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Binect AG — Annual Report 2021
Jun 24, 2022
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Annual Report
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Geschäftsbericht Konzernabschluss 2021
| Vorwort | 02 |
|---|---|
| Konzernstruktur, Geschäft und Performance | 06 |
| Konzernstruktur und Geschäftsmodell der Binect Gruppe | 07 |
| Konzernstruktur | 07 |
| Geschäftsmodell | 07 |
| Produkte und Dienstleistungen | 09 |
| Absatzmärkte | 09 |
| Geschäftsentwicklung | 10 |
| Entwicklung der Rahmenbedingungen | 10 |
| Beurteilung der Geschäftsentwicklung | 11 |
| Ertragslage | 12 |
| Finanz- und Vermögenslage | 13 |
| Ausblick | 14 |
| Kennzahlen im Überblick | 17 |
| Binect GMBH (HGB Einzelabschluss) | 17 |
| Binect AG (HGB Einzelabschluss) | 17 |
| Aktie und Beteiligungsstruktur | 18 |
| Kursentwicklung der Binect Aktie | 18 |
| Informationen zur Aktie | 18 |
| Aktionärsstruktur | 18 |
| Investor Relations | 19 |
| Finanzkalender | 21 |
| Bericht des Aufsichtsrats | 22 |
| Überwachung und Beratung des Vorstands bei der Geschäftsführung | 23 |
| Geschäftsentwicklung | 24 |
| Feststellung des Jahresabschlusses | 24 |
| Konzernabschluss 2021 | 26 |
|---|---|
| Konzern-Bilanz zum 31.12.2021 | 28 |
| Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung | 30 |
| Konzern-Gesamtergebnisrechnung | 31 |
| Konzern-Eigenka pitalveränderungsrechnung |
32 |
| Konzern-Kapitalflussrechnung | 34 |
| Konzernanhang | 35 |
| Grundlagen und Methoden | 35 |
| Verlautbarungen bzw. Änderungen von Verlautbarungen des IASB | 36 |
| Veröffentlichte, aber noch nicht anzuwendende Standards, Interpretationen und Änderungen |
37 |
| Ansatz und Bewertung wesentlicher Aktiv- und Passivposten der Konzern-Bilanz | 39 |
| Erläuterungen zur Bilanz | 46 |
| Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung | 49 |
| Sonstige Angaben | 50 |
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers 56
Wachstum fortgesetzt, wichtige Meilensteine erreicht.
Das Geschäftsjahr 2021 war auch für die Binect Gruppe spürbar von den Einflüssen der Corona-Pandemie geprägt. Die operative Tochtergesellschaft Binect GmbH musste je nach aktueller Ausprägung von Infektionsgeschehen und ergriffenen Maßnahmen der Politik mit Schwankungen sowohl im Neugeschäft (Auftragseingang) als auch bei den von Bestandskunden versendeten Mengen leben. In einem insgesamt schwierigen Marktumfeld, in dem der ITK-Markt insgesamt um 3,9% und die Teilmärkte für IT-Services und Software um 3,5% bzw. 8% gewachsen sind, konnte die Binect Gruppe ein sehr erfreuliches Wachstum von 11,3% ausweisen und schaffte beim Umsatz den geplanten Sprung über die 10 Mio. EUR Marke.
Losgelöst von den Zahlen und Markterfolgen blickt die Binect Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr auf eine Reihe sehr wichtiger und erfolgreicher Meilensteine zurück. Diese betreffen nicht nur die Holding, sondern insb. auch die operative Binect GmbH:
Erfolgreiche Kapitalerhöhung der Binect AG
Nach der im Herbst 2020 durchgeführten Kapitalherabsetzung wurde Anfang 2021 das zweite von der Hauptversammlung 2020 beschlossene Projekt auf der Kapitalseite angegangen und erfolgreich umgesetzt.
Die von Vorstand und Aufsichtsrat im Januar 2021 beschlossene Barkapitalerhöhung der damaligen MAX21 AG von 2.572.572,00 EUR um 643.143,00 EUR auf 3.215.715,00 EUR war deutlich überzeichnet, sodass ein Teil der Nachfrage nicht bedient werden konnte. Begleitet wurde die Transaktion von der BankM AG.
Mit dem Zufluss der Mittel konnte im Laufe des Geschäftsjahres 2021 das erweiterte Wachstumsprogramm für die Tochter Binect GmbH gestartet werden. Die geplante und mit ersten Meilensteinen schon begonnene Harmonisierung und Optimierung der technischen Plattform ging damit konsequent in die nächste Phase. Neben dem Ausbau der Marketing- und Vertriebsaktivitäten konnte die Besetzung neu geschaffener Positionen im Technology-Bereich für die weitere Plattform-Optimierung erfolgen.
Abschluss der Neuaufstellung im Aufsichtsrat der Gesellschaft
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Kapitalmaßnahmen konnten Vorstand und Aufsichtsrat mit Herr Dr. Dirk Rohweder ein neues Mitglied für das Aufsichtsgremium gewinnen, dessen fachlicher Hintergrund insbesondere auf die Begleitung der anstehenden technischen Umbaumaßnahmen und die Weiterentwicklung bei der Tochter Binect GmbH ausgerichtet ist. Im Rahmen dieser Umbesetzung stellte Herr Lars Ahns, der die MAX21 AG in kritischen Phasen professionell und sehr erfolgreich begleitet hatte, sein Mandat zur Verfügung.
Umfirmierung der MAX21 AG
Im Zuge der vom Vorstand beschlossenen künftigen Geschäftsausweitung auf digitale Bausteine für die Dokumentenlogistik und der Fokussierung auf eine entsprechende Plattform, deren Kern heute in der hundertprozentigen Tochtergesellschaft Binect GmbH liegt, beschlossen die Aktionäre im Juli 2021 auf der ordentlichen Hauptversammlung die Umfirmierung der Holding, die diese neue geschäftliche Ausrichtung unterstreicht. Die Binect AG wurde im August 2021 im Handelsregister Köln eingetragen, der operative Sitz bleibt in Weiterstadt.
Änderung im Bereich Finanzen und Kaufmännische Leitung
Mitte des Jahres 2021 wurde der zuvor als Interim-Manager tätige Kaufmännische Leiter der MAX21 AG und der Binect GmbH, Herr Maximilian Diehl, fest in der Holding angestellt. Mit Herrn Diehl sicherte sich die Binect Gruppe einen sehr erfahrenen Manager, der in der Vergangenheit für verschiedene mittelständische und größere Unternehmen im In- und Ausland kaufmännische Führungspositionen innehatte. Die Holding erhält damit nach einer Zeit der Konsolidierung konsequenterweise personalseitig wieder Zuwachs.
Neuer CTO für die Binect Gruppe / Gewinnung neuer Mitarbeiter im Bereich Technology
Seit September 2021 verantwortet Herr Michael Imiolczyk als CTO der Gruppe und Geschäftsführer Technology der Binect GmbH die Weiterentwicklung und den Ausbau der Binect Plattform. Herr Imiolczyk gehörte bereits seit dem 01.04.2021 als Senior Change Manager zum Binect-Team und hat in dieser Rolle erfolgreich die begonnene Weiterentwicklung der Binect GmbH im Technology-Bereich vorangetrieben. Er ist verantwortlich für die Bereiche Product-Development, Software- und Platform-Architecture sowie IT-Operations. Der studierte Wirtschaftsinformatiker verfügt über mehr als 20 Jahre IT-Erfahrung, davon über 15 Jahre in der Softwareentwicklung und der Neuausrichtung von Technologieorganisationen.
Gleichzeitig konnten zusammen mit Herrn Imiolczyk zielgerichtet neue Mitarbeiter mit spezifischen Qualifikationen für den technologischen Umbau gewonnen werden. Aufgrund der angespannten Arbeitsmarktlage kamen zum größeren Teil zunächst Freelancer zum Einsatz.
Der letztgenannte Meilenstein hat für die Gruppe entscheidende Bedeutung bei der Umsetzung des Projekts ONE, das sämtliche Maßnahmen der Produkt- und Plattformharmonisierung sowie der Technologie-Optimierung bündelt. Die unter Projekt ONE begonnenen und weiterhin geplanten Maßnahmen waren eine wesentliche Triebfeder für die Anfang 2021 durchgeführte Kapitalerhöhung der Binect AG. Mit diesem Projekt stellte Binect die Weichen dafür, die heutigen Enterprise- und Mittelstandsangebote auf der neuen Binect-Plattform u.a. aus der Cloud als SaaS Angebote verfügbar zu machen und künftig mit "Customizing as a Service" auch komplexe kundenindividuelle Anforderungen auf einer standardisierten Basis zu ermöglichen. Hier werden gleichzeitig die Weichen für die Festigung der Position im mittlerweile wettbewerbsintensiven Markt für Postausgangsdigitalisierung und -outsourcing und für das künftige Wachstum gelegt, das bislang u.a. aufgrund einer mangelnden Skalierungsfähigkeit nicht vollständig erschlossen werden konnte.
Wie eingangs ausgeführt, hat die Corona-Pandemie das Wachstum des operativen Geschäfts bei der Binect GmbH beeinflusst. Dennoch wäre die ambitionierte Prognose wohl erreicht worden, wären nicht ganz zum Ende des Geschäftsjahres einige Aufträge im letzten Moment abgesagt worden (u.a. entfiel eine bereits beauftragte bundesweite Kampagne zur geplanten Beitragserhöhung für 2022 bei einer gesetzlichen Krankenkasse). Mit dem November 2021 hatte die Gesellschaft zuvor gerade erst den umsatzstärksten Monat der Unternehmensgeschichte und damit ein deutliches Anziehen des Wachstums verzeichnet. Das erste Quartal 2022 bestätigt diesen Eindruck noch einmal nachdrücklich. Der Januar löste den vorangegangenen November als bislang umsatzstärksten Monat ab und auch der Februar weist ein sehr deutliches Wachstum gegenüber dem Vorjahresmonat aus.
Wie schon in den Vorjahren beruhte das Wachstum im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere auf dem Ausbau der Kundenbasis und den steigenden Transaktionsvolumina bei den strategischen Produkten, die unter der Marke Binect im Mittelstand und im öffentlichen Bereich angeboten werden. Dieses Geschäftsfeld verzeichnete 2021 ein Umsatzwachstum von über 27%. Sein Anteil am Gesamtumsatz nahm – der strategischen Zielsetzung folgend – von 49% auf nun 55% zu und übertraf damit erstmals die 50%-Schwelle. Im von der E-Postbusiness Box der Deutschen Post AG dominierten OEM-Geschäft konnte der Umsatz trotz einer vertragsgemäß reduzierten Vergütung für die Versendungen nahezu konstant gehalten werden. Gleichzeitig erhielt Binect von der Deutschen Post zwei weitere attraktive Aufträge zur Funktionserweiterung der E-Postbusiness Box. Als Folge der Produkt-Updates erwartet die Deutsche Post für 2022 ein anziehendes Neugeschäft sowie die Ausweitung der Sendungsmengen im Bestand.
Aus Sicht des Vorstands und des Managements ist die Geschäftsentwicklung insbesondere aufgrund der erwähnten schwierigen Rahmenbedingungen als sehr erfreulich zu bewerten. Wir gehen damit gut gerüstet in das Geschäftsjahr 2022.
Dr. Frank Wermeyer
Vorstand
Konzernstruktur, Geschäft und Performance
Konzernstruktur und Geschäftsmodell der Binect Gruppe
Konzernstruktur
Die MAX21 AG wurde infolge einer Beschlussfassung der Aktionäre auf der Hauptversammlung vom 07.07.2021 in Binect AG umfirmiert und im August 2021 entsprechend im Handelsregister Köln unter der Registernummer HRB 107212 eingetragen, wobei der operative Firmensitz in Weiterstadt bleibt. Mit der Umfirmierung wurde eine wichtige Weichenstellung vollzogen, die der geschäftspolitischen Ausrichtung der Gesellschaft und der operativen Fokussierung Rechnung trägt und die in den Kernzielgruppen etablierte Marke Binect jetzt auch am Kapitalmarkt in den Vordergrund stellt.
Zum Abschluss des Geschäftsjahres 2021 gehörte zur Binect Gruppe neben der Binect AG als Holding mit der Binect GmbH lediglich eine Tochterunternehmung (Mehrheitsbeteiligung: 100%). Darüber hinaus wird noch eine Minderheitsbeteiligung an der International Sports Pass GmbH gehalten.
Die Binect AG fungiert als Management-Holding, die ihren Tochterunternehmen neben der Möglichkeit der Finanzierung umfangreiche Management-Dienstleistungen zur Verfügung stellt. In der Holding sind die Funktionen Strategie, Finanzen sowie Personalentwicklung und Administration für die Gruppe angesiedelt. Darüber hinaus übernimmt die Holding sämtliche kaufmännischen Funktionen inkl. der Beschaffung. Durch den Zugang zum Kapitalmarkt ist die Binect AG in der Lage, der Gruppe bei Bedarf Eigenkapital zuzuführen und dieses den Tochtergesellschaften auf dem Wege der Kreditgewährung zur Verfügung zu stellen. Im Zuge einer möglichen strategisch gebotenen Ausweitung der aktuellen Geschäftsfelder verantwortet die Holding darüber hinaus sämtliche M&A-Aktivitäten.
Als derzeit einzige operative Geschäftseinheit der Binect Gruppe fungierte 2021 die Binect GmbH. Diese Gesellschaft hat ihren Geschäftsschwerpunkt im Angebot von Business-Lösungen für die Digitalisierung und das Outsourcing sämtlicher Prozesse des sog. Postausgangs von Unternehmen. Die Kunden der Binect GmbH aus verschiedenen Marktbereichen wickeln mit angebotenen Software-Produkten und Fulfillment-Leistungen ihre gesamte wichtige und businesstransaktionsbezogene Ausgangskommunikation ab. Unter dem Claim "Geschäftspost. Einfach. Digital" ist die Binect GmbH einer der führenden Anbieter für digitale Postausgangslösungen im deutschen Markt.
Geschäftsmodell
Die Binect Gruppe hat im Zuge der strategischen Neuausrichtung 2020 entschieden, sich auf Geschäftsmodelle rund um die Digitalisierung von Geschäftspost und die digitale Steuerung von Dokumentenprozessen im Unternehmen zu fokussieren. Die Gruppe strebt dabei an, künftig neben dem aktuellen Geschäft der Tochtergesellschaft Binect GmbH weitere Geschäfte zu etablieren, die mit "Entwicklung digitaler Bausteine für eine sichere und einfache Dokumentenlogistik" beschrieben wurden. Angestrebt wird dabei die Etablierung einer "Plattform", die den aktuellen und künftigen Kunden weitere digitale Bausteine und Komponenten sowie Mehrwertdienste anbietet.
Mit der derzeitigen Tochter Binect GmbH besitzt die Binect Gruppe ein starkes Standbein im deutschen Markt für Hybridpost und digitale Ausgangskommunikation. Dabei bedient die Binect GmbH drei unterschiedliche Geschäftsfelder:
- Entwicklung und Betrieb von Individual-Lösungen für Großkunden (Output Management Systeme)
- Entwicklung und Betrieb von OEM-Lösungen für strategische Partner (z.B. E-Postbusiness Box, Deutsche Post AG)
- Angebot von Standardsoftware-Lösungen (SaaS, Smart Appliance, OnPrem) inkl. Fulfillment für Kunden in den Bereichen Health, Public, Mittelstand.
Im Zuge der letzten Jahre wurde das Angebot eigener Standardsoftwarelösungen strategisch in den Mittelpunkt gerückt ("strategische Produkte") und dessen Anteil am Gesamtgeschäft stark gesteigert. Wesentlich für diese Ausrichtung waren die starken Wachstumsperspektiven in diesem Geschäftsfeld, die größere Nachhaltigkeit von wiederkehrenden Umsätzen sowie die zunehmende Abkehr der Märkte von individuellen Softwarelösungen. Darüber hinaus spielte der Aspekt
der Risikostreuung im Angebotsportfolio (Vermeidung einer zu starken Abhängigkeit von wenigen Großkunden und Partnern) eine wichtige Rolle.
Während das Geschäftsfeld Individual-Lösungen auf der "klassischen" Software-Geschäftslogik mit den Erlöskomponenten Lizenz, Entwicklung/CR und Wartung beruht und damit einen starken Anteil von Einmalumsätzen beinhaltet, zeichnet sich das OEM-Geschäft der Binect stark durch mengenabhängige und nahezu vollständig wiederkehrende Erlöskomponenten aus.
Das dritte Geschäftsfeld, Angebot eigener Standard-Software-Lösungen inkl. Fulfillment, basiert zu über 90% auf wiederkehrenden Erlöskomponenten. Diese umfassen auf der einen Seite jährliche/monatliche Softwarelizenz- und Nutzungsentgelte sowie eine stark mengenabhängige Komponente (Sendungspreise). Auf der anderen Seite entstehen in Abhängigkeit von der Komplexität der Kundenanforderungen Einmalerlöse aus Implementierungs- und Konfigurations- sowie in einigen Fällen Entwicklungsleistungen. Diese einmaligen Erlöskomponenten machen nur einen sehr geringen Anteil aus.
Neue Geschäftsfelder außerhalb des heutigen Postausgangsgeschäftes der Binect GmbH werden derzeit von der Holding bewertet und vorangetrieben. Ob diese künftig in der Binect GmbH oder in weiteren Legaleinheiten angesiedelt werden, wird zum geeigneten Zeitpunkt zu entscheiden sein. Wie bereits kommuniziert, spannt hier derzeit das Wachstumsfeld "Posteingangs- bzw. Input-Management" den Suchraum auf.
Unternehmen sämtlicher Größenordnungen sowie Institutionen aus dem Gesundheits- und dem öffentlichen Bereich stehen vor der Herausforderung, ihren gesamten Posteingang effizient zu managen und die richtigen Verarbeitungs-Workflows aufzubauen. Die verfügbaren Angebote zeigen hier insbesondere für den Mittelstand große Lücken auf und bestehen häufig darin, die eingehende physische Post zu digitalisieren (Scan-Dienstleistung) und bereitzustellen. Erforderlich ist hier eine viel stärkere Multi-Channel-Ausrichtung, die auch digitale Post aus verschiedensten Kanälen berücksichtigt, vor allem eine intelligente, ggf. KIbasierte Extraktion und Klassifikation der Inhalte sowie die Weiterverarbeitung im Rahmen teilweise automatisierter Workflows. Dabei ist auch das Zusammenspiel mit bereits genutzten Systemen, allen voran DMS-/ECM-Systemen, von ausschlaggebender Bedeutung.
Binect hat 2021 auf diesen Gebieten intensiv an möglichen neuen Angeboten gearbeitet und teilweise mit Partnern (Reisswolf) in verschiedenen Kundensegmenten pilotiert. Für das Jahr 2022 wird der Abschluss der vorbereitenden Arbeiten und die Einführung erster Angebote angestrebt.
Ziel der Binect Gruppe ist es, auch in diesem Bereich neue Geschäftsmodelle zu entwickeln oder in solche zu investieren, die das Potenzial haben, mit skalierbaren Technologien insbesondere wiederkehrende Erträge zu generieren.
Produkte und Dienstleistungen
Das heutige Produktportfolio der operativen Tochtergesellschaft Binect GmbH umfasst entsprechend den o.g. Geschäftsfeldern die folgenden Angebote:
— Binect Enterprise Individual:
Software-Lösungen für das professionelle Outputund Versandmanagement für Großkunden.
- Binect OEM:
- E-Postbusiness Box (Standardprodukt; digitale Poststelle für das Outsourcing des gesamten Postversands; Angebot erfolgt durch die Deutsche Post AG; Weiterentwicklung, Pflege, Wartung, Betrieb durch Binect).
- WebBrief24 und MailRoom24 (Standardprodukte; Web-Portal und digitale Poststelle für das Outsourcing des gesamten Postversands; Angebot erfolgt durch Francotyp Postalia AG; Weiterentwicklung, Pflege, Wartung, Betrieb durch Binect).
- Binect Standard-Angebote:
• Binect Online:
Web-Portal für das Outsourcing des gesamten Postversands; einfache Nutzung ohne monatliche Kosten und sehr einfache Anmeldung; nutzbar für Kunden aller Marktsegmente mit einfachem Bedarfsprofil; richtet sich primär an Wenig-Nutzer; Prepaid-fähig.
• Binect API:
Moderne REST-Schnittstelle zur Einlieferung zu versendender Dokumente in das Binect-System aus beliebigen Software-Anwendungen und -Lösungen, z.B. aus CRM-, ERP- und DMS-Systemen; nutzbar für alle Kunden, die direkt aus ihrem System versenden möchten und ein relativ einfaches Bedarfsprofil aufweisen.
• Binect Cube:
Standardprodukt; digitale Poststelle für das Outsourcing des gesamten Postversands; einfache Nutzung über Client (künftig Web-Client), virtuellen Drucker oder Übergabeverzeichnis; einfache Implementierung und geringe monatliche Kosten; nutzbar für Kunden aller Marktsegmente mit gehobenem Bedarfsprofil und Anforderungen an den Betrieb; insb. geeignet für den Bereich der öffentlichen Hand.
• Binect Enterprise:
Standardprodukt für das Outsourcing des gesamten Postversands mit umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten; Nutzung über Web-Client, virtuellen Drucker oder Übergabeverzeichnis, künftig über die Enterprise API; nutzbar für Kunden aller Marktsegmente mit anspruchsvollem Bedarfsprofil und hohen Anforderungen an Performance und Betrieb; insb. geeignet für den Bereich der öffentlichen Hand und Institutionen des Gesundheitswesens.
Die Angebote sind in unterschiedlichen Hosting-Modellen erhältlich (Hosted VM, SaaS, OnPrem, Cube-appliance) und beinhalten zum größten Teil die entsprechenden Fulfillment-Dienstleistungen beim physischen Versand (Outsourcing des Dokumentenversands, d.h. Druck, Frankierung, Zustellung).
Absatzmärkte
Die Produkte und Leistungen der Binect werden aktuell ausschließlich auf dem deutschen Markt angeboten. Einer Ausweitung des Absatzmarktes z.B. über die gesamte DACH-Region oder in das europäische Ausland stehen heute einige Hürden entgegen, die im Wesentlichen mit dem physischen Dokumentenverkehr (klassische Briefzustellung) verbunden sind. Im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung und vor allem EU-weiten Harmonisierung der digitalen Dokumentenlogistik ist eine Ausweitung auf weitere Märkte angedacht.
Die inländischen Zielsegmente der Produkte und Leistungen liegen sowohl im öffentlichen Sektor (Bund, Länder, Kommunen, Teile des Gesundheitswesens) als auch in der Privatwirtschaft. Aufgrund des horizontalen Angebotes "Dokumentenlogistik" existiert dabei grundsätzlich keine Sektoren- oder Branchenbeschränkung. Aufgrund des Erfordernisses einer zielgruppenspezifischen Marktbearbeitung erfolgt jedoch die Ansprache oft branchenbezogen. Dabei wird eine Priorisierung der Branchen nach Attraktivität vorgenommen.
Geschäftsentwicklung
Entwicklung der Rahmenbedingungen
Die Binect AG ist aufgrund der Geschäftsausrichtung stark abhängig von den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf dem deutschen Markt. Nach der Lockerung der pandemiebedingten Beschränkungen und dem deutlichen Anstieg der privaten Konsumausgaben erholte sich die deutsche Wirtschaft im Laufe des Jahres 2021 spürbar. Über den gesamten Berichtszeitraum betrachtet, belief sich die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts nach Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft1 auf 2,7%. Nach kräftigen Zuwächsen im Sommerhalbjahr 2021 war die gesamtwirtschaftliche Produktion im Schlussquartal jedoch wieder rückläufig. Ein erneuter Anstieg der Infektionszahlen im Herbst und Winter, die rasche Ausbreitung der Virusvariante Omikron sowie hartnäckige Probleme in den internationalen Lieferketten bremsten die Erholung aus. Im Vergleich zum Schlussquartal 2019 blieb das Produktionsniveau in Deutschland damit immer noch relativ deutlich hinter dem Vorkrisenstand zurück. Verwendungsseitig betraf dies insbesondere den privaten Konsum und den Dienstleistungshandel. Die Industrie profitierte zwar vom starken Welthandel, konnte jedoch aufgrund der Lieferengpässe ihr Wachstumspotenzial nicht ausschöpfen. In Kombination mit temporären Faktoren führten Lieferengpässe und gestiegene Energiepreise zu einem deutlichen Anstieg der Inflation. Trotzdem blieb die Geld- und Fiskalpolitik weiterhin expansiv ausgerichtet.
In diesem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld konnte die Digitalbranche 2021 deutlich wachsen und profitierte dabei von einem anhaltenden Digitalisierungsschub. Ob Klima, Pandemie oder Standortwettbewerb, die Digitalisierung kann einen wichtigen Teil zur Lösung beitragen, und Wirtschaft, Staat und große Teile der Gesellschaft investieren in digitale Infrastrukturen, Geräte, Software und Services, um den Prozess zu beschleunigen. Entsprechend erhöhte sich der ITK-Markt nach Angaben des Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom)2 2021 um 3,9% auf EUR 178,4 Mrd. Der Teilmarkt für Informationstechnik konnte dabei überdurchschnittlich zulegen und seine Bedeutung als größtes Branchensegment weiter ausbauen. Die Umsätze erhöhten sich hier 2021 um 6,3% auf EUR 102,5 Mrd. und überstiegen damit erstmals die 100-Milliarden-Euro-Marke. Der stärkste Wachstumsimpuls kam mit +8,3% aus dem Bereich IT-Hardware, dicht gefolgt vom Markt für Software (+8,0%). Das Geschäft mit IT-Services wuchs 2021 um 3,7%. Auch das Beschäftigungswachstum hat nach einer zwischenzeitlichen Corona-bedingten Verlangsamung wieder kräftig angezogen. 2021 sind rund 34.000 neue Jobs im ITK-Bereich entstanden, insgesamt sind aktuell 1,25 Millionen Menschen in der Branche beschäftigt. Im globalen Maßstab spielt der deutsche ITK-Markt eine untergeordnete Rolle. Der Anteil im von den USA und China dominierten Markt liegt weiterhin bei knapp 4%.
Eine Ende 2021 veröffentlichte, repräsentative Bitkom-Umfrage3 unter 602 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland bestätigt die wachsende Bedeutung der Digitalisierung. 92% der Befragten gaben an, dass durch die Corona-Pandemie die Digitalisierung im eigenen Unternehmen an Bedeutung gewonnen hat (2020: 84%) und sogar 94% sehen einen Bedeutungszuwachs der Digitalisierung für die deutsche Wirtschaft insgesamt (2020: 86%). Das spiegelt sich auch in einer Vielzahl konkreter Digitalisierungsmaßnahmen wider, die aufgrund der Corona-Pandemie angegangen oder intensiviert wurden. Prozesse wurden häufig digitalisiert, etwa indem digitale Dokumente statt Papier (66%) genutzt und digitale Geschäftsmodelle entwickelt (41%) werden.
Die anhaltende Sondersituation führte im Berichtszeitraum bei vielen Unternehmen und Institutionen aber auch immer wieder dazu, dass Beschaffungen zurückgestellt wurden, um alle Kräfte auf die Bewältigung der Pandemiefolgen zu bündeln. 46% der Befragten fehlte es 2021 an der Zeit, um die Digitalisierung
1 Quelle: Kieler Konjunkturberichte Deutschland, Nr. 88 (2022|Q1): https://www.ifw-kiel.de/fileadmin/Dateiverwaltung/ IfW-Publications/-ifw/Konjunktur/Prognosetexte/deutsch/2022/ KKB\_89\_2022-Q1\_Deutschland\_DE.pdf
2 Quelle: Bitkom-Jahrespressekonferenz 2022: https://www. bitkom.org/sites/main/files/2022-01/bitkom-charts-jahrespressekonferenz-konjunktur-11-01-2022\_final.pdf
3 Quelle: Bitkom-Pressemitteilung vom 24.11.2021: https:// www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Digitalisierungsschub-in-Wirtschaft-wird-Pandemie-ueberdauern
voranzubringen (2020: 37%). Dass immer noch 65% der Befragten sich als Nachzügler sehen (2020: 71%), unterstreicht das weiterhin hohe Potential. 41% der Unternehmen lassen sich bei ihren Digitalisierungsanstrengungen extern beraten, und 2021 hat jedes dritte Unternehmen (34%) mehr in die Digitalisierung investiert als 2020. Denn die Digitalisierung stellt sich immer mehr als Wettbewerbsvorteil heraus. Jedes zweite Unternehmen (51%) stellte 2021 fest, dass Wettbewerber aus der eigenen Branche, die frühzeitig auf die Digitalisierung gesetzt haben, ihm nun voraus sind. 2017 haben dies nur 36% angegeben. Und über die Hälfte der Befragten (54%) gibt an, dass durch die Digitalisierung Wettbewerber aus anderen Branchen in den eigenen Markt drängen.
Größte Herausforderungen bleiben mit 79% bzw. 65% Zustimmung die Datenschutz-Anforderungen sowie der Fachkräftemangel. Branchenübergreifend ist die Zahl freier Stellen für IT-Fachkräfte 2021 auf 96.000 gestiegen. Das sind 12% mehr als im Vorjahr, und in Zukunft dürfte sich die Zahl noch erhöhen. Software-Spezialistinnen und -Spezialisten sind dabei mit Abstand am gefragtesten. Seltener genannte Digitalisierungs-Hemmnisse sind dagegen zu geringe finanzielle Mittel (34%) und die fehlende Verfügbarkeit marktfähiger Lösungen (23%).4 Der von der im Berichtszeitraum neu gewählten Regierungskoalition angekündigte digitale Aufbruch dürfte hier weitere Hemmnisse abbauen und sich positiv auf die Bedingungen in den von der Binect-Gruppe bedienten Marktsegmenten auswirken.
Beurteilung der Geschäftsentwicklung
Das Geschäftsjahr 2021 war für die Binect Gruppe spürbar von den Einflüssen der Corona-Pandemie geprägt. Am Ende standen in einem schwierigen Marktumfeld ein Wachstum von 11,3% und der Sprung über die 10 Mio. EUR Umsatzmarke. Das liegt zwar unter der ursprünglichen Prognose von 15-20% Umsatzwachstum, doch abgesehen von einem schwächer als erwarteten Dezember, als größere Aussendungen von Key Accounts kurzfristig verschoben wurden, war die Gesamtentwicklung klar positiv.
Das Wachstum im abgelaufenen Geschäftsjahr beruhte erneut auf dem Ausbau der Kundenbasis und den steigenden Transaktionsvolumina bei den strategischen Produkten. In diesem Geschäftsfeld konnte ein Umsatzwachstum von über 27% erreicht werden. Der Anteil am Gesamtumsatz konnte von 49% auf nun 55% gesteigert werden. Im von der E-Postbusiness Box der Deutschen Post AG dominierten OEM-Geschäft konnte der Umsatz trotz einer vertragsgemäß reduzierten Vergütung für die Versendungen nahezu konstant gehalten werden. Gleichzeitig erhielt Binect von der Deutschen Post zwei weitere attraktive Aufträge zur Funktionserweiterung der E-Postbusiness Box. Im Bereich der Individualsysteme liegt der Umsatzbeitrag knapp unter Vorjahresniveau; bereinigt um Sondereffekte ergibt sich auch hier ein Umsatzwachstum.
Der Geschäftsverlauf über die einzelnen Quartale des Geschäftsjahres 2021 spiegelt die Wellenbewegungen der Corona-Pandemie wider. Binect startete in das Jahr mit einem starken ersten Quartal, das von einem hohen Auftragseingang geprägt war. So konnte die Kundenbasis im Bereich des strategischen Angebots-Portfolios und entlang der Kernzielgruppen weiter gestärkt werden. Darüber hinaus zog das Transaktionsvolumen erneut deutlich an und lag wie die Gesamtentwicklung über Plan. Der positive Trend bei den Transaktionsvolumina setze sich im zweiten Quartal fort – bezogen auf das Vorjahresquartal lag das Gesamtwachstum bei knapp 25% und damit oberhalb der Prognose. Allerdings fiel der Auftragseingang schwächer aus als in Q1; die Beschäftigung mit der Corona-Pandemie in den Zielsegmenten trübte das Neugeschäft leicht ein. Zum Halbjahr 2021 konnte dennoch unter dem Strich die Zunahme des Auftragseingangs um gut 20% verbucht werden – ebenso wie ein Gesamtwachstum von über 15%.
Im dritten Quartal registrierte Binect eine unterplanmäßige Entwicklung des Auftragseingangs; die Corona-bedingte Zurückhaltung bzw. Priorisierung anderer Themen setzte sich über den Sommer fort und war hier der ausschlaggebende Faktor. Das Transaktionsvolumen entwickelte sich knapp planmäßig und mit saisonal bedingten Schwankungen. Der Bereich der strategischen Produkte wuchs kumuliert bis Ende Q3 um über 30% gegenüber dem zurückliegenden Geschäftsjahr; dennoch blieb das Gesamtwachstum kumuliert erstmals knapp unterhalb der Prognose.
Dieser Trend änderte sich sehr deutlich im vierten Quartal. Im Neugeschäft waren weniger Corona-Einflüsse zu verzeichnen, die Erwartung eines Pandemie-Endes führte in den Kernzielgruppen zu einer verstärkten Beschäftigung mit Themen rund um die
4 Quelle: Bitkom-Pressemitteilung vom 03.01.2022: https:// www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/IT-Fachkraefteluecke-wird-groesser
Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Dies führte zu einer stark steigenden Terminquote für Binect und einem ebenfalls deutlich steigenden Auftragseingang. Auch das Transaktionsvolumen und der Gesamtumsatz entwickelten sich sehr erfreulich. Der November 2021 mit dem höchsten Monatsumsatz der Firmengeschichte lag deutlich über Plan und innerhalb des Prognosekorridors. Der letzte Monat des Jahres konnte dann in der zweiten Hälfte nicht an den Trend anknüpfen. Überraschend wurden Aufträge mit kurzfristig umsatzwirksamen Transaktionsvolumina verschoben.
Im vierten Quartal konnten jedoch wichtige Weichenstellungen für den künftigen Geschäftsverlauf vorgenommen werden. Insbesondere der Auftrag der Deutschen Post AG zur Weiterentwicklung der E-Postbusiness Box ist für Binect von großer Bedeutung, weil der Vertrieb des Konzerns hiermit ein verbessertes und absolut wettbewerbsfähiges Produkt erhält, mit dem weiteres Wachstum für den Konzern in diesem Markt erzielt werden kann und soll, das sich positiv auf das Geschäft der Binect auswirkt.
Auf der Ergebnisseite konnte Binect wie geplant und angekündigt trotz der Investitionen in die Produktharmonisierung und das technologische Update der Plattform (Projekt ONE) ein positives EBT erzielen und liegt damit voll im Plan.
Die Cashflow-Entwicklung der Binect wird im Geschäftsjahr stark von der wie geplant umgesetzten Beendigung des Factorings beeinflusst. Dank der soliden Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre und der gestiegenen Finanzkraft konnte diese kostenintensive Forderungs-Finanzierung beendet werden. Die daraus resultierende Zunahme des Forderungsbestandes um gut 1,4 Mio. EUR führt im Vergleich zum Vorjahr zu einem negativen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, der bewusst herbeigeführt wurde.
Insgesamt stellt die Geschäftsentwicklung 2021 einen weiteren Meilenstein auf dem eingeschlagenen Weg profitablen Wachstums dar und wird insbesondere aufgrund der erwähnten schwierigen Rahmenbedingungen als erfreulich bewertet.
Ertragslage
Der Jahresabschluss der Binect Gruppe erfolgt als konsolidierter Konzernabschluss nach IFRS: Die Gewinn- und Verlustrechnung nach IFRS für den "Binect Konzern" wird nach dem Gesamtkostenverfahren dargestellt. Soweit Zahlen der Binect GmbH und Holdinggesellschaft Binect AG nachrichtlich aufgeführt werden, beziehen sich diese auf die nach dem Gesamtkostenverfahren dargestellten Einzelabschlüsse nach HGB.
Insgesamt wurden Konzern-Umsatzerlöse im Berichtszeitraum in Höhe von 10.105 TEUR (Vorjahr: 9.078 TEUR) erwirtschaftet. Das Konzernergebnis nach Steuern für das Geschäftsjahr 2021 beläuft sich auf 100 TEUR (Vorjahr: +454 TEUR; inkl. 215 TEUR Erlös aus dem Verkauf der Anteile an der GFN AG).
Der Gesamtumsatz der Tochtergesellschaft Binect GmbH konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,3% von 9.078 TEUR auf 10.105 TEUR gesteigert werden. Größte Wachstumstreiber waren über alle Quartale die sog. strategischen Produkte für den Mittelstand, die im Umsatz um 27% wachsen konnten und mit 5.604 TEUR (Vorjahresperiode: 4.415 TEUR) nun bereits 55% am Gesamtumsatz der Binect ausmachen (2020: 49%).
Auch das Großkundensegment leistete über das gesamte Jahr einen weiterhin sehr bedeutenden Beitrag zur positiven Geschäftsentwicklung, wenngleich die über die E-Postbusiness Box realisierten Sendungsmengen der Kunden der Deutschen Post AG gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig waren. Das starke Wachstum der Mittelstandsprodukte konnte diese Entwicklung jedoch mehr als kompensieren.
Das Umsatzwachstum führte auch ergebnisseitig zu sehr zufriedenstellenden Resultaten: das EBITDA der Binect GmbH vor Konzernumlage erhöhte sich trotz erfolgter Investitionen in den Software-Umbau um ca. 8% auf 1.514 TEUR (2020: 1.402 TEUR) und das Jahresergebnis vor Steuern (EBT) erreichte mit 146 TEUR fast das Vorjahresniveau von 169 TEUR.
Für die Einzelgesellschaft Binect AG verlief das Geschäftsjahr 2021 vollständig im Rahmen der Erwartungen. Bedingt durch den Dienstleistungs-Fokus der Holding beruht der Umsatz der Gesellschaft fast vollständig auf der Konzernumlage an die einzig verbliebene Tochtergesellschaft Binect GmbH. Mit 980 TEUR lag der Umsatz über dem Vorjahresniveau (2020: 740 TEUR), insbesondere aufgrund gestiegener Kapitalmarkt-, Beratungs- und Personalkosten. Mit einem EBT von 22 TEUR in 2021 wurde das budgetierte Ergebnis weitestgehend erreicht. Zum Vergleich: in 2020 erzielte die Holding durch den Verkauf der GFN-Anteile ein EBT von 271 TEUR, bereinigt um diesen Sondereffekt betrug das EBT 55 TEUR im Vorjahr.
Finanz- und Vermögenslage
Kapitalstruktur
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Konzern-Bilanzsumme im Berichtszeitraum von 8.445 TEUR auf 9.954 TEUR um 1.509 TEUR erhöht. Die Erhöhung ist auf der Aktivseite hauptsächlich auf den signifikanten Anstieg der kurzfristigen Vermögenswerte, insbesondere der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen, die sich durch die Beendigung des Factoring-Vertrags zum 31.08.2021 logischerweise in der Größenordnung eines Monatsumsatzes um 1.443 TEUR erhöht haben. Auf der Passivseite hat sich insbesondere das gezeichnete Kapital durch die im 1. Quartal 2021 erfolgreich realisierte Kapitalerhöhung um 1.544 TEUR erhöht. Hierdurch ist die Konzern-Eigenkapitalquote von 81,3% zum 31.12.2020 auf nunmehr 85,6% zum 31.12.2021 angestiegen.
Lang- und kurzfristiges Vermögen
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stiegen von 1.658 TEUR zum 31.12.2020 um 388 TEUR auf 2.046 TEUR zum 31.12.2021. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen von 688 TEUR auf 2.132 TEUR, während die sonstigen Vermögenswerte von 682 TEUR um 428 TEUR auf 254 TEUR zurückgegangen sind. Der Vorratsbestand lag auf dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt stiegen die kurzfristigen Vermögenswerte zum 31.12.2021 auf 4.651 TEUR gegenüber 3.262 TEUR zum 31.12.2020.
Die immateriellen Vermögenswerte erhöhten sich im Berichtszeitraum um 190 TEUR auf 5.210 TEUR (Vorjahr: 5.020 TEUR) und spiegeln überwiegend den Beteiligungswert der Binect GmbH wider. Sachanlagen, Finanzanlagen und sonstige Vermögenswerte spielen eine untergeordnete Rolle, so dass sich die langfristigen Vermögenswerte in Summe von 5.183 TEUR zum 31.12.2020 auf 5.303 TEUR zum 31.12.2021 leicht erhöht haben.
Lang- und kurzfristiges Fremdkapital
Durch die Einführung von 0,5% Verwahrentgelt (Strafzinsen) auf Bankguthaben ab dem 01.06.2021 entschied sich die Geschäftsleitung dazu, das Zahlungsziel von Lieferanten nicht mehr auszunutzen, sondern Rechnungen immer gleich zu bezahlen, um dadurch die Verwahrentgelt-Kosten möglichst gering zu halten. Entsprechend wurden die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Geschäftsjahr 2021
bewusst und damit gegenläufig zum realisierten Umsatzwachstum von 906 TEUR (31.12.2020) auf 775 TEUR zum 31.12.2021 reduziert. Die sonstigen Schulden gingen leicht zurück von 340 TEUR auf 327 TEUR zum 31.12.2021, während die Steuerschulden (primär die Umsatzsteuer betreffend) auf 145 TEUR zum 31.12.2021 gegenüber 89 TEUR zum 31.12.2020 anstiegen. In Summe reduzierten sich die kurzfristigen Schulden um 206 TEUR, davon 117 TEUR Reduktion der Leasingverbindlichkeit durch Objektwechsel zum 01.01.2022, von 1.453 TEUR zum 31.12.2020 auf 1.247 TEUR zum 31.12.2021.
Die langfristigen Schulden, die nur noch aus latenten Steuerschulden bestehen, haben sich von 125 TEUR zum 31.12.2020 auf 184 TEUR zum 13.12.2021 erhöht.
Eigenkapital
Das Eigenkapital erhöhte sich zum 31.12.2021 auf 8.523 TEUR gegenüber 6.867 TEUR zum 31.12.2020.
Das gezeichnete Kapital der Binect AG erhöhte sich nach der Durchführung der von Vorstand und Aufsichtsrat (gemäß Beschlussfassung der Hauptversammlung am 29.10.2020) beschlossenen Barkapitalerhöhung im Verhältnis 4:1 von 2.573 TEUR um 643 TEUR auf 3.216 TEUR, nachdem sämtliche angebotenen 643.143 neuen Aktien platziert werden konnten. Das Grundkapital der Gesellschaft ist nunmehr eingeteilt in 3.215.715 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,00 EUR.
Der über die Barkapitalerhöhung von 643 TEUR hinausgehende Erlös aus der durchgeführten Kapitalerhöhungsmaßnahme in Höhe von 913 TEUR wurde der Kapitalrücklage zugeführt, die dadurch von 3.795 TEUR zum 31.12.2020 auf 4.708 TEUR angewachsen ist. Die Gewinnrücklagen einschließlich Ergebnisvortrag sind um 454 TEUR von 46 TEUR zum 31.12.2020 auf 500 TEUR zum 31.12.2021 gestiegen.
Kapitalflussrechnung und Liquidität
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit wurde im Berichtszeitraum ganz wesentlich beeinflusst durch den signifikanten Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 1.443 TEUR als Folge der Beendigung des Factorings und fiel daher mit -465 TEUR negativ aus (2020: 854 TEUR). Die Abkehr vom Factoring führt zu einer jährlichen Ergebnisverbesserung von gut 70 TEUR durch Wegfall der Factoring-Gebühren und -Zinsen. Hätte die Geschäftsleitung diesen unternehmerisch / betriebswirtschaftlich sinnvollen Schritt nicht vollzogen und das teure Factoring fortgesetzt, wäre der operative Cashflow mit knapp 900 TEUR deutlich positiv ausgefallen und hätte somit über dem Vorjahresniveau gelegen.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich auf -563 TEUR (Vorjahr: +45 TEUR), zum einen als konsequente Folge der realisierten Investitionen in das Projekt ONE, wodurch sich die immateriellen Vermögenswerte um 490 TEUR erhöht haben, zum anderen durch den Erwerb von Sachanlagen (primär IT-Ausstattung) im Wert von 73 TEUR.
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug durch die Eigenkapitalzuführungen aus der erfolgreich realisierten Kapitalerhöhung und unter Berücksichtigung der Zinsen betreffend die Leasingverbindlichkeiten im Berichtsjahr 1.415 TEUR (Vorjahr: -121 TEUR).
Die Nettoveränderung der Zahlungsmittel belief sich im Berichtsjahr auf +388 TEUR (Vorjahr: +778 TEUR).
Der Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres 2021 erhöhte sich auf 2.046 TEUR im Vergleich zu 1.658 TEUR zum 31.12.2020.
Aufgrund der in 2021 durchgeführten Kapitalerhöhung und ab 2022 wieder positiver Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit ist zum Bilanzstichtag, auch unter Berücksichtigung der für 2022 geplanten, hohen Investitionen in Projekt ONE, für die nächsten Jahre von einer ausreichenden Liquidität auszugehen.
Ausblick
Im Geschäftsjahr 2021 wurden wichtige Meilensteine erreicht, um die Binect Gruppe weiter zukunftssicher und wachstumsstark zu machen. Dies gelang zu guten Teilen aus dem eigenen Cashflow. Darüber hinausgehende Investitionen bewegten sich auf einem überschaubaren Niveau – u.a. aufgrund der angespannten Lage am Arbeitsmarkt. Im Geschäftsjahr 2022 wird die Binect Gruppe den eingeschlagenen Kurs konsequent weiterverfolgen und die Investitionen in Binect ONE wie geplant noch weiter intensivieren. Unter dem Motto "Invest for Growth" sollen der Technologie-Umbau (ONE) weitestgehend abgeschlossen und die Neukundengewinnung vorangetrieben werden.
Die Teams arbeiten mit Hochdruck an der Umsetzung der neuen Software-Architektur und damit am Zielbild einer modularen SaaS-Plattform zunächst für das Postausgangsmanagement. Als weiterer Meilenstein der Produktharmonisierung ist nach dem Launch des Enterprise Cube die Binect Enterprise API vorgesehen, die den Enterprise-Kunden mit komplexeren Anforderungen den API-basierten Zugriff auf ihr Enterprise-System gibt. Darüber hinaus wird im Laufe des Jahres der neue Binect Web-Client den bisherigen Arbeitsplatz-Client vollständig ablösen, so dass alle Binect Kunden dann webbasiert auf ihr System zugreifen können und die lokale Software-Installation entfällt.
Auf der Marktseite wird Binect im Jahr 2022 mit verstärkter Vertriebsmannschaft angreifen. So konnten zum Jahresende 2021 zwei erfahrene Mitarbeiter gewonnen werden, die das Geschäft der Binect GmbH in den Fokus-Segmenten weiter voranbringen werden. Unterstützt wird die Neukundenakquise durch spezielle Branchenkampagnen. Der Fokus liegt produktseitig vorerst weiterhin auf den unterschiedlichen Binect Enterprise Varianten. Aufbauend auf einem schnellen Onboarding der im zweiten Halbjahr 2021 gewonnenen Kunden und einem Upselling größerer API-Kunden soll die Wachstumsgeschwindigkeit hier mit steigendem Sendungsvolumen hochgehalten werden.
Einen leichten Rückgang der Sendungsmengen verzeichnete im vergangenen Jahr hingegen die von der Deutsche Post AG (DPAG) vertriebene E-Postbusiness Box. Für 2022 wird trotz entsprechender Vertriebsanstrengungen seitens der DPAG weiterhin eine stagnierende Menge unterstellt, da u.a. mögliche Wechsel von Kunden in komplexere Projektlösungen evtl. nicht vollständig durch Neugeschäft kompensiert werden können. Zudem wird sich im Geschäftsjahr 2022 vertragsgemäß die Vergütung leicht reduzieren. Positive Perspektiven für die Binect Gruppe ergeben sich aus der strategisch bedeutsamen Verlängerung des Rahmenvertrags zur E-Postbusiness Box, die für Q2 angekündigt worden ist. Die beiden Partner werden damit ihre erfolgreiche Zusammenarbeit weiter fortsetzen und gemeinsam die technologische Erneuerung des Produktes, z.B. auf Basis der neuen Binect ONE Plattform, angehen.
Insgesamt verlief die Entwicklung der Zahlen in den ersten Monaten des Jahres sehr positiv. Da auch der Auftragseingang im ersten Quartal deutlich über dem Vorjahresniveau lag, geht die Gesellschaft aus heutiger Sicht von einem erfreulichen weiteren Jahresverlauf aus. Die Nachfrage nach einfachen, modularen Angeboten für das Management und Outsourcing von Postausgangsprozessen nimmt im Mittelstand und bei der öffentlichen Hand weiterhin zu. Perspektivisch besteht ein wachsendes Interesse an Angeboten, die über den Postausgang hinausgehen. Entsprechend positioniert sich Binect in der Kundenansprache zunehmend auch als Anbieter von Lösungen für den Posteingang und perspektivisch für die gesamte Dokumentenlogistik. Mit Partnern wie u.a. Reisswolf wird derzeit daran gearbeitet, erste weiterführende Angebote im Markt zu platzieren.
Trotz der Herausforderungen von Pandemie, Lieferengpässen, Inflation und Fachkräftemangel soll der deutsche Markt für IT, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik Bitkom-Berechnungen zufolge 2022 um 3,6% auf EUR 184,9 Mrd. wachsen und 39.000 zusätzliche Jobs schaffen. Das prognostizierte Wachstum im Markt für Informationstechnik liegt dabei mit 5,9% erneut über dem Branchendurchschnitt. Mit einem erwarteten Plus von 9,0% dürfte das Software-Segment, das besonders durch das Cloud-Geschäft angetrieben wird, am stärksten zulegen. Für das Geschäft mit IT-Services, wozu unter anderem die IT-Beratung gehört, wird ein stabiles Wachstum um 3,9% erwartet.
Entsprechend positiv war zu Jahresbeginn das Geschäftsklima: Der Bitkom-ifo-Digitalindex, der sich aus der Einschätzung von Geschäftslage und Geschäftserwartungen berechnet, verbesserte sich im Januar 2022 im Vergleich zum Vormonat kräftig um 5,4 auf 30,0 Punkte und erreichte damit das positiv geprägte Vor-Corona-Niveau.1 Der Krieg in der Ukraine dürfte die Geschäftserwartungen jedoch belasten. Insbesondere die Hoffnung, dass die preistreibenden Lieferengpässe bald abgestellt werden könnten, ist damit zunächst einmal hinfällig. Zudem gewinnt das Thema Cybersicherheit an Bedeutung. Bereits jedes dritte Unternehmen hat seine IT-Schutzmaßnahmen kurzfristig hochgefahren.2
Zum jetzigen Zeitpunkt ist jedoch nicht genau absehbar, wie sich das geschäftliche Umfeld der Gruppe entwickeln wird. Insgesamt ist die Unsicherheit durch den erneuten Anstieg der Corona-Inzidenzen und den Krieg zuletzt deutlich gestiegen. Zum einen kann nicht ausgeschlossen werden, dass mit einer weiteren Corona-Welle Auswirkungen für die Auftragslage der Binect einhergehen, die schon in den vergangenen beiden Jahren zu Verschiebungen geführt hatten. Zum anderen muss sich zeigen, ob der von Russland begonnene Ukraine-Krieg und die damit verbundenen wirtschaftlichen Maßnahmen und Gegenmaßnahmen Konsequenzen für die Geschäfte der Binect Gruppe haben werden. Zum jetzigen Zeitpunkt scheint dies zunächst nicht der Fall zu sein.
Das Management wird diese Entwicklungen genau beobachten und alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um die Unternehmensziele im Jahr 2022 zu erreichen. Auf der Grundlage positiver Vorzeichen im ersten Quartal des aktuellen Jahres erwartet der Vorstand aus heutiger Sicht unter Berücksichtigung der genannten besonderen Herausforderungen für das Geschäftsjahr 2022 ein weiteres konsolidiertes Umsatzwachstum in einer Größenordnung von 10-15%. Des Weiteren geht die Binect Gruppe trotz des diesjährigen Höhepunktes der Investitionen und Aufwendungen im Rahmen des Binect ONE Umbaus für 2022 erneut von einem deutlich positiven EBITDA und auch einem positiven Ergebnis vor Steuern (EBT) aus.
Der Vorstand
Dr. Frank Wermeyer
1 Quelle: Bitkom-Pressemitteilung vom 04.02.2022: https:// www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Geschaeftsklima-in-Digitalbranche-wieder-auf-Vor-Corona-Niveau
2 Quelle: Bitkom-Pressemitteilung vom 09.03.2022: https:// www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Cybersicherheit-8-von-10-Digitalunternehmen-erwarten-verschaerfte-Bedrohungslage
Kennzahlen im Überblick
Binect GMBH (HGB Einzelabschluss)
| TEUR | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Umsatz | 10.105 | 9.078 |
| Strategisch relevanter Umsatz | 5.604 | 4.415 |
| EBITDA | 534 | 662 |
| EBT | 146 | 169 |
| Liquide Mittel (Stichtag 31.12.) | 747 | 1.288 |
| Mitarbeiter (FTE, Stichtag 31.12.) | 38,5 | 34,0 |
- Die Binect GmbH konnte eine deutliche Umsatzsteigerung um 11,3% gegenüber dem Vorjahr realisieren.
- Der Umsatz im Geschäftsfeld "Binect-Standardangebote" wächst mit ca. 27% und trägt das Gesamtwachstum. Der Umsatzanteil dieses strategischen Angebots-Portfolios am Gesamtumsatz liegt nun erstmals bei über 50%.
- EBITDA und EBT gehen gegenüber dem Vorjahr wie geplant leicht zurück. Hauptgrund dafür sind die gestiegenen Kosten insb. für das Projekt ONE, das die Produktharmonisierung und die technologische Weiterentwicklung der Software-Plattform umfasst.
- Die liquiden Mittel zum Stichtag verringern sich gegenüber dem Vorjahr insb. aufgrund der Beendigung des Factoring und der damit verbundenen Erhöhung des Forderungsbestands.
Binect AG (HGB Einzelabschluss)
| TEUR | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Umsatz | 980 | 740 |
| EBITDA | -18 | 204 |
| EBT | 22 | 271 |
| Liquide Mittel (Stichtag 31.12.) | 1.299 | 370 |
| Mitarbeiter (FTE, Stichtag 31.12.) | 1,5 | 0,5 |
- Der Umsatz der Binect AG besteht ausschließlich aus internen Leistungen und entspricht vollständig der Konzernumlage an die Binect GmbH.
- Während die Holding 2020 durch den Sondereffekt des Verkaufs der GFN-Anteile mit 215 TEUR ein außergewöhnlich positives EBT realisieren konnte, wurde die Binect AG in 2021 wie in den Vorjahren auf ein leicht positives Ergebnis gesteuert.
- Die deutliche Zunahme der liquiden Mittel zum Stichtag ergibt sich insbesondere aus dem Zufluss der Mittel aus der im Frühjahr 2021 durchgeführten Kapitalerhöhung.
Aktie und Beteiligungsstruktur
Das Grundkapital der Binect AG betrug zum Bilanzstichtag 3.215.715,00 EUR und war eingeteilt in 3.215.715 nennwertlose Stückaktien, die auf den Inhaber lauten und einen anteiligen Betrag von 1,00 EUR je Aktie am Grundkapital aufweisen. Alle Aktien verfügen über die gleichen Stimmrechts- und Dividendenansprüche.
Informationen zur Aktie
| ISIN / WKN | DE000A3H2135 / A3H213 |
|---|---|
| Börsenkürzel | MA1 |
| Handels segment |
Open Market (Freiverkehr) der Börse Frankfurt |
| Art der Aktie | Inhaberaktie |
| Erstnotiz | 28. November 2006 |
| Anzahl Aktien |
3.215.715 (zum 31.12.2021) |
| Handels plätze |
Frankfurt, XETRA ©, Hamburg, Berlin, München, Stuttgart, Düsseldorf |
| Designated Sponsor |
BankM AG, Frankfurt |
Aktionärsstruktur
Kursentwicklung der Binect Aktie
Nach dem extrem volatilen Börsenjahr 2020 präsentierten sich die Märkte 2021 trotz der anhaltenden Pandemie lange Zeit deutlich stabiler. So pendelte der DAX die ersten beiden Monate um sein Ausgangsniveau, ehe im März ein Aufwärtstrend einsetzte bis auf das Niveau von über 15.000 Punkten. Getrieben von Nachholeffekten, florierender Industriekonjunktur und insgesamt einer Erholung der Weltwirtschaft, legte der deutsche Leitindex in der Folge weiter kontinuierlich zu und kratzte im August mehrfach an der 16.000-Punkte-Marke. Zunehmende Impffortschritte, gestützt von niedrigen Zinsen und finanzpolitischen Maßnahmen, spielten ebenfalls eine wichtige Rolle für den Kursaufschwung. Von September an nahm die Volatilität an den Märkten dann erneut deutlich zu. So resultierten Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Bundestagswahl, zunehmende inflationäre Tendenzen sowie Sorgen vor einer Ausweitung der Krise des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande im September in einer deutlichen Kurskorrektur. Notierte der DAX Anfang Oktober kurzfristig sogar wieder unter 15.000 Punkten, folgte bis Mitte November eine neuerliche Rally. Basierend auf guten Unternehmensdaten stieg der Index am 17. November 2021 bis auf den Jahreshöchststand von 16.251,13 Punkten. Mit der Klassifizierung von Omikron als besorgniserregende Virusvariante durch die Weltgesundheitsorganisation am 26. November 2021 büßte der DAX innerhalb weniger Tage jedoch fast die gesamten Zuwächse der vorangegangenen Wochen wieder ein. Der Dezember war dann erneut von steigenden Kursen geprägt und der DAX beendete das Börsenjahr am 30. Dezember 2021 mit 15.884,86 Punkten rund 15,8% über seinem Schlusskurs von Ende Dezember 2020. Beim TecDAX war der Zugewinn mit rund 22,0% sogar deutlich höher.
Auch die Binect-Aktie war im Vorjahr hohen Schwankungen unterworfen, und dieses Muster setzte sich 2021 zunächst fort. Mit einem Kurs von 3,39 EUR ins neue Jahr gestartet, gab die Aktie zu Jahresbeginn deutlich nach. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Kapitalerhöhung erholte sich der Kurs jedoch schnell wieder und hatte schon Anfang Februar sein Ausgangsniveau wieder erreicht.
Mit Veröffentlichung der starken vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 am 03.03.2021 machte der Kurs bei hohem Handelsvolumen einen weiteren Sprung und stabilisierte sich anschließend auf einem Niveau zwischen 3,00 EUR und 3,50 EUR. Beginnend mit der Hauptversammlung am 07.07.2021 setzte, getragen von positiven Mitteilungen, eine neuerliche Aufwärtsbewegung ein. Lediglich von einzelnen Rücksetzern unterbrochen, stieg der Kurs kontinuierlich an und erreichte am 31.08.2021 den Jahreshöchstkurs von 4,00 EUR. Trotz guter Halbjahreszahlen kam es im September zu einer deutlichen Gegenbewegung bis auf das Niveau von rund 3,00 EUR. Dort stabilisierte sich der Kurs zunächst, ehe die Binect-Aktie bis zum Jahresende erneut leicht nachgab und das Jahr am 30.12.2021 mit einem Kurs von 2,76 EUR im Xetra-Handel beendete.
Weil die zu Jahresbeginn umgesetzte Kapitalerhöhung von 2.572.572,00 EUR um 643.143,00 EUR auf 3.215.715,00 EUR den Kursverlust überkompensierte, erhöhte sich die Marktkapitalisierung der Binect AG zum 31.12.2021 leicht auf rund 8,9 Mio. EUR (31.12.2020: 8,7 Mio. EUR). Bedeutendster Handelsplatz der Binect-Aktie war im Berichtszeitraum die elektronische Plattform XETRA mit rund 67% Umsatzanteil, gefolgt von der Berliner Tradegate Exchange mit rund 24%, dem Frankfurter Parkett mit rund 5% und der Börse Stuttgart mit rund 4%. Das durchschnittliche Handelsvolumen nahm im Vorjahresvergleich deutlich zu und lag bei 203.332 Aktien pro Monat (2020: 111.439 Aktien pro Monat). Die Liquiditätsunterstützung zur Gewährleistung der Handelbarkeit der Binect-Aktie im vollelektronischen Xetra-Handelssystem der Deutsche Börse AG erfolgte durch die BankM AG.
| Binect Aktie | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Jahreshöchstkurs (XETRA®-Schlusskurs) | 4,000 EUR | 3,850 EUR |
| Jahrestiefstkurs (XETRA®-Schlusskurs) | 2,580 EUR | 0,115 EUR |
| Marktkapitalisierung am Jahresende | 8,9 Mio. EUR | 8,7 Mio. EUR |
| Schlusskurse | 2021 | 2020 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Binect Aktie (XETRA ®) |
2,760 EUR | 3,380 EUR | -18,3% |
| DAX | 15.884,86 EUR | 13.718,78 EUR | 15,8% |
| TecDAX | 3.920,17 EUR | 3.212,77 EUR | 22,0% |
| DAXsector Technology | 2.192,70 EUR | 1.688,74 EUR | 29,8% |
XETRA-Schlusskurse; Quelle: Bloomberg
Investor Relations
Der Bereich Investor Relations ist bei der Binect AG verantwortlich für die offene Kommunikation zu bestehenden Aktionären, potenziellen Investoren sowie zu allen anderen interessierten Marktteilnehmern. Als Schnittstelle zum Kapitalmarkt steht die umfassende und transparente Information der Marktteilnehmer im Mittelpunkt. Ziel ist es, das Vertrauen in das Unternehmen und die Aktie der Binect weiter zu stärken und zur Bildung einer realistischen Erwartungshaltung beizutragen. Dazu tritt der Vorstand persönlich und direkt in Kontakt zu den relevanten Finanzmarktteilnehmern.
Im Rahmen der regelmäßigen Berichterstattung informiert der Vorstand die Aktionäre und die interessierte Öffentlichkeit zeitnah über die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens. Alle wesentlichen Ereignisse werden gemäß der gesetzlichen Ad-hoc-Publizität oder über Pressemitteilungen (Corporate News) veröffentlicht. Auf der im Laufe des Jahres 2021 vollständig erneuerten Internetseite der Gesellschaft (www.binect.com) finden sich im Investor Relations Bereich alle wesentlichen Informationen rund um die Aktie, wie z.B. der Finanzkalender mit allen wichtigen Terminen, ein Archiv mit den Pflichtveröffentlichungen
und Pressemitteilungen sowie Informationen über anstehende und vergangene Hauptversammlungen der Binect AG. Zur direkten Kontaktaufnahme mit dem Bereich Investor Relations stehen die Kontaktdaten auf der Homepage zur Verfügung.
Unsere Aktionäre und die interessierte Öffentlichkeit haben wir im Geschäftsjahr 2021 zeitnah über den aktuellen Geschäftsverlauf, besondere Ereignisse sowie die Perspektiven des Unternehmens informiert. Unter anderem in mehreren Conference Calls sowie bei der virtuellen Hauptversammlung am 16. Juli 2021 konnten sich die Aktionäre über das abgelaufene Geschäftsjahr 2020 und die aktuelle Lage bei der Binect AG informieren. Darüber hinaus präsentierte der Vorstand die Gesellschaft bei der Herbstkonferenz in Frankfurt, die am 06./07. September 2021 als Onlineveranstaltung abgehalten wurde. 2022 ist eine Teilnahme an der Frühjahrskonferenz, die vom 23. bis 25. Mai in Frankfurt stattfindet, sowie bei der "MKK Münchener Kapitalmarkt Konferenz" vorgesehen. Die MKK am 15./16. November 2022 ist die größte Kapitalmarktkonferenz im süddeutschen Raum.
Finanzkalender
| 08. April 2022 | Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2021 (Binect Konzernabschluss) und Investoren-Call |
|---|---|
| 23. Mai 2022 | Equity Forum, Frühjahrskonferenz in Frankfurt |
| 22. Juni 2022 | Ordentliche Hauptversammlung 2022 (voraussichtlich virtuelle HV) |
| 06. September 2022 | Veröffentlichung des Halbjahresabschlusses 2022 |
| 15. November 2022 | MKK – Münchner Kapitalmarkt Konferenz |
| 31. Dezember 2022 | Ende des Geschäftsjahres |
Bericht des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat der Binect AG hat die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben umfassend wahrgenommen und die Geschäftsführung des Vorstands regelmäßig überwacht und beratend begleitet. Bei allen Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden.
Dabei standen im Jahr 2021 aus Sicht des Aufsichtsrats neben den kontinuierlich zu behandelnden Themen wie aktueller Geschäftsverlauf, Finanz- und Liquiditätslage, Akquisitionspipeline und Risikomanagement vor allem folgende Aktivitäten im Vordergrund:
- Sicherstellung einer hochwertigen Besetzung und Arbeitsfähigkeit der Organe (Nachfolgen im Aufsichtsrat; Besetzung der CTO-Rolle);
- Durchführung von Kapitalmaßnahmen zur Sicherstellung einer erfolgreichen künftigen Geschäftsentwicklung.
Darüber hinaus standen und stehen Vorstand und Aufsichtsrat wie im Vorjahr laufend in sehr engem Austausch über die möglichen Auswirkungen der Corona-Krise auf das Unternehmen und die damit verbundenen Risiken. Hier standen die Maßnahmen zum Schutz von Mitarbeitern, Kunden und Zulieferern, sowie die Möglichkeiten zur Abwehr und Abmilderung der Folgen der Krise einschließlich der Auswirkungen auf die Unternehmensstrategie im Mittelpunkt der Abstimmungen.
Im Geschäftsjahr 2021 kam der Aufsichtsrat zu neun telefonischen bzw. Online-Sitzungen zusammen. Bei den Sitzungen waren bis auf eine Ausnahme stets sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats anwesend. Weitere Beschlüsse erfolgten satzungsgemäß im Umlaufverfahren.
In allen Sitzungen des Aufsichtsrats waren der Vorstand und der Kaufm. Leiter anwesend. Bei der Besprechung und Beschlussfassung über Themen, die insbesondere den Vorstand und seine Vergütung betreffen, hat der Aufsichtsrat ohne den Vorstand getagt und beschlossen. Zwischen den Sitzungen hat der Vorstand den Aufsichtsrat oder seinen Vorsitzenden regelmäßig in Telefonaten über wesentliche Entwicklungen informiert und Entscheidungen vorab mit dem Aufsichtsrat, insbesondere dem Vorsitzenden, abgestimmt.
Aus Sicht des Aufsichtsrats hat der Vorstand damit seine Berichts- und Informationspflichten gegenüber dem Aufsichtsrat im abgelaufenen Geschäftsjahr umfassend erfüllt und den Aufsichtsrat sowohl in den Aufsichtsratssitzungen als auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen laufend und umfassend über die Geschäftsentwicklung, die strategische Unternehmensentwicklung, die Lage der Gesellschaft und ihrer Beteiligungen sowie die wesentlichen Geschäftsvorfälle einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements informiert.
Themen, mit denen sich der Aufsichtsrat bei seiner Arbeit innerhalb und außerhalb der Sitzungen beschäftigt hat, waren insbesondere:
- Monitoring des aktuellen Geschäftsverlaufs im Vergleich zur verabschiedeten Planung und dem Vorjahresverlauf inkl. der laufenden Überwachung der Finanz- und Liquiditätslage,
- Kapitalerhöhung und Optimierung der Kapitalstruktur,
- Fragen der strategischen Ausrichtung der Binect AG und der Tochtergesellschaft Binect GmbH,
- Diskussion und Genehmigung von Planung und Budget für das Geschäftsjahr 2022.
Der Aufsichtsrat hat sich im Berichtszeitraum mit dem Risikomanagement in Form des klassischen Beteiligungs-Controllings und der Verfügbarkeit verlässlicher finanzieller und betriebswirtschaftlicher Kennzahlen auseinandergesetzt. Der Aufsichtsrat hat keine Hinweise für Schwachstellen des Systems erhalten. Das interne Kontrollsystem der Gesellschaft war, soweit es für eine ordnungsgemäße Rechnungslegung von Bedeutung ist, Gegenstand der Jahresabschlussprüfung.
Der Aufsichtsrat bestand im Berichtszeitraum satzungsgemäß aus drei Personen. Der Aufsichtsrat bildete keine Ausschüsse.
Überwachung und Beratung des Vorstands bei der Geschäftsführung
Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens überwacht und sich regelmäßig, zeitnah und umfassend mittels schriftlicher Berichte und mündlicher Schilderungen über die Geschäftsentwicklung und die Lage des Unternehmens informieren lassen. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat hinsichtlich der strategischen Weiterentwicklung, der beabsichtigten und durchgeführten Organisations- und Personalmaßnahmen, der technologischen Optimierung, der Liquiditätssituation der Gesellschaft, der bestehenden Risiken und der Unternehmensplanung, die immer wieder einer kritischen Überprüfung unterzogen wurde.
Der Aufsichtsrat wurde über vorübergehend aufgetretene Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen informiert; die Ursachen hierfür wurden eingehend erläutert und diskutiert und, soweit erforderlich, entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Der Aufsichtsrat war in alle wesentlichen Entscheidungen, die für das Unternehmen von besonderer Bedeutung waren, unmittelbar eingebunden. Er hat diese ausführlich erörtert und den Vorstand beratend begleitet.
Im Geschäftsjahr 2021 hat der Aufsichtsrat der Binect AG die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und sich von der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung durch den Vorstand überzeugt.
Geschäftsentwicklung
Die Tochtergesellschaft Binect GmbH konnte im Geschäftsjahr 2021 trotz der zwischenzeitlichen Auswirkungen der Pandemie auf Neu- und Bestandsgeschäft erneut eine deutliche Wachstumssteigerung erzielen. Die Ziele des verabschiedeten Budgets 2021 wurden dabei im Wesentlichen erfüllt, auch wenn die veröffentlichte Prognose mit einem Umsatzwachstum von 15-20% nicht vollständig erreicht wurde. Der insgesamt erfreuliche Geschäftsverlauf 2021 hätte eine Erreichung der Prognose ermöglicht, wenn nicht in den letzten Wochen des Jahres größere Aufträge in das Folgejahr verschoben worden wären. Die Ergebnisse und Erfolge im Berichtszeitraum zeigen insgesamt, dass sich die Binect GmbH mit den getroffenen Maßnahmen im Hinblick auf das Produktportfolio, die anvisierten Marktsegmente und die Bearbeitung des Marktes grundsätzlich auf dem richtigen Weg befindet.
Am Anfang des Berichtszeitraums stand für die Binect AG der Abschluss der zukunftsweisenden Neuaufstellung der Kapitalseite im Fokus. Nach der umfassenden Sanierung des Eigenkapitals der Gesellschaft im Vorjahr erfolgte zu Beginn des Geschäftsjahres 2021 die beschlossene Kapitalerhöhung zur Unterstützung des künftigen Wachstums. Nach der sehr erfolgreichen Durchführung der Kapitalerhöhung konnten und können der operativen Tochtergesellschaft Binect GmbH die Mittel zur Verfügung gestellt werden, die über die im operativen Geschäft generierten Mittel hinaus benötigt werden, um in die Grundlagen künftigen Wachstums zu investieren. Neben der Stärkung von Marketing und Vertrieb stehen hier insbesondere Investitionen in die Skalierbarkeit der technischen Plattform, auf der die digitalen Lösungen der Binect GmbH angeboten werden, im Fokus.
Der Aufsichtsrat wurde im April 2021 umbesetzt. Auf das bisherige langjährige Aufsichtsratsmitglied Lars Ahns folgte im Wege der gerichtlichen Bestellung zum 08.03.2021 Herr Dr. Dirk Rohweder, der einen ausgeprägten Software- und IT-Hintergrund mitbringt und die Gesellschaft auch bei der technologischen Neuausrichtung begleiten soll. Dr. Rohweder wurde durch die Hauptversammlung am 07.07.2021 mit fast 100%iger Zustimmung bestätigt.
Feststellung des Jahresabschlusses
Der Jahresabschluss der Binect AG wird wie im Vorjahr wieder als konsolidierter Konzernabschluss der Binect Gruppe erstellt und umfasst die beiden Einzelgesellschaften Binect AG und Binect GmbH. Unter dem Aspekt der Vergleichbarkeit mit früheren Abschlüssen der Binect Gruppe wurde der Abschluss in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt.
Als Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021 wurde die ba audit GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, von der Hauptversammlung am 07.07.2021 bestätigt und vom Aufsichtsrat mit der Prüfung des Abschlusses zum 31.12.2021 beauftragt. Die Prüfung erfolgte satzungsgemäß freiwillig, eine gesetzliche Verpflichtung zur Prüfung bestand nicht. Die ba audit GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den Abschluss des Binect-Konzerns für das Geschäftsjahr 2021, der implizit auch die Prüfung des Jahresabschlusses der Binect AG beinhaltet hat, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Der Konzernabschluss der Binect zum 31.12.2021, die Vorlagen und der Prüfungsbericht wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig ausgehändigt. Die Unterlagen wurden ausführlich besprochen.
Der Konzernabschluss der Binect zum 31.12.2021 wurde in einer Online-Sitzung des Aufsichtsrats am 06.04.2022 durch den Vorstand vorgestellt und erläutert. Der Vorstand berichtete über den Ablauf der
Prüfung und die Prüfungsergebnisse und stand für weitere Fragen zur Verfügung. Anschließend erörterte der Aufsichtsrat den Prüfbericht intern. Der Abschluss des Binect-Konzerns, aufgestellt nach IFRS zum 31.12.2021, wurde vom Aufsichtsrat geprüft. Nach seiner eigenständigen Prüfung hat der Aufsichtsrat dem Ergebnis des Abschlussprüfers zugestimmt. Es bestanden keine Einwände. Den vom Vorstand aufgestellten Konzernabschluss der Binect zum 31.12.2021 hat der Aufsichtsrat am 06.04.2022 gebilligt. Der Jahresabschluss wurde damit gemäß § 172 AktG festgestellt.
Der Aufsichtsrat ist davon überzeugt, dass sich die Gesellschaft auf dem richtigen Weg bei der Umsetzung ihrer Unternehmensstrategie und ihrer Weiterentwicklung befindet.
Weiterstadt, im April 2022
Für den Aufsichtsrat:
Ronald Gerns
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Konzernabschluss 2021
Konzern-Bilanz zum 31.12.2021
| Aktiva | Angabe | 31.12.2021 (in EUR) | 31.12.2020 (in EUR) |
|---|---|---|---|
| Langfristige Vermögenswerte | |||
| Immaterielle Vermögenswerte | 1 | 5.210.126,54 | 5.019.945,93 |
| Sachanlagen | 1 | 92.902,05 | 163.156,05 |
| Finanzanlagen | 1 | 2,00 | 2,00 |
| Sonstige Vermögenswerte | 0,00 | 0,00 | |
| 5.303.030,59 | 5.183.103,98 | ||
| Kurzfristige Vermögenswerte | |||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 2 | 2.045.516,58 | 1.657.932,22 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 3 | 2.131.579,73 | 688.347,10 |
| Steuererstattungsansprüche | 0,00 | 0,00 | |
| Vorräte | 4 | 220.248,00 | 233.772,00 |
| Sonstige Vermögenswerte | 5 | 253.585,81 | 681.946,70 |
| 4.651.203,12 | 3.261.998,02 | ||
| Summe Vermögenswerte | 9.954.233,71 | 8.445.102,00 |
| Passiva | Angabe | 31.12.2021 (in EUR) | 31.12.2020 (in EUR) |
|---|---|---|---|
| Eigenkapital | |||
| Gezeichnetes Kapital | 18 | 3.215.715,00 | 2.572.572,00 |
| Kapitalrücklage | 4.708.088,05 | 3.795.114,50 | |
| Gewinnrücklagen einschließlich Ergebnisvortrag | 499.583,25 | 45.762,46 | |
| Konzernperiodenergebnis | 99.607,72 | 453.820,79 | |
| 8.522.994,02 | 6.867.269,75 | ||
| Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital |
8.522.994,02 | 6.867.269,75 | |
| Langfristige Schulden | |||
| Leasingverbindlichkeiten | 0,00 | 0,00 | |
| Latente Steuerschulden | 7 | 184.181,56 | 125.188,56 |
| 184.181,56 | 125.188,56 | ||
| Kurzfristige Schulden | |||
| Leasingverbindlichkeiten | 6 | 0,00 | 117.429,00 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 6 | 774.606,60 | 906.331,07 |
| Steuerschulden | 6 | 145.149,25 | 88.986,67 |
| Sonstige Schulden | 6 | 327.302,28 | 339.896,95 |
| 1.247.058,13 | 1.452.643,69 | ||
| Summe Eigenkapital und Schulden | 9.954.233,71 | 8.445.102,00 |
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
| In EUR | Angabe | Geschäftsjahr 2021 | Geschäftsjahr 2020 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 8 | 10.104.844,53 | 9.077.722,49 |
| Bestandsveränderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen |
9 | -13.524,00 | -5.796,00 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 10 | 489.787,45 | 197.570,91 |
| Gesamtleistung | 10.581.107,98 | 9.269.497,40 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | 11 | 72.826,47 | 293.023,85 |
| Materialaufwand | 12 | -5.852.791,98 | -5.077.480,51 |
| Personalaufwand | 13 | -2.977.670,14 | -2.572.880,52 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte |
14 | -443.058,60 | -516.548,49 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 15 | -1.190.461,35 | -947.936,59 |
| Betriebsergebnis | 189.952,38 | 447.675,14 | |
| Finanzerträge | 0,00 | 0,00 | |
| Finanzierungsaufwendungen | 16 | -31.351,66 | -36.689,74 |
| Finanzergebnis | -31.351,66 | -36.689,74 | |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 158.600,72 | 410.985,40 | |
| Ertragsteuern | 17 | -58.993,00 | 42.835,39 |
| Konzern-Jahresüberschuss | 99.607,72 | 453.820,79 | |
| Zurechnung des Überschusses an die Eigentümer des Mutterunternehmens (Konzern-Jahresüberschuss) |
99.607,72 | 453.820,79 | |
| Anteile anderer Gesellschafter | 0,00 | 0,00 | |
| Ergebnis je Aktie | |||
| unverwässert | 0,03 | 0,18 | |
| verwässert | 0,03 | 0,17 | |
| Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien | |||
| unverwässert (Stück) | 3.215.715 | 2.572.572 | |
| Verwässerungseffekt aus Aktienoptionen | 80.867 | 80.867 | |
| Verwässert (Stück) | 3.296.582 | 2.653.439 |
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
| In EUR | Geschäftsjahr 2021 | Geschäftsjahr 2020 |
|---|---|---|
| Konzern-Jahresüberschuss | 99.607,72 | 453.820,79 |
| Posten, die nachträglich in die Gewinn- und Verlustrechnung umklassifiziert werden, wenn bestimmte Gründe vorliegen |
||
| Neubewertung des Anlagevermögens | 0,00 | 0,00 |
| Währungsumrechnungsdifferenzen | 0,00 | 0,00 |
| Wertänderungen bei veräußerbaren Finanzwerten und Cashflow- hedges | 0,00 | 0,00 |
| Sonstiges Ergebnis | 0,00 | 0,00 |
| Konzerngesamtergebnis einschließlich erfolgsneutral erfasster Eigenkapitalveränderungen |
99.607,72 | 453.820,79 |
| Zurechnung des Überschusses an die Eigentümer des Mutterunternehmens (Konzern-Jahresüberschuss) |
99.607,72 | 453.820,79 |
| Anteile anderer Gesellschafter | 0,00 | 0,00 |
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
| Ausgegebene Stückaktien | ||||
|---|---|---|---|---|
| In EUR | Anzahl (Stück) | Gezeichnetes Kapital | Kapital-Rücklagen | |
| Eigenkapital zum 01.01.2020 | 18.008.004 | 18.008.004,00 | 23.772.547,33 | |
| Konzern-Jahresüberschuss | 0,00 | 0,00 | ||
| Konzern-Gesamtergebnis | 0,00 | 0,00 | ||
| Kapitalherabsetzung | -15.435.432 | -15.435.432,00 | -20.000.000,00 | |
| Aktienbasierte Vergütungen | 0,00 | 22.567,17 | ||
| Eigenkapital zum 31.12.2020 | 2.572.572 | 2.572.572,00 | 3.795.114,50 | |
| Konzern-Jahresüberschuss | 0,00 | 0,00 | ||
| Konzern-Gesamtergebnis | 0,00 | 0,00 | ||
| Kapitalerhöhung | 643.143 | 643.143,00 | 900.400,20 | |
| Aktienbasierte Vergütungen | 0,00 | 12.573,35 | ||
| Eigenkapital zum 31.12.2021 | 3.215.715 | 3.215.715,00 | 4.708.088,05 |
| Gesamt | Anteile anderer Gesellschafter (%) |
Summe Eigenkapital der Aktionäre der Binect AG |
Gewinn-Rücklagen | Zusätzlich eingezahltes Kapital (enthalten in Kapitalrücklage) |
|---|---|---|---|---|
| 6.390.881,79 | 0,00 | 6.390.881,79 | -35.389.669,54 | 194.225,32 |
| 453.820,79 | 0,00 | 453.820,79 | 453.820,79 | 0,00 |
| 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
| 0,00 | 0,00 | 0,00 | 35.435.432,00 | 0,00 |
| 22.567,17 | 0,00 | 22.567,17 | 0,00 | 22.567,17 |
| 6.867.269,75 | 0,00 | 6.867.269,75 | 499.583,25 | 216.792,49 |
| 99.607,72 | 0,00 | 99.607,72 | 99.607,72 | 0,00 |
| 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | |
| 1.543.543,20 | 0,00 | 1.543.543,20 | 0,00 | 0,00 |
| 12.573,35 | 0,00 | 12.573,35 | 0,00 | 12.573,35 |
| 8.522.994,02 | 0,00 | 8.522.994,02 | 599.190,97 | 229.365,84 |
Konzern-Kapitalflussrechnung
| In EUR | Geschäftsjahr 2021 | Geschäftsjahr 2020 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | 158.600,72 | 410.985,40 |
| Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | 443.058,60 | 516.548,49 |
| Finanzergebnis | 31.351,66 | 36.689,74 |
| Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten | 0,00 | -215.358,71 |
| Veränderung der Vorräte | 13.524,00 | 5.796,00 |
| Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | -1.443.232,63 | -164.476,39 |
| Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -131.724,47 | 465.108,29 |
| Veränderung sonstige Vermögenswerte und sonstige Schulden | 471.655,80 | -146.744,04 |
| Gezahlte ./. erhaltene Zinsen | -20.689,30 | -29.738,38 |
| Gezahlte ./. erhaltene Ertragsteuern | 0,00 | 0,00 |
| Gezahlte ./. erhaltene Dividenden | 0,00 | 0,00 |
| Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge | 12.573,35 | -24.904,58 |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | -464.882,27 | 853.905,82 |
| Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten | -562.985,21 | -228.110,66 |
| Einzahlungen aus dem Verkauf von Finanzanlagen | 0,00 | 272.840,13 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -562.985,21 | 44.729,47 |
| Eigenkapitalzuführungen aus Kapitalerhöhung | 1.543.543,20 | 0,00 |
| Einzahlung / Auszahlungen Leasingverbindlichkeit (Miete) | -117.429,00 | -114.141,00 |
| Gezahlte Zinsen | -10.662,36 | -6.951,36 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 1.415.451,84 | -121.092,36 |
| Nettoveränderung der Zahlungsmittel | 387.584,36 | 777.542,93 |
| Finanzmittelfonds zu Beginn des Geschäftsjahres | 1.657.932,22 | 880.389,29 |
| Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres | 2.045.516,58 | 1.657.932,22 |
Konzernanhang
Grundlagen und Methoden
Allgemeine Angaben
Die Binect AG ist eine Management-Holding, die durch Umfirmierung aus der MAX21 AG hervorgegangen und seit August 2021 im Handelsregister Köln eingetragen ist, wobei der Geschäftssitz in Weiterstadt geblieben ist. Die Binect AG ist auf Geschäftsmodelle rund um die Digitalisierung von Geschäftspost und die digitale Steuerung von Dokumentenprozessen im Unternehmen fokussiert. Die Gruppe strebt dabei an, weitere Geschäfte mit Fokus auf "digitale Bausteine für eine sichere und einfache Dokumentenlogistik" zu etablieren und eine "Plattform" anzubieten, die den aktuellen und künftigen Kunden weitere digitale Bausteine und Komponenten sowie Mehrwertdienste zur Verfügung stellt.
Die Binect AG übernimmt für die Tochtergesellschaften neben der Finanzierung umfangreiche Management-Dienstleistungen. In der Holding sind die Funktionen Strategie, Finanzen sowie Personalentwicklung und Administration für die Gruppe angesiedelt. Darüber hinaus übernimmt die Holding sämtliche kaufmännischen Funktionen inkl. der Beschaffung. Durch den Zugang zum Kapitalmarkt ist die Binect AG in der Lage, der Gruppe bei Bedarf Eigenkapital zuzuführen und dieses den Tochtergesellschaften auf dem Wege der Kreditgewährung zur Verfügung zu stellen. Im Zuge einer möglichen strategisch gebotenen Ausweitung der aktuellen Geschäftsfelder verantwortet die Holding darüber hinaus sämtliche M&A-Aktivitäten.
Zum Abschluss des Geschäftsjahres 2021 gehörte zur Binect Gruppe neben der Binect AG als Holding mit der Binect GmbH nur noch eine Tochterunternehmung (Mehrheitsbeteiligung: 100%). Darüber hinaus wird noch eine Minderheitsbeteiligung an der International Sports Pass GmbH gehalten.
Die Binect AG ist eine börsennotierte Gesellschaft nach deutschem Recht und Mutterunternehmen des Binect Konzerns. Sie hat Ihren Geschäftssitz im Brunnenweg 17 in 64331 Weiterstadt und ist im Handelsregister des Amtsgerichtes Köln unter der Registernummer HRB 107212 eingetragen.
Die Aktien der Binect AG werden seit dem 01.04.2019 im Basic Board der Frankfurter Börse gehandelt.
Grundlagen der Bilanzierung
Der Konzernabschluss der Binect AG wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den nach § 315e Abs. 1 und 3 HGB ergänzend zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Im Folgenden wird einheitlich der Begriff IFRS verwendet.
Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.
Beim Bilanzausweis wird zwischen lang- und kurzfristigen Vermögenswerten und Schulden unterschieden, die im Konzern-Anhang, sofern geboten, detailliert nach ihrer Fristigkeit ausgewiesen werden. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Dabei werden die im Geschäftsjahr angefallenen Kosten nach Kostenarten unterteilt und die in den Vorräten sowie die in den immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen aktivierten Kosten separat als Bestandsveränderungen bzw. aktivierte Eigenleistungen ausgewiesen.
Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Die Einzelabschlüsse der Binect AG und ihrer Tochterunternehmen werden unter Beachtung der einheitlich für den Konzern geltenden Ansatz- und Bewertungsmethoden in den Konzernabschluss einbezogen.
Der Konzernabschluss der Binect AG für das Geschäftsjahr 2021 wird am 08.04.2022 durch den Vorstand zur Veröffentlichung freigegeben.
Verlautbarungen bzw. Änderungen von Verlautbarungen des IASB
Erstmals im Geschäftsjahr anzuwendende Standards, Interpretationen und Änderungen von Standards und Interpretationen.
Das IASB hat folgende Standards geändert beziehungsweise neu verabschiedet, die verpflichtend im Konzernabschluss zum 31.12.2021 anzuwenden sind:
| Verlautbarung | Titel | Anwendungs pflicht |
Wesentliche Änderungen | Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz und Ertragslage |
|---|---|---|---|---|
| Amendments to IFRS 16 |
Covid-19-related Rent Concessions/ Covid-19-related Rent Concessions beyond30 June 2021 |
01.01.2021 | Erleichterung für die Bilanzierung von Mietzuge ständnissen beim Leasing-Nehmer, welche aufgrund der Covid-19-Pandemie gewährt wurden. |
Keine wesentlichen Auswirkungen |
| Amendments to IFRS 4 |
Insurance Contracts – deferral of IFRS 9 |
01.01.2021 | Mit den Änderungen wird das festgelegte Auslaufen der vorübergehenden Ausnahme von der Anwendung von IFRS 9 in IFRS 4 auf Geschäftsjah re verschoben, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. |
Keine wesentlichen Auswirkungen |
| Amendments to IFRS 9, IAS 39 and IFRS 7, IFRS 4 and IFRS 16 |
Interest Rate Benchmark Reform (Phase 2) |
01.01.2021 | Die Standardänderungen stellen das Ergebnis der zweiten Phase dar und adressieren Sachverhalte, die die Finanzberichterstattung nach der Reform eines Referenzzinssatzes beeinflussen könnten, einschließlich seiner Ersetzung durch alternative Referenzzinssätze. |
Keine wesentlichen Auswirkungen |
Veröffentlichte, aber noch nicht anzuwendende Standards, Interpretationen und Änderungen
In EU-Recht übernommene IFRS:
| Verlautbarung | Titel | Anwendungs pflicht |
Wesentliche Änderungen | Voraussichtliche Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz und Ertragslage |
|---|---|---|---|---|
| Amendments to IAS 16 |
Proceeds before Intended Use |
01.01.2022 | Klarstellung zur Anwendung des IAS 16. Nunmehr ist diese Verrechnung von Erlösen aus der Testphase mit den Herstellungskosten (d.h. faktisch die Minderung der aktivierten Herstellungskosten) nicht mehr zulässig. Derartige Erlöse sind stattdessen im Periodener gebnis zu erfassen. |
Voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen |
| Amendments to IAS 37 |
Provisions, Contingent Liabilities and Contingent Assets |
01.01.2022 | Klarstellung, dass zu den Erfüllungskosten eines Vertrags alle direkt dem Vertrag zurechenbaren Kosten gehören. Zudem wird klargestellt, dass sich eine etwaige vorrangige Wertminderung auf die zur Vertragserfüllung eingesetzten (bisher: mit dem Vertrag verbundenen) Vermögenswerte erstreckt. |
Voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen |
| Amendments to IFRS 3 |
Reference to the Conceptual Frame work |
01.01.2022 | Verweis auf das neu überarbeitete Rahmenkon zept der IFRS. Erweiterung der Vorschrift, dass ein Erwerber bei der Identifizierung von übernom menen Verpflichtungen, die in den Anwendungs bereich des IAS 37 oder IFRIC 21 fallen, die Regelungen des IAS 37 oder IFRIC 21 anstelle des Rahmenkonzepts anzuwenden hat. Ferner wird IFRS 3 um ein explizites Ansatzverbot für erworbene Eventualforderungen ergänzt. |
Voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen |
| Annual Improvements Project |
Annual Improvements to IFRSs 2018-2020 Cycle |
01.01.2022 | Überarbeitung von IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16 und IAS 41. |
Voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen |
| IFRS 17 | Insurance Contracts | 01.01.2023 | IFRS 17 regelt die Bilanzierung von Versiche rungsverträgen und ersetzt IFRS 4. |
Voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen |
| Amendments to IFRS 17 |
Insurance Contracts | 01.01.2023 | Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts um zwei Jahre auf den 1. Januar 2023. Die Option für Unternehmen, IFRS 9 erst verzögert und zeitgleich mit IFRS 17 erstmals anzuwenden, wurde gleichfalls bis zum 01.01.2023 verlängert. |
Voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen |
Noch nicht in EU-Recht übernommene IFRS:
| Verlautbarung | Titel | Anwendungs pflicht |
Wesentliche Änderungen | Voraussichtliche Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz und Ertragslage |
|---|---|---|---|---|
| Amendments to IAS 1 |
Classification of Liabilities as Current or Non-current |
01.01.2023 | Klarstellung, dass sich die Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- und langfristig nach den Rechten richtet, die am Ende der Berichtspe riode bestehen. |
Keine wesentlichen Auswirkungen |
| Amendments to IAS 1 and IFRS Practice Statement 2 |
Presentation of Financial Statements |
01.01.2023 | Die Änderungen an IAS 1 sehen vor, dass künftig nicht mehr bedeutende ("significant") Bilanzie rungs- und Bewertungsmethoden angegeben werden sollen, sondern wesentliche ("material"). |
Keine wesentlichen Auswirkungen |
| Amendments to IAS 8 |
Definition of Accoun ting Estimates |
01.01.2023 | Klarstellung, wie zwischen Änderungen der Rechnungslegungsmethoden und rechnungs legungsbezogenen Schätzungen zu unterschei den ist. |
Keine wesentlichen Auswirkungen |
| Amendments to IAS 12 |
Deferred Tax related to Assets and Liabilities arising from a Single Transaction |
01.01.2023 | Klarstellung, dass latente Steuern für Transaktio nen anzusetzen sind, aus denen beim erstmali gen Ansatz zu versteuernden und abzugsfähigen temporären Differenzen in gleicher Höhe entstehen. |
Keine wesentlichen Auswirkungen |
| Amendments to IFRS 17 |
Initial Application of IFRS 17 and IFRS 9 – Comparative Information |
01.01.2023 | Ergänzende Übergangsvorschrift betreffend die Vergleichszahlen im ersten Berichtsjahr, die wahlweise eine abweichende Klassifizierung gemäß IFRS 9 (sog. "classification overlay") für die Vergleichsperioden im Jahr der erstmaligen Anwendung beider Standards ermöglicht. |
Keine wesentlichen Auswirkungen |
Ansatz und Bewertung wesentlicher Aktiv- und Passivposten der Konzern-Bilanz
Konsolidierungsgrundsätze & Konsolidierungskreis
In den Konzernabschluss werden sämtliche Tochterunternehmen einbezogen. Als Tochtergesellschaft gilt ein Unternehmen, das von der Binect AG unmittelbar oder mittelbar beherrscht wird.
Ein Unternehmen wird ab dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, ab dem der Konzern Beherrschung erlangt. Im Rahmen der Erstkonsolidierung werden die erworbenen Vermögenswerte und Schulden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Ein Unterschiedsbetrag zwischen der übertragenen Gegenleistung (Kaufpreis) und dem anteiligen beizulegenden Zeitwert der Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten wird, falls aktivisch, als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen oder, falls passivisch, erfolgswirksam vereinnahmt.
Erträge und Aufwendungen eines Tochterunternehmens werden ab dem Erwerbszeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen. Erträge und Aufwendungen eines Tochterunternehmens bleiben bis zu dem Zeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen, an dem die Beherrschung durch das Mutterunternehmen endet. Sofern erforderlich, werden Bilanzierungsgrundsätze von Tochterunternehmen an die konzerneinheitlichen Bilanzierungsgrundsätze der Binect AG angepasst. Aufwendungen und Erträge, Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Ergebnisse zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden eliminiert.
Mit Verlust des beherrschenden Einflusses wird in der konsolidierten Gewinn- und Verlustrechnung ein Gewinn oder Verlust aus dem Abgang des Tochterunternehmens erfasst in Höhe des Unterschiedsbetrags zwischen (i) dem Erlös aus der Veräußerung des Tochterunternehmens, dem beizulegenden Zeitwert zurückbehaltener Anteile, dem Buchwert der nicht beherrschenden Anteile sowie der kumulierten auf das Tochterunternehmen entfallenden Beträge des sonstigen Konzernergebnisses und (ii) dem Buchwert des abgehenden Nettovermögens des Tochterunternehmens.
Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach einheitlichen Bewertungs- und Bilanzierungsgrundsätzen erstellt. Zum 31.12.2021 besteht der Konsolidierungskreis aus der Muttergesellschaft Binect AG und einer vollkonsolidierten Tochtergesellschaft:
| Name und Sitz der Gesellschaft | Binect GmbH, Weiterstadt |
|---|---|
| Kapitalanteil der Binect AG | 100% |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | 146 TEUR |
| Jahresfehlbetrag nach Steuern | -13 TEUR |
| Eigenkapital | 621 TEUR |
Veränderung des Konsolidierungskreises
Im Geschäftsjahr 2021 gab es keine Änderung des Konsolidierungskreises.
Währungsumrechnung
Die funktionale Währung der Binect AG ist der Euro. Die funktionale Währung aller in den Konsolidierungskreis einbezogenen Tochterunternehmen ist der Euro. Der Konzernabschluss wird in Euro als Berichtswährung aufgestellt. Fremdwährungstransaktionen werden mit dem am Tag des Geschäftsvorfalls geltenden Wechselkurs in die funktionale Währung des jeweiligen Unternehmens umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf die funktionale Währung des bilanzierenden Unternehmens lauten, werden zu dem am jeweiligen Bilanzstichtag geltenden Stichtagskurs umgerechnet. Kursgewinne und -verluste aus der Währungsumrechnung werden ergebniswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Betriebsergebnis erfasst.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden Bargeld sowie alle Finanzmittel mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten zum Erwerbszeitpunkt ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zum Nennwert. Das Risiko von Wertschwankungen ist unwesentlich.
Finanzinstrumente
Die Zugangsbewertung von Finanzinstrumenten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die dem Erwerb oder der Emission von Finanzinstrumenten direkt zurechenbaren Transaktionskosten gehen nur in den Buchwert ein, soweit die Finanzinstrumente nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Marktübliche Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Erfüllungstag bilanziert. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen aus der Investition ausgelaufen sind oder übertragen wurden und die Binect AG alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum des finanziellen Vermögenswerts verbunden sind, übertragen hat. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn diese getilgt sind, das heißt, wenn die im Vertrag genannten Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.
Bei Binect werden die finanziellen Vermögenswerte unterschieden in folgende Kategorien: "Kredite und Forderungen" und "Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte". Finanzinstrumente der Kategorie "Bis zur Endfälligkeit gehaltene Vermögenswerte" und "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte" bestanden bei Binect nicht. Die finanziellen Verbindlichkeiten werden in die Kategorien: "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" und "Andere finanzielle Verbindlichkeiten" unterteilt.
Kredite und Forderungen
Gewährte Kredite und Forderungen sind nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Bei Binect enthalten die Bilanzposten "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente", "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen" sowie kurz- und langfristige "Sonstige Vermögenswerte" finanzielle Vermögenswerte, welche der Kategorie "Kredite und Forderungen" zugeordnet werden.
Gewährte Kredite und Forderungen werden bei Zugang mit dem beizulegenden Zeitwert, unter Einbeziehung von Anschaffungsnebenkosten, bewertet. Die Folgebewertung erfolgt mit den fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Gewährte Kredite und Forderungen unterliegen einer Werthaltigkeitsprüfung. Eine Wertminderung wird angenommen, wenn objektive Hinweise darauf schließen lassen, dass Binect zum jeweiligen Fälligkeitstermin nicht alle vertraglich vereinbarten Beträge erhalten wird. Objektive Hinweise, die auf eine zu erfassende Wertminderung hindeuten, sind zum Beispiel bekannte Zahlungsschwierigkeiten oder die Insolvenz des Schuldners. Die Wertminderung wird indirekt erfasst (über ein gesondertes Wertminderungskonto). Wenn der Zahlungsausfall sicher ist, werden gewährte Kredite und Forderungen als uneinbringlich eingestuft und zusammen mit gegebenenfalls hierfür zuvor erfassten Wertminderungen ausgebucht.
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte
Vermögenswerte, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert oder keiner der übrigen Kategorien zugeordnet sind, werden bei Zugang mit dem beizulegenden Zeitwert, unter Einbeziehung von Anschaffungsnebenkosten, bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zum jeweiligen Bilanzstichtag mit dem beizulegenden Zeitwert. Anschaffungsnebenkosten im Zusammenhang mit zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten mit einer endlichen Laufzeit und festen oder bestimmbaren Zahlungen werden aktiviert und unter Anwendung der Effektivzinsmethode in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Liegt der beizulegende Zeitwert dauerhaft beziehungsweise wesentlich unter den fortgeführten Anschaffungskosten, liegt eine erfolgswirksam zu erfassende Wertminderung vor.
Bei zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten wird ein erheblicher beziehungsweise dauerhafter Rückgang des beizulegenden Zeitwerts des finanziellen Vermögenswerts unter seine Anschaffungskosten als Anhaltspunkt für eine Wertminderung angesehen. Sofern ein solches Anzeichen vorliegt, wird der bisher direkt im Eigenkapital erfasste kumulierte Verlust in Höhe der Differenz zwischen Anschaffungskosten und dem aktuellen beizulegenden Zeitwert abzüglich etwaiger aufwandswirksam verbuchter Wertminderungen ergebniswirksam aus dem Eigenkapital ausgebucht.
Wenn als zur Veräußerung verfügbar eingestufte finanzielle Vermögenswerte verkauft werden, werden die bereits zuvor im Eigenkapital erfassten kumulierten Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam erfasst.
Andere finanzielle Verbindlichkeiten
Andere finanzielle Verbindlichkeiten werden beim Erstansatz zum beizulegenden Zeitwert unter Abzug von Transaktionskosten bewertet. Die Folgebilanzierung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Die Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.
Vorräte
Vorräte werden zunächst mit ihren Anschaffungsund Herstellungskosten angesetzt und in den Folgeperioden mit dem niedrigeren Wert aus Nettoveräußerungswert und Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten zählen alle Kosten des Erwerbs und der Herstellung sowie sonstige Kosten, die angefallen sind, um die Vorräte an ihren derzeitigen Ort und in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen. Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden nach der Durchschnittskostenmethode ermittelt. Der Nettoveräußerungswert entspricht dem im normalen Geschäftsgang erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der geschätzten noch zu erwartenden Fertigstellungsund Vertriebskosten. Die Herstellungskosten beinhalten die Materialkosten, Fertigungslöhne und angemessene Teile der zurechenbaren Gemeinkosten, wozu auch zurechenbare Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte zählen. Die Berechnung der Gemeinkostenzuschläge wird auf der Grundlage einer Normalauslastung der Produktionskapazität ermittelt. Wertminderungen auf den Nettoveräußerungswert der Vorräte werden konzerneinheitlich auf Produktebene für technisch obsolete Vorräte sowie Bestände mit geringer Umschlagshäufigkeit beziehungsweise auf Basis der voraussichtlichen Absatzmöglichkeiten des jeweiligen Produkts vorgenommen.
Laufende und latente Ertragsteuern
Die Ermittlung der laufenden Ertragsteuern erfolgt gemäß den zum Bilanzstichtag geltenden steuerrechtlichen Bestimmungen. Binect ermittelt latente Steuern für temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten und den steuerlichen Wertansätzen der Vermögenswerte und Schulden, während auf Geschäfts- oder Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen keine latenten Steuern zu erfassen sind. Ebenso erfolgt keine Berücksichtigung latenter Ertragsteuern im Rahmen des erstmaligen Ansatzes eines Vermögenswerts oder einer Schuld im Zusammenhang mit einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das IFRS-Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst. Die Bewertung aktiver und passiver latenter Steuern erfolgt anhand der Steuersätze und steuerlichen Vorschriften, die am Bilanzstichtag
gelten oder in Kürze gelten werden und die anzuwenden sind, wenn die aktiven latenten Steuern realisiert beziehungsweise die passiven latenten Steuern erfüllt werden. Aktive latente Steuern aus abzugsfähigen temporären Differenzen und steuerlichen Verlustvorträgen, die passive latente Steuern aus zu versteuernden temporären Differenzen übersteigen, werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem wahrscheinlich ist, dass die jeweilige Konzerngesellschaft ausreichend steuerpflichtiges Einkommen zur Realisierung des entsprechenden Vorteils erzielen wird. Binect überprüft aktivierte latente Steuern an jedem Bilanzstichtag auf ihre Werthaltigkeit. Die Einschätzung erfordert Annahmen des Managements im Hinblick auf die Höhe des zukünftig zu versteuernden Gewinns sowie weitere positive und negative Einflussgrößen.
Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, soweit sie dieselbe Steuerbehörde und dasselbe Steuersubjekt oder eine Gruppe verschiedener Steuersubjekte, die gemeinsam ertragsteuerlich veranlagt werden, betreffen.
Ertragsteuern werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst mit Ausnahme derer, die sich auf Sachverhalte beziehen, die direkt im sonstigen Ergebnis oder im übrigen Eigenkapital erfasst wurden.
Sachanlagen
Das Sachanlagevermögen umfasst neben Betriebsund Geschäftsausstattung auch Anlagen im Bau und wird zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Wenn Sachanlagen verkauft, stillgelegt oder verschrottet werden, wird der Gewinn beziehungsweise Verlust als Differenz zwischen dem Nettoverkaufserlös und dem Restbuchwert unter den sonstigen betrieblichen Erträgen beziehungsweise Aufwendungen erfasst.
Die Anschaffungskosten umfassen auch die einzeln zuordnungsfähigen Anschaffungsnebenkosten und nachträglichen Anschaffungskosten. Anschaffungspreisminderungen werden abgesetzt. Planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen werden nach der linearen Methode vorgenommen. Grund und Boden, grundstücksgleiche Rechte und Anlagen im Bau werden nicht planmäßig abgeschrieben. Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen konzerneinheitliche Nutzungsdauern zwischen 3 und 12 Jahren zugrunde. Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Immaterielle Vermögenswerte (außer Geschäfts- oder Firmenwerte)
Immaterielle Vermögenswerte bestehen im Wesentlichen aus erworbenen immateriellen Vermögenswerten wie Lizenzen, die zu Anschaffungskosten angesetzt werden, sowie aus aktivierten Entwicklungskosten. Diese immateriellen Vermögenswerte haben eine begrenzte Nutzungsdauer und werden unter Berücksichtigung linearer Abschreibungen über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Die Nutzungsdauer beträgt zwischen 3 und 5 Jahren.
Bei selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten werden die Ausgaben für die Entwicklungsphase aktiviert, sofern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind, und planmäßig über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Forschungsausgaben werden im Entstehungszeitpunkt als Aufwand erfasst. Unter Entwicklung ist hierbei die Anwendung von Forschungsergebnissen oder von anderem Wissen auf einen Plan oder Entwurf für die Produktion von neuen oder beträchtlich verbesserten Materialien, Vorrichtungen, Produkten, Verfahren, Systemen oder Dienstleistungen zu verstehen. Die Entwicklung findet dabei vor Aufnahme der kommerziellen Produktion oder Nutzung statt. Zu den Entwicklungsaktivitäten gehören u. a. der Entwurf, die Konstruktion und das Testen von Prototypen und Modellen vor der Aufnahme der eigentlichen Produktion oder Nutzung unter Verwendung neuer Technologien.
Weder im Geschäftsjahr 2021 noch im Geschäftsjahr 2020 verfügte die Binect über immaterielle Vermögenswerte mit einer unbegrenzten Nutzungsdauer.
Goodwill
Der Geschäfts- oder Firmenwert wird nicht planmäßig abgeschrieben, sondern auf der Basis des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, welcher der Goodwill zugeordnet ist, auf eine etwaige Wertminderung untersucht. Der Werthaltigkeitstest wird regelmäßig am Ende eines jeden Geschäftsjahres durchgeführt und zusätzlich auch immer dann, wenn Anzeichen dafür vorliegen, dass die zahlungsmittelgenerierende Einheit in ihrem Wert gemindert ist.
Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten (inkl. Goodwill) und von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens
Wertminderungen werden durch den Vergleich des Buchwerts mit dem erzielbaren Betrag ermittelt. Können einzelnen Vermögenswerten keine eigenen, von anderen Vermögenswerten unabhängig generierten künftigen Finanzmittelzuflüsse zugeordnet werden, ist die Werthaltigkeit auf Basis der übergeordneten zahlungsmittelgenerierenden Einheit von Vermögenswerten zu untersuchen.
An jedem Abschluss-Stichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert möglicherweise wertgemindert ist. Wenn ein solcher Anhaltspunkt vorliegt, ist der erzielbare Betrag des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu bestimmen. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmbarer Nutzungsdauer (Goodwill und FCC-Lizenzen) wird darüber hinaus regelmäßig ein jährlicher Werthaltigkeitstest durchgeführt. Im Rahmen der Überprüfung auf Wertminderung wird der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbene Goodwill jeder einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet, die voraussichtlich von den Synergien aus dem Zusammenschluss profitiert. Übersteigt der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, welcher der Goodwill zugewiesen wurde, deren erzielbaren Betrag, ist der dieser zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnete Goodwill in Höhe des Differenzbetrags im Wert zu mindern. Wertminderungen des Goodwills dürfen nicht rückgängig gemacht werden. Übersteigt die Wertminderung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert des ihr zugeordneten Goodwills, ist die darüberhinausgehende Wertminderung anteilig auf die der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordneten Vermögenswerte zu verteilen. Die beizulegenden Zeitwerte bzw. Nutzungswerte (sofern bestimmbar) der einzelnen Vermögenswerte sind dabei als Wertuntergrenze zu berücksichtigen. Sofern die Voraussetzungen für in früheren Perioden erfasste Wertminderungen nicht mehr bestehen, sind die betreffenden Vermögenswerte (mit Ausnahme eines Goodwills) erfolgswirksam zuzuschreiben. Der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird durch den höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert des Vermögenswerts bestimmt. Der erzielbare Betrag wird in der Regel unter Anwendung des Discounted-Cashflow-(DCF-)Verfahrens ermittelt, soweit nicht eine Bewertung aufgrund eines Marktpreises maßgeblich
ist. Diesen DCF-Berechnungen liegen Prognosen zugrunde, die auf den vom Management genehmigten Finanzplänen für drei Jahre beruhen und auch für interne Zwecke verwendet werden. Der gewählte Planungshorizont spiegelt die Annahmen für kurz- bis mittelfristige Marktentwicklungen wider.
Cashflows, die über den 3-Jahres-Zeitraum hinausgehen, werden anhand geeigneter Wachstumsraten berechnet. Zu den wesentlichen Annahmen, auf denen die Berechnung des erzielbaren Betrags durch das Management beruht, wird auf die Erläuterungen zu "Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten" im weiteren Verlauf dieses Kapitels verwiesen.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere kurzfristige Forderungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere kurzfristige Forderungen werden – insoweit sie Fälligkeiten von länger als einem Jahr aufweisen, unter Anwendung der Effektivzinsmethode – mit dem Buchwert im Zeitpunkt des Zugangs abzüglich Wertminderungen bewertet. Die Wertminderungen, welche in Form von Einzelwertberichtigungen vorgenommen werden, tragen den erwarteten Ausfallrisiken hinreichend Rechnung; konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen. Im Rahmen von Einzelwertberichtigungen werden finanzielle Vermögenswerte, für welche ein potenzieller Abwertungsbedarf besteht, anhand gleichartiger Ausfallrisikoeigenschaften gruppiert und gemeinsam auf Wertminderungen untersucht sowie ggf. wertberichtigt. Bei der dazu notwendigen Ermittlung der erwarteten künftigen Cashflows der Portfolios werden neben den vertraglich vorgesehenen Zahlungsströmen auch historische Ausfallerfahrungen berücksichtigt. Die Cashflows werden auf Basis des gewichteten Durchschnitts der ursprünglichen Effektivzinssätze der im jeweiligen Portfolio enthaltenen finanziellen Vermögenswerte abgezinst. Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden teilweise unter Verwendung von Wertberichtigungskonten vorgenommen.
Die Entscheidung, ob ein Ausfallrisiko mittels eines Wertberichtigungskontos oder über eine direkte Minderung der Forderung berücksichtigt wird, hängt vom Grad der Verlässlichkeit der Beurteilung der Risikosituation ab. Aufgrund unterschiedlicher operativer Segmente sowie unterschiedlicher regionaler Rahmenbedingungen obliegt diese Beurteilung der Geschäftsleitung.
Leasing
Leasing-Verhältnisse sind Vereinbarungen, bei denen der Leasing-Geber dem Leasing-Nehmer das Recht auf Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts für einen bestimmten Zeitraum gegen Zahlung eines Entgelts überträgt. IFRS 16 definiert neben klassischen Leasing-, Miet- und Pacht-Verträgen auch Vereinbarungen als Leasing-Verhältnis, in denen dem Leasing-Nehmer anderweitige Nutzungsrechte an Vermögenswerten eingeräumt werden, wie z. B. bestimmte Dienstbarkeiten.
Trägt der Leasing-Nehmer bei gemieteten Vermögenswerten die wesentlichen Chancen und Risiken, so wird ihm gemäß IAS 17 das wirtschaftliche Eigentum zugerechnet.
Leasing-Verhältnisse werden als Nutzungsrecht und als Leasing-Verbindlichkeit in Höhe des Barwerts der künftigen Leasing-Zahlungen in der Bilanz erfasst. Leasing-Verhältnisse, deren Laufzeit innerhalb von zwölf Monaten enden, werden direkt ergebniswirksam als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung gezeigt.
Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes wurde der Grenzkapitalzinssatz der Binect herangezogen. Hieraus ergibt sich ein gewichteter durchschnittlicher Zinssatz für Immobilien von 3,12%. Die Leasing-Verbindlichkeit wird nach der Effektivzinsmethode bewertet und fortgeschrieben. Die Anschaffungskosten des Nutzungsrechts bestimmen sich grundsätzlich aus der Höhe der Leasing-Verbindlichkeit im Zugangszeitpunkt. Die aktivierten Nutzungsrechte werden linear über die planmäßige Nutzungsdauer bzw. über die Vertragslaufzeit abgeschrieben.
Verbleiben die wesentlichen Risiken und Chancen aus einem Leasing-Verhältnis beim Leasing-Geber, so liegt ein Operating-Leasing-Verhältnis vor. Im Zusammenhang mit einem Operating-Leasing-Verhältnis anfallende Aufwendungen und Erträge werden linear über die Dauer der Vertragslaufzeit in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Leasing-Verhältnisse über immaterielle Vermögenswerte fallen nicht unter IFRS 16, sondern unter IAS 38.
Finanzielle Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten werden bei allen finanziellen Verbindlichkeiten, die in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, ebenfalls angesetzt.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bei den finanziellen Verbindlichkeiten hat die Binect von der Anwendung des Wahlrechts, diese bei ihrer erstmaligen bilanziellen Erfassung als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende finanzielle Verbindlichkeiten ("Financial Liabilities at Fair Value through Profit or Loss") zu designieren, bisher keinen Gebrauch gemacht.
Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten
Die Erstellung von Abschlüssen in Übereinstimmung mit IFRS erfordert vom Management Annahmen und Schätzungen, die Auswirkungen auf ausgewiesene Beträge und damit im Zusammenhang stehende Angaben haben. Schätzungen und Annahmen unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung und müssen gegebenenfalls angepasst werden. Sie können sich von Periode zu Periode ändern und einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Binect Konzerns haben. Obwohl diese Annahmen und Schätzungen nach bestem Wissen des Managements, basierend auf den gegenwärtigen Ereignissen und Maßnahmen, erfolgen, kann es bei den tatsächlichen Ergebnissen zu Abweichungen von diesen Schätzungen kommen.
Diese Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die Einschätzung der Nutzungsdauer für abnutzbare materielle und immaterielle Vermögenswerte, der Werthaltigkeit von Forderungen, den Ansatz und die Bewertung von Rückstellungen. Bei der Ermittlung des Nutzungswertes der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten im Rahmen des Impairment-Tests für den Geschäfts- oder Firmenwert sind Schätzungen und Annahmen bei der Bestimmung der künftigen Cashflows aus der zahlungsmittelgenerierenden Einheit sowie bei der Ermittlung des Diskontierungssatzes vorzunehmen. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt.
Schätzungen und Annahmen unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung und müssen gegebenenfalls angepasst werden. Sie können sich von Periode zu Periode ändern und einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Binect haben.
Aktienbasierte Vergütungsprogramme
Aktienbasierte Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente werden im Zeitpunkt der Gewährung mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert der Verpflichtung wird über den Erdienungszeitraum als Personalaufwand erfasst und mit der Kapitalrücklage verrechnet. Der beizulegende Zeitwert wird bei aktienbasierten Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente u. a. anhand von anerkannten Bewertungsverfahren ermittelt, z. B. dem Black-Scholes-Modell oder dem Monte-Carlo-Modell. Bei aktienbasierten Vergütungstransaktionen, die eine Erfüllung in bar vorsehen, sind die erworbenen Güter oder Dienstleistungen und die entstandene Schuld mit dem beizulegenden Zeitwert der Schuld zu erfassen. Bis zur Begleichung der Schuld ist der beizulegende Zeitwert der Schuld zu jedem Abschluss-Stichtag und am Erfüllungstag neu zu bestimmen und sind alle Änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam zu erfassen.
Umsatzerlöse
Die Regelungen des IFRS 15 umfassen nach IFRS 15.5 grundsätzlich alle mit Kunden geschlossenen Verträge, welche die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zum Gegenstand haben. Anhand eines 5-Schritte-Modells werden Höhe und Zeitpunkt der Umsatzerlöse bestimmt. Dabei kommt ein "assetliability-approach" mit dem Kontrollübergang als wesentliches Kriterium zur Erfassung von Umsatzerlösen zum Einsatz. Die Höhe der Umsatzerlöse bemisst sich nach der Gegenleistung, die das Unternehmen vom Kunden erhält oder erhalten wird. Im Folgenden werden die einzelnen Schritte des Modells zusammenfassend dargestellt:
- Schritt 1: Identifizierung des Vertrags mit dem Kunden
- Schritt 2: Identifizierung der separaten Leistungsverpflichtungen
- Schritt 3: Bestimmung des Transaktionspreises
- Schritt 4: Verteilung des Transaktionspreises auf Leistungsverpflichtungen
- Schritt 5: Umsatzrealisierung bei Erfüllung der Leistungsverpflichtung
Umsatzerlöse werden abzüglich der Umsatzsteuer sowie etwaiger Preisnachlässe erfasst, wenn die Lieferung oder Leistung erfolgt ist und die mit dem Eigentum verbundenen wesentlichen Risiken und Chancen übertragen worden sind. Der sich ergebende Bilanzansatz wird unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.
Vertragliche Leistungen (Serviceleistungen), die auf einen Zeitraum nach dem Bilanzstichtag entfallen und bereits zur Abrechnung gebracht wurden, werden passivisch abgegrenzt und über die vereinbarte Laufzeit erfolgswirksam aufgelöst.
Erläuterungen zur Bilanz
1 Anlagenspiegel
| Anschaffungs- und Herstellungskosten | ||||
|---|---|---|---|---|
| In EUR | 01.01.2021 | Zugänge | Abgänge | 31.12.2021 |
| Immaterielle Vermögenswerte | ||||
| 1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbl. Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten |
623.093,65 | 0,00 | 0,00 | 623.093,65 |
| 2. Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte |
3.283.263,29 | 231.282,84 | 0,00 | 3.514.546,13 |
| 3. Geschäfts- oder Firmenwert | 15.561.181,20 | 0,00 | 0,00 | 15.561.181,20 |
| 4. Geleistete Anzahlungen und immaterielle Vermögenswerte in Entwicklung |
0,00 | 258.504,61 | 0,00 | 258.504,61 |
| 19.467.538,14 | 489.787,45 | 0,00 | 19.957.325,59 | |
| Sachanlagen | ||||
| 1. Grundstücke und Gebäude (Nutzungsrecht aus dem Leasing) |
342.000,00 | 0,00 | 342.000,00 | 0,00 |
| 2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung |
559.998,55 | 73.197,76 | 0,00 | 633.196,31 |
| 901.998,55 | 73.197,76 | 342.000,00 | 633.196,31 | |
| Finanzanlagen | ||||
| Beteiligungen | 117.706,00 | 0,00 | 0,00 | 117.706,00 |
| Anlagevermögen Gesamt | 20.487.242,69 | 562.985,21 | 342.000,00 | 20.708.227,90 |
| Kumulierte Abschreibungen | Restbuchwert | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| 01.01.2021 | Zugänge | Abgänge | 31.12.2021 | 01.01.2021 | 31.12.2021 |
| 599.063,65 | 13.771,00 | 0,00 | 612.834,65 | 10.259,00 | 24.030,00 |
| 2.850.458,29 | 285.835,84 | 0,00 | 3.136.294,13 | 378.252,00 | 432.805,00 |
| 10.998.070,27 | 0,00 | 0,00 | 10.998.070,27 | 4.563.110,93 | 4.563.110,93 |
| 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 258.504,61 | 0,00 |
| 14.447.592,21 | 299.606,84 | 0,00 | 14.747.199,05 | 5.210.126,54 | 5.019.945,93 |
| 228.000,00 | 114.000,00 | 342.000,00 | 0,00 | 0,00 | 114.000,00 |
| 510.842,50 | 29.451,76 | 0,00 | 540.294,26 | 92.902,05 | 49.156,05 |
| 738.842,50 | 143.451,76 | 342.000,00 | 540.294,26 | 92.902,05 | 163.156,05 |
| 117.704,00 | 0,00 | 0,00 | 117.704,00 | 2,00 | 2,00 |
| 15.304.138,71 | 443.058,60 | 342.000,00 | 15.405.197,31 | 5.303.030,59 | 5.183.103,98 |
Weitere Erläuterungen
2 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Bei den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten handelt es sich um Guthaben bei deutschen Kreditinstituten in Höhe von 2.046 TEUR (Vorjahr: 1.658 TEUR).
3 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Seit 2016 wurden die Kundenforderungen des Tochterunternehmens Binect GmbH in einem offenen Factoring-Verfahren an die Factoring-Gesellschaft abgetreten. Der Factoring-Vertrag wurde zum 31.08.2021 seitens der Binect GmbH durch ordentliche, fristgerechte Kündigung beendet, um die damit verbundenen Kosten (Gebühren und Zinsen) von ca. 70 TEUR jährlich einzusparen. Durch den Wegfall des Factorings sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von etwa einem Monatsumsatz von 688 TEUR auf 2.132 TEUR gestiegen.
4 Vorräte
Die Vorräte in Höhe von 220 TEUR (Vorjahr: 234 TEUR) umfassen fertige Erzeugnisse und Waren. Dies umfasst vor allem den Bestand an Binect Cubes (Hardware).
5 Sonstige Vermögenswerte, kurzfristig
Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
| Angaben in TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Forderungen aus Factoring | 78 | 516 |
| Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten |
38 | 36 |
| Mietkautionen | 17 | 17 |
| Sonstige | 121 | 112 |
| Gesamt | 254 | 682 |
Bei den Forderungen aus Factoring (zum Stichtag noch nicht ausbezahlte, abgetretene Kundenforderungen) wurde gemäß Vorsichtsprinzip eine Wertberichtigung in Höhe von 78 TEUR (50%) berücksichtigt.
6 Kurzfristige Schulden
Die kurzfristigen Schulden setzen sich wie folgt zusammen:
| Angaben in TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
|---|---|---|
| Leasingverbindlichkeiten | 0 | 117 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
775 | 906 |
| Steuerschulden | 145 | 89 |
| Sonstige Schulden | 327 | 340 |
| Gesamt | 1.247 | 1.453 |
Leasingverbindlichkeiten entstehen aus dem Büro-Mietvertrag mit einer Restlaufzeit bis zum 31.12.2021. Die Steuerverbindlichkeiten setzen sich aus Umsatzsteuer- und Lohnsteuerverbindlichkeiten zusammen.
Zum Bilanzstichtag gibt es keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr.
7 Latente Steuern
Es wurde ein gegenüber dem Vorjahr unveränderter zusammengefasster Ertragssteuersatz von 28,95% verwendet. Als Ertragsteuern werden die gezahlten bzw. geschuldeten tatsächlichen Ertragsteuern sowie die latenten Steuern ausgewiesen.
Die latenten Steuern auf temporäre Differenzen stellen sich in der Bilanz wie folgt dar:
| Angaben in TEUR | 2021 | 2021 | 2020 | 2020 |
|---|---|---|---|---|
| Aktiv | Passiv | Aktiv | Passiv | |
| Latente Steuern in der Bilanz |
||||
| Immaterielle Vermögenswerte |
0 | 184 | 0 | 125 |
| Gesamt | 0 | 184 | 0 | 125 |
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
8 Umsatzerlöse
Die ausgewiesenen Umsätze resultieren aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und wurden fast ausschließlich im Inland erzielt.
Insgesamt wurden Umsätze in Höhe von 10.105 TEUR (Vorjahr: 9.078 TEUR) erwirtschaftet.
Von den Umsatzerlösen entfallen 4.163 TEUR (Vorjahr 4.249 TEUR) auf die zwei größten Kunden des Konzerns im Sinne des IFRS. Kein weiterer Kunde hat 2021 10% oder mehr zum Konzernumsatz beigetragen.
9 Bestandsveränderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
Die Bestandsveränderungen in Höhe von -14 TEUR (Vorjahr: -6 TEUR) resultieren aus der Veränderung der unfertigen Erzeugnisse und Leistungen.
10 Andere aktivierte Eigenleistungen
Die aktivierten Eigenleistungen betragen 490 TEUR (Vorjahr: 198 TEUR) und resultieren aus der Aktivierung von Entwicklungsleistungen für die eigenerstellten Softwarelösungen der Binect GmbH.
11 Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 73 TEUR (Vorjahr: 293 TEUR) resultieren im Wesentlichen aus Vermietung/Verpachtung. Der Vorjahreswert war maßgeblich durch den Erlös aus der Veräußerung der Beteiligung an der GFN AG in Höhe von 215 TEUR positiv beeinflusst worden.
12 Materialaufwand
Der Materialaufwand beträgt im Geschäftsjahr 5.853 TEUR (Vorjahr: 5.077 TEUR). Er resultiert im Wesentlichen aus dem Einkauf von Druckdienstleistungen sowie dem Einkauf von Fremdsoftware im Rahmen einer GU-Tätigkeit für einen Großkunden.
13 Personalaufwand
Die Löhne und Gehälter belaufen sich in 2021 auf 2.569 TEUR (Vorjahr: 2.217 TEUR) und die Sozialaufwendungen auf 409 TEUR (Vorjahr: 356 TEUR). Im Berichtsjahr waren durchschnittlich 43 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 38,5).
14 Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
Die Abschreibungen belaufen sich auf 443 TEUR (Vorjahr: 517 TEUR). Immaterielle Vermögenswerte wurden im Geschäftsjahr in Höhe von 300 TEUR (Vorjahr: 371 TEUR) und Sachanlagen in Höhe von 143 TEUR (Vorjahr: 146 TEUR) abgeschrieben.
15 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen im Geschäftsjahr 1.190 TEUR (Vorjahr: 948 TEUR) und bestehen im Wesentlichen aus Vertriebskosten 402 TEUR (Vorjahr: 305 TEUR), Kosten für IT-Infrastruktur und Telekommunikation 194 TEUR (Vorjahr: 152 TEUR), Rechts- und Beratungskosten 68 TEUR (Vorjahr: 62 TEUR) sowie Miet- und Mietnebenkosten in Höhe von 58 TEUR (Vorjahr: 131 TEUR).
16 Finanzierungsaufwendungen
Bei den Finanzierungsaufwendungen in Höhe von 31 TEUR (Vorjahr: 37 TEUR) handelt es sich im Wesentlichen um die Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit dem zum 31.08.2021 beendeten Factoring.
17 Ertragsteuern
Als Ertragsteuern werden die gezahlten bzw. geschuldeten tatsächlichen Ertragsteuern sowie die latenten Steuern ausgewiesen.
Die latenten Steuern auf temporäre Differenzen stellen sich in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wie folgt dar:
| Entwicklung der latenten Steuern in TEUR |
2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Veränderung passiver latenter Steuern (auf immaterielle Vermögenswerte) |
-59 | 43 |
| In Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Ertragsteuern in TEUR |
||
| Latente Steuern | -59 | 43 |
| Übrige | 0 | 0 |
| Gesamt | -59 | 43 |
Sonstige Angaben
18 Kapitalmanagement
Das Kapitalmanagement des Binect Konzerns orientiert sich in erster Linie an den gesellschaftsrechtlichen Bestimmungen und Erfordernissen. Dabei soll sichergestellt werden, dass alle Konzernunternehmen unter der Unternehmensfortführungs-Prämisse operieren können. Das zu steuernde Eigenkapital besteht in den Fällen, in denen keine gesonderten Bestimmungen zu beachten sind, aus dem bilanziellen Eigenkapital. Ansonsten wird das bilanzielle Eigenkapital jeweils an die aufsichtsrechtlichen oder vertraglichen Vorgaben angepasst. Der Konzern unterliegt keinen weitergehenden Mindestkapitalanforderungen.
Das Eigenkapital des Konzerns zum 31.12.2021 beträgt 8.523 TEUR (Vorjahr: 6.867 TEUR).
Das gezeichnete Kapital der Binect AG erhöhte sich nach der Durchführung der von Vorstand und Aufsichtsrat (gemäß Beschlussfassung der Hauptversammlung am 29.10.2020) beschlossenen Barkapitalerhöhung im Verhältnis 4:1 von 2.573 TEUR um 643 TEUR auf 3.216 TEUR, nachdem sämtliche angebotenen 643.143 neuen Aktien platziert werden konnten. Das Grundkapital der Gesellschaft ist nunmehr eingeteilt in 3.215.715 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,00 EUR.
Ereignisse nach dem Abschlussstichtag
Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht genau absehbar, wie sich das geschäftliche Umfeld der Gruppe entwickeln wird. Insgesamt ist die Unsicherheit durch den erneuten Anstieg der Corona-Inzidenzen und den von Russland begonnenen Ukraine-Krieg zuletzt deutlich gestiegen. Zum einen kann nicht ausgeschlossen werden, dass es mit einer weiteren Corona-Welle erneut, wie schon in den vergangenen beiden Jahren, zu zeitlichen Verschiebungen bei den Auftragseingängen kommen wird. Zum anderen muss sich zeigen, ob der Ukraine-Krieg und die damit verbundenen wirtschaftlichen Maßnahmen und Gegenmaßnahmen Konsequenzen für die Geschäfte der Binect Gruppe haben werden. Bislang scheint dies nicht der Fall zu sein.
Eventualforderungen und -verbindlichkeiten
Eventualforderungen oder -verbindlichkeiten bestehen nicht.
Anteilsbasierte Vergütung
Der Vorstand der Gesellschaft wurde mit Beschluss durch die ordentliche Hauptversammlung 2016 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 30.08.2018 ("Ermächtigungszeitraum") einmalig oder mehrmals Bezugsrechte auf Aktien der Gesellschaft im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2016 auszugeben. Der Vorstand wurde weiterhin durch Beschluss der Hauptversammlung 2018 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 20.09.2020 ("Ermächtigungszeitraum") einmalig oder mehrmalig Bezugsrechte auf Aktien der Gesellschaft im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2018 auszugeben.
Diese Bezugsrechte in Summe berechtigen insgesamt zum Bezug von bis zu 1.740.633 auf den Inhaber lautenden Stückaktien der Gesellschaft nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen.
Die Ausgabe von Bezugsrechten hat während des Ermächtigungszeitraumes zu erfolgen. Bezugsrechte können den Berechtigten jeweils binnen eines Zeitraums von sechs Wochen nach einer ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft zum Erwerb angeboten werden ("Ausgabezeitraum"). Die Bezugsrechte können nach einer Wartefrist von 4 Jahren unter Berücksichtigung der Sperrfristen von den Begünstigten in einem Zeitraum von 2 Jahren nach Ablauf der Wartefrist ausgeübt werden (Gesamtlaufzeit 6 Jahre).
Die Erfüllung der Optionsrechte kann nach Wahl der Gesellschaft entweder durch Lieferung echter Eigenkapitalinstrumente (auf den Inhaber lautende Stückaktien) oder durch einen Barausgleich erfolgen.
Die Bezugsrechte können nur ausgeübt werden, wenn die Kurssteigerung der Stückaktien in der Zeit zwischen Gewährung der Aktienoptionen und dem Beginn des jeweiligen Ausübungszeitraums, in dem die Aktienoptionen ausgeübt werden sollen, mindestens 100% beträgt. Im Falle von Kapitalmaßnahmen wie z.B. einer Kapitalherabsetzung können die Bedingungen angepasst werden (Anpassung des Kurs-Erfolgsziels).
Die Optionsrechte können lediglich durch Zahlung des Ausübungspreises ausgeübt werden. Der Ausübungspreis entspricht – vorbehaltlich der Bestimmung nach § 9 Abs. 1 AktG – mindestens 80% des durchschnittlichen Schlusskurses der Aktien der Gesellschaft an den letzten 5 Handelstagen vor dem Beginn des Ausgabezeitraums. Erhöht sich der Kurswert der Stückaktien in der Zeit zwischen dem Beginn des Ausgabezeitraums und dem Beginn des jeweiligen Ausübungszeitraums um mehr als den Faktor 20, so erhöht sich der Ausübungspreis um den Betrag, den der Kurswert um mehr als den Faktor 20 übersteigt.
Die ausgegebenen Bezugsrechte verfallen entschädigungslos, wenn das Beschäftigungsverhältnis zwischen dem Inhaber der Bezugsrechte und der Gesellschaft oder einem verbundenen Unternehmen gekündigt wird oder endet. Dies gilt nicht, soweit die Bezugsrechte nach folgender Maßgabe unverfallbar geworden sind:
Ein Drittel der jeweils an einen Bezugsberechtigten ausgegebenen Aktienoptionen werden nach Ablauf von zwei Jahren nach ihrer Ausgabe unverfallbar; ein weiteres Drittel wird nach Ablauf von drei Jahren nach Ausgabe unverfallbar; das letzte Drittel wird nach Ablauf von vier Jahren nach Ausgabe unverfallbar, es sei denn, das Dienst- oder Anstellungsverhältnis ist aus einem vom Bezugsberechtigten gesetzten wichtigen Grund beendigt.
Im Geschäftsjahr 2016 wurden in einer ersten Tranche 473.573 Aktienoptionen ausgegeben, von denen bis zum 31.12.2021 insgesamt 272.024 Aktienoptionen verfallen sind.
Im Geschäftsjahr 2017 wurden in einer zweiten Tranche 501.073 Aktienoptionen ausgegeben, von denen bis zum 31.12.2021 insgesamt 356.549 Aktienoptionen verfallen sind.
Im Geschäftsjahr 2018 wurden in einer dritten Tranche 454.000 Aktienoptionen ausgegeben, von denen bis zum 31.12.2021 insgesamt 304.500 Aktienoptionen verfallen sind.
Zusätzlich wurden im Geschäftsjahr 2018 in einer vierten Tranche weitere 303.877 Aktienoptionen ausgegeben, von denen bis zum 31.12.2021 insgesamt 233.377 Aktienoptionen verfallen sind.
Die Aktienoptionen haben sich im Geschäftsjahr 2021 wie folgt entwickelt:
| 2021 | 2020 | |
|---|---|---|
| Zu Beginn der Berichtsperiode ausstehende Aktienoptionen | 566.073 | 631.073 |
| In der Berichtsperiode gewährte Aktienoptionen | 0 | 0 |
| In der Berichtsperiode ausgeübte Aktienoptionen | 0 | 0 |
| In der Berichtsperiode verfallene Aktienoptionen | 0 | 65.000 |
| Am Ende der Berichtsperiode ausstehende Aktienoptionen vor Kapitalherabsetzung in 2020 | 566.073 | 566.073 |
| Am Ende der Berichtsperiode ausstehende Aktienoptionen korrigiert nach Kapitalherabsetzung in 2020 | 80.867 | 80.867 |
| Am Ende der Berichtsperiode ausübbare Aktienoptionen | 0 | 0 |
Von den 80.867 Aktienoptionen entfallen 43.571 auf den Vorstand. Die gewährten Aktienoptionen wurden als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente klassifiziert und bewertet. Der beizulegende Zeitwert der Aktienoptionen wird unter Anwendung einer Monte-Carlo-Simulation und unter Berücksichtigung der Bedingungen, zu denen die Aktienoptionen gewährt wurden, einmalig am Tag der Gewährung bewertet und an zukünftigen Stichtagen nicht mehr angepasst. Der Aufwand für die erhaltenen Leistungen wird über den Erdienungszeitraum erfasst. An zukünftigen Stichtagen wird lediglich die Anzahl der potentiell ausübbaren Optionen an die aktuelle Erwartung hinsichtlich der zukünftigen Fluktuation unter den Begünstigten angepasst.
Die erwartete Restlaufzeit der Aktienoptionen basiert auf der Annahme, dass die Aktienoptionen durchschnittlich nach dem Ende der Wartefrist unter Berücksichtigung der Ausübungsfenster und Erfolgsbedingung ausgeübt werden, und entspricht nicht zwingend dem tatsächlich eintretenden Ausübungsverhalten.
Die Ausübungspreise der Aktienoptionen wurden nach der ordentlichen Kapitalherabsetzung der Gesellschaft im Verhältnis angepasst. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Aktienoptionen zum 31.12.2021 beträgt 15 Monate.
Der erfasste Personalaufwand für während des Geschäftsjahres erhaltene Leistungen stellt sich insgesamt wie folgt dar:
| in TEUR | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Aufwand aus anteilsbasierten Vergütungs transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente |
13 | 23 |
Zum 31.12.2021 beträgt der Buchwert der Kapitalrücklage aus Aktienoptionen 229 TEUR (Vorjahr: 217 TEUR).
Finanzinstrumente und Risiko-Management
Die Binect Gruppe hat ein Risikomanagementsystem etabliert, das der frühzeitigen Erkennung von Risiken, der Analyse und der rechtzeitigen Entwicklung von Maßnahmen zum Management von Risiken dient.
Die Kommunikation der identifizierten Risiken erfolgt grundsätzlich über standardisierte Berichte an den Vorstand (Risiko-Inventar, Management-Summary). Der Vorstand ergreift – nach eigener Bewertung der Lage und der jeweiligen Risiken – Maßnahmen zur Beseitigung beziehungsweise Eindämmung der Risiken.
Das Risiko-Inventar der Binect umfasst folgende Risikofelder:
- A) Unternehmensbezogene Risiken
- a. Störungs-/Betriebsausfallrisiken
- b. Finanzrisiken, u.a.
- Finanzierungs-, Liquiditätsrisiken
- Forderungsausfallrisiken
- Insolvenz- oder Liquidationsrisiken
- c. Rechtliche und steuerliche Risiken
- d. Produkt- und Software-bezogene Risiken
- e. Kunden- und Lieferantenbezogene Risiken
- f. Führungs-/ Organisations-Risiken
- B) Umfeldbezogene Risiken
- a. Markt-/Branchen-/Wettbewerbs-Risiken
- b. Sonstige Umfeld-Risiken, u.a.
- Risiken aus der Corona-Pandemie
Liquiditätsrisiken
Zur Sicherstellung ausreichender Finanzmittel erstellt der Konzern im Rahmen der Budgetplanung einen Liquiditätsplan. Dieser wird monatlich mit den Zahlen des Monatsabschlusses verglichen und analysiert.
Das Finanzwesen meldet dem Vorstand wöchentlich den aktuellen Stand der Zahlungsmittel.
Aufgrund der Tatsache, dass sich die Liquiditätssituation des Konzerns im Laufe des Jahres 2021 durch die realisierte Kapitalerhöhung nachhaltig verbessert hat, bestand im Berichtsjahr keinerlei Bedarf an Betriebsmittelkreditlinien. Mit Beendigung des Factoring-Vertrags zum 31.08.2021 endete auch die der Binect GmbH eingeräumte Factoring Linie in Höhe von 2.500 TEUR.
Zum Bilanzstichtag standen dem Konzern Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 2.046 TEUR (Vorjahr: 1.658 TEUR) zur Verfügung. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten betragen 1.247 TEUR (Vorjahr: 1.453 TEUR).
Ausfallrisiken
Ausfallrisiken bzw. Risiken, dass Vertragspartner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht fristgerecht nachkommen, wird durch Genehmigungs- und Kontrollverfahren über Auskunfteien begegnet.
Ferner nimmt der Konzern regelmäßige Einschätzungen zur Zahlungsfähigkeit seiner Kunden vor.
Die maximale Höhe der für den Konzern bestehenden Ausfallrisiken ergibt sich aus dem gesamten Forderungsbestand aus Lieferungen und Leistungen der Binect GmbH. Für den Konzern bestehen keine außergewöhnlichen Ausfallrisiken hinsichtlich einzelner Vertragspartner oder Gruppen von Vertragspartnern. Ausfallrisiken wird durch Wertberichtigungen Rechnung getragen.
Eine Konzentration von Ausfallrisiken auf einzelne Kunden besteht bei den Großkunden der Gesellschaften. Insgesamt wird das Ausfallrisiko jedoch aufgrund der sehr guten Bonität dieser Kunden als gering eingeschätzt.
Marktrisiken
Der Konzern erwirtschaftet fast alle Umsätze in Deutschland. Die hier erfassten und regelmäßig bewerteten Risiken umfassen solche aus Veränderungen der politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen, solche, die aus der hohen Marktund Technologiedynamik resultieren, und Risiken, die aus einer mangelnden Wettbewerbsfähigkeit der operativen Einheiten entstehen.
Den aufgeführten Risiken wird bei Binect durch das Risikomanagementsystem begegnet, das für ein frühzeitige und regelmäßige Beobachtung und Analyse des Umfeldes sorgt. Wettbewerbsrisiken wird zusätzlich durch die Existenz eines Produkt- und Portfolio-Managements begegnet, welches das Leistungsangebot der operativen Einheiten den Markt- und Wettbewerbserfordernissen anpasst.
Insgesamt werden die hier aufgeführten Risiken im Zusammenspiel mit den ergriffenen Maßnahmen als gering eingestuft.
Sonstige Angaben zu Finanzinstrumenten
Im Berichtsjahr wurde keine Umklassifizierung von finanziellen Vermögenswerten in eine andere Bewertungskategorie des IFRS 9 vorgenommen.
Für kurzfristige finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten stellt der jeweilige Buchwert eine angemessene Annäherung des beizulegenden Zeitwerts im Sinne der IFRS dar.
Der beizulegende Zeitwert der langfristigen Finanzanlagen (ausgewiesen unter den langfristigen Vermögenswerten) entspricht dem Buchwert. Sie entwickelten sich wie folgt:
| in TEUR | 2021 | 2020 |
|---|---|---|
| Buchwert zum 01.01. | 2,00 | 10.011,67 |
| Einzahlungen | 0,00 | 0,00 |
| Auszahlungen | 0,00 | 0,00 |
| In der GuV erfasste Aufwendungen | 0,00 | -10.009,67 |
| Buchwert zum 31.12. | 2,00 | 2,00 |
Zusatzangaben Finanzinstrumente – Bilanzieller Wertansatz nach IFRS 9
| Aktiva zum 31.12.2021 in EUR | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bewertungs kategorien nach IFRS 9 |
Buchwert 31.12.2021 |
Finanzinstrumente, die zu fort - geführten Anschaffungskosten bewertet werden |
Beizulegender Zeitwert |
||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente |
AC | 2.045.516,58 | 2.045.516,58 | 2.045.516,58 | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
AC | 2.131.579,73 | 2.131.579,73 | 2.131.579,73 | |||
| Sonstige Vermögenswerte | AC | 253.585,81 | 253.585,81 | 253.585,81 | |||
| Finanzanlagen * | FVOCI | 2,00 | 2,00 | 2,00 |
Passiva zum 31.12.2021 in EUR Bewertungskategorien nach IFRS 9 Buchwert 31.12.2021 Finanzinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden Beizulegender Zeitwert Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 774.606,60 774.606,60 774.606,60 Leasing-Verbindlichkeiten n/a -- -- --
Abkürzungen:
AC: Amortised Cost and Impairment (fortgeführte Anschaffungskosten und Wertminderungen) FVOCI: Fair Value Through Other Comprehensive Income (erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet)
* Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung notwendiger Wertminderungen – dies entspricht dem beizulegenden Zeitwert.
| Aktiva zum 31.12.2020 in EUR | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bewertungs kategorien nach IFRS 9 |
Buchwert 31.12.2020 |
Finanzinstrumente, die zu fort geführten Anschaffungskosten bewertet werden |
Beizulegender Zeitwert |
||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente |
AC | 1.657.932,22 | 1.657.932,22 | 1.657.932,22 | |||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
AC | 688.347,10 | 688.347,10 | 688.347,10 | |||
| Sonstige Vermögenswerte | AC | 681.946,70 | 681.946,70 | 681.946,70 | |||
| Finanzanlagen * | FVOCI | 2,00 | 2,00 | 2,00 |
Passiva zum 31.12.2020 in EUR
| Bewertungs kategorien nach IFRS 9 |
Buchwert 31.12.2020 |
Finanzinstrumente, die zu fort geführten Anschaffungskosten bewertet werden |
Beizulegender Zeitwert |
|
|---|---|---|---|---|
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
AC | 906.331,07 | 906.331,07 | 906.331,07 |
| Leasing-Verbindlichkeiten | n/a | 117.429,00 | -- | -- |
* Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung notwendiger Wertminderungen – dies entspricht dem beizulegenden Zeitwert.
Sonstige Erläuterungen
Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS 24 (Related Party Disclosures) sind juristische oder natürliche Personen, die auf die Binect AG und deren Tochterunternehmen Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Binect AG bzw. deren Tochterunternehmen unterliegen. Als "related parties" im Sinne des IAS 24 kommen vor allem der Vorstand und der Aufsichtsrat der Binect AG sowie die Anteilseigner der Gesellschaft, die einen beherrschenden oder maßgeblichen Einfluss haben, in Betracht.
Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften, Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen hat die Binect AG nicht.
Geschäfte mit Organmitgliedern der Binect AG werden zu Bedingungen durchgeführt, wie sie zwischen fremden Dritten üblich sind.
Vorstand
Dr. Frank Wermeyer, Diplom-Kaufmann, Pulheim
Vorstandsmitglieder sind einzelvertretungsberechtigt und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.
Die Gesamtbezüge des Vorstands, der gleichzeitig bei Binect GmbH als einer von zwei Geschäftsführern agiert, beliefen sich im Berichtsjahr auf insgesamt 326 TEUR (Vorjahr 278 TEUR). Diese umfassen neben dem Grundgehalt die variablen, erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile und Kfz-Zulagen (Firmenfahrzeug). Darlehen wurden nicht gewährt.
Aufsichtsrat
Im Geschäftsjahr 2021 waren die folgenden Personen Mitglieder des Aufsichtsrates der Binect AG:
Ronald Gerns, Rechtsanwalt und Notar, Frankfurt am Main, Vorsitzender des Aufsichtsrates Partner bei GERNS & Partner, Rechtsanwälte und Notare, Frankfurt am Main
Thomas Rickert, Rechtsanwalt, Bonn, Stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrates Partner bei Rickert Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Bonn
Dr. Dirk Rohweder, Diplom-Wirtschaftsinformatiker, Köln, Aufsichtsratsmitglied seit 08.03.2021 COO und Co-Founder der Teavaro Limited, London, und Geschäftsführer der Teavaro GmbH, Köln
Lars Ahns, Diplom-Kaufmann, Köln, ausgeschieden zum 07.03.2021 Geschäftsführender Gesellschafter der rubicon equities GmbH, Köln
Die Vergütung für den Aufsichtsrat beträgt 23 TEUR (Vorjahr 23 TEUR). Darlehen wurden nicht gewährt.
Aufwand für Abschlussprüfer
Für die erbrachten Dienstleistungen für Abschlussprüfung durch die ba audit GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sind Honorare in Höhe von 19 TEUR angefallen. Darauf entfallen auf Abschlussprüfungsdienstleistungen 17 TEUR und auf sonstige Dienstleistungen 2 TEUR.
Eigene Anteile
Im Berichtszeitraum wurden keine eigenen Aktien erworben; die Gesellschaft selbst hält zum 31.12.2021 keine eigenen Anteile.
Weiterstadt, den 06. April 2022
Dr. Frank Wermeyer
Vorstand
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der Binect AG (vormals: MAX21 AG), Köln (vormals: Weiterstadt) – bestehend aus der Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden – geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses geführt hat.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss zu dienen.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die übrigen Teile des Geschäftsberichts, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses sowie unseres Bestätigungsvermerks.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Konzernabschlussprüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
- wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
- anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen – beabsichtigten oder unbeabsichtigten – falschen Darstellungen ist, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Konzernabschluss, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieses Systems abzugeben.
-
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
-
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
- beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
- holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unser Prüfungsurteil.
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Berlin, den 6. April 2022
ba audit gmbh, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Steffen Langner ppa. Arne Lodemann
Brunnenweg 17 64331 Weiterstadt
Telefon: +49 6151 9067 0 E-Mail: [email protected]