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Berliner Effektengesellschaft AG Audit Report / Information 2016

Mar 29, 2017

4558_10-k_2017-03-29_034e1579-020d-4273-be5c-39bef0e20a2b.pdf

Audit Report / Information

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Bilanz zum 31. Dezember 2016 der Berliner Effektengesellschaft AG, Berlin

Aktiva 31.12.2016 31.12.2015 Passiva 31.12.2016 31.12.2015
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen,
gewerbliche Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Werte sowie Lizenzen an
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital
Ia. eigene Aktien
II. Kapitalrücklage
III. Gewinnrücklagen
13.749.337,00 €
-
51.500,00 €
13.697.837,00 €
-
31.678.830,28 €
13.872.337,00 €
129.500,00 €
31.555.830,28 €
solchen Rechten und Werten 2.071,00 € -
andere Gewinnrücklagen 8.635.466,58 € 8.939.737,08 €
II. Sachanlagen IV. Bilanzgewinn 17.921.408,21 € 15.106.532,38 €
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.836,00 € 5.907,00 € 5.663,00 € 71.933.542,07 € 69.344.936,74 €
III. Finanzanlagen B. Rückstellungen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 38.718.655,62 € 43.838.355,51 € sonstige Rückstellungen 307.516,00 € 165.450,04 €
2. Beteiligungen 7.717.928,45 € 46.436.584,07 € 7.717.928,45 € 307.516,00 € 165.450,04 €
46.442.491,07 € 51.561.946,96 € C. Verbindlichkeiten
B. Umlaufvermögen 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen
I. Forderungen und sonstige 2.
und Leistungen
119,45 € 117,11 €
I.
Vermögensgegenstände
2. Verbindlichkeiten gegenüber
1. Forderungen aus Lieferungen 3.
verbundenen Unternehmen
22.715,72 € 5.853,79 €
1.
und Leistungen
37.648,63 € 28.188,13 € 3. sonstige Verbindlichkeiten 182.046,17 € 149.721,52 €
2. Forderungen gegen verbundene davon aus Steuern 42.728,64 € (Vorjahr 32.549,44 €) 204.881,34 € 155.692,42 €
2.
Unternehmen
7.025.710,86 € 6.231.071,85 €
3. sonstige Vermögensgegenstände 12.047.816,29 € 19.111.175,78 € 3.117.276,58 €
II. Wertpapiere
sonstige Wertpapiere 282.749,33 € 272.237,62 €
III. Kassenbestand, Guthaben bei
III.
Kreditinstituten
6.607.539,90 € 8.444.534,72 €
26.001.465,01 € 18.093.308,90 €
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.983,33 € 10.823,34 €
Summe der Aktiva 72.445.939,41 € 69.666.079,20 € Summe der Passiva 72.445.939,41 € 69.666.079,20 €

Berlin, 21. März 2017

Holger Timm

Karsten Haesen

Gewinn- und Verlustrechnung der Berliner Effektengesellschaft AG für die Zeit vom 01. Januar 2016 bis zum 31. Dezember 2016

2016 2015
1. Umsatzerlöse 248.253,35 € 0,00 €
2. sonstige betriebliche Erträge 4.595.086,15 € 348.110,11 €
3. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -825.488,78 € -435.376,34 €
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für
b) Unterstützung -77.346,96 € -902.835,74 € -51.644,27 €
4. Abschreibungen auf immaterielle Vermögens
4. gegenstände des Anlagevermögens und Sach
4. anlagen
-2.326,40 € -2.830,79 €
5. sonstige betriebliche Aufwendungen -575.965,83 € -545.067,12 €
6. Erträge aus Beteiligungen 7.113.470,52 € 6.104.407,59 €
-davon aus verbundenen Unternehmen 7.113.470,52 € 6.104.407,59 €
7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 95.654,75 € 107.707,42 €
-davon aus verbundenen Unternehmen 80.836,00 € 65.838,00 €
8. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf
6. Wertpapiere des Umlaufvermögens -2.138.350,00 € -107.731,22 €
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.633,17 € -8.407,24 €
10. Ergebnis nach Steuern 8.431.353,63 € 5.409.168,14 €
11. sonstige Steuern -543,00 € 81.127,52 €
12. Jahresüberschuss 8.430.810,63 € 5.490.295,66 €
13. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 9.613.597,58 € 9.616.236,72 €
14. Einstellungen in die Kapitalrücklage -123.000,00 € 0,00 €
15. Bilanzgewinn 17.921.408,21 € 15.106.532,38 €

Berlin, 21. März 2017

Holger Timm

Karsten Haesen

Anhang der Berliner Effektengesellschaft AG

A. Allgemeine Angaben zur Gliederung des Jahresabschlusses sowie zu den Bilanzierungsund Bewertungsmethoden

Aufstellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss der Berliner Effektengesellschaft AG, Berlin, zum 31. Dezember 2016 wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt. Ferner wurden die Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) beachtet. Die Gesellschaft ist eine kleine Kapitalgesellschaft im Sinne des HGB. Sie ist unter der Nummer HRB 62768 B eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg.

Die Bilanz wurde nach den Vorschriften gemäß § 264 HGB aufgestellt und gemäß § 266 Abs. 2 und Abs. 3 HGB gegliedert.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt und nach § 275 Abs. 2 HGB gegliedert.

Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgte in €.

Die Berliner Effektengesellschaft AG wird zum 31. Dezember 2016 in keinen Jahresabschluss einbezogen. Herr Holger Timm ist Mehrheitsgesellschafter der Berliner Effektengesellschaft AG. Ihm sind 82,1 % der Stimmrechte zuzurechnen, davon 32,3 % mittelbar über die H.T.B. Unternehmensbeteiligungen GmbH, Berlin.

Die Berliner Effektengesellschaft AG stellt als oberstes Mutterunternehmen einen Konzernabschluss gemäß § 290 HGB auf, der im Bundesanzeiger veröffentlicht wird.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Im Jahresabschluss sind sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Aufwendungen und Erträge enthalten. Die Posten der Aktivseite sind nicht mit den Posten der Passivseite, Aufwendungen nicht mit Erträgen verrechnet worden.

Die Finanzanlagen, die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen enthalten, werden mit den Anschaffungskosten angesetzt.

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen haben wir zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger, linearer, handelsrechtlich zulässiger Abschreibungen bewertet. Die im Geschäftsjahr erworbenen geringwertigen Wirtschaftsgüter werden im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben und ausgebucht.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie die Guthaben bei Kreditinstituten sind mit den Anschaffungskosten bzw. dem Nennwert bewertet. Die Wertpapiere des Umlaufvermögens werden unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips pro Wertpapiergattung zu den fortlaufend ermittelten Durchschnittswerten oder niedrigeren Tageswerten des Bilanzstichtags bewertet.

Eigene Aktien sind vom Eigenkapital abzusetzen. Die Anschaffungskosten sind in Höhe des rechnerischen Werts offen vom gezeichneten Kapital abzusetzen. Der Unterschiedsbetrag zwischen rechnerischem Wert und den Anschaffungskosten der eigenen Aktien ist von den frei verfügbaren Rücklagen abzusetzen. Die Veräußerungserlöse sind in Höhe des rechnerischen Werts dem gezeichneten Kapital hinzuzurechnen. Ein übersteigender Betrag ist in Höhe des beim Erwerb verrechneten Betrages den freien Rücklagen wieder hinzuzurechnen. Ein darüber hinausgehender Veräußerungserlös ist in die Kapitalrücklage einzustellen.

Verbindlichkeiten bilanzieren wir mit ihrem Erfüllungsbetrag.

Erkennbaren Risiken wird durch Rückstellungen Rechnung getragen. Die Rückstellungen sind in Höhe des Erfüllungsbetrags nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung angesetzt.

Die zum Bilanzstichtag ermittelten anteiligen Zinsen werden bei den zugrunde liegenden Forderungen oder Verbindlichkeiten ausgewiesen.

B. Erläuterungen zur Bilanz und zum Kapital

Entwicklung des Anlagevermögens

Zur Entwicklung des Anlagevermögens zu historischen Anschaffungskosten unter gleichzeitiger Darstellung der kumulativen Abschreibungen wird auf den gesondert dargestellten Anlagespiegel verwiesen.

Der Ausweis der Anteile an verbundenen Unternehmen hat sich 2016 nicht verändert.

Restlaufzeitengliederung

bis ein Jahr mehr als ein
Jahr bis fünf
Jahre
Summe
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
37.648,63 € - 37.648,63 €
Forderungen gegen
verbundene Unternehmen
7.025.710,86 € - 7.025.710,86 €
sonstige
Vermögensgegenstände
12.047.816,29 € - 12.047.816,29 €
19.111.175,78 € - 19.111.175,78 €

Das Körperschaftsteuerguthaben wird seit 2008 in zehn gleichen Jahresraten, jeweils zum 30. September, getilgt. Der letzte Teilbetrag mit einem Barwert in Höhe von 189 T€ ist am 30. September 2017 fällig.

Die Vergleichswerte des Vorjahres sind nachstehend aufgeführt:

bis ein Jahr mehr als ein
Jahr bis fünf
Jahre
Summe
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
28.188,13 € -
28.188,13 €
Forderungen gegen
verbundene Unternehmen
6.231.071,85 € -
6.231.071,85 €
sonstige
Vermögensgegenstände
2.928.331,08 € 188.945,50 € 3.117.276,58 €
9.187.591,06 € 188.945,50 € 9.376.536,56 €

Die Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Von den Forderungen entfallen 1.497 T€ auf die Ventegis Capital AG (Vj. 1.417 T€) und 5.529 T€ (Vj. 4.814 T€) auf die Tradegate AG Wertpapierhandelsbank, Berlin. Die Forderung an die Ventegis Capital AG stammt zum überwiegenden Teil aus der Veräußerung der Beteiligung an der Eco Investors Germany I GmbH & Co. KG. Die Forderungen an die Tradegate AG Wertpapierhandelsbank sind in Höhe von 281 T€ (Vj. 320 T€) auf Ansprüche aus dem umsatzsteuerlichen Organschaftsverhältnis zurückzuführen. Zum Bilanzstichtag werden außerdem 5.237 T€ (Vj. 4.494 T€) aktivierte Gewinnansprüche in diesem Posten ausgewiesen.

Sonstige Vermögensgegenstände

Soweit Vermögensgegenstände anderen Bilanzposten der Aktivseite nicht zuzuordnen sind, erfolgt ein Ausweis unter den sonstigen Vermögensgegenständen. Sie betreffen Forderungen an die Deutsche Börse AG in Höhe von 7.500 T€ (Vj. keine), Forderungen an das Finanzamt auf das aktivierte Körperschaftsteuerguthaben per 31. Dezember 2016 in Höhe von 189 T€ (Vj. 378 T€), sonstige Steuerforderungen in Höhe von 4.312 T€ (Vj. 2.683 T€) und einen Bestand an historischen Wertpapieren.

Sonstige Wertpapiere

Unter den sonstigen Wertpapieren weist die Gesellschaft festverzinsliche Wertpapiere sowie Aktien und Anteile an Investmentfonds aus, die der Anlage von Liquidität dienen.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

Es bestehen 23 T€ (Vj. 6 T€) Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

Sonstige Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten und Schulden, die anderen Bilanzposten der Passivseite nicht zuzuordnen sind, werden unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Von den 182 T€ (Vj. 150 T€) entfallen 15 T€ (Vj. 17 T€) auf noch nicht abgeführte Lohnsteuer sowie 167 T€ (Vj. 126 T€) auf noch abzuführende Umsatzsteuer.

Rückstellungen

Rückstellungen für Ertragsteuern sind nicht zu bilden, da die Erträge weitgehend steuerfrei sind und außerdem hohe steuerliche Verlustvorträge bestehen.

Rückstellungen für 31.12.2016 31.12.2015
Personalaufwendungen 128 T€ 14 T€
Jahresabschluss 104 T€ 104 T€
Rechts-, Steuerberatung 40 T€ 11 T€
Sonstige 36 T€ 36 T€
Summe 308 T€ 165 T€

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen wie folgt zusammen:

Gezeichnetes Kapital

Zum 31. Dezember 2015 betrug das gezeichnete Kapital 13.872.337,00 €. Der Aufsichtsrat hatte die Herabsetzung des gezeichneten Kapitals durch die Einziehung von 123.000,00 Aktien beschlossen. Auf der Hauptversammlung am 15. Juni 2016 wurde keine Veränderung des gezeichneten Kapitals beschlossen. Die Mitarbeiter des Konzerns haben im vergangenen Geschäftsjahr keine Optionsrechte ausgeübt. Zum 31. Dezember 2016 betrug das gezeichnete Kapital 13.749.337,00 €, das in 13.749.337 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien eingeteilt war.

Zum Bilanzstichtag hält die Berliner Effektengesellschaft AG 51.500 Stück (Vj. 129.500 Stück) eigene Aktien mit einem rechnerischen Wert in Höhe von 51.500,00 € (Vj. 129.500,00 €). Dies entspricht 0,4 % des gezeichneten Kapitals.

Mit Schreiben vom 10. November 2003 hatte Herr Holger Timm, Berlin, der Gesellschaft nach § 20 AktG mitgeteilt, dass er eine direkte Beteiligung in Höhe von 28,45 % und eine über die H.T.B. Unternehmensbeteiligungen GmbH vermittelte indirekte Beteiligung in Höhe von 40,78 % hält.

Meldungen, die den aktuellen Stand der Beteiligungen wiedergeben, liegen nicht vor.

Bedingtes Kapital

Das bedingte Kapital ist für die Ausgabe von Optionsrechten, Optionsscheinen ohne Schuldverschreibungen, Wandelschuldverschreibungen oder Bezugsrechten ohne Schuldverschreibungen vorgesehen.

Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 20. Juni 2008 ermächtigt worden, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital bis zum 19. Juni 2013 einmalig oder mehrmals auf den Inhaber oder auf den Namen lautende verzinsliche Wandelschuldverschreibungen und/oder Optionsrechten) auf bis zu 500.000 neue Inhaberstückaktien der Gesellschaft zu begeben beziehungsweise zu gewähren (bedingtes Kapital 2008).

Unter den aufgeführten Ermächtigungen bestehen zum Bilanzstichtag folgende Optionsrechte:

Jahr der Zuteilung 2011
bedingtes Kapital bed. Kapital 2008
Ausübungszeitraum 08.04.13 - 08.04.16
Bestand am 31.12.16 -
davon ausübbar -

Eigene Aktien

Die Gesellschaft wurde gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG mit Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Juni 2015 ermächtigt, die Aktien der Gesellschaft zu anderen Zwecken als dem Handel in eigenen Aktien zu erwerben. Die Ermächtigung ist auf den Erwerb von eigenen Aktien mit einem Anteil am Grundkapital von insgesamt bis zu zehn vom Hundert beschränkt und gilt bis zum 10. Juni 2020. Der Erwerb kann über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebotes erfolgen. Im Falle des Erwerbs über die Börse darf der Erwerbspreis den am Handelstag ermittelten Eröffnungskurs der Aktie der Berliner Effektengesellschaft AG im Entry Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse um nicht mehr als 10 % über- oder unterschreiten (ohne Erwerbsnebenkosten). Bei einem öffentlichen Kaufangebot darf der Angebotspreis den Durchschnitt der Börsenkurse im Entry Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse an den drei Börsenhandelstagen vor dem Tag der Veröffentlichung des Angebotes um nicht mehr als 15 % über- oder unterschreiten (ohne Erwerbsnebenkosten). Überschreitet die Zeichnung das Volumen des Angebotes, erfolgt die Annahme nach Quoten.

Die aufgrund dieser Ermächtigung erworbenen Aktien können auch in anderer Weise als über die Börse oder durch ein Angebot an alle Aktionäre veräußert werden. Voraussetzung ist insoweit, dass die erworbenen Aktien zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenkurs von Aktien der Gesellschaft mit derselben Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Das Bezugsrecht der Aktionäre auf diese eigenen Aktien wurde insoweit ausgeschlossen. Der Vorstand wurde ferner ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien auch dann außerhalb der Börse zu veräußern, wenn die oben genannten Voraussetzungen nicht vorliegen, sofern die Veräußerung zum Zwecke erfolgt, Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen zu erwerben. Das Bezugsrecht der Aktionäre auf diese eigenen Aktien wurde insoweit ausgeschlossen. Die Ermächtigungen zur Veräußerung auch außerhalb der Börse können ganz oder in Teilen, einmal oder mehrmals, einzeln oder gemeinsam ausgenutzt werden.

Der Vorstand wurde außerdem ermächtigt, die erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates zu einem Teil oder insgesamt ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss einzuziehen. Von der Ermächtigung wurde Gebrauch gemacht. Es wurden 123.000 Aktien mit einem rechnerischen Wert in Höhe von 123.000,00 € eingezogen und das gezeichnete Kapital entsprechend herabgesetzt.

Im Geschäftsjahr 2016 wurden im Rahmen der Ermächtigungen zum Kauf eigener Aktien 45.000 Aktien mit einem rechnerischen Wert in Höhe von 45.000,00 € zum Wert in Höhe von 349.270,50 € erworben. Die erworbenen Aktien entsprechen 0,3 % des gezeichneten Kapitals.

Kapitalrücklage

Zum 31. Dezember 2016 beträgt die Kapitalrücklage 31.678.830,28 €. Ihr wurden 123.000,00 € im Rahmen einer Kapitalherabsetzung zugeführt.

Gewinnrücklagen

Die Kapitalrücklage beträgt mehr als 10 % des gezeichneten Kapitals gemäß der Anforderung des § 150 Abs. 2 AktG. Somit ist keine Dotierung der gesetzlichen Rücklage erforderlich.

Stellen Vorstand und Aufsichtsrat den Jahresabschluss fest, können sie einen die Hälfte übersteigenden Teil des Jahresüberschusses in andere Gewinnrücklagen einstellen, bis die Hälfte des Grundkapitals erreicht ist.

Zum 31. Dezember 2016 bestanden andere Gewinnrücklagen in Höhe von 8.635.466,58 € (Vj. 8.939.737,08 €). Die Gewinnrücklagen haben sich aufgrund des Erwerbs eigener Aktien um 304.270,50 € vermindert.

Bilanzgewinn

Die Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2016 einen Bilanzgewinn in Höhe von 17.921.408,21 € aus. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr resultiert aus der Entnahme für die Dotierung der Kapitalrücklage im Rahmen der Kapitalherabsetzung nach § 237 Abs. 5 Aktiengesetz und dem gestiegenen Jahresüberschuss. Es ist die Zahlung einer Dividende in Höhe von 0,50 € je Aktie vorgesehen. Der darüber hinausgehende Jahresüberschuss soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

C. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Der Gegenstand unserer Gesellschaft ist gemäß Satzung die Vermittlung von Wertpapiergeschäften aller Art sowie insbesondere die Preis- bzw. Kursfeststellung im Freiverkehr und regulierten Markt an der Börse Berlin sowie an weiteren Wertpapierbörsen. Das Unternehmen berät und begleitet darüber hinaus Unternehmen bei einem Gang an eine nationale oder internationale Börse und stellt in diesem Zusammenhang technische und Finanzdienstleistungen aller Art zur Verfügung. Die Gesellschaft braucht auf den vorgenannten Tätigkeitsgebieten nicht selbst tätig zu sein; sie kann den vorbezeichneten Unternehmensgegenstand auch dadurch verwirklichen, dass sie sich an von ihr abhängigen Konzerngesellschaften beteiligt, die ihrerseits auf den genannten Gebieten unmittelbar tätig sind. Erlöse werden aufgrund der Auslagerung der operativen Tätigkeiten auf Konzerngesellschaften überwiegend aus Umlagen für Dienstleistungen, aus Beteiligungserträgen und aus der Anlage liquider Mittel erzielt.

Die Umsatzerlöse enthalten die Umlagen für die Tätigkeit der BEG an die Konzerngesellschaften sowie die sonstigen Kostenumlagen. Diese wurden bisher unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen und waren aufgrund der Änderung des § 277 Absatz 1 des Handelsgesetzbuches für das Geschäftsjahr anders zuzuordnen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten folgende Beträge:

Angaben in T€ 2016 2015
Gewinne aus dem Verkauf von Beteiligungen 4.512 -
Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren des Umlaufvermögens 45 116
Auflösungen anderer Rückstellungen 6 7
Sonstige Kostenumlagen - 129
Kostenumlagen in der Gruppe Berliner Effektengesellschaft AG - 90
Sonstige Erträge 32 6
Sonstige betriebliche Erträge insgesamt 4.595 348

Im Geschäftsjahr 2016 sind die Personalaufwendungen von 487 T€ um 416 T€ auf 903 T€ gestiegen.

Die Abschreibungen betreffen die Software und die Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die genaue Aufteilung der Abschreibungen kann dem Anlagespiegel entnommen werden.

Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen werden die laufenden Aufwendungen für den Betrieb und Verluste aus dem Abgang von Anlage- und Umlaufvermögen ausgewiesen. Die wesentlichen Beträge gliedern sich wie folgt:

Angaben in T€ 2016 2015
Kosten des Jahresabschlusses 104 104
Vergütungen und Auslagenersatz für den Aufsichtsrat 84 69
Kosten für Dienstleistungen der Tradegate AG 83 42
Kosten der Hauptversammlung 68 59
Raumkosten 57 49
Beratungshonorare, Rechts-, Gutachterkosten 44 70
Aufwendungen für Kfz 15 16
Aufwendungen für Repräsentation 13 17
Kontoführung, Zahlungsverkehr u.a. Bankleistungen 11 5
gesellschaftsrechtl. Aufwendungen 7 6
Sonstige Aufwendungen 90 108
Sonstige betriebliche Aufwendungen insgesamt 576 545

Die Kosten für Dienstleistungen der Tradegate AG betreffen Leistungen des Empfangspersonals und der Mitarbeiter des Bereiches IT-Operations.

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge gliedern sich in die Zinserträge aus Geldanlagen, aus den Anlagen in Wertpapieren, der Auflösung von Rückstellungen für Zinsen auf Steuerzahlungen und der Aufzinsung des Körperschaftsteuerguthabens. Aus der Anlage der liquiden Mittel in Tages-, Festgeldern und Wertpapieren wurden Zinserträge in Höhe von 88 T€ (Vj. 93 T€) erzielt.

Die in den Vorjahren vorgenommenen Abschreibungen auf Finanzanlagen sind fortzuführen, da die Annahmen, die zu den Abschreibungen der Finanzanlagen geführt hatten, fortbestehen.

Der Barwert des Körperschaftsteuerguthabens zum 31. Dezember 2016 beträgt 189 T€ (Vj. 378 T€). Für die Abzinsung wurden risikolose Zinssätze der jeweiligen Restlaufzeiten unterstellt. Die Änderung des Barwertes ist in Höhe von 189 T€ auf die im Geschäftsjahr fällige Zahlung zurückzuführen.

D. Sonstige Angaben

Anteilsbesitz

Die nachstehenden Angaben beziehen sich auf den 31. Dezember 2016 bzw. auf das Geschäftsjahr 2016, sofern kein anderes Datum angegeben ist.

Ex-tra Sportwetten AG i.L., Wien

Grundkapital: 250.000,00
Anteil: 100,0
%
250.000,00 €
Eigenkapital: 418.556,21
Jahresfehlbetrag
:
39.922,20

Tradegate AG Wertpapierhandelsbank, Berlin

24.402.768,00 €
13.679.751,00
42.636.768,06
12.644.093,95
56,1
%

Tradegate Exchange GmbH, Berlin

Grundkapital: 500.000,00
Anteil: 25,0
%
124.999,00
(davon 124.999,00 € über die Tradegate AG
Wertpapierhandelsbank
vermittelt)
Eigenkapital: 1.537.499,78
Jahresüberschuss: 526.017,33

Ventegis Capital AG, Berlin

Grundkapital:
Anteil:
Eigenkapital:
Jahresfehlbetrag:
100,0
%
3.569.270,00

3.569.270,00

1.149.151,45

2.124.169,09
quirin bank AG, Berlin
Grundkapital: 43.106.485,00
Anteil: 25,5
%
10.996.373,00
Eigenkapital: 48.361.013,96
Jahresüberschuss: 3.200.496,83

Aus dem Jahresabschluss nicht erkennbare Haftungsverhältnisse und nennenswerte finanzielle Verpflichtungen bestehen nicht.

Mitarbeiter

Die Anzahl der Mitarbeiter entwickelte sich wie folgt:

Weiblich Männlich Gesamt Gesamt
Vorjahr
Im Jahresdurchschnitt
Vorstand 0,0 2,0 2,0 2,0
Sonstige Angestellte 3,0 4,0 7,0 7,0
Gesamt 3,0 6,0 9,0 9,0
Darunter Teilzeitkräfte
(volle Kopfzahl)
1,0 5,0 6,0 6,0
Darunter Teilzeitkräfte
(auf Vollzeitstellen umgerechnet)
0,1 1,8 1,9 1,9
Zum 31. Dezember 2016
Vorstand 0 2 2 2
Sonstige Angestellte 3 4 7 7
Gesamt 3 6 9 9
Darunter Teilzeitkräfte
(volle Kopfzahl)
1 5 6 6
Darunter Teilzeitkräfte
(auf Vollzeitstellen umgerechnet)
0,1 1,8 1,9 1,9

Organe der Berliner Effektengesellschaft AG

Im Folgenden sind gemäß § 285 Nr. 10 HGB die Mitglieder des Vorstands und die Mitglieder des Aufsichtsrats aufgelistet.

Mitglieder des Vorstands

Holger Timm, Berlin, Vorsitzender des Vorstands, Vorsitzender des Vorstands der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank

Karsten Haesen, Berlin, Vorstand der Ventegis Capital AG

Mitglieder des Aufsichtsrats

Prof. Dr. Jörg Franke, Frankfurt am Main (Vorsitzender), Mitglied in mehreren Aufsichtsräten

Andrä Dujardin, Berlin, Unternehmer

Frank-Uwe Fricke, Berlin, (stellv. Vorsitzender), Vorstand der EuroChange Wechselstuben AG

Organbezüge

Die Gesellschaft macht von der Befreiung des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch. Die Mitglieder des Aufsichtsrates haben im Berichtsjahr Zahlungen in Höhe von 84 T€ (Vj. 69 T€) erhalten.

Honorare an Dohm Schmidt Janka Revision und Treuhand AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nach § 285 Nr. 17 HGB

Die Berliner Effektengesellschaft AG hat im vergangenen Geschäftsjahr an den Abschlussprüfer, die Dohm Schmidt Janka Revision und Treuhand AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, folgende Zahlungen geleistet und folgenden Aufwand vor Umsatzsteuer erfasst:

Zahlungen Aufwand
für die Abschlussprüfung 63 T€ 63 T€
gesamt 63 T€ 63 T€

Im Vorjahr waren folgende Beträge erfasst:

Zahlungen Aufwand
für die Abschlussprüfung 74 T€ 75 T€
gesamt 74 T€ 75 T€

Nachtragsbericht

Es sind keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag eingetreten.

Gewinnverwendungsvorschlag

Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, aus dem Jahresüberschuss eine Dividende in Höhe von 0,50 € je Aktie zu zahlen und den restlichen Betrag auf neue Rechnung vorzutragen.

Berlin, 21. März 2017

B e r l i n e r E f f e k t e n g e s e l l s c h a f t A G

Holger Timm Karsten Haesen

in EUR Anschaffungs Zugänge Abgänge Anschaffungs Abschrei Zugänge Abgänge Abschrei Restbuchwert Restbuchwert
kosten Geschäftsjahr Geschäftsjahr kosten bungen insgesamt Geschäftsjahr Geschäftsjahr bungen insgesamt 31.12.16 Vorjahr
Immaterielle
Vermögensgegenstände
Software 246.273,90 2.570,40 - 248.844,30 246.273,90 499,40 - 246.773,30 2.071,00 -
Summe immaterielle
Vermögensgegenstände
246.273,90 2.570,40 - 248.844,30 246.273,90 499,40 - 246.773,30 2.071,00 -
Sachanlagen
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
101.175,24 - 3.989,19 97.186,05 95.512,24 1.827,00 3.989,19 93.350,05 3.836,00 5.663,00
Summe Sachanlagen 101.175,24 - 3.989,19 97.186,05 95.512,24 1.827,00 3.989,19 93.350,05 3.836,00 5.663,00
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen
Unternehmen
54.308.537,48 - 2.988.199,89 51.320.337,59 10.470.181,97 2.131.500,00 - 12.601.681,97 38.718.655,62 43.838.355,51
Beteiligungen 14.790.451,82 - - 14.790.451,82 7.072.523,37 - - 7.072.523,37 7.717.928,45 7.717.928,45
Summe Finanzanlagen 69.098.989,30 - 2.988.199,89 66.110.789,41 17.542.705,34 2.131.500,00 - 19.674.205,34 46.436.584,07 51.556.283,96
Summe Anlagevermögen 69.446.438,44 2.570,40 2.992.189,08 66.456.819,76 17.884.491,48 2.133.826,40 3.989,19 20.014.328,69 46.442.491,07 51.561.946,96

Anlagespiegel gem. § 268 Abs. 2 HGB per 31. Dezember 2016

Lagebericht

der Berliner Effektengesellschaft AG zum Jahresabschluss per 31. Dezember 2016

1 Grundlagen

1.1 Vorbemerkung

Die Gliederung des Lageberichtes folgt im Wesentlichen den vom Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee e.V. verabschiedeten und im Deutschen Rechnungslegungs Standard 20 niedergelegten Regelungen.

1.2 Organisation und Geschäftsfelder

Die Berliner Effektengesellschaft AG fungiert als Finanzholding bzw. Beteiligungsgesellschaft, ohne ein bedeutendes operatives Geschäft zu haben. Durch ihre mehrheitlich gehaltenen Konzerntochterunternehmen und wesentlichen Beteiligungen bietet sie Dienstleistungen verschiedener Art rund um den Kapitalmarkt an, insbesondere Bank- und Finanzdienstleistungen.

Die einzelnen unmittelbaren und mittelbaren operativen Tochtergesellschaften sind:

  • Tradegate AG Wertpapierhandelsbank, Berlin; Beteiligung 56,1 %, Zulassung als Einlagenkreditinstitut. Die Gesellschaft betreibt überwiegend Wertpapierhandel, insbesondere als Market Specialist an der TRADEGATE EXCHANGE und als Market Specialist bzw. Skontroführer an der Börse Frankfurt und der Börse Berlin. Die Tradegate AG hält wiederum einen Anteil von knapp 25 % an der Betreibergesellschaft der TRADEGATE EXCHANGE, der Tradegate Exchange GmbH. Mehrheitsgesellschafter dieser Gesellschaft ist die Deutsche Börse AG.
  • Ventegis Capital AG, Berlin; Beteiligung 100,0 %, Beteiligungsgesellschaft mit zusätzlicher allgemeiner Finanzierungs- und Strukturierungsberatung,
  • Ex-tra Sportwetten AG i. L., Wien, Österreich, Beteiligung 100,0 %, ehemals Emittent von Sportzertifikaten mit einer Lizenz für Sportwetten.

Neben den mehrheitlich gehaltenen Konzernunternehmen kann die Gesellschaft auch Minderheitsbeteiligungen an in- und ausländischen Gesellschaften eingehen, die Bank- oder Finanzdienstleistungen erbringen, oder an Unternehmen, die für diesen Bereich unterstützende Dienstleistungen anbieten. Ziel solcher Beteiligungen ist die Anbahnung, Festigung und Vertiefung von Geschäftsbeziehungen der gruppenangehörigen Unternehmen. Aktuell bestehen neben der Beteiligung an der quirin bank AG keine strategisch relevanten Beteiligungen.

Die Beteiligungsquote der Berliner Effektengesellschaft AG an der quirin bank AG, Berlin, beträgt unverändert 25,5 %.

Ferner unterstützt die Gesellschaft die Tochterunternehmen bei Bedarf in den zentralen Bereichen Personal, Verwaltung, Organisation und Rechnungswesen sowie Controlling.

Der Sitz der Gesellschaft ist in Berlin. Die Geschäftsführung der Gesellschaft besteht aus zwei Vorstandsmitgliedern (Karsten Haesen und Holger Timm), die eng in den Bereichen strategische Planung, Lenkung der operativen Töchter und Beteiligungscontrolling zusammenarbeiten. Obwohl drei Tochtergesellschaften als Aktiengesellschaften firmieren und die Unabhängigkeit der Geschäftsführungen gewahrt ist, wird eine übergeordnete Planung und Überwachung, insbesondere durch Überschneidungen in der Gremienbesetzung aller Gesellschaften, gewährleistet. Herr Timm ist zuständig für Rechnungswesen, Controlling und die kaufmännische Verwaltung. Letztere hat insbesondere die Personalverwaltung für die Tochterunternehmen und Teilbereiche des Einkaufs von Material und Dienstleistungen zur Aufgabe. Daneben ist Herr Timm Vorstandsvorsitzender der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank und Aufsichtsratsvorsitzender der quirin bank AG. Herr Haesen koordiniert die Tätigkeiten in der Gruppe hinsichtlich Kapitalmarkttransaktionen und ist für die Darstellung am Kapitalmarkt zuständig. Er leitet darüber hinaus als Alleinvorstand die Ventegis Capital AG und ist Mitglied des Aufsichtsrates der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank.

Die Berliner Effektengesellschaft AG unterstützt die operativen Gesellschaften in der Entwicklung ihrer Geschäftsfelder und begleitet die notwendigen Abstimmungsprozesse. Das übergeordnete Konzerndach und die weitgefächerten Geschäftsaktivitäten der operativen Tochtergesellschaften erlauben ein sehr breites Dienstleistungsspektrum rund um den Kapitalmarkt und können aufgrund des höheren Bekanntheitsgrades der Berliner Effektengesellschaft AG den einzelnen Gesellschaften auch in der Kundenakquisition behilflich sein. Auf der anderen Seite erlaubt die saubere gesellschaftsrechtliche Trennung von unterschiedlichen Bereichen - und insbesondere geschäftlichen Risiken - eher die Gewinnung von strategischen Partnern bzw. auch Gesellschaftern für die einzelnen Bereiche.

Diese mehrgliedrige strategische Aufstellung hat sich bereits in vergangenen Jahren bewährt und erlaubt allen Gesellschaften die notwendige Flexibilität zur Entwicklung der eigenen Geschäfte. Die Berliner Effektengesellschaft AG legt großen Wert darauf, ihre Geschäftsaktivitäten in einem schwierigen und sich konsolidierenden Marktumfeld aus einer soliden Eigenkapitalstruktur behutsam und langfristig orientiert solide zu entwickeln.

Die Berliner Effektengesellschaft AG mit ihren Konzerngesellschaften und wesentlichen Beteiligungen zeichnet sich durch hohe Flexibilität und Innovationsfreudigkeit aus, die auch in Jahren eines dramatisch schlechten Marktumfeldes ihre Chancen in Nischenmärkten gesucht und gefunden hat. Die gebildete Konzernstruktur soll die einzelnen Gesellschaften wechselseitig befruchten und eine möglichst lange Wertschöpfungskette im Konzern ermöglichen. Gleichzeitig sollen Abhängigkeiten und Risiken durch Drittanbieter so weit als möglich vermieden werden.

Die Gesellschaft ist im Open Market/Entry Standard der Börse Frankfurt zugelassen und wird auch im Freiverkehr der Börsen Berlin und TRADEGATE EXCHANGE notiert.

1.3 Wettbewerbsposition

Die Gesellschaft als Finanzholding bündelt, unterstützt und optimiert die Aktivitäten der einzelnen Tochtergesellschaften. Die Wettbewerbsposition ist daher wesentlich von den Wettbewerbspositionen der oben genannten Tochtergesellschaften bestimmt. Trotzdem kann aber das umfassende Dienstleistungsangebot aus einer (Konzern-) Hand auch zu einer Verbesserung der Wettbewerbsposition aller Einzelgesellschaften beitragen, zumal ein entsprechend strukturell gleichartig aufgestellter Wettbewerber nicht am Markt ist.

Die Wettbewerbsposition der wichtigsten Tochtergesellschaft Tradegate AG Wertpapierhandelsbank hat sich nach der Etablierung des von der Gesellschaft entwickelten Handelssystems TRADEGATE als Wertpapierbörse TRADEGATE EXCHANGE und die strategische Partnerschaft mit der Deutschen Börse AG im vergangenen Jahr wiederum verbessern können. Nach dem starken Zuwachs von 37,72 % in der Anzahl der Aktientrades an der TRADEGA-TE EXCHANGE im Jahre 2015, konnte im Jahr 2016 auf hohem Niveau mit +1,84 % auf nun 11.433.464 Einzeltransaktionen immerhin ein geringes Wachstum verzeichnet werden. Da die relevanten Wettbewerber im Jahr 2016 geringere Zuwächse bzw. Rückgänge bis zu 13 % zu verzeichnen hatten, ist der Marktanteil der TRADEGATE EXCHANGE am Aktienhandel, im Vergleich zu den sieben deutschen Wettbewerbsbörsen, weiter auf bis zu 68 % gestiegen. In Bezug auf das Marktsegment Aktienhandel konnte die TRADEGATE EXCHANGE somit ihre führende Position als Handelsplattform für Privatanleger in Deutschland behaupten und festigen.

1.4 Entwicklung der Rahmenbedingungen

Die allgemeinen Rahmenbedingungen für Wertpapierhandelsfirmen, insbesondere im Handel mit Privatanlegern, haben sich im Jahr 2016 nicht nachhaltig verbessert. Die Aktionärszahl in Deutschland befindet sich weiter auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Handelsaktivität der Privatanleger im Bereich Aktien war im abgelaufenen Jahr teilweise rückläufig, im Zuge des so genannten BREXIT-Votums und der amerikanischen Präsidentschaftswahl waren andererseits auch Tage mit Rekordumsätzen zu verzeichnen. Es herrscht nach wie vor ein hoher Wettbewerbsdruck unter den verbliebenen Wertpapierhandelsfirmen und Handelsplattformen bzw. Börsen um insgesamt zu wenige Geschäfte. Erfreulicherweise ist die im Jahr 2016 durchschnittlich erzielte Bruttomarge im Aktienhandel je Trade dennoch unerwartet gestiegen, was auf teilweise sehr volatile Aktienmärkte und einer Verlagerung des Kundeninteresses auf margenträchtigere ausländische Wertpapiere zurückzuführen sein dürfte. Die dringend benötigte weitere Marktbereinigung, die den letztlich verbleibenden Gesellschaften auch langfristig einen profitablen Geschäftsbetrieb ermöglichen würde, ist im letzten Jahr wiederum nicht eingetreten. Tatsächlich wird das erfolgreiche Geschäftsmodell der TRADEGATE EXCHANGE nunmehr auch von drei anderen Wettbewerbsbörsen weitgehend imitiert und versucht, verloren gegangene Marktanteile zurückzugewinnen, ohne dass diese neuen Wettbewerbsplattformen bislang signifikante Umsätze vermelden konnten. Die breite Servicepalette der TRADEGATE EXCHANGE, mit zahlreichen Vorteilen für Banken und Privatanleger gleichermaßen, ist bislang jedoch in ihrer Gesamtheit einzigartig und weist zahlreiche zukunftssichere Wettbewerbsvorteile und Alleinstellungsmerkmale auf.

Die Rahmenbedingungen für das Privatkundengeschäft von Banken bleiben insbesondere auf Grund der aktuellen Zinssituation schwierig bis schlecht. Neben der schwierigen Ertragssituation sind auch im Zuge anstehender neuer Regulierungen erhebliche Investitionen, insbesondere in die gesamte IT-Infrastruktur, vorzunehmen.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Geschäftsverlauf

Nachdem die Tochtergesellschaft Tradegate AG Wertpapierhandelsbank im Jahr 2015 bereits ein sehr gutes Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in Höhe von 18.270 T€ zu verzeichnen hatte, konnte nun im Geschäftsjahr 2016 das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit noch einmal deutlich auf 21.874 T€ gesteigert werden. Allerdings musste die Gesellschaft auf Grund der stark gestiegenen Handelsgewinne wieder einen größeren Betrag (2,648 Mio. €) in den Fonds für allgemeine Bankrisiken einstellen. Insgesamt wurden inzwischen 17.412 T€ in den Fonds eingestellt, die somit nicht als Gewinne an die Gesellschafter ausgeschüttet werden durften. Die Gesellschaft konnte trotzdem einen sehr guten Bilanzgewinn erwirtschaften und daher die Dividende von 0,41 € im Vorjahr auf nun 0,52 € deutlich erhöhen.

Die Tochtergesellschaft Ex-tra Sportwetten AG in Wien befindet sich in Liquidation. Aus allgemeinen Verwaltungsaufwendungen ergibt sich ein Jahresfehlbetrag in Höhe von – 40 T€.

Die Ventegis Capital AG musste aufgrund der Abschreibung einer Beteiligung einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 2.124 T€ verbuchen. Die Gesellschaft wird daher für das Jahr 2016 keine Dividende ausschütten.

Die Steigerung des Jahresüberschusses auf 8.431 T€ (Vorjahr 5.490 T€) ist insgesamt sehr zufriedenstellend. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen daher vor, bei der Berliner Effektengesellschaft eine Dividende von 0,50 € je Aktie (Vorjahr 0,40 €) auszuschütten.

Die 9 Mitarbeiter der Berliner Effektengesellschaft AG einschließlich der Vorstände, die am 31. Dezember 2016 im Durchschnitt 47 Jahre alt waren, sind im Mittel seit 15 Jahren bei der Gesellschaft angestellt.

2.2 Lage

2.2.1 Ertragslage

Für das Geschäftsjahr 2016 weist die Berliner Effektengesellschaft AG einen Jahresüberschuss von 8.431 T€ aus, gegenüber 5.490 T€ im Vorjahr.

Die Berliner Effektengesellschaft AG erzielt ihre Erträge vor allem aus der Abrechnung von Konzerndienstleistungen, der Ausschüttung von Gewinnen der Tochtergesellschaften und Gewinnen aus Beteiligungsverkäufen.

Infolge der Anpassung an das Bilanzrechtsumsetzungsgesetz werden die Umlagen für Dienstleistungen, insbesondere an Tochtergesellschaften, als Umsatzerlöse gezeigt. Im Vorjahr sind die korrespondierenden Beträge in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten. Darüber hinaus übt die Berliner Effektengesellschaft AG keine operative Tätigkeit aus Die sonstigen betrieblichen Erträge sind gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Hintergrund ist im Wesentlichen die Veräußerung von Anteilen an der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank an die Deutsche Börse AG. Da sich die Ertragslage der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank im vergangenen Geschäftsjahr weiter positiv entwickelt hat, erfolgt eine Dividendenzahlung, die die Berliner Effektengesellschaft bereits im vorliegenden Jahresabschluss berücksichtigt hat.

Im Geschäftsjahr waren Abschreibungen auf Beteiligungen erforderlich. Hintergrund ist die negative Entwicklung bei der Ventegis Capital AG.

2014 2015 2016
Umsatzerlöse - T€ - T€ 248 T€
sonstige betriebliche Erträge 2.907 T€ 348 T€ 4.595 T€
Personalaufwand - 422 T€ - 487 T€ - 903 T€
sonstige betriebliche Aufwendungen - 533 T€ - 545 T€ - 576 T€
Erträge aus Beteiligungen 3.127 T€ 6.104 T€ 7.113 T€
Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf
Wertpapiere des Umlaufvermögens
- 1.391 T€ - 108 T€ - 2.138 T€
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 3.884 T€ 5.418 T€ 8.433 T€
Jahresüberschuss 3.843 T€ 5.490 T€ 8.431 T€

Nachfolgend ist die Entwicklung der wesentlichen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung der vergangenen drei Jahre dargestellt.

Die Gesellschaft hat zum Bilanzstichtag 13.749.337 nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von 1,00 € ausgegeben, die voll stimmberechtigt sind.

Die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft ist geordnet. Die Ertragslage hat sich gegenüber dem Vorjahr verbessert, da unter anderem die Ergebnisentwicklung der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank positiv war und erneut zu einer Dividendenzahlung führen wird. Die Eigenkapitalausstattung ist weiterhin sehr hoch. Die Liquidität ist für die Gesellschaft angemessen.

2.2.2 Finanzlage

Die Gesellschaft finanziert sich fast ausschließlich über Eigenkapital. Liquide Mittel, die zur Deckung der laufenden Ausgaben und eventueller Anteilskäufe benötigt werden, bestehen in Form von Guthaben bei Kreditinstituten und in Wertpapieren. Den Ausgaben stehen regelmäßige Einnahmen aus Umlagen an Konzerngesellschaften gegenüber, die einen Teil der Ausgaben decken. Der verbleibende Teil der Ausgaben wird von Dividendenzahlungen der Beteiligungen getragen. Im Geschäftsjahr wurde von den Tochtergesellschaften eine Dividende in Höhe von 4.494 T€ gezahlt (Vj. 2.302 T€). Aus der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank ist nach ihrer Hauptversammlung am 15. Juni 2017 eine Dividendenzahlung in Höhe von 5.237 T€ (Vj. 4.494 T€) nach Steuern zu erwarten. Die Ventegis Capital AG wird keine Dividende an die Berliner Effektengesellschaft AG ausschütten.

Die Finanzlage ist geordnet.

2.2.3 Liquidität

Die Liquiditätslage der Gesellschaft ist durch die gute Eigenkapitalausstattung und geringe Verbindlichkeiten geprägt. Wesentlicher Posten der Vermögensgegenstände sind die Anteile an verbundenen Unternehmen und die Beteiligungen, die vollständig durch Eigenkapital finanziert sind. Das Umlaufvermögen enthält neben der aktivierten Dividende Forderungen aus Dienstleistungen an verbundene Unternehmen, Steuerforderungen, Wertpapiere und Bankguthaben. Die Forderungen an verbundene Unternehmen aus Dienstleistungen sind sehr kurzfristig. Die Steuerforderungen enthalten die geleisteten Steuervorauszahlungen sowie die Steuerabzüge auf Kapitalerträge und die Erstattungsansprüche aus der Körperschaftsteuer. Die Steuerforderungen werden nach Erlass entsprechender Steuerbescheide fällig. Die Erstattungsansprüche aus der Körperschaftsteuer in Höhe von 189 T€ sind im Oktober 2017 zahlbar. Für die laufenden Aufwendungen und die bestehenden kurzfristigen Verbindlichkeiten stehen die Wertpapiere und die Guthaben bei Kreditinstituten zur Verfügung.

Im vergangenen Geschäftsjahr war die Zahlungsfähigkeit zu jedem Zeitpunkt gegeben.

2.2.4 Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Berliner Effektengesellschaft AG stieg gegenüber dem Bilanzstichtag des Vorjahres um 2.780 T€ an. Hintergrund sind die Erhöhungen der Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 795 T€ sowie der sonstigen Vermögensgegenstände um 8.931 T€. Die phasengleiche Aktivierung einer deutlich gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Dividende nebst der Steueranrechnungsbeträge aus der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank ist die Ursache für den Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Der Anstieg der sonstigen Vermögensgegenstände ist im Zusammenhang vor allem mit dem Verkauf von Anteilen an der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank zu sehen. Im Gegenzug hat sich der Ausweis der Anteile an verbundenen Unternehmen vermindert.

Die Vermögenslage der Gesellschaft ist geordnet.

3 Prognose-, Chancen-, Risikobericht

3.1 Risikobericht

Die Risikoberichterstattung orientiert sich an der internen Risikosteuerung. Basis sind die Informationen, die dem Vorstand und dem Aufsichtsrat regelmäßig zur Kenntnis gegeben werden.

3.1.1 Risikopolitische Strategie und Risikomanagement

Die Berliner Effektengesellschaft AG ist, bedingt durch die Funktion einer Finanzholding, vor allem auf die Steuerung der operativ tätigen Unternehmen beschränkt. Sie versteht sich als übergeordnete Einheit, die die Tätigkeiten auf den einzelnen Geschäftsfeldern koordiniert, den Tochtergesellschaften bei Bedarf unterstützend zur Seite steht und durch weitere Kontakte oder Minderheitsbeteiligungen die Möglichkeiten der gruppenangehörigen Unternehmen ausbaut.

Unter Risiko wird grundsätzlich die negative Abweichung eintretender Ereignisse von den erwarteten Ereignissen verstanden. Basis des Risikomanagementsystems ist die Einteilung der Risiken in Adressenausfallrisiken, Liquiditätsrisiken, Marktpreisrisiken, operationelle Risiken und sonstige Risiken.

Die Risikolage der Berliner Effektengesellschaft AG wird wesentlich von den Entwicklungen der Tochtergesellschaften und ihrer Rahmenbedingungen beeinflusst. Die sorgfältige Auswahl der Beteiligungen und der Geschäftsfelder sowie die zeitnahe Information über die Entwicklung der wirtschaftlichen Lage und der Rahmenbedingungen bilden den Kern der Risikostrategie. Eventuelle Fehlentwicklungen können so frühzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Verluste in diesen Einheiten führen mittelbar zu geringeren oder ausfallenden Ausschüttungen an die Muttergesellschaft. Unter Umständen sind dann auch Korrekturen der Wertansätze dieser Gesellschaft vorzunehmen. Dabei spielen unter anderem die Entwicklungen in der deutschen und der europäischen Börsenlandschaft eine wichtige Rolle. Insoweit ist eine zeitnahe Berichterstattung der Tochtergesellschaften, die Vertretung in den Aufsichtsorganen sowie die Beobachtung der Rahmenbedingungen, die für die jeweiligen Geschäftsfelder relevant sind, notwendig.

3.1.2 Adressenausfallrisiko

Das Adressenausfallrisiko ist die Gefahr, dass Forderungen nicht rechtzeitig, nicht in voller Höhe oder gar nicht zurückgezahlt werden. Adressenausfallrisiken bestehen vor allem bei Forderungen an Kreditinstitute und bei Wertpapieren. Es bestehen derzeit zwei wichtige Bankverbindungen. Zum einen ist dies die Tradegate AG Wertpapierhandelsbank und zum anderen eine deutsche Großbank. Da die Tradegate AG Wertpapierhandelsbank eine Tochtergesellschaft ist, stehen zeitnah ausreichend Informationen zur wirtschaftlichen Lage zur Verfügung. Darüber hinaus bestehen Konten bei einem weiteren inländischen Kreditinstitut. Neben diesen dem Zahlungsverkehr und der Geldanlage dienenden Bankkonten werden Wertpapiere gehalten, bestehen Forderungen auf Steuerrückzahlungen sowie Forderungen an verbundene Unternehmen. Die Anlagen in den Wertpapieren sieht die Gesellschaft nur als gering ausfallgefährdet an.

Als besondere Ausprägung des Adressenausfallrisikos ist das Beteiligungsrisiko oder Anteilseignerrisiko anzusehen. Der Wert der Beteiligung kann sich aufgrund von Entwicklungen, die in der Beteiligung liegen, verringern. So sind beispielsweise schlechtere wirtschaftliche Verhältnisse, negative öffentliche Berichterstattung, verschärfte rechtliche Rahmenbedingungen oder neue technische Entwicklungen Anhaltspunkte, die eine Überprüfung der Wertansätze nahe legen können. Um das Risiko rechtzeitig einschätzen zu können, erfolgt seitens der Unternehmen, die im Mehrheitsbesitz der Berliner Effektengesellschaft AG stehen, eine monatliche Berichterstattung. Diese umfasst grundsätzlich die Bilanz und die Betriebsergebnisrechnung. Ergeben sich aus den eingereichten Daten oder bekannten Änderungen der Rahmenbedingungen Fragen, werden diese mit der jeweiligen Tochtergesellschaft besprochen und geklärt. Darüber hinaus wird jeweils ein Mitglied des Aufsichtsrates von der Muttergesellschaft gestellt. Neue Beteiligungen werden nur nach sorgfältiger Prüfung und in Absprache mit dem Aufsichtsrat eingegangen.

3.1.3 Liquiditätsrisiko

Unter dem Liquiditätsrisiko sind die Gefahren zu verstehen, seinen Zahlungsverpflichtungen nicht, nicht rechtzeitig oder nicht in vollem Umfang nachkommen oder Vermögensgegenstände aufgrund illiquider Märkte nicht oder nicht zu einem angenommenen Preis veräußern zu können.

Die Steuerung der Zahlungsbereitschaft erfolgt im Rahmen einer Planung der Zahlungseinund Zahlungsausgänge für die folgenden zwölf Monate. Über das erste Quartal wird auf Monatsbasis, über die folgenden Quartale wird auf Quartalsbasis berichtet. Sollten bestimmte Grenzen unterschritten werden, erfolgt eine gegenüber dem normalen Turnus häufigere Berichterstattung. Im vergangenen Jahr wurden die selbst gesetzten Grenzen nicht unterschritten.

3.1.4 Marktpreisrisiken

Unter Marktpreisrisiken werden negative Abweichungen von erwarteten Marktpreisentwicklungen verstanden. Marktpreise sind Zinsen, Aktienkurse und Devisenkurse. Aus der Änderung resultieren Veränderungen des Wertes von im Bestand befindlichen Finanzinstrumenten, wie zum Beispiel Aktien, Anleihen oder Investmentfonds, die zu ergebniswirksamen Abschreibungen führen können. Marktpreisrisiken sind für die Berliner Effektengesellschaft AG von untergeordneter Bedeutung.

3.1.5 Operationelle Risiken

Unter operationellen Risiken sind die Risiken zu verstehen, die aus unangemessenen oder fehlerhaften Betriebsabläufen resultieren oder durch Mitarbeiter, Systeme oder externe Ereignisse, einschließlich der Rechtsrisiken, hervorgerufen werden.

Die bestehende Risikomatrix wurde nicht verändert. Um einen Überblick über eintretende Schäden zu erhalten, sind die Mitarbeiter angehalten, Schadensfälle an das Risikocontrolling zu melden. Rückmeldungen erfolgten in 2016 nicht.

3.1.6 Berichterstattung

Der Gesamtvorstand erhält grundsätzlich monatlich einen Bericht, der die Entwicklung des Konzerns, der Muttergesellschaft sowie der einzelnen Tochtergesellschaften darstellt. In dem Bericht ist auch eine Analyse der Entwicklung enthalten. In ihrer Funktion als Aufsichtsräte bei anderen zum Konzern gehörenden Gesellschaften werden die Mitglieder des Vorstands außerdem direkt von den Tochtergesellschaften über wichtige Entwicklungen informiert. Der Vorstand unterrichtet den Aufsichtsrat quartalsweise über die Entwicklung des Konzerns.

3.1.7 Institutsaufsicht

Die Berliner Effektengesellschaft AG unterliegt als Unternehmen der Finanzholdinggruppe "Berliner Effektengesellschaft AG" der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Danach müssen monatlich Zumeldungen für einen zusammengefassten Monatsausweis und die zusammengefasste Solvabilität sowie quartalsweise Meldungen zu Großund Millionenkrediten an das übergeordnete Institut Tradegate AG Wertpapierhandelsbank abgegeben werden. Bei besonderen Ereignissen sind zudem gesonderte Anzeigen bei den Bankaufsichtsbehörden einzureichen.

3.2 Prognose- und Chancenbericht

Die Gesellschaft plant derzeit nicht, ihre Geschäftsausrichtung wesentlich zu ändern, sondern wird weiter als Finanzholding ohne bedeutendes operatives Geschäft bzw. als Beteiligungsgesellschaft agieren. Die Auslagerung der verschiedenen operativen Geschäftsfelder mit unterschiedlichen Risiken, unterschiedlichen benötigten Lizenzen und unterschiedlichem Kapitalbedarf, der von Fall zu Fall auch durch die Aufnahme neuer Gesellschafter gedeckt werden kann, hat sich als richtig und praktikabel erwiesen.

Die Tradegate AG bleibt auch nach dem weiteren Verkauf von 5 % an die Deutsche Börse AG langfristig die wichtigste Konzerngesellschaft der Berliner Effektengesellschaft AG. Angesichts der unerwartet hohen Handelsergebnisse im Juni und November 2016, die auf singuläre überraschende politische Ereignisse bzw. Wahlergebnisse zurückzuführen waren, geht das Tochterunternehmen in der Planung für das Geschäftsjahr 2017 zunächst von keinem weiteren Gewinnanstieg aus, strebt aber zumindest eine Stabilisierung der Umsätze und Erträge auf hohem Niveau an. Allgemeine, nicht auszuschließende Umsatzrückgänge, wird die Gesellschaft zuversichtlich durch die Anbindung weiterer Marktteilnehmer an die TRADEGATE EXCHANGE zumindest kompensieren können. Inwieweit sich verschiedene neue Wettbewerber mit börslichen und außerbörsliche Angeboten, die sich zunehmend an dem Maßstab der TRADEGATE EXCHANGE orientieren, im kommenden Jahr etablieren können, bleibt weiter abzuwarten. Ein Absinken der Bruttomargen im Wertpapierhandel durch den unverminderten Konkurrenzdruck ist kurz- und mittelfristig nicht unwahrscheinlich. Eine unbekannte Größe bleibt die im Gespräch befindliche mögliche Einführung einer europäischen Finanztransaktionssteuer. Je nach konkreter Ausgestaltung könnte eine solche Steuer sich gerade im Handel mit Privatanlegern sehr ungünstig auf die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft auswirken. Eine Umsetzung einer solchen Steuer wird nach letzten Verlautbarungen aber immer unwahrscheinlicher.

In den Monaten Januar und Februar war bei der Tradegate AG gegenüber dem Vorjahr bislang ein erfreulicher Umsatzanstieg von etwa 17 % zu verzeichnen. Allerdings waren im Vorjahr in diesen beiden Monaten leichte Umsatzrückgänge zu verzeichnen, so dass dieser Anstieg nicht für das Gesamtjahr 2017 aussagekräftig ist. Der Gesellschaft ist damit aber ein sehr zufriedenstellender Start in das neue Geschäftsjahr gelungen.

Die Ventegis Capital AG wird nach dem im Jahr 2013 durchgeführten so genannten Squeezeout-Verfahren in den nächsten Jahren keine neuen Beteiligungen eingehen, sondern sich auf die Entwicklung der aktuell zwei verbliebenen Beteiligungen konzentrieren. Die bereits reduzierten allgemeinen Verwaltungskosten sollten durch Einnahmen aus Beratungsgeschäft mindestens abgedeckt werden können. Abschreibungspotenzial auf das verbleibende Beteiligungsportfolio ist derzeit nicht erkennbar. In 2017 soll weiterhin versucht werden, Beteiligungen nach Möglichkeit zu verkaufen, was im Falle der Iuventa im Februar 2017 bereits geglückt ist. Sofern weitere Finanzierungsrunden bei Beteiligungen in 2017 anstehen, wird sich die Ventegis Capital AG im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten daran beteiligen, um eine weitere Verwässerung zu vermeiden. Insgesamt strebt die Gesellschaft ohne diese potentiellen Verkäufe zunächst ein zumindest ausgeglichenes Geschäftsergebnis an.

Die dritte wesentliche Beteiligung der Berliner Effektengesellschaft AG ist die quirin bank AG. Diese konnte im Jahr 2016 einen erfreulichen Bilanzgewinn ausweisen, nachdem in den vorangegangenen Jahren mit teils guten Ergebnissen zunächst der in den Gründungsjahren angefallene Bilanzverlust ausgeglichen werden musste. Damit kann die quirin bank im Jahr 2017 erstmals eine kleine Dividende ausschütten. Das innovative Geschäftsmodell als Honorarberatungsbank bleibt angesichts des bekannt schwierigen Kapitalmarktumfeldes und der strikten Geschäftsphilosophie, keine unkalkulierbaren Risiken für die Bank und ihre Kunden einzugehen, weiter herausfordernd. Für die Wertentwicklung dieser Beteiligung ist bei einer weiter erfolgreichen Umsetzung des innovativen Geschäftskonzeptes erhebliches Potenzial gegeben. Auch der "Fin-Tech Ableger" der quirin bank namens Quirion mit "Roboter-Beratung" für kleinere Privatkunden macht inzwischen gute Fortschritte, hat aber noch nicht die kritische Kundenanzahl für einen profitablen Betrieb erreicht.

Die Tochtergesellschaft Ex-tra Sportwetten AG in Wien hat ihre Geschäftstätigkeit eingestellt und befindet sich in Liquidation.

Die Berliner Effektengesellschaft AG selbst benötigt mittelfristig keinen Kapitalzufluss zur Umsetzung ihrer strategischen Ziele und plant daher keine Kapitalerhöhungen. Die jeweils vorhandene Liquidität und mögliche Liquiditätszuflüsse sollen teilweise zur Zahlung von angemessenen Dividenden und für weitere Aktienrückkäufe auf günstigem Kursniveau genutzt werden. Die überwiegende Liquidität wird dagegen zunächst als Investitionsreserve in der Gesellschaft verbleiben, um jederzeit Handlungsspielräume zur strategischen Fortentwicklung des Geschäftes zu behalten.

Mit ihren operativen Tochtergesellschaften bzw. Beteiligungen aus der Finanzbranche bleibt die Gesellschaft in hohem Maße abhängig von einem positiven Kapitalmarktumfeld. Sofern das Kapitalmarktumfeld sich nicht wieder verschlechtert und ohne Berücksichtigung der Auswirkungen einer möglichen Finanztransaktionssteuer, ist für das Geschäftsjahr 2017 mit einem operativen Geschäftsergebnissen auf Vorjahresniveau, insbesondere aus Dividendenzahlungen der Tradegate AG Wertpapierhandelsbank, zu rechnen.

Berlin, 21. März 2017

B e r l i n e r E f f e k t e n g e s e l l s c h a f t A G

Holger Timm Karsten Haesen

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

An die Berliner Effektengesellschaft AG, Berlin:

Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang – unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Berliner Effektengesellschaft AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den gesetzlichen Vorschriften, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Berlin, den 21. März 2017

Dohm Schmidt Janka Revision und Treuhand AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Wolfgang Janka Matthias Schmidt Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Eine Verwendung des oben wiedergegebenen Bestätigungsvermerks außerhalb dieses Prüfungsberichts bedarf unserer vorherigen Zustimmung. Bei Veröffentlichungen oder Weitergabe des Jahresabschlusses in einer von der bestätigten Fassung abweichenden Form (einschließlich der Übersetzung in andere Sprachen) bedarf es zuvor unserer erneuten Stellungnahme, sofern hierbei unser Bestätigungsvermerk zitiert oder auf unsere Prüfung hingewiesen wird; auf § 328 HGB wird verwiesen.