Quarterly Report • Aug 10, 2023
Quarterly Report
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Finanzbericht: 32972073

Mit einer Unternehmensgeschichte von über 260 Jahren ist die Berentzen-Gruppe einer der ältesten Hersteller von Spirituosen in Deutschland. Die Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft mit Sitz in Haselünne, Deutschland, ist das oberste Unternehmen der Berentzen-Gruppe, die neben der Muttergesellschaft aus mehr als 20 nationalen wie internationalen Tochtergesellschaften besteht.
Das Geschäft der Berentzen-Gruppe ist in die Segmente Spirituosen, Alkoholfreie Getränke, Frischsaftsysteme und die Übrigen Segmente aufgegliedert. Für eine detaillierte Beschreibung der Geschäftstätigkeit des Konzerns sowie der Aufteilung in die Segmente wird auf den Geschäftsbericht 2022 der Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft, Zusammengefasster Lagebericht Abschnitt (1) "Grundlagen des Konzerns" verwiesen.
Im ersten Halbjahr des Jahres 2023 gewann die Weltwirtschaft wieder an Schwung, insbesondere in Folge der guten Entwicklung in China. Während die kräftige Wirtschaftsexpansion in den Schwellenländern die Entwicklung der Weltwirtschaft zu Jahresbeginn stärkte, dämpften starke Verteuerungen sowie das hohe Zinsniveau in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften die Kauf- und Investitionstätigkeit. Wie das ifo Institut im Juni mitteilte, hat die Inflation zwar ihren Höhepunkt überwunden, ist aber nach wie vor auf einem hohen Niveau. Seit einigen Monaten lässt sich ein deutlicher Rückgang der Preissteigerungen für Energie und Rohstoffe beobachten, so lag der vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) veröffentlichte Rohstoffpreisindex auf Euro-Basis im ersten Quartal 2023 um 23,4 % unter dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt erhöhte sich das Weltwirtschaftswachstum nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW) im ersten Quartal 2023 um 1,6 % im Vergleich zum Vorquartal. Für das zweite Quartal 2023 wird erwartet, dass die Weltwirtschaft wieder etwas an Schwung verloren hat. Auch in diesem Quartal führen die starke Teuerung sowie die hohen Zinsen zu einem verhaltenen Wachstum in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften. In den meisten Schwellenländern ist hingegen mit einer kräftigen Erholung zu rechnen, auch wenn die Nachholeffekte in China abgeflaut sein dürften.
Auch die deutsche Wirtschaft wurde durch die weiterhin hohen Preissteigerungen belastet. Wie das statistische Bundesamt im Mai mitteilte, lag das preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2023 um 0,3 % unter dem Wert des Vorquartals und 0,5 % unter dem Wert des Vorjahresquartals. Gebremst wurde die Wirtschaftsleistung durch sinkende Konsumausgaben. So sanken sowohl die privaten Konsumausgaben - die Kaufrückhaltung zeigte sich insbesondere bei Nahrungsmitteln und Getränken - als auch die staatlichen Konsumausgaben. Gestiegen sind hingegen die Investitionen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sind zudem die Ausgaben für Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen gestiegen, da im ersten Quartal 2022 noch letzte Coronavirus-Schutzmaßnahmen galten. Nach dem Rückgang der Wirtschaftsleistung zum Jahresbeginn erwartet das DIW für das zweite Quartal einen Anstieg von 0,3 % gegenüber dem Vorquartal. Es wird von einer langsamen Erholung der privaten Konsumausgaben ausgegangen. Zudem haben sich die Unsicherheiten über die Entwicklung der Löhne und der Inflation durch den Abschluss erster Tarifverträge sowie einen kontinuierlichen Rückgang der Inflationsrate deutlich verringert.
Die Verbraucherpreise in Deutschland sind gemäß Angaben des Statistischen Bundesamts in den ersten sechs Monaten des Jahres 2023 gestiegen, die Zunahme zeigte sich jedoch rückläufig. Betrug die Veränderung des Verbraucherpreisindexes im Januar noch + 8,7 %, lag sie im Juni bei + 6,4 %, jeweils im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat. In der für die Berentzen-Gruppe bedeutsamen Kategorie "Alkoholische Getränke und Tabakwaren" sind die Preise ebenfalls gestiegen: Die Teuerungsraten lagen hier zwischen 8,1 % und 9,2 % gegenüber dem jeweiligen Vorjahreszeitraum. In der Kategorie "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" fiel der Preisanstieg deutlich überproportional aus, die Teuerungsraten in dieser Kategorie bewegten sich in diesem Zeitraum zwischen 13,4 % und 21,2 %.
Neben dem Lebensmitteleinzelhandel ist das deutsche Gastgewerbe ein weiterer, wenngleich nicht ganz so bedeutender, Vertriebskanal für Spirituosen und alkoholfreie Getränke der Berentzen-Gruppe. Im ersten Halbjahr 2023 galten, anders als noch in den ersten Wochen des Jahres 2022 keine erneuten Coronavirus-Schutzmaßnahmen. Entsprechend stiegen die Umsätze in der deutschen Gastronomie nach Angaben des statistischen Bundesamts in den Monaten Januar bis März jeweils im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat - der reale Umsatzanstieg lag kumuliert bei 6,7 %. Belastend auf die Gastronomie wirkte hingegen die hohe Inflation, die zu einer zurückhaltenden Nachfrage nach Gaststättendienstleistungen führte. So entwickelten sich die Umsätze in den Monaten April und Mai rückläufig, sodass sich kumuliert für Januar bis Mai 2023 ein Umsatzanstieg von real 1,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum ergab. Das gestiegene Preisniveau in der Gastronomie spiegelt auch der Vergleich mit dem nominalen Umsatzanstieg wieder - dieser liegt kumuliert bei 12,4 %. Die monatlichen Umsätze im Gastgewerbe lagen zudem weiterhin deutlich unter dem Vergleichsmonat in 2019 vor Ausbruch der Coronavirus-Pandemie.
Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Circana (vormals Information Ressources GmbH (IRI)) lag der nationale Spirituosenabsatz in dem beobachteten Handelsuniversum im ersten Halbjahr des laufenden Jahres bei 343,0 Mio. 0,7-l-Flaschen (357,4 Mio. 0,7-l-Flaschen); dies entspricht einem Absatzrückgang von 4,0 % gegenüber dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Hingegen ist der Umsatz in diesem Vertriebskanal lediglich um rd. 0,3 % von 3,04 Milliarden Euro auf 3,03 Milliarden Euro gesunken. Der Anteil von Handelsmarken am dortigen Gesamtabsatz betrug von Januar bis Juni 116,7 Mio. 0,7-l-Flaschen (118,3 Mio. 0,7-l-Flaschen), der Anteil am Gesamtumsatz ist mit 0,71 Milliarden Euro (0,67 Milliarden Euro) hingegen gestiegen.
Für den Absatz alkoholfreier Getränke in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2023 vermeldete das Marktforschungsunternehmen Circana in dem beobachteten Handelsumfeld einen Absatzrückgang von 3,1 % auf 11,2 Mrd. Liter (11,6 Mrd. Liter). Der Umsatz ist hingegen um 7,3 % gestiegen. Der Absatzrückgang von Wässern beläuft sich dabei auf 5,9 %. Ebenfalls rückläufig entwickelte sich der Absatz von Softdrinks und Eistee, dem die unter der Marke Mio Mio vertriebenen Mate-Getränke zuzuordnen sind, der Rückgang beträgt 0,2 % bzw. 6,2 %. Gegenläufig zeigte sich die Entwicklung in den Bereichen Sport- und Energygetränke, hier wurde ein Absatzwachstum von 55,7 % bzw. 10,6 % erzielt.
Für das Segment Frischsaftsysteme sind ganzheitliche, belastbare Marktdaten nach Erkenntnissen der Berentzen-Gruppe praktisch nicht verfügbar. Ein maßgeblicher Indikator für die Entwicklung des Segments ist nach Einschätzung der Gruppe die bisherige und zukünftige Verbrauchernachfrage nach frischen Lebensmitteln, speziell frischen Getränken wie Direktsäften, frischgepressten Fruchtsäften und auch Smoothies. Der seit mehreren Jahren andauernde Trend zu gestiegenem Ernährungsbewusstsein und deren Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden führen zur weiteren Beeinflussung des Konsumentenverhaltens. Werte und Produkteigenschaften wie Frische, biologische und regionale Herkunft sowie Nachvollziehbarkeit im Entstehungsprozess gewinnen für den Endkonsumenten vermehrt an Bedeutung. Neben den positiven Impulsen aus dem Trend zu gestiegenem Ernährungsbewusstsein, wirkte sich hingegen die hohe Inflation negativ auf das Marktumfeld im Segment Frischsaftsysteme aus und führte zu einer gestiegenen Preissensibilität der Verbraucher.
Für den Geschäftsverlauf und die Entwicklung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Berentzen-Gruppe wesentliche Ereignisse sind im Berichtszeitraum nicht eingetreten.
Die nachfolgende Übersicht fasst die Entwicklung der Ertragslage zusammen. Dabei sind entsprechend der Definition des zur Steuerung des Konzerns verwendeten, normalisierten Konzern-EBIT einzelne Posten der Konzern-Gesamtergebnisrechnung um aufwands- bzw. ertragsbezogene Sondereffekte (Ergebnissondereffekte) bereinigt. Für das im Zusammenhang mit der Hochinflation der Türkei stehende und erstmals zum 30. Juni 2022 ermittelte "Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29" erfolgt ebenfalls eine Bereinigung.
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| 01.01. bis 30.06.2023 | 01.01. bis 30.06.2022 | Veränderung | ||||
| TEUR | % | TEUR | % | TEUR | % | |
| Konzernumsatzerlöse | 88.976 | 97,7 | 78.980 | 96,4 | + 9.996 | + 12,7 |
| Bestandsveränderung | + 2.100 | 2,3 | + 2.991 | 3,6 | - 891 | - 29,8 |
| Konzerngesamtleistung | 91.076 | 100,0 | 81.971 | 100,0 | + 9.105 | + 11,1 |
| Materialaufwand | 53.160 | 58,4 | 44.676 | 54,5 | + 8.484 | + 19,0 |
| Konzernrohertrag | 37.916 | 41,6 | 37.295 | 45,5 | + 621 | + 1,7 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 2.993 | 3,3 | 1.574 | 1,9 | + 1.419 | + 90,2 |
| Betriebsaufwand | 37.649 | 41,3 | 35.124 | 42,8 | + 2.525 | + 7,2 |
| Konzernbetriebsergebnis bzw. -EBIT | 3.260 | 3,6 | 3.745 | 4,6 | - 485 | - 13,0 |
| Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 | - 470 | - 0,5 | - 619 | - 0,8 | + 149 | + 24,1 |
| Finanz- und Beteiligungsergebnis | - 1.652 | - 1,8 | - 647 | - 0,8 | - 1.005 | > - 100,0 |
| Konzernergebnis vor Steuern | 1.138 | 1,2 | 2.479 | 3,0 | - 1.341 | - 54,1 |
| Ertragsteueraufwand | 381 | 0,4 | 697 | 0,9 | - 316 | - 45,3 |
| Konzernergebnis | 757 | 0,8 | 1.782 | 2,2 | - 1.025 | - 57,5 |
Die Konzernumsatzerlöse der Berentzen-Gruppe beliefen sich im ersten Geschäftshalbjahr 2023 auf 89,0 Mio. Euro (79,0 Mio. Euro), die Konzernumsatzerlöse inklusive Alkoholsteuer betrugen 178,6 Mio. Euro (167,4 Mio. Euro). Einschließlich der Bestandsveränderungen in Höhe von 2,1 Mio. Euro (3,0 Mio. Euro) ergab sich eine Konzerngesamtleistung in Höhe von 91,1 Mio. Euro (82,0 Mio. Euro).
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| 01.01. bis 30.06.2023 | 01.01. bis 30.06.2022 | Veränderung | ||
| TEUR | TEUR | TEUR | % | |
| Segment Spirituosen | 53.764 | 47.577 | + 6.187 | + 13,0 |
| Segment Alkoholfreie Getränke | 22.767 | 19.960 | + 2.807 | + 14,1 |
| Segment Frischsaftsysteme | 9.468 | 8.673 | + 795 | + 9,2 |
| Übrige Segmente | 2.977 | 2.770 | + 207 | + 7,5 |
| Konzernumsatzerlöse exklusive Alkoholsteuer | 88.976 | 78.980 | + 9.996 | + 12,7 |
| Alkoholsteuer | 89.618 | 88.459 | + 1.159 | + 1,3 |
| Konzernumsatzerlöse inklusive Alkoholsteuer | 178.594 | 167.439 | + 11.155 | + 6,7 |
Die Umsatzentwicklung der unterschiedlichen Produktgruppen und -kategorien stellt einen wesentlichen Einflussfaktor für den Geschäftsverlauf dar, wenngleich aufgrund vielfältiger Mix- und insbesondere Preiseffekte keine streng lineare Beziehung zur Entwicklung des Konzernrohertrags und den Ergebniskennzahlen zu beobachten ist. Um eine Überleitung der produktgruppenbezogenen Umsatzerlöse in den Segmenten Spirituosen und Alkoholfreie Getränke zu den in der Segmentberichterstattung dargestellten Umsatzerlösen zu ermöglichen, wurden die sog. Kundenvertriebsetats mit abgebildet. Dabei handelt es sich gemäß IFRS 15 um direkt den Umsatz kürzende Zuschüsse, die zwar den jeweiligen Kunden zugeordnet werden können, jedoch nicht den im Folgenden dargestellten Produkten, Produktgruppen oder Geschäftskategorien.
Spirituosen
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| 01.01. bis 30.06.2023 | 01.01. bis 30.06.2022 | Veränderung | ||
| TEUR | TEUR | TEUR | % | |
| Berentzen | 8.942 | 7.263 | + 1.679 | + 23,1 |
| Puschkin | 4.334 | 3.313 | + 1.021 | + 30,8 |
| Übrige | 350 | 317 | + 33 | + 10,4 |
| Fokusmarken | 13.626 | 10.893 | + 2.733 | + 25,1 |
| Sonstige Marken | 5.393 | 4.872 | + 521 | + 10,7 |
| Kundenvertriebsetats | - 1.055 | - 1.177 | + 122 | + 10,4 |
| Markenspirituosen Inland | 17.964 | 14.588 | + 3.376 | + 23,1 |
| Markenspirituosen Ausland | 2.521 | 3.424 | - 903 | - 26,4 |
| Premium-/Medium-Handelsmarken | 10.564 | 11.499 | - 935 | - 8,1 |
| Standard-Handelsmarken | 23.487 | 18.821 | + 4.666 | + 24,8 |
| Kundenvertriebsetats | - 607 | - 627 | + 20 | + 3,2 |
| Export- und Handelsmarken | 35.965 | 33.117 | + 2.848 | + 8,6 |
| Übrige und interne Umsätze | - 165 | - 128 | - 37 | - 28,9 |
| Umsatz im Segment Spirituosen | 53.764 | 47.577 | + 6.187 | + 13,0 |
In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2023 stieg der Umsatz im Segment Spirituosen deutlich um 13,0 % auf 53,8 Mio. Euro. Diese deutlich positive Entwicklung ist dabei auf produkt- und kundenindividuelle Erhöhungen der Abgabepreise sowie ergänzend auf Volumenerfolge im Geschäft mit Markenspirituosen zurückzuführen. Mit inländischen Markenspirituosen erzielte die Berentzen-Gruppe im ersten Geschäftshalbjahr einen Umsatz in Höhe von 18,0 Mio. Euro (14,6 Mio. Euro), während das Geschäft mit Export- und Handelsmarken Umsätze in Höhe von 36,0 Mio. Euro (33,1 Mio. Euro) generieren konnte.
Das Umsatzvolumen des inländischen Markengeschäfts erhöhte sich zum 30. Juni 2023 um insgesamt 23,1 %. Dabei zeigten sich die durch die Fokusmarken generierten Umsätze um 25,1 % über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Die Vermarktungsoffensive der unterschiedlichen Likörvarianten führte dabei zu einem wesentlichen Wachstum im Geschäft mit den Spirituosenprodukten der Marken Berentzen und Puschkin. Ausschlaggebend für den Umsatzerfolg waren insbesondere die Fruchtliköre der Marke Berentzen - u. a. im Format der sogenannten " Minis" - sowie die Wodka-Produkte der Marke Puschkin. Im Geschäft mit den weiteren Spirituosenmarken, im Speziellen mit den sog. klassischen Spirituosen (u. a. Strothmann, Bommerlunder, usw.), wurde ebenfalls ein deutliches Umsatzwachstum in Höhe von 10,7 % verzeichnet. Die Umsatzminderungen für eingesetzte Kundenvertriebsetats im inländischen Markengeschäft verringerten sich leicht von 1,2 Mio. Euro im vorangegangenen Geschäftshalbjahr auf 1,1 Mio. Euro im Geschäftshalbjahr 2023.
Die Entwicklung im Spirituosengeschäft mit Export- und Handelsmarken lag mit einem Umsatz in Höhe von 36,0 Mio. Euro (33,1 Mio. Euro) um 8,6 % über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. In den einzelnen Produktkategorien zeigten sich dabei uneinheitliche Entwicklungen: Während das Umsatzvolumen mit den Standard-Handelsmarken ein deutliches Plus von 24,8 % verzeichnete, verringerte sich der Umsatz im Geschäft mit den Premium- und Medium-Handelsmarken um 8,1 %. Die zuletzt genannte Entwicklung ist nahezu gänzlich auf erhebliche temporäre Verfügbarkeitsengpässe in dem durch eine unverändert hohe Marktnachfrage gekennzeichneten Geschäft mit Bourbon-Whiskey zurückzuführen. Das Exportgeschäft mit Markenspirituosen verzeichnete einen deutlichen Umsatzrückgang in Höhe von 26,4 % gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum. Ursächlich hierfür waren Nachfragerückgänge insbesondere in den Märkten BeNeLux, Japan, USA und Chile.
Alkoholfreie Getränke
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| 01.01. bis 30.06.2023 | 01.01. bis 30.06.2022 | Veränderung | ||
| TEUR | TEUR | TEUR | % | |
| Mio Mio | 10.390 | 8.105 | + 2.285 | + 28,2 |
| Kräuterbraut | 200 | 80 | + 120 | > + 100,0 |
| Fokusmarken | 10.590 | 8.185 | + 2.405 | + 29,4 |
| Emsland / St. Ansgari | 4.913 | 4.594 | + 319 | + 6,9 |
| Märkisch / Grüneberger | 4.164 | 3.908 | + 256 | + 6,6 |
| Regionale Marken | 9.077 | 8.502 | + 575 | + 6,8 |
| Sonstige Marken | 1.744 | 1.482 | + 262 | + 17,7 |
| Markengeschäft | 21.411 | 18.169 | + 3.242 | + 17,8 |
| Konzessionsgeschäft | 3.455 | 3.553 | - 98 | - 2,8 |
| Lohnfüllgeschäft | 800 | 649 | + 151 | + 23,3 |
| Übrige Geschäfte | 4.255 | 4.202 | + 53 | + 1,3 |
| Kundenvertriebsetats | - 3.032 | - 2.681 | - 351 | - 13,1 |
| Übrige und interne Umsätze | 133 | 270 | - 137 | - 50,7 |
| Umsatz im Segment Alkoholfreie Getränke | 22.767 | 19.960 | + 2.807 | + 14,1 |
Im Segment Alkoholfreie Getränke erhöhte sich der Umsatz mit Mineralwässern und Erfrischungsgetränken in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2023 um 14,1 % auf 22,8 Mio. Euro (20,0 Mio. Euro). Bei einem insgesamt leicht verringerten Absatzvolumen ist diese erfreuliche Entwicklung auf Erhöhungen der Verkaufspreise sowie begleitend dazu auf positive Volumeneffekte bei der Fokusmarke Mio Mio zurückzuführen.
Das Markengeschäft konnte sich mit einem Umsatzplus in Höhe von 3,2 Mio. Euro bzw. 17,8 % besonders positiv entwickeln. Getragen wurde dies insbesondere vom 28,2 %-igen Umsatzwachstum der unter der eigenen Marke Mio Mio vertriebenen Getränke in der Produktkategorie Fokusmarken.
Unter der Produktkategorie Regionale Marken werden insbesondere die Marken Emsland Quelle, Emsland Sonne, Märkisch Kristall, St. Ansgari und Grüneberg Quelle subsumiert. Deren Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ebenfalls um 6,8 % auf 9,1 Mio. Euro gesteigert werden.
Die Produkte der Kategorie Sonstige Marken, deren wesentlicher Umsatz durch Produktabsätze unter der Marke Vivaris Sport abgebildet wird, verzeichneten ein deutliches Umsatzwachstum in Höhe von 17,7 %.
Das Konzessionsgeschäft verzeichnete insgesamt einen leichten Umsatzrückgang in Höhe von 2,8 %. Dabei zeigte sich das Geschäft mit Markengetränken der Sinalco-Unternehmensgruppe stabil bzw. leicht über dem Niveau des Vorjahresvergleichszeitraums, wohingegen die Dynamik bei den Kooperationsprojekten mit prominenten Künstlern der Marktentwicklung folgend im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2023 deutlich abnahm. Infolgedessen sank das diesbezügliche Umsatzvolumen um 8,4 % auf 1,4 Mio. Euro.
Die durch Lohnfüllaufträge generierten Umsätze stiegen erheblich um 23,3 %. Dies ist auf die positive Entwicklung im Abfüllgeschäft mit einer Mineralwasserhandelsmarke zurückzuführen.
Die dem Segment Alkoholfreie Getränke zugeordneten Kundenvertriebsetats sanken gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,1 %.
Frischsaftsysteme
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| 01.01. bis 30.06.2023 | 01.01. bis 30.06.2022 | Veränderung | ||
| TEUR | TEUR | TEUR | % | |
| Fruchtpressen | 2.797 | 2.841 | - 44 | - 1,5 |
| Früchte | 4.338 | 3.433 | + 905 | + 26,4 |
| Abfüllgebinde | 2.507 | 2.502 | + 5 | + 0,2 |
| Übrige und interne Umsätze | - 174 | - 103 | - 71 | - 68,9 |
| Umsatz im Segment Frischsaftsysteme | 9.468 | 8.673 | + 795 | + 9,2 |
Das Segment Frischsaftsysteme verzeichnete in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2023 ein deutliches Umsatzwachstum in Höhe von 9,2 %. Der im Zusammenhang mit Fruchtpressen und deren Ersatzteil- und Servicegeschäft generierte Umsatz sank dabei leicht um 1,5 %. Wesentliche Ursache dafür waren geringere Absatzvolumina in den Märkten Deutschland, Skandinavien und Osteuropa. Erfreulich zeigte sich hingegen die Entwicklung in den Regionen USA und Großbritannien.
Der Umsatz mit Früchten (Orangen) verzeichnete ein erhebliches Umsatzwachstum in Höhe von 26,4 %, bei den Abfüllgebinden zeigte sich das Umsatzniveau hingegen lediglich stabil. Ursächlich für die positive Entwicklung im Geschäft mit Früchten (Orangen) zeigte sich die - getragen von einer Erholung im Hinblick auf die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie - erfreuliche Entwicklung in den von konzerneigenen Vertriebsteams betreuten Kernregionen Deutschland und Österreich.
Übrige Segmente
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| 01.01. bis 30.06.2023 | 01.01. bis 30.06.2022 | Veränderung | ||
| TEUR | TEUR | TEUR | % | |
| Spirituosengeschäft der türkischen Konzerngesellschaft | 2.479 | 2.323 | + 156 | + 6,7 |
| Tourismus-, Veranstaltungs- und Webshopgeschäft | 542 | 452 | + 90 | + 19,9 |
| Übrige und interne Umsätze | - 44 | - 5 | - 39 | > - 100,0 |
| Umsatz im Segment Übrige | 2.977 | 2.770 | + 207 | + 7,5 |
Das in den Übrigen Segmenten enthaltene Spirituosengeschäft im Ländermarkt Türkei konnte an das starke Niveau des Vorjahresvergleichszeitraums anknüpfen und die Umsatzerlöse um 6,7 % weiter steigern.
Das ebenfalls in den Übrigen Segmenten enthaltene Tourismus-, Veranstaltungs-, und Webshopgeschäft der Berentzen-Gruppe, welches im Vorjahresvergleichszeitraum zeitweise noch von Coronavirus-Pandemie bedingten Einschränkungen betroffen war, zeigte in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres mit einem Plus von 19,9 % gleichfalls eine deutlich positive Umsatzentwicklung.
Im Zusammenhang mit der gesteigerten Konzerngesamtleistung erhöhte sich der Materialaufwand im ersten Geschäftshalbjahr 2023 auf 53,2 Mio. Euro (44,7 Mio. Euro). Dabei erhöhte sich die Materialaufwandsquote von zuvor 54,5 % auf nun 58,4 %.
Der Rohstoff- und Wareneinsatz der Berentzen-Gruppe konzentriert sich für die Herstellung von Spirituosen und alkoholfreien Getränken auf die Materialgruppen Alkohol (u. a. Getreide-, Agraralkohole, Whiskeys und Rum), Aromatisierungen (Grundstoffe und Aromen), Zucker sowie Verpackungen (im Wesentlichen Glas und Kartonage). Im Segment Frischsaftsysteme entstehen Bezugskosten für die einzelnen Systemkomponenten Fruchtpressen, Früchte (Orangen) und Abfüllgebinde.
Die Rahmenbedingungen für den Einkauf dieser Rohstoffe bzw. den Bezug von Systemkomponenten im Segment Frischsaftsysteme gestalteten sich im ersten Geschäftshalbjahr 2023 als sehr herausfordernd. So kam es zu - teils deutlichen - Preisanstiegen bei den Bezugskosten für Alkohole, einigen weiteren Inhaltsstoffen sowie Glas und sonstigen Verpackungen. Im Segment Frischsaftsysteme zeigten sich Preissteigerungen für die Bezugskosten von Früchten (Orangen), die Bezugskosten von Fruchtpressen und Abfüllgebinden verblieben hingegen weitestgehend stabil.
Bei gestiegenen Materialkosten konnte auf Basis der um 9,1 Mio. Euro gesteigerten Konzerngesamtleistung der Konzernrohertrag um 0,6 Mio. Euro erhöht werden. Die Konzernrohertragsmarge zeigte sich dabei um 3,9 Prozentpunkte geringer als im Vorjahresvergleichszeitraum.
Die sonstigen betrieblichen Erträge zeigten sich im Geschäftshalbjahr 2023 mit einer Summe von 3,0 Mio. Euro (1,6 Mio. Euro) deutlich über dem Vorjahresniveau. Hierin sind im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung bzw. Ausbuchung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten in Höhe von 1,1 Mio. Euro (0,8 Mio. Euro) sowie periodenfremde Erträge in Höhe von 0,5 Mio. Euro (0,1 Mio. Euro) enthalten.
Der Betriebsaufwand erhöhte sich auf insgesamt 37,6 Mio. Euro nach 35,1 Mio. Euro im Vorjahresvergleichszeitraum. Infolge einer um 11,1 % auf 91,1 Mio. Euro (82,0 Mio. Euro) erhöhten Konzerngesamtleistung führte dies jedoch zu einer geringeren Betriebsaufwandsquote in Höhe von 41,3 % (42,8 %).
Der Personalaufwand stieg leicht um 0,3 Mio. Euro auf 15,0 Mio. Euro, die Personalaufwandsquote sank dabei jedoch auf 16,4 % (17,9 %). Wesentliche Ursachen dessen sind die Vergütungen für zusätzlich geschaffene Stellen in den Organisationsbereichen Vertrieb und Marketing sowie die Bildung von Rückstellungen für diverse Personalkostenarten. Zum Stichtag 30. Juni 2023 waren im Konzern 508 (495) Mitarbeitende bzw. im ersten Geschäftshalbjahr 2023 durchschnittlich 429 (421) Vollzeitkräfte beschäftigt.
Die laufenden Abschreibungen zeigten sich im ersten Geschäftshalbjahr 2023 bei einem bis dahin getätigten, leicht erhöhten Investitionsvolumen in Höhe von 3,5 Mio. Euro (3,1 Mio. Euro) mit 4,0 Mio. Euro (4,1 Mio. Euro) ungefähr auf dem Niveau des Vorjahresvergleichszeitraums.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um 2,3 Mio. Euro auf 18,6 Mio. Euro (16,3 Mio. Euro). Aufgrund höherer Aufwendungen für Ausgangsfrachten und Logistik in den Segmenten Spirituosen und Alkoholfreie Getränke erhöhten sich dabei insbesondere die Verkehrs- und Vertriebskosten auf 10,3 Mio. Euro (9,4 Mio. Euro). Der Aufwand für Marketing und Handelswerbung blieb weitestgehend konstant mit 1,8 Mio. Euro (1,9 Mio. Euro), wohingegen die Aufwendungen für Instandhaltungen in Höhe von 1,9 Mio. Euro (1,6 Mio. Euro) leicht über dem Niveau des Vorjahresvergleichszeitraums lagen. Die übrigen Gemeinkosten stiegen im Vergleich zum ersten Geschäftshalbjahr 2022 in Summe auf 4,6 Mio. Euro (3,4 Mio. Euro).
Seit Juni 2022 wird die Türkei als Hochinflationsland im Sinne des IAS 29 eingestuft. Da die funktionale Währung der türkischen Tochtergesellschaft die Türkische Lira ist, ist auf deren Einzelabschluss seitdem der Rechnungslegungsstandard IAS 29 anzuwenden. In dem infolgedessen zu ermittelnden Posten "Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29" werden die Effekte aus der Kaufkraftanpassung der nicht-monetären Bilanzposten sowie der Posten der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Im ersten Geschäftshalbjahr 2023 ergab sich dadurch ein negatives Ergebnis in Höhe von 0,5 Mio. Euro (0,6 Mio. Euro).
Demgegenüber steht ein positiver Effekt auf das bereinigte Konzern-EBIT in Höhe von 0,1 Mio. Euro (0,2 Mio. Euro), der sich aus der Hochinflationsanpassung der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sowie deren Umrechnung zum Stichtagskurs ergibt. Infolgedessen wirkte sich die Anwendung des IAS 29 in Höhe von insgesamt 0,4 Mio. Euro (0,5 Mio. Euro) negativ auf das Konzernergebnis aus.
Im ersten Geschäftshalbjahr 2023 sowie im ersten Geschäftshalbjahr 2022 ergaben sich jeweils keine als solche zu berücksichtigende Ergebnissondereffekte.
Das Finanz- und Beteiligungsergebnis zeigte sich mit einem Aufwand in Höhe von 1,7 Mio. Euro (0,6 Mio. Euro) per Saldo erheblich über dem Niveau des Vorjahresvergleichszeitraums. Der erhöhte Aufwand ist dabei im Wesentlichen auf einen gestiegenen Fremdfinanzierungsbedarf sowie die nachteilige Entwicklung der für die Kreditfinanzierungen relevanten Referenzzinssätze zurückzuführen.
Der Ertragsteueraufwand in Höhe von 0,4 Mio. Euro (0,7 Mio. Euro) beinhaltet 0,4 Mio. Euro (0,7 Mio. Euro) für die Gewerbe- und Körperschaftsteuer bzw. vergleichbare ausländische Ertragsteuern des Geschäftsjahres 2023. Aus der Bewertung latenter Steuern ergab sich ein Ertrag von weniger als 0,1 Mio. Euro (0,1 Mio. Euro).
Vor dem Hintergrund der zuvor dargestellten Entwicklungen reduzierte sich das Konzernergebnis auf 0,8 Mio. Euro (1,8 Mio. Euro).
Die im Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2022 dargestellte Gesamtfinanzierung der Berentzen-Gruppe stellt sich zum Ende des ersten Geschäftshalbjahres 2023 im Wesentlichen unverändert wie folgt dar:
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| Finanzierungsrahmen 30.06.2023 | Finanzierungsrahmen 31.12.2022 | |||||
| Langfristig Mio. Euro |
Kurzfristig Mio. Euro |
Gesamt Mio. Euro |
Langfristig Mio. Euro |
Kurzfristig Mio. Euro |
||
| Konsortialkreditvertrag | Rahmen, begrenzt | 0,0 | 33,0 | 33,0 | 0,0 | 33,0 |
| Factoring | Rahmen, begrenzt | 0,0 | 60,0 | 60,0 | 0,0 | 60,0 |
| Zentralregulierung / Factoring | Rahmen, unbegrenzt 1) | 0,0 | 9,2 | 9,2 | 0,0 | 9,6 |
| Betriebsmittelkredit | Rahmen, begrenzt 2) | 0,0 | 1,4 | 1,4 | 0,0 | 1,5 |
| Avalkredit für Alkoholsteuer-sicherheiten | Rahmen, begrenzt | 0,0 | 0,8 | 0,8 | 0,0 | 0,8 |
| Gesamtfinanzierung | 0,0 | 104,4 | 104,4 | 0,0 | 104,9 |
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| Finanzierungsrahmen 31.12.2022 | |
| Gesamt Mio. Euro |
|
| Konsortialkreditvertrag | 33,0 |
| Factoring | 60,0 |
| Zentralregulierung / Factoring | 9,6 |
| Betriebsmittelkredit | 1,5 |
| Avalkredit für Alkoholsteuer-sicherheiten | 0,8 |
| Gesamtfinanzierung | 104,9 |
1) Durchschnittliches Finanzierungsvolumen im Geschäfts(halb)jahr.
2) Darin enthaltene Betriebsmittelkredite in Fremdwährung umgerechnet zum jeweiligen Stichtag.
Gegenüber dem 31. Dezember 2022 zeigte der Finanzierungsrahmen zum 30. Juni 2023 keine nennenswerte Abweichung. An dieser Stelle sei jedoch darauf hingewiesen, dass die Berentzen-Gruppe im Juli 2023 von einer Option des Konsortialkreditvertrags zur Erhöhung des Finanzierungsvolumens Gebrauch gemacht und im Zuge dessen eine weitere zum 31. Dezember 2026 endfällige Fazilität in Höhe von 9,9 Mio. Euro aufgenommen hat.
Die nachfolgende Kapitalflussrechnung zeigt die Liquiditätsentwicklung im Konzern. Der Finanzmittelfonds ergibt sich aus dem Bilanzposten "Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente" und einem Teil der "Kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten".
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten die im Rahmen von zwei Factoringvereinbarungen zu deren Abwicklung genutzte, bei Kreditinstituten geführte Kontokorrentkonten, welche die aus diesem Factoring jederzeit verfügbaren liquiden Mittel umfassen ("Kundenabrechnungskonten"). Die Forderungen aus den Kundenabrechnungskonten weisen von üblichen Kontokorrentforderungen gegen Kreditinstitute abweichende Charakteristika, insbesondere hinsichtlich der Verzinsung, auf. Von den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten werden lediglich die im Rahmen von Betriebsmittel-Barlinien unmittelbar verfügbaren Fremdkapitalanteile angesetzt.
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| 01.01. bis 30.06.2023 | 01.01. bis 30.06.2022 | Veränderung | |
| TEUR | TEUR | TEUR | |
| Erfolgswirtschaftlicher Cashflow | 4.264 | 5.957 | - 1.693 |
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | - 16.105 | - 8.682 | - 7.423 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | - 3.545 | - 3.068 | - 477 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | 9.255 | - 10.183 | + 19.438 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds | - 10.395 | - 21.933 | + 11.538 |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 13.039 | 28.004 | - 14.965 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 2.644 | 6.071 | - 3.427 |
Erfolgswirtschaftlicher Cashflow und Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit
Der Erfolgswirtschaftliche Cashflow, welcher Veränderungen aus dem Working Capital ausklammert und damit die Auswirkungen der unmittelbaren leistungswirtschaftlichen Zahlungsströme und Rentabilität auf die Veränderung der Liquidität dokumentiert, betrug im ersten Geschäftshalbjahr 2023 etwa 4,3 Mio. Euro (6,0 Mio. Euro). Hauptursächlich für die um 1,7 Mio. Euro geringeren Mittelzuflüsse waren insbesondere das um 1,0 Mio. Euro verringerte Konzernergebnis sowie der um 0,6 Mio. Euro erhöhte Zahlungssaldo aus Ertragsteuern.
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit zeigte in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2023 per Saldo einen Nettomittelabfluss in Höhe von 16,1 Mio. Euro (8,7 Mio. Euro). Gegenüber dem erfolgswirtschaftlichen Cashflow umfasst er zusätzlich Zahlungsbewegungen im sog. Working Capital, die zu einem Mittelabfluss in Höhe von 20,4 Mio. Euro (14,6 Mio. Euro) führten. Maßgebliche Einflussfaktoren hierauf waren die nachfolgenden Sachverhalte:
Aus der Veränderung des sog. Trade Working Capital - d. h. dem Saldo aus den Zahlungsbewegungen der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Alkoholsteuer sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - entstand ein Zahlungsmittelabfluss in Höhe von 15,5 Mio. Euro (15,2 Mio. Euro). Wesentliche Elemente des diesbezüglichen Zahlungsmittelabflusses waren die vorwiegend saisonal bedingte Verminderung von Alkoholsteuerverbindlichkeiten in Höhe von 6,0 Mio. Euro (5,5 Mio. Euro), die insbesondere von höheren Beschaffungspreisen getriebene Zunahme der Kapitalbindung im Vorratsvermögen in Höhe von 2,7 Mio. Euro (6,8 Mio. Euro) sowie die Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 6,0 Mio. Euro (Zunahme in Höhe von 0,4 Mio. Euro).
Demgegenüber stand ein Zahlungsmittelzufluss aus der Abnahme der übrigen Vermögenswerte in Höhe von 2,6 Mio. Euro (1,6 Mio. Euro). Ferner entstand aus der Veränderung der übrigen Passivposten sowie aus sonstigen zahlungsunwirksamen Effekten insgesamt ein Mittelabfluss in Höhe von 7,5 Mio. Euro (1,0 Mio. Euro).
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Die Investitionstätigkeit des Konzerns - insbesondere für Investitionen in das Sachanlagevermögen - führte insgesamt zu einem Mittelabfluss in Höhe von 3,5 Mio. Euro (3,1 Mio. Euro). Der Mittelabfluss entfiel im ersten Halbjahr 2023 erneut im Wesentlichen auf Investitionen in Leergutbehälter und -kisten im Segment Alkoholfreie Getränke.

Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Aus der Finanzierungstätigkeit entstand ein Nettomittelzufluss in Höhe von 9,3 Mio. Euro (Nettomittelabfluss in Höhe von 10,2 Mio. Euro). Diese Entwicklung ist maßgeblich auf die Inanspruchnahme von Darlehensabrufen innerhalb des Konsortialkreditvertrags zurückzuführen. Während im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2023 hieraus per Saldo eine Einzahlung in Höhe von 12,0 Mio. Euro entstand, führte im Vorjahresvergleichszeitraum die Rückzahlung eines Darlehensabrufs zu einem Mittelabfluss in Höhe von 7,5 Mio. Euro. Daneben resultiert der Mittelabfluss aus der Dividendenzahlung in Höhe von 2,1 Mio. Euro (2,1 Mio. Euro) sowie aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 in Höhe von 0,7 Mio. Euro (0,6 Mio. Euro).
Finanzmittelfonds
Insgesamt lag der Finanzmittelfonds zur Mitte des Geschäftsjahres 2023 bei 2,6 Mio. Euro (6,1 Mio. Euro). Dabei entfielen 0,7 Mio. Euro (2,4 Mio. Euro) auf Forderungen aus den im Rahmen von zwei Factoringvereinbarungen zu deren Abwicklung genutzten, bei Kreditinstituten geführten Kundenabrechnungskonten. Zum 30. Juni 2023 bestanden außerdem Inanspruchnahmen kurzfristiger Kreditlinien bzw. als solche auszuweisende Finanzierungsinstrumente in Höhe von 0,8 Mio. Euro (0,5 Mio. Euro).
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| 30.06.2023 | 31.12.2022 | Veränderung | |||
| TEUR | % | TEUR | % | TEUR | |
| Aktiva | |||||
| Langfristige Vermögenswerte | 57.461 | 41,5 | 57.339 | 39,2 | + 122 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 81.072 | 58,5 | 88.971 | 60,8 | - 7.899 |
| 138.533 | 100,0 | 146.310 | 100,0 | - 7.777 | |
| Passiva | |||||
| Eigenkapital | 47.792 | 34,5 | 50.110 | 34,2 | - 2.318 |
| Langfristige Schulden | 9.654 | 7,0 | 9.532 | 6,5 | + 122 |
| Kurzfristige Schulden | 81.087 | 58,5 | 86.668 | 59,2 | - 5.581 |
| 138.533 | 100,0 | 146.310 | 100,0 | - 7.777 |
Gegenüber dem 31. Dezember 2022 hat sich die Bilanzsumme um 5,3 % auf 138,5 Mio. Euro (146,3 Mio. Euro) vermindert.
Langfristige Vermögenswerte
57,5 Mio. Euro (57,3 Mio. Euro) des Konzernvermögens sind in langfristige Vermögenswerte investiert. Während die langfristigen Vermögenswerte nur leicht anstiegen, erhöhte sich ihr Anteil in Relation zur Bilanzsumme auf nun 41,5 % (39,2 %). Der Bilanzwert des Sachanlagevermögens erhöhte sich um 0,3 Mio. Euro; Abschreibungen und Wertminderungen in Höhe von 3,1 Mio. Euro (3,1 Mio. Euro) stand ein Investitionsvolumen in Höhe von 3,4 Mio. Euro (3,0 Mio. Euro) gegenüber.
Der Deckungsgrad der langfristigen Vermögenswerte durch Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital sank auf 100,0 % (104,0 %).
Kurzfristige Vermögenswerte
Die kurzfristig gebundenen Vermögenswerte verminderten sich auf 81,1 Mio. Euro (89,0 Mio. Euro) und beinhalten zu 14,1 % (12,0 %) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Derzeit stehen der Berentzen-Gruppe zwei Factoringvereinbarungen mit einem Netto-Finanzierungsrahmen von 60,0 Mio. Euro sowie eine formal unbegrenzte Factoringlinie im Rahmen von drei weiteren Zentralregulierungs- und Factoringverträgen zur Verfügung. Auf dieser Grundlage waren zum 30. Juni 2023 Brutto-Forderungen in Höhe von 46,5 Mio. Euro (56,1 Mio. Euro) verkauft. Das noch bilanzierte Forderungsvolumen erhöhte sich auf 11,5 Mio. Euro (10,6 Mio. Euro).
Der wertmäßige Bestand an Vorräten ist auf 53,8 Mio. Euro (51,1 Mio. Euro) gestiegen.
Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte enthalten als wesentlichen Posten Sicherheitseinbehalte aus Factoringtransaktionen in Höhe von 7,3 Mio. Euro (9,0 Mio. Euro). Diese verminderten sich analog zum per 30. Juni 2023 geringeren Volumen an verkauften Brutto-Forderungen.
Der Bestand an flüssigen Mitteln in Höhe von 3,5 Mio. Euro (13,5 Mio. Euro) verringerte sich durch den aus der verkürzten Konzern-Kapitalflussrechnung ersichtlichen negativen Gesamt-Cashflow in Höhe von insgesamt 10,4 Mio. Euro.
Eigenkapital
Das Eigenkapital verringerte sich bei einem Konzern-Gesamtergebnis im ersten Geschäftshalbjahr 2023 in Höhe von -0,3 Mio. Euro (3,1 Mio. Euro) und unter Berücksichtigung der im Mai 2023 von der Hauptversammlung beschlossenen Dividendenzahlung in Höhe von 2,1 Mio. Euro (2,1 Mio. Euro) auf 47,8 Mio. Euro (50,1 Mio. Euro).
Langfristige Schulden
9,7 Mio. Euro (9,5 Mio. Euro) standen dem Konzern als langfristiges Fremdkapital zur Verfügung. Darunter erfasst werden im Wesentlichen die langfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 1,4 Mio. Euro (1,3 Mio. Euro) sowie die Pensionsrückstellungen in Höhe von 5,6 Mio. Euro (5,8 Mio. Euro). Die langfristigen Schulden entsprachen 10,6 % (9,9 %) der zum 30. Juni 2023 ausgewiesenen Konzernschulden.
Kurzfristige Schulden
Das kurzfristige Fremdkapital verminderte sich auf 81,1 Mio. Euro (86,7 Mio. Euro) bzw. 58,5 % (59,2 %) der Konzernbilanzsumme. Davon entfielen 15,0 Mio. Euro (2,6 Mio. Euro) auf den Posten "Kurzfristige Finanzschulden". Diese Entwicklung ist auf einen innerhalb des Konsortialkredit getätigten kurzfristigen Darlehensabruf in Höhe von 12,0 Mio. Euro zurückzuführen.
Die Verbindlichkeiten aus Alkoholsteuern beliefen sich auf 31,6 Mio. Euro (37,6 Mio. Euro). Die Verminderung der im Vergleich zum 31. Dezember 2022 um 6,0 Mio. Euro geringeren Verbindlichkeiten der aus Umsätzen in den beiden Segmenten Spirituosen und Übrige Segmente in Deutschland entstehenden Alkoholsteuer resultiert vornehmlich aus dem traditionell gegenüber dem zur Mitte eines jeden Geschäftsjahres saisonal stärkeren Geschäftsumfang zum Geschäftsjahresende.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen waren mit 11,3 Mio. Euro (17,2 Mio. Euro) dispositions- und stichtagsbedingt um 6,0 Mio. Euro geringer als zum Geschäftsjahresende 2022. Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten einschließlich der kurzfristigen Rückstellungen verringerten sich auf 23,3 Mio. Euro (29,3 Mio. Euro).
Aufgrund deutlich höherer Nettofinanzschulden und einem zugleich stabilen Konzern-EBITDA der zurückliegenden 12 Monate hat sich der Dynamische Verschuldungsgrad mit einem Wert von 0,80 (-0,18) gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres deutlich erhöht.
Das erste Geschäftshalbjahr 2023 war vor dem Hintergrund weiterhin schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen von der Bewältigung zahlreicher Herausforderungen geprägt; hervorzuheben sind hier Lieferengpässe und eine inflationäre Preisentwicklung. Dabei führten insbesondere die Erhöhungen der Abgabepreise, aber auch positive Mengeneffekte in einigen strategisch bedeutsamen Produktkategorien zu einem deutlichen Wachstum der Konzernumsatzerlöse um 12,7 % auf 89,0 Mio. Euro (79,0 Mio. Euro). Vor dem Hintergrund eines zugleich um 0,6 Mio. Euro erhöhten Konzernrohertrags, um 2,5 Mio. Euro gestiegenen Betriebsaufwendungen und um 1,4 Mio. Euro erhöhten sonstigen betrieblichen Erträgen schloss die Berentzen-Gruppe das erste Geschäftshalbjahr 2023 mit einem bereinigten Konzernbetriebsergebnis (Konzern-EBIT) in Höhe von 3,3 Mio. Euro (3,7 Mio. Euro) sowie einem bereinigten Konzernbetriebsergebnis vor Abschreibungen (Konzern-EBITDA) in Höhe von 7,3 Mio. Euro (7,9 Mio. Euro) ab; das Konzernergebnis verringerte sich auf 0,8 Mio. Euro (1,8 Mio. Euro).
Der Geschäftsverlauf in den einzelnen Segmenten zeigte dabei eine einheitliche, positive Dynamik: Das Segment Spirituosen verzeichnete einen Umsatzanstieg in Höhe von 13,0 %, die Umsatzerlöse in den Segmenten Alkoholfreie Getränke und Frischsaftsysteme konnten im ersten Geschäftshalbjahr 2023 um 14,1 % bzw. 9,2 % gesteigert werden.
Die Finanz- und Vermögenslage zeigt sich solide. Sie ist vor dem Hintergrund des gewachsenen Geschäftsumfangs von einer höheren Kapitalbindung im Nettoumlaufvermögen geprägt. Die Finanzierung dieses zusätzlichen Kapitalbedarfs ist insbesondere mithilfe der dargestellten Fremdfinanzierungsbestandteile weiterhin umfassend gesichert, zudem verfügt der Konzern nach wie vor über einen ausreichenden erfolgswirtschaftlichen Cashflow zur Innenfinanzierung der kern-operativen Umsatz- und Ertragsprozesse sowie der Investitionen in langfristige Vermögensgegenstände. Zur Finanzierung weiteren Wachstums hat die Berentzen-Gruppe im Juli 2023 - und damit nach dem Ende des Berichtszeitraums - innerhalb des Konsortialkreditvertrags von der Option einer Erhöhung des Finanzierungsvolumens um eine weitere, endfällige Fazilität in Höhe von 9,9 Mio. Euro Gebrauch gemacht. Als Folge einer gestiegenen Nettofinanzverschuldung und eines zugleich stabilen Konzern-EBITDAs der zurückliegenden 12 Monate hat sich der Dynamische Verschuldungsgrad mit einem Wert von 0,80 (-0,18) gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres deutlich erhöht. Das Konzerneigenkapital verringerte sich absolut um 2,3 Mio. Euro; unter Berücksichtigung einer um 7,8 Mio. Euro auf 138,5 Mio. Euro gesunkenen Konzern-Bilanzsumme erhöhte sich die Eigenmittelquote gegenüber dem 31. Dezember 2022 dabei leicht auf 34,5 % (34,2 %).
Aus der Geschäftstätigkeit des Konzerns eröffnen sich einerseits eine Vielzahl an Chancen, andererseits ist die Unternehmensgruppe zahlreichen Risiken ausgesetzt. Während Risiken die Geschäftsentwicklung negativ beeinflussen können, indem auf zukünftigen Entwicklungen beruhende interne oder externe Ereignisse eintreten, die das Unternehmen daran hindern, definierte Ziele zu erreichen bzw. Strategien erfolgreich zu realisieren, bieten Chancen die Möglichkeit, durch zukünftige Erfolge, die über die definierten Ziele hinausgehen, die Geschäftsentwicklung positiv zu beeinflussen.
Das Risikomanagement der Berentzen-Gruppe ist darauf ausgelegt, Risiken rechtzeitig zu erkennen, zu bewerten und ihnen durch geeignete Früherkennungs- und Sicherungsmaßnahmen zu begegnen. Die Ausgestaltung des Risikomanagementsystems im Einzelnen ist im Risiko- und Chancenbericht des Geschäftsberichts der Berentzen-Gruppe für das Geschäftsjahr 2022 dargestellt.
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2023 haben sich im Vergleich zu den im Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2022 beschriebenen Risiken und Chancen der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns in den verbleibenden sechs Monaten des Geschäftsjahres 2023 keine wesentlichen Änderungen ergeben. Dies schließt die dort getroffene Gesamtbewertung von Risiken und Chancen ein.
Der Prognosebericht der Berentzen-Gruppe berücksichtigt die relevanten, zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernhalbjahresabschlusses bekannten Fakten und Ereignisse, welche die zukünftige Geschäftsentwicklung beeinflussen können. Die darin getroffenen Prognosen auf der Grundlage des aktuellen Standes der integrierten Konzernplanung der Berentzen-Gruppe für das Geschäftsjahr 2023 und unter Einbeziehung der Geschäftsentwicklung im ersten Geschäftshalbjahr 2023 gehen von einer organischen Entwicklung des Konzerns ohne Berücksichtigung wesentlicher einmaliger Sondereffekte sowie von Veränderungen aus möglichen Unternehmensakquisitionen aus; soweit solche bis zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Prognoseberichts zu berücksichtigen sind, ist dies entsprechend angegeben.
Die Entwicklung der Weltwirtschaft wird nach Einschätzung des DIW auch im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2023 von der hohen Inflation und restriktiven Geldpolitik geprägt sein, sodass die Weltwirtschaft ihre gegenwärtige Schwächephase nur langsam hinter sich lassen wird. Die im "World Economic Outlook Update" aus Juli 2023 vom Internationale Währungsfonds (IWF) abgegebene Prognose des Weltwirtschaftswachstums teilt diese Einschätzung: Nach einem Wachstum von 3,5 % im Vorjahr wird für das Jahr 2023 ein Wachstum von 3,0 % erwartet. Diese Prognose ist jedoch mit starken abwärtsgerichteten Risiken behaftet. Auch wenn ein Abfallen der Inflationsrate von 8,7 % in 2022 auf 6,8 % in 2023 erwartet wird, könnten die Inflationsraten auf einem hohen Niveau verharren oder sogar steigen. Infolge könnten die Zentralbanken zu deutlich restriktiveren Maßnahmen gezwungen werden. Ein zusätzlicher Risikofaktor ist die weitere Eskalation des Krieges in der Ukraine, wodurch ein erneuter Anstieg der Rohstoffpreise möglich ist. Das Weltwirtschaftswachstum wird in 2023 voraussichtlich zum Großteil von den Schwellenländern getragen werden - die erwartete Wachstumsrate beträgt laut IWF 4,0 %. Für die fortgeschrittenen Volkswirtschaften wird hingegen ein Wachstum von lediglich 1,5 % prognostiziert. Mit einem Wachstum von 0,9 % sind die Erwartungen an die Entwicklung im Euroraum noch geringer.
Für die deutsche Wirtschaft wird für das Jahr 2023 ein leichter Rückgang der Wirtschaftsleistung von 0,3 % (IWF) bzw. 0,2 % (DIW) prognostiziert. Nach Angaben des DIW verdeckt der Rückgang jedoch, dass die deutsche Wirtschaft auf Erholungskurs ist. Analog zur Entwicklung der Weltwirtschaft wird auch für die deutsche Wirtschaft von einem Rückgang der Inflationsrate auf 5,9 % ausgegangen. Auch hier ist das Risiko der Inflation nicht vollständig gebannt, verharrt sie auf einem höheren Niveau, würde sich die Erholung des privaten Konsums und der Wirtschaft insgesamt verzögern.
Die zuvor dargestellten erwarteten zukünftigen Entwicklungen in der internationalen und insbesondere nationalen Wirtschaft wirken sich in unterschiedlichem Ausmaß auch auf die Absatzmärkte aller Segmente der Berentzen-Gruppe aus.
Ein weiterhin hohes Niveau der Inflation wird auch im Bereich der Fast Moving Consumer Goods (FMCG) erwartet, zu denen auch Spirituosen und alkoholfreie Getränke zählen. Diese Preisentwicklung kann sich negativ auf den Absatz dieser Produkte im Handel auswirken und zu einem Konsumverzicht - insbesondere von Premium-Spirituosen - führen, sodass die Berentzen-Gruppe bis Jahresende einen rückläufiger Absatztrend erwartet. Aus einer gesteigerten Preissensibilität ergeben sich andererseits Chancen für die Entwicklung im Geschäft mit den zum Teil preisgünstigeren Handelsmarken. Aufgrund der Preiserhöhungen können die Umsätze einiger Produkte trotz ausbleibendem Absatzanstieg dennoch über dem Vorjahresniveau liegen. Die aufgrund der Inflation gestiegene Preissensibilität der Verbraucher kann deren Kaufentscheidung für Markenprodukte zudem dahingehend beeinflussen, dass vermehrt auf Promotionen sowie das Angebot von Discountern zurückgegriffen wird.
Im Geschäft mit alkoholfreien Getränken im Handel ist insbesondere der Teilmarkt Mineralwasser darüber hinaus in starkem Maße von der Wetterlage abhängig. Längere Perioden überdurchschnittlich warmer Sommertage können positive Impulse geben; sie sind in den nordwestlichen Vertriebsregionen indes bisher nicht aufgetreten. Während die Trends wie bewusste Ernährung, Nachhaltigkeit und Regionalität das Wachstum einiger Produktsegmente weiterhin antreiben, wirken sie sich zugleich auf andere - insbesondere klassische Süßgetränke und in PET-Gebinden abgefüllte Produkte - eher nachteilig aus. Das Mineralwassergeschäft leidet zudem in wachsendem Maße unter dem Marktwachstum von Sprudler-Systemen.
Der für die Spirituosen und alkoholfreien Getränke der Berentzen-Gruppe auch relevante Vertriebskanal des deutschen Gastgewerbes wird sich nach Auffassung der Berentzen-Gruppe in den kommenden Monaten leicht rückläufig zeigen. Auch wenn in der ersten Jahreshälfte die Gäste nach der Pandemie zurückgekehrt sind, belastet das gestiegene Preisniveau die Nachfrage nach Gaststättendienstleistungen. In der zweiten Jahreshälfte sind zudem keine Corona-Nachholeffekte zu erwarten, da bereits in der zweiten Jahreshälfte 2022 keine Coronavirus-Schutzmaßnahmen in Kraft waren.
Nach Erkenntnissen der Berentzen-Gruppe sind ganzheitliche, belastbare Marktdaten für das Segment Frischsaftsysteme praktisch nicht verfügbar. Es wird daher indikativ auf die Marktentwicklung von frischen Getränken wie Direktsäften, frischgepressten Fruchtsäften und auch Smoothies zurückgegriffen, da diese ebenfalls dem seit mehreren Jahren andauernden Trend zu gestiegenem Ernährungsbewusstsein entsprechen. Nach Einschätzung der Berentzen-Gruppe wird das Thema gesunde Ernährung nach der Coronavirus-Pandemie fortan einen noch höheren Stellenwert einnehmen und somit der Trend zu frisch gepressten Säften stärker als zuvor zurückkehren. Dennoch erscheint es nicht ausgeschlossen, dass dieser Trend durch die gestiegene Preissensibilität infolge der Inflation abgeschwächt werden könnte.
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| 2022 | Prognose für das Geschäftsjahr 2023 im Prognosebericht 2022 | Prognose für das Geschäftsjahr 2023 Q2/ 2023 |
|
| Mio. Euro | Mio. Euro | Mio. Euro | |
| Deckungsbeitrag nach Marketingetats | |||
| Segment | |||
| Spirituosen | 31,3 | 32,0 bis 35,4 | unverändert |
| Alkoholfreie Getränke | 22,9 | 24,9 bis 27,5 | 23,4 bis 25,8 |
| Frischsaftsysteme | 6,2 | 6,3 bis 7,0 | unverändert |
| Übrige Segmente | 4,4 | 3,1 bis 3,4 | 3,9 bis 4,3 |
Die aus der vorstehenden Übersicht hervorgehende voraussichtliche Entwicklung der einzelnen Segmentergebnisse (Deckungsbeitrag nach Marketingetats) gründet sich insbesondere auf den Erkenntnissen der internen Planungs- und Prognoseprozesse, in denen die jeweils gezeigte Geschäftsentwicklung in den ersten sieben Monaten des Geschäftsjahres 2023 sowie die Einschätzungen für die bis zum Geschäftsjahresende 2023 verbleibende Periode reflektiert sind. Auf dieser Basis war die Prognose in zwei Fällen unterjährig anzupassen.
Im Segment Alkoholfreie Getränke wird nunmehr ein Deckungsbeitrag nach Marketingetats in einer Größenordnung zwischen 23,4 Mio. Euro bis 25,8 Mio. Euro (22,9 Mio. Euro) erwartet. Im Kontext der zuvor dargestellten positiven Umsatzentwicklung und positiven Produktmixeffekte im ersten Halbjahr 2023 zeigte das Deckungsbeitragsvolumen ebenfalls Wachstum, blieb aber diesbezüglich hinter den Erwartungen zurück. Diese Entwicklung wird sich voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2023 fortsetzen. Der Einsatz von Mitteln für Marketing und Handelswerbung wird sich nunmehr annahmegemäß weitestgehend auf dem Niveau des Vorjahres zeigen.
Die Übrigen Segmente beinhalten im Wesentlichen das Tourismus-, Veranstaltungs-, und Webshopgeschäft der Berentzen-Gruppe sowie das von einer lokalen Konzerngesellschaft betreute Geschäft mit Spirituosen in der Türkei. Im Hinblick auf letzteres hat die Berentzen-Gruppe aufgrund eines stark von Unsicherheit geprägten wirtschaftlichen und politischen Umfelds in der Türkei ursprünglich eine vorsichtige Einschätzung der Deckungsbeitragsentwicklung abgegeben. Aufgrund einer jedoch positiven Entwicklung im ersten Halbjahr 2023 bei zugleich weiterhin stabil erwarteten Marketingaufwendungen erhöht die Berentzen-Gruppe die Prognose für das Segmentergebnis auf eine Bandbreite von 3,9 Mio. Euro bis 4,3 Mio. Euro (4,4 Mio. Euro).
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| 2022 | Prognose für das Geschäftsjahr 2023 im Prognosebericht 2022 | Prognose für das Geschäftsjahr 2023 Q2/ 2023 |
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| Mio. Euro | Mio. Euro | Mio. Euro | |
| Konzernumsatzerlöse | 174,2 | 185,0 bis 195,0 | unverändert |
| Konzernbetriebsergebnis (Konzern-EBIT) | 8,3 | 7,0 bis 9,0 | unverändert |
| Konzernbetriebsergebnis vor Abschreibungen (Konzern-EBITDA) | 16,7 | 15,6 bis 17,6 | unverändert |
Vor dem Hintergrund der zuvor dargestellten Entwicklung der einzelnen Segmente bestätigt die Berentzen-Gruppe zum Ende der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2023 die im Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2022 getroffenen Prognosen in Bezug auf das Konzernbetriebsergebnis (Konzern-EBIT), das Konzernbetriebsergebnis vor Abschreibungen (Konzern-EBITDA) sowie die Konzernumsatzerlöse. Demzufolge erwartet die Berentzen-Gruppe weiterhin eine stabile Entwicklung der Ertragslage im Geschäftsjahr 2023.
Auf der Grundlage der vorstehend dargestellten Entwicklung der operativen Geschäftstätigkeit wird davon ausgegangen, dass sich die Finanz- und Vermögenslage des Konzerns weiterhin insgesamt solide zeigen wird.
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| 2022 | Prognose für das Geschäftsjahr 2023 im Prognosebericht 2022 | Prognose für das Geschäftsjahr 2023 Q2/ 2023 |
|
| Mio. Euro | Mio. Euro | Mio. Euro | |
| Erfolgswirtschaftlicher Cashflow | 12,3 | 11,7 bis 13,5 | 10,1 bis 11,8 |
Im Hinblick auf die voraussichtliche Entwicklung des Erfolgswirtschaftlichen Cashflows korrigiert die Berentzen-Gruppe ihre Prognose auf eine Bandbreite von nunmehr 10,1 Mio. Euro bis 11,8 Mio. Euro (12,3 Mio. Euro). Ursächlich hierfür wird der voraussichtlich unter dem Niveau des Vorjahres liegende Zahlungsbeitrag des um Abschreibungen und Wertminderungen korrigierten Konzernergebnisses sowie ein von den ursprünglichen Planungsannahmen abweichender Zeitpunkt der Zahlungsabflüsse im Zusammenhang mit Ertragsteuern sein.
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| 2022 | Prognose für das Geschäftsjahr 2023 im Prognosebericht 2022 | Prognose für das Geschäftsjahr 2023 Q2/ 2023 |
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| Eigenmittelquote | 34,2 % | 32,2 % bis 37,2 % | unverändert |
| Dynamischer Verschuldungsgrad | - 0,58 | 0,19 bis 0,29 | 0,48 bis 0,58 |
Da sich der Kapitalbedarf - insbesondere für die Finanzierung eines höheren Working Capitals - umfangreicher zeigt als ursprünglich angenommen wurde, ändert die Berentzen-Gruppe ihre Prognose für den Dynamischen Verschuldungsgrad auf eine erwartete Spanne von 0,48 bis 0,58. Die in dieser Kennzahl zum Ausdruck kommende Kapitaldienstfähigkeit der Berentzen-Gruppe wird sich insofern weiterhin als solide darstellen.
Nach dem aktuellen Stand der integrierten Konzernprognose für das Geschäftsjahr 2023 wird sich die Vermögens- und Finanzlage der Unternehmensgruppe insgesamt weiterhin als ausgewogen darstellen, allerdings unterliegen die zur Steuerung herangezogenen Bestandsgrößen in nicht unerheblichem Maße auch stichtagsbedingten Effekten, insbesondere sofern sie nur kurzfristigen Bindungsdauern unterliegen.
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| 30.06.2023 | 31.12.2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| AKTIVA | ||
| Langfristig gebundene Vermögenswerte | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 9.152 | 9.330 |
| Sachanlagen | 44.751 | 44.420 |
| Nutzungsrechte aus geleasten Vermögenswerten | 2.355 | 2.298 |
| Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte | 1.107 | 1.200 |
| Latente Steuererstattungsansprüche | 96 | 91 |
| Summe langfristig gebundene Vermögenswerte | 57.461 | 57.339 |
| Kurzfristig gebundene Vermögenswerte | ||
| Vorräte | 53.800 | 51.134 |
| Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 11.453 | 10.642 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 2.203 | 989 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 3.459 | 13.537 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte | 10.157 | 12.669 |
| Summe kurzfristig gebundene Vermögenswerte | 81.072 | 88.971 |
| BILANZSUMME | 138.533 | 146.310 |
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| 30.06.2023 | 31.12.2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| PASSIVA | ||
| Eigenkapital | ||
| Gezeichnetes Kapital | 24.424 | 24.424 |
| Kapitalrücklage | 6.821 | 6.821 |
| Gewinnrücklagen | 22.243 | 23.098 |
| Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung und Hochinflation | - 5.696 | - 4.233 |
| Summe Eigenkapital | 47.792 | 50.110 |
| Langfristige Schulden | ||
| Langfristige Rückstellungen | 7.183 | 7.106 |
| Langfristige Finanzverbindlichkeiten | 1.408 | 1.317 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | 1.063 | 1.109 |
| Summe langfristige Schulden | 9.654 | 9.532 |
| Kurzfristige Schulden | ||
| Verbindlichkeiten aus Alkoholsteuern | 31.587 | 37.605 |
| Kurzfristige Rückstellungen | 81 | 81 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 594 | 455 |
| Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 14.970 | 2.591 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten | 33.855 | 45.936 |
| Summe kurzfristige Schulden | 81.087 | 86.668 |
| BILANZSUMME | 138.533 | 146.310 |
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| 01.01. bis 30.06.2023 | 01.01. bis 30.06.2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Umsatzerlöse | 88.976 | 78.980 |
| Bestandsveränderung | 2.100 | 2.991 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 2.993 | 1.574 |
| Materialaufwand | 53.160 | 44.676 |
| Personalaufwand | 14.970 | 14.678 |
| Abschreibungen auf Vermögenswerte | 4.033 | 4.140 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 18.646 | 16.306 |
| Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 | - 470 | - 619 |
| Finanzerträge | 62 | 7 |
| Finanzaufwendungen | 1.714 | 654 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 1.138 | 2.479 |
| Ertragsteueraufwand | 381 | 697 |
| Konzernergebnis | 757 | 1.782 |
| Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung und Hochinflation | - 1.008 | 333 |
| Posten, die zu einem späteren Zeitpunkt in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden | - 1.008 | 333 |
| Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne | 0 | 1.337 |
| Latente Steuern auf Neubewertung leistungsorientierter Versorgungspläne | 0 | - 394 |
| Posten, die nicht zu einem späteren Zeitpunkt in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden | 0 | 943 |
| Sonstiges Ergebnis | - 1.008 | 1.276 |
| Konzern-Gesamtergebnis | - 251 | 3.058 |
| Ergebnis je Aktie nach dem Gewinn, der den Eigenkapitalgebern zusteht (in Euro je Aktie) | ||
| unverwässertes / verwässertes Ergebnis je Stammaktie | 0,081 | 0,190 |
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| Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklagen | Gewinnrücklagen | Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung und Hochinflation | Summe Eigenkapital | |
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Stand am 01.01.2022 | 24.424 | 6.821 | 20.104 | - 2.414 | 48.935 |
| Konzernergebnis | 2.237 | - 455 | 1.782 | ||
| Sonstiges Ergebnis | 943 | 333 | 1.276 | ||
| Konzern-Gesamtergebnis | 3.180 | - 122 | 3.058 | ||
| Gezahlte Dividenden | - 2.067 | - 2.067 | |||
| Stand am 30.06.2022 | 24.424 | 6.821 | 21.218 | - 2.536 | 49.927 |
| Stand am 01.01.2023 | 24.424 | 6.821 | 23.098 | - 4.233 | 50.110 |
| Konzernergebnis | 1.115 | - 358 | 757 | ||
| Sonstiges Ergebnis | 0 | - 1.008 | - 1.008 | ||
| Konzern-Gesamtergebnis | 1.115 | - 1.366 | - 251 | ||
| Gezahlte Dividenden | - 2.067 | - 2.067 | |||
| Stand am 30.06.2023 | 24.424 | 6.821 | 22.146 | - 5.599 | 47.792 |
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| 01.01. bis 30.06.2023 | 01.01. bis 30.06.2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Konzernergebnis | 757 | 1.782 |
| Ertragsteueraufwand | 381 | 697 |
| Zinserträge | - 62 | - 7 |
| Zinsaufwendungen | 1.714 | 654 |
| Abschreibungen auf Vermögenswerte | 4.033 | 4.140 |
| Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 | 470 | 619 |
| Sonstige zahlungsunwirksame Effekte | - 1.662 | 951 |
| Zunahme (+)/Abnahme (-) der Rückstellungen | 77 | - 1.189 |
| Gewinne (-)/Verluste (+) aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens | 3 | 16 |
| Zunahme (+)/Abnahme (-) der Forderungsabtretungen durch Factoring | - 7.866 | - 7.500 |
| Abnahme (+)/Zunahme (-) sonstiger Aktiva | 7.014 | - 995 |
| Zunahme (+)/Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Alkoholsteuer | - 6.018 | - 5.546 |
| Zunahme (+)/Abnahme (-) der sonstigen Passiva | - 12.020 | - 476 |
| Einzahlungen aus Unterleasingverhältnissen | 61 | 53 |
| Aus der laufenden Geschäftstätigkeit generierte Zahlungsmittel | - 13.118 | - 6.801 |
| Gezahlte Ertragsteuern | - 1.510 | - 1.266 |
| Erhaltene Zinsen | 66 | 5 |
| Gezahlte Zinsen | - 1.543 | - 620 |
| Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit | - 16.105 | - 8.682 |
| Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen | - 130 | - 111 |
| Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens | 4 | 6 |
| Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen | - 3.419 | - 2.963 |
| Cashflow aus der Investitionstätigkeit | - 3.545 | - 3.068 |
| Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten | 47.000 | 0 |
| Auszahlungen im Zusammenhang mit der Aufnahme von Krediten | 0 | - 24 |
| Auszahlungen im Zusammenhang mit der Tilgung von Krediten | - 35.000 | - 7.500 |
| Dividendenausschüttung | - 2.067 | - 2.067 |
| Auszahlungen für Tilgungen von Leasingverbindlichkeiten | - 678 | - 593 |
| Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit | 9.255 | - 10.183 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds | - 10.395 | - 21.933 |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Periode | 13.039 | 28.004 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Periode | 2.644 | 6.071 |
Die Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft, Haselünne, ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in der Ritterstraße 7, 49740 Haselünne, Deutschland, und ist beim Handelsregister des Amtsgerichts Osnabrück (HRB 120444) eingetragen.
Das Grundkapital der Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft ist eingeteilt in 9,6 Millionen Stück nennbetragslose Stammaktien, die im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (General Standard) unter der ISIN DE0005201602 bzw. WKN 520160 notiert sind.
Die Geschäftstätigkeit der Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft und ihrer verbundenen Unternehmen umfasst die Herstellung und den Vertrieb von Spirituosen und alkoholfreien Getränken sowie die Entwicklung und den Vertrieb von Frischsaftsystemen.
Grundlagen der Rechnungslegung
Der vorliegende Konzernhalbjahresabschluss zum 30. Juni 2023 wurde gemäß § 117 Nr. 2 WpHG i.V.m. § 115 WpHG sowie in Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den diesbezüglichen Auslegungen des IFRS Interpretations Committee, wie sie in der Europäischen Union (EU) für die Zwischenberichterstattung anzuwenden sind, erstellt. Insbesondere wurde IAS 34 "Zwischenberichterstattung" angewendet; ergänzend wurde der "Deutsche Rechnungslegungs Standard Nr. 16 (DRS 16) Halbjahresfinanzberichterstattung" beachtet.
Die im Konzernhalbjahresabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen mit folgender Ausnahme grundsätzlich denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des Geschäftsjahres 2022:
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| • | In der Zwischenberichtsperiode erfolgt die Ermittlung des Ertragsteueraufwands gemäß IAS 34 i.V.m. IAS 12 auf der Grundlage der besten Schätzung der aktuell erwarteten Steuerquote für das gesamte Geschäftsjahr. Diese Steuerquote wird auf das Vorsteuerergebnis der Zwischenberichtsperiode angewendet. |
Eine detaillierte Beschreibung der Grundsätze der Rechnungslegung und der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ist im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022, der die Grundlage für den vorliegenden Konzernhalbjahresabschluss darstellt, veröffentlicht.
Der Konzernhalbjahresabschluss zum 30. Juni 2023 und der Konzernzwischenlagebericht für das erste Geschäftshalbjahr 2023 wurden weder einer freiwilligen prüferischen Durchsicht unterzogen noch entsprechend § 317 HGB geprüft und sollten im Zusammenhang mit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 und dem zusammengefassten Lagebericht der Berentzen-Gruppe (Konzern) und der Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2022 gelesen werden.
Der vorliegende Konzernhalbjahresabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2023 und der Konzernzwischenlagebericht für das erste Geschäftshalbjahr 2023 wurden vom Vorstand am 10. August 2023 zur Veröffentlichung freigegeben.
Im Geschäftsjahr 2023 wurden keine wesentlichen neuen bzw. geänderten IFRS-Rechnungslegungsvorschriften erstmals angewendet.
Der Konsolidierungskreis ist gegenüber dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 unverändert.
Im Rahmen der Erstellung des Konzernhalbjahresabschlusses gemäß IAS 34 muss der Vorstand Beurteilungen und Schätzungen vornehmen sowie Annahmen treffen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Konzern und den Ausweis der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie der Erträge und Aufwendungen beeinflussen. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen. Die Ergebnisse der zum 30. Juni 2023 endenden Berichtsperiode lassen nicht notwendigerweise Rückschlüsse auf die Entwicklung zukünftiger Ergebnisse zu.
Die Methodik für Annahmen und Schätzungen ist gegenüber dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 unverändert.
Die Umsätze des Konzerns unterliegen insbesondere innerhalb der Segmente Spirituosen und Alkoholfreie Getränke saisonalen Einflüssen. Im in der Note (4.2) "Segmentberichterstattung" näher erläuterten, umsatzstärksten Segment Spirituosen sind im zweiten Geschäftshalbjahr in der Regel höhere Umsatzerlöse als im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres zu erwarten. Die Ergebnisentwicklung dieses Segments hängt darüber hinaus auch von Art und Umfang der eingesetzten Marketinginstrumente ab, während im Segment Alkoholfreie Getränke die zugrunde liegende Wetterlage für die Absatz- und Umsatzentwicklung von Bedeutung ist. Für das Segment Frischsaftsysteme sind dagegen keine wesentlichen saisonbedingten Einflüsse festzustellen.
Die Geschäftsergebnisse für das erste Geschäftshalbjahr sind daher nicht zwangsläufig ein Indikator für die zu erwartenden Ergebnisse für das gesamte Geschäftsjahr.
Im ersten Geschäftshalbjahr 2023 sind TEUR 3.549 (1. HJ 2022: TEUR 3.074) in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen investiert worden.
Zum 30. Juni 2023 bestanden ferner Verpflichtungen zum Kauf von Sachanlagen in Höhe von TEUR 635 (31.12.2022: TEUR 0).
Im Rahmen ihrer Außenfinanzierung nutzt die Berentzen-Gruppe auch die Inanspruchnahme von Factoringlinien. Das daraus zur Verfügung stehende Gesamtfinanzierungsvolumen auf der Grundlage von zwei Factoringvereinbarungen beläuft sich auf TEUR 60.000 (31.12.2022: TEUR 60.000). Hinzu kommt eine formal unbegrenzte Factoringlinie im Rahmen von drei weiteren Zentralregulierungs- und Factoringverträgen, die kein Höchstobligo enthalten, sondern deren mögliche Inanspruchnahme nur durch die zur Verfügung stehenden verkaufsfähigen Forderungen begrenzt wird.
Zum 30. Juni 2023 waren TEUR 46.498 (31.12.2022: TEUR 56.080) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an die jeweiligen Factoringgesellschaften verkauft und abgetreten. Da nahezu alle mit dem Eigentum an den finanziellen Vermögenswerten verbundenen Risiken und Chancen auf den Factor übertragen worden sind, erfolgt entsprechend IFRS 9.3.2.6 a) die vollständige Ausbuchung der verkauften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Für das bei der Berentzen-Gruppe im Zeitpunkt der Ausbuchung noch verbleibende Spätzahlungsrisiko wurde zum 30. Juni 2023 ein sog. anhaltendes Engagement (Continuing Involvement) in Höhe von TEUR 544 (31.12.2022: TEUR 483) als Vermögenswert angesetzt. Gleichzeitig wurde eine entsprechende Verbindlichkeit erfasst.
Für eventuell entstehende Forderungskürzungen wurden durch den Factor Sicherheiten in Höhe von TEUR 7.263 (31.12.2022: TEUR 8.978) einbehalten, die unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen werden.
Nach dem Aktiengesetz (AktG) bemisst sich die Gewinnverwendung einschließlich der Dividendenausschüttung an die Aktionäre nach dem im handelsrechtlichen Jahresabschluss der Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft ausgewiesenen Bilanzgewinn.
Auf der Hauptversammlung vom 10. Mai 2023 wurde beschlossen, den im Jahresabschluss der Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft ausgewiesenen Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2022 in Höhe von rund TEUR 9.931 (Vorjahr: TEUR 14.435) zur Zahlung einer Dividende von EUR 0,22 (Vorjahr: EUR 0,22) je dividendenberechtigter Stammaktie für das Geschäftsjahr 2022 zu verwenden und im Übrigen auf neue Rechnung vorzutragen. Unter Berücksichtigung der von der Gesellschaft zum Tag der Hauptversammlung gehaltenen, gemäß § 71b AktG nicht dividendenberechtigten eigenen Aktien entspricht dies einer Ausschüttung von insgesamt rund TEUR 2.067 (Vorjahr: TEUR 2.067) und einem Vortrag auf neue Rechnung in Höhe von rund TEUR 7.864 (Vorjahr: TEUR 12.368).
Seit Juni 2022 wird IAS 29 "Rechnungslegung in Hochinflationsländern" auf den Einzelabschluss der türkischen Tochtergesellschaft angewendet. Zum 30. Juni 2023 ergibt sich daraus ein Effekt auf das Sonstige Ergebnis i. H. v. TEUR 329 (1. HJ 2022: TEUR 492), der in dem Eigenkapitalposten "Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung und Hochinflation" erfasst wird. In dem Eigenkapitalposten wird zusätzlich der Effekt aus der Währungsumrechnung erfasst, der sich zum 30. Juni 2023 auf TEUR -1.337 (1. HJ 2022: TEUR -159) beläuft.
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| 30.06.2023 | 31.12.2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Pensionsrückstellungen | 5.566 | 5.804 |
| Andere langfristige Rückstellungen | 1.617 | 1.302 |
| 7.183 | 7.106 |
Den auf leistungsorientierten Plänen beruhenden Pensionsrückstellungen liegen Verpflichtungen inländischer in den Konzernabschluss einbezogener Unternehmen über Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Alters-, Invaliden- und Witwenrente) zugrunde, die in unterschiedlichen Versorgungsordnungen geregelt sind. Die Höhe der individuellen Leistungen ist dabei von der Dauer der Betriebszugehörigkeit, dem Alter und / oder dem Gehaltsniveau der Mitarbeitenden abhängig. Neu eintretende Mitarbeitende erhalten derzeit keine Zusagen aus leistungsorientierten Plänen.
Gemäß IAS 19 werden die Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen und pensionsähnliche Verpflichtungen nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method") für leistungsorientierte Altersversorgungspläne (Defined Benefit Plans) berechnet. Die Ermittlung erfolgt auf Basis von versicherungsmathematischen Gutachten, wobei die Parameter Rechnungszins, Gehaltsdynamik und kalkulatorische Anpassungsrate für Renten in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2023 im Vergleich zum 31. Dezember 2022 unverändert blieben. Die Entwicklung des Anwartschaftsbarwertes (Defined Benefit Obligation - DBO) zum 30. Juni 2023 zeigt die nachfolgende Tabelle:
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| 2023 | 2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| DBO zu Beginn des Geschäftsjahres | 5.804 | 7.968 |
| Zinsaufwendungen auf DBO | 107 | 38 |
| Neubewertungen | ||
| Versicherungsmathematische Gewinn / Verluste aufgrund der Veränderung von finanziellen Annahmen | 0 | - 1.661 |
| Versicherungsmathematische Gewinn / Verluste aufgrund erfahrungsbedingter Anpassungen | 0 | 153 |
| Gezahlte Versorgungsleistungen | - 345 | - 694 |
| DBO zum Ende des Geschäftshalbjahres / Geschäftsjahres | 5.566 | 5.804 |
Die Pensionsaufwendungen für das jeweilige Geschäftshalbjahr setzen sich wie folgt zusammen:
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| 01.01. bis 30.06.2023 | 01.01. bis 30.06.2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Zinsaufwendungen auf DBO | 107 | 20 |
| In der Konzern-Gewinn und Verlustrechnung erfasste Aufwendungen | 107 | 20 |
| Versicherungsmathematische Gewinne (-) / Verluste (+) | 0 | - 1.337 |
| Im Sonstigen Ergebnis erfasste Aufwendungen / Erträge | 0 | - 1.337 |
| Pensionsaufwendungen gesamt | 107 | - 1.317 |
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| 30.06.2023 | 31.12.2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Bezüge mit erfolgsbezogenen Komponenten | 1.355 | 1.060 |
| Jubiläumszuwendungen | 262 | 242 |
| 1.617 | 1.302 |
Für nähere Erläuterungen zu den Bezügen des Vorstands mit erfolgsbezogenen Komponenten wird auf den Abschnitt (4.5) "Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen", sowie auf die Beschreibung des Vergütungssystems für den Vorstand unter https://www.berentzen-gruppe.de/fileadmin/media/4_0_investoren/4_3-berichte/2022_Verguetungsbericht.pdf verwiesen.
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| 30.06.2023 | 31.12.2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Verbindlichkeiten aus Alkoholsteuer | 31.587 | 37.605 |
| 31.587 | 37.605 |
Der Bilanzausweis zum 30. Juni 2023 betrifft die angemeldete Alkoholsteuer für die Monate Mai und Juni 2023. Der Bilanzausweis zum 31. Dezember 2022 umfasst die angemeldete Alkoholsteuer für die Monate November und Dezember 2022, die nach den Vorschriften des deutschen Alkoholsteuergesetzes im Januar bzw. Februar 2023 zur Zahlung fällig war.
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| 30.06.2023 | 31.12.2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 12.815 | 498 |
| Leasingverbindlichkeiten | 1.032 | 1.029 |
| Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen | 563 | 565 |
| Anhaltendes Engagement (Continuing Involvement) | 544 | 483 |
| Zinsverbindlichkeit Anhaltendes Engagement (Continuing Involvement) | 16 | 16 |
| 14.970 | 2.591 |
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 12.815 (31.12.2022: TEUR 498) handelt es sich im Wesentlichen um einen kurzfristigen Darlehensabruf innerhalb des Konsortialkreditvertrags. Zum 31. Dezember 2022 erfolgte keine Inanspruchnahme. Zusätzlich beinhalten die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten die Kontokorrentverbindlichkeiten eines ausländischen Konzernunternehmens.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Sonstige finanzielle Vermögenswerte haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten. Für bestimmte Finanzinstrumente der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet", wie Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen und Genossenschaftsanteile, stellen die fortgeführten Anschaffungskosten die beste Schätzung des beizulegenden Zeitwerts dar.
Der beizulegende Zeitwert der Verbindlichkeiten aus dem Konsortialkreditvertrag entspricht aufgrund seiner zum Teil variablen Verzinsung auf Basis von Referenzzinssätzen näherungsweise dem bilanzierten Wert. Die beizulegenden Zeitwerte der weiteren kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten, wie die Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen, entsprechen ihren Buchwerten, da diese kurzfristige Restlaufzeiten haben und Auswirkungen der Abzinsung unwesentlich sind. Der Marktwert der derivativen Finanzinstrumente wird nach der Barwertmethode ermittelt. Dabei werden der Bewertung die Tagesendkurse bzw. zum Monatsultimo die EZB-Referenzkurse zugrunde gelegt. Der beizulegende Zeitwert ist der Ebene 2 der Fair Value-Hierarchie des IFRS 13 zuzuordnen. Aus deren Bewertung zum Fair Value entstand saldiert kein Ergebniseffekt (1. HJ 2022: kein Ergebniseffekt). Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die Sonstigen Verbindlichkeiten haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten. Die bilanzierten Werte stellen näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar.
Die verschiedenen Ebenen der Fair Value-Hierarchie des IFRS 13 stellen sich wie folgt dar:
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| • | Ebene 1: Die Inputfaktoren sind in aktiven, für das Unternehmen am Bemessungsstichtag zugänglichen Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierte (nicht berichtigte) Preise. |
| • | Ebene 2: Die Inputfaktoren sind andere als die auf Ebene 1 genannten Marktpreisnotierungen, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder unmittelbar oder mittelbar zu beobachten sind. |
| • | Ebene 3: Die Inputfaktoren sind Inputfaktoren, die für den Vermögenswert oder die Schuld nicht beobachtbar sind. |
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der im Konzernhalbjahresabschluss erfassten Finanzinstrumente:
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| Kategorie nach IFRS 9 | 30.06.2023 | 31.12.2022 | |||
| Buchwert | Beizulegender Zeitwert | Buchwert | Beizulegender Zeitwert | ||
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | ||
| Aktiva | |||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | AC 1) | 3.459 | 3.459 | 13.537 | 13.537 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | AC | 11.453 | 11.453 | 10.642 | 10.642 |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | |||||
| Eigenkapitalinstrumente | FVPL 2) | 804 | 804 | 804 | 804 |
| Übrige finanzielle Vermögenswerte | AC | 9.713 | 9.713 | 11.747 | 11.747 |
| Passiva | |||||
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | AC | 12.815 | 12.815 | 498 | 498 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | AC | 11.253 | 11.253 | 17.214 | 17.214 |
| Sonstige Finanzverbindlichkeiten | AC | 16.038 | 16.038 | 21.895 | 21.895 |
1) Amortised cost.
2) Fair Value through Profit & Loss.
Die Umsatzerlöse werden im Wesentlichen zeitpunktbezogen aus dem Verkauf von Gütern in verschiedenen geographischen Regionen und innerhalb verschiedener Produktgruppen generiert.
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| 01.01. bis 30.06.2023 | 01.01. bis 30.06.2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Segment Spirituosen | 53.764 | 47.577 |
| Segment Alkoholfreie Getränke | 22.767 | 19.960 |
| Segment Frischsaftsysteme | 9.468 | 8.673 |
| Übrige Segmente | 2.977 | 2.770 |
| Umsatzerlöse | 88.976 | 78.980 |
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| 01.01. bis 30.06.2023 | 01.01. bis 30.06.2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Auflösung von Verbindlichkeiten (Accruals) | 1.078 | 762 |
| Kursgewinne | 468 | 121 |
| Periodenfremde Erträge | 454 | 63 |
| Übrige sonstige betriebliche Erträge | 993 | 628 |
| 2.993 | 1.574 |
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| 01.01. bis 30.06.2023 | 01.01. bis 30.06.2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Verkehrs- und Vertriebskosten | 10.273 | 9.437 |
| Instandhaltung | 1.936 | 1.586 |
| Marketing einschließlich Werbung | 1.837 | 1.869 |
| Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen | 4.600 | 3.414 |
| 18.646 | 16.306 |
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| 01.01. bis 30.06.2023 | 01.01. bis 30.06.2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 | - 470 | - 619 |
| - 470 | - 619 |
Seit Juni 2022 wird die Türkei als Hochinflationsland im Sinne des IAS 29 eingestuft. In dem Posten "Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29" werden die Effekte aus der Kaufkraftanpassung der nicht-monetären Bilanzposten sowie der Posten der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Im ersten Geschäftshalbjahr 2023 ergab sich ein negatives Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten in Höhe von TEUR 470 (1. HJ 2022: TEUR 619).
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| 01.01. bis 30.06.2023 | 01.01. bis 30.06.2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Tatsächliche Ertragsteuern | 439 | 749 |
| Latente Ertragsteuern | - 58 | - 52 |
| 381 | 697 |
Die Finanzlage einschließlich der verkürzten Konzern-Kapitalflussrechnung wird im Konzernzwischenlagebericht im Wirtschaftsbericht Abschnitt (2.2.3) Finanzlage auf den Seiten 15 ff. dieses Konzern-Halbjahresfinanzberichts erläutert. Die Konzern-Kapitalflussrechnung findet sich ferner in einer gesonderten Darstellung auf Seite 29 dieses Konzern-Halbjahresfinanzberichts.
Die Segmentberichterstattung ist nach IFRS 8 "Geschäftssegmente" aufgestellt. Hierbei sind die Geschäftssegmente auf Basis der internen Steuerung von Konzernbereichen abzugrenzen, deren Segmentergebnisse regelmäßig vom Hauptentscheidungsträger des Unternehmens im Hinblick auf Entscheidungen über die Verteilung von Ressourcen zu diesem Segment und der Bewertung seiner Ertragskraft überprüft werden.
Über die Geschäftssegmente wird in einer Art und Weise berichtet, die mit der internen Berichterstattung an den Hauptentscheidungsträger, den Vorstand der Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft, übereinstimmt. Als Steuerungsgröße dient dem Vorstand die Kennzahl "Deckungsbeitrag nach Marketingetats". Der Konzern wird vornehmlich auf Basis der Produktgruppen und Vertriebsbereiche organisiert und gesteuert. Die interne Berichterstattung der Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft basiert grundsätzlich auf den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen des Konzernabschlusses. Die Darstellung der Segmentberichterstattung entspricht der internen Berichterstattung.
In der Segmentberichterstattung werden die wesentlichen operativen Geschäftsbereiche "Marke Inland" sowie "Export- und Handelsmarken" aufgrund gleichartiger Kundengruppen, Produkte sowie einer ähnlichen langfristigen Marge zu einem berichtspflichtigen Segment zusammengefasst.
Der Konzern war im Geschäftsjahr 2022 und im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2023 in folgenden Segmenten tätig:
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| • | Spirituosen (Marke Inland und Export- und Handelsmarken): In dem Segment ist die Vermarktung und der Vertrieb von sowie der Handel mit Spirituosen in den genannten Vertriebsbereichen zusammengefasst. |
| • | Alkoholfreie Getränke: In diesem Segment ist die Vermarktung und der Vertrieb von sowie der Handel mit alkoholfreien Getränken dargestellt. |
| • | Frischsaftsysteme: In diesem Segment ist je nach Systemkomponente die Entwicklung, Herstellung, Vermarktung und der Vertrieb von sowie der Handel mit Fruchtpressen, Orangen sowie Abfüllgebinden erfasst. |
| • | Übrige Segmente: Dieses Segment beinhaltet im Wesentlichen das Tourismus-, Veranstaltungs- und Webshopgeschäft der Berentzen-Gruppe sowie das von einer lokalen Konzerngesellschaft betreute Geschäft mit Spirituosen in der Türkei. |
Die Umsatzerlöse der einzelnen Segmente setzen sich aus den intersegmentären Umsätzen und aus Umsätzen mit Kunden außerhalb des Konzerns zusammen. Die Summe der Außenumsätze der einzelnen Segmente ergibt die Umsatzerlöse des Konzerns. Die Preise und Konditionen für die zwischen den Konzerngesellschaften und Segmenten ausgetauschten Produkte und Dienstleistungen entsprechen denen mit fremden Dritten.
In dem Segmentergebnis "Deckungsbeitrag nach Marketingetats" sind direkt anfallende Aufwendungen der zum jeweiligen Segment zusammengefassten Bereiche enthalten. Für den produktbezogenen Materialaufwand, übrige Einzelkosten (Fracht, Verpackungsrecycling, Provisionen) und Marketing einschließlich Werbung ist die Zuordnung zu den einzelnen Geschäftssegmenten eindeutig möglich, sodass der Deckungsbeitrag nach Marketingetats vollständig für die Segmente dargestellt werden kann und als Steuerungskennzahl im Konzern verwendet wird.
Das Vermögen und die Schulden werden im für den Hauptentscheidungsträger des Konzerns vorliegenden internen Reporting nicht auf die Segmente verteilt, sondern nur auf Konzernebene dargestellt. Somit erhält der Vorstand der Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft in seiner Funktion als Hauptentscheidungsträger keine Angaben zum Segmentvermögen.
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| 01.01. bis 30.06.2023 | ||||||
| Spirituosen | Alkoholfreie Getränke | Frischsaftsysteme | Übrige Segmente | Eliminierung der intersegmentären Erlöse / Aufwendungen | Gesamt | |
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Umsatzerlöse mit Dritten | 53.764 | 22.767 | 9.468 | 2.977 | 88.976 | |
| Intersegmentäre Umsätze | 1.625 | 77 | 0 | 6 | - 1.708 | |
| Umsatzerlöse Gesamt | 55.389 | 22.844 | 9.468 | 2.983 | - 1.708 | 88.976 |
| Materialaufwand (produktbezogen) | - 37.439 | - 7.001 | - 5.288 | - 702 | 1.708 | - 48.722 |
| Übrige Einzelkosten | - 2.839 | - 3.716 | - 803 | - 94 | - 7.452 | |
| Marketing einschließlich Werbung | - 725 | - 768 | - 81 | - 39 | - 1.613 | |
| Deckungsbeitrag nach Marketingetats | 14.386 | 11.359 | 3.296 | 2.148 | 31.189 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | 2.993 | |||||
| Materialaufwand / Bestandsveränderung (sofern nicht im Deckungsbeitrag enthalten) | - 2.338 | |||||
| Personalaufwand | - 14.970 | |||||
| Abschreibungen auf Vermögenswerte | - 4.033 | |||||
| Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen | - 9.581 | |||||
| Konzernbetriebs-ergebnis bzw. -EBIT | 3.260 | |||||
| Finanzerträge | 62 | |||||
| Finanzaufwendungen | - 1.714 | |||||
| Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 | - 470 | |||||
| Konzernergebnis vor Ertragsteuern | 1.138 | |||||
| Ertragsteuern | - 381 | |||||
| Konzernergebnis | 757 |
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| 01.01. bis 30.06.2022 | ||||||
| Spirituosen | Alkoholfreie Getränke | Frischsaftsysteme | Übrige Segmente | Eliminierung der intersegmentären Erlöse / Aufwendungen | Gesamt | |
| TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | TEUR | |
| Umsatzerlöse mit Dritten | 47.577 | 19.960 | 8.673 | 2.770 | 78.980 | |
| Intersegmentäre Umsätze | 1.739 | 32 | 0 | 2 | - 1.773 | |
| Umsatzerlöse Gesamt | 49.316 | 19.992 | 8.673 | 2.772 | - 1.773 | 78.980 |
| Materialaufwand (produktbezogen) | - 30.181 | - 4.837 | - 4.581 | - 982 | 1.773 | - 38.808 |
| Übrige Einzelkosten | - 2.768 | - 3.157 | - 775 | - 56 | - 6.756 | |
| Marketing einschließlich Werbung | - 719 | - 868 | - 38 | - 27 | - 1.652 | |
| Deckungsbeitrag nach Marketingetats | 15.648 | 11.130 | 3.279 | 1.707 | 31.764 | |
| Sonstige betriebliche Erträge | 1.574 | |||||
| Materialaufwand / Bestandsveränderung (sofern nicht im Deckungsbeitrag enthalten) | - 2.877 | |||||
| Personalaufwand | - 14.678 | |||||
| Abschreibungen auf Vermögenswerte | - 4.140 | |||||
| Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen | - 7.898 | |||||
| Konzernbetriebs-ergebnis bzw. -EBIT | 3.745 | |||||
| Finanzerträge | 7 | |||||
| Finanzaufwendungen | - 654 | |||||
| Ergebnis aus der Nettoposition der monetären Posten gemäß IAS 29 | - 619 | |||||
| Konzernergebnis vor Ertragsteuern | 2.479 | |||||
| Ertragsteuern | - 697 | |||||
| Konzernergebnis | 1.782 |
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| 30.06.2023 | 31.12.2022 | |
| TEUR | TEUR | |
| Verbindlichkeiten aus Bürgschaften | 872 | 872 |
| Sonstige Eventualverbindlichkeiten | 333 | 355 |
| 1.205 | 1.227 |
Daneben bestehen Haftungserklärungen im Rahmen von Zoll-Höchstbetragsbürgschaften in Höhe von TEUR 776 (31.12.2022: TEUR 776). Zum 30. Juni 2023 wurden durch diese Bürgschaften tatsächliche Alkoholsteuerverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 31.587 (31.12.2022: TEUR 37.605) besichert.
Die Unternehmen der Berentzen-Gruppe sind im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in unterschiedlichen Jurisdiktionen an Rechtsstreitigkeiten beteiligt, ferner können bestehende Rechtsstreitigkeiten ausgeweitet oder weitere Rechtsstreitigkeiten eingeleitet werden. Für die daran beteiligten Unternehmen der Berentzen-Gruppe können sich daraus Zahlungsverpflichtungen zur Leistung von Schadensersatz, Strafschadensersatz (Punitive Damages) oder Verpflichtungen zur Erfüllung anderer Ansprüche sowie straf- oder zivilrechtliche Sanktionen, Geldbußen oder Vorteilsabschöpfungen ergeben. Zudem können hieraus in Einzelfällen formelle oder informelle Ausschlüsse bei öffentlichen Ausschreibungen oder der Entzug oder Verlust von behördlichen Erlaubnissen oder Genehmigungen resultieren. Geltend gemachte Ansprüche aus Rechtsstreitigkeiten unterliegen grundsätzlich einer Verzinsung.
Die Berentzen-Gruppe erwartet aus Rechtsstreitigkeiten zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Sofern die aus den Verfahren resultierende Verpflichtung hinreichend konkretisiert ist, wurde eine angemessene Risikovorsorge gebildet. Da die Risiken aus Rechtsstreitigkeiten jedoch grundsätzlich nur begrenzt einschätzbar sind, ist nicht auszuschließen, dass gleichwohl negative Auswirkungen eintreten können, die durch die getroffene Risikovorsorge nicht vollständig gedeckt sind.
Die Berichterstattung nach IAS 24 bezieht sich auf Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen, soweit diese nicht in den Konzernabschluss der Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft als berichtendem Unternehmen einbezogen werden. Als dem berichtenden Unternehmen nahestehende Unternehmen oder Personen im Sinne des IAS 24 gelten insbesondere Unternehmen, die derselben Unternehmensgruppe wie das berichtende Unternehmen angehören, und Personen, die das berichtende Unternehmen beherrschen oder auf dieses maßgeblichen Einfluss haben, oder im Management des berichtenden Unternehmens oder eines seiner Mutterunternehmen eine Schlüsselposition bekleiden.
Nahestehende Personen umfassen die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft.
Vorstand
Die Vergütung der Mitglieder des Vorstandes im Sinne des IAS 24.17 stellt sich wie folgt dar:
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| 01.01. bis 30.06.2023 | 01.01. bis 30.06.2022 | |
| Vergütungsart | TEUR | TEUR |
| Kurzfristig fällige Leistungen | 609 | 618 |
| Anteilsbasierte Vergütungen | 270 | 456 |
| Andere langfristig fällige Leistungen | 43 | 48 |
| 922 | 1.122 |
Bestandteil des Systems zur Vergütung der Vorstandsmitglieder sind neben fixen Grundgehältern auch kurz- und langfristige variable Bestandteile. Die langfristigen variablen Komponenten hängen dabei von aktienbasierten und nichtfinanziellen Erfolgsparametern ab. Die Bewertung der aktienbasierten bzw. anteilsbasierten Vergütung basiert auf einem den Anforderungen des IFRS 2 entsprechenden multivariaten Black-Scholes-Modell mit Monte-Carlo-Simulationen. Zum 30. Juni 2022 wurde hierfür ein beizulegender Zeitwert in Höhe von TEUR 270 (1. HJ 2022: TEUR 456) ermittelt und entsprechend passiviert.
Ehemalige Geschäftsführer von Konzerngesellschaften, deren Rechtsnachfolgerin die Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft ist, und deren Hinterbliebene erhielten im ersten Geschäftshalbjahr 2023 Leistungen nach Beendigung des Dienstverhältnisses in Höhe von TEUR 14 (1. HJ 2022: TEUR 14).
Der Anwartschaftsbarwert der Pensionsverpflichtungen für diesen Personenkreis beträgt zum 30. Juni 2023 bei Ermittlung nach IAS 19 TEUR 275 (31.12.2022: TEUR 275).
Aufsichtsrat
Den Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden in ihrer Funktion als Mitglieder des Aufsichtsrats kurzfristig fällige Leistungen im Sinne des IAS 24.17 in Höhe von insgesamt TEUR 96 (1. HJ 2022: TEUR 94) gewährt.
Für ihre Tätigkeit außerhalb ihrer Funktion als Mitglied des Aufsichtsrats erhielten die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat im ersten Geschäftshalbjahr kurzfristig fällige Leistungen in Höhe von insgesamt TEUR 52 (1. HJ 2022: TEUR 56).
Die zum Ende des Geschäftshalbjahres zum 30. Juni 2023 offenen Posten gegen bzw. gegenüber nahestehenden Unternehmen oder Personen sind nicht besichert und unverzinslich. Für Forderungen gegen oder Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen und Personen bestehen keine Garantien.
Zweifelhafte Forderungen im Zusammenhang mit ausstehenden Salden gegen nahestehende Unternehmen oder Personen bestehen zum 30. Juni 2023 nicht, dementsprechend sind dafür keine Wertminderungen gebildet worden. Im ersten Geschäftshalbjahr 2023 wurde kein Aufwand für uneinbringliche oder zweifelhafte Forderungen gegen nahestehende Unternehmen oder Personen erfasst.
Im Juli 2023 hat die Berentzen-Gruppe von einer Option des Konsortialkreditvertrags zur Erhöhung des Finanzierungsvolumens Gebrauch gemacht und eine weitere zum 31. Dezember 2026 endfällige Fazilität in Höhe von 9,9 Mio. Euro aufgenommen. Daneben sind keine weiteren berichtspflichtigen Ereignisse nach dem Schluss des ersten Geschäftshalbjahres eingetreten.
Haselünne, den 10. August 2023
Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Oliver Schwegmann, Vorstand
Ralf Brühöfner, Vorstand
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Halbjahresfinanzberichterstattung der Konzernhalbjahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Haselünne, den 10. August 2023
Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Oliver Schwegmann, Vorstand
Ralf Brühöfner, Vorstand
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