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Biotest AG — Annual Report 2014
May 26, 2015
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Annual Report
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Biotest AG
Dreieich
Konzernabschluss zum 31.12.2014
KENNZAHLEN
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| BIOTEST GRUPPE | 2014 | 2013 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | Mio. € | 582,0 | 500,8 | 16,2 |
| davon: | ||||
| Inland | Mio. € | 106,0 | 93,4 | 13,5 |
| Ausland | Mio. € | 476,0 | 407,4 | 16,8 |
| davon: | ||||
| Therapie | Mio. € | 409,8 | 386,2 | 6,1 |
| Plasma & Services | Mio. € | 157,0 | 102,5 | 53,2 |
| Andere Segmente | Mio. € | 15,2 | 12,1 | 25,6 |
| EBITDA | Mio. € | 85,9 | 85,6 | 0,4 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | Mio. € | 53,4 | 53,8 | - 0,7 |
| EBIT in % vom Umsatz | % | 9,2 | 10,7 | |
| Ergebnis vor Steuern | Mio. € | 46,9 | 47,8 | - 1,9 |
| Ergebnis nach Steuern | Mio. € | 19,2 | 32,0 | - 40,0 |
| Aufwandstruktur: | ||||
| Personalaufwendungen | Mio. € | 138,2 | 126,2 | 9,5 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | Mio. € | 67,2 | 64,6 | 4,0 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten in % vom Umsatz | % | 11,5 | 12,9 | |
| Investitionen in Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte | Mio. € | 47,1 | 42,9 | 9,8 |
| Finanzierung: | ||||
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | Mio. € | -11,4 | - 7,2 | - 58,3 |
| Abschreibungen | Mio. € | 32,5 | 31,8 | 2,2 |
| Eigenkapital (am 31. Dezember) | Mio. € | 480,2 | 460,7 | 4,2 |
| Eigenkapitalquote (am 31. Dezember) | % | 46,5 | 52,0 | |
| Bilanzsumme (am 31. Dezember) | Mio. € | 1.032,6 | 886,5 | 16,5 |
| Mitarbeiter in Vollzeitstellen (am 31. Dezember) | Anzahl | 2.158 | 1.997 | 8,1 |
| Ergebnis je Aktie | € | 1,46 | 2,57 | - 43,2 |
Vorwort des Vorstands
SEHR GEEHRTE AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄRE,
auch 2014 konnte Biotest weiter wachsen. Dank eines starken Schlussquartals haben wir unseren Umsatz deutlich um über 16 % gesteigert und damit unsere Prognose aus dem Sommer übertroffen. Vor allem in Asien haben wir von einer hohen Nachfrage nach unseren innovativen Produkten profitiert. In den USA sorgten zudem Plasmaverkäufe für steigende Erlöse.
Herausforderungen erwuchsen für uns im abgelaufenen Geschäftsjahr dagegen aus politischen Krisen wie zum Beispiel in Russland, dem vermehrten Preisdruck auf internationalen Märkten und dem starken Wettbewerb in den USA. Verbunden mit gestiegenen Kosten für unsere Forschungs- und Entwicklungsprojekte blieb unser Ergebnis so auf Vorjahresniveau. Mit einer EBIT-Marge von 9,2 % ist Biotest deutlich profitabel, hiervon sollen auch Sie, verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, in Form einer erneut gesteigerten Dividende profitieren.
Wir haben im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 erheblich in die Zukunft unseres Unternehmens investiert. Aufgrund des Fortschritts der laufenden klinischen Studien mit innovativen selbstentwickelten Wirkstoffen haben wir unsere Ausgaben für Forschung und Entwicklung gegenüber dem Vorjahr nochmals erhöht. Unsere Forschungsarbeit von heute sind die Produkte und damit Ergebnisse von morgen, im Geschäftsjahr 2014 haben wir entscheidende Weichen gestellt.
Ein Highlight war die Zwischenanalyse aus unserer US-amerikanischen Phase-III-Studie mit Civacir® . Wir konnten zeigen, dass unser Wirkstoff die Reinfektionsrate bei Hepatitis C-Patienten nach einer Lebertransplantation deutlich senkt. Aktuell gibt es keine anerkannte Behandlung zur Verhinderung dieser Reinfektion, Civacir® könnte entscheidend weiterhelfen. Ende 2015 wollen wir die finalen Ergebnisse der Studie veröffentlichen, dann werden die nächsten Entwicklungsschritte festgelegt.
Auch die Arbeit mit unseren monoklonalen Antikörpern geht mit großen Schritten voran. Bereits in Kürze können wir die ersten Ergebnisse der größten Studie unserer Unternehmensgeschichte "TREAT 2b" vorlegen. Mehr als 300 Patienten mit rheumatoider Arthritis wurden mit unserer Entwicklung Tregalizumab (BT-061) behandelt. Bei einem Erfolg entscheidet unser Kooperationspartner AbbVie, wann die Phase-III-Studie beginnt. Dies würde eine relevante Meilenstein-Zahlung an uns auslösen. Ähnlich verhält es sich mit Indatuximab Ravtansine (BT-062). Sind die ebenfalls für 2015 erwarteten Studiendaten mit dem Wirkstoff gegen das multiple Myelom positiv, steht auch hier eine richtungsweisende Entscheidung unseres Partners ImmunoGen an.
Gegenwind erhielten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr hingegen bei unserem Immunglobulin Bivigam® in den USA. Aufgrund des starken Wettbewerbs lief die Vermarktung hier nicht so, wie wir es geplant hatten. In der Folge haben wir die Produktion vorübergehend gedrosselt, was aufgrund der entstandenen Leerkosten negative Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung hatte.
Auch im Jahr 2014 haben wir die Biotest Gruppe weiter internationalisiert und unsere Produkte in verschiedenen Ländern neu auf den Markt gebracht. Bereits knapp 82 % unserer Umsätze erwirtschaften wir im Ausland, ein weiterer Beleg dafür, dass Biotest in den vergangenen Jahrzehnten zu einem weltweit tätigen Konzern geworden ist.
Insgesamt haben wir im Geschäftsjahr 2014 Umsatzerlöse in Höhe von 582,0 Mio. € erzielt, nach 500,8 Mio. € im Vorjahr. Mit der deutlichen Steigerung um mehr als 16 % lagen wir über unserer im Sommer auf ein Plus von ca. 7 % angepassten Prognose. Das Betriebsergebnis 2014 betrug 53,4 Mio. € und entsprach damit, wie prognostiziert, in etwa dem Niveau des Vorjahres von 53,8 Mio. €. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) sank im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls nur leicht auf 46,9 Mio. € nach 47,8 Mio. € im Jahr 2013. Aufgrund einer deutlich gestiegenen Steuerquote ging das Ergebnis nach Steuern (EAT) von 32,0 Mio. € auf jetzt 19,2 Mio. € zurück.
2015 wird für Biotest ein richtungsweisendes Jahr. Mit verschiedenen klinischen Daten, möglichen Meilensteinzahlungen und dem weiteren Vorantreiben unseres Ausbauprogramms "Biotest Next Level" legen wir in den kommenden Monaten den Grundstein für die zukünftige Ausrichtung der Biotest Gruppe. Die Umsatzmilliarde bis 2020 ist unser Ziel. Mit der angestoßenen Kapazitätsverdopplung können wir dieses erreichen. Weitere Wachstumssprünge sind auch mit unseren Neu- und Weiterentwicklungen wie beispielsweise IgM Concentrate oder einer Anwendung von Indatuximab Ravtansine (BT-062) bei soliden Tumoren möglich.
Herzlich bedanken möchte ich mich bei unseren Mitarbeitern für Ihr Engagement, Ihren Tatendrang und Ihre Einsatzbereitschaft. Für Sie und uns als Vorstand wird 2015 ein spannendes Jahr!
Mit unserem Kerngeschäft wollen wir im laufenden Geschäftsjahr unsere Umsätze weiter steigern -voraussichtlich im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Beim Ergebnis machen sich die spürbare Konkurrenzsituation in den USA und der etwas stärkere Preisdruck in Europa bemerkbar. Zudem wirken sich die Lage in den Krisenregionen sowie der Aufwand für die geplante Kapazitätsausweitung am Standort Dreieich stärker aus als im Jahr 2014. Da Biotest bei der Entwicklung von neuen Präparaten mit Partnern zusammen arbeitet, hängen die F&E-Kosten des Geschäftsjahres maßgeblich vom Fortschritt in den Projekten und den daraus resultierenden weiteren Entscheidungen ab. Wir gehen aber weiterhin von einer positiven Entwicklung der Biotest Gruppe aus und streben so ein EBIT im Bereich von etwa 50 Mio. € an.
Wir bedanken uns sehr herzlich bei Ihnen, sehr verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, Geschäftspartner und finanzierenden Banken, und freuen uns, wenn Sie uns auch in Zukunft auf unserem spannenden Weg begleiten.
Es grüßt Sie herzlichst
Dr. Bernhard Ehmer, Vorsitzender des Vorstands
Konzernlagebericht
A. GRUNDLAGEN DES KONZERNS
I. GESCHÄFTSMODELL DES KONZERNS
Die Biotest Gruppe (nachfolgend kurz: Biotest) mit Sitz in Dreieich, Deutschland, ist ein international tätiger Anbieter biologischer Arzneimittel. Aktuell im Verkauf befindliche Präparate sowie Neuentwicklungen werden dabei sowohl aus menschlichem Blutplasma gewonnen, als auch mithilfe biotechnologischer Verfahren hergestellt. Hauptindikationsgebiete für die Anwendung sind die Hämatologie, die Klinische Immunologie sowie die Intensivmedizin.
A. GESELLSCHAFTSRECHTLICHE STRUKTUR
In den Konzernabschluss sind neben der Biotest AG als Muttergesellschaft 16 weitere vollkonsolidierte Gesellschaften einbezogen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden neue Tochtergesellschaften in Frankreich und in der Türkei gegründet. Da die türkische Gesellschaft noch ruht, wurde diese 2014 nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen. Sämtliche Beteiligungen der Biotest Gruppe sind in der Anteilsbesitzliste in Kapitel F.10 des Konzernanhangs aufgeführt.
Die Biotest AG hat Stamm- und Vorzugsaktien ausgegeben, die im Prime Standard-Segment der Deutschen Börse notieren. Die Vorzugsaktien notieren im SDAX. Detaillierte Angaben zu Struktur, Steuerung und Kontrolle des Unternehmens enthält die "Erklärung zur Unternehmensführung", die auf der Internetseite der Gesellschaft eingesehen werden kann.
B. SEGMENTE DER BIOTEST GRUPPE
Operativ gliedert sich das Unternehmen in die Segmente Therapie, Plasma & Services und Andere Segmente. Das Segment Therapie beinhaltet die Produkte und Entwicklungsprojekte, die den drei indikationsgebieten Hämatologie, Klinische Immunologie und Intensivmedizin zugeordnet sind. Plasmaverkauf und Lohnherstellung werden im Segment Plasma & Services zusammengefasst. im Bereich Andere Segmente berichtet Biotest das Geschäft mit Handelswaren sowie bereichsübergreifende Kosten, die nicht den Segmenten Therapie oder Plasma & Services zugeordnet werden.
C. WERTSCHÖPFUNG
Die Biotest Gruppe deckt für die Herstellung ihrer Hauptprodukte, der Plasmaproteine, die gesamte Wertschöpfungskette von der Sammlung des menschlichen Blutplasmas als Ausgangsstoff für die Produktion bis hin zu Vermarktung und Vertrieb ab. Produziert wird dabei sowohl am deutschen Hauptsitz in Dreieich als auch in Boca Raton, Florida, USA, dem Standort der US-amerikanischen Tochtergesellschaft Biotest Pharmaceuticals Corporation (BPC). Daneben unterhält Biotest in sieben Ländern Europas sowie in Brasilien eigene Vertriebsgesellschaften, die die Vermarktung der selbst hergestellten Produkte in diesen Ländern übernehmen. Zusätzlich ist die Biotest Gruppe durch lokale Partner in über 80 Ländern der Welt aktiv. Die Vertriebsaktivitäten werden dabei strategisch zentral vom BiotestHauptsitz in Dreieich aus gesteuert.
Grundlage für die Herstellung der aktuellen Biotest-Produkte ist das menschliche Blutplasma. Zur Gewinnung sowie zur teilweisen Weiterveräußerung dieses Rohstoffes an Vertragspartner betreibt Biotest sowohl in Europa als auch in den USA aktuell 27 eigene Sammelstationen. Hier wird qualifizierten und streng gesundheitlich überwachten Spendern Blut entnommen und mittels der Plasmapherese (Aufspaltung) das benötigte Blutplasma abgetrennt. Dieses wird dann an den Produktionsstandorten zu den jeweiligen Biotest-Präparaten weiterverarbeitet oder in Form von Zwischenprodukten (Intermediaten) veräußert.
Im Bereich der in der Entwicklung befindlichen monoklonalen Antikörper, die nicht aus menschlichem Blutplasma, sondern mithilfe biotechnologischer Verfahren hergestellt werden, wird über den weiteren Fortschritt der Projekte und das damit verbundene, erwartete kommerzielle Potenzial Wert für Biotest generiert. Biotest deckt dabei an seinen internationalen Standorten ebenfalls die wesentlichen Elemente der Wertschöpfungskette ab. Darüber hinaus werden Ressourcen durch die Zusammenarbeit mit renommierten Partnern ergänzt.
Um die Wertschöpfungskette weiter zu vertiefen und globale Wachstumspotenziale zu nutzen, begann Biotest im Jahr 2013 mit dem Projekt "Biotest Next Level" das größte Ausbauvorhaben der Unternehmensgeschichte. Mit dem Erwerb neuer Grundstücke und der Errichtung weiterer Gebäude und Anlagen am Standort in Dreieich, soll in den nächsten Jahren eine Verdopplung der Produktionskapazitäten erreicht werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die Bauarbeiten an verschiedenen Stellen planmäßig fortgesetzt.
D. PRODUKTPORTFOLIO
Das Produktspektrum der Biotest Gruppe gliedert sich in die Therapiegebiete Hämatologie, Klinische Immunologie sowie Intensivmedizin. Dabei setzt sich das Portfolio sowohl aus bereits im Markt befindlichen Produkten als auch aus solchen zusammen, die sich in verschiedenen Phasen der Produktentwicklung befinden. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über Präparate, Indikationen sowie den aktuellen Entwicklungs- oder Vermarktungsstand.
PRODUKTE UND ENTWICKLUNGSPROJEKTE DER BIOTEST GRUPPE
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| Präparate | Leitindikation | Status |
|---|---|---|
| Therapiegebiet Hämatologie | ||
| Haemoctin® | Hämophilie A (Akut-Therapie und Prophylaxe) | Vermarktung in Europa, Asien, Südamerika, Naher Osten und weiteren Regionen |
| Haemonine® | Hämophilie B (Akut-Therapie und Prophylaxe) | Vermarktung in Europa und weiteren Regionen |
| Indatuximab Ravtansine | Multiples Myelom | Klinische Entwicklung; laufende Phase-I/II-Studie |
| (BT-062)* | Solide Tumore (Brustkrebs, Blasenkrebs) | Klinische Entwicklung; laufende Phase-I/II-Studie |
| Therapiegebiet Klinische Immunologie | ||
| Bivigam® ** | Primäre Immundefizienz (PID) | Vermarktung in den USA |
| Cytotect® | Cytomegalie-Virus-Infektion (CMV)-Prophylaxe | Vermarktung in Europa, Asien, Mittel- und Südamerika und weiteren Regionen |
| Fovepta® | Hepatitis-B-Prophylaxe bei Neugeborenen von mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) infizierten Müttern | Zulassung in Deutschland; Importlizenz für Vietnam und Algerien |
| Hepatect® CP | Prophylaxe der Hepatitis-B-(Re-) Infektion | Vermarktung in Europa, Asien und Südamerika; Neuzulassungen in Norwegen, Finnland und dem Iran |
| Nabi-HB® | Postexpositionsprophylaxe nach Verletzung mit HBV-kontaminiertem Material | Vermarktung in den USA |
| Intratect® 50 g/l (5 %ige Lösung) | Primäre Immundefizienz (PID) und sekundäre Antikörpermangelsyndrome sowie Autoimmunkrankheiten | Vermarktung in Europa, Asien, Naher u. Mittlerer Osten und weiteren Regionen |
| Intratect® 100 g/l (10 %ige Lösung) | Primäre Immundefizienz (PID) und sekundäre Antikörpermangelsyndrome sowie Autoimmunkrankheiten | Vermarktung in Europa; Zulassung in weiteren Ländern eingereicht |
| Varitect® | Varizella-Zoster-Virus-Infektion | Vermarktung in Europa, Asien und Südamerika |
| Zutectra® | Hepatitis-B-Reinfektionsprophylaxe nach Lebertransplantation | Vermarktung in Europa und Asien |
| Hepatitis-B-Reinfektionsprophylaxe nach Lebertransplantation ab ein bis zwei Wochen nach Transplantation | Klinische Entwicklung; Phase-III-Studie beendet | |
| BT-063* | Systemischer Lupus Erythematodes (SLE) | Klinische Entwicklung; Vorbereitung einer Phase-IIa-Studie |
| BT-094 (Cytotect 70)* | Verhinderung einer CMV-Infektion des Fötus in der Schwangerschaft bei CMV-Infektion der Mutter | Klinische Entwicklung; laufende Phase-III-Studie |
| Civacir®*/** | Hepatitis-C-Reinfektionsprophylaxe nach Lebertransplantation | Klinische Entwicklung; laufende Phase-III-Studie |
| Tregalizumab (BT-061)* | Rheumatoide-Arthritis, Psoriasis | Klinische Entwicklung; laufende Phase-IIb-Studie in Rheumatoider Arthritis |
| Therapiegebiet Intensivmedizin | ||
| Albiomin® (20 % und 5 %) | Blutvolumen-Mangel | Vermarktung in Europa, Asien, Südamerika, China und Naher Osten |
| Biseko® | Volumen- und Serumprotein-Mangel | Vermarktung in Europa und Asien |
| Cofact® | Mangel an Gerinnungsfaktoren | Vermarktung in Deutschland und Österreich |
| Fibrinogen* | Fibrinogen-Mangel | Klinische Entwicklung; laufende Phase-I/II-Studie |
| IgM Concentrate* | Schwere bakterielle Infektion | Klinische Entwicklung; laufende Phase-II-Studie |
| Pentaglobin® | Schwere bakterielle Infektion | Vermarktung in Europa, Asien, Südamerika und Naher Osten |
* Präparate in der Entwicklung (Stand: 31. Dezember 2014)
** Markenbezeichnung bezogen auf die USA
E. PERSONAL
Entwicklung der Mitarbeiterzahl
Am 31. Dezember 2014 waren, umgerechnet auf Vollzeitstellen, 2.158 Personen bei der Biotest Gruppe beschäftigt. im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2013 mit 1.997 Vollzeitstellen erhöhte sich die Personenanzahl damit um 8,1 %. Der Anstieg geht im Wesentlichen auf neue Stellen in der Forschung und Entwicklung und der Produktion bei der Biotest AG sowie in den neuen Plasmapheresestationen der Biotest Pharmaceuticals Corporation (BPC) und der Plazmaszolgälat Kft. in Ungarn zurück, die geschaffen wurden, um den gestiegenen Plasmabedarf abzudecken. Am 31. Dezember 2014 waren 878 Vollzeitstellen (40,7 %, Vorjahr: 40,1 %) der Biotest AG zugeordnet, weitere 910 Vollzeitstellen (42,2 %, Vorjahr: 43,0 %) der BPC. Etwa die Hälfte aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (1.075) hatte den Arbeitsplatz in Deutschland.
Vergütung
Am 15. Mai 2014 wurde die nächste Tranche des Long Term Incentive-Programms zur erfolgsorientierten Vergütung von Führungskräften begeben. Diese variable Komponente der Vergütung orientiert sich an vorab definierten Zielen. Das Programm wird detailliert im Konzernanhang im Kapitel F.1 (Long Term Incentive-Programm) beschrieben.
Personal- und Organisationsentwicklung
Im Zuge der geplanten Erweiterung der Produktionskapazitäten am Standort Dreieich wird auch der Personalbedarf in den kommenden Jahren deutlich zunehmen. Aus diesem Grund lag der Fokus im Geschäftsjahr 2014 insbesondere auf vielfältigen informations- und Rekrutierungsaktivitäten, die auch dazu dienten, Biotest als attraktiven Arbeitgeber in der Region zu präsentieren.
So ist Biotest schon länger Partner des Ci3-Clusters, dem Spitzencluster für individualisierte Immunintervention, in dem Unternehmen und akademische Einrichtungen Forschungsaktivitäten -schwerpunktmäßig aus den Indikationsbereichen Autoimmunerkrankungen, Onkologie und Infektionen - bündeln. Unter dem Titel "From Nature for Life: Entwicklung und Produktion biologischer Arzneimittel" verschafften sich beim Ci3-Schaufenster im März 2014 rund 100 Teilnehmer aus Hochschulen, Universitätskliniken und Unternehmen einen Überblick über die Tätigkeiten von Biotest. Darüber hinaus wird die klinische Studie mit Indatuximab Ravtansine (BT-062) in soliden Tumoren mit Fördergeldern des Ci3-Clusters gefördert.
Auch die Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter intensiviert: Neben der Betreuung von Praktika, Doktor-, Master- und Bachelorarbeiten wurde im August 2014 zu einer Informationsveranstaltung ("Biotest stellt sich vor") für Studenten geladen. Rund 60 angehende Pharmazeuten, Mediziner und Biologen nutzten die Gelegenheit, sich über Berufsperspektiven in der pharmazeutischen Industrie und den potenziellen Arbeitgeber Biotest zu informieren.
Zum weiteren Austausch mit der Branche diente auch die Veranstaltung "Biologische Arzneimittel: Neue Therapieoptionen -Chancen und Herausforderungen", die Biotest gemeinsam mit der Frankfurt Biotech Alliance ausrichtete. Dabei präsentierte sich Biotest den mehr als 100 Teilnehmern, darunter Firmenvertreter von Biotech-Unternehmen, Patentanwälte, Investoren und Studenten, als innovatives Branchenunternehmen und attraktiver Arbeitgeber.
Daneben legte Biotest das "International Leadership & Management Programme" neu auf, um im Rahmen der Wachstumspläne des Unternehmens Mitarbeiter zu fördern und weiterzuentwickeln. in diese Richtung zielt auch ein angebotenes Training zur interkulturellen Zusammenarbeit, welches den zunehmenden Verhaltensanforderungen im internationalen Kontext Rechnung trägt.
Ein weiterer Schwerpunkt der Tätigkeiten im abgelaufenen Geschäftsjahr lag auf der strukturierten Ermittlung von Führungspotenzial, da die im Rahmen des Projektes "Biotest Next Level" zusätzlich benötigten Führungsfunktionen, unter anderem Gruppen- und Teamleitungen, vorrangig aus eigenen Reihen besetzt werden sollen. Aus dem Potenzialermittlungsprozess resultieren unter anderem die zu Beginn des Jahres 2014 gestartete Weiterbildung zum "Industriemeister Chemie". im abgelaufenen Geschäftsjahr nahmen insgesamt sechs Mitarbeiter aus der Produktion diesen zweijährigen Lehrgang auf.
Mit einer gezielten Förderung von Bachelor- und Masterstudiengängen setzt Biotest außerdem Anreize für die Aufnahme eines berufsbegleitenden Studiums. Im Jahr 2014 waren insgesamt acht Mitarbeiter in den gemeinsam mit der Fachhochschule Bingen, der Provadis Hochschule, Frankfurt am Main und der FOM Hochschule für Ökonomie und Management in Frankfurt am Main aufgelegten Studiengängen "Prozesstechnik B.Sc.", "Biopharmaceutical Science B.Sc." bzw. "Wirtschaftsinformatik B.Sc." aktiv.
Im Zuge des Ausbaus der Biotest Gruppe und der demografischen Lage erhalten darüber hinaus internationale Einstiegsprogramme zunehmende Bedeutung. So werden unter anderem im Traineeprogramm "Biopharmazeutische Produkte" aktuell fünf Hochschulabsolventen (davon zwei Neueinstellungen im Jahr 2014) ausgebildet.
Berufsausbildung
Auch in den Ausbildungsberufen hat die Biotest AG im vergangenen Jahr ihr Engagement weiter verstärkt. So waren zum 31. Dezember 2014 insgesamt 46 Auszubildende (Vorjahr: 27) in acht Berufen bei Biotest beschäftigt. Ab September 2015 wird Biotest außerdem auch Chemielaboranten ausbilden.
Die Qualität der Ausbildung des Unternehmens spiegelt sich seit Jahren in den Abschlussleistungen der Absolventen wider. Im Jahr 2014 wurden zwei von ihnen aufgrund ihrer außergewöhnlichen Prüfungsergebnisse von der Industrie- und Handelskammer Offenbach geehrt. Außerdem wurde Biotest im Oktober 2014 mit dem Zertifikat für Nachwuchsförderung der Agentur für Arbeit in Offenbach ausgezeichnet. Sie würdigt damit den besonderen Einsatz in der Nachwuchsförderung von Unternehmen, die engagiert ausbilden und gesellschaftliche Verantwortung zeigen.
Familienfreundliches Unternehmen
Neben dem Angebot vielfältiger flexibler Teilzeitmodelle erweitert Biotest die Möglichkeiten für ein familienfreundliches Arbeiten durch den Bau eines Betriebskindergartens erheblich. In unmittelbarer Nähe des Firmensitzes am Standort Dreieich begannen im Frühjahr 2014 die Bauarbeiten für die Tagesstätte, die Platz für bis zu 80 Kinder zwischen acht Monaten und sechs Jahren bieten soll. Die Eröffnung ist für Anfang Juli 2015 geplant. Biotest bietet damit seinen Mitarbeitern die Möglichkeit, Beruf und Kindererziehung besser in Einklang zu bringen.
F. EXTERNE EINFLUSSFAKTOREN FÜR DAS GESCHÄFT
Regulatorisches Umfeld
Die Produktionsanlagen für Plasmaproteine von Biotest unterliegen der Aufsicht und der Genehmigungspflicht des Regierungspräsidiums Darmstadt und des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) sowie der US-amerikanischen Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA).
In den Mitgliedstaaten der Europäischen Union erfolgt die Zulassung von Plasmaproteinen durch das zentralisierte Zulassungsverfahren oder durch die gegenseitige Anerkennung nationaler Zulassungen. In den USA unterliegen die Zulassungen der Biotest-Präparate den Bestimmungen der FDA. Im internationalen Umfeld werden die Zulassungen von der jeweiligen Landesbehörde ausgesprochen.
Die zuständigen Kontroll- und Genehmigungsbehörden für monoklonale Antikörper sind sowohl in Europa als auch in den USA jeweils identisch mit denen für Plasmaproteine.
Die für die Zulassung von Biotest-Präparaten in den Märkten geltenden gesetzlichen und behördlichen Regelungen unterliegen turnusgemäßen und anlassbezogenen Änderungen. Dabei verschärfen sich die Zulassungsvoraussetzungen im internationalen Umfeld kontinuierlich. Diese Entwicklungen führten auch im Berichtsjahr 2014 zu steigenden Kosten in Bezug auf Zulassungsprozesse bei nationalen und internationalen Behörden.
II. KONZERNSTRATEGIE
Im Mittelpunkt der Strategie von Biotest steht die klare Fokussierung auf die Vermarktung und Weiterentwicklung von biologischen Produkten in den drei Indikationsgebieten Hämatologie, Klinische Immunologie und Intensivmedizin.
Kernelement zur Umsetzung dieser Strategie ist die Abdeckung zentraler Teile der Wertschöpfungskette durch eigene Ressourcen. Hierzu zählen insbesondere Forschung und Entwicklung (F&E), Plasmagewinnung, Produktion, Qualitätssicherung und Vertrieb. Die vorhandene Expertise, vor allem in den Bereichen Plasmasammlung und -fraktionierung, wird darüber hinaus genutzt, um freie Kapazitäten von Vor- und Zwischenprodukten sowie in der Lohnherstellung auf dem Markt anzubieten.
Neben der konsequenten Fortführung der eigenen Forschungs- und Entwicklungsarbeit konzentriert sich das Unternehmen mit seinen Zulassungs- und Vermarktungsaktivitäten auf die weitere Internationalisierung und die Diversifizierung des Portfolios, unter anderem durch ein konsequentes Lifecycle-Management bestehender Produkte. Nach der erfolgreichen Etablierung in europäischen Märkten, die im Geschäftsjahr 2014 durch den Aufbau einer eigenen Tochtergesellschaft in Frankreich sowie mit den Zulassungen von Intratect® , Hepatect® CP und Albiomin® in Skandinavien weiter vorangetrieben wurde, liegt der verstärkte Fokus auf den USA, Asien und Südamerika. Mit der Ende Oktober 2014 erhaltenen Zulassung des Präparats Albiomin® 20 % in China konnte Biotest im abgelaufenen Geschäftsjahr einen weiteren wichtigen Markt mit erheblichem Potenzial erschließen. Zudem wurden Zulassungen für Zutectra® in Singapur und Taiwan im laufenden Geschäftsjahr erteilt. Daneben gewinnen auch sich entwickelnde Märkte, unter anderem in Nordafrika, Russland und den ehemalige Sowjetrepubliken sowie in Mexiko und Brasilien vermehrt an Bedeutung.
Um am globalen Marktwachstum auch in Zukunft teilzuhaben, hat die Biotest Gruppe im Geschäftsjahr 2013 einen Ausbau der Kapazitäten am Unternehmenssitz in Dreieich beschlossen. Mit dem Projekt "Biotest Next Level" werden die Produktionskapazitäten bis zum Jahr 2018/2019 verdoppelt. Dieses Vorhaben soll zum einen die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens auf den globalen Märkten weiter stärken, aber auch dazu beitragen, das gesetzte Umsatzziel von 1 Mrd. € bis zum Jahr 2020 zu erreichen.
Neben dem Vertrieb bestehender Produkte fokussiert sich Biotest mit den in der klinischen Entwicklung befindlichen monoklonalen Antikörpern und Plasmaproteinen auf zusätzliche Leitindikationen mit hohem therapeutischem Bedarf. Diese Präparate werden zukünftig nach Zulassung die Produktpalette entscheidend erweitern. Sie zeichnen sich durch einzigartige Wirkmechanismen aus, die sie von anderen zugelassenen oder in der Entwicklung befindlichen Therapieansätzen unterscheiden.
Zusätzlich zu der konsequenten Fortführung der eigenen Forschungs- und Entwicklungsarbeit werden auch Möglichkeiten geprüft, durch Akquisitionen und Einlizenzierungen das Geschäftsvolumen in den nächsten Jahren weiter auszubauen. Dabei finden Einlizenzierungen im Rahmen von Kooperationen insbesondere zur Erweiterung der Technologieplattform oder für Produktverbesserungen statt.
III. UNTERNEHMENSSTEUERUNG
Biotest wird anhand finanzieller und nichtfinanzieller Kenngrößen gesteuert, deren Entwicklung den Unternehmenswert in unterschiedlicher Weise beeinflussen. Die finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden kontinuierlich erfasst und fließen in die monatliche Berichterstattung an den Vorstand ein.
Diese Berichterstattung beinhaltet die Analyse von Ist-Werten und deren Abweichungen gegenüber Plan- und Vorjahreswerten, ausgewiesen nach Segmenten sowie nach Gesellschaften. Anlassbezogen werden weitere spezifische Analysen vorgenommen.
A. FINANZIELLE STEUERUNGSKENNZAHLEN
Die für die Unternehmenssteuerung der Biotest Gruppe eingesetzten Kennzahlen sind gemeinsam mit ihren aktuellen Werten in folgender Tabelle dargestellt:
MASSGEBLICHE STEUERUNGSKENNZAHLEN AUF KONZERNEBENE
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| Kennzahl | Berechnungsmethode | Wert per 31. Dezember 2014 | Wert per 31. Dezember 2013 |
|---|---|---|---|
| Return on Capital Employed (RoCE) | EBIT/gebundenes Kapital | 6,9 % | 8,8 % |
| EBIT-Marge | EBIT/Umsatz | 9,2 % | 10,7 % |
| EBT-Marge | EBT/Umsatz | 8,1 % | 9,5 % |
| Deckungsbeitragsmarge | (Umsatz-Herstellkosten)/ Umsatz | 38,6 % | 41,5 % |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | Detaillierte Herleitung siehe Kapitalflussrechnung | - 11,4 Mio. € | - 7,2 Mio. € |
| Herstellkostenquote | Herstellkosten/ Umsatz | 61,4 % | 58,5 % |
| Kostenquote Marketing und Vertrieb | Kosten Marketing und Vertrieb/ Umsatz | 12,7 % | 12,0 % |
Auf der Ebene der Segmente ist das jeweilige Betriebsergebnis (EBIT) die wesentliche Steuerungsgröße. Weitere Größen sind der Umsatz und der Deckungsbeitrag je Produkt sowie im Außendienst je Mitarbeiter.
Im Vertrieb ist ein wichtiger Indikator der jeweilige Anteil von Biotest am Gesamtmarkt beziehungsweise im angestrebten Marktsegment.
Darüber hinaus unterliegen die Struktur der Forderungen und die darin enthaltenen Risiken einer ständigen Analyse. Zusätzlich wird auf monatlicher Basis das Vorratsvermögen evaluiert und geprüft.
B. STEUERUNG VON F&E-PROJEKTEN
Für die Steuerung der Forschungs- und Entwicklungsprojekte erfolgt eine regelmäßige Portfolioanalyse. Hierfür werden die Parameter Entwicklungszeitlinien, Kosten, Risiken, strategische Bedeutung, Marktgrößen sowie das wirtschaftliche Potenzial in Form einer Net Present Value-Analyse herangezogen.
C. NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Für die Steuerung relevante, nichtfinanzielle Leistungsindikatoren im Gesamtunternehmen sind in der Produktion der Auslastungsgrad, die Durchlauf- und Ausfallzeiten, die Höhe der Vorräte entlang der Produktionskette und die Ausbeute je Mengeneinheit Plasma.
IV. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG (ALLGEMEIN)
Im Rahmen der Unternehmensstrategie bilden Forschung und Entwicklung die Basis für zukünftiges Wachstum. In diesem Bereich wird durch die Weiterentwicklung bestehender sowie die Neuentwicklung bisher noch nicht zugelassener Produkte erhebliches Potenzial erschlossen. Dabei haben sowohl die Forschung und Entwicklung im Bereich der Plasmaproteine als auch die Entwicklung der monoklonalen Antikörper eine hohe Bedeutung. Eine detaillierte Auflistung des Fortschrittes der im Geschäftsjahr 2014 ausgeführten Forschungs- und Entwicklungsprojekte ist im Kapitel "Forschung und Entwicklung" des Wirtschaftsberichts abgebildet.
Im Geschäftsjahr 2014 beliefen sich die Forschungs- und Entwicklungskosten der Biotest Gruppe auf 67,2 Mio. € (Vorjahr: 64,6 Mio. €). Der Anteil dieser Ausgaben am Umsatz betrug 11,5 % nach 12,9 % im Vorjahreszeitraum.
Die Zahl der im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigten Mitarbeiter (umgerechnet auf Vollzeitstellen) ist zum 31. Dezember 2014 mit 208 Vollzeitstellen im Vergleich zum 31. Dezember 2013 (171 Vollzeitstellen) weiter deutlich angestiegen.
B. WIRTSCHAFTSBERICHT
I. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
Die Entwicklung der Weltkonjunktur hat im Laufe des Jahres 2014 an Dynamik verloren, auch die Zukunftsaussichten trübten sich im Jahresverlauf mehr und mehr ein. Verantwortlich hierfür sind insbesondere die zunehmenden Unsicherheiten, die von politischen Krisen etwa in Russland, der Ukraine, Syrien, Libyen oder dem Irak ausgehen. Auch die angespannte Schuldensituation verschiedener Staaten sorgt für gedämpfte Wachstumserwartungen.
Für das Gesamtjahr 2014 vermeldeten die Experten des IWF einen Anstieg des weltweiten realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,3 % gegenüber 2013. Dieser hatte im Vorjahr ebenfalls 3,3 % betragen. Für 2015 sagen die Ökonomen ein leicht steigendes weltweites reales BIP-Wachstum von 3,5 % voraus. Noch im Oktober 2014 lag dieser Wert bei 3,8 %.1
Nach einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,5 % im Jahr 2013 verzeichnete die Eurozone 2014 wieder ein BIP-Wachstum von 0,8 %.2 Dennoch machten sich weiterhin die Unsicherheiten hinsichtlich der Schuldenkrise verschiedener Staaten, insbesondere in Südeuropa, bemerkbar. Für das laufende Jahr rechnet die Europäische Kommission in ihrer Herbst-Prognose mit einem Anstieg der realen Wirtschaftsleistung um 1,1 %. Grund für die verhaltene Entwicklung sei vor allem die weiterhin schwache Binnennachfrage. Für 2016 bleibt die Europäische Kommission zuversichtlich und prognostiziert ein BIP-Wachstum von 1,7 %.3
Die Konjunktur der USA zeigte sich dagegen im Jahresverlauf 2014 recht robust. Nach einem Wirtschaftswachstum von 2,2 % im Jahr 2013,4 erwartet die amerikanische Notenbank Fed für 2014 einen realen BIP-Anstieg im Vorjahresvergleich zwischen 2,3 % und 2,4 %. Im laufenden Jahr 2015 soll laut der Fed wieder ein Wachstum zwischen 2,6 % und 3,0 % erreicht werden. Dennoch verweisen auch die US-amerikanischen Notenbanker auf eine mögliche Abkühlung der Weltkonjunktur und die daraus resultierenden Risiken für die Wirtschaft der USA.5
Der Euro verlor im Jahresverlauf gegenüber dem US-Dollar deutlich an Wert und notierte am 8. Mai 2014 auf seinem Jahreshöchststand von 1,3953 USD/EUR. In der Folge wertete die europäische Gemeinschaftswährung deutlich ab und notierte am 31. Dezember 2014 auf dem Jahrestiefststand von 1,2141 USD/ EUR. Insgesamt verlor der Euro im Jahresverlauf rund 11,1 % an Wert. Daneben sorgte der schwächere Russische Rubel im Vergleich zum Euro dafür, dass Biotest den Abgabepreis seiner Produkte in Euro deutlich reduzieren musste, um noch stärkere Absatzrückgänge zu vermeiden. Die für Biotest wesentlichen Wechselkurse sind detailliert im Kapitel B.3 des Konzernanhangs dargestellt.
Aufgrund des weltweit hohen medizinischen Bedarfs und der Diversifikation des eigenen Geschäfts ist die Biotest Gruppe grundsätzlich in nur geringem Maße von den globalen Konjunkturzyklen abhängig. Dennoch können Auswirkungen auf das operative Geschäft, insbesondere durch lokale Krisen, nicht ausgeschlossen werden.
1 Internationaler Währungsfonds (IWF), World Economic Outlook Update, 20. Januar 2015
2 Internationaler Währungsfonds (IWF), World Economic Outlook Update, 20. Januar 2015
3 Europäische Kommission, European Economic Forecast, Herbst 2014, Stand: 7. November 2014
4 Internationaler Währungsfonds (IWF), World Economic Outlook Update, 20. Januar 2015
5 Board of the Governors of the Federal Reserve System, minutes of the federal open market committee, 17. Dezember 2014
II. BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN
Die Märkte für Immunglobuline und Albumine, die umsatzstärksten Produkte der Biotest Gruppe, befinden sich weiterhin in einem nachhaltig stabilen Wachstumskorridor. Im Jahr 2013 wurden mit rund 132 Tonnen weltweit wieder deutlich mehr Immunglobuline abgesetzt als noch 2012 (122 Tonnen).6 Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 wird eine nochmalige Steigerung auf rund 142 Tonnen erwartet. Sowohl in den etablierten Märkten wie USA und Europa als auch in den weiteren Regionen der Welt nimmt die Nachfrage konstant zu. So werden bis 2015 für Europa und die Vereinigten Staaten jährliche Steigerungen von 5 - 10 % erwartet, während der Anstieg in den weiteren Regionen bei 10 - 20 % liegen soll.7 Biotest schätzt die Wachstumsprognosen indes vorsichtiger ein und sieht Steigerungsraten eher am unteren Rand der Bandbreite als realistisch an. Als langfristigen Zielkorridor erwarten Industrie-Experten einen globalen Nachfrageanstieg von jährlich 6 - 8 %.8
6 Marketing Research Bureau (2013),The worldwide plasma proteins market 2012
7 UBS investment Research, Jun-14 Plasma Price & Supply Survey, 18. September 2014
8 Goldman Sachs: Global: Medial Technology: Medical Supplies, 25. August 2014
WELTMARKT FÜR IMMUNGLOBULINE*
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| Marktvolumen 2013 in Tonnen | Anteil am Weltmarkt in % |
|
|---|---|---|
| USA | 64 | 49 |
| Europa | 32 | 24 |
| Weitere Regionen | 36 | 27 |
* Schätzungen, basierend auf Daten des Marketing Research Bureaus9
Die Preise für intravenöse Immunglobuline (IVIG) entwickelten sich im Jahresverlauf weitgehend stabil. Die EU-Preise liegen weiter 25 - 30 % unter jenen in den Vereinigten Staaten.10 Zwar hat sich der deutsche Markt in den ersten drei Quartalen 2014 mengenmäßig positiv entwickelt, die erzielten Preise lagen aber eher unter denen des Vorjahres. Im Zuge des Marktwachstums für IVIG in Deutschland konnte auch das Biotest-Präparat Intratect® , bei annähernd konstanten Preisen, Zugewinne realisieren und seinen Marktanteil insgesamt stabil halten.
Auch für Albumine wächst die Marktnachfrage konstant. So wird für das abgelaufene Geschäftsjahr nach Biotest-Informationen ein weltweites Marktvolumen von rund 750 Tonnen erwartet. Im Jahr 2013 wurden auf dem Weltmarkt ca. 700 Tonnen abgesetzt.11 2020 soll die Nachfrage bereits rund 965 Tonnen Albumine betragen, dies entspricht einer jährlichen durchschnittlichen Wachstumsrate ab 2013 zwischen 4 - 6 %. Neben den etablierten Märkten wird ein Großteil des Wachstums auch weiterhin in den weiteren Regionen der Welt generiert. Dies trifft insbesondere auf China zu, wo Branchenexperten mit einem jährlichen Marktwachstum von durchschnittlich 10 % bis 2020 rechnen.12
Nach den im Juni 2013 von der FDA und dem europäischen PRAC (Pharmacovigilance Risk Assessment Committee) veröffentlichten Sicherheitswarnungen für Hydroxy-Ethyl-Stärke (HES)-haltige Lösungen, konnte der Markt für Humanalbumin vor allem in Europa einen deutlichen Wachstumstrend verzeichnen.13 Auch für das laufende Jahr sind weitere Marktanteilsverluste von HES-haltigen Lösungen und damit eine fortlaufende Kompensation durch Ersatzprodukte wie Kristalloide oder Humanalbumin zu erwarten.
Auch der Bedarf an Plasma-Faktor-VIII-Produkten nimmt weiterhin zu. Das Wachstum wird vor allem durch die sich in weiteren Regionen der Welt zunehmend etablierenden Faktor-VIII-Therapien getrieben. Bis 2020 wird für den Weltmarkt ein Wachstum von 4 % p.a. vorausgesagt.14 Dabei wird bei den plasmatischen Faktor-VIII-Präparaten von einer Erhöhung um etwa 2 % p. a. ausgegangen, im Bereich der rekombinanten Faktor-VIII-Präparate werden rund 6 % p. a. erwartet. Der rekombinante Sektor wird maßgeblich von der Einführung neuer Faktor-VIII-Präparate profitieren, die jedoch auch den Wettbewerb verschärfen und so den Preisdruck im Gesamtmarkt deutlich erhöhen könnten.
9 Marketing Research Bureau (2013), the worldwide plasma proteins market 2012
10 UBS investment Research, Jun-14 Plasma Price & Supply Survey, 18. September 2014
11 Schätzungen basierend auf Daten des Marketing Research Bureaus (2013), The worldwide plasma proteins market 2012
12 Marketing Research Bureau (2014), Albumin Usage and Demand Forecast in China 2013 - 2020
13 IMS Health Deutschland, Stand: Dezember 2013
14 Marketing Research Bureau, Global Forecasts of the Factors VIII and IX, 2014
III. GESCHÄFTSVERLAUF
A. BIOTEST IM JAHR 2014
Ziele 2014: Soll-Ist-Vergleich
Trotz des herausfordernden Umfelds hat die Biotest Gruppe ihre im August 2014 angepasste Prognose für Umsatz und Betriebsergebnis (EBIT) für das abgelaufene Geschäftsjahr erreicht. So erwirtschaftete der Konzern im Vorjahresvergleich einen Umsatzanstieg um 16,2 % und übertraf damit deutlich die selbstgesteckte Zielmarke von 7 %. Verantwortlich für diese erhebliche Steigerung war das umsatzstarke vierte Quartal. Das EBIT bewegte sich mit 53,4 Mio. €, wie prognostiziert, auf Vorjahresniveau (53,8 Mio. €). Ursprünglich wurde für beide Kennzahlen ein Anstieg um jeweils ca. 10 % avisiert. Diese Prognose wurde aufgrund geringerer Bivigam® -Verkäufe in den USA, erhöhter F&E-Aufwendungen durch die vorgezogene Produktion von klinischem Prüfmaterial sowie Auswirkungen politischer Krisen in Russland und dem Nahen Osten angepasst.
Unternehmensstrategie und Umsetzung im Konzern im Geschäftsjahr 2014
Internationalisierung
Die Biotest Gruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 ihre Präsenz in wichtigen internationalen Märkten ausgebaut, durch verschiedene Zulassungen neue Regionen erschlossen und damit die Gruppe auf ein noch breiteres Fundament gestellt. Die Ausweitung der internationalen Präsenz ging einher mit stärkeren Marketing- und Vertriebskosten. Ein Meilenstein bei der Internationalisierung des Unternehmens war die am 31. Oktober 2014 erhaltene Zulassung für Albiomin® 20 % in China.
Daneben konnte Biotest auch in den Staaten der ehemaligen GUS weitere Distributionspartner gewinnen. Dabei wurden die Biotest Produkte Intratect® , Haemoctin® , Pentaglobin® sowie Albiomin® auf diesen Märkten eingeführt. Aufgrund der derzeitigen gesamtpolitischen Situation in Russland und seinen Anrainerstaaten können allerdings negative Auswirkungen auf das operative Geschäft in diesen Regionen kurz- und mittelfristig nicht ausgeschlossen werden.
Auch auf weiteren internationalen Märkten weitete die Biotest Gruppe ihre Produktpalette mit Zulassungen und Vertriebsstarts kontinuierlich aus: Neben Albiomin® 20 % in China konnten in Skandinavien Intratect® , Hepatect® CP und Albiomin® zugelassen werden. Außerdem erhielt Biotest in Mexico die Zulassung für Intratect® 50 g/l (5%ige Lösung) sowie Intratect® 100 g/l (10%ige Lösung). in Dänemark, Norwegen, Slowenien sowie in mehreren Ländern des Nahen und Mittleren Ostens wurde mit der Vermarktung von Intratect® 100 g/l (10%ige Lösung) begonnen. Weitere Genehmigungen für dieses Präparat wurden bereits beantragt und sollen zeitnah folgen. in Norwegen, Finnland und dem Iran konnte zudem das Produkt Hepatect® CP eingeführt werden. Hepatect® CP dient der Prophylaxe der HBV-Reinfektion nach einer Lebertransplantation aufgrund von HBV-induziertem Leberversagen. Zutectra® , ein Präparat zur Hepatitis-B-Reinfektionsprophylaxe nach Lebertransplantation, wurde im laufenden Geschäftsjahr auch in Singapur und Taiwan zugelassen.
In den USA sorgte hingegen der freiwillige Rückruf einzelner Bivigam® -Chargen für eine Verzögerung der Vermarktung des Präparats. Grund für den Rückruf war, dass herstellungsbedingt in sehr seltenen Fällen die Unversehrtheit (Integrität) der 100 Milliliter-Glasflasche möglicherweise nicht gewährleistet werden konnte. Aus dem Markt wurden allerdings keine derartigen Mängel berichtet. Die Bivigam® 50ml/5g-Abfüllung war hiervon nicht betroffen. Neben der bereits im Konzernabschluss 2013 verarbeiteten, direkten finanziellen Auswirkungen des Rückrufes führte dieser in Verbindung mit einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld zu geringeren Bivigam® -Verkäufen. in Folge dessen wurde die Produktion des Präparats vorübergehend gedrosselt, was aufgrund der dadurch entstandenen Leerkosten negative Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung der Biotest Gruppe im Geschäftsjahr 2014 hatte. Das maximale Bivigam® -Umsatzpotenzial von rund 100 Mio. USD pro Jahr wird somit erst verspätet erreicht werden.
Forschung und Entwicklung
Als Basis der weiteren Unternehmensentwicklung gilt bei der Biotest Gruppe die Forschungs- und Entwicklungsarbeit als ein integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. im Geschäftsjahr 2014 konnten in den folgenden Entwicklungsprojekten wichtige Fortschritte erzielt werden:
Therapiegebiet Hämatologie
Indatuximab Ravtansine (BT-062):
In der Phase-I/II-Studie (Nr. 975) von Indatuximab Ravtansine (BT-062) zur Monotherapie des Multiplen Myeloms, einer bösartigen Erkrankung des Knochenmarks, konnte die Behandlung der Patienten abgeschlossen werden. Der finale Studienbericht (clinical study report) wird - nach Beendigung der aktuell laufenden Datenerfassung - für das zweite Quartal 2015 erwartet.
In einer laufenden Phase-I/II-Studie (Nr. 983), in der die Sicherheit und Wirksamkeit von Indatuximab Ravtansine (BT-062) in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason untersucht wird, konnte die Rekrutierung beendet und die Behandlung der insgesamt 47 Patienten, die sich bereits einer intensiven Vorbehandlung unterzogen hatten, weiter fortgesetzt werden. Die Studie umfasst drei unterschiedliche Dosierungen. Die maximal verträgliche Dosis dieser Kombinationsbehandlung wurde auf 100 mg/m2 festgelegt.
Im Zuge der jährlichen Tagung der American Society of Hematology (56th ASH Annual Meeting) in San Francisco, USA, im Dezember 2014, stellte Biotest neue klinische Daten der laufenden Studie vor: Die Kombinationstherapie zeigt über alle Dosisgruppen hinweg eine gute Wirksamkeit mit kompletten oder partiellen Remissionen bei rund 80 % der Patienten. Bei der Dosis von 100 mg/m2 lag diese Ansprechrate sogar bei 83 %.
Aufgrund dieser vielversprechenden Ergebnisse wurde eine Protokolländerung eingereicht, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Indatuximab Ravtansine (BT-062) in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason auch bei Patienten, die mindestens mit Lenalidomid und Bortezomib vorbehandelt wurden und auf ihre letzte Behandlung gar nicht oder nur sehr kurz angesprochen haben, zu untersuchen.
Da nicht nur Zellen des Multiplen Myeloms, sondern auch zahlreiche solide Tumore eine hohe Expression des CD-138-Rezeptors aufweisen, führt Biotest derzeit in Belgien und Deutschland eine klinische Monotherapiestudie der Phase I/II (Nr. 989) durch. in dieser Studie sollen Patienten mit dreifach negativem metastasierenden Brustkrebs (diese Tumore reagieren nicht auf die Behandlung mit Östrogenen, Progesteron oder HER 2-gerichte-ten Therapien) sowie Patienten mit metastasierenden Blasenkarzinom mit Indatuximab Ravtansine (BT-062) behandelt und das Entwicklungsprodukt auf Wirksamkeit und Verträglichkeit untersucht werden. in den vergangenen Monaten konnten so bereits erste Patienten in diesen Indikationen behandelt werden.
Im Laufe der Vorbereitungen der Phase-III-Studie wurde der Produktionsprozess für den Antikörper optimiert. Die erste Produktion wird im März 2015 starten und bis dahin weitere Produktionsoptimierungsschritte enthalten.
Forschungskooperation mit EpIVax Inc. zur nicht-Immunogenen Hämophilie-A-Therapie:
Zusammen mit der Firma EpIVax Inc., Providence, USA (EpiVax), wird an einer neuartigen, nicht-Immunogenen Hämophilie-A-Therapie gearbeitet. Hierbei soll der für die Therapie verwendete Gerinnungsfaktor VIII so verändert werden, dass das Immunsystem des Patienten nicht mehr mit der Bildung von hemmenden Antikörpern reagieren kann. Antikörper gegen den therapeutischen Gerinnungsfaktor VIII sind eine häufige Nebenwirkung der Faktor VIII-Substitutionstherapie. Sie machen diesen wirkungslos und führen zu schwer behandelbaren Blutungen. Die gemeinsame Entwicklung - unter Verwendung der sogenannten proprietären immunregulierenden "Tregitope"-Technologie von EpiVax - befindet sich in der präklinischen Testung.
Therapiegebiet Klinische Immunologie
BT-063:
Als Vorbereitung für die Durchführung einer Phase-IIa-Studie (Nr. 990) mit Patienten, die an Systemischem Lupus Erythematodes (SLE) erkrankt sind, wurde eine Toxizitätsstudie mit dreimonatiger Behandlung und anschließender Nachbeobachtung abgeschlossen. Zudem wurde die Prüfmedikation für die klinische Studie hergestellt. Diese Studie wurde im 1. Quartal 2015 bei den Behörden eingereicht.
BT-094 (Cytotect 70):
Auch nach dem umfangreichen Screening von inzwischen annähernd 16.000 schwangeren Frauen ist die Anzahl der CMV-Infektionen der Mütter weiter hinter der aus der Literatur erwarteten Anzahl zurückgeblieben. Deshalb hat sich Biotest entschlossen, die Rekrutierung zusätzlicher Schwangerer zu stoppen und die bisher verfügbaren Daten zu analysieren. Der medizinische Bedarf für die Verhinderung einer CMV-Infektion des Fötus in der Schwangerschaft bei der CMV-Infektion der Mutter ist hoch, da es aktuell keine alternative Behandlung für die Frauen gibt.
Civacir®:
im Zuge der pivotalen Phase-III-Studie (Nr. 988) mit Civacir® konnten in den USA bereits mehr als die Hälfte der geplanten Patienten in die Studie aufgenommen werden. Civacir® soll zur Prophylaxe einer Hepatitis-C-Reinfektion nach Lebertransplantationen verwendet werden.
Eine Lebertransplantation ist häufig die einzige Therapieoption bei Leberinsuffizienz im Endstadium infolge einer Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV). Allerdings kann es aufgrund von Hepatitis-C-Viren, die sich immer noch im Körper des Patienten befinden, rasch zu einer Reinfektion der frisch transplantierten Leber kommen. im Moment gibt es keine anerkannte Behandlung zur Verhinderung dieser Reinfektion, da die derzeitig verfügbaren Virostatika aufgrund von Toxizitäten, Verträglichkeitsproblemen und Arzneimittelwechselwirkungen in den ersten sechs Monaten nach der Transplantation nicht angewendet werden. Etwa 30 % der Patienten benötigen bereits innerhalb von fünf Jahren eine erneute Lebertransplantation.
Im November 2014 präsentierte Biotest auf dem Kongress der American Association for the Study of Liver Diseases (AASLD) in Boston, USA, neue Zwischenergebnisse der Studie. So wurde die Verträglichkeit von Civacir® als hervorragend und mit dem Sicherheitsprofil anderer Immunglobulinpräparate vergleichbar vorgestellt. Die Studie wird an 24 Prüfzentren in den USA durchgeführt und umfasst zwei Behandlungsgruppen sowie eine Kontrollgruppe, deren Patienten das Prüfpräparat nicht erhielten. Während 35 % der Teilnehmer der Kontrollgruppe eine HCV-Reinfektionsrate zeigten, war unter der hohen Dosierung von Civacir® keine Reinfektion zu beobachten.
Tregalizumab (BT-061):
Für die in Zusammenarbeit mit AbbVie Inc., Chicago, USA, (AbbVie) betriebene Weiterentwicklung des monoklonalen Antikörpers Tregalizumab (BT-061) hat Biotest im Februar 2014 eine Vorauszahlung für die Produktion von klinischem Prüfmaterial für Tregalizumab (BT-061) in Höhe von 3,9 Mio. USD erhalten. Die Patientenrekrutierung für diese klinische Phase-IIb-Studie (TREAT 2b - T cell REgulating Arthritis Trial 2b, Nr. 986), zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis (RA) mit 321 Patienten, konnte im September 2014 abgeschlossen werden. Die 24-wöchige placebokontrollierte Behandlungsphase der Patienten dauert an. Zurzeit wird TREAT 2b an mehr als 80 Studienzentren in 14 Ländern durchgeführt. Eine Veröffentlichung erster klinischer Daten ist für das zweite Quartal 2015 geplant.
Zutectra®:
Die Phase-III-Studie (ZEUS - Zutectra Early USe, Nr. 987) konnte im vierten Quartal 2014 planmäßig abgeschlossen werden, der Abschlussbericht wird im ersten Quartal 2015 erwartet. Zutectra® ist seit 2009 in der EU für die Indikation der Prävention einer Hepatitis-B-Virus (HBV)-Reinfektion, bei Patienten sechs Monate nach einer Lebertransplantation aufgrund einer HBV-Induzierten Leberinsuffizienz, zugelassen. Das Ziel ist, die Daten der ZEUS-Studie im ersten Halbjahr 2015 einzureichen, um die Zulassung für die Verwendung von Zutectra® bereits eine Woche nach der Transplantation zu erhalten. Diese Studie umfasst 20 Studienzentren in Italien, Frankreich, England und Spanien.
Therapiegebiet Intensivmedizin
Fibrinogen:
Bei der Durchführung der klinischen Phase-I/II-Studie (Nr. 984) mit dem in der Entwicklung befindlichen Fibrinogenkonzentrat, konnten im ersten Teil der Studie 14 von 20 Patienten behandelt werden. in diesem Teil der Studie werden Patienten, die an angeborenem Fibrinogenmangel leiden, mit einer Einmalgabe behandelt, um die pharmakokinetischen Eigenschaften, Verträglichkeit und Sicherheit des Fibrinogenkonzentrats zu evaluieren. im zweiten Teil der Studie - hier erfolgt die individuell auf den Patienten abgestimmte Gabe von Fibrinogen aufgrund akuter Blutungen bzw. als Prophylaxe bei geplanten Eingriffen mit Blutungsneigung - wurden bereits neun Patienten behandelt.
IgM Concentrate:
Nach Ausweitung der Patientenzahl der laufenden Phase-II-Studie (Nr. 982) auf 160 konnten im abgelaufenen Jahr bereits 150 Patienten behandelt werden. Die Studiendaten werden im zweiten Halbjahr 2015 erwartet.
Die folgende Darstellung gibt einen Überblick über die aktuellen Biotest Studien.
KLINISCHE STUDIEN IM ÜBERBLICK
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| Art der Studie | Studien- nummer | Dosierung/ Studiendesign | Zahl der Studien- teilnehmer |
Status zum 31. Dezember 2014 |
|---|---|---|---|---|
| Indikationsgebiet Hämatologie | ||||
| Indatuximab Ravtansine (BT-062) | ||||
| Phase I Multiples Myelom | 969 | wiederholte Einfachgabe, intravenös alle 21 Tage, 10 - 200 mg/m2 | 32 | Studie abgeschlossen |
| Phase I/II Multiples Myelom | 975 | wiederholte Mehrfachgabe, intravenös Tag 1, 8 und 15; alle 28 Tage, Dosiseskalation 40 - 160 mg/m2 | 35 | Patientenbehandlung abgeschlossen |
| Phase I/II Multiples Myelom | 983 | Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason basierend auf 975-Design (wiederholte Mehrfachgabe); | 47 (Phase I) | Patientenrekrutierung abgeschlossen |
| Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason | 15 (Phase II) | Protokolländerung eingereicht | ||
| Phase I/II Brustkrebs, Blasenkrebs | 989 | wiederholte Mehrfachgabe, intravenös | 80 | Patientenrekrutierung läuft |
| Indikationsgebiet Klinische Immunologie | ||||
| BT-063 | ||||
| Phase IIa Systemischer Lupus Erythematodes (SLE) | 990 | Intravenöse Mehrfachgabe, 3 Monate Behandlungsdauer, placebokontrolliert | 36 | Einreichung Q1 2015 |
| BT-094 (Cytotect 70) | ||||
| Phase III in der Schwangerschaft übertragene Cytomegalie-Virus-(CMV)-Infektion | 963 | Mehrfachgabe bei Schwangeren mit einer primären CMV-Infektion (Serokonversion) Kontrollgruppe ohne Behandlung | Screening von ca. 16.000 Schwangeren | Patientenrekrutierung beendet; Studie läuft |
| Civacir® | ||||
| Phase III HCV-induzierte Lebertransplantation | 988 | IV-Gabe nach HCV-induzierter Lebertransplantation zur Reinfektionsprophylaxe | 84 | Erster Teil der Studie abgeschlossen; Patientenrekrutierung für den zweiten Teil der Studie läuft |
| Tregalizumab (BT-061) | ||||
| Phase IIb Rheumatoide Arthritis | 979 | Kombination mit Methotrexat, subkutan bis 75 mg, Mehrfachgabe, Behandlungsdauer zwölf Wochen, placebokontrolliert | 128 | Studie abgeschlossen |
| Phase I Anwendung bei Probanden Pharmakodynamik-/ Pharmakokinetik-Studie | 985 | subkutan bis 200 mg, Einfachgabe | 36 | Studie abgeschlossen |
| Phase IIb "TREAT 2b" (T cell REgulating Arthritis Trial 2b) Rheumatoide Arthritis | 986 | Kombination mit Methotrexat, subkutan, Mehrfachgabe, Behandlungsdauer 24 Wochen mit anschließender optionalen 24-wöchiger Verlängerungsphase; placebokontrolliert | 321 | Patientenbehandlung im Hauptteil der Studie abgeschlossen; Behandlung in der Verlängerungsphase läuft |
| Zutectra® | ||||
| Phase III "ZEUS" (Zutectra Early USe) Hepatitis-B-Reinfektion in der Frühphase nach Lebertransplantation | 987 | Zutectra® (s.c. HBIG); Mehrfachgabe nach Lebertransplantation | 49 | Studie abgeschlossen |
| Indikationsgebiet Intensivmedizin | ||||
| Fibrinogen | ||||
| Phase I/II angeborener Fibrinogenmangel | 984 | Einmalgabe zur Bestimmung der Pharmakokinetik, Dosierung und Häufigkeit der Behandlung akuter Blutungen im Therapiefall individuell nach Patient | 20 | Patientenrekrutierung läuft |
| IgM Concentrate | ||||
| Phase II schwere, ambulant erworbene Lungenentzündung | 982 | Mehrfachgabe bei schwerer ambulant erworbener Lungenentzündung Behandlung über fünf Tage, i.v. Applikation, placebokontrollierte Doppelblindstudie | 160 | Patientenrekrutierung läuft |
Marketing & Vertrieb
Therapiegebiet Klinische Immunologie
Fovepta®:
Im Geschäftsjahr 2013 wurde in Vietnam unter einer Importlizenz die Vermarktung des Produkts im weltweit ersten Land gestartet. Vietnam wurde ausgewählt, da dieses innovative Produkt vor allem für Länder mit hoher Hepatitis B-Durchseuchung von Bedeutung ist (Südostasien, Süd- und Mittelamerika). Die Neugeborenen von Hepatitis B-infizierten Müttern können durch die subkutane Gabe unmittelbar nach der Geburt vor einer Übertragung der Virusinfektion geschützt werden. Weitere Zulassungen wurden eingereicht, sodass nach entsprechender Genehmigung auch hier mit dem Vertrieb begonnen werden soll.
In den Jahren 2015/2016 werden in weiteren Ländern, vor allem in Asien und im Nahen Osten Zulassungen angestrebt.
Intratect® 100 g/l (10 % ige Lösung):
Im Geschäftsjahr 2014 wurde Intratect® 100 g/l (10 % ige Lösung) in Dänemark, Norwegen, Mexiko und Vietnam neu zugelassen. Weitere Zulassungen im internationalen Bereich wurden bei den Landesbehörden eingereicht, sodass nach Genehmigung auch hier mit dem Vertrieb begonnen werden soll. Für 2015 ist erstmals eine Vermarktung von Intratect® 100 g/l (10 % ige Lösung) in Griechenland, Spanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten geplant.
Hepatect® CP:
Für das zur Prophylaxe der Hepatitis B-(Re-) Infektion entwickelte Präparat konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr Neuzulassungen in Norwegen, Finnland und dem Iran erzielt werden.
Therapiegebiet Intensivmedizin
Albiomin®:
Ende Oktober 2014 erhielt Biotest von den Behörden die Zulassung für die Vermarktung von Albiomin® 20 % (20 % iges humanes Albumin) in China. Humanes Albumin wird zur Stabilisierung des Kreislaufes bei schweren Erkrankungen wie Verbrennungen, sowie bei chronischen Erkrankungen der Leber und der Niere und anderen Komplikationen mit Eiweißverlust eingesetzt. Gemeinsam mit dem Vertriebspartner Wanbang Biopharmaceuticals, Shanghai, China - einem Tochterunternehmen von Fosun Pharma, einem der größten Pharmaunternehmen in China - wird Biotest ab 2015 mit Albiomin® 20 % auf dem chinesischen Markt vertreten sein. Zudem erhielt Biotest 2014 weitere Zulassungen von Albiomin® für den skandinavischen Markt.
Pentaglobin®:
Für das Immunglobulinpräparat führten neue Erkenntnisse im Bereich multiresistenter Keime u. a. in Italien zu einem deutlichen Umsatzwachstum in 2014. Des Weiteren kam es zu Neuzulassungen in Serbien und Vietnam. Für das laufende Geschäftsjahr 2015 strebt Biotest eine Wiederaufnahme der Vermarktung in Brasilien und Mexiko an.
Gesellschaftliche Verantwortung
Die Biotest Gruppe bewegt sich mit ihren Produkten und deren Anwendungsgebieten in einem hochethischen Umfeld. So helfen die Präparate von Biotest Leben zu retten und dem Alltag vieler (chronisch) Kranker ein Stück Normalität zurückzugeben. Auch darüber hinaus engagiert sich das Unternehmen in verschiedenen medizinisch-wissenschaftlichen initiativen, Forschungsprojekten sowie Maßnahmen von Patientenorganisationen.
So konnten im Geschäftsjahr 2014 gemeinsam mit dem Weltverband für Hämophilie (WFH) im Rahmen des "Project Recovery" erste Chargen des Biotest-Präparats Haemoctin® ausgeliefert werden. Empfänger waren Patienten ohne sonstigen Zugang zu Blutungsbehandlungen. Das "Project Recovery" ist eine Kooperation verschiedener Unternehmen und Patientenorganisationen, die es sich zum Ziel gemacht haben, Hämophilie-Patienten weltweit dringend benötigte Behandlung zu ermöglichen. Hämophilie ist eine vererbte lebenslange Blutgerinnungsstörung, die global eine von 10.000 Personen betrifft. Von den Erkrankten erhalten nahezu 75 % nur eine geringe oder gar keine Behandlung. Über das humanitäre Hilfsprogramm des WFH wird das Präparat kostenfrei Patienten in Entwicklungsländern bereitgestellt. Dabei übernimmt Biotest neben der Produktion auch die komplette Koordination und Versandlogistik. Ein wichtiges Engagement, das auch auf dem diesjährigen World Congress des WFH in Melbourne, Australien, vom Verbandsvorsitzenden Alain Weill als großer Erfolg für das Humanitarian Aid Programm des WFH hervorgehoben wurde.
Wie in den Vorjahren hat die Biotest AG auch im Geschäftsjahr 2014 Patientenorganisationen auf nationaler und internationaler Ebene vielfältig unterstützt. im Bereich der Immunologie begleitet Biotest - sowohl finanziell als auch organisatorisch -die "International Patient Organisation for Primary Immunodeficiency" (IPOPI) in ihrer Arbeit zur Verbesserung der Diagnostik für Patienten mit immunologischen Erkrankungen und dem Zugang der Patienten zu adäquater Therapie.
Schließlich arbeitet Biotest auf politischer Ebene unter anderem im Rahmen der "Plasma Protein Therapeutics Association" (PPTA) an der Verbesserung der Situation der Patienten mit seltenen Erkrankungen und einer generellen Regelung der grenzüberschreitenden und notwendigen Behandlungen dieser Zielgruppen mit. Daneben unterwirft sich Biotest auch bei der Gewinnung und Verarbeitung von Blutplasma den strengen Sicherheitsstandards der PPTA, die über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinausgehen.
IV. DARSTELLUNG DER ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
A. ERTRAGSLAGE
im Geschäftsjahr 2014 erwirtschaftete die Biotest Gruppe Umsatzerlöse in Höhe von 582,0 Mio. €. Dies entspricht einer deutlichen Zunahme um 16,2 % gegenüber dem Vorjahr, in dem Umsätze in Höhe von 500,8 Mio. € erzielt wurden. Dabei wurde das Wachstumstempo im Jahresverlauf sukzessive erhöht. Die Biotest Gruppe konnte in allen drei Segmenten teils deutliche Erlössteigerungen erzielen. Während die Umsätze im Kernsegment Therapie von 386,2 Mio. € auf nun 409,8 Mio. € zulegten, trug das Segment Plasma & Services mit einem Anstieg von 53,2 % auf jetzt 157,0 Mio. € erheblich zum Umsatzwachstum bei. Auch im Bereich Andere Segmente nahmen die Erlöse von 12,1 Mio. € auf 15,2 Mio. € zu.
UMSATZENTWICKLUNG NACH SEGMENTEN
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| in Millionen € |
2014 | 2013 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Therapie | 409,8 | 386,2 | 6,1 |
| Plasma & Services | 157,0 | 102,5 | 53,2 |
| Andere Segmente | 15,2 | 12,1 | 25,6 |
| Biotest Gruppe | 582,0 | 500,8 | 16,2 |
Die Internationalisierung der Biotest Gruppe schreitet weiter voran und trotz unterschiedlicher Herausforderungen konnte der Konzern auf allen Märkten wachsen. Während in Deutschland die Erlöse um 13,5 % zunahmen, konnten im europäischen Ausland - aufgrund eines gestiegenen Preisdrucks - die Umsätze nur um 5,9 % gesteigert werden. Auch in Mittel- und Südamerika (+ 27,3 %) sowie im Mittleren Osten und Afrika (+ 26,9 %) nahmen die Erlöse deutlich zu. in den übrigen asiatischen Ländern sowie im Pazifikraum lagen die Umsätze 14,0 % über dem Vorjahr. In den USA sorgten vor allem Plasmaverkäufe, die geringere Bivigam® -Absätze überkompensierten, für einen deutlichen Anstieg der Umsätze um 26,2 %.
Aufgrund der Markteinführung von zwei neuen Immunglobulin-Präparaten und dem dadurch deutlich gestiegenen Wettbewerbsdruck auf dem US-amerikanischen Markt lagen die Verkäufe für das Biotest-Produkt Bivigam® unter den geplanten Mengen. In der Folge wurde die Produktion des Präparats vorübergehend gedrosselt. Dies hatte auch negative Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung. insgesamt hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr die Umsatzverteilung des Konzerns weiter in Richtung der ausländischen Märkte verschoben. So generierte die Biotest Gruppe zwischen Januar und Dezember 2014 81,8 % ihrer Umsätze im Ausland (Vorjahr: 81,3 %).
UMSATZENTWICKLUNG NACH REGIONEN
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| in Millionen € |
2014 | 2013 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 106,0 | 93,4 | 13,5 |
| Übriges Europa | 188,1 | 177,7 | 5,9 |
| USA | 100,3 | 79,5 | 26,2 |
| Mittel- und Südamerika | 8,4 | 6,6 | 27,3 |
| Mittlerer Osten und Afrika | 152,3 | 120,0 | 26,9 |
| Übriges Asien und Pazifik | 26,9 | 23,6 | 14,0 |
| Biotest Gruppe | 582,0 | 500,8 | 16,2 |
Die deutliche Umsatzausweitung spiegelt sich in einem Anstieg der Herstellungskosten wider. Diese erhöhten sich von 293,2 Mio. € auf 357,5 Mio. € im Geschäftsjahr 2014. Die Herstellungskostenquote nahm durch margenschwächere Tendergeschäfte im vierten Quartal überproportional zu. Sie lag bei 61,4 % (Vorjahr: 58,5 %). Ein weiterer Grund für den Anstieg resultiert aus der gemäß der Percentage of Completion-Methode um 7,7 Mio. € geringeren zeitanteiligen Allokation des Upfront-Payments von AbbVie für die gemeinsame Entwicklung des monoklonalen Antikörpers Tregalizumab (BT-061).
Auch die Marketing- und Vertriebskosten erhöhten sich deutlich auf jetzt 74,2 Mio. € (ihr Anteil am Umsatz: 12,7 %). Im Vorjahr wurden für diesen Bereich 60,1 Mio. € aufgewendet (Anteil am Umsatz: 12,0 %). Hier machten sich insbesondere gestiegene Provisionen aufgrund des deutlich höheren Umsatzes in internationalen Märkten, auf denen Biotest noch keine eigene Niederlassung oder Vertriebsgesellschaft unterhält, bemerkbar.
WESENTLICHE KOSTENBLÖCKE DER BIOTEST GRUPPE*
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| in Millionen € | 2014 | in % vom Umsatz | 2013 | in % vom Umsatz |
|---|---|---|---|---|
| Herstellungskosten | - 357,5 | 61,4 | - 293,2 | 58,5 |
| Marketing- und Vertriebskosten | - 74,2 | 12,7 | - 60,1 | 12,0 |
| Verwaltungskosten | - 31,6 | 5,4 | - 30,6 | 6,1 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | - 67,2 | 11,5 | - 64,6 | 12,9 |
| Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen | 1,9 | 0,3 | 1,5 | 0,3 |
| Finanzergebnis | - 6,5 | 1,1 | - 7,0 | 1,4 |
* Aufwendungen sind mit einem negativen Vorzeichen gekennzeichnet
Die Verwaltungskosten erhöhten sich unterproportional von 30,6 Mio. € auf aktuell 31,6 Mio. €. Trotz einer um 8,1 % angestiegenen Mitarbeiterbasis lag die Verwaltungskostenquote mit 5,4 % deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (6,1 %).
Aufgrund des positiven Verlaufs von klinischen Studien mit einer sehr guten Patientenrekrutierung wurde beschlossen, die Produktion von klinischer Prüfware (4,0 Mio. €) vorzuziehen. So stiegen die Forschungs- und Entwicklungskosten gegenüber dem Vorjahreszeitraum weiter um 4,0 % an. Dabei betrugen die Aufwendungen in diesem Bereich 2014 insgesamt 67,2 Mio. € nach 64,6 Mio. € im Geschäftsjahr 2013. ihr Anteil am Umsatz lag aufgrund des deutlichen Erlösanstiegs mit 11,5 % hingegen unter dem Vorjahreswert (12,9 %). Hier hatte 2013 der Start der größten Studie der Unternehmensgeschichte für ebenfalls erhebliche Aufwendungen gesorgt.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen nahmen von 11,1 Mio. € im Geschäftsjahr 2013 auf jetzt 5,1 Mio. € ab. Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf 7,0 Mio. € und blieben unter ihrem Vorjahreswert (12,6 Mio. €).
Trotz der deutlich gestiegenen Aufwendungen für Herstellung, Marketing und Vertrieb sowie Forschung- und Entwicklung konnte das Betriebsergebnis (EBIT) auf Vorjahresniveau gehalten werden. Dieses lag 2014 mit 53,4 Mio. € um 0,7 % unter dem Vorjahreswert von 53,8 Mio. €. Aufgrund der erheblichen Umsatzausweitung mit tendenziell margenschwächeren Geschäften nahm so die EBIT-Marge um 1,5 Prozentpunkte auf jetzt 9,2 % ab.
Diese Entwicklung sowie steigende Aufwendungen für klinisches Studienmaterial, das für den weiteren Fortschritt der Civacir® -Studie benötigt wurde, ließen den EBIT-Beitrag im Segment Therapie um 14,3 % auf jetzt 27,5 Mio. € sinken. Ergebnisreduzierend wirkten sich hier zusätzlich die Belastungen im Zuge der geplanten Kapazitätsausweitungen am Standort Dreieich im Rahmen von "Biotest Next Level" in Höhe von 2,6 Mio. € aus. Dagegen konnte das EBIT im Segment Plasma & Services um 13,9 % von 23,7 Mio. € auf nun 27,0 Mio. € gesteigert werden. Verantwortlich hierfür waren vor allem erhöhte Plasmaverkäufe, insbesondere in den USA. Im Bereich Andere Segmente konnte der Verlust auf jetzt 1,1 Mio. € (Vorjahr: 2,0 Mio. €) deutlich reduziert werden. Das Finanzergebnis betrug - 6,5 Mio. € nach -7,0 Mio. € im Vorjahr.
Für die Biotest Gruppe ergibt sich daraus ein Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 46,9 Mio. € nach 47,8 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Bei einer deutlich gestiegenen Steuerquote, die vor allem aus hohen Abschreibungen von latenten Steuern der amerikanischen Tochtergesellschaft resultiert, nahm das Ergebnis nach Steuern (EAT) von 32,0 Mio. € auf jetzt 19,2 Mio. € ab. Das Ergebnis je Aktie lag - auch durch die im Zuge der Kapitalerhöhung im Sommer 2013 gesteigerte durchschnittliche Aktienanzahl -bei 1,43 €. Dieses hatte im Jahr 2013 noch 2,54 € betragen.
ERGEBNISKENNZAHLEN DER BIOTEST GRUPPE
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| in Millionen € | 2014 | 2013 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| EBIT | 53,4 | 53,8 | - 0,7 |
| EBT | 46,9 | 47,8 | - 1,9 |
| EAT | 19,2 | 32,0 | - 40,0 |
| Ergebnis je Aktie (€) | 1,43 | 2,54 | - 43,7 |
B. VERMÖGENSLAGE
Im Wesentlichen bedingt durch die Kreditaufnahme im vierten Quartal 2014 für die zukünftigen Investitionen verlängerte sich die Bilanz. So stieg die Bilanzsumme zum Stichtag 31. Dezember 2014 gegenüber dem 31. Dezember 2013 von 886,5 Mio. € auf 1.032,6 Mio. € an.
Auf der Aktivseite nahmen sowohl die kurzfristigen als auch die langfristigen Vermögenswerte deutlich zu. So erhöhten sich die Sachanlagen von 254,9 Mio. € auf 282,3 Mio. €. Verantwortlich hierfür waren Investitionen im Rahmen des Ausbauprojekts "Biotest Next Level" sowie der starke Dollar, der für eine bilanzielle Aufwertung der US-amerikanischen Anlagen sorgte. Daneben stiegen die sonstigen langfristigen Finanzanlagen von 0,2 Mio. € auf jetzt 5,2 Mio. €. Diese beinhalten vormalige Bestände der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 5,0 Mio. €, die noch nicht für "Biotest Next Level" benötigt wurden und zinstragend länger als zwölf Monate angelegt wurden.
Die kurzfristigen Vermögenswerte nahmen zum 31. Dezember 2014 um 20,8 % auf 679,3 Mio. € zu (31. Dezember 2013: 562,5 Mio. €). Die Vorproduktion für die erhebliche Mengensteigerungen bei den Umsatzerlösen sorgte für einen Anstieg der Vorräte auf 246,0 Mio. € (31. Dezember 2013: 227,0 Mio. €). Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich bedingt durch die hohen Umsatzerlöse des vierten Quartals zum 31. Dezember 2014 auf jetzt 181,6 Mio. € (31. Dezember 2013: 118,5 Mio. €). Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente verringerten sich auf 179,4 Mio. € (31. Dezember 2013: 204,4 Mio. €). ihr planmäßiger Abbau resultierte aus den Auszahlungen für getätigte Investitionen sowie den Umschichtungen in Geldanlagen mit einer Laufzeit von über drei Monaten, die sich in den sonstigen Vermögenswerten mit einem Betrag von 54,7 Mio. € und in den Finanzanlagen mit einem Betrag von 5,0 Mio. € widerspiegeln.
Bei den Passiva stieg das Eigenkapital, insbesondere durch das positive Konzernergebnis und die erfolgsneutral erfassten Effekte aus der Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe abzüglich der Dividendenzahlung in Höhe von 7,9 Mio. €, auf jetzt 480,2 Mio. € weiter an (31. Dezember 2013: 460,7 Mio. €). Aufgrund der deutlichen Bilanzverlängerung lag die Eigenkapitalquote mit 46,5 % unter dem Niveau zum 31. Dezember 2013 (52,0 %).
Auch das Fremdkapital erhöhte sich auf 552,4 Mio. € (31. Dezember 2013: 425,8 Mio. €). Während das langfristige Fremdkapital deutlich um 40,5 % anstieg, wuchs das kurzfristige Fremdkapital nur leicht. insbesondere langfristige Finanzverbindlichkeiten nahmen im Zuge einer weiteren Kreditaufnahme von 226,2 Mio. € auf jetzt 325,8 Mio. € zu. So konnte die Biotest Gruppe für den Neubau ihres Plasmawareneingangs und den Neubau der Produktion jeweils einen Energieeffizienz-Kredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über insgesamt 100,5 Mio. € zu vorteilhaften Konditionen erhalten. Das Niedrigzinsumfeld sorgte durch versicherungsmathematische Verluste, die erfolgsneutral im Eigenkapital gebucht werden, für einen Anstieg der Pensionsrückstellungen von 59,1 Mio. € zum 31. Dezember 2013 auf jetzt 77,5 Mio. €. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich nur geringfügig von 51,4 Mio. € auf 55,5 Mio. €. Dagegen nahmen die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten deutlich auf 32,7 Mio. € (31. Dezember 2013: 26,2 Mio. €) zu. Die Position beinhaltet im Wesentlichen Provisionsverbindlichkeiten, die aus den hohen Umsätzen resultieren.
Das langfristig der Gesellschaft zur Verfügung stehende Kapital (Eigenkapital, Pensionsrückstellungen und langfristige Bankverbindlichkeiten) deckt zum 31. Dezember 2014 85,6 % (Vorjahr: 84,2 %) der gesamten Bilanzsumme ab.
Die Nettoverschuldung stieg von 27,1 Mio. € auf 92,8 Mio. € zum 31. Dezember 2014. in die Berechnung der Nettoverschuldung für 2014 wurden auch die in den sonstigen Finanzanlagen sowie sonstigen Vermögenswerten ausgewiesenen Finanzmittelanlagen in Höhe von insgesamt 59,7 Mio. € einbezogen.
C. FINANZLAGE
Die getätigten Investitionen sowie die gesteigerte Kreditaufnahme spiegeln sich auch in der Cashflow-Rechnung wider. Aufgrund des weiterhin hohen Working Capital-Bedarfs sowie der gesteigerten Steuerzahlungen belief sich der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit im Geschäftsjahr 2014 auf -11,4 Mio. €. im Vergleichszeitraum des Vorjahres wurde hier ein geringerer Abfluss von 7,2 Mio. € ausgewiesen. insbesondere der deutliche Ergebnisanstieg im Vorjahr sorgte für höhere Steuerzahlungen 2014.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug zwischen Januar und Dezember 2014 -102,4 Mio. € nach -32,3 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Nach den Vorgaben der IFRS-Bilanzierung sind in dieser Position auch Auszahlungen aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition in Höhe von 59,7 Mio. € enthalten. Darin sind die finanziellen Mittel enthalten, die momentan nicht benötigt werden und deshalb zinstragend länger als drei Monate angelegt worden sind. Die Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen stiegen nur geringfügig von 42,9 Mio. € auf jetzt 44,7 Mio. € an. im Geschäftsjahr 2013 machte sich in dieser Position die Kaufpreisnachzahlung der Merck KGaA, Darmstadt, Deutschland, im Zusammenhang mit der Veräußerung des Segments Mikrobiologisches Monitoring mit 10,4 Mio. € positiv bemerkbar.
Der um die zinstragenden Geldanlagen bereinigte Free Cashflow des Jahres 2014 in Höhe von -54,1 Mio. € liegt unter dem Wert des Jahres 2013 in Höhe von -39,5 Mio. €.
Im Geschäftsjahr 2014 konnte die Biotest Gruppe aufgrund einer gesteigerten Neuaufnahme von Krediten und trotz der im zweiten Quartal 2014 ausbezahlten Dividende (-7,9 Mio. €) einen positiven Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 87,4 Mio. € verzeichnen. Durch die erfolgreiche Kapitalerhöhung lag dieser im Vorjahreszeitraum noch bei 186,9 Mio. €. Die Finanzierungstätigkeit 2014 wurde nachhaltig durch die Aufnahme von KfW-Darlehen in Höhe von 100,5 Mio. € geprägt. Die Tilgung von Krediten lag hingegen unter dem Vorjahresniveau.
Unter Berücksichtigung des Mittelabflusses in zinstragende Geldanlagen mit einer Laufzeit von größer drei Monaten in Höhe von insgesamt 59,7 Mio. € sowie der Kreditaufnahme sanken die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteäquivalente von 204,4 Mio. € am Ende des Jahres 2013 auf 179,4 Mio. € zum 31. Dezember 2014.
Die Biotest Gruppe verfügt aktuell über langfristig zur Verfügung gestellte Kredite in Höhe von 325,8 Mio. €. Daneben wurden Kreditlinien in Höhe von 138,2 Mio. € eingeräumt, die zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen wurden.
Für die neuen Darlehen wurden keine Sicherheiten gestellt und keine Finanzkennzahlen vereinbart.
Finanzierungsstrategie
Die Finanzierungsstrategie der Biotest Gruppe ist darauf ausgerichtet, die Liquidität des Konzerns zu jeder Zeit sicherzustellen, über Spielraum zur Finanzierung des Wachstums im operativen Geschäft zu verfügen und alle Investitionen im Vorfeld durchfinanziert zu haben.
Biotest setzt Eigen- und Fremdkapital zur Finanzierung ein und strebt eine solide und konservativ ausgerichtete Finanzierungsstruktur an. Die Zielmarke für die Eigenkapitalquote liegt bei mindestens 40,0 %. Mit einer Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2014 von 46,5 % besitzt Biotest weiterhin eine exzellente Basis für zukünftige Investitionen.
Daneben konnte Biotest im Jahr 2014 für den Neubau des Plasmawareneingangs und den Neubau der Produktion einen Energieeffizienz-Kredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über insgesamt 100,5 Mio. € aufnehmen, der die Finanzierung dieser Vorhaben zu vorteilhaften Konditionen sicherstellt.
Das Eigenkapital und die langfristige Komponente der Fremdkapitalfinanzierung sollen zusammen das Anlagevermögen abdecken.
Die Beschreibung der Kapitalstruktur ist dem Kapitel E.13 des Anhangs zu entnehmen.
V. GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE DES UNTERNEHMENS
Die Biotest Gruppe hat im Geschäftsjahr 2014 umsatzseitig ihren Wachstumskurs fortgesetzt. So konnten die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16,2 % gesteigert werden. Aufgrund deutlich erhöhter Aufwendungen, vor allem im Bereich Forschung- und Entwicklung, sowie teils margenschwacher Tendergeschäfte lag das EBIT geringfügig um -0,7 % unter dem Niveau von 2013. insgesamt verfügt die Biotest Gruppe über die Ressourcen, um das operative Geschäft und insbesondere die Forschungs- und Entwicklungsarbeit planmäßig voranzutreiben.
Aufgrund des kompetitiven Wettbewerbsumfelds in den USA lagen die Bivigam® -Umsätze 2014 unter den Erwartungen, weshalb die Produktion vorübergehend gedrosselt wurde. Das maximale Umsatzpotenzial von 100 Mio. USD pro Jahr wird somit erst verspätet erreicht.
Daneben bieten aber die bereits erfolgten oder bevorstehenden Markteintritte von Plasmaprotein-Präparaten in weiteren lukrativen Regionen sowie mittel- und langfristig die Weiterentwicklungen im Bereich der monoklonalen Antikörper zusätzliche Gewinnpotenziale. Die im Zuge der im Jahr 2013 erfolgreich durchgeführten Kapitalmaßnahmen nachhaltig gestärkte Finanzlage sowie die ausgewogene Finanzierungsstruktur bilden das Fundament für das geplante künftige Wachstum der Biotest Gruppe.
C. NACHTRAGSBERICHT
Herr Dr. Bernhard Ehmer hat am 1. Januar 2015 den Vorstandsvorsitz der Biotest AG übernommen, nachdem Herr Prof. Dr. Schulz planmäßig aus Altersgründen ausgeschieden ist.
D. PROGNOSE-, RISIKO- UND CHANCENBERICHT
I. PROGNOSEBERICHT
A. GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR ENTWICKLUNG DES KONZERNS
Der Vorstand geht auch für das laufende Geschäftsjahr 2015 von einer positiven Entwicklung der Biotest Gruppe aus. Die Nachfrage nach Plasmaproteinpräparaten befindet sich weltweit in einem konstanten Wachstumskorridor. Zusätzlich sorgt kurz- und mittelfristig der Vermarktungsbeginn von bestehenden sowie neuen Produkten auf aktuellen und neuen Märkten für weitere Absatzpotenziale. Herausfordernd könnten sich hingegen der voraussichtlich auch im Jahr 2015 anhaltende Preisdruck für Immunglobuline in den USA und Europa sowie die weiterhin angespannte Lage in den Krisenregionen der Welt auswirken.
Mit wichtigen Weichenstellungen in der Forschungs- und Entwicklungsarbeit sowie weiteren Fortschritten beim Ausbau der Produktionskapazitäten am Konzernhauptsitz in Dreieich werden im Jahr 2015 entscheidende Grundlagen für die zukünftige Konzernentwicklung gelegt. Von dieser starken Basis aus wird die Biotest Gruppe nach Einschätzung des Vorstands auch im laufenden Geschäftsjahr weiterhin auf ihrem konstanten Kurs des profitablen Wachstums bleiben.
B. AUSRICHTUNG DES KONZERNS IM GESCHÄFTSJAHR 2015
Die grundsätzliche Ausrichtung der Biotest Gruppe wird sich aus heutiger Sicht im Geschäftsjahr 2015 nicht verändern.
C. ENTWICKLUNG DES MARKTUMFELDS
Zielmärkte
Laut aktuellen Studien wird die weltweite Nachfrage nach Immunglobulinen in den kommenden Jahren weiter um jährlich 6 - 8 % zunehmen.15 Die Preise dieser Präparate geraten weltweit zunehmend unter Druck. Zwar ließen sich Anfang 2014 auf dem wichtigen US-Markt noch kleine Preissteigerungen erzielen, doch bereits im vierten Quartal sanken die Durchschnittspreise wieder. Diese Tendenz wird in 2015 anhalten.
Auch bei plasmatischen Gerinnungsfaktoren rechnet die Biotest Gruppe mit einer Zunahme des Weltmarktvolumens um etwa 2 % pro Jahr bis 2020.16 Daneben birgt der Vertriebsbeginn von Albiomin® 20 % in China mittelfristig neue Absatzpotenziale in einem Markt, für den bis 2020 ein durchschnittliches Wachstum von 10 % pro Jahr vorhergesagt wird.17
Auch im Bereich der monoklonalen Antikörper ergeben sich für die Biotest Gruppe erhebliche zukünftige Potenziale. So lagen die Umsätze des Rheuma-Gesamtmarktes im Jahr 2013 bei rund 20,0 Mrd. USD. Für die Indikation Psoriasis, die mit Tregalizumab (BT-061) auch adressiert werden könnte, lagen die Umsätze im selben Zeitraum bei fast 7,0 Mrd. USD. Präparate zur Behandlung des Multiplen Myeloms (Biotest-Entwicklungsprojekt Indatuximab Ravtansine (BT-062)) erlösten einen weltweiten Umsatz in Höhe von 6,5 Mrd. USD. im Rahmen neuer sowie der Verlängerung bestehender Zulassungen werden in allen Produktgruppen bis 2018 weitere Anstiege prognostiziert.18 Zudem bietet die Adressierung verschiedener solider Tumore durch Indatuximab Ravtansine (BT-062), bei einer Zulassung für entsprechende Indikationen, erhebliche zusätzliche Absatzmöglichkeiten.
15 Goldman Sachs: Global: Medical Technology: Medical Supplies, 25. August 2014
16 Marketing Research Bureau (2014), Global forecast of the factor VIII market 2013 to 2020
17 Marketing Research Bureau (2014), Albumin Usage and Demand Forecast in China 2013 - 2020
18 Evaluate Pharma, Yearly product sales by indication, 23. Januar 2014
D. ERWARTETE ENTWICKLUNG DER BIOTEST-GRUPE
Erwartete Geschäfts- und Ertragslage der Biotest-Gruppe
Nach den sehr starken Umsatzanstiegen der letzten beiden Geschäftsjahre erwartet der Vorstand in diesem Jahr einen prozentualen Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Beim Ergebnis machen sich der leichte Preisdruck in den USA und der etwas stärkere Preisdruck in Europa bemerkbar. Zudem wirken sich die Lage in den Krisenregionen sowie der Aufwand für die geplante Kapazitätsausweitung am Standort Dreieich stärker aus als im Geschäftsjahr 2014. Da Biotest bei der Entwicklung von neuen Präparaten mit Partnern zusammen arbeitet, hängen die F&E-Kosten des Geschäftsjahres maßgeblich vom Fortschritt in den Projekten und den daraus resultierenden weiteren Entscheidungen ab. Die Belastungen aus dem begonnenen Expansionsprojekt "Biotest Next Level" werden in 2015 vermutlich doppelt so hoch sein wie 2014. Da der Vorstand dennoch von einer weiterhin positiven Entwicklung der Biotest Gruppe ausgeht, wird ein EBIT im Bereich von etwa 50 Mio. € angestrebt. Daraus resultierend erwartet der Vorstand für das Jahr 2015 einen Return on Capital Employed (RoCE) in Höhe von ca. 6 % sowie einen Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit in Höhe von etwa 60 - 65 Mio. €.
Erwartete Finanz- und Vermögenslage der Biotest Gruppe
Das Hauptaugenmerk der Biotest Gruppe liegt auf einer ausgewogene Finanzierungsstruktur, sowohl im Hinblick auf das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital als auch von kurzfristiger zu langfristiger Kreditfinanzierung.
Einen erheblichen Teil der in den vergangenen Jahren erhaltenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird der Konzern für das Projekt "Biotest Next Level" einsetzen, um die geplante Kapazitätsausweitung am Standort Dreieich abzudecken. Außerdem ist die für das weitere Umsatzwachstum notwendige Ausweitung des Umlaufvermögens zu finanzieren.
Für das Geschäftsjahr 2015 sind Investitionen der Biotest Gruppe im Volumen von bis zu 118,4 Mio. € vorgesehen, wovon ein erheblicher Teil auf das Projekt "Biotest Next Level" entfällt. Daneben werden aber auch weitere Investitionen bei der BPC für die Erweiterung bestehender und den Aufbau neuer Plasmazentren in den USA sowie für den Abschluss des Baus des Plasmawareneingangs und der virologischen Labore in Dreieich vorgenommen.
Neben dem dargestellten organischen Wachstum und der Finanzierung dessen, können in Zukunft auch Einlizenzierungen marktnaher Produkte eine strategische Option darstellen.
Für die Ausweitung der Investitionen sowie die Erhöhung des Umsatzes und der damit verbundenen Erhöhung des Working Capital stehen ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung. Auch langfristig ist das Wachstumsprogramm des Konzerns solide finanziert.
Erwartete Entwicklung in den Segmenten
Segment Therapie
Folgende signifikante Fortschritte und Entwicklungen werden im laufenden Geschäftsjahr 2015 im Segment Therapie erwartet:
Therapiegebiet Hämatologie
Indatuximab Ravtansine (BT-062):
Nach Beendigung der aktuell laufenden Datenerfassung wird für die Phase-I/II-Studie (Nr. 975) mit Indatuximab Ravtansine (BT-062) zur Monotherapie des Multiplen Myeloms, einer bösartigen Erkrankung des Knochenmarks, der finale Studienbericht (clinical study report) im zweiten Quartal 2015 erwartet.
Aufgrund vielversprechender Ergebnisse, wurde für die Phase-I/II-Studie (Nr. 983), in der die Sicherheit und Wirksamkeit von Indatuximab Ravtansine (BT-062) in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason untersucht wird, eine Protokolländerung eingereicht. Um die Sicherheit und Wirksamkeit von Indatuximab Ravtansine (BT-062) in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason auch bei Patienten nach Vortherapie mit Lenalidomid und Bortezomib zu untersuchen, soll die Studie um weitere 15 Patienten ausgeweitet werden.
Da nicht nur Zellen des Multiplen Myeloms, sondern auch zahlreiche solide Tumore eine hochgradige Expression des CD-138-Rezeptors aufweisen, führt Biotest derzeit in Belgien und Deutschland eine klinische Monotherapiestudie der Phase I/II (Nr. 989) durch. In dieser Studie sollen Patienten mit dreifach negativem metastasierenden Brustkrebs (diese Tumore reagieren nicht auf die Behandlung mit Östrogenen, Progesteron oder HER 2-gerichteten Therapien) sowie Patienten mit metastasierenden Blasenkarzinom mit Indatuximab Ravtansine (BT-062) behandelt und das Präparat auf Wirksamkeit und Verträglichkeit untersucht werden.
Zur Vorbereitungen der Phase-III-Studie wird im März 2015 die Produktion des Prüfpräparats starten. Zudem steht Biotest aktuell in Abstimmung mit den Behörden, um das präklinische Programm der Studie zu vereinbaren.
Therapiegebiet Klinische Immunologie
BT-063:
Eine Phase IIa-Studie (Nr. 990) zur Behandlung von Patienten, die an Systemischem Lupus Erythematodes (SLE) erkrankt sind, wurde im 1. Quartal 2015 bei den Behörden eingereicht.
Civacir®:
In der Phase-III-Studie (Nr. 988) soll im Jahr 2015 die Patientenrekrutierung abgeschlossen werden.
Fovepta®:
Die erste außereuropäische Zulassung wird im Jahr 2015 in Indien erwartet, weitere wurden eingereicht. In den Jahren 2015/2016 werden in weiteren Ländern vor allem in Asien und im Nahen Osten Zulassungen angestrebt.
Intratect® 100g/l (10 % ige Lösung):
In 2015 ist erstmals eine Vermarktung von Intratect® 100g/l (10 % ige Lösung) in Griechenland, Spanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten geplant.
Tregalizumab (BT-061):
Für die klinische Phase-IIb-Studie (TREAT 2b - T cell REgulating Arthritis Trial 2b, Nr. 986), zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis (RA), ist eine Veröffentlichung erster klinischer Daten für das zweite Quartal 2015 geplant. Diese größte Studie der Firmengeschichte dient der Weiterentwicklung des monoklonalen Antikörpers Tregalizumab (BT-061) und ist die Entscheidungsgrundlage für AbbVie die Kooperation fortzusetzen.
Zutectra®:
Die Phase-III-Studie (ZEUS - Zutectra Early USe, Nr. 987) konnte im vierten Quartal 2014 planmäßig abgeschlossen werden, der Abschlussbericht wird im ersten Quartal 2015 erwartet. Zutectra® ist seit dem Jahr 2009 in der EU für die Indikation der Prävention einer Hepatitis-B-Virus (HBV)-Reinfektion, bei Patienten sechs Monate nach einer Lebertransplantation aufgrund einer HBV induzierten Leberinsuffizienz, zugelassen. Das Ziel ist mit den Daten der ZEUS-Studie im Halbjahr 2015 die Zulassung für die Verwendung von Zutectra® bereits ein bis zwei Wochen nach der Transplantation zu erhalten.
Therapiegebiet Intensivmedizin
Fibrinogen:
Die Phase-I/II-Studie (Nr. 984) wird sowohl zur Erhebung pharmakokinetischer Parameter als auch in der akuten "On Demand"-Behandlung fortgesetzt.
IgM Concentrate:
Die Studiendaten der Phase-II-Studie (Nr. 982) in der Indikation schwere ambulant erworbene Lungenentzündung (sCAP) werden im zweiten Halbjahr 2015 erwartet.
Pentaglobin®:
Biotest strebt in 2015 eine Wiederaufnahme der Vermarktung des Immunglobulinpräparats in Brasilien und Mexiko an.
Segment Plasma & Services
Das Ziel der Unternehmensstrategie innerhalb des Segments Plasma & Services ist es, die vorhandenen Plasmaproduktionskapazitäten maximal auszulasten. Eventuell nicht benötigte Plasmamengen werden von Biotest an Dritte verkauft. Je nach Bedarf wird das vorhandene Plasma in eigene Produkte weiterverarbeitet oder veräußert.
Aufgrund der konstant hohen Nachfrage nach Biotest-Produkten sowie der geplanten erheblichen Ausweitung der Produktionskapazitäten im Rahmen von "Biotest Next Level" wird für die Zukunft erwartet, dass die Lohnherstellung in etwa auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2014 bleiben wird.
Bei wachsenden Kapazitäten in der Biotest Gruppe werden mittelfristig die Umsätze im Segment Plasma & Services auch in den nächsten Jahren bei einem konstanten Profitabilitätsniveau weiter steigen.
II. RISIKOBERICHT
Die Biotest Gruppe ist als weltweit tätiger Konzern in einem hochtechnologischen Umfeld einer Vielzahl von Risikofaktoren ausgesetzt, die sich auf die Geschäftstätigkeit negativ auswirken und somit zur negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Der Eintritt der Risiken, die sich aus dem eigenen unternehmerischen Handeln sowie aus externen Faktoren ergeben, ist nicht immer vorhersehbar und kann nur bis zu einem gewissen Grad oder überhaupt nicht von Biotest beeinflusst werden.
Nachteilige Auswirkungen können sich mit Bezug auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung sowie die Vermögens- und Finanzlage ergeben. Der Risikobericht beschreibt die Risiken, denen Biotest als Konzern sowie auf Ebene der Segmente ausgesetzt ist. Gleichzeitig wird dargestellt, wie der Konzern diesen Risiken begegnet, sie kontrolliert und managt. im Folgenden wird für die dargestellten Risiken jeweils eine Einschätzung des Vorstands zur Eintrittswahrscheinlichkeit angegeben.
A. RISIKOSTRATEGIE
Vorstand und Aufsichtsrat haben in ihrer gemeinsamen Risikostrategie festgelegt, dass das Unternehmen kontrolliert Risiken eingeht, wenn dadurch die Perspektive auf ein dauerhaft ertragreiches Wachstum geschaffen wird. Die Risikostrategie ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern und seinen Wert dauerhaft und systematisch zu steigern. Dies spiegelt sich auch in den abgegebenen Prognosen des Vorstands wider, die auf einer neutralen Entwicklung der in der Folge genannten Risikoereignisse beruhen.
B. RISIKOMANAGEMENT UND -CONTROLLING
Biotest erfasst und bewertet systematisch die operativen und strategischen Risiken. Alle Risiken von wesentlicher Tragweite und hinreichender Eintrittswahrscheinlichkeit werden engmaschig kontrolliert. Die Prozesse im Risikomanagement sind detailliert dokumentiert und entsprechend im Risikomanagement-System hinterlegt.
Ziel des implementierten Risikomanagement-Systems ist die Identifizierung und Bewertung von Risiken, die der Regelkonformität des Konzernabschlusses entgegenstehen könnten. Ferner werden erkannte Risiken begrenzt, sofern notwendig durch Hinzuziehung externer Spezialisten. Schließlich dient das Risikomanagement-System der Überprüfung erkannter Risiken hinsichtlich ihres Einflusses auf den Konzernabschluss sowie der Abbildung dieser Risiken.
Wesentliche Gefährdungspotenziale sind Element der monatlichen internen Berichterstattung. Darüber hinaus fasst alle sechs Monate das Risikomanagement-Komitee den aktuellen Stand der Risikolage in allen Segmenten zusammen und erstellt einen detaillierten Risikobericht an den Vorstand. Dieser umfasst folgende Risikofelder: Marktrisiken, Prozess- und Produktionsrisiken, Finanzrisiken, Personalrisiken und Organisationsrisiken.
In der Zeit zwischen den Sitzungen des RisikomanagementKomitees informieren die Bereichsverantwortlichen den Vorstand im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Vorstandssitzungen über die aktuelle Risikosituation innerhalb ihres Verantwortungsbereichs. Gleichzeitig wird der Vorstand im Rahmen von Vorschaurechnungen auf das Jahresende hin über die aktuelle Risikosituation informiert. Ändert sich die Risikolage ad hoc, so wird der Vorstand kurzfristig und direkt darüber in Kenntnis gesetzt.
Jeder Mitarbeiter bei Biotest muss sich - im Rahmen der jeweils übertragenen Verantwortung - risikobewusst verhalten. Verantwortlich für Kontrolle und Steuerung der Risiken sind die jeweiligen Führungskräfte. Innerhalb der Gruppe gibt es etwa 60 Risikomelder, die sämtliche potenziellen Risiken abdecken. Für alle Risikomelder gelten verbindliche Grundsätze zum Umgang mit Risiken.
Standards und Abläufe im Risikomanagement und -controlling werden durch die interne Revision regelmäßig auf ihre Angemessenheit und Wirksamkeit geprüft. Das letzte Audit fand 2012 statt. Das nächste Audit ist gemäß Prüfplan für 2015 terminiert.
Um die finanziellen Folgen von Haftungsrisiken und Elementarschäden zu begrenzen, hat Biotest Versicherungen abgeschlossen. Das Unternehmen kontrolliert regelmäßig, ob der Umfang des Versicherungsschutzes angemessen ist und passt ihn gegebenenfalls an.
C. INTERNE KONTROLLSYSTEME DER RECHNUNGSLEGUNGSPROZESSE
Biotest hat ein rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem etabliert, das alle wesentlichen Geschäftsprozesse in der Biotest AG und in sämtlichen Tochtergesellschaften umfasst. Ziel des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems ist es, durch die Implementierung von Kontrollen eine hinreichende Sicherheit zu gewährleisten, sodass trotz identifizierter Risiken ein regelungskonformer Konzernabschluss erstellt wird. Die einschlägigen Richtlinien sind in einem Organisationshandbuch zusammengefasst, das allen Mitarbeitern zugänglich ist.
Das den Vorgaben der International Financial Reporting Standards (IFRS) entsprechende Handbuch der Rechnungslegung der Biotest AG ist für alle Gesellschaften der Gruppe verbindlich und deckt alle für Biotest relevanten Rechnungslegungsvorschriften ab. Das Handbuch wird ständig an Änderungen der IFRS angepasst. Alle für die Rechnungslegung Verantwortlichen werden hierzu kontinuierlich informiert und geschult.
Die Rechnungslegung der Biotest AG und aller in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften erfolgt nach festen Termin- und Ablaufplänen, in denen alle notwendigen Aktivitäten detailliert festgeschrieben sind.
Die Einzelabschlüsse und der Konzernabschluss werden mithilfe anerkannter Systeme erstellt. In den Konzerngesellschaften sind durch Organisationsanweisungen und klare Zuständigkeiten interne Kontrollprozesse etabliert, die unter anderem eine Funktionstrennung durch die Anwendung des Vier-Augen-Prinzips beinhalten.
Die Gesellschaften erfassen die Daten für die Konzernrechnungslegung in einem einheitlichen, detaillierten Berichtswesen, über dessen Inhalt sich die zuständigen Abteilungen für Finanzen und Controlling monatlich abstimmen. Sämtliche Einzelabschlüsse der Konzerngesellschaften werden einer Plausibilitätskontrolle unterzogen, eventuelle Differenzen in Konsolidierungsprozessen werden analysiert und sofern erforderlich korrigiert.
Die im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses durchzuführenden Maßnahmen unterliegen systemseitigen sowie manuellen Kontrollen. Soll-Ist-Vergleiche sowie die Analyse von Veränderungen in Bilanz- und GuV-Positionen sind weitere Kontrollen auf Ebene des Konzernabschlusses.
Vertrauliche Daten und Dokumente sind vor dem Zugriff unberechtigter Personen geschützt. Dies gilt für die rechnungslegungsbezogenen EDV-Systeme (Zugriffsberechtigungen, Passwörter, Verschlüsselungen) sowie für sämtliche Gebäude (Zugangskontrolle, Zugangsrechte).
Die Einzelabschlüsse sowie der Konzernabschluss werden durch externe Prüfer geprüft beziehungsweise einer prüferischen Durchsicht unterzogen.
Die Interne Revision prüft die Geschäftsprozesse in allen Segmenten und Tochtergesellschaften. Ihre Befugnisse, Pflichten und Stellung im Konzern sind in der Revisionsrichtlinie festgelegt. Die Prüfung folgt einem Jahresrevisionsplan, der durch den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats beschlossen wird. Die einzelnen Prüfungsergebnisse werden dem Vorstand zeitnah vorgelegt. Die interne Revision berichtet darüber hinaus dem Vorstand und den Mitgliedern des Prüfungsausschusses jeweils einmal jährlich ausführlich.
D. RISIKOMANAGEMENT-SYSTEM IN BEZUG AUF FINANZINSTRUMENTE
Biotest nutzt derivative Finanzinstrumente zur Sicherung von Währungs- und Zinspositionen. Der Abschluss entsprechender Kontrakte erfolgt unter Berücksichtigung der definierten Risikogrenzen. Eine umfassende Darstellung des RisikomanagementSystems in Bezug auf Finanzinstrumente enthält das Kapitel F.4 im Anhang zum Konzernabschluss.
E. DARSTELLUNG DER WESENTLICHEN RISIKOKATEGORIEN
Im Folgenden werden die der Biotest Gruppe bekannten wesentlichen Risiken für das Unternehmen beschrieben sowie eine Bewertung der jeweiligen Risiken durch den Vorstand vorgenommen. Darüber hinaus gibt es weitere Risiken und Unsicherheiten, denen Biotest ausgesetzt sein könnte, die derzeit aber nicht bekannt sind oder die gegenwärtig als unwesentlich betrachtet werden. Auch sie können den Geschäftsbetrieb beeinträchtigen und nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Aus der Reihenfolge, in der die nachfolgenden Risiken aufgeführt sind, lässt sich keine Aussage über die Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens ableiten.
Umfeldrisiken und Branchenrisiken
Konjunkturrisiken
Den Folgen einer tiefgreifenden und lang anhaltenden Rezession könnte sich Biotest nicht dauerhaft entziehen, wenn auch der unmittelbare Effekt begrenzt ist. Das Risiko möglicher Umsatzrückgänge ergibt sich aus einer eventuell geringeren Nachfrage und einem steigenden Preisdruck seitens der Abnehmer.
Ein weiterer potenziell dämpfender Effekt besteht darin, dass Biotest gezwungen sein könnte, die Belieferung einzelner Märkte zu reduzieren oder einzustellen. Dies könnte der Fall sein, wenn keine ausreichende Absicherung gegen den Ausfall entsprechender Forderungen möglich ist oder diese nur zu deutlich verschlechterten Konditionen zu erreichen wäre.
Wenn die gesamtwirtschaftliche Lage eines Landes sich so sehr verschlechtert, dass gravierende Auswirkungen auf dessen Zahlungsfähigkeit sowie auf das dortige Gesundheitssystem zu befürchten sind, könnte Biotest gezwungen sein, Lieferungen in solche Länder zur Risikoreduzierung einzustellen. Die Konjunkturrisiken sieht der Vorstand als leicht erhöht an und die Entwicklung wird genau beobachtet.
Absatzmarktrisiken
Absatzmarktrisiken setzen sich aus Preis-, Mengen-, Substitutions-und Forderungsausfallrisiken zusammen.
Durch die Erschließung weiterer internationaler Märkte und durch den Abschluss längerfristiger Lieferverträge senkt die Biotest Gruppe das Risiko kurzfristiger Schwankungen von Absatzmenge und Preisen. Dennoch bergen insbesondere einzelne Ausschreibungsgeschäfte im Segment Therapie das Risiko, dass die absetzbare Menge niedriger als geplant ist.
Auch aufgrund der aktuellen Krisen hat sich die konjunkturelle und auch politische Situation im Nahen Osten deutlich verschlechtert, was die Patientenversorgung und Absatzmöglichkeiten in diesen Gebieten deutlich einschränkt. Negative Auswirkungen auf das operative Geschäft sind wahrscheinlich, lassen sich jedoch derzeit noch nicht beziffern.
Das Risiko von kräftigen Preisrückgängen für Plasmaproteine hat sich aufgrund der Preisentwicklung der vergangenen Jahre nicht erhöht. Es ist aber nach wie vor als erhöht anzusehen. So gewinnt der Kostendruck im Gesundheitswesen hochentwickelter Märkte - auch unter dem Eindruck der weiterhin nicht vollständig bewältigten Finanzkrise - immer mehr an Bedeutung. Staaten erlassen zunehmend Zwangsmaßnahmen, um die Kosten für Arzneimittel zu senken. Beispiele hierfür sind Herstellerrabatte und Preismoratorien in Deutschland sowie Zwangsrabatte in Griechenland und Italien. Daneben nimmt das Bestreben der Staaten zu, durch den Verweis auf Länder mit niedrigeren Preisen, die Preise im eigenen Land zu reduzieren.
Das Verhältnis zwischen den weltweit eingesetzten plasmatischen und rekombinanten Gerinnungsfaktoren ist nach den Beobachtungen der Biotest Gruppe weitgehend stabil, auch wenn die Nachfrage nach plasmatischen Gerinnungsfaktoren in den kommenden Jahren weniger stark ansteigen wird als jene nach rekombinanten Faktoren. Dennoch erachtet der Biotest-Vorstand weitergehende Substitutionsrisiken momentan noch als überschaubar.
Das Forderungsausfallrisiko ist angesichts der teilweise geringeren Bonität von Unternehmen und Staaten in einigen Regionen erhöht. Biotest hat ein aktives Forderungsmanagement eingerichtet und ergreift gegebenenfalls Maßnahmen zur Risikominimierung wie zum Beispiel Belieferungsstopps. Des Weiteren bestehen für viele Länder und Kunden Kreditversicherungen.
Auch politische Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen können ein Absatzmarktrisiko bergen: in Italien wurden Höchstgrenzen für den Verbrauch von Arzneimitteln festgelegt, die 2013 erstmalig auch unter dem Wert des Vorjahres lagen. Die Unternehmen werden dabei verpflichtet, den Betrag, der über der festgelegten Höchstgrenze verkauft wird, an die Gesundheitsbehörde bis zu 100 % zu erstatten. Dies könnte dazu führen, dass Biotest in Italien Umsätze nur bis zu dieser Höchstgrenze tätigen wird. in diesem Zusammenhang lässt die Biotest Italia S.r.l. von italienischen Gesundheitsbehörden ihr gegenüber geltend gemachte Ansprüche auf eine Rückvergütung von Zutectra® -Umsätzen der Jahre 2011 bis 2012 zurzeit gerichtlich klären. im Januar 2014 wurde die Position der Biotest Italia S.r.l. in erster Instanz bestätigt.
Der Eintritt in einen Markt ist mit hohen Kosten für Zulassungen von Produkten sowie auch mit Aufwendungen in eine Infrastruktur wie zum Beispiel in die Gründung einer Tochtergesellschaft verbunden. Wenn Länder, die sich ökonomisch in der Entwicklung befinden, ihre regulatorischen Rahmenbedingungen und bürokratischen Abläufe ändern, so kann dies unerwartete Verzögerungen beim Markteintritt bewirken. Biotest versucht hier, durch das Einbeziehen von Experten im betreffenden Markt, die Situation im Hinblick auf die Risiken abzuschätzen und gegebenenfalls zu minimieren. Beispiele für ein solches Vorgehen stellen die Markteintritte bzw. Zulassungsbemühungen in China und Brasilien dar.
Beschaffungsmarktrisiken
Für die Herstellung ihrer biologischen und biotechnologischen Arzneimittel benötigt die Biotest Gruppe spezielle Ausgangs- und Hilfsstoffe. Sollte es hier zu einer Verknappung oder wesentlichen Verteuerung kommen, besteht die Gefahr, dass die Produktions- und Lieferfähigkeit von Biotest eingeschränkt sein könnte. Biotest bezieht große Teile der benötigten Ausgangsstoffe aus eigenen Quellen, die zudem sukzessive ausgebaut werden. Darüber hinaus hat das Unternehmen langfristige Lieferverträge geschlossen. Somit ist das Beschaffungsmarktrisiko aus Unternehmenssicht sehr begrenzt.
Politische Risiken
Einen Teil des Umsatzes erzielt Biotest über Ausschreibungsgeschäfte. Diese unterliegen in bestimmten Ländern einer hohen politischen Beeinflussbarkeit, was sich in Einzelfällen zu Ungunsten von Biotest auswirken könnte. Da Biotest in diesem Marktbereich sehr risikobewusst agiert, ist diese Gefahr überschaubar.
Biotest unterhält Beziehungen zu Unternehmen weltweit. Eine Destabilisierung der Lage in einzelnen Ländern kann unter ungünstigen Umständen die Geschäftsbeziehungen und Geschäftsaussichten beeinträchtigen. Im Extremfall kann sich das politische und wirtschaftliche System einzelner Länder destabilisieren. Mögliche Auswirkungen wären Devisenexportbeschränkungen sowie Import- und Exportverbote, wodurch die Geschäftsbeziehungen zwischen Biotest und den meist staatlichen Einrichtungen in solchen Ländern gefährdet würden.
Die Situation in mehreren Ländern des Nahen und Mittleren Ostens hat sich im Geschäftsjahr 2014 teilweise weiter destabilisiert. Da Biotest in diesen Ländern ebenfalls vertreten ist, ist hier ein erhöhtes Risiko zu verzeichnen. Als weiteres Risiko ist zu nennen, dass es immer schwieriger wird, Zahlungen für Arzneimittellieferungen, die von Embargo- und Sanktionsmaßnahmen ausgenommen sind, aus Ländern zu erhalten, gegen die ansonsten ein Embargo verhängt ist. Die Biotest Gruppe versucht diese Schwierigkeiten durch intensiven Kontakt zu ihren Banken und Erläuterung der dahinterstehenden Geschäfte zu minimieren.
Die Destabilisierung in Russland mit der einhergehenden Rubel-Abwertung hat erhebliche negative Auswirkungen auf das Geschäft von Biotest.
Biotest beobachtet sämtliche politischen Risiken kontinuierlich. Die im Falle eines Eintritts möglicherweise resultierenden wirtschaftlichen Folgen werden genau verfolgt um entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
Unternehmensstrategische Risiken
Risiken in Forschung und Entwicklung
Neue Arzneimittel müssen bis zur Zulassung und Markteinführung mehrere präklinische sowie klinische Prüfungen durchlaufen, wobei das Risiko besteht, dass sich eine zuvor vermutete therapeutische Wirkung nicht bestätigt oder unerwartete medizinische Risiken die Nutzen/Risiko-Balance nachteilig verändern. Da sich Entwicklungsprogramme ggf. neuen Erkenntnissen anpassen müssen, können die damit verbundenen Kosten nicht immer exakt vorhergesagt werden - es können unerwartet Mehrkosten auftreten. Auch Veränderungen des Umfeldes, wie Vorgaben für die Zulassung oder die spätere Erstattung von neuen Medikamenten, können die Entwicklungsausgaben beeinflussen. Beispielsweise spielen weiter steigende Anforderungen zum Nachweis des Zusatznutzens neuer Produkte im Vergleich zu bereits bestehenden Produkten bzw. des gesundheitsökonomischen Nutzens eine immer größere Rolle bei der Medikamentenentwicklung. Ein solcher Nachweis ist bereits während der Produktentwicklung notwendig, da ansonsten die Erzielung eines adäquaten Erstattungspreises bei der Markteinführung mit einem hohen Risiko belegt ist.
Anhand von Meilensteinplänen wird der Entwicklungsfortschritt der Projekte ständig überwacht. In regelmäßigen Zwischenanalysen werden die aus der präklinischen und klinischen Entwicklung neu gewonnenen Daten ausgewertet und so eine verlässliche Grundlage für Entscheidungen zum weiteren Projektverlauf geschaffen.
Leistungswirtschaftliche Risiken
Prozess- und Produktionsrisiken
Prozess- und Produktionsrisiken beinhalten die Beeinträchtigung einer effizienten, umweltfreundlichen Leistungserstellung durch ineffiziente Strukturen und Produktionsabläufe sowie durch Elementarschäden. Personalrisiken in der Produktion resultieren aus einem möglichen beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlverhalten von Mitarbeitern, das etwa die Effizienz oder die Sicherheit in der Produktion negativ beeinflusst.
Biotest beobachtet und analysiert die Prozesse in der Produktion ständig, um möglicherweise entstehenden Risiken frühzeitig entgegenzutreten. Die Abläufe in der Produktion sind über Arbeitsanweisungen jedem damit befassten Mitarbeiter bekannt. Durch umfassende und genau dokumentierte Standards und Arbeitsanweisungen sowie die regelmäßige Schulung der Mitarbeiter wird möglichen Risiken begegnet. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Bereich Hygiene. Aktuell wird in diesem Bereich kein erhöhtes Risiko gesehen.
Risiko aus Lieferantenbeziehungen
Ein Risiko besteht darin, dass einzelne Geschäfts- oder Kooperationspartner ihren Verpflichtungen nicht oder nicht ordnungsgemäß nachkommen oder bestehende Verträge kündigen. Außerdem unterliegt die Biotest Gruppe dem Risiko, für mögliche Pflichtverletzungen ihrer Partner haftbar gemacht zu werden. Aufgrund der in der Regel langjährigen Geschäftsbeziehung und des intensiven Dialogs, der durch Biotest mit den Zulieferern gepflegt wird, hält der Vorstand die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken für sehr gering.
Risiken in Bezug auf den Rohstoff Plasma
Ein sehr geringes Risiko besteht darin, dass Plasma in die Produktion gelangt, das durch derzeit bekannte, aber unentdeckt gebliebene oder bislang unbekannte Bakterien, Viren oder Prionen verunreinigt ist. Das könnte zu einer Belastung der Endprodukte führen. Mögliche Folgen wären, dass Behörden den Rückruf einzelner Chargen aus dem Markt anordnen beziehungsweise die Zulassung einschränken oder aufheben. Daneben könnte eine Verunreinigung mit bislang unbekannten Bakterien, Viren oder Prionen dazu führen, dass die Produktion von Arzneimitteln auf Plasmabasis durch den Gesetzgeber schärfer reguliert wird. Sollten sich Verdachtsmeldungen auf belastete Endprodukte aus dem Markt ergeben, so werden diese im Rahmen des Pharmakovigilanzsystems erfasst und bewertet. Im sehr unwahrscheinlichen Fall einer bestätigten Belastung würde dies zu einer risikominimierenden Maßnahme, z. B. Chargenrückruf, führen. Zurzeit wird hier kein erhöhtes Risiko gesehen.
Die von Biotest eingesetzten Testverfahren entsprechen dem neuesten Stand der Wissenschaft. Im Herstellungsverfahren sind mehrere Schritte zur Virusinaktivierung beziehungsweise Virusabreicherung enthalten. Eine Belastung der Endprodukte kann daher weitestgehend ausgeschlossen werden.
Compliance
Im Wettbewerb um Lieferaufträge sowie bei der Beschaffung besteht grundsätzlich ein Korruptionsrisiko. Mitarbeiter der Biotest Gruppe könnten durch Vorteilsgewährung oder Vorteilsnahme in unzulässiger Weise Einfluss auf die jeweilige Auftragsvergabe nehmen. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, hat die Biotest Gruppe im Geschäftsjahr 2014 ihre Compliance-Maßnahmen nochmals verstärkt. Hierzu ist in enger Zusammenarbeit der unternehmenseigenen Abteilungen Compliance, Recht und IT das internationale Compliance-System unter Berücksichtigung der länderspezifischen Besonderheiten weiter ausgebaut und den aktuellen Anforderungen entsprechend angepasst worden. Die lokalen Complaince Regelungen wurden dabei ebenso aktualisiert wie die Standardverträge und Musterklauseln.
Weiterhin wurde im Geschäftsjahr 2014 ein Compliance-Kreditorenprozess als elektronischer Workflow geschaffen, mit dem die Daten für die ab 2016 geplante Veröffentlichung aller Zuwendungen an sämtliche "Health Care Professionals" (HCPs) und "Health Care Organisations" (HCOs) seit dem Jahresbeginn 2015 dokumentiert und dann ab Mitte 2016 veröffentlicht werden können. Damit wird Biotest auch den Transparenzregelungen im Sinne des Verhaltenskodex des Vereins "Arzneimittel und Kooperation im Gesundheitswesen" (AKG e. V.) gerecht.
In allen Bereichen der Biotest Gruppe, werden die Mitarbeiter regelmäßig zu aktuellen Neuerungen im Compliance-Bereich (z. B. Transparenzregelungen) geschult. Für sämtliche Mitarbeiter erfolgen regelmäßig Basisschulungen.
Ferner können die Leiter der Konzerngesellschaften Geschäfte mit einem wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage oder die Risikosituation des Konzerns nur mit Zustimmung der Unternehmensleitung des Konzerns abschließen.
Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main wegen des Verdachts der Bestechung, Untreue und Steuerhinterziehung aus dem Mai 2012 führte am 15. Oktober 2014 zu erneuten Durchsuchungsmaßnahmen im Zusammenhang mit Sachverhalten in Polen, Tschechien, Slowakei, Ex-Jugoslawien und Kasachstan. Die Betroffenen wie auch die Biotest AG halten die Vorwürfe für unbegründet. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an. Gegen die frühere Leiterin der Repräsentanz in Moskau und ihren Ehemann hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main dem Vernehmen nach inzwischen beim Landgericht Darmstadt Anklage erhoben.
Die Staatsanwaltschaft Neapel hat gegen drei Mitarbeiter der Tochtergesellschaft Biotest Italia Srl. Ermittlungen wegen illegaler Preisabsprachen bei Ausschreibungen in 2010 eingeleitet. Zwei Mitarbeiter stehen unter Hausarrest. Die Biotest AG hat eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt, die Vorwürfe bei der Tochtergesellschaft zu untersuchen. Dabei wurden keine Anhaltspunkte festgestellt, die darauf hindeuten, dass die Tochtergesellschaft in illegale Machenschaften oder Geschäfte verwickelt ist.
Sollten sich Vorwürfe als begründet herausstellen oder sollte es zur Vermeidung langjähriger Verfahren und Prozesse zu einer Verständigung mit den Ermittlungsbehörden kommen, könnte dies zu einer Sanktionierung des Unternehmens durch Bußgelder, Steuernachzahlungen o.ä. führen, die das Ergebnis der Gruppe belasten würden. Die im Zusammenhang mit den Verfahren entstehenden Kosten der Verteidigung sind durch angemessene Rückstellungen abgedeckt.
Ungeachtet der laufenden Ermittlungen hat Biotest das Compliance-Management-System weiter ausgebaut. Die Compliance-Regelungen wurden als Folge von geänderten Regelungen der Codices oder neuerer gesetzlicher Regelungen in den verschiedenen Ländern angepasst und aktualisiert. Auch die Standardverträge und Musterklauseln wurden entsprechend umgestellt.
Personalrisiken
Weitere Risiken bestehen darin, dass Biotest nicht in der Lage sein könnte, Mitarbeiter in Schlüsselpositionen an sich zu binden beziehungsweise entsprechende Positionen mit geeigneten Kandidaten zu besetzen. Diesem Risiko begegnet Biotest durch ständige und gezielte Weiterbildung der Mitarbeiter, attraktive Einstiegs- und Ausbildungsprogramme sowie eine leistungsorientierte Vergütung von Fach- und Führungskräften.
Informationstechnische Risiken
Ein Großteil der Produktions- und sonstigen Geschäftsprozesse bei Biotest läuft IT-gestützt ab. Seit 2008 stützt sich die Gruppe dabei auf ein integriertes betriebswirtschaftliches Standardsoftwarepaket, SAP ERP Business Suite. Die Sicherheit der eingesetzten Technik hat höchste Priorität. Das gilt sowohl im Hinblick auf die Stabilität der Systeme und entsprechende Ausfall-Lösungen als auch auf die Absicherung vor möglichen unberechtigten Zugriffen Dritter und auf mögliche Angriffe aus dem Internet. Die Produktion und die Verwaltung arbeiten in voneinander getrennten IT-Netzen.
Biotest baut den derzeit schon umfassenden Einsatz von IT-Systemen kontinuierlich aus und entwickelt die entsprechenden Sicherheitssysteme parallel in gleicher Weise weiter. So werden insbesondere in den Bereichen Produktion, Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung kontinuierlich Funktionserweiterungen zur Reduzierung von Risiken und zur Absicherung der Produktqualität eingebracht. Dennoch kann es nicht in allen Bereichen redundante Systeme zur Absicherung geben. Der ordnungsgemäße Umgang mit Systemen und Daten ist in Arbeitsanweisungen umfassend geregelt und wird durch entsprechende Schulungen sicher gestellt.
Finanzwirtschaftliche Risiken und Währungsrisiken
Die Biotest AG hat im Jahr 2014 Energieeffizienzdarlehen mit Mitteln von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abgeschlossen. Die Darlehen wurden ohne Sicherheiten und Einhaltung von Finanzkennzahlen vereinbart.
Finanzwirtschaftliche Risiken können aus der unerwarteten Kündigung von Kreditlinien resultieren. Die Biotest AG hat für einen großen Teil der Fremdkapitalfinanzierung langfristige Verträge abgeschlossen. Ein wesentlicher Teil des im Jahr 2013 emittierten Schuldscheindarlehens ist mit einer variablen Verzinsung ausgestattet. Zur Begrenzung von Zinsrisiken hat die Biotest AG langfristige Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen.
Biotest begegnet Währungsrisiken, soweit sinnvoll, durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Weiterhin stehen den Verkäufen in US-Dollar in erheblichem Umfang Einkäufe in derselben Währung gegenüber. Massive Wertverluste einzelner Währungen würden allerdings dennoch nicht ohne Folgen für das Konzernergebnis bleiben. Aus diesem Grund werden mögliche Währungsrisiken kontinuierlich überwacht und entsprechende Absicherungen vorgenommen. Im Geschäftsjahr 2014 war Biotest dennoch von der starken Abwertung des Russischen Rubels betroffen. Allgemein gilt, dass nur bereits getätigte Grundgeschäfte abgesichert werden. Kommt es infolge von Währungsabwertungen (z. B. in Russland) zu Einbußen im Geschäft, so sind solche dann nicht mehr erzielbare Umsätze nicht absicherbar.
Sonstige Risiken
Risiken durch Neben- oder Wechselwirkungen, Mängel der Qualität
Im Rahmen der Arzneimittelanwendung können sich unerwartet stärkere, häufigere oder bislang unbekannte Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Mitteln herausstellen. Nicht sachgerechte Handhabung, Lagerung oder Anwendung der Präparate kann ebenfalls erhebliche negative Auswirkungen bei Abnehmern und Patienten zur Folge haben. Des Weiteren können sich aus dem Markt Verdachtsfälle auf Mängel der Qualität ergeben.
Gemeldete Verdachtsfälle auf Neben-, Wechselwirkungen oder Mängel der Qualität werden im Rahmen des Pharmakovigilanzsystems erfasst, untersucht, bewertet und risikoabhängig weiteren Maßnahmen zugeführt.
Die in Abstimmung mit Aufsichtsbehörden zu treffenden Maßnahmen reichen von der Ergänzung der Risikokapitel in den Gebrauchsinformationen über die Anordnung eines Rückrufs einzelner Chargen bis hin zur Einschränkung oder Aufhebung der Zulassung. Zurzeit wird in diesem Bereich kein erhöhtes Risiko gesehen.
Risiken durch Mängel des Pharmakovigilanzsystems
Das Pharmakovigilanzsystem in Verantwortung des Zulassungsinhabers stellt sicher, dass nationale und ggf. internationale Anforderungen zur Überwachung der Produktanwendung und Arzneimittelsicherheit als Voraussetzung für Erhalt und Aufrechterhalt von Arzneimittelzulassungen erfüllt werden.
Mit der Umsetzung im Unternehmen ist der Bereich Medical Regulatory Affairs/Corporate Drug Safety beauftragt.
Mängel des Pharmakovigilanzsystems, insbesondere nicht sachgerechte Handhabung von Verdachtsfällen auf Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder Qualitätsmängel, könnten nicht nur die Reputation von Biotest bei Aufsichts- und Zulassungsbehörden beeinträchtigen, sondern sind für den Bereich der EU potenziell bußgeldbewehrt (bis max. 5 % des jährlichen Umsatzes in der EU pro Mangel). Sie könnten darüber hinaus in schweren, z. B. wiederholten Fällen zum Entzug der Arzneimittelzulassungsvoraussetzung führen. Durch ständig weiterentwickelte transparente Prozesse sowie schnittstellenübergreifende Trainings der mit diesen Themen befassten Mitarbeiter stellt Biotest eine sehr hohe Zuverlässigkeit in diesem Bereich sicher. Diese wurde in wiederholten Inspektionen durch Behörden bestätigt. Außerdem wird durch einen intensiven Dialog mit Kliniken und den betreffenden Facharztpraxen sichergestellt, frühzeitig über mögliche neu bekanntgewordene Neben- und Wechselwirkungen informiert zu sein.
Risiken aus laufenden Verfahren und Steuerrisiken
Aus den zuvor beschriebenen staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren können sowohl Risiken hinsichtlich der Abzugsfähigkeit von Kosten der Verteidigung, der etwaigen Übernahme von Geldauflagen als auch mögliche Steuernachzahlungen resultieren. Als weiteres Risiko wäre auch eine Geldbuße denkbar.
Alle erkennbaren Risiken aus arbeitsrechtlichen und sonstigen laufenden Verfahren sind im angemessenen Umfang durch Rückstellungen abgedeckt.
Steuerrisiken können sich des Weiteren aus den Betriebsprüfungen der zurückliegenden Jahre ergeben. Dies wäre der Fall, wenn die Finanzverwaltungen steuerliche Sachverhalte möglicherweise anders beurteilen als durch die Gesellschaften der Biotest Gruppe bilanziert.
F. GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION DES KONZERNS
Biotest ist aus Sicht des Vorstands derzeit keinen Risiken ausgesetzt, die über das untrennbar mit dem Geschäft verbundene Maß hinausgehen. Sämtliche wesentlichen Risiken werden kontinuierlich beobachtet; sofern möglich und sinnvoll, wurde und wird eine entsprechende Absicherung eventueller finanzieller Folgen vorgenommen. Es sind derzeit keine Risiken erkennbar, welche die wirtschaftliche Stabilität der Biotest Gruppe insgesamt gefährden könnten.
III. CHANCEN
Biotest betrachtet Chancen und Risiken im Rahmen eines ganzheitlichen Managementansatzes. Eine kontinuierliche Beobachtung der Entwicklung von Absatzmärkten und regulatorischen Rahmenbedingungen ermöglicht es, frühzeitig Chancen zu erkennen. Die aktuelle Chancenlage ist Gegenstand der regelmäßigen Berichterstattung an den Vorstand. Ändert sich die Chancenlage so, dass rasches Handeln erforderlich ist, wird der Vorstand bei Bedarf kurzfristig und direkt darüber in Kenntnis gesetzt.
Biotest evaluiert identifizierte Chancen umfassend und entscheidet auf Basis der Ergebnisse über mögliche Investitionen. Zur Prüfung werden unter anderem risikoadjustierte Barwerte (Net Present Value-Verfahren) sowie der Vergleich mehrerer Szenarien herangezogen. Darüber hinaus fließen mögliche Risiken in die Bewertung der Chancen mit ein. Schließlich muss das potenzielle Vorhaben auch in der strategischen Ausrichtung des Segments und der Gruppe darstellbar sein.
A. CHANCEN AUS DER WEITERENTWICKLUNG DES PRODUKTPORTFOLIOS
Die Erweiterung der Anwendung bestehender Produkte oder Entwicklungsprojekte auf zusätzliche Indikationen könnte sowohl im Bereich der Immunglobuline als auch bei monoklonalen Antikörpern weitere Vermarktungspotenziale für die Biotest Gruppe eröffnen.
Daneben können erweiterte Indikationsfelder auch aus verbesserten beziehungsweise breiter eingesetzten Diagnoseverfahren resultieren, die dazu führen, dass potenziell therapierbare Erkrankungen besser entdeckt werden und durch die Gabe von Immunglobulinen behandelt werden können.
Zusätzliche Potenziale ergeben sich aus der konsequenten Produktweiterentwicklung bestehender Präparate. Durch die Weiterentwicklung bereits am Markt befindlicher Produkte - unter anderem durch die Etablierung zusätzlicher Konzentrationen oder Darreichungsformen - wird das Produktportfolio weiter differenziert und somit die Adressierung weiterer Marktsegmente ermöglicht.
B. CHANCEN AUS DER UNTERNEHMENSSTRATEGIE
Vor allem die Internationalisierungsstrategie des Konzerns bietet erhebliche Potenziale für das zukünftige Unternehmenswachstum. Die Marktzulassung von Albiomin® 20 % in China sowie zahlreiche weitere Neuzulassungen auf internationalen Märkten belegen diese Entwicklung. Zudem sollen weitere Regionen in Zentral- und Südamerika sowie in Asien erschlossen werden.
Außerdem werden in zahlreichen Schwellenländern die Mittel für das Gesundheitssystem erhöht, Krankenversicherungen eingeführt und so die Patientenversorgung verbessert. Dieser positive Trend ist in den Golfstaaten, Saudi-Arabien, Tunesien und Algerien, aber auch in der Türkei und Mittel- und Südamerika zu erkennen - Länder, in denen Biotest bereits aktiv ist und von diesen Entwicklungen profitieren kann.
Daneben könnten in Zukunft auch aus weiteren strategischen Kooperationen in Forschung und Entwicklung sowie im Vertrieb Wettbewerbsvorteile und somit Chancen erwachsen.
Aus der im Rahmen des Programms "Biotest Next Level" geplanten Verdopplung der Produktionskapazitäten bis zum Jahr 2018/2019 und der bis 2020 angestrebten Umsatzausweitung auf 1 Mrd. € ergeben sich vielfältige Chancen, die die Biotest Gruppe auf eine neue Stufe heben werden.
Zusätzlich bietet die Entwicklung monoklonaler Antikörper und neuer Plasmaprotein-Produkte - die Zulassung vorausgesetzt -hohe Absatzpotenziale, da diese Therapieoptionen darstellen, die sich deutlich von den aktuell am Markt befindlichen Ansätzen unterscheiden.
C. LEISTUNGSWIRTSCHAFTLICHE CHANCEN
Biotest hat in den vergangenen Jahren massiv in den Ausbau von Ressourcen und Know-how in den Bereichen Arzneimittelentwicklung und -zulassung investiert. Zusätzlich stößt der Konzern durch die geplante Verdopplung der Produktionskapazitäten in eine neue Dimension vor. So werden auch in Zukunft die Vorteile einer zentral gesteuerten, effizienten Einheit mit der hauptsächlichen Konzentration wichtiger Unternehmensbereiche am Standort Dreieich bewahrt. Hieraus entstehende Synergien und Potenziale sollen auch in Zukunft genutzt werden, um insbesondere Forschungs- und Entwicklungsprojekte schneller und kostengünstiger voranzutreiben und die Produktion noch effizienter zu gestalten.
E. VERGÜTUNGSBERICHT
Der im Corporate Governance Bericht auf den Seiten 104 bis 109 enthaltene Vergütungsbericht ist Bestandteil des Lageberichts. Der Vergütungsbericht fasst die Grundsätze zusammen, die für die Festlegung der Vergütung der Vorstandsmitglieder maßgeblich sind und erläutert die Struktur und die Höhe der Vorstandsvergütung sowie die Vergütung des Aufsichtsrats.
F. ÜBERNAHMERELEVANTE ANGABEN GEMÄSS § 315 ABSATZ 4 HGB
Das gezeichnete Kapital der Biotest AG beträgt satzungsgemäß 33.767.639,04 Euro. Es ist eingeteilt in 6.595.242 Stück-Stammaktien sowie 6.595.242 Stück-Vorzugsaktien. Die Aktien lauten auf den Inhaber, Vorzugsaktien gewähren kein Stimmrecht.
Die OGEL GmbH hat uns per Mitteilung vom 12. Februar 2008 angezeigt, dass sie 50,03 % der Stammaktien der Biotest AG hält. Die Gesellschaft wird von Dr. Cathrin Schleussner, Mitglied des Aufsichtsrats der Biotest AG, kontrolliert. Auf Grund der zum 1. Februar 2012 in Kraft getretenen Regelungen des § 41 Abs. 4d WpHG haben uns am 22. Februar 2012 Herr Dr. Martin Schleussner, Frau Renate Schleussner und Herr Dr. Hans Schleussner mitgeteilt, dass zum 1. Februar 2012 ein entsprechend § 41 Abs. 4d WpHG mitteilungspflichtiger Stimmrechtsanteil von jeweils 50,27 % an der Biotest AG besteht. Der Landkreis Biberach hat uns per Mitteilung vom 26.03.2014 angezeigt, dass er 19,95 % der Stammaktien der Biotest AG hält. Die Aktien sind dem Landkreis gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. WpHG zuzurechnen und werden über die Kreissparkasse Biberach gehalten.
Darüber hinaus sind dem Vorstand keine direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10 % der Stimmrechte überschreiten. Es gibt keine Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.
Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat nach Maßgabe der §§ 84 und 85 AktG sowie § 7 Abs. 2 der Satzung bestellt und abberufen. Jede Satzungsänderung bedarf gem. § 179 Abs. 1 AktG eines Beschlusses der Hauptversammlung (§ 133 AktG). Die Befugnis zu Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, ist gemäß § 27 der Satzung in Übereinstimmung mit § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG auf den Aufsichtsrat übertragen worden.
Nach näherer Maßgabe der Hauptversammlungsbeschlüsse vom 6. Mai 2010 ist die Gesellschaft ermächtigt, gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG auf den Inhaber lautende Stammaktien und/oder auf den Inhaber lautende Vorzugsaktien bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals von 30.025.152,00 Euro zu erwerben. Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach §§ 71d und 71e AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung gilt bis zum 5. Mai 2015, die Gesellschaft hat von ihr bisher keinen Gebrauch gemacht.
Mit Beschluss derselben Hauptversammlung wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 5. Mai 2015 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Vorzugsaktien ohne Stimmrecht gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu 3.742.487,04 Euro (dies entspricht 1.461.909 auf den Inhaber lautenden Vorzugsaktien ohne Stimmrecht) zu erhöhen. Dabei ist den Aktionären ein Bezugsrecht einzuräumen. Von dieser Ermächtigung wurde im Geschäftsjahr 2013 im vollen Umfang Gebrauch gemacht.
Wesentliche Vereinbarungen zwischen der Biotest AG und Dritten, die bei einem Kontrollwechsel (Change of Control) wirksam werden, bestehen hinsichtlich der Verträge zur langfristigen Finanzierung der Biotest AG und in diesem Rahmen auch des Konzerns. Die Finanzverträge geben den Gläubigern des Schuldscheindarlehens und den Gläubigerbanken bei einem Kontrollwechsel bei der Biotest AG das Recht auf Kündigung der Vereinbarung, sofern ihnen durch den Kontrollwechsel eine Fortsetzung des Vertrages unzumutbar erscheint.
Eine Ergänzungsvereinbarung zum Vorstandsvertrag aller Vorstandsmitglieder enthält eine Abfindungsregelung, die im Fall wirksam wird, dass der Vorstandsvertrag infolge einer näher definierten Change of Control vorzeitig beendet wird. Die Abfindung umfasst die feste Vergütung bis zum Ende der Laufzeit. Hinzu kommen anteilige Tantiemen, die auf Basis des Durchschnittsbetrags der vorangegangenen zwei Geschäftsjahre zuzüglich einer Vergütung für den Nutzungswert des gewährten Dienstwagens ermittelt werden. Neben diesen Ansprüchen umfasst die Abfindung zusätzlich eine jährliche Festvergütung. Die Gesamtvergütung der Abfindung ist jedoch auf einen Höchstbetrag des Dreifachen der jährlichen Festvergütung beschränkt, nebst oben genannter Tantieme und der Vergütung für den Nutzungswert des Dienstwagens.
Der Anspruch entsteht nicht, wenn die Beendigung des Vorstandsvertrags auf Kündigung aus wichtigem Grund, Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit beruht oder das Vorstandsmitglied zum Zeitpunkt der Beendigung das 60. Lebensjahr bereits vollendet hat oder im Zusammenhang mit dem Change of Control von dritter Seite Zuwendungen oder Wertvorteile erhält.
Konzernabschluss
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014
der Biotest Gruppe
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| in Millionen € | Anhang | 2014 | 2013 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | D 1 | 582,0 | 500,8 |
| Herstellungskosten | - 357,5 | - 293,2 | |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 224,5 | 207,6 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | D 5 | 7,0 | 12,6 |
| Marketing- und Vertriebskosten | - 74,2 | - 60,1 | |
| Verwaltungskosten | - 31,6 | - 30,6 | |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | D 4 | - 67,2 | - 64,6 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | D 6 | - 5,1 | - 11,1 |
| Betriebsergebnis | 53,4 | 53,8 | |
| Finanzerträge | D 7 | 21,4 | 16,9 |
| Finanzaufwendungen | D 8 | - 27,9 | - 23,9 |
| Finanzergebnis | - 6,5 | - 7,0 | |
| Erträge aus assoziierten Unternehmen | D 9 | 1,0 | |
| Ergebnis vor Steuern | 46,9 | 47,8 | |
| Ertragsteuern | D 10 | - 27,7 | - 15,8 |
| Ergebnis nach Steuern | 19,2 | 32,0 | |
| davon entfallen auf: | |||
| Anteilseigner des Mutterunternehmens | 19,2 | 32,0 | |
| Anteile ohne beherrschenden Einfluss | - | - | |
| Ergebnis je Aktie in € | E 10 | 1,43 | 2,54 |
| Mehrdividendenanspruch je Vorzugsaktie in € | E 10 | 0,06 | 0,06 |
| Ergebnis je Vorzugsaktie in € | E 10 | 1,49 | 2,60 |
Der Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
GESAMTERGEBNISRECHNUNG für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014
der Biotest Gruppe
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Konzernperiodenergebnis | 19,2 | 32,0 |
| Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe | 19,8 | - 10,0 |
| darauf entfallende Ertragsteuereffekte | - | 1,5 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern, das zukünftig möglicherweise in den Gewinn und Verlust umgegliedert wird | 19,8 | - 8,5 |
| Versicherungsmathematische Verluste (i.Vj. Gewinne) aus leistungsorientierten Pensionsplänen | - 16,3 | 0,5 |
| darauf entfallende Ertragsteuereffekte | 4,7 | - 0,2 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern, das zukünftig nicht in den Gewinn und Verlust umgegliedert wird | - 11,6 | 0,3 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 8,2 | - 8,2 |
| Gesamtergebnis nach Steuern | 27,4 | 23,8 |
| davon entfallen auf: | ||
| Anteilseigner des Mutterunternehmens | 27,4 | 23,8 |
| Anteile ohne beherrschenden Einfluss | - | - |
Der Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
BILANZ zum 31. Dezember 2014
der Biotest Gruppe
AKTIVA
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| in Millionen € | Anhang | 31. Dezember 2014 | 31. Dezember 2013 |
|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | |||
| Immaterielle Vermögenswerte | E 1 | 50,2 | 48,1 |
| Sachanlagen | E 2 | 282,3 | 254,9 |
| Anteile an assoziierten Unternehmen | E 3 | 1,3 | 1,6 |
| Sonstige Finanzanlagen | E 4 | 5,2 | 0,2 |
| Sonstige Vermögenswerte | E 8 | 0,8 | 0,7 |
| Latente Steueransprüche | E 5 | 13,5 | 18,5 |
| Summe langfristige Vermögenswerte | 353,3 | 324,0 | |
| Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| Vorratsvermögen | E 6 | 246,0 | 227,0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | E 7 | 181,6 | 118,5 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 4,6 | 1,0 | |
| Sonstige Vermögenswerte | E 8 | 67,7 | 11,6 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | E 9 | 179,4 | 204,4 |
| Summe kurzfristige Vermögenswerte | 679,3 | 562,5 | |
| Bilanzsumme | 1.032,6 | 886,5 | |
| Passiva | |||
| Anhang | 31. Dezember 2014 | 31. Dezember 2013 | |
| Eigenkapital | |||
| Gezeichnetes Kapital | 33,8 | 33,8 | |
| Kapitalrücklage | 225,6 | 225,6 | |
| Gewinnrücklagen | 201,5 | 169,2 | |
| Auf Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallende Ergebnisanteile | 19,2 | 32,0 | |
| Auf Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital | E 10 | 480,1 | 460,6 |
| Anteile ohne beherrschenden Einfluss | 0,1 | 0,1 | |
| Summe Eigenkapital | E 10 | 480,2 | 460,7 |
| Langfristiges Fremdkapital | |||
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | E 11 | 77,5 | 59,1 |
| Sonstige Rückstellungen | E 12 | 6,3 | 5,4 |
| Finanzverbindlichkeiten | E 13 | 325,8 | 226,2 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | E 14 | 2,5 | 0,5 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | E 5 | 11,4 | 7,8 |
| Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzung | E 15 | - | 2,5 |
| Summe langfristiges Fremdkapital | 423,5 | 301,5 | |
| Kurzfristiges Fremdkapital | |||
| Sonstige Rückstellungen | E 12 | 23,5 | 24,5 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 8,6 | 10,0 | |
| Finanzverbindlichkeiten | E 13 | 6,1 | 5,3 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 55,5 | 51,4 | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | E 14 | 32,7 | 26,2 |
| Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzung | E 15 | 2,5 | 6,9 |
| Summe kurzfristiges Fremdkapital | 128,9 | 124,3 | |
| Summe Fremdkapital | 552,4 | 425,8 | |
| Bilanzsumme | 1.032,6 | 886,5 |
Der Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
KAPITALFLUSSRECHNUNG für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2014
der Biotest Gruppe
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| in Millionen € | Anhang | 2014 | 2013 |
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | 46,9 | 47,8 | |
| Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | E 1, E 2 | 32,5 | 31,8 |
| Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge | 4,9 | - | |
| Erträge aus assoziierten Unternehmen | D 9 | - | - 1,0 |
| Verluste aus Abgängen des Anlagevermögens | 0,4 | 0,2 | |
| Veränderungen der Pensionsrückstellungen | E 11 | - 0,1 | 0,6 |
| Finanzergebnis | 6,5 | 7,0 | |
| Operativer Cash Flow vor Veränderung des Working Capital | 91,1 | 86,4 | |
| Veränderungen der sonstigen Rückstellungen | E 12 | - 1,0 | 7,3 |
| Veränderungen des Vorratsvermögens, der Forderungen sowie anderer Aktiva | - 70,3 | - 78,5 | |
| Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzung | E 15 | - 6,9 | - 15,6 |
| Veränderungen der Verbindlichkeiten und anderer Passiva | 0,9 | 9,3 | |
| Cash Flow aus der Änderung des Working Capital | - 77,3 | - 77,5 | |
| Gezahlte Zinsen | - 5,6 | - 5,3 | |
| Gezahlte Steuern | - 19,6 | - 10,8 | |
| Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit | - 11,4 | - 7,2 | |
| Einzahlungen aus Abgängen des Anlagevermögens | 0,8 | - | |
| Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen | - 44,7 | - 42,9 | |
| Einzahlung aus dem Verkauf des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | - | 10,4 | |
| Auszahlungen aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition | - 59,7 | - | |
| Erhaltene Zinsen | 1,2 | 0,2 | |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | - 102,4 | - 32,3 | |
| Dividendenzahlung für das Vorjahr | E 10 | - 7,9 | - 6,2 |
| Einzahlungen aus Kapitalerhöhung | - | 73,7 | |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten | E 13 | 100,5 | 222,0 |
| Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten | E 13 | - 5,2 | - 102,6 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit gesamt | 87,4 | 186,9 | |
| Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | - 26,4 | 147,4 | |
| Wechselkursbedingte Änderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 1,4 | - 0,2 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 1. Januar | E 9 | 204,4 | 57,2 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31. Dezember | E 9 | 179,4 | 204,4 |
EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG für den Zeitraum vom 1. Januar 2013 bis zum 31. Dezember 2014
der Biotest Gruppe
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| in Millionen € | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Kumulierte Unterschiede aus Währungs- umrechnung |
Gewinn- rücklagen |
Auf Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital | Anteile ohne beherrschenden Einfluss |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand am 1. Januar 2013 | 30,0 | 153,3 | 8,1 | 177,9 | 369,3 | 0,1 |
| Erfolgsneutrale Veränderung | - | - | - 8,5 | 0,3 | - 8,2 | - |
| Periodenergebnis | - | - | - | 32,0 | 32,0 | - |
| Gesamtergebnis | - | - | - 8,5 | 32,3 | 23,8 | - |
| Kapitalerhöhung | 3,8 | 72,3 | - | - | 76,1 | - |
| Kosten der Kapitalerhöhung | - | - | - | - 2,4 | - 2,4 | - |
| Dividenden- ausschüttung |
- | - | - | - 6,2 | - 6,2 | - |
| Stand am 31. Dezember 2013 | 33,8 | 225,6 | - 0,4 | 201,6 | 460,6 | 0,1 |
| Erfolgsneutrale Veränderung | - | - | 19,8 | - 11,6 | 8,2 | - |
| Periodenergebnis | - | - | - | 19,2 | 19,2 | - |
| Gesamtergebnis | - | - | 19,8 | 7,6 | 27,4 | - |
| Dividenden- ausschüttung |
- | - | - | - 7,9 | - 7,9 | - |
| Stand am 31. Dezember 2014 | 33,8 | 225,6 | 19,4 | 201,3 | 480,1 | 0,1 |
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| in Millionen € | Summe Eigenkapital |
|---|---|
| Stand am 1. Januar 2013 | 369,4 |
| Erfolgsneutrale Veränderung | - 8,2 |
| Periodenergebnis | 32,0 |
| Gesamtergebnis | 23,8 |
| Kapitalerhöhung | 76,1 |
| Kosten der Kapitalerhöhung | - 2,4 |
| Dividendenausschüttung | - 6,2 |
| Stand am 31. Dezember 2013 | 460,7 |
| Erfolgsneutrale Veränderung | 8,2 |
| Periodenergebnis | 19,2 |
| Gesamtergebnis | 27,4 |
| Dividendenausschüttung | - 7,9 |
| Stand am 31. Dezember 2014 | 480,2 |
Konzernanhang
A. GRUNDSÄTZLICHES
Die Biotest Gruppe umfasst die Biotest Aktiengesellschaft (Biotest AG) mit Sitz in Dreieich, Deutschland, als Konzernobergesellschaft sowie ihre in- und ausländischen Tochterunternehmen. Die Konzernzentrale befindet sich in der Landsteinerstraße 5, 63303 Dreieich. Die Biotest AG ist im Handelsregister des Amtsgerichts Offenbach am Main unter der Nummer HRB 42396 eingetragen. Biotest ist ein Anbieter und Entwickler biologischer und biotechnologischer Arzneimittel. Mit einer Wertschöpfungskette, die von der vorklinischen und klinischen Entwicklung bis zur weltweiten Vermarktung reicht, hat sich Biotest vorrangig auf die Anwendungsgebiete Klinische Immunologie, Hämatologie und Intensivmedizin spezialisiert.
Die Biotest Gruppe gliedert sich in die Segmente Therapie, Plasma & Services und Andere Segmente.
Im Segment Therapie werden im Wesentlichen die ehemaligen Segmente Plasmaproteine und Biotherapeutika zusammengefasst. Somit sind hier zum einen die Entwicklung und die auf Basis von Blutplasma hergestellten Immunglobuline, Gerinnungsfaktoren und Albumine, die bei Erkrankungen des Immunsystems, der Blut bildenden Systeme und in der Intensivmedizin zum Einsatz kommen, enthalten. Zum anderen ist hier die präklinische und klinische Entwicklung der monoklonalen Antikörper, unter anderem in den Indikationen Rheuma und Blutkrebs, dargestellt.
Das Segment Plasma & Services enthält die Bereiche Plasmaverkauf und Lohnherstellung.
Die Anderen Segmente berichten das Geschäft mit Handelswaren und die Kosten, die nicht auf die Segmente Therapie oder Plasma & Services aufgeteilt werden können.
Die Biotest Gruppe beschäftigt weltweit zum Bilanzstichtag 2.332 (i.Vj. 2.160) Mitarbeiter.
Der Abschluss der Biotest AG und ihrer Tochtergesellschaften wird in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind. Die IFRS umfassen sowohl die International Financial Reporting Standards (IFRS) und die International Accounting Standards (IAS) als auch die Interpretationen des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) sowie die Interpretationen des Standing Interpretation Committee (SIC). Die Rechnungslegung der Biotest Gruppe basiert auf den IFRS, die auf Geschäftsjahre, die am 1. Januar 2014 beginnen, verpflichtend anzuwenden sind.
Der Konzernabschluss entspricht in der vorliegenden Fassung der Vorschrift des § 315a des Handelsgesetzbuchs (HGB). Sie bildet die Rechtsgrundlage für die Konzernrechnungslegung nach internationalen Standards in Deutschland zusammen mit der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rats vom 19. Juli 2002, betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards.
Soweit nicht anders vermerkt, sind alle Beträge in Millionen Euro (Mio. €) angegeben. Der Abschluss wurde in Euro aufgestellt.
Der Vorstand der Biotest AG wird den Konzernabschluss am 13. März 2015 an den Aufsichtsrat weitergeben. Der Aufsichtsrat entscheidet am 17. März 2015 über die Freigabe zur Veröffentlichung des Konzernabschlusses.
ÄNDERUNGEN VON BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen mit Ausnahme der nachfolgend dargestellten erstmalig angewendeten Standards denen des Vorjahres.
IAS 32 Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten (geändert)
Die Änderungen stellen die Formulierung "hat zum gegenwärtigen Zeitpunkt einen Rechtsanspruch auf Verrechnung" klar. Des Weiteren präzisieren sie die Anwendung der Saldierungskriterien des IAS 32 in Bezug auf Abwicklungssysteme (wie z. B. zentrale Clearingstellen), die einen Bruttoausgleich vornehmen, bei dem die einzelnen Geschäftsvorfälle nicht gleichzeitig stattfinden. Die erstmalige Anwendung der Änderungen hatte keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
IFRS 10 Konzernabschlüsse, IAS 27 Einzelabschlüsse
Der neue Standard ersetzt die Bestimmungen des bisherigen IAS 27 "Konzernabschlüsse und Einzelabschlüsse" zur Konzernrechnungslegung und die Interpretationen SIC 12 "Konsolidierung - Zweckgesellschaften" IFRS 10 begründet ein einheitliches Beherrschungskonzept, welches für alle Unternehmen einschließlich Zweckgesellschaften Anwendung findet. Im Juni 2012 wurden zudem die überarbeiteten Übergangsrichtlinien zu IFRS 10 - 12 veröffentlicht, die die Erstanwendung der neuen Standards erleichtern soll.
IFRS 11 Gemeinschaftliche Vereinbarungen
Der Standard ersetzt IAS 31 "Anteile an Gemeinschaftsunternehmen" und die Interpretation SIC-13 "Gemeinschaftlich geführte Unternehmen - Nicht monetäre Einlagen durch Partnerunternehmen" Mit IFRS 11 wird das bisherige Wahlrecht zur Anwendung der Quotenkonsolidierung bei Gemeinschaftsunternehmen aufgehoben. Diese Unternehmen werden künftig allein At-Equity in den Konzernabschluss einbezogen.
IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen
Der Standard regelt einheitlich die Angabepflichten für den Bereich der Konzernrechnungslegung und konsolidiert die Angaben für Tochterunternehmen, die bislang in IAS 27 geregelt waren, die Angaben für gemeinschaftlich geführte und assoziierte Unternehmen, welche sich bislang in IAS 31 bzw. IAS 28 befanden, sowie für strukturierte Unternehmen.
IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen (überarbeitet 2011)
Mit der Verabschiedung von IFRS 11 "Gemeinschaftliche Vereinbarungen" und IFRS 12 "Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen" wurde IAS 28 in "Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen" umbenannt und der Regelungsbereich, der sich bislang auf die assoziierten Unternehmen beschränkte, auf die Anwendung der Equity-Methode auf Gemeinschaftsunternehmen ausgeweitet.
IFRS 10, 11, 12 und die Folgeänderungen zu IAS 27 und IAS 28 wurden erstmalig zum 1. Januar 2014 durch den Konzern angewendet. Auf Basis der Corporate Governance und eventuell bestehender Zusatzverträge wurde für Gesellschaften deren maßgebliche Tätigkeiten, variablen Rückflüsse, und der Zusammenhang zwischen der Beeinflussbarkeit der maßgeblichen Tätigkeiten und den variablen Rückflüssen analysiert. Die Anwendung der neuen Standards hat nicht zu Veränderungen des Konsolidierungskreises geführt. Für Biotest haben sich lediglich Auswirkungen im Bereich der Anhangsangaben ergeben.
Änderung von IAS 39 - Novation von Derivaten und Fortführung der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften
Die Änderung ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen die Fortführung der Sicherungsbilanzierung in Fällen, in denen als Sicherungsinstrumente designierte Derivate aufgrund gesetzlicher oder aufsichtsrechtlicher Bestimmungen auf eine zentrale Clearingstelle übertragen werden (Novation). Der Konzern fällt derzeit nicht unter die Clearingpflicht und erwartet auch nicht, dass dies in absehbarer Zeit passieren wird. Insofern hat der Standard gegenwärtig keine Auswirkungen auf die Gesellschaft.
IAS 36 Wertminderung von Vermögenswerten -Angaben zum erzielbaren Betrag für nicht-finanzielle Vermögenswerte (geändert)
Diese Änderung beseitigt unbeabsichtigte Folgen von IFRS 13 für die Angabepflichten gemäß IAS 36. Darüber hinaus fordert die Änderung eine Angabe des erzielbaren Betrags der Vermögenswerte oder zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, für die unterjährig Wertminderungen oder Wertaufholungen erfasst wurden.
Kürzlich veröffentlichte Rechnungslegungsverlautbarungen - noch nicht umgesetzt
Bis zum Datum der Veröffentlichung des Konzernabschlusses veröffentlichte, jedoch noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards werden nachfolgend aufgeführt. Diese Aufzählung bezieht sich auf veröffentlichte Standards und Interpretationen, bei denen der Konzern nach vernünftigem Ermessen von einer künftigen Anwendbarkeit ausgeht. Die Biotest Gruppe beabsichtigt, diese Standards anzuwenden, wenn sie verpflichtend in Kraft treten.
IFRS 9 Finanzinstrumente
Am 24. Juli 2014 hat das IASB den finalen Standard IFRS 9 "Finanzinstrumente (IFRS 9 [2014])" veröffentlicht, der die Ergebnisse aller Phasen des IFRS 9-Projekts enthält und sowohl IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung" als auch alle früheren Versionen von IFRS 9 "Finanzinstrumente" ersetzt. IFRS 9 ist erstmals für das Geschäftsjahr anzuwenden, das am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnt. Eine vorzeitige Anwendung des finalen Standards (IFRS 9 [2014]) ist jederzeit zulässig. Der Standard ist rückwirkend anzuwenden. Für Unternehmen besteht zudem die Möglichkeit, lediglich die Vorschriften zum Ausweis der auf das eigene Kreditrisiko zurückzuführenden Wertänderungen vorzeitig anzuwenden, ohne gleichzeitig die anderen Vorschriften von IFRS 9 (2014) anwenden zu müssen. Der Standard beinhaltet Neuregelungen zur Klassifizierung und Bewertung, zur Wertminderung sowie zur Sicherungsbilanzierung (Hedge Accounting). Die Vorschriften zur Klassifizierung und Bewertung sowie die geänderten Wertminderungsvorschriften werden voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Die Vorschriften zur Sicherungsbilanzierung ziehen wesentliche Erleichterungen im Bereich der Designation von Sicherungsbeziehungen sowie des Effektivitätsnachweises nach sich.
IFRS 15 Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden
IFRS 15 wurde im Mai 2014 veröffentlicht und ist erstmals für das Geschäftsjahr anzuwenden, das am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnt. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Der Standard ist rückwirkend anzuwenden. Der Standard führt ein neues Modell zur Umsatzrealisierung mit fünf Analyseschritten ein, das auf alle Umsätze aus Verträgen mit Kunden anzuwenden ist. Das Kernprinzip des Standards besteht darin, dass ein Unternehmen Umsatzerlöse zum Zeitpunkt der Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen auf Kunden in Höhe der Gegenleistung zu erfassen hat, mit der das Unternehmen im Gegenzug für die Übertragung dieser Güter oder Dienstleistungen rechnen kann. Die Grundsätze in IFRS 15 bieten einen strukturierteren Ansatz zur Bewertung und Erfassung von Umsatzerlösen. Der Anwendungsbereich des Standards erstreckt sich über alle Arten von Branchen und Unternehmen und ersetzt daher alle bestehenden Vorschriften, die den Bereich der Umsatzrealisierung betreffen (IAS 11 "Fertigungsaufträge", IAS 18 "Umsatzerlöse", IFRIC 13 "Kundenbindungsprogramme", IFRIC 15 "Verträge über die Errichtung von Immobilien", IFRIC 18 "Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden" und SIC 31 "Umsatzerlöse -Tausch von Werbedienstleistungen"). Die Anwendung des neuen Standards erfordert gegenüber den derzeit geltenden Standards zur Umsatzrealisierung mehr Schätzungen und Ermessensentscheidungen, da die Höhe der zu erfassenden Umsatzerlöse durch die Höhe der Gegenleistung, mit der das Unternehmen im Gegenzug für die Übertragung der Güter oder der Dienstleistung rechnen kann, bestimmt wird. Besondere Herausforderungen können sich insbesondere dort stellen, wo eine Gegenleistung variabel ist. Der Konzern hat begonnen die Ertragsströme nach den Vorgaben des IFRS 15 zu analysieren. Eine finale Aussage über die Auswirkungen ist noch nicht möglich.
IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer - Leistungsorientierte Pläne: Beiträge von Arbeitnehmern (geändert)
Die Änderung von IAS 19 wurde im November 2013 veröffentlicht und ist erstmals im Geschäftsjahr anzuwenden, das am oder nach dem 1. Juli 2014 beginnt. Die Änderung regelt die Erfassung von Beiträgen von Arbeitnehmern oder Dritten zum Pensionsplan als Reduktion des Dienstzeitaufwands, sofern diese die in der Berichtsperiode erbrachte Leistung widerspiegeln. Die Änderung ist rückwirkend anzuwenden. Eine vorzeitige Anwendung ist unzulässig. Der Konzern erwartet aus der erstmaligen Anwendung der Änderung keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
Verbesserungen zu IFRS (2010 - 2012) / Verbesserungen zu IFRS (2011 - 2013)
Bei den "Verbesserungen zu IFRS 2011 - 2013" sowie den "Verbesserungen zu IFRS 2010 - 2012" handelt es sich um Sammelstandards, die im Dezember 2013 veröffentlicht wurden und Änderungen in verschiedenen IFRS zum Gegenstand haben, welche mehrheitlich für Geschäftsjahre anzuwenden sind, die am oder nach dem 1. Juli 2014 beginnen. Der Konzern erwartet aus der erstmaligen Anwendung der Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
B. WESENTLICHE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE
1 KONSOLIDIERUNGSKREIS
In den Konzernabschluss der Biotest AG werden mit 3 (i.Vj. 3) inländischen und mit 13 (i.Vj. 12) ausländischen Unternehmen, an denen die Biotest AG direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechte hält, alle wesentlichen Tochtergesellschaften einbezogen.
Die im Geschäftsjahr 2014 gegründete Biotest France SAS, Paris, Frankreich, wurde erstmals in den Konzernabschluss einbezogen.
Wie im Vorjahr wird die BioDarou P.J.S. Co. mit Sitz in Teheran, Iran, als assoziiertes Unternehmen at equity in den Konzernabschluss einbezogen.
Eine Übersicht der Beteiligungen der Biotest AG im Sinne des § 313 Abs. 2 HGB ist in Kapitel F10 Anteilsbesitzliste aufgeführt.
2 KONSOLIDIERUNGSMETHODEN
Der Abschlussstichtag der Biotest AG sowie aller in den Abschluss einbezogenen Unternehmen ist der 31. Dezember 2014. Die Abschlüsse der einbezogenen Unternehmen werden unter Anwendung einheitlicher, von der Biotest AG vorgegebener Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erstellt.
Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden eliminiert.
Der Konzern beherrscht ein Beteiligungsunternehmen insbesondere dann, und nur dann, wenn er alle nachfolgenden Eigenschaften besitzt:
| ― | Die Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen (d.h. der Konzern hat aufgrund aktuell bestehender Rechte die Möglichkeit, diejenigen Aktivitäten des Beteiligungsunternehmens zu steuern, die einen wesentlichen Einfluss auf dessen Rendite haben), |
| ― | eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus seinem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen und |
| ― | die Fähigkeit, seine Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Rendite des Beteiligungsunternehmens beeinflusst wird. |
Besitzt der Konzern keine Mehrheit der Stimmrechte oder damit vergleichbarer Rechte an einem Beteiligungsunternehmen, berücksichtigt er bei der Beurteilung, ob er die Verfügungsgewalt an diesem Beteiligungsunternehmen hat, alle Sachverhalte und Umstände. Hierzu zählen:
| ― | Eine vertragliche Vereinbarung mit den anderen Stimmberechtigten |
| ― | Rechte, die aus anderen vertraglichen Vereinbarungen resultieren |
| ― | Stimmrechte und potentielle Stimmrechte des Konzern |
Die Konsolidierung eines Tochterunternehmens beginnt an dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt. Sie endet, wenn der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen verliert. Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen eines Tochterunternehmens, das während des Berichtzeitraums erworben oder veräußert wurde, werden ab dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, bis zu dem Tag, an dem die Beherrschung endet, in der Bilanz bzw. Gesamtergebnisrechnung erfasst.
Eine Veränderung der Beteiligungsquote an einem Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Verliert ein Mutterunternehmen die Beherrschung über das Tochterunternehmen, so werden folgende Schritte durchgeführt:
| ― | Ausbuchung der Vermögenswerte (einschließlich Geschäfts-oder Firmenwert) und der Schulden des Tochterunternehmens, |
| ― | Ausbuchung des Buchwerts der Anteile ohne beherrschenden Einfluss an dem ehemaligen Tochterunternehmen, |
| ― | Ausbuchung der im Eigenkapital erfassten kumulierten Umrechnungsdifferenzen, |
| ― | Erfassung des beizulegenden Zeitwerts der erhaltenen Gegenleistung, |
| ― | Erfassung des beizulegenden Zeitwerts der verbleibenden Beteiligung, |
| ― | Erfassung der Ergebnisüberschüsse bzw. -fehlbeträge in der Gewinn- und Verlustrechnung, |
| ― | Umgliederung der auf das Mutterunternehmen entfallenden Bestandteile des sonstigen Ergebnisses in die Gewinn- und Verlustrechnung oder in die Gewinnrücklagen, wie es erforderlich wäre, wenn der Konzern die entsprechenden Vermögenswerte und Schulden direkt veräußert hätte. |
Bei Unternehmenszusammenschlüssen nach dem 1. Januar 2010 erfolgt die Einbeziehung unter Anwendung der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3 (überarbeitet 2008). Danach bemessen sich die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs als Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt, und der Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss bewertet der Erwerber die Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst. Die vereinbarte bedingte Gegenleistung wird am Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Nachträgliche Änderungen des beizulegenden Zeitwertes einer bedingten Gegenleistung, die einen Vermögenswert oder eine Schuld darstellt, werden entweder ergebniswirksam oder in den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen erfasst. Eine bedingte Gegenleistung, die als Eigenkapital eingestuft ist, wird nicht neu bewertet und ihre spätere Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert. Bei sukzessiven Unternehmenszusammenschlüssen wird der vom Erwerber zuvor an dem erworbenen Unternehmen gehaltene Eigenkapitalanteil zum beizulegenden Zeitwert am Erwerbszeitpunkt neu bestimmt und der daraus resultierende Gewinn oder Verlust erfolgswirksam erfasst.
Anteile ohne beherrschenden Einfluss sind die Teile des Periodenergebnisses und des Reinvermögens der Biotest Grundstücksverwaltungs GmbH, die auf Anteile entfallen, die nicht zu 100 % von der Biotest Gruppe gehalten werden. Die Minderheitsanteile werden in der Gewinn- und Verlustrechnung und innerhalb der Bilanz gesondert ausgewiesen.
Anteile an assoziierten Unternehmen werden in Übereinstimmung mit IAS 28 nach der Equity-Methode einbezogen. Nach der Equity-Methode werden Anteile an assoziierten Unternehmen in der Bilanz zu Anschaffungskosten zuzüglich der nach dem Erwerb eingetretenen Änderungen des Anteils des Konzerns am Reinvermögen des nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmens erfasst.
Im Periodenergebnis wird der Anteil des Konzerns am Erfolg des assoziierten Unternehmens gesondert ausgewiesen. Unmittelbar im Eigenkapital des assoziierten Unternehmens ausgewiesene Änderungen werden vom Konzern in Höhe seines Anteils erfasst und gegebenenfalls in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines assoziierten Unternehmens entstehen, sind in den Beteiligungsbuchwerten der assoziierten beziehungsweise gemeinschaftlich geführten Unternehmen enthalten und werden weder planmäßig abgeschrieben noch separat auf Werthaltigkeit getestet.
Nach Anwendung der Equity-Methode stellt der Konzern fest, ob es notwendig ist, eine zusätzliche Wertminderung für die Anteile an assoziierten Unternehmen zu erfassen. Der Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob objektive Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Anteile an einem assoziierten Unternehmen wertgemindert sein könnten. Ist dies der Fall, so wird die Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert des Anteils und dem Buchwert für diesen Anteil als Wertminderungsaufwand erfolgswirksam erfasst.
Nach IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen" sind in den Beteiligungsansatz neben den Anschaffungskosten der Beteiligung auch sonstige finanzielle Engagements (zum Beispiel Darlehen) einzubeziehen.
3 WÄHRUNGSUMRECHNUNG
Die Währungsumrechnung erfolgt nach dem Konzept der funktionalen Währung. Die in die Biotest Gruppe einbezogenen Tochtergesellschaften betreiben ihr Geschäft selbständig, so dass die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung ist. Bei der Umrechnung der Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum Mittelkurs am Bilanzstichtag und die Aufwendungen und Erträge zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Die sich hieraus ergebenden kumulierten Unterschiedsbeträge werden erfolgsneutral in einem separaten Eigenkapitalposten erfasst, der innerhalb der Gewinnrücklagen in der Bilanz ausgewiesen ist.
Nach IAS 21 "Auswirkungen von Wechselkursänderungen" werden die Firmenwerte als Vermögenswerte der wirtschaftlich selbständigen ausländischen Tochtergesellschaften mit dem Stichtagskurs umgerechnet.
Für die Währungsumrechnung innerhalb der Biotest Gruppe wurden folgende Wechselkurse zugrunde gelegt:
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| Durchschnittskurse | Stichtagskurse | |||
|---|---|---|---|---|
| 1 Euro entspricht | 2014 | 2013 | 31.12.2014 | 31.12.2013 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| US-Dollar | 1,3288 | 1,3282 | 1,2141 | 1,3791 |
| Britisches Pfund | 0,8064 | 0,8493 | 0,7789 | 0,8337 |
| Russischer Rubel | 51,0113 | 42,3248 | 72,3370 | 45,3246 |
| Schweizer Franken | 1,2146 | 1,2309 | 1,2024 | 1,2276 |
| Ungarischer Forint | 308,71 | 296,94 | 315,54 | 297,04 |
| Brasilianischer Real | 3,1228 | 2,8669 | 3,2207 | 3,2576 |
In den in lokaler Währung aufgestellten Einzelbilanzen der konsolidierten Gesellschaften werden monetäre Posten (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen und Verbindlichkeiten) in fremder Währung zum Stichtagskurs bewertet. Entstehende Erträge und Aufwendungen aus Währungsumrechnungen werden in den Finanzaufwendungen beziehungsweise Finanzerträgen ausgewiesen.
Eine Ausnahme hiervon bildet die nach IAS 21.15, 21.32 und 21.33 erfolgsneutrale Behandlung der Nettoinvestitionen in einen ausländischen Geschäftsbetrieb.
Nichtmonetäre Posten in fremder Währung werden mit ihren historischen Werten angesetzt.
4 IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE DES ANLAGEVERMÖGENS
A) GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTE
Geschäfts- oder Firmenwerte ergeben sich beim Erwerb von Unternehmen beziehungsweise Anteilen an Unternehmen aus den Unterschieden zwischen Anschaffungskosten (Kaufpreis) und den Zeitwerten der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Geschäfts- oder Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Die ausgewiesenen Geschäfts-oder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich auf ihre Werthaltigkeit geprüft und gegebenenfalls in Übereinstimmung mit IAS 36 "Wertminderungen von Vermögenswerten" abgeschrieben. Wann immer darüber hinaus konkrete Anhaltspunkte auf eine Wertminderung vorliegen, erfolgt eine zusätzliche Überprüfung der Werthaltigkeit.
Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden einer Gruppe von Cash Generating Units (zahlungsmittelgenerierende Einheiten) zugeordnet. Diese Gruppen von Cash Generating Units entsprechen in der Biotest Gruppe den Segmenten und Projekten. in den Fällen, in denen der Firmenwert einen Teil der zahlungsmittelgenerierenden Einheit darstellt und ein Teil des Geschäftsbereichs dieser Einheit veräußert wird, wird der dem veräußerten Geschäftsbereich zuzurechnende Firmenwert als Bestandteil des Buchwertes des Geschäftsbereichs bei der Ermittlung des Ergebnisses aus der Veräußerung des Geschäftsbereichs berücksichtigt. Der Wert des veräußerten Anteils des Firmenwertes wird auf der Grundlage der relativen Werte des veräußerten Geschäftsbereichs und des verbleibenden Teils der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt.
Eine Wertminderung wird ergebniswirksam erfasst, soweit der erzielbare Betrag des Vermögenswerts beziehungsweise der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert unterschreitet. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Auf Basis der den Cash Generating Units zuzurechnenden zukünftigen Zahlungsströme wird deren Nutzungswert für die Überprüfung der Werthaltigkeit mit Hilfe der Discounted Cashflow-Methode ermittelt. Bei dieser Methode werden auf Basis einer mehrjährigen Geschäftsplanung sowie einer prognostizierten langfristigen Wachstumsrate Cashflows diskontiert. Die Wachstumsrate ist abhängig vom betrachteten Geschäft. Die nach Steuern verwendeten Diskontierungssätze richten sich nach dem relevanten WACC (Weighted Average Cost of Capital). Zur Bestimmung eines Wertberichtigungsbedarfs wird der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit ihrem Buchwert gegenübergestellt. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich der Veräußerungskosten wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt, das auf der Diskontierung künftiger Cashflows beruht. Zur Objektivierung der Ergebnisse werden Bewertungsmultiplikatoren, Börsenkurse börsengehandelter Anteile an Unternehmen oder andere zur Verfügung stehende Indikatoren für den beizulegenden Zeitwert herangezogen.
B) SONSTIGE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE DES ANLAGEVERMÖGENS
Sonstige entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten angesetzt und in Vermögenswerte mit begrenzter und unbestimmter Nutzungsdauer unterteilt. Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden linear über die geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben. Soweit notwendig, werden nach IAS 36 Wertminderungen vorgenommen. Die angesetzten Nutzungsdauern liegen zwischen 3 und 10 Jahren.
Die Abschreibungsperiode und die Abschreibungsmethode werden für einen immateriellen Vermögenswert, dem eine begrenzte Nutzungsdauer unterstellt wird, mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Hat sich die erwartete Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder der erwartete Abschreibungsverlauf des Vermögenswerts geändert, so ist ein anderer Abschreibungszeitraum beziehungsweise eine andere Abschreibungsmethode zu wählen. Derartige Änderungen werden als Änderungen einer Schätzung behandelt. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Aufwandskategorie, die der Funktion des immateriellen Vermögenswerts entspricht, erfasst.
Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer beziehungsweise immaterielle Vermögenswerte, deren Abschreibungsdauer noch nicht begonnen hat, werden mindestens einmal jährlich, auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Wann immer darüber hinaus konkrete Anhaltspunkte auf eine Wertminderung vorliegen, erfolgt eine zusätzliche Überprüfung der Werthaltigkeit. Es erfolgen hierbei keine planmäßigen Abschreibungen. Die Nutzungsdauer dieser immateriellen Vermögenswerte ist mindestens einmal jährlich daraufhin zu überprüfen, ob die Einschätzung der unbestimmten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Einschätzung von einer unbestimmten Nutzungsdauer zur bestimmbaren Nutzungsdauer auf prospektiver Basis vorgenommen.
Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Basis der der Cash Generating Unit zugerechneten zukünftigen Zahlungsströme; hierbei wird der erzielbare Betrag für die Überprüfung der Werthaltigkeit als Nutzungswert mit Hilfe der Discounted Cashflow-Methode ermittelt. Bei dieser Methode werden auf Basis einer mehrjährigen Geschäftsplanung sowie einer prognostizierten langfristigen Wachstumsrate Cashflows diskontiert. Die Wachstumsrate ist abhängig vom betrachteten Geschäft. Die nach Steuern verwendeten Diskontierungssätze richten sich nach dem relevanten WACC (Weighted Average Cost of Capital). Zur Bestimmung eines Wertberichtigungsbedarfs wird der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit ihrem Buchwert gegenübergestellt.
5 SACHANLAGEVERMÖGEN
Sachanlagen werden gemäß dem Anschaffungskostenmodell zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um kumulierte planmäßige Abschreibungen und die kumulierten Wertminderungen, angesetzt. Die Abschreibungen erfolgen linear über die erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauern, die wie folgt geschätzt werden:
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| Gebäude | bis zu 50 Jahre |
| Technische Anlagen und Maschinen | 5 - 12 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 - 10 Jahre |
Soweit erforderlich, werden gemäß IAS 36 Wertminderungen vorgenommen. Hierbei werden die Buchwerte der Sachanlagen, sobald Hinweise für eine Wertminderung vorliegen, den jeweiligen erzielbaren Beträgen gegenübergestellt.
Bei selbst erstellten Sachanlagen enthalten die Herstellungskosten neben Material- und Personalaufwand auch angemessene anteilige Gemeinkosten. Laufende Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen werden zum Entstehungszeitpunkt aufwandswirksam erfasst. Erweiterungen und wesentliche Verbesserungen werden aktiviert. Fremdkapitalzinsen werden als Aufwand erfasst, soweit sie gemäß IAS 23 nicht auf die Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten entfallen. Staatliche Zuschüsse mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten.
6 LEASING
Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis ist oder enthält, wird auf Basis des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung getroffen. Hierfür ist eine Einschätzung darüber erforderlich, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts oder bestimmter Vermögenswerte abhängig ist und ob die Vereinbarung ein Recht auf die Nutzung des Vermögenswerts einräumt (IFRIC 4).
Sind Anlagevermögenswerte gemietet beziehungsweise geleast und trägt die Biotest Gruppe im Wesentlichen alle Chancen und Risiken im Zusammenhang mit den Leasinggegenständen, werden solche Verträge als Finanzierungsleasingverträge (finance lease) klassifiziert. Diese werden mit dem geringeren Wert aus dem beizulegenden Zeitwert (fair value) und dem Barwert der Mindestleasingraten zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gemäß IAS 17 "Leasingverhältnisse" aktiviert. Die Abschreibung erfolgt über die voraussichtliche Nutzungsdauer oder die kürzere Vertragslaufzeit. Soweit notwendig, werden Wertminderungen gemäß IAS 36 vorgenommen. Die entsprechenden Zahlungsverpflichtungen aus den künftigen Leasingraten werden korrespondierend als Verbindlichkeiten passiviert. Der Zinsanteil der Leasingraten wird über die Laufzeit des Leasingvertrags erfolgswirksam als Zinsaufwand erfasst.
Soweit bei Leasingverträgen im Wesentlichen nicht alle Chancen und Risiken des Leasinggegenstands auf die Biotest Gruppe übergehen, erfolgt die Bilanzierung beim Leasinggeber (operate lease). In diesem Fall werden die Leasingzahlungen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses ergebniswirksam erfasst.
7 WERTMINDERUNGEN
Ergeben sich aufgrund von Tatsachen oder Umständen Anhaltspunkte für eine Wertminderung von langlebigen Vermögenswerten oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Wertminderung erforderlich, wird der erzielbare Betrag (recoverable amount), der den höheren Wert aus Nettoveräußerungswert und Nutzungswert repräsentiert, ermittelt.
Der erzielbare Betrag wird für jeden einzelnen Vermögenswert bestimmt, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind.
Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die geschätzten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffektes und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst.
Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert, wird der Vermögenswert als wertgemindert betrachtet und auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben.
Wertminderungsaufwendungen werden in den Aufwandskategorien erfasst, die der Funktion des wertgeminderten Vermögenswerts entsprechen. In Übereinstimmung mit IAS 1 werden wesentliche Beträge in der Gewinn- und Verlustrechnung in einem gesonderten Posten ausgewiesen.
Zuschreibungen bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden, außer bei den Geschäfts-oder Firmenwerten, vorgenommen, wenn Schätzungen für den erzielbaren Betrag über dem Buchwert liegen.
8 VORRATSVERMÖGEN
Das Vorratsvermögen wird zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten oder zu dem niedrigeren erzielbaren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag bewertet. Letzterer entspricht dem geschätzten Verkaufspreis, der im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erzielt werden kann, vermindert um erwartete Fertigstellungs- und Verkaufskosten. Die Herstellungskosten werden auf Basis der "first in first out"-Methode beziehungsweise des gewogenen Durchschnitts ermittelt. Die Herstellungskosten beinhalten gemäß IAS 2 "Vorräte" neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der dem Produktionsprozess zuzurechnenden Gemeinkosten. Diese basieren auf der normalen Kapazität der Produktionsanlagen ohne Berücksichtigung von Fremdkapitalkosten.
9 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSWERTE
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte sind zum Nennwert bilanziert. Auf Fremdwährung lautende Forderungen werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Ein entstehender Währungskursverlust beziehungsweise -gewinn wird aufwands- beziehungsweise ertragswirksam erfasst. Ausfall- und Transferrisiken werden durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Die Wertberichtigungen werden aufgrund von Erfahrungswerten und individuellen Risikoeinschätzungen ermittelt. Eine Wertberichtigung wird vorgenommen, wenn ein objektiver substanzieller Hinweis vorliegt, dass der Konzern nicht in der Lage sein wird, die Forderungen vollständig oder teilweise einzuziehen. Forderungen werden ausgebucht, sobald sie uneinbringlich sind.
Forderungen, die durch die Anwendung der Teilgewinnrealisierung (Percentage-of-Completion-Methode) entstehen, werden abzüglich erhaltener Anzahlungen ausgewiesen, wenn die bereits angefallenen Herstellungskosten einschließlich des Gewinnanteils die erhaltenen Anzahlungen übersteigen.
10 SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Finanzielle Vermögenswerte werden zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes mit ihrem beizulegenden Zeitwert oder zu Anschaffungskosten bewertet. Dabei werden bei allen finanziellen Vermögenswerten, die in der Folgebewertung nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte. Falls diese nicht unmittelbar zur Verfügung stehen, werden die beizulegenden Zeitwerte unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle und unter Rückgriff auf aktuelle Marktparameter berechnet. Dazu werden die bereits fixierten oder unter Anwendung der aktuellen Zinsstrukturkurve über Forward Rates ermittelten Cashflows mit den aus der am Stichtag gültigen Zinsstrukturkurve bestimmten Diskontierungsfaktoren auf den Bewertungsstichtag diskontiert. Zur Anwendung kommen die Mittelkurse.
11 ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄOUIVALENTE
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bar-und Kontokorrentbestände, Schecks sowie kurzfristig liquidierbare Finanzanlagen mit ursprünglichen Fälligkeiten von weniger als drei Monaten und sind zu ihrem Nominalwert angesetzt.
12 PENSIONSRÜCKSTELLUNGEN
In der Biotest Gruppe existieren verschiedene beitragsorientierte und leistungsorientierte Pensionspläne.
Die Verpflichtungen aus beitragsorientierten Plänen sind durch die für die Periode zu entrichtenden Beiträge bestimmt, so dass hier keine versicherungsmathematischen Annahmen erforderlich sind.
Die Bewertung der leistungsorientierten Pläne erfolgt anhand versicherungsmathematischer Gutachten nach der projected unit credit method. Dabei wird zu Beginn des Geschäftsjahres auf Basis der zu diesem Zeitpunkt ermittelten Ansätze der Pensionsaufwand für das Geschäftsjahr prognostiziert. Die einfließenden Parameter (Zinssatz, Fluktuationsrate, Gehaltssteigerungen etc.) sind Erwartungswerte.
Gemäß IAS 19R werden sämtliche versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste direkt erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand, der sich in einem Geschäftsjahr aufgrund einer rückwirkenden Änderung von Versorgungszusagen ergibt, wird sofort und vollständig erfasst.
13 SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Rückstellungen werden gemäß IAS 37 gebildet, wenn aufgrund eines Ereignisses in der Vergangenheit eine gegenwärtige -rechtliche oder faktische - Verpflichtung besteht, aus der wahrscheinlich ein Abfluss von Ressourcen zur Erfüllung dieser Verpflichtung resultieren wird, und der Abfluss der Ressourcen zuverlässig geschätzt werden kann. Die Bewertung erfolgt mit dem wahrscheinlichsten Betrag. Rückstellungen mit einem erwarteten Erfüllungszeitpunkt von mehr als zwölf Monaten nach dem Bilanzierungszeitpunkt werden mit ihrem Barwert angesetzt.
Die Rückstellungen werden mit einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt. Hierbei wird die durch den Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellung als Zinsaufwand erfasst.
Des Weiteren weist die Biotest Gruppe in den sonstigen Rückstellungen ein aktienbasiertes Vergütungssystem aus, welches nach IFRS 2 bilanziert wird. Die Kosten, die aufgrund von Transaktionen mit Barausgleich entstehen, werden zunächst unter Anwendung einer Monte-Carlo Simulation mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bewertet. Der beizulegende Zeitwert wird über den Zeitraum bis zum Tag der ersten Ausübungsmöglichkeit erfolgswirksam unter Erfassung einer korrespondierenden Schuld verteilt. Die Schuld wird zu jedem Bilanzstichtag und am Erfüllungstag neu bemessen. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden den Kosten der Funktionsbereiche zugeordnet.
14 FINANZVERBINDLICHKEITEN
Finanzverbindlichkeiten werden in Höhe des Darlehensbetrages abzüglich der Transaktionskosten erfasst und anschließend nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten ausgewiesen. Jede Differenz zwischen dem Nettodarlehensbetrag und dem Tilgungswert wird über die Laufzeit der Finanzverbindlichkeit in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.
Im Falle von Zinssubventionen erfolgt der Ansatz der Finanzverbindlichkeit zum Barwert ohne Berücksichtigung der Zinssubvention. Der Differenzbetrag wird gemäß IAS 20 abgegrenzt und über die Laufzeit amortisiert.
15 FINANZINSTRUMENTE
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder zu einem Eigenkapitalinstrument führt.
Finanzielle Vermögenswerte umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige ausgereichte Kredite und Forderungen, bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen und zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte.
Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten oder einem sonstigen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen, Schuldscheindarlehen und derivative Finanzinstrumente.
Die Biotest Gruppe setzt zur Absicherung der Zins- und Währungsrisiken derivative Finanzinstrumente wie Devisenoptions- und Devisentermingeschäfte, Zinscaps und Payerswaps ein. Zu Handelszwecken werden keine derivativen Finanzinstrumente erworben.
Derivative Finanzinstrumente werden zum Marktwert bewertet. Die Marktwerte werden durch einen unabhängigen Gutachter auf Basis der Marktbedingungen am Bilanzstichtag ermittelt.
Da die strengen formalen Voraussetzungen für ein Hedge Accounting in der Biotest Gruppe nicht erfüllt werden, obwohl aus wirtschaftlicher Sicht eine Absicherung vorliegt, erfolgt die Bilanzierung sämtlicher derivativen Finanzinstrumente entsprechend den Regeln für Handelsderivate. Hierbei werden die derivativen Finanzinstrumente zunächst zu Anschaffungskosten ohne Nebenkosten und danach zu Marktwerten erfasst. Die Bewertungsänderungen gehen dabei ergebniswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung ein.
Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:
| ― | Die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert sind erloschen. |
| ― | Der Konzern hat seine vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus dem finanziellen Vermögenswert an Dritte übertagen oder eine vertragliche Verpflichtung zur sofortigen Zahlung des Cashflows an eine dritte Partei im Rahmen einer sogenannten Durchleitungsvereinbarung übernommen und dabei entweder (a) im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, übertragen oder (b) zwar im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, weder übertragen noch zurückbehalten, jedoch die Verfügungsmacht an dem Vermögenswert übertragen. |
Wenn der Konzern seine vertraglichen Rechte auf Cashflows aus einem Vermögenswert überträgt oder eine Durchleitungsvereinbarung eingeht und dabei im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum an diesem Vermögenswert verbunden sind, weder überträgt noch zurückbehält, jedoch die Verfügungsmacht an dem übertragenen Vermögenswert behält, erfasst der Konzern einen Vermögenswert im Umfang des anhaltenden Engagements.
16 UMSÄTZE
Verkauf von Gütern:
Umsätze aus dem Verkauf von Produkten werden zum Zeitpunkt des Übergangs des wirtschaftlichen Eigentums, d.h. zum Zeitpunkt des Übergangs von Nutzen, Lasten und Gefahr auf den Erwerber, basierend auf den jeweiligen vertraglichen Vereinbarungen, abzüglich etwaiger Rabatte und der Umsatzsteuer, erfasst.
Erbringung von Dienstleistungen:
Die Umsätze im Dienstleistungsgeschäft erfasst die Biotest Gruppe, sobald die Dienstleistungen erbracht worden sind. Dienstleistungsgeschäfte, bei denen das Ergebnis verlässlich geschätzt werden kann, werden nach Maßgabe des Fertigstellungsgrads gemäß der Teilgewinnrealisierung (Percentage-of-Completion-Methode) gemäß IAS 18 "Erträge" bilanziert. Die erbrachte Leistung einschließlich des anteiligen Ergebnisses wird entsprechend dem Fertigstellungsgrad unter den Umsatzerlösen ausgewiesen. Der anzusetzende Fertigstellungsgrad wird entsprechend den angefallenen Aufwendungen (Cost-to-Cost-Methode) ermittelt. Der Ausweis der Aufträge erfolgt unter den Forderungen beziehungsweise Verbindlichkeiten aus Teilgewinnrealisierung.
Soweit die kumulierte Leistung (Auftragskosten und Auftragsergebnis) die erhaltenen Anzahlungen im Einzelfall übersteigt, erfolgt der Ausweis der Fertigstellungsaufträge aktivisch unter den Forderungen aus Teilgewinnrealisierung. Verbleibt nach Abzug der Anzahlungen ein negativer Saldo, so wird dieser als Verpflichtung aus Fertigungsaufträgen passivisch unter den Verbindlichkeiten aus Teilgewinnrealisierung ausgewiesen. Zu erwartende Auftragsverluste, die unter Berücksichtigung der erkennbaren Risiken ermittelt werden, werden durch Abwertungen beziehungsweise Rückstellungen gedeckt.
Umsatzerlöse aus nicht rückzahlbaren Gebühren für das Bereitstellen von Technologien, Gebühren für die Nutzung von Technologien und Lizenzgebühren werden ab dem 1. Januar 2013 nach der Percentage-of-Completion-Methode bilanziert.
Umsatzlegung bei Mehrkomponentenverträgen:
Die Verkäufe von Produkten und Dienstleistungen können mehrere Liefer- und Leistungskomponenten enthalten. In diesen Fällen stellt das Unternehmen fest, ob mehr als eine Bilanzierungseinheit vorliegt. Ein Geschäft wird separiert, sofern (1) die gelieferte(n) Komponente(n) einen selbstständigen Nutzen für den Kunden hat (haben), (2) der beizulegende Zeitwert der noch ausstehenden Komponente(n) zuverlässig ermittelt werden kann und (3) bei einem generellen Rückgaberecht der gelieferten Komponente(n) die Lieferung oder Leistungserbringung der noch ausstehenden Komponente(n) wahrscheinlich und im Wesentlichen durch das Unternehmen kontrollierbar ist. Sofern alle drei Kriterien erfüllt sind, wendet Biotest die für die jeweilige separate Bilanzierungseinheit maßgebliche Umsatzlegungsvorschrift an.
17 FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN
Forschungskosten werden zum Zeitpunkt der Entstehung als Aufwand erfasst. Entwicklungskosten werden in der Regel ebenfalls zum Zeitpunkt ihrer Entstehung als Aufwand erfasst, da bis zum Zeitpunkt der behördlichen Zulassung von neuen Produkten und Produktionsverfahren, die typischerweise am Ende des Entwicklungsprozesses steht, nicht mit hinreichender Sicherheit von der Vermarktungsfähigkeit der Produkte beziehungsweise von dem Einsatz der Produktionsverfahren ausgegangen werden kann. Die Aktivierungsvoraussetzungen nach IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte" sind nicht gänzlich erfüllt. Die nach den behördlichen Genehmigungen noch anfallenden Entwicklungskosten sind nicht wesentlich.
18 ZUWENDUNGEN DER ÖFFENTLICHEN HAND
Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn hinreichende Sicherheit dafür besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Aufwandsbezogene Zuwendungen werden planmäßig als Ertrag über den Zeitraum erfasst, über den die entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, verbucht werden. Zuwendungen für einen Vermögenswert werden über die geschätzte Nutzungsdauer des entsprechenden Vermögenswerts ertragswirksam erfasst.
19 FINANZERTRÄGE UND FINANZAUFWENDUNGEN
Zinsen werden im Entstehungszeitpunkt als Aufwand beziehungsweise Ertrag erfasst. Der bei Finanzierungsleasingverträgen in den Leasingraten enthaltene Zinsanteil wird nach der Effektivzinsmethode ermittelt und als Zinsaufwand erfasst. Die Effektivzinsmethode verwendet einen Kalkulationszinssatz, mit dem geschätzte künftige Zahlungsmittelzuflüsse über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts abgezinst werden. Sämtliche Erträge und Aufwendungen aus Währungsumrechnungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Gemäß IFRS 7 werden die Zinsen aus Finanzinstrumenten separat ausgewiesen.
20 STEUERN
Die tatsächlichen Steueransprüche und Steuerverbindlichkeiten für die laufende Periode und für frühere Perioden sind mit dem Betrag zu bewerten, in dessen Höhe eine Erstattung von den Steuerbehörden beziehungsweise eine Zahlung an die Steuerbehörden erwartet wird. Für die Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, welche die jeweiligen landesrechtlichen Steuerregelungen der Länder, in denen die Unternehmen der Biotest Gruppe tätig sind, widerspiegeln.
Aktive latente Steuern werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und nicht genutzte Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können.
Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Ebenfalls werden nicht angesetzte latente Steueransprüche an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.
Sowohl für die Ermittlung des laufenden Steueraufwands als auch zur Ermittlung der latenten Steuern werden die derzeit jeweils gültigen beziehungsweise die bereits parlamentarisch verabschiedeten Steuersätze herangezogen.
Latente Steueransprüche und latente Steuerverbindlichkeiten werden miteinander verrechnet, wenn einklagbare Ansprüche auf Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerverbindlichkeiten bestehen und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden.
21 FAIR VALUE ERMITTLUNG
Der Konzern bewertet Finanzinstrumente, beispielsweise Derivate, zu jedem Abschlussstichtag mit dem beizulegenden Zeitwert. Die beizulegenden Zeitwerte von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten sind in Kapitel F3 Fair Value Ermittlung aufgeführt.
Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird davon ausgegangen, dass der Geschäftsvorfall in dessen Rahmen der Verkauf des Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld erfolgt, entweder auf dem
| ― | Hauptmarkt für den Vermögenswert oder die Schuld oder |
| ― | vorteilhaftesten Markt für den Vermögenswert bzw. die Schuld, sofern kein Hauptmarkt vorhanden ist. |
Der Konzern muss Zugang zum Hauptmarkt oder zum vorteilhaftesten Markt haben.
Der beizulegende Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer Schuld bemisst sich anhand der Annahmen, die Marktteilnehmer bei der Preisbildung für den Vermögenswert bzw. die Schuld zugrunde legen würden. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die Marktteilnehmer in ihrem besten wirtschaftlichen Interesse handeln.
Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts eines nichtfinanziellen Vermögenswerts wird die Fähigkeit des Marktteilnehmers berücksichtigt, durch die höchste und beste Verwendung des Vermögenswerts oder durch dessen Verkauf an einen anderen Marktteilnehmer, der für den Vermögenswert die höchste und beste Verwendung findet, wirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen.
Der Konzern wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zur Verfügung stehen. Dabei ist die Verwendung maßgeblicher, beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und jene nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering zu halten.
Die Finanzinstrumente, die in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind gemäß IFRS 7.27A in eine dreistufige Hierarchie der Zeitwertermittlung einzuordnen. Die Stufe spiegelt jeweils die Marktnähe der bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts einbezogenen Daten wider. Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie sind im Folgenden beschrieben:
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| Stufe 1: | notierte Marktpreise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten an aktiven Märkten, |
| Stufe 2: | andere Informationen als notierte Marktpreise, die direkt (zum Beispiel Preise) oder indirekt (zum Beispiel abgeleitet aus Preisen) beobachtbar sind, und |
| Stufe 3: | Informationen für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren. |
Bei Vermögenswerten und Schulden, die auf wiederkehrender Basis im Abschluss erfasst werden, bestimmt der Konzern, ob Umgruppierungen zwischen den Stufen der Hierarchie stattgefunden haben, indem er am Ende jeder Berichtsperiode die Klassifizierung (basierend auf dem Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist) überprüft.
Um die Anforderungen zu den Angaben über die beizulegenden Zeitwerte zu erfüllen, hat der Konzern Gruppen von Vermögenswerten und Schulden auf der Grundlage ihrer Art, ihrer Merkmale und ihrer Risiken sowie der Stufen der oben erläuterten Fair-Value-Hierarchie festgelegt.
22 SCHÄTZUNSICHERHEITEN UND ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN
Die Aufstellung des Abschlusses erfordert es, bei der Bilanzierung und Bewertung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach IFRS Schätzungen vorzunehmen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen der Berichtsperiode ausgewirkt haben. Bei den Schätzungen und Annahmen handelt es sich um Ermessensentscheidungen des Managements. Diese werden kontinuierlich überprüft. Änderungen werden prospektiv in der Berichtsperiode beziehungsweise in künftigen Perioden erfasst. Annahmen und Schätzungen erfolgen insbesondere im Zusammenhang mit der Bewertung von Firmenwerten, Rückstellungen, Wertberichtigungen auf Forderungen und Vorräte, der Ausbuchung von Forderungen im Rahmen von Factoring-Verträgen, der Bewertung von anteilsbasierten Vergütungen sowie bei der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten. Eine wesentliche Ermessensentscheidung betrifft die Umsatzrealisierung aus der PartneringVereinbarung mit AbbVie Inc., Illinois, USA, (ein weltweit tätiges, forschendes biopharmazeutisches Unternehmen, das 2013 als Ausgliederung von Abbott entstanden ist). Solche schätz- und prämissensensitiven Bilanzierungsgrundsätze können sich im Zeitablauf verändern und einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben.
Bei seinen Ermessensentscheidungen orientiert sich das Management an Erfahrungswerten der Vergangenheit, Einschätzungen von Experten (Juristen, Ratingagenturen, Verbänden) und dem Ergebnis sorgfältiger Abwägung verschiedener Szenarien. Durch von den Annahmen abweichenden und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegenden Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können die sich einstellenden Beträge von den ursprünglich erwarteten Schätzwerten abweichen. Wenn die tatsächliche Entwicklung von der erwarteten abweicht, werden die Prämissen und, falls erforderlich, die Buchwerte der betreffenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entsprechend angepasst. Die Unternehmensleitung weist darauf hin, dass künftige Ereignisse häufig von Prognosen abweichen und Schätzungen routinemäßige Anpassungen erfordern.
Die wesentlichen Annahmen und Parameter für die vorgenommenen Schätzungen und Ermessensentscheidungen sind im Anhang bei den einzelnen Sachverhalten erläutert.
C. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
Die im Segmentbericht dargestellten Informationen werden gemäß IFRS 8 "Geschäftssegmente" erstellt. Die Biotest Gruppe segmentiert sich in Übereinstimmung mit der internen Berichterstattung nach Produkten und Dienstleistungen. Der Hauptentscheidungsträger (chief operating decision maker) im Sinne des IFRS 8 ist bei der Biotest AG der Vorstand.
Die unterjährig dem Hauptentscheidungsträger zur Verfügung gestellten Segmentinformationen basieren auf den IFRS-Werten und umfassen im Wesentlichen die Informationen bis hin zum Betriebsergebnis (EBIT). Das Betriebsergebnis (EBIT) wird als Messgröße für die Beurteilung des Erfolgs der Segmente herangezogen.
Die Biotest Gruppe gliedert sich in die Segmente Therapie, Plasma & Services und Andere Segmente.
Die Geschäftssegmente der Biotest Gruppe stellen sich wie folgt dar:
Im Segment Therapie werden im Wesentlichen die ehemaligen Segmente Plasmaproteine und Biotherapeutika zusammengefasst. Somit sind hier zum einen die Entwicklung und die auf Basis von Blutplasma hergestellten Immunglobuline, Gerinnungsfaktoren und Albumine, die bei Erkrankungen des Immunsystems, der Blut bildenden Systeme und in der Intensivmedizin zum Einsatz kommen, enthalten. Zum anderen ist hier die präklinische und klinische Entwicklung der monoklonalen Antikörper, unter anderem zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis und des multiplen Myeloms, dargestellt.
Das Segment Plasma & Services enthält die Bereiche Plasmaverkauf und Lohnherstellung.
Das Segment Andere Segmente ist ein Berichtssegment, das sich in ein operativ tätiges Geschäftssegment Handelsware und ein nicht operativ tätiges Segment Corporate aufgliedert. Unter Corporate werden die Aufwendungen der übergreifenden Konzernführung sowie sonstige Aufwendungen und Erträge, die aufgrund ihrer Eigenart nicht auf die Segmente Therapie oder Plasma & Services aufgeteilt werden können, zusammengefasst.
Die Biotest Gruppe erzielt Erträge aus Dienstleistungs- und Mietverträgen mit der Merck KGaA Gruppe und der Bio-Rad Medical Diagnostics GmbH, Dreieich, Deutschland, die die in der Vergangenheit veräußerten Geschäftsbereiche betreffen. Die Aufwendungen und Erträge aus den genannten Dienstleistungs- und Mietverträgen werden unter den Anderen Segmenten gezeigt.
SEGMENTDATEN NACH GESCHÄFTSEGMENT
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| in Millionen € | Therapie | Plasma & Services | Andere Segmente | Gesamt | |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse mit Dritten | 2014 | 409,8 | 157,0 | 15,2 | 582,0 |
| 2013 | 386,2 | 102,5 | 12,1 | 500,8 | |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 2014 | 27,5 | 27,0 | - 1,1 | 53,4 |
| 2013 | 32,1 | 23,7 | - 2,0 | 53,8 | |
| Anteile an assoziierten Unternehmen | 2014 | 1,3 | - | - | 1,3 |
| 2013 | 1,6 | - | - | 1,6 | |
| Investitionen | 2014 | 44,4 | 2,4 | 0,3 | 47,1 |
| 2013 | 38,5 | 4,4 | - | 42,9 | |
| Planmäßige Abschreibungen | 2014 | 26,2 | 4,8 | 1,5 | 32,5 |
| 2013 | 26,1 | 4,5 | 1,2 | 31,8 | |
| Wertminderungen | 2014 | - | - | - | - |
| 2013 | - | - | - | - |
ÜBERLEITUNGSRECHNUNG DER SUMME DER SEGMENTERGEBNISSE ZUM ERGEBNIS NACH STEUERN DER BIOTEST GRUPPE
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Betriebsergebnis (EBIT) | 53,4 | 53,8 |
| Finanzerträge | 21,4 | 16,9 |
| Finanzaufwendungen | - 27,9 | - 23,9 |
| Erträge aus assoziierten Unternehmen | - | 1,0 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | 46,9 | 47,8 |
| Ertragsteuern | - 27,7 | - 15,8 |
| Ergebnis nach Steuern (EAT) | 19,2 | 32,0 |
SEGMENTDATEN NACH GEOGRAPHISCHER AUFGLIEDERUNG
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| Umsatzerlöse mit Dritten nach Sitz des Kunden | Umsatzerlöse mit Dritten nach Sitz der Gesellschaft | Langfristige Vermögenswerte nach Sitz der Gesellschaft | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Millionen € | 2014 | 2013 | 2014 | 2013 | 2014 | 2013 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Europa | 294,1 | 271,1 | 461,7 | 413,6 | 195,3 | 191,3 |
| Amerika | 108,7 | 86,1 | 120,3 | 87,2 | 158,0 | 132,7 |
| Restliches Asien & Pazifik | 26,9 | 23,6 | - | - | - | - |
| Mittlerer Osten & Afrika | 152,3 | 120,0 | - | - | - | - |
| Biotest Gruppe | 582,0 | 500,8 | 582,0 | 500,8 | 353,3 | 324,0 |
| davon: | ||||||
| Deutschland | 106,0 | 93,4 | 380,6 | 335,0 | 190,8 | 188,2 |
| Ausland | 476,0 | 407,4 | 201,4 | 165,8 | 162,5 | 135,8 |
| darin USA | 100,3 | 79,5 | 119,7 | 87,1 | 157,6 | 132,4 |
Zwischen den einzelnen Segmenten finden keine wesentlichen Lieferungen statt.
D. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
1 UMSATZERLÖSE
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Produkte der Biotest Gruppe | 494,0 | 429,9 |
| Lohnfraktionierung | 64,2 | 42,2 |
| Handelsware | 15,2 | 12,1 |
| Umsatzerlöse aus Kooperationsvereinbarungen | 8,5 | 16,2 |
| Sonstige | 0,1 | 0,4 |
| 582,0 | 500,8 |
Die Umsatzerlöse aus Kooperationsvereinbarungen stammen aus einer Vorauszahlung aus der Vereinbarung über die weltweite Entwicklung und Vermarktung des monoklonalen Antikörpers Tregalizumab (BT-061) mit AbbVie. Da sich die Vorauszahlung in Höhe von 85,0 Millionen US-Dollar im Wesentlichen auf noch durchzuführende Forschungsaktivitäten bezieht, wurde der Großteil als Verbindlichkeit aus Umsatzabgrenzung bilanziert. Die Ertragsrealisierung erfolgt nach der Percentage-of-Completion-Methode. Für die im Geschäftsjahr 2014 erbrachten Forschungsleistungen realisierte die Biotest Gruppe 6,9 Mio. € (i.Vj. 15,6 Mio. €) erfolgswirksam. Darüber hinaus ist auch die Ertragsrealisierung aus der Produktion von klinischem Prüfmaterial in Höhe von 1,6 Mio. € (i.Vj. 0,6 Mio. €) in den Umsatzerlösen aus Kooperationsverträgen enthalten.
In den Umsatzerlösen aus Produkten der Biotest Gruppe sind auch Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Plasma enthalten.
2 MATERIALAUFWENDUNGEN
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 186,5 | 184,5 |
| Bezogene Leistungen | 33,5 | 30,9 |
| 220,0 | 215,4 |
3 PERSONALAUFWENDUNGEN
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 113,7 | 104,8 |
| Soziale Abgaben | 20,3 | 17,5 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 4,2 | 3,9 |
| 138,2 | 126,2 |
In den Personalaufwendungen sind Aufwendungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Höhe von 1,0 Mio. € (i.Vj. 0,7 Mio. €) enthalten.
Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl, umgerechnet auf Vollzeitstellen, beträgt im Geschäftsjahr 2014 2.129 (i.Vj. 1.884). Am 31. Dezember 2014 sind 2.158 (i.Vj. 1.997) Mitarbeiter, umgerechnet auf Vollzeitstellen, in der Biotest Gruppe beschäftigt.
Am 31. Dezember 2014 beschäftigte die Biotest Gruppe 2.332 (i.Vj. 2.160) Mitarbeiter.
Die Mitarbeiter werden den Funktionsbereichen wie folgt zugeordnet:
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| in Vollzeitstellen | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Produktion | 1.516 | 1.402 |
| Vertrieb | 203 | 201 |
| Verwaltung | 231 | 223 |
| Forschung und Entwicklung | 208 | 171 |
| 2.158 | 1.997 |
4 FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 67,2 Mio. € (i.Vj. 64,6 Mio. €) werden vollständig in der Gewinn-und Verlustrechnung erfasst.
5 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Erträge aus Dienstleistungsverträgen | 2,6 | 5,1 |
| Ausbuchung von Verbindlichkeiten | 0,9 | - |
| Auflösung von sonstigen Rückstellungen | 0,7 | 1,1 |
| Versicherungserträge und sonstige Erstattungen | 0,4 | 1,9 |
| Gewinne aus Abgängen des Anlagevermögens | 0,3 | - |
| Auflösung von Wertberichtigungen | 0,1 | 3,1 |
| Sonstige | 2,0 | 1,4 |
| 7,0 | 12,6 |
Die Erträge aus Dienstleistungsverträgen beziehen sich im Wesentlichen auf nach den Veräußerungen der ehemaligen Geschäftsbereiche Medizinische Diagnostik und Mikrobiologisches Monitoring geschlossene Verträge.
Im Geschäftsjahr 2014 hat die Biotest Gruppe 0,6 Mio. € (i.Vj. 0,8 Mio. €) staatliche Zuschüsse erfolgswirksam erfasst; hiervon betreffen 0,4 Mio. € (i.Vj. 0,6 Mio. €) Zuschüsse zu Forschungs- und Entwicklungsprojekten sowie 0,2 Mio. € (i.Vj. 0,2 Mio. €) Lohnkostenzuschüsse und Lohnersatzleistungen. Die Zuschüsse zu den Forschungs- und Entwicklungsprojekten sind in den Forschungs- und Entwicklungskosten enthalten.
Im Geschäftsjahr 2014 erzielte die Biotest Gruppe als Leasinggeber Erträge aus Operating-Leasingverträgen in Höhe von 0,6 Mio. € (i.Vj. 0,8 Mio. €). Aus den am Bilanzstichtag geltenden Leasingverträgen, mit einer Laufzeit bis 2015, ergeben sich für das Geschäftsjahr 2015 zukünftige Leasingerträge in Höhe von 0,1 Mio. €. Für die darauf folgenden vier Geschäftsjahre (Jahre 2016 bis 2019) sowie für den Zeitraum ab 2020 fallen aus heutiger Sicht keine Leasingerträge mehr an. Die Erträge aus Operating-Leasingverträgen resultieren im Wesentlichen aus der vorübergehenden Vermietung von derzeit nicht betrieblich genutzten Grundstücken und Gebäuden.
6 SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Aufwendungen für die Erbringung von Dienstleistungen | 3,9 | 4,5 |
| Verluste aus Abgängen des Anlagevermögens | 0,5 | 0,2 |
| Spenden | 0,4 | 0,3 |
| Zuführungen zu Rückstellungen | 0,1 | 2,9 |
| Abschreibungen auf Forderungen | - | 1,3 |
| Sonstige | 0,2 | 1,9 |
| 5,1 | 11,1 |
7 FINANZERTRÄGE
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Erträge aus Währungsumrechnungen | 19,9 | 16,0 |
| Zinserträge | 1,3 | 0,3 |
| Sonstige | 0,2 | 0,6 |
| 21,4 | 16,9 | |
| davon aus Finanzinstrumenten der Bewertungskategorien gemäß IAS 39: | ||
| Kredite und Forderungen (LaR) | 7,0 | 0,7 |
| zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) | 0,1 | 0,9 |
| zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte (FAHfT) | 0,4 | 0,6 |
| zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten (FLHfT) | 0,4 | 0,4 |
Die Erträge aus Währungsumrechnungen beinhalten Erträge aus realisierten Kursgewinnen im Zusammenhang mit Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, Erträge aus der Währungskursabsicherung sowie Erträge aus der Stichtagsbewertung von Fremdwährungspositionen.
8 FINANZAUFWENDUNGEN
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Aufwendungen aus Währungsumrechnungen | 14,3 | 17,1 |
| Zinsaufwendungen | 9,2 | 3,7 |
| Nettozinsaufwendungen Pensionen | 2,0 | 1,8 |
| Zinssicherungskosten | 1,9 | 0,5 |
| Sonstige | 0,5 | 0,8 |
| 27,9 | 23,9 | |
| davon aus Finanzinstrumenten der Bewertungskategorien gemäß IAS 39: | ||
| zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) | 6,7 | 3,2 |
| zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte (FAHfT) | 0,4 | 0,6 |
| zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten (FLHfT) | 2,9 | 0,8 |
| Kredite und Forderungen (LaR) | 3,0 | 1,4 |
Die Aufwendungen aus Währungsumrechnungen beinhalten Aufwendungen aus realisierten Kursverlusten im Zusammenhang mit Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Aufwendungen aus der Währungskursabsicherung.
Die ausgewiesen Zinssicherungskosten beinhalten Aufwendungen aus der Bewertung von Zinssicherungsgeschäften zum beizulegenden Zeitwert, Zahlungen aus Zinssicherungsgeschäften sowie angefallene Gebühren.
9 ERTRÄGE AUS ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN
Im Geschäftsjahr 2014 wurden keine Erträge aus assoziierten Unternehmen (i.Vj. 1,0 Mio. €) erwirtschaftet.
10 ERTRAGSTEUERN
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Steuern des Geschäftsjahres | 14,9 | 17,5 |
| Periodenfremder laufender Steuerertrag (i.Vj. -aufwand ) | - 0,3 | 3,2 |
| Laufende Steuern | 14,6 | 20,7 |
| Latente Steuern | 13,1 | -4,9 |
| Ertragsteueraufwand | 27,7 | 15,8 |
Der latente Steuerertrag aus Posten, die direkt im Eigenkapital erfasst wurden, beträgt 4,7 Mio. € (i.Vj. Eigenkapitalerhöhung durch latenten Steuerertrag in Höhe von 2,3 Mio. €).
Für das Geschäftsjahr 2014 weicht der erwartete Steueraufwand bei Anwendung eines nominellen Ertragsteuersatzes von 28,8 % (i.Vj. 28,8 %) wie folgt von den effektiven Werten ab:
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | 46,9 | 47,8 |
| Erwarteter Steueraufwand | 13,5 | 13,8 |
| Nicht bewertete Verluste des Geschäftsjahres | 2,9 | 0,2 |
| Ansatz von Steuergutschriften für Vorjahre | - | - 2,0 |
| Abschreibungen auf latente Steuern | 9,9 | - |
| Periodenfremder laufender Steuerertrag (i.Vj. -aufwand) | - 0,3 | 3,2 |
| Steuereffekt aus der Anpassung latenter Steuern der Vorjahre | 0,1 | |
| Steuereffekt durch nicht abzugsfähige Aufwendungen | 2,6 | 2,0 |
| Steuereffekt aus der Anwendung ausländischer Steuersätze und Verbrauch ausländischer Verlustvorträge | - 0,6 | - 0,7 |
| Steuereffekt durch steuerfreie Erträge | - 0,4 | - 0,8 |
| Sonstige Effekte | 0,1 | - |
| Ertragsteuern gemäß Gewinn- und Verlustrechnung | 27,7 | 15,8 |
Die Berechnung des Steuersatzes von 28,8 % basiert auf einem Körperschaftsteuersatz von 15 %, einem Solidaritätszuschlag von 5,5 % und dem gewerbesteuerlichen Hebesatz der Gemeinde Dreieich (Sitz der Muttergesellschaft).
11 ABSCHLUSSPRÜFERHONORAR
Die Hauptversammlung der Biotest AG hat am 7. Mai 2014 die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2014 bestellt.
Das berechnete Gesamthonorar im Geschäftsjahr 2014 für den Abschlussprüfer Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beträgt 0,6 Mio. € (i.Vj. 0,7 Mio. €), davon betreffen 0,1 Mio. € (i.Vj. 0,0 Mio. €) das Vorjahr. Das Honorar gliedert sich in 0,6 Mio. € (i.Vj. 0,4 Mio. €) für die Abschlussprüfung, hiervon betreffen 0,1 Mio. € (i.Vj. 0,0 Mio. €) das Vorjahr, sowie in 0,0 Mio. € (i.Vj. 0,3 Mio. €) für andere Bestätigungsleistungen.
E. ERLAUTERUNGEN ZUR BILANZ
1 IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Die gesamten immateriellen Vermögenswerte sind dem langfristigen Vermögen zugeordnet.
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| in Millionen € | Geschäftswert | Patente, Lizenzen und ähnliche Rechte | Geleaste Vermögenswerte | Geleistete Anzahlungen | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten | |||||
| Stand zum 31. Dezember 2012 | 31,4 | 58,6 | 9,6 | 0,3 | 99,9 |
| Zugänge | - | 0,9 | - | 1,9 | 2,8 |
| Abgänge | - | - 0,1 | - | - | - 0,1 |
| Umbuchungen | - | 0,2 | - | - 0,2 | - |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | - 1,5 | - 1,9 | - | - | - 3,4 |
| Stand zum 31. Dezember 2013 | 29,9 | 57,7 | 9,6 | 2,0 | 99,2 |
| Zugänge | - | 0,9 | - | 1,6 | 2,5 |
| Abgänge | - | - 2,0 | - | - | - 2,0 |
| Umbuchungen | - | 0,7 | - | - 0,7 | - |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 3,9 | 5,6 | - | - | 9,5 |
| Stand zum 31. Dezember 2014 | 33,8 | 62,9 | 9,6 | 2,9 | 109,2 |
| Kumulierte Abschreibungen | |||||
| Stand zum 31. Dezember 2012 | 1,3 | 35,9 | 8,1 | - | 45,3 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | - | 5,9 | 1,5 | - | 7,4 |
| Abgänge | - | - 0,1 | - | - | - 0,1 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | - 0,2 | - 1,3 | - | - | - 1,5 |
| Stand zum 31. Dezember 2013 | 1,1 | 40,4 | 9,6 | - | 51,1 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | - | 5,7 | - | - | 5,7 |
| Abgänge | - | - 1,9 | - | - | - 1,9 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | - | 4,1 | - | - | 4,1 |
| Stand zum 31. Dezember 2014 | 1,1 | 48,3 | 9,6 | - | 59,0 |
| Buchwert zum | |||||
| 31. Dezember 2013 | 28,8 | 17,3 | - | 2,0 | 48,1 |
| 31. Dezember 2014 | 32,7 | 14,6 | - | 2,9 | 50,2 |
Mit dem Erwerb des Plasmaproteinbereichs der Nabi Biopharmaceuticals im Geschäftsjahr 2007 wurden zwei Entwicklungsprojekte erworben und im Konzernabschluss als immaterielle Vermögenswerte angesetzt. Hierbei handelt es sich um das intravenös zu verabreichende Immunglobulin Bivigam® , das im Dezember 2012 die Zulassung erhalten hat, sowie um Civacir® , das bei durch Infektionen mit Hepatitis-C erforderlich gewordenen Lebertransplantationen eine Reinfektion mit dem Virus verhindern soll. Das Civacir® -Projekt wurde im Geschäftsjahr 2014 nicht planmäßig abgeschrieben, da es sich noch in der Entwicklungsphase befand und keine Zulassungen vorlagen. Mit Beginn der Produktion werden die Projektwerte über zehn Jahre linear abgeschrieben. Der Beginn der Vermarktung von Civacir® wird im Geschäftsjahr 2017 erwartet. Der Beginn der Vermarktung hängt von der Zulassung durch die verantwortlichen Behörden ab. Die planmäßigen Abschreibungen für das Produkt Bivigam® begannen mit dem Vermarktungsstart im Februar 2013.
Für das Civacir® -Projekt wurde ebenfalls ein Wertminderungstest durchgeführt, der wie im Vorjahr zu keinen Wertminderungen führte.
Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird über die Berechnung eines Nutzungswerts unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt. Letztlich wird zur Bestimmung eines Wertminderungsbedarfs der erzielbare Betrag der jeweiligen Cash Generating Unit ihrem Buchwert gegenübergestellt.
Für den Wertminderungstest des Geschäftswerts des Segments Therapie wurde ein Diskontierungssatz vor Steuern in Höhe von 8,00 % (i.Vj. 9,22 %), der sich nach dem relevanten WACC (Weighted Average Cost of Capital) richtet, verwendet. im Segment Plasma & Services wurde ein Diskontierungssatz vor Steuern in Höhe von 6,22 % (i.Vj. 7,12 %) verwendet. Die Ermittlung der erwarteten Cash Flows erfolgte auf Basis der von der Unternehmensleitung erstellten fünfjährigen Finanzplanung. Für den Wertbeitrag ab dem Jahr 2020 wird sie ergänzt durch die ewige Rente. Basis für die Ermittlung der ewigen Rente sind die Durchschnittswerte der Jahre 2015 bis 2019. Es wurde eine Wachstumsrate in Höhe von 1,00 % (i.Vj. 1,00 %) in der ewigen Rente angesetzt.
Das Civacir® -Projekt wurde ebenfalls einem Wertminderungstest unterzogen. Hierbei betrug der verwendete Diskontierungssatz nach Steuern 6,75 % (i.Vj. 7,88 %). Dieser richtete sich ebenfalls an dem relevanten WACC (Weighted Average Cost of Capital) aus. Die Ermittlung der erwarteten Cash Flows erfolgte für die Jahre 2015 bis 2020 auf Basis einer detaillierten Finanzplanung. Für die Jahre 2021 bis 2028 wurde eine Wachstumsrate in Höhe von 2,00 % (i.Vj. 2,00 %) unterstellt.
Im Rahmen von Sensitivitätsanalysen wurden die Auswirkungen von Änderungen des verwendeten Abzinsungsfaktors sowie eine Änderung der zugrunde gelegten Wachstumsrate bei den Entwicklungsprojekten ermittelt. Keine realistische Wertänderung der Parameter würde zu einer Wertminderung der Entwicklungsprojekte oder des Geschäftswertes führen.
Die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte, die einem Wertminderungstest unterzogen wurden, beziehen sich auf die folgenden Cash Generating Units:
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| Cash Generating Unit | Immaterieller Vermögenswert | Buchwert zum 31.12.2014 in Millionen € |
Buchwert zum 31.12.2013 in Millionen € |
|---|---|---|---|
| Segment Therapie | Geschäftswert | 25,2 | 22,2 |
| Segment Plasma & Services | Geschäftswert | 7,5 | 6,6 |
| Projekt | Patente, Lizenzen und ähnliche Rechte | 9,1 | 8,0 |
| 41,8 | 36,8 |
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte des Geschäftsjahres sind in folgenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Herstellungskosten | 4,2 | 4,6 |
| Marketing- und Vertriebskosten | 0,1 | 0,1 |
| Verwaltungskosten | 1,4 | 2,7 |
| 5,7 | 7,4 |
2 SACHANLAGEN
Alle nachstehend aufgeführten Vermögenswerte sind dem langfristigen Vermögen zuzurechnen.
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| in Millionen € | Grundstücke und Bauten | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ausstattung |
Geleaste Vermögenswerte | Geleistete Anzahlungen | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungs- / Herstellungskosten | ||||||
| Stand zum 31. Dezember 2012 | 177,6 | 159,2 | 79,5 | 1,4 | 8,2 | 425,9 |
| Zugänge | 6,5 | 7,4 | 5,1 | - | 21,1 | 40,1 |
| Umbuchungen | 0,8 | 8,2 | 2,5 | - | -11,5 | - |
| Abgänge | - 0,3 | - 0,4 | - 2,1 | - | - | - 2,8 |
| Währungsumrechnungs- differenzen |
- 2,5 | - 2,2 | - 0,4 | - | - | - 5,1 |
| Stand zum 31. Dezember 2013 | 182,1 | 172,2 | 84,6 | 1,4 | 17,8 | 458,1 |
| Zugänge | 3,9 | 5,1 | 4,8 | - | 30,8 | 44,6 |
| Umbuchungen | 8,2 | 5,2 | 3,8 | - 0,6 | -16,6 | - |
| Abgänge | - 1,4 | - 4,6 | - 6,6 | - | - | - 12,6 |
| Währungsumrechnungs- differenzen |
7,3 | 6,8 | 1,4 | - | 0,4 | 15,9 |
| Stand zum 31. Dezember 2014 | 200,1 | 184,7 | 88,0 | 0,8 | 32,4 | 506,0 |
| Kumulierte Abschreibungen | ||||||
| Stand zum 31. Dezember 2012 | 51,8 | 78,6 | 51,1 | 1,4 | - | 182,9 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | 4,4 | 13,9 | 6,1 | - | - | 24,4 |
| Abgänge | - 0,2 | - 0,3 | - 2,1 | - | - | - 2,6 |
| Währungsumrechnungs- differenzen |
- 0,3 | - 1,1 | - 0,1 | - | - | - 1,5 |
| Stand zum 31. Dezember 2013 | 55,7 | 91,1 | 55,0 | 1,4 | - | 203,2 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | 4,7 | 15,2 | 6,9 | - | - | 26,8 |
| Umbuchung | - | - | 0,6 | - 0,6 | - | - |
| Abgänge | - 0,9 | - 4,3 | - 6,3 | - | - | - 11,5 |
| Währungsumrechnungs- differenzen |
0,7 | 4,0 | 0,5 | - | - | 5,2 |
| Stand zum 31. Dezember 2014 | 60,2 | 106,0 | 56,7 | 0,8 | - | 223,7 |
| Buchwert zum | ||||||
| 31. Dezember 2013 | 126,4 | 81,1 | 29,6 | - | 17,8 | 254,9 |
| 31. Dezember 2014 | 139,9 | 78,7 | 31,3 | - | 32,4 | 282,3 |
In den Geleisteten Anzahlungen sind im Geschäftsjahr 2014 im Wesentlichen Investitionen im Rahmen der Erweiterung der Kapazitäten am Standort Dreieich ausgewiesen.
Die Biotest Gruppe hatte am 31. Dezember 2014 Verpflichtungen zum Erwerb von Anlagevermögen in Höhe von 33,2 Mio. € (i.Vj. 4,9 Mio. €).
Staatliche Zuschüsse für die Anschaffung oder Herstellung von Vermögenswerten mindern die Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten. Im Geschäftsjahr 2014 ergab sich hieraus ein kumulierte Verminderung des Buchwertes der betroffenen Vermögenswerte in Höhe von 0,1 Mio. € (i.Vj. 0,1 Mio. €).
Die Abschreibungen auf Sachanlagen des Geschäftsjahres sind in folgenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Herstellungskosten | 19,3 | 17,6 |
| Marketing- und Vertriebskosten | 0,5 | 0,5 |
| Verwaltungskosten | 5,8 | 5,2 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 1,2 | 1,1 |
| 26,8 | 24,4 |
3 ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN
Bei den Anteilen an assoziierten Unternehmen handelt es sich um einen 49 %-Anteil der Biotest Pharma GmbH an der BioDarou P.J.S. Co. mit Sitz in Teheran, Iran, der nach der Equity-Methode bewertet wird.
Zweck der Gesellschaft ist die Sammlung von Plasma, die Verarbeitung zu Immunglobulinen, Faktoren und Humanalbumin durch die Biotest AG und der Verkauf der Fertigprodukte im Iran.
Die Investoren haben vorgesehen, dass die Gesellschaft schrittweise mit einem Eigenkapital von bis zu 4,0 Mio. € ausgestattet wird. Die hierzu notwendigen Gesellschafterbeschlüsse werden entsprechend dem Finanzbedarf jeweils separat gefasst. Die Biotest Pharma GmbH hat bisher Einlagen in Höhe von 1,6 Mio. € geleistet. Das Kapital der BioDarou P.J.S. Co. beträgt zum 31. Dezember 2014 37,5 Mrd. Rial (i.Vj. 37,5 Mrd. Rial) und ist voll eingezahlt.
Da kein testierter Abschluss der BioDarou P.J.S. Co. zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses vorliegt, werden die Vorjahreszahlen der BioDarou P.J.S. Co. zum 31. Dezember 2013 berichtet.
Die Ergebnisvorschau der BioDarou P.J.S. Co. für das Geschäftsjahr 2014 zeigt ein positives Ergebnis. Die Abwertung des Rial hat zu einer im sonstigen Ergebnis erfassten Fremdwährungsbewertung in Höhe von - 0,1 Mio. € (i.Vj. - 2,1 Mio. €) geführt.
Das assoziierte Unternehmen verfügte am Bilanzstichtag 2013 über folgende Vermögenswerte und Verbindlichkeiten:
Am 31. Dezember 2013 betrug der Wert der langfristigen Vermögenswerte 1,1 Mio. € (i.Vj. 1,1 Mio. €) und der Wert der kurzfristigen Vermögenswerte 12,5 Mio. € (i.Vj. 7,9 Mio. €).
Die langfristigen Verbindlichkeiten wurden am 31. Dezember 2013 mit 0,2 Mio. € (i.Vj. 0,1 Mio. €) und die kurzfristigen Verbindlichkeiten mit 10,7 Mio. € (i.Vj. 5,7 Mio. €) bewertet.
Im Geschäftsjahr 2013 betrugen die Umsatzerlöse 15,9 Mio. € (i.Vj. 21,6 Mio. €) sowie der Jahresüberschuss der Gesellschaft 0,0 Mio. € (i.Vj. 2,0 Mio. €).
Die BioDarou P.J.S. Co. besitzt einen Anteil von 60 % an der Plasma Gostar Pars (PJS) mit Sitz in Teheran, Iran.
Die politische Situation des Iran war auch im Jahr 2014 weiterhin angespannt. Die schwierige Situation im Zahlungsverkehr hat sich aufgrund der etwas gelockerten Sanktionen im Geschäftsjahr 2014 leicht verbessert. Die Biotest Gruppe geht davon aus, dass es nicht zu einer dauerhaften Einschränkung des Geschäfts mit pharmazeutischen Produkten mit dem Iran kommt
4 SONSTIGE FINANZANLAGEN
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Schuldscheindarlehen (Loans and Receivables) | 5,0 | - |
| Rentenfonds (Financial Assets at Fair Value through Profit and Loss) | 0,2 | 0,2 |
| 5,2 | 0,2 |
Die Kategorie Loans and Receivables enthält langfristige Schuldscheindarlehen, die zu Aschschaffungskosten bilanziert werden. Die Kategorie Financial Assets at Fair Value through Profit and Loss enthält Fondsanteile, deren Marktwerte von der depotführenden Bank schriftlich zum Bilanzstichtag mitgeteilt werden.
5 AKTIVE UND PASSIVE LATENTE STEUERN
Die bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern betreffen folgende Bilanzposten:
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| Aktiva | Passiva | Ergebniswirksam | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Millionen € | 2014 | 2013 | 2014 | 2013 | 2014 | 2013 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Immaterielle Vermögenswerte | - | 0,3 | 2,6 | - | 2,7 | - 0,4 |
| Sachanlagen | - | - | 11,3 | 13,8 | - 2,8 | - 2,4 |
| Sonstige Finanzanlagen | 1,1 | 1,0 | - | - | - 0,1 | - 0,1 |
| Vorratsvermögen | 11,4 | 10,5 | 0,1 | 0,1 | - 0,8 | 1,0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 0,1 | 0,1 | 11,5 | 2,1 | 9,3 | 0,8 |
| Sonstige Rückstellungen | 1,6 | 2,8 | - | 0,1 | 1,1 | - 1,2 |
| Finanzverbindlichkeiten | 1,2 | - | 0,3 | 0,3 | - 1,1 | 0,1 |
| Pensionsrückstellungen | 10,2 | 5,4 | - | - | 0,1 | 0,1 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 3,1 | 0,9 | 1,1 | 1,4 | - 2,6 | 0,3 |
| Sonstige Bilanzposten | 0,2 | 0,4 | - | - | 0,2 | - 0,2 |
| Steuergutschriften | - | 4,6 | - | - | 4,7 | - 1,3 |
| Steuerwert des berücksichtigten Verlustvortrags | 0,1 | 2,5 | - | - | 2,4 | - 1,6 |
| Summe latente Steuern | 29,0 | 28,5 | 26,9 | 17,8 | 13,1 | -4,9 |
| abzüglich Verrechnung aktiver und passiver latenter Steuern | - 15,5 | - 10,0 | - 15,5 | - 10,0 | ||
| Aktive / passive latente Steuern | 13,5 | 18,5 | 11,4 | 7,8 |
Im Konzern existieren steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 0,8 Mio. € (i.Vj. 8,1 Mio. €), welche begrenzt und unbegrenzt in verschiedenen Konzerngesellschaften zur Verfügung stehen und dort mit zukünftig anfallenden zu versteuernden Einkommen bei der jeweiligen Gesellschaft oder anderen Konzerngesellschaften verrechnet werden können. Von den bewerteten Verlustvorträgen entfallen 0,0 Mio. € (i.Vj. 5,9 Mio. €) auf Steuerarten mit einem Steuersatz in Höhe von 36,74 %, 0,3 Mio. € (i.Vj. 0,0 Mio. €) auf einen Steuersatz in Höhe von 31,40 %, 0,0 Mio. € (i.Vj. 1,7 Mio. €) auf Steuerarten mit einem Steuersatz in Höhe von 15,19 % und 0,5 Mio. € (i.Vj. 0,5 Mio. €) auf Steuerarten mit Steuersatz in Höhe von 10 %.
Für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 23,8 Mio. € (i.Vj. 16,2 Mio. €) werden latente Steuern nicht gebildet, da derzeit nicht mit der erforderlichen Sicherheit mit einer Nutzung dieser Verlustvorträge gerechnet werden kann. Die nicht angesetzten steuerlichen Verlustvorträge betreffen ausschließlich ausländische Gesellschaften. Die ausländischen Verlustvorträge entfallen mit 3,0 Mio. € (i.Vj. 3,3 Mio. €) auf eine unbegrenzte Vortragsfähigkeit. Des Weiteren sind 2,4 Mio. € (i.Vj. 12,9 Mio. €) bis zu fünf Jahre und 18,4 Mio. € (i.Vj. 0,0 Mio. €) über fünf Jahre vortragsfähig.
Im Geschäftsjahr wurden die in den Vorjahren gebildeten aktiven latenten Steuern der Biotest Pharmaceuticals Corporation in Höhe von Mio. 9,9 € abgeschrieben. Die Gesellschaft hat in den beiden vergangenen Jahren aufgrund steuerlicher Abschreibungen auf den Geschäfts- und Firmenwert und weitere immaterielle Vermögenswerte sowie hohe Zinsbelastungen bedingt durch die planmäßige Ausweitung des Working Capital kein zu versteuerndes Einkommen erzielt. Dies wird auch für die kommenden beiden Jahre erwartet, sodass die Ansatzkriterien für aktive latente Steuern nicht mehr erfüllt sind.
In der Biotest Gruppe sind in einigen Ländern mehrere Jahre noch nicht endgültig durch die Betriebsprüfung veranlagt. Hierfür sind adäquate Vorsorgen für die offenen Veranlagungsjahre gebildet worden.
Zum 31. Dezember 2014 waren keine latenten Steuerschulden (i.Vj. keine) für Steuern auf nicht abgeführte Gewinne von Tochtergesellschaften oder assoziierten Unternehmen der Biotest Gruppe erfasst. Die Biotest Gruppe hat sich entschieden, dass in absehbarer Zukunft die bislang nicht ausgeschütteten Gewinne ihrer Tochtergesellschaften und assoziierten Unternehmen nicht ausgeschüttet werden, weil die Biotest Gruppe eine Vereinbarung getroffen hat, wonach die Gewinne des assoziierten Unternehmen erst dann ausgeschüttet werden, wenn die Biotest Gruppe hierzu ihre Zustimmung erteilt hat. Zum Abschlussstichtag beabsichtigt das Mutterunternehmen nicht, eine solche Zustimmung zu erteilen. Des Weiteren darf das assoziierte Unternehmen des Konzerns seine Gewinne erst dann ausschütten, wenn es hierzu von allen Gesellschaftern die Zustimmung erhalten hat.
Die temporären Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen, für die keine latenten Steuern bilanziert sind, belaufen sich auf 0,5 Mio. € (i.Vj. 0,4 Mio. €).
6 VORRATSVERMÖGEN
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 42,8 | 37,6 |
| Unfertige Erzeugnisse | 100,9 | 127,0 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 102,3 | 62,4 |
| 246,0 | 227,0 |
Zum Bilanzstichtag hat die Biotest Gruppe wie im Vorjahr keine Vorräte mit einer Reichweite von über einem Jahr.
Die Wertminderungen des Vorratsvermögens betragen zum Bilanzstichtag 13,1 Mio. € (i.Vj. 13,6 Mio. €); die entsprechenden Bestände haben nach Abwertung auf den realisierbaren Nettoverkaufswert einen Restbuchwert in Höhe von 78,5 Mio. € (i.Vj. 51,3 Mio. €).
7 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in der Regel innerhalb eines Jahres fällig. In diesem Geschäftsjahr sind von insgesamt 181,6 Mio. € (i.Vj. 118,5 Mio. €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie im Vorjahr keine als langfristig eingestuft. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind der Kategorie Kredite und Forderungen (LaR) zugeordnet. Sie setzen sich wie folgt zusammen:
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto) | 200,3 | 144,3 |
| Verkauf von Forderungen | - 16,5 | - 23,4 |
| Wertberichtigungen auf Forderungen | - 2,2 | - 2,4 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (netto) | 181,6 | 118,5 |
Die Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen werden als Differenz zwischen dem Nennbetrag der Forderungen und dem geschätzten einbringlichen Nettobetrag ermittelt. Die Biotest Gruppe verwendet für diese Einschätzung sowohl Erfahrungswerte über das Zahlungsverhalten bestimmter Kunden als auch Kenntnisse über Besonderheiten einzelner Länder. Bei der Bestimmung der Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird jeder Änderung der Bonität seit Einräumung des Zahlungsziels bis zum Bilanzstichtag Rechnung getragen. Dies betrifft sowohl Änderungen des Länder-als auch des Einzelkundenrisikos. Die Biotest Gruppe verwendet bei den Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausschließlich Einzelwertberichtigungen. Pauschalwertberichtigungen werden nicht vorgenommen.
Die Biotest AG hat Forderungen in einem Volumen von insgesamt 8,5 Mio. € (i.Vj. 13,4 Mio. €) zum Bilanzstichtag im Rahmen von Factoring-Verträgen veräußert. Das Factoring-Programm sieht für die Biotest AG den Verkauf von inländischen und ausländischen Forderungen vor, bei dem für jeden Kunden ein individuelles Kreditlimit vorliegt. Den rechtlichen Bestand der Forderungen vorausgesetzt, trägt der Factor für die von ihm angekauften Forderungen das Risiko der Zahlungsunfähigkeit des Kunden.
Die Biotest Italia S.r.l. verkauft teilweise Forderungen gegen italienische Kunden. Den rechtlichen Bestand der Forderungen vorausgesetzt, trägt der Factor für die von ihm angekauften Forderungen das Risiko der Zahlungsunfähigkeit des Kunden (Delkredere). Zum Bilanzstichtag waren Forderungen der italienischen Gesellschaft mit einem Volumen in Höhe von 8,0 Mio. € (i.Vj. 10,0 Mio. €) verkauft. Diese Forderungen wurden wie im Vorjahr in voller Höhe in Übereinstimmung mit IAS 39 ausgebucht.
In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Forderungen aus Teilgewinnrealisierung in Höhe von 30,7 Mio. € (i.Vj. 9,9 Mio. €) enthalten. Hierbei handelt es sich um kundenspezifische Fertigungsaufträge, die mit den entsprechend angefallenen Herstellungskosten zuzüglich Gewinnanteilen, sofern zuverlässig schätzbar, bewertet wurden. Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr resultiert aus der Tatsache, dass die Umsatzrealisierung bei Verträgen mit iranischen Kunden in Überstimmung mit IAS 18.20 wieder nach dem Fertigstellungsgrad erfolgt. Die Gründe für die bisherige Erfassung der Umsatzerlöse lediglich in Höhe der erstattungsfähigen angefallenen Kosten im Sinne des IAS 18.26 liegen aufgrund der Verringerung der Komplexität der Leistungserstellung und einer daraus resultierenden verlässlicheren Bestimmung der Umsatzerlöse sowie des Fertigstellungsgrades nicht mehr vor. Die Umstellung führte zu einer Erhöhung des Ergebnis nach Steuern in Höhe von 5,5 Mio. €.
Die Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Stand zum 1. Januar | 2,4 | 5,0 |
| Zuführungen | - | 1,3 |
| Verbrauch | - 0,1 | - 1,0 |
| Auflösungen | - 0,1 | - 2,9 |
| Stand zum 31. Dezember | 2,2 | 2,4 |
Aus der Analyse der Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergibt sich folgendes Bild:
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Buchwert | 181,6 | 118,5 |
| davon zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und nicht überfällig | 142,8 | 78,3 |
| davon zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitbändern überfällig | ||
| < 90 Tage überfällig | 24,9 | 16,9 |
| 91 - 180 Tage überfällig | 6,8 | 5,9 |
| 181 - 365 Tage überfällig | 5,3 | 5,0 |
| > 1 Jahr überfällig | 2,2 | 3,0 |
Von den überfälligen Forderungen der Biotest Gruppe im Geschäftsjahr 2014 betreffen im Wesentlichen Forderungen in Höhe von 26,4 Mio. € (i.Vj. 12,7 Mio. €) die Forderungen der Biotest AG, in Höhe von 4,8 Mio. € (i.Vj. 7,1 Mio. €) die Forderungen der Biotest Italia S.r.l., Italien, in Höhe von 3,8 Mio. € (i.Vj. 7,7 Mio. €) die Forderungen der Biotest Medical S.L.U., Spanien, und in Höhe von 1,5 Mio. € (i.Vj. 0,7 Mio. €) die Forderungen der Biotest Hungaria Kft., Ungarn.
Die Nettoforderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich aus den folgenden Währungen zusammen:
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| EUR | 97,5 | 77,2 |
| USD | 76,4 | 33,2 |
| HUF | 2,4 | 1,9 |
| GBP | 2,2 | 1,0 |
| RUB | 2,1 | 4,6 |
| Sonstige Währungen | 1,0 | 0,6 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (netto) | 181,6 | 118,5 |
8 SONSTIGE VERMÖGENSWERTE
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| 2014 | 2013 | |||
|---|---|---|---|---|
| in Millionen € | Gesamt | davon langfristig | Gesamt | davon langfristig |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition | 54,7 | - | - | - |
| Rechnungsabgrenzungen | 4,5 | 0,1 | 3,1 | |
| Vorsteuer- und sonstige Steuerforderungen | 3,0 | - | 4,7 | - |
| Geleistete Anzahlungen | 1,6 | 0,1 | 0,6 | - |
| Forderungen gegen assoziierte Unternehmen | 1,0 | - | 1,1 | - |
| Forderungen gegen Versicherungsgesellschaften | - | - | 0,2 | - |
| Forderungen gegen Factoringgesellschaften | - | - | 0,2 | - |
| Sonstige Vermögenswerte | 3,7 | 0,6 | 2,4 | 0,7 |
| 68,5 | 0,8 | 12,3 | 0,7 |
Die Wertberichtigungen auf sonstige Vermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Stand zum 1. Januar | 0,8 | 1,0 |
| Verbrauch | - 0,8 | - |
| Auflösung | - | - 0,2 |
| Stand zum 31. Dezember | - | 0,8 |
Aus der Analyse der Altersstruktur der sonstigen Vermögenswerte ergibt sich folgendes Bild:
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Buchwert | 68,5 | 12,3 |
| davon zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und nicht überfällig | 68,5 | 12,1 |
| davon zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitbändern überfällig | ||
| < 90 Tage überfällig | - | - |
| 91 - 180 Tage überfällig | - | - |
| 181 - 365 Tage überfällig | - | - |
| > 1 Jahr überfällig | - | - |
Die sonstigen Vermögenswerte setzen sich aus den folgenden Währungen zusammen:
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| EUR | 63,0 | 8,4 |
| USD | 4,5 | 3,4 |
| GBP | 0,1 | 0,1 |
| HUF | 0,7 | 0,3 |
| Sonstige Währungen | 0,2 | 0,1 |
| 68,5 | 12,3 |
9 ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄOUIVALENTE
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Bankguthaben | 92,7 | 32,0 |
| Kurzfristige Einlagen | 86,5 | 172,3 |
| Kassenbestand | 0,2 | 0,1 |
| 179,4 | 204,4 |
Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ist der Kapitalflussrechnung der Biotest Gruppe zu entnehmen.
Zum 31. Dezember 2014 unterliegen die Zahlungsmittel aufgrund von Sanktionen der Europäischen Union gegen den Iran keinen Verfügungsbeschränkungen. Zum Bilanzstichtag des Vorjahres lagen die erforderlichen Freigaben der Deutschen Bundesbank in Zusammenhang mit den EU-Sanktionen gegen den Iran für Zahlungsmittel in Höhe von 11,1 Mio. € nicht vor; zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung lagen die erforderlichen Genehmigungen vor.
Bei den kurzfristigen Einlagen handelt es sich um Termingelder mit einer ursprünglichen Laufzeit von bis zu drei Monaten.
10 EIGENKAPITAL
Das gezeichnete Kapital ist voll eingezahlt und beträgt am 31. Dezember 2014 33.767.639,04 € (i.Vj. 33.767.639,04 €), davon entfallen 16.883.819,52 € (i.Vj. 16.883.819,52 €) auf Stammaktien und 16.883.819,52 € (i.Vj. 16.883.819,52 €) auf Vorzugsaktien. Das gezeichnete Kapital ist zum 31. Dezember 2014 in 6.595.242 Stück nennwertlose Stammaktien und 6.595.242 Stück nennwertlose Vorzugsaktien ohne Stimmrecht eingeteilt. Eine Verbriefung ist ausgeschlossen. Der rechnerische Nennwert der Aktien beträgt daher je Gattung 2,56 €. Die Basis für die Gewinnausschüttung eines Geschäftsjahres ist der jeweilige handelsrechtliche Bilanzgewinn der Biotest AG.
Mit Schreiben vom 12. Februar 2008 teilte Frau Dr. Cathrin Schleussner der Biotest Gruppe mit, dass ihr Stimmrechtsanteil zu diesem Tag 50,03 % der Stimmrechte beträgt. Die Stimmrechte werden dabei über die OGEL GmbH, Frankfurt am Main, gehalten. Die OGEL GmbH wird als Unternehmen von Frau Dr. Cathrin Schleussner kontrolliert. Auf Grund der zum 1. Februar 2012 in Kraft getretenen Regelung des § 41 Abs. 4d WpHG haben der Biotest Gruppe am 22. Februar 2012 Herr Dr. Martin Schleussner, Frau Renate Schleussner und Herr Dr. Hans Schleussner mitgeteilt, dass zum 1. Februar 2012 ein entsprechend § 41 Abs. 4d WpHG mitteilungspflichtiger Stimmrechtsanteil von jeweils 50,27 % an der Biotest AG besteht. Der Landkreis Biberach hat uns per Mitteilung vom 26.03.2014 angezeigt, dass er 19,95 % der Stammaktien der Biotest AG hält. Die Aktien sind dem Landkreis gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen und werden über die Kreissparkasse Biberach gehalten.
Der Gewinnverwendungsvorschlag sieht für das Jahr 2014 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 8,3 Mio. € (i.Vj. 7,9 Mio. €) vor. Die Stammaktien erhalten eine Dividende in Höhe von 0,60 €/Aktie (i.Vj. 0,57 €/Aktie) und die Vorzugsaktien erhalten eine Dividende in Höhe von 0,66 €/Aktie (i.Vj. 0,63 €/ Aktie). Die Vorzugsaktien sind derart ausgestaltet, dass auf sie nach Ausschüttungsbeschluss der Hauptversammlung eine Vorzugsdividende von 0,11 €/Aktie entfällt. Ferner erhalten die Vorzugsaktionäre eine Mehrdividende von 0,06 €/Aktie, sobald an die Stammaktionäre eine Dividende von mehr als 0,11 €/Aktie gezahlt wird. Erhalten die Vorzüge in einem Jahr keine Dividende, ist diese im Folgejahr nachzuholen. Fällt die Dividendenzahlung auch im zweiten Jahr aus, erhalten die Vorzugsaktien Stimmrecht (vgl. § 140 Abs. 2 AktG).
Der Vorstand der Biotest AG wurde durch die Hauptversammlung vom 6. Mai 2010 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 5. Mai 2015 eigene Stamm- und/oder Vorzugsaktien bis zu 10 % des damaligen Grundkapitals in Höhe von 30,0 Mio. € zu erwerben.
Das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie ermittelt sich, indem der auf Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallende Gewinn durch den gewichteten Durchschnitt der Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien dividiert wird. Bei der Biotest AG entspricht das verwässerte jeweils dem unverwässerten Ergebnis.
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Ergebnis nach Steuern | 19,2 | 32,0 |
| Mehrdividende auf Vorzugsaktien | - 0,4 | - 0,4 |
| Um Mehrdividendenansprüche bereinigtes Ergebnis | 18,8 | 31,6 |
| Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien (entspricht gewichtetem Durchschnitt) | 13.190.484 | 12.465.537 |
| Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie in € | 1,43 | 2,54 |
| Mehrdividendenanspruch je Vorzugsaktie in € | 0,06 | 0,06 |
| Unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Vorzugsaktie in € | 1,49 | 2,60 |
Im Zeitraum zwischen dem Bilanzstichtag und der Genehmigung des Konzernabschlusses haben keine weiteren Transaktionen mit Stammaktien oder potenziellen Stammaktien stattgefunden.
11 RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN UND ÄHNLICHE VERPFLICHTUNGEN
Die Zusagen basieren auf der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der Mitarbeiter. Die Pensionsverpflichtungen betreffen im Wesentlichen Mitarbeiter der deutschen Gesellschaften. Bei den ähnlichen Verpflichtungen handelt es sich um ausländische Verpflichtungen, die beim Eintritt in den Ruhestand als Einmalzahlung fällig werden und um Verpflichtungen des Biotest Vorsorge-Sparplans. Bei diesen Plänen handelt es sich um freiwillige Pensionspläne ohne regulatorische oder gesetzliche Verpflichtungen. Die Höhe der Pensionsverpflichtungen ist abhängig von der Zinsentwicklung sowie der Lebenserwartung der Planteilnehmer.
Im Rahmen eines Contractual Trust Arrangements (CTA) hält im Geschäftsjahr 2014 ein Treuhänder, der Biotest Vorsorge Trust e.V., Vermögen in Höhe von 3,8 Mio. € (i.Vj. 2,3 Mio. €) zur externen Insolvenzsicherung von Teilen der betrieblichen Altersversorgung. Da die übertragenen Mittel als Planvermögen im Sinne von IAS 19 zu qualifizieren sind, wurden Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen mit den übertragenen Vermögenswerten saldiert. Dadurch mindern sich die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen entsprechend.
Die Schuld aus der leistungsorientierten Verpflichtung setzt sich wie folgt zusammen.
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung | ||
| aus Pensionsplänen | 76,2 | 57,7 |
| aus ähnlichen Verpflichtungen | 5,1 | 3,7 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | 81,3 | 61,4 |
| zu Pensionsplänen | 2,4 | 1,4 |
| zu ähnlichen Verpflichtungen | 1,4 | 0,9 |
| 3,8 | 2,3 | |
| Schuld aus der leistungsorientierten Verpflichtung | ||
| aus Pensionsplänen | 73,8 | 56,3 |
| aus ähnlichen Verpflichtungen | 3,7 | 2,8 |
| 77,5 | 59,1 |
Die Kosten für leistungsorientierte Pläne setzen sich aus folgenden Komponenten zusammen:
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Laufender Dienstzeitaufwand | 3,5 | 3,1 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0,7 | 0,8 |
| Nettozinsaufwendungen | 2,0 | 1,8 |
| Erfolgswirksam erfasste Aufwendungen | 6,2 | 5,7 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen | 0,8 | 0,7 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus der Veränderung der finanziellen Annahmen | 15,4 | - 1,3 |
| Ertrag aus Planvermögen (ohne Beträge, die in den Nettozinsaufwendungen enthalten sind) | 0,1 | 0,1 |
| Erfolgsneutral erfasste Neubewertungen | 16,3 | - 0,5 |
| Kosten für leistungsorientierte Pläne | 22,5 | 5,2 |
Im Geschäftsjahr 2014 werden versicherungsmathematische Verluste in Höhe von 16,3 Mio. € (i.Vj. Gewinne in Höhe von 0,5 Mio. €) erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Insgesamt wurden bisher versicherungsmathematische Verluste in Höhe von 32,8 Mio. € (i.Vj. 16,5 Mio. €) erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Die folgende Tabelle zeigt die Überleitungsrechnung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO):
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung zum 1. Januar | 61,4 | 59,4 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 3,5 | 3,1 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 0,7 | 0,8 |
| Zinsaufwand | 2,1 | 1,9 |
| In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwendungen | 6,3 | 5,8 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen | 0,8 | 0,7 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus der Veränderung der finanziellen Annahmen | 15,4 | - 1,3 |
| In der Gesamtergebnisrechnung erfasste Neubewertungen | 16,2 | - 0,6 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | - 2,2 | - 3,2 |
| Umbuchungen | - 0,4 | - |
| Barwert der leistungsorientierte Verpflichtung zum 31. Dezember | 81,3 | 61,4 |
In der folgenden Tabelle ist die Überleitungsrechnung des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens dargestellt:
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 1. Januar | 2,3 | 2,3 |
| Zinsertrag | 0,1 | 0,1 |
| In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwendungen | 0,1 | 0,1 |
| Erträge aus Planvermögen (ohne Beträge, die in den Nettozinsaufwendungen enthalten sind) | - 0,1 | - 0,1 |
| In der Gesamtergebnisrechnung erfasste Neubewertungen | - 0,1 | - 0,1 |
| Beiträge des Arbeitgebers | 1,5 | - |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31. Dezember | 3,8 | 2,3 |
Die Biotest Gruppe erwartet für das Geschäftsjahr 2015 Zahlungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen in Höhe von insgesamt 3,4 Mio. € zu leisten.
Die folgenden Auszahlungen werden in den folgenden Jahren aus den bestehenden Pensionsverpflichtungen erwartet:
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| In den nächsten 12 Monaten | 3,4 | 3,3 |
| Zwischen 2 und 5 Jahren | 14,4 | 13,7 |
| Zwischen 5 und 10 Jahren | 20,0 | 18,8 |
| Nach 10 Jahren | 79,9 | 75,7 |
| Summe der erwarteten Auszahlungen | 117,7 | 111,5 |
Zum 31. Dezember 2014 beträgt die durchschnittlich gewichtete Laufzeit der leistungsorientierten Pensionspläne 26,9 Jahre (i.Vj. 27,8 Jahre).
Zum Bilanzstichtag war das Planvermögen in die folgenden Vermögenskategorien investiert:
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Rückdeckungsversicherungen | 1,0 | 0,1 |
| Zahlungsmittel | 2,8 | 2,2 |
| 3,8 | 2,3 |
Der Berechnung liegen folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:
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| in % | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Abzinsungssatz am 31. Dezember | 1,4-2,1 | 3,4 |
| Erwartete Rendite auf das Planvermögen | 2,1 | 3,4 |
| Steigerungsrate für Lohn und Gehalt | 3,4 | 3,4 |
| Rentensteigerungssatz | 2,0 | 2,0 |
| Fluktuationsrate | 0,0-6,9 | 0,0-6,8 |
Mit Ausnahme des Abzinsungssatzes basieren die versicherungsmathematischen Annahmen auf historischen Erfahrungswerten.
Gemäß IAS 19.145 sind bei der Sensitivitätsanalyse die Auswirkungen von möglichen Parameteränderungen der bei der Berechnung der Pensionsverbindlichkeiten zugrunde liegenden Annahmen darzustellen. Hierbei sind nur Änderungen zu betrachten, mit denen im folgenden Geschäftsjahr realistisch zu rechnen ist.
Als wesentliche Annahmen werden der Rechnungszinssatz, der Gehaltstrend, der Rententrend und die Lebenserwartung angesehen. Diese Parameter werden mit Angabe der Parameteränderungen und deren Ergebnisse der Barwertberechnung in der folgenden Übersicht zum 31. Dezember 2014 dargestellt
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| Parameter | Parameteränderung | Auswirkungen auf die Pensionsverpflichtung in Millionen € |
|---|---|---|
| Rechnungszinssatz | Erhöhung um 50 Basispunkte | - 5,2 |
| Rechnungszinssatz | Senkung um 50 Basispunkte | 5,8 |
| Gehaltstrend | Erhöhung um 50 Basispunkte | 1,2 |
| Gehaltstrend | Senkung um 50 Basispunkte | - 1,1 |
| Rententrend | Erhöhung um 100 Basispunkte | 7,6 |
| Rententrend | Senkung um 100 Basispunkte | - 6,4 |
| Lebenserwartung | Erhöhung um ein Jahr | 3,4 |
Im Geschäftsjahr wurden 7,7 Mio. € (i.Vj. 7,1 Mio. €) als Aufwand für beitragsorientierte Versorgungspläne erfasst.
Die Aufwendungen aus beitragsorientierten Pensionsplänen gliedern sich wie folgt auf:
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Beitragsorientierte Pläne des Unternehmens | 1,0 | 1,0 |
| Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung | 6,7 | 6,1 |
| 7,7 | 7,1 |
12 SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
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| in Millionen € | Personal- bezogene Rückstellungen |
Prozess- risiken |
Rückstellungen für Absatzverträge | Übrige | Gesamt | davon kurzfristig |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stand zum 31. Dezember 2013 | 13,7 | 2,5 | 4,3 | 9,4 | 29,9 | 24,5 |
| Zuführungen | 7,4 | 1,3 | 5,6 | 6,1 | 20,4 | |
| Inanspruchnahme | 10,1 | 1,1 | 3,0 | 3,4 | 17,6 | |
| Auflösungen | 1,4 | 0,4 | 0,6 | 1,3 | 3,7 | |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 0,4 | - | 0,1 | 0,4 | 0,9 | |
| Aufzinsung | - | - | - | - 0,1 | - 0,1 | |
| Stand zum 31. Dezember 2014 | 10,0 | 2,3 | 6,4 | 11,1 | 29,8 | 23,5 |
Die personalbezogenen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für Erfolgsbeteiligungen, das Long Term Incentive-Programm, Jubiläen, Abfindungen und Beiträge zur Berufsgenossenschaft. Die Rückstellungen aus dem Long Term Incentive-Programm werden in Kapitel F1 detailliert erläutert.
Die Rückstellungen für Prozessrisiken sind im Kapitel F11 noch einmal detailliert erläutert.
Die Rückstellungen für Absatzverträge beinhalten insbesondere Rückstellungen für ausstehende Boni, Rabatte und Gutschriften sowie Drohverlustrückstellungen.
Die übrigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für Garantien und ähnliche Sachverhalte.
In den Zuführungen des Geschäftsjahres 2014 sind im Wesentlichen Zuführungen zu Rückstellungen für die Erfolgsbeteiligungen der Mitarbeiter in Höhe von 5,0 Mio. € (i.Vj. 7,6 Mio. €), Rückstellungen für das Long Term Incentive-Programm in Höhe von 1,3 Mio. € (i.Vj. 2,7 Mio. €), Rückstellungen für Verpflichtungen aus F&E-Kooperationen in Höhe von 1,1 Mio. € (i.Vj. 2,4 Mio. €) sowie Rückstellungen wegen Prozessrisiken in Höhe von 1,3 Mio. € (i.Vj. 2,0 Mio. €) enthalten.
Die Auflösungen der sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen mit einem Betrag in Höhe von 0,6 Mio. € (i.Vj. 0,6 Mio. €) Rückstellungen für die Erfolgsbeteiligungen der Mitarbeiter, in Höhe von 0,3 Mio. € (i.Vj. 0,7 Mio. €) Rückstellungen für Abfindungen und in Höhe von 0,4 Mio. € (i.Vj. 0,1 Mio. €) Rückstellungen für sonstige Steuerrisiken.
13 FINANZVERBINDLICHKEITEN
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Langfristige Verbindlichkeiten | ||
| Schuldscheindarlehen | 213,6 | 208,5 |
| Unbesicherte nachrangige Darlehensverbindlichkeiten | 111,1 | 15,1 |
| Unbesicherte sonstige Darlehen | 1,1 | 2,6 |
| 325,8 | 226,2 | |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | ||
| Schuldscheindarlehen | 0,5 | 0,8 |
| Unbesicherte nachrangige Darlehensverbindlichkeiten | 3,8 | 3,5 |
| Unbesicherte sonstige Darlehen | 1,8 | 1,0 |
| 6,1 | 5,3 |
Den Kern der Finanzierung bildet zum Abschlussstichtag das im Oktober 2013 abgeschlossene Schuldscheindarlehen in Höhe von 210 Mio. €, das aus den folgenden Tranchen besteht:
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| Schuldscheindarlehen | Währung | Laufzeit | Verzinsung |
|---|---|---|---|
| Tranche 1 | EUR | 5 Jahre | fixer Zins |
| Tranche 2 | EUR | 5 Jahre | variabler Zins |
| Tranche 3 | USD | 5 Jahre | variabler Zins |
| Tranche 4 | EUR | 7 Jahre | fixer Zins |
| Tranche 5 | EUR | 7 Jahre | variabler Zins |
| Tranche 6 | EUR | 10 Jahre | fixer Zins |
Ein weiterer Bestandteil der Finanzierung bilden Darlehen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit einem Volumen von 115,6 Mio. € (i.Vj. 18,6 Mio. €). Im aktuellen Geschäftsjahr hat die Biotest Gruppe neue Energieeffizienzdarlehen der KfW im Volumen von 100,5 Mio. € aufgenommen. Diese haben eine Laufzeit von 10 Jahren und unterliegen einer fixen Verzinsung.
Der aus den Energieeffizienzdarlehen resultierende Zuwendungsbetrag in Höhe von 0,8 Mio. € wurde in den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen und wird über die Nutzungsdauer der Vermögenswerte aufgelöst.
Darüber hinaus hat die Biotest Gruppe vier Innovationsdarlehen in Höhe von insgesamt 20 Mio. € von der KfW zugesagt bekommen. Diese Darlehen waren zum Stichtag 31. Dezember 2014 nicht gezogen. Für die Ziehung müssen Entwicklungskosten in entsprechender Höhe nachgewiesen werden.
Von den zugesagten bilateralen Kreditlinien bleiben zum 31. Dezember 2014 118,2 Mio. € (i.Vj. 99,7 Mio. €) ungenutzt.
Informationen über die Absicherung der Währungskurs- und Zinsrisiken sind in Kapitel F4 Finanzrisikomanagement zu finden.
Die Konditionen und Tilgungsmodalitäten der Finanzverbindlichkeiten sowie ihre Fälligkeitsstruktur sind im Folgenden dargestellt:
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| 2014 (in Millionen €) | Gesamt | Restlaufzeit < 1 Jahr | Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre | Restlaufzeit> 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| Schuldscheindarlehen: | ||||
| Euro - fest zu 2,3 bis 3,8 % | 104,2 | 0,3 | 28,5 | 75,4 |
| Euro - variabel zu 1,2 % | 68,6 | 0,1 | 24,5 | 44,0 |
| USD - variabel zu 1,4 % | 41,3 | 0,1 | 41,2 | - |
| Sonstige Darlehen: | ||||
| USD - fest zu 1,2 bis 1,7 % | 2,7 | 1,6 | 1,1 | - |
| Euro - fest zu 6,0 % | 0,2 | 0,2 | - | - |
| Unbesicherte Darlehensverbindlichkeiten: | ||||
| Euro - fest zu 0,9 bis 3,8 % | 114,9 | 3,8 | 46,3 | 64,8 |
| 331,9 | 6,1 | 141,6 | 184,2 |
Die Konditionen und Tilgungsmodalitäten der Finanzverbindlichkeiten des Vorjahres sowie ihre Fälligkeitsstruktur gliedern sich wie folgt:
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| 2013 (in Millionen €) | Gesamt | Restlaufzeit < 1 Jahr | Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre | Restlaufzeit> 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| Schuldscheindarlehen: | ||||
| Euro - fest zu 2,3 bis 3,8 % | 104,2 | 0,5 | 28,5 | 75,2 |
| Euro - variabel zu 1,4 % | 68,7 | 0,2 | 24,5 | 44,0 |
| USD - variabel zu 1,6 % | 36,4 | 0,1 | 36,3 | - |
| Sonstige Darlehen: | ||||
| USD - fest zu 1,2 bis 1,7 % | 3,0 | 0,5 | 2,5 | - |
| Euro - fest zu 6,0 % | 0,5 | 0,4 | 0,1 | - |
| Euro - variabel zu 4,6 % | 0,1 | 0,1 | - | - |
| Unbesicherte Darlehensverbindlichkeiten: | ||||
| Euro - fest zu 3,0 bis 3,8 % | 18,6 | 3,5 | 9,2 | 5,9 |
| 231,5 | 5,3 | 101,1 | 125,1 |
Die Biotest Gruppe hat keine Mietverträge abgeschlossen, aus denen Eventualmietzahlungen resultieren könnten.
Für sämtliche zum Abschlussstichtag bestehende Darlehen wurden keine Sicherheiten gestellt und keine Finanzkennzahlen vereinbart.
14 SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Provisionsverbindlichkeiten | 24,8 | 15,6 |
| Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten | 2,6 | 0,5 |
| Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuern | 2,3 | 1,5 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen sozialer Sicherheit | 1,4 | 1,1 |
| Abgegrenzte Verbindlichkeiten | 1,3 | 3,0 |
| Erhaltene Anzahlungen | 1,3 | 1,5 |
| Rechnungsabgrenzungen | 0,8 | 1,0 |
| Verbindlichkeiten aus Lohnsteuern | 0,3 | 1,2 |
| Übrige Verbindlichkeiten | 0,4 | 1,3 |
| 35,2 | 26,7 |
In diesem Geschäftsjahr bestehen sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 2,5 Mio. € (i.Vj. 0,5 Mio. €) mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr.
15 VERBINDLICHKEITEN AUS UMSATZABGRENZUNG
Die Biotest Gruppe hat im Zusammenhang mit der Vereinbarung über die weltweite Entwicklung und Vermarktung des monoklonalen Antikörpers Tregalizumab (BT-061) mit AbbVie am Abschlussstichtag Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzungen in Höhe von 2,5 Mio. € (i.Vj. 9,4 Mio. €) bilanziert. Da sich die Vorauszahlung in Höhe von 85 Millionen US-Dollar, die in 2011 geflossen ist, im Wesentlichen auf noch durchzuführende Forschungsaktivitäten bezog, wurde der Großteil als Verbindlichkeit aus Umsatzabgrenzung bilanziert.
F. SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN
1 LONG TERM INCENTIVE-PROGRAMM
Die Biotest AG verfolgt eine an den Interessen der Aktionäre ausgerichtete Geschäftspolitik im Sinne des Shareholder Value-Prinzips, die die langfristige Wertsteigerung der Biotest Gruppe fördert. Die Gesellschaft hat deshalb in 2006 mit Zustimmung des Aufsichtsrats entschieden, ein Long Term Incentive-Programm (LTIP) einzuführen, das mit der Zustimmung des Aufsichtsrats jährlich fortgesetzt werden kann.
In 2009 wurde mit Zustimmung des Aufsichtsrats entschieden, das Long Term Incentive-Programm mit dem LTIP 2009 in 2009 fortzusetzen. In 2010, 2011, 2012, 2013 und 2014 wurde das in 2009 aufgesetzte LTIP um jeweils eine Tranche erweitert. Für das LTIP 2009 musste ein weiteres Eigeninvestment seitens der berechtigten Teilnehmer erbracht werden. Wie bereits in den vorherigen LTIPs kann das Eigeninvestment aus der ersten Tranche 2009 auf jede neue Tranche angerechnet werden.
Die Werte in der Darstellung der Tranchen 2012, 2013 und 2014 beziehen sich auf alle Mitarbeiter, die berechtigt sind, an dem Programm teilzunehmen
LONG TERM INCENTIVE-PROGRAMM 2009/ TRANCHE 2014 (LTIP 2014)
Das Programm begann am 15. Mai 2014 und läuft bis zum 31. Dezember 2016. Die Ausgestaltung der Tranche 2014 ist angelehnt an die vorherigen Tranchen und ist mit diesen fast identisch strukturiert.
Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Eigeninvestment des Teilnehmers durch den Kauf von Vorzugsaktien der Biotest AG. Das Eigeninvestment besteht aus der Addition von neu im Rahmen vom LTIP zu erwerbenden Vorzugsaktien ("Neuinvestment") und einer vom Neuinvestment abhängigen Anzahl von zusätzlich einzubringenden Vorzugsaktien ("Zusatzinvestment").
Um an dem LTIP 2014 teilzunehmen, ist jeder berechtigte Teilnehmer verpflichtet, als Zusatzinvestment 50 % der Anzahl der im Rahmen des Neuinvestments erworbenen Vorzugsaktien zusätzlich bereitzustellen. Die Berechtigten können Vorzugsaktien, die sie im Rahmen des LTIP 2010, des LTIP 2011, LTIP 2012 und/oder des LTIP 2013 erworben und/oder eingebracht haben, als Neuinvestment und/oder Zusatzinvestment für das LTIP 2014 einbringen. Ausschließlich das Neuinvestment fließt in die Berechnung der Incentive-Zahlung im Rahmen des LTIP 2014 ein.
Das gesamte Eigeninvestment in Vorzugsaktien ist mindestens solange im Depot zu halten, bis die Incentive-Zahlung geleistet wird. Bei den Teilnehmern der Tochtergesellschaft Biotest Pharmaceuticals Corporation ist aus rechtlichen Gründen, die speziell aus dem Recht der USA resultieren, ein Eigeninvestment nicht erforderlich, die Incentive-Zahlung wurde dabei um 15 % niedriger angesetzt als bei Berechtigten der Biotest AG.
Nach Ablauf des Programms erhält jeder Berechtigte nach der Hauptversammlung voraussichtlich im Mai 2017 eine Incentive-Zahlung in bar, die abhängig ist vom Neuinvestment, dem Fixgehalt zum 1. Oktober 2014 sowie der Erreichung zweier Erfolgsziele. Den Erfolgszielen sind Faktoren zugeordnet, die beide mit dem Neuinvestment multipliziert werden.
Die Höhe der Incentive-Zahlung berechnet sich nach folgender Formel:

Die Höhe der Erfolgsfaktoren ergibt sich daraus, in welchem Umfang das Unternehmen vereinbarte Erfolgsziele erreicht hat.
Das Erfolgsziel 1 umfasst die Entwicklung des Aktienkurses im Vergleich zu einem relevanten Vergleichsparameter. Hierzu wird die Performance der Vorzugsaktie der Biotest AG mit der Kursentwicklung der im Börsensegment SDAX gelisteten Aktien verglichen.
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| Position zur Benchmark (Aktien SDAX) | Erfolgsfaktor 1 |
|---|---|
| gleich oder besser als 3. Quartil und mindestens 15 % absolute Kurssteigerung auf den Vergleichsparameter | maximal 0,05 |
| gleich oder besser als 3. Quartil | 0,04 |
| gleich Median | 0,02 |
| gleich 1. Quartil oder mindestens 25 % absolute Kurssteigerung | 0,01 |
| schlechter als 1. Quartil und weniger als 25 % absolute Kurssteigerung | 0,00 |
Grundvoraussetzung für das Erfolgsziel 1 ist, dass im Geschäftsjahr 2016 ein Konzernergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) in Höhe von mindestens 15,0 Mio. € erreicht wird. Bleibt das EBIT im Jahr 2016 unter 15,0 Mio. €, ist der Faktor auf jeden Fall 0.
Das Erfolgsziel 2 bezieht sich auf die durchschnittlich erreichte EBIT-Marge auf Konzernebene in den Jahren 2014, 2015 und 2016. Hierzu wird aus den jährlichen EBIT-Margen die Summe gebildet und diese durch drei geteilt.
Auch der Erfolgsfaktor 2 ist an eine weitere Grundvoraussetzung geknüpft. Der Faktor wird nur wirksam, wenn sich der Kurs der Biotest-Vorzugsaktie während der Laufzeit besser entwickelt hat als das 1. Quartil der SDAX-Aktien beziehungsweise um mindestens 25 % absolut gestiegen ist. Die Berechnung erfolgt analog zum Erfolgsfaktor 1.
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| Durchschnittliche EBIT-Marge 2014 - 2016 | Erfolgsfaktor 2 |
|---|---|
| besser als 14,4 % | maximal 0,05 |
| gleich 13,5 % | 0,04 |
| gleich 12,25 % | 0,02 |
| gleich 11,95 % | 0,01 |
| unter 11,60 % | 0,00 |
Bei einer Zielerreichung zwischen den angegebenen Werten wird der jeweilige Faktor durch lineare interpolation bestimmt.
Sind beide Performance-Kriterien erfüllt, so werden nach Ablauf des Performance-Zeitraums mindestens 1 % und maximal 10 % des Jahresfixgehalts per 1. Oktober 2014 bei einem Neuinvestment von 100 Aktien ausgezahlt.
Inklusive der Vorstandsmitglieder nehmen 110 Personen der Biotest Gruppe mit einem Neuinvestment von insgesamt 26.269 Vorzugsaktien am Long Term Incentive-Programm 2014 teil. Den Mitarbeitern der Biotest Pharmaceuticals Corporation wurden 6.250 Vorzugsaktien virtuell zugeordnet.
Die Bewertung wurde mit Hilfe der Monte Carlo-Simulation durch externe Gutachter (Towers Watson, Frankfurt am Main) durchgeführt. In der Bewertung der Market Conditions sowie der Non-Market Conditions nach IFRS 2 "Aktienbasierte Vergütung" werden Bedingungen, die die Incentive-Zahlung beeinflussen, am Markt aber nicht zu beobachten sind, von den beobachtbaren Marktkonditionen getrennt. Die Ermittlung für die Market Conditions wird in einer Bewertung des Fair Value vorgenommen. Der Fair Value der Gewährung der Incentive-Zahlung bezüglich der Outperformance des SDAX beträgt zum 31. Dezember 2014 2,502 € pro 100 Vorzugsaktien und 100 € Fixum; zum Zeitpunkt der Gewährung am 15. Mai 2014 betrug der Fair Value 2,080 €. Die Berücksichtigung der Non-Market Conditions erfolgt durch Addition des Erfolgsfaktors 2, der auf Basis von Planungsrechnungen ermittelt wird. Die Summe der Faktoren ergibt zum 31. Dezember 2014 einen Wert von 2,502 %.
Alle nicht direkt beobachtbaren Marktparameter werden durch statistische Schätzungen ermittelt. Für die Schätzung der Volatilitäten werden historische Marktdaten für die Bewertung herangezogen. Der anzusetzende risikolose Marktzinssatz wird auf der Grundlage der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Parameter nach der Svensson-Methode ermittelt. Zur Ermittlung der Anzahl der voraussichtlich während des Zeitraums aus dem Programm ausscheidenden Personen wurde die Fluktuationsrate der begünstigten Mitarbeiter mit 4,0 % angenommen.
Als Rückstellung zum 31. Dezember 2014 wurde entsprechend der Verteilung über den Gesamtzeitraum bis zum 31. Dezember 2016 ein anteiliger Wert in Höhe von 0,3 Mio. € angesetzt, der auch dem Periodenaufwand in 2014 entspricht.
LONG TERM INCENTIVE-PROGRAMM 2009/ TRANCHEN 2013 (LTIP 2013) UND 2012 (LTIP 2012)
Das LTIP 2013 begann am 15. Mai 2013 und läuft bis zum 31. Dezember 2015, das LTIP 2012 begann am 1. Juni 2012 und läuft bis zum 31. Dezember 2014. Die Ausgestaltung der Tranchen 2013 und 2012 ist jeweils angelehnt an die Tranche 2009 und ist mit dieser identisch strukturiert. Die inhaltliche Beschreibung ist mit dem LTIP 2014 identisch. Die unterschiedlichen Parameter werden im Folgenden aufgeführt.
Der Erfolgsfaktor 1 des LTIP 2013 ist zum Erfolgsfaktor 1 des LTIP 2012 identisch und stellt sich wie folgt dar:
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| Position zur Benchmark (Aktien SDAX) | Erfolgsfaktor 1 |
|---|---|
| gleich oder besser als 3. Quartil und mindestens 15 % absolute Kurssteigerung auf den Vergleichsparameter | maximal 0,05 |
| gleich oder besser als 3. Quartil | 0,04 |
| gleich Median | 0,02 |
| gleich 1. Quartil oder mindestens 25 % absolute Kurssteigerung | 0,01 |
| schlechter als 1. Quartil und weniger als 25 % absolute Kurssteigerung | 0,00 |
Grundvoraussetzung für das Erfolgsziel 1 ist, dass im Geschäftsjahr 2015 bzw. 2014 ein Konzernergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) in Höhe von mindestens 15,0 Mio. € erreicht wird. Bleibt das EBIT im Jahr 2015 bzw. 2014 unter 15,0 Mio. €, ist der Faktor auf jeden Fall 0.
Auch der Erfolgsfaktor 2 ist an eine weitere Grundvoraussetzung geknüpft. Der Faktor wird nur wirksam, wenn sich der Kurs der Biotest-Vorzugsaktie während der Laufzeit besser entwickelt hat als das 1. Quartil der SDAX-Aktien. Die Berechnung erfolgt analog zum Erfolgsfaktor 1.
Für das LTIP 2013 gilt das Folgende:
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| Durchschnittliche EBIT-Marge 2013 - 2015 | Erfolgsfaktor 2 |
|---|---|
| besser als 13,4 % | maximal 0,05 |
| gleich 13,4 % | 0,04 |
| gleich 11,9 % | 0,02 |
| gleich 10,9 % | 0,01 |
| unter 10,15 % | 0,00 |
Für das LTIP 2012 gilt das Folgende:
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| Durchschnittliche EBIT-Marge 2012 - 2014 | Erfolgsfaktor 2 |
|---|---|
| besser als 13,1 % | maximal 0,05 |
| gleich 13,1 % | 0,04 |
| gleich 11,1 % | 0,02 |
| gleich 10,1 % | 0,01 |
| unter 9,6 % | 0,00 |
Inklusive der Vorstandsmitglieder nehmen 102 Personen der Biotest Gruppe mit einem Neuinvestment von insgesamt 24.099 Vorzugsaktien am Long Term Incentive-Programm 2013 teil. Den Mitarbeitern der Biotest Pharmaceuticals Corporation wurden 5.425 Vorzugsaktien virtuell zugeordnet.
Inklusive der Vorstandsmitglieder nehmen an dem LTIP 2012 93 Personen der Biotest Gruppe mit einem Neuinvestment von insgesamt 21.161 Vorzugsaktien am Long Term Incentive-Programm 2012 teil. Den Mitarbeitern der Biotest Pharmaceuticals Corporation wurden 5.375 Vorzugsaktien virtuell zugeordnet.
Im Geschäftsjahr 2014 sind zwölf Personen mit einem Neuinvestment bzw. virtuellem Investment von 2.340 Vorzugsaktien aus der Biotest Gruppe ausgeschieden. Daraus ergab sich ein Ertrag von 0,2 Mio. €.
Als Rückstellung zum 31. Dezember 2014 wurde für das LTIP 2013 entsprechend der Verteilung über den Gesamtzeitraum bis zum 31. Dezember 2015 ein anteiliger Wert in Höhe von 1,3 Mio. € angesetzt. Der Periodenaufwand für das LTIP 2013 beträgt in 2014 0,6 Mio. €. Dabei veränderte sich die Summe der Faktoren zum 31. Dezember 2014 von 5,62 % am 31. Dezember 2013 auf 4,28 %.
Als Rückstellung zum 31. Dezember 2014 wurde für das LTIP 2012 entsprechend der Verteilung über den Gesamtzeitraum bis zum 31. Dezember 2014 ein anteiliger Wert in Höhe von 2,2 Mio. € angesetzt. Der Periodenaufwand für das LTIP 2012 beträgt in 2014 0,5 Mio. €. Dabei veränderte sich die Summe der Faktoren zum 31. Dezember 2014 von 6,40 % am 31. Dezember 2013 auf 5,85 %.
LONG TERM INCENTIVE-PROGRAMM 2009/ TRANCHE 2011 (LTIP 2011)
Die Tranche 2011 des Long Term Incentive-Programms wurde im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2011 ausführlich beschrieben.
Für die Tranche 2011 kam es im Geschäftsjahr 2014 zu einer Auszahlung von 1,5 Mio. €.
WEITERE ALLGEMEINE ANGABEN ZUM LTIP
Der Anspruch auf eine Incentive-Zahlung verfällt bei dem Programm und allen Tranchen, wenn das Beschäftigungsverhältnis - gleich aus welchem Grunde - innerhalb der Biotest Gruppe endet (außer bei Ruhestand, Vorruhestand, Altersteilzeit, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit).
Der Teilnehmer erhält eine anteilige Incentive-Zahlung bei einem Kontrollwechsel, bei dem mindestens 30 % der Stimmrechte auf einen Aktionär übergehen, der vorher noch nicht über diese Stimmrechte verfügen konnte, bei Delisting vom amtlichen Markt, bei einer Verschmelzung oder einem Formwechsel der Obergesellschaft oder einem Ausscheiden des Unternehmens, in dem der Teilnehmer beschäftigt ist, aus dem Beteiligungskreis der Obergesellschaft
2 FINANZINSTRUMENTE
2.1 KLASSIFIKATION DER FINANZINSTRUMENTE
Die Biotest Gruppe klassifiziert die Finanzinstrumente entsprechend ihrer Bilanzierung. Die Unterscheidung basiert auf dem Wertansatz, dementsprechend werden die finanziellen Vermögenswerte und die finanziellen Verbindlichkeiten unterteilt in zu fortgeführten Anschaffungskosten und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie die Derivate bilden eine eigenständige Klasse.
In eine Klasse können verschiedene Bilanzposten einfließen. Die Biotest Gruppe klassifiziert die Finanzinstrumente wie folgt:
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| Klasse der Finanzinstrumente | Bilanzposten | Bewertungskategorie |
|---|---|---|
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | keine |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte Vermögenswerte | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | LaR |
| Sonstige Finanzanlagen | LaR | |
| Sonstige Vermögenswerte | LaR | |
| Zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Vermögenswerte | Sonstige Finanzanlagen | FAFVtPL |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte Verbindlichkeiten | Finanzverbindlichkeiten | FLAC |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | FLAC | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | FLAC | |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte Verbindlichkeiten | Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | keine |
| Derivate | Sonstige Vermögenswerte | FAHfT |
| Sonstige Verbindlichkeiten | FLHfT |
Die Bewertungskategorien nach IAS 39 werden wie folgt abgekürzt: Kredite und Forderungen / Loans and Receivables (LaR), bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen / Held to Maturity (HtM), zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte / Financial Assets at Fair Value through Profit and Loss (FAFVtPL), zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte / Financial Assets Held for Trading (FAHfT), zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten / Financial Liabilities Held for Trading (FLHfT) und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten / Financial Liabilities at Amortised Cost (FLAC).
Im Geschäftsjahr 2014 wurde wie im Vorjahr keine Reklassifizierung der Finanzinstrumente vorgenommen.
2.2 ÜBERLEITUNG BILANZPOSTEN ZU BEWERTUNGSKATEGORIEN SOWIE DEREN WERTANSÄTZE UND BEIZULEGENDE ZEITWERTE
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| in Millionen € | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bilanzposten | Bewertungs- kategorie nach IAS 39 |
Buchwert zum 31. Dezember 2014 | Fortgeführte Anschaffungs- kosten |
Anschaffungs- kosten |
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktiva | ||||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | LaR | 181,6 | 181,6 | - | - | - |
| Sonstige Vermögenswerte | ||||||
| Sonstige Forderungen | LaR | 68,5 | 68,5 | - | - | - |
| Sonstige Finanzanlagen | ||||||
| Schuldschein- darlehen | LaR | 5,0 | 5,0 | - | - | - |
| Rentenfonds | FAFVtPL | 0,2 | - | - | - | 0,2 |
| Passiva | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | FLAC | 55,5 | 55,5 | - | - | - |
| Finanzverbindlichkeiten | ||||||
| Unbesicherte Bankverbindlichkeiten | FLAC | 329,0 | 329,0 | - | - | - |
| Sonstige unbesicherte Darlehen | FLAC | 2,9 | 2,9 | - | - | - |
| Sonstige Verbindlichkeiten | ||||||
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten | FLAC | 31,7 | 31,7 | - | - | - |
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | FLHfT | 2,6 | - | - | - | 2,6 |
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| in Millionen € | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Bilanzposten | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 17 | Beizulegender Zeitwert zum 31. Dezember 2014 | Bewertungs- kategorie nach IAS 39 |
Buchwert zum 31. Dezember 2013 | Fortgeführte Anschaffungs- kosten |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktiva | |||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | - | 181,6 | LaR | 118,5 | 118,5 |
| Sonstige Vermögenswerte | |||||
| Sonstige Forderungen | - | 68,7 | LaR | 12,3 | 12,3 |
| Sonstige Finanzanlagen | - | ||||
| Schuldschein- darlehen | - | 5,0 | LaR | - | - |
| Rentenfonds | - | 0,2 | FAFVtPL | 0,2 | - |
| Passiva | |||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - | 55,5 | FLAC | 51,4 | 51,4 |
| Finanzverbindlichkeiten | |||||
| Unbesicherte Bankverbindlichkeiten | - | 337,9 | FLAC | 227,9 | 227,9 |
| Sonstige unbesicherte Darlehen | - | 3,1 | FLAC | 3,6 | 3,6 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | |||||
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten | - | 31,7 | FLAC | 26,2 | 26,2 |
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | - | 2,6 | FLHfT | 0,5 | - |
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| in Millionen € | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39 | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Bilanzposten | Anschaffungs- kosten |
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert | Erfolgs- wirksam zum beizulegenden Zeitwert |
Wertansatz in der Bilanz nach IAS 17 | Beizulegender Zeitwert zum 31. Dezember 2013 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktiva | |||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | - | - | - | - | 118,5 |
| Sonstige Vermögenswerte | |||||
| Sonstige Forderungen | - | - | - | - | 12,3 |
| Sonstige Finanzanlagen | |||||
| Schuldschein- darlehen | - | - | - | - | - |
| Rentenfonds | - | - | 0,2 | - | 0,2 |
| Passiva | |||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - | - | - | - | 51,4 |
| Finanzverbindlichkeiten | |||||
| Unbesicherte Bankverbindlichkeiten | - | - | - | - | 228,6 |
| Sonstige unbesicherte Darlehen | - | - | - | - | 3,6 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | |||||
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten | - | - | - | - | 26,2 |
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | 0,5 | - | 0,5 |
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit einem Buchwert in Höhe von 179,4 Mio. € (i.Vj. 204,4 Mio. €) sind in der obigen Tabelle nicht enthalten, da diese Finanzinstrumente keiner Bewertungskategorie von IAS 39 zugeordnet sind.
2.3 AGGREGATION DER BEWERTUNGSKATEGORIEN SAMT WERTANSÄTZEN UND BEIZULEGENDER ZEITWERTE
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| in Millionen € | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kategorien | Bewertungs- kategorie nach IAS 39 |
Buchwert zum 31. Dezember 2014 | Fortgeführte Anschaffungs- kosten |
Anschaffungs- kosten |
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kredite und Forderungen | LaR | 255,1 | 255,1 | - | - | - |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | FAFVtPL | 0,2 | - | - | - | 0,2 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | FLAC | 419,1 | 419,1 | - | - | - |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten | FLHfT | 2,6 | - | - | - | 2,6 |
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| in Millionen € | ||
|---|---|---|
| Kategorien | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 17 | Beizulegender Zeitwert zum 31. Dezember 2014 |
| --- | --- | --- |
| Kredite und Forderungen | - | 255,3 |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | - | 0,2 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | - | 428,2 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten | - | 2,6 |
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| in Millionen € | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kategorien | Bewertungs- kategorie nach IAS 39 |
Buchwert zum 31. Dezember 2013 | Fortgeführte Anschaffungs- kosten |
Anschaffungs- kosten |
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kredite und Forderungen | LaR | 130,8 | 130,8 | - | - | - |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | FAFVtPL | 0,2 | - | - | - | 0,2 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | FLAC | 309,1 | 309,1 | - | - | - |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten | FLHfT | 0,5 | - | - | - | 0,5 |
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| in Millionen € | ||
|---|---|---|
| Kategorien | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 17 | Beizulegender Zeitwert zum 31. Dezember 2013 |
| --- | --- | --- |
| Kredite und Forderungen | - | 130,8 |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | - | 0,2 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | - | 309,8 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten | - | 0,5 |
2.4 NETTOERGEBNISSE NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN
Im Folgenden ist das Nettoergebnis nach Bewertungskategorien für das Geschäftsjahr 2014 dargestellt:
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| in Millionen € | aus der Folgebewertung | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kategorien | aus Zinsen | zum beizulegen- den Zeitwert | Währungs- umrechnung |
Wert- berichtigung |
aus Abgang | Nettoergebnis 2014 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kredite und Forderungen | - 0,2 | 3,6 | 0,6 | - 0,1 | - | 3,9 |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen | - | - | - | - | - | |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | - | - | - | - | - | - |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte | - | - | - | - | - | - |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten | - | - 2,5 | - | - | - | - 2,5 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | - 5,6 | - 0,8 | - 0,2 | - | - | - 6,6 |
| Gesamt | - 5,8 | 0,3 | 0,4 | - 0,1 | - | - 5,2 |
Im Folgenden ist das Nettoergebnis nach Bewertungskategorien für das Vorjahr dargestellt:
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| in Millionen € | aus der Folgebewertung | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kategorien | aus Zinsen | zum beizulegen- den Zeitwert | Währungs- umrechnung |
Wert- berichtigung |
aus Abgang | Nettoergebnis 2013 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kredite und Forderungen | 0,3 | - | - 1,0 | - 1,8 | - | - 2,5 |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen | - | - | - | - | - | |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | - | - | - | - | - | - |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte | - | - | - | - | - | - |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten | - | - 0,4 | - | - | - | - 0,4 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | - 2,6 | - | 0,3 | - | - | - 2,3 |
| Gesamt | - 2,3 | - 0,4 | - 0,7 | - 1,8 | - | - 5,2 |
Alle Komponenten des Nettoergebnisses werden in den sonstigen Finanzaufwendungen beziehungsweise sonstigen Finanzerträgen erfasst. Ausnahme hierbei sind die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, diese werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
In dem Ergebnis aus der Folgebewertung der Finanzinstrumente, die der Bewertungskategorie zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zugeordnet sind, ist ein Verlust in Höhe von 2,5 Mio. € (i.Vj. ein Verlust in Höhe von 0,4 Mio. €) enthalten, der sowohl Zins- als auch Währungseffekte beinhaltet.
2.5 CASHFLOW IN ZEITBÄNDERN
Aus den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich vereinbarten, undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente mit positivem und negativem beizulegenden Zeitwert ersichtlich. Die zweite Tabelle enthält die Vergleichswerte für den Cashflow in Zeitbändern aus Sicht des vorigen Geschäftsjahres.
In dieser Darstellung werden alle Instrumente, die am Bilanzstichtag im Bestand sind und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart sind, einbezogen. Planzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten gehen nicht ein. Fremdwährungsbeträge werden jeweils mit dem entsprechenden Stichtagskurs umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten werden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem 31. Dezember 2014 gefixten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet.
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| in Millionen € | Cashflow in 2015 | Cashflow in 2016 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bilanzposten | Buchwert per 31. Dezember 2014 | fixierte Zinsen | variable Zinsen | Tilgung | fixierte Zinsen | variable Zinsen |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 329,0 | - 4,3 | - 1,8 | - 4,3 | - 4,4 | - 1,8 |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | - 2,9 | - | - | - 1,8 | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - 55,5 | - | - | - 55,5 | - | - |
| Sonstige Verbindlichkeiten | - 32,5 | - | - | - 31,7 | - | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | - 0,8 | - | - | - 0,8 | - | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - 1,8 | - 0,4 | - | - | - 0,4 | - |
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| in Millionen € | Cashflow in 2016 | Cashflow in 2017 | Cashflow in 2018 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bilanzposten | Tilgung | fixierte Zinsen | variable Zinsen | Tilgung | fixierte Zinsen | variable Zinsen |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 4,9 | - 4,3 | - 1,8 | - 13,8 | - 4,2 | -1,8 |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | - 1,2 | - | - | - | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - | - | - | - | - | - |
| Sonstige Verbindlichkeiten | - | - | - | - | - | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - | - | - | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - 0,4 | - | - | - 0,4 | - |
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| in Millionen € | Cashflow in 2019 | |||
|---|---|---|---|---|
| Bilanzposten | Tilgung | fixierte Zinsen | variable Zinsen | Tilgung |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 108,0 | - 3,4 | - 0,7 | - 13,8 |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | - | - | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - | - | - | - |
| Sonstige Verbindlichkeiten | - | - | - | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - 0,1 | - | - |
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| in Millionen € | Cashflow nach 2019 | ||
|---|---|---|---|
| Bilanzposten | fixierte Zinsen | variable Zinsen | Tilgung |
| --- | --- | --- | --- |
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | |||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 5,8 | - 0,7 | - 185,6 |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | - | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - | - | - |
| Sonstige Verbindlichkeiten | - | - | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | |||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - 0,1 | - | - |
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| in Millionen € | Cashflow in 2014 | Cashflow in 2015 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bilanzposten | Buchwert per 31. Dezember 2013 | fixierte Zinsen | variable Zinsen | Tilgung | fixierte Zinsen | variable Zinsen |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 227,9 | - 3,7 | - 1,7 | - 4,3 | - 3,6 | - 1,7 |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | - 3,6 | - | - | - 1,0 | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - 51,4 | - | - | - 51,4 | - | - |
| Sonstige Verbindlichkeiten | - 26,2 | - | - | - 26,2 | - | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - 0,5 | - 0,3 | - | - | - 0,3 | - |
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| in Millionen € | Cashflow in 2015 | Cashflow in 2016 | Cashflow in 2017 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bilanzposten | Tilgung | fixierte Zinsen | variable Zinsen | Tilgung | fixierte Zinsen | variable Zinsen |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 3,8 | - 3,4 | - 1,7 | - 3,0 | - 3,4 | -1,7 |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | - 1,5 | - | - | - 1,1 | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - | - | - | - | - | - |
| Sonstige Verbindlichkeiten | - | - | - | - | - | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - 0,2 | - | - | - | - |
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| in Millionen € | Cashflow in 2017 | Cashflow in 2018 | Cashflow in 2018 | |
|---|---|---|---|---|
| Bilanzposten | Tilgung | fixierte Zinsen | variable Zinsen | Tilgung |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 1,3 | - 3,3 | - 1,7 | - 90,5 |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | - | - | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - | - | - | - |
| Sonstige Verbindlichkeiten | - | - | - | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | 0,1 | - |
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| in Millionen € | Cashflow nach 2018 | ||
|---|---|---|---|
| Bilanzposten | fixierte Zinsen | variable Zinsen | Tilgung |
| --- | --- | --- | --- |
| originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | |||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 7,5 | - 1,4 | - 125,9 |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | - | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - | - | - |
| Sonstige Verbindlichkeiten | - | - | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | |||
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - | 0,2 | - |
3 FAIR VALUE ERMITTLUNG
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen haben überwiegend Restlaufzeiten von unter einem Jahr. Aus diesem Grund entsprechen die Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten. Wertberichtigte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind ausschließlich hinsichtlich der Beurteilung des Ausfall-/Kreditrisikos Level 3 zuzuordnen, da die Inputfaktoren wesentlich auf internen Einschätzungen hinsichtlich der Realisierbarkeit der jeweiligen Forderungen beruhen. Diese sind teilweise auf Klassifizierungen hinsichtlich des Alters der Forderung ("Aging"), der Herkunft des Schuldners ("Länderrisiken") bzw. einer Kombination aus den Faktoren zurückzuführen. Diese werden aus historischen Erfahrungswerten abgeleitet. Teilweise basieren die Einschätzungen auch auf individuellen Faktoren, wie z. B. die Kenntnis einer Insolvenz des betroffenen Kunden. Die Wertberichtigungsquote schwankt je nach Cluster zwischen 20 % und 100 %.
Bei sonstigen langfristigen Forderungen sowie bei Finanzinvestitionen, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden und die somit Restlaufzeiten von über einem Jahr aufweisen, entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Barwerten der mit den Vermögenswerten verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Zinsparameter, welche markt- und partnerbezogene Veränderungen der Konditionen und Erwartungen reflektieren.
Für die finanziellen Vermögenswerte in den sonstigen Vermögenswerten, die zum beizuliegenden Zeitwert bewertet sind, sind keine Marktpreise direkt beobachtbar. Die Bewertungen dieser Positionen erfolgen auf Basis von beobachtbaren Marktinformationen am Emissionszeitpunkt und Standard-Zinskurven. Die Zuordnung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt in der Hierarchiestufe 2.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten weisen regelmäßig Restlaufzeiten von unter einem Jahr auf. Daher stellen auch hier die Buchwerte näherungsweise die entsprechenden beizulegenden Zeitwerte dar.
Die beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve sowie der nach den einzelnen Währungen betrachteten Credit-Spread-Kurve bestimmt. Die Zuordnung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt in der Hierarchiestufe 2.
Zum 31. Dezember 2014 hat die Biotest Gruppe keine wesentliche als zur Veräußerung verfügbar kategorisierte Beteiligung im Bestand.
Bei den derivativen finanziellen Vermögenswerten bzw. Verbindlichkeiten (Zinsswaps und Devisengeschäften) wird eine Mark-to-Market-Bewertung auf Basis notierter Devisenkurse und am Markt erhältlicher Zinsstrukturkurven vorgenommen. Die Zuordnung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt in der Hierarchiestufe 2.
Die Zuordnung des beizulegenden Zeitwerts der Rentenfonds erfolgt in der Hierarchiestufe 1.
4 FINANZRISIKOMANAGEMENT
Biotest ist im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und den bestehenden internationalen Liefer- und Leistungsbeziehungen Währungs- und Zinsrisiken ausgesetzt.
Biotest nutzt derivative Finanzinstrumente zur Sicherung von Währungspositionen, um durch Wechselkursschwankungen bedingte Risiken zu minimieren. Darüber hinaus hat Biotest auch während des Geschäftsjahres Finanzinstrumente zur Zinssicherung eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente sind grundsätzlich dem Risiko sich ändernder Marktpreise ausgesetzt.
Biotest erfüllt die formalen Voraussetzungen nach IAS 39 für ein Hedge Accounting nicht vollumfänglich. Folglich wurden alle Gewinne und Verluste aus den Marktbewertungen der zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken eingesetzten derivativen Finanzinstrumente ergebniswirksam berücksichtigt.
Die Bilanzierung der Finanzinstrumente erfolgt mit dem Abschluss der entsprechenden Verträge. Die Finanzinstrumente werden ursprünglich zu Anschaffungskosten bilanziert und zum Bilanzstichtag zu den jeweiligen aktuellen Marktwerten bewertet. Die Ausbuchung der Finanzinstrumente erfolgt, wenn die aus dem Vertrag resultierenden Verpflichtungen beider Parteien erfüllt wurden oder bei Glattstellung des Instruments.
Der Ausweis der Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente erfolgt in der Bilanz unter den sonstigen Vermögenswerten beziehungsweise unter den sonstigen Verbindlichkeiten. Zum 31. Dezember 2014 sind 0,0 Mio. € (i.Vj. 0,0 Mio. €) unter den sonstigen Vermögenswerten und 2,6 Mio. € (i.Vj. 0,5 Mio. €) unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
KREDITRISIKEN
Das Kreditrisiko stellt das finanzielle Risiko dar, dass ein Vertragspartner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Durch ein fortlaufendes Forderungsmanagement wird dem Forderungsausfallrisiko begegnet. Die Bonität der Kunden wird bewertet, woraufhin das Zahlungsziel und die weiteren Konditionen festgelegt werden. Darüber hinaus werden Teile der Inlands- und ausgewählte Auslandsforderungen an Factoringunternehmen beziehungsweise Banken verkauft.
Länder mit einem Forderungsanteil von mehr als 10 % am Gesamtforderungswert sind der Iran und Saudi-Arabien. Für die Forderungen gegen Kunden in diesen Ländern wurden, wie im Vorjahr, keine Wertberichtigungen gebildet.
Für bestimmte Kunden in ausgewählten Ländern bestehen Kreditversicherungen mit verschiedenen Gesellschaften. Der im Rahmen der bestehenden Kreditversicherungen vereinbarte Selbstbehalt beläuft sich auf bis zu 10 %.
Mögliche Ausfallrisiken für originäre Finanzinstrumente sind durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.
Für die Darstellung des maximalen Ausfallrisikos der finanziellen Vermögenswerte wird der jeweilige Buchwert als Äquivalent für das maximale Ausfallrisiko herangezogen.
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 181,6 | 118,5 |
| Sonstige Vermögenswerte | 68,5 | 12,3 |
| Sonstige Finanzanlagen | 5,2 | 0,2 |
MARKTRISIKEN
Marktpreisrisiken resultieren aus der Veränderung von Marktpreisen. Diese führen dazu, dass der beizulegende Zeitwert oder die künftigen Cashflows der Finanzinstrumente schwanken. Marktrisiken umfassen Währungsrisiken, Zinsrisiken und andere Preisrisiken.
WÄHRUNGSRISIKEN
Die Biotest Gruppe ist Währungsrisiken, die hauptsächlich aufgrund eines Ungleichgewichts der weltweiten Cashflows entstehen, ausgesetzt. Dieses Ungleichgewicht resultiert primär aus höheren Verkäufen in USD, denen geringere Einkäufe in USD gegenüberstehen. Gegen identifizierbare zukünftige Währungsrisiken schützt sich die Biotest Gruppe grundsätzlich, wenn sie sich diesen ausgesetzt sieht. Des Weiteren sichert sich die Biotest Gruppe selektiv gegen Risiken in der Bilanz ab. Die Biotest Gruppe nutzt Möglichkeiten zum natürlichen Ausgleich von Währungsrisiken sowie Devisentermingeschäfte für das Management von Währungsrisiken.
Die Biotest Gruppe hat in den für den Konzern wesentlichen Fremdwährungen folgende Fremdwährungspositionen
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| Fremdwährungsrisiko | USD | GBP | ||
|---|---|---|---|---|
| in Millionen € | 2014 | 2013 | 2014 | 2013 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Barreserve | 9,8 | 7,2 | 0,3 | 0,7 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 76,4 | 37,2 | 2,2 | 1,0 |
| sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte | 4,5 | 3,4 | 0,1 | 0,1 |
| sonstige derivative finanzielle Vermögenswerte | - | - | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - 16,9 | - 10,4 | - 0,2 | - 0,1 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 44,0 | - 39,3 | - | - |
| sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten | - 12,3 | - 7,3 | - | - |
| sonstige derivative finanzielle Verbindlichkeiten | - 0,4 | - | - | - |
| Nettodarstellung | 17,1 | -9,2 | 2,4 | 1,7 |
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| Fremdwährungsrisiko | HUF | RUB | ||
|---|---|---|---|---|
| in Millionen € | 2014 | 2013 | 2014 | 2013 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Barreserve | 0,4 | 1,1 | 0,6 | 0,3 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 2,4 | 1,9 | 2,1 | 4,6 |
| sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte | 0,7 | 0,3 | - | - |
| sonstige derivative finanzielle Vermögenswerte | - | - | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - 0,2 | - | - | - |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - | - | - | - |
| sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten | - 0,4 | - 0,5 | - | - |
| sonstige derivative finanzielle Verbindlichkeiten | - | - | - 0,4 | - |
| Nettodarstellung | 2,9 | 2,8 | 2,3 | 4,9 |
Zum Stichtag bestanden folgende Devisentermingeschäfte zum Verkauf von USD und RUB:
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| in Millionen € | Nominalvolumen | Marktwerte | ||
|---|---|---|---|---|
| 2014 | 2013 | 2014 | 2013 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Devisentermingeschäfte | 17,7 | - | - 0,8 | - |
Die wesentlichen Wechselkurse während der Berichtsperiode sind im Kapitel B3 dargestellt.
ZINSRISIKEN
Durch die Veränderung der Zinsstrukturkurve ändert sich der Barwert der Zahlungsströme infolge eines sich ändernden Diskontierungssatzes. Die Barwertänderung kann zum einen bei den einzelnen Finanzinstrumenten aufgrund einer Verschiebung der risikolosen Zinskurve (Swapkurve) und zum anderen aufgrund einer Veränderung der in die Finanzinstrumente eingepreisten Bonitätsaufschläge (Spreadrisiken) entstehen.
Aufgrund der bestehenden Darlehensbeziehungen (siehe auch Ausführungen in Kapitel E13 Finanzverbindlichkeiten) ist die Biotest Gruppe Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Zur Minimierung dieser Risiken wurden Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen.
im Geschäftsjahr 2014 bestanden folgende Zinssicherungsgeschäfte:
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| in Millionen € | Nominalvolumen | Marktwerte | ||
|---|---|---|---|---|
| 2014 | 2013 | 2014 | 2013 | |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Zinsswaps | 30,0 | 30,0 | - 1,8 | - 0,5 |
Die Zinssicherungsgeschäfte haben eine Laufzeit bis zum 10. September 2018 bzw. 23. September 2020 und einen festen Zinssatz von 1,45 % bzw. 1,8175 %. im Vorjahr bestanden zum Stichtag diese Zinssicherungsgeschäfte ebenfalls.
Das Nominalvolumen ist die Summe aller Kauf- und Verkaufsbeträge derivativer Finanzgeschäfte. Die Marktwerte der Zinssicherungsgeschäfte werden von den jeweiligen beauftragten Banken ermittelt. Sie ergeben sich aus der Bewertung der ausstehenden Positionen zu Marktpreisen ohne Berücksichtigung gegenläufiger Wertentwicklungen aus den Grundgeschäften. Sie entsprechen den Aufwendungen beziehungsweise Erträgen bei einer Glattstellung der Derivatkontrakte zum Bilanzstichtag.
LIQUIDITATSRISIKEN
Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, dass ein Unternehmen seine eigenen finanziellen Verpflichtungen nicht in ausreichendem Maße erfüllen kann. Durch finanzielle Engpässe können sich die Finanzierungskosten erhöhen.
Die Biotest Gruppe steuert ihre Liquidität, indem sie neben dem Zahlungsmittelzufluss aus dem operativen Geschäft in ausreichendem Umfang liquide Mittel vorhält und Kreditlinien bei Banken unterhält.
Zum 31. Dezember 2014 hatte die Biotest Gruppe folgende vertraglich vereinbarte Kreditlinien:
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| in Millionen € | 2014 | 2013 |
|---|---|---|
| In Anspruch genommene Kredite | 331,9 | 231,5 |
| Nicht in Anspruch genommene Kreditlinien | 138,2 | 99,7 |
Das zentrale Treasury wird von den einzelnen Unternehmensbereichen mit Informationen versorgt, so dass ein Liquiditätsprofil erstellt werden kann. Einbezogen werden hierbei sämtliche finanzielle Vermögenswerte, finanzielle Verbindlichkeiten und erwartete Zahlungsströme aus geplanten Transaktionen.
Eine Fälligkeitsübersicht, die zeigt, wie die Cashflows der Verbindlichkeiten per 31. Dezember 2014 die Liquiditätssituation der Biotest Gruppe beeinflussen, ist in Kapitel F2.5 dargestellt.
Die vorgehaltene Liquidität, kurz- und langfristige Kreditlinien sowie die Möglichkeit, durch Verbriefungen von Forderungen Mittelzuflüsse zu generieren, geben der Biotest Gruppe eine ausreichende Flexibilität, um den Refinanzierungsbedarf des Konzerns zu decken. Aufgrund der Diversifizierung der Finanzierungsquellen wie auch der liquiden Mittel unterliegt die Biotest Gruppe keinem Konzentrationsrisiko im Bereich der Liquidität.
5 SENSITIVITÄTSANALYSE GEMÄSS IFRS 7.40
Die Biotest Gruppe ist Marktrisiken, bestehend aus Währungsrisiken und Zinsrisiken, ausgesetzt.
Durch eine Anwendung von Sensitivitätsanalysen wird für jede Risikoart ermittelt, welche Auswirkungen eine Änderung der jeweiligen Risikovariablen auf die Gewinne und Verluste sowie auf das Eigenkapital zum Bilanzstichtag nehmen würde.
WAHRUNGSRISIKEN
Für die Analyse der Währungsrisiken wird für bestimmte Fremdwährungen mit für die Biotest Gruppe signifikantem Risiko eine Sensitivitätsanalyse berechnet. Hierbei werden die folgenden wesentlichen Währungen betrachtet: USD und RUB.
Wenn der Euro gegenüber sämtlichen Währungen zum 31. Dezember 2014 um 10 % aufgewertet gewesen wäre, wäre das Finanzergebnis um 1,4 Mio. € höher (i.Vj. 0,6 Mio. € höher) gewesen.
Wenn der Euro gegenüber sämtlichen Währungen zum 31. Dezember 2014 um 10 % abgewertet gewesen wäre, wäre das Finanzergebnis um 1,3 Mio. € niedriger (i.Vj. 0,7 Mio. € niedriger) gewesen.
Die hypothetische Ergebnisauswirkung von 1,4 Mio. € beziehungsweise - 1,3 Mio. € ergibt sich im Einzelnen aus den Währungssensitivitäten:
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| in Millionen € | Aufwertung des EUR um 10 % |
Abwertung des EUR um 10 % |
|---|---|---|
| EUR zu USD | 1,4 | - 1,4 |
| EUR zu RUB | - | 0,1 |
| 1,4 | - 1,3 |
Zu beachten ist, dass in der Sensitivitätsanalyse nach IFRS 7 nur das Wechselkursrisiko bezogen auf finanzielle Vermögenswerte und Schulden, nicht aber das Translationsrisiko berücksichtigt wird. Unter Berücksichtigung des Translationsrisikos würden sich entsprechend andere Auswirkungen ergeben
ZINSRISIKEN
Für das Zinsrisiko wird durch eine Sensitivitätsanalyse der Effekt einer Änderung der Marktzinssätze auf die Zinserträge und -aufwendungen, andere Ergebnisteile sowie gegebenenfalls auf das Eigenkapital dargestellt.
Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Demnach unterliegen alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7.
Marktzinssatzänderungen von Zinsderivaten (Zinsswaps, Zins-/ Währungsswaps und Zinscaps), die nicht in eine Sicherungsbeziehung nach IAS 39 eingebunden sind, haben Auswirkungen auf das sonstige Finanzergebnis (Bewertungsergebnis aus der Anpassung der finanziellen Vermögenswerte an den beizulegenden Zeitwert) und werden daher bei den ergebnisbezogenen Sensitivitätsberechnungen berücksichtigt.
Währungsderivate und deren Wertänderungen aufgrund von Zinsänderungen wurden für die Berechnung der Zinssensitivitäten nicht berücksichtigt.
Die Sensitivitätsanalyse bezieht sich auf den Nettoeffekt von zinstragenden Verbindlichkeiten und Bankbeständen. Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2014 um 100 Basispunkte höher gewesen wäre, wäre der Fair Value der Finanzinstrumente um 1,3 Mio. € (i.Vj. 1,5 Mio. €) höher gewesen. Die hypothetische Ergebnisauswirkung von 2,0 Mio. € (i.Vj. 2,5 Mio. €) ergibt sich aus den potenziellen Effekten aus Zinsderivaten von 1,3 Mio. € (i.Vj. 1,5 Mio. €) und originären finanziellen Verbindlichkeiten von 0,7 Mio. € (i.Vj. 1,0 Mio. €).
Vor dem Hintergrund der zum Bilanzstichtag sehr niedrigen Referenzzinssätze wird aus Geringfügigkeitsgründen auf eine Sensitivitätsanalyse bei Abweichung des Markzinsniveaus nach unten verzichtet.
Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2014 um 100 Basispunkte höher beziehungsweise um 0 Basispunkte niedriger gewesen wäre, wäre das Eigenkapital unverändert geblieben.
MARKTRISIKEN
Die Angaben zur Sensitivitätsanalyse gemäß IFRS 7.40b umfassen sowohl das Fair Value Risiko als auch das Cash Flow Risiko. Da diese Werte in den Rechenmodellen simultan ermittelt werden, können keine differenzierten spezifischen Angaben zu den einzelnen Werten gemacht werden.
SONSTIGE RISIKEN
IFRS 7 verlangt im Rahmen der Darstellung zu Marktrisiken auch Angaben darüber, wie sich hypothetische Änderungen von Risikovariablen auf Preise von Finanzinstrumenten auswirken. Als Risikovariablen kommen insbesondere Börsenkurse oder Indizes in Frage.
Die Sonstigen Preisrisiken haben keinen wesentlichen Einfluss auf die Preise von Finanzinstrumenten der Biotest Gruppe.
6 KAPITALMANAGEMENT
Die primäre Zielsetzung für das Kapitalmanagement besteht darin, ein für Kapitalgeber attraktives Rating im Allgemeinen zu sichern und Kapitalrelationen einzuhalten, die die strategische Geschäftsentwicklung der Biotest Gruppe absichern.
Das Eigenkapital der Biotest Gruppe, das im Fokus der Optimierung der Kapitalstruktur steht, ist das in der Bilanz ausgewiesene Eigenkapital, das den Eigentümern der Biotest AG als Mutterunternehmen zuzuordnen ist. Das Stammkapital besteht aus 6,6 Mio. Stück stimmberechtigten Stammaktien und 6,6 Mio. Stück stimmrechtslosen Vorzugsaktien. Minderheitsanteile am Eigenkapital spielen beim Kapitalmanagement aufgrund des geringen Volumens nur noch eine untergeordnete Rolle.
Die Basis für die Analyse des strategischen Kapitalmanagements bilden Rechnungen zur langfristigen Unternehmensplanung, aus denen die entsprechenden zukünftigen Wertgrößen und Kennzahlen abgeleitet werden. im kurzfristigen Bereich liefert die Budget-Planung für das Folgejahr die Basis für die Kennzahlen.
In der strategischen Ausrichtung verfolgt die Biotest Gruppe das Ziel, eine Eigenkapitalquote von mindestens 40 % zu halten. Die Eigenkapitalquote der Biotest Gruppe beträgt zum 31. Dezember 2014 46,5 % (i.Vj. 52,0 %). Daneben werden sowohl langfristig als auch quartalsweise spezielle Finanzkennzahlen zur Analyse und Steuerung herangezogen. Hier ist als wesentliche Kennzahl der Verschuldungsfaktor als Verhältnis der Nettoschulden zum EBITDA zu nennen.
Im Geschäftsjahr 2014 wurden keine grundsätzlichen Veränderungen bei der Zielsetzung oder den Prozessen für das Management des Kapitals vorgenommen. Für das erforderliche Controlling des Projekts Biotest Next Level und der hierfür erforderlichen Finanzmittel wurden eine adäquate Organisationsstruktur sowie definierte Ablauf- und Kontrollprozesse implementiert.
Die Biotest Gruppe hat unterschiedliche Maßnahmenmöglichkeiten, um die Ziele des Kapitalmanagements zu erreichen. Diese bestehen aus Kapitalerhöhungen durch die Ausgabe neuer Aktien mit und ohne Bezugsrecht, aus Dividendenpolitik und aus dem Rückkauf von Aktien. Die Optimierung der Kapitalstruktur wird ebenfalls durch die Reduzierung von Schulden und durch ein aktives Working-Capital-Management unterstützt.
Im Juni 2013 hat die Biotest AG eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Die maximal mögliche Anzahl von 1.461.909 neuen Vorzugsaktien wurde zum Preis von 52 € pro Aktie entweder von den bisherigen Aktionären durch Ausnutzung der Bezugsrechte bezogen oder bei institutionellen Investoren platziert. Es wurden neue auf den Inhaber lautende Vorzugsaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 2,56 € je Aktie ausgegeben. Damit wurde ein Bruttoemissionserlös von 76 Mio. € erzielt.
Im Geschäftsjahr 2013 hat die Biotest AG Schuldscheindarlehen im Volumen von 210 Mio. € Gegenwert am Kapitalmarkt platziert. Es wurden EUR-Tranchen mit Laufzeiten von 5, 7 und 10 Jahren sowie eine USD-Tranche mit einer Laufzeit von 5 Jahren gezeichnet. Die Tranchen mit 5 und 7 Jahren Laufzeit haben fixe und variable Zinsen. Die Tranche mit 10 Jahren Laufzeit hat einen fixen Zinscoupon.
Im aktuellen Geschäftsjahr hat die Biotest Gruppe im Rahmen des Energieeffizienzprogramms der KfW Kredite im Volumen von 100,5 Mio. € aufgenommen. Diese haben eine Laufzeit von 10 Jahren, davon zwei tilgungsfreie Jahre und unterliegen einer fixen Verzinsung.
Die Erlöse aus den Schuldscheindarlehen, der Kapitalerhöhung und den Darlehen des Energieeffizienzprogramms dienen insbesondere dem Ausbau des Standortes in Dreieich und darüber hinaus der allgemeinen Unternehmensfinanzierung
7 EVENTUALFORDERUNGEN UND EVENTUALVERPFLICHTUNGEN
Eine Eventualforderung ist ein möglicher Vermögenswert, der aus vergangenen Ereignissen resultiert und dessen Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse erst noch bestätigt wird, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Unternehmens stehen.
Eventualverpflichtungen sind mögliche Verpflichtungen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Unternehmens stehen, erst noch bestätigt werden muss. Eventualverpflichtungen können auch aus gegenwärtigen Verpflichtungen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren, beruhen, die jedoch nicht erfasst sind, entweder weil der Ressourcenabfluss samt wirtschaftlichen Nutzeneinbußen nicht wahrscheinlich ist oder die Höhe der Verpflichtung nicht ausreichend verlässlich geschätzt werden kann.
Die Biotest Gruppe hat Eventualverbindlichkeiten durch Bürgschaften in Höhe von 16,9 Mio. € (i.Vj. 20,8 Mio. €). Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Lieferungs- und Leistungsgarantien, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme der Biotest Gruppe als gering eingeschätzt wird.
In Italien besteht das Risiko, dass aus dem Launch von Zutectra® in 2010 die italienischen Gesundheitsbehörden eine Rückvergütung fordern bezüglich der Mehrerlöse von Zutectra® in 2011 und 2012 im Retail Markt. Biotest stuft die Forderung als nicht gerechtfertigt ein, da der Gesamtmarkt für Hepatitis B Immunglobuline in 2011 und 2012 sich auf dem Niveau von 2010 in etwa stabil hielt und das staatlich italienische Gesundheitssystem keine Nachteile, sondern nur Vorteile durch den Launch von Zutectra® hatte. im Januar 2014 konnte Biotest in erster Instanz erfolgreich gegen die Rückvergütungen vorgehen. Aus diesem Grund wurde wie im Vorjahr keine Rückstellung im Konzernabschluss erfasst. Das Risiko wird auf einen niedrigen einstelligen Millionen-Betrag geschätzt.
8 SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
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| in Millionen € | in 2015 | 2016 bis 2019 | ab 2020 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Verpflichtungen aus langfristigen Dienstleistungsverträgen | 18,1 | 45,2 | - | 63,3 |
| Verpflichtungen zum Erwerb von Anlagevermögen | 19,4 | 13,8 | - | 33,2 |
| Künftige Zahlungen aus Miet-, Pacht- und Operating-Leasingverträgen | 6,3 | 15,3 | 10,7 | 32,3 |
| Andere finanzielle Verpflichtungen | 0,1 | 0,0 | - | 0,1 |
| 43,9 | 74,3 | 10,7 | 128,9 |
Die Zahlungen für die genehmigten Investitionen im Anlagevermögen erfolgen innerhalb eines Jahres.
Bei den Verpflichtungen aus langfristigen Dienstleistungsverträgen handelt es sich im Wesentlichen um Abnahmeverpflichtungen aus zwei Lohnfraktionierungsverträgen für die Jahre 2015 bis 2019 in Höhe von 54,2 Mio. € (i.Vj. 45,2 Mio. €).
Die Biotest Gruppe als Leasingnehmer mietet beziehungsweise least Betriebsausrüstung. Das Operating-Leasing umfasst Fahrzeuge und Bürogeräte, deren Verträge eine Basismietzeit von zwei bis fünf Jahren haben. im Geschäftsjahr 2014 beträgt der Aufwand aus den Miet-, Pacht- und Operating-Leasingverträgen 4,8 Mio. € (i.Vj. 3,2 Mio. €).
Die Miet-, Pacht- und Operating-Leasingverträge in Bezug auf die Plasmastationen der Plasma Service Europe GmbH sind zum Teil mit Preisanpassungsklauseln versehen, die sich nach dem Verbrauchsindex der BRD richten.
9 BEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN
Die Biotest Gruppe unterhält zu berichtende Beziehungen zu dem assoziierten Unternehmen BioDarou P.J.S. Co., Teheran, Iran, sowie zu dessen Tochterunternehmen Plasma Gostar Pars P.J.S, Teheran, Iran, zu den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats und ihnen nahe stehenden Personen sowie zu Aktionären mit wesentlichem Einfluss auf die Biotest AG.
A) ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN
Die BioDarou P.J.S. Co. erwarb im Geschäftsjahr von Unternehmen der Biotest Gruppe Waren und Dienstleistungen in Höhe von 0,0 Mio. € (i.Vj. 0,2 Mio. €). Die daraus resultierenden Forderungen gegen assoziierte Unternehmen betragen am Stichtag 0,9 Mio. € (i.Vj. 0,9 Mio. €).
B) ANDERE NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN
Frau Dr. Cathrin Schleussner informierte die Biotest Gruppe darüber, dass seit dem 19. Dezember 2007 ihr Stimmrechtsanteil 50,03 % der Stimmrechte beträgt. Die Stimmrechte werden dabei über die OGEL GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland, gehalten. Die OGEL GmbH wird als Unternehmen von Frau Dr. Cathrin Schleussner kontrolliert.
Die Mitglieder der Familie von Herrn Dr. Hans Schleussner gelten als nahe stehende Personen im Sinne des IAS 24. im Jahr 2014 gab es wie im Vorjahr geringfüge Aufwendungen für die nahe stehenden Personen der Familie Schleussner.
Die Kreissparkasse Biberach führt als nahe stehendes Unternehmen der Biotest Gruppe im Rahmen des Long Term Incentive-Programms die Depots der Mitarbeiter.
Die Plasma Gostar Pars P.J.S erwarb im Geschäftsjahr von Unternehmen der Biotest Gruppe Waren und Dienstleistungen in Höhe von 16,3 Mio. € (i.Vj. 9,9 Mio. €). Die daraus resultierenden Forderungen gegen das Tochterunternehmen des assoziierten Unternehmen betragen am Stichtag 8,7 Mio. € (i.Vj. 6,0 Mio. €).
C) AUFSICHTSRAT UND VORSTAND Zusammensetzung der Gremien
Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands bekleiden per 31. Dezember 2014 noch folgende Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:
Aufsichtsrat
Dr. Alessandro Banchi,
Mailand, Italien
Ehemaliger Sprecher der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim, Ingelheim am Rhein, Deutschland
Aufsichtsratsvorsitzender der Biotest AG
Consiglire di amministrazione von Enel S.p.A., Rom, Italien
Dr. Cathrin Schleussner,
Neu-Isenburg, Deutschland
Geschäftsführerin der OGEL GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland
Stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Biotest AG
Dr. Christoph Schröder,
Berlin, Deutschland
Geschäftsführer der OMOS Equity Partners GmbH, Berlin, Deutschland
Aufsichtsratsvorsitzender Oberberg Kliniken GmbH, Berlin, Deutschland
Thomas Jakob,
Ulm, Deutschland Kaufmann
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Biberach, Biberach, Deutschland
Verwaltungsrat der Aktiengesellschaft für Umsatzfinanzierung S.A., Senningerberg, Luxemburg
Kerstin Birkhahn,
Langen, Deutschland Ingenieurin
Arbeitnehmervertreterin
Jürgen Heilmann,
Dreieich, Deutschland Kaufmännischer Angestellter
Arbeitnehmervertreter
Vergütung des Aufsichtsrats
Der Aufsicht erhielt im aktuellen Geschäftsjahr insgesamt 257 T € (i.Vj. 257 T €). Hiervon sind 177 T € (i.Vj. 177 T €) der fixen Vergütungskomponente und 80 T € (i.Vj. 80 T €) der variablen Vergütungskomponente zu zuordnen.
Neben den aufgeführten Aufsichtsratsvergütungen wurden im Geschäftsjahr 2014 sowie 2013 für die Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrats weitere Leistungen im Rahmen ihres Arbeitnehmerverhältnisses aufwandswirksam erfasst. Die Höhe der Bezüge richtet sich nach tarifvertraglichen Regelungen bzw. den in der Gesellschaft geltenden Gehaltsstufen für außertarifliche Mitarbeiter.
Eine detaillierte Beschreibung der Aufsichtsratsvergütung sowie individualisierte Wertangaben befinden sich im Vergütungsbericht des Corporate Governance Berichts dieses Geschäftsberichts.
Vorstand
Dr. Bernhard Ehmer,
Heidelberg, Deutschland
Mitglied des Vorstands (seit dem 1. November 2014),
Vorstandsvorsitzender (seit dem 1. Januar 2015)
Prof. Dr. Gregor Schulz,
Umkirch, Deutschland
Vorstandsvorsitzender (bis zum 31. Dezember 2014)
Mitglied Aufsichtsrat der Merck KGaA, Darmstadt, Deutschland
Mitglied Gesellschafterrat der Merck KG, Darmstadt, Deutschland
Dr. Michael Ramroth,
Mörfelden-Walldorf, Deutschland Mitglied des Vorstands
Dr. Georg Floß,
Marburg, Deutschland
Mitglied des Vorstands
Der Aufsichtsrat der Biotest AG hat Herrn Dr. Bernhard Ehmer mit Wirkung zum 1. November 2014 zum ordentlichen Mitglied des Vorstands der Biotest AG bestellt. Zum 1. Januar 2015 hat Herr Dr. Ehmer den Vorstandsvorsitz von Herrn Prof. Dr. Schulz übernommen, der wie geplant aus Altersgründen nach zwölfjähriger Amtszeit ausgeschieden ist.
Vergütung des Vorstands
Die Gesamtbezüge des im Geschäftsjahr 2014 aktiven Vorstands betragen 2.152 T € (i.Vj. 1.877 T €). Die Vorstandsvergütung teilt sich in eine erfolgsunabhängige Komponente in Höhe von 1.303 T € (i.Vj. 1.011 T €) und eine erfolgsabhängige Komponente in Höhe von 849 T € (i.Vj. 866 T €) auf.
Die Teilnahme der Vorstände am Long Term Incentive-Programm ist in der erfolgsabhängigen Komponente mit dem beizulegenden Zeitwert der im jeweiligen Geschäftsjahr aufgelegten Tranche des LTIP zum Gewährungszeitpunt enthalten.
Die Teilnahme der Vorstände am Long-Term-Incentive-Programm stellt sich wie folgt dar
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| in Tausend € | Eigeninvestment in Vorzugsaktien (in Stücken) | Beizulegender Zeitwert der Optionen zum 31. Dezember | Aufwand aus dem Optionsprogramm im Geschäftsjahr |
|---|---|---|---|
| 2014 | |||
| (Tranchen 2012, 2013 und 2014) | |||
| Dr. Ehmer | 1.800 | 162 | 37 |
| Prof. Dr. Gregor Schulz | 1.800 | 751 | 208 |
| Dr. Michael Ramroth | 1.800 | 655 | 182 |
| Dr. Georg Floß | 1.800 | 436 | 122 |
| 7.200 | 2.004 | 549 | |
| 2013 | |||
| (Tranchen 2011, 2012 und 2013) | |||
| Prof. Dr. Gregor Schulz | 1.800 | 1.039 | 456 |
| Dr. Michael Ramroth | 1.800 | 917 | 394 |
| Dr. Georg Floß | 1.800 | 514 | 306 |
| 5.400 | 2.470 | 1.156 |
Das Long Term Incentive-Programm / Tranche 2011 kam im Geschäftsjahr 2014 zur Auszahlung; Herr Prof. Dr. Gregor Schulz erhielt 306 T €, Herr Dr. Michael Ramroth erhielt 270 T € und Herr Dr. Floß erhielt 111 T €.
Die aktiven Mitglieder des Vorstands verfügen über Pensionsansprüche in Höhe von 8.085 T € (i.Vj. 5.284 T €). Zur Insolvenzsicherung der Pensionsansprüche sind zum 31. Dezember 2014 Vermögenswerte in Höhe von 2.018 T € (i.Vj. 1.782 T €) auf den Biotest Vorsorge Trust e.V. übertragen.
Eine Ergänzungsvereinbarung zum Vorstandsvertrag aller Vorstandsmitglieder enthält eine Abfindungsregelung, die im Fall wirksam wird, dass der Vorstandsvertrag infolge einer näher definierten Change of Control vorzeitig beendet wird. Die Abfindung umfasst die feste Vergütung bis zum Ende der Laufzeit. Hinzu kommen anteilige Tantiemen, die auf Basis des Durchschnittsbetrags der vorangegangenen zwei Geschäftsjahre zuzüglich einer Vergütung für den Nutzungswert des gewährten Dienstwagens ermittelt werden. Neben diesen Ansprüchen umfasst die Abfindung zusätzlich eine jährliche Festvergütung. Die Gesamtvergütung der Abfindung ist jedoch auf einen Höchstbetrag des Dreifachen der jährlichen Festvergütung beschränkt, nebst oben genannter Tantieme und der Vergütung für den Nutzungswert des Dienstwagens.
Der Anspruch entsteht nicht, wenn die Beendigung des Vorstandsvertrags auf Kündigung aus wichtigem Grund, Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit beruht oder das Vorstandsmitglied zum Zeitpunkt der Beendigung das 60. Lebensjahr bereits vollendet hat oder im Zusammenhang mit dem Change of Control von dritter Seite Zuwendungen oder Wertvorteile erhält.
Andere einmalige oder wiederkehrende Zusagen für den Fall der Beendigung der Vorstandstätigkeit bestehen nicht.
Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Vorstandsmitgliedern und ihre Hinterbliebenen sind 4.817 T € (i.Vj. 4.096 T €) zurückgestellt. Zum Abschlussstichtag bestanden keine Darlehensforderungen gegen Organmitglieder.
Für ehemalige Vorstandsmitglieder wurden im Geschäftsjahr 2014 Pensionszahlungen in Höhe von 426 T € (i.Vj. 442 T €) geleistet.
Eine detaillierte Beschreibung des Vorstandsvergütungssystems sowie individualisierte Wertangaben werden im Vergütungsbericht des Corporate Governance Berichts dieses Geschäftsberichts gegeben.
10 ANTEILBESITZLISTE
Nachfolgend sind die Gesellschaften aufgeführt, die durch eine unmittelbare oder mittelbare Beteiligung zu dem Anteilsbesitz der Biotest AG gemäß § 313 Abs. 2 HGB gehören. Alle Zahlenangaben wurden für Zwecke des Konzernabschlusses nach den Vorschriften des IASB ermittelt.
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| Name der Gesellschaft | Sitz der Gesellschaft | Eigenkapital | Anteil am Kapital | Ergebnis nach Steuern |
|---|---|---|---|---|
| in Mio. € | in % | in Mio. € | ||
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Biotest Pharma GmbH | Dreieich, Deutschland | 124,2 | 100,00 | 2,3 |
| Biotest Grundstücksverwaltungs GmbH* | Dreieich, Deutschland | 6,9 | 98,00 | 0,8 |
| Biotest France SAS**** | Paris, Frankreich | - 0,1 | 100,00 | - 0,2 |
| Biotest (UK) Ltd. | Birmingham, Großbritannien | 3,0 | 100,00 | 0,4 |
| Biotest Italia S.r.l. | Mailand, Italien | 10,3 | 100,00 | 1,4 |
| Biotest Austria GmbH | Wien, Österreich | 2,5 | 100,00 | 0,5 |
| Biotest (Schweiz) AG | Rupperswil, Schweiz | 1,5 | 100,00 | 0,2 |
| Biotest Hungaria Kft. | Budapest, Ungarn | 3,3 | 100,00 | 0,2 |
| Biotest Farmaceutica Ltda. | São Paulo, Brasilien | 0,7 | 100,00 | - 0,3 |
| Biotest Hellas MEPE | Athen, Griechenland | - 7,9 | 100,00 | 0,0 |
| Biotest Medical S.L.U. | Barcelona, Spanien | 0,5 | 100,00 | 0,2 |
| Plasmadienst Tirol GmbH* | Innsbruck, Österreich | 0,3 | 100,00 | - 0,3 |
| Plasma Service Europe GmbH* / ** | Dreieich, Deutschland | 3,9 | 100,00 | 0,0 |
| Biotest Pharmaceutical Corporation* | Boca Raton, USA | 152,1 | 100,00 | - 17,2 |
| Biotest US Corporation | Boca Raton, USA | 183,2 | 100,00 | - 0,1 |
| Plazmaszoláglat Kft.* | Budapest, Ungarn | 1,7 | 100,00 | - 0,5 |
| BioDarou P.J.S. Co.* | Teheran, Iran | 3,5 | 49,00 | 0,8 |
| Biotest Pharmaceuticals Ilac Pazarlama Anonim Sirketi***/**** | Istanbul, Türkei | 0,0 | 100,00 | 0,0 |
| Biotest Pharma OOO*** | Moskau, Russland | 0,0 | 100,00 | 0,0 |
* Mittelbare Beteiligung
** Nach Übernahme des HGB-Ergebnisses durch die Biotest Pharma GmbH
*** Nicht konsolidierte Gesellschaft
**** Gründung im Berichtsjahr
11 ANHÄNGIGE UND DROHENDE GERICHTSVERFAHREN
Für die zum Bilanzstichtag anhängigen und drohenden Gerichtsverfahren wurden Rückstellungen in Höhe von 2,2 Mio. € (i.Vj. 2,5 Mio. €) gebildet.
Die Rückstellung für Prozessrisiken berücksichtigt im Wesentlichen die erwarteten Kosten der Verteidigung im Zusammenhang mit den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen bezüglich des Geschäfts der Biotest AG in Russland und weiteren osteuropäischen Ländern.
Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main wegen des Verdachts der Bestechung, Untreue und Steuerhinterziehung aus dem Mai 2012 führte am 15. Oktober 2014 zu erneuten Durchsuchungsmaßnahmen im Zusammenhang mit Sachverhalten in Polen, Tschechien, Slowakei, Ex-Jugoslawien und Kasachstan. Die Betroffenen wie auch die Biotest AG halten die Vorwürfe für unbegründet. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an. Gegen die frühere Leiterin der Repräsentanz in Moskau und ihren Ehemann hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main dem Vernehmen nach inzwischen beim Landgericht Darmstadt Anklage erhoben.
Sollten sich Vorwürfe als begründet herausstellen oder sollte es zur Vermeidung langjähriger Verfahren und Prozesse zu einer Verständigung mit den Ermittlungsbehörden kommen, könnte dies zu einer Sanktionierung des Unternehmens durch Bußgelder, Steuernachzahlungen o.ä. führen, die das Ergebnis der Gruppe belasten würden. Die im Zusammenhang mit den Verfahren entstehenden Kosten der Verteidigung sowie die Risiken hinsichtlich der steuerlichen Abzugsfähigkeit dieser Kosten sind durch angemessene Rückstellungen abgedeckt.
12 EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Herr Dr. Bernhard Ehmer hat am 1. Januar 2015 den Vorstandsvorsitz der Biotest AG übernommen, nachdem Herr Prof. Dr. Schulz planmäßig aus Altersgründen ausgeschieden ist.
13 CORPORATE GEVERNANCE
Vorstand und Aufsichtsrat der Biotest AG haben die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.
Dreieich, den 11. März 2015
Dr. Bernhard Ehmer, Vorsitzender des Vorstands
Dr. Michael Ramroth, Mitglied des Vorstands
Dr. Georg Floß, Mitglied des Vorstands
VERSICHERUNG DES VORSTANDS ENTSPRECHEND § 37Y NR. 1 WPHG I.V.M. §§ 297 ABS. 2 SATZ 4 UND 315 ABS. 1 SATZ 6 HGB
"Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind."
Dreieich, den 11. März 2015
Biotest Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Dr. Bernhard Ehmer, Vorsitzender des Vorstands
Dr. Michael Ramroth, Mitglied des Vorstands
Dr. Georg Floß, Mitglied des Vorstands
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES ABSCHLUSSPRÜFERS
Wir haben den von der Biotest Aktiengesellschaft, Dreieich, aufgestellten Konzernabschluss -bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie Anhang, - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzenden nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und über den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzenden nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Eschborn/Frankfurt am Main, 11. März 2015
**Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Kretschmer, Wirtschaftsprüfer
Kaefer, Wirtschaftsprüfer
BERICHT DES AUFSICHTSRATS
Der Aufsichtsrat hat auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben einschließlich einer kontinuierlichen Überwachung der Geschäftsführung des Vorstands wahrgenommen. Es fand eine regelmäßige Beratung des Vorstands durch den Aufsichtsrat hinsichtlich der Unternehmensleitung des Vorstands statt. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat stets umfassend und zeitnah in schriftlicher und mündlicher Form über die für das Unternehmen relevanten Vorkommnisse und Entwicklungen informiert. Davon umfasst waren neben Informationen über Planung und Entwicklung des Geschäftsverlaufs solche hinsichtlich Compliance, Risikolage und Risikomanagement. Darüber hinaus wurde der Aufsichtsrat durch den Vorstand monatlich schriftlich über die Geschäftslage und Abweichungen von laufenden oder geplanten Entwicklungen informiert. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats und der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erhielten automatisch alle Berichte der internen Revision.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats hatten dabei stets ausreichend Gelegenheit, sich mit den vorgelegten Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands kritisch auseinanderzusetzen und eigene Anregungen einzubringen. Insbesondere fand eine intensive Erörterung aller für das Unternehmen bedeutsamen Geschäftsvorgänge auf der Basis der Vorstandsberichte und eine darauf bezogene Plausibilitätsprüfung durch den Aufsichtsrat statt. Der Aufsichtsrat war über alle Entscheidungen mit grundlegender Bedeutung für das Unternehmen gut informiert, auch über solche Entscheidungen, die keiner Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen.
Im Geschäftsjahr 2014 trat der Aufsichtsrat zu sieben regulären Sitzungen zusammen. Zwei Beschlussfassungen fanden im Umlaufverfahren statt. Der Vorstandsvorsitzende hat den Vorsitzenden des Aufsichtsrats auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen regelmäßig über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage sowie über Absichten und Geschäftsvorfälle, die für das Unternehmen von besonderer Bedeutung waren, informiert. In für das Unternehmen grundlegende Angelegenheiten war der Aufsichtsrat frühzeitig eingebunden. Der Vorstand legte zustimmungspflichtige Geschäftsvorfälle anhand ausführlicher Unterlagen jeweils ordnungsgemäß zur Beschlussfassung vor. Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offen zu legen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, traten im Berichtsjahr nicht auf.
SCHWERPUNKTE DER BERATUNGEN IM AUFSICHTSRAT
Gegenstand der regelmäßigen Beratungen im Aufsichtsrat waren u. a. die Planung und die aktuelle Geschäftsentwicklung des Unternehmens, die strategische Ausrichtung, das Projekt "Biotest Next Level", das Compliance System sowie die Auswahl und die Bestellung eines neuen Vorstandsvorsitzenden.
In jeder der Aufsichtsratssitzungen hat sich der Aufsichtsrat mit dem Stand der Ermittlungen im Russland-Geschäft wegen des Verdachts auf Wirtschafts- und Steuerstrafdelikte auseinandergesetzt. Er ließ sich vom Vorstand laufend über die aktuellen Entwicklungen unterrichten und diskutierte auftretende Fragen mit diesem unmittelbar und umfassend. Der Aufsichtsrat befand sich damit stets auf dem aktuellen Informationsstand. Es wurde in diesem Zusammenhang u. a. auch mit dem Vorstand und den Beratern erörtert, dass es bisher keine Beweise für die genannten Rechtsverstöße gab und kein Anlass bestand, an einem sorgfältigen Handeln des Vorstands bei der Aufarbeitung des Themas zu zweifeln. Es wurde festgehalten, dass Vorstand und Aufsichtsrat sich auch in Zukunft weiterhin in dieser Sache eng abstimmen werden. Der Aufsichtsrat hat das Management in seiner fortwährenden Unterstützung der Staatsanwaltschaft zur Ausräumung der Anschuldigungen bestärkt.
In der Sitzung vom 14. Januar 2014, die speziell für eine Prüfung der Russland-Ermittlungen einberufen wurde, informierte der Vorstand den Aufsichtsrat über das Biotest-Geschäft in Russland, seine wirtschaftliche Entwicklung, die Absatzwege und Maßnahmen des Komplexitäts-, Risiko-, Transparenz- sowie Zahlungsmanagements. Des Weiteren wurde über das bestehende Compliance System berichtet. Der Aufsichtsrat regte an, die Funktionsfähigkeit und Aktualität des Compliance Systems weiter laufend zu prüfen.
In der Aufsichtsratssitzung vom 20. März 2014 verschaffte sich der Aufsichtsrat einen Überblick über die Entwicklung des Unternehmens und ließ sich hinsichtlich des weiteren Wachstums sowie der Möglichkeiten, das Wachstum zu finanzieren, beraten.
In der Sitzung vom 21. März 2014 erläuterte der Vorstand dem Aufsichtsrat die Geschäftsergebnisse bis Ende Februar 2014. Außerdem wurde das Marktpotenzial des monoklonalen Antikörpers Indatuximab Ravtansine (BT-062) dargestellt. Weiterhin wurde dem Aufsichtsrat ein aktualisierter Überblick zur klinischen Phase-IIb-Studie zum monoklonalen Antikörper Tregalizumab (BT-061) gegeben und der Jahres- und Konzernabschluss 2013 für die AG und den Konzern besprochen. Die Abschlussprüfer und der Vorsitzende des Prüfungsausschusses berichteten in diesem Zusammenhang. Außerdem wurden die Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung am 7. Mai 2014 und die Fortsetzung des Long Term Incentive-Programms für die Tranche 2014 gebilligt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats informierte über die Erreichung der vereinbarten Ziele der Vorstandsmitglieder. Der Vorstand berichtete über aktuelle Aktivitäten und den Zeitplan hinsichtlich des Projekts "Biotest Next Level" Schließlich wurden verschiedene Kandidaten für das Amt des Vorstandsvorsitzenden vorgestellt und diskutiert.
Nach intensiver Diskussion hat der Aufsichtsrat am 16. April 2014 einstimmig im Umlaufverfahren die Zustimmung zu einem Vorstandsbeschluss zur Annahme einer "tatsächlichen Verständigung" mit dem Finanzamt zur Vermeidung eines langwierigen Steuerverfahrens erteilt.
In der Sitzung am 7. Mai 2014 hat sich der Aufsichtsrat auf die Hauptversammlung vorbereitet. Der Vorstand lieferte dem Aufsichtsrat aktualisierte Geschäftszahlen des Konzerns. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats berichtete über den Stand des andauernden Prozesses zur Auswahl eines neuen Vorstandsvorsitzenden der Biotest AG. Eine Entscheidung für einen Kandidaten wurde noch nicht getroffen. Schließlich stellte der Vorstand ein Konzept verschiedener HR-Aktivitäten vor, durch die eine rechtzeitige Deckung des Personalbedarfs des Projekts "Biotest Next Level" sichergestellt werden sollte.
Der Aufsichtsrat hat am 26. Juni 2014 einstimmig im Umlaufverfahren die Bedingungen beschlossen, zu denen der Aufsichtsratsvorsitzende Herrn Dr. Bernhard Ehmer ein Angebot für die Anstellung als Vorstandsvorsitzender machen durfte.
In der Sitzung vom 9. Juli 2014 wurden die Geschäftsergebnisse bis Ende Juni 2014 sowie die weitere Prognose für das Jahr 2014 erläutert. Der Vorstand informierte über die Entwicklungen bei der Partnersuche für die weitere Entwicklung des monoklonalen Antikörpers Indatuximab Ravtansine (BT-062) und eines alternativen Szenarios der Alleinfinanzierung. Außerdem wurden die aktuellen Entwicklungen bezüglich des Projekts "Biotest Next Level" thematisiert. Der Aufsichtsratsvorsitzende informierte darüber, dass Herr Dr. Ehmer einen Anstellungsvertrag entsprechend den am 26. Juni 2014 durch den Aufsichtsrat im Umlaufverfahren beschlossenen Angebotsbedingungen unterschrieben hatte. Der Aufsichtsrat billigte die vertraglichen Vereinbarungen und das Vergütungspaket und bestellte Herrn Dr. Ehmer mit Wirkung zum 1. November 2014 für die Dauer von drei Jahren zum Vorstandsmitglied und mit Wirkung zum 1. Januar 2015 zum Vorstandsvorsitzenden. Schließlich stellte der Vorstand dem Aufsichtsrat einen 10-Jahres-Plan zu den Auswirkungen des Projekts "Biotest Next Level" auf die Geschäftszahlen, die Bilanz und den Kapitalfluss vor. Außerdem wurde die Compliance Praxis bei Biotest anhand einer Bestandsaufnahme und eines Zukunftsausblicks erörtert. Abschließend stimmte der Aufsichtsrat sich dahin gehend ab, dass die Effizienzprüfung des Aufsichtsrats durch die Vornahme von Interviews durch einen darin erfahrenen Fachmann vollzogen werden sollte.
In der Aufsichtsratssitzung vom 17. September 2014 wurden erneut die Geschäftsergebnisse sowie die aktuelle Entwicklung der Biotest Pharmaceuticals Corporation (BPC) besprochen. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat auch über den aktuellen Stand des Projekts "Biotest Next Level" sowie der größten F&E-Projekte (Civacir® , Tregalizumab (BT-061), Indatuximab Ravtansine (BT-062), BT-094 (Cytotect 70)). Zudem wurde die Strategie mit Blick auf die "Emerging Markets" anhand eines Ausblicks bis zum Jahr 2020 erläutert. Abschließend stellte der Vorstand die Prognose für die Geschäftszahlen im Jahr 2014, die Eckpunkte der Finanzplanung für 2015 sowie den Zustand des Compliance Management Systems und darauf bezogene Verbesserungsmöglichkeiten vor. In diesem Zusammenhang stellte der Aufsichtsratsvorsitzende klar, dass die Effizienzüberprüfung des Aufsichtsrats sich auch auf formelle Aspekte des Compliance Management Systems und die diesbezügliche Rolle und Verantwortlichkeit des Aufsichtsrats erstrecken wird.
In der Sitzung vom 1./2. Dezember 2014 wurde zunächst die Effizienzüberprüfung des Aufsichtsrats, die anhand von Interviews vorgenommen wurde, ausgewertet. Die Zusammenfassung des Beraters lautete wie folgt: "Die Effizienz und die Qualität der Arbeit des Aufsichtsrats der Biotest AG entspricht der vorbildlichen Praxis und den allgemein anerkannten Standards für im deutschen SDAX gelistete Unternehmen". Erneut wurden die Geschäftsergebnisse und die aktuelle Entwicklung der BPC erörtert. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat außerdem über aktuelle Entwicklungen im Projekt "Biotest Next Level". Der Aufsichtsrat billigte in diesem Zusammenhang die Fortführung des Projekts und eine Inanspruchnahme zusätzlicher Finanzierungsmittel. Daneben wurden die Entwicklungen rund um Hämophilie-Produkte und deren Perspektive vorgestellt. Schließlich wurde die Geschäftsordnung des Prüfungsausschusses entsprechend heutiger best practice in Corporate Governance angepasst.
AUSSCHÜSSE
Der Aufsichtsrat wurde in seiner Arbeit durch die von ihm gebildeten Ausschüsse, den Prüfungs-sowie den Personal- und Präsidialausschuss, unterstützt.
Die Personal- und Präsidialausschüsse trafen sich im Jahr 2014 gemeinsam mit dem Vorstand zu fünf Sitzungen und tagten darüber hinaus in drei Telefonkonferenzen, an denen der Vorstand nicht teilnahm. in der Sitzung am 21. März 2014 erörterte der Ausschuss u. a. den aktuellen Stand der Untersuchungen im Russland-Geschäft. Ferner wurden die Anpassung des Budgets 2014 und die Aufsichtsratsvergütung behandelt. Weiterhin ging es um die Zielerreichung des Vorstands für das Jahr 2013 sowie die neuen Zielvorgaben für den Vorstand für das Geschäftsjahr 2014. Der Personalausschuss bestätigte und sprach sich dafür aus, das LTI-Programm zu den gegenwärtigen Bedingungen fortzuführen. In den Sitzungen am 7. Mai 2014 und am 9. Juli 2014, ebenso wie in den drei Telefonkonferenzen am 28. Mai 2014, am 4. Juni 2014 und am 19. Juni 2014, beschäftigten sich die Personal- und Präsidialausschüsse mit der Nachfolgeplanung für den Vorstandsvorsitzenden. in der Sitzung vom 17. September 2014 wurde neben der Effizienzprüfung des Aufsichtsrats u. a. der Einführungs(zeit)plan für den zukünftigen Vorstandsvorsitzenden sowie die Ermittlungen in Russland thematisiert. Letztere wurden erneut in der Sitzung vom 2. Dezember 2014 behandelt, wobei sich die Sitzung daran inhaltlich anknüpfend auch mit Compliance-Fragen befasste. Darüber hinaus schilderte Herr Dr. Ehmer dem Ausschuss seine ersten Eindrücke aus der Einführungsphase im Rahmen seiner neu begonnenen Vorstandstätigkeit.
Der Prüfungsausschuss traf sich im Jahr 2014 zu zwei Sitzungen. Schwerpunkte der ersten Sitzung am 17. März 2014 waren die Erörterung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2013 sowie die Feststellungen des Abschlussprüfers. in der zweiten Sitzung am 1. Dezember 2014 erörterte der Ausschuss den Stand der Untersuchungen betreffend das Geschäft in Russland und anderen osteuropäischen Staaten sowie von Ermittlungen in Italien, den Bericht der internen Revision 2014 und den Beschluss über den Prüfungsplan 2015 (inklusive Ad-hoc-Prüfungen). Bei der Festlegung der Prüfungsschwerpunkte der Jahresabschlussprüfung bat der Prüfungsausschuss die Wirtschaftsprüfer, die Verträge mit ausländischen Distributoren und Handelsvertretern sowie die damit verbundenen Abläufe und Arbeitsprozesse besonders zu prüfen. Darüber hinaus beschäftigte sich der Ausschuss mit dem Risikomanagementsystem von Biotest und den zehn größten Risiken mit Blick auf das Jahr 2014. Darüber hinaus beschäftigte sich der Ausschuss mit dem Risikomanagementsystem von Biotest und den zehn größten Risiken mit Blick auf das Jahr 2014.
CORPORATE GOVERNANCE
Der Aufsichtsrat hat auch im Jahr 2014 die Weiterentwicklung der Corporate Governance Standards im Unternehmen fortlaufend beobachtet. Über die Corporate Governance des Unternehmens berichten Vorstand und Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Corporate Governance Bericht, der zusammen mit der Entsprechungserklärung zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG veröffentlicht wird. Vorstand und Aufsichtsrat der Biotest AG gaben im März 2015 eine Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG ab.
ÄNDERUNGEN IM VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
Die Amtszeit von Herrn Prof. Dr. Gregor Schulz als Vorstandsvorsitzender endete zum 31. Dezember 2014. Der Aufsichtsrat nimmt dies zum Anlass, Herrn Prof. Dr. Schulz für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit zu danken. Er hat das Unternehmen sehr erfolgreich geführt und mit seinen herausragenden Fachkenntnissen und großem persönlichen Engagement geprägt. Herr Dr. Ehmer wurde mit Wirkung zum 1. November 2014 für die Dauer von drei Jahren zum Mitglied des Vorstands und mit Wirkung zum 1. Januar 2015 zum Vorsitzenden des Vorstands bestellt. Weitere Veränderungen im Vorstand oder Aufsichtsrat gab es nicht.
JAHRES- UND KONZERNABSCHLUSS
Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Eschborn/Frankfurt am Main, hat den Jahresabschluss der Biotest AG und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 sowie den Lagebericht und den Konzernlagebericht geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die genannten Abschlussunterlagen, der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers sowie der Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns haben allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig vorgelegen. Sie wurden in der Sitzung des Prüfungsausschusses am 16. März 2015 sowie in der Sitzung des Aufsichtsrats am 17. März 2015 eingehend behandelt. in beiden Sitzungen berichtete der Abschlussprüfer über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und stand für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung.
Nach eigener Prüfung und Erörterung des Jahres- und des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts sowie des Vorschlags des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns hat der Aufsichtsrat festgestellt, dass er keine Einwendungen erhebt und dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zustimmt. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2014 gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns stimmte der Aufsichtsrat zu.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeitern für ihr Engagement und die erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2014.
Dreieich, den 17. März 2015
Der Aufsichtsrat
Dr. Alessandro Banchi, Vorsitzender
CORPORATE GOVERNANCE BERICHT
GEMEINSAMER BERICHT VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT DER BIOTEST AG GEMÄSS ZIFFER 3.10 DES DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX (DCGK)
Corporate Governance Grundsätze
Unternehmensführung und -kontrolle der Biotest AG sind auf den langfristigen Erfolg des Unternehmens ausgerichtet. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten eng zusammen und orientieren sich an den international akzeptierten Standards guter Corporate Governance. Die Führung des Unternehmens und deren Kontrolle entsprechen den jeweils gültigen rechtlichen Rahmenbedingungen und - soweit nicht im Rahmen der Entsprechenserklärung ausdrücklich ausgenommen - den Empfehlungen ("Soll"-Vorschriften) des Deutschen Corporate Governance Kodex. Der in den zurückliegenden Jahren mehrfach geänderte und erweiterte Katalog der Empfehlungen und Anregungen stellt nach unserer Ansicht einen auch im internationalen Maßstab hohen Standard dar.
Erläuterungen zum DCGK
Die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex hat in ihrer Plenarsitzung am 24. Juni 2014 Änderungen im Kodex verabschiedet. Die nachfolgenden Angaben beziehen sich somit sowohl auf die Fassung vom 13. Mai 2013 als auch auf die aktualisierte Fassung des Kodex vom 24. Juni 2014.
ENTSPRECHENSERKLÄRUNG
Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Biotest AG zu den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG
Seit der letzten Entsprechenserklärung vom 21. März 2014, die sich auf den Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 15. Mai 2012 und auf die Fassung vom 13. Mai 2013 bezog, hat die Biotest AG allen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 13. Mai 2013 und in der Fassung vom 12. Juni 2014 mit folgenden Ausnahmen entsprochen:
| ― | Der Empfehlung in Ziffer 3.8 Absatz 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex, einen Selbstbehalt in der D&O-Versicherung für die Mitglieder des Aufsichtsrats in der Höhe, wie er in § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG für die Mitglieder des Vorstands vorgeschrieben ist, zu vereinbaren, folgt die Biotest AG weiterhin nicht. Die in der letzten Entsprechenserklärung genannten Erwägungen haben weiterhin Gültigkeit. Ein Selbstbehalt, der die gesetzlich geforderte Höhe eines Selbstbehalts für Vorstandsmitglieder erreichen würde, stünde nach Ansicht der Biotest AG außer Verhältnis zur derzeitigen Vergütung für die Aufsichtsratstätigkeit. Die Biotest AG hat für ihre Aufsichtsratsmitglieder einen nach ihrer Ansicht angemessenen Selbstbehalt vereinbart. |
| ― | Gemäß der Empfehlung der Ziffer 4.2.3 Abs. 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex sollen die Vergütung insgesamt und die variablen Vergütungsbestandteile für den Vorstand betragsmäßige Höchstgrenzen aufweisen. Die mit den Vorstandsmitgliedern abgeschlossenen Verträge enthalten keine ausdrücklichen betragsmäßigen Höchstgrenzen. Allerdings sind sämtliche Vergütungsbestandteile in ihrer maximalen Höhe begrenzt. Der Aufsichtsrat ist weiterhin der Auffassung, dass es nicht erforderlich ist, zusätzlich eine Höchstgrenze für die Vergütung insgesamt betragsmäßig zu fixieren. |
| ― | Gemäß der Empfehlung der Ziffer 4.2.3 Abs. 3 soll der Aufsichtsrat bei Versorgungszusagen das angestrebte Versorgungsniveau - auch nach Dauer der Vorstandszugehörigkeit -festlegen und den daraus für das Unternehmen abgeleiteten, jährlichen Aufwand berücksichtigen. Die Mitglieder des Vorstands sind in die betriebliche Altersvorsorge der Biotest AG eingebunden. Für sie besteht in diesem Rahmen eine Einzelzusage. Die entsprechenden Leistungen leiten sich dabei nicht von einem vorab definierten Versorgungsniveau ab, so dass der Empfehlung der Ziffer 4.2.3 Abs. 3 nicht entsprochen wird. Der Aufsichtsrat beabsichtigt weiterhin nicht, das aus seiner Sicht angemessene Pensionssystem für die Vorstandsmitglieder der Biotest AG zu ändern. |
| ― | Die Biotest AG hat entgegen der Empfehlung in Ziffer 5.3.3 des Deutschen Corporate Governance Kodex auch weiterhin keinen Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats gebildet. Dem Aufsichtsrat der Biotest AG gehören nur vier Aktionärsvertreter an. Die Biotest AG hält die Bildung eines Ausschusses aus dem kleinen Kreis der Aktionärsvertreter nicht für erforderlich. Die durch die Empfehlung angestrebte Verbesserung der Transparenz im Auswahlverfahren ist bei der Biotest AG auch im Aufsichtsratsplenum gewährleistet. |
| ― | Gemäß Ziffer 5.4.1 Abs. 2 und 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex soll der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen, die unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenskonflikte, die Anzahl der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder im Sinne von Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex, eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und Vielfalt (Diversity) berücksichtigen. Diese konkreten Ziele sollen insbesondere eine angemessene Beteiligung von Frauen vorsehen. Vorschläge des Aufsichtsrats an die zuständigen Wahlgremien sollen diese Ziele berücksichtigen. Die Zielsetzung und der Stand der Umsetzung sollen im Corporate Governance Bericht veröffentlicht werden. Die Biotest AG weicht von dieser Empfehlung ab. Die Erwägungen, die in der letzten Entsprechenserklärung dargestellt wurden, haben weiter Gültigkeit. |
Der Aufsichtsrat der Biotest AG hat in der Vergangenheit ein konkretes Ziel hinsichtlich des maximalen Alters seiner Mitglieder vorgegeben. Mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, der italienischer Staatsbürger ist, wird die internationale Tätigkeit des Unternehmens berücksichtigt. Zudem besteht der Aufsichtsrat zu einem Drittel aus weiblichen Mitgliedern. Die interne Analyse hat ergeben, dass im Fall der Biotest AG wegen der bisherigen und auch künftig zu erwartenden überdurchschnittlichen Beteiligung von Frauen im Aufsichtsrat keine ausdrückliche Zielformulierung erforderlich ist. Der Empfehlung, für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats eine Zielvorgabe für die Anzahl unabhängiger Aufsichtsratsmitglieder festzulegen, folgt die Biotest AG ebenfalls nicht. Für die OGEL GmbH ist ein Entsenderecht in der Satzung niedergelegt. Darüber hinaus steht ein Aufsichtsratsmitglied in einer geschäftlichen Beziehung zur Kreissparkasse Biberach als wesentliche Aktionärin. Eine interne Analyse hat ergeben, dass für die Biotest AG die Benennung konkreter Ziele für die Besetzung des Aufsichtsrats unter der bestehenden spezifischen Situation und Aktionärsstruktur nicht erforderlich ist.
Auf Grund der Abweichung von Ziffer 5.4.1 Abs. 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex kann auch keine entsprechende Berichterstattung im Corporate Governance Bericht erfolgen. Von Ziffer 5.4.1 Abs. 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex wird deshalb ebenfalls eine Abweichung erklärt.
| ― | Gemäß Ziffer 5.4.6 Abs. 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex soll eine mögliche erfolgsorientierte Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrats auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet sein. Dies erfordert nach allgemeiner Auffassung eine mehrjährige Bemessungsgrundlage für die erfolgsorientierte Vergütung. Die Biotest AG weicht von dieser Empfehlung ab. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Biotest AG erhalten gemäß § 16 (1) (b) der Satzung für das jeweils abgelaufene Geschäftsjahr eine jährliche variable Vergütung, die sich an der Höhe der ausgeschütteten Dividende orientiert. Die Biotest AG ist der Auffassung, dass die gegenwärtig festgelegte variable Vergütung des Aufsichtsrats hinsichtlich Berechnungsgrundlage und Höhe angemessen ist. Sollte die Gesellschaft bei der regelmäßig stattfindenden Überprüfung des Vergütungssystems zu dem Schluss kommen, dass die erfolgsorientierte Vergütung angepasst werden sollte, wird sie die Empfehlung der Ziffer 5.4.6. Abs. 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex in ihre Analyse einbeziehen. |
| ― | Gemäß einer Ergänzung in Ziffer 6.3 des Deutschen Corporate Governance Kodex soll der Besitz von Aktien oder sich darauf beziehender Finanzinstrumente von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern nun im Corporate Governance Bericht getrennt nach Vorstand und Aufsichtsrat angegeben werden, wenn er direkt oder indirekt größer als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien ist. Frau Dr. Schleussner, stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats, kontrolliert die OGEL GmbH, die nach Kenntnis der Gesellschaft ca. 50,3 % der ausgegebenen Stammaktien der Gesellschaft hält. Sie hält damit indirekt 50,3 % der Stammaktien der Biotest AG. Angaben hierzu finden sich im Konzernlagebericht unter "Erläuterungen zu den Angaben nach § 315 Absatz 4 HGB". Der Aktienbesitz der übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats sowie der Mitglieder des Vorstands liegt nach Kenntnis der Gesellschaft gemeinsam unter 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Stammaktien. Eine Wiederholung der Angaben aus dem Konzernlagebericht im Corporate Governance Bericht hält die Gesellschaft nicht für erforderlich. Sie weicht insoweit von der Empfehlung ab. |
Dreieich, den 17. März 2015
Für den Vorstand
Dr. Bernhard Ehmer
Dr. Michael Ramroth
Dr. Georg Floß
Für den Aufsichtsrat
Dr. Alessandro Banchi
CORPORATE GOVERNANCE IM GESCHÄFTSJAHR
Die Hauptversammlung der Biotest AG fand am 7. Mai 2014 in Frankfurt am Main statt. Dabei waren 78,0 % des stimmberechtigten Kapitals (Stammaktienkapital) vertreten. Die Beschlussvorlagen (Verwendung Bilanzgewinn, Entlastung der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat, Wahl des Abschlussprüfers und Beschlussfassung über die Anpassung der Aufsichtsratsvergütung und entsprechende Satzungsänderung) wurden jeweils mit deutlicher Mehrheit angenommen.
DIRECTORS' DEALINGS (MITTEILUNGEN ÜBER GESCHÄFTE VON FÜHRUNGSPERSONEN NACH § 15A WPHG)
im Geschäftsjahr 2014 fanden folgende mitteilungspflichtige Erwerbs- und Veräußerungsgeschäfte von Organmitgliedern und sonstigen Führungskräften der Biotest AG statt:
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| Datum | Mitteilungs- pflichtiger |
Funktion | Art und Ort der Transaktion | Finanz- instrument |
NN | Stück- zahl |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 27. März 2014 | OGEL GmbH | Gesellschaft in enger Beziehung zu einem Mitglied des Aufsichtsrats | Verkauf/ außerbörslich | Stamm- aktien |
DE0005227201 | 3.500 |
| 8. Mai 2014 | Prof. Dr Markus Rothenburger | Leiter Medical/ Regulatory Affairs | Kauf/ Stuttgart | Vorzugs- aktien |
DE0005227235 | 250 |
| 19. Mai 2014 | Dr. Christina Erb | Leiterin Zentrales Projekt- management |
Kauf/ Stuttgart | Vorzugs- aktien |
DE0005227235 | 105 |
| 12. August 2014 | Prof. Dr Markus Rothenburger | Leiter Medical/ Regulatory Affairs | Kauf/ Stuttgart | Vorzugs- aktien |
DE0005227235 | 400 |
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| Datum | Kurs in € |
Geschäftsvolumen in € |
|---|---|---|
| 27. März 2014 | 92,0004 | 322.001,40 |
| 8. Mai 2014 | 85,79 | 21.447,50 |
| 19. Mai 2014 | 84,56 | 8.878,80 |
| 12. August 2014 | 70,10 | 28.040,00 |
VERGÜTUNGSBERICHT
Dieser Vergütungsbericht beschreibt das Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats von Biotest. Zum einen wird auf die Zusammensetzung der verschiedenen Vergütungsbestandteile und individualisiert auf deren Höhe eingegangen.
Der Vergütungsbericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) und enthält Angaben sowohl nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB), der deutschen Rechnungslegungsstandards (DRS) als auch der International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des Konzernlageberichts.
Erläuterung des Vergütungssystems der Vorstandsmitglieder
Der Aufsichtsrat legt die Vergütung für die Mitglieder des Vorstands fest. Sie besteht aus einer Festvergütung, einer einjährigen variablen Vergütung sowie einer Komponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter. Hinzu kommen Sachbezüge.
Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden sowohl die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt.
Erfolgsunabhängige Vergütungskomponenten Festvergütung
Die erfolgsunabhängige Festvergütung der Vorstandsmitglieder besteht aus einem Festgehalt und Nebenleistungen. Die Höhe orientiert sich an der wirtschaftlichen Lage und Zukunftsaussicht von Biotest sowie am Vergütungsniveau im Wettbewerbsumfeld. Das jährliche Festgehalt wird für die gesamte Laufzeit des jeweiligen Anstellungsvertrags festgelegt und in zwölf Monatsraten ausgezahlt.
Nebenleistungen
Über das Festgehalt hinaus erhalten die Mitglieder des Vorstands Nebenleistungen. Die Vorstandsmitglieder sind im Rahmen der kollektiven Unfallversicherung der Biotest AG beruflich und privat versichert. Daneben erhalten sie über die bestehende Betriebshaftpflichtversicherung einen Privathaftpflichtschutz. Die Vorstandsmitglieder erhalten ferner einen Zuschuss zur Sozialversicherung beziehungsweise auch zur Direktversicherung.
Die Biotest AG hat für die Mitglieder des Vorstands unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (sogenannte D&O-Versicherung) mit einem angemessenen Selbstbehalt abgeschlossen. Der Selbstbehalt beläuft sich auf 10 % des Versicherungsfalls, begrenzt auf 150 % der festen jährlichen Vergütung des jeweiligen Vorstandsmitglieds und entspricht damit den Anforderungen des § 93 Absatz 2 Satz 3 AktG. Allen Vorstandsmitgliedern wird ein Dienstwagen der Oberklasse kostenlos zur Verfügung gestellt, der auch privat genutzt werden darf.
Darüber hinaus wurden für ein Vorstandsmitglied die Rechtsanwaltskosten sowie die darauf entfallende Lohnsteuer im Zusammenhang mit einem laufenden Ermittlungsverfahren von der Biotest AG übernommen.
Erfolgsabhängige Vergütungskomponenten
Einjährige variable Vergütung
Der erfolgsabhängige Vergütungsanteil bemisst sich nach der Erreichung von Unternehmens- sowie persönlichen Zielen. in die Ermittlung gehen das EBIT, der Return on Capital Employed (RoCE) und der Operative Cash Flow zu jeweils 20 % sowie die Erreichung individuell festgelegter Ziele im vorausgegangenen Geschäftsjahr zu 40 % ein. Darüber hinaus kann für die Erreichung von Zielen mit besonderer Tragweite eine gesonderte Prämie durch den Präsidialausschuss des Aufsichtsrats festgelegt werden.
Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter
Die Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter beruht auf dem Long Term Incentive-Programm (LTIP) der Biotest AG. Darin sind neben den Mitgliedern des Vorstands auch ausgewählte Führungskräfte eingebunden, die durch ihre Stellung innerhalb der Gruppe, ihre Entscheidungen, ihre Führung und ihr Handeln den Erfolg des Unternehmens maßgeblich beeinflussen.
Die Konstruktion des Programms orientiert sich an den gängigen Kriterien, die der Kapitalmarkt an solche Systeme anlegt, und entspricht den Anforderungen des DCGK. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Eigeninvestment des Teilnehmers durch den Kauf von Vorzugsaktien der Biotest AG. in Kapitel F1 des Anhangs zum Konzernabschluss ist das Programm einschließlich des Verfahrens zur Errechnung der jeweiligen Incentive-Zahlung detailliert dargestellt. Die Incentive-Komponente wird den Teilnehmern voraussichtlich jeweils im Mai des Folgejahres ausgezahlt, nachdem die Tranche ausgelaufen ist.
Versorgungszusagen
Der Vorstand ist in die betriebliche Altersvorsorge der Biotest AG eingebunden. Für die Mitglieder besteht eine Einzelzusage im Rahmen der bei der Biotest AG geltenden Altersvorsorge. Hierfür werden gemäß IFRS Rückstellungen gebildet. Die Höhe der Ansprüche ist von der Anzahl der Dienstjahre, dem anrechnungsfähigen Gehalt und der geltenden Zuschuss-Staffel unter und über der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen deutschen Rentenversicherung abhängig.
Die Bewertung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren, die durch einen unabhängigen Versicherungsmathematiker ausgefertigt werden.
Zusagen in Zusammenhang mit der Beendigung der Vorstandstätigkeit
Eine Ergänzungsvereinbarung zum Vorstandsvertrag aller Vorstandsmitglieder enthält eine Abfindungsregelung, die im Fall wirksam wird, dass der Vorstandsvertrag infolge einer näher definierten Change of Control vorzeitig beendet wird. Die Abfindung umfasst die feste Vergütung bis zum Ende der Laufzeit. Hinzu kommen anteilige Tantiemen, die auf Basis des Durchschnittsbetrags der vorangegangenen zwei Geschäftsjahre zuzüglich einer Vergütung für den Nutzungswert des gewährten Dienstwagens ermittelt werden. Neben diesen Ansprüchen umfasst die Abfindung zusätzlich eine jährliche Festvergütung.
Die Gesamtvergütung der Abfindung ist jedoch auf einen Höchstbetrag des Dreifachen der jährlichen Festvergütung beschränkt, nebst oben genannter Tantieme und der Vergütung für den Nutzungswert des Dienstwagens.
Der Anspruch entsteht nicht, wenn die Beendigung des Vorstandsvertrags auf Kündigung aus wichtigem Grund, Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit beruht oder das Vorstandsmitglied zum Zeitpunkt der Beendigung das 60. Lebensjahr bereits vollendet hat oder im Zusammenhang mit dem Change of Control von dritter Seite Zuwendungen oder Wertvorteile erhält.
Andere einmalige oder wiederkehrende Zusagen für den Fall der Beendigung der Vorstandstätigkeit bestehen nicht.
Vergütung des aktuellen Geschäftsjahrs
Gesamtvergütung der am 31. Dezember 2014 amtierenden Vorstandsmitglieder
Diese Übersicht zeigt die Berechnung der Gesamtvergütung für jedes Vorstandsmitglied mit den jeweils im Geschäftsjahr 2014 gewährten Beträgen der verschiedenen Vergütungskomponenten.
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| in Tausend € | 2014 | 2014 | ||
|---|---|---|---|---|
| Dr. Bernhard Ehmer | 2013 | 2014 | Minimum | Maximum |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Erfolgsunabhängig | ||||
| Festvergütung | - | 60 | 60 | 60 |
| Nebenleistungen | - | 5 | 5 | 5 |
| Summe der erfolgsunabhängigen Komponenten | - | 65 | 65 | 65 |
| Erfolgsabhängig | ||||
| Ohne langfristige Anreizwirkung (nicht aktienbasiert): | ||||
| Einjährige variable Vergütung - Baranteil | - | 10 | - | 44 |
| Mit langfristiger Anreizwirkung (aktienbasiert): | ||||
| Variable Vergütung (LTIP) -Baranteil | - | 135 | - | 324 |
| Summe der erfolgsabhängigen Komponenten | 145 | 368 | ||
| Versorgungsaufwand (Service Cost) | - | - | - | - |
| Gesamtvergütung (DCGK) | - | 210 | 65 | 433 |
| Abzüglich Versorgungsaufwand (Service Cost) | - | - | - | - |
| Gesamtvergütung (DRS 17) | - | 210 | 65 | 433 |
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| in Tausend € | 2014 | 2014 | ||
|---|---|---|---|---|
| Prof. Dr. Gregor Schulz | 2013 | 2014 | Minimum | Maximum |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Erfolgsunabhängig | ||||
| Festvergütung | 340 | 360 | 360 | 360 |
| Nebenleistungen | 49 | 50 | 50 | 50 |
| Summe der erfolgsunabhängigen Komponenten | 389 | 410 | 410 | 410 |
| Erfolgsabhängig | ||||
| Ohne langfristige Anreizwirkung (nicht aktienbasiert): | ||||
| Einjährige variable Vergütung - Baranteil | 173 | 127 | - | 262 |
| Mit langfristiger Anreizwirkung (aktienbasiert): | ||||
| Variable Vergütung (LTIP) -Baranteil | 165 | 135 | - | 324 |
| Summe der erfolgsabhängigen Komponenten | 338 | 262 | - | 586 |
| Versorgungsaufwand (Service Cost) | 242 | 221 | 221 | 221 |
| Gesamtvergütung (DCGK) | 969 | 893 | 631 | 1.217 |
| Abzüglich Versorgungsaufwand (Service Cost) | 242 | 221 | 221 | 221 |
| Gesamtvergütung (DRS 17) | 727 | 672 | 410 | 996 |
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| in Tausend € | 2014 | 2014 | ||
|---|---|---|---|---|
| Dr. Michael Ramroth | 2013 | 2014 | Minimum | Maximum |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Erfolgsunabhängig | ||||
| Festvergütung | 300 | 300 | 300 | 300 |
| Nebenleistungen | 36 | 233 | 36 | 233 |
| Summe der erfolgsunabhängigen Komponenten | 336 | 533 | 336 | 533 |
| Erfolgsabhängig | ||||
| Ohne langfristige Anreizwirkung (nicht aktienbasiert): | ||||
| Einjährige variable Vergütung - Baranteil | 159 | 123 | - | 277 |
| Mit langfristiger Anreizwirkung (aktienbasiert): | ||||
| Variable Vergütung (LTIP) -Baranteil | 145 | 112 | - | 270 |
| Summe der erfolgsabhängigen Komponenten | 304 | 235 | - | 497 |
| Versorgungsaufwand (Service Cost) | 159 | 152 | 152 | 152 |
| Gesamtvergütung (DCGK) | 799 | 920 | 488 | 1.182 |
| Abzüglich Versorgungsaufwand (Service Cost) | 159 | 152 | 152 | 152 |
| Gesamtvergütung (DRS 17) | 640 | 768 | 336 | 1.030 |
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| in Tausend € | 2014 | 2014 | ||
|---|---|---|---|---|
| Dr. Georg Floß | 2013 | 2014 | Minimum | Maximum |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Erfolgsunabhängig | ||||
| Festvergütung | 254 | 260 | 260 | 260 |
| Nebenleistungen | 32 | 35 | 35 | 35 |
| Summe der erfolgsunabhängigen Komponenten | 286 | 295 | 295 | 295 |
| Erfolgsabhängig | ||||
| Ohne langfristige Anreizwirkung (nicht aktienbasiert): | ||||
| Einjährige variable Vergütung - Baranteil | 99 | 110 | - | 203 |
| Mit langfristiger Anreizwirkung (aktienbasiert): | ||||
| Variable Vergütung (LTIP) -Baranteil | 126 | 97 | - | 234 |
| Summe der erfolgsabhängigen Komponenten | 225 | 207 | - | 437 |
| Versorgungsaufwand (Service Cost) | 119 | 144 | 144 | 144 |
| Gesamtvergütung (DCGK) | 630 | 646 | 439 | 876 |
| Abzüglich Versorgungsaufwand (Service Cost) | 119 | 144 | 144 | 144 |
| Gesamtvergütung (DRS 17) | 511 | 502 | 295 | 732 |
Die Maximalwerte in der Angabe der erfolgsabhängigen Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung zeigen den möglichen Maximalwert zum Zeitpunkt der Gewährung. Abhängig von der Entwicklung des Aktienkurses kann dieser Wert im Zeitpunkt des Zuflusses der Vergütung höher ausfallen.
Die Berechnung nach DRS 17 ergibt Gesamtbezüge aller Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2014 in Höhe von 2.152 T€ (i.Vj. 1.878 T€). In diesen Wert ist der Versorgungsaufwand nicht einzubeziehen.
Vergütungszuflüsse der am 31. Dezember 2014 amtierenden Vorstandsmitglieder
Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick zu den Zuflüssen im beziehungsweise für das aktuelle Geschäftsjahr getrennt nach Vorstandsmitgliedern. Die Gesamtvergütung ist auch hier untergliedert nach den verschiedenen Vergütungskomponenten. Diese Aufstellung zeigt die in den Vorjahren gewährte mehrjährige variable Vergütung, die in diesem Geschäftsjahr ausbezahlt werden.
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| Dr. Bernhard Ehmer | Prof. Dr. Gregor Schulz | Dr. Michael Ramroth | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Tausend € | 2014 | 2013 | 2014 | 2013 | 2014 | 2013 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Erfolgsunabhängig | ||||||
| Festvergütung | 60 | - | 360 | 340 | 300 | 300 |
| Nebenleistungen | 5 | - | 50 | 49 | 233 | 36 |
| Summe der erfolgsunabhängigen Komponenten | 65 | - | 410 | 389 | 533 | 336 |
| Erfolgsabhängig | ||||||
| Ohne langfristige Anreizwirkung (nicht aktienbasiert): | ||||||
| Einjährige variable Vergütung - Baranteil | - | - | 194 | 213 | 177 | 193 |
| Mit langfristiger Anreizwirkung (aktienbasiert): | ||||||
| Variable Vergütung (LTIP 2011) -Baranteil | - | - | 306 | - | 270 | - |
| Variable Vergütung (LTIP 2010) -Baranteil | - | - | - | 92 | - | 79 |
| Summe der mehrjährigen variablen Vergütung | - | - | 306 | 92 | 270 | 79 |
| Summe der erfolgsabhängigen Komponenten | - | - | 500 | 305 | 447 | 272 |
| Versorgungsaufwand (Service Cost) | - | - | - | - | - | - |
| Gesamtvergütung (DCGK) | 65 | - | 910 | 694 | 980 | 608 |
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| Dr. Georg Floß | ||
|---|---|---|
| in Tausend € | 2014 | 2013 |
| --- | --- | --- |
| Erfolgsunabhängig | ||
| Festvergütung | 260 | 254 |
| Nebenleistungen | 35 | 32 |
| Summe der erfolgsunabhängigen Komponenten | 295 | 286 |
| Erfolgsabhängig | ||
| Ohne langfristige Anreizwirkung (nicht aktienbasiert): | ||
| Einjährige variable Vergütung - Baranteil | 158 | - |
| Mit langfristiger Anreizwirkung (aktienbasiert): | ||
| Variable Vergütung (LTIP 2011) -Baranteil | 111 | - |
| Variable Vergütung (LTIP 2010) -Baranteil | - | - |
| Summe der mehrjährigen variablen Vergütung | 111 | - |
| Summe der erfolgsabhängigen Komponenten | 269 | - |
| Versorgungsaufwand (Service Cost) | - | - |
| Gesamtvergütung (DCGK) | 564 | 286 |
Übersicht der Versorgungszusagen für die am 31. Dezember 2014 amtierenden Vorstandsmitglieder
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| in Tausend € | Anwartschaftsbarwert sämtlicher Pensionszusagen ohne Entgeltumwandlung | Anwartschaftsbarwert aus Entgeltumwandlung | ||
|---|---|---|---|---|
| Anwartschafts- barwert in 2014 |
Anwartschafts- barwert in 2013 |
Anwartschafts- barwert in 2014 |
Anwartschafts- barwert in 2013 |
|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Dr. Bernhard Ehmer | 425 | - | - | - |
| Prof. Dr. Gregor Schulz | 3.343 | 2.504 | 118 | 61 |
| Dr. Michael Ramroth | 2.410 | 1.578 | 308 | 229 |
| Dr. Georg Floß | 1.481 | 912 | - | - |
| 7.659 | 4.994 | 426 | 290 |
Zur Insolvenzsicherung der Pensionsansprüche wurden Vermögenswerte in Höhe von 2.018 T€ (1.782 T€) in den Biotest Vorsorge Trust e.V. übertragen.
Vergütungssystem für ehemalige Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen
Für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen werden vertraglich zugesagte Pensionen gezahlt. Hierfür sind Pensionsrückstellungen in Höhe von 4.817 T€ (i.Vj. 4.096 T€) gebildet worden. Die Wertermittlung der Pensionsrückstellungen erfolgte gemäß IAS 26 Bilanzierung und Berichterstattung von Altersversorgungsplänen.
Long Term Incentive-Programm der Vorstandsmitglieder
Die Teilnahme der Vorstände am Long Term Incentive-Programm ist in den Gesamtbezügen enthalten und stellt sich wie folgt dar:
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| in Tausend € | Eigeninvestment in Vorzugsaktien (in Stücken) | Beizulegender Zeitwert der Optionen zum 31. Dezember | Aufwand aus dem Optionsprogramm im Geschäftsjahr |
|---|---|---|---|
| 2014 | |||
| (Tranchen 2012, 2013 und 2014) | |||
| Dr. Bernhard Ehmer | 1.800 | 162 | 37 |
| Prof. Dr. Gregor Schulz | 1.800 | 751 | 208 |
| Dr. Michael Ramroth | 1.800 | 655 | 182 |
| Dr. Georg Floß | 1.800 | 436 | 122 |
| 7.200 | 2.004 | 549 | |
| 2013 | |||
| (Tranchen 2011, 2012 und 2013) | |||
| Prof. Dr. Gregor Schulz | 1.800 | 1.039 | 456 |
| Dr. Michael Ramroth | 1.800 | 917 | 394 |
| Dr. Georg Floß | 1.800 | 514 | 306 |
| 5.400 | 2.470 | 1.156 |
Das Long Term Incentive-Programm / Tranche 2011 kam im Geschäftsjahr 2014 zur Auszahlung; Herr Prof. Dr. Gregor Schulz erhielt 306 T€, Herr Dr. Michael Ramroth erhielt 270 T€ und Herr Dr. Floß erhielt 111 T€.
Erläuterung des Vergütungssystems der Aufsichtsratsmitglieder
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt. Die Mitglieder erhalten eine jährliche feste Vergütung in Höhe von jeweils 15 T€. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält jeweils den dreifachen, sein Stellvertreter den eineinhalbfachen Betrag. Die Tätigkeit in einem Ausschuss wird zusätzlich mit 4 T€ vergütet, der Vorsitzende des Prüfungsausschusses erhält 10 T€ und für die sonstigen Ausschüsse erhält der Vorsitzende 7,5 T€. Die Biotest AG erstattet die auf die Aufsichtsratsvergütung zu zahlende Umsatzsteuer. Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten außerdem eine variable Vergütung in Höhe von 1 T€ für jeden 0,01 €, mit dem die für das Geschäftsjahr ausgeschüttete Dividende den Betrag von 0,24 € übersteigt. Die variable Vergütung ist auf einen Höchstbetrag von 10 T€ begrenzt.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Biotest AG sind wie die Mitglieder des Vorstands in die konzernübergreifende Vermögensschadenhaftpflicht-Gruppenversicherung (D&O-Versicherung) eingebunden. Biotest übernimmt die hierfür fälligen Versicherungsprämien für alle Mitglieder des Aufsichtsrats. Des Weiteren ist ein Aufsichtsratsmitglied über die bestehende Betriebshaftpflichtversicherung privathaftpflichtversichert. Weitere Sachleistungen werden nicht gewährt.
Die wertmäßigen Angaben zur Vergütung des Aufsichtsrats berücksichtigen die Erstattung der auf die Aufsichtsratsvergütung teilweise zu zahlenden Umsatzsteuern.
Vergütung des aktuellen Geschäftsjahrs
Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten für ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2014 die im Folgenden aufgeführte Vergütung:
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| in Tausend € 2014 | fixe Vergütung | variable Vergütung | Gesamtvergütung |
|---|---|---|---|
| Dr. Alessandro Banchi | 64 | 25 | 89 |
| Dr. Cathrin Schleussner | 31 | 15 | 46 |
| Kerstin Birkhahn | 15 | 10 | 25 |
| Thomas Jakob | 19 | 10 | 29 |
| Jürgen Heilmann | 19 | 10 | 29 |
| Dr. Christoph Schröder | 29 | 10 | 39 |
| 177 | 80 | 257 |
Für das Geschäftsjahr 2013 wurde an die Mitglieder des Aufsichtsrats die folgende Vergütung ausgezahlt:
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| in Tausend € 2013 | fixe Vergütung | variable Vergütung | Gesamtvergütung |
|---|---|---|---|
| Dr. Alessandro Banchi | 64 | 25 | 89 |
| Dr. Cathrin Schleussner | 31 | 15 | 46 |
| Kerstin Birkhahn | 15 | 10 | 25 |
| Thomas Jakob | 19 | 10 | 29 |
| Jürgen Heilmann | 19 | 10 | 29 |
| Dr. Christoph Schröder | 29 177 | 10 80 | 39 257 |
Neben den aufgeführten Aufsichtsratsvergütungen wurden in den Geschäftsjahren 2014 und 2013 für die Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrats weitere Leistungen im Rahmen ihres Arbeitnehmerverhältnisses aufwandswirksam erfasst. Die Höhe der Bezüge richtet sich nach tarifvertraglichen Regelungen beziehungsweise den in der Gesellschaft geltenden Gehaltsstufen für außertarifliche Mitarbeiter.
GLOSSAR / FACHBEGRIFFE
A
ALBUMIN (AUCH HUMANALBUMIN)
In der Leber gebildetes Protein (Eiweiß), das zur Aufrechterhaltung des Plasmavolumens und als Transportvehikel für viele physiologische und pharmakologische Substanzen dient.
ANTIKÖRPER
Proteine (Eiweiße) im Blutplasma, die von speziellen Zellen des Immunsystems als Abwehrreaktion gegen verschiedene Krankheitserreger gebildet werden.
ANTIKÖRPERMANGELSYNDROM
Unfähigkeit des Körpers auf einen Antigenreiz mit einer ausreichenden Bildung von Antikörpern zu reagieren. Es wird zwischen primären (angeborenen) und sekundären (erworbenen) Antikörpermangelsyndromen unterschieden.
AUTOIMMUNERKRANKUNG
Gegen Gewebe und Zellen des eigenen Organismus gerichtete Aktivität des Immunsystems.
B
BLASENKARZINOM
Auch Blasenkrebs, ist die allgemeine Bezeichnung für bösartige Tumore, die von der Harnblase ausgehen.
C
CYTOMEGALIE / CYTOMEGALIE-VIRUS (CMV)
Zumeist harmlos verlaufende, durch den Cytomegalie-Virus (CMV) verursachte Infektion. Tritt sie während der Schwangerschaft auf, kann sie schwerwiegende Schäden beim Ungeborenen verursachen. In der Organtransplantation eine der häufigsten Virusinfektionen, die zum Verlust des Transplantats führen kann.
D
DEXAMETHASON
Wirkstoff, welcher unter anderem in Kombination mit Lenalidomid zur Behandlung des Multiplen Myeloms sowie bei der Therapie verschiedener Tumore eingesetzt wird. Dexamethason wirkt unter anderem entzündungshemmend und dämpfend auf das Immunsystem.
DOSISESKALATION
Bezeichnet die Steigerung der Dosis eines Arzneimittels.
F
FIBRINOGEN
In der Leber gebildetes Protein, das zentral für die Blutgerinnung ist. Es wird während der Blutgerinnung in Fibrin umgewandelt, das als sogenannter Blutklebstoff eine Schlüsselrolle für den Verschluss von Wunden einnimmt. Ein Mangel an Fibrinogen ist eine mögliche Ursache für Störungen der Blutgerinnung.
FOOD AND DRUG ADMINISTRATION (FDA)
US-amerikanische Behörde für Lebensmittelüberwachung und Arzneimittelzulassungen.
FRAKTIONIERUNG (PLASMAFRAKTIONIERUNG)
Bezeichnet ein Verfahren zur Gewinnung von Proteinen aus menschlichem Blutplasma.
G
GERINNUNGSFAKTOREN
Proteine, die für die Blutgerinnung sorgen. Die 13 verschiedenen Faktoren des Gerinnungssystems werden mit den römischen Ziffern I bis XIII gekennzeichnet.
H
HÄMATOLOGIE
Blut und Blutkrankheiten betreffendes medizinisches Teilgebiet.
HÄMOPHILIE
Störung der Blutgerinnung (Bluterkrankheit), die aus defekten oder fehlenden Faktoren VIII oder IX (Hämophilie A beziehungsweise B) resultiert.
HEPATITIS
Entzündung der Leber, die auf verschiedene Ursachen (insbesondere Virusinfektionen und Autoimmunerkrankungen) zurückgeführt werden kann. Führt unter anderem zur Beeinträchtigung und zum Absterben der Leberzellen sowie zur Einschränkung bis hin zur Einstellung der Stoffwechselfunktion der Leber. Häufig ist eine Lebertransplantation notwendig.
HER 2
Das HER 2-Protein ist ein Empfängermolekül (Rezeptor), das sich auf der Oberfläche von Körperzellen befindet. Das Protein wird einer Familie von bestimmten Wachstumsfaktor-Rezeptoren (epidermal growth factor receptor) zugeordnet. Die Anzahl der auf der Zelloberfläche befindlichen Rezeptoren wird durch das HER 2-Gen bestimmt.
HYDROXY-ETHYL-STÄRKE (HES)
Aus Wachsmaisstärke oder Kartoffelstärke künstlich hergestellter Stoff, der als Ersatz für Humanalbumin verwendet wird.
IMMUNGLOBULINE
Gleichbedeutend mit Antikörpern. Diese erkennen und binden Krankheitserreger und vermitteln deren Zerstörung durch Zellen des Immunsystems.
IMMUNGLOBULIN M (IgM)
Größtes Antikörpermolekül im Blutplasma. Es zerstört in Verbindung mit dem Komplementsystem (System von Plasmaproteinen, das als Teil der Immunantwort aktiviert wird) Bakterien und neutralisiert bakterielle Toxine.
IMMUNOLOGIE
Lehre über die Immunabwehr und Immunregulation zur körperlichen Abwehr von Krankheitserregern.
IMMUNSUPPRESSIV
Bezeichnet einen Vorgang, der immunologische Prozesse unterdrückt. Dies ist relevant, wenn unerwünschte Reaktionen des Immunsystems, wie im Fall von Autoimmunerkrankungen oder nach Gewebs- oder Organtransplantationen, gehemmt werden sollen.
IMMUNSYSTEM
Gesamtheit aller Faktoren, die für das Erkennen und die Abwehr von Infektionserregern im Körper verantwortlich sind und die eine Kontrolle gegen selbstzerstörende Prozesse ausüben.
INDIKATION
Bereich einer therapeutischen Anwendung, für die ein Wirkstoff oder Medikament entwickelt und zugelassen werden kann.
INTENSIVMEDIZIN
Medizinisches Fachgebiet, das sich mit Diagnostik und Therapie lebensbedrohlicher Zustände befasst.
INTRAVENÖS (I.V.)
Verabreichung eines Medikaments durch Injektion in eine Vene.
L
LEBERINSUFFIZIENZ
Auch bekannt als Leberversagen, bezeichnet das Erlöschen der Leberfunktion.
LENALIDOMID
Wirkstoff, der in Kombination mit Dexamethason insbesondere zur Behandlung des Multiplen Myeloms eingesetzt wird, um unter anderem die Zellteilung bestimmter Tumorzellen zu hemmen.
M
METHOTREXAT
Ein Wirkstoff zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis und anderer Autoimmunkrankheiten (zum Beispiel Psoriasis, Multiple Sklerose) sowie verschiedener Tumore.
MONOKLONALE ANTIKÖRPER (MAK)
Antikörper, deren Produktion sich auf eine einzelne Ursprungszelle zurückführen lässt und die jeweils nur ein bestimmtes Antigen spezifisch erkennen und binden.
MULTIPLES MYELOM
Bösartige Wucherung von Plasmazellen im Knochenmark.
O
ÖSTROGEN
Wichtigstes weibliches Sexualhormon aus der Klasse der Steroidhormone. Bei der Einnahme von Östrogenpräparaten können Nebenwirkungen in Form von Autoimmunreaktionen wie Systemischer Lupus Erythematodes (SLE) auftreten.
P
PAUL-EHRLICH-INSTITUT (PEI)
Bundesamt für Seren und Impfstoffe. Das PEI ist unter anderem zuständig für die Genehmigung klinischer Prüfungen, die Zulassung von Impfstoffen und Präparaten aus humanem Plasma sowie für die Verkaufsfreigabe von Produktionschargen.
PHARMAKODYNAMIK
Gesamtheit aller Prozesse, die die Wirkung eines Arzneimittels im Organismus hervorruft, von der Beschreibung des Wirkprofils, der Dosis-Wirkungsbeziehung bis zum Wirkungsmechanismus.
PHARMAKOKINETIK
Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt, von der Absorption des Arzneistoffes über die Verteilung im Körper, den biochemischen Um- und Abbau bis hin zur Ausscheidung des Stoffes. (Freisetzung, Aufnahme in die Blutbahn, Verteilung im Organismus, Verstoffwechselung, Ausscheidung).
PHARMAKOVIGILANZ
Dient der systematischen Überwachung der Sicherheit eines Arzneimittels, bei der unerwünschte Wirkungen identifiziert werden sollen, um entsprechende Maßnahmen zur Risikominimierung ergreifen zu können.
PIVOTALE STUDIE
Schlüsselstudie, die dem signifikanten Nachweis der Wirksamkeit eines Arzneimittels dient. in den meisten Fällen handelt es sich hierbei um eine Phase-III-Studie.
PLACEBO
Scheinmedikament. Medizinisch unwirksame Substanz, die verwandt wird, um einem subjektiven Bedürfnis nach medikamentöser Therapie nachzukommen. in vielen klinischen Studien wird eine Kontrollgruppe mit Placebo behandelt. Die Ergebnisse werden mit denen der Teilnehmer verglichen, die das zu testende Präparat (Verum) erhalten haben.
PLASMAPHERESE
Gewinnung von Plasma aus Blutspenden. Die zellulären Bestandteile werden dem Spender wieder zurückgeführt. Es verbleibt das Blutplasma, eine gelblich-klare Flüssigkeit, welche die löslichen Eiweißbestandteile (Proteine) des Bluts enthält.
PLASMAPROTEINE
Sammelbegriff für die am häufigsten im Blutplasma vorkommenden Blutproteine.
PLASMA PROTEIN THERAPEUTICS ASSOCIATION (PPTA)
Vereinigung der weltweit führenden Hersteller von Plasmaproteinen.
PRIONE
Proteine, die im menschlichen oder tierischen Organismus sowohl in normalen als auch krank machenden (pathogenen) Strukturen vorkommen können.
PRIMÄRE IMMUNDEFIZIENZ (PID)
Angeborener Defekt des Immunsystems, der zu einem Mangel an Antikörpern führt.
PROGESTERON (GELBKÖRPERHORMON)
Bildet zusammen mit Östrogen die weiblichen Geschlechtshormone. Progesteron bereitet die Gebärmutter auf die Schwangerschaft vor und dient der Aufrechterhaltung der Schwangerschaft.
PSORIASIS
Schuppenflechte. Chronische Hauterkrankung.
R
REKOMBINANT
Mithilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen oder Zelllinien hergestellt.
RHEUMATOIDE ARTHRITIS
Chronisch entzündliche Erkrankung der Gelenke.
S
sCAP (SEVERE COMMUNITY ACQUIRED PNEUMONIA)
Schwere ambulant erworbene Lungenentzündung. Durch die Ausbreitung der Entzündung von der Lunge auf den Körper kommt es häufig zu Komplikationen wie Sepsis, septischer Schock oder Organversagen.
SEROKONVERSION
Entwicklung von spezifischen Antikörpern gegen Antigene eines Fremdkörpers im Rahmen einer Infektion oder einer Impfung, bzw. der Antikörperklassenwechsel im Verlauf einer Infektion von IgM (frühe Antikörper) zu IgG (späte Antikörper).
SERUMPROTEINE
Bezeichnung für die im Blutserum enthaltenen Proteine (Eiweiße). SUBKUTAN (S.C.)
Anatomische Ortsangabe, die sich auf das Gewebe unter der Haut bezieht. Dieses besteht im Wesentlichen aus Binde- und Fettgewebe. Die subkutane Verabreichung von Medikamenten ist eine Injektion unter die Haut.
SUBSTITUTIONSTHERAPIE
Medikamentöser Einsatz eines vom Körper selbst nicht mehr ausreichend gebildeten Stoffes.
SYSTEMISCHER LUPUS ERYTHEMATODES (SLE)
Autoimmunkrankheit, die oft mit Fieber beginnt. Betroffene haben meist rheumaähnliche Gelenkschmerzen. Auf der Haut bilden sich Erytheme (Hautrötungen aufgrund von Gefäßerweiterungen). Auch andere Organe können von dieser Erkrankung betroffen sein.
Z
ZOSTER-VIRUS (VARICELLA-ZOSTER-VIRUS)
Zur Familie der Herpesviren gehörendes Virus. Eine Erstinfektion führt i.d.R. zu der Erkrankung Windpocken. Eine Reaktivierung, zum Beispiel im Rahmen einer Schwächung des Immunsystems, kann zu der Erkrankung Gürtelrose führen.
GLOSSAR / FINANZBEGRIFFE
A
ASSOZIIERTES UNTERNEHMEN
Nicht vollkonsolidierte Konzerngesellschaft (Beteiligung < 50 %), die unter maßgeblichem Einfluss der Muttergesellschaft steht.
C
CASHFLOW
Tatsächliche Zahlungsmittelflüsse (Einzahlungen und Auszahlungen) in einer Periode. Indikator für die Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens.
D
D&O-VERSICHERUNG
Directors-and-Officers-Versicherung (auch: Organ- oder ManagerHaftpflichtversicherung). Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, die ein Unternehmen für seine Organe (zum Beispiel Vorstand und Aufsichtsrat) und leitenden Angestellten abschließt.
DECKUNGSBEITRAG
Kategorie der Kosten- und Leistungsrechnung. Differenz zwischen Umsatz und den variablen Kosten.
DERIVAT
Finanzinstrument, dessen Preisbildung im Allgemeinen auf einer marktabhängigen Bezugsgröße basiert. Unter anderem eingesetzt zur Absicherung gegen Wertschwankungen.
DEVISENOPTIONSGESCHÄFT
Geschäft, das die Risiken von Devisenkursschwankungen absichert. Der Käufer einer Devisenoption erwirbt das Recht, jedoch nicht die Pflicht, eine Währung zu einem bestimmten Wechselkurs an einem bestimmten Termin zu kaufen oder zu verkaufen.
DEVISENTERMINGESCHÄFT
Verbindliche Vereinbarung, eine Währung gegen eine andere Währung zu einem bestimmten Termin und festgelegten Kurs zu tauschen.
DIRECTORS' DEALINGS
Geschäfte mit Wertpapieren eines börsennotierten Unternehmens, die vom Management oder von dem Management nahestehenden Gesellschaften oder Personen getätigt werden.
E
EAT (EARNINGS AFTER TAX)
Ergebnis nach Steuern.
EBIT (EARNINGS BEFORE INTEREST AND TAX)
Ergebnis vor Zinsen und Steuern; Betriebsergebnis.
EBT (EARNINGS BEFORE TAX)
Ergebnis vor Steuern.
F
FACTORING
Finanzdienstleistung. Der Faktor erwirbt die Forderungen seines Kunden gegen dessen Abnehmer (Debitor).
FAIR VALUE
Beizulegender Zeitwert.
FINANCIAL ASSETS AT FAIR VALUE THROUGH PROFIT AND LOSS (FAFVTPL)
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Kategorie gemäß IFRS 7).
H
HEDGE ACCOUNTING
Bilanzierungstechnik. Schafft Sicherungszusammenhänge zwischen Grundgeschäften und den zur Absicherung eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten.
HELD TO MATURITY (HTM)
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen (Kategorie gemäß IFRS 7).
L
LATENTE STEUERN
Zukünftig zu zahlende oder zu erhaltende Ertragsteuern, die zum Zeitpunkt der Bilanzierung noch keine tatsächlichen Forderungen oder Verbindlichkeiten darstellen.
LOANS AND RECEIVABLES (LAR)
Kredite und Forderungen (Kategorie gemäß IFRS 7).
LONG TERM INCENTIVE-PROGRAMM
Langfristig orientiertes Programm zur erfolgsorientierten variablen Vergütung.
N
NET PRESENT VALUE (KAPITALWERT)
Betriebswirtschaftliche Kennzahl der dynamischen Investitionsrechnung, bei der durch Abzinsung auf den Beginn der Investition Zahlungen vergleichbar gemacht werden, die zu beliebigen Zeitpunkten anfallen. Der Kapitalwert einer Investition ist die Summe der Barwerte aller durch diese Investition verursachten Zahlungen (Ein- und Auszahlungen).
R
RETURN ON CAPITAL EMPLOYED (ROCE)
Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital.
S
SCHULDSCHEINDARLEHEN
Form der (langfristigen) Fremdfinanzierung für Unternehmen, bei der einem Kreditnehmer durch die Bereitstellung von Kapital verschiedener Gläubiger ein Darlehen gewährt wird.
SENSITIVITÄTSANALYSE
Untersuchung des Einflusses bestimmter Faktoren auf bestimmte Ergebnisgrößen.
STAMMAKTIE
Mit Stimmrechten bestückte Aktie, die das Gegenstück zur Vorzugsaktie bildet.
SWAP
Austausch von Forderungen und Verbindlichkeiten in gleicher oder fremder Währung mit dem Ziel, einen Finanzierungs-oder Zins- bzw. Renditevorteil zu erlangen.
V
VORZUGSAKTIE
Aktie ohne Stimmrecht, dafür aber mit dem Recht auf eine bevorzugte, in der Regel höhere Dividende. Das Gegenstück zu einer Vorzugsaktie ist die Stammaktie.
W
WEIGHTED AVERAGE COST OF CAPITAL (WACC)
Der gewichtete durchschnittliche Kapitalkostensatz bezeichnet einen zu den Discounted-Cashflow-Verfahren der Unternehmensbewertung gehörenden Ansatz. Die Methode wird häufig auch als Free-Cashflow-Verfahren bezeichnet. Er wird meist verwendet, um die Mindestrendite für Investitionsprojekte zu bestimmen.
WORKING CAPITAL
Kurzfristig gebundenes Betriebskapital.
FINANZKALENDER
7. MAI 2015
Drei-Monatsbericht 2015
7. MAI 2015
Hauptversammlung
11. AUGUST 2015
Halbjahresbericht 2015
10. NOVEMBER 2015
Neun-Monatsbericht 2015 Analystenkonferenz
Gewinnverwendungsbeschluss
Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2014 bis zum 31.12.2014
Nachtrag zum Jahresabschluss zum 31. Dezember 2014
Die ordentliche Hauptversammlung der Biotest AG vom 7. Mai 2015 hat beschlossen, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2014 in Höhe von EUR 28.897.173,32 wie folgt zu verwenden:
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| Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,66 je dividendenberechtigter Vorzugsaktie auf 6.595.242 Stück Vorzugsaktien ohne Stimmrecht | EUR | 4.352.859,72 |
| Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,60 je dividendenberechtigter Stammaktie auf 6.595.242 Stück Stammaktien | EUR | 3.957.145,20 |
| Ausschüttung insgesamt | EUR | 8.310.004,92 |
| Gewinnvortrag auf neue Rechnung | EUR | 20.587.168,40 |
| Bilanzgewinn | EUR | 28.897.173,32 |
Dreieich, im Mai 2015
Biotest AG
Der Vorstand
Dr. Bernhard Ehmer, Vorsitzender des Vorstands
Dr. Michael Ramroth, Mitglied des Vorstands
Dr. Georg Floß, Mitglied des Vorstands