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Biotest AG Annual Report 2014

Apr 20, 2015

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Annual Report

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Publication

Biotest AG

Dreieich

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2014 bis zum 31.12.2014

Jahresabschluss und Lagebericht zum 31. Dezember 2014

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Bilanz zum 31. Dezember 2014

Aktiva

31.12.2013
EUR EUR EUR EUR
--- --- --- --- ---
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.526.810,16 2.378.672,47
2. Geleistete Anzahlungen 2.417.481,81 2.016.798,38
4.944.291,97 4.395.470,85
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.707.138,40 1.410.821,22
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.815.209,92 1.433.084,30
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.722.600,41 6.468.077,19
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen Im Bau 109.700,46 143.050,18
10.354.649,19 9.455.032,89
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 264.087.290,31 245.245.477,60
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 64.493.437,31 44.275.322,01
3. Sonstige Ausleihungen 10.550,00 10.550,00
328.591.277,62 289.531.349,61
343.890.218,78 303.381.853,35
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfe- und Betriebsstoffe 65.570.771,77 56.322.165,41
2. Unfertige Erzeugnisse 71.022.555,17 85.926.789,31
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 27.001.156,08 15.841.848,33
163.594.483,02 158.090.803,05
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 106.729.862,02 73.814.863,15
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 44.707.506,83 48.864.516,29
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 857.752,46 898.427,46
4. Sonstige Vermögensgegenstände 10.305.165,37 6.030.054,09
162.600.286,68 129.607.860,99
III. Wertpapiere
Sonstige Wertpapiere 54.746.962,98 0,00
IV. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 90.990.993,12 199.351.091,42
471.932.725,80 487.049.755,46
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.665.271,90 1.476.859,10
D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung 178.509,94 225.420,94
817.666.726,42 792.133.888,85
Passiva
31.12.2013
EUR EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
1. Gezeichnetes Kapital
1. Stammaktien 16.883.819,52 16.883.819,52
2. Vorzugsaktien 16.883.819,52 16.883.819,52
33.767.639,04 33.767.639,04
II. Kapitalrücklage 226.454.333,24 226.454.333,24
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 140.000.000,00 132.000.000,00
IV. Bilanzgewinn 28.897.173,32 26.027.020,64
429.119.145,60 418.248.992,92
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen 45.451.071,82 41.182.609,68
2. Steuerrückstellungen 4.515.444,36 8.952.105,00
3. Sonstige Rückstellungen 38.882.511,26 32.821.876,04
88.849.027,44 82.956.590,72
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 245.453.374,10 228.669.048,28
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.301.483,47 1.472.641,38
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 23.654.682,08 21.968.334,16
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 7.049.454,43 10.510.332,65
5. Sonstige Verbindlichkeiten 20.157.629,89 17.898.301,58
--davon aus Steuern EUR 1.309.564,24 (i. Vj. TEUR 951)-
--davon Im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 3.036,53 (i. Vj. TEUR 2)--
297.616.623,97 280.518.658,05
D. Rechnungsabgrenzungsposten 2.081.929,41 10.409.647,16
817.666.726,42 792.133.888,85

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014

2013
EUR EUR EUR EUR
--- --- --- --- ---
1. Umsatzerlöse 416.155.236,00 386.815.838,09
2. Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -3.504.815,67 9.636.905,56
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 261.360,32 94.115,67
4. Sonstige betriebliche Erträge 35.134.583,35 44.623.929,63
--davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 3.888.660,48 (i.Vj. TEUR 105)--
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 156.089.707,44 149.216.724,18
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 19.383.285,37 18.083.881,59
175.472.992,81 167.300.605,77
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 62.842.986,97 58.347.095,36
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 12.150.756,03 11.562.972,42
--davon für Altersversorgung EUR 2.052.114.49 (i. Vj. TEUR 2.810)--
74.993.743,00 69.910.067,78
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 3.117.164,73 4.074.059,03
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 154.847.267,39 150.234.722,16
--davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 6.032.496,19 (i.Vj. TEUR 443)--
39.615.196,07 49.651.334,21
9. Erträge aus Beteiligungen 215.744,72 1.152.137,85
--sämtlich wie im Vorjahr aus verbundenen Unternehmen--
10. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 2.327.591,11 744.796,70
--sämtlich wie im Vorjahr aus verbundenen Unternehmen--
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.908.608,81 708.136,17
--davon aus verbundenen Unternehmen EUR 622.896,48 (i. Vj. TEUR 300)--
--davon Erträge aus der Abzinsung EUR 33.296,59 (i. Vj. TEUR 16)--
12. Abschreibungen auf Finanzanlagen 2.070.006,58 0,00
13. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 13.352.294,81 6.902.595,52
--davon an verbundene Unternehmen EUR 934.226,62 (i. Vj. TEUR 44)--
--davon Aufwendungen aus der Abzinsung EUR 4.134.691,00 (i. Vj. TEUR 2.867)--
14. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 28.644.839,32 45.353.809,41
15. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 -3.344.831,00
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 9.763.501,06 16.069.218,99
17. Sonstige Steuern 96.895,18 92.542,79
18. Jahresüberschuss 18.784.443,08 25.847.216,63
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 26.027.020,64 32.352.091,49
Dividendenausschüttung -7.914.290,40 -6.172.287,48
Einstellung in andere Gewinnrücklagen durch die Hauptversammlung 0,00 -14.000.000,00
19. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 18.112.730,24 12.179.804,01
20. Einstellung in Gewinnrücklagen durch den Vorstand
a) in andere Gewinnrücklagen 8.000.000,00 12.000.000,00
21. Bilanzgewinn 28.897.173,32 26.027.020,64

Anhang für das Geschäftsjahr 2014

(1) Geschäftsbetrieb der Gesellschaft

Die Biotest AG ist die Obergesellschaft der Biotest Gruppe und als Pharmaunternehmen in der Produktion und im Vertrieb von Medikamenten zur Therapie von Störungen des körpereigenen Abwehrsystems und der blutbildenden Systeme tätig.

Mit Wirkung zum 1. Juni 2004 hat die Biotest AG den Geschäftsbetrieb der Biotest Pharma GmbH, Dreieich, gepachtet und von dieser eine Lizenz zur Nutzung der Zulassungen für die Produkte der Biotest Pharma GmbH erhalten. Im Zusammenhang mit der Verpachtung sind auch die Mitarbeiter der Gesellschaft auf die Biotest AG übergegangen. Darüber hinaus wurden die Vorräte, wesentliche Teile des übrigen Umlaufvermögens sowie Teile der Rückstellungen durch die Biotest AG übernommen. Die Biotest Pharma GmbH bleibt jedoch Eigentümerin der verpachteten Anlagen und Gebäude sowie der Zulassungen und fungiert weiterhin als Verantwortliche im Sinne des Arzneimittelgesetzes.

Der Jahresabschluss der Biotest AG zum 31. Dezember 2014 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt. Die Biotest AG ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

(2) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, Währungsumrechnung

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt. Diese werden bei den immateriellen Vermögensgegenständen und den Sachanlagen, sofern sie der Abnutzung unterliegen, um planmäßige Abschreibungen entsprechend der Nutzungsdauer nach der linearen Methode vermindert. Die Abschreibungszeiträume betragen für immaterielle Vermögensgegenstände in der Regel drei bis fünf Jahre, für Einbauten zehn bis 20 Jahre, für technische Anlagen und Maschinen 13 Jahre und für andere Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung überwiegend drei bis zehn Jahre.

In die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilig zurechenbare Gemeinkosten sowie durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen einbezogen.

Geringwertige Anlagegüter mit einem Einzelanschaffungswert bis zu EUR 150 werden im Zugangsjahr aufwandswirksam erfasst. Geringwertige Anlagegüter von EUR 150 bis EUR 1.000 werden aus Vereinfachungsgründen auch für die Handelsbilanz in einem steuerlichen Sammelposten zusammengefasst und über fünf Jahre jeweils mit 20 % abgeschrieben, die Abgangsbuchung erfolgt nach fünf Jahren.

Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert bewertet. Soweit der Wert, der den Finanzanlagen am Bilanzstichtag beizulegen ist, dauerhaft unter den Anschaffungskosten/dem Nennwert liegt, wird dieser angesetzt. Bestehen die Gründe für die Abschreibungen nicht mehr, werden Zuschreibungen gemäß § 253 Abs. 5 HGB bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen werden auf den Barwert abgezinst.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet.

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind auf der Basis von Einzelkalkulationen, die auf der aktuellen Betriebsabrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhnen und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie produktionsbezogene Abschreibungen berücksichtigt werden. Kosten der allgemeinen Verwaltung wurden gemäß der Inanspruchnahme des Wahlrechtes nach § 255 Abs. 2 Satz 3 HGB nicht aktiviert. Fremdkapitalzinsen wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d.h. es wurden von den voraussichtlichen Verkaufspreisen Abschläge für noch anfallende Kosten vorgenommen.

Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit ihrem Nennwert abzüglich Wertberichtigungen bilanziert. Fremdwährungsforderungen mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr werden gemäß § 256a HGB am Abschlussstichtag mit dem Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Die sonstigen Wertpapiere des Umlaufvermögens sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bewertet.

Die liquiden Mittel wurden mit ihrem Nominalwert angesetzt.

In den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthaltene Disagien und sonstige Fremdkapitalbeschaffungskosten werden über die Laufzeit der korrespondierenden Verbindlichkeiten aufgelöst.

Das gezeichnete Kapital ist mit dem Nennbetrag angesetzt.

Gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB werden die Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen, mit den entsprechenden Schulden saldiert. Übersteigt der beizulegende Zeitwert dieser Vermögensgegenstände den Schuldbetrag, so wird der übersteigende Betrag als gesonderter Posten aktiviert. Hierbei wird gemäß § 268 Abs. 8 HGB in Höhe der Differenz zwischen beizulegendem Zeitwert und Anschaffungskosten eine Ausschüttungssperre gebildet.

Die Pensionsrückstellungen werden unter Zugrundelegung des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes sowie der "Richttafeln von 2005 G" von Prof. Dr. Heubeck versicherungsmathematisch errechnet; diese Berechnung entspricht dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Methode). Zukünftig erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt. Dabei wird derzeit von jährlichen Anpassungen von 3,4 % bei den Entgelten und von 2,0 % bei den Renten ausgegangen. Die ebenfalls eingerechnete unternehmensspezifische Fluktuationsrate lag bei 3,0 %. Der zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsrückstellungen beläuft sich auf 4,53 %. Es handelt sich um den von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre für eine Restlaufzeit von 15 Jahren.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie werden jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrages (d.h. einschließlich künftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zum Bilanzstichtag erforderlich ist. Soweit die Rückstellungen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben, werden sie mit dem ihrer Laufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Die Rückstellung für Altersteilzeit berücksichtigt alle am Bilanzstichtag abgeschlossenen Verträge auf Altersteilzeit. Vorhandenes Deckungsvermögen wird gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit diesen Rückstellungen saldiert.

Die im Zusammenhang mit den im Juni 2009 aufgelegten Long-Term-Incentive-Pro-grammen gebildeten Rückstellungen für die Tranchen 2013 und 2014 wurden auf Basis externer Gutachten unter Anwendung einer Monte-Carlo-Simulation bewertet. Dabei werden verschiedene Annahmen hinsichtlich der Erfüllung der im Programm vereinbarten Erfolgsziele zu Grunde gelegt: die Kursentwicklung der Biotest-Vorzugsaktie im Vergleich zur Kursentwicklung maßgeblicher SDAX-Unternehmen und die Erreichung der Ziel-EBIT-Marge durch die Gesellschaft. Für die Schätzung der Volatilitäten werden historische Marktdaten herangezogen. Der anzuwendende risikolose Zinssatz wird auf Basis der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Parameter ermittelt. Das Gutachten unterstellt eine Fluktuation von 4,0 %. Die Ergebnisse der Tranche 2012 standen faktisch fest. Die Berücksichtigung des sich nach den Berechnungen ergebenden Aufwands erfolgt anteilig über die Laufzeit des Programms.

Die Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit den Erfüllungsbeträgen bilanziert. Fremdwährungsverbindlichkeiten mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr werden am Abschlussstichtag zum Devisenkassamittelkurs umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasipermanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und Steuerentlastung nicht abgezinst. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis einer im Zeitpunkt des voraussichtlichen Abbaus von temporären Differenzen geltenden Steuerquote von 28,78 %. Passive Steuerlatenzen resultieren im Wesentlichen aus unrealisierten Währungskursgewinnen. Unterschiedliche Wertansätze vor allem bei Pensionsrückstellungen, Vorräten sowie sonstigen Rückstellungen führen zu aktiven latenten Steuern, die die passive Steuerlatenz übersteigen. Die Aktivierung latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts.

Der passive Rechnungsabgrenzungsposten enthält von einem Vertragspartner geleistete Vorauszahlungen für noch durchzuführende Forschungsaktivitäten. Die Ertragsrealisierung erfolgt zeitanteilig linear über die geschätzte Kooperationsdauer.

(3) Finanzlage

Über die Liquiditätssituation und die finanzielle Entwicklung gibt folgende Kapitalflussrechnung Aufschluss:

2014

TEUR
2013

TEUR
Jahresüberschuss vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 28.548 41.916
Gezahlte Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -18.101 -13.541
Erhaltene Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 28 4.110
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und auf Sachanlagen 3.117 4.074
Transaktionskosten der Kapitalerhöhung 0 3.345
Zuschreibungen auf Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen -165 -2.939
Abschreibungen auf Finanzanlagen 2.070 0
Sonstige nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträge 4.923 24
Zunahme der Pensionsrückstellungen 4.268 3.870
Zunahme der sonstigen Rückstellungen 6.061 8.044
Ertrag aus dem Abgang von Beteiligungen -250 0
Aufwand (i.Vj. Ertrag) aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens (netto) 94 -6
Zunahme der Vorräte -5.504 -16.615
Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva -32.352 -14.765
Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva -8.547 -16.753
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit -15.810 764
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens 0 11
Einzahlungen aus Abgängen von Beteiligungen 250 0
Einzahlungen aus der Veräußerung von aufgegebenen Geschäftsbereichen 0 10.523
Auszahlungen aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition -54.747 0
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -20.218 -44.279
Auszahlungen im Rahmen von Kapitalmaßnahmen für Beteiligungsunternehmen -20.912 -22.767
Sonstige Investitionen in das Anlagevermögen -4.660 -4.679
Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit -100.287 -61.191
Dividendenzahlung -7.914 -6.172
Kapitalerhöhung nach Berücksichtigung von Transaktionskosten 0 72.674
Veränderung der konzerninternen Finanzierung 3.794 -14.587
Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten 0 -1.867
Einzahlungen aus Darlehensaufnahme 16.113 220.075
Auszahlungen für die Tilgung von Bankverbindlichkeiten -4.256 -62.500
Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit 7.737 207.623
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands -108.360 147.196
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 199.351 52.155
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 90.991 199.351

(4) Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 2014 der Biotest AG ist in der Anlage zum Anhang dargestellt.

Am 25. August 2014 hat die Biotest AG im Rahmen einer Barkapitalerhöhung das Kapital der Biotest Pharma GmbH um TEUR 20.000 erhöht.

Am 20. Mai 2014 und am 7. Oktober 2014 hat die Biotest AG im Rahmen zweier Barkapitalerhöhungen das Kapital der Biotest Farmaceutica Ltda. um insgesamt TEUR 828 erhöht. Aufgrund der weiter andauernden Anlaufverluste der Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr eine Abschreibung in Höhe von TEUR 2.025 auf die Beteiligung vorgenommen.

Im Geschäftsjahr wurde die Liquidation der Biotest Seralc° N.V., Mechelen., Belgien, abgeschlossen. Im Rahmen der Liquidation ergab sich ein Liquidationserlös von TEUR 250.

Die Zusammensetzung der Anteile an verbundenen Unternehmen ist in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt:

Angaben zum Anteilsbesitz

Anteilsbesitz der Biotest AG (Stand 31. Dezember 2014) Name und Sitz der Gesellschaft Eigenkapital

Mio. Euro
Beteiligung

%
Umsatz

Mio. Euro
Ergebnis n. Steuern

Mio. Euro
Biotest Pharma GmbH, Dreieich / Deutschland 124,2 100,0 24,1 2,3
Biotest Grundstücksverwaltungs GmbH, Dreieich / Deutschland** 6,9 98,0 1,4 0,8
Biotest France SAS***** Paris / Frankreich -0,1 100,0 0,3 -0,2
Biotest (UK) Ltd., Birmingham / Großbritannien 3,0 100,0 12,0 0,4
Biotest Italia S.r.l., Mailand / Italien 10,3 100,0 28,7 1,4
Biotest Austria GmbH, Wien / Österreich 2,5 100,0 15,2 0,5
Biotest (Schweiz) AG, Rupperswil / Schweiz 1,5 100,0 6,3 0,2
Biotest Hungaria Kft., Budapest / Ungarn 3,3 100,0 12,1 0,2
Biotest Farmaceutica Ltda. Sao Paulo / Brasilien 0,7 100,0 0,6 -0,3
Biotest Hellas MEPE, Athen / Griechenland -7,9 100,0 0,0 0,0
Biotest Medical S.L.U., Barcelona / Spanien 0,5 100,0 6,9 0,2
Plasmadienst Tirol GmbH, Innsbruck / Österreich** 0,3 100,0 1,3 -0,3
Plasma Service Europe GmbH, Dreieich / Deutschland** / *** 3,9 100,0 19,7 0,0
Biotest Pharmaceuticals Corporation, Boca Raton / USA** 152,1 100,0 144,8 -17,2
Biotest US Corporation, Boca Raton / USA 183,2 100,0 0,0 -0,1
Plazmaszolgalat Kft., Budapest / Ungarn** 1,7 100,0 3,0 -0,5
BioDarou P.J.S.Company, Teheran / Iran** / ****** 3,5 49,0 5,2 0,8
BIOTEST PHARMACEUTICALS ILAÇ PAZARLAMA ANONIM SIRKETI,**** Istanbul, Türkei 0,0 100,0 0,0 0,0
Biotest Pharma OOO,**** Moskau / Russland 0,0 100,0 0,0 0,0

* Alle Zahlenangaben wurden für Zwecke des Konzernabschlusses nach den Vorschriften des IASB ermittelt

** Mittelbare Beteiligung

*** Nach Übernahme des HGB-Ergebnisses durch die Biotest Pharma GmbH

**** Nicht konsolidierte Gesellschaft

***** Gründung im Berichtsjahr

****** Angaben zum 31. Dezember 2013

(5) Vorräte

Zum Stichtag sind Wertberichtigungen auf die Vorräte in Höhe von insgesamt TEUR 6.089 (i. Vj. TEUR 4.433) gebildet worden.

(6) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wie im Vorjahr sämtlich eine Restlaufzeit von unter einem Jahr. Zum Stichtag sind Wertberichtigungen auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von insgesamt TEUR 2.299 (i. Vj. TEUR 2.203) gebildet worden.

Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen ausschließlich Lieferungen und Leistungen an die BioDarou P.J.S. Company, Teheran/Iran, und haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Sonstige Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr belaufen sich auf TEUR 28 (i. Vj. TEUR 0).

(7) Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen mit TEUR 37.543 (i. Vj. TEUR 40.805) Darlehensforderungen sowie Forderungen aus dem Cash Management und mit TEUR 7.165 (i. Vj. TEUR 8.060) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Von den Forderungen haben TEUR 0 (i. Vj. TEUR 23.879) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die auf Forderungen gegenüber der Biotest Hellas M.E.P.E., Griechenland, aufgrund zu erwartender Zahlungsausfälle in den Vorjahren gebildete Wertberichtigung in Höhe von insgesamt TEUR 8.131 (i. Vj. TEUR 8.296) wurde im Geschäftsjahr aufgrund weiterer Zahlungseingänge teilweise aufgelöst. Hieraus entstand ein Ertrag in Höhe von TEUR 165 (i. Vj. 2.939).

(8) Wertpapiere des Umlaufvermögens

Die Wertpapiere des Umlaufvermögens betreffen ausschließliche festverzinsliche Geldanlagen. Von den Wertpapieren des Umlaufvermögens haben TEUR 5.000 (Vj. TEUR 0) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

(9) Rechnungsabgrenzung

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält im Wesentlichen Kreditbeschaffungskosten im Zusammenhang mit dem Abschluss des Schuldscheindarlehens im Geschäftsjahr 2013 in Höhe von TEUR 634 (i. Vj. TEUR 762). Davon haben TEUR 506 (i. Vj. TEUR 635) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

(10) Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Der aktive Unterschiedsbetrag resultiert aus der Saldierung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB von Altersversorgungsverpflichtungen mit Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind (Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB). Bei den Vermögensgegenständen handelt es sich um Lebensversicherungen.

Angaben zur Verrechnung nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB:

TEUR
Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden 786
Anschaffungskosten der Vermögensgegenstände 764
Beizulegender Zeitwert der Vermögensgegenstände 965
Verrechnete Aufwendungen 73
Verrechnete Erträge 27

In der Höhe der Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert und den Anschaffungskosten der Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 201 ergibt sich eine Ausschüttungssperre gemäß § 268 Abs. 8 HGB, die durch frei verfügbare Gewinnrücklagen vollständig gedeckt ist.

(11) Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital ist voll eingezahlt und beträgt am 31. Dezember 2014 EUR 33.767.639,04 (i.Vj. EUR 33.767.639,04). Das gezeichnete Kapital ist zum 31. Dezember 2014 in 6.595.242 Stück nennwertlose Stammaktien und 6.595.242 Stück nennwertlose Vorzugsaktien ohne Stimmrecht mit einem Nennwert von jeweils EUR 2,56 eingeteilt.

Die Kapitalrücklage beträgt TEUR 226.454 (i.Vj. TEUR 226.454).

Die mit der Kapitalerhöhung in 2013 verbundenen Kosten in Höhe von TEUR 3.345 sind im Vorjahr im außerordentlichen Aufwand erfasst.

Den anderen Gewinnrücklagen wird ein Betrag von TEUR 8.000 aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahres zugeführt. Die Gewinnrücklagen betragen damit TEUR 140.000 (i. Vj. TEUR 132.000).

Der Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2013 in Höhe von TEUR 26.027 hat sich im Geschäftsjahr durch die Auszahlung der von der Hauptversammlung am 7. Mai 2014 beschlossenen Dividende in Höhe von TEUR 7.914 auf TEUR 18.113 verringert. Unter Berücksichtigung des Jahresüberschusses in Höhe von TEUR 18.784 und der Einstellung in die anderen Gewinnrücklagen in Höhe von TEUR 8.000 ergibt sich zum 31. Dezember 2014 ein Bilanzgewinn von TEUR 28.897.

(12) Mitteilungen gemäß WpHG

Mit Meldung vom 12. Februar 2008 hat eine durch die Familie Schleussner bevollmächtigte Anwaltskanzlei folgende Stimmrechtsmitteilungen nach § 21 Abs. 1 WpHG abgegeben:

"Hiermit teilen wir im Namen und in Vollmacht für Herrn Dr. Hans Schleussner gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mit, dass der Stimmrechtsanteil von Herrn Dr. Hans Schleussner an der Biotest AG die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30 und 50 % am 19. Dezember 2007 unterschritten hat und zu diesem Tag 0,0 % Stimmrechte beträgt.

Hiermit teilen wir im Namen und in Vollmacht für Frau Renate Schleussner gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mit, dass der Stimmrechtsanteil von Frau Renate Schleussner an der Biotest AG die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30 und 50 % am 19. Dezember 2007 unterschritten hat und zu diesem Tag 0,0 % Stimmrechte beträgt.

Hiermit teilen wir im Namen und in Vollmacht für Herrn Dr. Martin Schleussner gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mit, dass der Stimmrechtsanteil von Herrn Dr. Martin Schleussner an der Biotest AG die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30 und 50 % am 19. Dezember 2007 unterschritten hat und zu diesem Tag 0,0 % Stimmrechte beträgt.

Hiermit teilen wir im Namen und in Vollmacht für Frau Dr. Cathrin Schleussner gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mit, dass der Stimmrechtsanteil von Frau Dr. Cathrin Schleussner an der Biotest AG weiterhin die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30 und 50 % überschreitet und zu diesem Tag 50,03 % Stimmrechte aus 3.299.508 Stammaktien der Biotest AG (WPKNR 522720/ISIN DE0005227201) beträgt.

Der gesamte Stimmrechtsanteil von 50,03 % aus 3.299.508 Stammaktien ist Frau Dr. Cathrin Schleussner seit dem 19. Dezember 2007 gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen. Die zugerechneten Stimmrechte werden dabei über folgendes, von Frau Dr. Cathrin Schleussner kontrolliertes Unternehmen, gehalten: OGEL GmbH, Waldfriedstraße 4, 60528 Frankfurt am Main.

Hiermit teilen wir im Namen und in Vollmacht für die OGEL GmbH gemäß § 21 Abs. 1 WpHG mit, dass der Stimmrechtsanteil der OGEL GmbH an der Biotest AG die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30 und 50 % am 19. Dezember 2007 überschritten hat und zu diesem Tag 50,03 % Stimmrechte aus 3.299.508 Stammaktien der Biotest AG (WPKNR 522720/ISIN DE0005227201) beträgt.

Auf Grund der zum 1. Februar 2012 in Kraft getretenen Regelungen des § 41 Abs. 4d WpHG haben uns am 22. Februar 2012 Herr Dr. Martin Schleussner, Frau Renate Schleussner und Herr Dr. Hans Schleussner mitgeteilt, dass zum 1. Februar 2012 ein entsprechend § 41 Abs. 4d WpHG mitteilungspflichtiger Stimmrechtsanteil von jeweils 50,27 % an der Biotest AG besteht.

Mit Meldung vom 26. März 2014 hat der Landkreis Biberach, Biberach, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG der Biotest AG mitgeteilt, das sein Stimmrechtsanteil an der Biotest AG am 25. März 2014 die Schwelle von 20 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 19,95 % der Stimmrechte beträgt. Die Stimmrechte sind dem Landkreis Biberach gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnen und werden über die Kreissparkasse Biberach gehalten.

Mit Meldung vom 26. März 2014 hat die Kreisparkasse Biberach, Biberach, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG der Biotest AG mitgeteilt, das ihr Stimmrechtsanteil an der Biotest AG am 25. März 2014 die Schwelle von 20 % der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 19,95 % der Stimmrechte beträgt.

Mit Meldung vom 30. Juni 2008 hat die BayernInvest Kapitalanlagegesellschaft mbH, München, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG der Biotest AG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Biotest AG am 19. Juni 2008 die Schwelle von 5 % unterschritten hat und nun 4,63 % beträgt.

Mit Meldung vom 30. Juni 2008 hat die Deka Investment GmbH, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG der Biotest AG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Biotest AG am 30. Juni 2008 die Schwelle von 5 % unterschritten hat und nun 4,47 % beträgt.

Mit Meldung vom 10. Januar 2007 hat die BWInvest Baden-Württembergische Investmentgesellschaft mbH, Stuttgart, gemäß § 21 Abs. 1 WpHG der Biotest AG mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Biotest AG durch die von ihr als Kapitalanlagegesellschaft verwalteten Wertpapier-Spezialfonds am 6. Dezember 2006 die Schwelle von 5 % überschritten hat und nun 7,43 % beträgt. Diese Meldung ergibt sich durch die Fusion der SüdKapitalanlagegesellschaft mbH (SüdKA) und der Baden-Württembergische Kapitalanlagegesellschaft mbH (BWK) und der zeitgleichen Umfirmierung der BWK in die BWInvest, die nunmehr ab dem 6. Dezember 2006 gesellschaftsrechtlich existent ist.

(13) Ermächtigungen zu Kapitalmaßnahmen

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 6. Mai 2010 wurde die Gesellschaft gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt bis zum 5. Mai 2015 eigene Stamm- und/oder Vorzugsaktien bis zu 10 % des damaligen Grundkapitals in Höhe von TEUR 30.025 zu erwerben.

Des Weiteren wurde der Vorstand mit dem Beschluss der Hauptversammlung vom 6. Mai 2010 dazu ermächtigt, bis zum 5. Mai 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft durch Ausgabe neuer Vorzugsaktien gegen Bareinlage um bis zu TEUR 3.742 zu erhöhen.

Von dieser Ermächtigung hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats mit Beschluss vom 10. Juni 2013 in voller Höhe Gebrauch gemacht. Zum 26. Juni 2013 wurden 1.461.909 neue auf den Inhaber lautende Vorzugsaktien zum Ausgabebetrag in Höhe von 2,56 € der Biotest AG mit voller Gewinnberechtigung ab dem 1. Januar 2013 ausgegeben. Die Aktien wurden den Aktionären der Biotest AG im Verhältnis von 8:1 im Wege des mittelbaren Bezugs angeboten. Der Bezugspreis wurde auf 52 € pro Aktie festgesetzt.

(14) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Pensionsrückstellungen betragen TEUR 45.451 (i. Vj. TEUR 41.183).

Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und die ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen dienen, werden mit den entsprechenden Schulden aus den Altersversorgungsverpflichtungen saldiert. Die Vermögensgegenstände entsprechen einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 3.844, die entsprechenden Anschaffungskosten belaufen sich auf TEUR 3.643. Der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden hat eine Höhe von TEUR 6.091. Ebenfalls werden in der Gewinn- und Verlustrechnung Aufwendungen und Erträge in Höhe von jeweils TEUR 1 saldiert ausgewiesen.

(15) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 38.883 (i. Vj. TEUR 32.822) beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen, Erfolgsbeteiligungen, Prozessrisiken, drohende Verluste aus schwebenden Geschäften sowie rückständigen Urlaub und sonstige Freizeitguthaben.

Die Rückstellung für Altersteilzeit berücksichtigt alle am Bilanzstichtag abgeschlossenen Verträge. Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind und die ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersteilzeitverpflichtungen dienen, entsprechen einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 91, die entsprechenden Anschaffungskosten belaufen sich auf TEUR 91. Der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden hat eine Höhe von TEUR 103.

(16) Verbindlichkeiten

davon mit einer Restlaufzeit
Gesamtbetrag 31.12.2014

TEUR
bis zu einem Jahr

TEUR
von einem bis zu fünf Jahren

TEUR
über fünf Jahre

TEUR
davon gesichert Betrag / Art

TEUR
--- --- --- --- --- ---
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 245.453 4.364 108.652 132.437 214.183*
(Vorjahr) (228.669) (4.257) (98.474) (125.938) (209.256* )
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.302 1.302
(Vorjahr) (1.473) (1.473)
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 23.655 23.655
(Vorjahr) (21.968) (21.968)
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 7.049 7.049
(Vorjahr) (10.510) (10.510)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 20.158 20.158
(Vorjahr) (17.899) (17.899)
2014 297.617 56.528 108.652 132.437 214.183
(Vorjahr) (280.519) (56.107) (98.474) (125.938) (209.256)

*) Garantien von Tochtergesellschaften

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen in Höhe von TEUR 3.260 (i. Vj. TEUR 2.727) Darlehensverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus dem Cash-Management und mit TEUR 3.789 (i. Vj. TEUR 7.783) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die Biotest AG als finanzierende Obergesellschaft des Biotest Konzerns hat im Geschäftsjahr 2013 ihre Fremdfinanzierung neu strukturiert. Seit 2013 besteht ein Schuldscheindarlehen über MEUR 210, welches nun den Kern der Fremdfinanzierung bildet.

Es besteht aus folgenden Tranchen:

Schuldscheindarlehen in EUR: 5 Jahre Laufzeit und fixer Zins
Schuldscheindarlehen in EUR: 5 Jahre Laufzeit und variabler Zins
Schuldscheindarlehen in USD: 5 Jahre Laufzeit und variabler Zins
Schuldscheindarlehen in EUR: 7 Jahre Laufzeit und fixer Zins
Schuldscheindarlehen in EUR: 7 Jahre Laufzeit und variabler Zins
Schuldscheindarlehen in EUR: 10 Jahre Laufzeit und fixer Zins

Weiterhin sind der Biotest AG von Banken langfristige Kredite in Höhe von MEUR 31 zur Verfügung gestellt sowie Kreditlinien in Höhe von MEUR 137,5 eingeräumt worden, die zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen wurden.

(17) Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Die Biotest AG hat im Zusammenhang mit der Vereinbarung über die weltweite Entwicklung und Vermarktung des monoklonalen Antikörpers Tregalizumab (BT-061) am Abschlussstichtag einen passiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von TEUR 2.082 (i. Vj. TEUR 10.410) bilanziert. Da sich die im Rahmen der Vereinbarung vom Vertragspartner geleistete Vorauszahlung in Höhe von 85 Mio. US-Dollar wirtschaftlich auf die noch durchzuführenden Forschungsaktivitäten bezieht, wurde der Großteil der Zahlung als passiver Rechnungsabgrenzungsposten bilanziert. Die Ertragsrealisierung erfolgt zeitanteilig linear über die voraussichtliche Dauer des ersten Abschnitts der Kooperationsvereinbarung bis zum 31. März 2015.

(18) Umsatzerlöse

Aufgliederung nach Märkten

2014 2013
TEUR % TEUR %
--- --- --- --- ---
Inland 105.772 25,4 93.378 24,1
Ausland 310.383 74,6 293.438 75,9
416.155 100,0 386.816 100,0

Aufgliederung der Auslandsumsätze nach Regionen

2014 2013
TEUR % TEUR %
--- --- --- --- ---
Europa 145.641 46,9 140.135 47,7
Mittlerer Osten und Afrika 131.883 42,5 117.611 40,1
Nord- und Südamerika 18.242 5,9 23.054 7,9
Rest der Welt 14.617 4,7 12.638 4,3
310.383 100,0 293.438 100,0

Die Umsätze betreffen die Geschäftsbereiche Therapie (TEUR 361.624; i. Vj. TEUR 337.245), Plasma & Services (TEUR 46.789, i. Vj. TEUR 43.852) und Andere Segmente (TEUR 7.742; i. Vj. TEUR 5.719).

(19) Andere aktivierte Eigenleistungen

Die anderen aktivierten Eigenleistungen beinhalten im Wesentlichen eigene Arbeitsleistungen im Zusammenhang mit der Implementierung von Software-Lösungen.

(20) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus Währungskurseffekten (TEUR 11.142; i. Vj. TEUR 15.011), Dienstleistungserträge aus Leistungen an die Biotest Pharma GmbH (TEUR 11.053; i. Vj. TEUR 7.626), Dienstleistungserträge aus Leistungen an die BioRad Medical Diagnostics GmbH (TEUR 1.291; i. Vj. TEUR 2.410), die Merck KGaA (TEUR 812; i. Vj. TEUR 1.792) und die Plasma Service Europe GmbH (TEUR 765; i. Vj. TEUR 1.681) sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 3.115, i. Vj. TEUR 3.866), aus Schadenersatzleistungen (TEUR 1.368; i.Vj. TEUR 292) sowie aus der Auflösung von Einzelwertberichtigungen (TEUR 229, i.Vj. TEUR 2.961). Daneben enthalten die sonstigen betrieblichen Erträge u.a. Erträge aus Dienstleistungen für weitere Tochtergesellschaften, Stromsteuererstattungen sowie Erträge aus öffentlichen Zuschüssen für Forschungsprojekte.

Die periodenfremden sonstigen betrieblichen Erträge betragen TEUR 4.684 (i. Vj. TEUR 8.298) und betreffen im Wesentlichen Auflösungen von Rückstellungen, Ausbuchungen von Verbindlichkeiten sowie Auflösungen von Wertberichtigungen.

(21) Sonstige betriebliche Aufwendungen sowie Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten allgemeine Verwaltungs- und Vertriebskosten, Aufwendungen für Pachten und Lizenzen im Zusammenhang mit der Anpachtung des Geschäftsbetriebs der Biotest Pharma GmbH (TEUR 24.108; i. Vj. TEUR 22.274), Forschungskosten, Kursverluste und Kurssicherungskosten, Provisionsaufwendungen, Mieten und Leasingaufwendungen, Fremdreparaturen sowie Versicherungsprämien.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind in Höhe von TEUR 116 (i. Vj. TEUR 864) periodenfremd. Sie betreffen im Geschäftsjahr im Wesentlichen Aufwendungen aus Forderungsverlusten.

(22) Zinsergebnis

Im Zinsergebnis sind periodenfremde Zinserträge in Höhe von TEUR 415 (i. Vj. TEUR 7) und periodenfremde Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 130 (i. Vj TEUR 856) enthalten.

(23) Außerordentliches Ergebnis

In den außerordentlichen Aufwendungen des Vorjahres sind Aufwendungen in Höhe von TEUR 3.345 enthalten, die im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung vom 26. Juni 2013 entstanden sind.

(24) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 6.062 (i. Vj. TEUR 89) und periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 3.464 (i. Vj. TEUR 3.293) enthalten. Die periodenfremden Aufwendungen und Erträge resultieren aus der steuerlichen Betriebsprüfung der Jahre 2009 - 2011 nebst Folgewirkungen.

Für das Geschäftsjahr 2014 weicht der erwartete Steueraufwand bei Anwendung eines nominellen Ertragsteuersatzes von 28,78 % (i. Vj. 28,78 %) wie folgt von den effektiven Werten ab:

2014

TEUR
2013

TEUR
Jahresüberschuss vor Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 28.548 41.916
Erwarteter Steueraufwand 8.216 12.063
Steuereffekte aus Vorjahren -2.598 3.204
Steuereffekt durch gewerbesteuerliche Hinzurechnungen 486 344
Steuereffekt durch nicht abzugsfähige Aufwendungen 916 303
Steuereffekt aus Bewertungsdifferenzen zwischen Handels- und Steuerrecht 2.997 471
Steuereffekt durch steuerfreie Erträge -127 -315
Sonstige Effekte -126 -1
Ertragsteuern gemäß Gewinn- und Verlustrechnung 9.764 16.069

(25) Sonstige Steuern

In den sonstigen Steuern sind keine periodenfremden Aufwendungen enthalten.

(26) Latente Steuern

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis einer im Zeitpunkt des voraussichtlichen Abbaus von temporären Differenzen geltenden Steuerquote von 28,78 %. Passive Steuerlatenzen resultieren im Wesentlichen aus nicht realisierten Währungskursgewinnen. Unterschiedliche Wertansätze vor allem bei Pensionsrückstellungen, Vorräten sowie sonstigen Rückstellungen führen zu aktiven latenten Steuern, die die passive Steuerlatenz übersteigen. Die Gesellschaft macht von ihrem Wahlrecht Gebrauch, einen Überhang von aktiven latenten Steuern nicht anzusetzen.

(27) Abschlussprüferhonorar

Die Hauptversammlung der Biotest AG hat am 7. Mai 2014 die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Eschborn/Frankfurt am Main, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2014 bestellt.

Das berechnete Gesamthonorar im Geschäftsjahr 2014 für den Abschlussprüfer Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beträgt TEUR 445. Es betreffen TEUR 402 (davon für das Vorjahr TEUR 59) die Abschlussprüfung, TEUR 4 (davon für das Vorjahr TEUR 4) andere Bestätigungsleistungen sowie TEUR 39 (davon für das Vorjahr TEUR 16) sonstige Leistungen.

(28) Mitarbeiter

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter (ermittelt auf Basis der rechnerischen Vollzeitmitarbeiter) beträgt:

2014 2013
Vertrieb/Verwaltung 250 230
Produktion 453 412
Forschung und Entwicklung 150 122
853 764
Auszubildende 35 23
888 787

(29) Long Term Incentive-Programm

Die Gesellschaft hat in 2006 mit Genehmigung des Aufsichtsrats beschlossen, ein Long Term Incentive-Programm für ausgewählte Mitarbeiter, die durch ihre Stellung innerhalb der Gruppe, ihre Entscheidungen, ihre Führung und ihr Handeln den Erfolg des Unternehmens maßgeblich beeinflussen, aufzusetzen, um auf diese Weise ein Anreizsystem bei diesem wichtigen Mitarbeiterkreis für den langfristigen Erfolg der Gesellschaft zu schaffen (LTIP 2006).

In 2009 wurde mit Zustimmung des Aufsichtsrates entschieden, das Long Term Incentive-Programm mit dem LTIP 2009, 1. Tranche, fortzusetzen.

Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Eigeninvestment des Teilnehmers durch den Kauf von Vorzugsaktien der Biotest AG. Das Eigeninvestment besteht aus der Addition von neu im Rahmen des LTIP zu erwerbenden Vorzugsaktien ("Neuinvestment") und einer vom Neuinvestment abhängigen Anzahl von zusätzlich einzubringenden Vorzugsaktien ("Zusatzinvestment"). Um an dem LTIP 2009 teilzunehmen, ist jeder berechtigte Teilnehmer verpflichtet, als Zusatzinvestment 50 % der Anzahl der im Rahmen des Neuinvestments erworbenen Vorzugsaktien zusätzlich bereit zu stellen. Hierfür kann der Teilnehmer Vorzugsaktien nutzen, die er im LTIP 2006 in einer der drei Tranchen erworben oder darüber hinaus bereits zugekauft hat, oder eine entsprechende Anzahl an Vorzugsaktien am Markt zukaufen. Ausschließlich das Neuinvestment fließt in die Berechnung der Incentive-Zahlung im Rahmen des LTIP 2009 ein.

Das Eigeninvestment in Vorzugsaktien ist mindestens so lange im Depot zu halten, bis die Incentive-Zahlung ausgezahlt wird. Bei den Teilnehmern der Tochtergesellschaft Biotest Pharmaceuticals Corporation, Boca Raton, USA, ist aus rechtlichen Gründen, die speziell aus dem Recht der USA resultieren, ein Eigeninvestment nicht erforderlich.

Nach Ablauf der jeweiligen Tranche des Programms erhält jeder Berechtigte nach der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr, in dem die Tranche abgelaufen ist, eine Incentive-Zahlung in bar. Die Auszahlung ist abhängig vom Neuinvestment, dem Fixgehalt des Mitarbeiters zu dem in den Bedingungen des jeweiligen Programms festgelegten Stichtag sowie der Erreichung zweier Erfolgsziele. Den Erfolgszielen sind Faktoren zugeordnet, die beide mit dem Neuinvestment multipliziert werden.

Die dritte Tranche des Long Term Incentive-Programms 2009 (LTIP 2011) begann am 1. Juni 2011 und lief bis zum 31. Dezember 2013. Die dritte Tranche kam im Jahr 2014 mit TEUR 1.539 zur Auszahlung.

Die vierte Tranche des Long Term Incentive-Programms 2009 (LTIP 2012) begann am 1. Juni 2012 und läuft bis zum 31. Dezember 2014.

Der Gesamtaufwand aus der vierten Tranche des Long Term Incentive-Programms 2009 über den Zeitraum 2012 bis 2014 beträgt zum 31. Dezember 2014 TEUR 1.877 (i. Vj. TEUR 2.283).

Die fünfte Tranche des Long Term Incentive-Programms 2009 (LTIP 2013) begann am 15. Mai 2013 und läuft bis zum 31. Dezember 2015.

Der erwartete Gesamtaufwand aus der fünften Tranche des Long Term Incentive-Programm 2009 über den Zeitraum 2013 bis 2015 beträgt zum 31. Dezember 2014 TEUR 1.753 (i.Vj. TEUR 2.321).

Die sechste Tranche des Long Term Incentive-Programms 2009 (LTIP 2014) begann am 15. Mai 2014 und läuft bis zum 31. Dezember 2016.

Der erwartete Gesamtaufwand aus der sechsten Tranche des Long Term Incentive-Programm 2009 über den Zeitraum 2014 bis 2016 beträgt zum 31. Dezember 2014 TEUR 1.224.

Für die einzelnen Tranchen der Long Term Incentive-Programme sind jeweils anteilige Rückstellungen gebildet worden.

Inklusive der Vorstandsmitglieder nehmen über die Biotest AG noch 64 (i. Vj. 64) weitere Personen mit einem Eigeninvestment von insgesamt 26.269 (i. Vj. 24.439) Vorzugsaktien an dem Long Term Incentive-Programm 2009 teil.

(30) Haftungsverhältnisse

Haftungsverhältnisse bestehen in Höhe von TEUR 14.572 (i. Vj. TEUR 11.753) aus der gesamtschuldnerischen Haftung für Bankverbindlichkeiten verbundener Unternehmen sowie aus Bürgschaften für Miet- und Lieferverträge verbundener Unternehmen. Aufgrund der erwarteten positiven Geschäftsentwicklung der betroffenen Gesellschaften wird das Risiko der Inanspruchnahme aus den Haftungsverhältnisse so eingeschätzt, dass es keiner Bilanzierung bedarf.

Die Biotest AG hat sich gegenüber der Biotest Pharmaceuticals Corp., Boca Raton, USA, und der Biotest US Corp., Boca Raton, USA, dazu verpflichtet den Gesellschaften zumindest bis zum 31. Dezember 2015 ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, sofern die Mittelzuflüsse der Gesellschaften nicht zur Finanzierung ihres Geschäftsbetriebes ausreichen sollten. Aufgrund des erwarteten zusätzlichen Finanzierungsbedarfs der Gesellschaften geht die Biotest AG von einer Ausweitung Ihrer Darlehensvergabe an die beiden Gesellschaften um bis zu USD 10 Mio. aus.

(31) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

31.12.2014

TEUR
31.12.2013

TEUR
Ausgaben im Folgejahr 41.023 32.994
Ausgaben in zwei bis fünf Jahren 58.970 52.254
Ausgaben nach fünf Jahren 256 1.992
100.249 87.240
Bestellobligo 531 701
100.780 87.941

Von den sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen TEUR 42.271 (i. Vj. TEUR 39.169) gegenüber verbundenen Unternehmen. Diese resultieren im Wesentlichen in Höhe von TEUR 35.061 (i. Vj. TEUR 30.366) aus der Anpachtung des Geschäftsbetriebs der Biotest Pharma GmbH durch die Biotest AG. Darüber hinaus beinhaltet die Position langfristige Abnahmeverpflichtungen aus zwei Lohnfraktionierungsverträgen für die Jahre 2015 bis 2019 in Höhe von TEUR 54.200. Das Bestellobligo beinhaltet im Wesentlichen Verpflichtungen aus Bestellungen für immaterielle Vermögensgegenstände.

(32) Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Zum Abschlussstichtag hatte die Gesellschaft Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 8.513 (i. Vj. TEUR 13.304) im Wege des echten Factorings verkauft. Der Verkauf dient der Verbesserung der Liquidität der Gesellschaft und ist als regressloser Verkauf grundsätzlich mit keinen Risiken für die Gesellschaft verbunden.

(33) Finanzinstrumente

Zinssicherungsgeschäfte:

Im Jahr 2013 wurden zur Absicherung gegen steigende Marktzinsen Zinssicherungsgeschäfte (Swaps) mit einem Nominalbetrag in Höhe von MEUR 30 abgeschlossen. Die Geschäfte hatten Laufzeiten zwischen fünf und sieben Jahren. Der Marktwert der Geschäfte beträgt zum Bilanzstichtag TEUR -1.821 und ist als Drohverlustrückstellung in den sonstigen Rückstellungen erfasst.

Währungssicherungsgeschäfte:

Zur Absicherung gegen sinkende RUB-Kurse bestanden am Geschäftsjahresende Devisentermingeschäfte in Höhe von RUB 148,8 Mio. Die Geschäfte haben Laufzeiten von bis zu einem Jahr. Der Marktwert der Geschäfte beträgt zum Bilanzstichtag TEUR -384 und ist als Drohverlustrückstellung in den sonstigen Rückstellungen erfasst.

Zur Absicherung gegen sinkende USD-Kurse bestanden am Geschäftsjahresende Devisengeschäfte in Höhe von USD 20 Mio. Die Geschäfte haben eine Laufzeit von unter einem Jahr. Der Marktwert der Geschäfte beträgt zum Bilanzstichtag TEUR -445 und ist als Drohverlustrückstellung in den sonstigen Rückstellungen erfasst.

(34) Aufsichtsrat und Vorstand

Die Bezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats im Zusammenhang mit ihrer Aufsichtsratstätigkeit in 2014 betragen in Summe TEUR 257 und teilen sich wie folgt auf die Mitglieder auf:

Fixe Vergütung

TEUR
Variable Vergütung

TEUR
Gesamtvergütung

TEUR
Dr. Alessandro Banchi 64 25 89
Kerstin Birkhahn 15 10 25
Jürgen Heilmann 19 10 29
Thomas Jakob 19 10 29
Dr. Cathrin Schleussner 31 15 46
Dr. Christoph Schröder 29 10 39
177 80 257

Neben den aufgeführten Aufsichtsratsvergütungen wurden in den Geschäftsjahren 2014 und 2013 für die Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrats weitere Leistungen im Rahmen Ihres Arbeitnehmerverhältnisses aufwandswirksam erfasst. Die Höhe der Bezüge richtet sich nach tarifvertraglichen Regelungen beziehungsweise den in der Gesellschaft geltenden Gehaltsstufen für außertarifliche Mitarbeiter.

Der Aufsichtsrat der Biotest AG hat Herrn Dr. Bernhard Ehmer mit Wirkung zum 1. November 2014 zum ordentlichen Mitglied des Vorstands der Biotest AG bestellt. Zum 1. Januar 2015 hat Herr Dr. Ehmer den Vorstandsvorsitz von Herrn Prof. Dr. Schulz übernommen, der wie geplant aus Altersgründen nach zwölfjähriger Amtszeit ausgeschieden ist.

Vorstandsvergütung des aktuellen Geschäftsjahrs

Die Erläuterung des Systems der Vorstandsvergütung erfolgt im Lagebericht.

Gesamtvergütung der am 31. Dezember 2014 amtierende Vorstandsmitglieder

Diese Übersicht zeigt die Berechnung der Gesamtvergütung für jedes Vorstandsmitglied mit den jeweils im Geschäftsjahr 2014 gewährten Beträgen der verschiedenen Vergütungskomponenten.

Dr. Bernhard Ehmer Prof. Dr. Gregor Schulz
in Tausend € 2014 2013 2014 2013
--- --- --- --- ---
Erfolgsunabhängig
Festvergütung 60 - 360 340
Nebenleistungen 5 - 50 49
Summe der erfolgsunabhängigen Komponenten 65 - 410 389
Erfolgsabhängig
Ohne langfristige Anreizwirkung (nicht aktienbasiert):
Einjährige variable Vergütung - Baranteil 10 - 127 173
Mit langfristiger Anreizwirkung (aktienbasiert):
Variable Vergütung (LTIP) - Baranteil 135 - 135 165
Summe der erfolgsabhängigen Komponenten 145 - 262 338
Versorgungsaufwand (Service Cost) 286 - -46 -89
Gesamtvergütung (DCGK) 496 - 626 638
Abzüglich Versorgungsaufwand (Service Cost) -286 - +46 +89
Gesamtvergütung (DRS 17) 210 - 672 727
Dr. Michael Ramroth Dr. Georg Floß
in Tausend € 2014 2013 2014 2013
--- --- --- --- ---
Erfolgsunabhängig
Festvergütung 300 300 260 254
Nebenleistungen 233 36 35 32
Summe der erfolgsunabhängigen Komponenten 533 336 295 286
Erfolgsabhängig
Ohne langfristige Anreizwirkung (nicht aktienbasiert):
Einjährige variable Vergütung - Baranteil 123 159 110 99
Mit langfristiger Anreizwirkung (aktienbasiert):
Variable Vergütung (LTIP) - Baranteil 112 145 97 126
Summe der erfolgsabhängigen Komponenten 235 304 207 225
Versorgungsaufwand (Service Cost) 60 62 71 195
Gesamtvergütung (DCGK) 828 702 573 706
Abzüglich Versorgungsaufwand (Service Cost) -60 -62 -71 -195
Gesamtbezüge (DRS 17) 768 640 502 511

Die Berechnung nach DRS 17 "Berichterstattung über die Vergütung der Organmitglieder" ergibt Gesamtbezüge aller Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2014 in Höhe von TEUR 2.152 (i.Vj. TEUR 1.878 ). In diesen Wert ist der Versorgungsaufwand nicht einzubeziehen.

Vergütungszuflüsse der am 31. Dezember 2014 amtierenden Vorstandsmitglieder

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick zu den Zuflüssen im beziehungsweise für das aktuelle Geschäftsjahr getrennt nach Vorstandsmitgliedern. Die Gesamtvergütung ist auch hier untergliedert nach den verschiedenen Vergütungskomponenten. Diese Aufstellung zeigt die in den Vorjahren gewährte mehrjährige variable Vergütung, die in diesem Geschäftsjahr ausbezahlt werden.

Dr. Bernhard Ehmer Prof. Dr. Gregor Schulz
in Tausend € 2014 2013 2014 2013
--- --- --- --- ---
Erfolgsunabhängig
Festvergütung 60 - 360 340
Nebenleistungen 5 - 50 49
Summe der erfolgsunabhängigen Komponenten 65 - 410 389
Erfolgsabhängig
Ohne langfristige Anreizwirkung (nicht aktienbasiert):
Einjährige variable Vergütung - Baranteil - - 194 213
Mit langfristiger Anreizwirkung (aktienbasiert):
Variable Vergütung (LTIP 2011) - Baranteil - - 306 -
Variable Vergütung (LTIP 2010) - Baranteil - - - 92
Summe der mehrjährigen variablen Vergütung - - 306 92
Summe der erfolgsabhängigen Komponenten - - 500 305
Versorgungsaufwand (Service Cost) - - - -
Gesamtvergütung (DCGK) 65 - 910 694
Dr. Michael Ramroth Dr. Georg Floß
in Tausend € 2014 2013 2014 2013
--- --- --- --- ---
Erfolgsunabhängig
Festvergütung 300 300 260 254
Nebenleistungen 233 36 35 32
Summe der erfolgsunabhängigen Komponenten 533 336 295 286
Erfolgsabhängig
Ohne langfristige Anreizwirkung (nicht aktienbasiert):
Einjährige variable Vergütung - Baranteil 177 193 158 -
Mit langfristiger Anreizwirkung (aktienbasiert):
Variable Vergütung (LTIP 2011) - Baranteil 270 - 111 -
Variable Vergütung (LTIP 2010) - Baranteil - 79 - -
Summe der mehrjährigen variablen Vergütung 270 79 111 -
Summe der erfolgsabhängigen Komponenten 447 272 269 -
Versorgungsaufwand (Service Cost) - - - -
Gesamtvergütung (DCGK) 980 608 564 286

Übersicht der Versorgungszusagen für die am 31. Dezember 2014 amtierenden Vorstandsmitglieder

Anwartschaftsbarwert sämtlicher Pensionszusagen ohne Entgeltumwandlung Anwartschaftsbarwert aus Entgeltumwandlung
in Tausend € Anwartschaftsbarwert in 2014 Anwartschaftsbarwert in 2013 Anwartschaftsbarwert in 2014 Anwartschaftsbarwert in 2013
--- --- --- --- ---
Dr. Bernhard Ehmer 287 - - -
Prof. Dr. Gregor Schulz 2.237 2.137 118 61
Dr. Michael Ramroth 1.423 1.204 254 205
Dr. Georg Floß 858 689 - -
4.805 4.030 372 266

Zur Insolvenzsicherung der Pensionsansprüche wurden Vermögenswerte in Höhe von TEUR 2.018 (TEUR 1.782) in den Biotest Vorsorge Trust e.V. übertragen.

Vergütungssystem für ehemalige Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen

Für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen werden vertraglich zugesagte Pensionen gezahlt. Hierfür sind Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 2.641 (i.Vj. TEUR 2.710) gebildet worden.

Die Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder betragen TEUR 313 (i. Vj. TEUR 323).

Long Term Incentive-Programm der Vorstandsmitglieder

Die Teilnahme der Vorstände am Long Term Incentive-Programm ist in den Gesamtbezügen enthalten und stellt sich wie folgt dar:

in Tausend € Eigeninvestment in Vorzugsaktien (in Stücken) Beizulegender Zeitwert der Optionen zum 31. Dezember Aufwand aus dem Optionsprogramm im Geschäftsjahr
2014
(Tranchen 2012, 2013 und 2014)
Dr. Bernhard Ehmer 1.800 162 37
Prof. Dr. Gregor Schulz 1.800 751 208
Dr. Michael Ramroth 1.800 655 182
Dr. Georg Floß 1.800 436 122
7.200 2.004 549
in Tausend € Eigeninvestment in Vorzugsaktien (in Stücken) Beizulegender Zeitwert der Optionen zum 31. Dezember Aufwand aus dem Optionsprogramm im Geschäftsjahr
2013
(Tranchen 2011, 2012 und 2013)
Prof. Dr. Gregor Schulz 1.800 1.039 456
Dr. Michael Ramroth 1.800 917 394
Dr. Georg Floß 1.800 514 306
5.400 2.470 1.156

Das Long Term Incentive-Programm / Tranche 2011 kam im Geschäftsjahr 2014 zur Auszahlung; Herr Prof. Dr. Gregor Schulz erhielt TEUR 306, Herr Dr. Michael Ramroth erhielt TEUR 270 und Herr Dr. Floß erhielt TEUR 111.

Darlehensforderungen gegen Organmitglieder

Zum Abschlussstichtag bestanden keine Darlehensforderungen gegen Organmitglieder.

Aufsichtsrat und Vorstand

Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands bekleiden per 31. Dezember 2014 noch folgende Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:

Aufsichtsrat

Dr. Alessandro Banchi,

Mailand, Italien

Ehemaliger Sprecher der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim, Ingelheim am Rhein, Deutschland

Aufsichtsratsvorsitzender der Biotest AG

Consigliere di amministrazione von Enel S.p.A., Rom, Italien

Dr. Cathrin Schleussner,

Neu-Isenburg, Deutschland

Geschäftsführerin der OGEL GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland

Stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Biotest AG

Dr. Christoph Schröder,

Berlin, Deutschland

Geschäftsführer der OMOS Equity Partners GmbH, Berlin, Deutschland

Aufsichtsratsvorsitzender Oberberg Kliniken GmbH, Berlin, Deutschland

Thomas Jakob,

Ulm, Deutschland Kaufmann

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Biberach, Biberach, Deutschland

Verwaltungsrat der Aktiengesellschaft für Umsatzfinanzierung S.A., Senningerberg, Luxemburg

Kerstin Birkhahn,

Langen, Deutschland

Ingenieurin*

Jürgen Heilmann,

Dreieich, Deutschland

Kaufmännischer Angestellter*

* Arbeitnehmervertreter/in

Vorstand

Dr. Bernhard Ehmer,

Heidelberg, Deutschland

Mitglied des Vorstands (seit dem 1. November 2014),

Vorstandsvorsitzender (seit dem 1. Januar 2015)

Prof. Dr. Gregor Schulz,

Umkirch, Deutschland

Vorstandsvorsitzender (bis zum 31. Dezember 2014)

Mitglied Aufsichtsrat der Merck KGaA, Darmstadt, Deutschland

Mitglied Gesellschafterrat der Merck KG, Darmstadt, Deutschland

Dr. Michael Ramroth,

Mörfelden-Walldorf, Deutschland

Mitglied des Vorstands (Finanzvorstand)

Dr. Georg Floß,

Marburg, Deutschland

Mitglied des Vorstands

(35) Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Gemäß § 285 Nr. 21 HGB sind die wesentlichen, nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande kommenden Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen zu erläutern. Die Biotest AG hat im Geschäftsjahr 2014 keine derartigen Geschäfte abgeschlossen.

(36) Corporate Governance

Die nach § 161 Aktiengesetz vorgeschriebene Entsprechenserklärung wurde abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.

(37) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Herr Dr. Bernhard Ehmer hat am 1. Januar 2015 den Vorstandsvorsitz der Biotest AG übernommen, nachdem Herr Prof. Dr. Schulz planmäßig aus Altersgründen ausgeschieden ist.

(38) Konzernverhältnisse

Die Biotest AG ist die Obergesellschaft des Biotest-Konzerns und erstellt einen Konzernabschluss nach den Vorschriften der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, sowie den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften für den kleinsten Konzernkreis. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

Die Gruppe wird in den Konzernabschluss der OGEL GmbH, Frankfurt, einbezogen, die gleichzeitig als oberstes Mutterunternehmen der Gruppe den Konzernabschluss für den größten Konsolidierungskreis aufstellt. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

(39) Gewinnverwendungsvorschlag

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, den Bilanzgewinn der Biotest AG in Höhe von EUR 28.897.173,32 wie folgt zu verwenden:

EUR
Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,66 je Vorzugsaktie auf das dividendenberechtigte Grundkapital der Vorzugsaktien ohne Stimmrecht von 6.595.242 Stück: 4.352.859,72
Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,60 je Stammaktie auf das dividendenberechtigte Grundkapital der Stammaktien von 6.595.242 Stück: 3.957.145,20
Vortrag auf neue Rechnung 20.587.168,40

Dreieich, 11. März 2015

Biotest Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Dr. Bernhard Ehmer, Vorsitzender des Vorstands

Dr. Michael Ramroth, Mitglied des Vorstands

Dr. Georg Floß, Mitglied des Vorstands

Entwicklung des Anlagevermögens für das Geschäftsjahr 2014

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2014

EUR
Zugänge

EUR
Abgänge

EUR
Umbuchungen

EUR
31.12.2014

EUR
--- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 17.768.799,62 627.012,53 829.763,26 655.843,96 18.221.892,85
2. Geleistete Anzahlungen 2.016.798,38 1.125.559,52 0,00 -724.876,09 2.417.481,81
19.785.598,00 1.752.572,05 829.763,26 -69.032,13 20.639.374,66
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.946.833,88 374.595,92 72.509,97 7.295,67 2.256.215,50
2. Technische Anlagen und Maschinen 3.306.032,19 427.142,02 852.348,25 204.604,17 3.085.430,13
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 15.423.418,14 1.995.608,80 1.901.832,97 182,47 15.517.376,44
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 143.050,18 109.700,46 0,00 -143.050,18 109.700,46
20.819.334,39 2.907.047,20 2.826.691,19 69.032,13 20.968.722,53
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 248.090.912,07 20.911.819,29 0,00 0,00 269.002.731,36
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 44.275.322,01 20.218.115,30 0,00 0,00 64.493.437,31
3. Sonstige Ausleihungen 10.550,00 0,00 0,00 0,00 10.550,00
292.376.784,08 41.129.934,59 0,00 0,00 333.506.718,67
332.981.716,47 45.789.553,84 3.656.454,45 0,00 375.114.815,86
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2014

EUR
Abschreibungen

EUR
Abgänge

EUR
31.12.2014

EUR
--- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 15.390.127,15 1.078.798,20 773.842,66 15.695.082,69
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
15.390.127,15 1.078.798,20 773.842,66 15.695.082,69
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 536.012,66 79.922,78 66.858,34 549.077,10
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.872.947,89 246.646,24 849.373,92 1.270.220,21
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.955.340,95 1.711.797,51 1.872.362,43 8.794.776,03
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
11.364.301,50 2.038.366,53 2.788.594,69 10.614.073,34
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.845.434,47 2.070.006,58 0,00 4.915.441,05
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Sonstige Ausleihungen 0,00 0,00 0,00 0,00
2.845.434,47 2.070.006,58 0,00 4.915.441,05
29.599.863,12 5.187.171,31 3.562.437,35 31.224.597,08
Buchwerte
31.12.2014

EUR
31.12.2013

EUR
--- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.526.810,16 2.378.672,47
2. Geleistete Anzahlungen 2.417.481,81 2.016.798,38
4.944.291,97 4.395.470,85
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 1.707.138,40 1.410.821,22
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.815.209,92 1.433.084,30
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.722.600,41 6.468.077,19
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 109.700,46 143.050,18
10.354.649,19 9.455.032,89
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 264.087.290,31 245.245.477,60
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 64.493.437,31 44.275.322,01
3. Sonstige Ausleihungen 10.550,00 10.550,00
328.591.277,62 289.531.349,61
343.890.218,78 303.381.853,35

Bestätigungsvermerk

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Biotest Aktiengesellschaft, Dreieich, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2014 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Eschborn/Frankfurt am Main, 11. März 2015

**Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Kretschmer, Wirtschaftsprüfer

Kaefer, Wirtschaftsprüfer

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014

A. Grundlage der Gesellschaft

I. Geschäftsmodell der Gesellschaft

Die Biotest AG ist als Obergesellschaft des Biotest Konzerns ein Anbieter biologischer Arzneimittel, die direkt aus menschlichem Plasma gewonnen beziehungsweise biotechnologisch hergestellt werden. Die Produkte kommen in den Therapiegebieten Häma-tologie, klinische Immunologie sowie Intensivmedizin zum Einsatz. Darüber hinaus vermarktet die Gesellschaft freie Kapazitäten im Rahmen einer Lohnproduktion.

Die Biotest AG betreibt in allen drei genannten Indikationsgebieten Forschungs- und Entwicklungsarbeit, wobei die Gesellschaft die Forschung und Entwicklung von plasmatischen Produkten im Wesentlichen im Auftrag der Tochtergesellschaft Biotest Pharma GmbH durchführt.

1. Gesellschaftsrechtliche Struktur

Die Biotest AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht, Sitz des Unternehmens ist Dreieich. Die Biotest-Aktien (Stamm- und Vorzugsaktien) sind im Amtlichen Markt (Prime Standard) der Deutschen Börse notiert, die Vorzugsaktie ist im Auswahlindex SDAX gelistet. Darüber hinaus werden die Papiere an Regionalbörsen gehandelt. Die OGEL GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main ist gemäß ihrer Mitteilung vom 12. Februar 2008 mit einem Anteil von 50,03 % am auf die Stammaktien entfallenden Kapital der Hauptaktionär der Biotest AG beteiligt. In der Ogel GmbH haben die Mitglieder der Familie Dr. Schleussner ihre Anteile zusammengefasst.

Die Leitung und Kontrolle des Unternehmens erfolgen gemäß dem in Deutschland festgeschriebenen dualen Prinzip durch Vorstand und Aufsichtsrat.

Der Vorstand kann satzungsgemäß aus einer oder mehreren Personen bestehen. Er arbeitet eng mit dem Aufsichtsrat zusammen, welcher den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig berät und überwacht.

Am Geschäftsjahresende 2014 bestand der Vorstand aus vier Personen. Herr Dr. Bernhard Ehmer wurde mit Wirkung zum 1. November 2014 zum ordentlichen Vorstandsmitglied bestellt und übernahm zum 1. Januar 2015 den Vorstandsvorsitz von Herrn Prof. Dr. Gregor Schulz, der wie geplant aus Altersgründen zum 31. Dezember 2014 aus dem Unternehmen ausschied. Der Vertrag von Herrn Dr. Ehmer wurde bis zum 31. Oktober 2017 geschlossen. Der Vertrag von Herrn Dr. Michael Ramroth (Finanzvorstand) läuft bis zum 31. Dezember 2015, der Vertrag von Herrn Dr. Georg Floß (Produktionsvorstand) hat eine Laufzeit bis zum 8. Januar 2016.

Der Aufsichtsrat besteht aus sechs Personen; vier davon werden von der Hauptversammlung gewählt, zwei vertreten die Arbeitnehmer. Zur Steigerung seiner Effizienz hat der Aufsichtsrat drei Ausschüsse gebildet: Der Präsidialausschuss bereitet inhaltlich und organisatorisch die Aufsichtsratssitzungen vor, der Prüfungsausschuss (Audit Committee) befasst sich mit der Vorprüfung der Abschlüsse sowie der Beauftragung und der Prüfung der Unabhängigkeit von Jahresabschluss- und Konzernabschlussprüfern, der Personalausschuss befasst sich mit Fragen der Verträge und der Vergütung des Vorstands.

Es besteht ein Pachtvertrag mit der Biotest Pharma GmbH, die im Wege der Verpachtung und der Lizenzierung das Recht an die Biotest AG übertrug, die Anlagen der Biotest Pharma GmbH ebenso wie die Zulassungen und Verfahren zur Herstellung plasmatischer Produkte zu nutzen. Die Biotest Pharma GmbH bleibt Eigentümerin der Anlagen und Gebäude sowie der arzneimittelrechtlichen Zulassungen und fungiert weiterhin als Verantwortlicher im Sinne des Arzneimittelgesetzes. Für die Durchführung von Investitionen in Produktionsanlagen, für Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sowie für die administrative Abdeckung der Biotest Pharma GmbH wurden Verträge zwischen der Biotest Pharma GmbH und der Biotest AG abgeschlossen.

Die Biotest AG ist im Rahmen des Pacht- sowie des Lizenzvertrages Nutznießer der Investitionen der Biotest Pharma GmbH, daher wird im Weiteren auch auf die Investitionen der Biotest Pharma GmbH eingegangen.

2. Operative Segmentstruktur der Gesellschaft

Die Biotest AG ist in die organisatorische Struktur des Biotest Konzerns eingebunden. Entsprechend der Segment-Struktur des Konzerns gliedert sich das Unternehmen in die Segmente Therapie, Plasma & Services und Andere Segmente. Das Segment Therapie beinhaltet die Produkte und Entwicklungsprojekte, die den jeweiligen Indikationsgebieten zugeordnet sind. Plasmaverkauf und Lohnherstellung werden im Segment Plasma & Services zusammengefasst. Im Segment Andere Segmente berichtet die Biotest Gruppe das Geschäft mit Handelswaren sowie bereichsübergreifende Kosten, die nicht den Segmenten Therapie oder Plasma & Services zugeordnet werden.

3. Wertschöpfung

Die Biotest AG deckt für die Herstellung ihrer Hauptprodukte, der Plasmaproteine, die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktion am Standort Dreieich bis hin zu Vermarktung und Vertrieb ab.

Die Gesellschaft vertreibt die Produkte in Deutschland selbst. Den Vertrieb im Ausland übernehmen Tochtergesellschaften oder Partner; die entsprechenden Vertriebsaktivitäten werden dabei strategisch von der Gesellschaft initiiert und gesteuert.

Grundlage für die Herstellung eines Großteils der aktuellen Biotest-Produkte ist das menschliche Blutplasma. Zur Gewinnung dieses Rohstoffes sowie zur teilweisen Weiterveräußerung an Vertragspartner betreibt der Biotest Konzern sowohl in Europa als auch in den USA aktuell 27 Sammelstationen. Hier wird qualifizierten und streng gesundheitlich überwachten Spendern Blut entnommen und mittels der Plasmapherese das benötigte Blutplasma abgespalten, welches dann in der Produktion weiterverarbeitet wird.

Die zu erzielenden Preise für die Fertigprodukte werden wesentlich von der verfügbaren Menge an Plasmaproteinen im Verhältnis zur Nachfrage beeinflusst.

Forschung, Entwicklung und die erforderlichen Aktivitäten im Vorfeld von Medikamentenzulassungen erfolgen durch spezialisierte Abteilungen. Die auf Seiten Biotests notwendigen Aktivitäten im Zuge der Entwicklung und der Zulassung von Plasmaproteinen steuert der Bereich Medical Regulatory Affairs/Corporate Drug Safety.

Auch im Bereich der monoklonalen Antikörper, die nicht auf Grundlage menschlichen Blutplasmas sondern mit Hilfe biotechnologischer Verfahren hergestellt werden, deckt Biotest am Standort Dreieich und bei der Tochtergesellschaft Biotest Pharmaceuticals Corporation (im Folgenden kurz: BPC), Boca Raton, USA, die wesentlichen Elemente der Wertschöpfungskette ab. Darüber hinaus werden Ressourcen durch die Zusammenarbeit mit renommierten Partnern ergänzt.

Um die Wertschöpfungskette weiter zu vertiefen und globale Wachstumspotenziale zu nutzen, begann die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2013 mit dem Projekt "Biotest Next Level" das größte Ausbauvorhaben der Unternehmensgeschichte des Biotest Konzerns. Mit dem Erwerb neuer Grundstücke und der Errichtung weiterer Gebäude und Anlagen am Standort in Dreieich, soll in den nächsten Jahren eine Verdopplung der Produktionskapazitäten erreicht werden. Gesellschaftsrechtlich sind die Investitionen im Rahmen des Projekts "Biotest Next Level" bei der Biotest Pharma GmbH angesiedelt.

4. Produktportfolio

Das Produktspektrum des Segmentes Therapie gliedert sich in die Therapiegebiete Häma-tologie, Klinische Immunologie sowie Intensivmedizin. Dabei setzt sich das Portfolio sowohl aus bereits im Markt befindlichen Produkten als auch aus solchen zusammen, die sich in verschiedenen Phasen der Forschung und klinischen Entwicklung befinden.

Produkte und Entwicklungsprojekte der Biotest AG im Überblick

Präparat Leitindikation Status
Therapiegebiet Hämatologie
Haemoctin® Hämophilie A (Akut-Therapie und Prophylaxe) Vermarktung in Europa, Asien, Südamerika, Naher Osten und weiteren Regionen
Haemonine® Hämophilie B (Akut-Therapie und Prophylaxe) Vermarktung in Europa und weiteren Regionen
Indatuximab Ravtansine (BT-062)* Multiples Myelom Solide Tumore (Brustkrebs, Blasenkrebs) Klinische Entwicklung; laufende Phase-I/II-Studie Klinische Entwicklung; laufende Phase-I/II-Studie
Therapiegebiet Klinische Immunologie
Cytotect® Cytomegalie-Virus-Infektion (CMV-Prophylaxe) Vermarktung in Europa, Asien, Mittel- und Südamerika und weiteren Regionen
Fovepta® Hepatitis-B-Prophylaxe bei Neugeborenen von mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) infizierten Müttern Zulassung in Deutschland; Importlizenz für Vietnam und Algerien
Hepatect® CP Prophylaxe der Hepatitis-B- (Re)Infektion Vermarktung in Europa, Asien und Südamerika; Neuzulassungen in Norwegen, Finnland und dem Iran
Intratect® 50 g/l (5 % ige Lösung) Primäre Immundefizienz (PID) und sekundäre Antikörpermangelsyndrome sowie Autoimmunerkrankungen Vermarktung in Europa, Asien, Naher und Mittlerer Osten und weiteren Regionen
Intratect® 100g/l (10%ige Lösung) Primäre Immundefizienz (PID) und sekundäre Antikörpermangelsyndrome sowie Autoimmunerkrankungen Vermarktung in Europa; Zulassung in anderen Ländern eingereicht
Präparat Leitindikation Status
Varitect® Varizella-Zoster-Virus-Infektion Vermarktung in Europa, Asien und Südamerika
Hepatitis-B-ReinfektionsProphylaxe nach Lebertransplantationen Vermarktung in Europa und Asien
Zutectra® Hepatitis-B-ReinfektionsProphylaxe nach Lebertransplantationen ab ein bis zwei Wochen nach Transplantation Klinische Entwicklung Phase-III-Studie beendet
BT-063* Systemischer Lupus Erythematodes (SLE) Klinische Entwicklung; Vorbereitung einer Phase-IIa-Studie
BT-094 (Cytotect 70)* Verhinderung einer CMV-Infektion des Fötus in der Schwangerschaft bei CMV-Infektion der Mutter Klinische Entwicklung; laufende Phase-III-Studie
Tregalizumab (BT-061)* Rheumatoide Arthritis, Psoriasis Klinische Entwicklung; laufende Phase-IIb-Studie in Rheumatoider Arthritis
Therapiegebiet Intensivmedizin
Albiomin® (20% und 5%) Blutvolumen-Mangel Vermarktung in Europa, Asien, Südamerika, China und Naher Osten
Biseko® Volumen- und SerumproteinMangel Vermarktung in Europa und Asien
Cofact® Mangel an Gerinnungsfaktoren Vermarktung in Deutschland, Österreich
Fibrinogen* Fibrinogen-Mangel Klinische Entwicklung; laufende Phase-I/II-Studie
IgM Concentrate* Schwere bakterielle Infektion Klinische Entwicklung laufende Phase-II-Studie
Pentaglobin® Schwere bakterielle Infektionen Vermarktung in Europa, Asien, Südamerika und Naher Osten

* Präparat in der Entwicklung (Stand: 31. Dezember 2014)

Im Segment Plasma & Services ist das Produkt- und Leistungsspektrum im Wesentlichen auf die Optimierung der Auslastung der Produktionskapazitäten ausgerichtet. Die Gesellschaft stellt dabei als Lohnproduzent Arzneimittel aus Blutplasma her, das sich im Eigentum von Dritten befindet.

Ein Verkauf von Blutplasma erfolgt durch die Gesellschaft nur im relativ geringen Umfang und nur im Rahmen von Optimierungen der Eigenproduktion.

5. Personal

Entwicklung des Personalstands

Zum Jahresende beschäftigte die Gesellschaft 906 Mitarbeiter in 878 Vollzeitstellen. Damit ergibt sich ein Aufbau um 78 Vollzeitstellen, was einer Erhöhung um 9,8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Vergütung

Am 15. Mai 2014 wurde die nächste Tranche des Long Term Incentive-Programms zur erfolgsorientierten Vergütung von Führungskräften begeben. Diese variable Komponente der Vergütung orientiert sich an vorab definierten Zielen.

Personal- und Organisationsentwicklung

Im Zuge der geplanten Erweiterung der Produktionskapazitäten am Standort Dreieich wird auch der Personalbedarf in den kommenden Jahren deutlich ansteigen. Insofern wurden im Geschäftsjahr 2014 vielfältigen Personalrekrutierungsaktivitäten und der bedarfsorientierten Weiterbildung und -entwicklung hohe Prioritäten eingeräumt, die auch dazu dienten, Biotest als attraktiven Arbeitgeber in der Region zu präsentieren.

So ist Biotest schon länger Partner des Ci3-Clusters, dem Spitzencluster für individualisierte Immunintervention, in dem Unternehmen und akademische Einrichtungen Forschungsaktivitäten - schwerpunktmäßig aus den Indikationsbereichen Autoimmunerkrankungen, Onkologie und Infektionen - bündeln. Unter dem Titel "From Nature for Life: Entwicklung und Produktion biologischer Arzneimittel" verschafften sich beim Ci3-Schaufenster im März 2014 rund 100 Teilnehmer aus Hochschulen, Universitätskliniken und Unternehmen einen Überblick über die Tätigkeiten von Biotest.

Auch die Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter intensiviert: Neben der Betreuung von Praktika, Doktor-, Master- und Bachelorarbeiten wurde im August 2014 zu einer Informationsveranstaltung ("Biotest stellt sich vor") für Studenten geladen. Rund 60 angehende Pharmazeuten, Mediziner und Biologen nutzten die Gelegenheit, sich über Berufsperspektiven in der pharmazeutischen Industrie und den potenziellen Arbeitgeber Biotest zu informieren.

Daneben legte Biotest das "International Leadership & Management Programm" neu auf, um im Rahmen der Wachstumspläne des Unternehmens Mitarbeiter zu fördern und weiterzuentwickeln. In diese Richtung zielt auch ein angebotenes Training zur interkulturellen Zusammenarbeit, welches den zunehmenden Verhaltensanforderungen im internationalen Kontext Rechnung trägt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Tätigkeiten im abgelaufenen Geschäftsjahr lag auf der strukturierten Ermittlung von Führungspotenzial, da die im Rahmen des Projektes "Biotest Next Level" zusätzlich benötigten Führungsfunktionen, unter anderem Gruppen- und Teamleitungen, vorrangig aus eigenen Reihen besetzt werden sollen. Aus dem Potenzialermittlungsprozess resultieren unter anderem die zu Beginn des Jahres 2014 gestartete Weiterbildung zum "Industriemeister Chemie". Im abgelaufenen Geschäftsjahr nahmen insgesamt sechs Mitarbeiter aus der Produktion diesen zweijährigen Lehrgang auf.

Im Zuge des Ausbaus der Biotest Gruppe und der demografischen Lage erhalten darüber hinaus internationale Einstiegsprogramme zunehmende Bedeutung. So werden unter anderem im Traineeprogramm "Biopharmazeutische Produkte" aktuell fünf Hochschulabsolventen (davon zwei Neueinstellungen 2014) ausgebildet.

Berufsausbildung

Auch in den Ausbildungsberufen hat die Biotest AG im vergangenen Jahr ihr Engagement weiter verstärkt. So waren zum 31. Dezember 2014 insgesamt 46 Auszubildende (Vorjahr: 27) in acht Berufen bei der Gesellschaft beschäftigt. Ab September 2015 wird die Biotest AG außerdem auch Chemielaboranten ausbilden.

Die Qualität der Ausbildung des Unternehmens spiegelt sich seit Jahren in den Abschlussleistungen der Absolventen wider. Im Jahr 2014 wurden zwei von ihnen aufgrund ihrer außergewöhnlichen Prüfungsergebnisse von der Industrie- und Handelskammer Offenbach geehrt. Außerdem wurde Biotest im Oktober 2014 mit dem Zertifikat für Nachwuchsförderung der Agentur für Arbeit in Offenbach ausgezeichnet. Sie würdigt damit den besonderen Einsatz in der Nachwuchsförderung von Unternehmen, die engagiert ausbilden und gesellschaftliche Verantwortung zeigen.

Mit einer gezielten Förderung von Bachelor- und Masterstudiengängen setzt Biotest außerdem Anreize für die Aufnahme eines berufsbegleitenden Studiums. Im Jahr 2014 waren insgesamt acht Mitarbeiter in den gemeinsam mit der Fachhochschule Bingen, der Provadis Hochschule in Frankfurt am Main und der FOM Hochschule für Ökonomie und Management in Frankfurt am Main aufgelegten Studiengängen "Prozesstechnik B.Sc.", "Biopharmaceutical Science B.Sc." bzw. "Wirtschaftsinformatik B.Sc." aktiv.

Familienfreundliches Unternehmen

Neben dem Angebot vielfältiger flexibler Teilzeitmodelle erweitert die Biotest AG erheblich die Möglichkeiten für ein familienfreundliches Arbeiten durch das Angebot einer Kindertagesstätte. In unmittelbarer Nähe des Betriebsgeländes am Standort Dreieich begannen im Frühjahr 2014 die Bauarbeiten. Spätestens im August 2015 sollen dort bis zu 80 Kinder zwischen acht Monaten und sechs Jahren von erfahrenen Pädagogen betreut werden. Biotest bietet damit seinen Mitarbeitern die Möglichkeit, Beruf und Kindererziehung besser in Einklang zu bringen.

6. Externe Einflussfaktoren für das Geschäft

Regulatorisches Umfeld

Die Produktionsanlagen für Plasmaproteine von Biotest unterliegen der Aufsicht und der Genehmigungspflicht des Regierungspräsidiums Darmstadt und des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) sowie der US-amerikanischen Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA).

In den Mitgliedstaaten der Europäischen Union erfolgt die Zulassung von Plasmaproteinen durch das zentralisierte Zulassungsverfahren oder durch die gegenseitige Anerkennung nationaler Zulassungen. In den USA unterliegen die Zulassungen der Biotest-Präparate den Bestimmungen der FDA. Im internationalen Umfeld werden die Zulassungen von der jeweiligen Landesbehörde ausgesprochen.

Die zuständigen Kontroll- und Genehmigungsbehörden für monoklonale Antikörper sind sowohl in Europa als auch in den USA jeweils identisch mit denen für Plasmaproteine.

Die für die Zulassung von Biotest-Präparaten in den Märkten geltenden gesetzlichen und behördlichen Regelungen unterliegen turnusgemäßen und anlassbezogenen Änderungen. Dabei verschärfen sich die Zulassungsvoraussetzungen im internationalen Umfeld kontinuierlich. Diese Entwicklungen führten auch im Berichtsjahr 2014 zu steigenden Kosten in Bezug auf Zulassungsprozesse bei nationalen und internationalen Behörden.

II. Strategie

Die Biotest AG als Obergesellschaft des Biotest Konzerns definiert ihre Strategie als Konzernstrategie, die ihre Tochtergesellschaften ebenfalls umfasst. Deshalb erfolgt die folgende Darstellung der Strategie insgesamt auf der Konzernebene.

Im Mittelpunkt der Strategie von Biotest steht die klare Fokussierung auf die Vermarktung und Weiterentwicklung von biologischen Produkten in den drei Indikationsgebieten Hämatologie, Klinische Immunologie und Intensivmedizin.

Kernelement zur Umsetzung dieser Strategie ist die Abdeckung zentraler Teile der Wertschöpfungskette durch eigene Ressourcen. Hierzu zählen insbesondere Forschung und Entwicklung (F&E), Plasmagewinnung, Produktion, Qualitätssicherung und Vertrieb. Die vorhandene Expertise, vor allem auch in den Bereichen Plasmasammlung und -fraktionierung, wird darüber hinaus genutzt, um freie Kapazitäten auf dem Markt als Anbieter von Vor- und Zwischenprodukten sowie in der Lohnherstellung anzubieten.

Neben der konsequenten Fortführung der eigenen Forschungs- und Entwicklungsarbeit konzentriert sich das Unternehmen mit seinen Zulassungs- und Vermarktungsaktivitäten auf die weitere Internationalisierung und die Diversifizierung des Portfolios, unter anderem durch ein konsequentes Lifecycle-Management bestehender Produkte. Nach der erfolgreichen Etablierung in europäischen Märkten, die im Geschäftsjahr 2014 durch den Aufbau einer eigenen Tochtergesellschaft in Frankreich sowie mit den Zulassungen von Intratect® , Hepatect® CP und Albiomin® in Skandinavien weiter vorangetrieben wurde, liegt der verstärkte Fokus auf den USA, Asien und Südamerika. Mit der Ende Oktober 2014 erhaltenen Zulassung des Präparats Albiomin® 20 % in China konnte Biotest im abgelaufenen Geschäftsjahr einen weiteren wichtigen Markt mit erheblichem Potenzial erschließen. Zudem wurden Zulassungen für Zutectra® in Singapur und Taiwan im laufenden Geschäftsjahr erteilt. Daneben gewinnen auch sich entwickelnde Märkte, unter anderem in Nordafrika, Russland und den ehemalige Sowjetrepubliken sowie in Mexiko und Brasilien vermehrt an Bedeutung.

Um am globalen Marktwachstum auch in Zukunft teilzuhaben, hat die Biotest Gruppe im Geschäftsjahr 2013 einen Ausbau der Kapazitäten am Unternehmenssitz in Dreieich beschlossen. Mit dem Projekt "Biotest Next Level" werden die Produktionskapazitäten bis zum Jahr 2018/2019 verdoppelt. Dieses Vorhaben soll zum einen die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens auf den globalen Märkten weiter stärken, aber auch dazu beitragen, das gesetzte Umsatzziel von 1 Mrd. € bis zum Jahr 2020 zu erreichen.

Neben dem Vertrieb bestehender Produkte fokussiert sich Biotest mit den in der klinischen Entwicklung befindlichen monoklonalen Antikörpern und Plasmaproteinen auf zusätzliche Leitindikationen mit hohem therapeutischem Bedarf. Diese Präparate werden zukünftig nach Zulassung die Produktpalette entscheidend erweitern. Sie zeichnen sich durch einzigartige Wirkmechanismen aus, die sie von anderen zugelassenen oder in der Entwicklung befindlichen Therapieansätzen unterscheiden.

Zusätzlich zu der konsequenten Fortführung der eigenen Forschungs- und Entwicklungsarbeit werden auch Möglichkeiten geprüft, durch Akquisitionen und Einlizenzierungen das Geschäftsvolumen in den nächsten Jahren weiter auszubauen. Dabei finden Einlizenzierungen im Rahmen von Kooperationen insbesondere zur Erweiterung der Technologieplattform oder für Produktverbesserungen statt.

III. Steuerung der Gesellschaft

Die unternehmerische Steuerung der Gesellschaft erfolgt der Segmentierung folgend nach den Grundsätzen des Biotest Konzerns auf Basis der IFRS. Zur Unternehmenssteuerung eingesetzte finanzielle Kennzahlen sind bezogen auf den Gesamtkonzern die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, RoCE) und auf Ebene der Segmente das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Eine wichtige Kenngröße im Rahmen der Unternehmensfinanzierung ist der Cashflow.

Für die strategische Steuerung gesellschaftsrechtlicher Strukturen sowie für die Entscheidungen zur steuerlichen Strategie wird das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nach Abzug sonstiger Steuern gemäß HGB verwendet.

Darüber hinaus analysieren wir unter anderem ständig die Kostenquoten für Herstellung (Costs of goods sold), Marketing und Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung, genauso wie das Verhältnis von Ergebnis zu Umsatz und die Struktur des Forderungsbestands sowie darin enthaltene Risiken.

Die Projekte in Forschung und Entwicklung werden anhand von Meilensteinplänen gesteuert. Organisatorisch ist ein weltweites Projektmanagement implementiert, dessen Leiterin direkt an den Vorstand berichtet. Projekte mit dem Partner AbbVie Inc., Illinois, USA, werden über gemeinsame Komitees gesteuert. Über den Projektfortschritt aller Projekte wird der Vorstand regelmäßig informiert.

Wichtige nichtfinanzielle Leistungsindikatoren im Gesamtunternehmen sind in der Produktion der Auslastungsgrad der einzelnen Produktionsbereiche, Durchlauf- und Ausfallzeiten sowie die Höhe der Vorräte entlang der Produktionskette. In der Plasmaprotein-Produktion beobachten wir zudem die Ausbeute je Mengeneinheit Plasma sowie den Eigenversorgungsgrad bei der Rohstoffversorgung.

Im Vertrieb sind wichtige Indikatoren der jeweilige Anteil Biotests am Gesamtmarkt bzw. im angestrebten Marktsegment, die Anzahl der Kunden je Produkt (Vertriebsbreite), der erzielte Umsatz und Deckungsbeitrag pro Vertriebsmitarbeiter sowie Vergleichswerte (Vorjahr, Planzahlen).

B. Wirtschaftsbericht

I. Wirtschaftsbezogene Rahmenbedingungen

Die Entwicklung der Weltkonjunktur hat im Laufe des Jahres 2014 an Dynamik verloren, auch die Zukunftsaussichten trübten sich im Jahresverlauf mehr und mehr ein. Verantwortlich hierfür sind insbesondere die zunehmenden Unsicherheiten, die von politischen Krisen etwa in Russland, der Ukraine, Syrien, Libyen oder dem Irak ausgehen. Auch die angespannte Schuldensituation verschiedener Staaten sorgt für gedämpfte Wachstumserwartungen.

Für das Gesamtjahr 2014 vermeldeten die Experten des IWF einen Anstieg des weltweiten realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,3 % gegenüber 2013. Dieser hatte im Vorjahr ebenfalls 3,3 % betragen. Für 2015 sagen die Ökonomen ein leicht gesteigertes weltweites reales BIP-Wachstum von 3,5 % voraus. Noch im Oktober 2014 lag dieser Wert bei 3,8 %.1

1 Internationaler Währungsfonds (IWf), World Economic Outlook Update, 20. Januar 2015

Nach einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,5 % im Jahr 2013 verzeichnete die Eurozone 2014 wieder ein BIP-Wachstum von 0,8 %.2 Dennoch machten sich weiterhin die Unsicherheiten hinsichtlich der Schuldenkrise verschiedener Staaten, insbesondere in Südeuropa, bemerkbar. Für das laufende Jahr rechnet die Europäische Kommission in ihrer Herbst-Prognose mit einem Anstieg der realen Wirtschaftsleistung um 1,1 %. Grund für die verhaltene Entwicklung sei vor allem die weiterhin schwache Binnennachfrage. Für 2016 bleibt die Europäische Kommission zuversichtlich und prognostiziert ein BIP-Wachstum von 1,7 %.3

Die Konjunktur der USA zeigte sich dagegen im Jahresverlauf 2014 recht robust. Nach einem Wirtschaftswachstum von 2,2 % im Jahr 2013,4 erwartet die amerikanische Notenbank Fed für 2014 einen realen BIP-Anstieg im Vorjahresvergleich zwischen 2,3 % und 2,4 %. Im laufenden Jahr 2015 soll laut der Fed wieder ein Wachstum zwischen 2,6 % und 3,0 % erreicht werden. Dennoch verweisen auch die US-amerikanischen Notenbanker auf eine mögliche Abkühlung der Weltkonjunktur und die daraus resultierenden Risiken für die Wirtschaft der USA.5

Der Euro verlor im Jahresverlauf gegenüber dem US-Dollar deutlich an Wert und notierte am 8. Mai 2014 auf seinem Jahreshöchststand von 1,3953 USD/EUR. In der Folge wertete die europäische Gemeinschaftswährung deutlich ab und notierte am 31. Dezember 2014 auf dem Jahresstiefststand von 1,2141 USD/EUR. Insgesamt verlor der Euro im Jahresverlauf 13,6 % an Wert. Daneben sorgt der schwächere Russische Rubel im Vergleich zum Euro dafür, dass Biotest den Abgabepreis seiner Produkte in Euro deutlich reduzieren musste, um noch stärkere Absatzrückgänge zu vermeiden.

Aufgrund des weltweit hohen medizinischen Bedarfs und der Diversifikation des eigenen Geschäfts ist die Gesellschaft grundsätzlich in nur geringem Maße von den globalen Konjunkturzyklen abhängig. Dennoch können Auswirkungen auf das operative Geschäft, insbesondere durch lokale Krisen, nicht ausgeschlossen werden.

II. Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Märkte für Immunglobuline und Albumine, die umsatzstärksten Produkte der Biotest AG, befinden sich weiterhin in einem nachhaltig stabilen Wachstumskorridor. Im Jahr 2013 wurden mit rund 132 Tonnen weltweit wieder deutlich mehr Immunglobuline abgesetzt als noch 2012 (122 Tonnen).6 Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 wird eine nochmalige Steigerung auf rund 142 Tonnen erwartet. Sowohl in den etablierten Märkten wie USA und Europa als auch in den weiteren Regionen der Welt nimmt die Nachfrage konstant zu. So werden bis 2015 für Europa und die Vereinigten Staaten jährliche Steigerungen von 5 -10 % erwartet, während der Anstieg in den weiteren Regionen bei 10 - 20% liegen soll.7 Biotest schätzt die Wachstumsprognosen indes vorsichtiger ein und sieht die Steigerungsraten eher am unteren Rand der Bandbreite als realistisch an. Als langfristigen Zielkorridor sehen Industrie-Experten einen globalen Nachfrageanstieg von jährlich 6 - 8 % an.8

2 Internationaler Währungsfonds (IWf), World Economic Outlook Update, 20. Januar 2015

3 Europäische Kommission, European Economic Forecast, Herbst 2014, Stand: 7. November 2014

4 Internationaler Währungsfonds (IWf), World Economic Outlook Update, 20. Januar 2015

5 Board of the Governors of the Federal Reserve System, minutes of the federal open market committee, 17. Dezember 2014

6 Marketing Research Bureau (2013), The worldwide plasma proteins market 2012

7 UBS Investment Research, Jun -14 Plasma Price & Supply Survey, 18. September 2014

8 Goldman Sachs: Global: Medial Technology: Medical Supplies, 25. August 2014

Weltmarkt für Immunglobuline*

Region Marktvolumen 2013 in Tonnen Anteil am Weltmarkt

in %
USA 64 49
Europa 32 24
Weitere Regionen 36 27

* Schätzungen, basierend auf Daten des Marketing Research Bureaus9

Die Preise für intravenöse Immunglobuline (IVIG) entwickelten sich im Jahresverlauf weitgehend stabil. Allerdings konnte zu Jahresbeginn 2014 in den USA eine leichte Preissteigerung von 1-2 % beobachtet werden. Die EU-Preise liegen weiter 25 - 30 % unter jenen in den Vereinigten Staaten.10 Zwar hat sich der deutsche Markt in den ersten drei Quartalen 2014 mengenmäßig positiv entwickelt, die erzielten Preise lagen aber eher unter denen des Vorjahres. Im Zuge des Marktwachstums für IVIGs in Deutschland konnte auch das Biotest-Präparat Intratect® , bei annähernd konstanten Preisen, Zugewinne realisieren und seinen Marktanteil insgesamt stabil halten. Auch für Albumine wächst die Marktnachfrage konstant. So wird für das abgelaufene Geschäftsjahr nach Biotest-Informationen ein weltweites Marktvolumen von rund 750 Tonnen erwartet. Im Jahr 2013 wurden auf dem Weltmarkt ca. 700 Tonnen abgesetzt.11 2020 sollen bereits rund 965 Tonnen Albumine abgesetzt werden, dies entspricht einer jährlichen durchschnittlichen Wachstumsrate ab 2013 zwischen 4 - 6 %. Neben den etablierten Märkten wird ein Großteil des Wachstums auch weiterhin in den weiteren Regionen der Welt generiert. Dies trifft insbesondere auf China zu, wo Branchenexperten mit einem jährlichen Marktwachstum von durchschnittlich 10 % bis 2020 rechnen.12

Nach den im Juni 2013 von der FDA und dem europäischen PRAC (Pharmacovigilance Risk Assessment Committee) veröffentlichten Sicherheitswarnungen für Hydroxy-Ethyl-Stärke (HES)-haltige Lösungen, konnte der Markt für Humanalbumin vor allem in Europa einen deutlichen Wachstumstrend verzeichnen.13 Auch für das laufende Jahr sind weitere Marktanteilsverluste von HES-haltigen Lösungen und damit eine fortlaufende Kompensation durch Ersatzprodukte wie Kristalloide oder Humanalbumin zu erwarten.

9 Marketing Research Bureau (2013), the worldwide plasma proteins market 2012

10 UBS Investment Research, Jun-14 Plasma Price & Supply Survey, 18. September 2014

11 Schätzungen basierend auf Daten des Marketing Research Bureaus (2013), The worldwide plasma proteins market 2012

12 Marketing Research Bureau (2014), Albumin Usage and Demand Forecast in China 2013 - 2020

13 IMS Health Deutschland, Stand: Dezember 2013

Auch der Bedarf an Plasma-Faktor-VIII-Produkten nimmt weiterhin zu. Das Wachstum wird vor allem durch die sich in weiteren Regionen der Welt zunehmend etablierenden Faktor-VIII-Therapien getrieben. Bis 2020 wird für den Weltmarkt ein Wachstum von 4 % p.a. vorausgesagt.14 Dabei wird bei den plasmatischen Faktor-VIII-Präparaten von einer Erhöhung um etwa 2 % p.a. ausgegangen, im Bereich der rekombinanten Faktor-VI II-Präparate werden rund 6 % p.a. erwartet. Der rekombinante Sektor wird maßgeblich von der Einführung neuer Faktor-VIII-Präparate profitieren, die jedoch auch den Wettbewerb verschärfen und so den Preisdruck im Gesamtmarkt deutlich erhöhen könnten.

14 Marketing Research Bureau, Global Forecasts of the Factors VIII and IX, 2014

III. Geschäftsverlauf

1. Ziele 2014: Soll-Ist-Vergleich

Die Biotest AG hat ihre im vorigen Geschäftsbericht ausgegebenen Ziele bezüglich der Umsatzentwicklung erreicht, jedoch bezüglich des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nicht erreicht.

So generierte die Gesellschaft 2014 einen Umsatzanstieg von 7,6 % und bewegte sich damit im prognostizierten Zielkorridor von bis zu 10 % Umsatzanstieg.

Das prognostizierte Ziel, ein gegenüber dem Geschäftsjahr 2013 höheres operatives Ergebnis von 6 % - 9 % auszuweisen, wurde nicht erreicht: Die Gesellschaft lag mit einem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 28,6 Mio. € um 37,0 % deutlich unter dem Vorjahreswert von 45,4 Mio. €. Ursachen hierfür lagen im Produktgeschäft auf Grund politischer Krisen in Russland und im Nahen Osten einerseits sowie den geringeren sonstigen betrieblichen Erträgen, den höheren sonstigen betrieblichen Aufwendungen, dem deutlich niedrigeren Finanzergebnis sowie höheren Personalkosten.

2. Unternehmensstrategie und Umsetzung im Konzern im Geschäftsjahr 2014

Internationalisierung

Die Biotest AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 ihre Präsenz in wichtigen internationalen Märkten ausgebaut, durch verschiedene Zulassungen neue Regionen erschlossen und damit das Geschäft auf ein noch breiteres Fundament gestellt. Die Ausweitung der internationalen Präsenz ging einher mit stärkeren Marketing- und Vetriebskosten. Ein Meilenstein bei der Internationalisierung des Unternehmens war die am 31. Oktober 2014 erhaltene Zulassung für Albiomin® 20 % in China.

Daneben konnte Biotest auch in den Staaten der ehemaligen GUS weitere Distributionspartner gewinnen. Dabei wurden die Biotest Produkte Intratect®, Haemoctin® , Pentaglobin® sowie Albiomin® auf diesen Märkten eingeführt. Aufgrund der derzeitigen gesamtpolitischen Situation in Russland und seinen Anrainerstaaten können allerdings negative Auswirkungen auf das operative Geschäft in diesen Regionen kurz- und mittelfristig nicht ausgeschlossen werden.

Auch auf weiteren internationalen Märkten weitete die Gesellschaft ihre Produktpalette mit Zulassungen und Vertriebsstarts kontinuierlich aus: Neben Albiomin® 20 % in China konnten in Skandinavien Intratect® , Hepatect® CP und Albiomin® zugelassen werden. Außerdem erhielt die Gesellschaft in Mexico die Zulassung für Intratect® 50 g/l (5%ige Lösung) sowie Intratect® 100 g/l (10%ige Lösung). In Dänemark, Norwegen, Slowenien sowie in mehreren Ländern des Nahen und Mittleren Ostens wurde mit der Vermarktung von Intratect® 100 g/l (10%ige Lösung) begonnen. Weitere Genehmigungen für dieses Präparat wurden bereits beantragt und sollen zeitnah folgen. In Norwegen, Finnland und dem Iran konnte zudem das Produkt Hepatect® CP eingeführt werden. Hepatect® CP dient der Prophylaxe der HBV-Reinfektion nach einer Lebertransplantation aufgrund von HBV-induziertem Leberversagen. Zutectra® , ein Präparat zur Hepatitis-B-Reinfektions-Prophylaxe nach Lebertransplantation, wurde im laufenden Geschäftsjahr auch in Singapur und Taiwan zugelassen.

3. Forschung und Entwicklung

Innerhalb des Biotest Konzerns wird Forschung und Entwicklung im Wesentlichen von der Biotest Pharma GmbH und der Biotest AG betrieben. Die Biotest Pharma GmbH generiert dabei immaterielle Rechte und Know-how bei den aus Blutplasma gewonnenen Derivaten. An den neuen und verbesserten Präparaten und Zulassungen von bestehenden Präparaten in zusätzlichen Ländern partizipiert die Biotest AG im Rahmen des Lizenz- und Know-how-Überlassungsvertrages.

Die Biotest AG selbst forscht und entwickelt auf dem Gebiet der in ihrem Eigentum stehenden monoklonalen Antikörper (MAK).

Aus den oben dargestellten Gründen wird im Folgenden die Forschung und Entwicklung der beiden Gesellschaften insgesamt dargestellt.

Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit ist die Basis für die künftige Unternehmensentwicklung und somit integraler Bestandteil der Strategie der Biotest Gruppe. So wurden in den folgenden Entwicklungsprojekten im Geschäftsjahr 2014 wichtige Fortschritte erzielt:

Therapiegebiet Hämatologie

Indatuximab Ravtansine (BT-062):

In der Phase-I/II-Studie (Nr. 975) von Indatuximab Ravtansine (BT-062) zur Monotherapie des Multiplen Myeloms, einer bösartigen Erkrankung des Knochenmarks, konnte die Behandlung der Patienten abgeschlossen werden. Der finale Studienbericht (clinical study report) wird - nach Beendigung der aktuell laufenden Datenerfassung - für das zweite Quartal 2015 erwartet.

In einer laufenden Phase-I/II-Studie (Nr. 983), in der die Sicherheit und Wirksamkeit von Indatuximab Ravtansine (BT-062) in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason untersucht wird, konnte die Rekrutierung beendet und die Behandlung der insgesamt 47 Patienten, die sich bereits einer intensiven Vorbehandlung unterzogen hatten, weiter fortgesetzt werden. Die Studie umfasst drei unterschiedliche Dosierungen. Die maximal verträgliche Dosis dieser Kombinationsbehandlung wurde auf 100 mg/m2 festgelegt.

Im Zuge der jährlichen Tagung der American Society of Hematology (56th ASH Annual Meeting) in San Francisco im November 2014, stellte Biotest neue klinische Daten der laufenden Studie vor: Die Kombinationstherapie zeigt über alle Dosisgruppen hinweg eine gute Wirksamkeit mit kompletten oder partiellen Remissionen bei rund 80 % der Patienten. Bei der Dosis von 100 mg/m2 lag diese Ansprechrate sogar bei 83 %. Aufgrund dieser vielversprechenden Ergebnisse wurde eine Protokolländerung eingereicht, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Indatuximab Ravtansine (BT-062) in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason auch bei Patienten, die mindestens mit Lenalidomid und Bortezomib vorbehandelt wurden und auf ihre letzte Behandlung gar nicht oder nur sehr kurz angesprochen haben, zu untersuchen.

Da nicht nur Zellen des Multiplen Myeloms, sondern auch zahlreiche solide Tumore eine hohe Expression des CD-138-Rezeptors aufweisen, führt Biotest derzeit in Belgien und Deutschland eine klinische Monotherapiestudie der Phase I/II (Nr. 989) durch. In dieser Studie sollen Patienten mit dreifach negativem metastasierenden Brustkrebs (diese Tumore reagieren nicht auf die Behandlung mit Östrogenen, Progesteron oder HER 2-(Herzeptin 2) gerichteten Therapien) sowie Patienten mit metastasierenden Blasenkarzinom mit Indatuximab Ravtansine (BT-062) behandelt und das Präparat auf Wirksamkeit und Verträglichkeit untersucht werden. In den vergangenen Monaten konnten so bereits erste Patienten in beiden Indikationen behandelt werden.

Im Laufe der Vorbereitungen der Phase-III-Studie, wurde der Produktionsprozess für den Antikörper optimiert. Die erste Produktion wird im März 2015 starten und bis dahin weitere Produktionsoptimierungsschritte enthalten.

Forschungskooperation mit EpiVax Inc. zur nicht-immunogenen Hämophilie-A-Therapie:

Zusammen mit der Firma EpiVax Inc., Providence, USA (EpiVax), wird an einer neuartigen, nicht-immunogenen Hämophilie-A-Therapie gearbeitet. Hierbei soll der für die Therapie verwendete Gerinnungsfaktor VIII so verändert werden, dass das Immunsystem des Patienten nicht mehr mit der Bildung von hemmenden Antikörpern reagieren kann. Antikörper gegen den therapeutischen Gerinnungsfaktor VIII sind eine häufige Nebenwirkung der Faktor VIII Substitutionstherapie. Sie machen diesen wirkungslos und führen zu schwer behandelbaren Blutungen. Die gemeinsame Entwicklung - unter Verwendung der sogenannten proprietären immunregulierenden "Tregitope"-Technologie von EpiVax - befindet sich in der präklinischen Testung.

Therapiegebiet Klinische Immunologie

BT-063:

Als Vorbereitung für die Durchführung einer Phase-IIa-Studie (Nr. 990) mit Patienten, die an Systemischem Lupus Erythematodes (SLE) erkrankt sind, wurde eine Toxizitätsstudie mit dreimonatiger Behandlung und anschließender Nachbeobachtung abgeschlossen. Zudem wurde die Prüfmedikation für die klinische Studie hergestellt. Diese Studie wurde im 1. Quartal 2015 bei den Behörden eingereicht.

BT-094 (Cytotect 70):

Auch nach dem umfangreichen Screening von inzwischen annähernd 16.000 schwangeren Frauen ist die Anzahl der CMV-Infektionen der Mütter weiter hinter der aus der Literatur erwarteten Anzahl zurückgeblieben. Deshalb hat sich Biotest entschlossen, die Rekrutierung zusätzlicher Schwangerer zu stoppen und die bisher verfügbaren Daten zu analysieren. Der medizinische Bedarf für die Verhinderung einer CMV-Infektion des Fötus in der Schwangerschaft bei der CMV-Infektion der Mutter ist hoch, da es aktuell keine alternative Behandlung für die Frauen gibt.

Tregalizumab (BT-061):

Für die in Zusammenarbeit mit AbbVie Inc., Chicago, USA (AbbVie) betriebene Weiterentwicklung des monoklonalen Antikörpers Tregalizumab (BT-061) hat Biotest im Februar 2014 eine Vorauszahlung für die Produktion von klinischem Prüfmaterial für Tregalizumab (BT-061) in Höhe von 3,9 Mio. USD erhalten. Die Patientenrekrutierung für diese klinische Phase-IIb-Studie (TREAT 2b - T cell REgulating Arthritis Trial 2b, Nr. 986), zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis (RA) mit 321 Patienten, konnte im September 2014 abgeschlossen werden. Die 24-wöchige placebokontrollierte Behandungsphase der Patienten dauert an. Zurzeit wird TREAT 2b an mehr als 80 Studienzentren in 14 Ländern durchgeführt. Eine Veröffentlichung erster klinischer Daten ist für das zweite Quartal 2015 geplant.

Zutectra®:

Die Phase-III-Studie (ZEUS - Zutectra Early USe, Nr. 987) konnte im vierten Quartal 2014 planmäßig abgeschlossen werden, der Abschlussbericht wird im ersten Quartal 2015 erwartet. Zutectra® ist seit 2009 in der EU für die Indikation der Prävention einer Hepatitis-B-Virus (HBV)-Reinfektion, bei Patienten sechs Monate nach einer Lebertransplantation aufgrund einer HBV-induzierten Leberinsuffizienz, zugelassen. Das Ziel ist, die Daten der ZEUS-Studie im ersten Halbjahr 2015 einzureichen, um die Zulassung für die Verwendung von Zutectra® bereits eine bis zwei Wochen nach der Transplantation zu erhalten. Diese Studie umfasst 20 Studienzentren in Italien, Frankreich, England und Spanien.

Therapiegebiet Intensivmedizin

Fibrinogen:

Bei der Durchführung der klinischen Phase-I/II-Studie (Nr. 984) mit dem in der Entwicklung befindlichen Fibrinogenkonzentrat, konnten im ersten Teil der Studie 14 von 20 Patienten behandelt werden. In diesem Teil der Studie werden Patienten, die an angeborenem Fibrinogenmangel leiden, mit einer Einmalgabe behandelt, um die pharmakokinetischen Eigenschaften, Verträglichkeit und Sicherheit des Fibrinogenkonzentrats zu evaluieren. Im zweiten Teil der Studie - hier erfolgt die individuell auf den Patienten abgestimmte Gabe von Fibrinogen aufgrund akuter Blutungen bzw. als Prophylaxe bei geplanten Eingriffen mit Blutungsneigung - wurden bereits neun Patienten behandelt.

IgM Concentrate:

Nach Ausweitung der Patientenzahl der laufenden Phase-II-Studie (Nr. 982) auf 160 konnten im abgelaufenen Jahr bereits 150 Patienten behandelt werden. Die Studiendaten werden im zweiten Halbjahr 2015 erwartet.

Klinische Studien der Biotest AG im Überblick

Art der Studie Indikation StudienNummer Dosierung/Studiendesign Anzahl der Studienteilnehmer Stand zum 31. Dezember 2014
Indikationsgebiet Hämatologie
Indatuximab Ravtansine (BT-062)
Phase I Multiples Myelom 969 wiederholte Einfachgabe, intravenös alle 21 Tage, 10 - 200 mg/m2 32 Studie abgeschlossen
Phase I/II Multiples Myelom 975 wiederholte Mehrfachgabe, intravenös Tag 1, 8 und 15; alle 28 Tage, Dosiseskalation 40 -160 mg/m2 35 Patientenbehandlung abgeschlossen
Phase I/II Multiples Myelom 983 Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason basierend auf 975-Design (wiederholte Mehrfachgabe) 47 (Phase I) Patientenrekrutierung abgeschlossen
Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason 15 (Phase II) Protokolländerung eingereicht
Phase I/II Brustkrebs, Blasenkrebs 989 Wiederholte Mehrfachgabe, intravenös 80 Patientenrekrutierung läuft
Indikationsgebiet Klinische Immunologie
BT-063
Phase IIa Systemischer Lupus Erythematodes (SLE) 990 Intravenöse Mehrfachgabe, 3 Monate Behandlungsdauer, placebokontrolliert 36 Einreichung Anfang 1. Quartal 2015
BT-094 (Cytotect 70)
Phase III in der Schwangerschaft übertragene Cytomegalie- Virus-(CMV)-Infektion 963 Mehrfachgabe bei Schwangeren mit einer primären CMV-Infektion (Serokonversion); Kontrollgruppe ohne Behandlung Screening von ca. 16.000 Schwangeren Patientenrekrutierung beendet; Studie läuft
Tregalizumab (BT-061)
Phase IIb Rheumatoide Arthritis 979 Kombination mit Methotrexat, subkutan bis 75 mg, Mehrfachgabe, Behandlungsdauer zwölf Wochen, placebokontrolliert 1 28 Studie abgeschlossen
Phase I Anwendung bei Probanden Pharmakodynamik-/ Pharmakokinetik- Studie 985 subkutan bis 200 mg, Einfachgabe 36 Studie abgeschlossen
Phase IIb "TREAT 2b" (T cell REgulating Arthritis Trial 2b) Rheumatoide Arthritis 986 Kombination mit Methotrexat, subkutan, Mehrfachgabe, Behandlungsdauer 24 Wochen mit anschließender optionaler 24 wöchiger Verlängerungsphase; placebokontrolliert 304 Patientenrekrutierung abgeschlossen
Zutectra®
Phase III "ZEUS" (Zutectra Early USe) Hepatitis-B-Reinfektion in der Frühphase nach Lebertransplantation 987 Zutectra® (s.c. HBIG); Mehrfachgabe nach Lebertransplantation 49 Studie abgeschlossen
Indikationsgebiet Intensivmedizin
Fibrinogen
Phase I/II angeborener Fibrinogenmangel 984 Einmalgabe zur Bestimmung der Pharmakokinetik, Dosierung und Häufigkeit der Behandlung akuter Blutungen im Therapiefall individuell nach Patient 20 Patientenrekrutierung läuft
IgM Concentrate
Phase II schwere, ambulant erworbene Lungenentzündung 982 Mehrfachgabe bei schwerer ambulant erworbener Lungenentzündung; Behandlung über fünf Tage, i.v. Applikation, placebokontrollierte Doppelblindstudie 160 Patientenrekrutierung läuft

4. Gesellschaftliche Verantwortung

Die Biotest AG bewegt sich mit ihren Produkten und deren Anwendungsgebieten in einem hochethischen Umfeld. So helfen die Präparate von Biotest Leben zu retten und dem Alltag vieler (chronisch) Kranker ein Stück Normalität zurückzugeben. Auch darüber hinaus engagiert sich das Unternehmen in verschiedenen medizinisch-wissenschaftlichen Initiativen, Forschungsprojekten sowie Maßnahmen von Patientenorganisationen.

So konnten im Geschäftsjahr 2014 gemeinsam mit dem Weltverband für Hämophilie (WFH) im Rahmen des "Project Recovery" erste Chargen des Biotest-Präparats Haemoctin® ausgeliefert werden. Empfänger waren Patienten ohne sonstigen Zugang zu Blutungsbehandlungen. Das "Project Recovery" ist eine Kooperation verschiedener Unternehmen und Patientenorganisationen, die es sich zum Ziel gemacht haben, Hämophilie-Patienten weltweit dringend benötigte Behandlung zu ermöglichen. Hämophilie ist eine vererbte lebenslange Blutgerinnungsstörung, die global eine von 10.000 Personen betrifft. Von den Erkrankten erhalten nahezu 75 % nur eine geringe oder gar keine Behandlung. Über das humanitäre Hilfsprogramm des WFH wird das Präparat kostenfrei Patienten in Entwicklungsländern bereitgestellt. Dabei übernimmt Biotest neben der Produktion auch die komplette Koordination und Versandlogistik. Ein wichtiges Engagement, das auch auf dem diesjährigen World Congress des WFH in Melbourne, Australien, vom Verbandsvorsitzenden Alain Weill als großer Erfolg für das Humanitarian Aid Programm des WFH hervorgehoben wurde.

Wie in den Vorjahren hat die Biotest AG auch im Geschäftsjahr 2014 Patientenorganisationen auf nationaler und internationaler Ebene vielfältig unterstützt. Im Bereich der Immunologie begleitet die Biotest AG - sowohl finanziell als auch organisatorisch - die "International Patient Organisation for Primary Immunodeficiency" (IPOPI) in ihrer Arbeit zur Verbesserung der Diagnostik für Patienten mit immunologischen Erkrankungen und dem Zugang der Patienten zu adäquater Therapie.

Schließlich arbeitet die Gesellschaft auf politischer Ebene unter anderem im Rahmen der "Plasma Protein Therapeutics Association" (PPTA) an der Verbesserung der Situation der Patienten mit seltenen Erkrankungen und einer generellen Regelung der grenzüberschreitenden und notwendigen Behandlungen dieser Zielgruppen mit. Daneben unterwirft sich die Biotest AG auch bei der Gewinnung und Verarbeitung von Blutplasma den strengen Sicherheitsstandards der PPTA, die über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinausgehen.

IV. Darstellung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

1. Geschäftslage

Die Biotest AG hat im Geschäftsjahr 2014 mit 416,2 Mio. € 7,6 % mehr umgesetzt als im Vorjahr (386,8 Mio. €).

Wachstumstreiber für die Umsatzausweitung waren die internationalen Märkte. Aber auch das Geschäft in Deutschland konnte trotz des weiter anhaltenden Kostendrucks deutlich ausgeweitet werden.

Dieses Wachstum resultiert aus allen Geschäftsbereichen. Im Segment Therapie setzte die Gesellschaft 361,6 Mio. € um, das sind 7,2 % mehr als im Jahr 2013 (337,2 Mio. €). Das Segment Plasma & Services erzielte mit 46,8 Mio. € einen Umsatzzuwachs von 6,6 % gegen Vorjahr (43,9 Mio. €). Mit Handelswaren erzielte die Gesellschaft einen Umsatz von 7,7 Mio. € (Vorjahr 5,7 Mio. €).

Der Umsatz der Gesellschaft außerhalb Deutschlands lag mit 310,4 Mio. € um 5,8 % über dem Niveau des Vorjahres (293,4 Mio. €). In Deutschland erzielte die Gesellschaft einen deutlichen Umsatzanstieg von 93,4 Mio. € im Vorjahr auf 105,8 Mio. € im Geschäftsjahr 2014, was einem Anstieg von 13,3 % entspricht.

Durch den gegenüber dem Vorjahr im Jahresdurchschnitt leicht stärkeren US-Dollar hat die Biotest AG einen um 0,5 Mio. € höheren Umsatz als bei gleichem Kurs wie im Vorjahr erzielt.

2. Ertragslage

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag mit 28,6 Mio. € um 37,0 % unter dem Vorjahreswert von 45,4 Mio. €, dabei lag das operative Ergebnis (EBIT) bei 39,5 Mio. € (-20,4 % gegen Vorjahr) und das Finanz- und Beteiligungsergebnis bei -11,0 Mio. € (Vorjahr: -4,3 Mio. €).

Wesentlich für die Entwicklung des operativen Ergebnisses war eine relativ zum erhöhten Umsatz geringere Bruttomarge, gesunkene betriebliche Erträge insbesondere aus geringeren Fremdwährungserträgen, höhere sonstige Aufwendungen und höhere Personalkosten.

Trotz erhöhter Umsatzerlöse ging damit auch die EBIT-Marge (Verhältnis von EBIT zu Umsatz) von 12,8 % im Vorjahr auf 9,5 % in der Berichtsperiode zurück.

Der Rückgang beim Finanzergebnis ergibt sich daraus, dass im Geschäftsjahr 2014 insbesondere deutlich höhere Zinsaufwendungen und auch ein geringeres Beteiligungsergebnis, das durch eine Abschreibung auf den Buchwert der Tochtergesellschaft in Brasilien belastet war, zu Buche schlugen.

Dem außerordentlichen Aufwand des Vorjahres in Höhe von 3,3 Mio. € für die Kosten der Kapitalerhöhung steht im Geschäftsjahr 2014 keine außerordentliche Position gegenüber.

Das geringere operative Ergebnis (EBIT) und das niedrigere Finanz- und Beteiligungsergebnis führten bei einer dementsprechend deutlich niedrigeren Steuerbelastung zu einem Jahresüberschuss von 18,8 Mio. €, der um 7,1 Mio. € unter Vorjahr lag.

Entwicklung der Kosten

Der Materialaufwand betrug 175,5 Mio. € (Vorjahr 167,3 Mio. €).

Der Anstieg resultierte aus dem höheren verkauften Mengenvolumen.

Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen beläuft sich auf -119,7 Mio. € (Vorjahr -105,6 Mio. €). In dem Saldo enthalten sind die Pacht-, Miet- und Lizenzbelastungen der Biotest Pharma GmbH an die Biotest AG in Höhe von insgesamt 24,1 Mio. € (Vorjahr 22,3 Mio. €). Der Provisionsaufwand betrug 17,9 Mio. € (Vorjahr 17,6 Mio. €). Die in der Position sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthaltenen externen Forschungs- und Entwicklungskosten gingen leicht zurück und betrugen 9,8 % vom Umsatz nach 10,7 % im Vorjahr. An die Biotest Pharma GmbH wurden Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen weiterbelastet. Die sonstigen betrieblichen Erträge sowie die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten des Weiteren Erträge aus Währungskursgewinnen und -verlusten.

Die Personalkosten betrugen 75,0 Mio. € gegenüber 69,9 Mio. € im Vorjahr. Der Anstieg ergibt sich im Wesentlichen aus einer im Durchschnitt des Geschäftsjahres höheren Mitarbeiteranzahl sowie den tariflichen und außertariflichen Gehaltsanpassungen.

Finanzergebnis

Die Biotest AG koordiniert als operative Holding die Finanzierung innerhalb des Konzerns.

Das Zinsergebnis ging um -3,6 Mio. € auf -9,1 Mio. € zurück (Vorjahr: -5,5 Mio. €). Den höheren Zinszahlungen für das Schuldscheindarlehen, die in 2014 im Gegensatz zum Vorjahr über den Gesamtjahreszeitraum zu tragen waren, standen höhere Zinserträge und Erträge aus Ausleihungen an Tochtergesellschaften gegenüber.

Im Beteiligungsbereich generierte die Gesellschaft Beteiligungserträge in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 1,2 Mio. €). Das Beteiligungsergebnis wurde andererseits im Wesentlichen durch eine Abschreibung auf den Buchwert an der brasilianischen Tochtergesellschaft Biotest Farmaceutica Ltda., São Paulo, Brasilien in Höhe von 2,1 Mio. € belastet. Insgesamt beträgt somit das Finanz- und Beteiligungsergebnis der Gesellschaft durch die sich saldierenden Effekte -11,0 Mio. € (Vorjahr: -4,3 Mio. €).

Außerordentliches Ergebnis

Im Geschäftsjahr 2013 wurden die Kosten der Kapitalerhöhung in Höhe von 3,3 Mio. € im außerordentlichen Aufwand ausgewiesen.

Steuern

Der Steueraufwand vom Einkommen und vom Ertrag der Gesellschaft betrug 9,8 Mio. € und lag damit auf Grund des niedrigeren Ergebnisses aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit deutlich unter dem Steueraufwand des Vorjahres (Vorjahr: 16,1 Mio. €).

3. Vermögenslage

Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

Nach 4,7 Mio. € im Vorjahr hat die Biotest AG im Geschäftsjahr 2014 insgesamt 4,7 Mio. € in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen investiert.

Auf immaterielle Vermögensgegenstände entfielen davon 1,8 Mio. € - im Wesentlichen ist hier die Aktivierung von zusätzlichen SAP-Anwendungen zu nennen. Die Abschreibungen betrugen hier 1,1 Mio. €.

Beim Sachanlagevermögen standen den Investitionen in Höhe von 2,9 Mio. € Abschreibungen in Höhe von 2,0 Mio. € gegenüber. Die Investitionen betrafen neben dem Umbau und der Einrichtung neu angemieteter Geschäftsräume eine Vielzahl kleinerer Investitionen und geringwertiger Wirtschaftsgüter.

Die Biotest AG ist im Rahmen des Verpachtungsvertrages unmittelbarer Nutzer der Investitionen der Biotest Pharma GmbH und partizipiert insofern in bedeutendem Umfang wirtschaftlich daran.

Die Biotest Pharma GmbH investierte 32,2 Mio. € in die Erneuerung und Erweiterung der Sachanlagen und trug damit auch einen erheblichen Teil der Gesamtinvestitionen innerhalb des Biotest Konzerns. Am Standort Dreieich investierte die Biotest Pharma GmbH im Wesentlichen in das Projekt "Biotest Next Level" und in den neuen Plasma-Wareneingang mit angeschlossenen Laboren.

Zur Absicherung des Weiteren strategischen Wachstums beschloss der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates im Vorjahr mit dem Projekt "Biotest Next Level" die Kapazität der Biotest Pharma GmbH am Standort Dreieich bis 2018/2019 zu verdoppeln. Hierfür wurden im laufenden Geschäftsjahr 16,1 Mio. € investiert. Für die Folgejahre ist für dieses strategische Projekt noch ein Investitionsvolumen von über 200 Mio. € vorgesehen.

Beteiligungen

Im Zusammenhang mit dem Projekt "Biotest Next Level" wurde das Eigenkapital bei der Biotest Pharma GmbH um 20,0 Mio. € erhöht.

In Frankreich wurde die Biotest France SAS, Paris, Frankreich, gegründet. Sie soll den Markt für Biotest Produkte, die teilweise speziell für den französischen Markt entwickelt wurden, als Marketinggesellschaft zugänglich machen.

Die Zugänge bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen die Finanzierung unserer Tochtergesellschaft BPC, Boca Raton, USA, der wir ein weiteres Darlehen gewährt haben.

Die brasilianische Tochtergesellschaft Biotest Farmaceutica Ltda., São Paulo konnte zwar in 2013 die Erneuerung der Registrierung von Albumin erreichen, muss sich jedoch bei Intratect auf ein langwieriges Verfahren mit juristischen Schritten einstellen. Auf Grund der unter den Erwartungen liegenden Geschäftsentwicklung hat die Biotest AG den Buchwert an der Gesellschaft reduziert.

Sonstige Vermögensgegenstände

Beim Umlaufvermögen stiegen die Vorräte von 158,1 Mio. € in 2013 auf 163,6 Mio. € zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2014. Dabei stiegen im Wesentlichen die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe durch verstärkten Zukauf von Blutplasma für die erwartet erhöhten Lieferungen in 2015 sowie die fertigen Erzeugnisse und Handelswaren. Der Bestand an unfertigen Erzeugnissen konnte dagegen reduziert werden.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen bedingt durch einen höheren Umsatz im Export von 73,8 Mio. € am 31. Dezember 2013 um 32,9 Mio. € auf 106,7 Mio. € zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 an.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen nahmen von 48,9 Mio. € im Vorjahr auf 44,7 Mio. € ab. Der Forderungsrückgang ist im Wesentlichen begründet durch höhere Zahlungseingänge von unserer Tochtergesellschaft in Spanien.

Die sonstigen Vermögensgegenstände stiegen von 6,0 Mio. € auf 10,3 Mio. € an, was im Wesentlichen aus höheren Steuerforderungen resultiert.

Bei den sonstigen Wertpapieren handelt es sich um kurz- und mittelfristige Geldanlagen von liquiden Mitteln, die noch nicht zur Finanzierung der Investitionstätigkeit benötigt wurden.

Die liquiden Mittel betrugen 91,0 Mio. € nach 199,4 Mio. € im Vorjahr. Der Rückgang der liquiden Mittel ergibt sich überwiegend aus der Anlage von Geldmitteln in kurzfristigen Wertpapieren sowie durch Auszahlungen im Rahmen von Kapitalerhöhungen und Ausleihungen im Beteiligungsbereich.

4. Finanzlage

Die Eigenkapitalquote der Biotest AG beträgt 52,5 %, sie sank damit leicht um 0,3 Prozentpunkte.

Das mittel- und langfristig der Gesellschaft zur Verfügung stehende Kapital (Eigenkapital, Pensionsrückstellungen und mittel -und langfristige Bankverbindlichkeiten) deckt 87,5 % der gesamten Bilanzsumme ab (Vorjahr 86 %).

Die Basis der Fremdfinanzierung bildet ein Schuldscheindarlehen mit einem Buchwert zum 31. Dezember 2014 von 214,2 Mio. €, das im Geschäftsjahr 2013 begeben wurde. Es besteht aus folgenden Tranchen:

Schuldscheindarlehen in EUR: 5 Jahre Laufzeit und fixer Zins
Schuldscheindarlehen in EUR: 5 Jahre Laufzeit und variabler Zins
Schuldscheindarlehen in USD: 5 Jahre Laufzeit und variabler Zins
Schuldscheindarlehen in EUR: 7 Jahre Laufzeit und fixer Zins
Schuldscheindarlehen in EUR: 7 Jahre Laufzeit und variabler Zins
Schuldscheindarlehen in EUR: 10 Jahre Laufzeit und fixer Zins

Im Geschäftsjahr 2014 wurden vertragsgemäß keine Schuldscheindarlehen getilgt.

Darüber hinaus konnte im Geschäftsjahr 2014 noch ein Förderkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW über die Deutsche Bank AG, Frankfurt am Main) in Höhe von 15,5 Mio. € aufgenommen werden.

Die Mittelzuflüsse aus dem Schuldscheindarlehen sowie der Kapitalerhöhung des Vorjahres dienen insbesondere dem Ausbau des Standortes Dreieich sowie der allgemeinen Unternehmensfinanzierung.

Insgesamt stehen der Biotest AG mittel- und langfristige Kredite in Höhe von 241,1 Mio. € zur Verfügung, darüber hinaus sind Kreditlinien in Höhe von 137,5 Mio. € eingeräumt worden, die zum Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommen wurden.

Für alle Darlehen wurden keine Sicherheiten gestellt und keine Finanzkennzahlen vereinbart.

Für den Fall eines Wechsels der Mehrheit der stimmberechtigten Aktien sehen die Finanzverträge eine Sonderkündigungsmöglichkeit vor, die dazu führen würde, dass die Finanzierung neu zu verhandeln wäre, gegebenenfalls unter Einbeziehung eines neuen Mehrheitsaktionärs.

Cashflow

Die Biotest AG als Muttergesellschaft hat auch die wesentliche Finanzierungsfunktion für den Biotest Konzern.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit war mit -15,8 Mio. € deutlich niedriger als im Vorjahr mit 0,8 Mio. €. Der Rückgang war verursacht durch die Zunahme des Working Capital und hier insbesondere durch die höheren Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit war mit -100,3 Mio. € gegenüber Vorjahr um -39,1 Mio. € niedriger (Vorjahr: -61,2 Mio. €). Hier waren die Anlage von liquiden Mitteln in Höhe von 54,7 Mio. € sowie die oben beschriebenen Auszahlungen im Beteiligungsbereich ausschlaggebend. Die Investitionstätigkeit im Bereich der Sachanlagen sowie der immateriellen Vermögensgegenstände führte dabei zu Auszahlungen von 4,7 Mio. € (Vorjahr: 4,7 Mio. €).

Bei dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 7,7 Mio. € (Vorjahr: 207,6 Mio. €) flossen der Gesellschaft aus der Neuaufnahme von Bankdarlehen 16,1 Mio. € und aus der konzerninternen Finanzierung 3,8 Mio. € zu, denen Tilgungen in Höhe von 4,3 Mio. € und die Dividendenzahlung von 7,9 Mio. € gegenüber standen. Das Vorjahr war dagegen im Wesentlichen beeinflusst durch die Zuflüsse aus der Kapitalerhöhung in Höhe von 72,7 Mio. € und aus dem Schuldscheindarlehen in Höhe von 220,1 Mio. €.

Biotest war im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit in der Lage, eingegangene Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Die Liquidität der Gesellschaft war zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Das Unternehmen verfügt über ausreichende Geldmittel und Kreditlinien, das operative Geschäft sowie die Projekte im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung konzernweit mit den erforderlichen Ressourcen auszustatten.

V. Zusammenfassende Aussage des Vorstands zur Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Die Biotest AG hat im Jahr 2014 sowohl im Segment Therapie als auch im Segment Plasma & Services das Geschäft ausweiten können.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ging um 37,0 % auf 28,6 Mio. € zurück. Der höhere Umsatz führte nur zu einem relativ geringeren Margenzuwachs, der durch geringere sonstige betriebliche Erträge, höhere sonstige betriebliche Aufwendungen sowie durch höhere Personalkosten überkompensiert wurde. Die für die Zukunftsinvestitionen im Rahmen des Projekts "Biotest Next Level" aufgenommenen Kredite führen darüber hinaus zu höheren Zinsbelastungen in der langen Investitionsphase, in der die Erträge aus diesen Investitionen noch nicht generiert werden können.

Alle wichtigen Entwicklungsprojekte sowohl bei den Plasmaproteinen als auch bei den monoklonalen Antikörpern sind im Geschäftsjahr weiter vorangeschritten.

Die Gesellschaft ist äußerst solide finanziert. Die Eigenkapitalquote der Gesellschaft von 52,5 % zum Bilanzstichtag ist komfortabel. Durch die erfolgreiche Kapitalerhöhung und die Platzierung des Schuldscheindarlehens im Vorjahr sowie durch die zusätzlichen Darlehen und Kreditlinien von Banken stehen der Obergesellschaft als auch dem Konzern ausreichend Finanzmittel zur Verfügung, um einerseits das operative Geschäft und andererseits auch langfristig die am Standort Dreieich im Rahmen des Projektes "Biotest Next Level" geplante Verdoppelung der Kapazität in Dreieich zu finanzieren.

VI. Gewinnverwendungsvorschlag

Vorstand und Aufsichtsrat stellen gemäß § 58 Abs. 2 Satz 1 AktG aus dem Jahresüberschuss in Höhe von 18.784 T€ vorab einen Betrag in Höhe von 8.000 T€ in die Anderen Gewinnrücklagen ein.

Der am 7. Mai 2015 stattfindenden Hauptversammlung wird vorgeschlagen, aus dem Bilanzgewinn der Biotest AG in Höhe von 28.897 T€ eine Dividende von 0,60 € je Stamm- und von 0,66 € je Vorzugsaktie, entsprechend 8.310 T€ als Dividende auszuschütten und den Rest in Höhe von 20.587 T€ auf neue Rechnung vorzutragen.

C. Nachtragsbericht

Herr Dr. Bernhard Ehmer hat am 1. Januar 2015 den Vorstandsvorsitz der Biotest AG übernommen, nachdem Herr Prof. Dr. Gregor Schulz planmäßig aus Altersgründen ausgeschieden ist.

D. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht

I. Prognosebericht

1. Gesamtaussage des Vorstands zur Entwicklung des Konzerns

Der Vorstand geht auch für das laufende Geschäftsjahr 2015 von einer positiven Entwicklung der Biotest Gruppe aus. Die Nachfrage nach Plasmaproteinpräparaten befindet sich weltweit in einem konstanten Wachstumskorridor. Zusätzlich sorgt kurz- und mittelfristig der Vermarktungsbeginn von bestehenden sowie neuen Produkten auf aktuellen und neuen Märkten für weitere Absatzpotenziale. Herausfordernd könnten sich hingegen der voraussichtlich auch im Jahr 2015 anhaltende Preisdruck für Immunglobuline in den USA und Europa sowie die weiterhin angespannte Lage in den Krisenregionen der Welt auswirken.

Mit wichtigen Weichenstellungen in der Forschungs- und Entwicklungsarbeit sowie weiteren Fortschritten beim Ausbau der Produktionskapazitäten am Konzernhauptsitz in Dreieich werden im Jahr 2015 entscheidende Grundlagen für die zukünftige Konzernentwicklung gelegt. Von dieser starken Basis aus wird die Biotest Gruppe nach Einschätzung des Vorstands auch im laufenden Geschäftsjahr weiterhin auf ihrem konstanten Kurs des profitablen Wachstums bleiben.

2. Ausrichtung der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2015

Die grundsätzliche Ausrichtung der Biotest AG wird sich aus heutiger Sicht im Geschäftsjahr 2015 nicht verändern.

3. Entwicklung des Marktumfeldes

Zielmärkte

Laut aktuellen Studien wird die weltweite Nachfrage nach Immunglobulinen in den kommenden Jahren weiter um jährlich 6 - 8 % zunehmen.15 Die Preise dieser Präparate geraten weltweit zunehmend unter Druck. Zwar ließen sich Anfang 2014 auf dem wichtigen US-Markt noch kleine Preissteigerungen erzielen, doch bereits im vierten Quartal sanken die Durchschnittspreise wieder. Diese Tendenz wird in 2015 anhalten.

Auch bei plasmatischen Gerinnungsfaktoren rechnet die Biotest AG mit einer Zunahme des Weltmarktvolumens um etwa 2 % pro Jahr bis 2020.16 Daneben birgt der Vertriebsbeginn von Albiomin® 20 % in China mittelfristig neue Absatzpotenziale in einem Markt, für den bis 2020 ein durchschnittliches Wachstum von 10 % pro Jahr vorhergesagt wird.17

Auch im Bereich der monoklonalen Antikörper ergeben sich für die Biotest Gruppe erhebliche zukünftige Potenziale. So lagen die Umsätze des Rheuma-Gesamtmarktes im Jahr 2013 bei rund 20,0 Mrd. USD. Für die Indikation Psoriasis, die mit Tregalizumab (BT-061) auch adressiert werden könnte, lagen die Umsätze im selben Zeitraum bei fast 7,0 Mrd. USD. Präparate zur Behandlung des Multiplen Myelom (Biotest Entwicklungsprojekt Indatuximab Ravtansine (BT-062)) erlösten einen weltweiten Umsatz in Höhe von 6,5 Mrd. USD. Im Rahmen neuer sowie der Verlängerung bestehender Zulassungen werden in allen Produktgruppen bis 2018 weitere Anstiege prognostiziert.18 Zudem bietet die Adressierung verschiedener solider Tumore durch Indatuximab Ravtansine (BT-062), bei einer Zulassung für entsprechende Indikationen, erhebliche zusätzliche Absatzmöglichkeiten.

15 Goldman Sachs: Global: Medical Technology: Medical Supplies, 25. August 2014

16 Marketing Research Bureau (2014), Global forecast of the factor VIII market 2013 to 2020

17 Marketing Research Bureau (2014), Albumin Usage and Demand Forecast in China 2013 - 2020

18 Evaluate Pharma, Yearly product sales by indication, 23. Januar 2014

4. Erwartete Entwicklung der Gesellschaft

Erwartete Geschäfts- und Ertragslage der Biotest AG

Die Gesellschaft erwartet für das Geschäftsjahr 2015 einen Umsatzanstieg von 3 % - 5 % gegenüber Vorjahr.

Beim Ergebnis macht sich der Preisdruck in Europa bemerkbar. Zudem wirken sich die Lage in den Krisenregionen sowie der Aufwand für die geplante Kapazitätsausweitung am Standort Dreieich stärker aus als im Geschäftsjahr 2014. Da Biotest bei der Entwicklung von neuen Präparaten mit Partnern zusammen arbeitet, hängen die F&E-Kosten des Geschäftsjahres maßgeblich vom Fortschritt in den Projekten und den daraus resultierenden weiteren Entscheidungen ab. Die Belastungen aus dem begonnenen Expansionsprojekt "Biotest Next Level" werden in 2015 vermutlich doppelt so hoch sein wie 2014. Aufgrund der vorgenannten Einflussfaktoren geht der Vorstand von einem Rückgang des operativen Ergebnisses in 2015 um 4 - 8 % aus.

Die weiteren im Konzern verwendeten finanziellen Leistungsindikatoren werden lediglich nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) für Zwecke des Konzernabschluss geplant.

Erwartete Finanz- und Vermögenslage der Biotest AG

Für das Geschäftsjahr 2015 sind Investitionen im Biotest Konzern im Volumen von bis zu 118,4 Mio. € vorgesehen, wovon bis zu 72,7 Mio. € auf das Projekt "Biotest Next Level" entfallen. Daneben werden aber auch weitere Investitionen bei der BPC für die Erweiterung bestehender und den Aufbau neuer Plasmazentren in den USA, für den Neubau des Plasma-Wareneingangs sowie für den Abschluss einzelner technischer Projekte in Dreieich vorgenommen.

Neben dem inneren Wachstum können aber auch Einlizensierungen marktnaher Produkte eine strategische Option darstellen.

Für die Ausweitung der Investitionen als auch die Erhöhung des Umsatzes und der damit verbundenen Erhöhung des Working Capital stehen genügend finanzielle Mittel zur Verfügung. Auch langfristig ist das Wachstumsprogramm des Biotest Konzerns solide finanziert.

Erwartete Entwicklung in den Segmenten

Segment Therapie

Folgende signifikante Fortschritte und Entwicklungen werden im laufenden Geschäftsjahr 2015 im Segment Therapie erwartet:

Therapiegebiet Hämatologie

Indatuximab Ravtansine (BT-062):

Nach Beendigung der aktuell laufenden Datenerfassung wird für die Phase-I/II-Studie (Nr. 975) mit Indatuximab Ravtansine (BT-062) zur Monotherapie des Multiplen Myeloms, einer bösartigen Erkrankung des Knochenmarks, der finale Studienbericht (clinical study report) im zweite Quartal 2015 erwartet.

Aufgrund vielversprechender Ergebnisse, wurde für die Phase-I/II-Studie (Nr. 983), in der die Sicherheit und Wirksamkeit von Indatuximab Ravtansine (BT-062) in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason untersucht wird, eine Protokolländerung eingereicht. Um die Sicherheit und Wirksamkeit von Indatuximab Ravtansine (BT-062) in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason auch bei Patienten nach Vortherapie mit Lenalidomid und Bortezomib zu untersuchen, soll die Studie um weitere 15 Patienten ausgeweitet werden.

Da nicht nur Zellen des Multiplen Myeloms, sondern auch zahlreiche solide Tumore eine hochgradige Expression des CD-138-Rezeptors aufweisen, führt Biotest derzeit in Belgien und Deutschland eine klinische Monotherapiestudie der Phase I/II (Nr. 989) durch. In dieser Studie sollen Patienten mit dreifach negativem metastasierenden Brustkrebs (diese Tumore reagieren nicht auf die Behandlung mit Östrogenen, Progesteron oder HER 2-(Herzeptin 2) gerichteten Therapien) sowie Patienten mit metastasierenden Blasenkarzinom mit Indatuximab Ravtansine (BT-062) behandelt und das Präparat auf Wirksamkeit und Verträglichkeit untersucht werden.

Zur Vorbereitungen der Phase-III-Studie wird im März 2015 die Produktion des Prüfpräparats starten. Zudem steht Biotest aktuell in Abstimmung mit den Behörden, um das präklinische Programm der Studie zu vereinbaren.

Therapiegebiet Klinische Immunologie

BT-063:

Eine Phase IIa-Studie (Nr. 990) zur Behandlung von Patienten, die an Systemischem Lupus Erythematodes (SLE) erkrankt sind, wurde im 1. Quartal 2015 bei den Behörden eingereicht.

Fovepta®:

Die erste außereuropäische Zulassung wird 2015 in Indien erwartet, weitere wurden eingereicht. In den Jahren 2015/2016 werden in weiteren Ländern vor allem in Asien und im Nahen Osten Zulassungen angestrebt.

Intratect® 100g/l (10%ige Lösung):

In 2015 ist erstmals eine Vermarktung von Intratect® 100g/l (10 % ige Lösung) in Griechenland, Spanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten geplant.

Tregalizumab (BT-061):

Für die klinische Phase-IIb-Studie (TREAT 2b - T cell REgulating Arthritis Trial 2b, Nr. 986), zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis (RA), ist eine Veröffentlichung erster klinischer Daten für das zweite Quartal 2015 geplant. Diese größte Studie der Firmengeschichte dient der Weiterentwicklung des monoklonalen Antikörpers Tregalizumab (BT-061) und ist Entscheidungsgrundlage für die weitere Kooperation mit AbbVie.

Zutectra®:

Die Phase-III-Studie (ZEUS - Zutectra Early USe, Nr. 987) konnte im vierten Quartal 2014 planmäßig abgeschlossen werden, der Abschlussbericht wird im ersten Quartal 2015 erwartet. Zutectra® ist seit dem Jahr 2009 in der EU für die Indikation der Prävention einer Hepatitis-B-Virus (HBV)-Reinfektion, bei Patienten sechs Monate nach einer Lebertransplantation aufgrund einer HBV induzierten Leberinsuffizienz, zugelassen. Das Ziel mit den Daten der ZEUS-Studieim zweiten Halbjahr 2015 die Zulassung für die Verwendung von Zutectra® bereits ein bis zwei Wochen nach der Transplantation zu erhalten.

Therapiegebiet Intensivmedizin

Fibrinogen:

Die Phase-I/II-Studie (Nr. 984) wird sowohl zur Erhebung pharmakokinetischer Parameter als auch in der akuten "On Demand"-Behandlung fortgesetzt.

IgM Concentrate:

Die Studiendaten der Phase-II-Studie (Nr. 982) in der Indikation schwere ambulant erworbene Lungenentzündung (sCAP) werden im zweiten Halbjahr 2015 erwartet.

Pentaglobin®:

Biotest strebt in 2015 eine Wiederaufnahme der Vermarktung des Immunglobulinpräparats in Brasilien und Mexiko an.

Segment Plasma S Services

Kernelement der Unternehmensstrategie innerhalb des Segments Plasma & Services ist die optimale Steuerung des Plasmaverkaufs sowie eine bestmögliche Auslastung der Kapazitäten. Dabei entscheidet Biotest je nach Einzelfall, wann Volumina in die Fertigung der eigenen Produkte fließen, wann es am effizientesten erscheint, gesammeltes Plasma zu veräußern und in welchem Maß Kapazitäten für eine Lohnherstellung für Dritte zur Verfügung gestellt werden.

Aufgrund der konstant hohen Nachfrage nach Biotest-Produkten sowie der geplanten erheblichen Ausweitung der Produktionskapazitäten im Rahmen von "Biotest Next Level" wird für die Zukunft erwartet, dass die Lohnherstellung in etwa auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2014 verbleiben wird.

Bei wachsenden Kapazitäten in der Biotest Gruppe werden die Umsätze im Segment Plasma & Services auch in den nächsten Jahren weiter steigen - bei einem konstanten Profitabilitätsniveau.

II. Risikobericht

Die Biotest AG ist als weltweit tätiges Unternehmen in einem hochtechnologischen Umfeld einer Vielzahl von Risikofaktoren ausgesetzt, die sich auf die Geschäftstätigkeit negativ auswirken und somit zur negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Der Eintritt der Risiken, die sich aus dem eigenen unternehmerischen Handeln sowie aus externen Faktoren ergeben, ist nicht immer vorhersehbar und kann nur bis zu einem gewissen Grad oder überhaupt nicht von der Gesellschaft beeinflusst werden.

Nachteilige Auswirkungen können sich in Bezug auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung sowie die Vermögens- und Finanzlage ergeben. Der Risikobericht beschreibt die Risiken, denen die Gesellschaft als solche sowie auf Ebene der Segmente ausgesetzt ist. Gleichzeitig wird dargestellt, wie das Unternehmen diesen Risiken begegnet, sie kontrolliert und managt. Im Folgenden wird für die dargestellten Risiken jeweils eine Einschätzung des Vorstands zur Eintrittswahrscheinlichkeit angegeben.

a. Risikostrategie

Vorstand und Aufsichtsrat haben in ihrer gemeinsamen Risikostrategie festgelegt, dass das Unternehmen kontrolliert Risiken eingeht, wenn dadurch die Perspektive auf ein dauerhaft ertragreiches Wachstum geschaffen wird. Die Risikostrategie ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern und seinen Wert dauerhaft und systematisch zu steigern. Dies spiegelt sich auch in den abgegebenen Prognosen des Vorstands wider, die auf einer neutralen Entwicklung der in der Folge genannten Risikoereignisse beruhen.

b. Risikomanagement und -controlling

Die Gesellschaft erfasst und bewertet systematisch die operativen und strategischen Risiken. Alle Risiken von wesentlicher Tragweite und hinreichender Eintrittswahrscheinlichkeit werden engmaschig kontrolliert. Die Prozesse im Risikomanagement sind detailliert dokumentiert und entsprechend im Risikomanagement-System hinterlegt.

Das EDV-gestützte Risikomanagement-System der Gesellschaft erfüllt die Anforderungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG). Die Prozesse im Risikomanagement sind detailliert dokumentiert und die entsprechenden Dokumente sind im Risikomanagement-System hinterlegt.

Ziel des implementierten Risikomanagement-Systems ist die Identifizierung und Bewertung von Risiken, die der Regelkonformität des Jahresabschlusses der Biotest AG sowie des Konzernabschlusses entgegenstehen könnten. Ferner werden erkannte Risiken begrenzt, sofern notwendig durch Hinzuziehung externer Spezialisten. Schließlich dient das Risikomanagement-System der Überprüfung erkannter Risiken hinsichtlich ihres Einflusses auf den Jahresabschluss der Biotest AG und den Konzernabschluss sowie der Abbildung dieser Risiken.

Wesentliche Gefährdungspotenziale sind Element der monatlichen internen Berichterstattung. Darüber hinaus fasst alle sechs Monate das Risikomanagement-Komitee den aktuellen Stand der Risikolage in allen Segmenten zusammen und erstellt einen detaillierten Risikobericht an den Vorstand. Dieser umfasst folgende Risikofelder: Marktrisiken, Prozess-und Produktionsrisiken, Finanzrisiken, Personalrisiken und Organisationsrisiken.

In der Zeit zwischen den Sitzungen des Risikomanagement-Komitees informieren die Segmentverantwortlichen den Vorstand im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Vorstandssitzungen über die aktuelle Risikosituation innerhalb ihres Verantwortungsbereichs. Ändert sich die Risikolage ad hoc, so wird der Vorstand bei Bedarf kurzfristig und direkt darüber in Kenntnis gesetzt.

Jeder Mitarbeiter bei Biotest muss sich - im Rahmen der jeweils übertragenen Verantwortung - risikobewusst verhalten. Verantwortlich für Kontrolle und Steuerung der Risiken sind die jeweiligen Führungskräfte. Innerhalb der Gruppe gibt es etwa 50 Risikomelder, die sämtliche potenziellen Risiken abdecken. Für alle Risikomelder gelten verbindliche Grundsätze zum Umgang mit Risiken.

Standards und Abläufe im Risikomanagement und -controlling werden durch die Interne Revision regelmäßig auf ihre Angemessenheit und Wirksamkeit geprüft. Das letzte Audit fand 2012 statt. Der nächste Audit ist gemäß Prüfplan für 2015 terminiert.

Um die finanziellen Folgen von Haftungsrisiken und Elementarschäden zu begrenzen, hat Biotest Versicherungen abgeschlossen. Das Unternehmen kontrolliert regelmäßig, ob der Umfang des Versicherungsschutzes angemessen ist und passt ihn gegebenenfalls an.

c. Interne Kontroll- und Risikomanagementsysteme der Rechnungslegungsprozesse

Die Biotest AG hat ein rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem etabliert, das alle wesentlichen Geschäftsprozesse in der Biotest AG und in sämtlichen Tochtergesellschaften umfasst. Ziel des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems ist es, durch die Implementierung von Kontrollen eine hinreichende Sicherheit zu gewährleisten, sodass trotz identifizierter Risiken ein regelungskonformer Abschluss der Gesellschaft sowie des Konzerns erstellt wird. Die einschlägigen Richtlinien sind in einem Organisationshandbuch zusammengefasst, das allen Mitarbeitern zugänglich ist.

Das den Vorgaben der IFRS (International Financial Reporting Standards) entsprechende Handbuch der Rechnungslegung der Biotest AG ist für alle Gesellschaften der Gruppe verbindlich und deckt alle für Biotest relevanten Rechnungslegungsvorschriften ab. Das Handbuch wird ständig an Änderungen der IFRS angepasst. Alle für die Rechnungslegung Verantwortlichen werden hierzu kontinuierlich informiert und geschult.

Die Rechnungslegung der Biotest AG und aller in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften erfolgt nach festen Termin- und Ablaufplänen, in denen alle notwendigen Aktivitäten detailliert festgeschrieben sind.

Die Erstellung des Jahresabschlusses der Biotest AG erfolgt mithilfe auditierter Systeme. In der Gesellschaft sind durch Organisationsanweisungen und klare Zuständigkeiten interne Kontrollprozesse etabliert, die unter anderem eine Funktionstrennung durch die Anwendung des Vier-Augen-Prinzips beinhalten.

Die Biotest AG und ihre Tochtergesellschaften erfassen die Daten für die Konzernrechnungslegung in einem einheitlichen, detaillierten Berichtswesen, über dessen Inhalt sich die zuständigen Abteilungen für Finanzen und Controlling monatlich abstimmen. Sämtliche Einzelabschlüsse der Konzerngesellschaften werden einer Plausibilitätskontrolle unterzogen, eventuelle Differenzen in Konsolidierungsprozessen werden analysiert und sofern erforderlich korrigiert.

Die im Rahmen der Erstellung des Abschlusses der Gesellschaft durchzuführenden Maßnahmen unterliegen systemseitigen sowie manuellen Kontrollen. Soll-Ist-Vergleiche sowie die Analyse von Veränderungen in Bilanz- und GuV-Posten sind weitere Kontrollen auf Ebene monatlicher Abschlüsse.

Vertrauliche Daten und Dokumente werden vor dem Zugriff unberechtigter Personen geschützt. Dies gilt für die rechnungslegungsbezogenen EDV-Systeme (Zugriffsberechtigungen, Passwörter, Verschlüsselungen) sowie für sämtliche Gebäude (Zugangskontrolle, Zugangsrechte).

Die wesentlichen Einzelabschlüsse der Tochtergesellschaften und der Konzernabschluss werden durch externe Prüfer geprüft beziehungsweise einer prüferischen Durchsicht unterzogen.

Die Interne Revision prüft die Geschäftsprozesse in allen Segmenten und Tochtergesellschaften. Ihre Befugnisse, Pflichten und ihre Stellung im Konzern sind in der Revisionsrichtlinie festgelegt. Die Prüfung folgt einem Jahres-Revisionsplan, der durch den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats beschlossen wird. Die einzelnen Prüfungsergebnisse werden dem Vorstand zeitnah vorgelegt. Die Revision berichtet darüber hinaus dem Vorstand und den Mitgliedern des Prüfungsausschusses jeweils einmal jährlich ausführlich.

d. Risikomanagement-System in Bezug auf Finanzinstrumente

Die Gesellschaft nutzt derivative Finanzinstrumente zur Zins- und Währungssicherung. Der Abschluss entsprechender Kontrakte erfolgt unter Berücksichtigung der definierten Risikogrenzen.

e. Darstellung der wesentlichen Risikokategorien

Die nachstehend beschriebenen Risiken sind nicht die einzigen, denen die Gesellschaft ausgesetzt ist. Weitere Risiken und Unsicherheiten, die uns derzeit nicht bekannt sind oder die wir gegenwärtig als unwesentlich betrachten, können den Geschäftsbetrieb beeinträchtigen und nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Aus der Reihenfolge, in der die nachfolgenden Risiken aufgeführt sind, lässt sich keine Aussage über die Wahrscheinlichkeit ihres Eintritts ableiten.

Umfeldrisiken und Branchenrisiken

Konjunkturrisiken

Den Folgen einer tiefgreifenden und lang anhaltenden Rezession könnte sich die Biotest AG nicht dauerhaft entziehen, wenn auch der unmittelbare Effekt begrenzt ist. Das Risiko möglicher Umsatzrückgänge ergibt sich aus einer eventuell geringeren Nachfrage und einem steigenden Druck seitens der Abnehmer, die Preise zu senken.

Ein weiterer potenziell dämpfender Effekt besteht darin, dass die Biotest AG gezwungen sein könnte, die Belieferung einzelner Märkte zu reduzieren oder einzustellen. Dies könnte der Fall sein, wenn keine ausreichende Absicherung gegen den Ausfall entsprechender Forderungen möglich ist oder diese nur zu deutlich verschlechterten Konditionen zu erreichen wäre.

Wenn die gesamtwirtschaftliche Lage eines Landes sich so sehr verschlechtert, dass gravierende Auswirkungen auf dessen Zahlungsfähigkeit sowie auf das dortige Gesundheitssystem zu befürchten sind, könnte die Biotest AG gezwungen sein, Lieferungen in solche Länder zur Risikoreduzierung einzustellen.

Die Konjunkturrisiken sieht der Vorstand als leicht erhöht an und die Entwicklung wird genau beobachtet.

Absatzmarktrisiken

Absatzmarktrisiken setzen sich aus Preis-, Mengen-, Substitutions- und Forderungsausfallrisiken zusammen.

Durch die Erschließung weiterer internationaler Märkte und durch den Abschluss längerfristiger Lieferverträge senkt die Biotest AG das Risiko kurzfristiger Schwankungen von Absatzmenge und Preisen. Dennoch bergen insbesondere einzelne Ausschreibungsgeschäfte im Segment Therapie das Risiko, dass die absetzbare Menge niedriger als geplant ist.

Auch aufgrund der aktuellen Krisen hat sich die konjunkturelle und auch politische Situation im Nahen Osten deutlich verschlechtert, was die Patientenversorgung und Absatzmöglichkeiten in diesen Gebieten deutlich einschränkt. Negative Auswirkungen auf das operative Geschäft sind wahrscheinlich, lassen sich jedoch derzeit noch nicht beziffern.

Das Risiko von kräftigen Preisrückgängen für Plasmaproteine hat sich aufgrund der Preisentwicklung der vergangenen Jahre nicht erhöht. Es ist aber nach wie vor als erhöht anzusehen. So gewinnt der Kostendruck im Gesundheitswesen hochentwickelter Märkte -auch unter dem Eindruck der weiterhin nicht vollständig bewältigten Finanzkrise - immer mehr an Bedeutung. Staaten erlassen zunehmend Zwangsmaßnahmen, um die Kosten für Arzneimittel zu senken. Beispiele hierfür sind Herstellerrabatte und Preismoratorien in Deutschland sowie Zwangsrabatte in Griechenland und Italien. Daneben nimmt das Bestreben der Staaten zu, durch den Verweis auf Länder mit niedrigeren Preisen, die Preise im eigenen Land zu reduzieren.

Das Verhältnis zwischen den weltweit eingesetzten plasmatischen und rekombinanten Gerinnungsfaktoren ist nach den Beobachtungen der Biotest Gruppe weitgehend stabil, auch wenn die Nachfrage nach plasmatischen Gerinnungsfaktoren in den kommenden Jahren weniger stark ansteigen wird als jene nach rekombinanten Faktoren. Dennoch erachtet der Biotest-Vorstand weitergehende Substitutionsrisiken momentan noch als überschaubar.

Das Forderungsausfallrisiko ist angesichts der teilweise geringeren Bonität von Unternehmen und Staaten in einigen Regionen erhöht. Biotest hat ein aktives Forderungsmanagement eingerichtet und ergreift gegebenenfalls Maßnahmen zur Risikominimierung wie zum Beispiel Belieferungsstopps. Des Weiteren bestehen für viele Länder und Kunden Kreditversicherungen.

Auch politische Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen können ein Absatzmarktrisiko bergen: In Italien wurden Höchstgrenzen für den Verbrauch von Arzneimitteln festgelegt, die 2013 erstmalig auch unter dem Wert des Vorjahres lagen. Die Unternehmen werden dabei verpflichtet, den Betrag, der über der festgelegten Höchstgrenze verkauft wird, an die Gesundheitsbehörde bis zu 100 % zu erstatten. Dies könnte dazu führen, dass Biotest in Italien Umsätze nur bis zu dieser Höchstgrenze tätigen wird. In diesem Zusammenhang lässt die Biotest Italia S.r.l. von italienischen Gesundheitsbehörden ihr gegenüber geltend gemachte Ansprüche auf eine Rückvergütung von Zutectra® -Umsätzen der Jahre 2011 bis 2012 zurzeit gerichtlich klären. Im Januar 2014 wurde die Position der Biotest Italia S.r.l. in erster Instanz bestätigt.

Der Eintritt in einen Markt ist mit hohen Kosten für Zulassungen von Produkten sowie auch mit Aufwendungen in eine Infrastruktur wie zum Beispiel in die Gründung einer Tochtergesellschaft verbunden. Wenn Länder, die sich ökonomisch in der Entwicklung befinden, ihre regulatorischen Rahmenbedingungen und bürokratischen Abläufe ändern, so kann dies unerwartete Verzögerungen beim Markteintritt bewirken. Die Biotest AG versucht hier, durch das Einbeziehen von Experten im betreffenden Markt, die Situation im Hinblick auf die Risiken abzuschätzen und gegebenenfalls zu minimieren. Beispiele für ein solches Vorgehen stellen die Markteintritte bzw. Zulassungsbemühungen in China und Brasilien dar.

Beschaffungsmarktrisiken

Für die Herstellung ihrer biologischen und biotechnologischen Arzneimittel benötigt die Biotest AG spezielle Ausgangs- und Hilfsstoffe. Sollte es hier zu einer Verknappung oder wesentlichen Verteuerung kommen, besteht die Gefahr, dass die Produktions- und Lieferfähigkeit der Biotest AG eingeschränkt sein könnte. Die Gesellschaft bezieht große Teile der benötigten Ausgangsstoffe aus eigenen Quellen, die zudem sukzessive ausgebaut werden. Darüber hinaus hat das Unternehmen langfristige Lieferverträge geschlossen. Somit ist das Beschaffungsmarktrisiko aus Unternehmenssicht sehr begrenzt.

Politische Risiken

Einen Teil des Umsatzes erzielt die Biotest AG über Ausschreibungsgeschäfte. Diese unterliegen in bestimmten Ländern einer hohen politischen Beeinflussbarkeit, was sich in Einzelfällen zu Ungunsten der Gesellschaft auswirken könnte. Da die Biotest AG in diesem Marktbereich sehr risikobewusst agiert, ist diese Gefahr überschaubar.

Die Gesellschaft unterhält Beziehungen zu Unternehmen weltweit. Eine Destabilisierung der Lage in einzelnen Ländern kann unter ungünstigen Umständen die Geschäftsbeziehungen und Geschäftsaussichten beeinträchtigen. Im Extremfall kann sich das politische und wirtschaftliche System einzelner Länder destabilisieren. Mögliche Auswirkungen wären Devisenexportbeschränkungen sowie Import- und Exportverbote, wodurch die Geschäftsbeziehungen zwischen der Biotest AG und den meist staatlichen Einrichtungen in solchen Ländern gefährdet würden.

Die Situation in mehreren Ländern des Nahen und Mittleren Ostens hat sich in den vergangenen Jahren destabilisiert. Da die Biotest AG in diesen Ländern ebenfalls vertreten ist, ist hier ein erhöhtes Risiko zu verzeichnen. Als weiteres Risiko ist zu nennen, dass es immer schwieriger wird, Zahlungen für Arzneimittellieferungen, die von den Embargo- und Sanktionsmaßnahmen ausgenommen sind, aus Ländern zu erhalten, gegen die ansonsten ein Embargo verhängt ist. Die Biotest AG versucht diese Schwierigkeiten durch intensiven Kontakt zu ihren Banken und Erläuterung der dahinterstehenden Geschäfte zu minimieren.

Die Destabilisierung in Russland mit der einhergehenden Rubel-Abwertung hat erhebliche negative Auswirkungen auf das Geschäft von Biotest.

Die Gesellschaft beobachtet sämtliche politischen Risiken kontinuierlich. Die im Falle eines Eintritts möglicherweise resultierenden wirtschaftlichen Folgen werden genau verfolgt um entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Unternehmensstrategische Risiken

Risiken in Forschung und Entwicklung

Neue Arzneimittel müssen bis zur Zulassung und Markteinführung mehrere präklinische sowie klinische Prüfungen durchlaufen, wobei das Risiko besteht, dass sich eine zuvor vermutete therapeutische Wirkung nicht bestätigt oder unerwartete medizinische Risiken die Nutzen/Risiko-Balance nachteilig verändern. Außerdem lässt sich die Höhe der Investitionen in die Entwicklung nicht exakt vorhersagen - es können unerwartet Mehrkosten auftreten. Diese können auch als Folge der in Europa aktuell bestehenden und zukünftig weiter steigenden Anforderungen zum Nachweis des Zusatznutzens neuer Produkte im Vergleich zu bereits bestehenden Produkten bzw. des gesundheitsökonomischen Nutzens entstehen. Ein solcher Nachweis ist bereits während der Produktentwicklung notwendig, da ansonsten die Erzielung eines adäquaten Erstattungspreises bei der Markteinführung mit einem hohen Risiko belegt ist.

Anhand von Meilensteinplänen wird der Entwicklungsfortschritt der Projekte ständig überwacht. In regelmäßigen Zwischenanalysen werden die aus der präklinischen und klinischen Entwicklung neu gewonnenen Daten ausgewertet und so eine verlässliche Grundlage für Entscheidungen zum weiteren Projektverlauf geschaffen.

Leistungswirtschaftliche Risiken

Prozess- und Produktionsrisiken

Prozess- und Produktionsrisiken beinhalten die Beeinträchtigung einer effizienten, umweltfreundlichen Leistungserstellung durch ineffiziente Strukturen und Produktionsabläufe sowie durch Elementarschäden. Personalrisiken in der Produktion resultieren aus einem möglichen beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlverhalten von Mitarbeitern, das etwa die Effizienz oder die Sicherheit in der Produktion negativ beeinflusst.

Die Biotest AG beobachtet und analysiert die Prozesse in der Produktion ständig, um möglicherweise entstehenden Risiken frühzeitig entgegenzutreten. Die Abläufe in der Produktion sind über Arbeitsanweisungen jedem damit befassten Mitarbeiter bekannt. Durch umfassende und genau dokumentierte Standards und Arbeitsanweisungen sowie die regelmäßige Schulung der Mitarbeiter wird möglichen Risiken begegnet. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Bereich Hygiene. Aktuell wird in diesem Bereich kein erhöhtes Risiko gesehen.

Risiken aus Lieferantenbeziehungen

Es besteht das Risiko, dass einzelne Geschäfts- oder Kooperationspartner ihren Verpflichtungen nicht oder nicht ordnungsgemäß nachkommen oder bestehende Verträge kündigen. Außerdem unterliegt die Biotest AG dem Risiko, für mögliche Pflichtverletzungen ihrer Partner haftbar gemacht zu werden. Aufgrund der in der Regel langjährigen Geschäftsbeziehung und des intensiven Dialogs, der durch die Gesellschaft mit den Zulieferern gepflegt wird, hält der Vorstand die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken für sehr gering.

Risiken in Bezug auf den Rohstoff Plasma

Es besteht ein sehr geringes Risiko, dass Plasma in die Produktion gelangt, das durch derzeit bekannte, aber unentdeckt gebliebene oder bislang unbekannte Bakterien, Viren oder Prionen verunreinigt ist. Das könnte zu einer Belastung der Endprodukte führen. Mögliche Folgen wären, dass Behörden den Rückruf einzelner Chargen aus dem Markt anordnen beziehungsweise die Zulassung einschränken oder aufheben. Daneben könnte eine Verunreinigung mit bislang unbekannten Bakterien, Viren oder Prionen dazu führen, dass die Produktion von Arzneimitteln auf Plasmabasis durch den Gesetzgeber schärfer reguliert wird. Sollten sich Verdachtsmeldungen auf belastete Endprodukte aus dem Markt ergeben, so werden diese im Rahmen des Pharmakovigilanzsystems erfasst und bewertet. Im sehr unwahrscheinlichen Fall einer bestätigten Belastung würde dies zu einer risikominimierenden Maßnahme, z.B. Chargenrückruf, führen. Zurzeit wird hier kein erhöhtes Risiko gesehen.

Die von Biotest eingesetzten Testverfahren entsprechen dem neuesten Stand der Wissenschaft. Im Herstellungsverfahren sind mehrere Schritte zur Virusinaktivierung beziehungsweise Virusabreicherung enthalten. Eine Belastung der Endprodukte kann daher weitestgehend ausgeschlossen werden.

Compliance

Im Wettbewerb um Lieferaufträge sowie bei der Beschaffung besteht grundsätzlich ein Korruptionsrisiko. Mitarbeiter der Biotest Gruppe könnten durch Vorteilsgewährung oder Vorteilsnahme in unzulässiger Weise Einfluss auf die jeweilige Auftragsvergabe nehmen. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, hat die Biotest AG im Geschäftsjahr 2014 ihre Compliance-Maßnahmen nochmals verstärkt. Hierzu ist in enger Zusammenarbeit der unternehmenseigenen Abteilungen Compliance, Recht und IT das internationale Compliance-System unter Berücksichtigung der länderspezifischen Besonderheiten weiter ausgebaut und den aktuellen Anforderungen entsprechend angepasst worden. Die lokalen Compliance Regelungen wurden dabei ebenso aktualisiert wie die Standardverträge und Musterklauseln.

Weiterhin wurde im Geschäftsjahr 2014 unter anderem ein Compliance-Kreditorenprozess als elektronischer Workflow geschaffen, mit dem die Daten für die ab 2016 geplante Veröffentlichung aller Zuwendungen an sämtliche "Health Care Professionals" (HCPs) und "Health Care Organisations" (HCOs) seit dem Jahresbeginn 2015 dokumentiert und dann ab Mitte 2016 veröffentlicht werden können. Damit wird Biotest auch den Transparenzregelungen im Sinne des Verhaltenskodex des Vereins "Arzneimittel und Kooperation im Gesundheitswesen" (AKG e. V.) gerecht.

In allen Bereichen der Biotest Gruppe, werden die Mitarbeiter regelmäßig zu aktuellen Neuerungen im Compliance-Bereich (z. B. Transparenzregelungen) geschult. Für sämtliche Mitarbeiter erfolgen regelmäßig Basisschulungen.

Ferner können die Leiter der Konzerngesellschaften Geschäfte mit einem wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage oder die Risikosituation des Konzerns nur mit Zustimmung der Unternehmensleitung des Konzerns abschließen.

Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Frankfurt wegen des Verdachts der Bestechung, Untreue und Steuerhinterziehung aus dem Mai 2012 führte am 15.10.2014 zu erneuten Durchsuchungsmaßnahmen. Im Zusammenhangen mit Sachverhalten in Polen, Tschechien, Slowakei, Ex-Jugoslawien und Kasachstan. Die Betroffenen wie auch die Biotest AG halten die Vorwürfe für unbegründet. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an. Gegen die frühere Leiterin der Repräsentanz in Moskau und ihren Ehemann hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt dem Vernehmen nach inzwischen beim Landgericht Darmstadt Anklage erhoben.

Die Staatsanwaltschaft Neapel hat gegen drei Mitarbeiter der Tochtergesellschaft Biotest Italia Srl. Ermittlungen wegen illegaler Preisabsprachen bei Ausschreibungen in 2010 eingeleitet. Zwei Mitarbeiter stehen unter Hausarrest. Die Biotest AG hat eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt, die Vorwürfe bei der Tochtergesellschaft zu untersuchen. Dabei wurden keine Anhaltspunkte festgestellt, die darauf hindeuten, dass die Tochtergesellschaft in illegale Machenschaften oder Geschäfte verwickelt ist.

Sollten sich Vorwürfe als begründet herausstellen oder sollte es zur Vermeidung langjähriger Verfahren und Prozesse zu einer Verständigung mit den Ermittlungsbehörden kommen, könnte dies zu einer Sanktionierung des Unternehmens durch Bußgelder, Steuernachzahlungen o.ä. führen, die das Ergebnis der Gruppe belasten würden. Die im Zusammenhang mit den Verfahren entstehenden Kosten der Verteidigung sind durch angemessene Rückstellungen abgedeckt.

Ungeachtet der laufenden Ermittlungen hat Biotest das Compliance-Management-System weiter ausgebaut. Die Compliance-Regelungen wurden als Folge von geänderten Regelungen der Codices oder neuerer gesetzlicher Regelungen in den verschiedenen Ländern angepasst und aktualisiert. Auch die Standardverträge und Musterklauseln wurden entsprechend umgestellt.

Personalrisiken

Weitere Risiken bestehen darin, dass die Biotest AG nicht in der Lage sein könnte, Mitarbeiter in Schlüsselpositionen an sich zu binden beziehungsweise entsprechende Positionen mit geeigneten Kandidaten zu besetzen. Diesem Risiko begegnen wir durch ständige und gezielte Weiterbildung der Mitarbeiter, attraktive Ausbildungsprogramme sowie eine leistungsorientierte Vergütung von Fach- und Führungskräften.

Informationstechnische Risiken

Ein Großteil der Produktions- und sonstigen Geschäftsprozesse bei der Biotest AG läuft IT-gestützt ab. Seit 2008 stützt sich die Gruppe dabei auf ein integriertes betriebswirtschaftliches Standardsoftwarepaket, SAP ERP Business Suite. Die Sicherheit der eingesetzten Technik hat daher höchste Priorität. Das gilt sowohl im Hinblick auf die Stabilität der Systeme und entsprechende Ausfall-Lösungen als auch auf die Absicherung vor möglichen unberechtigten Zugriffen Dritter und auf potentielle Angriffe aus dem Internet. Die Produktion und die Verwaltung arbeiten in voneinander getrennten IT-Netzen.

Die Biotest AG baut den derzeit schon umfassenden Einsatz von IT-Systemen kontinuierlich aus und entwickelt die entsprechenden Sicherheitssysteme parallel in gleicher Weise weiter. So werden insbesondere in den Bereichen Produktion, Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung kontinuierlich Funktionserweiterungen zur Reduzierung von Risiken und zur Absicherung der Produktqualität eingebracht. Dennoch kann es nicht in allen Bereichen redundante Systeme zur Absicherung geben. Der ordnungsgemäße Umgang mit Systemen und Daten ist in Arbeitsanweisungen umfassend geregelt und wird durch entsprechende Schulungen sicher gestellt.

Finanzwirtschaftliche Risiken und Währungsrisiken

Die Biotest AG hat im Jahr 2014 Energieeffizienzdarlehen mit Mitteln von der KfW abgeschlossen. Die Darlehen wurden ohne Sicherheiten und Einhaltung von Finanzkennzahlen vereinbart.

Finanzwirtschaftliche Risiken können aus der unerwarteten Kündigung von Kreditlinien resultieren. Die Biotest AG hat für einen großen Teil der Fremdkapitalfinanzierung langfristige Verträge abgeschlossen. Ein wesentlicher Teil des im Jahr 2013 emittierten Schuldscheindarlehens ist mit einer variablen Verzinsung ausgestattet. Zur Begrenzung von Zinsrisiken hat die Biotest AG langfristige Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen.

Biotest begegnet Währungsrisiken, soweit sinnvoll, durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Weiterhin stehen den Verkäufen in US-Dollar in erheblichem Umfang Einkäufe in derselben Währung gegenüber. Massive Wertverluste einzelner Währungen würden allerdings dennoch nicht ohne Folgen für das Konzernergebnis bleiben. Aus diesem Grund werden mögliche Währungsrisiken kontinuierlich überwacht und entsprechende Absicherungen vorgenommen. Im Geschäftsjahr 2014 war Biotest dennoch von der starken Abwertung des Russischen Rubels betroffen. Allgemein gilt, dass nur bereits getätigte Grundgeschäfte abgesichert werden. Kommt es infolge von Währungsabwertungen (z.B. in Russland) zu Einbußen im Geschäft, so sind solche dann nicht mehr erzielbare Umsätze nicht absicherbar.

Die Biotest AG übernimmt für ihre Tochtergesellschaften im gewissen Umfang Garantien sowie Patronatserklärungen, aus denen sich finanzielle Belastungen ergeben könnten.

Sonstige Risiken

Risiken durch Neben- oder Wechselwirkungen, Mängel der Qualität

Im Rahmen der Arzneimittelanwendung können sich unerwartet stärkere, häufigere oder bislang unbekannte Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Mitteln herausstellen. Nicht sachgerechte Handhabung, Lagerung oder Anwendung der Präparate kann ebenfalls erhebliche negative Auswirkungen bei Abnehmern und Patienten zur Folge haben. Desweiteren können sich aus dem Markt Verdachtsfälle auf Mängel der Qualität ergeben.

Gemeldete Verdachtsfälle auf Neben-, Wechselwirkungen oder Mängel der Qualität werden im Rahmen des Pharmakovigilanzsystems erfasst, untersucht, bewertet und risikoabhängig weiteren Maßnahmen zugeführt.

Die in Abstimmung mit Aufsichtsbehörden zu treffenden Maßnahmen reichen von der Ergänzung der Risikokapitel in den Gebrauchsinformationen über die Anordnung eines Rückrufs einzelner Chargen bis hin zur Einschränkung oder Aufhebung der Zulassung. Zurzeit wird in diesem Bereich kein erhöhtes Risiko gesehen.

Risiken durch Mängel des Pharmakovigilanzsystems

Das Pharmakovigilanzsystem in Verantwortung des Zulassungsinhabers stellt sicher, dass nationale und ggf. internationale Anforderungen zur Überwachung der Produktanwendung und Arzneimittelsicherheit als Voraussetzung für Erhalt und Aufrechterhalt von Arzneimittelzulassungen erfüllt werden.

Mit der Umsetzung im Unternehmen ist der Bereich Medical Regulatory Affairs/Corporate Drug Safety beauftragt.

Mängel des Pharmakovigilanzsystems, insbesondere nicht sachgerechte Handhabung von Verdachtsfällen auf Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder Qualitätsmängel, könnten nicht nur die Reputation der Gesellschaft bei Aufsichts- und Zulassungsbehörden beeinträchtigen, sondern sind für den Bereich der EU potentiell bußgeldbewehrt (bis max. 5 % des jährlichen Umsatzes in der EU pro Mangel). Sie könnten darüber hinaus in schweren, z.B. wiederholten Fällen zum Entzug der Arzneimittelzulassungsvoraussetzung führen. Durch ständig weiterentwickelte transparente Prozesse sowie schnittstellenübergreifende Trainings der mit diesen Themen befassten Mitarbeiter stellt die Biotest AG eine sehr hohe Zuverlässigkeit in diesem Bereich sicher. Diese wurde in wiederholten Inspektionen durch Behörden bestätigt. Außerdem wird durch einen intensiven Dialog mit Kliniken und den betreffenden Facharztpraxen sichergestellt, frühzeitig über mögliche neu bekanntgewordene Neben- und Wechselwirkungen informiert zu sein.

Risiken aus laufenden Verfahren und Steuerrisiken

Aus den zuvor beschriebenen staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen bezüglich des Russlandgeschäfts der Biotest AG können sowohl Risiken hinsichtlich der Abzugsfähigkeit von Kosten der Verteidigung, der etwaigen Übernahme von Geldauflagen als auch mögliche Steuernachzahlungen resultieren. Als weiteres Risiko wäre auch eine Geldbuße oder -auflage denkbar.

Alle erkennbaren Risiken aus laufenden Verfahren sind im angemessenen Umfang durch Rückstellungen abgedeckt.

Steuerrisiken können sich desweiteren aus den Betriebsprüfungen der zurückliegenden Jahre ergeben. Dies wäre der Fall, wenn die Finanzverwaltung steuerliche Sachverhalte möglicherweise anders beurteilt als durch die Gesellschaft bilanziert.

f. Gesamtaussage zur Risikosituation der Gesellschaft

Die Biotest AG ist aus Sicht des Vorstands derzeit keinen Risiken ausgesetzt, die über das untrennbar mit dem Geschäft verbundene Maß hinausgehen. Sämtliche wesentlichen Risiken werden kontinuierlich beobachtet; sofern möglich und sinnvoll, wurde und wird eine entsprechende Absicherung eventueller finanzieller Folgen vorgenommen. Es sind derzeit keine Risiken erkennbar, welche die wirtschaftliche Stabilität der Biotest AG und der Biotest Gruppe insgesamt gefährden könnten.

III. Chancen

Die Biotest AG betrachtet Chancen und Risiken im Rahmen eines ganzheitlichen Managementansatzes. Eine kontinuierliche Beobachtung der Entwicklung von Absatzmärkten und regulatorischen Rahmenbedingungen ermöglicht es, frühzeitig Chancen zu erkennen. Die aktuelle Chancenlage ist Gegenstand der regelmäßigen Berichterstattung an den Vorstand. Ändert sich die Chancenlage so, dass rasches Handeln sinnvoll wäre, wird der Vorstand bei Bedarf kurzfristig und direkt darüber in Kenntnis gesetzt.

Biotest evaluiert identifizierte Chancen umfassend und entscheidet auf Basis der Ergebnisse über mögliche Investitionen. Zur Prüfung werden unter anderem risikoadjustierte Barwerte (Net Present Value-Verfahren) sowie der Vergleich mehrerer Szenarien herangezogen. Darüber hinaus fließen mögliche Risiken in die Bewertung der Chancen mit ein. Schließlich muss das potenzielle Vorhaben auch in die strategische Ausrichtung des Segments und der Gesellschaft und der Gruppe passen.

a. Chancen aus der Weiterentwicklung des Produktportfolios

Die Erweiterung der Anwendung bestehender Produkte oder Entwicklungsprojekte auf zusätzliche Indikationen könnte sowohl im Bereich der Immunglobuline als auch bei monoklonalen Antikörpern weitere Vermarktungspotenziale für die Biotest AG eröffnen.

Daneben können erweiterte Indikationsfelder auch aus verbesserten beziehungsweise breiter eingesetzten Diagnoseverfahren resultieren, die dazu führen, dass potenziell therapierbare Erkrankungen besser entdeckt werden und durch die Gabe von Immunglobulinen behandelt werden können.

Zusätzliche Potenziale ergeben sich aus dem konsequenten Produkt- und Lifecycle-Management bestehender Präparate. Durch die Weiterentwicklung bereits am Markt befindlicher Produkte - unter anderem durch die Etablierung zusätzlicher Konzentrationen oder Darreichungsformen - wird das Produktportfolio weiter differenziert und somit die Adressierung weiterer Marktsegmente ermöglicht.

b. Chancen aus der Unternehmensstrategie

Vor allem die Internationalisierungsstrategie der Gesellschaft bietet erhebliche Potenziale für das zukünftige Unternehmenswachstum. Die Marktzulassung von Albiomin® 20 % in China sowie zahlreiche weitere Neuzulassungen auf internationalen Märkten belegen diese Entwicklung. Zudem sollen weitere Regionen in Zentral- und Südamerika sowie in Asien erschlossen werden.

Außerdem werden in zahlreichen Schwellenländern die Mittel für das Gesundheitssystem erhöht, Krankenversicherungen eingeführt und so die Patientenversorgung verbessert. Dieser positive Trend ist in den Golfstaaten, Saudi-Arabien, Tunesien und Algerien, aber auch in der Türkei und Mittel- und Südamerika zu erkennen - Länder, in denen die Biotest AG bereits aktiv ist und von diesen Entwicklungen profitieren kann.

Daneben könnten in Zukunft auch aus weiteren strategischen Kooperationen in Forschung und Entwicklung sowie im Vertrieb Wettbewerbsvorteile und somit Chancen erwachsen.

Aus der im Rahmen des Programms "Biotest Next Level" geplanten Verdopplung der Produktionskapazitäten bis zum Jahr 2018/2019 und der bis 2020 angestrebten Umsatzausweitung auf 1 Mrd. € ergeben sich vielfältige Chancen, die die Gesellschaft auf eine neue Stufe heben werden.

Zusätzlich bietet die Entwicklung monoklonaler Antikörper und neuer Plasmaprotein-Produkte - die Zulassung vorausgesetzt - hohe Absatzpotenziale, da diese Therapieoptionen darstellen, die sich deutlich von den aktuell am Markt befindlichen Ansätzen unterscheiden.

c. Leistungswirtschaftliche Chancen

Die Biotest AG hat in den vergangenen Jahren massiv in den Ausbau von Ressourcen und Know-how in den Bereichen Arzneimittelentwicklung und -zulassung investiert. Zusätzlich stößt die Gesellschaft durch die geplante Verdopplung der Produktionskapazitäten in eine neue Dimension vor. So werden auch in Zukunft die Vorteile einer zentral gesteuerten, effizienten Einheit mit der hauptsächlichen Konzentration wichtiger Unternehmensbereiche am Standort Dreieich bewahrt. Hieraus entstehende Synergien und Potenziale sollen auch in Zukunft genutzt werden, um insbesondere Forschungs- und Entwicklungsprojekte schneller und kostengünstiger voranzutreiben und die Produktion noch effizienter zu gestalten.

E. Grundzüge der Vorstandsvergütung

Der Aufsichtsrat legt die Vergütung für die Mitglieder des Vorstands fest. Sie setzt sich aus den drei Komponenten Festvergütung, variablen Teilen, die sich am Unternehmenserfolg und der persönlichen Leistung orientieren, sowie einer Komponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter zusammen. Diese Struktur besteht seit Jahren unverändert. Hinzu kommen Sachbezüge, die unter anderem die Gewährung eines Dienstwagens und Leistungen für die Altersversorgung umfassen. Alle Vergütungsbestandteile sind für sich und in ihrer Gesamtheit angemessen.

Die erfolgsunabhängige Festvergütung der Vorstandsmitglieder setzt sich aus dem Festgehalt und Nebenleistungen zusammen. Die Höhe orientiert sich an der wirtschaftlichen Lage und Zukunftsaussicht von Biotest sowie am Vergütungsniveau im Wettbewerbsumfeld. Das jährliche Festgehalt wird für die gesamte Laufzeit des jeweiligen Anstellungsvertrags festgelegt und in 12 Monatsraten ausgezahlt.

Über das Festgehalt hinaus erhalten die Mitglieder des Vorstands Nebenleistungen.

Die Vorstandsmitglieder sind im Rahmen der kollektiven Unfallversicherung der Biotest AG beruflich und privat mitversichert. Die Vorstandsmitglieder erhalten einen Zuschuss zur Sozialversicherung beziehungsweise auch zur Direktversicherung.

Die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat der Biotest AG sind in die konzernübergreifende Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O-Versicherung mit Selbstbehalt) eingebunden, die Biotest für das gesamte obere Management abgeschlossen hat.

Den Vorstandsmitgliedern wird ein Dienstwagen der Oberklasse auch zur privaten Nutzung kostenlos zur Verfügung gestellt.

Der Vorstand der Biotest AG ist darüber hinaus in die betriebliche Altersvorsorge der Biotest AG eingebunden. Die Mitglieder des Vorstandes erhalten eine Einzelzusage im Rahmen der bei der Biotest AG geltenden Altersvorsorge, für die Rückstellungen gebildet werden. Die Höhe der Rückstellungen für diese Art der Altersvorsorge ist von der Anzahl der Dienstjahre, dem anrechnungsfähigen Gehalt und der geltenden Zuschuss-Staffel unter und über der Beitragsbemessungsgrenze abhängig.

Zur Insolvenzsicherung der Pensionsansprüche wurden Vermögenswerte auf den Biotest Vorsorge Trust e.V. übertragen.

Kredite oder Vorschüsse wurden im Geschäftsjahr 2014 nicht gewährt.

Der erfolgsabhängige Vergütungsanteil (Tantiemen) bemisst sich nach der Erreichung von Unternehmens- sowie persönlichen Zielen. In die Ermittlung gehen das Betriebsergebnis (EBIT), der Return on Capital Employed (RoCE), der operative Cash Flow sowie die Erreichung individuell festgelegter Ziele im vorausgegangenen Geschäftsjahr gewichtet ein. Die individuellen Ziele werden jährlich zwischen den Vorstandsmitgliedern und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats vereinbart. Der Aufsichtsrat legt nach Abschluss des Geschäftsjahres die Höhe der Leistungskomponente fest.

Die Komponente mit langfristiger Anreizwirkung wird im Rahmen eines Long Term Incentive Programms (LTIP) festgelegt, an dem neben dem Vorstand zahlreiche weitere Führungskräfte von Biotest teilnehmen. Die Bedingungen des LTIP sind im Personalbericht und ausführlich im Anhang dargestellt.

Der Wert des LTIP der Tranchen 2012, 2013 und 2014 über den Gesamtzeitraum beträgt zum Bewertungsstichtag 31. Dezember 2014 für alle Berechtigten der Biotest AG insgesamt 3.186 T€, davon entfallen auf Herrn Dr. Ehmer 37 T€, auf Herrn Prof. Dr. Schulz 525 T€, auf Herrn Dr. Ramroth 461 T€ und auf Herrn Dr. Floß 268 T€.

Für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen werden grundsätzlich vertraglich zugesagte Pensionen gezahlt. Für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen sind insgesamt 2.641 T€ zurückgestellt.

F. Erklärung zur Unternehmensführung

Erklärung gemäß § 289a HGB

Die Biotest AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht. Grundlage für die Führungs-, Entscheidungs- und Kontrollmechanismen bildet - neben den einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen - die Satzung der Gesellschaft. Die Erklärung gemäß § 289a HGB steht in ihrer jeweils aktuellen Fassung auf der Internetseite der Gesellschaft (www.biotest.de) zum Download bereit.

Entsprechenserklärung nach § 161 AktG

Die Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Biotest AG zu den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG steht in ihrer jeweils aktuellen Fassung auf der Internetseite der Gesellschaft (www.biotest.de) zum Download bereit. Auf der Biotest-Internetseite können neben dieser aktuellen auch frühere Fassungen der Entsprechungserklärung eingesehen und heruntergeladen werden.

Der Corporate Governance Bericht ist im aktuellen Geschäftsbericht 2014 veröffentlicht.

G. Erläuterungen zu den Angaben nach § 289 Abs. 4 HGB

Das gezeichnete Kapital der Biotest AG beträgt satzungsgemäß 33.767.639,04 Euro. Es ist eingeteilt in 6.595.242 Stück-Stammaktien sowie 6.595.242 Stück-Vorzugsaktien. Die Aktien lauten auf den Inhaber, Vorzugsaktien gewähren kein Stimmrecht. Die OGEL GmbH hat uns per Mitteilung vom 12. Februar 2008 angezeigt, dass sie 50,03 % der Stammaktien der Biotest AG hält. Die Gesellschaft wird von Dr. Cathrin Schleussner, Mitglied des Aufsichtsrats der Biotest AG, kontrolliert. Auf Grund der zum 1. Februar 2012 in Kraft getretenen Regelungen des § 41 Abs. 4d WpHG haben uns am 22. Februar 2012 Herr Dr. Martin Schleussner, Frau Renate Schleussner und Herr Dr. Hans Schleussner mitgeteilt, dass zum 1. Februar 2012 ein entsprechend § 41 Abs. 4d WpHG mitteilungspflichtiger Stimmrechtsanteil von jeweils 50,27 % an der Biotest AG besteht. Die Kreissparkasse Biberach hat uns per Mitteilung angezeigt, dass der Stimmrechtsanteil am 26. März 2014 19,95 % betragen hat.

Darüber hinaus sind dem Vorstand keine direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10 % der Stimmrechte überschreiten. Es gibt keine Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.

Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat nach Maßgabe der §§ 84 und 85 AktG sowie § 7 Abs. 2 der Satzung bestellt und abberufen. Jede Satzungsänderung bedarf gem. § 179 Abs. 1 AktG eines Beschlusses der Hauptversammlung (§ 133 AktG). Die Befugnis zu Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, ist gemäß § 27 der Satzung in Übereinstimmung mit § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG auf den Aufsichtsrat übertragen worden.

Nach näherer Maßgabe der Hauptversammlungsbeschlüsse vom 6. Mai 2010 ist die Gesellschaft ermächtigt, gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG auf den Inhaber lautende Stammaktien und/oder auf den Inhaber lautende Vorzugsaktien bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals von 30.025.152,00 Euro zu erwerben. Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach §§ 71 d und 71 e AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung gilt bis zum 5. Mai 2015, die Gesellschaft hat von ihr bisher keinen Gebrauch gemacht.

Mit Beschluss derselben Hauptversammlung wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 5. Mai 2015 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Vorzugsaktien ohne Stimmrecht gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu 3.742.487,04 Euro (dies entspricht 1.461.909 auf den Inhaber lautenden Vorzugsaktien ohne Stimmrecht) zu erhöhen. Dabei ist den Aktionären ein Bezugsrecht einzuräumen. Von dieser Ermächtigung wurde im Geschäftsjahr 2013 im vollen Umfang Gebrauch gemacht.

Wesentliche Vereinbarungen zwischen der Biotest AG und Dritten, die bei einem Kontrollwechsel (Change of Control) wirksam werden, bestehen hinsichtlich der Verträge zur langfristigen Finanzierung der Biotest AG und in diesem Rahmen auch des Konzerns. Die Finanzverträge geben den Gläubigern des Schuldscheindarlehens und den Gläubigerbanken bei einem Kontrollwechsel bei der Biotest AG das Recht auf Kündigung der Vereinbarung, sofern ihnen durch den Kontrollwechsel eine Fortsetzung des Vertrages unzumutbar erscheint.

Eine Ergänzungsvereinbarung zum Vorstandsvertrag aller Vorstandsmitglieder enthält eine Abfindungsregelung, die im Fall wirksam wird, dass der Vorstandsvertrag infolge einer näher definierten Change of Control vorzeitig beendet wird. Die Abfindung umfasst die feste Vergütung bis zum Ende der Laufzeit. Hinzu kommen anteilige Tantiemen, die auf Basis des Durchschnittsbetrags der vorangegangenen zwei Geschäftsjahre zuzüglich einer Vergütung für den Nutzungswert des gewährten Dienstwagens ermittelt werden. Neben diesen Ansprüchen umfasst die Abfindung zusätzlich eine jährliche Festvergütung. Die Gesamtvergütung der Abfindung ist jedoch auf einen Höchstbetrag des Dreifachen der jährlichen Festvergütung beschränkt, nebst oben genannter Tantieme und der Vergütung für den Nutzungswert des Dienstwagens.

Der Anspruch entsteht nicht, wenn die Beendigung des Vorstandsvertrags auf Kündigung aus wichtigem Grund, Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit beruht oder das Vorstandsmitglied zum Zeitpunkt der Beendigung das 60. Lebensjahr bereits vollendet hat oder im Zusammenhang mit dem Change of Control von dritter Seite Zuwendungen oder Wertvorteile erhält.

Dreieich, den 11. März 2015

Biotest AG

Dr. Bernhard Ehmer, Vorsitzender des Vorstands

Dr. Michael Ramroth, Mitglied des Vorstands

Dr. Georg Floß, Mitglied des Vorstands