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Beta Systems Software AG — Management Reports 2022
Apr 10, 2024
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Management Reports
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Publication

Beta Systems Software Aktiengesellschaft
Berlin
Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022/2023
Zusammengefasster Lagebericht und Konzernlagebericht
VORBEMERKUNG
Die Beta Systems Software AG stellt diesen zusammengefassten Lagebericht und Konzernlagebericht ("zusammengefasster Lagebericht") zum 30. September 2023 gemäß den gesetzlichen Vorschriften auf. Er ist im Kontext mit dem Konzernabschluss und dem Jahresabschluss zu lesen. Der Geschäftsverlauf des Beta Systems Konzerns ("Beta Systems", "Gesellschaft" oder "Konzern") und der Beta Systems Software Aktiengesellschaft ("AG") sind eng miteinander verbunden. Aus diesem Grund wird der Lagebericht der Beta Systems Software AG mit dem des Beta Systems Konzerns zusammengefasst. Die Ausführungen beziehen sich stets auf den Konzern, soweit nicht ausdrücklich auf die AG verwiesen wird.
Die Angaben in den Tabellen erfolgen, soweit nicht auf eine andere Einheit hingewiesen wird, in Tausend Euro (T€). Alle Beträge wurden auf volle T€ kaufmännisch gerundet. Bei der Summierung gerundeter Beträge und bei Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen im Zahlenwerk auftreten.
Der Konzernabschluss zum 30. September 2023 wurde in Übereinstimmung mit den Standards und Interpretationen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt.
Die Segmentberichterstattung gemäß IFRS 8 erfolgt entsprechend der internen Berichts- und Steuerungsstruktur und umfasst die Segmente DACH, Westeuropa, Sonstiges Europa, Nordamerika und Beteiligungen.
Der Konzernabschluss basiert auf einer Reihe von Annahmen, die detailliert im Konzernanhang (Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden) abgebildet sind.
Der Jahresabschluss der Beta Systems Software AG (Muttergesellschaft) wurde nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt.
Zum Bilanzstichtag 30. September 2023 wurde die PROXESS Gruppe (bestehend aus PROXESS Holding GmbH und PROXESS GmbH) aufgrund der laufenden Gespräche über den Verkauf sämtlicher Anteile an der PROXESS Gruppe, der im ersten Geschäftsquartal des laufenden Geschäftsjahres 2023/24 vollzogen wurde (vgl. hierzu den Nachtragsbericht), gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten und als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifiziert. Nicht fortgeführte Aktivitäten werden ausgewiesen, sobald ein Unternehmensbestandteil als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wird und der Unternehmensbestandteil einen gesonderten Geschäftszweig oder geografischen Geschäftsbereich darstellt sowie Teil eines abgestimmten Gesamtplans zur Veräußerung ist. Dies trifft für die PROXESS mit ihrem eigenständigen Anwendungsbereich Dokumenten Management zu. Der vorliegende Lagebericht konzentriert sich für den Konzern auf die fortgeführten Aktivitäten. In der Gewinn- und Verlustrechnung und der Kapitalflussrechnung des Konzerns werden die Effekte aus nicht fortgeführten Aktivitäten jeweils in separaten Positionen ausgewiesen, das Vorjahr wurde entsprechend angepasst. In der Konzernbilanz wurden die nach IFRS 5 klassifizierten Vermögenswerte und die damit verbundenen Schulden der PROXESS Gruppe als zur Veräußerung gehalten eingestuft und in separaten Positionen auf der Aktiv- und Passivseite der Bilanz ausgewiesen. Die Erläuterungen im Lagebericht beziehen sich im Weiteren grundsätzlich auf die fortgeführten Geschäftsaktivitäten (also ohne die PROXESS Gruppe), sofern nicht explizit anderweitig angegeben.
Anders als die Veräußerung der PROXESS Gruppe fällt die im Berichtsjahr vorgenommene Abspaltung der Latonba AG (vgl. hierzu den Abschnitt "Geschäftsverlauf" im Wirtschaftsbericht) nicht in den Anwendungsbereich des IFRS 5. Somit werden im Ergebnis der Geschäftsperiode aus fortgeführten Aktivitäten auch die Erträge und Aufwendungen der Latonba ausgewiesen. Hierzu zählt insbesondere auch der Zinsertrag auf die Einlage in den Cash-Pool mit der Deutsche Balaton AG, der auf die Latonba abgespalten wurde. Infolge der Abspaltung werden Zinserträge in dieser Größenordnung im laufenden Geschäftsjahr und den kommenden Geschäftsjahren nicht erzielt werden können.
GRUNDLAGEN
1. GESCHÄFTSMODELL
Beta Systems entwickelt seit mehr als 40 Jahren hochwertige Softwareprodukte und -lösungen für die sichere und effiziente Verarbeitung großer Datenmengen, die Unternehmen mit komplexen IT-Strukturen bei der Automatisierung, Absicherung und Nachvollziehbarkeit ihrer IT-gestützten Geschäftsprozesse unterstützen. Von diesen profitieren Unternehmen und Organisationen, die aufgrund ihrer Größe und Geschäftstätigkeit große Mengen sensibler Daten und Dokumente in für das Unternehmen kritischen Geschäftsprozessen verarbeiten.
Die Beta Systems Software AG bildet gemeinsam mit ihren Tochter- und weiteren Untergesellschaften den Beta Systems Konzern. Die Beta Systems Software AG ist die Obergesellschaft des Konzerns.
Die Beta Systems Gruppe gehört zu den führenden mittelständischen Softwarelösungsanbietern in ihren Marktsegmenten und ist im Segment Scale der Deutschen Börse notiert. Für den Konzern sind national und international mehr als 20 Konzerngesellschaften tätig.
Das Kerngeschäft ist die Entwicklung von Software und der Vertrieb von Nutzungsrechten (Lizenzen) für Softwarelösungen sowie die Erbringung der damit verbundenen Dienstleistungen. Diese umfassen neben Wartung und Support unter anderem Services wie Installation, Projektmanagement, Beratung und Schulung.
Beta Systems unterstützt ihre Kunden bei der Optimierung, Automatisierung und Digitalisierung von Geschäftsprozessen mit einem umfassenden Produkt-, Lösungs- und Beratungsangebot bei der Erfüllung von gesetzlichen und geschäftlichen Anforderungen.
Das Angebotsportfolio von Beta Systems ist inhaltlich unterteilt in die Geschäftsbereiche "Data Center Intelligence" (DCI, Lösungen zur Automatisierung von Rechenzentren), "Identity Access Management" (IAM, Lösungen für ein zentrales Benutzer- und Zugriffsmanagement) sowie "Digitalisierung" (Services entlang der digitalen Wertschöpfungskette).
Die Geschäftsbereiche werden in Deutschland in eigenständigen operativen Gesellschaften unter dem Dach der Beta Systems Software AG geführt. Für den Geschäftsbereich DCI erfolgt die Abwicklung des operativen Geschäfts für Deutschland durch die Beta Systems DCI Software AG sowie deren Tochter- und Enkelgesellschaften HORIZONT Software GmbH, Infraray GmbH (vormals AUCONET GmbH) und ASDIS Solutions GmbH. Der Anwendungsbereich Dokumenten Management innerhalb des Geschäftsbereichs DCI wurde bis zu ihrer Veräußerung zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres 2023/24 durch die PROXESS GmbH betrieben. Für den Geschäftsbereich IAM erfolgt die Abwicklung des operativen Geschäfts für Deutschland durch die Beta Systems IAM Software AG, für den Geschäftsbereich Digitalisierung durch die Codelab Software GmbH. Die Beta Systems Software AG fungiert als Holding und übernimmt übergeordnete Verwaltungstätigkeiten für die Konzerngesellschaften, strategische markt- und produkt- bezogene Funktionen, die Steuerung der ausländischen Tochtergesellschaften sowie die gesamthafte strategische Weiterentwicklung des Konzerns.
| DCI | IAM | Digitalisierung | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Infraray | Garancy | _codelab | ||||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Output Management/ Dokumenten Archivierung | Log Management | Workload Automation | Mainframe Systems | Network Management & Security ITOM | IAM - Identity & Access Management | Software Service Provider |
An den Standorten Berlin, Neustadt (Weinstraße) und München liegt der Fokus auf dem Geschäftsbereich DCI mit seinen Anwendungsbereichen Workload Automation, Output-Management & Dokumentenarchivierung, Log Management, IT Operations Management und Mainframe Systems. Die Standorte Rietheim-Weilheim, Rengsdorf, Leipzig und Thayngen (Schweiz) betreuten bis zur Veräußerung der PROXESS zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres 2023/24 im Geschäftsbereich DCI den Anwendungsbereich Dokumenten Management.
Der Kölner Standort konzentriert sich auf den Geschäftsbereich IAM. Die IAM-Lösungen von Beta Systems ermöglichen die zentrale, effektive und effiziente Verwaltung aller IT-Benutzer und ihrer Zugriffsrechte auf Anwendungen und Daten und verbessern damit die IT-Sicherheit sowie die Effizienz der Prozesse.
Des Weiteren werden am Hauptsitz Berlin durch die Holding übergeordnete Zentralfunktionen bereitgestellt und unter anderem die Kontrolle und übergeordnete Steuerung der Auslandsgesellschaften übernommen.
International ist Beta Systems in Europa sowie in Nordamerika mit eigenen Tochterunternehmen vertreten und beschäftigt in diesen vor allem Mitarbeiter im Vertrieb und in der technischen Unterstützung ihrer Kunden. In Calgary unterhält Beta Systems das Support-Center für Amerika und eine Abteilung für die Produktentwicklung. Darüber hinaus ist die Konzerntochter Codelab mit zwei Entwicklungsteams in Szczecin und Wroclaw in Polen vertreten. Infolge der Akquisition der InfiniteDATA Sp. z o.o. zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres 2023/24 ist zudem der Standort Warschau in Polen mit Fokus auf den Anwendungsbereich Workload Automation hinzugekommen, an dem auch das Entwicklungsteam für das Produkt AutomateNOW! angesiedelt ist.
Ergänzend existiert ein Partnernetzwerk mit zahlreichen externen Vertriebspartnern, die zusammen mit Beta Systems in über 30 Ländern aktiv sind. Beta Systems treibt den Ausbau ihres Partnernetzwerks in den Bereichen DCI und IAM international weiterhin voran, um die eigenen Lösungen besser in attraktiven Branchen und Regionen vermarkten zu können. Hierbei kommt der Stärkung der internationalen Präsenz, speziell auch in neuen Märkten, große Bedeutung zu.
Kernmarkt der Beta Systems ist die DACH-Region mit den Gesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das weitere internationale Geschäft wird intern nach den Regionen Westeuropa (mit Gesellschaften in Frankreich, Spanien und Belgien), Sonstiges Europa (mit Gesellschaften in Italien, Großbritannien und Schweden) sowie Nordamerika (mit Gesellschaften in den USA und Kanada) gesteuert. Das Segment Beteiligungen mit Gesellschaften in Deutschland und Polen setzt seinen Schwerpunkt ebenfalls auf die DACH-Region sowie einzelne Länder im benachbarten europäischen Ausland. Die Geschäftstätigkeit der Categis GmbH und deren Tochtergesellschaft Categis Private Ltd. (Indien), die ebenfalls dem Segment Beteiligungen zuzuordnen sind, wurde mit Beginn des Berichtsjahres eingestellt. Die Segmentberichterstattung folgt dieser Organisations- und Steuerungsstruktur. Zu weiteren Erläuterungen wird auf das Kapitel "Segmentberichterstattung" im Konzernanhang verwiesen.
2. STEUERUNGSSYSTEM
Die Geschäftsführung des Beta Systems Konzerns obliegt dem Vorstand, der sich aus drei Mitgliedern zusammensetzt. Im vierten Quartal des Berichtsjahres 2022/23 hatte der Vorstand übergangsweise vier Mitglieder, um die Übergabe auf der Position des Vertriebsvorstands möglichst reibungslos zu gestalten. Der Aufsichtsrat besteht aus sechs Mitgliedern, übergangsweise war im Berichtsjahr eine Position für rund vier Monate unbesetzt.
Unterhalb des Vorstands bildet die zweite Managementebene die funktionale Aufteilung der Gesellschaft in die regional zugeschnittenen operativen Segmente einerseits und die wesentlichen Administrationsaufgaben andererseits ab.
Um das strategische Ziel eines nachhaltigen und profitablen Wachstums kontinuierlich und systematisch zu erreichen, verwendet Beta Systems ein internes Steuerungssystem. Die wesentlichen Steuerungsgrößen sind:
UMSATZERLÖSE
Die Umsatzerlöse sind definiert als Erträge, die im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Konzerns anfallen. Beta Systems unterscheidet hierbei nach den Leistungsarten Lizenz, Wartung, Service und Sonstiges.
Die Umsatzerlöse werden auf Konzernebene sowie auf Ebene der Segmente und Geschäftsbereiche berichtet.
EBITDA
(BETRIEBSERGEBNIS VOR ABSCHREIBUNGEN)
Das EBITDA (Earnings before interest, taxes, depreciation and amortization) stellt das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (auf Sachanlagen inklusive Nutzungsrechte aus Leasingsachverhalten und auf immaterielle Vermögenswerte) dar. Erträge und Aufwendungen aus Finanzanlagen werden im EBITDA ebenfalls nicht berücksichtigt. Im Unterschied zum EBIT wird das EBITDA deutlich weniger durch nachlaufende Effekte aus Akquisitionen beeinflusst, da hierin unter anderem die Abschreibungen auf im Zuge von Kaufpreisallokationen aktivierte immaterielle Vermögenswerte nicht berücksichtigt werden.
Das EBITDA wird auf Konzern- und Segmentebene sowie für die Beta Systems Software AG berichtet. Auf Ebene der AG wird das Beteiligungsergebnis nicht in das EBITDA einbezogen.
Das EBITDA wird seit dem Berichtsjahr nur noch unter Berücksichtigung des IFRS 16 dargestellt. Aus Sicht des Vorstands ist das EBITDA die beste Kenngröße zur Beurteilung der operativen Leistungsfähigkeit des Konzerns.
EBITDA-MARGE
Die EBITDA-Marge errechnet sich als Quotient aus dem EBITDA und den Umsatzerlösen.
EBIT (BETRIEBSERGEBNIS)
Das EBIT (Earnings before interest and taxes) stellt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern dar, Erträge und Aufwendungen aus Finanzanlagen werden im EBIT ebenfalls nicht berücksichtigt. Das EBIT wird auf Konzern- und Segmentebene sowie für die Beta Systems Software AG berichtet. Auf Ebene der AG wird das Beteiligungsergebnis nicht in das Betriebsergebnis einbezogen.
EBIT-MARGE
Die EBIT-Marge errechnet sich als Quotient aus dem EBIT und den Umsatzerlösen.
OPERATIVER CASHFLOW
(CASHFLOW AUS BETRIEBLICHER TÄTIGKEIT)
Der operative Cashflow beschreibt die in der Berichtsperiode durch die operative Geschäftstätigkeit erwirtschafteten liquiden Mittel. Der operative Cashflow wird auf Konzernebene berichtet.
EIGENKAPITALQUOTE
Die Eigenkapitalquote errechnet sich als Quotient aus dem Eigenkapital und der Bilanzsumme und dient als Indikator für die finanzielle Stabilität des Unternehmens.
Die Eigenkapitalquote wird auf Konzernebene und für die Beta Systems Software AG berichtet.
Der Ermittlung der Kennzahlen liegen im Konzern die Abschlüsse auf Basis der IFRS zugrunde, für die AG erfolgt die Ermittlung auf Basis der HGB-Werte.
Die monatliche Berichterstattung an den Vorstand sowie die zweite Führungsebene als Entscheidungsträger der Gesellschaft orientiert sich an den Segmenten DACH, Westeuropa, Sonstiges Europa, Nordamerika und Beteiligungen sowie den administrativen Aufgaben (Finanzen, IT, Recht, Personal). Sie umfasst neben den wesentlichen finanziellen Kennzahlen auch Abweichungsanalysen zu Budget und Vorjahr. Hierbei stehen die Steuerungsgrößen Umsatzerlöse, EBITDA und EBIT im Vordergrund. Ausgehend von den Vertriebsvorgaben aus dem Budget erfolgt eine enge Überwachung der Umsatzentwicklung in Abstimmung zwischen Vertrieb, Vertragsmanagement und dem Finanzbereich. Für die vertrieblichen Kennzahlen Umsatzerlöse und Auftragseingang erfolgt darüber hinaus eine Differenzierung zwischen den Geschäftsbereichen DCI, IAM und Digitalisierung, weiterhin werden die Umsatzerlöse entsprechend der Leistungsarten Lizenz, Wartung, Service und Sonstiges unterteilt.
Die Steuerung der Cashflows erfolgt im Wesentlichen über die Steuerung der Zahlungsmodalitäten in Kundenverträgen und das Forderungsmanagement. Beides erfolgt im Beta Systems Konzern weitgehend zentral in Berlin, ebenso wie das komplette Cash-Management des Konzerns und die Festlegung und Optimierung der Anlage- und Finanzierungsstrategien.
Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren werden bislang als nicht vorrangig betrachtet und von der regelmäßigen Berichterstattung nicht erfasst. Abstimmung und Steuerung erfolgen hier zwischen Vorstand und verantwortlichen Führungskräften in direkter Absprache.
Obgleich nachhaltiges Denken und Handeln - in seinen unterschiedlichen Ausprägungen wie beispielsweise Umwelt- und Klimaschutz, Gleichberechtigung, Diversität und Gesundheitsschutz - bereits seit Jahren im Denken und Handeln von Beta Systems verankert sind, wird der Aspekt der Nachhaltigkeit in der weiteren Ausrichtung des Konzerns zukünftig eine noch zentralere Rolle einnehmen. Im Berichtsjahr wurde diesbezüglich ein Projekt zur Zertifizierung der Klimaneutralität gemäß PAS 2060 begonnen. Mit der erfolgreichen Erstzertifizierung konnte ein wichtiger Meilenstein zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres 2023/24 erreicht werden. Die weitere Ausarbeitung und Verfolgung der Nachhaltigkeitsstrategie der Beta Systems und die schrittweise Umsetzung der Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung gemäß der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) und der IFRS wird sich kurz- bis mittelfristig auf die Inhalte der internen und externen Berichterstattung auswirken und diese erweitern.
Weitere wichtige Informationen zur Entscheidungsfindung liefert das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem, zu weiteren Erläuterungen wird auf das Kapitel "Internes Kontrollsystem und Risikomanagement" dieses Berichts verwiesen.
3. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Beta Systems werden überwiegend von eigenen Mitarbeitern an den deutschen Standorten durchgeführt. Zum 30. September 2023 waren - bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten - konzernweit 171 Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung tätig (30. September 2022: 173 Mitarbeiter). Inklusive der PROXESS GmbH waren zum 30. September 2023 192 Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung tätig (30. September 2022: 193 Mitarbeiter). Durch den Einsatz von Mitarbeitern der Codelab ist die Zahl der Entwickler bei Bedarf kurzfristig skalierbar. Daneben wurde die Zusammenarbeit mit einem langjährigen externen Dienstleister aufgrund der guten Erfahrungen der Vorjahre fortgeführt. Zur Beschleunigung der Entwicklungsarbeiten im Frontend-Design sowie in den Bereichen Cloud und Künstliche Intelligenz wurden zudem weitere Dienstleister mit Sitz in Deutschland projektbezogen in die Entwicklungsprozesse eingebunden. Im Verlauf des Berichtsjahres wurde der Aufbau interner Ressourcen für die vorgenannten Themen vorangetrieben. Die Einbindung zusätzlicher flexibler Entwicklungskapazitäten ermöglicht es Beta Systems, schneller und flexibler auf Kunden- und Marktanforderungen zu reagieren. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beinhalten insbesondere die Weiterentwicklung der angebotenen Softwareprodukte sowie weiterführende Innovationen und betrugen im Geschäftsjahr 2022/23 im Konzern - bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten - T€ 16.429 (2021/22: T€ 13.452). Inklusive der PROXESS GmbH lagen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung bei T€ 17.905 (2021/22: T€ 14.713). Bei der AG betrugen die Aufwendungen im Geschäftsjahr 2022/23 T€ 1.036 (2021/22: T€ 802). Die Tätigkeiten der AG beziehen sich hierbei auf strategische Fragestellungen zur Weiterentwicklung des Beta Systems Produktportfolios sowie die Erarbeitung zentraler Vorgaben und die übergreifende Koordination der Bereiche agile Entwicklung, Cloud-Lösungen, Architektur, Design und Künstliche Intelligenz. Die operativen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind hauptsächlich in den Konzerngesellschaften Beta Systems DCI Software AG, Beta Systems IAM Software AG, HORIZONT Software GmbH und Infraray GmbH (vormals AUCONET GmbH) angesiedelt. Diese werden projektbezogen durch die Codelab Sp. z o.o., die HORIZONT IT Services CZ s.r.o. und die Beta Systems Software of Canada, Inc. unterstützt. In der PROXESS GmbH, die zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres 2023/24 veräußert wurde, waren im Berichtsjahr zudem die Forschungsund Entwicklungsarbeiten für den Anwendungsbereich Dokumenten Management angesiedelt. In der zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres 2023/24 übernommenen InfiniteDATA Sp. z o.o. wird zukünftig der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für den Anwendungsbereich Workload Automation angesiedelt sein.
TRANSFORMATION DER PRODUKTENTWICKLUNG
Im Berichtsjahr wurden viele der im Vorjahr 2021/22 gestarteten strategischen Maßnahmen fortgeführt, operationalisiert und ergänzt. Neben den strategischen Competence Centern lagen weitere Schwerpunkte auf übergreifender Kommunikation und neuen Formaten der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit, zum Beispiel zur Verbesserung interner Prozesse. Die Aufgaben der Competence Center wurden sukzessive ausgebaut und operationalisiert. Außerdem wurde Anfang 2023 ein weiteres Competence Center für Künstliche Intelligenz (KI) gegründet.
1. Gründung des Competence Center für Künstliche Intelligenz (KI)
Ziel des Competence Centers ist die Identifizierung von Pilotprojekten für Produkterweiterungen, zur Verbesserung des Kundenservice sowie für interne Anwendungsfälle, zum Beispiel Anomalie-Identifizierung oder Inhalts-Validierungen in Dokumentation und Dateiablage zur Erfüllung von ISOAnforderungen. Dabei werden vielfältige KI-Technologien genutzt. Eine Lösung zur Dokumentenklassifizierung wurde beispielsweise auf der gleichen Technologie-Grundlage wie OpenAI entwickelt. Über die Evaluierung von Projekten hinaus ist die Wissensvermittlung über KI-Lösungen und deren Entwicklung ein primäres Ziel des Competence Centers.
2. Operationalisierung des Cloud Competence Centers und Amazon Web Services (AWS) Partnerstatus
Die Cloud Kompetenz wurde im Berichtsjahr weiter ausgebaut. Mehr als 60 Mitarbeiter haben an AWS-Schulungen teilgenommen, darüber hinaus wurden 15 Schulungen Inhouse angeboten. Dabei lag der Fokus auf der Operationalisierung und dem Wissensaufbau rund um die Cloud in der Belegschaft. Parallel wurden Cloud Umgebungen für interne Produkte und Systeme für Kunden aufgebaut, die Garancy Suite steht bereits als Software-as-a-Service (SaaS) Lösung zur Verfügung. Mit dem im laufenden Geschäftsjahr erwarteten AWS Partnerstatus stehen uns neben neuen Vertriebswegen (AWS Marketplace) auch viele Supportleistungen und Trainingsangebote durch AWS direkt zur Verfügung.
3. Bereichsübergreifende Zusammenarbeit und Transparenz durch das Agile Competence Center
Im Agile Competence Center wurden neben der Einführung team-übergreifender Prozesse auch die Entwicklungsteams in ihrer Transformation zu agilen Entwicklungsabläufen geschult und gecoacht. Unter anderem haben alle Product Owner in einer mehrtägigen Inhouse Schulung noch einmal das gemeinsame Rollen- und Prozessverständnis vertieft und an konkreten Situationen verprobt. Die Angleichung der Arbeitsweisen bildet die Grundlage für die Zusammenarbeit der verschiedenen Produktteams. Transparenz wurde darüber hinaus durch standardisierte Erfassungs- und Auswertungsmöglichkeiten von Projektaufwänden geschaffen. Hierdurch konnte die teamübergreifende Kapazitätsplanung für die Release-Planung vereinfacht und beschleunigt werden.
4. Inbetriebnahme des Beta Design Systems
Im letzten Quartal des Geschäftsjahres ging das Beta Design System in den produktiven Betrieb. Seitdem können Produktteams aus DCI und IAM zentral verwaltete standardisierte Komponenten in ihre Produkte einbinden. Komponenten für Marketing stehen ebenso bereits zur Verfügung. Somit sind wir dem Ziel, eine unternehmensweit einheitliche visuelle Gestaltung für alle digitalen Medien und Produkte der Beta Systems zu schaffen, ein großes Stück näher gerückt. Als Rahmenwerk und Werkzeugkasten für die graphische Gestaltung - von Marketing-Unterlagen bis hin zu den Bedienoberflächen der Software-Produkte - ist das Beta Design System essentiell für eine einheitlich optimierte Benutzerführung und Ergonomie der Oberflächen (User Experience) bei einer gleichzeitig höheren Entwicklungseffizienz. Der Aufbau des Beta Design Systems führt außerdem zu einer klar erkennbaren, gemeinsamen Identität aller Außenauftritte der Beta Systems.
5. Product Owner Strukturen
Das Produktmanagement wurde im Zuge der Einführung agiler Entwicklungsmethoden auch organisatorisch enger in den Forschungs- und Entwicklungsbereich eingebunden. Mit der Einführung von Product Ownern wird die Eigenständigkeit und Verantwortungsübernahme in den einzelnen Entwicklungsteams gestärkt. Die Product Owner und die Entwicklungsteams erhalten dabei mehr Entscheidungsgewalt in der Priorisierung von Entwicklungsarbeiten und damit auch eine größere Verantwortlichkeit in der Ausrichtung ihrer Produkte und können somit schneller auf Anforderungen reagieren.
WEITERE MAßNAHMEN ZUR BESCHLEUNIGUNG DER PRODUKTENTWICKLUNG
1. Änderung der Aufbauorganisation Produktmanagement/ Entwicklung/ Support/ Prof. Services
Zum 1. Juli 2023 wurden Änderungen an der Aufbauorganisation in den Bereichen Produktmanagement, Produktentwicklung, Support und Professional Services mit folgenden Zielen vorgenommen:
| ― | Fokussierung auf die Stärken der unterschiedlichen Geschäftsmodelle IAM und DCI, indem bereichsübergreifende Verantwortlichkeiten aufgelöst wurden und dedizierte Teams jeweils die Gesamtverantwortung in den beiden Geschäftsbereichen übernehmen |
| ― | Sicherstellung unseres Bestandskundengeschäfts rund um den Mainframe mittels Bündelung aller Mainframe Kapazitäten (Professional Services, Entwicklung, QA, Support) unter einer Leitung |
| ― | Beschleunigung des Auf- und Ausbaus von Cloud Produkten mittels Shared Platforms / Shared Services durch die organisatorische Zusammenlegung alle DCI Non-Mainframe Entwicklungsaktivitäten sowie der Shared Plattforms wie dem Beta Design System unter einer Leitung. |
Die Trennung der Verantwortlichkeiten für die Bereiche DCI und IAM stellt außerdem eine weitere Maßnahme zur Verschlankung der Holding als konsequente Fortführung der Ausgliederung von 2015 dar.
2. Inbetriebnahme z16 Mainframe mit z/OS 3.1 Releasewechsel
Anfang August 2023 ging planmäßig der neue z16 Mainframe in Produktion. Nach anfänglichem Parallelbetrieb für Setup, Konfiguration und Datenübernahme (der Vorgänger z14 wurde am 5. Dezember 2023 als Geschenk an die Universität Leipzig übergeben) findet seitdem die Produktentwicklung und der Support mit spürbar mehr Leistung statt. Gleichzeitig wurden alle Produkte auf Kompatibilität zum neuen z/OS 3.1 Release (Beta hat seit Februar 2023 erstmalig am EAP (Early Adapter Program) der IBM teilgenommen) getestet und zum Releasedatum 30. September 2023 ausgeliefert.
3. Vereinheitlichung der Softwareentwicklung mittels GitLab
Zur weiteren Erhöhung der Qualität und Sicherheit im Softwareentwicklungsprozess wurde im April 2023 begonnen, konzernweit GitLab zur einheitlichen Verwaltung der Quelltexte aller Software und zur Automatisierung der Softwareerstellung auszurollen. Aktuell findet die Konsolidierung und Migration der bestehenden separat betriebenen Git-Server mit mehr als 1.000 Repositories statt, was mittelfristig zu einer Senkung des Wartungsaufwands und der Betriebskosten führt. Zusätzlich wurde an vielen Stellen auf eine Vereinheitlichung des sicheren Software-Entwicklungsprozesses hingearbeitet. So wurden verschiedene IT-Systeme der Entwicklung und verwendete Tools für Continuous Integration / Continuous Delivery (CI/CD) für die Bereiche DCI und IAM plattformübergreifend standardisiert. Auf diese Weise werden zukünftig weitgehend identische Systeme und Werkzeuge für die Software-Entwicklung auf dem Mainframe und in der Cloud eingesetzt.
4. Produktauslieferungen in Containern für Cloud Nutzung
Bezüglich zukünftiger Auslieferungsformate und Betreibermodelle der Beta Systems Produkte sind im Berichtsjahr die Entwicklungsarbeiten für die Nutzung von Container-Konzepten, speziell im Umfeld des führenden Orchestrierungsstandards Kubernetes und die entsprechende Mainframe-Erweiterung zCX, weiter vorangetrieben worden. Diese Aktivitäten werden im laufenden Geschäftsjahr fortgeführt mit dem Ziel Produkte 'cloud-neutral' an Kunden sowohl im Bereich IAM als auch in DCI ausliefern zu können.
In der Produktentwicklung wird grundsätzlich nur noch zwischen Produkten für den Mainframe und Cloud-Produkten unterschieden. Alle Produkte, die außerhalb des Mainframe betrieben werden, ob in lokalen Rechenzentren (on premise), in Private oder Public Clouds, unter Microsoft oder Linux/Unix werden zukünftig als Cloud-Produkte geführt.
ENTWICKLUNGEN IM GESCHÄFTSBEREICH DCI
Die Entwicklungsaktivitäten des Geschäftsbereichs DCI konzentrierten sich auf die kontinuierliche und konsequente Weiterentwicklung des Produktportfolios, wobei die Entwicklung einer neuen Generation der Mainframe-basierten Kernprodukte des Portfolios im Vordergrund stand. Die Markteinführung dieser neuen Produktgeneration ist für das letzte Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2023/24 geplant. Im Rahmen dieser Entwicklung wurden die Prozesse weiter in Richtung agiler Entwicklungsmethoden auf Basis von SCRUM verändert und weite Teile der Entwicklungsumgebung für die Entwicklungsteams vereinheitlicht und modernisiert.
Parallel zu den laufenden Neuentwicklungen der kommenden Produktgeneration wurden für die bestehende Symphony Produktgeneration 18 neue Releases zur Pflege und Weiterentwicklung verschiedener Produkte und Module bereitgestellt. Hierzu gehören unter anderem neue Releases für die Produktlinien _beta doc|z, _beta log|z und _beta access, die im z/OS-Rechenzentrumsumfeld eine große Verbreitung besitzen.
Damit einher ging die Einführung einer einheitlichen Methode (wie im IAM für die Garancy Suite schon praktiziert) für den Produktlebenszyklus über alle Produkte mit standardisierten Releases, End-of-Life Ankündigungen (z.B. Beta 77) und Migrationsvorgaben bei Systemwechseln.
Außerdem lag der Fokus auf einer weiteren Diversifizierung des Produktportfolios, um einerseits funktionale Lücken zu schließen, andererseits kundenindividuelle Anforderungen umzusetzen. So wurden die nächsten Workload Automation (WLA) Systeme der Hersteller Control-M und Stonebranch an unser LogManagement System _beta log|x angebunden. Für das Geschäftsjahr 2023/24 beabsichtigt Beta Systems diese Fähigkeiten von _beta log|x durch die Unterstützung weiterer WLA-Anbieter noch stärker auszubauen.
Ferner wurde im Berichtsjahr mit dem _beta batch operator ein komplett neues Modul an den Markt gebracht, mit dem Prozesse in Kubernetes-orchestrierten Container-Umgebungen automatisiert werden können. Der _beta batch operator ermöglicht Workload Automation Systemen, ihre Prozessketten auch in Cloud-Umgebungen abarbeiten zu können.
Ein Schwerpunkt bei der Infraray GmbH (vormals AUCONET GmbH) lag auf der Vervollständigung der webbasierten Benutzeroberfläche. Inzwischen sind alle Module mit einer modernen browserbasierten Oberfläche verfügbar. Um moderne Verschlüsselungsverfahren in der Kommunikation mit den Netzwerkgeräten zu unterstützen, wurden zentrale Protokollkomponenten ausgetauscht und überarbeitet. Eine verbesserte Analyse der Routing-Informationen erlaubt die exakte Erkennung von Netzwerkgrenzen zur Lokalisierung von Endpunkt-Geräten. Eine Überwachung des Netzwerkverkehrs mittels Verweigerungs-/Zulassungslisten sowie die Auswertung zentral verfügbarer Zusammenstellungen aller Server unterstützt eine frühzeitige Erkennung von potentiellen Infektionen durch Ransomware.
In den Dokumenten Management-Lösungen PROXESS und HABEL DMS wurden viele strategische Vorarbeiten geleistet sowie zukunftsorientierte Funktionen auf den Weg gebracht. So wurde für HABEL das Release R23 freigegeben und durch den TÜV mit dem Siegel "geprüfte Archivierung" zertifiziert. Für PROXESS wurde mit der Realisierung der Funktion "ToDo" ein vorlagenbasierter Workflow in der Umsetzung gestartet. Darüber hinaus wurde an der KI-gestützten Dokumentklassifizierung zur gemeinsamen Verwendung in PROXESS und HABEL geforscht.
ENTWICKLUNGEN IM GESCHÄFTSBEREICH IAM
Im Bereich Identity & Access Management standen im Geschäftsjahr 2022/23 die Themen Security und Performance im Mittelpunkt. Im Januar 2023 wurden mit der Garancy Suite 3.5 diverse Verbesserungen auf Basis der BSI-Vorgaben und Empfehlungen realisiert. Hierbei ist besonders das neue Security-Konzept zu erwähnen, welches ein mehrstufiges Verschlüsselungsverfahren mit zentralen und lokalen kryptografischen Services realisiert und alle in der Suite enthaltenen Berechtigungsnachweise verschlüsselt. Dieses neue Verfahren wird neben Windows auch auf der z/OS-Plattform unterstützt, was weiterhin ein klares Differenzierungsmerkmal zum Wettbewerb ist. Des Weiteren wurden für die Zielsysteme das System der initialen Passwörter überarbeitet und alle unterjährig identifizierten Sicherheitsschwachstellen korrigiert. Im Bereich Performance wurden automatische Lasttests entwickelt und die Web-Applikationen sukzessive verbessert, um auch Systeme mit mehr als 100.000 Benutzern performant bedienen zu können.
Ein weiteres zentrales Thema war die stärkere Nutzung von Cloud-Diensten. Hierzu wurden unsere Zielsystemanbindungen stark erweitert. Beispielsweise werden bei dem weit verbreiteten Microsoft Azure-Konnektor nun gruppenbasierte Lizensierung, Entry-ID-Rollen (ehemals Azure-AD-Rollen) und die Einladungsfunktion unterstützt. Unsere individuell anpassbaren Konnektoren uConnect und auch FlexConnect unterstützen nun Unicode und unsere Captchas, zur Vermeidung automatisierter Zugriffe, wurden sicherheitstechnisch komplett überarbeitet. Das HelpdeskModul ist nun webfähig. Des Weiteren kann unsere Suite über Skripte einfach in einer AWS Cloud Instanz installiert und als SaaS-Lösung angeboten werden.
Auch für den Betrieb der Produkte gab es diverse Verbesserungen. Unsere Agenten erhielten eine AutoUpdate-Funktion, um die Betriebskosten zu senken und Audit Logs können nun direkt vom Web-Portal beauskunftet werden. Die Einhaltung des 4-Augen-Prinzips wird seit Garancy 3.5 automatisch überprüft.
Im Berichtsjahr wurden zusätzlich verschiedene Grundlagenarbeiten durchgeführt, um im laufenden Geschäftsjahr 2023/24 unsere Webapplikationen technisch auf einen aktuellen Stand zu heben. Es wurde eine neue Architektur eingeführt, um unsere Software mit einem Microservice-Ansatz und mit neuen Komponenten aus dem schon vorher beschriebenen Beta Design System anreichern zu können.
Des Weiteren wurde im Berichtsjahr die Entwicklung vieler neuer Module abgeschlossen, die im Folgerelease Garancy Suite 23.2 zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres 2023/24 ausgeliefert wurden. Hier sind besonders das automatisierte Projekt-Management, die Account-Konsolidierung und der Account-Transfer, die Umstellung der Windows-Agenten auf Unicode, die web-basierte Verwaltung von SOD-Klassen, Gruppen und Zielsystemen zu erwähnen. Auch wurden neue und erweiterte Konnektoren zu SAP 4/HANA, Exchange mit Remote Usern und Microsoft SQL-Server entwickelt.
WIRTSCHAFTSBERICHT
1. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGEN
ALLGEMEINE KONJUNKTURELLE RAHMENBEDINGUNGEN
Die gesamtwirtschaftliche Lage 2023 und die Prognosen für 2024 zeigen, dass im Vergleich zur Situation vor einem Jahr eine leichte Normalisierung eingesetzt hat. Diese ist auch zu erkennen an den seit einigen Monaten wieder sinkenden Energiepreisen und der zurückgehenden Inflation. Dennoch bleibt die Situation angespannt und stellt sich in den für Beta Systems relevanten Märkten wie folgt dar (2023 Forecast; 2024 Prognose):
| Entwicklung Bruttoinlandsprodukt (BIP) in % |
2023 | 2024 |
|---|---|---|
| Eurozone | 0,4 | 0,1 |
| Deutschland | -0,4 | -0,3 |
| Frankreich | 0,8 | 0,2 |
| Italien | 0,7 | 0,0 |
| Spanien | 2,3 | 1,3 |
| Vereinigtes Königreich (UK) | 0,5 | 0,2 |
| USA | 2,4 | 1,0 |
(Quelle: Commerzbank Research, https://www.commerzbank.com/group/research/fore-cast/group20240112_forecast_d.pdf, 12. Januar 2024)
Die wirtschaftliche Entwicklung der Volkswirtschaften in der Eurozone verlief im Kalenderjahr 2023 etwas besser als in der letztjährigen Prognose vorhergesagt. Besonders herausfordernd stellt sich die Situation dabei in Deutschland mit einem erwarteten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts dar, während Frankreich, Italien, Spanien und auch das Vereinigte Königreich oberhalb der letztjährigen Prognose liegen und ein (leichtes) Wachstum erreichen konnten. In allen vorgenannten Volkswirtschaften blieb die Entwicklung signifikant hinter der des vorangehenden Kalenderjahres 2022 zurück. Die USA hingegen übertrafen die letztjährige Prognose deutlich und auch das Wachstum des vorangehenden Kalenderjahres 2022 leicht.
Für das begonnene Kalenderjahr 2024 wird für den Euroraum und das Vereinigte Königreich erneut nur ein sehr schwaches Wachstum erwartet, obwohl der Scheitelpunkt der Inflation überschritten scheint und auch weitere Zinserhöhungen derzeit nicht erforderlich scheinen. Nur wenig positiver wird die Situation in den USA gesehen, wo ebenfalls von einem rückläufigen Wachstum ausgegangen wird.
BRANCHENSPEZIFISCHE RAHMENBEDINGUNGEN
Beta Systems ist in Nischenmärkten mit erheblicher Wettbewerbsintensität tätig. Der Wettbewerb wird von großen weltweit operierenden Softwareunternehmen sowie von einer Vielzahl kleiner Spezialanbieter geprägt. Beta Systems zählt dabei in bestimmten Ländern und Branchen zu den wichtigen Anbietern.
2. GESCHÄFTSVERLAUF
Im Geschäftsjahr 2022/23 konnte für die Konzernumsatzerlöse der Beta Systems aus fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten der Schwellenwert von € 80 Millionen erneut übertroffen werden und lag mit € 87,0 Millionen leicht über dem Wert des Vorjahres (2021/22: € 86,3 Millionen). Bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten erreichten die Konzernumsatzerlöse einen Wert von € 76,3 Millionen gegenüber € 75,9 Millionen im Vorjahr. Dabei glich der Mehrumsatz in den Geschäftsbereichen IAM und Digitalisierung den zyklusbedingt erwarteten Umsatzrückgang im Geschäftsbereich DCI aus. Aufgrund der veränderten Zusammensetzung der Umsatzerlöse (geringerer Anteil an Lizenzerlösen, höherer Anteil an Serviceerlösen) sowie zusätzlichen Aufwendungen für die Produktentwicklung ging das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) aus fortgeführten Aktivitäten mit € 11,6 Millionen bei einer EBITDA-Marge von 15% im Vergleich zum Vorjahr (2021/22: € 21,6 Millionen EBITDA, 28% EBITDA-Marge) erwartungsgemäß zurück.
Im Geschäftsbereich DCI stand im Berichtsjahr ein im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedrigeres Volumen an Bestandskundenverträgen zur Verlängerung an. Aufgrund dieses Zykluseffekts gingen die Lizenzerlöse hier deutlich zurück. Im Geschäftsbereich IAM sorgte das erfolgreiche Bestandskundengeschäft hingegen für leicht steigende Lizenzerlöse. In beiden Geschäftsbereichen legten die Konzern-Umsatzerlöse in den Leistungsarten Wartung und Service - wie schon im Vorjahr - erneut zu. Der Anstieg der Wartungserlöse belegt dabei weiterhin die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre und bildet eine solide Basis für künftige Herausforderungen. Der Zuwachs der Erlöse im Servicebereich wird vervollständigt durch die positive Geschäftsentwicklung der Codelab, die ihre Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Digitalisierung ebenfalls steigern konnte.
Die Betriebsaufwendungen (Materialaufwand, Personalaufwand, Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge) im Konzern stiegen - bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten - im Berichtsjahr um rund 18% von € 58,6 Millionen auf € 68,8 Millionen. Ursächlich hierfür sind insbesondere die Personalaufwendungen und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge, die zu fast gleichen Teilen gestiegen sind.
Mit € 4,6 Millionen wurde - bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten - ein deutlich geringerer operativer Cashflow erzielt als im Vorjahr (€ 13,3 Millionen). Ursächlich sind neben den gestiegenen Aufwendungen insbesondere hohe Steuerzahlungen und ein vergleichsweise hoher Forderungsbestand. Losgelöst von der Entwicklung des Cashflows hat sich die Liquiditätsposition des Konzerns infolge der Abspaltung der Latonba AG grundlegend verändert. In den Vorjahren hatte die Liquiditätsausstattung der Gesellschaft die betriebsnotwendige Liquidität deutlich überstiegen. Zum Bilanzstichtag 30. September 2023 wurde die betriebsnotwendige Liquidität übergangsweise durch den Abschluss eines Kreditrahmens, der in Teilen in Anspruch genommen wurde, sichergestellt.
VERÄNDERUNGEN IM VORSTAND
Herr Dr. Andreas Huth ist zum 30. September 2023 auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand der Beta Systems Software AG ausgeschieden. Als Nachfolger von Herrn Dr. Huth hat der Aufsichtsrat der Gesellschaft mit Wirkung zum 1. Juli 2023 Herrn Rigas Paschaloudis zum Vorstand der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2026 bestellt.
Die weiteren Vorstände, Herr Gerald Schmedding und Herr Mirko Minnich, führen ihre Verträge unverändert fort. Der Vorstand der Beta Systems Software AG bestand somit übergangsweise vom 1. Juli 2023 bis 30. September 2023 aus vier Personen und besteht seit dem 1. Oktober 2023 wieder aus drei Personen. Herr Rigas Paschaloudis verantwortet weltweit die Bereiche Vertrieb und Marketing sowie Professional Services für den Geschäftsbereich IAM. Herr Schmedding ist für die Bereiche Finanzen, Personal, Interne Services und Recht verantwortlich. Herr Minnich verantwortet die Bereiche Forschung und Entwicklung, Support, Produktmanagement und -strategie, Professional Services für den Geschäftsbereich DCI und interne IT Services.
VERÄNDERUNGEN IM AUFSICHTSRAT
Der bisherige stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, Herr Prof. Dr. Wenzel-Schinzer, hat im März 2023 den Vorstand darüber informiert, dass er sein Aufsichtsratsmandat mit Wirkung zum 30. April 2023 niederlege. Zum neuen Mitglied des Aufsichtsrats wurde durch die außerordentliche Hauptversammlung der Beta Systems am 2. August 2023 Herr Dr. Wolfgang Schlaak gewählt. Herr Dr. Schlaak war von November 2014 bis Juli 2015 Vorstand der Beta Systems Software AG. Neuer stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender ist seit dem 1. Mai 2023 Herr Armin Steiner.
ABSPALTUNG DER LATONBA AG
Die ordentliche Hauptversammlung der Beta Systems Software AG hat am 29. März 2023 der Abspaltung sämtlicher von der Beta Systems Software AG gehaltenen 4.600.000 Stückaktien an der Latonba AG sowie von sämtlichen Rechten und Pflichten aus dem zwischen der Beta Systems Software AG und der Deutsche Balaton AG am 24./28. April 2015 geschlossenen Cash-Pool-Vertrag einschließlich der nach Maßgabe des Cash-Pool-Vertrags unterhaltenen Sicherheiten sowie der seit dem Abspaltungsstichtag (1. Oktober 2022, 0:00 Uhr) bis zum Vollzugstag (28. September 2023) auf die Cash-Pool-Einlage aufgelaufenen Zinsen zugestimmt. Dabei fand der Gegenantrag einer Aktionärin die erforderliche Mehrheit, wonach die Beta Systems Software AG vor Wirksamwerden der Abspaltung einen Betrag in Höhe von € 12,5 Millionen als sogenannte verdeckte Einlage, d.h. ohne Erhöhung des gezeichneten Kapitals und ohne Gegenleistung in die Kapitalrücklage der Latonba AG nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB einzubringen hatte.
Gegen den Beschluss der Hauptversammlung hat ein Aktionär Anfechtungs- und Nichtigkeitsklage erhoben. Am 25. September 2023 hat das Kammergericht Berlin einem Freigabeantrag der Gesellschaft stattgegeben und festgestellt, dass die Erhebung der Klage einer Eintragung der Abspaltung nicht entgegensteht, und dies auch auf die offensichtliche Unbegründetheit der Klage gestützt.
Die Abspaltung wurde am 28. September 2023 in das Handelsregister der Gesellschaft eingetragen und ist damit wirksam. Die Latonba AG ist somit zum Bilanzstichtag 30. September 2023 nicht mehr Bestandteil des Beta Systems Konzerns.
Unabhängig von der Eintragung der Abspaltung ist die Anfechtungs- und Nichtigkeitsklage weiterhin vor dem Landgericht Berlin rechtshängig.
Die Abspaltung erfolgte im Verhältnis zwischen Beta Systems Software AG und Latonba AG rückwirkend zum Abspaltungsstichtag 1. Oktober 2022, 0:00 Uhr. Als Gegenleistung erhielten die Aktionäre der Beta Systems für je eine auf den Inhaber lautende Stückaktie der Beta Systems eine auf den Inhaber lautende Stückaktie der Latonba (verhältniswahrende Spaltung).
Das aus dem Beta Systems Konzern abgegangene Nettovermögen umfasst nach IFRS ein Volumen von insgesamt € 63,1 Millionen, das sich im Wesentlichen aus der Einlage in den Cash-Pool mit der Deutsche Balaton AG (€ 45,0 Millionen) sowie liquiden Mitteln und Wertpapieren (€ 18,1 Millionen einschließlich der verdeckten Einlage von € 12,5 Millionen) zusammensetzt. Im Laufe des Berichtsjahres hatte die Latonba AG im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Investitionen in Wertpapiere vorgenommen und mit diesen ein leicht positives Ergebnis erzielt. Von dem Konzernergebnis des Berichtsjahres in Höhe von € 7,1 Millionen (aus fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten) wurde insgesamt ein Anteil von € 1,1 Millionen mit dem abgespaltenen Vermögen erzielt, wovon der wesentliche Bestandteil der Zinsertrag auf die Einlage in den Cash-Pool bei der Deutsche Balaton AG (€ 1,6 Millionen) abzüglich der darauf entfallenden Steuern ist.
Zur Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität hat Beta Systems in Vorbereitung der Abspaltung im Juni 2023 einen Vertrag mit der Bethmann Bank über die Einräumung eines unbefristeten Kreditrahmens über € 7,0 Millionen abgeschlossen, der zum Bilanzstichtag in Teilen in Anspruch genommen wurde.
3. ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGE DES BETA SYSTEMS KONZERNS
3.1. ERTRAGSLAGE
| Umsatz- und Ergebnisentwicklung Beta Systems Konzern | 2022/23 | 2021/22 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 76.283 | 75.862 |
| Materialaufwand / Aufwand für bezogene Leistungen | -5.031 | -3.522 |
| Personalaufwand | -46.075 | -41.468 |
| Sonst. betriebl. Aufwendungen & Erträge | -13.561 | -9.310 |
| Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) aus fortgeführten Aktivitäten | 11.617 | 21.562 |
| Abschreibungen | -1.820 | -1.863 |
| Abschreibungen IFRS 16 | -2.352 | -2.393 |
| Betriebsergebnis (EBIT) aus fortgeführten Aktivitäten | 7.446 | 17.306 |
| Finanzergebnis | 2.075 | 298 |
| Ertragssteuern | -2.762 | -5.225 |
| Ergebnis der Geschäftsperiode aus fortgeführten Aktivitäten | 6.759 | 12.379 |
| Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 348 | 705 |
| Ergebnis der Geschäftsperiode | 7.107 | 13.083 |
Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf die Erläuterungen der Konzerngewinn- und -verlustrechnung des Beta Systems Konzerns. Die Werte werden dabei - entsprechend der internen Berichterstattung - nur noch inklusive der Effekte des seit 2019/20 anzuwendenden IFRS 16 ausgewiesen. Gemäß IFRS 16 werden bestimmte Mietaufwendungen nicht als Teile der sonstigen betriebliche Aufwendungen ausgewiesen, sondern werden als Abschreibungen auf aktivierte Nutzungsrechte und Teil des Finanzergebnisses in der Gewinn- und Verlustrechnung reflektiert. Für die Abschreibungen wird der besseren Nachvollziehbarkeit halber nach Abschreibungen ohne IFRS 16 und Abschreibungen auf die gemäß IFRS 16 in der Bilanz aktivierten Nutzungsrechte aus Miet- und Leasingverhältnissen unterschieden.
Die Ausführungen konzentrieren sich dabei auf die fortgeführten Aktivitäten des Beta Systems Konzerns, sofern nicht anders angegeben.
UMSATZENTWICKLUNG
Der Gesamtumsatz aus fortgeführten Aktivitäten übertraf mit € 76,3 Millionen den hohen Vorjahreswert (€ 75,9 Millionen) nochmals leicht. Ursächlich hierfür war der Anstieg der Umsatzerlöse in den Leistungsarten Service und Wartung, die den zyklusbedingten Rückgang der Lizenzerlöse ausglichen.
Wie in den Vorjahren wird ein Großteil der Umsatzerlöse durch das Segment DACH erwirtschaftet, gefolgt von dem Segment Beteiligungen. Im Einzelnen ergeben sich die Beiträge der Segmente zum Konzernumsatz aus fortgeführten Aktivitäten wie folgt.
| Beiträge der Segmente zum Konzernumsatz | 2022/23 | 2021/22 | Delta |
|---|---|---|---|
| DACH | 44.785 | 48.128 | -7% |
| Westeuropa | 5.915 | 7.320 | -19% |
| Sonstiges Europa | 8.869 | 5.780 | +53% |
| Nordamerika | 4.655 | 3.709 | +26% |
| Beteiligungen | 12.059 | 10.924 | +10% |
| Umsatzerlöse aus fortgeführten Aktivitäten | 76.283 | 75.862 | +1% |
| Umsatzerlöse | EBITDA | EBITDA-Marge | |
|---|---|---|---|
| 76.283 T€ | 11.617 T€ | 15,2% | |
| +1% | -46% | -13,2%-Punkte |
Im Segment DACH fielen die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich DCI - bedingt durch den zyklusbedingten Rückgang der Lizenzerlöse - niedriger aus als im Vorjahr (-14%). Im Geschäftsbereich IAM lagen die Lizenzerlöse auf dem Vorjahresniveau, so dass steigende Wartungs- und Serviceerlöse insgesamt zu einem Umsatzwachstum führten (+13%). Die langfristig wichtigen Wartungserlöse stiegen auch im Geschäftsbereich DCI weiter an und legten damit für das Segment DACH insgesamt um 4% zu. Auch die Serviceerlöse stiegen erneut signifikant an (+17%), was auf das erfolgreiche Projektgeschäft in beiden Geschäftsbereichen zurückzuführen ist. Zusammenfassend ergab sich für das Segment DACH ein Umsatzrückgang um 7%.
Zyklusbedingt ebenso rückläufig sind auch die Umsatzerlöse im Segment Westeuropa (-19%). Diese werden - nach dem sprunghaften Anstieg im Vorjahr - maßgeblich durch den Rückgang der Lizenzerlöse aufgrund des niedrigeren Volumens der zur Verlängerung anstehenden Verträge im Geschäftsbereich DCI geprägt. Die Wartungserlöse legten hingegen weiterhin zu. Die Serviceerlöse waren leicht rückläufig, spielen aber in Westeuropa eine absolut untergeordnete Rolle.
Im Segment Sonstiges Europa zeigt sich ein positiver Zykluseffekt, hier stiegen die Lizenzerlöse infolge der Vertragsverlängerungen mit großen Bestandskunden deutlich an. Gemeinsam mit den ebenfalls wachsenden Wartungserlösen resultierte dies in dem signifikanten Anstieg der gesamten Umsatzerlöse (+53%).
Die Entwicklung im Segment Nordamerika gleicht zyklusbedingt der des Segments Sonstiges Europa. Auch in Nordamerika übersteigen die Lizenzerlöse deutlich den Wert des Vorjahres. Gemeinsam mit stabilen Wartungserlösen und projektbedingt höheren Serviceerlösen stiegen die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 26%.
Im Segment Beteiligungen legten die Umsatzerlöse der Codelab aufgrund des guten Projektgeschäfts zu (+10%).
Aus Segmentsicht ist ergänzend zu beachten, dass insbesondere die Segmente DACH, Nordamerika und Beteiligungen neben Umsatzerlösen mit (externen) Kunden weitere Umsatzerlöse aus Geschäftsbeziehungen zu den jeweils anderen Segmenten aufweisen. In deutlich geringerem Umfang gilt dies auch für die übrigen Segmente. Aus der übergeordneten Konzernsicht sind diese Umsatzerlöse aus Konzerninnenbeziehungen konsolidiert. Näheres hierzu ist der Segmentberichterstattung im Konzernanhang zu entnehmen.
Die nachfolgende Tabelle gibt abschließend einen Überblick über die externen Konzernumsätze aus fortgeführten Aktivitäten nach den Leistungsarten Lizenz, Wartung und Services.
| Umsatzentwicklung nach Leistungsarten (Konzern) | 2022/23 | 2021/22 | Delta |
|---|---|---|---|
| Lizenz | 18.786 | 22.486 | -16% |
| Wartung | 33.337 | 32.205 | +4% |
| Services | 24.160 | 21.170 | +14% |
| Umsatzerlöse aus fortgeführten Aktivitäten | 76.283 | 75.862 | +1% |
ENTWICKLUNG DES BETRIEBSERGEBNISSES
Das Geschäftsjahr 2022/23 wurde für die fortgeführten Aktivitäten mit einem Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) von € 11,6 Millionen abgeschlossen, das erwartungsgemäß niedriger ausfiel als der hohe Wert des Vorjahres (€ 21,6 Millionen). Das Betriebsergebnis (EBIT) liegt bei € 7,4 Millionen (2021/22: € 17,3 Millionen).
Bezogen auf die fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten wurde insgesamt ein EBITDA von € 12,9 Millionen (2021/22: € 23,1 Millionen) und ein EBIT von € 7,9 Millionen (2021/22: € 18,0 Millionen) erzielt.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Betriebsergebnisse vor Abschreibungen (EBITDA), die für die fortgeführten Aktivitäten in den einzelnen Segmenten erzielt wurden.
| Segment EBITDA | 2022/23 | 2021/22 | Delta |
|---|---|---|---|
| DACH | 6.060 | 16.324 | -63% |
| Westeuropa | 313 | 1.345 | -77% |
| Sonstiges Europa | 2.194 | 1.295 | +69% |
| Nordamerika | 1.689 | 1.138 | +48% |
| Beteiligungen | 1.354 | 1.464 | -8% |
Analog der Entwicklung der Umsatzerlöse ging das EBITDA in den Segmenten DACH und Westeuropa gegenüber dem Vorjahr zurück, während es in den Segmenten Sonstiges Europa und Nordamerika anstieg. Der Rückgang im Segment DACH wird dabei neben den niedrigeren Umsatzerlösen verstärkt durch gestiegene Aufwendungen. Im Segment Beteiligungen besteht der Umsatz ausschließlich aus Serviceerlösen, die eine vergleichsweise geringe Ergebnismarge aufweisen. Aufgrund dessen war das Segment-EBITDA hier bei (im Wesentlichen inflationsbedingt) steigenden Kostenstrukturen leicht rückläufig.
Die Summe der Betriebsaufwendungen und -erträge für die fortgeführten Aktivitäten (Materialaufwand, Personalaufwand, sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge, Abschreibungen) stieg im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr deutlich von € 58,6 Millionen auf € 68,8 Millionen an. Hiervon entfallen rund € 4,2 Millionen auf Abschreibungen (2021/22: € 4,3 Millionen). Die Summe der Betriebsaufwendungen und Erträge vor Abschreibungen (Materialaufwand, Personalaufwand, sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge) betrug im Geschäftsjahr 2022/23 somit € 64,7 Millionen (2021/22: € 54,3 Millionen).
Der Personalaufwand für die fortgeführten Aktivitäten stieg im Berichtsjahr von € 41,5 Millionen auf € 46,1 Millionen. Der Anstieg entfällt im Wesentlichen auf die Segmente DACH (+€ 3,9 Millionen) und Beteiligungen (+€ 0,7 Millionen). Der Anstieg resultiert im Segment DACH aus einem zusätzlichen Kapazitätsaufbau insbesondere im Bereich Service & Support und im Produktmanagement, notwendigen Gehaltsanpassungen im Rahmen der allgemeinen Preisentwicklung, dem Wechsel im Vorstand und der damit verbundenen übergangsweisen Besetzung des Vorstands mit vier Personen sowie einer inflationsbedingten Sonderzahlung an die Mitarbeiterschaft. Im Segment Beteiligungen resultiert ein Anstieg der Personalkosten von € 0,9 Millionen maßgeblich aus den erforderlichen Gehaltsanpassungen aufgrund der hohen Inflation, demgegenüber steht ein Rückgang von € 0,2 Millionen aufgrund der Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs der Categis Software Private Ltd. in Indien zu Beginn des Berichtsjahres.
Der Materialaufwand / Aufwand für bezogene Leistungen stieg für die fortgeführten Aktivitäten auf € 5,0 Millionen an (2021/22: € 3,5 Millionen). Der Anstieg wird auch hier getrieben durch die Segmente DACH und Beteiligungen, wo zur Abarbeitung des erneut gestiegenen Projektvolumens vermehrt auf Freelancer zurückgegriffen werden musste, da die Projekte nicht in ausreichendem Maße mit internen Kapazitäten abgedeckt werden konnten. Mit Blick auf den polnischen Markt ist verstärkt zu beobachten, dass Fachkräfte in der IT-Branche sich Unternehmen vermehrt als Freelancer anschließen, anstatt ein festes Anstellungsverhältnis zu schließen.
Der Saldo der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge für die fortgeführten Aktivitäten ist im Vergleich zum Vorjahr von € 9,3 Millionen auf € 13,6 Millionen angestiegen. Der Anstieg resultiert wesentlich aus erhöhten Aufwendungen für externe Dienstleister (+€ 1,9 Millionen, unter anderem zur Unterstützung der Entwicklungsarbeiten in den Bereichen Cloud, Design und Künstliche Intelligenz). Weiterhin sind unter anderem die Reise- und Marketingkosten (+€ 0,8 Millionen) erneut gestiegen, nachdem die Reisetätigkeit und Anzahl externer Veranstaltungen weiter zugenommen haben. Hinzu kommen erhöhte Aufwendungen für die interne IT Infrastruktur (+€ 0,3 Millionen, unter anderem aufgrund der verstärkten Nutzung von Cloud-Diensten und weiteren Maßnahmen zur Erhöhung der IT-Sicherheit), erhöhte Mietaufwendungen (+€ 0,1 Millionen), die maßgeblich durch die hohe Inflation hervorgerufen wurden, und erhöhter Beratungsaufwand (+€ 0,1 Millionen), der sich aus gestiegenen Aufwendungen für Rechtsberatung (+€ 0,4 Millionen, insbesondere im Zusammenhang mit der Abspaltung der Latonba (und den damit verbundenen Anfechtungsklagen) und den M&A Aktivitäten) bei geringeren Aufwendungen für Personal- und IT-Beratung ergibt.
Obwohl der Beta Systems Konzern im Berichtszeitraum (wie üblich) den Großteil der Erlöse im EuroRaum erwirtschaftete und Wechselkursschwankungen grundsätzlich eine untergeordnete Rolle spielen, kam es im Berichtsjahr zudem zu höheren Aufwendungen aus Währungsumrechnung (+€ 0,6 Millionen). Eine Absicherung der erwarteten Zahlungsströme in Fremdwährungen erfolgt bedarfsweise, Details dazu werden im Kapitel "Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten" dieses Lageberichts erläutert. Im Berichtsjahr wurden keine Sicherungsgeschäfte vorgenommen.
Die Abschreibungen ohne IFRS 16 liegen für die fortgeführten Aktivitäten mit € 1,8 Millionen geringfügig unter dem Vorjahreswert (2021/22: € 1,9 Millionen). Ein Großteil der Abschreibungen bezieht sich dabei weiterhin auf planmäßige Abschreibungen auf im Zuge von Kaufpreisallokationen aktivierte Vermögenswerte. Diese sind gegenüber dem Vorjahr erneut leicht rückläufig, da einzelne immaterielle Vermögenswerte, die auf Basis der Kaufpreisallokationen der vergangenen Jahre zu aktivieren waren, zwischenzeitlich vollständig planmäßig abgeschrieben sind. Außerplanmäßige Abschreibungen auf Firmenwerte oder weitere immaterielle Vermögenswerte fielen im Berichtsjahr nicht an.
Unter der Position "Abschreibungen IFRS 16" werden die Abschreibungen auf die in der Bilanz aktivierten Nutzungsrechte aus Miet- und Leasingverhältnissen ausgewiesen. Diese liegen mit € 2,4 Millionen auf dem Niveau des Vorjahres.
ERGEBNISMARGEN
Im Geschäftsjahr 2022/23 konnten infolge der vorstehend beschriebenen Effekte die hohen Ergebnismargen des Vorjahres erwartungsgemäß nicht erreicht werden. Die EBITDA-Marge für die fortgeführten Aktivitäten lag bei 15,2% (2021/22: 28,4%) und die EBIT-Marge bei 9,8% (2021/22: 22,8%).
ENTWICKLUNG DES FINANZERGEBNISSES
Das Finanzergebnis wird wie in den Vorjahren dominiert durch den Zinsertrag auf die Einzahlungen in den Cash-Pool der Deutsche Balaton AG. Aufgrund der Höhe der Einzahlungen und der gestiegenen Zinsstrukturkurve fiel dieser im Berichtsjahr mit € 1,6 Millionen deutlich höher aus als im Vorjahr (€ 0,5 Millionen). Weitere Zinserträge resultieren aus der Anlage freier liquider Mittel als Tagesgeld oder Festgeld mit kurzen Laufzeiten (€ 0,4 Millionen; 2021/22: € 0 Millionen) und der Aufzinsung von Forderungen (€ 0,4 Millionen; 2021/22: € 0,1 Millionen). Die Zinsaufwendungen liegen mit € 0,3 Millionen auf dem Niveau des Vorjahres. Die Latonba AG erwirtschaftete im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Aufwendungen und Erträge aus kurz- und langfristigen Finanzanlagen, die sich im Berichtsjahr weitgehend ausglichen.
3.2. VERMÖGENSLAGE
Die Zusammensetzung der Bilanz des Beta Systems Konzerns zum Abschlussstichtag am 30. September 2023 wird in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.
| Bilanz Beta Systems Konzern | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Kurzfristige Vermögenswerte | 30.298 | 87.957 |
| Liquide Mittel | 1.456 | 16.664 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 25.315 | 21.718 |
| Kurzfristige Finanzanlagen | 0 | 7 |
| Weitere kurzfristige Vermögenswerte | 3.528 | 49.568 |
| Langfristige Vermögenswerte | 17.283 | 32.750 |
| Sachanlagen | 8.485 | 10.547 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 7.539 | 20.593 |
| Weitere langfristige Vermögenswerte | 1.259 | 1.610 |
| Als zur Veräußerung gehalten eingestufte Vermögenswerte | 16.221 | 0 |
| Kurzfristige Schulden | 26.701 | 26.911 |
| Kurzfristige Finanzierung | 6.585 | 4.294 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2.192 | 1.735 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 9.390 | 10.629 |
| Weitere kurzfristige Schulden | 8.533 | 10.253 |
| Langfristige Schulden | 11.492 | 16.181 |
| Finanzielle Schulden | 3.330 | 6.638 |
| Pensionsverbindlichkeiten | 1.333 | 1.444 |
| Weitere langfristige Schulden | 6.830 | 8.099 |
| Schulden, die mit als zur Veräußerung gehalten eingestuften Vermögenswerten verbunden sind | 3.971 | 0 |
| Eigenkapital | 21.638 | 77.615 |
| Bilanzsumme | 63.803 | 120.707 |
Im Vergleich zum Vorjahr sank die Bilanzsumme des Beta Systems Konzerns zum 30. September 2023 - maßgeblich infolge der durchgeführten Abspaltung - deutlich von € 120,7 Millionen auf € 63,8 Millionen.
Die Vermögenswerte und Schulden der PROXESS Gruppe (bestehend aus PROXESS Holding GmbH und PROXESS GmbH) werden zum Bilanzstichtag aufgrund der geplanten Veräußerung auf der Aktivseite der Bilanz in der Position "Als zur Veräußerung gehalten eingestufte Vermögenswerte" und auf der Passivseite der Bilanz in der Position "Schulden, die mit als zur Veräußerung gehalten eingestuften Vermögenswerten verbunden sind" ausgewiesen und sind somit nicht mehr in den anderen Bilanzposition enthalten.
VERMÖGENSWERTE
Die Entwicklung der kurzfristigen Vermögenswerte wird dominiert durch den Abgang von Vermögenswerten im Rahmen der zum Geschäftsjahresende umgesetzten Abspaltung. Der Abgang der Cash-Pool Forderungen gegen die Deutsche Balaton (30. September 2022: € 45,0 Millionen) resultiert im Rückgang der weiteren kurzfristigen Vermögenswerte. Der Abgang der kurzfristigen Vermögenswerte der Latonba, die zum Stichtag des Vorjahres hauptsächlich aus liquiden Mitteln bestanden (30. September 2022: € 4,6 Millionen), und die Einbringung der verdeckten Einlage in Höhe von € 12,5 Millionen in die Latonba unmittelbar vor Umsetzung der Abspaltung resultiert im Rückgang der liquiden Mittel.
Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist in den Segmenten Sonstiges Europa und Nordamerika durch die gestiegenen Lizenzerlöse bedingt. In den übrigen Segmenten gleicht der Anstieg der Forderungen aufgrund der Tatsache, dass Kunden aufgrund der gestiegenen Zinsstruktur ihre Zahlungsziele konsequenter ausnutzen, den Rückgang aufgrund niedrigerer Lizenzerlöse in Teilen aus.
Bei den Sachanlagen resultiert ein anteiliger Rückgang von rund € 1,2 Millionen aus dem gesonderten Ausweis der Vermögenswerte der PROXESS. Daneben sind die Buchwerte zum 30. September 2023 infolge planmäßiger Abschreibungen gesunken. Hinsichtlich der Zugänge zu den Sachanlagen ist die Investition in einen neuen Mainframe der Generation z16 hervorzuheben, der zum Bilanzstichtag mit einem Buchwert von € 1,0 Millionen in den Sachanlagen enthalten ist. Die Sachanlagen umfassen auch die gemäß IFRS 16 zu aktivierenden Nutzungsrechte aus Miet- und Leasingverhältnissen. Die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte sind infolge der Umgliederung der immateriellen Vermögenswerte der PROXESS (€ 11,9 Millionen einschließlich des Firmenwerts von € 7,9 Millionen) sowie planmäßiger Abschreibungen gesunken. Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte wurden im Berichtsjahr nicht vorgenommen.
Infolge der vorstehend beschriebenen Effekte ging der Anteil der kurzfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme zurück. Zum Bilanzstichtag beträgt das Verhältnis der kurzfristigen zu den langfristigen Vermögenswerten 64 : 36 im Vergleich zu 73 : 27 im Vorjahr. Die zur Veräußerung gehalten eingestuften Vermögenswerte bleiben bei dieser Verhältnisrechnung unberücksichtigt.
Die Firmenwerte sanken infolge der Umgliederung des Firmenwerts der PROXESS um € 7,9 Millionen und lagen zum Bilanzstichtag bei € 3,3 Millionen (30. September 2022: € 11,2 Millionen). Unverändert blieb der Buchwert der Firmenwerte bezüglich der SI Software Innovation (€ 0,2 Millionen, in 2020/21 verschmolzen auf die Beta Systems DCI Software AG), der HORIZONT (€ 1,6 Millionen), der Infraray (€ 1,5 Millionen, vormals AUCONET) und der Codelab (T€ 30).
SCHULDEN
Der Anstieg der kurzfristigen Finanzierung resultiert maßgeblich aus der Inanspruchnahme einer Kontokorrentlinie in Höhe von € 3,0 Millionen (30. September 2022: € 0 Millionen). Gegenläufig ist der kurzfristige Teil des Darlehens der Commerzbank, das im Zusammenhang mit der damaligen Akquisition der PROXESS im Geschäftsjahr 2018/19 aufgenommen worden war, aufgrund planmäßiger Tilgungszahlungen gesunken. Das verbleibende Restdarlehen von € 1,2 Millionen (30. September 2022: € 2,8 Millionen) ist zum Bilanzstichtag vollständig als kurzfristig einzuordnen (30. September 2022: € 1,6 Millionen kurzfristig, € 1,2 Millionen langfristig). Außerdem sind die kurzfristigen Leasingschulden (€ 2,4 Millionen; 30. September 2022: € 2,7 Millionen) aufgrund der Umgliederung des auf die PROXESS entfallenden Anteils gesunken.
Weiterhin werden innerhalb der kurzfristigen Schulden von Kunden bereits erhaltene bzw. fällige Beträge für noch in Zukunft zu erbringende Leistungen als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Lizenz und Wartungsleistungen, Serviceleistungen werden in der Regel entsprechend der Leistungserbringung abgerechnet und spielen für die Vertragsverbindlichkeiten nur eine untergeordnete Rolle. Aus den bestehenden Kundenverträgen und den daraus erhaltenen Zahlungen ergibt sich - ungeachtet der Veräußerung der PROXESS - stichtagsbezogen eine Abgrenzung noch zu erbringender Leistungen auf dem Niveau des Vorjahres. Der gezeigte Rückgang resultiert aus der Umgliederung der Vertragsverbindlichkeiten der PROXESS (€ 1,3 Millionen).
Die weiteren kurzfristigen Schulden gehen ebenfalls aufgrund der Umgliederung des auf die PROXESS entfallenden Anteils zurück (€ 0,8 Millionen). Hinzu kommt, dass die laufenden Ertragssteuerschulden aufgrund unterjährig geleisteter Zahlungen deutlich gesunken sind.
Im Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen spiegelt sich wider, dass eingeräumte Zahlungsziele aufgrund der gestiegenen Zinsstrukturkurve und der infolge der Abspaltung deutlich geringeren Liquiditätsausstattung konsequenter ausgenutzt werden als zuvor. Hinzu kommen unter anderem Verbindlichkeiten aus Beratungsleistungen zu den M&A-Projekten, die zu Beginn des laufenden Geschäftsjahrs abgeschlossen wurden.
| Bilanzsumme | Eigenkapital | Eigenkapitalquote | |
|---|---|---|---|
| 63.803 T€ | 21.638 T€ | 33,9% | |
| -47% | -72% | -30,4%-Punkte |
In den (langfristigen) finanziellen Schulden entfällt der bisherige langfristige Anteil des im Zusammenhang mit der Akquisition der PROXESS aufgenommenen Darlehens (30. September 2022: € 1,2 Millionen). Parallel sind die langfristigen Leasingschulden aufgrund planmäßiger Tilgungen sowie der Umgliederung des auf die PROXESS entfallenden Anteils (€ 0,6 Millionen) gesunken. Der Rückgang der weiteren langfristigen Schulden resultiert in weiten Teilen ebenfalls aus der Umgliederung des auf die PROXESS entfallenden Anteils (€ 0,7 Millionen). Zusätzlich sind die latenten Steuerschulden leicht gesunken.
EIGENKAPITAL UND EIGENKAPITALQUOTE
Das Eigenkapital des Beta Systems Konzerns sank zum 30. September 2023 - aufgrund der zum Ende des Berichtsjahres wirksam gewordenen Abspaltung - deutlich von zuvor € 77,6 Millionen auf € 21,6 Millionen. Infolge der Abspaltung sank das Eigenkapital insgesamt um € 63,1 Millionen. Ein Anteil von € 1,1 Millionen hiervon wurde im Berichtsjahr mit dem abgespaltenen Vermögen erzielt. Für das Berichtsjahr ergibt sich somit ein Anstieg um das im Konzern verbleibende Konzernergebnis von € 6,0 Millionen. Die Eigenkapitalquote sank infolge der Abspaltung signifikant von 64,3% zum Stichtag des Vorjahres auf 33,9%. Für weitere Details zur Zusammensetzung des Eigenkapitals der Gesellschaft wird auf die entsprechende Darstellung im Konzernanhang verwiesen.
3.3. FINANZLAGE
Ziel und Aufgabe des Liquiditätsmanagements des Beta Systems Konzerns ist die stets ausreichende Bereitstellung von Liquidität aus Fremd- und Eigenmitteln.
| Kapitalflussrechnung Beta Systems Konzern | 2022/23 | 2021/22 |
|---|---|---|
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | 4.574 | 13.301 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | -2.955 | -17.783 |
| Freier Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten | 1.620 | -4.483 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | -1.196 | -9.141 |
| Zunahme (Abnahme) der Zahlungsmittel aus fortgeführten Aktivitäten | 424 | -13.623 |
| Cashflow aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 909 | -65 |
| Zunahme (Abnahme) der Zahlungsmittel aus fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten | 1.332 | -13.689 |
Mit € 4,6 Millionen fällt der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit - bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten - deutlich niedriger aus als im Vorjahr und liegt auch klar unterhalb des EBITDA aus fortgeführten Aktivitäten. Ursächlich dafür waren neben den gestiegenen Aufwendungen hohe Steuerzahlungen von € 4,6 Millionen (2021/22: € 1,5 Millionen), da die Steuervorauszahlungen aufgrund des vollständigen Verbrauchs der steuerlichen Verlustvorträge in der Organschaft der Beta Systems Software AG für alle noch nicht veranlagten Perioden angehoben wurden. Hinzu kommt, dass zum Bilanzstichtag ein vergleichsweise hohes Forderungsvolumen besteht, da Kunden - aufgrund der gestiegenen Zinsstruktur - zunehmend Gebrauch von den Zahlungszielen machen (oder diese in Einzelfällen überziehen).
Im Cashflow aus Investitionstätigkeit ergeben Ein-und Auszahlungen im Zusammenhang mit kurz- und langfristigen Finanzanlagen (inkl. Dividendenerträgen) aus der Geschäftstätigkeit der Latonba AG saldiert eine Auszahlung von € 3,4 Millionen (2021/22: € 0). Für Investitionen in das Sachanlagevermögen fielen Auszahlungen in Höhe von € 1,5 Millionen an (2021/22: € 1,4 Millionen), davon € 1,0 Millionen für den neuen Mainframe. Darüber hinaus sind im Cashflow aus Investitionstätigkeit Zinserträge von € 1,9 Millionen (2021/22: € 0,5 Millionen) enthalten, die maßgeblich über den Cash-Pool mit der Deutsche Balaton AG (€ 1,6 Millionen; 2021/22: € 0,5 Millionen) erwirtschaftet wurden.
Wesentliche Bestandteile des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit sind - analog zum Vorjahr - die Auszahlung aus der anteiligen Tilgung des Darlehens um € 1,6 Millionen, das im Geschäftsjahr 2018/19 im Zusammenhang mit der Akquisition der PROXESS aufgenommen worden war, sowie die darauf entfallenden Zinsen. Hinzu kommen - bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten - Zins- und Tilgungszahlungen von insgesamt € 2,5 Millionen (2021/22: € 2,5 Millionen) für die gemäß IFRS 16 in der Bilanz ausgewiesenen Leasingschulden. Demgegenüber stehen Einzahlungen aus der anteiligen Inanspruchnahme des Kreditrahmens bei der Bethmann Bank von € 3,0 Millionen.
Zusammenfassend betragen die Zahlungsmittel - bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten - zum Bilanzstichtag € 1,5 Millionen und liegen damit € 15,2 Millionen unter dem Wert zum Bilanzstichtag des Vorjahres. Liquide Mittel von € 1,4 Millionen der PROXESS Gruppe sind zusätzlich unter den als zur Veräußerung gehalten eingestuften Vermögenswerten enthalten. Beta Systems hält zum 30. September 2023 die geringen Liquiditätspositionen in Sichteinlagen bei Banken. Dem gegenüber steht ein Darlehensvolumen von € 1,2 Millionen, das vollständig als kurzfristig (innerhalb des laufenden Geschäftsjahres zur Rückzahlung fällig) einzuordnen ist, sowie ein Kontokorrentkredit von € 3,0 Millionen. Per Saldo ergibt sich somit - bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten - zum Bilanzstichtag eine Nettoverschuldung als Differenz aus liquiden Mittel und Schulden gegenüber Kreditinstituten von € 2,7 Millionen. Zum Bilanzstichtag des Vorjahres hatten die finanziellen Mittel (liquide Mittel zuzüglich Einlage in den CashPool der Deutsche Balaton AG abzüglich Bankdarlehen) € 58,9 Millionen betragen.
Einschließlich des vorgenannten Kontokorrentkredits bestehen zum 30. September 2023 folgende Kreditlinien und -zusagen bei Finanzinstituten:
| ― | Kreditrahmen bei der Bethmann Bank in Höhe von € 7,0 Millionen (davon zum 30. September 2023 in Anspruch genommen: € 3,0 Millionen) |
| ― | Kreditrahmen bei der Commerzbank AG in Höhe von € 5,0 Millionen (keine Inanspruchnahme zum 30. September 2023) |
| ― | Vertrag über einen Kreditrahmen bei der Commerzbank in Höhe von € 13,5 Millionen zum Erwerb der Anteile an der InfiniteDATA Sp. z o.o. durch die Konzerngesellschaft Beta Systems DCI Software AG (keine Inanspruchnahme zum 30. September 2023, die Inanspruchnahme dieses Kreditrahmens war auf die Akquisition der InfiniteDATA Sp. z o.o. bedingt) |
| ― | Vertrag über ein Ratentilgungsdarlehen der Commerzbank in Höhe von € 12,0 Millionen zur Ablösung des zum Laufzeitende des vorgenannten Kreditrahmens in Anspruch genommenen Darlehensbetrags (keine Inanspruchnahme zum 30. September 2023, die Inanspruchnahme ist auf die vorherige Inanspruchnahme des vorgenannten Kreditrahmens bedingt) |
| ― | Vertrag über ein Ratentilgungsdarlehen der Commerzbank in Höhe von € 8,4 Millionen zur Finanzierung einer möglichen nachträglichen Kaufpreiszahlung entsprechend des Kaufvertrags zur Akquisition der InfiniteDATA (keine Inanspruchnahme zum 30. September 2023, das Darlehen kann frühestens zum 1. Januar 2025 in Anspruch genommen werden) |
| operativer Cashflow | Cashflow | finanzielle Mittel | |
|---|---|---|---|
| 4.574 T€ | 424 T€ | -2.696 T€ | |
| -66% | +103% | -105% |
Bezüglich weiterer Details zu den genannten Kreditlinien und Kreditzusagen wird auf Abschnitt 30. Kapitalmanagement des Konzernabschlusses verwiesen.
3.4. GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE
Der Beta Systems Konzern hat das Geschäftsjahr 2022/23 für die fortgeführten Aktivitäten mit einem Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) von € 11,6 Millionen (2021/22: € 21,6 Millionen) und einem Betriebsergebnis (EBIT) von € 7,4 Millionen (2021/22: € 17,3 Millionen) abgeschlossen. Für die fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten wurde insgesamt ein EBITDA von € 12,9 Millionen (2021/22: € 23,1 Millionen) und ein EBIT von € 7,9 Millionen (2021/22: € 18,0 Millionen) erzielt. Die Ergebnisse liegen damit im Rahmen der für das Berichtsjahr veröffentlichten Prognose und erwartungsgemäß unter den hohen Werten des Vorjahres.
Das Jahresergebnis für die fortgeführten Aktivitäten liegt bei € 6,8 Millionen (2021/22: € 12,4 Millionen). Darin enthalten ist ein Finanzergebnis von € 2,1 Millionen (2021/22: € 0,3 Millionen), das auf der Ertragsseite maßgeblich durch die Zinserträge auf Einlagen in den Cash-Pool der Deutsche Balaton AG (€ 1,6 Millionen) bestimmt wurde. Aufgrund der Abspaltung von weiten Teilen der in den vergangenen Jahren aufgebauten Liquidität inklusive der Cash-Pool Forderung gegenüber der Deutsche Balaton AG auf die Latonba AG ist davon auszugehen, dass das Finanzergebnis im laufenden und den kommenden Geschäftsjahren keinen wesentlichen Beitrag zum Ergebnis der Geschäftsperiode mehr leisten wird. Der Steueraufwand für das Berichtsjahr liegt bei € 2,8 Millionen (2021/22: € 5,2 Millionen), womit eine Konzernsteuerquote von 29,0% erreicht wird (2021/22: 29,7%).
Das Jahresergebnis für die fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten liegt bei € 7,1 Millionen (2021/22: € 13,1 Millionen).
Die Gesellschaft befindet sich zwar weiterhin in einer erfreulichen Gewinnsituation, mit einer EBITDA Marge von 15,2% für die fortgeführten Aktivitäten wurden die Werte der vergangenen Jahre aber zum Teil deutlich unterschritten (2021/22: 28,4%). Ursächlich hierfür ist zum einen ein nachteiliger Zykluseffekt bei den Vertragsverlängerungen, zum anderen wurden zusätzliche Aufwendungen getätigt, um die Erweiterung des Angebotsportfolios der Beta Systems mit Cloud-Lösungen voranzutreiben. Der Vorstand ist überzeugt davon, dass dies ein wesentlicher Baustein ist, den Konzern auch in den kommenden Jahren erfolgreich zu positionieren.
VERTEIDIGUNG UND AUSBAU DER MARKTPOSITION UND UMSATZERLÖSE IM GESCHÄFTSBEREICH DCI
Der Trend der vergangenen Jahre, dass Kunden auf eine hybride IT-Infrastruktur diversifizieren und Lösungen anfragen, die sowohl für Mainframe-Umgebungen als auch Cloud-Umgebungen eingesetzt werden können, setze sich im Geschäftsbereich DCI auch im Geschäftsjahr 2022/23 unvermindert fort. Beta Systems tritt hier als Brückenbauer zwischen den Welten auf und bietet den Kunden zunehmend Lösungen unabhängig von der eingesetzten Infrastruktur. In diesem Zusammenhang gilt es, den eingeschlagenen Weg der Weiterentwicklung und Modernisierung der DCI Produktpalette sowohl für Mainframe-Umgebungen als auch Cloud-basierte Lösungen weiter voranzutreiben, um sich ändernde bzw. neue Anforderungen der Kunden optimal zu unterstützen. Daneben platziert sich Beta Systems erfolgreich in Projekten zur Ablösung von Wettbewerbsprodukten, hier werden weitere Wachstumschancen gesehen.
GEWINNUNG VON NEUKUNDEN IM GESCHÄFTSBEREICH IAM
Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten im Segment DACH weitere Erfolge bei der Gewinnung von Neukunden erzielt werden. Dennoch bleibt die weitere Neukundengewinnung die zentrale Aufgabenstellung im Geschäftsbereich IAM. Die in den vergangenen Jahren umgesetzten Module des Garancy Portals (System Center, User Center, Recertification Center, Garancy Integrated Password Reset) finden weiterhin großen Anklang bei Neu- und Bestandskunden und wurden im Berichtsjahr kontinuierlich entsprechend der Roadmap erweitert. Zu der beschleunigten Entwicklung trägt weiterhin auch die Entwicklungszusammenarbeit mit der Codelab bei, die im laufenden Geschäftsjahr fortgesetzt wird. Für den zunehmenden Bedarf an Cloud-basierten Lösungen wurde das Projekt Garancy Cloud fortgesetzt, welches ein standardisiertes Cloud/SaaS-Angebot der IAM Suite für Neukunden bereitstellt.
ERFOLGREICHE UMSETZUNG ANORGANISCHER WACHSTUMSMÖGLICHKEITEN
Im Berichtsjahr wurde intensiv an der Anbahnung der zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres realisierten Akquisition der InfiniteDATA gearbeitet. Mit dem Produkt AutomateNOW! setzt Beta Systems einen zusätzlichen Schwerpunkt seines Produktportfolios auf den Anwendungsbereich Workload Automation und stärkt gleichzeitig wesentlich das Angebotsportfolio für Unternehmen mit hybriden Cloud-Infrastrukturen.
Im laufenden Geschäftsjahr 2023/24 wird der Fokus der Aktivitäten klar auf der Integration der InfiniteDATA und der erfolgreichen Platzierung von AutomateNOW! am Markt liegen, um die Grundlage für ein künftiges Wachstum der Gesellschaft zu schaffen. Darüber hinaus ist die weitere M&A Strategie primär auf die strategische Portfolio-Erweiterung der bestehenden Geschäftsbereiche DCI und IAM ausgerichtet.
PORTFOLIOERWEITERUNGEN MIT CLOUD-LÖSUNGEN
Im Geschäftsjahr 2022/23 wurde in den Bereichen DCI und IAM kontinuierlich an notwendigen Grundlagen für die Entwicklung von Cloud-Produkten und -Services gearbeitet und der Ausbau interner Expertise zu Cloud-Technologien, Cloud-Infrastrukturen und Entwicklungsmethoden Cloud-nativer Produkte weiter vorangetrieben. Erste Projekte sind bereits erfolgreich umgesetzt:
| ― | Einheitlicher Zugang und vollständige Integration der Cloud-Infrastruktur eines der großen Public Cloud Anbieters |
| ― | Migration bestehender Produkte in eine Cloud Container Infrastruktur |
| ― | Start der Entwicklung erster neuer Cloud Produkte zur Ergänzung unseres Produktportfolios |
| ― | Aufbau einer Cloud-Umgebung für den gesamten Produktentwicklungsprozess für Garancy IAM für ein Desaster Recovery Szenario auf Kundenanforderung |
| ― | Pilotierung einiger Produkte auf verschiedenen Cloud-Marktplätzen wie IBM, AWS |
| ― | Überführung unserer Produkte in ein einheitliches Software-Versionierungssystem (GitLab) für die Entwicklung, den Test und die Bereitstellung neuer Cloud Produkte |
Die Umsetzung und weitere Verfeinerung der im März 2022 erarbeiteten Cloud-Strategie wird im neuen Geschäftsjahr konsequent weitergeführt und in beiden Geschäftsbereichen in die Produktion überführt.
BEIBEHALTUNG DER PROZESS- UND KOSTENEFFIZIENZ
Im administrativen Bereich wurden in der jüngeren Vergangenheit durch gestiegene Anforderungen an die IT- und Informationssicherheit bei gleichzeitig stetig steigenden Risiken von Cyberangriffen und durch die Erfordernisse einer hybriden Arbeitswelt zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur erforderlich. Vor diesem Hintergrund gilt es, die bisher erlangte Prozess- und Kosteneffizienz beizubehalten und kontinuierlich auf zusätzliche Optimierungsmöglichkeiten hin zu analysieren. Dabei werden die Sicherheit und Qualität ihrer Produkte für Beta Systems allerdings immer an erster Stelle stehen.
Im Falle von Unternehmensakquisitionen werden die administrativen Tätigkeitsbereiche grundsätzlich auf mögliche Synergiepotentiale hin geprüft.
4. ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGE DER BETA SYSTEMS SOFTWARE AG
Die Beta Systems Software AG ist die Muttergesellschaft des Beta Systems Konzerns. Die AG stellt ihren Jahresabschluss nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) auf, welcher separat veröffentlicht wird.
4.1. ERTRAGSLAGE
Eine Übersicht zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Beta Systems Software AG im Geschäftsjahr 2022/23 kann nachstehender Tabelle entnommen werden.
| Umsatz- und Ergebnisentwicklung Beta Systems Software AG | 2022/23 | 2021/22 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 10.588 | 9.137 |
| Materialaufwand / Aufwand für bezogene Leistungen | -4.256 | -3.125 |
| Personalaufwand | -7.031 | -6.178 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -2.822 | -2.457 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 4.641 | 4.285 |
| Betriebsergebnis vor Abschreibungen | 1.119 | 1.662 |
| Abschreibungen | -202 | -385 |
| Betriebsergebnis | 917 | 1.277 |
| Beteiligungsergebnis | 5.131 | 8.959 |
| Finanzergebnis | 459 | 902 |
| Ertragssteuern | -1.746 | -2.054 |
| Ergebnis der Geschäftsperiode | 4.762 | 9.085 |
ENTWICKLUNG DER UMSATZERLÖSE
Die Umsatzerlöse entsprechen der Betriebsleistung. Bestandsveränderungen aus unfertigen Leistungen, die grundsätzlich ebenfalls als Teil der Betriebsleistung auszuweisen wären, existieren aufgrund des Geschäftsmodells der Beta Systems Software AG als Holding nicht.
Die Umsatzerlöse der AG aus der Erbringung zentraler Dienstleistungen für die Konzerngesellschaften betrugen im Berichtsjahr T€ 10.588 und lagen damit rund 16% über dem Wert des Vorjahres (T€ 9.137). Dabei handelt es sich um wertschöpfende Leistungen (übergeordnete Verwaltungstätigkeiten) der Holding für ihre Konzerngesellschaften in Höhe von T€ 9.570 (2021/22: T€ 8.065) sowie Umsatzerlöse aus Untervermietung an Konzerngesellschaften in Höhe von T€ 1.018 (2021/22: T€ 1.072). Der Anstieg der Umsatzerlöse aus Dienstleistungen der Holding für die Konzerngesellschaften ist zum einen eine Folge des im Vorjahr angestoßenen Aufbaus der Competence Center, die nun über das gesamte Berichtsjahr hinweg aktiv waren (im Vorjahr nur anteilig), außerdem wurde ein weiteres Competence Center für den Bereich Künstliche Intelligenz (KI) geschaffen. Hinzukommen unter anderem nochmals verstärkte Marketingaktivitäten (unter anderen im Zusammenhang mit dem Technologie Forum und der 40-Jahre-Jubiläumsfeier) sowie zusätzliche Aufwendungen für IT-Sicherheit und IT-Infrastruktur.
ENTWICKLUNG DES BETRIEBSERGEBNISSES
Die Summe der Betriebsaufwendungen und -erträge vor Abschreibungen (Aufwand für bezogene Leistungen, Personalaufwand, sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge) ist im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr erneut von T€ 7.475 auf T€ 9.469 gestiegen. Die Entwicklung resultiert aus dem Anstieg des Personalaufwands und des Aufwands für bezogene Leistungen. Die Veränderungen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und den sonstigen betrieblichen Erträgen gleichen sich aus.
Im Aufwand für bezogene Leistungen werden grundsätzlich Aufwendungen ausgewiesen, die im direkten Zusammenhang mit der Erzielung der Umsatzerlöse stehen. Hierzu gehören unter anderem die Besetzung von Empfang und Telefonzentrale der Holding, Aufwendungen für die Wartung und Pflege der internen IT-Infrastruktur (Hard- und Software), Aufwendungen für zentrale Marketingmaßnahmen (z.B. Organisation von Kundenveranstaltungen, Pflege der Website) sowie Aufwendungen für Miete und Nebenkosten für die (konzernintern) untervermieteten Flächen. Der starke Anstieg der Aufwendungen auf T€ 4.256 gegenüber dem Vorjahr (T€ 3.125) resultiert maßgeblich aus zusätzlichen Aufwendungen für die IT-Sicherheit und die IT-Infrastruktur sowie in deutlich geringerem Maße aus den verstärkten Marketingaktivitäten.
Der Personalaufwand für die Holding ist gegenüber dem Vorjahr um rund T€ 853 auf T€ 7.031 gestiegen. Der Anstieg steht maßgeblich im Zusammenhang mit dem Wechsel im Vorstand der Gesellschaft (Einmaleffekt). Hinzu kommen Gehaltsanpassungen im Rahmen der allgemeinen Preisentwicklung und die Schaffung des Competence Centers für Künstliche Intelligenz (KI).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen im Berichtsjahr mit T€ 2.822 etwas über dem Niveau des Vorjahres (T€ 2.457). In dem Anstieg spiegeln sich unter anderem Beratungsaufwendungen für Sonderprojekte (Abspaltung der Latonba AG, Verkauf der PROXESS Gruppe) sowie höhere Aufwendungen aus Währungsumrechnung (T€ 329; 2021/22: T€ 191) wider.
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von T€ 4.641 (2021/22: T€ 4.285) enthalten unter anderem Erträge infolge der Begleichung wertberichtigter Ausleihungen und Forderungen durch die kanadische Konzerngesellschaft von T€ 361 sowie die Auflösung von Wertberichtigungen auf Darlehen gegenüber der US-amerikanischen Tochtergesellschaft in Höhe von T€ 332. Hieraus ergeben sich in Summe Erträge von T€ 692. Im Vorjahr fielen aus der Begleichung wertberichtigter Ausleihungen Erträge in ähnlicher Größenordnung an (T€ 687). Die Erträge aus Währungsumrechnung fielen im Berichtsjahr mit T€ 63 wesentlich niedriger aus als im Vorjahr (2021/22: T€ 356).
Die Abschreibungen sind mit T€ 202 gegenüber dem Vorjahr (T€ 385) deutlich zurückgegangen. Ursächlich hierfür ist, dass im Zusammenhang mit der Zentralisierung der Konzern-IT Anlagevermögen mit Buchwerten von T€ 647 von der Beta Systems Software AG zu Beginn des Berichtsjahres an die Beta Systems IT Operations GmbH (jetzt: Beta Systems IT Services GmbH) übertragen wurde.
Infolge der zuvor erläuterten Effekte wurde das Geschäftsjahr 2022/23 mit einem Betriebsergebnis vor Abschreibungen in Höhe von T€ 1.119 (2021/22: T€ 1.662) abgeschlossen. Das Betriebsergebnis beträgt T€ 917 und liegt ebenfalls unter dem Vorjahreswert (T€ 1.277).
BETEILIGUNGSERGEBNIS
Das Beteiligungsergebnis setzt sich aus Erträgen aus Dividendenausschüttungen von Tochtergesellschaften sowie den Ergebnissen aller Konzerngesellschaften zusammen, mit denen Ergebnisabführungsverträge bestehen. Für den Ausweis im Beteiligungsergebnis spielt es dabei keine Rolle, ob der Ergebnisabführungsvertrag direkt mit der Beta Systems Software AG oder mit einer anderen Konzerngesellschaft geschlossen wurde, für welche ein Ergebnisabführungsvertrag mit der Beta Systems Software AG besteht.
Im Beteiligungsergebnis enthalten sind im Einzelnen die Ergebnisse der Beta Systems DCI Software AG, der Beta Systems IAM Software AG, der HORIZONT Software GmbH und der Beta Systems IT Operations GmbH (jetzt: Beta Systems IT Services GmbH). Unter Einbezug aller vorgenannten Gesellschaften ergibt sich aus den Ergebnisabführungen ein Ertrag von T€ 4.402 (2021/22: T€ 6.794). Ursächlich für den Rückgang sind gestiegene Aufwendungen und folglich eine geringere Ergebnisabführung aus der Beta Systems DCI Software AG.
Weiterhin sind im Beteiligungsergebnis Dividendenausschüttungen seitens der französischen, italienischen und schwedischen Tochtergesellschaft in Höhe von T€ 1.144 enthalten (2021/22: T€ 2.291). Hinzu kommen Aufwendungen von T€ 414 aus der anteiligen Wertberichtigung des Darlehens gegenüber der Infraray. Im Vorjahr war durch die Abschreibung des Beteiligungsbuchwerts an der Categis GmbH ein Aufwand von T€ 125 entstanden. Insgesamt ergibt sich für das Berichtsjahr 2022/23 somit ein Beteiligungsergebnis von T€ 5.131 (2021/22: T€ 8.959).
ERGEBNISMARGE
Die EBITDA-Marge der Beta Systems Software AG beträgt im Berichtsjahr 10,6% (2021/22: 18,2%). Die EBIT-Marge (Brutto-Umsatzrendite) beträgt 8,7% (2021/22: 14,0%).
4.2. VERMÖGENSLAGE
Zum Abschlussstichtag am 30. September 2023 stellt sich die Zusammensetzung der Bilanz der Beta Systems Software AG wie folgt dar.
| Bilanz Beta Systems Software AG | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Kurzfristige Vermögensgegenstände | 5.950 | 49.540 |
| Liquide Mittel | 164 | 1.499 |
| Forderungen an verbundene Unternehmen | 4.381 | 47.108 |
| Weitere kurzfristige Vermögensgegenstände | 1.405 | 933 |
| Langfristige Vermögensgegenstände | 48.564 | 54.502 |
| Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände | 360 | 1.099 |
| Finanzanlagen | 48.204 | 53.403 |
| Kurzfristige Schulden | 36.265 | 27.166 |
| Kurzfristige Finanzierung | 4.152 | 1.600 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 219 | 150 |
| Verbindlichkeiten ggü. verbundenen Unternehmen | 29.520 | 21.630 |
| Weitere kurzfristige Schulden | 2.374 | 3.787 |
| Langfristige Schulden | 1.526 | 2.819 |
| Langfristige Finanzierung | 0 | 1.200 |
| Weitere langfristige Schulden | 1.526 | 1.619 |
| Eigenkapital | 16.723 | 74.057 |
| Bilanzsumme | 54.514 | 104.043 |
Insgesamt ist die Bilanzsumme - maßgeblich aufgrund der zum Ende des Berichtsjahres umgesetzten Abspaltung - um 48% auf T€ 54.514 gesunken.
VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Der Rückgang der kurzfristigen Vermögensgegenstände resultiert aus der Abspaltung der Einlage in den Cash-Pool der Deutsche Balaton AG. Zum Stichtag bestehen infolge der Abspaltung keine Forderungen gegenüber der Deutsche Balaton AG mehr, zum Vorjahresstichtag hatten diese T€ 45.000 betragen. Die Abspaltung der Cash-Pool Einlage spiegelt sich im Rückgang der Forderungen an verbundene Unternehmen wider. Diese beinhalten zum Bilanzstichtag Forderungen der Beta Systems Software AG gegen einzelne Konzerngesellschaften aus Lieferungen und Leistungen sowie im Zusammenhang mit dem Beta Systems internen Cash-Pool. Als Betreibergesellschaft des Beta Systems internen Cash-Pools übernimmt die AG das Liquiditätsmanagement für die Konzerngesellschaften. Hinzu kommt eine Forderung gegenüber der PROXESS Holding aus Zinsen auf das bestehende Darlehen.
Im Zusammenhang mit der Abspaltung war durch die Beta Systems Software AG zum Ende des Berichtsjahres eine sogenannte verdeckte Einlage in die Kapitalrücklage der Latonba AG in Höhe von T€ 12.500 zu leisten. Zur Erbringung der verdeckten Einlage wurden die im Konzern verfügbaren liquiden Mittel weitgehend bei der Beta Systems Software AG zusammengezogen, zudem war die Inanspruchnahme einer Kontokorrentlinie erforderlich. Die liquiden Mittel wurden auf ein absolutes Minimum reduziert.
Der Rückgang der langfristigen Vermögensgegenstände wird dominiert durch die Entwicklung der Finanzanlagen, die sich im Wesentlichen aus den Anteilen an verbundenen Unternehmen sowie Ausleihungen an verbundene Unternehmen (Konzerngesellschaften der Beta Systems Software AG) zusammensetzen. Infolge der Abspaltung der Latonba AG verringerten sich die Anteile an verbundenen Unternehmen um den Buchwert der Beteiligung an der Latonba AG von T€ 4.596. Außerdem gingen die Ausleihungen an verbundene Unternehmen um T€ 602 zurück an. Wesentliche Effekte hier sind die vollständige Tilgung des verbleibenden Darlehens durch die britische Tochtergesellschaft (T€ 210) sowie die anteilige Tilgung des Darlehens durch die Codelab in Polen (T€ 298). Hinzu kommen Effekte aus der Einstellung neuer (T€ 414) und der Auflösung bestehender Wertberichtigungen (T€ 332).
Der Rückgang der Sachanlagen resultiert im Wesentlichen aus der Übertragung von Hardware, Software und Büroausstattung mit einem Buchwert von T€ 647 an die Beta Systems IT Operations GmbH (jetzt: Beta Systems IT Services GmbH). Hintergrund der Übertragung ist die Entscheidung, die gesamte Konzern-IT in einer IT-Service-Gesellschaft zu bündeln.
Das Verhältnis der kurz- zu den langfristigen Vermögensgegenständen hat sich - maßgeblich getrieben durch die Abspaltung - von einem Verhältnis von 48 : 52 im Vorjahr deutlich auf ein Verhältnis von 11 : 89 zum Bilanzstichtag 30. September 2023 verändert.
SCHULDEN
Der Anstieg der kurzfristigen Schulden resultiert aus der Entwicklung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und der kurzfristigen Finanzierung. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen wie im Vorjahr überwiegend Cash-Pooling-Verbindlichkeiten innerhalb des Beta Systems Konzerns und sind wegen gestiegener Einlagen einiger Tochtergesellschaften in den Cash-Pool im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Der Anstieg der konzerninternen Cash-Pool-Verbindlichkeiten steht im Zusammenhang mit der verdeckten Einlage in die Kapitalrücklage der Latonba AG.
Zur Finanzierung eines Teils des Kaufpreises der PROXESS GmbH war im Geschäftsjahr 2018/19 ein Bankdarlehen in Höhe von T€ 8.000 und mit einer Laufzeit von fünf Jahren aufgenommen worden. Hiervon wurde im Berichtsjahr erneut planmäßig ein Teilbetrag von T€ 1.600 getilgt, was sich im Rückgang der langfristigen Finanzierung auf T€ 0 (30. September 2022: T€ 1.200) und dem anteiligen Rückgang der kurzfristigen Finanzierung auf T€ 1.200 (30. September 2022: T€ 1.600) niederschlägt. Das Darlehen hat zum Bilanzstichtag einen Restbuchwert von T€ 1.200, der vollständig als kurzfristig einzuordnen ist. Der Anstieg der kurzfristigen Finanzierung resultiert aus einem zum Ende des Berichtsjahres aufgenommenen Kontokorrentkredit in Höhe von T€ 2.952. Die Aufnahme des Kontokorrentkredits war erforderlich, um der Verpflichtung zur Erbringung der verdeckten Einlage in die Kapitalrücklage der Latonba AG nachzukommen.
Der Rückgang der weiteren kurzfristigen Schulden ergibt sich überwiegend aus gesunkenen Steuerrückstellungen, nachdem im Berichtsjahr hohe Steuerzahlungen geleistet wurden.
Die weiteren langfristigen Schulden betreffen im Wesentlichen Rückstellungen für Pensionen, deren Bewertung auf einem unabhängigen finanzmathematischen Gutachten eines Sachverständigen für betriebliche Altersvorsorge basiert.
EIGENKAPITAL UND EIGENKAPITALQUOTE
Das Grundkapital der Gesellschaft betrug zum Abschlussstichtag T€ 4.600 (30. September 2022: T€ 4.600) bei insgesamt 4.600.000 (30. September 2022: 4.600.000) ausgegebenen nennwertlosen Stückaktien.
Infolge der von der ordentlichen Hauptversammlung am 29. März 2023 beschlossenen und durch die Eintragung ins Handelsregister am 28. September 2023 wirksam gewordenen Abspaltung sank das Eigenkapital der Beta Systems Software AG im Vergleich zum Vorjahresstichtag 30. September 2022 um T€ 62.096. Hierfür erfolgten Entnahmen aus der Gewinnrücklage von T€ 18.737 und der Kapitalrücklage von T€ 29.649. Die Eigenkapitalquote ging infolgedessen stark zurück und beträgt 30,7% (30. September 2022: 71,2%).
Der Jahresüberschuss des Berichtsjahres 2022/23 beträgt T€ 4.762 (2021/22: T€ 9.085). Hiervon wurde durch Vorstand und Aufsichtsrat bei Feststellung des Jahresabschlusses der Beta Systems Software AG satzungsgemäß ein Anteil von T€ 2.381 (50%) in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt. Ausgehend von dem Gewinnvortrag des Vorjahres (T€ 13.710) ergibt sich unter Berücksichtigung der Vermögensverminderung durch die Abspaltung per 30. September 2023 somit ein Bilanzgewinn von T€ 2.381.
Für weitere Details zur Zusammensetzung des Eigenkapitals der Gesellschaft wird auf die entsprechende Darstellung im Anhang der Beta Systems Software AG verwiesen.
4.3. FINANZLAGE
Die Finanzlage der Beta Systems Software AG hat sich infolge der zum Ende des Berichtsjahres umgesetztes Abspaltung signifikant verändert. Die Gesellschaft weist zum 30. September 2023 unter Berücksichtigung der liquiden Mittel (T€ 164) und der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Darlehen von T€ 1.200 und Kontokorrentkredit von T€ 2.952) eine Nettoverschuldung von T€ 3.988 aus. Zum Vorjahresstichtag 30. September 2022 standen der Gesellschaft unter Berücksichtigung der liquiden Mittel (T€ 1.499), der damaligen Einlage in den Cash-Pool der Deutsche Balaton AG (T€ 45.000) sowie des Bankdarlehens (T€ 2.800) insgesamt noch finanzielle Mittel von T€ 43.699 zur Verfügung.
Darüber hinaus bestehen Forderungen gegen Konzerngesellschaften in Höhe von T€ 2.836 (30. September 2022: T€ 1.132) und Verbindlichkeiten gegen Konzerngesellschaften in Höhe von T€ 29.435 (30. September 2022: T€ 21.536) aus dem konzerninternen Cash-Pooling.
Neben dem zuvor erläuterten Darlehen bei der Commerzbank, das im Geschäftsjahr 2018/19 zur Akquisition der PROXESS aufgenommen worden war, bestehen zum Bilanzstichtag 30. September 2023 die nachfolgend genannten Kreditlinien bei Finanzinstituten.
| ― | Kreditrahmen bei der Bethmann Bank in Höhe von T€ 7.000 (davon zum 30. September 2023 in Anspruch genommen: T€ 2.952) |
| ― | Kreditrahmen bei der Commerzbank AG in Höhe von T€ 5.000 (keine Inanspruchnahme zum 30. September 2023) |
| ― | Vertrag über einen Kreditrahmen bei der Commerzbank in Höhe von T€ 13.500 zum Erwerb der Anteile an der InfiniteDATA Sp. z o.o. durch die Konzerngesellschaft Beta Systems DCI Software AG (keine Inanspruchnahme zum 30. September 2023, die Inanspruchnahme dieses Kreditrahmens war auf die Akquisition der InfiniteDATA Sp. z o.o. bedingt) |
| ― | Vertrag über ein Ratentilgungsdarlehen der Commerzbank in Höhe von T€ 12.000 zur Ablösung des zum Laufzeitende des vorgenannten Kreditrahmens in Anspruch genommenen Darlehensbetrags (keine Inanspruchnahme zum 30. September 2023, die Inanspruchnahme ist auf die vorherige Inanspruchnahme des vorgenannten Kreditrahmens bedingt) |
| ― | Vertrag über ein Ratentilgungsdarlehen der Commerzbank in Höhe von T€ 8.438 zur Finanzierung einer möglichen nachträglichen Kaufpreiszahlung entsprechend des Kaufvertrags zur Akquisition der InfiniteDATA (keine Inanspruchnahme zum 30. September 2023, das Darlehen kann frühestens zum 1. Januar 2025 in Anspruch genommen werden) |
Zur weiteren Erläuterung der Finanzlage der AG wird auf die Ausführungen zur Finanzlage des Konzerns verwiesen. Aufgrund der zentralisierten TreasuryFunktion, der Ergebnisabführungsverträge zahlreicher deutscher Konzerngesellschaften und des Beta Systems internen Cash-Pools mit den Konzerngesellschaften sind die Finanzlage des Konzerns und der AG vergleichbar.
4.4. GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE
Im Geschäftsjahr 2022/23 blieb das Betriebsergebnis vor Abschreibungen der Beta Systems Software AG mit T€ 1.119 unter dem Wert des Vorjahres (2021/22: T€ 1.662). Die Differenz lässt sich im Wesentlichen auf Effekte aus der Währungsumrechnung zurückführen. Im Berichtsjahr ergeben Aufwendungen und Erträge aus Währungsumrechnung saldiert einen Aufwand von T€ 265, während im Vorjahr saldiert Erträge von T€ 164 angefallen waren. Weiterhin wurde ein Beteiligungsergebnis von T€ 5.131 (2021/22: T€ 8.959) erwirtschaftet, in welchem sich - auf Basis der geschlossenen Ergebnisabführungsverträge - die Ergebnisse vier inländischer Konzerngesellschaften widerspiegeln. Hinzu kommen Dividendenerträge aus drei weiteren Konzerngesellschaften.
Das Finanzergebnis setzt sich im Berichtsjahr im Wesentlichen aus Zinserträgen und -aufwendungen mit Konzerngesellschaften der Beta Systems zusammen und wird maßgeblich getrieben durch den Zinsertrag aus dem Darlehen gegenüber der PROXESS Holding GmbH, welches im Geschäftsjahr 2018/19 im Zusammenhang mit der Akquisition der PROXESS GmbH ausgereicht worden war. Die Zinserträge aus den Einzahlungen in den Cash-Pool der Deutsche Balaton AG sind infolge der vorgenommenen Abspaltung mit Abspaltungsstichtag 1. Oktober 2022, 0:00 Uhr, der Latonba AG zuzurechnen. Im Vorjahr waren im Finanzergebnis noch Zinserträge aus die Cash-Pool Einlagen in Höhe von T€ 484 enthalten. Die Ertragssteuern fallen insbesondere aufgrund des rückläufigen Beteiligungsergebnisses mit T€ 1.746 geringer aus als im Vorjahr (T€ 2.054). In der Summe der Effekte beträgt das Ergebnis der Geschäftsperiode T€ 4.762 (2021/22: T€ 9.085).
5. WEITERE ERGEBNISRELEVANTE FAKTOREN
MITARBEITER
Im Beta Systems Konzern waren zum 30. September 2023 bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten insgesamt 572 Mitarbeiter beschäftigt und damit 11 Mitarbeiter mehr als zum Stichtag des Vorjahres (30. September 2022: 561 Mitarbeiter). Zu berücksichtigen ist dabei, dass in den Vorjahreszahlen noch 14 Mitarbeiter der Categis berücksichtigt waren, deren Geschäftstätigkeit zum Ende des Vorjahres eingestellt worden war. Somit ergibt sich ein bereinigter Zuwachs um 25 Mitarbeiter. Der Stellenaufbau bezieht sich auf das Segment DACH und dort unter anderem auf den Bereich Service und Support. Im Segment Beteiligungen ist die Mitarbeiterzahl aufgrund des Ausscheidens der Mitarbeiter der Categis zurückgegangen. Durchschnittlich waren im Geschäftsjahr 2022/23 563 Mitarbeiter beschäftigt (2021/22: 553 Mitarbeiter). Unter Berücksichtigung der PROXESS waren zum 30. September 2023 konzernweit 671 Mitarbeiter beschäftigt (30. September 2022: 658 Mitarbeiter).
In der Beta Systems Software AG waren zum Abschlussstichtag 30. September 2023 65 Mitarbeiter (30. September 2022: 64 Mitarbeiter) angestellt, durchschnittlich im Berichtsjahr 66 Mitarbeiter (2021/22: 62 Mitarbeiter).
Zum 30. September 2023 setzte sich die Belegschaft des Beta Systems Konzerns für die fortgeführten Aktivitäten wie folgt zusammen:


PERSONALAUFWENDUNGEN UND VERGÜTUNGSSTRUKTUR
Die Personalaufwendungen im Beta Systems Konzern betrugen für die fortgeführten Aktivitäten im Berichtsjahr € 46,1 Millionen (2021/22: € 41,5 Millionen). Der Anstieg von € 4,6 Millionen gegenüber dem Vorjahr entfällt im Wesentlichen auf das Segment DACH mit einem Anstieg von € 3,9 Millionen und das Segment Beteiligungen mit einem Anstieg von € 0,7 Millionen. Der Anstieg des Personalaufwands im Segment DACH wird getrieben durch Anpassung des Festgehalts, in dem sich neben dem Personalaufbau insbesondere Gehaltsanpassungen aufgrund der hohen Inflation widerspiegeln. Hinzu kommen erhöhte Aufwendungen infolge des Wechsels im Vorstand. Im Segment Beteiligungen resultiert einerseits ein Anstieg von € 0,9 Millionen aus den Gehaltsanpassungen aufgrund der hohen Inflation. Der Personalrückgang durch die Aufgabe des Geschäftsbetriebs der Categis (sämtliche Mitarbeiter waren in Indien angestellt) führt andererseits gegenläufig zu einem Rückgang von € 0,2 Millionen.
Die Beta Systems Software AG ist nicht tarifgebunden. Die Vergütung der Mitarbeiter setzt sich aus zwölf Monatsgehältern sowie bei Führungskräften einer variablen Vergütung zusammen. Die variable Vergütung ist abhängig von der Ergebnisentwicklung des Beta Systems Konzerns sowie von der Erreichung individueller persönlicher Ziele. Die Vergütung des Vorstands setzt sich aus zwölf Monatsgehältern sowie einer vollständig erfolgsabhängigen variablen Komponente zusammen.
AUSBILDUNG
Beta Systems bildete im Geschäftsjahr 2022/23 weiterhin erfolgreich junge Menschen in den Ausbildungsberufen (IHK) Fachinformatiker/-in für Anwendungsentwicklung und Kaufmann/-frau für Büromanagement aus. Bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten war das Geschäftsjahr 2022/23 für sechs neue Auszubildende das erste Jahr ihrer Ausbildung. Zum Ende des Geschäftsjahres starteten zwei weitere Auszubildende. Ein ehemaliger Auszubildender wurde nach erfolgreichem Abschluss seiner Ausbildung im Geschäftsjahr 2022/23 in ein festes Anstellungsverhältnis übernommen.
Bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten waren zum Bilanzstichtag 30. September 2023 zehn Auszubildende (30. September 2022: zehn Auszubildende) im Beta Systems Konzern beschäftigt.
GESUNDHEITS- UND ARBEITSSCHUTZ
Die arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Betreuung der Beta Systems Software AG nach dem Arbeitssicherheitsgesetz erfolgt durch die AMD TÜV GmbH, ein Unternehmen des TÜV Rheinland.
Im Rahmen dieser Betreuung erfolgen seit Ende der Covid-19-Pandemie die halbjährlichen Arbeitsschutzausschusssitzungen wieder in Präsenz. Die Teilnahme und die jeweiligen Themenbereiche im Gesundheits- und Arbeitsschutz werden durch den TÜV protokolliert. Hierzu gehören unter anderem Begehungen des Standorts (nur bei Präsenz-Terminen) und Arbeitsplatzbeurteilungen, bei denen der Sicherheits- und Gesundheitsschutz der Beschäftigten im Mittelpunkt steht. Zur Sicherstellung der erforderlichen Zahl an betrieblichen Ersthelfern und Brandschutzhelfern je Standort und Gebäudeetage werden Ausbildungs- und Auffrischungskurse angeboten und besucht. Die Unterweisung in Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit findet jährlich über unser E-LearningPortal statt. Da ein wesentlicher Teil der Beschäftigten auch im Laufe des Jahres 2023 mobil von zu Hause tätig war und die Anzahl der Beschäftigten im Gebäude nur langsam steigt, wurde die geplante jährliche Evakuierungsübung erst Ende 2023 durchgeführt.
Im Rahmen des Gesundheits- und Arbeitsschutzes bieten wir unseren Beschäftigten jährlich die Möglichkeit, an einer Augenuntersuchung für Bildschirmarbeitsplätze und einer Grippeschutzimpfung teilzunehmen. Darüber hinaus geben wir unseren Beschäftigten die Möglichkeit, ihren Arbeitsplatz individuell nach ihren gesundheitlichen Bedürfnissen und Gegebenheiten anzupassen. So stellt Beta Systems bei Bedarf auch ohne ärztliches Attest höhenverstellbare Tische zur Verfügung. Hierzu werden durch die Sicherheitsbeauftragten auch individuelle Termine für eine Beratung zum Thema "Ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes" angeboten.
Im Rahmen des "Beta Best"-Gesundheitsprogramms bietet Beta Systems ihren Beschäftigten zudem täglich frisches Obst, Teilnahme an Firmenläufen sowie Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter, wie Fahrradleasing und kostenlose Rückenfit- und Yoga-Kurse online an.
PARTNERSCHAFTEN
Beta Systems unterhält ein umfangreiches PartnerÖkosystem mit Vertriebspartnern, Produkt- und OEM-Partnern sowie Technologiepartnern. Die Zusammenarbeit mit ihren Technologiepartnern erlaubt Beta Systems neue Schlüsseltechnologien für ihre Kunden zu nutzen und ermöglicht den Zugriff auf die aktuellen Versionen von Hard- und Softwarekomponenten von Firmen wie IBM, SAP, Microsoft und anderen. Die Produkt- und OEM-Partner wie z.B. Compart, Jobrouter etc. erlauben Beta Systems die eigenen Produkte mit Hilfe ausgewählter Technologiekomponenten zu erweitern und zu ergänzen und über die eigene Software hinausgehende Funktionen und Integrationen zu schaffen. Vertriebspartner helfen, von aufkommenden Projekten rechtzeitig zu erfahren und diese durch kompetente Beratung für Beta System zu gewinnen.
Im Geschäftsbereich IAM sind Projekte nach wie vor zu einem Großteil regulatorisch getrieben. Mit NIS-2, DORA, TISAX sind hier in den letzten Jahren auch neue Standards hinzugekommen, was die Anzahl der Unternehmen erhöht, die zur Einhaltung von Regulatorien verpflichtet sind. Damit wächst hier der Markt weiter kontinuierlich, die steigende Anzahl der Cyberangriffe tut ein Übriges. Neue Kunden sind somit vermehrt neben der klassischen Finanzbranche auch große Mittelständler aus dem Bereich Fertigungsindustrie, von denen viele bisher eher wenig Bedarf für ein Enterprise-IAM wie Beta Systems Garancy gesehen hatten. Mit diesem relativ neuen Zielsegment erschließt sich somit ein weites Feld für zukünftige potentielle Projekte im sehr profitablen Bereich von Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern.
Das Thema Cloud oder Software-as-a-Service (SaaS) ist mittlerweile auch voll in Deutschland angekommen. Die große Mehrzahl der angefragten IAM-Projekte wird nun komplett als Cloud/SaaS-Lösung oder zumindest mit einer entsprechenden Option alternativ zu einer On-Premise-Lösung, d.h. einer lokalen Installation angefragt. Beta Systems hat daher im Geschäftsjahr 2022/23 ein SaaS-Angebot für IAM aufgebaut. Hierzu wird teils mit Partnern, teils mit den führenden Anbietern aus dem Cloud-Segment wie Amazon Web Services (AWS) zusammengearbeitet.
Die Beta Systems DCI Software AG hat wichtige neue Partner für den Geschäftsbereich gewonnen, um in weiteren Märkten ihre Präsenz und Marktabdeckung auszubauen. Mit dem brasilianischen Partner 4BEARS wurde eine Partnerschaft für den Vertrieb und die Implementierung von DCI Produkten geschlossen und gemeinsam bereits eine Reihe vielversprechender neuer Kontakte im wachsenden brasilianischen Markt aufgebaut. Die Partnerschaft mit der Software AG konnte mit dem Gewinn weiterer Neukunden in den USA und Israel in ihrem Erfolg bestätigt werden. Diese Arbeit wird durch das Partner Management Team mit einem Fokus auf ausgewählte Märkte (unter anderem USA, Brasilien und in Zukunft auch verstärkt Asien) fortgesetzt.
Als strategischer Partner der Guide Share Europe (GSE) hat Beta Systems an wichtigen GSE Events in Europa teilgenommen und war im Jahr 2023 als Aussteller oder mit Vorträgen präsent.
PROGNOSEBERICHT
Beta Systems geht für das Geschäftsjahr 2023/24 von den im Kapitel "Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen" genannten Voraussetzungen aus.
Im Berichtsjahr erreichten die Umsatzerlöse des Beta Systems Konzerns ein ähnliches Niveau wie im Vorjahr. Der zyklusbedingt erwartete Rückgang der Lizenzerlöse wurde dabei durch einen Anstieg der Wartungserlöse und insbesondere dem starken Servicegeschäft kompensiert. Im laufenden Geschäftsjahr 2023/24 fällt das Volumen der zur Verlängerung anstehenden Verträge nochmals etwas niedriger aus als im Berichtsjahr, weshalb mit erneut rückläufigen Lizenzerlösen gerechnet wird. Gleichzeitig wird erwartet, dass Wartungs- und Serviceerlöse weiter zulegen. Zusätzlich haben die zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres getätigten Transaktionen Einfluss auf die Umsatzerlöse. Aus der Akquisition der InfiniteDATA werden zusätzliche Umsatzerlöse von anfänglich rund € 3 Millionen prognostiziert. Die PROXESS Gruppe hat aufgrund des Verkaufs der Anteile keine Relevanz mehr für die Prognose.
Zusammenfassend erwartet der Vorstand der Beta Systems Software AG für das laufende Geschäftsjahr 2023/24 für die fortgeführten Aktivitäten auf Basis der aktuellen Planungen und Konzernstruktur einen Konzernumsatz zwischen € 75 Millionen und € 85 Millionen. Für das Konzernbetriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA; Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) wird ein Wert zwischen € 9,5 Millionen und € 14,5 Millionen sowie für das Konzernbetriebsergebnis (EBIT; Ergebnis vor Zinsen und Steuern) ein Wert zwischen € 4 Millionen und € 9 Millionen erwartet.
Der mögliche Rückgang der Ergebnisgrößen hängt zum einen mit der Zusammensetzung der Umsatzerlöse und dem Rückgang der margenstarken Lizenzerlöse zusammen. Hinzu kommen Aufwendungen zur Weiterentwicklung des Lösungsportfolios in den Bereichen Cloud und SaaS. Der Einmaleffekt aus der Veräußerung der Anteile an der PROXESS Holding GmbH ist in der Prognose der Ergebnisgrößen berücksichtigt.
Hinsichtlich der Liquiditätsausstattung geht die Gesellschaft von einem positiven Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit zwischen € 5 Millionen und € 10 Millionen aus. Die Prognose des operativen Cashflows ist naturgemäß mit einer hohen Unsicherheit behaftet. Bereits das Zahlungsverhalten einzelner Großkunden beziehungsweise der Zeitpunkt des Vertragsschlusses und der Rechnungsstellung von zum Ende des Geschäftsjahres anstehenden Verlängerungen können stichtagsbezogen zu hohen Abweichungen führen.
Sämtliche Angaben zur Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2023/24 beziehen sich auf die zum 23. Januar 2024 bestehende Konzernstruktur.
Wie regelmäßig berichtet, hängt die Höhe des Umsatzes und des Ergebnisses insbesondere von den im Geschäftsbereich DCI zur Verlängerung anstehenden Kundenverträgen ab. Auf Basis interner Planungsrechnungen ist für das darauffolgende Geschäftsjahr 2024/25 davon auszugehen, dass die operativen Ergebnisgrößen die für das laufende Geschäftsjahr 2023/24 prognostizierten Werte wieder übertreffen, bevor sie in den folgenden beiden Geschäftsjahren weiter ansteigen werden. Die mehrjährigen Planungsrechnungen sind als absolut indikativ zu betrachten, da aufgrund des sehr langen Betrachtungszeitraums noch viele ungeplante Effekte positiver wie negativer Natur auftreten können.
Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit wird im laufenden Geschäftsjahr weiterhin auf dem Segment DACH liegen. Ungeachtet der Akquisition der InfiniteDATA werden für das Segment DACH Umsatzerlöse auf dem Niveau des Berichtsjahres und ein - entsprechend der Entwicklung im Gesamtkonzern - voraussichtlich geringeres EBITDA prognostiziert. Aufgrund der Zuordnung der InfiniteDATA zum Segment DACH ist von steigendem Umsatzerlösen auszugehen. Für das Segment Westeuropa werden ebenfalls steigende Umsatzerlöse und infolgedessen ein steigendes EBITDA geplant. In den Segmenten Sonstiges Europa und Nordamerika hingegen wird von zyklusbedingt sinkenden Umsatzerlösen sowie einem ebenfalls rückläufigen EBITDA ausgegangen. Im Segment Beteiligungen wird erwartet, dass die positive Geschäftsentwicklung der Codelab anhält.
Das langfristige weitere Wachstum und auch die Profitabilität des Konzerns werden über die Jahre darüber hinaus unter anderem von den folgenden Faktoren abhängen:
| ― | Erfolgreiche Positionierung der Beta Systems am Workload Automation Markt mit dem Produkt AutomateNOW! und Generierung von Neugeschäft, |
| ― | Diversifizierung des Produktportfolios verbunden mit Produktinnovationen insbesondere für Cloud-Lösungen mit positiven Auswirkungen sowohl auf das Neugeschäft als auch bei Bestandskunden, |
| ― | Ausbau und Halten unseres hoch qualifizierten Mitarbeiterstamms sowie weiterer Auf- und Ausbau des mit den Produktinnovationen verbundenen notwendigen Fachwissens. |
Der Vorstand hat entsprechende Maßnahmen eingeleitet und baut diese kontinuierlich aus.
Für die Beta Systems Software AG werden für das Geschäftsjahr 2023/24 leicht rückläufige Umsatzerlöse aus zentralen Konzerndienstleistungen sowie ein Betriebsergebnis vor Abschreibungen auf dem Niveau des Berichtsjahres erwartet. Der erwartete Rückgang der Umsatzerlöse hängt damit zusammen, dass einzelne Positionen aus der Holding in die operativen Gesellschaften Beta Systems DCI Software AG und Beta Systems IAM Software AG verlegt wurden. Ohne Berücksichtigung von Dividendenerträgen erwarten wir für 2023/24 ein gegenüber dem Berichtsjahr stabiles Beteiligungsergebnis. Mögliche Sondereffekte beispielsweise aus der Einstellung oder Aufholung von Wertberichtigungen, die aus heutiger Sicht nicht abschätzbar sind, sind in der Prognose nicht berücksichtigt.
Weitere wesentliche Risiken der prognostizierten Entwicklung für das Geschäftsjahr 2023/24 liegen unter anderem in der Realisierung der geplanten Wachstumspotentiale im Bestands- und Neukundengeschäft für die Geschäftsbereiche DCI und IAM. Zusätzliche Chancen und Risiken können sich darüber hinaus insbesondere aus der Umsetzung weiterer Unternehmensakquisitionen ergeben. In der vorliegenden Prognose sind keine Effekte möglicher weiterer Akquisitionen berücksichtigt.
Wie in den Vorjahren führt die angespannte geopolitische Lage zu einer hohen Unsicherheit hinsichtlich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Abweichungen von den Erwartungen können wesentliche Auswirkungen auf das Investitionsverhalten unserer Kunden haben.
CHANCEN- UND RISIKOBERICHT
1. INTERNES KONTROLLSYSTEM UND RISIKOMANAGEMENT
Im Rahmen der weltweiten geschäftlichen Tätigkeit auf dem Gebiet der Softwareentwicklung und dem Vertrieb der daraus entstehenden Produkte und Leistungen sind die Beta Systems Software AG und die Konzerngesellschaften einer Reihe von Chancen und Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Die vom Vorstand in ihren Grundsätzen vorgegebene und verfolgte Risikopolitik besteht darin, im Rahmen der Geschäftstätigkeit vorhandene Chancen optimal zu nutzen und die damit verbundenen Risiken nur dann einzugehen, wenn ein entsprechender Mehrwert durch die Chancenausnutzung geschaffen werden kann. Ziel dieses Vorgehens ist die Steigerung des Unternehmenswertes durch nachhaltiges Wachstum.
INTERNES KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEM
Dem Vorstand der Beta Systems Software AG und dem Management des Beta Systems Konzerns stehen umfassende konzernübergreifende und unternehmensspezifische Risikomanagement- und Kontrollsysteme zur Verfügung, welche die Erfassung, Bewertung und Steuerung dieser Risiken ermöglichen. Dieses systematische Risikomanagement sorgt dafür, dass eventuelle Risiken möglichst frühzeitig erkannt und bewertet werden. Das interne Kontroll-und Risikomanagementsystem des Beta Systems Konzerns und der AG umfasst alle Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und der Ordnungsmäßigkeit der (Konzern-) Rechnungslegung sowie zur sicheren Einhaltung der rechtlichen Vorschriften.
Prozessintegrierte und -unabhängige Überwachungsmaßnahmen bilden die Elemente des internen Überwachungssystems. Neben manuellen Prozesskontrollen, wie dem "Vier-Augen-Prinzip", sind auch die maschinellen IT-Prozesskontrollen, das IT-Berechtigungskonzept und die Funktionstrennung wesentliche Teile der prozessintegrierten Maßnahmen. Weiterhin werden durch Gremien oder durch spezifische Konzernfunktionen, wie z.B. die Rechtsabteilung, den Qualitätsmanagementbeauftragten oder den Information Security Officer, prozessintegrierte Überwachungen sichergestellt. Zudem erfolgen jährliche Audits durch externe Auditoren des TÜV für die Erlangung der Zertifikate gemäß ISO 9001 und ISO 27001.
Zur Überwachung und Steuerung der Risiken hat Beta Systems ein Risikomanagementsystem (RMS) für die Gesellschaft und den Konzern implementiert. Mit dem eingesetzten RMSB (Risiko-Management-System-Beta, eine Eigenentwicklung auf Basis von Microsoft Access) wird sichergestellt, dass alle Informationen bzw. Risiken zeitnah auf dem aktuellen Stand sind und auf einen Blick übersichtlich und verständlich dargestellt werden können. Aufgrund der Eigenprogrammierung können Änderungen und Anpassungen jederzeit realisiert werden. Eine individuelle Anpassung an geänderte Erfordernisse ist somit zeitnah gewährleistet. Beta Systems ist mit diesem System in der Lage schnell, sicher und kostengünstig auf Veränderungen zu reagieren. Diese Flexibilität hat sich auch und gerade in Zeiten sich ändernder Aufbau- und Ablauforganisationen bewährt, sei es durch die andauernden geopolitischen Verwerfungen oder aufgrund von organisatorischen Anpassungen an Marktveränderungen.
Darüber hinaus dient das RMSB der Dokumentation der Veränderungen von Risiken. Die Bewertung der Risiken erfolgt gemäß den Regelungen des Risikomanagementsystem-Handbuchs, in dem auch Aufbau und Ablauf des Risikomanagements dokumentiert sind.
Neben den einzelnen individuellen Absicherungsmaßnahmen, die im RMSB aufgelistet werden, finden sich bei Beta Systems fünf Sicherungssysteme, die in die Organisationsstruktur integriert sind und allgemein risikominimierend wirken. Zu ihnen gehören die betrieblichen Sicherungssysteme als formale Organisationselemente, die die Betriebsabläufe konkret gestalten (unter anderem die Beschreibung der Betriebs- und Geschäftsabläufe und gesicherte Zeichnungswege zu allen Geschäftsvorfällen), die Produkt- und Vertragssicherungssysteme (Qualitätssicherungsabteilung für die Produktentwicklung und das Vertragsmanagement, das Haftungsrisiken für den Konzern minimiert bzw. nicht unerkannt lässt), die Kapital- und Investitionssicherungssysteme (Organisationsaufbau stellt sicher, dass alle wesentlichen Verfügungen außerhalb des Alltagsgeschäfts gemäß der Unterschriftenregelung von Beta Systems erfolgen und durch das Finanzplanungswesen ist sichergestellt, dass jederzeit liquide Mittel in hinreichender Höhe zur Verfügung stehen), das Human-Resources-Sicherungssystem sowie das Sicherungssystem zur Unternehmens- und Managementeffizienz.

In seiner Gesamtheit wird das Risikomanagementsystem in obenstehendem Schaubild dargestellt.
Der Leiter Risikomanagement, die Risikomanager sowie das Controlling sind verantwortlich für die Entwicklung von Methoden, Systemen und Handlungsanweisungen für das RMS. Der Leiter Risikomanagement übernimmt auch die unternehmensweite Unterstützungsfunktion für alle Fragen bezüglich des RMS. Darüber hinaus sind die vom Controlling natürlicherweise ausgeführten Funktionen Planung, Kontrolle, Steuerung und Informationsversorgung ein Bestandteil des RMS.
Zusätzlich dient bei Beta Systems ein Frühwarnsystem der Risikoüberwachung, das vor allem im Bereich Markt und Kunden eingesetzt wird, da hier der Auftragseingang und der Umsatz die wichtigsten Informations- und Steuerungsgrößen darstellen.
Soweit wirtschaftlich sinnvoll, hat Beta Systems für mögliche Schadensfälle und Haftungsrisiken Versicherungen abgeschlossen, die sicherstellen, dass sich finanzielle Folgen von möglicherweise eintretenden Risiken in Grenzen halten bzw. ganz ausgeschlossen werden. Der Umfang wird laufend überprüft und bei Bedarf angepasst. Zudem findet einmal jährlich ein sogenanntes Jahresgespräch mit den Versicherungsmaklern statt, welches schriftlich dokumentiert wird.
Zusätzlich erfolgt die kontinuierliche Information der Mitarbeiter zu rechtlichen Grundlagen und den entsprechenden Anforderungen für die interne und externe Kommunikation. Es besteht ein internes Compliance-System, an dessen Spitze der Chief Compliance Officer die delegierte Verantwortung für die Einhaltung der Compliance-Richtlinie sowie anderer relevanter Vorschriften übernimmt.
Das Risikomanagementsystem wird von Beta Systems kontinuierlich weiterentwickelt und den sich ändernden Rahmenbedingungen angepasst. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig über wesentliche Risiken und deren Entwicklung. Der Aufsichtsrat ist während des abgelaufenen Geschäftsjahres seinen gesetzlichen Pflichten bei der Überwachung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems nachgekommen.
WESENTLICHE MERKMALE DES RECHNUNGSLEGUNGSBEZOGENEN INTERNEN KONTROLL- UND RISIKOMANAGEMENTSYSTEMS
Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem ermöglicht durch die im Beta Systems Konzern festgelegten Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen die vollständige Erfassung, Aufbereitung und Würdigung von unternehmensbezogenen Sachverhalten sowie deren sachgerechte Darstellung in der (Konzern-) Rechnungslegung. Die auf die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der (Konzern-) Rechnungslegung ausgerichteten Maßnahmen des internen Kontrollsystems stellen sicher, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah dokumentiert werden.
Die Erfassung buchhalterischer Vorgänge erfolgt auf der Basis der konzernweit einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien sowie eines einheitlichen Kontenplans in einem zentralen ERP-System. Auf der Grundlage der Abschlüsse der Einzelgesellschaften und weiterer zu berichtender Informationen wird der Konzernabschluss erstellt. Das Regelungswerk wird von der Finanzabteilung vorgegeben und im Hinblick auf neue, vom Beta Systems Konzern anzuwendende Gesetze, Rechnungslegungsvorschriften und andere Verlautbarungen und Richtlinien kontinuierlich aktualisiert. Ebenso erfolgen die terminlichen Vorgaben zentral.
Die Einzelabschlüsse wie auch die einzelnen Schritte der Konsolidierung werden in der zentralen Finanzabteilung manuellen wie auch technischen Kontrollen unterzogen, um eine Einhaltung der vorgegebenen Regelungen und Termine zu gewährleisten. Grundsätzlich gilt in allen Bereichen das "Vier-Augen-Prinzip", zudem durchlaufen alle Abschlussinformationen definierte Freigabeprozesse basierend auf erfolgten Analysen von Soll-Ist-Abweichungen und inhaltlichen Veränderungen einzelner Posten.
Um die IT-Sicherheit zu gewährleisten, sind Zugriffsregelungen in den rechnungslegungsbezogenen IT-Systemen definiert. So wird sichergestellt, dass Nutzer nur auf die Informationen und Systeme Zugriff haben, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen (Need-to-Know-Prinzip).
Der Konzernabschlussprüfer und sonstige Prüfungsorgane, wie z.B. der steuerliche Betriebsprüfer, erbringen umfassende Prüfungstätigkeiten. Neben der Prozessprüfung bildet insbesondere die inhaltliche und formale Prüfung des Konzernabschlusses durch den Konzernabschlussprüfer bzw. die Prüfung der wesentlichen einbezogenen Abschlüsse der Konzerngesellschaften die wesentliche Überwachungsmaßnahme im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess.
2. CHANCEN UND RISIKEN
In ihrer unternehmerischen Geschäftstätigkeit in internationalen Märkten unterliegt die Gesellschaft verschiedenen Risiken, gleichwohl ergeben sich aber auch Chancen. Beide können Einfluss auf die prognostizierte Entwicklung nehmen und die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Beta Systems Konzerns und der Beta Systems Software AG spürbar verändern. Im Folgenden werden die wesentlichen identifizierten Einzelchancen und -risiken erläutert. Dabei wird in diesem Teil des Berichts ausdrücklich immer davon ausgegangen, dass Risiken ebenfalls auch Chancen bedeuten. So beinhaltet beispielsweise die Einführung neuer Produkte am Markt einige Risiken, gleichzeitig kann ein entsprechender Erfolg der neuen Produkte aber auch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil ergeben.
UMFELD- UND BRANCHENCHANCEN UND -RISIKEN
ALLGEMEINE MARKTCHANCEN UND -RISIKEN
Aufgrund ihres sehr spezialisierten und in den vergangenen Jahren zielgerichtet ergänzten Produkt-und Lösungsangebots sowie ihrer Wettbewerbsvorteile als mittelständisch geprägtes Unternehmen, wie z.B. hoher Flexibilität und Kundennähe, ist Beta Systems in einer strategisch günstigen Ausgangsposition, um auf Markttrends zu reagieren und an diesen zu partizipieren. Gleichzeitig weist Beta Systems im Vergleich zu einer Vielzahl ihrer Kunden eine relativ kleine Unternehmensgröße auf, was die Möglichkeit der Durchsetzung von Preissteigerungen einschränken und erhöhte Anforderungen an die Qualifizierung der Gesellschaft bei bestehenden sowie potentiellen neuen Kunden stellen kann.
Generell sind die weltweiten Märkte für unsere Produkte durch einen harten Wettbewerb geprägt. Dies gilt für Preise, Produkt- und Dienstleistungsqualität, die Entwicklungs- und Markteinführungszeiten sowie für den Service. Dies betrifft insbesondere die neu entwickelten Produkte, bei denen sich ein erhöhtes Ertragsrisiko durch hohe Absatzrisiken bei gleichzeitig hohem Aufwand für Marktentwicklung, Markteinführung und Marktdurchdringung ergibt. Die Erreichung der Umsatzziele hängt insbesondere von der allgemeinen Entwicklung dieser Märkte und von der Akzeptanz unserer Lösungen bei den Kunden ab. Es besteht das Risiko, dass sich die einzelnen Märkte nicht wie prognostiziert oder unterschiedlich entwickeln, oder dass sich die entsprechenden Produkte nicht im erwarteten Maß durchsetzen können. Zusätzlich besteht die Gefahr von Markt- oder Wachstumseinbrüchen durch unvorhersehbare Entwicklungen. Auch könnten Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen in regulierten Branchen zu Kostenbelastungen führen.
INFLATION
Das Geschäftsjahr 2022/23 war geprägt durch eine weiterhin außergewöhnlich hohe Inflation, die ihren Spitzenwert zu Beginn des Geschäftsjahres mit einem Wert von 8,8% einnahm und dann ab dem zweiten Geschäftsquartal schrittweise zurückging. Zum Ende des Geschäftsjahres lagen die Preise für Waren und Dienstleistungen in Deutschland gemäß dem Statistischen Bundesamt noch 4,5% über dem Niveau vor Jahresfrist, zum Ende des Kalenderjahres 2023 waren es 3,7%. Für das begonnene Kalenderjahr 2024 wird erwartet, dass die Inflationsrate sich auf dem aktuellen Niveau einpendelt bzw. gegebenenfalls nochmal leicht zurückgeht.
Für Beta Systems besteht hauptsächlich das Risiko, dass Löhne und Gehälter bei einer andauernden Inflation weiterhin anziehen und so die Kosten in die Höhe treiben. Im Berichtsjahr stiegen die Personalaufwendungen auch wegen der inflationsbedingten Gehaltsanpassungen deutlich an. Hinzu kommt der Preisanstieg für bezogene Leistungen, die im Vergleich zum Personalaufwand aber eine geringere Rolle spielen. Sollte es gleichzeitig nicht gelingen, die Preissteigerungen an die Kunden weiterzugeben, besteht das Risiko negativer Auswirkungen auf die Ergebnissituation. Mehrjährige Verträge bringen der Gesellschaft den Vorteil von Sicherheit und Stabilität, bergen in Zeiten steigender Inflation aber den Nachteil, dass nicht kurzfristig auf Preissteigerungen reagiert werden kann. Um das Risiko zu minimieren ist daher bei der Verhandlung von Neuverträgen und Vertragsverlängerungen das Ziel, dass die Preise mit einer angemessenen jährlichen Steigerungsrate versehen oder alternativ an einen Teuerungsindex gekoppelt werden.
GESAMTWIRTSCHAFTLICHE LAGE
Wie im Wirtschaftsbericht dargestellt, sehen die Prognosen für das gerade begonnene Kalenderjahr 2024 nur ein geringes Wachstum in den für Beta Systems wichtigen Märkten, für Deutschland wird sogar ein leichter Rückgang des Bruttoinlandsprodukts erwartet. Infolgedessen besteht das Risiko, dass sowohl Bestands- als auch potentielle Neukunden Sparmaßnahmen auflegen und aufgrund dessen geplante Projekte und Investitionen aussetzen oder zeitlich strecken. Gleichzeitig wird bei Bestandskunden das Durchsetzen von - unter anderem durch die hohe Inflation bedingten - Preisanpassungen erschwert.
UNTERNEHMENSSTRATEGISCHE CHANCEN UND RISIKEN
PRODUKTCHANCEN UND -RISIKEN
Um das Produktportfolio stets auf einem aktuellen Stand zu halten, investiert Beta Systems in neue Produktgenerationen sowie in die Erweiterung des Portfolios durch Akquisitionen. Das Unternehmen geht davon aus, hierdurch seine Marktpositionierung nachhaltig zu verbessern und zusätzliche Umsatz-und Ertragspotentiale durch ein verbessertes und marktgerechtes Produkt- und Lösungsangebot sowie einen einheitlichen Unternehmensauftritt zu erzielen. Unabhängig davon besteht das Risiko, dass durch erfolgreiche Produktinnovationen von Wettbewerbern die eigene Marktstellung und damit die Unternehmensentwicklung negativ beeinflusst werden. Dieser Gefahr wird durch Anpassung und Weiterentwicklung der Produkte entsprechend den Marktanforderungen entgegengewirkt. Dazu erfolgt ein intensiver Austausch zwischen Vertrieb, Marketing sowie Forschung und Entwicklung unter verstärkter Einbindung der Kunden mittels User Research, zusätzlich bestehen Kontakte zu entsprechenden externen Analysten, um frühzeitig neue Marktanforderungen und -entwicklungen zu erkennen und darauf reagieren zu können.
Um die Abhängigkeit von einem bestimmten Produkt so gering wie möglich zu halten, verfügt Beta Systems über einen Mix aus verschiedenen Produkten und Leistungen, die voneinander unabhängig sind. So werden mit den klassischen Beta Produkten Großrechner in Rechenzentren (DCI) bedient, gleichzeitig bietet Beta Systems aber auch Produkte und Leistungen für den Betrieb in der Cloud an. Hinzu kommen Produkte für sicheres und effizientes Benutzer- und Zugriffsmanagement (IAM) sowie Lösungen für die Analyse von Zugriffsrechten.
Im Geschäftsjahr 2022/23 wurden rund 29% des Umsatzes durch die zwei wichtigsten DCI-Produkte _beta doc|z und _beta log|z erzielt sowie 18% durch die IAM-Lösung Garancy Identity Manager. Jeder Faktor, der die Preisgestaltung oder die Nachfrage nach diesen Produkten oder Leistungen nachteilig beeinflusst, kann eine negative Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage von Beta Systems haben. Die Attraktivität der mit den Produkten _beta doc|z und _beta log|z bedienten Mainframe-Umgebung hängt stark von den Innovationen und der Geschäftspolitik von IBM und anderen großen Hard- und Softwareherstellern ab.
Beta Systems geht davon aus, dass das MainframeGeschäft über die kommenden Jahre hinweg leicht rückläufig sein wird und sich Auswirkungen auf die Umsatzerlöse von Beta Systems ergeben werden. Als Gegenmaßnahme wird hier insbesondere die Produktentwicklung von Cloud-Lösungen noch stärker forciert werden. Kunden, die eine Migration von der Mainframe-Welt in die Cloud planen, werden weiterhin proaktiv beraten. Infolge der Akquisition der InfiniteDATA zählt seit Beginn des laufenden Geschäftsjahres 2023/24 mit AutomateNOW! ein natives Cloud-Produkt zum Angebotsportfolio der Beta Systems. Damit bietet sich nicht nur die Chance, potentielle Neukunden im Anwendungsbereich Workload Automation anzusprechen, sondern auch die Bestandsprodukte der Beta Systems auf Basis der Plattform von AutomateNOW! weiterzuentwickeln.
Die Erweiterung und Ergänzung des Produkt- und Dienstleistungsportfolios kann mehr Aufwand als geplant erfordern, die Erschließung neuer Märkte könnte fehlschlagen und/oder die Umsatz- und Ertragsziele könnten nicht erreicht werden. Es besteht zudem das Risiko, dass der Umsatz mit den gegenwärtigen Produkten zurückgeht und die Softwareentwicklungen nicht rechtzeitig Marktreife erlangen, um diesen Rückgang zu kompensieren.
SCHWANKUNGEN UND SAISONALITÄT DES UMSATZES
Die Fristigkeit, das Volumen und die Ausgestaltung von kundenindividuellen Verträgen sind entscheidend für die Ergebnisentwicklung von Beta Systems. Die Einzelvereinbarungen mit den Kunden umfassen oft hohe Umsatzvolumina und haben eine Dauer von mehreren Jahren. Sollten derartige Aufträge ausbleiben, nicht verlängert werden oder sich verzögern, könnte dies erhebliche Auswirkungen auf die Ergebnissituation haben. Aus der Fristigkeit bereits bestehender Verträge ergibt sich zudem ein Zyklus für anstehende künftige Vertragsverlängerungen, der insbesondere Auswirkungen auf die Höhe des zu realisierenden Lizenzumsatzes und damit die Ergebnissituation hat. Durch den Abschluss von SaaS-Verträgen würde dieses Risiko abnehmen und der Zykluseffekt in der Realisierung der Umsatzerlöse zurückgehen, da SaaS-Umsatzerlöse ratierlich über die Laufzeit eines jeden Vertrags hinweg zu realisieren sind.
CHANCEN UND RISIKEN IM ZUSAMMENHANG MIT DER DURCHFÜHRUNG VON AKQUISITIONEN UND DER INTEGRATION VON BETEILIGUNGSUNTERNEHMEN
Die Durchführung von Akquisitionen birgt vielfältige Chancen und Risiken. Für die Gesellschafter der übernehmenden Gesellschaft bietet sich durch die bloße Einbeziehung der erworbenen Gesellschaft in den Konzernabschluss die Chance signifikanter Steigerungen von Umsatzerlösen und Ergebnis. Daneben existiert die Chance durch gegenseitiges Cross-Selling Synergien zu heben und neue Potentiale bei Bestandskunden zu realisieren oder - auf Basis von Erfahrungen innerhalb der übernehmenden oder zu übernehmenden Gesellschaft - neue Märkte für die jeweils andere Gesellschaft zu erschließen und z.B. den Ausbau des internationalen Geschäfts voranzutreiben. Gegebenenfalls lassen sich durch die Kombination bestehender Produkte oder die gemeinsame Weiterentwicklung der Produktpalette auch völlig neue Marktchancen eröffnen. Bei Übernahme eines relevanten direkten Konkurrenten kann eine Akquisition auch zur Stärkung der eigenen Marktposition beitragen, z.B. auch mit Blick auf die Durchsetzung von Preiserhöhungen bei Kunden. Daneben kann die Übernahme einer Gesellschaft Zugriff auf qualifiziertes Personal ermöglichen, welches gegebenenfalls auch zur Weiterentwicklung eigener Produkte eingesetzt werden kann. Durch die Zentralisierung von Tätigkeiten lassen sich womöglich kostenseitige Synergien verwirklichen. Einsparungen sind - in Abhängigkeit der Strukturen der zu übernehmenden Gesellschaft - hier grundsätzlich in allen Funktionsbereichen, häufig insbesondere aber in den Zentralfunktionen vorstellbar.
Allerdings ist der Erwerb von Beteiligungen regelmäßig mit einem erheblichen unternehmerischen Risiko verbunden. Zwar soll im Vorfeld jeder möglichen Akquisition eine umfassende Prüfung des Zielunternehmens mit gebotener Sorgfalt (Due Diligence) erfolgen, dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass im Zuge des Erwerbs einer Beteiligung die mit ihr verbundenen Risiken falsch eingeschätzt oder wesentliche Risiken gar nicht erkannt werden.
Es besteht insbesondere die Gefahr, dass die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die Wettbewerbsposition und das Marktumfeld, die Wachstumspotentiale, die gesellschaftsrechtlichen und sonstigen rechtlichen Verhältnisse sowie die Kompetenz und Erfahrung des Managements eines Unternehmens, an dem eine Beteiligung erworben werden soll, falsch eingeschätzt werden. Die vor dem Erwerb durchgeführte Due Diligence basiert auf Informationen, die der Gesellschaft vom Zielunternehmen oder von Dritten zur Verfügung gestellt werden. Trotz eingehender Prüfung und der Einholung zusätzlicher Expertisen könnten die der Gesellschaft zur Verfügung gestellten Informationen entgegen den Angaben des Verkäufers oder der dritten Partei nicht vollständig oder im schlimmsten Falle sogar unrichtig sein.
Vorgenannte Sachverhalte könnten zum einen zur Folge haben, dass - rückblickend betrachtet - die Gesellschaft einen zu hohen Kaufpreis für den Erwerb der Beteiligung bezahlt und infolgedessen bei einer etwaigen späteren Veräußerung Verluste erleidet. Zum anderen besteht das Risiko, dass die wirtschaftliche Entwicklung des Beteiligungsunternehmens hinter der von der Gesellschaft prognostizierten Entwicklung zurückbleibt. Dies könnte nicht nur die von ihr angestrebte Rendite aus der Beteiligung schmälern, sondern im Extremfall zu einem Totalverlust dieser Beteiligung und infolgedessen zu einem Vermögensschaden bei der Gesellschaft führen.
Ferner bergen Akquisitionen das Risiko, dass die erworbenen Vermögensgegenstände wegen formeller Fehler oder weil der Verkäufer zum Zeitpunkt des Verkaufs nicht Eigentümer der Vermögensgegenstände ist, nicht wirksam übertragen werden können oder dass übertragene Vermögensgegenstände entgegen den Angaben des Verkäufers nicht lastenfrei sind. Zudem ist der Erwerb von Vermögensgegenständen im Ausland häufig mit rechtlichen Unwägbarkeiten verbunden.
Die Durchführung von Akquisitionen kann schließlich zu einer Erhöhung der Verschuldung der Gesellschaft führen. Dadurch würde eine Bonitätsverschlechterung der Gruppe eintreten, welche ihre zukünftigen Finanzierungsmöglichkeiten einschränkt. Dadurch könnten wiederum die operativen Handlungsspielräume und damit die Geschäftstätigkeit der Gruppe sowie ihre Wachstumsmöglichkeiten beeinträchtigt werden.
Der Erfolg von Akquisitionen hängt in hohem Maße von der Integration der erworbenen Unternehmen oder Geschäftsbereiche sowie der Ausschöpfung potentieller Synergiepotentiale ab. Bei der Integration können Schwierigkeiten in operativer, technischer, personeller und/oder sozio-kultureller Hinsicht auftreten. Dies gilt insbesondere bei der Integration von Akquisitionsobjekten, deren Strukturen stark von den Strukturen der Unternehmen der Beta Systems Gruppe abweichen. Außerdem binden Akquisitionen Managementressourcen, die ansonsten anderweitig im Interesse des Unternehmens eingesetzt werden könnten.
Die geschilderten Risiken im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Integration von Beteiligungen können erhebliche negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie die Vermögens-, Finanz-und Ertragslage der Gesellschaft haben.
LEISTUNGSWIRTSCHAFTLICHE CHANCEN UND RISIKEN
VERTRIEBS- UND ABSATZCHANCEN UND -RISIKEN
Die Diversifikation und Komplexität der Produkte erfordern einen qualifizierten und professionellen Vertrieb. Deshalb gibt es für jede Produktgruppe des Beta Systems Konzerns ein spezialisiertes Vertriebsteam, um den Informations- und Beratungsansprüchen der Kunden gerecht zu werden. Es erfolgen regelmäßig intensive Schulungen der Vertriebsmitarbeiter, zusätzlich gibt es Benutzergruppen aus Mitarbeitern und Kunden, um den Absatz unserer Produkte zu erleichtern.
Die Aufgaben der Vertriebsorganisation der Beta Systems liegen sowohl in der Forcierung des Neukundengeschäfts in den Geschäftsbereichen DCI, IAM und Digitalisierung als auch der optimalen Betreuung und weiteren langfristigen Bindung der Bestandskunden. Die Gesellschaft sieht durch die Unterhaltung einer starken Vertriebsorganisation die Chance einer mittelfristigen signifikanten Steigerung von Umsatzerlösen und Profitabilität, dies nicht zuletzt mit Blick auf die Anfang des laufenden Geschäftsjahres getätigte Akquisition. Gleichzeitig bergen die mit dem Ausbau der Vertriebsorganisation verbundenen Investitionen in die Mitarbeiterschaft das Risiko negativer Effekte auf das Betriebsergebnis, sollten sich die Erwartungen an die Vertriebsmitarbeiter hinsichtlich der Generierung von Neugeschäft und der damit verbundenen Entwicklung der Umsatzerlöse nicht erfüllen.
PRODUKT- UND DIENSTLEISTUNGSQUALITÄT
Beta Systems unternimmt umfangreiche Anstrengungen, um neue Produkte oder Produktversionen vor ihrer Markteinführung zu testen. Trotzdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass Produkte bei ihrer Auslieferung unbekannte Fehler enthalten. Die Beseitigung dieser Fehler kann erhebliche Ressourcen erfordern. Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass Kunden Schadenersatzansprüche geltend machen, den Austausch der Software fordern oder andere Konzessionen von Beta Systems verlangen. Des Weiteren trifft Beta Systems zahlreiche Vorkehrungen, um eine termingerechte Markteinführung ihrer Produkte sicherzustellen. Trotzdem kann es zu Verzögerungen bei der Auslieferung neuer Produkte kommen. Derartige Verspätungen können die Marktakzeptanz der Beta Systems Produkte beeinträchtigen und die wirtschaftliche Entwicklung von Beta Systems negativ beeinflussen.
Im Bereich der Servicedienstleistungen besteht das Risiko, dass Kunden mit der erbrachten Leistung in Art und Güte oder auch mit dem zeitlichen Rahmen der Leistungserbringung nicht zufrieden sind. Es kann zu Nachbesserungsforderungen der Kunden kommen, die erhebliche Ressourcen binden können. Zusätzlich besteht bei Festpreisprojekten die Gefahr, dass die tatsächlich anfallenden Kosten zur Erfüllung der vereinbarten Leistungen die ursprünglich geplanten Kosten übersteigen, so dass der Projektumsatz die Selbstkosten nicht mehr deckt. Beta Systems verfügt deshalb über ein Projektcontrolling, das in Zusammenarbeit mit den Projektleitern die einzelnen Projekte begleitet und überwacht, um auftretende Risiken rechtzeitig zu erkennen und darauf reagieren zu können.
ABHÄNGIGKEIT VON QUALIFIZIERTEM PERSONAL UND KNOWHOW-TRÄGERN
Der Erfolg des Unternehmens hängt wesentlich von der Verfügbarkeit von qualifizierten Mitarbeitern mit spezialisiertem Fachwissen ab. Entsprechend haben die Vermeidung des Verlustes hochqualifizierter Mitarbeiter sowie die Gewinnung von qualifiziertem Personal weiterhin einen entscheidenden Einfluss auf die künftige Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage. Besondere Bedeutung kommt der Nachbesetzung und dem Knowhow-Transfer von langjährigen erfahrenen Mitarbeitern zu, die vor dem Renteneintritt stehen. Der Fachkräftemangel am Arbeitsmarkt birgt das Risiko, dass durch Fluktuation oder anderweitig neu zu besetzende Stellen nicht oder nur verspätet mit geeigneten Fachkräften besetzt werden können. Um diesem zu entgegnen und junge Menschen für das Unternehmen zu begeistern, investiert Beta Systems weiterhin in das Ausbildungsprogramm des Unternehmens. Mit der Beta Academy wurde ein weiteres Programm geschaffen, um junge Menschen an die Produkte und Lösungen der Beta Systems heranzuführen.
PARTNERGESCHÄFT
Beta Systems unterhält ein Partnernetzwerk mit zahlreichen externen Vertriebspartnern, die zusammen mit Beta Systems in über 30 Ländern aktiv sind. Die Gesellschaft treibt den Ausbau ihres Partnernetzwerks in den Bereichen DCI und IAM international voran, um die eigenen Lösungen besser in attraktiven Branchen und Regionen vermarkten zu können. Hierbei kommt der Stärkung der internationalen Präsenz, speziell auch in neuen Märkten, große Bedeutung zu.
Störungen bei bestehenden Kooperationen und Partnerschaften können zu Umsatzeinbußen führen. Hinzu kommt das Risiko von Rechtsstreitigkeiten mit Partnern im Falle von nicht exakt spezifizierten Verantwortlichkeiten und/oder nicht abgestimmten Versprechungen oder Zusagen gegenüber dem Kunden.
FINANZWIRTSCHAFTLICHE UND RECHTLICHE CHANCEN UND RISIKEN
INTERNATIONALE GESCHÄFTSTÄTIGKEIT UND WÄHRUNGSRISIKEN/-CHANCEN
Beta Systems betreut Kunden durch ortsansässige Tochtergesellschaften sowohl in Europa als auch in Nordamerika. Damit unterliegt der Beta Systems Konzern mit seinen Tochtergesellschaften den Risiken aus internationalen Geschäften, z.B. veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen in den unterschiedlichen Ländern sowie Währungsrisiken. Details zu den Währungsrisiken werden im Kapitel "Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten" erläutert.
SCHUTZ DER PRODUKTRECHTE
Beta Systems hat zahlreiche Maßnahmen zum Schutz der Produktrechte ergriffen. Hierzu gehören unter anderem Urheberrechte, Marken- und Warenzeichen, Lizenzen, Vertraulichkeitsvereinbarungen sowie verschiedene technische Vorkehrungen. Es kann jedoch keine Garantie dafür übernommen werden, dass diese Schutzmaßnahmen ausreichend sind. So kann es für Dritte trotz der von Beta Systems getroffenen Schutzmaßnahmen möglich sein, Beta Systems Produkte zu kopieren, weiterzuentwickeln oder anderweitig an Informationen zu gelangen, welche Beta Systems als ihr geistiges Eigentum betrachtet. Zudem könnten Dritte den Quellcode von Software der Beta Systems Gruppe über die vertraglich vereinbarten Grenzen hinaus nutzen, nachdem ihnen dieser aufgrund einer Hinterlegungsvereinbarung offengelegt wurde. Auch Rechte an Arbeitnehmererfindungen stehen möglicherweise nicht Gesellschaften der Beta Systems Gruppe zu. Dieses Risiko wird mittels arbeitsvertraglicher Regelungen so weit als möglich eingeschränkt. Darüber hinaus werden die Eigentumsrechte von Beta Systems in den Rechtssystemen verschiedener Länder nicht im gleichen Maße wie in Deutschland bzw. der EU geschützt. Andererseits könnte auch Beta Systems Schutzrechte Dritter, insbesondere Urheberrechte und Patente, verletzen. Auch dem wird mit einem proaktiven Risikomanagement entgegengewirkt.
SPEZIFISCHE (KONZERN-) RECHNUNGSLEGUNGSBEZOGENE RISIKEN
Spezifische (konzern-) rechnungslegungsbezogene Risiken können z.B. aus dem Abschluss ungewöhnlicher oder komplexer Geschäfte auftreten. Weiterhin sind Geschäftsvorfälle, die nicht routinemäßig verarbeitet werden, mit einem latenten Risiko behaftet. Aus den Mitarbeitern notwendigerweise eingeräumten Ermessensspielräumen bei Ansatz und Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden können weitere (konzern-) rechnungslegungsbezogene Risiken resultieren.
Insbesondere persönliche Ermessensentscheidungen, fehlerbehaftete Kontrollen, kriminelle Handlungen oder sonstige Umstände können nicht ausgeschlossen werden und führen naturgemäß zur eingeschränkten Wirksamkeit und Verlässlichkeit des eingesetzten internen Kontroll- und Risikomanagementsystems, so dass auch die konzernweite Anwendung der eingesetzten Systeme keine absolute Sicherheit hinsichtlich der richtigen, vollständigen und zeitnahen Erfassung von Sachverhalten in der (Konzern-) Rechnungslegung gewährleisten kann.
STEUERLICHE AUßENPRÜFUNGEN
Künftige steuerliche Außenprüfungen können zu Steuernachforderungen der Finanzbehörden führen; werden Verrechnungspreise im Konzern nicht anerkannt, kann dies zu Steuernachforderungen führen; die Versagung der Anerkennung von Verlustvorträgen kann eine Wertberichtigung der aktiven latenten Steuern nach sich ziehen und damit nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der Beta Systems Gruppe haben und zu künftigen Steuermehrbelastungen führen.
KOMMUNIKATIONS- UND INFORMATIONSTECHNOLOGIE
Bei der in der Beta Systems Gruppe eingesetzten Kommunikations- und Informationstechnologie könnten Sicherheits- und Funktionsstörungen auftreten. Beta Systems hat daher ein umfassendes IT-Sicherheitskonzept umgesetzt.
CYBERANGRIFFE
In den letzten Jahren hat das Risiko von Cyberangriffen kontinuierlich zugenommen. Bei einem Cyberangriff handelt es sich um den böswilligen und vorsätzlichen Versuch einer Person oder Organisation, die Sicherheit des Informationssystems einer anderen Person oder Organisation zu beeinträchtigen. In der Regel möchte sich der Angreifer einen Vorteil aus der Störung des Netzwerks des Opfers sichern. Häufig haben es die Angreifer auf Lösegeld abgesehen. Zu den häufigsten Arten von Cyberangriffen gehören das sogenannte Phishing (Täuschung von Mitarbeitern mit authentisch wirkenden E-Mails oder Webseiten um z.B. an sensible Unternehmensdaten zu gelangen), das Einschleusen von Schadsoftware wie Viren oder Trojanern und das Einschleusen von Ransomware zur Verschlüsselung von Unternehmensdaten.
Infolge von Cyberangriffen besteht das Risiko, dass die Informationssysteme der Gesellschaft beschädigt werden und so die Geschäftstätigkeit massiv beeinträchtigt oder gar unterbrochen wird. Dies könnte zur Folge haben, dass die Gesellschaft ihren vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Kunden nicht oder nicht in einer angemessenen Zeit nachkommen kann. Weiterhin besteht das Risiko, dass Teile der IT-Infrastruktur ausgetauscht und neu beschafft werden müssen. Gleichzeitig besteht bei Angriffen auf die Informationssysteme das Risiko, dass Angreifer Zugriff auf sensible und/oder personenbezogene Daten erhalten, was einen Reputationsverlust und/oder finanzielle Strafen nach sich ziehen könnte.
Beta Systems hat umfassende IT-technische Maßnahmen ergriffen, deren Ziel es ist, das Eindringen von potentiellen Angreifern in die Informationssysteme der Gesellschaft zu verhindern sowie die Auswirkungen eines potentiellen Angriffs zu minimieren. Die Netzwerkarchitektur, die Informationssysteme sowie alle damit verbundenen Prozesse werden regelmäßig auf mögliche Verbesserungen hin untersucht und entsprechend angepasst. Daneben werden die Mitarbeiter regelmäßig über die Bedrohungen durch Cyberangriffe und mögliche Vorgehensweisen der Täter informiert, um das Bewusstsein für die bestehenden Risiken zu schärfen. Als laufende Maßnahme zur Aufrechterhaltung und kontinuierlichen Verbesserung der Informationssicherheit führt Beta Systems jährlich die Zertifizierung nach ISO 27001 durch.
GESAMTAUSSAGE ZUR RISIKOSITUATION DER GESELLSCHAFT
Es bestehen derzeit keine bestandsgefährdenden Einzelrisiken.
Hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf das laufende Geschäftsjahr 2023/24 hält der Vorstand der Beta Systems grundsätzlich einen Eintritt der Risiken mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (geringere Umsatzerlöse durch Verzögerungen oder Ausbleiben von Neugeschäft) für möglich, geht zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber davon aus, das in seinen Planungen angemessen berücksichtigt zu haben. Ein grundsätzlich mögliches Risiko stellt auch ein Ausbleiben oder Verzögerungen von Vertragsverlängerungen mit einzelnen Kunden dar, wenngleich auch hier die Auswirkungen bei Eintreten des Risikos als moderat einschätzt werden, da wesentliche Verträge in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres bereits erfolgreich verlängert werden konnten. Allerdings ist in vielen Kundengesprächen festzustellen, dass sich die Migration weg vom Mainframe beschleunigt.
Finanziell bedeutsame Auswirkungen könnten von einem Angriff auf die Informationssysteme (Cyberangriff) der Gesellschaft ausgehen. Die Gesellschaft ist der Ansicht, die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen getroffen zu haben, um das Risiko eines Cyberangriffs soweit als möglich zu minimieren. Regelmäßige Vorkommnisse weltweit zeigen jedoch, dass es gegen gezielte kriminelle Attacken keine 100%ige Sicherheit geben kann.
Eine große Chance sieht der Vorstand in der Akquisition der InfiniteDATA, gleichzeitig lassen sich aber auch die Risiken einer solchen Transaktion nicht vollständig ausschließen. Sämtliche Maßnahmen zur Integration der InfiniteDATA in den Beta Systems Konzern und der Ansprache potentieller (Neu-)Kunden werden durch ein dediziertes Post-Merger-Integration (PMI) Team koordiniert, um Chancen zu realisieren und Risiken auf ein Minimum zu beschränken.
Die übrigen Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und/oder ihrer finanziellen Auswirkungen für das laufende Geschäftsjahr 2023/24 als wenig bedeutsam eingeschätzt.
3. RISIKOBERICHTERSTATTUNG IN BEZUG AUF DIE VERWENDUNG VON FINANZINSTRUMENTEN
KREDIT- BZW. AUSFALLRISIKO
Das Kredit- bzw. Ausfallrisiko ist das Risiko des Verlusts finanzieller Vermögenswerte. Für Beta Systems beziffert sich das maximale Kredit- bzw. Ausfallrisiko zum Abschlussstichtag mit T€ 27.235 (30. September 2022: T€ 83.924) in Höhe der Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte. Infolge der zum Ende des Berichtsjahres vorgenommenen Abspaltung (vgl. hierzu Abschnitt 2. Geschäftsverlauf im Wirtschaftsbericht) ist das Volumen der finanziellen Vermögenswerte deutlich zurückgegangen. Insbesondere bestehen zum Bilanzstichtag keine Cash-Pool-Forderungen an die Deutsche Balaton AG mehr (30. September 2022: T€ 45.000), die zuvor einen wesentlichen Teil der finanziellen Vermögenswerte ausmachten.
Zur Verminderung dieser Risiken unterliegen die Anlageaktivitäten der liquiden Mittel einer konsequent konservativen Anlagestrategie.
Für Beta Systems beschränkt sich das Kreditrisiko und Ausfallrisiko im Wesentlichen auf ihre Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Das Risiko bei diesen Vermögenswerten wird primär durch die Abhängigkeit von Großkunden und deren Bonität beeinflusst; auch die Branche und das Land, in dem die Kunden ansässig sind, haben Einfluss.
Die Verteilung der Forderungen aus Lieferung und Leistungen zum 30. September 2023 auf geografische Regionen ist in nachfolgender Tabelle dargestellt.
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Inland | 14.446 | 14.269 |
| Europa, außer Deutschland | 9.365 | 6.421 |
| USA und Kanada | 1.410 | 703 |
| Rest der Welt | 94 | 324 |
| Summe | 25.315 | 21.718 |
Beta Systems bedient vorrangig Großkunden aus den Bereichen Banken, Versicherungen und IT und erzielte im Geschäftsjahr 2022/23 wie in den Vorjahren mehr als die Hälfte ihres Gesamtumsatzes mit Kunden aus dem Inland. Mit dem überwiegenden Teil ihrer Großkunden unterhält Beta Systems dauerhafte Geschäftsbeziehungen bereits seit vielen Jahren. Aufgrund einer hohen Kapitalausstattung und sicheren Bonität ihrer Kunden ist der Forderungsausfall der Beta Systems, gemessen an ihren Gesamtumsatzerlösen, erfahrungsgemäß sehr gering. In Einzelfällen resultieren Kreditausfälle aus der Uneinbringlichkeit von Beträgen aus Einzelverkäufen mit kleinen Umsatzvolumina.
Grundsätzlich werden Bonität, Kreditlimits und Lieferung gegen Vorkasse angemessen geprüft. Lieferstopps finden in geringem Umfang bei mittelständischen Unternehmen, insbesondere im Ausland, Anwendung. Ein Ausscheiden aus dem Markt von einem oder mehreren Großkunden, mit resultierender Uneinbringlichkeit ausstehender Forderungen, könnte einen erheblichen negativen Effekt auf die kurzfristige Liquidität und die Ergebnisentwicklung der Beta Systems haben.
Die Überwachung des Kredit- und Ausfallrisikos wird im Rahmen des konzernübergreifenden Cash Managements mittels regelmäßig durchgeführter Überfälligkeitsanalysen aller Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und einem konsequenten Prozess der Eintreibung umgesetzt, der zügig von der Zahlungserinnerung über die persönliche Kontaktaufnahme des Vertriebs mit dem Kunden bis zur Eskalation und der möglichen Inanspruchnahme rechtlicher Mittel reicht. Für risikobehaftete Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Wertberichtigungen gebildet. Generell ist festzustellen, dass Kunden aufgrund der gestiegenen Zinsstruktur ihre Zahlungsziele konsequenter ausnutzen und die Zahlungseingänge später erfolgen, ein Anstieg des Ausfallrisikos wird aber nicht gesehen.
Details zur Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Informationen zu den im Geschäftsjahr vorgenommenen Wertminderungen werden unter Ziffer 11. "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen" im Konzernanhang erläutert.
LIQUIDITÄTSRISIKO
Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass Beta Systems nicht in der Lage ist, ihre finanziellen Verpflichtungen termingerecht begleichen zu können. Ziel und Aufgabe des Liquiditätsmanagements ist die stets ausreichende Bereitstellung von Fremd- und Eigenmitteln. Die Ergebnisse und die Liquidität der Beta Systems Gruppe sind saisonalen Schwankungen unterworfen. Aufgrund der infolge der Abspaltung der Latonba AG deutlich gesunkenen Liquiditätsausstattung hat sich dieses Risiko bei Beta Systems im Vergleich zu den Vorjahren erhöht. Auf Basis der aktuellen Liquiditätsplanung geht die Gesellschaft aber davon aus, ihre Liquiditätsposition in den kommenden Monaten wieder auszubauen und zunächst auf eine Inanspruchnahme der bestehenden Kreditrahmen verzichten zu können. Zum Ende des laufenden Geschäftsjahres ist davon auszugehen, dass die Kontokorrentlinien wieder in Anspruch genommen werden, mit ansteigender Tendenz bis zum Ende des Kalenderjahres 2024.
Die Liquiditätsplanung und die Überwachung der inhärenten Risiken werden im Rahmen des zentralen, konzernübergreifenden Cash Managements mittels einer Reihe von sich ergänzenden Maßnahmen durchgeführt. Ein konsequent verfolgtes Forderungsmanagement, regelmäßig aktualisierte Bedarfsplanungen, ein zentral verwalteter konzerninterner Cash-Pool, die effiziente Steuerung der Zahlungen an Kreditoren mittels Ausnutzung von Zahlungszielen und Skonti und nicht zuletzt ein effektives Controlling zur Einhaltung und Optimierung der Kosten bilden die Grundlage zur Ermittlung des Finanzierungsbedarfs aus Eigen- und Fremdmitteln und der angestrebten Optimierung des Cash Returns. Damit soll sichergestellt werden, dass Beta Systems täglich verfügbare liquide Mittel zur Deckung operativer Aufwendungen und kurzfristiger Schulden für bis zu 60 Tage im Voraus zur Verfügung hat. Überschüssige verfügbare Mittel werden zinsbringend am Geldmarkt angelegt.
Die folgende Übersicht stellt die finanziellen Verbindlichkeiten und die daraus resultierenden Zahlungsmittelabflüsse dar:
| Finanzielle Verbindlichkeiten zum 30. September 2023 | Kreditlinien bei Banken | Darlehen bei Banken | Verbindlichkeiten aus LuL |
|---|---|---|---|
| Fällig in 0 - 30 Tagen | 2.952 | 0 | 2.055 |
| Fällig in 31 - 90 Tagen | 0 | 400 | 3 |
| Fällig in 91 - 180 Tagen | 0 | 400 | 135 |
| Fällig in 181 - 365 Tagen | 0 | 400 | 0 |
| Fällig in >365 Tagen | 0 | 0 | 0 |
| Vertraglicher Cashflow | 2.952 | 1.200 | 2.192 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten zum 30. September 2022 | Kreditlinien bei Banken | Darlehen bei Banken | Verbindlichkeiten aus LuL |
|---|---|---|---|
| Fällig in 0 - 30 Tagen | 0 | 0 | 1.620 |
| Fällig in 31 - 90 Tagen | 0 | 400 | 15 |
| Fällig in 91 - 180 Tagen | 0 | 400 | 62 |
| Fällig in 181 - 365 Tagen | 0 | 800 | 38 |
| Fällig in > 365 Tagen | 0 | 1.200 | 0 |
| Vertraglicher Cashflow | 0 | 2.800 | 1.735 |
Erforderliche Mietsicherheiten sind über Barhinterlegungen abgedeckt, für die Büroräume in Szczecin und Wroclaw besteht eine Bankgarantie. Zum Bilanzstichtag bestanden insgesamt folgende Kreditlinien und -zusagen bei Kreditinstituten:
| ― | Kreditrahmen bei der Bethmann Bank in Höhe von € 7,0 Millionen (davon zum 30. September 2023 in Anspruch genommen: € 3,0 Millionen) |
| ― | Kreditrahmen bei der Commerzbank AG in Höhe von € 5,0 Millionen (keine Inanspruchnahme zum 30. September 2023) |
| ― | Vertrag über einen Kreditrahmen bei der Commerzbank in Höhe von € 13,5 Millionen zum Erwerb der Anteile an der InfiniteDATA Sp. z o.o. durch die Konzerngesellschaft Beta Systems DCI Software AG (keine Inanspruchnahme zum 30. September 2023, die Inanspruchnahme dieses Kreditrahmens ist auf die Akquisition der InfiniteDATA Sp. z o.o. bedingt) |
| ― | Vertrag über ein Ratentilgungsdarlehen der Commerzbank in Höhe von € 12,0 Millionen zur Ablösung des zum Laufzeitende des vorgenannten Kreditrahmens in Anspruch genommenen Darlehensbetrags (keine Inanspruchnahme zum 30. September 2023, die Inanspruchnahme ist auf die vorherige Inanspruchnahme des vorgenannten Kreditrahmens bedingt) |
| ― | Vertrag über ein Ratentilgungsdarlehen der Commerzbank in Höhe von € 8,4 Millionen zur Finanzierung einer möglichen nachträglichen Kaufpreiszahlung entsprechend des Kaufvertrags zur Akquisition der InfiniteDATA (keine Inanspruchnahme zum 30. September 2023, das Darlehen kann frühestens zum 1. Januar 2025 in Anspruch genommen werden) |
Für weitere Details zu den Kreditrahmen/-zusagen wird auf Abschnitt 30. Kapitalmanagement im Konzernabschluss verwiesen.
WÄHRUNGSRISIKEN
Aufgrund ihrer internationalen Geschäftstätigkeit ist Beta Systems Währungsrisiken ausgesetzt, die aus dem Einfluss von Wechselkursschwankungen auf Liquiditätsströme und die Bewertung der in Fremdwährung benannten Vermögenswerte und Schulden resultieren. Das maximale Währungsrisiko ergibt sich aus den nachfolgend dargestellten Finanzinstrumenten und Liquiditätsströmen in Fremdwährung.
Die Angaben erfolgen in Tausend Währungseinheiten der jeweiligen Fremdwährungen.
| 30. September 2023 | Finanzinstrumente in FW | Geplante Umsatzerlöse 2023/24 | Geplante Aufwendungen 2023/24 | Geschäftsanteil in FW |
|---|---|---|---|---|
| USD | 1.981 | 4.985 | -1.680 | 5.286 |
| CAD | 134 | 0 | -1.680 | -1.546 |
| GBP | 478 | 1.444 | -582 | 1.340 |
| CHF | 1.299 | 935 | -482 | 1.752 |
| SEK | -407 | 7.904 | -6.649 | 849 |
| DKK | 5.233 | 5.936 | -1.153 | 10.015 |
| NOK | 0 | 10.222 | 0 | 10.222 |
| CZK | 13.361 | 0 | -14.740 | -1.379 |
| AUD | 68 | 24 | 0 | 92 |
| INR | 10.965 | 0 | 0 | 10.965 |
| JPY | 9.194 | 93.936 | 0 | 103.130 |
| PLN | 13.234 | 7.551 | -58.385 | -37.601 |
| 30. September 2022 | Finanzinstrumente in FW | Geplante Umsatzerlöse 2022/23 | Geplante Aufwendungen 2022/23 | Geschäftsanteil in FW |
|---|---|---|---|---|
| USD | 2.186 | 5.737 | -1.714 | 6.209 |
| CAD | 133 | 0 | -1.955 | -1.822 |
| GBP | 308 | 1.183 | -494 | 997 |
| CHF | -38 | 1.256 | -436 | 782 |
| SEK | 987 | 0 | -5.899 | -4.912 |
| DKK | 8 | 10.362 | -1.153 | 9.216 |
| NOK | 3.591 | 1.957 | 0 | 5.548 |
| CZK | 12.427 | 0 | -14.770 | -2.343 |
| AUD | 113 | 24 | 0 | 137 |
| INR | 4.272 | 0 | 0 | 4.272 |
| JPY | 16.003 | 104.744 | 0 | 120.747 |
| PLN | 6.110 | 9.999 | -38.456 | -22.347 |
Aus Konzernsicht ergeben sich im Wesentlichen Risiken aus den in den Währungseinheiten US-Dollar, Kanadische Dollar, Britisches Pfund, Schweizer Franken, Tschechische, Dänische, Norwegische und Schwedische Kronen, Japanische Yen und Polnische Zloty geführten Geschäftstätigkeiten und -vorfällen. Hier kommt es vor allem zu Einzahlungsüberschüssen in US-Dollar, Dänischen und Norwegischen Kronen und Japanischen Yen und Auszahlungsüberschüssen in Kanadischen Dollar, Tschechischen Kronen und Polnischen Zloty.
Devisentermingeschäfte bestanden über das gesamte Geschäftsjahr 2022/23 hinweg nicht.
Ein Anstieg des Euro von 10% gegenüber den folgenden Währungen hätte zum Abschlussstichtag - unter Voraussetzung sonst gleichbleibender Annahmen - zu den in den folgenden Tabellen angeführten Zunahmen (Abnahmen) des Eigenkapitals und des Jahresergebnisses geführt.
Eine Senkung des Euro von 10% gegenüber den genannten Währungen hätte zum Abschlussstichtag zu einem gleich hohen, aber entgegensetzten Effekt geführt.
| Währungssensitivität in T€ zum 30. September 2023 | Eigenkapital | Jahresergebnis |
|---|---|---|
| USD | -187 | -312 |
| CAD | -9 | 118 |
| GBP | -55 | -99 |
| CHF | -134 | -46 |
| SEK | 4 | -11 |
| DKK | -70 | -64 |
| NOK | 0 | -93 |
| CZK | -55 | 61 |
| AUD | 4 | -2 |
| INR | 12 | 0 |
| JPY | -6 | -64 |
| PLN | -286 | 1.098 |
| Währungssensitivität in T€ zum 30. September 2022 | Eigenkapital | Jahresergebnis |
|---|---|---|
| USD | -224 | -366 |
| CAD | -10 | 140 |
| GBP | -35 | -81 |
| CHF | 4 | -79 |
| SEK | -9 | 58 |
| DKK | 0 | -124 |
| NOK | -34 | -20 |
| CZK | -51 | 59 |
| AUD | 7 | -2 |
| INR | 5 | 0 |
| JPY | -11 | -79 |
| PLN | -125 | 612 |
Die in der Sensitivitätsanalyse zur Verwendung gekommenen Währungsumrechnungskurse sind hinsichtlich der Finanzinstrumente und der geplanten Umsatzerlöse und Kosten die im Konzernanhang unter der "Währungsumrechnung" innerhalb der "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" dargestellten Devisenreferenz- bzw. Durchschnittskurse.
ZINSRISIKO
Die Überwachung des Zinsrisikos erfolgt ebenfalls im Rahmen des konzernübergreifenden Cash Managements. Zahlungsüberschüsse aus dem zentralen Cash-Pool werden unter Berücksichtigung des geschätzten kurzfristigen Bereitstellungsbedarfs kurzfristig am Geldmarkt angelegt. Bislang erfolgte daneben - im bisher vertraglich vereinbarten und durch entsprechende Sicherheiten hinterlegten Rahmen - eine zinsbringende Anlage im Cash-Pool mit der Deutsche Balaton AG. Mittel- bis langfristig festverzinsliche Finanzinstrumente existierten über das gesamte Berichtsjahr hinweg nicht. Ein möglicher übergangsweiser Liquiditätsbedarf kann kurzfristig durch Inanspruchnahme der bestehenden Kreditrahmen gedeckt werden. Insgesamt ist das hieraus resultierende Zinsrisiko für Beta Systems eher gering und bezieht sich im Wesentlichen auf die Entwicklung der Zinsen für Tagesgeldkonten und kurzfristige Festgeldanlagen der Banken sowie die Entwicklung der Euro-Short-Term-Rate (€STR) und des EURIBOR, welche die Sollzinsen der verfügbaren Kreditlinien bestimmen.
Ein während des Geschäftsjahres 2022/23 konstant um 100 Basispunkte höheres Zinsniveau hätte - unter Voraussetzung sonst gleichbleibender Annahmen und bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten - zu einer Zunahme des Ergebnisses vor Steuern um rund T€ 596 (2021/22: T€ 563) geführt.
NACHTRAGSBERICHT
Nach Abschluss des Berichtsjahres sind folgende Ereignisse von wesentlicher Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Beta Systems Konzerns und der Beta Systems Software AG eingetreten.
AKQUISITION DER INFINITEDATA SP. Z O.O.
Die Beta Systems Software AG hat am 4. Oktober 2023 über ihre 100%ige Tochtergesellschaft Beta Systems DCI Software AG 100% der Anteile an der InfiniteDATA Sp. z o.o. mit Sitz in Warschau (Polen) erworben. Die Transaktion schloss auch eine Betriebsstätte der InfiniteDATA in Manila (Philippinen) mit ein.
Mit ihrem Produkt AutomateNOW! ist InfiniteDATA ein führender Anbieter im Bereich Workload Automation und mit rund 30 Mitarbeitern und Freiberuflern am Standort Warschau in Polen sowie einem Support-Center auf den Philippinen tätig. Im aktuellen EMA Radar aus September 2023 wurde AutomateNOW! wiederholt als Technologieführer eingestuft.
Die Gesellschaft wird als eigenständiges Unternehmen innerhalb der Beta Systems Gruppe geführt werden und ihre direkten Kundenbeziehungen beibehalten. Das bisherige Management bleibt der Gesellschaft erhalten und wird den Geschäftsbetrieb wie gewohnt fortführen.
Der Vorstand der Beta Systems verfolgt mit der Akquisition der InfiniteDATA das Ziel, die Position der Beta Systems Gruppe im Bereich Workload Automation (Teil des Geschäftsbereichs DCI) zu stärken.
Im Kalenderjahr 2022 hat InfiniteDATA Umsatzerlöse in Höhe von rund € 2,2 Millionen und ein ausgeglichenes EBITDA erzielt; letzteres lässt sich auf wachstumsbedingte Aufwendungen zurückführen. Die Umsatzerlöse des Unternehmens sind in den vergangenen Jahren dynamisch gewachsen, die wiederkehrenden Umsatzerlöse (Annual Recurring Revenue (ARR)) konnten in den Jahren 2021 und 2022 um je 45% gesteigert werden. Ziel des Vorstands der Beta Systems ist es, diesen Wachstumspfad fortzusetzen und zu verstärken.
Die Auswirkungen der Akquisition auf die Umsatzerlöse und operativen Ergebnisgrößen des Beta Systems Konzerns sind im Prognosebericht berücksichtigt.
Für weitere Details zu der Transaktion wird auf Abschnitt 38. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag im Konzernanhang verwiesen.
VERÄUßERUNG DER PROXESS GRUPPE
Mit Kauf- und Übertragungsvertrag vom 13. November 2023 hat die Beta Systems Software AG sämtliche Anteile an der PROXESS Holding GmbH (inklusive deren Tochtergesellschaft PROXESS GmbH) an die Easy Software AG veräußert. Die Transaktion wurde am 16. November 2023 vollzogen. Bisher hielt die Beta Systems Software AG 87% der Anteile an der PROXESS Holding GmbH, 13% wurden durch das Management der PROXESS GmbH gehalten.
Mit der Veräußerung der PROXESS setzt der Vorstand der Beta Systems einen stärkeren Fokus seiner Geschäftsaktivitäten auf die Kernbereiche der Beta Systems.
Die von der Veräußerung betroffenen Vermögenswerte und Schulden der PROXESS Gruppe (bestehend aus PROXESS Holding GmbH und PROXESS GmbH) werden in der Konzernbilanz zum 30. September 2023 separat als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und damit in Zusammenhang stehende Schulden ausgewiesen (vgl. hierzu Abschnitt 28. Als zur Veräußerung gehalten eingestufte Vermögenswerte und Schulden im Konzernabschluss).
PROXESS ist mit rund 100 Mitarbeitenden an den Standorten Rietheim-Weilheim, Rengsdorf, Leipzig und Thayngen (Schweiz) im Bereich der Dokumenten Management-Systeme (DMS) tätig. Im Beta Systems Konzern wurde die PROXESS als Bestandteil des Segments Beteiligungen geführt, mit ihrem Anwendungsbereich Dokumenten Management wurden die Umsatzerlöse der PROXESS dem Geschäftsbereich DCI zugeordnet. In den vergangenen Geschäftsjahren seit der Akquisition der PROXESS (2019) hat PROXESS jährlich jeweils rund € 10 Millionen bis € 11 Millionen zum Konzernumsatz der Beta Systems sowie bis zu rund € 1,7 Millionen zum Konzernbetriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) beigetragen.
Aus der Veräußerung der PROXESS entstand im laufenden Geschäftsjahr 2023/24 ein Ertrag in Höhe von rund € 2 Millionen. Dieser Einmaleffekt sowie die Auswirkungen aus dem künftigen Entfall der Umsatzerlöse und des Ergebnisbeitrags der PROXESS sind im Prognosebericht berücksichtigt.
ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG
§ 111 Abs. 5 AktG bestimmt, dass der Aufsichtsrat der Beta Systems Software AG für den Frauenanteil im Vorstand sowie im Aufsichtsrat der Gesellschaft eine Zielgröße festlegt und eine Frist für die Erreichung dieser Zielgröße bestimmt. Die Frist zur Erreichung der Zielgröße darf hierbei auf höchstens fünf Jahre festgelegt werden. Der Aufsichtsrat hatte im Vorjahr 2021/22 beschlossen, dass die Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand sowie im Aufsichtsrat wie bisher für den Zeitraum bis zum 30. Dezember 2026 null Prozent betragen soll.
Bei dem Vorstand der Beta Systems Software AG handelt es sich um ein dreiköpfiges und damit kleines Gremium, für das die Festlegung einer starren Quote aus Sicht des Aufsichtsrats problematisch sein kann. Aktuell besteht der Vorstand der Beta Systems Software AG aus drei Männern. Grundlegende Eignungskriterien bei der Besetzung von Vorstandspositionen stellen nach Auffassung des Aufsichtsrats die fachliche Eignung für die Leitung des jeweiligen Ressorts, die Führungskompetenz sowie nachgewiesene Leistungen in der bisherigen Karriere dar. Der Aufsichtsrat ist an einer kontinuierlichen Tätigkeit des derzeitigen Vorstands interessiert und hält daher an der Zielgröße von null fest. Sofern wider Erwarten ein Mitglied des Vorstands vorzeitig ausscheiden sollte, wird der Aufsichtsrat die Suche nach einem neuen Vorstandsmitglied ergebnisoffen auf der Grundlage der genannten Kriterien durchführen.
Der Aufsichtsrat der Beta Systems Software AG setzt sich nach dem Gesetz über die Drittelbeteiligung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat aus vier Kapitalvertretern und zwei Arbeitnehmervertretern zusammen. Die Wahl der Arbeitnehmervertreter erfolgt nach Maßgabe der Vorschriften des Drittelbeteiligungsgesetzes. Die Zielgröße wird einheitlich für das Gesamtorgan festgelegt.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Beta Systems Software AG verfügen insgesamt über die Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen, die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung ihrer Aufgaben erforderlich sind. Da sie zudem über langjährige Erfahrungen und umfangreiche Kenntnisse in unterschiedlichen Berufsbereichen verfügen, bringen sie ein breites Spektrum an Fähigkeiten und Erfahrungen in ihre Aufsichtsratstätigkeit ein. Diese Kriterien werden auch künftig im Rahmen der Vorbereitung von Wahlvorschlägen des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung maßgebend sein, nicht aber das Geschlecht eines Kandidaten.
Der Vorstand achtet bei der Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen auf Vielfalt (Diversität) und strebt dabei eine angemessene Berücksichtigung von Frauen an. Der Vorstand hatte für den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands im September 2021 Zielgrößen von 12,5% auf der ersten und von mindestens 50% auf der zweiten Führungsebene bis zum 30. September 2023 festgelegt. Der Anteil von Frauen in leitenden Führungspositionen auf Direktorenebene der Beta Systems Software AG lag zum 30. September 2023 bei 20,0%, dies entspricht zwei Frauen (30. September 2022: 11,1%, eine Frau). Ursächlich für den Anstieg des Frauenanteils ist die Ernennung einer Senior Managerin zur Direktorin für den Bereich Transformation. Der Frauenanteil lag somit zum 30. September 2023 über der vom Vorstand im September 2021 festgelegten Zielgröße von 12,5%. Der Vorstand strebt an, den erreichten Frauenanteil von 20% auf Direktorenebene bis zum 30. September 2025 beizubehalten. Der Anteil von Frauen in der unterhalb des Vorstands zweiten Führungsebene der Beta Systems Software AG lag zum 30. September 2023 bei 58,3%, dies entspricht sieben Frauen (30. September 2022: 72,7%, acht Frauen). Der Anteil ist damit zwar aufgrund organisatorischer Veränderungen gesunken, übertrifft aber weiterhin die im September 2021 definierten Zielsetzung von mindestens 50%. Die vorgenannte Zielgröße für den Frauenanteil auf der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands gilt fort. Der Vorstand wird sich im September 2025 erneut mit der Festlegung der Zielgrößen beschäftigen.
VERPFLICHTENDER ERGÄNZUNGSBERICHT - ABHÄNGIGKEITSBERICHT
ERKLÄRUNG DES VORSTANDS NACH § 312 ABS. 3 AKTG
Gemäß § 312 Abs. 3 AktG erklärt der Vorstand der Beta Systems Software AG, dass die Gesellschaft im Berichtsjahr 2022/23 bei dem im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten vorgenommenen Rechtsgeschäften nach den Umständen, die in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt und dadurch nicht benachteiligt wurde.
Weiter erklärt der Vorstand, dass die Gesellschaft dadurch, dass Rechtsgeschäfte auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden Unternehmens getroffen wurden, nicht benachteiligt worden ist.
Berlin, 23. Januar 2024
gez. Gerald Schmedding, Vorstand
gez. Mirko Minnich, Vorstand
gez. Rigas Paschaloudis, Vorstand
SCHLUSSHINWEIS / WICHTIGE RECHTLICHE HINWEISE
Dieser Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung der Beta Systems Software AG beruhen. Obwohl angenommen wird, dass die Erwartungen dieser vorausschauenden Aussagen realistisch sind, kann nicht garantiert werden, dass die Erwartungen sich auch als richtig erweisen. Die Annahmen können Risiken und Unsicherheiten bergen, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den vorausschauenden Aussagen abweichen. Die Faktoren, die solche Abweichungen verursachen können, sind unter anderem im Chancen- und Risikobericht genannt. Eine Aktualisierung der vorausschauenden Aussagen durch Beta Systems ist weder geplant noch übernimmt das Unternehmen die Verpflichtung dazu. Alle in dieser Mitteilung verwendeten Unternehmens-, Produkt- und Dienstleistungsmarkennamen bzw. -logos sind Eigentum der entsprechenden Unternehmen.
VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER NACH § 315 ABS. 1 SATZ 6 UND NACH § 289 ABS. 1 SATZ 5 HGB
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz-und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht und Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz-und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht und Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.
Berlin, 23. Januar 2024
gez. Gerald Schmedding, Vorstand
gez. Mirko Minnich, Vorstand
gez. Rigas Paschaloudis, Vorstand
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die Beta Systems Software Aktiengesellschaft:
PRÜFUNGSURTEILE
Wir haben den Konzernabschluss der Beta Systems Software Aktiengesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzernbilanz, Konzernkapitalflussrechnung und Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― | entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 3 HGB i. V. m. Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften sowie den IFRS und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 30. September 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis zum 30. September 2023 und |
| ― | vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.
GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE
Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.
VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS UND DEN ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHT
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 3 HGB i. V. m. Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.
VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― | identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― | gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben. |
| ― | beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
| ― | ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
| ― | beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 3 HGB i. V. m. Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften sowie der IFRS insgesamt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. |
| ― | holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile. |
| ― | beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns. |
| ― | führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."
Frankfurt am Main, 30. Januar 2024
**Nexia GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft**
gez. Marcus Jüngling, Wirtschaftsprüfer
gez. Christine Klug, Wirtschaftsprüferin
Konzernabschluss
KONZERNGEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNG
| Beta Systems Software AG Konzerngewinn- und Verlustrechnung (Tausend €, wenn nicht anders angegeben) | Anhang | Okt. 2022 - Sep. 2023 | Okt. 2021 - Sep. 2022 |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 1 | 76.283 | 75.862 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 2 | 782 | 983 |
| Materialaufwand / Aufwand für bezogene Leistungen | -5.031 | -3.522 | |
| Personalaufwand | 3 | -46.075 | -41.468 |
| Abschreibungen | -4.171 | -4.256 | |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 4 | -14.343 | -10.294 |
| Betriebsergebnis aus fortgeführten Aktivitäten | 7.446 | 17.306 | |
| Aufwand / Erträge aus Finanzanlagen | 5 | 23 | 0 |
| Zinsen und ähnliche Erträge | 5 | 2.340 | 585 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 5 | -287 | -288 |
| Ergebnis vor Ertragssteuern aus fortgeführten Aktivitäten | 9.521 | 17.604 | |
| Ertragssteuern | 6 | -2.762 | -5.225 |
| Ergebnis der Geschäftsperiode aus fortgeführten Aktivitäten | 6.759 | 12.379 | |
| Ergebnis der Geschäftsperiode aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 9 | 348 | 705 |
| Ergebnis der Geschäftsperiode | 7.107 | 13.083 | |
| Zurechnung des Ergebnisses der Periode | |||
| Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallende Gewinne | 7.073 | 12.927 | |
| Gewinne, die auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfallen | 34 | 157 | |
| Ergebnis der Geschäftsperiode | 7.107 | 13.083 | |
| Ergebnis je Stammaktie (unverwässert und verwässert) | |||
| Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten | 7 | 1,45 € | 2,63 € |
| Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 0,09 € | 0,15 € | |
| Ergebnis der Geschäftsperiode | 1,54 € | 2,78 € | |
| Gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen | |||
| Stammaktien zur Ermittlung des Ergebnisses je Stammaktie | |||
| Unverwässert und verwässert | 4.600.000 Stk. | 4.652.190 Stk. |
KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG
| Beta Systems Software AG Konzern-Gesamtergebnisrechnung (Tausend €) |
Anhang | Okt. 2022 - Sep. 2023 | Okt. 2021 - Sep. 2022 |
|---|---|---|---|
| Ergebnis der Geschäftsperiode | 7.107 | 13.083 | |
| Posten, die anschließend möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden: | |||
| - Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe | 18 | -20 | |
| Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden: | |||
| - Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste Pensionen | 25 | 28 | 847 |
| Ergebnisneutral erfasste Aufwendungen und Erträge (Sonstiges Ergebnis) | 46 | 827 | |
| Gesamtergebnis nach Steuern | 7.153 | 13.910 | |
| Zurechnung des Gesamtergebnisses nach Steuern | |||
| Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallende Gewinne | 7.107 | 13.759 | |
| Gewinne, die auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfallen | 45 | 152 | |
| Gesamtergebnis nach Steuern | 7.153 | 13.910 |
KONZERNBILANZ
Aktiva
| Beta Systems Software AG Konzernbilanz (Tausend €) |
Anhang | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|---|
| Kurzfristige Vermögenswerte | 30.298 | 87.957 | |
| Zahlungsmittel | 10 | 1.456 | 16.664 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 11 | 25.315 | 21.718 |
| Fertigungsaufträge (POC) | 12 | 271 | 531 |
| Vorräte | 0 | 2 | |
| Kurzfristige Finanzanlagen | 13 | 0 | 7 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 14 | 2.304 | 47.958 |
| Laufende Steuererstattungsansprüche | 954 | 1.077 | |
| Langfristige Vermögenswerte | 17.283 | 32.750 | |
| Sachanlagen | 15 | 8.485 | 10.547 |
| Firmenwert | 16 | 3.331 | 11.244 |
| Andere immaterielle Vermögenswerte | 17 | 3.515 | 5.969 |
| Erworbene Softwareproduktrechte | 18 | 694 | 3.380 |
| Latente Steuererstattungsansprüche | 6 | 152 | 457 |
| Sonstige langfristige Forderungen | 19 | 1.107 | 1.153 |
| Als zur Veräußerung gehalten eingestufte Vermögenswerte | 28 | 16.221 | 0 |
| Summe Aktiva | 63.803 | 120.707 | |
| Passiva | |||
| Beta Systems Software AG Konzernbilanz (Tausend €) |
Anhang | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
| Kurzfristige Schulden | 26.701 | 26.911 | |
| Kurzfristige Finanzierung | 21 | 6.585 | 4.294 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2.192 | 1.735 | |
| Vertragsverbindlichkeiten | 22 | 9.390 | 10.629 |
| Laufende Ertragssteuerschulden | 789 | 2.390 | |
| Erhaltene Anzahlungen | 0 | 111 | |
| Sonstige kurzfristige Schulden | 23 | 7.744 | 7.753 |
| Langfristige Schulden | 11.492 | 16.181 | |
| Finanzielle Schulden | 24 | 3.330 | 6.638 |
| Pensionsverbindlichkeiten | 25 | 1.333 | 1.444 |
| Latente Steuerschulden | 6 | 6.606 | 7.891 |
| Sonstige langfristige Schulden | 26 | 223 | 208 |
| Schulden, die mit als zur Veräußerung gehalten klassifizierten Vermögenswerten verbunden sind | 28 | 3.971 | 0 |
| Summe Schulden | 42.164 | 43.092 | |
| Eigenkapital | 27 | 21.638 | 77.615 |
| Grundkapital | 4.600 | 4.600 | |
| Kapitalrücklage | 2.510 | 32.149 | |
| Gewinn- (Verlust-) Vorträge | 12.991 | 39.408 | |
| Andere nicht erfolgswirksame Änderungen des Eigenkapitals | 959 | 925 | |
| Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens | 21.060 | 77.082 | |
| Anteile nicht beherrschender Gesellschafter | 579 | 533 | |
| Summe Passiva | 63.803 | 120.707 |
KONZERNKAPITALFLUSSRECHNUNG
| Beta Systems Software AG Konzernkapitalflussrechnung (Tausend €) |
Anhang | Okt. 2022 - Sep. 2023 | Okt. 2021 - Sep. 2022 |
|---|---|---|---|
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | 6.018 | 13.948 | |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | 4.574 | 13.301 | |
| Auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallende Gewinne | 6.725 | 12.222 | |
| Gewinne, die auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfallen | 34 | 157 | |
| Überleitung vom Ergebnis der Geschäftsperiode zum Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit: | |||
| Finanzerträge aus Finanzanlagen | -353 | 0 | |
| (Gewinn) Verlust aus Bewertung Finanzanlagen | 332 | 0 | |
| Abschreibungen | 4.172 | 4.255 | |
| (Gewinn) Verlust aus dem Abgang von Sachanlagen u. immat. Vermögenswerten, netto | 0 | -7 | |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen und Erträge | 5 | -2.053 | -298 |
| Laufender Steueraufwand (Steuererstattungsanspruch) | 6 | 2.926 | 2.476 |
| Latenter Steueraufwand (Steuererstattungsanspruch) | 6 | -165 | 2.749 |
| Erstattete (Gezahlte) Ertragssteuern | -4.593 | -1.507 | |
| Wechselkursverluste (-gewinne), netto | -20 | 88 | |
| Veränderungen der Aktiva und Passiva: | |||
| (Zunahme) Abnahme der Forderungen aus Lieferungen u. Leistungen | -4.130 | -5.624 | |
| Zunahme (Abnahme) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen u. Leistungen | 608 | -109 | |
| Zunahme (Abnahme) der Vertragsverbindlichkeiten | -93 | -133 | |
| Veränderungen sonstiger Vermögenswerte und Schulden | 1.182 | -969 | |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 1.443 | 647 | |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -2.964 | -18.012 | |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | -2.955 | -17.783 | |
| Auszahlung für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten | 0 | -8 | |
| Auszahlung für den Erwerb von Sachanlagen | -1.490 | -1.360 | |
| Auszahlung für den Erwerb von langfristigen Finanzanlagen | -1.437 | 0 | |
| Auszahlung für den Erwerb von kurzfristigen Finanzanlagen | -4.518 | 0 | |
| Einzahlung aus (Auszahlung für) Cash-Pool Einlagen (Dt. Balaton AG) | 0 | -17.200 | |
| Einzahlung aus dem Abgang von Sachanlagen | 4 | 10 | |
| Einzahlung aus dem Abgang von langfristigen Finanzanlagen | 1.173 | 0 | |
| Einzahlung aus (Auszahlung für) kurzfristige(n) Finanzanlagen | 1.253 | 0 | |
| Erhaltene Dividendenerträge | 161 | 0 | |
| Erhaltene Zinsen | 1.900 | 497 | |
| Einzahlung aus Unternehmensverkauf, abzgl. veräußerter Zahlungsmittel | 0 | 250 | |
| Auszahlung für Unternehmenserwerb, abzgl. erworbener Zahlungsmittel | 0 | 27 | |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten | -9 | -228 | |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -1.721 | -9.625 | |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten | -1.196 | -9.141 | |
| (Rückzahlung) Aufnahme kurzfristiger Finanzierung | 2.952 | 0 | |
| Tilgung finanzieller Schulden | -1.600 | -1.600 | |
| Gezahlte Zinsen | -95 | -156 | |
| Zinsen IFRS 16 | -87 | -91 | |
| Tilgungsanteil IFRS 16 | -2.366 | -2.412 | |
| Aktienrückkauf | 0 | -4.883 | |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit aus nicht fortgeführten Aktivitäten | -525 | -484 | |
| Zunahme (Abnahme) der Zahlungsmittel | 1.332 | -13.689 | |
| Veränderung der Zahlungsmittel aus Abspaltung Latonba AG | -15.181 | 0 | |
| Zahlungsmittel am Anfang der Geschäftsperiode | 16.664 | 30.353 | |
| Zahlungsmittel am Ende der Geschäftsperiode | 2.815 | 16.664 | |
| davon: bezogen auf fortgeführte Aktivitäten | 10 | 1.456 | 16.664 |
| davon: als zur Veräußerung gehalten | 1.359 | 0 | |
| Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel | -242 | 222 |
| Beta Systems Software AG Veränderungen des Eigenkapitals des Konzerns | Grundkapital | Eigene Anteile | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| (Tausend €, außer Aktienangaben in Stück) | Anzahl der ausgegebenen Stammaktien | Wert des Grundkapitals | Kapitalrücklage | Gewinn-/ Verlust vorträge | Anzahl der Stammaktien | Wert der eigenen Anteile |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Stand zum 1. Oktober 2021 | 4.783.390 | 23.917 | 12.832 | 33.065 | -62.824 | -1.719 |
| Ergebnis der Geschäftsperiode Versicherungsmathematische | 0 | 0 | 0 | 12.927 | 0 | 0 |
| Gewinne/Verluste Pensionen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamtergebnis der Geschäftsperiode | 0 | 0 | 0 | 12.927 | 0 | 0 |
| Aktienrückkauf | 0 | 0 | 0 | 0 | -120.566 | -4.883 |
| Kapitalherabsetzung | 0 | -19.134 | 19.134 | 0 | 0 | 0 |
| Einziehung Eigener Aktien | -183.390 | -183 | 183 | -6.601 | 183.390 | 6.601 |
| Veränderung Minderheitenanteile Codelab | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Veränderung Minderheitenanteile PROXESS | 0 | 0 | 0 | 18 | 0 | 0 |
| Stand zum 30. September 2022 | 4.600.000 | 4.600 | 32.149 | 39.408 | 0 | 0 |
| Stand zum 1. Oktober 2022 | 4.600.000 | 4.600 | 32.149 | 39.408 | 0 | 0 |
| Ergebnis der Geschäftsperiode Versicherungsmathematische | 0 | 0 | 0 | 7.073 | 0 | 0 |
| Gewinne/Verluste Pensionen | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Gesamtergebnis der Geschäftsperiode | 0 | 0 | 0 | 7.073 | 0 | 0 |
| Abspaltung Latonba AG | 0 | 0 | -29.639 | -33.490 | 0 | 0 |
| Stand zum 30. September 2023 | 4.600.000 | 4.600 | 2.510 | 12.991 | 0 | 0 |
| Beta Systems Software AG Veränderungen des Eigenkapitals des Konzerns (Tausend €, außer Aktienangaben in Stück) | Andere nicht erfolgswirksame Änderungen des Eigenkapitals | Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens | Minderheitenanteile | Eigenkapital gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Stand zum 1. Oktober 2021 | 93 | 68.189 | 366 | 68.555 |
| Ergebnis der Geschäftsperiode Versicherungsmathematische | 0 | 12.927 | 157 | 13.083 |
| Gewinne/Verluste Pensionen | 847 | 847 | 0 | 847 |
| Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe | -15 | -15 | -5 | -20 |
| Gesamtergebnis der Geschäftsperiode | 832 | 13.759 | 152 | 13.910 |
| Aktienrückkauf | 0 | -4.883 | 0 | -4.883 |
| Kapitalherabsetzung | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Einziehung Eigener Aktien | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Veränderung Minderheitenanteile Codelab | 0 | 0 | 33 | 33 |
| Veränderung Minderheitenanteile PROXESS | 0 | 18 | -18 | 0 |
| Stand zum 30. September 2022 | 925 | 77.082 | 533 | 77.615 |
| Stand zum 1. Oktober 2022 | 925 | 77.082 | 533 | 77.615 |
| Ergebnis der Geschäftsperiode Versicherungsmathematische | 0 | 7.073 | 34 | 7.107 |
| Gewinne/Verluste Pensionen | 28 | 28 | 0 | 28 |
| Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe | 6 | 6 | 12 | 18 |
| Gesamtergebnis der Geschäftsperiode | 34 | 7.107 | 45 | 7.153 |
| Abspaltung Latonba AG | 0 | -63.130 | 0 | -63.130 |
| Stand zum 30. September 2023 | 959 | 21.060 | 579 | 21.638 |
Konzernanhang
KONZERNANHANG DER BETA SYSTEMS SOFTWARE AG UND IHRER TOCHTERGESELLSCHAFTEN FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022/23
ALLGEMEINE INFORMATIONEN
Die Beta Systems Software Aktiengesellschaft ("AG") mit Sitz in Berlin, eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Charlottenburg (HRB 38874), bildet gemeinsam mit ihren Tochter- und weiteren Untergesellschaften den Konzern ("Beta Systems", "der Konzern" oder "die Gesellschaft"), für den der nachfolgende Konzernabschluss nach IFRS für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023 ("GJ 2022/23") erstellt wurde. Der Konzernabschluss wurde unter der Prämisse der Unternehmensfortführung aufgestellt.
Die Beta Systems Software AG ist die Obergesellschaft des Konzerns. Der Hauptsitz der Gesellschaft befindet sich in Alt-Moabit 90d, D-10559 Berlin, Deutschland. Im Berichtsjahr 2022/23 waren die Konzerngesellschaften in Europa, Nordamerika und Indien ansässig.
Die Beta Systems Software AG wird ihrerseits in den Konzernabschluss der Deutsche Balaton AG, Heidelberg, zum 31. Dezember 2023 vollkonsolidiert. Der Abschluss wird auf der Website der Deutsche Balaton AG veröffentlicht.
BESCHREIBUNG DER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Beta Systems entwickelt seit mehr als 40 Jahren hochwertige Softwareprodukte und -lösungen für die sichere und effiziente Verarbeitung großer Datenmengen, die Unternehmen mit komplexen IT-Strukturen bei der Automatisierung, Absicherung und Nachvollziehbarkeit ihrer IT-gestützten Geschäftsprozesse unterstützen. Von diesen profitieren Unternehmen und Organisationen, die aufgrund ihrer Größe und Geschäftstätigkeit große Mengen sensibler Daten und Dokumente in für das Unternehmen kritischen Geschäftsprozessen verarbeiten.
Die Beta Systems Gruppe gehört zu den führenden mittelständischen Softwarelösungsanbietern in ihren Marktsegmenten und ist im Segment Scale der Deutschen Börse notiert. Für den Konzern sind national und international mehr als 20 Konzerngesellschaften tätig.
Das Kerngeschäft ist die Entwicklung von Software und der Vertrieb von Nutzungsrechten (Lizenzen) für Softwarelösungen sowie die Erbringung der damit verbundenen Dienstleistungen. Diese umfassen neben Wartung und Support unter anderem Services wie Installation, Projektmanagement, Beratung und Schulung.
Beta Systems unterstützt ihre Kunden bei der Optimierung, Automatisierung und Digitalisierung von Geschäftsprozessen mit einem umfassenden Produkt-, Lösungs- und Beratungsangebot bei der Erfüllung von gesetzlichen und geschäftlichen Anforderungen.
Das Angebotsportfolio von Beta Systems ist inhaltlich unterteilt in die Geschäftsbereiche "Data Center Intelligence" (DCI, Lösungen zur Automatisierung von Rechenzentren), "Identity Access Management" (IAM, Lösungen für ein zentrales Benutzer- und Zugriffsmanagement) sowie "Digitalisierung" (Services entlang der digitalen Wertschöpfungskette).
Die Geschäftsbereiche werden in Deutschland in eigenständigen operativen Gesellschaften unter dem Dach der Beta Systems Software AG geführt. Für den Geschäftsbereich DCI erfolgt die Abwicklung des operativen Geschäfts für Deutschland durch die Beta Systems DCI Software AG sowie deren Tochter- und Enkelgesellschaften HORIZONT Software GmbH, Infraray GmbH (vormals AUCONET GmbH) und ASDIS Solutions GmbH. Der Anwendungsbereich Dokumenten Management innerhalb des Geschäftsbereichs DCI wurde bis zu ihrer Veräußerung zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres 2023/24 durch die PROXESS GmbH betrieben. Für den Geschäftsbereich IAM erfolgt die Abwicklung des operativen Geschäfts für Deutschland durch die Beta Systems IAM Software AG, für den Geschäftsbereich Digitalisierung durch die Codelab Software GmbH. Die Beta Systems Software AG fungiert als Holding und übernimmt übergeordnete Verwaltungstätigkeiten für die Konzerngesellschaften, strategische markt- und produktbezogene Funktionen, die Steuerung der ausländischen Tochtergesellschaften sowie die gesamthafte strategische Weiterentwicklung des Konzerns.
An den Standorten Berlin, Neustadt (Weinstraße) und München liegt der Fokus auf dem Geschäftsbereich DCI mit seinen Anwendungsbereichen Workload Automation, Output-Management & Dokumentenarchivierung, Log Management, IT Operations Management und Mainframe Systems. Die Standorte Rietheim-Weilheim, Rengsdorf, Leipzig und Thayngen (Schweiz) betreuten bis zur Veräußerung der PROXESS zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres 2023/24 im Geschäftsbereich DCI den Anwendungsbereich Dokumenten Management.
Der Kölner Standort konzentriert sich auf den Geschäftsbereich IAM. Die IAM-Lösungen von Beta Systems ermöglichen die zentrale, effektive und effiziente Verwaltung aller IT-Benutzer und ihrer Zugriffsrechte auf Anwendungen und Daten und verbessern damit die IT-Sicherheit sowie die Effizienz der Prozesse.
Des Weiteren werden am Hauptsitz Berlin durch die Holding übergeordnete Zentralfunktionen bereitgestellt und unter anderem die Kontrolle und übergeordnete Steuerung der Auslandsgesellschaften übernommen.
International ist Beta Systems in Europa sowie in Nordamerika mit eigenen Tochterunternehmen vertreten und beschäftigt in diesen vor allem Mitarbeiter im Vertrieb und in der technischen Unterstützung ihrer Kunden. In Calgary unterhält Beta Systems das Support-Center für Amerika und eine Abteilung für die Produktentwicklung. Darüber hinaus ist die Konzerntochter Codelab mit zwei Entwicklungsteams in Szczecin und Wroclaw in Polen vertreten. Infolge der Akquisition der InfiniteDATA Sp. z o.o. zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres 2023/24 ist zudem der Standort Warschau in Polen mit Fokus auf den Anwendungsbereich Workload Automation hinzugekommen, an dem auch das Entwicklungsteam für das Produkt AutomateNOW! angesiedelt ist.
Ergänzend existiert ein Partnernetzwerk mit zahlreichen externen Vertriebspartnern, die zusammen mit Beta Systems in über 30 Ländern aktiv sind. Beta Systems treibt den Ausbau ihres Partnernetzwerks in den Bereichen DCI und IAM international weiterhin voran, um die eigenen Lösungen besser in attraktiven Branchen und Regionen vermarkten zu können. Hierbei kommt der Stärkung der internationalen Präsenz, speziell auch in neuen Märkten, große Bedeutung zu.
Kernmarkt der Beta Systems ist die DACH-Region mit den Gesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das weitere internationale Geschäft wird intern nach den Regionen Westeuropa (mit Gesellschaften in Frankreich, Spanien und Belgien), Sonstiges Europa (mit Gesellschaften in Italien, Großbritannien und Schweden) sowie Nordamerika (mit Gesellschaften in den USA und Kanada) gesteuert. Das Segment Beteiligungen mit Gesellschaften in Deutschland und Polen setzt seinen Schwerpunkt ebenfalls auf die DACH-Region sowie einzelne Länder im benachbarten europäischen Ausland. Die Segmentberichterstattung folgt dieser Organisationsund Steuerungsstruktur. Zu weiteren Erläuterungen wird auf das Kapitel "Segmentberichterstattung" verwiesen.
Das Geschäft des Beta Systems Konzerns wird vor allem durch die wirtschaftlichen und technischen Entwicklungen der Zielmärkte, das Investitionsverhalten der Kunden und die gesetzlichen Regulierungen im Bereich IT Governance und Compliance beeinflusst.
ÜBEREINSTIMMUNGSERKLÄRUNG
Der Konzernabschluss der Beta Systems Software AG wurde unter Anwendung von § 315e Abs. 3 HGB in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS) und den Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (früher: IFRIC), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Dabei werden die ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften berücksichtigt.
Der Vorstand der Beta Systems Software AG hat den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022/23 am 23. Januar 2024 zur Veröffentlichung an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe den Konzernabschluss der Gesellschaft zu prüfen und seine Billigung zu erteilen.
FUNKTIONALE WÄHRUNG UND RUNDUNGSDIFFERENZEN
Der Konzernabschluss wurde in Tausend Euro ("T€") erstellt. Alle Beträge wurden auf volle T€ kaufmännisch gerundet. Der Euro ist die funktionale Währung der Muttergesellschaft.
Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen im Zahlenwerk auftreten.
KONSOLIDIERUNGSKREIS UND KONSOLIDIERUNGSMETHODEN
Die Muttergesellschaft ist die Beta Systems Software AG. In den Konzernabschluss wurden alle Unternehmen, die unter dem beherrschenden Einfluss der Muttergesellschaft stehen ("Tochtergesellschaften"), durch Vollkonsolidierung einbezogen. Ein beherrschender Einfluss besteht, wenn die Muttergesellschaft direkt oder indirekt die Möglichkeit hat, beherrschenden Einfluss (Control) im Sinne des IFRS 10 auszuüben. Beherrschung besteht dann, wenn die Beta Systems Software AG Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, schwankenden Renditen aus ihren Beteiligungen ausgesetzt ist und die Renditen aufgrund ihrer Verfügungsgewalt beeinflussen kann.
Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen vollkonsolidierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde.
Der 30. September 2023 war der Stichtag des Jahresabschlusses sämtlicher Unternehmen mit Ausnahme der Categis Software Private Ltd., Indien, für die ein Zwischenabschluss zum 30. September 2023 erstellt wurde.
Konzerninterne Erträge und Aufwendungen, Forderungen, Schulden und Dividendenausschüttungen wurden in voller Höhe eliminiert. Zwischengewinne existieren nicht.
Der Konzernabschluss umfasst neben der Beta Systems Software AG als Mutterunternehmen 24 weitere Konzerngesellschaften (2021/22: 25 Konzerngesellschaften). Gegenüber dem Vorjahr ist die Latonba AG aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden (vgl. hierzu die Ausführungen im folgenden Abschnitt "Veränderungen in den Konzernunternehmen"). Der Konsolidierungskreis ist in der Tabelle "Konzernunternehmen" am Ende des Konzernanhangs dargestellt.
VERÄNDERUNGEN IN DEN KONZERNUNTERNEHMEN
ABSPALTUNG DER LATONBA AG
Die ordentliche Hauptversammlung der Beta Systems Software AG hat am 29. März 2023 der Abspaltung sämtlicher von der Beta Systems Software AG gehaltenen 4.600.000 Stückaktien an der Latonba AG sowie von sämtlichen Rechten und Pflichten aus dem zwischen der Beta Systems Software AG und der Deutsche Balaton AG am 24./28. April 2015 geschlossenen Cash-Pool-Vertrag einschließlich der nach Maßgabe des Cash-Pool-Vertrags unterhaltenen Sicherheiten sowie der seit dem Abspaltungsstichtag (1. Oktober 2022, 0:00 Uhr) bis zum Vollzugstag (28. September 2023) auf die Cash-Pool-Einlage aufgelaufenen Zinsen zugestimmt. Dabei fand der Gegenantrag einer Aktionärin die erforderliche Mehrheit, wonach die Beta Systems Software AG vor Wirksamwerden der Abspaltung einen Betrag in Höhe von € 12,5 Millionen als sogenannte verdeckte Einlage, d.h. ohne Erhöhung des gezeichneten Kapitals und ohne Gegenleistung in die Kapitalrücklage der Latonba AG nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB einzubringen hatte.
Gegen den Beschluss der Hauptversammlung hat ein Aktionär Anfechtungs- und Nichtigkeitsklage erhoben. Am 25. September 2023 hat das Kammergericht Berlin einem Freigabeantrag der Gesellschaft stattgegeben und festgestellt, dass die Erhebung der Klage einer Eintragung der Abspaltung nicht entgegensteht, und dies auch auf die offensichtliche Unbegründetheit der Klage gestützt.
Die Abspaltung wurde am 28. September 2023 in das Handelsregister der Gesellschaft eingetragen und ist damit wirksam. Die Latonba ist somit zum Bilanzstichtag 30. September 2023 nicht mehr Bestandteil des Beta Systems Konzerns.
Unabhängig von der Eintragung der Abspaltung ist die Anfechtungs- und Nichtigkeitsklage weiterhin vor dem Landgericht Berlin rechtshängig.
Die Abspaltung erfolgte im Verhältnis zwischen Beta Systems Software AG und Latonba AG mit Wirkung zum 1. Oktober 2022, 0:00 Uhr.
Als Gegenleistung erhielten die Aktionäre der Beta Systems für je eine auf den Inhaber lautende Stückaktie der Beta Systems eine auf den Inhaber lautende Stückaktie der Latonba (verhältniswahrende Spaltung).
Das aus dem Beta Systems Konzern auf Basis des Abspaltungsvertrags vom 29. März 2023 abgegangene Nettovermögen umfasst nach IFRS ein Volumen von insgesamt T€ 63.130 und setzt sich zusammen wie folgt:
| 01.10.2022 | Periodenergebnis 2022/23 | 28.09.2023 | |
|---|---|---|---|
| Cash-Pool-Forderung | 45.000 | 45.000 | |
| Verdeckte Einlage | 12.500 | 12.500 | |
| Sonstiges Nettovermögen | |||
| Latonba AG | 4.543 | 1.087 | 5.630 |
| Abgegangenes | |||
| Nettovermögen | 62.043 | 1.087 | 63.130 |
Infolge der Abspaltung sank das Eigenkapital des Beta Systems Konzerns entsprechend.
VERÄUßERUNG DER PROXESS GRUPPE
Nach Abschluss des Berichtsjahres hat die Beta Systems Software AG mit Kauf- und Übertragungsvertrag vom 13. November 2023 sämtliche Anteile an der PROXESS Holding GmbH (inklusive deren Tochtergesellschaft PROXESS GmbH) an die Easy Software AG veräußert. Die Transaktion wurde am 16. November 2023 vollzogen. Bisher hielt die Beta Systems Software AG 87% der Anteile an der PROXESS Holding GmbH, 13% wurden durch das Management der PROXESS GmbH gehalten. Für weitere Erläuterungen wird auf den Abschnitt 38. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag verwiesen.
Aufgrund der laufenden Gespräche über den Verkauf der Anteile wurde die PROXESS Gruppe zum Bilanzstichtag 30. September 2023 gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten und als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifiziert. In der Konzernbilanz sind die als zur Veräußerung gehalten eingestuften Vermögenswerte und die damit verbundenen Schulden gemäß IFRS 5 in separaten Positionen auf der Aktiv- und Passivseite ausgewiesen. In der Konzerngewinn- und -verlustrechnung und in der Konzernkapitalflussrechnung werden die nicht fortgeführten Aktivitäten separat von den fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Auch die Darstellung der Vorjahreszahlen wurde entsprechend angepasst. Demzufolge beziehen sich die nachfolgenden Erläuterungen zur Konzerngewinn- und -verlustrechnung, Konzernbilanz und Konzernkapitalflussrechnung auf die fortgeführten Aktivitäten, es sei denn, es ist anderweitig gekennzeichnet.
ERLÄUTERUNGEN DER BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
Die im Folgenden beschriebenen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden stetig in allen der im Abschluss dargestellten Perioden und von allen Konzernunternehmen der Gesellschaft angewandt. Grundsätzlich werden für den Konzernabschluss historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu Grunde gelegt. Für die Vermögenswerte und Schulden, bei welchen von diesem Grundsatz abgewichen wird, finden sich Erläuterungen und Angaben in den folgend beschriebenen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.
WÄHRUNGSUMRECHNUNG
Die in den Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften in Fremdwährung ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden werden zu den entsprechenden am Abschlussstichtag gültigen Devisenreferenzkursen in Euro bewertet, während die Ertrags- und Aufwandsposten der Gewinn- und Verlustrechnungen unter Verwendung der entsprechenden monatlichen durchschnittlichen Devisenreferenzkurse umgerechnet werden.
Realisierte Gewinne oder Verluste, die aus laufenden Geschäftsvorfällen in fremder Währung resultierten, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Positionen "Sonstige betriebliche Erträge" bzw. "Sonstige betriebliche Aufwendungen" dargestellt.
Hiervon ausgenommen sind sämtliche monetäre Posten, die eine wirksame Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb darstellen. Diese werden bis zur Veräußerung der Nettoinvestition als separater Posten in den "Ergebnisneutral erfassten Aufwendungen und Erträgen" im Eigenkapital und erst bei deren Abgang in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Gleiches gilt für alle weiteren durch ergebnisneutrale Veränderungen entstandenen kumulierten Währungsumrechnungsdifferenzen. Eine entsprechende Überleitung der Salden vom 30. September 2022 auf den Bilanzstichtag 30. September 2023 (ohne Anteile nicht beherrschender Gesellschafter und bezogen auf fortgeführte und nicht fortgeführte Aktivitäten) ist nachstehend dargestellt.
| Ergebnisneutral erfasste Aufwendungen und Erträge aus der Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe | |
|---|---|
| Stand am 30. September 2022 | 736 |
| Währungsumrechnungsverluste | -257 |
| Währungsumrechnungsgewinne | 263 |
| Stand am 30. September 2023 | 742 |
Die Wechselkurse wesentlicher Währungen haben sich wie folgt entwickelt.
DEVISENREFERENZKURS:
| Land | Währung | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|---|
| USA | 1USD = € | 0,942600 | 1,024380 |
| Kanada | 1CAD = € | 0,702001 | 0,747105 |
| Tschechische Republik | 1CZK = € | 0,041051 | 0,040698 |
| Großbritannien | 1GBP = € | 1,156070 | 1,133660 |
| Indien | 1INR = € | 0,011350 | 0,012578 |
| Polen | 1PLN = € | 0,215913 | 0,205339 |
| Schweiz | 1CHF = € | 1,034233 | 1,045806 |
| Schweden | 1SEK = € | 0,087070 | 0,091625 |
DURCHSCHNITTSKURS FÜR DAS WIRTSCHAFTSJAHR:
| Land | Währung | 2022/23 | 2021/22 |
|---|---|---|---|
| USA | 1USD = € | 0,936589 | 0,922197 |
| Kanada | 1CAD = € | 0,694639 | 0,722518 |
| Tschechische Republik | 1CZK = € | 0,041705 | 0,040299 |
| Großbritannien | 1GBP = € | 1,148709 | 1,180191 |
| Indien | 1INR = € | 0,011379 | 0,012027 |
| Polen | 1PLN = € | 0,216446 | 0,214617 |
| Schweiz | 1CHF = € | 1,021489 | 0,977672 |
| Schweden | 1SEK = € | 0,088159 | 0,095914 |
RECHNUNGSLEGUNGSBEZOGENE SCHÄTZUNGEN, ANNAHMEN UND ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN
Die Erstellung des Konzernabschlusses nach den Vorschriften der IFRS erfordert zukunftsbezogene Schätzungen, Annahmen und Ermessensentscheidungen durch das Management, welche Einfluss auf die im Konzernabschluss ausgewiesenen Beträge der Aktiva und Passiva sowie Erträge und Aufwendungen haben. Die später tatsächlich eintretenden Ergebnisse können aufgrund von Marktbewegungen oder -entwicklungen, die nicht im Einflussbereich der Gesellschaft liegen, von diesen Schätzungen und Annahmen abweichen. Daher könnten in zukünftigen Perioden Anpassungen der Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte oder Schulden notwendig werden.
Die Schätzungen und deren zugrunde liegende Annahmen werden fortlaufend überprüft. Veränderungen an rechnungslegungsbezogenen Schätzungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in der Berichtsperiode gebucht, in der sich die Änderungen der Annahme oder Schätzung niederschlagen, sowie gegebenenfalls in den nachfolgenden Berichtsperioden.
Für den vorliegenden Abschluss wurden insbesondere bei den nachfolgend genannten Vermögenswerten und Schulden folgende wesentliche zukunftsbezogene Annahmen von der Geschäftsleitung getroffen:
ERTRAGSSTEUERN: Unsicherheiten bestehen hinsichtlich der Auslegung komplexer steuerlicher Vorschriften und Änderungen des Steuerrechts. Latente Steueransprüche auf nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge werden nur angesetzt, wenn wahrscheinlich ist, dass hierfür zukünftig zu versteuerndes Einkommen für die tatsächliche Nutzung der Verlustvorträge verfügbar sein wird, mindestens aber in Höhe der passiven latenten Steuern. Die Gesellschaft trifft Annahmen und Ermessensentscheidungen hinsichtlich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des zukünftig zu versteuernden Einkommens.
WERTBERICHTIGUNGEN VON FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTEN: Die Gesellschaft trifft Annahmen zur zukünftigen Zahlungsfähigkeit der Schuldner, um die Höhe der gegebenenfalls notwendigen Wertberichtigungen oder endgültigen Abschreibungen von finanziellen Vermögenswerten zu bestimmen.
FERTIGUNGSAUFTRÄGE: Rechnungslegungsbezogene Schätzungen finden sich in den Annahmen zu den Plankosten und dem Fertigstellungsgrad der einzelnen Projekte. Die Annahmen basieren auf langjährigen Erfahrungen aus solchen Consultingprojekten.
FIRMENWERT: Die Bewertung eines Firmenwerts basiert unter anderem auf der erwarteten zukünftigen Geschäftsentwicklung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Die Gesellschaft trifft Annahmen bei der Prognose der zukünftigen Geschäftsentwicklung, wie z.B. die erwartete Entwicklung des Marktes. Detaillierte Angaben sind in den "Erläuterungen zur Bilanz" dargestellt.
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE: Rechnungslegungsbezogene Schätzungen in der Bewertung derivativer Finanzinstrumente beruhen auf zukunftsbezogenen Annahmen hinsichtlich der Entwicklung der Fremdwährungskurse. Die Wertansätze resultieren aus marktüblichen finanzmathematischen Bewertungsverfahren, die wesentlichen Annahmen sind Einschätzungen bezüglich der Zinsentwicklung in den Währungsräumen USA und Deutschland, aus denen sich die marktüblichen Swapsätze herleiten.
PENSIONSVERBINDLICHKEITEN: Die Bewertung der Höhe der Leistungen erfolgt anhand versicherungsmathematischer Berechnungen. Diesen liegen umfangreiche Annahmen z.B. zum Abzinsungssatz, dem Pensionseintrittsalter, der Sterblichkeitsrate und zukünftigen Rentensteigerungen zu Grunde. Weitere Details zu den verwendeten Annahmen werden in den "Erläuterungen zur Bilanz" dargelegt.
LEASINGVERBINDLICHKEITEN: Zur Ermittlung des Barwerts der zukünftigen Leasingraten wird der Grenzzinssatz angesetzt. Verlängerungs- und Kündigungsoptionen werden berücksichtigt, wenn eine Ausübung der Option zum Stichtag als hinreichend sicher eingeschätzt wird.
UMSATZREALISIERUNG
Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt entsprechend dem prinzipienbasierten fünfstufigen Modell gemäß IFRS 15. Zu einer Erfassung von Umsatzerlösen kommt es nur, wenn es eine formfreie vertragliche Grundlage mit wirtschaftlicher Substanz gibt, welche die Rechte und Pflichten der Vertragsparteien regelt und der Erhalt der wirtschaftlichen Gegenleistung wahrscheinlich ist.
LIZENZEN: Softwarelizenzumsätze setzen sich aus Umsätzen für neue Produktlizenzen sowie qualitativen und quantitativen Upgrades zusammen. Sie werden realisiert, wenn eine vertragliche Vereinbarung vorliegt, die Lieferung durch Bereitstellung der Software und - sofern erforderlich - des Zugriffsschlüssels erfolgt, die Gebühr festgesetzt oder feststellbar und der Zahlungseingang wahrscheinlich ist.
WARTUNG: Wartungsumsätze werden zeitanteilig über den Zeitraum der Leistungserbringung ertragswirksam erfasst. Die Wartungsleistungen umfassen dabei standardmäßig die Bereitstellung einer Support-Hotline für die Kunden, im Bedarfsfall Fehleranalyse und -behebung und die Bereitstellung aktueller Updates und Releases.
SERVICE: Serviceumsätze bestehen aus Consulting-, Installations- und Schulungsleistungen und werden auf Basis vertraglich geregelter Preise zum Zeitpunkt der Erbringung der Leistungen realisiert.
Zusätzlich zu den bestehenden Standardprodukten für Infrastruktur-Software bietet die Gesellschaft im Rahmen der Consultingdienstleistungen auch auf die individuellen Anforderungen und technologischen Ressourcen von Kunden abgestimmte, maßgefertigte Projektlösungen und individuelle Unterstützung an. Diese Projektaufträge beinhalten die Erstellung kundenspezifisch angepasster Software durch Modifizierung oder Weiterentwicklung bestehender Standardprodukte.
Die Umsatzrealisierung aus diesen Fertigungsaufträgen erfolgt zeitraumbezogen gemäß IFRS 15.39 ff. entsprechend dem Leistungsfortschritt. Zur Bestimmung des Fertigstellungsgrades verwendet die Gesellschaft die Cost-to-Cost-Methode (Input-Methode), wofür das Verhältnis der tatsächlich bis zum Abschlussstichtag angefallenen Kosten für bereits vollendete Arbeiten zu den zu diesem Zeitpunkt geschätzten Gesamtkosten herangezogen wird.
Bei Verträgen mit mehreren Leistungsverpflichtungen werden die Umsatzerlöse diesen Leistungsverpflichtungen auf der Grundlage des beizulegenden Zeitwerts zugeteilt. Aufgrund des Geschäftsmodells der Beta Systems werden überwiegend individuell zugeschnittene Leistungsbündel an die Kunden veräußert. Zudem sind die Kundensituationen meist nicht miteinander vergleichbar. In Übereinstimmung mit IFRS 15.77 werden daher die relativen Listenpreise zur Aufteilung der gesamten Gegenleistung herangezogen. Einen Sonderfall bilden Kundenverträge, welche neben Lizenz- und Wartungsleistungen auch Serviceleistungen umfassen. Hier wird zur Bestimmung der Gegenleistung, die auf den Lizenz- und Wartungsanteil entfällt, die Residualwertmethode herangezogen. Dabei werden zunächst die inkludierten Servicestunden mit dem Marktpreis bewertet und der verbleibende Teil der Gegenleistung entsprechend der relativen Listenpreise aufgeteilt.
Der überwiegende Teil der Verträge der Beta Systems umfasst die Leistungsverpflichtungen Lizenz und Wartung (z.B. Lizenzkauf mit Abschluss eines Wartungsvertrags). Entsprechend der Regelungen des IFRS 15 erfolgt auch bei Verträgen mit zeitlich befristeter Lizenzierung (Mietverträgen) eine Differenzierung nach den darin enthaltenen Bestandteilen Lizenz und Wartung. Somit werden auch für Mietverträge (analog zu Kaufverträgen) Lizenz- und Wartungserlöse getrennt voneinander ausgewiesen. Dies hat zur Folge, dass auch bei Mietverträgen die anteiligen Lizenzerlöse in der Regel nach Erfüllung der Leistungsverpflichtung (Bereitstellung der Software und - sofern erforderlich - des Zugriffsschlüssels) zu Vertragsbeginn realisiert werden, da Beta Systems mit Einräumung des Nutzungsrechtes an der Lizenz keine vertraglichen Verpflichtungen, die die Lizenz betreffen, mehr übernimmt, während die Realisierung der Wartungserlöse ratierlich über die Vertragslaufzeit hinweg erfolgt.
Die durch den Kunden zu erbringende Gegenleistung wird grundsätzlich vertraglich fest vereinbart. Variable Vereinbarungen in Abhängigkeit zukünftiger Ereignisse (abgesehen von definierten Nachzahlungen bei Überschreitung der lizenzierten Nutzungsmenge) werden grundsätzlich nicht getroffen. Rücknahmeverpflichtungen werden grundsätzlich nicht vereinbart. Sollte in einzelnen Kundensituationen ein eventuelles Rücktrittsrecht bestehen, erfolgt die Umsatzrealisierung erst dann, wenn das Rücktrittsrecht erloschen ist.
Bei Verträgen mit langfristigen Zahlungszielen wird der Umsatz in Höhe des beizulegenden Zeitwerts der entsprechenden Forderung aus Lieferungen und Leistungen realisiert. Entsprechend einer Vereinfachungsregel des IFRS 15 werden dabei Umsatzerlöse, zu denen der Zahlungseingang innerhalb eines Jahres erwartet wird, nicht abgezinst.
SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE / AUFWENDUNGEN
Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen werden in der Rechnungsperiode ihres Anfalls in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
FINANZERGEBNIS
Die Finanzerträge umfassen alle Zinsen auf Einlagen bei Banken oder in den Cash-Pool der Deutsche Balaton AG sowie den Finanzierungsanteil langfristiger Forderungen. Die Finanzaufwendungen beinhalten im Wesentlichen Zinsaufwendungen aus der Finanzierung durch Kreditinstitute sowie Zinsaufwendungen für Pensionsverbindlichkeiten. Hinzu kommen Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16. Alle Zinserträge und -aufwendungen werden in der Rechnungsperiode ihres Anfalls nach der Effektivzinsmethode ergebniswirksam erfasst.
Das Finanzergebnis umfasst im Berichtsjahr auch Aufwendungen und Erträge aus Finanzanlagen der Latonba AG (realisierte Gewinne und Verluste aus Kauf und Verkauf von Wertpapieren sowie Bewertungseffekte auf Wertpapiere).
LAUFENDE ERTRAGSSTEUERN
Die laufenden Ertragssteuern ergeben sich aus dem Betrag der geschuldeten bzw. erstattungsfähigen Ertragssteuern auf das für die einzelnen Gesellschaften maßgebliche zu versteuernde Einkommen bzw. den steuerlichen Verlust der laufenden und früheren Berichtsperioden. Sie sind unter Anwendung der zum Abschlussstichtag gültigen Steuervorschriften und -sätze mit dem Betrag bewertet, der als Steuerzahlung oder Steuerrückerstattung zu erwarten ist. Da der Ausgleich auf Nettobasis vorzunehmen ist, werden tatsächliche Steuerschulden und tatsächliche Steuererstattungsansprüche gemäß IAS 12.72 f. saldiert.
LATENTE ERTRAGSSTEUERN
Die Ermittlung der Steuerabgrenzung erfolgt gemäß der in IAS 12 vorgeschriebenen Liability-Methode für alle temporären Unterschiede zwischen den Wertansätzen der Bilanzposten im Konzernabschluss nach IFRS und den entsprechenden Steuerbilanzwerten. Zusätzlich wird der wahrscheinlich realisierbare Steuervorteil aus bestehenden Verlustvorträgen in die Ermittlung einbezogen. Eine Einschätzung der Realisierungsfähigkeit dieser aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge erfolgt unter Berücksichtigung der Wahrscheinlichkeit, dass zukünftig ausreichend zu versteuernde Ergebnisse zur Verfügung stehen. Ausnahmen von dieser umfassenden Steuerabgrenzung bilden Unterschiedsbeträge aus steuerlich nicht absetzbaren Firmenwerten und mit Beteiligungen zusammenhängende temporäre Unterschiede.
ERGEBNIS JE STAMMAKTIE
Das unverwässerte Ergebnis je Stammaktie wird durch Division des den Stammaktionären des Mutterunternehmens zurechenbaren Ergebnisses mit dem gewichteten Durchschnitt der Anzahl der während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Stammaktien ermittelt.
Das verwässerte Ergebnis je Stammaktie wird aus dem den bisherigen und den möglichen neuen Stammaktionären zustehenden Ergebnis, dividiert durch den gewichteten Durchschnitt der Anzahl der während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Stammaktien, unter Berücksichtigung der Effekte aller verwässernden potenziellen Stammaktien, berechnet.
FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN
Die Forschungs- und Entwicklungskosten der Gesellschaft beinhalten Kosten im Zusammenhang mit der Entwicklung von neuen Softwareprodukten oder wesentlichen Erweiterungen bestehender Softwareprodukte. Eine Aktivierung von Entwicklungsaufwendungen ist nur möglich, wenn sich die der Entwicklung des immateriellen Vermögenswerts zurechenbaren Aufwendungen zuverlässig bestimmen lassen sowie bei Vorliegen weiterer Voraussetzungen gemäß IAS 38. Die Forschungs- und Entwicklungsprojekte bei Beta Systems verlaufen ohne die Möglichkeit der klaren Abgrenzung einer Forschungs- bzw. einer Entwicklungsphase. Mangels Erfüllung dieser Aktivierungsbedingungen ist die Zuordnung von Kosten zu den einzelnen Phasen somit nicht möglich. Alle Entwicklungskosten werden demnach im Konzern gemäß IAS 38.52 und IAS 38.53 in der Periode ihres Anfallens wie nicht aktivierungsfähige Forschungskosten erfolgswirksam erfasst.
ZAHLUNGSMITTEL
Zahlungsmittel umfassen Barmittel und jederzeit fällige Sichteinlagen. Diese sind zum Stichtagskurs bewertet.
FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden bei Zugang mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet und im Weiteren zu fortgeführten Anschaffungskosten. Zur Bestimmung zukünftiger erwarteter Kreditverluste (Forderungsausfälle) nach IFRS 9 wird die vereinfachte Methode auf der Grundlage historischer Erfahrungswerte und aktueller Erkenntnisse zu Überfälligkeiten etc. angewendet.
Die beizulegenden Zeitwerte von innerhalb der nächsten zwölf Monate zur Zahlung fällig werdenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entsprechen aufgrund ihrer kurzen Laufzeit den erwarteten Zahlungsflüssen. Um der Bewertung von Forderungen aus Verträgen mit langfristigen Zahlungszielen zum beizulegenden Zeitwert Rechnung zu tragen, sind diese Forderungen mit dem Barwert der zukünftig erwarteten Zahlungsflüsse angesetzt.
Grundsätzlich werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entsprechend des erwarteten Zahlungszuflusses einzeln bewertet. Wertminderungen werden in erster Linie auf zur Zahlung überfällige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gebildet und im Periodenergebnis erfasst. Ist sich die Gesellschaft sicher, dass eine Eintreibung des geschuldeten Betrags unmöglich ist, wird dieser als uneinbringlich erachtet und vollständig abgeschrieben.
Für die Umrechnung von Forderungen in Fremdwährungen wird der Stichtagskurs angewendet.
FERTIGUNGSAUFTRÄGE (POC)
Der Gegenstand von Fertigungsaufträgen ist die auf die speziellen Anforderungen von Kunden abgestimmte - und über unterschiedliche Rechnungsperioden dauernde - Herstellung von individuellen Projektlösungen, in erster Linie die Erstellung kundenspezifisch angepasster Software durch Modifizierung oder Weiterentwicklung bestehender Standardprodukte.
Während der Herstellungsphase werden die Herstellungskosten zuzüglich Marge als Fertigungsaufträge (POC) angesetzt. Dies stellt den noch nicht in Rechnung gestellten, von den Kunden zu vereinnahmenden, erwarteten Bruttowert für die bis zum Abschlussstichtag geleisteten Fertigungsauftragsarbeiten, abzüglich bereits erhaltener Teilzahlungen und realisierter Verluste, dar. Wenn die vom Kunden erhaltenen Voraus- und Teilzahlungen den ausgewiesenen Gewinn des jeweiligen Fertigungsauftrags übersteigen, wird die Nettodifferenz in der Bilanz unter der Position Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen.
Fertigungsaufträge (POC) stellen Vermögenswerte aus Verträgen gemäß IFRS 15 dar, die bereits erbrachte, aber noch nicht in Rechnungen gestellte Leistungsverpflichtungen beinhalten.
KURZFRISTIGE FINANZANLAGEN
Bei den kurzfristigen Finanzanlagen des Vorjahres handelt es sich um börsennotierte Wertpapiere. Diese werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet, der in Einklang mit IFSR 9 und IFRS 13 ermittelt wird.
AKTIVIERTE VERTRAGSKOSTEN
Gemäß IFRS 15 sind Vertragsanbahnungskosten, die inkrementell durch den Abschluss eines Kundenvertrags entstehen, nicht sofort aufwandswirksam zu erfassen, sondern als Vermögenswerte aus Verträgen zu aktivieren und über die Laufzeit des zugrundeliegenden Vertrages entsprechend der Realisierung der zugehörigen Umsatzerlöse abzugrenzen.
In der Beta Systems Gruppe betrifft dies ausschließlich Bonuszahlungen an Vertriebsmitarbeiter oder externe Partner, die auf Basis erfolgreicher Vertragsabschlüsse (für Lizenz- und Wartungsverträge) ausgeschüttet werden. Entsprechend einer Vereinfachungsregel des IFRS 15 werden dabei Kosten, die für die jahresweise rollierende Verlängerung von Wartungskontrakten anfallen, nicht aktiviert, sondern weiterhin zum Zeitpunkt ihrer Entstehung aufwandswirksam erfasst. Die Ermittlung der Höhe der auszuschüttenden Boni erfolgt dabei auf Basis von jährlich individuell abgeschlossenen Zielvereinbarungen. Die periodische Auflösung der Vermögenswerte aus Verträgen erfolgt anhand der Umsatzkurve des jeweils zugrundeliegenden Vertrags.
SONSTIGE KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen nicht operative Forderungen der Gesellschaft sowie aktive Rechnungsabgrenzungen. In den Vorjahren waren auch die Einlagen der Gesellschaft in den Cash-Pool der Deutsche Balaton AG in dieser Position enthalten. In Übereinstimmung mit den Vorschriften des periodengerechten Ausweises von Aufwendungen enthält diese Position bereits entrichtete Beträge, bei denen der Nutzenzufluss erst in späteren Perioden erfolgen wird.
Die Bilanzierung der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungsaufwendungen. Die beizulegenden Zeitwerte entsprechen aufgrund der kurzfristigen Laufzeit annähernd den Buchwerten.
SACHANLAGEN
Sachanlagen werden mit historischen Anschaffungskosten abzüglich kumulierter, planmäßig linearer Abschreibungen bewertet.
Die planmäßigen Abschreibungen der abnutzbaren Sachanlagen werden aufwandswirksam erfasst und orientieren sich an der voraussichtlichen Nutzungsdauer. Im Einzelnen werden folgende geschätzte wirtschaftliche Nutzungsdauern verwendet:
| Voraussichtliche Nutzungsdauer | Jahre |
|---|---|
| Computerausrüstung | 3 - 5 |
| Einbauten in Geschäfts- und Betriebsgebäude | 5 - 10 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3 - 13 |
| Gebäude und Außenanlagen | 10 - 30 |
Abschreibungsmethoden, voraussichtliche Nutzungsdauern und Buchwerte werden zu jedem Abschlussstichtag geprüft.
Gewinne und Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen werden aus der Gegenüberstellung der Einzahlung und dem Buchwert der Anlage ermittelt und jeweils in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
AKTIVIERTE NUTZUNGSRECHTE AUS LEASINGVERTRÄGEN
Nutzungsrechte aus Leasingverträgen werden gemäß IFRS 16 zu Anschaffungskosten abzüglich aller kumulierten Abschreibungen und aller kumulierten Wertminderungsaufwendungen bewertet und um jede Neubewertung der Leasingverbindlichkeiten berichtigt. Die Kosten von Nutzungsrechten beinhalten die erfassten Leasingverbindlichkeiten, die entstandenen anfänglichen direkten Kosten sowie die bei oder vor der Bereitstellung geleisteten Leasingzahlungen abzüglich aller etwaiger erhaltenen Leasinganreize. Nutzungsrechte werden planmäßig linear über den kürzeren der beiden Zeiträume aus Laufzeit des Leasingvertrags und erwarteter Nutzungsdauer des Leasinggegenstands abgeschrieben. Die Nutzungsrechte werden ebenfalls auf Wertminderungen überprüft. Der Ausweis der Nutzungsrechte erfolgt unter der jeweiligen Position im Sachanlagevermögen, der der Leasinggegenstand zugeordnet werden kann.
FIRMENWERT
Ein Firmenwert entsteht bei einem Unternehmenszusammenschluss und stellt den Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses über den von der Gesellschaft angesetzten Anteil an den beizulegenden Nettozeitwerten der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des Verkäufers dar. Ein Firmenwert wird zu diesem Differenzbetrag, abzüglich kumulierter Wertminderungen als Ergebnis von Werthaltigkeitsprüfungen nach IAS 36, angesetzt. Ist der Überschuss bei einem Unternehmenszusammenschluss negativ, wird dieser sofort ergebniswirksam erfasst.
ERWORBENE SOFTWAREPRODUKTRECHTE UND ANDERE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte mit zeitlich begrenzter Nutzungsdauer werden in der Bilanz zu Anschaffungskosten angesetzt, abzüglich planmäßiger Abschreibungen und Wertminderungen.
Die planmäßige Abschreibung erfolgt linear und wird in jedem Berichtszeitraum erfolgswirksam erfasst. In der Regel wird eine geschätzte wirtschaftliche Nutzungsdauer von fünf bis sieben Jahren zu Grunde gelegt, in Abhängigkeit des jeweiligen Vermögenswerts kann diese individuell angepasst werden. Folgekosten werden nur angesetzt, wenn diese den zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen des spezifischen Vermögenswerts erhöhen. Abschreibungsmethoden und voraussichtliche Nutzungsdauern werden zu jedem Abschlussstichtag geprüft.
SONSTIGE LANGFRISTIGE FORDERUNGEN
Die sonstigen langfristigen Forderungen umfassen unter anderem langfristige Kautionen für bestehende Mietverhältnisse (Barhinterlegungen).
Hinzu kommt der langfristige Anteil der Vermögenswerte aus Verträgen. Hierunter ist der Anteil der gemäß IFRS 15 aktivierten Vertragskosten zu verstehen, der auf Umsatzerlöse entfällt, deren Realisierung mindestens zwölf Monate in der Zukunft liegt.
WERTHALTIGKEIT VON VERMÖGENSWERTEN
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE: Bei finanziellen Vermögenswerten wie kurzfristigen Finanzanlagen und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird jeweils zum Abschlussstichtag geprüft, ob eine Wertminderung nach IFRS 9 vorliegt.
NICHT FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE: Alle nicht finanziellen Vermögenswerte der Gesellschaft, d.h. unter anderem Sachanlagen, Firmenwerte, andere immaterielle Vermögenswerte und erworbene Softwareproduktrechte werden jeweils zum Abschlussstichtag auf Vorliegen der Hinweise für eine Wertminderung gemäß IAS 36.12 geprüft. Bedeutende Vermögenswerte werden einzeln auf ihre Werthaltigkeit geprüft.
Bei Vorliegen solcher Hinweise erfolgt die Ermittlung des erzielbaren Betrags für den betroffenen Vermögenswert als der höhere Betrag aus dem Nutzungswert und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten. Liegt der so ermittelte erzielbare Betrag unter dem für diesen Gegenstand angesetzten Buchwert, ist der Buchwert des Vermögenswerts auf seinen erzielbaren Betrag zu verringern. Der Nutzungswert wird auf Basis des Barwerts der erwarteten zukünftigen Zahlungsflüsse ermittelt. Wertminderungen werden erfolgswirksam erfasst.
Bestehen Hinweise darauf, dass eine in der Vergangenheit erfasste Wertminderung in Bezug auf andere immaterielle Vermögenswerte und erworbene Softwareproduktrechte überhöht ist bzw. nicht mehr besteht, wird diese durch entsprechende Zuschreibung aufgeholt. Der so ermittelte Buchwert darf dabei den Wert des Vermögenswerts resultierend aus den fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich aller bis zu diesem Zeitpunkt planmäßigen Abschreibungen nicht überschreiten.
Zusätzlich erfolgt einmal jährlich die Bewertung der bei Unternehmensübernahmen erworbenen Firmenwerte auf Grundlage der den Vermögenswerten der angegebenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordneten, erwarteten und abgezinsten Nettozahlungsflüsse. Basis der Ermittlung des erzielbaren Ertrags ist der Nutzungswert. Wertminderungen werden erfolgswirksam erfasst. Einmal vorgenommene Wertminderungen werden nicht mehr rückgängig gemacht.
LEASINGVERHÄLTNISSE
Die Bilanzierung von Leasingverhältnissen wird durch den IFRS 16 "Leasingverhältnisse" geregelt. Entsprechend des IFRS 16 sind beim Leasingnehmer generell alle Leasingverhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen in der Bilanz zu erfassen. Die frühere Unterscheidung zwischen Finanzierungs- und Operating-Leasing-Verträgen entfällt. Für alle Leasingverhältnisse wird in der Bilanz eine Leasingverbindlichkeit erfasst für die Verpflichtung, künftig Leasingzahlungen vorzunehmen. Die Höhe der Leasingverbindlichkeiten entspricht dem Barwert der zukünftigen Leasingraten. Gleichzeitig wird ein Nutzungsrecht am zugrunde liegenden Vermögenswert aktiviert, welches grundsätzlich dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen zuzüglich direkt zurechenbarer Kosten entspricht. Während der Laufzeit des Leasingvertrags wird die Leasingverbindlichkeit finanzmathematisch fortgeschrieben, während das Nutzungsrecht planmäßig amortisiert wird. Aus der Fortschreibung der Leasingverbindlichkeiten entsteht ein periodischer Zinsaufwand.
Ausnahmen von der Pflicht zur bilanziellen Erfassung bestehen für kurzfristige Leasingverhältnissen und solche Leasingverhältnisse, bei denen der zugrundeliegende Vermögenswert von geringem Wert ist. Diese können weiterhin aufwandwirksam erfasst werden.
VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Diese entsprechen bei den innerhalb der nächsten zwölf Monate zur Zahlung fälligen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen aufgrund ihrer kurzfristigen Laufzeit den erfassten Rückzahlungsbeträgen (Buchwert).
VERTRAGSVERBINDLICHKEITEN
In Übereinstimmung mit den Vorschriften zur Realisierung von Umsatzerlösen werden in dieser Position die bereits erhaltenen Beträge für die noch in der Zukunft zu erbringenden Leistungsverpflichtungen aus Wartungs-, Consulting- oder Dienstleistungsverträgen ausgewiesen. Diese werden über die vereinbarte Vertragslaufzeit als Umsatzerlöse realisiert. Üblicherweise vereinbart Beta Systems Verträge mit einer Laufzeit zwischen drei und fünf Jahren. Hinzu kommen (in deutlich geringerem Umfang) reine Wartungskontrakte mit einer Laufzeit von einem Jahr, die sich jährlich rollierend verlängern.
Möglicherweise zukünftig zu erbringende Serviceleistungen, die von Kunden auf Basis bestehender Serviceverträge stunden- oder tagesweise abgerufen werden können (sogenannte Time-and-Material-Verträge), sind in den Vertragsverbindlichkeiten nicht enthalten, da diese Verträge keine feste Abnahme-bzw. Leistungsverpflichtung definieren. In geringem Umfang enthalten die Vertragsverbindlichkeiten durch den Kunden bereits bezahlte, aber noch nicht erbrachte Serviceleistungen. Diese Umfänge werden in der Regel innerhalb eines Jahres realisiert.
RÜCKSTELLUNGEN
Rückstellungen werden grundsätzlich angesetzt, wenn für die Gesellschaft rechtliche oder tatsächliche Verpflichtungen gegenüber Dritten aufgrund vergangener Ereignisse vorliegen und es wahrscheinlich ist, dass diese Verpflichtungen zu Mittelabflüssen führen werden. Die Rückstellungen werden mit jenem Wert angesetzt, der zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses nach bestmöglicher Schätzung ermittelt werden kann. Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt.
SONSTIGE KURZFRISTIGE SCHULDEN
Sonstige kurzfristige Schulden sind mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Diese entsprechen aufgrund ihrer kurzfristigen Laufzeit annähernd ihrem Buchwert (erfasster Rückzahlungsbetrag).
FINANZIELLE SCHULDEN
Finanzielle Schulden werden in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrags abzüglich Transaktionskosten erfasst. Ein Unterschied zwischen dem erhaltenen Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Finanzierung verteilt und im Finanzergebnis erfasst.
PENSIONSVERBINDLICHKEITEN
Aufgrund von Betriebsvereinbarungen und Einzelzusagen besteht die Verpflichtung, an ehemalige Mitarbeiter nach deren Eintreten in den Ruhestand unter bestimmten Voraussetzungen Pensionszahlungen zu leisten. Diesen leistungsorientierten Verpflichtungen steht teilweise Planvermögen gegenüber. Die Bilanzierung der Pensionsverbindlichkeiten erfolgt gemäß den Regelungen des IAS 19 (überarbeitet 2011). Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden gemäß IAS 19.120 bereinigt um den Ertragssteuereffekt erfolgsneutral im Eigenkapital ausgewiesen, Dienstzeitaufwand und Nettozinsen erfolgswirksam im Personalaufwand bzw. Finanzergebnis.
Auf der Grundlage gesetzlicher Bestimmungen zahlt die Gesellschaft Beiträge an staatliche Rentenversicherungsträger. Mit der Zahlung der Beiträge sind alle Leistungsverpflichtungen für die Gesellschaft abgegolten. Die Aufwendungen für diese Beiträge sind ebenfalls in den Personalkosten erfasst.
FINANZINSTRUMENTE
Finanzinstrumente sind alle Verträge, die einen finanziellen Vermögenswert bei der einen Gesellschaft und eine finanzielle Verbindlichkeit oder ein Eigenkapitalinstrument bei einer anderen Gesellschaft begründen. Finanzinstrumente der Gesellschaft schließen finanzielle Vermögenswerte und Schulden wie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, kurzfristige Finanzierung und Leasingverbindlichkeiten, finanzielle Schulden sowie derivative Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften ein.
Nicht derivative Finanzinstrumente werden bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Dieser entspricht in den meisten Fällen den Anschaffungskosten zuzüglich aller direkt zuordenbaren Transaktionskosten. Die Folgebewertung der nicht derivativen Finanzinstrumente erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten, da die Zielsetzung darin besteht, die finanziellen Vermögenswerte zu halten und den Nominalwert zu vereinnahmen. Finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Zur Begrenzung und Steuerung von bestehenden Fremdwährungsrisiken werden fallweise derivative Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften eingesetzt. Diese erfüllen nicht die Voraussetzungen für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften (Hedge Accounting). Derivative Finanzinstrumente werden bei Zugang zu Anschaffungskosten angesetzt; zuordenbare Transaktionskosten werden zum Zeitpunkt ihres Anfallens erfolgswirksam erfasst. Die Folgebewertung wird erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert vorgenommen. Dieser Zeitwert ergibt sich für die Sicherungsinstrumente aus den Terminkursen am Abschlussstichtag. Die Bewertungsergebnisse aus den Anpassungen der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden in der jeweiligen Periode ergebniswirksam in der Gewinn-und Verlustrechnung erfasst.
Zum 30. September 2023 hält die Gesellschaft keine derivativen Finanzinstrumente und im gesamten Berichtsjahr wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.
EIGENKAPITAL
Ausgegebene Aktien der Gesellschaft werden als Eigenkapital klassifiziert. Mehrkosten, welche der Ausgabe von Stammaktien und Beteiligungsoptionen direkt zugeordnet werden können, werden abzüglich angefallener Steuereffekte direkt im Eigenkapital erfasst.
Mit jeder Stammaktie ist für den Anteilseigner ein Stimmrecht verbunden.
Wenn als Eigenkapital klassifizierte Stammaktien zurückgekauft werden, werden die zurückgekauften Aktien als eigene Anteile klassifiziert und zu Anschaffungskosten bereinigt um jegliche Steuereffekte im Eigenkapital in Abzug gebracht. Mit eigenen Anteilen ist kein Stimmrecht verbunden.
ZUWENDUNGEN DER ÖFFENTLICHEN HAND
Zuwendungen der öffentlichen Hand sind Beihilfen der öffentlichen Hand, die an ein Unternehmen durch Übertragung von Ressourcen gewährt werden und als Gegenleistung die Erfüllung bestimmter Bedingungen in der Vergangenheit oder in der Zukunft voraussetzen.
Gemäß IAS 20 wird eine Zuwendung dann erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt werden und die Zuwendung gewährt wird. Im Gewinn oder Verlust werden die Zuwendungen der öffentlichen Hand planmäßig über den Zeitraum realisiert, in denen das Unternehmen die entsprechenden Aufwendungen, die die Zuwendungen der öffentlichen Hand kompensieren sollen, erfasst.
NICHT FORTGEFÜHRTE AKTIVITÄTEN
Nicht fortgeführte Aktivitäten werden ausgewiesen, sobald ein Unternehmensbestandteil als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wird oder bereits abgegangen ist und der Unternehmensbestandteil einen gesonderten wesentlichen Geschäftszweig oder geografischen Geschäftsbereich darstellt sowie Teil eines abgestimmten Gesamtplans zur Veräußerung ist. Ein langfristiger Vermögenswert (oder eine Veräußerungsgruppe) wird als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. In der Konzerngewinn- und -verlustrechnung und in der Konzernkapitalflussrechnung werden nicht fortgeführte Aktivitäten separat von den fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen; Vorjahre werden auf vergleichbarer Basis dargestellt. In der Konzernbilanz werden die als zur Veräußerung gehalten eingestuften Vermögenswerte und die damit verbundenen Schulden in separaten Positionen auf der Aktiv- und Passivseite ausgewiesen. Ab dem Zeitpunkt der Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten wird keine planmäßige Abschreibung mehr auf die betreffenden Vermögenswerte vorgenommen. Angaben im Konzernanhang beziehen sich auf fortgeführte Aktivitäten beziehungsweise auf nicht zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und mit ihnen in Verbindung stehende Schulden, sofern nicht explizit anders angegeben. Im Konzernanlagespiegel beziehen sich die Bewegungsarten für das Berichtsjahr auf die fortgeführten Aktivitäten und für das Vorjahr auf die fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten.
Zum Bilanzstichtag 30. September 2023 wurde die PROXESS Gruppe (bestehend aus PROXESS Holding GmbH und PROXESS GmbH) aufgrund der laufenden Gespräche über den Verkauf sämtlicher Anteile an der PROXESS Gruppe, der im ersten Geschäftsquartal des laufenden Geschäftsjahres 2023/24 vollzogen wurde (vgl. hierzu Abschnitt 38. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag), gemäß IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten und als nicht fortgeführte Aktivitäten klassifiziert.
NEUE BILANZIERUNGSRICHTLINIEN
Die Änderungen bestehender sowie neue IFRS und IFRIC, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, wurden bei der Aufstellung des Konzernabschlusses beachtet.
IM BERICHTSJAHR 2022/23 ERSTMALS ANZUWENDENDE STANDARDS UND INTERPRETATIONEN
| Standard | Änderung |
|---|---|
| Änderungen an IFRS 3: Unternehmens zusammenschlüsse | Referenz auf das Rahmenkonzept 2018; Vorschrift zur Identifikation von übernommenen Schulden; Klarstellung des Nicht-Ansetzens von erworbenen Eventualforderungen |
| Änderungen an IAS 16: Sachanlagen | Verbot der Saldierung von Kosten für Sachanlagen mit Einnahmen, die vor Herstellung des beabsichtigten Zustands zur Nutzung der Sachanlegen entstehen |
| Änderungen an IAS 37: Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen | Klarstellung, welche Kosten bei der Beurteilung, ob ein Vertrag belastend ist, zu berücksichtigen sind |
| Jährliche Verbesserungen 2018 - 2020 | diverse |
Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Beta Systems ergaben sich im Berichtsjahr nicht.
VORZEITIGE ANWENDUNG VON STANDARDS UND INTERPRETATIONEN
Die Gesellschaft machte keinen Gebrauch von bereits zur Anwendung in der Europäischen Union angenommenen Änderungen bestehender oder neuer Standards und Interpretationen, die bis zum 30. September 2023 herausgegeben, aber noch nicht verpflichtend in Kraft getreten sind.
VERÖFFENTLICHTE STANDARDS UND INTERPRETATIONEN, DIE NOCH NICHT ANGEWENDET WERDEN
Zum Abschlussstichtag sind die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten Standards, Änderungen von Standards oder Interpretationen veröffentlicht, die noch nicht verpflichtend anzuwenden sind.
Wesentliche Änderungen für den Konzernabschluss der Beta Systems für das laufende Geschäftsjahr 2023/24 ergeben sich hierdurch nicht.
| Standard | Änderung | Anzuwenden für Geschäftsjahre beginnend ab | Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage |
|---|---|---|---|
| IFRS 17: Versicherungsverträge | Regelungen zur Bilanzierung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die aus Versicherungsverträgen resultieren | 01.01.2023 | keine |
| Änderungen an IFRS 17: Versicherungsverträge | Regelungen zur initialen Anwendung der IFRS 17 und IFRS 9 | 01.01.2023 | keine |
| Änderungen an IAS 1 und IFRS Practice Statement 2: Darstellung des Abschlusses | Angabe aller wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden | 01.01.2023 | voraussichtlich keine |
| Änderungen an IAS 8: Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler | Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen | 01.01.2023 | voraussichtlich keine |
| Änderungen an IAS 12: Ertragsteuern | Internationale Steuerreform / Säule-2-Modellregeln: Erleichterungen bei der Bilanzierung latenter Steuern aus der globalen Mindestbesteuerung | 01.01.2023 | keine |
| Änderungen an IAS 12: Ertragsteuern | Bilanzierung latenter Steuern im Zusammenhang mit Leasingverträgen und Stilllegungsverpflichtungen | 01.01.2023 | voraussichtlich keine |
| Änderungen an IFRS 16: Leasingverhältnisse | Klarstellung, wie die Folgebewertungsvorschriften auf Leasingverbindlichkeiten anzuwenden sind, die im Rahmen einer Sale-and-Leaseback Transaktion entstehen | 01.01.2024 | keine |
| Änderungen an IAS 1: Darstellung des Abschlusses | Einordnung von Schulden als kurz- oder langfristig | 01.01.2024 | voraussichtlich keine |
| Änderungen an IAS 7 und IFRS 7:* Finanzierungsvereinbarungen für Lieferanten | Offenlegungsvorschriften über Finanzierungsvereinbarungen mit Lieferanten | 01.01.2024 | keine |
| Änderungen an IAS 21:* Effekte aus Änderungen von Wechselkursen | Bestimmung des Wechselkurses bei langfristiger mangelnder Umtauschbarkeit einer Währung | 01.01.2025 | keine |
* Übernahme durch die EU steht noch aus
SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
Die interne Berichts- und Organisationsstruktur der Gesellschaft unterscheidet die Regionen DACH, Westeuropa, Sonstiges Europa und Nordamerika sowie die Steuerungseinheit Beteiligungen, für die eigene Ergebnisrechnungen existieren. Diese Steuerungseinheiten sind die Grundlage für die Segmentberichterstattung gemäß IFRS 8.
Im Rahmen der internen Management-Berichterstattung werden das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) und das Betriebsergebnis (EBIT) der Segmente zur Messung der Segment-Profitabilität verwendet. Bilanzkennzahlen werden auf Segmentebene nicht berichtet.
Die Segmente DACH, Westeuropa, Sonstiges Europa und Nordamerika fokussieren sich auf die Erzielung von Umsatzerlösen in den Geschäftsbereichen DCI und IAM. Das Segment Beteiligungen konzentriert sich für die fortgeführten Aktivitäten auf den Geschäftsbereich Digitalisierung.
Grundsätzlich werden in allen Segmenten - wenngleich in unterschiedlichen Relationen - Umsatzerlöse aus Lizenz, Wartung und Service erzielt. Der Schwerpunkt der Segmente DACH, Westeuropa, Sonstiges Europa und Nordamerika liegt dabei klar auf den Leistungsarten Lizenz und Wartung, während das Segment Beteiligungen aus fortgeführten Aktivitäten ausschließlich Serviceerlöse erzielt. Die Zuordnung von Erlösen und Aufwendungen zu den Segmenten erfolgt anhand des Sitzes der einzelnen Konzerngesellschaften. Leistungsbeziehungen zwischen Konzerngesellschaften, die demselben Segment zugeordnet sind (Intra-Segment-Beziehungen), werden je Segment eliminiert. Leistungsbeziehungen zwischen Konzerngesellschaften, die unterschiedlichen Segmenten zugeordnet sind (Inter-Segment-Beziehungen), werden in den betroffenen Segmenten ausgewiesen. Diese entstehen im Wesentlichen durch die Abführung von Royalties für die Nutzung von Produktrechten anderer Gesellschaften, die konzernweite Erbringung von zentralen Dienstleistungen durch die Holding sowie die Verrechnung sonstiger segmentübergreifender Unterstützungsleistungen. Die Eliminierung dieser Inter-Segment-Beziehungen wird nachfolgend als "Konsolidierung" bezeichnet. Die Verrechnung von Leistungen zwischen den Segmenten erfolgt grundsätzlich zu Bedingungen wie unter fremden Dritten ausgehandelt. Sämtliche einem Segment zugeordneten Aufwendungen und Erträge lassen sich eindeutig zuordnen, eine Schlüsselung wird nicht vorgenommen.
Das Segment DACH stellt den Kernmarkt des Beta Systems Konzerns dar, auf den im Berichtsjahr mehr als 50% der Konzernumsätze entfallen. Das Kundengeschäft im Segment DACH wird hauptsächlich betrieben durch die Beta Systems DCI Software AG mit ihren Tochter- und Enkelgesellschaften HORIZONT Software GmbH, Infraray GmbH (vormals AUCONET GmbH) und ASDIS Solutions GmbH sowie durch die Beta Systems IAM Software AG. Hinzu kommen Vertriebsgesellschaften in Österreich und der Schweiz. Weiterhin werden in das Segment DACH die Beta Systems Software AG als Konzern-Holding, die Latonba AG, die Beta Systems IT Operations GmbH (zu Beginn des aktuellen Geschäftsjahres 2023/24 umfirmiert in Beta Systems IT Services GmbH) sowie die tschechische Entwicklungsgesellschaft der HORIZONT einbezogen. Aus dem Segment DACH heraus erfolgt auch die Betreuung von Kunden in Osteuropa ohne lokale Beta Systems Landesgesellschaften sowie überwiegend die Koordination des weltweiten Partnergeschäfts. Neben den vertrieblichen Tätigkeiten sind im Segment DACH die Entwicklungszentren in Berlin, Köln, Neustadt, München und Budweis (Tschechien) angesiedelt. Gleichzeitig ist das Segment DACH Inhaber des überwiegenden Teils der Produktrechte des Beta Systems Konzerns. Die starke Positionierung in DACH wird unterstützt durch eine umfassende Service-Organisation, welche die Einführung und Weiterentwicklung der Beta Systems Lösungen bei den Kunden begleitet und unterstützt. Die Steuerung des Segments erfolgt direkt durch den Vorstand der Beta Systems Software AG, der die Rolle des Segment-Managers einnimmt.
Das Segment DACH erwirtschaftet Umsatzerlöse aus Lizenz- und Wartungsverträgen, aus der Erbringung von Serviceleistungen für externe Kunden und der Erbringung von konzerninternen Service-Leistungen für andere Segmente. Außerdem führen die übrigen Konzerngesellschaften in Abhängigkeit ihrer Umsatzerlöse Royalties zur Nutzung der im Segment DACH angesiedelten Beta Systems Produktrechte an das Segment DACH ab. Das Segment DACH fungiert hierbei auch als zentrale Verrechnungsstelle für Royalties für Produkte, deren Rechte nicht in DACH angesiedelt sind. Die entsprechenden Royalties werden an den jeweiligen Rechteinhaber weitergereicht. Sonstige betriebliche Erträge werden darüber hinaus im Wesentlichen aus der konzernweiten Verrechnung der Holding-Dienstleistungen und der Bereitstellung von Rechenzentrumsleistungen für das kanadische Entwicklungszentrum in Calgary erzielt. Die Aufwendungen im Segment DACH bestehen überwiegend aus den in den zuzuordnenden Gesellschaften direkt anfallenden Betriebsaufwendungen, hierunter fallen unter anderem auch die Aufwendungen zur Bereitstellung der Zentralfunktionen durch die Holding sowie der Betrieb des konzerneigenen Rechenzentrums durch die Beta Systems IT Operations GmbH (jetzt Beta Systems IT Services GmbH). Hinzu kommen Aufwendungen aus Royalties für Umsatzerlöse mit Produkten, deren Produktrechte beim Segment Nordamerika liegen, sowie Aufwendungen für aus anderen Segmenten zugekaufte Service- oder Entwicklungsleistungen. Das Segment DACH erzielt darüber hinaus Zinserträge durch die Anlage der finanziellen Mittel am Kapitalmarkt sowie konzerninterne Zinserträge durch Ausleihungen gegenüber Konzerngesellschaften. Bis zum Wirksamwerden der Abspaltung der Latonba AG erzielte das Segment DACH den Großteil der Zinserträge aus der Anlage finanzieller Mittel im Cash-Pool der Deutsche Balaton AG, dies entfällt zukünftig. Zinsaufwendungen fallen hauptsächlich an für das Darlehen, welches im Zusammenhang mit der Akquisition der PROXESS aufgenommen wurde, für die Aufzinsung der Pensionsverbindlichkeiten, die Aufzinsung der Verbindlichkeiten aus Mietverhältnissen gemäß IFRS 16 und die Abzinsung von Forderungen sowie konzernintern für die Verzinsung der Einlagen der Konzerngesellschaften in den Beta Systems internen Cash-Pool. Hinzu kommen Zinsen für die Inanspruchnahme der Kontokorrentlinie, die aufgrund der Abspaltung der Latonba vereinbart und zum Ende des Geschäftsjahres erstmals in Anspruch genommen wurde. Aus dem Wertpapiergeschäft der Latonba ergaben sich im Berichtsjahr außerdem erstmalig Aufwendungen und Erträge aus Finanzanlagen, infolge der Abspaltung entfallen diese zukünftig wieder.
Das Segment Westeuropa setzt sich zusammen aus den Konzerngesellschaften in Frankreich, Spanien und Belgien und wird zentral aus Frankreich gesteuert, wo der lokale Geschäftsführer zugleich die Rolle des Segment-Managers einnimmt. Der Schwerpunkt des Segments Westeuropa liegt klar auf vertrieblichen Tätigkeiten. Zur Durchführung von Service-Projekten arbeiten die Gesellschaften in der Regel mit anderen Konzerngesellschaften oder lokalen Consulting-Partnern zusammen. Entwicklungsleistungen werden in Westeuropa nicht erbracht.
Das Segment Westeuropa erzielt seine Erlöse überwiegend aus Lizenz- und Wartungsvereinbarungen, Service-Umsätze spielen im Vergleich zum Segment DACH eine deutlich untergeordnete Rolle. Die dem Segment zuzuordnenden Aufwendungen setzen sich im Wesentlichen aus den direkt in den Gesellschaften anfallenden Betriebsaufwendungen zusammen sowie Aufwendungen für Royalties, die in Abhängigkeit der erwirtschafteten Umsatzerlöse an das Segment DACH abgeführt werden, und einer Umlage für die zentralen Admin-Leistungen der Holding. Bei den Zinsaufwendungen und -erträgen im Segment Westeuropa handelt es sich überwiegend um konzerninterne Beziehungen zur Beta Systems Software AG (Forderungen und Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Beta Systems internen Cash-Pool sowie konzerninterne Ausleihungen) sowie Aufwendungen aus der Aufzinsung der Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen gemäß IFRS 16.
Das Segment Sonstiges Europa setzt sich aus den Konzerngesellschaften in Italien, Großbritannien und Skandinavien zusammen. Analog zum Segment Westeuropa handelt es sich hierbei um reine Vertriebsgesellschaften, die Vertriebs- und (in geringem Umfang) Serviceleistungen erbringen. Im Zusammenhang mit internationalen Projekten werden Erlöse aus konzerninternen Serviceleistungen erzielt. Entwicklungsleistungen werden nicht erbracht. Die Steuerung des Segments erfolgt durch das für den Vertrieb zuständige Vorstandsmitglied der Beta Systems Software AG, das die Rolle des Segment-Managers für das Segment Sonstiges Europa ausübt.
Hinsichtlich der Zuordnung von Erträgen und Aufwendungen treffen die Erläuterungen zum Segment Westeuropa auf das Segment Sonstiges Europa analog zu.
Das Segment Nordamerika bildet sich aus den Konzerngesellschaften in den USA und Kanada und hält einzelne Produktrechte (SecurLine und Garancy Password Management), die aus Sicht des Gesamtkonzerns eine untergeordnete Rolle spielen. Das Segment Nordamerika erzielt seine Erlöse einerseits aus externen Kundenverträgen, die durch die Vertriebsgesellschaft in den USA gehalten werden. Andererseits erbringt die Tochtergesellschaft in Kanada Wartungs- und Supportleistungen in Nordamerika sowie projektbezogen konzerninterne Entwicklungs- und Serviceleistungen. Hinzu kommen Erlöse aus Royalties, die aus dem Segment DACH für die Umsatzerlöse abgeführt werden, die außerhalb des Segments Nordamerika mit den durch das Segment Nordamerika gehaltenen Produkten erzielt werden. Die dem Segment zuzurechnenden Aufwendungen entsprechen den vorangehenden Darstellungen der Segmente Westeuropa und Sonstiges Europa. Gleiches gilt für die Zuordnung der Zinsaufwendungen und -erträge. Die Steuerung des Segments Nordamerika erfolgt gemeinsam durch zwei Segment-Manager mit Sitz in Kanada (Director Software Engineering) und den USA (CEO Beta Systems of North America, Inc.).
Dem Segment Beteiligungen waren im Berichtsjahr die PROXESS GmbH mit ihrer Muttergesellschaft PROXESS Holding GmbH, die Codelab Sp. z o.o. und deren Muttergesellschaft Codelab Software GmbH sowie die Categis GmbH und deren Tochtergesellschaft Categis Software Private Ltd. (deren Geschäftstätigkeit zu Beginn des Berichtsjahres eingestellt wurde) zugeordnet. Das Segment Beteiligungen war Inhaber der Produktrechte für den Anwendungsbereich Dokumenten Management. Funktional deckt das Segment alle relevanten Bereiche ab, wobei die Administration zusätzlich aus dem Segment DACH unterstützt wird. Neben eigenständigen Teams für Vertrieb (inklusive Marketing) und Professional Services waren im Segment Beteiligungen auch die Entwicklungsstandorte in Rietheim-Weilheim, Rengsdorf, Szczecin und Wroclaw angesiedelt. Als Segment-Manager fungiert der Director Mergers & Acquisitions der Beta Systems Software AG. Mit der Veräußerung der PROXESS Holding GmbH inklusive deren Tochtergesellschaft PROXESS GmbH zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres 2023/24 wurde der Anwendungsbereich Dokumenten Management mit den Entwicklungsstandorten Rietheim-Weilheim und Rengsdorf aufgegeben. Damit konzentriert sich das Segment Beteiligungen zukünftig operativ auf die Geschäftstätigkeit der Codelab an den Standorten Szczecin und Wroclaw.
Das Segment Beteiligungen erwirtschaftete im Berichtsjahr - unter Berücksichtigung der fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten - Umsatzerlöse aus Lizenz- und Wartungsverträgen sowie aus der Erbringung von Serviceleistungen für Kunden (inklusive kundenindividueller Entwicklung). Hinzu kommt der Vertrieb von Hardware und Software Dritter im Zusammenhang mit Kundenprojekten. Daneben erbringt das Segment Beteiligungen projektbezogen konzerninterne Service- und Entwicklungsleistungen für das Segment DACH. Die Umsatzerlöse aus fortgeführten Aktivitäten im Segment Beteiligungen beschränken sich auf Erbringung kundenindividueller Dienstleistungen (Leistungsart Services).
Die dem Segment zuzuordnenden Aufwendungen setzen sich im Wesentlichen aus den direkt in den Gesellschaften anfallenden Betriebsaufwendungen zusammen. Hinzu kommt eine Umlage für zentrale Admin-Leistungen der Holding. Bei den Zinsaufwendungen im Segment Beteiligungen handelt es sich überwiegend um konzerninterne Beziehungen zur Beta Systems Software AG (konzerninterne Ausleihungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Beta Systems internen Cash-Pool) sowie Aufwendungen aus der Aufzinsung der Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen gemäß IFRS 16.
Die Details zu den Umsätzen und Ergebnissen der Segmente sowie deren Überleitung auf das Konzernergebnis (Spalte Konsolidierung) sind in den nachfolgenden Übersichten enthalten. Die Übersichten beziehen sich dabei auf die fortgeführten Aktivitäten.
Gemäß IFRS 8.23 sind Bewertungen aller Vermögenswerte und Schulden der berichtspflichtigen Segmente nur anzugeben, wenn diese Informationen regelmäßig der verantwortlichen Unternehmensinstanz gemeldet werden. Diese Informationen sind in der regulären Management-Berichterstattung der Gesellschaft nicht enthalten.
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen fallen in den Segmenten DACH, Nordamerika und Beteiligungen an. Insgesamt sind hierfür - bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten - Aufwendungen in Höhe von T€ 16.429 (2021/22: T€ 13.452) entstanden.
| Segment-Ergebnisrechnung Okt. 2022 - Sep. 2023 aus fortgeführten Aktivitäten (Tausend €) |
DACH | Westeuropa | Sonstiges Europa | Nordamerika | Beteiligungen | Konsolidierung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse mit Kunden | 44.785 | 5.915 | 8.869 | 4.655 | 12.059 | 0 |
| Umsatzerlöse zwischen den Segmenten | 8.758 | 0 | 130 | 1.240 | 1.395 | -11.523 |
| Umsatzerlöse gesamt | 53.543 | 5.915 | 8.999 | 5.895 | 13.454 | -11.523 |
| Materialaufwand / Bezogene Leistungen | -4.330 | -3.029 | -4.077 | -1.771 | -1.774 | 9.951 |
| Personalaufwand | -32.685 | -1.807 | -1.276 | -1.614 | -8.692 | 0 |
| Sonstige Betriebsaufwendungen und -erträge | -10.468 | -765 | -1.452 | -820 | -1.633 | 1.578 |
| Betriebsergebnis vor Abschreibungen | 6.060 | 313 | 2.194 | 1.689 | 1.354 | 6 |
| Abschreibungen | -3.177 | -91 | -86 | -64 | -754 | 0 |
| Betriebsergebnis | 2.882 | 223 | 2.109 | 1.625 | 601 | 6 |
| Erträge/Aufwendungen aus Finanzanlagen | 23 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Zinsen und ähnliche Erträge | 2.465 | 155 | 105 | 4 | 18 | -407 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -401 | -82 | -7 | -104 | -100 | 406 |
| Ergebnis vor Ertragssteuern | 4.969 | 296 | 2.207 | 1.525 | 518 | 6 |
| Ertragssteuern | ||||||
| Ergebnis der Geschäftsperiode |
| Segment-Ergebnisrechnung Okt. 2022 - Sep. 2023 aus fortgeführten Aktivitäten (Tausend €) |
Konzern |
|---|---|
| Umsatzerlöse mit Kunden | 76.283 |
| Umsatzerlöse zwischen den Segmenten | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 76.283 |
| Materialaufwand / Bezogene Leistungen | -5.031 |
| Personalaufwand | -46.075 |
| Sonstige Betriebsaufwendungen und -erträge | -13.561 |
| Betriebsergebnis vor Abschreibungen | 11.617 |
| Abschreibungen | -4.171 |
| Betriebsergebnis | 7.446 |
| Erträge/Aufwendungen aus Finanzanlagen | 23 |
| Zinsen und ähnliche Erträge | 2.340 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -287 |
| Ergebnis vor Ertragssteuern | 9.521 |
| Ertragssteuern | -2.762 |
| Ergebnis der Geschäftsperiode | 6.759 |
| Segment-Ergebnisrechnung Okt. 2021 - Sep. 2022 aus fortgeführten Aktivitäten (Tausend €) |
DACH | West europa | Sonstiges Europa | Nordamerika | Beteiligungen | Konsolidierung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse mit Kunden | 48.128 | 7.320 | 5.780 | 3.709 | 10.924 | 0 |
| Umsatzerlöse zwischen den Segmenten | 7.574 | 0 | 103 | 1.411 | 911 | -9.999 |
| Umsatzerlöse gesamt | 55.703 | 7.320 | 5.882 | 5.120 | 11.836 | -9.999 |
| Materialaufwand / Bezogene Leistungen | -3.221 | -3.535 | -2.703 | -1.368 | -1.255 | 8.559 |
| Personalaufwand | -28.804 | -1.790 | -1.066 | -1.778 | -8.029 | 0 |
| Sonstige Betriebsaufwendungen und -erträge | -7.354 | -651 | -818 | -836 | -1.087 | 1.436 |
| Betriebsergebnis vor Abschreibungen | 16.324 | 1.345 | 1.295 | 1.138 | 1.464 | -4 |
| Abschreibungen | -3.199 | -93 | -85 | -64 | -816 | 0 |
| Betriebsergebnis | 13.125 | 1.252 | 1.210 | 1.074 | 649 | -4 |
| Zinsen und ähnliche Erträge | 722 | 17 | 10 | 4 | 1 | -169 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -269 | -16 | -12 | -97 | -63 | 170 |
| Ergebnis vor Ertragssteuern | 13.577 | 1.254 | 1.208 | 982 | 587 | -4 |
| Ertragssteuern | ||||||
| Ergebnis der Geschäftsperiode |
| Segment-Ergebnisrechnung Okt. 2021 - Sep. 2022 aus fortgeführten Aktivitäten (Tausend €) |
Konzern |
|---|---|
| Umsatzerlöse mit Kunden | 75.862 |
| Umsatzerlöse zwischen den Segmenten | 0 |
| Umsatzerlöse gesamt | 75.862 |
| Materialaufwand / Bezogene Leistungen | -3.522 |
| Personalaufwand | -41.468 |
| Sonstige Betriebsaufwendungen und -erträge | -9.310 |
| Betriebsergebnis vor Abschreibungen | 21.562 |
| Abschreibungen | -4.256 |
| Betriebsergebnis | 17.306 |
| Zinsen und ähnliche Erträge | 585 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -288 |
| Ergebnis vor Ertragssteuern | 17.604 |
| Ertragssteuern | -5.225 |
| Ergebnis der Geschäftsperiode | 12.379 |
Eine weitere regionale Aufgliederung ausgewählter Kennzahlen gemäß IFRS 8.23 nach Inland und Ausland zum Abschlussstichtag lässt sich folgender Übersicht entnehmen. Die regionale Aufteilung erfolgt dabei nach dem Sitz der Konzerngesellschaft.
| Regionale Aufteilung 30.09.2023 (Tausend €) |
Deutschland | Ausland | Konzern |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 42.867 | 33.416 | 76.283 |
| Langfristige Vermögenswerte ohne lat. Steuererstattungsansprüche | 13.958 | 3.173 | 17.131 |
| Latente Steuererstattungsansprüche | 0 | 152 | 152 |
| Pensionsverpflichtungen | 1.333 | 0 | 1.333 |
| Regionale Aufteilung 30.09.2022 (Tausend €) |
Deutschland | Ausland | Konzern |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 45.967 | 29.895 | 75.862 |
| Langfristige Vermögenswerte ohne lat. Steuererstattungsansprüche | 29.124 | 3.168 | 32.293 |
| Latente Steuererstattungsansprüche | 279 | 178 | 457 |
| Pensionsverpflichtungen | 1.444 | 0 | 1.444 |
Das Management der Chancen und Risiken, die Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg der Segmente der Gesellschaft haben könnten, ist ausführlich im Chancen- und Risikobericht innerhalb des zusammengefassten Lageberichts und Konzernlageberichts beschrieben.
Ergänzend zu der (in der Segmentberichterstattung abgebildeten) überwiegend regional strukturierten Steuerung des Konzerns erfolgt eine Steuerung insbesondere der vertrieblichen Aktivitäten entlang der Geschäftsbereiche DCI, IAM und Digitalisierung. Die drei Geschäftsbereiche haben jeweils ein eigenständiges Produkt- bzw. Lösungsportfolio und einen eigenen Kundenstamm und treten nach außen am Markt mit ihren Produkten und ihrem Vertriebspersonal separat auf. Für die Management-Berichterstattung erfolgt eine Aufteilung der Umsatzerlöse auf Geschäftsbereiche anhand einer eindeutigen Zuordnung der Produkte entsprechend ihrem Anwendungsbereich.
Weiterhin werden in der internen Berichterstattung die externen Umsatzerlöse (Umsatzerlöse mit Kunden) differenziert nach den Leistungsarten Lizenz, Wartung, Service und Sonstiges angegeben. Die Leistungsart Sonstiges fasst dabei im Wesentlichen den Vertrieb von Hardware und Software von Drittanbietern im Zusammenhang mit Kundenprojekten der PROXESS sowie sonstige Umsatzerlöse, z.B. aus dem Vertrieb von Ersatzteilen, zusammen.
Nachfolgende Tabellen geben einen Überblick der Konzern-Umsatzerlöse mit Kunden nach Geschäftsbereichen und Leistungsarten.
| Umsatzerlöse mit Kunden Okt. 2022 - Sep. 2023 (Tausend €) |
DCI | IAM | Digitalisierung | Konzern |
|---|---|---|---|---|
| Lizenz-Umsatz | 15.348 | 3.438 | 0 | 18.786 |
| Wartungsumsatz | 25.318 | 8.019 | 0 | 33.337 |
| Serviceumsatz | 5.913 | 6.349 | 11.899 | 24.160 |
| Umsatzerlöse mit Kunden | 46.579 | 17.806 | 11.899 | 76.283 |
| Umsatzerlöse mit Kunden Okt. 2021 - Sep. 2022 (Tausend €) |
DCI | IAM | Digitalisierung | Konzern |
|---|---|---|---|---|
| Lizenz-Umsatz | 19.597 | 2.876 | 13 | 22.486 |
| Wartungsumsatz | 24.657 | 7.484 | 65 | 32.205 |
| Serviceumsatz | 5.314 | 5.267 | 10.589 | 21.170 |
| Umsatzerlöse mit Kunden | 49.568 | 15.626 | 10.668 | 75.862 |
ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Die Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung in den Abschnitten 1 bis 8 beziehen sich auf die fortgeführten Aktivitäten. Eine Herleitung des Ergebnisses der Geschäftsperiode aus nicht fortgeführten Aktivitäten befindet sich in Abschnitt 9.
1. UMSATZERLÖSE
Die Umsatzerlöse lassen sich untergliedern nach den Leistungsarten Lizenz (Verkauf und Vermietung von Softwarelizenzen), Wartung (Erbringung von Wartungs- und Pflegeleistungen) und Service (projektbezogene Erbringung von individuellen Serviceleistungen). Die Leistungsarten entsprechen den zu erbringenden Leistungsverpflichtungen gemäß IFRS 15.
| Umsatzerlöse | 2022/23 | 2021/22 |
|---|---|---|
| Lizenz-Umsatz | 18.786 | 22.486 |
| Wartungsumsatz | 33.337 | 32.205 |
| Serviceumsatz | 24.160 | 21.170 |
| Summe | 76.283 | 75.862 |
Bei den ausgewiesenen Umsatzerlösen handelt es sich ausschließlich um Umsatzerlöse aus Kundenverträgen. Der überwiegende Teil der Verträge der Beta Systems umfasst die Leistungsverpflichtungen Lizenz und Wartung. Entsprechend der Regelungen des IFRS 15 erfolgt auch bei Verträgen mit zeitlich befristeter Lizenzierung (Mietverträgen) eine Differenzierung nach den darin enthaltenen Bestandteilen Lizenz und Wartung. Somit werden auch für Mietverträge (analog zu Kaufverträgen) Lizenz- und Wartungserlöse getrennt voneinander ausgewiesen. Dies hat zur Folge, dass auch bei Mietverträgen die anteiligen Lizenzerlöse in der Regel nach Erfüllung der Leistungsverpflichtung (Bereitstellung der Software und - sofern erforderlich - des Zugriffsschlüssels) zu Vertragsbeginn realisiert werden, während die Realisierung der Wartungserlöse ratierlich über die Vertragslaufzeit hinweg erfolgt.
Bei der Gegenüberstellung der Umsatzerlöse und des Zahlungsstroms eines Kundenvertrags ist damit folgendes zu beachten: Die Lizenzerlöse werden gemäß IFRS 15 grundsätzlich nach Vertragsschluss und Leistungserbringung (Bereitstellung von Software und - sofern erforderlich - Zugriffsschlüssel) realisiert, während die Rechnungsstellung bei Mietverträgen in der Regel jahresweise über die Vertragslaufzeit hinweg erfolgt. Dies führt bei Verträgen mit mehrjähriger Laufzeit regelmäßig zu einem zeitlichen Auseinanderfallen von (sofortiger) Umsatzrealisierung und (ratierlichem) Zahlungseingang. Dies resultiert zu Vertragsbeginn in einem Überhang der Umsatzerlöse gegenüber dem Zahlungseingang und damit zu einem Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Diese werden über die Vertragslaufzeit hinweg dann sukzessive abgebaut. Wartungsleistungen hingegen werden in der Regel jährlich vorschüssig, d.h. zu Beginn der Wartungsperiode in Rechnung gestellt, während die Wartungserlöse zeitanteilig über die gesamte Wartungsperiode hinweg realisiert werden. Dies führt somit zu Beginn der jährlichen Wartungsperiode regelmäßig zu einem Überhang des Zahlungseingangs gegenüber den Wartungserlösen und somit zu einem Anstieg der Vertragsverbindlichkeiten. Diese werden über die Wartungsperiode hinweg kontinuierlich abgebaut. Da generell die Rechnungsstellung durch Beta Systems bei einem Großteil der Kundenverträge im ersten Halbjahr eines jeden Geschäftsjahres erfolgt, kommt dieser Effekt insbesondere im ersten Geschäftshalbjahr zum Tragen. Bei Serviceumsätzen erfolgt die Rechnungsstellung meist monatlich entsprechend der Leistungserbringung. Somit unterscheiden sich der Zeitpunkt der Umsatzrealisierung und die Vereinnahmung der Gegenleistung des Kunden in der Regel nur um das vertraglich vereinbarte Zahlungsziel.
Von dem gesamten Umsatzerlösen in Höhe von T€ 76.283 bezieht sich ein Anteil von T€ 564 auf Leistungsverpflichtungen, die bereits im Vorjahr erbracht wurden. Dabei handelt es sich überwiegend um Nachzahlungen einzelner Kunden, die die ursprünglich lizenzierte Nutzungsmenge überschritten hatten.
Aus den zu Periodenbeginn bestehenden Vertragsverbindlichkeiten (T€ 10.629) wurden im Berichtsjahr anteilige Umsatzerlöse in Höhe von T€ 9.819 realisiert (davon T€ 1.131 aus nicht fortgeführten Aktivitäten).
Als Zahlungsziel wird in der Regel ein Zeitraum von 10 bis 30 Tagen vereinbart. Im Ausland werden teilweise Fristen bis zu 60 Tagen, in Einzelfällen bis zu 120 Tagen akzeptiert.
2. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
| Sonstige betriebliche Erträge | 2022/23 | 2021/22 |
|---|---|---|
| Gewinne aus Währungsumrechnungen | 5 | 0 |
| Gewinne aus Fremdwährungsbewertung | 0 | 90 |
| Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 130 | 260 |
| Eigenleistungen | 147 | 0 |
| Gewinne aus dem Abgang von Sachanlagen | 2 | 9 |
| Ertrag aus Untervermietung von Büroräumen (inkl. Nebenkosten) | 377 | 325 |
| Erstattungen und Versicherungsentschädigungen | 35 | 138 |
| Erträge aus Weiterbelastung co-finanzierter Marketing-Aktivitäten | 0 | 100 |
| Erträge aus Vermittlungsprovision | 16 | 18 |
| Übrige Erträge | 70 | 43 |
| Summe | 782 | 983 |
3. PERSONALAUFWAND
| Personalaufwand | 2022/23 | 2021/22 |
|---|---|---|
| Löhne und Gehälter | 38.317 | 34.999 |
| Sozialabgaben | 7.102 | 6.276 |
| Sonstige Personalkosten | 656 | 193 |
| Summe | 46.075 | 41.468 |
In den sonstigen Personalkosten sind Aufwendungen für Versicherungen der Arbeitnehmer und variable Vergütungen in Form von Sachzuwendungen sowie Aufwendungen für geleistete oder Rückstellungen für mögliche zukünftige Abfindungszahlungen enthalten.
4. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 2022/23 | 2021/22 |
|---|---|---|
| Verluste aus Währungsumrechnung | 242 | 0 |
| Verluste aus Fremdwährungsbewertung | 241 | 0 |
| Büromieten (inkl. N ebenkosten) | 1.380 | 1.237 |
| Betriebsaufwand Büro/Technik | 1.587 | 1.253 |
| Rechenzentrumskosten | 347 | 384 |
| Allgemeine Verwaltungsaufwendungen | 1.178 | 995 |
| Freelancer-, Partner- & Distributorenkosten | 3.665 | 1.777 |
| Aufwendungen des laufenden Geschäftsbetriebes | 2.355 | 1.662 |
| Rechtsberatung | 624 | 234 |
| Unternehmensberatung | 127 | 79 |
| Beratung IT-Projekte | 94 | 181 |
| Personalberatung und -akquise | 350 | 598 |
| Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung | 298 | 290 |
| Sonstige Beratung / Gutachten | 59 | 52 |
| Marketing- und Werbeaufwendungen | 1.485 | 1.267 |
| Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen | 3 | 10 |
| Sonstige betriebliche Steuern | 42 | 25 |
| Übrige Aufwendungen | 267 | 249 |
| Summe | 14.343 | 10.294 |
Die Position "Büromieten (inklusive Nebenkosten)" beinhaltet überwiegend Mietnebenkosten und Betriebskosten der Bürogebäude. Hinzu kommt Mietaufwand für kurzfristige Mietverhältnisse, die gemäß IFRS 16 nicht bilanziell erfasst wurden.
5. ZINSEN UND ÄHNLICHE ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN SOWIE AUFWAND/ ERTRÄGE AUS FINANZANLAGEN
| Zinsen und ähnliche Erträge und Aufwendungen | 2022/23 | 2021/22 |
|---|---|---|
| Aufzinsung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 387 | 72 |
| Zinserträge auf Bankeinlagen | 304 | 12 |
| Zinserträge aus Cash-Pooling Deutsche Balaton AG | 1.595 | 484 |
| Sonstige Zinserträge | 55 | 17 |
| Zinsen und ähnliche Erträge | 2.340 | 585 |
| Zinsaufwendungen bei Kreditinstituten | -95 | -155 |
| Zinsaufwand aus Leasingsachverhalten | -87 | -91 |
| Sonstige Zinsaufwendungen | -105 | -42 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -287 | -288 |
| Summe | 2.053 | 298 |
Die Zinsaufwendungen bei Kreditinstituten beinhalten im Wesentlichen Zinsaufwendungen auf das Darlehen von der Commerzbank (vgl. Abschnitt 24. "Finanzielle Schulden") sowie im Vorjahr Verwahrentgelte (Negativzinsen) für Guthaben bei Kreditinstituten.
In den sonstigen Zinsaufwendungen sind Zinsen in Höhe von T€ 105 (2021/22: T€ 42) für die Aufzinsung von Pensionsverbindlichkeiten enthalten.
Die Aufwendungen und Erträge aus Finanzanlagen setzen sich zusammen wie folgt:
| 2022/23 | 2021/22 | |
|---|---|---|
| Dividendenerträge | 161 | 0 |
| Erträge aus Abgang langfristiger Finanzanlagen | 154 | 0 |
| Erträge aus Abgang kurzfristiger Finanzanlagen | 38 | 0 |
| Erträge aus Zuschreibungen auf Finanzanlagen | 39 | 0 |
| Wertminderungsaufwand aus Abschreibungen auf Finanzanlagen | -370 | 0 |
| Aufwand / Erträge aus Finanzanlagen | 23 | 0 |
6. ERTRAGSSTEUERN
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Ertragssteuern setzen sich wie folgt zusammen:
| Ertragssteueraufwand | 2022/23 | 2021/22 |
|---|---|---|
| Laufende Steuern (abgelaufene Periode) | ||
| Deutschland | -2.335 | -2.104 |
| Ausland | -591 | -372 |
| -2.926 | -2.476 | |
| Latente Steuern (zukünftige Perioden) | ||
| Deutschland | 325 | -2.505 |
| Ausland | -161 | -245 |
| 165 | -2.749 | |
| Summe | -2.762 | -5.225 |
Die Überleitung des erwarteten auf den tatsächlichen Ertragssteueraufwand wird in der folgenden Übersicht dargestellt. Der erwartete Ertragssteueraufwand ergibt sich dabei aus dem kombinierten Körperschaftsteuersatz, Solidaritätszuschlag und dem Gewerbesteuersatz von 30,0%.
| Überleitungsrechnung erwarteter und ausgewiesener Ertragssteueraufwand | 2022/23 | 2021/22 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Ertragssteuern | 9.521 | 17.604 |
| Erwarteter Steuer(-aufwand) /-ertrag (Konzernsteuersatz 30%) | -2.856 | -5.281 |
| Nicht abzugsfähige Aufwendungen und Hinzurechnungen | -187 | -82 |
| Mindeststeuer | -40 | -18 |
| Änderungen der Bewertung von Verlustvorträgen | 585 | 336 |
| Steuererstattungen (+) / -nachzahlungen (-) | ||
| Vorjahre inklusive Betriebsprüfungseffekte | -56 | 31 |
| Lokale Steuersatzunterschiede | 60 | -26 |
| Hinzurechnung sonstiger steuerfreier Erträge und Aufwendungen | 54 | 0 |
| Sonstiges | -322 | -185 |
| Ausgewiesener Steuer(-aufwand) /- | -2.762 | -5.225 |
| davon laufende Steuern | ||
| (tatsächlicher Steueraufwand) | -2.926 | -2.476 |
| davon latente Steuern | 165 | -2.749 |
| Konzernsteuerquote | 29,0% | 29,7% |
Die Position "Sonstiges" enthält einen Steueraufwand von T€ 259 (2021/22: T€ 184), der sich auf Erträge aus konzerninternen Verrechnungen (für zentrale Dienstleistungen der Beta Systems Software AG sowie für Zinsen auf ein konzerninternes Darlehen und das konzerninterne Cashpooling) mit der PROXESS Gruppe bezieht, die bei der Unterteilung in fortgeführte und nicht fortgeführte Aktivitäten eliminiert wurden.
Die latenten Steuererstattungsansprüche und -schulden lassen sich den einzelnen Bilanzpositionen gemäß nebenstehender Tabelle zuordnen.
In Anwendung von IAS 12.74 erfolgt eine Saldierung von aktiven und passiven latenten Steuern, soweit diese gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen und ein Recht auf Aufrechnung von Steuerschulden und Steuerforderungen besteht.
In verschiedenen Ländern verfügt die Gesellschaft über steuerliche Verlustvorträge der jeweiligen Konzerngesellschaften. Die Verlustvorträge in Deutschland sind unbefristet nutzbar, wobei die Nutzung jährlich auf T€ 1.000 begrenzt ist. Der übersteigende Teil des zu versteuernden Einkommens ist nur zu 60% mit dem Verlustvortrag verrechenbar. Die amerikanischen und kanadischen Verlustvorträge sind jeweils für 20 Jahre realisierbar. Die spanischen Verlustvorträge sind nach geänderter Vorschrift unbegrenzt, aber nur zu 75% jährlich nutzbar.
| Latente Steuern gemäß Bilanz | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Bilanzposten | ||
| Steuerliche Verlustvorträge | 500 | 733 |
| Pensionsverpflichtungen | 112 | 137 |
| Rechnungsabgrenzungen | 394 | 372 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 1.428 | 2.053 |
| Latente Steuererstattungsansprüche (brutto) | 2.435 | 3.295 |
| Saldierung | -2.283 | -2.838 |
| Latente Steuererstattungsansprüche (in der Bilanz ausgewiesen) | 152 | 457 |
| Bilanzposten | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | -4.133 | -3.930 |
| Andere immaterielle Vermögenswerte | -893 | -2.084 |
| Erworbene Softwareproduktrechte | -211 | -280 |
| Sonstige Vermögenswerte | -304 | -366 |
| Rechnungsabgrenzungen / Vertragsverbindlichkeiten | -2.073 | -2.094 |
| Fertigungsaufträge (POC) | -39 | -136 |
| Sachanlagen | -1.236 | -1.840 |
| Latente Steuerschulden (brutto) | -8.889 | -10.729 |
| Saldierung | 2.283 | 2.838 |
| Latente Steuererschulden (in der Bilanz ausgewiesen) | -6.606 | -7.891 |
Verlustvorträge in Polen sind über einen Zeitraum von fünf Jahren nutzbar. Alle weiteren ausländischen Verlustvorträge sind unbegrenzt nutzbar.
Latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge werden von der Gesellschaft nur aktiviert, soweit diese Verlustvorträge als werthaltig bzw. wahrscheinlich nutzbar angesehen werden, aber mindestens in der
| Aktivierte Verlustvorträge | 2022/23 | 2021/22 | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Währung | Verlust vortrag | aktive latente Steuern | Verlust vortrag | aktive latente Steuern | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Deutschland (Körperschaftsteuer) | T€ | 1.048 | 166 | 722 | 114 |
| davon TK Infraray | T€ | 1.048 | 166 | 722 | 114 |
| Deutschland (Gewerbesteuer) | T€ | 1.048 | 150 | 722 | 104 |
| davon TK Infraray | T€ | 1.048 | 150 | 722 | 104 |
| Belgien | T€ | 0 | 0 | 70 | 21 |
| Österreich | T€ | 140 | 35 | 165 | 41 |
| davon TK Infraray | T€ | 74 | 18 | 111 | 28 |
| Großbritannien | TGBP | 525 | 131 | 627 | 157 |
Höhe, wie diesen zu versteuernde temporäre Differenzen gegenüberstehen.
Als nicht aktivierbar sieht die Gesellschaft zum jetzigen Zeitpunkt latente Steuern auf folgende Verlustvorträge (unter Angabe der daraus resultierenden steuerlichen Erstattungsansprüche) an:
| Nicht aktivierbare Verlustvorträge | 2022/23 | 2021/22 | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Währung | Verlust vortrag | Erstattungs anspruch | Verlust vortrag | Erstattungs anspruch | |
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| Deutschland (Körperschaftsteuer) | T€ | 2.125 | 336 | 2.061 | 326 |
| davon TK Infraray | T€ | 1.934 | 306 | 1.853 | 293 |
| davon Categis GmbH | T€ | 190 | 30 | 165 | 26 |
| davon Latonba AG | T€ | 0 | 0 | 43 | 7 |
| Deutschland (Gewerbesteuer) | T€ | 2.064 | 296 | 2.012 | 288 |
| davon TK Infraray | T€ | 1.874 | 269 | 1.804 | 259 |
| davon Categis GmbH | T€ | 190 | 27 | 165 | 24 |
| davon Latonba AG | T€ | 0 | 0 | 43 | 6 |
| USA | TUSD | 6.944 | 1.891 | 8.069 | 2.198 |
| Kanada | TCAD | 3.035 | 394 | 3.447 | 448 |
| Großbritannien | TGBP | 0 | 0 | 269 | 67 |
| Spanien | T€ | 3.969 | 992 | 3.848 | 962 |
| Polen | TPLN | 0 | 0 | 33 | 6 |
| Österreich | T€ | 23 | 5 | 31 | 8 |
| davon TK Infraray | T€ | 23 | 5 | 31 | 8 |
7. ERGEBNIS JE STAMMAKTIE
Das Ergebnis je Stammaktie aus fortgeführten Aktivitäten ergibt sich wie folgt:
| Ergebnis je Stammaktie | 2022/23 | 2021/22 |
|---|---|---|
| Gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien, unverwässert und verwässert | 4.600.000 | 4.652.190 |
| Ergebnis der Geschäftsperiode aus fortgeführten Aktivitäten in T€ | 6.759 | 12.379 |
| davon: Gewinne, die auf Anteile nicht beherrschender Gesellschafter entfallen in T€ | 101 | 151 |
| Auf die Anteilseigner der Muttergesellschaft entfallendes Jahresergebnis aus fortgeführten Aktivitäten in T€ | 6.658 | 12.228 |
| Ergebnis in € je Stammaktie aus fortgeführten Aktivitäten, unverwässert und verwässert | 1,45 | 2,63 |
Optionsrechte auf die Ausgabe neuer Stammaktien bestanden im Berichtszeitraum und im Vergleichszeitraum des Vorjahres nicht. Das unverwässerte Ergebnis je Stammaktie ist deshalb mit dem verwässerten Ergebnis je Stammaktie identisch.
Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien betrug das gesamte Berichtsjahr über 4.600.000 Stück.
Von dem auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallenden Jahresergebnis bezieht sich ein Anteil von T€ 1.087 auf das abgespaltene Vermögen. Dies entspricht einem anteiligen Ergebnis von rund € 0,24 je Aktie (verwässert und unverwässert).
8. PERIODENFREMDES ERGEBNIS
Sonstige periodenfremde betriebliche Erträge in Höhe von T€ 129 (2021/22: T€ 305) und andere periodenfremde betriebliche Aufwendungen in Höhe von T€ 219 (2021/22: T€ 290) sind im Betriebsergebnis des Berichtsjahres enthalten.
9. ERGEBNIS AUS NICHT FORTGEFÜHRTEN AKTIVITÄTEN
Mit Kauf- und Übertragungsvertrag vom 13. November 2023 hat die Beta Systems Software AG sämtliche Anteile an der PROXESS Holding GmbH (inklusive deren Tochtergesellschaft PROXESS GmbH) an die Easy Software AG veräußert. Die Transaktion wurde am 16. November 2023 vollzogen (vgl. Abschnitt 38. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag). Daher wird der Ergebnisbeitrag der PROXESS Gruppe (bestehend aus PROXESS Holding GmbH und PROXESS GmbH) als Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen.
Das Ergebnis der Geschäftsperiode aus nicht fortgeführten Aktivitäten ergibt sich dabei wie folgt:
| Nicht fortgeführte Aktivitäten | 2022/23 | 2021/22 |
|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 10.918 | 10.734 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 224 | 179 |
| Materialaufwand / Aufwand für bezogene Leistungen | -1.658 | -1.641 |
| Personalaufwand | -6.440 | -6.064 |
| Abschreibungen | -822 | -792 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -1.784 | -1.706 |
| Zinsen und ähnliche Erträge | 1 | 0 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -19 | -21 |
| Ertragssteuern | -72 | 16 |
| Ergebnis der Geschäftsperiode aus nicht fortgeführten Aktivitäten | 348 | 705 |
Konzerninterne Verrechnungen aus zentralen Dienstleistungen der Beta Systems Software AG für die PROXESS Gruppe sowie konzerninterne Zinsaufwendungen und -erträge im Zusammenhang mit einem Darlehen der Beta Systems Software AG an die PROXESS Gruppe und dem konzerninternen Cashpooling wurden eliminiert und weder den fortgeführten noch den nicht fortgeführten Aktivitäten zugeordnet. Konzerninterne Verrechnungen aufgrund operativer Leistungsbeziehungen wurden nicht eliminiert und entweder den fortgeführten oder den nicht fortgeführten Aktivitäten zugeordnet, da diese Sachverhalte auch künftig auftreten können. Die Summierung einzelner Positionen aus fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten kann somit vom konsolidierten Konzernwert abweichen.
Von den ergebnisneutral erfassten Aufwendungen und Erträgen entfällt auf die fortgeführten Aktivitäten ein Ertrag von T€ 50 und auf die nicht fortgeführten Aktivitäten ein Aufwand von T€ 4. Somit ergibt sich ein Gesamtergebnis aus fortgeführten Aktivitäten von T€ 6.809 und ein Gesamtergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten von T€ 344.
ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
Die Erläuterungen zur Bilanz in den Abschnitten 10 bis 27 beziehen sich auf die fortgeführten Aktivitäten. Die Zusammensetzung der als zur Veräußerung gehalten eingestuften Vermögenswerten und der damit verbundenen Schulden wird in Abschnitt 28 erläutert.
10. ZAHLUNGSMITTEL
| Zahlungsmittel | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Barmittel | 5 | 3 |
| Sichteinlagen bei Kreditinstituten | 1.451 | 16.661 |
| Summe | 1.456 | 16.664 |
11. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Der Gesamtbestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Gesellschaft betrug zum Abschlussstichtag T€ 25.315 (30. September 2022: T€ 21.718). Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beziehen sich auf Kundenverträge.
Abgezinste Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr sind in Höhe von T€ 8.739 (30. September 2022: T€ 10.594) in dem Gesamtwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten. Der verwendete Zinssatz beträgt 4,61% p.a. (30. September 2022: 4,45% p.a.).
Die Fälligkeit dieser Forderungen zum Abschlussstichtag stellt sich wie folgt dar:
| Barwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, fällig in > 12 Monaten | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2023/24 | 0 | 4.372 |
| Geschäftsjahr 2024/25 | 5.050 | 3.687 |
| Geschäftsjahr 2025/26 | 2.993 | 1.224 |
| Geschäftsjahr 2026/27 | 664 | 1.307 |
| Geschäftsjahr 2027/28 | 32 | 4 |
| Summe | 8.739 | 10.594 |
Der Kundenstamm der Gesellschaft besteht im Wesentlichen aus Kunden aus dem Banken- und Versicherungssektor und Großkunden aus der Industrie. Diese weisen in den überwiegenden Fällen ein Investment Grade Rating auf; im Ergebnis ist der Forderungsbestand mit geringen Ausfallrisiken behaftet.
Die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Abschlussstichtag ist wie folgt:
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Altersstruktur zum 30.09.2023 | Buchwert | Wertminderung |
|---|---|---|
| Noch nicht fällig | 23.475 | 0 |
| Überfällig bis 30 Tage | 866 | 0 |
| Überfällig 31 - 90 Tage | 533 | 0 |
| Überfällig 91 - 180 Tage | 87 | 0 |
| Überfällig 181 - 365 Tage | 365 | -12 |
| Überfällig mehr als 365 Tage | 0 | 0 |
| Summe | 25.327 | -12 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Altersstruktur zum 30.09.2022 | Buchwert | Wertminderung |
|---|---|---|
| Noch nicht fällig | 20.334 | 0 |
| Überfällig bis 30 Tage | 590 | 0 |
| Überfällig 31 - 90 Tage | 533 | 0 |
| Überfällig 91 - 180 Tage | 90 | 0 |
| Überfällig 181 - 365 Tage | 123 | 0 |
| Überfällig mehr als 365 Tage | 91 | -43 |
| Summe | 21.761 | -43 |
Die Entwicklung der Wertminderungen auf zweifelhafte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen war im aktuellen Geschäftsjahr wie folgt:
| Wertminderungen | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Anfangssaldo zu Beginn des GJ | -43 | -44 |
| zur Veräußerung gehalten | 43 | 0 |
| Zuführung | -12 | -1 |
| Auflösung | 0 | 0 |
| Inanspruchnahme | 0 | 2 |
| Summe zum Ende des Geschäftsjahres | -12 | -43 |
Forderungen in Höhe von T€ 16.961 (30. September 2022: T€ 14.739) stellen Vertragsvermögenswerte dar, die bereits erbrachte, aber noch nicht in Rechnungen gestellte Leistungsverpflichtungen beinhalten.
12. FERTIGUNGSAUFTRÄGE (POC)
| Fertigungsaufträge (POC) | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Aktivierte Auftragserlöse | 483 | 847 |
| Erhaltene Teilzahlungen | -212 | -316 |
| Summe | 271 | 531 |
Die Fertigungsaufträge werden in der Herstellungsphase zu Herstellungskosten zuzüglich Marge in der Bilanz aktiviert. Der damit im Posten Fertigungsaufträge enthaltene Projektertrag beziffert sich wie folgt:
| Aktivierter Projektertrag der Periode | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Aktivierte Auftragserlöse | 483 | 847 |
| Summe der angefallenen Kosten der laufenden Projekte | -295 | -322 |
| Summe | 188 | 525 |
Die bereits erfolgswirksam realisierten Gesamterlöse der Fertigungsaufträge betrugen in der Berichtsperiode T€ 1.270 (2021/22: T€ 909).
Zum 30. September 2023 bestanden Fertigungsaufträge, für die die zum Abschlussstichtag geleisteten Teilzahlungen die Umsätze um insgesamt T€ 5 (30. September 2022: T€ 49) überstiegen. Dieser Betrag wird in den Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Die zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Fertigungsaufträge (POC) werden voraussichtlich innerhalb des nächsten Jahres beendet.
13. KURZFRISTIGE FINANZANLAGEN
Zum Abschlussstichtag 30. September 2023 bestehen keine kurzfristigen Finanzanlagen (30. September 2022: T€ 7).
14. SONSTIGE KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Aktive Rechnungsabgrenzung und geleistete Anzahlungen | 1.326 | 1.904 |
| Umsatzsteuerguthaben | 297 | 305 |
| Forderung aus Cash-Pool Deutsche Balaton AG | 0 | 45.000 |
| Aktivierte Vertragskosten | 560 | 588 |
| Übrige kurzfristige Forderungen | 120 | 161 |
| Summe | 2.304 | 47.958 |
Die Umsatzsteuerguthaben betreffen Forderungen gegenüber dem Finanzamt aus Umsatzsteuer-Voranmeldungen und -Sondervorauszahlungen.
Die aktivierten Vertragskosten beinhalten gemäß IFRS 15 Vertragsanbahnungskosten, die inkrementell durch den Abschluss eines Kundenvertrags entstehen. Diese werden dann über die Laufzeit des zugrundeliegenden Vertrages entsprechend der Realisierung der zugehörigen Umsatzerlöse abgegrenzt.
In der Berichtsperiode wurde aus dem Eröffnungsbilanzwert von insgesamt T€ 1.205 (davon T€ 588 kurzfristig, T€ 618 langfristig) ein Betrag von T€ 588 aufwandswirksam erfasst und die aktivierten Vertragskosten entsprechend reduziert. Gegenläufig wurden - ausgehend von den in der Berichtsperiode erzielten Auftragseingängen - neue Vertriebsboni in Höhe von initial T€ 1.153 aktiviert. Diese wurden im weiteren Verlauf der Periode bereits anteilig um T€ 569 abgeschrieben. Bei den gesamten Abschreibungen von T€ 1.157 handelt es sich fast ausschließlich um planmäßige Abschreibungen. Außerplanmäßige Abschreibungen (wegen vorzeitiger Ablösung bestehender Verträge) sind lediglich in unwesentlicher Größenordnung angefallen.
Für Erläuterungen zum Cash-Pool der Deutsche Balaton AG wird auf den Abschnitt "32. Nahestehende Unternehmen und Personen" des Konzernanhangs verwiesen.
15. SACHANLAGEN
| Sachanlagen | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Anschaffungskosten | ||
| Computerausrüstung | 6.067 | 5.151 |
| Grundstücke und Gebäude | 12.169 | 13.133 |
| Einbauten in Geschäfts- und Betriebsgebäude | 972 | 993 |
| Betriebs- und Geschäftsausstattung | 3.017 | 3.678 |
| Summe Anschaffungskosten | 22.225 | 22.955 |
| Kumulierte planmäßige Abschreibungen | -13.741 | -12.408 |
| Summe | 8.485 | 10.547 |
Die im Geschäftsjahr 2022/23 in der Gewinn- und Verlustrechnung im Posten Abschreibungen enthaltenen planmäßigen Abschreibungen für die Sachanlagen betragen T€ 3.398 (2021/22: T€ 3.325).
Zum 30. September 2023 betrugen die Buchwerte der aktivierten Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen T€ 5.496 (30. September 2022: T€ 7.837), vgl. hierzu auch Abschnitt 20. "Leasingverhältnisse".
Die Entwicklung der Buchwerte im Laufe der Berichtsperiode ist in der Übersicht "Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte des Konzerns" dargestellt.
16. FIRMENWERTE
Nach IAS 36 ist grundsätzlich ein jährlich verpflichtender Werthaltigkeitstest der Firmenwerte durchzuführen. Dabei wird der Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (CGU = Cash Generating Unit) den Buchwerten derselben gegenübergestellt. Dabei wurde für alle zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der erzielbare Betrag zum 30. September 2023 höher eingeschätzt als die Buchwerte. Eine Wertminderung war somit nicht vorzunehmen.
Aufgrund der beabsichtigten Veräußerung der PROXESS Gruppe wird der Firmenwert, der aus der damaligen Akquisition der PROXESS im Geschäftsjahr 2019/20 resultierte, zum Bilanzstichtag als Bestandteil der "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" ausgewiesen.
Die Buchwerte der Firmenwerte enthalten eine Währungsumrechnungsdifferenz im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von T€ 1 (2021/22: T€ 1).
| Firmenwerte | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Anschaffungskosten | 4.892 | 12.805 |
| davon aus Akquisition der SI Software Innovation | 507 | 507 |
| davon aus Akquisition der HORIZONT | 2.731 | 2.731 |
| davon aus Akquisition der Infraray/ ASDIS | 1.545 | 1.545 |
| davon aus Akquisition der Categis | 78 | 78 |
| davon aus Akquisition der PROXESS | 0 | 7.915 |
| davon aus Akquisition der Codelab | 30 | 30 |
| Wertminderungen | -1.561 | -1.561 |
| Summe | 3.331 | 11.244 |
Die Buchwerte der Firmenwerte stellen sich zum 30. September 2023 wie folgt dar:
| Buchwert Firmenwerte | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| SI Software Innovation GmbH | 189 | 189 |
| HORIZONT Software GmbH | 1.566 | 1.566 |
| AUCONET Teilkonzern | 1.545 | 1.545 |
| Categis GmbH | 0 | 0 |
| PROXESS GmbH | 0 | 7.915 |
| Codelab Sp. z o.o. | 30 | 30 |
| Summe | 3.331 | 11.244 |
Die Wertermittlung zum 30. September 2023 beruhte dabei jeweils auf einer vom Management erstellten Detailplanung über drei Jahre mit den nachfolgend genannten wesentlichen Prämissen.
Die Prognosen beruhen dabei auf den Erfahrungen der Vergangenheit, den aktuellen operativen Ergebnissen, externen Marktannahmen und der vom Management vorgenommenen Einschätzung der zukünftigen Entwicklung. Die Umsatzentwicklung beruht auf der Planung von Folgeverträgen bestehender Kunden- und Vertragsbeziehungen.
Für die CGU SI Software Innovation GmbH (die Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2019/20 auf die Beta Systems DCI Software AG verschmolzen worden) wird auf Basis der aktuellen Vertragssituation und Pipeline von einer stabilen Entwicklung des Wartungsumsatzes auf dem Niveau des Budgetjahres ausgegangen. Der Kapitalisierungszins vor Steuern wurde mit 17,1% (30. September 2022 14,4%) angesetzt.
Die CGU HORIZONT Software GmbH ist in ihren Kernmärkten mit ihren Produkten im Mainframe-Markt bei allen wesentlichen Unternehmen bereits vertreten. Hieraus ergibt sich eine exzellente Marktpositionierung bei gleichzeitig allerdings eingeschränktem Wachstumspotential mit Blick auf künftiges Neugeschäft. Im Sinne einer vorsichtigen Planung wurden daher rückläufige Umsatzerlöse (-3% pro Jahr) unterstellt. In den vergangenen Jahren gelang es allerdings zuverlässig, Abgänge durch die Generierung von Neugeschäft auszugleichen. Der Kapitalisierungszins vor Steuern wurde mit 17,5% (30. September 2022: 14,2%) angesetzt.
Für die CGU Infraray (vormals CGU AUCONET, hierunter fallen neben der Infraray GmbH die AUCONET Austria GmbH und die ASDIS Solutions GmbH) wurden die Umsatzerlöse aufgrund der rückläufigen Nutzung bei einem großen Bestandskunden leicht rückläufig geplant. Gleichzeitig wurde von ebenfalls rückläufigen Kosten ausgegangen. Der Kapitalisierungszins vor Steuern wurde mit 14,9% (30. September 2022: 12,2%) angesetzt.
Die CGU Codelab konnte ihre Umsatzerlöse im Berichtsjahr (bei ebenfalls steigenden Aufwendungen) erneut signifikant steigern. Für die kommenden Jahre wurde - auf Basis einer konservativen Planung - von einem Wachstum der Umsatzerlöse von 3% pro Jahr ausgegangen. Im Servicegeschäft der Codelab geht eine Steigerung des Umsatzes eng mit der Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen und damit steigenden Aufwendungen einher. Die Aufwendungen wurden mit entsprechenden Steigerungsraten so fortgeschrieben, so dass eine stabile Ergebnismarge erreicht wird. Der Kapitalisierungszins vor Steuern wurde mit 16,1% (30. September 2022: 11,4%) angesetzt.
Änderungen der Berechnungsparameter für Werthaltigkeitstests können die erzielbaren Beträge der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten beeinflussen. Die Bewertung reagiert dabei besonders sensitiv auf den Kapitalisierungszinssatz und die erwartete Umsatzentwicklung. Dabei hätte sich für die CGUs SI, HORIZONT und Codelab auch bei einer weiteren Erhöhung des zugrunde gelegten Diskontierungssatzes um 1,0 Prozentpunkte zum 30. September 2023 keine Wertminderung ergeben. Bei der CGU Infraray hätte sich ab einer weiteren Erhöhung des zugrunde gelegten Diskontierungssatzes um 0,7 Prozentpunkte zum 30. September 2023 ein Wertminderungsbedarf ergeben.
Mit Blick auf die Umsatzentwicklung wäre für die CGUs SI und HORIZONT auch unter Annahme eines um zwei Prozentpunkte stärkeren Rückgangs der wichtigen Wartungserlöse keine Wertminderung erforderlich gewesen. Für die CGU Infraray hätte sich bereits bei einem zusätzlichen Rückgang der Wartungserlöse um einen Prozentpunkt ein Wertberichtigungsbedarf ergeben. Für die CGU Codelab würde ein um einen Prozentpunkt geringeres Wachstum der Umsatzerlöse bei unverändertem Anstieg der Aufwendungen keinen Wertberichtigungsbedarf auslösen.
Die Entwicklung der Buchwerte im Laufe der Berichtsperiode ist in der Übersicht "Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte des Konzerns" dargestellt.
17. ANDERE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
| Kundenbasis, Lizenzrechte und andere immaterielle Vermögenswerte | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Anzahlungen auf immaterielle Vermögenswerte | 0 | 127 |
| Anschaffungskosten | 16.735 | 18.868 |
| Kumulierte Abschreibungen | -13.220 | -13.027 |
| Summe | 3.515 | 5.969 |
Die Buchwerte der anderen immateriellen Vermögenswerte enthalten eine Währungsumrechnungsdifferenz im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von T€ 2 (2021/22: T€ 2).
Die im Geschäftsjahr 2022/23 in der Gewinn- und Verlustrechnung im Posten Abschreibungen enthaltenen planmäßigen Abschreibungen für die anderen immateriellen Vermögenswerte betragen T€ 671 (2021/22: T€ 819).
Die Gesellschaft führte zum Abschlussstichtag keine Werthaltigkeitsprüfung der anderen immateriellen Vermögenswerte durch, da es keine Anhaltspunkte für eine mögliche Wertminderung gab.
Die erwarteten planmäßigen Abschreibungen der nächsten Jahre für die anderen immateriellen Vermögenswerte beziehen sich im Wesentlichen auf die im Zuge der Kaufpreisallokationen aktivierten Vermögenswerte der HORIZONT und der Infraray (vormals AUCONET, inklusive Tochtergesellschaften) und ergeben sich wie folgt:
| Erwartete planmäßige Abschreibungen | |
|---|---|
| Geschäftsjahr 2023/24 | 618 |
| Geschäftsjahr 2024/25 | 560 |
| Geschäftsjahr 2025/26 | 554 |
| Geschäftsjahr 2026/27 | 549 |
| Geschäftsjahr 2027/28 | 549 |
| Geschäftsjahr 2028/29 | 549 |
| Geschäftsjahr 2029/30 | 137 |
| Summe | 3.515 |
Die Entwicklung der Buchwerte im Laufe der Berichtsperiode ist in der Übersicht "Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte des Konzerns" dargestellt.
18. ERWORBENE SOFTWAREPRODUKTRECHTE
| Erworbene Softwareproduktrechte | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Anschaffungskosten | 7.094 | 10.203 |
| Kumulierte Abschreibungen | -6.400 | -6.823 |
| Summe | 694 | 3.380 |
Die Buchwerte der Softwareproduktrechte enthalten eine Währungsumrechnungsdifferenz im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von T€ 0 (2021/22: T€ 0).
Die Restbuchwerte der aktivierten Softwareproduktrechte verteilen sich wie nachfolgend dargestellt.
Die im Geschäftsjahr 2022/23 in der Gewinn- und Verlustrechnung im Posten Abschreibungen enthaltenen planmäßigen Abschreibungen für die Softwareproduktrechte betragen T€ 102 (2021/22: T€ 112).
| Buchwerte erworbener Softwareproduktrechte | 30.09.2023 | 30.09.2022 | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Erworbene Rechte von | Erwerbsart | GJ | Restabschreibung (Monate) | ||
| --- | --- | --- | --- | --- | --- |
| HORIZONT Software GmbH | |||||
| ProcMan | SD | 2014/15 | 51 | 190 | 235 |
| Job-Log | AD | 2020/21 | 6 | 2 | 6 |
| Infraray GmbH | |||||
| BICS | AD | 2017/18 | 112 | 502 | 556 |
| PROXESS GmbH | |||||
| PROXESS | SD | 2018/19 | 0 | 0 | 2.583 |
| Summe | 694 | 3.380 |
SD = Share Deal; AD = Assets Deal
Die Gesellschaft führte zum Abschlussstichtag keine Werthaltigkeitsprüfung der Softwareproduktrechte durch, da es keine Anhaltspunkte für eine mögliche Wertminderung gab.
Der erwartete planmäßige Abschreibungsaufwand der nächsten Jahre ergibt sich für die Softwareproduktrechte wie folgt:
| Erwartete planmäßige Abschreibungen | |
|---|---|
| Geschäftsjahr 2023/24 | 100 |
| Geschäftsjahr 2024/25 | 99 |
| Geschäftsjahr 2025/26 | 99 |
| Geschäftsjahr 2026/27 | 99 |
| Geschäftsjahr 2027/28 | 65 |
| Geschäftsjahr 2028/29 | 54 |
| Geschäftsjahr 2029/30 | 54 |
| Geschäftsjahr 2030/31 | 54 |
| Geschäftsjahr 2031/32 | 54 |
| Geschäftsjahr 2032/33 | 18 |
| Summe | 694 |
Die Entwicklung der Buchwerte im Laufe der Berichtsperiode ist in der Übersicht "Entwicklung der Sachanlagen und der immateriellen Vermögenswerte des Konzerns" dargestellt.
19. SONSTIGE LANGFRISTIGE FORDERUNGEN
| Sonstige langfristige Forderungen | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Ausleihungen an Dritte | 0 | 0 |
| Kautionen | 465 | 535 |
| Aktivierte Vertragskosten | 642 | 618 |
| Sonstige langfristige Forderungen | 0 | 0 |
| Summe | 1.107 | 1.153 |
Hinsichtlich der aktivierten Vertragskosten wird auf die Erläuterungen in Abschnitt 14. "Sonstige kurzfristige Vermögenswerte" verwiesen.
20. LEASINGVERHÄLTNISSE
In den Sachanlagen sind folgende Nutzungsrechte an Leasinggegenständen ausgewiesen:
| Grundstücke und Gebäude | Sonstiges | Nutzungsrechte IFRS 16 | |
|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten | |||
| Vortrag 1. Oktober 2022 | 12.650 | 2.408 | 15.058 |
| zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | -1.705 | -765 | -2.471 |
| Zugänge | 701 | 479 | 1.179 |
| Währungsdifferenzen | 132 | 16 | 148 |
| Abgänge | -115 | -343 | -458 |
| Stand 30. September 2023 | 11.663 | 1.794 | 13.456 |
| Abschreibungen | |||
| Vortrag 1. Oktober 2022 | 5.819 | 1.403 | 7.221 |
| zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte | -744 | -465 | -1.210 |
| Zugänge | 1.863 | 489 | 2.352 |
| Währungsdifferenzen | 48 | 4 | 52 |
| Abgänge | -114 | -342 | -456 |
| Stand 30. September 2023 | 6.871 | 1.089 | 7.960 |
| Buchwert | |||
| 30. September 2023 | 4.791 | 705 | 5.496 |
Bei Sonstiges handelt es sich um Betriebs- und Geschäftsausstattung. Im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen wurden im Geschäftsjahr 2022/23 darüber hinaus die folgenden Beiträge in der Gewinn-und Verlustrechnung erfasst:
| Erfolgswirksame Leasingaufwendungen | 2022/23 | 2021/22 |
|---|---|---|
| Abschreibungsaufwand auf Nutzungsrechte | -2.352 | -2.393 |
| Zinsaufwendungen aus der Aufzinszung von Leasingverbindlichkeiten | -87 | -91 |
| Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse | -702 | -535 |
| Aufwand für geringwertige Vermögenswerte | -27 | -57 |
| Erträge aus Untervermietung von Nutzungsrechten | 225 | 222 |
| Summe | -2.942 | -3.317 |
Die Zahlungsmittelabflüsse im Zusammenhang mit den Aktivitäten als Leasingnehmer betrugen im Geschäftsjahr T€ 3.157 (2021/22: T€ 3.564).
Die ausstehenden Leasingzahlungen weisen die folgenden Fälligkeiten auf:
| Fälligkeiten der bilanzierten Leasingzahlungen (undiskontiert) | |
|---|---|
| Geschäftsjahr 2023/24 | 2.614 |
| Geschäftsjahr 2024/25 | 2.019 |
| Geschäftsjahr 2025/26 | 905 |
| Geschäftsjahr 2026/27 | 542 |
| Summe | 6.079 |
Einige Leasingverhältnisse enthalten Verlängerungsoptionen. Diese Optionen werden eingesetzt, um eine größtmögliche Flexibilität zu erreichen. Sie sind bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeiten nicht berücksichtigt worden, wenn ihre Ausübung nicht hinreichend sicher ist. Mögliche künftige Leasingzahlungen, die in den Perioden nach dem Ausübungszeitpunkt der Verlängerungsoption anfallen, sind in folgender Tabelle dargestellt:
| Mögliche künftige Leasingzahlungen, nicht in Leasingverbindlichkeiten enthalten (undiskontiert) | |
|---|---|
| Geschäftsjahr 2024/25 | 7 |
| Geschäftsjahr 2025/26 | 84 |
| Geschäftsjahr 2026/27 | 84 |
| Geschäftsjahr 2027/28 | 84 |
| Geschäftsjahr 2028/29 | 109 |
| Geschäftsjahr 2029/30 | 202 |
| Geschäftsjahr 2030/31 | 202 |
| Geschäftsjahr 2031/32 | 202 |
| Summe | 974 |
21. KURZFRISTIGE FINANZIERUNG
| Kurzfristige Finanzierung | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Innerhalb von 12 Monaten fälliger Anteil des Darlehens der Commerzbank | 1.200 | 1.600 |
| Kontokorrentkredit Bethmann Bank | 2.952 | 0 |
| Kurzfristige Leasingschulden gem. IFRS 16 | 2.433 | 2.694 |
| Summe | 6.585 | 4.294 |
Der Kontokorrentkredit in Höhe von T€ 2.952 bei der Bethmann Bank wurde auf Basis eines zeitlich unbefristeten Kreditrahmens über insgesamt T€ 7.000 in Anspruch genommen. Der in Anspruch genommene Darlehensbetrag wird mit einem Darlehenszins in Höhe der Euro-Short-Term-Rate (€STR) zzgl. einer Marge von 1,25% p.a. verzinst (der Darlehenszins kann unabhängig von der Entwicklung der EuroShort-Term-Rate nicht negativ werden) und kann flexibel getilgt werden. Für den nicht in Anspruch genommenen Betrag wird ab dem 1. Januar 2024 eine Bereitstellungsprovision in Höhe von 0,3% p.a. fällig.
Für weitere Erläuterungen zu dem Darlehen der Commerzbank, das im Zusammenhang mit der Akquisition der PROXESS im Geschäftsjahr 2018/19 aufgenommen worden war, wird auf Abschnitt 24. "Finanzielle Schulden" verwiesen.
Bezüglich weiterer Kreditlinien/-zusagen bei Finanzinstituten wird auf den Abschnitt "30. Kapitalmanagement" verwiesen. Zum Abschlussstichtag des Vorjahres bestanden keine weiteren Darlehenskreditlinien.
22. VERTRAGSVERBINDLICHKEITEN
Als Vertragsverbindlichkeiten gemäß IFRS 15 werden die gegenüber Kunden bereits fakturierten, aber noch nicht erbrachten Leistungsverpflichtungen ausgewiesen. Im Berichtszeitraum wurden aus den zu Periodenbeginn bestehenden Vertragsverbindlichkeiten (T€ 10.629) anteilige Umsatzerlöse in Höhe von T€ 9.819 (davon T€ 1.131 für nicht fortgeführte Aktivitäten) realisiert. Die zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Vertragsverbindlichkeiten von T€ 9.390 werden weit überwiegend im laufenden Geschäftsjahr 2023/24 als Umsatzerlöse realisiert werden.
23. SONSTIGE KURZFRISTIGE SCHULDEN
| Sonstige kurzfristige Schulden | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Andere Steuerschulden und Sozialabgaben | 1.864 | 983 |
| Verbindlichkeiten ggü. Arbeitnehmern (Gehälter und gehaltsähnliche Zahlungen) | 4.877 | 5.601 |
| Erhaltene Anzahlungen | 0 | 111 |
| Übrige kurzfristige Schulden | 1.003 | 1.168 |
| Summe | 7.744 | 7.863 |
ANDERE STEUERSCHULDEN UND SOZIALABGABEN
Die Position betrifft Schulden gegenüber dem Finanzamt aus Umsatzsteuer und Lohnsteuer sowie für Abgaben gegenüber Sozialversicherungsinstituten.
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER ARBEITNEHMERN
Hierin sind Ansprüche der Mitarbeiter aus Urlaub, Überstunden und Gleitzeit, Verbindlichkeiten aus Leistungsprämien sowie zu leistende Erstattungen verauslagter Reisekosten enthalten. Darüber hinaus enthalten sind Rückstellungen für variable Gehaltszahlungen an die Belegschaft (inklusive Bonuszahlungen an den Vertrieb) und den Vorstand.
ÜBRIGE KURZFRISTIGE SCHULDEN
Die übrigen kurzfristigen Schulden enthalten unter anderem Verbindlichkeiten aus Abschlussprüfung und Steuerberatung (T€ 309), Rückstellungen für mögliche Abfindungszahlungen (T€ 276) und Verpflichtungen aus Nebenkosten aus Mietverhältnissen (T€ 122).
24. FINANZIELLE SCHULDEN
Die langfristigen finanziellen Schulden umfassen zum Bilanzstichtag 30. September 2023 nur die langfristigen Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 in Höhe von T€ 3.330 (30. September 2022: T€ 5.438). Der Restbetrag des bestehenden Darlehens bei der Commerzbank ist bis 30. Juni 2024 fällig, so dass kein langfristiger Anteil mehr besteht (30. September 2022: T€ 1.200).
Die Gesellschaft nutze zum Bilanzstichtag die im Folgenden beschriebenen Finanzierungsmittel bei Kreditinstituten.
| Finanzielle Schulden | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Darlehen Commerzbank AG | 1.200 | 2.800 |
| Kontokorrentkredit Bethmann Bank | 2.952 | 0 |
| Summe finanzielle Schulden | 4.152 | 2.800 |
| davon fällig ≤ 12 Monaten | 4.152 | 1.600 |
| Langfristige finanzielle Schulden bei Kreditinstituten | 0 | 1.200 |
Das Darlehen der Commerzbank war im Geschäftsjahr 2018/19 zur Refinanzierung eines Teils des Kaufpreises der PROXESS aufgenommen worden. Die Laufzeit ist bis zum 30. Juni 2024 fest vereinbart. Das Darlehen wird mit einem Darlehenszins in Höhe des Drei-Monats-EURIBOR zzgl. einer Marge von 1,50% p.a. verzinst (ist der EURIBOR kleiner Null, gilt ein Zinssatz von 1,50%) und ist in vierteljährlichen Raten von jeweils T€ 400 zu tilgen. Bei einem nicht-negativen EURIBOR-Satz würde ein Anstieg um 100 Basispunkte zu einem um T€ 6 höheren Zinsaufwand im laufenden Geschäftsjahr 2023/24 führen. Bei einem negativen EURIBOR-Satz fiele der Effekt geringer aus, da in diesem Fall ohnehin mindestens die BankMarge zu vergüten ist.
Die Laufzeit und die Verzinsung des Darlehens sind an definierte Finanzkennzahlen (Covenants) gebunden. Diese wurden im Geschäftsjahr 2022/23 eingehalten. Gesonderte Sicherheiten wurden nicht gestellt.
Bezüglich weiterer Kreditlinien/-zusagen bei Finanzinstituten wird auf den Abschnitt "30. Kapitalmanagement" verwiesen. Zum Abschlussstichtag des Vorjahres bestanden keine weiteren Darlehenskreditlinien.
25. PENSIONSVERBINDLICHKEITEN
Auf folgende Positionen hat die Erfassung von Verbindlichkeiten aus Pensionen Einfluss:
| Bilanzposition | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Pensionsverbindlichkeiten | 1.333 | 1.444 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) | 41 | 1.230 |
| Ertragsteuereffekt | -13 | -383 |
| Nicht erfolgswirksame Änderungen des Eigenkapitals | 28 | 847 |
| Zinsaufwand | 105 | 42 |
| Zinsertrag | -53 | -17 |
| Periodenergebnis | 52 | 25 |
Auf Basis von Einzelzusagen gewährt die Beta Systems Software AG einem ehemaligen Vorstand sowie einem ehemaligen Mitglied des Managements Pensionsansprüche. Die Leistungen sind von den geleisteten Dienstjahren und vom damaligen Gehalt abhängig.
Eine allgemeine Versorgungszusage besteht gegenüber ehemaligen Betriebsangehörigen der vormaligen Kleindienst Datentechnik AG. Diese Pensionsverpflichtungen basieren auf einer Betriebsvereinbarung vom 21. Dezember 1972 sowie Ergänzungen hierzu. Im Rahmen des Verkaufs des aufgegebenen Geschäftsbereiches ECM sind die Pensionsverpflichtungen der zum Verkaufszeitpunkt aktiven Mitarbeiter an den Erwerber übergegangen, bei der Gesellschaft sind nur die Pensionsverpflichtungen gegenüber den Rentnern und anderweitig ausgeschiedenen Mitarbeitern verblieben. Anspruchsberechtigt sind alle bis zum 30. September 1987 in das Unternehmen eingetretenen Mitarbeiter.
Die Versorgungsordnung sieht nach Ablauf einer 10jährigen Betriebszugehörigkeit die Gewährung einer Altersrente bei Ausscheiden nach Vollendung des 65. Lebensjahres vor, ebenso bei Inanspruchnahme der vorgezogenen Altersrente in voller Höhe aus der gesetzlichen Rentenversicherung sowie die Gewährung einer Invalidenrente bei Ausscheiden nach Vollendung des 58. Lebensjahres wegen dauernder Erwerbsunfähigkeit im Sinne der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Höhe der Leistungen ergibt sich aus einem festen Rententeilbetrag pro nach Vollendung des 30. Lebensjahres geleistetem Dienstjahr.
Die Versorgungsansprüche aus den Pensionszusagen an die ehemaligen Gesellschafter der HORIZONT Software GmbH wurden mit Wirkung zum 30. September 2014 auf den bis zu diesem Stichtag erdienten Teil reduziert (past service). Auf den nach diesem Stichtag noch zu erdienenden Teil (future service) verzichten die Versorgungsberechtigten. Die bis zu diesem Zeitpunkt erdiente Rentenanwartschaft bleibt bestehen, wurde jedoch im Zuge der Übernahme der HORIZONT auf einen Pensionsfond ausgelagert. Der Vorstand der Beta Systems ist der Ansicht, dass die Beta Systems Software AG entsprechend der mit den Veräußerern der HORIZONT im Zuge der Übernahme getroffenen vertraglichen Vereinbarungen somit auch für die bis zum 30. September 2014 erdiente Rentenanwartschaft nicht in Anspruch genommen werden kann. Gemäß den Rechnungslegungsvorschriften nach IFRS muss dennoch buchhalterisch eine mittelbare Pensionsverbindlichkeit ausgewiesen werden. Die Versorgungsberechtigten erhalten eine Altersrente nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen nach Vollendung des 65. Lebensjahres bzw. eine vorgezogene Altersrente vor Vollendung des 65. Lebensjahres, aber nicht vor Vollendung des 60. Lebensjahres und nicht bevor diese Zusage mindestens 10 Jahre bestanden hat. Weiterhin wird eine Invalidenrente beim Ausscheiden aus den Diensten des Unternehmens infolge Berufsunfähigkeit gewährt.
Die folgenden Erläuterungen betreffen die Einzelzusagen sowie die Versorgungsordnung für Rentner und anderweitig ausgeschiedene Mitarbeiter bei Beta Systems/Kleindienst und HORIZONT gleichermaßen.
Die Pensionszusagen umfassen insgesamt 70 Anspruchsberechtigte, davon 4 Mitarbeiter, 51 Rentner und 15 ehemalige Mitarbeiter (30. September 2022: 72 Anspruchsberechtigte, davon 4 Mitarbeiter, 53 Rentner und 15 ehemalige Mitarbeiter). Da bereits alle anspruchsberechtigten Personen aus der Gesellschaft ausgeschieden sind oder auf zukünftige Ansprüche verzichten und damit keine neuen Ansprüche mehr erdient werden können, ergibt sich das Risiko der Gesellschaft ausschließlich aus der Entwicklung der Zinssätze, dem erwarteten Renteneintrittsalter sowie der Lebenserwartung der anspruchsberechtigten Personen.
Die Ermittlung der Verpflichtungen zum 30. September 2023 beruht auf einem unabhängigen finanzmathematischen Gutachten eines Sachverständigen für betriebliche Altersvorsorge. Seinen Berechnungen liegen folgende Annahmen zugrunde:
| Versicherungsmathematische Annahmen | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Zinssatz Beta Systems Software AG | 4,00% | 3,62% |
| Zinssatz HORIZONT Software GmbH | 4,07% | 3,66% |
| Pensionssteigerungen (Rententrend) - Einzelzusagen | 2,00% | 2,00% |
| Pensionssteigerungen (Rententrend) - Versorgungsordnung | 2,00% | 2,00% |
| Pensionierungsalter - Frauen | 56,5 - 63 | 56,5 - 63 |
| Pensionierungsalter - Männer | 63 - 65 | 63 - 65 |
Als Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck" in der vom 2. Oktober 2018 veröffentlichten Version herangezogen. Gehaltssteigerungen sowie Fluktuationen werden nicht berücksichtigt, da keine aktiven Mitarbeiter mehr im Unternehmen beschäftigt sind, die unter die genannten Regelungen fallen.
Die Barwerte der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen haben sich während des Geschäftsjahres 2022/23 wie folgt entwickelt:
| Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen (DBO) | 2022/23 | 2021/22 |
|---|---|---|
| Barwert der leistungsorientierten | ||
| Verpflichtungen am Beginn des GJ | 2.944 | 4.347 |
| Zinsaufwand | 105 | 42 |
| Versicherungsmath. (Gewinne) Verluste | -135 | -1.325 |
| Pensionszahlungen | -118 | -119 |
| Summe zum Ende des Geschäftsjahres | 2.797 | 2.944 |
Zur teilweisen Deckung ihrer Pensionsverpflichtungen unterhält die Gesellschaft ein Planvermögen, welches sich wie folgt zusammensetzt:
| Zusammensetzung Planvermögen | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| qualifizierte Versicherungsverträge | 1.464 | 1.500 |
| Summe | 1.464 | 1.500 |
Die Gesellschaft leistete im Berichtsjahr Versicherungsbeiträge in Höhe von T€ 7 für bestehende Rückdeckungsversicherungen. Das Planvermögen hat sich im Berichtszeitraum wie folgt entwickelt:
| Entwicklung Planvermögen | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Planvermögen am Beginn des GJ | 1.500 | 1.574 |
| Zuführungen Zinsertrag | 53 | 17 |
| Einzahlung | 7 | 7 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (Verluste) | -94 | -96 |
| sonstige Anpassung | -2 | -2 |
| Summe zum Ende des Geschäftsjahres | 1.464 | 1.500 |
Die Gesellschaft saldiert gemäß IAS 19.131 die jeweiligen Bestandteile des Planvermögens mit den Pensionsverpflichtungen nur, soweit diese zum betreffenden Pensionsplan gehören. Zum Abschlussstichtag traf dieser Sachverhalt wie auch im Vorjahr auf das komplette Planvermögen zu.
Die Überleitung zu den in der Bilanz ausgewiesenen Pensionsverbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:
| Pensionsverbindlichkeiten | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Barwert der Pensionsverpflichtungen am Jahresende | 2.797 | 2.944 |
| Planvermögen | -1.464 | -1.500 |
| Summe | 1.333 | 1.444 |
Der Zinsaufwand und Zinsertrag sind im Finanzergebnis des jeweiligen Geschäftsjahres enthalten.
Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden bereinigt um den Ertragssteuereffekt erfolgsneutral im Eigenkapital ausgewiesen. Dabei entfallen von der Gesamtsumme der versicherungsmathematischen Gewinne des Geschäftsjahres in Höhe von T€ 41 (2021/22: Gewinn von T€ 1.230) auf Veränderungen der finanziellen Annahmen im Saldo Gewinne von T€ 51 (2021/22: Gewinne von T€ 1.208). Davon beziehen sich Gewinne in Höhe von T€ 145 (2021/22: Gewinne in Höhe T€ 1.304) auf die Pensionsverpflichtung und Verluste in Höhe von T€ 94 (2021/22: Verluste in Höhe von T€ 96) auf das Planvermögen. Daneben entfallen Verluste von T€ 10 (2021/22: Gewinne von T€ 22) auf erfahrungsbedingte Anpassung bei der Bewertung der Pensionsverbindlichkeit.
Die Veränderung der finanziellen Annahmen betrifft einen angepassten Rechnungszins. Der Zinssatz hat auf Grund der Langfristigkeit der Verpflichtungen eine wesentliche Auswirkung auf die Veränderung des Barwerts. Aufgrund der unterschiedlichen Laufzeiten der Verpflichtungen wurden für die Bewertungen bei der HORIZONT Software GmbH und der Beta Systems Software AG abweichende Zinssätze berücksichtigt.
Eine Veränderung der oben genannten wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen um jeweils einen halben Prozentpunkt zum Abschlussstichtag hätte zu folgenden Veränderungen des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung geführt:
| Sensitivität der DBO zum 30.09.2023 | + 0,5% | - 0,5% |
|---|---|---|
| Zinssatz | -165 | 182 |
| Pensionssteigerungen (Rententrend) | 130 | -120 |
Eine Veränderung der demographischen Annahmen hätte zu folgenden Veränderungen des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung geführt:
| Sensitivität der DBO zum 30.09.2023 | + 1 Jahr | -1 Jahr |
|---|---|---|
| Lebenserwartung | 118 | -118 |
Bei der Berechnung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung wirken Veränderungen der prozentualen Annahmen von Zinssatz und Rententrend nicht linear, was auf die verwendeten versicherungsmathematischen Methoden zurückzuführen ist.
Folgende Pensionszahlungen an anspruchsberechtigte Personen werden für die nächsten Jahre erwartet:
| Erwartete Pensionszahlungen | |
|---|---|
| Geschäftsjahr 2023/24 | 120 |
| Geschäftsjahr 2024/25 | 124 |
| Geschäftsjahr 2025/26 | 124 |
| Geschäftsjahr 2026/27 | 137 |
| Geschäftsjahr 2027/28 | 166 |
| Geschäftsjahre 2028/29 bis 2032/33 | 862 |
Die erwarteten Beiträge zum Planvermögen für das Geschäftsjahr 2023/24 betragen T€ 7.
Als beitragsorientierte Versorgungsaufwendungen zur gesetzlichen Rentenversicherung wurden im Geschäftsjahr 2022/23 T€ 2.622 (2021/22 T€ 2.717) aufwandswirksam erfasst.
26. SONSTIGE LANGFRISTIGE SCHULDEN
| Sonstige langfristige Schulden | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Verbindlichkeiten ggü. Arbeitnehmern | 223 | 208 |
| Summe | 223 | 208 |
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Arbeitnehmern bestehen aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen in verschiedenen Auslandgesellschaften.
27. EIGENKAPITAL
GRUNDKAPITAL
Das Grundkapital der Gesellschaft betrug zum Abschlussstichtag T€ 4.600 (30. September 2022: T€ 4.600) bei insgesamt 4.600.000 (30. September 2022: 4.600.000) ausgegebenen nennwertlosen Stückaktien.
Zum Abschlussstichtag beträgt der rechnerische Anteil am Grundkapital je Aktie € 1,00 (30. September 2022: € 1,00).
Alle ausgegebenen Stammaktien sind in voller Höhe eingezahlt.
ABSPALTUNG DER LATONBA
Infolge der zum Ende des Berichtsjahres umgesetzten Abspaltung sank das Eigenkapital des Beta Systems Konzerns um das abgegangene Nettovermögen in Höhe von T€ 63.130. Dieses setzt sich überwiegend aus der Einlage in den Cash-Pool mit der Deutsche Balaton AG, liquiden Mitteln und Wertpapieren zusammen. Ein Anteil von T€ 1.087 hiervon, der insbesondere die bis zum Vollzugstag angefallenen Zinserträge aus dem Cash-Pool mit der Deutsche Balaton AG sowie den darauf entfallenden Steueraufwand umfasst, wurde im Berichtsjahr mit dem abgespaltenen Vermögen erzielt. Im Beta Systems Konzern verbleibt damit vom Konzernergebnis aus fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten in Höhe von T€ 7.107 nach der Abspaltung ein Anteil von T€ 6.020.
KAPITALRÜCKLAGE
Der unter der Kapitalrücklage ausgewiesene Betrag in Höhe von T€ 2.510 (30. September 2022: T€ 32.149) umfasst die über dem rechnerischen Nennwert liegenden angesammelten Beträge der Transaktionen mit Anteilseignern. Nach nationalen Vorschriften darf die Kapitalrücklage grundsätzlich nicht für Ausschüttungen verwendet werden. Die Kapitalrücklage sank infolge der durch die ordentliche Hauptversammlung vom 29. März 2023 beschlossenen und zum Ende des Berichtsjahres wirksam gewordenen Abspaltung um T€ 29.639.
GEWINN-/VERLUSTVORTRAG
Die unter den Gewinn-/Verlustvorträgen angesammelten Ergebnisse umfassen die innerhalb des Konzerns thesaurierten Gewinne bzw. Verluste zum Abschlussstichtag. Hierin ist das den Anteilseignern des Mutterunternehmens zustehende Periodenergebnis (aus fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten) in Höhe von T€ 7.073 (2021/22: T€ 12.927) enthalten. Gegenläufig sank der Gewinnvortrag infolge der Abspaltung der Latonba AG um T€ 33.490.
ERGEBNISNEUTRAL IM EIGENKAPITAL ERFASSTE AUFWENDUNGEN UND ERTRÄGE
Die unter ergebnisneutral im Eigenkapital erfassten Aufwendungen und Erträgen gezeigten kumulierten Beträge sind Nettobeträge nach Abzug gegebenenfalls darauf entfallender Ertragssteuern. In der Gesellschaft werden ausschließlich Beträge aus der Währungsumrechnung der Abschlüsse der Tochterunternehmen sowie die versicherungsmathematischen Gewinne/Verluste aus Pensionen in dieser Position erfasst.
EIGENE ANTEILE
Zum 30. September 2023 hielt die Gesellschaft wie auch zum Bilanzstichtag des Vorjahres keine eigenen Anteile.
MINDERHEITENANTEILE AM EIGENKAPITAL
Infolge der Beteiligung von Teilen des Managements der PROXESS GmbH an der PROXESS Holding GmbH und der Beteiligungen von Teilen des Managements der Codelab Sp. z o.o. und externer Berater an der Codelab Software GmbH entfällt ein Anteil von T€ 579 (30. September 2022: T€ 533) des Konzerneigenkapitals auf Minderheitenanteile.
Die Zusammensetzung und die Veränderungen des Eigenkapitals sind in der "Aufstellung der Veränderung des Eigenkapitals des Konzerns" dargestellt.
28. ALS ZUR VERÄUßERUNG GEHALTEN EINGESTUFTE VERMÖGENSWERTE UND SCHULDEN
Mit Kauf- und Übertragungsvertrag vom 13. November 2023 hat die Beta Systems Software AG sämtliche Anteile an der PROXESS Holding GmbH (inklusive deren Tochtergesellschaft PROXESS GmbH) an die Easy Software AG veräußert. Die Transaktion wurde am 16. November 2023 vollzogen (vgl. Abschnitt 38. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag). Daher werden die Vermögenswerte und Schulden der PROXESS Gruppe (bestehend aus PROXESS Holding GmbH und PROXESS GmbH) in der Konzernbilanz zum 30. September 2023 jeweils als zur Veräußerung gehalten eingestuft.
Die Zusammensetzung der als zur Veräußerung gehalten eingestuften Vermögenswerte ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.
| Zur Veräußerung gehalten eingestufte Vermögenswerte | 30.09.2023 |
|---|---|
| Zahlungsmittel | 1.359 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.105 |
| Vorräte | 2 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 374 |
| Laufende Steuererstattungsansprüche | 315 |
| Sachanlagen | 1.158 |
| Firmenwert | 7.915 |
| Andere immaterielle Vermögenswerte | 1.559 |
| Erworbene Softwareproduktrechte | 2.429 |
| Sonstige langfristige Forderungen | 6 |
| Summe | 16.221 |
Von den Sachanlagen in Höhe von T€ 1.158 beziehen sich T€ 1.045 auf gemäß IFRS 16 aktivierte Nutzungsrechte aus Miet-/Leasingverträgen.
Die Zusammensetzung der Schulden, die mit als zur Veräußerung gehalten eingestuften Vermögenswerten verbunden sind, ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.
| Schulden, die mit als zur Veräußerung gehalten klassifizierten Vermögenswerten verbunden sind | 30.09.2023 |
|---|---|
| Kurzfristige Finanzierung | 407 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 169 |
| Vertragsverbindlichkeiten | 1.299 |
| Laufende Ertragssteuerschulden | 66 |
| Sonstige kurzfristige Schulden | 703 |
| Finanzielle Schulden | 628 |
| Latente Steuerschulden | 699 |
| Summe | 3.971 |
Bei den Vertragsverbindlichkeiten handelt es sich im Wesentlichen um noch zu erbringende Wartungsleistungen. Bei der kurzfristigen Finanzierung und den finanziellen Schulden handelt es sich um kurz- und langfristige Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit den aktivierten Nutzungsrechten aus Miet-/Leasingverträgen von T€ 1.035.
SONSTIGE ANGABEN
Die sonstigen Angaben in den nachfolgenden Abschnitten 29 bis 39 beziehen sich auf die fortgeführten Aktivitäten, sofern nicht explizit anders angegeben.
29. FINANZINSTRUMENTE
Nachfolgende Übersicht enthält die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Gesellschaft zum Abschlussstichtag. Die beizulegenden Zeitwerte entsprechen dabei in etwa den Buchwerten der Finanzinstrumente.
| Finanzinstrumente (beizulegender Zeitwert) | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Kredite und Forderungen | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 25.315 | 21.718 |
| Zahlungsmittel und -äquivalente | 1.456 | 16.664 |
| Kurzfristige Finanzanlagen | 0 | 7 |
| Kautionen | 465 | 535 |
| Forderungen aus Cash-Pooling Deutsche Balaton AG | 0 | 45.000 |
| Finanzielle Vermögenswerte | 27.235 | 83.924 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -2.192 | -1.735 |
| Leasingverbindlichkeiten | -5.763 | -8.132 |
| Darlehen bei Banken | -1.200 | -2.800 |
| Kontokorrentlinien bei Banken | -2.952 | 0 |
| Sonstige kurzfristige Schulden | -391 | -787 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | -12.498 | -13.453 |
| Summe | 14.737 | 70.471 |
Die Gesellschaft unterscheidet bei der Bewertung der Finanzinstrumente folgende Bewertungskategorien nach IFRS 9: Finanzinstrumente, die zu Anschaffungskosten bzw. fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (sämtliche in der nachstehenden Tabelle aufgeführten Kredite und Forderungen und finanziellen Verbindlichkeiten mit Ausnahme der kurzfristigen Finanzanlagen) sowie Finanzinstrumente, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (bei den kurzfristigen Finanzanlagen handelt es sich um börsennotierte Wertpapiere).
Beta Systems wendet grundsätzlich folgende Fair-Value-Hierarchie zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte an:
Stufe 1: auf aktiven Märkten notierte Preise
Stufe 2: Inputfaktoren, die sich für das Finanzinstrument entweder direkt oder indirekt beobachten lassen
Stufe 3: Bewertung auf Basis von Inputfaktoren, die nicht auf Märkten beobachtbar sind
Zu den Bewertungsannahmen für die einzelnen Klassen der Finanzinstrumente wird ferner auf die Erläuterungen der verwendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die Erläuterungen zu den einzelnen Posten im Anhang verwiesen.
Im Rahmen ihrer operativen Geschäftstätigkeit ist die Gesellschaft unterschiedlichen Risiken ausgesetzt, insbesondere dem Kredit- bzw. Ausfallrisiko, Liquiditäts-, Währungskurs- und Zinsänderungsrisiken. Diese werden detailliert im zusammengefassten Lagebericht im Kapitel "Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten" erläutert.
30. KAPITALMANAGEMENT
Um jederzeit eine ausreichende und die gesetzlichen Anforderungen erfüllende Versorgung des Unternehmens mit Eigen- und Fremdkapital sicherzustellen, betreibt die Gesellschaft ein aktives Kapitalmanagement.
Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2022/23 wie auch im Vorjahr die aktienrechtlichen Anforderungen an das Eigenkapital erfüllt. Das Eigenkapital der Beta Systems Software AG als rechtliche Einheit beträgt zum Abschlussstichtag 364% (30. September 2022: 1.610%) des gezeichneten Kapitals. Das Eigenkapital des Beta Systems Konzerns beträgt zum Abschlussstichtag 470% (30. September 2022: 1.687%) des gezeichneten Kapitals.
Erforderliche Mietsicherheiten sind über Barhinterlegungen abgedeckt, für die Büroräume in Szczecin und Wroclaw besteht eine Bankgarantie.
Über das in Abschnitt 24. "Finanzielle Schulden" erläuterte Darlehen der Commerzbank AG sowie die vorgenannte Bankgarantie hinaus bestanden zum Bilanzstichtag die folgenden Kreditlinien oder -zusagen bei Finanzinstituten.
| ― | Kreditrahmen bei der Bethmann Bank in Höhe von T€ 7.000 (davon zum 30. September 2023 in Anspruch genommen: T€ 2.952). |
Der in Anspruch genommene Darlehensbetrag wird mit einem Darlehenszins in Höhe der EuroShort-Term-Rate (€STR) zzgl. einer Marge von 1,25% p.a. verzinst (der Darlehenszins kann unabhängig von der Entwicklung der Euro-ShortTerm-Rate nicht negativ werden) und kann flexibel getilgt werden. Für den nicht in Anspruch genommenen Betrag wird ab dem 1. Januar 2024 eine Bereitstellungsprovision in Höhe von 0,3% p.a. fällig.
| ― | Kreditrahmen bei der Commerzbank AG in Höhe von T€ 5.000 (keine Inanspruchnahme zum 30. September 2023). |
Der in Anspruch genommene Darlehensbetrag wird bei in Inanspruchnahme als Geldmarktkredit (Laufzeit über 1, 3 oder 6 Monate) mit einem Darlehenszins in Höhe des EURIBOR (entsprechend der Laufzeit) zzgl. einer Marge von 1,3% p.a. verzinst (ist der EURIBOR kleiner Null, gilt ein Zinssatz in Höhe der Marge) und kann jeweils zum Ende der gewählten Laufzeit getilgt werden. Für den nicht in Anspruch genommenen Betrag wird eine Bereitstellungsprovision in Höhe von 0,3% p.a. fällig.
| ― | Vertrag über einen Kreditrahmen bei der Commerzbank in Höhe von T€ 13.500 zum Erwerb der Anteile an der InfiniteDATA Sp. z o.o. durch die Konzerngesellschaft Beta Systems DCI Software AG mit einer Laufzeit bis maximal zum 28. Februar 2024. |
Der in Anspruch genommene Darlehensbetrag wird mit einem Darlehenszins in Höhe des EURIBOR (entsprechend der gewählten Laufzeit der Inanspruchnahme) zzgl. einer Marge von 1,9% p.a. verzinst (ist der EURIBOR kleiner Null, gilt ein Zinssatz in Höhe der Marge) und kann während der Laufzeit ganz oder in Teilen getilgt werden. Eine erneute Inanspruchnahme des getilgten Betrags ist nicht möglich.
Die Inanspruchnahme dieses Kreditrahmens war auf die Akquisition der InfiniteDATA Sp. z o.o. bedingt. Zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres 2023/24 wurde der Kreditrahmen in voller Höhe in Anspruch genommen.
| ― | Vertrag über ein Ratentilgungsdarlehen der Commerzbank in Höhe von T€ 12.000 zur Ablösung des zum Laufzeitende des vorgenannten Kreditrahmens in Anspruch genommenen Darlehensbetrags mit einer Laufzeit bis 30. September 2028. |
Das Darlehen ist mit einem Darlehenszins in Höhe des 3-Monats-EURIBOR zzgl. einer anfänglichen Marge von 1,9% p.a. zu verzinsen (ist der EURIBOR kleiner Null, gilt ein Zinssatz in Höhe der Marge) und ist in vierteljährlichen Raten von jeweils T€ 750 ab dem 30. Dezember 2024 zu tilgen (auch zusätzliche vorzeitige Tilgungen sind möglich). Die Laufzeit und die Verzinsung des Darlehens (Höhe der Marge) sind an definierte Finanzkennzahlen (Covenants) gebunden.
Die Inanspruchnahme dieses Darlehens ist an die Inanspruchnahme des vorgenannten Kreditrahmens gebunden und auf die Höhe des dort zum Zeitpunkt der Ablösung in Anspruch genommenen Betrags beschränkt. Zum Berichtszeitpunkt wurde das Ratentilgungsdarlehen nicht in Anspruch genommen.
| ― | Vertrag über ein Ratentilgungsdarlehen der Commerzbank in Höhe von T€ 8.438 zur Finanzierung einer möglichen nachträglichen Kaufpreiszahlung entsprechend des Kaufvertrags zur Akquisition der InfiniteDATA mit einer Laufzeit bis 30. September 2028. |
Das Darlehen kann frühestens zum 1. Januar 2025 in Anspruch genommen werden und ist mit einem Darlehenszins in Höhe des 3-Monats-EURIBOR zzgl. einer anfänglichen Marge von 1,9% p.a. zu verzinsen (ist der EURIBOR kleiner Null, gilt ein Zinssatz in Höhe der Marge) und ist in vierteljährlichen Raten von jeweils T€ 563 zu tilgen (auch zusätzliche vorzeitige Tilgungen sind möglich). Für den nicht in Anspruch genommenen Vertrag wird eine Bereitstellungsprovision in Höhe von 0,3% p.a. fällig (sofern auf die Möglichkeit zur Inanspruchnahme nicht final verzichtet wird). Die Laufzeit und die Verzinsung des Darlehens (Höhe der Marge) sind an definierte Finanzkennzahlen (Covenants) gebunden.
Die Inanspruchnahme dieses Darlehens ist an die Fälligkeit einer nachträglichen Kaufpreisrate (Earn-Out) gemäß des Kaufvertrags über die Anteile an der InfiniteDATA gebunden.
31. DIVIDENDENAUSSCHÜTTUNG
Die zur Dividende an die Anteilseigner ausschüttungsfähigen Beträge richten sich nach aktienrechtlichen Vorschriften und dem im Einzelabschluss ausgewiesenen Bilanzgewinn der Beta Systems Software AG (Muttergesellschaft). Der Einzelabschluss wird nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt.
Im Geschäftsjahr 2022/23 erfolgte keine Dividendenausschüttung an die Anteilseigner für das Geschäftsjahr 2021/22 (keine Dividendenausschüttung im Geschäftsjahr 2021/22 für das Geschäftsjahr 2020/21).
Der Jahresüberschuss nach deutschem HGB beträgt zum 30. September 2023 T€ 4.762 (30. September 2022: T€ 9.085). Hiervon wurde durch Vorstand und Aufsichtsrat bei Feststellung des Jahresabschlusses satzungsgemäß ein Anteil von T€ 2.381 (50%) in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt. Ausgehend von dem Bilanzgewinn per 30. September 2022 in Höhe von T€ 13.710 ergibt sich unter Berücksichtigung der Entnahmen infolge der Abspaltung der Latonba AG ein Bilanzgewinn in Höhe von T€ 2.381. Der Vorstand der Beta Systems Software AG schlägt vor, hiervon einen Betrag von T€ 184 (dies entspricht der Mindestdividende gemäß § 254 Abs. 1 AktG) an die Aktionäre als Dividende auszuschütten und den verbleibenden Betrag in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen. Dies entspricht einer Dividende in Höhe von € 0,04 je dividendenberechtigter Aktie.
32. NAHESTEHENDE UNTERNEHMEN UND PERSONEN
Im Geschäftsjahr 2022/23 hatte die Deutsche Balaton Aktiengesellschaft, Heidelberg, aufgrund ihrer direkten und mittelbaren Kapitalbeteiligung, der Zurechnung von Stimmrechten und der angenommenen personellen Verflechtungen einen beherrschenden Einfluss auf die Gesellschaft. Die vorgenannte Gesellschaft und deren verbundene Unternehmen waren im Berichtsjahr nahestehende Unternehmen der Beta Systems Software AG.
Die Gesellschaft wird seit dem Geschäftsjahr 2012 in den Konzernabschluss der Deutsche Balaton Aktiengesellschaft, Heidelberg, einbezogen.
CASH-POOL
Sämtliche Rechte und Pflichten aus dem zwischen der Deutsche Balaton AG (Betreibergesellschaft) und der Beta Systems Software AG (Konzerngesellschaft) am 24. April / 28. April 2015 geschlossenen CashPool-Vertrag sind mit Wirksamwerden der Abspaltung der Latonba AG zum 28. September 2023 auf die Latonba AG übergegangen. Somit besteht zum Bilanzstichtag 30. September 2023 kein Cash-Pool-Vertrag mehr zwischen der Beta Systems Software AG und der Deutsche Balaton AG.
Zum Ende des Vorjahres betrugen die Cash-Pool-Forderung an die Deutsche Balaton AG € 45,0 Millionen. Diese enthielten eine Sondereinzahlung in Höhe von € 20,0 Millionen, die in einem Nachtrag vom 29. September 2022 vereinbart worden und zeitlich befristet den Maximalbetrag erhöhte. Zum Bilanzstichtag 30. September 2023 besteht infolge der Abspaltung der Latonba AG keine Cash-Pool-Forderung an die Deutsche Balaton mehr.
Die mit der Deutsche Balaton AG als Betreibergesellschaft des Cash-Pools vereinbarten standardmäßigen Zinskonditionen entsprachen marktüblichen Zinssätzen. Marktkonforme Anpassungen der Zinssätze wurden im Berichtsjahr zum 1. November 2022, 1. Januar 2023 und 1. April 2023 vorgenommen. Im Berichtsjahr erzielte Beta Systems durch die Einlage in den Cash-Pool der Deutsche Balaton Zinserträge in Höhe von T€ 1.595 (2021/22: T€ 484).
Zur Absicherung der Einlagen in den Cash-Pool diente eine vertraglich vereinbarte Sicherheiten-Regelung. Die Deutsche Balaton AG war gemäß Cash-Pool-Vertrag verpflichtet, zugunsten der Beta Systems Software AG Wertpapiere und/oder Beteiligungen zur Sicherung der Ansprüche der Beta Systems Software AG aus dem Cash-Pool-Vertrag an die Beta Systems Software AG zu verpfänden. Die Besicherung erfolgte aus Sicht der Gesellschaft zu marktgerechten Bedingungen. Zudem bestand eine Nachbesicherungspflicht bei einer Sicherheitenunterdeckung. Neben der Sicherheitenstellung war die Deutsche Balaton AG zu einem regelmäßigen Reporting an die Beta Systems Software AG verpflichtet, um die Bonität der Betreibergesellschaft in bestimmten Abständen zu prüfen.
UNTERSTÜTZUNG DES AUFSICHTSRATSVORSITZENDEN
Der Aufsichtsratsvorsitzende der Beta Systems Software AG, Herr Wilhelm K.T. Zours, kann zur Unterstützung seiner Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender bei Bedarf Mitarbeiter der Deutsche Balaton AG einsetzen. Die Leistungen der Mitarbeiter der Deutsche Balaton AG kann die Deutsche Balaton AG der Beta Systems Software AG mit bis zu € 5.000 pro Jahr in Rechnung stellen. Im Berichtsjahr wurden der Beta Systems Software AG € 2.500 für derartige Leistungen in Rechnung gestellt.
ADMINISTRATIVE DIENSTLEISTUNGEN FÜR DIE LATONBA AG
Auf Basis eines Vertrags über die Erbringung von zentralen Dienstleistungen zwischen der Latonba AG und der Deutsche Balaton AG vom 12. Dezember 2019 erbringt die Deutsche Balaton AG Leistungen insbesondere im Bereich Rechnungswesen und Büroorganisation für die Latonba AG. Im Berichtsjahr wurden € 7.183 (netto) für derartige Leistungen in Rechnung gestellt.
Darüber hinaus bestanden keine weiteren Geschäftsbeziehungen zu anderen nahestehenden Personen und Unternehmen im Berichtsjahr 2022/23.
33. BÜRGSCHAFTEN
Zum Bilanzstichtag 30. September 2023 bestanden keine Bürgschaftszusagen an Dritte.
34. EVENTUALSCHULDEN UND EVENTUALFORDERUNGEN
Zum Bilanzstichtag 30. September 2023 bestanden weder Eventualschulden noch Eventualforderungen.
35. OPERATING LEASING
Zum Bilanzstichtag 30. September 2023 bestehen Zahlungsverpflichtungen aus kurzfristigen und geringfügigen Leasingverträgen, die gemäß IFRS 16 nicht als Leasingverbindlichkeiten bilanziert wurden. Hierbei handelt es sich um kurzfristige Büro- und Garagenmietverträge, kurzfristige Softwarelizenzen, Fahrradleasing und sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Laufzeiten der zum jeweiligen Bilanzstichtag bestehenden nicht bilanzierten Zahlungsverpflichtungen.
| Operating-Leasing-Verpflichtungen | 30.09.2023 | 30.09.2022 |
|---|---|---|
| Geschäftsjahr 2022/23 | 294 | |
| Geschäftsjahr 2023/24 | 319 | 51 |
| Geschäftsjahr 2024/25 | 31 | 16 |
| Geschäftsjahr 2025/26 | 4 | |
| Summe | 355 | 361 |
36. PERSONALSTAND
Im Geschäftsjahr 2022/23 beträgt die durchschnittliche Anzahl aller Angestellten - bezogen auf die fortgeführen Aktivitäten - 563 (2021/22: 553 Angestellte). Unter Berücksichtigung der nicht fortgeführten Aktivitäten beträgt die durchschnittliche Anzahl aller Angestellten 659 (2021/22: 648 Angestellte).
Zum Stichtag 30. September 2023 waren - bezogen auf die fortgeführten Aktivitäten - rund 30% der Beschäftigten (171 Mitarbeiter) in Forschung und Entwicklung tätig, 15% (83 Mitarbeiter) im Vertrieb, 42% (242 Mitarbeiter) im Service & Support und 13% (76 Mitarbeiter) in der Verwaltung beschäftigt.
37. HONORARE DES ABSCHLUSSPRÜFERS
Die während des Geschäftsjahres 2022/23 angefallenen Aufwendungen für an die Nexia GmbH, Düsseldorf, als Konzernabschlussprüfer zu leistenden Honorare betrugen T€ 98 (2021/22: T€ 96) für die Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses.
Für weitere Bestätigungsleistungen der Nexia GmbH, Düsseldorf, wurden T€ 33 (2021/22: T€ 27) erfasst, für steuerliche Beratungsleistungen T€ 11 (2021/22: T€ 35) und für sonstige Leistungen T€ 19 (2021/22: T€ 2).
38. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Nach Abschluss des Berichtsjahres sind folgende Ereignisse von wesentlicher Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Beta Systems Konzerns und der Beta Systems Software AG eingetreten.
AKQUISITION DER INFINITEDATA SP. Z O.O.
Die Beta Systems Software AG hat am 4. Oktober 2023 über ihre 100%ige Tochtergesellschaft Beta Systems DCI Software AG 100% der Anteile an der InfiniteDATA Sp. z o.o. mit Sitz in Warschau (Polen) erworben. Die Transaktion schloss auch eine Betriebsstätte der InfiniteDATA in Manila (Philippinen) mit ein.
Mit ihrem Produkt AutomateNOW! ist InfiniteDATA ein führender Anbieter im Bereich Workload Automation und mit rund 30 Mitarbeitern und Freiberuflern am Standort Warschau in Polen sowie einem Support-Center auf den Philippinen tätig. Im aktuellen EMA Radar aus Oktober 2023 wurde AutomateNOW! als Technologieführer eingestuft - wie bereits in den beiden vorangegangenen Ausgaben des Analystenberichts. Ein Großteil der Kunden liegt in Mittel- und Osteuropa, darüber hinaus gibt es auch Kunden in Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden und in Skandinavien.
Die Gesellschaft wird als eigenständiges Unternehmen innerhalb der Beta Systems Gruppe geführt werden und ihre direkten Kundenbeziehungen beibehalten. Das bisherige Management bleibt der Gesellschaft erhalten und wird den Geschäftsbetrieb wie gewohnt fortführen.
Der Vorstand der Beta Systems verfolgt mit der Akquisition der InfiniteDATA das Ziel, die Position der Beta Systems Gruppe im Bereich Workload Automation (Teil des Geschäftsbereichs DCI) zu stärken.
Die Erstkonsolidierung erfolgte zum 4. Oktober 2023 mit der Folge, dass das Ergebnis der InfiniteDATA ab dem 4. Oktober 2023 in das Konzernergebnis der Beta Systems einbezogen wird.
Der Kaufpreis für 100% der Anteile betrug T€ 14.226 und war in Zahlungsmitteln zu begleichen. Zusätzlich wurden drei nachträgliche Kaufpreiskomponenten vereinbart. Die Vereinbarung über die bedingte Gegenleistung sieht vor, dass Beta Systems den Verkäufern der InfiniteDATA in Abhängigkeit der mit AutomateNOW! erzielten EBITDAs für die bis zum 31. Dezember 2028 endenden Kalenderjahre weitere Gegenleistungen erbringt, wobei der Höchstbetrag der Zahlungen nicht begrenzt ist. Eine Mindestzahlung ist ebenfalls nicht vereinbart.
Die möglichen nachträglichen Kaufpreiskomponenten wurden in der Bestimmung des gesamten Kaufpreises mit einem diskontierten Erwartungswert von T€ 13.370 angesetzt. Hieraus ergibt sich ein für die Kaufpreisallokation anzusetzender gesamter Kaufpreis von T€ 27.596.
Zeitgleich mit dem Unternehmenserwerb wurde außerdem für zukünftige Dienstleistungen von vier Mitgliedern des Managements der InfiniteDATA eine Vergütung von jährlich insgesamt T€ 500 für die Kalenderjahre 2024 bis 2028 vereinbart (Retention EarnOut).
Zur Finanzierung des initialen Kaufpreises und der ersten Earn-Out-Komponente wurden mehrere Darlehensverträge mit der Commerzbank AG geschlossen. Diesbezüglich wird auf den Abschnitt 30. Kapitalmanagement verwiesen.
Zusätzlich sind im Zusammenhang mit der Akquisition Aufwendungen (unter anderem für Rechtsberatung und zur Unterstützung der Due Diligence) in Höhe von bisher rund T€ 320 angefallen. Hiervon werden T€ 259 im Berichtsjahr 2022/23 und T€ 61 im laufenden Geschäftsjahr 2023/24 als sonstiger betrieblicher Aufwand ausgewiesen.
Die Kaufpreisallokation gemäß IFRS 3 war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Konzernabschlusses noch nicht abgeschlossen. Die nachfolgende Tabelle spiegelt die gemäß der vorläufigen Kaufpreisallokation zu beizulegenden Zeitwerten bewerteten Vermögenswerte und Schulden wider.
| Eröffnungsbilanz InfiniteDATA (in T€) |
beizulegender Zeitwert |
|---|---|
| Kurzfristige Vermögenswerte | 1.758 |
| Liquide Mittel | 201 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 1.421 |
| Weitere kurzfristige Vermögenswerte | 136 |
| Langfristige Vermögenswerte | 11.423 |
| Sachanlagen | 65 |
| Kundenstamm | 4.821 |
| Technologie | 5.781 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 443 |
| Latente Steuererstattungsansprüche | 313 |
| Kurzfristige Schulden | 1.883 |
| Kurzfristige Finanzierung | 39 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 189 |
| Verbindlichkeiten aus Vertrag | 1.647 |
| Weitere kurzfristige Schulden | 8 |
| Langfristige Schulden | 2.124 |
| Finanzielle Schulden | 26 |
| Latente Steuerschulden | 2.099 |
| Nettovermögenswerte | 9.174 |
| Kaufpreis | 27.596 |
| Firmenwert | 18.421 |
| Nettovermögenswerte inkl. Firmenwert | 27.596 |
Der Firmenwert resultiert dabei insbesondere aus dem Stamm an Mitarbeitern und Freelancern sowie dem Synergiepotential mit Beta Systems. Eine steuerliche Abzugsfähigkeit des Firmenwerts wird nicht erwartet.
Bei den bestehenden Forderungen entsprach der Buchwert dem Zeitwert, Wertberichtigungsbedarf wurde nicht identifiziert.
Für die Segmentberichterstattung gemäß IFRS 8 wird die InfiniteDATA entsprechend der internen Steuerungsstruktur dem Segment DACH zugeordnet.
Im Kalenderjahr 2022 hat InfiniteDATA Umsatzerlöse in Höhe von rund € 2,2 Millionen und ein ausgeglichenes EBITDA erzielt; letzteres lässt sich auf wachstumsbedingte Aufwendungen zurückführen. Die Umsatzerlöse des Unternehmens sind in den vergangenen Jahren dynamisch gewachsen, die wiederkehrenden Umsatzerlöse (Annual Recurring Revenue (ARR)) konnten in den Jahren 2021 und 2022 um je 45% gesteigert werden. Ziel des Vorstands der Beta Systems ist es, diesen Wachstumspfad fortzusetzen und zu verstärken.
Die Auswirkungen der Akquisition auf die Umsatzerlöse und operativen Ergebnisgrößen des Beta Systems Konzerns sind im Prognosebericht des Lageberichts berücksichtigt.
VERÄUßERUNG DER ANTEILE AN DER PROXESS HOLDING GMBH
Mit Kauf- und Übertragungsvertrag vom 13. November 2023 hat die Beta Systems Software AG sämtliche Anteile an der PROXESS Holding GmbH (inklusive deren Tochtergesellschaft PROXESS GmbH) an die Easy Software AG veräußert. Die Transaktion wurde am 16. November 2023 vollzogen. Bisher hielt die Beta Systems Software AG 87% der Anteile an der PROXESS Holding GmbH, 13% wurden durch das Management der PROXESS GmbH gehalten.
Die Transaktion umfasste ein Gesamtvolumen von € 14,9 Millionen, dieses setzt sich zusammen aus der Begleichung des Darlehens, das die Beta Systems Software AG 2019 im Rahmen der damaligen Akquisition der PROXESS GmbH (damals noch als Habel Holding GmbH firmierend) an die PROXESS Holding GmbH ausgereicht hatte (der Stand des Darlehens zum Vollzugstag 16. November 2023 betrug inklusive aufgelaufener Zinsen € 11,5 Millionen), und einem zusätzlichen Kaufpreis von € 3,4 Millionen. Auf die Beta Systems Software AG entfällt insgesamt ein Betrag von € 14,5 Millionen, dieser setzt sich zusammen aus dem Darlehen inklusive aufgelaufener Zinsen von € 11,5 Millionen und einem anteiligen Kaufpreis von € 3,0 Millionen. Die Rückzahlung des Darlehens und der Kaufpreis waren in Zahlungsmitteln zu begleichen, wobei ein Anteil von € 1,0 Millionen erst nach Ablauf von zwölf Monaten zur Zahlung fällig wird. Nachträgliche Kaufpreiszahlungen wurden nicht vereinbart.
Die von der Veräußerung betroffenen Vermögenswerte und Schulden der PROXESS Gruppe (bestehend aus PROXESS Holding GmbH und PROXESS GmbH) werden in der Konzernbilanz zum 30. September 2023 separat als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und damit im Zusammenhang stehende Schulden ausgewiesen (vgl. hierzu Abschnitt 28. Zur Veräußerung gehalten eingestufte Vermögenswerte und Schulden).
PROXESS ist mit rund 100 Mitarbeitenden an den Standorten Rietheim-Weilheim, Rengsdorf, Leipzig und Thayngen (Schweiz) im Bereich der Dokumenten Management-Systeme (DMS) tätig. Im Beta Systems Konzern wurde die PROXESS als Bestandteil des Segments Beteiligungen geführt, mit ihrem Anwendungsbereich Dokumenten Management wurden die Umsatzerlöse der PROXESS dem Geschäftsbereich DCI zugeordnet. In den vergangenen Geschäftsjahren seit der Akquisition der PROXESS (2019) hat PROXESS jährlich jeweils rund € 10 Millionen bis € 11 Millionen zum Konzernumsatz der Beta Systems sowie bis zu rund € 1,7 Millionen zum Konzernbetriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) beigetragen.
Mit der Veräußerung der PROXESS setzt der Vorstand der Beta Systems einen stärkeren Fokus seiner Geschäftsaktivitäten auf die Kernbereiche der Beta Systems.
Aus der Veräußerung der PROXESS entstand im laufenden Geschäftsjahr 2023/24 ein Ertrag in Höhe von rund € 2 Millionen. Dieser Einmaleffekt sowie die Auswirkungen aus dem künftigen Entfall der Umsatzerlöse und des Ergebnisbeitrags der PROXESS sind im Prognosebericht im Lagebericht berücksichtigt.
39. VERZICHT AUF OFFENLEGUNG DES JAHRESABSCHLUSSES VON KONZERNGESELLSCHAFTEN
VERZICHT AUF DIE OFFENLEGUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS SOWIE AUF DIE ERSTELLUNG EINES ANHANGS UND LAGEBERICHTS NACH § 264 ABS. 3 HGB
Die Beta Systems DCI Software AG, Berlin, die Beta Systems IAM Software AG, Berlin, die Beta Systems IT Services GmbH (vormals Beta Systems IT Operations GmbH), Berlin und die HORIZONT Software GmbH, München wurden im vorliegenden Konzernabschluss vollkonsolidiert und erfüllen als inländische Konzerngesellschaften die gemäß § 264 Abs. 3 HGB erforderlichen Bedingungen. Sie werden die Befreiungsvorschrift des genannten Paragraphen nutzen und deshalb auf die Offenlegung ihres Jahresabschlusses 2022/23 und des Lageberichts sowie auf die Erstellung des Anhangs und des Lageberichts verzichten.
ENTWICKLUNG DER SACHANLAGEN UND DER IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE DES KONZERNS
| Computerausrüstung | Einbauten in Geschäfts- und Betriebsgebäude | Betriebs- und Geschäftsausstattung | Grundstücke und Gebäude | |
|---|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten Vortrag 1. Oktober 2021 | 7.099 | 917 | 3.578 | 11.790 |
| Zugänge | 1.144 | 80 | 638 | 2.054 |
| Währungsdifferenzen | 31 | -2 | -16 | -139 |
| Zugang aus Untern'erwerb | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abgänge | -3.123 | -2 | -522 | -572 |
| Stand 30. September 2022 | 5.151 | 993 | 3.678 | 13.133 |
| Abschreibungen Vortrag 1. Oktober 2021 | 5.892 | 723 | 1.807 | 4.307 |
| Zugänge | 770 | 75 | 806 | 2.213 |
| Währungsdifferenzen | 31 | 0 | 1 | -47 |
| Abgänge | -3.124 | -2 | -474 | -572 |
| Stand 30. September 2022 | 3.570 | 797 | 2.140 | 5.901 |
| Buchwert | ||||
| 30. September 2022 | 1.581 | 196 | 1.538 | 7.232 |
| Anschaffungskosten Vortrag 1. Oktober 2022 | 5.151 | 993 | 3.678 | 13.133 |
| zur Veräußerung gehalten | -392 | -45 | -889 | -1.706 |
| Zugänge | 1.390 | 23 | 555 | 701 |
| Währungsdifferenzen | -12 | 1 | 22 | 156 |
| Abgänge | -70 | 0 | -349 | -115 |
| Stand 30. September 2023 | 6.067 | 972 | 3.017 | 12.169 |
| Abschreibungen Vortrag 1. Oktober 2022 | 3.570 | 797 | 2.140 | 5.901 |
| zur Veräußerung gehalten | -295 | -10 | -530 | -745 |
| Zugänge | 780 | 89 | 614 | 1.915 |
| Währungsdifferenzen | -11 | 0 | 3 | 52 |
| Abgänge | -68 | 0 | -347 | -114 |
| Stand 30. September 2023 | 3.976 | 877 | 1.880 | 7.009 |
| Buchwert | ||||
| 30. September 2023 | 2.092 | 95 | 1.137 | 5.160 |
| Sachanlagen | Firmenwert | |
|---|---|---|
| Anschaffungskosten Vortrag 1. Oktober 2021 | 23.384 | 12.806 |
| Zugänge | 3.916 | 0 |
| Währungsdifferenzen | -126 | -1 |
| Zugang aus Untern'erwerb | 0 | 0 |
| Abgänge | -4.219 | 0 |
| Stand 30. September 2022 | 22.955 | 12.805 |
| Abschreibungen Vortrag 1. Oktober 2021 | 12.731 | 1.483 |
| Zugänge | 3.864 | 78 |
| Währungsdifferenzen | -15 | 0 |
| Abgänge | -4.172 | 0 |
| Stand 30. September 2022 | 12.408 | 1.561 |
| Buchwert | ||
| 30. September 2022 | 10.547 | 11.244 |
| Anschaffungskosten Vortrag 1. Oktober 2022 | 22.955 | 12.805 |
| zur Veräußerung gehalten | -3.033 | -7.915 |
| Zugänge | 2.670 | 0 |
| Währungsdifferenzen | 167 | 2 |
| Abgänge | -534 | 0 |
| Stand 30. September 2023 | 22.225 | 4.892 |
| Abschreibungen Vortrag 1. Oktober 2022 | 12.408 | 1.561 |
| zur Veräußerung gehalten | -1.580 | 0 |
| Zugänge | 3.398 | 0 |
| Währungsdifferenzen | 44 | 0 |
| Abgänge | -529 | 0 |
| Stand 30. September 2023 | 13.741 | 1.561 |
| Buchwert | ||
| 30. September 2023 | 8.485 | 3.331 |
| Andere Immaterielle Vermögenswerte | Erworbene Softwareproduktrechte | Immaterielle Vermögenswerte | Sachanlagen und imm. Vermögenswerte | |
|---|---|---|---|---|
| Anschaffungskosten Vortrag 1. Oktober 2021 | 18.554 | 10.166 | 41.526 | 64.910 |
| Zugänge | 135 | 0 | 135 | 4.051 |
| Währungsdifferenzen | 306 | 37 | 342 | 216 |
| Zugang aus Untern'erwerb | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Abgänge | 0 | 0 | 0 | -4.219 |
| Stand 30. September 2022 | 18.996 | 10.203 | 42.003 | 64.958 |
| Abschreibungen Vortrag 1. Oktober 2021 | 11.878 | 6.520 | 19.880 | 32.611 |
| Zugänge | 841 | 266 | 1.184 | 5.048 |
| Währungsdifferenzen | 308 | 37 | 345 | 330 |
| Abgänge | 0 | 0 | 0 | -4.172 |
| Stand 30. September 2022 | 13.027 | 6.823 | 21.409 | 33.817 |
| Buchwert | ||||
| 30. September 2022 | 5.969 | 3.380 | 20.593 | 31.140 |
| Anschaffungskosten Vortrag 1. Oktober 2022 | 18.996 | 10.203 | 42.003 | 64.958 |
| zur Veräußerung gehalten | -2.106 | -3.085 | -13.106 | -16.139 |
| Zugänge | 0 | 0 | 0 | 2.670 |
| Währungsdifferenzen | -154 | -24 | -177 | -9 |
| Abgänge | 0 | 0 | 0 | -534 |
| Stand 30. September 2023 | 16.735 | 7.094 | 28.721 | 50.945 |
| Abschreibungen Vortrag 1. Oktober 2022 | 13.027 | 6.823 | 21.409 | 33.817 |
| zur Veräußerung gehalten | -322 | -501 | -823 | -2.403 |
| Zugänge | 671 | 102 | 773 | 4.171 |
| Währungsdifferenzen | -156 | -24 | -180 | -136 |
| Abgänge | 0 | 0 | 0 | -529 |
| Stand 30. September 2023 | 13.220 | 6.400 | 21.180 | 34.920 |
| Buchwert | ||||
| 30. September 2023 | 3.515 | 694 | 7.539 | 16.024 |
ORGANE DER GESELLSCHAFT
VORSTAND
Vorstandsmitglieder der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2022/23 waren:
| ― | Herr Gerald Schmedding Mitglied des Vorstands |
| ― | Herr Mirko Minnich Mitglied des Vorstands |
| ― | Herr Rigas Paschaloudis Mitglied des Vorstands seit 01.07.2023 |
| ― | Herr Dr. Andreas Huth Mitglied des Vorstands bis 30.09.2023 |
Herr Schmedding verantwortet die Bereiche Finance & Controlling, Human Resources, Corporate Services und Legal Affairs. Herr Minnich verantwortet die Bereiche Development & Support, Produktmanagement und -strategie, Professional Services für den Geschäftsbereich DCI und interne IT Services. Herr Paschaloudis hat im Wesentlichen den Verantwortungsbereich von Herrn Dr. Huth übernommen und verantwortet die Bereiche Vertrieb und Marketing sowie Professional Services für den Geschäftsbereich IAM. Herr Dr. Huth schied auf eigenen Wunsch zum 30. September 2023 aus dem Vorstand der Gesellschaft aus. Zuvor verantwortete er die Bereiche Vertrieb, Marketing und Professional Services.
Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen des Konzerns umfasst die Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats. Die Gesamtvergütung aller Vorstandsmitglieder betrug im Geschäftsjahr 2022/23 T€ 1.590 (2021/22: T€ 1.217), davon beziehen sich T€ 314 (20%) auf eine vollständig erfolgsabhängige Komponente, die in Teilen als Rückstellung eingestellt wurde und erst nach der bilanzfeststellenden Sitzung des Aufsichtsrats zur Auszahlung kommen wird.
Ein ehemaliges Vorstandsmitglied erhält monatliche Pensionszahlungen, die für das Geschäftsjahr 2022/23 in Summe T€ 43 (2021/22: T€ 42) betrugen. Die Rückstellung für Pensionsanwartschaften für frühere Vorstandsmitglieder zum 30. September 2023 beträgt nach den Bewertungsvorschriften des IAS 19 T€ 341 (30. September 2022: T€ 362).
AUFSICHTSRAT
Der Aufsichtsrat der Gesellschaft setzte sich im Geschäftsjahr 2022/23 wie folgt zusammen:
| ― | Herr Wilhelm K.T. Zours, Heidelberg |
Vorstand DELPHI Unternehmensberatung AG, Heidelberg
Aufsichtsratsvorsitzender
| ― | Herr Prof. Dr. Heiko Wenzel-Schinzer, Heigenbrücken |
Professur für BWL, Business Consulting und Prozessmanagement, Hochschule Merseburg Geschäftsführer WENZEL Group GmbH & Co. KG, Wiesthal
Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bis 30.04.2023
| ― | Herr Armin Steiner, Berlin |
Investor / Berater
Aufsichtsratsmitglied bis 30.04.2023
Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender seit 01.05.2023
| ― | Herr Jens-Martin Jüttner, Hofheim/Taunus Geschäftsführer Cinerius Financial Partners AG, Zug (Schweiz) |
Aufsichtsratsmitglied
| ― | Herr Dr. Wolfgang Schlaak, Halstenbek Geschäftsführer WADS Consulting GmbH, Halstenbeck |
Aufsichtsratsmitglied seit 02.08.2023
| ― | Herr Stefan Hillenbach, Oranienburg Senior Manager Development Arbeitnehmervertreter |
| ― | Herr Dr. Wolfgang Bendig, Essen |
Senior Softwareentwickler
Arbeitnehmervertreter
Die Gesamtvergütung der Aufsichtsratsmitglieder betrug im Geschäftsjahr 2022/23 T€ 77 (2021/22: T€ 80).
KONZERNUNTERNEHMEN
AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES ZUM 30. SEPTEMBER 2023
| Gesellschaft | Sitz | Beteiligungsquote |
|---|---|---|
| Beta Systems EDV-Software Ges.m.b.H. | Wien (AT) | 100% |
| Beta Systems Software SPRL | Louvaine-la-Neuve (BE) | 100% |
| Beta Systems Software France SARL | Ivry-sur-Seine (FR) | 100% |
| Beta Systems Software Ltd. | Chobham (GB) | 100% |
| Beta Systems Software SRL | Bollate (IT) | 100% |
| Betann Systems AB | Stockholm (SE) | 100% |
| Beta Systems Software AG | Kloten (CH) | 100% |
| Beta Systems Software Espana SL | Madrid (ES) | 100% |
| Beta Systems Software of North America, Inc. | McLean (US) | 100% |
| Beta Systems Software of Canada Inc. | Calgary (CA) | 100% |
| Beta Systems DCI Software AG | Berlin | 100% |
| HORIZONT Software GmbH | München | 100% |
| HORIZONT IT Services CZ s.r.o. | Budweis (CZ) | 100% |
| Beta Systems IT Operations GmbH*) | Berlin | 50% |
| Infraray GmbH (vormals AUCONET GmbH) | Berlin | 100% |
| ASDIS Solutions GmbH | Berlin | 100% |
| AUCONET Austria GmbH | Wien (AT) | 100% |
| Beta Systems IAM Software AG | Berlin | 100% |
| Beta Systems IT Operations GmbH*) | Berlin | 50% |
| Categis GmbH | Berlin | 100% |
| Categis Software Private Ltd. | Bangalore (IN) | 99,99% |
| PROXESS Holding GmbH | Berlin | 87% |
| PROXESS GmbH | Rietheim-Weilheim | 87% |
| Codelab Software GmbH | Berlin | 77% |
| Codelab Sp.z o.o. | Stettin (PL) | 77% |
*) Die Beta Systems IT Operations GmbH wird zu jeweils 50% von der Beta Systems DCI Software AG und der Beta Systems IAM Software AG gehalten und stellt aus Sicht des Konzern somit eine 100% Beteiligung dar.
Neben den genannten Beteiligungen bestanden zum Abschlussstichtag keine weiteren Beteiligungen.
BETA SYSTEMS WELTWEIT
DEUTSCHLAND
Beta Systems Software AG
Alt-Moabit 90d
D-10559 Berlin
+49 (30) 726 118 0
Beta Systems DCI Software AG
Alt-Moabit 90d
D-10559 Berlin
+49 (30) 726 118 0
Beta Systems DCI Software AG
Europastraße 3
D-67433 Neustadt an der Weinstraße
+49 (6321) 499 150 0
Beta Systems IAM Software AG
Alt-Moabit 90d
D-10559 Berlin
+49 (30) 726 118 0
Beta Systems IAM Software AG
Josef-Lammerting-Allee 14
D-50933 Köln
+49 (221) 650 15 0
Beta Systems IT Services GmbH
Alt-Moabit 90d
D-10559 Berlin
+49 (30) 726 118 0
HORIZONT Software GmbH
Schäufeleinstraße 7
80687 München
+49 (89) 540 162 0
Infraray GmbH
Stromstr. 5 10555 Berlin
+49 (30) 254 690 0
ASDIS Solutions GmbH
Stromstr. 5
10555 Berlin
+49 (30) 254 690 0
Categis GmbH
Alt-Moabit 90d
D-10559 Berlin
+49 (30) 726 118 0
Codelab Software GmbH
Alt-Moabit 90d
D-10559 Berlin
+49 (30) 726 118 0
BELGIEN
Beta Systems Software SPRL
Avenue Jean Monnet 1
B-1348 Louvain-la-Neuve
+32 (2) 3520 480
FRANKREICH
Beta Systems Software France SARL
5, Avenue de Verdun
F-94200 Ivry-sur-Seine +33 (1) 439 017 40
GROßBRITANNIEN
Beta Systems Software Ltd.
60 High Street
GB-Chobham, Surrey GU24 8AA +44 (1189) 885 175
ITALIEN
Beta Systems Software SRL
Via IV Novembre 92
I-20021 Bollate (MI)
+39 (2) 3320 2251
KANADA
Beta Systems Software of Canada, Inc.
Suite 920
500 - 4th Avenue SW
Calgary, Alberta
CA- T2P 2V6
+1 (403) 231 9800
ÖSTERREICH
Beta Systems EDV-Software Ges.m.b.H.
Leopold-Ungar-Platz 2
Stiege 2
A-1190 Wien
+43 (1) 253 621 6031
AUCONET Austria GmbH
Leopold-Ungar-Platz 2
Stiege 2
A-1190 Wien
+43 (1) 253 621 6031
PHILIPPINEN
InfiniteDATA Philippines
Limited Representative Office
Level 6, Ayala Triangle Gardens Tower 2
Paseo de Roxas cor Makati Avenue
Makati City, Metro Manila
POLEN
Codelab Sp. z o.o.
Plac Brama Portowa 1
PL-70-225 Szczecin
+48 (91) 819 91 16
Codelab Sp. z o.o.
ul. Sucha 2
PL-50-086 Wrocław
+48 (71) 711 96 69
InfiniteDATA Sp. z o.o.
ul. Prosta 32
PL-00-838 Warszawa
+48 (22) 300 15 24
SCHWEDEN
Betann Systems AB
Olof Palmes Gata 29
4th Floor
S- 111 22 Stockholm
SCHWEIZ
Beta Systems Software AG
Postfach
CH-8058 Zürich-Flughafen +41 (44) 830 73 20
SPANIEN
Beta Systems Software Espana SL c/ Zurbano 73 6a Planta Esc. Int. Izq.
E-28010 Madrid
+34 (91) 307 7675
TSCHECHISCHE REPUBLIK
Horizont IT Services CZ s.r.o.
Radnicni 133/1,
CZ-370 01 Ceske Budejovice
USA
Beta Systems Software of North America, Inc.
8300 Greensboro Drive, Suite L1-633
Suite 1150
McLean, VA 22102
+1 (571) 348 44 50
Berlin, 23. Januar 2024
gez. Gerald Schmedding, Vorstand
gez. Mirko Minnich, Vorstand
gez. Rigas Paschaloudis, Vorstand
BERICHT DES AUFSICHTSRATS
Sehr geehrte Aktionäre der Beta Systems Software Aktiengesellschaft,
der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2022/23 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Pflichten und Aufgaben wahrgenommen und sich während des Geschäftsjahres 2022/23 mit der wirtschaftlichen und finanziellen Lage der Gesellschaft befasst. Er hat den Vorstand außerdem bei der Geschäftsführung überwacht und beraten. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat gemäß § 90 AktG über die wesentlichen Aspekte der Geschäftsentwicklung sowie die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft und des Konzerns informiert.
Der Vorstand hat die strategische Ausrichtung der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2022/23 mit dem Aufsichtsrat abgestimmt. Der Aufsichtsrat war in wesentliche Entscheidungen mit grundlegender Bedeutung für die Beta Systems Software Aktiengesellschaft eingebunden und hat die nach Gesetz und Satzung erforderlichen Beschlüsse gefasst. Der Aufsichtsrat erteilte die Zustimmung zu zustimmungspflichtigen Geschäften.
Im Geschäftsjahr 2022/23 wurde ein Konzernergebnis (aus fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten) von rund 7,1 Millionen Euro erzielt (Vorjahr: rund 13,1 Millionen Euro).
AUFSICHTSRAT UND AUSSCHÜSSE
Alle Themen der Aufsichtsratstätigkeit wurden im Geschäftsjahr 2022/23 vom Gesamtaufsichtsrat behandelt. Ausschüsse wurden im Geschäftsjahr 2022/23 nicht gebildet.
Insgesamt fanden im Geschäftsjahr 2022/23 vier Sitzungen statt. Eine Sitzung wurde als Videokonferenz, drei Sitzungen als Präsenzsitzungen abgehalten. Außerdem hat der Aufsichtsrat 20 Beschlussfassungen im Parallelverfahren durchgeführt. An allen Sitzungen haben jeweils Aufsichtsratsmitglieder in für Beschlussfassungen ausreichender Anzahl teilgenommen. An den Beschlussfassungen im Parallelverfahren haben jeweils sämtliche Aufsichtsratsmitglieder mitgewirkt.
ÄNDERUNG DER BESETZUNG IM AUFSICHTSRAT
Der Vertreter der Anteilseigner und bisherige stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, Herr Prof. Dr. Wenzel-Schinzer, hat sein Aufsichtsratsmandat zum 30. April 2023 niedergelegt. Die außerordentliche Hauptversammlung, die am 2. August 2023 stattfand, hat für die restliche Amtszeit des ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitglieds, das heißt für eine Amtszeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das am 30.09.2024 endende Geschäftsjahr beschließt, Herrn Dr. Wolfgang Schlaak in den Aufsichtsrat gewählt. Neuer stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender ist seit dem 1. Mai 2023 Herr Armin Steiner.
BERATUNGSSCHWERPUNKTE
Im Geschäftsjahr 2022/23 befasste sich der Aufsichtsrat mit einer Vielzahl von Themen.
Der Aufsichtsrat prüfte und billigte den vom Vorstand aufgestellten Konzernabschluss und Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2021/22 sowie den zusammengefassten Lagebericht.
Im Verlauf des Geschäftsjahres überwachte und beriet der Aufsichtsrat außerdem u.a. zu folgenden Punkten und fasste hierzu die notwendigen Beschlüsse:
| ― | Prüfung und Verabschiedung der Jahresplanung sowie der vom Vorstand vorgelegten strategischen Mittelfristplanung |
| ― | Strategische Initiativen des Vorstands |
| ― | Akquisition der InfiniteDATA Sp. z o.o. (abgeschlossen im laufenden Geschäftsjahr 2023/24) |
| ― | Veräußerung der PROXESS Gruppe (abgeschlossen im laufenden Geschäftsjahr 2023/24) |
| ― | Abspaltung der Latonba AG |
ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG
Die Beta Systems Software AG fällt in den Anwendungsbereich des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen. § 111 Abs. 5 AktG bestimmt, dass der Aufsichtsrat für den Frauenanteil im Vorstand sowie im Aufsichtsrat eine Zielgröße festlegt und eine Frist für die Erreichung dieser Zielgröße bestimmt. Die Frist zur Erreichung der Zielgröße darf hierbei auf höchstens fünf Jahre festgelegt werden. Derzeit ist keine Frau in Aufsichtsrat und Vorstand vertreten. Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2021/22 beschlossen, die Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand sowie im Aufsichtsrat wie bisher für den Zeitraum bis zum 30. Dezember 2026 mit null Prozent festzulegen.
Bei dem Vorstand der Beta Systems Software AG handelt es sich um ein dreiköpfiges und damit kleines Gremium, für das die Festlegung einer starren Quote problematisch sein kann. Aktuell besteht der Vorstand der Beta Systems Software AG aus drei Männern. Grundlegende Eignungskriterien bei der Besetzung von Vorstandspositionen stellen nach Auffassung des Aufsichtsrats die fachliche Eignung für die Leitung des jeweiligen Ressorts, die Führungskompetenz sowie nachgewiesene Leistungen in der bisherigen Karriere dar. Auch im Rahmen der Neubestellung des Vorstandsmitglieds Rigas Paschaloudis zum 1. Juli 2023 hatte der Aufsichtsrat sich an den vorgenannten Kriterien zur Besetzung der Position orientiert. Der Aufsichtsrat ist an einer kontinuierlichen Tätigkeit des derzeitigen Vorstands interessiert und hält daher an der Zielgröße von null fest. Sofern wider Erwarten ein Mitglied des Vorstands vorzeitig ausscheiden sollte, wird der Aufsichtsrat die Suche nach einem neuen Vorstandsmitglied ergebnisoffen auf der Grundlage der genannten Kriterien durchführen.
Der Aufsichtsrat der Beta Systems Software AG setzt sich nach dem Gesetz über die Drittelbeteiligung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat aus vier Kapitalvertretern und zwei Arbeitnehmervertretern zusammen. Die Wahl der Arbeitnehmervertreter erfolgt nach Maßgabe der Vorschriften des Drittelbeteiligungsgesetzes. Die Zielgröße wird einheitlich für das Gesamtorgan festgelegt.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Beta Systems Software AG verfügen insgesamt über die Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen, die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung ihrer Aufgaben erforderlich sind. Da sie zudem über langjährige Erfahrungen und umfangreiche Kenntnisse in unterschiedlichen Berufsbereichen verfügen, bringen sie ein breites Spektrum an Fähigkeiten und Erfahrungen in ihre Aufsichtsratstätigkeit ein. Auch bei der Nachbesetzung des Aufsichtsrats durch Herrn Dr. Wolfgang Schlaak war entscheidend, die vakante Position kurzfristig mit einem qualifizierten Kandidaten (Herr Dr. Schlaak ist unabhängiger Finanzexperte und Inhaber des Zertifikats "Qualifizierter Aufsichtsrat" der Deutsche Börse AG) zu besetzen, der dem Unternehmen seit langem zunächst als Interimsvorstand im Geschäftsjahr 2014/15 sowie später als Aufsichtsratsvorsitzender der Tochtergesellschaften der Beta Systems DCI Software AG und Beta Systems IAM Software AG verbunden ist. Diese Kriterien werden auch künftig im Rahmen der Vorbereitung von Wahlvorschlägen des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung maßgebend sein, nicht aber das Geschlecht eines Kandidaten (w/d/m).
PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES KONZERNABSCHLUSSES DER BETA SYSTEMS SOFTWARE AKTIENGESELLSCHAFT
Die Hauptversammlung der Beta Systems Software Aktiengesellschaft hat am 29. März 2023 die RSM GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Düsseldorf, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022/23 gewählt. Der Aufsichtsrat hat der RSM GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft den Auftrag für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses der Beta Systems Software Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2022/23 erteilt. Mit Wirkung zum 28. September 2023 haben sich elf Standorte der RSM GmbH, darunter auch der Standort Frankfurt, durch den die Beta Systems Software AG betreut wird, von der RSM GmbH abgespalten und firmieren seither als Nexia GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft, Düsseldorf. Der Wechsel zu Nexia, einem weltweit agierenden Netzwerk unabhängiger Wirtschaftsprüfungs-, Steuerberatungs- und Beratungsunternehmen, hat aufgrund der Fortführung sämtlicher Verträge und Projekte mit denselben Ansprechpartnern auf Partner- und Mitarbeiterebene und zu den bekannten Konditionen keine Auswirkungen für die Beta Systems Software AG.
Der aufgrund gesetzlicher Regelungen zur Abschlussprüfung im Geschäftsjahr 2020/21 aufgesetzte Prozess zur Abschlussüberwachung wurde im Geschäftsjahr 2022/23 mit quartalsweisen Abstimmungen zwischen Vertretern des Aufsichtsrats, dem Wirtschaftsprüfer und dem Finanzvorstand sowie regelmäßigen Abstimmungsterminen begleitend zur Jahresabschlussprüfung 2022/23 fortgesetzt.
Gegenstände der Abschlussprüfung waren der vom Vorstand vorgelegte und nach den nationalen Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) zum 30. September 2023 aufgestellte Jahresabschluss der Beta Systems Software Aktiengesellschaft sowie der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 3 i.V.m. Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellte Konzernabschluss zum 30. September 2023, einschließlich des zusammengefassten Lageberichts für die Aktiengesellschaft und den Konzern. Die Prüfungen erfolgten jeweils unter Beachtung von Prüfungsschwerpunkten und unter Einbeziehung der Buchführung und haben zu keinen Einwendungen geführt, weshalb jeweils ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt wurde.
Prüfungsberichte bzw. Entwürfe der Prüfungsberichte nebst Abschlussunterlagen lagen sämtlichen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig vor und standen in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 30. Januar 2024 zur Verfügung. An der Sitzung nahmen auch die die Bestätigungsvermerke unterzeichnenden Wirtschaftsprüfer teil und berichteten dem Aufsichtsrat über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses und standen für Fragen zur Verfügung.
Auch der Aufsichtsrat prüfte den Jahresabschluss einschließlich Anhang und Lagebericht für die Beta Systems Software Aktiengesellschaft. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfungen durch den Aufsichtsrat bestehen keine Einwendungen.
Der Aufsichtsrat hat sich dem Prüfungsergebnis der Nexia GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft angeschlossen und den vom Vorstand zum 30. September 2023 aufgestellten Jahresabschluss gebilligt. Mit der Billigung des Jahresabschlusses ist dieser gemäß § 172 Satz 1 AktG zugleich festgestellt.
Außerdem hat der Aufsichtsrat in der Bilanzsitzung den Konzernabschluss einschließlich Konzernanhang und Konzernlagebericht im Beisein der Wirtschaftsprüfer behandelt. Der Aufsichtsrat hat den Konzernabschluss zum 30. September 2023 sowie den Konzernlagebericht geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat bestehen keine Einwendungen.
Der Aufsichtsrat hat sich dem Prüfungsergebnis der Nexia GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft angeschlossen und den vom Vorstand zum 30. September 2023 aufgestellten Konzernabschluss gebilligt.
Der Vorstand erstellte für das Geschäftsjahr 2022/23 einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht). Der Abhängigkeitsbericht wurde durch den Abschlussprüfer mit folgendem Prüfungsergebnis und Bestätigungsvermerk geprüft:
"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,
2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften nach den Umständen, die in dem Zeitpunkt ihrer Vornahme bekannt waren, die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."
Uns gingen sowohl der Abhängigkeitsbericht als auch der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers rechtzeitig zu. Der Aufsichtsrat hat sich in seiner Sitzung am 30. Januar 2024 aufgrund seiner eigenen Prüfung im Hinblick auf Vollständigkeit und Richtigkeit des Abhängigkeitsberichts der Beurteilung durch den Abschlussprüfer angeschlossen und dessen Bericht gebilligt. Es bestanden keine Einwände gegen die Erklärungen des Vorstands.
Die Beta Systems Software AG weist zum 30. September 2023 erneut einen Bilanzgewinn aus. Der Aufsichtsrat hat sich dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen.
VERÄNDERUNGEN IM VORSTAND
Herr Dr. Andreas Huth ist zum 30. September 2023 auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand der Beta Systems Software AG ausgeschieden. Als Nachfolger von Herrn Dr. Huth hat der Aufsichtsrat der Gesellschaft mit Wirkung zum 1. Juli 2023 Herrn Rigas Paschaloudis zum Vorstand der Gesellschaft bis zum 30. Juni 2026 bestellt.
ZUKUNFT UND DANK
Der Vorstand hat auch weiterhin den Auftrag, die Beta Systems Software Aktiengesellschaft auf Effizienz und Ausschöpfung der Marktpotentiale auszurichten sowie die Lage des Konzerns, die Chancen und Risiken der Unternehmensstrategie sowie -entwicklung offen und transparent darzustellen.
Die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft wird insbesondere von der weiteren Stärkung der Kerngeschäftsbereiche DCI und IAM (weitere Platzierung von Produktinnovationen und Stärkung des Neugeschäfts) als auch der erfolgreichen Integration und Weiterentwicklung der InfiniteDATA, wodurch die Position der Beta Systems Gruppe im Bereich Workload Automation gestärkt werden soll, abhängen. Mit der Veräußerung der PROXESS setzte der Vorstand einen stärkeren Fokus seiner Geschäftsaktivitäten auf die Kernbereiche der Gruppe. Die weitere M&A Strategie fokussiert sich primär auf die strategische Portfolio-Erweiterung der bestehenden Geschäftsbereiche DCI und IAM.
Der Aufsichtsrat dankt den Mitarbeitern und den Vorstandsmitgliedern, die im Geschäftsjahr 2022/23 für die Beta Systems Software Aktiengesellschaft und deren Tochtergesellschaften tätig waren, für ihren persönlichen Einsatz und die erbrachten Leistungen.
Heidelberg, 30. Januar 2024
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats
gez. Wilhelm K.T. Zours