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Biotest AG — Annual Report 2009
Apr 14, 2010
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Annual Report
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Biotest AG
Dreieich
Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2009 bis zum 31.12.2009
Konzernlagebericht
WESENTLICHE ENTWICKLUNG
Die Biotest Gruppe hat im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz in Höhe von 440,2 Mio. € erzielt, das entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert (385,9 Mio. €) von 14,1%. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) legte um 4,2% auf 61,5 Mio. € zu (2008: 59,0 Mio. €), das Vorsteuerergebnis (EBT) wuchs von 45,5 Mio. € auf 49,0 Mio. € (+7,7%). Alle Zahlen beziehen sich auf die fortgeführten Geschäftsbereiche.
In einem im Vergleich zu den Vorjahren deutlich schwierigeren Marktumfeld hat Biotest damit das ertragreiche Wachstum auch im Jahr 2009 fortgesetzt. Der im Vergleich zum Umsatz unterproportionale Ergebnisanstieg ergibt sich aus besonderen Auswirkungen im Geschäftsjahr 2009 auf die Herstellungskosten. In erster Linie sind hier die Aufwendungen zu nennen, die im Zusammenhang mit der Umrüstung unserer Anlage in Boca Raton stehen. Darüber hinaus wirkten sich auch eine erhöhte Materialkostenquote sowie zusätzliche Wertberichtigungen auf Vorräte aufgrund gesunkener Marktpreise zum Jahresende aus.
Bei der Umsetzung der Unternehmensstrategie wurden wichtige Fortschritte erzielt, insbesondere im Hinblick auf die Internationalisierung unseres Produktportfolios bei Plasmaproteinen sowie bei den wichtigen Projekten aus Forschung und Entwicklung. Es befinden sich nunmehr alle drei monoklonalen Antikörper aus der Biotest-Pipeline in der klinischen Entwicklung. Für BT-061 und BT-062 liegen uns erste Hinweise zu Wirksamkeit sowie Verträglichkeit vor.
Im Oktober 2009 einigte sich Biotest mit der Bio-Rad Laboratories, Inc. auf den Verkauf der Aktivitäten in der Transfusions- und Transplantationsdiagnostik. Diese Transaktion wurde am 6. Januar 2010 vollzogen (Closing).
Wir schärften unser Profil als Spezialist für immunologische und hämatologische Therapien. Die Transfusions- und Transplantationsdiagnostik wird demzufolge als nicht fortgeführter Geschäftsbereich dargestellt. Die Vorjahreszahlen wurden mit Ausnahme der Bilanz entsprechend angepasst.
Mit einer Eigenkapitalquote von 42,6% und einer guten Ausstattung mit Fremdkapital ist die Finanzierungsstruktur bei Biotest sehr solide. Wir verfügen über die Mittel, die Weiterentwicklung des Unternehmens voranzutreiben.
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT UND ORGANISATIONSSTRUKTUR
Biotest ist ein Anbieter von pharmazeutischen und biotherapeutischen Arzneimitteln sowie von Reagenzien und Systemen für das mikrobiologische Monitoring. Mit einer Wertschöpfungskette, die von der vorklinischen und klinischen Entwicklung bis zur weltweiten Vermarktung reicht, hat sich Biotest vorrangig auf die Anwendungsgebiete Immunologie und Hämatologie spezialisiert.
SEGMENTIERUNG
Das Geschäft bei Biotest erfolgt in den drei operativen Segmenten Plasmaproteine, Biotherapeutika und Mikrobiologisches Monitoring, wobei im Segment Biotherapeutika derzeit ausschließlich Forschung und Entwicklung stattfinden. Übergreifende Kosten der Konzernführung und den anderen Segmenten nicht zuzuordnende Aufwendungen werden im Segment Corporate/Überleitung abgebildet.
Biotest hat die Systematik der Berichterstattung für den Jahresabschluss 2009 geändert. Grund dafür ist die Veräußerung der Aktivitäten in der Transfusions- und Transplantationsdiagnostik an die Bio-Rad Laboratories, Inc. Diese Aktivitäten waren der wesentliche Bestandteil des Segments Medizinische Diagnostik und werden zum 31. Dezember 2009 als nicht fortgeführter Geschäftsbereich ausgewiesen.
Mit dem Verkauf gingen die Konzerngesellschaften Biotest Medical Diagnostics GmbH, Dreieich (Deutschland), und Biotest Diagnostics Corp., Rockaway (USA), sowie die mit diesem Geschäft verbundenen Vermögenswerte unserer Vertriebsgesellschaften mit Wirkung zum 6. Januar 2010 an die Bio-Rad Laboratories, Inc. über.
Die Berichterstattung der in der Biotest Gruppe verbleibenden Restgeschäfte des früheren Segments Medizinische Diagnostik (im Wesentlichen entfallend auf das zum großen Teil bei Biotest verbliebene Handelswarengeschäft und die Gesellschaft Viro-Immun Labor-Diagnostika GmbH) erfolgt nunmehr im Segment Mikrobiologisches Monitoring.
In den Tabellen des Konzernabschlusses weisen wir Umsatz-, Ertrags- und Finanzkennziffern der fortgeführten Geschäftsbereiche aus. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst. Im Konzernlagebericht kommentieren wir - soweit nicht anders vermerkt - die Kennziffern ohne den Beitrag des zur Veräußerung bestimmten Geschäftsbereichs. Auch hier wurden die Vorjahreszahlen entsprechend angepasst.
GESELLSCHAFTSRECHTLICHE STRUKTUR
Die Biotest AG ist Muttergesellschaft der Gruppe. Sie ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht, Sitz ist Dreieich bei Frankfurt am Main. Die Gesellschaft hat Stamm- und Vorzugsaktien ausgegeben, die beide im Prime Standard der Deutschen Börse enthalten sind sowie an verschiedenen deutschen Regionalbörsen gehandelt werden. Die Vorzugsaktien der Biotest AG gehören zum Auswahlindex SDAX der Deutschen Börse. Weitere Informationen zur Aktie, inklusive einer Darstellung der Aktionärsstruktur enthält das Kapitel "Aktie" ab Seite 58 des Konzernlageberichts.
Wesentliche Teile des Geschäfts erfolgen innerhalb der Biotest AG, darüber hinaus hält die Gesellschaft Beteiligungen an Tochterunternehmen in zwölf Ländern, von denen die wichtigsten nachfolgend aufgeführt sind.
Biotest Pharma GmbH, Dreieich: Inhaberin der Einheiten zur Produktion von Plasmaproteinen am Standort Dreieich sowie der Produktzulassungen der dort hergestellten Erzeugnisse. Die Biotest Pharma GmbH stellt der Biotest AG sämtliche Zulassungen im Rahmen einer Lizenzvereinbarung und sämtliche Anlagen im Rahmen eines Verpachtungsmodells zur Verfügung. Forschung und Entwicklung erfolgen durch die Biotest AG als Dienstleistung für die Biotest Pharma GmbH.
Biotest Pharmaceuticals Corp., Boca Raton (BPC): Umfasst die Plasmaprotein-Aktivitäten in den USA einschließlich des Betriebs der dort angesiedelten Plasmasammelstationen. Außerdem besteht dort eine Produktionseinheit für monoklonale Antikörper.
Plasmaservice Europe GmbH, Dreieich, Plasmadienst Tirol GmbH, Innsbruck, und Plazmaszolgálat Kft., Budapest: Tochtergesellschaften, in denen der Betrieb der europäischen Plasmasammelstationen gebündelt ist.
heipha Dr. Müller GmbH, Eppelheim: In der Gesellschaft erfolgen Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Systemen zur Überwachung von Reinräumen und Oberflächen sowie Rohmaterialien und Endprodukten. An der heipha Dr. Müller GmbH hält die Biotest AG 51 % der Anteile; sie wird im Segment Mikrobiologisches Monitoring voll konsolidiert.
In den Konzernabschluss sind 23 vollkonsolidierte Gesellschaften einbezogen, davon haben 16 ihren Sitz außerhalb Deutschlands. Sämtliche Beteiligungen der Biotest Gruppe sind in der Anteilsbesitzliste auf Seite 172 enthalten.
Zum Bilanzstichtag hatten 58,9 % der Beschäftigten der Biotest Gruppe ihren Arbeitsplatz in Deutschland, weitere 33,2 % arbeiteten in den USA.
WÄHRUNGEN
Biotest fakturiert 36,3 % des Konzernumsatzes in anderen Währungen als dem Euro. Wichtigste Fremdwährung ist der US-Dollar (Anteil der entsprechend fakturierten Umsätze am Konzernumsatz 2009: 24,4 %). Wechselkursschwankungen beeinflussen die Marge bei Produkten, die im Euro-Raum produziert, aber in Fremdwährungen fakturiert werden, die in Euro erfassten Aufwendungen für Einkäufe in Fremdwährungen sowie den Umsatz- und Ergebnisbeitrag von Tochtergesellschaften mit Sitz außerhalb des Euro-Raums.
UNTERNEHMENSFÜHRUNG
Die Biotest AG wird durch den Vorstand geleitet, dem zwei Mitglieder angehören. Der Vorstand leitet die Gesellschaft unter eigener Verantwortung. Der Aufsichtsrat überwacht den Vorstand und berät ihn regelmäßig. Der Aufsichtsrat besteht aus sechs Personen; vier davon werden von der Hauptversammlung, zwei aus dem Kreis der Arbeitnehmer in Deutschland gewählt.
Unternehmensführung und -kontrolle der Biotest Gruppe sind an hohen, allgemein akzeptierten Standards ausgerichtet. Die Grundsätze zur Unternehmensführung sind in allen Segmenten des Unternehmens verankert und bestimmen den Handlungsrahmen für strategische Entscheidungen und geschäftspolitische Maßnahmen.
Detaillierte Angaben zu Struktur, Steuerung und Kontrolle des Unternehmens enthält die "Erklärung zur Unternehmensführung" (ab Seite 83). Sie umfasst auch den Corporate Governance Bericht einschließlich des Vergütungsberichts sowie die Erklärung nach §161 AktG ("Entsprechenserklärung"). Für weitere Angaben zur Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat verweisen wir auf Punkt F7 des Konzernanhangs (ab Seite 168).
SEGMENT PLASMAPROTEINE
Produkte
Biotest gewinnt aus menschlichem Blutplasma Proteine, die sich nach den Hauptgruppen Immunglobuline, Gerinnungsfaktoren und Albumin differenzieren lassen. Sie dienen der Therapie angeborener und erworbener Erkrankungen und kommen vor allem in den medizinischen Bereichen Hämatologie und klinische Immunologie zum Einsatz. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Intensiv- und Notfallmedizin.
Produktspektrum Segment Plasmaproteine
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| Präparat | Indikationen |
|---|---|
| Immunglobuline | |
| Intratect® / Intraglobin® | Substitutionstherapie bei Antikörpermangel, primären humoralen Immundefekten oder sekundären Antikörpermangelsyndromen sowie Autoimmunerkrankungen |
| Hyperimmunglobuline | |
| Cytotect® / Biotest Megalotect | Cytomegalie-Virusinfektion (Prophylaxe) |
| Varitect® | Zoster-Virusinfektion (Prophylaxe und Therapie) |
| Hepatect® Nabi-HB® | Immunprophylaxe Hepatitis B |
| Zutectra® | Hepatitis-B-Reinfektions-Prophylaxe nach Lebertransplantationen (Fertigspritze zur subkutanen Anwendung) |
| Gerinnungsfaktoren | |
| Haemoctin® | Hämophilie A (Akut-Therapie und Prophylaxe) |
| Haemonine® | Hämophilie B (Akut-Therapie und Prophylaxe) |
| Intensiv- und Notfallmedizin | |
| Pentaglobin® | Schwere bakterielle Infektionen |
| Albiomin Albumin Biseko® | Volumenausgleich bei Plasma-Eiweiß-Verlusten, zum Beispiel bei Operationen oder als Folge von Verbrennungen |
Neben den unter eigenem Markennamen vertriebenen Medikamenten stellt Biotest im Rahmen von Lohnfraktionierungsvereinbarungen Plasmaproteine im Auftrag anderer Unternehmen oder staatlicher Institutionen her. Hier liefern uns die Partner Plasma oder Vorprodukte und erhalten die daraus hergestellten Medikamente zurück.
Märkte und Einflussfaktoren
Biotest vermarktet Plasmaproteine weltweit, Kernmärkte sind Europa und die USA, auf die zusammen etwa 67 % des realisierten Umsatzvolumens entfallen. Mit den Hyperimmunglobulinen Hepatect® und Zutectra® (Europa) sowie Nabi-HB® (USA) ist Biotest jeweils führender Anbieter in der Hepatitis-B-Prophylaxe nach Lebertransplantation.
Intratect® ist in zahlreichen europäischen Märkten eines der führenden Präparate und wird schwerpunktmäßig bei primären und sekundären Antikörpermangelsyndromen und Autoimmunerkrankungen angewendet.
Mit Pentaglobin® produziert Biotest das weltweit einzige IgM-angereicherte Immunglobulin.
Die USA sind mit einer Nachfrage von jährlich etwa 38 Tonnen der weltweit größte Markt für Immunglobuline (siehe Grafik).
Weltmarkt für Immunglobuline

Wesentliche Einflussfaktoren auf die Nachfrage sind das Indikationsspektrum und die jeweils angewandte Dosierung der Präparate. Bei Gerinnungsfaktoren hängt die Nachfrage zudem davon ab, wie vielen Menschen eine wirksame Prophylaxe in Form einer Dauerbehandlung zugänglich ist.
Die Behandlung mit Plasmaproteinen stellt zumeist eine lebensnotwendige Therapie dar. Insofern ist der Einfluss der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung auf die Nachfrage begrenzt. Ein mittelbarer Zusammenhang ergibt sich daraus, dass die Budgets der kollektiv finanzierten Gesundheitssysteme durch die Lage der Staatsfinanzen mitbestimmt werden.
Während es bei Immunglobulinen und Albumin keine Alternative zu den plasmabasierten Produkten gibt, kommen in der Hämophilie-Therapie auch biotechnologisch erzeugte (rekombinante) Faktoren zum Einsatz.
Die Preisentwicklung am Weltmarkt für Blutplasma beeinflusst wesentlich die Herstellkosten bei Biotest. Zudem hängen die zu erzielenden Preise für die Fertigprodukte maßgeblich von der verfügbaren Menge an Plasmaproteinen im Verhältnis zur Nachfrage ab. Ein Indikator für die Entwicklung der Angebotsmenge ist die Anzahl und Kapazität der installierten Plasmapheresestationen sowie das darin gesammelte Blutplasma (Sourced Plasma). Aufgrund der Marktgröße gilt die Entwicklung in den USA als maßgeblich für den gesamten Weltmarkt.
Wertschöpfungskette
Biotest deckt im Segment Plasmaproteine die gesamte Wertschöpfungskette ab; die Produktionsstätten liegen in Europa und in den USA. Darüber hinaus beziehen wir Vor- und Zwischenprodukte von Partnern.
Blutplasma lässt sich aus Vollblutspenden extrahieren oder mittels Plasmapherese gewinnen, bei der dem Spender ausschließlich das Plasma entnommen wird. Das bei Biotest verarbeitete Plasma stammt zum Großteil aus Plasmapherese; wir betreiben 20 eigene Sammelstationen in Europa und den USA und beziehen Plasma von Lieferanten. Biotest verwendet ausschließlich Plasma so genannter qualifizierter Spender, die regelmäßig spenden und strengen Gesundheitskontrollen unterliegen.
In der Plasmafraktionierung werden nach einer Sperrlagerung von 60 Tagen und intensiven Voruntersuchungen aus dem Rohstoff die spezifischen Proteine herausgetrennt.
Nach der Fraktionierung schließt sich die Feinreinigung mittels chromatographischer Verfahren und Nanofiltration an. Innerhalb der Produktion sind mehrere Schritte zur Virusreduktion beziehungsweise -inaktivierung enthalten; die gesamte Herstellung unterliegt höchsten Sicherheits- und Reinheitsstandards.

Den Vertrieb der Plasmaproteine übernehmen Unternehmen der Gruppe oder Partner; sämtliche Vertriebsaktivitäten werden von Biotest initiiert und gesteuert. Grundlage der Geschäfte mit Entwicklungs- und Schwellenländern sind zumeist Ausschreibungen für die Lieferung großer Volumina (Tender), zum Beispiel der gesamte Bedarf eines Jahres.
Forschung, Entwicklung und die erforderlichen Aktivitäten im Vorfeld von Medikamentenzulassungen erfolgen durch spezialisierte Abteilungen. Die auf Seiten Biotests notwendigen Aktivitäten im Zuge der Entwicklung und der Zulassung von Plasmaproteinen steuert der Bereich Medical / Regulatory Affairs. Als Kompetenzzentrum in der Gruppe übernehmen die Mitarbeiter des Bereichs diese Aufgabe auch für das Segment Biotherapeutika.
Regulatorisches Umfeld
Die Produktionsanlagen von Biotest unterliegen der Aufsicht und der Genehmigungspflicht durch das Regierungspräsidium Darmstadt und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) sowie durch die US-amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA).
In den Mitgliedstaaten der Europäischen Union erfolgt die Zulassung von Plasmaproteinen auf verschiedenen Wegen: Das zentralisierte Zulassungsverfahren (centralised procedure) wird durch die Europäische Behörde EMA und die Europäische Kommission gesteuert. In einem weiteren Verfahren, dem "mutual recognition procecure", erfolgt die Zulassung durch die gegenseitige Anerkennung nationaler Zulassungen durch die EU-Staaten.
In den Vereinigten Staaten von Amerika unterliegen Medikamente den Bestimmungen der FDA.
Biotest ist Mitglied der Plasma Protein Therapeutics Association (PPTA) und unterwirft sich deren strengen Sicherheitsstandards bei der Gewinnung und Verarbeitung von Blutplasma. Ihre Einhaltung wird durch das Qualitätssiegel Q-SEAL dokumentiert; am 31. Dezember 2009 durften neben Biotest weltweit vier weitere Unternehmen das Q-SEAL führen.
In der präklinischen und klinischen Forschung sowie bei der Herstellung und im Zulassungsprozess orientieren wir uns an den vorgeschriebenen gesetzlichen und regulatorischen Richtlinien wie zum Beispiel die der International Conference on Harmonisation of Technical Requirements for Registration of Pharmaceuticals for Human Use (ICH) sowie GMP und GCP. Dies gilt auch für die Aktivitäten im Segment Biotherapeutika.
SEGMENT BIOTHERAPEUTIKA
Produkte
Biotest hat drei monoklonale Antikörper in der klinischen Entwicklung.
Monoklonale Antikörper in der Entwicklung bei Biotest
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| Leitindikationen | Entwicklungsstand* | |
|---|---|---|
| BT-061 | Rheumatoide Arthritis, Psoriasis | Klinische Prüfung (Phase II) |
| BT-062 | Multiples Myelom | Klinische Prüfung (Phase I/IIa)** |
| BT-063 | Systemischer Lupus Erythematodes (SLE) | Klinische Prüfung (Phase I) |
* bezogen auf die Studie der am weitesten fortgeschrittenen klinischen Phase, es können Studien mehrerer Phasen parallel laufen
** Start 2010
Alle Antikörper zeichnen sich durch einen spezifischen Wirkmechanismus aus, der sie von anderen zugelassenen oder in der Entwicklung befindlichen Therapieansätzen unterscheidet.
| ― | BT-061 stimuliert regulatorische T-Zellen (T-regs) und wirkt dadurch immunmodulierend. Da auf diese Weise nach gegenwärtigen Erkenntnissen ausschließlich natürliche Regulationsmechanismen unterstützt und so schädliche Immunreaktionen gehemmt werden, bleibt das Immunsystem als Ganzes leistungsfähig und abwehrbereit gegenüber Infektionen. |
| ― | BT-062 ist mit einem hochwirksamen Zellgift zu einem Immunkonjugat verbunden. Der Antikörper dockt spezifisch an Krebszellen an, erst danach wird das Gift freigesetzt. Das Immunkonjugat verfügt über eine Anerkennung als "Orphan Drug" in Europa und in den USA. |
| ― | BT-063 neutralisiert spezifisch einen Zellwachstumsfaktor, der eine wichtige Rolle in der Entstehung und Ausbildung des Krankheitsbildes spielt. |
Märkte und Einflussfaktoren
Rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche Autoimmunerkrankung, die Gelenke und Organe angreift und etwa einen von 100 Menschen befällt. Es ist eine wichtige Ursache für körperliche Beeinträchtigungen und führt zu einer geringeren Lebenserwartung, vor allem bei fehlender angemessener Behandlung. Trotz vorhandener Therapien leiden viele Patienten weiterhin an Schmerzen, fortschreitender Gelenkzerstörung und körperlicher Beeinträchtigung. Es besteht also ein Bedarf an neuen Therapien. Für das Jahr 2009 wurde das Weltmarktvolumen bei Therapien für Rheumatoide Arthritis auf 13,0 Mrd. US-Dollar geschätzt; im Jahr 1998 hatte es noch bei 1,3 Mrd. US-Dollar gelegen.
Bei der Behandlung von Psoriasis lag das weltweite Marktvolumen für Biologika für das Jahr 2009 Schätzungen zufolge bei 2,8 Mrd. US-Dollar. Auch hier existieren gegenwärtig keine Therapien, die zu einer dauerhaften Remission führen.
Die Blutkrebs-Erkrankung Multiples Myelom ist unheilbar, etwa 95 % der Erkrankten sterben innerhalb von zehn Jahren nach der Diagnose. In Europa kommt die Krankheit mit einer geschätzten Häufigkeit von 25 je 100.000 Einwohner vor. Das weltweite Marktvolumen in der Therapie des Multiplen Myeloms betrug im Jahr 2009 geschätzt 4,5 Mrd. US-Dollar.
Die weltweit mit Therapien des Systemischen Lupus Erythematodes (SLE) erzielten Umsätze werden für das Jahr 2009 auf 430 Mio. US-Dollar geschätzt. Für die in schweren Fällen tödlich verlaufende Krankheit existiert derzeit keine spezifische Therapie. Ein Präparat mit der Zielindikation SLE befindet sich derzeit am Beginn des Zulassungsprozesses.
Nach Zulassung eines ersten Biotherapeutikums wird der Markt zunehmend wachsen. Wir gehen davon aus, dass der Weltmarkt für Biotherapeutika zur Behandlung von SLE im Jahr 2012 ein Volumen von mehr als 1,5 Mrd. US-Dollar erreichen wird. Nach unserer Kenntnis unterscheidet sich der Wirkmechanismus von BT-063 deutlich von allen weiteren Entwicklungsprojekten dieser Art.
Wertschöpfungskette
Biotest hat für alle wesentlichen Glieder der Wertschöpfungskette im Segment Biotherapeutika eigene Ressourcen. Sie reichen von der präklinischen und klinischen Entwicklung sowie Regulatory Affairs und Arzneimittelsicherheit über die Marktforschung bis zur Produktion der Antikörper. Die Mitarbeiter des Segments arbeiten in Dreieich und bei der BPC in Boca Raton, USA.
Diese Ressourcen ergänzen wir durch die Zusammenarbeit mit Partnern. Kooperationen bestehen etwa in der Erforschung neuer Therapieprinzipien und Indikationen, bei der Etablierung der biotechnologischen Produktionssysteme und Herstellprozesse sowie in der präklinischen Entwicklung. Alle Aktivitäten der Partner werden durch die Biotest AG kontrolliert und gesteuert.
Die Medikamentenentwicklung teilt sich in Phasen auf. In der präklinischen Entwicklung werden Wirkstoffe in Modellen oder im Tierversuch getestet. Die Erprobung am Menschen erfolgt in klinischen Studien der Phasen I bis III. Verschiedene Studien derselben oder unterschiedlicher Phasen können parallel stattfinden.
Regulatorisches Umfeld
Monoklonale Antikörper werden in Europa über das zentralisierte Verfahren der EMA zugelassen. Nationale Behörden mit entsprechender Fachkompetenz sind in diesen Prozess eingebunden. Die zuständigen Kontroll- und Genehmigungsbehörden entsprechen in Europa und den USA denen bei Plasmaproteinen.
Medikamenten, die einen hohen medizinischen Bedarf decken, die aber aufgrund extrem niedriger Patientenzahlen und eines zu geringen Marktpotenzials ohne Förderung nicht weiterentwickelt würden, kann der Orphan Drug-Status verliehen werden. Dieser Status ermöglicht eine verbesserte Interaktion mit den regulatorischen Behörden bei der klinischen Entwicklung und Zulassung neuer Therapien und umfasst das Recht, das Präparat im Falle einer Zulassung mehrere Jahre lang exklusiv zu vermarkten. Der monoklonale Antikörper BT-062 verfügt über eine Orphan Drug Designation in der Europäischen Union und in den USA.
SEGMENT MIKROBIOLOGISCHES MONITORING
Innerhalb des Segments sind die Aktivitäten der Biotest AG (Produktbereich Biotest HYCON), der heipha Dr. Müller GmbH und der Viro-Immun Labor-Diagnostika GmbH sowie der Vertrieb von Handelswaren zusammengefasst.
Produkte
Das Segment entwickelt, produziert und vertreibt Reagenzien, Geräte und Systeme zur Reinheitsüberwachung von Luft, Oberflächen und Produktionsprozessen, Tests zur Prüfung von Endprodukten auf mögliche Kontaminationen mit Mikroorganismen sowie Produkte für die virologische Labordiagnostik. Darüber hinaus vertreibt Biotest Handelswaren.
Wesentliche Produkte des Segments Mikrobiologisches Monitoring
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| Anwendungsgebiete | |
|---|---|
| Biotest HYCON | |
| Luftkeimsammler | Prüfung der Luft auf Verunreinigungen durch Keime, insbesondere eingesetzt zur Kontrolle von Reinräumen |
| Partikelzähler | Prüfung der Luft auf Verunreinigungen durch Partikel, insbesondere eingesetzt zur Kontrolle von Reinräumen |
| heipha Dr. Müller | |
| Nährmedien | Eingesetzt zum Hygiene-Monitoring (z.B. Oberflächenkontrolle) und zur Produkt- und Sterilkontrolle |
| Viro-Immun | |
| Reagenzien und Auswertungsinstrumente | Eingesetzt zur Blutuntersuchung im Rahmen der Infektionsdiagnostik |
Märkte und Einflussfaktoren
Der Absatzmarkt für Produkte der industriellen Mikrobiologie mit einer geschätzten Größe von 1,1 Mrd. € weltweit und einem jährlichen Wachstum von 4 bis 6 % umfasst sehr viele unterschiedliche Branchen. Das größte Segment mit rund 50 % stellt die Lebensmittelindustrie dar, gefolgt von der Pharmaindustrie.
Wichtigste Kundengruppe für Biotest sind die Unternehmen der pharmazeutischen Industrie. Sie setzen die Erzeugnisse in der Prüfung auf Kontaminationen mit Keimen ein, die behördlich vorgeschrieben sind. In zunehmendem Maß zählen Unternehmen der Kosmetik- und Lebensmittelindustrie zu den Abnehmern. In regionaler Hinsicht ist Deutschland mit einem Anteil am Segmentumsatz von etwa der Hälfte der wichtigste Markt. Die heipha Dr. Müller GmbH ist der führende Anbieter von Lösungen zur Reinraumüberwachung in der Pharmaindustrie. Große Bedeutung hat das Geschäft mit Abnehmern aus den übrigen Staaten der Europäischen Union. Die heipha Produkte gewinnen zunehmend Marktanteile in den USA und Japan.
Die heipha Dr. Müller GmbH liefert auch Produkte in den Medizinmarkt im deutschsprachigen Raum. Durch den immer stärker werdenden Kostendruck im Gesundheitswesen herrscht in diesem Marktsegment ein extremer Preisdruck.
Die Entwicklung der für Biotest besonders relevanten Absatzmärkte hängt stark von der Branchenkonjunktur der pharmazeutischen Industrie ab. Sie wird unter anderem bestimmt durch das zunehmende Bestreben der Pharmaindustrie, Kosten zu senken. Zudem lässt sich ein Trend zu genotypischen Diagnoseverfahren beobachten, die neben die traditionellen biochemischen Methoden treten. Dies gilt insbesondere für die Identifizierung von Keimen. Die Aufsichtsbehörden und die Unternehmen zeigen ein zunehmendes Interesse an schnelleren Tests, die sich auch automatisieren lassen.
Wertschöpfungskette
Ausgangsstoffe für die Produktion der Testmedien sind Rohmaterialien wie Agar, Peptone und Salze oder Fertigmischungen, die gemäß der jeweiligen Medienrezeptur zusammengestellt, sterilisiert und in Platten, Röhrchen, Flaschen, Streifen oder Beutel abgefüllt werden. Produktionsstätten des Segments sind der Hauptsitz der heipha Dr. Müller GmbH und das Technologiezentrum Mikrobiologie in Eppelheim sowie der Hauptsitz der Biotest AG in Dreieich. Forschung und Entwicklung erfolgen für die Produktlinien Biotest HYCON und heipha Dr. Müller in Eppelheim und für neue Technologien in Dreieich.
Die Herstellungsprozesse sind an die Richtlinien der Good Manufacturing Practice (GMP) angelehnt und erfolgen in kontrollierten und qualifizierten Reinräumen. Forschung und Entwicklung erledigen spezialisierte Teams, es bestehen Kooperationen mit Forschungsinstituten sowie anderen Unternehmen, beispielsweise im Bereich Systemtechnik.
Der Vertrieb der Produkte erfolgt durch die Biotest AG und ihre Beteiligungsgesellschaften oder durch Partner. In den meisten Ländern Europas, in den USA und in Japan betreuen spezialisierte Vertriebsteams die Kunden.
Regulatorisches Umfeld
Die heipha / HYCON Produkte unterstützen Abnehmer darin, die in der Pharmakopöe (Arzneibuch) niedergelegten und von den überwachenden Behörden geforderten Standards bezüglich der Hygiene-, Rohstoff- und Endproduktkontrolle zu erfüllen. Die zunehmend komplexen Standards bei Herstellprozessen in der Lebensmittelindustrie führen zu mehr Kontrollen, bei denen solche Produkte eingesetzt werden.
Voraussetzung für den Export von Nährmedien in die Vereinigten Staaten ist unter anderem der Nachweis, dass Herstellung und Endprodukt frei von Verunreinigungen durch BSE-Erreger sind.
KONZERNSTRATEGIE
Die Konzernstrategie von Biotest ist auf den Ausbau der Position als Spezialist für innovative Immunologie & Hämatologie ausgerichtet. Die Internationalisierung des Geschäfts und die Stärkung der Position als Qualitätsanbieter sind in allen Segmenten Kernziele.
Wesentliches Element des Geschäftsmodells ist, die zentralen Elemente der Wertschöpfungskette durch eigene Ressourcen abzudecken. Hierzu zählen insbesondere Forschung und Entwicklung, Produktion, Qualitätssicherung und Vertrieb. Bei Spezialthemen oder in Bereichen, in denen es nicht effizient wäre, eigene Ressourcen zu unterhalten, kooperieren wir mit Partnern. Hier streben wir eine enge und langfristige Zusammenarbeit an. Dies gilt auch für unsere Distributionspartner.
In der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Produktspektrums legt Biotest den Schwerpunkt auf Spezialbereiche, zum Beispiel hochspezifische Hyperimmunglobuline.
Detaillierte Ausführungen zur strategischen Unternehmensentwicklung im Jahr 2009 sowie zur Strategie auf Ebene der Segmente und deren Umsetzung im Berichtsjahr enthalten die entsprechenden Kapitel auf Seite 42 beziehungsweise ab Seite 47. Die Finanzierungsstrategie legen wir im Rahmen der Darstellung zur Finanz- und Vermögenslage ab Seite 53 ausführlich dar.
UNTERNEHMENSSTEUERUNG
Produkte von Biotest kommen in hochethischen klinischen Bereichen zum Einsatz. Die Qualität der Produkte, die Abläufe in Produktion, Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb und der gesamte Auftritt des Unternehmens müssen höchsten Ansprüchen genügen. Dies beeinflusst unter anderem die Gestaltung der Produktionsbedingungen und des Systems zur Unternehmenssteuerung ebenso wie die Auswahl, Grundqualifikation und Weiterbildung unserer Mitarbeiter.
Biotest wird anhand finanzieller wie nichtfinanzieller Kenngrößen gesteuert, deren Entwicklung den Unternehmenswert in unterschiedlicher Weise beeinflusst. Die finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden kontinuierlich erfasst. Die monatliche Berichterstattung umfasst die Analyse von Ist-Werten und deren Abweichungen gegen Plan- und Vorjahreswerte, ausgewiesen nach Segmenten sowie nach Gesellschaften. Anlassbezogen werden weitere Abfragungen und Erhebungen vorgenommen. Die Kennziffern werden in den regelmäßig stattfindenden Vorstandssitzungen besprochen und bewertet; hieraus werden tiefergehende Untersuchungen und Maßnahmen initiiert.
Für weitere Angaben zu den Führungs- und Steuerungssystemen und Grundsätzen bei Biotest verweisen wir auf die Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 83.
FINANZIELLE STEUERUNGSKENNZAHLEN
Die zur Unternehmenssteuerung in Bezug auf den Gesamtkonzern eingesetzten Kennzahlen sind in folgender Tabelle dargestellt.
Maßgebliche Steuerungskennzahlen auf Konzernebene
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| Kennzahl | Berechnungsmethode | Wert 2009 |
|---|---|---|
| Ertragskennzahlen Konzern | ||
| Return on Capital Employed (RoCE) | EBIT / gebundenes Kapital | 11,1 % |
| EBIT-Marge | EBIT / Umsatz | 14,0 % |
| EBT-Marge | EBT / Umsatz | 11,1 % |
| Deckungsbeitrag | (Umsatz - Herstellkosten) / Umsatz | 48,2 % |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | siehe Seite 53 | 31,3 Mio. € |
| Herstellkostenquote | Herstellkosten / Umsatz | 51,8 % |
| Kostenquote Marketing und Vertrieb | Kosten Marketing und Vertrieb / Umsatz | 15,7 % |
| FuE-Kostenquote | FuE-Kosten / Umsatz | 11,0 % |
Auf Ebene der Segmente ist das jeweilige Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) die wesentliche Steuerungsgröße. Die Werte für das Jahr 2009 finden sich in der Berichterstattung der Segmente ab Seite 47.
Darüber hinaus werden Umsatz und Deckungsbeitrag je Produkt sowie im Vertrieb je Mitarbeiter zur Steuerung herangezogen. Ferner analysieren wir ständig die Struktur des Forderungsbestands sowie darin enthaltene Risiken. Die Vorratsbestände werden monatlich nach unterschiedlichen Kriterien analysiert.
Ausführlichere Informationen dazu enthalten das Kapitel Finanz- und Vermögenslage sowie Punkt E8 des Konzernanhangs.
NICHTFINANZIELLE INDIKATOREN
Wichtige nichtfinanzielle Leistungsindikatoren im Gesamtunternehmen sind in der Produktion der Auslastungsgrad, Durchlauf- und Ausfallzeiten sowie die Höhe der Vorräte entlang der Produktionskette.
In der Plasmaprotein-Produktion beobachten wir zudem die Ausbeute je Mengeneinheit Plasma und den Eigenversorgungsgrad, also den Anteil des in eigenen Stationen gewonnenen Plasmas an der gesamten verarbeiteten Menge. Im Vertrieb sind wichtige Indikatoren der jeweilige Anteil von Biotest am Gesamtmarkt beziehungsweise die Anzahl der Kunden je Produkt (Vertriebsbreite).
Weitere nichtfinanzielle Leistungsindikatoren umfassen die Bereiche Personal sowie Forschung und Entwicklung. Die Projekte in Forschung und Entwicklung werden anhand von Meilensteinplänen gesteuert. Über den Projektfortschritt werden die Segmentleitung und der Vorstand regelmäßig informiert.
Wir sind bestrebt, die Umweltbelastung und den Ressourcenverbrauch in unserer Produktion so weit wie möglich und über gesetzliche Vorgaben hinaus zu reduzieren. Wir überwachen den Rohstoff- und Energieverbrauch sowie die Emission von Abgasen und Abwässern engmaschig.
DAS JAHR 2009: WIRTSCHAFTLICHES UMFELD
GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG
Das Jahr 2009 war durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise und ihre Folgen geprägt. In sämtlichen Industrie- und Schwellenländern brachen die Wachstumsraten gegenüber dem Jahr 2008 ein; in vielen Volkswirtschaften ging die Wirtschaftsleistung absolut zurück.
Während die Entwicklung im ersten Halbjahr besonders negativ war, gab es im weiteren Jahresverlauf deutliche Anzeichen dafür, dass sich die Wirtschaft erholt oder sich der Abschwung zumindest nicht weiter fortsetzt. Im gesamten Jahr ging das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland um 5,0 % zurück. Die US-amerikanische Wirtschaftsleistung sank 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 %.
Regierungen und Zentralbanken griffen mit Konjunktur- und Stabilisierungspaketen massiv in das Marktgeschehen ein. Die Ausgaben dafür belasteten die öffentlichen Haushalte und ließen die Verschuldung vieler Staaten deutlich steigen.
An den internationalen Devisenmärkten präsentierte sich der Euro gegenüber dem US-Dollar, der für das Geschäft von Biotest bedeutsamsten Fremdwährung, anhaltend stabil. Der für die Ermittlung des Umsatz- und Ergebnisbeitrags der ausländischen Beteiligungsgesellschaften maßgebliche durchschnittliche Wechselkurs des Jahres 2009 lag über den Werten des Vorjahres. Angaben zu den Wechselkursen enthält Punkt B3 des Anhangs zum Konzernabschluss (Seite 106).
BRANCHENSPEZIFISCHE ENTWICKLUNG
Plasmaproteine
Das Volumen des Weltmarkts für Immunglobuline wuchs im Vergleich zum Vorjahr um etwa 6 %, wesentliche Treiber waren erneut zusätzliche Indikationen sowie eine generell höhere Dosierung der Präparate und die Erschließung neuer Märkte. Bei Gerinnungsfaktoren legte das weltweite Absatzvolumen leicht zu, am Verhältnis zwischen plasmatischen und rekombinanten Faktoren von etwa 0,7 : 1 änderte sich nichts.
Prägend für die Entwicklung am Markt war das deutlich gesteigerte Rohstoffaufkommen, das in der Folge zu einem erhöhten Produktangebot führte. Das Volumen des in US-Spendestationen gewonnenen Blutplasmas (US-Sourced Plasma) legte im Zeitraum Januar bis August 2009 - für diesen Zeitraum lagen bei Aufstellung des Konzernlageberichts Marktdaten der PPTA vor - im Vergleich zum Vorjahr um etwa 30 % zu. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr nach unseren Schätzungen weltweit etwa 30 Mio. Liter Blutplasma gewonnen.
Das daraus resultierende Wachstum bei den Fertigprodukten führte dazu, dass der in den vergangenen Jahren zu beobachtende Nachfrageüberhang in einen lokalen Angebotsüberhang überging. In einzelnen Produktkategorien war bereits ein Überangebot zu beobachten.
Die Industrie hat auf diese Entwicklung reagiert und im zweiten Halbjahr 2009 damit begonnen, Kapazitäten zur Plasmagewinnung abzubauen. So stieg die Zahl der in den USA betriebenen Plasmaspendestationen zwar bis zum April 2009 auf 401, ging aber bis zum August 2009 auf 389 zurück.
Damit haben sich die Annahmen, auf die Biotest die im Geschäftsbericht 2008 abgegebene Prognose für das Jahr 2009 gestützt hatte, in diesem Punkt als zutreffend erwiesen.
Die Auswirkungen dieser Entwicklung auf das Preisniveau der Endprodukte waren differenziert: Während es in den USA weitgehend stabil blieb, ging es in einzelnen Märkten in Europa zurück, zum Beispiel bei Albumin-Präparaten und polyspezifischen Immunglobulinen.
Im Berichtsjahr gab es in verschiedenen der von Biotest bedienten Märkte Initiativen zur Kostensenkung im Gesundheitswesen.
Mikrobiologie
Die Nachfrage nach Testreagenzien für die industrielle Mikrobiologie war im vergangenen Jahr stabil bis leicht steigend. Die Produkte werden im Rahmen verpflichtender Reinheitsuntersuchungen eingesetzt und sind damit für die Abnehmer unverzichtbar.
Angesichts strenger und umfangreicherer Anforderungen an das Hygiene-Monitoring und dessen Dokumentation ist das Interesse an System- und Automatisierungslösungen anhaltend hoch. Im Mittelpunkt steht dabei, die Zeit von der Probeentnahme bis zur Diagnose zu verkürzen sowie die Dokumentation sicherer und effizienter zu gestalten. Die Bereitschaft, in entsprechende Produkte zu investieren, war im vergangenen Jahr angesichts der unübersichtlichen Wirtschaftslage jedoch gering; vor allem in den USA hielten sich Unternehmen beim Kauf neuer Geräte zurück.
Auf Anbieterseite beobachten wir ein zunehmendes Interesse von Mitbewerbern, sich verstärkt dem Markt der industriellen Mikrobiologie zuzuwenden.
Änderungen des regulatorischen Umfelds
Bei Zulassungsverfahren von pharmazeutischen Produkten haben die Behörden vermehrt Sicherheits- und Effektivitätsdaten aus der Verabreichung der zuzulassenden Medikamente an Kinder und Jugendliche verlangt. So wird in Zukunft für patentgeschützte Neuentwicklungen nur dann eine Zulassung erteilt, wenn vorher ein Plan für eine festgelegte Anzahl an klinischen Studien mit Kindern und Jugendlichen von der EMA genehmigt wurde (Paediatric Investigation Plan, PIP). Dies betrifft Biotest im Hinblick auf in der Entwicklung befindliche Plasmaproteine und Biotherapeutika.
Die einheitlichen Vorschriften zu den in der Reinheitsüberwachung im nicht sterilen Bereich der Pharmaproduktion eingesetzten Testmedien sind wie geplant zum 1. Januar 2009 in Kraft getreten.
ÜBERBLICK: BIOTEST IM JAHR 2009
ZUSAMMENFASSENDE BEURTEILUNG DURCH DEN VORSTAND
Die Biotest Gruppe hat im Geschäftsjahr 2009 den Umsatz und das Ergebnis gesteigert. Trotz eines deutlich schwierigeren Marktumfelds haben wir damit das ertragreiche Wachstum fortsetzen können, wenn auch die Zuwachsraten nicht an die Dynamik der Vorjahre heranreichten. Aufgrund der noch relativ guten Entwicklung in den ersten sechs Monaten spiegelt sich der in der zweiten Jahreshälfte 2009 verstärkt auftretende Druck auf die Preise in der Gesamtjahresbetrachtung nicht im wesentlichen Ausmaß wider. Allerdings konnte sich das Ergebnis aufgrund von besonderen Belastungen bei den Herstellungskosten, insbesondere durch Umrüstungsarbeiten an unserer Anlage in Boca Raton, nicht im gleichen Maße wie der Umsatz entwickeln. Weitere Gründe dafür lagen in einer erhöhten Materialkostenquote sowie in marktpreisbedingten Wertberichtigungen bei Vorräten aufgrund gesunkener Marktpreise zum Jahresende.
Das operative Ergebnis (EBIT) stieg daher zwar unterproportional zum Umsatz, konnte aber dennoch mit 4,3 % Zuwachs den sehr guten Wert des Vorjahres übertreffen.
Bei der Umsetzung unserer Unternehmensstrategie haben wir wichtige Fortschritte erzielt, insbesondere im Hinblick auf die Internationalisierung unseres Produktportfolios sowie bei den wichtigen Projekten des Segments Biotherapeutika.
Mit dem Verkauf der Aktivitäten in der Transfusions- und Transplantationsdiagnostik haben wir unser Profil als Anbieter immunologischer und hämatologischer Therapien weiter geschärft. Die durch den Verkauf zufließenden Mittel werden kurzfristig zur Reduzierung der Finanzverbindlichkeiten eingesetzt. Mittel- bis langfristig sollen sie in unsere vielversprechenden Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie in Kapazitätserweiterungen fließen.
Der Konzern ist äußerst solide finanziert. Die Eigenkapitalquote von 42,6 % zum Bilanzstichtag ist komfortabel und liegt über der als Mindestwert vom Konzern angestrebten Marke von 40,0 %. Die Gruppe ist zudem ausreichend mit Fremdkapital ausgestattet und verfügt über weiteren Finanzierungsspielraum im Rahmen der zugesagten Kreditlinien. Wir waren und sind in der Lage, das operative Geschäft und die für die Weiterentwicklung des Unternehmens bedeutsamen Projekte jederzeit mit ausreichenden Finanzmitteln zu unterlegen. Als Reaktion auf die veränderten Marktbedingungen haben wir das Risiko- und Kostenmanagement im Konzern nochmals intensiviert.
SOLL-IST-VERGLEICH
Die im Konzernlagebericht 2008 genannten Ziele für das Geschäftsjahr 2009 haben wir im Wesentlichen erreicht oder übererfüllt. Verzögerungen bei FuE-Projekten beziehungsweise beim Ausbau der Produktionskapazitäten in den USA beruhen zu großen Teilen darauf, dass Biotest zusätzliche behördliche Auflagen zu erfüllen hatte, die bei Abgabe der Prognose in dieser Form nicht abzusehen waren. Insgesamt halten sich die Zielabweichungen in engen Grenzen.
Soll-Ist-Vergleich der im Geschäftsbericht 2008 dargelegten Ziele
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| Kategorie | Ziel 2009 | Ist 2009 | Begründung für evtl. Abweichung |
|---|---|---|---|
| Umsatz- und Ertragsziele | |||
| Umsatz* | Wachstum 10 % gegenüber 2008 (423,0 Mio. €) | 481,0 Mio. € (+13,7 %) | Ziel erreicht |
| EBIT* | Auf Niveau 2008 (55,6 Mio. €) | 58,5 Mio. € | Ziel erreicht |
| Strategische und operative Ziele | |||
| Plasmaprotein-Produktion Dreieich | Zulassung erweiterter Kapazitäten bis März 2009 | Erteilt am 19. März 2009 | Ziel erreicht |
| Plasmaprotein-Produktion Boca Raton | Umbau der Anlage bis Ende 2009 | Inbetriebnahme Dezember 2009 | Ziel erreicht |
| Plasmaprotein-Produktion Boca Raton | Abnahme durch RP Darmstadt im Herbst 2009 | Abnahme geplant für Sommer 2010 | Verzögerung wegen Erfüllung zusätzlicher behördlicher Bauauflagen seitens City of Boca Raton |
| Plasmaversorgung | Eröffnung / Erwerb weiterer Stationen im Jahr 2009 | Erwerb Station in Santa Fe im Januar 2009 | Keine weiteren Eröffnungen aufgrund veränderter Marktlage |
| BT-061 | Abschluss einer Kooperationsvereinigung | Gespräche mit potenziellen Partnern laufen | Interesse verschiedener Pharmaunternehmen, Abwarten weiterer Ergebnisse aus klinischen Studien |
* einschließlich nicht fortgeführter Geschäftsbereiche
STRATEGISCHE UNTERNEHMENSENTWICKLUNG KONZERN IM JAHR 2009
Mit dem Verkauf der Aktivitäten in der Medizinischen Diagnostik hat Biotest das Profil als Therapie-Anbieter geschärft. Wir fokussieren uns auf die Entwicklung und Vermarktung innovativer, pharmazeutischer und biotherapeutischer Arzneimittel in Immunologie und Hämatologie.
Da die in den USA ansässige Biotest Diagnostics Corp. auch Produkte des Mikrobiologischen Monitorings vertrieb, war es notwendig, diese Aktivitäten vor dem Verkauf der Gesellschaft in eine neue Struktur zu überführen. Biotest gründete deshalb die Biotest Microbiology Corp.; 16 Mitarbeiter der Biotest Diagnostics Corp. wechselten in diese Gesellschaft.
Biotest hat sich entschieden, die nach der Veräußerung der Aktivitäten in der Transfusions- und Transplantationsdiagnostik verbliebenen Aktivitäten der anderen Segmente in Belgien an externe Partner zu vergeben. In Spanien gründeten wir eine neue Beteiligungsgesellschaft für den Vertrieb von Plasmaproteinen, da wir hier mit steigenden Umsätzen rechnen.
Die Eckpunkte der strategischen Unternehmensentwicklung in den einzelnen Segmenten stellen wir im Bericht zur Entwicklung in den Segmenten ab Seite 47 dar.
GESCHÄFTS- UND ERTRAGSLAGE
ENTWICKLUNG KONZERNUMSATZ
Biotest hat den Umsatz im Geschäftsjahr 2009 erneut deutlich gesteigert, wesentlich dafür war das Wachstum im Segment Plasmaproteine, das auf eine ausgeweitete Absatzmenge zurückgeht.
Umsatzentwicklung der Biotest Gruppe
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| Mio. € | 2009 | 2008 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Plasmaproteine | 390,1 | 339,5 | 14,9 |
| Mikrobiologisches Monitoring | 50,1 | 46,4 | 8,0 |
| Biotest Gruppe | 440,2 | 385,9 | 14,1 |
| nicht fortgeführter Geschäftsbereich | 40,8 | 37,1 | 10,0 |
| Biotest Gruppe inklusive des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | 481,0 | 423,0 | 13,7 |
Mit 401,8 Mio. € entfielen im Berichtsjahr 91,2% des Konzern Umsatzes auf Produkte der Biotest Gruppe (2008: 355,8 Mio. € bzw. 92,2%), weitere 4,4% (19,2 Mio. €) erzielte Biotest mit Lohnfraktionierung von Blutplasma (2008: 16,8 Mio. € oder 4,3% des Gesamtumsatzes). Die verbleibenden 19,2 Mio. €, entsprechend 4,4% des Konzern Umsatzes, entfielen auf den Umsatz mit Handelsware, auf Umsätze durch Teilgewinnrealisierung und weitere sonstige Umsätze.
In den Kernmärkten in Europa setzte Biotest im Jahr 2009 mit 278,2 Mio. € 10,0% mehr um als im Vorjahr (253,0 Mio. €). Größter Europäischer Einzelmarkt war Deutschland mit einem Umsatzvolumen von 109,9 Mio. € gegenüber 101,8 Mio. € im Jahr 2008 (+8,0%).
Umsätze nach Segmenten in %

In der Vertriebsregion Amerika fiel der Umsatz von 58,0 Mio. € im Jahr 2008 um 6,8% auf 54,0 Mio.€. Darin enthalten ist ein Umsatzbeitrag der BPC in Höhe von 44,6 Mio. € (2008: 46,7 Mio. €). In den asiatischen Märkten setzten wir 96,3 Mio. € um, gegenüber dem Vorjahreswert von 64,4 Mio. € bedeutet das einen Anstieg um 49,5%. Der Umsatz der in der Vertriebsregion Rest der Welt zusammengefassten übrigen Märkte legte auf Jahressicht um 11,4% auf 11,7 Mio. € zu (2008: 10,5 Mio. €).
Umsätze nach Regionen in %

ENTWICKLUNG KONZERNERGEBNIS
Die Biotest Gruppe hat ein operatives Ergebnis erzielt, das leicht über dem Niveau des Vorjahres liegt.
EBIT und Ergebnis vor Steuern in Mio. €

Die Entwicklung von Umsatz und Ergebnis schlug sich in einer verringerten EBIT-Marge nieder. Wesentliche Gründe waren die besonderen Auswirkungen in 2009 auf Herstellungskosten, die in erster Linie aus der Umrüstung unserer Anlage am Standort Boca Raton, aus erhöhten Wertberichtigungen auf Vorräte aufgrund gesunkener Marktpreise zum Jahresende und einer erhöhten Materialkostenquote resultierten.
Das Vorsteuerergebnis verbesserte sich im Vorjahresvergleich deutlich stärker als das EBIT. Hier wirkten sich verbesserte Finanzerträge aus, denen geringer gestiegene Finanzaufwendungen gegenüber standen. Die Entwicklung der Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, RoCE) wurde im Jahr 2009 durch das ausgeweitete Umlaufvermögen (Working Capital) beeinflusst.
Das Ergebnis nach Steuern der fortgeführten Geschäftsbereiche lag aufgrund des deutlich gestiegenen Ertragsteueraufwands mit 31,9 Mio. € um 0,8 Mio. € unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von 32,7 Mio. €.
Das gegenüber Vorjahr verbesserte Ergebnis nach Steuern des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs betrug -3,9 Mio. € (vergleichbarer Wert 2008: -4,6 Mio. €).
Damit lag das Konzernergebnis nach Steuern insgesamt mit 28,0 Mio. € (2008: 28,1 Mio. €) auf dem Niveau des Vorjahres.
Wesentliche Ergebniskennziffern der Biotest Gruppe
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| Mio. € | 2009 | 2008 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| EBIT | 61,5 | 59,0 | 4,2 |
| Ergebnis vor Steuern | 49,0 | 45,5 | 7,7 |
| Ergebnis nach Steuern | 31,9 | 32,7 | - 2,4 |
| Renditekennziffern (%) | |||
| EBIT-Marge | 14,0 | 15,3 | - |
| EBT-Marge | 11,1 | 11,8 | - |
| RoCE | 11,1 | 11,7 | - |
AUFWENDUNGEN
Größter Kostenblock bei Biotest sind die Herstellungskosten. Der kräftige Anstieg im Vergleich zum Vorjahr liegt im Wesentlichen in der ausgeweiteten Absatzmenge im Segment Plasmaproteine begründet. Des Weiteren konnte aufgrund der Umbau- und Erweiterungsarbeiten die Produktionsanlage der BPC im Jahr 2009 nur in sehr eingeschränktem Umfang genutzt werden; hierdurch fielen Leerstands- und Vorhaltekosten an, die sich belastend auswirkten. Weitere Belastungen entstanden durch marktpreisbedingte Wertberichtigungen auf Vorräte am Jahresende, eine erhöhte Materialkostenquote und Anlaufkosten bei neuen Plasmapheresezentren. Die als Verhältnis zum Umsatz ermittelte Herstellkostenquote lag im Jahr 2009 bei 51,8% (2008: 47,9%).
Auszug aus der Gewinn- und Verlustrechnung der Biotest Gruppe
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| Mio. € | 2009 | 2008 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Herstellungskosten | - 227,9 | - 184,9 | 23,3 |
| Marketing- und Vertriebskosten | - 69,0 | - 64,9 | 6,3 |
| Verwaltungsaufwendungen | - 37,1 | - 35,9 | 3,3 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | - 48,5 | - 42,3 | 14,7 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 9,6 | 4,3 | 123,3 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | - 5,8 | - 3,2 | 81,3 |
| Finanzergebnis | - 12,8 | - 13,5 | - 5,2 |
| Ertragsteueraufwand | - 17,1 | - 12,8 | 33,6 |
Die Aufwendungen für Marketing und Vertrieb stiegen weniger stark als der Umsatz, ihr Anteil am Umsatz ging von 16,8 % auf 15,7 % zurück. Das absolute Wachstum gegenüber dem Vorjahr begründet sich im Wesentlichen durch höhere umsatzabhängige Faktoren wie Provisionen.
Auch die Verwaltungskostenquote ging 2009 im Vergleich zum Vorjahr (9,3 %) auf 8,4 % zurück. Im Abschluss 2008 waren in diesem Posten hohe Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit der Einführung von SAP als Standardsoftware enthalten, die 2009 nicht mehr anfielen.
In den im Vorjahresvergleich gestiegenen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung spiegelt sich der Fortschritt der Projekte in den Segmenten Plasmaproteine und Biotherapeutika wider. Außerdem trugen die Kosten im Zusammenhang mit weiteren Zulassungsverfahren für unsere Plasmaproteine zum Anstieg bei. Von den FuE-Aufwendungen entfielen 42,7% auf das Segment Biotherapeutika, 53,0% auf Plasmaproteine und 4,3% auf die Projekte des Segments Mikrobiologie. Insgesamt wandte Biotest im vergangenen Geschäftsjahr 11,0% des Umsatzes für Forschung und Entwicklung auf; im Jahr 2008 waren es ebenfalls 11,0%.
Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen liegt mit 3,8 Mio. € im Plus (2008: 1,1 Mio. €).
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 9,6 Mio. € (2008: 4,3 Mio. €) beruhen unter anderem auf der Auflösung von abgegrenzten Verbindlichkeiten für ausstehende Rechnungen und Lizenzen sowie auf der Auflösung sonstiger Rückstellungen. Auf der Aufwandsseite wirkten sich neben Rückstellungszuführungen Abschreibungen auf Forderungen aus.
Das saldierte Finanzergebnis hat sich im Vergleich zum Vorjahr von -13,5 Mio. € auf -12,8 Mio. € verbessert; Erträgen in Höhe von 6,9 Mio. € (2008: 5,6 Mio. €) stehen Aufwendungen von 19,7 Mio. € (2008: 19,1 Mio. €) gegenüber. Die Zinsaufwendungen resultieren aus kurz- und langfristigen Bankkrediten.
Trotz der ausgeweiteten Kredite zur Finanzierung des angewachsenen Working Capital lagen die Finanzierungskosten mit 9,2 Mio. € unter dem Vorjahreswert (10,7 Mio. €). Grund sind günstigere Konditionen bei der Fremdkapitalaufnahme. Diese waren bedingt durch das niedrige Niveau des Euribor sowie durch aufgrund der guten Ertrags- und Finanzkennzahlen geringere Margenanforderungen der Banken. Demgegenüber lag der Zinsaufwand für Pensionen 0,3 Mio. € über dem Vorjahreswert. Bei den Effekten aus Währungskursen überwogen die Aufwendungen mit 1,8 Mio. €.
Vom Ertragsteueraufwand 2009 in Höhe von 17,1 Mio. € entfielen 13,7 Mio. € (2008: 10,5 Mio. €) auf laufende und 3,4 Mio. € (2008: 2,3 Mio. €) auf latente Steuern.
Die auf Basis von Ertragsteueraufwand und Ergebnis vor Steuern ermittelte Steuerquote im Konzern lag 2009 bei 34,9%, nach 28,1% im Vorjahr. Der Anstieg der Steuerquote ist auf sehr unterschiedliche Faktoren zurückzuführen, unter anderem auf höhere steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen im Zusammenhang mit Beteiligungs- und Darlehensabschreibungen und auf im Rahmen der latenten Steuern nicht bewertbare Verluste bei Tochtergesellschaften.
Personal- und Materialaufwendungen sind im Konzernabschluss den unterschiedlichen Kostenblöcken zugeordnet. Im Jahr 2009 summierten sich die Personalaufwendungen auf 116,9 Mio. €, nach 100,4 Mio. € im Vorjahr (+16,4%). Grund für diese Entwicklung waren neu geschaffene Stellen sowie Tarif- und Gehaltserhöhungen.
Die Materialaufwendungen stiegen im Jahresvergleich um 16,3 % von 131,4 Mio. € auf 152,8 Mio. €. Der Anstieg lässt sich überwiegend auf das ausgeweitete Umsatzvolumen und den Anstieg des Vorratsvermögens zurückführen.
GEWINNVERWENDUNG
Der Vorstand beabsichtigt, der am 6. Mai 2010 stattfindenden Hauptversammlung folgende Verwendung des Bilanzgewinns der Biotest AG in Höhe von 17,0 Mio. € vorzuschlagen:
| ― | Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,34 € je Stammaktie und 0,40 € je Vorzugsaktie (2008: 0,30 € bzw. 0,36 €). Daraus ergibt sich eine Ausschüttungssumme von 4,3 Mio. € (2008: 3,8 Mio. €). |
| ― | Gewinnvortrag auf neue Rechnung in Höhe von 12,7 Mio. € (2008: 7,9 Mio. €) |
GESCHÄFTS- UND ERTRAGSENTWICKLUNG IN DEN SEGMENTEN
Aus dem Segment Biotherapeutika berichten wir in diesem Kapitel über die erreichten Meilensteine in der Umsetzung der Strategie und gehen auf die Ergebnisentwicklung ein. Informationen zum Fortschritt in der Entwicklung der drei monoklonalen Antikörper enthält das Kapitel Forschung und Entwicklung ab Seite 61.
Wesentliche Umsatz- und Ertragskennziffern der Segmente
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| Mio. € | 2009 | 2008 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Umsatz* | |||
| Plasmaproteine | 390,1 | 339,5 | 14,9 |
| Mikrobiologisches Monitoring | 50,1 | 46,4 | 8,0 |
| EBIT | |||
| Plasmaproteine | 89,2 | 80,7 | 10,5 |
| Biotherapeutika | - 21,1 | - 16,8 | - 25,6 |
| Mikrobiologisches Monitoring | 4,4 | 5,6 | - 21,4 |
| Corporate / Überleitung | - 11,0 | - 10,5 | - 4,8 |
*) In den Segmenten Biotherapeutika und Corporate / Überleitung wurde 2008 und 2009 kein Umsatz verbucht.
SEGMENT PLASMAPROTEINE
Strategie
Internationalisierung
Unser Ziel ist, die Absatzbasis unserer Plasmaproteine sukzessive zu erweitern. Dazu streben wir die Zulassung in allen wichtigen europäischen Märkten an. Ferner wollen wir das durch BPC in den USA angebotene Produktspektrum durch einzelne derzeit nur in Dreieich entwickelte und hergestellte Plasmaproteine ergänzen. Diese Plasmaportein-Produkte bedürfen einer separaten FDA-Zulassung in den USA und müssen aus US-amerikanischem Plasma hergestellt werden.
Im Januar 2009 erhielten wir ebenfalls im Rahmen eines MR-Verfahrens die Zulassung für die Albumin-Präparate Albiomin 5 % und Albiomin 20 % in sechs weiteren europäischen Märkten. Im April 2009 wurde Hepatect® CP im Rahmen des MR-Verfahrens in sieben weiteren europäischen Ländern zugelassen.
Die BPC soll ihre Position im attraktiven US-Markt ausbauen. Im Fokus steht dabei, ein in der Entwicklung befindliches polyspezifisches intravenöses Immunglobulin (IVIG) zur Zulassung zu führen, die wir für das Jahr 2011 erwarten. Im Berichtsjahr wurde die Studie der Phase III beendet, die Produktionskapazitätserweiterung technisch abgeschlossen und die Produktion von Validierungschargen gestartet.
Erweiterung der Produktpalette
Indem wir weitere Plasmaproteine zur Zulassung bringen, erweitern wir unser Produktspektrum.
Im Dezember 2009 erteilte die Europäische Kommission die Zulassung für das Hepatitis-B-Immunglobulin Zutectra®, die sich auf alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union erstreckt. Mit dem subkutan zu verabreichenden Zutectra® hat Biotest erstmals in der Unternehmensgeschichte ein Medikament im Rahmen des zentralen Verfahrens zur Zulassung gebracht. Das Präparat kommt zum Einsatz, um Patienten nach Lebertransplantationen aufgrund einer Hepatitis-B-Infektion dauerhaft vor einer erneuten Infektion zu schützen. Zutectra® ist das erste Präparat seiner Art, das subkutan verabreicht werden kann. Abgefüllt in Fertigspritzen eignet es sich zur Heimselbstbehandlung. Patienten sind nicht mehr auf eine intravenöse Infusion durch Ärzte angewiesen. Das bedeutet für sie Zeitgewinn, mehr Spielraum im Alltag und damit eine höhere Lebensqualität.
Für die in der ersten Phase nach der Transplantation erforderliche Prophylaxe mittels hoher Dosierungen wird auch in Zukunft Hepatect® CP unabdingbar sein. Mit Zutectra® haben wir unser Produktangebot gezielt ergänzt und wollen so die führende Position von Biotest in diesem Marktsegment langfristig sichern.
Weitere Informationen zu Neu- und Weiterentwicklungen bei Plasmaproteinen enthält das Kapitel "Forschung und Entwicklung" ab Seite 61.
Bedarfsgerechte Entwicklung der Kapazitäten
Unsere Produktion passen wir der Entwicklung der Marktlage an. Dabei geht es erstens um den bedarfsorientierten Ausbau der Kapazität und zweitens darum, die beiden Produktionsstandorte in Dreieich und Boca Raton künftig miteinander zu vernetzen.
Am 19. März 2009 erhielten wir die Genehmigung zum Vertrieb der in der erweiterten Fertigungsanlage in Dreieich hergestellten Immunglobuline. Damit hat sich die Herstellungskapazität Biotests von zwei auf vier Tonnen pro Jahr verdoppelt. Die neue Immunglobulin-Produktion in den USA mit einer jährlichen Kapazität von rund 1,5 Tonnen ging Ende 2009 in den Betrieb. Wir starteten die Produktion von Validierungschargen von Nabi-HB® und des IVIG.
Sobald die ausgebaute Produktion der BPC voll in Betrieb ist, steht uns weltweit eine jährliche Fraktionierkapazität von rund 1,4 Mio. Litern Blutplasma zur Verfügung.
Sichere Rohstoffversorgung
Bei der Versorgung mit Blutplasma wollen wir dauerhaft etwa die Hälfte unseres Bedarfs aus eigenen Stationen decken; bei den seltenen Hyperimmunplasmen streben wir eine vollständige Eigenversorgung an.
Im Jahr 2009 stammten etwa 40 % des bei Biotest verarbeiteten Plasmas aus eigenen Stationen, bei Hyperimmunplasmen erreichten wir wie gewünscht eine vollständige Selbstversorgung.
Mit der Eröffnung einer Station in Santa Fe (US-Bundesstaat New Mexico) ist die Zahl der von Biotest betriebenen Plasmapheresezentren auf 20 gestiegen (10 in Europa und 10 in den USA). Angesichts des massiv ausgeweiteten Angebots am Weltmarkt für Blutplasma haben wir von der ursprünglich vorgesehenen Eröffnung weiterer Zentren vorerst abgesehen.
Umsatzentwicklung
Die im Geschäftsjahr 2009 erreichte Umsatzsteigerung geht im Wesentlichen auf eine ausgeweitete Absatzmenge zurück. Hier schlug sich nieder, dass Biotest nach der Zulassung der in der zweiten Fertigungsanlage in Dreieich hergestellten Produkte bei Immunglobulinen eine verdoppelte Herstellungskapazität zur Verfügung stand.
Umsatz Kernproduktgruppen Plasmaproteine
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| Mio. € | 2009 | 2008 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Immunglobuline | 159,1 | 145,3 | 9,5 |
| Gerinnungsfaktoren | 88,9 | 81,2 | 9,5 |
| Albumin | 32,3 | 25,2 | 28,2 |
Im Geschäftsjahr 2009 steigerten wir den Umsatz mit den polyvalenten Immunglobulinen Intratect® und Intraglobin® gegenüber dem Vorjahr deutlich. Der in einzelnen Märkten zunehmende Druck auf die Preise konnte in anderen Märkten auf Gesamtjahressicht gesehen kompensiert werden.
Bei Hyperimmunglobulinen fallen die kräftig ausgeweiteten Umsätze mit Hepatect® (+ 5,3 %) und Cytotect® (+ 20,7 %) ins Auge. Bei Hepatect® sorgten die in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 erreichten Zulassungen in weiteren europäischen Märkten für zusätzliches Geschäftsvolumen; das Wachstum bei Cytotect® geht im Wesentlichen auf einen verstärkten Einsatz des Präparats im Rahmen von Organtransplantationen zurück.
Der BPC ist es gelungen, die führende Stellung von Nabi-HB® in der Hepatitis-Prophylaxe während und nach Lebertransplantationen in den USA zu verteidigen; der Marktanteil des Produkts lag 2009 unverändert bei etwa 50 %. Die medizinischen Vorteile und die langjährige gute Erfahrung mit der Wirksamkeit des Präparats veranlassen viele Ärzte, das Medikament weiterhin im Rahmen des "off-label-use" zu verabreichen.
Nabi-HB® enthält keinen Zucker (Maltose) und trägt daher im Gegensatz zu anderen Erzeugnissen nicht das Risiko in sich, falsche Messwerte bei der Zuckerbestimmung von Diabetes-Patienten zu liefern. Dennoch lag der mit Nabi-HB® erzielte Umsatz im Jahr 2009 unter dem Wert des Vorjahres, weil die Zahl der Lebertransplantationen in den USA insgesamt rückläufig war. Außerdem wirkte sich die Marktsituation auf das Preisniveau aus.
Der von Biotest erwartete Umsatzrückgang bei Pentaglobin® liegt darin begründet, dass das Produkt im Geschäftsjahr 2009 nur begrenzt verfügbar war.
Maßgeblich für das höhere Geschäftsvolumen bei Gerinnungsfaktoren war die erfolgreiche Vermarktung von Haemoctin® in Europa, besonders im russischen Markt.
In den Albumin-Märkten ist weiterhin von einer zwar regional unterschiedlichen, aber konstanten Mengennachfrage in den nächsten Jahren auszugehen. Bei den Preisen ergibt sich ein heterogenes Bild, wobei gegenwärtig aber generell die Preise unter Druck sind.
Das Geschäftsvolumen in der Lohnfraktionierung legte zu. In diesem Bereich spielte der Umsatz mit Kunden aus der Vertriebsregion Asien erneut eine wichtige Rolle.
Die BPC steigerte die Erlöse aus dem Verkauf von Blutplasma an Dritte kräftig, ohne die Eigenversorgung zu vernachlässigen. Insbesondere die von der BPC gewonnenen Hyperimmunplasmen wurden sehr stark nachgefragt.
Ertragsentwicklung
Mit einem EBIT von 89,2 Mio. € (+ 10,5 %) leistete das Segment den wesentlichen Beitrag zum Konzernergebnis. Die Aufwärtsentwicklung blieb jedoch hinter dem Umsatzwachstum zurück, da sich besondere Belastungen der Herstellungskosten im Geschäftsjahr 2009 auswirkten. Wie bereits bei den Erläuterungen des Konzernergebnisses erwähnt, belasteten in erster Linie die Umrüstungsarbeiten und damit die Stillstandzeiten unserer Anlage in Boca Raton die Herstellungskosten. Daneben trugen aber auch eine höhere Materialkostenquote, marktpreisbedingte Wertberichtigungen der Vorräte und weitere Einflussfaktoren zum Anstieg der Herstellungskostenquote bei, wie zum Beispiel Anlaufkosten neuer Plasmapheresezentren sowie höhere Umsätze mit Plasma, dessen Marge geringer ist als die von Immunglobulinen.
Produktion
Im Dezember begannen wir mit der Herstellung erster Chargen von Zutectra®. Die bereits 2008 in die Produktion von Intratect® und Hepatect® CP als zusätzliche Sicherheitsstufe eingeführte Nanofiltration erfolgte im Jahr 2009 ganzjährig im Routinebetrieb.
Als Reaktion auf die sich verändernde Marktlage haben wir im Oktober 2009 die Produktion am Standort Dreieich angepasst und die Produktionsmenge reduziert. Damit einher gingen Personalmaßnahmen (siehe Personalbericht ab Seite 65).
Rohstoffversorgung
Nach erfolgreichem Abschluss aller erforderlichen Inspektionen gingen die neu erworbenen beziehungsweise neu eröffneten Plasmazentren in Nordhausen (Deutschland), in Budapest (Ungarn) und in Santa Fe (New Mexico, USA) im Laufe des Jahres 2009 in den Regelbetrieb.
SEGMENT BIOTHERAPEUTIKA
Strategie
Fokussierung auf Leitindikationen
Im Sinne eines großen zukünftigen Umsatz- und Ergebnispotenzials konzentrieren wir uns auf die klinische Entwicklung von drei monoklonalen Antikörpern und dort auf Indikationen mit großer Patientenhäufigkeit und besonders hohem therapeutischen Bedarf. Informationen zum Fortschritt der FuE-Projekte finden sich im Kapitel "Forschung und Entwicklung" ab Seite 61.
Kooperationen mit Entwicklungs- und Vermarktungspartnern
Biotest plant, die Entwicklung der monoklonalen Antikörper bis zum Erreichen der klinischen Phase III aus eigener Kraft voranzutreiben. Ab dann möchten wir die Entwicklung zusammen mit global tätigen Pharma- oder Biotechpartnern weiterführen. Damit wollen wir eine schnelle weltweite Entwicklung und Zulassung erreichen. Aus den bei Vertragsabschluss sowie während der weiteren Entwicklung erwarteten Einnahmen (Upfront- und Meilensteinzahlungen) wollen wir unseren Anteil an den weiteren Entwicklungskosten finanzieren.
Unser Konzept sieht vor, dem Partner regionale Entwicklungs- und Vertriebsrechte einzuräumen. Biotest erwartet nach Eintritt in die Vermarktungsphase weitere vertriebsabhängige Lizenzeinnahmen.
Im Geschäftsjahr 2009 haben wir Diskussionen mit möglichen Entwicklungs- und Vermarktungspartnern für BT-061 fortgeführt. Mehrere der von uns angesprochenen Pharmaunternehmen aus dem Kreis der weltweit agierenden Konzerne signalisierten Interesse an einer Projektbeteiligung. Das von uns angestrebte Entwicklungs- und Vermarktungskonzept stieß zwar bei allen infrage kommenden Partnern auf grundsätzliche Zustimmung. Um einen für Biotest attraktiven Vertrag abzuschließen, sind weitere klinische Daten erforderlich. Zusätzliche Auswertungen von Phase-II-Studien könnten den Wert der Projekte erhöhen.
Aufbau eigener Produktionskapazitäten bei monoklonalen Antikörpern
Biotest ergänzt die an Lohnhersteller ausgelagerte Produktion monoklonaler Antikörper durch eigene Ressourcen, um dadurch kostengünstiger produzieren zu können.
Im Jahr 2009 wurde die Herstellung monoklonaler Antikörper in der Anlage in Boca Raton etabliert, der Technologietransfer von unserem Partner Lonza zur BPC war erfolgreich. Die Fertigung erster Chargen von BT-061 wurde erfolgreich abgeschlossen.
Ertragsentwicklung
Das EBIT das Segments war mit - 21,1 Mio. € deutlich negativer als im Vorjahr (- 16,8 Mio. €). Diese Entwicklung erklärt sich aus den höheren Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, die mit dem Fortschritt der Projekte und der Erweiterung der klinischen Studien einhergehen.
SEGMENT MIKROBIOLOGISCHES MONITORING
Strategie
Erschließung neuer Abnehmergruppen
Neben der pharmazeutischen Industrie möchten wir Unternehmen aus den Bereichen Lebensmittel und Kosmetik als Kunden gewinnen. Kernzielgruppe sind hier große multinational tätige Konzerne.
Im Geschäftsjahr 2009 haben wir unser Produktspektrum um diverse Neuentwicklungen für Kunden aus dem Bereich der Lebensmittelindustrie ergänzt. Mehr dazu im Kapitel "Forschung und Entwicklung" ab Seite 61.
Ausbau der Position als Qualitäts- und Innovationsführer
In der Forschung und Entwicklung liegt unser Fokus auf innovativen Technologien und Systemen, die unsere Position als Innovationsführer ausbauen. Ein Schwerpunkt dabei ist die Vernetzung von Testmedien, Geräten, Software und Auswertungsmöglichkeiten. Eine Kooperationsvereinbarung zur Verbindung unserer Produktsysteme heipha Datamatrix-Code und Biotest HYCON mit einer innovativen Laborsoftware befindet sich in Vorbereitung.
Das System soll im Jahr 2010 in den Vertrieb gehen und stellt einen wichtigen Schritt in Richtung des papierlosen Labors dar.
Umsatzentwicklung
Im Jahr 2009 erzielten wir im Segment einen Umsatz in Höhe von 50,1 Mio. €, was gegenüber dem Vorjahreswert (46,4 Mio. €) einer Steigerung um 8,0 % entspricht. Wie schon in den Vorjahren, hatte unsere Beteiligungsgesellschaft heipha Dr. Müller GmbH wesentlichen Anteil am Wachstum; auf deren Produkte entfielen annähernd 60 % des Segmentumsatzes. Das Geschäftsvolumen mit Erzeugnissen des Produktbereichs Biotest HYCON blieb demgegenüber weitgehend unverändert.
Mikrobiologisches Monitoring: Umsatz nach Produktgruppen
scroll
| Mio. € | 2009 | 2008 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Biotest HYCON | 12,0 | 12,0 | - |
| heipha | 29,3 | 25,2 | 16,3 |
| Sonstiges* | 8,8 | 9,2 | - 4,3 |
| Summe | 50,1 | 46,4 | 8,0 |
* im Wesentlichen Umsätze Handelsware und Viro-Immun
Die bereits 2008 von der heipha Dr. Müller GmbH in den Markt eingeführten ICRplus-Platten mit Datamatrix-Code wurden verstärkt nachgefragt und übertrafen den Vorjahresumsatz um etwa ein Drittel. Mit ihnen lässt sich die Keimbelastung von Oberflächen einfach und sicher bestimmen und im Prozess elektronisch weiterverarbeiten.
In der regionalen Betrachtung fallen kräftige Umsatzanstiege mit Kunden aus Japan, Italien und Frankreich ins Auge. Sie gehen unter anderem auf erfolgreiches Neugeschäft mit Großabnehmern zurück.
In den USA blieb der Umsatz hinter dem Vorjahreswert zurück. Neben dem schwächeren Dollarkurs wirkte sich hier aus, dass Unternehmen aus der Pharma- und Lebensmittelindustrie bei der Neuanschaffung von Geräten vor allem im ersten Halbjahr 2009 äußerst zurückhaltend agierten. Das mit Nährmedien realisierte Geschäftsvolumen in den USA stieg demgegenüber deutlich an, weil es uns auch in dieser Vertriebsregion gelang, Großabnehmer für unsere Produkte zu gewinnen.
Das bereits seit Jahren von der heipha Dr. Müller GmbH angebotene Seminarprogramm zu verschiedenen Aspekten der Hygienekontrolle führten wir 2009 weiter fort. Die kostenpflichtigen Schulungsveranstaltungen stoßen auf sehr großes Interesse bei Unternehmen aus der Pharma- und Lebensmittelindustrie.
Im Geschäftsjahr brachte der Bereich diverse Produktneu- und -weiterentwicklungen auf den Markt. Dazu gehören ein Test für das Hygiene-Monitoring in der Lebensmittelproduktion sowie die innovativen Geräte im Partikel-Monitoring der Serie "ergo Touch" (Biotest HYCON). Sie zeichnen sich durch eine einfachere Handhabung aus.
Die heipha Dr. Müller GmbH ergänzte die Serie heipha Datamatrix-Code und bietet Testmedien an, die ideal auf den Einsatz in Produktionsstätten von Antibiotika der neuesten Generation ausgerichtet sind.
Seit Oktober 2009 vertreibt Biotest im Rahmen einer Lizenzvereinbarung mit der in Potsdam ansässigen Biotecon Diagnostics GmbH ein Testsystem auf DNA-Basis für die Identifizierung von Mikroorganismen. Dieses Testsystem wurde in einem Ringversuch mit acht führenden Pharmafirmen getestet und als sehr gut für die schnelle Identifizierung von Keimen eingestuft.
Ertragsentwicklung
Das operative Ergebnis im Segment lag mit 4,4 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres (5,6 Mio. €). Einem wachstumsbedingten Ergebnisanstieg standen belastende Effekte aus Investitionen in FuE sowie Marketing und Vertrieb gegenüber.
Produktion
Im Oktober 2009 schlossen wir die Erweiterung unserer Logistikkapazitäten in Eppelheim ab. Hier wurden durch den Neubau eines Lagers zusätzliche 600 Palettenstellplätze geschaffen.
Mit der Installation einer neuen Produktionslinie erhöhte die heipha Dr. Müller GmbH die Kapazität in der Produktion bestrahlter Sedimentationsplatten um 40 %. Die Anlage erlaubt zudem, die Sedimentationsplatten mit Datamatrix-Code zu versehen.
Entwicklung im nicht fortgeführten Segment Medizinische Diagnostik
Die nicht fortgeführten und mit Wirkung zum 6. Januar 2010 veräußerten Aktivitäten des früheren Segments Medizinische Diagnostik erreichten im Jahr 2009 Umsatzerlöse in Höhe von 40,8 Mio. €, ein Plus von 10,0 % gegenüber dem Vorjahr (37,1 Mio. €). Das EBIT betrug - 3,0 Mio. € (2008: - 3,9 Mio. €).
Die Medizinische Diagnostik verfügte innerhalb der Biotest Gruppe nicht über die für ein dauerhaft erfolgreiches Geschäft erforderliche kritische Masse. Im Verbund mit Bio-Rad wird das Segment bessere Perspektiven haben.
FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE
FINANZIERUNGSSTRATEGIE
Die Biotest Gruppe verfolgt eine konservative Finanzierungsstrategie. Oberste Ziele sind, zu jeder Zeit über ausreichende Liquidität zu verfügen und ausreichend Spielraum zu haben, das Wachstum des operativen Geschäfts sicher zu finanzieren und die Investitionen in das Unternehmenswachstum plangemäß umzusetzen.
Der Herstellungsprozess bei Plasmaproteinen erstreckt sich - vor allem durch die im Arzneimittelrecht vorgeschriebenen Prüfzeiten - über einen längeren Zeitraum. Das bringt mit sich, dass wir sowohl bei Vorräten als auch bei fertigen Erzeugnissen temporär höhere Bestände aufbauen und dieses Umlaufvermögen finanzieren müssen.
Biotest setzt Eigen- und Fremdkapital zur Finanzierung ein und strebt eine solide und konservativ ausgerichtete Finanzierungsstruktur an; die Zielmarke für die Eigenkapitalquote liegt bei 40,0 %. Eigen kapital und die langfristige Komponente der Fremdkapitalfinanzierung sollen zusammen das Anlagevermögen abdecken. Für die Finanzierung des operativen Geschäfts schließen wir revolvierende Vereinbarungen über Betriebsmittelkredite ab, die in der Regel ein oder zwei Jahre laufen.
CASHFLOW-RECHNUNG
Biotest erzielte im Jahr 2009 mit 31,3 Mio. € einen höheren Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit als im Vorjahr (30,5 Mio. €). Einem um 4,8% auf 87,4 Mio. € verbesserten EBITDA standen ein erhöhtes Umlaufvermögen und höhere Steuer- und niedrigere Zinszahlungen gegenüber.
Wesentliche Kenngrößen der Kapitalflussrechnung der Biotest Gruppe
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| Mio. € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Operativer Cashflow vor Veränderung des Working Capital | 88,1 | 82,8 |
| Cashflow aus Veränderung des Working Capital | - 35,7 | - 24,1 |
| Gezahlte Zinsen und Steuern | - 21,1 | - 28,2 |
| Mittelfluss aus betrieblicher Tätigkeit | 31,3 | 30,5 |
| Mittelfluss aus Investitionstätigkeit | - 39,6 | - 29,5 |
| Mittelfluss aus Finanzierungstätigkeit | 7,1 | - 1,9 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands | - 1,2 | - 0,9 |
Das deutlich ausgeweitete Umlaufvermögen geht auf umsatzbedingt höhere Forderungen sowie auf den Anstieg des Vorratsvermögens zurück. Letzterer erklärt sich durch das ausgeweitete Geschäftsvolumen sowie dadurch, dass wir im Zusammenhang mit der bevorstehenden Zulassung verschiedener Plasmaproteine (unter anderem Zutectra®) im Jahresverlauf Bestände an Fertigprodukten aufgebaut haben, um nach der Zulassung unmittelbar mit der Vermarktung beginnen zu können.
Aus Investitionstätigkeit flossen im Berichtsjahr 10,1 Mio. € mehr Mittel ab als im Jahr 2008. Die Investitionen konnten zu 79 % aus der Innenfinanzierung dargestellt werden. Zur Deckung der restlichen Finanzierung sowie der Dividendenzahlungen wurden die Kreditlinien in Anspruch genommen.
Kapitalflussrechnung in Mio. €

INVESTITIONEN UND ABSCHREIBUNGEN
Biotest hat im Berichtsjahr 40,2 Mio. € (2008: 32,9 Mio. €) investiert. Von den bilanziellen Zugängen entfielen 38,6 Mio. € (2008: 28,5 Mio. €) auf Investitionen in Sachanlagen und 1,6 Mio. € (2008: 4,4 Mio. €) auf die Anschaffung immaterieller Vermögenswerte.
Investitionen nach Segmenten

Der Großteil der Investitionen floss in den Ausbau der Produktionsanlage für Immunglobuline bei der BPC. Ebenfalls auf den Standort Boca Raton entfielen die Investitionen in die Anlage zur Herstellung monoklonaler Antikörper. Hier wurde eine ehemals zur Vakzineproduktion genutzte Anlage für die Herstellung von monoklonalen Antikörpern umgebaut.
Am Standort Dreieich investierten wir unter anderem in den weiteren Ausbau der Immunglobulin-Produktion. Zudem erwarben wir im Jahr 2009 zwei bebaute Grundstücke in unmittelbarer Nachbarschaft des Hauptsitzes der Biotest Gruppe. Die Gebäude nutzen wir kurzfristig als weitere Lagerfläche, mittel- bis langfristig wollen wir die Flächen für unsere weiteren Ausbaupläne nutzen.
Die heipha Dr. Müller GmbH investierte in den weiteren Ausbau der Produktions- und Lagerkapazitäten in Eppelheim. Unter anderem wurden eine neue Maschine zur Abfüllung von Testmedien installiert sowie Lagerhaltung und Warenfluss optimiert.
Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte umfassen im Wesentlichen weitere SAP Funktionalitäten im Rahmen des Rollout auf die Tochtergesellschaften.
Aufgrund von Abschreibungen in Höhe von 25,9 Mio. € (2008: 24,5 Mio. €) lag das Netto-Investitionsvolumen der Biotest Gruppe im Jahr 2009 bei 14,3 Mio. €, gegenüber 8,4 Mio. € im Jahr davor.
Von den Abschreibungen entfielen 25,4 Mio. € (2008: 24,2 Mio. €) auf planmäßige Abschreibungen. Die außerordentlichen Abschreibungen in Höhe von 0,5 Mio. € (2008: 0,3 Mio. €) entstanden im Wesentlichen auf Mietereinbauten, die bei einem Umzug nicht mitgenommen werden konnten.
VERMÖGENSLAGE
Bilanz
Die Bilanzsumme der Biotest Gruppe lag am 31. Dezember 2009 bei 633,5 Mio. € und damit um 7,0 % über dem Vorjahreswert von 592,0 Mio. €.
Aktiva
Während sich der Bestand an langfristigen Vermögenswerten im Jahresvergleich nur geringfügig veränderte, waren die kurzfristigen Vermögenswerte am Bilanzstichtag deutlich höher als ein Jahr zuvor. Wesentlich hierfür waren das umsatzbedingt ausgeweitete Vorratsvermögen sowie höhere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Wesentliche Aktiva-Positionen der Konzernbilanz der Biotest Gruppe
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| Mio. € | 2009 | 2008 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Aktiva | |||
| Sachanlagevermögen | 232,0 | 229,9 | 0,9 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 66,7 | 73,8 | - 9,6 |
| Vorratsvermögen | 170,3 | 156,6 | 8,7 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 96,0 | 94,5 | 1,6 |
| Sonstige Vermögenswerte | 19,3 | 20,5 | - 5,9 |
Die Erhöhung des Vorratsvermögens resultiert aus höheren Beständen im Segment Plasmaproteine bei der Biotest AG (138,5 Mio. € gegenüber 112,3 Mio. € am 31. Dezember 2008).
Die im Herbst 2009 getroffene Entscheidung, aufgrund des veränderten Marktumfelds die Produktion bei Plasmaproteinen anzupassen, wirkt sich aufgrund der langen Herstellungszyklen erst zeitverzögert auf den Vorratsbestand aus. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen mit dem höheren Umsatzvolumen; wobei es uns durch Factoring gelang, die Wachstumsrate unter dem Umsatzanstieg zu halten. Zum Bilanzstichtag hatten wir Forderungen in Höhe von 40,6 Mio. € (2008: 26,2 Mio. €) im Rahmen von Factoring veräußert; dies entsprach einem Anteil am gesamten Forderungsvolumen von 28,9 %.
Von den bilanzierten Forderungen in Höhe von 96,0 Mio. € waren 68,7 Mio. € (71,6 %) zum Bilanzstichtag nicht wertgemindert und nicht fällig. Im Vorjahr hatte der Anteil nicht fälliger Forderungen bei 65,4 % gelegen. Eine detaillierte Darstellung der Struktur des Forderungsbestands enthält Ziffer E8 des Anhangs zum Konzernabschluss (ab Seite 132).
Die sonstigen Vermögenswerte setzten sich am Bilanzstichtag unter anderem aus Forderungen gegen Factoring-Gesellschaften in Höhe von 9,8 Mio. € (2008: 12,2 Mio. €) und Vorsteuer- und sonstigen Steuerforderungen von 0,7 Mio. € (2008: 3,0 Mio. €) zusammen.
Passiva
Auf der Passivseite resultiert der Anstieg der Bilanzsumme aus einem um die Gewinne des Jahres 2009 (abzüglich der Dividende für 2008) erhöhten Eigenkapital sowie aus höheren Finanzverbindlichkeiten. Das Volumen der Rückstellungen blieb im Jahresvergleich nahezu unverändert.
Wesentliche Passiva-Positionen der Konzernbilanz der Biotest Gruppe
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| Mio. € | 2009 | 2008 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Passiva | |||
| Eigenkapital | 269,9 | 253,4 | 6,5 |
| Langfristige Verbindlichkeiten | 214,8 | 220,3 | - 2,5 |
| davon langfristige Finanzverbindlichkeiten | 153,7 | 166,6 | - 7,7 |
| davon Rückstellungen | 51,9 | 47,1 | 10,2 |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | 148,8 | 118,3 | 25,8 |
| davon Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 40,6 | 48,7 | - 16,6 |
Die Veränderung des langfristigen Fremdkapitals geht im Wesentlichen auf niedrigere Finanzverbindlichkeiten zurück.
Bei den langfristigen Rückstellungen ist mit 51,9 Mio. € (2008: 47,1 Mio. €) der wesentliche Teil auf Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen zurückzuführen. Die Veränderung zum Vorjahr entstand vor allem durch versicherungsmathematische Verluste.
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten legten im Jahresvergleich um 25,8 % zu. Wesentlicher Faktor für diese Entwicklung war, dass wir bestehende Kreditlinien zur Betriebsmittelfinanzierung stärker in Anspruch nahmen.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen fielen um 16,6 % auf 40,6 Mio. €.
Die Leasingverbindlichkeiten haben sich gegenüber dem 31. Dezember 2008 um 11,6 % auf 10,6 Mio. € erhöht. Hierzu trug bei, dass wir die Software SAP im Rahmen eines Mietkaufs aktiviert und finanziert haben.
Mit 42,6 % lag die Eigenkapitalquote am Bilanzstichtag um 0,2 Prozentpunkte niedriger als ein Jahr zuvor, aber immer noch deutlich über dem Zielwert von 40,0 %. Von der Bilanzsumme waren 76,5 % durch Eigenkapital oder langfristiges Fremdkapital abgedeckt. Die Laufzeitenstruktur der Darlehensverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2009 ist unter Punkt E15 (ab Seite 142) des Anhangs zum Konzernabschluss detailliert dargelegt.
FINANZIERUNG
Den Kern der Fremdkapitalfinanzierung bildete das langfristige Konsortialdarlehen in Höhe von 230,0 Mio. €, das Biotest 2007 im Zusammenhang mit dem Erwerb des US-Plasmaprotein-Geschäfts aufgenommen hatte und 2009 erweitert hat. Bisher wurden im langfristigen Bereich 5,0 Mio. € plangemäß getilgt.
Mit Wirkung vom 6. Mai 2009 erweiterte Biotest die Kreditvereinbarung mit den Konsortialbanken. Der bestehende Finanzierungsrahmen wurde um eine zweijährige Betriebsmittellinie in Höhe von 40,0 Mio. € ergänzt. Darüber hinaus wurde eine zusätzliche Linie in Höhe von 15,0 Mio. € zur Deckung von Wechselkursänderungen des Euro zum US-Dollar für ein Darlehen der BPC in Höhe von 85,0 Mio. € vereinbart. Dadurch ist gesichert, dass Wechselkursänderungen die freien Kreditlinien nicht einschränken, sofern die Effekte unter 15,0 Mio. € liegen. Weiterhin wurde der Biotest AG von einer weiteren Bank eine Kreditlinie in Höhe von 20,0 Mio. € im Geschäftsjahr 2009 eingeräumt.
Zum Bilanzstichtag 2009 standen Biotest freie Kreditlinien in Höhe von 70 Mio. € zur Verfügung.
Von den bestehenden Fremdkapitallinien muss Biotest im Geschäftsjahr 2010 Tilgungen in Höhe von 50,8 Mio. € leisten. Darin sind auch die Finanzverbindlichkeiten aus Betriebsmittellinien enthalten. Biotest plant, die bestehenden Betriebsmittellinien im Jahr 2010 weitgehend zu prolongieren.
Unter Punkt E8 des Anhangs zum Konzernabschluss (Seite 132) legt Biotest die Bedeutung außerbilanzieller Finanzierungsinstrumente für den Konzern dar; Punkt F3 (ab Seite 160) enthält Ausführungen zu den eingesetzten Finanzderivaten (unter anderem Zins- und Währungsswaps).
DIE BIOTEST-AKTIE
BÖRSENUMFELD
Die Entwicklung im Börsenjahr 2009 verlief zweigeteilt: Im ersten Quartal befanden sich die Kurse auf breiter Front im Abwärtstrend. Nahezu sämtliche Auswahlindizes der Deutschen Börse erreichten Ende März 2009 ihr Jahrestief So verlor der Deutsche Aktienindex DAX gegenüber dem Jahresschlussstand 2008 etwa 25%, beim SDAX war der Rückgang ähnlich deutlich. In den folgenden Quartalen legten die Notierungen dann wieder kräftig zu. Ende 2009 stand der DAX bei 5.957,43 Punkten, auf Jahressicht ein Plus von 23,9%. Der SDAX notierte am Ende des letzten Handelstages 2009 bei 3.549,02 Punkten, was gegenüber dem Vorjahresschlussstand ein Plus um 26,7% bedeutet.
Biotest-Aktie: Entwicklung 2009 Schlussstand 2008 = 100

Der Index DAX sector Pharma & Healthcare der Deutschen Börse, der die Kursentwicklung der wichtigsten Aktien des Pharma- und Gesundheitssektors abbildet, ging mit 1.639,25 Punkten aus dem Handel. Gegenüber dem Schlussstand 2008 (1.429,64 Punkte) entspricht das einem Anstieg um 14,7%.
ENTWICKLUNG AKTIENKURS UND BÖRSENUMSATZ
Die Kurse der Stamm- und Vorzugsaktien der Biotest AG folgten dem Markttrend und gaben im ersten Quartal 2009 deutlich nach. Am Aufschwung der Folgequartale partizipierten die Papiere jedoch weniger stark, sodass die Verluste der ersten drei Monate nicht wettgemacht wurden. Die Jahresschlusskurse von 38,90 € (Stammaktien) und 34,42 € (Vorzugsaktien) bedeuten auf Jahressicht ein Minus von 28,7 % beziehungsweise 24,8 %.
Der Börsenwert der Biotest AG lag am 30.12.2009 um 27,2 % unter dem Wert des Vorjahres. In der für die Zusammensetzung der Auswahlindizes der Deutschen Börse unter anderem maßgeblichen Rangliste der Marktkapitalisierung des Streubesitzes nahm die Vorzugsaktie der Biotest AG Ende 2009 den 17. Platz im SDAX ein. In der Rangliste des Börsenumsatzes der vorangegangenen zwölf Monate belegte sie Platz 7.
Daten und Kennzahlen zur Biotest-Aktie
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| € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Ergebnis je Aktie | 2,49 | 2,56 |
| Mehrdividendenanspruch Vorzugsaktie | 0,06 | 0,06 |
| Ergebnis je Vorzugsaktie | 2,55 | 2,62 |
| Cashflow je Aktie2) | 7,52 | 7,06 |
| Dividende je Stammaktie1) | 0,34 | 0,30 |
| Dividende je Vorzugsaktie1) | 0,40 | 0,36 |
| KURSENTWICKLUNG STAMMAKTIEN (XETRA-Daten) | ||
| Eröffnungskurs | 56,00 | 38,50 |
| Höchstkurs3) | 56,00 | 67,00 |
| Tiefstkurs3) | 26,00 | 30,00 |
| Schlusskurs | 38,90 | 54,56 |
| KURSENTWICKLUNG VORZUGSAKTIEN (XETRA-Daten) | ||
| Eröffnungskurs | 45,77 | 34,40 |
| Höchstkurs3) | 48,35 | 64,00 |
| Tiefstkurs3) | 24,55 | 25,41 |
| Schlusskurs | 34,42 | 45,77 |
| MARKTKAPITALISIERUNG BIOTEST AG (Jahresende, Mio. €) | ||
| Gesamt | 433,24 | 594,79 |
| davon Stammaktien | 256,55 | 359,84 |
| davon Vorzugsaktien | 176,69 | 234,95 |
1) Wert für das Jahr 2009: Vorschlag an die HV
2) Operativer Cashflow vor Veränderung des Working Capital
3) Kursrelevante Angaben beziehen sich auf den jeweiligen Wert (Intraday) im XETRA®-Handel in der Frankfurter Wertpapierbörse.
AKTIONÄRSSTRUKTUR
Das Grundkapital der Biotest AG belief sich zum Jahresende 2009 auf rund 30 Mio. €. Es ist in 6.595.242 Stammaktien und 5.133.333 Vorzugsaktien ohne Stimmrecht eingeteilt. Bei den Stammaktien stellte sich die Aktionärsstruktur zum Jahresende laut den bis dahin vorliegenden Mitteilungen gemäß § 21 WpHG wie folgt dar:
Aktionärsstruktur Stammaktien

Die OGEL GmbH wird als Unternehmen laut eigener Mitteilung von Dr. Cathrin Schleussner kontrolliert, die Mitglied des Aufsichtsrats der Biotest AG ist. In der Gesellschaft haben die Mitglieder der Familie Schleussner ihre Anteile an der Biotest AG zusammengefasst.
Im Jahr 2009 gingen dem Vorstand keine Meldungen gemäß §21 Abs. 1 WpHG über Veränderungen zur Aktionärsstruktur zu. Im Februar 2009 informierte die OGEL GmbH den Vorstand darüber, dass sie die im Jahr 2008 begonnenen Gespräche über einen möglichen Verkauf ihrer Stammaktien der Biotest AG nicht weiter fortführt.
Informationen zur Hauptversammlung 2009 der Biotest AG enthält der Corporate Governance Bericht (ab Seite 87), der Bestandteil der Erklärung zur Unternehmensführung ist.
DIALOG MIT DEM KAPITALMARKT
Einen kontinuierlichen Dialog mit den Akteuren am Kapitalmarkt zu pflegen und zeitnah über wesentliche Entwicklungen zu informieren, hat einen hohen Stellenwert für Biotest. Im Geschäftsjahr pflegten wir einen stetigen und engen Dialog mit Aktionären, Analysten, Medien und der Öffentlichkeit. Die Zahlen zu Umsatz und Ergebnis des Jahres 2008 stellten wir am 11. März 2009 im Rahmen der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt am Main vor. Am 5. November 2009 präsentierte der Vorstand in einer Presse- und Analystenkonferenz die Entwicklung von Geschäft und Ertrag sowie die Fortschritte in der Umsetzung der Unternehmensstrategie in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres.
Die Zwischenberichte nach drei, sechs und neun Monaten der Biotest Gruppe sowie der Konzernabschluss wurden nach den Richtlinien des International Accounting Standards Board (IASB), London, erstellt. Den Konzernabschluss und den Geschäftsbericht 2008 veröffentlichten wir am 23. März 2009.
In Präsentationen und Einzelgesprächen im Rahmen von Konferenzen, Branchenforen und Roadshows erläuterte der Vorstand die Strategie sowie die operative Entwicklung des Unternehmens an wichtigen Finanzplätzen in Europa und Nordamerika. Ferner präsentierte sich Biotest bei sechs Investorenkonferenzen in Frankfurt, London, München und New York. Darüber hinaus standen wir Aktionären, Investoren, Analysten und Journalisten während des gesamten Jahres für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung.
Über für die Unternehmensentwicklung und -bewertung wesentliche Ereignisse und Entwicklungen informierten wir die Öffentlichkeit umgehend in Form von Ad-hoc- beziehungsweise Pressemitteilungen.
Sämtliche Mitteilungen und Publikationen des Unternehmens sowie weitere Informationen stehen im Bereich "Investor Relations" der Internetpräsenz der Biotest Gruppe (www.biotest.de) bereit. Dort enthalten ist auch eine Übersicht aller entsprechenden Veröffentlichungen im Jahr 2009 (Jährliches Dokument).
BEGLEITUNG DURCH ANALYSTEN
Im Geschäftsjahr 2009 begleiteten fünf Banken und Analystenhäuser die Entwicklung der Biotest Gruppe im Rahmen einer regelmäßigen Coverage. Die von ihnen ausgesprochenen Empfehlungen hinsichtlich der Vorzugsaktien stellten sich am 31. Dezember 2009 wie folgt dar:
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| Kaufen / Buy / Accumulate: | 3 |
| Halten / Hold: | 2 |
| Verkaufen / Sell / Reduce: | 0 |
Weitere Informationen zu den jeweiligen Analysten enthält unsere Internetseite unter: www.biotest.de/Investoren.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
AUSRICHTUNG DER AKTIVITÄTEN IN FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Die FuE-Aktivitäten der Biotest Gruppe sind darauf ausgerichtet, die Position als Anbieter hochspezifischer Produkte für Immunologie und Hämatologie auszubauen. Bei Plasmaproteinen liegt unser Fokus darauf, für unsere Produkte neue Indikationen zu erschließen und sie in der Handhabung zu verbessern, beispielsweise durch einfachere Applikationsformen. Biotest verfügt über die Kompetenzen und Ressourcen, Entwicklungsprojekte bei Plasmaproteinen von der präklinischen Phase bis zur Zulassung durch eigene Teams voranzutreiben.
Bei den monoklonalen Antikörpern ergänzen sich die Leitindikationen - schwerwiegende Autoimmun- und hämatologische Erkrankungen - mit den Anwendungsgebieten unserer Plasmaproteine. Biotest verfügt daher bereits über umfangreiche Erfahrung in diesen Indikationen und ist zudem sehr gut mit den in diesem Bereich tätigen Forschungsinstitutionen und Kliniken vernetzt.
Die ab der klinischen Phase III geplante Zusammenarbeit mit einem Entwicklungs- und Vermarktungspartner soll Biotest in die Lage versetzen, alle drei monoklonalen Antikörper mit hoher Priorität weiterzuentwickeln. Entsprechend dem Fortschritt der Entwicklung baut Biotest die eigenen Ressourcen im Segment Biotherapeutika kontinuierlich aus.
Im Segment Mikrobiologisches Monitoring legen wir den Fokus von Forschung und Entwicklung unverändert darauf, Lösungen zur Steigerung von Effizienz und Sicherheit des Hygiene-Monitorings zu entwickeln. Verbesserte Testmedien zählen dazu ebenso wie die weitere Entwicklung von Automatisierungskonzepten.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG IM GESCHÄFTSJAHR 2009
Im Geschäftsjahr 2009 hat Biotest 48,5 Mio. € für Forschung und Entwicklung aufgewendet, das entspricht einem Anteil am Konzernumsatz von 11,0 % (2008: 11,0 %). Die Aufwendungen teilen sich zum Großteil in Personalkosten und externe Kosten durch Outsourcing von präklinischen, klinischen und Produktionsaktivitäten auf.
Aufwendungen Forschung und Entwicklung nach Segmenten
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| Mio. € | 2009 | 2008 | Veränderung in % |
|---|---|---|---|
| Plasmaproteine | 25,7 | 24,0 | 7,1 |
| Biotherapeutika | 20,7 | 16,6 | 24,7 |
| Mikrobiologisches Monitoring | 2,1 | 1,7 | 23,5 |
| Summe | 48,5 | 42,3 | 14,7 |
Die Zahl der mit Forschung und Entwicklung befassten Mitarbeiter (Vollzeitstellen) in der Biotest Gruppe stieg im Jahresverlauf 2009 um 14,5 % auf 173,4; dies entspricht einem Anteil an der Gesamtbelegschaft von 9,5 %.
WESENTLICHE ERGEBNISSE DER FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Segment Plasmaproteine
Über die bereits in der Darstellung der Geschäftsentwicklung (vgl. ab Seite 47) erwähnten Zulassungen für Intratect®, Albiomin sowie für die Hepatitis-B-Immunglobuline Hepatect® und Zutectra® hinaus haben wir im Geschäftsjahr 2009 bei weiteren FuE-Projekten wichtige Fortschritte erzielt.
Neuentwicklungen
IgM-Konzentrat:
Im Juni 2009 starteten wir die klinische Entwicklung des in Dreieich produzierten IgM-Konzentrats. In der klinischen Studie der Phase I erhielten 24 Probanden das Präparat. Das Ziel der Studie war, die Verträglichkeit und Pharmakokinetik zu untersuchen. Während der Behandlung sowie in der 13-wöchigen Nachbeobachtungsphase traten keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auf.
Das Mittel wird für ein vergleichbares Indikationsspektrum entwickelt wie das bereits zugelassene Pentaglobin®. Das neue Präparat hat einen noch höheren IgM-Anteil und konnte damit im Patienten eine verbesserte funktionelle Aktivität zeigen.
Civacir™:
Das Hyperimmunglobulin entwickelt die BPC in der Indikation Hepatitis-C-Virus-Reinfektions-Prophylaxe nach Lebertransplantationen mit dem Ziel, eine Zulassung in den Vereinigten Staaten und in der Europäischen Union zu erreichen. Im Geschäftsjahr 2009 haben wir weitere präklinische Daten gesammelt, um eine optimale Antikörperkonzentration für dieses Präparat zu erhalten. Die dabei gewonnenen Ergebnisse zur virusneutralisierenden Wirkung waren sehr gut.
Intravenöses Immunglobulin (IVIG):
In der klinischen Studie der Phase III wurde die Behandlung des zuletzt eingeschlossenen Patienten im Mai 2009 abgeschlossen, nachdem die vorgesehene Behandlungsdauer von zwölf Monaten erreicht war. Die Arbeit am klinischen Abschlussbericht begann nach Ende der obligatorischen Nachbeobachtungsphase von drei Monaten im August 2009. Dieses Präparat wird nur für den US-Markt entwickelt. Die Zulassung soll im 3. Quartal 2010 beantragt werden.
Zutectra®:
Parallel zum EU-Zulassungsverfahren haben wir im Berichtsjahr die Markteinführung des Hepatitis-Immunglobulins vorbereitet. Nach der Zulassungserteilung im Dezember 2009 wurde der Vertrieb Anfang 2010 aufgenommen.
Weiterentwicklung bestehender Produkte
Intratect®:
Eine klinische Studie der Phase III brachte vielversprechende Daten zur Wirksamkeit in der Indikation chronisches Schmerzsyndrom/Fibromyalgie. Das Schmerzniveau konnte statistisch signifikant und klinisch relevant reduziert werden. In weiteren immunologischen Tests soll gezeigt werden, welche Patientengruppen von der Immunglobulintherapie profitieren können.
Cytotect®:
Eine internationale Phase-III-Studie wurde initiiert, um eine Zulassung in der Indikation "Vermeidung der Übertragung einer Cytomegalie-Virus-Infektion und Vermeidung von Behinderungen des ungeborenen Kindes während der Schwangerschaft" zu erreichen. Bis Ende 2009 wurden circa 4.000 Schwangere in die Studie eingeschlossen.
Da die primäre CMV-Infektion in etwa 1 % der Schwangeren auftritt, müssen etwa weitere 20.000 Frauen in die Studie eingeschlossen werden. In der zweiten Jahreshälfte wurden zusätzliche große Krankenhäuser in weiteren europäischen Ländern in die Studie aufgenommen. Ziel dieser Maßnahme ist, den Ablauf des Projekts zu beschleunigen.
Segment Biotherapeutika
Im September 2009 begann mit der ersten Verabreichung des Antikörpers an einen Probanden die klinische Entwicklung von BT-063. Damit befinden sich nun alle drei monoklonalen Antikörper aus der Biotest-Pipeline in der klinischen Phase.
Fortschritt der klinischen und präklinischen Studien
Im Geschäftsjahr 2009 liefen für die drei monoklonalen Antikörper von Biotest sechs klinische Studien. Für eine weitere Studie zur Entwicklung von BT-061 wurden im September 2009 die Unterlagen eingereicht; für eine weitere Studie mit BT-062 wurden im Oktober 2009 die Unterlagen bei der FDA eingereicht.
Klinische Studien im Segment Biotherapeutika
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| Art der Studie und Indikation | Studien-Nummer | Dosierung / Studiendesign | Geplante Zahl der Teilnehmer | Status*) |
|---|---|---|---|---|
| BT-061 | ||||
| Phase I Erprobung an Gesunden | 961 | intravenös bis 60 mg, subkutan bis 180 mg, Einfachgabe | 57 | Anwendung bei Probanden abgeschlossen, Endauswertung liegt vor |
| Phase IIa Rheumatoide Arthritis | 962 | bis zu 100 mg subkutan und 25 mg intravenös, Mehrfachgabe, Behandlungsdauer sechs Wochen, placebokontrolliert | 96 | Patientenrekrutierung läuft (letzte Behandlungsgruppe), positive Ergebnisse aus Zwischenanalyse liegen vor |
| Phase II Rheumatoide Arthritis (BT-061 + MTX**) , placebokontrolliert) | 971 | 0,5 mg und 2,0 mg intravenös, 50 mg subkutan, Mehrfachgabe, Behandlungsdauer 8 Wochen | 110 | Intravenöse Verabreichung: Behandlung der Patienten abgeschlossen, Ergebnisse aus Zwischenanalyse liegen vor Subkutane Verabreichung: Patientenrekrutierung läuft |
| Phase I/IIa Psoriasis | 967 | bis zu 20 mg intravenös, bis zu 25 mg subkutan, Einfachgabe, placebokontrolliert | 56 | Behandlung der Patienten abgeschlossen, Endauswertung liegt im März 2010 vor |
| Phase II Psoriasis | 973 | Mehrfachgabe, intravenös und subkutan, placebokontrolliert, Behandlungsdauer 8 Wochen | 48 | Erste Patienten im Februar 2010 rekrutiert |
| BT-062 | ||||
| Phase I Multiples Myelom | 969 | wiederholte Einfachgabe, intravenös alle 21 Tage, 10-200 mg/m2 | 34 | Studie läuft, Präsentation von Zwischenergebnissen im Dezember 2009 (ASH) |
| Phase I/IIa Multiples Myelom | 975 | wiederholte Mehrfachgabe (split dose), intravenös | 60 | Protokoll im November 2009 durch FDA genehmigt |
| BT-063 | ||||
| Phase I Erprobung an Gesunden | 977 | Einfachgabe, intravenös, bis zu 100 mg | 24 | Erste Verabreichung an Probanden im September 2009 |
*) Stand 31. Dezember 2009, sofern nicht anders vermerkt
**) Methotrexat, Präparat mit hohem Stellenwert in der RA-Therapie
Entwicklung BT-061:
Die Studie 961 an Gesunden, die regulär im vierten Quartal 2008 abgeschlossen worden wäre, wurde erweitert. Es wurden weitere Dosierungen getestet, um zusätzliche Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit des Antikörpers in höheren subkutan verabreichten Dosen zu ermitteln. Die Endauswertung dieser Studie liegt vor.
In Studie 971 war ursprünglich vorgesehen, den Antikörper ausschließlich intravenös (IV) zu verabreichen. Nachdem wir den optimal wirkenden Level bereits mit geringen intravenösen Dosierungen erreichten, haben wir das Studiendesign um subkutane Verabreichungen erweitert. Damit sind wir unserem Entwicklungsziel, BT-061 als subkutan zu verabreichendes Präparat zur Zulassung zu führen, einen Schritt näher gekommen. Im Oktober 2009 präsentierte Biotest die Ergebnisse aus der Analyse der Daten eines ersten entblindeten Teils der Studie.
Für die Indikation Psoriasis wurde basierend auf den positiven Daten der Phase I/IIa-Studie eine Phase-II-Studie initiiert.
Entwicklung BT-062:
Die klinische Studie der Phase I lief im Geschäftsjahr 2009 planmäßig weiter. Da es sich beim Multiplen Myelom um eine onkologische Erkrankung handelt, darf das Immunkonjugat aus einem monoklonalen Antikörper und einem hochwirksamen Zellgift (Toxin) in dieser Indikation bereits in der klinischen Phase I an Patienten getestet werden.
Im Dezember 2009 präsentierte Biotest im Rahmen des Fachkongresses der American Society of Haematology (ASH Meeting) in New Orleans vorläufige Daten aus der Studie, in die bis zu diesem Zeitpunkt 25 Patienten eingebunden waren.
Basierend auf den ermutigenden Resultaten zur Wirksamkeit und der bislang beobachteten guten Verträglichkeit verfolgte Biotest die Entwicklung von BT-062 weiter und initiierte eine Studie mit einem intensiveren Dosierungsschema.
Im Hinblick auf die geplante klinische Entwicklung in Europa etablierten wir ein wissenschaftliches Beratergremium (Scientific Advisory Board) mit europäischen Onkologen. Die klinische Entwicklung von BT-062 in Europa wird nach der Festlegung des Dosierungsschemas voraussichtlich im Jahr 2011 beginnen.
Entwicklung BT-063:
Nach Genehmigung der Phase-I-Studie durch die zuständige Behörde und die Ethik-Kommission wurde BT-063 im September 2009 dem ersten Probanden verabreicht. Bisher zeigte sich der Antikörper als gut verträglich.
Bisher vorliegende Ergebnisse
Alle bisher vorliegenden Daten aus der klinischen Entwicklung sind sehr zufriedenstellend. Die monoklonalen Antikörper haben sich als allgemein gut verträglich erwiesen. Hinweise auf klinische Wirksamkeit wurden in beiden Indikationen gefunden. Auch die Phase-I-Studie bei BT-062 zeigte erste Hinweise auf Wirksamkeit. Bei 53 % der Patienten konnte das Fortschreiten der Tumorerkrankung mehr als sechs Wochen aufgehalten werden, bei einem Patienten sogar 30 Wochen.
Segment Mikrobiologisches Monitoring
Im Fokus der FuE-Aktivitäten des Jahres 2009 standen Lösungen zur Prozessverkürzung auf Basis der Polymerase Chain Reaction (PCR), die den Zeitraum von der Probeentnahme bis zum Ergebnis verkürzen.
Im Juli 2009 führten wir neu entwickelte Real Time PCR Testkits zum Nachweis bakterieller Krankheitserreger (zum Beispiel Salmonellen) in Lebensmitteln in den Markt ein. Diese Testkits werden zur Qualitätssicherung im Lebensmittelbereich eingesetzt, um die gesetzlichen Vorschriften und Normen für die verschiedensten Bereiche, zum Beispiel Babynahrung oder Milchprodukte, einzuhalten.
Im September 2009 erfolgte die Einführung eines Real Time PCR Schnelltests für das Hygiene-Monitoring in den Reinräumen der Pharmaindustrie. Dieser innovative Test zur schnellen und einfachen Identifikation von häufig vorkommenden Mikroorganismen basiert auf molekulargenetischen Methoden und stellt eine gute Ergänzung unseres Nährboden-Programms für diese Zielgruppe dar. Weitere PCR-basierte Produkte befinden sich in der Entwicklung.
Patentschutz
Durch die Einreichung von sieben weiteren Patentanmeldungen im Segment Biotherapeutika setzte Biotest seine Strategie zum breiten Schutz der Eigenentwicklungen im Geschäftsjahr fort. Die Anmeldungen beziehen sich sowohl auf die klinische Anwendung als auch auf den Wirkmechanismus der Antikörper.
PERSONAL
ENTWICKLUNG DES PERSONALBESTANDS
Am 31. Dezember 2009 beschäftigte die Biotest Gruppe in den fortgeführten Geschäftsbereichen weltweit 1.983 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 1.834,3 Vollzeitstellen; ein Jahr zuvor waren es 1.842 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 1.701,2 Vollzeitstellen. Weitere 256,0 Vollzeitstellen (2008: 251,1 Vollzeitstellen) waren dem aufzugebenden Geschäftsbereich zugeordnet.
Der Anstieg der Vollzeitstellen um 7,8% geht zu einem großen Teil auf das Segment Plasmaproteine zurück. Hierin schlugen sich der Erwerb der Plasmapheresestation sowie die Ausweitung der Produktion in Dreieich nieder. Darüber hinaus bauten wir die FuE-Teams im Segment Biotherapeutika entsprechend dem Projektfortschritt weiter aus.
Mit 710,6 Vollzeitstellen entfielen Ende 2009 rund 39% aller Arbeitsplätze im Konzern auf die Biotest AG, weitere 588,8 Vollzeitstellen (32%) auf die BPC.
Mitarbeiter nach Segmenten (Vollzeitstellen)
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| 2009 | 2008 | Veränderung in % |
|
|---|---|---|---|
| Plasmaproteine | 1.438,8 | 1.356,7 | 6,1 |
| Biotherapeutika | 58,1 | 38,2 | 52,1 |
| Mikrobiologisches Monitoring | 314,0 | 292,8 | 7,2 |
| Corporate | 23,4 | 13,5 | 73,3 |
| Biotest Gruppe | 1.834,3 | 1.701,2 | 7,8 |
Zum Bilanzstichtag lagen 58,8 % der Arbeitsplätze in der Gruppe in Deutschland, weitere 33 % in den USA.
Am 31. Dezember 2009 beschäftigte die Biotest AG 25 Auszubildende (2008: 21). Darüber hinaus waren drei Trainees (wie im Vorjahr) in der Ausbildung.
ORGANISATION UND ARBEITSZEITEN
Im Segment Plasmaproteine behielten wir die im Frühjahr 2008 in der Plasmafraktionierung eingeführte vollkontinuierliche Wechselschicht mit verringerter Schichtstärke bis Jahresende 2009 bei. Seit dem 1. Januar 2010 ruht die Produktion an den Wochenenden und es wird wieder in teilkontinuierlicher Wechselschicht gearbeitet.
Mit Einführung der vollkontinuierlichen Wechselschicht hatte Biotest etwa 15 Stellen in der Plasmaprotein-Produktion im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit) besetzt. Seit Jahresende 2009 beschäftigen wir in der Produktion keine Zeitarbeitnehmer mehr.
Einige Positionen mussten wir über befristete Versetzungen anders besetzen, was dank der Flexibilität und Kooperationsbereitschaft der betroffenen Mitarbeiter und der konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat zügig gelang. Sollte sich das Marktumfeld wieder verbessern, wären wir in der Lage, in der Produktion zügig darauf zu reagieren.
VERGÜTUNG
Am 1. Juni 2009 startete die erste Tranche des neuen Long-Term-Incentive-Programms (LTIP) 2009, des Systems zur erfolgsorientierten Vergütung von Fach- und Führungskräften bei Biotest. Die Tranche läuft von 2009 bis 2011, die Auszahlung der Incentive-Zahlung ist für das Jahr 2012 vorgesehen. Im Vergleich zu den vorhergegangenen drei Tranchen haben wir in diesem Jahr den Kreis der Teilnahmeberechtigten erweitert.
Die Teilnahme am LTIP erfolgt auf Einladung des Vorstands, sie ist an ein Eigeninvestment in Vorzugsaktien der Biotest AG gekoppelt. Anders als in den Vorjahren konnten nun die im Zuge vorheriger Tranchen des LTIP erworbenen Aktien nicht auf das erforderliche Eigeninvestment angerechnet werden.
Zudem muss ein Teil der für die Tranchen der Vorjahre erworbenen Aktien bis zum Ablauf der vierten Tranche weiter im Depot gehalten werden. Die Zahl muss mindestens 50 % der Aktien entsprechen, die im Rahmen der 2009er-Tranche neu erworben wurden.
Im Mai 2009 leistete Biotest die Incentive-Zahlung der ersten Tranche des LTIP (Laufzeit 2006 bis Ende 2008). Eine Incentive-Zahlung für die Tranche 2007 wird Biotest im Mai 2010 leisten.
Die Erfolgsfaktoren sind ein Element, aus dem sich die Incentive-Zahlung ergibt. Die weiteren Faktoren und das im LTIP angewandte Berechnungsverfahren sind in Kapitel F1 des Anhangs zum Konzernabschluss ausführlich dargestellt.
Im Jahr 2009 erweiterte die Biotest AG die betriebliche Altersversorgung um ein zusätzliches Angebot. Im Wege der freiwilligen Entgeltumwandlung können Teile des Bruttoentgeltes in den Biotest-Vorsorge-Sparplan eingezahlt werden.
Das angesammelte Vermögen wird bis zum Jahr 2012 mit 4,0 % pro Jahr verzinst, in den Folgejahren wird der Zinssatz mindestens 0,5 Prozentpunkte über dem jeweiligen Garantiezins bei Kapitallebensversicherungen liegen. Für Tarifarbeitnehmer zahlte die Biotest AG im Jahr 2009 eine freiwillige Erfolgsbeteiligung für das Jahr 2008 in den Vorsorge-Sparplan ein.
Die Sparer erwerben einen Anspruch auf Auszahlung des verzinsten Kapitals zu Rentenbeginn gegen die Biotest AG. Biotest bildet für die Verpflichtungen entsprechende Rückstellungen. Das Vorsorgekapital ist durch den Pensionssicherungsverein gegen die Folgen einer Insolvenz geschützt.
PERSONALENTWICKLUNG
Führungskräfte- und Führungsnachwuchsentwicklung
Biotest hat die Aktivitäten in diesem Bereich weiter ausgebaut. Bereits im Jahr 2008 eingeführte Programme zur Weiterentwicklung wurden fortgesetzt und um weitere Bausteine ergänzt. Besonders wichtig war uns in diesem Zusammenhang, die internationale Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe zu stärken.
Das in der Biotest Gruppe seit 2008 aufgenommene General Management Programm ist für die Leiter der Beteiligungsgesellschaften der Gruppe und Mitglieder der obersten Führungsebene der Biotest AG bestimmt. Es hat zum Ziel, die strategische, methodische und fachliche Kompetenz der Teilnehmer weiterzuentwickeln. Biotest kooperiert hier mit einer international anerkannten Business-School.
Das Programm "Effective Management & Leadership" zur Weiterentwicklung der Führungs- und Management-Kompetenz wurde von 45 hierfür ausgewählten Teilnehmern aus dem In- und Ausland wahrgenommen.
Von der Ende 2008 eingeführten Möglichkeit, über das 360-Grad-Feedback eine umfassende Standortbestimmung im Hinblick auf das wahrgenommene Führungsverhalten vorzunehmen, machten mehr als 95 % der Berechtigten aus dem leitenden Führungskreis und 80 % der nachgeordneten Führungskräfte Gebrauch.
Aus- und Weiterbildung
Die Biotest AG hat im vergangenen Jahr elf neue Auszubildende eingestellt, fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Mit den Ausbildungsmöglichkeiten zum Elektroniker (Fachrichtung Betriebstechnik) und Industriemechaniker (Fachrichtung Instandhaltung) erweiterten wir das Spektrum der angebotenen Ausbildungen auf nunmehr sechs Berufsbilder. Weitere Ausbildungsberufe sind Biologielaborant, Chemikant, Industriekaufmann sowie Kaufmann für Bürokommunikation. Alle Ausbildungen stehen Frauen und Männern gleichermaßen offen.
Das internationale Trainee-Programm mit Schwerpunkt Marketing und Vertrieb lief weiter. Mit der Gewinnung eines weiteren Trainees konnten wir die Teilnehmer dieses zweijährigen Ausbildungsprogramms für Hochschulabsolventen im Jahr 2009 auf vier Personen erhöhen. Das Auswahlverfahren für weitere neue Trainees wurde begonnen.
Im 2. Quartal 2009 starteten wir das "Programm 60 +". Damit wollen wir für die Arbeitsplätze frühzeitig eine Nachfolge sichern, die derzeit durch Mitarbeiter besetzt sind, die 60 Jahre oder älter sind. Dazu identifizieren wir Nachfolgekandidaten, die das Potenzial haben, mittelfristig die Aufgaben der ausscheidenden Kollegen zu übernehmen und bereiten sie mit entsprechenden Qualifizierungsangeboten darauf vor. Besonders wichtig ist dabei für uns, die Nachwuchskräfte von den Erfahrungen und Fachkenntnissen der gegenwärtigen Stelleninhaber profitieren zu lassen.
Drei Mitarbeiter nutzten das im Jahr 2009 neu eingeführte Angebot der beruflichen Weiterqualifizierung zum Industriemeister. Zusätzlich unterstützt Biotest seit 2009 zwei Mitarbeiter in Weiterbildungsmaßnahmen mit Schwerpunkt im biologisch-technischen Bereich. Das bereits etablierte berufsbegleitende Studium für kaufmännische Mitarbeiter rundet unser Weiterbildungsangebot mit Blick auf den weiterführenden Qualifizierungsbedarf ab.
GESELLSCHAFTLICHE VERANTWORTUNG
Biotest unterstützt mit Spenden und als Sponsor in erster Linie medizinisch-wissenschaftliche Initiativen, Forschungsprojekte sowie Maßnahmen von Patientenorganisationen. Auch im Jahr 2009 haben wir uns in dieser Hinsicht engagiert.
NACH ABSCHLUSS DES GESCHÄFTSJAHRES
Am 6. Januar 2010 lag die Genehmigung der zuständigen europäischen Kartellbehörden für den Verkauf der Aktivitäten in der Transfusions- und Transplantationsdiagnostik an Bio-Rad Laboratories, Inc. vor. Biotest und Bio-Rad vollzogen an diesem Tag den Vertrag, der am 23. Oktober 2009 geschlossen und am 4. November 2009 notariell beurkundet wurde.
RISIKOBERICHT
Die Geschäftstätigkeit und die Umsatz- und Ergebnisentwicklung von Biotest hängen zum Teil von Faktoren ab, deren Eintritt nicht immer vorhersehbar ist und nur bis zu einem gewissen Grad oder überhaupt nicht von uns beeinflusst werden kann. Daraus resultieren Risiken, die bei Eintritt nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Biotest haben können. Zugleich birgt dieser Umstand Chancen auf eine Geschäfts- und Ertragsentwicklung, die besser ist als im Prognosebericht dargelegt.
Im Risikobericht beschreiben wir die Risiken, denen Biotest als Konzern sowie auf Ebene der Segmente ausgesetzt ist. Wir legen dar, wie das Unternehmen diesen Risiken begegnet, wie sie kontrolliert und gemanagt werden. Des Weiteren geben wir für die dargestellten Einzelrisiken jeweils eine Einschätzung des Vorstands zur Eintrittswahrscheinlichkeit an.
FINANZMARKT- UND WIRTSCHAFTSKRISE
Die Lage der Weltwirtschaft ist nach wie vor durch Unsicherheit geprägt. Auch wenn sich die schlimmsten Befürchtungen aus der Zeit unmittelbar nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 bisher nicht bestätigten, unterliegen sämtliche Annahmen zur weiteren Entwicklung von Märkten und Finanzierungsbedingungen weiterhin einem erhöhten Prognoserisiko.
Der Vorstand hat daher die Maßnahmen zur Risikobeobachtung und -kontrolle im Geschäftsjahr 2009 deutlich intensiviert. In enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der obersten Führungsebene verschafft sich das Management kontinuierlich ein Bild der jeweils aktuellen Situation und kann so schnell auf mögliche Änderungen der Risikolage reagieren.
RISIKOSTRATEGIE
Die Risikopolitik bei Biotest ist in die Konzernstrategie eingebettet. Vorstand und Aufsichtsrat haben in ihrer gemeinsamen Risikostrategie festgelegt, dass das Unternehmen kontrolliert Risiken eingeht, wenn dadurch die Perspektive auf ein dauerhaft ertragreiches Wachstum geschaffen wird. Die Risikostrategie ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern und seinen Wert dauerhaft und systematisch zu steigern.
Grundsätzlich werden bei Biotest sämtliche unternehmerischen Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung - wie etwa die Genehmigung von Investitionen - nach ausführlicher Würdigung der damit verbundenen Chancen und Risiken getroffen.
RISIKOMANAGEMENT UND -CONTROLLING
Biotest erfasst und bewertet systematisch die operativen und strategischen Risiken; ihr Management ist integraler Bestandteil der Gesamtsteuerung des Konzerns. Alle Risiken von wesentlicher Tragweite und hinreichender Eintrittswahrscheinlichkeit werden engmaschig kontrolliert.
Unser EDV-gestütztes Risikomanagement-System erfüllt die Anforderungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG). Wesentliche Gefährdungspotenziale sind Element der monatlichen internen Berichterstattung. Alle sechs Monate erfasst ein Risikomanagement-Komitee den aktuellen Stand der Risikolage in allen Segmenten und erstellt einen detaillierten Risikobericht an den Vorstand. Dieser umfasst folgende Risikofelder: Marktrisiken, Prozess- und Produktionsrisiken, Finanzrisiken, Personalrisiken und Organisationsrisiken.
In der Zeit zwischen den Sitzungen des Risikomanagement-Komitees informieren die jeweiligen Segmentverantwortlichen den Vorstand im Rahmen der Vorstandssitzungen über die aktuelle Risikosituation innerhalb ihres Verantwortungsbereichs. Ändert sich die Risikolage ad hoc, so wird der Vorstand bei Bedarf kurzfristig und direkt darüber in Kenntnis gesetzt.
Um die finanziellen Folgen von Haftungsrisiken und Elementarschäden zu begrenzen, hat Biotest Versicherungen abgeschlossen. Wir kontrollieren regelmäßig, ob der Umfang des Versicherungsschutzes angemessen ist und passen ihn gegebenenfalls an.
Innerhalb der Biotest Gruppe gibt es etwa 60 Risikomelder, die sämtliche potenzielle Risiken abdecken. Dabei handelt es sich um Mitarbeiter aus Deutschland und anderen Ländern, die jeweils Schlüsselpositionen innerhalb der Gruppe besetzen.
Für alle Risikomelder gelten verbindliche Grundsätze zum Umgang mit Risiken. Die Prozesse im Risikomanagement sind detailliert dokumentiert, die entsprechenden Dokumente sind im Risikomanagement-System hinterlegt.
Jeder Mitarbeiter bei Biotest muss sich - im Rahmen der jeweils übertragenen Verantwortung - risikobewusst verhalten. Verantwortlich für Kontrolle und Steuerung der Risiken sind die jeweiligen Führungskräfte.
Standards und Abläufe im Risikomanagement und -controlling werden durch die interne Revision regelmäßig auf ihre Angemessenheit und Wirksamkeit geprüft.
Das letzte Audit fand im Sommer 2009 statt.
INTERNE KONTROLLSYSTEME DER RECHNUNGSLEGUNGSPROZESSE
Biotest hat ein rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem etabliert, das alle wesentlichen Geschäftsprozesse in der Biotest AG und in sämtlichen Tochtergesellschaften umfasst.
Der Vorstand gestaltet Umfang und Ausrichtung der eingerichteten Systeme anhand der unternehmensspezifischen Anforderungen in eigener Verantwortung. Jedoch können auch angemessen und funktionsfähig eingerichtete Systeme keine absolute Sicherheit zur Identifikation und Steuerung der Risiken gewährleisten.
Die Zielsetzung des Risikomanagement-Systems ist die Identifizierung und Bewertung von Risiken, die der Regelkonformität des Konzernabschlusses entgegenstehen könnten. Ferner werden erkannte Risiken begrenzt, sofern notwendig beispielsweise durch Hinzuziehung externer Spezialisten. Schließlich dient das Risikomanagement-System der Überprüfung erkannter Risiken hinsichtlich ihres Einflusses auf den Konzernabschluss sowie der Abbildung dieser Risiken.
Die Zielsetzung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems ist es, durch die Implementierung von Kontrollen eine hinreichende Sicherheit zu gewährleisten, dass trotz identifizierter Risiken ein regelungskonformer Konzernabschluss erstellt wird.
Die einschlägigen Richtlinien sind in einem Organisationshandbuch zusammengefasst, das allen Mitarbeitern über das Intranet zugänglich ist.
Das den Vorgaben der IAS/IFRS (International Accounting Standards/International Financial Reporting Standards) entsprechende Handbuch der Rechnungslegung der Biotest AG ist für alle Gesellschaften der Gruppe verbindlich und deckt alle für Biotest relevanten IFRS ab. Das Handbuch wird ständig an Änderungen der IFRS angepasst. Alle für die Rechnungslegung Verantwortlichen (Finanzleiter) werden kontinuierlich über neue beziehungsweise geänderte Vorgaben informiert und entsprechend geschult.
Um Risiken aus der Missachtung formaler Fristen und Termine zu vermeiden, erfolgt die Rechnungslegung der Biotest AG und aller in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften auf Basis fest definierter Termin- und Ablaufpläne, in denen alle notwendigen Aktivitäten detailliert festgeschrieben sind.
Die Erstellung der Einzelabschlüsse und des Konzernabschlusses erfolgt mithilfe auditierter Systeme. In den jeweiligen Konzerngesellschaften sind durch Organisationsanweisungen und klare Zuständigkeiten interne Kontrollprozesse etabliert, die unter anderem die Funktionstrennung durch ein Vier-Augen-Prinzip beinhalten. Die Leiter der Konzerngesellschaften können Geschäfte mit einem wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage oder die Risikosituation des Konzerns nur mit Zustimmung der Unternehmensleitung abschließen.
Die Gesellschaften erfassen die Daten für die Konzernrechnungslegung in einem einheitlichen, detaillierten Berichtswesen (Reporting Package), über die sich die zuständigen Abteilungen für Finanzen und Controlling monatlich abstimmen. Sämtliche Einzelabschlüsse der Konzerngesellschaften werden einer Plausibilitätskontrolle unterzogen, eventuell auftretende Differenzen in Konsolidierungsprozessen werden analysiert und sofern erforderlich korrigiert.
Die im Rahmen des Konzernabschluss-Erstellungsprozesses durchzuführenden Maßnahmen unterliegen systemseitigen sowie manuellen Kontrollen. Soll-Ist-Vergleiche sowie die Analyse von Veränderungen in Bilanz- und GuV-Posten sind weitere Kontrollen auf Ebene des Konzernabschlusses.
Vertrauliche Daten und Dokumente sind zur Gewährleistung der Regeln der IT-Sicherheit vor dem Zugriff unberechtigter Personen durch entsprechende Sicherheitseinrichtungen geschützt. Diese beziehen sich auf die rechnungslegungsbezogenen EDV-Systeme (Zugriffsberechtigungen, Passwörter, Verschlüsselungen) als auch auf sämtliche Gebäude (Zugangskontrolle, Zugangsrechte).
Die Einzel- und Konzernabschlüsse der Tochtergesellschaften werden durch externe Prüfer geprüft beziehungsweise einer prüferischen Durchsicht unterzogen.
Die interne Revision von Biotest prüft Geschäftsprozesse in allen Segmenten und Beteiligungsgesellschaften. Ihre Befugnisse, Pflichten und Stellung im Konzern sind in der Revisionsrichtlinie festgelegt. Die Prüfung folgt einem Jahres-Revisionsplan, der durch den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats beschlossen wird. Die einzelnen Prüfungsergebnisse werden dem Vorstand zeitnah vorgelegt. Die Revision berichtet darüber hinaus einmal jährlich dem Vorstand und den Mitgliedern des Prüfungsausschusses ausführlich.
RISIKOMANAGEMENT-SYSTEM IN BEZUG AUF FINANZINSTRUMENTE
Biotest nutzt derivative Finanzinstrumente zur Sicherung von Währungs- und Zinspositionen. Der Abschluss entsprechender Kontrakte erfolgt unter Berücksichtigung der definierten Risikolimite. Eine umfassende Darstellung des Risikomanagement-Systems in Bezug auf Finanzinstrumente enthält der Anhang zum Konzernabschluss in Ziffer F3 (ab Seite 160).
DARSTELLUNG DER WESENTLICHEN RISIKOKATEGORIEN
Die nachstehend beschriebenen Risiken sind nicht die einzigen, denen Biotest ausgesetzt ist. Weitere Risiken und Unsicherheiten, die uns derzeit nicht bekannt sind oder die wir gegenwärtig als unwesentlich betrachten, können den Geschäftsbetrieb beeinträchtigen und nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.
Aus der Reihenfolge, in der die nachfolgenden Risiken aufgeführt sind, lässt sich keine Aussage über die Wahrscheinlichkeit ihres Eintritts ableiten.
Umfeldrisiken und Branchenrisiken
Konjunkturrisiken
Die Entwicklung der Gesamtkonjunktur hat auf die Geschäftslage von Biotest unmittelbar keinen oder allenfalls geringen Einfluss. Die mittelbaren Effekte sind von größerer Bedeutung, da die wirtschaftliche Situation der Akteure im Gesundheitswesen ebenso wie die Lage öffentlicher Haushalte von der Entwicklung der Gesamtwirtschaft abhängt.
Den Folgen einer tief greifenden und lang anhaltenden Rezession könnte sich Biotest nicht entziehen. Das Risiko möglicher Umsatzrückgänge ergibt sich aus einer eventuell geringeren Nachfrage und/oder einem steigenden Druck seitens der Abnehmer, die Preise zu senken. Ein weiterer potenzieller dämpfender Effekt besteht darin, dass Biotest gezwungen sein könnte, die Belieferung einzelner Märkte zu reduzieren oder einzustellen. Dies könnte der Fall sein, wenn keine ausreichende Absicherung gegen den Ausfall entsprechender Forderungen möglich ist, oder diese nur zu deutlich verschlechterten Konditionen zu erreichen wäre. Wenn die gesamtwirtschaftliche Lage eines Landes sich so sehr verschlechtert, dass gravierende Auswirkungen auf dessen Zahlungsfähigkeit sowie auf das dortige Gesundheitssystem zu befürchten sind, könnte Biotest Lieferungen in solche Länder zur Risikoreduzierung einstellen müssen.
Die Konjunkturrisiken sehen wir angesichts des aktuellen wirtschaftlichen Umfelds als erhöht an.
Absatzmarktrisiken
Absatzmarktrisiken setzen sich aus Preis-, Mengen-, Substitutions- und Forderungsausfallrisiken zusammen.
Wegen des deutlich gestiegenen Angebots an Blutplasma ist das Risiko möglicher Preisrückgänge bei Plasmaproteinen gewachsen. Das Risiko wird durch das anhaltende Wachstum der Nachfrage gedämpft.
Da es sich bei den Plasmaproteinen von Biotest hinsichtlich der Herstellung um Kuppelprodukte handelt, können unterschiedliche Absatzchancen bei den einzelnen Erzeugnissen zudem zu erhöhten Preis- und Mengenrisiken führen.
Wir beobachten die Marktentwicklung genauestens. Durch die Erschließung weiterer internationaler Märkte und durch den Abschluss längerfristiger Lieferverträge senken wir das Risiko kurzfristiger Schwankungen der Absatzmenge und der Preise. Dennoch bergen insbesondere einzelne Ausschreibungsgeschäfte im Segment Plasmaproteine das Risiko, dass die absetzbare Menge niedriger sein könnte als geplant.
Die Preisrisiken sind aufgrund der angespannten konjunkturellen Lage erhöht.
Substitutionsrisiken existieren in erster Linie bei plasmatischen Gerinnungspräparaten in Industrieländern. Sollten weitere Länder auf rekombinante Faktoren umsteigen, könnte das die Absatzchancen von Biotest beinträchtigen.
Das Verhältnis der weltweit eingesetzten plasmatischen und rekombinanten Faktoren ist allerdings nach unseren Beobachtungen stabil. Wir sehen keine Tendenzen, dass sich daran kurzfristig etwas ändert.
Das Forderungsausfallrisiko hat sich durch die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Zahlungsfähigkeit von Unternehmen und Staaten in einigen Regionen signifikant erhöht. Biotest beobachtet die Entwicklung der Forderungen und begrenzt das damit verbundene Risiko gegebenenfalls. Neben dem Einsatz von Factoring oder dem Abschluss von Versicherungen besteht eine weitere Möglichkeit darin, das Geschäftsvolumen in einer als risikoreich identifizierten Region einzuschränken.
Beschaffungsmarktrisiken
Unter Beschaffungsmarktrisiken verstehen wir die Gefahr einer Verknappung oder Verteuerung der produktionsnotwendigen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe oder der über Lohnfertigungsvereinbarungen erworbenen Produkte.
In allen operativen Segmenten benötigen wir in der Produktion spezielle Rohstoffe, zum Beispiel Seren und biologische Produkte. Sollte es zu einer Verknappung oder wesentlichen Verteuerung der Hilfs- und Betriebsstoffe kommen, besteht die Gefahr, dass die Produktions- und Lieferfähigkeit von Biotest eingeschränkt sein könnte.
Biotest hat für die Belieferung mit Ausgangsstoffen für die Produktion langfristige Verträge geschlossen und bezieht die Rohstoffe zu großen Teilen aus eigenen Quellen. Das gilt besonders für die Versorgung mit Blutplasma, die wir zu einem wachsenden Anteil durch eigene Plasmapheresestationen sicherstellen. Mit der angestrebten Eigenversorgungsquote von etwa 50 % stellen wir eine hinreichende Unabhängigkeit von Preisschwankungen am Weltmarkt sicher.
Deshalb und aufgrund des gegenwärtig ausreichenden Angebots an Blutplasma ist das Beschaffungsmarktrisiko aus unserer Sicht derzeit sehr begrenzt.
Politische Risiken
Einen Teil des Umsatzes im Segment Plasmaproteine erzielt Biotest in Form von Ausschreibungsgeschäften. Diese Geschäfte unterliegen in bestimmten Ländern einer hohen politischen Beeinflussbarkeit, was sich in Einzelfällen zuungunsten von Biotest auswirken könnte. Da Biotest in diesem Marktbereich sehr risikobewusst agiert, ist diese Gefahr überschaubar.
Biotest unterhält Beziehungen zu Unternehmen weltweit. Eine Destabilisierung der Lage in einzelnen Ländern kann unter ungünstigen Umständen die Geschäftsbeziehungen und Geschäftsaussichten beeinträchtigen.
Sollten gegen Länder im Nahen Osten internationale Sanktionen verhängt werden, kann dies die Geschäftsmöglichkeiten von Biotest in dieser Region beeinflussen.
In einigen Ländern Osteuropas oder Südamerikas kann die wirtschaftliche Verschlechterung zu einer höheren Instabilität des politischen Systems führen, deren mögliche Folgen Devisenexportbeschränkungen, Import- oder Exportverbote wären. Dadurch könnten die Geschäftsbeziehungen zwischen Biotest und den meist staatlichen Einrichtungen in solchen Ländern gefährdet werden.
Biotest beobachtet sämtliche politischen Risiken genau und kontinuierlich. Die im Falle eines Eintritts dieser Risiken möglicherweise resultierenden wirtschaftlichen Folgen sind aus unserer Sicht überschaubar.
Unternehmensstrategische Risiken
Risiken in Forschung und Entwicklung
Forschung und Entwicklung bilden ein zentrales Element der Unternehmensstrategie. Insbesondere in den Segmenten Plasmaproteine und Biotherapeutika sind damit Risiken verbunden.
Neue Arzneimittel müssen bis zur Zulassung und Markteinführung mehrere klinische Tests durchlaufen, wobei das Risiko besteht, dass sich eine zuvor vermutete therapeutische Wirkung nicht bestätigt. Außerdem lässt sich die Höhe der Investitionen in die Entwicklung nicht exakt vorhersagen - es können unerwartet Mehrkosten auftreten.
Eine solche Gefahr besteht insbesondere bei den in frühen Entwicklungsphasen befindlichen monoklonalen Antikörpern. Die bereits geleisteten und die noch erforderlichen Aufwendungen für die präklinische und klinische Entwicklung sind erheblich. Trotz der bisher durchweg ermutigenden Ergebnisse ist bei keinem der Projekte ein Erfolg in Form einer Zulassung garantiert. Da es sich hier um pharmazeutisch-technologisches Neuland handelt, besteht vielmehr ein erhöhtes Risiko, dass die Entwicklungen teilweise oder vollständig scheitern, Zulassungen nicht wie erwartet erteilt werden oder Dritte Patentverletzungsverfahren einleiten.
Anhand von Meilensteinplänen überwachen wir ständig den Entwicklungsfortschritt der Projekte. In regelmäßigen Zwischenanalysen werten wir die aus der präklinischen und klinischen Entwicklung neugewonnenen Daten aus und schaffen so eine verlässliche Grundlage für Entscheidungen zum weiteren Projektverlauf. Die Ergebnisse dieser Zwischenanalysen dürfen jedoch nicht veröffentlicht werden, um nicht gegen die Standards der "Good Clinical Practice" (GCP) zu verstoßen.
Im Rahmen unserer Patentstrategie prüfen und erweitern wir kontinuierlich den Patentschutz unserer Erzeugnisse. Über die geplante Zusammenarbeit mit einem Entwicklungs- und Vermarktungspartner ab der Phase II streuen wir zudem das Risiko.
Leistungswirtschaftliche Risiken
Prozess- und Produktionsrisiken
Unter Prozess- und Produktionsrisiken verstehen wir die Beeinträchtigung einer effizienten, umweltfreundlichen Leistungserstellung durch ineffiziente Strukturen und Produktionsabläufe sowie durch Elementarschäden.
Wir beobachten und analysieren die Prozesse in der Produktion ständig, um möglicherweise entstehenden Risiken frühzeitig entgegenzutreten. Die Abläufe in der Produktion sind über Arbeitsanweisungen jedem damit befassten Mitarbeiter bekannt.
Aktuell sehen wir in diesem Bereich kein erhöhtes Risiko.
Risiken aus Lieferantenbeziehungen
Biotest bezieht einige Vor- und Zwischenprodukte von externen Zulieferern. Damit besteht das Risiko, dass einzelne Geschäfts- oder Kooperationspartner ihren Verpflichtungen nicht oder nicht ordnungsgemäß nachkommen oder bestehende Verträge kündigen. Außerdem unterliegen wir dem Risiko, für mögliche Pflichtverletzungen unserer Partner einstehen zu müssen.
Aufgrund der in der Regel langjährigen Geschäftsbeziehung und des intensiven Dialogs, den wir mit unseren Zulieferern pflegen, halten wir die Eintrittswahrscheinlichkeit der entsprechenden Risiken für sehr gering.
Risiken in Bezug auf den Rohstoff Plasma
Blutplasma wird aus den Vollblut- oder Plasmaspenden einer Vielzahl von Personen gewonnen. Es besteht das Restrisiko, dass Plasma in die Produktion gelangt, das durch derzeit bekannte, aber unentdeckt gebliebene oder bislang unbekannte Bakterien, Viren oder Prionen verunreinigt ist. Das könnte zu einer Belastung der Endprodukte führen.
Mögliche Folgen wären, dass Behörden den Rückruf einzelner Chargen aus dem Markt anordnen beziehungsweise die Zulassung einschränken oder aufheben. Daneben könnte eine Verunreinigung mit bislang unbekannten Bakterien, Viren oder Prionen dazu führen, dass die Produktion von Medikamenten auf Plasmabasis durch den Gesetzgeber schärfer reguliert wird.
Biotest legt in der Plasmagewinnung und -verarbeitung höchste Sicherheitsmaßstäbe an, die in vielen Punkten über die strengen gesetzlichen Standards hinausgehen. So schließen wir bei der Auswahl der Standorte für Plasmapheresezentren Regionen beziehungsweise Stadtviertel mit einem erhöhten Infektionsrisiko von vornherein aus.
Sämtliche eingehenden Blut- und Plasmaspenden durchlaufen umfangreiche Test- und Quarantänephasen. Die von uns eingesetzten Testverfahren entsprechen dem neuesten Stand der Wissenschaft und erkennen zuverlässig derzeit bekannte sowie unbekannte Bakterien und Viren.
Im Herstellungsverfahren von Biotest sind mehrere Virusinaktivierungsschritte beziehungsweise Virusabreicherungsschritte enthalten, zum Beispiel die Nanofiltration. Mit ihnen verringert sich das Risiko einer Verunreinigung der Endprodukte durch bekannte oder bisher unbekannte Viren weiter.
Die in der Produktion geltenden Reinheits- und Hygienevorschriften werden durch entsprechende Arbeitsanweisungen jedem Mitarbeiter zugänglich gemacht, ihre Einhaltung wird streng kontrolliert.
Eine Belastung der Endprodukte kann daher weitestgehend ausgeschlossen werden.
Personalrisiken in der Produktion
Die entsprechenden Risiken resultieren aus einem möglichen beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlverhalten von Mitarbeitern, das etwa die Effizienz oder die Sicherheit in der Produktion negativ beeinflusst. Durch umfassende und genau dokumentierte Standards und Arbeitsanweisungen sowie die regelmäßige Schulung unserer Mitarbeiter begegnen wir diesem Risiko. Einen Schwerpunkt legen wir dabei auf den Bereich Hygiene.
Compliance
Im Wettbewerb um Lieferaufträge sowie bei der Beschaffung besteht grundsätzlich ein Korruptionsrisiko. Mitarbeiter der Biotest Gruppe könnten durch Vorteilsgewährung oder Vorteilsnahme in unzulässiger Weise Einfluss auf die jeweilige Auftragsvergabe nehmen.
Biotest begegnet diesem Risiko durch verschiedene Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung, die wir derzeit weiter ausbauen. Informationen dazu enthält die Erklärung zur Unternehmensführung ab Seite 83. Mitarbeiter in besonders sensiblen Bereichen - unter anderem der Vertriebsaußendienst sowie klinische Forschung und Arzneimittelzulassung - schulen wir umfassend zu Compliance-Themen.
Weitere Personalrisiken
Weitere Risiken bestehen darin, dass Biotest nicht in der Lage sein könnte, Mitarbeiter in Schlüsselpositionen an sich zu binden beziehungsweise entsprechende Positionen mit geeigneten Kandidaten zu besetzen. Dies gilt insbesondere angesichts des herrschenden beziehungsweise sich deutlich abzeichnenden Fachkräftemangels, unter anderem bedingt durch die demografische Entwicklung. Zudem sorgt die hohe Dichte an pharmazeutischen und chemischen Unternehmen in der Rhein-Main-Region für einen scharfen und weiter zunehmenden Wettbewerb um leistungsstarke Mitarbeiter und Talente.
Durch ständige und gezielte Weiterbildung der Mitarbeiter, attraktive Ausbildungsprogramme sowie eine leistungsorientierte Vergütung von Fach- und Führungskräften begegnet Biotest diesen Risiken. Durch das Wachstum und die Internationalisierung des Unternehmens hat sich die Attraktivität der Gruppe als Arbeitgeber deutlich erhöht.
Informationstechnische Risiken
Ein Großteil der Produktions- und sonstigen Geschäftsprozesse bei Biotest läuft IT-gestützt ab. Die Sicherheit der eingesetzten Technik hat daher für uns höchste Priorität. Das gilt sowohl im Hinblick auf die Stabilität der Systeme und entsprechende Rückfall-Lösungen als auch auf einen möglichen unberechtigten Zugriff Dritter und auf mögliche Angriffe aus dem Internet. Die Produktion und die Verwaltung bei Biotest arbeiten mit voneinander getrennten IT-Netzen.
Biotest entwickelt die entsprechenden Sicherheitssysteme kontinuierlich weiter. Der ordnungsgemäße Umgang mit Systemen und Daten ist in Arbeitsanweisungen umfassend geregelt.
Finanzwirtschaftliche Risiken und Währungsrisiken
Biotest fakturiert einen Teil seines Umsatzes in Fremdwährungen. Wechselkursschwankungen zwischen dem Euro und diesen Währungen können das Konzernergebnis und die Absatzchancen in einzelnen Märkten beeinflussen. Die Höhe des Beitrags der in US-Dollar agierenden Biotest Pharmaceuticals Corp. zum in Euro ermittelten Konzernergebnis hängt auch vom Wechselkurs zwischen beiden Währungen ab. Biotest begegnet Währungsrisiken soweit sinnvoll durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente.
Massive Wertverluste einzelner Währungen würden allerdings trotz dieser Maßnahmen nicht ohne Folgen für das Konzernergebnis bleiben. Aus diesem Grund überwachen wir mögliche Währungsrisiken kontinuierlich und treffen wo möglich weitere Absicherungen.
Finanzwirtschaftliche Risiken können auch aus der unerwarteten Kündigung von Kreditlinien oder aus plötzlich steigenden Darlehenszinsen resultieren. Durch die Folgen der Finanzmarktkrise für die Banken weltweit hat sich vor allem das Risiko erhöht, dass auslaufende Darlehenslinien nicht oder nur zu erheblich ungünstigeren Konditionen verlängert werden.
Biotest hat für einen großen Teil der Fremdkapitalfinanzierung langfristige Verträge abgeschlossen. Das Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital erachten wir insgesamt als ausgewogen.
Insgesamt ist das Risiko aus finanzwirtschaftlichen Faktoren in den Augen des Vorstands überschaubar, bedarf aber weiterhin der genauen Beobachtung. Hinsichtlich möglicher Finanzierungsrisiken bei einem Wechsel des Mehrheitsaktionärs der Biotest AG (Change of Control) verweisen wir auf die Erläuterungen zu den Angaben nach § 315 Abs. 4 des Handelsgesetzbuchs am Ende des Konzernlageberichts.
Sonstige Risiken
Risiken durch Neben- oder Wechselwirkungen
Bei bereits zugelassenen Medikamenten können sich bei der Anwendung unerwartet stärkere oder bislang unbekannte Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Mitteln herausstellen. Nicht sachgerechte Handhabung, Lagerung oder Anwendung unserer Präparate kann ebenfalls erhebliche negative Auswirkungen bei Abnehmern und Patienten zur Folge haben.
Die in solchen Fällen von den Behörden zu treffenden Maßnahmen reichen von der Anordnung eines Rückrufs einzelner Chargen bis hin zur Einschränkung oder Aufhebung der Zulassung. Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder Qualitätsmängel können außerdem die Reputation von Biotest beeinträchtigen. Durch einen intensiven Dialog mit Kliniken und den betreffenden Facharztpraxen stellen wir sicher, frühzeitig über mögliche neu bekannt gewordene Neben- und Wechselwirkungen informiert zu sein.
Risiken aus laufenden Verfahren und Steuerrisiken
Die Steuerbescheide der Biotest AG für die Jahre 2004 bis 2008 unterliegen dem Vorbehalt der steuerlichen Nachprüfung. Die aus der Betriebsprüfung 1999 bis 2003 feststehenden, aber noch nicht mit einem Steuerbescheid unterlegten Nachforderungen sind im Konzernabschluss abgedeckt.
Das Ermittlungsverfahren gegen die Biotest AG und die Biotest Pharma GmbH wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Außenwirtschaftsgesetz (siehe Risikobericht des Geschäftsberichts 2008) wurde im vierten Quartal 2009 eingestellt.
GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION DES KONZERNS
Biotest ist aus Sicht des Vorstands derzeit keinen Risiken ausgesetzt, die über das untrennbar mit dem Geschäft verbundene Maß hinausgehen. Sämtliche wesentlichen Risiken werden kontinuierlich beobachtet; sofern möglich und sinnvoll, wurde eine entsprechende Absicherung eventueller finanzieller Folgen vorgenommen. Es sind derzeit keine Risiken erkennbar, welche die wirtschaftliche Stabilität der Biotest Gruppe gefährden könnten.
PROGNOSEBERICHT
ZUKUNFTSGERICHTETE AUSSAGEN
Die Erwartungen und Planungen des Vorstands bezüglich der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung der Biotest Gruppe basieren auf Annahmen, die aus heutiger Sicht die höchste Wahrscheinlichkeit aufweisen. Die Planungen sind jedoch, ebenso wie sämtliche Aussagen zur zukünftigen Entwicklung, naturgemäß mit Unsicherheiten behaftet. Die tatsächliche Entwicklung des Marktumfelds oder der Segmente von Biotest kann deutlich von den unterstellten Entwicklungen abweichen.
AUSRICHTUNG DES KONZERNS IN DEN GESCHÄFTSJAHREN 2010 UND 2011
Biotest wird im laufenden und im folgenden Geschäftsjahr daran arbeiten, die Position als Anbieter verträglicher und wirksamer Arzneimittel zur Therapie und Prophylaxe hämatologischer und immunologischer Erkrankungen weiter auszubauen.
Bei Plasmaproteinen steht im Fokus, die Produktpalette durch Neu- und Weiterentwicklungen sowie Zulassungen in weiteren Märkten zu ergänzen. Besonderes Gewicht legen wir dabei auf Hyperimmunglobuline, die in spezifischen Krankheitsbildern eingesetzt werden. Biotest verfügt in diesem Produktbereich über langjährige Erfahrung, ist in einzelnen Indikationen bereits heute Weltmarktführer und hat Zugang zu den für die Produktion erforderlichen Hyperimmunplasmen.
In regionaler Hinsicht wollen wir unsere Position insbesondere in den Kernmärkten Europas sowie in den USA weiter ausbauen. Dies gilt für die Produkte aller drei operativen Segmente. Darüber hinaus prüfen wir den Eintritt in weitere entwickelte Märkte.
Im Segment Biotherapeutika erwarten wir für den Sommer 2010 weitere Daten aus den klinischen Studien in den Indikationen Rheumatoide Arthritis und Psoriasis. Mit ihnen wird sich die Grundlage für die laufenden Gespräche mit Pharmaunternehmen bezüglich einer geplanten Kooperation weiter verbreitern.
Mit zunehmendem Reifegrad der Entwicklungsprojekte bei monoklonalen Antikörpern werden sich die Synergiepotenziale zwischen den Segmenten Plasmaproteine und Biotherapeutika erhöhen. Wir werden diese nutzen, zum Beispiel beim Ausbau der Vertriebsstrukturen.
ENTWICKLUNG DES MARKTUMFELDS
Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Die Weltwirtschaft wird nach allgemeiner Ansicht von Experten nach den dramatischen Einbrüchen des vergangenen Jahres im Jahr 2010 auf einen Erholungspfad einschwenken. Der Internationale Währungsfonds rechnet mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 3,9 %.
Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands wird nach Einschätzung der Bundesregierung im Jahr 2010 um 1,4 % wachsen. Für die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union geht die EU-Kommission von einem Wachstum um 0,7 % aus. In den Vereinigten Staaten von Amerika prognostiziert die US-Notenbank einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,8 % bis 3,5 %.
Nachdem der Einbruch der Wirtschaftsleistung sowie dessen Folgen auf den Arbeitsmarkt im Jahr 2009 durch Stützungsmaßnahmen seitens der öffentlichen Hand abgemildert wurde, rücken für die Jahre 2010 und 2011 die massiv ausgeweiteten Budgetdefizite und die öffentliche Verschuldung in den Mittelpunkt der volkswirtschaftlichen Diskussion. Die aus den Paketen zur Finanzmarktstabilisierung sowie zur Stimulation der Konjunktur entstehenden Kosten werden die öffentlichen Haushalte stark belasten. Dadurch wird sich perspektivisch der Druck erhöhen, weitere Sparmaßnahmen zu ergreifen, was sich möglicherweise auf die für Biotest relevanten Absatzmärkte im Rahmen des öffentlich-rechtlichen Gesundheitssystems auswirkt. Mit Maßnahmen zur Kostendämpfung ist zu rechnen.
Marktumfeld Plasmaproteine
Die grundlegenden Trends, die bereits seit einigen Jahren die Marktentwicklung prägen, sind weiterhin intakt.
Die Nachfrage nach Immunglobulinen wächst weiter, getrieben durch ein stetig erweitertes Indikationsspektrum, höhere Dosierungen in der Immunglobulin-Therapie sowie zusätzliche Patienten, denen diese Therapieform zugänglich gemacht wird. Für das Jahr 2010 gehen wir von einem Nachfragewachstum um 6 % aus, für 2011 erwarten wir einen Anstieg um weitere 5 %.
Bei plasmabasierten Gerinnungsfaktoren wird das Marktvolumen 2010 und 2011 um jeweils 2 % zulegen. In den Albumin-Märkten ist weiterhin von einer zwar regional unterschiedlichen, aber konstanten Nachfrage in den nächsten Jahren auszugehen.
Wir gehen davon aus, dass das Angebot an Plasma innerhalb des Jahres 2010 auf einen vorübergehenden Spitzenwert steigen wird und die Produktverfügbarkeit anschließend zu sinken beginnt. Dafür spricht, dass einige Unternehmen der Industrie bereits im vergangenen Jahr damit begonnen haben, die Kapazitäten zur Plasmasammlung wieder herunterzufahren.
Aufgrund der langen Herstellungszyklen wird dies jedoch erst gegen Ende des Jahres auf dem Markt für die Endprodukte zu spüren sein. Wir erwarten, dass der in einzelnen Marktsegmenten zu beobachtende Druck auf die zu erzielenden Preise bei Plasmaproteinen im Jahr 2010 anhält. Im Jahr 2011 werden sich die Preise dann weitgehend stabilisiert haben.
Marktumfeld Biotherapeutika
Da sich der Antikörper BT-061 in der mittleren Phase der klinischen Entwicklung (Phase II) befindet, verzichten wir an dieser Stelle auf eine detaillierte Beschreibung des Marktumfelds.
Uns sind keine Forschungs- und Entwicklungsprojekte von Wettbewerbern bekannt, deren Kandidaten einen zu den monoklonalen Antikörpern von Biotest vergleichbaren Wirkmechanismus zeigen. An der Einschätzung, dass sich BT-061, BT-062 und BT-063 innerhalb der jeweiligen Leitindikationen deutlich von zugelassenen oder anderen in der Entwicklung befindlichen Präparaten unterscheiden, halten wir fest.
Marktumfeld Mikrobiologisches Monitoring
Da die Reinheitsüberwachung von Luft und Oberflächen strengen behördlichen Standards unterliegt, können Unternehmen nicht einfach auf sie verzichten. Aus diesem Grund erwarten wir nicht, dass die Nachfrage nach entsprechenden Produkten stark sinken wird. Ein dämpfender Effekt könnte sich ergeben, wenn Unternehmen der Pharma- oder Lebensmittelindustrie aufgrund der Wirtschaftskrise ganze Produktionslinien einstellen sollten. Dafür sehen wir jedoch aktuell keine Anzeichen. Vielmehr werden die Unternehmen nach unserer Erwartung verstärkt nach Lösungen Ausschau halten, mit denen sie ihr Hygiene-Monitoring effizienter gestalten können.
Entwicklung des regulatorischen Umfelds
Bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen in Bezug auf unsere Produkte erwarten wir keine grundlegenden Änderungen. Es bleibt abzuwarten, ob die in einigen Ländern diskutierten Vorhaben, Zwangsrabatte für im Rahmen des gesetzlichen Gesundheitssystems abgesetzte Medikamente einzuführen, tatsächlich umgesetzt werden.
Erwartete Geschäfts- und Ertragslage der Biotest Gruppe
Die Folgen der Wirtschaftskrise und das veränderte Marktumfeld bei Plasmaproteinen werden nicht ohne Einfluss auf die Geschäfts- und Ertragsentwicklung bleiben, insgesamt sind die Perspektiven der Obergesellschaft Biotest AG und der Biotest Gruppe jedoch nach wie vor günstig.
Die Nachfrage nach Produkten der Segmente Plasmaproteine und Mikrobiologisches Monitoring wächst weiterhin.
Der Vorstand geht davon aus, dass Biotest im laufenden und im kommenden Geschäftsjahr die erfolgreiche Entwicklung der Vorjahre fortsetzen wird. Für das Jahr 2010 erwarten wir ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich, für 2011 gehen wir von einem deutlicheren Umsatzanstieg im Bereich von etwa 10 % aus.
Des Weiteren erwarten wir im Jahr 2010 ein operatives Ergebnis (EBIT), das dem Niveau des Geschäftsjahres 2009 entspricht, wobei hierin potenzielle Erträge aus einem möglichen Lizenzvertrag oder einer Projektbeteiligung im Segment Biotherapeutika nicht berücksichtigt sind.
Sollten die Preise an den Absatzmärkten stärker als erwartet unter Druck geraten, und sollten die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Finanzierungsbedingungen in den staatlichen Gesundheitssystemen sich stärker als erwartet niederschlagen, kann ein im moderaten Rahmen rückläufiges EBIT nicht ausgeschlossen werden.
Im Jahr 2011 werden der erwartete höhere Umsatz sowie Vorteile, die aus dem Produktionsverbund zwischen Dreieich und Boca Raton im Segment Plasmaproteine resultieren, zu einem operativen Ergebnis führen, das leicht über dem Niveau des Jahres 2010 liegen wird.
Biotest hat das Ziel, die Aktionäre auch künftig angemessen an der Entwicklung des Unternehmens zu beteiligen. Der Hauptversammlung des Jahres 2010 schlagen wir die Ausschüttung einer im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöhten Dividende in Höhe von 0,34 € je Stamm- und 0,40 € je Vorzugsaktie vor.
Erwartete Finanz- und Vermögenslage der Biotest Gruppe
Biotest verfügt über ausreichende Finanzmittel, das operative Geschäft und die Unternehmensentwicklung entsprechend der strategischen Planung zu betreiben. Das Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital sowie kurzfristigen und langfristigen Darlehen in der Unternehmensfinanzierung erachten wir in seiner derzeitigen Größenordnung als angemessen und sind daher bestrebt, es beizubehalten.
Den Gewinn aus dem Verkauf der Aktivitäten in der Transfusions- und Transplantationsdiagnostik wollen wir mittel- bis langfristig zur Finanzierung der weiteren Projekte in Forschung und Entwicklung sowie zum weiteren Ausbau der Kapazitäten bei Plasmaproteinen verwenden.
Das geplante Investitionsvolumen beträgt etwa 37 Mio. € für das laufende Jahr und wird im Jahr 2011 eine ähnliche Größenordnung erreichen. Große Projekte sind die Produktionsanlage für monoklonale Antiköper in Boca Raton, eine neue Verpackungsanlage sowie die Erweiterung von Wareneingang und Lagerkapazitäten in der Plasmaprotein-Produktion in Dreieich sowie ein neues PCR-Labor.
Wir gehen davon aus, diese Investitionen zu Teilen aus dem operativen Cashflow zu finanzieren und werden für die darüber hinausgehende Summe Fremdkapital in Anspruch nehmen. Die bestehenden Kreditvereinbarungen sowie der Erlös aus dem Verkauf der Aktivitäten in der Transfusions- und Transplantationsdiagnostik geben dafür den nötigen Spielraum.
Operativer Cashflow und die noch ungenutzten Kreditlinien stellen sicher, dass die Biotest Gruppe jederzeit über ausreichend liquide Mittel verfügt, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.
ERWARTETE ENTWICKLUNG IN DEN SEGMENTEN
Plasmaproteine
Neue Märkte
Wir sind bestrebt, die Absatzbasis unserer Produkte durch den Einstieg in weitere Märkte zu verbreitern. Bereits vertraglich vereinbart ist, dass die BPC ab 2011 als Lohnhersteller im Auftrag eines US-amerikanischen Pharmaunternehmens Immunglobulin-Vorprodukte herstellt.
Neue Produkte und neue Indikationen
IgM-Konzentrat:
Das Projekt zur Entwicklung werden wir wie geplant weiter vorantreiben. Wir planen den Start einer weiteren Studie (Phase I oder II).
IVIG:
Die Entwicklung des für den Vertrieb in den USA bestimmten intravenösen Immunglobulins (IVIG) läuft weiter. Wir rechnen damit, im Laufe des Jahres 2011 die Zulassung für Produkt und Fertigungsanlage zu bekommen und das IVIG noch im selben Jahr in den Markt einführen zu können.
Civacir™:
Die präklinischen Studien werden im laufenden und im kommenden Jahr weitergehen. Wir gehen nach gegenwärtigem Stand davon aus, 2011 mit der Fortsetzung der klinischen Prüfung zu beginnen.
Biotherapeutika
Fortgang der Entwicklung
Die Entwicklung biotechnologischer Wirkstoffe ist komplex und ihr Fortgang hängt von den Daten aus den jeweils laufenden klinischen Studien ab. Der klinische Entwicklungsplan wird regelmäßig angepasst, um eine effiziente und auf die Patienten- und Zulassungsanforderungen zielgerichtete Produktentwicklung zu gewährleisten. Klinische Studien können deshalb schneller oder langsamer voranschreiten als ursprünglich absehbar; im Verlauf der Studie gewonnene Erkenntnisse können es sinnvoll machen, das Studiendesign im Rahmen von Amendments zu verändern. Aus solchen Sachverhalten lassen sich keinerlei Schlüsse auf einen möglichen Erfolg oder Misserfolg eines FuE-Projekts ziehen.
Biotest wird in den Jahren 2010 und 2011 die klinische Entwicklung der monoklonalen Antikörper fortführen und um weitere Erprobungen ergänzen. Dabei werden wir uns weiterhin auf die jeweiligen Leitindikationen konzentrieren; in Einzelfällen werden wir erste Untersuchungen in weiteren Indikationen einleiten. Maßgeblich für eine solche Entscheidung ist, dass eine hinreichende Erfolgswahrscheinlichkeit besteht und das Patientenpotenzial und / oder der medizinische Bedarf ausreichend groß sind.
Bei BT-061 wird der Fokus weiterer Studien der klinischen Phase II darauf liegen, die Dosierung des Präparats zu optimieren, Wirkung und Verträglichkeit bei längeren Behandlungszyklen zu testen und zusätzliche Patientengruppen in die Studien einzubinden. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse gilt es in konfirmatorischen Studien zu bestätigen.
Für BT-062 planen wir, noch im Jahr 2010 eine weitere Phase-I/IIa-Studie in den USA zu starten. Es werden unterschiedliche Dosierungen und Dosisintervalle getestet. Auf der Basis der Ergebnisse dieser Studie ist der Beginn der Entwicklung in Europa geplant.
Bei BT-063 werden wir die laufende Studie der klinischen Phase I im Jahr 2010 fortsetzen.
Sonstiges
Die Gespräche über eine Kooperation im Hinblick auf den monoklonalen Antikörper BT-061 in den Indikationen Rheumatoide Arthritis und Psoriasis treiben wir weiter voran. Wir sind unverändert bestrebt, im Jahr 2010 eine Vereinbarung zu schließen.
In Boca Raton werden wir im Jahr 2010 mit den Vorbereitungen beginnen, neben BT-061 auch BT-062 in der Anlage der BPC produzieren zu können.
Mikrobiologisches Monitoring
Neue Märkte
Die Detektion und Identifizierung von Mikroorganismen mit traditionellen Methoden wird durch neue innovative Technologien ergänzt und zum Teil abgelöst. Effizienzerhöhung und Schnelligkeit der Testverfahren sind von besonderer Bedeutung. Hierbei spielen besonders molekularbiologische Verfahren eine zunehmend größere Rolle.
Biotest will in diesem Bereich die Entwicklung mitgestalten.
Neue Produkte
Innerhalb der ersten Jahreshälfte 2010 möchten wir mit dem Vertrieb der Lösung für das weitgehend papierlose Hygiene-Monitoring in der pharmazeutischen Industrie beginnen. Dazu haben wir die Produktserie heipha Datamatrix-Code in eine gängige Laborsoftware integriert.
Forschung und Entwicklung
Wir arbeiten an einer neuen Generation von Partikelzählern, die sich durch eine integrierte Dokumentation der Messpunkte und einfache Handhabung auszeichnet. Weitere molekularbiologische Testverfahren befinden sich ebenfalls in der Entwicklung.
CHANCEN
Chancenmanagement-System
Biotest betrachtet Chancen und Risiken im Rahmen eines ganzheitlichen Managementansatzes. Eine kontinuierliche Beobachtung der Entwicklung von Absatzmärkten und regulatorischer Rahmenbedingungen ermöglicht es uns, frühzeitig Chancen zu erkennen.
Dafür verantwortlich sind die Leiter der Segmente, die bei dieser Aufgabe von Mitarbeitern aus dem jeweiligen Segment und den Zentralabteilungen unterstützt werden.
Die jeweilige Chancenlage ist Gegenstand der regelmäßigen Berichterstattung an den Vorstand. Ändert sich die Chancenlage so, dass rasches Handeln sinnvoll wäre, wird der Vorstand bei Bedarf kurzfristig und direkt darüber in Kenntnis gesetzt.
Biotest evaluiert identifizierte Chancen umfassend und entscheidet auf Basis der Ergebnisse über mögliche Investitionen. Zur Prüfung werden unter anderem Discounted-Cashflow-Verfahren sowie der Vergleich mehrerer Szenarien herangezogen. Darüber hinaus berücksichtigen wir mögliche Risiken; außerdem muss das Vorhaben in die strategische Ausrichtung des Segments und der Gruppe passen.
Durch einen engen und stetigen Dialog mit führenden Medizinern sind wir genau über den aktuellen Stand der medizinischen Entwicklung in den für uns relevanten Märkten informiert. So können wir beispielsweise zusätzliche potenzielle Indikationsfelder für unsere Plasmaproteine identifizieren.
Chancen aus der Entwicklung der Rahmenbedingungen
Immunglobuline werden aktuell in zahlreichen neuen Indikationsfeldern auf ihre Wirksamkeit getestet. Sollten die entsprechenden Untersuchungen positive Ergebnisse bringen, könnte sich daraus zusätzliches Umsatzpotenzial für Plasmaproteine ergeben.
Ein Test auf eine Infizierung mit dem Cytomegalie-Virus gehört gegenwärtig nicht zum Spektrum der Routineuntersuchungen im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge. Ein Grund dafür ist, dass bisher keine zugelassene Therapie für den Fall einer Primärinfektion besteht. Eine mögliche Zulassung von Cytotect® in dieser Indikation könnte dazu führen, eine entsprechende Testung zur Routineuntersuchung im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge zu machen. Das wiederum würde dazu führen, dass eine Infektion mit dem CM-Virus bei Schwangeren häufiger entdeckt würde, was das Absatzpotenzial von Cytotect® erheblich erhöhen könnte.
Verschiedene Beobachtungen deuten darauf hin, dass Hämophilie-Kranke häufiger Hemmkörper (Inhibitoren) bilden, wenn sie mit rekombinanten Gerinnungsfaktoren behandelt werden. Sollten sich diese Erkenntnisse erhärten, könnte dies die Marktposition plasmabasierter Gerinnungsfaktoren verbessern.
Eine weitere Verschärfung der Auflagen für das Hygiene-Monitoring beziehungsweise dessen Dokumentation könnte die Nachfrage nach den Produkten des Segments Mikrobiologisches Monitoring weiter steigen lassen.
Chancen aus der Unternehmensstrategie
Der Verkauf der Aktivitäten in der Transfusions- und Transplantationsdiagnostik ermöglicht es uns, Ressourcen noch stärker auf die Weiterentwicklung des Kerngeschäfts mit Plasmaproteinen und auf die vielversprechenden FuE-Projekte im Segment Biotherapeutika zu lenken.
Die Konzentration auf Kernmärkte mit hohen Zulassungs- und Qualitätsanforderungen macht uns weniger anfällig für kurzfristige Marktschwankungen. Aus der damit verbundenen stabileren Umsatz- und Ertragssituation könnten sich zusätzliche finanzielle Spielräume für weiteres Wachstum ergeben.
Leistungswirtschaftliche Chancen
Biotest hat in den vergangenen Jahren massiv in den Ausbau von Ressourcen und Know-how in den Bereichen Arzneimittelentwicklung und -zulassung investiert und die entsprechenden Teams deutlich verstärkt. Gleichzeitig haben wir uns die Vorteile einer vergleichsweise überschaubaren Einheit - kurze Wege, schnelle Entscheidungen - bewahrt. Wenn es uns gelingt, die aus dieser Kombination resultierenden Vorteile zu realisieren, könnten wir vor allem Forschungs- und Entwicklungsprojekte schneller und kostengünstiger vorantreiben.
Die initiierten Projekte zur Effizienzsteigerung in der Plasmaprotein-Produktion können dazu führen, dass sich die Herstellkostenquote in diesem Bereich verbessert. Der Produktionsverbund zwischen Dreieich und Boca Raton könnte die Effizienz in der Plasmaproteinfertigung weiter steigern.
GESAMTAUSSAGE DES VORSTANDS ZUR ERWARTETEN ENTWICKLUNG DES KONZERNS
Biotest geht davon aus, im laufenden und im kommenden Geschäftsjahr die erfolgreiche Entwicklung der Vorjahre fortsetzen zu können. Wir wollen den Umsatz weiter steigern, das Ergebnis stabil halten und die Aktionäre über eine verlässliche Dividendenpolitik an der Entwicklung des Unternehmens beteiligen.
Die Folgen der Wirtschaftskrise und das veränderte Marktumfeld bei Plasmaproteinen werden zwar nicht ohne Einfluss auf die Geschäfts- und Ertragsentwicklung bleiben, insgesamt sind die Perspektiven der Gruppe jedoch nach wie vor günstig. Unser geschärftes strategisches Profil wird sich in Verbindung mit der soliden Finanzierungsstruktur förderlich auf die weitere Entwicklung von Biotest auswirken.
ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG
ERKLÄRUNG GEMÄSS § 289A HGB IN VERBINDUNG MIT ZIFFER 3.10 DES DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX
Die Biotest AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht. Grundlage für die Führungs-, Entscheidungs- und Kontrollmechanismen bildet - neben den einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen - die Satzung der Gesellschaft. Sie wurde zuletzt durch Beschluss der Hauptversammlung mit Wirkung zum 25. Mai 2009 geändert und steht in ihrer jeweils aktuellen Fassung auf der Internetseite der Gesellschaft (www.biotest.de) zum Download bereit.
Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben besteht bei der Biotest AG ein duales Führungssystem. Dieses weist dem Vorstand die Leitung und dem Aufsichtsrat die Überwachung des Unternehmens zu. Die beiden Gremien sind hinsichtlich ihrer Mitglieder und Kompetenzen strikt voneinander getrennt.
UNTERNEHMENSFÜHRUNG
Unternehmensführung und -kontrolle der Biotest Gruppe sind an hohen, allgemein akzeptierten Standards ausgerichtet. Die Grundsätze zur Unternehmensführung sind in allen Segmenten des Unternehmens verankert und bestimmen den Handlungsrahmen für strategische Entscheidungen und geschäftspolitische Maßnahmen.
Vorstand und Aufsichtsrat verfolgen aufmerksam die fortlaufende Corporate Governance Diskussion und entwickeln die Standards systematisch weiter. Leitlinien unserer verantwortungsvollen Unternehmensführung sind
| ― | eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Vorstand, der das Unternehmen leitet, und dem Aufsichtsrat, der den Vorstand überwacht und seine Kontrolltätigkeit effizient und unabhängig ausübt, |
| ― | die jederzeitige Orientierung an den Aktionärsinteressen, |
| ― | ein verantwortungsvolles und leistungsfähiges Risikomanagement, |
| ― | die Beachtung und Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und aufsichtsrechtlicher Vorschriften sowie |
| ― | eine zeitnahe und transparente Kommunikation nach innen und außen. |
Die Grundlagen der Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens legt eine Arbeitsordnung fest, die jedem Mitarbeiter zu Beginn seiner Tätigkeit vorgelegt wird.
Geschäftsführung durch den Vorstand
Der Vorstand leitet unter eigener Verantwortung die Gesellschaft. Er ist dabei an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des Unternehmenswertes im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet. Er entwickelt die strategische Ausrichtung des Unternehmens, stimmt sie mit dem Aufsichtsrat ab und sorgt für ihre Umsetzung. Der Vorstand führt die Gesellschaft nach Maßgabe einer Geschäftsordnung sowie nach Maßgabe der Gesetze, der Satzung und der jeweiligen Anstellungsverträge. Er arbeitet mit den übrigen Organen der Gesellschaft und der Vertretung der Belegschaft zum Wohle des Unternehmens vertrauensvoll zusammen.
Der Vorstand kann laut Unternehmenssatzung aus einer oder mehreren Personen bestehen; aktuell gehören dem Vorstand zwei Mitglieder an. Sie wurden vom Aufsichtsrat bestellt, der ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden bestimmt hat. Die Gesellschaft wird gesetzlich durch zwei Vorstandsmitglieder oder durch ein Vorstandsmitglied gemeinsam mit einem Prokuristen vertreten.
Die Geschäftsordnung des Vorstands bestimmt die nähere Ausgestaltung der Arbeit im Gremium. Im Einzelnen geht es dabei um
| ― | den Geschäftsverteilungsplan, welcher die in eigener Verantwortung eines jeweiligen Vorstandsmitglieds zu führenden Geschäftsbereiche festlegt, |
| ― | die vom Gesamtvorstand zu treffenden Entscheidungen, |
| ― | die besonderen Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden, |
| ― | die Geschäfte, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, |
| ― | die regelmäßige, zeitnahe und umfassende Information des Aufsichtsrats und |
| ― | Regelungen zu Sitzungen und Beschlüssen. |
Kontrolle und Beratung durch den Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat überwacht den Vorstand und berät ihn regelmäßig. Der Aufsichtsrat setzt sich nach dem Drittelbeteiligungsgesetz zusammen und besteht aus sechs Personen; vier davon werden von der Hauptversammlung, zwei aus dem Kreis der Arbeitnehmer gewählt.
Die OGEL GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main hat laut Satzung ein Recht, Vertreter in den Aufsichtsrat zu entsenden. Die Einzelheiten dieses Entsenderechts sind der Satzung der Biotest AG zu entnehmen.
Alle Aufgaben, die dem Aufsichtsrat aus den gesetzlichen Rahmenbedingungen, der Satzung sowie dem Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) erwachsen, nimmt er umfassend war.
Sämtliche Aufgaben und Befugnisse der Ausschüsse sind in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats geregelt. Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats beinhaltet auch die Anforderungen des DCGK, etwa hinsichtlich der fachlichen Eignung der Mitglieder, der Beschränkung von Aufsichtsratsmandaten in anderen börsennotierten Gesellschaften sowie der Altersgrenze. Weitere Regelungen betreffen
| ― | die Wahl und die Aufgaben des Aufsichtsratsvorsitzenden und dessen Stellvertreters, |
| ― | die Einberufung von Sitzungen, |
| ― | die Beschlussfassung innerhalb von Sitzungen sowie außerhalb über schriftliche oder telefonische Abstimmung, |
| ― | die Verpflichtung zur Verschwiegenheit und zur Offenlegungspflicht bei Interessenkonflikten. |
Zur Steigerung seiner Effizienz hat der Aufsichtsrat drei Ausschüsse gebildet.
Der Präsidialausschuss bereitet die Beratungen und Beschlussfassungen des Gesamtaufsichtsrats vor und überwacht die Ausführung der Beschlüsse durch den Gesamtaufsichtsrat. Ihm gehören folgende
Mitglieder an:
Dr. Thorlef Spickschen (Vorsitzender)
Dr. Cathrin Schleussner (stellv. Vorsitzende)
Prof. Dr. Marbod Muff
Der Personalausschuss beschäftigt sich mit Fragen der personellen Besetzung des Vorstands und dessen Vergütung und bereitet Beratung und Beschlussfindung des Gesamtaufsichtsrats für neu abzuschließende Verträge vor.
Ihm gehören als Mitglied an:
Dr. Thorlef Spickschen (Vorsitzender)
Dr. Cathrin Schleussner (stellv. Vorsitzende)
Thomas Jakob
Der Prüfungsausschuss befasst sich unter anderem mit der Vorprüfung des Jahresabschlusses und der Unabhängigkeit der Jahresabschluss- und Konzernabschlussprüfer. Zudem befasst er sich regelmäßig mit der Risikolage des Konzerns.
Mitglieder des Prüfungsausschusses sind:
Prof. Dr. Marbod Muff (Vorsitzender)
Dr. Thorlef Spickschen (stellv. Vorsitzender)
Barbara Arnold-Schlosser
Der Aufsichtsrat überprüft regelmäßig, mindestens alle zwei Jahre, die Effizienz seiner Tätigkeit.
Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat
Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage und des Risikomanagements. Er hat monatlich über die Geschäfts- und Ertragslage zu berichten und geht dabei auf Abweichungen von den aufgestellten Plänen und Zielen unter Angabe von Gründen ein.
Bestimmte Geschäfte wie Erwerb und Veräußerung von Beteiligungen an anderen Unternehmen, wesentliche Änderungen der Unternehmensorganisation beziehungsweise der Geschäftsstrategie sowie Kapitalerhöhungen und -herabsetzungen bedürfen der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats. Alle entscheidungsrelevanten Unterlagen, insbesondere der Jahresabschluss, der Konzernabschluss und der Prüfungsbericht werden den Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig vor der jeweiligen Sitzung zugeleitet.
Die Mitglieder des Vorstands nehmen an den Sitzungen des Aufsichtsrats beratend teil, sofern nicht im Einzelfall der Aufsichtsrat oder sein Vorsitzender etwas anderes bestimmt.
Leitung und Kontrolle der Konzerngesellschaften
Die Beteiligungsgesellschaften des Konzerns sind Kapitalgesellschaften, die Rechtsformen unterscheiden sich je nach Sitz des Unternehmens. Die Gesellschaften werden durch eine Geschäftsführung oder einer damit vergleichbaren Institution geführt. Über die Leitlinien der Unternehmensstrategie, sowie über wesentliche Investitions- und Geschäftsentscheidungen bestimmt die jeweilige Gesellschafterversammlung. Grundsätzlich ist für alle wesentlichen Geschäftsentscheidungen auf Ebene der Beteiligungsgesellschaften die Zustimmung der Konzernleitung erforderlich.
Innerhalb der Biotest AG berichten die Leiter der Segmente dem Gesamtvorstand und unterliegen seiner Kontrolle.
Compliance in der Biotest Gruppe
Die Dauerhaftigkeit, Wirksamkeit und Unabhängigkeit der Compliance-Funktion in der Biotest Gruppe sowie deren Zuständigkeiten, Rechte und Pflichten sind im Compliance-Handbuch geregelt.
Biotest ist Mitglied des Vereins Arzneimittel und Kooperation im Gesundheitswesen e.V. (AKG), Berlin. In dieser Einrichtung der freiwilligen Selbstkontrolle haben sich pharmazeutische Unternehmen mit Sitz in Deutschland zusammengeschlossen, um Wettbewerbsverstößen vorzubeugen und diese gegebenenfalls zu ahnden.
Zur Umsetzung und Konkretisierung des Verhaltenskodex in der alltäglichen Zusammenarbeit mit Kliniken, Ärzten und anderen Angehörigen der medizinischen Fachkreise hat die Biotest AG im Januar 2009 ein Compliance-System für die Segmente Plasmaproteine und Biotherapeutika implementiert. Hierbei geht es insbesondere darum, der Gefahr von Korruption im Zusammenhang mit der Arzneimitteltherapie entgegenzutreten.
Transparenz und Rechnungslegung
Die Biotest Gruppe ist einer regelmäßigen, offenen und zeitnahen Kommunikation gegenüber institutionellen Investoren und Analysten, privaten Aktionären, Mitarbeitern und weiteren Stakeholdern verpflichtet. Mit den Anteilseignern pflegen wir einen regelmäßigen Informationsaustausch und behandeln sie bei Informationen gleich. Alle neuen Tatsachen werden unverzüglich über Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen, Geschäfts- und Zwischenfinanzberichte sowie Präsentationen anlässlich von Analysten- und Investorenkonferenzen bereitgestellt. Die Informationen können ebenso wie der Finanzkalender und Informationen zur Hauptversammlung über unsere Website eingesehen und heruntergeladen werden.
Darüber hinaus werden Informationen zu Directors' Dealings und Stimmrechtsmitteilungen sowie alle publizitätspflichtigen gesellschaftsrechtlichen Informationen veröffentlicht.
Der jährliche Konzernabschluss und die Zwischenfinanzberichte nach drei, sechs und neun Monaten eines Geschäftsjahres werden vom Vorstand auf der Grundlage der vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten International Accounting Standards (IAS) beziehungsweise International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und deren Auslegung durch das Standing Interpretations Committee (SIC) beziehungsweise International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) aufgestellt. Der für die Dividendenzahlung maßgebliche Einzelabschluss der Biotest AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) erstellt.
Hauptversammlung
Die Hauptversammlung ist das oberste Organ der Gesellschaft und zugleich von zentraler Bedeutung für den Dialog der Aktionäre mit Vorstand und Aufsichtsrat. Durch eine umfassende Information im Vorfeld der Hauptversammlung tragen wir dafür Sorge, dass die Aktionäre ihre Rechte vollumfänglich wahrnehmen können.
Die Hauptversammlung fasst ihre Beschlüsse mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals, soweit nicht das Gesetz oder die Satzung etwas anderes vorschreiben.
Die Veröffentlichung der wichtigsten Informationen und Hinweise zur Hauptversammlung erfolgt auf unserer Website. Das Manuskript der Rede des Vorstandsvorsitzenden sowie die begleitende Präsentation stellen wir zur Verfügung.
CORPORATE GOVERNANCE BERICHT
Der Corporate Governance Bericht (S. 87 bis einschließlich S. 90 Directors' Dealings) ist nicht gesetzlicher Pflichtbestandteil des Konzernlageberichts.
GEMEINSAMER BERICHT VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT DER BIOTEST AG GEMÄSS ZIFFER 3.10 DES DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX (DCGK)
Corporate Governance Grundsätze
Unternehmensführung und -kontrolle der Biotest AG sind auf den langfristigen Erfolg des Unternehmens ausgerichtet. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten eng zusammen und orientieren sich an den international akzeptierten Standards guter Corporate Governance.
Die Führung des Unternehmens und deren Kontrolle entsprechen den jeweils gültigen rechtlichen Rahmenbedingungen und - soweit nicht im Rahmen der Entsprechenserklärung ausdrücklich ausgenommen - den Empfehlungen ("Soll"-Vorschriften) des DCGK. Der in den zurückliegenden Jahren mehrfach geänderte und erweiterte Katalog der Empfehlungen und -anregungen stellt nach unserer Ansicht einen auch im internationalen Maßstab hohen Standard dar.
Erläuterungen zur neuen Kodex-Fassung
Der DCGK wurde mit Wirkung zum 18. Juni 2009 in einer Reihe von Punkten geändert. Unter anderem wurden die Vorschriften des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) sowie des Gesetzes zur Modernisierung des Bilanzrechts (BilMoG) im DCGK nachvollzogen.
Ziffer 3.8 des DCGK enthält nun genaue Anforderungen an die Mindesthöhe des Selbstbehalts von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern im Rahmen einer D&O-Versicherung.
Gemäß Ziffer 4.2.2 setzt das Aufsichtsratsplenum die Gesamtvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder fest. Zudem soll das Vergütungssystem für den Vorstand im Gesamtaufsichtsrat beschlossen und regelmäßig überprüft werden. Zusätzlich empfiehlt der Kodex, dass bei einem extern hinzugezogenen Vergütungsexperten auf dessen Unabhängigkeit zu achten ist. Die Vergütungsstruktur ist gemäß Ziffer 4.2.3 auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung auszurichten. Variable Vergütungsteile sollen demnach grundsätzlich eine mehrjährige Bemessungsgrundlage haben, positiven wie negativen Entwicklungen Rechnung tragen und nicht zum Eingehen unangemessener Risiken verleiten. Ziffer 4.2.4 umfasst die gesetzlichen Vorschriften an die individualisierte Offenlegung der Vorstandsvergütung.
Der Aufsichtsrat soll bei der Zusammensetzung des Vorstands und bei seinen Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern auch auf Vielfalt (Diversity) achten. Vorstandsmitglieder sollen vor Ablauf von zwei Jahren nach dem Ende ihrer Bestellung nicht Mitglied des Aufsichtsrats der Gesellschaft werden, es sei denn, ihre Wahl erfolgt auf Vorschlag von Aktionären, die mehr als 25 % der Stimmrechte an der Gesellschaft halten. In letzterem Fall soll der Wechsel in den Aufsichtsratsvorsitz eine Ausnahme sein, die der Hauptversammlung zu begründen ist.
Zusätzlich wird angeregt, dass der Vorsitzende des Prüfungsausschusses unabhängig und kein ehemaliges Vorstandsmitglied der Gesellschaft ist, dessen Bestellung vor weniger als zwei Jahren endete.
Vorstand und Aufsichtsrat haben zuletzt am 9. März 2010 eine Erklärung zu den Empfehlungen des DCGK gemäß § 161 Aktiengesetz ("Entsprechenserklärung") abgegeben, deren Wortlaut nachfolgend wiedergegeben ist.
ENTSPRECHENSERKLÄRUNG
Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Biotest AG zu den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG
Seit der letzten Entsprechenserklärung vom 5. März 2009, die sich auf den Deutschen Corporate Governance Kodex vom 6. Juni 2008 bezog, hat die Biotest AG allen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der damals geltenden Fassung mit einer Ausnahme entsprochen:
| ― | Der Empfehlung in Ziffer 5.3.3 des Deutschen Corporate Governance Kodex, einen Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats zu bilden, folgt die Biotest AG nicht. Neuwahlen zum Aufsichtsrat stehen erst in zwei Jahren an. Dem Aufsichtsrat der Biotest AG gehören nur vier Aktionärsvertreter an. Die Biotest AG hält die Bildung eines Ausschusses aus dem kleinen Kreis der Aktionärsvertreter weiterhin nicht für erforderlich. Die durch die Empfehlung angestrebte Verbesserung der Transparenz im Auswahlverfahren ist bei der Biotest AG auch im Aufsichtsratsplenum gewährleistet. |
Vorstand und Aufsichtsrat erklären außerdem, dass allen anderen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 18. Juni 2009 entsprochen wird, mit einer Ausnahme:
Der Empfehlung in Ziffer 3.8 des Deutschen Corporate Governance Kodex folgt die Biotest AG nicht.
In der D&O-Versicherung für die Mitglieder des Vorstands hat die Gesellschaft keinen Selbstbehalt in Höhe von 10 % des Schadens bis mindestens zur Höhe des Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung des Vorstandsmitglieds vereinbart. Die Biotest AG ist der Ansicht, dass ein Selbstbehalt in dieser Höhe im Hinblick auf die Verantwortung und Motivation der Vorstandsmitglieder bei ihrer Aufgabenwahrnehmung bisher nicht erforderlich war. Die Biotest AG beabsichtigt, bis zum 30. Juni 2010 in Umsetzung von § 93 Abs. 2 Satz 3 Aktiengesetz die D&O-Versicherung für die Mitglieder des Vorstands um einen entsprechenden Selbstbehalt zu ergänzen.
Mit Verweis auf die obigen Ausführungen hat die Biotest AG keinen entsprechenden Selbstbehalt in der D&O-Versicherung für die Mitglieder des Aufsichtsrats vereinbart.
Dreieich, den 9. März 2010
Für den Vorstand
Prof. Dr. Gregor Schulz
Dr. Michael Ramroth
Für den Aufsichtsrat
Dr. Thorlef Spickschen
Auf der Biotest-Internetseite können neben dieser aktuellen auch frühere Fassungen der Entsprechenserklärung eingesehen und heruntergeladen werden.
CORPORATE GOVERNANCE IM GESCHÄFTSJAHR 2009
Die Hauptversammlung der Biotest AG fand am 7. Mai 2009 in Frankfurt am Main statt. Dabei waren 79,11 % des Stammaktienkapitals vertreten. Die Beschlussvorlagen des Vorstands wurden mit jeweils deutlichen Mehrheiten angenommen.
Mit der großen Mehrheit von 97,1 % des anwesenden stimmberechtigten Stammkapitals stimmte die Hauptversammlung der Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals, aus dem Vorzugsaktien an Mitarbeiter der Gesellschaft und mit ihr verbundener Unternehmen ausgegeben werden können, zu.
Auf der anschließenden Versammlung der Vorzugsaktionäre fand der Tagesordnungspunkt jedoch mit 74,7 % des anwesenden Vorzugsaktienkapitals nicht die erforderliche Dreiviertel-Mehrheit. Damit konnte das Mitarbeiteraktienprogramm nicht wie vorgesehen umgesetzt werden.
VERÄNDERUNG IN DER ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATS
Die Hauptversammlung wählte Herrn Prof. Dr. Marbod Muff, wohnhaft in Ingelheim am Rhein, als neues Mitglied in den Aufsichtsrat. Herr Prof. Dr. Muff war auf Antrag des Unternehmens und durch Beschluss des Amtsgerichts Offenbach mit Wirkung zum 22. September 2008 zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt.
Die Amtszeit aller Mitglieder des Aufsichtsrats läuft bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2011 beschließt.
RECHTSSTREIT IM HINBLICK AUF DIE IM JAHR 2006 BESCHLOSSENE SATZUNGSÄNDERUNG
Mit Entscheidung vom 12. Februar 2008 hatte das Oberlandesgericht Frankfurt am Main einer Anfechtungsklage gegen den Beschluss der Hauptversammlung des Jahres 2006 zur Änderung der Satzung der Biotest AG stattgegeben. Die Biotest AG hat gegen dieses Urteil Revision eingelegt. Der Bundesgerichtshof hat die Klage mit Urteil vom 8. Februar 2010 abgewiesen.
Bei dem angefochtenen Beschluss handelt es sich um das dem Leiter der Hauptversammlung zugestandene Recht, das Rede- und Fragerecht von Aktionären zeitlich zu beschränken. Mit der Satzungsänderung setzte die Biotest AG die Vorschriften des Gesetzes zur Unternehmensintegrität und Modernisierung des Anfechtungsrechts (UMAG) um. Der Bundesgerichtshof hat mit seinem Urteil bestätigt, dass die in § 20 (a) der Satzung der Biotest AG enthaltene Ermächtigung des Versammlungsleiters zur zeitlichen Beschränkung des Rede- und Fragerechts von Aktionären rechtswirksam ist.
Biotest veröffentlichte im Geschäftsjahr 2009 sämtliche Finanzberichte innerhalb der vom DCGK vorgegebenen Fristen. Den vollständigen Konzernjahresabschluss des Jahres 2009 veröffentlichten wir zusammen mit dem Geschäftsbericht am 19. März 2010 und damit ebenfalls fristgerecht im Sinne des DCGK. Am selben Tag stellten wir den Abschluss in einer Bilanzpresse- und Analystenkonferenz in Frankfurt am Main vor.
DIRECTORS' DEALINGS
Im Geschäftsjahr 2009 fanden folgende mitteilungspflichtige Erwerbs- und Veräußerungsgeschäfte von Organmitgliedern und sonstigen Führungskräften der Biotest AG statt:
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| Name | Funktion | WKN/ISIN | Wertpapier Bez. | Geschäftsart | Handelstag | Anzahl |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Dr. Michael Soldan | Leiter Medical / Regulatory Affairs | DE0005227235 | Biotest Vorzugsaktie | Kauf | 04.06.2009 | 500 |
| Dr. Rolf Vornhagen | Direktor | DE0005227235 | Biotest Vorzugsaktie | Kauf | 28.05.2009 | 650 |
| Dr. Joachim Herborg | Spartenleiter Marketing und Vertrieb | DE0005227235 | Biotest Vorzugsaktie | Kauf | 27.05.2009 | 650 |
| Dr. Frank Osterroth | Geschäftsbereichsleiter Biotherapeutika | DE0005227235 | Biotest Vorzugsaktie | Kauf | 18.05.2009 | 650 |
| Dr. Rainer Pabst | General Manager Biotest Pharmaceuticals Corp. USA | DE0005227235 | Biotest Vorzugsaktie | Kauf | 15.05.2009 | 675 |
| Dr. Frank Schulze | Geschäftsbereichs-leiter Mikrobiologie | DE0005227235 | Biotest Vorzugsaktie | Kauf | 15.05.2009 | 650 |
| Dr. Michael Ramroth | Geschäftsführendes Organ | DE0005227235 | Biotest Vorzugsaktie | Kauf | 15.05.2009 | 1.000 |
| Dr. Georg Floß | Leiter GB Plasma Proteine Operations | DE0005227235 | Biotest Vorzugsaktie | Kauf | 15.05.2009 | 650 |
| Prof. Dr. Gregor Schulz | Geschäftsführendes Organ | DE0005227235 | Biotest Vorzugsaktie | Kauf | 15.05.2009 | 1.000 |
| Prof. Dr. Gregor Schulz | Geschäftsführendes Organ | DE0005227235 | Biotest Vorzugsaktie | Kauf | 15.05.2009 | 1.000 |
| Dr. Michael Ramroth | Geschäftsführendes Organ | DE0005227235 | Biotest Vorzugsaktie | Kauf | 13.03.2009 | 1.000 |
| Dr. Thorlef Spickschen | Verwaltungs- oder Aufsichtsorgan | DE0005227235 | Biotest Vorzugsaktie | Kauf | 19.02.2009 | 2.000 |
| Prof. Dr. Gregor Schulz | Geschäftsführendes Organ | DE0005227235 | Biotest Vorzugsaktie | Kauf | 04.02.2009 | 500 |
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| Name | Kurs in € |
Summe in € |
|---|---|---|
| Dr. Michael Soldan | 33,62 | 16.810,00 |
| Dr. Rolf Vornhagen | 33,48 | 21.762,00 |
| Dr. Joachim Herborg | 33,58 | 21.827,00 |
| Dr. Frank Osterroth | 32,50 | 21.125,00 |
| Dr. Rainer Pabst | 31,71 | 21.400,95 |
| Dr. Frank Schulze | 30,89 | 20.077,40 |
| Dr. Michael Ramroth | 30,12 | 30.118,82 |
| Dr. Georg Floß | 30,28 | 19.682,00 |
| Prof. Dr. Gregor Schulz | 29,93 | 29.930,00 |
| Prof. Dr. Gregor Schulz | 30,50 | 30.500,00 |
| Dr. Michael Ramroth | 27,60 | 27.600,00 |
| Dr. Thorlef Spickschen | 34,85 | 69.695,25 |
| Prof. Dr. Gregor Schulz | 37,91 | 18.955,00 |
VERGÜTUNG VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
Erläuterung zur Ausgestaltung des Vergütungssystems und zur Vergütung der Mitglieder der Organe im Rahmen des Corporate Governance Berichts
Der Vergütungsbericht ist auch Bestandteil des Konzernlageberichts.
Vergütung des Vorstands
Der Aufsichtsrat legt die Vergütung für die Mitglieder des Vorstands fest. Sie besteht aus einer Festvergütung, einer Tantieme sowie einer Komponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter. Hinzu kommen Sachbezüge.
Im Geschäftsjahr 2009 ließ der Aufsichtsrat das System zur Vorstandsvergütung durch eine externe Unternehmensberatung prüfen. Im Fokus standen hierbei die Frage der Angemessenheit der Vergütung sowie die Ausgestaltungen der Komponenten mit kurz- und langfristiger Anreizwirkung. Alle Bestandteile wurden für sich und in ihrer Gesamtheit als angemessen bewertet.
Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden sowohl die Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten des Unternehmens als auch die Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt.
Entsprechend Ziffer 4.2.3 des DCGK wird im Folgenden die Vergütung des Vorstands einschließlich der nicht monetären Bestandteile detailliert dargestellt.
Festvergütung
Die erfolgsunabhängige Festvergütung der Vorstandsmitglieder besteht aus einem Festgehalt und Nebenleistungen. Die Höhe orientiert sich an der wirtschaftlichen Lage und Zukunftsaussicht von Biotest sowie am Vergütungsniveau im Wettbewerbsumfeld. Das jährliche Festgehalt wird für die gesamte Laufzeit des jeweiligen Anstellungsvertrags festgelegt und in 13 Monatsraten ausgezahlt.
Nebenleistungen
Über das Festgehalt hinaus erhalten die Mitglieder des Vorstands Nebenleistungen.
Beide Vorstandsmitglieder sind im Rahmen der kollektiven Unfallversicherung der Biotest AG beruflich und privat versichert. Die Vorstandsmitglieder erhalten einen Zuschuss zur Sozialversicherung beziehungsweise auch zur Direktversicherung.
Die Mitglieder des Vorstands der Biotest AG sind in die konzernübergreifende Vermögensschadenhaftpflicht-Gruppenversicherung (D&O-Versicherung) eingebunden, die Biotest für das gesamte obere Management abgeschlossen hat.
Beiden Vorstandsmitgliedern wird ein Dienstwagen der Oberklasse kostenlos zur Verfügung gestellt, der auch privat genutzt werden darf.
Tantiemen
Der erfolgsabhängige Vergütungsanteil (Tantiemen) bemisst sich nach der Erreichung von Unternehmens- sowie persönlichen Zielen. In die Ermittlung gehen das EBIT und der Return on Capital Employed (RoCE) zu jeweils 30 % sowie die Erreichung individuell festgelegter Ziele im vorausgegangenen Geschäftsjahr zu 40 % ein. Darüber hinaus kann für die Erreichung von Zielen mit besonderer Tragweite eine gesonderte Prämie durch den Präsidialausschuss des Aufsichtsrats festgelegt werden.
Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter
Die Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung und Risikocharakter beruht auf dem Long-Term-Incentive-Programm (LTIP) von Biotest. Darin sind neben den Mitgliedern des Vorstands auch ausgewählte Führungskräfte eingebunden, die durch ihre Stellung innerhalb der Gruppe, ihre Entscheidungen, ihre Führung und ihr Handeln den Erfolg des Unternehmens maßgeblich beeinflussen.
Die Konstruktion des Programms orientiert sich an den gängigen Kriterien, die der Kapitalmarkt an solche Systeme stellt und entspricht den Anforderungen des DCGK.
Eine erste Tranche des LTI-Programms 2006 lief vom 1. Oktober 2006 bis zum 31. Dezember 2008, die Incentive-Zahlung wurde im Mai 2009 geleistet. Die weiteren Laufzeiten der Tranchen des LTIP 2006 waren/sind:
| ― | Vom 20. Juni 2007 bis zum 31. Dezember 2009. |
| ― | Vom 1. Mai 2008 bis zum 31. Dezember 2010. |
Die Laufzeit des LTIP 2009 (erste Tranche) ist vom 1. Juni 2009 bis zum 31. Dezember 2011.
Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Eigeninvestment des Teilnehmers durch den Kauf von Vorzugsaktien der Biotest AG. Für die Vorstandsmitglieder beträgt die maximale Anzahl der zu erwerbenden Vorzugsaktien 1.000 Stück. Die Aktien müssen mindestens so lange im Depot gehalten werden, bis die Incentive-Summe ausgezahlt worden ist. Die im Zuge der ersten Tranche als Eigeninvestment erworbenen Aktien wurden auf die erforderlichen Eigeninvestments der zweiten und dritten Tranche angerechnet.
Voraussetzung für die Teilnahme am LTI-Programm 2009 war ein erneutes Eigeninvestment von maximal 1.000 Vorzugsaktien, ohne dass eine Anrechnung möglich war. Zudem muss ein Teil der von den für die Tranchen der Vorjahre erworbenen Aktien bis zum Ablauf des LTI-Programms 2009 (erste Tranche) weiter im Depot gehalten werden. Die Zahl muss mindestens 50 % der Aktien entsprechen, die im Rahmen der 2009er-Tranche neu erworben wurden (also maximal 500 Stück).
Die Höhe der Incentive-Zahlung berechnet sich aus der Entwicklung des Kurses der Biotest Vorzugsaktien im Vergleich zum Auswahlindex SDAX sowie aus der durchschnittlich erzielten EBIT-Marge während der Laufzeit der jeweiligen Tranche. In Ziffer F1 des Anhangs zum Konzernabschluss ist das Verfahren zur Errechnung der Incentive-Zahlung detailliert dargestellt. Die Incentive-Komponente wird den Teilnehmern voraussichtlich jeweils im Mai des Folgejahres ausgezahlt, nachdem die Tranche ausgelaufen ist.
Gesamtvergütung des Vorstands
Für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2009 betrug die Gesamtvergütung der aktiven Mitglieder des Vorstands 911 T € (2008: 908 T €). Von diesem Betrag entfielen 489 T € auf Prof. Dr. Gregor Schulz und 422 T € auf Dr. Michael Ramroth.
Das Festgehalt von Prof. Schulz belief sich im Jahr 2009 auf 300 T €, der Wert der gewährten Nebenleistungen auf 38 T €.
Herr Dr. Ramroth erhielt im Geschäftsjahr 2009 ein Festgehalt von 260 T € sowie Nebenleistungen im Wert von 30 T €. Die Tantieme belief sich auf 132 T €.
Der Wert des noch nicht zur Auszahlung gekommenen LTIP über den Gesamtzeitraum betrug zum Bewertungsstichtag 31. Dezember 2009 für Herrn Prof. Schulz 425 T € und für Herrn Dr. Ramroth 369 T €; der Aufwand im Geschäftsjahr betrug 160 T € für Herrn Prof. Schulz und 137 T € für Herrn Dr. Ramroth.
Kredite oder Vorschüsse wurden den Mitgliedern des Vorstands im Geschäftsjahr 2009 nicht gewährt.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat kein Mitglied des Vorstands Leistungen oder entsprechende Zusagen von einem Dritten im Hinblick auf seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied erhalten.
Pensionsansprüche
Der Vorstand ist in die betriebliche Altersvorsorge der Biotest AG eingebunden. Für die Mitglieder besteht eine Einzelzusage im Rahmen der bei der Biotest AG geltenden Altersvorsorge. Hierfür werden gemäß IFRS Rückstellungen gebildet, die sich am Bilanzstichtag auf 2.040 T € beliefen. Deren Höhe ist von der Anzahl der Dienstjahre, dem anrechnungsfähigen Gehalt und der geltenden Zuschuss-Staffel unter und über der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen deutschen Rentenversicherung abhängig.
Die Bewertung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren, die durch einen unabhängigen Versicherungsmathematiker ausgefertigt werden. Eine genauere Erläuterung enthält der Anhang zum Konzernabschluss in Punkt B12 (Seite 110).
Change of Control
Für den Fall, dass der Vorstandsvertrag infolge eines näher definierten Kontrollwechsels (Change of Control) vorzeitig beendet wird, enthalten beide Verträge eine Abfindungsregelung. Diese ist in den Erläuterungen nach § 315 Absatz 4 HGB (Seite 94) beschrieben.
Vergütungssystem für ehemalige Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen
Für frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen werden vertraglich zugesagte Pensionen gezahlt. Dafür sind insgesamt 3.650 T € zurückgestellt. Die Wertermittlung bei Pensionsrückstellungen erfolgte jeweils gemäß IAS 26.
Vergütung des Aufsichtsrats
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in der Satzung geregelt. Die Mitglieder erhalten eine jährliche feste Vergütung in Höhe von jeweils 15 T €. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält jeweils den doppelten, sein Stellvertreter den anderthalbfachen Betrag. Die Tätigkeit in einem Ausschuss wird zusätzlich mit 3 T € vergütet, der Ausschussvorsitzende erhält 5 T € zusätzlich. Die Biotest AG erstattet die auf die Aufsichtsratsvergütung zu zahlende Umsatzsteuer. Die Aufsichtsratsmitglieder erhalten außerdem eine variable Vergütung in Höhe von 1.000 € für jeden 0,01 Euro, mit dem die für das Geschäftsjahr ausgeschüttete Dividende den Betrag von 0,24 Euro übersteigt. Die variable Vergütung ist auf einen Höchstbetrag von 10.000 € begrenzt.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Biotest AG sind wie die Mitglieder des Vorstands in die konzernübergreifende Vermögensschadenhaftpflicht-Gruppenversicherung (D&O-Versicherung) eingebunden. Biotest übernahm die hierfür fälligen Versicherungsprämien für alle Mitglieder des Aufsichtsrats. Weitere Sachleistungen wurden nicht gewährt.
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist - einschließlich der Erstattung der auf die Aufsichtsratsvergütung teilweise zu zahlenden Umsatzsteuern - in der nachstehenden Tabelle individualisiert ausgewiesen.
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| Feste Bezüge | Variable Vergütung | Summe | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Tausend € |
2009 | 2008 | 2009 | 2008 | 2009 | 2008 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Dr. Thorlef Spickschen (Vorsitzender) | 51 | 43 | 25 | 5 | 76 | 48 |
| Dr. Cathrin Schleussner (stellvertretende Vorsitzende) | 29 | 29 | 15 | 5 | 44 | 34 |
| Prof. Dr. Marbod Muff | 23 | 6 | 10 | 2 | 33 | 8 |
| Thomas Jakob | 18 | 18 | 10 | 5 | 28 | 23 |
| Barbara Arnold-Schlosser | 18 | 18 | 10 | 5 | 28 | 23 |
| Astrid Paluch | 15 | 15 | 10 | 5 | 25 | 20 |
| Summe | 154 | 129 | 80 | 27 | 234 | 156 |
ERLÄUTERUNGEN ZU DEN ANGABEN NACH § 315 ABS. 4 HGB
Das gezeichnete Kapital der Biotest AG beträgt satzungsgemäß 30.025.152 Euro. Es ist eingeteilt in 6.595.242 Stück-Stammaktien sowie 5.133.333 Stück-Vorzugsaktien. Die Aktien lauten auf den Inhaber, Vorzugsaktien gewähren kein Stimmrecht. Die OGEL GmbH hat uns per Mitteilung vom 12. Februar 2008 angezeigt, dass sie 50,03 % der Stammaktien der Biotest AG hält. Die Gesellschaft wird von Dr. Cathrin Schleussner, Mitglied des Aufsichtsrats der Biotest AG, kontrolliert.
Die Kreissparkasse Biberach hat uns per Mitteilung angezeigt, dass der Stimmrechtsanteil am 20. Januar 2007 24,36 % betragen hat.
Darüber hinaus sind dem Vorstand keine direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital bekannt, die 10 % der Stimmrechte überschreiten. Es gibt keine Inhaber von Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen.
Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat nach Maßgabe der §§ 84 und 85 AktG sowie § 7 Abs. 2 der Satzung bestellt und abberufen. Jede Satzungsänderung bedarf gem. § 179 Abs. 1 AktG eines Beschlusses der Hauptversammlung (§ 133 AktG). Die Befugnis zu Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, ist gemäß § 27 der Satzung in Übereinstimmung mit § 179 Abs. 1 Satz 2 AktG auf den Aufsichtsrat übertragen worden.
Nach näherer Maßgabe der Hauptversammlungsbeschlüsse vom 27. Mai 2008 ist die Gesellschaft ermächtigt, eigene Aktien nach § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals in Höhe von 30.025.152 Euro zu erwerben. Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals entfallen.
Die Ermächtigung gilt bis zum 26. November 2009, die Gesellschaft hat von ihr bisher keinen Gebrauch gemacht. Eine durch Hauptversammlungsbeschluss vom 3. Mai 2007 geschaffene Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wurde aufgehoben. Des Weiteren wurde der Vorstand mit dem Beschluss der Hauptversammlung vom 20. Mai 2005 dazu ermächtigt, bis zum 19. Mai 2010 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 10.240 T € durch Ausgabe neuer Stamm- und / oder neuer Vorzugsaktien gegen Bar- und / oder Sacheinlage zu erhöhen.
Nach den Kapitalerhöhungen vom 3. August 2005, vom 18. Oktober 2005 und vom 28. September 2007 beträgt das genehmigte Kapital noch 695 T €.
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juli 2004 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 7. Juli 2009 Genussrechte im Nennbetrag von bis zu 50.000 T € auszugeben. Von dieser Genehmigung wurde im Geschäftsjahr 2005 in Höhe von 10.000 T € Gebrauch gemacht. Am 25. November 2005 hat die Gesellschaft eine Genussrechtsvereinbarung mit einer Laufzeit von sieben Jahren über 10.000 T € abgeschlossen, die am 5. Dezember 2005 unter Abzug eines Disagios von 3,4 % zur Auszahlung kam. Es handelt sich dabei um ein nachrangiges, endfälliges Darlehen, dessen Verzinsung aus einer variablen und einer fixen Komponente besteht. Die variable Komponente ist abhängig von Finanzkennzahlen des Unternehmens.
Wesentliche Vereinbarungen zwischen der Biotest AG und Dritten, die bei einem Kontrollwechsel (Change of Control) wirksam werden, bestehen hinsichtlich der Verträge zur langfristigen Finanzierung des Konzerns. Die Konsortialkreditvereinbarung gesteht den Gläubigerbanken bei einem Kontrollwechsel bei der Biotest AG oder der Biotest Pharmaceuticals Corp. das Recht auf Kündigung der Vereinbarung zu, sofern ihnen durch den Kontrollwechsel eine Fortsetzung des Vertrages unzumutbar erscheint.
Die Genussrechtsvereinbarung über ein endfälliges Darlehen im Nennbetrag von 10,0 Mio. € sieht die Möglichkeit einer außerordentlichen Kündigung durch die Gläubiger vor. In einem solchen Fall wäre der gesamte Betrag sofort fällig und zudem eine Vorfälligkeitsentschädigung zu leisten.
Eine Ergänzungsvereinbarung zum Vorstandsvertrag für beide Vorstandsmitglieder enthält eine Abfindungsregelung, die im Fall wirksam wird, dass der Vorstandsvertrag infolge einer näher definierten Change of Control vorzeitig beendet wird. Die Abfindung umfasst die feste Vergütung bis zum Ende der Laufzeit zuzüglich anteiliger Tantiemen, die auf Basis des Durchschnittsbetrags der vorangegangenen zwei Geschäftsjahre zuzüglich einer Vergütung für den Nutzungswert des gewährten Dienstwagens ermittelt werden. Neben diesen Ansprüchen umfasst die Abfindung zusätzlich das Zweifache der jährlichen Festvergütung. Insgesamt beläuft sich die Abfindung jedoch maximal auf das Dreifache der jährlichen Festvergütung.
Der Anspruch entsteht nicht, wenn die Beendigung des Vorstandsvertrags auf Kündigung aus wichtigem Grund, Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit beruht oder das Vorstandsmitglied zum Zeitpunkt der Beendigung das 60. respektive 62. Lebensjahr bereits vollendet hat oder im Zusammenhang mit dem Change of Control von dritter Seite Zuwendungen oder Wertvorteile erhält.
Konzernabschluss
Gewinn- und Verlustrechnung der Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 01. Januar bis 31. Dezember 2009
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| Tausend € |
Anhang | 2009 | 2008*)**) |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | D1 | 440.191 | 385.838 |
| Herstellungskosten | - 227.870 | - 184.873 | |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 212.321 | 200.965 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | D5 | 9.553 | 4.287 |
| Marketing- und Vertriebskosten | - 69.047 | - 64.912 | |
| Verwaltungskosten | - 37.072 | - 35.901 | |
| Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen | D4 | - 48.457 | - 42.300 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | D6 | - 5.825 | - 3.176 |
| Betriebsergebnis | 61.473 | 58.963 | |
| Finanzerträge | D7 | 6.900 | 5.560 |
| Finanzaufwendungen | D8 | - 19.701 | - 19.062 |
| Finanzergebnis | - 12.801 | - 13.502 | |
| Erträge aus assoziierten Unternehmen | D9 | 297 | - |
| Ergebnis vor Steuern | 48.969 | 45.461 | |
| Ertragsteuern | D10 | - 17.070 | - 12.784 |
| Ergebnis nach Steuern der fortgeführten Geschäftsbereiche | 31.899 | 32.677 | |
| Ergebnis nach Steuern des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | D11 | - 3.879 | - 4.558 |
| Ergebnis nach Steuern gesamt | 28.020 | 28.119 | |
| davon: | |||
| auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallende Ergebnisanteile | 25.672 | 25.742 | |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 29.551 | 30.300 | |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | - 3.879 | - 4.558 | |
| auf die Minderheiten entfallende Ergebnisanteile | 2.348 | 2.377 | |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 2.348 | 2.377 | |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | - | - | |
| Ergebnis je Aktie in € | E12 | 2,16 | 2,17 |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 2,49 | 2,56 | |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | - 0,33 | - 0,39 | |
| Mehrdividendenanspruch je Vorzugsaktie in € | E12 | 0,06 | 0,06 |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 0,06 | 0,06 | |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | - | - | |
| Ergebnis je Vorzugsaktie in € | E12 | 2,22 | 2,23 |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 2,55 | 2,62 | |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | - 0,33 | - 0,39 |
*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
**) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des geänderten Ausweises von Erträgen und Aufwendungen aus Währungsumrechnungen
Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
Gesamtergebnisrechnung der Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 01. Januar bis 31. Dezember 2009
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| Tausend € | 2009 | 2008*) |
|---|---|---|
| Periodenergebnis | 28.020 | 28.119 |
| Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen | - 4.808 | 1.756 |
| darauf entfallende latente Steuern | 1.307 | - 544 |
| Sonstige erfolgsneutrale Erträge / Aufwendungen | 7 | - 109 |
| darauf entfallende latente Steuern | - | - |
| Währungsumrechnung ausländischer Tochterunternehmen | - 2.546 | 3.443 |
| Summe latenter Steuern auf im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen | 1.307 | - 544 |
| Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen | - 6.040 | 4.546 |
| Gesamtergebnis | 21.980 | 32.665 |
| Direkt im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen | - 6.040 | 4.546 |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | - 5.694 | 4.391 |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | - 346 | 155 |
| Periodenergebnis gesamt | 28.020 | 28.119 |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 31.899 | 32.677 |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | - 3.879 | - 4.558 |
| Gesamtergebnis | 21.980 | 32.665 |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 26.205 | 37.068 |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | - 4.225 | - 4.403 |
| davon: | ||
| auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallende Ergebnisanteile | 19.663 | 30.280 |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 23.888 | 34.683 |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | - 4.225 | - 4.403 |
| auf die Minderheiten entfallende Ergebnisanteile | 2.317 | 2.385 |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 2.317 | 2.385 |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | - | - |
| Gesamtergebnis | 21.980 | 32.665 |
| davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen | 26.205 | 37.068 |
| davon aus nicht fortgeführtem Geschäftsbereich | - 4.225 | - 4.403 |
*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
Bilanz der Biotest Gruppe zum 31. Dezember 2009
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| Tausend € | Anhang | 31. Dezember 2009 | 31. Dezember 2008 |
|---|---|---|---|
| AKTIVA | |||
| Immaterielle Vermögenswerte | E1 | 66.680 | 73.808 |
| Sachanlagen | E2 | 214.160 | 209.786 |
| Geleaste Sachanlagen | E2 | 17.795 | 20.109 |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | E3 | 100 | 100 |
| Anteile an assoziierten Unternehmen | E4 | 768 | - |
| Sonstige Finanzanlagen | E5 | 215 | 237 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | E8 | - | 451 |
| Sonstige Vermögenswerte | E9 | 2.215 | 2.072 |
| Latente Steueransprüche | E6 | 6.260 | 5.990 |
| Summe langfristige Vermögenswerte | 308.193 | 312.553 | |
| Vorratsvermögen | E7 | 170.326 | 156.554 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | E8 | 95.992 | 94.030 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 3.686 | 2.442 | |
| Sonstige Vermögenswerte | E9 | 17.049 | 18.393 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | E10 | 6.730 | 8.072 |
| Vermögenswerte des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | E11 | 31.478 | - |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 325.261 | 279.491 | |
| BILANZSUMME | 633.454 | 592.044 | |
| PASSIVA | |||
| Gezeichnetes Kapital | 30.025 | 30.025 | |
| Kapitalrücklage | 153.332 | 153.332 | |
| Gewinnrücklagen | 55.731 | 39.826 | |
| Auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallende Ergebnisanteile | 25.673 | 25.742 | |
| Eigenkapital, das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzuordnen ist | E12 | 264.761 | 248.925 |
| Minderheitsanteile am Eigenkapital | 5.101 | 4.449 | |
| Eigenkapital | E12 | 269.862 | 253.374 |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | E13 | 48.287 | 43.388 |
| Sonstige Rückstellungen | E14 | 3.659 | 3.653 |
| Finanzverbindlichkeiten | E15 | 153.720 | 166.648 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | E16 | 375 | 220 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | E6 | 8.774 | 6.416 |
| Langfristiges Fremdkapital | 214.815 | 220.325 | |
| Sonstige Rückstellungen | E14 | 19.622 | 19.270 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 7.783 | 4.679 | |
| Finanzverbindlichkeiten | E15 | 50.822 | 28.192 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 40.583 | 48.730 | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | E16 | 21.017 | 17.474 |
| Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | E11 | 8.950 | - |
| Kurzfristiges Fremdkapital | 148.777 | 118.345 | |
| Fremdkapital | 363.592 | 338.670 | |
| BILANZSUMME | 633.454 | 592.044 |
Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
Kapitalflussrechnung der Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 01. Januar bis 31. Dezember 2009
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| Tausend € | Anhang | 2009 | 2008*)**) |
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | 48.969 | 45.461 | |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | E1; E2 | 25.949 | 24.479 |
| Erträge aus assoziierten Unternehmen | - 297 | - | |
| Abschreibungen auf Wertpapiere des Finanzanlagevermögens | - 471 | - | |
| Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen | - 19 | - 15 | |
| Veränderung der Pensionsrückstellungen | E13 | 1.239 | - 594 |
| Finanzergebnis | 12.801 | 13.502 | |
| Operativer Cashflow vor Veränderung des Working Capital | 88.171 | 82.833 | |
| Veränderungen der sonstigen Rückstellungen | E14 | 2.371 | 2.703 |
| Veränderungen des Vorratsvermögens, der Forderungen sowie anderer Aktiva | - 35.564 | - 35.524 | |
| Veränderungen der Verbindlichkeiten und anderer Passiva | - 2.542 | 8.751 | |
| Cashflow aus der Veränderung des Working Capital | - 35.735 | - 24.070 | |
| Gezahlte Zinsen | - 9.239 | - 14.429 | |
| Gezahlte Steuern | - 11.899 | - 13.842 | |
| Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit der fortgeführten Geschäftsbereiche | 31.298 | 30.492 | |
| Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | 384 | 3.997 | |
| Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit gesamt | 32.682 | 34.489 | |
| Einzahlungen aus Abgängen des Anlagevermögens | 498 | 192 | |
| Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen | E1; E2 | - 40.167 | - 32.946 |
| Veränderung der sonstigen Finanzanlagen | 22 | 76 | |
| Erhaltene Zinsen | 62 | 3.212 | |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit der fortgeführten Geschäftsbereiche | - 39.585 | - 29.466 | |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | - 175 | - 3.606 | |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit gesamt | - 39.760 | - 33.072 | |
| Dividendenzahlung für das Vorjahr | E12 | - 3.827 | - 3.827 |
| Dividendenzahlungen an Minderheitsgesellschafter | E12 | - 1.665 | - 1.162 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten | E15 | 45.788 | 36.635 |
| Auszahlungen für die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten | E15 | - 33.236 | - 33.596 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit der fortgeführten Geschäftsbereiche | 7.060 | - 1.950 | |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | - 298 | - 347 | |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit gesamt | 6.762 | - 2.297 | |
| Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmittelsäquivalente | - 1.316 | - 880 | |
| Wechselkursbedingte Wertänderungen | - 12 | 63 | |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Anfang der Periode | E10 | 7.969 | 8.889 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode gesamt | E10 | 6.744 | 8.072 |
| abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | E10 | 14 | 103 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode der fortgeführten Geschäftsbereiche | E10 | 6.730 | 7.969 |
*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
**) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des geänderten Ausweises von Erträgen und Aufwendungen aus Währungsumrechnungen
Der Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.
Eigenkapitalveränderungsrechnung der Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 01. Januar 2008 bis 31. Dezember 2009
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| Tausend € | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Kumulierte Unterschiede aus Währungsumrechnung | Ergebnis und Gewinnrücklagen |
|---|---|---|---|---|
| Stand zum 01. Januar 2008 | 30.025 | 153.332 | - 1.346 | 40.482 |
| Erfolgsneutrale Veränderung | - | - | 3.443 | 1.095 |
| Periodenergebnis | - | - | - | 25.742 |
| Gesamtergebnis | - | - | 3.443 | 26.837 |
| Erwerb von Minderheitsanteilen | - | - | - | - 21 |
| Dividendenzahlungen für 2007 | - | - | - | - 3.827 |
| Stand zum 31. Dezember 2008 | 30.025 | 153.332 | 2.097 | 63.471 |
| Erfolgsneutrale Veränderung | - | - | - 2.546 | - 3.463 |
| Periodenergebnis | - | - | - | 25.672 |
| Gesamtergebnis | - | - | - 2.546 | 22.209 |
| Dividendenzahlungen für 2008 | - | - | - | - 3.827 |
| Stand zum 31. Dezember 2009 | 30.025 | 153.332 | - 449 | 81.853 |
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| Tausend € | Eigenkapital ohne Anteile Dritter | Anteile Dritter | Summe Eigenkapital |
|---|---|---|---|
| Stand zum 01. Januar 2008 | 222.493 | 3.267 | 225.760 |
| Erfolgsneutrale Veränderung | 4.538 | 8 | 4.546 |
| Periodenergebnis | 25.742 | 2.377 | 28.119 |
| Gesamtergebnis | 30.280 | 2.385 | 32.665 |
| Erwerb von Minderheitsanteilen | - 21 | - 41 | - 62 |
| Dividendenzahlungen für 2007 | - 3.827 | - 1.162 | - 4.989 |
| Stand zum 31. Dezember 2008 | 248.925 | 4.449 | 253.374 |
| Erfolgsneutrale Veränderung | - 6.009 | - 31 | - 6.040 |
| Periodenergebnis | 25.672 | 2.348 | 28.020 |
| Gesamtergebnis | 19.663 | 2.317 | 21.980 |
| Dividendenzahlungen für 2008 | - 3.827 | - 1.665 | - 5.492 |
| Stand zum 31. Dezember 2009 | 264.761 | 5.101 | 269.862 |
Konzernanhang
A GRUNDSÄTZLICHES
Die Biotest Gruppe umfasst die Biotest Aktiengesellschaft (Biotest AG) mit Sitz in Dreieich/Deutschland als Konzernobergesellschaft sowie ihre in- und ausländischen Tochterunternehmen. Die Konzernzentrale befindet sich in der Landsteinerstraße 5, 63303 Dreieich. Biotest ist ein Anbieter von pharmazeutischen und biotherapeutischen Arzneimitteln sowie von Reagenzien und Systemen für das mikrobiologische Monitoring. Mit einer Wertschöpfungskette, die von der vorklinischen und klinischen Entwicklung bis zur weltweiten Vermarktung reicht, hat sich Biotest vorrangig auf die Anwendungsgebiete Immunologie und Hämatologie spezialisiert.
Die Biotest Gruppe berichtet zum 31. Dezember 2009 drei operativ tätige Segmente.
Im Segment Plasmaproteine entwickelt Biotest auf Basis menschlichen Blutplasmas Immunglobuline, Gerinnungsfaktoren und Albumine, die bei Erkrankungen des Immunsystems oder der blutbildenden Systeme zum Einsatz kommen. Die Erzeugnisse werden auf Basis von Blutplasma und Humanblut hergestellt. Die Plasma Service Europe GmbH, Dreieich/Deutschland, und ihre in 2008 gegründete Tochtergesellschaft Plazmaszolgálat Kft., Budapest/Ungarn, sowie die Plasmadienst Tirol GmbH, Innsbruck/Österreich, und die Biotest Pharmaceuticals Corporation, Boca Raton/USA, unterstützen die konzerneigene Versorgung mit Blutplasma.
Darüber hinaus treibt Biotest im Segment Biotherapeutika die klinische Entwicklung von monoklonalen Antikörpern, unter anderem in den Indikationen Rheuma und Blutkrebs, voran.
In dem Segment Mikrobiologisches Monitoring werden Produkte zur Hygienekontrolle der Industrie entwickelt und vertrieben. Die Erzeugnisse umfassen im Wesentlichen Nährböden und Hygienekontrollgeräte.
Das ehemalige Segment Medizinische Diagnostik wurde als nicht fortgeführter Geschäftsbereich dargestellt. Dieser Geschäftsbereich umfasst Produkte zur Blutgruppen- und Gewebetypisierung. Das Produktprogramm beinhaltet vor allem Reagenzien, Testseren sowie Testsysteme. Im Juli 2009 beschloss die Biotest Gruppe den Desinvestitionsprozess des Geschäftsbereichs Medizinische Diagnostik zu intensivieren. Im dritten Quartal wurden exklusive Verkaufsverhandlungen mit dem Käufer aufgenommen. Diese führten am 23. Oktober 2009 zu einer Übereinkunft mit verschiedenen Gesellschaften der Bio-Rad Gruppe, USA. Der hierbei unterzeichnete und am 04. November 2009 notariell beurkundete Kaufvertrag stand zum 31. Dezember 2009 noch unter Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden. Der Abschluss dieser Transaktion wurde erst zu Beginn des Geschäftsjahres 2010 vollzogen.
Die Biotest Gruppe beschäftigt weltweit 2.252 Mitarbeiter.
Der Abschluss der Biotest AG und ihrer Tochtergesellschaften wird in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind. Die IFRS umfassen sowohl die International Financial Reporting Standards (IFRS) und die International Accounting Standards (IAS) als auch die Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) sowie die Interpretationen des Standing Interpretations Committee (SIC). Die Rechnungslegung der Biotest Gruppe basiert auf den IFRS, die auf Geschäftsjahre, die am 01. Januar 2009 beginnen, verpflichtend anzuwenden sind.
Der Konzernabschluss entspricht in der vorliegenden Fassung der Vorschrift des § 315a des Handelsgesetzbuchs (HGB). Sie bildet die Rechtsgrundlage für die Konzernrechnungslegung nach internationalen Standards in Deutschland zusammen mit der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rats vom 19. Juli 2002, betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards.
Soweit nicht anders vermerkt, sind alle Beträge in Tausend Euro (T €) angegeben.
Der Vorstand der Biotest AG hat den Konzernabschluss am 09. März 2010 an den Aufsichtsrat weitergegeben. Der Aufsichtsrat entscheidet am 18. März 2010 über die Freigabe zur Veröffentlichung des Konzernabschlusses.
Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Die Biotest Gruppe differenziert seit dem Geschäftsjahr 2009 beim Ausweis von Fremdwährungsdifferenzen nicht mehr zwischen operativen und finanziellen Aufwendungen und Erträgen. Sämtliche Erträge und Aufwendungen aus Währungsumrechnungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst.
Es werden alle zum Bilanzstichtag gültigen und verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards und Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) - soweit für die Biotest Gruppe von Bedeutung - berücksichtigt.
Am 29. März 2007 wurde der überarbeitete IAS 23 "Borrowing Costs" veröffentlicht. Das bisher bestehende Wahlrecht zur Nichtaktivierung von Fremdkapitalkosten wurde abgeschafft. Ab dem 01. Januar 2009 sind Fremdkapitalkosten, die dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes direkt zugeordnet werden können, als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu aktivieren. Für die Aktivierung berücksichtigt die Biotest Gruppe qualifizierte Vermögenswerte, mit deren Herstellung nach dem 01. Januar 2009 begonnen wurde. Die Anwendung der Änderungen des IAS 23 hat sich im Geschäftsjahr 2009 nicht auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Biotest Gruppe ausgewirkt.
Am 06. September 2007 hat das IASB eine überarbeitete Version des IAS 1 "Presentation of Financial Statements" herausgegeben. Die wesentlichen Änderungen des IAS 1 umfassen die Darstellung der nicht anteilseignerbezogenen Eigenkapitalveränderungen, unter bestimmten Voraussetzungen die Erfordernis zur Aufstellung einer Eröffnungsbilanz der frühesten Vergleichsperiode (3. Bilanz), die Angabe der Ertragsteuereffekte für die einzelnen Komponenten des other comprehensive income, die Angabe von Anpassungen infolge von Umgliederungen für die jeweiligen Komponenten des other comprehensive income sowie die Ersetzung der Begriffe balance sheet und income statement durch statement of financial position und statement of comprehensive income. Eine der wesentlichen materiellen Änderungen besteht darin, dass sämtliche Erträge und Aufwendungen, einschließlich der ergebnisneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen, nun zwingend im Rahmen einer Gesamtergebnisrechnung (statement of comprehensive income) auszuweisen sind. Außerdem sind erweiterte Angaben zu den ergebnisneutral im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen (other comprehensive income) vorgesehen. Die neue Fassung des IAS 1 ist auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen. Die Biotest Gruppe hat die neuen Vorschriften des IAS 1 im Konzernabschluss 2009 beachtet.
Am 17. Januar 2008 hat das IASB Änderungen von IFRS 2 "Share-based Payment" veröffentlicht. Die Änderungen betreffen im Wesentlichen die Definition von Ausübungsbedingungen und die Regelungen zur Annullierung einer Zusage durch eine andere Partei als das Unternehmen. Die Änderungen sind rückwirkend auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen. Die Anwendung der Änderungen des IFRS 2 hat sich nicht auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Biotest Gruppe ausgewirkt.
Am 14. Februar 2008 hat das IASB Änderungen zu IAS 32 und IAS 1 in dem Dokument "Puttable Financial Instruments and Obligations Arising on Liquidation" veröffentlicht. Die Änderungen betreffen im Wesentlichen Regelungen zur Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital. Die überarbeitete Fassung des Standards erlaubt kündbare Instrumente unter bestimmten Bedingungen als Eigenkapital zu klassifizieren. Die Änderungen sind auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen. Die Anwendung der geänderten IAS 32 und IAS 1 haben sich nicht auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Biotest Gruppe ausgewirkt.
Am 22. Mai 2008 hat das IASB im Dokument "Cost of an Investment in a Subsidiary, Jointly Controlled Entity or Associate" Änderungen zu IFRS 1 und IAS 27 veröffentlicht. Die Änderungen betreffen unter anderem die Bilanzierung von Anschaffungskosten einer Beteiligung bei erstmaliger Anwendung von IFRS sowie die Ausschüttungen aus Ergebnissen vor dem Erwerbszeitpunkt eines Konzernunternehmens. Die Änderungen sind prospektiv für Geschäftsjahre beginnend ab dem 01. Januar 2009 anzuwenden. Die Anwendung der Änderungen hat sich nicht auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Biotest Gruppe ausgewirkt.
Am 22. Mai 2008 wurde im Rahmen des ersten "Annual Improvements Projects" eine Reihe von kleineren Änderungen verschiedener Standards durch das IASB verabschiedet. In dem Dokument sind, neben neuen Formulierungen der Standards, Änderungen enthalten, die Auswirkungen auf die Bilanzierung, den Ansatz und die Bewertung haben. Ein Großteil der Änderungen ist erstmalig auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen, verpflichtend anzuwenden. Die Änderungen haben sich nicht wesentlich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Biotest Gruppe ausgewirkt.
Am 13. Oktober 2008 hat das IASB Änderungen des IAS 39 und des IFRS 7 verabschiedet. Die erfolgten Änderungen waren eine Reaktion auf die Finanzmarktkrise und ermöglichten Unternehmen in bestimmten Fällen eine Umklassifizierung von Finanzinstrumenten. Die Änderungen hinsichtlich der Umklassifizierung durften rückwirkend zum 01. Juli 2008 genutzt werden. Des Weiteren hat am 27. November 2008 das IASB Änderungen zu IAS 39 zur Anwendung der Umklassifizierungsregeln veröffentlicht. Die Veröffentlichung stellt den Anwendungszeitpunkt der am 13. Oktober 2008 veröffentlichten Änderungen klar. In der Biotest Gruppe wurde die Möglichkeit der Umklassifizierung dieser Finanzinstrumente nicht angewandt.
Am 28. Juni 2007 wurde IFRIC 13 "Customer Loyalty Programmes" veröffentlicht. Die Interpretation befasst sich mit der Bilanzierung und Bewertung von Kundenbindungsprogrammen. IFRIC 13 ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 01. Juli 2008 beginnen. Gemäß der EU Verordnung Nr. 1262/2008 vom 17. Dezember 2008 tritt IFRIC 13 mit Beginn des ersten Geschäftsjahres, das nach dem 31. Dezember 2008 beginnt, in Kraft. Die Anwendung des IFRIC 13 hat auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Biotest Gruppe keine Auswirkungen.
Am 04. Juli 2007 wurde IFRIC 14 "IAS 19 - The Limit on a Defined Benefit Asset, Minimum Funding Requirements and their Interaction" veröffentlicht. Die Interpretation gibt insbesondere Hinweise darauf, wie die Begrenzung nach IAS 19 "Employee Benefts" für einen Überschuss festzulegen ist, der als Vermögenswert (Defined Benefit Asset) angesetzt werden kann, und welche Auswirkungen sich aus einer rechtlichen Verpflichtung zu einer Mindestbeitragszahlung auf die Bewertung der Vermögenswerte und Verpflichtungen aus leistungsorientierten Verträgen ergeben. Die Interpretation ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 01. Januar 2008 beginnen. Gemäß der EU Verordnung Nr. 1263/2008 vom 17. Dezember 2008 tritt IFRIC 14 mit Beginn des ersten Geschäftsjahres, das nach dem 31. Dezember 2008 beginnt, in Kraft. Die Anwendung des IFRIC 14 hat sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Biotest Gruppe nicht ausgewirkt.
Am 05. März 2009 hat das IASB Änderungen zu IFRS 7 "Verbesserte Angaben zu Finanzinstrumenten" veröffentlicht. Die Änderungen sehen erweiterte Angaben zur Bewertung von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert und zu den Liquiditätsrisiken vor. Die Änderungen sind verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2009 beginnen. Bei der erstmaligen Anwendung sind bezüglich der zusätzlichen Angabepflichten allerdings keine Vorjahresvergleichsangaben erforderlich. Die Biotest Gruppe hat die Änderungen des IFRS 7 in diesem Geschäftsjahr angewendet. Die erforderlichen Angaben sind im Abschnitt Finanzinstrumente und Risikomanagement enthalten.
Das IASB hat am 12. März 2009 Änderungen des IFRIC 9 "Neubeurteilung eingebetteter Derivate" und IAS 39 "Finanzinstrumente" veröffentlicht. Die Änderungen dienen der Klarstellung der Bilanzierung von eingebetteten Derivaten bei Umklassifizierung von Finanzinstrumenten. Die Änderungen sind auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 30. Juni 2009 enden. Die künftige Anwendung der Änderungen wird sich nicht auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Biotest Gruppe auswirken.
Nicht vorzeitig angewandte Standards / Interpretationen
Vom IASB wurde eine Reihe weiterer Bilanzierungsstandards und Interpretationen neu verabschiedet beziehungsweise überarbeitet, die für das nächste Geschäftsjahr verpflichtend anzuwenden sind, sofern sie im Rat der Europäischen Kommission genehmigt werden und für die Biotest Gruppe einschlägig sind:
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| Standards/ Interpretationen | Titel | Anwendung ab dem |
|---|---|---|
| IAS 27 | Consolidated and Separate Financial Statements | 01. Juli 2009 |
| IAS 32 | Financial Instruments: Classification of Rights Issues | 01. Februar 2010 |
| IAS 39 | Financial Instruments: Recognition and Measurement: Eligible Hedged Items | 01. Juli 2009 |
| IFRS 1 revised | First-time Adoption of IFRS | 01. Juli 2009 |
| IFRS 3 revised | Business Combinations | 01. Juli 2009 |
| IFRIC 12 | Service Concession Arrangements | 29. März 2009 |
| IFRIC 15 | Agreements for the Construction of Real Estate | 01. Januar 2010 |
| IFRIC 16 | Hedges of a Net Investment in a Foreign Operation | 30. Juni 2009 |
| IFRIC 17 | Distributions of Non-Cash Assets to Owners | 01. Juli 2009 |
| IFRIC 18 | Transfers of Assets from Customers | 01. November 2009 |
| IFRS 1 | Additional Exemptions of First-time Adopters | 01. Januar 2010 |
| IFRS 2 | Group Cash-settled Share-based Payment Transactions | 01. Januar 2010 |
Die Erstanwendung der genannten Rechnungslegungsvorschriften wird nach derzeitiger Einschätzung zu keinen wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Biotest Gruppe führen.
B WESENTLICHE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE
B1 Konsolidierungskreis
In den Konzernabschluss der Biotest AG werden mit 6 (i. Vj. 6) inländischen und mit 16 (i. Vj. 14) ausländischen Unternehmen, an denen die Biotest AG direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechte hält, alle wesentlichen Tochtergesellschaften einbezogen.
Im Geschäftsjahr 2009 ist es zu Veränderungen im Konsolidierungskreis der Biotest Gruppe gekommen. Durch die Veränderung des Konsolidierungskreises ist die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr nicht beeinträchtigt.
Im Geschäftsjahr 2009 hat die Biotest Gruppe die spanische Gesellschaft Biotest Medical S.L.U. gegründet. Diese Vertriebsgesellschaft wird zum 01. Januar 2010 die operative Tätigkeit aufnehmen. Sie wird das Plasmaprotein-Geschäft in Spanien abwickeln.
Des Weiteren wurde Ende 2009 in den USA die Gesellschaft Biotest Microbiological Corporation gegründet. Diese neue US-Gesellschaft wird ebenfalls zum 01. Januar 2010 die operative Tätigkeit im Segment Mikrobiologisches Monitoring aufnehmen. In die neue Gesellschaft geht das Mikrobiologie-Geschäft der veräußerten Biotest Diagnostics Corporation über.
Wie im Vorjahr wird die BioDarou P.J.S. Co. mit Sitz in Teheran/Iran als assoziiertes Unternehmen at equity in den Konzernabschluss einbezogen.
Die wesentlichen in den Abschluss einbezogenen Gesellschaften sind unter Gliederungspunkt F8 des Anhangs aufgeführt. Eine vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes der Biotest Gruppe wird im elektronischen Bundesanzeiger offengelegt.
Mit Kaufvertrag vom 23. Oktober 2009 und notarieller Beurkundung vom 04. November 2009 wurde der Geschäftsbereich Medizinische Diagnostik veräußert. Der wirtschaftliche Eigentumsübergang hat am 06. Januar 2010 stattgefunden. Infolge dessen werden die Biotest Medical Diagnostics GmbH und die Biotest Diagnostics Corporation im Geschäftsjahr 2009 letztmalig in den Konzernabschluss einbezogen und als zur Veräußerung gehalten klassifiziert.
B2 Konsolidierungsmethoden
Der Abschlussstichtag der Biotest AG sowie aller in den Abschluss einbezogenen Unternehmen ist der 31. Dezember 2009. Die Abschlüsse der einbezogenen Unternehmen werden unter Anwendung einheitlicher, von der Biotest AG vorgegebener Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erstellt.
Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden eliminiert.
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß IFRS 3 nach der Erwerbsmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem Zeitwert des auf das Mutterunternehmen entfallenden anteiligen Eigenkapitals zum Erwerbszeitpunkt. Verbleibende positive Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwert in den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Falls der Zeitwert des auf das Mutterunternehmen entfallenden anteiligen Eigenkapitals die Anschaffungskosten im Erstkonsolidierungszeitpunkt übersteigt, führt dies zu einer Neueinschätzung des Zeitwerts. Ein danach verbleibender, die Anschaffungskosten des Mutterunternehmens übersteigender Betrag wird sofort erfolgswirksam erfasst. Geschäfts- oder Firmenwerte werden regelmäßig einem Werthaltigkeitstest unterworfen. Soweit sich aus dieser Bewertung niedrigere Zeitwerte ergeben, führt dies zu außerplanmäßigen Abschreibungen.
Die erstmalige Einbeziehung in den Abschluss erfolgt zum Erwerbszeitpunkt.
Nach IAS 28 "Anteile an assoziierten Unternehmen" sind in den Beteiligungsansatz neben den Anschaffungskosten der Beteiligung auch sonstige finanzielle Engagements (zum Beispiel Darlehen) einzubeziehen.
Minderheitsanteile sind die Teile des Periodenergebnisses und des Reinvermögens der heipha Dr. Müller GmbH, der Viro-Immun Labor-Diagnostika GmbH und der Grundstücksverwaltungs GmbH, die auf Anteile entfallen, die nicht zu 100 % von der Biotest Gruppe gehalten werden. Die Minderheitsanteile werden in der Gewinn- und Verlustrechnung und innerhalb der Bilanz gesondert ausgewiesen.
B3 Währungsumrechnung
Die Währungsumrechnung erfolgt nach dem Konzept der funktionalen Währung. Die in die Biotest Gruppe einbezogenen Tochtergesellschaften betreiben ihr Geschäft selbständig, so dass die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung ist. Bei der Umrechnung der Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum Mittelkurs am Bilanzstichtag und die Aufwendungen und Erträge zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Die sich hieraus ergebenden kumulierten Unterschiedsbeträge werden erfolgsneutral in einem separaten Eigenkapitalposten erfasst, der unter den Gewinnrücklagen in der Bilanz ausgewiesen ist.
Nach IAS 21 "Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse" werden die Firmenwerte als Vermögenswerte der wirtschaftlich selbständigen ausländischen Tochtergesellschaften mit dem Stichtagskurs umgerechnet.
Für die Währungsumrechnung der voll konsolidierten Gesellschaften der Biotest Gruppe wurden folgende Wechselkurse zugrunde gelegt:
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| Durchschnittskurse | Stichtagskurse | |||
|---|---|---|---|---|
| 1 Euro entspricht | 2009 | 2008 | 31.12.2009 | 31.12.2008 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| US-Dollar (USD) | 1,3933 | 1,4706 | 1,4406 | 1,3917 |
| Britisches Pfund (GBP) | 0,8911 | 0,7965 | 0,8881 | 0,9525 |
| Japanischer Yen (JPY) | 130,23 | 152,33 | 133,16 | 126,14 |
| Schweizer Franken (CHF) | 1,5099 | 1,5871 | 1,4836 | 1,4850 |
| Ungarischer Forint (HUF) | 280,54 | 251,74 | 270,42 | 266,70 |
In den in lokaler Währung aufgestellten Einzelbilanzen der konsolidierten Gesellschaften werden monetäre Positionen (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen und Verbindlichkeiten) in fremder Währung zum Stichtagskurs bewertet. Entstehende Erträge und Aufwendungen aus Währungsumrechnungen werden unter den Finanzaufwendungen beziehungsweise Finanzerträgen ausgewiesen.
Nichtmonetäre Posten in fremder Währung werden mit ihren historischen Werten angesetzt.
B4 Immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens
a) Geschäfts- oder Firmenwerte
Geschäfts- oder Firmenwerte ergeben sich beim Erwerb von Unternehmen beziehungsweise Anteilen an Unternehmen aus den Unterschieden zwischen Anschaffungskosten (Kaufpreis) und den Zeitwerten der erworbenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Geschäfts- oder Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Die ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwerte werden mindestens einmal jährlich auf ihre Werthaltigkeit geprüft und gegebenenfalls in Übereinstimmung mit IAS 36 "Wertminderungen von Vermögenswerten" abgeschrieben.
Die Geschäfts- und Firmenwerte werden einer Gruppe von Cash Generating Units (zahlungsmittelgenerierende Einheiten) zugeordnet. Diese Gruppen von Cash Generating Units entsprechen in der Biotest Gruppe den Segmenten.
Auf Basis der diesen Cash Generating Units zuzurechnenden zukünftigen Zahlungsströme wird deren erzielbarer Betrag für die Überprüfung der Werthaltigkeit als Nutzungswert mit Hilfe der Discounted Cashflow-Methode ermittelt. Bei dieser Methode werden auf Basis der mehrjährigen Geschäftsplanung sowie einer prognostizierten langfristigen Wachstumsrate Cashflows diskontiert. Die Wachstumsrate ist abhängig vom betrachteten Geschäft und liegt zwischen 0 % und 2 %. Die nach Steuern verwendeten Diskontierungssätze in Höhe von 6 % bis 8 % richten sich nach dem relevanten WACC (Weighted Average Cost of Capital). Zur Bestimmung eines Wertberichtigungsbedarfs wird der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit ihrem Buchwert gegenübergestellt.
b) Sonstige immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens
Sonstige entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten angesetzt und in Vermögenswerte mit bestimmbarer und unbestimmbarer Nutzungsdauer unterteilt. Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden linear über die geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben. Soweit notwendig, werden nach IAS 36 außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Die angesetzten Nutzungsdauern liegen zwischen 3 und 10 Jahren.
Die Abschreibungsperiode und die Abschreibungsmethode werden für einen immateriellen Vermögenswert, dem eine begrenzte Nutzungsdauer unterstellt wird, mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Hat sich die erwartete Nutzungsdauer des Vermögenswertes oder der erwartete Abschreibungsverlauf des Vermögenswerts geändert, so ist ein anderer Abschreibungszeitraum beziehungsweise eine andere Abschreibungsmethode zu wählen. Derartige Änderungen werden als Änderungen einer Schätzung behandelt. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Aufwandskategorie, die der Funktion des immateriellen Vermögenswerts entspricht, erfasst.
Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmbaren Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich, auf Ebene des einzelnen Vermögenswerts oder auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Es erfolgen hierbei keine planmäßigen Abschreibungen. Die Nutzungsdauer dieser immateriellen Vermögenswerte ist mindestens einmal jährlich daraufhin zu überprüfen, ob die Einschätzung der unbestimmbaren Nutzungsdauer weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Änderung der Einschätzung von einer unbestimmbaren Nutzungsdauer zur bestimmbaren Nutzungsdauer auf prospektiver Basis vorgenommen.
B5 Sachanlagevermögen
Sachanlagen werden gemäß dem Anschaffungskostenmodell zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um kumulierte planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen erfolgen linear über die erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauern, die wie folgt geschätzt werden:
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| Gebäude | bis zu 50 Jahre |
| Technische Anlagen und Maschinen | 5 - 12 Jahre |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 - 10 Jahre |
Soweit erforderlich werden gemäß IAS 36 außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Hierbei werden die Buchwerte der Sachanlagen, sobald Hinweise für eine Wertminderung vorliegen, den jeweiligen erzielbaren Beträgen gegenübergestellt.
Bei selbst erstellten Sachanlagen enthalten die Herstellungskosten neben Material- und Personalaufwand auch angemessene anteilige Gemeinkosten. Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen werden zum Entstehungszeitpunkt aufwandswirksam erfasst. Erweiterungen und wesentliche Verbesserungen werden aktiviert. Fremdkapitalzinsen werden als Aufwand erfasst, soweit sie gemäß IAS 23 nicht auf die Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten entfallen. Staatliche Zuschüsse mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten.
B6 Leasing
Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis ist oder enthält, wird auf Basis des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung getroffen. Hierfür ist eine Einschätzung darüber erforderlich, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts oder bestimmter Vermögenswerte abhängig ist und ob die Vereinbarung ein Recht auf die Nutzung des Vermögenswerts einräumt (IFRIC 4.6).
Sind Anlagevermögenswerte gemietet beziehungsweise geleast und trägt die Biotest Gruppe im Wesentlichen alle Chancen und Risiken im Zusammenhang mit den Leasinggegenständen, werden solche Verträge als Finanzierungsleasingverträge (finance lease) klassifiziert. Diese werden mit dem geringeren Wert aus dem beizulegenden Zeitwert (fair value) und dem Barwert der Mindestleasingraten zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gemäß IAS 17 "Leasingverhältnisse" aktiviert. Die Abschreibung erfolgt über die voraussichtliche Nutzungsdauer. Soweit notwendig, werden außerplanmäßige Abschreibungen gemäß IAS 36 vorgenommen. Die entsprechenden Zahlungsverpflichtungen aus den künftigen Leasingraten werden korrespondierend als Verbindlichkeiten passiviert. Der Zinsanteil der Leasingraten wird über die Laufzeit des Leasingvertrags erfolgswirksam als Zinsaufwand erfasst.
Bei den im Rahmen von Finanzierungsleasingverträgen aktivierten Vermögenswerten handelt es sich im Wesentlichen um Produktionsanlagen sowie Software.
Soweit bei Leasingverträgen im Wesentlichen nicht alle Chancen und Risiken des Leasinggegenstands auf die Biotest Gruppe übergehen, erfolgt die Bilanzierung beim Leasinggeber (operate lease). Die anfallenden Leasingaufwendungen werden zum Zeitpunkt der Entstehung als Aufwand erfasst.
B7 Wertminderungen
Ergeben sich aufgrund von Tatsachen oder Umständen Anhaltspunkte für eine Wertminderung von langlebigen Vermögenswerten oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Wertminderung erforderlich, wird der erzielbare Betrag (recoverable amount), der den höheren Wert aus Nettoveräußerungswert und Nutzungswert repräsentiert, ermittelt.
Der erzielbare Betrag wird für jeden einzelnen Vermögenswert bestimmt, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind.
Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die geschätzten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffektes und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst.
Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert, wird der Vermögenswert als wertgemindert betrachtet und auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben.
Wertminderungsaufwendungen der fortzuführenden Geschäftsbereiche werden in den Aufwandskategorien erfasst, die der Funktion des wertgeminderten Vermögenswerts entsprechen. In Übereinstimmung mit IAS 1 werden wesentliche Beträge in der Gewinn- und Verlustrechnung in einem gesonderten Posten ausgewiesen.
Zuschreibungen bis maximal zu den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden, außer bei den Geschäfts- oder Firmenwerten, vorgenommen, wenn Schätzungen für den erzielbaren Betrag über dem Buchwert liegen.
B8 Vorratsvermögen
Das Vorratsvermögen wird zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten oder zu dem niedrigeren erzielbaren Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag bewertet. Letzterer entspricht dem geschätzten Verkaufspreis, der im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erzielt werden kann, vermindert um erwartete Fertigstellungs- und Verkaufskosten. Die Herstellungskosten werden auf Basis der "first in first out"-Methode beziehungsweise des gewogenen Durchschnitts ermittelt. Die Herstellungskosten beinhalten gemäß IAS 2 "Vorräte" neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch angemessene Teile der dem Produktionsprozess zuzurechnenden Gemeinkosten. Diese basieren auf der normalen Kapazität der Produktionsanlagen ohne Berücksichtigung von Fremdkapitalkosten.
B9 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte sind zum Nennwert bilanziert. Auf Fremdwährung lautende Forderungen werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Ein entstehender Währungskursverlust beziehungsweise -gewinn wird aufwands- beziehungsweise ertragswirksam erfasst. Ausfall- und Transferrisiken werden durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Die Wertberichtigungen werden aufgrund von Erfahrungswerten und individuellen Risikoeinschätzungen ermittelt. Eine Wertberichtigung wird vorgenommen, wenn ein objektiver substanzieller Hinweis vorliegt, dass der Konzern nicht in der Lage sein wird, die Forderungen einzuziehen. Forderungen werden ausgebucht, sobald sie uneinbringlich sind.
Forderungen, die durch die Anwendung der Teilgewinnrealisierung (Percentage of Completion-Methode) entstehen, werden abzüglich erhaltener Anzahlungen ausgewiesen, wenn die bereits angefallenen Herstellungskosten einschließlich des Gewinnanteils die erhaltenen Anzahlungen übersteigen.
B10 Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte werden im Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes mit ihrem beizulegenden Zeitwert oder zu Anschaffungskosten bewertet. Dabei werden bei allen finanziellen Vermögenswerten, die in der Folgebewertung nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte. Falls diese nicht unmittelbar zur Verfügung stehen, werden die beizulegenden Zeitwerte unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle und unter Rückgriff auf aktuelle Marktparameter berechnet. Dazu werden die bereits fixierten oder unter Anwendung der aktuellen Zinsstrukturkurve über Forward Rates ermittelten Cashflows mit den aus der am Stichtag gültigen Zinsstrukturkurve bestimmten Diskontierungsfaktoren auf den Bewertungsstichtag diskontiert. Zur Anwendung kommen die Mittelkurse.
B11 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bar- und Kontokorrentbestände, Schecks sowie kurzfristig liquidierbare Finanzanlagen mit Fälligkeiten von weniger als drei Monaten und sind zu ihrem Nominalwert angesetzt.
B12 Pensionsrückstellungen
In der Biotest Gruppe existieren verschiedene beitragsorientierte und leistungsorientierte Pensionspläne.
Die Verpflichtungen aus beitragsorientierten Plänen sind durch die für die Periode zu entrichtenden Beiträge bestimmt, so dass hier keine versicherungsmathematischen Annahmen erforderlich sind.
Die Bewertung der leistungsorientierten Pläne erfolgt anhand versicherungsmathematischer Gutachten nach der projected unit credit method. Dabei wird zu Beginn des Geschäftsjahres auf Basis der zu diesem Zeitpunkt ermittelten Ansätze der Pensionsaufwand für das Geschäftsjahr prognostiziert. Die einfließenden Parameter (Zinssatz, Fluktuationsrate, Gehaltssteigerungen etc.) sind Erwartungswerte.
Gemäß IAS 19.93A-19.93D werden sämtliche versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste direkt erfolgsneutral im Eigenkapital gezeigt.
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand, der sich in einem Geschäftsjahr aufgrund einer rückwirkenden Änderung von Versorgungszusagen ergibt, wird separat ermittelt und über die Zeitdauer bis zur Unverfallbarkeit der Ansprüche verteilt. Sind die Ansprüche bereits zum Zeitpunkt der Änderung unverfallbar, so wird der Pensionsaufwand in dieser Periode erfolgswirksam erfasst.
B13 Sonstige Rückstellungen
Rückstellungen werden gemäß IAS 37 gebildet, wenn aufgrund eines Ereignisses in der Vergangenheit eine gegenwärtige - rechtliche oder faktische - Verpflichtung besteht, aus der wahrscheinlich ein Abfluss von Ressourcen zur Erfüllung dieser Verpflichtung resultieren wird, und der Abfluss der Ressourcen zuverlässig geschätzt werden kann. Die Bewertung erfolgt mit dem wahrscheinlichen Betrag. Rückstellungen mit einem erwarteten Erfüllungszeitpunkt von mehr als zwölf Monaten nach dem Bilanzierungszeitpunkt werden mit ihrem Barwert angesetzt.
Die Rückstellungen werden mit einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt. Hierbei wird die durch den Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellung als Zinsaufwand erfasst.
Wesentliche Gesellschaften der Biotest Gruppe unterliegen den Tarifverträgen der Chemischen Industrie und damit auch der Rahmenvereinbarung der Chemischen Industrie zur Altersteilzeit. Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen werden für alle Mitarbeiter berücksichtigt, die voraussichtlich während der Laufzeit der Rahmenvereinbarung in Altersteilzeit gehen können. Hierbei sind die im Tarif vertrag genannten Obergrenzen der Verpflichtung des Arbeitgebers berücksichtigt. Die Bewertung erfolgt zum Barwert der wahrscheinlichen Verpflichtungen. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass die im Tarifvertrag genannten Grenzen ausgeschöpft werden.
Des Weiteren weist die Biotest Gruppe in den sonstigen Rückstellungen ein aktienbasiertes Vergütungssystem aus, welches nach IFRS 2 bilanziert wird.
B14 Finanzverbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten werden in Höhe des Darlehensbetrags abzüglich der Transaktionskosten erfasst und anschließend nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten ausgewiesen. Jede Differenz zwischen dem Nettodarlehensbetrag und dem Tilgungswert wird über die Laufzeit der Finanzverbindlichkeit in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.
B15 Finanzinstrumente
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder zu einem Eigenkapitalinstrument führt.
Finanzielle Vermögenswerte umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige ausgereichte Kredite und Forderungen, bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen und zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte.
Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten oder einem sonstigen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen, Schuldscheindarlehen und derivative Finanzinstrumente.
Die Biotest Gruppe setzt zur Absicherung der Zins- und Währungsrisiken derivative Finanzinstrumente wie Devisenoptions- und Devisentermingeschäfte, Zinscaps und Payerswaps ein. Zu Handelszwecken werden keine derivativen Finanzinstrumente erworben.
Derivative Finanzinstrumente werden zum Marktwert bewertet. Der Marktwert der Devisenoptionsgeschäfte, Zinscaps und Payerswaps wird von den Finanzinstituten auf Basis der Marktbedingungen am Bilanzstichtag ermittelt. Bei derivativen Finanzinstrumenten, die zu Sicherungszwecken gehalten werden, bestimmt sich die Bilanzierung von Veränderungen des Marktwerts nach der Art des Sicherungsgeschäfts.
Da die strengen formalen Voraussetzungen für ein Hedge Accounting in der Biotest Gruppe nicht erfüllt werden, obwohl aus wirtschaftlicher Sicht eine Absicherung vorliegt, erfolgt die Bilanzierung der derivativen Finanzinstrumente entsprechend den Regeln für Handelsderivate. Hierbei werden die derivativen Finanzinstrumente zunächst zu Anschaffungskosten und danach zu Marktwerten erfasst. Die Bewertungsänderungen gehen dabei ergebniswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung ein.
B16 Nicht fortgeführter Geschäftsbereich
Gemäß IFRS 5 "Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche" werden langfristige Vermögenswerte in kurzfristige Vermögenswerte umgruppiert, wenn der Vermögenswert als zur Veräußerung vorgesehen eingestuft wurde und somit der Buchwert durch die Veräußerung und nicht durch die fortgesetzte Nutzung realisiert werden soll. Als Bedingung für diese Eingruppierung nennt IFRS 5, dass der Verkauf innerhalb der nächsten zwölf Monate geplant und durchführbar sein muss.
Im Geschäftsjahr 2009 hat die Biotest Gruppe die Verkaufsverhandlungen für den Geschäftsbereich Medizinische Diagnostik erfolgreich abgeschlossen. Der Vertrag wurde im vierten Quartal 2009 unterzeichnet (signing date). Nach Zustimmung der Kartellbehörden wurde am 06. Januar 2010 der Verkauf bestätigt und vollzogen (closing date).
Mit dem Signing des Vertrags wurden die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte und Schulden als nicht fortgeführter Geschäftsbereich angesehen. In der Bilanz werden diese Posten unter den Posten "Vermögenswerte des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs" und "Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs" ausgewiesen. Sämtliche betroffene Vermögenswerte und Schulden gelten seitdem als kurzfristig.
Die als zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte werden mit dem niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten bewertet. Die Abschreibungen für diese Vermögenswerte wurden ausgesetzt. In der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung sind diese Vermögenswerte beziehungsweise die Ergebnisse der aufgegebenen Geschäftsbereiche als gesonderte Posten ausgewiesen.
Nicht fortgeführte Geschäftsbereiche werden in der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung, der Kapitalflussrechnung und der Segmentberichterstattung gesondert dargestellt und im Anhang erläutert. Die Vorjahreswerte wurden mit Ausnahme der Bilanz entsprechend angepasst.
Die Entkonsolidierung im Konzernabschluss wird im Geschäftsjahr 2010 durchgeführt werden, da hierfür das Vertrags-Closing maßgeblich ist. Zum 31. Dezember 2009 steht der Kaufvertrag noch unter Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden.
B17 Umsätze
Umsätze aus dem Verkauf von Produkten werden zum Zeitpunkt des Übergangs des wirtschaftlichen Eigentums, d.h. zum Zeitpunkt des Übergangs von Nutzen, Lasten und Gefahr auf den Erwerber, basierend auf den jeweiligen vertraglichen Vereinbarungen, abzüglich etwaiger Rabatte und der Umsatzsteuer, erfasst.
Dienstleistungsgeschäfte, bei denen das Ergebnis verlässlich geschätzt werden kann, werden nach Maßgabe des Fertigstellungsgrads gemäß der Teilgewinnrealisierung (Percentage of Completion-Methode) nach IAS 11 "Fertigungsaufträge" bilanziert. Die erbrachte Leistung einschließlich des anteiligen Ergebnisses wird entsprechend dem Fertigstellungsgrad unter den Umsatzerlösen ausgewiesen. Der anzusetzende Fertigstellungsgrad wird entsprechend den angefallenen Aufwendungen (Cost to Cost-Methode) ermittelt. Der Ausweis der Aufträge erfolgt unter den Forderungen beziehungsweise Verbindlichkeiten aus Teilgewinnrealisierung.
Soweit die kumulierte Leistung (Auftragskosten und Auftragsergebnis) die erhaltenen Anzahlungen im Einzelfall übersteigt, erfolgt der Ausweis der Fertigstellungsaufträge aktivisch unter den Forderungen aus Teilgewinnrealisierung. Verbleibt nach Abzug der Anzahlungen ein negativer Saldo, so wird dieser als Verpflichtung aus Fertigungsaufträgen passivisch unter den Verbindlichkeiten aus Teilgewinnrealisierung ausgewiesen. Zu erwartende Auftragsverluste, die unter Berücksichtigung der erkennbaren Risiken ermittelt werden, werden durch Abwertungen beziehungsweise Rückstellungen gedeckt.
B18 Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
Forschungskosten werden zum Zeitpunkt der Entstehung als Aufwand erfasst. Entwicklungskosten werden in der Regel ebenfalls zum Zeitpunkt ihrer Entstehung als Aufwand erfasst, da bis zum Zeitpunkt der behördlichen Zulassung von neuen Produkten und Produktionsverfahren, die typischerweise am Ende des Entwicklungsprozesses steht, nicht mit hinreichender Sicherheit von der Vermarktungsfähigkeit der Produkte beziehungsweise von dem Einsatz der Produktionsverfahren ausgegangen werden kann. Die Aktivierungsvoraussetzungen nach IAS 38 "Immaterielle Vermögenswerte" sind nicht gänzlich erfüllt. Die nach den behördlichen Genehmigungen noch anfallenden Entwicklungskosten sind nicht wesentlich.
B19 Staatliche Forschungs- und Entwicklungszuschüsse
Staatliche Forschungs- und Entwicklungszuschüsse werden zum Zeitpunkt der Gewährung beziehungsweise entsprechend den anfallenden Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen erfolgswirksam vereinnahmt. Sie werden innerhalb der sonstigen Erträge ausgewiesen und nicht mit den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen saldiert.
B20 Finanzerträge und Finanzaufwendungen
Zinsen werden im Entstehungszeitpunkt als Aufwand beziehungsweise Ertrag erfasst. Der bei Finanzierungsleasingverträgen in den Leasingraten enthaltene Zinsanteil wird nach der effektiven Zinsmethode ermittelt und als Zinsaufwand erfasst. Die Effektivzinsmethode verwendet einen Kalkulationszinssatz, mit dem geschätzte künftige Zahlungsmittelzuflüsse über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts abgezinst werden. Sämtliche Erträge und Aufwendungen aus Währungsumrechnungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen.
Gemäß IFRS 7 werden die Zinsen aus Finanzinstrumenten separat ausgewiesen.
B21 Steuern
Die tatsächlichen Steueransprüche und Steuerverbindlichkeiten für die laufende Periode und für frühere Perioden sind mit dem Betrag zu bewerten, in dessen Höhe eine Erstattung von den Steuerbehörden beziehungsweise eine Zahlung an die Steuerbehörden erwartet wird. Für die Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, welche die jeweiligen landesrechtlichen Steuerregelungen der Länder, in denen die Unternehmen der Biotest Gruppe tätig sind, widerspiegeln.
Aktive latente Steuern werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und nicht genutzte Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können.
Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Ebenfalls werden nicht angesetzte latente Steueransprüche an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.
Sowohl für die Ermittlung des laufenden Steueraufwands als auch zur Ermittlung der latenten Steuern werden die derzeit jeweils gültigen beziehungsweise die bereits parlamentarisch verabschiedeten Steuersätze herangezogen.
Latente Steueransprüche und latente Steuerverbindlichkeiten werden miteinander verrechnet, wenn einklagbare Ansprüche auf Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerverbindlichkeiten bestehen und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts beziehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden.
B22 Schätzungen
Die Aufstellung des Abschlusses erfordert es, bei der Bilanzierung und Bewertung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach IFRS Schätzungen vorzunehmen. Diese werden kontinuierlich überprüft. Änderungen werden prospektiv in der Berichtsperiode beziehungsweise in künftigen Perioden erfasst. Annahmen und Schätzungen erfolgen insbesondere im Zusammenhang mit der Bewertung von Firmenwerten, Rückstellungen, Wertberichtigungen auf Forderungen und Vorräte, der Bewertung von anteilsbasierten Vergütungen sowie bei der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten. Die wesentlichen Annahmen und Parameter für die vorgenommenen Schätzungen sind im Anhang dargelegt.
C SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
Die im Segmentbericht dargestellten Informationen werden gemäß IFRS 8 "Operating Segments" erstellt.
Die Biotest Gruppe segmentiert sich in Übereinstimmung mit der internen Berichterstattung nach Produkten. Der Hauptentscheidungsträger (chief operation decision maker) im Sinne des IFRS 8 ist bei der Biotest AG der Vorstand als Organ. Für jedes Segment gibt es darüber hinaus einen verantwortlichen Segmentmanager, der dem Hauptentscheidungsträger unterstellt ist und am Ergebnis seines Segments und nicht am Gesamterfolg der Biotest Gruppe gemessen wird.
Die unterjährig dem Hauptentscheidungsträger zur Verfügung gestellten Segmentinformationen basieren auf den IFRS-Werten und umfassen im Wesentlichen die Informationen bis hin zum Betriebsergebnis (EBIT). Das Betriebsergebnis (EBIT) wird als Messgröße für die Beurteilung des Erfolgs der Segmente herangezogen. Als Messgröße des Vermögens werden den Segmenten die Vermögenswerte und Schulden auf Basis der wirtschaftlichen Verursachung mit ihren jeweiligen IFRS-Buchwerten zugeordnet.
Die Biotest Gruppe hat im Geschäftsjahr 2009 die Entscheidung zur Veräußerung des Segments "Medizinische Diagnostik" getroffen. Das Closing des Vertrags erfolgte am 06. Januar 2010. Hierbei wurde mit Ausnahme der Handelsware und der Gesellschaft Viro-Immun Labor-Diagnostika GmbH der gesamte Geschäftsbereich veräußert. Nach IFRS 5 ist diese Veräußerung in der Segmentberichterstattung separat als discontinued operation darzustellen. Aus diesem Grund wurde das ehemalige Segment "Medizinische Diagnostik" als "nicht fortgeführter Geschäftsbereich" dargestellt. Die nicht veräußerte Handelsware sowie die Gesellschaft Viro-Immun Labor-Diagnostika GmbH wurden dem Segment "Mikrobiologisches Monitoring" zugewiesen.
Die Geschäftssegmente der Biotest Gruppe stellen sich wie folgt dar:
Plasmaproteine:
Das Segment Plasmaproteine erforscht, entwickelt, produziert und vertreibt Medikamente auf Basis des humanen Blutplasmas. Die Präparate kommen bei Erkrankung des Immunsystems oder der blutbildenden Systeme zum Einsatz.
Mikrobiologisches Monitoring:
Das Segment Mikrobiologisches Monitoring erforscht, entwickelt, produziert und vertreibt Produkte zur Reinheitsüberwachung von Luft und Oberflächen für die Hygienekontrolle in der Industrie.
Biotherapeutika:
Das Segment Biotherapeutika forscht, entwickelt und produziert monoklonale Antikörper unter anderem zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis und des Multiplen Myeloms. Das Segment Biotherapeutika erwirtschaftet zurzeit noch keine Umsatzerlöse.
Corporate:
Die Kosten der übergreifenden Konzernführung werden im Segment Corporate ausgewiesen. Die Vermögenswerte beinhalten sonstige Finanzanlagen, Ertragsteuerforderungen, aktive latente Steuern sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die Verbindlichkeiten betreffen Bankkredite zur Finanzierung der nicht den operativen Segmenten zugeordneten Aktiva, Ertragsteuerverbindlichkeiten und passive latente Steuern. Darüber hinaus werden im Segment Corporate Aufwendungen und Erträge ausgewiesen, die den übrigen Segmenten aufgrund ihrer Eigenart nicht zugeordnet werden können. Bei diesem Segment handelt es sich um kein operatives Segment im Sinne von IFRS 8; aus diesem Grund ist dieses Segment in der Überleitung enthalten.
Unter dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich wird der zur Veräußerung umgegliederte Geschäftsbereich Medizinische Diagnostik gezeigt. Das ehemalige Segment Medizinische Diagnostik erforschte, entwickelte, produzierte und vertrieb Produkte zur Blutgruppen- und Gewebetypisierung für das medizinische Labor.
Segmentdaten nach Geschäftssegmenten
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| Tausend € | Plasmaproteine | Mikrobiologisches Monitoring | Biotherapeutika | Überleitung | Summe der fortgeführten Geschäftssegmente | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2009 | 390.053 | 50.138 | - | - | 440.191 | |
| 2008*) | 339.424 | 46.414 | - | - | 385.838 | |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 2009 | 89.134 | 4.406 | - 21.062 | - 11.005 | 61.473 |
| 2008*)**) | 80.730 | 5.542 | - 16.756 | - 10.553 | 58.963 | |
| 2009 | 530.679 | 38.914 | 5.261 | 27.122 | 601.976 | |
| 2008*) | 496.001 | 38.008 | 2.909 | 22.772 | 559.690 | |
| Anteile an assoziierten | 2009 | 768 | - | - | - | 768 |
| Unternehmen | 2008*) | - | - | - | - | - |
| 2009 | 32.497 | 3.898 | 1.662 | 2.110 | 40.167 | |
| 2008*) | 23.089 | 2.835 | 1.471 | 5.460 | 32.855 | |
| 2009 | 259.448 | 37.666 | 14.246 | 43.282 | 354.642 | |
| 2008*) | 222.313 | 16.063 | 24.682 | 67.282 | 330.340 | |
| Planmäßige | 2009 | 19.982 | 1.848 | 549 | 3.052 | 25.431 |
| Abschreibungen | 2008*) | 18.448 | 1.996 | 448 | 3.260 | 24.152 |
| Außerplanmäßige | 2009 | 518 | - | - | - | 518 |
| Abschreibungen | 2008*) | 327 | - | - | - | 327 |
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| Tausend € | Nicht fortgeführter Geschäftsbereich | Gesamt |
|---|---|---|
| 40.770 | 480.961 | |
| 37.118 | 422.956 | |
| Betriebsergebnis (EBIT) | - 2.957 | 58.516 |
| - 3.839 | 55.125 | |
| 31.478 | 633.454 | |
| 32.354 | 592.044 | |
| Anteile an assoziierten | - | 768 |
| Unternehmen | - | - |
| 1.129 | 41.296 | |
| 3.684 | 36.539 | |
| 8.950 | 363.592 | |
| 8.330 | 338.670 | |
| Planmäßige | 1.658 | 27.089 |
| Abschreibungen | 1.753 | 25.905 |
| Außerplanmäßige | - | 518 |
| Abschreibungen | - | 327 |
*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
**) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des geänderten Ausweises von Erträgen und Aufwendungen aus Währungsumrechnungen
Die Umsatzerlöse sind neben der Segmentierung nach Geschäftssegmenten zusätzlich nach Regionen segmentiert. Diese Segmentierung der Umsatzerlöse nach Regionen erfolgt nach dem geographischen Standort des Kunden und nach dem Sitz der Gesellschaft. Die Zuordnung der Vermögenswerte erfolgt auf Basis des geographischen Standorts des Eigentümers.
Segmentdaten nach geographischer Aufgliederung
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| Umsatzerlöse mit Dritten nach Sitz des Kunden | Umsatzerlöse mit Dritten nach Sitz der Gesellschaft | langfristige Vermögenswerte | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Tausend € | 2009 | 2008*) | 2009 | 2008*) | 2009 | 2008*) |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Europa | 278.134 | 253.000 | 357.368 | 315.319 | 181.386 | 176.311 |
| Amerika | 54.004 | 57.991 | 80.236 | 68.565 | 126.525 | 120.121 |
| Asien | 96.279 | 64.391 | 2.587 | 1.954 | 282 | 420 |
| Rest der Welt | 11.774 | 10.456 | - | - | - | - |
| Biotest Gruppe | 440.191 | 385.838 | 440.191 | 385.838 | 308.193 | 296.852 |
| davon: | ||||||
| Deutschland | 109.866 | 101.807 | 263.482 | 227.415 | 175.807 | 170.752 |
| Ausland | 330.325 | 284.031 | 176.709 | 158.423 | 132.386 | 126.100 |
| darin USA | 48.995 | 51.183 | 80.236 | 68.565 | 126.525 | 120.121 |
*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
Zwischen den einzelnen Segmenten finden keine wesentlichen Lieferungen statt.
D ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
D1 Umsatzerlöse
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| Tausend € | 2009 | 2008*) |
|---|---|---|
| Produkte der Biotest Gruppe | 401.833 | 355.771 |
| Handelsware | 14.408 | 11.198 |
| Lohnfraktionierung | 19.158 | 16.753 |
| Teilgewinne aus Dienstleistungsaufträgen | 4.688 | 1.912 |
| Sonstige | 104 | 204 |
| 440.191 | 385.838 |
*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
D2 Materialaufwendungen
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| Tausend € | 2009 | 2008*) |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 131.650 | 116.478 |
| Bezogene Leistungen | 21.149 | 14.874 |
| 152.799 | 131.352 |
*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
D3 Personalaufwendungen
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| Tausend € | 2009 | 2008*) |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 95.277 | 81.989 |
| Soziale Abgaben | 18.566 | 16.491 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 3.106 | 1.903 |
| 116.949 | 100.383 |
*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
In den Personalaufwendungen sind Aufwendungen für Freistellungen und Abfindungen in Höhe von 1.709 T € (i. Vj. 1.198 T €) enthalten.
Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl, umgerechnet auf Vollzeitstellen, beträgt im Geschäftsjahr 2009 in den fortgeführten Geschäftsbereichen 1.840 (i. Vj. 1.639). Am 31. Dezember 2009 sind in den fortgeführten Geschäftsbereichen 1.834 (i. Vj. 1.701) Mitarbeiter, umgerechnet auf Vollzeitstellen, in der Biotest Gruppe beschäftigt.
In dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich beträgt die durchschnittliche Mitarbeiterzahl, umgerechnet auf Vollzeitstellen, im Geschäftsjahr 2009 257 (i. Vj. 229). Am 31. Dezember 2009 sind in dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich 256 (i. Vj. 239) Mitarbeiter, umgerechnet auf Vollzeitstellen, beschäftigt.
Die Mitarbeiter werden den Funktionsbereichen wie folgt zugeordnet:
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| Vollzeitstellen | 2009 | 2008*) |
|---|---|---|
| Vertrieb | 303 | 280 |
| Verwaltung | 223 | 208 |
| Produktion | 1.135 | 1.062 |
| Forschung und Entwicklung | 173 | 151 |
| 1.834 | 1.701 |
*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
Am 31. Dezember 2009 beschäftigt die Biotest Gruppe 2.252 (i. Vj. 2.108) Mitarbeiter, davon entfallen auf die fortgeführten Geschäftsbereiche 1.983 (i. Vj. 1.842) Mitarbeiter.
D4 Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 48.457 T € (i. Vj. 42.300 T €) werden vollständig in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
D5 Sonstige betriebliche Erträge
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| Tausend € | 2009 | 2008*) |
|---|---|---|
| Auflösung von abgegrenzten Verbindlichkeiten | 4.045 | 1.549 |
| Auflösung von sonstigen Rückstellungen | 1.444 | 752 |
| Versicherungserträge und sonstige Erstattungen | 1.250 | 197 |
| Verkauf von Vertriebsrechten | 1.170 | - |
| Steuererstattungen | 151 | 118 |
| Auflösung von Wertberichtigungen | 131 | 44 |
| Lieferantenboni | 112 | 29 |
| Erstattungen des Arbeitsamts bei Neubesetzung der Stelle wegen Altersteilzeit | 45 | 99 |
| Gewinne aus Abgängen des Anlagevermögens | 19 | 16 |
| Sonstige Erträge mit assoziierten Unternehmen | - | 71 |
| Sonstige | 1.186 | 1.412 |
| 9.553 | 4.287 |
*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
Die Biotest Gruppe differenziert seit dem Geschäftsjahr 2009 beim Ausweis der Erträge und Aufwendungen aus Währungsumrechnungen nicht mehr zwischen operativen und finanziellen Erträgen. Sämtliche Währungskursgewinne werden in den Finanzerträgen ausgewiesen. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst. Hierdurch wurden 1.886 T € (i. Vj. 1.861 T €) aus den sonstigen betrieblichen Erträgen in das Finanzergebnis umgegliedert.
Im Geschäftsjahr 2009 hat die Biotest Gruppe 91 T € (i. Vj. 140 T €) staatliche Zuschüsse erfolgswirksam erfasst; hiervon betreffen 45 T € (i. Vj. 99 T €) Erstattungen des Arbeitsamts bei Neubesetzung der Stelle wegen Altersteilzeit und 46 T € (i. Vj. 41 T €) Lohnkostenzuschüsse und Lohnersatzleistungen.
D6 Sonstige betriebliche Aufwendungen
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| Tausend € | 2009 | 2008*) |
|---|---|---|
| Zuführungen zu Rückstellungen | 2.861 | 302 |
| Abschreibungen auf Forderungen | 1.476 | 268 |
| Spenden | 434 | 256 |
| Verluste aus Abgängen des Anlagevermögens | 296 | 12 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen | 281 | 327 |
| Entschädigungen | 19 | 140 |
| Umsatzsteueraufwendungen aus Betriebsprüfung | - | 166 |
| Sonstige | 458 | 1.705 |
| 5.825 | 3.176 |
*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
Die Biotest Gruppe differenziert seit dem Geschäftsjahr 2009 beim Ausweis der Erträge und Aufwendungen aus Währungsumrechnungen nicht mehr zwischen operativen und finanziellen Aufwendungen. Sämtliche Währungskursverluste werden in den Finanzaufwendungen ausgewiesen. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst. Hierdurch wurden 2.439 T € (i. Vj. 1.311 T €) aus den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in das Finanzergebnis umgegliedert.
Die Zuführungen zu Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für anhängige und drohende Gerichtsverfahren.
Die Abschreibungen auf Forderungen in Höhe von 1.476 T € (i. Vj. 268 T €) betreffen Forderungen, die nicht mehr als einbringlich erachtet werden.
D7 Finanzerträge
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| Tausend € | 2009 | 2008*) |
|---|---|---|
| Erträge aus Währungsumrechnungen | 5.952 | 4.748 |
| Zuschreibungen auf Anteile an assoziierten Unternehmen | 471 | - |
| Zinserträge | 78 | 787 |
| Zinsen auf Steuererstattungen | 29 | 16 |
| Sonstige | 370 | 9 |
| 6.900 | 5.560 | |
| davon aus Finanzinstrumenten der Bewertungskategorien gemäß IAS 39: | ||
| Kredite und Forderungen (LaR) | 141 | 972 |
| bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen (HtM) | 8 | 5 |
| zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (FAFVtPL) | 5 | 25 |
*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
Die Biotest Gruppe differenziert seit dem Geschäftsjahr 2009 beim Ausweis der Erträge und Aufwendungen aus Währungsumrechnungen nicht mehr zwischen operativen und finanziellen Erträgen. Sämtliche Währungskursgewinne werden in den Finanzerträgen ausgewiesen. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst. Hierdurch wurden 1.886 T € (i. Vj. 1.861 T €) aus dem operativen Ergebnis in die Finanzerträge umgegliedert.
D8 Finanzaufwendungen
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| Tausend € | 2009 | 2008*) |
|---|---|---|
| Zinsaufwendungen | 9.151 | 10.656 |
| Aufwendungen aus Währungsumrechnungen | 7.705 | 4.482 |
| Zinsaufwand Pensionen | 2.473 | 2.149 |
| Zinsen für Steuernachzahlung | 175 | 308 |
| Sonstige | 197 | 1.467 |
| 19.701 | 19.062 | |
| davon aus Finanzinstrumenten der Bewertungskategorien gemäß IAS 39: | ||
| zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) | 9.202 | 12.497 |
*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
Die Biotest Gruppe differenziert seit dem Geschäftsjahr 2009 beim Ausweis der Erträge und Aufwendungen aus Währungsumrechnungen nicht mehr zwischen operativen und finanziellen Aufwendungen. Sämtliche Währungskursverluste werden in den Finanzaufwendungen ausgewiesen. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst. Hierdurch wurden 2.439 T € (i. Vj. 1.311 T €) aus dem operativen Ergebnis in die Finanzaufwendungen umgegliedert.
D9 Erträge aus assoziierten Unternehmen
Im Geschäftsjahr 2009 sind Erträge aus assoziierten Unternehmen in Höhe von 297 T € (i. Vj. 0 T €) erwirtschaftet worden.
D10 Ertragsteuern
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| Tausend € | 2009 | 2008*) |
|---|---|---|
| Steuern des Geschäftsjahres | 12.772 | 10.355 |
| Periodenfremder laufender Steueraufwand | 885 | 96 |
| Laufende Steuern | 13.657 | 10.451 |
| Latente Steuern | 3.413 | 2.333 |
| Ertragsteueraufwand | 17.070 | 12.784 |
*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
Der latente Steuerertrag aus Posten, die direkt im Eigenkapital belastet oder gutgeschrieben wurden, beträgt 1.307 T € (i. Vj. Aufwand 500 T €).
Für das Geschäftsjahr 2009 weicht der erwartete Steueraufwand bei Anwendung eines nominellen Ertragsteuersatzes von 28,8 % (i. Vj. 28,8 %) wie folgt von den effektiven Werten ab:
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| Tausend € | 2009 | 2008*) |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | 48.969 | 45.461 |
| Erwarteter Steueraufwand | 14.103 | 13.093 |
| Nicht bewertete Verluste des Geschäftsjahres | 267 | - |
| Nutzung nicht bewerteter Verlustvorträge der Vorjahre | - 31 | - 983 |
| Abschreibungen auf latente Steuern | 544 | - |
| Steuernachzahlungen | 885 | 96 |
| Steuereffekt aus der Anpassung latenter Steuern der Vorjahre | - 154 | - |
| Steuereffekt aus Aktivierung von Steuerguthaben | - 1.281 | - |
| Steuereffekt durch nicht abzugsfähige Aufwendungen | 1.351 | 512 |
| Steuereffekt aus der Änderung inländischer Steuersätze | 3 | 224 |
| Steuereffekt aus der Anwendung ausländischer Steuersätze und Verbrauch ausländischer Verlustvorträge | 1.353 | 318 |
| Steuereffekt durch steuerfreie Erträge | - 59 | - 105 |
| Sonstige Effekte | 89 | - 371 |
| Ertragsteuern gemäß Gewinn- und Verlustrechnung | 17.070 | 12.784 |
*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
Die Berechnung des Steuersatzes von 28,8 % basiert auf einem Körperschaftsteuersatz von 15 %, einem Solidaritätszuschlag von 5,5 % und dem gewerbesteuerlichen Hebesatz der Gemeinde Dreieich (Sitz der Muttergesellschaft).
D11 Nicht fortgeführter Geschäftsbereich
Im Juli 2009 beschloss die Biotest Gruppe den Desinvestitionsprozess des Geschäftsbereichs Medizinische Diagnostik zu intensivieren. Im dritten Quartal wurden exklusive Verkaufsverhandlungen mit dem Käufer aufgenommen. Diese führten am 23. Oktober 2009 zu einer Übereinkunft mit Bio-Rad. Der hierbei unterzeichnete Kaufvertrag stand zum 31. Dezember 2009 noch unter Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden. Der Abschluss dieser Transaktion wurde erst zu Beginn des nächsten Geschäftsjahres vollzogen.
Aufgrund der Veräußerungsentscheidung wurden alle betroffenen Vermögenswerte und Schulden des Geschäftsbereichs Medizinische Diagnostik gemäß IFRS 5 als nicht fortgeführter Geschäftsbereich behandelt. Sowohl in der Gewinn- und Verlustrechnung als auch in der Segmentberichterstattung und der Kapitalflussrechnung werden die Werte des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs von den weiterhin bestehenden Geschäftsbereichen getrennt ausgewiesen. Bilanziell werden die zur Veräußerung vorgesehenen Vermögenswerte und Schulden in den Posten "Vermögenswerte des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs" und "Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs" dargestellt.
Als Konsequenz der Darstellung nach IFRS 5 wurde das laufende Ergebnis des Geschäftsbereichs Medizinische Diagnostik in das laufende Ergebnis des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs umgegliedert.
Das Ergebnis des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs stellt sich wie folgt dar:
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Erträge des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | 42.862 | 38.094 |
| Aufwendungen des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | - 46.696 | - 43.023 |
| Ergebnis vor Steuern des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | - 3.834 | - 4.929 |
| Ertragsteuern des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs vor Steuern | - 45 | 371 |
| Ergebnis nach Steuern des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | - 3.879 | - 4.558 |
| Bewertungs- / Veräußerungsergebnis des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs vor Steuern | - | - |
| Steuern auf das Bewertungs-/ Veräußerungsergebnis | - | - |
| Bewertungs- / Veräußerungsergebnis des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs nach Steuern | - | - |
| Ergebnis des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | - 3.879 | - 4.558 |
D12 Aufwendungen für den Abschlussprüfer
Mit dem Zusammenschluss der KPMG Europe LLP sind die KPMG LLP (UK), die KPMG Schweiz, die KPMG Spanien (ohne den Bereich Audit), die KPMG Belgien (ohne den Bereich Audit) sowie die KPMG Niederlande verbundene Unternehmen der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft i. S. d. § 271 Abs. 2 HGB.
Insgesamt berechnet der Abschlussprüfer, die KPMG Europe LLP, für das Geschäftsjahr 2009 der Biotest Gruppe ein Honorar in Höhe von 767 T € (i. Vj. 633 T €). Dieses gliedert sich in 498 T € (i.Vj. 214 T €) für Steuerberatungsleistungen, 259 T € (i. Vj. 333 T €) Honoraraufwendungen für die Abschlussprüfung sowie 5 T € (i. Vj. 83 T €) für sonstige prüfungsnahe Dienstleistungen. Des Weiteren ist ein Honorar in Höhe von 5 T € (i. Vj. 3 T €) für sonstige Leistungen berechnet.
E ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
E1 Immaterielle Vermögenswerte
Die gesamten immateriellen Vermögenswerte sind dem langfristigen Vermögen zugeordnet.
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| Tausend € | Geschäftswert | Patente, Lizenzen und ähnliche rechte | Geleaste Vermögenswerte | Anlagen im Bau | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten | |||||
| Stand zum 31. Dezember 2007 | 27.165 | 58.573 | 1.608 | - | 87.346 |
| Zugänge | 151 | 4.470 | - | - | 4.621 |
| Abgänge | - | - 5 | - | - | - 5 |
| Umbuchung | - | 45 | - | - | 45 |
| Währungsumrechnungsdifferenz | 1.126 | 2.155 | - | - | 3.281 |
| Stand zum 31. Dezember 2008 | 28.442 | 65.238 | 1.608 | - | 95.288 |
| Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich | - | - 4.401 | - | - | - 4.401 |
| Zugänge | - | 1.399 | 123 | 15 | 1.537 |
| Abgänge | - | - 473 | - | - | - 473 |
| Umbuchung | - | - 7.225 | 7.895 | - | 670 |
| Währungsumrechnungsdifferenz | - 789 | - 1.339 | - | - | - 2.128 |
| Stand zum 31. Dezember 2009 | 27.653 | 53.199 | 9.626 | 15 | 90.493 |
| Kumulierte Abschreibungen | |||||
| Stand zum 31. Dezember 2007 | - | 12.386 | 1.604 | - | 13.990 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | - | 3.198 | 4 | - | 3.202 |
| Abschreibungen aus PPA-Effekt | - | 3.710 | - | - | 3.710 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen | - | 327 | - | - | 327 |
| Umbuchungen | - | 3 | - | - | 3 |
| Währungsumrechnungsdifferenz | - | 248 | - | - | 248 |
| Stand zum 31. Dezember 2008 | - | 19.872 | 1.608 | - | 21.480 |
| Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich | - | - 3.404 | - | - | - 3.404 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | - | 4.923 | 1.542 | - | 6.465 |
| Abgänge | - | - 427 | - | - | - 427 |
| Umbuchungen | - | - 305 | 305 | - | - |
| Währungsumrechnungsdifferenz | - | - 301 | - | - | - 301 |
| Stand zum 31. Dezember 2009 | - | 20.358 | 3.455 | - | 23.813 |
| Buchwert zum | |||||
| 31. Dezember 2008 | 28.442 | 45.366 | - | - | 73.808 |
| 31. Dezember 2009 | 27.653 | 32.841 | 6.171 | 15 | 66.680 |
Im Rahmen der Kaufpreisallokation (purchase price allocation = PPA) für die übernommenen Plasmaprotein-Aktivitäten der Nabi Biopharmaceuticals sind als Folgeeffekt der Aufwertung im Geschäftsjahr 2008 zusätzliche planmäßige Abschreibungen entstanden, die im Anlagespiegel separat in den Abschreibungen aus PPA-Effekt ausgewiesen werden. Im Geschäftsjahr 2009 sind diese in den Abschreibungen des Geschäftsjahres enthalten.
Für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten bestehen vertragliche Verpflichtungen in Höhe von 65 T € (i. Vj. 196 T €).
Die Zugänge zu den Patenten, Lizenzen und ähnlichen Rechten des Geschäftsjahres in Höhe von 1.399 T € (i. Vj. 4.470 T €) betreffen mit 377 T € (i. Vj. 3.929 T €) Kosten für SAP-Software.
Im Geschäftsjahr 2009 hat die Biotest Gruppe die in 2008 erworbene ERP-Software an eine Leasinggesellschaft veräußert und im Rahmen eines Miet-Kauf-Vertrags zurück erworben.
Beim Projekt Anti-D wurde zum Zeitpunkt der Kaufpreisallokation eine Markteinführung für die Indikation ITP (Idiopathische thrombozytopenische Purpura), eine Autoimmunkrankheit, geplant. Im Laufe des Geschäftsjahres 2008 wurde die Entscheidung getroffen, die Markteinführung des Produkts für diese Indikation nicht weiter zu verfolgen, da auch das bereits im Portfolio vorhandene Immunglobulin zur Therapie in dieser Indikation eingesetzt werden kann. Aufgrund dieser Entscheidung wurde im Geschäftsjahr 2008 der immaterielle Vermögenswert mit einem Wert von 455 T USD (327 T €) vollständig außerplanmäßig abgeschrieben.
Für zwei weitere Entwicklungsprojekte mit unbestimmter Nutzungsdauer mit einem Buchwert in Höhe von 9.626 T € (i. Vj. 9.964 T €) wurde ein Impairmenttest in der Cash Generating Unit Plasmaproteine durchgeführt, der wie im Vorjahr zu keinen außerplanmäßigen Abschreibungen führte.
Im Rahmen von Sensitivitätsanalysen wurden die Auswirkungen von Änderungen in der Marktrisikoprämie mit Auswirkung auf den verwendeten Abzinsungsfaktor sowie eine Änderung der zugrundegelegten Wachstumsrate bei den Entwicklungsprojekten ermittelt. Bei einer Anhebung der Marktrisikoprämie um fünf Prozentpunkte würde es keinen Wertberichtigungsbedarf bei den Entwicklungsprojekten geben. Bei einer Umkehrung der zugrundegelegten Wachstumsrate von einem Zuwachs von zwei Prozentpunkten auf eine negative Entwicklung von 2 % würde es ebenfalls keinen Wertberichtigungsbedarf bei den Entwicklungsprojekten geben.
Die planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte des Geschäftsjahres sind in folgenden Zeilen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:
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| Tausend € | 2009 | 2008*) |
|---|---|---|
| Herstellungskosten | 4.046 | 3.817 |
| Marketing- und Vertriebskosten | 246 | 212 |
| Verwaltungskosten | 2.031 | 2.313 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 142 | 173 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | - | 327 |
| 6.465 | 6.842 |
*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
In die Konsortialkredit-Vereinbarung werden wie im Vorjahr keine immateriellen Vermögenswerte zur Besicherung der Bankverbindlichkeiten herangezogen.
Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte wurden zur Überprüfung ihrer Werthaltigkeit Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, die den Segmenten entsprechen, zugeordnet.
Die Buchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte verteilen sich auf die einzelnen Cash Generating Units wie folgt:
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| Gesellschaften der Biotest Gruppe | Cash Generating Unit | Immaterieller Vermögenswert | Buchwert zum 31. Dezember 2009 Tausend € |
|---|---|---|---|
| Biotest Pharmaceuticals Corporation | Segment Plasmaproteine | Geschäftswert | 27.435 |
| heipha Dr. Müller GmbH | Segment Mikrobiologisches Monitoring | Geschäftswert | 155 |
| Biotest AG | Segment Mikrobiologisches Monitoring | Geschäftswert | 63 |
| 27.653 |
Der erzielbare Betrag der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird über die Berechnung eines Nutzungswerts unter Verwendung von Cashflow-Prognosen ermittelt, die auf einer von der Unternehmensleitung erstellten mehrjährigen Finanzplanung basieren. Die nach Steuern verwendeten Diskontierungssätze in Höhe von 6 % bis 8 % richten sich nach dem relevanten WACC (Weighted Average Cost of Capital). Die der Berechnung zugrundegelegte Wachstumsrate ist abhängig vom betrachteten Geschäft und liegt zwischen 0 % und 2 %. Zur Bestimmung eines Wertberichtigungsbedarfs wird der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit ihrem Buchwert gegenübergestellt.
Im Zuge der jährlichen Überprüfung der Werthaltigkeit ergab sich kein Wertberichtigungsbedarf für die einzelnen Cash Generating Units.
E2 Sachanlagen
Alle nachstehend aufgeführten Vermögenswerte sind dem langfristigen Vermögen zuzurechnen.
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| Tausend € | Grundstücke und Bauten | Technische Anlagen und Maschinen | Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | Geleaste Vermögens- werte | Anlagen im Bau | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten/ Herstellungskosten | ||||||
| Stand zum 31. Dezember 2007 | 143.405 | 81.595 | 75.645 | 36.947 | 13.010 | 350.602 |
| Zugänge | 2.493 | 9.047 | 10.356 | 179 | 9.843 | 31.918 |
| Umbuchungen | 4.509 | 9.055 | 263 | 517 | - 14.389 | - 45 |
| Abgänge | - 12 | - 91 | - 327 | - 77 | - 34 | - 541 |
| Währungsumrechnungsdifferenz | 1.905 | 1.182 | 1 | 4 | 1 | 3.093 |
| Stand zum 31. Dezember 2008 | 152.300 | 100.788 | 85.938 | 37.570 | 8.431 | 385.027 |
| Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich | - 13.654 | - 4.365 | - 11.290 | - 68 | - 36 | - 29.413 |
| Zugänge | 5.820 | 4.703 | 5.724 | 76 | 22.307 | 38.630 |
| Umbuchungen | 8.584 | 12.834 | - 48 | 998 | - 23.038 | - 670 |
| Abgänge | - 286 | - 463 | - 1.084 | - 41 | - 52 | - 1.926 |
| Währungsumrechnungsdifferenz | - 1.241 | - 753 | - 56 | - | - 233 | - 2.283 |
| Stand zum 31. Dezember 2009 | 151.523 | 112.744 | 79.184 | 38.535 | 7.379 | 389.365 |
| Kumulierte Abschreibungen | ||||||
| Stand zum 31. Dezember 2007 | 40.002 | 33.318 | 48.571 | 14.516 | - | 136.407 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | 3.240 | 6.498 | 5.877 | 3.018 | - | 18.633 |
| Abschreibungen aus PPA-Effekt | 6 | 354 | - | - | - | 360 |
| Umbuchungen | - | - 15 | 12 | - | - | - 3 |
| Abgänge | - | - 83 | - 210 | - 77 | - | - 370 |
| Währungsumrechnungsdifferenz | - | 154 | - 53 | 4 | - | 105 |
| Stand zum 31. Dezember 2008 | 43.248 | 40.226 | 54.197 | 17.461 | - | 155.132 |
| Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich | - 4.852 | - 2.898 | - 7.677 | - 68 | - | - 15.495 |
| Abschreibungen des Geschäftsjahres | 3.200 | 7.471 | 5.122 | 3.173 | - | 18.966 |
| Außerplanmäßige Abschreibungen | 215 | 303 | - | - | - | 518 |
| Umbuchungen | - 90 | 90 | - 215 | 215 | - | - |
| Abgänge | - 286 | - 235 | - 925 | - 41 | - | - 1.487 |
| Währungsumrechnungsdifferenz | - 27 | - 189 | - 8 | - | - | - 224 |
| Stand zum 31. Dezember 2009 | 41.408 | 44.768 | 50.494 | 20.740 | - | 157.410 |
| Buchwert zum | ||||||
| 31. Dezember 2008 | 109.052 | 60.562 | 31.741 | 20.109 | 8.431 | 229.895 |
| 31. Dezember 2009 | 110.115 | 67.976 | 28.690 | 17.795 | 7.379 | 231.955 |
Im Rahmen der Kaufpreisallokation (purchase price allocation = PPA) für die übernommenen Plasmaprotein-Aktivitäten der Nabi Biopharmaceuticals sind als Folgeeffekt der Aufwertung im Geschäftsjahr 2008 zusätzliche planmäßige Abschreibungen entstanden, die im Anlagespiegel separat in den Abschreibungen aus PPA-Effekt ausgewiesen werden. Im Geschäftsjahr 2009 sind diese in den Abschreibungen des Geschäftsjahres enthalten.
Die außerplanmäßigen Abschreibungen sind im Wesentlichen auf den Umzug einer Plasmapheresestation zurückzuführen, bei dem Mietereinbauten nicht mitgenommen werden konnten.
Staatliche Zuschüsse für die Anschaffung oder Herstellung von Vermögenswerten mindern die Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten. Im Geschäftsjahr 2009 ergibt sich eine kumulierte Minderung in Höhe von 595 T € (i. Vj. 766 T €).
Bei den als Finanzierungsleasing aktivierten Vermögenswerten handelt es sich im Wesentlichen um Produktionsanlagen der Biotest AG zur Plasmafraktionierung und sterilen Endabfüllung. Für die im Geschäftsjahr 2002 fertig gestellte sterile Endabfüllung wurde in 2002 mit der Abschreibung begonnen. Die Plasmafraktionierung ist in 2004 in Betrieb gegangen. Die Laufzeit der Leasingverträge für diese beiden Anlagen beträgt jeweils acht Jahre. Biotest kann die Verträge mit einer Frist von drei Monaten kündigen, frühestens jedoch zu einem Termin nach Ablauf von 40 % der Vertragsdauer. Das Recht zur Kündigung besteht vor Ablauf von 90 % der Vertragsdauer nur dann, wenn Biotest nachweist, dass außergewöhnliche Umstände hinsichtlich der Nutzungsmöglichkeiten beziehungsweise Nutzungsfähigkeiten der Anlagen vorliegen. Nach Ablauf der Verträge kann Biotest die Anlagen zu deren Verkehrswert erwerben.
Als Sicherheit für die seit dem Geschäftsjahr 2007 bestehende und im Geschäftsjahr ergänzte Konsortialkredit-Vereinbarung wurde eine Grundschuld über 95 Mio. € für Grundstücke der Biotest Pharma GmbH und der Biotest Grundstücksverwaltungs GmbH als Drittsicherungsgeber als Sicherheiten begeben. Die Bestellung einer Globalgrundschuld an den Grundstücken der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften in Höhe von 100 Mio. € wurde am 18. März 2003 im Rahmen der früheren Sicherheiten-Treuhandvereinbarung notariell beglaubigt. Des Weiteren wurden die Geschäftsanteile der Biotest Pharmaceuticals Corporation als Sicherheit verpfändet.
In den Anlagen im Bau ist im Geschäftsjahr 2009 wie im Vorjahr im Wesentlichen die im Ausbau befindliche Produktionsanlage für das Entwicklungsprojekt IVIG bei der Biotest Pharmaceuticals Corporation enthalten.
E3 Anteile an verbundenen Unternehmen
Die Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 100 T € gliedern sich wie folgt auf:
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Biotest Hycon GmbH | 50 | 50 |
| Biotest Immobilien Verwaltungs GmbH | 25 | 25 |
| Biotest Immobilien GmbH & Co. KG | 25 | 25 |
| 100 | 100 |
Die Biotest Hycon GmbH ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Biotest AG. Die Biotest Immobilien Verwaltungs GmbH sowie die Biotest Immobilien GmbH & Co. KG sind hundertprozentige Tochtergesellschaften der Biotest Pharma GmbH. Diese Gesellschaften sind nicht operativ tätig und werden daher aus Wesentlichkeitsgründen nicht konsolidiert.
E4 Anteile an assoziierten Unternehmen
Bei den Anteilen an assoziierten Unternehmen handelt es sich um einen 49 %-Anteil der Biotest Pharma GmbH an der BioDarou P.J.S. Co. mit Sitz in Teheran/Iran, der nach der Equity-Methode bewertet wird.
Zweck der Gesellschaft ist die Sammlung von Plasma, die Verarbeitung zu Immunglobulinen, Faktoren und Humanalbumin bei Biotest und der Verkauf der Fertigprodukte im Iran.
Die Partner des Joint Venture haben vorgesehen, dass die Gesellschaft in einer ersten Stufe schrittweise mit einem Eigenkapital von bis zu 4.000 T € ausgestattet wird. Die hierzu notwendigen Gesellschafterbeschlüsse werden entsprechend dem Finanzbedarf jeweils separat gefasst. Die Biotest Pharma GmbH hat bisher Einlagen in Höhe von 1.328 € geleistet. Das Kapital der BioDarou P.J.S. Co. beträgt 30 Mrd. Rial (i. Vj. 30 Mrd. Rial) und ist voll eingezahlt.
Da kein testierter Abschluss der BioDarou P.J.S. Co. zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses vorliegt, werden die Vorjahreszahlen der BioDarou P.J.S. Co. zum 31.12.2008 berichtet.
Die Ergebnisvorschau der BioDarou P.J.S. Co. für das Geschäftsjahr 2009 zeigt ein deutlich positives Ergebnis, was daraus resultiert, dass die Gesellschaft inzwischen in der Lage ist, regelmäßig so viel Plasma zu sammeln, dass eine Verarbeitung im industriellen Maßstab bei der Biotest AG mit anschließendem Verkauf im Iran erfolgen kann.
Das Joint Venture verfügte am Bilanzstichtag 2008 über folgende Vermögenswerte und Verbindlichkeiten:
Am 31. Dezember 2008 betrug der Wert der langfristigen Vermögenswerte 3.402 T € (i. Vj. 3.998 T €) und der Wert der kurzfristigen Vermögenswerte 4.192 T € (i. Vj. 1.290 T €).
Die langfristigen Verbindlichkeiten wurden am 31. Dezember 2008 mit 2.324 T € (i. Vj. 2.694 T €) und die kurzfristigen Verbindlichkeiten mit 3.402 T € (i. Vj. 1.290 T €) bewertet.
Im Geschäftsjahr 2008 betrug der Jahresüberschuss der Gesellschaft 605 T € (i. Vj. Verlust in Höhe von 376 T €).
Die Gesellschaft plant für das Geschäftsjahr 2010 die Sammlung von Blutplasma mit besonderen Maßnahmen weiter zu steigern und damit ihre Profitabilität weiter zu erhöhen. Darüber hinaus wurde seitens der Gesellschaft mit Planungsarbeiten für zusätzliche Plasmazentren im Iran begonnen.
Die Anteile an der Gesellschaft in Höhe von 1.015 T € wurden im Geschäftsjahr 2007 aufgrund der fortgesetzten Verlustlage und der politischen Situation in voller Höhe abgeschrieben.
Die nach wie vor angespannte politische Situation des Iran beschränkt auch weiterhin die zukünftigen Möglichkeiten der Gesellschaft. Die zunehmend verstärkten internationalen Restriktionen - insbesondere im Zahlungsverkehr - führen zu einer teilweise kritischen Einschätzung der zukünftigen Entwicklung der Gesellschaft: Die Gesellschaft selbst hat sich stabilisiert und erarbeitet ein deutlich positives Ergebnis, im internationalen Umfeld hat sich die politische Situation des Iran mit deutlich negativen Konsequenzen dagegen weiter verschärft. Darüber hinaus ist die Finanzbasis des Iran und damit auch die staatliche Unterstützung des iranischen Gesundheitswesens vom volatilen Rohölpreis und dem Rohölabsatz abhängig.
Aufgrund dieser Einschätzung hat die Biotest Gruppe beiden Aspekten Rechnung tragend eine Wertberichtigung in Höhe von 768 T € (i.Vj. 1.239 T €) auf das anteilige Eigenkapital ausgewiesen.
E5 Sonstige Finanzanlagen
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Rentenfonds (Financial Assets at Fair Value through Profit and Loss) | 136 | 136 |
| Festverzinsliche Anlagen (Held to Maturity) | 68 | 87 |
| Ausleihungen an Mitarbeiter (Loans and Receivables) | 11 | 14 |
| 215 | 237 |
Im Geschäftsjahr 2009 wurden wie im Vorjahr keine Reklassifizierungen der Finanzinstrumente vorgenommen.
Der Fair Value der Kategorie Financial Assets at Fair Value through Profit and Loss besteht aus Fondsanteilen, deren Marktwerte von der depotführenden Bank schriftlich zum Bilanzstichtag mitgeteilt werden.
Die Ermittlung des Fair Value der Kategorie Held to Maturity, in die Termingeldanlagen eingegangen sind, entspricht der Bewertung zum Nominalwert.
In der Kategorie Loans and Receivables sind Darlehen an Mitarbeiter enthalten, deren Fair Value mit dem Nominalbetrag gleichgesetzt wird.
E6 Aktive und passive latente Steuern
Die bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern betreffen folgende Bilanzposten:
Passiva
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| Tausend € | 2009 | 2008 | 2009 | 2008 | 2009 | 2008 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 73 | 269 | 186 | 444 | - 113 | - 175 |
| Sachanlagen | 10 | 10 | 17.598 | 15.881 | - 17.588 | - 15.871 |
| Sonstige Finanzanlagen | 540 | 495 | - | 20 | 540 | 475 |
| Vorratsvermögen | 7.876 | 8.138 | 81 | 370 | 7.795 | 7.768 |
| Forderungen | 63 | 46 | 4.612 | 3.161 | - 4.549 | - 3.115 |
| Rückstellungen | 1.346 | 781 | 42 | 33 | 1.304 | 748 |
| Finanzverbindlichkeiten | 976 | 2.678 | 407 | 384 | 569 | 2.294 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 5.308 | 3.356 | 9 | 13 | 5.299 | 3.343 |
| Sonstige Bilanzposten | 716 | 503 | 5 | 112 | 711 | 391 |
| Steuerwert des berücksichtigten Verlustvortrags | 3.518 | 3.716 | - | - | 3.518 | 3.716 |
| Zwischensumme | 20.426 | 19.992 | 22.940 | 20.418 | - 2.514 | - 426 |
| abzüglich Verrechnung aktiver und passiver latenter Steuern | - 14.166 | - 14.002 | - 14.166 | - 14.002 | - | - |
| Aktive / passive latente Steuern | 6.260 | 5.990 | 8.774 | 6.416 | - 2.514 | - 426 |
Für steuerliche Verlustvorträge werden latente Steuern in Höhe von 1.396 T € (i. Vj. 1.131 T €) nicht gebildet, da derzeit nicht mit der erforderlichen Sicherheit mit einer Nutzung dieser Verlustvorträge gerechnet werden kann. Die nicht angesetzten latenten Steuern auf Verlustvorträge betreffen mit 992 T € (i. Vj. 1.131 T €) inländische und mit 404 T € (i. Vj. keine) ausländische Gesellschaften. Verlust-vorträge sind in Deutschland derzeit unbegrenzt vortragsfähig.
E7 Vorratsvermögen
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 35.372 | 29.438 |
| Unfertige Erzeugnisse | 89.581 | 74.940 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 45.373 | 52.176 |
| 170.326 | 156.554 |
Die Abwertung des Vorratsvermögens beträgt zum Bilanzstichtag 12.935 T € (i. Vj. 9.155 T €); die entsprechenden Bestände haben nach Abwertung auf den realisierbaren Nettoverkaufswert einen Restbuchwert in Höhe von 46.141 T € (i. Vj. 23.024 T €).
In die Konsortialkredit-Vereinbarung wird wie im Vorjahr kein Vorratsvermögen zur Besicherung der Bankverbindlichkeiten herangezogen.
Vorräte mit einer Reichweite von über einem Jahr haben einen Buchwert von 880 T € (i. Vj. 2.906 T €).
Die Wertminderungen des Vorratsvermögens stellen sich wie folgt dar:
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Stand zum 01. Januar | 9.155 | 5.806 |
| Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich | - 3.079 | - |
| Verbrauch | - 2.182 | - 1.203 |
| Auflösungen | - 57 | - 1.395 |
| Zuführungen | 9.232 | 5.739 |
| Währungsdifferenzen | - 134 | 208 |
| Stand zum 31. Dezember | 12.935 | 9.155 |
E8 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in der Regel innerhalb eines Jahres fällig, in diesem Geschäftsjahr sind von insgesamt 95.992 T € (i. Vj. 94.481 T €) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen keine (i. Vj. 451 T €) als langfristig eingestuft. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind der Kategorie Kredite und Forderungen (LaR) zugeordnet. Sie setzen sich wie folgt zusammen:
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto) | 140.481 | 123.698 |
| Verkauf von Forderungen | - 40.568 | - 26.154 |
| Wertberichtigungen auf Forderungen | - 3.921 | - 3.063 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (netto) | 95.992 | 94.481 |
Die Wertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen werden als Differenz zwischen dem Nennbetrag der Forderungen und dem geschätzten einbringbaren Nettobetrag ermittelt. Die Biotest Gruppe verwendet für diese Einschätzung sowohl Erfahrungswerte über das Zahlungsverhalten bestimmter Kunden als auch Kenntnisse über Besonderheiten einzelner Länder. Bei der Bestimmung der Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird jeder Änderung der Bonität seit Einräumung des Zahlungsziels bis zum Bilanzstichtag Rechnung getragen. Dies betrifft sowohl Änderungen des Länder- als auch des Einzelkundenrisikos. Die Biotest Gruppe verwendet bei den Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausschließlich Einzelwertberichtigungen. Pauschalwertberichtigungen werden nicht vorgenommen.
Die Biotest AG hat Forderungen in einem Volumen von insgesamt 24.385 T € (i. Vj. 13.964 T €) zum Bilanzstichtag im Rahmen von Factoring-Verträgen veräußert. Das Factoring-Programm sieht für die Biotest AG den Verkauf von inländischen und ausländischen Forderungen vor, bei dem für jeden Kunden ein individuelles Kreditlimit vorliegt. Den rechtlichen Bestand der Forderungen vorausgesetzt, trägt der Factor für die von ihm angekauften Forderungen das Risiko der Zahlungsunfähigkeit des Kunden (Delkredere).
Des Weiteren besteht für die Biotest Hellas MEPE wie im Vorjahr die Möglichkeit eines Verkaufs von Forderungen gegen öffentliche Krankenhäuser in Griechenland. In diesem Zusammenhang sind am Bilanzstichtag Forderungen in Höhe von 9.771 T € (i. Vj. 12.189 T €) verkauft und als Forderungen gegen Factoring-Gesellschaften in den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen.
Die Biotest Italia S.r.l. verkauft seit 2009 teilweise Forderungen gegen italienische Kunden. Den rechtlichen Bestand der Forderungen vorausgesetzt, trägt der Factor für die von ihm angekauften Forderungen das Risiko der Zahlungsunfähigkeit des Kunden (Delkredere). Zum Bilanzstichtag waren Forderungen mit einem Volumen von 6.412 T € verkauft.
Am Bilanzstichtag dienen wie im Vorjahr keine Forderungen der Besicherung von Bankverbindlichkeiten.
In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Forderungen aus Teilgewinnrealisierung in Höhe von 10.444 T € (i. Vj. 5.756 T €) enthalten. Hierbei handelt es sich um kundenspezifische Fertigungsaufträge, die zu den entsprechenden angefallenen Herstellungskosten einschließlich Gewinnanteilen bewertet werden.
Die Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und auf die Forderungen aus Teilgewinnrealisierung haben sich wie folgt entwickelt:
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Stand zum 01. Januar | 3.063 | 2.969 |
| Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich | - 53 | - |
| Zuführungen | 1.379 | 558 |
| Verbrauch | - 355 | - 92 |
| Auflösungen | - 126 | - 368 |
| Währungsdifferenzen | 13 | - 4 |
| Stand zum 31. Dezember | 3.921 | 3.063 |
Aus der Analyse der Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergibt sich folgendes Bild:
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Buchwert | 95.992 | 94.481 |
| davon zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und nicht überfällig | 68.691 | 61.801 |
| davon zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitbändern überfällig | ||
| < 90 Tage überfällig | 10.744 | 13.855 |
| 91 - 180 Tage überfällig | 3.074 | 6.808 |
| 181 - 365 Tage überfällig | 1.118 | 4.653 |
| > 1 Jahr überfällig | 569 | 562 |
Von den überfälligen Forderungen der Biotest Gruppe im Geschäftsjahr 2009 betreffen Forderungen in Höhe von 7.046 T € (i. Vj. 16.252 T €) Forderungen der Biotest Italia S.r.l., Italien. Aufgrund des landesspezifischen Zahlungsverhaltens ist hier eine Überfälligkeit der Forderungen üblich. Im Wesentlichen ist die Kreditwürdigkeit der Schuldner dadurch sichergestellt, dass es sich um Forderungen gegen staatliche Krankenhäuser handelt und somit mit einer Tilgung der ausstehenden Beträge gerechnet werden kann.
Die Nettoforderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich aus den folgenden Währungen zusammen:
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| EUR | 76.261 | 77.125 |
| USD | 14.437 | 13.532 |
| GBP | 1.922 | 906 |
| HUF | 1.627 | 1.520 |
| RUB | 424 | - |
| Sonstige Währungen | 1.321 | 1.398 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (netto) | 95.992 | 94.481 |
E9 Sonstige Vermögenswerte
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| 2009 | 2008 | |||
|---|---|---|---|---|
| Tausend € | Gesamt | Davon langfristig | Gesamt | Davon langfristig |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Forderungen gegen Factoring-Gesellschaften | 9.771 | - | 12.189 | - |
| Forderungen gegen assoziierte Unternehmen | 2.593 | - | 1.107 | 1.107 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 2.469 | 128 | 2.072 | 141 |
| Kaufpreisforderung Vertriebsrecht | 1.000 | 760 | - | - |
| Derivate | 984 | 897 | 279 | 244 |
| Vorsteuer- und sonstige Steuerforderungen | 730 | 35 | 2.988 | 79 |
| Geleistete Anzahlungen | 526 | - | 224 | 64 |
| Begebene Mitarbeiterkredite | 311 | 176 | 313 | 135 |
| Forderungen gegen Versicherungsgesellschaften | 249 | 153 | 236 | 150 |
| Sonstige Vermögenswerte | 631 | 66 | 1.057 | 152 |
| 19.264 | 2.215 | 20.465 | 2.072 |
Die Wertberichtigungen auf sonstige Vermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Stand zum 01. Januar | 964 | 964 |
| Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich | - | - |
| Zuführungen | 33 | - |
| Verbrauch | - | - |
| Auflösungen | - | - |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | - | - |
| Stand zum 31. Dezember | 997 | 964 |
Aus der Analyse der Altersstruktur der sonstigen Vermögenswerte ergibt sich folgendes Bild:
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Buchwert | 19.264 | 20.465 |
| davon zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und nicht überfällig | 19.214 | 20.300 |
| davon zum Abschlussstichtag nicht wertgemindert und in den folgenden Zeitbändern überfällig | ||
| < 90 Tage überfällig | - | - |
| 91 - 180 Tage überfällig | - | - |
| 181 - 365 Tage überfällig | 50 | - |
| > 1 Jahr überfällig | - | - |
Im Geschäftsjahr 2009 erzielte die Biotest Gruppe Erträge aus Operating-Leasingverträgen in Höhe von 174 T € (i. Vj. keine). Aus den am Bilanzstichtag geltenden Leasingverträgen, mit einer Laufzeit bis 2010, ergeben sich für das Geschäftsjahr 2010 Leasingerträge in Höhe von 353 T €.
Die sonstigen Vermögenswerte setzen sich aus den folgenden Währungen zusammen:
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| EUR | 18.270 | 18.351 |
| USD | 207 | 1.574 |
| GBP | 105 | 146 |
| HUF | 465 | 233 |
| Sonstige Währungen | 217 | 161 |
| 19.264 | 20.465 |
E10 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Bankguthaben | 5.937 | 7.302 |
| Kassenbestand | 793 | 770 |
| 6.730 | 8.072 |
Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ist der Kapitalflussrechnung der Biotest Gruppe zu entnehmen.
E11 Vermögenswerte und Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
In diesen Positionen werden gemäß IFRS 5 die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Schulden des ehemaligen Geschäftsbereichs Medizinische Diagnostik ausgewiesen.
Für die Wertanpassung der Vermögenswerte des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen vorgenommen.
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Immaterielle Vermögenswerte | 997 | - |
| Sachanlagen | 12.435 | - |
| Geleaste Sachanlagen | - | - |
| Anteile an verbundenen Unternehmen | - | - |
| Vorratsvermögen | 14.316 | - |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 3.499 | - |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 96 | - |
| Latente Steueransprüche | - | - |
| Sonstige Vermögenswerte | 121 | - |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 14 | - |
| Vermögenswerte des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | 31.478 | - |
| Gezeichnetes Kapital | - | - |
| Kapitalrücklagen | - | - |
| Gewinnrücklagen | - | - |
| Auf die Gesellschafter des Mutterunternehmens entfallende Ergebnisanteile | - | - |
| Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 3.464 | - |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | - | - |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | - | - |
| Sonstige Rückstellungen | 1.794 | - |
| Finanzverbindlichkeiten | 506 | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 1.660 | - |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 1.526 | - |
| Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | 8.950 | - |
E12 Eigenkapital
Das gezeichnete Kapital ist voll eingezahlt und beträgt am 31. Dezember 2009 unverändert zum Vorjahr 30.025.152,00 € (Stammaktien: 16.883.819,52 €; Vorzugsaktien: 13.141.332,48 €). Das gezeichnete Kapital ist zum 31. Dezember 2009 in 6.595.242 Stück nennwertlose Stammaktien und 5.133.333 Stück nennwertlose Vorzugsaktien ohne Stimmrecht eingeteilt. Eine Verbriefung ist ausgeschlossen. Der rechnerische Nennwert der Aktien beträgt daher 2,56 €. Die Basis für die Gewinnausschüttung eines Geschäftsjahres ist der jeweilige handelsrechtliche Bilanzgewinn der Biotest AG.
Mit Schreiben vom 08. Februar 2008 teilte Frau Dr. Cathrin Schleussner der Biotest Gruppe mit, dass ihr Stimmrechtsanteil zu diesem Tag 50,03 % der Stimmrechte beträgt. Die Stimmrechte werden dabei über die OGEL GmbH, Frankfurt am Main, gehalten. Die OGEL GmbH wird als Unternehmen von Frau Dr. Cathrin Schleussner kontrolliert. Am 03. Dezember 2008 teilte die Massachusetts Mutual Life Insurance Company, Massachusetts/USA, mit, zum 28. November 2008 die Schwelle von 3 % überschritten zu haben und nunmehr 3,18 % der Stimmrechte zu halten. Zum Stichtag 31. Dezember 2009 hält die Kreissparkasse Biberach laut ihrer letzten Mitteilung 24,36 % der Stammaktien.
Der Gewinnverwendungsvorschlag sieht für das Jahr 2009 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 4.296 T € vor. Die Stammaktien erhalten eine Dividende in Höhe von 0,34 €/Aktie und die Vorzugsaktien erhalten eine Dividende in Höhe von 0,40 €/Aktie. Die Vorzugsaktien sind derart ausgestaltet, dass auf sie eine Mindestdividende von 0,11 €/Aktie entfällt. Ferner erhalten die Vorzugsaktionäre eine Mehrdividende von 0,06 €/Aktie, sobald an die Stammaktionäre eine Dividende von mehr als 0,11 €/Aktie gezahlt wird. Erhalten die Vorzüge in einem Jahr keine Dividende, ist diese im Folgejahr nachzuholen. Fällt die Dividendenzahlung auch im zweiten Jahr aus, erhalten die Vorzugsaktien Stimmrecht (vgl. § 140 Abs. 2 AktG).
Die Biotest AG wurde durch die Hauptversammlung vom 07. Mai 2009 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 06. November 2010 eigene Stamm- und/oder Vorzugsaktien bis zu 10 % des damaligen Grundkapitals in Höhe von 30.025 T € zu erwerben. Des Weiteren wurde der Vorstand mit dem Beschluss der Hauptversammlung vom 20. Mai 2005 ermächtigt, bis zum 19. Mai 2010 mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Biotest AG um bis zu 10.240 T € durch Ausgabe neuer Stamm- und/oder Vorzugsaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Nach der Kapitalerhöhung vom 28. September 2007 beträgt das genehmigte Kapital 695 T €. Die Ausgabe kann sowohl in Teilbeträgen wie auch als Ganzes erfolgen; das Bezugsrecht der Aktionäre kann hierbei ausgeschlossen werden.
Darüber hinaus wurde der Vorstand ermächtigt mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 07. Juli 2009 Genussrechte im Nennbetrag von bis zu 50.000 T € auszugeben. Von dieser Genehmigung wurde im Geschäftsjahr 2005 in Höhe von 10.000 T € Gebrauch gemacht.
Das Ergebnis je Aktie (aus den fortgeführten Geschäftsbereichen) ermittelt sich, indem der auf alle Gesellschafter entfallende Gewinn durch den gewichteten Durchschnitt der Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien dividiert wird.
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Periodenergebnis | 29.551 | 30.300 |
| Mehrdividende auf Vorzugsaktien | - 308 | - 308 |
| Um Mehrdividendenansprüche bereinigtes Ergebnis | 29.243 | 29.992 |
| Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien (entspricht gewichtetem Durchschnitt) | 11.728.575 | 11.728.575 |
| Ergebnis je Aktie in € | 2,49 | 2,56 |
| Mehrdividendenanspruch je Vorzugsaktie in € | 0,06 | 0,06 |
| Ergebnis je Vorzugsaktie in € | 2,55 | 2,62 |
E13 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Die Zusagen basieren auf der Beschäftigungsdauer und dem Entgelt der Mitarbeiter. Die Pensionsverpflichtungen betreffen im Wesentlichen Mitarbeiter in deutschen und griechischen Gesellschaften. Bei den ähnlichen Verpflichtungen handelt es sich um ausländische Verpflichtungen, die beim Eintritt in den Ruhestand als Einmalzahlung fällig werden.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen setzen sich wie folgt zusammen:
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Pensionen | 45.967 | 42.137 |
| Ähnliche Verpflichtungen | 2.320 | 1.251 |
| 48.287 | 43.388 |
Der Nettowert der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen lässt sich wie folgt herleiten:
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Barwert der rückstellungsfinanzierten Versorgungszusagen | 48.151 | 43.275 |
| Barwert der rückgedeckten Versorgungszusagen | 856 | 852 |
| Zeitwert des Planvermögens (Rückdeckungsversicherung) | - 720 | - 739 |
| Barwert der Versorgungszusage | 48.287 | 43.388 |
Während der Berichtsperiode hat sich der Wert der Pensionsrückstellungen auf Konzernebene wie nachfolgend dargestellt verändert:
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Pensionsrückstellung am 01. Januar | 43.388 | 43.103 |
| Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich | - 2 718 | - |
| Pensionszahlungen der Berichtsperiode | - 2.366 | - 2.315 |
| Auflösung der Pensionsrückstellungen von nicht mehr anspruchsberechtigten Personen | - | - 4 |
| Pensionsaufwand | 5.533 | 4.360 |
| Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste versicherungsmathematische Verluste (i. Vj. Gewinne) | 4.450 | - 1.756 |
| Pensionsrückstellung am 31. Dezember | 48.287 | 43.388 |
Aus den leistungsorientierten Versorgungssystemen ergibt sich im Berichtsjahr ein Gesamtaufwand in Höhe von 5.922 T € (i. Vj. 4.360 T €). Auf den nicht fortgeführten Geschäftsbereich entfiel im Geschäftsjahr ein Gesamtaufwand in Höhe von 389 T € (i. Vj. 295 T €). Der Gesamtaufwand der fortgeführten Geschäftsbereiche setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:
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| Tausend € | 2009 | 2008*) |
|---|---|---|
| Laufender Dienstzeitaufwand | 2.648 | 1.438 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 412 | 478 |
| Änderung des Zeitwerts des Planvermögens (Rückdeckungsversicherung) | - 18 | - 61 |
| Zinsaufwand | 2.491 | 2.210 |
| 5.533 | 4.065 |
*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
Im Geschäftsjahr 2009 werden versicherungsmathematische Verluste in Höhe von 4.450 T € (i. Vj. Gewinne 1.756 T €) erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.
Die Pensionsaufwendungen sind in den folgenden Zeilen der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten:
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| Tausend € | 2009 | 2008*) |
|---|---|---|
| Herstellungskosten | 1.376 | 855 |
| Marketing- und Vertriebskosten | 785 | 447 |
| Verwaltungskosten | 465 | 305 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 441 | 309 |
| Finanzaufwendungen | 2.466 | 2.149 |
| 5.533 | 4.065 |
*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
Die Pensionsaufwendungen des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs betragen im Geschäftsjahr 2009 389 T €. Nach der Umklassifizierung nach IFRS 5 sind die entsprechenden in 2008 entstandenen Aufwendungen in Höhe von 295 T € in obiger Tabelle nicht enthalten.
Der Berechnung liegen folgende versicherungsmathematischen Annahmen zugrunde:
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| Prozent | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Abzinsungssatz am 31. Dezember | 4,9 - 5,4 % | 5,5 - 6,3 % |
| Erwartete Rendite auf das Planvermögen | 2,0 - 6,0 % | 2,0 - 6,0 % |
| Steigerungsrate für Lohn und Gehalt | 3,3 % | 1,5 - 3,5 % |
| Rentensteigerungssatz | 2,0 % | 1,5 - 2,0 % |
| Fluktuationsrate | 3,0 - 4,5 % | 3,0 - 4,5 % |
Mit Ausnahme des Abzinsungssatzes basieren die versicherungsmathematischen Annahmen auf historischen Erfahrungswerten.
Die folgende Tabelle zeigt die Überleitungsrechnung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO):
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Leistungsorientierte Verpflichtung zum 01. Januar | 44.127 | 43.780 |
| Laufender Dienstzeitaufwand | 2.648 | 1.587 |
| Zinsaufwand | 2.491 | 2.356 |
| Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste | 4.450 | - 1.756 |
| Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand | 412 | 478 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | - 2.403 | - 2.318 |
| Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich | - 2.718 | - |
| Leistungsorientierte Verpflichtung zum 31. Dezember | 49.007 | 44.127 |
In der folgenden Tabelle ist die Überleitungsrechnung des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens dargestellt:
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 01. Januar | 739 | 677 |
| Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich | - | - |
| Erwartete Erträge aus Planvermögen | 18 | 60 |
| Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste | - 8 | - 2 |
| Beiträge des Arbeitgebers | - 29 | 4 |
| Gezahlte Versorgungsbeiträge | - | - |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31. Dezember | 720 | 739 |
Die tatsächlichen Erträge aus Planvermögen betragen in diesem Geschäftsjahr 17 T € (i. Vj. 30 T €).
Das Planvermögen besteht wie im Vorjahr ausschließlich aus Versicherungsverträgen.
Nach IAS 19.120A p) ist eine Übersicht des aktuellen Jahres und der letzten vier Jahre anzugeben:
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| Tausend € | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 |
|---|---|---|---|---|---|
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO) | 49.007 | 44.127 | 43.780 | 43.799 | 42.992 |
| Beizulegender Zeitwert des Planvermögens | 720 | 739 | 677 | 676 | 629 |
| Erwartungsbedingte Anpassungen: | |||||
| a) der Planschulden | 4.771 | 1.273 | 861 | 1.501 | 2.226 |
| b) des Planvermögens | - 8 | - 2 | - 8 | - 32 | - 8 |
Im Geschäftsjahr wurden 6.315 T € (i. Vj. 5.725 T €) als Aufwand für beitragsorientierte Versorgungspläne erfasst.
Die Aufwendungen aus beitragsorientierten Pensionsplänen gliedern sich wie folgt auf:
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| Tausend € | 2009 | 2008*) |
|---|---|---|
| Beitragsorientierte Pläne des Unternehmens | 184 | 231 |
| Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung | 6.131 | 5.494 |
| 6.315 | 5.725 |
*) Anpassung der Vorjahreswerte aufgrund des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs
E14 Sonstige Rückstellungen
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| Tausend € | Altersteilzeit | Sonstige personalbezogene Verpflichtungen | Übrige | Gesamt | Davon kurzfristg |
|---|---|---|---|---|---|
| Stand zum 31. Dezember 2007 | 2.947 | 10.082 | 6.403 | 19.432 | 16.787 |
| Zuführungen | 1.608 | 9.083 | 5.519 | 16.210 | |
| Inanspruchnahme | - 2.377 | - 7.847 | - 1.622 | - 11.846 | |
| Auflösungen | - | - 521 | - 285 | - 806 | |
| Umbuchung | - | 119 | - 119 | - | |
| Währungsumrechnungsdifferenz | - | 3 | 36 | 39 | |
| Aufzinsung | 12 | - 52 | - 66 | - 106 | |
| Stand zum 31. Dezember 2008 | 2.190 | 10.867 | 9.866 | 22.923 | 19.270 |
| Umgliederung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich | - 228 | - 1.378 | - 290 | - 1.896 | |
| Zuführungen | 764 | 7.948 | 6.590 | 15.302 | |
| Inanspruchnahme | - 1.047 | - 7.689 | - 2.837 | - 11.573 | |
| Auflösungen | - | - 555 | - 889 | - 1.444 | |
| Umbuchungen | - | 322 | - 322 | - | |
| Währungsumrechnungsdifferenz | - | - 47 | - 42 | - 89 | |
| Aufzinsung | - 123 | 113 | 68 | 58 | |
| Stand zum 31. Dezember 2009 | 1.556 | 9.581 | 12.144 | 23.281 | 19.622 |
Gemäß dem Tarifvertrag zur Förderung der Altersteilzeit des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie e.V., der eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2009 hatte, ist eine entsprechende Rückstellung gebildet worden. In der Rückstellung sind nur noch Verpflichtungen für laufende Altersteilzeitverhältnisse (Erfüllungsrückstand, Aufstockungsbeträge und gegebenenfalls Abfindungen) enthalten, da nach Auslaufen des Tarifvertrags zukünftig keine gesetzliche Verpflichtung zum Abschluss neuer Altersteilzeitverträge mehr besteht.
Die sonstigen personalbezogenen Rückstellungen umfassen im Wesentlichen Rückstellungen für Erfolgsbeteiligungen, Jubiläen und Beiträge zur Berufsgenossenschaft.
Die übrigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für das Long Term Incentive-Programm sowie den negativen Marktwert von derivativen Finanzinstrumenten, Garantien, Prozessrisiken und ähnliche Sachverhalte.
In den Zuführungen des Geschäftsjahres 2009 sind im Wesentlichen Zuführungen zu den Erfolgsbeteiligungen der Mitarbeiter in Höhe von 6.085 T €, dem Long Term Incentive-Programm in Höhe von 1.344 T € sowie zur Altersteilzeit in Höhe von 641 T € enthalten.
Gemäß IFRS 5 wurden Rückstellungen in Höhe von 1.794 T € dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich zugeordnet. Die Umgliederung der Vorträge aus dem Geschäftsjahr 2008 wird separat als Umbuchung in den nicht fortgeführten Geschäftsbereich ausgewiesen.
Die Auflösungen der sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen mit einem Betrag in Höhe von 533 T € Erfolgsbeteiligungen der Mitarbeiter.
Die Auswirkungen von Änderungen des Abzinsungssatzes auf den Barwert des Vorjahres betragen - 13 T €.
E15 Finanzverbindlichkeiten
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Langfristige Verbindlichkeiten | ||
| Besicherte Bankverbindlichkeiten | 130.165 | 145.144 |
| Unbesicherte nachrangige Darlehensverbindlichkeiten | 17.358 | 17.310 |
| Unbesicherte sonstige Darlehen | 50 | 416 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 6.147 | 3.778 |
| 153.720 | 166.648 | |
| Kurzfristige Verbindlichkeiten | ||
| Besicherte Bankverbindlichkeiten | 30.519 | 16.973 |
| Unbesicherte sonstige Darlehen | 3.508 | 3.794 |
| Kurzfristiger Anteil der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 4.410 | 5.688 |
| Unbesicherte Bankverbindlichkeiten | 12.385 | 1.737 |
| 50.822 | 28.192 |
Mit Ausnahme des kurzfristigen Anteils der Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing entsprechen die Bilanzwerte der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten wegen deren kurzen Laufzeiten näherungsweise dem Marktwert.
Die Konsortialkredit-Vereinbarung beinhaltet eine kurzfristige Tranche in Höhe von 40 Mio. €, eine langfristige Tranche in Höhe von 85 Mio. € mit einer Vollamortisation binnen sieben Jahren sowie eine im Jahr 2015 endfällige Tranche von 50 Mio. €.
Mit Wirkung zum 06. Mai 2009 wurde eine zusätzliche Kreditvereinbarung abgeschlossen. Diese ergänzt den durch die Konsortialkredit-Vereinbarung eingeräumten Finanzierungsrahmen um eine zweijährige Betriebsmittelkreditlinie in Höhe von 40 Mio. €. Darüber hinaus wurde eine zusätzliche Linie in Höhe von 15 Mio. € zur Deckung von Wechselkursrisiken des Euros zum US-Dollar für ein Darlehen der Biotest Pharmaceuticals Corporation vereinbart. Dadurch ist gesichert, dass Wechselkursänderungen die freie Kreditlinie nicht einschränken, sofern die Effekte unter 15 Mio. € liegen.
Von den im Konsortialkredit-Vertrag zugesagten Kreditlinien bleiben im Geschäftsjahr 2009 62.831 T € (i. Vj. 32.210 T €) ungenutzt. Des Weiteren sind ungenutzte Kreditlinien in Höhe von 27.196 T € (i. Vj. 36.936 T €) vorhanden.
Informationen über die Absicherung der Währungskurs- und Zinsrisiken sind in Kapitel F3 Finanzinstrumente zu finden.
Die unbesicherten nachrangigen Darlehensverbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen ein durch Genussrechtsvereinbarung vom 25. November 2005 aufgenommenes endfälliges Darlehen (Nennbetrag 10.000 T €) in Höhe von 9.858 T € (i. Vj. 9.809 T €), für das ein Rangrücktritt ausgesprochen wurde. Die Verzinsung dieses Darlehens ist abhängig von Finanzkennzahlen. Die Auszahlung des Darlehens erfolgte abzüglich eines Disagios.
Die Biotest AG ist im Zusammenhang mit der Konsortialkredit-Vereinbarung verpflichtet, bestimmte Finanzrelationen einzuhalten. Diese betreffen ein bestimmtes Verhältnis der Netto-Finanzverschuldung zum EBITDA, der Netto-Finanzverschuldung zum haftenden Eigenkapital sowie des EBITDA zum Zinsaufwand. Diese Finanzrelationen werden vierteljährlich zum Quartalsende auf Basis der konsolidierten Konzernjahres- beziehungsweise Quartalsabschlüsse ermittelt. Im Geschäftsjahr 2009 wurden die Finanzrelationen wie im Vorjahr immer eingehalten.
Die Konditionen und Tilgungsmodalitäten der Finanzverbindlichkeiten sowie ihre Fälligkeitsstruktur sind im Folgenden dargestellt:
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| Tausend € 2009 | Gesamt | Restlaufzeit < 1 Jahr | Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre | Restlaufzeit> 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| Besicherte Bankverbindlichkeiten: | ||||
| EUR - variabel zu 1,5 bis 2,7 % | 85.849 | 22.395 | 12.808 | 50.646 |
| USD - variabel zu 1,0 bis 2,6 % | 62.377 | 3.373 | 59.004 | - |
| EUR - fest zu 3,8 bis 6,4 % | 11.063 | 3.356 | 6.070 | 1.637 |
| HUF - variabel zu 8,6 % | 1.109 | 1.109 | - | - |
| GBP - variabel zu 2,9 % | 286 | 286 | - | - |
| Sonstige Darlehen: | ||||
| EUR - variabel zu 2,9 bis 4,6 % | 3.120 | 3.070 | 50 | - |
| USD - fest zu 2,3 % | 258 | 258 | - | - |
| EUR - fest zu 3,3 bis 6,0 % | 180 | 180 | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing: | ||||
| EUR - fest zu 4,0 bis 7,4 % | 10.557 | 4.410 | 6.144 | 3 |
| Unbesicherte Darlehensverbindlichkeiten: | ||||
| EUR - fest zu 1,3 bis 3,6 % | 18.977 | 11.477 | 3.750 | 3.750 |
| EUR - variabel zu 2,0 bis 7,0 % | 10.285 | 427 | 9.858 | - |
| HUF - variabel zu 8,6 % | 481 | 481 | - | - |
| 204.542 | 50.822 | 97.684 | 56.036 |
Die Konditionen und Tilgungsmodalitäten der Finanzverbindlichkeiten des Vorjahres sowie ihre Fälligkeitsstruktur gliedern sich wie folgt:
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| Tausend € 2008 | Gesamt | Restlaufzeit < 1 Jahr | Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre | Restlaufzeit> 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| Besicherte Bankverbindlichkeiten: | ||||
| EUR - variabel zu 1,3 bis 5,7 % | 79.744 | 5.167 | 24.112 | 50.464 |
| EUR - fest zu 3,8 bis 6,4 % | 20.555 | 7.471 | 8.350 | 4.734 |
| USD - variabel zu 1,3 bis 3,8 % | 61.819 | 4.335 | 53.891 | 3.593 |
| Sonstige Darlehen: | ||||
| EUR - variabel zu 4,5 bis 6,7 % | 3.394 | 3.344 | - | 50 |
| EUR - fest zu 3,3 bis 6,0 % | 815 | 450 | 56 | 310 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing: | ||||
| EUR - fest zu 3,0 bis 7,4 % | 9.466 | 5.688 | 3.692 | 86 |
| Unbesicherte Darlehensverbindlichkeiten: | ||||
| EUR - variabel zu 3,2 bis 7,0 % | 10.258 | 448 | 9.810 | - |
| EUR - fest zu 3,6 bis 6,7 % | 8.250 | 750 | 1.250 | 6.250 |
| USD - variabel zu 1,9 % | 539 | 539 | - | - |
| 194.840 | 28.192 | 101.161 | 65.487 |
Die Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden wie folgt getilgt:
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| Tausend € | Zahlung | Zinsen | Tilgung |
|---|---|---|---|
| 2009 | |||
| Fällig in < 1 Jahr | 5.165 | 755 | 4.410 |
| Fällig in 1 bis 5 Jahren | 6.824 | 680 | 6.144 |
| Fällig in> 5 Jahren | 3 | - | 3 |
| 11.992 | 1.435 | 10.557 | |
| 2008 | |||
| Fällig in < 1 Jahr | 6.316 | 628 | 5.688 |
| Fällig in 1 bis 5 Jahren | 4.017 | 325 | 3.692 |
| Fällig in> 5 Jahren | 88 | 2 | 86 |
| 10.421 | 955 | 9.466 |
Als Sicherheit für die Konsortialkredit-Vereinbarung wurde eine Grundschuld über 95 Mio. € für Grundstücke der Biotest Pharma GmbH und der Biotest Grundstücksverwaltungs GmbH als Drittsicherungsgeber als Sicherheiten begeben. Die Bestellung einer Globalgrundschuld an den Grundstücken der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften in Höhe von 100 Mio. € wurde am 18. März 2003 im Rahmen der früheren Sicherheiten-Treuhandvereinbarung notariell beglaubigt. Des Weiteren wurden die Geschäftsanteile der Biotest Pharmaceuticals Corporation als Sicherheit verpfändet.
E16 Sonstige Verbindlichkeiten
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Provisionsverbindlichkeiten | 10.236 | 6.202 |
| Abgegrenzte Verbindlichkeiten | 2.523 | 2.266 |
| Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuern | 2.284 | 3.344 |
| Verbindlichkeiten im Rahmen sozialer Sicherheit | 1.435 | 573 |
| Verbindlichkeiten aus Lohnsteuern | 1.375 | 1.756 |
| Erhaltene Anzahlungen | 569 | 539 |
| Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern | 52 | - |
| Übrige sonstige Verbindlichkeiten | 2.215 | 2.799 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 703 | 215 |
| 21.392 | 17.694 |
In diesem Geschäftsjahr bestehen sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 375 T € (i. Vj. 220 T €) mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr.
F SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN
F1 Long Term Incentive-Programm
Die Biotest AG verfolgt eine an den Interessen der Aktionäre ausgerichtete Geschäftspolitik im Sinne des Shareholder Value-Prinzips, die die langfristige Wertsteigerung der Biotest Gruppe fördert. Die Gesellschaft hat deshalb in 2006 mit Zustimmung des Aufsichtsrats entschieden, ein Long Term Incentive-Programm (LTIP) einzuführen, das mit der Zustimmung des Aufsichtsrats jährlich fortgesetzt werden kann.
Das bisherige LTIP 2006 mit den Tranchen 2006, 2007 und 2008 bildet hinsichtlich der Bedingung eines Eigeninvestments seitens des berechtigten Teilnehmers eine Einheit: Das Eigeninvestment musste nicht jeweils zusätzlich bei jeder neuen Tranche erbracht werden, sondern konnte aus der ersten Tranche angerechnet werden.
In 2009 wurde mit Zustimmung des Aufsichtsrats entschieden, das Long Term Incentive-Programm mit dem LTIP 2009, 1. Tranche fortzusetzen, allerdings muss hierbei ein weiteres Eigeninvestment seitens der berechtigten Teilnehmer erbracht werden.
Die Werte in der Darstellung der Tranchen 2007, 2008 und 2009 beziehen sich auf die Mitarbeiter, die nicht im Rahmen der Veräußerung der Aktivitäten der Medizinischen Diagnostik aus der Biotest Gruppe ausscheiden.
Long Term Incentive-Programm 2009 / 1. Tranche
Das Programm begann am 01. Juni 2009 und läuft bis zum 31. Dezember 2011. Die Ausgestaltung des LTIP 2009 ist angelehnt an das bisherige LTIP 2006 mit den Tranchen 2006, 2007 und 2008 und ist mit diesem weitgehend identisch strukturiert.
Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Eigeninvestment des Teilnehmers durch den Kauf von Vorzugsaktien der Biotest AG. Das Eigeninvestment besteht aus der Addition von neu im Rahmen vom LTIP zu erwerbenden Vorzugsaktien ("Neuinvestment") und einer vom Neuinvestment abhängigen Anzahl von zusätzlich einzubringenden Vorzugsaktien ("Zusatzinvestment"). Um an dem LTIP 2009 teilzunehmen, ist jeder berechtigte Teilnehmer verpflichtet, als Zusatzinvestment 50 % der Anzahl der im Rahmen des Neuinvestments erworbenen Vorzugsaktien zusätzlich bereitzustellen. Hierfür kann der Teilnehmer Vorzugsaktien nutzen, die er im LTIP 2006 in einer der drei Tranchen erworben oder darüber hinaus bereits zugekauft hat, oder eine entsprechende Anzahl an Vorzugsaktien am Markt zukaufen.
Bereits vom Teilnehmer erworbene Vorzugsaktien, die der Teilnehmer im Rahmen des LTIP 2006 in den Jahren 2006, 2007 oder 2008 oder anderweitig erworben hat, können als Zusatzinvestment, jedoch nicht für das Neuinvestment verwendet werden. Ausschließlich das Neuinvestment fließt in die Berechnung der Incentive-Zahlung im Rahmen des LTIP 2009 ein.
Das Eigeninvestment in Vorzugsaktien ist mindestens solange im Depot zu halten, bis die Incentive-Zahlung ausgezahlt wird. Bei den Teilnehmern der Tochtergesellschaft Biotest Pharmaceuticals Corp. ist aus rechtlichen Gründen, die speziell aus dem Recht der USA resultieren, ein Eigeninvestment nicht erforderlich. Nach Ablauf des Programms erhält jeder Berechtigte nach der Hauptversammlung voraussichtlich im Mai 2012 eine Incentive-Zahlung in bar, die abhängig ist vom Neuinvestment, dem Fixgehalt zum 01. Oktober 2009 sowie der Erreichung zweier Erfolgsziele. Den Erfolgszielen sind Faktoren zugeordnet, die beide mit dem Neuinvestment multipliziert werden.
Die Höhe der Incentive-Zahlung berechnet sich nach folgender Formel:

Die Höhe der Erfolgsfaktoren ergibt sich daraus, in welchem Umfang das Unternehmen vereinbarte Erfolgsziele erreicht hat.
Das Erfolgsziel 1 umfasst die Entwicklung des Aktienkurses im Vergleich zu einem relevanten Vergleichsparameter. Hierzu wird die Performance der Vorzugsaktie von Biotest mit der Kursentwicklung der im Börsensegment SDAX gelisteten Aktien verglichen.
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| Position zur Benchmark (Aktien SDAX) | Erfolgsfaktor 1 |
|---|---|
| besser als 3. Quartil und mindestens 15 % absolute Kurssteigerung auf den Vergleichsparameter | maximal 0,05 |
| gleich oder besser als 3. Quartil | 0,04 |
| gleich Median | 0,02 |
| gleich 1. Quartil | 0,01 |
| schlechter als 1. Quartil | 0,00 |
Grundvoraussetzung für das Erfolgsziel 1 ist allerdings, dass im Geschäftsjahr 2011 ein Konzernergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) vor Berücksichtigung des LTIP in Höhe von mindestens 15.000 T € erreicht wird. Bleibt das EBIT im Jahr 2011 unter 15.000 T €, ist der Faktor auf jeden Fall 0.
Das Erfolgsziel 2 bezieht sich auf die durchschnittlich erreichte EBIT-Marge auf Konzernebene in den Jahren 2009, 2010 und 2011. Hierzu wird aus den jährlichen EBIT-Margen die Summe gebildet und diese durch drei geteilt.
Auch der Erfolgsfaktor 2 ist an eine weitere Grundvoraussetzung geknüpft. Der Faktor wird nur wirksam, wenn sich der Kurs der Biotest-Vorzugsaktie während der Laufzeit besser entwickelt hat als das 1. Quartil der SDAX-Aktien. Die Berechnung erfolgt analog zum Erfolgsfaktor 1.
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| Durchschnittliche EBIT-Marge 2009 - 2011 | Erfolgsfaktor 2 |
|---|---|
| besser als 16,3 % | 0,05 |
| gleich 16,3 % | 0,04 |
| gleich 14,0 % | 0,02 |
| gleich 13,0 % | 0,01 |
| unter 11,9 % | 0,00 |
Bei einer Zielerreichung zwischen den angegebenen Werten wird der jeweilige Faktor durch lineare Interpolation bestimmt.
Sind beide Performance-Kriterien erfüllt, so werden nach Ablauf des Performance-Zeitraums mindestens 1 % und maximal 10 % des Jahresfixgehalts per 01. Oktober 2009 bei einem Neuinvestment von 100 Aktien ausgezahlt.
Neben den Vorstandsmitgliedern nehmen noch 54 weitere Personen mit einem Neuinvestment von insgesamt 17.100 Vorzugsaktien am Long Term Incentive-Programm 2009 teil. Den Mitarbeitern der Biotest Pharmaceuticals Corp. wurden 6.050 Vorzugsaktien virtuell zugeordnet.
Die Bewertung wurde mit Hilfe der Monte Carlo-Simulation durch externe Gutachter (Towers Perrin, Frankfurt am Main) durchgeführt. In der Bewertung der Market Conditions sowie der Non-Market Conditions nach IFRS 2 "Aktienbasierte Vergütung" werden Bedingungen, die die Incentive-Zahlung beeinflussen, am Markt aber nicht zu beobachten sind, von den beobachtbaren Marktkonditionen getrennt. Die Ermittlung für die Market Conditions wird in einer Bewertung des Fair Value vorgenommen. Der Fair Value der Gewährung der Incentive-Zahlung bezüglich der Outperformance SDAX beträgt zum 31. Dezember 2009 1,879 € pro 100 Vorzugsaktien in Eigenkapital und 100 € Fixum; zum Zeitpunkt der Gewährung am 01. Juni 2009 beträgt der Fair Value 2,010 €. Die Berücksichtigung der Non-Market Conditions erfolgt durch Addition des Erfolgsfaktors 2, der auf Basis von Planungsrechnungen ermittelt wird. Die Summe der Faktoren ergibt zum 31. Dezember 2009 einen Wert von 2,7468 %.
Alle nicht direkt beobachtbaren Marktparameter werden durch statistische Schätzungen ermittelt. Für die Schätzung der Volatilitäten werden historische Marktdaten für die Bewertung herangezogen. Der anzusetzende risikolose Marktzinssatz wird auf der Grundlage der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Parameter nach der Svensson-Methode ermittelt. Zur Ermittlung der Anzahl der voraussichtlich während des Zeitraums aus dem Programm ausscheidenden Personen wurde die Fluktuationsrate der begünstigten Mitarbeiter mit 4 % angenommen.
Bis zum Jahr 2011 wird auf Basis des 31. Dezember 2009 ein Gesamtaufwand in Höhe von 851 T € erwartet.
Als Rückstellung zum 31. Dezember 2009 wurde entsprechend der Verteilung über den Gesamtzeitraum bis zum 31. Dezember 2011 ein anteiliger Wert in Höhe von 198 T € angesetzt.
Long Term Incentive-Programm / Tranche 2008
Das Programm begann am 01. Mai 2008 und läuft bis zum 31. Dezember 2010. Die Ausgestaltung der Tranche 2008 ist weitgehend identisch mit den in 2006 und 2007 herausgegebenen Tranchen.
Voraussetzung für die Teilnahme war ein Eigeninvestment des Teilnehmers durch den Kauf von Vorzugsaktien der Biotest AG. Der Erwerb wurde zu 25 % von der Biotest AG unterstützt. Die bereits von den Teilnehmern in 2006 erworbenen Vorzugsaktien konnten als Eigeninvestment beibehalten beziehungsweise eingesetzt werden. Das Eigeninvestment in Vorzugsaktien ist mindestens solange im Depot zu halten, bis die Incentive-Zahlung ausgezahlt wird. Bei den Teilnehmern der Tochtergesellschaft Biotest Pharmaceuticals Corp. ist aus rechtlichen Gründen, die speziell aus dem Recht der USA resultieren, ein Eigeninvestment nicht erforderlich. Nach Ablauf des Programms erhält jeder Berechtigte nach der Hauptversammlung voraussichtlich im Mai 2011 eine Incentive-Zahlung in bar, die abhängig ist vom Eigeninvestment, dem Fixgehalt zum 01. Oktober 2008 sowie der Erreichung zweier Erfolgsziele. Den Erfolgszielen sind Faktoren zugeordnet, die beide mit dem Eigeninvestment multipliziert werden.
Die Höhe der Incentive-Zahlung berechnet sich nach folgender Formel:

Die Höhe der Erfolgsfaktoren ergibt sich daraus, in welchem Umfang das Unternehmen vereinbarte Erfolgsziele erreicht hat.
Das Erfolgsziel 1 umfasst die Entwicklung des Aktienkurses im Vergleich zu einem relevanten Vergleichsparameter. Hierzu wird die Performance der Vorzugsaktie von Biotest mit der Kursentwicklung der im Börsensegment SDAX gelisteten Aktien verglichen.
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| Position zur Benchmark (Aktien SDAX) | Erfolgsfaktor 1 |
|---|---|
| besser als 3. Quartil | 0,04 |
| gleich Median | 0,02 |
| besser als 1. Quartil | 0,01 |
| schlechter/gleich 1. Quartil | 0,00 |
Grundvoraussetzung für das Erfolgsziel 1 ist allerdings, dass im Geschäftsjahr 2010 ein Konzernergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) vor Berücksichtigung des LTIP in Höhe von mindestens 10.000 T € erreicht wird. Bleibt das EBIT im Jahr 2010 unter 10.000 T €, ist der Faktor auf jeden Fall 0.
Das Erfolgsziel 2 bezieht sich auf die durchschnittlich erreichte EBIT-Marge auf Konzernebene in den Jahren 2008, 2009 und 2010. Hierzu wird aus den jährlichen EBIT-Margen die Summe gebildet und diese durch drei geteilt.
Auch der Erfolgsfaktor 2 ist an eine weitere Grundvoraussetzung geknüpft. Der Faktor wird nur wirksam, wenn sich der Kurs der Biotest-Vorzugsaktie während der Laufzeit besser entwickelt hat als das 1. Quartil der SDAX-Aktien. Die Berechnung erfolgt analog zum Erfolgsfaktor 1.
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| Durchschnittliche EBIT-Marge 2008 - 2010 | Erfolgsfaktor 2 |
|---|---|
| 16,3 % und höher | 0,04 |
| gleich 12,8 % | 0,02 |
| mindestens 10,9 % | 0,01 |
| unter 10,9 % | 0,00 |
Bei einer Zielerreichung zwischen den angegebenen Werten wird der jeweilige Faktor durch lineare Interpolation bestimmt.
Sind beide Performance-Kriterien erfüllt, so werden nach Ablauf des Performance-Zeitraums mindestens 2 % und maximal 8 % des Jahresfixgehalts per 01. Oktober 2008 bei einem Eigeninvestment von 100 Aktien ausgezahlt.
Neben den Vorstandsmitgliedern nehmen noch 104 weitere Personen mit einem Eigeninvestment von insgesamt 22.500 Vorzugsaktien am Long Term Incentive-Programm teil. Den Mitarbeitern der Biotest Pharmaceuticals Corp. wurden 5.450 Vorzugsaktien virtuell zugeordnet.
Bis zum Jahr 2010 wird auf Basis des 31. Dezember 2009 ein Gesamtaufwand in Höhe von 1.631 T € erwartet.
Die bilanzielle Bewertung der Tranche 2008 wurde in der Bilanz zum 31. Dezember 2008 in Höhe von 485 T € als Rückstellung angesetzt.
In 2009 wurde der Jahresendwert zum 31. Dezember 2009 auf 1.058 T € aufgestockt. Der Periodenaufwand in 2009 beträgt 573 T €.
Dabei verändert sich die Summe der Faktoren zum 31. Dezember 2009 von 5,483 % auf 5,450 %. Durch Ausscheiden aus dem Unternehmen sowie durch Desinvestment verringerte sich die Anzahl der Berechtigten um eine Person. Das Eigeninvestment an Vorzugsaktien reduziert sich insgesamt um 800 Aktien.
Long Term Incentive-Programm / Tranche 2007
Die Tranche 2007 des Long Term Incentive-Programm wurde im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2007 ausführlich beschrieben.
Der Erfolgsfaktor 1 der Tranche 2007 ist zur Tranche 2006 und zur Tranche 2008 identisch und stellt sich wie folgt dar:
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| Position zur Benchmark (Aktien SDAX) | Erfolgsfaktor 1 |
|---|---|
| besser als 3. Quartil | 0,04 |
| gleich Median | 0,02 |
| besser als 1. Quartil | 0,01 |
| schlechter/gleich 1. Quartil | 0,00 |
Der Erfolgsfaktor 2 der Tranche 2007 hat zur Tranche 2006 und zur Tranche 2008 leicht veränderte Intervalle und stellt sich wie folgt dar:
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| Durchschnittliche EBIT-Marge 2007 - 2009 | Erfolgsfaktor 2 |
|---|---|
| 16,5 % und höher | 0,04 |
| gleich 13,0 % | 0,02 |
| mindestens 10,0 % | 0,01 |
| unter 10,0 % | 0,00 |
Die Höhe der Incentive-Zahlung berechnet sich nach folgender Formel:

Die bilanzielle Bewertung der Tranche 2007 wurde in der Bilanz zum 31. Dezember 2009 in Höhe von 1.352 T € (i. Vj. 807 T €) als Rückstellung angesetzt.
Der Periodenaufwand in 2009 beträgt 545 T €.
Dabei verändert sich die Summe der Faktoren zum 31. Dezember 2009 von 5,635 % am 31. Dezember 2009 auf 5,9792 %.
Long Term Incentive-Programm / Tranche 2006
Die Tranche 2006 des Long Term Incentive-Programm wurde im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2006 ausführlich beschrieben.
Die Tranche 2006 kam im Mai 2009 mit einem Betrag von 1.344 T € zur Auszahlung. Die Aktienperformance betrug dabei 4,0 % je 100 Vorzugsaktien, die durchschnittlich erreichte EBIT-Marge über die Jahre 2006 bis 2008 12,028 %. Die Summe der Faktoren erreichte dabei 5,861 %. Das zur Anrechnung herangezogene Eigeninvestment in Vorzugsaktien lag bei 16.310 Stück.
Auswirkungen der Veräußerung des Segments Medizinische Diagnostik auf das LTIP
Die berechtigten Teilnehmer, die im Rahmen der Veräußerung des Segments Medizinische Diagnostik nicht mehr Mitarbeiter der Biotest Gruppe sein werden, sondern deren Arbeitsverhältnisse auf den Erwerber Bio-Rad zum 06. Januar 2010 übergingen, scheiden aus dem LTIP aus. Sie erhalten eine anteilige Incentive-Zahlung, die sich am Stichtag der Ad-hoc-Meldung der Veräußerung, dem 23. Oktober 2009 orientiert.
Insgesamt wird hierfür ein Betrag in Höhe von 379 T € im Januar 2010 zur Auszahlung kommen, der im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009 zurückgestellt ist.
Weitere allgemeine Angaben zum LTIP
Der Anspruch auf eine Incentive-Zahlung verfällt bei beiden Programmen und allen Tranchen, wenn das Beschäftigungsverhältnis - gleich aus welchem Grunde - innerhalb der Biotest Gruppe endet (außer bei Ruhestand, Vorruhestand, Altersteilzeit, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit).
Der Teilnehmer erhält eine anteilige Incentive-Zahlung bei einem Kontrollwechsel, bei dem mindestens 30 % der Stimmrechte auf einen Aktionär übergehen, der vorher noch nicht über diese Stimmrechte verfügen konnte, bei Delisting vom amtlichen Markt, bei einer Verschmelzung oder einem Formwechsel der Obergesellschaft oder einem Ausscheiden des Unternehmens, in dem der Teilnehmer beschäftigt ist, aus dem Beteiligungskreis der Obergesellschaft.
In die Berechnung der EBIT-Marge geht ab 2009 das EBIT der fortgeführten Geschäftsbereiche ein.
F2 Finanzinstrumente
F2.1 Überleitung Klassifikation zu Bewertungskategorien sowie deren Wertansätze und beizulegende Zeitwerte
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| Tausend € | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bilanzpositionen (Klassifikation) | Bewertungskategorie nach IAS 39 | Buchwert zum 31.12.2009 | Fortgeführte Anschaffungskosten | Anschaffungskosten | Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktiva | ||||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | LaR | 95.992 | 95.992 | - | - | - |
| Sonstige Forderungen | LaR | 18.279 | 18.279 | - | - | - |
| Sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte | ||||||
| Rentenfonds | FAFVtPL | 136 | - | - | - | 136 |
| Festverzinsliche Anlagen | HtM | 68 | 68 | - | - | - |
| Ausleihungen an Mitarbeiter | LaR | 11 | 11 | - | - | - |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte | ||||||
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | FAHfT | 984 | - | - | - | 984 |
| Vermögenswerte des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | LaR | 3.716 | 3.716 | - | - | - |
| Passiva | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | FLAC | 40.583 | 40.583 | - | - | - |
| Besicherte Bankverbindlichkeiten | FLAC | 160.684 | 160.684 | - | - | - |
| Unbesicherte Bankverbindlichkeiten | FLAC | 29.743 | 29.743 | - | - | - |
| Sonstige unverzinsliche Verbindlichkeiten | FLAC | 20.823 | 20.823 | - | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | n.a. | 10.557 | - | - | - | - |
| Sonstige unbesicherte Darlehen | FLAC | 3.558 | 3.558 | - | - | - |
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | FLHfT | 433 | - | - | - | 433 |
| Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | FLAC | 3.692 | 3.692 | - | - | - |
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| Tausend € | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Bilanzpositionen (Klassifikation) | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 17 | Beizulegender Zeitwert zum 31.12.2009 | Bewertungskategorie nach IAS 39 | Buchwert zum 31.12.2008 | Fortgeführte Anschaffungskosten | Anschaffungskosten |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktiva | ||||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | - | 95.992 | LaR | 94.481 | 94.481 | - |
| Sonstige Forderungen | - | 18.279 | LaR | 20.186 | 20.186 | - |
| Sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte | ||||||
| Rentenfonds | - | 136 | FAFVtPL | 136 | - | - |
| Festverzinsliche Anlagen | - | 68 | HtM | 87 | 87 | - |
| Ausleihungen an Mitarbeiter | - | 11 | LaR | 14 | 14 | - |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte | ||||||
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | - | 984 | FAHfT | 279 | - | - |
| Vermögenswerte des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | - | 3.716 | LaR | - | - | - |
| Passiva | ||||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - | 40.583 | FLAC | 48.730 | 48.730 | - |
| Besicherte Bankverbindlichkeiten | - | 160.972 | FLAC | 162.118 | 162.118 | - |
| Unbesicherte Bankverbindlichkeiten | - | 30.617 | FLAC | 19.047 | 19.047 | - |
| Sonstige unverzinsliche Verbindlichkeiten | - | 20.823 | FLAC | 4.209 | 4.209 | - |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | 10.557 | 10.145 | n.a. | 9.466 | - | - |
| Sonstige unbesicherte Darlehen | - | 3.558 | FLAC | 17.154 | 17.154 | - |
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | - | 433 | FLHfT | 135 | - | - |
| Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | - | 3.692 | FLAC | - | - | - |
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| Tausend € | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39 | |||
|---|---|---|---|---|
| Bilanzpositionen (Klassifikation) | Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 17 | Beizulegender Zeitwert zum 31.12.2008 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Aktiva | ||||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | - | - | - | 94.481 |
| Sonstige Forderungen | - | - | - | 20.186 |
| Sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte | ||||
| Rentenfonds | - | 136 | - | 136 |
| Festverzinsliche Anlagen | - | - | - | 87 |
| Ausleihungen an Mitarbeiter | - | - | - | 14 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte | ||||
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | - | 279 | - | 279 |
| Vermögenswerte des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | - | - | - | - |
| Passiva | ||||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - | - | - | 48.730 |
| Besicherte Bankverbindlichkeiten | - | - | - | 162.118 |
| Unbesicherte Bankverbindlichkeiten | - | - | - | 19.468 |
| Sonstige unverzinsliche Verbindlichkeiten | - | - | - | 4.209 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | - | - | 9.466 | 9.466 |
| Sonstige unbesicherte Darlehen | - | - | - | 17.154 |
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | - | 135 | - | 135 |
| Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | - | - | - | - |
Die Bewertungskategorien nach IAS 39 werden wie folgt abgekürzt: Kredite und Forderungen / Loans and Receivables (LaR), bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen / Held to Maturity (HtM), zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte / Financial Assets at Fair Value through Profit and Loss (FAFVtPL), zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte / Financial Assets Held for Trading (FAHfT), zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten / Financial Liabilities Held for Trading (FLHfT) und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten / Financial Liabilities at Amortised Cost (FLAC).
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente mit einem Buchwert in Höhe von 6.730 T € (i. Vj. 8.072 T €) sind in der obigen Tabelle nicht enthalten, da diese Finanzinstrumente keiner Bewertungskategorie von IAS 39 zugeordnet sind.
F2.2 Aggregation der Bewertungskategorien samt Wertansätzen und beizulegender Zeitwerte
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| Tausend € | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kategorien | Bewertungskategorie nach IAS 39 | Buchwert zum 31.12.2009 | Fortgeführte Anschaffungskosten | Anschaffungskosten | Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kredite und Forderungen | LaR | 118.172 | 118.172 | - | - | - |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestionen | HtM | 68 | 68 | - | - | - |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | FAFVtPL | 136 | - | - | - | 136 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte | FAHfT | 984 | - | - | - | 984 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosen bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | FLAC | 259.083 | 259.083 | - | - | - |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten | FLHfT | 433 | - | - | - | 433 |
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| Tausend € | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kategorien | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 17 | Beizulegender Zeitwert zum 31.12.2009 | Bewertungskategorie nach IAS 39 | Buchwert zum 31.12.2008 | Fortgeführte Anschaffungskosten | Anschaffungskosten |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kredite und Forderungen | - | 118.172 | LaR | 114.681 | 114.681 | - |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestionen | - | 68 | HtM | 87 | 87 | - |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | - | 136 | FAFVtPL | 136 | - | - |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte | - | 984 | FAHfT | 279 | - | - |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosen bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | - | 259.083 | FLAC | 251.258 | 251.258 | - |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten | - | 433 | FLHfT | 135 | - | - |
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| Tausend € | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 39 | |||
|---|---|---|---|---|
| Kategorien | Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert | Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert | Wertansatz in der Bilanz nach IAS 17 | Beizulegender Zeitwert zum 31.12.2008 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Kredite und Forderungen | - | - | - | 114.681 |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestionen | - | - | - | 87 |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | - | 136 | - | 136 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte | - | 279 | - | 279 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosen bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | - | - | - | 251.619 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten | - | 135 | - | 135 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen haben überwiegend Restlaufzeiten von unter einem Jahr. Aus diesem Grund entsprechen die Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.
Bei sonstigen langfristigen Forderungen sowie bei Finanzinvestitionen, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden, und die somit Restlaufzeiten von über einem Jahr aufweisen, entsprechen die beizulegenden Zeitwerte den Barwerten der mit den Vermögenswerten verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Zinsparameter, welche markt- und partnerbezogene Veränderungen der Konditionen und Erwartungen reflektieren.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten weisen regelmäßig Restlaufzeiten von unter einem Jahr auf. Daher stellen auch hier die Buchwerte näherungsweise die entsprechenden beizulegenden Zeitwerte dar.
Die beizulegenden Zeitwerte der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve sowie der nach den einzelnen Währungen betrachteten Credit Spread-Kurve bestimmt.
Zum 31. Dezember 2009 hat die Biotest Gruppe keine wesentliche als zur Veräußerung verfügbar kategorisierte Beteiligung im Bestand.
F2.3 Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien
Im Folgenden ist das Nettoergebnis nach Bewertungskategorien für das Geschäftsjahr 2009 dargestellt:
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| Tausend € | Aus der Folgebewertung | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kategorien | Aus Zinsen | Zum beizulegenden Zeitwert | Währungsumrechung | Wertberichtigung | Aus Abgang | Nettoergebnis 2009 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kredite und Forderungen | 141 | 0 | - 61 | - 1.410 | - | - 1.330 |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestionen | 8 | - | - | - | - | 8 |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | 5 | - | - | - | - | 5 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte | - | - 27 | - | - | - | - 27 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten | - | - 358 | - | - | - | - 358 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | - 9.202 | - | - | - | - | - 9.202 |
| Gesamt | - 9.048 | - 385 | - 61 | - 1.410 | - | - 10.904 |
Im Folgenden ist das Nettoergebnis nach Bewertungskategorien für das Vorjahr dargestellt:
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| Tausend € | Aus der Folgebewertung | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kategorien | Aus Zinsen | Zum beizulegenden Zeitwert | Währungsumrechung | Wertberichtigung | Aus Abgang | Nettoergebnis 2008 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Kredite und Forderungen | 972 | - | 144 | - 167 | - | 949 |
| Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestionen | 5 | - | - | - | - | 5 |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte | 25 | 2 | - | - | - | 27 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte | - | - 403 | - | - | - | - 403 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten | - | - 127 | - | - | - | - 127 |
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten | - 12.497 | - | - | - | - | - 12.497 |
| Gesamt | - 11.495 | - 528 | 144 | - 167 | - | - 12.046 |
Die übrigen Komponenten des Nettoergebnisses werden in den sonstigen Finanzaufwendungen beziehungsweise sonstigen Finanzerträgen erfasst. Ausnahme hierbei sind die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, diese werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
In dem Ergebnis aus der Folgebewertung der Finanzinstrumente, die der Bewertungskategorie zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zugeordnet sind, ist ein Verlust in Höhe von 385 T € (i. Vj. ein Verlust in Höhe von 530 T €) enthalten, der sowohl Zins- als auch Währungseffekte beinhaltet.
F2.4 Cashflow in Zeitbändern
Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten, undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente mit positivem und negativem beizulegenden Zeitwert ersichtlich:
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| Cashflow in 2010 | Cashflow in 2011 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Tausend € | Buchwert per 31.12.2009 | Fixierte Zinsen | Variable Zinsen | Tilgung | Fixierte Zinsen | Variable Zinsen |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 190.427 | - 667 | - 3.285 | - 42.905 | - 538 | - 2.691 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | - 10.557 | - 755 | - | - 4.410 | - 312 | - |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | - 3.558 | - 13 | - | - 3.507 | - | - |
| Sonstige unverzinsliche Verbindlichkeiten | - 20.823 | - | - | - 20.695 | - 1 | - |
| Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | - 3.692 | - 19 | - | - 3.331 | - 19 | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | - 149 | - | - | 149 | - | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - 284 | - | - 82 | - | - | - 178 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte: | ||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | 87 | - | - | 87 | - | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | 897 | - | - | - | - | - |
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| Cashflow in 2011 | Cashflow in 2012 | Cashflow in 2013 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Tausend € | Tilgung | Fixierte Zinsen | Variable Zinsen | Tilgung | Fixierte Zinsen | Variable Zinsen |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 22.137 | - 467 | - 2.371 | - 31.618 | - 397 | - 1.322 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | - 2.015 | - 224 | - | - 1.989 | - 140 | - |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | - | - | - | - | - | - |
| Sonstige unverzinsliche Verbindlichkeiten | - 44 | - 3 | - | - 43 | - 4 | - |
| Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | 16 | - 18 | - | - 17 | - 17 | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - | - | - | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - 294 | - | - | - 213 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte: | ||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - | - | - | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - | - | - | - |
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| Cashflow in 2013 | Cashflow in 2014 | Cashflow nach 2014 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Tausend € | Tilgung | Fixierte Zinsen | Variable Zinsen | Tilgung | Fixierte Zinsen | Variable Zinsen |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 27.868 | - 265 | - 875 | - 10.008 | - 152 | - 638 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | - 2.007 | - 3 | - | - 133 | - | - |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | - | - | - | - 51 | - | - |
| Sonstige unverzinsliche Verbindlichkeiten | - 41 | - | - | - | - | - |
| Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | - 18 | - 16 | - | - 16 | -111 | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - | - | - | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | -111 | - | - | - 36 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte: | ||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - | - | - | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | 6 | - | - | - |
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| Tausend € | Cashflow nach 2014 Tilgung |
|---|---|
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 57.306 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | - 3 |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | - |
| Sonstige unverzinsliche Verbindlichkeiten | - |
| Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | - 294 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | |
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte: | |
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - |
In dieser Darstellung werden alle Instrumente, die am 31. Dezember 2009 im Bestand sind und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart sind, einbezogen. Planzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten gehen nicht ein. Fremdwährungsbeträge werden jeweils mit dem entsprechenden Stichtagskurs umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten werden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem 31. Dezember 2009 gefixten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet.
Die nachfolgende Tabelle enthält die Vergleichswerte für den Cashflow in Zeitbändern aus Sicht des vorigen Geschäftsjahres:
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| Cashflow in 2009 | Cashflow in 2010 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Tausend € | Buchwert per 31.12.2008 | Fixierte Zinsen | Variable Zinsen | Tilgung | Fixierte Zinsen | Variable Zinsen |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 181.165 | - 934 | - 7.416 | - 18.710 | - 762 | - 7.064 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | - 9.466 | - 628 | - | - 5.688 | - 259 | - |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | - 4.209 | - 28 | - | - 3.793 | - 19 | - |
| Sonstige unverzinsliche Verbindlichkeiten | - 17.154 | - | - | - 16.934 | - | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - | - | - | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - 135 | - | - 12 | - | - | - 10 |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte: | ||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - | - | - | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | 279 | - | - 6 | - | - | - 6 |
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| Cashflow in 2010 | Cashflow in 2011 | Cashflow in 2012 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Tausend € | Tilgung | Fixierte Zinsen | Variable Zinsen | Tilgung | Fixierte Zinsen | Variable Zinsen |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 13.379 | - 632 | - 6.581 | - 22.939 | - 556 | - 5.675 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | - 2.946 | - 36 | - | - 333 | - 21 | - |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | - 13 | - 19 | - | - 14 | - 18 | - |
| Sonstige unverzinsliche Verbindlichkeiten | - 75 | - | - | - 11 | - | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - | - | - | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - 5 | - | - | - |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte: | ||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - | - | - | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - 6 | - | - | - 5 |
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| Cashflow in 2012 | Cashflow in 2013 | Cashflow nach 2013 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Tausend € | Tilgung | Fixierte Zinsen | Variable Zinsen | Tilgung | Fixierte Zinsen | Variable Zinsen |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 32.418 | - 481 | - 4.065 | - 28.869 | - 570 | - 5.308 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | - 234 | - 9 | - | - 179 | - 2 | - |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | - 14 | - 17 | - | - 15 | - 127 | - |
| Sonstige unverzinsliche Verbindlichkeiten | - 11 | - | - | - 11 | - | - |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | ||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - | - | - | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - | - | - | - |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte: | ||||||
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - | - | - | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - | - | - 5 | - | - | - 5 |
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| Tausend € | Cashflow nach 2013 Tilgung |
|---|---|
| Originäre finanzielle Verbindlichkeiten: | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 66.184 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | - 86 |
| Sonstige verzinsliche Verbindlichkeiten | - 360 |
| Sonstige unverzinsliche Verbindlichkeiten | - 114 |
| Derivative finanzielle Verbindlichkeiten: | |
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - |
| Derivative finanzielle Vermögenswerte: | |
| Devisenderivate ohne Hedge-Beziehung | - |
| Zinsderivate ohne Hedge-Beziehung | - |
F3 Finanzrisikomanagement
Biotest ist im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und den bestehenden internationalen Liefer- und Leistungsbeziehungen erheblichen Währungs- und Zinsrisiken ausgesetzt.
Biotest nutzt derivative Finanzinstrumente zur Sicherung von Währungs- und Zinspositionen, um durch Wechselkurs- beziehungsweise Zinsschwankungen bedingte Risiken zu minimieren. Derivative Finanzinstrumente sind grundsätzlich dem Risiko sich ändernder Marktpreise ausgesetzt.
Biotest erfüllt derzeit nicht voll umfänglich die formalen Voraussetzungen nach IAS 39 für ein Hedge Accounting. Folglich wurden alle Gewinne und Verluste aus den Marktbewertungen der zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken eingesetzten derivativen Finanzinstrumente ergebniswirksam berücksichtigt.
Die Bilanzierung der Finanzinstrumente erfolgt mit dem Abschluss der entsprechenden Verträge. Die Finanzinstrumente werden ursprünglich zu Anschaffungskosten bilanziert und zum Bilanzstichtag zu den jeweiligen aktuellen Marktwerten bewertet. Die Ausbuchung der Finanzinstrumente erfolgt, wenn die aus dem Vertrag resultierenden Verpflichtungen beider Parteien erfüllt wurden oder bei Glattstellung des Instruments.
Der Ausweis der Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente erfolgt in der Bilanz unter den sonstigen Vermögenswerten beziehungsweise unter den sonstigen Rückstellungen. Zum 31. Dezember 2009 sind 984 T € (i. Vj. 279 T €) unter den sonstigen Vermögenswerten und 433 T € (i. Vj. 135 T €) unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesen.
Kreditrisiken
Das Kreditrisiko stellt das finanzielle Risiko dar, dass ein Vertragspartner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Durch ein fortlaufendes Forderungsmanagement wird dem Forderungsausfallrisiko begegnet. Die Bonität der Kunden wird bewertet, woraufhin das Zahlungsziel und die weiteren Konditionen festgelegt werden. Darüber hinaus werden Teile der Inlands- und ausgewählte Auslandsforderungen an Factoring-Unternehmen beziehungsweise Banken verkauft.
Zum Stichtag gibt es keine wesentlichen Kundengruppen, die ein besonderes Forderungsrisiko darstellen.
Für bestimmte Kunden in ausgewählten Ländern bestehen Kreditversicherungen mit verschiedenen Gesellschaften.
Mögliche Ausfallrisiken für originäre Finanzinstrumente sind durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Darüber hinaus besteht für die Biotest Gruppe aufgrund der breit angelegten Geschäftsstruktur weder hinsichtlich einzelner Kunden noch für einzelne Länder eine besondere Konzentration von Kreditrisiken.
Darstellung des maximalen Ausfallrisikos der finanziellen Vermögenswerte:
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| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Finanzanlagen | |||
|---|---|---|---|---|
| Tausend € | 2009 | 2008 | 2009 | 2008 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Buchwert als Äquivalent für das maximale Ausfallrisiko | 95.992 | 94.481 | 215 | 237 |
Marktrisiken
Marktpreisrisiken resultieren aus der Veränderung von Marktpreisen. Diese führen dazu, dass der beizulegende Zeitwert oder die künftigen Cashflows der Finanzinstrumente schwanken. Marktrisiken umfassen Währungsrisiken, Zinsrisiken und andere Preisrisiken.
Währungsrisiken
Die Biotest Gruppe ist Währungsrisiken, die hauptsächlich aufgrund eines Ungleichgewichts der weltweiten Cashflows entstehen, ausgesetzt. Dieses Ungleichgewicht resultiert primär aus höheren Verkäufen in USD, denen geringere Einkäufe in USD gegenüberstehen. Gegen identifizierbare zukünftige Währungsrisiken schützt sich die Biotest Gruppe grundsätzlich, wenn sie sich diesen ausgesetzt sieht. Des Weiteren sichert sich die Biotest Gruppe selektiv gegen Risiken in der Bilanz ab. Die Biotest Gruppe nutzt Möglichkeiten zum natürlichen Ausgleich von Währungsrisiken sowie Devisentermingeschäfte für das Management von Währungsrisiken.
Die Biotest Gruppe hat in den für den Konzern wesentlichen Fremdwährungen folgende Fremdwährungspositionen:
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| USD | GBP | HUF | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Tausend € | 2009 | 2008 | 2009 | 2008 | 2009 | 2008 |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Barreserve | 742 | 2.792 | 69 | 113 | 235 | 14 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 14.437 | 13.532 | 1.922 | 906 | 1.627 | 1.520 |
| Sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte | 207 | - | 105 | - | 465 | - |
| Sonstige derivative finanzielle Vermögenswerte | - | - | 46 | - | 10 | - |
| Vermögenswerte des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | 2.065 | - | - | - | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - 8.018 | - 11.476 | - 78 | - 276 | - 13 | - 51 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - 63.634 | - 62.358 | - 286 | - | - 1.590 | - |
| Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten | - 1.826 | - 3.843 | - 84 | - 71 | - 515 | - 346 |
| Sonstige derivative finanzielle Verbindlichkeiten | - | - | - 29 | - | - 13 | - |
| Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | - 621 | - | - | - | - | - |
| Netto-Exposure | - 56.648 | - 61.353 | 1.665 | 672 | 206 | 1.137 |
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| RUB | ||
|---|---|---|
| Tausend € | 2009 | 2008 |
| --- | --- | --- |
| Barreserve | - | - |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 424 | - |
| Sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte | - | - |
| Sonstige derivative finanzielle Vermögenswerte | 6 | - |
| Vermögenswerte des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - | - |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | - | - |
| Sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten | - | - |
| Sonstige derivative finanzielle Verbindlichkeiten | - 105 | - |
| Schulden des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs | - | - |
| Netto-Exposure | 325 | - |
Zum Stichtag bestanden folgende Devisenoptions- und Devisentermingeschäfte.
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| Nominalvolumen | Marktwerte | |||
|---|---|---|---|---|
| Tausend € | 2009 | 2008 | 2009 | 2008 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Devisenoptionsgeschäfte | 2.890 | - | 37 | - |
| Devisentermingeschäfte | 7.835 | - | - 99 | - |
Für die Devisenoptionsgeschäfte und Devisentermingeschäfte (Nominalvolumen: 1.500 T GBP, 240.000 T HUF, 50.000 T JPY, 219.300 T RUB) bestehen zum Stichtag folgende Restlaufzeiten:
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| Tausend € | Gesamt | Restlaufzeit < 1 Jahr |
|---|---|---|
| 31. Dezember 2009 | 10.725 | 10.725 |
| 31. Dezember 2008 | - | - |
Die wesentlichen Wechselkurse während der Berichtsperiode sind im Kapitel B3 dargestellt.
Zinsrisiken
Durch die Veränderung der Zinsstrukturkurve ändert sich der Barwert der Zahlungsströme infolge eines sich ändernden Diskontierungssatzes. Die Barwertänderung kann zum einen bei den einzelnen Finanzinstrumenten aufgrund einer Verschiebung der risikolosen Zinskurve (Swapkurve) und zum anderen aufgrund einer Veränderung der in die Finanzinstrumente eingepreisten Bonitätsaufschläge (Spreadrisiken) entstehen.
Aufgrund der bestehenden Darlehensbeziehungen (siehe auch Ausführungen unter E15 Finanzverbindlichkeiten) ist die Biotest Gruppe Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Zur Minimierung dieser Risiken wurden Zinssicherungsgeschäfte abgeschlossen.
Zum Stichtag bestehen folgende Zinssicherungsgeschäfte:
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| Nominalvolumen | Marktwerte | |||
|---|---|---|---|---|
| Tausend € | 2009 | 2008 | 2009 | 2008 |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Zinscaps | 80.000 | 65.000 | 859 | 137 |
| Zinsswaps | 23.457 | 4.203 | - 246 | 8 |
| 103.457 | 69.203 | 613 | 145 |
Das Nominalvolumen ist die Summe aller Kauf- und Verkaufsbeträge derivativer Finanzgeschäfte. Die Marktwerte der Zinssicherungsgeschäfte werden von den jeweiligen beauftragten Banken ermittelt. Sie ergeben sich aus der Bewertung der ausstehenden Positionen zu Marktpreisen ohne Berücksichtigung gegenläufiger Wertentwicklungen aus den Grundgeschäften. Sie entsprechen den Aufwendungen beziehungsweise Erträgen bei einer Glattstellung der Derivatkontrakte zum Bilanzstichtag.
Für die Sicherungsgeschäfte (Nominalvolumen) bestehen zum Stichtag folgende Restlaufzeiten:
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| Tausend € 2009 | Gesamt | Restlaufzeit < 1 Jahr | Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre | Restlaufzeit> 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| Zinscaps | 80.000 | - | 55.000 | 25.000 |
| Zinsswaps | 23.457 | - | 20.937 | 2.520 |
| 103.457 | - | 75.937 | 27.520 | |
| 2008 | ||||
| Zinscaps | 65.000 | 30.000 | 10.000 | 25.000 |
| Zinsswaps | 4.203 | - | 1.563 | 2.640 |
| 69.203 | 30.000 | 11.563 | 27.640 |
Zur Absicherung der Zinsänderungsrisiken wurden variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten mit einem Volumen von 3,5 Mio. € (i. Vj. 4,2 Mio. €) in fest verzinsliche Positionen getauscht. Für die fix gestellten Finanzverbindlichkeiten werden Zinsen in einer Bandbreite von 3,17 % bis 3,67 % gezahlt.
Zusätzlich sind Finanzverbindlichkeiten mit einem Volumen von 75 Mio. € (i. Vj. 45 Mio. €) gegen einen Anstieg der variablen Zinsen über kontrahierte Schwellenwerte zwischen 3,5 % und 5,0 % im Rahmen von Zinscaps gesichert.
Liquiditätsrisiken
Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, dass ein Unternehmen seine eigenen finanziellen Verpflichtungen nicht in ausreichendem Maße erfüllen kann. Durch finanzielle Engpässe können sich die Finanzierungskosten erhöhen.
Die Biotest Gruppe steuert ihre Liquidität, indem sie neben dem Zahlungsmittelzufluss aus dem operativen Geschäft in ausreichendem Umfang liquide Mittel vorhält und Kreditlinie bei Banken unterhält.
Zum 31. Dezember 2009 hatte die Biotest Gruppe folgende vertraglich vereinbarte Kreditlinien:
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| Tausend € | 2009 | Davon in Anspruch genommen | 2008 | Davon in Anspruch genommen |
|---|---|---|---|---|
| Eingeräumte Kreditlinien (frei abrufbar) | 275.511 | 190.915 | 239.720 | 182.029 |
| Erhaltene feste Kreditzusagen (an bestimmte Bedingungen gebunden) | 20.527 | 3.070 | 14.800 | 3.344 |
| 296.038 | 193.985 | 254.520 | 185.373 |
Das zentrale Treasury wird von den einzelnen Unternehmensbereichen mit Informationen versorgt, so dass ein Liquiditätsprofil erstellt werden kann. Einbezogen werden hierbei sämtliche finanzielle Vermögenswerte, finanzielle Verbindlichkeiten und erwartete Zahlungsströme aus geplanten Transaktionen.
Eine Fälligkeitsübersicht, die zeigt, wie die Cashflows der Verbindlichkeiten per 31. Dezember 2009 die Liquiditätssituation der Biotest Gruppe beeinflussen, ist in Kapitel F2.4 dargestellt.
Die vorgehaltene Liquidität, kurz- und langfristige Kreditlinien sowie die Möglichkeit, durch Verbriefungen von Forderungen Mittelzuflüsse zu generieren, geben der Biotest Gruppe eine ausreichende Flexibilität, um den Refinanzierungsbedarf des Konzerns zu decken. Aufgrund der Diversifizierung der Finanzierungsquellen wie auch der liquiden Mittel unterliegt die Biotest Gruppe keinem Konzentrationsrisiko im Bereich der Liquidität.
F4 Sensitivitätsanalyse gemäß IFRS 7.40
Die Biotest Gruppe ist Marktrisiken, bestehend aus Währungsrisiken und Zinsrisiken, ausgesetzt.
Durch eine Anwendung von Sensitivitätsanalysen wird für jede Risikoart ermittelt, welche Auswirkungen eine Änderung der jeweiligen Risikovariablen auf die Gewinne und Verluste sowie auf das Eigenkapital zum Bilanzstichtag nehmen würde.
Währungsrisiken
Für die Analyse der Währungsrisiken wird für bestimmte Fremdwährungen mit für die Biotest Gruppe signifikantem Risiko eine Sensitivitätsanalyse berechnet. Hierbei werden die folgenden wesentlichen Währungen betrachtet: USD, GBP, HUF und RUB.
Wenn der Euro gegenüber sämtlichen Währungen zum 31. Dezember 2009 um 10 % aufgewertet gewesen wäre, wäre das operative Ergebnis um 830 T € höher (i. Vj. 272 T € höher) gewesen.
Wenn der Euro gegenüber sämtlichen Währungen zum 31. Dezember 2009 um 10 % abgewertet gewesen wäre, wäre das operative Ergebnis um 645 T € niedriger (i. Vj. 339 T € niedriger) gewesen.
In beiden Fällen wären das Finanzergebnis und das Eigenkapital unverändert geblieben.
Die hypothetische Ergebnisauswirkung von 830 T € beziehungsweise - 645 T € ergibt sich im Einzelnen aus den Währungssensitivitäten:
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| Tausend € | Aufwertung des € um 10 % |
Abwertung des € um 10 % |
|---|---|---|
| EUR zu USD | - 157 | 192 |
| EUR zu GBP | 191 | - 140 |
| EUR zu HUF | 131 | - 97 |
| EUR zu RUB | 458 | - 473 |
| EUR zu übrigen Währungen | 207 | - 127 |
| 830 | - 645 |
Da nach den Regelungen von IFRS 7 Intercompany-Beziehungen nicht mit in die Berechnungen der Währungssensitivitäten einbezogen werden, diese jedoch für die Biotest Gruppe einen wesentlichen Zahlungsstrom bedeuten, entsprechen die hier dargestellten Währungsauswirkungen nicht dem Verhältnis von Sicherungs- und Basisgeschäften.
Zinsrisiken
Für das Zinsrisiko wird durch eine Sensitivitätsanalyse der Effekt einer Änderung der Marktzinssätze auf die Zinserträge und -aufwendungen, andere Ergebnisteile sowie gegebenenfalls auf das Eigenkapital dargestellt.
Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester Verzinsung wirken sich nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind. Demnach unterliegen alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7.
Marktzinssatzänderungen von Zinsderivaten (Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps), die nicht in eine Sicherungsbeziehung nach IAS 39 eingebunden sind, haben Auswirkungen auf das sonstige Finanzergebnis (Bewertungsergebnis aus der Anpassung der finanziellen Vermögenswerte an den beizulegenden Zeitwert) und werden daher bei den ergebnisbezogenen Sensitivitätsberechnungen berücksichtigt.
Währungsderivate unterliegen keinen Zinsänderungsrisiken und haben daher keinen Einfluss auf die Zinssensitivitäten.
Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2009 um 100 Basispunkte höher gewesen wäre, wäre der Fair Value der Finanzinstrumente um 2.399 T € (i. Vj. 1.003 T €) höher gewesen. Die hypothetische Ergebnisauswirkung von 1.321 T € (i. Vj. 466 T €) ergibt sich aus den potenziellen Effekten aus Zinsderivaten von 1.321 T € (i. Vj. 466 T €) und originären finanziellen Verbindlichkeiten von 0 T € (i. Vj. 0 T €).
Vor dem Hintergrund der zum Bilanzstichtag außergewöhnlich niedrigen Referenzzinssätze beziehen sich hier die Angaben auf 70 Basispunkte. Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2009 um 70 Basispunkte niedriger gewesen wäre, wäre der Fair Value der Finanzinstrumente um 1.320 T € (i. Vj. 789 T €) niedriger gewesen. Die hypothetische Ergebnisauswirkung von - 535 T € (i. Vj. - 225 T €) ergibt sich aus den potenziellen Effekten aus Zinsderivaten von - 535 T € (i. Vj. - 225 T €) und originären finanziellen Verbindlichkeiten von 0 T € (i. Vj. 0 T €).
Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2009 um 100 Basispunkte höher beziehungsweise um 70 Basispunkte niedriger gewesen wäre, wäre das Eigenkapital unverändert geblieben.
Sonstige Preisrisiken
IFRS 7 verlangt im Rahmen der Darstellung zu Marktrisiken auch Angaben darüber, wie sich hypothetische Änderungen von Risikovariablen auf Preise von Finanzinstrumenten auswirken. Als Risikovariablen kommen insbesondere Börsenkurse oder Indizes in Frage.
Sonstige Preisrisiken haben keinen wesentlichen Einfluss auf die Preise von Finanzinstrumenten der Biotest Gruppe.
F5 Haftungsverhältnisse und Eventualverpflichtungen
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| Tausend € | 2009 | 2008 |
|---|---|---|
| Bürgschaften | 17.508 | 5.634 |
| Sonstige Eventualverpflichtungen | - | - |
| 17.508 | 5.634 |
Eventualverpflichtungen sind mögliche Verpflichtungen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Unternehmens stehen, erst noch bestätigt werden muss. Eventualverpflichtungen können auch aus gegenwärtigen Verpflichtungen, die auf vergangenen Ereignissen resultieren, beruhen, die jedoch nicht erfasst sind, entweder weil der Ressourcenabfluss samt wirtschaftlichen Nutzeneinbußen nicht wahrscheinlich ist oder die Höhe der Verpflichtung nicht ausreichend verlässlich geschätzt werden kann.
F6 Sonstige finanzielle Verpflichtungen
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| Tausend € | 2010 | 2011 - 2014 | ab 2015 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen | 2.076 | - | - | 2.076 |
| Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten | 65 | - | - | 65 |
| Verpflichtungen aus langfristigen Dienstleistungsverträgen | 9.802 | 39.063 | 33.330 | 82.195 |
| Sonstiges Bestellobligo | 3.005 | - | - | 3.005 |
| Künftige Zahlungen aus Miet-, Pacht- und Operating-Leasingverträgen | 4.818 | 9.708 | 932 | 15.458 |
| Andere finanzielle Verpflichtungen | - | - | - | - |
| 19.766 | 48.771 | 34.262 | 102.799 |
Die Zahlungen für die genehmigten Investitionen im Anlagevermögen erfolgen innerhalb eines Jahres.
Bei den Verpflichtungen aus langfristigen Dienstleistungsverträgen handelt es sich um Abnahmeverpflichtungen aus zwei Lohnfraktionierungsverträgen für die Jahre 2010 bis 2018 in Höhe von 82.195 T € (i. Vj. 77.500 T €).
Biotest mietet beziehungsweise least Betriebsausrüstung. Das Operating-Leasing umfasst Fahrzeuge und Bürogeräte, deren Verträge eine Basismietzeit von zwei bis fünf Jahren haben. Im Geschäftsjahr 2009 beträgt der Aufwand aus den Miet-, Pacht- und Operating-Leasingverträgen 6.613 T € (i. Vj. 5.836 T €).
F7 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Die Biotest Gruppe unterhält zu berichtende Beziehungen zu dem assoziierten Unternehmen BioDarou P.J.S. Co, Teheran/Iran, sowie zu den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats und ihnen nahestehenden Personen.
a) Assoziierte Unternehmen
Im Geschäftsjahr 2009 belaufen sich die Einkäufe der Biotest Gruppe bei dem assoziierten Unternehmen, der BioDarou P.J.S. Co. in Teheran/Iran, auf 0 T € (i. Vj. 0 T €). Die Verbindlichkeiten der Gruppe gegenüber der BioDarou P.J.S. Co. betragen am Stichtag 0 T € (i. Vj. 0 T €).
Die Gesellschaft erwarb von Unternehmen der Biotest Gruppe Waren und Dienstleistungen im Wert von 2.593 T € (i. Vj. 1.216 T €). Die daraus resultierenden Verbindlichkeiten betragen am 31. Dezember 2009 2.593 T € (i. Vj. 1.107 T €).
b) Andere nahestehende Personen
Frau Dr. Cathrin Schleussner informierte die Biotest Gruppe darüber, dass seit dem 19. Dezember 2007 ihr Stimmrechtsanteil 50,03 % der Stimmrechte beträgt. Die Stimmrechte werden dabei über die OGEL GmbH, Frankfurt am Main, gehalten. Die OGEL GmbH wird als Unternehmen von Frau Dr. Cathrin Schleussner kontrolliert.
Die Mitglieder der Familie von Herrn Dr. Hans Schleussner gelten ebenfalls als nahestehende Personen im Sinne des IAS 24. Die Aufwendungen für andere nahestehende Personen der Familie Schleussner betragen 18 T € (i. Vj. 18 T €). Durch Aktionärsdarlehen entstanden in den Geschäftsjahren 2009 und 2008 keine Zinsaufwendungen.
Die Kreissparkasse Biberach führt als nahestehende Person der Biotest Gruppe im Rahmen des Long Term Incentive-Programms die Depots der Mitarbeiter.
c) Aufsichtsrat und Vorstand
Zusammensetzung der Gremien
Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands bekleiden per 31. Dezember 2009 noch folgende Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen:
Aufsichtsrat
Dr. Thorlef Spickschen, Kaufmann, Seeheim
Vorsitzender
Stiftung Orthopädische Universitätsklinik, Heidelberg
Cytos AG, Zürich, Schweiz
Dr. Cathrin Schleussner, Biologin, Neu-Isenburg
Stellvertretende Vorsitzende
Prof. Dr. Marbod Muff, Volkswirt, Ingelheim
Thomas Jakob, Kaufmann, Ulm
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Biberach
Barbara Arnold-Schlosser, Kaufm. Angestellte, Leimen
Astrid Paluch, Techn. Angestellte, Rödermark
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| Tausend € 2009 | Fixe Vergütung | Variable Vergütung | Gesamtvergütung |
|---|---|---|---|
| Dr. Thorlef Spickschen (Vorsitzender) | 51 | 25 | 76 |
| Dr. Cathrin Schleussner (stellvertretende Vorsitzende) | 29 | 15 | 44 |
| Prof. Dr. Marbod Muff | 23 | 10 | 33 |
| Thomas Jakob | 18 | 10 | 28 |
| Barbara Arnold-Schlosser | 18 | 10 | 28 |
| Astrid Paluch | 15 | 10 | 25 |
| 154 | 80 | 234 |
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| Tausend € 2008 | Fixe Vergütung | Variable Vergütung | Gesamtvergütung |
|---|---|---|---|
| Dr. Thorlef Spickschen (Vorsitzender) | 43 | 5 | 48 |
| Dr. Cathrin Schleussner (stellvertretende Vorsitzende) | 29 | 5 | 34 |
| Prof. Dr. Marbod Muff (seit September 2008) | 6 | 2 | 8 |
| Dr. Jochen Hückmann (bis Mai 2008) | 9 | 2 | 11 |
| Thomas Jakob | 18 | 5 | 23 |
| Barbara Arnold-Schlosser | 18 | 5 | 23 |
| Astrid Paluch | 15 | 5 | 20 |
| 138 | 29 | 167 |
Vorstand
Prof. Dr. Gregor Schulz, Mediziner, Umkirch
Vorsitzender
Dr. rer. pol. Michael Ramroth, Jurist, Mörfelden-Walldorf
Vorstandsmitglied
Die Gesamtbezüge des im Geschäftsjahr 2009 aktiven Vorstands betragen 911 T € (i. Vj. 908 T €).
Auf Herrn Prof. Dr. Gregor Schulz entfallen hiervon ein Festgehalt von 300 T €, zuzüglich Zuschüsse zum Beispiel zu Versicherungen, sowie Sachbezüge für einen Firmenwagen in Höhe von insgesamt 38 T €. Die erfolgsabhängige Vergütung beträgt 151 T €.
Auf Herrn Dr. Michael Ramroth entfallen von der Gesamtsumme ein Festgehalt von 260 T €, zuzüglich Zuschüsse, zum Beispiel zu Versicherungen, sowie Sachbezüge für einen Firmenwagen in Höhe von insgesamt 30 T €. Die erfolgsabhängige Vergütung beträgt 132 T €.
Die Dienstverträge beider Mitglieder des Vorstands enthalten eine Abfindungsregelung für den Fall, dass der Vorstandsvertrag infolge eines näher definierten Change of Control vorzeitig beendet wird. Die Abfindung umfasst die feste Vergütung bis zum Ende der Laufzeit zuzüglich zeitanteiliger Tantiemen, berechnet auf dem Durchschnittsbetrag der letzten beiden Geschäftsjahre zuzüglich einer Vergütung für den Nutzungswert des Dienstwagens. Beträgt die Restlaufzeit weniger als drei Jahre, so beträgt die Abfindung das Dreifache der jährlichen Festvergütung zuzüglich Tantiemen und Dienstwagenvergütung. Der Anspruch entsteht nicht, wenn die Beendigung des Vorstandsvertrags auf Kündigung aus wichtigem Grund, Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit beruht oder das Vorstandsmitglied zum Zeitpunkt der Beendigung das 60. Lebensjahr respektive das 62. Lebensjahr bereits beendet hat oder im Zusammenhang mit der Change of Control von dritter Seite Zuwendungen oder Wertvorteile erhält.
Andere einmalige oder wiederkehrende Zusagen für den Fall der Beendigung der Vorstandstätigkeit bestehen nicht.
Die Teilnahme der Vorstände am Long Term Incentive-Programm ist in den Gesamtbezügen nicht enthalten und stellt sich wie folgt dar:
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| Tausend € | Eigeninvestment in Vorzugsaktien (in Stück) | Aufwand aus dem Optionsprogramm insgesamt | Aufwand aus dem Optionsprogramm im Geschäftsjahr |
|---|---|---|---|
| 2009 (Tranchen 2007, 2008 und 2009) | |||
| Prof. Dr. Gregor Schulz | 2.000 | 425 | 160 |
| Dr. Michael Ramroth | 2.000 | 369 | 137 |
| 4.000 | 794 | 297 | |
| 2008 (Tranchen 2006, 2007 und 2008) | |||
| Prof. Dr. Gregor Schulz | 1.000 | 494 | 163 |
| Dr. Michael Ramroth | 1.000 | 442 | 145 |
| 2.000 | 936 | 308 |
Das Long Term Incentive-Programm / Tranche 2006 kam im Geschäftsjahr 2009 zur Auszahlung; Herr Prof. Dr. Gregor Schulz erhielt 164 T € und Herr Dr. Michael Ramroth erhielt 152 T €.
Für den aktiven Vorstand sind Pensionsrückstellungen in Höhe von 2.040 T € (i. Vj. 1.543 T €) gebildet. Hiervon entfallen 1.472 T € (i. Vj. 1.137 T €) auf Prof. Dr. Gregor Schulz und 568 T € (i. Vj. 406 T €) auf Dr. Michael Ramroth.
Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Vorstandsmitgliedern sind 3.650 T € (i. Vj. 3.781 T €) zurückgestellt. Zum Abschlussstichtag bestanden keine Darlehensforderungen gegen Organmitglieder.
Die Pensionszahlungen an ehemalige Vorstandsmitglieder beliefen sich auf 400 T € (i. Vj. 385 T €).
F8 Wesentliche Tochterunternehmen
Die nachfolgenden Tochtergesellschaften wurden im Rahmen der Vollkonsolidierung in den Abschluss der Biotest Gruppe einbezogen.
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| Name der Gesellschaft | Sitz der Gesellschaft | Anteil am Kapital in % |
Eigenkapital Mio. € |
Ergebnis nach Steuern Mio. € |
|---|---|---|---|---|
| Biotest Pharma GmbH | Dreieich / Deutschland | 100,00 | 95,1 | 2,4 |
| Biotest Grundstücksverwaltungs GmbH | Dreieich / Deutschland | 98,00 | 3,8 | 0,5 |
| Biotest Seralc° N.V. | Mechelen / Belgien | 100,00 | 0,0 | - 0,5 |
| Biotest S.a.r.l. | Paris / Frankreich | 100,00 | 1,6 | 0,2 |
| Biotest (UK) Ltd. | Birmingham / Großbritannien | 100,00 | 1,3 | 0,2 |
| Biotest Italia S.r.l. | Mailand / Italien | 100,00 | 9,2 | - 0,1 |
| Biotest K.K. | Yokohama / Japan | 100,00 | 0,0 | 0,0 |
| Biotest Austria GmbH | Wien / Österreich | 100,00 | 2,1 | 0,5 |
| Biotest (Schweiz) AG | Rupperswil / Schweiz | 100,00 | 1,6 | 0,6 |
| Biotest Hungaria Kft. | Budapest / Ungarn | 100,00 | 3,1 | 0,4 |
| Biotest Diagnostics Corporation | Rockaway / USA | 100,00 | - 0,4 | - 1,2 |
| Biotest Hellas MEPE | Athen / Griechenland | 100,00 | 3,5 | 0,2 |
| Biotest Medical S.L.U. | Barcelona / Spanien | 100,00 | 0,1 | 0,0 |
| Biotest Microbiology Corporation | Rockaway / USA | 100,00 | 0,8 | 0,0 |
| heipha Dr. Müller GmbH | Eppelheim / Deutschland | 51,00 | 10,2 | 4,8 |
| Viro-Immun Labor-Diagnostika GmbH | Oberursel / Deutschland | 88,975 | 0,2 | - 0,1 |
| Biotest Medical Diagnostics GmbH | Dreieich / Deutschland | 100,00 | 9,3 | - 2,3 |
| Plasmadienst Tirol GmbH | Innsbruck / Österreich | 100,00 | 0,4 | 0,1 |
| Plasma Service Europe GmbH* | Dreieich / Deutschland | 100,00 | 0,5 | 0,0 |
| Biotest Pharmaceutical Corporation | Boca Raton / USA | 100,00 | 75,2 | 5,1 |
| Biotest US Corporation | Boca Raton / USA | 100,00 | 70,2 | 0,0 |
| Plazmaszolgálat Kft. | Budapest / Ungarn | 100,00 | 0,2 | - 0,7 |
* Zwischen der Plasma Service Europe GmbH und der Biotest Pharma GmbH besteht ein Gewinnabführungsvertrag.
F9 Anhängige und drohende Gerichtsverfahren
Für zum Bilanzstichtag anhängige und drohende Gerichtsverfahren wurden 2.147 T € (i. Vj. 400 T €) Rückstellungen gebildet.
F10 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Am 06. Januar 2010 lag die Genehmigung der zuständigen europäischen Kartellbehörden für den Verkauf der Aktivitäten in der Transfusions- und Transplantationsdiagnostik an die Bio-Rad Laboratories, Inc. vor. Die Biotest Gruppe und verschiedene Gesellschaften der Bio-Rad Gruppe vollzogen an diesem Tag den Vertrag, den sie am 23. Oktober 2009 vorbehaltlich der kartellrechtlichen Freigabe geschlossen hatten.
F11 Ermessensausübung und Schätzunsicherheiten
Bei der Aufstellung des Abschlusses sind zu einem gewissen Grad Annahmen zu treffen und Schätzungen vorzunehmen, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen der Berichtsperiode ausgewirkt haben. Die Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die Werthaltigkeit von Forderungen und Vorratsvermögen und die Abschätzung von Eintrittswahrscheinlichkeiten im Hinblick auf eine mögliche notwendige Rückstellungsbildung. Bei der Beurteilung dieser Annahmen und Schätzungen orientiert sich das Management an Erfahrungswerten der Vergangenheit, Einschätzungen von Experten (Juristen, Ratingagenturen, Verbänden) und dem Ergebnis sorgfältiger Abwägung verschiedener Szenarien. Durch von den Annahmen abweichende und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegende Entwicklungen dieser Rahmenbedingungen können die sich einstellenden Beträge von den ursprünglich erwarteten Schätzwerten abweichen. Wenn die tatsächliche Entwicklung von der erwarteten abweicht, werden die Prämissen und, falls erforderlich, die Buchwerte der betreffenden Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entsprechend angepasst.
Der Preisdruck auf den Märkten, politische Risiken sowie nachlaufende Wirkungen der Finanzmarktkrise auf die Finanzierung der Gesundheitssysteme führen zu einer gewissen Unsicherheit der zukünftigen Risiken. Aus heutiger Sicht sieht die Biotest Gruppe jedoch im Vergleich zur Situation zu Beginn des Jahres 2009 für das folgende Geschäftsjahr eine sich stabilisierende Entwicklung, bei der die Anpassung der in der Bilanz ausgewiesenen Buchwerte der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten als unwahrscheinlich erscheint.
F12 Corporate Governance
Vorstand und Aufsichtsrat der Biotest AG haben die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung abgegeben und den Aktionären auf der Internetseite der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht.
Dreieich, den 09. März 2010
Prof. Dr. Gregor Schulz, Vorsitzender des Vorstands
Dr. Michael Ramroth, Finanzvorstand
VERSICHERUNG DES VORSTANDS ENTSPRECHEND § 37Y NR. 1 WPHG I.V.M. §§ 297 ABS. 2 SATZ 4 UND 315 ABS. 1 SATZ 6 HGB
"Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind."
Dreieich, 09. März 2010
Biotest Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Prof. Dr. Gregor Schulz, Vorsitzender des Vorstands
Dr. Michael Ramroth, Finanzvorstand
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES ABSCHLUSSPRÜFERS
Wir haben den von der Biotest Aktiengesellschaft, Dreieich, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung und Anhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2009 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Frankfurt am Main, den 9. März 2010
**KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**
Dr. Böttcher, Wirtschaftsprüfer
Gottron, Wirtschaftsprüfer
BERICHT DES AUFSICHTSRATS 2009
Der Aufsichtsrat hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Er hat die Geschäftsführung des Vorstands beratend begleitet und sorgfältig sowie regelmäßig überwacht. Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend durch schriftliche und mündliche Berichte über alle Fragen, die für das Unternehmen von grundlegender Bedeutung waren, insbesondere solche der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Weiterentwicklung, der Risikolage und des Risikomanagements. Der Vorstand hat, soweit der Geschäftsverlauf von der Planung abwich, diese Abweichungen umfassend erläutert. Der Aufsichtsrat war in die Abstimmung über die Strategie und den Stand der Umsetzung der Strategie im Unternehmen stets durch den Vorstand eingebunden.
Der Aufsichtsrat trat im Geschäftsjahr 2009 zu sechs regulären Sitzungen zusammen. Alle Mitglieder waren in sämtlichen Aufsichtsratssitzungen vertreten. Ein Beschluss des Aufsichtsrats wurde im schriftlichen Umlaufverfahren gefasst. Auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen ließ sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats regelmäßig vom Vorstandsvorsitzenden über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage und wesentliche Geschäftsvorfälle informieren. Die für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgänge wurden auf der Basis von Berichten des Vorstands ausführlich erörtert; in Entscheidungen war der Aufsichtsrat frühzeitig eingebunden. Zustimmungspflichtige Geschäftsvorfälle hat der Vorstand anhand ausführlicher Unterlagen jeweils ordnungsgemäß zur Beschlussfassung vorgelegt. Neben der Erörterung der unten genannten Themen in den Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse sowie schriftlichen und mündlichen Erläuterungen durch den Vorstand wird der Aufsichtsrat monatlich schriftlich über die Geschäftslage und den Geschäftsgang informiert. In diesen Informationsschreiben werden auch Abweichungen von laufenden oder geplanten Entwicklungen erläutert. Darüber hinaus erhält der Vorsitzende des Aufsichtsrats automatisch alle Berichte der internen Revision sowie auf Verlangen Kopien der Protokolle der Vorstandssitzungen. Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenüber unverzüglich offen zu legen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, sind im Berichtsjahr nicht aufgetreten.
SCHWERPUNKT DER BERATUNGEN IM AUFSICHTSRAT
Gegenstand der regelmäßigen Beratungen im Aufsichtsrat waren die Planung und die aktuelle Geschäftsentwicklung des Unternehmens, die strategische Ausrichtung sowie die finanzielle Lage. Ein Schwerpunkt war außerdem die weitere Entwicklung und Ausweitung des Bereichs Plasmaproteine.
In der Sitzung vom 5. März 2009 hat der Aufsichtsrat neben der aktuellen Geschäftsentwicklung als Schwerpunkt den Jahresabschluss der Biotest AG sowie den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2008 gemeinsam mit den Wirtschaftsprüfern der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, beraten und einzelne Bilanzpositionen eingehend erörtert. Der Jahresabschluss der Biotest AG und der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2008 wurden im Anschluss an die Erörterung gebilligt. Der Jahresabschluss war damit festgestellt. Der Aufsichtsrat prüfte ferner den vom Vorstand aufgestellten Abhängigkeitsbericht. Weitere Tagesordnungspunkte umfassten die Verabschiedung des Berichts des Aufsichtsrats, des Corporate Governance Berichts sowie die Fortsetzung des LTI-Programms (Long Term Incentive-Programm) in einer Neuauflage. Der Aufsichtsrat gab auch Empfehlungen zur Durchführung eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms ab. Darüber hinaus verabschiedete der Aufsichtsrat die Beschlussvorschläge für die Tagesordnung der ordentlichen Hauptversammlung 2009 und stimmte dabei insbesondere über den Vorschlag an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2009 ab.
Im Umlaufverfahren hat der Aufsichtsrat durch Beschluss vom 6. Mai 2009 seine Zustimmung zum Erwerb eines Grundstücks in Dreieich erteilt.
In der Aufsichtsratssitzung vor der Hauptversammlung am 7. Mai 2009 hat sich der Aufsichtsrat auf die Hauptversammlung vorbereitet und die aktuelle Geschäftslage erörtert. In der Aufsichtsratssitzung unmittelbar nach der Hauptversammlung vom 7. Mai 2009 wählte der Aufsichtsrat den von der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat gewählten Herrn Prof. Dr. Muff in den Präsidialausschuss und in den Prüfungsausschuss sowie zum Vorsitzenden des Prüfungsausschusses.
In der Aufsichtsratssitzung am 2. Juli 2009 wurde neben der Erörterung der aktuellen Geschäftslage ein aktualisierter Fünf-Jahres-Plan durch den Vorstand, die für Vorstand und Aufsichtsrat relevanten gesetzlichen Neuerungen und die Zwischenergebnisse einer Rheumastudie bezüglich des monoklonalen Antikörpers BT-061 erläutert. Der Vorstand informierte ferner über den Stand des Verkaufsprozesses hinsichtlich des Geschäftsbereichs Medizinische Diagnostik. Nach eingehender Erörterung der Vor- und Nachteile eines Verkaufs unter besonderer Berücksichtigung der Arbeitnehmerbelange stimmte der Aufsichtsrat grundsätzlich einer Veräußerung des Geschäftsbereichs Medizinische Diagnostik unter verschiedenen Bedingungen zu.
Der Vorstand hat in der Aufsichtsratssitzung vom 7. Oktober 2009 den Aufsichtsrat über den Geschäftsverlauf und insbesondere über die Marktsituation bei Plasma und den Plasmaprotein-Produkten sowie über den Stand der F&E-Projekte bei den Plasmaproteinprodukten informiert. Ferner berichtete der Vorstand über den weiteren Verlauf des Verkaufsprozesses bezüglich des Geschäftsbereichs Medizinische Diagnostik. Der Aufsichtsrat beschloss, eine Effizienzprüfung gemäß dem Deutschen Corporate Governance Kodex durchzuführen.
In der Sitzung vom 4. Dezember 2009 wurde erneut über die aktuelle Geschäftslage sowie über die Sitzungen des Personal- und des Prüfungsausschusses berichtet. Dem Budget für das Geschäftsjahr 2009 stimmte der Aufsichtsrat nach Erläuterung durch den Vorstand zu und genehmigte den vorgeschlagenen Investitionsplan. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat die Grundzüge des Risikomanagements und die größten Risiken vorgestellt. Der Aufsichtsrat genehmigte die Gründung von zwei Tochtergesellschaften in Spanien und in den USA. Abschließend wurde das Ergebnis der Effizienzprüfung des Aufsichtsrats diskutiert.
AUSSCHÜSSE
Der Aufsichtsrat wurde in seiner Arbeit durch die von ihm gebildeten Ausschüsse, dem Präsidial-, dem Personal- und dem Prüfungsausschuss, unterstützt.
Der Präsidialausschuss traf sich mit dem Vorstand zu insgesamt zwei Sitzung und mit dem Personalausschuss und dem Vorstand zu einer Sitzung, in denen die Ausweitung des Finanzierungsrahmens für die Biotest Gruppe, die gesetzlichen Neuerungen für Aufsichtsrat und Vorstand, die Ausgestaltung eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms und die Weiterführung des LTI-Programms, der Stand des Veräußerungsprozesses bezüglich des Geschäftsbereichs Medizinische Diagnostik sowie die Führungskräfteentwicklung erörtert wurden. Der Personalausschuss erörterte in seiner Sitzung vom 5. März 2009 die Zielerreichung der Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2008 sowie die neuen Ziele für das Geschäftsjahr 2009.
Der Prüfungsausschuss traf sich im Jahr 2009 zu zwei Sitzungen. In der ersten Sitzung am 2. März 2009 hat der Prüfungsausschuss den Jahresabschluss und den Konzernabschluss sowie den Bericht des Abschlussprüfers zu den Prüfungsschwerpunkten seiner Tätigkeit erörtert. Die zweite Sitzung am 30. November 2009 hatte unter anderem abschlussrelevante Ereignisse des Geschäftsjahres 2009, die Festlegung der Prüfungsschwerpunkte für die Jahresabschlussprüfung 2009, den Bericht der internen Revision und den Beschluss über den Prüfungsplan 2010 zum Gegenstand.
CORPORATE GOVERNANCE
Der Aufsichtsrat hat auch im Jahr 2009 die Weiterentwicklung der Corporate Governance Standards im Unternehmen fortlaufend beobachtet. Über die Corporate Governance des Unternehmens berichten Vorstand und Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex auf den Seiten 83 bis 88. Vorstand und Aufsichtsrat der Biotest AG haben im März 2010 eine Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG abgegeben.
ÄNDERUNGEN IM VORSTAND UND AUFSICHTSRAT
Im Vorstand hat es keine personellen Veränderungen gegeben.
Herr Prof. Dr. Muff, der am 22. September 2008 gerichtlich zum Aufsichtsratsmitglied der Biotest AG bestellt worden war, wurde von der ordentlichen Hauptversammlung am 7. Mai 2009 zum Mitglied des Aufsichtsrats der Biotest AG und vom Aufsichtsrat in den Präsidialausschuss und den Prüfungsausschuss sowie zum Vorsitzenden des Prüfungsausschusses gewählt.
Frau Paluch ist mit dem Wirksamwerden des Verkaufs der medizinischen Diagnostik am 6. Januar 2010 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats dankt Frau Paluch für die langjährige gute und intensive Mitarbeit im Aufsichtsrat und wünscht ihr persönlich alles Gute. Nach Ausscheiden von Frau Paluch hat der Betriebsrat eine Neuwahl eines/-r Arbeitnehmervertreters/ -vertreterin in den Aufsichtsrat der Biotest AG veranlasst.
JAHRES- UND KONZERNABSCHLUSS
Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, hat den Jahresabschluss der Biotest AG und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009 sowie den Lagebericht und den Konzernlagebericht geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Die genannten Abschlussunterlagen, der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers sowie der Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns haben allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig vorgelegen. Sie wurden in der Prüfungsausschuss-Sitzung am 15. März 2010 sowie in der Sitzung des Aufsichtsrats am 18. März 2010 eingehend behandelt. In beiden Sitzungen berichtete der Abschlussprüfer über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und stand für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung.
Nach eigener Prüfung und Erörterung des Jahres- und des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts sowie des Vorschlags des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns hat der Aufsichtsrat festgestellt, dass Einwendungen nicht zu erheben sind und dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns hat der Aufsichtsrat zugestimmt.
ABHÄNGIGKEITSBERICHT
Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat mitgeteilt, dass für das Geschäftsjahr 2009 kein Abhängigkeitsbericht zu erstellen war, da eine Berichtspflicht des Vorstands nach § 312 AktG nicht bestanden hat.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeitern für ihr Engagement und die erfolgreiche Arbeit im Geschäftsjahr 2009.
Dreieich, 18. März 2010
Der Aufsichtsrat
Dr. Thorlef Spickschen, Vorsitzender