trading (FAHfT), zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten/ Financial Liabilities Held for Trading (FLHfT) und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten/ Financial Liabilities at Amortised Cost (FLAC).
Im Geschäftsjahr 2015 wurde wie im Vorjahr keine Reklassifizierung der Finanzinstrumente vorgenommen.
2.2 ÜBERLEITUNG BILANZPOSTEN ZU BEWERTUNGSKATEGORIEN SOWIE DEREN WERTANSÄTZE UND BEIZULEGENDE ZEITWERTE
scroll
| in Millionen € | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bilanzposten | Bewertungs- kategorie nach IAS 39 |
Buchwert zum 31. Dezember 2015 | Fortgeführte Anschaf- fungs- kosten |
Anschaf- fungs- kosten |
Erfolgs- neutral zum beizu- legenden Zeitwert |
Erfolgs- wirksam zum beizu- legenden Zeitwert |
Wertansatz in der Bilanz nach IAS 17 | Beizule- gender Zeitwert zum 31. Dezember 2015 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktiva | ||||||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | LaR | 173,9 | 173,9 | - | - | - | - | 173,9 |
| Sonstige Vermögenswerte | ||||||||
| Originäre finanzielle Vermögenswerte | LaR | 14,8 | 14,8 | - | - | - | - | 14,8 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | ||||||||
| Schuldscheindarlehen andere Finanzmittelanlagen | LaR | 120,6 | 120,6 | - | - | - | - | 120,7 |
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | FLHfT | 0,4 | - | - | - | 0,4 | - | 0,4 |
| Forderungen gegen assoziierte Unternehmen | LaR | 0,5 | - | - | - | - | - | 0,5 |
| Rentenfonds | FAFVtPL | 0,1 | - | - | - | 0,1 | - | 0,1 |
| Passiva | ||||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | FLAC | 53,1 | 53,1 | - | - | - | - | 53,1 |
| Finanzverbindlichkeiten | ||||||||
| Unbesicherte Bankverbindlichkeiten | FLAC | 337,7 | 337,7 | - | - | - | - | 343,7 |
| Sonstige unbesicherte Darlehen | FLAC | 3,1 | 3,1 | - | - | - | - | 3,1 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | n.a. | 3,8 | - | - | - | - | 3,8 | 3,8 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | ||||||||
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten | FLAC | 31,1 | 31,1 | - | - | - | - | 31,1 |
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | FLHfT | 2,2 | - | - | - | 2,2 | - | 2,2 |
scroll
| in Millionen € | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39 | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bilanzposten | Bewertungs- kategorie nach IAS 39 |
Buchwert zum 31. Dezember 2014 | Fortgeführte Anschaffungs- kosten |
Anschaffungs- kosten |
Erfolgs- neutral zum beizule- genden Zeitwert |
Erfolgs- wirksam zum beizu- legenden Zeitwert |
Wertansatz in der Bilanz nach IAS 17 | Beizu- legender Zeitwert zum 31. Dezember 2014 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktiva | ||||||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | LaR | 181,6 | 181,6 | - | - | - | - | 118,5 |
| Sonstige Vermögenswerte | ||||||||
| Originäre finanzielle Vermögenswerte | LaR | 12,8 | 12,8 | - | - | - | - | 12,8 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | ||||||||
| Schuldscheindarlehen andere Finanzmittelanlagen | LaR | 59,7 | 59,7 | - | - | - | - | 59,7 |
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | FLHfT | - | - | - | - | - | - | - |
| Forderungen gegen assoziierte Unternehmen | LaR | 1,0 | - | - | - | - | - | 1,0 |
| Rentenfonds | FAFVtPL | 0,2 | - | - | - | 0,2 | - | 0,2 |
| Passiva | ||||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | FLAC | 55,5 | 55,5 | - | - | - | - | 55,5 |
| Finanzverbindlichkeiten | ||||||||
| Unbesicherte Bankverbindlichkeiten | FLAC | 329,0 | 329,0 | - | - | - | - | 337,9 |
| Sonstige unbesicherte Darlehen | FLAC | 2,9 | 2,9 | - | - | - | - | 3,1 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | n.a. | - | - | - | - | - | - | - |
| Sonstige Verbindlichkeiten | ||||||||
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten | FLAC | 31,7 | 31,7 | - | - | - | - | 31,7 |
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | FLHfT | 2,6 | - | - | - | 2,6 | - | 2,6 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit einem Buchwert in Höhe von 53,8 Mio. € (i.Vj. 179,4 Mio. €) sind in der obigen Tabelle nicht enthalten, da diese Finanzinstrumente keiner Bewertungskategorie von IAS 39 zugeordnet sind.
2.3 AGGREGATION DER BEWERTUNGSKATEGORIEN SAMT WERTANSÄTZEN UND BEIZULEGENDER ZEITWERTE
scroll
| in Millionen € | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Kategorien | Bewertungs- kategorie nach IAS 39 |
Buchwert zum 31. Dezember 2015 | Fortgeführte Anschaffungs- kosten |
Anschaffungs- kosten |
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kredite und Forderungen | LaR | 309,8 | 309,8 | - | - |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | FAFVtPL | 0,1 | - | - | - |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte | FLHfT | 0,4 | - | - | - |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | FLAC | 425,0 | 425,0 | - | - |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten | FLHfT | 2,2 | - | - | - |
scroll
| in Millionen € | |||
|---|---|---|---|
| Kategorien | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 17 | Beizulegender Zeitwert zum 31. Dezember 2015 |
| --- | --- | --- | --- |
| Kredite und Forderungen | - | - | 309,9 |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | 0,1 | - | 0,1 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte | 0,4 | - | 0,4 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | - | - | 431,0 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten | 2,2 | 2,2 |
scroll
| in Millionen € | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Kategorien | Bewertungs- kategorie nach IAS 39 |
Buchwert zum 31. Dezember 2014 | Fortgeführte Anschaffungs- kosten |
Anschaffungs- kosten |
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kredite und Forderungen | LaR | 255,1 | 255,1 | - | - |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | FAFVtPL | 0,2 | - | - | - |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | FLAC | 419,1 | 419,1 | - | - |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten | FLHfT | 2,6 | - | - | - |
scroll
| in Millionen € | |||
|---|---|---|---|
| Kategorien | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 17 | Beizulegender Zeitwert zum 31. Dezember 2014 |
| --- | --- | --- | --- |
| Kredite und Forderungen | - | - | 255,3 |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | 0,2 | - | 0,2 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | - | - | 428,2 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten | 2,6 | - | 2,6 |
2.4 NETTOERGEBNISSE NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN
Im Folgenden ist das Nettoergebnis nach Bewertungskategorien für das Geschäftsjahr 2015 dargestellt:
scroll
| in Millionen € | aus der Folgebewertung | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kategorien | aus Zinsen | zum beizulegenden Zeitwert | Währungsumrechnung | Wertberichtigung | aus Abgang | Nettoergebnis 2014 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kredite und Forderungen | 0,4 | - | 5,3 | -1,5 | - | 4,2 |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen | - | - | - | - | - | |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | - | - | - | - | - | - |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte | - | 0,7 | - | - | - | 0,7 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten | - | -1,9 | - | - | - | -1,9 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | -6,5 | - | -2,5 | - | - | -9,0 |
| Gesamt | -6,1 | -1,2 | 2,8 | -1,5 | - | -6,0 |
Im Folgenden ist das Nettoergebnis nach Bewertungskategorien für das Vorjahr dargestellt:
scroll
| in Millionen € | aus der Folgebewertung | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kategorien | aus Zinsen | zum beizulegenden Zeitwert | Währungsumrechnung | Wertberichtigung | aus Abgang | Nettoergebnis 2014 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kredite und Forderungen | -0,2 | 3,6 | 0,6 | -0,1 | - | 3,9 |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen | - | - | - | - | - | |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | - | - | - | - | - | - |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte | - | - | - | - | - | - |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten | - | -2,5 | - | - | - | -2,5 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | -5,6 | -0,8 | -0,2 | - | - | -6,6 |
| Gesamt | -5,8 | 0,3 | 0,4 | -0,1 | - | -5,2 |
Alle Komponenten des Nettoergebnisses werden in den sonstigen Finanzaufwendungen beziehungsweise sonstigen Finanzerträgen erfasst. Ausnahme hierbei sind die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Diese werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
In dem Ergebnis aus der Folgebewertung der Finanzinstrumente, die der Bewertungskategorie zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zugeordnet sind, ist ein Verlust in Höhe von 1,2 Mio. € (i.Vj. ein Verlust in Höhe von 2,5 Mio. €) enthalten, der sowohl Zins- als auch Währungseffekte beinhaltet.
2.5 CASHFLOW IN ZEITBÄNDERN
Aus den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich vereinbarten, undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente mit positivem und negativem beizulegenden Zeitwert ersichtlich. Die zweite Tabelle enthält die Vergleichswerte für den Cashflow in Zeitbändern aus Sicht des vorigen Geschäftsjahres.
scroll
| in Millionen € | Cashflow in 2016 | Cashflow in 2017 | Cashflow in 2017 | Cashflow in 2018 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bilanzposten | Buchwert per 31. Dezember 2015 | fixierte Zinsen | variable Zinsen | Tilgung | fixierte Zinsen | variable Zinsen | Tilgung | fixierte Zinsen | variable Zinsen | Tilgung |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | -337,6 | -5,4 | -0,8 | -5,9 | -5,2 | -0,9 | -13,6 | -5,2 | -1,0 | -114,0 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | -3,8 | -0,1 | - | -0,1 | -0,1 | - | -0,2 | -0,1 | - | -0,2 |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | -3,2 | - | -0,1 | -3,2 | - | - | - | - | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -53,1 | - | - | -53,1 | - | - | - | - | - | - |
| Sonstige Verbindlichkeiten | -31,8 | - | - | -31,1 | - | - | - | - | - | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | -0,7 | - | - | -0,7 | - | - | - | - | - | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | -1,5 | -0,5 | - | - | -0,5 | - | - | -0,5 | - | - |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte: | ||||||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | 0,4 | - | - | 0,4 | - | - | - | - | - | - |
scroll
| in Millionen € | Cashflow in 2019 | Cashflow in 2019 | Cashflow in 2020 | Cashflow nach 2020 | Cashflow nach 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bilanzposten | fixierte Zinsen | variable Zinsen | Tilgung | fixierte Zinsen | variable Zinsen | Tilgung | fixierte Zinsen | variable Zinsen | Tilgung |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | |||||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | -3,7 | -0,7 | -14,7 | -3,2 | -0,7 | -114,7 | -3,4 | - | -74,7 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | -0,1 | - | -0,2 | -0,1 | - | -0,2 | -0,5 | - | -2,9 |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
| Sonstige Verbindlichkeiten | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | |||||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | -0,2 | - | - | -0,1 | - | - | - | - | - |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte: | |||||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
scroll
| in Millionen € | Cashflow in 2015 | Cashflow in 2016 | Cashflow in 2016 | Cashflow in 2017 | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bilanzposten | Buchwert per 31. Dezember 2014 | fixierte Zinsen | variable Zinsen | Tilgung | fixierte Zinsen | variable Zinsen | Tilgung | fixierte Zinsen | variable Zinsen | Tilgung |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | -329,0 | -4,3 | -1,8 | -4,3 | -4,4 | -1,8 | -4,9 | -4,3 | -1,8 | -13,8 |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | -2,9 | - | - | -1,8 | - | - | -1,2 | - | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -55,5 | - | - | -55,5 | - | - | - | - | - | - |
| Sonstige Verbindlichkeiten | -32,5 | - | - | -31,7 | - | - | - | - | - | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||||||
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | -0,8 | - | - | -0,8 | - | - | - | - | - | - |
scroll
| in Millionen € | Cashflow in 2018 | Cashflow in 2018 | Cashflow in 2019 | Cashflow nach 2019 | Cashflow nach 2019 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bilanzposten | fixierte Zinsen | variable Zinsen | Tilgung | fixierte Zinsen | variable Zinsen | Tilgung | fixierte Zinsen | variable Zinsen | Tilgung |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | |||||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | -4,2 | -1,8 | -108,0 | -3,4 | -0,7 | -13,8 | -5,8 | -0,7 | -185,6 |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
| Sonstige Verbindlichkeiten | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | |||||||||
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
In dieser Darstellung werden alle Instrumente, die am Bilanzstichtag im Bestand sind und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart sind, einbezogen. Planzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten gehen nicht ein. Fremdwährungsbeträge werden jeweils mit dem entsprechenden Stichtagskurs umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten werden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem 31. Dezember 2015 gefixten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet.
3 FAIR VALUE ERMITTLUNG
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen haben überwiegend Restlaufzeiten von unter einem Jahr. Aus diesem Grund entsprechen die Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten. Wertberichtigte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind ausschließlich hinsichtlich der Beurteilung des Ausfall-/ Kreditrisikos Level 3 zuzuordnen, da die Inputfaktoren wesentlich auf internen Einschätzungen hinsichtlich der Realisierbarkeit der jeweiligen Forderungen beruhen. Diese sind teilweise auf Klassifizierungen hinsichtlich des Alters der Forderung ("Aging"), der Herkunft des Schuldners ("Länderrisiken") bzw. einer Kombination aus den Faktoren zurückzuführen. Diese werden aus historischen Erfahrungswerten abgeleitet. Teilweise basieren die Einschätzungen auch auf individuellen Faktoren, wie z. B. die Kenntnis einer Insolvenz des betroffenen Kunden. Die Wertberichtigungsquote beträgt je nach Cluster bis zu 100 %.
Bei sonstigen langfristigen Forderungen sowie bei Finanzinvestitionen, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden und die somit Restlaufzeiten von über einem Jahr aufweisen, entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Barwerten der mit den Vermögenswerten verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Zinsparameter, welche markt- und partnerbezogene Veränderungen der Konditionen und Erwartungen reflektieren.
Für die finanziellen Vermögenswerte in den sonstigen Vermögenswerten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind, sind keine Marktpreise direkt beobachtbar. Die Bewertungen dieser Positionen erfolgen auf Basis von beobachtbaren Marktinformationen am Emissionszeitpunkt und Standard-Zinskurven. Die Zuordnung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt in der Hierarchiestufe 2.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten weisen regelmäßig Restlaufzeiten von unter einem Jahr auf. Daher stellen auch hier die Buchwerte näherungsweise die entsprechenden beizulegenden Zeitwerte dar.
Die beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve sowie der nach den einzelnen Währungen betrachteten Credit-Spread-Kurve bestimmt. Die Zuordnung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt in der Hierarchiestufe 2.
Zum 31. Dezember 2015 hat die Biotest Gruppe keine wesentliche als zur Veräußerung verfügbar kategorisierte Beteiligung im Bestand.
Bei den derivativen finanziellen Vermögenswerten bzw. Verbindlichkeiten (Zinsswaps und Devisengeschäften) wird eine Mark-to-Market-Bewertung auf Basis notierter Devisenkurse und am Markt erhältlicher Zinsstrukturkurven vorgenommen. Die Zuordnung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt in der Hierarchiestufe 2.
Die Zuordnung des beizulegenden Zeitwerts der Rentenfonds erfolgt in der Hierarchiestufe 1.
4 FINANZRISIKOMANAGEMENT
Biotest ist im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und den bestehenden internationalen Liefer- und Leistungsbeziehungen Währungs- und Zinsrisiken ausgesetzt.
Biotest nutzt derivative Finanzinstrumente zur Sicherung von Währungspositionen, um durch Wechselkursschwankungen bedingte Risiken zu minimieren. Darüber hinaus hat Biotest auch während des Geschäftsjahres Finanzinstrumente zur Zinssicherung eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente sind grundsätzlich dem Risiko sich ändernder Marktpreise ausgesetzt.
Biotest erfüllt die formalen Voraussetzungen nach IAS 39 für ein Hedge Accounting nicht vollumfänglich. Folglich wurden alle Gewinne und Verluste aus den Marktbewertungen der zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken eingesetzten derivativen Finanzinstrumente ergebniswirksam berücksichtigt.
Die Bilanzierung der Finanzinstrumente erfolgt mit dem Abschluss der entsprechenden Verträge. Die Finanzinstrumente werden ursprünglich zu Anschaffungskosten bilanziert und zum Bilanzstichtag zu den jeweiligen aktuellen Marktwerten bewertet. Die Ausbuchung der Finanzinstrumente erfolgt, wenn die aus dem Vertrag resultierenden Verpflichtungen beider Parteien erfüllt wurden oder bei Glattstellung des Instruments.
Der Ausweis der Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente erfolgt in der Bilanz unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten beziehungsweise unter den sonstigen Verbindlichkeiten. Zum 31. Dezember 2015 sind 0,4 Mio. € (i.Vj. 0,0 Mio. €) unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten und 2,2 Mio. € (i.Vj. 2,6 Mio. €) unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
KREDITRISIKEN
Das Kreditrisiko stellt das finanzielle Risiko dar, dass ein Vertragspartner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Durch ein fortlaufendes Forderungsmanagement wird dem Forderungsausfallrisiko begegnet. Die Bonität der Kunden wird bewertet, woraufhin das Zahlungsziel und die weiteren Konditionen festgelegt werden. Darüber hinaus werden Teile der Inlands- und ausgewählte Auslandsforderungen an Factoringunternehmen beziehungsweise Banken verkauft.
Länder mit einem Forderungsanteil von mehr als 10 % am Gesamtforderungswert sind der Iran und Saudi-Arabien. Für die Forderungen gegen Kunden in diesen Ländern wurden Wertberichtigungen in Höhe von 0,9 Mio. € (i. Vj. keine) gebildet.
Für bestimmte Kunden in ausgewählten Ländern bestehen Kreditversicherungen mit verschiedenen Gesellschaften. Der im Rahmen der bestehenden Kreditversicherungen vereinbarte Selbstbehalt beläuft sich auf bis zu 10 %.
Mögliche Ausfallrisiken für originäre Finanzinstrumente sind durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.
Für die Darstellung des maximalen Ausfallrisikos der originären finanziellen Vermögenswerte wird der jeweilige Buchwert als Äquivalent für das maximale Ausfallrisiko herangezogen:
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 173,9 | 181,6 |
| Sonstige Vermögenswerte | 14,8 | 12,8 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 121,2 | 60,9 |
MARKTRISIKEN
Marktpreisrisiken resultieren aus der Veränderung von Marktpreisen. Diese führen dazu, dass der beizulegende Zeitwert oder die künftigen Cashflows der Finanzinstrumente schwanken. Marktrisiken umfassen Währungsrisiken, Zinsrisiken und andere Preisrisiken.
WÄHRUNGSRISIKEN
Die Biotest Gruppe ist international tätig und infolgedessen einem Fremdwährungsrisiko ausgesetzt, dass auf den Wechselkursänderungen verschiedener Fremdwährungen basiert, hauptsächlich dem US-Dollar. Fremdwährungsrisiken entstehen aus erwarteten zukünftigen Transaktionen, bilanzierten Vermögenswerten und Schulden sowie Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe. Gegen identifizierbare zukünftige Währungsrisiken schützt sich die Biotest Gruppe grundsätzlich, wenn sie sich diesen ausgesetzt sieht. Des Weiteren wird sich selektiv gegen Risiken in der Bilanz abgesichert. Die Biotest Gruppe nutzt Möglichkeiten zum natürlichen Ausgleich von Währungsrisiken sowie Devisentermingeschäfte für das Management von Währungsrisiken.
Die Biotest Gruppe hat in den für den Konzern wesentlichen Fremdwährungen folgende Fremdwährungspositionen
scroll
| Fremdwährungsrisiko | USD | GBP | ||
|---|---|---|---|---|
| in Millionen € | 2015 | 2014 | 2015 | 2014 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Barreserve | 6,8 | 9,8 | 0,6 | 0,3 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 77,4 | 76,4 | 2,1 | 2,2 |
| sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte | 4,9 | 4,5 | 0,1 | 0,1 |
| sonstige derivative finanzielle Vermögenswerte | 0,3 | - | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -24,7 | -16,9 | -0,2 | -0,2 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | -48,9 | -44,0 | - | - |
| sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten | -7,7 | -12,3 | -0,1 | - |
| sonstige derivative finanzielle Verbindlichkeiten | -0,7 | -0,4 | - | - |
| Nettodarstellung | 7,4 | 17,1 | 2,5 | 2,4 |
scroll
| Fremdwährungsrisiko | HUF | RUB | ||
|---|---|---|---|---|
| in Millionen € | 2015 | 2014 | 2015 | 2014 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Barreserve | 1,1 | 0,4 | - | 0,6 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1,3 | 2,4 | 1,6 | 2,1 |
| sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte | 0,5 | 0,7 | 0,1 | - |
| sonstige derivative finanzielle Vermögenswerte | - | - | 0,1 | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -1,3 | -0,2 | - | - |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - | - | - | - |
| sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten | -0,5 | -0,4 | - | |
| sonstige derivative finanzielle Verbindlichkeiten | - | - | - | -0,4 |
| Nettodarstellung | 1,1 | 2,9 | 1,8 | 2,3 |
Zum Stichtag bestanden folgende Devisentermingeschäfte zum Verkauf von USD und RUB:
scroll
| in Millionen € | Nominalvolumen | Marktwerte | ||
|---|---|---|---|---|
| 2015 | 2014 | 2015 | 2014 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Devisentermingeschäfte | 69,6 | 17,7 | -0,3 | -0,8 |
Die wesentlichen Wechselkurse während der Berichtsperiode sind im Kapitel B3 dargestellt.
ZINSRISIKEN
Das Zinsrisiko der Biotest Gruppe entsteht durch langfristige Finanzschulden. Die Darlehen mit variabler Verzinsung setzten den Konzern zinsbedingten Cashflow-Risiken aus. Aus den festverzinslichen Darlehen entsteht ein zinsbedingtes Risiko aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes.
Aufgrund der bestehenden Darlehensbeziehungen (siehe auch Ausführungen in Kapitel E13 Finanzverbindlichkeiten) ist die Biotest Gruppe Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Zur Minimierung eines Teils der zinsbedingten Cashflow-Risiken wurden Zinsswaps eingesetzt, die eine variable in eine feste Verzinsung umwandeln. Mit derartigen Zinsswaps wird das zinsbedingte Cashflow-Risiko gesichert.
Im Geschäftsjahr 2015 bestanden folgende Zinssicherungsgeschäfte:
scroll
| in Millionen € | Nominalvolumen | Marktwerte | ||
|---|---|---|---|---|
| 2015 | 2014 | 2015 | 2014 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Zinsswaps | 30,0 | 30,0 | -1,5 | -1,8 |
Die Zinssicherungsgeschäfte haben eine Laufzeit bis zum 10. September 2018 bzw. 23. September 2020 und einen festen Zinssatz von 1,45 % bzw. 1,8175 %. Im Vorjahr bestanden zum Stichtag diese Zinssicherungsgeschäfte ebenfalls.
Das Nominalvolumen ist die Summe aller Kauf- und Verkaufsbeträge derivativer Finanzgeschäfte. Die Marktwerte ergeben sich aus der Bewertung der ausstehenden Positionen zu Marktpreisen ohne Berücksichtigung gegenläufiger Wertentwicklungen aus den Grundgeschäften. Sie entsprechen den Aufwendungen beziehungsweise Erträgen bei einer Glattstellung der Derivatkontrakte zum Bilanzstichtag.
LIQUIDITÄTSRISIKEN
Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, dass ein Unternehmen seine eigenen finanziellen Verpflichtungen nicht in ausreichendem Maße erfüllen kann. Durch finanzielle Engpässe können sich die Finanzierungskosten erhöhen.
Die Biotest Gruppe steuert ihre Liquidität, indem sie neben dem Zahlungsmittelzufluss aus dem operativen Geschäft in ausreichendem Umfang liquide Mittel vorhält und Kreditlinien bei Banken unterhält.
Zum 31. Dezember 2015 hatte die Biotest Gruppe folgende vertraglich vereinbarte Kreditlinien:
scroll
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
|---|---|---|
| In Anspruch genommene Kredite | 340,8 | 331,9 |
| Nicht in Anspruch genommene Kreditlinien | 111,9 | 138,2 |
Das zentrale Treasury wird von den einzelnen Unternehmensbereichen mit Informationen versorgt, so dass ein Liquiditätsprofil erstellt werden kann. Einbezogen werden hierbei sämtliche finanzielle Vermögenswerte, finanzielle Verbindlichkeiten und erwartete Zahlungsströme aus geplanten Transaktionen.
Eine Fälligkeitsübersicht, die zeigt, wie die Cashflows der Verbindlichkeiten per 31. Dezember 2015 die Liquiditätssituation der Biotest Gruppe beeinflussen, ist in Kapitel F2.5 dargestellt.
Die vorgehaltene Liquidität, kurz- und langfristige Kreditlinien sowie die Möglichkeit, durch Verbriefungen von Forderungen Mittelzuflüsse zu generieren, geben der Biotest Gruppe eine ausreichende Flexibilität, um den Refinanzierungsbedarf des Konzerns zu decken. Aufgrund der Diversifizierung der Finanzierungsquellen wie auch der liquiden Mittel unterliegt die Biotest Gruppe keinem Konzentrationsrisiko im Bereich der Liquidität.
5 SENSITIVITÄTSANALYSE GEMÄSS IFRS 7.40
Die Biotest Gruppe ist Marktrisiken, bestehend aus Währungsrisiken und Zinsrisiken, ausgesetzt.
Durch eine Anwendung von Sensitivitätsanalysen wird für jede Risikoart ermittelt, welche Auswirkungen eine Änderung der jeweiligen Risikovariablen auf die Gewinne und Verluste sowie auf das Eigenkapital zum Bilanzstichtag nehmen würde.
WÄHRUNGSRISIKEN
Für die Analyse der Währungsrisiken wird für bestimmte Fremdwährungen mit für die Biotest Gruppe signifikantem Risiko eine Sensitivitätsanalyse berechnet. Hierbei werden die folgenden wesentlichen Währungen betrachtet: USD und GBP.
Wenn der Euro gegenüber sämtlichen Währungen zum 31. Dezember 2015 um 10 % aufgewertet gewesen wäre, wäre das Finanzergebnis um 8,3 Mio. € höher (i.Vj. 1,4 Mio. € höher) gewesen.
Wenn der Euro gegenüber sämtlichen Währungen zum 31. Dezember 2015 um 10 % abgewertet gewesen wäre, wäre das Finanzergebnis um 8,5 Mio. € niedriger (i.Vj. 1,3 Mio. € niedriger) gewesen.
Die hypothetische Ergebnisauswirkung von 8,3 Mio. € beziehungsweise 8,5 Mio. € ergibt sich im Einzelnen aus den Währungssensitivitäten:
scroll
| in Millionen € | Aufwertung des EUR um 10 % |
Abwertung des EUR um 10 % |
|---|---|---|
| EUR zu USD | 8,3 | -8,6 |
| EUR zu GBP | - | 0,1 |
| 8,3 | -8,5 |
Zu beachten ist, dass in der Sensitivitätsanalyse nach IFRS 7 nur das Wechselkursrisiko bezogen auf finanzielle Vermögenswerte und Schulden, nicht aber das Translationsrisiko berücksichtigt wird. Unter Berücksichtigung des Translationsrisikos würden sich entsprechend andere Auswirkungen ergeben.
ZINSRISIKEN
Für das Zinsrisiko wird durch eine Sensitivitätsanalyse der Effekt einer Änderung der Marktzinssätze auf die Zinserträge und -aufwendungen, andere Ergebnisteile sowie gegebenenfalls auf das Eigenkapital dargestellt.
Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Demnach unterliegen alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7.
Marktzinssatzänderungen von Zinsderivaten (Zinsswaps, Zins-/ Währungsswaps und Zinscaps), die nicht in eine Sicherungsbeziehung nach IAS 39 eingebunden sind, haben Auswirkungen auf das sonstige Finanzergebnis (Bewertungsergebnis aus der Anpassung der finanziellen Vermögenswerte an den beizulegenden Zeitwert) und werden daher bei den ergebnisbezogenen Sensitivitätsberechnungen berücksichtigt.
Währungsderivate und deren Wertänderungen aufgrund von Zinsänderungen wurden für die Berechnung der Zinssensitivitäten nicht berücksichtigt.
Die Sensitivitätsanalyse bezieht sich auf den Nettoeffekt von zinstragenden Verbindlichkeiten, Bankbeständen und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten. Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2015 um 100 Basispunkte höher gewesen wäre, wäre der Fair Value der Finanzinstrumente um 0,9 Mio. € (i.Vj. 1,3 Mio. €) höher gewesen. Die hypothetische Ergebnisauswirkung von 1,5 Mio. € (i.Vj. 2,0 Mio. €) ergibt sich aus den potenziellen Effekten aus Zinsderivaten von 0,9 Mio. € (i.Vj. 1,3 Mio. €) und originären finanziellen Verbindlichkeiten von 0,6 Mio. € (i.Vj. 0,7 Mio. €).
Vor dem Hintergrund der zum Bilanzstichtag sehr niedrigen Referenzzinssätze wird aus Geringfügigkeitsgründen auf eine Sensitivitätsanalyse bei Abweichung des Marktzinsniveaus nach unten verzichtet.
Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2015 um 100 Basispunkte höher beziehungsweise um 0 Basispunkte niedriger gewesen wäre, wäre das Eigenkapital unverändert geblieben. Hinsichtlich der Änderungen des Eigenkapitals durch die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus Pensionsplänen verweisen wir auf die Ausführungen im Kapitel E11.
MARKTRISIKEN
Die Angaben zur Sensitivitätsanalyse gemäß IFRS 7.40b umfassen sowohl das Fair Value Risiko als auch das Cash Flow Risiko. Da diese Werte in den Rechenmodellen simultan ermittelt werden, können keine differenzierten spezifischen Angaben zu den einzelnen Werten gemacht werden.
SONSTIGE PREISRISIKEN
IFRS 7 verlangt im Rahmen der Darstellung zu Marktrisiken auch Angaben darüber, wie sich hypothetische Änderungen von Risikovariablen auf Preise von Finanzinstrumenten auswirken. Als Risikovariablen kommen insbesondere Börsenkurse oder Indizes in Frage.
Die Sonstigen Preisrisiken haben keinen wesentlichen Einfluss auf die Preise von Finanzinstrumenten der Biotest Gruppe.
6 KAPITALMANAGEMENT
Die primäre Zielsetzung für das Kapitalmanagement besteht darin, ein für Kapitalgeber attraktives Rating im Allgemeinen zu sichern und Kapitalrelationen einzuhalten, die die strategische Geschäftsentwicklung der Biotest Gruppe absichern.
Das Eigenkapital der Biotest Gruppe, das im Fokus der Optimierung der Kapitalstruktur steht, ist das in der Bilanz ausgewiesene Eigenkapital, das den Eigentümern der Biotest AG als Mutterunternehmen zuzuordnen ist. Das Stammkapital besteht nach dem Aktiensplit, der am 22. Juni 2015 ins Handelsregister eingetragen wurde, aus 19.785.726 Stück stimmberechtigten Stammaktien und 19.785.726 Stück stimmrechtslosen Vorzugsaktien. Minderheitsanteile am Eigenkapital spielen beim Kapitalmanagement aufgrund des geringen Volumens nur noch eine untergeordnete Rolle.
Die Basis für die Analyse des strategischen Kapitalmanagements bilden Rechnungen zur langfristigen Unternehmensplanung, aus denen die entsprechenden zukünftigen Wertgrößen und Kennzahlen abgeleitet werden. Im kurzfristigen Bereich liefert die Budget-Planung für das Folgejahr die Basis für die Kennzahlen.
In der strategischen Ausrichtung verfolgt die Biotest Gruppe das Ziel, eine Eigenkapitalquote von mindestens 40 % zu halten. Die Eigenkapitalquote der Biotest Gruppe beträgt zum 31. Dezember 2015 42,8 % (i.Vj. 46,5 %). Daneben werden sowohl langfristig als auch quartalsweise spezielle Finanzkennzahlen zur Analyse und Steuerung herangezogen. Hier ist als wesentliche Kennzahl der Verschuldungsfaktor als Verhältnis der Nettoschulden zum EBITDA zu nennen.
Im Geschäftsjahr 2015 wurden keine grundsätzlichen Veränderungen bei der Zielsetzung oder den Prozessen für das Management des Kapitals vorgenommen. Für das erforderliche Controlling des Projekts Biotest Next Level und der hierfür erforderlichen Finanzmittel wurden eine adäquate Organisationsstruktur sowie definierte Ablauf- und Kontrollprozesse implementiert.
Die Biotest Gruppe hat unterschiedliche Maßnahmenmöglichkeiten, um die Ziele des Kapitalmanagements zu erreichen. Diese bestehen aus Kapitalerhöhungen durch die Ausgabe neuer Aktien mit und ohne Bezugsrecht, aus Dividendenpolitik und aus dem Rückkauf von Aktien. Die Optimierung der Kapitalstruktur wird ebenfalls durch die Reduzierung von Schulden und durch ein aktives Working-Capital-Management unterstützt.
Im Juni 2013 hat die Biotest AG eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Die maximal mögliche Anzahl von 1.461.909 neuen Vorzugsaktien wurde zum Preis von 52 € pro Aktie entweder von den bisherigen Aktionären durch Ausnutzung der Bezugsrechte bezogen oder bei institutionellen Investoren platziert. Es wurden neue auf den Inhaber lautende Vorzugsaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 2,56 € je Aktie ausgegeben. Damit wurde ein Bruttoemissionserlös von 76 Mio. € erzielt.
Im Geschäftsjahr 2013 hat die Biotest AG Schuldscheindarlehen im Volumen von 210 Mio. € Gegenwert am Kapitalmarkt platziert. Es wurden EUR-Tranchen mit Laufzeiten von 5, 7 und 10 Jahren sowie eine USD-Tranche mit einer Laufzeit von 5 Jahren gezeichnet. Die Tranchen mit 5 und 7 Jahren Laufzeit haben fixe und variable Zinsen. Die Tranche mit 10 Jahren Laufzeit hat einen fixen Zinscoupon.
Im Geschäftsjahr 2014 hat die Biotest Gruppe im Rahmen des Energieeffizienzprogramms der KfW Kredite im Volumen von 100,5 Mio. € aufgenommen. Diese haben eine Laufzeit von 10 Jahren, davon zwei tilgungsfreie Jahre und unterliegen einer fixen Verzinsung.
Im aktuellen Geschäftsjahr hat die Biotest Gruppe im Rahmen des Innovationsprogramms der KfW Kredite im Volumen von 7,4 Mio. € mit einer Laufzeit von 10 Jahren und einer fixen Verzinsung aufgenommen.
Die Erlöse aus den Schuldscheindarlehen, der Kapitalerhöhung und den Darlehen des Energieeffizienzprogramms dienen insbesondere dem Ausbau des Standortes in Dreieich und darüber hinaus der allgemeinen Unternehmensfinanzierung.
7 EVENTUALFORDERUNGEN UND EVENTUALVERPFLICHTUNGEN
Eine Eventualforderung ist ein möglicher Vermögenswert, der aus vergangenen Ereignissen resultiert und dessen Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse erst noch bestätigt wird, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Unternehmens stehen.
Eventualverpflichtungen sind mögliche Verpflichtungen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Unternehmens stehen, erst noch bestätigt werden muss. Eventualverpflichtungen können auch aus gegenwärtigen Verpflichtungen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren, beruhen, die jedoch nicht erfasst sind, entweder weil der Ressourcenabfluss samt wirtschaftlichen Nutzeneinbußen nicht wahrscheinlich ist oder die Höhe der Verpflichtung nicht ausreichend verlässlich geschätzt werden kann.
Die Biotest Gruppe hat Eventualverbindlichkeiten durch Bürgschaften in Höhe von 14,5 Mio. € (i.Vj. 16,9 Mio. €). Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Lieferungs- und Leistungsgarantien, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme der Biotest Gruppe als gering eingeschätzt wird.
In Italien besteht das Risiko, dass aus dem Launch von Zutectra® in 2010 die italienischen Gesundheitsbehörden eine Rückvergütung fordern bezüglich der Mehrerlöse von Zutectra® in 2011 und 2012 im Retail Markt. Biotest stuft die Forderung als nicht gerechtfertigt ein, da der Gesamtmarkt für Hepatitis B Immunglobuline in 2011 und 2012 sich auf dem Niveau von 2010 in etwa stabil hielt und das staatlich italienische Gesundheitssystem keine Nachteile, sondern nur Vorteile durch den Launch von Zutectra® hatte. Im Januar 2014 konnte Biotest in erster Instanz erfolgreich gegen die Rückvergütungen vorgehen. Aus diesem Grund wurde wie im Vorjahr keine Rückstellung im Konzernabschluss erfasst. Das Risiko wird auf einen niedrigen einstelligen Millionen-Betrag geschätzt.
8 SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
scroll
| in Millionen € | in 2016 | 2017 bis 2020 | ab 2021 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Verpflichtungen aus langfristigen Dienstleistungsverträgen | 20,9 | 41,8 | - | 62,7 |
| Verpflichtungen zum Erwerb von Anlagevermögen | 100,3 | 40,7 | - | 141,0 |
| Künftige Zahlungen aus Miet-, Pacht- und Operating-Leasingverträgen | 6,3 | 13,6 | 11,4 | 31,3 |
| Andere finanzielle Verpflichtungen | 0,9 | - | - | 0,9 |
| 128,4 | 96,1 | 11,4 | 235,9 |
Die Zahlungen für die genehmigten Investitionen im Anlagevermögen erfolgen innerhalb eines Jahres.
Bei den Verpflichtungen aus langfristigen Dienstleistungsverträgen handelt es sich im Wesentlichen um Abnahmeverpflichtungen aus zwei Lohnfraktionierungsverträgen für die Jahre 2016 bis 2018 in Höhe von 43,5 Mio. € (i.Vj. 54,2 Mio. €).
Die Biotest Gruppe als Leasingnehmer mietet beziehungsweise least Betriebsausrüstung. Das Operating-Leasing umfasst Fahrzeuge und Bürogeräte, deren Verträge eine Basismietzeit von zwei bis fünf Jahren haben. Im Geschäftsjahr 2015 beträgt der Aufwand aus den Miet-, Pacht- und Operating-Leasingverträgen 6,5 Mio. € (i.Vj. 4,8 Mio. €).
Die Miet-, Pacht- und Operating-Leasingverträge in Bezug auf die Plasmastationen der Plasma Service Europe GmbH sind zum Teil mit Preisanpassungsklauseln versehen, die sich nach dem Verbrauchsindex der BRD richten.
9 BEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN
Die Biotest Gruppe unterhält zu berichtende Beziehungen zu dem assoziierten Unternehmen BioDarou PJ.S. Co., Teheran, Iran, sowie zu dessen Tochterunternehmen Plasma Gostar Pars PJ.S, Teheran, Iran, zu den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats und ihnen nahe stehenden Personen sowie zu Aktionären mit wesentlichem Einfluss auf die Biotest AG.
A) ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN
Die BioDarou PJ.S. Co. erwarb im Geschäftsjahr von Unternehmen der Biotest Gruppe keine (i.Vj. keine) Waren und Dienstleistungen. Die Forderungen gegen assoziierte Unternehmen betragen am Stichtag 1,2 Mio. € (i.Vj. 1,0 Mio. €). Darüber hinaus bestehen zum Bilanzstichtag Verbindlichkeiten gegenüber der BioDarou P.J.S. Co. aus geleisteten Anzahlungen auf zukünftige Warenlieferungen in Höhe von 1,7 Mio. € (i.Vj. 0,0 Mio. €).
B) ANDERE NAHE STEHENDE UNTERNEHMEN UND PERSONEN
Frau Dr. Cathrin Schleussner informierte die Biotest Gruppe darüber, dass seit dem 19. Dezember 2007 ihr Stimmrechtsanteil 50,03 % der Stimmrechte beträgt. Die Stimmrechte werden dabei über die OGEL GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland, gehalten. Die OGEL GmbH wird als Unternehmen von Frau Dr. Cathrin Schleussner kontrolliert.
Die Mitglieder der Familie von Frau Dr. Cathrin Schleussner gelten als nahe stehende Personen im Sinne des IAS 24. Im Jahr 2015 gab es wie im Vorjahr geringfüge Aufwendungen für die nahe stehenden Personen der Familie Schleussner.
Die Kreissparkasse Biberach führt als nahe stehendes Unternehmen der Biotest Gruppe im Rahmen des Long Term Incentive-Programms die Depots der Mitarbeiter.
Die Plasma Gostar Pars P.J.S erwarb im Geschäftsjahr von Unternehmen der Biotest Gruppe Waren und Dienstleistungen in Höhe von 12,6 Mio. € (i.Vj. 16,3 Mio. €). Die daraus resultierenden Forderungen gegen das Tochterunternehmen des assoziierten Unternehmens betragen am Stichtag 9,9 Mio. € (i.Vj. 8,7 Mio. €).
C) AUFSICHTSRAT UND VORSTAND
Zusammensetzung der Gremien
Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands bekleiden per 31. Dezember 2015 noch folgende Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:
Aufsichtsrat
Dr. Alessandro Banchi,
Mailand, Italien
Ehemaliger Sprecher der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim, Ingelheim am Rhein, Deutschland
Aufsichtsratsvorsitzender der Biotest AG
Consigliere di amministrazione von Enel S.p.A., Rom, Italien
Dr. Cathrin Schleussner,
Neu-Isenburg, Deutschland
Geschäftsführerin der OGEL GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland
Stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Biotest AG
Dr. Christoph Schröder,
Berlin, Deutschland
Geschäftsführer der OMOS Equity Partners GmbH,
Berlin, Deutschland
Thomas Jakob,
Ulm, Deutschland
Kaufmann
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Biberach, Biberach, Deutschland
Verwaltungsrat der Aktiengesellschaft für Umsatzfinanzierung S.A., Senningerberg, Luxemburg
Kerstin Birkhahn,
Langen, Deutschland
Ingenieurin
Arbeitnehmervertreterin
Jürgen Heilmann,
Dreieich, Deutschland
Kaufmännischer Angestellter
Arbeitnehmervertreter
Vergütung des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat erhielt im aktuellen Geschäftsjahr insgesamt 219 T € (i.Vj. 257 T €). Hiervon sind 219 T € (i.Vj. 177 T €) der fixen Vergütungskomponente und 0 T €(i.Vj. 80 T €) der variablen Vergütungskomponente zuzuordnen.
Neben den aufgeführten Aufsichtsratsvergütungen wurden im Geschäftsjahr 2015 sowie 2014 für die Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrats weitere Leistungen im Rahmen Ihres Arbeitnehmerverhältnisses aufwandswirksam erfasst. Die Höhe der Bezüge richtet sich nach tarifvertraglichen Regelungen bzw. den in der Gesellschaft geltenden Gehaltsstufen für außertarifliche Mitarbeiter.
Eine detaillierte Beschreibung der Aufsichtsratsvergütung sowie individualisierte Wertangaben befinden sich im Vergütungsbericht des Lageberichts dieses Geschäftsberichts.
Vorstand
Dr. Bernhard Ehmer,
Heidelberg, Deutschland
Vorstandsvorsitzender
Dr. Michael Ramroth,
Mörfelden-Walldorf, Deutschland
Mitglied des Vorstands
Dr. Georg Floß,
Marburg, Deutschland
Mitglied des Vorstands
Vergütung des Vorstands
Die Gesamtbezüge des im Geschäftsjahr 2015 aktiven Vorstands betragen 1.898 T € (i.Vj. 1.480 T €). Die Vorstandsvergütung teilt sich in eine erfolgsunabhängige Komponente in Höhe von 1.276 T € (i.Vj. 893 T €) und eine erfolgsabhängige Komponente in Höhe von 622 T € (i.Vj. 588 T €) auf.
Die Teilnahme der Vorstände am Long Term Incentive-Programm ist in der erfolgsabhängigen Komponente mit dem beizulegenden Zeitwert der im jeweiligen Geschäftsjahr aufgelegten Tranche des LTIP zum Gewährungszeitpunkt enthalten.
Die Teilnahme der Vorstände am Long-Term-Incentive-Programm stellt sich wie folgt dar:
scroll
| in Tausend € | Eigeninvestment in Vorzugsaktien (in Stücken) | Beizulegender Zeitwert der Optionen zum 31. Dezember | Aufwand aus dem Optionsprogramm im Geschäftsjahr |
|---|---|---|---|
| 2015 | |||
| (Tranchen 2013, 2014 und 2015) | |||
| Dr. Bernhard Ehmer | 1.800 | 55 | -142 |
| Dr. Michael Ramroth | 1.800 | 46 | -126 |
| Dr. Georg Floß | 1.800 | 40 | -109 |
| 5.400 | 141 | -377 | |
| 2014 | |||
| (Tranchen 2012, 2013 und 2014) | |||
| Dr. Bernhard Ehmer | 1.800 | 162 | 37 |
| Dr. Michael Ramroth | 1.800 | 655 | 182 |
| Dr. Georg Floß | 1.800 | 436 | 122 |
| 5.400 | 1.253 | 341 |
Das Long Term Incentive-Programm / Tranche 2012 kam im Geschäftsjahr 2015 zur Auszahlung; Herr Dr. Michael Ramroth erhielt 316 T € und Herr Dr. Georg Floß erhielt 130 T €.
Die aktiven Mitglieder des Vorstands verfügen über Pensionsansprüche in Höhe von 5.138 T € (i.Vj. 4.625 T €). Zur Insolvenzsicherung der Pensionsansprüche sind zum 31. Dezember 2015 Vermögenswerte in Höhe von 1.186 T € (i.Vj. 1.177 T €) auf den Biotest Vorsorge Trust e.V. übertragen.
Eine Ergänzungsvereinbarung zum Vorstandsvertrag aller aktiven Vorstandsmitglieder enthält eine Abfindungsregelung, die im Fall wirksam wird, dass der Vorstandsvertrag infolge einer näher definierten Change of Control vorzeitig beendet wird. Die Abfindung umfasst die feste Vergütung bis zum Ende der Laufzeit und ist maximal auf das Dreifache der jährlichen Festvergütung begrenzt. Hinzu kommen anteilige variable Vergütungsbestandteile, die auf Basis des Durchschnittsbetrags der vorangegangenen zwei Geschäftsjahre zuzüglich einer Vergütung für den Nutzungswert des gewährten Dienstwagens ermittelt werden. Neben diesen Ansprüchen umfasst die Abfindung zusätzlich bis zum Zweifachen der jährlichen Festvergütung. Insgesamt beläuft sich die Abfindung jedoch maximal auf das Dreifache der jährlichen Festvergütung.
Der Anspruch entsteht nicht, wenn die Beendigung des Vorstandsvertrags auf Kündigung aus wichtigem Grund, Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit beruht oder das Vorstandsmitglied zum Zeitpunkt der Beendigung das 60. Lebensjahr bereits vollendet hat oder im Zusammenhang mit dem Change of Control von dritter Seite Zuwendungen oder Wertvorteile erhält.
Andere einmalige oder wiederkehrende Zusagen für den Fall der Beendigung der Vorstandstätigkeit bestehen nicht.
Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Vorstandsmitgliedern und ihren Hinterbliebenen sind 6.683 T € (i.Vj. 7.437 T €) zurückgestellt. Zum Abschlussstichtag bestanden keine Darlehensforderungen gegen Organmitglieder.
Für ehemalige Vorstandsmitglieder wurden im Geschäftsjahr 2015 Pensionszahlungen in Höhe von 541 T € (i.Vj. 426 T €) geleistet. Des Weiteren wurden im Geschäftsjahr 2015 an ehemalige Vorstandsmitglieder Zahlungen in Höhe von 487 T € für Erfolgsbeteiligungen und im Rahmen des LTIP 2012 geleistet.
Für ehemalige Vorstandsmitglieder bestehen zum 31. Dezember 2015 Rückstellungen im Zusammenhang mit dem LTIP in Höhe von 40 T €.
Eine detaillierte Beschreibung des Vorstandsvergütungssystems sowie individualisierte Wertangaben werden im Vergütungsbericht des Lageberichts dieses Geschäftsberichts gegeben.
10 ANTEILSBESITZLISTE
Nachfolgend sind die Gesellschaften aufgeführt, die durch eine unmittelbare oder mittelbare Beteiligung zu dem Anteilsbesitz der Biotest AG gemäß § 313 Abs. 2 HGB gehören. Alle Zahlenangaben wurden für Zwecke des Konzernabschlusses nach den Vorschriften des IASB ermittelt.
scroll
| Name der Gesellschaft | Sitz der Gesellschaft | Eigenkapital in Mio € |
Anteil am Kapital in % |
Ergebnis nach Steuern in Mio € |
|---|---|---|---|---|
| Biotest Pharma GmbH** | Dreieich, Deutschland | 124,6 | 100,00 | -0,2 |
| Biotest Grundstücksverwaltungs GmbH* | Dreieich, Deutschland | 7,7 | 98,00 | 0,8 |
| Biotest France SAS | Paris, Frankreich | 0,2 | 100,00 | -0,2 |
| Biotest (UK) Ltd. | Birmingham, Großbritannien | 3,5 | 100,00 | 0,4 |
| Biotest Italia S.r.l. | Mailand, Italien | 11,1 | 100,00 | 0,8 |
| Biotest Austria GmbH | Wien, Österreich | 3,0 | 100,00 | 0,5 |
| Biotest (Schweiz) AG | Rupperswil, Schweiz | 2,1 | 100,00 | 0,4 |
| Biotest Hungaria Kft. | Budapest, Ungarn | 3,5 | 100,00 | 0,1 |
| Biotest Farmacêutica Ltda. | São Paulo, Brasilien | 0,2 | 100,00 | -0,3 |
| Biotest Hellas MEPE | Athen, Griechenland | -7,9 | 100,00 | 0,0 |
| Biotest Medical S.L.U. | Barcelona, Spanien | 0,6 | 100,00 | 0,1 |
| Plasmadienst Tirol GmbH* | Innsbruck, Österreich | 0,3 | 100,00 | 0,0 |
| Plasma Service Europe GmbH*/*** | Dreieich, Deutschland | 3,9 | 100,00 | 0,0 |
| Biotest Pharmaceuticals Corporation* | Boca Raton, USA | 76,7 | 100,00 | -91,1 |
| Biotest US Corporation | Boca Raton, USA | 194,0 | 100,00 | 0,0 |
| Plazmaszolgálat Kft.* | Budapest, Ungarn | 2,4 | 100,00 | 0,7 |
| BioDarou PJ.S. Co.* | Teheran, Iran | 7,0 | 49,00 | 3,6 |
| Biotest Pharmaceuticals Ilac Pazarlama Anonim Sirketi**** | Istanbul, Türkei | 0,0 | 100,00 | 0,0 |
* Mittelbare Beteiligung
** Nach Übernahme des HGB-Ergebnisses durch die Biotest AG
*** Nach Übernahme des HGB-Ergebnisses durch die Biotest Pharma GmbH
**** Nicht konsolidierte Gesellschaft
11 BEFREIUNGSMÖGLICHKEIT GEMÄSS § 264 ABS. 3 HGB
Für die Einzelabschlüsse der Biotest Pharma GmbH und der Plasma Service Europe GmbH, beide Dreieich, Deutschland, wird für das Geschäftsjahr 2015 von der Befreiungsmöglichkeit gemäß § 264 Abs. 3 HGB in dem Umfang Gebrauch gemacht, dass kein Lagebericht der Einzelgesellschaften erstellt und der Jahresabschluss nicht veröffentlicht wird.
12 ANHÄNGIGE UND DROHENDE GERICHTSVERFAHREN
Für die zum Bilanzstichtag anhängigen und drohenden Gerichtsverfahren wurden Rückstellungen in Höhe von 4,0 Mio. € (i.Vj. 2,2 Mio. €) gebildet.
Die Rückstellung für Prozessrisiken berücksichtigt im Wesentlichen die erwarteten Kosten der Verteidigung im Zusammenhang mit den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen bezüglich des Geschäfts der Biotest AG in Russland und weiteren osteuropäischen Ländern.
Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main wegen des Verdachts der Bestechung, Untreue und Steuerhinterziehung aus dem Mai 2012 im Zusammenhang mit dem Geschäft der Biotest in Russland sowie weiteren osteuropäischen Ländern dauert an. Die Betroffenen wie auch die Biotest AG halten die Vorwürfe für unbegründet. Im Hinblick auf die von der Frankfurter Staatsanwaltschaft Ende 2011 aufgenommenen Ermittlungen in Bezug auf Biotests Geschäft in Russland dauert der Strafprozess gegen die frühere Leiterin der Biotest Repräsentanz in Moskau und ihren Ehemann an. Im Zusammenhang mit diesen Ermittlungen hat die Finanzverwaltung die von Biotest in den Jahren 2005 - 2008 insoweit geltend gemachten Betriebsausgaben auf den Prüfstand gestellt, woraus mögliche Steuer- und Zinsnachforderungen bis zu 16 Mio. € resultieren könnten, wobei die Rechtmäßigkeit solcher Nachforderungen selbstverständlich kritisch überprüft werden würde. Sollten sich die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft als begründet herausstellen oder sollte es zur Vermeidung langjähriger Verfahren und Prozesse zu einer Verständigung mit den Ermittlungsbehörden kommen, könnte dies zu einer Sanktionierung des Unternehmens durch Bußgelder oder ähnliches führen, die das Ergebnis der Gruppe belasten würden.
13 EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Die Biotest AG hat am 19. Januar 2016 bekannt gegeben, dass die US-Tochtergesellschaft BPC, Boca Raton, USA, und das Unternehmen Kedrion Biopharma Inc., Fort Lee, USA, einen Kooperationsvertrag über sieben Jahre über den Vertrieb von Bivigam® in den USA abgeschlossen haben. Kedrion ist ein etablierter Hersteller und Distributor auf dem US-Markt mit einer gut ausgebauten Marketing- und Vertriebsorganisation und wird exklusiv den Vertrieb von Bivigam® in den USA von der BPC übernehmen.
Der Vertrag sieht für beide Parteien verpflichtende, im Zeitablauf steigende Mindestabnahmemengen vor. Bei Nichterfüllung der damit einhergehenden Lieferverpflichtungen durch die BPC bzw. der Abnahmeverpflichtungen seitens Kedrion Biopharma Inc. sieht der Vertrag entsprechende Ausgleichszahlungen vor. Die Biotest AG hat gegenüber Kedrion Biopharma Inc. die Garantie abgegeben, für die Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen durch die BPC einzustehen.
14 CORPORATE GOVERNANCE
Vorstand und Aufsichtsrat der Biotest AG haben die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.
Dreieich, den 9. März 2016
Dr. Bernhard Ehmer, Vorsitzender des Vorstands
Dr. Michael Ramrath, Mitglied des Vorstands
Dr. Georg Floß, Mitglied des Vorstands
VERSICHERUNG DES VORSTANDS ENTSPRECHEND § 37Y NR. 1 WPHG I.V.M. §§ 297 ABS. 2 SATZ 4 UND 315 ABS. 1 SATZ 6 HGB
"Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind."
Dreieich, den 9. März 2016
Biotest Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Dr. Bernhard Ehmer, Vorsitzender des Vorstands
Dr. Michael Ramrath, Mitglied des Vorstands
Dr. Georg Floß, Mitglied des Vorstands
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
Wir haben den von der Biotest Aktiengesellschaft, Dreieich, aufgestellten Konzernabschluss -bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung und Anhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzenden nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und über den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Eschborn/Frankfurt am Main, 9. März 2016
**Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Kaefer, Wirtschaftsprüfer
Kretschmer, Wirtschaftsprüfer
BERICHT DES AUFSICHTSRATS
2015 war für die Biotest Gruppe ein besonders schwieriges Jahr. So war Biotest nicht nur mit den Herausforderungen in den Gesundheitsmärkten weltweit konfrontiert sondern auch mit dem nicht signifikanten Ergebnis der klinischen Phase II-Studie bei dem Produkt Tregalizumab (BT-061), dem monoklonalen Antikörper gegen rheumatoide Arthritis. AbbVie beendete daraufhin die gemeinsame Entwicklungskooperation. Noch größere Verluste waren dann zum Ende des dritten Quartals zu verbuchen. Absatzschwierigkeiten bei dem in den USA vertriebenen Immunglobulin Bivigam® führten zu hohen Abschreibungen und zu einer Überprüfung der Buchwerte (Impairment Test) der Produktionsanlage bei BPC in Boca Raton. Auch hier war eine außerordentliche Abschreibung notwendig, weil nicht nur die Auslastung der Anlage durch geringere Bivigam®-Mengen fraglich geworden war. Zusätzlich hatten sich die Marktaussichten für das in Entwicklung befindliche Produkt Civacir® deutlich verschlechtert, das ebenfalls in der Anlage in Boca Raton hätte hergestellt werden sollen. Alle diese Themen beschäftigten den Aufsichtsrat im abgelaufenen Geschäftsjahr bei der Wahrnehmung der ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben einschließlich der kontinuierlichen Überwachung der Geschäftsführung des Vorstands. Neben der regelmäßigen Beratung des Vorstands durch den Aufsichtsrat hinsichtlich der Unternehmensleitung des Vorstands, stand die gemeinsame Beratung der Konsequenzen der außergewöhnlichen Entwicklungen im Vordergrund. Dabei hat der Vorstand den Aufsichtsrat umfassend und zeitnah in schriftlicher und mündlicher Form informiert. Die Beratung der Sonderthemen und der daraus resultierenden strategischen Weichenstellungen erfolgte parallel zu den regelmäßigen Informationen über Planung und Entwicklung des Geschäftsverlaufs sowie über Compliance, Risikolage und Risikomanagement. Darüber hinaus wurde der Aufsichtsrat durch den Vorstand monatlich schriftlich über die Geschäftslage und Abweichungen von laufenden oder geplanten Entwicklungen informiert. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats und der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erhielten automatisch alle Berichte der internen Revision.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten dabei ausreichend Gelegenheit, sich mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Insbesondere fand eine intensive Erörterung aller Geschäftsvorgänge statt, die zu den im Jahr 2015 ausgewiesenen Verlusten geführt haben. Darüberhinaus prüfte der Aufsichtsrat die Berichte und Informationen des Vorstands auf Plausibilität und erörterte notwendige Konsequenzen. Generell war der Aufsichtsrat über alle Entscheidungen mit grundlegender Bedeutung für das Unternehmen gut informiert, auch über solche Entscheidungen, die keiner Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen.
Im Geschäftsjahr 2015 trat der Aufsichtsrat zu fünf regulären Sitzungen zusammen, an denen alle Mitglieder an allen Tagesordnungspunkten teilnahmen. Eine Beschlussfassung fand im Umlaufverfahren statt und bei einer Sitzung (Strategie-Sitzung) waren nur die Anteilseigner-Vertreter zugegen. Der Vorstandsvorsitzende hat den Vorsitzenden des Aufsichtsrats auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen regelmäßig über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage sowie über Absichten und Geschäftsvorfälle, die für das Unternehmen von besonderer Bedeutung waren, informiert. Über die zum Ende des dritten Quartals notwendig gewordenen Abschreibungen informierte der Vorstand den Aufsichtsratsvorsitzenden in einem persönlichen Treffen und die übrigen Aufsichtsratsmitglieder in einer Telefonkonferenz. In anderen für das Unternehmen grundlegenden Angelegenheiten war der Aufsichtsrat frühzeitig eingebunden. Der Vorstand legte zustimmungspflichtige Geschäftsvorfälle jeweils mit schriftlichen Unterlagen ordnungsgemäß zur Beschlussfassung vor. Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offen zu legen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, traten im Berichtsjahr 2015 nicht auf.
SCHWERPUNKTE DER BERATUNGEN IM AUFSICHTSRAT
Neben den eingangs erwähnten Sonderthemen waren Gegenstand der regelmäßigen Beratungen in allen Sitzungen des Aufsichtsrats u. a. die Planung und die aktuelle Geschäftsentwicklung des Unternehmens, die strategische Ausrichtung, das Projekt Biotest Next Level sowie die aktuellen Entwicklungen bei der Biotest Pharmaceuticals Corporation (BPC), insbesondere der Stand der Diskussionen mit der Food and Drug Administration (FDA) bezüglich des Produkts Bivigam®.
Der Aufsichtsrat ließ sich fortlaufend vom Vorstand über den Stand der Ermittlungen in Russland, Italien und Deutschland wegen Wirtschafts- und Steuerstrafdelikten unterrichten. Auftretende Fragen wurden unmittelbar und umfassend diskutiert. Der Aufsichtsrat befand sich damit stets auf dem aktuellen Informationsstand. Es wurde in diesem Zusammenhang u. a. auch mit dem Vorstand und den Beratern erörtert, dass es bisher keine Beweise für die genannten Rechtsverstöße gab und kein Anlass bestand, an einem sorgfältigen Handeln des Vorstands bei der Aufarbeitung der jeweiligen Sachverhalte zu zweifeln. Auch für die Zukunft wurde festgehalten, dass Vorstand und Aufsichtsrat sich weiterhin in dieser Sache eng abstimmen werden.
In der Sitzung vom 17. März 2015 wurden die Geschäftsergebnisse bis Ende Februar 2015 sowie die weitere Prognose für das Jahr 2015 erörtert. Der Aufsichtsrat wurde ausführlich über den Stand der Ermittlungen in Russland und Italien informiert. Außerdem wurde die Neuordnung der Ausschüsse beschlossen (siehe auch unten unter "Ausschüsse") und eine Aktualisierung der Geschäftsordnungen für Vorstand, Aufsichtsrat und die Ausschüsse festgelegt. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat über den Jahres- und den Konzernabschluss 2014 und erläuterte die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung der Biotest AG. Die Abschlussprüfer und der Vorsitzende des Prüfungsausschusses berichteten in diesem Zusammenhang. Die Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung 2015 und die Fortsetzung des Long Term Incentive-Programms für die Tranche 2015 wurden gebilligt. Der Aufsichtsrat informierte über die Erreichung der vereinbarten Ziele der Vorstandsmitglieder, vereinbarte die Ziele für das Geschäftsjahr 2015 und erörterte (in Abwesenheit der Vorstandsmitglieder) die anstehende Verlängerung der Vorstandsverträge von Herrn Dr. Floß und Herrn Dr. Ramroth. Der Vorstand stellte dem Aufsichtsrat den Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsbericht vor.
In der Sitzung am 7. Mai 2015 stellte der Vorstand dem Aufsichtsrat die Geschäftsergebnisse des Konzerns bis Ende April 2015 vor. Die Geschäftsordnungen für den Aufsichtsrat sowie den neuen Governance Ausschuss und den neu bezeichneten Personal- und Vergütungsausschuss wurden beschlossen. Der aktuelle Stand der Vorbereitung der kommenden ordentlichen Hauptversammlung sowie Themen der IT-Sicherheit wurden erörtert.
Die Sitzung am 10. Juli 2015 wurde als Strategie-Workshop (Strategie-Sitzung) mit den Vertretern der Anteilseigner des Aufsichtsrats sowie den Mitgliedern des Vorstands abgehalten. Der Vorstand erläuterte den Anteilseigner-Vertretern des Aufsichtsrats u. a. die aktuelle Geschäftsstrategie und -entwicklung des Konzerns. Es wurden die Daten der aktuellen Studien zu dem Produkt Tregalizumab (BT-061) vorgestellt und die Konsequenzen des nicht signifikanten Ergebnisses der klinischen Phase II-Studie und der Beendigung der Entwicklungskooperation durch AbbVie besprochen. Auch die Ergebnisse der CIGMA 982 Studie betreffend des lgM Concentrates und die Durchführung weiterer, darauf aufbauender Entwicklungstests wurden erörtert. Weiterhin wurden neue Ergebnisse einer Studie zur Untersuchung der Wirkung des Produkts Civacir® auf das Hepatitis C-Virus vorgestellt. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat über den aktuellen Stand der Ermittlungen in Deutschland und Italien. Außerdem wurden der Wechsel des Chief Executive Officers (CEO) der BPC sowie der Business Plan für die Jahre 2015 bis 2024 besprochen.
In der Aufsichtsratssitzung am 15. September 2015 berichtete der Vorsitzende des Aufsichtsrates von den Ergebnissen der Strategie-Sitzung. Der Vorstand stellte dem Aufsichtsrat das Konzernergebnis bis Ende August 2015 vor und erörterte die Prognose für das (restliche) Jahr 2015. Auf Bitte des Aufsichtsrats stellte der Vorstand die Auswirkungen der Entwicklungen im Jahr 2015 auf die Meilensteine der Budgetplanung 2016 dar. Der Vorstand stellte im Rahmen des Risiko Management Systems eine Liste der materiellen Risiken vor. Der Vorstand informierte über die Compliance-Aktivitäten im Jahr 2015 und den aktuellen Stand der Ermittlungen in Russland und Italien. Frau Dr. Schleussner berichtete von der letzten Sitzung des Governance Ausschusses. Der Aufsichtsrat beschloss, die Ausschussmitgliedschaft (unter Ausnahme bestimmter Anteilseigner) auf zwei Amtszeiten mit einer Dauer von jeweils fünf Jahren zu beschränken und den Mitgliedern mindestens einmal im Jahr die Teilnahme an einer Schulung zu den Aufgaben eines Aufsichtsrats anzubieten. Im Anschluss wurde die Geschäftsordnung für den Vorstand beschlossen. Schließlich wurde die Erforderlichkeit der Erfüllung von geschlechtsbezogenen Quoten im Unternehmen erörtert. Biotest erfüllt die gesetzliche Zielgröße für den Anteil von Frauen im Aufsichtsrat in Höhe von 30 % seit dem Jahr 2004. Der Vorschlag des Aufsichtsrats, ein festes Geschlechterquotenziel für den Vorstand bis zum 30. Juni 2017 festzulegen, wurde nicht umgesetzt, da die Anstellungsverträge sämtlicher Vorstandsmitglieder der Biotest AG Laufzeiten über das Jahr 2017 hinaus aufweisen. Der Vorstand stellte seine Quotenziele eines Frauenanteils von 17 % bzw. 38 % für die beiden höchsten Führungsebenen unterhalb des Vorstands im Jahr 2017 vor.
In der Sitzung vom 26./27. Oktober 2015 erörterte der Vorstand gegenüber dem Aufsichtsrat das Konzernergebnis bis Ende September 2015 und erläuterte dabei ausführlich insbesondere die Ursachen für den Impairment-Test und die Abschreibungen zum Ende des dritten Quartals, die daraus resultierenden strategischen Anpassungen und die für die amerikanische Tochtergesellschaft notwendigen Ergebnisverbesserungsmaßnahmen. Auch die Geschäftsplanung für das Jahr 2016 war Gegenstand der Diskussion. Schließlich erörterte der Vorstand ausführlich die Profitabilitätsentwicklung des Unternehmens und mögliche Kooperationen mit verschiedenen Kooperationspartnern sowie den jeweiligen Stand diesbezüglicher Verhandlungen. Letztlich wurden die Eckpunkte des Budgets für das Jahr 2016 vorgestellt und es wurde auf für die Finanzierung des Konzerns in den Jahren 2016 bis 2023 relevante Themen eingegangen.
In der Sitzung vom 3. Dezember 2015 wurden die Geschäftsergebnisse bis Ende Oktober 2015 sowie die vorläufigen Verkaufszahlen für November 2015 erörtert. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat über mögliche Kooperationen zur Förderung der Geschäftsentwicklung. Es wurden das Budget für das Jahr 2016 sowie die Geschäftsplanung für die Jahre 2016/2017 erläutert. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Dr. Schröder, gab einen Überblick über die Tätigkeit des Ausschusses. Der Aufsichtsrat machte im Rahmen der anschließenden Besprechung klarstellend deutlich, dass Compliance-Verstöße im Unternehmen nicht geduldet werden. Es wurden weiterhin allgemeine sowie strategische Risiken mit Compliance-Bezug erörtert. Es wurde zudem zu den Themen Umwelt, Gesundheit und Sicherheit berichtet. Desweiteren berichtete der Vorstand dem Aufsichtsrat über die aktuellen Entwicklungen der wirtschafts- und steuerstrafrechtlichen Ermittlungen in Russland und Italien. Dr. Schleussner erörterte die Ergebnisse der letzten Sitzung des Governance Ausschusses. Der Aufsichtsratsvorsitzende informierte darüber, dass seine Amtszeit am Tag der Hauptversammlung im Mai 2017 enden und dass er entsprechend der Geschäftsordnung des Aufsichtsrates für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung stehen wird.
Im Umlaufverfahren hat der Aufsichtsrat am 30. Dezember 2015 einstimmig dem Abschluss eines Vertrags zwischen BPC und Kedrion Biopharma Inc. bezüglich des Verkaufs und der Vermarktung des Produkts Bivigam® in den USA durch Kedrion zugestimmt.
AUSSCHÜSSE
Der Aufsichtsrat wurde in seiner Arbeit durch die von ihm gebildeten Ausschüsse unterstützt. Im März 2015 hat der Aufsichtsrat die Ausschüsse und ihre Aufgaben neu geordnet.
Der Prüfungsausschuss blieb unverändert. Der Präsidialausschuss wurde durch einen neuen Governance Ausschuss, dem Frau Dr. Schleussner als Vorsitzende sowie Herr Dr. Banchi und Herr Dr. Schröder als weitere Mitglieder angehören, ersetzt. Der Personalausschuss wurde in Personal- und Vergütungsausschuss umbenannt, blieb personell aber unverändert.
Der Prüfungsausschuss traf sich im Jahr 2015 mit dem Vorstand zu zwei Sitzungen. In der Sitzung vom 16. März 2015 präsentierte der Vorstand dem Ausschuss den Jahres- und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2014 sowie die Feststellungen des Abschlussprüfers. Sodann erörterte der Vorstand die Ergebnisse einer Prüfung hinsichtlich des Managements von Geschäftspartnern durch den Abschlussprüfer sowie auf dieser Grundlage bereits ergriffene oder beschlossene Maßnahmen. Außerdem wurden die Vorschläge der Vornahme eines Aktien-Splits und eines Aktienrückkaufprogramms sowie des Abschlusses eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags der Biotest AG mit der Biotest Pharma GmbH als abführender Gesellschaft besprochen. In der Sitzung vom 2. Dezember 2015 erörterte der Vorstand die Gründe für das Zurückbleiben der Markt- und Produktionszahlen für das Produkt Bivigam® hinter den Erwartungen und warum die Marktaussichten für das sich in der Entwicklung befindliche Produkt Civacir® deutlich schlechter zu sehen waren als bisher angenommen. Die daraus resultierende reduzierte Produktionsplanung führte zu einer Abwertung der Buchwerte der Anlage in Boca Raton (Impairment-Test). Dabei wurde das Verfahren zur Prüfung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten der Biotest Gruppe im Detail erläutert und Umfang und Strategie im Hinblick auf die anstehenden Prüfungen, welche anschließend durch den Prüfungsausschuss mit dem Vorstand diskutiert wurden, erläutert. Es wurden der aktuelle Stand der Ermittlungen in Russland und Italien sowie der Status Quo des Compliance Managements bei Biotest besprochen. Schließlich wurde eine Zusammenfassung der internen Prüfungen im Jahr 2015 behandelt und der Prüfungsausschuss stimmte dem Prüfungsplan für das Jahr 2016 zu.
Der Präsidialausschuss traf sich im Jahr 2015 gemeinsam mit dem Vorstand zu einer Sitzung. In dieser Sitzung vom 16. März 2015 wurden zunächst die geplante Umstrukturierung/-benennung der Aufsichtsratsausschüsse sowie die beabsichtigte Aktualisierung der Geschäftsordnungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse erörtert. Der Ausschuss wurde anschließend über den aktuellen Stand der andauernden Ermittlungen in Russland und Italien informiert. Die Vorschläge der Vornahme eines Aktien-Splits und eines Aktienrückkaufprogramms sowie des Abschlusses eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags der Biotest AG mit der Biotest Pharma GmbH als abführender Gesellschaft wurden diskutiert.
Der neue Governance Ausschuss traf sich gemeinsam mit dem Vorstand zu zwei weiteren Sitzungen. In der ersten Sitzung vom 15. September 2015 wurde die Erforderlichkeit der Erfüllung von geschlechtsbezogenen Quoten im Unternehmen erörtert. Die geplante Neufassung der Geschäftsordnung für den Vorstand zur Vorstellung gegenüber dem Aufsichtsrat wurde diskutiert. Des Weiteren wurde eine Anpassung des Risiko Management Systems bezüglich mittel- und langfristiger Risiken thematisiert. Außerdem setzte sich der Ausschuss mit den Änderungen des Corporate Governance Kodexes u. a. hinsichtlich Dauer und Anzahl der Amtszeiten von Aufsichtsratsmitgliedern und den zur effektiven Umsetzung der Änderungen erforderlichen Maßnahmen auseinander. Schließlich wurde eine Übersicht der Aktivitäten des Aufsichtsrats in den letzten zwölf Monaten besprochen. In seiner letzten Sitzung des Jahres am 2. Dezember 2015 wurde die Aufstellung der Entscheidungen des Aufsichtsrats erneut diskutiert und finalisiert. Abschließend wurden die Größe des Aufsichtsrats ab 2017 sowie die erforderlichen Qualifikationen seiner zukünftigen Mitglieder erörtert.
Der Personal- bzw. im Verlauf des Jahres Personal- und Vergütungsausschuss traf sich im Jahr 2015 zu zwei Sitzungen. In der ersten Sitzung am 17. März 2015 erörterte der Ausschuss die Erreichung der Zielvorgaben der Vorstandsmitglieder für das Jahr 2014. Die Zielvorgaben an die Vorstandsmitglieder für das Jahr 2015 wurden vereinbart. Sodann wurde die neue Tranche des Long Term Incentive-Programs (LTIP) für die Jahre 2015 bis 2017 besprochen. Schließlich erarbeitete der Ausschuss einen Vorschlag zu einer anstehenden Verlängerung der Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder Dr. Floß und Dr. Ramroth. In seiner letzten Sitzung des Jahres am 2. Dezember 2015 präsentierte zunächst die Leiterin der Personalabteilung dem Ausschuss und dem Vorstand die wesentlichen Themen im Bereich Personal im Jahr 2015 sowie die anstehenden Aufgaben für das Jahr 2016 in diesem Bereich. Das aktuelle Vergütungsmodell wurde diskutiert und entschieden, dass keine Änderungen erforderlich sind. Die Zielvorgaben für den Vorstand im Jahr 2016 wurden diskutiert und final vereinbart.
CORPORATE GOVERNANCE
Der Aufsichtsrat hat auch im Jahr 2015 die Weiterentwicklung der Corporate Governance Standards im Unternehmen fortlaufend beobachtet. Über die Corporate Governance des Unternehmens berichten Vorstand und Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Corporate Governance Bericht, der zusammen mit der Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG veröffentlicht wird. Vorstand und Aufsichtsrat der Biotest AG gaben im März 2016 eine Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG ab.
ÄNDERUNGEN IM VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
Die Bestellungen zum Vorstand sowie die Anstellungsverträge der Vorstandsmitglieder Dr. Floß und Dr. Ramroth wurden verlängert. Herr Dr. Ramroth wurde erneut vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2020 zum Mitglied des Vorstands bestellt und hat einen entsprechend angepassten neuen Anstellungsvertrag erhalten. Gleiches gilt für Dr. Floß, dessen neue Amtsperiode vom 9. Januar 2016 bis 8. Januar 2021 läuft. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Dr. Ramroth und Herrn Dr. Floß für die vertrauensvolle und erfolgreiche bisherige Zusammenarbeit und sieht der Fortsetzung mit Freude entgegen. Weitere Veränderungen im Vorstand oder Aufsichtsrat gab es nicht.
JAHRES- UND KONZERNABSCHLUSS
Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Eschborn/Frankfurt am Main, hat den Jahresabschluss der Biotest AG und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 sowie den Lagebericht und den Konzernlagebericht geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Die genannten Abschlussunterlagen, der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers sowie der Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns haben allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig vorgelegen. Sie wurden in der Sitzung des Prüfungsausschusses am 14. März 2016 sowie in der Sitzung des Aufsichtsrats am 15. März 2016 eingehend behandelt. In beiden Sitzungen berichtete der Abschlussprüfer über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und stand für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung.
Nach eigener Prüfung und Erörterung des Jahres- und des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts sowie des Vorschlags des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns hat der Aufsichtsrat festgestellt, dass er keine Einwendungen erhebt und dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zustimmt. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2015 gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns stimmte der Aufsichtsrat zu.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeitern für ihr Engagement und die mühevolle Arbeit im für Biotest schwierigen Geschäftsjahr 2015.
Dreieich, den 15. März 2016
Der Aufsichtsrat
Dr. Alessandro Banchi, Vorsitzender
CORPORATE GOVERNANCE BERICHT
GEMEINSAMER BERICHT VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT DER BIOTEST AG GEMÄSS ZIFFER 3.10 DES DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX (DCGK)
Corporate Governance Grundsätze
Unternehmensführung und -kontrolle der Biotest AG sind auf den langfristigen Erfolg des Unternehmens ausgerichtet. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten eng zusammen und orientieren sich an den international akzeptierten Standards guter Corporate Governance. Die Führung des Unternehmens und deren Kontrolle entsprechen den jeweils gültigen rechtlichen Rahmenbedingungen und -soweit nicht im Rahmen der Entsprechenserklärung ausdrücklich ausgenommen -den Empfehlungen ("Soll"-Vorschriften) des Deutschen Corporate Governance Kodex. Der in den zurückliegenden Jahren mehrfach geänderte und erweiterte Katalog der Empfehlungen und Anregungen stellt nach unserer Ansicht einen auch im internationalen Maßstab hohen Standard dar.
Erläuterungen zum DCGK
Die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex hat in ihrer Plenarsitzung am 5. Mai 2015 Änderungen im Kodex verabschiedet. Die nachfolgenden Angaben beziehen sich somit sowohl auf die vorige Fassung vom 24. Juni 2014 als auch auf die aktualisierte Fassung des Kodex vom 5. Mai 2015.
ENTSPRECHENSERKLÄRUNG
Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Biotest AG zu den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG
Seit der letzten Entsprechenserklärung vom 17. März 2015, die sich auf den DCGK in der Fassung vom 13. Mai 2013 und auf die Fassung vom 24. Juni 2014 bezog, hat die Biotest AG allen Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 24. Juni 2014 und in der Fassung vom 5. Mai 2015 mit folgenden Ausnahmen entsprochen:
| ― | Der Empfehlung in Ziffer 3.8 Absatz 3 des DCGK, einen Selbstbehalt in der D&O-Versicherung für die Mitglieder des Aufsichtsrats in der Höhe, wie er in § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG für die Mitglieder des Vorstands vorgeschrieben ist, zu vereinbaren, folgt die Biotest AG weiterhin nicht. Die in der letzten Entsprechenserklärung genannten Erwägungen haben weiterhin Gültigkeit. Ein Selbstbehalt, der die gesetzlich geforderte Höhe eines Selbstbehalts für Vorstandsmitglieder erreichen würde, stünde nach Ansicht der Biotest AG außer Verhältnis zur derzeitigen Vergütung für die Aufsichtsratstätigkeit. Die Biotest AG hat für ihre Aufsichtsratsmitglieder einen nach ihrer Ansicht angemessenen Selbstbehalt vereinbart. |
| ― | Gemäß der Empfehlung der Ziffer 4.2.3 Abs. 2 des DCGK sollen die Vergütung insgesamt und die variablen Vergütungsbestandteile für den Vorstand betragsmäßige Höchstgrenzen aufweisen. Die mit den Vorstandsmitgliedern abgeschlossenen Verträge enthalten keine ausdrücklichen betragsmäßigen Höchstgrenzen. Allerdings sind sämtliche Vergütungsbestandteile in ihrer maximalen Höhe begrenzt. Der Aufsichtsrat ist weiterhin der Auffassung, dass es nicht erforderlich ist, zusätzlich eine Höchstgrenze für die Vergütung insgesamt betragsmäßig zu fixieren. |
| ― | Gemäß der Empfehlung der Ziffer 4.2.3 Abs. 3 soll der Aufsichtsrat bei Versorgungszusagen das angestrebte Versorgungsniveau - auch nach Dauer der Vorstandszugehörigkeit - festlegen und den daraus für das Unternehmen abgeleiteten, jährlichen Aufwand berücksichtigen. Die Mitglieder des Vorstands sind in die betriebliche Altersvorsorge der Biotest AG eingebunden. Für sie besteht in diesem Rahmen eine Einzelzusage. Die entsprechenden Leistungen leiten sich dabei nicht von einem vorab definierten Versorgungsniveau ab, so dass der Empfehlung der Ziffer 4.2.3 Abs. 3 nicht entsprochen wird. Der Aufsichtsrat beabsichtigt weiterhin nicht, das aus seiner Sicht angemessene Pensionssystem für die Vorstandsmitglieder der Biotest AG zu ändern. |
| ― | Die Biotest AG hat entgegen der Empfehlung in Ziffer 5.3.3 des DCGK keinen eigenen Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats gebildet. Die Aufgaben des Nominierungsausschusses nimmt der Governance Ausschuss des Aufsichtsrats der Biotest AG wahr. |
| ― | Gemäß Ziffer 5.4.1 Abs. 2 und 3 des DCGK soll der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen, die unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenskonflikte, die Anzahl der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder im Sinne von Ziffer 5.4.2 des DCGK, eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und eine festzulegende Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat sowie Vielfalt (Diversity) berücksichtigen. Vorschläge des Aufsichtsrats an die zuständigen Wahlgremien sollen diese Ziele berücksichtigen. Die Zielsetzung und der Stand der Umsetzung sollen im Corporate Governance Bericht veröffentlicht werden. Die Biotest AG weicht von dieser Empfehlung ab. Die Erwägungen, die in den letzten Entsprechenserklärungen dargestellt wurden, haben weiter Gültigkeit. In Erfüllung der Vorgaben des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst vom 24. April 2015 erfüllt die Biotest AG die gesetzliche Zielgröße für den Anteil von Frauen im Aufsichtsrat in Höhe von 30 % bereits seit dem Jahr 2004. |
Der Aufsichtsrat der Biotest AG hat in der Vergangenheit ein konkretes Ziel hinsichtlich des maximalen Alters seiner Mitglieder vorgegeben. Mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, der italienischer Staatsbürger ist, wird die internationale Tätigkeit des Unternehmens berücksichtigt. Der Empfehlung, für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats eine Zielvorgabe für die Anzahl unabhängiger Aufsichtsratsmitglieder festzulegen, folgt die Biotest AG nicht. Für die OGEL GmbH ist ein Entsenderecht in der Satzung niedergelegt. Darüber hinaus steht ein Aufsichtsratsmitglied in einer geschäftlichen Beziehung zur Kreissparkasse Biberach als wesentliche Aktionärin. Eine interne Analyse hat ergeben, dass für die Biotest AG die Benennung konkreter Ziele für die Besetzung des Aufsichtsrats unter der bestehenden spezifischen Situation und Aktionärsstruktur nicht erforderlich ist.
Aufgrund der Abweichung von Ziffer 5.4.1 Abs. 2 des DCGK kann auch keine entsprechende Berichterstattung im Corporate Governance Bericht erfolgen. Von Ziffer 5.4.1 Abs. 3 des DCGK wird deshalb ebenfalls eine Abweichung erklärt.
| ― | Gemäß Ziffer 5.4.6 Abs. 2 des DCGK soll eine mögliche erfolgsorientierte Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrats auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet sein. Dies erfordert nach allgemeiner Auffassung eine mehrjährige Bemessungsgrundlage für die erfolgsorientierte Vergütung. Die Biotest AG weicht von dieser Empfehlung ab. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Biotest AG erhalten gemäß § 16 (1) (b) der Satzung für das jeweils abgelaufene Geschäftsjahr eine jährliche variable Vergütung, die sich an der Höhe der ausgeschütteten Dividende orientiert. Die Biotest AG ist der Auffassung, dass die gegenwärtig festgelegte variable Vergütung des Aufsichtsrats hinsichtlich Berechnungsgrundlage und Höhe angemessen ist. Sollte die Gesellschaft bei der regelmäßig stattfindenden Überprüfung des Vergütungssystems zu dem Schluss kommen, dass die erfolgsorientierte Vergütung angepasst werden sollte, wird sie die Empfehlung der Ziffer 5.4.6. Abs. 2 des DCGK in ihre Analyse einbeziehen. |
| ― | Gemäß einer Ergänzung in Ziffer 6.3 bzw. seit dem 5. Mai 2015 in Ziffer 6.2 des DCGK soll der Besitz von Aktien oder sich darauf beziehender Finanzinstrumente von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern nun im Corporate Governance Bericht getrennt nach Vorstand und Aufsichtsrat angegeben werden, wenn er direkt oder indirekt größer als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien ist. Frau Dr. Schleussner, stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats, kontrolliert die OGEL GmbH, die nach Kenntnis der Gesellschaft ca. 50,03 % der ausgegebenen Stammaktien der Gesellschaft hält. Sie hält damit indirekt 50,03 % der Stammaktien der Biotest AG. Angaben hierzu finden sich im Konzernlagebericht unter "Erläuterungen zu den Angaben nach § 315 Absatz 4 HGB". Der Aktienbesitz der übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats sowie der Mitglieder des Vorstands liegt nach Kenntnis der Gesellschaft gemeinsam unter 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Stammaktien. Eine Wiederholung der Angaben aus dem Konzernlagebericht im Corporate Governance Bericht hält die Gesellschaft nicht für erforderlich. Sie weicht insoweit von der Empfehlung ab. |
Dreieich, den 15. März 2016
Für den Vorstand
Dr. Bernhard Ehmer
Dr. Michael Ramroth
Dr. Georg Floß
Für den Aufsichtsrat
Dr. Alessandro Banchi
CORPORATE GOVERNANCE IM GESCHÄFTSJAHR
Die Hauptversammlung der Biotest AG fand am 7. Mai 2015 in Frankfurt am Main statt. Dabei waren 77,54 % des stimmberechtigten Kapitals (Stammaktienkapital) vertreten. Die Beschlussvorlagen (Verwendung Bilanzgewinn, Entlastung der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat, Wahl des Abschlussprüfers, Zustimmung zu einem Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag, Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln und Neueinteilung des Grundkapitals (Aktiensplit) sowie erforderliche Satzungsänderungen, Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien und zum Ausschluss des Bezugs- und des Andienungsrechts wurden jeweils mit deutlicher Mehrheit angenommen.
DIRECTORS' DEALINGS (MITTEILUNGEN ÜBER GESCHÄFTE VON FÜHRUNGSPERSONEN NACH § 15A WPHG)
Im Geschäftsjahr 2015 fanden folgende mitteilungspflichtige Erwerbs- und Veräußerungsgeschäfte von Organmitgliedern und sonstigen Führungskräften der Biotest AG statt:
scroll
| Datum | Mitteilungspflichtiger | Funktion | Art und Ort der Transaktion | Finanzinstrument | ISIN | Stückzahl |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 29.04.15 | Dr. Michael Ramroth | Finanzvorstand | Kauf/Xetra | Vorzugsaktien | DE0005227235 | 500 |
| 18.05.15 | OGEL GmbH | Juristische Person in enger Beziehung zu einer Person mit Führungsaufgaben | Kauf/außerbörslich | Stammaktien | DE0005227201 | 4.000 |
| 19.05.15 | OGEL GmbH | Juristische Person in enger Beziehung zu einer Person mit Führungsaufgaben | Kauf/außerbörslich | Stammaktien | DE0005227201 | 4.000 |
| 13.08.15 | Dr. Michael Ramroth | Finanzvorstand | Kauf/Xetra | Vorzugsaktien | DE0005227235 | 1.000 |
| 17.08.15 | OGEL GmbH | Juristische Person in enger Beziehung zu einer Person mit Führungsaufgaben | Kauf/außerbörslich | Stammaktien | DE0005227201 | 2.000 |
| 06.11.15 | Dr. Michael Ramroth | Finanzvorstand | Kauf/Xetra | Vorzugsaktien | DE0005227235 | 1.200 |
| 10.11.15 | OGEL GmbH | Juristische Person in enger Beziehung zu einer Person mit Führungsaufgaben | Kauf/außerbörslich | Stammaktien | DE0005227201 | 5.000 |
| 16.11.15 | OGEL GmbH | Juristische Person in enger Beziehung zu einer Person mit Führungsaufgaben | Kauf/außerbörslich | Stammaktien | DE0005227201 | 5.000 |
scroll
| Datum | Kurs in € |
Geschäftsvolumen in € |
|---|---|---|
| 29.04.15 | 80,00 | 40.000,00 |
| 18.05.15 | 73,71 | 294.846,80 |
| 19.05.15 | 75,12 | 300.492,40 |
| 13.08.15 | 23,90 | 23.900,00 |
| 17.08.15 | 23,16 | 46.327,60 |
| 06.11.15 | 14,00 | 16.800,00 |
| 10.11.15 | 14,90 | 74.482,00 |
| 16.11.15 | 15,16 | 75.805,00 |
GLOSSAR / FACHBEGRIFFE
A
ALBUMIN (AUCH HUMANALBUMIN)
In der Leber gebildetes Protein (Eiweiß), das zur Aufrechterhaltung des Plasmavolumens und als Transportvehikel für viele physiologische und pharmakologische Substanzen dient.
ANTIKÖRPER
Proteine (Eiweiße), die von speziellen Zellen des Immunsystems als Abwehrreaktion gegen verschiedene Krankheitserreger gebildet werden.
ANTIKÖRPERMANGELSYNDROM
Unfähigkeit des Körpers ausreichend Antikörper zu bilden. Es wird zwischen primären (angeborenen) und sekundären (erworbenen) Antikörpermangelsyndromen unterschieden.
AUTOIMMUNERKRANKUNG
Gegen Gewebe und Zellen des eigenen Organismus gerichtete Aktivität des Immunsystems.
B
BLASENKARZINOM
Auch Blasenkrebs, ist die allgemeine Bezeichnung für bösartige Tumore, die von der Harnblase ausgehen.
C
CYTOMEGALIE / CYTOMEGALIE-VIRUS (CMV)
Zumeist harmlos verlaufende, durch den Cytomegalie-Virus (CMV) verursachte Infektion. Tritt sie während der Schwangerschaft auf, kann sie schwerwiegende Schäden beim Ungeborenen verursachen. Da die Viren nach einer Infektion dauerhaft im Körper verweilen, kann es bei eingeschränktem Immunsystem im Rahmen von Reaktivierung oder Neuinfektionen zu schwerwiegenden Verläufen kommen. In der Organtransplantation eine der häufigsten Virusinfektionen, die zum Verlust des Transplantats führen kann.
D
DEXAMETHASON
Wirkstoff, welcher unter anderem in Kombination mit Lenalidomid zur Behandlung des Multiplen Myeloms sowie bei der Therapie verschiedener Tumore eingesetzt wird. Dexamethason wirkt unter anderem entzündungshemmend und dämpfend auf das Immunsystem.
DOSISESKALATION
Bezeichnet die Steigerung der Dosis eines Arzneimittels.
F
FIBRINOGEN
In der Leber gebildetes Protein, das zentral für die Blutgerinnung ist. Es wird während der Blutgerinnung in Fibrin umgewandelt, das als sogenannter Blutklebstoff eine Schlüsselrolle für den Verschluss von Wunden einnimmt. Ein Mangel an Fibrinogen ist eine mögliche Ursache für Störungen der Blutgerinnung.
FOOD AND DRUG ADMINISTRATION (FDA)
US-amerikanische Behörde für Lebensmittelüberwachung und Arzneimittelzulassungen.
FRAKTIONIERUNG (PLASMAFRAKTIONIERUNG)
Bezeichnet ein Verfahren zur Gewinnung von Proteinen aus menschlichem Blutplasma.
G
GERINNUNGSFAKTOREN
Proteine, die für die Blutgerinnung sorgen.
H
HÄMATOLOGIE
Blut und Blutkrankheiten betreffendes medizinisches Teilgebiet.
HÄMOPHILIE
Störung der Blutgerinnung (Bluterkrankheit), die aus defekten oder fehlenden Gerinnungsfaktoren VIII oder IX (Hämophilie A beziehungsweise B) resultiert.
HEPATITIS
Entzündung der Leber, die auf verschiedene Ursachen (insbesondere Virusinfektionen und Autoimmunerkrankungen) zurückgeführt werden kann. Führt unter anderem zur Beeinträchtigung und zum Absterben der Leberzellen sowie zur Einschränkung bis hin zur Einstellung der Stoffwechselfunktion der Leber. Häufig ist eine Lebertransplantation notwendig.
HER 2
Das HER 2-Protein ist ein Empfängermolekül (Rezeptor), das sich auf der Oberfläche von Körperzellen befindet. Das Protein wird einer Familie von bestimmten Wachstumsfaktor-Rezeptoren (epidermal growth factor receptor) zugeordnet. Die Anzahl der auf der Zelloberfläche befindlichen Rezeptoren wird durch das HER 2-Gen bestimmt.
HYDROXY-ETHYL-STÄRKE (HES)
Aus Wachsmaisstärke oder Kartoffelstärke künstlich hergestellter Stoff, der als Ersatz für Humanalbumin verwendet wird.
I
IMMUNGLOBULINE
Gleichbedeutend mit Antikörpern gewonnen aus Blutplasma. Diese erkennen und binden Krankheitserreger und vermitteln deren Zerstörung durch Zellen des Immunsystems.
IMMUNGLOBULIN M (IgM)
Größtes Antikörpermolekül im Blutplasma. Es zerstört in Verbindung mit dem Komplementsystem (System von Plasmaproteinen, das als Teil der Immunantwort aktiviert wird) Bakterien und neutralisiert bakterielle Toxine.
IMMUNOLOGIE
Lehre über die Immunabwehr und Immunregulation zur körperlichen Abwehr von Krankheitserregern.
IMMUNSUPPRESSIV
Bezeichnet einen Vorgang, der immunologische Prozesse unterdrückt. Dies ist relevant, wenn unerwünschte Reaktionen des Immunsystems, wie im Fall von Autoimmunerkrankungen oder nach Gewebs- oder Organtransplantationen, gehemmt werden sollen.
IMMUNSYSTEM
Gesamtheit aller Faktoren, die für das Erkennen und die Abwehr von Infektionserregern im Körper verantwortlich sind und die eine Kontrolle gegen selbstzerstörende Prozesse ausüben.
INDIKATION
Bereich einer therapeutischen Anwendung, für die ein Wirkstoff oder Medikament entwickelt und zugelassen werden kann.
INTENSIVMEDIZIN
Medizinisches Fachgebiet, das sich mit Diagnostik und Therapie lebensbedrohlicher Zustände befasst.
INTRAVENÖS (I.V.)
Verabreichung eines Medikaments durch Injektion in eine Vene.
L
LEBERINSUFFIZIENZ
Auch bekannt als Leberversagen, bezeichnet das Erlöschen der Leberfunktion.
LENALIDOMID
Lenalidomide ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Immunmodulatoren und wird in Kombination mit niedrig dosiertem Dexamethason bei der Behandlung des Multiplen Myeloms eingesetzt. Lenalidomide ist strukturell mit Thalidomid und Pomalidomid verwandt.
M
METHOTREXAT
Ein Wirkstoff zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis und anderer Autoimmunkrankheiten (zum Beispiel Psoriasis, Multiple Sklerose) sowie verschiedener Tumore.
MONOKLONALE ANTIKÖRPER (MAK)
Antikörper, deren Produktion sich auf eine einzelne Ursprungszelle zurückführen lässt und die jeweils nur ein bestimmtes Antigen spezifisch erkennen und binden.
MULTIPLES MYELOM
Hämatologische Erkrankung, die sich durch bösartige Wucherung von Plasmazellen im Knochenmark auszeichnet.
O
ÖSTROGEN
Wichtigstes weibliches Sexualhormon aus der Klasse der Steroidhormone. Bei der Einnahme von Östrogenpräparaten können Nebenwirkungen in Form von Autoimmunreaktionen wie Systemischer Lupus Erythematodes (SLE) auftreten.
P
PAUL-EHRLICH-INSTITUT (PEI)
Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel (Bundesoberbehörde). Das PEI prüft und bewertet Nutzen und Risiko biomedizinischer Arzneimittel und ist unter anderem zuständig für die Genehmigung klinischer Prüfungen, die Zulassung von Präparaten aus humanem Blutplasma sowie für die Verkaufsfreigabe von Produktionschargen.
PHARMAKODYNAMIK
Gesamtheit aller Prozesse, die die Wirkung eines Arzneimittels im Organismus hervorruft, von der Beschreibung des Wirkprofils, der Dosis-Wirkungsbeziehung bis zum Wirkungsmechanismus.
PHARMAKOKINETIK
Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt, von der Absorption des Arzneistoffes über die Verteilung im Körper, den biochemischen Um- und Abbau bis hin zur Ausscheidung des Stoffes. (Freisetzung, Aufnahme in die Blutbahn, Verteilung im Organismus, Verstoffwechselung, Ausscheidung).
PHARMAKOVIGILANZ
Dient der systematischen Überwachung der Sicherheit eines Arzneimittels, bei der unerwünschte Wirkungen identifiziert werden sollen, um entsprechende Maßnahmen zur Risikominimierung ergreifen zu können.
PIVOTALE STUDIE
Schlüsselstudie, die dem signifikanten Nachweis der Wirksamkeit eines Arzneimittels dient. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um eine Phase-III-Studie.
PLACEBO
Scheinmedikament. Medizinisch unwirksame Substanz, die verwandt wird, um einem subjektiven Bedürfnis nach medikamentöser Therapie nachzukommen. In vielen klinischen Studien wird eine Kontrollgruppe mit Placebo behandelt. Die Ergebnisse werden mit denen der Teilnehmer verglichen, die das zu testende Präparat (Verum) erhalten haben.
PLASMAPHERESE
Gewinnung von Plasma aus Blutspenden. Die zellulären Bestandteile werden dem Spender wieder zurückgeführt. Es verbleibt das Blutplasma, eine gelblich-klare Flüssigkeit, welche die löslichen Eiweißbestandteile (Proteine) des Bluts enthält.
PLASMAPROTEINE
Sammelbegriff für die am häufigsten im Blutplasma vorkommenden Blutproteine.
PLASMA PROTEIN THERAPEUTICS ASSOCIATION (PPTA)
Vereinigung der weltweit führenden Hersteller von Plasmaproteinen.
PRIONE
Proteine, die im menschlichen oder tierischen Organismus sowohl in normalen als auch krank machenden (pathogenen) Strukturen vorkommen können.
PRIMÄRE IMMUNDEFIZIENZ (PID)
Angeborener Defekt des Immunsystems, der zu einem Mangel an Antikörpern führt.
PROGESTERON (GELBKÖRPERHORMON)
Bildet zusammen mit Östrogen die weiblichen Geschlechtshormone. Progesteron bereitet die Gebärmutter auf die Schwangerschaft vor und dient der Aufrechterhaltung der Schwangerschaft.
PSORIASIS
Schuppenflechte. Chronische Hauterkrankung.
R
REKOMBINANT
Mithilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen oder Zelllinien hergestellt.
RHEUMATOIDE ARTHRITIS
Chronisch entzündliche Erkrankung der Gelenke.
S
sCAP (SEVERE COMMUNITY ACQUIRED PNEUMONIA)
Schwere ambulant erworbene Lungenentzündung. Durch die Ausbreitung der Entzündung von der Lunge auf den Körper kommt es häufig zu Komplikationen wie Sepsis, septischem Schock oder Organversagen.
SEROKONVERSION
Entwicklung von spezifischen Antikörpern gegen Antigene eines Fremdkörpers im Rahmen einer Infektion oder einer Impfung, bzw. der Antikörperklassenwechsel im Verlauf einer Infektion von IgM (frühe Antikörper) zu IgG (späte Antikörper).
SERUMPROTEINE
Bezeichnung für die im Blutserum enthaltenen Proteine (Eiweiße).
SUBKUTAN (S.C.)
Anatomische Ortsangabe, die sich auf das Gewebe unter der Haut bezieht. Dieses besteht im Wesentlichen aus Binde- und Fettgewebe. Die subkutane Verabreichung von Medikamenten ist eine Injektion unter die Haut.
SUBSTITUTIONSTHERAPIE
Medikamentöser Einsatz eines vom Körper selbst nicht mehr ausreichend gebildeten Stoffes.
SYSTEMISCHER LUPUS ERYTHEMATODES (SLE)
Autoimmunkrankheit, die oft mit Fieber beginnt. Betroffene haben meist rheumaähnliche Gelenkschmerzen. Auf der Haut bilden sich Erytheme (Hautrötungen aufgrund von Gefäßerweiterungen). Auch andere Organe können von dieser Erkrankung betroffen sein.
Z
ZOSTER-VIRUS (VARICELLA-ZOSTER-VIRUS)
Zur Familie der Herpesviren gehörendes Virus. Eine Erstinfektion führt i.d.R. zu der Erkrankung Windpocken. Eine Reaktivierung, zum Beispiel im Rahmen einer Schwächung des Immunsystems, kann zu der Erkrankung Gürtelrose führen.
GLOSSAR / FINANZBEGRIFFE
A
ASSOZIIERTES UNTERNEHMEN
Nicht vollkonsolidierte Konzerngesellschaft (Beteiligung < 50 %), die unter maßgeblichem Einfluss der Muttergesellschaft steht.
C
CASHFLOW
Tatsächliche Zahlungsmittelflüsse (Einzahlungen und Auszahlungen) in einer Periode. Indikator für die Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens.
D
D&O-VERSICHERUNG
Directors-and-Officers-Versicherung (auch: Organ- oder Manager-Haftpflichtversicherung). Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, die ein Unternehmen für seine Organe (zum Beispiel Vorstand und Aufsichtsrat) und leitenden Angestellten abschließt.
DECKUNGSBEITRAG
Kategorie der Kosten- und Leistungsrechnung. Differenz zwischen Umsatz und den variablen Kosten.
DERIVAT
Finanzinstrument, dessen Preisbildung im Allgemeinen auf einer marktabhängigen Bezugsgröße basiert. Unter anderem eingesetzt zur Absicherung gegen Wertschwankungen.
DEVISENOPTIONSGESCHÄFT
Geschäft, das die Risiken von Devisenkursschwankungen absichert. Der Käufer einer Devisenoption erwirbt das Recht, jedoch nicht die Pflicht, eine Währung zu einem bestimmten Wechselkurs an einem bestimmten Termin zu kaufen oder zu verkaufen.
DEVISENTERMINGESCHÄFT
Verbindliche Vereinbarung, eine Währung gegen eine andere Währung zu einem bestimmten Termin und festgelegten Kurs zu tauschen.
DIRECTORS' DEALINGS
Geschäfte mit Wertpapieren eines börsennotierten Unternehmens, die vom Management oder von dem Management nahestehenden Gesellschaften oder Personen getätigt werden.
E
EAT (EARNINGS AFTER TAX)
Ergebnis nach Steuern.
EBIT (EARNINGS BEFORE INTEREST AND TAX)
Ergebnis vor Zinsen und Steuern; Betriebsergebnis.
EBT (EARNINGS BEFORE TAX)
Ergebnis vor Steuern.
F
FACTORING
Finanzdienstleistung. Der Faktor erwirbt die Forderungen seines Kunden gegen dessen Abnehmer (Debitor).
FAIR VALUE
Beizulegender Zeitwert.
FINANCIAL ASSETS AT FAIR VALUE THROUGH PROFIT AND LOSS (FAFVTPL)
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Kategorie gemäß IFRS 7).
H
HEDGE ACCOUNTING
Bilanzierungstechnik. Schafft Sicherungszusammenhänge zwischen Grundgeschäften und den zur Absicherung eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten.
HELD TO MATURITY (HTM)
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen (Kategorie gemäß IFRS 7).
L
LATENTE STEUERN
Zukünftig zu zahlende oder zu erhaltende Ertragsteuern, die zum Zeitpunkt der Bilanzierung noch keine tatsächlichen Forderungen oder Verbindlichkeiten darstellen.
LOANS AND RECEIVABLES (LAR)
Kredite und Forderungen (Kategorie gemäß IFRS 7).
LONG TERM INCENTIVE-PROGRAMM
Langfristig orientiertes Programm zur erfolgsorientierten variablen Vergütung.
N
NET PRESENT VALUE (KAPITALWERT)
Betriebswirtschaftliche Kennzahl der dynamischen Investitionsrechnung, bei der durch Abzinsung auf den Beginn der Investition Zahlungen vergleichbar gemacht werden, die zu beliebigen Zeitpunkten anfallen. Der Kapitalwert einer Investition ist die Summe der Barwerte aller durch diese Investition verursachten Zahlungen (Ein- und Auszahlungen).
R
RETURN ON CAPITAL EMPLOYED (ROCE)
Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital.
S
SCHULDSCHEINDARLEHEN
Form der (langfristigen) Fremdfinanzierung für Unternehmen, bei der einem Kreditnehmer durch die Bereitstellung von Kapital verschiedener Gläubiger ein Darlehen gewährt wird.
SENSITIVITÄTSANALYSE
Untersuchung des Einflusses bestimmter Faktoren auf bestimmte Ergebnisgrößen.
STAMMAKTIE
Mit Stimmrechten bestückte Aktie, die das Gegenstück zur Vorzugsaktie bildet.
SWAP
Austausch von Forderungen und Verbindlichkeiten in gleicher oder fremder Währung mit dem Ziel, einen Finanzierungs- oder Zins- bzw. Renditevorteil zu erlangen.
V
VORZUGSAKTIE
Aktie ohne Stimmrecht, dafür aber mit dem Recht auf eine bevorzugte, in der Regel höhere Dividende. Das Gegenstück zu einer Vorzugsaktie ist die Stammaktie.
W
WEIGHTED AVERAGE COST OF CAPITAL (WACC)
Der gewichtete durchschnittliche Kapitalkostensatz bezeichnet einen zu den Discounted-Cashflow-Verfahren der Unternehmensbewertung gehörenden Ansatz. Die Methode wird häufig auch als Free-Cashflow-Verfahren bezeichnet. Er wird meist verwendet, um die Mindestrendite für Investitionsprojekte zu bestimmen.
WORKING CAPITAL
Kurzfristig gebundenes Betriebskapital.
FINANZKALENDER
12. MAI 2016
Drei-Monatsbericht 2016
12. MAI 2016
Hauptversammlung
11. AUGUST 2016
Halbjahresbericht 2016
10. NOVEMBER 2016
Neun-Monatsbericht 2016
IMPRESSUM
HERAUSGEBER
Biotest AG
Landsteinerstr. 5
63303 Dreieich
Deutschland
www.biotest.de
IR Kontakt
Dr. Monika Buttkereit
Telefon +49-6103-801-4406
Fax +49-6103-801-347
PR Kontakt
Dirk Neumüller
Telefon +49-6103-801-269
KONZEPTION, GESTALTUNG UND PROJEKTMANAGEMENT
Scheufele Hesse Eigler
Kommunikationsagentur GmbH,
Frankfurt am Main, Deutschland
REDAKTION UND LEKTORAT
cometis AG
Wiesbaden, Deutschland
FOTOGRAFIE
Ralf Braum, Frankfurt, Germany
DRUCK
Druckhaus Becker GmbH,
Ober-Ramstadt, Deutschland
Dieser Geschäftsbericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie zur Geschäfts-, Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Biotest AG und ihrer Tochtergesellschaften. Diese Aussagen beruhen auf den derzeitigen Plänen, Einschätzungen, Prognosen und Erwartungen des Unternehmens und unterliegen insofern Risiken und Unsicherheitsfaktoren, die dazu führen können, dass die tatsächliche wesentlich von der erwarteten Entwicklung abweicht. Die zukunftsgerichteten Aussagen haben nur zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Geschäftsberichts Gültigkeit. Biotest beabsichtigt nicht, die zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren und übernimmt dafür keine Verpflichtung.
BIOTEST AG
Landsteinerstr. 5,
63303 Dreieich, Deutschland,
www.biotest.de