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Biotest AG Annual Report 2012

Mar 25, 2013

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Annual Report

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Zahlen 2012 | Geschäftsbericht Biotest AG

Kennzahlen

Biotest Gruppe* 2012 2011 Veränderung in %
Umsatzerlöse Mio. € 440,0 422,0 4,3
davon:
Inland Mio. € 89,4 96,9 –7,7
Ausland Mio. € 350,6 325,1 7,8
davon:
Therapie Mio. € 330,9 324,7 1,9
Plasma & Services Mio. € 97,0 87,9 10,4
Andere Segmente Mio. € 12,1 9,4 28,7
EBITDA Mio. € 76,1 72,4 5,1
EBIT Mio. € 44,7 41,6 7,5
EBIT in % vom Umsatz % 10,2 9,9
Ergebnis vor Steuern Mio. € 36,5 28,6 27,6
Ergebnis nach Steuern Mio. € 23,1 18,7 23,5
Aufwandstruktur:
Materialaufwand Mio. € 167,9 165,1 1,7
Personalaufwand Mio. € 116,1 106,7 8,8
Forschungs- und Entwicklungsaufwand Mio. € 51,4 49,4 4,0
Forschungs- und Entwicklungsaufwand
in % vom Umsatz
% 11,7 11,7
Investitionen in Sachanlagevermögen und
immaterielle Vermögenswerte
Mio. € 34,5 26,7 29,2
Finanzierung:
Cashflow** Mio. € 34,7 72,5 –52,1
Abschreibungen Mio. € 31,4 30,8 1,9
Eigenkapital (zum 31. Dezember) Mio. € 369,4 346,7 6,5
Eigenkapitalquote (zum 31. Dezember) % 54,1 50,8
Bilanzsumme (zum 31. Dezember) Mio. € 682,3 682,8 –0,1
Mitarbeiter in Vollzeitstellen (zum 31. Dezember) Anzahl 1.726,9 1.661,5 3,9
Ergebnis je Aktie 1,94 1,57 23,6

* Fortgeführte Geschäftsbereiche

** aus laufender Geschäftstätigkeit

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

  • Konzernlagebericht
  • Wirtschaftsbericht
  • Nachtragsbericht
  • Risikobericht
  • 24 Prognosebericht
  • 27 Vergütungsbericht
  • Erläuterungen zu den Angaben nach § 315 Absatz 4 HGB
  • Konzernabschluss
  • Gewinn- und Verlustrechnung
  • Gesamtergebnisrechnung
  • Bilanz
  • 33 Kapitalflussrechnung
  • Eigenkapitalveränderungsrechnung
  • Konzernanhang
  • Versicherung des Vorstands
  • Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
  • Bericht des Aufsichtsrats
  • Corporate Governance Bericht
  • Glossar
  • Impressum
  • Finanzkalender

Prof. Dr. Gregor Sc hulz Vorsitzender des Vorstands

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

sehr zufrieden blickt Biotest auf ein erfolgreiches Jahr 2012 zurück. Sowohl Umsatz als auch Ergebnis konnten wir in den abgelaufenen zwölf Monaten deutlich steigern. Trotz eines weiterhin durch stagnierende Preise geprägten Marktumfelds in Europa und Belastungen in Südeuropa ist es uns gelungen, unseren eingeschlagenen Wachstumskurs weiter erfolgreich fortzuführen. An dieser Entwicklung wollen wir auch Sie, verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, teilhaben lassen und schlagen der Hauptversammlung eine erneut gestiegene Dividendenzahlung vor.

In unserer neuen Ausrichtung stehen der Patient und seine Bedürfnisse im Mittelpunkt. Ihn wollen wir mit unseren vielfältigen Produkten therapeutisch unterstützen. Mit unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit wollen wir für die Zukunft zusätzlich neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen.

Seit Beginn des Geschäftsjahres 2012 gliedert sich die Biotest Gruppe operativ in die Segmente Therapie, Plasma & Services und Andere Segmente. Innerhalb des Segments Therapie orientieren wir uns an den drei Therapiegebieten Hämatologie, Klinische Immunologie und Intensivmedizin, in denen unsere Produkte zur Anwendung kommen. Diese Gebiete haben alle einen hohen medizinischen Bedarf und versprechen stabile Wachstumsperspektiven.

Unter diesem Gesichtspunkt war die im Dezember 2012 erfolgte Zulassung des Immunglobulins Bivigam™ in den USA ein wichtiger Meilenstein des abgelaufenen Geschäftsjahres. Mit der inzwischen erfolgten Markteinführung – der ersten einer Biotest-Eigenentwicklung auf dem US-amerikanischen Markt – schreiben wir unsere Erfolgsgeschichte fort. Ein wesentlicher Meilenstein hierzu war die Übernahme des Plasmaprotein-Geschäfts von der Nabi Biopharmaceuticals Corporation und die Gründung unserer US-amerikanischen Tochtergesellschaft BPC. Wir erwarten von Bivigam™, das zur Behandlung von Patienten mit primären Immundefekten (PID) eingesetzt wird, ein mittel- bis langfristiges Umsatzpotenzial von rund 100 Mio. USD. Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt in der Unternehmenshistorie von Biotest vollzogen.

Unsere konsequente Internationalisierungsstrategie umfasst auch das von uns geplante Engagement in China – einem der am schnellsten wachsenden Pharmamärkte weltweit. Durch eine Distributionsvereinbarung mit Wanbang Biopharma über die Vermarktung von Humanalbumin erhalten wir Zugang zum hochpreisigen chinesischen Albuminmarkt. Hiervon erwarten wir mittelfristig zusätzliche Umsatzbeiträge in Höhe von 20 bis 30 Mio. €. Eine neue Vertriebskooperation in Russland mit der Firma Merz Pharma GmbH rundet unsere Fortschritte in der geographischen Diversifizierung unseres Geschäftsmodells für das Jahr 2012 ab.

Erfolge konnten wir auch bei der Neustrukturierung unserer Griechenland-Aktivitäten verzeichnen. Mit der Übernahme von Zulassung und Vertrieb unserer Produkte durch den Distributor Vianex konnten wir unsere Risiken auf diesem Markt deutlich reduzieren, da Vianex die Biotest-Produkte nur nach Vorauszahlung weitervertreibt. Gleichzeitig stellen wir mit dieser Lösung die durchgehende Patientenversorgung sicher.

Zusätzlich zur kontinuierlichen Ausweitung unseres Geschäfts mit Plasmaproteinen treiben wir auch die Entwicklung von monoklonalen Antikörpern voran. Besonders hervorzuheben war im vergangenen Jahr das Fortschreiten der klinischen Entwicklung mit Tregalizumab (BT-061), welches Biotest in Zusammenarbeit mit AbbVie (ein weltweit tätiges, forschendes biopharmazeutisches Unternehmen, das 2013 als Ausgliederung von Abbott entstanden ist) entwickelt. Ebenso zu erwähnen sind die präklinischen Studienergebnisse unseres Immunkonjugats BT-062. Hier konnte im Mausmodell eine Wirksamkeit gegen aggressive solide Tumore nachgewiesen werden. Somit eröffnen sich, neben der von uns bereits in klinischen Studien untersuchten Wirksamkeit gegen das Multiple Myelom, einer Krebserkrankung des Knochenmarks, völlig neue Perspektiven: In den durchgeführten präklinischen Versuchen wurden unter anderem auch humane Brust- und Bauchspeicheldrüsentumore vollständig zerstört, die gegen alle anderen gängigen Therapieverfahren resistent waren. Zwar stehen wir mit diesem Produkt noch am Anfang der Forschung und Entwicklung, dennoch sind die Ergebnisse ein erster Indikator für das enorme Potenzial unserer jüngsten Entwicklungsarbeit.

Insgesamt hat Biotest im vergangenen Jahr in den Fortgeführten Geschäftsbereichen den Umsatz von 422,0 Mio. € auf jetzt 440,0 Mio. € ausbauen können. Dabei erreichten wir ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 44,7 Mio. € (2011: 41,6 Mio. €) – ein Anstieg um 7,5%. Somit haben wir, trotz eines angespannten Marktumfeldes in Europa, unsere Prognose deutlich erfüllt und das Fundament für zukünftiges Wachstum gelegt. Mit einem Anstieg von 27,6% im Ergebnis vor Steuern (EBT) von 28,6 Mio. € auf 36,5 Mio. € und einem 23%igen Anstieg im Ergebnis nach Steuern (EAT) von 18,7 Mio. € auf 23,1 Mio. € wurden die Vorjahresergebnisse deutlich übertroffen.

Im Geschäftsjahr 2013 wird der Umsatz des Konzerns nach unseren Erwartungen um 10 bis 15% wachsen. Für das EBIT erwarten wir für das laufende Berichtsjahr eine Entwicklung in der gleichen Größenordnung.

Mit der Veräußerung des Geschäftsbereiches Mikrobiologisches Monitoring in 2011 hat Biotest mit der neuen strategischen Aufstellung auch ihre Organisation entsprechend neu ausgerichtet und damit bereits in 2012 Effizienzen generieren können. Auf dieser Basis wird Biotest die Chancen fokussierter nutzen und ihr Geschäft in Zukunft stärker ausbauen können.

Die Fortsetzung der erfolgreichen Entwicklung in 2012 und die vielversprechenden Perspektiven der Biotest Gruppe wurden am Kapitalmarkt insgesamt mit steigenden Kursen honoriert.

Wir bedanken uns deshalb sehr herzlich bei Ihnen, sehr verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, Geschäftspartner und finanzierende Banken, und freuen uns, wenn Sie uns auch in Zukunft auf unserem spannenden Weg begleiten.

Unser Dank gilt außerdem unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die durch ihr Engagement in der täglichen Arbeit zum langfristigen Erfolg der Biotest Gruppe beitragen.

Es grüßt Sie herzlichst

Prof. Dr. Gregor Schulz Vorsitzender des Vorstands

+27,6%

Das Ergebnis vor Steuern stieg dank der positiven operativen Entwicklung deutlich an.

440Mio. Euro

Umsatz erwirtschaftete die Biotest Gruppe im Geschäftsjahr 2012. Bereits rund 80% davon im Ausland.

1.870

Mitarbeiter beschäftigte die Biotest Gruppe am Jahresende 2012 – eine Steigerung um 5,4%.

KOnzernlagebericht

6 Wirtschaftsbericht

  • 6 Geschäfts- und Rahmenbedingungen
  • 15 Darstellung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

19 Nachtragsbericht

  • 19 Risikobericht
  • 19 Gesamtaussage der Risikosituation des Konzerns
  • 19 Risikostrategie
  • 19 Risikomanagement und -controlling
  • 20 Interne Kontrollsysteme der Rechnungslegungsprozesse
  • 20 Risikomanagement-System in Bezug auf Finanzinstrumente
  • 20 Darstellung der wesentlichen Risikokategorien
  • 24 Prognosebericht
  • 24 Gesamtaussage des Vorstands zur Entwicklung des Konzerns
  • 24 Ausrichtung des Konzerns in den Geschäftsjahren 2013/2014
  • 24 Entwicklung des Marktumfelds
  • 25 Erwartete Entwicklung der Biotest-Grupe
  • 26 Chancen
  • 27 Vergütungsbericht
  • 27 Erläuterungen zu den Angaben nach § 315 Absatz 4 HGB

5

KonzernLAGEBERICHT

A. Wirtschaftsbericht

I. Geschäft und Ra hmenbedingungen

a. Auf einen Blick

Die Biotest Gruppe hat ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2012 gegenüber dem Geschäftsjahr 2011 (in den Fortgeführten Geschäftsbereichen) wie erwartet um 4,3% ausbauen können. So generierte die Gruppe Umsatzerlöse in Höhe von 440,0 Mio. €, nachdem im vergangenen Geschäftsjahr 2011 422,0 Mio. € in den Fortgeführten Geschäftsbereichen erlöst wurden.

Auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) nahm in den Fortgeführten Geschäftsbereichen im Berichtszeitraum deutlich zu. Nach 41,6 Mio. € im Geschäftsjahr 2011 konnte nun ein EBIT in Höhe von 44,7 Mio. € verbucht werden – ein Anstieg um 7,5%. Wachstumstreiber für die Umsatz- und Ergebnisausweitung des Konzerns waren insbesondere die internationalen Märkte. Während das Geschäft in Europa, bedingt durch einen anhaltenden Kostendruck sowie die Euro- und Staatsschuldenkrise weitestgehend stagnierte, konnten die Erlöse außerhalb Europas teils deutlich gesteigert werden. Darüber hinaus führten Optimierungen bei den Produktionsprozessen zu höheren Ausbeuten und damit neben konsequentem Kostenmanagement zu einer verbesserten Herstellkostenquote.

Ein wichtiger Meilenstein im abgelaufenen Geschäftsjahr war die im Dezember 2012 erfolgte Zulassung des Immunglobulins Bivigam™ in den USA. Von dem im Februar 2013 erfolgten Vermarktungsstart des Präparats gehen erhebliche Impulse für das US-Geschäft des Konzerns aus. Das intravenöse Immunglobulin wird zur Behandlung von Patienten mit primären Immundefekten (PID) eingesetzt und verfügt mittel- und langfristig über ein Umsatzpotenzial von rund 100 Mio. US D.

b. Geschäftstätigkeit und Organisationsstruktur

Die Biotest Gruppe mit Sitz in Dreieich, Deutschland, ist ein international tätiger Anbieter biologischer Arzneimittel. Aktuell im Verkauf befindliche Präparate sowie Neuentwicklungen werden dabei sowohl aus menschlichem Blutplasma gewonnen, als auch mithilfe biotechnologischer Verfahren hergestellt. Hauptindikationsgebiete für die Anwendung sind die Hämatologie, die Klinische Immunologie sowie die Intensivmedizin.

Die Biotest Gruppe betreibt in allen drei genannten Indikationsgebieten Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Das Unternehmen deckt dabei von der präklinischen und klinischen Entwicklung – welche für bestimmte Entwicklungsprojekte auch in Kooperation mit international renommierten Partnern durchgeführt wird – bis hin zur weltweiten Vermarktung alle wesentlichen Stufen der Wertschöpfungskette ab. Als strategische Option wird eine weitere Stärkung von Marketing und Vertrieb durch die Zusammenarbeit mit weltweit führenden pharmazeutischen Unternehmen verfolgt.

Gesellschaftsrechtliche Struktur

In den Konzernabschluss sind neben der Biotest AG als Muttergesellschaft 15 weitere vollkonsolidierte Gesellschaften einbezogen. Sämtliche Beteiligungen der Biotest Gruppe sind in der Anteilsbesitzliste in Kapitel F 10 des Konzernanhangs aufgeführt. Die Biotest AG hat Stamm- und Vorzugsaktien ausgegeben, die beide im Prime Standard-Segment der Deutschen Börse notieren.

Detaillierte Angaben zu Struktur, Steuerung und Kontrolle des Unternehmens enthält die "Erklärung zur Unternehmensführung", die auf der Internetseite der Gesellschaft eingesehen werden kann.

Segmente der Biotest Gruppe

Operativ gliedert sich das Unternehmen seit Beginn des Geschäftsjahres 2012 in die Segmente Therapie, Plasma &  Services und Andere Segmente. Das Segment Therapie beinhaltet die Produkte und Entwicklungsprojekte, die den drei Indikationsgebieten zugeordnet sind. Plasmaverkauf und Lohnherstellung werden im Segment Plasma &  Services zusammengefasst. Im Segment Andere Segmente berichtet Biotest das Geschäft mit Handelswaren sowie bereichsübergreifende Kosten, die nicht den Segmenten Therapie oder Plasma & Services zugeordnet werden. Die Vorjahreszahlen der Fortgeführten Geschäftsbereiche wurden an die neue Segmentstruktur angepasst. Im Nicht fortgeführten Geschäftsbereich wurde der Anspruch auf die Kaufpreisnachzahlung an die Merck KGaA ausgewiesen; im Vorjahr wurden die Werte des veräußerten Segments Mikrobiologisches Monitoring sowie Restaktivitäten des Segments Medizinische Diagnostik ausgewiesen.

Konzernstrategie

Im Mittelpunkt der Strategie von Biotest im Segment Therapie steht die klare Fokussierung auf die Vermarktung und Weiterentwicklung von Produkten in den drei Indikationsgebieten Hämatologie, Klinische Immunologie und Intensivmedizin.

Kernelement zur Umsetzung dieser Strategie ist es, als Qualitätsanbieter die zentralen Teile der Wertschöpfungskette durch eigene Ressourcen abzudecken. Hierzu zählen insbesondere Forschung und Entwicklung, Plasmagewinnung, Produktion, Qualitätssicherung und Vertrieb. Die erarbeitete Expertise, insbesondere auch in den Bereichen Plasmasammlung und -fraktionierung, wird darüber hinaus genutzt, um freie Kapazitäten auf dem Markt als Anbieter von Vor- und Zwischenprodukten sowie in der Lohnherstellung anzubieten.

Ein weiteres Ziel ist die konsequente Internationalisierung des Konzerns. Durch die zukünftige Ausweitung des Geschäfts unter anderem in den USA wird die Biotest Gruppe auf nahezu allen wichtigen Pharmamärkten der Welt präsent sein.

Neben dem Vertrieb bestehender Produkte adressiert Biotest mit den in der klinischen Entwicklung befindlichen monoklonalen Antikörpern und Plasmaproteinen zusätzliche Leitindikationen mit hohem therapeutischem Bedarf und großen Patientenpopulationen. Diese Präparate werden – die Zulassung vorausgesetzt – die Produktpalette entscheidend ergänzen. So zeichnen sich diese jeweils durch einen spezifischen Wirkmechanismus aus, der sie von anderen zugelassenen oder in der Entwicklung befindlichen Therapieansätzen unterscheidet.

Zusätzlich zu der konsequenten Fortführung der eigenen Forschungs- und Entwicklungsarbeit werden auch intensiv Möglichkeiten geprüft, um durch internationale Akquisitionen und Einlizenzierungen das Geschäftsvolumen in den nächsten Jahren weiter auszubauen.

Wertschöpfung

Die Biotest Gruppe deckt für die Herstellung ihrer Hauptprodukte, der Plasmaproteine, die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktion bis hin zu Vermarktung und Vertrieb ab. Produziert wird dabei sowohl am deutschen Hauptstandort in Dreieich als auch in Boca Raton, Florida in den USA. Daneben unterhält Biotest in sechs Ländern Europas sowie in Brasilien eigene Vertriebsgesellschaften, die die Vermarktung der eigenen Produkte in diesen Ländern vorantreiben. Darüber hinaus ist die Biotest Gruppe über weitere Partner in über 70 Ländern der Welt aktiv. Die entsprechenden Vertriebsaktivitäten werden dabei zentral von Biotest initiiert und gesteuert, was zusätzliche Synergiepotenziale in der Wertschöpfung schafft.

Grundlage für die Herstellung der aktuellen Biotest-Produkte ist das humane Blutplasma. Zur Gewinnung dieses Rohstoffes sowie zur teilweisen Weiterveräußerung an Vertragspartner betreibt Biotest sowohl in Europa als auch in den USA aktuell 22 eigene Sammelstationen. Hier wird qualifizierten und streng gesundheitlich überwachten Spendern Blut entnommen und mittels der Plasmapherese das benötigte Blutplasma abgetrennt, welches dann an den Produktionsstandorten weiterverarbeitet wird. Die zu erzielenden Preise für die Fertigprodukte werden wesentlich von der verfügbaren Menge an Plasmaproteinen im Verhältnis zur Nachfrage beeinflusst.

Auch im Bereich der monoklonalen Antikörper, die nicht aus menschlichem Blutplasma sondern mit Hilfe biotechnologischer Verfahren hergestellt werden, deckt Biotest an seinen internationalen Standorten die wesentlichen Elemente der Wertschöpfungskette ab. Darüber hinaus werden Ressourcen durch die Zusammenarbeit mit renommierten Partnern ergänzt.

Produktportfolio

Das Produktspektrum von Biotest gliedert sich in die Therapiegebiete Hämatologie, Klinische Immunologie sowie Intensivmedizin. Dabei setzt sich das Portfolio sowohl aus bereits im Markt befindlichen Produkten als auch aus solchen zusammen, die sich in verschiedenen Phasen der Forschung und klinischen Entwicklung befinden.

Produkte und Entwick lungsprojekte der Biotest Gruppe

Biseko® Volumen- und Serumprotein-Mangel Vermarktung in Asien und EU
Cofact® Mangel an Gerinnungsfaktoren Vermarktung in EU
Humanalbumin Volumen-Mangel
Vermarktung in Südamerika, Asien, EU und Rest der W
Pentaglobin® Schwere bakterielle Infektion Vermarktung in Südamerika, Asien, EU und Rest der W
elt
Fibrinogen* Fibrinogen-Mangel Klinische Entwicklung; Start der Phase-I/II -Studie genehmigt
IgM concentrate* Schwere bakterielle Infektion
(scap = Severe community acquired pneumonia)
Klinische Entwicklung (laufende Phase-II -Studie)

* Präparate in der Entwicklung (Stand: 31. Dezember 2012)

** Markenbezeichnung bezogen auf Deutschland

Personal

Entwicklung des Personalbestands

Am 31. Dezember 2012 waren, umgerechnet auf Vollzeitstellen, 1.727 Personen bei der Biotest Gruppe beschäftigt. Im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2011 mit 1.662 Vollzeitstellen erhöhte sich die Zahl damit um 3,9%.

Der Anstieg geht im Wesentlichen auf neu geschaffene Stellen in der Plasmaprotein-Produktion der Biotest Pharmaceuticals Corporation (BPC) sowie auf den Aufbau zusätzlicher Plasmazentren in den USA zurück. Am 31. Dezember 2012 waren 726 Vollzeitstellen (42,1%) der Biotest AG zugeordnet, weitere 696 Vollzeitstellen (40,3%) der BPC. Über die Hälfte aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (914) hatte den Arbeitsplatz in Deutschland.

Vergütung

Am 15. Mai 2012 startete turnusmäßig die nächste Tranche des Long Term Incentive-Programms zur erfolgsorientierten Vergütung von Führungskräften. Diese variable Komponente der Vergütung orientiert sich an einer vorab definierten Zielerreichung. Das Programm wird detailliert im Konzernanhang im Kapitel F1 beschrieben.

Personal- und Organisationsentwicklung

Die hohe Qualifikation und Motivation sowie das Leistungsvermögen aller Mitarbeiter sind Grundlage für den nachhaltigen Unternehmenserfolg und das Wachstum des Unternehmens. Auch im Geschäftsjahr 2012 wurde der bedarfsorientierten Weiterbildung und -entwicklung eine hohe Priorität eingeräumt.

Schwerpunkt der Aktivitäten bildete die Weiterentwicklung von Führungsteams und ihrer Organisationsbereiche. Die aktuellen und zukünftigen Handlungsfelder der Bereiche wurden in jeweils maßgeschneiderten Führungskräfte-Workshops mit dem Fokus auf Organisation, Prozesse und Führung bearbeitet. Hieraus abgeleitet wurden unter anderem ein 360°-Feedbackverfahren zum wahrgenommenen Führungsverhalten in der Produktion und in produktionsnahen Bereichen sowie ein Führungs- und Kommunikationstraining für Projektleiter eingeführt.

Um dem anhaltenden Bedarf an qualifizierten Fach- und Führungsnachwuchskräften Rechnung zu tragen, startete Biotest eine Kooperation mit der Fachhochschule Bingen. Die Zusammenarbeit ermöglicht leistungsstarken Mitarbeitern mit (bio-) technischem Ausbildungshintergrund bzw. Arbeitsschwerpunkt die Teilnahme am berufsbegleitenden vierjährigen Studium "Prozesstechnik B.Sc.". Im Jahr 2012 nahmen zwei Mitarbeiter das Studium auf. Das Trainee-Programm der Biotest AG wird zudem weiter ausgebaut.

Berufsausbildung

Um nachhaltig Nachwuchstalente zu gewinnen und so den Herausforderungen des demografischen Wandels zu begegnen, bildet die Biotest AG in sieben verschiedenen Berufen aus. Schulabgänger können ihre Karriere sowohl im gewerblich-technischen, als auch im kaufmännischen Bereich im Unternehmen starten. Neu hinzugekommen ist der Beruf "Fachinformatiker Systemintegration", womit den steigenden Anforderungen an IT-Infrastrukturen Rechnung getragen wurde. Neben den derzeit 22 Auszubildenden beschäftigt die Biotest AG auch zwei B.A.-Studentinnen der Fachrichtung International Business Administration.

Die Qualität der Ausbildung des Unternehmens spiegelt sich in den Abschlussleistungen der insgesamt neun Absolventen im Jahr 2012 wider. Drei von ihnen wurden aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Prüfungsergebnisse von der Industrie- und Handelskammer geehrt.

Um sich weiterhin als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren, hat Biotest das Ausbildungsmarketing weiter vorangetrieben. Zur Steigerung des Bekanntheitsgrades bei Schulabgängern und deren Eltern wurden unter anderem verschiedene Ausbildungsmessen besucht.

Unternehmenssteuerung

Biotest wird anhand finanzieller wie nichtfinanzieller Kenngrößen gesteuert, deren Entwicklung den Unternehmenswert in unterschiedlicher Weise beeinflusst. Die finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden kontinuierlich erfasst und fließen in die monatliche Berichterstattung an den Vorstand ein.

Diese Berichterstattung umfasst die Analyse von Ist-Werten und deren Abweichungen gegenüber Plan- und Vorjahreswerten, ausgewiesen nach Segmenten sowie nach Gesellschaften. Anlassbezogen werden weitere spezifische Analysen vorgenommen.

Finanzielle Steuerungskennzahlen

Die zur Unternehmenssteuerung in Bezug auf den Konzern eingesetzten Kennzahlen sind in folgender Tabelle dargestellt:

Kennzahl Berechnungsmethode Wert per
31.12.2012
Return on Capital
Employed (RoCE)
EBIT/gebundenes Kapital 7,4%
EBIT-Marge EBIT/Umsatz 10,2%
EBT-Marge EBT/Umsatz 8,3%
Deckungsbeitragsmarge (Umsatz – Herstellkosten)/
Umsatz
42,0%
Cashflow aus
betrieblicher Tätigkeit
Detaillierte Herleitung
siehe Kapitalflussrechnung
34,7 Mio. €
Herstellkostenquote Herstellkosten/Umsatz 58,0%
Kostenquote Marketing
und Vertrieb
Kosten Marketing und
Vertrieb/Umsatz
13,0%

MaSSgebliche Steuerungskennzahlen auf Konzernebene

Auf der Ebene der Segmente ist das jeweilige Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) die wesentliche Steuerungsgröße, weitere Größen sind der Umsatz und der Deckungsbeitrag je Produkt sowie im Außendienst je Mitarbeiter.

Im Vertrieb ist ein wichtiger Indikator der jeweilige Anteil von Biotest am Gesamtmarkt beziehungsweise im angestrebten Marktsegment.

Darüber hinaus unterliegen die Struktur der Forderungen und die darin enthaltenen Risiken einer ständigen Analyse. Zusätzlich wird auf monatlicher Basis das Vorratsvermögen evaluiert und geprüft.

Nichtfinanzielle Indikatoren

Für die Steuerung relevante, nichtfinanzielle Leistungsindikatoren im Gesamtunternehmen sind in der Produktion der Auslastungsgrad, die Durchlauf- und Ausfallzeiten, die Höhe der Vorräte entlang der Produktionskette und die Ausbeute je Mengeneinheit Plasma.

Regulatorisches Umfeld

Die Produktionsanlagen für Plasmaproteine von Biotest unterliegen der Aufsicht und der Genehmigungspflicht des Regierungspräsidiums Darmstadt und des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI ) sowie der US-amerikanischen Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA).

In den Mitgliedstaaten der Europäischen Union erfolgt die Zulassung von Plasmaproteinen durch das zentralisierte Zulassungsverfahren oder durch die gegenseitige Anerkennung nationaler Zulassungen. In den Vereinigten Staaten von Amerika unterliegen Medikamente den Bestimmungen der FDA.

Biotest ist Mitglied der Plasma Protein Therapeutics Association (PPTA) und unterwirft sich zusätzlich deren strengen Sicherheitsstandards bei der Gewinnung und Verarbeitung von Blutplasma, die über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinausgehen.

Die zuständigen Kontroll- und Genehmigungsbehörden für monoklonale Antikörper sind sowohl in Europa als auch in den USA jeweils identisch mit denen für Plasmaproteine.

Gesellschaftliche Verantwortung

Biotest bewegt sich mit seinen Produkten in einem hochethischen Umfeld. So helfen die Präparate von Biotest Leben zu retten und dem Alltag von vielen (chronisch) Kranken ein Stück Normalität zurückzugeben. Auch darüber hinaus engagiert sich das Unternehmen in verschiedenen medizinisch-wissenschaftlichen Initiativen, Forschungsprojekten sowie Maßnahmen von Patientenorganisationen.

So hat Biotest schon vor Jahren unter anderem eine Hämophilie-Stiftung ins Leben gerufen, die Hämophiliekranke in finanziellen Notlagen unterstützt. Im Zuge dessen wurde unter anderem auch in diesem Jahr an Hämophilie leidenden Kindern aus sozial schwächeren Familien ermöglicht, an einer Integrationsfreizeit der Deutschen Hämophiliegesellschaft e.V. und an einem Spritzenkurs der Interessengemeinschaft Hämophiler e.V. teilzunehmen.

Um der hohen Bedeutung der Beschäftigten für die Geschäftsentwicklung gerecht zu werden und auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern, sind verschiedene Maßnahmen am Standort Dreieich in Planung. Daneben bietet Biotest durch erneut ausgebaute Angebote für die Ausbildung und das duale Studium auch jungen Leuten Perspektiven für den Berufseinstieg.

Darüber hinaus ist Biotest über verschiedene Projekte und Partnerschaften mit der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main vernetzt und fördert dort ausgewählte wissenschaftliche Arbeiten von Studierenden und Doktoranden.

Zudem leistet Biotest über seine aktive Mitarbeit im Kuratorium der Paul Ehrlich-Stiftung einen wichtigen Beitrag für die Förderung von nationaler und internationaler Forschung. So verleiht die Stiftung einmal jährlich den "Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis". Mit dieser weltweit angesehenen Auszeichnung werden herausragende Forschungsbeiträge in den Gebieten der Immunologie, Krebsforschung, Hämatologie, Mikrobiologie und Chemotherapie gefördert.

c. Das Jahr 2012

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Entwicklung der Weltwirtschaft wurde im Geschäftsjahr 2012 maßgeblich durch die anhaltende Staatsschuldenkrise einiger Euroländer, die nachlassende Wirtschaftsdynamik in Asien sowie die weiterhin schwierige fiskalpolitische Lage in den USA geprägt. Dies führte auf den Weltmärkten vermehrt zu einer Investitionszurückhaltung und hohen Unsicherheiten hinsichtlich der Zukunftsaussichten. So stieg das deutsche Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2012 lediglich um 0,7%, nach einer deutlichen Erhöhung um 3,0% im Vorjahr.1 Für 2013 geht die Bundesregierung in ihrem Jahreswirtschaftsbericht 2013 davon aus, dass die deutsche Wirtschaftsleistung um 0,4% ansteigen wird.2 Die nachlassende Dynamik gründet dabei auf der rezessiven Situation in Europa, insbesondere in der Eurozone, sowie dem rückläufigen wirtschaftlichen Wachstum in den Schwellenländern.

Somit bleibt die gesamtwirtschaftliche Situation in der Eurozone weiterhin angespannt. Auch wenn die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB) zum unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen von den Finanzmärkten honoriert wurde, befindet sich die Wirtschaft der Eurozone weiterhin in einer Rezession. So rechnet die statistische Abteilung der Europäischen Union (Eurostat) 2012 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,4%. Für 2013 gehen die Experten von einem nur geringen Wachstum um 0,1% aus.3

Auch die Aussichten für die US-Konjunktur trüben sich weiter ein. Die amerikanische Notenbank Fed prognostiziert in einer Einschätzung vom Dezember 2012 nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts 2012 von 1,7% bis 1,8%, nach 1,7% bis 2,0% im September 2012.4

Nach einem Anstieg im ersten Quartal 2012 verlor der Euro gegenüber dem US-Dollar zwischen April und Juli deutlich an Wert und erreichte am 24. Juli 2012 bei 1,21 EUR /US D seinen Jahrestiefstand. In der Folge gewann die europäische Gemeinschaftswährung wieder deutlich an Wert, sodass diese das Jahr 2012 mit einem Wechselkurs von 1,3194 EUR /US D abschloss. In Kapitel B3 des Anhangs sind die für Biotest wesentlichen Wechselkurse im Detail dargestellt.

Entwicklung des Branchenumfelds

Der Markt für Immunglobuline, die Hauptproduktgruppe der Biotest Gruppe, befindet sich weiterhin in einem stabilen Wachstumskorridor. Während sich im Jahr 2011 der weltweite Markt für Immunglobuline auf 107 Tonnen summierte, wird für das Gesamtjahr 2012 mit einem Anstieg von 7–8% auf rund 115 Tonnen gerechnet. Die durchschnittliche jährliche Zuwachsrate aus den Jahren 2005 bis 2011 setzte sich somit auch im abgelaufenen Jahr fort. Es kann erwartet werden, dass sich dieser Wachstumstrend auch in den nächsten Jahren fortsetzt, sodass der kumulierte Weltmarkt bis 2015 auf über 140 Tonnen anwachsen wird.

Weltmarkt für Immunglobuline 2011*

Marktvolumen 2011
in Tonnen
Anteil am Weltmarkt
in %
USA 46 43
Europa 26 24
Rest der W
elt
35 33

* Schätzungen, basierend auf Daten von Marketing Research Bureau5

Nach Schätzungen von UBS Investment Research wird die Nachfrage nach Immunglobulinen auch bis 2015 in erster Linie durch einen deutlichen Anstieg in den Ländern Asiens und Südamerikas getrieben. Während für die entwickelten Märkte Europa und die USA in den kommenden Jahren jährliche Wachstumsraten von 5–7% prognostiziert werden, wächst der Rest der Welt deutlich stärker (>10%).

Die Marktpreise für Immunglobuline befanden sich insbesondere in Europa auch 2012 weiter unter Druck. So nahmen die Preise im Verlauf des Berichtsjahres in europäischen Ländern weiter ab, während sie auf dem US-amerikanischen Markt leicht gesteigert werden konnten. Derzeit übertreffen die Preise pro Gramm in den USA die europäischen Durchschnittspreise um 30–40%. 6 Von dieser Entwicklung will die Biotest Gruppe auch durch die Einführung von Bivigam™ in den US A nachhaltig profitieren.

Sowohl die Nachfrage als auch das Preisniveau für plasmabasierte Gerinnungsfaktoren entwickelten sich nach Biotest-Informationen 2012 weitgehend stabil.

  • 1 Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung, "Deutsche Wirtschaft trotzt 2012 europäischer Wirtschaftskrise", 15. Januar 2013
  • 2 Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Jahreswirtschaftsbericht 2013, 16. Januar 2013
  • 3 Statistische Abteilung der Europäischen Union (Eurostat), Wachstumsrate des realen BIP-Volumens, letzte Aktualisierung am 13. Februar 2013
  • 4 Board of Governors of the Federal Reserve System, Minutes of the Federal Open Market Committee, 12. Dezember 2012
  • 5 Marketing Research Bureau, The Plasma Proteins Market in the US 2011; Marketing Research Bureau, The Worldwide Plasma Proteins Market 2011 6 UBS, Mar-12 qtr Plasma Price & Supply Survey – supply tightens, US price gains, but EU soft, 29. Mai 2012; UBS Investment Research,

Two speed market presents CSL with lower price volume/market share gains?, 9. Juli 2012; UBS Investment Research, Sep-12 qtr Plasma Price & Supply Survey – Solid markets a prelude to price increases, 3. Dezember 2012

Biotest im Jahr 2012

Ziele 2012: Soll-Ist-Vergleich

Die Biotest Gruppe hat alle ihre im vorigen Geschäftsbericht ausgegebenen Ziele vollumfänglich erreicht. So konnte der Konzern im Geschäftsjahr 2012 ein Umsatzwachstum von 4,3% generieren und blieb damit innerhalb des prognostizierten Zielkorridors von 3–5%. Daneben wurde mit einem operativen Ergebnis (EBIT) in Höhe von 44,7 Mio. € das angestrebte Ziel, das Vorjahresergebnis (41,6 Mio. €) geringfügig zu übertreffen, deutlich erfüllt.

Dies ist insofern eine sehr gute Entwicklung, da insbesondere mit der Verzögerung der Zulassung von Bivigam™ durch die Zusatzanforderungen der FDA aber auch der nötigen Vorsorge bei der Bewertung aktueller Griechenland-Forderungen zwei Sonderfaktoren die Geschäftsentwicklung im Berichtszeitraum belasteten. Diese Faktoren konnten folglich durch die positive operative Entwicklung deutlich kompensiert werden.

Unternehmensstrategie und Umsetzung im Konzern im Geschäftsjahr 2012

Internationalisierung

Biotest hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 weiter daran gearbeitet die Präsenz in wichtigen internationalen Märkten auszubauen. So ist es dem Unternehmen gelungen, durch die Zulassung von Bivigam™ in den USA, das eigene Produktportfolio auf dem größten und wichtigsten Pharmamarkt der Welt entscheidend auszuweiten. Das intravenöse Immunglobulin wird zur Behandlung von Patienten mit primären Immundefekten (PID) eingesetzt. Die Biotest Tochtergesellschaft Biotest Pharmaceuticals Corporation (BPC) hat ihr Werk in den vergangenen Jahren kontinuierlich erweitert, sodass aktuell bis zu 1,5 Tonnen Bivigam™ produziert werden können. Die BPC rechnet hierdurch mittel- bis langfristig mit einem zusätzlichen Umsatzpotenzial von rund 100 Mio. US D.

Zusätzlich wird die Biotest Gruppe wie geplant ihr Engagement in China intensivieren. Durch eine Distributionsvereinbarung mit Wanbang Biopharma über die Vermarktung von Humanalbumin erhält Biotest Zugang zu dem stark wachsenden, hochpreisigen chinesischen Albuminmarkt. Hiervon erwartet das Unternehmen mittelfristig zusätzliche Umsatzbeiträge in Höhe von 20 bis 30 Mio. €.

Auch die Position in Russland wurde im vergangenen Jahr ausgebaut. Mit Wirkung zum 1. Januar 2013 trat ein langfristiges Distributionsabkommen mit der Merz Pharma GmbH & Co. KGaA in Kraft, wonach die Merz Pharma GmbH & Co. die Biotest-Produkte wie zum Beispiel Intratect® und Pentaglobin® über ihre Distributionskanäle vertreiben wird. Ziel dieser Vereinbarung ist es, Synergien zu nutzen und über die systematische Vermarktung von Biotest-Produkten langfristig die Marktposition deutlich zu stärken.

Daneben sorgt die Zulassung von Intratect® 100g/l (10%ige Lösung) im Rahmen eines dezentralisierten, europäischen Verfahrens, welches die Vermarktung in bis zu 19 europäischen Ländern sicherstellt, für eine weiter verbesserte Marktposition in Deutschland und Europa.

Operative Entwicklung in den Segmenten

Therapie

Das Strategieziel innerhalb des Segments Therapie ist es, die internationale Absatzbasis für die bereits vermarkteten Produkte kontinuierlich auszubauen sowie die Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Produktweiterentwicklungen voranzutreiben. Die im Abschnitt "Internationalisierung" beschriebene Ausweitung des Geschäfts mit zugelassenen Produkten in bestehenden und in neuen Märkten markiert somit einen wichtigen Schritt in der Umsetzung der strategischen Vorgaben.

Durch die Entwicklung weiterer Wirkstoffe innerhalb der drei definierten Indikationsgebiete und die Optimierung bereits auf dem Markt befindlicher Präparate – unter anderem durch zusätzliche Konzentrationen oder Darreichungsformen – verbreitert Biotest zudem seine Ertragsbasis.

Schließlich stellt die im Abschnitt "Forschung und Entwicklung" dargelegte Entwicklungsarbeit im präklinischen sowie im klinischen Bereich die Grundlage für das zukünftige Wachstum der Biotest Gruppe dar.

Plasma & Services

Kernelement der Unternehmensstrategie innerhalb des Segments Plasma &  Services ist die optimale Steuerung des Plasmaverkaufs sowie eine bestmögliche Auslastung der Kapazitäten. Dabei entscheidet Biotest je nach Einzelfall, wann Kapazitäten in die Fertigung der eigenen Produkte fließen, wann es am effizientesten erscheint, gesammeltes Plasma zu veräußern und in welchem Maß Kapazitäten für eine Lohnherstellung für Dritte zur Verfügung gestellt werden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 hat die BPC ihre vertragliche Zusammenarbeit mit ViroPharma Biologics Inc. (ViroPharma) in den USA ausgeweitet. So wird die BPC in den kommenden drei Jahren steigende Mengen Blutplasma an Viro-Pharma veräußern. In dem langfristigen Vertrag mit der BPC, der zunächst bis Ende 2017 läuft, wird ViroPharma in den kommenden zwei Jahren Blutplasma mit einem Gesamtwert von rund 70 Mio. US-Dollar abnehmen. Das Auftragsvolumen ist dabei abhängig von der Marktpreisentwicklung, der Inflationsrate sowie gewährten Preisnachlässen. Mit diesem Schritt wird das Netz von weltweit aktuell 22 Plasmasammelstationen weiter ausgebaut und somit die Basis für zusätzliche Umsatz- und Ergebnisbeiträge dieses Segments gelegt.

Forschung und Entwicklung

Integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie der Biotest Gruppe ist die Forschungs- und Entwicklungsarbeit. So wurden in den folgenden Entwicklungsprojekten im Geschäftsjahr 2012 wichtige Fortschritte erzielt:

Therapiegebiet Hämatologie

BT-062: In der Dosiseskalations-Studie (Nr. 975) für die Hauptindikation Multiples Myelom (Monotherapie BT-062 mit multipler Gabe) wurden inzwischen mehr als 30 Patienten bis zu einer Dosis von 160 mg/m² behandelt. Die Ergebnisse dieser Phase-I/ IIa-Studie wurden auf der jährlichen Konferenz der American Society of Hematology präsentiert. Bei den Patienten dieser Studie war der Krankheitsverlauf weit fortgeschritten und sie sprachen nicht mehr auf konventionelle Therapien an. Trotz dieses Umstandes zeigte BT-062 eine gute Verträglichkeit. Zudem wurde bei mehr als 50% der Patienten ein klinischer Nutzen beobachtet. Bei einem der Patienten wurde über mehr als 14 Monate eine stabile Krankheitsphase ohne Fortschreiten der Erkrankung erreicht. Auch in der Kombinationsstudie (Nr. 983), die die Wirksamkeit von BT-062 in Verbindung mit Lenalidomid und Dexamethason untersucht, hat die Behandlung erster Patienten begonnen. Die erste Dosierungsstufe wurde gut vertragen und zwei von drei behandelten Patienten zeigen eine deutliche klinische Verbesserung.

Darüber hinaus hat BT-062 in ersten präklinischen Studien Aktivität gegen verschiedene Arten aggressiver, solider Tumore wie beispielsweise Brust-, Bauchspeicheldrüsen-, Prostata- und Blasenkrebs gezeigt. Weitere präklinische Untersuchungen hinsichtlich der Aktivität von BT-062 gegen diese Krebsarten wurden initiiert. In diesem Zusammenhang erhält Biotest Fördermittel des Spitzenclusters CI3 Rhein-Main 'Individualisierte ImmunIntervention'.

Therapiegebiet Klinische Immunologie

Bivigam™: Im Vorfeld der Genehmigung von Bivigam™ im Dezember 2012 erhielt Biotest im August von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) neue Informationen hinsichtlich des Zulassungsprozess. Die FDA forderte – bisher zum ersten Mal bei einer Neuzulassung – ein zusätzliches, neues Testsystem in validierter Form zum Nachweis thrombogener Aktivität. In Kooperation mit einem in diesem Bereich renommierten, eng mit der FDA zusammenarbeitenden Labor führte Biotest die Testvalidierung durch und reichte die Daten in einem "Complete Response Letter" Ende Oktober bei der FDA ein. Am 19. Dezember 2012 wurde die Zulassung von Bivigam™ für den amerikanischen Markt erteilt. Die Auslieferung erster Chargen sowie die Markteinführung des Immunglobulins erfolgten im Februar 2013.

BT-094 (Cytotect 70): Im Rahmen einer Phase-III -Studie (Nr. 963) für das Hyperimmunglobulin BT-094 (Cytotect 70) wurden in der Indikation der Prävention der Cytomegalie-Infektion des Ungeborenen bei primärer CMV-Infektion der Mutter in der Schwangerschaft bis zum 31. Dezember 2012 etwa 13.600 Schwangere gescreent. Von den untersuchten Patienten waren rund 8.460 randomisiert und 80 in die Studie eingeschlossen.

Fovepta®: Im ersten Quartal 2012 hat Biotest für das Hepatitis-B-Immunglobulin Fovepta® zur Prophylaxe Neugeborener von mit Hepatitis B infizierten Müttern die nationale Zulassung in Deutschland erhalten. Diese Zulassung ist die Basis für die Einreichung zur Zulassung in neun weiteren Ländern – in Ländern außerhalb von Europa und den USA – sowie für Tendergeschäfte. Die ersten Umsätze mit diesem Produkt werden in 2013 erwartet.

Intratect® 100g/l (10 %ige Lösung): Biotest hat Ende Oktober 2012 im Rahmen des dezentralen europäischen Zulassungsverfahrens die Zulassung für die 10%ige intravenöse Immunglobulinlösung Intratect® (100 g/l) erhalten. Intratect® 100g/l (10%ige Lösung) wurde dabei speziell für Patienten im ambulanten Therapiebereich entwickelt, bei denen in der Regel eine schnellere Infusionsgeschwindigkeit gewünscht und auch toleriert wird. Der Zulassungsantrag für eine höhere Infusionsgeschwindigkeit mit Intratect® 100g/l (10%ige Lösung) wurde Ende 2012 eingereicht.

Tregalizumab (BT-061): Die in Zusammenarbeit mit AbbVie (ein weltweit tätiges, forschendes biopharmazeutisches Unternehmen, das 2013 als Ausgliederung von Abbott entstanden ist) betriebene Weiterentwicklung des Biotherapeutikums Tregalizumab (BT-061) wird in verschiedenen Studien vorangetrieben. In der derzeit laufenden Phase-IIb-Studie (Nr. 979), die die Kombination mit Methotrexat für die Indikation Rheumatoide Arthritis untersucht, wurde im Dezember 2012 die Behandlung des letzten Patienten im ersten Teil der Studie abgeschlossen. Daneben wurde im zweiten Quartal 2012 eine zusätzliche Studie (Nr. 985) zur weiteren Erforschung der Pharmakodynamik des Wirkstoffes begonnen. Eine weitere prospektive, randomisierte Phase-IIb-Studie (Nr. 986) befindet sich in der Planungsphase. Bei dieser handelt es sich um eine Studie mit sechsmonatiger Behandlungsdauer und einer anschließenden optionalen sechsmonatigen Verlängerungsphase, in die mehr als 350 Patienten aufgenommen werden sollen.

Zutectra®: Für das Hepatitis-B-Immunglobulin Zutectra® wurde im Geschäftsjahr 2012 in einer zusätzlichen Studie (ZEUS , Zutectra Early Use, Nr. 987) mit der Behandlung des ersten Patienten begonnen. In dieser Studie wird die Erweiterung der Behandlung auf die Frühphase nach einer Lebertransplantation erprobt. Dabei wird angestrebt, die Umstellung von einer intravenösen (i.v.) Behandlung auf eine subkutane (s.c.) Behandlung bereits eine Woche nach der Transplantation und nicht wie bisher erst nach sechs Monaten durchzuführen.

Klinische Studien im Üb erblick

Art der Studie Studien-
nummer
Dosierung/
Studiendesign
Zahl der
Studienteilnehmer
Status zum
31. Dezember .2012
Indikationsgebiet Hämatologie
BT-062
Phase I
Multiples Myelom
969 wiederholte Einfachgabe,
intravenös alle 21 Tage, 10 – 200 mg/m²
32 Studie abgeschlossen
Phase I/II a
Multiples Myelom
975 wiederholte Mehrfachgabe,
intravenös Tag 1, 8 und 15; alle 28 Tage,
Dosiseskalation ab 40 mg/m²
35 Patientenrekrutierung
läuft
Phase I/II a
Multiples Myelom
983 Kombination mit Lenalidomid und
Dexamethason basierend auf 975-Design
(wiederholte Mehrfachgabe)
50 Patientenrekrutierung
läuft
Indikationsgebiet Klinische Immunologie
BT-094 (Cytotect 70)
Phase III
in der Schwangerschaft übertragene
Cytomegalie-Virus-(CMV)-Infektion
963 Mehrfachgabe bei Schwangeren mit einer
primären CMV-Infektion (Serokonversion)
Kontrollgruppe ohne Behandlung
Screening
von ca. 25.000
Schwangeren
Patientenrekrutierung
läuft
Tregalizumab (BT -061)
Phase II b
Rheumatoide Arthritis
979 Kombination mit Methotrexat, subkutan bis
75 mg, Mehrfachgabe, Behandlungsdauer
zwölf W
ochen, placebokontrolliert
176 Behandlung im
ersten Teil der Studie
abgeschlossen
Phase I
Anwendung bei Probanden
Pharmakodynamik-/ Pharmakokinetik-Studie
985 subkutan bis 200 mg,
Einfachgabe
36 Einschluss
von Probanden läuft
Phase II b
Rheumatoide Arthritis
986 Kombination mit Methotrexat, subkutan,
Mehrfachgabe, Behandlungsdauer 24 W
ochen
mit anschließender optionalen 28 wöchiger
Verlängerungsphase; placebokontrolliert
mehr als 350 Planungsphase
Zutectra®
Phase III
Hepatitis-B-Reinfektion in der Frühphase
nach Lebertransplantation
987 Zutectra®(s.c. HBIG);
Mehrfachgabe nach Lebertransplantation
60 Patientenrekrutierung
läuft
Indikationsgebiet Intensivmedizin
Fibrinogen
Phase I/II
angeborener Fibrinogenmangel
984 Einmalgabe zur Bestimmung der Pharmakokinetik,
Dosierung und Häufigkeit der Behandlung akuter
Blutungen im Therapiefall individuell nach Patient
20 Start der Patienten
rekrutierung im ersten
Quartal 2013
IgM concentrate
Phase II
schwere, ambulant erworbene
Lungenentzündung
982 Mehrfachgabe nach SCAP (severe community ac
quired pneumonia); Behandlung über fünf Tage, i.v.
Applikation, placebokontrollierte Doppelblindstudie
82 Patientenrekrutierung
läuft

Therapiegebiet Intensivmedizin

Fibrinogen: Das Studienprotokoll für die Durchführung einer multinationalen Phase-I/II-Studie (Nr. 984) zur klinischen Prüfung wurde genehmigt. Der Einschluss des ersten Patienten wird Anfang 2013 erwartet. Die Studie untersucht zum einen, ob ein angeborener Fibrinogenmangel durch die Gabe von Fibrinogenkonzentrat kompensiert werden kann. Zum anderen wird in einem zweiten Schritt geprüft, inwieweit eine akute Blutung bei diesen Patienten durch die Gabe von Fibrinogenkonzentrat gestillt werden kann. In die Studie, welche in mehreren Ländern durchgeführt wird, werden zunächst etwa 20 Patienten im Alter von 6 bis 75 Jahren eingeschlossen.

In einer daran anschließenden Studie wird die Wirksamkeit des Fibrinogenkonzentrats bei schweren, erworbenen Blutungskomplikationen geprüft.

IgM concentrate: In der laufenden Phase-II-Studie (CIGMA, concentrated IgM for application, Nr. 982) für die Anwendung eines konzentrierten Immunglobulins M wurden weitere Patienten mit schwerer, erworbener Lungenentzündung behandelt. Eine Zwischenanalyse nach 40 behandelten Patienten wird im ersten Halbjahr 2013 durchgeführt.

II. Darstellung der Ertrags-, Vermögensund Finanzlage

a. Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2012 erzielte die Biotest Gruppe Umsatzerlöse in Höhe von 440,0 Mio. €. Dies entspricht einer Steigerung um 4,3% gegenüber den Fortgeführten Geschäftsbereichen im Jahr 2011, in denen Umsätze in Höhe von 422,0 Mio. € erwirtschaftet wurden. Starke Zuwächse erzielten dabei die Segmente Plasma & Services sowie Andere Segmente. Hier stiegen die Umsatzbeiträge um 10,4% und 28,7% deutlich an. Grundsätzlich entwickelten sich alle Geschäftsbereiche positiv.

Umsatzentwick lung nac h Segmenten
Biotest Gruppe 440,0 422,0 4,3
Andere Segmente 12,1 9,4 28,7
Plasma & Services 97,0 87,9 10,4
Therapie 330,9 324,7 1,9
in Mio. € 2012 2011,
*
Veränderung
in %

* Fortgeführte Geschäftsbereiche

** Werte wurden an die neue Segmentierung angepasst

Die Internationalisierungsstrategie des Konzerns wirkt sich auch auf die Umsatzverteilung nach Regionen aus. So wurden im Geschäftsjahr 2012 bereits 79,7% der Erlöse außerhalb des Heimatmarktes Deutschland erwirtschaftet (Vorjahr: 77,0%). Während die Umsätze mit Kunden aus Deutschland sowie aus Nord- und Südamerika zum Teil deutlich nachgaben, konnten insbesondere in Asien erhebliche Zuwächse erzielt werden. Hier nahm der Gesamtumsatz von 77,6 Mio. € im Jahr 2011 auf nun 121,8 Mio. € zu – ein Anstieg um 57,0%. Ein großes Umsatzwachstum in den asiatischen Märkten verzeichnete die Biotest Gruppe im Segment Plasma &  Services. In diesem Bereich konnten die Erlöse um 86,0% gesteigert werden.

Umsatzentwick lung nac h Regionen

Biotest Gruppe 440,0 422,0 4,3
Rest der W
elt
9,8 11,1 –11,7
Asien 121,8 77,6 57,0
Nord-und Südamerika 58,5 74,9 –21,9
Übriges Europa 160,5 161,5 –0,6
Deutschland 89,4 96,9 –7,7
in Mio. € 2012 2011* Veränderung
in %

* Fortgeführte Geschäftsbereiche

Wesentliche Kostenblöcke der Biotest Gruppe*, **

Mio. € 2012 in % vom Umsatz 2011 in % vom Umsatz
Herstellungskosten –255,3 58,0 –254,2 60,2
Marketing- und Vertriebskosten –57,1 13,0 –48,5 11,5
Verwaltungskosten –27,9 6,3 –32,0 7,6
Forschungs- und Entwicklungskosten –51,4 11,7 –49,4 11,7
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen –3,6 0,8 3,7 0,9
Finanz- und Beteiligungsergebnis –8,2 1,9 –13,0 3,1

* Aufwendungen sind mit einem negativen Vorzeichen gekennzeichnet

** Fortgeführte Geschäftsbereiche

Trotz der deutlichen Umsatzausweitung blieben die Herstellungskosten weitgehend konstant. Diese nahmen im Vergleich zum Vorjahr um lediglich 0,4% von 254,2 Mio. € auf jetzt 255,3 Mio. € zu. Folglich konnte die Herstellungskostenquote im Geschäftsjahr 2012 von 60,2% auf 58,0% erheblich gesenkt werden. Gründe hierfür waren eine im Jahresverlauf konstant hohe Kapazitätsauslastung und – aufgrund von fortlaufender Prozessoptimierung – eine insgesamt verbesserte Effizienz in der Produktion. Daneben hatten im vergangenen Geschäftsjahr Einmalaufwendungen, die aufgrund des verzögerten Wiederanfahrens der Plasmaproteinproduktion bei der BPC nötig wurden, diese Kennzahl belastet.

Kosten für Marketing und Vertrieb stiegen im Zuge der insbesondere in Asien realisierten Geschäftsausweitung um 17,7% auf nun 57,1 Mio. € an (Vorjahr: 48,5 Mio. €). Auch ihr Anteil am Umsatz nahm folglich von 11,5% im Jahr 2011 auf jetzt 13,0% zu. Dagegen konnten die Verwaltungskosten um fast 13% gesenkt werden. Diese nahmen von 32,0 Mio. € auf 27,9 Mio. € ab. Ursächlich hierfür waren Einsparungen im Bereich Facility Management und bei Aufwendungen für Beratungsleistungen, die im Geschäftsjahr 2011 im Zusammenhang mit dem Abschluss des Vertrages mit AbbVie (ein weltweit tätiges, forschendes biopharmazeutisches Unternehmen, das 2013 als Ausgliederung von Abbott entstanden ist) angefallen waren. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung stiegen im Zuge der Intensivierung von Studien an und betrugen 51,4 Mio. € nach 49,4 Mio. € im Vorjahr. Ihr Anteil am Umsatz blieb dagegen konstant bei 11,7%.

Die sich im Wesentlichen aus Erträgen aus Dienstleistungen aus der Auflösung von Rückstellungen und abgegrenzten Verbindlichkeiten zusammensetzenden sonstigen betrieblichen Erträge sanken auf 11,6 Mio. € (Vorjahr: 13,4 Mio. €). Demgegenüber standen sonstige betriebliche Aufwendungen, die von 9,7 Mio. € im Vorjahr auf 15,2 Mio. € deutlich anstiegen. Gründe hierfür waren insbesondere Wertberichtigungen von Forderungen an griechische Krankenhäuser sowie Aufwendungen für die Schließung der griechischen Tochtergesellschaft.

In den Fortgeführten Geschäftsbereichen erwirtschaftete die Biotest Gruppe ein um 7,5% deutlich verbessertes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 44,7 Mio. €. Dieses hatte im Geschäftsjahr 2011 noch 41,6 Mio. € betragen. Im Zuge dessen stieg auch die EBIT-Marge von 9,9% auf jetzt 10,2% an. Im Segment Therapie wurden im Geschäftsjahr 2012 26,3 Mio. € erwirtschaftet nach 24,9 Mio. € 2011. Die Ergebnisbeiträge im Segment Plasma &  Services gingen dagegen moderat von 18,8 Mio. € auf 18,4 Mio. € zurück. Die Profitabilität der Segmente Therapie und Plasma & Services ist nicht unmittelbar vergleichbar, da das Segment Plasma & Services projektbezogen nur geringe oder gar keine Forschungs- und Entwicklungskosten trägt. Darüber hinaus sind die Marketing- und Vertriebskosten des Segmentes Plasma & Services auch deutlich niedriger im Verhältnis zum Umsatz. Im Segment Andere Segmente erwirtschaftete die Gruppe ein ausgeglichenes Ergebnis (0,0 Mio. €) nachdem im vergangenen Geschäftsjahr noch ein Verlust von 2,1 Mio. € angefallen war.

Das Finanz- und Beteiligungsergebnis konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich verbessert werden und belief sich auf – 8,2 Mio. € nach – 13,0 Mio. € im Vorjahr. Der Hauptgrund hierfür ist die im Vorjahr vorgenommene Abwertung von in den Büchern befindlichen griechischen Staatsanleihen, die das Finanzergebnis belasteten.

Für die Biotest Gruppe ergibt sich hieraus in den Fortgeführten Geschäftsbereichen ein Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 36,5 Mio. € – eine Steigerung um 27,6% gegenüber dem Vorjahresergebnis (28,6 Mio. €). Aufgrund einer gestiegenen Steuerlast, die aus steuerlich nicht bewerteten Verlusten der griechischen sowie Anlaufverlusten der brasilianischen Tochtergesellschaft und aus nicht voll angesetzten latenten Steuern bei der BPC resultiert, stieg das Ergebnis nach Steuern (EAT) von 18,7 Mio. € auf jetzt 23,1 Mio. € an (+23,5%). In den Fortgeführten Geschäftsbereichen erwirtschaftete die Biotest Gruppe somit ein Ergebnis je Aktie in Höhe von 1,94 €. Dieses hatte im Geschäftsjahr 2011 noch 1,57 € betragen.

Ergebniskennzahlen der Biotest Gruppe

Mio. € 2012 2011* Veränderung in %
EBIT 44,7 41,6 7,5
EBT 36,5 28,6 27,6
EAT 23,1 18,7 23,5
Ergebnis je Aktie (€) 1,94 1,57 23,6

* Fortgeführte Geschäftsbereiche

Darüber hinaus wurde ein anhängiges Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit dem Verkauf des ehemaligen Biotest-Segments Mikrobiologisches Monitoring zugunsten der ehemaligen Tochtergesellschaft der Biotest AG entschieden. Im Zuge dessen stehen Biotest noch ausstehende Anteile des Kaufpreises zu, wodurch die Biotest Gruppe im Nicht fortgeführten Geschäftsbereich im Geschäftsjahr 2012 ein Ergebnis nach Steuern von 10,3 Mio. € ausweist.

b. Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Biotest Gruppe blieb zum Stichtag 31. Dezember 2012 gegenüber dem 31. Dezember 2011 nahezu konstant. Sie betrug 682,3 Mio. € nach 682,8 Mio. € zum Ende des Vorjahres.

Auf der Aktivseite stiegen die langfristigen Vermögenswerte leicht von 312,8 Mio. € auf 314,9 Mio. € an. Erhöhten Sachanlagen sowie latenten Steueransprüchen standen geringere immaterielle Vermögenswerte sowie sonstige Finanzanlagen gegenüber. Die Sachanlagen nahmen zum 31. Dezember 2012 deutlich auf 243,0 Mio. € zu (31. Dezember 2011: 234,9 Mio. €). Während im Geschäftsjahr 2012 insgesamt 33,3 Mio. € Investitionen in das Sachanlagevermögen getätigt wurden, betrugen die Abschreibungen im selben Zeitraum 22,1 Mio. €. Die immateriellen Vermögenswerte zum 31. Dezember 2012 sanken auf 54,6 Mio. € (31.Dezember 2011: 62,8Mio. €). Den Investitionen von 1,2Mio. € in immaterielle Vermögenswerte standen Abschreibungen und Wertminderungen in Höhe von 9,3 Mio. € gegenüber.

Bei den kurzfristigen Vermögenswerten, die inklusive der Vermögenswerte aus dem Nicht fortgeführten Geschäftsbereich zum Stichtag 31. Dezember 2012 nur geringfügig von 370,0 Mio. € auf 367,4 Mio. € (31. Dezember 2012) abnahmen, wurde die Zunahme der Vorräte durch einen Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kompensiert. Die Vorräte nahmen von 153,0 Mio. € auf 184,2 Mio. € zu. Sie stiegen bei der Biotest AG durch den notwendigen Bestandsaufbau bei Vorprodukten für die erwartete Mengensteigerung im Jahr 2013, bei der BPC lief die Vorproduktion für BivigamTM an. Dagegen sanken stichtagsbedingt die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2012 auf 96,1 Mio. € (31. Dezember 2011: 121,0 Mio. €). Die Zahlungsmittel verringerten sich planmäßig um 31,2% von 83,2 Mio. € auf 57,2 Mio. € zum Jahresende 2012. Dieser Abbau war durch getätigte Investitionen, Steuerzahlungen sowie die Rückführung von Krediten bedingt.

Bei den Passiva stieg das Eigenkapital unter Berücksichtigung der Dividende (–5,5 Mio. €), dem Ergebnis nach Steuern (33,4 Mio. €), Währungsumrechnungsdifferenzen (–0,2 Mio. €) sowie erfolgsneutralen Veränderungen (–5,0 Mio. €) deutlich an. Hier wurde zum Stichtag 31. Dezember 2012 ein Eigenkapital in Höhe von 369,4 Mio. € verbucht (31. Dezember 2011: 346,7 Mio. €). Im Zuge dessen erhöhte sich auch die Eigenkapitalquote deutlich. Sie stieg zum Jahresende 2012 auf 54,1% nach 50,8% zum 31. Dezember 2011.

Einer Verringerung des langfristigen Fremdkapitals stand eine Zunahme des kurzfristigen Fremdkapitals entgegen. Bei von 51,0 Mio. € auf 57,1 Mio. € gestiegenen Pensionsrückstellungen nahm das langfristige Fremdkapital zum 31. Dezember 2012 aufgrund von geringeren langfristigen Finanzverbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzung auf 148,0 Mio. € ab (31. Dezember 2011: 188,3 Mio. €). In den Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzung werden noch bis 2014 anteilig die Zahlungen aus dem Vertrag mit AbbVie (ein weltweit tätiges, forschendes biopharmazeutisches Unternehmen, das 2013 als Ausgliederung von Abbott entstanden ist) verbucht. Das kurzfristige Fremdkapital stieg unter Berücksichtigung der Schulden des Nicht fortgeführten Geschäftsbereichs in Höhe von 8,0 Mio. € zum 31. Dezember 2012 von 147,8 Mio. € auf 164,9 Mio. € an. Hier erhöhten sich die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten sowie die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die stichtagsbedingt um 36,6% anstiegen.

c. Finanzlage

Die Cashflow-Rechnung des Geschäftsjahres 2012 war insbesondere durch weitere Investitionen in das Anlagevermögen sowie die Rückführung von Krediten geprägt. Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit der Fortgeführten Geschäftsbereiche belief sich für das Geschäftsjahr 2012 auf 34,7 Mio. €. Im Jahr 2011 konnte hier noch ein deutlich höherer Zufluss von 72,5 Mio. € verbucht werden. Wesentliche Gründe für die Veränderung waren die Erlöse aus dem Kooperationsvertrag mit AbbVie (ein weltweit tätiges, forschendes biopharmazeutisches Unternehmen, das 2013 als Ausgliederung von Abbott entstanden ist), die den operativen Cashflow im Vorjahr maßgeblich beeinflussten. Außerdem waren die Steuerzahlungen auf den Verkaufserlös des früheren Segments Mikrobiologisches Monitoring erst im Geschäftsjahr 2012 zu leisten, was den operativen Cashflow der aktuellen Periode erheblich beeinflusste.

Aus dem operativen Cashflow konnten damit die höheren Investitionen des Konzerns vollständig innenfinanziert werden.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug zum Jahresende 2012 –29,3 Mio. €. Hierin sind insbesondere gestiegene Investitionen am Standort Dreieich – im Wesentlichen für die neue Abfüllung und Verpackung – sowie am Standort in Boca Raton für die Fertigstellung der Produktionsanlagen und für den Aufbau von Plasmazentren enthalten. Im Vorjahr wurde hier noch ein Zufluss in Höhe von 22,7 Mio. € verbucht. Dieser war durch die Erlöse aus dem Verkauf der Aktivitäten im früheren Segment Mikrobiologisches Monitoring begründet.

Im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit flossen im Geschäftsjahr 2012 insgesamt 31,4 Mio. € ab. Dieser stand damit nur geringfügig über dem Niveau des Vorjahres (–30,7 Mio. €). Ein wesentlicher Teil dieses Postens entfiel auf die Rückzahlung von Krediten, welche aus den Zahlungsmitteln bedient wurden sowie auf die geleistete Dividendenzahlung. Folglich nahmen die Zahlungsmittel zum 31. Dezember 2012 planmäßig auf 57,2 Mio. € ab. Am 31. Dezember 2011 hatten diese noch 83,2 Mio. € betragen.

Wesentliche KenngröSSen der KaPitalflussrechnung der Biotest gruppe

in Mio. € 2012* 2011*
Operativer Cashflow vor Veränderung des
orking Capital 73,7 72,9
Cashflow aus Veränderung
des W
orking Capital
–8,6 12,9
Gezahlte Zinsen und Steuern –30,4 –13,3
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 34,7 72,5
Cashflow aus Investitionstätigkeit –29,3 22,7
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit –31,4 –30,7
Zahlungswirksame Veränderung der
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente – 26,0 64,5

* Fortgeführte Geschäftsbereiche

Finanzierungsstrategie

Die Finanzierungsstrategie der Biotest Gruppe ist darauf ausgerichtet, die Liquidität zu jeder Zeit sicherzustellen, über Spielraum zur Finanzierung des Wachstums im operativen Geschäft zu verfügen und alle Investitionen plangemäß umsetzen zu können.

Biotest setzt Eigen- und Fremdkapital zur Finanzierung ein und strebt eine solide und konservativ ausgerichtete Finanzierungsstruktur an. Die Zielmarke für die Eigenkapitalquote liegt bei mindestens 40%; mit einer Eigenkapitalquote von 54,1% zum Bilanzstichtag besitzt Biotest eine gute Basis für zukünftige Finanzierungen von Investitionen. Das Eigenkapital und die langfristige Komponente der Fremdkapitalfinanzierung sollen zusammen das Anlagevermögen abdecken. Für die Finanzierung des operativen Geschäfts schließt Biotest revolvierende Vereinbarungen über Betriebsmittelkredite ab, die in der Regel über eine Laufzeit von ein oder zwei Jahren verfügen.

Die Beschreibung der Kapitalstruktur ist dem Kapitel E14 des Anhangs zu entnehmen.

d. Zusammenfassende Beurteilung durch den Vorstand

Das Geschäftsjahr 2012 stand für die Biotest Gruppe ganz im Zeichen des Wachstums. So konnten im Vergleich zum Vorjahr sowohl die Umsatzerlöse (+4,3%) als auch das EBIT (+ 7,5%) deutlich gesteigert werden. Insbesondere im Segment Plasma &  Services wurden erheblich höhere Umsätze erzielt. Regional trugen vorrangig die asiatischen Märkte zur Geschäftsausweitung bei.

Insgesamt verfügt die Biotest Gruppe über die Ressourcen, um das operative Geschäft planmäßig voranzutreiben. So bieten speziell die Markteinführung von Bivigam™ in den USA sowie mittel- und langfristig die Weiterentwicklungen im Bereich der monoklonalen Antikörper zusätzliche Gewinnpotenziale. Die Vermögenslage bildet mit einer erneut verbesserten Eigenkapitalquote in Höhe von 54,1% sowie einer ausgewogenen Finanzierungsstruktur das Fundament für das geplante zukünftige Wachstum der Biotest Gruppe.

B. Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag hat der Aufsichtsrat der Biotest AG mit Wirkung zum 9. Januar 2013 Herrn Dr. Georg Floß in den Vorstand des Unternehmens berufen. Auf der neu geschaffenen Position des Chief Operations Officer (COO) ist er für die Bereiche Produktion und Operations verantwortlich. Herr Dr. Floß ist seit 2008 in verantwortlicher Position bei Biotest tätig.

C. Risikobericht

Die Biotest Gruppe ist als weltweit tätiges Unternehmen in einem hochtechnologischen Umfeld einer Vielzahl von Risikofaktoren ausgesetzt, die sich auf die Geschäftstätigkeit negativ auswirken können. Der Eintritt der Risiken, die sich aus eigenem unternehmerischen Handeln sowie aus externen Faktoren ergeben, ist nicht immer vorhersehbar und kann nur bis zu einem gewissen Grad oder überhaupt nicht von Biotest beeinflusst werden.

Nachteilige Auswirkungen können sich im Bezug auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung sowie die Vermögens- und Finanzlage ergeben. Der Risikobericht beschreibt die Risiken, denen Biotest als Konzern sowie auf Ebene der Segmente ausgesetzt ist. Gleichzeitig wird dargestellt, wie das Unternehmen diesen Risiken begegnet, wie sie kontrolliert und gemanagt werden. Im Folgenden wird für die dargestellten Einzelrisiken jeweils eine Einschätzung des Vorstands zur Eintrittswahrscheinlichkeit angegeben.

I. Gesamtaussage zur Risikosituation des Ko nzerns

Biotest ist aus Sicht des Vorstands derzeit keinen Risiken ausgesetzt, die über das untrennbar mit dem Geschäft verbundene Maß hinausgehen. Sämtliche wesentlichen Risiken werden kontinuierlich beobachtet; sofern möglich und sinnvoll, wurde und wird eine entsprechende Absicherung eventueller finanzieller Folgen vorgenommen. Es sind derzeit keine Risiken erkennbar, welche die wirtschaftliche Stabilität der Biotest Gruppe gefährden könnten.

II. Risikostrategie

Vorstand und Aufsichtsrat haben in ihrer gemeinsamen Risikostrategie festgelegt, dass das Unternehmen kontrolliert Risiken eingeht, wenn dadurch die Perspektive auf ein dauerhaft ertragreiches Wachstum geschaffen wird. Die Risikostrategie ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern und seinen Wert dauerhaft und systematisch zu steigern.

III. Risikomanagement und -controlling

Biotest erfasst und bewertet systematisch die operativen und strategischen Risiken. Alle Risiken von wesentlicher Tragweite und hinreichender Eintrittswahrscheinlichkeit werden engmaschig kontrolliert.

Das EDV-gestützte Risikomanagement-System der Biotest Gruppe erfüllt die Anforderungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG). Die Prozesse im Risikomanagement sind detailliert dokumentiert und die entsprechenden Dokumente sind im Risikomanagement-System hinterlegt.

Ziel des implementierten Risikomanagement-Systems ist die Identifizierung und Bewertung von Risiken, die der Regelkonformität des Konzernabschlusses entgegenstehen könnten. Ferner werden erkannte Risiken begrenzt, sofern notwendig durch Hinzuziehung externer Spezialisten. Schließlich dient das Risikomanagement-System der Überprüfung erkannter Risiken hinsichtlich ihres Einflusses auf den Konzernabschluss sowie der Abbildung dieser Risiken.

Wesentliche Gefährdungspotenziale sind Element der monatlichen internen Berichterstattung. Darüber hinaus fasst alle sechs Monate das Risikomanagement-Komitee den aktuellen Stand der Risikolage in allen Segmenten zusammen und erstellt einen detaillierten Risikobericht an den Vorstand. Dieser umfasst folgende Risikofelder: Marktrisiken, Prozess- und Produktionsrisiken, Finanzrisiken, Personalrisiken und Organisationsrisiken.

In der Zeit zwischen den Sitzungen des Risikomanagement-Komitees informieren die Segmentverantwortlichen den Vorstand im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Vorstandssitzungen über die aktuelle Risikosituation innerhalb ihres Verantwortungsbereichs. Ändert sich die Risikolage ad hoc, so wird der Vorstand bei Bedarf kurzfristig und direkt darüber in Kenntnis gesetzt.

Jeder Mitarbeiter bei Biotest muss sich – im Rahmen der jeweils übertragenen Verantwortung – risikobewusst verhalten. Verantwortlich für Kontrolle und Steuerung der Risiken sind die jeweiligen Führungskräfte. Innerhalb der Gruppe gibt es etwa 50 Risikomelder, die sämtliche potenziellen Risiken abdecken. Für alle Risikomelder gelten verbindliche Grundsätze zum Umgang mit Risiken.

Standards und Abläufe im Risikomanagement und -controlling werden durch die Interne Revision regelmäßig auf ihre Angemessenheit und Wirksamkeit geprüft. Das letzte Audit fand 2012 statt.

Um die finanziellen Folgen von Haftungsrisiken und Elementarschäden zu begrenzen, hat Biotest Versicherungen abgeschlossen. Das Unternehmen kontrolliert regelmäßig, ob der Umfang des Versicherungsschutzes angemessen ist und passt ihn gegebenenfalls an.

IV. Interne Ko ntrollsysteme der Rechnungslegungsprozesse

Biotest hat ein rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem etabliert, das alle wesentlichen Geschäftsprozesse in der Biotest AG und in sämtlichen Tochtergesellschaften umfasst. Ziel des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems ist es, durch die Implementierung von Kontrollen eine hinreichende Sicherheit zu gewährleisten, sodass trotz identifizierter Risiken ein regelungskonformer Konzernabschluss erstellt wird. Die einschlägigen Richtlinien sind in einem Organisationshandbuch zusammengefasst, das allen Mitarbeitern zugänglich ist.

Das den Vorgaben der International Financial Reporting Standards (IFRS) entsprechende Handbuch der Rechnungslegung der Biotest AG ist für alle Gesellschaften der Gruppe verbindlich und deckt alle für Biotest relevanten Rechnungslegungsvorschriften ab. Das Handbuch wird ständig an Änderungen der IFRS angepasst. Alle für die Rechnungslegung Verantwortlichen werden hierzu kontinuierlich informiert und geschult.

Die Rechnungslegung der Biotest AG und aller in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften erfolgt nach festen Termin- und Ablaufplänen, in denen alle notwendigen Aktivitäten detailliert festgeschrieben sind.

Die Einzelabschlüsse und der Konzernabschluss werden mithilfe anerkannter Systeme erstellt. In den Konzerngesellschaften sind durch Organisationsanweisungen und klare Zuständigkeiten interne Kontrollprozesse etabliert, die unter anderem eine Funktionstrennung durch die Anwendung des Vier-Augen-Prinzips beinhalten.

Die Gesellschaften erfassen die Daten für die Konzernrechnungslegung in einem einheitlichen, detaillierten Berichtswesen, über dessen Inhalt sich die zuständigen Abteilungen für Finanzen und Controlling monatlich abstimmen. Sämtliche Einzelabschlüsse der Konzerngesellschaften werden einer Plausibilitätskontrolle unterzogen, eventuelle Differenzen in Konsolidierungsprozessen werden analysiert und sofern erforderlich korrigiert.

Die im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses durchzuführenden Maßnahmen unterliegen systemseitigen sowie manuellen Kontrollen. Soll-Ist-Vergleiche sowie die Analyse von Veränderungen in Bilanz- und GuV-Posten sind weitere Kontrollen auf Ebene des Konzernabschlusses.

Vertrauliche Daten und Dokumente sind vor dem Zugriff unberechtigter Personen geschützt. Dies gilt für die rechnungslegungsbezogenen EDV-Systeme (Zugriffsberechtigungen, Passwörter, Verschlüsselungen) sowie für sämtliche Gebäude (Zugangskontrolle, Zugangsrechte).

Die Einzelabschlüsse sowie der Konzernabschluss werden durch externe Prüfer geprüft beziehungsweise einer prüferischen Durchsicht unterzogen.

Die Interne Revision prüft die Geschäftsprozesse in allen Segmenten und Tochtergesellschaften. Ihre Befugnisse, Pflichten und Stellung im Konzern sind in der Revisionsrichtlinie festgelegt. Die Prüfung folgt einem Jahresrevisionsplan, der durch den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats beschlossen wird. Die einzelnen Prüfungsergebnisse werden dem Vorstand zeitnah vorgelegt. Die Revision berichtet darüber hinaus dem Vorstand und den Mitgliedern des Prüfungsausschusses jeweils einmal jährlich ausführlich.

V. Risikomanagement-System in Bezug auf Finanzinstrumente

Biotest nutzt derivative Finanzinstrumente zur Sicherung von Währungspositionen. Der Abschluss entsprechender Kontrakte erfolgt unter Berücksichtigung der definierten Risikogrenzen. Eine umfassende Darstellung des Risikomanagement-Systems in Bezug auf Finanzinstrumente enthält das Kapitel F4 im Anhang zum Konzernabschluss.

VI. Da rstellung der wesentlichen Risikokategorien

Im Folgenden werden die der Biotest Gruppe bekannten wesentlichen Risiken für das Unternehmen beschrieben. Darüber hinaus gibt es weitere Risiken und Unsicherheiten, denen Biotest ausgesetzt sein könnte, die derzeit aber nicht bekannt sind oder die gegenwärtig als unwesentlich betrachtet werden. Auch sie können den Geschäftsbetrieb beeinträchtigen und nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Aus der Reihenfolge, in der die nachfolgenden Risiken aufgeführt sind, lässt sich keine Aussage über die Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens ableiten.

a. Umfeldrisiken und Branchenrisiken

Konjunkturrisiken

Den Folgen einer tief greifenden und lang anhaltenden Rezession könnte sich Biotest nicht dauerhaft entziehen, wenn auch der unmittelbare Effekt begrenzt ist. Das Risiko möglicher Umsatzrückgänge ergibt sich aus einer eventuell geringeren Nachfrage und einem steigenden Druck seitens der Abnehmer, die Preise zu senken.

Ein weiterer potenziell dämpfender Effekt besteht darin, dass Biotest gezwungen sein könnte, die Belieferung einzelner Märkte zu reduzieren oder einzustellen. Dies könnte der Fall sein, wenn keine ausreichende Absicherung gegen den Ausfall entsprechender Forderungen möglich ist oder diese nur zu deutlich verschlechterten Konditionen zu erreichen wäre.

Wenn die gesamtwirtschaftliche Lage eines Landes sich so sehr verschlechtert, dass gravierende Auswirkungen auf dessen Zahlungsfähigkeit sowie auf das dortige Gesundheitssystem zu befürchten sind, könnte Biotest gezwungen sein, Lieferungen in solche Länder zur Risikoreduzierung einzustellen. Dies wurde so im Geschäftsjahr 2012 in Griechenland praktiziert.

Die Konjunkturrisiken sieht der Vorstand als erhöht an und die Entwicklung wird genau beobachtet.

Absatzmarktrisiken

Absatzmarktrisiken setzen sich aus Preis-, Mengen-, Substitutions- und Forderungsausfallrisiken zusammen.

Durch die Erschließung weiterer internationaler Märkte und durch den Abschluss längerfristiger Lieferverträge senkt die Biotest Gruppe das Risiko kurzfristiger Schwankungen von Absatzmenge und Preisen. Dennoch bergen insbesondere einzelne Ausschreibungsgeschäfte im Segment Therapie das Risiko, dass die absetzbare Menge niedriger als geplant ist.

Das Risiko weiterer kräftiger Preisrückgänge bei Plasmaproteinen hat sich aufgrund der Preisentwicklung der vergangenen Jahre, der stabil steigenden Nachfrage sowie der Angebotsentwicklung gegenüber der Vorjahressituation nicht erhöht. Es ist aber nach wie vor als erhöht anzusehen.

Das Verhältnis zwischen den weltweit eingesetzten plasmatischen und rekombinanten Gerinnungsfaktoren ist nach den Beobachtungen der Biotest Gruppe bisher stabil, sodass das Unternehmen die Substitutionsrisiken momentan als überschaubar erachtet.

Das Forderungsausfallrisiko ist angesichts der teilweise geringeren Bonität von Unternehmen und Staaten in einigen Regionen erhöht. Biotest hat ein aktives Forderungsmanagement eingerichtet und ergreift gegebenenfalls Maßnahmen zur Risikominimierung wie zum Beispiel Belieferungsstopps.

Die Staatsschuldenkrise hatte für Biotest in den vergangenen Jahren insbesondere Auswirkungen auf das Geschäft in Griechenland. Forderungen gegen staatliche griechische Hospitäler aus den Jahren 2007 bis 2009 wurden mit Anleihen beglichen. Die Anleihen mit einer Laufzeit bis 2011 wurden planmäßig zurückgezahlt. Die Anleihen mit einer Laufzeit bis Ende 2012 und 2013 wurden im März 2012 im Zuge des Zwangsumtauschs in neue Anleihen getauscht. Biotest hat anschließend alle im Besitz befindlichen griechischen Staatsanleihen veräußert und somit Risiken abgebaut. Dennoch bleiben Unsicherheiten hinsichtlich der vollständigen Bezahlung der noch offenen Forderungen aus dem Geschäftsjahr 2012 in Höhe von 5,4 Mio. € gegenüber griechischen Krankenhäusern bestehen. Für diese Forderungen wurde deshalb bereits risikoadäquat Vorsorge in Form einer Wertberichtigung getroffen. Die griechische Gesellschaft hat zum 30. September 2012 ihre operativen Aktivitäten eingestellt. Administrativ betreibt die Gesellschaft weiterhin ein aktives Forderungsmanagement.

Der Eintritt in einen Markt ist mit hohen Kosten für Registrierungen von Produkten sowie auch mit Aufwendungen in eine Infrastruktur wie zum Beispiel in die Gründung einer Tochtergesellschaft verbunden. Wenn Länder, die sich ökonomisch in der Entwicklung befinden, ihre regulatorischen Rahmenbedingungen und bürokratischen Abläufe ändern, so kann dies unerwartete Verzögerungen beim Markteintritt bewirken. Biotest versucht hier, durch das Einbeziehen von Experten im betreffenden Markt die Situation im Hinblick auf die Risiken abzuschätzen und gegebenenfalls zu minimieren.

Beschaffungsmarktrisiken

Für die Herstellung ihrer biologischen und biotechnologischen Arzneimittel benötigt die Biotest Gruppe spezielle Ausgangsund Hilfsstoffe. Sollte es hier zu einer Verknappung oder wesentlichen Verteuerung kommen, besteht die Gefahr, dass die Produktions- und Lieferfähigkeit von Biotest eingeschränkt sein könnte. Biotest bezieht große Teile der benötigten Ausgangsstoffe aus eigenen Quellen und hat für übrige Lieferungen langfristige Verträge geschlossen. Deshalb ist das Beschaffungsmarktrisiko aus Unternehmenssicht sehr begrenzt.

b. Politische Risiken

Einen Teil des Umsatzes erzielt Biotest über Ausschreibungsgeschäfte. Diese unterliegen in bestimmten Ländern einer hohen politischen Beeinflussbarkeit, was sich in Einzelfällen zu Ungunsten von Biotest auswirken könnte. Da Biotest in diesem Marktbereich sehr risikobewusst agiert, ist diese Gefahr überschaubar.

Biotest unterhält Beziehungen zu Unternehmen weltweit. Eine Destabilisierung der Lage in einzelnen Ländern kann unter ungünstigen Umständen die Geschäftsbeziehungen und Geschäftsaussichten beeinträchtigen. Im Extremfall kann sich das politische und wirtschaftliche System einzelner Länder destabilisieren. Mögliche Auswirkungen wären Devisenexportbeschränkungen, Import- und Exportverbote, wodurch die Geschäftsbeziehungen zwischen Biotest und den meist staatlichen Einrichtungen in solchen Ländern gefährdet würden.

Die Situation in vielen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens hat sich in den vergangenen Jahren destabilisiert. Da Biotest in diesen Ländern ebenfalls vertreten ist, ist hier ein erhöhtes Risiko zu verzeichnen. Als weiteres Risiko ist zu nennen, dass es immer schwieriger wird, Zahlungen für Medikamentenlieferungen, die von allen Embargo- und Sanktionsmaßnahmen ausgenommen sind aus Ländern zu erhalten, gegen die ansonsten ein Embargo verhängt ist. Biotest versucht diese Schwierigkeiten durch intensiven Kontakt zu ihren Banken und Erläuterungen der dahinterstehenden Geschäften zu minimieren.

Biotest beobachtet sämtliche politischen Risiken kontinuierlich. Die im Falle eines Eintritts möglicherweise resultierenden wirtschaftlichen Folgen werden genau verfolgt.

c. Unternehmensstrategische Risiken

Risiken in Forschung und Entwicklung

Neue Arzneimittel müssen bis zur Zulassung und Markteinführung mehrere klinische Prüfungen durchlaufen, wobei das Risiko besteht, dass sich eine zuvor vermutete therapeutische Wirkung nicht bestätigt oder unerwartete medizinische Risiken die Nutzen/Risiko-Balance nachteilig verändern. Außerdem lässt sich die Höhe der Investitionen in die Entwicklung nicht exakt vorhersagen – es können unerwartet Mehrkosten auftreten. Diese können auch als Folge der in Europa aktuell bestehenden und zukünftig weiter steigenden Anforderungen zum Nachweis des Zusatznutzens neuer Produkte im Vergleich zu bereits bestehenden Produkten bzw. des gesundheitsökonomischen Nutzens entstehen. Ein solcher Nachweis ist bereits während der Produktentwicklung notwendig, da ansonsten die Erzielung eines adäquaten Erstattungspreises bei der Markteinführung mit einem hohen Risiko belegt ist.

Anhand von Meilensteinplänen wird der Entwicklungsfortschritt der Projekte ständig überwacht. In regelmäßigen Zwischenanalysen werden die aus der präklinischen und klinischen Entwicklung neu gewonnenen Daten ausgewertet und so eine verlässliche Grundlage für Entscheidungen zum weiteren Projektverlauf geschaffen.

d. Leistungswirtschaftliche Risiken

Prozess- und Produktionsrisiken

Prozess- und Produktionsrisiken beinhalten die Beeinträchtigung einer effizienten, umweltfreundlichen Leistungserstellung durch ineffiziente Strukturen und Produktionsabläufe sowie durch Elementarschäden. Personalrisiken in der Produktion resultieren aus einem möglichen beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlverhalten von Mitarbeitern, das z. B. die Effizienz oder die Sicherheit in der Produktion negativ beeinflusst.

Biotest beobachtet und analysiert die Prozesse in der Produktion ständig, um möglicherweise entstehenden Risiken frühzeitig entgegenzutreten. Die Abläufe in der Produktion sind über Arbeitsanweisungen jedem damit befassten Mitarbeiter bekannt. Durch umfassende und genau dokumentierte Standards und Arbeitsanweisungen sowie die regelmäßige Schulung der Mitarbeiter wird möglichen Risiken begegnet. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Bereich Hygiene. Aktuell wird in diesem Bereich kein erhöhtes Risiko gesehen.

Risiko aus Lieferantenbeziehungen

Es besteht das Risiko, dass einzelne Geschäfts- oder Kooperationspartner ihren Verpflichtungen nicht oder nicht ordnungsgemäß nachkommen oder bestehende Verträge kündigen. Außerdem unterliegt die Biotest Gruppe dem Risiko, für mögliche Pflichtverletzungen ihrer Partner einstehen zu müssen. Aufgrund der in der Regel langjährigen Geschäftsbeziehung und des intensiven Dialogs, der durch Biotest mit den Zulieferern gepflegt wird, hält der Vorstand die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken für sehr gering.

Risiken in Bezug auf den Rohstoff Plasma

Es besteht ein sehr geringes Risiko, dass Plasma in die Produktion gelangt, das durch derzeit bekannte, aber unentdeckt gebliebene oder bislang unbekannte Bakterien, Viren oder Prionen verunreinigt ist. Das könnte zu einer Belastung der Endprodukte führen. Mögliche Folgen wären, dass Behörden den Rückruf einzelner Chargen aus dem Markt anordnen beziehungsweise die Zulassung einschränken oder aufheben. Daneben könnte eine Verunreinigung mit bislang unbekannten Bakterien, Viren oder Prionen dazu führen, dass die Produktion von Medikamenten auf Plasmabasis durch den Gesetzgeber schärfer reguliert wird.

Die von Biotest eingesetzten Testverfahren entsprechen dem neuesten Stand der Wissenschaft. Im Herstellungsverfahren sind mehrere Schritte zur Virusinaktivierung beziehungsweise Virusabreicherung enthalten. Eine Belastung der Endprodukte kann daher weitestgehend ausgeschlossen werden.

Compliance

Im Wettbewerb um Lieferaufträge sowie bei der Beschaffung besteht grundsätzlich ein Korruptionsrisiko. Mitarbeiter der Biotest Gruppe könnten durch Vorteilsgewährung oder Vorteilsnahme in unzulässiger Weise Einfluss auf die jeweilige Auftragsvergabe nehmen. Biotest begegnet diesem Risiko durch verschiedene vorbeugende Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung. Hierzu ist ein internationales Compliance System unter Berücksichtigung der länderspezifischen Besonderheiten etabliert und wird periodisch den aktuellen Anforderungen entsprechend angepasst.

Die Leiter der Konzerngesellschaften können Geschäfte mit einem wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage oder die Risikosituation des Konzerns nur mit Zustimmung der Unternehmensleitung des Konzerns abschließen.

Am 8. Mai 2012 hatte die Staatsanwaltschaft Frankfurt eine Hausdurchsuchung bei der Biotest AG, Dreieich, veranlasst. Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren gegen mehrere Personen aufgrund einer anonymen Anzeige, in der unter anderem Mitarbeitern der Biotest AG Untreue und Bestechung unterstellt werden. Der Fall befindet sich noch im Stadium der Ermittlung bei der Staatsanwaltschaft. Die Biotest AG weist die Vorwürfe entschieden zurück und unterstützt die Staatsanwaltschaft aktiv bei der Aufklärung.

Personalrisiken

Weitere Risiken bestehen darin, dass Biotest nicht in der Lage sein könnte, Mitarbeiter in Schlüsselpositionen an sich zu binden beziehungsweise entsprechende Positionen mit geeigneten Kandidaten zu besetzen. Diesem Risiko begegnet Biotest durch ständige und gezielte Weiterbildung der Mitarbeiter, attraktive Ausbildungsprogramme sowie eine leistungsorientierte Vergütung von Fach- und Führungskräften.

e. Informationstechnische Risiken

Ein Großteil der Produktions- und sonstigen Geschäftsprozesse bei Biotest läuft IT-gestützt ab. Die Sicherheit der eingesetzten Technik hat daher höchste Priorität. Das gilt sowohl im Hinblick auf die Stabilität der Systeme und entsprechende Ausfall-Lösungen als auch auf die Absicherung vor möglichen unberechtigten Zugriffen Dritter und auf potentielle Angriffe aus dem Internet. Die Produktion und die Verwaltung arbeiten in voneinander getrennten IT-Netzen.

Biotest entwickelt die entsprechenden Sicherheitssysteme kontinuierlich weiter. Der ordnungsgemäße Umgang mit Systemen und Daten ist in Arbeitsanweisungen und einem Berechtigungskonzept umfassend geregelt.

f. Finanzwirtschaf tliche Risiken und Währungsrisiken

Finanzwirtschaftliche Risiken können aus der unerwarteten Kündigung von Kreditlinien oder aus plötzlich steigenden Darlehenszinsen resultieren. Biotest hat für einen großen Teil der Fremdkapitalfinanzierung langfristige Verträge abgeschlossen.

Die Biotest AG ist im Zusammenhang mit der Konsortialkredit-Vereinbarung verpflichtet, bestimmte Finanzrelationen einzuhalten. Diese betreffen ein bestimmtes Verhältnis der Netto-Finanzverschuldung zum EBITDA, der Netto-Finanzverschuldung zum haftenden Eigenkapital sowie des EBITDA zum Zinsaufwand. Diese Finanzrelationen werden vierteljährlich zum Quartalsende auf Basis der konsolidierten Konzernjahres- beziehungsweise Quartalsabschlüsse ermittelt. Im Geschäftsjahr 2012 wurden die Finanzrelationen wie im Vorjahr eingehalten.

Biotest begegnet Währungsrisiken soweit sinnvoll durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Weiterhin stehen den Verkäufen in US-Dollar in erheblichem Umfang Einkäufe in derselben Währung gegenüber. Massive Wertverluste einzelner Währungen würden allerdings dennoch nicht ohne Folgen für das Konzernergebnis bleiben. Aus diesem Grund werden mögliche Währungsrisiken kontinuierlich überwacht und entsprechende Absicherungen vorgenommen.

g. So nstige Risiken

Risiken durch Neben- oder Wechselwirkungen

Bei bereits zugelassenen Medikamenten können sich unerwartet stärkere oder bislang unbekannte Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Mitteln herausstellen. Nicht sachgerechte Handhabung, Lagerung oder Anwendung der Biotest-Präparate kann ebenfalls erhebliche negative Auswirkungen bei Abnehmern und Patienten zur Folge haben. Die in solchen Fällen in Abstimmung mit Aufsichtsbehörden zu treffenden Maßnahmen reichen von der Anordnung eines Rückrufs einzelner Chargen bis hin zur Einschränkung oder Aufhebung der Zulassung. Insbesondere nicht sachgerechte Handhabung von Verdachtsfällen auf Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder Qualitätsmängel können außerdem die Reputation von Biotest bei Aufsichts- und Zulassungsbehörden beeinträchtigen. Durch ständig weiterentwickelte transparente Prozesse sowie Trainings der mit diesen Themen befassten Mitarbeiter stellt Biotest eine sehr hohe Zuverlässigkeit in diesem Bereich sicher. Die hohe Zuverlässigkeit wurde in wiederholten Inspektionen durch Behörden bestätigt. Außerdem wird durch einen intensiven Dialog mit Kliniken und den betreffenden Facharztpraxen sichergestellt, frühzeitig über mögliche neu bekannt gewordene Neben- und Wechselwirkungen informiert zu sein.

Risiken aus laufenden Verfahren und Steuerrisiken

Alle erkennbaren Risiken aus laufenden Verfahren sind im angemessenen Umfang durch Rückstellungen abgedeckt.

Steuerrisiken können sich aus den Betriebsprüfungen der zurückliegenden Jahre ergeben, dadurch dass die Finanzverwaltungen steuerliche Sachverhalte möglicherweise anders beurteilen als durch die Gesellschaften der Biotest Gruppe bilanziert.

D. Prognosebericht

Die Erwartungen und Planungen des Vorstands bezüglich der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung der Biotest Gruppe basieren auf Annahmen, die aus heutiger Sicht die höchste Wahrscheinlichkeit aufweisen. Die Planungen sind jedoch, ebenso wie sämtliche Aussagen zur zukünftigen Entwicklung, naturgemäß mit Unsicherheiten behaftet. Die tatsächliche Entwicklung des Marktumfelds oder der Segmente von Biotest kann deutlich von den unterstellten Entwicklungen abweichen.

I. Gesamtaussage des Vorstands zur Entwicklung des Ko nzerns

Der Vorstand geht für die Geschäftsjahre 2013 und 2014 von einer positiven Entwicklung der Biotest Gruppe aus. Der Markt für Plasmaproteine wird bezogen auf die Menge weiter wachsen, der Druck auf die Preise dürfte zwar auch 2013 weiter anhalten, sich aber nicht verschärfen.

Mit der erfolgreich umgesetzten Fokussierung auf das Geschäft mit Arzneimitteln, der Zulassung und Markteinführung von Bivigam™ in den USA sowie der Zusammenarbeit mit AbbVie (ein weltweit tätiges, forschendes biopharmazeutisches Unternehmen, das 2013 als Ausgliederung von Abbott entstanden ist) bei der weiteren Entwicklung von Tregalizumab (BT-061) sind wichtige Grundlagen für die Weiterentwicklung des Unternehmens gelegt. Von dieser starken Basis aus wird Biotest nach Einschätzung des Vorstands auch im Jahr 2013 weiterhin auf seinem konstanten Wachstumskurs bleiben.

II. Ausrichtung des Ko nzerns in den Geschäftsjahren 2013/2014

Die grundsätzliche Ausrichtung der Biotest Gruppe wird sich aus heutiger Sicht in den Geschäftsjahren 2013 und 2014 nicht verändern.

III. Entwicklung des Ma rktumfelds

a. Gesamtwirtschaf t

Die anhaltende Staatsschuldenkrise einiger Eurostaaten sowie generelle Abschwächungstendenzen auf den Weltmärkten werden auch im laufenden Geschäftsjahr 2013 den globalen Konjunkturverlauf prägen. Da notwendige Sparmaßnahmen einzelner Länder auch die jeweiligen Gesundheitssysteme betreffen könnten, ist hier ebenfalls eine negative Auswirkung auf die Geschäfte der Biotest Gruppe möglich. Entscheidende Faktoren für diese Entwicklung werden aber auch weiterhin das generelle Krisenmanagement der beteiligten Staaten sowie der Umstand sein, wie stark die Realwirtschaft der Zielmärkte von Biotest durch die Unsicherheiten beeinflusst wird.

b. Zielmärkte

Laut aktuellen Studien wird die weltweite Nachfrage nach Immunglobulinen im Geschäftsjahr 2013 sowie den kommenden Jahren weiter um jährlich rund 7% zunehmen. Das Angebot steigt leicht überproportional, somit bleibt nach Einschätzung der Biotest Gruppe trotz eines Nachfrageanstiegs der Preisdruck bei diesen Produkten aktuell bestehen. Dennoch bietet der mit dem Vermarktungsstart von Bivigam™ erfolgte Markteintritt in den USA, dem größten Immunglobulin-Markt weltweit, zusätzliche, zuvor noch nicht vorhandene Absatzchancen.

Bei plasmatischen Gerinnungsfaktoren rechnet Biotest mit einer Zunahme des Weltmarktvolumens um etwa 2% pro Jahr. Darüber hinaus birgt die Wiederaufnahme der Aktivitäten in China mit Humanalbumin mittelfristig erhebliche Absatzpotenziale. So wird erwartet, dass China im Jahr 2014 der zweitgrößte Pharmamarkt weltweit mit Umsätzen von etwa 85 Mrd. € sein wird.

Im Fall der in der Entwicklung befindlichen monoklonalen Antikörper sowie neuen Plasmaprotein-Produkten rechnet das Unternehmen langfristig mit hohen Absatzpotenzialen, da diese – die Zulassung vorausgesetzt – Therapieoptionen darstellen, die sich deutlich von den bestehenden Therapieansätzen unterscheiden.

IV. E rwartete Entwicklung der Biotest-Grupe

a. E rwartete Geschäfts- und Ertragslage der Biotest-Gruppe

Der Umsatz des Konzerns wird nach unseren Erwartungen in den Geschäftsjahren 2013 und 2014 jeweils um 10% bis 15% wachsen. Für das EBIT erwarten wir im Geschäftsjahr 2013 eine Entwicklung in der gleichen Größenordnung, in 2014 dürfte unserer Einschätzung nach der EBIT-Anstieg sogar leicht darüber liegen. Voraussetzung hierfür ist, dass Biotest in China in dem erwarteten Ausmaß erfolgreich sein wird.

b. Erwartete Finanz- und Vermögenslage der Biotest Gruppe

Biotest wird die ausgewogene Finanzierungsstruktur – sowohl im Hinblick auf das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital als auch von kurzfristiger zu langfristiger Kreditfinanzierung – im Jahr 2013 beibehalten. Einen erheblichen Teil der Zahlungsmittel wird der Konzern einsetzen, um die erforderliche Ausweitung des Umlaufvermögens zu finanzieren. Diese ergibt sich vor allem aus der angestrebten Ausweitung der Vermarktung von Bivigam™, wozu entsprechende Bestände des Endprodukts als Vorräte aufzubauen sind. Daneben wird sich das Umlaufvermögen auch aufgrund des Anstiegs des Intratect® 100 g/l (10%ige Lösung) Umsatzes sowie durch die am Ende des Jahres geplante Verdopplung der Albumin-Produktion erhöhen.

Neben der Finanzierung des weiter fortgesetzten Ausbaus der Kapazitäten könnten in Zukunft auch wieder Akquisitionen geeigneter Unternehmen sowie die Einlizenzierung marktnaher Produkte eine strategische Option darstellen.

Für das Jahr 2013 sind Investitionen im Biotest-Konzern im Volumen von 33 Mio. € vorgesehen, für 2014 sind 41 Mio. € geplant. Größte Einzelprojekte 2013 und 2014 sind der Aufbau eines neuen Plasma-Wareneingangs mit der zugehörigen Infrastruktur für Testungen, der Aufbau einer Fibrinogen-Anlage sowie die Erweiterung der Albumin-Produktion. 2013 wird die Investition für die Erweiterung der Abfüllung und Verpackung der Plasmaproteinprodukte in Dreieich abgeschlossen werden. Daneben werden in den Jahren 2013 und 2014 im Konzern bis zu fünf neue Plasmapheresezentren errichtet werden bzw. in Betrieb gehen.

c. Erwartete Entwicklung in den Segmenten

Segment Therapie

Folgende signifikante Fortschritte und Neuentwicklungen werden im laufenden Geschäftsjahr 2013 im Segment Therapie erwartet:

Therapiegebiet Hämatologie

BT-062: Ende 2013 wird mit ersten Ergebnissen aus der klinischen Kombinationsstudie in der Leitindikation Multiples Myelom gerechnet. Nach Abschluss der notwendigen präklinischen Arbeiten ist die Einreichung einer klinischen Studie an soliden Tumoren im zweiten Halbjahr 2013 geplant. Damit wird die klinische Entwicklung von BT-062 wie geplant fortgeführt und auf zusätzliche Tumorindikationen erweitert.

Therapiegebiet Klinische Immunologie

BT-063:Durchführung der für die Phase-II-Studie notwendigen toxikologischen Untersuchungen.

Civacir™: Eine klinische Phase-II-Studie in der Indikation "Verhinderung der Reinfektion nach einer Hepatitis-C-induzierten Lebertransplantation" ist für das zweite Quartal 2013 geplant.

Fovepta®: Erste Zulassungen und Umsätze außerhalb Europas und den USA werden im Jahr 2013 erwartet. Dabei wird die Zulassung in insgesamt neun weiteren Ländern angestrebt.

Intratect® 100 g/l (10 %ige Lösung): Die Markteinführung von Intratect® 100 g/l (10%ige Lösung) in Deutschland ist im Januar 2013 erfolgt. Bis zu 18 weitere europäische Märkte könnten zeitnah folgen. Biotest rechnet 2013 mit einem Anstieg der Umsätze mit Intratect® 5% und Intratect® 100 g/l (10%ige Lösung) um bis zu 20%.

Tregalizumab (BT-061): Die Phase-IIb-Studie (Nr. 986) mit mehr als 350 Patienten, die die Kombination von Tregalizumab (BT-061) mit Methotrexat untersucht, wird voraussichtlich im Frühjahr 2013 zur Genehmigung eingereicht werden. Daneben wurde im zweiten Quartal 2012 eine zusätzliche Studie (Nr. 985) zur Untersuchung der Pharmakokinetik und Pharmakodynamik des Wirkstoffes begonnen.

Zutectra®: Biotest plant für das laufende Geschäftsjahr 2013 Zutectra® zur Erhaltungsbehandlung nach einer Hepatitis B-induzierten Lebertransplantation auf weiteren asiatischen sowie südamerikanischen Märkten einzuführen.

Therapiegebiet Intensivmedizin

Fibrinogen:Der Abschluss der Patientenrekrutierung der Phase-I/II -Studie ist für das dritte Quartal 2013 geplant.

IgM concentrate: Eine Zwischenanalyse nach 40 behandelten Patienten wird im ersten Halbjahr 2013 durch einen Statistiker durchgeführt, der eine Empfehlung zur Gesamtanzahl der in dieser Studie zu untersuchenden Patienten abgeben wird.

Segment Plasma &  Services

Teil der Konzernstrategie im Segment Plasma &  Services ist es, freie Rohstoff- und Fertigungskapazitäten auf dem Markt in der Lohnherstellung anzubieten und diese sukzessive auszuweiten. Im Zuge dessen hat die BPC im Dezember 2012 einen über zunächst zehn Jahre laufenden, strategischen Langzeitvertrag mit ADMA Biologics, Inc. (ADMA) abgeschlossen. In diesem Vertrag hat sich ADMA verpflichtet, sein weltweites Produktionsvolumen an RSV (Respiratory-Syncytial-Virus)- Immunglobulin, das aus Humanplasma mit RSV-Antikörpern hergestellt wird, ausschließlich bei der BPC zu decken. Zudem hat ADMA eine Lizenz für das Marketing und den Verkauf von RSV-Immunglobulin in Europa und ausgewählten Ländern in Nordafrika und dem Mittleren Osten an die Biotest AG vergeben.

Ziel ist es, die Umsätze im Segment Plasma &  Services in den nächsten Jahren kontinuierlich zu erhöhen. Hierbei sollen sowohl die Lohnherstellungsvolumina als auch die Plasma-Umsätze insbesondere im Bereich Spezialplasma erhöht werden. Die Profitabilität sollte auf dem jetzigen Niveau bleiben.

V. Chancen

Biotest betrachtet Chancen und Risiken im Rahmen eines ganzheitlichen Managementansatzes. Eine kontinuierliche Beobachtung der Entwicklung von Absatzmärkten und regulatorischen Rahmenbedingungen ermöglicht es, frühzeitig Chancen zu erkennen. Die aktuelle Chancenlage ist Gegenstand der regelmäßigen Berichterstattung an den Vorstand. Ändert sich die Chancenlage so, dass rasches Handeln sinnvoll wäre, wird der Vorstand bei Bedarf kurzfristig und direkt darüber in Kenntnis gesetzt.

Biotest evaluiert identifizierte Chancen umfassend und entscheidet auf Basis der Ergebnisse über mögliche Investitionen. Zur Prüfung werden unter anderem risikoadjustierte Barwerte (Net Present Value-Verfahren) sowie der Vergleich mehrerer Szenarien herangezogen. Darüber hinaus fließen mögliche Risiken in die Bewertung der Chancen mit ein. Schließlich muss das potenzielle Vorhaben auch in die strategische Ausrichtung des Segments und der Gruppe passen.

a. C hancen aus der Weiterentwicklung des Produktportfolios

Die Erweiterung der Anwendung bestehender Produkte auf zusätzliche Indikationen könnte insbesondere im Bereich der Immunglobuline weitere Vermarktungspotenziale für die Biotest Gruppe eröffnen.

Daneben können erweiterte Indikationsfelder auch aus verbesserten beziehungsweise breiter eingesetzten Diagnoseverfahren resultieren, die dazu führen, dass potenziell therapierbare Erkrankungen besser entdeckt werden und durch die Gabe von Immunglobulinen behandelt werden können. Auch die Internationalisierung wird zum Beispiel mit dem geplanten Verkauf von Albumin in China zur Weiterentwicklung des Portfolios beitragen.

Zusätzliche Potenziale ergeben sich aus dem konsequenten Produkt- und Lifecycle-Management bestehender Präparate. Durch die Weiterentwicklung bereits am Markt befindlicher Produkte – unter anderem durch die Etablierung zusätzlicher Konzentrationen oder Darreichungsformen – wird das Produktportfolio weiter differenziert und somit die Adressierung weiterer Marktsegmente ermöglicht.

b. Chancen aus der Unternehmensstrategie

Wie beschrieben, bietet insbesondere die Internationalisierungsstrategie des Konzerns erhebliche Potenziale für das zukünftige Unternehmenswachstum. Die Einführung von Bivigam™ in den USA sowie die geplante Wiederaufnahme der Aktivitäten im chinesischen Markt belegen diese Entwicklung. Daneben könnten in Zukunft auch aus Übernahmen strategische Wettbewerbsvorteile und somit Chancen erwachsen.

Zusätzlich bietet die Entwicklung monoklonaler Antikörper und neuer Plasmaprotein-Produkte – die Zulassung vorausgesetzt – hohe Absatzpotenziale, da diese Therapieoptionen darstellen, die sich deutlich von den aktuell am Markt befindlichen Ansätzen unterscheiden.

c. Leistungswirtschaf tliche Chancen

Biotest hat in den vergangenen Jahren massiv in den Ausbau von Ressourcen und Know-how in den Bereichen Arzneimittelentwicklung und -zulassung investiert. Gleichzeitig wurden die Vorteile einer zentral gesteuerten, effizienten Einheit mit der vornehmlichen Konzentration wichtiger Unternehmensbereiche am Standort Dreieich bewahrt. Hieraus entstehende Synergien und Potenziale sollen auch in der Zukunft genutzt werden, um insbesondere Forschungs- und Entwicklungsprojekte schneller und kostengünstiger voranzutreiben.

E. Vergütungsbericht

Der im Corporate Governance-Bericht auf den Seiten 104 bis 106 enthaltene Vergütungsbericht ist Bestandteil des Lageberichts. Der Vergütungsbericht fasst die Grundsätze zusammen, die für die Festlegung der Vergütung der Vorstandsmitglieder maßgeblich sind und erläutert die Struktur und Höhe der Vorstandsvergütung sowie die Vergütung des Aufsichtsrats.

F. E rläuterungen zu den Angaben nach § 315 Absatz 4 HGB

Das gezeichnete Kapital der Biotest AG beträgt satzungsgemäß 30.025.152 €. Es ist eingeteilt in 6.595.242 Stück-Stammaktien sowie 5.133.333 Stück-Vorzugsaktien. Die Aktien lauten auf den Inhaber, Vorzugsaktien gewähren kein Stimmrecht.

Die OGEL GmbH, Frankfurt, Deutschland, hat uns per Mitteilung vom 12. Februar 2008 angezeigt, dass sie 50,03% der Stammaktien der Biotest AG hält. Die Gesellschaft wird von Dr. Cathrin Schleussner, Deutschland, Mitglied des Aufsichtsrats der Biotest AG, kontrolliert. Die Kreissparkasse Biberach, Biberach, Deutschland, hat uns per Mitteilung angezeigt, dass der Stimmrechtsanteil am 20. Januar 2007 24,36% betragen hat. Aufgrund der zum 1. Februar 2012 in Kraft getretenen Regelungen des § 41 Abs. 4d WpHG haben uns am 22. Februar 2012 Herr Dr. Martin Schleussner, Frau Renate Schleussner und Herr Dr. Hans Schleussner (alle ansässig in Deutschland) mitgeteilt, dass zum 1. Februar 2012 ein entsprechend § 41 Abs. 4d WpHG mitteilungspflichtiger Stimmrechtsanteil von jeweils 50,27% an der Biotest AG besteht. Darüber hinaus sind dem Vorstand keine direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10% der Stimmrechte überschreiten. Es gibt keine Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.

Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat nach Maßgabe der §§ 84 und 85 AktG sowie § 7 Abs. 2 der Satzung bestellt und abberufen. Jede Satzungsänderung bedarf gem. § 179 Abs. 1 AktG eines Beschlusses der Hauptversammlung (§ 133 AktG). Die Befugnis zu Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, ist gemäß § 27 der Satzung in Übereinstimmung mit § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG auf den Aufsichtsrat übertragen worden.

Nach näherer Maßgabe der Hauptversammlungsbeschlüsse vom 6. Mai 2010 ist die Gesellschaft ermächtigt, gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG auf den Inhaber lautende Stammaktien und/oder auf den Inhaber lautende Vorzugsaktien bis zu 10% des zum Zeitpunkt der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals von 30.025.152,00 € zu erwerben. Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach §§ 71d und 71e AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10% des Grundkapitals entfallen. Die Ermächtigung gilt bis zum 5. Mai 2015, die Gesellschaft hat von ihr bisher keinen Gebrauch gemacht.

Mit Beschluss derselben Hauptversammlung wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 5. Mai 2015 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Vorzugsaktien ohne Stimmrecht gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu 3.742.487,04 € (dies entspricht 1.461.909 auf den Inhaber lautenden Vorzugsaktien ohne Stimmrecht) zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2010/I). Dabei ist den Aktionären ein Bezugsrecht einzuräumen. Von dieser Ermächtigung wurde bisher noch kein Gebrauch gemacht.

Wesentliche Vereinbarungen zwischen der Biotest AG und Dritten, die bei einem Kontrollwechsel (Change of Control) wirksam werden, bestehen hinsichtlich der Verträge zur langfristigen Finanzierung des Konzerns. Die Konsortialkreditvereinbarung gesteht den Gläubigerbanken bei einem Kontrollwechsel bei der Biotest AG oder der Biotest Pharmaceuticals Corporation das Recht auf Kündigung der Vereinbarung zu, sofern ihnen durch den Kontrollwechsel eine Fortsetzung des Vertrags unzumutbar erscheint.

Eine Genussrechtsvereinbarung über ein endfälliges Darlehen im Nennbetrag von 10 Mio. € sieht die Möglichkeit einer außerordentlichen Kündigung durch die Gläubiger bei einem Kontrollwechsel vor. In einem solchen Fall wäre der gesamte Betrag sofort fällig und zudem eine Vorfälligkeitsentschädigung zu leisten.

Eine Ergänzungsvereinbarung zum Vorstandsvertrag der Vorstandsmitglieder Dr. Ramroth und Prof. Dr. Schulz enthält eine Abfindungsregelung, die im Fall wirksam wird, dass der Vorstandsvertrag infolge des Eintritts eines näher definierten Change of Controls vorzeitig beendet wird. Die Abfindung umfasst die feste Vergütung bis zum Ende der Laufzeit zuzüglich anteiliger Tantiemen, die auf Basis des Durchschnittsbetrags der vorangegangenen zwei Geschäftsjahre zuzüglich einer Vergütung für den Nutzungswert des gewährten Dienstwagens ermittelt werden. Neben diesen Ansprüchen umfasst die Abfindung zusätzlich das Zweifache der jährlichen Festvergütung. Insgesamt beläuft sich die Abfindung jedoch maximal auf das Dreifache der jährlichen Festvergütung.

Der Anspruch entsteht nicht, wenn die Beendigung des Vorstandsvertrags auf Kündigung aus wichtigem Grund, Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit beruht oder das Vorstandsmitglied im Zusammenhang mit dem Change of Control von dritter Seite Zuwendungen oder Wertvorteile erhält.

+ 23,5 %

Das Ergebnis nach Steuern wurde gegenüber dem Vorjahr deutlich von 18,7 Mio. Euro auf 23,1 Mio. Euro gesteigert.

1,94 Euro

Ergebnis je Aktie erzielte die Biotest Gruppe 2012 – eine Erhöhung um 23,6 % verglichen mit dem Vorjahresergebnis.

KOnzernabschluss

  • Konzernabs chluss
  • Gewinn- und Verlustrechnung
  • Gesamtergebnisrechnung
  • Bilanz
  • Kapitalflussrechnung
  • Eigenkapitalveränderungsrechnung
  • Konzernanhang
  • Grundsätzliches
  • Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
  • Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
  • Erläuterungen zur Bilanz
  • Sonstige Erläuterungen

Gew inn- und Verlustrechnung

der Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012

in Tausend € Anhang 2012 2011
Umsatzerlöse D1 439.967 422.027
Herstellungskosten –255.304 –254.266
Bruttoergebnis vom Umsatz 184.663 167.761
Sonstige betriebliche Erträge D5 11.625 13.430
Marketing- und Vertriebskosten –57.151 –48.517
Verwaltungskosten –27.886 –31.958
Forschungs- und Entwicklungskosten D4 –51.438 –49.406
Sonstige betriebliche Aufwendungen D6 –15.160 –9.750
Betriebsergebnis 44.653 41.560
Finanzerträge D7 20.589 21.052
Finanzaufwendungen D8 –29.788 –34.571
Finanzergebnis –9.199 –13.519
Erträge aus assoziierten Unternehmen D9 1.024 539
Ergebnis vor Steuern 36.478 28.580
Ertragsteuern D10 –13.430 –9.850
Ergebnis nach Steuern des fortgeführten Geschäftsbereichs 23.048 18.730
Ergebnis nach Steuern des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs D11 10.373 29.419
Ergebnis nach Steuern 33.421 48.149
davon:
auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallende Ergebnisanteile 33.408 46.353
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 23.035 18.722
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich 10.373 27.631
auf die Minderheiten entfallende Ergebnisanteile 13 1.796
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 13 8
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich 1.788
Ergebnis je Aktie in € E11 2,82 3,93
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 1,94 1,57
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich 0,88 2,36
Mehrdividendenanspruch je Vorzugsaktie in € E11 0,06 0,06
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 0,06 0,06
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich
Ergebnis je Vorzugsaktie in € E11 2,88 3,99
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 2,00 1,63
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich 0,88 2,36

Gesam tergeb nisrechnung

der Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012

in Tausend € 2012 2011
Periodenergebnis 33.421 48.149
Versicherungsmathematische Verluste (i.Vj. Gewinne) aus leistungsorientierten Pensionsplänen –7.017 888
darauf entfallende latente Steuern 2.036 –263
Versicherungsmathematische Gewinne aus leistungsorientierten Pensionsplänen
des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
452
darauf entfallende latente Steuern –78
Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen –206 2.421
Summe latenter Steuern auf im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen 2.036 –341
Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen –5.187 3.420
Gesamtergebnis 28.234 51.569
Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen –5.187 3.420
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen –5.187 3.046
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich 374
Periodenergebnis 33.421 48.149
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 23.048 18.730
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich 10.373 29.419
Gesamtergebnis 28.234 51.569
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 17.861 21.776
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich 10.373 29.763
davon:
auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallende Ergebnisanteile 28.221 49.773
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 17.848 21.768
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich 10.373 28.005
auf die Minderheiten entfallende Ergebnisanteile 13 1.796
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 13 8
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich 1.788
Gesamtergebnis 28.234 51.569
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 17.861 21.776
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich 10.373 29.793

Bilanz

der Biotest Gruppe zum 31. Dezember 2012

in Tausend € Anhang 31. Dezember 2012 31. Dezember 2011
AKTIVA
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte E1 54.598 62.833
Sachanlagen E2 243.033 234.857
Anteile an assoziierten Unternehmen E3 2.777 2.042
Sonstige Finanzanlagen E4 154 4.733
Sonstige Vermögenswerte E8 519 618
Latente Steueransprüche E5 13.805
314.886
7.729
Summe langfristige Vermögenswerte 312.812
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorratsvermögen E6 184.216 152.983
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen E7 96.143 120.961
Laufende Ertragsteueransprüche 3.756 3.493
Sonstige Vermögenswerte E8 7.688 9.314
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente E9 57.241 83.199
349.044 369.950
Vermögenswerte des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs E10 18.417
Summe kurzfristige Vermögenswerte 367.461 369.950
Bilanzsumme 682.347 682.762
passiva
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 30.025 30.025
Kapitalrücklage 153.332 153.332
Gewinnrücklagen 152.559 116.862
Auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallende Ergebnisanteile 33.408 46.353
Eigenkapital, das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzuordnen ist E11 369.324 346.572
Minderheitsanteile am Eigenkapital 109 96
Summe Eigenkapital E11 369.433 346.668
Langfristiges Fremdkapital
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen E12 57.122 51.049
Sonstige Rückstellungen E13 3.946 3.192
Finanzverbindlichkeiten E14 71.034 101.343
Sonstige Verbindlichkeiten E15 16 194
Latente Steuerverbindlichkeiten E5 7.591 7.598
Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzung E16 8.328 24.983
Summe langfristiges Fremdkapital 148.037 188.359
Kurzfristiges Fremdkapital
Sonstige Rückstellungen E13 18.998 19.340
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 5.128 13.074
Finanzverbindlichkeiten E14 41.445 37.690
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 47.373 34.678
Sonstige Verbindlichkeiten E15 27.233 26.298
Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzung E16 16.655 16.655
156.832 147.735
Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs E10 8.045
Summe kurzfristiges Fremdkapital 164.877 147.735
Summe Fremdkapital 312.914 336.094
Bilanzsumme 682.347 682.762

Der Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

Kapitalflussrechnung

der Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012

in Tausend € Anhang 2012 2011
Ergebnis vor Steuern 36.478 28.580
Abschreibungenund Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen
E1, E2 31.432 30.828
Erträge aus assoziierten Unternehmen E9 –1.024 –539
Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen 833 47
Veränderungen der Pensionsrückstellungen E12 –3.242 429
Finanzergebnis 9.199 13.519
Operativer Cash Flow vor Veränderung des Working Capital 73.676 72.864
Veränderungen der sonstigen Rückstellungen E13 560 1.487
Veränderungen des Vorratsvermögens, der Forderungen sowie anderer Aktiva –5.108 –24.035
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzung –16.655 41.638
Veränderungen der Verbindlichkeiten und anderer Passiva 12.667 –6.138
Cash Flow aus der Änderung des Working Capital –8.536 12.952
Gezahlte Zinsen –4.673 –4.930
Gezahlte Steuern –25.741 –8.371
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit
der fortgeführten Geschäftsbereiche
34.726 72.515
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit
des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs –237
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit gesamt 34.726 72.278
Einzahlungen aus Abgängen des Anlagevermögens 629 217
Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen E1, E2 –34.505 –26.716
Einzahlung aus dem Verkauf des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs 41.770
Veränderung der sonstigen Finanzanlagen 3.997 6.623
Erhaltene Zinsen 548 737
Cashflow aus der Investitionstätigkeit der fortgeführten Geschäftsbereiche –29.331 22.631
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs –635
Cashflow aus der Investitionstätigkeit gesamt –29.331 21.996
Dividendenzahlung für das Vorjahr E11 –5.469 –4.765
Dividendenzahlungen an Minderheitsgesellschafter E11 –1.722
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten E14 1.296 4.261
Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten E14 –27.214 –28.424
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
der fortgeführten Geschäftsbereiche
–31.387 –30.650
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit gesamt –31.387 –30.650
Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente –25.992 63.624
Wechselkursbedingte Wertänderungen 34 162
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode E9 83.199 19.413
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
am Ende der Periode gesamt
E9 57.241 83.199
abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende
der Periode des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
E9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
am Ende der Periode der fortgeführten Geschäftsbereiche E9 57.241 83.199

Eige nkapitalve ränderungs rechnung

der Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 1. Januar 2011 bis zum 31. Dezember 2012

Gezeichnetes
Kapital
Kapital
rücklage
Kumulierte
Unterschiede
aus
Währungs
umrechnung
Ergebnis
und
Gewinn
rücklagen
Eigenkapital
ohne Anteile
Dritter
Anteile
Dritter
Summe
Eigenkapital
30.025 153.332 5.721 112.486 301.564 6.044 307.608
2.421 999 3.420 3.420
46.353 46.353 1.796 48.149
2.421 47.352 49.773 1.796 51.569
–6.022 –6.022
–4.765 –4.765 –1.722 –6.487
30.025 153.332 8.142 155.073 346.572 96 346.668
–206 –4.981 –5.187 –5.187
33.408 33.408 13 33.421
–206 28.427 28.221 13 28.234
–5.469 –5.469 –5.469
30.025 153.332 7.936 178.031 369.324 109 369.433

KonzernAnhang

A. Grundsätzlic hes

Die Biotest Gruppe umfasst die Biotest Aktiengesellschaft (Biotest AG) mit Sitz in Dreieich, Deutschland, als Konzernobergesellschaft sowie ihre in- und ausländischen Tochterunternehmen. Die Konzernzentrale befindet sich in der Landsteinerstraße 5, 63303 Dreieich. Die Biotest AG ist im Handelsregister des Amtsgerichts Offenbach am Main unter der Nummer HR B 42396 eingetragen. Biotest ist ein Anbieter und Entwickler biologischer und biotechnologischer Arzneimittel. Mit einer Wertschöpfungskette, die von der vorklinischen und klinischen Entwicklung bis zur weltweiten Vermarktung reicht, hat sich Biotest vorrangig auf die Anwendungsgebiete Klinische Immunologie, Hämatologie und Intensivmedizin spezialisiert.

Mit der Fokussierung auf ihr Kerngeschäft gliedert sich die Biotest Gruppe seit Beginn des Geschäftsjahres 2012 in die Segmente Therapie, Plasma & Services und Andere Segmente.

Im Segment Therapie werden im Wesentlichen die ehemaligen Segmente Plasmaproteine und Biotherapeutika zusammengefasst. Somit sind hier zum einen die Entwicklung und die auf Basis von Blutplasma hergestellten Immunglobuline, Gerinnungsfaktoren und Albumine, die bei Erkrankungen des Immunsystems, der Blut bildenden Systeme und in der Intensivmedizin zum Einsatz kommen, enthalten. Zum anderen ist hier die präklinische und klinische Entwicklung der monoklonalen Antikörper, unter anderem in den Indikationen Rheuma und Blutkrebs, dargestellt.

Das Segment Plasma & Services enthält die Bereiche Plasmaverkauf und Lohnherstellung.

Die Anderen Segmente berichten das Geschäft mit Handelswaren und die Kosten, die nicht auf die Segmente Therapie oder Plasma & Services aufgeteilt werden können.

Die Biotest Gruppe beschäftigt weltweit zum Bilanzstichtag 1.870 (i.Vj. 1.774) Mitarbeiter.

Der Abschluss der Biotest AG und ihrer Tochtergesellschaften wird in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind. Die IFRS umfassen sowohl die International Financial Reporting Standards (IFRS) und die International Accounting Standards (IAS) als auch die Interpretationen des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC ) sowie die Interpretationen des Standing Interpretation Committee (SIC ). Die Rechnungslegung der Biotest Gruppe basiert auf den IFRS, die auf Geschäftsjahre, die am 1. Januar 2012 beginnen, verpflichtend anzuwenden sind.

Der Konzernabschluss entspricht in der vorliegenden Fassung der Vorschrift des §315a des Handelsgesetzbuchs (HGB). Sie bildet die Rechtsgrundlage für die Konzernrechnungslegung nach internationalen Standards in Deutschland zusammen mit der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rats vom 19. Juli 2002, betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards.

Soweit nicht anders vermerkt, sind alle Beträge in Tausend Euro (T €) angegeben. Der Abschluss wurde in Euro aufgestellt.

Die angegebenen Beträge im Konzernabschluss beziehen sich im Vorjahr, soweit nicht anders vermerkt, ausschließlich auf die fortgeführten Geschäftsbereiche.

In der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung ist im nicht fortgeführten Geschäftsbereich im aktuellen Geschäftsjahr der Anspruch auf die Kaufpreisnachzahlung der Merck KGaA Gruppe, Darmstadt, Deutschland, ausgewiesen; im Vorjahr waren dort die veräußerten Geschäftsbereiche Medizinische Diagnostik und Mikrobiologisches Monitoring ausgewiesen.

In den Überleitungsrechnungen vom 31. Dezember 2011 auf den 31. Dezember 2012 sind wie im Vorjahr keine Werte des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs enthalten. Die Ausnahme hiervon bildet im Vorjahr die Eigenkapitalveränderungsrechnung; diese bezieht sich grundsätzlich auf alle Geschäftsbereiche.

Der Vorstand der Biotest AG wird den Konzernabschluss am 13. März 2013 an den Aufsichtsrat weitergeben. Der Aufsichtsrat entscheidet am 22. März 2013 über die Freigabe zur Veröffentlichung des Konzernabschlusses.

Ände runge n von Bila nzie rungs - und Bewe rtungsmet hode n

In diesem Abschluss werden alle am Bilanzstichtag gültigen und verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards und Interpretationen des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) – soweit sie für die Biotest Gruppe von Bedeutung sind – berücksichtigt. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden.

Die erstmalige verpflichtende Anwendung von neuen Standards im Geschäftsjahr 2012 hatte keine Auswirkungen auf die Darstellung des Konzernabschlusses.

Kürzlich veröffentlichte Rechnungslegungsverlautbarungen – noch nicht umgesetzt

Bis zum Datum der Veröffentlichung des Konzernabschlusses veröffentlichte, jedoch noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards werden nachfolgend aufgeführt. Diese Aufzählung bezieht sich auf veröffentlichte Standards und Interpretationen, bei denen der Konzern nach vernünftigem Ermessen von einer künftigen Anwendbarkeit ausgeht. Die Biotest Gruppe beabsichtigt, diese Standards anzuwenden, wenn sie verpflichtend in Kraft treten.

IAS 1 Darstellung des Abschlusses (geändert)

Die Änderungen des IAS 1 führen zu einer geänderten Gruppierung der im sonstigen Ergebnis dargestellten Posten. Dabei sind Bestandteile, für die künftig eine erfolgswirksame Umgliederung vorgesehen ist (sogenanntes Recycling), gesondert von Bestandteilen, die im Eigenkapital verbleiben, darzustellen. Diese Änderung betrifft allein die Darstellungsweise im Abschluss und hat daher keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Die Änderung ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2012 beginnen, anzuwenden.

IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer (geändert)

Der geänderte Standard ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, anzuwenden. Der geänderte IAS 19 schafft den Korridor-Ansatz ab und verlangt eine Erfassung der Versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste im Sonstigen Ergebnis. Darüber hinaus werden der erwartete Ertrag aus dem Planvermögen und der Zinsaufwand auf die Pensionsverpflichtung durch eine einheitliche Nettozinskomponente ersetzt. Der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand wird künftig vollständig in der Periode der zugehörigen Planänderung zu erfassen sein. Die Überarbeitung des IAS 19 ändert die Vorgaben für Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses und erweitert die Angabe- und Erläuterungspflichten. Der Konzern erwartet aus der Anwendung des geänderten Standards keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

IAS 32 Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten (geändert)

Die Änderungen stellen die Formulierung "hat zum gegenwärtigen Zeitpunkt einen Rechtsanspruch auf Verrechnung" klar. Des Weiteren präzisieren sie die Anwendung der Saldierungskriterien des IAS 32 in Bezug auf Abwicklungssysteme (wie z. B. zentrale Clearingstellen), die einen Bruttoausgleich vornehmen, bei dem die einzelnen Geschäftsvorfälle nicht gleichzeitig stattfinden. Es wird nicht erwartet, dass diese Änderungen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben werden und sie sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, anzuwenden.

IFRS 7 Angaben – Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten (geändert)

Gemäß diesen Änderungen muss ein Unternehmen Informationen zu Verrechnungsrechten und damit verbundenen Vereinbarungen (z. B. Sicherungsvereinbarungen) offenlegen. Auf diese Weise würden Abschlussadressaten Informationen erhalten, mit deren Hilfe die Auswirkung der Verrechnungsverträge auf die Finanzlage von Unternehmen beurteilt werden können. Die neuen Angaben sind für alle bilanzierten Finanzinstrumente erforderlich, die im Rahmen von IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung saldiert wurden. Die Angaben gelten ebenso für angesetzte Finanzinstrumente, die einklagbaren Globalverrechnungsverträgen oder ähnlichen Vereinbarungen unterliegen, unabhängig davon, ob sie gemäß IAS 32 saldiert werden. Diese Änderungen haben keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns und sie sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, anzuwenden.

IFRS 9 Finanzinstrumente: Klassifizierung und Bewertung

Im November 2009 veröffentlichte das IASB IFRS 9, Finanzinstrumente. Dieser Standard beinhaltet die erste von drei Phasen des IASB-Projekts, den bestehenden IAS 39, Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung, zu ersetzen. IFRS 9 ändert die Ansatz- und Bewertungsvorschriften von finanziellen Vermögenswerten, einschließlich verschiedener hybrider Verträge. Er verwendet einen einheitlichen Ansatz, einen finanziellen Vermögenswert zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren, der die verschiedenen Regelungen des IAS 39 ersetzt. Der Ansatz in IFRS 9 basiert darauf, wie ein Unternehmen seine Finanzinstrumente steuert (sein Geschäftsmodell), und auf der Art der vertraglich vereinbarten Zahlungsströme der finanziellen Vermögenswerte. Der neue Standard verlangt außerdem eine einheitlich zu verwendende Wertminderungsmethode, die die unterschiedlichen Methoden innerhalb des IAS 39 ersetzt.

Der neue Standard ist noch immer verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnen, wobei eine frühere Anwendung gestattet ist. Das Unternehmen prüft derzeit die Auswirkungen der Anwendung auf den Konzernabschluss.

IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen (überarbeitet 2011)

Mit der Verabschiedung von IFRS 11 Gemeinschaftliche Vereinbarungen und IFRS 12 Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen wurde IAS 28 in Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen umbenannt und der Regelungsbereich, der sich bislang auf die assoziierten Unternehmen beschränkte, auf die Anwendung der Equity-Methode auf Gemeinschaftsunternehmen ausgeweitet.

IFRS 10 Konzernabschlüsse, IAS 27 Einzelabschlüsse

IFRS 10 ersetzt die Regelungen zu konsolidierten Abschlüssen in IAS 27, Konzern- und Einzelabschlüsse (geändert 2008) und außerdem SIC -12, Konsolidierung – Zweckgesellschaften. Ausgehend von den derzeit anzuwendenden Grundsätzen, regelt IFRS 10 anhand eines umfassenden Beherrschungskonzepts, welche Unternehmen in den Konzernabschluss einzubeziehen sind. Die Verlautbarung bietet zusätzlich Leitlinien zur Auslegung des Beherrschungsbegriffs in Zweifelsfällen. Ein Investor beherrscht ein anderes Unternehmen, wenn er aufgrund seiner Beteiligung an variablen Ergebnissen teilhat und über Möglichkeiten verfügt, die für den wirtschaftlichen Erfolg wesentlichen Geschäftsaktivitäten des Unternehmens zu beeinflussen. Erhebliche Änderungen zur heutigen Regelungslage können in Situationen vorliegen, in denen ein Investor weniger als die Hälfte der Stimmrechte an einem Unternehmen hält, aber mittels anderer Wege die Möglichkeit hat, die wesentlichen Geschäftsaktivitäten des anderen Unternehmens zu bestimmen.

IFRS 11 Gemeinschaftliche Vereinbarungen

IFRS 11 ersetzt IAS 31, Anteil an Gemeinschaftsunternehmen (geändert 2008), und SIC-13, Gemeinschaftlich geführte Unternehmen – Nicht monetäre Einlagen durch Partnerunternehmen. IFRS 11 regelt die Bilanzierung von gemeinschaftlichen Vereinbarungen und knüpft dabei an die Art der sich aus der Vereinbarung ergebenden Rechte und Verpflichtungen statt an ihrer rechtlichen Formen an. IFRS 11 klassifiziert gemeinschaftliche Vereinbarungen in zwei Gruppen: gemeinschaftliche Tätigkeiten und Gemeinschaftsunternehmen. Mit IFRS 11 wird das bisherige Wahlrecht zur Anwendung der Quotenkonsolidierung bei Gemeinschaftsunternehmen aufgehoben. Diese Unternehmen werden künftig allein nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen

IFRS 12 regelt als neue und umfassende Verlautbarung die Angabepflichten für sämtliche Arten von Beteiligungen an anderen Unternehmen, einschließlich gemeinschaftlicher Vereinbarungen, assoziierter Unternehmen, strukturierter Unternehmen und außerbilanziellen Einheiten. Es sind Angaben zu machen, die es den Abschlussadressaten ermöglichen, das Wesen der Beteiligung an anderen Unternehmen, die damit verbundenen Risiken und die Auswirkungen dieser Beteiligungen auf seine Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu beurteilen.

IFRS 10, 11, 12 und die Folgeänderungen zu IAS 27 und IAS 28 treten für am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnende Geschäftsjahre in Kraft. Die neuen oder geänderten Verlautbarungen können früher angewendet werden, wobei in diesem Fall ein einheitlicher Anwendungszeitpunkt für die Gesamtheit der genannten Neuregelungen gilt. Ausgenommen hiervon ist lediglich IFRS 12, dessen Angabevorschriften unabhängig von den anderen Verlautbarungen vorzeitig angewendet werden dürfen. Die Verlautbarungen gelten rückwirkend. Für Biotest ergeben sich lediglich Auswirkungen im Bereich der Anhangsangaben.

IFRS 13 Bewertung zum beizulegenden Zeitwert

Im Mai 2011 veröffentlichte das IASB IFRS 13, Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. Die neue Verlautbarung regelt nicht, inwieweit bestimmte Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind, sondern definiert lediglich den Begriff beizulegender Zeitwert und vereinheitlicht die Angabepflicht für Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert. Die neue Verlautbarung tritt für am oder nach dem 1.Januar 2013 beginnende Geschäftsjahre in Kraft. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig. Die meisten aus IFRS 13 resultierenden Änderungen im Bezug auf Finanzinstrumente wurden bereits eingeführt, vor allem durch Änderungen zu IFRS 7, Finanzinstrumente: Angaben. Das Unternehmen prüft derzeit die Auswirkungen hinsichtlich nicht finanzieller Vermögenswerte und Schulden im Konzernabschluss und wird den Zeitpunkt der Erstanwendung festlegen.

Jährliches Änderungsverfahren Mai 2012

• IAS 1 Darstellung des Abschlusses

Mit der Änderung soll der Unterschied zwischen freiwilligen zusätzlichen Vergleichsinformationen und vorgeschriebenen Vergleichsinformationen deutlicher herausgestellt werden. Im Allgemeinen ist die vorgeschriebene Vergleichsperiode die vorangegangene Berichtsperiode.

• IAS 16 Sachanlagen

Diese Änderung stellt klar, dass wesentliche Ersatzteile und Wartungsgeräte, die der Definition von Sachanlagen entsprechen, nicht als Vorräte gelten.

• IAS 32 Finanzinstrumente: Darstellung

Diese Änderung stellt klar, dass Ertragsteuern auf Ausschüttungen an Inhaber von Eigenkapitalinstrumenten gemäß IAS 12 Ertragsteuern zu bilanzieren sind.

• IAS 34 Zwischenberichterstattung

Durch diese Änderung werden die Angabepflichten für die gesamten Vermögenswerte des Segments mit den Angabepflichten für die gesamten Schulden des Segments in Zwischenabschlüssen in Einklang gebracht. Des Weiteren wird durch diese Präzisierung erreicht, dass die Angabevorschriften für Jahresabschlüsse angeglichen werden.

Die Änderungen aus diesem Projekt sind erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Die Änderungen aus dieser Verlautbarung werden voraussichtlich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.

B. Wese ntlic he Bila nzie rungs - und Bewe rtungsg rundsätze

1 Konsolidie rungsk reis

In den Konzernabschluss der Biotest AG werden mit drei (i.Vj. drei) inländischen und mit zwölf (i.Vj. zwölf) ausländischen Unternehmen, an denen die Biotest AG direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechte hält, alle wesentlichen Tochtergesellschaften einbezogen.

Im Geschäftsjahr 2012 hat sich der Konsolidierungskreis der Biotest Gruppe im Vergleich zum 31. Dezember 2011 nicht geändert. Dagegen wurden im Laufe des Geschäftsjahres 2011 sechs Gesellschaften entkonsolidiert.

Die Biotest Gruppe hat den Geschäftsbereich Mikrobiologisches Monitoring in 2011 an die Merck KGaA Gruppe veräußert. Daher wurden die im Geschäftsjahr 2010 als zur Veräußerung gehalten klassifizierten Gesellschaften, die deutsche Gesellschaft heipha Dr. Müller GmbH, die amerikanische Gesellschaft Biotest Microbiology Corporation, die japanische Gesellschaft Biotest K.K. und die französische Gesellschaft Biotest S.a.r.l. im Geschäftsjahr 2011 entkonsolidiert.

Des Weiteren hat die Biotest Gruppe im Februar 2011 ihre Anteile an der Gesellschaft Viro-Immun Labor-Diagnostika GmbH mit Kaufvertrag vom 18. Februar 2011 (signing date) veräußert. Die Gesellschaft wurde zum 1. April 2011 entkonsolidiert.

Mit dem Verkauf der Medizinischen Diagnostik war das verbleibende Geschäft der belgischen Gesellschaft Biotest Seralc°N.V. nicht ausreichend, um die dafür notwendige Struktur aufrechterhalten zu können. Aus diesem Grund wurde das verbleibende Geschäft an externe Distributoren übertragen. Die Gesellschaft bestand zum 31. Dezember 2010 nur noch als Rechtsmantel und wurde in 2011 entkonsolidiert.

Mit dem Vertrag vom 18. Januar 2011 hat die Biotest AG 100% der Anteile an der Biotest Farmaceutica Ltda., São Paulo, Brasilien, (vormals: Marcos Pedrilson Produtos Hospitalares Ltda.) erworben. Die Gesellschaft wurde zum Erwerbszeitpunkt erstkonsolidiert.

Wie im Vorjahr wird die BioDarou P.J.S. Co. mit Sitz in Teheran, Iran, als assoziiertes Unternehmen at equity in den Konzernabschluss einbezogen.

Eine Übersicht der Beteiligungen der Biotest AG im Sinne des §313 Abs. 2 HGB ist in Kapitel F10 Anteilsbesitzliste aufgeführt.

2. Konsolidie rungsmet hode n

Der Abschlussstichtag der Biotest AG sowie aller in den Abschluss einbezogenen Unternehmen ist der 31. Dezember 2012. Die Abschlüsse der einbezogenen Unternehmen werden unter Anwendung einheitlicher, von der Biotest AG vorgegebener Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erstellt.

Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden eliminiert.

Tochtergesellschaften werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d.h. ab dem Zeitpunkt, an dem die Gesellschaft die Beherrschung erlangt, voll konsolidiert. Beherrschung besteht dann, wenn das Mutterunternehmen über mehr als die Hälfte der Stimmrechte einer Gesellschaft verfügt oder auf andere Weise die Möglichkeit besitzt, die Finanz- und Geschäftspolitik einer Gesellschaft zu bestimmen, um aus deren Tätigkeit Nutzen zu ziehen. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht.

Bei Unternehmenszusammenschlüssen nach dem 1. Januar 2010 erfolgt die Einbeziehung unter Anwendung der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3 (überarbeitet 2008). Danach bemessen sich die Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs als Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt, und der Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss bewertet der Erwerber die Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst. Die vereinbarte bedingte Gegenleistung wird am Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Nachträgliche Änderungen des beizulegenden Zeitwertes einer bedingten Gegenleistung, die einen Vermögenswert oder eine Schuld darstellt, werden entweder ergebniswirksam oder in den kumulierten erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen erfasst. Eine bedingte Gegenleistung, die als Eigenkapital ein gestuft ist, wird nicht neu bewertet und ihre spätere Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert. Bei sukzessiven Unternehmenszusammenschlüssen wird der vom Erwerber zuvor an dem erworbenen Unternehmen gehaltene Eigenkapitalanteil zum beizulegenden Zeitwert am Erwerbszeitpunkt neu bestimmt und der daraus resultierende Gewinn oder Verlust erfolgswirksam erfasst.

Anteile ohne beherrschenden Einfluss sind die Teile des Periodenergebnisses und des Reinvermögens der Biotest Grundstücksverwaltungs GmbH, die auf Anteile entfallen, die nicht zu 100% von der Biotest Gruppe gehalten werden. Die Minderheitsanteile werden in der Gewinn- und Verlustrechnung und innerhalb der Bilanz gesondert ausgewiesen.

Anteile an assoziierten Unternehmen werden in Übereinstimmung mit IAS 28 nach der Equity-Methode einbezogen. Nach der Equity-Methode werden Anteile an assoziierten Unternehmen in der Bilanz zu Anschaffungskosten zuzüglich der nach dem Erwerb eingetretenen Änderungen des Anteils des Konzerns am Reinvermögen des nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmens erfasst.

Im Periodenergebnis wird der Anteil des Konzerns am Erfolg des assoziierten Unternehmens gesondert ausgewiesen. Unmittelbar im Eigenkapital des assoziierten Unternehmens ausgewiesene Änderungen werden vom Konzern in Höhe seines Anteils erfasst und gegebenenfalls in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines assoziierten Unternehmens entstehen, sind in den fortgeführten Beteiligungsbuchwerten der assoziierten beziehungsweise gemeinschaftlich geführten Unternehmen enthalten und werden weder planmäßig abgeschrieben noch separat auf Werthaltigkeit getestet.

Nach Anwendung der Equity-Methode stellt der Konzern fest, ob es notwendig ist, eine zusätzliche Wertminderung für die Anteile an assoziierten Unternehmen zu erfassen. Der Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob objektive Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Anteile an einem assoziierten Unternehmen wertgemindert sein könnten. Ist dies der Fall, so wird die Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert des Anteils und dem Buchwert für diesen Anteil als Wertminderungsaufwand erfolgswirksam erfasst.

Nach IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen" sind in den Beteiligungsansatz neben den Anschaffungskosten der Beteiligung auch sonstige finanzielle Engagements (zum Beispiel Darlehen) einzubeziehen.

3. Währungsum rec hnung

Die Währungsumrechnung erfolgt nach dem Konzept der funktionalen Währung. Die in die Biotest Gruppe einbezogenen Tochtergesellschaften betreiben ihr Geschäft selbständig, so dass die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung ist. Bei der Umrechnung der Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum Mittelkurs am Bilanzstichtag und die Aufwendungen und Erträge zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Die sich hieraus ergebenden kumulierten Unterschiedsbeträge werden erfolgsneutral in einem separaten Eigenkapitalposten erfasst, innerhalb der Gewinnrücklagen in der Bilanz ausgewiesen ist.

Nach IAS 21 "Auswirkungen von Wechselkursänderungen" werden die Firmenwerte als Vermögenswerte der wirtschaftlich selbständigen ausländischen Tochtergesellschaften mit dem Stichtagskurs umgerechnet.

Für die Währungsumrechnung innerhalb der Biotest Gruppe wurden folgende Wechselkurse zugrunde gelegt:

In den in lokaler Währung aufgestellten Einzelbilanzen der konsolidierten Gesellschaften werden monetäre Posten (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen und Verbindlichkeiten) in fremder Währung zum Stichtagskurs bewertet. Entstehende Erträge und Aufwendungen aus Währungsumrechnungen werden in den Finanzaufwendungen beziehungsweise Finanzerträgen ausgewiesen.

Nichtmonetäre Posten in fremder Währung werden mit ihren historischen Werten angesetzt.

Durchschnittskurse Stichtagskurse
1 Euro entspricht 2012 2011 31. Dezember 2012 31. Dezember 2011
US-Dollar 1,2856 1,3917 1,3194 1,2939
Britisches Pfund 0,8111 0,8678 0,8161 0,8353
Russischer Rubel 39,9238 40,8797 40,3295 41,7650
Schweizer Franken 1,2053 1,2340 1,2072 1,2156
Ungarischer Forint 289,32 279,31 292,30 314,58
Brasilianischer Real 2,5097 2,3259 2,7036 2,4159

4. Immate rielle Vermöge nswe rte des Anlageve rmöge ns

a) Gesc häfts - oder Firme nwerte

Geschäfts- oder Firmenwerte ergeben sich beim Erwerb von Unternehmen beziehungsweise Anteilen an Unternehmen aus den Unterschieden zwischen Anschaffungskosten (Kaufpreis) und den Zeitwerten der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Geschäfts- oder Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Die ausgewiesenen Geschäftsoder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich auf ihre Werthaltigkeit geprüft und gegebenenfalls in Übereinstimmung mit IAS 36 "Wertminderungen von Vermögenswerten" abgeschrieben. Wann immer darüber hinaus konkrete Anhaltspunkte auf eine Wertminderung vorliegen, erfolgt eine zusätzliche Überprüfung der Werthaltigkeit.

Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden einer Gruppe von Cash Generating Units (zahlungsmittelgenerierende Einheiten) zugeordnet. Diese Gruppen von Cash Generating Units entsprechen in der Biotest Gruppe den Segmenten. In den Fällen, in denen der Firmenwert einen Teil der zahlungsmittelgenerierenden Einheit darstellt und ein Teil des Geschäftsbereichs dieser Einheit veräußert wird, wird der dem veräußerten Geschäftsbereich zuzurechnende Firmenwert als Bestandteil des Buchwertes des Geschäftsbereichs bei der Ermittlung des Ergebnisses aus der Veräußerung des Geschäftsbereichs berücksichtigt. Der Wert des veräußerten Anteils des Firmenwertes wird auf der Grundlage der relativen Werte des veräußerten Geschäftsbereichs und des verbleibenden Teils der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt. Im Zuge der Neuausrichtung der Segmentberichterstattung erfolgte eine Reallokation des Goodwills auf Basis von relativen Werten.

Eine Wertminderung wird ergebniswirksam erfasst, soweit der erzielbare Betrag des Vermögenswerts beziehungsweise der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert unterschreitet. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert. Auf Basis der den Cash Generating Units zuzurechnenden zukünftigen Zahlungsströme wird deren Nutzungswert für die Überprüfung der Werthaltigkeit mit Hilfe der Discounted Cashflow-Methode ermittelt. Bei dieser Methode werden auf Basis einer mehrjährigen Geschäftsplanung sowie einer prognostizierten langfristigen Wachstumsrate Cashflows diskontiert. Die Wachstumsrate ist abhängig vom betrachteten Geschäft. Die nach Steuern verwendeten Diskontierungssätze richten sich nach dem relevanten WACC (Weighted Average Cost of Capital). Zur Bestimmung eines Wertberichtigungsbedarfs wird der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit ihrem Buchwert gegenübergestellt. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich der Veräußerungskosten wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt, das auf der Diskontierung künftiger Cashflows beruht. Zur Objektivierung der Ergebnisse werden Bewertungsmultiplikatoren, Börsenkurse börsengehandelter Anteile an Unternehmen oder andere zur Verfügung stehende Indikatoren für den beizulegenden Zeitwert herangezogen.

b) sonstige immaterielle Vermöge nswe rte des Anlageve rmöge ns

Sonstige entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten angesetzt und in Vermögenswerte mit begrenzter und unbestimmter Nutzungsdauer unterteilt. Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden linear über die geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben. Soweit notwendig, werden nach IAS 36 Wertminderungen vorgenommen. Die angesetzten Nutzungsdauern liegen zwischen 3 und 10 Jahren.

Die Abschreibungsperiode und die Abschreibungsmethode werden für einen immateriellen Vermögenswert, dem eine begrenzte Nutzungsdauer unterstellt wird, mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Hat sich die erwartete Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder der erwartete Abschreibungsverlauf des Vermögenswerts geändert, so ist ein anderer Abschreibungszeitraum beziehungsweise eine andere Abschreibungsmethode zu wählen. Derartige Änderungen werden als Änderungen einer Schätzung behandelt. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Aufwandskategorie, die der Funktion des immateriellen Vermögenswerts entspricht, erfasst.

Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmter Nutzungsdauer beziehungsweise immaterielle Vermögenswerte, deren Abschreibungsdauer noch nicht begonnen hat, werden mindestens einmal jährlich, auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Wann immer darüber hinaus konkrete Anhaltspunkte auf eine Wertminderung vorliegen, erfolgt eine zusätzliche Überprüfung der Werthaltigkeit. Es erfolgen hierbei keine planmäßigen Abschreibungen. Die Nutzungsdauer dieser immateriellen Vermögenswerte ist mindestens einmal jährlich daraufhin zu überprüfen, ob die Einschätzung der unbestimmten Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Einschätzung von einer unbestimmten Nutzungsdauer zur bestimmbaren Nutzungsdauer auf prospektiver Basis vorgenommen.

Der Werthaltigkeitstest erfolgt auf Basis der der Cash Generating Unit zugerechneten zukünftigen Zahlungsströme; hierbei wird der erzielbare Betrag für die Überprüfung der Werthaltigkeit als Nutzungswert mit Hilfe der Discounted Cashflow-Methode ermittelt. Bei dieser Methode werden auf Basis einer mehrjährigen Geschäftsplanung sowie einer prognostizierten langfristigen Wachstumsrate Cashflows diskontiert. Die Wachstumsrate ist abhängig vom betrachteten Geschäft. Die nach Steuern verwendeten Diskontierungssätze richten sich nach dem relevanten WACC (Weighted Average Cost of Capital). Zur Bestimmung eines Wertberichtigungsbedarfs wird der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit ihrem Buchwert gegenübergestellt.

5 Sac hanlageve rmöge n

Sachanlagen werden gemäß dem Anschaffungskostenmodell zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um kumulierte planmäßige Abschreibungen und die kumulierten Wertminderungen, angesetzt. Die Abschreibungen erfolgen linear über die erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauern, die wie folgt geschätzt werden:

Gebäude bis zu 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 5–12 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–10 Jahre

Soweit erforderlich, werden gemäß IAS 36 Wertminderungen vorgenommen. Hierbei werden die Buchwerte der Sachanlagen, sobald Hinweise für eine Wertminderung vorliegen, den jeweiligen erzielbaren Beträgen gegenübergestellt.

Bei selbst erstellten Sachanlagen enthalten die Herstellungskosten neben Material- und Personalaufwand auch angemessene anteilige Gemeinkosten. Laufende Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen werden zum Entstehungszeitpunkt aufwandswirksam erfasst. Erweiterungen und wesentliche Verbesserungen werden aktiviert. Fremdkapitalzinsen werden als Aufwand erfasst, soweit sie gemäß IAS 23 nicht auf die Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten entfallen. Staatliche Zuschüsse mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

6 Leasi ng

Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis ist oder enthält, wird auf Basis des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung getroffen. Hierfür ist eine Einschätzung darüber erforderlich, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts oder bestimmter Vermögenswerte abhängig ist und ob die Vereinbarung ein Recht auf die Nutzung des Vermögenswerts einräumt (IFRIC 4).

Sind Anlagevermögenswerte gemietet beziehungsweise geleast und trägt die Biotest Gruppe im Wesentlichen alle Chancen und Risiken im Zusammenhang mit den Leasinggegenständen, werden solche Verträge als Finanzierungsleasingverträge (finance lease) klassifiziert. Diese werden mit dem geringeren Wert aus dem beizulegenden Zeitwert (fair value) und dem Barwert der Mindestleasingraten zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gemäß IAS 17 "Leasingverhältnisse" aktiviert. Die Abschreibung erfolgt über die voraussichtliche Nutzungsdauer oder die kürzere Vertragslaufzeit. Soweit notwendig, werden Wertminderungen gemäß IAS 36 vorgenommen. Die entsprechenden Zahlungsverpflichtungen aus den künftigen Leasingraten werden korrespondierend als Verbindlichkeiten passiviert. Der Zinsanteil der Leasingraten wird über die Laufzeit des Leasingvertrags erfolgswirksam als Zinsaufwand erfasst.

Bei den im Rahmen von Finanzierungsleasingverträgen aktivierten Vermögenswerten handelt es sich im Wesentlichen um Produktionsanlagen sowie Software.

Soweit bei Leasingverträgen im Wesentlichen nicht alle Chancen und Risiken des Leasinggegenstands auf die Biotest Gruppe übergehen, erfolgt die Bilanzierung beim Leasinggeber (operate lease). In diesem Fall werden die Leasingzahlungen linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses ergebniswirksam erfasst.

7 Wertminde runge n

Ergeben sich aufgrund von Tatsachen oder Umständen Anhaltspunkte für eine Wertminderung von langlebigen Vermögenswerten oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Wertminderung erforderlich, wird der erzielbare Betrag (recoverable amount), der den höheren Wert aus Nettoveräußerungswert und Nutzungswert repräsentiert, ermittelt.

Der erzielbare Betrag wird für jeden einzelnen Vermögenswert bestimmt, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind.

Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die geschätzten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffektes und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst.

Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert, wird der Vermögenswert als wertgemindert betrachtet und auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben.

Wertminderungsaufwendungen werden in den Aufwandskategorien erfasst, die der Funktion des wertgeminderten Vermögenswerts entsprechen. In Übereinstimmung mit IAS 1 werden wesentliche Beträge in der Gewinn- und Verlustrechnung in einem gesonderten Posten ausgewiesen.

Zuschreibungen bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden, außer bei den Geschäftsoder Firmenwerten, vorgenommen, wenn Schätzungen für den erzielbaren Betrag über dem Buchwert liegen.

8 Vorratsve rmöge n

Das Vorratsvermögen wird zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten oder zu dem niedrigeren erzielbaren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag bewertet. Letzterer entspricht dem geschätzten Verkaufspreis, der im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erzielt werden kann, vermindert um erwartete Fertigstellungs- und Verkaufskosten. Die Herstellungskosten werden auf Basis der "first in first out"-Methode beziehungsweise des gewogenen Durchschnitts ermittelt. Die Herstellungskosten beinhalten gemäß IAS 2 "Vorräte" neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der dem Produktionsprozess zuzurechnenden Gemeinkosten. Diese basieren auf der normalen Kapazität der Produktionsanlagen ohne Berücksichtigung von Fremdkapitalkosten.

9 Forde runge n aus Liefe runge n und Leistu nge n und sonstige Vermöge nswe rte

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte sind zum Nennwert bilanziert. Auf Fremdwährung lautende Forderungen werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Ein entstehender Währungskursverlust beziehungsweise -gewinn wird aufwands- beziehungsweise ertragswirksam erfasst. Ausfall- und Transferrisiken werden durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Die Wertberichtigungen werden aufgrund von Erfahrungswerten und individuellen Risikoeinschätzungen ermittelt. Eine Wertberichtigung wird vorgenommen, wenn ein objektiver substanzieller Hinweis vorliegt, dass der Konzern nicht in der Lage sein wird, die Forderungen vollständig oder teilweise einzuziehen. Forderungen werden ausgebucht, sobald sie uneinbringlich sind.

Forderungen, die durch die Anwendung der Teilgewinnrealisierung (Percentage of Completion-Methode) entstehen, werden abzüglich erhaltener Anzahlungen ausgewiesen, wenn die bereits angefallenen Herstellungskosten einschließlich des Gewinnanteils die erhaltenen Anzahlungen übersteigen.

10 Sonstige finanzielle Vermöge nswe rte

Finanzielle Vermögenswerte werden zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes mit ihrem beizulegenden Zeitwert oder zu Anschaffungskosten bewertet. Dabei werden bei allen finanziellen Vermögenswerten, die in der Folgebewertung nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte. Falls diese nicht unmittelbar zur Verfügung stehen, werden die beizulegenden Zeitwerte unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle und unter Rückgriff auf aktuelle Marktparameter berechnet. Dazu werden die bereits fixierten oder unter Anwendung der aktuellen Zinsstrukturkurve über Forward Rates ermittelten Cashflows mit den aus der am Stichtag gültigen Zinsstrukturkurve bestimmten Diskontierungsfaktoren auf den Bewertungsstichtag diskontiert. Zur Anwendung kommen die Mittelkurse.

11 Zahlu ngsmittel und Zahlu ngsmittelä quivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Barund Kontokorrentbestände, Schecks sowie kurzfristig liquidierbare Finanzanlagen mit ursprünglichen Fälligkeiten von weniger als drei Monaten und sind zu ihrem Nominalwert angesetzt.

12 Pensio nsrückstellu nge n

In der Biotest Gruppe existieren verschiedene beitragsorientierte und leistungsorientierte Pensionspläne.

Die Verpflichtungen aus beitragsorientierten Plänen sind durch die für die Periode zu entrichtenden Beiträge bestimmt, so dass hier keine versicherungsmathematischen Annahmen erforderlich sind.

Die Bewertung der leistungsorientierten Pläne erfolgt anhand versicherungsmathematischer Gutachten nach der projected unit credit method. Dabei wird zu Beginn des Geschäftsjahres auf Basis der zu diesem Zeitpunkt ermittelten Ansätze der Pensionsaufwand für das Geschäftsjahr prognostiziert. Die einfließenden Parameter (Zinssatz, Fluktuationsrate, Gehaltssteigerungen etc.) sind Erwartungswerte.

Gemäß IAS 19.93A–19.93D werden sämtliche versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste direkt erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand, der sich in einem Geschäftsjahr aufgrund einer rückwirkenden Änderung von Versorgungszusagen ergibt, wird separat ermittelt und über die Zeitdauer bis zur Unverfallbarkeit der Ansprüche verteilt. Sind die Ansprüche bereits zum Zeitpunkt der Änderung unverfallbar, so wird der Pensionsaufwand in dieser Periode erfolgswirksam erfasst.

13 Sonstige Rückstellu nge n

Rückstellungen werden gemäß IAS 37 gebildet, wenn aufgrund eines Ereignisses in der Vergangenheit eine gegenwärtige – rechtliche oder faktische – Verpflichtung besteht, aus der wahrscheinlich ein Abfluss von Ressourcen zur Erfüllung dieser Verpflichtung resultieren wird, und der Abfluss der Ressourcen zuverlässig geschätzt werden kann. Die Bewertung erfolgt mit dem wahrscheinlichsten Betrag. Rückstellungen mit einem erwarteten Erfüllungszeitpunkt von mehr als zwölf Monaten nach dem Bilanzierungszeitpunkt werden mit ihrem Barwert angesetzt.

Die Rückstellungen werden mit einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt. Hierbei wird die durch den Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellung als Zinsaufwand erfasst.

Des Weiteren weist die Biotest Gruppe in den sonstigen Rückstellungen ein aktienbasiertes Vergütungssystem aus, welches nach IFRS 2 bilanziert wird. Die Kosten, die aufgrund von Transaktionen mit Barausgleich entstehen, werden zunächst unter Anwendung einer Monte-Carlo Simulation mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt ihrer Gewährung bewertet. Der beizulegende Zeitwert wird über den Zeitraum bis zum Tag der ersten Ausübungsmöglichkeit erfolgswirksam unter Erfassung einer korrespondierenden Schuld verteilt. Die Schuld wird zu jedem Bilanzstichtag und am Erfüllungstag neu bemessen. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden den Kosten der Funktionsbereiche zugeordnet.

14 Finanzve rbi ndlic hkeite n

Finanzverbindlichkeiten werden in Höhe des Darlehensbetrages abzüglich der Transaktionskosten erfasst und anschließend nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten ausgewiesen. Jede Differenz zwischen dem Nettodarlehensbetrag und dem Tilgungswert wird über die Laufzeit der Finanzverbindlichkeit in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

15 Finanzinst rume nte

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder zu einem Eigenkapitalinstrument führt.

Finanzielle Vermögenswerte umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige ausgereichte Kredite und Forderungen, bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen und zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte.

Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten oder einem sonstigen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen, Schuldscheindarlehen und derivative Finanzinstrumente.

Die Biotest Gruppe setzt zur Absicherung der Zins- und Währungsrisiken derivative Finanzinstrumente wie Devisenoptionsund Devisentermingeschäfte, Zinscaps und Payerswaps ein. Zu Handelszwecken werden keine derivativen Finanzinstrumente erworben.

Derivative Finanzinstrumente werden zum Marktwert bewertet. Der Marktwert der Devisenoptionsgeschäfte und Payerswaps wird von den Finanzinstituten auf Basis der Marktbedingungen am Bilanzstichtag ermittelt.

Da die strengen formalen Voraussetzungen für ein Hedge Accounting in der Biotest Gruppe nicht erfüllt werden, obwohl aus wirtschaftlicher Sicht eine Absicherung vorliegt, erfolgt die Bilanzierung sämtlicher derivativen Finanzinstrumente entsprechend den Regeln für Handelsderivate. Hierbei werden die derivativen Finanzinstrumente zunächst zu Anschaffungskosten ohne Nebenkosten und danach zu Marktwerten erfasst. Die Bewertungsänderungen gehen dabei ergebniswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung ein.

Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

  • Die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert sind erloschen.
  • Der Konzern hat seine vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus dem finanziellen Vermögenswert an Dritte übertagen oder eine vertragliche Verpflichtung zur sofortigen Zahlung des Cashflows an eine dritte Partei im Rahmen einer sogenannten Durchleitungsvereinbarung übernommen und dabei entweder (a) im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, übertragen oder (b) zwar im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, weder übertragen noch zurückbehalten, jedoch die Verfügungsmacht an dem Vermögenswert übertragen.

Wenn der Konzern seine vertraglichen Rechte auf Cashflows aus einem Vermögenswert überträgt oder eine Durchleitungsvereinbarung eingeht und dabei im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum an diesem Vermögenswert verbunden sind, weder überträgt noch zurückbehält, jedoch die Verfügungsmacht an dem übertragenen Vermögenswert behält, erfasst der Konzern einen Vermögenswert im Umfang des anhaltenden Engagements.

16 Nicht fortgeführter Gesc häftsbe reic h

Die im Geschäftsjahr 2010 getroffene Entscheidung zum Verkauf des Geschäftsbereichs Mikrobiologisches Monitoring wurde mit Vollzug des Kaufvertrags mit der Merck KGaA Gruppe am 1. August 2011 umgesetzt.

Zum Zeitpunkt des Verkaufs war noch ein Patentrechtsstreit anhängig, in dem der heipha Dr. Müller GmbH vorgeworfen wurde, ein Patent des Klägers zu verletzen. Deshalb wurde ein Teil des Kaufpreises vom Käufer einbehalten. Dieses geltend gemachte Patent hat der Bundesgerichtshof inzwischen rechtskräftig für nichtig erklärt. Daraufhin hat der Kläger die Klage gegen die heipha Dr. Müller GmbH zurückgezogen, so dass Biotest nun einen Anspruch auf Zahlung des restlichen Kaufpreises gegen den Erwerber des verkauften Geschäftsbereichs hat.

Der nicht fortgeführte Geschäftsbereich wird in der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung, der Kapitalflussrechnung und der Segmentberichterstattung gesondert dargestellt und im Anhang erläutert.

17 Umsätze

Verkauf von Gütern:

Umsätze aus dem Verkauf von Produkten werden zum Zeitpunkt des Übergangs des wirtschaftlichen Eigentums, d.h. zum Zeitpunkt des Übergangs von Nutzen, Lasten und Gefahr auf den Erwerber, basierend auf den jeweiligen vertraglichen Vereinbarungen, abzüglich etwaiger Rabatte und der Umsatzsteuer, erfasst.

Erbringung von Dienstleistungen:

Die Umsätze im Dienstleistungsgeschäft erfasst die Biotest Gruppe, sobald die Dienstleistungen erbracht worden sind. Dienstleistungsgeschäfte, bei denen das Ergebnis verlässlich geschätzt werden kann, werden nach Maßgabe des Fertigstellungsgrads gemäß der Teilgewinnrealisierung (Percentage of Completion-Methode) gemäß IAS 18 "Erträge" bilanziert. Die erbrachte Leistung einschließlich des anteiligen Ergebnisses wird entsprechend dem Fertigstellungsgrad unter den Umsatzerlösen ausgewiesen. Der anzusetzende Fertigstellungsgrad wird entsprechend den angefallenen Aufwendungen (Cost-to-Cost-Methode) ermittelt. Der Ausweis der Aufträge erfolgt unter den Forderungen beziehungsweise Verbindlichkeiten aus Teilgewinnrealisierung.

Soweit die kumulierte Leistung (Auftragskosten und Auftragsergebnis) die erhaltenen Anzahlungen im Einzelfall übersteigt, erfolgt der Ausweis der Fertigstellungsaufträge aktivisch unter den Forderungen aus Teilgewinnrealisierung. Verbleibt nach Abzug der Anzahlungen ein negativer Saldo, so wird dieser als Verpflichtung aus Fertigungsaufträgen passivisch unter den Verbindlichkeiten aus Teilgewinnrealisierung ausgewiesen. Zu erwartende Auftragsverluste, die unter Berücksichtigung der erkennbaren Risiken ermittelt werden, werden durch Abwertungen beziehungsweise Rückstellungen gedeckt.

Umsatzerlöse aus nicht rückzahlbaren Gebühren für das Bereitstellen von Technologien, Gebühren für die Nutzung von Technologien und Lizenzgebühren werden – solange keine geeignetere Methode der Umsatzrealisierung verfügbar ist – über die jeweilige Vertragslaufzeit abgegrenzt und linear erfasst. Diese Vertragslaufzeit entspricht in der Regel der vertraglich vereinbarten Forschungsdauer oder bei Verträgen ohne vertraglich vereinbarte Forschungsdauer der geschätzten Kooperationsdauer. Die Einschätzung der Nutzungsdauer der Kooperation erfolgt zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses und basiert auf aktuellen Budgets sowie Plandaten. Es erfolgt eine jährliche Überprüfung der geschätzten Kooperationsdauer.

Umsatzlegung bei Mehrkomponentenverträgen:

Die Verkäufe von Produkten und Dienstleistungen können mehrere Liefer- und Leistungskomponenten enthalten. In diesen Fällen stellt das Unternehmen fest, ob mehr als eine Bilanzierungseinheit vorliegt. Ein Geschäft wird separiert, sofern (1) die gelieferte(n) Komponente(n) einen selbstständigen Nutzen für den Kunden hat (haben), (2) der beizulegende Zeitwert der noch ausstehenden Komponente(n) zuverlässig ermittelt werden kann und (3) bei einem generellen Rückgaberecht der gelieferten Komponente(n) die Lieferung oder Leistungserbringung der noch ausstehenden Komponente(n) wahrscheinlich und im Wesentlichen durch das Unternehmen kontrollierbar ist. Sofern alle drei Kriterien erfüllt sind, wendet Biotest die für die jeweilige separate Bilanzierungseinheit maßgebliche Umsatzlegungsvorschrift an.

18 Forschungs - und Entwicklu ngskoste n

Forschungskosten werden zum Zeitpunkt der Entstehung als Aufwand erfasst. Entwicklungskosten werden in der Regel ebenfalls zum Zeitpunkt ihrer Entstehung als Aufwand erfasst, da bis zum Zeitpunkt der behördlichen Zulassung von neuen Produkten und Produktionsverfahren, die typischerweise am Ende des Entwicklungsprozesses steht, nicht mit hinreichender Sicherheit von der Vermarktungsfähigkeit der Produkte beziehungsweise von dem Einsatz der Produktionsverfahren ausgegangen werden kann. Die Aktivierungsvoraussetzungen nach IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte" sind nicht gänzlich erfüllt. Die nach den behördlichen Genehmigungen noch anfallenden Entwicklungskosten sind nicht wesentlich.

19 Staatlic he Forschungs - und Entwicklu ngszusc hüsse

Staatliche Forschungs- und Entwicklungszuschüsse werden zum Zeitpunkt der Gewährung beziehungsweise entsprechend den anfallenden Forschungs- und Entwicklungskosten erfolgswirksam vereinnahmt. Sie werden innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge ausgewiesen und nicht mit den Forschungs- und Entwicklungskosten saldiert.

20 Finanze rträge und Finanzaufwe ndunge n

Zinsen werden im Entstehungszeitpunkt als Aufwand beziehungsweise Ertrag erfasst. Der bei Finanzierungsleasingverträgen in den Leasingraten enthaltene Zinsanteil wird nach der Effektivzinsmethode ermittelt und als Zinsaufwand erfasst. Die Effektivzinsmethode verwendet einen Kalkulationszinssatz, mit dem geschätzte künftige Zahlungsmittelzuflüsse über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts abgezinst werden. Sämtliche Erträge und Aufwendungen aus Währungsumrechnungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Gemäß IFRS 7 werden die Zinsen aus Finanzinstrumenten separat ausgewiesen.

21 Steue rn

Die tatsächlichen Steueransprüche und Steuerverbindlichkeiten für die laufende Periode und für frühere Perioden sind mit dem Betrag zu bewerten, in dessen Höhe eine Erstattung von den Steuerbehörden beziehungsweise eine Zahlung an die Steuerbehörden erwartet wird. Für die Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, welche die jeweiligen landesrechtlichen Steuerregelungen der Länder, in denen die Unternehmen der Biotest Gruppe tätig sind, widerspiegeln.

Aktive latente Steuern werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und nicht genutzte Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Ebenfalls werden nicht angesetzte latente Steueransprüche an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.

Sowohl für die Ermittlung des laufenden Steueraufwands als auch zur Ermittlung der latenten Steuern werden die derzeit jeweils gültigen beziehungsweise die bereits parlamentarisch verabschiedeten Steuersätze herangezogen.

Latente Steueransprüche und latente Steuerverbindlichkeiten werden miteinander verrechnet, wenn einklagbare Ansprüche auf Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerverbindlichkeiten bestehen und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden.

22 Schätzu nsic herheite n und Ermesse nse ntsc heidu nge n

Die Aufstellung des Abschlusses erfordert es, bei der Bilanzierung und Bewertung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach IFRS Schätzungen vorzunehmen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen der Berichtsperiode ausgewirkt haben. Bei den Schätzungen und Annahmen handelt es sich um Ermessensentscheidungen des Managements. Diese werden kontinuierlich überprüft. Änderungen werden prospektiv in der Berichtsperiode beziehungsweise in künftigen Perioden erfasst. Annahmen und Schätzungen erfolgen insbesondere im Zusammenhang mit der Bewertung von Firmenwerten, Rückstellungen, Wertberichtigungen auf Forderungen und Vorräte, der Ausbuchung von Forderungen im Rahmen von Factoring-Verträgen, der Bewertung von anteilsbasierten Vergütungen sowie bei der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten. Eine wesentliche Ermessensentscheidung betrifft die Umsatzrealisierung aus der Partnering-Vereinbarung mit AbbVie (ein weltweit tätiges, forschendes biopharmazeutisches Unternehmen, das 2013 als Ausgliederung von Abbott entstanden ist). Solche schätz- und prämissensensitiven Bilanzierungsgrundsätze können sich im Zeitablauf verändern und einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben.

Bei seinen Ermessensentscheidungen orientiert sich das Management an Erfahrungswerten der Vergangenheit, Einschätzungen von Experten (Juristen, Ratingagenturen, Verbänden) und dem Ergebnis sorgfältiger Abwägung verschiedener Szenarien. Durch von den Annahmen abweichenden und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegenden Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können die sich einstellenden Beträge von den ursprünglich erwarteten Schätzwerten abweichen. Wenn die tatsächliche Entwicklung von der erwarteten abweicht, werden die Prämissen und, falls erforderlich, die Buchwerte der betreffenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entsprechend angepasst. Die Unternehmensleitung weist darauf hin, dass künftige Ereignisse häufig von Prognosen abweichen und Schätzungen routinemäßige Anpassungen erfordern.

Die wesentlichen Annahmen und Parameter für die vorgenommenen Schätzungen und Ermessensentscheidungen sind im Anhang bei den einzelnen Sachverhalten erläutert.

C. Segme ntberic hterstattu ng

Die im Segmentbericht dargestellten Informationen werden gemäß IFRS 8 "Geschäftssegmente" erstellt. Die Biotest Gruppe segmentiert sich in Übereinstimmung mit der internen Berichterstattung nach Produkten und Dienstleistungen. Der Hauptentscheidungsträger (chief operating decision maker) im Sinne des IFRS 8 ist bei der Biotest AG der Vorstand.

Die unterjährig dem Hauptentscheidungsträger zur Verfügung gestellten Segmentinformationen basieren auf den IFRS-Werten und umfassen im Wesentlichen die Informationen bis hin zum Betriebsergebnis (EBIT ). Das Betriebsergebnis (EBIT ) wird als Messgröße für die Beurteilung des Erfolgs der Segmente herangezogen.

Die Biotest Gruppe gliedert sich seit Beginn des Geschäftsjahres 2012 in die Segmente Therapie, Plasma & Services und Andere Segmente. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst. Hauptgrund für die Neuordnung der Segmente ist vor allem das Ausnutzen von Synergien durch die nun auch in der Berichterstattung formale Zusammenfassung von funktionell miteinander verbundenen Unternehmensteilen.

Die Geschäftssegmente der Biotest Gruppe stellen sich wie folgt dar:

Im Segment Therapie werden im Wesentlichen die ehemaligen Segmente Plasmaproteine und Biotherapeutika zusammengefasst. Somit sind hier zum einen die Entwicklung und die auf Basis von Blutplasma hergestellten Immunglobuline, Gerinnungsfaktoren und Albumine, die bei Erkrankungen des Immunsystems, der Blut bildenden Systeme und in der Intensivmedizin zum Einsatz kommen, enthalten. Zum anderen ist hier die präklinische und klinische Entwicklung der monoklonalen Antikörper, unter anderem zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis und des multiplen Myeloms, dargestellt.

Das Segment Plasma & Services enthält die Bereiche Plasmaverkauf und Lohnherstellung.

Das Segment Andere Segmente ist ein Berichtssegment, das sich in ein operativ tätiges Geschäftssegment Handelsware und ein nicht operativ tätiges Segment Corporate aufgliedert. Unter Corporate werden die Aufwendungen der übergreifenden Konzernführung sowie sonstige Aufwendungen und Erträge, die aufgrund ihrer Eigenart nicht auf die Segmente Therapie oder Plasma & Services aufgeteilt werden können, zusammengefasst.

Unter dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich ist in diesem Geschäftsjahr der Anspruch auf die Kaufpreisnachzahlung durch die Merck KGaA Gruppe, Darmstadt, Deutschland, ausgewiesen. Im Vorjahr wurde dort die Veräußerung des Geschäftsbereich Mikrobiologisches Monitoring am 1. August 2011 an die Merck KGaA gezeigt. Die Biotest Gruppe stellt den Veräußerungsgewinn in 2011 in dem separaten Bereich des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs dar, in den das Mikrobiologische Monitoring bereits im Jahr 2010 mit der Entscheidung zur Veräußerung des Geschäftsbereichs umgegliedert wurde.

Die Biotest Gruppe erzielt aktuell Erträge aus Dienstleistungsund Mietverträgen mit der Merck KGaA Gruppe und der Bio-Rad Medical Diagnostics GmbH, Dreieich, Deutschland, die die in der Vergangenheit veräußerten Geschäftsbereiche betreffen. Die Aufwendungen und Erträge aus den genannten Dienstleistungsund Mietverträgen werden im aktuellen Geschäftsjahr unter den Anderen Segmenten gezeigt.

Segmentda ten nach Geschäftsegmenten*

Tausend € Therapie Plasma & Services Andere
Segmente
Summe der
fortgeführten
Geschäfts
bereiche
Nicht
fortgeführter
Geschäfts
bereich
Gesamt
Umsatzerlöse 2012 330.899 96.990 12.078 439.967 439.967
mit Dritten 2011 324.741 87.864 9.421 422.027 30.469 452.496
Betriebsergebnis (EBIT) 2012 26.246 18.370 37 44.653 10.524 55.177
2011 24.938 18.763 –2.141 41.560 35.774 77.334
Anteile an Assoziierten 2012 2.777 2.777 2.777
Unternehmen 2011 2.042 2.042 2.042
Investitionen 2012 31.861 2.611 33 34.505 34.505
2011 24.992 1.614 110 26.716 635 27.351
Planmäßige
Abschreibungen
2012 24.193 4.312 915 29.420 29.420
2011 23.352 3.796 887 28.035 1.634 29.669
Wertminderungen 2012 2.012 2.012 2.012
2011 2.793 2.793 2.793

* Die Werte für das Geschäftsjahr 2011 wurden an die neue Segmentierung angepasst

Übe rleitungsrechnung der Summe der Segmentergebnisse zum Ergebnis nach Steuern der Biotest Gruppe

in Tausend € 2012 2011
Betriebsergebnis (EBIT) 44.653 41.560
Finanzerträge 20.589 21.052
Finanzaufwendungen –29.788 –34.571
Erträge aus assoziierten Unternehmen 1.024 539
Ergebnis vor Steuern (EBT) 36.478 28.580
Ertragsteuern –13.430 –9.850
Ergebnis nach Steuern des nicht
fortgeführten Geschäftsbereichs
10.373 29.419
Ergebnis nach Steuern (EAT) 33.421 48.149

Segmentda ten nach geographischer Aufgliederung

Umsatzerlöse mit Dritten
nach Sitz des Kunden
Umsatzerlöse mit Dritten
Vermögenswerte
nach Sitz der Gesellschaft
nach Sitz der Gesellschaft
in Tausend € 2012 2011 2012 2011 2012 2011
Europa 249.917 258.347 374.673 349.605 173.022 170.574
Amerika 58.398 74.955 65.294 72.422 141.864 142.238
Asien 121.816 77.583
Rest der Welt 9.836 11.142
Biotest Gruppe 439.967 422.027 439.967 422.027 314.886 312.812
davon:
Deutschland 89.385 96.892 292.608 262.613 170.141 163.306
Ausland 350.582 325.135 147.359 159.414 144.745 149.506
darin USA 52.461 69.542 65.247 72.422 141.431 139.460

Zwischen den einzelnen Segmenten finden keine wesentlichen Lieferungen statt.

D. Erläute runge n zur Gewi nn- und Verlust rec hnung

1 Umsatze rlöse

in Tausend € 2012 2011
Produkte der Biotest Gruppe 372.773 368.459
Lohnfraktionierung 38.118 25.730
Umsatzerlöse aus
Kooperationsvereinbarungen
16.655 17.413
Handelsware 12.078 9.421
Sonstige 343 1.004
439.967 422.027

Die Biotest Gruppe hat im Geschäftsjahr 2011 erstmals Umsatzerlöse mit dem Biotherapeutikum Tregalizumab (BT-061) erzielt. Diese Umsatzerlöse stammen aus einer Vorauszahlung aus der Vereinbarung über die weltweite Entwicklung und Vermarktung des monoklonalen Antikörpers Tregalizumab (BT-061) mit AbbVie (ein weltweit tätiges, forschendes biopharmazeutisches Unternehmen, das 2013 als Ausgliederung von Abbott entstanden ist). Da sich die Vorauszahlung in Höhe von 85 Millionen US-Dollar im Wesentlichen auf noch durchzuführende Forschungsaktivitäten bezieht, wurde der Großteil als Verbindlichkeit aus Umsatzabgrenzung bilanziert. Die Ertragsrealisierung erfolgt linear über die voraussichtliche Dauer des ersten Abschnitts der Kooperationsvereinbarung bis zum 30. Juni 2014. Für die im Geschäftsjahr 2012 erbrachten Forschungsleistungen realisierte die Biotest Gruppe 16.655 T € (i.Vj. 17.413 T €) erfolgswirksam.

In den Umsatzerlösen aus Produkten der Biotest Gruppe sind auch Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Plasma enthalten.

2 Mate rialaufwe ndunge n

in Tausend € 2012 2011
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 145.543 148.432
Bezogene Leistungen 22.334 16.645
167.877 165.077

3 Perso nalaufwe ndunge n

in Tausend € 2012 2011
Löhne und Gehälter 95.203 88.053
Soziale Abgaben 16.199 15.649
Aufwendungen für Altersversorgung 4.692 2.962
116.094 106.664

In den Personalaufwendungen sind Aufwendungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Höhe von 1.475 T € (i.Vj. 3.103 T €) enthalten.

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl, umgerechnet auf Vollzeitstellen, beträgt im Geschäftsjahr 2012 1.707 (i.Vj. in den fortgeführten Geschäftsbereichen 1.652). Am 31. Dezember 2012 sind 1.727 (i.Vj. 1.662) Mitarbeiter, umgerechnet auf Vollzeitstellen, in der Biotest Gruppe beschäftigt.

Im Vorjahr beträgt in dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich die durchschnittliche Mitarbeiterzahl in den ersten sieben Monaten des Geschäftsjahres 2011 umgerechnet auf Vollzeitstellen 284. Am 31. Dezember 2011 waren dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich keine Mitarbeiter, umgerechnet auf Vollzeitstellen, zugeordnet.

Am 31. Dezember 2012 beschäftigte die Biotest Gruppe 1.870 (i.Vj. 1.774) Mitarbeiter.

Die Mitarbeiter werden den Funktionsbereichen wie folgt zugeordnet:

in Vollzeitstellen 2012 2011
Produktion 1.185 1.097
Vertrieb 190 202
Verwaltung 208 206
Forschung und Entwicklung 144 157
1.727 1.662

4 Forschungs - und Entwicklu ngskoste n

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 51.438 T € (i.Vj. 49.406 T €) werden vollständig in der Gewinnund Verlustrechnung erfasst.

5 Sonstige betrieblic he Erträge

in Tausend € 2012 2011
Erträge aus Dienstleistungsverträgen 5.168 4.120
Ausbuchung von Verbindlichkeiten 1.692 3.388
Auflösung von sonstigen
Rückstellungen
1.457 2.227
Versicherungserträge und
sonstige Erstattungen
1.142 1.603
Auflösung von Pensionsrückstellungen 868 20
Auflösung von Wertberichtigungen 118 79
Gewinne aus Abgängen des
Anlagevermögens
106 66
Erstattungen des Arbeitsamts bei
Neubesetzung von Stellen wegen
Altersteilzeit 82 98
Steuererstattungen 50 219
Sonstige 942 1.610
11.625 13.430

6 Sonstige betrieblic he Aufwe ndunge n

in Tausend € 2012 2011
Aufwendungen für die Erbringung
von Dienstleistungen
4.140 3.881
Abschreibungen auf Forderungen 3.584 730
Zuführungen zu Rückstellungen 2.320 985
Wertminderungen 2.012 2.793
Verluste aus Abgängen des
Anlagevermögens
920 113
Entschädigungen 346 38
Spenden 336 314
Sonstige 1.502 896
15.160 9.750

Die Abschreibungen auf Forderungen in Höhe von 3.584 T € (i.Vj. 730 T €) betreffen Forderungen, die nicht mehr als einbringlich erachtet werden. Im Wesentlichen sind hiervon Forderungen der Biotest Hellas MEPE gegen griechische Endkunden betroffen.

Die Erträge aus Dienstleistungsverträgen beziehen sich im Wesentlichen auf nach den Veräußerungen der ehemaligen Geschäftsbereiche Medizinische Diagnostik und Mikrobiologisches Monitoring geschlossene Verträge.

Im Geschäftsjahr 2012 hat die Biotest Gruppe 735 T € (i.Vj. 524 T €) staatliche Zuschüsse erfolgswirksam erfasst; hiervon betreffen 551 T € (i.Vj. 328 T €) Zuschüsse zu Forschungs- und Entwicklungsprojekten sowie 102 T € (i.Vj. 98 T €) Lohnkostenzuschüsse und Lohnersatzleistungen und 82 T € (i.Vj. 98 T €) betreffen Erstattungen des Arbeitsamts bei Neubesetzung von Stellen wegen Altersteilzeit. Die Zuschüsse zu den Forschungsund Entwicklungsprojekten sind in den Forschungs- und Entwicklungskosten enthalten.

Im Geschäftsjahr 2012 erzielte die Biotest Gruppe als Leasinggeber Erträge aus Operating-Leasingverträgen in Höhe von 975 T € (i.Vj. 719 T  €). Aus den am Bilanzstichtag geltenden Leasingverträgen, mit einer Laufzeit bis 2017, ergeben sich für das Geschäftsjahr 2013 zukünftige Leasingerträge in Höhe von 602 T  € sowie für die darauf folgenden vier Geschäftsjahre (Jahre 2014 bis 2017) Leasingerträge in Höhe von 253 T €. Ab dem Geschäftsjahr 2018 werden sich keine weiteren kumulierten Leasingerträge ergeben. Die Erträge aus Operating-Leasingverträgen resultieren im Wesentlichen aus der vorübergehenden Vermietung von derzeit nicht betrieblich genutzten Grundstücken und Gebäuden.

Die Zuführungen zu Rückstellungen betreffen in diesem Geschäftsjahr im Wesentlichen Rückstellungen für sonstige Steuerrisiken in Höhe von 734 T €, Rückstellungen für die Schließung der griechischen Gesellschaft Biotest Hellas MEPE in Höhe von

412 T € und Rückstellungen für Prozessrisiken in Höhe von 289 T €.

Die Wertminderungen des aktuellen Geschäftsjahres betreffen mit 1.301 T € eine Wertminderung des Geschäfts- und Firmenwerts sowie mit 711 T € eine Wertminderung aktivierter Produktregistrierungen der brasilianischen Gesellschaft Biotest Farmaceutica Ltda.. Die Wertminderungen des Vorjahres betreffen im Wesentlichen Abschreibungen auf Geleistete Anzahlungen bei der Biotest Pharmaceutical Corporation, USA. Hinsichtlich weiterer Erläuterungen wird auf die Angaben zu den immateriellen Vermögenswerten und den Sachanlagen verwiesen.

7 Finanze rträge

8 Finanzaufwe ndu nge
n
-- -- --------------- -- ----- ----------
in Tausend € 2012 2011
Erträge aus Währungsumrechnungen 19.704 16.424
Zinserträge 539 771
Gewinn aus dem Abgang von
Finanzinstrumenten
1.146
Zuschreibungen auf Anteile an
assoziierten Unternehmen
453
Sonstige 346 2.258
20.589 21.052
davon aus Finanzinstrumenten der
Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
Kredite und Forderungen (LaR) 535 1.680
bis zur Endfälligkeit gehaltene
Finanzinvestitionen (HtM)
1
zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Vermögens
werte (FAFVtPL
)
4 985
zu fortgeführten Anschaffungs
kosten bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten (FLAC)
228 141
zu Handelszwecken gehaltene
finanzielle Vermögenswerte (FAHfT)
1.222 1.377
zu Handelszwecken gehaltene
finanzielle Verbindlichkeiten (FLH
fT)
2.245 1.785

Die Wertberichtigung von 50% auf das anteilige Eigenkapital der BioDarou P.J.S. Co. wurde im Geschäftsjahr 2011 aufgelöst, da die Gründe für die Wertminderungen nicht weiter bestanden. Hieraus resultieren im Vorjahr Finanzerträge in Höhe von 453 T €. Diese sind als Zuschreibungen auf Anteile an assoziierten Unternehmen ausgewiesen.

Die Erträge aus Währungsumrechnungen beinhalten Erträge aus realisierten Kursgewinnen im Zusammenhang mit Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten, Erträge aus der Währungskursabsicherung sowie Erträge aus der Stichtagsbewertung von Fremdwährungspositionen.

in Tausend € 2012 2011
Aufwendungen aus
Währungsumrechnungen
22.120 16.498
Zinsaufwendungen 3.639 5.218
Zinsaufwendungen Pensionen 2.294 2.328
Aufwendungen aus Fair Value
Bewertung
8.335
Verlust aus dem Abgang von
Finanzinstrumenten
657 785
Zinssicherungskosten 223 693
Sonstige 855 714
29.788 34.571
davon aus Finanzinstrumenten der
Bewertungskategorien gemäß IAS 39:
zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Vermögens
werte (FAFVtPL
)
657 7.987
zu fortgeführten Anschaffungs
kosten bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten (FLAC)
3.192 4.967
zu Handelszwecken gehaltene
finanzielle Vermögenswerte (FAHfT)
1.047 1.139
zu Handelszwecken gehaltene
finanzielle Verbindlichkeiten (FLH
fT)
2.177 2.734
Kredite und Forderungen (LaR) 1.074 738

Die Aufwendungen aus Währungsumrechnungen beinhalten Aufwendungen aus realisierten Kursverlusten im Zusammenhang mit Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten sowie Aufwendungen aus der Währungskursabsicherung.

Die ausgewiesen Zinssicherungskosten beinhalten Aufwendungen aus der Bewertung von Zinssicherungsgeschäften zum beizulegenden Zeitwert, Zahlungen aus Zinssicherungsgeschäften sowie angefallene Gebühren.

Im Vorjahr waren unter den Aufwendungen aus der Fair Value Bewertung im Wesentlichen die Bewertung der in den Finanzanlagen ausgewiesenen griechischen Staatsanleihen und die Ansprüche auf die Herausgabe von griechischen Staatsanleihen als Gegenleistung für Forderungen gegen griechische Krankenhäuser enthalten.

Im Jahr 2012 wurden nach dem Zwangsumtausch alle griechischen Staatsanleihen veräußert. Daraus resultieren im Geschäftsjahr 2012 Finanzaufwendungen in Höhe von 657 T €. Die Anleihen waren zum Stichtag 31. Dezember 2011 mit einem Marktwert in Höhe von 4.453 T € bilanziert.

9 Erträge aus assoziierten Unte rnehmen

Im Geschäftsjahr 2012 wurden Erträge aus assoziierten Unternehmen in Höhe von 1.024 T € (i.Vj. 539 T €) erwirtschaftet.

Für das Geschäftsjahr 2012 weicht der erwartete Steueraufwand bei Anwendung eines nominellen Ertragsteuersatzes von 28,8% (i.Vj. 28,8%) wie folgt von den effektiven Werten ab:

10 Ertragsteue rn

in Tausend € 2012 2011
Steuern des Geschäftsjahres 18.245 14.161
Periodenfremder laufender Steuerertrag –709 –527
Laufende Steuern 17.536 13.634
Latente Steuern –4.106 –3.784
Ertragsteueraufwand 13.430 9.850

Der latente Steuerertrag aus Posten, die direkt im Eigenkapital gutgeschrieben wurden, beträgt 2.036 T € (i.Vj. Eigenkapitalbelastung durch latenten Steueraufwand in Höhe von –263 T €).

in Tausend € 2012 2011
Ergebnis vor Steuern 36.478 28.580
Erwarteter Steueraufwand 10.506 8.231
Nicht bewertete Verluste des
Geschäftsjahres
727 283
Effekt aus der Wertminderung
des Firmenwerts
404
Abschreibungen auf latente Steuern 962 1.281
Steuererstattungen –709 –527
Steuereffekt aus der Anpassung
latenter Steuern der Vorjahre
–317 –480
Steuereffekt aus Aktivierung
von Steuerguthaben
–224 –668
Steuereffekt durch nicht abzugsfähige
Aufwendungen
3.232 1.908
Steuereffekt aus der Anwendung aus
ländischer Steuersätze und Verbrauch
ausländischer Verlustvorträge –1.129 417
Steuereffekt durch steuerfreie Erträge –58 –607
Sonstige Effekte 36 12
Ertragsteuern gemäß Gewinn
und Verlustrechnung
13.430 9.850

Die Berechnung des Steuersatzes von 28,8% basiert auf einem Körperschaftsteuersatz von 15%, einem Solidaritätszuschlag von 5,5% und dem gewerbesteuerlichen Hebesatz der Gemeinde Dreieich (Sitz der Muttergesellschaft).

11 Nicht fortgeführter Gesc häftsbe reic h

Die im Geschäftsjahr 2010 getroffene Entscheidung zum Verkauf des Geschäftsbereichs Mikrobiologisches Monitoring wurde mit Vollzug des Kaufvertrags mit der Merck KGaA Gruppe am 1. August 2011 umgesetzt.

Sowohl in der Gewinn- und Verlustrechnung als auch in der Segmentberichterstattung und der Kapitalflussrechnung wurden die Werte des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs von den fortgeführten Geschäftsbereichen getrennt ausgewiesen. Bilanziell wurden die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte und Schulden in den Posten Vermögenswerte des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs und Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs dargestellt.

Zum Zeitpunkt des Verkaufs war noch ein Patentrechtsstreit anhängig, in dem der heipha Dr. Müller GmbH vorgeworfen wurde, ein Patent des Klägers zu verletzen. Deshalb wurde ein Teil des Kaufpreises vom Käufer einbehalten. Dieses geltend gemachte Patent hat der Bundesgerichtshof inzwischen rechtskräftig für nichtig erklärt. Daraufhin hat der Kläger die Klage gegen die heipha Dr. Müller GmbH zurückgezogen, so dass Biotest nun einen Anspruch auf Zahlung des restlichen Kaufpreises gegen den Erwerber des verkauften Geschäftsbereichs hat.

Das Ergebnis des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs stellt sich wie folgt dar:

in Tausend € 2012 2011
Erträge des nicht fortgeführten
Geschäftsbereichs
30.693
Aufwendungen des nicht
fortgeführten Geschäftsbereichs
–26.761
Ergebnis vor Steuern des nicht
fortgeführten Geschäftsbereichs
3.932
Ertragsteuern des nicht fortgeführten
Geschäftsbereichs
–1.269
Ergebnis nach Steuern des nicht
fortgeführten Geschäftsbereichs
2.663
Bewertungs-/Veräußerungsergebnis
des nicht fortgeführten Geschäfts
bereichs vor Steuern
10.524 30.340
Steuern auf das Bewertungs-/
Veräußerungsergebnis
–151 –3.584
Bewertungs-/Veräußerungsergebnis
des nicht fortgeführten Geschäfts
bereichs nach Steuern
10.373 26.756
Ergebnis des nicht fortgeführten
Geschäftsbereichs
10.373 29.419

Das Veräußerungsergebnis des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs stellt sich wie folgt dar:

in Tausend € 2012 2011
Veräußerungserlös abzgl.
Verkaufsnebenkosten
10.524 41.770
abzgl. Steuern auf das
Veräußerungsergebnis
–151 –3.585
abzgl. abgehender
Vermögenswerte und Schulden
–17.451
zuzgl. abgehende
Minderheitenanteile am Eigenkpital
6.022
Veräußerungsergebnis des nicht
fortgeführten Geschäftsbereichs
10.373 26.756

12 Absc hlussp rüferhonorar

Die Hauptversammlung der Biotest AG hat am 10. Mai 2012 die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2012 bestellt.

Das Gesamthonorar im Geschäftsjahr 2012 für den Abschlussprüfer Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beträgt 371 T € (i.Vj. 273 T €). Dieses Honorar gliedert sich in 271 T  € (i.Vj. 234 T  €) für die Abschlussprüfung (davon 29 T  € für das Vorjahr), 49 T € (i.Vj. 14 T €) für sonstige Leistungen (davon 8 T € für das Vorjahr), 26 T € (i.Vj. 25 T €) für Steuerberatungsleistungen (davon 0 T € für das Vorjahr) sowie 25 T € (i.Vj. 0 T €) für andere Bestätigungsleistungen (davon 8 T € für das Vorjahr).

E. Erläute runge n zur Bila nz

1 Immate rielle Vermöge nswe rte

Die gesamten immateriellen Vermögenswerte sind dem langfristigen Vermögen zugeordnet.

Tausend € Geschäftswert Patente, Lizenzen
und ähnliche Rechte
Geleaste
Vermögenswerte
Geleistete
Anzahlungen
Gesamt
Anschaffungskosten
Stand zum 31. Dezember 2010 28.984 57.260 9.626 95.870
Zugänge 1.668 1.668
Zugänge zum Konsolidierungskreis 1.571 937 2.508
Abgänge –268 –15 –283
Währungsumrechnungsdifferenzen 583 1.271 1.854
Stand zum 31. Dezember 2011 31.138 60.868 9.611 101.617
Zugänge 889 290 1.179
Abgänge –2.267 –2.267
Umbuchungen 5 5
Währungsumrechnungsdifferenzen 300 –912 –612
Stand zum 31. Dezember 2012 31.438 58.583 9.611 290 99.922
Kumulierte Abschreibungen
Stand zum 31. Dezember 2010 25.931 4.998 30.929
Abschreibungen des Geschäftsjahres 5.453 1.542 6.995
Wertminderungen 388 388
Abgänge –268 –15 –283
Währungsumrechnungsdifferenzen 755 755
Stand zum 31. Dezember 2011 32.259 6.525 38.784
Abschreibungen des Geschäftsjahres 5.724 1.543 7.267
Wertminderungen 1.301 711 2.012
Abgänge –2.262 –2.262
Währungsumrechnungsdifferenzen –477 – 477
Stand zum 31. Dezember 2012 1.301 35.955 8.068 45.324
Buchwert zum
31. Dezember 2011 31.138 28.609 3.086 62.833
31. Dezember 2012 30.137 22.628 1.543 290 54.598

Der Zugang zum Konsolidierungskreis im Geschäftsjahr 2011 betraf den Geschäftswert in Höhe von 1.571 T € sowie Patente, Lizenzen und ähnlichen Rechte in Höhe von 937 T  €. Dieser Zugang resultierte aus dem Erwerb von 100% der Anteile an der Marcos Pedrilson Produtos Hospitalares Ltda., Brasilien, (heute: Biotest Farmaceutica Ltda.), dem ehemaligen Distributeur der Biotest AG in Brasilien. Hinsichtlich weiterer Erläuterungen wird auf die Angaben in Kapitel F2 Unternehmenszusammenschlüsse verwiesen.

Die geleasten Vermögenswerte beziehen sich im Wesentlichen auf eine ERP -Software.

Die Wertminderungen im Geschäftsjahr 2012 in Höhe von 2.012 T € (i.Vj. 0 T €) betreffen den Geschäftswert der Biotest Farmaceutica Ltda. mit 1.301 T € (i.Vj. 0 T €) sowie die Produktregistrierungen in Brasilien mit 711 T € (i.Vj. 0 T €). Diese Werte sind dem Segment Therapie zugeordnet. Aufgrund der Verzögerungen in der Verlängerung und Neuregistrierung der Produktzulassungen waren sowohl die Produktregistrierungen in Höhe von 711 T € als auch der Geschäftswert aus dem Erwerb der Anteile in Höhe von 1.301 T € in voller Höhe wertgemindert.

Die Wertminderungen im Vorjahr in Höhe von 388 T € beinhalten Wertminderungen von Kundenlisten der Biotest Hellas MEPE, Griechenland, aufgrund der negativen wirtschaftlichen Entwicklungen in Griechenland.

Mit dem Erwerb des Plasmaproteinbereichs der Nabi Biopharmaceuticals im Geschäftsjahr 2007 wurden zwei Entwicklungsprojekte erworben und im Konzernabschluss als immaterielle Vermögenswerte angesetzt. Hierbei handelt es sich um das intravenös zu verabreichende Immunglobulin BivigamTM , das im Dezember 2012 die Zulassung erhalten hat, sowie um Civacir®, das bei durch Infektionen mit Hepatitis-C erforderlich gewordenen Lebertransplantationen eine Reinfektion mit dem Virus verhindern soll. Das Civacir-Projekt wurde im Geschäftsjahr 2012 nicht planmäßig abgeschrieben, da es sich noch in der Entwicklungsphase befand und keine Zulassungen vorlagen. Mit Beginn der Produktion werden die Projektwerte über zehn Jahre linear abgeschrieben. Der Beginn der Vermarktung von Civacir® wird im Geschäftsjahr 2017 erwartet. Der Beginn der Vermarktung hängt von der Zulassung durch die verantwortlichen Behörden ab. Die planmäßigen Abschreibungen für das Produkt BivigamTM beginnen mit dem Vermarktungsstart im Februar 2013.

Für diese Projekte wurde ebenfalls ein Wertminderungstest durchgeführt, der wie im Vorjahr zu keinen Wertminderungen führte.

Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird über die Berechnung eines Nutzungswerts unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt. Letztlich wird zur Bestimmung eines Wertminderungsbedarfs der erzielbare Betrag der jeweiligen Cash Generating Unit ihrem Buchwert gegenübergestellt.

Im Zuge der Neuausrichtung der Segmentierung wurden die vorhandenen Geschäftswerte gemäß IAS 36.87 auf Basis relativer Nutzungswerte auf die neuen Cash Generating Units allokiert. Die Geschäftssegmente Therapie und Plasma & Services stellen die Cash Generating Units für den Wertminderungstest der Geschäftswerte dar.

Für den Wertminderungstest des Geschäftswerts des Segments Therapie wurde ein Diskontierungssatz vor Steuern in Höhe von 8,10%, der sich nach dem relevanten WACC (Weighted Average Cost of Capital) richtet, verwendet. Im Segment Plasma & Services wurde ein Diskontierungssatz vor Steuern in Höhe von 6,55% verwendet. Die Ermittlung der erwarteten Cash Flows erfolgte auf Basis der von der Unternehmensleitung erstellten fünfjährigen Finanzplanung. Für den Wertbeitrag ab dem Jahr 2018 wird sie ergänzt durch die ewige Rente. Basis für die Ermittlung der ewigen Rente sind die Durchschnittswerte der Jahre 2013 bis 2017. Es wurde eine Wachstumsrate in Höhe von 1% in der ewigen Rente angesetzt.

Die beiden Projekte wurden ebenfalls einem Wertminderungstest unterzogen. Hierbei beträgt der verwendete Diskontierungssatz nach Steuern für das Bivigam-Projekt 5,55% (i.Vj. 9,67%) und für das Civacir-Projekt 7,00% (i.Vj. 9,67%). Sie richten sich ebenfalls an dem relevanten WACC (Weighted Average Cost of Capital) aus. Die Ermittlung der erwarteten Cash Flows erfolgte für die Jahre 2013 bis 2023 auf Basis einer detaillierten Finanzplanung. Für die Jahre 2024 bis 2028 wurde eine Wachstumsrate in Höhe von 2% unterstellt.

Im Rahmen von Sensitivitätsanalysen wurden die Auswirkungen von Änderungen des verwendeten Abzinsungsfaktor sowie eine Änderung der zugrunde gelegten Wachstumsrate bei den Entwicklungsprojekten ermittelt. Keine realistische Wertänderung der Parameter würde zu einer Wertminderung der Entwicklungsprojekte oder des Geschäftswertes führen.

Die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte, die einem Wertminderungstest unterzogen wurden, beziehen sich auf die folgenden Cash Generating Units:

Cash
Generating Unit
Immaterieller
Vermögenswert
Buchwert zum
31.12.2012
in Tausend €
Buchwert zum
31.12.2011
in Tausend €*
Segment Therapie Geschäftswert 23.266 24.371
Segment
Plasma & Services
Geschäftswert 6.871 6.767
Projekt Patente, Lizenzen
und ähnliche Rechte
10.510 10.717
40.647 41.855

* Die Vorjahreswerte sind an die neue Segmentierung angepasst.

Die Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte des Geschäftsjahres sind in folgenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

in Tausend € 2012 2011
Herstellungskosten 4.452 4.136
Marketing- und Vertriebskosten 143 211
Verwaltungskosten 2.607 2.571
Forschungs- und Entwicklungskosten 65 77
Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.012 388
9.279 7.383

2 Sac hanlage n

Alle nachstehend aufgeführten Vermögenswerte sind dem langfristigen Vermögen zuzurechnen.

in Tausend € Grundstücke
und Bauten
Technische
Anlagen und
Maschinen
Andere Anlagen,
Betriebs
und Geschäfts
ausstattung
Geleaste
Vermögens
werte
Geleistete
Anzahlungen
Gesamt
Anschaffungs- / Herstellungskosten
Stand zum 31. Dezember 2010 159.219 144.953 80.760 1.625 7.712 394.269
Zugänge 743 1.113 4.289 18.903 25.048
Zugänge zum Konsolidierungskreis 446 28 474
Umbuchungen 599 798 1.160 –22 –2.535
Abgänge –192 –1.920 –740 –203 –60 –3.115
Währungsumrechnungsdifferenzen 1.616 1.314 60 95 3.085
Stand zum 31. Dezember 2011 162.431 146.258 85.557 1.400 24.115 419.761
Zugänge 9.931 5.945 5.252 12.198 33.326
Umbuchungen 7.953 14.828 2.456 –25.242 –5
Abgänge –1.637 –7.050 –13.754 –2.668 –25.109
Währungsumrechnungsdifferenzen –1.062 –792 –58 –154 –2.066
Stand zum 31. Dezember 2012 177.616 159.189 79.453 1.400 8.249 425.907
Kumulierte Abschreibungen
Stand zum 31. Dezember 2010 45.683 62.640 54.017 1.180 163.520
Abschreibungen des Geschäftsjahrs 3.913 11.570 5.358 199 21.040
Wertminderungen 2.405 2.405
Umbuchungen 15 4 –19
Abgänge –192 –1.779 –676 –201 –2.848
Währungsumrechnungsdifferenzen 116 640 31 787
Stand zum 31. Dezember 2011 49.520 73.086 58.734 1.159 2.405 184.904
Abschreibungen des Geschäftsjahrs 3.945 12.159 5.808 241 22.153
Abgänge –1.632 –6.263 –13.398 –2.421 –23.714
Währungsumrechnungsdifferenzen –77 –382 –26 16 –469
Stand zum 31. Dezember 2012 51.756 78.600 51.118 1.400 182.874
Buchwert zum
31. Dezember 2011 112.911 73.172 26.823 241 21.710 234.857
31. Dezember 2012 125.860 80.589 28.335 8.249 243.033

Die Zugänge zum Konsolidierungskreis in den Grundstücken und Bauten betreffen im Geschäftsjahr 2011 in Höhe von 446 T € die im Rahmen des Unternehmenszusammenschluss erworbenen Immobilien der Biotest Farmaceutica Ltda.

In den Geleisteten Anzahlungen sind im Geschäftsjahr 2012 im Wesentlichen wie im Vorjahr die Erweiterung der Abfüllungsund Verpackungsanlage der Biotest Pharma GmbH sowie der Ausbau der Produktionsanlagen in Boca Raton, Florida, USA, ausgewiesen.

Staatliche Zuschüsse für die Anschaffung oder Herstellung von Vermögenswerten mindern die Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten. Im Geschäftsjahr 2012 ergab sich hieraus ein kumulierte Verminderung des Buchwertes der betroffenen Vermögenswerte in Höhe von 103 T € (i.Vj. 137 T €).

Als Sicherheit für die seit dem Geschäftsjahr 2007 bestehende und im Geschäftsjahr ergänzte Konsortialkredit-Vereinbarung wurde eine Grundschuld über 95 Mio. € für Grundstücke der Biotest Pharma GmbH und der Biotest Grundstücksverwaltungs GmbH als Drittsicherungsgeber als Sicherheiten begeben.

Die Abschreibungen auf Sachanlagen des Geschäftsjahres sind in folgenden Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

in Tausend € 2012 2011
Herstellungskosten 15.769 14.005
Verwaltungskosten 4.829 4.764
Forschungs- und Entwicklungskosten 1.102 1.844
Marketing- und Vertriebskosten 453 427
Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.405
22.153 23.445

3 Anteile an assoziierten Unte rnehmen

Bei den Anteilen an assoziierten Unternehmen handelt es sich um einen 49%-Anteil der Biotest Pharma GmbH an der BioDarou P.J.S. Co. mit Sitz in Teheran, Iran, der nach der Equity-Methode bewertet wird.

Zweck der Gesellschaft ist die Sammlung von Plasma, die Verarbeitung zu Immunglobulinen, Faktoren und Humanalbumin durch die Biotest AG und der Verkauf der Fertigprodukte im Iran.

Die Investoren haben vorgesehen, dass die Gesellschaft schrittweise mit einem Eigenkapital von bis zu 4.000 T € ausgestattet wird. Die hierzu notwendigen Gesellschafterbeschlüsse werden entsprechend dem Finanzbedarf jeweils separat gefasst. Die Biotest Pharma GmbH hat bisher Einlagen in Höhe von 1.593 T € geleistet. Das Kapital der BioDarou P.J.S. Co. beträgt zum 31. Dezember 2012 37,5 Mrd. Rial (i.Vj. 37,5 Mrd. Rial) und ist voll eingezahlt.

Da kein testierter Abschluss der BioDarou P.J.S. Co. zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses vorliegt, werden die Vorjahreszahlen der BioDarou P.J.S. Co. zum 31.Dezember 2011 berichtet.

Die Ergebnisvorschau der BioDarou P.J.S. Co. für das Geschäftsjahr 2012 zeigt weiterhin ein deutlich positives Ergebnis, was daraus resultiert, dass die Gesellschaft über ein hohes Plasmasammelvolumen verfügt, das effizient im industriellen Maßstab bei der Biotest AG zu Fertigprodukten verarbeitet und anschließend im Iran verkauft werden kann.

Das assoziierte Unternehmen verfügte am Bilanzstichtag 2011 über folgende Vermögenswerte und Verbindlichkeiten:

Am 31. Dezember 2011 betrug der Wert der langfristigen Vermögenswerte 2.784 T € (i.Vj. 2.706 T €) und der Wert der kurzfristigen Vermögenswerte 9.602 T € (i.Vj. 8.593 T €).

Die langfristigen Verbindlichkeiten wurden am 31. Dezember 2011 mit 209 T € (i.Vj. 401 T €) und die kurzfristigen Verbindlichkeiten mit 6.416 T € (i.Vj. 6.903 T €) bewertet.

Im Geschäftsjahr 2011 betrugen die Umsatzerlöse 11.078 T € (i.Vj. 10.989 T €) sowie der Jahresüberschuss der Gesellschaft 2.089 T € (i.Vj. 1.092 T €).

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2012 eine dritte Plasmapheresestation errichtet, die von deutschen Behörden inspiziert und lizensiert wurde.

Die BioDarou P.J.S. Co. hat im Geschäftsjahr 2011 mit anderen Partnern die Gesellschaft Plasma Gostar Pars (PJS) mit Sitz in Teheran, Iran, gegründet, um das Plasma für die Lohnherstellung zusammenzuführen. Die BioDarou P.J.S. Co. besitzt an der Plasma Gostar Pars (PJS) einen Anteil von 60%.

Die politische Situation des Iran war auch im Jahr 2012 weiterhin angespannt. Die schwierige Situation im Zahlungsverkehr aufgrund der weiteren Sanktionen hat auch im Geschäftsjahr 2012 angehalten. Die Biotest Gruppe geht davon aus, dass es nicht zu einer dauerhaften Einschränkung des Geschäfts mit pharmazeutischen Produkten mit dem Iran kommt.

4 Sonstige Finanza nlage n

in Tausend € 2012 2011
Rentenfonds (Financial Assets at Fair
Value through Profit and Loss) 148 151
Ausleihungen an assoziierte
Unternehmen (Loans and Receivables) 6 22
Griechische Staatsanleihen (Financial
Assets at Fair Value through Profit and Loss) 4.453
Festverzinsliche Anlagen
(Held to Maturity) 26
Sonstige 81
154 4.733

Die Biotest Gruppe hat im September 2010 in Griechenland von der gesetzlichen Möglichkeit Gebrauch gemacht, Forderungen gegen staatliche Krankenhäuser aus den Jahren 2007 bis 2009 gegen zinslose staatliche Bonds mit abgestuften Laufzeiten zu tauschen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen griechische staatliche Krankenhäuser der betroffenen Jahre wurden ausgebucht und griechischen Staatsanleihen in den sonstigen Finanzanlagen eingebucht. Die Biotest Gruppe hat im Geschäftsjahr 2012 sämtliche griechische Staatsanleihen mit einem Marktwert (per 31. Dezember 2011) in Höhe von 4.453 T € für 3.796 T € veräußert und dabei einen Verlust von 657 T € realisiert.

Die zinslosen griechischen Staatsanleihen waren im Vorjahr der Kategorie Financial Assets at Fair Value through Profit and Loss zugeordnet. Die Einstufung als "Financial Assets at Fair Value through Profit and Loss" erfolgte aufgrund der Tatsache, dass die finanziellen Vermögenswerte anhand des beizulegenden Zeitwerts beurteilt und gesteuert wurden. Des Weiteren sind in dieser Kategorie Fondsanteile enthalten, deren Marktwerte von der depotführenden Bank schriftlich zum Bilanzstichtag mitgeteilt wurden.

5 Aktive und passive latente Steue rn

Aktiva Passiva Ergebniswirksam
in Tausend € 2012 2011 2012 2011 2012 2011
Immaterielle Vermögenswerte 175 97 289 579 –361 –184
Sachanlagen 9 12 16.338 16.181 280 –1.416
Sonstige Finanzanlagen 869 444 3 –429 –4.329
Vorratsvermögen 11.498 6.424 80 51 –5.129 577
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 151 103 1.371 2.568 –1.242 2.615
Sonstige Rückstellungen 1.612 1.653 45 154 –88 –651
Finanzverbindlichkeiten 154 258 –104 –81
Pensionsrückstellungen 5.750 4.232 518 –226
Sonstige Verbindlichkeiten 859 1.356 1.104 17 1.571 565
Sonstige Bilanzposten 168 381 1 212 256
Steueranrechnungsansprüche 3.495 3.967 407 –1.456
Steuerwert des berücksichtigten
Verlustvortrags
1.009 1.274 259 546
Summe latente Steuern 25.595 19.943 19.381 19.812 –4.106 –3.784
abzüglich Verrechnung aktiver und
passiver latenter Steuern
–11.790 –12.214 –11.790 –12.214
Aktive/passive latente Steuern 13.805 7.729 7.591 7.598

Die bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern betreffen folgende Bilanzposten:

Im Konzern existieren steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 8.753 T € (i.Vj. 9.800 T €), welche begrenzt und unbegrenzt in verschiedenen Konzerngesellschaften zur Verfügung stehen und dort mit zukünftig anfallenden zu versteuernden Einkommen bei der jeweiligen Gesellschaft oder anderen Konzerngesellschaften verrechnet werden können. Von den bewerteten Verlustvorträgen entfallen 3.891 T € (i.Vj. 3.190 T €) auf Steuerarten mit Steuersätzen in Höhe von 5 bis 6%.

Für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 14.988 T  € (i.Vj. 2.289 T €) werden latente Steuern nicht gebildet, da derzeit nicht mit der erforderlichen Sicherheit mit einer Nutzung dieser Verlustvorträge gerechnet werden kann. Die nicht angesetzten steuerlichen Verlustvorträge betreffen mit 0 T € (i.Vj. 0 T €) inländische und mit 14.988 T € (i.Vj. 2.289 T €) ausländische Gesellschaften. Verlustvorträge sind in Deutschland derzeit unbegrenzt vortragsfähig. Die ausländischen Verlustvorträge entfallen mit 2.680 T € (i.Vj. 785 T €) ebenfalls auf eine unbegrenzte Vortragsfähigkeit. Des Weiteren sind 0 T € (i.Vj. 1.068 T €) bis zu zehn Jahren und 12.308 T € (i.Vj. 437 T €) bis zu fünf Jahren vortragsfähig.

Aufgrund nicht ausreichendem zukünftigen zu versteuernden Einkommen sind in diesem Geschäftsjahr latente Steuern auf Teile der potentiellen Steuergutschriften für Forschungs- und Entwicklungskosten der Biotest Pharmaceuticals Corporation in Höhe von 2.880 T € nicht aktiviert.

In der Biotest Gruppe sind in einigen Ländern mehrere Jahre noch nicht endgültig durch die Betriebsprüfung veranlagt. Hierfür sind adäquate Vorsorgen für die offenen Veranlagungsjahre gebildet worden.

Zum 31. Dezember 2012 waren keine latenten Steuerschulden (i.Vj. 0 T €) für Steuern auf nicht abgeführte Gewinne von Tochtergesellschaften oder assoziierten Unternehmen der Biotest Gruppe erfasst. Die Biotest Gruppe hat sich entschieden, dass in absehbarer Zukunft die bislang nicht ausgeschütteten Gewinne ihrer Tochtergesellschaften und assoziierten Unternehmen nicht ausgeschüttet werden, weil die Biotest Gruppe eine Vereinbarung getroffen hat, wonach die Gewinne des assoziierten Unternehmen erst dann ausgeschüttet werden, wenn die Biotest Gruppe hierzu ihre Zustimmung erteilt hat. Zum Abschlussstichtag beabsichtigt das Mutterunternehmen nicht, eine solche Zustimmung zu erteilen. Des Weiteren darf das assoziierte Unternehmen des Konzerns seine Gewinne erst dann ausschütten, wenn es hierzu von allen Gesellschaftern die Zustimmung erhalten hat.

Die temporären Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen, für die keine latenten Steuern bilanziert sind, belaufen sich auf 500 T € (i.Vj. 498 T €).

6 Vorratsve rmöge n

in Tausend € 2012 2011
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 45.980 45.689
Unfertige Erzeugnisse 101.153 73.034
Fertige Erzeugnisse und Waren 37.083 34.260
184.216 152.983

Zum Bilanzstichtag hat die Biotest Gruppe wie im Vorjahr keine Vorräte mit einer Reichweite von über einem Jahr.

Die Wertminderungen des Vorratsvermögens betragen zum Bilanzstichtag 13.507 T € (i.Vj. 9.693 T €); die entsprechenden Bestände haben nach Abwertung auf den realisierbaren Nettoverkaufswert einen Restbuchwert in Höhe von 48.160 T € (i.Vj. 46.409 T €).

Die Wertminderungen des Vorratsvermögens stellen sich wie folgt dar:

in Tausend € 2012 2011
Stand zum 1. Januar 9.693 9.370
Verbrauch –2.654 –4.606
Auflösungen –3.112 –1.715
Zuführungen 9.781 6.556
Währungsdifferenzen –201 88
Stand zum 31. Dezember 13.507 9.693

Die Auflösungen der Wertberichtigungen des Vorratsvermögens resultieren im Geschäftsjahr 2012 im Wesentlichen aus der erfolgreichen Aufarbeitung von Produkten, die im Vorjahr außerhalb der Spezifikationen lagen.

Die Auflösungen der Wertberichtigungen des Vorratsvermögens begründen sich im Vorjahr zum einen durch den in die Produktion eingeflossenen Anteil der ursprünglich für die klinische Forschung bestimmten Vorräte und zum anderen haben Tests ergeben, dass ein Teil der wertberichtigten Vorräte doch innerhalb der Spezifikationen lag und in die Produktion einfließen kann.

7 Forde runge n aus Liefe runge n und Leistu nge n

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in der Regel innerhalb eines Jahres fällig. In diesem Geschäftsjahr sind von insgesamt 96.143 T € (i.Vj. 120.961 T €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wie im Vorjahr keine als langfristig eingestuft. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind der Kategorie Kredite und Forderungen (LaR) zugeordnet. Sie setzen sich wie folgt zusammen:

Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen (netto)
96.143 120.961
Wertberichtigungen auf Forderungen –4.995 –1.828
Verkauf von Forderungen –21.116 –21.912
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen (brutto)
122.254 144.701
in Tausend € 2012 2011

Die Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen werden als Differenz zwischen dem Nennbetrag der Forderungen und dem geschätzten einbringlichen Nettobetrag ermittelt. Die Biotest Gruppe verwendet für diese Einschätzung sowohl Erfahrungswerte über das Zahlungsverhalten bestimmter Kunden als auch Kenntnisse über Besonderheiten einzelner Länder. Bei der Bestimmung der Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird jeder Änderung der Bonität seit Einräumung des Zahlungsziels bis zum Bilanzstichtag Rechnung getragen. Dies betrifft sowohl Änderungen des Länder- als auch des Einzelkundenrisikos. Die Biotest Gruppe verwendet bei den Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausschließlich Einzelwertberichtigungen. Pauschalwertberichtigungen werden nicht vorgenommen.

Aufgrund der verzögerten Zahlungen der öffentlichen Krankenhäuser und der geringen Finanzmittel der Haushalte wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen teilweise wertberichtigt.

Die Biotest AG hat Forderungen in einem Volumen von insgesamt 9.756 T € (i.Vj. 9.665 T €) zum Bilanzstichtag im Rahmen von Factoring-Verträgen veräußert. Das Factoring-Programm sieht für die Biotest AG den Verkauf von inländischen und ausländischen Forderungen vor, bei dem für jeden Kunden ein individuelles Kreditlimit vorliegt. Den rechtlichen Bestand der Forderungen vorausgesetzt, trägt der Factor für die von ihm angekauften Forderungen das Risiko der Zahlungsunfähigkeit des Kunden.

Bis zum dritten Quartal 2011 bestand für die Biotest Hellas MEPE die Möglichkeit eines Verkaufs von Forderungen gegen öffentliche Krankenhäuser in Griechenland. Dieses Factoring besteht zum Jahresende nicht mehr, so dass am Bilanzstichtag keine Forderungen (i.Vj. 458 T €) verkauft sind und keine Forderungen als Forderungen gegen Factoringgesellschaften in den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen sind.

Die Biotest Italia S.r.l. verkauft teilweise Forderungen gegen italienische Kunden. Den rechtlichen Bestand der Forderungen vorausgesetzt, trägt der Factor für die von ihm angekauften Forderungen das Risiko der Zahlungsunfähigkeit des Kunden (Delkredere). Zum Bilanzstichtag waren Forderungen der italienischen Gesellschaft mit einem Volumen in Höhe von 11.360 T € (i.Vj. 11.789 T €) verkauft. Diese Forderungen wurden wie im Vorjahr in voller Höhe in Übereinstimmung mit IAS 39 ausgebucht.

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Forderungen aus Teilgewinnrealisierung in Höhe von 6.947 T € (i.Vj. 5.059 T €) enthalten. Hierbei handelt es sich um kundenspezifische Fertigungsaufträge, die mit den entsprechend angefallenen Herstellungskosten zuzüglich Gewinnanteilen, sofern zuverlässig schätzbar, bewertet wurden.

Die Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

in Tausend € 2012 2011
Stand zum 1. Januar 1.828 4.123
Zuführungen 3.584 263
Verbrauch –326 –2.433
Auflösungen –118 –79
Währungsdifferenzen 27 –46
Stand zum 31. Dezember 4.995 1.828

Aus der Analyse der Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergibt sich folgendes Bild:

2012 2011
96.143 120.961
55.554 80.741
21.067 16.239
6.897 7.305
4.020 5.387
1.035 5.516

Von den überfälligen Forderungen der Biotest Gruppe im Geschäftsjahr 2012 betreffen Forderungen in Höhe von 8.635 T € (i.Vj. 14.207 T €) Forderungen der Biotest Italia S.r.l., Italien, Forderungen in Höhe von 3.768 T € (i.Vj. 1.889 T €) die Forderungen der Biotest Medical S.L.U., Spanien, und Forderungen in Höhe von 2.681 T € (i.Vj. 3.730 T €) die Forderungen der Biotest Hellas MEPE, Griechenland.

Die Nettoforderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich aus den folgenden Währungen zusammen:

in Tausend € 2012 2011
EUR 72.334 84.472
USD 20.174 24.239
GBP 1.570 1.412
F 1.544 1.426
B 1 8.700
Sonstige Währungen 520 712
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen (netto)
96.143 120.961

8 Sonstige Vermöge nswe rte

2012 2011
in Tausend € Gesamt davon langfristig Gesamt davon langfristig
Vorsteuer- und sonstige Steuerforderungen 2.438 2 2.379
Forderungen gegen assoziierte Unternehmen 2.052 2.347
Rechnungsabgrenzungen 2.013 44 2.199 80
Geleistete Anzahlungen 596 20 249 17
Derivate 63 567 79
Forderungen gegen Factoringgesellschaften 458
Kaufpreisforderung Vertriebsrecht 243
Sonstige Vermögenswerte 1.045 453 1.490 442
8.207 519 9.932 618

Die Wertberichtigungen auf sonstige Vermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:

in Tausend € 2012 2011
Stand zum 1. Januar 964 964
Verbrauch –5
Stand zum 31. Dezember 959 964

Aus der Analyse der Altersstruktur der sonstigen Vermögenswerte ergibt sich folgendes Bild:

in Tausend € 2012 2011
Buchwert 8.207 9.932
davon zum Abschlussstichtag nicht
wertgemindert und nicht überfällig
8.162 9.867
davon zum Abschlussstichtag nicht
wertgemindert und in den folgenden
Zeitbändern überfällig
< 90 Tage überfällig 34
91 – 180 Tage überfällig
181 – 365 Tage überfällig
> 1 Jahr überfällig 45 31

Die sonstigen Vermögenswerte setzen sich aus den folgenden Währungen zusammen:

in Tausend € 2012 2011
EUR 5.855 6.389
USD 1.829 2.117
GBP 115 43
F 253 1.171
Sonstige Währungen 155 212
8.207 9.932

9 Zahlu ngsmittel und Zahlu ngsmittelä quivalente

in Tausend € 2012 2011
Bankguthaben 39.207 14.960
Kurzfristige Einlagen 17.576 67.986
Kassenbestand 458 253
57.241 83.199

Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ist der Kapitalflussrechnung der Biotest Gruppe zu entnehmen.

Zahlungsmittel in Höhe von 4.004 T € unterliegen aufgrund von Sanktionen der Europäischen Union gegen den Iran Verfügungsbeschränkungen, da zum Bilanzstichtag die erforderlichen Freigaben der Deutschen Bundesbank in Zusammenhang mit den EU-Sanktionen gegen den Iran nicht vorlagen. Zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung lagen die erforderlichen Genehmigungen vor.

Bei den kurzfristigen Einlagen handelt es sich um Termingelder mit einer ursprünglichen Laufzeit von bis zu drei Monaten.

10 Vermöge nswe rte und Schulden des nic ht fo rtgeführten Gesc häftsbe reic hs

Aus dem in Kapitel D11 beschriebenen Anspruch auf Kaufpreisnachzahlung resultieren die folgenden Bilanzpositionen:

in Tausend € 2012 2011
Sonstige Vermögenswerte 18.417
Vermögenswerte des nicht
fortgeführten Geschäftsbereichs
18.417
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 152
Sonstige Verbindlichkeiten 7.893
Schulden des nicht
fortgeführten Geschäftsbereichs
8.045

11 Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital ist voll eingezahlt und beträgt am 31. Dezember 2012 unverändert zum Vorjahr 30.025.152,00 € (Stammaktien: 16.883.819,52 €; Vorzugsaktien: 13.141.332,48 €). Das gezeichnete Kapital ist zum 31. Dezember 2012 in 6.595.242 Stück nennwertlose Stammaktien und 5.133.333 Stück nennwertlose Vorzugsaktien ohne Stimmrecht eingeteilt. Eine Verbriefung ist ausgeschlossen. Der rechnerische Nennwert der Aktien beträgt daher je Gattung 2,56 €. Die Basis für die Gewinnausschüttung eines Geschäftsjahres ist der jeweilige handelsrechtliche Bilanzgewinn der Biotest AG.

Mit Schreiben vom 8. Februar 2008 teilte Frau Dr. Cathrin Schleussner der Biotest Gruppe mit, dass ihr Stimmrechtsanteil zu diesem Tag 50,03% der Stimmrechte beträgt. Die Stimmrechte werden dabei über die OGEL GmbH, Frankfurt am Main, gehalten. Die OGEL GmbH wird als Unternehmen von Frau Dr. Cathrin Schleussner kontrolliert. Auf Grund der zum 1. Februar 2012 in Kraft getretenen Regelung des § 41 Abs. 4d WpHG haben der Biotest Gruppe am 22. Februar 2012 Herr Dr. Martin Schleussner, Frau Renate Schleussner und Herr Dr. Hans Schleussner mitgeteilt, das zum 1. Februar 2012 ein entsprechend § 41 Abs. 4d WpHG mitteilungspflichtiger Stimmrechtsanteil von jeweils 50,27% an der Biotest AG besteht. Zum Stichtag 31. Dezember 2012 hält die Kreissparkasse Biberach laut ihrer letzten Mitteilung 24,36% der Stammaktien.

Die Kapitalrücklage in Höhe von 153.332 T € ist zum Vorjahr unverändert und enthält Beträge, bei der Ausgabe von Aktien als Agio über den Nennbetrag hinaus erzielt wurden.

Der Gewinnverwendungsvorschlag sieht für das Jahr 2012 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 6.172 T € (i.Vj. 5.469 T €) vor. Die Stammaktien erhalten eine Dividende in Höhe von 0,50 €/Aktie (i.Vj. 0,44 €/Aktie) und die Vorzugsaktien erhalten eine Dividende in Höhe von 0,56 €/Aktie (i.Vj. 0,50 €/ Aktie). Die Vorzugsaktien sind derart ausgestaltet, dass auf sie nach Ausschüttungsbeschluss der Hauptversammlung eine Vorzugsdividende von 0,11 €/Aktie entfällt. Ferner erhalten die Vorzugsaktionäre eine Mehrdividende von 0,06 €/Aktie, sobald an die Stammaktionäre eine Dividende von mehr als 0,11 €/Aktie gezahlt wird. Erhalten die Vorzüge in einem Jahr keine Dividende, ist diese im Folgejahr nachzuholen. Fällt die Dividendenzahlung auch im zweiten Jahr aus, erhalten die Vorzugsaktien Stimmrecht (vgl. § 140 Abs. 2 AktG).

Der Vorstand der Biotest AG wurde durch die Hauptversammlung vom 6. Mai 2010 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 5. Mai 2015 eigene Stamm- und/oder Vorzugsaktien bis zu 10% des damaligen Grundkapitals in Höhe von 30.025 T € zu erwerben.

Des Weiteren wurde der Vorstand mit dem Beschluss der Hauptversammlung vom 6. Mai 2010 ermächtigt, bis zum 5. Mai 2015 das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Vorzugsaktien ohne Stimmrecht gegen Bareinlagen einmalig oder mehrmalig insgesamt um bis zu 3.742 T € zu erhöhen. Dabei ist den Aktionären ein Bezugsrecht einzuräumen; das gesetzliche Bezugsrecht kann auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Vorzugsaktien ohne Stimmrecht von einem oder mehreren Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären der Biotest AG zum Bezug anzubieten. Die Ermächtigung umfasst die Befugnis, weitere Vorzugsaktien auszugeben, die den früher ausgegebenen Vorzugsaktien ohne Stimmrecht bei der Verteilung des Gewinns oder des Gesellschaftsvermögens gleichstehen. § 139 Abs. 2 AktG bleibt unberührt. Der Vorstand wird ferner ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt der Aktienrechte und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen.

Das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie aus den fortgeführten Geschäftsbereichen ermittelt sich, indem der auf Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallende Gewinn durch den gewichteten Durchschnitt der Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien dividiert wird. Da es bei der Biotest AG in den letzten beiden Geschäftsjahren keine Veränderung der Stamm- oder Vorzugsaktien gab, entspricht das verwässerte jeweils dem unverwässerten Ergebnis.

in Tausend € 2012 2011
Ergebnis nach Steuern 23.035 18.722
Mehrdividende auf Vorzugsaktien –308 –308
Um Mehrdividendenansprüche
bereinigtes Ergebnis
22.727 18.414
Anzahl der im Umlauf befindlichen
Aktien (entspricht gewichtetem
Durchschnitt)
11.728.575 11.728.575
Unverwässertes und verwässertes
Ergebnis je Aktie in €
1,94 1,57
Mehrdividendenanspruch je
Vorzugsaktie in €
0,06 0,06
Unverwässertes und verwässertes
Ergebnis je Vorzugsaktie in €
2,00 1,63

Im Zeitraum zwischen dem Bilanzstichtag und der Genehmigung des Konzernabschlusses haben keine weiteren Transaktionen mit Stammaktien oder potenziellen Stammaktien stattgefunden.

12 Rückstellu nge n für Pensio nen und ähnlic he Verpflic htu nge n

Die Zusagen basieren auf der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der Mitarbeiter. Die Pensionsverpflichtungen betreffen im Wesentlichen Mitarbeiter der deutschen Gesellschaften. Bei den ähnlichen Verpflichtungen handelt es sich um ausländische Verpflichtungen, die beim Eintritt in den Ruhestand als Einmalzahlung fällig werden und um Verpflichtungen des Biotest Vorsorge-Sparplans.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen setzen sich wie folgt zusammen:

in Tausend € 2012 2011
Pensionen 54.823 48.902
Ähnliche Verpflichtungen 2.299 2.147
57.122 51.049

Der Nettowert der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen lässt sich wie folgt herleiten:

in Tausend € 2012 2011
Barwert der rückstellungsfinanzierten
Versorgungszusagen
57.122 51.009
Barwert der rückgedeckten
Versorgungszusagen
2.258 93
Zeitwert des Planvermögens
(Rückdeckungsversicherung)
–2.258 –53
Barwert der Versorgungszusagen 57.122 51.049

Im Rahmen eines Contractual Trust Arrangements (CT A) wurde im Geschäftsjahr 2012 Vermögen in Höhe von 2.205 T € auf einen Treuhänder, den Biotest Vorsorge Trust e.V., zur externen Insolvenzsicherung von Teilen der betrieblichen Altersversorgung übertragen. Da die übertragenen Mittel als Planvermögen im Sinne von IAS 19 zu qualifizieren sind, wurden Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen mit den übertragenen Vermögenswerten saldiert. Dadurch mindern sich die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen entsprechend.

Während der Berichtsperiode hat sich der Wert der Pensionsrückstellungen auf Konzernebene wie nachfolgend dargestellt verändert:

in Tausend € 2012 2011
Pensionsrückstellung am 1. Januar 51.049 49.672
Dotierung Planvermögen –2.205
Pensionszahlungen der
Berichtsperiode
–3.007 –2.784
Pensionsaufwand 5.136 5.069
Auflösung von Pensionsrückstellungen
aufgrund von Plankürzungen
–868 –20
Erfolgsneutral im Eigenkapital
erfasste versicherungsmathematische
Gewinne (i.Vj. Verluste)
7.017 –888
Pensionsrückstellung am
31. Dezember
57.122 51.049

Aus den leistungsorientierten Versorgungssystemen ergibt sich im Berichtsjahr ein Gesamtaufwand in Höhe von 5.136 T € (i.Vj. 5.069 T €). Auf den nicht fortgeführten Geschäftsbereich entfiel in diesem und im Vorjahr kein Gesamtaufwand.

Der Gesamtaufwand der fortgeführten Geschäftsbereiche setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

in Tausend € 2012 2011
Laufender Dienstzeitaufwand 2.842 2.355
Nachzuverrechnender
Dienstzeitaufwand
386
Erwarteter Ertrag aus Planvermögens –2
Zinsaufwand 2.294 2.330
5.136 5.069
Ertrag aus Plankürzungen –868 –20
4.268 5.049

Im Geschäftsjahr 2012 werden versicherungsmathematische Verluste in Höhe von 7.017 T € (i.Vj. Gewinne in Höhe von 888 T €) erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Insgesamt wurden bisher versicherungsmathematische Verluste und Gewinne in Höhe von –16.978 T € erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Die Pensionsaufwendungen sind in den folgenden Posten der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:

in Tausend € 2012 2011
Herstellungskosten 1.465 1.371
Marketing- und Vertriebskosten 374 362
Verwaltungskosten 511 496
Forschungs- und Entwicklungskosten 492 512
Finanzaufwendungen 2.294 2.328
5.136 5.069
Sonstige betriebliche Erträge –868 –20
4.268 5.049

Der Berechnung liegen folgende versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:

in Tausend € 2012 2011
Abzinsungssatz am 31. Dezember 3,2% 4,6%
Erwartete Rendite auf das Planvermögen 0,3% 2,0 – 4,2%
Steigerungsrate für Lohn und Gehalt 3,4% 3,4%
Rentensteigerungssatz 2,0% 2,0%
Fluktuationsrate 0,0 – 6,6% 3,0 – 6,9%

Mit Ausnahme des Abzinsungssatzes basieren die versicherungsmathematischen Annahmen auf historischen Erfahrungswerten.

Die folgende Tabelle zeigt die Überleitungsrechnung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO):

in Tausend € 2012 2011
Leistungsorientierte Verpflichtung zum
1. Januar
51.102 49.814
Laufender Dienstzeitaufwand 2.842 2.355
Zinsaufwand 2.294 2.330
Versicherungsmathematische
Verluste (i.Vj. Gewinne)
7.017 –887
Nachzuverrechnender
Dienstzeitaufwand
386
Gezahlte Versorgungsleistungen –3.007 –2.876
Plankürzungen/Planabgeltungen –868 –20
Leistungsorientierte Verpflichtung
zum 31. Dezember 59.380 51.102

In der folgenden Tabelle ist die Überleitungsrechnung des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens dargestellt:

in Tausend € 2012 2011
Beizulegender Zeitwert des
Planvermögens zum 1. Januar
53 142
Erwartete Erträge aus Planvermögen 2
Versicherungsmathematische Gewinne 1
Beiträge des Arbeitgebers 2.205
Gezahlte Versorgungsbeiträge –92
Beizulegender Zeitwert des
Planvermögens zum 31. Dezember
2.258 53

Die tatsächlichen Erträge aus Planvermögen betragen in diesem Geschäftsjahr 0 T € (i.Vj. 3 T €).

Die Biotest Gruppe erwartet für das Geschäftsjahr 2013 Zahlungen zu leistungsorientierten Pensionsplänen in Höhe von insgesamt 2.981 T € zu leisten.

Zum Bilanzstichtag war das Planvermögen in die folgenden Vermögenskategorien investiert:

in Tausend € 2012 2011
Rückdeckungsversicherungen 53 53
Zahlungsmittel 2.205
2.258 53

Nach IAS 19.120A p) ist eine Übersicht des aktuellen Jahres und der letzten vier Jahre anzugeben:

in Tausend € 2012 2011 2010 2009 2008
Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO) 59.380 51.102 49.814 49.007 44.127
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 2.258 53 142 720 739
Unterdeckung 57.122 51.049 49.672 48.287 43.388
erwartungsbedingte Anpassungen:
a) der Planschulden –1.469 –979 2.632 4.771 1.273
b) des Planvermögens 1 –3 –2 –8 –2

Im Geschäftsjahr wurden 6.580 T € (i.Vj. 6.533 T €) als Aufwand für beitragsorientierte Versorgungspläne erfasst.

Die Aufwendungen aus beitragsorientierten Pensionsplänen gliedern sich wie folgt auf:

in Tausend € 2012 2011
Beitragsorientierte Pläne des Unternehmens 916 721
Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen
Rentenversicherung 5.664 5.812
6.580 6.533

13 Sonstige Rückstellu nge n

in Tausend € Altersteilzeit Sonstige
personalbezogene
Verpflichtungen
Übrige Gesamt davon kurzfristig
Stand zum 31. Dezember 2011 684 10.637 11.211 22.532 19.340
Zuführungen 734 10.520 5.138 16.392
Inanspruchnahme –1.093 –8.453 –4.747 –14.293
Auflösungen –274 –1.183 –1.457
Währungsumrechnungsdifferenzen –21 –132 –153
Aufzinsung 52 89 –218 –77
Stand zum 31. Dezember 2012 377 12.498 10.069 22.944 18.998

Gemäß dem Tarifvertrag zur Förderung der Altersteilzeit des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie e.V., der eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2009 hatte, ist eine entsprechende Rückstellung gebildet worden. In der Rückstellung sind nur noch Verpflichtungen für laufende Altersteilzeitverhältnisse (Erfüllungsrückstand, Aufstockungsbeträge und gegebenenfalls Abfindungen) enthalten, da nach Auslaufen des Tarifvertrags zukünftig keine gesetzliche Verpflichtung zum Abschluss neuer Altersteilzeitverträge mehr besteht.

Die sonstigen personalbezogenen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für Erfolgsbeteiligungen, das Long Term Incentive-Programm, Jubiläen, Abfindungen und Beiträge zur Berufsgenossenschaft.

Die übrigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für Garantien, Prozessrisiken und ähnliche Sachverhalte.

In den Zuführungen des Geschäftsjahres 2012 sind im Wesentlichen Zuführungen zu Erfolgsbeteiligungen der Mitarbeiter in Höhe von 7.556 T € (i.Vj. 6.266 T €), dem Long Term Incentive-Programm in Höhe von 1.615 T € (i.Vj. keine), sonstigen Steuerrisiken in Höhe von 734 T € (i.Vj. 430 T €) sowie Abfindungen in Höhe von 710 T € (i.Vj. 2.583 T €) enthalten.

Die Auflösungen der sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen mit einem Betrag in Höhe von 314 T € (i.Vj. keine) sonstige Steuerrisiken und in Höhe von 253 T € (i.Vj. 1.556 T €) Prozessrisiken.

Die Auswirkungen von Änderungen des Abzinsungssatzes auf den Barwert des Vorjahres betragen 232 T € (i.Vj. 24 T €).

in Tausend € 2012 2011
Langfristige Verbindlichkeiten
Besicherte Bankverbindlichkeiten 63.726 90.283
Unbesicherte nachrangige
Darlehensverbindlichkeiten
6.250 7.500
Unbesicherte sonstige Darlehen 1.058 1.779
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing

71.034
1.781
101.343
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Besicherte Bankverbindlichkeiten 26.303 23.449
Unbesicherte nachrangige
Darlehensverbindlichkeiten
11.250 9.955
Unbesicherte sonstige Darlehen 2.111 2.576
Kurzfristiger Anteil der Verbindlich
keiten aus Finanzierungsleasing
1.781 1.710
41.445 37.690

14 Finanzve rbi ndlic hkeite n

Mit Ausnahme des kurzfristigen Anteils der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing entsprechen die Bilanzwerte der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten wegen deren kurzen Laufzeiten näherungsweise dem Marktwert.

Die Konsortialkredit-Vereinbarung beinhaltet eine kurzfristige Tranche in Höhe von 33 Mio. €, eine verbleibende langfristige Tranche in Höhe von 29 Mio. € mit einer Vollamortisation bis 2014 sowie eine im Jahr 2015 endfällige Tranche von 50 Mio. €.

Mit Wirkung zum 4. November 2012 wurde die kurzfristige Tranche in Höhe von 33 Mio. € um ein Jahr verlängert. Des Weiteren wurde die zusätzliche Linie in Höhe von 5 Mio. € zur Deckung von Wechselkursrisiken des Euros zum US-Dollar für ein Darlehen der Biotest Pharmaceuticals Corporation verlängert. Dadurch ist gesichert, dass Wechselkursänderungen die freie Kreditlinie nicht einschränken, sofern die Effekte unter 5 Mio. € liegen.

Von den im Konsortial-Kreditvertrag zugesagten Kreditlinien bleiben zum 31. Dezember 2012 25.073 T € (i.Vj. 28.345 T €) ungenutzt. Des Weiteren sind ungenutzte bilaterale Kreditlinien in Höhe von 55.971 T € (i.Vj. 58.745 T €) vorhanden.

Informationen über die Absicherung der Währungskurs- und Zinsrisiken sind in Kapitel F4 Finanzrisikomanagement zu finden.

Die unbesicherten nachrangigen Darlehensverbindlichkeiten enthalten ein durch eine Genussrechtsvereinbarung vom 25. November 2005 aufgenommenes endfälliges Darlehen (Nennbetrag 10.000 T €) in Höhe von 10.000 T € (i.Vj. 9.955 T €), für das ein Rangrücktritt vereinbart wurde. Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juli 2004 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung das Aufsichtsrats bis zum 7. Juli 2009 Genussrechte im Nennbetrag von bis zu 50 Mio. € auszugeben. Von dieser Genehmigung wurde im Geschäftsjahr 2005 in Höhe von 10 Mio. € Gebrauch gemacht. Am 25. November 2005 hat die Gesellschaft eine Genussrechtsvereinbarung mit einer Laufzeit bis Januar 2013 über 10 Mio. € abgeschlossen, die am 5. Dezember 2005 unter Abzug eines Disagios von 3,4% zur Auszahlung kam. Das nachrangige, endfällige Darlehen, dessen Verzinsung aus einer variablen und einer fixen Komponenten bestand, wurde bei Endfälligkeit am 15.Januar 2013 getilgt. Die variable Komponente ist abhängig von Finanzkennzahlen des Unternehmens.

Weiterhin enthalten die unbesicherten nachrangigen Darlehensverbindlichkeiten ein langfristiges Darlehen in Höhe von 7.500 T €, das ab 2013 planmäßig getilgt und fest zu 3,6% verzinst wird.

Die Biotest AG ist im Zusammenhang mit der Konsortialkredit-Vereinbarung verpflichtet, bestimmte Finanzrelationen einzuhalten. Diese betreffen ein bestimmtes Verhältnis der Netto-Finanzverschuldung zum EBIT DA, der Netto-Finanzverschuldung zum haftenden Eigenkapital sowie des EBIT DA zum Zinsaufwand. Diese Finanzrelationen werden vierteljährlich zum Quartalsende auf Basis der konsolidierten Konzernjahres- beziehungsweise Quartalsabschlüsse ermittelt. Im Geschäftsjahr 2012 wurden die Finanzrelationen wie im Vorjahr eingehalten.

Die Konditionen und Tilgungsmodalitäten der Finanzverbindlichkeiten sowie ihre Fälligkeitsstruktur sind im Folgenden dargestellt:

2012 (in Tausend €) Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Restlaufzeit
1 bis 5 Jahre
Restlaufzeit
> 5 Jahre
Besicherte Bankverbindlichkeiten:
Euro – variabel zu 0,9% 49.941 312 49.629
USD – variabel zu 1,0% 36.806 25.053 11.753
Euro – fest zu 3,8% 3.282 938 2.344
Sonstige Darlehen:
USD – fest zu 1,7 – 3,5% 2.618 1.682 936
Euro – fest zu 6,0% 485 414 71
Euro – variabel zu 4,5 – 4,8% 51 51
BRL
– fest zu 0,0%
15 15
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing:
Euro – fest zu 4,6% 1.781 1.781
Unbesicherte Darlehensverbindlichkeiten:
Euro – variabel zu 6,9% 10.000 10.000
Euro – fest zu 3,6% 7.500 1.250 6.250
112.479 41.445 71.034

Die Konditionen und Tilgungsmodalitäten der Finanzverbindlichkeiten des Vorjahres sowie ihre Fälligkeitsstruktur gliedern sich wie folgt:

2011 (in Tausend €) Gesamt Restlaufzeit
< 1 Jahr
Restlaufzeit
1 bis 5 Jahre
Restlaufzeit
> 5 Jahre
Besicherte Bankverbindlichkeiten:
USD – variabel zu 1,1 bis 2,3% 59.660 22.126 37.534
Euro – variabel zu 2,2 bis 3,2% 49.741 273 49.468
Euro – fest zu 3,8% 4.331 1.050 3.281
Sonstige Darlehen:
USD – fest zu 2,4 bis 3,5% 2.717 1.084 1.633
Euro – variabel zu 4,3 bis 4,6% 1.076 1.025 51
Euro – fest zu 6,0% 545 450 95
BRL
– fest zu 0,0%
17 17
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing:
Euro – fest zu 4,6% 3.491 1.710 1.781
Unbesicherte Darlehensverbindlichkeiten:
Euro – variabel zu 1,4 bis 6,9% 9.955 9.955
Euro – fest zu 3,6% 7.500 7.500
139.033 37.690 101.343
in Tausend € Zahlung Zinsen Tilgung
2012
Fällig in < 1 Jahr 1.821 40 1.781
Fällig in 1 bis 5 Jahren
Fällig in > 5 Jahren
1.821 40 1.781
2011
Fällig in < 1 Jahr 1.825 115 1.710
Fällig in 1 bis 5 Jahren 1.821 40 1.781
Fällig in > 5 Jahren
3.646 155 3.491

Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden wie folgt getilgt:

15 Sonstige Verbi ndlic hkeite n

in Tausend € 2012 2011
Provisionsverbindlichkeiten 12.139 9.323
Erhaltene Anzahlungen 6.601 8.033
Abgegrenzte Verbindlichkeiten 2.918 3.547
Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuern 1.317 1.020
Verbindlichkeiten aus Lohnsteuern 1.110 1.238
Rechnungsabgrenzungen 844 169
Verbindlichkeiten im
Rahmen sozialer Sicherheit
785 1.465
Verbindlichkeiten aus
derivativen Finanzinstrumenten
120 897
Verbindlichkeiten aus
sonstigen Steuern
47 92
Verbindlichkeiten gegenüber nicht kon
solidierten verbundenen Unternehmen
359
Übrige Verbindlichkeiten 1.368 349
27.249 26.492

Die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen zum Abschlussstichtag in Höhe von 1.821 T € (i.Vj. 3.646 T €) entspricht einem Barwert in Höhe von 1.781 T € (i.Vj. 3.491 T €).

Die Biotest Gruppe hat keine Mietverträge abgeschlossen, aus denen Eventualmietzahlungen resultieren könnten.

Im Zuge der Konsortialkredit-Vereinbarung wurde eine Grundschuld über 95 Mio. € für Grundstücke der der Biotest Pharma GmbH und der Biotest Grundstücksverwaltungs GmbH als Drittsicherungsgeber als Sicherheiten begeben. Des Weiteren wurden die Geschäftsanteile der Biotest Pharmaceuticals Corporation als Sicherheit verpfändet.

In diesem Geschäftsjahr bestehen sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 16 T € (i.Vj. 194 T €) mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr.

16 Verbi ndlic hkeite n aus Umsatzabg renzu ng

Die Biotest Gruppe hat im Zusammenhang mit der Vereinbarung über die weltweite Entwicklung und Vermarktung des monoklonalen Antikörpers BT-061 mit AbbVie (ein weltweit tätiges, forschendes biopharmazeutisches Unternehmen, das 2013 als Ausgliederung von Abbott entstanden ist) am Abschlussstichtag Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzungen in Höhe von 24.983 T € (i.Vj. 41.638 T €) bilanziert. Da sich die Vorauszahlung in Höhe von 85 Millionen US-Dollar, die in 2011 geflossen ist, im Wesentlichen auf noch durchzuführende Forschungsaktivitäten bezog, wurde der Großteil als Verbindlichkeit aus Umsatzabgrenzung bilanziert. Die Ertragsrealisierung erfolgt linear über die voraussichtliche Dauer des ersten Abschnitts der Kooperationsvereinbarung bis zum 30. Juni 2014.

F. Sonstige Erläute runge n

1 Long Term Ince ntive -Prog ramm

Die Biotest AG verfolgt eine an den Interessen der Aktionäre ausgerichtete Geschäftspolitik im Sinne des Shareholder Value-Prinzips, die die langfristige Wertsteigerung der Biotest Gruppe fördert. Die Gesellschaft hat deshalb in 2006 mit Zustimmung des Aufsichtsrats entschieden, ein Long Term Incentive-Programm (LTIP ) einzuführen, das mit der Zustimmung des Aufsichtsrats jährlich fortgesetzt werden kann.

In 2009 wurde mit Zustimmung des Aufsichtsrats entschieden, das Long Term Incentive-Programm mit dem LTIP 2009 in 2009 fortzusetzen. In 2010, 2011 und 2012 wurde das in 2009 aufgesetzte LTIP um jeweils eine Tranche erweitert. Für das LTIP 2009 musste ein weiteres Eigeninvestment seitens der berechtigten Teilnehmer erbracht werden. Wie bereits in den vorherigen LTIP s kann das Eigeninvestment aus der ersten Tranche 2009 auf jede neue Tranche angerechnet werden.

Die Werte in der Darstellung der Tranchen 2009, 2010, 2011 und 2012 beziehen sich auf alle Mitarbeiter, die berechtigt sind, an dem Programm teilzunehmen.

Long Term Ince ntive -Prog ramm 2009/ Tranche 2012 (LTIP 2012)

Das Programm begann am 1. Juni 2012 und läuft bis zum 31. Dezember 2014. Die Ausgestaltung der Tranche 2012 ist angelehnt an die Tranchen 2009, 2010 und 2011 und ist mit diesen fast identisch strukturiert.

Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Eigeninvestment des Teilnehmers durch den Kauf von Vorzugsaktien der Biotest AG. Das Eigeninvestment besteht aus der Addition von neu im Rahmen vom LTIP zu erwerbenden Vorzugsaktien ("Neuinvestment") und einer vom Neuinvestment abhängigen Anzahl von zusätzlich einzubringenden Vorzugsaktien ("Zusatzinvestment").

Um an dem LTIP 2012 teilzunehmen, ist jeder berechtigte Teilnehmer verpflichtet, als Zusatzinvestment 50% der Anzahl der im Rahmen des Neuinvestments erworbenen Vorzugsaktien zusätzlich bereitzustellen. Die Berechtigten können Vorzugsaktien, die sie im Rahmen des LTIP 2009, des LTIP 2010 und/ oder des LTIP 2011 erworben und/oder eingebracht haben, als Neuinvestment und/oder Zusatzinvestment für das LTIP 2012 einbringen. Ausschließlich das Neuinvestment fließt in die Berechnung der Incentive-Zahlung im Rahmen des LTIP 2012 ein.

Das gesamte Eigeninvestment in Vorzugsaktien ist mindestens solange im Depot zu halten, bis die Incentive-Zahlung geleistet wird. Bei den Teilnehmern der Tochtergesellschaft Biotest Pharmaceuticals Corporation ist aus rechtlichen Gründen, die speziell aus dem Recht der USA resultieren, ein Eigeninvestment nicht erforderlich, die Incentive-Zahlung wurde dabei um 15% niedriger angesetzt als bei Berechtigten der Biotest AG.

Nach Ablauf des Programms erhält jeder Berechtigte nach der Hauptversammlung voraussichtlich im Mai 2015 eine Incentive-Zahlung in bar, die abhängig ist vom Neuinvestment, dem Fixgehalt zum 1. Oktober 2012 sowie der Erreichung zweier Erfolgsziele. Den Erfolgszielen sind Faktoren zugeordnet, die beide mit dem Neuinvestment multipliziert werden.

Die Höhe der Incentive-Zahlung berechnet sich nach folgender Formel:

Neuinvestment x Erfolgsfaktor 1
+
Neuinvestment x Erfolgsfaktor 2 x Jahresfixgehalt zum = Zahlung
100 1. Oktober 2012

Die Höhe der Erfolgsfaktoren ergibt sich daraus, in welchem Umfang das Unternehmen vereinbarte Erfolgsziele erreicht hat.

Das Erfolgsziel 1 umfasst die Entwicklung des Aktienkurses im Vergleich zu einem relevanten Vergleichsparameter. Hierzu wird die Performance der Vorzugsaktie der Biotest AG mit der Kursentwicklung der im Börsensegment SDAX gelisteten Aktien verglichen.

Erfolgsfaktor 1
maximal 0,05
0,04
0,02
0,01
0,00

Grundvoraussetzung für das Erfolgsziel 1 ist, dass im Geschäftsjahr 2014 ein Konzernergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT ) in Höhe von mindestens 15.000 T € erreicht wird. Bleibt das EBIT im Jahr 2014 unter 15.000 T €, ist der Faktor auf jeden Fall 0.

Das Erfolgsziel 2 bezieht sich auf die durchschnittlich erreichte EBIT -Marge auf Konzernebene in den Jahren 2012, 2013 und 2014. Hierzu wird aus den jährlichen EBIT -Margen die Summe gebildet und diese durch drei geteilt.

Auch der Erfolgsfaktor 2 ist an eine weitere Grundvoraussetzung geknüpft. Der Faktor wird nur wirksam, wenn sich der Kurs der Biotest-Vorzugsaktie während der Laufzeit besser entwickelt hat als das 1. Quartil der SDAX-Aktien beziehungsweise um mindestens 25% absolut gestiegen ist. Die Berechnung erfolgt analog zum Erfolgsfaktor 1.

Durchschnittliche EBIT-Marge 2012 – 2014 Erfolgsfaktor 2
besser als 13,1% maximal 0,05
gleich 13,1% 0,04
gleich 11,1% 0,02
gleich 10,1% 0,01
unter 9,6% 0,00

Bei einer Zielerreichung zwischen den angegebenen Werten wird der jeweilige Faktor durch lineare Interpolation bestimmt.

Sind beide Performance-Kriterien erfüllt, so werden nach Ablauf des Performance-Zeitraums mindestens 1% und maximal 10% des Jahresfixgehalts per 1. Oktober 2012 bei einem Neuinvestment von 100 Aktien ausgezahlt.

Inklusive der Vorstandsmitglieder nehmen 102 Personen der Biotest Gruppe mit einem Neuinvestment von insgesamt 28.636 Vorzugsaktien am Long Term Incentive-Programm 2012 teil. Den Mitarbeitern der Biotest Pharmaceuticals Corporation wurden 6.275 Vorzugsaktien virtuell zugeordnet.

Die Bewertung wurde mit Hilfe der Monte Carlo-Simulation durch externe Gutachter (Towers Watson, Frankfurt am Main) durchgeführt. In der Bewertung der Market Conditions sowie der Non-Market Conditions nach IFRS 2 "Aktienbasierte Vergütung" werden Bedingungen, die die Incentive-Zahlung beeinflussen, am Markt aber nicht zu beobachten sind, von den beobachtbaren Marktkonditionen getrennt. Die Ermittlung für die Market Conditions wird in einer Bewertung des Fair Value vorgenommen. Der Fair Value der Gewährung der Incentive-Zahlung bezüglich der Outperformance des SDAX beträgt zum 31.Dezember 2012 3,59 € pro 100 Vorzugsaktien und 100 € Fixum; zum Zeitpunkt der Gewährung am 1.Juni 2012 betrug der Fair Value 2,52 €. Die Berücksichtigung der Non-Market Conditions erfolgt durch Addition des Erfolgsfaktors 2, der auf Basis von Planungsrechnungen ermittelt wird. Die Summe der Faktoren ergibt zum 31. Dezember 2012 einen Wert von 5,787%.

Alle nicht direkt beobachtbaren Marktparameter werden durch statistische Schätzungen ermittelt. Für die Schätzung der Volatilitäten werden historische Marktdaten für die Bewertung herangezogen. Der anzusetzende risikolose Marktzinssatz wird auf der Grundlage der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Parameter nach der Svensson-Methode ermittelt. Zur Ermittlung der Anzahl der voraussichtlich während des Zeitraums aus dem Programm ausscheidenden Personen wurde die Fluktuationsrate der begünstigten Mitarbeiter mit 4,0% angenommen.

Als Rückstellung zum 31. Dezember 2012 wurde entsprechend der Verteilung über den Gesamtzeitraum bis zum 31. Dezember 2014 ein anteiliger Wert in Höhe von 568 T € angesetzt, der auch dem Periodenaufwand in 2012 entspricht.

Long Term Ince ntive -Prog ramm 2009/ Tranchen 2011 (LTIP 2011) und 2010 (LTIP 2010)

Das LTIP 2011 begann am 1. Juni 2011 und läuft bis zum 31. Dezember 2013, das LTIP 2010 begann am 1. Juni 2010 und läuft bis zum 31. Dezember 2012. Die Ausgestaltung der Tranchen 2011 und 2010 ist jeweils angelehnt an die Tranche 2009 und ist mit dieser identisch strukturiert. Die inhaltliche Beschreibung ist mit dem LTIP 2012 identisch. Die unterschiedlichen Parameter werden im Folgenden aufgeführt.

Der Erfolgsfaktor 1 des LTIP 2011 und des LTIP 2010 ist zum Erfolgsfaktor 1 des LTIP 2012 fast identisch und stellt sich wie folgt dar:

Position zur Benchmark (Aktien SDAX) Erfolgsfaktor 1
gleich oder besser als 3. Quartil und mindestens 15%
absolute Kurssteigerung auf den Vergleichsparameter
maximal 0,05
gleich oder besser als 3. Quartil 0,04
gleich Median 0,02
gleich 1. Quartil 0,01
schlechter als 1. Quartil 0,00

Grundvoraussetzung für das Erfolgsziel 1 ist, dass im Geschäftsjahr 2013 bzw. 2012 ein Konzernergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT ) in Höhe von mindestens 15.000 T € erreicht wird. Bleibt das EBIT im Jahr 2013 bzw. 2012 unter 15.000 T €, ist der Faktor auf jeden Fall 0.

Auch der Erfolgsfaktor 2 ist an eine weitere Grundvoraussetzung geknüpft. Der Faktor wird nur wirksam, wenn sich der Kurs der Biotest-Vorzugsaktie während der Laufzeit besser entwickelt hat als das 1. Quartil der SDAX-Aktien. Die Berechnung erfolgt analog zum Erfolgsfaktor 1.

Für das LTIP 2011 gilt das Folgende:

Durchschnittliche EBIT-Marge 2011 – 2013 Erfolgsfaktor 2
besser als 14,8% maximal 0,05
gleich 14,3% 0,04
gleich 12,3% 0,02
gleich 11,3% 0,01
unter 10,3% 0,00

Für das LTIP 2010 gilt das Folgende:

Durchschnittliche EBIT-Marge 2010 – 2012 Erfolgsfaktor 2
besser als 16,4% maximal 0,05
gleich 16,4% 0,04
gleich 14,2% 0,02
gleich 13,2% 0,01
unter 12,2% 0,00

Die Höhe der Incentive-Zahlung berechnet sich wie bereits für das LTIP 2012 beschrieben; das Jahresfixgehalt ist in der Berechnungsformel gegen das jeweilige Jahresfixgehalt des entsprechenden Tranchenjahres auszutauschen.

Inklusive der Vorstandsmitglieder nehmen an dem LTIP 2011 88 Personen der Biotest Gruppe mit einem Neuinvestment von insgesamt 23.540 Vorzugsaktien am Long Term Incentive-Programm 2011 teil. Den Mitarbeitern der Biotest Pharmaceuticals Corporation wurden 3.025 Vorzugsaktien virtuell zugeordnet.

An dem LTIP 2010 nehmen inklusive der Vorstandsmitglieder 91 Personen der Biotest Gruppe mit einem Neuinvestment von insgesamt 23.560 Vorzugsaktien am Long Term Incentive-Programm 2010 teil. Den Mitarbeitern der Biotest Pharmaceuticals Corporation wurden 5.800 Vorzugsaktien virtuell zugeordnet.

Als Rückstellung zum 31. Dezember 2012 wurde für das LTIP 2011 entsprechend der Verteilung über den Gesamtzeitraum bis zum 31. Dezember 2013 ein anteiliger Wert in Höhe von 845 T € angesetzt. Der Periodenaufwand für das LTIP 2011 beträgt in 2012 574 T €. Dabei veränderte sich die Summe der Faktoren zum 31. Dezember 2012 von 3,2156% am 31. Dezember 2011 auf 3,7380%.

Für das LTIP 2010 wurde als Rückstellung zum 31. Dezember 2012 entsprechend der Verteilung über den Gesamtzeitraum bis zum 31. Dezember 2013 ein anteiliger Wert in Höhe von 978 T € angesetzt. Der Periodenaufwand für das LTIP 2010 in 2012 beträgt 455 T €. Dabei veränderte sich die Summe der Faktoren zum 31. Dezember 2012 von 2,7530% am 31. Dezember 2011 auf 3,0110%.

Long Term Ince ntive -Prog ramm 2009/ Tranche 2009 (LTIP 2009)

Die Tranche 2009 des Long Term Incentive-Programms wurde im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009 ausführlich beschrieben.

Für die Tranche 2009 kam es in 2012 zu keiner Auszahlung, da die Erfolgsfaktoren nicht erreicht wurden.

Weite re allgemeine Angabe n zum LTIP

Der Anspruch auf eine Incentive-Zahlung verfällt bei dem Programm und allen Tranchen, wenn das Beschäftigungsverhältnis – gleich aus welchem Grunde – innerhalb der Biotest Gruppe endet (außer bei Ruhestand, Vorruhestand, Altersteilzeit, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit).

Der Teilnehmer erhält eine anteilige Incentive-Zahlung bei einem Kontrollwechsel, bei dem mindestens 30% der Stimmrechte auf einen Aktionär übergehen, der vorher noch nicht über diese Stimmrechte verfügen konnte, bei Delisting vom amtlichen Markt, bei einer Verschmelzung oder einem Formwechsel der Obergesellschaft oder einem Ausscheiden des Unternehmens, in dem der Teilnehmer beschäftigt ist, aus dem Beteiligungskreis der Obergesellschaft.

2 Unte rnehmenszusammenschlüsse

Im aktuellen Geschäftsjahr fanden keine Unternehmenszusammenschlüsse statt. Am 18. Januar 2011 hat die Biotest AG 100% der Anteile an der Marcos Pedrilson Produtos Hospitalares Ltda., Brasilien, (heute: Biotest Farmaceutica Ltda.) den ehemaligen Distributeur der Biotest AG in Brasilien, erworben.

Zum Erwerbszeitpunkt stellten sich die beizulegenden Zeitwerte der identifizierten Vermögenswerte und Schulden der Biotest Farmaceutica Ltda. wie folgt dar:

in Tausend €
Vermögenswerte 1.441
Schulden 3.012
Summe des identifizierten Nettovermögens
zum beizulegenden Zeitwert
–1.571
Firmenwert aus dem Unternehmenserwerb 1.571
Gesamte Gegenleistung

Es wird davon ausgegangen, dass der erfasste Firmenwert steuerlich nicht abzugsfähig ist. Bezüglich weiterer Details verweisen wir auf die Angaben im Kapitel E1 Immaterielle Vermögenswerte. Die Kaufpreisallokation wurde im aktuellen Geschäftsjahr abgeschlossen und es wurden im Geschäftsjahr 2012 keine Änderungen vorgenommen.

Der Mittelabfluss in 2011 aufgrund des Unternehmenserwerbs stellt sich wie folgt dar:

in Tausend €
Analyse des Zahlungsmittelabflusses aufgrund
des Unternehmenserwerbs
Zahlungswirksame Gegenleistung
Transaktionskosten des Unternehmenserwerbs –186
Tatsächlicher Zahlungsmittelabfluss aufgrund
des Unternehmenserwerbs
–186

3 Finanzinst rume nte

3.1 Klassifikatio n der Finanzi nst rume nte

Die Biotest Gruppe klassifiziert die Finanzinstrumente entsprechend ihrer Bilanzierung. Die Unterscheidung basiert auf dem Wertansatz, dementsprechend werden die finanziellen Vermögenswerte und die finanziellen Verbindlichkeiten unterteilt in zu fortgeführten Anschaffungskosten und zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie die Derivate bilden eine eigenständige Klasse.

In eine Klasse können verschiedene Bilanzposten einfließen. Die Biotest Gruppe klassifiziert die Finanzinstrumente wie folgt:

Klasse der Finanzinstrumente Bilanzposten Bewertungskategorie
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente keine
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte Vermögenswerte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen LaR
Sonstige Finanzanlagen HtM
Sonstige Vermögenswerte LaR
Zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Vermögenswerte Sonstige Finanzanlagen FAFVtPL
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte Verbindlichkeiten Finanzverbindlichkeiten FLAC
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC
Sonstige Verbindlichkeiten FLAC
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing keine
Derivate Sonstige Vermögenswerte FAHfT
Sonstige Verbindlichkeiten FLH
fT

Die Bewertungskategorien nach IAS 39 werden wie folgt abgekürzt: Kredite und Forderungen/Loans and Receivables (LaR), bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen/Held to Maturity (HtM), zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte/Financial Assets at Fair Value through Profit and Loss (FAFVtPL ), zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte/Financial Assets Held for Trading (FAHfT), zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten/ Financial Liabilities Held for Trading (FLH fT) und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten/ Financial Liabilities at Amortised Cost (FLAC).

Im Geschäftsjahr 2012 wurde wie im Vorjahr keine Reklassifizierung der Finanzinstrumente vorgenommen.

3.2 Überleitu ng Bila nzposte n zu Bewe rtu ngskatego rie n sowie deren Werta nsätze und beizulegende Zeitwe rte

in Tausend € Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39
Bilanzposten Bewertungs
kategorie
nach IAS 39
Buchwert zum
31. Dezember 2012
Fortgeführte
Anschaffungs
kosten
Anschaffungs
kosten
Erfolgsneutral
zum beizulegen
den Zeitwert
Erfolgswirksam
zum beizulegen
den Zeitwert
Wertansatz
in der Bilanz
nach IAS 17
Aktiva
Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen
LaR 96.143 96.143
Sonstige Vermögenswerte
Sonstige Forderungen LaR 8.144 8.144
Derivate ohne
Hedge-Beziehung
FAHfT 63 63
Sonstige Finanzanlagen
Rentenfonds
(i.Vj. Griechische Staats
anleihen/Rentenfonds)
FAFVtPL 148 148
Festverzinsliche Anlagen HtM
Ausleihungen an
assoziierte Unternehmen
LaR 6 6
Sonstige AfS
Passiva
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
FLAC 47.373 47.373
Finanzverbindlichkeiten
Besicherte
Bankverbindlichkeiten
FLAC 90.029 90.029
Unbesicherte
Bankverbindlichkeiten
FLAC 17.500 17.500
Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing
n.a. 1.781 1.781
Sonstige unbesicherte
Darlehen
FLAC 3.169 3.169
Sonstige Verbindlichkeiten
Originäre finanzielle
Verbindlichkeiten
FLAC 27.129 27.129
Derivate ohne
Hedge-Beziehung
FLH
fT
120 120

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit einem Buchwert in Höhe von 57.241 T € (i.Vj. 83.199 T €) sind in der obigen Tabelle nicht enthalten, da diese Finanzinstrumente keiner Bewertungskategorie von IAS 39 zugeordnet sind.

Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39
Beizulegender
Zeitwert zum
31. Dezember 2011
Wertansatz
in der Bilanz
nach IAS 17
Erfolgswirksam
zum beizulegen
den Zeitwert
Erfolgsneutral
zum beizulegen
den Zeitwert
Anschaffungs
kosten
Fortgeführte
Anschaffungs
kosten
Buchwert zum
31. Dezem
ber 2011
Bewertungs
kategorie
nach IAS 39
Beizulegender
Zeitwert zum
31. Dezember 2012

120.961
120.961 120.961 96.143 LaR

9.365
9.365 9.365 8.144 LaR

567
567 567 63 FAHfT

4.604
4.604 4.604 148 FAFVtPL

26
26 26 – HtM

22
22 22 6 LaR

81
81 81 – AfS

34.678
34.678 34.678 47.373 FLAC

113.935
113.731 113.731 90.217 FLAC

18.238
17.456 17.456 18.126 FLAC
3.491
3.743
3.491 1.926 n.a.

4.355
4.355 4.355 3.101 FLAC

25.595
25.595 25.595 27.129 FLAC
897 897 fT 120 FLH

3.3 Agg regatio n der Bewe rtu ngskatego rie n samt Werta nsätze n und beizulege nde r Zeitwerte

in Tausend € Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39
Kategorien Bewertungs
kategorie
nach IAS 39
Buchwert
zum
31. Dezember
2012
Fortgeführte
Anschaffungs
kosten
Anschaffungs
kosten
Erfolgsneutral
zum beizulegen
den Zeitwert
Erfolgs
wirksam zum
beizulegen
den Zeitwert
Wertansatz
in der Bilanz
nach IAS 17
Beizulegender
Zeitwert zum
31. Dezember
2012
Kredite und
Forderungen
LaR 104.293 104.293 104.293
Bis zur Endfälligkeit
gehaltene Finanz
investitionen
HtM
Zum beizulegenden
Zeitwert
bewertete finanzielle
Vermögenswerte
FAFVtPL 148 148 148
Zu Handelszwecken
gehaltene finanzielle
Vermögenswerte
FAHfT 63 63 63
Zu fortgeführten
Anschaffungskosten
bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten
FLAC 185.200 185.200 185.946
Zu Handelszwecken
gehaltene finanzielle
Verbindlichkeiten
FLH
fT
120 120 120
in Tausend € Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39
Kategorien Bewertungs
kategorie
nach IAS 39
Buchwert
zum
31. Dezember
2011
Fortgeführte
Anschaffungs
kosten
Anschaffungs
kosten
Erfolgsneutral
zum beizulegen
den Zeitwert
Erfolgs
wirksam zum
beizulegen
den Zeitwert
Wertansatz
in der Bilanz
nach IAS 17
Beizulegender
Zeitwert zum
31. Dezember
2011
Kredite und
Forderungen
LaR 130.348 130.348 130.348
Bis zur Endfälligkeit
gehaltene Finanz
investitionen
HtM 26 26 26
Zum beizulegenden
Zeitwert
bewertete finanzielle
Vermögenswerte
FAFVtPL 4.604 4.604 4.604
Zu Handelszwecken
gehaltene finanzielle
Vermögenswerte
FAHfT 567 567 567
Zu fortgeführten
Anschaffungskosten
bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten
FLAC 195.815 195.815 196.801
Zu Handelszwecken
gehaltene finanzielle
Verbindlichkeiten
FLH
fT
897 897 897

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen haben überwiegend Restlaufzeiten von unter einem Jahr. Aus diesem Grund entsprechen die Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten.

Bei sonstigen langfristigen Forderungen sowie bei Finanzinvestitionen, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden und die somit Restlaufzeiten von über einem Jahr aufweisen, entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Barwerten der mit den Vermögenswerten verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Zinsparameter, welche markt- und partnerbezogene Veränderungen der Konditionen und Erwartungen reflektieren.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten weisen regelmäßig Restlaufzeiten von unter einem Jahr auf. Daher stellen auch hier die Buchwerte näherungsweise die entsprechenden beizulegenden Zeitwerte dar.

Die beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve sowie der nach den einzelnen Währungen betrachteten Credit-Spread-Kurve bestimmt.

Zum 31. Dezember 2012 hat die Biotest Gruppe keine wesentliche als zur Veräußerung verfügbar kategorisierte Beteiligung im Bestand.

Die Finanzinstrumente, die in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sind gemäß IFRS 7.27A in eine dreistufige Hierarchie der Zeitwertermittlung einzuordnen. Die Stufe spiegelt jeweils die Marktnähe der bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts einbezogenen Daten wider. Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie sind im Folgenden beschrieben:

  • Stufe 1: notierte Marktpreise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten an aktiven Märkten,
  • Stufe 2: andere Informationen als notierte Marktpreise, die direkt (zum Beispiel Preise) oder indirekt (zum Beispiel abgeleitet aus Preisen) beobachtbar sind, und
  • Stufe 3: Informationen für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Bei den derivativen finanziellen Vermögenswerten bzw. Verbindlichkeiten (Devisengeschäften) wird eine Mark-to-Market-Bewertung auf Basis notierter Devisenkurse und am Markt erhältlicher Zinsstrukturkurven vorgenommen. Die Zuordnung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt in der Hierarchiestufe 2.

Die Zuordnung des beizulegenden Zeitwerts der Rentenfonds erfolgt in der Hierarchiestufe 1.

3.4 Nettoergeb nisse nac h Bewe rtu ngskatego rie n

Im Folgenden ist das Nettoergebnis nach Bewertungskategorien für das Geschäftsjahr 2012 dargestellt:

in Tausend € aus der Folgebewertung
Kategorien aus Zinsen zum beizulegen
den Zeitwert
Währungs
umrechnung
Wert
berichtigung
aus Abgang Nettoergebnis 2012
Kredite und Forderungen 535 –1.074 –3.466 –4.005
Bis zur Endfälligkeit gehaltene
Finanzinvestitionen
Zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Vermögenswerte
4 –657 –653
Zu Handelszwecken gehaltene
finanzielle Vermögenswerte
175 175
Zu Handelszwecken gehaltene
finanzielle Verbindlichkeiten
68 68
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
–3.165 201 –2.964
Gesamt –2.626 243 –873 –3.466 –657 –7.379

Im Folgenden ist das Nettoergebnis nach Bewertungskategorien für das Vorjahr dargestellt:

in Tausend € aus der Folgebewertung
Kategorien aus Zinsen zum beizulegen
den Zeitwert
Währungs
umrechnung
Wert
berichtigung
aus Abgang Nettoergebnis 2011
Kredite und Forderungen 770 587 –184 –415 758
Bis zur Endfälligkeit gehaltene
Finanzinvestitionen
1 1
Zum beizulegenden Zeitwert
bewertete finanzielle Vermögenswerte
5 –7.987 980 –7.002
Zu Handelszwecken gehaltene
finanzielle Vermögenswerte
238 238
Zu Handelszwecken gehaltene
finanzielle Verbindlichkeiten
–949 –949
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
–4.709 –117 –4.826
Gesamt –3.933 –8.698 470 –184 565 –11.780

Alle Komponenten des Nettoergebnisses werden in den sonstigen Finanzaufwendungen beziehungsweise sonstigen Finanzerträgen erfasst. Ausnahme hierbei sind die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, diese werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

In dem Ergebnis aus der Folgebewertung der Finanzinstrumente, die der Bewertungskategorie zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zugeordnet sind, ist ein Gewinn in Höhe von 243 T € (i.Vj. Verlust 711 T €) enthalten, der sowohl Zins- als auch Währungseffekte beinhaltet.

3.5 Cas hflow in Zeitbä nde rn

Aus den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich vereinbarten, undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente mit positivem und negativem beizulegenden Zeitwert ersichtlich. Die zweite Tabelle enthält die Vergleichswerte für den Cashflow in Zeitbändern aus Sicht des vorigen Geschäftsjahres.

In dieser Darstellung werden alle Instrumente, die am Bilanzstichtag im Bestand sind und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart sind, einbezogen. Planzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten gehen nicht ein. Fremdwährungsbeträge werden jeweils mit dem entsprechenden Stichtagskurs umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten werden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem 31. Dezember 2012 gefixten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet.

in Tausend € Cashflow in 2013 Cashflow in 2014
Bilanzposten Buchwert per
31. Dezember 2012
fixierte
Zinsen
variable
Zinsen
Tilgung fixierte
Zinsen
variable
Zinsen
Tilgung
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten:
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –107.529 –364 –699 –37.553 –250 –506 –15.191
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing –1.781 –40 –1.781
Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten –3.169 –63 –2.111 –26 –967
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen –47.373 –47.373
Sonstige Verbindlichkeiten –27.129 –27.129
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten:
Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung –120 –120
Derivative finanzielle Vermögenswerte:
Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung 63 63
in Tausend € Cashflow in 2012 Cashflow in 2013
Bilanzposten Buchwert per
31. Dezember 2011
fixierte
Zinsen
variable
Zinsen
Tilgung fixierte
Zinsen
variable
Zinsen
Tilgung
Originäre finanzielle Verbindlichkeiten:
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –131.187 –411 –2.307 –33.449 –364 –1.653 –27.188
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing –3.491 –115 –1.710 –40 –1.781
Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten –4.355 –41 –44 –2.576 –66 –1.127
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen –34.678 –34.678
Sonstige Verbindlichkeiten –25.595 –25.401 –171
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten:
Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung –874 –874
Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung –23
Derivative finanzielle Vermögenswerte:
Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung 488 488
Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung 79
Cashflow nach 2017
fixierte
variable
Tilgung
Zinsen
Zinsen
Tilgung
Cashflow in 2017 Cashflow in 2016 Cashflow in 2015
variable fixierte variable fixierte variable fixierte
Zinsen Zinsen Tilgung Zinsen Zinsen Tilgung Zinsen Zinsen


–1.719
–16
–53.438
–422
–125


–92












Cashflow in 2014 Cashflow in 2015
Cashflow in 2016
Cashflow nach 2016
Tilgung fixierte variable fixierte variable fixierte variable fixierte variable
Zinsen Zinsen Tilgung Zinsen Zinsen Tilgung Zinsen Zinsen Tilgung Zinsen Zinsen Tilgung
–250 –1.230 –15.971 –124 –1.120 –53.438 –16 –1.719
–46 –617 –1 –35
–17 –6

4 Finanzrisikoma nageme nt

Biotest ist im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und den bestehenden internationalen Liefer- und Leistungsbeziehungen Währungs- und Zinsrisiken ausgesetzt.

Biotest nutzt derivative Finanzinstrumente zur Sicherung von Währungspositionen, um durch Wechselkursschwankungen bedingte Risiken zu minimieren. Darüber hinaus hat Biotest auch während des Geschäftsjahres Finanzinstrumente zur Zinssicherung eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente sind grundsätzlich dem Risiko sich ändernder Marktpreise ausgesetzt.

Biotest erfüllt die formalen Voraussetzungen nach IAS 39 für ein Hedge Accounting nicht vollumfänglich. Folglich wurden alle Gewinne und Verluste aus den Marktbewertungen der zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken eingesetzten derivativen Finanzinstrumente ergebniswirksam berücksichtigt.

Die Bilanzierung der Finanzinstrumente erfolgt mit dem Abschluss der entsprechenden Verträge. Die Finanzinstrumente werden ursprünglich zu Anschaffungskosten bilanziert und zum Bilanzstichtag zu den jeweiligen aktuellen Marktwerten bewertet. Die Ausbuchung der Finanzinstrumente erfolgt, wenn die aus dem Vertrag resultierenden Verpflichtungen beider Parteien erfüllt wurden oder bei Glattstellung des Instruments.

Der Ausweis der Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente erfolgt in der Bilanz unter den sonstigen Vermögenswerten beziehungsweise unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Zum 31. Dezember 2012 sind 63 T € (i.Vj. 567 T €) unter den sonstigen Vermögenswerten und 120 T € (i.Vj. 897 T €) unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Kredit risike n

Das Kreditrisiko stellt das finanzielle Risiko dar, dass ein Vertragspartner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Durch ein fortlaufendes Forderungsmanagement wird dem Forderungsausfallrisiko begegnet. Die Bonität der Kunden wird bewertet, woraufhin das Zahlungsziel und die weiteren Konditionen festgelegt werden. Darüber hinaus werden Teile der Inlands- und ausgewählte Auslandsforderungen an Factoringunternehmen beziehungsweise Banken verkauft.

Zum Stichtag wurden für Forderungen gegen griechische Kunden eine Wertberichtigung in Höhe von 2.700 T € (im Vj. 0 T €) vorgenommen. Länder mit einem Forderungsanteil von mehr als 10% am Gesamtforderungswert sind Italien und Iran. In Italien wurden Forderungen in Höhe von 613 T € (im Vj. 431 T €) wertberichtigt. Für Forderungen gegen Kunden im Iran wurden, wie im Vorjahr, keine Wertberichtigungen gebildet.

Für bestimmte Kunden in ausgewählten Ländern bestehen Kreditversicherungen mit verschiedenen Gesellschaften. Der im Rahmen der bestehenden Kreditversicherungen vereinbarte Selbstbehalt beläuft sich auf bis zu 10%.

Mögliche Ausfallrisiken für originäre Finanzinstrumente sind durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.

Für die Darstellung des maximalen Ausfallrisikos der finanziellen Vermögenswerte wird der jeweilige Buchwert als Äquivalent für das maximale Ausfallrisiko herangezogen:

in Tausend € 2012 2011
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
96.143 120.961
Sonstige Vermögenswerte 8.207 9.932
Sonstige Finanzanlagen 154 4.652

In den sonstigen Finanzanlagen sind im Vorjahr griechische Staatsanleihen in Höhe von 4.453 T € enthalten. In 2012 wurden alle griechischen Staatsanleihen veräußert.

Markt risike n

Marktpreisrisiken resultieren aus der Veränderung von Marktpreisen. Diese führen dazu, dass der beizulegende Zeitwert oder die künftigen Cashflows der Finanzinstrumente schwanken. Marktrisiken umfassen Währungsrisiken, Zinsrisiken und andere Preisrisiken.

Währungs risike n

Die Biotest Gruppe ist Währungsrisiken, die hauptsächlich aufgrund eines Ungleichgewichts der weltweiten Cashflows entstehen, ausgesetzt. Dieses Ungleichgewicht resultiert primär aus höheren Verkäufen in USD, denen geringere Einkäufe in USD gegenüberstehen. Gegen identifizierbare zukünftige Währungsrisiken schützt sich die Biotest Gruppe grundsätzlich, wenn sie sich diesen ausgesetzt sieht. Des Weiteren sichert sich die Biotest Gruppe selektiv gegen Risiken in der Bilanz ab. Die Biotest Gruppe nutzt Möglichkeiten zum natürlichen Ausgleich von Währungsrisiken sowie Devisentermingeschäfte für das Management von Währungsrisiken.

Die Biotest Gruppe hat in den für den Konzern wesentlichen Fremdwährungen folgende Fremdwährungspositionen:

Fremdwährungsrisiko USD GBP HUF RUB
in Tausend € 2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011
Barreserve 1.250 1.586 518 465 224 520 12.362 1.225
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 20.174 24.239 1.570 1.412 1.544 1.426 1 8.700
sonstige originäre
finanzielle Vermögenswerte
1.829 2.117 70 40 253 827
sonstige derivative
finanzielle Vermögenswerte
45 3 344 18 66
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
–9.166 –6.532 –186 –199 –47 –84 –171
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –39.423 –62.377
sonstige originäre
finanzielle Verbindlichkeiten
–5.935 –4.760 –36 –28 –344 –235 –26 –25
sonstige derivative
finanzielle Verbindlichkeiten
–60 –451 –366 –60 –56
Nettodarstellung –31.331 –46.178 1.981 1.327 1.630 2.798 12.124 9.910

Zum Stichtag bestanden folgende Devisenoptions- und Devisentermingeschäfte:

in Tausend € Nominalvolumen Marktwerte
2012 2011 2012 2011
Devisenoptionsgeschäfte 2.500 74
Devisentermingeschäfte 70.610 51.309 –57 –460

Für die Devisentermingeschäfte (Nominalvolumen: 75.000 TU SD, 1.300 TGBP, 495.349 TRU B) bestehen zum Stichtag folgende Restlaufzeiten:

in Tausend € Gesamt Restlaufzeit < 1 Jahr
31. Dezember 2012 70.610 70.610
31. Dezember 2011 53.809 53.809

Die wesentlichen Wechselkurse während der Berichtsperiode sind im Kapitel B3 dargestellt.

Zinsrisike n

Durch die Veränderung der Zinsstrukturkurve ändert sich der Barwert der Zahlungsströme infolge eines sich ändernden Diskontierungssatzes. Die Barwertänderung kann zum einen bei den einzelnen Finanzinstrumenten aufgrund einer Verschiebung der risikolosen Zinskurve (Swapkurve) und zum anderen aufgrund einer Veränderung der in die Finanzinstrumente eingepreisten Bonitätsaufschläge (Spreadrisiken) entstehen.

Aufgrund der bestehenden Darlehensbeziehungen (siehe auch Ausführungen unter E14 Finanzverbindlichkeiten) ist die Biotest Gruppe Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Zur Minimierung dieser Risiken waren im Vorjahr Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen, die im aktuellen Geschäftsjahr frühzeitig abgelöst wurden.

Im Vorjahr bestanden folgende Zinssicherungsgeschäfte:

in Tausend € Nominalvolumen 2011 Marktwerte 2011
Zinscaps 70.000 79
Zinsswaps 20.000 –23
90.000 56

Das Nominalvolumen ist die Summe aller Kauf- und Verkaufsbeträge derivativer Finanzgeschäfte. Die Marktwerte der Zinssicherungsgeschäfte werden von den jeweiligen beauftragten Banken ermittelt. Sie ergeben sich aus der Bewertung der ausstehenden Positionen zu Marktpreisen ohne Berücksichtigung gegenläufiger Wertentwicklungen aus den Grundgeschäften. Sie entsprechen den Aufwendungen beziehungsweise Erträgen bei einer Glattstellung der Derivatkontrakte zum Bilanzstichtag.

Liquiditäts risike n

Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, dass ein Unternehmen seine eigenen finanziellen Verpflichtungen nicht in ausreichendem Maße erfüllen kann. Durch finanzielle Engpässe können sich die Finanzierungskosten erhöhen.

Die Biotest Gruppe steuert ihre Liquidität, indem sie neben dem Zahlungsmittelzufluss aus dem operativen Geschäft in ausreichendem Umfang liquide Mittel vorhält und Kreditlinien bei Banken unterhält.

Zum 31. Dezember 2012 hatte die Biotest Gruppe folgende vertraglich vereinbarte Kreditlinien:

2012 2011
in Tausend € davon in
Anspruch
genom
men
davon in
Anspruch
genom
men
Eingeräumte Kreditlinien
(frei abrufbar)
191.743 110.699 218.533 134.518
Erhaltene feste Kredit
zusagen (an bestimmte
Bedingungen gebunden)
5.000 5.000 5.268 1.025
196.743 115.699 223.801 135.543

Das zentrale Treasury wird von den einzelnen Unternehmensbereichen mit Informationen versorgt, so dass ein Liquiditätsprofil erstellt werden kann. Einbezogen werden hierbei sämtliche finanzielle Vermögenswerte, finanzielle Verbindlichkeiten und erwartete Zahlungsströme aus geplanten Transaktionen.

Eine Fälligkeitsübersicht, die zeigt, wie die Cashflows der Verbindlichkeiten per 31. Dezember 2012 die Liquiditätssituation der Biotest Gruppe beeinflussen, ist in Kapitel F3.5 dargestellt.

Die vorgehaltene Liquidität, kurz- und langfristige Kreditlinien sowie die Möglichkeit, durch Verbriefungen von Forderungen Mittelzuflüsse zu generieren, geben der Biotest Gruppe eine ausreichende Flexibilität, um den Refinanzierungsbedarf des Konzerns zu decken. Aufgrund der Diversifizierung der Finanzierungsquellen wie auch der liquiden Mittel unterliegt die Biotest Gruppe keinem Konzentrationsrisiko im Bereich der Liquidität.

5 Sensitivitätsa nal yse gemäSS IFRS 7.40

Die Biotest Gruppe ist Marktrisiken, bestehend aus Währungsrisiken und Zinsrisiken, ausgesetzt.

Durch eine Anwendung von Sensitivitätsanalysen wird für jede Risikoart ermittelt, welche Auswirkungen eine Änderung der jeweiligen Risikovariablen auf die Gewinne und Verluste sowie auf das Eigenkapital zum Bilanzstichtag nehmen würde.

Währungs risike n

Für die Analyse der Währungsrisiken wird für bestimmte Fremdwährungen mit für die Biotest Gruppe signifikantem Risiko eine Sensitivitätsanalyse berechnet. Hierbei werden die folgenden wesentlichen Währungen betrachtet: USD, GBP, HU F und RU B.

Wenn der Euro gegenüber sämtlichen Währungen zum 31. Dezember 2012 um 10% aufgewertet gewesen wäre, wäre das Finanzergebnis um 5.165 T € höher (i.Vj. 2.995 T € höher) gewesen.

Wenn der Euro gegenüber sämtlichen Währungen zum 31. Dezember 2012 um 10% abgewertet gewesen wäre, wäre das Finanzergebnis um 4.743 T € niedriger (i.Vj. 2.854 T € niedriger) gewesen.

Die hypothetische Ergebnisauswirkung von 5.165 T € beziehungsweise –4.743 T € ergibt sich im Einzelnen aus den Währungssensitivitäten:

in Tausend € Aufwertung des
EUR
um 10%
Abwertung des
EUR
um 10%
EUR
zu USD
4.908 –4.736
EUR
zu GBP
124 –116
EUR
zu HU
F
EUR
zu RU
B
122 –123
EUR
zu übrigen Währungen
11 –14
5.165 –4.743

Zu beachten ist, dass in der Sensitivitätsanalyse nach IFRS 7 nur das Wechselkursrisiko bezogen auf finanzielle Vermögenswerte und Schulden, nicht aber das Translationsrisiko berücksichtigt wird. Unter Berücksichtigung des Translationsrisikos würden sich entsprechend andere Auswirkungen ergeben.

Zinsrisike n

Für das Zinsrisiko wird durch eine Sensitivitätsanalyse der Effekt einer Änderung der Marktzinssätze auf die Zinserträge und -aufwendungen, andere Ergebnisteile sowie gegebenenfalls auf das Eigenkapital dargestellt.

Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Demnach unterliegen alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7.

Marktzinssatzänderungen von Zinsderivaten (Zinsswaps, Zins-/ Währungsswaps und Zinscaps), die nicht in eine Sicherungsbeziehung nach IAS 39 eingebunden sind, haben Auswirkungen auf das sonstige Finanzergebnis (Bewertungsergebnis aus der Anpassung der finanziellen Vermögenswerte an den beizulegenden Zeitwert) und werden daher bei den ergebnisbezogenen Sensitivitätsberechnungen berücksichtigt.

Währungsderivate und deren Wertänderungen aufgrund von Zinsänderungen wurden für die Berechnung der Zinssensitivitäten nicht berücksichtigt.

Die Sensitivitätsanalyse bezieht sich auf den Nettoeffekt von zinstragenden Verbindlichkeiten und Bankbeständen. Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2012 um 100 Basispunkte höher gewesen wäre, wäre der Fair Value der Finanzinstrumente um 0 T € (i.Vj. 1.392 T €) höher gewesen. Die hypothetische Ergebnisauswirkung von 396 T  € (i.Vj. 669 T  €) ergibt sich aus den potenziellen Effekten aus Zinsderivaten von 0 T € (i.Vj. 945 T €) und originären finanziellen Verbindlichkeiten von 396 T  € (i.Vj. 276 T  €).

Vor dem Hintergrund der zum Bilanzstichtag sehr niedrigen Referenzzinssätze wird aus Geringfügigkeitsgründen auf eine Sensitivitätsanalyse bei Abweichung des Markzinsniveaus nach unten verzichtet. Im Vorjahr bezogen sich die Angaben auf 70 Basispunkte. Wenn das Marktzinsniveau zum 31.Dezember 2011 um 70 Basispunkte niedriger gewesen wäre, wäre der Fair Value der Finanzinstrumente um 791 T € niedriger gewesen. Die hypothetische Ergebnisauswirkung von –273 T € ergab sich aus den potenziellen Effekten aus Zinsderivaten von –469 T € und originären finanziellen Verbindlichkeiten von 193 T €.

Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2012 um 100 Basispunkte höher beziehungsweise um 0 Basispunkte niedriger gewesen wäre, wäre das Eigenkapital unverändert geblieben.

Markt risike n

Die Angaben zur Sensitivitätsanalyse gemäß IFRS 7.40 b) umfassen sowohl das Fair Value Risiko als auch das Cash Flow Risiko. Da diese Werte in den Rechenmodellen simultan ermittelt werden, können keine differenzierte spezifische Angaben zu den einzelnen Werten gemacht werden.

Sonstige Preis risike n

IFRS 7 verlangt im Rahmen der Darstellung zu Marktrisiken auch Angaben darüber, wie sich hypothetische Änderungen von Risikovariablen auf Preise von Finanzinstrumenten auswirken. Als Risikovariablen kommen insbesondere Börsenkurse oder Indizes in Frage.

Die Sonstigen Preisrisiken haben keinen wesentlichen Einfluss auf die Preise von Finanzinstrumenten der Biotest Gruppe.

6 Kapitalma nageme nt

Die primäre Zielsetzung für das Kapitalmanagement besteht darin, ein für Kapitalgeber attraktives Rating im Allgemeinen zu sichern und Kapitalrelationen einzuhalten, die die strategische Geschäftsentwicklung der Biotest Gruppe absichern.

Das Eigenkapital der Biotest Gruppe, das im Fokus der Optimierung der Kapitalstruktur steht, ist das in der Bilanz ausgewiesene Eigenkapital, das den Eigentümern der Biotest AG als Mutterunternehmen zuzuordnen ist. Das Stammkapital besteht aus 6,6 Mio. Stück stimmberechtigten Stammaktien und 5,1 Mio. Stück stimmrechtslosen Vorzugsaktien. Minderheitsanteile am Eigenkapital spielen beim Kapitalmanagement aufgrund des geringen Volumens nur noch eine untergeordnete Rolle. Erhaltene nachrangige Darlehen stärken die langfristige Kapitalkraft mit Haftungscharakter insgesamt, werden aber im Rahmen des Fremdkapitals gesteuert.

Die Basis für die Analyse des strategischen Kapitalmanagements bilden Rechnungen zur langfristigen Unternehmensplanung, aus denen die entsprechenden zukünftigen Wertgrößen und Kennzahlen abgeleitet werden. Im kurzfristigen Bereich liefert die Budget-Planung für das Folgejahr die Basis für die Kennzahlen.

In der strategischen Ausrichtung verfolgt die Biotest Gruppe das Ziel, eine Eigenkapitalquote von mindestens 40% zu halten. Die Eigenkapitalquote der Biotest Gruppe beträgt zum 31.Dezember 2012 54,1% (i.Vj. 50,8%). Daneben werden sowohl langfristig als auch quartalsweise spezielle Finanzkennzahlen, wie sie von den Konsortialbanken definiert sind, zur Analyse und Steuerung herangezogen. Hier ist als wesentliche Kennzahl der Verschuldungsfaktor als Verhältnis der Nettoschulden zum EBIT DA zu nennen.

Im Geschäftsjahr 2012 wurden keine Veränderungen bei der Zielsetzung oder den Prozessen für das Management des Kapitals vorgenommen.

Die Biotest Gruppe hat unterschiedliche Maßnahmenmöglichkeiten, um die Ziele des Kapitalmanagements zu erreichen. Diese bestehen aus Kapitalerhöhungen durch die Ausgabe neuer Aktien mit und ohne Bezugsrecht, aus Dividendenpolitik und aus dem Rückkauf von Aktien. Die Optimierung der Kapitalstruktur wird ebenfalls durch die Reduzierung von Schulden und durch ein aktives Working-Capital-Management unterstützt.

7 Eve ntualfo rde runge n und Eve ntualverpflic htunge n

Eine Eventualforderung ist ein möglicher Vermögenswert, der aus vergangenen Ereignissen resultiert und dessen Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse erst noch bestätigt wird, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Unternehmens stehen.

Eventualverpflichtungen sind mögliche Verpflichtungen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Unternehmens stehen, erst noch bestätigt werden muss. Eventualverpflichtungen können auch aus gegenwärtigen Verpflichtungen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren, beruhen, die jedoch nicht erfasst sind, entweder weil der Ressourcenabfluss samt wirtschaftlichen Nutzeneinbußen nicht wahrscheinlich ist oder die Höhe der Verpflichtung nicht ausreichend verlässlich geschätzt werden kann.

Die Biotest Gruppe hat Eventualverbindlichkeiten durch Bürgschaften in Höhe von 21.715 T € (i.Vj. 13.464 T €). Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Lieferungs- und Leistungsgarantien, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme der Biotest Gruppe als gering eingeschätzt wird.

In Italien besteht das Risiko, dass aus dem Launch von Zutectra® in 2010 die italienischen Gesundheitsbehörden eine Rückvergütung fordern bezüglich der Mehrerlöse von Zutectra® in 2011 und 2012 im Retail Markt. Biotest stuft die Forderung als nicht gerechtfertigt ein, da der Gesamtmarkt für Hepatitis B Immunglobuline in 2011 und 2012 sich auf dem Niveau von 2010 in etwa stabil hält und das staatliche italienische Gesundheitssystem keine Nachteile, sondern nur Vorteile durch den Launch von Zutectra® hatte. Aus diesem Grunde wurde keine Rückstellung im Konzernabschluss erfasst. Das Risiko wird auf einen niedrigen einstelligen Millionen-Betrag geschätzt.

8 Sonstige finanzielle Verpflic htu nge n

in Tausend € in 2013 2014 bis 2017 ab 2018 Gesamt
Verpflichtungen aus langfristigen Dienstleistungsverträgen 10.626 37.942 8.346 56.914
Künftige Zahlungen aus Miet-, Pacht- und Operating-Leasingverträgen 3.881 7.644 2.541 14.066
Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen 4.356 4.356
Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten 1.391 1.391
Andere finanzielle Verpflichtungen 218 208 426
Stand zum 31. Dezember 2012 20.472 45.794 10.887 77.153

Die Zahlungen für die genehmigten Investitionen im Anlagevermögen erfolgen innerhalb eines Jahres.

Bei den Verpflichtungen aus langfristigen Dienstleistungsverträgen handelt es sich um Abnahmeverpflichtungen aus zwei Lohnfraktionierungsverträgen für die Jahre 2013 bis 2018 in Höhe von 56.914 T € (i.Vj. 67.851 T €).

Die Biotest Gruppe als Leasingnehmer mietet beziehungsweise least Betriebsausrüstung. Das Operating-Leasing umfasst Fahrzeuge und Bürogeräte, deren Verträge eine Basismietzeit von zwei bis fünf Jahren haben. Im Geschäftsjahr 2012 beträgt der Aufwand aus den Miet-, Pacht- und Operating-Leasingverträgen 4.208 T € (i.Vj. 5.051 T €).

Die Miet-, Pacht- und Operating-Leasingverträgen in Bezug auf die Plasmastationen der Plasma Service Europe GmbH sind zum Teil mit Preisanpassungsklauseln versehen, die sich nach dem Verbrauchsindex der BRD richten.

9 Bezie hunge n zu nahe stehende n Unte rnehmen und Perso nen

Die Biotest Gruppe unterhält zu berichtende Beziehungen zu dem assoziierten Unternehmen BioDarou P.J.S. Co., Teheran, Iran, sowie zu dessen Tochterunternehmen Plasma Gostar Pars P.J.S, Teheran, Iran, zu den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats und ihnen nahe stehenden Personen sowie zu Aktionären mit wesentlichem Einfluss auf die Biotest AG.

a) Assoziie rte Unte rnehme n

Die BioDarou P.J.S. Co. erwarb im Geschäftsjahr von Unternehmen der Biotest Gruppe Waren und Dienstleistungen in Höhe von 1.568 T € (i.Vj. 4.677 T €). Die daraus resultierenden Forderungen gegen assoziierten Unternehmen betragen am Stichtag 1.928 T € (i.Vj. 2.527 T €).

b) Ande re nahe stehende n Unte rnehme n und Personen

Frau Dr. Cathrin Schleussner informierte die Biotest Gruppe darüber, dass seit dem 19. Dezember 2007 ihr Stimmrechtsanteil 50,03% der Stimmrechte beträgt. Die Stimmrechte werden dabei über die OGEL GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland, gehalten. Die OGEL GmbH wird als Unternehmen von Frau Dr. Cathrin Schleussner kontrolliert.

Die Mitglieder der Familie von Herrn Dr. Hans Schleussner gelten ebenfalls als nahe stehende Personen im Sinne des IAS 24. Die Aufwendungen für andere nahe stehende Personen der Familie Schleussner betragen 18 T € (i.Vj. 18 T €). Durch Aktionärsdarlehen entstanden in den Geschäftsjahren 2012 und 2011 keine Zinsaufwendungen.

Die Kreissparkasse Biberach führt als nahe stehende Person der Biotest Gruppe im Rahmen des Long Term Incentive-Programms die Depots der Mitarbeiter. Die Biotest Gruppe erhielt bis zum 31. Dezember 2012 Zinserträge in Höhe von 56 T € (i.Vj. 504 T €) auf eine nicht mehr bestehende Festgeldanlage in Höhe von 20.000 T €.

Die Plasma Gostar Pars P.J.S erwarb im Geschäftsjahr von Unternehmen der Biotest Gruppe Waren und Dienstleistungen in Höhe von 9.842 T € (i.Vj. 3.644 T €). Die daraus resultierenden Forderungen gegen das Tochterunternehmen des assoziierten Unternehmen betragen am Stichtag 7.989 T € (i.Vj. 3.644 T €).

c) Aufsic hts rat und Vorsta nd

Zusammensetzung der Gremien

Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands bekleiden per 31. Dezember 2012 noch folgende Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:

Aufsichtsrat

Dr. Alessandro Banchi, Mailand, Italien

ehemaliger Sprecher der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim, Ingelheim am Rhein, Deutschland

Aufsichtsratsvorsitzender der Biotest AG (seit dem 10. Mai 2012)

Consiglire di amministrazione von Enel S.p.A., Rom, Italien

Dr. Cathrin Schleussner, Neu-Isenburg, Deutschland

Geschäftsführerin der OGEL GmbH

Stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Biotest AG

Dr. Christoph Schröder, Berlin, Deutschland

Partner und Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft Odewald & Compagnie

Aufsichtsratsmitglied der Biotest AG (seit dem 10. Mai 2012)

Pritidenta GmbH, Leinfelden-Echterdingen, Germany,

Oberberg Kliniken GmbH, Berlin, Germany

Kerstin Birkhahn, Langen, Germany

Ingenieurin

Thomas Jakob, Ulm, Germany

Kaufmann

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Biberach, Biberach, Deutschland,

Aktiengesellschaft für Umsatzfinanzierung S.A., Senningerberg, Luxembourg

Jürgen Heilmann, Dreieich, Germany Kaufmännischer Angestellter

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Vergütung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2012 ist in der bis zum 10. Mai 2012 gültigen Satzung geregelt. Die Neuregelung der Satzung vom 10. Mai 2012 tritt ab dem 1. Januar 2013 in Kraft. Die Mitglieder erhalten eine jährliche feste Vergütung in Höhe von jeweils 15 T €. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält jeweils den doppelten, sein Stellvertreter den anderthalbfachen Betrag. Die Tätigkeit in einem Ausschuss wird zusätzlich mit 3 T € vergütet, der Ausschussvorsitzende erhält 5 T € zusätzlich. Die Biotest AG erstattet die auf die Aufsichtsratsvergütung zu zahlende Umsatzsteuer. Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten außerdem eine variable Vergütung in Höhe von 1 T € für jeden 0,01 Euro, mit dem die für das Geschäftsjahr ausgeschüttete Dividende den Betrag von 0,24 Euro übersteigt. Die variable Vergütung ist auf einen Höchstbetrag von 10 T € begrenzt.Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Biotest AG sind wie die Mitglieder des Vorstands in die konzernübergreifende Vermögensschadenhaftpflicht-Gruppenversicherung (D&O-Versicherung) eingebunden.

Biotest übernahm die hierfür fälligen Versicherungsprämien für alle Mitglieder des Aufsichtsrats. Die Mitglieder des Aufsichtsrates sind über die bestehende Betriebshaftpflichtversicherung privathaftpflichtversichert. Weitere Sachleistungen wurden nicht gewährt.

Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten für Ihre Tätigkeit im Geschäftsjahr 2012 die im Folgenden aufgeführte Vergütung:

in Tausend € fixe variable Gesamt
2012 Vergütung Vergütung vergütung
Dr. Alessandro Banchi
(Vorsitzender)
(seit dem 10. Mai 2012)
33 16 49
Dr. Thorlef Spickschen
(Vorsitzender)
(bis zum 10. Mai 2012)
18 9 27
Dr. Cathrin Schleussner
(stellvertretende Vorsitzende)
29 15 44
Kerstin Birkhahn 15 10 25
Thomas Jakob 21 10 31
Jürgen Heilmann 18 10 28
Dr. Christoph Schröder
(seit dem 10. Mai 2012)
15 6 21
Prof. Dr. Marbod Muff
(bis zum 10. Mai 2012)
8 4 12
157 80 237

Für das Geschäftsjahr 2011 wurde an die Mitglieder des Aufsichtsrats die folgende Vergütung ausgezahlt:

in Tausend €
2011
fixe
Vergütung
variable
Vergütung
Gesamt
vergütung
Dr. Thorlef Spickschen
(Vorsitzender)
51 25 76
Dr. Cathrin Schleussner
(stellvertretende Vorsitzende)
28 15 43
Barbara Arnold-Schlosser
(bis zum 1. August 2011)
10 6 16
Kerstin Birkhahn 15 10 25
Thomas Jakob 18 10 28
Jürgen Heilmann
(seit dem 22. September 2011)
5 3 8
Prof. Dr. Marbod Muff 23 10 33
150 79 229

Neben den aufgeführten Aufsichtsratsvergütungen wurden im Geschäftsjahr 2012 sowie 2011 für die Arbeitnehmervertreter des Aufsichtsrats weitere Leistungen im Rahmen Ihres Arbeitnehmerverhältnisses aufwandswirksam erfasst. Die Höhe der Bezüge richtet sich nach tarifvertraglichen Regelungen bzw. den in der Gesellschaft geltenden Gehaltsstufen für außertarifliche Mitarbeiter.

Vorstand

Prof. Dr. Gregor Schulz,

Umkirch, Deutschland, Vorstandsvorsitzender

Dr. rer. pol. Michael Ramroth,

Mörfelden-Walldorf, Deutschland, Finanzvorstand

Die Gesamtbezüge des im Geschäftsjahr 2012 aktiven Vorstands betragen 1.018 T € (i.Vj. 1.141 T €).

Auf Herrn Prof. Dr. Gregor Schulz entfallen hiervon ein Festgehalt von 340 T €, zuzüglich Zuschüsse, zum Beispiel zu Versicherungen, sowie Sachbezüge für einen Firmenwagen in Höhe von insgesamt 46 T €. Die erfolgsabhängige Vergütung beträgt 158 T €.

Auf Herrn Dr. Michael Ramroth entfallen von der Gesamtsumme ein Festgehalt von 300 T €, zuzüglich Zuschüsse, zum Beispiel zu Versicherungen, sowie Sachbezüge für einen Firmenwagen in Höhe von insgesamt 35 T €. Die erfolgsabhängige Vergütung beträgt 139 T €.

Eine Ergänzungsvereinbarung zum Vorstandsvertrag für beide Vorstandsmitglieder enthält eine Abfindungsregelung, die im Fall wirksam wird, dass der Vorstandsvertrag infolge einer näher definierten Change of Control vorzeitig beendet wird. Die Abfindung umfasst die feste Vergütung bis zum Ende der Laufzeit und ist maximal auf das Dreifache der jährlichen Festvergütung begrenzt. Hinzu kommen anteilige Tantiemen, die auf Basis des Durchschnittsbetrags der vorangegangenen zwei Geschäftsjahre zuzüglich einer Vergütung für den Nutzungswert des gewährten Dienstwagens ermittelt werden. Neben diesen Ansprüchen umfasst die Abfindung zusätzlich das Zweifache der jährlichen Festvergütung. Insgesamt beläuft sich die Abfindung jedoch maximal auf das Dreifache der jährlichen Festvergütung.

Der Anspruch entsteht nicht, wenn die Beendigung des Vorstandsvertrags auf Kündigung aus wichtigem Grund, Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit beruht oder das Vorstandsmitglied zum Zeitpunkt der Beendigung das 60. respektive 65. Lebensjahr bereits vollendet hat oder im Zusammenhang mit dem Change of Control von dritter Seite Zuwendungen oder Wertvorteile erhält.

Andere einmalige oder wiederkehrende Zusagen für den Fall der Beendigung der Vorstandstätigkeit bestehen nicht.

Die Teilnahme der Vorstände am Long Term Incentive-Programm ist in den Gesamtbezügen nicht enthalten und stellt sich wie folgt dar:

in Tausend € Eigeninvestment in
Vorzugsaktien (in Stücken)
Beizulegender Zeitwert der
Optionen zum 31. Dezember
Aufwand aus dem Options
programm im Geschäftsjahr
2012
(Tranchen 2010, 2011 und 2012)
Prof. Dr. Gregor Schulz 1.800 673 216
Dr. Michael Ramroth 1.800 593 190
3.600 1.266 406
2011
(Tranchen 2009, 2010 und 2011)
Prof. Dr. Gregor Schulz 1.800 280 55
Dr. Michael Ramroth 1.800 246 49
3.600 526 104

Das Long Term Incentive-Programm/Tranche 2009 kam im Geschäftsjahr 2012 nicht zur Auszahlung, da die Erfolgsziele nicht erreicht werden konnten.

Die aktiven Mitglieder des Vorstands verfügen über Pensionsansprüche in Höhe von 4.195 T € (i.Vj. 3.005 T €). Hiervon entfallen 2.517 T € (i.Vj. 1.908 T €) auf Herrn Prof. Dr. Gregor Schulz und 1.678 T € (i.Vj. 1.097 T €) auf Herrn Dr. Michael Ramroth. Zur Insolvenzsicherung der Pensionsansprüche sind zum 31. Dezember 2012 Vermögenswerte in Höhe von 1.471 T € auf den Biotest Vorsorge Trust e.V. übertragen.

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Vorstandsmitgliedern und ihre Hinterbliebenen sind 4.234 T € (i.Vj. 3.975 T €) zurückgestellt. Zum Abschlussstichtag bestanden keine Darlehensforderungen gegen Organmitglieder.

Für ehemalige Vorstandsmitglieder wurden im Geschäftsjahr 2012 Pensionszahlungen in Höhe von 415 T € (i.Vj. 415 T €) geleistet.

10 Anteilsbesitzliste

Nachfolgend sind die Gesellschaften aufgeführt, die durch eine unmittelbare oder mittelbare Beteiligung zu dem Anteilsbesitz der Biotest AG gemäß § 313 Abs. 2 HGB gehören. Alle Zahlenangaben wurden für Zwecke des Konzernabschlusses nach den Vorschriften des IASB ermittelt.

Name der Gesellschaft Sitz der Gesellschaft Eigenkapital
in Mio €
Anteil am Kapital
in %
Ergebnis nach Steuern
in Mio €
1,3
Biotest Pharma GmbH Dreieich, Deutschland 103,1 100,00
Biotest Grundstücksverwaltungs GmbH* Dreieich, Deutschland 5,4 98,00 0,6
Biotest (UK) Ltd. Birmingham, Großbritannien 2,1 100,00 0,4
Biotest Italia S.r.l. Mailand, Italien 9,3 100,00 0,4
Biotest Austria GmbH Wien, Österreich 2,1 100,00 0,5
Biotest (Schweiz) AG Rupperswil, Schweiz 1,4 100,00 0,4
Biotest Hungaria Kft. Budapest, Ungarn 3,7 100,00 0,4
Biotest Farmaceutica Ltda. São Paulo, Brasilien –0,1 100,00 –3,0
Biotest Hellas MEPE Athen, Griechenland –8,3 100,00 –0,2
Biotest Medical S.L.U. Barcelona, Spanien 0,2 100,00 0,1
Plasmadienst Tirol GmbH* Innsbruck, Österreich 0,4 100,00 0,0
Plasma Service Europe GmbH */ ** Dreieich, Deutschland 0,4 100,00 0,0
Biotest Pharmaceutical Corporation*
Boca Raton, USA
75,1 100,00 –8,2
Biotest US Corporation
Boca Raton, USA
77,4 100,00 0,0
Plazmaszolgálat Kft.* Budapest, Ungarn 100,00 0,1
*
BioDarou P.J.S. Co.
Teheran, Iran 49,00 2,1
Biotest Pharma OOO*** Moskau, Russland 0,0 100,00 0,0
Biotest Seralc° N.V.*** Mechelen, Belgien 0,0 100,00 0,0

* Mittelbare Beteiligung

** Nach Übernahme des HGB-Ergebnisses durch die Biotest Pharma GmbH

*** Nicht konsolidierte Gesellschaft

11 Anhängige und drohende Geric htsve rfa hren

Für die zum Bilanzstichtag anhängigen und drohenden Gerichtsverfahren wurden Rückstellungen in Höhe von 640 T € (i.Vj. 1.429 T €) gebildet.

12 Ereig nisse nac h dem Bila nzstic htag

Nach dem Bilanzstichtag hat der Aufsichtsrat der Biotest AG mit Wirkung zum 9. Januar 2013 Herrn Dr. Georg Floß in den Vorstand des Unternehmens berufen. Auf der neu geschaffenen Position des Chief Operations Officer (COO) ist er für die Bereiche Produktion und Operations verantwortlich. Herr Dr. Floß ist seit 2008 in verantwortlicher Position bei Biotest tätig.

13 Corpo rate Gove rnance

Vorstand und Aufsichtsrat der Biotest AG haben die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.

Dreieich, den 7. März 2013

Prof. Dr. Gregor Schulz Dr. Michael Ramroth Dr. Georg Floß Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Versic herung des Vorsta nds entsp rec hend § 37y Nr. 1 WpH G i.V.m. §§ 297 Abs . 2 Satz 4 und 315 Abs . 1 Satz 6 HGB

"Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind."

Dreieich, 7. März 2013

Biotest Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Prof. Dr. Gregor Schulz Dr. Michael Ramroth Dr. Georg Floß Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands Mitglied des Vorstands

Bestätigu ngsve rme rk des Absc hlu SSprüfers

Wir haben den von der Biotest Aktiengesellschaft, Dreieich, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzerngesamtergebnisrechnung, Konzernkapitalflussrechnung, Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung sowie Konzernanhang – und den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2012 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzenden nach § 315a Abs. 1 HGB handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und über den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzenden nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Eschborn/Frankfurt am Main, 7. März 2013

Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Kretschmer Kaefer Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Beric ht des Aufsic hts rats

Der Aufsichtsrat hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Er hat die Geschäftsführung des Vorstands regelmäßig und sorgfältig überwacht sowie beratend begleitet. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend durch schriftliche und mündliche Berichte über alle Fragen, die für das Unternehmen von grundlegender Bedeutung waren. Hierzu zählen insbesondere Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Weiterentwicklung, der Risikolage und des Risikomanagements. Der Vorstand hat, soweit der Geschäftsverlauf von der Planung abwich, diese Abweichungen umfassend erläutert und den Aufsichtsrat in die Abstimmung über die Strategie und den Stand der Umsetzung der Strategie im Unternehmen stets eingebunden.

Im Geschäftsjahr 2012 trat der Aufsichtsrat zu sechs regulären Sitzungen zusammen. Auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen ließ sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats regelmäßig vom Vorstandsvorsitzenden über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage und wesentliche Geschäftsvorfälle informieren. Die für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgänge wurden auf der Basis von Berichten des Vorstands ausführlich erörtert. In Entscheidungen war der Aufsichtsrat frühzeitig eingebunden. Der Vorstand legte zustimmungspflichtige Geschäftsvorfälle anhand ausführlicher Unterlagen jeweils ordnungsgemäß zur Beschlussfassung vor. Neben der Erörterung der unten genannten Themen in den Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse sowie schriftlichen und mündlichen Erläuterungen durch den Vorstand wurde der Aufsichtsrat monatlich schriftlich über die Geschäftslage und den Geschäftsgang informiert. In diesen Informationsschreiben wurden auch Abweichungen von laufenden oder geplanten Entwicklungen erläutert. Darüber hinaus erhielten der Vorsitzende des Aufsichtsrats und der Vorsitzende des Prüfungsausschusses automatisch alle Berichte der internen Revision. Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offen zu legen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, traten im Berichtsjahr nicht auf.

Schwe rpu nkte der Beratu nge n im Aufsic hts rat

Gegenstand der regelmäßigen Beratungen im Aufsichtsrat waren die Planung und die aktuelle Geschäftsentwicklung des Unternehmens, die strategische Ausrichtung, verschiedene Transaktionen sowie die finanzielle Lage. Ein Schwerpunkt war außerdem das Zulassungsverfahren von Bivigam™ in den USA.

In der Sitzung vom 20. März 2012 beriet der Aufsichtsrat neben der aktuellen Geschäftsentwicklung als Schwerpunkt den Jahresabschluss der Biotest AG sowie den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2011 gemeinsam mit den Wirtschaftsprüfern der Ernst & Young GmbH und erörterte einzelne Bilanzposten eingehend. Der Jahresabschluss der Biotest AG und der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2011 wurden im Anschluss an die Erörterung gebilligt. Der Jahresabschluss war damit festgestellt. Weitere Tagesordnungspunkte umfassten u.a. die Beschlussfassung über die Gewinnverwendung, die Verabschiedung des Corporate Governance Berichts und des Berichts des Aufsichtsrats. Außerdem wurden die Beschlussvorschläge für die Tagesordnung der ordentlichen Hauptversammlung verabschiedet und beschlossen, eine neue Tranche des Long Term Incentive Programms für den Vorstand und die Unternehmensleitung zu begeben. Der Aufsichtsratsvorsitzende berichtete über die Zielerreichung der Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2011 und stellte die für den Vorstand für das Geschäftsjahr 2012 vereinbarten Ziele vor. Darüber hinaus berichtete der Vorstand über den aktuellen Status des Zulassungsverfahrens von Bivigam™ in den USA und über den Markt und die Marktentwicklung für polyspezifische Immunglobuline. Vorstand und Aufsichtsrat diskutierten zudem die Maßnahmen zum Umweltschutz bei Biotest und eine Ergänzung und Erweiterung der Leitlinie für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit.

In einer Aufsichtsratssitzung am 10. Mai 2012 unmittelbar vor der Hauptversammlung diskutierte der Aufsichtsrat die Hausdurchsuchung der Staatsanwaltschaft Frankfurt in den Geschäftsräumen der Gesellschaft. Die Hausdurchsuchung erfolgte aufgrund einer anonymen Anzeige, in der unter anderem Mitarbeitern der Biotest AG im Russlandgeschäft Untreue und Bestechung unterstellt wurde. Aufsichtsrat und Vorstand beschlossen, dass unabhängig vom Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft eine Rechtsanwaltskanzlei beauftragt wird, das Russlandgeschäft der Biotest unter Compliance-Gesichtspunkten zu untersuchen. Das Ergebnis dieser Untersuchung soll direkt an den Aufsichtsratsvorsitzenden berichtet werden. Außerdem berichtete der Vorstand über den aktuellen Stand des Zulassungsverfahrens von Bivigam™ in den USA. Ferner informierte der Vorstand über die aktuelle Geschäftslage anhand der aktuellen Geschäftszahlen des ersten Quartals 2012 und Interessenten für eine Partnerschaft in Bezug auf den monoklonalen Antikörper BT-062. Abschließend bereitete sich der Aufsichtsrat auf die Hauptversammlung vor.

Im direkten Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung 2012 kam der Aufsichtsrat am 10. Mai 2012 zur ersten konstituierenden Sitzung zusammen. Der Aufsichtsrat wählte Herrn Dr. Alessandro Banchi zum Aufsichtsratsvorsitzenden und Frau Dr. Cathrin Schleussner als stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende. In der gleichen Sitzung wurden die Mitglieder des Personal-, des Präsidial- und des Prüfungsausschusses gewählt. Die Zusammensetzung der Ausschüsse ist im Abschnitt Änderungen im Vorstand und im Aufsichtsrat dargestellt.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat in der Aufsichtsratssitzung vom 28. Juni 2012 über die aktuelle Geschäftslage des Konzerns. Sodann berichtete der CEO der Biotest Pharmaceuticals Corp., Boca Raton, Florida, USA, über den aktuellen Stand der Erweiterung der Anlage vor Ort und den aktuellen Stand des Zulassungsverfahrens von Bivigam™. Zudem gab der Vorstand einen Überblick über den aktuellen Status des Ermittlungsverfahrens wegen Untreue und Bestechung im Russlandgeschäft. Der beauftragte Rechtsanwalt unterrichtete am gleichen Tag den Personalund Präsidialausschuss über seine Untersuchung des Russlandgeschäfts der Biotest. Der Vorstand informierte auch über den Markt von Plasmaproteinen, die Entwicklung von Biotest im Vergleich zu dessen Wettbewerbern und die Strategie der Biotest. Der Vorstand erläuterte die Überarbeitung der Leitlinie für Umwelt, Gesundheit und Sicherheit.

In der Aufsichtsratssitzung vom 19. September 2012 berichtete der Vorstand über die aktuelle Geschäftslage des Konzerns, insbesondere informierte der Vorstand über ausstehende Forderungen der Gesellschaft. Darüber hinaus berichtete der Vorstand über eine mögliche Teilnahme an einem Ausschreibungsverfahren in Russland. Nach Erörterung der Chancen und Risiken stimmte der Aufsichtsrat der Teilnahme an der Ausschreibung zu. Darüber hinaus erläuterte der Vorstand den Zeitplan und den Stand des Zulassungsverfahrens von Bivigam™. Der Vorstand gab einen Überblick zu den "Center of Excellence". Die Aufgabe dieser Expertenteams ist, die zukünftigen Anforderungen für bestimmte Therapiegebiete zu ermitteln, neue Produkte einzulizenzieren sowie passende Unternehmenskäufe zu initiieren, bevor der Vorstand diese offiziell einleitet. Jeder Leiter der "Center of Excellence" berichtete über mögliche Unternehmenskäufe, Partnerschaften und Einlizenzierungen auf dem jeweiligen Therapiegebiet. Der Aufsichtsrat erörterte eingehend die vorgestellten Projekte und regte an, dass sie von passenden Experten weiter untersucht werden sollten. Zudem diskutierte der Aufsichtsrat in dieser Sitzung über die Eckpunkte der Fünf-Jahres-Planung und des Budgets 2013.

Der Vorstand informierte in der Aufsichtsratssitzung vom 5. Dezember 2012, die am Sitz der Tochtergesellschaft Biotest Pharmaceutical Corp. in Boca Raton, Florida, USA, stattfand, über die aktuelle Geschäftsentwicklung, insbesondere über die erwarteten Geschäftszahlen für das Geschäftsjahr 2012 sowie über den Stand des Zulassungsverfahrens von Bivigam™ in den USA. Ferner berichtete der Vorstand über die Unterzeichnung neuer Vertriebsvereinbarungen in China und Griechenland. Der Vorstand erläuterte die Erwartung steigender Nachfrage nach Immunglobulinen, die Strategie der Biotest und angedachte Maßnahmen zum Ausbau der Kapazitäten von Biotest. Der Aufsichtsrat erörterte die Ideen des Vorstands und befürwortete weiteres internes Wachstum. Ferner wurden vom Vorstand erste Überlegungen für ein mittelfristiges Finanzierungskonzept vorgestellt, einschließlich einer Finanzierung für mögliche Akquisitionen und Kapazitätsausweitungen. Der Aufsichtsrat erörterte das vorgestellte Finanzierungskonzept ausführlich. Eine Entscheidung über das Finanzierungskonzept wird auf der nächsten Aufsichtsratssitzung im März 2013 erfolgen. Schließlich wurde das Budget für das Geschäftsjahr 2013 erörtert. Der Aufsichtsrat stimmte dem Budget zu. Der Vorstand erläuterte das Risikomanagement und die zehn größten Risiken. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses bestätigte die Überprüfung des Risikomanagements und dessen Ergebnisse. Darüber hinaus wurden die Schwerpunkte für die Jahresabschlussprüfung 2012 mit Ernst & Young einvernehmlich festgelegt.

Aussc hüsse

Der Aufsichtsrat wurde in seiner Arbeit durch die von ihm gebildeten Ausschüsse, dem Personalund Präsidialausschuss und dem Prüfungsausschuss, unterstützt.

Der Personal- und Präsidialausschuss traf sich gemeinsam mit dem Vorstand zu zwei Sitzungen und darüber hinaus zu zwei weiteren Sitzungen ohne den Vorstand. In der Sitzung am 20. März 2012 berichtete der Vorstand über den Status des Zulassungsverfahrens von Bivigam™ in den USA, die Fortführung des Long Term Incentive Programms und die Neuausrichtung der Kriterien für eine Auszahlung. Ferner wurden die anstehende Aufsichtsratswahl, die Zielerreichung des Vorstands 2011 und die neuen Ziele für den Vorstand für 2012 erörtert. In der zweiten Sitzung am 28. Juni 2012 wurde über den Stand des Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft wegen Untreue und Bestechung im Russlandgeschäft sowie über den Stand der internen Untersuchung und der bisherigen Ergebnisse des beauftragten Rechtsanwalts diskutiert. In den Sitzungen am 19. September 2012 und am 4. Dezember 2012, an denen der Vorstand nicht teilnahm, ging es um Überlegungen zur zukünftigen Führungsstruktur der Biotest AG.

Der Prüfungsausschuss traf sich im Jahr 2012 zu zwei Sitzungen. In der ersten Sitzung am 15. März 2012 erörterte er den Jahresabschluss und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2011 sowie die Feststellungen des Abschlussprüfers. Die zweite Sitzung am 30. November 2012 hatte u.a. die Erörterung und Festlegung der Prüfungsschwerpunkte für die Jahresabschlussprüfung 2012, den Bericht der internen Revision und den Beschluss über den Prüfungsplan 2013 sowie die Darstellung des Risikomanagementsystems und der zehn größten Risiken zum Gegenstand.

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat hat auch im Jahr 2012 die Weiterentwicklung der Corporate Governance Standards im Unternehmen fortlaufend beobachtet. Über die Corporate Governance des Unternehmens berichten Vorstand und Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Corporate Governance Bericht, der zusammen mit der Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG veröffentlicht wird. Vorstand und Aufsichtsrat der Biotest AG gaben im März 2013 eine Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG ab.

Ände runge n im Vorsta nd und im Aufsic hts rat

Der Aufsichtsrat hat im Umlaufverfahren am 9. Januar 2013 beschlossen, Herrn Dr. Floß zum Mitglied des Vorstands zu bestellen. Die Amtsdauer von Herrn Dr. Floß beträgt drei Jahre, ihm wurde Gesamtvertretungsmacht erteilt. Darüber hinaus beschloss der Aufsichtsrat die Verlängerung der Amtszeit von Herrn Prof. Schulz bis 31. Dezember 2014.

Aufgrund der Beendigung der Amtszeit aller Mitglieder des Aufsichtsrats mit Ablauf der Hauptversammlung am 10. Mai 2012 führten sowohl die Hauptversammlung am 10. Mai 2012 als auch die Arbeitnehmer Neuwahlen zum Aufsichtsrat durch. Als Aufsichtsratsmitglieder der Aktionäre wurden Herr Dr. Alessandro Banchi, Frau Dr. Cathrin Schleussner, Herr Dr. Christoph Schröder und Herr Thomas Jakob gewählt. Die Arbeitnehmer haben als ihre Vertreter Frau Kerstin Birkhahn und Herrn Jürgen Heilmann in den Aufsichtsrat gewählt. Herr Dr. Thorlef Spickschen und Herr Prof. Marbod Muff schieden aus dem Aufsichtsrat aus. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats dankt den ausgeschiedenen Mitgliedern des Aufsichtsrats für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit.

In der ersten konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats im Anschluss an die ordentliche Hauptversammlung 2012 am 10. Mai 2012 wählte der Aufsichtsrat Herrn Dr. Alessandro Banchi zum Aufsichtsratsvorsitzenden. Frau Dr. Cathrin Schleussner wurde als stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende gewählt. In der gleichen Sitzung hat der Aufsichtsrat die Mitglieder der Ausschüsse gewählt. Mitglieder des Präsidialausschusses sind Herr Dr. Alessandro Banchi (Vorsitzender), Frau Dr. Cathrin Schleussner und Herr Dr. Christoph Schröder. Herr Dr. Alessandro Banchi (Vorsitzender), Frau Dr. Cathrin Schleussner und Herr Thomas Jakob bilden den Personalausschuss. Zu Mitgliedern des Prüfungsausschusses wurden Herr Dr. Christoph Schröder (Vorsitzender), Herr Dr. Alessandro Banchi und Herr Jürgen Heilmann gewählt.

Jahres - und Konze rnabsc hluss

Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den Jahresabschluss der Biotest AG und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2012 sowie den Lagebericht und den Konzernlagebericht geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die genannten Abschlussunterlagen, der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers sowie der Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns haben allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig vorgelegen. Sie wurden in der Sitzung des Prüfungsausschusses am 18. März 2013 sowie in der Sitzung des Aufsichtsrats am 22. März 2013 eingehend behandelt. In beiden Sitzungen berichtete der Abschlussprüfer über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und stand für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung.

Nach eigener Prüfung und Erörterung des Jahres- und des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts sowie des Vorschlags des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns hat der Aufsichtsrat festgestellt, dass er keine Einwendungen erhebt und dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zustimmt. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2012 gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns stimmte der Aufsichtsrat zu.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeitern für ihr Engagement und die erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2012.

Dreieich, den 22. März 2013

Der Aufsichtsrat

Dr. Alessandro Banchi Vorsitzender

Corporate Gove rnance Bericht

Gemei nsame r Beric ht von Vorsta nd und Aufsic hts rat der Biotest AG gemäSS Ziffe r 3.10 des Deutsc hen Corpo rate Gove rnance Kode x (DCGK)

Corporate Governance Grundsätze

Unternehmensführung und -kontrolle der Biotest AG sind auf den langfristigen Erfolg des Unternehmens ausgerichtet. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten eng zusammen und orientieren sich an den international akzeptierten Standards guter Corporate Governance. Die Führung des Unternehmens und deren Kontrolle entsprechen den jeweils gültigen rechtlichen Rahmenbedingungen und – soweit nicht im Rahmen der Entsprechenserklärung ausdrücklich ausgenommen – den Empfehlungen ("Soll"-Vorschriften) des Deutschen Corporate Governance Kodex. Der in den zurückliegenden Jahren mehrfach geänderte und erweiterte Katalog der Empfehlungen und Anregungen stellt nach unserer Ansicht einen auch im internationalen Maßstab hohen Standard dar.

Erläuterungen zum DCGK

Die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex hat in ihrer Plenarsitzung am 15. Mai 2012 Änderungen im Kodex verabschiedet. Da die Änderungen während des Geschäftsjahres 2012 in Kraft traten, gilt für die folgende Entsprechenserklärung sowohl der Kodex nach der alten Fassung vom 26. Mai 2010 als auch der der neuen Fassung vom 15. Mai 2012.

Entsp rec henserklä rung

Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Biotest AG zu den Empfehlungen des Deutschen Corporate Govrenance Kodex gemäß § 161 AktG

Seit der letzten Entsprechenserklärung vom 20. März 2012, die sich auf den Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 bezog, hat die Biotest AG allen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 mit folgenden Ausnahmen entsprochen:

• Der Empfehlung in Ziffer 3.8 Absatz 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex, einen Selbstbehalt in der D&O-Versicherung für die Mitglieder des Aufsichtsrats in der Höhe, wie er in § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG für die Mitglieder des Vorstands vorgeschrieben ist, zu vereinbaren, ist die Biotest AG nicht gefolgt. Die Biotest AG hat für ihre Aufsichtsratsmitglieder einen nach ihrer Ansicht angemessenen Selbstbehalt vereinbart. Dieser erreicht allerdings nicht die gesetzlich geforderte Höhe eines Selbstbehalts für Vorstandsmitglieder. Eine Erhöhung des vereinbarten Selbstbehalts steht nach Ansicht der Biotest AG außer Verhältnis zur derzeitigen Vergütung für die Aufsichtsratstätigkeit.

  • Der Empfehlung in Ziffer 5.3.3 des Deutschen Corporate Governance Kodex, einen Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats zu bilden, ist die Biotest AG nicht gefolgt. Dem Aufsichtsrat der Biotest AG gehören nur vier Aktionärsvertreter an. Die Biotest AG hält die Bildung eines Ausschusses aus dem kleinen Kreis der Aktionärsvertreter nicht für erforderlich. Die durch die Empfehlung angestrebte Verbesserung der Transparenz im Auswahlverfahren ist bei der Biotest AG auch im Aufsichtsratsplenum gewährleistet.
  • Gemäß Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex gelten die Empfehlungen, wonach der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen soll, die unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenkonflikte, eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und Vielfalt (Diversity) berücksichtigen. Diese konkreten Ziele sollen insbesondere eine angemessene Beteiligung von Frauen vorsehen. Vorschläge des Aufsichtsrats an die zuständigen Wahlgremien sollen diese Ziele berücksichtigen. Die Zielsetzung und der Stand der Umsetzung sollen im Corporate Governance Bericht veröffentlicht werden. Der Aufsichtsrat der Biotest AG hat bereits in der Vergangenheit ein konkretes Ziel hinsichtlich des maximalen Alters seiner Mitglieder vorgegeben. Zudem besteht der Aufsichtsrat zu einem Drittel aus weiblichen Mitgliedern. Die interne Analyse hat ergeben, dass im Fall der Biotest AG wegen der bisherigen und auch künftig zu erwartenden überdurchschnittlichen Beteiligung von Frauen im Aufsichtsrat keine ausdrückliche Zielformulierung erforderlich ist. Insofern wird eine Abweichung von Ziffer 5.4.1 Abs. 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex erklärt. So kann auch keine entsprechende Berichterstattung im Corporate Governance Bericht erfolgen. Von Ziffer 5.4.1 Abs. 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex wird deshalb ebenfalls eine Abweichung erklärt.

Vorstand und Aufsichtsrat erklären außerdem, dass allen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der neuen Fassung vom 15. Mai 2012 entsprochen wird, mit folgenden Ausnahmen:

• Der Empfehlung in Ziffer 3.8 Absatz 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex, einen Selbstbehalt in der D&O-Versicherung für die Mitglieder des Aufsichtsrats in der Höhe, wie er in § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG für die Mitglieder des Vorstands vorgeschrieben ist, zu vereinbaren, wird die Biotest AG auch weiterhin nicht folgen. Die oben genannten Erwägungen haben weiterhin Gültigkeit.

  • Der Empfehlung in Ziffer 5.3.3 des Deutschen Corporate Governance Kodex, einen Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats zu bilden, wird die Biotest AG auch weiterhin nicht folgen. Die oben genannten Erwägungen haben weiterhin Gültigkeit.
  • Seit der Neufassung des Deutschen Corporate Governance Kodex vom 15. Mai 2012 gelten gemäß Ziffer 5.4.1 Abs. 2 und 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex Empfehlungen, wonach der Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen soll, die unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenskonflikte, die Anzahl der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder im Sinn von Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex, eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und Vielfalt (Diversity) berücksichtigen. Diese konkreten Ziele sollen insbesondere eine angemessene Beteiligung von Frauen vorsehen. Vorschläge des Aufsichtsrats an die zuständigen Wahlgremien sollen diese Ziele berücksichtigen. Die Zielsetzung und der Stand der Umsetzung sollen im Corporate Governance Bericht veröffentlicht werden. Der Aufsichtsrat der Biotest AG wurde im Mai 2012 neu besetzt. Er besteht weiterhin zu einem Drittel aus weiblichen Mitgliedern und berücksichtigt mit dem neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats, der italienischer Staatsbürger ist, die internationale Tätigkeit des Unternehmens.

Aus den zur Abweichung von Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 26. Mai 2010 oben genannten Erwägungen, wird die Biotest AG auch weiterhin den Empfehlungen aus Ziffer 5.4.1. Abs. 2 und 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 15. Mai 2012 nicht folgen.

Der neuen Empfehlung, für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats eine Zielvorgabe für die Anzahl unabhängiger Aufsichtratsmitglieder festzulegen, folgt die Biotest AG nicht. Für die OGEL GmbH ist ein Entsenderecht in der Satzung niedergelegt. Darüber hinaus steht ein Aufsichtsratsmitglied in einer geschäftlichen Beziehung zur Kreissparkasse Biberach als wesentlicher Aktionärin. Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass genügend unabhängige Personen Mitglied des Aufsichtsrats der Biotest AG sind. Darüber hinaus hat eine interne Analyse ergeben, dass für die Biotest AG die Benennung konkreter Ziele für die Besetzung des Aufsichtsrats unter der bestehenden spezifischen Situation und Aktionärsstruktur nicht erforderlich ist.

• Ziffer 5.4.6 Abs. 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex wurde geändert. Wenn den Mitgliedern des Aufsichtsrats eine erfolgsorientierte Vergütung gewährt wird, wird empfohlen, diese auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung auszurichten. Dies erfordert nach allgemeiner Auffassung eine mehrjährige Bemessungsgrundlage für die erfolgsorientierte Vergütung. Die Biotest AG weicht von dieser Empfehlung ab. Die Mitglieder des Aufsichtsrats der BiotestAG erhalten gemäß § 16 (1) (b) der Satzung für das jeweils abgelaufene Geschäftsjahr eine jährliche variable Vergütung, die sich an der Höhe der ausgeschütteten Dividende orientiert. Die Biotest AG ist der Auffassung, dass die gegenwärtig festgelegte variable Vergütung des Aufsichtsrats hinsichtlich Berechungsgrundlage und Höhe angemessen ist. Sollte die Gesellschaft bei der regelmäßig stattfindenden Überprüfung des Vergütungssystems zu dem Schluss kommen, dass die erfolgsorientierte Vergütung angepasst werden sollte, wird sie die Empfehlung der Ziffer 5.4.6. Abs. 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex in ihre Analyse einbeziehen.

Die Empfehlung der Ziffer 5.4.6 Abs. 3 wurde dahingehend geändert, dass die Vergütung des Aufsichtsrats nicht mehr im Corporate Governance Bericht, sondern nun im Anhang oder Lagebericht ausgewiesen werden soll. Die Gesellschaft weist die Vergütung des Aufsichtsrats zwar weiterhin im Corporate Governance Bericht aus, dieser ist bei der Biotest AG aber Teil des Lageberichts, so dass keine Abweichung von der Empfehlung aus 5.4.6 Abs. 3 zu melden ist.

Dreieich, den 22. März 2013

Für den Vorstand Für den Aufsichtsrat

Prof. Dr. Gregor Schulz Dr. Michael Ramroth Dr. Georg Floß Dr. Alessandro Banchi

Corpo rate Gove rnance im Gesc häftsja hr

Die Hauptversammlung der Biotest AG fand am 10. Mai 2012 in Frankfurt am Main statt. Dabei waren 89,71% des stimmberechtigten Kapitals (Stammaktienkapital) vertreten. Die Beschlussvorlagen (Verwendung Bilanzgewinn, Entlastung der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat, Wahl des Abschlussprüfers, Wahl von (neuen) Aufsichtsratsmitgliedern, Anpassung der Aufsichtsratsvergütung sowie verschiedene Satzungsänderungen) wurden jeweils mit deutlicher Mehrheit angenommen.

Directo rs' Deali ngs (Mitteilu ngen übe r Geschäfte von Führungspe rso nen nac h § 15a WpH G)

Im Geschäftsjahr 2012 fanden folgende mitteilungspflichtige Erwerbs- und Veräußerungsgeschäfte von Organmitgliedern und sonstigen Führungskräften der Biotest AG statt:

Datum Mitteilungs
pflichtiger
Funktion Art und Ort
der Transaktion
Finanz
instrument
ISIN Stückzahl Kurs
in €
Geschäfts
volumen in €
Dr. Michael
11. Mai 2012 Ramroth Finanzvorstand Kauf / OTC Vorzugsaktien DE0005227235 500 40,3600 20.180,00
Dr. Martin Leiter GB Plasma Allianzen
5. Juni 2012 Reinecke und Protein Supply Kauf / Xetra Vorzugsaktien DE0005227235 300 37,5000 11.250,00
Gesellschaft in
17. August 2012 Ogel GmbH enger Beziehung Kauf / OTC Stammaktien DE0005227201 2.843 41,8317 118.927,52
Gesellschaft in
16. November 2012 Ogel GmbH enger Beziehung Kauf / Xetra Stammaktien DE0005227201 3.000 46,9620 140.886,00
Gesellschaft in
23. November 2012 Ogel GmbH enger Beziehung Kauf / Xetra Stammaktien DE0005227201 1.288 46,9609 60.485,63

Vergütu ng von Vorsta nd und Aufsic hts rat

Erläuterung zur Ausgestaltung des Vergütungssystems und zur Vergütung der in 2012 aktiven Mitglieder der Organe im Rahmen des Corporate Governance Berichts.

Der Vergütungsbericht ist auch Bestandteil des Konzernlageberichts.

Vergütung des Vorstands

Der Aufsichtsrat legt die Vergütung für die Mitglieder des Vorstands fest. Sie besteht aus einer Festvergütung, einer Tantieme sowie einer Komponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter. Hinzu kommen Sachbezüge.

Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden sowohl die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt. Entsprechend Ziffer 4.2.3 des DCGK wird im Folgenden die Vergütung des Vorstands einschließlich der nicht monetären Bestandteile dargestellt.

Festvergütung

Die erfolgsunabhängige Festvergütung der Vorstandsmitglieder besteht aus einem Festgehalt und Nebenleistungen. Die Höhe orientiert sich an der wirtschaftlichen Lage und Zukunftsaussicht von Biotest sowie am Vergütungsniveau im Wettbewerbsumfeld. Das jährliche Festgehalt wird für die gesamte Laufzeit des jeweiligen Anstellungsvertrags festgelegt und in zwölf Monatsraten ausgezahlt.

Nebenleistungen

Über das Festgehalt hinaus erhalten die Mitglieder des Vorstands Nebenleistungen. Die Vorstandsmitglieder Prof. Dr. Gregor Schulz und Dr. Michael Ramroth sind im Rahmen der kollektiven Unfallversicherung der Biotest AG beruflich und privat versichert. Daneben erhalten sie über die bestehende Betriebshaftpflichtversicherung einen Privathaftpflichtschutz. Die Vorstandsmitglieder erhalten ferner einen Zuschuss zur Sozialversicherung beziehungsweise auch zur Direktversicherung.

Die Biotest AG hat für die Mitglieder des Vorstands unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (sogenannte D&O-Versicherung) mit einem angemessenen Selbstbehalt abgeschlossen. Der Selbstbehalt beläuft sich auf 10% des Versicherungsfalls, begrenzt auf 150% der festen jährlichen Vergütung des jeweiligen Vorstandsmitglieds und entspricht damit den Anforderungen des § 93 Absatz 2 Satz 3 AktG. Beiden Vorstandsmitgliedern wird ein Dienstwagen der Oberklasse kostenlos zur Verfügung gestellt, der auch privat genutzt werden darf.

Tantiemen

Der erfolgsabhängige Vergütungsanteil (Tantiemen) bemisst sich nach der Erreichung von Unternehmens- sowie persönlichen Zielen. In die Ermittlung gehen das EBIT und der Return on Capital Employed (RoCE) zu jeweils 30% sowie die Erreichung individuell festgelegter Ziele im vorausgegangenen Geschäftsjahr zu 40% ein. Darüber hinaus kann für die Erreichung von Zielen mit besonderer Tragweite eine gesonderte Prämie durch den Präsidialausschuss des Aufsichtsrats festgelegt werden.

Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter

Die Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter beruht auf dem Long-Term-Incentive-Programm (LTIP ) der Biotest AG. Darin sind neben den Mitgliedern des Vorstands auch ausgewählte Führungskräfte eingebunden, die durch ihre Stellung innerhalb der Gruppe, ihre Entscheidungen, ihre Führung und ihr Handeln den Erfolg des Unternehmens maßgeblich beeinflussen.

Die Konstruktion des Programms orientiert sich an den gängigen Kriterien, die der Kapitalmarkt an solche Systeme anlegt, und entspricht den Anforderungen des DCGK. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Eigeninvestment des Teilnehmers durch den Kauf von Vorzugsaktien der Biotest AG. In Kapitel F1 des Anhangs zum Konzernabschluss ist das Programm einschließlich des Verfahrens zur Errechnung der jeweiligen Incentive-Zahlung detailliert dargestellt. Die Incentive-Komponente wird den Teilnehmern voraussichtlich jeweils im Mai des Folgejahres ausgezahlt, nachdem die Tranche ausgelaufen ist.

Gesamtvergütung des Vorstands

Für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2012 betrug die Gesamtvergütung der in 2012 aktiven Mitglieder des Vorstands 1.018 T € (2011: 1.141 T €). Von diesem Betrag entfielen 544 T € auf Prof. Dr. Gregor Schulz und 474 T € auf Dr. Michael Ramroth.

Das Festgehalt von Prof. Schulz belief sich im Jahr 2012 auf 340 T €, der Wert der gewährten Nebenleistungen auf 46 T €, die gewährte Tantieme auf 158 T€. Herr Dr. Ramroth erhielt im Geschäftsjahr 2012 ein Festgehalt von 300 T € sowie Nebenleistungen im Wert von 35 T €. Die Tantieme belief sich auf 139 T €.

Zusätzlich betrug der Wert des noch nicht zur Auszahlung gekommenen LTIP über den Gesamtzeitraum zum Bewertungsstichtag 31. Dezember 2012 für Herrn Prof. Schulz 394 T € und für Herrn Dr. Ramroth 347 T €. Kredite oder Vorschüsse wurden den Mitgliedern des Vorstands im Geschäftsjahr 2012 nicht gewährt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat kein Mitglied des Vorstands Leistungen oder entsprechende Zusagen von einem Dritten im Hinblick auf seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied erhalten.

Pensionsansprüche

Der Vorstand ist in die betriebliche Altersvorsorge der Biotest AG eingebunden. Für die Mitglieder besteht eine Einzelzusage im Rahmen der bei der Biotest AG geltenden Altersvorsorge. Hierfür werden gemäß IFRS Rückstellungen gebildet. Am Bilanzstichtag bestanden Ansprüche in Höhe von 4.195 T €, davon waren 1.471 T € durch eine Rückdeckung abgesichert. Die Höhe der Ansprüche ist von der Anzahl der Dienstjahre, dem anrechnungsfähigen Gehalt und der geltenden Zuschuss-Staffel unter und über der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen deutschen Rentenversicherung abhängig.

Im Rahmen des bei Biotest bestehenden Entgeltumwandlungsprogramms sind 184 T € zurückgestellt.

Die Bewertung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren, die durch einen unabhängigen Versicherungsmathematiker ausgefertigt werden. Eine genauere Erläuterung enthält der Anhang zum Konzernabschluss in Punkt B12.

Zur Insolvenzsicherung der Pensionsansprüche wurden Vermögenswerte in Höhe von 1.471 T € auf den Biotest Vorsorge Trust e.V. übertragen.

Change of Control

Für den Fall, dass der Vorstandsvertrag infolge eines näher definierten Kontrollwechsels (Change of Control) vorzeitig beendet wird, enthalten die Verträge für beide Vorstandsmitglieder eine Abfindungsregelung. Diese ist in den Erläuterungen nach § 315 Absatz 4 HGB beschrieben.

Vergütungssystem für ehemalige Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen

Für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen werden vertraglich zugesagte Pensionen gezahlt. Die Ansprüche betragen 5.112 T €, davon sind 878 T € durch eine Rückdeckung abgesichert. Die Wertermittlung bei Pensionsrückstellungen erfolgte jeweils gemäß IAS 26.

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Vergütung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2012 ist in der bis zum 10. Mai 2012 gültigen Satzung geregelt. Die Neuregelung der Satzung vom 10. Mai 2012 tritt ab dem 1. Januar 2013 in Kraft. Die Mitglieder erhalten eine jährliche feste Vergütung in Höhe von jeweils 15 T €. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält jeweils den doppelten, sein Stellvertreter den anderthalbfachen Betrag. Die Tätigkeit in einem Ausschuss wird zusätzlich mit 3 T € vergütet, der Ausschussvorsitzende erhält 5 T € zusätzlich. Die Biotest AG erstattet die auf die Aufsichtsratsvergütung zu zahlende Umsatzsteuer. Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten außerdem eine variable Vergütung in Höhe von 1.000 € für jeden 0,01 €, mit dem die für das Geschäftsjahr ausgeschüttete Dividende den Betrag von 0,24 € übersteigt. Die variable Vergütung ist auf einen Höchstbetrag von 10.000 € begrenzt.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Biotest AG sind wie die Mitglieder des Vorstands in die konzernübergreifende Vermögensschadenhaftpflicht-Gruppenversicherung (D&O-Versicherung) eingebunden.

Biotest übernahm die hierfür fälligen Versicherungsprämien für alle Mitglieder des Aufsichtsrats. Die Mitglieder des Aufsichtsrates sind über die bestehende Betriebshaftpflichtversicherung privathaftpflichtversichert. Weitere Sachleistungen wurden nicht gewährt. Die Vergütung des Aufsichtsrats ist – einschließlich der Erstattung der auf die Aufsichtsratsvergütung teilweise zu zahlenden Umsatzsteuern – in der nachstehenden Tabelle individualisiert ausgewiesen.

in Tausend €
2012
fixe
Vergütung
variable
Vergütung
Gesamt
vergütung
Dr. Alessandro Banchi
(seit dem 10. Mai 2012)
33 16 49
Kerstin Birkhahn 15 10 25
Jürgen Heilmann 18 10 28
Thomas Jakob 21 10 31
Prof. Dr. Marbod Muff
(bis zum 10. Mai 2012)
8 4 12
Dr. Cathrin Schleussner 29 15 44
Dr. Christoph Schröder
(seit dem 10. Mai 2012)
15 6 21
Dr. Thorlef Spickschen
(bis zum 10. Mai 2012)
18 9 27
157 80 237

Glossa r / Fachbeg riffe

A

Albumi n (auc h Huma nalbumi n)

In der Leber gebildetes Protein (Eiweiß), das zur Aufrechterhaltung des kolloidosmotischen Drucks des Blutes und als Transportvehikel für viele physiologische und pharmakologische Substanzen dient.

Antikörpe r

Proteine (Eiweiße) im Blutplasma, die von speziellen Zellen des Immunsystems als Abwehrreaktion gegen verschiedene Krankheitserreger gebildet werden.

Antik örpe rma ngels yndrom

Unfähigkeit des Körpers auf einen Antigenreiz mit einer ausreichenden Bildung von Antikörpern zu reagieren. Es wird zwischen primären (angeborenen) und sekundären (erworbenen) Antikörpermangelsyndromen unterschieden.

Autoimmu nerkranku ng

Gegen Gewebe und Zellen des eigenen Organismus gerichtete Aktivität des Immunsystems.

B

B-Zellen

Eine Unterklasse der weißen Blutkörperchen, die eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung fremder Erreger durch das Immunsystem innehaben.

Biot herapeutikum / Biot herapeutika

Biotechnologisch hergestellte Arzneimittel.

C

Cytomegalie / Cytomegalie -Virus (CMV)

Zumeist harmlos verlaufende, durch den Cytomegalie-Virus (CMV) verursachte Infektion. Tritt sie während der Schwangerschaft auf, kann sie schwerwiegende Schäden beim Ungeborenen verursachen. In der Organtransplantation eine der häufigsten Virusinfektionen, die zum Verlust des Transplantats führen kann.

D

Dexamet haso n

Arzneimittel, welches unter anderem in Kombination mit Lenalidomid zur Behandlung des Multiplen Myeloms sowie bei der Therapie verschiedener Tumore eingesetzt wird. Dexamethason wirkt unter anderem entzündungshemmend und dämpfend auf das Immunsystem.

F

Fibrinoge n

In der Leber gebildetes Protein, das zentral für die Blutgerinnung ist. Es wird während der Blutgerinnung in Fibrin umgewandelt, das als sogenannter Blutklebstoff eine Schlüsselrolle für den Verschluss von Wunden einnimmt. Ein Mangel an Fibrinogen ist eine mögliche Ursache für Störungen der Blutgerinnung.

G

Gerinnungsfakto ren

Proteine, die für die Blutgerinnung sorgen. Die 13 verschiedenen Faktoren des Gerinnungssystems werden mit den römischen Ziffern I bis XIII gekennzeichnet.

Hämatologie

Blut und Blutkrankheiten betreffendes medizinisches Teilgebiet.

Hämop hilie

Störung der Blutgerinnung (Bluterkrankheit), die aus defekten oder fehlenden Faktoren VIII oder IX (Hämophilie A beziehungsweise B) resultiert.

Hepatitis

Entzündung der Leber, die auf verschiedene Ursachen (insbesondere Virusinfektionen und Autoimmunerkrankungen) zurückgeführt werden kann. Führt unter anderem zur Beeinträchtigung und zum Absterben der Leberzellen sowie zur Einschränkung bis hin zur Einstellung der Stoffwechselfunktion der Leber. Häufig ist eine Lebertransplantation notwendig.

Hype rimmu nglobuli ne

Immunglobulin-(Antikörper-)Präparate, die eine definierte Antikörperspezifität in höherer und standardisierter Konzentration enthalten.

Immu nglobuli ne

Gleichbedeutend mit Antikörper. Diese erkennen und binden Krankheitserreger und vermitteln deren Elimination durch Zellen des Immunsystems.

Immu nglobuli n M (IgM)

Größtes Antikörpermolekül im Blutplasma. Es zerstört in Verbindung mit dem Komplementsystem (System von Plasmaproteinen, das als Teil der Immunantwort aktiviert wird) Bakterien und neutralisiert bakterielle Toxine.

Immu nologie

Lehre über die Immunabwehr und Immunregulation zur Bewahrung der körperlichen Integrität, d.h. das Unterscheiden von Selbst und Nicht-Selbst.

Immu nsystem

Gesamtheit aller Faktoren, die für das Erkennen und die Abwehr von Infektionserregern im Körper verantwortlich sind und die eine Kontrolle gegen selbstzerstörende Prozesse ausüben.

Immu nko njugat

Bindung eines Antikörpers mit einem zweiten funktionalen Molekül. Im Falle von BT-062 besteht das Immunkonjugat aus dem monoklonalen Antikörper und einem hochwirksamen Toxin.

Indikatio n

Bereich einer therapeutischen Anwendung, für die ein Wirkstoff oder Medikament entwickelt und zugelassen werden kann.

Intensivmedizi n

Medizinisches Fachgebiet, welches sich mit Diagnostik und Therapie lebensbedrohlicher Zustände befasst.

Intramuskulä re Applikatio n

Verabreichung eines Medikaments durch Injektion in einen Muskel.

Intrave nöse Applilatio n (iV)

Verabreichung eines Medikaments durch Injektion in eine Vene.

L

Lenalidomid

Arzneimittel, welches in Kombination mit Dexamethason insbesondere zur Behandlung des Multiplen Myeloms eingesetzt wird und unter anderem die Zellteilung bestimmter Tumorzellen hemmt.

M

Met hot rexat

Ein Wirkstoff zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis und anderer Autoimmunkrankheiten (zum Beispiel Psoriasis, Multiple Sklerose) sowie verschiedener Tumore.

Monoklonale Antik örpe r (MAK)

Antikörper, deren Produktion sich auf eine einzelne Ursprungszelle zurückführen lässt und die jeweils nur ein bestimmtes Antigen spezifisch erkennen und binden.

Multiples Myelom

Bösartige Wucherung von Plasmazellen im Knochenmark.

Multiple Sklerose

Chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die zu Ausfallserscheinungen des Nervensystems, wie zum Beispiel Gehstörungen oder Sehstörungen führen kann.

P

Paul -Ehrlich-Institut (PEI)

Bundesamt für Seren und Impfstoffe. Das PEI ist unter anderem zuständig für die Genehmigung klinischer Prüfungen, die Zulassung von Impfstoffen und Präparaten aus humanem Plasma sowie für die Verkaufsfreigabe von Produktionschargen.

Pharmakod ynamik

Gesamtheit aller Prozesse, die die Wirkung eines Arzneimittels im Organismus hervorruft, von der Beschreibung des Wirkprofils, der Dosis-Wirkungs-Beziehung bis zum Wirkungsmechanismus.

Pharmakoki netik

Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt, von der Absorption des Arzneistoffes über die Verteilung im Körper, den biochemischen Um- und Abbau bis hin zur Ausscheidung des Stoffes. (Freisetzung, Aufnahme in die Blutbahn, Verteilung im Organismus, Verstoffwechselung, Ausscheidung).

Plasma Protei n Therapeutics Associatio n (PPTA)

Vereinigung der weltweit führenden Hersteller von Plasmaproteinen.

Plasmapherese

Gewinnung von Plasma aus Blutspenden. Die zellulären Bestandteile werden dem Spender wieder zurückgeführt. Es verbleibt das Blutplasma, eine gelblich-klare Flüssigkeit, welche die löslichen Eiweißbestandteile (Proteine) des Bluts enthält.

Plasmaprotei ne

Sammelbegriff für die am häufigsten im Blutplasma vorkommenden Blutproteine.

Placebo

Scheinmedikament. Medizinisch unwirksame Substanz, die verwandt wird, um einem subjektiven Bedürfnis nach medikamentöser Therapie nachzukommen. In vielen klinischen Studien wird eine Kontrollgruppe mit Placebo behandelt. Die Ergebnisse werden mit denen der Teilnehmer verglichen, die das zu testende Präparat (Verum) erhalten haben.

Prio ne

Proteine, die im menschlichen oder tierischen Organismus sowohl in normalen als auch krank machenden (pathogenen) Strukturen vorkommen können.

Primä re Immu ndefizie nz (PID)

Angeborener Defekt des Immunsystems, der zu einem Mangel an Antikörpern führt.

Psoriasis

Schuppenflechte. Chronische Hauterkrankung.

R

Rekombinant

Mithilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen oder Zelllinien hergestellt.

Rheumatoide Arthritis

Chronisch-entzündliche Erkrankung der Gelenke.

S

Sepsis

Generalisierte Entzündungsreaktion des Organismus auf eine Infektion durch Krankheitserreger.

Serump rotei ne

Bezeichnung für die im Blutserum enthaltenen Proteine (Eiweiße).

Subkuta ne Applikatio n (SC)

Verabreichung eines Medikaments durch Injektion unter die Haut.

Substitutio nst herapie

Medikamentöser Einsatz eines vom Körper selbst nicht mehr ausreichend gebildeten Stoffes.

Systemisc her Lupus Erythematodes (SLE)

Autoimmunkrankheit, die oft mit Fieber beginnt; Betroffene haben meist rheuma-ähnliche Gelenkschmerzen. Auf der Haut bilden sich Erytheme (Hautrötungen aufgrund von Gefäßerweiterungen). Auch andere Organe können von dieser Erkrankung betroffen sein.

T

Thromboge ne Aktivität

Eine erhöhte thrombogene Aktivität d.h. ein erhöhter Gehalt an thrombogenen Faktoren innerhalb eines Arzneimittels kann bei den behandelten Patienten die Thrombosegefahr erhöhen.

Z

Zoste r-Virus (Varicella -Zoste r-Virus )

Zur Familie der Herpesviren gehörendes Virus. Eine Erstinfektion führt i.d.R. zur Erkrankung Windpocken. Eine Reaktivierung, zum Beispiel im Rahmen einer Schwächung des Immunsystems kann zur Erkrankung Gürtelrose führen.

Glossa r / Finanzbeg riffe

A

Assoziie rtes Unte rnehme n

Nicht vollkonsolidierte Konzerngesellschaft (Beteiligung < 50%), die unter maßgeblichem Einfluss der Muttergesellschaft steht.

C

Cas hflow

Tatsächliche Zahlungsmittelflüsse (Einzahlungen und Auszahlungen) in einer Periode. Indikator für die Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens.

D

D&O-Versic herung

Directors-and-Officers-Versicherung (auch: Organ- oder Manager-Haftpflichtversicherung). Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, die ein Unternehmen für seine Organe (zum Beispiel Vorstand und Aufsichtsrat) und leitenden Angestellten abschließt.

Decku ngsbeit rag

Kategorie der Kosten- und Leistungsrechnung. Differenz zwischen Umsatz und den variablen Kosten.

Derivat

Finanzinstrument, dessen Preisbildung im Allgemeinen auf einer marktabhängigen Bezugsgröße basiert. Unter anderem eingesetzt zur Absicherung gegen Wertschwankungen.

Devise noptionsgesc häft

Geschäft, das die Risiken von Devisenkursschwankungen absichert. Der Käufer einer Devisenoption erwirbt das Recht, jedoch nicht die Pflicht, eine Währung zu einem bestimmten Wechselkurs an einem bestimmten Termin zu kaufen oder zu verkaufen.

Devise nte rmi ngesc häft

Verbindliche Vereinbarung, eine Währung gegen eine andere Währung zu einem bestimmten Termin und festgelegten Kurs zu tauschen.

Directo rs' Deali ngs

Geschäfte mit Wertpapieren eines börsennotierten Unternehmens, die vom Management oder von dem Management nahestehenden Gesellschaften oder Personen getätigt werden.

Disagio

Abschlag vom Nennwert, Gegenteil von Agio (Aufpreis).

E

EBT (ea rnings before tax) Ergebnis vor Steuern.

EBIT (ea rnings before inte rest and tax)

Ergebnis vor Zinsen und Steuern.

F

Factoring

Finanzdienstleistung. Der Faktor erwirbt die Forderungen seines Kunden gegen dessen Abnehmer (Debitor).

Fai r Value

Beizulegender Zeitwert.

Financial Assets at Fai r Value throug h Profit and Loss (FAFVtPL)

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Kategorie gemäß IFRS 7).

G

Genuss recht

Regelung, die die Verpflichtungen zwischen Genussrechtinhaber und -emittenten beschreibt. Der Genussrechtinhaber muss dem Genussrechtemittenten das Genussrechtkapital zur Verfügung stellen. Im Gegenzug werden ihm Vermögensrechte gewährt, die in der Regel auch Gesellschaftern des Emittenten zustehen (zum Beispiel gewinnabhängige Vergütung, Beteiligung am Liquidationserlös oder Optionsrechte).

H

Hedge Accou nti ng

Bilanzierungstechnik. Schafft Sicherungszusammenhänge zwischen Grundgeschäften und den zur Absicherung eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten.

Held to Matu rit y (Ht M)

Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen (Kategorie gemäß IFRS 7).

K

Konso rtialk redit

Kredit, der einem einzelnen Kreditnehmer durch eine Gruppe von Banken zur Verfügung gestellt wird.

L

Late nte Steue rn

Zukünftig zu zahlende oder zu erhaltende Ertragsteuern, die zum Zeitpunkt der Bilanzierung noch keine tatsächlichen Forderungen oder Verbindlichkeiten darstellen.

Loa ns and Receivables (LaR )

Kredite und Forderungen (Kategorie gemäß IFRS 7).

Long Term Ince ntive -Prog ramm

System zur erfolgsorientierten variablen Vergütung.

M

Monte-Carlo -Simulatio n

Stochastisches Verfahren, bei dem versucht wird, mit der Hilfe der Wahrscheinlichkeitstheorie analytisch nicht oder nur aufwändig lösbare Probleme numerisch zu lösen.

Return on Capital Emplo yed (Ro CE)

Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital.

S

Sensitivitätsa nal yse

Untersuchung des Einflusses bestimmter Faktoren auf bestimmte Ergebnisgrößen.

Swap

Austausch von Forderungen und Verbindlichkeiten in gleicher oder fremder Währung mit dem Ziel, einen Finanzierungs-oder Zins- bzw. Renditevorteil zu erlangen.

W

Worki ng capital

Kurzfristig gebundenes Betriebskapital.

Finanzka lende r

25. März 2013 Bilanzpressekonferenz als Telefonkonferenz

8. Mai 2013 I. Quartalsbericht 2013

8. Mai 2013 Hauptversammlung

13. August 2013 II . Quartalsbericht 2013

12. November 2013 III . Quartalsbericht 2013

Impressum

Herausgebe r

Biotest AG Landsteinerstr. 5 63303 Dreieich Postfach 10 20 40 63266 Dreieich Deutschland

Telefon +49 (0) 6103 801-4406 Fax +49 (0) 6103 801-347

[email protected] www.biotest.de

Konzeptio n, Gestaltu ng und Projektma nageme nt

Scheufele Hesse Eigler Kommunikationsagentur GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland

REDAKTION und Lekto rat

cometis AG Wiesbaden, Deutschland

Fotog rafie

Stephan Minx Nürnberg, Deutschland

Druck

Druck- und Verlagshaus Zarbock GmbH & Co. KG Frankfurt am Main, Deutschland

Dieser Geschäftsbericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie zur Geschäfts-, Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Biotest AG und ihrer Tochtergesellschaften. Diese Aussagen beruhen auf den derzeitigen Plänen, Einschätzungen, Prognosen und Erwartungen des Unternehmens und unterliegen insofern Risiken und Unsicherheitsfaktoren, die dazu führen können, dass die tatsächliche wesentlich von der erwarteten Entwicklung abweicht. Die zukunftsgerichteten Aussagen haben nur zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Geschäftsberichts Gültigkeit. Biotest beabsichtigt nicht, die zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren und übernimmt dafür keine Verpflichtung.

Biotest AG | Landsteinerstr. 5, 63303 Dreieich, Postfach 10 20 40, 63266 Dreieich, Deutschland Telefon +49 (0) 6103 801-4406, Fax +49 (0) 6103 801-347, [email protected], www.biotest.de