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Binect AG — Annual Report 2022
Jun 27, 2023
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Annual Report
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GESCHÄFTSBERICHT KONZERNABSCHLUSS 2022
| VORWORT | |
|---|---|
| KONZERNSTRUKTUR, GESCHÄFT UND PERFORMANCE | 06 |
| KONZERNSTRUKTUR UND GESCHÄFTSMODELL DER BINECT-GRUPPE | 07 |
| Konzernstruktur | 07 |
| Geschäftsmodell | 07 |
| Produkte und Dienstleistungen | 08 |
| Absatzmärkte | 09 |
| GESCHÄFTSENTWICKLUNG DER BINECT-GRUPPE | 10 |
| Entwicklung der Rahmenbedingungen | 10 |
| Beurteilung der Geschäftsentwicklung | 11 |
| Ertragslage | 12 |
| Finanz- und Vermögenslage | 12 |
| Ausblick | 14 |
| KENNZAHLEN IM ÜBERBLICK | 16 |
| Binect GMBH (HGB Einzelabschluss) | 16 |
| Binect AG (HGB Einzelabschluss) | 16 |
| AKTIE UND BETEILIGUNGSSTRUKTUR | 17 |
| Kursentwicklung der Binect Aktie | 17 |
| Informationen zur Aktie | 17 |
| Aktionärsstruktur | 17 |
| Investor Relations | 18 |
| Finanzkalender | 19 |
| BERICHT DES AUFSICHTSRATS | 20 |
| Überwachung und Beratung des Vorstands bei der Geschäftsführung | 21 |
| Geschäftsentwicklung | 22 |
| Feststellung des Jahresabschlusses | 22 |
| KONZERNABSCHLUSS 2022 | 24 |
|---|---|
| KONZERN-BILANZ ZUM 31.12.2022 | 26 |
| KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG | 28 |
| KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG | 29 |
| KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG | 30 |
| KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG | 32 |
| KONZERNANHANG | 33 |
| Grundlagen und Methoden | 33 |
| Verlautbarungen bzw. Änderungen von Verlautbarungen des IASB | 34 |
| Veröffentlichte, aber noch nicht anzuwendende Standards, Interpretationen und Änderungen |
35 |
| Ansatz und Bewertung wesentlicher Aktiv- und Passivposten der Konzern-Bilanz | 37 |
| Erläuterungen zur Bilanz | 44 |
| Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung | 47 |
| Sonstige Angaben | 48 |
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS 54

"INVEST IN GROWTH".
So hatten wir 2022 unsere mittelfristige Strategie überschrieben. Und Investitionen und Wachstum sind es auch, die das vergangene Geschäftsjahr geprägt haben. Letzteres lässt sich ganz einfach an den Zahlen ablesen: Mit einem Plus von 23,5% lag das Umsatzwachstum erneut deutlich über dem Branchendurchschnitt von 9,4% im Bereich Software oder 4,7% bei den IT-Services. Und auch unsere ursprüngliche Prognose von 10-15% haben wir klar übertroffen. Hinter dem Umsatzwachstum als Kernkenngröße steht eine entsprechende Zunahme bei Auftragseingang, Nutzung und Transaktionen. Dass unsere Binect-Lösungen für den Mittelstand überproportional gewachsen sind, muss ich eigentlich schon gar nicht mehr betonen.
Lassen Sie mich den Fokus deshalb auf eine andere Zahl legen: den operativen Cashflow. War dieser im Geschäftsjahr 2021 mit -465 TEUR noch negativ ausgefallen, belief sich der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit im Berichtszeitraum auf 1.455 TEUR. Nun haben Sie natürlich Recht, dass der Vergleichsmaßstab ein wenig hinkt. Schließlich stand der 2021 zu beobachtende Mittelabfluss in engem Zusammenhang mit der Beendigung des Factorings im selben Jahr und dem daraus resultierenden Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Doch auch bereinigt um diesen Effekt hat der operative Cashflow im vergangenen Jahr um rund 50% zugenommen. Das verschafft uns die Grundlage für kontinuierliches Wachstum.
Ein wichtiger Faktor für den erhöhten Cashflow ist das verbesserte Konzernergebnis. Das EBITDA nahm von 633 TEUR im Geschäftsjahr 2021 trotz der Aufwendungen für unsere Plattform-Optimierung im Berichtszeitraum um über 16% auf 741 TEUR zu, und das EBIT stieg noch deutlicher von 190 TEUR auf 318 TEUR. Zugegeben, die Ausgangsbasis ist immer noch klein, aber eine kontinuierliche Margenverbesserung ist klar zu beobachten. Zumal das Umfeld im Geschäftsjahr 2022 nicht gerade einfach war: Während die Materialpreise für Vorleistungen sich im Zuge der allgemeinen Inflation zum Teil deutlich erhöhten, fielen die Preisanpassungen in der gesamten IT-Branche durchschnittlich wesentlich geringer aus. Die Gründe finden sich in hohem Wettbewerbsdruck und oftmals langfristigen Vertragsbindungen, zusätzlich zu einer konjunkturell bedingt tendenziell geringeren Zahlungsbereitschaft.
Und schließlich ist da ja noch der andere Teil der Gleichung: Invest. Wie angekündigt war 2022 das Hauptumsetzungsjahr für Binect ONE, die angestrebte Integration aller Fachprozesse und Systeme der Kunden auf einer Software-Plattform. Kurzfristig belasten die Aufwendungen und Investitionen die Profitabilität, doch gleichzeitig sind sie der Brennstoff für unser heutiges und erst recht unser zukünftiges Wachstum. Umso wichtiger ist, dass wir im Berichtszeitraum alle wesentlichen Meilensteine erreicht haben. So ist der neue Next Generation Cube nicht nur eingeführt, sondern auch sehr gut angelaufen. Die nicht ausbleibenden Kinderkrankheiten sind überwunden, und wir beobachten bei unseren Kunden eine starke Nutzung. Alle wesentlichen Features für den neuen Binect Web-Client sind fertiggestellt, ein zusätzlicher digitaler Ausgabekanal adressiert spezifische Branchenanforderungen, und der Launch einer neuen Schnittstelle erleichtert die Integration in die Fachprozesse und -anwendungen bei den Kunden.
Komplexe, kundenspezifische Anforderungen mit innovativen Softwarebausteinen auf einer standardisierten Basis bedienen zu können, wird dabei immer mehr zur Schlüsselkompetenz. Die steigende Nachfrage nach neuen Workflow-Funktionen unserer Software zeigt dies eindeutig, weshalb wir dem Thema "Customizing as a Service" besonders hohe Priorität beimessen. Dabei spielt auch die Kooperation mit Partnern eine wichtige Rolle: Sei es mit One Click Solutions bei der Klassifikation und automatisierten Verteilung eingehender Dokumente und Belege, mit windream bei Lösungen für den Digital Workplace, wie der revisionssicheren Archivierung, oder mit Reisswolf für die Nutzer des ELO-DMS. In der aktuellen Phase geht es hier vor allem darum, gemeinsame Erfahrungen zu sammeln und entsprechende Angebote zu optimieren.
Mit dem erweiterten Funktionsspektrum werden wir zunehmend unabhängiger vom Versandweg (physisch/digital) und adressieren erfolgreich die bestehenden "Painpoints" der Kunden in den Dokumentenerstellungs- und -versandprozessen. Beispielhaft sei hier die Wohnungswirtschaft erwähnt, deren spezifische Bedarfe zunehmend mit Binect-Lösungen gedeckt werden. Nur mit einer konsequenten Weiterentwicklung unserer Softwarelösungen können wir den Bedarf weiterer Marktsegmente und Zielgruppen erfolgreich bedienen und uns dem steigenden Wettbewerbsdruck im Fulfillment-Bereich entziehen.
Wenn Mitte des Jahres der Softwareumbau im Rahmen des Projekts Binect ONE voraussichtlich abgeschlossen ist, wollen wir den technologischen Fokus in der zweiten Jahreshälfte deshalb noch deutlich stärker auf die Erweiterung des Funktionsspektrums der Binect-Software legen. Dies gilt natürlich auch im Zusammenspiel mit unseren Partnern. So bietet die Verlängerung des Rahmenvertrags mit der Deutsche Post AG bis Ende 2025 die Chance, die E-Postbusiness Box künftig zu einem professionellen SaaS-Angebot mit sehr geringen Einstiegshürden weiterzuentwickeln und digitale Versand- und Zustelloptionen der Deutschen Post AG in die Binect-Plattform zu integrieren.
Der stärkeren Positionierung als Software-Anbieter werden wir auch vertriebsseitig Rechnung tragen. Neben der Fokussierung unseres eigenen Vertriebsteams wollen wir z.B. gemeinsam mit unserem Partner Campaign die Erschließung bestimmter Zielgruppen mit den Binect Angeboten für das Output Management vorantreiben. Seitdem wir Mitte 2022 unsere umfassende Zusammenarbeit begonnen haben, können bereits mehrere größere Kunden die Angebote nutzen. Daran werden wir im laufenden Geschäftsjahr anknüpfen und unsere Lösungen gemeinsam bei den Unternehmen des Bertelsmann-Konzerns als auch in dessen Kundenbestand anbieten.
Sie sehen schon, wir werden auch 2023 nicht stehen bleiben. Und auch nicht aufhören zu investieren. "Invest in growth" gilt weiter, auch wenn die kostenintensivste Phase vor ihrem Abschluss steht. Die Zukunft der Kommunikation ist barrierefrei, regelkonform, informationssicher sowie weitestgehend automatisiert – so die Bitkom-Vision. Dabei werden analoge, hybride und vor allem digitale Kanäle zum Einsatz kommen, um individualisiert und kundenzentriert zu kommunizieren. Mit unseren Angeboten wollen wir wichtige Bausteine dazu beitragen und damit unsere positive Entwicklung weiter fortsetzen.
Die Herausforderungen werden uns dabei auch im Geschäftsjahr 2023 vermutlich nicht ausgehen. Der Krieg in der Ukraine dauert an, und trotz zuletzt verbessertem Geschäftsklima ist die Gefahr einer anhaltenden Rezession noch nicht gänzlich überwunden. Die ersten Monate stimmen uns jedoch zuversichtlich, unsere selbstgesteckten Ziele zu erreichen. Diese liegen wie im vergangenen Jahr zunächst bei einem konsolidierten Umsatzwachstum in Höhe von 10-15% sowie einem deutlich positiven EBITDA. Dazu wollen wir unsere strategischen Meilensteine planmäßig erreichen und werden hartnäckig weiter daran arbeiten, dass sich die operativen Erfolge letztlich auch im Aktienkurs niederschlagen.
Für Ihre Geduld und Ihr Vertrauen möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bei Ihnen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, bedanken. Genauso wie bei unseren Kunden und Partnern für die gute Zusammenarbeit, sowie natürlich auch bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, deren Engagement und Ideen die Erfolge der Binect überhaupt erst möglich machen.
Dr. Frank Wermeyer
Vorstand


KONZERNSTRUKTUR, GESCHÄFT UND PERFORMANCE
KONZERNSTRUKTUR UND GESCHÄFTSMODELL DER BINECT-GRUPPE
Konzernstruktur
Zum Abschluss des Geschäftsjahres 2022 gehörte zur Binect-Gruppe neben der Binect AG als Holding mit der Binect GmbH lediglich eine Tochterunternehmung (Mehrheitsbeteiligung: 100%). Darüber hinaus wird noch eine Minderheitsbeteiligung an der International Sports Pass GmbH gehalten.
Die Binect AG fungiert als Management-Holding, die ihren Tochterunternehmen neben der Möglichkeit der Finanzierung umfangreiche Management-Dienstleistungen zur Verfügung stellt. In der Holding sind die Funktionen Strategie, Finanzen sowie Personalentwicklung und Administration für die Gruppe angesiedelt. Darüber hinaus übernimmt die Holding sämtliche kaufmännischen Funktionen inkl. Einkauf. Durch den Zugang zum Kapitalmarkt ist die Binect AG in der Lage, der Gruppe bei Bedarf Eigenkapital zuzuführen und dieses den Tochtergesellschaften auf dem Wege der Kreditgewährung zur Verfügung zu stellen. Im Zuge einer möglichen strategisch gebotenen Ausweitung der aktuellen Geschäftsfelder verantwortet die Holding darüber hinaus sämtliche M&A-Aktivitäten.
Als derzeit einzige operative Geschäftseinheit der Binect-Gruppe fungierte 2022 die Binect GmbH. Diese Gesellschaft hat ihren Geschäftsschwerpunkt im Angebot von Business-Lösungen für die Digitalisierung und das Outsourcing von Postausgangsprozessen für Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Segmente. Die Kunden der Binect GmbH erstellen, be- und verarbeiten mit der Binect Software ihre gesamte wichtige und business-bezogene Ausgangskommunikation. Darüber hinaus nutzen sie das integrierte Binect Fulfillment zum Outsourcing sämtlicher papiergebundener Druck- und Versandprozesse. Unter dem Claim "Geschäftspost. Einfach. Digital" ist die Binect GmbH einer der führenden Anbieter für digitale Postausgangslösungen im deutschen Markt.
Geschäftsmodell
Die Binect-Gruppe hat im Zuge der strategischen Neuausrichtung entschieden, sich auf Geschäftsmodelle rund um die Digitalisierung von Geschäftspost und die digitale Steuerung von Dokumentenprozessen in Unternehmen und Behörden zu fokussieren. Die Gruppe ist dabei, neben dem aktuellen Geschäft der Tochtergesellschaft Binect GmbH weitere Geschäfte zu etablieren, die sich als weitere "digitale Bausteine für eine innovative, sichere und einfache Dokumentenlogistik" verstehen. Einen ersten Schritt in diese Richtung bildet der Aufbau eines Lösungsangebotes für die eingehende Post von Unternehmen und Behörden jeder Art und Größenordnung (Posteingangsdigitalisierung; Input Management), das im Geschäftsjahr 2023 bei ersten Kunden implementiert wird. Der Schwerpunkt liegt hier auf der softwarebasierten, intelligenten Verarbeitung eingehender Dokumente und Belege aus beliebigen Quellen.
Angestrebt wird dabei die Etablierung einer "Plattform", die Lösungen und Softwarebausteine von Partnern integriert und diese den aktuellen und künftigen Kunden aus einer Hand bereitstellt. Evaluiert werden neben Bausteinen für die Posteingangsverarbeitung weitere Bausteine entlang der gesamten Belegverarbeitungskette der Binect Kunden.
Im Kerngeschäft besitzt die Binect-Gruppe mit der derzeitigen Tochter Binect GmbH ein sehr starkes Standbein im deutschen Markt für Output Management, Hybridpost und digitale Outbound-Lösungen. Im Wesentlichen werden dabei drei Geschäftsfelder mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen aufgespannt:
- Entwicklung und Betrieb von Individual-Lösungen für Großkunden (Output Management Systeme)
- Entwicklung und Betrieb von OEM-Lösungen für strategische Partner (insb. E-Postbusiness Box, Deutsche Post AG)
- Angebot von standardisierten und skalierbaren Software-Lösungen (SaaS, Smart Appliance, On-Prem) inkl. Fulfillment für Kunden in den Schwerpunkt-Segmenten Health, Public, Energy, Wohnungswirtschaft sowie branchenübergreifend im Mittelstand.
In den vergangenen Geschäftsjahren wurde das Angebot der standardisierten Softwarelösungen für die mittelständischen Kunden strategisch in den Mittelpunkt gerückt ("strategische Produkte") und dessen Anteil am Gesamtgeschäft stark gesteigert. Wesentlich für diese Ausrichtung waren und sind die nach wie vor starken Wachstumsperspektiven in diesem
Geschäftsfeld, die Nachhaltigkeit von wiederkehrenden Umsätzen sowie die zunehmende Abkehr der Märkte von kundenindividuellen Softwarelösungen. Darüber hinaus spielte der Aspekt der Risikostreuung im Angebotsportfolio (Vermeidung einer zu starken Abhängigkeit von wenigen Großkunden und Partnern) eine wichtige Rolle.
Während das Geschäftsfeld Individual-Lösungen auf der "klassischen" Software-Geschäftslogik mit den Erlöskomponenten Lizenz, Entwicklung und Wartung beruht und damit einen starken Anteil von Einmalumsätzen beinhaltet, zeichnet sich das OEM-Geschäft der Binect stark durch mengenabhängige und nahezu vollständig wiederkehrende Erlöskomponenten aus.
Das strategisch im Fokus stehende Geschäftsfeld der standardisierten Softwarelösungen inkl. Fulfillment basiert zu über 90% auf wiederkehrenden Erlöskomponenten. Diese umfassen auf der einen Seite jährliche/monatliche Softwarelizenz- und Nutzungsentgelte sowie eine stark mengenabhängige Komponente (Sendungsentgelte). Auf der anderen Seite entstehen in Abhängigkeit von der Komplexität der Kundenanforderungen Einmalerlöse aus Implementierungs- und Konfigurations- sowie in einigen Fällen Entwicklungsleistungen. Diese einmaligen Erlöskomponenten machen jedoch nur einen geringen Anteil aus.
Neue Geschäftsfelder außerhalb des heutigen Postausgangsgeschäftes der Binect GmbH wurden von der Holding bewertet und im Laufe des vergangenen Geschäftsjahres in der Binect GmbH vorangetrieben. Ob diese künftig weiterhin in der Binect GmbH oder in weiteren Legal-Einheiten angesiedelt werden, wird zum geeigneten Zeitpunkt zu entscheiden sein.
Die angesprochenen ersten Lösungsangebote im Bereich des Posteingangmanagements treffen auf einen aufnahmebereiten Markt mit erheblichem Potenzial: Unternehmen und Institutionen aus dem Gesundheits- sowie dem öffentlichen Bereich stehen vor der Herausforderung, ihren gesamten Posteingang effizient zu managen und vor allem in die richtigen Verarbeitungs-Workflows einzusteuern. Am Markt verfügbare Angebote zeigen hier insbesondere für eher mittelständische Unternehmen und Institutionen Lücken auf und fokussieren auf die Kernfunktionen von DMS-Systemen. Ebenfalls wenig zielführend für viele Unternehmen und Behörden ist oftmals die Entscheidung, die eingehende physische Post zentral und extern digitalisieren zu lassen (ScanDienstleistung). Die Vorteile eines effizienten und qualitativ angemessenen Posteingangsmanagements liegen in der intelligenten Ver- und Bearbeitung der eingehenden Dokumente und Belege aus beliebigen Eingangskanälen. Stichworte sind hier die ggf. KIbasierte Klassifikation und Extraktion der Inhalte sowie die Weiterverarbeitung im Rahmen teilweise automatisierter Workflows. Dabei ist auch das Zusammenspiel mit bereits genutzten Systemen, allen voran DMS-/ECM-Systemen, von ausschlaggebender Bedeutung. Gerade letztgenannte Systeme decken den Bedarf häufig nur rudimentär ab und beinhalten insbesondere für den Mittelstand hohe Einführungshürden.
Produkte und Dienstleistungen
Das Produktportfolio im Kerngeschäft Binect GmbH umfasst entsprechend den o.g. Geschäftsfeldern die folgenden Lösungen:
— Binect Enterprise Individual:
Software-Lösungen für das professionelle Outputund Versandmanagement für Großkunden.
— Binect OEM:
E-Postbusiness Box: Digitale Poststelle für das Outsourcing des gesamten Postversands; Angebot erfolgt durch die Deutsche Post AG; Weiterentwicklung, Pflege, Wartung, Betrieb durch Binect.
- Binect Mittelstands-Lösungen:
- Binect Online: Brief- bzw. Web-Portal für den hybriden Postversand.
- Binect API: Einbindung von Binect Plattform und Fulfillment in beliebige Software-Anwendungen und -Lösungen, z.B. CRM-, ERP- und DMS-Systemen über eine moderne REST-Schnittstelle.
- Binect Cube NG: Einstieg in die professionelle Digitalisierung der Postausgangsprozesse: Digitale Poststelle für das Outsourcing des gesamten Postversands (Auslieferung als Hardware Appliance) mit einfacher Nutzung über einen neuen Web-Client.
- Binect Enterprise: SaaS-Lösung für komplexere Dokumentenversandanforderungen und hohe Volumina. Voll gemanagtes, dediziertes System, hochskalierbar und mit umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten. Outsourcing des gesamten Postversands inkl. individueller Fulfillment-Anforderungen. Nutzung über Web-Client, virtuellen Drucker oder individuell konfigurierbare Übergabeverzeichnisse.
Absatzmärkte
Die Leistungen der Binect GmbH werden aktuell ausschließlich auf dem deutschen Markt angeboten. Einer Ausweitung des Absatzmarktes z.B. über die gesamte DACH-Region oder in das europäische Ausland stehen heute einige Hürden entgegen, die im Wesentlichen mit dem physischen Dokumentenverkehr (klassische Briefzustellung) verbunden sind. Im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung und vor allem EU-weiten Harmonisierung der digitalen Dokumentenlogistik ist eine Ausweitung auf weitere Märkte angedacht.
Die inländischen Zielmärkte für unsere Produkte und Leistungen liegen sowohl im öffentlichen Sektor (Bund, Länder, Kommunen, Teile des Gesundheitswesens) als auch in der Privatwirtschaft. Aufgrund des vollständig horizontalen Angebotes existiert dabei grundsätzlich keine Sektoren- oder Branchenbeschränkung. Dennoch erfolgt eine zielgruppenspezifische Marktbearbeitung in dem Sinne, dass die Erweiterung um neue Funktionalitäten branchenbezogen priorisiert wird.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG DER BINECT-GRUPPE
Entwicklung der Rahmenbedingungen
Die Binect AG ist aufgrund der Geschäftsausrichtung stark abhängig von den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf dem deutschen Markt. Im Berichtszeitraum haben die wirtschaftlichen Folgen des Krieges in der Ukraine die Erholung von der Pandemie abgewürgt und das Niveau des Bruttoinlandsprodukts merklich gedrückt. Insbesondere zum Jahresende hin schwächte sich die deutsche Wirtschaftsleistung noch einmal deutlich ab. Nach einem BIP-Rückgang um 0,4% im vierten Quartal belief sich die Zuwachsrate im Jahr 2022 nach Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) auf 1,8% und fiel damit deutlich geringer aus, als vor Beginn des Krieges erwartet worden war.
Belastend wirkte vor allem die hohe Inflation. Waren in den ersten neun Monaten insbesondere die Energiepreise betroffen, so beschleunigte sich gegen Jahresende auch bei Lebensmitteln, Dienstleistungen und sonstigen Waren die Inflationstendenz immer mehr. Insgesamt erhöhten sich die Verbraucherpreise 2022 gemäß IfW Kiel um 6,9%. Die hohe Inflation schmälerte die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte und resultierte in einer deutlichen Änderung des Zinsumfelds. Innerhalb weniger Monate hob die EZB den Leitzins von 0,0% auf aktuell 3,5%. Dies wirkt sich restriktiv auf die Finanzierungsbedingungen und die Investitionstätigkeit der Unternehmen aus. Gleichzeitig verringerte auch der Staat seine expansive Finanzpolitik deutlich. Nach +3,8% im Vorjahr nahmen die staatlichen Konsumausgaben 2022 nur noch um 1,2% zu.
Positive Signale kamen zum Ende des Berichtszeitraums von den gestiegenen Auftragseingängen in der Industrie, abnehmenden Materialengpässen und überwiegend optimistischeren Geschäftsaussichten. Trotz der sichtbaren Abschwächung gehen die Konjunkturexperten derzeit deshalb nicht von einer anhaltenden Rezession aus.
Die angespannte Wirtschaftslage führte im Berichtszeitraum auch in der digitalen Wirtschaft in Deutschland zu Verunsicherung. Basierend auf negativen Erwartungen, fiel das Geschäftsklima der ITK-Branche von rund 30 Punkten zu Jahresbeginn bis auf nur noch 5,9 Punkte im November, bevor im Dezember eine leichte Erholung einsetzte. Zu kämpfen hatten die Unternehmen insbesondere mit höheren Einkaufspreisen für Energie, Rohstoffe, Vormaterialien und Bauteile. Wurden in der Gesamtwirtschaft 34% der Kostensteigerungen weitergegeben, war es bei den ITK-Unternehmen lediglich die Hälfte. Dies engt die Margen und damit den Spielraum für Investitionen ein. Ausschlaggebend für die geringe Preisdynamik sind der hohe Wettbewerbsdruck, langfristige Vertragsbindungen und eine ohnehin schon schwächere Nachfrage und geringere Zahlungsbereitschaft.

Gleichzeitig erkannten jedoch immer mehr Unternehmen, wie herausragend wichtig eine resiliente IT ist, und der allgemeine Digitalisierungstrend beschleunigte sich weiter.
Unter dem Strich zeigte sich die ITK-Branche im Berichtszeitraum robust, der Umsatz erhöhte sich nach Angaben des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom) 2022 um 4,0% auf 196,1 Mrd. EUR. Der Teilmarkt für Informationstechnik konnte dabei überdurchschnittlich zulegen und seine Bedeutung als größtes Branchensegment weiter ausbauen. Die Umsätze erhöhten sich im Berichtszeitraum hier um 6,6% auf 118,9 Mrd. EUR. Der stärkste Wachstumsimpuls kam mit +9,4% aus dem Bereich Software, das Geschäft mit IT-Services wuchs um 4,7%. Auch beim Beschäftigungswachstum war der Teilmarkt für Informationstechnik mit 49.000 neu entstandenen Jobs führend. Insgesamt sind aktuell 1,3 Millionen Menschen in der Branche beschäftigt. Im globalen Maßstab spielt der deutsche ITK-Markt eine untergeordnete Rolle. Der Anteil im von den USA und China dominierten Markt liegt weiterhin bei rund 4%.
War es in den ersten Jahren der Pandemie der Consumer-Bereich, wurde das Branchenwachstum 2022 von Unternehmensinvestitionen getragen. Gemäß einer repräsentativen Bitkom-Umfrage aus dem vergangenen Jahr investierten 43% der Unternehmen mehr Geld in Digitalisierung als noch 2021, 31% hielten die Investitionen stabil. Vor dem Hintergrund, dass 69% der Befragten davon ausgehen, dass in fünf Jahren digitale Geschäftsmodelle von sehr großer Bedeutung oder sogar entscheidend für den eigenen wirtschaftlichen Erfolg sein werden, aber 66% sich unverändert für Nachzügler halten, ist die gestiegene Investitionstätigkeit wenig verwunderlich.
Als Hemmnis empfinden viele Unternehmen bestehende Schriftformerfordernisse und Datenschutzregelungen. Dennoch setzen sich digitale Rechnungen in der deutschen Wirtschaft immer stärker durch. Erstellten vor zwei Jahren 65% der Unternehmen in Deutschland mindestens die Hälfte ihrer Rechnungen in digitaler Form, sind es heute 72%. Bei anderen elektronischen Belegarten ist die Akzeptanz derzeit noch deutlich geringer, zudem nutzen weniger als die Hälfte strukturierte Formate. Die automatisierte und medienbruchfreie digitale Abbildung von Geschäftsprozessen birgt damit unverändert ein erhebliches Innovationspotenzial und eine hohe Chance für Effizienzgewinne.
Beurteilung der Geschäftsentwicklung
In einem schwierigen Umfeld hat die Binect-Gruppe im Geschäftsjahr 2022 die Erwartungen klar übertroffen. Das Umsatzwachstum lag mit +23,5% deutlich über der ursprünglichen Prognose (10-15%), das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich trotz der erhöhten Investitionstätigkeit im Rahmen der Plattformoptimierung und Preiserhöhungen für Vorleistungen ebenfalls signifikant auf 295 TEUR, und der operative Cashflow drehte sich mit 1.455 TEUR wie angekündigt deutlich in den positiven Bereich. Damit stellt die Geschäftsentwicklung 2022 einen weiteren Meilenstein auf dem eingeschlagenen Weg profitablen Wachstums dar.
Ausschlaggebend dafür waren erneut die Lösungen für Mittelstand und die öffentliche Hand. Hier gelang es nicht nur, eine Vielzahl neuer Kunden zu gewinnen, sondern auch größere Accounts zu einer entsprechenden Nutzung der Binect-Lösungen und der Ausweitung des Einsatzes auf weitere Bereiche und Abteilungen zu motivieren. Bereits zu Jahresbeginn war aus den wichtigsten Marktsegmenten eine sehr aktive Nachfrage zu beobachten, die sich in stark steigenden Auftragseingängen sowie deutlich zunehmenden Sendungsmengen niederschlug. Diese erfreuliche Entwicklung setzte sich im weiteren Jahresverlauf fort und kulminierte zum Jahresende in einem neuen Rekordquartal und dem November als umsatzstärksten Monat der Firmengeschichte.
Stark im Fokus stand im vergangenen Jahr unverändert das Projekt ONE, das im Wesentlichen die technologische Erneuerung der Binect-Software umfasst. 2022 war als Hauptumsetzungsjahr für die Harmonisierung und technische Erneuerung des Softwareangebots geplant, entsprechend wurden die Anstrengungen noch einmal intensiviert. Mit Erfolg: Obwohl der Fachkräftemangel die Umsetzung erschwerte und punktuell verzögerte, wurden alle wesentlichen Meilensteine wie geplant erreicht. Zusätzlich zum bereits frühzeitig gelaunchten Next Generation Cube beinhaltet dies insbesondere die Fertigstellung aller wesentlichen Features für den neuen Binect Web-Client. Die laufende Migration von bestehenden Individualsystemen auf die Binect-Plattform rundet die fortgesetzte technische Erneuerung ab.
Ein weiterer Schlüssel für die erfolgreiche Entwicklung ist die Kooperation mit Top-Playern für alle Leistungsbereiche. Mit der Einführung des neuen Release der E-Postbusiness Box sowie der Verlängerung des Rahmenvertrags bis 2025 inklusive festgelegten Mindestumsatzes wurde hier im Berichtszeitraum eine gute Grundlage für künftiges Wachstum im OEM-Geschäft mit der Deutsche Post AG geschaffen. Mittelfristig soll Binect ONE die Basis für die technologische Erneuerung bilden. Darüber hinaus wurden vielversprechende Partnerschaften für das Wachstum im Bereich der Digitalisierung des Postausgangs eingegangen bzw. ausgeweitet (Campaign, Reisswolf); zu nennen ist hier zum Beispiel die Adressierung des ELO-Kosmos gemeinsam mit Reisswolf. Darüber hinaus konnten Partnerschaften eingegangen werden, die das künftige Wachstum außerhalb des heutigen Kerngeschäfts ermöglichen sollen (windream; OneClick Solutions).
Insgesamt besteht somit eine solide Basis für künftiges Wachstum.
Ertragslage
Der Jahresabschluss der Binect-Gruppe erfolgt als konsolidierter Konzernabschluss nach IFRS: Die Gewinn- und Verlustrechnung nach IFRS für den "Binect Konzern" wird nach dem Gesamtkostenverfahren dargestellt. Soweit Zahlen der Binect GmbH und Holdinggesellschaft Binect AG nachrichtlich aufgeführt werden, beziehen sich diese auf die nach dem Gesamtkostenverfahren dargestellten Einzelabschlüsse nach HGB.
Insgesamt wurden Konzern-Umsatzerlöse im Berichtszeitraum in Höhe von 12.480 TEUR (Vorjahr: 10.105 TEUR) erwirtschaftet. Auch die Ergebniskennzahlen weisen eine sehr positive Entwicklung auf: So konnte das EBITDA um 103 TEUR auf 741 TEUR in 2022 gesteigert werden (Vorjahr: 633 TEUR) und das EBIT verbesserte sich von 190 TEUR im Vorjahr um 128 TEUR bzw. +67% auf 318 TEUR in 2022. Das Ergebnis vor Ertragssteuern (EBT) erhöhte sich um 136 TEUR bzw. 86% auf 295 TEUR (Vorjahr: 159 TEUR). Unter Berücksichtigung der latenten Steuern von 140 TEUR im Berichtsjahr (Vorjahr: 59 TEUR) konnte für das Geschäftsjahr 2022 ein Konzernergebnis nach Steuern von 155 TEUR (Vorjahr: +100 TEUR) erzielt werden.
Der Gesamtumsatz der Tochtergesellschaft Binect GmbH konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23,5% von 10.105 TEUR auf 12.480 TEUR gesteigert werden. Größte Wachstumstreiber waren über alle Quartale die sog. strategischen Produkte für den Mittelstand, die im Umsatz um 42% wachsen konnten und mit 7.971 TEUR (Vorjahresperiode: 5.604 TEUR) nun bereits 64% am Gesamtumsatz der Binect ausmachen (2021: 55%).
Auch das Großkundensegment leistete über das gesamte Jahr einen weiterhin sehr bedeutenden Beitrag zur positiven Geschäftsentwicklung, wenngleich die über die E-Postbusiness Box realisierten Sendungsmengen der Kunden der Deutschen Post AG gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig waren. Das starke Wachstum der Mittelstandsprodukte konnte diese Entwicklung jedoch mehr als kompensieren.
Das Umsatzwachstum führte trotz der erfolgten, umfangreichen Investitionen in den Software-Umbau zu einer deutlichen Erhöhung des Jahresergebnisses vor Steuern (EBT) von 146 TEUR im Vorjahr auf 279 TEUR in 2022, was einer Steigerung um 91% entspricht.
Für die Einzelgesellschaft Binect AG verlief das Geschäftsjahr 2022 vollständig im Rahmen der Erwartungen. Bedingt durch den Dienstleistungs-Fokus der Holding beruht der Umsatz der Gesellschaft fast vollständig auf der Konzernumlage an die einzig verbliebene Tochtergesellschaft Binect GmbH. Da insbesondere Beratungskosten bei der Holding im Berichtsjahr geringer ausfielen als im Vorjahr, konnte entsprechend auch die Konzernumlage reduziert werden. Somit ging der Umsatz der Einzelgesellschaft Binect AG um 92 TEUR auf 888 TEUR zurück (Vorjahr: 980 TEUR). Mit einem EBT von 30 TEUR in 2022 (2021: 22 TEUR) bewegte sich das Ergebnis voll im budgetierten Rahmen.
Finanz- und Vermögenslage
Kapitalstruktur
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Konzern-Bilanzsumme im Berichtszeitraum von 9.954 TEUR auf 11.573 TEUR um 1.619 TEUR erhöht. Die Erhöhung ist auf der Aktivseite insbesondere auf die Bilanzierung des Nutzungsrechts (Right of Use) gemäß IFRS 16 aus dem auf 8 Jahre abgeschlossenen Mietvertrag für die neuen Büroflächen der Gesellschaft zurückzuführen, was ganz wesentlich zum Anstieg der Sachanlagen um 824 TEUR auf 917 TEUR geführt hat. Darüber hinaus haben auch die Zahlungsmittel um 482 TEUR sowie die immateriellen Vermögenswerte (durch Aktivierung selbst geschaffener Software) um 479 TEUR zugenommen.
Auf der Passivseite haben sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bewusst gesteuert um 362 TEUR sowie neben weiteren Positionen auch die sonstigen Schulden um 210 TEUR erhöht. Infolge der Erhöhung der Bilanzsumme ist die Konzern-Eigenkapitalquote von 85,9% zum 31.12.2021 auf den immer noch sehr hohen Wert von 75,0% zum 31.12.2022 gesunken.
Lang- und kurzfristiges Vermögen
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stiegen von 2.046 TEUR zum 31.12.2021 um 482 TEUR auf 2.528 TEUR zum 31.12.2022. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen konnten trotz signifikanter Umsatzsteigerung von 2.132 TEUR auf 2.020 TEUR reduziert werden. Auch die sonstigen Vermögenswerte gingen leicht zurück von 254 TEUR im Vorjahr auf 223 TEUR zum 31.12.2022. Der Vorratsbestand verringerte sich ebenfalls von 220 TEUR im Vorjahr auf 196 TEUR im Berichtsjahr. Insgesamt stiegen die kurzfristigen Vermögenswerte zum 31.12.2022 auf 4.967 TEUR gegenüber 4.651 TEUR zum 31.12.2021.
Die immateriellen Vermögenswerte erhöhten sich im Berichtszeitraum durch selbst geschaffene Software im Rahmen des Projekts Binect ONE um 479 TEUR auf 5.689 TEUR (Vorjahr: 5.210 TEUR) und spiegeln überwiegend den Beteiligungswert der Binect GmbH wider. Insbesondere durch die Kapitalisierung des Büromietvertrags (Nutzungsrechte an Grundstücken und Gebäuden), was die Sachanlagen sprunghaft um 824 TEUR hat ansteigen lassen, haben sich die langfristigen Vermögenswerte in Summe von 5.303 TEUR zum 31.12.2021 auf 6.606 TEUR zum 31.12.2022 signifikant erhöht. Die Finanzanlagen spielen hingegen keine Rolle.
Lang- und kurzfristiges Fremdkapital
Die langfristigen Schulden bestehen aus den langfristigen Leasingverbindlichkeiten im maßgeblichen Zusammenhang mit dem Büromietvertrag in Höhe von 677 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) sowie passiven latenten Steuerschulden, die zum 31.12.2022 um 140 TEUR auf 324 TEUR angestiegen sind (Vorjahr: 184 TEUR).
Die Ausweitung der kurzfristigen Schulden um 645 TEUR im Berichtszeitraum hat zwei Gründe: Zum einen werden die Lieferanten-Rechnungen wieder im üblichen Rahmen des jeweiligen Zahlungsziels und nicht mehr sofort beglichen, da die Banken seit Mitte 2022 nicht mehr 0,5% Verwahrentgelt (Strafzinsen) auf Bankguthaben erheben. Das veränderte Zahlungsverhalten führte in Verbindung mit der durch das Umsatzwachstum einhergegangenen Ausweitung des Einkaufsvolumens zu einer Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 362 TEUR auf 1.136 TEUR (Vorjahr: 775 TEUR). Zum anderen ist der Anstieg der sonstigen Schulden um 210 TEUR auf 537 TEUR zum 31.12.2022 (Vorjahr: 327 TEUR) anzuführen; diese umfassen im Wesentlichen höhere Rückstellungen.
Eigenkapital
Bei unverändert gezeichnetem Kapital in Höhe von 3.216 TEUR stieg das Eigenkapital infolge der realisierten Jahresüberschüsse um 157 TEUR auf 8.680 TEUR zum 31.12.2022 gegenüber 8.523 TEUR zum 31.12.2021.
Kapitalflussrechnung und Liquidität
Die für die Liquiditätssituation positiven Veränderungen bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 111 TEUR sowie bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 362 TEUR – jeweils gegenüber dem Vorjahr – führten im Berichtszeitraum wesentlich zum positiven Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit von 1.455 TEUR. Im Vorjahr war der operative Cashflow mit -465 TEUR noch deutlich negativ ausgefallen.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich aufgrund des Erwerbs von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten im Rahmen des Projekts ONE auf -850 TEUR (Vorjahr: -563 TEUR). Die getätigten Investitionen in zeitgemäße, ergonomische Büromöbel und IT-Arbeitsplatzausstattung sind hier anzuführen.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im Berichtsjahr -122 TEUR, wobei hier die bilanzielle Berücksichtigung der Zins- und Tilgungsleistungen aufgrund der Leasingverbindlichkeiten maßgeblich ist, während im Vorjahr die Eigenkapitalzuführungen aus der erfolgreich realisierten Kapitalerhöhung zu einem Cashflow von 1.415 TEUR geführt haben.
Die Nettoveränderung der Zahlungsmittel belief sich im Berichtsjahr auf +482 TEUR (Vorjahr: +388 TEUR).
Der Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres 2022 erhöhte sich auf 2.528 TEUR im Vergleich zu 2.046 TEUR zum 31.12.2021.
Trotz nochmals hoher Investitionen in Project ONE im Jahr 2023 ist für die nächsten Geschäftsjahre von einer ausreichend guten Liquiditätslage auszugehen.
Ausblick
Im Geschäftsjahr 2022 wurden wichtige Meilensteile erreicht, um die Binect-Gruppe weiterhin zukunftssicher und wachstumsstark zu machen. Dies gelang erneut zu guten Teilen aus dem eigenen Cashflow. Im Geschäftsjahr 2023 verfolgt die Binect-Gruppe den eingeschlagenen Kurs konsequent weiter und plant, bis zur Jahresmitte den im Rahmen von Project ONE geplanten Software-Umbau erfolgreich abgeschlossen zu haben. Der technologische Fokus in der zweiten Jahreshälfte wird deutlich stärker auf der Erweiterung des Funktionsspektrums der Binect-Software liegen, um den Bedarf weiterer Marktsegmente und Zielgruppen erfolgreich bedienen und damit weiter wachsen zu können.
Wesentliches Element der Marktstrategie ist der Ausbau des Leistungsangebotes durch geeignete Partnerschaften. So führt die 2022 gestartete Zusammenarbeit der Tochtergesellschaft Binect GmbH mit dem ECM-Hersteller windream und dem Input Management Spezialisten One Click Solutions zu zusätzlichen Leistungsangeboten im Bereich des digitalen Posteingangs und der digitalen Belegverarbeitung unter der Marke Binect. Die ersten Pilotprojekte verlaufen planmäßig und dienen vordergründig dazu, Erfahrungen zu sammeln und die Angebotsbausteine zu optimieren.
Parallel zu Marktstrategie, Produktausweitung und Software-/Plattform-Ausbau erfolgt im laufenden Geschäftsjahr auch eine vertriebliche Re-Fokussierung. Mit den neu geschaffenen Funktionalitäten und Schnittstellen können potenzielle Kunden und Marktpartner ins Visier genommen werden, die in den vergangenen Jahren nicht im Fokus standen, da ihre Anforderungen – bedingt durch die bisherige Software-Generation – häufig individuelle Anpassungen erfordert hätten. Mit der neuen Produktplattform wird der Vertrieb verstärkt darauf ausgerichtet, diese neuen Zielgruppen erfolgreich zu erschließen.
Obgleich das Thema "Customizing as a Service" aufgrund der starken Nachfrage oberste Priorität hat, bleibt auch die Binect API auf der Agenda. Zusammen mit dem Kooperationspartner Campaign hat Binect bereits im vergangenen Jahr begonnen, den Leistungsumfang der API-Lösung auszubauen und weitere Potenziale im Bestandskundenumfeld zu erschließen. Eine deutliche Ausweitung des API-Sendungsvolumens wird angestrebt, und die Zahlen der ersten drei Monate untermauern die Wachstumsambitionen. Die erfolgreiche Akquisition eines größeren Kunden spielt hierbei eine wichtige Rolle. Mittelfristiges Ziel ist die komplette Erneuerung der Binect-API.
Eine Stagnation bzw. einen leichten Rückgang der Sendungsmengen verzeichnete im vergangenen Jahr die von der Deutsche Post AG (DPAG) vertriebene E-Postbusiness Box. Dieser Trend wird nach Einschätzung der Binect anhalten, da mögliche Verlagerungen in den digitalen Versand (z.B. E-Mail) oder mögliche Wechsel von Kunden in komplexere Lösungen evtl. nicht vollständig durch Neugeschäft kompensiert werden können. Die Verlängerung des Rahmenvertrags mit der DPAG bis Ende 2025 stellt mittelfristig jedoch den Rahmen für eine deutliche Weiterentwicklung des bislang Hardware-basierten Angebotes dar.
Über die bestehenden Fulfillment-Wege hinaus verleiht die Mitte 2022 abgeschlossene, umfangreiche Kooperation mit der Bertelsmann-Tochter Campaign der Binect-Gruppe zusätzliche Optionen im Bereich der Zustellung. Die Partnerschaft stellt nicht nur sicher, dass ausreichend Kapazität für das aktuelle und künftige Wachstum zur Verfügung steht; positive Effekte ergeben sich auch für die Qualität des Fulfillments und in punkto Nachhaltigkeit, die für die Zielgruppen der Binect zunehmend an Bedeutung gewinnt. Während die Kooperation auf der Printing-Seite die Angebotsmöglichkeiten von Binect im Bereich Druck- und Sendungs-Outsourcing deutlich erweitert, soll 2023 auch die Zusammenarbeit auf vertrieblicher Ebene vertieft werden.
Mit den getroffenen Entscheidungen untermauert Binect das Ziel, die Digitalisierung der Postausgangsprozesse im deutschen Mittelstand voranzutreiben; die Transformation von Kommunikationskanälen schreitet auch in Deutschland weiter voran. Gemäß aktuellem Bitkom-Digital-Index arbeiten bereits 42% der deutschen Unternehmen größtenteils papierarm. Neben der Digitalisierung spielt die Automatisierung dabei eine immer wichtigere Rolle. 43% der Befragten setzen zur Vereinfachung von Geschäfts- und Verwaltungsprozessen auf die automatische Erkennung von Dokumenten und Informationen oder planen dies in Zukunft.
Dies wirkt sich positiv auf das Branchenklima aus. Der Bitkom-ifo-Digitalindex, der die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen für die kommenden drei Monate abbildet, verbesserte sich zu Jahresbeginn auf 18,5 Punkte. Erstmals seit letztem Sommer wurden auch die Aussichten wieder überwiegend positiv bewertet. Nach Bitkom-Berechnungen wird der deutsche Markt für IT, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik 2023 um 3,8% auf 203,4 Mrd. EUR wachsen und 45.000 zusätzliche Jobs schaffen. Der Markt für Informationstechnik (+6,3%) dürfte sich dabei überdurchschnittlich entwickeln, getrieben vom Software-Segment (+9,3%). Für das Geschäft mit IT-Services wird ein stabiles Wachstum um 4,7% erwartet.
Anspruch der Binect ist es, auch dieses Jahr wieder schneller zu wachsen als die Branche. Die Nachfrage nach einfachen, modularen Angeboten für das Management und Outsourcing von Postausgangsprozessen ist weiterhin groß. Der Jahresauftakt im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres verlief vielversprechend. Auftragseingang und Umsatzniveau konnten im Vergleich zum starken Vorjahr nochmals leicht gesteigert werden, so dass aus heutiger Sicht von einem erfreulichen Jahresverlauf ausgegangen wird.
Das gesamtwirtschaftliche Umfeld ist jedoch nach wie vor von Unsicherheit geprägt. Ein Ende des Krieges in der Ukraine ist derzeit nicht absehbar, und eine anhaltende Rezession kann nicht ausgeschlossen werden, auch wenn Wirtschaftsforschungsinstitute wie das IfW Kiel in ihren jüngsten Prognosen nicht davon ausgehen. Zudem hat die Wettbewerbsintensität insbesondere im Bereich des Fulfillments seit dem vergangenen Geschäftsjahr deutlich zugenommen. Ein Faktor, der sich möglicherweise belastend auf die Profitabilität der mittelständischen Unternehmen auswirken wird, ist die derzeit hohe Inflation in Deutschland, die zu hohen Lohn- und Gehaltsforderungen führt.
Das Management wird diese Entwicklungen genau beobachten und alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um die Unternehmensziele im Jahr 2023 zu erreichen. Unter Berücksichtigung der bisherigen Entwicklung und der genannten Herausforderungen erwartet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2023 zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein weiteres konsolidiertes Umsatzwachstum in einer Größenordnung von 10 bis 15% sowie ein deutlich positives EBITDA und ein positives Ergebnis vor Steuern (EBT).
Der Vorstand
Dr. Frank Wermeyer

KENNZAHLEN IM ÜBERBLICK
Binect GMBH (HGB Einzelabschluss)
| TEUR | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Umsatz | 12.480 | 10.105 |
| Strategisch relevanter Umsatz | 7.971 | 5.604 |
| EBITDA | 631 | 534 |
| EBT | 279 | 146 |
| Liquide Mittel (Stichtag 31.12.) | 1.285 | 747 |
| Mitarbeiter (FTE, Stichtag 31.12.) | 41,3 | 38,5 |
- Die Binect GmbH konnte eine deutliche Umsatzsteigerung um 23,5% gegenüber dem Vorjahr realisieren.
- Der Umsatz im Geschäftsfeld "Binect-Standardangebote" wächst mit ca. 42% und trägt das Gesamtwachstum. Der Umsatzanteil dieses strategischen Angebotsportfolios am Gesamtumsatz liegt nun erstmals bei über 64%.
- EBITDA und EBT konnten trotz der umfangreichen Investitionen in Project ONE, das die Produktharmonisierung und die technologische Weiterentwicklung der Software-Plattform umfasst, weiter gesteigert werden.
- Durch das Umsatzwachstum und ein effektives Forderungsmanagement konnten die liquiden Mittel zum Stichtag gegenüber dem Vorjahr um 538 TEUR erhöht werden.
Binect AG (HGB Einzelabschluss)
| TEUR | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Umsatz | 888 | 980 |
| EBITDA | -8 | -18 |
| EBT | 30 | 22 |
| Liquide Mittel (Stichtag 31.12.) | 1.242 | 1.299 |
| Mitarbeiter (FTE, Stichtag 31.12.) | 1,5 | 1,5 |
- Der Umsatz der Binect AG besteht ausschließlich aus internen Leistungen und entspricht vollständig der Konzernumlage an die Binect GmbH.
- Die Binect AG als Holdinggesellschaft wurde in 2022 wie in den Vorjahren auf ein leicht positives Ergebnis gesteuert.
- Die liquiden Mittel zum Stichtag bewegten sich weitgehend auf Vorjahresniveau.
AKTIE UND BETEILIGUNGSSTRUKTUR
Das Grundkapital der Binect AG betrug zum Bilanzstichtag 3.215.715,00 EUR und war eingeteilt in 3.215.715 nennwertlose Stückaktien, die auf den Inhaber lauten und einen anteiligen Betrag von 1,00 EUR je Aktie am Grundkapital aufweisen. Alle Aktien verfügen über die gleichen Stimmrechts- und Dividendenansprüche.
Informationen zur Aktie
| ISIN / WKN | DE000A3H2135 / A3H213 |
|---|---|
| Börsenkürzel | MA1 |
| Handels segment |
Open Market (Freiverkehr) der Börse Frankfurt |
| Art der Aktie | Inhaberaktie |
| Erstnotiz | 28. November 2006 |
| Anzahl Aktien |
3.215.715 (zum 31.12.2022) |
| Handels plätze |
Frankfurt, XETRA©, Hamburg, Berlin, München, Stuttgart, Düsseldorf |
| Designated Sponsor |
BankM AG, Frankfurt |

Aktionärsstruktur
Kursentwicklung der Binect Aktie
Hatten die Börsen 2021 ein zwar turbulentes, aber unter dem Strich sehr erfolgreiches Börsenjahr nahe des Allzeithochs beendet, mussten die Aktienmärkte 2022 weltweit deutliche Kurseinbußen hinnehmen. Geopolitische Krisen, rasant steigende (Energie-)Preise und eine geldpolitische Zeitenwende prägten das Geschehen, ausgelöst durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Gestartet bei über 16.000 Punkten, fiel der deutsche Leitindex DAX Anfang März erstmals unter die 13.000-Punkte-Marke. Es folgte eine vorübergehende Erholung mit anschließender Seitwärtsbewegung auf einem Niveau zwischen 13.500 und 14.500 Punkten. Im Juni und Juli wiederholte sich dieses Szenario, bevor der DAX ab Mitte August erneut nachgab bis auf den Tiefstwert im Berichtszeitraum von 11.975,55 Punkten am 29.09.2022. Bis zum Periodenschluss folgte eine kleine Jahresendrally, am 31.12.2022 notierte der Index bei 13.923,59 Punkten. Das ist gleichbedeutend mit einem Rückgang um 12,3% gegenüber seinem Schlusskurs von Ende Dezember 2021. Beim TecDAX war der Kursverlust mit rund 25,5% sogar noch deutlich höher.
In diesem Umfeld geriet auch die Aktie der Binect AG im Jahresverlauf zeitweise unter Druck, präsentierte sich mit einem Kursrückgang von 8,0% aber insgesamt stabiler als der Markt. Mit einem Kurs von 2,82 EUR ins neue Jahr gestartet, stieg der Wert am 13.01.2022 zunächst auf den Jahreshöchstkurs von 3,08 EUR. Mit Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen, die eine erfreuliche Gesamtentwicklung, aber ein nicht ganz so hoch wie prognostiziertes Umsatzwachstum zeigten, fiel der Kurs Ende Januar jedoch wieder unter sein Ausgangsniveau. Gestützt durch mehrere positive Mitteilungen, stabilisierte sich die Binect-Aktie im Frühjahr trotz des negativen Marktumfelds infolge des Kriegsausbruchs in der Ukraine auf einem Niveau von 2,50 EUR. Erst im Zuge des erneuten Markteinbruchs im Juni fiel die Binect-Aktie bei niedrigem Handelsvolumen am 22.06.2022 mit 2,16 EUR auf den Tiefstwert im Berichtszeitraum. In der zweiten Jahreshälfte erholte sich der Kurs aufgrund der guten operativen Entwicklung wieder leicht und bewegte sich überwiegend zwischen 2,20 EUR und 2,50 EUR. Am 30.12.2022 beschloss die Binect-Aktie das Jahr mit einem Kurs von 2,54 EUR im Xetra-Handel.
Infolge des Kursverlusts verringerte sich die Marktkapitalisierung der Binect AG zum 31.12.2022 leicht auf rund 8,2 Mio. EUR (31.12.2021: 8,9 Mio. EUR). Bedeutendster Handelsplatz der Binect-Aktie war im Berichtszeitraum die elektronische Plattform XETRA mit rund 66% Umsatzanteil, gefolgt von der Berliner Tradegate Exchange mit rund 25%, der Börse Stuttgart mit rund 5% und dem Frankfurter Parkett mit rund 3%. Das durchschnittliche Handelsvolumen über alle Börsenplätze lag bei 103.206 Aktien pro Monat (2021: 203.332 Aktien pro Monat). Die Liquiditätsunterstützung zur Gewährleistung der Handelbarkeit der Binect-Aktie im vollelektronischen Xetra-Handelssystem der Deutsche Börse AG erfolgte durch die BankM AG.
| Binect Aktie | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Jahreshöchstkurs (XETRA®-Schlusskurs) | 3,080 EUR | 4,000 EUR |
| Jahrestiefstkurs (XETRA®-Schlusskurs) | 2,160 EUR | 2,580 EUR |
| Marktkapitalisierung am Jahresende | 8,2 Mio. EUR | 8,9 Mio. EUR |
| Schlusskurse | 2022 | 2021 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Binect Aktie (XETRA®) | 2,540 EUR | 2,760 EUR | -8,0% |
| DAX | 13.923,59 EUR | 15.884,86 EUR | -12,3% |
| TecDAX | 2.921,12 EUR | 3.920,17 EUR | -25,5% |
| DAXsector Technology | 1.602,32 EUR | 2.192,70 EUR | -26,9% |
XETRA-Schlusskurse; Quelle: Bloomberg
Investor Relations
Der Bereich Investor Relations ist bei der Binect AG verantwortlich für die offene Kommunikation zu bestehenden Aktionären, potenziellen Investoren sowie zu allen anderen interessierten Marktteilnehmern. Als Schnittstelle zum Kapitalmarkt steht die umfassende und transparente Information der Marktteilnehmer im Mittelpunkt. Ziel ist es, das Vertrauen in das Unternehmen und die Aktie der Binect weiter zu stärken und zur Bildung einer realistischen Erwartungshaltung beizutragen. Dazu tritt der Vorstand persönlich und direkt in Kontakt zu den relevanten Finanzmarktteilnehmern.
Im Rahmen der regelmäßigen Berichterstattung informiert der Vorstand die Aktionäre und die interessierte Öffentlichkeit zeitnah über die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens. Alle wesentlichen Ereignisse werden gemäß der gesetzlichen Ad-hoc-Publizität oder über Pressemitteilungen (Corporate News) veröffentlicht. Auf der Internetseite der Gesellschaft (www.binect.com) finden sich im Investor Relations Bereich alle wesentlichen Informationen rund um die Aktie, wie z.B. der Finanzkalender mit allen wichtigen Terminen, ein Archiv mit den Pflichtveröffentlichungen und Pressemitteilungen sowie Informationen über anstehende und vergangene Hauptversammlungen der Binect AG. Zur direkten Kontaktaufnahme mit dem Bereich Investor Relations stehen die Kontaktdaten auf der Homepage zur Verfügung.
Unsere Aktionäre und die interessierte Öffentlichkeit haben wir im Geschäftsjahr 2022 zeitnah über den aktuellen Geschäftsverlauf, besondere Ereignisse sowie die Perspektiven des Unternehmens informiert. Unter anderem in einem Conference Call anlässlich der Veröffentlichung des Geschäftsberichts sowie bei der virtuellen Hauptversammlung am 23. Juni 2022 konnten sich die Aktionäre über das abgelaufene Geschäftsjahr 2021 und die aktuelle Lage bei der Binect AG informieren. Darüber hinaus präsentierte der Vorstand die Gesellschaft bei der Frühjahrskonferenz, die am 06./07. Mai 2022 in Frankfurt abgehalten wurde, sowie bei der "MKK Münchener Kapitalmarkt Konferenz", die am 15./16. November 2022 stattfand. Mit rund 120 börsennotierten Unternehmen ist die Frühjahrskonferenz die größte Kapitalmarktkonferenz für Small- und Mid-Caps, und die MKK ist die wichtigste Kapitalmarktkonferenz im süddeutschen Raum. Auch 2023 ist wieder eine Teilnahme an beiden Konferenzen vorgesehen.
Finanzkalender
| 13. April 2023 | Veröffentlichung des Konzernabschlusses 2022 und Investoren-Call |
|---|---|
| 15. Mai 2023 | Equity Forum, Frühjahrskonferenz in Frankfurt |
| 29. Juni 2023 | Ordentliche Hauptversammlung 2023 (virtuelle HV) |
| 15. September 2023 | Veröffentlichung des Halbjahresabschlusses 2023 |
| 15. November 2023 | MKK – Münchner Kapitalmarkt Konferenz |
| 31. Dezember 2023 | Ende des Geschäftsjahres |
BERICHT DES AUFSICHTSRATS
Der Aufsichtsrat der Binect AG hat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben umfassend wahrgenommen und die Geschäftsführung des Vorstands regelmäßig überwacht und beratend begleitet. Bei allen Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden.
Dabei standen im Jahr 2022 aus Sicht des Aufsichtsrats neben den kontinuierlich zu behandelnden Themen wie aktueller Geschäftsverlauf, Finanz- und Liquiditätslage sowie Risikomanagement vor allem folgende Aktivitäten im Vordergrund:
- Strategische Ausrichtung und entsprechende Weiterentwicklung der Gesellschaft (Erschließung neuer Märkte und Angebote im Umfeld der heute angebotenen Digitalisierungslösungen);
- Sicherstellung einer erfolgreichen Umsetzung der Plattformoptierung (Project ONE).
Vorstand und Aufsichtsrat standen wie im Vorjahr laufend in sehr engem Austausch über die möglichen Auswirkungen der ausklingenden Corona-Krise sowie über die Konsequenzen des russischen Angriffskrieges auf die Geschäftsentwicklung des Unternehmens und die damit verbundenen Risiken. Hier standen die Maßnahmen zum Schutz von Mitarbeitern, Kunden und Zulieferern sowie die Möglichkeiten zur Abwehr und Abmilderung der Folgen der Krisen einschließlich der Auswirkungen auf die Unternehmensstrategie im Mittelpunkt der Abstimmungen.
Im Geschäftsjahr 2022 kam der Aufsichtsrat zu fünf telefonischen bzw. Online-Sitzungen zusammen. Bei den Sitzungen waren stets sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats anwesend. Weitere Beschlüsse erfolgten satzungsgemäß im Umlaufverfahren.
In allen Sitzungen des Aufsichtsrats waren der Vorstand und der kaufm. Leiter anwesend. Bei der Besprechung und Beschlussfassung über Themen, die insbesondere den Vorstand und seine Vergütung betreffen, hat der Aufsichtsrat ohne den Vorstand getagt und beschlossen. Zwischen den Sitzungen hat der Vorstand den Aufsichtsrat oder seinen Vorsitzenden regelmäßig in Telefonaten über wesentliche Entwicklungen informiert und Entscheidungen vorab mit dem Aufsichtsrat, insbesondere dem Vorsitzenden, abgestimmt.
Aus Sicht des Aufsichtsrats hat der Vorstand damit seine Berichts- und Informationspflichten gegenüber dem Aufsichtsrat im abgelaufenen Geschäftsjahr umfassend erfüllt und den Aufsichtsrat sowohl in den Aufsichtsratssitzungen als auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen laufend und umfassend über die Geschäftsentwicklung, die strategische Unternehmensentwicklung, die Lage der Gesellschaft und ihrer Beteiligungen sowie die wesentlichen Geschäftsvorfälle einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements informiert.
Themen, mit denen sich der Aufsichtsrat bei seiner Arbeit innerhalb und außerhalb der Sitzungen beschäftigt hat, waren insbesondere:
- Monitoring des aktuellen Geschäftsverlaufs im Vergleich zur verabschiedeten Planung und dem Vorjahresverlauf inkl. der laufenden Überwachung der Finanz- und Liquiditätslage,
- Fragen der strategischen Ausrichtung der Binect AG und der Tochtergesellschaft Binect GmbH,
- Diskussion und Genehmigung von Planung und Budget für das Geschäftsjahr 2023.
Der Aufsichtsrat hat sich im Berichtszeitraum mit dem Risikomanagement in Form des klassischen Beteiligungs-Controllings und der Verfügbarkeit verlässlicher finanzieller und betriebswirtschaftlicher Kennzahlen auseinandergesetzt. Der Aufsichtsrat hat keine Hinweise für Schwachstellen des Systems erhalten. Das interne Kontrollsystem der Gesellschaft war, soweit es für eine ordnungsgemäße Rechnungslegung von Bedeutung ist, Gegenstand der Jahresabschlussprüfung.
Der Aufsichtsrat bestand im Berichtszeitraum satzungsgemäß aus drei Personen. Der Aufsichtsrat bildete keine Ausschüsse.
Überwachung und Beratung des Vorstands bei der Geschäftsführung
Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens überwacht und sich regelmäßig, zeitnah und umfassend mittels schriftlicher Berichte und mündlicher Schilderungen über die Geschäftsentwicklung und die Lage des Unternehmens informieren lassen. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat hinsichtlich der strategischen Weiterentwicklung, der beabsichtigten und durchgeführten Organisationsund Personalmaßnahmen, der technologischen Optimierung, der Liquiditätssituation der Gesellschaft, der
bestehenden Risiken und der Unternehmensplanung, die immer wieder einer kritischen Überprüfung unterzogen wurde.
Der Aufsichtsrat wurde über vorübergehend aufgetretene Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen informiert; die Ursachen hierfür wurden eingehend erläutert und diskutiert und, soweit erforderlich, entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Der Aufsichtsrat war in alle wesentlichen Entscheidungen, die für das Unternehmen von besonderer Bedeutung waren, unmittelbar eingebunden. Er hat diese ausführlich erörtert und den Vorstand beratend begleitet.
Im Geschäftsjahr 2022 hat der Aufsichtsrat der Binect AG die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und sich von der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung durch den Vorstand überzeugt.
Geschäftsentwicklung
Die Tochtergesellschaft Binect GmbH konnte im Geschäftsjahr 2022 trotz der fortbestehenden Auswirkungen der Pandemie auf Neu- und Bestandsgeschäft erneut eine sehr deutliche Wachstumssteigerung erzielen. Die Ziele des verabschiedeten Budgets 2022 wurden dabei übererfüllt, die zu Beginn des Geschäftsjahres veröffentlichte Prognose mit einem Umsatzwachstum von 10-15% wurde mit einem tatsächlichen Umsatzwachstum von 23,5% deutlich übertroffen. Die Erfolge im Berichtszeitraum zeigen insgesamt, dass sich die Binect GmbH mit den getroffenen Maßnahmen im Hinblick auf die vertriebliche Ausrichtung, die anvisierten Marktsegmente, das Produkt- und Lösungsportfolio grundsätzlich auf dem richtigen und soliden Weg befindet.
Feststellung des Jahresabschlusses
Der Jahresabschluss der Binect AG wird wie im Vorjahr wieder als konsolidierter Konzernabschluss erstellt und umfasst die beiden Einzelgesellschaften Binect AG und Binect GmbH. Unter dem Aspekt der Vergleichbarkeit mit früheren Abschlüssen des Binect Konzerns wurde der Abschluss in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt.
Als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022 wurde die ba audit gmbh Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Berlin von der Hauptversammlung am 23.06.2022 bestätigt und vom Aufsichtsrat mit der Prüfung des Abschlusses zum 31.12.2022 beauftragt. Die Prüfung erfolgte satzungsgemäß freiwillig, eine gesetzliche Verpflichtung zur Prüfung bestand nicht. Die ba audit gmbh Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den Abschluss des Binect-Konzerns für das Geschäftsjahr 2022, der implizit auch die Prüfung des Jahresabschlusses der Binect AG beinhaltet, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Der Abschluss des Binect Konzerns zum 31.12.2022, die Vorlagen und der Prüfungsbericht wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig ausgehändigt. Die Unterlagen wurden ausführlich besprochen.
Der Konzernabschluss zum 31.12.2022 wurde in einer Online-Sitzung des Aufsichtsrats am 06.04.2023 durch den Vorstand vorgestellt und vom Abschlussprüfer erläutert. Der Vorstand berichtete über den Ablauf der Prüfung und die Prüfungsergebnisse und stand für weitere Fragen zur Verfügung. Anschließend erörterte der Aufsichtsrat den Prüfbericht intern. Der Abschluss des Binect Konzerns, aufgestellt nach IFRS zum 31.12.2022, wurde vom Aufsichtsrat geprüft. Nach seiner eigenständigen Prüfung hat der Aufsichtsrat dem Ergebnis des Abschlussprüfers zugestimmt. Es bestanden keine Einwände. Den vom Vorstand aufgestellten Konzernabschluss zum 31.12.2022 hat der Aufsichtsrat am 06.04.2023 gebilligt. Der Jahresabschluss wurde damit gemäß § 172 AktG festgestellt.
Der Aufsichtsrat ist davon überzeugt, dass sich die Gesellschaft auf dem richtigen Weg bei der Umsetzung ihrer Unternehmensstrategie und ihrer Weiterentwicklung befindet.
Weiterstadt, im April 2023
Für den Aufsichtsrat:
Ronald Gerns
Vorsitzender des Aufsichtsrats

KONZERNABSCHLUSS 2022

KONZERN-BILANZ ZUM 31.12.2022
| Aktiva | Angabe | 31.12.2022 (in EUR) | 31.12.2021 (in EUR) |
|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | |||
| Immaterielle Vermögenswerte | 1 | 5.688.642,53 | 5.210.126,54 |
| Sachanlagen | 1 | 917.137,57 | 92.902,05 |
| Finanzanlagen | 1 | 2,00 | 2,00 |
| 6.605.782,10 | 5.303.030,59 | ||
| Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 2 | 2.527.856,43 | 2.045.516,58 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 3 | 2.020.129,39 | 2.131.579,73 |
| Vorräte | 4 | 196.420,00 | 220.248,00 |
| Sonstige Vermögenswerte | 5 | 222.785,39 | 253.858,81 |
| 4.967.191,21 | 4.651.203,12 | ||
| Summe Vermögenswerte | 11.572.973,31 | 9.954.233,71 |
| Passiva | Angabe | 31.12.2022 (in EUR) | 31.12.2021 (in EUR) |
|---|---|---|---|
| Eigenkapital | |||
| Gezeichnetes Kapital | 19 | 3.215.715,00 | 3.215.715,00 |
| Kapitalrücklage | 4.710.719,30 | 4.708.088,05 | |
| Gewinnrücklagen einschließlich Ergebnisvortrag | 599.190,97 | 499.583,25 | |
| Konzernperiodenergebnis | 154.701,48 | 99.607,72 | |
| 8.680.326,75 | 8.522.994,02 | ||
| Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital |
8.680.326,75 | 8.522.994,02 | |
| Langfristige Schulden | |||
| Leasingverbindlichkeiten | 6 | 676.725,88 | 0,00 |
| Latente Steuerschulden | 8 | 324.153,00 | 184.181,56 |
| 1.000.878,88 | 184.181,56 | ||
| Kurzfristige Schulden | |||
| Leasingverbindlichkeiten | 7 | 99.797,80 | 0,00 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 7 | 1.136.263,46 | 774.606,60 |
| Steuerschulden | 7 | 118.227,55 | 145.149,25 |
| Sonstige Schulden | 7 | 537.478,87 | 327.302,28 |
| 1.891.767,68 | 1.247.058,13 | ||
| Summe Eigenkapital und Schulden | 11.572.973,31 | 9.954.233,71 |
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Für den Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022
| In EUR | Angabe | Geschäftsjahr 2022 | Geschäftsjahr 2021 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 9 | 12.480.498,79 | 10.104.844,53 |
| Bestandsveränderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen |
10 | -23.828,00 | -13.524,00 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 11 | 716.781,39 | 489.787,45 |
| Gesamtleistung | 13.173.452,18 | 10.581.107,98 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | 12 | 45.337,68 | 72.826,47 |
| Materialaufwand | 13 | -7.562.431,19 | -5.852.791,98 |
| Personalaufwand | 14 | -3.213.091,42 | -2.977.670,14 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte |
15 | -422.437,20 | -443.058,60 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 16 | -1.702.690,61 | -1.190.461,35 |
| Betriebsergebnis | 318.139,44 | 189.952,38 | |
| Finanzerträge | 59,00 | 0,00 | |
| Finanzierungsaufwendungen | 17 | -23.525,52 | -31.351,66 |
| Finanzergebnis | -23.466,52 | -31.351,66 | |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 294.672,92 | 158.600,72 | |
| Ertragsteuern | 18 | -139.971,44 | -58.993,00 |
| Konzern-Jahresüberschuss | 154.701,48 | 99.607,72 | |
| Zurechnung des Überschusses an die Eigentümer des Mutterunternehmens (Konzern-Jahresüberschuss) |
154.701,48 | 99.607,72 | |
| Anteile anderer Gesellschafter | 0,00 | 0,00 | |
| Ergebnis je Aktie | |||
| unverwässert | 0,05 | 0,03 | |
| verwässert | 0,05 | 0,03 | |
| Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien | |||
| unverwässert (Stück) | 3.215.715 | 3.215.715 | |
| Verwässerungseffekt aus Aktienoptionen | 52.075 | 80.867 | |
| Verwässert (Stück) | 3.267.790 | 3.296.582 |
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG
Für den Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022
| In EUR | Geschäftsjahr 2022 | Geschäftsjahr 2021 |
|---|---|---|
| Konzern-Jahresüberschuss | 154.701,48 | 99.607,72 |
| Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umklassifiziert werden, wenn bestimmte Gründe vorliegen |
||
| Neubewertung des Anlagevermögens | 0,00 | 0,00 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 0,00 | 0,00 |
| Wertänderungen bei veräußerbaren Finanzwerten und Cashflow- hedges | 0,00 | 0,00 |
| Sonstiges Ergebnis | 0,00 | 0,00 |
| Konzerngesamtergebnis einschließlich erfolgsneutral erfasster Eigenkapitalveränderungen |
154.701,48 | 99.607,72 |
| Zurechnung des Überschusses an die Eigentümer des Mutterunternehmens (Konzern-Jahresüberschuss) |
154.701,48 | 99.607,72 |
| Anteile anderer Gesellschafter | 0,00 | 0,00 |

KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG
Für den Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022
| Ausgegebene Stückaktien | |||
|---|---|---|---|
| In EUR | Anzahl (Stück) | Gezeichnetes Kapital | Kapital-Rücklagen |
| Eigenkapital zum 01.01.2021 | 2.572.572 | 2.572.572,00 | 3.795.114,50 |
| Konzern-Jahresüberschuss | 0,00 | 0,00 | |
| Konzern-Gesamtergebnis | 0,00 | 0,00 | |
| Kapitalerhöhung | 643.143 | 643.143,00 | 900.400,20 |
| Aktienbasierte Vergütungen | 0,00 | 12.573,35 | |
| Eigenkapital zum 31.12.2021 | 3.215.715 | 3.215.715,00 | 4.708.088,05 |
| Konzern-Jahresüberschuss | 0,00 | 0,00 | |
| Konzern-Gesamtergebnis | 0,00 | 0,00 | |
| Aktienbasierte Vergütungen | 0,00 | 2.631,25 | |
| Eigenkapital zum 31.12.2022 | 3.215.715 | 3.215.715,00 | 4.710.719,30 |

| Gesamt | Anteile anderer Gesellschafter (%) |
Summe Eigenkapital der Aktionäre der Binect AG |
Gewinn-Rücklagen | Zusätzlich eingezahltes Kapital (enthalten in Kapitalrücklage) |
|---|---|---|---|---|
| 6.867.269,75 | 0,00 | 6.867.269,75 | 499.583,25 | 216.792,49 |
| 99.607,72 | 0,00 | 99.607,72 | 99.607,72 | 0,00 |
| 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 1.543.543,20 | 0,00 | 1.543.543,20 | 0,00 | 0,00 |
| 12.573,35 | 0,00 | 12.573,35 | 0,00 | 12.573,35 |
| 8.522.994,02 | 0,00 | 8.522.994,02 | 599.190,97 | 229.365,84 |
| 154.701,48 | 0,00 | 154.701,48 | 154.701,48 | 0,00 |
| 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 2.631,25 | 0,00 | 2.631,25 | 0,00 | 2.631,25 |
| 8.680.326,75 | 0,00 | 8.680.326,75 | 753.892,45 | 231.997,09 |

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
Für den Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022
| In EUR | Geschäftsjahr 2022 | Geschäftsjahr 2021 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | 294.672,92 | 158.600,72 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 422.437,20 | 443.058,60 |
| Finanzergebnis | 23.466,52 | 31.351,66 |
| Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten | 0,00 | 0,00 |
| Veränderung der Vorräte | 23.828,00 | 13.524,00 |
| Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 111.450,34 | -1.443.232,63 |
| Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 361.656,86 | -131.724,47 |
| Veränderung sonstige Vermögenswerte und sonstige Schulden | 214.328,31 | 471.655,80 |
| Gezahlte ./. erhaltene Zinsen | 59,00 | -20.689,30 |
| Gezahlte ./. erhaltene Ertragsteuern | 0,00 | 0,00 |
| Gezahlte ./. erhaltene Dividenden | 0,00 | 0,00 |
| Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge | 2.631,25 | 12.573,35 |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | 1.454.530,40 | -464.882,27 |
| Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten | -850.067,71 | -562.985,21 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -850.067,71 | -562.985,21 |
| Eigenkapitalzuführungen aus Kapitalerhöhung | 0,00 | 1.543.543,20 |
| Einzahlung / Auszahlungen Leasingverbindlichkeiten | -98.597,32 | -117.429,00 |
| Gezahlte Zinsen | -23.525,52 | -10.662,36 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -122.122,84 | 1.415.451,84 |
| Nettoveränderung der Zahlungsmittel | 482.339,85 | 387.584,36 |
| Finanzmittelfonds zu Beginn des Geschäftsjahres | 2.045.516,58 | 1.657.932,22 |
| Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres | 2.527.856,43 | 2.045.516,58 |
KONZERNANHANG
Grundlagen und Methoden
Allgemeine Angaben
Die Binect AG ist eine Management-Holding, die durch Umfirmierung aus der MAX21 AG hervorgegangen und seit August 2021 im Handelsregister Köln eingetragen ist, wobei der Geschäftssitz in Weiterstadt geblieben ist. Die Binect AG ist auf Geschäftsmodelle rund um die Digitalisierung von Geschäftspost und die digitale Steuerung von Dokumentenprozessen in Unternehmen und Behörden fokussiert. Die Gruppe strebt dabei an, weitere Geschäfte mit Fokus auf "digitale Bausteine für eine sichere und einfache Dokumentenlogistik" zu etablieren und eine "Plattform" anzubieten, die den aktuellen und künftigen Kunden weitere digitale Bausteine und Komponenten sowie Mehrwertdienste zur Verfügung stellt.
Die Binect AG übernimmt für die Tochtergesellschaften neben der Finanzierung umfangreiche Management-Dienstleistungen. In der Holding sind die Funktionen Strategie, Finanzen sowie Personalentwicklung und Administration für die Gruppe angesiedelt. Darüber hinaus übernimmt die Holding sämtliche kaufmännischen Funktionen inkl. der Beschaffung. Durch den Zugang zum Kapitalmarkt ist die Binect AG in der Lage, der Gruppe bei Bedarf Eigenkapital zuzuführen und dieses den Tochtergesellschaften auf dem Wege der Kreditgewährung zur Verfügung zu stellen. Im Zuge einer möglichen strategisch gebotenen Ausweitung der aktuellen Geschäftsfelder verantwortet die Holding darüber hinaus sämtliche M&A-Aktivitäten.
Zum Abschluss des Geschäftsjahres 2022 gehörte zur Binect-Gruppe neben der Binect AG als Holding mit der Binect GmbH nur noch eine Tochterunternehmung (Mehrheitsbeteiligung: 100%). Darüber hinaus wird noch eine Minderheitsbeteiligung an der International Sports Pass GmbH gehalten.
Die Binect AG ist eine börsennotierte Gesellschaft nach deutschem Recht und Mutterunternehmen des Binect Konzerns. Sie hat Ihren Geschäftssitz im Brunnenweg 17 in 64331 Weiterstadt und ist im Handelsregister des Amtsgerichtes Köln unter der Registernummer HRB 107212 eingetragen.
Die Aktien der Binect AG werden seit dem 01.04.2019 im Basic Board der Frankfurter Börse gehandelt.
Grundlagen der Bilanzierung
Der Konzernabschluss der Binect AG wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den nach § 315e Abs. 1 und 3 HGB ergänzend zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Im Folgenden wird einheitlich der Begriff IFRS verwendet.
Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.
Beim Bilanzausweis wird zwischen lang- und kurzfristigen Vermögenswerten und Schulden unterschieden, die im Konzern-Anhang, sofern geboten, detailliert nach ihrer Fristigkeit ausgewiesen werden. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Dabei werden die im Geschäftsjahr angefallenen Kosten nach Kostenarten unterteilt und die in den Vorräten sowie die in den immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen aktivierten Kosten separat als Bestandsveränderungen bzw. aktivierte Eigenleistungen ausgewiesen.
Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Die Einzelabschlüsse der Binect AG und ihrer Tochterunternehmen werden unter Beachtung der einheitlich für den Konzern geltenden Ansatz- und Bewertungsmethoden in den Konzernabschluss einbezogen.
Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr wurde durch den Vorstand zur Veröffentlichung am 13.04.2023 freigegeben.
Verlautbarungen bzw. Änderungen von Verlautbarungen des IASB
Erstmals im Geschäftsjahr anzuwendende Standards, Interpretationen und Änderungen von Standards und Interpretationen.
Das IASB hat folgende Standards geändert beziehungsweise neu verabschiedet, die verpflichtend im Konzernabschluss zum 31.12.2022 anzuwenden sind:
| Verlautbarung | Titel | Anwendungs pflicht |
Wesentliche Änderungen | Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz und Ertragslage |
|---|---|---|---|---|
| Amendments to IFRS 16 |
Proceeds before Intended Use |
01.01.2022 | Die Änderung untersagt es einem Unternehmen, von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten einer Sachanlage Erlöse abzuziehen, die es aus dem Verkauf von Gegenständen erzielt, die während der Zeit, in welcher der Vermögenswert zu seinem Standort und in den betriebsbereiten Zustand gebracht wurde, hergestellt wurden. Die Definition der Kosten für Testläufe wird präzisiert. Erlöse und Kosten im Zusammenhang mit produzierten Gegenständen, die nicht aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unterneh mens stammen, sind gesondert auszuweisen. Der Posten der Gesamtergebnisrechnung, in dem diese Erlöse erfasst werden, ist anzugeben. |
Keine wesentlichen Auswirkungen |
| Amendments to IAS 37 |
Onerous Contracts – Cost of Fulfilling a Contract |
01.01.2022 | Die Änderung stellt klar, dass künftig bei der Beurteilung, ob es sich bei einem Vertrag um einen belastenden Vertrag (onerous contract) handelt, neben den durch den Vertrag zusätzlich entstehenden Kosten (incremental cost) auch weitere der Vertrags-erfüllung direkt zurechenba re Kosten mit in die Bestimmung der Vertragser füllungskosten einzubeziehen sind. |
Keine wesentlichen Auswirkungen |
| Amendments to IFRS 3 |
Reference to the Conceptual Frame work |
01.01.2022 | Aktualisierung von IFRS 3 auf das im Jahr 2018 neu überarbeitete Rahmenkonzept (Conceptual Framework for Financial Reporting). Ergänzung von IFRS 3 um die Vorschrift, dass ein Erwerber bei Geschäftsvorfällen und anderen Ereignissen im Anwendungsbereich von IAS 37 oder IFRIC 21 eben IAS 37 oder IFRIC 21 (anstelle des Rahmen konzepts) anzuwenden hat, um die Schulden zu identifizieren, die er bei einem Unternehmenszu sammenschluss übernommen hat. Darüber hinaus wird IFRS 3 um ein ausdrückliches Ansatzverbot für erworbene Eventualforderungen, die bei einem Unternehmenszusammenschloss erworben wurden, ergänzt. |
Keine wesentlichen Auswirkungen |
| Annual Improvements Project |
Annual Improvements to IFRSs 2018–2020 Cycle |
01.01.2022 | Punktuelle Überarbeitung von IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16 und IAS 41. |
Keine wesentlichen Auswirkungen |
Veröffentlichte, aber noch nicht anzuwendende Standards, Interpretationen und Änderungen
In EU-Recht übernommene IFRS:
| Verlautbarung | Titel | Anwendungs pflicht |
Wesentliche Änderungen | Voraussichtliche Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz und Ertragslage |
|---|---|---|---|---|
| IFRS 17 | Insurance Contracts | 01.01.2023 | IFRS 17 regelt die Bilanzierung von Versiche rungsverträgen und ersetzt IFRS 4. |
Voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen |
| Amendments to IFRS 17 |
Insurance Contracts | 01.01.2023 | Die Erstanwendung des IFRS 17 wird auf den 1. Januar 2023 verschoben. Die wesentlichen Grundlagen der Bilanzierung nach IFRS 17 bleiben unverändert. Durch die Anpassungen der Vorschrift, die einzelne Themenbereiche betreffen, sollen für Unternehmen bei der Einführung des Standards Erleichterungen verschafft werden, ohne den Informationsnutzen deutlich abzusenken. Die Option für Unterneh men, IFRS 9 erst verzögert und zeitgleich mit IFRS 17 erstmals anzuwenden, wurde ebenfalls bis zum 1. Januar 2023 verlängert. |
Voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen |
| Amendments to IFRS 17 |
Initial Application of IFRS 17 and IFRS 9- Comparative Information |
01.01.2023 | Ergänzende Übergangsvorschrift betreffend die Vergleichszahlen im ersten Berichtsjahr, die wahlweise eine abweichende Klassifizierung gemäß IFRS 9 (sog. Classification Overlay) für die Vergleichsperioden im Jahr der erstmaligen Anwendung beider Standards ermöglicht. Zudem dürfen für finanzielle Vermögenswerte, die mit Versicherungsverträgen in Verbindung stehen, die bestehenden Klassifizierungswahlrechte nach IFRS 9 neu ausgeübt werden, wenn vor der IFRS 17-Erstanwendung bereits IFRS 9 angewendet wurde. |
Voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen |
| Amendments to IAS 1 and IFRS Practice Statement 2 |
Presentation of Financial Statements |
01.01.2023 | Die Änderungen an IAS 1 sehen vor, dass künftig nicht mehr bedeutende (significant) Bilanzie rungs- und Bewertungsmethoden angegeben werden sollen, sondern wesentliche (material). Die Änderungen am IFRS Practice Statement 2 "Making Materiality Judgements" enthalten Leitlinien zur Anwendung des Konzepts der Wesentlichkeit auf die Angaben zu den Bilanzie rungs- und Bewertungsmethoden. |
Voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen |
| Amendments to IAS 8 |
Definition of Accoun ting Estimates |
01.01.2023 | Die Definition einer Änderung von rechnungsle gungsbezogenen Schätzungen wird durch eine Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen ersetzt. Nach der neuen Definition sind rechnungslegungsbezogene Schätzungen "monetäre Beträge im Abschluss, die mit Bewertungsunsicherheiten behaftet sind". |
Voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen |
| Amendments to IAS 12 |
Deferred Tax related to Assets and Liabilities arising from a Single Transaction |
01.01.2023 | Der IASB hat die Verlautbarung Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen (Änderungen an IAS 12) herausgege ben, um klarzustellen, wie Unternehmen latente Steuern auf Transaktionen wie Leasingverhältnis se und Stilllegungspflichten bilanzieren. |
Voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen |
Noch nicht in EU-Recht übernommene IFRS:
| Verlautbarung | Titel | Anwendungs pflicht |
Wesentliche Änderungen | Voraussichtliche Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz und Ertragslage |
|---|---|---|---|---|
| Amendments to IAS 1 |
Classification of Liabilities as Current or Non-current |
01.01.2024 | Klarstellung, dass sich die Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- und langfristig nach den Rechten richtet, die am Ende der Berichts periode bestehen. |
Keine wesentlichen Auswirkungen |
| Amendments to IAS 1 |
Non-current Liabilities with Covenants |
01.01.2024 | Die Änderungen an IAS 1 betreffen die Klassifizie rung von Schulden (als kurz- oder langfristig), für die bestimmte Kreditbedingungen (Covenants) vereinbart wurden. Mit den veröffentlichten Änderungen stellt der IASB klar, dass nur solche Covenants, die ein Unternehmen am oder vor dem Abschlussstichtag einhalten muss, die Klassifizierung einer Verbindlichkeit als kurz- oder langfristig beeinflussen. |
Keine wesentlichen Auswirkungen |
| Amendments to IFRS 16 |
Lease Liability in Sale-and-lease-back |
01.01.2024 | Die Änderungen regeln, dass ein Verkäufer-Lea singnehmer Leasingverbindlichkeiten, die aus einer Sale-and-lease-back-Transaktion entstehen, nachfolgend so zu bewerten hat, dass er keinen Betrag des Gewinns oder Verlusts erfasst, der sich auf das zurückbehaltene Nutzungsrecht bezieht. Die neuen Vorschriften hindern einen Verkäufer-Leasingnehmer nicht daran, Gewinne oder Verluste im Zusammenhang mit der teilweisen oder vollständigen Beendigung eines Leasingverhältnisses in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. |
Keine wesentlichen Auswirkungen |
Ansatz und Bewertung wesentlicher Aktiv- und Passivposten der Konzern-Bilanz
Konsolidierungsgrundsätze & Konsolidierungskreis
In den Konzernabschluss werden sämtliche Tochterunternehmen einbezogen. Als Tochtergesellschaft gilt ein Unternehmen, das von der Binect AG unmittelbar oder mittelbar beherrscht wird.
Ein Unternehmen wird ab dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem der Konzern Beherrschung erlangt. Im Rahmen der Erstkonsolidierung werden die erworbenen Vermögenswerte und Schulden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Ein Unterschiedsbetrag zwischen der übertragenen Gegenleistung (Kaufpreis) und dem anteiligen beizulegenden Zeitwert der Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten wird, falls aktivisch, als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen oder, falls passivisch, erfolgswirksam vereinnahmt.
Erträge und Aufwendungen eines Tochterunternehmens werden ab dem Erwerbszeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen. Erträge und Aufwendungen eines Tochterunternehmens bleiben bis zu dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, an dem die Beherrschung durch das Mutterunternehmen endet. Sofern erforderlich, werden Bilanzierungsgrundsätze von Tochterunternehmen an die konzerneinheitlichen Bilanzierungsgrundsätze der Binect AG angepasst. Aufwendungen und Erträge, Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Ergebnisse zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden eliminiert.
Mit Verlust des beherrschenden Einflusses wird in der konsolidierten Gewinn- und Verlustrechnung ein Gewinn oder Verlust aus dem Abgang des Tochterunternehmens erfasst in Höhe des Unterschiedsbetrags zwischen (i) dem Erlös aus der Veräußerung des Tochterunternehmens, dem beizulegenden Zeitwert zurückbehaltener Anteile, dem Buchwert der nicht beherrschenden Anteile sowie der kumulierten auf das Tochterunternehmen entfallenden Beträge des sonstigen Konzernergebnisses und (ii) dem Buchwert des abgehenden Nettovermögens des Tochterunternehmens.
Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach einheitlichen Bewertungs- und Bilanzierungsgrundsätzen erstellt. Zum 31.12.2022 besteht der Konsolidierungskreis aus der Muttergesellschaft Binect AG und einer vollkonsolidierten Tochtergesellschaft:
| Name und Sitz der Gesellschaft | Binect GmbH, Weiterstadt |
|---|---|
| Kapitalanteil der Binect AG | 100% |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | 279 TEUR |
| Jahresergebnis nach Steuern | 581 TEUR |
| Eigenkapital | 1.202 TEUR |
Veränderung des Konsolidierungskreises
Im Geschäftsjahr 2022 gab es keine Änderung des Konsolidierungskreises.
Währungsumrechnung
Die funktionale Währung der Binect AG ist der Euro. Die funktionale Währung aller in den Konsolidierungskreis einbezogenen Tochterunternehmen ist der Euro. Der Konzernabschluss wird in Euro als Berichtswährung aufgestellt. Fremdwährungstransaktionen werden mit dem am Tag des Geschäftsvorfalls geltenden Wechselkurs in die funktionale Währung des jeweiligen Unternehmens umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf die funktionale Währung des bilanzierenden Unternehmens lauten, werden zu dem am jeweiligen Bilanzstichtag geltenden Stichtagskurs umgerechnet. Kursgewinne und -verluste aus der Währungsumrechnung werden ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Betriebsergebnis erfasst.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden Bargeld sowie alle Finanzmittel mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten zum Erwerbszeitpunkt ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zum Nennwert. Das Risiko von Wertschwankungen ist unwesentlich.
Finanzinstrumente
Die Zugangsbewertung von Finanzinstrumenten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die dem Erwerb oder der Emission von Finanzinstrumenten direkt zurechenbaren Transaktionskosten gehen nur in den Buchwert ein, soweit die Finanzinstrumente nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Marktübliche Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Erfüllungstag
bilanziert. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen aus der Investition ausgelaufen sind oder übertragen wurden und die Binect AG alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswerts verbunden sind, übertragen hat. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn diese getilgt sind, das heißt, wenn die im Vertrag genannten Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.
Bei Binect werden die finanziellen Vermögenswerte unterschieden in folgende Kategorien: "Kredite und Forderungen" und "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte". Finanzinstrumente der Kategorie "Bis zur Endfälligkeit gehaltene Vermögenswerte" und "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte" bestanden bei Binect nicht. Die finanziellen Verbindlichkeiten werden in die Kategorien: "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" und "Andere finanzielle Verbindlichkeiten" unterteilt.
Kredite und Forderungen
Gewährte Kredite und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Bei Binect enthalten die Bilanzposten "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente", "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen" sowie kurz- und langfristige "Sonstige Vermögenswerte" finanzielle Vermögenswerte, welche der Kategorie "Kredite und Forderungen" zugeordnet werden.
Gewährte Kredite und Forderungen werden bei Zugang mit dem beizulegenden Zeitwert, unter Einbeziehung von Anschaffungsnebenkosten, bewertet. Die Folgebewertung erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Gewährte Kredite und Forderungen unterliegen einer Werthaltigkeitsprüfung. Eine Wertminderung wird angenommen, wenn objektive Hinweise darauf schließen lassen, dass Binect zum jeweiligen Fälligkeitstermin nicht alle vertraglich vereinbarten Beträge erhalten wird. Objektive Hinweise, die auf eine zu erfassende Wertminderung hindeuten, sind zum Beispiel bekannte Zahlungsschwierigkeiten oder die Insolvenz des Schuldners. Die Wertminderung wird indirekt erfasst (über ein gesondertes Wertminderungskonto). Wenn der Zahlungsausfall sicher ist, werden gewährte Kredite und Forderungen als uneinbringlich eingestuft und zusammen mit gegebenenfalls hierfür zuvor erfassten Wertminderungen ausgebucht.
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
Vermögenswerte, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert oder keiner der übrigen Kategorien zugeordnet sind, werden bei Zugang mit dem beizulegenden Zeitwert, unter Einbeziehung von Anschaffungsnebenkosten, bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zum jeweiligen Bilanzstichtag mit dem beizulegenden Zeitwert. Anschaffungsnebenkosten im Zusammenhang mit zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten mit einer endlichen Laufzeit und festen oder bestimmbaren Zahlungen werden aktiviert und unter Anwendung der Effektivzinsmethode in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Liegt der beizulegende Zeitwert dauerhaft beziehungsweise wesentlich unter den fortgeführten Anschaffungskosten, liegt eine erfolgswirksam zu erfassende Wertminderung vor.
Bei zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten wird ein erheblicher beziehungsweise dauerhafter Rückgang des beizulegenden Zeitwerts des finanziellen Vermögenswerts unter seine Anschaffungskosten als Anhaltspunkt für eine Wertminderung angesehen. Sofern ein solches Anzeichen vorliegt, wird der bisher direkt im Eigenkapital erfasste kumulierte Verlust in Höhe der Differenz zwischen Anschaffungskosten und dem aktuellen beizulegenden Zeitwert abzüglich etwaiger aufwandswirksam verbuchter Wertminderungen ergebniswirksam aus dem Eigenkapital ausgebucht.
Wenn als zur Veräußerung verfügbar eingestufte finanzielle Vermögenswerte verkauft werden, werden die bereits zuvor im Eigenkapital erfassten kumulierten Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam erfasst.
Andere finanzielle Verbindlichkeiten
Andere finanzielle Verbindlichkeiten werden beim Erstansatz zum beizulegenden Zeitwert unter Abzug von Transaktionskosten bewertet. Die Folgebilanzierung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Die Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.
Vorräte
Vorräte werden zunächst mit ihren Anschaffungsund Herstellungskosten angesetzt und in den Folgeperioden mit dem niedrigeren Wert aus Nettoveräußerungswert und Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten zählen alle Kosten des Erwerbs und der Herstellung sowie sonstige Kosten, die angefallen sind, um die Vorräte an ihren derzeitigen Ort und in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen. Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden nach der Durchschnittskostenmethode ermittelt. Der Nettoveräußerungswert entspricht dem im normalen Geschäftsgang erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der geschätzten noch zu erwartenden Fertigstellungsund Vertriebskosten. Die Herstellungskosten beinhalten die Materialkosten, Fertigungslöhne und angemessene Teile der zurechenbaren Gemeinkosten, wozu auch zurechenbare Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte zählen. Die Berechnung der Gemeinkostenzuschläge wird auf der Grundlage einer Normalauslastung der Produktionskapazität ermittelt. Wertminderungen auf den Nettoveräußerungswert der Vorräte werden konzerneinheitlich auf Produktebene für technisch obsolete Vorräte sowie Bestände mit geringer Umschlagshäufigkeit beziehungsweise auf Basis der voraussichtlichen Absatzmöglichkeiten des jeweiligen Produkts vorgenommen.
Laufende und latente Ertragsteuern
Die Ermittlung der laufenden Ertragsteuern erfolgt gemäß den zum Bilanzstichtag geltenden steuerrechtlichen Bestimmungen. Binect ermittelt latente Steuern für temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten und den steuerlichen Wertansätzen der Vermögenswerte und Schulden, während auf Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen keine latenten Steuern zu erfassen sind. Ebenso erfolgt keine Berücksichtigung latenter Ertragsteuern im Rahmen des erstmaligen Ansatzes eines Vermögenswerts oder einer Schuld im Zusammenhang mit einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das IFRS-Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst. Die Bewertung aktiver und passiver latenter Steuern erfolgt anhand der Steuersätze und steuerlichen Vorschriften, die am Bilanzstichtag gelten oder in Kürze gelten werden und die anzuwenden sind, wenn die aktiven latenten Steuern realisiert beziehungsweise die passiven latenten Steuern erfüllt werden. Aktive latente Steuern aus abzugsfähigen temporären Differenzen und steuerlichen Verlustvorträgen, die passive latente Steuern aus zu versteuernden temporären Differenzen übersteigen, werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem wahrscheinlich ist, dass die jeweilige Konzerngesellschaft ausreichend steuerpflichtiges Einkommen zur Realisierung des entsprechenden Vorteils erzielen wird. Binect überprüft aktivierte latente Steuern an jedem Bilanzstichtag auf ihre Werthaltigkeit. Die Einschätzung erfordert Annahmen des Managements im Hinblick auf die Höhe des zukünftig zu versteuernden Gewinns sowie weitere positive und negative Einflussgrößen.
Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, soweit sie dieselbe Steuerbehörde und dasselbe Steuersubjekt oder eine Gruppe verschiedener Steuersubjekte, die gemeinsam ertragsteuerlich veranlagt werden, betreffen.
Ertragsteuern werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst mit Ausnahme derer, die sich auf Sachverhalte beziehen, die direkt im sonstigen Ergebnis oder im übrigen Eigenkapital erfasst wurden.
Sachanlagen
Das Sachanlagevermögen umfasst neben Betriebsund Geschäftsausstattung auch Anlagen im Bau und wird zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Wenn Sachanlagen verkauft, stillgelegt oder verschrottet werden, wird der Gewinn beziehungsweise Verlust als Differenz zwischen dem Nettoverkaufserlös und dem Restbuchwert unter den sonstigen betrieblichen Erträgen beziehungsweise Aufwendungen erfasst.
Die Anschaffungskosten umfassen auch die einzeln zuordnungsfähigen Anschaffungsnebenkosten und nachträglichen Anschaffungskosten. Anschaffungspreisminderungen werden abgesetzt. Planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen werden nach der linearen Methode vorgenommen. Grund und Boden, grundstücksgleiche Rechte und Anlagen im Bau werden nicht planmäßig abgeschrieben. Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen konzerneinheitliche Nutzungsdauern zwischen 3 und 12 Jahren zugrunde. Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Immaterielle Vermögenswerte (außer Geschäfts- oder Firmenwerte)
Immaterielle Vermögenswerte bestehen im Wesentlichen aus erworbenen immateriellen Vermögenswerten wie Lizenzen, die zu Anschaffungskosten angesetzt werden, sowie aus aktivierten Entwicklungskosten. Diese immateriellen Vermögenswerte haben eine begrenzte Nutzungsdauer und werden unter Berücksichtigung linearer Abschreibungen über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Die Nutzungsdauer beträgt zwischen 3 und 5 Jahren.
Bei selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten werden die Ausgaben für die Entwicklungsphase aktiviert, sofern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind, und planmäßig über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Forschungsausgaben werden im Entstehungszeitpunkt als Aufwand erfasst. Unter Entwicklung ist hierbei die Anwendung von Forschungsergebnissen oder von anderem Wissen auf einen Plan oder Entwurf für die Produktion von neuen oder beträchtlich verbesserten Materialien, Vorrichtungen, Produkten, Verfahren, Systemen oder Dienstleistungen zu verstehen. Die Entwicklung findet dabei vor Aufnahme der kommerziellen Produktion oder Nutzung statt. Zu den Entwicklungsaktivitäten gehören u. a. der Entwurf, die Konstruktion und das Testen von Prototypen und Modellen vor der Aufnahme der eigentlichen Produktion oder Nutzung unter Verwendung neuer Technologien.
Weder im Geschäftsjahr 2022 noch im Geschäftsjahr 2021 verfügte die Binect über immaterielle Vermögenswerte mit einer unbegrenzten Nutzungsdauer.
Goodwill
Der Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht planmäßig abgeschrieben, sondern auf der Basis des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, welcher der Goodwill zugeordnet ist, auf eine etwaige Wertminderung untersucht. Der Werthaltigkeitstest wird regelmäßig am Ende eines jeden Geschäftsjahres durchgeführt und zusätzlich auch immer dann, wenn Anzeichen dafür vorliegen, dass die zahlungsmittelgenerierende Einheit in ihrem Wert gemindert ist.
Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten (inkl. Goodwill) und von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens
Wertminderungen werden durch den Vergleich des Buchwerts mit dem erzielbaren Betrag ermittelt. Können einzelnen Vermögenswerten keine eigenen, von anderen Vermögenswerten unabhängig generierten künftigen Finanzmittelzuflüsse zugeordnet werden, ist die Werthaltigkeit auf Basis der übergeordneten zahlungsmittelgenerierenden Einheit von Vermögenswerten zu untersuchen.
An jedem Abschluss-Stichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert möglicherweise wertgemindert ist. Wenn ein solcher Anhaltspunkt vorliegt, ist der erzielbare Betrag des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu bestimmen. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmbarer Nutzungsdauer (Goodwill und FCC-Lizenzen) wird darüber hinaus regelmäßig ein jährlicher Werthaltigkeitstest durchgeführt. Im Rahmen der Überprüfung auf Wertminderung wird der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbene Goodwill jeder einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet, die voraussichtlich von den Synergien aus dem Zusammenschluss profitiert. Übersteigt der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, welcher der Goodwill zugewiesen wurde, deren erzielbaren Betrag, ist der dieser zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnete Goodwill in Höhe des Differenzbetrags im Wert zu mindern. Wertminderungen des Goodwills dürfen nicht rückgängig gemacht werden. Übersteigt die Wertminderung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert des ihr zugeordneten Goodwills, ist die darüberhinausgehende Wertminderung anteilig auf die der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordneten Vermögenswerte zu verteilen. Die beizulegenden Zeitwerte bzw. Nutzungswerte (sofern bestimmbar) der einzelnen Vermögenswerte sind dabei als Wertuntergrenze zu berücksichtigen. Sofern die Voraussetzungen für in früheren Perioden erfasste Wertminderungen nicht mehr bestehen, sind die betreffenden Vermögenswerte (mit Ausnahme eines Goodwills) erfolgswirksam zuzuschreiben. Der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird durch den höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert des Vermögenswerts bestimmt. Der erzielbare Betrag wird in der Regel unter Anwendung des Discounted-Cashflow-(DCF-)Verfahrens ermittelt, soweit nicht eine Bewertung aufgrund eines Marktpreises maßgeblich ist. Diesen DCF-Berechnungen liegen Prognosen zugrunde, die auf den vom Management genehmigten Finanzplänen für drei Jahre beruhen und auch für interne Zwecke verwendet werden. Der gewählte Planungshorizont spiegelt die Annahmen für kurz- bis mittelfristige Marktentwicklungen wider.
Cashflows, die über den 3-Jahres-Zeitraum hinausgehen, werden anhand geeigneter Wachstumsraten berechnet. Zu den wesentlichen Annahmen, auf denen die Berechnung des erzielbaren Betrags durch das Management beruht, wird auf die Erläuterungen zu "Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten" im weiteren Verlauf dieses Kapitels verwiesen.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere kurzfristige Forderungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere kurzfristige Forderungen werden – insoweit sie Fälligkeiten von länger als einem Jahr aufweisen, unter Anwendung der Effektivzinsmethode – mit dem Buchwert im Zeitpunkt des Zugangs abzüglich Wertminderungen bewertet. Die Wertminderungen, welche in Form von Einzelwertberichtigungen vorgenommen werden, tragen den erwarteten Ausfallrisiken hinreichend Rechnung; konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen. Im Rahmen von Einzelwertberichtigungen werden finanzielle Vermögenswerte, für welche ein potenzieller Abwertungsbedarf besteht, anhand gleichartiger Ausfallrisikoeigenschaften gruppiert und gemeinsam auf Wertminderungen untersucht sowie ggf. wertberichtigt. Bei der dazu notwendigen Ermittlung der erwarteten künftigen Cashflows der Portfolios werden neben den vertraglich vorgesehenen Zahlungsströmen auch historische Ausfallerfahrungen berücksichtigt. Die Cashflows werden auf Basis des gewichteten Durchschnitts der ursprünglichen Effektivzinssätze der im jeweiligen Portfolio enthaltenen finanziellen Vermögenswerte abgezinst. Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden teilweise unter Verwendung von Wertberichtigungskonten vorgenommen.
Die Entscheidung, ob ein Ausfallrisiko mittels eines Wertberichtigungskontos oder über eine direkte Minderung der Forderung berücksichtigt wird, hängt vom Grad der Verlässlichkeit der Beurteilung der Risikosituation ab. Aufgrund unterschiedlicher operativer Segmente sowie unterschiedlicher regionaler Rahmenbedingungen obliegt diese Beurteilung der Geschäftsleitung.
Leasing
Leasing-Verhältnisse sind Vereinbarungen, bei denen der Leasing-Geber dem Leasing-Nehmer das Recht auf Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts für einen bestimmten Zeitraum gegen Zahlung eines Entgelts überträgt. IFRS 16 definiert neben klassischen Leasing-, Miet- und Pacht-Verträgen auch Vereinbarungen als Leasing-Verhältnis, in denen dem Leasing-Nehmer anderweitige Nutzungsrechte an Vermögenswerten eingeräumt werden, wie z. B. bestimmte Dienstbarkeiten.
Trägt der Leasing-Nehmer bei gemieteten Vermögenswerten die wesentlichen Chancen und Risiken, so wird ihm gemäß IAS 17 das wirtschaftliche Eigentum zugerechnet.
Leasing-Verhältnisse werden als Nutzungsrecht und als Leasing-Verbindlichkeit in Höhe des Barwerts der künftigen Leasing-Zahlungen in der Bilanz erfasst. Leasing-Verhältnisse, deren Laufzeit innerhalb von zwölf Monaten enden, werden direkt ergebniswirksam als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung gezeigt.
Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes wurde der Grenzkapitalzinssatz der Binect herangezogen. Hieraus ergibt sich ein gewichteter durchschnittlicher Zinssatz für Immobilien von 3,12%. Die Leasing-Verbindlichkeit wird nach der Effektivzinsmethode bewertet und fortgeschrieben. Die Anschaffungskosten des Nutzungsrechts bestimmen sich grundsätzlich aus der Höhe der Leasing-Verbindlichkeit im Zugangszeitpunkt. Die aktivierten Nutzungsrechte werden linear über die planmäßige Nutzungsdauer bzw. über die Vertragslaufzeit abgeschrieben.
Verbleiben die wesentlichen Risiken und Chancen aus einem Leasing-Verhältnis beim Leasing-Geber, so liegt ein Operating-Leasing-Verhältnis vor. Im Zusammenhang mit einem Operating-Leasing-Verhältnis anfallende Aufwendungen und Erträge werden linear über die Dauer der Vertragslaufzeit in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Leasing-Verhältnisse über immaterielle Vermögenswerte fallen nicht unter IFRS 16, sondern unter IAS 38.
Finanzielle Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten werden bei allen finanziellen Verbindlichkeiten, die in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, ebenfalls angesetzt.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bei den finanziellen Verbindlichkeiten hat die Binect von der Anwendung des Wahlrechts, diese bei ihrer erstmaligen bilanziellen Erfassung als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten ("Financial Liabilities at Fair Value through Profit or Loss") zu designieren, bisher keinen Gebrauch gemacht.
Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten
Die Erstellung von Abschlüssen in Übereinstimmung mit IFRS erfordert vom Management Annahmen und Schätzungen, die Auswirkungen auf ausgewiesene Beträge und damit im Zusammenhang stehende Angaben haben. Schätzungen und Annahmen unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung und müssen gegebenenfalls angepasst werden. Sie können sich von Periode zu Periode ändern und einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Binect Konzerns haben. Obwohl diese Annahmen und Schätzungen nach bestem Wissen des Managements, basierend auf den gegenwärtigen Ereignissen und Maßnahmen, erfolgen, kann es bei den tatsächlichen Ergebnissen zu Abweichungen von diesen Schätzungen kommen.
Diese Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die Einschätzung der Nutzungsdauer für abnutzbare materielle und immaterielle Vermögenswerte, der Werthaltigkeit von Forderungen, den Ansatz und die Bewertung von Rückstellungen. Bei der Ermittlung des Nutzungswertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten im Rahmen des Impairment-Tests für den Geschäfts- oder Firmenwert sind Schätzungen und Annahmen bei der Bestimmung der künftigen Cashflows aus der zahlungsmittelgenerierenden Einheit sowie bei der Ermittlung des Diskontierungssatzes vorzunehmen. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt.
Schätzungen und Annahmen unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung und müssen gegebenenfalls angepasst werden. Sie können sich von Periode zu Periode ändern und einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Binect haben.
Aktienbasierte Vergütungsprogramme
Aktienbasierte Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente werden im Zeitpunkt der Gewährung mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert der Verpflichtung wird über den Erdienungszeitraum als Personalaufwand erfasst und mit der Kapitalrücklage verrechnet. Der beizulegende Zeitwert wird bei aktienbasierten Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente u. a. anhand von anerkannten Bewertungsverfahren ermittelt, z. B. dem Black-Scholes-Modell oder dem Monte-Carlo-Modell. Bei aktienbasierten Vergütungstransaktionen, die eine Erfüllung in bar vorsehen, sind die erworbenen Güter oder Dienstleistungen und die entstandene Schuld mit dem beizulegenden Zeitwert der Schuld zu erfassen. Bis zur Begleichung der Schuld ist der beizulegende Zeitwert der Schuld zu jedem Abschluss-Stichtag und am Erfüllungstag neu zu bestimmen und sind alle Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam zu erfassen.
Umsatzerlöse
Die Regelungen des IFRS 15 umfassen nach IFRS 15.5 grundsätzlich alle mit Kunden geschlossenen Verträge, welche die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zum Gegenstand haben. Anhand eines 5-Schritte-Modells werden Höhe und Zeitpunkt der Umsatzerlöse bestimmt. Dabei kommt ein "assetliability-approach" mit dem Kontrollübergang als wesentliches Kriterium zur Erfassung von Umsatzerlösen zum Einsatz. Die Höhe der Umsatzerlöse bemisst sich nach der Gegenleistung, die das Unternehmen vom Kunden erhält oder erhalten wird. Im Folgenden werden die einzelnen Schritte des Modells zusammenfassend dargestellt:
- Schritt 1: Identifizierung des Vertrags mit dem Kunden
- Schritt 2: Identifizierung der separaten Leistungsverpflichtungen
- Schritt 3: Bestimmung des Transaktionspreises
- Schritt 4: Verteilung des Transaktionspreises auf Leistungsverpflichtungen
- Schritt 5: Umsatzrealisierung bei Erfüllung der Leistungsverpflichtung
Umsatzerlöse werden abzüglich der Umsatzsteuer sowie etwaiger Preisnachlässe erfasst, wenn die Lieferung oder Leistung erfolgt ist und die mit dem Eigentum verbundenen wesentlichen Risiken und Chancen übertragen worden sind. Der sich ergebende Bilanzansatz wird unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.
Vertragliche Leistungen (Serviceleistungen), die auf einen Zeitraum nach dem Bilanzstichtag entfallen und bereits zur Abrechnung gebracht wurden, werden passivisch abgegrenzt und über die vereinbarte Laufzeit erfolgswirksam aufgelöst.

Erläuterungen zur Bilanz
1 Anlagenspiegel (langfristige Vermögenswerte)
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | ||||
|---|---|---|---|---|
| In EUR | 01.01.2022 | Zugänge | Abgänge | 31.12.2022 |
| Immaterielle Vermögenswerte | ||||
| 1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbl. Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten |
623.093,65 | 0,00 | 0,00 | 623.093,65 |
| 2. Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte |
3.514.546,13 | 510.983,40 | 0,00 | 4.025.529,53 |
| 3. Geschäfts- oder Firmenwert | 15.561.181,20 | 0,00 | 0,00 | 15.561.181,20 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und immaterielle Vermögenswerte in Entwicklung |
258.504,61 | 205.797,99 | 0,00 | 464.302,60 |
| 19.957.325,59 | 716.781,39 | 0,00 | 20.674.106,98 | |
| Sachanlagen | ||||
| 1. Grundstücke und Gebäude (Nutzungsrecht aus dem Leasing) |
0,00 | 837.439,80 | 0,00 | 837.439,80 |
| 2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung |
633.196,31 | 170.967,52 | 0,00 | 804.163,83 |
| davon Nutzungsrechte aus PKW-Leasing | 0,00 | 37.681,20 | 37.681,20 | |
| 633.196,31 | 1.008.407,32 | 0,00 | 1.641.603,63 | |
| Finanzanlagen | ||||
| Beteiligungen | 117.706,00 | 0,00 | 0,00 | 117.706,00 |
| Anlagevermögen Gesamt | 20.708.227,90 | 1.725.188,71 | 0,00 | 22.433.416,61 |

| Kumulierte Abschreibungen | Restbuchwert | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 01.01.2022 | Zugänge | Abgänge | 31.12.2022 | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
| 612.834,65 | 5.395,00 | 0,00 | 618.229,65 | 4.864,00 | 10.259,00 |
| 3.136.294,13 | 232.870,40 | 0,00 | 3.369.164,53 | 656.365,00 | 378.252,00 |
| 10.998.070,27 | 0,00 | 0,00 | 10.998.070,27 | 4.563.110,93 | 4.563.110,93 |
| 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 464.302,60 | 258.504,61 |
| 14.747.199,05 | 238.265,40 | 0,00 | 14.985.464,45 | 5.688.642,53 | 5.210.126,54 |
| 0,00 | 100.748,25 | 0,00 | 100.748,25 | 736.691,55 | 0,00 |
| 540.294,26 | 83.423,55 | 0,00 | 623.717,81 | 180.446,02 | 92.902,05 |
| 0,00 | 8.439,23 | 8.439,23 | 29.241,97 | 0,00 | |
| 540.294,26 | 184.171,80 | 0,00 | 724.466,06 | 917.137,57 | 92.902,05 |
| 117.704,00 | 0,00 | 0,00 | 117.704,00 | 2,00 | 2,00 |
| 15.405.197,31 | 422.437,20 | 0,00 | 15.827.634,51 | 6.605.782,10 | 5.303.030,59 |

Weitere Erläuterungen
2 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Bei den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten handelt es sich um Guthaben bei deutschen Kreditinstituten in Höhe von 2.528 TEUR (Vorjahr: 2.046 TEUR).
3 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen konnten trotz 23,5% Umsatzwachstums durch ein effektives Forderungsmanagement um 111 TEUR auf 2.020 TEUR reduziert werden (Vorjahr: 2.132 TEUR).
4 Vorräte
Die Vorräte in Höhe von 196 TEUR (Vorjahr: 220 TEUR) umfassen den Bestand an Binect Cube-Hardware und damit nur fertige Erzeugnisse und Waren.
5 Sonstige Vermögenswerte, kurzfristig
Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
| Angaben in TEUR | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Factoring | 0 | 78 |
| Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten |
68 | 38 |
| Mietkautionen | 60 | 17 |
| Sonstige | 95 | 121 |
| Gesamt | 223 | 254 |
Bei den Forderungen aus Factoring wurde gemäß Vorsichtsprinzip im Berichtsjahr eine weitere Wertberichtigung in Höhe von 114 TEUR berücksichtigt, und damit wurde die Forderung zu 100% wertberichtigt.
6 Langfristige Schulden
Die langfristigen Schulden setzen sich aus den langfristigen Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 677 TEUR im Zusammenhang mit maßgeblich dem Büromietvertrag (Vorjahr: 0 TEUR) und latenten Steuern zusammen.
7 Kurzfristige Schulden
Die kurzfristigen Schulden setzen sich wie folgt zusammen:
| Angaben in TEUR | 31.12.2022 | 31.12.2021 |
|---|---|---|
| Leasingverbindlichkeiten | 100 | 0 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
1.136 | 775 |
| Steuerschulden | 118 | 145 |
| Sonstige Schulden | 537 | 327 |
| Gesamt | 1.891 | 1.247 |
Die kurzfristigen Leasingverbindlichkeiten resultieren insbesondere aus Leasingfahrzeugverträgen. Die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erklärt sich einerseits durch die signifikante Umsatzausweitung, andererseits durch die Umstellung des Zahlungsverhaltens von sofortiger Begleichung der Eingangsrechnungen auf Bezahlung innerhalb der eingeräumten Zahlungsfristen. Die Steuerverbindlichkeiten setzen sich aus Umsatzsteuer- und Lohnsteuerverbindlichkeiten zusammen. Die sonstigen Schulden bestehen im Wesentlichen aus Rückstellungen, u.a. für variable Gehälter, für Rechtsberatung sowie für Abschluss und Prüfung.
8 Latente Steuern
Es wurde ein gegenüber dem Vorjahr unveränderter zusammengefasster Ertragssteuersatz von 28,95% verwendet. Als Ertragsteuern werden die gezahlten bzw. geschuldeten tatsächlichen Ertragsteuern sowie die latenten Steuern ausgewiesen.
Die latenten Steuern auf temporäre Differenzen stellen sich in der Bilanz wie folgt dar:
| Angaben in TEUR | 2022 | 2022 | 2021 | 2021 |
|---|---|---|---|---|
| Aktiv | Passiv | Aktiv | Passiv | |
| Latente Steuern in der Bilanz |
||||
| Immaterielle Vermögenswerte |
0 | 324 | 0 | 184 |
| Gesamt | 0 | 324 | 0 | 184 |
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
9 Umsatzerlöse
Die ausgewiesenen Umsätze resultieren aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und wurden fast ausschließlich im Inland erzielt.
Insgesamt wurden Umsätze in Höhe von 12.480 TEUR (Vorjahr: 10.105 TEUR) erwirtschaftet.
Von den Umsatzerlösen entfallen 4.204 TEUR (Vorjahr 4.163 TEUR) auf die zwei größten Kunden des Konzerns im Sinne des IFRS. Kein weiterer Kunde hat 2022 10% oder mehr zum Konzernumsatz beigetragen.
10 Bestandsveränderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
Die Bestandsveränderungen in Höhe von -24 TEUR (Vorjahr: -14 TEUR) resultieren aus dem Rückgang der fertigen Erzeugnisse und Leistungen.
11 Andere aktivierte Eigenleistungen
Die aktivierten Eigenleistungen betragen 717 TEUR (Vorjahr: 490 TEUR) und resultieren aus der Aktivierung von Entwicklungsleistungen für die eigenerstellten Softwarelösungen der Binect GmbH.
12 Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 45 TEUR (Vorjahr: 73 TEUR) resultieren im Wesentlichen mit 30 TEUR aus der Auflösung von Rückstellungen.
13 Materialaufwand
Der Materialaufwand beträgt im Geschäftsjahr 7.562 TEUR (Vorjahr: 5.853 TEUR). Er resultiert im Wesentlichen aus dem Einkauf von Druckdienstleistungen sowie dem Einkauf von Fremdsoftware im Rahmen einer GU-Tätigkeit für einen Großkunden.
14 Personalaufwand
Der Personalaufwand beläuft sich auf 3.213 TEUR in 2022 (Vorjahr: 2.978 TEUR) und setzt sich zusammen aus Löhnen und Gehältern in Höhe von 2.760 TEUR (Vorjahr: 2.569 TEUR) und Sozialaufwendungen in Höhe von 453 TEUR (Vorjahr: 409 TEUR). Im Berichtsjahr waren durchschnittlich 45 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 43).
15 Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
Die Abschreibungen belaufen sich auf 422 TEUR (Vorjahr: 443 TEUR). Immaterielle Vermögenswerte wurden im Geschäftsjähr in Höhe von 238 TEUR (Vorjahr: 300 TEUR) und Sachanlagen in Höhe von 184 TEUR (Vorjahr: 143 TEUR) abgeschrieben.
16 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen im Geschäftsjahr 1.703 TEUR (Vorjahr: 1.190 TEUR) und bestehen im Wesentlichen aus Fremdarbeiten 588 TEUR (Vorjahr: 383 TEUR), Kosten für IT-Infrastruktur und Telekommunikation 249 TEUR (Vorjahr: 194 TEUR), Pauschalwertberichtigungen 114 TEUR (Vorjahr: 78 TEUR), Marketing- und Werbekosten 94 TEUR (Vorjahr: 79 TEUR) sowie Steuer-, Rechtsund Beratungskosten 83 TEUR (Vorjahr: 68 TEUR).
17 Finanzierungsaufwendungen
Bei den Finanzierungsaufwendungen in Höhe von 24 TEUR (Vorjahr: 31 TEUR) handelt es sich fast vollständig um Zinsaufwand im Zusammenhang mit den Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16.
18 Ertragsteuern
Als Ertragsteuern werden die gezahlten bzw. geschuldeten tatsächlichen Ertragsteuern sowie die latenten Steuern ausgewiesen.
Die latenten Steuern auf temporäre Differenzen stellen sich in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wie folgt dar:
| Entwicklung der latenten Steuern in TEUR |
2022 | 2021 | ||
|---|---|---|---|---|
| Veränderung passiver latenter Steuern (auf immaterielle Vermögenswerte) |
-140 | -59 | ||
| In Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Ertragsteuern in TEUR |
||||
| Latente Steuern | -140 | -59 | ||
| Übrige | 0 | 0 | ||
| Gesamt | -140 | -59 |
Sonstige Angaben
19 Kapitalmanagement
Das Kapitalmanagement des Binect Konzerns orientiert sich in erster Linie an den gesellschaftsrechtlichen Bestimmungen und Erfordernissen. Dabei soll sichergestellt werden, dass alle Konzernunternehmen unter der Unternehmensfortführungs-Prämisse operieren können. Das zu steuernde Eigenkapital besteht in den Fällen, in denen keine gesonderten Bestimmungen zu beachten sind, aus dem bilanziellen Eigenkapital. Ansonsten wird das bilanzielle Eigenkapital jeweils an die aufsichtsrechtlichen oder vertraglichen Vorgaben angepasst. Der Konzern unterliegt keinen weitergehenden Mindestkapitalanforderungen.
Das Eigenkapital des Konzerns zum 31.12.2022 beträgt 8.680 TEUR (Vorjahr: 8.523 TEUR).
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt gegenüber dem Vorjahr unverändert 3.215.715,00 EUR und ist eingeteilt in 3.215.715 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,00 EUR.
Eventualforderungen und -verbindlichkeiten
Eventualforderungen oder -verbindlichkeiten bestehen nicht.
Anteilsbasierte Vergütung
Der Vorstand der Gesellschaft wurde mit Beschluss durch die ordentliche Hauptversammlung 2016 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 30.08.2018 ("Ermächtigungszeitraum") einmalig oder mehrmals Bezugsrechte auf Aktien der Gesellschaft im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2016 auszugeben. Der Vorstand wurde weiterhin durch Beschluss der Hauptversammlung 2018 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 20.09.2020 ("Ermächtigungszeitraum") einmalig oder mehrmalig Bezugsrechte auf Aktien der Gesellschaft im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2018 auszugeben.
Diese Bezugsrechte in Summe berechtigen insgesamt zum Bezug von bis zu 1.740.633 auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen.
Die Ausgabe von Bezugsrechten hat während des Ermächtigungszeitraumes zu erfolgen. Bezugsrechte können den Berechtigten jeweils binnen eines Zeitraums von sechs Wochen nach einer ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft zum Erwerb angeboten werden ("Ausgabezeitraum"). Die Bezugsrechte können nach einer Wartefrist von 4 Jahren unter Berücksichtigung der Sperrfristen von den Begünstigten in einem Zeitraum von 2 Jahren nach Ablauf der Wartefrist ausgeübt werden (Gesamtlaufzeit 6 Jahre).
Die Erfüllung der Optionsrechte kann nach Wahl der Gesellschaft entweder durch Lieferung echter Eigenkapitalinstrumente (auf den Inhaber lautende Stückaktien) oder durch einen Barausgleich erfolgen.
Die Bezugsrechte können nur ausgeübt werden, wenn die Kurssteigerung der Stückaktien in der Zeit zwischen Gewährung der Aktienoptionen und dem Beginn des jeweiligen Ausübungszeitraums, in dem die Aktienoptionen ausgeübt werden sollen, mindestens 100% beträgt. Im Falle von Kapitalmaßnahmen wie z.B. einer Kapitalherabsetzung können die Bedingungen angepasst werden (Anpassung des Kurs-Erfolgsziels).
Die Optionsrechte können lediglich durch Zahlung des Ausübungspreises ausgeübt werden. Der Ausübungspreis entspricht – vorbehaltlich der Bestimmung nach § 9 Abs. 1 AktG – mindestens 80% des durchschnittlichen Schlusskurses der Aktien der Gesellschaft an den letzten 5 Handelstagen vor dem Beginn des Ausgabezeitraums. Erhöht sich der Kurswert der Stückaktien in der Zeit zwischen dem Beginn des Ausgabezeitraums und dem Beginn des jeweiligen Ausübungszeitraums um mehr als den Faktor 20, so erhöht sich der Ausübungspreis um den Betrag, den der Kurswert um mehr als den Faktor 20 übersteigt.
Die ausgegebenen Bezugsrechte verfallen entschädigungslos, wenn das Beschäftigungsverhältnis zwischen dem Inhaber der Bezugsrechte und der Gesellschaft oder einem verbundenen Unternehmen gekündigt wird oder endet. Dies gilt nicht, soweit die Bezugsrechte nach folgender Maßgabe unverfallbar geworden sind:
Ein Drittel der jeweils an einen Bezugsberechtigten ausgegebenen Aktienoptionen werden nach Ablauf von zwei Jahren nach ihrer Ausgabe unverfallbar; ein weiteres Drittel wird nach Ablauf von drei Jahren nach Ausgabe unverfallbar; das letzte Drittel wird nach Ablauf von vier Jahren nach Ausgabe unverfallbar, es sei denn, das Dienst- oder Anstellungsverhältnis ist aus einem vom Bezugsberechtigten gesetzten wichtigen Grund beendigt. Außerdem verfallen die Bezugsrechte entschädigungslos, wenn sie nicht innerhalb der Laufzeit von 6 Jahren ausgeübt werden.
Binect AG – Geschäftsbericht 2022 Konzernanhang 49
Im Geschäftsjahr 2016 wurden in einer ersten Tranche 473.573 Aktienoptionen ausgegeben, von denen bis zum 31.12.2022 insgesamt 473.573 Aktienoptionen verfallen sind.
Im Geschäftsjahr 2017 wurden in einer zweiten Tranche 501.073 Aktienoptionen ausgegeben, von denen bis zum 31.12.2022 insgesamt 356.549 Aktienoptionen verfallen sind.
Im Geschäftsjahr 2018 wurden in einer dritten Tranche
454.000 Aktienoptionen ausgegeben, von denen bis zum 31.12.2022 insgesamt 304.500 Aktienoptionen verfallen sind.
Zusätzlich wurden im Geschäftsjahr 2018 in einer vierten Tranche weitere 303.877 Aktienoptionen ausgegeben, von denen bis zum 31.12.2022 insgesamt 233.377 Aktienoptionen verfallen sind.
Bei den Aktienoptionen gab es im Geschäftsjahr 2022 folgende Veränderungen gegenüber dem Vorjahr:
| 2022 | 2021 | |
|---|---|---|
| Zu Beginn der Berichtsperiode ausstehende Aktienoptionen | 566.073 | 566.073 |
| In der Berichtsperiode gewährte Aktienoptionen | 0 | 0 |
| In der Berichtsperiode ausgeübte Aktienoptionen | 0 | 0 |
| In der Berichtsperiode verfallene Aktienoptionen | 201.549 | 0 |
| Am Ende der Berichtsperiode ausstehende Aktienoptionen vor Kapitalherabsetzung in 2020 | 364.524 | 566.073 |
| Am Ende der Berichtsperiode ausstehende Aktienoptionen korrigiert nach Kapitalherabsetzung in 2020 | 52.075 | 80.867 |
| Am Ende der Berichtsperiode ausübbare Aktienoptionen | 0 | 0 |
Von den 52.075 Aktienoptionen entfallen 30.714 auf den Vorstand.
Die gewährten Aktienoptionen wurden als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente klassifiziert und bewertet. Der beizulegende Zeitwert der Aktienoptionen wird unter Anwendung einer Monte-Carlo-Simulation und unter Berücksichtigung der Bedingungen, zu denen die Aktienoptionen gewährt wurden, einmalig am Tag der Gewährung bewertet und an zukünftigen Stichtagen nicht mehr angepasst. Der Aufwand für die erhaltenen Leistungen wird über den Erdienungszeitraum erfasst. An zukünftigen Stichtagen wird lediglich die Anzahl der potentiell ausübbaren Optionen an die aktuelle Erwartung hinsichtlich der zukünftigen Fluktuation unter den Begünstigten angepasst.
Die erwartete Restlaufzeit der Aktienoptionen basiert auf der Annahme, dass die Aktienoptionen durchschnittlich nach dem Ende der Wartefrist unter Berücksichtigung der Ausübungsfenster und Erfolgsbedingung ausgeübt werden, und entspricht nicht zwingend dem tatsächlich eintretenden Ausübungsverhalten.
Die Ausübungspreise der Aktienoptionen wurden nach der ordentlichen Kapitalherabsetzung der Gesellschaft im Verhältnis angepasst. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Aktienoptionen zum 31.12.2022 beträgt 13 Monate.
Der erfasste Personalaufwand für während des Geschäftsjahres erhaltene Leistungen stellt sich insgesamt wie folgt dar:
| in TEUR | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Aufwand aus anteilsbasierten Vergütungs transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente |
3 | 13 |
Zum 31.12.2022 beträgt der Buchwert der Kapitalrücklage aus Aktienoptionen 232 TEUR (Vorjahr: 229 TEUR).
Finanzinstrumente und Risiko-Management
Die Binect-Gruppe hat ein Risikomanagementsystem etabliert, das der frühzeitigen Erkennung von Risiken, der Analyse und der rechtzeitigen Entwicklung von Maßnahmen zum Management von Risiken dient.
Die Kommunikation der identifizierten Risiken erfolgt grundsätzlich über standardisierte Berichte an den Vorstand (Risiko-Inventar, Management-Summary). Der Vorstand ergreift – nach eigener Bewertung der Lage und der jeweiligen Risiken – Maßnahmen zur Beseitigung beziehungsweise Eindämmung der Risiken.
Das Risiko-Inventar der Binect umfasst folgende Risikofelder:
- A) Unternehmensbezogene Risiken
- a. Störungs-/Betriebsausfallrisiken
- b. Finanzrisiken, u.a.
- Finanzierungs-, Liquiditätsrisiken
- Forderungsausfallrisiken
- Insolvenz- oder Liquidationsrisiken
- c. Rechtliche und steuerliche Risiken
- d. Produkt- und Software-bezogene Risiken
- e. Kunden- und Lieferantenbezogene Risiken
- f. Führungs-/ Organisations-Risiken
- B) Umfeldbezogene Risiken
- a. Markt-/Branchen-/Wettbewerbs-Risiken
- b. Sonstige Umfeld-Risiken, u.a.
- Risiken infolge der aktuell hohen Inflation / Preissteigerungen
- Risiken aus der Corona-Pandemie
Liquiditätsrisiken
Zur Sicherstellung ausreichender Finanzmittel erstellt der Konzern im Rahmen der Budgetplanung einen Liquiditätsplan. Dieser wird monatlich mit den Zahlen des Monatsabschlusses verglichen und analysiert.
Das Finanzwesen meldet dem Vorstand wöchentlich den aktuellen Stand der Zahlungsmittel.
Aufgrund der Tatsache, dass sich die Liquiditätssituation des Konzerns nach der im Vorjahr realisierten Kapitalerhöhung auch im Laufe des Jahres 2022 durch den erzielten Jahresüberschuss weiterhin verbessert hat, bestand im Berichtsjahr keinerlei Bedarf an Betriebsmittelkreditlinien.
Zum Bilanzstichtag standen dem Konzern Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 2.528 TEUR (Vorjahr: 2.046 TEUR) zur Verfügung. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten betragen 1.892 TEUR (Vorjahr: 1.247 TEUR).
Ausfallrisiken
Ausfallrisiken bzw. Risiken, dass Vertragspartner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht fristgerecht nachkommen, wird durch Genehmigungs- und Kontrollverfahren über Auskunfteien begegnet.
Ferner nimmt der Konzern regelmäßige Einschätzungen zur Zahlungsfähigkeit seiner Kunden vor.
Die maximale Höhe der für den Konzern bestehenden Ausfallrisiken ergibt sich aus dem gesamten Forderungsbestand aus Lieferungen und Leistungen der Binect GmbH. Für den Konzern bestehen keine außergewöhnlichen Ausfallrisiken hinsichtlich einzelner Vertragspartner oder Gruppen von Vertragspartnern. Ausfallrisiken wird durch Wertberichtigungen Rechnung getragen.
Eine Konzentration von Ausfallrisiken auf einzelne Kunden besteht bei den Großkunden der Gesellschaften. Insgesamt wird das Ausfallrisiko jedoch aufgrund der sehr guten Bonität dieser Kunden als gering eingeschätzt.
Marktrisiken
Der Konzern erwirtschaftet fast alle Umsätze in Deutschland. Die hier erfassten und regelmäßig bewerteten Risiken umfassen solche aus Veränderungen der politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen, solche, die aus der hohen Marktund Technologiedynamik resultieren, und Risiken, die aus einer mangelnden Wettbewerbsfähigkeit der operativen Einheiten entstehen.
Den aufgeführten Risiken wird bei Binect durch das Risikomanagementsystem begegnet, das für eine frühzeitige und regelmäßige Beobachtung und Analyse des Umfeldes sorgt. Wettbewerbsrisiken wird zusätzlich durch die Existenz eines Produkt- und Portfolio-Managements begegnet, welches das Leistungsangebot der operativen Einheiten den Markt- und Wettbewerbserfordernissen anpasst.
Insgesamt werden die hier aufgeführten Risiken im Zusammenspiel mit den ergriffenen Maßnahmen als gering eingestuft.
Sonstige Angaben zu Finanzinstrumenten
Im Berichtsjahr wurde keine Umklassifizierung von finanziellen Vermögenswerten in eine andere Bewertungskategorie des IFRS 9 vorgenommen.
Für kurzfristige finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten stellt der jeweilige Buchwert eine angemessene Annäherung des beizulegenden Zeitwerts im Sinne der IFRS dar.
Der beizulegende Zeitwert der langfristigen Finanzanlagen (ausgewiesen unter den langfristigen Vermögenswerten) entspricht dem Buchwert, der gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben ist:
| in TEUR | 2022 | 2021 |
|---|---|---|
| Buchwert zum 01.01. | 2,00 | 2,00 |
| Einzahlungen | 0,00 | 0,00 |
| Auszahlungen | 0,00 | 0,00 |
| In der GuV erfasste Aufwendungen | 0,00 | 0,00 |
| Buchwert zum 31.12. | 2,00 | 2,00 |
Zusatzangaben Finanzinstrumente – Bilanzieller Wertansatz nach IFRS 9
| Aktiva zum 31.12.2022 in EUR | ||||
|---|---|---|---|---|
| Bewertungs kategorien nach IFRS 9 |
Buchwert 31.12.2022 |
Finanzinstrumente, die zu fort - geführten Anschaffungskosten bewertet werden |
Beizulegender Zeitwert |
|
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente |
AC | 2.527.856,43 | 2.527.856,43 | 2.527.856,43 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
AC | 2.020.129,39 | 2.020.129,39 | 2.020.129,39 |
| Sonstige Vermögenswerte | AC | 222.785,95 | 222.785,95 | 222.785,95 |
| Finanzanlagen * | FVOCI | 2,00 | 2,00 | 2,00 |
| Passiva zum 31.12.2022 in EUR | ||||
|---|---|---|---|---|
| Bewertungs kategorien nach IFRS 9 |
Buchwert 31.12.2022 |
Finanzinstrumente, die zu fort geführten Anschaffungskosten bewertet werden |
Beizulegender Zeitwert |
|
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
AC | 1.136.263,46 | 1.136.263,46 | 1.136.263,46 |
| Leasing-Verbindlichkeiten | n/a | 776.523,68 | 776.523,68 | 776.523,68 |
Abkürzungen:
AC: Amortised Cost and Impairment (fortgeführte Anschaffungskosten und Wertminderungen) FVOCI: Fair Value Through Other Comprehensive Income (erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet)
* Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung notwendiger Wertminderungen – dies entspricht dem beizulegenden Zeitwert.
| Aktiva zum 31.12.2021 in EUR | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bewertungs kategorien nach IFRS 9 |
Buchwert 31.12.2021 |
Finanzinstrumente, die zu fort geführten Anschaffungskosten bewertet werden |
Beizulegender Zeitwert |
||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente |
AC | 2.045.516,58 | 2.045.516,58 | 2.045.516,58 | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
AC | 2.131.579,73 | 2.131.579,73 | 2.131.579,73 | |||
| Sonstige Vermögenswerte | AC | 253.858,81 | 253.858,81 | 253.858,81 | |||
| Finanzanlagen * | FVOCI | 2,00 | 2,00 | 2,00 |
Passiva zum 31.12.2021 in EUR
| Bewertungs kategorien nach IFRS 9 |
Buchwert 31.12.2021 |
Finanzinstrumente, die zu fort geführten Anschaffungskosten bewertet werden |
Beizulegender Zeitwert |
||
|---|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
AC | 774.606,60 | 774.606,60 | 774.606,60 | |
| Leasing-Verbindlichkeiten | n/a | -- | -- | -- |
* Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung notwendiger Wertminderungen – dies entspricht dem beizulegenden Zeitwert.
Sonstige Erläuterungen
Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS 24 (Related Party Disclosures) sind juristische oder natürliche Personen, die auf die Binect AG und deren Tochterunternehmen Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Binect AG bzw. deren Tochterunternehmen unterliegen. Als "related parties" im Sinne des IAS 24 kommen vor allem der Vorstand und der Aufsichtsrat der Binect AG sowie die Anteilseigner der Gesellschaft, die einen beherrschenden oder maßgeblichen Einfluss haben, in Betracht.
Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften, Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen hat die Binect AG nicht.
Geschäfte mit Organmitgliedern der Binect AG werden zu Bedingungen durchgeführt, wie sie zwischen fremden Dritten üblich sind.
Vorstand
Dr. Frank Wermeyer, Diplom-Kaufmann, Pulheim
Vorstandsmitglieder sind einzelvertretungsberechtigt und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.
Die Gesamtbezüge des Vorstands, der gleichzeitig bei der Binect GmbH als einer von zwei Geschäftsführern agiert, beliefen sich im Berichtsjahr auf insgesamt 316 TEUR (Vorjahr 326 TEUR). Diese umfassen neben dem Grundgehalt die variablen, erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile und Kfz-Zulagen (Firmenfahrzeug). Darlehen wurden nicht gewährt.
Aufsichtsrat
Im Geschäftsjahr 2022 waren die folgenden Personen Mitglieder des Aufsichtsrates der Binect AG:
Ronald Gerns, Rechtsanwalt und Notar, Frankfurt am Main, Vorsitzender des Aufsichtsrates Partner bei GERNS & Partner, Rechtsanwälte und Notare, Frankfurt am Main
Thomas Rickert, Rechtsanwalt, Bonn, Stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrates Partner bei Rickert Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Bonn
Dr. Dirk Rohweder, Diplom-Wirtschaftsinformatiker, Köln, COO und Co-Founder der Teavaro Limited, London, und Geschäftsführer der Teavaro GmbH, Köln
Die Vergütung für den Aufsichtsrat beträgt 23 TEUR (Vorjahr 23 TEUR). Darlehen wurden nicht gewährt.
Aufwand für Abschlussprüfer
Für die erbrachten Dienstleistungen für Abschlussprüfung durch die ba audit gmbh Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sind Honorare in Höhe von 19 TEUR angefallen. Darauf entfallen auf Abschlussprüfungsdienstleistungen 17 TEUR und auf sonstige Dienstleistungen 2 TEUR.
Eigene Anteile
Im Berichtszeitraum wurden keine eigenen Aktien erworben; die Gesellschaft selbst hält zum 31.12.2022 keine eigenen Anteile.
Weiterstadt, den 6. April 2023
Dr. Frank Wermeyer
Vorstand
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der Binect AG, Köln – bestehend aus der Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses geführt hat.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss zu dienen.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die übrigen Teile des Geschäftsberichts, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses sowie unseres Bestätigungsvermerks.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Konzernabschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
- wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
- anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Konzernabschluss, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieses Systems abzugeben.
- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
- beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
- holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unser Prüfungsurteil.
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Berlin, den 6. April 2023
ba audit gmbh Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Berlin
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Steffen Langner ppa. Arne Stegmann


Brunnenweg 17 64331 Weiterstadt
Telefon: +49 6151 9067 0 E-Mail: [email protected]