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Biotest AG Annual Report 2010

Apr 7, 2011

66_10-k_2011-04-07_22945855-9bf2-4f13-b546-04fa1d9e2a0e.pdf

Annual Report

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inhalt

04 kennzahlen auf einen blick
06 Die Höhepunkte des Geschäftsjahres
08 biotest 2010:
Position behauptet, basis verbreitert
10 Strategie und Perspektive:
Der Vorstand im Gespräch
12 ein starkes investment:
Die biotest-Aktie
14 Plasmaproteine:
Stark in attraktiven Märkten
18 biotest USA:
Auf Wachstum ausgerichtet
22 biotherapeutika:
entwicklung mit Perspektive
26 engagement:
Verantwortung leben
28 Auszug aus dem konzernabschluss
34 Standorte, kontakte

Klarer Fokus, starke Basis

Biotest ist Spezialist für Immunologie und Hämatologie. Wir entwickeln, produzieren und vertreiben Arzneimittel, die weltweit in der Prävention und Therapie schwerwiegender und vielfach lebensbedrohlicher Erkrankungen zum Einsatz kommen.

Im Jahr 2010 hat Biotest in erheblichem Umfang in die Neu- und Weiterentwicklung von immunologischen und hämatologischen Therapien investiert und den Ausbau von Know-how und Kapazitäten vorangetrieben. Damit haben wir die Voraussetzung geschaffen, unsere Position als einer der führenden Anbieter am Weltmarkt zu stärken.

Das schafft eine solide Basis für eine dauerhaft ertragreiche Entwicklung des Unternehmens und eine attraktive Bewertung der Biotest-Aktie.

2010 auf einen Blick

Veränderung
Biotest Gruppe* 2010 2009 %
Umsatzerlöse Mio. € 412,5 390,1 5,7
davon: Inland Mio. € 101,8 89,5 13,7
Ausland Mio. € 310,7 300,6 3,4
davon: Plasmaproteine Mio. € 412,5 390,1 5,7
EBITDA Mio. € 69,8 81,2 –14,0
EBIT Mio. € 42,9 57,1 –24,9
EBIT
in % vom Umsatz
Mio. € 10,4 14,6
Ergebnis vor Steuern Mio. € 28,4 45,4 –37,4
Auf Gesellschafter der Biotest AG
entfallende Ergebnisanteile Mio. € 19,6 29,6 –33,8
Aufwandstruktur:
– Materialaufwand Mio. € 136,7 140,0 –2,4
– Personalaufwand Mio. € 98,7 98,5 0,2
– Forschungs- und
Entwicklungsaufwand Mio. € 49,0 46,4 5,6
davon: Biotherapeutika Mio. € 21,1 20,7 1,9
– Forschungs- und Entwicklungsaufwand
in % vom Umsatz
11,9 11,9
Investitionen in Sachanlagevermögen
und immaterielle Vermögenswerte
Mio. € 31,1 37,3 –16,6
Finanzierung:
– Cashflow** Mio. € 41,7 29,0 43,8
– Abschreibungen Mio. € 26,9 25,2 6,7
Eigenkapital Mio. € 307,6 269,9 14,0
– Eigenkapital
in % der Bilanzsumme
48,6 42,6
Bilanzsumme Mio. € 632,3 633,5 –0,2
Zahl der Mitarbeiter
(Vollzeitstellen) per 31.12.
1.611,1 1.548,8 4,0
Ergebnis je Aktie 1,64 2,49 –34,1
Ergebnis je Vorzugsaktie 1,70 2,55 –33,3

* fortgeführte Geschäftsbereiche (Plasmaproteine, Biotherapeutika, Corporate); die Vorjahreswerte des Cashflow und der Ertragskennzahlen einschließlich Ergebnis je Aktie wurden entsprechend angepasst

** aus betrieblicher Tätigkeit

Biotest 2008 – 2010

339,4 390,1 412,5 Umsatz Biotest Gruppe* in Mio. €

EBIT Biotest Gruppe* in Mio. €

* fortgeführte Geschäftsbereiche

Höhepunkte 2010

JANUAR

Biotest vollzieht den Verkauf der aktivitäten des transfusions- und transplantationsdiagnostik-Geschäfts an Bio-rad laboratories, inc. der Kaufpreis beträgt 45 mio. €. der Veräußerungsgewinn vor zinsen und steuern, nach abschluss aller restrukturierungsaufwendungen lag ende des Jahres bei 18,4 mio. €.

Biotest beginnt mit der Vermarktung des ende 2009 eU-weit zugelassenen Hepatitis-B-immunglobulins zutectra®. das präparat wird in den folgenden monaten in deutschland, irland, italien, Österreich und UK auf den markt gebracht.

MÄRZ

die analyse der finalen entblindeten daten einer klinischen studie der phase i/iia zeigt die wirksamkeit des monoklonalen antikörpers Bt-061 in der indikation chronische plaque psoriasis. Basierend auf den vielversprechenden daten initiiert Biotest eine neue klinische studie der phase ii mit mehrfachgabe.

APRIL

eine klinische phase-iii-studie für das in entwicklung befindliche Hepatitis-B-Hyperimmunglobulin für neugeborene Foveptatm wird erfolgreich abgeschlossen.

MAI

die Hauptversammlung der Biotest aG beschließt für das Geschäftsjahr 2009 eine gegenüber dem Vorjahr um mehr als 10 % gesteigerte dividende in Höhe von 0,34 € je stamm- und 0,40 € je Vorzugsaktie.

JUNI

der aufsichtsrat verlängert die Verträge beider Vorstandsmitglieder. der Vertrag mit

prof. dr. Gregor schulz läuft bis zum 31. dezember 2013, der Vertrag mit dr. michael ramroth bis zum 31. dezember 2015.

AUGUST

die endergebnisse einer klinischen studie der phase iia zeigen eine kompetitive wirksamkeit von Bt-061 in rheumatoider arthritis, der weiteren leitindikation dieses monoklonalen antikörpers. im selben monat startet in dieser indikation eine studie der phase iib, in die 175 patienten eingebunden werden und mit der die statistische Basis für pivotale studien geschaffen werden soll.

Biotest erhält für Bt-061 eine weitere patenterteilung. durch dieses schlüsselpatent ist der monoklonale antikörper nun in den drei großen pharmamärkten der welt – Usa, europa, Japan – vor

nachahmung geschützt. auch für russland, singapur und vier weitere länder hat Biotest patentschutz erreicht.

Basierend auf ermutigenden resultaten zur wirksamkeit und der beobachteten guten Verträglichkeit aus einer laufenden phase-i-studie initiiert Biotest eine klinische studie der phase i/iia von Bt-062 in der leitindikation multiples myelom.

OKTOBER

präklinische Untersuchungen zeigen ein potenzial von Bt-061 in multipler sklerose. Biotest startet daraufhin weitere analysen zur Vorbereitung einer möglichen klinischen prüfung in dieser indikation und tritt dem durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Konsortium "neue wirkstoffe für neu rologische erkrankungen" (neu² Konsortium) bei.

NOVEMBER

die Biotest pharmaceuticals Corporation (BpC) reicht das zulassungsdossier für Bivigamtm bei der Us-amerikanischen zulassungsbehörde Fda ein. Biotest erwartet die zulassung für das polyspezifische immunglobulin ende 2011. das präparat hat ein jährliches Umsatzpotenzial in Höhe von rund 100 mio. Us-dollar.

Beim Hepatitis-C-Hyperimmunglobulin Civacirtm werden die präklinischen Versuche mit dem ziel, die wirksamkeit zu optimieren, abgeschlossen. damit und mit der optimierung des Herstellungsprozesses sind wichtige Voraussetzungen für die wiederaufnahme der klinischen prüfung geschaffen.

DEZEMBER

Biotest beginnt Gespräche über den Verkauf der aktivitäten des segments mikrobiologisches monitoring. aufgrund der Verkaufsabsichten wird

dieses segment im Geschäftsbericht 2010 als "nicht fortgeführter Geschäftsbereich / discontinued operation" dargestellt. im märz 2011 wird eine entsprechende Verkaufsvereinbarung mit der merck KGaa unterzeichnet. die transaktion steht unter dem Vorbehalt der zustimmung der Kartellbehörden, der abschluss wird für das zweite Halbjahr 2011 erwartet.

in die laufende phase-iiistudie von Cytotect® Cp in der indikation "Vermeidung der Übertragung einer Cytomegalie-Virus-infektion und Vermeidung von Behinderungen des ungeborenen Kindes während der schwangerschaft" sind zum Jahresende rund 7.000 Frauen eingebunden.

in dreieich beginnen die arbeiten zur erweiterung der abfüllungs- und Verpackungsanlagen für plasmaproteine.

Position behauptet, basis verbreitert

in einem schwierigen Marktumfeld hat biotest den Umsatz weiter gesteigert, musste aber beim ergebnis einen Rückgang hinnehmen. Wichtige Fortschritte bei der erweiterung der Produktionskapazitäten und bei entwicklungsprojekten schaffen die Voraussetzung für künftige ertragssteigerungen.

mit einem anstieg gegenüber dem Vorjahr um 5,7 % auf 412,5 mio. € ist es Biotest gelungen, zum sechsten mal in Folge den Umsatz gegenüber dem Vorjahr zu erhöhen. Beim operativen ergebnis (eBit) steht für die fortgeführten Geschäftsbereiche allerdings ein rückgang gegenüber 2009 um 24,9 % auf 42,9 mio. € zu Buche.

die Geschäfts- und ertragsentwicklung von Biotest ist vor dem Hintergrund der entwicklung des marktumfelds zu sehen. nachdem das angebot an plasma und plasmaproteinen bereits in den Vorjahren deutlich gestiegen war, wirkte sich diese entwicklung 2010 auf die preise aus. insbesondere in europa gingen die erzielbaren preise vor allem für polyspezifische immunglobuline und Gerinnungsfaktoren deutlich zurück. als weiterer belastender Faktor kam die sich stark verschlechternde lage der öffentlichen Finanzsysteme hinzu, die entsprechende sparpakete auch im Gesundheitssektor nach sich zog.

Biotest hat frühzeitig maßnahmen ergriffen, um den Umsatz zu stabilisieren und das ergebnis zu sichern. diese umfassten zum Beispiel die anpassung der produktion oder einsparungen in der Verwaltung.

Bei den projekten zur weiterentwicklung des Unternehmens haben wir aber keine abstriche gemacht und unsere anstrengungen im Gegenteil intensiviert. im mittelpunkt standen 2010 wie in den Vorjahren der ausbau und die erweiterung unseres standortes in den Usa, die zu einer weiteren internationalisierung unseres produktportfolios beitragen. die projekte im segment Biotherapeutika wurden beständig

weiterentwickelt. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lagen 2010 über den Werten des Vorjahres, das Volumen der Investitionen lag auch im Jahr 2010 auf einem hohen Niveau.

Erste positive Effekte aus unseren Investitionen werden wir bereits im laufenden Jahr spüren, wenn die erweiterte Plasmaprotein-Produktion der BPC in den Regelbetrieb geht und voraussichtlich gegen Jahresende die Vermarktung des Immunglobulins BivigamTM in den USA beginnt. Damit werden wir weitere Umsatzpotenziale realisieren. Außerdem werden die im vergangenen Jahr neu auf den Markt gebrachten Plasmaproteine 2011 erstmals über einen vollen Zwölfmonatszeitraum zum Umsatz beitragen.

Investitionsvolumen 2008 – 2010 in Mio. €

Zudem können wir weitere Teile der Produktion monoklonaler Antikörper mit eigenen Ressourcen abdecken. Ein weiteres Ziel ist die Steigerung der Effizienz durch den Produktionsverbund bei Plasmaproteinen zwischen Dreieich und Boca Raton.

Den vor einigen Jahren begonnenen Weg, Biotest zu einem globalen Spezialisten für Immunologie und Hämatologie zu machen, gehen wir konsequent weiter. Deshalb haben wir uns von den Aktivitäten im Bereich Diagnostik getrennt und haben Verkaufsabsichten für den Bereich Mikrobiologisches Monitoring. Der hieraus generierte Cashflow wird die Finanzierung des Wachstums in den Kernmärkten gewährleisten.

Wir können uns damit vollständig auf die Weiterentwicklung der Plasmaproteine und Biotherapeutika konzentrieren und die zu veräußernden Bereiche werden ihre Stärken in der neuen Eigentümerstruktur noch besser entfalten können. Den Verkaufserlös haben wir bisher genutzt, um kurzfristig unsere Verbindlichkeiten zu senken und den Einsatz von Factoring zurückzuführen. Mittel- bis langfristig werden wir sie in die Entwicklungs- und Investitionsprojekte in unserem Kerngeschäft investieren.

Biotest hat das Jahr 2010 genutzt, Produkte, Ressourcen und Strukturen weiterzuentwickeln. Damit sind wir gerüstet, von der Erholung am Markt für Plasmaproteine zu profitieren, die sich nach unserer Einschätzung im Jahr 2011 zeigen wird.

Dr. Michael Ramroth, Finanzvorstand, und Prof. Dr. Gregor Schulz, Vorsitzender des Vorstands der biotest AG.

"Voraussetzungen für das Wachstum der kommenden Jahre"

Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Gregor Schulz und Finanzvorstand Dr. Michael Ramroth im Gespräch über die entwicklung von biotest im Jahr 2010 und die erwartungen für die Zukunft.

Biotest hat im Geschäftsjahr 2010 den Umsatz gegenüber dem Vorjahr gesteigert, das Ergebnis ist allerdings niedriger. Wie bewerten Sie diese Zahlen?

Prof. Dr. Gregor Schulz: sie spiegeln die situation wider, in der sich der markt für plasmaproteine 2010 befand. einer stabil steigenden nachfrage stand ein massiv ausgeweitetes angebot gegenüber, was vor allem in der ersten Jahreshälfte die preise in europa stark unter druck gesetzt hat. dieser entwicklung konnten wir uns ebenso wie unsere wettbewerber nicht entziehen.

Dr. Michael Ramroth: darüber hinaus zeigen die zahlen, dass Biotest 2010 in erheblichem maß in die entwicklung des Unternehmens investiert hat. wir haben damit die Voraussetzungen für das ertragreiche wachstum der kommenden Jahre geschaffen. an erster stelle ist hier der ausbau der plasmaprotein-produktion an unserem Usstandort in Boca raton zu nennen. außerdem haben wir Forschung und entwicklung entsprechend der langfristigen planung weiter intensiviert.

Warum ist der US-Markt für Biotest so wichtig?

Schulz: weil er der größte und attraktivste markt für immunglobuline weltweit ist. das preisniveau ist hier höher und stabiler als in anderen ländern. im dezember 2010 lag der Preis pro Gramm Immunglobulin in den USA bei umgerechnet rund 50 €, in Europa im Bereich von 30 €.

Ramroth: Mit unserer auf 1,5 Tonnen jährlich erweiterten Kapazität bei Immunglobulinen verfügen wir über eine starke Plattform in den USA. Wenn dann – voraussichtlich gegen Ende 2011 – die Zulassung für BivigamTM durch die FDA erteilt wird, werden wir neben dem Hepatitis-B-Präparat Nabi-HB® auch ein polyspezifisches Immunglobulin vertreiben. Allein BivigamTM repräsentiert ein jährliches Umsatzpotenzial von 100 Mio. US-Dollar.

Im Oktober 2010 haben Wettbewerber ihre Immunglobuline aufgrund aufgetretener Nebenwirkungen vom Markt genommen beziehungsweise wurde für sie das Ruhen der Zulassung angeordnet. Wie hat das Biotest beeinflusst?

Schulz: Primäres Ziel war es, zusammen mit anderen Firmen eine weitere Versorgung von chronisch kranken Patienten sicherzustellen. Das ist erfolgreich umgesetzt worden. Wir wussten aufgrund detaillierter Analysen, dass unsere Präparate von diesem Nebenwirkungsprofil nicht betroffen sind. Entsprechende zusätzliche Tests haben das bestätigt. Unser Herstellverfahren enthält Schritte, bei denen diese so genannten "thrombogenen Faktoren" sehr effektiv, bis zu einem absolut unbedenklichen Bereich, reduziert werden.

Ramroth: Die Untersuchungen auf eine mögliche Kontamination mit gerinnungsaktivierenden Faktoren haben wir auch bei BivigamTM vorgenommen. Deshalb haben wir das Zulassungsdossier einige Wochen später als geplant bei der FDA eingereicht.

Ablauf und Zeitplan bei den FuE-Projekten sind immer wieder ein Thema bei Aktionären. Was sagen Sie dazu?

Ramroth: In der Medikamentenentwicklung hat Sicherheit die höchste Priorität. Wenn dann Probleme bei einem Produkt eines anderen Herstellers auftreten, kann das auch bei uns zusätzliche Untersuchungen erforderlich machen, wie es bei BivigamTM der Fall war. Eine Verzögerung ist nie schön, aber nicht immer zu vermeiden, vor allem wenn es um Patientensicherheit geht.

Schulz: Biotest entwickelt und produziert Medikamente, die in komplexe immunologlische Vorgänge eingreifen und die Schwerstkranken verabreicht werden. Da lässt sich der zeitliche Ablauf einer Entwicklung nicht minutiös vorhersehen. Ich will ein Beispiel nennen: Patienten, die wir in die Studien mit BT-061 oder BT-062 einbinden, müssen ganz bestimmte Einschlusskriterien erfüllen. Es lässt sich da nicht exakt bestimmen, bis wann wir die im Studiendesign vorgesehene Patientenzahl rekrutieren können. Entscheidend für uns ist, dass die Studien sicher und die gewonnenen Daten hinsichtlich Wirksamkeit und Verträglichkeit gut sind. Und das sind sie bisher durchweg.

Ein wichtiger Baustein in der Biotest-Strategie bei den Biotherapeutika ist die Zusammenarbeit mit einem Entwicklungspartner. Wann werden Sie hier eine Vereinbarung schließen?

Schulz: Die jüngsten positiven Daten aus der Auswertung klinischer Studien in beiden Leitindikationen haben potenzielle Partner sehr überzeugt. Zurzeit sind wir mit einem globalen Pharmaunternehmen in fortgeschrittenen Verhandlungen für eine weltweite Partnerschaft für die Entwicklung und Vermarktung des BT-061.

Ramroth: Diese potenzielle Vereinbarung markiert für die Entwicklung von Biotest einen Meilenstein und wird die Ertragsentwicklung bei den Biotherapeutika über mehrere Jahre hinweg maßgeblich prägen. Deshalb agieren wir auch an diesem Punkt sehr gründlich und lassen uns nicht unter Zeitdruck setzen.

Im März 2011 haben Sie einen Vertrag über den Verkauf sämtlicher Aktivitäten des Segments Mikrobiologisches Monitoring an die Merck KGaA geschlossen. Was war der Grund dafür?

Schulz: Mit dem beabsichtigten Verkauf fokussiert sich Biotest konsequent auf die Entwicklung und Vermarktung innovativer, pharmazeutischer und biotherapeutischer Arzneimittel im Bereich Immunologie und Hämatologie. Für das Mikrobiologische Monitoring ergibt sich in der neuen Eigentümerstruktur die Chance, das eigene Potenzial besser zu nutzen.

Wo wird Biotest nach Ihrer Einschätzung am Ende des Jahres 2011 stehen?

Schulz: Bei den Plasmaproteinen werden wir in einem verbesserten Marktumfeld Umsatz und Ertrag ausgebaut haben. Und bei den Biotherapeutika hoffen wir, in diesem Jahr eine Lizenzvereinbarung abschließen zu können, und wir werden zudem in der weiteren klinischen Entwicklung (Phase IIb) Fortschritte gemacht haben.

Ramroth: Und das alles bei einer weiter soliden Finanzierung, die es uns erlaubt, unsere Projekte optimal auszustatten und umzusetzen.

ein starkes investment

Die kurse der biotest Stamm- und Vorzugsaktien haben im Jahr 2010 deutlich an Wert gewonnen.

die position als spezialist für immunologie und Hämatologie weiter auszubauen und in attraktiven märkten dauerhaft ertragreich zu wachsen – das ist das ziel von Biotest.

Biotest steht für eine Unternehmensentwicklung, die auf eine langfristige und dauerhafte wertsteigerung ausgerichtet ist. das spiegelt auch die entwicklung der aktienkurse wider: in den zehn Jahren von anfang 2001 bis ende 2010 hat sich der wert der stamm- und Vorzugsaktien jeweils mehr als verdreifacht. der daX erreichte im selben zeitraum eine wertsteigerung um 7,5 %;

Biotest-aKtie: entwiCKlUnG 2010 (Schlussstand 2009=100)

Quelle: equinet AG

der sdaX legte um etwa zwei drittel zu. auch im kurzfristigen performance-Vergleich schneiden Biotest-aktien gut ab: ende 2010 notierten die stammaktien 25,7 % über dem schlusskurs des Vorjahres, die Vorzugsaktien gewannen im selben zeitraum 34,6 % an wert.

Intensiver Dialog mit dem Kapitalmarkt

Für unsere auf nachhaltige wertsteigerung ausgerichtete Unternehmensstrategie ist die kontinuierliche und offene Kommunikation mit allen Kapitalmarktteilnehmern wichtig. institutionelle anleger und analysten informieren wir in vielen einzelgesprächen und roadshows weltweit, privatanlegern geben wir bei informationsveranstaltungen einblick in die Biotest-welt. im Jahr 2010 haben wir die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt nochmals intensiviert.

Biotest arbeitet intensiv dafür, dass anteilseigner auch in zukunft eine attraktive rendite auf ihr investment erreichen. eine wertsteigerung und eine verlässliche dividendenpolitik sind entscheidende Faktoren hierfür. auch angesichts der erheblichen investitionen in Forschung und entwicklung sowie der erschließung neuer märkte halten wir am ziel einer kontinuierlichen dividendenpolitik fest. Vorstand und aufsichtsrat werden der Hauptversammlung vorschlagen, eine dividende von 0,38 € je stammaktie und 0,44 € je Vorzugsaktie auszuschütten. damit stehen wir auch in wirtschaftlich schwierigen zeiten zu unserer dividendenpolitik.

Finanzanalysten von sechs Banken veröffentlichen regelmäßig studien über Biotest. am ende des Jahres 2010 sprachen alle sechs analysten eine Kaufempfehlung für unsere aktie aus. das durchschnittliche Kursziel der Biotest-Vorzugsaktie betrug nach einschätzung der analysten am 31. dezember 2010 47,66 €.

2010 2009
ergebnis je Aktie 3,12 2,16
Mehrdividendenanspruch je Vorzugsaktie 0,06 0,06
ergebnis je Vorzugsaktie 3,18 2,22
Dividende je Stammaktie 1) 0,38 0,34
Dividende je Vorzugsaktie 1) 0,44 0,40
KURSENTWICKLUNG STAMMAKTIEN
(XETRA-Daten)
eröffnungskurs 39,27 56,00
Höchstkurs 2) 48,95 56,00
Tiefstkurs 2) 29,69 26,00
Schlusskurs 48,89 38,90
KURSENTWICKLUNG VORZUGSAKTIEN
(XETRA-Daten)
eröffnungskurs 35,75 45,77
Höchstkurs 2) 46,60 48,35
Tiefstkurs 2) 26,90 24,55
Schlusskurs 46,34 34,42
MARKTKAPITALISIERUNG BIOTEST AG
(Jahresende, Mio. €)
Gesamt 560,32 433,24
davon Stammaktien 322,44 256,55
davon Vorzugsaktien 237,88 176,69

daten Und KennzaHlen zUr Biotest-aKtie

1) Wert für das Jahr 2010: Vorschlag an die HV

2) kursrelevante Angaben beziehen sich auf den jeweiligen Wert (intraday) im XeTRA-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse.

Stark in attraktiven Märkten

Komplettanbieter mit Spezialkompetenz

Biotest gehört zu den führenden Herstellern von Plasmaprotein-Präparaten weltweit. Besondere Kompetenz haben wir bei Hyperimmunglobulinen, die zur Therapie spezifischer Erkrankungen eingesetzt werden. Mit der Weiterentwicklung von Produktpalette und Kapazitäten arbeitet Biotest daran, die Marktposition auszubauen.

Plasmaproteine werden bei Erkrankungen des Immunsystems oder schwerwiegenden Infektionen in der Akuttherapie sowie zur Prophylaxe von Blutgerinnungsstörungen und zur Kreislaufstabilisierung nach Verletzungen oder während Operationen eingesetzt. Dieses Anwendungsspektrum zeigt die hohe medizinische Bedeutung dieser Präparate. Sie sind in vielen Fällen lebensrettend oder bilden die Grundlage dafür, dass die von schweren Krankheiten Betroffenen ein weitgehend normales Leben führen können.

Biotest stellt seit mehr als 60 Jahren Plasmaproteine her und gehört heute zu den führenden Anbietern in der Welt. Wir produzieren in hoch modernen Anlagen in Europa und in den USA, die den hohen Anforderungen der europäischen sowie der US-amerikanischen Behörden entsprechen. Darüber hinaus unterzieht sich Biotest zusammen mit anderen Herstellern freiwillig zusätzlichen Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Im Produktionsprozess sind des Weiteren mehrere Schritte zur Viruselimination beziehungsweise -inaktivierung integriert (siehe Seite 17).

Präparat Indikationen
Immunglobuline
Intratect® / Intraglobin® Substitutionstherapie bei Antikörpermangel, primären humoralen Immundefekten
oder sekundären Antikörpermangelsyndromen sowie Autoimmunerkrankungen
Hyperimmunglobuline
Cytotect® CP / Biotest Megalotect® Cytomegalie-Virus-Infektion (Prophylaxe)
Varitect® CP Zoster-Virus-Infektion (Prophylaxe und Therapie)
Hepatect® CP
Nabi-HB®
Immunprophylaxe Hepatitis B
Zutectra® Hepatitis-B-Reinfektions-Prophylaxe nach Lebertransplantationen
(Fertigspritze zur subkutanen Anwendung)
FoveptaTM * Hepatitis-B-Prophylaxe bei Neugeborenen
BivigamTM ** Primäre Immundefizienz (PID)
CivacirTM (Entwicklungsprojekt) Hepatitis-C-Prophylaxe
Gerinnungsfaktoren
Haemoctin® Hämophilie A (Akut-Therapie und Prophylaxe)
Haemonine® Hämophilie B (Akut-Therapie und Prophylaxe)
Intensiv- und Notfallmedizin
Pentaglobin® Schwere bakterielle Infektionen
Albiomin
Albumin
Biseko®
Volumenausgleich bei Plasma-Eiweiß-Verlusten, zum Beispiel bei Operationen
oder als Folge von Verbrennungen

Plasmaproteine von biotest

* Zulassung in 2012 erwartet

** Zulassung in 2011 erwartet

Hepatitis-B-Immunglobuline Umfassendes Produktspektrum

Seit mehr als 20 Jahren stellt biotest hyperimmunglobuline her. für deren herstellung wird Plasma mit besonderen eigenschaften benötigt. beim hepatitis-b-immunglobulin beispielsweise enthält das Plasma einen spezifischen Antikörper in hoher konzentration, wie er nur bei Menschen vorkommt, die vorher gegen die krankheit geimpft wurden. einen solchen Spenderstamm aufzubauen, ist langwierig und aufwändig – deshalb sind die Preise für hyperimmunglobuline in der Regel höher und unterliegen geringeren Schwankungen, als dies bei polyspezifischen immunglobulinen der fall ist.

das hepatitis-b-immunglobulin hepatect® cP dient unter anderem zur Prophylaxe einer erneuten hepatitis-binfektion nach lebertransplantation, die in folge einer chronischen infektion mit diesem Virus erforderlich wurde. um eine erneute Ansteckung der transplantierten leber zu verhindern, wird während und in der zeit nach der operation hepatitis-b-immunglobulin in hohen dosen verabreicht. in europa ist hepatect® cP von biotest für diese indikation zugelassen und vielfach erste wahl. in den uSA vermarkten wir für die gleiche Anwendung das von der bPc hergestellte nabi-hb® und sind damit ebenfalls führender Anbieter.

für die im Anschluss an die intensivphase erforderliche dauerprophylaxe mit hb-immunglobulin hat biotest zutectra® entwickelt. das Präparat ist so konzipiert, dass die Patienten sich im wochenrhythmus selbst mittels einer subkutanen Spritze (zum beispiel in die bauchdecke) behandeln können. damit wird sichergestellt, dass der Antikörperspiegel im blut stets optimal ist. die therapie ist für die betroffenen erheblich einfacher geworden, sie gewinnen mehr unabhängigkeit und benötigen weniger Arzttermine.

Mit foveptatM befindet sich ein weiteres hb-immunglobulin von biotest in der entwicklung. es ist für die hepatitis-b-Prophylaxe bei neugeborenen von hepatitis-b-infizierten Müttern bestimmt und ergänzt unsere kompetenz in dieser indikation.

Einblicke in die Sterilabfüllung von Plasmaproteinen bei Biotest in Dreieich. Wir produzieren in modernen Anlagen in Europa und in den USA, die höchsten Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen entsprechen.

Unsere besondere stärke liegt in der entwicklung und produktion von Hyperimmunglobulinen. dabei handelt es sich um spezialpräparate, die sich durch einen speziellen antikörpergehalt auszeichnen und zur prophylaxe und Behandlung schwerer infektionskrankheiten eingesetzt werden. wir sind mit verschiedenen produkten weltmarktführer. Besonders umfassend ist unser produktspektrum bei Hepatitis-Bimmunglobulinen (siehe Kasten links).

die Basis für unsere starke marktposition ist die sichere Versorgung mit menschlichem Blutplasma. die eigenschaften des ausgangsstoffs sind entscheidend für das spätere endprodukt.

Biotest legt daher großen wert darauf, bei Hyperimmunplasmen die gesamte wertschöpfungskette weitestgehend durch eigene ressourcen abzudecken. wir betreiben 21 eigene spenderstationen in europa und in den Usa. die dort gewonnenen Hyperimmunplasmen decken unseren Bedarf vollständig; den rohstoff für die anderen präparate beziehen wir außer aus eigenen stationen auch von lieferanten, mit denen wir im rahmen langfristiger Kooperationsvereinbarungen zusammenarbeiten.

Nachfrage wächst

die nachfrage nach plasmaproteinen wächst. Bei immunglobulinen liegt die erwartete jährliche steigerung des marktvolumens zwischen 5 % und 8 %. wesentliche Faktoren sind neue indikationen, in denen die präparate verabreicht werden und eine zunahme an patienten, denen die therapie angeboten wird. die erforschung neuer anwendungsgebiete – aktuell laufen zum Beispiel klinische studien zur Behandlung des morbus alzheimer – wird den markt für immunglobuline weiter öffnen. Ferner werden aufgrund neuer medizinischer erkenntnisse die präparate in höheren dosierungen verabreicht. zudem gibt es immer noch einen erheblichen ungedeckten medizinischen Bedarf. insbesondere in entwicklungs- und schwellenländern, aber auch in vielen industriestaaten ist die Versorgung mit immunglobulinen nicht optimal. des weiteren werden immunerkrankungen häufig nicht oder erst sehr spät als Ursache für Beschwerden erkannt. Verbesserte diagnoseverfahren und ein generell höheres Bewusstsein für immunologische erkrankungen könnten die nachfrage in zukunft steigen lassen.

Gravierend ist die Unterversorgung bei Gerinnungsstörungen: Gegenwärtig haben lediglich 10 % der weltweit etwa 400.000 Hämophilie-Kranken zugang zu einer

die Poren der bei biotest zur nanofiltration eingesetzten filter sind mit 20 nanometern durchmesser deutlich kleiner als viele der kleinsten bekannten Viren (siehe Abbildung). ein nanometer entspricht einem Millionstel Millimeter. in der obigen darstellung ist eine 20-nanometer große Pore in einer größe von zwei Millimetern dargestellt. würde man die Abbildung eines menschliches haares (ca. 0,1 Millimeter) mit demselben faktor vergrößern, wäre sie 10 Meter breit.

HIV – Humanes Immundefizienz-Virus, HCV – Hepatitis-C-Virus, HBV – Hepatitis-B-Virus,

angemessenen therapie und prophylaxe. Vor allem in entwicklungs- und schwellenländern besteht hier noch ein erheblicher nachholbedarf.

Um die aus verschiedenen marktentwicklungen resultierende wachsende nachfrage optimal zu bedienen und die damit verbundenen wachstumschancen zu nutzen, investiert Biotest in den ausbau der eigenen Kapazitäten und in eine effizienzsteigerung der produktion durch stärkere Vernetzung.

Produktion

Mehrfache Qualitätstests für höchste Sicherheit

um die notwendige höchstmögliche Sicherheit der Plasmaproteine zu garantieren, sind im Produktionsprozess an mehreren Stellen Sicherheits- und Qualitätstests integriert. dabei geht es darum, sicherzustellen, dass das endprodukt qualitativ einwandfrei ist.

plasmaspende

biotest verwendet nur Plasma von Personen, deren gesundheitszustand kontinuierlich kontrolliert wird.

laGerUnG (QUarantÄne)

Sämtliche Plasmaspenden werden für mindestens 60 tage eingefroren. tritt während dieser zeit beim Spender eine infektion auf, werden die betreffenden Spenden vernichtet.

ViroloGisCHe UntersUCHUnG Jeder einzelspende

bevor die einzelspenden zu einem Produktionspool zusammengeführt werden, erfolgt ihre serologische Prüfung auf Virusmarker sowie eine testung auf das Vorliegen von Virusnukleinsäuren. Positive befunde führen zum Ausschluss der Spende.

VirUsinaKtiVierUnG

in der Plasmafraktionierung werden die einzelnen eiweißbestandteile (Proteine) mittels spezieller technischer Verfahren separiert. der Produktionsprozess enthält hier bereits mehrere verschiedene Schritte, die zur Abreicherung von Verunreinigungen führen. im Produktionsprozess sind weitere Schritte integriert, die potenziell vorhandene Viren zuverlässig und sicher inaktivieren oder eliminieren.

aUFreiniGUnG

die Proteine werden mittels Säulenchromatographie (kationen-Austausch-Prinzip) weiter aufgereinigt.

nanoFiltration

das aufgereinigte immunglobulin wird unter kontrollierten bedingungen über filter mit einer Porengröße von 20 nanometern geleitet. Mittels dieser so genannten nanofiltrationstechnik können auch die kleinsten bekannten Viren zuverlässig abgetrennt werden.

endaBFÜllUnG / QUalitÄtsKontrolle

die Präparate werden mittels Steriltechnik in die endbehältnisse abgefüllt und vor der Verpackung nochmals einer rigorosen Qualitätsprüfung unterzogen.

Abschließend erfolgt die Prüfung jeder Produktcharge durch das Paul-ehrlich-institut, welches die Verkaufsfreigabe erteilt.

Die Biotest Pharmaceuticals Corp. verfügt nach umfangreichen Investitionen über eine der modernsten Anlagen zur Plasmaprotein-Herstellung der Welt. Pro Jahr kann Biotest hier 1,5 Tonnen Immunglobuline produzieren.

Voraussetzungen geschaffen

Die biotest Pharmaceuticals corp. ist die Plattform für die Aktivitäten von biotest in den USA. Mit der für ende 2011 erwarteten Zulassung des immunglobulins bivigamTM werden wir unsere Position im größten und attraktivsten Plasmaprotein-Markt der Welt deutlich ausbauen. biotest hat in den USA wie in europa erheblich in die erweiterung und Modernisierung der Herstellungskapazitäten investiert und so die Grundlage für weiteres Wachstum geschaffen.

im november 2010 reichte die Biotest pharmaceuticals Corp. (BpC) das zulassungsdossier für das polyspezifische immunglobulin Bivigamtm zur Behandlung von anti körpermangelsyndromen bei der Us-amerikanischen zulassungsbehörde Fda ein. Biotest erwartet die zulassung für ende 2011. Bei Bivigamtm handelt es sich um ein 10%iges intravenöses immunglobulin, das für den Us-markt entwickelt wurde. eine zulassung würde für die Biotest Gruppe einen wichtigen schritt in der erschließung des Us-markts für plasmaproteine, einem der Kernpunkte unserer wachstumsstrategie, markieren.

Bei der BpC würde Bivigamtm an die seite des bereits zugelassenen nabi-HB® treten. im Geschäftsjahr 2010 trug die Us-Gesellschaft mit dem Hepatitis-Bpräparat und mit dem Verkauf von Blutplasma zum Konzernumsatz bei. mit Bivigamtm alleine könnten wir nach der für ende 2011 erwarteten zulassung pro Jahr voraussichtlich 100 mio. Us-dollar umsetzen.

die Us-zulassung der plasmaproteine ist für die langfristige entwicklung von Biotest bedeutsam, repräsentiert der Us-amerikanische markt doch den größten und attraktivsten immunglobulin-markt der welt. die durchschnittlichen preise liegen deutlich höher als in europa.

Die Arbeiten zur Modernisierung und Erweiterung der Anlage wurden im Jahr 2010 weitgehend abgeschlossen. Die Herstellung in Boca Raton bildet zusammen mit den Kapazitäten in Europa den Biotest-Produktionsverbund (siehe Grafi k rechts oben).

mit dem aufbau eigener produktionskapazitäten für plasmaproteine hat Biotest die Voraussetzungen dafür geschaffen, eine starke position in diesem markt einzunehmen. die im zuge einer Übernahme 2007 erworbene Herstellungsanlage in Boca raton im Bundesstaat Florida wurde dafür umfassend modernisiert und auf eine jährliche Kapazität von bis zu 1,5 tonnen immunglobuline erweitert. sie ergänzt unsere Fertigung am Hauptsitz in dreieich, die wir in den vergangenen Jahren auf eine leistung von bis zu 4,0 tonnen immunglobuline jährlich ausgebaut haben. da in den Usa gespendetes plasma auch in europa zu medikamenten weiterverarbeitet werden darf, können wir diese Kapazitäten durch den geplanten transfer von Vor- und zwischenprodukten von Boca raton nach dreieich optimal auslasten.

insgesamt hat Biotest allein in den vergangenen fünf Jahren 115,7 mio. € investiert, um die produktion zu erweitern und zu modernisieren. in diesem Betrag enthalten sind auch die investitionen in eine eigene Herstellung monoklonaler antikörper in den Usa. Biotest hat hierfür eine früher zur impfstoffproduktion genutzte anlage der BpC so umgerüstet und erweitert, dass dort das material für die klinische prüfung (siehe text ab seite 22) hergestellt werden kann.

so sind wir auch im segment Biotherapeutika unserem ziel näher gekommen, alle wesentlichen teile der wertschöpfungskette durch eigene ressourcen abdecken zu können.

Für das Jahr 2011 plant Biotest, weitere rund 35 mio. € in die Kapazitäten zu investieren. so startete im dezember 2010 der Bau einer neuen abfüllungs- und Verpackungsanlage in dreieich. er wird voraussichtlich 2013 abgeschlossen sein und die leistungsfähigkeit in diesem Bereich an die erweiterten produktionsmöglichkeiten anpassen.

damit stellen wir die weichen, die durch die entwicklungsprojekte geschaffenen wachstumspotenziale optimal nutzen zu können.

marKtentwiCKlnG immUnGloBUline* in tonnen

* Quelle: ppta, mrB und eigene schätzung

Entwicklung mit Perspektive

Die Entwicklung der monoklonalen Antikörper treibt Biotest in eigenen spezialisierten Teams voran. Unser Ziel ist es, auch hier alle Elemente der Wertschöpfungskette mit eigenen Ressourcen abzudecken.

Frühzeitig ansetzen

Rheumatoide Arthritis: Die entzündliche Gelenkerkrankung ist derzeit noch unheilbar. bei ihrer behandlung gehen Mediziner mittlerweile dazu über, früh und aggressiv die Ursache zu behandeln, um Schäden an knorpel und knochen der Gelenke zu verhindern. eine Therapie mit Medikamenten, die gezielt in den inflammatorischen Prozess eingreifen, soll dabei die negativen Folgen ebenso wie unerwünschte nebenwirkungen so gering wie möglich halten. biotest entwickelt einen Wirkstoff, der diesem Ziel einen Schritt näher kommt.

trotz jahrzehntelanger intensiver Forschung sind die genauen Ursachen für die entstehung der rheumatoiden arthritis (ra) nach wie vor nur teilweise aufgeklärt. Bei den Betroffenen – in industriestaaten etwa 1 % aller erwachsenen – wendet sich das immunsystem gegen körpereigene gesunde zellen und organe. man spricht daher von einer autoimmunerkrankung. was genau diese Fehlfunktion hervorruft, ist bislang noch nicht geklärt. Verschiedene Fehlfunktionen des immunsystems rufen das Krankheitsbild hervor.

die aktuellen therapieempfehlungen der european league against rheumatism (eUlar) sehen vor, sehr frühzeitig so genannte Biologicals einzusetzen, um die Krankheit und ihre Folgen effektiv einzudämmen. darüber hinaus ist nach wie vor ein hoher Bedarf nach therapieoptionen mit besserer wirksamkeit und Verträglichkeit vorhanden.

Heute ist bekannt, dass es in jedem menschlichen organismus immunzellen gibt, die sich gegen eigenes Gewebe richten können. normalerweise werden diese zellen durch so genannte regulatorische t-zellen (t-regs) in schach gehalten, die im immunsystem eine zentrale rolle einnehmen. Bei ra und anderen autoimmunerkrankungen funktioniert diese selbstkontrolle der Körperabwehr nicht ausreichend.

auf dieser erkenntnis basiert das wirkprinzip von Bt-061 von Biotest. der monoklonale antikörper aktiviert die regulatorischen t-zellen. dadurch wird das immunsystem so moduliert, dass die schädliche Überreaktion und somit die krankheitsauslösende Fehlregulation unterbunden wird (siehe Grafik seite 25).

Die EULAR postuliert den Grundsatz eines

Die Behandlung frühzeitig beginnen und die Krankheit zügig zum Stillstand bringen oder zumindest möglichst lange aufhalten.

Rheumatoide Arthritis neue wirksame Therapien auch volkswirtschaftlich sinnvoll

dass die Suche nach neuen therapien bei Rheumatoider Arthritis ethisch geboten ist, liegt angesichts des hohen leidensdrucks der betroffenen auf der hand. Auch die volkswirtschaftlichen kosten der erkrankung sind immens. die kommission Rehabilitation und Sozialmedizin der deutschen gesellschaft für Rheumatologie kam 2008 zu dem ergebnis, dass drei Viertel der Patienten mit RA im ersten krankheitsjahr mindestens einmal arbeitsunfähig sind. nach 10-jähriger krankheit können 40 % der Patienten keiner erwerbstätigkeit mehr nachgehen. durch den Arbeitsausfall belaufen sich die so entstandenen mittleren indirekten kosten auf bis zu 15.700 € pro Perder große Vorteil: Bt-061 stärkt eine natürliche Funktion des Körpers, mit der übermäßige immunreaktionen unterbunden werden. während einige zugelassene präparate zur Behandlung von autoimmunerkrankungen gelegentlich auch die normale immunabwehr unterdrücken können, setzt Bt-061 an einer zentralen schaltstelle des immunsystems ein und wirkt über einen mechanismus, der dessen ursprüngliches Gleichgewicht wiederherstellt (immunmodulation).

Biotest entwickelt den monoklonalen antikörper in den leitindikationen ra und chronische plaque psoriasis (schuppenflechte), einer weiteren autoimmunkrankheit. im Jahr 2010 haben wir aus mehreren klinischen studien daten erhalten, nach denen Bt-061 in beiden leitindikationen wirkt. dabei zeigte der monoklonale antikörper in ra gute Hinweise auf wirksamkeit, was Voraussetzung für eine mögliche spätere zulassung ist. da die Funktion der t-regs auch bei anderen autoimmunsowie allergischen erkrankungen gestört ist, könnte Bt-061 perspektivisch in weiteren indikationen zum einsatz kommen (siehe Kasten rechts). das wirkprinzip ist durch patente umfassend geschützt.

im Fall einer zulassung repräsentiert allein dieser antikörper ein erhebliches wachstumspotenzial für Biotest. Für das Jahr 2010 wurde das weltmarktvolumen bei therapien für rheumatoide arthritis auf 13,5 mrd. Us-dollar geschätzt. Bei der Behandlung von psoriasis lag das weltweite marktvolumen für Biologika für das Jahr 2010 schätzungen zufolge bei etwa 3 mrd. Us-dollar. Für beide indikationen existieren gegenwärtig keine therapien, die zu einer dauerhaften remission führen oder frei von nebenwirkungen sind.

Biotest wird deshalb die klinische entwicklung von Bt-061 weiter vorantreiben. dasselbe gilt für Bt-062, der in der therapie des multiplen myeloms zum einsatz kommen soll. Bei der entwicklung der monoklonalen antikörper setzen wir auf ein partnering-modell, nach dem wir ab der klinischen phase iii in der entwicklung mit einem großen pharmaunternehmen zusammenarbeiten wollen. das interesse potenzieller partner ist ein weiterer Beleg dafür, welches potenzial in Bt-061 steckt – sowohl in medizinischer Hinsicht als auch im Blick auf Umsatz und ertrag von Biotest.

wirKmeCHanismUs Bt-061

Der Wirkmechanismus von BT-061: Der monoklonale Antikörper setzt am oberen Ende der Entzündungskaskade des Immunsystems (IS) ein und kann damit den unterliegenden Entzündungsprozess von RA positiv beeinfl ussen.

Biotherapeutika im Jahr 2010 Wirksamkeit und Verträglichkeit bestätigt

biotest hat im Jahr 2010 die entwicklung der drei monoklonalen Antikörper in der eigenen Pipeline weiter vorangetrieben. für bt-061 und bt-062 liegen in den jeweiligen leitindikationen Rheumatoide Arthritis und Psoriasis (Phase ii) beziehungsweise Multiples Myelom (Phase i/ii) klinische daten vor, die eine wirksamkeit belegen und die bisherigen erkenntnisse zur guten Verträglichkeit unterstreichen.

darüber hinaus wurden 2010 präklinische daten generiert, die auf ein Potenzial von bt-061 bei Multipler Sklerose und von bt-062 in der behandlung verschiedener solider tumoren hindeuten. biotest verfolgt diese optionen weiter und prüft, ob und in welcher form eine klinische entwicklung eingeleitet wird.

Mehr zu bt-061 und den anderen entwicklungsprojekten bei biotest unter:

www.biotest.de/ww/de/pub/biotherapeutika.cfm

engagement zeigen und fördern

Die Medikamente von biotest kommen in Prophylaxe und Therapie schwerwiegender erkrankungen zum einsatz. Außer möglichst wirksamen und schonenden behandlungsmethoden brauchen die betroffenen auch bei der bewältigung der psychischen und sozialen Folgen der krankheit Unterstützung. Deshalb fördert biotest den wissenschaftlichen Dialog und die wertvolle Arbeit von Patientenorganisationen.

eine schwere chronische erkrankung beeinflusst das leben des patienten auf vielfache weise. neben den direkten körperlichen Beeinträchtigungen stellen die psychischen und sozialen Folgen vielfach eine erhebliche Belastung für jeden Betroffenen dar. Für deren Bewältigung ist es besonders wichtig, dass erkrankte und angehörige ansprechpartner haben, an die sie sich mit ihren sorgen und nöten wenden können und dass sie sich mit anderen Betroffenen austauschen können.

die Bedeutung von patientenorganisationen ist daher nicht hoch genug einzuschätzen. in den anwendungsgebieten der medikamente von Biotest arbeiten sie teilweise bereits seit Jahrzehnten dafür, das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die jeweilige erkrankung und ihre Folgen zu stärken und geben den Betroffenen praktische Hilfestellung.

im Bereich der Hämophilie setzen sich nationale organisationen sowie die world Federation of Hemophilia für Bluterkranke ein. darüber hinaus wirken sie auf eine umfassende diagnostik und therapie der Krankheit hin. dabei geht es unter anderem um das training des medizinischen personals oder die psychologische und genetische Beratung. Biotest unterstützt die arbeit der Hämophilie-organisationen seit mehr als 30 Jahren finanziell.

Impressionen vom World Congress of Hemophilia 2010 in Buenos Aires, Argentinien. Biotest gehört zum Kreis der Förderer der Veranstaltung und ist selbst auf Kongressen vertreten.

im Feld der immundefizite engagiert sich Biotest für die international patient organisation for primary immunodeficiencies (ipopi), die Jeffrey modell Foundation (JmF) und weitere organisationen. auch sie setzen sich auf unterschiedliche weise dafür ein, die medizinische Versorgung und insbesondere auch die psychosoziale lage der patienten zu verbessern.

die initiativen sind auf finanzielle und ideelle Unterstützung angewiesen. Biotest sieht es als Verpflichtung an, einen Beitrag zu leisten. selbstverständlich achtet Biotest dabei strikt darauf, die Unabhängigkeit der organisationen vollständig zu wahren und nimmt keinen einfluss auf deren inhaltliche arbeit.

das gilt auch für Biotests engagement im rahmen medizinischer Fachkongresse. Biotest unterstützt eine Vielzahl solcher Veranstaltungen, zum Beispiel das international symposium on intensive Care and emergency medicine (isiCem) in Brüssel oder den world Congress of Hemophilia, der im Jahr 2010 in Buenos aires stattfand.

der hohen ethischen Bedeutung ihrer produkte trägt die Biotest aG auch und vor allem in der täglichen arbeit rechnung. sei es durch die strengen Qualitäts- und sicherheitsstandards oder durch Compliance-Vorgaben. außerdem bietet Biotest regelmäßig Vorträge an, in denen mitarbeiter über die anwendungsgebiete der medikamente und deren hohe Bedeutung für die patienten informiert werden.

Biotest Gesundheitstag Gemeinsam für Prävention

Risikofaktoren frühzeitig erkennen und das thema "Prävention und behandlung von Rückenschmerzen" standen im Mittelpunkt des ersten biotest gesundheitstages. Alle Mitarbeiter am Standort dreieich konnten im november 2010 bei sich verschiedene gesundheitsindikatoren wie blutzucker, blutdruck oder die lungenfunktion testen lassen, darüber hinaus gab es ein umfassendes beratungsangebot.

die Veranstaltung geht auf eine initiative des betriebsrats zurück und kam in zusammenarbeit mit der betriebsärztlichen Abteilung von biotest sowie mit einer nationalen krankenkasse zustande. der biotest-Vorstandsvorsitzende Prof. dr. gregor Schulz übernahm die Schirmherrschaft.

biotest fördert bereits seit vielen Jahren die gesundheitsprävention im unternehmen. das Angebot umfasst zum beispiel Maßnahmen zur Raucherentwöhnung oder tipps für eine gesunde ernährung.

Facts & Figures 2010

BilanzStruktur in Mio. €

Umsatz Nach Regionen

Mitarbeiter IN VOLLZEITSTELLEN

Dividende je Aktie in €

Gewinn- und Verlustrechnung

der Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2010

Tausend € Anhang 2010 2009 *)
Umsatzerlöse D1 412.482 390.053
Herstellungskosten –247.999 –205.207
Bruttoergebnis vom Umsatz 164.483 184.846
Sonstige betriebliche Erträge D5 12.142 8.920
Marketing- und Vertriebskosten –52.456 –52.087
Verwaltungskosten –30.729 –32.735
Forschungs- und Entwicklungskosten D4 –48.968 –46.341
Sonstige betriebliche Aufwendungen D6 –1.578 –5.536
Betriebsergebnis 42.894 57.067
Finanzerträge D7 11.698 6.451
Finanzaufwendungen D8 –26.438 –18.418
Finanzergebnis –14.740 –11.967
Erträge aus assoziierten Unternehmen D9 299 297
Ergebnis vor Steuern 28.453 45.397
Ertragsteuern D10 –8.826 –15.825
Ergebnis nach Steuern der fortgeführten
Geschäftsbereiche
19.627 29.572
Ergebnis nach Steuern des nicht fortgeführten
Geschäftsbereichs
D11 19.858 –1.552
Ergebnis nach Steuern 39.485 28.020
davon:
auf die Gesellschafter des
Mutterunternehmens entfallende Ergebnisanteile
36.947 25.672
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 19.615 29.561
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich 17.332 –3.889
auf die Minderheiten entfallende Ergebnisanteile 2.538 2.348
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 12 11
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich 2.526 2.337
Ergebnis je Aktie in € E12 3,12 2,16
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 1,64 2,49
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich 1,48 –0,33
Mehrdividendenanspruch je Vorzugsaktie in € E12 0,06 0,06
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 0,06 0,06
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich
Ergebnis je Vorzugsaktie in € E12 3,18 2,22
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 1,70 2,55
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich 1,48 –0,33

*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs

Gesamtergebnisrechnung

der Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2010

Tausend € 2010 2009 *)
Periodenergebnis 39.485 28.020
Versicherungsmathematische
Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen
–2.766 –4.808
darauf entfallende latente Steuern 801 1.307
Sonstige erfolgsneutrale Erträge / Aufwendungen –53 7
darauf entfallende latente Steuern
Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen 6.170 –2.546
Summe latenter Steuern auf im Eigenkapital
erfasste Erträge und Aufwendungen
801 1.307
Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen 4.152 –6.040
Gesamtergebnis 43.637 21.980
Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen 4.152 –6.040
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 4.139 –5.633
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich 13 –407
Periodenergebnis 39.485 28.020
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 19.627 29.572
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich 19.858 –1.552
Gesamtergebnis 43.637 21.980
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 23.766 23.939
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich 19.871 –1.959
davon:
auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens
entfallende Ergebnisanteile
41.099 19.663
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 23.754 23.928
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich 17.345 –4.265
auf die Minderheiten entfallende Ergebnisanteile 2.538 2.317
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 12 11
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich 2.526 2.306
Gesamtergebnis 43.637 21.980
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen 23.766 23.939
davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich 19.871 –1.959

*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs

Bilanz

der Biotest Gruppe zum 31. Dezember 2010

Tausend € Anhang 31. Dezember 2010 31. Dezember 2009
AKTIVA
Immaterielle Vermögenswerte E1 64.941 66.680
Sachanlagen E2 230.749 231.955
Anteile an verbundenen Unternehmen E3 100 100
Anteile an assoziierten Unternehmen E4 1.050 768
Sonstige Finanzanlagen E5 19.341 215
Sonstige Vermögenswerte E9 1.735 2.215
Latente Steueransprüche E6 5.479 6.260
Langfristige Vermögenswerte 323.395 308.193
Vorratsvermögen E7 148.711 170.326
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen E8 98.300 95.992
Laufende Ertragsteueransprüche 2.436 3.686
Sonstige Vermögenswerte E9 9.814 17.049
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente E10 18.541 6.730
Vermögenswerte des nicht fortgeführten
Geschäftsbereichs
E11 31.142 31.478
Kurzfristige Vermögenswerte 308.944 325.261
BILANZSUMME 632.339 633.454
PASSIVA
Gezeichnetes Kapital 30.025 30.025
Kapitalrücklage 153.332 153.332
Gewinnrücklagen 81.260 55.732
Auf die Gesellschafter des
Mutterunternehmens entfallende Ergebnisanteile 36.947 25.672
Eigenkapital, das den Eigentümern des
Mutterunternehmens zuzuordnen ist E12 301.564 264.761
Minderheitsanteile am Eigenkapital 6.044 5.101
Eigenkapital E12 307.608 269.862
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen E13 49.672 48.287
Sonstige Rückstellungen E14 3.111 3.659
Finanzverbindlichkeiten E15 132.176 153.720
Sonstige Verbindlichkeiten E16 255 375
Latente Steuerverbindlichkeiten E6 8.169 8.774
Langfristiges Fremdkapital 193.383 214.815
Sonstige Rückstellungen E14 16.454 19.622
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten 7.047 7.783
Finanzverbindlichkeiten E15 28.889 50.822
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 42.779 40.583
Sonstige Verbindlichkeiten E16 22.431 21.017
Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs E11 13.748 8.950
Kurzfristiges Fremdkapital 131.348 148.777
Fremdkapital 324.731 363.592
BILANZSUMME 632.339 633.454

Kapitalflussrechnung

der Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2010

Tausend € Anhang 2010 2009 *)
Ergebnis vor Steuern 28.453 45.397
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen E1; E2 26.891 25.186
Erträge aus assoziierten Unternehmen –299 –297
Abschreibungen (i. Vj. Zuschreibungen) auf Wertpapiere
des Finanzanlagevermögens
17 –471
Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen –406 –19
Veränderungen der Pensionsrückstellungen E13 –2.654 157
Finanzergebnis 14.740 11.967
Operativer Cashflow vor Veränderung des Working Capital 66.742 81.920
Veränderungen der sonstigen Rückstellungen E14 –3.550 2.219
Veränderungen des Vorratsvermögens, der Forderungen sowie anderer Aktiva –8.899 –34.411
Veränderungen der Verbindlichkeiten und anderer Passiva 774 –2.590
Cashflow aus der Veränderung des Working Capital –11.675 –34.782
Gezahlte Zinsen –5.753 –9.003
Gezahlte Steuern –7.569 –9.087
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit der
fortgeführten Geschäftsbereiche
41.745 29.048
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit
des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
36.083 2.634
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit gesamt 77.828 31.682
Einzahlungen aus Abgängen des Anlagevermögens 2.526 496
Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen E1; E2 –29.373 –37.301
Einzahlung aus dem Verkauf der Medizinischen Diagnostik 45.000
Veränderung der sonstigen Finanzanlagen 34 22
Erhaltene Zinsen 114 35
Cashflow aus der Investitionstätigkeit der
fortgeführten Geschäftsbereiche
18.301 –36.748
Cashflow aus der Investitionstätigkeit des nicht
fortgeführten Geschäftsbereichs –35.144 –3.012
Cashflow aus der Investitionstätigkeit gesamt –16.843 –39.760
Dividendenzahlung für das Vorjahr E12 –4.296 –3.827
Dividendenzahlungen an Minderheitsgesellschafter E12 –1.595 –1.665
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten E15 9.398 45.033
Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten E15 –50.783 –31.326
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
der fortgeführten Geschäftsbereiche
–47.276 8.215
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit des
nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
–1.020 –1.453
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit gesamt –48.296 6.762
Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente
12.689 –1.316
Wechselkursbedingte Wertänderungen –20 –12
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode E10 6.744 8.072
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode gesamt E10 19.413 6.744
Abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am
Ende der Periode des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
E10 872 1.172
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
am Ende der Periode der fortgeführten Geschäftsbereiche
E10 18.541 5.572

*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs

Eigenkapitalveränderungsrechnung

der Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 01. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2010

Tausend € Gezeichnetes
Kapital
Kapital
rücklage
Kumulierte
Unterschiede
aus Währungs
umrechnung
Ergebnis und
Gewinn
rücklagen
Eigenkapital
ohne Anteile
Dritter
Anteile Dritter Summe
Eigenkapital
Stand zum
01. Januar 2009
30.025 153.332 2.097 63.471 248.925 4.449 253.374
Erfolgsneutrale
Veränderung
–2.546 –3.463 –6.009 –31 –6.040
Periodenergebnis 25.672 25.672 2.348 28.020
Gesamtergebnis –2.546 22.209 19.663 2.317 21.980
Dividendenzahlungen
für 2008
–3.827 –3.827 –1.665 –5.492
Stand zum
31. Dezember 2009
30.025 153.332 –449 81.853 264.761 5.101 269.862
Erfolgsneutrale
Veränderung
6.170 –2.018 4.152 4.152
Periodenergebnis 36.947 36.947 2.538 39.485
Gesamtergebnis 6.170 34.929 41.099 2.538 43.637
Dividendenzahlungen
für 2009
–4.296 –4.296 –1.595 –5.891
Stand zum
31. Dezember 2010
30.025 153.332 5.721 112.486 301.564 6.044 307.608

Segmentberichterstattung

Tausend € Plasma
proteine
Biothera
peutika
Über
leitung
Summe
der fortgeführ
ten Geschäfts
segmente
Nicht fortge
führter Ge
schäftsbereich
Gesamt
2010 412.482 412.482 51.005 463.487
Umsatzerlöse mit Dritten 2009*) 390.053 390.053 90.908 480.961
2010 73.448 –21.681 –8.873 42.894 24.772 67.666
Betriebsergebnis (EBIT) 2009*) 89.134 –21.062 –11.005 57.067 1.449 58.516
2010 539.688 5.761 55.748 601.197 31.142 632.339
Vermögenswerte 2009*) 542.597 5.261 66.036**) 601.976 31.478 633.454
Anteile an assoziierten 2010 1.050 1.050 1.050
Unternehmen 2009*) 768 768 768
2010 27.524 924 2.612 31.060 2.517 33.577
Investitionen 2009*) 33.529 1.662 2.110 37.301 3.995 41.296
2010 265.404 10.639 34.940 310.983 13.748 324.731
Verbindlichkeiten 2009*) 285.912 14.246 80.948**) 354.642 8.950 363.592
Planmäßige 2010 24.489 403 1.999 26.891 1.504 28.395
Abschreibungen 2009*) 21.067 549 3.052 24.668 2.421 27.089
Außerplanmäßige 2010
Abschreibungen 2009*) 518 518 518

*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs

**) Inklusive des ehemaligen Segments Mikrobiologisches Monitoring

standorte der Biotest Gruppe

DEUTSCHLAND

Biotest aG / Biotest pharma GmbH landsteinerstr. 5 63303 dreieich telefon: +49 (0) 6103 801 0 Fax: +49 (0) 6103 801 150 e-mail: [email protected] website: www.biotest.de

plasma service europe GmbH landsteinerstr. 5 63303 dreieich telefon: +49 (0) 6103 801 0 Fax: +49 (0) 6103 801 160 e-mail: [email protected] website: www.plasmaservice.de

heipha dr. müller GmbH lilienthalstr. 16 69214 eppelheim telefon: +49 (0) 6221 75901 0 Fax: +49 (0) 6221 75901 990 e-mail: [email protected] website: www.heipha.de

USA

Biotest pharmaceuticals Corporation 5800 park of Commerce Blvd., n.w. Boca raton, Fl 33487 telefon: +1 561 989 5800 toll free: +1 800 327 7106 Fax: +1 561 989 5801 e-mail: [email protected] website: www.biotestpharma.com

Biotest microbiology Corporation 400 Commons way, suite F rockaway, n. J. 07866 telefon: +1 973 298 8596 Fax: +1 973 625 9454 e-mail: [email protected] website: www.biotestusa.com

FRANKREICH

Biotest s.a.r.l. 375, rue morane saulnier zi Centre-Bp 405 F-78534 Buc Cedex telefon: +33 1 3920 2080 Fax: +33 1 3920 2081 e-mail: [email protected] website: www.biotest.fr

ENGLAND

Biotest UK ltd. 28 monkspath Business park Highlands road solihull B90 4nz west midlands telefon: +44 121 733 3393 Fax: +44 121 733 3066 e-mail: [email protected] website: www.biotestuk.com

GRIECHENLAND

Biotest Hellas m.e.p.e. 25, Kiprion agoniston street Gr-151 26 maroussi telefon: +30 210 8043 437 Fax: +30 210 8034 695 e-mail: [email protected] website: www.biotest.gr

ITALIEN

Biotest italia s.r.l. Via leonardo da Vinci 43 20090 trezzano sul naviglio telefon: +39 2 4844 2951 Fax: +39 2 4840 2068 e-mail: [email protected] website: www.biotest.it

JAPAN

Biotest K.K. daini Yasuda Bldg. 2F 3-32-13 tsuruya-cho, Kanagawa-ku, Yokohama-shi Kanagawa-ken 221-0835, Japan telefon: +81 45 317 5111 Fax: +81 45 317 5110 e-mail: [email protected] website: www.biotest.co.jp

ÖSTERREICH

Biotest austria GmbH einsiedlergasse 58 a-1053 wien telefon: +43 1 545 15 61 0 Fax: +43 1 545 15 61 45 e-mail: [email protected] website: www.biotest.at

plasmadienst tirol GmbH innrain 6-8 a-6020 innsbruck telefon: +43 512 584723 Fax: +43 512 584723 14 e-mail: [email protected] website: www.plasma-tirol.at

SCHWEIZ

Biotest (schweiz) aG schützenstr. 17 CH-5102 rupperswil telefon: +41 62 889 00 00 Fax: +41 62 889 00 01 e-mail: [email protected] website: www.biotest.ch

SPANIEN

Biotest medical, s.l.U. C/Beethoven, 15, 4th floor 08021 Barcelona telefon: +34 93 1 838 734 Fax: +34 93 1 838 701 e-mail: [email protected] website: www.biotest.de

UNGARN

Biotest Hungaria Kft. torbágy u. 15/a 2045 törökbálint telefon: +36 23 511 311 Fax: +36 23 511 310 e-mail: [email protected] website: www.biotest.hu

plazmaszolgálat Kft. torbágy u. 15/a. 2045 törökbálint

Kontakt Büro:

Czuczor u. 10 1093 Budapest telefon: +36 1 323 2100 Fax: +36 1 323 2107 e-mail: [email protected] website: www.plazmaszolgalat.hu

RUSSLAND

Biotest moskau Ul. Vavilova 5 Korpus 3 office 403 119334 moscow telefon: +7 495 723 72 52 e-mail: [email protected]

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Eine ausführliche Darstellung der Entwicklung und der Perspektiven von Biotest enthält der Geschäftsbericht 2010. Er steht auf der Biotest-Website zum Download bereit.

Auf www.biotest.de finden Sie außerdem umfassende und aktuelle Informationen zu Unternehmen, Projekten und Märkten. Im Bereich Investor Relations können Sie unter anderem alle Finanzmitteilungen sowie die Geschäftsund Zwischenberichte einsehen.

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Investor Relations

Dr. Monika Buttkereit Head of Investor Relations Telefon: +49 (0) 6103 801 4406 Fax: +49 (0) 6103 801 347 E-Mail: [email protected]

Marketing

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Impressum

Biotest AG Landsteinerstr. 5, D-63303 Dreieich Postfach 10 20 40, D-63266 Dreieich Telefon: +49 (0) 6103 801 0 Fax: +49 (0) 6103 801 150

Konzept, Text und Gestaltung: ergo Kommunikation, Köln, Frankfurt am Main, Berlin, München

Bildnachweis: M. Moog, R. Braum, C. Vogel, stockxchng, World Federation of Hemophilia

Druck: ABC-Druck

Biotest AG, Landsteinerstr. 5, D-63303 Dreieich, Postfach 10 20 40, D-63266 Dreieich Telefon +49 (0) 6103 801 4406, Telefax +49 (0) 6103 801 347 E-Mail: [email protected], www.biotest.de