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Beiersdorf AG Management Reports 2021

Apr 22, 2022

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Beiersdorf AG 35 Zusammengefasster Lagebericht Zusammen- gefasster Lagebericht Seite 35 – 118 S. 37 Grundlagen des Konzerns S. 37 Geschäft und Strategie S. 41 Forschung und Entwicklung S. 49 Menschen bei Beiersdorf S. 57 Nachhaltigkeit S. 58 Nichtfinanzielle Erklärung S. 85 Wirtschaftsbericht S. 85 Wirtschaftliches Umfeld S. 87 Ertragslage S. 94 Vermögenslage S. 95 Finanzlage S. 96 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage S. 97 Beiersdorf AG S. 99 Risikobericht S. 105 Prognosebericht S. 107 Weitere Angaben S. 107 Erklärung zur Unternehmensführung S. 117 Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen S. 117 Übernahmerechtliche Angaben 36 Zusammengefasster Lagebericht Geschäft und Strategie COMPETITIVE SUSTAINABLE GROWTH Stärkung unserer Marken durch Purpose Wachstumstreiber DIGITALE TRANSFORMATION BESCHLEUNIGEN MIT HAUTPFLEGE WACHSTUMSPOTENZIALE ERSCHLIESSEN GEWINNEN WACHSTUM DURCH PRODUKTIVITÄTSSTEIGERUNG BESCHLEUNIGEN AUF STARKEM FUNDAMENT AUFBAUEN: KULTUR – CORE VALUES – FÄHIGKEITEN – CARE BEYOND SKIN 37 Zusammengefasster Lagebericht Geschäft und Strategie Grundlagen des Konzerns Im Berichtsjahr haben wir in allen Bereichen – trotz der COVID-19-bedingten unsicheren Zeit – wichtige Fortschritte erzielt. Die nachfolgenden Initiativen und Beispiele verdeutlichen die konsequente Umsetzung unserer Strategie. Geschäft und Strategie Im Jahr 1882 gegründet, zählt Beiersdorf heute zu den international führen- den Unternehmen der Konsumgüterindustrie. Ein starkes, global verfügba- res Markenportfolio und mehr als 20.000 Mitarbeitende in über 170 Toch- tergesellschaften weltweit tragen zum Erfolg des Konzerns bei. Das Geschäft untergliedert sich in zwei eigenständige, unabhängig voneinander agieren- de Unternehmensbereiche. In beiden Bereichen nehmen wir marktführen- de Positionen ein und sind davon überzeugt, dass wir unseren Marktanteil weiter erhöhen können, indem wir die Wünsche unserer Konsumentinnen antizipieren und ihnen mit innovativen, qualitativ hochwertigen Produkten einen echten Mehrwert bieten. Stärkung unserer Marken durch Purpose Konsumentinnen von heute geht es nicht allein um die reine Produktleis- tung. Sie wollen wissen, wofür eine Marke steht und wofür sie sich einsetzt. Das Thema „Marken-Purpose“ gewinnt daher zunehmend an Bedeutung. Auch unsere ikonischen Marken NIVEA, Eucerin und Hansaplast haben einen unverwechselbaren Wesenskern – und diesen in einem Purpose klar formu- liert. Mit „WE BELIEVE IN THE LIFE-CHANGING POWER OF DERMATOLOGICAL SKINCARE“ hat die Marke Eucerin ihren Markenzweck bereits im Geschäfts- jahr 2020 für viele sichtbar gemacht. Denn Hautprobleme haben nicht im- mer nurAuswirkungen auf unsere Haut – oft beeinflussen sie auch das Selbst- bewusstsein, die Stimmung und damit die Lebensqualität der betroffenen Personen. Genau hier setzt der Marken-Purpose von Eucerin an: Mit dermo- kosmetischen Lösungen für individuelle Hautprobleme wollen wir mit der Marke die Lebensqualität Betroffener nachhaltig verbessern. • Im Unternehmensbereich Consumer liegt unser Fokus auf dem Bereich der Haut- und Körperpflege. Unser starkes Portfolio umfasst Marken wie NIVEA, Eucerin, La Prairie und Hansaplast, die bei Menschen auf der gan- zen Welt großes Vertrauen genießen. Im Unternehmensbereich tesa konzentrieren wir uns auf die Entwicklung innovativer Klebebänder und selbstklebender Systemlösungen für Indus- trie, Gewerbe und Endverbraucherinnen. Seit 2001 wird tesa als eigen- ständiger Teilkonzern geführt. • Nach Eucerin haben im Jahr 2021 auch NIVEA und Hansaplast ihren jewei- ligen Marken-Purpose formuliert und kommuniziert. Mit „Care for Human Touch to Inspire Togetherness“ stellt NIVEA seit Januar 2021 menschliche Berührung für mehr Miteinander in den Mittelpunkt der Kommunikation. Bis 2025 planen wir mit der Marke weltweit 20 Millionen Euro in lokale Projekte zu investieren und damit die Gesundheit und Lebensqualität von mehr als 150.000 Menschen weltweit zu verbessern, darunter frühgeborene Babys, Menschen mit Sehbehinderung, ältere Demenzkranke sowie von Benachtei- Consumer Unsere Strategie Unser Fokus liegt seit rund 140 Jahren auf Hautpflege. Das ist unsere Kern- kompetenz – und in diesem Bereich wollen wir mit Innovationen Mehrwerte für unsere Verbraucherinnen schaffen und dafür sorgen, dass sich Menschen weltweit in ihrer Haut wohl fühlen. ligung betroffene Mädchen. Ziel ist es, das Gefühl menschlicher Verbunden - heit und Resilienz zu stärken, um dadurch Gefühle von Einsamkeit zu lindern. Mit dem großen Relaunch der Healthcare-Marken Hansaplast, Elastoplast und CURITAS positionierte Beiersdorf zu Beginn des Berichtsjahres das Markenportfolio neu. Neue Produktinnovationen in einer nachhaltigeren Ver- packung waren Teil der Lancierung. Im Zuge dieses Relaunchs wurde erstmals auch der neue Healthcare-Marken-Purpose kommuniziert. „We’ve got you covered. For a life uninterrupted“ bringt unsere Einstellung zum Ausdruck, dass alltägliche Verletzungen nicht das tägliche Leben beeinflussen sollten. Mit C.A.R.E.+ haben wir imJahr 2019 unsere Unternehmensstrategie formu- liert. Sie soll uns wettbewerbsfähiges, nachhaltiges Wachstum sichern und zugleich Antworten auf die sich rasant verändernden Rahmenbedingungen geben. Hierzu zählen Megatrends wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit – Themen, die durch die COVID-19-Pandemie noch einmal verstärkt, von uns aber bereits zuvor als wesentlich identifiziert wurden. Wir haben die Unter- nehmensstrategie C.A.R.E.+ seit ihrer Einführung konsequent umgesetzt und weiter geschärft. Im Fokus stehen Innovationen, Digitalisierung, Nachhaltig- keit und Wachstum. Diese Fokusfelder sind festgelegt in unseren strategi- schen Prioritäten: Digitale Transformation beschleunigen Die digitale Transformation ist ein Schlüsselfaktor für den Geschäftserfolg von Beiersdorf – jetzt und in Zukunft. Nicht zuletzt beobachten wir, dass die Corona-Pandemie den Wandel der Konsumgüterindustrie noch einmal beschleunigt hat und E-Commerce sowie die digitale Verbraucherinnen- ansprache zunehmend an Bedeutung gewinnen. Mit unserer Digital- strategie verfolgen wir das klare Ziel, Verbraucherinnen immer gezielter dort anzusprechen, wo sie sich in ihrem jeweiligen Alltag im digitalen Raum ohnehin bewegen. Wir wollen unsere Produkte somit direkt zu den Verbraucherinnen bringen und die Anzahl der individuellen digitalen „Touchpoints“ erhöhen. • • Stärkung unserer Marken durch einen Markenzweck (Purpose) Digitale Transformation beschleunigen • Mit Hautpflege gewinnen • • • Wachstumspotenziale erschließen (sogenannte „White Spots“) Wachstum durch Produktivitätssteigerung beschleunigen Auf starkem Fundament aufbauen: Kultur – Core Values – Fähigkeiten – Care Beyond Skin Mit gekennzeichnete Abschnitte enthalten Informationen, die Teil unserer Nichtfinanziellen Erklärung (siehe ab Seite 39) sind. 38 Zusammengefasster Lagebericht Geschäft und Strategie Auch in der digitalenWelt wollen wir die individuellen Hautpflegebedürfnis- und pflegen, das den unterschiedlichen Bedürfnissen und Wünschen der Konsumentinnen weltweit gerecht wird. Ergänzend dazu investieren wir über ausgewählte Partnerschaften in innovative Geschäftsmodelle und zukünftige Wachstumsfelder im Bereich der Hautpflege. se in den Vordergrund stellen. Wir investieren systematisch in neue Techno- logien und digitale Ansätze. Dabei haben die digitale Interaktion mit den Verbraucherinnen und die emotionale Ansprache durch unsere Marken, etwa durch personalisierte Markenerlebnisse, höchste Priorität für uns. Gleichzeitig verbessern wir die digitalen Fähigkeiten unserer Mitarbeitenden, damit sie mit der rasanten digitalen Entwicklung Schritt halten können. Unter der Marke NIVEA entwickelte sich die hochwertige Luminous630®- Gesichtspflegeserie – für alleVerbraucherinnen,die Pigmentflecken im Ge- sicht haben – erfolgreich. Darüber hinaus brachten wir mit der NIVEA Naturally Good Gesichtspflegeserie im Berichtsjahr unsere ersten klimaneutralisierten Deodorants1 in rund 30 Ländern auf den Markt. Zudem wurde das komplet- te NIVEA Duschgel-Sortiment auf dem deutschen Markt klimaneutralisiert1 und die nachhaltigen NIVEA MagicBARs lanciert – unsere ersten zertifizier- ten Naturkosmetikprodukte von NIVEA. Mit diesen Schritten wollen wir un- seren ökologischen Fußabdruck reduzieren und unsere Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit fördern – ganz im Sinne unserer Nachhaltigkeitsa- genda „Care Beyond Skin“. Im Jahr 2021 hat Beiersdorf eine Reihe von Initiativen umgesetzt, mit denen wir die digitale Transformation beschleunigen wollen. Sie waren Bestandteil unseres strategischen Programms „Digital Fast Forward“, mit dem wir unsere Vision verfolgen, bis zum Jahr 2025 – basierend auf sechs Zielen – unser Geschäft zu digitalisieren, um das Leben unserer Verbraucherinnen zu ver- bessern. Investitionen in das E-Commerce-Geschäft sind ein ganz wesent- licher Baustein unseres „Digital Fast Forward“-Programms – und sie haben sich im Berichtsjahr, bedingt durch den weltweiten Aufschwung des Online- geschäfts, bereits ausgezahlt. Der patentierte Wirkstoff Thiamidol unserer Dermokosmetikmarke Eucerin wurde im Berichtsjahr in der Eucerin DERMOPURE-Serie eingesetzt, wodurch Beiersdorf erstmals den Markt für Produkte gegen Pickelmale erschließt. Darüber hinaus hat Eucerin sein erstes Medizinprodukt mit Lichtschutz- faktor 100 auf den Markt gebracht. Eucerin ACTINIC CONTROLMD bietet Sonnenschutz für Personen, deren Haut bereits vorbelastet ist. Das Produkt beugt aktinischer Keratose (häufigste Vorstufe von hellem Hautkrebs) und hellem Hautkrebs vor und dient zugleich als Begleittherapie für Patientinnen, die bereits von aktinischer Keratose betroffen sind2. Ein Beispiel für eine unserer großen digitalen Initiativen im Jahr 2021 ist das spezielle, dynamische Messaging, das wir für NIVEA SUN entwickelten. Auf Basis von Wetterdaten und dem persönlichen Nutzungsverhalten informie- ren wir unsere Verbraucherinnen nicht nur über den richtigen Sonnenschutz, sondern verknüpfen diese Informationen mit dem passenden Produktange- bot. Mit über 200 dynamischen Präzisionsmarketing-Anzeigen erreichten wir im Sommer des Berichtsjahres im Vereinigten Königreich und Deutschland über 16 Millionen Verbraucherinnen. Weitere Beispiele für unsere digitalen Ambitionen sind unser Engagement im Bereich der digitalen Hautpflege sowie unsere Bemühungen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI), beispielsweise bei der Entwicklung neuer Formeln, dem NIVEA SKiN GUiDE oder unserer Hautforschungsstudie SKINLY. Diese Themen werden im Kapitel „Forschung und Entwicklung“ und zum Teil im nachfolgenden Abschnitt „Mit Hautpflege gewinnen“ näher vor- gestellt. Ein weiteres Feld, in dem wir unsere Präsenz stärken wollen, ist das der perso- nalisierten Hautpflege. Mit der neuen Marke O.W.N (Only What’s Needed) etablierten wir im Februar des Berichtsjahres die erste personalisierte Ge- sichtspflegeroutine von Beiersdorf. O.W.N nutzt künstliche Intelligenz und beruht auf einem Algorithmus, der unser fundiertes Wissen zusammenführt und aus mehr als 380.000 möglichen Formelkombinationen für jede Person die beste individuelle Produktlösung auswählt. Hier kommen die Erkennt- nisse der groß angelegten Beiersdorf Studie SKINLY zum Tragen – ein wich- tiger Meilenstein unserer Aktivitäten im Bereich der künstlichen Intelligenz. Einen weiteren Akzent im Trendsegment der Personalisierung setzten wir im Mai des Berichtsjahres mit dem Venture Capital Investment in die neue per- sonalisierte Hautpflegemarke Routinely. Dabei handelt es sich um eine modulare Hautpflege-Routine, bei der die dynamische Beschaffenheit der Haut berücksichtigt wird. Darüber hinaus sind wir über unseren OSCAR & PAUL Beiersdorf Venture Ca- pital Fund einen Schritt in Richtung „Digital Health“ bzw. Teledermatologie gegangen und investierten in das Düsseldorfer Start-up dermanostic. Das junge Unternehmen bietet individualisierte dermatologische Diagnosen und Therapieempfehlungen per mobiler App an. Vor allem bei leichteren Fällen kann dermanostic so den Besuch in dermatologischen Praxen komplett er- setzen und schnelle Lösungen für individuelle Hautprobleme bieten. Das In- vestment ist für uns ein bedeutendes Beispiel für die Digitalisierung unse- res dermokosmetischen Hautpflegesegments. Weitere Informationen zu den bereits genannten sowie zu weiteren Beiersdorf Produktneueinführungen finden Sie im Kapitel „Forschung und Entwicklung“. Mit Hautpflege gewinnen Hautpflegeinnovationen sind ein essenzieller Bestandteil unserer Strategie C.A.R.E.+. Wir wollen mit Hautpflege gewinnen, indem wir schnell die Ver- braucherinnen-Wünsche antizipieren und große, bedeutende Innovationen global auf den Markt bringen – Innovationen, die den Verbraucherinnen einen echten Mehrwert liefern und die sowohl hochwertig als auch zuverläs- sig sind. Zugleich wollen wir ein leistungsstarkes Markenportfolio aufbauen Wachstumspotenziale erschließen Ein weiterer Baustein der Beiersdorf Strategie C.A.R.E.+ besteht in der Er- schließung von Wachstumsmärkten und neuen Geschäftsfeldern. Auf diese Weise wollen wir sogenannte „White Spots“ erschließen und Menschen welt- weit einen relevanten Mehrwert bieten. 1 Ausgleich verbleibender CO2 Emissionen durch zertifizierte Klimaprojekte. Mehr Informationen auf NIVEA.com/Climate. 2 vgl. S3 Guideline „Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom der Haut“; eine eigene Studie mit ACTINIC CONTROLMD existiert nicht. 39 Zusammengefasster Lagebericht Geschäft und Strategie Einen wichtigen Meilenstein zur Erschließung von Wachstumspotenzialen in anerkannten Klassifizierungssystem für nachhaltige Gebäude,LEED (Leader- China markierte die Eröffnung unseres großen Innovationszentrums im Jahr 2020. Es ist seitdem der zweitgrößte Standort unseres globalen Forschungs- und Entwicklungsnetzwerks. Indem wir nun all unsere Aktivitäten in China an einem zentralen Ort bündeln, sind wir davon überzeugt, unser Wachstum in dem für uns wichtigen chinesischen Markt besser fördern zu können – etwa durch die Entwicklung von regionalen Produkten oder durch gezielte Akti- vitäten, die uns durch die Nähe zum Markt so leichter möglich sind. ship in Energy and Environmental Design), an. In direkter Nachbarschaft zum neuen Werk plant Beiersdorf mit einem Inves- titionsvolumen von 170 Millionen Euro den Bau eines hochmodernen Hubs. Gemeinsam mit den 220 Millionen Euro für das neue Produktionszentrum ist dies weltweit die größte Investition, die Beiersdorf an einem Standort tä- tigt. Das Zusammenspiel von Produktion und Hub soll uns – auch im Hinblick auf die langfristige Perspektive – Erweiterungs- und Gestaltungsmöglich- keiten bieten, um die Voraussetzungen für einen bestmöglichen Service für unsere Handelspartner und den Apothekengroßhandel zu schaffen. Gleich- zeitig setzen wir auch mit dem neuen Hub auf das uns wichtige Thema Nach- haltigkeit: Für das neue Logistik-Zentrum streben wir unter anderem einen CO2-neutralen operativen Betrieb und eine einschlägige Nachhaltigkeitszer- tifizierung an. Unser jüngster Neuzugang in unserem Forschungsverbund ist ein hochmo- dernes Innovationszentrum in New Jersey, USA, das uns neue Wachstums- chancen im wichtigen nordamerikanischen Markt ermöglichen soll. Es bietet aus unserer Sicht optimale Bedingungen zur schnellen Entwicklung lokaler Produktinnovationen der Marken NIVEA, Eucerin, Aquaphor und Cop- pertone und wird zugleich unser erstes globales Exzellenzzentrum für OTC - Produkte sein (sog. „Over the counter“-Produkte = nicht verschreibungs- pflichtige Produkte). Da die USA einer der weltweit größten Märkte für Haut- pflege- und Sonnenschutzprodukte sind, sehen wir in diesem Ansatz den richtigen Schritt. Einen weiteren, wichtigen Akzent im Bereich unserer Klimaschutz-Bemühun- gen setzt zukünftig auch das Berliner Werk – die Beiersdorf Manufacturing Berlin (BMB). Als erstes Werk im Beiersdorf Produktionsnetzwerk produziert das Berliner Werk ab Januar 2022 (bezogen auf die Scope-1- und -2-Emis- sionen) nahezu klimaneutral – hierzu wurde vom fossilen Brennstoff Erdgas auf Biomethan umgestellt. Lediglich Teile des Fuhrparks und der Notstrom- versorgung (1%) werden noch mit fossilen Energien betrieben; diese Rest- emissionen werden aber über hochwertige CO2-Zertifikate ausgeglichen. Weitere Wachstumspotenziale erschließen wir über unsere Aktivitäten im Be- reich der Personalisierung, der Digitalisierung und der künstlichen Intelli - genz (KI) – denn jeder Bereich für sich gewinnt in der Hautpflege zunehmend an Bedeutung. Die im Februar 2021 neu eingeführte Gesichtspflegemarke O.W.N sowie die Investition in die neue personalisierte Hautpflegemarke Routinely sind daher nicht nur Beispiele dafür, wie wir mit Hautpflege gewin- nen, sondern auch, wie wir Wachstumsmöglichkeiten für uns nutzen. All diese Themen werden im Kapitel „Forschung und Entwicklung“ näher beschrieben. Weitere Investitionen erfolgten in unseren Werken in Polen und Mexiko. An unserem Standort in Poznań (Polen) wird das Werk im laufenden Betrieb er- weitert. Nach Fertigstellung wird die jährliche Produktionskapazität um mehr als 100% von 190 Millionen auf 400 Millionen Stück/Jahr steigen, die Anzahl der verschiedenen Verpackungsformate wird sich um 150% erhöhen und die Lagerkapazität wird sich von 5.500 auf 15.000 Palettenplätze erweitern. Im mexikanischen Silao investiert Beiersdorf rund 130 Millionen Euro, um das Produktionszentrum zu erweitern und eine hohe Flexibilität mit umfas- sender, moderner Automatisierungstechnik für zukünftiges Wachstum und Effizienzsteigerungen zu erreichen.NachAbschluss der Erweiterung imJahr 2024 wird Beiersdorf Manufacturing Mexiko (BMM) einer der drei größten Beiersdorf Produktionsstandorte sein. Wachstum durch Produktivitätssteigerung beschleunigen Wir sind davon überzeugt, dass Wachstum und Innovationen nicht ohne In- vestitionen möglich sind. Zugleich bilden höchste Kostendisziplin und eine schnelle, schlanke und fokussierte Organisation die Grundlage, auf der wir die Effizienz unseres Konzerns weiter verbessern können. Im Berichtsjahr haben wir vielfältige Maßnahmen ergriffen, um die Effizienz, Agilität und Widerstandsfähigkeit unserer Supply Chain weiter zu steigern und noch bes- ser auf die sich wandelnden Rahmenbedingungen reagieren zu können. Auf starkem Fundament aufbauen: Mit dem Bau unseres neuen Produktionswerks in Leipzig wollen wir mit einer Investitionssumme von 220 Millionen Euro die Weichen für nachhaltiges Wachstum und eine zukunftsfähige und erweiterte Supply-Chain-Infrastruk- tur in Zentraleuropa stellen. Pro Jahr werden im neuen Werk mit einer Grund- fläche von 32.000 m2 bis zu 450 Millionen Kosmetikprodukte vom Band laufen – insbesondere Deodorants, Haarsprays und Rasierschäume für den gesamten europäischen Markt und für den Export.Abhängig von der Markt- und Geschäftsentwicklung können die Kapazitäten in Zukunft weiter aus- Kultur – Core Values – Fähigkeiten – Care Beyond Skin Unsere Mitarbeitenden sind unser wichtigstes Kapital. Sie sind zugleich Teil unserer einzigartigen Unternehmenskultur, die von Werten wie Offenheit, Vertrauen und Ehrlichkeit geprägt ist und die auf Vielfalt und Inklusion be- ruht. Gestützt wird unsere Unternehmenskultur durch unsere Grundwerte, die sogenannten Core Values „Care“ (Fürsorge), „Simplicity“ (einfaches, un- kompliziertes Handeln), „Courage“ (Mut) und „Trust“ (gegenseitiges Vertrau- en). Sie sorgen auch in pandemiebedingt schwierigen Zeiten dafür, dass wir als Team handeln und uns gegenseitig unterstützen – immer mit dem Ziel, die Wünsche und Bedürfnisse unserer Konsumentinnen bestmöglich zu er- füllen und unserer Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt ge- recht zu werden. gebaut werden. Im September des Berichtsjahres erfolgte bereits die feier - liche Grundsteinlegung für das neue Werk, die Produktion soll gegen Ende des Jahres 2022 aufgenommen werden. Mit dem Neubau streben wir im Sinne unserer Nachhaltigkeitsagenda eine Gold-Zertifizierung nach dem 40 Zusammengefasster Lagebericht Geschäft und Strategie Die Corona-Pandemie hat einmal mehr gezeigt, wofür Beiersdorf steht und Direct Industries was uns als Unternehmen ausmacht – denn unsere Pflege und Fürsorge geht weit über unsere Kernkompetenz, die Haut, hinaus. Mit Care Beyond Skin ha- ben wir unseren Purpose klar formuliert. Er drückt unsere Motivation aus, sich um das Wohlergehen der Menschen zu kümmern und sich dafür einzuset- zen, einen möglichst positiven Beitrag für unsere Gesellschaft und unseren Planeten zu leisten. Durch verantwortungsbewusstes Handeln, etwa durch unser internationales Corona-Hilfsprogramm, das wir zu Beginn der Corona- Pandemie aufgesetzt haben, oder durch unsere diversen Initiativen im Sinne unserer Nachhaltigkeitsagenda wollen wir unserem Purpose Ausdruck ver- leihen.Ausführliche Informationen zu unserer Nachhaltigkeitsagenda finden Sie in der „Nichtfinanziellen Erklärung“. Im Bereich Direct Industries versorgt tesa Industriekunden – insbesondere aus den Branchen Automobil, Elektronik, Druck und Papier sowie Bau und Konstruktion – auf direktem Wege mit spezialisierten Systemlösungen. Der strategische Fokus liegt vorrangig auf dem Auf- und Ausbau ertragreicher Geschäftsfelder in technologisch anspruchsvollen Anwendungsbereichen. DieSystemlösungenvontesawerdenzurOptimierungundEffizienzsteigerung von Produktionsprozessen, als Befestigungslösungen in konstruktiven An- wendungsbereichen – oftmals mit Zusatzfunktionen über das reine Verbinden von Bauteilen hinaus – sowie als maßgeschneiderte Schutz- und Verpa- ckungssysteme eingesetzt. Ein weiteres zukunftsorientiertes Geschäftsfeld bearbeitet die tesa Labtec GmbH. Diese Tochtergesellschaft entwickelt und produziert arzneimittel- haltige Pflaster, sogenannte transdermale therapeutische Systeme, sowie Oral- und Bukkalfilme (arzneimittelhaltige Folien,die denWirkstoff im Mund freisetzen bzw. über die Mundschleimhaut abgeben) für die Pharmaindustrie. Den Wandel hin zu einer neuen, modernen Arbeitswelt treibt Beiersdorf seit einigen Jahren mit Nachdruck voran. Er ist Teil eines umfassenden Kultur- wandels, der das Unternehmen, aber auch die Belegschaft, fit für die Her- ausforderungen der Zukunft macht. Ob flexibles Arbeiten, vor allem auch von zuhause, oder moderne Arbeitswelten – Beiersdorf ist bemüht, viel zu unternehmen, um die zukünftige Arbeitswelt aktiv zu gestalten. Und auch die Mitarbeitenden werden auf diese Reise gezielt mitgenommen. Da wir davon überzeugt sind, dass die Fähigkeiten und Kompetenzen unserer Mitarbeitenden von essentieller Bedeutung für nachhaltiges Wachstum und beständigen Erfolg sind, investieren wir kontinuierlich in die Qualifizierung unserer Belegschaft. Mit unserer globalen Lernstrategie verfolgen wir die Idee einer „lernenden Organisation“, bei der wir das selbstgesteuerte, lebens- lange Lernen aller noch stärker fördern – und damit alle für die Arbeitswelt der Zukunft fit machen. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Kapitel „Menschen bei Beiersdorf“. Trade Markets Der Bereich Trade Markets umfasst diejenigen Märkte, deren Endkundinnen tesa bis auf das Onlinegeschäft nicht auf direktem Weg, sondern über Han- delspartner oder handelsähnliche Kanäle mit marktgerechten Produkten ver- sorgt. Hierzu zählen neben den Sortimenten für Privatpersonen und hand- werkliche Fachkräfte auch Klebebänder, die für gewerbliche Kundinnen be- stimmt sind und überwiegend über den technischen Handel und zunehmend auch online vertrieben werden. Im Geschäftsfeld General Industrial Markets bietet tesa eine vielfältige Produktpalette für ein breites Anwendungsspektrum in unterschiedlichen Industriebranchen. Dazu gehören beispielsweise Sortimente für Montage und Reparatur, Transportsicherungsbänder oder auch Klebelösungen für die Verpackungsindustrie. tesa Die tesa SE (im Folgenden „tesa“) ist einer der weltweit führenden Hersteller selbstklebender Produkte und Systemlösungen für Industriekunden und Konsumentinnen. Als 100-prozentige Tochtergesellschaft der Beiersdorf Aktiengesellschaft bildet die tesa SE einen unabhängig geführten Teilkonzern, der als direkte beziehungsweise indirekte Muttergesellschaft von 61 tesa- Tochtergesellschaften (Vorjahr: 61) mit 4.827 Mitarbeitenden in mehr als 100 Ländern aktiv ist. Im Geschäftsfeld Consumer & Craftsmen, das auf Europa und Lateinamerika konzentriert ist, vermarktet tesa innovative Produktlösungen, die unter ande- rem für den täglichen Gebrauch in Büro und Haushalt sowie im Handwerk bestimmt sind. Unter der Dachmarke tesa finden Endverbraucherinnen im Bereich Consumer in Bau- und Verbraucherinnenmärkten sowie in Papier- und Schreibwarengeschäften ein breites Angebot von mehr als 300 inno- vativen Produkten. Der Fokus im Geschäftsfeld Craftsmen liegt auf maß- geschneiderten Sortimenten für handwerkliche Fachkräfte sowie auf der Entwicklung und Umsetzung zielgruppengerechter Vermarktungskonzepte. Im Geschäftsjahr 2021 hat tesa die Gesellschaft tesa scribos GmbH, Deutsch- land, verkauft. Außerdem ist in Südostasien die tesa Site Haiphong, Vietnam, gegründet worden. Damit bleibt die Zahl der Tochtergesellschaften unver- ändert. Leitung und Kontrolle tesa agiert weltweit, mit Schwerpunkt in Europa, gefolgt von den Geschäfts- regionen Afrika/Asien/Australien und Amerika. Neben den deutschen Stand- orten gehören die Tochtergesellschaften in China, den USA, in Italien und Singapur zu den größten und strategisch wichtigsten Einzelgesellschaften von tesa. Die Produktionsstandorte von tesa befinden sich in Europa (Deutschland und Italien), in Nordamerika (USA) und in Asien (China). Die Unternehmenszentrale mit integriertem Forschungs- und Technologie- zentrum befindet sich in Norderstedt bei Hamburg (Deutschland). Der Vorstand leitet das Unternehmen und ist der nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts verpflichtet.Neben den funktionalenVorstandsres- sorts bestehen auch regionale Verantwortungsbereiche. Insbesondere durch die Ressortzuständigkeit für die Regionen und Märkte ist der Vorstand eng mit dem operativen Geschäft verbunden. Die Ressortzuständigkeiten der Mitglieder des Vorstands werden im Abschnitt „Organe der Beiersdorf AG“ des Konzernanhangs dargestellt. Der Unternehmensbereich tesa wird als unabhängiger Teilkonzern geführt. 41 Zusammengefasster Lagebericht Geschäft und Strategie | Forschung und Entwicklung Die Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie Anreiz- und Bonussys- Forschung und Entwicklung Der Unternehmenserfolg von Beiersdorf basiert für uns seit jeher auf unse- rer Forschung und Entwicklung. Sie ist Teil unserer unternehmerischen DNA und treibt immer neue Innovationen und Lösungen an, mit denen wir unse- ren Konsumentinnen auf der ganzen Welt einen Mehrwert bieten wollen. teme werden im Vergütungsbericht, der im Kapitel „Weitere Informationen“ gefunden werden kann, erläutert. Der zusammengefasste Lagebericht ent- hält auch die Erklärung zur Unternehmensführung der Beiersdorf AG und des Konzerns nach §§ 289f, 315d HGB, die auch auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.beiersdorf.de/erklaerung_unternehmensfuehrung öffentlich zugänglich gemacht wird. Um vielversprechende Ideen schnellstmöglich auf den Markt zu bringen, evaluieren wir unsere Forschungsaktivitäten regelmäßig und formulieren klare Fokusthemen. Dabei treiben unsere Teams kontinuierlich zukunfts- weisende Technologien, nachhaltige Konzepte und die Digitalisierung der Arbeit voran. Je nach Unternehmensbereich konzentrieren wir unsere For- schungsaktivitäten auf unterschiedliche Schwerpunkte: Wertmanagement und Steuerungssystem Ziel des unternehmerischen Handelns von Beiersdorf ist es, die Marktanteile des Unternehmens im Sinne eines qualitativen Wachstums nachhaltig zu steigern und gleichzeitig die Ertragsbasis auszubauen. Daraus leiten sich die langfristigen Hauptsteuerungsgrößen ab, nämlich organisches Umsatz- wachstum1 in Verbindung mit Marktanteilsentwicklung und EBIT beziehungs- weise EBIT-Umsatzrendite vor Sondereffekten (Relation von EBIT zu Umsatz). Durch kontinuierliche Investitionen in Wachstumsmöglichkeiten, konsequen- tes Kostenmanagement und hohe Effizienz beim Einsatz der Ressourcen sollen international wettbewerbsfähige Renditen erwirtschaftet werden. Im Unternehmensbereich Consumer erforscht und entwickelt Beiersdorf innovative und hochwertige Produkte im Bereich der Hautpflege. Dabei berücksichtigen wir die Wünsche unserer Verbraucherinnen, wichtige Themen wie Nachhaltigkeit und regionale Besonderheiten bei der Pro- duktentwicklung. • Im Unternehmensbereich tesa entwickeln wir innovative Klebebänder und selbstklebende Systemlösungen für Industrie, Gewerbekunden und End- verbraucherinnen. Nachhaltigkeit und energieschonende Produktions- verfahren stehen ebenso im Fokus wie die flexible Reaktion auf aktuelle Bedarfe und Markttrends – immer mit dem Ziel, die Arbeitsabläufe der Kundinnen weltweit noch besser und umweltfreundlicher zu gestalten. • Um diese strategischen Ziele zu erreichen, hat das Unternehmen ein effizi- entes Steuerungssystem eingerichtet. Die Unternehmensführung leitet die Vorgaben an die einzelnen Einheiten für die Unternehmensplanung des kommenden Jahres aus den strategischen Zielen des Konzerns ab. Diese Planung umfasst sämtliche Bereiche und alle Tochtergesellschaften. Die Planung des Konzerns für das Folgejahr wird in der Regel gegen Ende des Jahres von Vorstand und Aufsichtsrat verabschiedet. Im Einzelfall wird die Planung im Hinblick auf aktuelle Entwicklungen erst zu Beginn des Geschäfts- jahres finalisiert. Zum 31. Dezember 2021 waren bei Beiersdorf weltweit 1.530 Mitarbeiten- de in der Forschung und Entwicklung beschäftigt (Vorjahr: 1.433). Davon waren 978 (Vorjahr: 910) im Unternehmensbereich Consumer tätig und 552 (Vorjahr: 523) im Unternehmensbereich tesa. Im Verlauf des Geschäftsjahrs erfolgt ein regelmäßiger Abgleich der aktuel- len Entwicklung der Hauptsteuerungsgrößen mit den erwarteten Werten und der aktuellen Prognose für das Gesamtjahr. Daraus abgeleitet wird das Geschäft zielgerichtet gesteuert. Wie in den Vorjahren haben wir unsere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Berichtsjahr erhöht. Sie beliefen sich zum Geschäftsjahres- ende auf 268 Mio.€ und lagen damit 9,0% über dem Vorjahr (246 Mio. €). Im Unternehmensbereich Consumer investierte Beiersdorf im abgelaufenen Jahr 202 Mio.€ (+8,1%), im Unternehmensbereich tesa 66 Mio.€ (+11,7 %) in die Forschung und Entwicklung. Der Unternehmensbereich tesa bildet im Konzern eine eigenständige, un- abhängige Einheit. Er wird ebenfalls auf Basis der Kennzahlen Umsatzwachs- tum und betriebliches Ergebnis (EBIT) bzw. EBIT-Umsatzrendite gesteuert. Consumer Exzellenz in der Hautpflegeforschung Seit der Gründung unseres Unternehmens zeichnet sich Beiersdorf durch seine Hautforschungskompetenz aus. Sie treibt unsere Innovationskraft an und stärkt unsere Wettbewerbsfähigkeit. Wir wollen die komplexen Prozes- se der Haut entschlüsseln, effektive Wirkstoffe erforschen und zukunftswei- sendeTechnologien nutzen – etwa auf dem Feld der künstlichen Intelligenz –, um neue und überzeugende Innovationen und Produkte hervorzubringen. 1 Die Definition des organischen Umsatzwachstums ist den Grundlagen und Methoden („Erläuterungen zur Segmentberichterstattung) im Anhang zu entnehmen. 42 Zusammengefasster Lagebericht Forschung und Entwicklung Intensive Forschung hilft uns nicht nur, unser Verständnis der Haut kontinu- Es ist in der wissenschaftlichen Literatur gut dokumentiert, dass langwel- liges UVA-1 und sichtbares Licht vorübergehende Erytheme auslösen und die Pigmentveränderungen der Haut verschlimmern können. Unsere Expertinnen in den USA bewiesen in Zusammenarbeit mit dem Henri- Ford-Krankenhaus in Detroit, dass eine richtige Mischung von Antioxi- dantien die Wirkung von langwelligem UVA-1 und hochenergetischem sichtbaren Licht (HEVIS-Licht) abschwächen kann, indem sie Erytheme und Pigmentierung, die durch diesen Teil des Sonnenspektrums ausgelöst werden, erheblich reduziert. Als eines der führenden Unternehmen in der Sonnenschutzindustrie beteiligten wir uns zudem im Berichtsjahr über unseren Handelsverband, dem Personal Care Products Council (PCPC), und PASS (Public Access to Sunscreens) aktiv an den Diskussionen der Vorschriften der FDA (Food and Drug Administration) für UV-Filter. Hier setzten wir uns dafür ein, dass fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse zu Grunde gelegt werden, um die Gesetzgebung in den Bundesstaaten der USA weiter zu gestalten. ierlich zu vertiefen – sie eröffnet in der hochdynamischen Disziplin der Haut- biologie vielfältige Chancen. Damit ist sie ein wichtiger Schwerpunkt unse- rer Arbeit. Im Berichtsjahr konzentrierten wir uns unter anderem auf folgen- de Forschungsfelder: Ein seit vielen Jahren bedeutender Teil unserer Forschungsarbeit ist die Entwicklung moderner, nicht-tierbasierter Methoden zur Sicherheitsbe- wertung. Mit ihnen weisen wir die Sicherheit unserer Inhaltsstoffe und da- mit unserer Produkte nach. Wie schon in den Vorjahren, setzten wir auch im Geschäftsjahr 2021 unsere intensive Zusammenarbeit mit der weltwei- ten Gemeinschaft der sicherheitswissenschaftlichen Fachkräfte fort – allen voran mit dem LRSS-Konsortium (Long Range Science Strategy Consorti- um) des europäischen Verbands der kosmetischen Industrie (Cosmetics Europe).Da die moderne,nächste Generation der Risikobewertung (Next Generation Risk Assessment, NGRA) zuerst den Grad der Exposition ge- genüber einer Substanz betrachtet, bestand ein Forschungsschwerpunkt in der Risikobewertung von Inhaltsstoffen mit sehr geringer Exposition – ein Bereich, der mehr und mehr Eingang in allgemeine Regularien wie die europäische „SCCS Notes of Guidance“ findet.Insbesondere beim Schwel- lenwert für toxikologische Bedenken (internal Threshold of Toxicological Concern, iTTC) konnte durch die Zusammenarbeit mehrerer Interessens- gruppen ein entscheidender Fortschritt erreicht werden. Ein weiterer Schwerpunkt lag im sogenannten „Read Across“-Ansatz. Bei diesem dienen die Sicherheitsdaten einer bestehenden Inhaltsstoff zur Sicher- heitsbewertung eines neuen, chemisch verwandten Inhaltsstoffs. Ebenso forschten wir im Bereich der digitalenToxikologie und im Feld der physio- • Darüber hinaus ist Beiersdorf beteiligt an zwei neuen, nicht-invasiven und alternativen Methoden zur Bewertung des UVA-Schutzfaktors sowie des Sonnenschutzfaktors SPF. Die Methoden werden Teil einer großen Validie- rungsstudie im Rahmen des sog. Alt-SPF-Konsortiums sein, zu deren Stu- diendesign die Sonnenschutzexpertinnen von Beiersdorf beigetragen haben. Basis des Designs ist die Bland-Altman-Analyse und die ISO 5725 („Accuracy of Measurement Methods“). Im Bereich der Hautforschung setzten wir die Arbeit an unserem Wirkstoff gegen Hyperpigmentierung, Thiamidol, fort. In Zusammenarbeit mit der Nelson R. Mandela School of Medicine in Durban, Südafrika, erzielten wir in zwei unterschiedlichen Studien für uns wertvolle Ergebnisse. Beide zeigten die Vorteile von Thiamidol für „People of Color“ auf. In der einen Studie wurde das humane epidermale Saugblasenmodell verwendet, um Hyperpigmentierung kontrolliert auszulösen und direkt zu behandeln. Die zweite Studie wies die positive Wirkung einer Thiamidol-Behandlung bei einer bereits bestehenden post-inflammatorischen Hyperpigmentierung • logisch basierten pharmakokinetischen Modellierung (PBPK). Die PBPK - Modellierung erhält insbesondere im Feld der UV-Filter zunehmend Einzug in die inhaltsstoffspezifische Risikobewertung. Dabei handelt es sich im Grunde um einen auf künstlicher Intelligenz (KI) basierenden, virtuellen Menschen, in dem die Exposition sowie der Stoffwechsel eines Inhaltsstoffs simuliert werden. Da die nächste Generation der Risikobewertung fortschrittlichere In-vitro- Testsysteme erfordert, trieben wir im Berichtsjahr auch die Forschung im Bereich mikrophysiologischer Systeme (MPS), auch „Organ-on-a-chip“- Technologie (OoC) genannt, weiter voran. In enger Kooperation mit dem Berliner Biotechnologieunternehmen TissUse, erprobten wir die Anwen- dung dieser Technologie für kosmetische Zwecke und brachten sie im LRSS-Programm von Cosmetics Europe ein. Dort wurde anhand von Fall- studien nachgewiesen, dass das neue System einen wichtigen Beitrag zur Risikobewertung von Kosmetika leisten kann. Ferner trieben wir in Zusam- menarbeit mit der Universität Hamburg im Berichtsjahr das computerge- stützte Modell „Skin Doctor“ voran. Mit diesem kann das hautsensibilisie- rende Potenzial von Inhaltsstoffen mit hoher Genauigkeit und Zuverlässig- keit vorhergesagt werden. Die Anwendung basiert auf modernsten Tech- nologien maschinellen Lernens und wurde von uns in mehreren Publikationen veröffentlicht. (PIH) nach. Thiamidol könnte sich damit zur bevorzugten Behandlungs- • methode für eines der wichtigsten Hautprobleme von Menschen mit dun- kel pigmentierter Haut entwickeln – und damit zu einem besseren Haut- zustand verhelfen. Denn viele Verbraucherinnen mit dunkel pigmentier- ter Haut berichten, dass ihre Haut auf jede Art von Entzündung, beispiels- weise Akne, mit einer oft dauerhaften Hyperpigmentierung reagiert. Unsere Forschung im Bereich des Coenzyms Q10 setzten unsere Wissenschaftlerinnen ebenfalls fort und gewannen neue Erkenntnisse über das körpereigene Coenzym sowie die damit zusammenhängenden Hautalterungsprozesse. In Kooperation mit führenden Wissenschaft- lerinnen der Marche Polytechnic Universität in Ancona, Italien, konnten wir in einer Studie erstmals nachweisen, dass die altersbedingte Abnah- me von Q10 in Hautzellen zur biologischen Alterung der menschlichen Hautzellen führt. Dies kann durch die Zufuhr von Q10 kompensiert wer- den, was dessen Schlüsselfunktion für die Anti-Aging-Forschung und die Bedeutung unserer Produkte mit Coenzym Q10 für eine vitale Haut – ins- besondere für die Verbesserung der Hautelastizität und -festigkeit – deut- lich unterstreicht. Darüber hinaus zeigte sich im Rahmen der Forschungs- arbeit,dass das Coenzym Q10 einen positiven Einfluss auf die Produktion • Der Schutz der Haut vor Sonneneinstrahlung ist für Beiersdorf ein bedeu- tendesThema.In diesem Zusammenhang erforschen unsere Expertinnen seitJahren den Einfluss der Sonne auf die Haut,um zukunftsweisende Lö- sungen für sonneninduzierte Hautprobleme zu entwickeln. • 43 Zusammengefasster Lagebericht Forschung und Entwicklung von wichtigen Komponenten des Bindegewebes wie Kollagen und Elas- Unser geistiges Eigentum und unsere Innovationen schützen wir systema- tisch durch globale Patente. Darüber hinaus haben wir im Jahr 2021 im Zuge des effizienten Patentportfoliomanagements das Patentportfolio gestrafft, um die von uns entwickelten Wirkstoffe, Technologien und Produkte noch fokussierter abzusichern. Unser globales Patentportfolio umfasste zum Ende des Berichtsjahres rund 1.760 aktive Patente (Vorjahr: 2.663). Weltweit ha- ben wir im Berichtsjahr 64 neue Patente angemeldet (Vorjahr: 77). Rund 900 Patente befanden sich zum 31. Dezember 2021 im laufenden Erteilungsver- fahren (Vorjahr: 1.200). tin hat. Nehmen diese ab, verliert die Haut an Spannkraft und Elastizität. Ein Prozess, der bereits ab einem Alter von etwa 20 Jahren beginnt. Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, die im März 2021 in einer Q10- Spezialausgabe der Fachzeitschrift „Free Radical Biology & Medicine“ ver - öffentlicht wurden, zeigen, wie wertvoll die kontinuierliche Forschung an zentralen Themen ist. Einen wichtigen Meilenstein für die Anti-Aging-Forschung weltweit er- reichten wir im Berichtsjahr mit der Entwicklung von „Age Clocks“ – eine Schlüsseltechnologie, die es uns erstmals erlaubt, das biologische Alter eines Gewebes genau vorherzusagen. Das Besondere dabei: Das Modell sagt nicht nur das biologische Alter vorher, sondern es simuliert auch den Beitrag bestimmter Gene und/oder Signalwege zur Hautalterung. Die Technologie ermöglicht es uns, einzelne Gene am Computer an- oder ab- zuschalten, um zu sehen, wie sich dies auf das biologische Alter der Haut auswirkt, ohne dass ein einziges Experiment im Labor durchgeführt wer- den muss. Diese Art der „simulierten Biologie“ lässt uns den komplexen Hautalterungsprozess besser verstehen, um daraus systematische Ansät- ze einer neuen Interventionsstrategie abzuleiten. Für die Entwicklung der neuen „Age Clock“ arbeiteten Beiersdorf Wissenschaftlerinnen eng mit Bioinformatikerinnen und Medizinerinnen der Universitätsmedizin Greifswald zusammen. Die Forschungsarbeit profitierte maßgeblich von den Möglichkeiten künstlicher Intelligenz und innovativer Technologien – an ihren Schnittstellen entstehen neue Ansätze für Innovationen. • Kollaboration fördert die Innovationskraft Für Beiersdorf sind externe Partnerschaften ein integraler Bestandteil unse- rer Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Denn wir sind davon überzeugt, dass wir durch die Bündelung unseres komplementären Know-hows und un- serer Stärken die gemeinsame Innovationskraft steigern und die Entwicklung der Hautpflege von morgen beschleunigen können. Das globale Kollabora- tionsnetzwerk von Beiersdorf umfasste im Berichtsjahr eine Vielzahl unter- schiedlicher Forschungsinstitute, Hochschulen, Start-ups, unabhängige Wissenschaftlerinnen und Lieferantinnen. Neben konkreten Kooperations- vereinbarungen setzen wir auf das Prinzip der „Open Innovation“ und bin- den externe Partnerinnen in viele unserer Entwicklungsprojekte ein. Unter dem Namen „Pearlfinders – We Open Innovation“ bieten wir ihnen über die Onlineplattform „Trusted Network“ (https://trusted-pearlfinders.beiersdorf. com) Zugang zu unseren vertraulichen, wissenschaftlichen Fragestellungen. Das auf gegenseitiges Vertrauen, Fairness und Partnerschaft basierende Netzwerk bietet ihnen zugleich die Möglichkeit, eigene Ideen und Lösungs- ansätze einzubringen. Im Bereich der Mikrobiomforschung, einem Fachgebiet, das derzeit enorm an Bedeutung gewinnt, haben wir unsere Forschungsaktivitäten auch im Jahr 2021 weiter intensiviert.Beim Mikrobiom werden komplexe Gemein- schaften verschiedener Mikroorganismen untersucht, die fast alle Ökosys- teme in einer Vielzahl von Zusammensetzungen besiedeln, darunter auch die Haut. Neben den Erkenntnissen, dass bestimmte Mikrobiota Haut- krankheiten fördern oder sogar auslösen und verschlimmern, scheinen andere Mikrobiota die Gesunderhaltung der Haut zu gewährleisten. Beiersdorf hat in diesem Forschungsgebiet eine führende Rolle einge- nommen. Unseren Forscherinnen geht es darum, das Mikrobiom im De- tail zu kennen und zu verstehen – denn dies ist für die Analyse verschie- dener Hautzustände, Hautkrankheiten, aber auch verschiedener Erschei- nungsformen gesunder Haut unerlässlich. Im Berichtsjahr ist es Beiersdorf- Forscherinnen in enger Zusammenarbeit mit Prof. Brüggemann von der dänischen Universität in Aarhus gelungen, zwei bedeutende Spezies der hautdominanten Mikrobiom-Gattung der Staphylokokken spezifisch zu er- fassen: Staphylococcus epidermidis und Staphylococcus warneri. Für bei- de wurden Genomsegmente identifiziert, die eine Unterscheidung in Un- terarten und Stämme erstmals möglich machen. Dabei hat das For- schungsteam nicht nur eine allen bisher verfügbaren Verfahren überlege- ne Methode entwickelt, sondern es wurde auch ein neues Licht auf die Rolle eines bisher weitgehend unterschätzten Hautbakteriums, Staphylo- coccus saccharolyticus, geworfen. • Mit dem Ziel, den Austausch mit strategischen Partnerinnen zu intensivie- ren und Innovationen voranzutreiben, initiierten Kolleginnen aus der F&E und dem Bereich Procurement im Berichtsjahr den „Supplier Innovation Day“. Das virtuelle Event brachte Beiersdorf mit Partnerinnen aus den Bereichen Rohstoff, Duft, Packmittel und ODM (Original Design Manufacturers) zusam- men. Insbesondere im Feld Nachhaltigkeit/Recycling/Verpackung sehen wir interessante Perspektiven. Darüber hinaus bieten uns Kooperationen im Be- reich der Biotechnologie neue Möglichkeiten, gezielt Rohstoffe mit neuen Funktionalitäten herzustellen. Diese Allianzen sehen wir als wichtigen Schlüs- sel, um Innovationen innerhalb und außerhalb des eigenen Kerngeschäfts voranzutreiben und durch strategische Kollaboration echte Mehrwerte für unsere Konsumentinnen zu schaffen. Starkes Forschungsnetzwerk Wir sind davon überzeugt, dass die globale Präsenz unserer Forschung und Entwicklung maßgeblich zu unserem Erfolg beiträgt. Größter Standort un- seres globalen Forschungs- und Entwicklungsnetzwerks ist unser Hautfor- schungszentrum in Hamburg, in dem wir zum 31. Dezember 2021 insgesamt 741 (Vorjahr: 705) Forscherinnen sowie Entwicklerinnen beschäftigten. Hier betreiben wir im Wesentlichen die wichtige anwendungsorientierte For- schung. Denn indem wir die hauteigenen (Stoffwechsel-)Prozesse besser ver- stehen, erhalten die Wissenschaftlerinnen in unserer Produktentwicklung aus unserer Sicht die ideale Grundlage, um neue, bedarfsgerechte Produk- 44 Zusammengefasster Lagebericht Forschung und Entwicklung te zu entwickeln – zum Beispiel mit neuen Wirkstoffen oder unter Zuhilfenah- tungsmöglichkeiten in Shanghai konzentriert sich die Plattform nun verstärkt auf die Interaktion mit den Verbrauchern. Durch die Zusammenarbeit erwar- ten wir, den chinesischen Verbrauchern näher zu kommen und Erkenntnisse über neue Produktideen und neue Kommunikationswege zu gewinnen. Wir werden diese Partnerschaft auch nutzen, um die Personalisierung voranzu- treiben und neue Produktentwicklungen noch gezielter zu überprüfen. me neuer Technologien wie der künstlichen Intelligenz. Um zusätzlich unse- re Innovationskraft zu stärken und die externeWahrnehmung Beiersdorfs als führende Innovationskraft in der Hautpflege zu fördern, gründeten wir im Geschäftsjahr 2021 die neue Abteilung „Early Innovation“, die mit einem 16-köpfigenTeam Kräfte aus verschiedenen Fachbereichen bündelt.Ziel der neuen Einheit ist es, eine marken- und kategorieübergreifende, langfristige Innovations-Roadmap mit starken Innovationsgeschichten voranzutreiben. Das Team fungiert dabei als Bindeglied zwischen allen beteiligten Fachfunk- tionen, die am Innovationsprozess beteiligt sind. Im November des Berichtsjahres nahm erstmals ein Team unseres Innovati- onscenters in Shanghai an der CIIE, der „China International Import Expo“, teil. Wie in jedem unserer Forschungsstandorte legte auch unser Innovati- onszentrum in Shanghai im Berichtsjahr einen starken Fokus auf Nachhaltig- keitsthemen. Hierzu gehört die Integration von Recycling-, Wiederverwen- dungs- und Reduktionsdesigns in jede Produktentwicklung, die Verwendung von PCR-Materialien für unsere Produktverpackungen und das Engagement für einen reduzierten CO2-Fußabdruck unserer Produkte, mit dem wir beab- sichtigen, den aus unserer Sicht steigenden Bedürfnissen unserer chinesi- schen Verbraucherinnen nach Nachhaltigkeit zu entsprechen. Da Produktqualität, -sicherheit und -verträglichkeit für Beiersdorf oberste Priorität haben, werden neu entwickelte Produkte vor der Markteinführung sowohl extern als auch im eigenen Testcenter von Beiersdorf innerhalb des Hautforschungszentrums intensiv getestet. Im Berichtszeitraum haben wir allein in Hamburg insgesamt 330 Studien mit 8.500 Teilnehmenden durch- geführt (Vorjahr: 360 Studien mit 10.000 Teilnehmenden). Extern führten wir im Jahr 2021 weitere 1.300 Studien mit 33.500 Teilnehmenden durch (Vorjahr: 1.150 Studien mit 35.000 Teilnehmenden). Jüngster Neuzugang in unserem Forschungsverbund ist unser Innovations- zentrum am neuen Standort in Florham Park in New Jersey, USA. Es löst das Neben dem großen Hautforschungszentrum in Hamburg umfasst unser glo- bales Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk auch zwei große Innovations- zentren in China (Shanghai) und den USA (New Jersey) sowie vier Entwick- lungslabore in Mexiko,Brasilien,Indien undJapan.Sie ermöglichen uns,auf die kulturellen, ästhetischen und klimatischen Gegebenheiten einzugehen und Produkte zu entwickeln, die den individuellen lokalen Bedürfnissen und Präferenzen entsprechen. Gleichzeitig nehmen wir durch dieses Netzwerk am globalen Innovationsgeschehen teil und haben Zugang zu lokalen Expertinnen und Talenten, was wiederum für unsere globale Forschungs- und Entwicklungsarbeit wertvolle Impulse und Erkenntnisse liefert. bisherige Coppertone Forschungszentrum in New Jersey sowie das Beiersdorf Entwicklungslabor in Wilton, Connecticut ab. Die rund 3.000 m2 Labor- und Bürofläche bieten aus unserer Sicht optimale Bedingungen für dezidierte klinische Forschungen und zur schnellen Entwicklung maßge- schneiderter Produktinnovationen der Marken NIVEA, Eucerin, Aquaphor und Coppertone für den nordamerikanischen Markt. Der Standort umfasst unter anderem ein Sensoriklabor für die stärkere Interaktion mit den Verbraucherinnen und arbeitet im Bereich der Derma- und Sonnenschutz- innovationen eng mit dem Entwicklungslabor in Hamburg zusammen. Da die USA der größte Markt für sog. OTC-Produkte ist (d.h. nicht verschrei- bungspflichtige Arzneimittel nach US-amerikanischer Definition) sind, wol- len wir mit diesem neuen Standort zudem das erste globale Exzellenzzent- rum für OTC-Produkte schaffen. Unser im Juli 2020 eröffnetes Innovationszentrum in Shanghai, der mit 7.500 m2 zweitgrößte Standort in unserem Forschungsverbund, ging im ab- gelaufenen Geschäftsjahr gleich zwei wichtige strategische Partnerschaften ein. Die Zusammenarbeit mit TMIC (TMall Innovation Center) war eine da- von. TMIC ist eine Datenanalyse- und unabhängige Forschungsplattform, die auf Verbraucherdaten von Alibaba basiert. Sie ermöglicht es Marken, die richtigen Gelegenheitssegmente zu identifizieren, Innovationen auf der Grundlage der Bedürfnisse chinesischer Verbraucherinnen zu entwickeln, die richtigen Zielgruppen zu finden und Produkteinführungsstrategien zu optimieren. In den Jahren 2020 und 2021 haben wir in enger Zusammenar- beit mit TMIC eine Reihe von Produkten entwickelt und auf den Markt ge- bracht, die den Bedürfnissen der chinesischen Verbraucherinnen entspre- chen, wie zum Beispiel das erste NIVEA MEN Augengel und Tone-up Creme im Jahr 2020 und die erste NIVEA Body Neck Cream im Jahr 2021. Auch in Zukunft werden neue Produktkonzepte und Innovationen innerhalb der definierten Zielgruppe über TMIC getestet. Personalisierung und künstliche Intelligenz Themen wie künstliche Intelligenz (KI), Digitalisierung und Personalisierung gewinnen in der Hautpflege zunehmend an Bedeutung. Auch Beiersdorf setzte im Berichtsjahr in allen Bereichen deutliche Akzente und trieb ver- schiedene Forschungsaktivitäten voran. Bereits im Jahr 2019 etablierten wir den „Personalization Accelerator“. Eingebettet im Bereich Forschung & Entwicklung bündelt er, ähnlich wie ein Inkubator, Synergien verschiedener Personalisierungsinitiativen. Unterstützt wird die Funktion von einem funk- tionsübergreifenden Team mit Kolleginnen aus den Bereichen Supply Chain, IT, Marketing und F&E. Eines der Ergebnisse des „Personalization Accelerators“ ist die im Februar 2021 neu eingeführte Gesichtspflegemarke O.W.N – die erste personalisierte Gesichtspflegeroutine von Beiersdorf (mehr dazu auf Seite 47 im Abschnitt „Produkt-Highlights“). O.W.N nutzt künstliche Intelligenz und beruht auf einem Algorithmus, der unser fundier- tes Wissen zusammenführt und mehr als 380.000 möglichen Formelkom- binationen für jede Person die beste individuelle Produktlösung auswählt. Hier kommen die Erkenntnisse der groß angelegten Beiersdorf Studie SKINLY zum Tragen – einem wichtigen Meilenstein unserer Aktivitäten im Bereich der künstlichen Intelligenz. Mit SKINLY startete Beiersdorf Ende 2019 Eine weitere strategische Partnerschaft ist die Zusammenarbeit mit Beauty Evolution (BEVOL), einer führenden chinesischen Plattform für Kosmetik- und Hautpflegeproduktemit 30 Millionen Online-Nutzern.BEVOL bietet den Ver- brauchern Informationen zu 27.000 kosmetischen Inhaltsstoffen und über 2.800.000 Hautpflegeprodukten.Mit den neu eingerichteten Produktbewer- 45 Zusammengefasster Lagebericht Forschung und Entwicklung eine der weltweit größten Hautpflegestudien mit Verbraucherinnen. Das se unserer Konsumentinnen bestmöglich zu erfüllen. Ein Kriterium, das in diesem Zusammenhang mit den Jahren immer wichtiger wurde, ist die Um- weltverträglichkeit unserer Produkte. Dies gilt sowohl für die Rezeptur als auch die Verpackungen, die wir im Sinne der vier Nachhaltigkeitsprinzipien „vermeiden, reduzieren, wiederverwenden und recyceln“ optimieren. Besondere dabei: Verbraucherinnen werden bei dieser Studie aktiv mittels digitaler Tools – einem speziellen Messgerät (inklusive einem Feuchtigkeits- sensor und drei unterschiedlichen Lichtquellen) und einer ergänzenden App – eingebunden und übermitteln zweimal amTag die individuellen Haut- eigenschaften, also Hautalter, Faltentiefe, Hautton, Tönungen und Unrein- heiten, aber auch Informationen zu den Themen Schlaf, Ernährung, Haut- besonderheiten, Zyklus oder klimatische Bedingungen. Das Ökosystem lernt mittels „Machine Learning“ auf Basis künstlicher Intelligenz mit jeder Mes- sung dazu. Seit Ende 2019 haben bereits über 14.500 Konsumentinnen im Alter zwischen 18 und 80 Jahre aus Europa und Asien teilgenommen, weit über 5 Millionen Hautmessungen sind erfolgt. Je mehr Qualitätsdaten vor- liegen,desto besser lassen sich externe Einflüsse auf die Haut verstehen und Rückschlüsse für die Entwicklung neuer Hautpflegelösungen ziehen. Unseren eigenen Anspruch haben wir im Berichtsjahr in unserem F&E-Nach- haltigkeitsversprechen formuliert. Demnach wollen wir mit möglichst weni- gen Inhaltsstoffen die maximale Produktwirkung erzielen und wann immer möglich nachhaltige, biologisch abbaubare und/oder erneuerbare Rohstof- fe und Verpackungen verwenden. In diesem Zusammenhang haben wir bei - spielsweise bereits im Jahr 2019 unser Kunststoffversprechen („Plastic Pledge 2025“) bekanntgegeben, wonach wir bei unseren europäischen Kunststoff- verpackungen den Anteil an recyceltem Material bis zum Jahr 2025 auf 25% erhöhen wollen. Auch die Kreislaufwirtschaft hat bei uns höchste Priorität und wird gezielt gefördert. Auch im Bereich der Formelentwicklung und -optimierung griffen wir im Be- richtsjahr auf die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz zurück. In der neu gestarteten Zusammenarbeit mit „Uncountable“ setzten wir beispielsweise den Relaunch der NIVEA Essentials Tagespflegeprodukte um. Die Uncoun- table-Plattform ermöglichte uns, die komplexen Datenmengen schneller zu bearbeiten und so schneller und effizienter neue Formeln zu identifizieren, die bei gleicher Sensorik der bisherigen Produkte ausschließlich Inhaltsstof- fe enthalten, die unserem Nachhaltigkeitsversprechen gerecht werden. Wir sehen in der künstlichen Intelligenz ein großes Potenzial und werden die Möglichkeiten daher auch in Zukunft für uns nutzen und damit die Digitali- sierung in der Forschung weiter fördern. Produkt-Highlights1 Innovationen zu entwickeln, ist unsere Kernkompetenz und eine Basis für un- seren nachhaltigen Unternehmenserfolg. Wesentliche Quelle für unsere gut gefüllte Innovationspipeline ist unsere starke Innovationskultur, die seit je- her in unserer Forschung und Entwicklung gelebt wird. Wir haben uns zum Ziel gesetzt,mit der kontinuierlichen Einführung innovativer Hautpflegepro- dukte die Bedarfe und Wünsche unserer Konsumentinnen aufzugreifen und ihnen einen Mehrwert zu bieten. Dabei beschränken wir die Suche nach In- novationen nicht nur auf kosmetische Formulierungen – auch die Entwick- lung innovativer, nachhaltiger Produktverpackungen und die immer stärke- re Digitalisierung sind ein bedeutender Teil unserer Arbeit. Einen weiteren Akzent im Bereich der Personalisierung setzten wir im Mai des Berichtsjahres: Unsere OSCAR & PAUL Beiersdorf Venture Capital Unit investierte zusammen mit dem belgischen Venture Capital-Fonds 9.5 Ven- tures in die neue personalisierte Hautpflegemarke Routinely. Routinely setzt auf eine modulare Hautpflege-Routine, die die dynamische Beschaffenheit der Haut berücksichtigt. Ein initialer Onlinefragebogen sowie eine App hel- fen den Verbraucherinnen dabei, aus insgesamt 13 Unisex-Seren die Kom- bination zusammenzustellen, die perfekt auf ihre eigene Haut abgestimmt ist. Mithilfe der Selbsteinschätzung der Verbraucherinnen sowie eines er- weiterten Algorithmus passt die App die Empfehlungen zur täglichen Pfle- ge auf Basis der aktuellen Messergebnisse in Echtzeit individuell an. Dabei berücksichtigt Routinely neben den aktuellen Pflegebedürfnissen der Konsumentinnen auch externe Faktoren wie Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Luftqualität oder Sonneneinstrahlung. Auf diese Weise wollen wir mit der Marke Routinely, die zunächst in Belgien und den Niederlanden gelauncht wurde, den Verbraucherinnen genau die Wirkstoffe bieten, die sie aus un- serer Sicht für eine bessere Hautgesundheit brauchen. Nachfolgende Übersicht zeigt eine Auswahl unserer Innovationen des Be- richtsjahres: Nach der erfolgreichen Einführung der NIVEA CELLULAR LUMINOUS 630® Anti-Pigmentflecken Serie im Jahr 2020 brachte Beiersdorf im Berichtsjahr insgesamt vier neue Pflegeprodukte der Serie auf den Markt. Sie alle enthalten den patentierten Wirkstoff LUMINOUS 630®, der vorhan- dene Pigmentflecken sichtbar reduziert und hilft, der Entstehung neuer Pigmentflecken vorzubeugen. Er ist das Ergebnis zehnjähriger akribischer Forschungsarbeit bei Beiersdorf. Zu den neuen Produkten, die zusätzlich Hyaluronsäure enthalten, gehören die NIVEA CELLULAR LUMINOUS 630® Anti-Pigmentflecken Nachtpflege, die NIVEA CELLULAR LUMINOUS630® • Anti-Dunkle Augenringe Augenpflege LUMINOUS630® Anti-Pigmentflecken getönte Fluid SPF20 und die NIVEA CELLULAR LUMINOUS 630® Anti-Pigmentflecken Handcreme , das NIVEA CELLULAR . Diese Aktivitäten unterstreichen, auf wie vielen unterschiedlichen Ebenen Beiersdorf die Personalisierung der Hautpflege vorantreibt. Die neue NIVEA Hydra Skin Effect Serie versorgt die Haut nicht nur mit intensiver Feuchtigkeit, sondern enthält pures Hyaluron. Es werden zwei unterschiedliche Arten von Hyaluronsäure eingesetzt: Die langkettige Hyaluronsäure liegt auf der Haut auf, zieht Wasser an und schließt es ein, während die kurzkettige Hyaluronsäure tiefer in die Haut eindringt. Die Serie umfasst eine Tages- und Nachtcreme, eine Ampullen-Kur sowie eine Maske. • F&E-Nachhaltigkeitsversprechen1 Die kontinuierliche Entwicklung innovativer und qualitativ hochwertiger Hautpflegeprodukte hat uns seit dem Jahr 1882 zu einem der weltweit füh- renden Hautpflegeunternehmen gemacht. Unser Anspruch war dabei im- mer, unsere Produkte stetig zu verbessern, um die Wünsche und Bedürfnis- 1 Dieser Abschnitt ist kein prüfungspflichtiger Bestandteil des Lageberichts. 46 Zusammengefasster Lagebericht Forschung und Entwicklung Mit der NIVEA Q10 Power Anti Falten + Straffung Tagespflege haben wir Ergebnis bieten die Produkte eine milde und angenehm schäumende Handreinigung, die im Vergleich zu herkömmlichen Handwaschgels deut- lich weniger CO2-Emissionen pro Anwendung verursachen. • unsere neue Generation von 100% hautidentischem Q10 auf den Markt gebracht. Gewonnen durch einen natürlichen Fermentierungsprozess, wirkt das hautidentische, doppelt aktive Q10 Falten effektiv entgegen und beugt dem Auftreten neuer Falten vor. Die Formel schützt die Haut vor freien Radikalen und versorgt sie mit Feuchtigkeit und Energie, die sie braucht, um sich besser zu regenerieren. Dabei kommt die vegane Creme, die keine tierischen oder aus Tieren gewonnene Inhaltsstoffe enthält, ohne Mikroplastik, Alkohol (Ethyl-Alkohol) und Mineralöle aus. Der Tiegel und der Deckel bestehen aus 50% recyceltem Material und sind vollständig recycelbar. Ebenfalls neu im Sortiment ist das NIVEA Q10 Anti-Falten ULTRA SERUM NIGHT RECOVERY. Es enthält eine leistungsstarke Kombination von Anti-Aging-Wirkstoffen, darunter das Pro-Vitamin B5 und reines Q10. Die Formel hilft, den natürlichen nächtlichen Regenerations- prozess der Haut zu optimieren. Unsere neue NIVEA MEN SENSITIVE-PRO ULTRA CALMING Gesichts- pflegeserie vereint pflanzliches Hanfsamen-Öl mit Vitamin E. Die leichte Formel hilft dabei, gereizte Haut zu beruhigen und vor Hautirritationen zu schützen. Das Sortiment umfasst neben einer veganen Feuchtigkeits- creme (Formel ohne Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs), einem Gesichts- und Bartbalsam und einem Rasierschaum,auch eine neue flüssige Rasier- creme, die frei von Treibgasen ist. Beide Rasierprodukte sorgen für eine gründliche und sanfte Rasur. • Die neue Labello Naturally Vegan Serie, die von Ecocert® Cosmos Natu- ral als Naturkosmetik zertifiziert wurde, umfasst die Sorten „Açai Beere & Sheabutter“ und „Hanföl & Sheabutter“. Beide Pflegeformeln sind vegan (ohne Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs), basieren zu 100% auf Inhalts- stoffen natürlichen Ursprungs und versorgen die Lippen mit viel Feuch- tigkeit und reichhaltigerPflege.Bei der Umverpackungverzichtetdie neue Labello Serie vollständig auf Plastik; der Karton ist FSC-zertifiziert. • Mit den neuen NIVEA SUN Kids Mineralischer UV-Schutz Produkten mit Bio Aloe Vera haben wir im Jahr 2021 unser Produktportfolio um eine nachhaltige Produktvariante ergänzt: unsere ersten Sonnenschutzmittel mit rein mineralischen UV-Filtern – ganz ohne chemische UV-Filter und frei von Mikroplastik im Massenmarktsegment.Diese neue,vegane (ohne Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs) und wasserfeste Technologieformel bietet zuverlässigen UVA- und UVB-Schutz (Lichtschutzfaktor 50+) und schützt die Haut effektiv vor Sonnenbrand und langfristigen Hautschäden. Darüber hinaus trägt die Formel zur kontinuierlichen Verbesserung der Umweltverträglichkeit unserer Sonnenschutzprodukte bei. • Mit dem neuen Eucerin DERMOPURE Triple Effect Serum haben wir im Berichtsjahr ein neues Produkt für alle von Akne betroffenen Ver- braucherinnen auf den Markt gebracht. Das Serum mit dem patentierten Wirkstoff Thiamidol mildert hartnäckige Pickelmale (post-inflammatorische Hyperpigmentierung) und reduziert Hautunreinheiten effektiv. Zweimal täglich angewendet und mit Eucerin DERMOPURE Schutzfluid LSF 30 für akneanfällige Haut kombiniert, bewirkt das DERMOPURE Triple Effect Serum nach acht Wochen regelmäßiger Anwendung bei 95 von 100 Ver- braucherinnen eine deutliche Reduzierung der Akne-Makel (Unreinheiten und Pickelmale). • Die NIVEA Coffee to Care Serie mit natürlichem Kaffee-Öl aus recyceltem Kaffeesatz wurde im Jahr 2021 nach nur fünf Monaten Projektarbeit ein- geführt. Sie umfasst eine Gesichtscreme, ein Duschgel sowie eine Body- lotion und war zum Geschäftsjahresende eine der nachhaltigsten Pfle- geserien von Beiersdorf. Die veganen Formeln enthalten keine tierischen oder aus Tieren gewonnene Inhaltsstoffe, bestehen zu 98% aus Inhalts- stoffen natürlichen Ursprungs und sind zu 99% biologisch abbaubar. Sie sind reich an Linolsäure und Flavonoiden, stärken die natürliche Hautbar- riere und entfalten eine antioxidativeWirkung – für lebendig schöne Haut. Alle Produkte der NIVEA Coffee to Care Serie sind exklusiv online unter NIVEA.de erhältlich. Durch Upcycling von Inhaltstoffen geht Beiersdorf ei- nen weiteren Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft. • Mit der neuen Innovation Eucerin ACTINIC CONTROLMD lancierte Beiersdorf im Berichtsjahr sein erstes zertifiziertes Medizinprodukt mit Lichtschutzfaktor 100. Der effektive Sonnenschutz beugt aktinischer Ke- ratose (die häufigste Frühform von Hautkrebs) und nicht-melanozytärem Hautkrebs (= heller Hautkrebs) vor und ist zum therapiebegleitenden Schutz bei aktinischer Keratose geeignet1. Das leichte Fluid eignet sich für die tägliche Anwendung und bietet durch die hochwirksame Kombinati- on aus hohem UVA-/UVB-Schutz und Breitbandfiltern einen sehr hohen Sonnenschutz vor sonnenbedingten Hautschäden bei sonnenempfind- licher Haut. Darüber hinaus empfehlen wir Eucerin ACTINIC CONTROLMD für Menschen, die in hohem Maße der Sonne ausgesetzt sind, zum Bei- spiel spezielle Berufsgruppen und Sportlerinnen. • Das neue NIVEA ECODEO Naturally Good überzeugt mit seiner klima- freundlicheren Sprühanwendung, die mit Stickstoff anstelle von herkömm- lichen Treibgasen arbeitet. Das neue Applikationsformat hält doppelt so lange wie 150 ml Standarddosen und spart somit bei der Anwendung eine ganze Aluminiumdose. Die Dose wurde außerdem im Sinne des ökolo- gischen Fußabdrucks optimiert. Die besondere NIVEA ECODEO Naturally Good-Formel besteht zu 95% aus Inhaltstoffen natürlichen Ursprungs. • Die Anti-Age-Serie Eucerin Hyaluron Filler + 3x Effect haben wir im Jahr 2021 einem umfangreichen Relaunch unterzogen. Die neuen Formeln mit lang- und kurzkettiger Hyaluronsäure, Saponin und Enoxolon füllen, sti- mulieren und schützen die Haut und wirken so den Zeichen der Hautalte- rung entgegen – für sichtbar jünger aussehende, glattere und strahlende Haut. Die lang- und kurzkettige Hyaluronsäure polstert selbst tiefste Fal- ten sichtbar auf.Das antioxidative Saponin aktiviert die hauteigene Hyalu- ronsäure-Produktion und schützt die Haut vor freien Radikalen. Enoxolon verringert den natürlichen Hyaluronsäure-Abbau. • „Förderung der Kreislaufwirtschaft“ war der Leitgedanke bei der Entwick- lung des neuen NIVEA EcoRefill Handseife Sortiments. Die Produkte ver- einen ein System von nachfüllbaren Tabs, die sich bei Zugabe von Wasser auflösen und in eine flüssige Handseifenformel verwandeln, mit einer nachfüllbaren und wiederverwendbaren Flasche. Diese sind aus sind aus 100% recyceltem Material hergestellt (ohne Pumpe und Etikett); die Tabs sind in einer zertifizierten minimalistischen Papierverpackung verpackt.Im • 1 vgl. S3 Guideline ‚Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom der Haut‘; eine eigene Studie mit ACTINIC CONTROLMD existiert nicht 47 Zusammengefasster Lagebericht Forschung und Entwicklung Das gesamte Hansaplast-Sortiment wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr tesa • neu aufgelegt und mit dem zusätzlichen „Bacteria Shield“-Logo versehen. Die Hansaplast-Kompressen blockieren den Durchtritt von Bakterien durch das Trägermaterial und bilden so eine hervorragende Wundabdeckung, die 99% der Bakterien abhält, die Wunde schützt und sauber hält. Auf die- se Weise schaffen Hansaplast Bacteria Shield Pflaster gute Voraussetzun- gen dafür, dass die körpereigenen Heilungsmechanismen ungehindert ablaufen können. Produkt- und Technologie-Entwicklung1 Kleben statt schrauben und schweißen Im Bereich Produkt- und Technologie-Entwicklung konzentrierte sich tesa im Jahr 2021 weiter auf das strukturelle Verkleben. Dies umfasste Technologi- en für Klebelösungen mit besonders hoher Verbindungsfestigkeit und Lang- zeitbeständigkeit, wie sie bisher nur mit mechanischen Verbindungstechni- ken wie Schrauben, Nieten und Schweißen erreicht werden können. Für die Automobilindustrie hat tesa langzeitstabile Hochleistungsklebelösungen zur Nahtabdichtung von Karosseriebauteilen entwickelt, die in den Lackierstra- ßen der Kundinnen zur Anwendung kommen. Nach der Trocknung zeich- net sich die Naht durch eine perfekte optische Ästhetik, dauerhafte Flexibi- lität und Rissbildungsresistenz bei Temperaturen bis –30 °C aus. Die Bemus- terung globaler Innovationsführer der Automobilindustrie mit erfolgverspre- chenden Prototypen stieß auf positive Resonanz. Derartige Klebelösungen können auch für die Überbrückung von Spalten in der Karosserie verwendet werden. Unter unserer Luxusmarke La Prairie haben wir im Jahr 2021 das neue Anti-Aging-Produkt Platinum Rare Haute-Rejuvenation Protocol auf den Markt gebracht. Das Produkt wirkt auf die wichtigsten Verjüngungs- prozesse der Haut ein, um die Zeichen der Hautalterung zu minimieren. Die einmonatige Intensivkur besteht aus drei Ampullen – jede Ampulle für zehn Tage, die Tag und Nacht angewendet werden. Sie tragen dazu bei, das Hautvolumen wiederherzustellen, das Gefühl von Festigkeit und Elasti- zität der Haut zu fördern und so ein jugendlicheres Aussehen zu verleihen. Im vergangenen Geschäftsjahr wurde die Skin Caviar Collection zudem um eine Innovation ergänzt: das La Prairie Skin Caviar Nighttime Oil basiert auf einer einzigartigen Kombination aus Kaviarlipiden und aus Kaviar gewonnenem Retinol, um feine Linien und Falten zu glätten, das Gefühl von Elastizität und Festigkeit der Haut zu verbessern und die Bar- rierefunktion der Haut zu stärken. Das feuchtigkeitsspendende Gesichts- öl ist besonders in der Nacht, aber auch darüber hinaus wirksam. • Ein weiteres Fokusfeld bildete die strukturelle Verklebung bei der Montage von elektronischen Endgeräten wie Mobiltelefonen. Hierfür konnten Klebe- systeme entwickelt werden, die bereits bei Raumtemperatur zu sehr festen Verbindungen führen,so dass auch sehr wärmeempfindliche Materialien fest verklebt werden können. Im Jahr 2021 wurde eine Auswahl an Prototypen bei innovationsführenden Unternehmen für verschiedenste Anwendungen erfolgreich getestet, die nun in Serie gefertigt werden können. Moderne Designs mobiler Endgeräte und deren Komponenten mit sehr kleinen Verklebungsflächen werden so ermöglicht.Mit der Entwicklung neuer Proto- typen für die Erschließung zusätzlicher Anwendungsfelder mit erforderlicher Verklebung bei Raumtemperatur konnte tesa auf bisherige Erfolge auf- bauen. Die Ergebnisse finden beispielsweise in der Batterieproduktion oder der Verklebung von Textilien Anwendung. Mit Coppertone Sport Mineral führte unsere amerikanische Sonnenschutz- marke im Jahr 2021 eine Sport-Sonnenschutzserie mit 100% minerali- schem Sonnenschutz auf der Basis eines Zinkoxid-Wirkstoffs ein. Die halt- baren Formeln bieten Schutz vor Schweiß, Hitze und Wasser. Coppertone Sport Mineral, mit natürlichem Zinkoxid, lässt sich leicht auftragen und ist wasserfest (80 Minuten). Die Coppertone Pure & Simple Sunscreen Sprays bietet zuverlässigen, 100% mineralischen Sonnenschutz auf der Basis ei- nes Zinkoxid-Wirkstoffs und sind für die ganze Familie (Erwachsene, Kinder und Babys) geeignet. Die Formeln sind wasserabweisend (80 Minuten), • Nachhaltige Produkt- und Technologiekonzepte bieten Breitband-UVA Coppertone Pure & Simple Sunscreen Spray mit natürlichem Zinkoxid ist hypoallergen und sanft und somit für empfindliche Haut geeignet. / UVB-Schutz und enthalten pflanzliche Extrakte.Das Der Schwerpunkt bei der Entwicklung von nachhaltigen Technologien und Produktkonzepten hat im Berichtsjahr besondere Dynamik und Aufmerksam- keit erfahren. Für Verpackungsklebebänder wurden Produktkonzepte auf Ba- sis nachwachsender Rohstoffe sowie Prinzipien zur Kompostierbarkeit erfolg- reich getestet und einige davon stehen nun für die Aufnahme der Serien- produktion bereit. Außerdem arbeitete tesa an Produkten aus recycelten Rohstoffen, beispielsweise mit Folien aus sogenanntem post-consumer-re- cyceltem PET oder Trennpapieren aus recycelten Fasern. Auch bei Hochleis- tungsklebebändern wurde ein Fokus auf den Ersatz von erdölbasierten Roh- stoffen durch nachwachsende Rohstoffe gelegt. Entsprechende Prototypen für die Verklebung von Komponenten mobiler Endgeräte wurden entwickelt und Leitkundinnen präsentiert. Mit der Einführung der neuen,innovativen Hautpflegemarke O.W.N (Only What’s Needed) ging Beiersdorf im abgelaufenen Geschäftsjahr auf den Trend personalisierter Gesichtspflege ein. Basierend auf der Idee, dass jede Haut einzigartig ist, bietet O.W.N in europäischen Schlüsselmärkten eine Pflegeroutine, die auf die individuellen Hautbedürfnisse der Verbraucherinnen zugeschnitten ist. Grundlage dieser Personalisierung sind ein wissenschaftlich ausgewerteter Fragebogen und der O.W.N-Per- sonalisierungsalgorithmus, der auf den Erkenntnissen und Daten einer Studie mit mehr als 4.000 Verbraucherinnen basiert. Die Produkte pas- sen sich darüber hinaus im Laufe der Zeit verschiedenen Veränderungen an, darunter Veränderungen der Umwelt, der Hautbedürfnisse oder der Haut im Jahreszeitenverlauf. Die Produkte – darunter eine Tagescreme, eine Nachtcreme, ein Mizellenwasser und ein Waschgel – werden rein digi- tal über die Internetseite www.ownskincare.eu vertrieben. Die Formeln sind biologisch abbaubar, die Tiegel und Flaschen darüber hinaus wieder- auffüllbar, um Plastikmüll zu reduzieren. • Zusätzlich kommt der Möglichkeit, Produkte im Herstellungsprozess zu über - arbeiten, während der Produktlebenszeit zu reparieren und am Produktle- bensende zu recyceln, zunehmend größere Bedeutung zu. Entsprechende Klebebandlösungen, die auf verschiedenen Technologien und Produktkon- zepten aufbauen, konnten im Jahr 2021 entwickelt und in den Prozessen der Kundinnen getestet werden. So können beispielsweise mobile Endgeräte überarbeitet oder repariert werden. Die Herangehensweise erlaubt die Abfallvermeidung durch Rückgewinnung und die Wiederverwertung von hochwertigen verklebten Bauteilen. 1 Dieser Abschnitt ist kein prüfungspflichtiger Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. 48 Zusammengefasster Lagebericht Forschung und Entwicklung Weiterentwicklung lösungsmittelfreier Technologien Produktlösungen für die Elektromobilität Auch im vergangenen Geschäftsjahr wurde die Entwicklung besonders nach- haltiger lösungsmittelfreier Technologien zur Fertigung von Klebebändern intensiv vorangetrieben und erweitert. Neben verbesserter Material- und Energieeffizienz erlauben diese Technologien im Allgemeinen auch neue Produktdesigns. Weitere Prozessierungskonzepte zur Extrusion von Klebe- bändern wurden entwickelt und optimiert, um neben verbesserter Effizienz auch eine verbesserte Leistungsfähigkeit der Produkte zu erzielen. Auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre aufbauend, konnte das auf Extrusion basierende Produktsortiment von tesa um Montagelösungen für Embleme, Schilder und Designelemente erweitert werden. Darüber hinaus konnten Prototypen für anspruchsvolle Anwendungen, wie z.B. die Komponentenver- klebung in Mobiltelefonen, durch aus neuen Rohstoffen bestehende extru- Der stetig wachsende Markt der Elektromobilität hat sich auch im Jahr 2021 in tesas Entwicklungsaktivitäten widergespiegelt. Die Sicherheit der Fahr- zeuginsassen in Hinblick auf die von Traktionsbatterien ausgehenden Brand- risiken stellt hierbei einen wesentlichen Aspekt dar. Verschiedene Prototypen, die eine sichere Verklebung erlauben und die Ausbreitung eines Feuers über die lokale Brandstelle hinaus ausreichend verzögern, konnten erfolgreich auf die hohen Anforderungen der Kundeninnen getestet werden. Die Klebe- bänder konnten Flammtemperaturen von bis zu 1.200 °C über mehrere Mi- nuten standhalten und können so Insassen im Falle eines Unfalls die Rettung ermöglichen. Neben der Brandsicherheit ist auch eine zuverlässige elektrische Isolation der Komponenten erforderlich, um so eine sichere Batterie herzustellen. Im Berichtsjahr konnten mikrolochfreie Prototypen eines Isolationsklebebands für Batteriezellen einem marktführenden Batterieproduzenten präsentiert werden. Zur Sicherstellung einer engen Kooperation im Rahmen aller glo- balen Entwicklungspartnerschaften wurde das bestehende Netzwerk für die Entwicklung von Technologien, Produkten und Applikationsprozessen im Jahre 2021 weiter gestärkt. dierte Schichten hergestellt werden. Diese weisen im Vergleich zu bestehen - den Produkten eine verbesserte Stoßresistenz auf. So werden beispielswei- se mobile Endgeräte besser gegen Beschädigungen durch Stürze geschützt. Die Entwicklung und Produktion thermisch leitfähiger Klebebandprototypen zum Schutz von Batterien vor Überhitzung stellt ein weiteres Beispiel dar. Wasserbasierte Klebemassen bieten eine weitere Möglichkeit zur lösungs- mittelfreien Herstellung von Klebebändern. Hier intensivierte tesa seine Ak- tivitäten im Jahr 2021 durch die Kooperation mit Forschungsinstituten und Industriepartnerinnen. Als Ergebnis konnte die Produktion verbesserter Pro- totypen für die Kabelsatzwicklung realisiert werden. Ausblick auf die Zukunft: Wasserstoff Brennstoffzelle Auch im Jahre 2021 hat tesa seine Entwicklungskapazitäten auf die Erschlie- ßung von Zukunftstechnologien ausgerichtet und einen Fokus auf Nachhal- tigkeitsthemen gesetzt. Beispiele hierfür sind die Projekte im Bereich der Wasserstofftechnologie, die eine vollständig erneuerbare Energieerzeugung erlaubt. Hierfür wurden eine fundierte Technologiebewertung durchgeführt und in Kooperation mit innovationsführenden Unternehmen und Forschungs- instituten Konzepte für entsprechende Klebebandlösungen entwickelt. Mit Hilfe passender verklebender und dichtender Klebebänder soll so die effi- ziente Energiespeicherung und -umwandlung in modernen Brennstoffzellen ermöglicht werden. Technologien für Displays und Verglasungen Im Jahr 2021 hat tesa seine Pilotfertigungs- und Produktionskapazitäten für optisch hochtransparente und reinraumgefertigte Klebebänder für Displays in Automobilen oder Mobiltelefonen weiter ausgebaut. Dabei wurde die Ver- fahrenstechnik daraufhin optimiert, qualitativ hochwertige Produkte mit her- vorragender Verklebungskraft herzustellen, die für Endverbraucherinnen völlig unsichtbar sind. Parallel wurden zahlreiche Entwicklungsaktivitäten ge- startet und Prototypen hergestellt, wie beispielsweise zur Anwendung in in- teraktiven Displays von Automobilen. Weitere Informationen zur Produkt- und Technologie-Entwicklung bei tesa finden Sie unter www.tesa.com/de-de/ueber-uns/product-and-technology- development Eine weitere Neuentwicklung zielt auf die Steuerung des Wärmedurchgangs von Verglasungen ab, um so den Energiebedarf von Gebäuden zu reduzie- ren. Anhand von intelligenten hochtransparenten Prototyen bewerten mit uns kooperierende Unternehmen aus der Industrie derzeit das Energie- einsparungspotenzial für den Betrieb von Klimaanlagen. 49 Zusammengefasster Lagebericht Menschen bei Beiersdorf Unternehmenskultur Menschen bei Beiersdorf¹ Unsere Mitarbeitenden schätzen die einzigartige Unternehmenskultur von Beiersdorf. Wir setzen auf Werte wie Offenheit, Vertrauen, Internationalität und eine von Ehrlichkeit geprägte Unternehmenskultur und fördern ein Arbeitsumfeld, in dem Teamwork und insbesondere gegenseitiger Respekt einen hohen Stellenwert besitzen. Unsere Zielrichtung der „Kulturarbeit“ ist beständig geblieben: die emotionale Bindung zwischen Menschen und Unternehmen zu stärken, Beschäftigte an Entscheidungen und am Erfolg zu beteiligen sowie Führungskräfte so zu unterstützen, dass sie den immer komplexer werdenden Aufgaben stets gewachsen sind. Insbesondere in Zeiten der Corona-Pandemie hat sich diese Herangehensweise bezahlt gemacht. Auch in Zeiten sozialer Distanz standen wir uns als Team sehr nah und haben uns gegenseitig unterstützt. Das wurde auch durch unsere Mitarbeitenden-Befragung „teampulse“ deutlich in der unsere Mitarbeiten- den Feedback zu unserer Unternehmenskultur gaben. Die höchsten Zustim- mungswerte erhielten die einzigartige Unternehmenskultur, die sehr hohe Identifikation mit unserem Purpose Care Beyond Skin und der Glaube an unsere vier Core Values („Care“, „Simplicity“, „Courage“ und „Trust“). Unsere Mitarbeitenden sind der Schlüssel zu unserem Erfolg. Ihre Leistung, ihre emotionale Bindung und der Einsatz ihres Wissens beeinflussen die At- traktivität unserer Marken und Produkte auf der ganzen Welt – und bilden somit die Basis für unseren nachhaltigen unternehmerischen Erfolg. Zum 31. Dezember 2021 beschäftigte Beiersdorf weltweit 20.567 Mitar- beitende und damit 1,3% mehr als im Jahr zuvor (Vorjahr: 20.306). Von ihnen waren 6.593 (Vorjahr: 6.449) in Deutschland tätig, was einem Anteil von 32% entspricht (Vorjahr: 32%). Im Unternehmensbereich Consumer arbeiteten insgesamt 15.740 Beschäftigte (Vorjahr: 15.590), 4.827 bei tesa (Vorjahr: 4.716). Consumer Arbeiten in der neuen Realität – Personalarbeit im Jahr 2021 Die Corona-Pandemie hat die Personalarbeit deutlich beeinflusst und ver- langte in den vergangenen Monaten von allen Seiten ein Höchstmaß an Fle- xibilität. Schon im Jahr 2020 hat sich gezeigt, dass wir auf die besonderen Herausforderungen gut vorbereitet waren. Denn eine zeitgemäße Personal- arbeit, geprägt durch eine Kultur des vertrauensvollen Miteinanders, Offen- heit für agile Formen der Zusammenarbeit und die Bereitschaft zur ständigen Weiterentwicklung und Digitalisierung, schafft eine Basis, mit der sich Krisen dieser Art leichter bewältigen lassen. Zukunftsinvestitionen in die Personal- arbeit, wie wir sie im Rahmen unserer Strategie C.A.R.E.+ gezielt fördern, helfen uns zudem dabei, unsere Personalarbeit auf die Anforderungen der Zukunft auszurichten und die Arbeitskultur noch weiter zu verbessern. Schwerpunkte sehen wir hier insbesondere in Themen wie die lernende Organisation, neue Arbeitswelt („New Work“) sowie Konzepte zur Förderung von Diversity & Inclusion (D&I). Attraktivität als arbeitgebendes Unternehmen und emotionale Bindung („Engagement“) Die emotionale Bindung unserer Mitarbeitenden liegt Beiersdorf besonders am Herzen. Aus diesem Grund überprüfen wir dieses Kriterium regelmäßig über globale Mitarbeitenden-Befragungen. Ziel ist es, mit dieser Befragung den kontinuierlichen Dialog zwischen Führungskräften und ihren Teams zu fördern und Mitarbeitenden die Chance zu geben, sich bei der Gestaltung des eigenen Arbeitsplatzes aktiv zu beteiligen. Im Jahr 2020 haben wir un- sere neue Engagement-Umfrage „teampulse“ bereits für den Großteil der internationalen und europäischen Tochtergesellschaften schrittweise ein- und durchgeführt. Sie ermöglichte uns eine schnellere Datenauswertung und bietet somit die Gelegenheit einer unmittelbaren „Pulsmessung“. Auf- grund einer Klärung im Rahmen der Datenschutzbestimmungen in der EU verzögerte sich die Einführung von „teampulse“ für einige Länder Europas, ANZAHL MITARBEITENDE KONZERN ANTEIL MITARBEITENDE KONZERN NACH REGIONEN (IN %) Stand 31.12.2021 Afrika/ Asien/ Australien 25,7 20.654 20.567 20.306 20.059 Amerika 16,5 Europa 57,8 2018 2019 2020 2021 1 Dieser Abschnitt ist kein prüfungspflichtiger Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. 50 Zusammengefasster Lagebericht Menschen bei Beiersdorf darunter auch Deutschland. Im Berichtsjahr konnte „teampulse“ nun erst- & Potential“-Ansatz fokussiert auf kontinuierliche Mitarbeitendengespräche, ohne Bewertungen nach Schulnoten oder Punktzahlen, und entkoppelt das Feedback von der früher üblichen jährlichen variablen Bonuszahlung. Die beiderseitigen Feedbackgespräche werden dadurch offener und die Bereit- schaft des Zuhörens und der Kritikannahme höher. Anstelle der jährlichen, variablen Zahlung wurde im Rahmen der neuen Systematik eine gemein- schaftliche, vertrauensbasierte Erfolgsbeteiligung eingeführt. Zusätzlich be- kommen Führungskräfte ein Budget zur Verfügung gestellt, das unterjähr- lich an Beschäftigte oder ganze Teams ausgeschüttet werden kann, die au- ßergewöhnliche Leistungen erbracht haben. Insgesamt erfordert das neue System mehr Ehrlichkeit, Unterstützung und Konsequenz bei unzureichen- den Leistungen. mals global und einheitlich in allen Beiersdorf Ländergesellschaften durch- geführt werden. Die Rücklaufquote lag mit 89% auf Vorjahresniveau. Wie bereits im vorangegangenen Jahr zeigte sich über alle Regionen hinweg ein sehr homogenes Bild. Die Beiersdorf Kultur, der Purpose Care Beyond Skin und der Glaube an unsere vier Core Values („Care“, „Simplicity“, „Courage“ und „Trust“) erhielten in den jeweiligen Tochtergesellschaften große Zustim- mung. Ergänzend zu den Antworten aus dem standardisierten Fragebogen, erhielt das Führungsteam von Beiersdorf in über 21.500 Kommentaren detailliertes Feedback. Diese Rückmeldungen sollen als Basis dienen, um auf Teamebene über Ideen zu sprechen und Maßnahmen zu entwickeln, die Beiersdorf als arbeitgebendes Unternehmen weiter verbessern. Auf diese Weise schaffen wir gemeinsam ein Arbeitsumfeld, in dem alle Mitarbeiten- den ihr Bestes geben können. Um die spezifischen „Business Needs“ in be- stimmten Regionen besser zu verstehen, wurden zusätzlich zur globalen teampulse-Befragung im Berichtsjahr mehrere sogenannte „Local Pulses“ durchgeführt. Bei diesen handelt es sich um lokale Mitarbeitenden-Befra- gungen zu bestimmten Themen – jeweils verbunden mit dem Ziel, ein tieferes Verständnis der Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu gewinnen. Die lokalen „Pulsmessungen“ halfen uns dabei, gezielte, lokale Maßnahmen zu entwickeln und den Dialog zwischen Management und Mitarbeitenden auf lokaler Ebene zu stärken. Ein weiteres Beispiel für Partizipation und Teilhabe betrifft das Thema Arbei- ten an einem flexiblen Arbeitsort, das seit dem 1. Dezember 2020 über eine Betriebsvereinbarung für die Beiersdorf AG, Beiersdorf Customer Supply GmbH und Beiersdorf Shared Services GmbH geregelt ist. Mehr zu diesem Thema, das auch die Führung von Mitarbeitenden betrifft, ist im nachfolgen- den Abschnitt „Führung“ zu finden. Auch die Beteiligung der Belegschaft am sogenannten „Campus-Projekt“, der Neubau der Hamburger Konzernzentrale, setzte sich 2021 fort. Über virtuelle Touren und Baustellenbesichtigungen vor Ort konnten sich die Kolleginnen in Kleingruppen selbst vom Fortschritt des Projekts überzeu- gen. Über 100 Team-Repräsentantinnen wirkten zudem in zahlreichen Work- shops daran mit, die Flächenplanung auszugestalten. Im „Campus Pilot Space“ machte das Projektteam die zukünftige Arbeitsplatzumgebung für alle erlebbar und über „Chair Checks“ in kleinen Gruppen waren alle Mit- arbeitenden dazu aufgerufen, die Auswahl der neuen Campus-Möbel mit- zugestalten. Um ein Gefühl der Zusammengehörigkeit zu schaffen, initiierte das Campus-Projektteam im Berichtsjahr ebenfalls die sogenannte „Campus Naming Challenge“, mit der alle Kolleginnen aufgerufen waren, am Ge- bäudekonzept mitzuwirken, Namensvorschläge und Ideen einzureichen und bestehende Ideen zu bewerten. Partizipation und Teilhabe Partizipation und Teilhabe sind wesentliche Erfolgsfaktoren für eine positive Unternehmenskultur und die Attraktivität des arbeitgebenden Unterneh- mens. Die Grundlage hierfür bilden die transparente Kommunikation zwi - schen Management und Mitarbeitenden sowie der Dialog auf Augenhöhe unter der gesamten Belegschaft. Da auch im zweiten Corona-Jahr Präsenz- Meetings über viele Monate in den meisten Ländern nicht möglich waren, wurde die innerbetriebliche Kommunikation mithilfe von digitalen Lösungen weiter forciert. Digitale und später hybride „Townhall-Meetings“ und Be- triebsversammlungen sowie zahlreiche Online-Events mit Dialogmöglichkei- ten gehörten im Berichtsjahr zu den klassischen Maßnahmen, um auch in Zeiten verstärkter Heimarbeit den Kontakt untereinander zu halten. Die Nähe vom Management zur Belegschaft, vor allem aber auch die Nähe unter- einander, soll dabei unterstützen, in Zeiten der Pandemie weiterhin als ein Team zu funktionieren. Partizipation und Teilhabe ist zudem das Ziel zahlreicher „Diversity & Inclusion“-Aktivitäten, die am Ende des Kapitels näher vorgestellt werden. Hierzu zählen insbesondere die neue „Gender Parity Ambition“ sowie die neue D&I-Strategie für mehr Vielfalt in Führungspositionen. Auch die enge Einbindung von Arbeitnehmendenvertretungen ist Teil unse- rer Unternehmenskultur – sie ermöglicht uns durch eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit wichtige, manchmal auch schwierige Ent- scheidungen gemeinsam zu treffen und zu realisieren. Dies galt auch für das Geschäftsjahr 2021. In Deutschland etwa fanden alle wichtigen Meetings der Mitbestimmung aufgrund der Corona-Situation überwiegend online, manchmal hybrid statt. Auch der „European Dialogue“, der Zusammenschluss europäischer Arbeitnehmendenvertretungen bei Beiersdorf, setzte 2021 seine Arbeit fort. Führung Auch das Thema Führung gehört bei uns zu den wesentlichen Kriterien für ein attraktives Arbeitsumfeld. Mit „Leadership the Beiersdorf Way“ haben wir im Jahr 2017 unser Verständnis einer guten Führungskultur formuliert. Es basiert auf unseren Unternehmenswerten „Care“, „Simplicity“, „Courage“ und „Trust“ und zielt darauf ab, Führungspersönlichkeiten zu entwickeln, die authentisch sind, inspirieren und ihr Team zu herausragenden Leistungen befähigen. Die ldee dahinter: Indem Mitarbeitende mehr Entscheidungsbe- fugnisse bekommen, steigen die emotionale Bindung („Engagement“) und Eigenverantwortung aller. Dies führt zu besseren Teamleistungen und einer höheren intrinsischen Motivation. Mit dem Ziel, die enge und vertrauensvolle Beziehung zwischen Mitarbei- tenden und Führungskräften zu stärken, haben wir im Mai des Berichtsjah- res das Performance Management neu aufgestellt. Der neue „Development 51 Zusammengefasster Lagebericht Menschen bei Beiersdorf Unser erklärtes Ziel besteht darin, die Mehrheit der Managementpositionen zusammenarbeiten können; andererseits unterstützen wir aktiv das Modell des flexiblenArbeitens,vor allem auch von zuhause aus.Die Corona-Pande- mie hat diese neue Art der Zusammenarbeit wesentlich beschleunigt. Unse- re über 170 Standorte weltweit arbeiten kontinuierlich daran, zeitgemäße und passgenaue Lösungen für eine moderne Form der Zusammenarbeit zu entwickeln. mit Talenten aus den eigenen Reihen zu besetzen. Zukünftige Führungskräfte bereiten wir auf diese neue Rolle durch verschiedene Maßnahmen vor. Im Geschäftsjahr 2021 haben wir 100% der Stellen der ersten Management- gruppe (Vorjahr: 60%) und 88% der zweiten Managementgruppe (Vorjahr: 79%) an interne Kandidierende vergeben. Um neue Führungstalente zu identifizieren und zu fördern, setzt Beiersdorf verschiedene Methoden ein. Ein wesentliches Instrument ist der im Mai 2021 neu eingeführte „Development & Potential Process“, der unter dem Motto „Develop your way“ die individuelle Entwicklung aller Mitarbeitenden welt- weit in den Mittelpunkt stellt und der auf einen stärkeren Austausch zwischen Mitarbeitenden und Führungskräften setzt. Über eine fokussierte Selbst- reflexion, Austauschrunden zwischen Führungskräften („Development Reviews“) und individuelle Entwicklungsgespräche, in denen ein individuel- ler Entwicklungsplan besprochen wird, soll jeder auf sich persönlich zuge- schnitten in der Entwicklung unterstützt werden. Talente mit Führungspoten- zial sollen auf diese Weise rechtzeitig identifiziert werden und so die Mög- lichkeit erhalten, frühzeitig relevante Erfahrungen zu sammeln, um sich ent- wickeln zu können. Um das Potenzial von Mitarbeitenden besser identifizieren zu können, setzen wir auf das „LearningAgility Model“, das die vier Dimensionen „Mental Agility“, „People Agility“, „Change Agility“ und „Re- sults Agility“ umfasst. Im Kern geht es darum, potenzielle Führungskräfte zu identifizieren, die die Fähigkeit haben, sich an neue Rahmenbedingungen anzupassen, schnell und aus Erfahrungen zu lernen und sich weiterzuentwi- ckeln. Potential ist daher nicht mit der Performance gleichzusetzen, vielmehr geht es darum, welches Potenzial Mitarbeitende für zukünftige Herausforde- rungen mitbringen. Das Thema Arbeiten an einem flexiblen Arbeitsort ist zudem seit dem 1. Dezember 2020 über eine Betriebsvereinbarung für die Beiersdorf AG, Beiersdorf Customer Supply GmbH und Beiersdorf Shared Services gere- gelt. Demnach haben Mitarbeitende einen Anspruch darauf, bis zu 20% ih- rer individuellen Sollarbeitszeit außerhalb des Beiersdorf Betriebsgeländes zu erbringen, wenn die jeweilige Tätigkeit für das Arbeiten am flexiblen Ar- beitsplatz geeignet ist. Jedes Team vereinbart für sich, ob und wie das Ar- beiten an flexiblen Arbeitsorten teamintern abzustimmen ist, allerdings soll der Arbeitsmittelpunkt auch in Zukunft im Betrieb und auf dem Beiersdorf Gelände verbleiben – dies gilt insbesondere für den zukünftigen Beiersdorf Campus in Hamburg. Unabhängig von dieser neuen, auf die neue Arbeits- welt ausgerichteten Vereinbarung, lag der Anteil der Arbeit von einem flexi- blen Arbeitsort bei vielen Mitarbeitenden im Berichtsjahr – bedingt durch die spezielle Corona-Lage – viele Monate deutlich über den vereinbarten 20%. Hier wollten wir für unsere Belegschaft eine verantwortungsbewusste und zugleich flexible Lösung bieten. Auch in Zukunft bleiben aber persön- liche Begegnungen fester und wichtiger Bestandteil der Beiersdorf Arbeits- kultur. Sie fördern Kreativität und funktionsübergreifende Zusammenarbeit. Im Berichtsjahr haben wir darüber hinaus bereits in Wien, Basel, Athen, Zagreb, Santiago de Chile, Shanghai, Stamford, Montreal und Jakarta neue, moderne Arbeitswelten geschaffen, die die neue Form der Zusammenarbeit erleichtern und den Mitarbeitenden eine angenehme, moderne Arbeits- atmosphäre schaffen. Für unsere Standorte in Paris, Amsterdam und Brüssel sind die Vorbereitungen für das Etablieren neuer Arbeitswelten im vergan- genen Jahr angelaufen. Die üblichen Weiterbildungsangebote und Führungsentwicklungspro- gramme fanden darüber hinaus auch im Jahr zwei nach Beginn der Corona- Pandemie überwiegend in digitaler Form statt. Parallel dazu haben wir das Angebot unserer Online-Lernplattform „COMPASS Learning“ mit speziellen Inhalten für Führungskräfte ausgeweitet. Hierzu zählten beispielsweise spezielle Lernpfade zu den Themen „Führen von virtuellen Teams“ oder „Resilience“. Digitale Transformation Um die digitale Transformation im Unternehmen zu beschleunigen, haben wir im Berichtsjahr allein am Standort Hamburg 100 Stellen mit digitalem Fokus geschaffen. Sie sind verteilt auf alle relevanten Bereiche und treiben unser zukunftsorientiertes „Digital Fast Forward“-Programm mit Hochdruck voran. Über dieses Programm möchte Beiersdorf unter anderem bis 2025 weltweit 20% aller Geschäftsprozesse automatisieren und dem durch digi- tale Medien veränderten Verbraucherinnenverhalten besser entsprechen. Neue Arbeitswelt Die moderne Arbeitswelt befindet sich in einem Zustand des permanenten Wandels.Das neueVerständnis vonArbeit schafft neue Herausforderungen – und neue Chancen. Dies umfasst auch die Art unserer Zusammenarbeit. Seit längerem unterstützen wir unsere Mitarbeitenden darin, das Konzept des agilen Arbeitens aktiv mitzugestalten. Denn so viel ist klar: Die Arbeits- welt von morgen wird offener und weniger berechenbar sein, sie wird die Menschen überall auf der Welt stärker fordern, sich selbst in ihr immer wieder neu zu definieren. Und doch sind wir davon überzeugt, dass in der heutigen und zukünftigen Arbeitswelt mehr Chancen für die einzelne Person liegen als je zuvor. Auch die Personalarbeit selbst unterstützt die digitale Transformation auf ver- schiedenen Ebenen kontinuierlich – so auch im abgelaufenen Geschäftsjahr. Mit Einführung von „Office 365“ verbesserte sich unsere team- und funkti- onsübergreifende Zusammenarbeit in den vergangenen beiden Jahren welt- weit spürbar und auch die Geschäfts- und Arbeitsprozesse funktionierten selbst in Zeiten der Corona-Pandemie reibungslos. Sehr viele Meetings – durchschnittlich 5.000 pro Tag – fanden im Berichtsjahr über „Microsoft Teams“ statt. Diese Zahl zeigt, wie sehr der digitale Austausch der Mitarbeitenden weltweit zur Selbstverständlichkeit und „neuen Normalität“ wird. Beiersdorf hat sich in den vergangenen beiden Jahren klar positioniert: Einerseits wollen wir die Bürowelt an diese Zeit anpassen und erhalten – da- mit sich Menschen begegnen und in wechselnden Formationen persönlich 52 Zusammengefasster Lagebericht Menschen bei Beiersdorf A uch mit unserem Personalmanagementsystem COMPASS haben wir die Entspannungs-Workshops und offenen Sessions für die Erhaltung und Ver- besserung der mentalen Gesundheit – Beiersdorf unternahm vieles, um das Bewusstsein für mentale Gesundheit zu steigern und die Gesundheitskultur im Unternehmen zu stärken. digitale Transformation im Berichtsjahr weiter vorangetrieben. Verschiedene Services und Module boten im Berichtsjahr die Basis für eine zeitgemäße, innovative und effiziente Personalarbeit; die Zusammenarbeit zwischen Mit- arbeitenden, Führungskräften und HR wurde weiter verbessert. Ein großer Meilenstein für das COMPASS-System war die Einführung von „Employee Central“, einem einheitlichen globalen Stammdatensystem. Es ermöglicht Zum 8. Juni öffnete das betriebsärztliche Team in Hamburg darüber hinaus die Beiersdorf-eigene Corona-Impfstation; ein Angebot, das von vielen Mitarbeitenden, Menschen aus der Nachbarschaft, Familienangehörigen unserer Beschäftigten und auch von den Schulen des Stadtteils dankend angenommen wurde. Bis Ende Oktober wurden knapp 6.800 Impfdosen verabreicht, davon rund 4.500 Impfdosen für unsere Beschäftigten. Ab Anfang Oktober wurde zudem allen Mitarbeitenden am Standort Hamburg eine kostenlose Grippeschutzimpfung angeboten. einen sicheren globalen Datenzugriff über die verschiedenen COMPASS - Module hinweg und ist damit eine wichtige Neuerung in unserem bereits erfolgreich etablierten COMPASS-System. Darüber hinaus profitieren die Mitarbeitenden in Deutschland weiterhin von dem im Jahr 2020 eingeführ- ten Portal „My Future Plan“, über das sie digital und jederzeit Zugang zum individuellen Langzeitkonto und der betrieblichen Altersvorsorge haben. Auch viele Aktivitäten unserer Nachwuchsförderung wurden im Berichtsjahr digital umgesetzt. Hierzu zählten beispielsweise: Aus- und Weiterbildung Zu unserem Selbstverständnis gehört es auch, die Ausbildung junger Men- schen zu unterstützen. Aus diesem Grund bieten wir neben unserem Ange- bot an Ausbildungsplätzen und studienintegrierender Ausbildung auch das globale Traineeprogram „BEYOND BORDERS“ und weltweit zahlreiche Prak- tikumsplätze für Studierende aus der ganzen Welt an. Beiersdorf bietet al- lein am Standort Hamburg Ausbildungen in neun verschiedenen Berufen an. Ende 2021 haben wir hier 104 Auszubildende (Vorjahr: 110) beschäftigt, die Übernahmequote der ausgelernten Auszubildenden lag im selben Jahr bei 97% (Vorjahr: 81%). Insgesamt 32 Auszubildende (Vorjahr: 39) stellten wir im Berichtsjahr neu ein. Vier von ihnen starteten ihre Ausbildung nach dem neuen Modell der studienintegrierenden Ausbildung. Hierbei beginnen die Auszubildenden gleichzeitig eine dreijährige Ausbildung zumzur Industriekaufmannfrau und ein vierjähriges Bachelorstudium im Fach BWL mit dem Schwerpunkt „Industrie“. Die Anzahl junger Beschäftigte am globa- len Traineeprogramm betrug zum Berichtsjahresende 16 (Vorjahr: 19). Da- von starteten zehn Trainees im Jahr 2021. die OSCAR &PAUL Battleweeks 2021 – ein virtuelles Hackathon-Event der • OSCAR &PAUL Unit, an dem 121 Talente mit 38 Nationalitäten aus neun Zeitzonen teilnahmen, die in Teams Lösungsansätze für vier verschiedene Themenbereiche entwickelten und um die Siegerprämie – eine Reise zum NX Accelerator in Seoul – „kämpften“, der „Virtual Open House Day“, bei dem sich Beiersdorf, Tchibo und tesa gemeinsam Nachwuchstalenten vorstellten und Einblicke in ihre Unter- nehmen und die verschiedenen Einstiegsprogramme gaben, • • die Online-Veranstaltung von „Young Entrepreneurs in Science“ (YES), bei der wir Studierenden aus unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen Einblicke in die Konzernwelt gaben und die Bedeutung unter- nehmerischen Denkens thematisierten. Unterstützung für unsere Mitarbeitenden Wissen und Lernen „Care“ ist ein besonderer Baustein der Beiersdorf Unternehmenskultur. In diesem Sinne haben wir bereits im Corona-Jahr 2020 diverse Maßnahmen ergriffen,um unsere Mitarbeitenden zu schützen und ihnen die flexibleArbeit von Zuhause durch entsprechendes technisches Equipment zu ermöglichen. Darüber hinaus haben wir unsere Kolleginnen durch zahlreiche weitere Angebote unterstützt; diese wurden zum Großteil auch im abgelaufenen Geschäftsjahr fortgeführt. Für nachhaltiges Wachstum und beständigen Erfolg sind die Fähigkeiten und Kompetenzen unserer Mitarbeitenden von essentieller Bedeutung. Wir inves- tieren daher kontinuierlich in die Qualifizierung unserer Belegschaft und verfolgen mit unserer globalen Lernstrategie die Idee einer „lernenden Organisation“, bei der wir das selbstgesteuerte, lebenslange Lernen aller fördern. Unser Konzept basiert dabei auf drei Komponenten: dem Aufbau und der Pflege einer globalen Lerninfrastruktur, d.h. ein flexibles Lernmanagementsystem, in dem eigene Lerninhalte erstellt werden können; • Die Intranet-Plattform „Together at Home“ förderte auch im Berichtsjahr den Kontakt und die Nähe der Kolleginnen untereinander. Neben vielfältigen Angeboten aus den Bereichen Körper, Geist, Seele, Elternschaft, soziales Miteinander und „New Work“ bietet die Plattform allen Mitarbeitenden die Möglichkeit, Tipps zu teilen und sich auszutauschen. Ein spezieller „Corona- virus Informations Hub“ sowie die „Homeoffice Information Page“ lieferten allen Beschäftigen zudem wichtige Informationen. Darüber hinaus bot das Beiersdorf Gesundheitsmanagement im Berichtsjahr wieder zahlreiche di- gitale Angebote an, etwa eine digitale Ergonomieberatung, Rückenschulun- gen und Sportangebote, aber auch regelmäßige Wellbeing-Podcasts. Mit einer speziellen Mental-Health-Kampagne rückte das Gesundheitsmanage- ment-Team zudem das Thema mentale Gesundheit in den Vordergrund. Denn die Corona-Pandemie, „New Normal“ und hybrides Arbeiten verlang- ten unseren Mitarbeitenden in den vorangegangenen Monaten einiges ab. Angefangen bei der Keynote „Are you okay?“ bis hin zu Resilienz- und der Förderung eines zielgerichteten Lernens, einschließlich Beratung und Bereitstellung gruppenspezifischer Lerninhalte; • • und schließlich der Verankerung des Lernens in unserem Arbeitsalltag. lm Berichtsjahr haben wir unsere 2019 etablierte Online-Lernplattform COMPASS Learning“ um weitere interne Lerninhalte ergänzt. Diese auf „ Beiersdorf zugeschnittenen Angebote werden überwiegend von unseren Fachakademien zu den Themen Sales, Finance, Procurement, R&D, HR, Qua- lity und Planning entwickelt. Darüber hinaus wurden im abgelaufenen Jahr zahlreiche bestehende Inhalte aktualisiert und erweitert. Da Corona-bedingt viele Präsenztrainings nicht wie geplant stattfinden konnten, haben wir, wie 53 Zusammengefasster Lagebericht Menschen bei Beiersdorf bereits im Vorjahr, verstärkt auf das Angebot eines virtuellen Klassenraums gesetzt. Über dieses Online-Tool ließen sich zahlreiche Workshops und Trai- nings auf interaktive Weise und für alle Mitarbeitenden weltweit umsetzen. sowie ein globales Netzwerk aus über 100 Diversity & Inclusion Champions in unseren Geschäftsregionen bringen das Thema zusätzlich mit voran. Darüber hinaus prüft und fördert der Diversity-Ausschuss des Aufsichtsrats regelmäßig verschiedene Initiativen. Als ein weiteres Angebot haben wir im Berichtsjahr abermals das virtuelle Lernangebot von „Linkedln Learning“ aufgenommen, bei dem Mitarbeiten- de weltweit aus über 15.000 Online-Trainings und über 500.000 Videos in unterschiedlichen Sprachen auswählen können. Fast 166.500 abgeschlos- sene Videos, über 6.300 abgeschlossene Kurse und über 4.800 aktive Nutzerinnen zeigen das große Interesse der Mitarbeitende an diesem Lern- angebot. Besonders beliebt sind Kurse zu den Themen Zeitmanagement, di- gitale Transformation, Kommunikation, Excel & PowerPoint sowie „Strategic Thinking“. Um unseren Mitarbeitenden die Suche nach passenden Lernin- halten zu erleichtern, haben wir kuratierte Lernpfade zu ausgewählten The- men vorgeschlagen, beispielsweise „Arbeiten in virtuellen Teams“, „Digitali- sierung“, „Diversity & Inclusion“ und „Resilience“. Unser im Berichtsjahr ent- wickelter, onlinebasierter „Beiersdorf Learning Hub“ vereint die Vielzahl an Angeboten und Informationen an einem Ort und macht damit die erwähn- ten Lernpfade leicht zugänglich. Im Berichtsjahr haben wir für Beiersdorf eine neue „D&I Strategy Roadmap“ formuliert. Sie soll uns dabei unterstützen, gemeinsam eine Kultur zu schaf- fen, die auf Vielfalt und Inklusion beruht, in der sich alle zugehörig fühlen und gleiche Chancen auf Erfolg und Leistung haben. Diese Roadmap basiert auf den drei strategischen Prioritäten: • • • Förderung der Führungsvielfalt, Förderung einer inklusiven Kultur und darüber hinaus auch die FörderungdesVerständnissesvonderVielfaltunsererVerbraucherinnen– und damit des Verständnisses für Vielfalt in Bezug auf Produkte und deren Vermarktung. In jedem dieser Bereiche haben wir im Berichtsjahr erste Meilensteine erreicht. Beispielsweise haben wir zum Weltfrauentag am 8. März öffentlich unsere „Beiersdorf Gender Parity Ambition“ verkündet, wonach wir bis spätestens 2025 eine geschlechterparitätische Besetzung von Führungspositionen unterhalb des Vorstands im Verhältnis 50:50 erreichen wollen. Weitere De- tails zu diesem ambitionierten Engagement sind im Abschnitt „Im Fokus: Gender Balance“ nachzulesen. Da individualisiertes und „skill-basiertes“ Lernen immer mehr an Bedeut- ung gewinnt, haben wir im Berichtsjahr bereits mit den Vorbereitungen der Implementierung einer auf diese Bedarfe zugeschnittenen „Learner Experience“-Plattform begonnen. Das Pilotprojekt hierzu soll im Geschäfts- jahr 2022 starten. Um den Wissensrahmen rund um das Thema Diversity & Inclusion zu erwei- tern, führten wir im Berichtsjahr erste Piloten eines „D&I Inclusive Language Trainings“ durch. Diese hatten zum Ziel, Mitarbeitende für eine feinfühlige, nuancierte Verwendung von Sprache zu sensibilisieren – um subtile Diskri- minierungen zu vermeiden und die Perspektive und Gefühle anderer zu ach- ten und zu respektieren. Ergänzt wurde das Angebot in diesem Bereich durch Workshops für Führungskräfte zur Förderung einer inklusiven Kultur frei von Stereotypen und unbewussten Vorannahmen, sowie ein Pilot-Training für unsere Recruiterinnen, um Texte in Stellenanzeigen hinsichtlich geschlech- ter-sensitiver Sprache zu überprüfen und zukünftig noch inklusiver zu for- mulieren. Zur Förderung der integrativeren Kultur führten wir außerdem Aktionen wie die jährliche „Global Diversity & Inclusion Week“, den „Pride Day Germany“ und das „Beiersdorf Pride Festival“ durch, die im weiteren Ver- lauf dieses Kapitels näher vorgestellt werden. Des Weiteren haben wir unse- re Maßnahmen mit der Formulierung von ersten deutschen und englischen Leitfäden für Gender-gerechte bzw. inklusive Sprache vervollständigt. Außer- dem entwickelte das NIVEA Team im Berichtsjahr einen speziellen „D&I Com- pass“, der als Erweiterung der Kommunikationsrichtlinien der Marke zu ver- stehen ist und definiert, wie wir in der Welt wahrgenommen werden wollen. Er soll unseren Mitarbeitenden und Partnerinnen in der Zusammenarbeit dabei helfen, den lokalen Kommunikationsherausforderungen mit Bedacht und Sorgfalt zu begegnen und Stereotypen in der Kommunikation zu ver- meiden. Speziell in Deutschland bieten wir unter dem Namen „Lerne, in der Freizeit“ seit vielen Jahren ein kostenloses Fortbildungsprogramm für alle Mitarbei- tenden an, die sich freiwillig außerhalb der Arbeitszeit weiterbilden möch- ten. Das Kursangebot deckt die Themenfelder „Persönliche Fähigkeiten“, „Methoden & Techniken“ und „Fachliche Kompetenzen“ ab. Aufgrund der besonderen Corona-Situation wurden alle Trainings im Berichtsjahr rein vir- tuell umgesetzt. Diversity & Inclusion Im Unternehmensbereich Consumer arbeiten Menschen aus unterschied- lichen Nationen, Kulturen und Generationen aller Geschlechteridentitäten sowie mit und ohne Behinderung. Weltweit waren zum Berichtsjahresende Mitarbeitende aus 107 Nationen bei uns tätig (Vorjahr: 108). In der Konzern- zentrale in Hamburg erhöhte sich der Anteil der internationalen Beschäftig- ten auf 19,7% (Vorjahr: 17,7%). 41% unserer globalen Führungskräfte aus den ersten drei Managementebenen haben für mindestens drei Jahre im Ausland gelebt und gearbeitet (Vorjahr: 41%). Als global agierendes Unternehmen verstehen wir die Vielfalt unserer Be- legschaft als Chance und als Schlüssel zum Erfolg. Denn unterschiedliche Perspektiven stärken nicht nur unsere Innovationskraft, sie fördern auch un- sere Wettbewerbsfähigkeit, machen uns kreativer und lassen uns die Bedürf- nisse unserer Konsumentinnen besser verstehen. „Diversity & Inclusion“ ist daher ein zentrales Element unserer Unternehmensstrategie. Ergänzend zur D&I Strategy Roadmap haben wir im Berichtsjahr ein D&I KPI-Dashboard entwickelt, das zukünftig zur Datentransparenz beitragen und so Veränderungen mess- und bewertbar machen soll. Es erfasst über alle Managementebenen, Bereiche und Länder hinweg Kriterien wie Geschlech- tervielfalt, Internationalität (gemäß Pass) sowie Alter und soll fortan als wich- tiges Instrument unserer D&I-Arbeit dienen. Um „Diversity & Inclusion“ bei Beiersdorf weiter zu stärken, haben wir im Jahr 2020 direkt unterhalb des Vorstands die Position des „Global Director Diversity & lnclusion (D&I)“ geschaffen. Diese führt und koordiniert gemein- sam mit einem kleinen Team die konzernweiten D&l-lnitiativen. Ein cross- funktionales D&I-Kernteam – jeder stammt aus dem oberen Management – 54 Zusammengefasster Lagebericht Menschen bei Beiersdorf Im Fokus: „Gender Balance“ NebenderinternationalenundkulturellenVielfaltstehtdasThema„Gender“ – I N T E I L Z E I T A R B E I T E N D E M I T A R B E I T E N D E N A C H R E G I O N E N ( I N % ) speziell die Chancengleichheit aller Geschlechter – bei uns im besonderen Fo- kus. Wir wollen das Bewusstsein für „Gender Balance“ unter allen Mitarbei- tenden stärken und fördern unsere weiblichen Beschäftigten und Führungs- kräfte weiterhin durch unsere Gender-Diversity-lnitiative „enCOURAGE“ mit diversen Maßnahmen. Zu ihnen zählen: 2020 2021 12 1 Europa 12 0 Amerika Afrika/Asien/Australien 1 1 7 8 das Mentoring-Programm „move forward!“, das sich an talentierte Frauen richtet, die eine Führungskarriere anstreben oder ausbauen möchten; die- ses Programm wurde im Berichtsjahr aufgrund der besonderen Corona- Situation ausgesetzt, • GESCHLECHTERVERTEILUNG NACH REGION Männeranteil Belegschaft gesamt (in %) Frauenanteil Belegschaft gesamt (in %) die „Peer Coaching Circles“, die als erweitertes Angebot von „move for- ward!“ im Berichtsjahr stattfanden und fortgeführt wurden mit dem Ziel, gemeinsam zu lernen und zu wachsen sowie • • Mitarbeitende (gesamt) Deutschland 50 40 38 46 49 46 50 60 62 54 51 54 4.188 4.429 651 Europa (exkl. Deutschland) Nordamerika die jährliche Netzwerkveranstaltung „Women in Leadership“-Convention, bei der erfolgreiche Vorbilder über ihre Erfahrungen berichten und damit die Teilnehmenden inspirieren. Die „5th Wo:men in Leadership Conven- tion“ im November 2021 wurde coronakonform hybrid durchgeführt; seit 2020 wird dieses Event durch eine digitale Übertragung für alle Mitarbei- tenden weltweit zugänglich gemacht. Lateinamerika 2.228 4.243 15.740 Afrika/Asien/Australien Weltweit Seit der Einführung des „Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen an Führungspositionen“ („FüPoG“) ist es für die Beiersdorf AG gesetzlich vorgeschrieben, Zielgrößen für den Frauenanteil in Führungspositionen festzulegen. Für den Aufsichtsrat der Beiersdorf AG gilt zudem der gesetzliche Mindestanteil von 30% an Frauen und Männern. Dieser wurde zum Ende des Berichtsjahres mit einem Frauenanteil von 33% (vier von zwölf) erfüllt (Vorjahr: 33%). Darüber hinaus muss der Vorstand der Beiersdorf AG aufgrund der jüngsten Änderung des FüPoG („FüPoG II“) künf- tig aus mindestens einer Frau und einem Mann bestehen; mit der Bestellung von Astrid Hermann als Finanzvorständin wurde auch diese Vorgabe im Be- richtsjahr erfüllt. Darüber hinaus bieten wir vielfältige Möglichkeiten zur flexiblen Arbeitsge- staltung bzw. zur leichteren Vereinbarung von Privatleben und Beruf. 69% (Vorjahr: 74%) unserer Organisationen bieten Gleitzeit, 98% (Vorjahr: 100%) mobiles Arbeiten oder Homeoffice, 54% (Vorjahr: 55%) Teilzeitangebote und 34% (Vorjahr: 32%) Sabbaticals. Neben der regulären Teilzeitarbeit fördern wir auch das Jobsharing. Dabei handelt es sich um ein Arbeits- modell, bei dem sich zwei Beschäftigte als Job-Tandem eine Position teilen. Bei uns ist das Jobsharing-Modell bereits seit mehreren Jahren gelebte Pra- xis – auch auf der Führungsebene („Joint Leadership“) oder über das Modell „Senior meets Junior“, bei dem Jobsharing beispielsweise Freiraum für ein weiterführendes Studium, den Wissenstransfer zwischen Generationen und/ oder den Übergang in die Altersteilzeit ermöglicht. Zum Berichtsjahresende arbeiteten bei uns in Deutschland 34 Jobsharing-Tandems (Vorjahr: 27). 19 Tandems(Vorjahr:17)ermöglichensichdamiteineFührungspositioninTeil- zeit.Ergänzend zu diesen Möglichkeiten der flexiblenArbeitsgestaltung bie- ten wir am Standort Hamburg mit unserem Betriebskindergarten „TroploKids“ umfassende Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder unserer Beschäftigten. Die Kindertagesstätte gehört mit ihren 100 Betreuungsplätzen und 30 Erzieherinnen (Stand 31.12.2021) zu den größten ihrer Art in Deutsch- land. Darüber hinaus bieten wir ein Onlineportal mit Informationen für alle werdenden Eltern sowie einen regelmäßigen Elternzeitlunch, der Müttern und Vätern bei Beiersdorf hilft, die Verbindung zum Unternehmen zu halten undsodenWiedereinstiegerleichtert.AuchmitderInitiative VÄTERNETZWERK nahmen wir im Berichtsjahr die Kooperation auf. In diesem Zuge haben wir mit zwei Kerngruppen Handlungsbedarfe für Väter diskutiert und zugleich den Austausch unter interessierten Vätern gefördert. Für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden oberen Führungsebenen lauten die aktuellen Ziel- und Ist-Größen sowie Fristen wie folgt: Vorstand: bis 30. Juni 2022 mindestens 10% Frauenanteil (Stand 31. Dezember 2021: 14%; Vorjahr: 14%) • • • 1. Führungsebene: bis 30. Juni 2022 mindestens 35% Frauenanteil (Stand 31. Dezember 2021: 31%; Vorjahr: 30%) 2. Führungsebene: bis 30. Juni 2022 mindestens 50% Frauenanteil (Stand 31. Dezember 2021: 52%; Vorjahr: 47%) Die Vorgaben des FüPoG II werden im Rahmen der Festlegung der künftigen Zielgrößen ab dem 1. Juli 2022 berücksichtigt. Über die für die Beiersdorf AG geltenden gesetzlichen Vorgaben hinaus haben wir bereits im Jahr 2018 ein globales Ziel für den Anteil weiblicher Führungskräfte in den drei höchsten Managementgruppen (MG 1–3) for- muliert. Bis spätestens zum 30. Juni 2022 soll in den Managementgruppen 1–3 eine Zielgröße von 35% Frauen erreicht werden. Zum Ende des Berichts- 55 Zusammengefasster Lagebericht Menschen bei Beiersdorf jahres konnten wir hier einen Frauenanteil von 34% erreichen (Vorjahr: 33%). munity zudem mit der Pride-Sonderedition der NIVEA Creme ein sichtbares Zeichen für „Mehr Miteinander“. Der Launch erfolgte in sieben Ländern und feierte insbesondere in Deutschland einen großen Erfolg. In der Geschäftsleitung von La Prairie (ohne CEO) lag der Frauenanteil zum Ende des Berichtsjahres bei 43% (Vorjahr: 38%). Der Frauenanteil betrug hier im gesamten Topmanagement im Jahr 2021 59% (Vorjahr: 57%). Neben dem Mitarbeitenden-Netzwerk „Be You@Beiersdorf“ starteten im Berichtsjahr auch weitere Mitarbeitenden-Communitys ihre individuellen Aktivitäten. Die im Jahr 2020 gegründete „Grassroots“-Community „#Sister- hoodisPower“, die mit dem Ziel gegründet wurde, dass sich Frauen gegen- seitig auf ihrem Karriereweg unterstützen, etablierte eine digitale #PowerTalk- Reihe, in denen inspirierende Frauen ihre Geschichten und Gedanken zum Thema Führung sowie ihre persönlichen Tipps teilen. Darüber hinaus rekru- tierte die Initiative diverse Mentorinnen und Coaches für ihr „#Grow2gether Mentoring Programm“, das im Berichtsjahr angelaufen ist und Mitarbeiterin- nen unterstützen soll. Das „Generation 50+“-Netzwerk initiierte „Learning Sessions“ zum Thema Digitalisierung und der Bereich GBU (Global Brands Unit) gründete die neue Mitarbeitenden-Community „wenited“, die den Aus- tausch und Zusammenhalt von internationalen Kolleginnen fördern soll. Diese bisher geltenden Zielvorgaben haben wir im Berichtsjahr im Rahmen unserer neuen „D&I Strategy Roadmap“ noch einmal aktualisiert und zum Internationalen Weltfrauentag öffentlich unsere „Beiersdorf Gender Parity Ambition“ verkündet. Demnach wollen wir bis spätestens 2025 eine ge- schlechterparitätische Besetzung von Führungspositionen unterhalb des Vorstands (Managementebenen 1–4) im Verhältnis 50:50 erreichen. Durch diese Ambition wollen wir nicht nur eine Chancengleichheit bei der Rekru- tierung, Besetzung, Entwicklung, Nachfolge, Beförderung und Bindung unserer Mitarbeitenden schaffen, sondern zugleich attraktiver für unsere Konsumentinnen sein, indem wir ihrer Vielfalt besser entsprechen. Darüber hinaus möchten wir durch diese Ambition unsere Attraktivität für künftige Talente stärken und so die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunft unseres Unternehmens sichern. Zusätzlich unterstreichen wir mit diesem Engage- ment unser Ziel, auf dem Gebiet der Gleichberechtigung der Geschlechter zu den führenden Unternehmen in Deutschland zu gehören. Neben den vielen internen Aktivitäten unterstützt Beiersdorf auch den Aus- tausch im Rahmen von externen Partnerschaften. Im Jahr 2021 engagierten wir uns beispielsweise für die Initiative „Beyond Gender Agenda“, die Diver- sity, Equity & Inclusion (DE&I) in der DNA börsennotierter und mittelstän- discher Unternehmen verankert und damit die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft nachhaltig sichern will. Weitere Kooperationen bestan- den im Berichtsjahr mit der Non-Profit-Organisation LEAD Network (Leading Executives Advancing Diversity), die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Frauen für den Konsumgüter- und Einzelhandelssektor in Europa zu gewinnen, dort zu halten und zu fördern, sowie mit der Initiative „Impact of Diversity“ (loD21) des Frauen-Karriere-Index (FKi),die unterschiedliche Befürworterinnen von Diversity in Wirtschaft und Gesellschaft in Arbeitsgemeinschaften (Think Tanks) an einen Tisch bringt und so den Erfahrungsaustausch fördert. Perso- nalvorstand Zhengrong Liu verkündete im Rahmen der ersten IoD-Awards Beiersdorfs bereits erwähnte „Gender Parity Ambition“. Vielfältige Initiativen, Aktivitäten und Kooperationen Beiersdorf hat im Berichtsjahr vielfältige Aktivitäten durchgeführt, um Diver- sity & lnclusion weiter im Unternehmen zu verankern. Zum Weltfrauentag und im Rahmen der Preisverleihung des „Impact of Diversity“-Awards (IoD21) verkündete Beiersdorf die neue „Gender Parity Ambition“. Zudem haben wir vom 17. bis 21. Mai die erste „Global Diversity & Inclusion Week“ durchge- führt. Unter dem Motto „We care for your uniqueness – You will be heard. You will be seen. You will be inspired.“ wartete auf die Belegschaft ein buntes, di- gitales Programm aus spannenden Keynotes, Panel-Diskussionen, Vorträgen der internationalen Tochtergesellschaften sowie verschiedener Mitarbeiten- den-Communitys und Workshops zu unterschiedlichen Dimensionen von Vielfalt. Die Woche hatte zum Ziel, unter allen Kolleginnen weltweit das Wis- sen über Diversity & Inclusion zu erweitern, Inspiration und Denkanstöße zu geben und den Austausch zu fördern. Auch zum ersten „Pride Day Germa- ny“ am 22. Juli 2021 zeigte Beiersdorf Flagge für Toleranz. In einem Inter- view mit zwei TransFrauen aus unserem Team, wurden die alltäglichen He- rausforderungen undVorurteile intern wie extern thematisiert und damit auf die Belange von Transgender-Personen im Arbeitsumfeld aufmerksam ge- macht. Darüber hinaus feierte Beiersdorf gemeinsam mit unserer LGBTIQ+1- Mitarbeitenden-Community „Be You@Beiersdorf“, dem Vorstandsvorsitzen- den Vincent Warnery, Dragqueen Olivia Jones und in Kooperation mit Google, OTTO, Tchibo, DHL und Accenture am 4. und 5. August das erste „Beiersdorf Pride Festival“. Das Programm umfasste verschiedene Keynotes, Panel-Diskussionen und Sessions und hatte zum Ziel, zu mehr Akzeptanz und zu einem respektvollen Miteinander der Geschlechter beizutragen. Die ho- hen Teilnehmendenzahlen (rund 3.000 Zuschauerinnen am ersten Tag und über 1.500 Zuschauerinnen an Tag zwei) zeigten, dass diese Veranstaltung eine Herzensangelegenheit der Mitarbeitenden war. Darüber hinaus initiier- te die „Be You@Beiersdorf“-Gemeinschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, ein noch integrativeres Umfeld für alle Menschen unabhängig von Identität und sexueller Orientierung zu schaffen, den internationalen Roll-out in sieben Ländern. Sie veröffentlichte zudem ein „Playbook“, das alle Kolleginnen in den Tochtergesellschaften dabei unterstützen soll, „Be You“ bei ihnen vor Ort zu etablieren. In Zusammenarbeit mit der Marke NIVEA setzte die Com- Vielfalt der Generationen und Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen Neben Internationalität und „Gender Balance“ möchten wir bei Beiersdorf auch die gute Zusammenarbeit unterschiedlicher Generationen weiter för- dern. Dabei geht es um die ausgewogene Einbeziehung der jeweiligen Fä- higkeiten und Bedürfnisse aller Mitarbeitenden, gerade auch im Hinblick auf Ältere. Der Anteil an Beschäftigten über 50 Jahre im Unternehmensbereich Consumer in Deutschland lag zum Geschäftsjahresende bei 32% (Vorjahr: 33%). Gleichzeitig sind 15% der Mitarbeitenden jünger als 30 Jahre (Vor- jahr: 15%). Der Altersdurchschnitt der Beschäftigten in Deutschland lag zum 31. Dezember 2021 bei 42 Jahren (Vorjahr: 42 Jahre). Zur Unterstützung der Mitarbeitenden 50+ bietet die Beiersdorf AG interne Weiterbildungsange- bote an, die auf die Bedarfe der Zielgruppe zugeschnitten sind. Darüber hi- naus engagiert sich das Mitarbeitenden-Netzwerk „Neue Generation 50+“ dafür, dass Alter kein Karrierehindernis darstellt oder als solches wahr- genommen wird. Die Community ist mit OTTO und dem Demographie Netz- werk eng vernetzt und initiiert gemeinsame Veranstaltungen, um das Thema auch unternehmensübergreifend voranzutreiben. Für ihr Engagement erhielt das Meta-Netzwerk im Berichtsjahr die Sonderauszeichnung „Collaborative Approach“ des IoD-Awards. 1 LGBTIQ+ ist eine aus dem englischen Sprachraum kommende Abkürzung für Lesbian (lesbisch), Gay (schwul), Bisexual (bisexuell), Transgender (transgender), lntergender (intergender), Queer (queer) und mehr. 56 Zusammengefasster Lagebericht Menschen bei Beiersdorf Führungskräfte und Managerinnen dabei unterstützen, ihre Fähigkeiten und ALTERSSTRUKTUR IM UNTERNEHMENSBEREICH CONSUMER Kompetenzen weiter auszubauen. Das „Essential“-Programm soll grund- legendes internes und übergreifendes Wissen zu Managementverantwort- lichkeiten, -prozessen und -aufgaben in allen Bereichen des Unternehmens vermitteln. Darauf baut das „Advanced“-Programm auf, welches unter- schiedliche Managementbereiche umfasst: von Strategieentwicklung über Finance & Controlling bis hin zu Supply Chain- und HR-Management. DEUTSCHLAND (IN %) 2020 2021 8 ≥ 60 Jahre 7 26 23 30 14 1 50–59 Jahre 40–49 Jahre 30–39 Jahre 20–29 Jahre ≤ 19 Jahre 24 22 30 15 1 Ein weiteres Schwerpunktthema der HR-Arbeit ist die Förderung der tesa Talente. Im Rahmen des „Competencies Review“ bekommen Talente die Chance, an berufsrelevanten Übungen – vergleichbar mit denen eines Assessment Centers – teilzunehmen. Anschließend erhalten die Teilneh- menden anhand der tesa „Key Competencies“ ein qualifiziertes Feedback zu ihren Stärken und Entwicklungsfeldern. Für das Jahr 2021 wurde das „Competencies Review“ vollständig überarbeitet und virtuell durchgeführt. Neue Bestandteile sind unter anderem kontinuierliches Peer-Feedback, eine Selbstpräsentation sowie ein „Learning Path“, der sich auf die zehn Monate nach dem „Competencies Review“ erstreckt. Während dieser Zeit werden die Teilnehmenden intensiv von ihren Führungskräften sowie HR begleitet. Das Engagement für Menschen mit Behinderungen wird von uns ebenfalls stark forciert. Neben der Beschäftigung von Mitarbeitenden mit Handicap unterstützen wir seit 2021 die bundesweite Initiative „Innoklusio“. Ihr Ziel besteht darin, die Haltung von Mitarbeitenden in Unternehmen so zu verän- dern, dass sie aufgeschlossen sind, um Talente mit Behinderung willkommen zu heißen. Es geht also um eine gezielte Bewusstseinsbildung, um Vorein- genommenheit und Ausgrenzung von Menschen mit Handicap abzubauen und langfristig mehr Menschen mit Behinderung erfolgreich in die Arbeits- welt zu integrieren. Zusätzlich vergaben wir auch im Jahr 2021 Aufträge an Behindertenwerkstätten. Ein Beispiel hierfür ist die Pflege der Beiersdorf Grünanlagen in Hamburg. Hier kooperieren wir mit den Elbe-Werkstätten, der größten Behinderteneinrichtung in Deutschland. Darüber hinaus haben wir im Jahr 2021 mit der Initiative Sozialhelden e.V. kooperiert. Sie halfen bei den Planungen für den geplanten,barrierefreien Beiersdorf Campus und unterstützen bei der Bewertung ausgewählter Beiersdorf Produkte hinsicht- lich ihrer Barrierefreiheit. Auf Basis der Erkenntnisse werden wir in den nächs- ten Monaten einige Anpassungen unserer Produktverpackungen vorneh- men und damit den Bedürfnissen von Menschen mit Handicap noch besser entsprechen. Auch 2021 fanden Workshops zur internen Nachbesetzung von Positionen auf allen Managementebenen statt. Dabei wurden alle Schlüsselpositionen eines Bereichs betrachtet und mögliche Nachfolgekandidatinnen für die jeweiligen Positionen diskutiert. Im Rahmen der Formulierung der „newhorizon“-Unternehmensstrategie wurden die tesa Key Competencies durch die tesa „People Values“ ersetzt. Sie sollen den Rahmen für das anvisierte Verhalten der Mitarbeitenden definieren. Dies soll das weitere Wachstum von tesa unterstützen. Die sechs Unternehmenswerte lauten: „Team up“, „Set the pace“, „Challenge yourself“, „Focus on your customers“, „Act responsibly“ sowie „Achieve&Improve“. Die Integration der Werte in Führungskräfte-Workshops und in Führungstrainings sind weitere Schritte, um die People Values tiefer in der Organisation zu verankern. tesa Als eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich technische Kle- bebänder und Klebesystemlösungen möchte sich tesa für Arbeitnehmende attraktiv und nachhaltig positionieren. Es ist für das Unternehmen von erheb- licher Bedeutung,hochqualifizierte Mitarbeitende zu rekrutieren und langfris- tig an sich zu binden, um so eine wichtige Voraussetzung für eine anhaltend positive Unternehmensentwicklung zu schaffen. Wissensvermittlung Im Berichtsjahr war die Qualifizierung undWeiterentwicklung der Führungs- kräfte und Mitarbeitenden pandemiebedingt weiterhin vor Herausforde- rungen gestellt. Die weltweiten Trainingsprogramme in Präsenzform konn- ten auch 2021 nicht angeboten werden und wurden in digitale Formate und virtuelle Trainings übertragen und entsprechend durchgeführt. Personalentwicklung Auch im Jahr 2021 hat tesa in die Qualifizierung seiner Mitarbeitenden in- vestiert und weitere attraktive Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen. Da- bei standen weiterhin viele Maßnahmen unter dem Einfluss der weltweiten COVID-19-Pandemie.Im Berichtsjahr wurde das Konzept „x-perience the tesa world“ weiterverfolgt, insbesondere mit internen Stellenausschreibungen, die explizit die Aufforderung enthielten, sich sowohl international als auch crossfunktional auf die Stellen zu bewerben. Neben dem Ersatz der Präsenzformate durch digitale Lernangebote wurde die Nutzung der digitalen externen Plattform LinkedIn Learning ausgebaut und entsprechend bedarfsgerechte, unternehmensspezifische Lernpfade entwickelt. Im Bereich der Wissensvermittlung setzt tesa weiterhin auf E-Learning-For- mate. Bereits im Einsatz sind E-Learnings zu Themenfeldern wie Compliance, Arbeitssicherheit, Nachhaltigkeit, Produkt- und Technologieentwicklung, Sales sowie Supply Network. Über einen digitalen Learning Hub sind den Mitarbeitenden seit 2020 alle Weiterbildungsangebote bei tesa jederzeit zugänglich. Führungskultur Die Fähigkeit von Führungskräften, Mitarbeitenden ein motivierendes Ar- beitsumfeld zu bieten und die Entfaltung ihrer Talente zu fördern, ist entschei- dend für den Geschäftserfolg von tesa und seine Attraktivität als arbeitge- bendes Unternehmen. Bereits 2019 hat tesa deshalb begonnen, ein neues Management Development Programm (MDP) zu konzipieren. Das Programm besteht aus den beiden Bausteinen „Essential“ und „Advanced“; es soll Im Jahr 2021 wurde zudem eine neue Führungskräftetrainingsreihe aufge- setzt. Die Trainingsreihe teilt sich auf in ein „basics“-Trainingsprogramm und ein „advanced“-Trainingsprogramm. Im „basics“-Teil werden in internationalen 57 Zusammengefasster Lagebericht Menschen bei Beiersdorf | Nachhaltigkeit Trainingsgruppen Grundlagen der Führungskompetenz und der Umgang B a c k 2 O f fi c e mit Führungsaufgaben vermittelt. Im „advanced“-Teil werden den bereits erfahrenen Führungskräften Führungskompetenzen wie zum Beispiel Team- entwicklung, Changemanagement oder Coaching vermittelt. Die inhaltlichen Schwerpunkte der Führungskräftetrainingsreihe orientieren sich dabei an den Herausforderungen der tesa „newhorizon“-Strategie und am „Leader- ship Model@tesa“. Im dritten Quartal des Berichtsjahres wurde es durch fortschreitende Impf- erfolge möglich, sukzessive eine Rückkehr der Mitarbeitenden in das tesa Headquarter zu ermöglichen. Hierzu wurde die Corona Task Force durch eine „Back2Office-Arbeitsgruppe“ ergänzt,die unterschiedliche Maßnahmen auf- setzte, um die Rückkehr der Mitarbeitenden in die Büros so attraktiv wie mög- lich zu gestalten. Mit der verstärkten Anwesenheit im Headquarter zielt tesa auf mehr persönliche Begegnungen und damit mehr Kreativität und Inno- vationskraft. Der erneute Anstieg der Corona-Zahlen ab Ende November hatte jedoch zur Folge, dass viele Mitarbeitende zum Ende des Jahres wieder von zu Hause arbeiteten. Ein neu aufgesetztes weltweites Gespräch für Mitarbeitende, das sogenannte „tesa Performance Management Appraisal“ (tPM), wurde Ende 2021 in der gesamten tesa Organisation ausgerollt. Damit wurden der jährliche Gesprächsprozess und der Gesprächsbogen für Mitarbeitende deutlich vereinfacht, gestrafft und digitalisiert. Darüber hinaus rücken das Gespräch zwischen Mitarbeitenden und Führungskraft sowie das Feedback zu Arbeits- ergebnissen und Arbeitsverhalten stärker in den Vordergrund. Neben den Führungskräften sind mit dem neuen Prozess auch alle Mitarbeitenden auf- gerufen, sich mit dem Gesprächsbogen auf das Gespräch für Mitarbeitende vorzubereiten. Durch den neuen Prozess stärkt tesa die Eigenverantwortung der Mitarbeitenden, aber auch die Eigeninitiative und das Bewusstsein für die erbrachten Leistungen. Zusätzlich sollen Mitarbeitende und Führungs- kraft von einer stärkeren Feedback- und Dialogkultur bei tesa profitieren. Nachhaltigkeit1 Nachhaltigkeit ist in unserer Unternehmenskultur fest verankert und ein we- sentliches Element unserer Entscheidungs- und Geschäftsprozesse. Nach- haltiges Handeln bedeutet für uns, die Umwelt nicht zu belasten oder zu schädigen, Menschenrechte entlang der gesamten Wertschöpfungskette einzuhalten und zudem einen relevanten gesellschaftlichen Beitrag zu leis- ten. Auch in dem erneut von besonderen Herausforderungen geprägten Jahr 2021 haben wir mit viel Leidenschaft und Entschlossenheit unser Ziel verfolgt, uns als Unternehmen zu transformieren und zu einem positiven glo- balen Wandel beizutragen. Attraktives Arbeitsumfeld Im Berichtsjahr verfolgte tesa weitere Initiativen für ein attraktives Arbeits- umfeld: STEM-Initiative Seit 2020 ist unsere Nachhaltigkeitsagenda „Care Beyond Skin“ ein integra- ler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie C.A.R.E.+. Wir treiben unse- re Transformation entlang der gesamten Wertschöpfungskette voran – vom innovativen, nachhaltigen Produktdesign über die Beschaffung nachhaltiger Inhaltsstoffe und die effiziente Produktion in unseren Fabriken bis hin zum Ende des Lebenszyklus unserer Produkte.Als globales Hautpflegeunterneh- men sind wir uns unserer großen Verantwortung bewusst und wollen einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Daher haben wir haben uns eines der ambitioniertesten Reduktionsziele der Branche gesetzt. Bis 2025 wollen wir konzernweit die CO2 Emissionen in Scope 1 und 2 um 30% absolut und in Scope 3 um 10% absolut senken (Basisjahr 2018). Diese Ziele wurden von der „Science Based Targets Initiative“ (SBTi) anerkannt und stehen im Ein- klang mit der Forderung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die globale Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Darüber hinaus haben wir mit der „Business Ambition 1.5 degrees“ eine langfristige frei- willige Selbstverpflichtung unterzeichnet, bis spätestens 2050 „Net-Zero Emissions“ (Netto-Null-Emissionen) zu erreichen. In China startete 2021 der erste Teil der STEM-Initiative (Science, Technology, Engineering and Mathematics) mit Angeboten für Kinder und Jugendliche. Bei den mehrtägigen Veranstaltungen, die in Zusammenarbeit mit örtlichen Schulen organisiert wurden, sollen insbesondere Mädchen für Berufe aus dem natur- und ingenieurwissenschaftlichen Bereich begeistert werden. Im Rahmen der Initiative erhalten Teilnehmende die Möglichkeit, praxisorien- tiert erste Erfahrung zu sammeln und Berührungsängste abzubauen. Nach einem erfolgreichen landesweiten Start in China ist geplant, das Programm auf weitere Länder auszuweiten. BGM – Betriebliches Gesundheitsmanagement In der tesa Unternehmenszentrale wird den Mitarbeitenden seit Jahren unter der Dachmarke „It’s for you!“ ein umfassendes Gesundheitsmanagement mit den Themenschwerpunkten „Arbeitsumgebung“ (z.B. Ergonomieberatung), „Balance“ (z.B. Massagen), „Bewegung“ (z.B. hausinternes Fitnessstudio), „Ernährung“ und „Vorsorge“ (z.B. Darmkrebsvorsorge) geboten. Während der Corona-Krise hat das Gesundheitsmanagement den Sprung in die digitale Welt geschafft: Nahezu alle bestehenden Angebote konnten in angepasster Form digital übertragen werden (z.B. virtuelle aktive Pausen, Onlinetraining „Gesundes Führen auf Distanz“). Ausführliche Informationen zu unserem Engagement im Bereich Nach- haltigkeit erhalten Sie in der folgenden Nichtfinanziellen Erklärung (NFE ) bzw. unter www.beiersdorf.de/nachhaltigkeit/reporting/downloads Darüber hinaus stehen unter www.beiersdorf.de/nachhaltigkeit bzw. www.tesa.com/de- de/ueber-uns/sustainability weitere Inhalte zum Thema Nachhaltigkeit zur Verfügung. tesa Women’s Network Im Jahr 2021 hat tesa mit dem neuen Frauennetzwerk #SisterhoodisPower von Beiersdorf kooperiert. Unterjährig haben dort regelmäßig Online-Ver- anstaltungen stattgefunden. Interne und externe Speakerinnen lieferten unterschiedliche Key Notes zu Karriere, Familie sowie Resilienz und eigenem Empowerment. 1 Dieser Abschnitt ist kein prüfungspflichtiger Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. 58 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 Nichtfinanzielle Erklärung 2021 Zusammengefasste Nichtfinanzielle Erklärung des Beiersdorf Konzerns und der Beiersdorf AG Das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR liche nichtfinanzielle Aspekte unserer Geschäftstätigkeit als Ergänzung zu der bestehenden Finanzberichterstattung offenzulegen. Dies sind insbeson dere Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange sowie Aspekte hinsichtlich der Achtung der Menschenrechte und der Korruptionsbekämpfung. - RUG) verpflichtet uns, wesent- Der Unternehmensbereich tesa hat seine Materialitätsmatrix mit Mitgliedern relevanter Fachbereiche zuletzt im Jahr 2020 aktualisiert. Die wesentlichen nichtfinanziellen Themen sind: Klima und Energie, Produktnachhaltigkeit, Ressourceneffizienz, Wasser, Personalentwicklung, Diversität und Chancen- gleichheit, Arbeitssicherheit und Gesundheit, Menschenrechte, Vermeidung von wettbewerbswidrigem Verhalten und Produktsicherheit. - Die folgenden Kapitel bilden die zusammengefasste Nichtfinanzielle Erklä- rung (NFE) des Beiersdorf Konzerns (Unternehmensbereiche Consumer und tesa) und der Beiersdorf AG gemäß §315b HGB bzw. §289b HGB. Die Inhalte werden in diesem Jahr zum zweiten Mal im Geschäftsbericht veröffentlicht. Eine Übersicht aller wesentlichen nichtfinanziellen Themen der Unterneh- mensbereiche Consumer und tesa sowie Kapitel- und Seitenangaben finden Sie in unserem Index zur Nichtfinanziellen Erklärung auf Seite 59. Darüber hinaus veröffentlichen beide Unternehmensbereiche Consumer und tesa jeweils separate Nachhaltigkeitsberichte. Hier werden weiter- führende Informationen zu Nachhaltigkeitsaktivitäten und -projekten dar- gestellt. Erklärungsumfang Die Angaben zu den wesentlichen nichtfinanziellen Themen erfolgen über- wiegend gesondert für die Unternehmensbereiche tesa und Consumer. Grundsätzlich werden alle Informationen gemeinsam für den Beiersdorf Kon- zern und die Beiersdorf AG berichtet. Kennzahlen, die für die Beiersdorf AG separat erhoben werden, sind in einer Tabelle auf Seite 62 aufgeführt. Anwendung internationaler Standards und Rahmenwerke Für die Erstellung der Nichtfinanziellen Erklärung des Beiersdorf Konzerns und der Beiersdorf AG wurden keine internationalen Rahmenwerke gemäß §315c Abs. 3 HGB i.V.m. §289d HGB verwendet. Der Unternehmensbereich Consumer orientiert sich in seiner weitergefassten Nachhaltigkeitsbericht- erstattung jedoch an den Standards der Global Reporting Initiative (GRI) und veröffentlicht einen separaten GRI-Index. Gemäß Artikel 8 der EU-Taxonomie-Verordnung berichten wir in der vorlie- genden Nichtfinanziellen Erklärung erstmals über „ökologisch nachhaltige“ Umsatzerlöse, Investitionsausgaben und operative Ausgaben für die Umwelt- ziele „Klimaschutz“ und „Anpassung an den Klimawandel“. Die Berichterstat- tung erfolgt hier gemeinsam für die Unternehmensbereiche Consumer und tesa. Beide Unternehmensbereiche sind Mitglied des United Nations Global Compact (UNGC) und informieren zu den im Berichtszeitraum erzielten Er- folgen und ergriffenen Maßnahmen, um die zehn Prinzipien des UNGC in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsbedingungen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung umzusetzen. Die vorliegende Nichtfinanzielle Er- klärung wird als Fortschrittsbericht des Beiersdorf Konzerns eingereicht. Das im Jahr 2020 akquirierte Geschäft STOP THE WATER WHILE USING ME! wird in einer eigenständigen Geschäftseinheit geführt und ist aufgrund seines vergleichsweise geringen Absatzvolumens nicht in den berichteten Kenn- zahlen erfasst. Ebenso ist unsere Beteiligung NIVEA-KAO in Japan in dieser Erklärung nicht enthalten, da diese im Hinblick auf nichtfinanzielle Themen eigenständig gesteuert wird. Die wesentlichen nichtfinanziellen Themen der Unternehmensbereiche Die Nichtfinanzielle Erklärung wurde durch die Ernst & Young GmbH Wirt- schaftsprüfungsgesellschaft einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicher- heit auf Basis des International Standard on Assurance Engagements 3000 (Revised) unterzogen. Der Unternehmensbereich Consumer hat im Jahr 2021 eine Materialitäts- analyse durchgeführt, um die bisherigen wesentlichen nichtfinanziellen Themen zu überprüfen und zu aktualisieren. Die folgenden Themen wurden dabei als wesentlich identifiziert: Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Landnutzung und Biodiversität, nachhaltiger Umgang mit Wasser, Diversität und Inklusion, Aus- und Weiterbildung, Arbeitgeberattraktivität, Arbeits- sicherheit und Gesundheit, Achtung der Menschenrechte, gesellschaftliches Engagement, Compliance und Geschäftsethik sowie Produktsicherheit. Um Redundanzen zu vermeiden, wird mitunter auf Stellen im zusammen- gefassten Lagebericht verwiesen, die nichtfinanzielle Angaben enthalten. Dies betrifft die Bereiche „Geschäft und Strategie“ und „Menschen bei Beiersdorf“, deren Inhalte teilweise auch Bestandteil der Nichtfinanziellen Erklärung sind. Die entsprechenden Abschnitte werden im zusammen- gefassten Lagebericht mit gekennzeichnet. 59 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 NFE-Index ERKLÄRUNG ZUR ZUSAMMENGEFASSTEN NICHTFINANZIELLEN ERKLÄRUNG Strategie Beschreibung des Geschäftsmodells Wesentliche Risiken NFE-Aspekt Wesentliche Themen Consumer Klimaschutz Wesentliche Themen tesa S. 61 Klima und Energie S. 65 Produktnachhaltigkeit S. 68 Ressourceneffizienz S. 70 Wasser Umweltbelange S. 61 S. 67 S. 69 S. 70 S. 71 S. 72 Kreislaufwirtschaft Nachhaltige Landnutzung Wasser Arbeitnehmerbelange Aus- und Weiterbildung Diversität und Inklusion Arbeitgeberattraktivität Arbeitssicherheit und Gesundheit Gesellschaftliches Engagement Achtung der Menschenrechte Compliance und Geschäftsethik Produktsicherheit S. 71 Personalentwicklung S. 71 Diversität und Chancengleichheit S. 71 S. 73 Arbeitssicherheit und Gesundheit S. 75 S. 73 Sozialbelange Menschenrechte S. 76 Achtung der Menschenrechte S. 78 Vermeidung von wettbewerbswidrigem Verhalten S. 80 Produktsicherheit S. 76 S. 78 S. 80 Compliance Weitere Belange Berichterstattung zur EU-Taxonomie Consumer Strategie Nachhaltigkeit ist ein elementarer Bestandteil unserer Unternehmenskultur und hat in den Entscheidungs- und Geschäftsprozessen bei Beiersdorf einen hohen Stellenwert. Wir bemühen uns, Umweltschutz, soziale Verantwortung und wirtschaftlichen Erfolg in Einklang zu bringen und haben unser Engage- ment in diesen Bereichen seit 2020 weiter ausgebaut. So haben wir seitdem zum Beispiel unsere Klimaziele von der Science Based Targets Initiative verifi- zieren lassen, sind neue Verpflichtungen im Bereich Kreislaufwirtschaft ein- gegangen oder haben Vorstandsziele zum Thema Nachhaltigkeit eingeführt. Um zu bekräftigen, wie zentral das Thema Nachhaltigkeit für unser Selbst- verständnis ist, haben wir es in unserer Unternehmensstrategie C.A.R.E.+, die wir seit 2019 verfolgen, als wichtigen Eckpfeiler für unser Geschäft definiert. Integraler Bestandteil von C.A.R.E.+ ist seit 2020 unsere Nachhaltigkeits- agenda „Care Beyond Skin“. Sie konkretisiert unseren Corporate Purpose und umfasst sieben Fokusfelder, die den Einfluss unserer Aktivitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette abbilden: von den Auswirkungen unse- rer Produkte und Prozesse auf das Klima, der Kreislauffähigkeit der einge- setzten Ressourcen und deren Einfluss auf die Land- und Wassernutzung über die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeitenden und Verbraucherinnen bis hin zu unserem Engagement für eine inklusive Gesellschaft. Um die Behandlung von Klimafragen und anderen relevanten Nachhaltigkeits- themen zu beaufsichtigen, gibt es im Unternehmen zwei funktionsübergrei- fende Steuerungsgremien: Ergänzend zur konzernweiten Nachhaltigkeits- funktion wurde für den Unternehmensbereich Consumer ein Sustainability Council und für tesa ein Sustainability Committee fest etabliert. In diesen Gremien sind die Leiterinnen aller relevanten Bereiche vertreten, denen je- weils die Vorstandsmitglieder vorstehen. Beide Gremien treten mindestens vierteljährlich zusammen. In allen Bereichen haben wir uns ambitionierte Ziele gesetzt, die wir bis 2025 beziehungsweise 2030 erreichen wollen. Die zehn Prinzipien des „Global Compact“ der Vereinten Nationen (UNGC) und die „Sustainable Develop- ment Goals“ (SDGs) bilden die Grundlage unseres Engagements. Unsere Agenda zahlt auf 13 der insgesamt 17 SDGs ein. Zudem stehen wir in einem regelmäßigen Dialog mit unseren externen Stakeholderinnen. Durch diesen Austausch überprüfen wir unsere Nachhal- tigkeitsaktivitäten kontinuierlich und beziehen so aktuelle gesellschaftliche und ökologische Entwicklungen mit in unsere Planungen ein. Das Jahr 2021 war durch die konsequente Umsetzung unserer Nachhaltig- keitsagenda „Care Beyond Skin“ geprägt. Wir konnten sowohl unser soziales Engagement ausbauen als auch im ökologischen Bereich deutliche Fort- schritte erzielen. Unter anderem haben wir den wichtigen Meilenstein erreicht, die ersten klimaneutralisierten Produkte für unsere globale Hautpflegemarke NIVEA auf den Markt zu bringen. 60 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 SUSTAINABILITY AGENDA h o tesa dukten und im Unternehmensbereich tesa konzentrieren wir uns auf die Ent- wicklung hochqualitativer, selbstklebender System- und Produktlösungen. Eine detaillierte Beschreibung unseres Geschäftsmodells findet sich im zusammengefassten Lagebericht im Kapitel „Geschäft und Strategie“ ab Seite 37. Im Rahmen der neuen Geschäftsstrategie „newhorizon“ hat tesa im Jahr 2020 eine Nachhaltigkeitsagenda definiert. Sie betrifft die gesamte Wertschöp- fungskette des Unternehmensbereichs: angefangen bei den Rohstoffen und Zulieferbetrieben über die Produktion und die Beschäftigten bis hin zu Kundinnen und der weltweiten Unterstützung sozialer Initiativen und Pro- jekte. Die Agenda orientiert sich an den zehn Prinzipien des „Global Com- pact“ der Vereinten Nationen (UNGC) und den „Sustainable Development Goals“ (SDGs) der Vereinten Nationen. Wesentliche Risiken Ein Unternehmen wie Beiersdorf hat aufgrund seiner Größe und Bekannt- heit eine Vorbildfunktion und ist von allgemeinem Interesse. Unsere Hand- lungen in Bezug auf Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange, die Bekämp- fung von Korruption und Bestechung sowie die Achtung der Menschenrechte spielen daher in der öffentlichen Wahrnehmung eine wichtige Rolle. Handeln wir in diesen Bereichen nicht nachhaltig, kann dies zu nichtfinanziellen Risiken für uns führen. Die Nachhaltigkeitsagenda umfasst die drei Bereiche Environment, Customers und Society, die wiederum insgesamt sieben Fokusfelder beinhalten. Die Fokus - felder legen jeweils die mittel- bis langfristigen Ambitionen dar. Bereits be- stehende Initiativen werden ebenfalls darin weitergeführt. Für jeden dieser Bereiche werden oder wurden bereits Ziele definiert. Wir entwickeln unsere Nachhaltigkeitsstrategie kontinuierlich weiter. In den kommenden Jahren werden wir regelmäßig über aktuelle Entwicklungen und Maßnahmen im Rahmen der Nachhaltigkeitsagenda transparent berichten. Im Rahmen unseres konzernweiten integrierten Managementsystems evalu- ieren wir daher regelmäßig, welche nichtfinanziellen Risiken für Beiersdorf relevant sind und wo Steuerungsbedarf besteht. 2021 wurde erneut das Risiko von nicht fachgerecht entsorgten Plastikverpackungen als wesentlich eingeschätzt. Der Einsatz von Plastikverpackungen kann bei nicht fachge- rechter Entsorgung oder im Falle einer unzureichenden Entsorgungsinfra- struktur im Absatzland zur Umweltbelastung führen und wird daher als we- Beschreibung des Geschäftsmodells Beiersdorf ist eines der weltweit führenden Unternehmen der Konsumgüter- industrie. Seit der Gründung im Jahr 1882 konnte es sich mit starken Marken etablieren und beschäftigt inzwischen über 20.000 Mitarbeitende. Das Ge- schäft von Beiersdorf gliedert sich in zwei Unternehmensbereiche: Im Unter- nehmensbereich Consumer liegt unser Schwerpunkt auf Hautpflegepro- sentliches Risiko im Sinne des CSR-RUG eingestuft. Dieses Risiko spiegelt sich im sich verändernden Konsumentinnenverhalten im Zusammenhang mit der Verwendung bestimmter Materialien wider. Wir begegnen diesen Risiken durch unsere Kreislaufstrategie, die eine Reduktion fossilen Plastiks und eine verstärkte Nutzung von Rezyklaten beinhaltet. 61 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 Unsere Klimaziele Umweltbelange Beiersdorf hat sich bereits 2020 zu ambitionierten Klimazielen verpflichtet, die für beide Unternehmensbereiche, Consumer und tesa, gelten: Bis 2025 wollen wir eine absolute Reduktion der energiebezogenen Scope-1- und Scope-2-Emissionen1 um 30% (im Vergleich zu 2018) erreichen. Indirekte Treibhausgas (THG)-Emissionen entlang unserer Wertschöpfungskette (Scope-3-Emissionen) sollen bis 2025 um 10 % reduziert werden. Diese Klimaziele wurden von der Science Based Targets Initiative (SBTi) anerkannt und entsprechen dem 1,5-Grad-Szenario des Pariser Klimaabkommens. Der Unternehmensbereich Consumer hat sich zusätzliche Ziele gesetzt, bis 2025 die absoluten Scope-3-Emissionen um 30% gegenüber 2018 zu reduzieren, und für alle Produktionszentren bis 2030 die Klimaneutralität zu erreichen. Als produzierendes Konsumgüterunternehmen sind wir uns der Auswirkun- gen unserer Geschäftsaktivitäten auf die Umwelt bewusst. Deswegen arbei- ten wir kontinuierlich daran, die ökologischen Folgen unserer Prozesse und Produkte so gering wie möglich zu halten. Dabei achten wir insbesondere auf die Bereiche Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Landnutzung und Wasser. Klimaschutz Wir sehen den Klimawandel als eine der größten Herausforderungen unse- rer Zeit an. Risiken und Chancen, die sich aus dem Klimawandel ergeben, beeinflussen daher unsere Geschäftsstrategie und unser unternehmerisches Handeln. Darüber hinaus haben die beiden Unternehmensbereiche Consumer und tesa die langfristige freiwillige Selbstverpflichtung unterzeichnet, bis spätes tens 2050 „Net-Zero Emissions“ (Netto-Null-Emissionen) zu erreichen. - Mit dem Klimawandel verbundene Risiken, beispielsweise Auswirkungen auf Rohstoffpreise und Materialverfügbarkeiten oder die Einführung neuer fis- kalischer Instrumente, werden im integrierten Risikomanagement ebenso gesteuert wie die entsprechenden Maßnahmen zur Risikominimierung. Im Hinblick auf unsere Klimaziele konnten wir erhebliche Fortschritte errei- chen: Die absoluten Scope-1- und Scope-2-Emissionen im Bereich Consumer konnten gegenüber dem Basisjahr 2018 um 26% und bei tesa um 16,5% ge- senkt werden. Dies führte insgesamt zu einer Reduktion der absoluten Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 21%. Die absoluten Scope-3-Emissionen2 des Unternehmensbereichs Consumer wurden im gleichen Zeitraum um 12% re- duziert, sodass hier die gesamte Reduktion über Scope-1 bis -3 12,7% betrug. Darüber hinaus haben wir im Berichtsjahr für den Unternehmensbereich Consumer eine Analyse der klimabedingten physischen und transitorischen Risiken sowie Chancen gemäß den Empfehlungen der „Task Force on Climate-Related Financial Disclosures“ (TCFD) durchgeführt und dabei potenzielle Risiken qualitativ beschrieben. Für 2022 planen wir eine tiefer- gehende Betrachtung und finanzielle Bewertung der Ergebnisse, um diese im nächsten Berichtszyklus in das bestehende Risikomanagementsystem zu integrieren. Eine Zusammenfassung der TCFD-relevanten Informationen ist in einem separaten Dokument auf unserer Website abrufbar. Bereits 2020 konnten wir außerdem unser Ziel erreichen, ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien zu beziehen. Somit kaufen alle Büro- und Produktionsstandorte der Unternehmensbereiche tesa und Consumer welt- weit zu 100% Strom aus erneuerbaren Energiequellen ein.3 Klimadaten: Energie, Scope-1- und Scope-2-Emissionen Wir erfassen, konsolidieren und analysieren unsere Energieverbräuche, um unsere weltweiten THG-Emissionen zu ermitteln. Durch die kontinuierliche Erhebung dieser Daten überprüfen wir die Wirksamkeit unserer durchge- führten Maßnahmen und identifizieren zukünftige Einsparpotenziale. Durch eine enge Zusammenarbeit mit den Datenlieferantinnen wurde ein standar- disiertes Arbeitsverfahren eingeführt, das die Prozesse von der Datenerhe- bung bis zur regelmäßigen Validierung abdeckt und somit die Qualität unserer Scope-1- und Scope-2-Berichterstattung weiter verbessert. Eine detaillierte Beschreibung unseres Risikomanagements findet sich im zusammengefassten Lagebericht im Kapitel „Risikobericht“ ab Seite 99. Der Klimaschutz ist ein zentrales Handlungsfeld in den Nachhaltigkeitsstra- tegien der Unternehmensbereiche Consumer und tesa. Die erforderlichen Aktivitäten zur Erreichung unserer Klimaambition werden daher auch in der Finanz- und Investitionsplanung berücksichtigt. Sowohl das Sustainability Council im Unternehmensbereich Consumer als auch das Sustainability Committee bei tesa sind dafür verantwortlich, klimabezogene Entscheidun- gen zu überwachen. Dabei geht es darum, die Strategien kontinuierlich wei- terzuentwickeln, die Fortschritte in der Erreichung der Klimaziele zu über- prüfen und die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen sicherzustellen. Wir berechnen unsere THG-Emissionen nach den Vorgaben des Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol). Das GHG Protocol erlaubt unterschiedliche Kon- solidierungsansätze für die Berechnung von Scope-1- und Scope-2-Daten. Wir haben den Ansatz der operativen Steuerung zur Konsolidierung unserer Emissionsberechnung gewählt. Für den Unternehmensbereich Consumer hat das Sustainability Council im Berichtsjahr begonnen, die Klimaziele auf die einzelnen Funktionen und Produktkategorien herunterzubrechen, um somit in allen Bereichen des Festlegen interner Grenzwerte zu ermöglichen und den Klimaschutz voran- zutreiben. Die Grundlage für die Berechnung bilden überwiegend die Emissionsdaten des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) sowie die Emissions- faktoren unserer Energieversorger und der International Energy Agency (IEA). Weitere Emissionen wie Dampf aus Fernwärme berechnen wir unter Verwendung der Emissionsfaktoren, die durch die Datenbank „GaBi“ und das britische Umweltministerium „Department for Environment, Food & Rural Affairs“ (Defra) zur Verfügung gestellt werden. 1 Zu Scope 1 gehören alle Emissionen, die wir selbst durch die Verbrennung von Energieträgern an unseren Produktionsstandorten verursachen, z. B. bei der Stromerzeugung. Scope-2-Emissionen entstehen durch die Erzeugung von Energie, die wir extern beziehen, z. B. Strom. Zu den Scope-3-Emissionen gehören die Kategorien eingekaufte Waren und Dienstleistungen, Vorgelagerter Transport und Logistik sowie Geschäftsreisen. Beiersdorf bezieht den Ökostrom direkt von Energieversorgern oder erwirbt beim Stromeinkauf „International Renewable Energy Certificates“ (I-RECs), europäische Herkunftsnachweise („Guarantees of Origin“) oder landesspezifische Zertifikate. 2 3 62 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 Der Unternehmensbereich Consumer erhebt Energieverbrauchsdaten an allen Produktionsstandorten, in unseren eigenen Lagern und in unseren Büros ab 50 Mitarbeitenden (in Vollzeitäquivalenten). tesa erhebt die Energie- verbrauchsdaten für alle nach ISO 14001-zertifizierten Standorte. Das sind sechs Produktionsstandorte und die Hauptzentrale. KENNZAHLEN Unternehmensbereich 2018 98.980 43.341 55.639 30.060 15.809 14.251 129.040 59.150 69.890 668 2019 94.175 43.854 50.321 19.749 6.628 2020 93.057 38.929 54.128 1.240 1.228 12 2021 100.458 42.085 58.373 1.569 1.569 0 Scope-1-Emissionen (t CO2e) Beiersdorf Konzern Consumer tesa Scope-2-Emissionen1 (t CO2e) Beiersdorf Konzern Consumer tesa 13.121 113.924 50.482 63.442 650 Scope-1- und Scope-2-Emissionen (t CO2e) Gesamt-Energieverbrauch (GWh) Beiersdorf Konzern Consumer tesa 94.297 40.157 54.140 631 102.027 43.654 58.373 687 Beiersdorf Konzern Consumer tesa 341 349 321 343 327 301 310 344 1 Die in diesem Abschnitt dargestellten Scope-2-Emissionen basieren auf der „market-based“-Methode. Scope-3-Emissionen identifizieren Consumer Entlang unserer Wertschöpfungskette entstehen ebenfalls Emissionen, bei- spielsweise durch den Bezug von Waren und Dienstleistungen oder Trans- portaktivitäten. Diese werden als Scope-3-Emissionen bezeichnet. Verbesserung der Scope-3-Kalkulationen Für alle festgelegten Kategorien innerhalb unserer Zielsetzung haben wir Berechnungsmethoden entwickelt, die auf genauere Daten zurückgreifen, sofern diese vorhanden sind. Dadurch ist eine bessere Fortschrittskontrolle unserer Reduktionsmaßnahmen möglich. Der Hauptanteil unserer Scope-3- Emissionen entsteht bei den Vormaterialien und Herstellungsprozessen der Verpackungen3 und Rohmaterialien, die wir für unsere Produkte benötigen. Die Kalkulation dieser THG-Emissionen basiert auf Primärdaten für den Ma- terialverbrauch und sekundären Emissionsfaktoren auf der Grundlage von Lebenszyklusdatenbanken. Der Unternehmensbereich tesa ermittelt seit 2018 die Daten für die wesent- lichen Emissionen entlang der Wertschöpfungskette. Dabei haben wir die Bereiche Rohstoffe, Fertigwarenhersteller und Produkttransporte als wesent- liche Scope-3-Kategorien identifiziert. Zukünftig wollen wir unser CO2-Mo- nitoring für Scope-3-Emissionen weiter ausbauen. Der Unternehmensbereich Consumer hat auf Basis eines Input-Output- Modells die relevantesten Kategorien für die Scope-3-Emissionen2 identifiziert. Das Input-Output-Modell bewertet Ressourcenverbräuche und Umwelt- belastungen in der gesamten Lieferkette auf Basis internationaler Statistiken und Datenbanken. Folgende Kategorien haben wir für den Unternehmens- bereich Consumer als wesentlich festgelegt: Verpackungsmaterialien, Roh- materialien für Produktformeln, Fertigwarenhersteller, eingekaufte Transport- dienstleistungen, Lagerung und Geschäftsreisen. Mit dieser Auswahl decken wir mehr als zwei Drittel unserer gesamten Scope-3-Emissionen ab, was den Anforderungen der SBTi entspricht. Die entsprechenden Kennzahlen im Bereich Scope-3-Emissionen finden sich im Unterkapitel „Consumer“. In Rahmen der Scope-3-Kalkulationen arbeiten wir mit Dienstleisterinnen zusammen, um weitere und verbesserte Emissionsfaktoren für Lebenszyklus- analysen zu erheben. Außerdem entwickeln wir derzeit interne IT-Lösungen, um die Analyse und Berichterstattung von Daten zu automatisieren. Die Berechnung der Emissionen unserer ausgelagerten Produktion und Lagerung erfolgt anhand von Abfragen bei Lieferbetrieben aus den Berei- chen Fertigwaren und Lagerung4. Es wurden Daten zum Energieverbrauch sowie Emissionsfaktoren für eingekauften Strom erhoben. Die erhobenen Daten sind auf die für uns produzierten Produktmengen bzw. Warenumschlä- ge bezogen. Die Kalkulationsmethodik zu den THG-Emissionen ist deckungs- gleich mit der Scope-1- und Scope-2-Kalkulation für unsere eigenen Stand- orte. 2021 konnten wir 95% unserer ausgelagerten Fertigwarenproduktion 2 Bei allen folgenden Ausführungen zu unseren Scope-3-Emissionen werden nur der Massenmarkt sowie das Dermokosmetikgeschäft des Unternehmensbereichs Consumer betrachtet. Die Scope-3- Emissionen des Premiumsegments mit LA PRAIRIE sind nicht berücksichtigt, da die Verkaufsmenge von LA PRAIRIE einen geringfügigen Anteil des Gesamtgeschäfts von Beiersdorf ausmacht. Wir berücksichtigen bei dieser Berechnung Konsumentenverpackungen und Sekundärpackmittel. Packmittel, die im Rahmen von Konfektionierungsarbeiten oder bei der Transportvorbereitung hinzugefügt werden, sind nicht enthalten. 3 4 Bei der ausgelagerten Produktion und Lagerung weicht der Datenerhebungszeitraum (Dezember 2020 bis November 2021) vom Berichtszeitraum ab. 63 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 und 94% unserer Lagertätigkeiten über die durchgeführte Abfrage abde - cken. Die Werte der folgenden Tabelle sind hochgerechnete Emissionswer- te, um alle Zulieferbetriebe und die Lagerhaltung abzudecken. veranstalter (VDR) unter Berücksichtigung eines „Radiative Forcing Index“- Faktors (RFI von zwei für Geschäftsflüge. Im Falle direkt gemeldeter Geschäfts ) - reisedaten berechnen wir die Emissionen auf der Grundlage der IEA-Daten. Im Berichtsjahr wurden die Flugemissionen der deutschen Gesellschaften aus 2020 rückwirkend ausgeglichen. Dies wird auch für das Berichtsjahr 2021 erfolgen. Im Vergleich zu 2018 sind unsere Scope-3-Emissionen im Bereich Geschäftsreisen um 84% zurückgegangen. Diese Entwicklung kann unter anderem auf die anhaltende Auswirkung der COVID-19-Pandemie zurück- geführt werden. Zur Berechnung der globalen vor- und nachgelagerten transportbedingten THG-Emissionen verwenden wir das Tool „EcoTransIT“ nach der europäischen Norm DIN EN 16258. Daten zu Entfernungen, Ladelasten und den verschie- denen Verkehrsmitteln werden aus dem Logistiknetzwerk gewonnen. Um die Emissionen durch Geschäftsreisen zu ermitteln, werden die Informa- tionenüberEntfernungenundVerkehrsmittelausunseremReisemanagement- system exportiert oder direkt von unseren Tochtergesellschaften gemeldet. Für die über unser Reisemanagementsystem erfassten Daten berechnen wir die Emissionen nach der Methodik des Verbands Deutscher Geschäftsreise- Zusätzlich zur Nichtfinanziellen Erklärung legen wir im Rahmen der jährlichen CDP-Befragung unsere Managementansätze und Daten zum Themenbereich Klima offen. Bei der CDP-Bewertung innerhalb des „Climate Change Pro- grams“ erhielten wir 2021 die Bewertung „A-“. SCOPE-3-TREIBHAUSGASEMISSIONEN CONSUMER (IN T CO2E)1 Bereich 2018 443.082 556.601 36.706 2019 429.849 533.541 22.052 2020 385.261 507.479 25.700 2021 388.305 530.213 10.316 Kategorie 1: Eingekaufte Güter und Dienstleistungen2 Kategorie 4: Transport und Verteilung (vorgelagert)3 Verpackung Rohmaterialien Fertigwarenhersteller Fertigwarentransport Lagerung 118.594 11.705 120.863 11.879 115.979 9.729 107.909 2.283 Kategorie 6: Geschäftsreisen Geschäftsreisen 17.046 18.750 3.693 2.677 Summe Scope-3 THG-Emissionen 1.183.734 1.136.934 1.047.841 1.041.703 1 Die Kategorien werden durch das GHG Protocol definiert. 2 Die Emissionsdaten für Verpackungen und Rohstoffe 2018, 2019 und 2020 wurden aufgrund aktualisierter Emissionsfaktoren angepasst. COPPERTONE ist in diesen Zahlen nicht enthalten. 3 Die Transportemissionen der Jahre 2018, 2019 und 2020 wurden aufgrund methodischer Änderungen neu berechnet. Die Daten für die Lagerung wurden auf der Basis der einlagerten Paletten extrapoliert. Wandel in Richtung Klimaneutralisierung Emissionsreduktion in unserem Betrieb Um das langfristige „Netto-Null“-Ziel zu erreichen, haben wir für die Trans- formationsphase einen Klimaneutralisierungsplan erstellt. Unser „Climate Neutralization Framework“ beschreibt transparent den gesamten Neutrali- sierungsprozess für unsere Produkte und Marken und wurde auf der Grund- lage der Prinzipien und Anforderungen der international anerkannten Norm PAS 2060 entwickelt. Gerade an unseren Produktionsstandorten lassen sich energiebezogene Emissionen noch weiter reduzieren und die Energieeffizienz steigern. Unser Ziel ist es, bis 2030 alle Produktionsstätten klimaneutral zu betreiben. Dafür setzen wir auf verschiedene Maßnahmen: Über die Nutzung von 100% eingekauftem Ökostrom hinaus haben wir an 12 unserer Produktions- und Bürostandorten Photovoltaik-Anlagen installiert, mit denen wir einen Teil unseres Strombedarfs decken. Die Anlagen haben im Berichtjahr weltweit 3.117 MWh Strom erzeugt. 2020 haben wir zudem die Initiative „Sustainability in Manufacturing“ ins Leben gerufen. Die Initia- tive bezieht alle 15 Produktionsstandorte weltweit mit ein und unterstützt die Zielerreichung in den Bereichen Klima, Abfall und Wasser bis 2025. Das zuständige Projektteam schlüsselt dabei die Unternehmensziele nach Produktionsstandorten auf, analysiert die Energieverbräuche und leitet daraus notwendige Maßnahmen ab. Lokal gewonnene Erkenntnisse werden in Form von Best-Practice-Beispielen innerhalb unseres internationalen Netzwerks ausgetauscht und dort, wo es sinnvoll erscheint, auch für andere Standorte angewendet. Klimaneutralisierung besteht bei uns aus drei Schritten. Der erste Schritt ist „Messen“: Alle THG-Emissionen werden in Übereinstimmung mit dem GHG Protocol quantifiziert. Der zweite Schritt ist „Reduzieren“. Dieser spiegelt sich in unseren ambitionierten Klimazielen wider, die sich an den wissenschaft- lichen Erkenntnissen zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius orientieren. Wir fokussieren unsere Aktivitäten und unsere Ressourcen hauptsächlich auf die Erreichung dieser Reduktionsziele. Der dritte Schritt ist „Neutralisieren“. Um bereits in der Übergangsphase zur Erreichung des „Net-Zero“-Ziels zusätzliche CO2-Speicherpotenziale zu erschließen, inves- tieren wir in zertifizierte Klimaprojekte, um die verbleibenden Emissionen auszugleichen. Da wir unsere THG-Bilanzierungsmethoden im vorstehenden Abschnitt aus- führlich dargelegt haben, werden wir im Folgenden auf den zweiten und dritten Schritt detailliert eingehen. Energieeffiziente, moderne Gebäude und Produktionsstandorte tragen maß- geblich zur Erreichung unseres Klimaziels bei. Beim Bau eines neuen oder bei der Umgestaltung eines bestehenden Gebäudes betrachten wir dessen gesamten Lebenszyklus und setzen gezielt auf nachhaltige Energiekonzepte. 64 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 Bei unseren Neubau- und Erweiterungsprojekten streben wir stets eine Zerti- fizierung nach dem „Leadership in Energy and Environmental Design“ (LEED die enge Zusammenarbeit mit unseren Hauptlieferanten, um erneuerbare Energien an deren Produktionsstandorten einzuführen und somit den CO2-Fußabdruck der Rohstoffe zu verringern und • • ) an. Dies gilt auch für unsere neue Konzernzentrale und unser Forschungs- zentrum in Hamburg-Eimsbüttel, deren Fertigstellung für 2023 geplant ist. Neben dem Gütesiegel LEED beabsichtigen wir für das mehr als 100.000 Quadratmeter große Gebäude auch eine Zertifizierung nach dem „WELL Building Standard“. die Umstellung weiterer nachwachsender Rohstoffe auf nachhaltigen und entwaldungsfreien Anbau. Dafür gehen wir verschiedene Partnerschaften ein, u.a. mit dem Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) (s. Kapitel „Nachhaltige Landnutzung“, S. 68). Auch für das geplante Hub in Leipzig wird ein CO2-neutraler Betrieb und eine einschlägige Nachhaltigkeits-Zertifizierung angestrebt. In diesem Rah- men werden neben der Implementierung energieeffizienter Prozesse auch die Fassaden und Dächer des Gebäudes begrünt sowie Photovoltaik-Module installiert. Fremdhersteller und Fremdlagerbetreiber Ein wichtiger Hebel zur Reduzierung der THG-Bilanz unserer Produkte und Verpackungen ist die Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energie- quellen auch bei unseren Zulieferern. Damit wir dieses Ziel erreichen, führen wir intensive Gespräche mit Lieferbetrieben und Drittherstellern und suchen gemeinsam nach Lösungen, um auch hier eine Umstellung auf erneuerbare Energien zu erreichen. In 2021 haben alle Fremdhersteller und Fremdlager- betreiber, die in unserer Datenabfrage erfasst sind, Strom aus erneuerbaren Energien bezogen oder ihr Strombezug wurde über entsprechende Energie- zertifikate abgedeckt. Bestehende Werke rüsten wir ebenfalls um: Als erstes Beiersdorf-Werk wird der Standort in Berlin 2022 ausschließlich Biomethan beziehen. Dadurch werden die THG-Emissionen um 99% gesenkt. Das Biogas wird in Dänemark aus organischen Abfällen erzeugt und ins europäische Gasnetz gespeist.1 Emissionsreduzierung entlang der Wertschöpfungskette Die Reduzierung der Scope-3-Emissionen stellt eine große Herausforderung dar, da sich die Entstehung der Emissionen unserer direkten betrieblichen Kontrolle entzieht. Deshalb arbeiten wir funktionsübergreifend und mit un- seren Lieferfirmen zusammen, um innovative Maßnahmen zur Reduzierung unseres CO2-Fußabdrucks zu etablieren. Transport Auch im Bereich Transport lassen sich Emissionen einsparen und vermeiden. Sofern möglich, soll der Transport unserer Güter auf den Schienenverkehr verlagert werden. Dies gilt insbesondere in Europa und Nordamerika, wo sich unsere größten Märkte befinden. Für unsere globalen Seefrachttrans- porte kaufen wir seit 2021 größtenteils massenbilanzierte Biokraftstoffe aus Abfallströmen über Zertifikate ein. Darüber hinaus setzen unsere Lkw-Trans- portdienstleister seit April 2021 Biokraftstoffe für den Transport unserer Produkte vom „Hub Nordics“ in die skandinavischen Länder ein. Zudem un- tersuchen wir Möglichkeiten zur Nutzung weiterer alternativer Kraftstoffe wie den Einsatz von Lkws, die mit Strom oder Wasserstoff betrieben werden. Hierfür arbeiten wir eng mit unseren Logistikdienstleister zusammen. Im Berichtsjahr haben wir zudem einen Maßnahmenplan zur Reduzierung der Emissionen innerhalb der wichtigsten Scope-3-Kategorien entwickelt, die im Folgenden aufgeführt werden: Verpackungen Die größten Verpackungsemissionen werden durch Kunststoffe und Alumi- nium verursacht. Daher arbeiten wir an innovativen Lösungen zur Vermeidung, Reduzierung, Wiederverwendung und zum Recycling unserer Produktverpa- ckungen bis 2025. Wir streben danach, den Anteil an recyceltem Aluminium in Aluminiumverpackungen zu erhöhen und Aluminium mit einem geringeren CO2-Fußabdruck zu beziehen (s. Kapitel „Kreislaufwirtschaft“, S. 65). Um neue Transporttechnologien zu verstehen und erfolgreich zu nutzen, stehen wir im Austausch mit externen Beraterinnen und wissenschaftlichen Expertinnen. Ein Beispiel hierfür ist unsere Zusammenarbeit mit EcoTransIT zur Berechnung unserer Transportemissionen. Dieses Wissen geben wir welt- weit an unsere Logistikdienstleister weiter. Produktformeln Auch unsere Produktformeln sollen umweltfreundlicher werden. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir im Berichtsjahr einen Maßnahmenplan erarbeitet. Er beinhaltet folgende Bestandteile: Neutralisierung verbleibender Emissionen Neben den Bemühungen zur Reduzierung des THG-Ausstoßes in der Wert- schöpfungskette investiert Beiersdorf gezielt in Klimaschutzprojekte. Wir wählen dabei ausschließlich qualitativ hochwertige Projekte aus, die im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen stehen und von international anerkannten Organisationen wie Verra oder dem Gold Standard zertifiziert sind. Wir konzentrieren uns auf Projekte, die Kohlenstoff aus der Atmosphäre speichern – beispielsweise durch Wiederaufforstung, Aufforstung und Boden- management – und gleichzeitig einen zusätzlichen Nutzen für die Biodiversi- tät oder lokale Gemeinschaften erbringen. Mit diesen Projekten gleichen wir die verbleibenden THG-Emissionen ausgewählter Produkte aus. die weitere Umstellung auf pflanzliche Rohstoffe mit geringerem CO2-Fuß- • • abdruck, die zunehmende Verwendung von Inhaltsstoffen aus erneuerbarem Kohlenstoff, z.B. biobasierte Materialien, Materialien aus chemischem Recycling sowie Materialien aus Kohlenstoffabscheidung, 1 2 Der Unternehmensbereich Consumer erwirbt Biogas-Zertifikate. Die Zertifikate weisen nach, dass eine entsprechende Menge Biogas produziert und in das Erdgasnetz eingespeist wurde. tesa scribos wurde 2021 verkauft, daher handelt es sich nur noch um sieben Produktionsstandorte. 65 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 tesa und ins europäische Gasnetz eingespeist.1 So können wir weiterhin von den hohen Wirkungsgraden der KWK profitieren und – mit dem Einsatz von Bio- methan anstelle von Erdgas – auf erneuerbare, klimafreundliche Energie- träger setzen. In Summe konnten wir 2021 über 50% unseres Strombedarfs über energieeffiziente KWK-Anlagen selbst produzieren. Managementsysteme für betrieblichen Umweltschutz Der Unternehmensbereich tesa nutzt an sieben Standorten2 nach ISO 14001 zertifizierte Umweltmanagementsysteme für die kontinuierliche Organisa- tion und Planung des betrieblichen Umweltschutzes. Die Norm ISO 14001 ist ein international anerkannter Ansatz für das Management der unmittel- baren und langfristigen Umweltauswirkungen der Produkte, Dienstleistungen und Prozesse eines Unternehmens. Zudem setzen wir vermehrt auf die Stromproduktion durch Photovoltaik. Im Berichtszeitraum wurde am Produktionsstandort in Suzhou eine Photovoltaik- Anlage mit einer Gesamtkapazität von jährlich 964 MWh in Betrieb genom- men. Im Gegenzug zu konventionellem Strom sparen wir mit der Anlage pro Jahr ca. 900 Tonnen CO2 ein. An unserem Standort in Italien haben wir mit einer Studie über die Installation einer Photovoltaikanlage begonnen. Im Rahmen der Matrixzertifizierung der ISO 14001-Standorte werden jähr- lich auch externe Umwelt-Audits durchgeführt. Darüber hinaus wird an aus- gewählten ISO 14001-Standorten das Umweltmanagementsystem durch interne Audits der Zentrale überprüft. Kreislaufwirtschaft Consumer Zusätzlich zum Umweltmanagementsystem sind die beiden größten Produk- tionsstandorte mit den höchsten THG-Emissionen (Hamburg und Offenburg) nach der ISO 50001:2018 zertifiziert. Die beiden Standorte emittieren fast 70% der THG-Emissionen aller ISO 14001-zertifizierten Standorte. Auch die Konzernzentrale ist nach ISO 50001 zertifiziert, da sie der Standort mit der größten Belegschaft ist und über den größten Forschungs- und Entwicklungs- bereich verfügt. Die Energiemanagementsysteme bilden die Grundlage, um die Energieeffizienz an den jeweiligen Standorten weiter zu erhöhen. Die Produkte des Unternehmensbereichs Consumer stehen weltweit für hohe Qualität und effektive Hautpflege. Wir haben den Anspruch, unseren hohen Qualitätsmaßstäben und den gestiegenen Nachhaltigkeits-Anforderungen gerecht zu werden und das Vertrauen unserer Verbraucherinnen in unsere Produkte zu wahren. Dieses Vertrauen umfasst für uns auch die Verantwor- tung, die Umweltverträglichkeit unserer Produkte stetig zu optimieren und verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen, um negativen Umweltaus- wirkungen entgegenzuwirken und die Natur zu schützen. Über unser internes Planungs- und Berichtswesen erfassen, bewerten und überwachen wir Risiken und Maßnahmen zur Reduktion der THG-Emissionen. Die Wirksamkeit unserer Maßnahmen zur Reduktion dieser Emissionen über- prüfen wir über die monatliche Erhebung der standortspezifischen Energie- verbräuche. Unsere Scope-1- und Scope-2-Emissionen konnten wir von 2018 bis 2021 absolut um 16% senken. Pro Tonne Endprodukt konnten wir für die spezifischen Emissionen in der gleichen Zeitperiode eine Reduktion von 15,5% erreichen. Für die Integration von Produktnachhaltigkeit in unsere Unternehmensstra- tegie C.A.R.E.+ und auf Markenebene ist der Vorstand verantwortlich. Unser Sustainability Council (s. Kapitel „Strategie“, S. 59) steht in regelmäßigem Austausch mit dem Senior Management aus Marketing und Forschung & Entwicklung und berichtet über laufende Projekte sowie den Status der Zielerreichung, zum Beispiel im Bereich der Emissionsreduktion. Wir nutzen zudem die Expertise aus verschiedenen Abteilungen und von externen Stakeholderinnen wie Lieferunternehmen und Instituten, um funktions- bzw. wertschöpfungskettenübergreifende Projekte umzusetzen. Energieeinsparpotenziale erkennen und Effizienz erhöhen Die Energieverbräuche sind wichtige Steuerungsgrößen, um unsere Umwelt- auswirkungen zu verringern. Im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungs- prozesses und auf Grundlage des Umweltprogramms sowie der Umwelt- Audits identifizieren wir weitere Energieeinsparmöglichkeiten, optimieren energieintensive Prozesse und senken unseren CO2-Ausstoß sowie die damit verbundenen Kosten. Die tesa-Unternehmensführung wird jedes Jahr über einen Management-Review in diesen Prozess einbezogen. Die operative Ver- antwortung liegt bei den Umwelt- und Energieexpertinnen an den jeweiligen Standorten. Ganzheitliche Betrachtung von Produkten Es ist uns wichtig, unsere Produkte ganzheitlich nach ihren ökologischen und sozialen Auswirkungen zu bewerten. Mittels sogenannter Lebenszyklus- analysen (LZA) werden alle Effekte von der Rohstoffbeschaffung bis zur Ent- sorgung aufgelistet und zusammengefasst. Anhand dieser Analyse wird eine Ökobilanz erstellt, die darstellt, welche Auswirkungen das Produkt auf die Umwelt hat und wo es noch Verbesserungspotenziale gibt. Außerhalb der Nutzungsphase durch die Verbraucherinnen hängt der Umwelteinfluss unserer Produkte vor allem von den eingesetzten Rohstoffen und der Res- sourceneffizienz der Verpackungen ab. Daher konzentrieren wir unsere Nach- haltigkeitsbemühungen auf diese Bereiche. Ein weiterer strategischer Ansatzpunkt, um die Energieeffizienz zu erhöhen, ist der Einsatz energie- und ressourcensparender Technologien. Dazu zählen wir auch die effiziente Eigenerzeugung von Energie:An mehreren Produktions- standorten setzen wir Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungs- (KWKK) beziehungs- weise Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) für die klimafreundliche Eigen- stromerzeugung ein. Hierbei wird neben der elektrischen Energie auch die entstehende Wärme genutzt – etwa für Produktionsprozesse oder zum Heizen. Für unsere KWK-Anlage an der Konzernzentrale haben wir im Berichtsjahr erstmals Biogaszertifikate eingekauft. Das Biogas wird in England erzeugt Im Berichtsjahr konnte ein eigenes System entwickelt werden, welches die Berechnung des CO2-Fußabdrucks eines Produkts bereits in der Phase der Produktentwicklung ermöglicht. Durch diese Transparenz sind wir in der Lage anschließend Formeländerungen vorzunehmen, die einen niedrigeren CO2-Fußabdruck zur Folge haben. 1 tesa erwirbt Biogas-Zertifikate. Die Zertifikate weisen nach, dass eine entsprechende Menge Biogas produziert und in das Erdgasnetz eingespeist wurde. 66 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 Nachhaltige Verpackungen Im Berichtsjahr waren bereits 81% des gesamten Kunststoffflaschengewichts recycelbar. Bezogen auf unser gesamtes Kunststoffgewicht ergibt sich somit eine Recyclingfähigkeit von 41%. Der Verbrauch natürlicher Ressourcen ist über die vergangenen Jahrzehnte weltweit kontinuierlich gestiegen. Negative Umwelteinflüsse sowie die Ab- fallproduktion nehmen stetig zu und schaden der Umwelt dauerhaft. Um dem entgegenzuwirken, setzt Beiersdorf sich für die Stärkung der Kreislauf- wirtschaft ein: Die Kreislauffähigkeit unserer Verpackungen und Inhaltsstoffe ist für uns von zentraler Bedeutung. Im kommenden Jahr möchten wir weitere Verpackungsformate in unsere Analyse einschließen und auch eine weitere Kenngröße in unsere Bericht- erstattung aufnehmen: Design for Recycling. Damit werden wir ganzheitlich für alle relevanten Kenngrößen berichten: Materialeinsatz, Design, um zu- künftig recyclingfähig zu sein, und letztlich die tatsächliche Recyclingfähig- keit in der Praxis. Unsere Verpackungen bestehen zu einem großen Teil aus Kunststoff, da dieses Material viele positive Eigenschaften hat – wie beispielsweise ein ge- ringes Gewicht und eine hohe Stabilität bei gleichzeitiger Flexibilität. Leider nehmen die Mengen des erdölbasierten Materials weltweit jedoch zu und werden vielfach nicht recycelt. Aus diesem Grund arbeiten wir intensiv dar- an, unsere Kunststoffverpackungen nach den vier Nachhaltigkeitsprinzipien „Vermeiden, Reduzieren, Wiederverwenden und Recyceln“ zu optimieren, um unseren Beitrag zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft zu leisten. Neben Kunststoff verwenden wir auch andere Materialien wie Papier, Alu- minium oder Glas für unsere Verpackungen. Beim Einsatz dieser Materialien evaluieren wir ebenfalls kontinuierlich nachhaltigere Lösungen und prüfen, wie wir die Prinzipien „Vermeiden, Reduzieren, Wiederverwenden und Recyceln“ auch hier umsetzen können. Im Berichtsjahr haben wir zum Bei- spiel unsere ersten Aerosoldosen aus 100% recyceltem Aluminium auf den Markt gebracht. Damit unsere Maßnahmen messbar sind, haben wir uns im Bereich Verpa- ckungen folgende globale Ziele bis 2025 gesetzt: Durch diese Maßnahmen möchten wir das Risiko von negativen Auswir- kungen unserer Verpackungen auf die Umwelt reduzieren. In enger Zusam- menarbeit mit unseren Lieferbetrieben arbeiten unsere Teams abteilungs- übergreifend daran, für unsere Verpackungsmaterialien optimale Lösungen für nachhaltige, sichere und ansprechende Verpackungen zu entwickeln. Wir möchten im Vergleich zu 2019 50% weniger erdölbasiertes Neuplastik in unseren Verpackungen einsetzen • • • und mindestens 30% Rezyklat, also recyceltes Material, in unsere Kunst- stoffverpackungen integrieren. Umweltfreundliche Produktformeln 100% unserer Verpackungen sollen wiederbefüllbar, wiederverwendbar oder recyclingfähig sein. Um die Kreislauffähigkeit unserer Produktformeln zu optimieren, haben wir uns ambitionierte Ziele gesetzt, sowohl hinsichtlich des Verzichts auf Mikro- plastik, gemäß der Definition des Umweltprogramms der Vereinten Nationen In diesem Jahr können wir hinsichtlich unserer Zielerreichung folgende Fort- ( UNEP)1, als auch für den Einsatz von biologisch abbaubaren Polymeren. schritte berichten: Mit Ende des Berichtsjahres 2021 wurde die Produktion aller NIVEA Produkte auf mikroplastikfreie Formeln umgestellt (gemäß UNEP). Damit wurde das gesetzte Ziel erreicht. Für Eucerin möchten wir dieses Ziel bis Ende 2023 für alle kosmetischen Formeln erreichen. Zwischen 2016 und 2021 haben wir den Einsatz von Mikroplastik bei Eucerin bereits um 45% verringert, bezo- gen auf das Rohstoffvolumen. Am Ende des Berichtsjahres verblieben noch 19 Produkte von Eucerin, die Mikroplastik enthalten. Diese werden aktuell überarbeitet und sollen bis Ende 2023 ebenfalls mikroplastikfrei sein. 9% Reduktion von erdölbasiertem Neuplastik in unseren Verpackungen. 7% Rezyklat in unseren Kunststoffverpackungen. • • Unser drittes Ziel im Bereich Plastikverpackung fokussiert das Ende des Lebenszyklus. Um unsere Fortschritte hinsichtlich der Recyclingfähigkeit messbar zu machen, wurde eine Methodik entwickelt, die im Berichtsjahr eingeführt wurde. Wir beginnen mit der Analyse von Kunststoffflaschen, die das am stärksten verbreitete Verpackungsformat bei Beiersdorf darstellen. Eingeflossen ist hierbei das Gesamtgewicht aller Kunststofflaschen, für die Daten vorliegen. Ausgenommen sind die Marke Coppertone sowie Flaschen, die durch Auftragsfertigung zugekauft werden. Wir streben darüber hinaus an, bis Ende 2025 ausschließlich biologisch ab- baubare Polymere in unseren europäischen Produktformeln zu verwenden. Ein Polymer ist ein Molekül, das aus vielen sich wiederholenden Unter- einheiten besteht und in Kosmetika häufig verwendet wird. Die biologische Abbaubarkeit bezieht sich auf die Fähigkeit von Molekülen, durch die Ein- wirkung von Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilzen abgebaut zu wer- den, wodurch eine Verschmutzung der Umwelt vermieden wird. Durch die Verwendung umweltfreundlicher und biologisch abbaubarer Rohstoffalter- nativen wollen wir die Umweltverträglichkeit der Produkte unseres Portfolios ganzheitlich verbessern. Basierend auf der Definition der Ellen MacArthur Foundation sind Verpa- ckungen oder Verpackungskomponenten recycelbar, wenn ihre erfolgreiche Post-Consumer-Sammlung, Sortierung und Wiederverwertung nachweislich in der Praxis und im großen Maßstab funktioniert. Mithilfe einer standardisierten, digitalen Anwendung, die von einer unab- hängigen Zertifizierungsstelle veröffentlicht wurde, bewerten wir die Recycling- fähigkeit von einzelnen Verpackungen. Basierend auf diesen individuellen Analysen werden anschließend Hochrechnungen für das Gesamtportfolio vorgenommen. Durch den schrittweisen Verzicht auf nicht biologisch abbaubare Polymere verfolgen wir das Ziel, schädliche Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzie- ren. Wir bewerten alle Rohstoffe im Hinblick auf ihre biologische Abbaubar- keit. Für diese Bewertung wenden wir Anhang XIII der REACH-Verordnung 1 Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) beschreibt in seiner Definition Mikroplastik-Partikel als feste Kunststoffteilchen mit weniger als 5 mm Durchmesser, die nicht biologisch abbaubar sowie nicht wasserlöslich sind. 67 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 und die entsprechenden Leitlinien zu den Informationsanforderungen Produktnachhaltigkeit tesa (Kapitel R.11) an, die auch die Kriterien für die Persistenz enthalten. Diese Kriterien beschreiben die Eigenschaften eines Moleküls, innerhalb eines be- stimmten Zeitraums nicht biologisch abgebaut zu werden. Der Anhang und die Leitlinien zu den Informationsanforderungen bilden die Grundlage für die Identifizierung von Polymeren, die nicht biologisch abbaubar sind und bis Ende 2025 in unseren europäischen Produktformulierungen vermieden werden sollen. Um dieses Ziel zu erreichen, ersetzen wir nicht nur direkt die Inhaltsstoffe, sondern entwickeln auch völlig neue Polymertechnologien. Innovative Lösungen für mehr Nachhaltigkeit Mit innovativen Produktlösungen wollen wir unseren Kundinnen techno- logischen Fortschritt bieten und zugleich einen aktiven Beitrag zur Nachhal- tigkeit leisten. Dazu wollen wir bei unseren Produkten und Verpackungen vermehrt recycelte und nachwachsende Rohstoffe einsetzen. Unser Verständ- nis von Produktnachhaltigkeit umfasst neben der Produktentwicklung aber auch die Nutzungsphase bei unseren Kundinnen. Die Verwendung nicht biologisch abbaubarer Polymere konnten wir in unseren europäischen Produktformeln im Vergleich zum Jahr 2016 bereits um 52% senken. Mit unserem „Project Sustainability Assessment“ haben wir bereits 2020 ein Instrument etabliert, mit dem wir Projekte im Bereich der Produkt- und Tech- nologieentwicklung frühzeitig auf ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit bewerten. Entwicklungs- und größere Investitionsprojekte müssen das Assessment durchlaufen. Für die Beurteilung sind quantitative und qualitative Aussagen zu bestimmten Nachhaltigkeitsaspekten zu treffen. Die Struktur orientiert sich an unserer Nachhaltigkeitsagenda und an den Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen. Darüber hinaus setzen wir verstärkt Rohstoffe aus nicht-fossilen, erneuer- baren Materialien ein. Unser Ziel ist es, den Einsatz natürlicher, erneuerbarer Rohstoffe zu erhöhen und gleichzeitig eine nachhaltige Beschaffung sicher- zustellen, um negative Umweltauswirkungen durch eine erhöhte Nachfrage nach bestimmten Rohstoffen zu verhindern (s. Kapitel „Nachhaltige Land- nutzung“, S. 68). Partnerschaften zur Erreichung unserer Produktziele Neben der Dekarbonisierung ist der Transfer zu neuen Kohlenstoffquellen wichtig. Um den Einsatz von fossilem Kohlenstoff als Materialbasis für Roh- stoffe und Verpackungen zu vermeiden und zu ersetzen, hat Beiersdorf die Renewable Carbon Initiative (RCI, Initiative für erneuerbaren Kohlenstoff) mit- gegründet. Ziel der RCI ist es, den Übergang zu erneuerbarem Kohlenstoff für alle organischen Chemikalien und Materialien zu unterstützen und zu beschleunigen. Erneuerbarer Kohlenstoff umfasst alle Kohlenstoffquellen, die zusätzlichen fossilen Kohlenstoff vermeiden oder ersetzen. Schon seit dem Jahr 2010 bieten wir unter der Submarke tesa ecoLogo unter anderem Kleberoller, Klebefilme, Packbänder, Klebstifte und Korrekturroller an, die aus überwiegend recycelten oder natürlichen Materialien hergestellt werden. Für das Sortiment von tesa ecoLogo wird bei der Herstellung zu- dem vollständig auf Lösungsmittel verzichtet und es kommen überwiegend biobasierte Materialien und recycelte Verpackungen zum Einsatz. Es ist unser Ziel, den Anteil an nachhaltigen Produkten bis 2025 zu steigern. Das bedeutet für uns, dass wir für unsere Produkte vermehrt nachwachsende oder recycelte Rohstoffe einsetzen wollen und zukünftig noch stärker das Produktlebensende berücksichtigen. Die Entwicklung geeigneter Kennzahlen wird uns dabei unterstützen, Fortschritte in diesem Bereich in den kommen- den Jahren transparent zu machen. Ein konkretes Beispiel hierfür ist die Zusammenarbeit mit Sabic bei der Ent- wicklung von recycelbaren Kunststofftiegeln der NIVEA Naturally Good- Gesichtspflegeprodukte. Die Rohstoffbasis für das in den Tiegeln eingesetz- te ISCC-PLUS-zertifizierte, erneuerbare Polypropylen (PP) ist Tallöl. Dieser Rohstoff fällt in der Forstwirtschaft als Nebenprodukt an und ersetzt in Sabics Kunststoffproduktion Rohöl. Diese erneuerbare Kohlenstoffquelle wird nach dem Prinzip der Massenbilanzierung nahtlos in den Herstellungsprozess in- tegriert. Diese Maßnahme trägt zu unserem Ziel bei, den Einsatz von erdöl- basiertem Kunststoff zu reduzieren. Den gesamten Lebenszyklus im Blick Zu den zentralen Ideen der Kreislaufwirtschaft gehören ein reduzierter Ein- satz von Material, eine vermehrte Wiederverwendung desselben und in letzter Instanz das Recycling. Wenn das Produkt oder einzelne Bestandteile recycelt oder weiterverwendet werden können, lassen sich damit an ande- rer Stelle wieder Ressourcen einsparen. Um dies zu erreichen, denken wir das Produktlebensende bereits in den frühen Entwicklungsstadien mit und investieren in weitere Forschung zu diesem Thema. Ein Fokus hierbei sind wieder lösbare Klebeverbindungen. Um den CO2-Fußabdruck im Bereich Aluminium zu senken, hat Beiersdorf gemeinsam mit dem auf Verpackungen spezialisierten Schweizer Unter- nehmen Nussbaum eine Aluminiumdose entwickelt, die zu 100% aus re- cyceltem Aluminium besteht. Die innovativen Aerosolverpackungen werden komplett aus alten Getränkedosen hergestellt und zeigen damit neue Mög- lichkeiten im Bereich der Kreislaufwirtschaft. Derzeit setzen wir vor allem darauf, zu verstehen, welchen CO2-Fußabdruck unsere jeweiligen Produkte hinterlassen. Dafür haben wir im Berichtszeit- raum vielen unserer meistverwendeten Rohstoffe Emissionsfaktoren zuge- ordnet und den geschätzten CO2-Fußabdruck von rund 25 Produkten ermit- telt. Wir stehen dazu auch mit unseren Zulieferbetrieben im Austausch, um durch Primärdaten die Genauigkeit unserer Berechnungen zu verbessern. Um dem Wunsch nach mehr Transparenz in Bezug auf die Umweltauswirkun- gen von Kosmetikprodukten nachzukommen – und zwar sowohl was die Formeln, die Verpackung als auch die Anwendung angeht – trat Beiersdorf dem Eco Beauty Score Consortium bei. Das Ziel dieser Initiative ist es, ein Bewertungsschema zu entwickeln, das die Umweltauswirkungen eines Kos- metikprodukts transparent macht.Damit wollen wir unseren Konsumentinnen unser Engagement nicht nur auf Unternehmensebene näherbringen, son- dern auch auf Marken- und Produktebene. Die Ergebnisse unserer Analysen nutzen wir, um relevante Emissionsquellen entlang der Wertschöpfungskette zu identifizieren und unsere Emissionen gezielt durch geeignete Maßnahmen reduzieren zu können. Zusätzlich ar- beiten wir an der weiteren Standardisierung unserer Methodik und an weiter- 68 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 gehenden Lebenszyklusanalysen, die zusätzliche Umweltauswirkungen wie Versauerung oder Eutrophierung mit einbeziehen sollen. Zudem wollen wir den Einsatz von Lösemitteln in der Produktion weiter reduzieren. Innerhalb von Beiersdorf kooperieren wir mit Kolleginnen aus verschiede- nen Fachabteilungen wie Einkauf, Forschung & Entwicklung (F&E) und Supply Chain, um unsere Programme für nachhaltig zertifizierte Rohstoffe und Ver- packungen weltweit umzusetzen. Zudem wird das Sustainability Council regelmäßig über Fortschritte informiert und in Strategieworkshops mit ein- Unser Verständnis von Produktnachhaltigkeit geht aber noch darüber hinaus. Ob in der Industrie, der Elektronikbranche oder der Wind- und Solarenergie: ausgewählte Produkte können unseren Kundinnen beim effizienten Wirt- schaften unterstützen und nachhaltige Technologien vorantreiben. So können unsere Klebelösungen helfen, Ressourcen und Energie einzusparen, oder sie ermöglichen es, dass Produkte repariert oder wiederverwertet werden. Auf diese Weise können unsere Kundinnen potenziell ihr Abfallaufkommen reduzieren und THG-Emissionen sparen. bezogen. Sein Input ist wichtig, um unsere Programme kontinuierlich weiter - zuentwickeln und die Erreichung unserer Ziele zu überprüfen. Palm(kern)öl-Derivate Palm(kern)öl-Derivate sind ein wichtiger Rohstoff für unsere Kosmetik- und Körperpflegeprodukte. Aus mineralischen und pflanzlichen Ölen wie Palm(kern)öl und entsprechenden Derivaten werden essenzielle Inhalts- stoffe wie Emulgatoren und Tenside gewonnen. Für die Produktion bezieht Beiersdorf das Öl nicht direkt, sondern setzt dessen Derivate ein, also weiter- verarbeitete Stoffe auf der Basis von Palm(kern)öl. Unser Gesamtbedarf lag 2021 bei rund 30.000 Tonnen. Nachhaltige Papierprodukte Da wir für unsere Produkte und deren Verpackungen große Mengen an Papier verwenden, achten wir auch hier auf Nachhaltigkeit und beziehen verstärkt FSC-zertifiziertes Papier. In diesem Bereich hat uns vor allem die erfolgreiche Forest Stewardship Council (FSC) -Zertifizierung der tesa SE seit 2019 Auf- trieb gegeben. In diesem Zusammenhang haben wir im Berichtsjahr zudem die beiden ersten Produkte mit einer eigenen FSC-Zertifizierung auf den Markt gebracht. Auch unsere Produktionswerke in Offenburg, Suzhou, Concagno und Hamburg sind nach FSC zertifiziert. Für die Zukunft streben wir weitere Standort-Zertifizierungen an und wollen vermehrt FSC-zertifizierte Produkte entwickeln. Palm(kern)öl ist ein nachwachsender Rohstoff mit hoher Effizienz: Die Öl- palme hat im Vergleich zu anderen Pflanzen wie Kokos, Raps oder Sonnen- blume einen fast fünfmal so hohen Flächenertrag1, was den Anbau von Palm- öl attraktiv macht und zur Rodung von Regenwäldern führt. Unser Anliegen ist es, die Entwaldung von Regenwäldern weltweit zu vermeiden. Durch Zertifizierung, Transparenz und Transformation wollen wir die ökolo- gischen und sozialen Risiken entlang der Lieferkette von Palm(kern)öl-basier- ten Rohstoffen identifizieren und minimieren. Mit unserer „Palm Sustainabi- lity Roadmap“ und „Sustainable Palm Policy“ setzen wir uns bei unseren Ak- tivitäten weltweit für eine nachhaltige Rohstoffbeschaffung ein und möchten beispielsweise die Arbeitsbedingungen der im Anbau tätigen Personen vor Ort verbessern. Um unsere Ziele zu erreichen, verfolgen wir verschiedene Ansätze: Nachhaltige Verpackungen Wir wollen Verpackungen über das Maß üblicher Optimierungen hinaus nachhaltig gestalten. Dafür haben wir im Jahr 2021 ein Projektteam ins Leben gerufen. Dieses stellt den aktuellen Status Quo unserer Verpackungen fest und analysiert davon ausgehend Verbesserungsmöglichkeiten. Das größte Optimierungspotenzial zeigt sich derzeit bei Papier und Plastik. Folglich lauten unsere Ziele: Bei faserbasierten Rohstoffen wie Papier und Kartonage setzen wir vornehmlich auf FSC-Qualität und wollen bis 2025 eine 80-%-Quote er- reichen. Im Bereich der Plastics wollen wir bis 2025 mindestens 30% recy- celte Materialien einsetzen. Nachhaltige Zertifizierung Unser Ziel, bis Ende 2020 100% nachhaltig zertifiziertes Palm(kern)öl und dessen Derivate zu verwenden, haben wir erreicht.2 Damit setzen wir nur noch Rohstoffe aus nachhaltigen Quellen nach dem Mass-Balance-Modell des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) in unseren Produkten ein. Nachhaltige Landnutzung Consumer Gemäß dem Mass-Balance-Modell können Produkte zertifiziert werden, in denen sowohl RSPO-zertifiziertes als auch nicht-zertifiziertes Palmöl enthalten ist. Dabei muss gewährleistet werden, dass die verarbeitete Menge des RSPO-zertifizierten Palmöls der eingekauften Menge zertifizierten Palmöls entspricht. Diese Option ist insbesondere für die Nutzung von Palm(kern)öl- basierten Derivaten relevant, da die Derivate-Herstellung extrem aufwendig und höchst komplex ist und es keine Infrastruktur für eine RSPO Segregated Lieferkette gibt. Nachhaltiger Anbau von Rohstoffen Natürliche Ressourcen sind eine wichtige Basis für die Entwicklung unserer Produktformeln. Weder durch die Beschaffung noch durch die Verwendung dieser Rohstoffe wollen wir die Umwelt belasten oder schädigen. Unser Ziel ist daher, unsere wichtigsten erneuerbaren Rohstoffe bis 2025 aus nachhal- tigen Quellen zu beziehen. Unsere Hauptrohstoffe wie Palm(kern)öl-Derivate, Soja, Talg und Papier sollen bis 2025 entwaldungsfrei beschafft werden. Aus diesem Grund ist das Thema „Nachhaltige Landnutzung“ als Fokusfeld ein fester Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsagenda. Für Palm-basierte Roh- stoffe und Papier-basierte Verpackungen haben wir bereits seit vielen Jahren robuste Nachhaltigkeitsprogramme initiiert. Ähnliche Programme für Soja und Talg sind derzeit im Aufbau. Bis 2025 ist es unser Ziel unsere Palm(kern)öl-Derivate entwaldungsfrei zu beschaffen. Transparenz in der Lieferkette Im Gegensatz zur Lieferkette von reinem Palm(kern)öl ist die Lieferkette von Derivaten sehr komplex und umfasst eine Vielzahl verschiedener Parteien. Wir beziehen Palm(kern)öl-basierte Rohstoffe von Zulieferbetrieben und haben daher nur einen begrenzten Einfluss auf die vorgelagerte Lieferkette. 1 FONAP https://www.forumpalmoel.org/home. Inklusive LA PRAIRIE und STOP THE WATER WHILE USING ME! 2 69 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 Um die Herkunft unserer Rohstoffe jedoch bis auf die Ebene von Raffine- Weise leisten wir einen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel, denn die Bäume binden CO2 und können der Ausbreitung der Wüste entgegen- wirken. rien, Mühlen und Plantagen zurückverfolgen zu können, sind wir seit 2019 Gründungsmitglied der branchenübergreifenden Initiative „Action for Sustainable Derivatives“ (ASD). Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Transparenz und Nachhaltigkeit der Lieferketten für Derivate zu erhöhen. Dafür kontak- tiert die Initiative unsere direkten Lieferbetriebe und fragt u. a. Informationen zu ihrer vorgelagerten Lieferkette und Palmöl-Volumina ab. So arbeitet sich ASD durch die gesamte Palmöl-Lieferkette vor und schafft mehr Transparenz. Ziel der jährlichen Rückverfolgung unserer Rohstoffe ist es, die Transparenz in unserer Palm(kern)öl-Lieferkette zu steigern, „Hot Spots“ zu identifizieren und gezielt Projekte vor Ort zu unterstützen. Papier Für viele unserer Produktverpackungen setzen wir Papier oder Pappe ein. Auch diese natürliche Ressource möchten wir nachhaltig beschaffen. Da- für haben wir eine „Sustainable Paper and Cardboard Policy“ aufgesetzt mit dem Ziel, bis Ende 2020 weltweit 100% recycelte oder nachhaltig zer- tifizierte Papier- und Pappmaterialien einzusetzen, die dem FSC-Standard entsprechen. Nachhaltige Transformation in den Anbaugebieten 100% unserer Faltschachteln, die wir beispielsweise als Umverpackung von Wir engagieren uns direkt in den Palmöl-Anbaugebieten, um die lokalen Arbeits- und Lebensbedingungen von Kleinbäuerinnen langfristig zu ver- bessern sowie die Umwelt zu schützen. Unser Ziel ist es, die kleinbäuerlichen Betriebe davon zu überzeugen, dass der Umstieg auf eine nachhaltige Bewirtschaftung von Ölpalmen ohne weitere Entwaldung ihre Lebens- und Einkommenssituation erleichtert und zum Positiven verändert. Gesichtscremes einsetzen, werden bereits aus FSC-zertifiziertem Material be- zogen. Für weitere Papierverpackungen, wie Versandkartons und andere Ver - kaufsmaterialien, konnten wir das Ziel bis Ende 2020 nicht in allen Regionen erreichen. Wir arbeiten daher intensiv daran, weitere papierbasierte Materi- alien auf FSC-zertifiziertes oder recyceltes Papier umzustellen. Seit Mitte 2018 arbeiten wir mit dem World Wide Fund for Nature (WWF) an einem Projekt mit kleinbäuerlichen Betrieben in West-Kalimantan, Indonesien. Wir unterstützen insgesamt drei Dörfer mit einer Bevölkerung von rund 4.500 Einwohnerinnen, inklusive 240 Kleinbäuerinnen. Im Berichtsjahr 2021 ge- lang es uns, die Kleinbäuerinnen in eine Kooperative zusammenzubringen und die Landnutzungsrechte ihrer Plantagen zu legalisieren. Zudem hat der WWF zahlreiche Trainings zum Thema nachhaltiger Palmöl- und Kautschuk- anbau durchgeführt und den kleinbäuerlichen Betrieben Zugang zu Ölpalm- Setzlingen gegeben. Das hat den Kleinbäuerinnen geholfen ihre Einkom- mensquellen zu diversifizieren, wovon auch die Einwohnerinnen der drei Projektdörfer profitieren. Ressourceneffizienz tesa Wir legen großen Wert auf einen effizienten Umgang mit Ressourcen. Wir wollen eine Kreislaufwirtschaft fördern und Materialien einsetzen, die am Ende ihrer Lebensdauer im Kreislauf verbleiben oder anderweitig wieder- verwertet werden können. In der Produktion von Waren lassen sich Abfälle bislang nicht vollkommen vermeiden. Unser Anspruch ist jedoch, sie wirksam zu reduzieren und damit natürliche Ressourcen zu schonen. Wir arbeiten da- her kontinuierlich daran, bei allen Beteiligten ein Bewusstsein für die Vermei- dung von unnötigen Abfällen und für fachgerechtes Recycling zu schaffen. Im Jahr 2020 haben wir ebenfalls mit dem WWF und dem Spezialchemie- Unternehmen Evonik, welches uns beliefert, ein Landschaftsprojekt in Sabah, Malaysia initiiert. Ziel des Projekts ist es, die Produktion von Palmöl nachhal- tiger zu gestalten und die Entwaldung zu stoppen. Bis zum Jahr 2025 sollen kleine und mittelgroße landwirtschaftliche Betriebe im Palmölanbau auf einer Fläche von insgesamt 20.000 Hektar Land nach dem RSPO-Standard zertifi- ziert werden. Maßnahmen zum Ressourcenschutz sind fester Bestandteil unseres betrieb- lichen Umweltschutzes. Neben den gesetzlichen Vorschriften entwickeln wir unsere Umweltmanagementsysteme kontinuierlich weiter und tauschen uns zu diesem Zweck auch mit externen Expertinnen aus. Vermeidung und Wiederverwertung Beim Management unserer Abfall- und Rohstoffe orientieren wir uns an der Abfallpyramide: Oberste Priorität hat die Abfallvermeidung und -reduktion, gefolgt von verschiedenen Möglichkeiten der Wiederverwertung. Nur wenn es nicht vermeidbar ist, werden Abfälle der Beseitigung zugeführt. Unsere Werke verfolgen das strategische Ziel bis 2025 keine Abfälle mehr über De- ponien zu entsorgen („zero waste to landfill“). Für über 70% unserer Werke haben wir diesen Status schon erreicht. Außerdem haben wir ein Projekt des Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) in Perak, Malaysia, unterstützt. Diese Projekte sind wichtige Bausteine für die Weiterentwicklung unserer „Palm Sustainability Roadmap“. Shea Auch Sheabutter ist ein wichtiger Bestandteil in vielen unserer Produkte. Beiersdorf ist daher seit 2019 Mitglied der Global Shea Alliance (GSA). In Zu- sammenarbeit mit der GSA und unseren Shea-Zulieferbetrieben unterstützen wir Shea-Sammlerinnen in den teils sehr armen ländlichen Regionen des sogenannten Shea Belts – dem Hauptanbaugebiet in Afrika. Wir fördern bei- spielsweise Shea-Sammlerinnen in Ghana und Burkina Faso und schulen sie über einen Zeitraum von fünf Jahren in den Bereichen Gesundheit, Arbeits- sicherheit, Produktqualität und wirtschaftliches Know-how. Zudem lernen die Shea-Sammlerinnen im Rahmen des „Projekts für saubere Kochherde“, wie man Kochherde aus lokalen Materialien wie Termitensand herstellt. Darüber hinaus wollen wir bis 2024 10.000 Sheabäume vor Ort pflanzen. Auf diese Um Materialien effizient zu nutzen und möglichst wiederzuverwerten, arbei- ten unsere Werke kontinuierlich daran, produktionsbedingte Rohstoffverluste zu minimieren. Das gilt ebenso für die Klebmassenherstellung wie das Beschichten und Schneiden. Durch laufende Verbesserungen des Maschinenparks und der Fertigungs- prozesse reduzieren wir darüber hinaus unsere Abfallmengen. Im Berichts- zeitraum konnten wir beispielsweise in der Masseherstellung die Anlieferung der Rohstoffe optimieren und dadurch jährlich 12 Tonnen Material einsparen. 70 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 Die Abfallmengen, die während des Produktionsprozesses entstehen, Wasserrisiken managen werden je nach Standort in verschiedenen Abfallfraktionen getrennt gesam- melt und möglichst der stofflichen Verwertung zugeführt. Die Abfälle werden unter den Kategorien ungefährliche bzw. gefährliche Abfälle sowie Abfälle zur Beseitigung und zur Verwertung zusammengefasst und in unserem jähr- Das World Resources Institute (WRI) stellt mit dem „Aqueduct Water Risk Atlas“ ein Datentool zur Verfügung, mit dem wir jährlich eine Risikoanalyse für alle Produktionsstandorte des Unternehmensbereichs Consumer und für die Produktionsstandorte und die Hauptzentrale des Unternehmens- bereichs tesa durchführen. Dabei werden verschiedene Aspekte berück- sichtigt, wie z. B. Wasservorkommen, Wasserqualität und der Umgang mit Abwasser. Zudem identifizieren wir Standorte, die ein erhöhtes Risiko für Wasserknappheit oder Wasserstress aufweisen. lichen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Ungefährliche Abfälle und gefähr - liche, lösemittelhaltige Abfälle werden von tesa nahezu vollständig verwertet. Hohe Recyclingquote bei Verpackungen Auch die Reduktion von Verpackungsmaterial trägt dazu bei, Abfall und somit negative Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. Im Industrie- bereich wollen wir die Menge an Verpackungsmaterial so weit wie möglich verringern und auf alle nicht unbedingt notwendigen Verpackungen ver- zichten – ohne dabei die Qualität, Leistung oder den Schutz unserer Produkte zu beeinträchtigen. In Zukunft wollen wir noch schonender mit Wasserressourcen umgehen und ihr umfassendes Management weiter vorantreiben. Dafür sind wir in Gesprä- chen mit dem WWF, um unsere Risikoanalysen durch deren Datentool „Water Risk Filter“ zu erweitern. Im Rahmen des „Water Security Programs“ von CDP legen die Unternehmens- bereiche Consumer und tesa jährlich Informationen zu unserem Wasser- management offen. Der Unternehmensbereich Consumer erhielt für die An- gaben im „Water Security“-Fragebogen im Berichtsjahr eine „B“-Bewertung, der Unternehmensbereich tesa eine „C“-Bewertung. Wir möchten im kom- menden Jahr verstärkt daran arbeiten, diese Bewertung weiter zu verbessern. Bei den verwendeten Verpackungen legen wir Wert auf eine möglichst hohe Recyclingfähigkeit der Packstoffe. Zum Beispiel setzen wir vorrangig auf Kartonagen und Mehrwegpaletten und verwenden möglichst sortenreinen Kunststoff. Hinsichtlich nachhaltiger Verpackungen haben wir im Jahr 2021 im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsagenda an neuen Zielen gearbeitet. Zukünftig wollen wir noch weniger Rohstoffe für unsere Verpackungen einsetzen und vermehrt alternative und/oder recycelte Rohstoffe verwenden. Die Entwicklung von spezifischen Kennzahlen wird uns dabei unterstützen, die Fortschritte in diesem Bereich im Folgejahr transparent zu machen. Consumer Im Unternehmensbereich Consumer wird Wasser auf vielfältige Weise ge- nutzt: Es ist für die Herstellung unserer Produkte nötig und ist wesentlicher Bestandteil unserer Produktformeln. Außerdem wird es von unseren Verbraucherinnen bei der Nutzung unserer Produkte verwendet. Wir haben uns daher zum Ziel gesetzt, verantwortungsbewusst mit der kostbaren Res- source umzugehen und eine nachhaltige Wassernutzung gezielt und konse- quent zu fördern. Aktive Einbindung der Mitarbeitenden Um weitere abfallsparende Maßnahmen zu entwickeln, nutzen wir das Know-how unserer Mitarbeitenden. Deshalb haben wir 2021 die erfolg- reiche Kampagne „Einfälle statt Abfälle“ im tesa-Werk Offenburg fortge- führt. Dahinter steht ein langfristiges Projekt, mit dem wir den Energie- und Ressourceneinsatz kontinuierlich reduzieren wollen. Beteiligt sind Mitarbei- tende aus Produktion, Prozessentwicklung und Technik. Deshalb arbeiten wir zum Beispiel daran, den Wasserverbrauch in der Pro- duktion zu minimieren. Bis 2025 wollen wir den Wasserverbrauch pro her- gestelltem Produkt um 25% senken (Basisjahr 2018). 2021 ist der Wasser- verbrauch pro hergestelltem Produkt gegenüber dem Basisjahr um 9% gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr stellt dies eine Reduktion um 3% dar. Ein Baustein des Projekts sind regelmäßige abteilungsinterne und -übergrei- fende Projektbesprechungen. Sie dienen dazu, die konkrete Umsetzung von Verbesserungspotenzialen abzustimmen und Best-Practice-Lösungen aus- zutauschen. Das Projekt umfasst außerdem Kommunikationsmaßnahmen, die bei den Mitarbeitenden ein Bewusstsein für das Thema schaffen sollen. Insgesamt konnten 2021 28 Projekte zur Ressourceneffizienz umgesetzt werden. Diese Projekte führten zu Einsparungen von bislang 277.000 €. Nachhaltiges Wassermanagement im Fokus Die Bedeutung eines nachhaltigen Wassermanagements fließt auch in die Planungen zur Erweiterung unserer Produktionsstandorte mit ein: Mit unse- rer globalen Initiative „Sustainability in Manufacturing“ arbeiten wir intensiv daran, innovative Ideen in unsere Produktionsprozesse zu integrieren. Dabei geht es sowohl um die Reduzierung der Wasserverluste und die Ermittlung von Wasserverbräuchen in relevanten Produktionsanlagen als auch um neue Methoden der Aufbereitung von Abwasser, um dieses in den Produktions- prozessen erneut einsetzen zu können. Wasser Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Die Wasserressourcen der Erde sind jedoch ungleichmäßig verteilt und durch verschiedene Einflüsse bedroht – etwa durch den Klimawandel, die steigende Bevölkerungszahl, Verschmutzung und Übernutzung. Manche Regionen sind besonders stark von Wasserknapp- heit betroffen. Zugleich werden die weltweiten Ressourcen an sauberem Trinkwasser insgesamt knapper. Vor diesem Hintergrund ist uns ein verant- wortungsvoller Umgang mit Wasser besonders wichtig. Wir bemühen uns, in allen Unternehmensbereichen und Prozessen sowie entlang unserer Liefer- ketten darauf zu achten, den Wasserverbrauch so gering wie möglich zu halten und unser Abwasseraufkommen zu minimieren. Besonders für verbrauchsintensive Reinigungsprozesse setzen wir auf Anla- gen, die dem Stand der Technik entsprechen, sowie zusätzlich auf innovative Technologien. Entstehende Abwässer werden mit effizienten technischen Verfahren gereinigt und anschließend beispielsweise zur Kühlung, zur Be- wässerung oder für sanitäre Zwecke eingesetzt. Diese Maßnahmen werden oftmals im Rahmen der LEED-Zertifizierungen (s. Kapitel „Klimaschutz“, S. 61) unserer Produktionsstandorte umgesetzt. Auch scheinbar kleine Verbesse- rungen wie Modernisierungen im Bereich von Sanitäranlagen oder gezielte 71 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 Verbrauchsmessungen im Produktionsbereich tragen zum nachhaltigen Was- sermanagement bei. Nähere Informationen zum wesentlichen Thema Aus- und Weiterbildung sowie Wissen und Lernen finden sich im zusammengefassten Lagebericht im Kapitel „Menschen bei Beiersdorf“ ab Seite 49. Um unser Wassermanagement kontinuierlich zu verbessern, stehen wir außerdem im Dialog mit Wasserzulieferbetrieben, lokalen Behörden sowie benachbarten Unternehmen. Zudem überprüfen wir unsere Produktions- standorte regelmäßig auf Optimierungspotenziale, um Verbräuche zu ver- ringern und für die Reinigung von Abwasser zu sorgen. Arbeitgeberattraktivität Wir wollen Wunscharbeitgeber Nummer eins für unsere Mitarbeitenden sein und ihnen ein sicheres, attraktives und integratives Arbeitsumfeld bieten, in dem sich alle zugehörig fühlen und die gleichen Chancen auf Erfolg und Leistung haben. Dazu gehören für uns im Sinne von Partizipation und Teil- habe ein offener Dialog über alle Ebenen hinweg, das Erreichen gemeinsam gesteckter Ziele und eine verantwortungsvolle Führungskultur. Da uns die emotionale Bindung unserer Mitarbeitenden besonders am Herzen liegt, überprüfen wir dieses Kriterium regelmäßig über globale Mitarbeitenden- befragungen. tesa Richtlinien und Präventivmaßnahmen Im Berichtsjahr haben wir unsere Umweltrichtlinien im Bereich Wasser weiter geschärft. Wir setzen uns für eine effiziente Wassernutzung ein, achten auf die Schonung von Wasserressourcen und auf eine angemessene Abwasser- aufbereitung. An unseren Produktionsstandorten erheben wir jährlich Daten, etwa zum Wasserverbrauch und den Abwassermengen. Wir entnehmen Wasser überwiegend aus der öffentlichen Trinkwasserversorgung und aus dem Grundwasser. In unseren Kühlkreisläufen wird Wasser mehrfach wieder- verwendet. Der Großteil des verwendeten Wassers wird als Abwasser in die Kanalisation oder als Oberflächenwasser eingeleitet. Nähere Informationen zu den Ergebnissen unserer Engagement-Umfrage sowie zum Thema Beschäftigung generell finden sich im zusammengefassten Lagebericht im Kapitel „Menschen bei Beiersdorf“ ab Seite 49. Diversität und Inklusion Wir möchten Risiken für Wasserquellen, die sich aus unserer Produktion er- geben, so gut wie möglich reduzieren. Deshalb ergreifen wir Präventivmaß- nahmen gegen denkbare Unfälle. Zum Beispiel dürfen wassergefährdende Flüssigkeiten nur auf Flächen ab- und umgefüllt oder gelagert werden, die mit geeigneten Auffangvorrichtungen versehen sind. Geräte zur Messung der Trübung und der Lösemittelkonzentration sollen sicherstellen, dass kein verschmutztes Oberflächenwasser in das Sielsystem eingeleitet wird. Sollten wassergefährdende Stoffe in relevanter Menge austreten, greifen Notfall- pläne, die das genaue Vorgehen bestimmen. All diese Maßnahmen werden regelmäßig in unseren externen ISO-14001-Audits überprüft und sind Vor- aussetzung für ein erfolgreiches Auditergebnis. Wir sind davon überzeugt, dass Vielfalt in der Belegschaft unsere Teamarbeit enorm bereichert. Denn unterschiedliche Perspektiven stärken nicht nur unsere Innovationskraft, sie fördern auch unsere Wettbewerbsfähigkeit, machen uns kreativer und lassen uns die Bedürfnisse unserer Konsumentinnen besser verstehen. Diversity & Inclusion wird daher nicht nur gezielt gefördert, sie ist auch zentraler Teil unserer Unternehmensstrategie. Die neue „D&I Strategy Roadmap“ unterstützt uns dabei, eine Kultur zu schaffen, die auf Vielfalt und Inklusion beruht. Sie umfasst drei strategische Prioritäten, die im zusammengefassten Lagebericht im Kapitel „Menschen bei Beiersdorf“ ab Seite 49 näher vorgestellt werden. Ebenso finden Sie in diesem Kapitel die dazugehörigen Kennzahlen, etwa den Anteil an Frauen in Führungspositionen sowie die interne Besetzung von Managementpositionen. Arbeitnehmerbelange Unsere Mitarbeitenden tragen maßgeblich zur nachhaltigen Unternehmens- entwicklung bei. Durch ihr Fachwissen, ihre Fähigkeiten und ihr Engagement sichern wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft. Unser Ziel ist es, ein attraktives Arbeitsfeld zu schaffen, das die Leistungsfähigkeit der Ein- zelnen erkennt und die Potenziale einer vielfältigen Belegschaft aktiv fördert. tesa Personalentwicklung Der Wettbewerb um Arbeitskräfte aus dem naturwissenschaftlichen und technischen Bereich nimmt innerhalb unserer Branche stetig zu. Die voran- schreitende Digitalisierung und Internationalisierung verändern zudem die Arbeitsanforderungen und -methoden. Mit umfassenden Aus- und Weiter- bildungsprogrammen stellen wir uns auf diese Herausforderungen ein. Denn hochqualifizierte, engagierte und leistungsorientierte Mitarbeitende sind für uns ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Darüber hinaus steigern viel- fältige Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten unsere Attraktivität als Arbeit- geber und tragen dazu bei, dass Potenzialträgerinnen gern auch langfris- tig bei uns arbeiten. Consumer Aus- und Weiterbildung Die Veränderungen unserer Arbeitswelt erfordern eine agile und dynami- sche Arbeitsweise und damit ein hohes Maß an Lernbereitschaft. Umso wich- tiger ist es, die persönlichen Stärken unserer Mitarbeitenden zu fördern und in ihre langfristige Entwicklung zu investieren. Dafür bieten wir umfassende Qualifizierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, die zugleich ein lebens- langes Lernen unterstützen. 72 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 Um auf die Herausforderungen des Arbeitsmarkts und des Wettbewerbs- wurden 284 Trainings- und Qualifizierungsmaßnahmen (Virtual Classroom Training und Face-to-Face-Training) durchgeführt mit einer Gesamtanzahl von 4.015 Teilnehmenden. Die Angebote werden von Mitarbeitenden auf allen Kontinenten genutzt. umfelds zu reagieren, haben wir eine tesa-spezifische Ausbildung entwickelt. Sie hilft jungen Menschen, einen Einstieg ins Arbeitsleben zu finden. Außer- dem bietet sie uns die Chance, Mitarbeitende gezielt in den Bereichen auszu- bilden, die für unser Geschäft relevant sind. Zum Beispiel vermitteln wir unse- ren Auszubildenden von Anfang an unser Qualitäts- und Serviceverständnis sowie die Schlüsselkompetenzen, die bei tesa von Bedeutung sind. Erstmalig wurde im Berichtsjahr auch das Qualifizierungsprogramm für neue Führungskräfte digital angeboten. Insgesamt fanden im Jahr 2021 drei inter- nationale Durchläufe mit durchschnittlich 14 Teilnehmenden statt. Darüber hinaus wurde auch für Führungskräfte des mittleren Managements ein digi- tales Qualifizierungsprogramm entwickelt und im November 2021 mit dem ersten Modul pilotiert. Für einen langfristigen Erfolg müssen wir auch unseren Mitarbeitenden attrak- tive Entwicklungsmöglichkeiten bieten – und zwar fachlich wie persönlich, auf allen Ebenen und in allen Bereichen. Um das Potenzial unserer Mitarbei- tenden zu identifizieren und voll auszuschöpfen, haben wir zielgruppen- und kompetenzorientierte Weiterbildungsprogramme etabliert. Sie beinhalten Basisqualifizierungen für neue Mitarbeitende sowie spezielle Formate, die auf die Anforderungen einzelner Bereiche zugeschnitten sind. Neben Prä- senzschulungen und -trainings bietet tesa seinen Mitarbeitenden ein breites Angebot an Online-Weiterbildungen an, zum Beispiel aus Bereichen wie Compliance, Arbeitssicherheit, Vertrieb oder Management & Führung. Dieses Angebot haben wir in den letzten Jahren deutlich ausgebaut, um unseren Mitarbeitenden, die aufgrund der COVID-19-Pandemie verstärkt aus dem Homeoffice gearbeitet haben, dennoch vielfältige Weiterbildungsmöglich- keiten zu bieten. Ab dem Beginn von Q3 vermehrte sich die Nachfrage nach Präsenztrainings, die unter Einhaltung der Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen in be- grenztem Maße stattfinden konnten. So kamen bis Jahresende insgesamt zwei Präsenztrainings mit einer Gesamtzahl von 12 Teilnehmenden zustande. Digitale Lernangebote Unsere Qualifizierungsangebote werden durch die Integrierung der digita- len Lernplattform LinkedIn Learning ergänzt. Mit 1.562 aktivierten Lizenzen weltweit und einer durchschnittlichen Lerndauer zwischen 30 und 60 Minu- ten pro Woche pro tesa Mitarbeiterin (Zeitraum Januar bis Dezember 2021) ist die Plattform mit ihren „Learning Journeys“ inzwischen gut etabliert und wird regelmäßig genutzt. Ausbildung Im tesa-Konzern wird eine eigenständige Ausbildung an den Produktions- stätten in Hamburg-Hausbruch sowie in Offenburg angeboten. Im techni- schen Bereich können Auszubildende aus fünf verschiedenen Ausbildungs- berufen wählen: Chemikantin, Elektronikerin für Betriebstechnik, Industriemechanikerin, Maschinen- und Anlagenführerin sowie Mechatronikerin. Daneben bieten wir die dualen Studiengänge Sicherheits- wesen sowie Kunststoff- und Elastomertechnik an. Auch unser bestehendes E-Learning-Angebot haben wir 2021 weiter aus- gebaut und u.a. durch ein neues Sustainability E-Learning ergänzt. Insgesamt wurden im Jahr 2021 weltweit 3.858 Teilnahmen an E-Learnings bei tesa registriert. Seit der Einführung des Lern-Management-Systems (LMS) „Learning Hub“ im Jahr 2018 wird das Tool als Informations- und Anmeldeplattform für alle Wei- terbildungsangebote bei tesa genutzt. Gleichzeitig dient die Plattform dazu, die Trainingsadministration und -organisation im Bereich der Präsenzschu- lungen, der E-Learning-Programme sowie des Blended Learnings länder- übergreifend zu automatisieren und zu vereinheitlichen. Aktuell beschäfti- gen wir uns mit der Tiefenintegration von LinkedIn Learning in den Learning Hub, um den Nutzenden den Zugang zu LinkedIn-Learning-Angeboten wei- ter zu vereinfachen. Ende 2021 beschäftigte das tesa-Werk Hamburg-Hausbruch 36 Auszubilden- de und einen dualen Studierenden. Die Maschinen- und Anlagenführerinnen bildeten mit 13 Auszubildenden die größte Gruppe. Das tesa-Werk Offenburg beschäftigte 35 Auszubildende, 8 davon absolvierten ein duales Studium. Die Übernahmequoten zeigen, dass wir unsere Auszubildenden langfristig übernehmen wollen: In Hamburg-Hausbruch wurden 2021 66% der ausler- nenden Auszubildenden übernommen, in Offenburg lag die Übernahme- quote bei 75% und damit sogar 25 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Diversität und Chancengleichheit Aufgrund der demografischen Entwicklungen und des daraus resultieren- den zunehmenden Wettbewerbs um Nachwuchskräfte insbesondere im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich stellt die Rekrutierung neuer Auszubildender und dualer Studierender zunehmend eine Herausforderung dar. Aus diesem Grund tritt das tesa-Werk Offenburg unter anderem im Regionalwettbewerb Südbaden von „Jugend forscht“ als Sponsor auf. Eine vielfältige Belegschaft ist für uns nicht nur Anspruch, sondern auch Wett- bewerbsfaktor: Unterschiedliche Perspektiven helfen uns, die Bedürfnisse der Kundinnen besser zu verstehen und erhöhen unseren Ideenreichtum bei Innovationen. Daher setzen wir uns aktiv für mehr Diversität und Chancen- gleichheit ein. All unsere Mitarbeitenden sollen die gleichen Möglichkeiten haben. Deshalb wollen wir ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem alle Mitarbei- tenden wertgeschätzt werden und individuelle Leistung anerkannt wird. Dabei setzen wir vor allem zwei Schwerpunkte: die Gestaltung eines inter- nationalen Arbeitsumfelds und die Förderung von Frauen in Führungs- positionen. Unsere Personalabteilungen und Führungskräfte weltweit sind zudem sensibilisiert, Diskriminierung jeglicher Art im Bewerbungsprozess vorzubeugen. Weiterbildungsprogramme und offenes Kursprogramm Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie haben wir im Jahr 2021 unser Weiterbildungsprogramm weitestgehend und bereichsübergreifend digita - lisiert. Dadurch können die Kurse weltweit ortsunabhängig wahrgenommen werden. Präsenztrainings haben nur vereinzelt und unter besonderen Hygiene- vorschriften in einzelnen Regionen, wie z. B. China, stattgefunden. Insgesamt 73 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 Internationalität COVID-19-Pandemie Bei der Besetzung neuer Stellen legen wir Wert darauf, neue Kolleginnen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund einzustellen. Vor allem in unserer Zentrale in Norderstedt wollen wir eine internationale Belegschaft fördern. Dadurch erhöhen wir unsere Fähigkeit, die unterschiedlichen Anforderungen und Marktbedingungen unserer internationalen Kundschaft besser zu verstehen und zu bedienen. Mit ersten Erfolgen: Die Quote der nicht-deutschen Beschäftigten ist innerhalb von neun Monaten um 1,8 Pro- zentpunkte auf 7,2% (Dezember 2020 bis Dezember 2021) angestiegen. Diesen Trend wollen wir festigen und weiter ausbauen, beispielsweise indem Die weltweite COVID-19-Pandemie war und ist eine gesundheitliche Bedro- hung, vor der wir unsere Mitarbeitenden auf der ganzen Welt schützen müs- sen. Bereits zu Beginn des Jahres 2020 wurden an allen unseren Standorten und Werken Krisenteams gebildet, die sich darum kümmern, Ansteckungen zu verhindern und Risiken zu vermeiden. Maßnahmen zum Schutz vor COVID-19 wurden in unser Managementprogramm aufgenommen und er- fordern von unseren Teams noch immer einige Anstrengungen. wir ab einem bestimmten Niveau alle Stellen ausschließlich auf Englisch aus schreiben. - Consumer Angetrieben von unserem Purpose Care Beyond Skin und geleitet von unseren Core Values setzen wir uns dafür ein, mögliche Sicherheitsrisiken und -vorfälle zu reduzieren. Unsere globale Sicherheitsabteilung ist für das Management der Sicherheit am Arbeitsplatz zuständig. Wir zählen dabei aber auch auf die Mitwirkung aller Mitarbeitenden an unseren Standorten. Mit unserem weltweiten X-perience-Karrierepfadmodell fördern wir den länder- und funktionsübergreifenden Austausch und darüber hinaus die Mobilität unserer Beschäftigten. Auch im Jahr 2021 wurde das Konzept „x-perience the tesa world“ weiterverfolgt, insbesondere mit internen Stellen- ausschreibungen, die internationale und funktionsübergreifende Bewerbun- gen erlauben. Unsere Strategie für Sicherheit und Gesundheitsschutz gilt weltweit. Sie ent- hält die wichtigsten Maßnahmen und Programme, auf die wir uns derzeit konzentrieren, und dient unseren Standorten als Grundlage für die Entwick- lung ihrer lokalen Umsetzungspläne und Maßnahmen. Wir überwachen den Fortschritt dieser Maßnahmen anhand von Indikatoren auf globaler Ebene. Frauen in Führungspositionen Wir wollen zukünftig mehr Führungspositionen mit Frauen besetzen. Wir wollen eine Kultur schaffen, in der Chancengleichheit gelebt wird. Anfang des Jahres 2020 wurde mit Angela Cackovich die erste Frau in der tesa- Geschichte in den Vorstand gewählt. Dies verstehen wir als Zeichen eines Wandels. In den nächsten Jahren werden wir uns noch stärker für die Gleich- berechtigung der Geschlechter innerhalb der Belegschaft und in Führungs- positionen einsetzen. Dafür haben wir 2021 ein entsprechendes Reporting aufgesetzt, das vierteljährlich vorgenommen und ausgewertet wird. Der Anteil an Frauen unter unseren internationalen Executives ist mittlerweile auf über 15% angewachsen. In unserem Streben nach ständiger Verbesserung konzentrieren wir uns auf die Reduzierung der Hauptrisiken in den Bereichen Ausrutschen, Stolpern, Stürzen, Gabelstapler und Maschinensicherheit. In unseren Betrieben führen wir außerdem verhaltensbasierte Sicherheitstrainings durch. Dabei lernen unsere Führungskräfte sicheres und unsicheres Verhalten zu erkennen. Zu- dem werden sie darin geschult, positive Gespräche zum Thema Sicherheit mit den Mitarbeitenden zu führen. Managementsysteme Arbeitssicherheit und Gesundheit Im Jahr 2021 haben wir unsere neue „Corporate Safety & Health Policy“ einge- führt, die die Grundlage für das Management von Sicherheit und Gesundheit bei Consumer definiert. Dadurch wird das Engagement unserer Führungs- kräfte für die Integration von Sicherheit und Gesundheit in unsere Strategie und unsere tägliche Arbeit deutlich. Sicherheit am Arbeitsplatz und die Gesundheit unserer Mitarbeitenden haben für Beiersdorf oberste Priorität. Deshalb sehen wir diese beiden Punkte als ganzheitliche präventive Managementaufgabe. Es ist unser stra- tegisches Ziel, die Zahl der Arbeitsunfälle auf null zu senken und sowohl arbeitsbedingte Erkrankungen als auch körperliche und psychische Fehl- beanspruchungen bei der Arbeit zu vermeiden. Wir überprüfen regelmäßig, ob wir die Arbeitsplätze in unserem Unternehmen noch sicherer und gesün- der gestalten können. Um ein robustes Sicherheits- und Gesundheitsmanagementsystem zu ge- währleisten, das kontinuierliche Verbesserungen ermöglicht, führen wir alle drei Jahre an allen unseren Standorten externe Audits gemäß unserem in- ternen Umweltschutz- und Sicherheitsmanagement-Auditsystem (ESMAS ) durch (s. Kapitel „Achtung der Menschenrechte“, S. 76). ESMAS basiert auf denbeideninternationalanerkanntenNormenISO14001(Umweltmanagement- systeme) und ISO 45001 (Managementsysteme für Sicherheit und Gesund- heitsschutz am Arbeitsplatz). Mit der „Accident Frequency Rate“ (AFR) dokumentieren wir alle Arbeits- unfälle, die zu mindestens einem Ausfalltag geführt haben. Für den Bereich Consumer sank unsere Unfallhäufigkeitsrate im Laufe des Jahres 2021 auf 1,0 Unfälle pro Million Arbeitsstunden (38% weniger als 2020). Uns freut be- sonders, dass 73% unserer Fabriken im gesamten Jahr 2021 unfallfrei waren. Bei tesa lag die AFR der dokumentierten Unfälle mit mindestens einem Aus- falltag im Berichtsjahr bei 4,1 pro Million Arbeitsstunden weltweit (2020: 3,5). Die nächsten Schritte Wir setzen die Umsetzung unserer Strategie fort und bauen die Programme weiter aus, die unser Sicherheits- und Gesundheitsmanagementsystem stär- ken. Im Jahr 2022 werden wir uns weiterhin darauf konzentrieren, die Zahl der Unfälle im Zusammenhang mit den Hauptrisiken in unseren Betrieben zu verringern und gleichzeitig neue Best Practices und Programme einzu- führen, die zu Verbesserungen in den Bereichen Arbeitserlaubnisverfahren, Maschinensicherheit und Materialbewegung führen sollen. 74 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 tesa anschaffungen und Prozessanpassungen können Einfluss auf die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeitenden haben. Schon bei der Beschaffung und Inbetriebnahme von Anlagen erfolgen sicherheitstechnische Abnahmen sowie eine systematische Gefahrenermittlung und Risikobewertung unter Einbeziehung von fachkundigen Mitarbeitenden. Arbeitssicherheit und ein betriebliches Gesundheitsmanagement sind feste Bestandteile der Organisation von tesa. Neben den gesetzlichen Vorschrif- ten bilden unsere konzernweit gültigen Richtlinien („Occupational Safety Guidelines“) die Grundlage unseres internen Managementsystems im Be- reich Arbeitssicherheit. Erkennen wir in diesem Zusammenhang ein Sicherheitsrisiko, ergreifen wir geeignete Vermeidungs- oder Korrekturmaßnahmen. In Arbeitsschutzaus- schüssen diskutieren Sicherheitsfachkräfte, Arbeitnehmervertreterinnen sowie die Geschäftsleitung wesentliche Ergebnisse der Gefährdungsbe- urteilungen und definieren adäquate Maßnahmen. Darüber hinaus finden regelmäßige Begehungen und Evaluierungen statt. Die auf diese Weise ge- wonnenen Erkenntnisse beziehen wir mit ein. Wenn nötig legen wir weitere Maßnahmen fest und aktualisieren die relevanten Sicherheits- und Gesund- heitsschutzdokumente. Die Guidelines werden durch unternehmensinterne Vorschriften und spe- zifische Betriebsanweisungen weiter konkretisiert. Sie legen fest, dass Mitar- beitende in regelmäßigen Abständen mit Unterweisungen und Schulungen zu Sicherheitsrisiken und Gefährdungspotenzialen informiert und für diese sensibilisiert werden. Dies soll sie in die Lage versetzen, durch richtiges und eigenverantwortliches Verhalten Unfällen und Gesundheitsgefahren vorzu- beugen. Die Richtlinien gelten auch für Subunternehmen, die in unseren Betriebs- stätten Aufgaben übernehmen. In den jeweiligen Arbeitsschutzausschüssen und in dem jährlichen Management-Review bewertet die Unternehmensfüh- rung gemeinsam mit dem Bereich Arbeitssicherheit das Unfallgeschehen des jeweiligen Jahres. Auf dieser Grundlage werden vom Management neue Maßnahmen initiiert, um die Sicherheit der Mitarbeitenden weiter zu verbes- sern und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu reduzieren. Auch der Umgang mit Gefahrenstoffen ist detailliert geregelt. Der Fachbe- reich Arbeitssicherheit gestaltet dazu gemeinsam mit dem Bereich Corporate Regulatory Affairs sowie den Verantwortlichen aus Forschung und Entwick- lung und der Produktion die für tesa spezifischen Prozesse zu Handhabung, Kennzeichnung, Lagerung und Transport von gefährlichen Substanzen. Mit- arbeitende, die mit bestimmten gefährlichen Substanzen arbeiten, erhalten regelmäßig Gesundheitsuntersuchungen. Darüber hinaus werden Anlagen und Arbeitsplätze in regelmäßigen Abständen auf ihre Sicherheit und auf Emissionsquellen überprüft. Das Vorgehen bei einem Unfall mit Gefahr- stoffen ist im Notfallmanagement geregelt. Arbeitsschutz mit System Im Rahmen unseres Arbeitsschutzmanagements legen wir den Fokus auf die ISO 14001-zertifizierten Produktionsstandorte, denn dort besteht im Ver- gleich zu unseren Bürostandorten das größere Unfallrisiko und ein erhöhtes Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen. In unserer Nachhaltigkeits- agenda haben wir eine anspruchsvolle Roadmap festgelegt: Bis 2025 sollen alle tesa Standorte, die bereits über ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 verfügen, auch eine Zertifizierung nach ISO 45001 im Arbeits- schutz erreichen. Präventionsmaßnahmen Die von der IT entwickelte „SafetyTour-App“ wurde im Jahr 2021 an allen tesa-Produktionsstandorten weltweit eingeführt. Im Backend der App kön- nen neben den Feststellungen und Maßnahmen bei Rundgängen auch KVP - Maßnahmen (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) und Maßnahmen bei behördlichen Überprüfungen integriert werden. Über das einfache Einpfle- gen von Daten und Bildern lassen sich diese Maßnahmen mit einem Ampel- system priorisieren, selektieren, zurückverfolgen und besser nachhalten. Eine integrierte Checkliste stellt sicher, dass bei einem Rundgang kein Aspekt ver- gessen wird. Durch die ISO 45001-Zertifizierung im Jahr 2021 in unserem Werk in Suzhou haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein für den Arbeitsschutz bei tesa erreicht. Durch die Zertifizierung wird belegt, dass der Arbeitsschutz sys- tematisch in die Führunsverantwortung des Werkes in Suzhou integriert wurde. Die 2021 im Headquarter durchgeführte Kampagne „Sicher ankommen – Wegeunfälle vermeiden“ hatte das Ziel die Beschäftigten durch Tipps und Hinweise zu sensibilisieren, wie sie „gut und sicher“ an ihren Arbeitsplatz und nach Hause kommen. Wir beschäftigen an allen nach ISO 14001-zertifizierten Standorten eigene Sicherheitsfachkräfte. Gleichzeitig fördern wir gezielt den internationalen Austausch dieser Fachkräfte untereinander: Bei jährlich stattfindenden Treffen und virtuellen Meetings diskutieren die Sicherheitsfachkräfte wesent- liche Arbeitssicherheits- und Gesundheitsrisiken. Außerdem initiieren sie in diesem Rahmen gemeinsame Projekte, legen Standards fest und tauschen sich über Erfolge und ihre Erfahrungen aus. Dieses Vorgehen trägt dazu bei, die Unfallprävention bei tesa kontinuierlich zu verbessern. Auch der Brandschutz stand im Berichtsjahr 2021 erneut im Fokus. So fanden unter COVID-19-Sicherheitsbedingungen Feuerlöschtrainings für die Brandschutzhelferinnen in den Werken statt. Im tesa-Technologiezentrum wurde das Löschkonzept angepasst, um die Sicherheit der Mitarbeitenden bei der Löschung mit CO2 zu erhöhen und Unfällen vorzubeugen. Es finden anlassbezogen Gefährdungsbeurteilungen bei tesa statt. Diese bilden die Grundlage dafür, Arbeitsmittel, Arbeitsstoffe, Arbeitsverfahren, Arbeitsplätze und Arbeitsabläufe so auszuwählen oder zu gestalten, dass technische und organisatorische Mängel vermieden werden und Mitarbei- tende sich sicherheits- und gesundheitsgerecht verhalten können. Aber auch Veränderungen an Maschinen, Anlagen oder Arbeitsräumen sowie Neu- Im Rahmen der Weiterbildung während der COVID-19-Pandemie wurde ein gemeinsamer digitaler Auffrischungskurs für Sicherheitsbeauftragte der deutschen Werke initiiert. Im Headquarter wurden Sicherheitsdialoge für alle Führungskräfte angeboten. An den Dialogen nahmen über 97 Führungs- kräfte teil. 75 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 Über die Soforthilfe hinaus engagiert sich Beiersdorf im Rahmen dieser Sozialbelange Partnerschaften für eine mittel- bis langfristige Unterstützung der Menschen vor Ort, denn viele Länder sind durch die COVID-19-Pandemie mit länger andauernden sozioökonomischen Auswirkungen und Herausforderungen konfrontiert. Vor allem Mädchen und junge Frauen sind aufgrund ihres Alters und ihres Geschlechts von der Pandemie und ihren Folgen betroffen. So sind sie zum Beispiel in Krisen einem erhöhten Risiko ausgesetzt, sexualisierte Gewalt zu erleben, gegen ihren Willen verheiratet zu werden und dauerhaft die Schule verlassen zu müssen. Ebenso üben Mädchen und junge Frauen häufiger Tätigkeiten aus, bei denen sie einem höheren Risiko ausgesetzt sind, sich mit COVID-19 zu infizieren – zum Beispiel im (häuslichen) Pflegebereich und Gesundheitswesen. Daher bildet die Stärkung von Mädchen einen be- sonderen Schwerpunkt unseres COVID-19-Hilfsprogramms. Consumer Gesellschaftliches Engagement Als global agierendes Unternehmen betrachten wir es als unsere Verpflich- tung, Verantwortung für unser Umfeld zu übernehmen und die Situation unserer Mitmenschen nachhaltig positiv zu beeinflussen. Mit unserem Unter- nehmenszweck Care Beyond Skin drücken wir unser Selbstverständnis und unsere Ambition aus, auch jenseits unseres Kerngeschäfts unseren Beitrag zu einem besseren gesellschaftlichen Miteinander zu leisten. Dafür arbeiten wir – die Global-CSR-Abteilung – mit Kolleginnen der einzel- nen Ländergesellschaften zusammen. Diese setzen den globalen Strategie- rahmen gemäß der lokalen (sozialen) Gegebenheiten um. Innerhalb des Für eine möglichst wirkungsvolle Unterstützung arbeiten wir mit zwei inter- nationalen gemeinnützigen Organisationen, Plan International und CARE , zusammen, die in ihrem jeweiligen Feld über entsprechendes Fachwissen verfügen, auf etablierte und stabile Netzwerke vor Ort zurückgreifen können und langjährige Erfahrung in der Wirkungsmessung haben. Beiersdorf Headquarter kooperieren wir zudem mit Kolleginnen aus verschie - denen Fachabteilungen wie Marketing, der Rechtsabteilung, dem Controlling, Forschung & Entwicklung, Corporate Communications oder Medical Manage- ment. Seit 2013 evaluieren wir jährlich die sozialen Projekte, die wir weltweit unterstützen. Die Projektverantwortlichen in unseren Ländergesellschaften sammeln alle lokal relevanten Daten, die wir standardisieren, um unsere Aktivitäten global analysieren zu können. Die Analyseergebnisse sind eine wichtige Informationsbasis für die interne Steuerung, aber auch ein integraler Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung. Beiersdorf hat sich 2021 das Ziel gesteckt, mit den Projekten zu Stärkung von Mädchen bis 2023 mehr als 300.000 Menschen direkt zu erreichen. Dabei bezeichnet man direkt Begünstigte als Menschen, die von einer oder meh- reren Projektaktivitäten unmittelbar erreicht werden. Im Sinne eines holistischen, systemischen Ansatzes, der auf eine gesamt- gesellschaftliche Veränderung zielt, können Menschen jedes Geschlechts und Alters im Projektgebiet zu den direkt Begünstigten zählen. Nur unter Einbeziehung verschiedener Mitglieder einer Gemeinschaft kann eine nach- haltige Wirkung auf Einzelne – in diesem Fall Mädchen und junge Frauen – erzielt werden. Da wir die Vision einer „Inclusive Society“ verfolgen, konzentrieren wir uns mit unserem Engagement vor allem auf Menschen, die von sozialer Ungleichheit, Ausgrenzung und Isolation betroffen sind. Wir unterstützen lokal relevante Initiativen, die die körperliche und seelische Gesundheit, das Zugehörig- keitsgefühl und die Teilhabe aller Mitglieder der Gesellschaft stärken und fördern und wollen so einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zu- sammenhalt leisten. In Partnerschaft mit Plan International stärkt Beiersdorf das Recht von Mädchen auf Zugang zu Bildung und trägt dazu bei, geschlechtsspezifischer Gewalt während der COVID-19-Pandemie und darüber hinaus vorzubeugen. Beispielsweise werden im Rahmen des Projekts in Kenia Stipendien an Mäd- chen als direkt Begünstigte vergeben, die es ihnen ermöglichen, zur Schule zu gehen. Die Familie profitiert davon indirekt, da das Haushaltseinkommen nun für andere Zwecke als die Schulgebühren der Tochter verwendet wer- den kann und davon ausgegangen wird, dass das von den Mädchen erwor- bene Wissen zu Hause geteilt bzw. angewendet wird. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum in den Projekten in Brasilien, Ecuador und Kolumbien 13.088 Menschen erreicht und in Kenia, Ghana und Nigeria 3.026 Menschen. Die Gesamtlaufzeit der Projekte beträgt jeweils zwei Jahre, diese sind im Oktober 2020 (Lateinamerika) und Februar 2021 (Afrika) gestartet. Unser Engagement findet im Bereich Consumer sowohl auf Unternehmens- ebene als auch auf der Ebene einzelner Marken statt und geht dabei weit über unsere eigene Wertschöpfungskette hinaus. Weltweit liegt der Fokus unseres Unternehmensengagements auf den Bereichen „Stärkung von Mädchen“ und der Katastrophenhilfe. Das Engagement einzelner Marken unterstützt zudem gezielt in Feldern, die zur jeweiligen Markenidentität und Markenkompetenz passen, und ist auf die sozialen Bedürfnisse und Anliegen der Menschen vor Ort ausgerichtet. Da es uns um gesellschaftliche Verbesserungen geht, beziehen wir in unser Markenengagement auch unsere Konsumentinnen mit ein. Kontinuierlich und transparent informieren wir sie über unser soziales Engagement. So ge- winnen wichtige soziale Themen eine größere Aufmerksamkeit. In Partnerschaft mit CARE setzt sich Beiersdorf seit dem 1. Januar 2021 dafür ein, dass besonders schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen in Afrika, etwa Mädchen und junge Frauen, Informationen über COVID-19 sowie Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung erhalten. Die sozioökono- mischen Konsequenzen für diese Zielgruppen sollen zudem abgemildert und ihre wirtschaftlichen Lebensgrundlagen gestärkt werden. Der geografische Schwerpunkt liegt auf Äthiopien, Kenia, Somalia und dem Sudan. Beispiels- weise nahmen in Somalia 30 Mädchen und junge Frauen (bis 25 Jahre) an Kleinspargruppen teil. In diesen Gruppen erwerben sie Kenntnisse über finanzielle Abläufe wie Darlehen oder Sparraten. Darüber hinaus bewirken Engagement auf Unternehmensebene Im Jahr 2021 haben wir das COVID-19-Hilfsprogramm fortgeführt, für das Beiersdorf Consumer bereits 2020 auf globaler Ebene Partnerschaften ini- tiierte. Durch das Programm wollen wir insbesondere Menschen in den Epizentren der Pandemie sowie in Regionen und Ländern mit schwachen öffentlichen Gesundheitssystemen und Infrastrukturen eine ihrer jeweiligen Situation entsprechende Unterstützung zukommen lassen. 76 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 die Gruppen jedoch noch viel mehr: Mädchen und junge Frauen erlangen Bis 2025 sollen die „Human Touch“-Projekte einen positiven Einfluss auf die individuelle Gesundheit und das Wohlbefinden von mehr als 150.000 Menschen haben. Dabei werden die Menschen gezählt, die im Fokus der jeweiligen Projektintervention stehen und deren Lebensqualität verbes- sert werden soll, d. h. Frühgeborene, sehbehinderte Menschen und ältere Menschen mit Demenz. Die Projekte sollen bis 2025 mit einem finanziel- len Engagement von insgesamt 20 Millionen Euro umgesetzt werden. Im ein größeres Selbstbewusstsein, geben das Erlernte an ihre Familie und ihr Umfeld weiter, nehmen aktiver an der Gesellschaft teil, äußern ihre Meinung und können konkrete Schritte in Richtung wirtschaftliche Selbstständigkeit gehen. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum 41.475 Menschen direkt er- reicht. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt. Im Jahr 2021 wurden bereits 57.962 von den mehr als 300.000 Menschen, die Beiersdorf mit den Projekten zur Stärkung von Mädchen erreichen möch- te, erreicht. Jahr 2021 haben die Ländergesellschaften begonnen, die globale Strate- gie lokal umzusetzen. Dabei konzentrierten sie sich im Wesentlichen auf die Identifikation von Partnern und Projekten. So wird ein Großteil der Pro- jektaktivitäten erst in 2022 beginnen. Über den Fortschritt in den Projek- ten werden wir entsprechend in den Folgejahren berichten. Darüber hinaus kooperiert Beiersdorf mit Ashoka zum Thema „Stärkung von Mädchen“. Ashoka ist das weltweit größte Netzwerk von Sozialunter- nehmerinnen. Im Oktober 2021 startete eine einjährige Initiative im Bereich der sozialen Innovation. Gemeinsam mit Ashoka wird Beiersdorf Stipendien an fünf führende Sozialunternehmerinnen aus dem Vereinigten Königreich, Polen, Italien, Belgien und der Schweiz vergeben, deren Projekte sich expli- zit der Stärkung und Befähigung von Mädchen und Frauen widmen. Darü- ber hinaus wollen Ashoka und Beiersdorf ab Januar 2022 die Vernetzung europäischer Sozialunternehmerinnen vorantreiben. Die Zahl der Begüns- tigten wird aufgrund der konzeptionellen Ausgestaltung des Projektes in diesem Fall nicht erhoben. Eucerin engagiert sich für die Förderung der sozialen Inklusion von Menschen, die von Hautkrankheiten betroffen sind. In den Projekten geht es darum, soziale Ausgrenzung und Stigmatisierung zu verringern und die Teilhabe der Menschen an der Gesellschaft zu verbessern. • In den USA kooperiert Eucerin dafür mit FIRST (Foundation for Ichthyosis & Related Skin Types). Das gemeinsame Projekt zielt darauf ab, Teenager und junge Erwachsene, die an Ichthyose leiden, zu unterstützen. Die Be- troffenen kämpfen sowohl mit körperlichen als auch mit emotionalen und sozialen Herausforderungen. Innerhalb des Projektes werden ihre Fähig- keiten, ihr Wissen und ihr Selbstvertrauen durch Workshops gestärkt. Es geht darum, ihre soziale Eingliederung zu fördern und die psychische Belastung durch die Krankheit zu verringern. Gemeinsam mit der University of Cardiff hat das Unternehmen im Berichts- zeitraum zudem eine dreijährige psychologische Studie begonnen, die sich mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie und ähnlicher Krisen auf das Wohlbefinden von Menschen mit Hauterkrankungen beschäftigt. Darin wird u. a. untersucht, wie sich diese Auswirkungen durch digitale Unterstützungs- tools abmildern lassen. Im ersten Studienabschnitt werden eine detaillierte Literaturanalyse sowie eine erste Umfrage unter Betroffenen durchgeführt, um eine möglichst betroffenenorientierte Entwicklung zu garantieren. Eucerin will bis 2023 in mindestens 15 Ländern lokale soziale Projekte im- plementieren, die die Lebensqualität von Menschen mit Hauterkrankungen verbessern und ihre soziale Inklusion fördern sollen. 2021 wurden Projekte bereits in vier Ländern umgesetzt , wobei ein Projekt in diesem Jahr auf- grund der Lage vor Ort zunächst auf Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie innerhalb der Zielgruppe fokussierte. Das Forschungsprojekt soll der Wissenschaft nicht nur wichtige Erkenntnis- se über die Auswirkungen der Coronakrise liefern, sondern auch Anhalts- punkte für das zukünftige soziale Engagement von Beiersdorf auf Marken- und Unternehmensebene liefern. Auf Markenebene wollen die Healthcare Brands Hansaplast, Elastoplast und CURITAS 2022 eine globale soziale Mission initiieren – mit einem Schwerpunkt auf der Erste-Hilfe-Ausbildung von Kindern. Dazu werden in Kooperation u.a. mit lokalen Rotkreuz-Gesellschaften Projekte aufgesetzt. Deren Ziel ist es, Kindern das Wissen zu vermitteln, das sie brauchen, um eigene Wunden oder die Wunden anderer zu versorgen und sich und anderen helfen zu können. Zudem verfolgte Beiersdorf im Sommer 2021 die Nachrichten und Bilder der Zerstörung nach den Starkregenfällen in Deutschland, Österreich, Bel- gien und den Niederlanden. Als Zeichen der Solidarität und zur schnellen Unterstützung der Geschädigten spendete Beiersdorf eine Million Euro. Der Betrag ging an das Belgische und das Deutsche Rote Kreuz sowie die Deut- sche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Beide kooperieren seit vielen Jahren mit den Beiersdorf Marken Hansaplast und NIVEA . Achtung der Menschenrechte Engagement auf Markenebene Beiersdorf setzt sich aktiv für die Einhaltung von Gesetzen, Verhaltensstan- dards und Menschenrechten ein. Diese Verantwortung ist tief in unserem Selbstverständnis und in unseren Core Values verankert. Das gilt für unsere eigenen Standorte und Mitarbeitenden weltweit sowie für alle Beschäftigten entlang der Wertschöpfungskette. Wir dulden keine Korruption, Zwangsarbeit, Kinderarbeit oder Diskriminierung weder an unseren eigenen Standorten noch entlang unserer Lieferkette. Auch auf Markenebene entwickeln wir unser soziales Engagement weiter. Anfang 2021 verkündeten die Marken NIVEA und Eucerin ihre eigenen glo- balen sozialen Missionen. Die Kolleginnen in den Ländergesellschaften übernehmen die lokale Koordination der Projekte. Dabei dienen die globa- len Strategien und Qualitätsstandards zur Orientierung. Die soziale Mission von NIVEA „The Power of Human Touch“ unterstützt „Human Touch“-Projekte zur Förderung der Lebensqualität von Menschen, die von Einsamkeit betroffen sind, wie beispielsweise Frühgeborene, seh- behinderte Menschen und ältere Menschen mit Demenz. • 77 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 Verantwortung entlang der Wertschöpfungskette Das ESMAS-Audit findet alle drei Jahre statt und überprüft, ob geeignete Maßnahmen zur Einhaltung unserer weltweit gültigen Umwelt- und Arbeits- schutzstandards an unseren Standorten vollumfänglich umgesetzt werden. Zusätzlich zu den ESMAS-Audits wurde unser Werk in Thailand im Berichtsjahr nach dem standardisierten 4-Säulen-Auditprotokoll des „Sedex Members Ethical Trade Audit“ (SMETA) auditiert. Im Zuge des neuen Lieferkettenge- setzes planen wir bis Ende 2022, weitere SMETA-Audits an unseren Werken weltweit durchzuführen. Risiken, die die Einhaltung der Menschenrechte betreffen, sehen wir vor allem in der generellen Beschaffung und im Einkauf und damit in der vor- gelagerten Lieferkette. Unser Ziel ist es, alle Gefährdungen im Hinblick auf Menschenrechtsverletzungen so weit wie möglich zu minimieren. Wie in unserer „Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte“ er- wähnt, sind wir deshalb nicht nur Mitglied im „Global Compact“ der Verein- ten Nationen (UNGC), sondern legen sowohl unserer eigenen Geschäfts- tätigkeit als auch der Zusammenarbeit mit Geschäftspartnerinnen wichtige Prinzipien und Leitsätze zu Grunde. Dazu zählen: die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nationen, die Konventionen der Inter- nationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie die „OECD-Leitsätze für multina- tionale Unternehmen“. Hinzu kommen landesspezifische Regelungen und offizielle behördliche Anforderungen. Verantwortlich für die Nachhaltigkeit in der Beschaffung und entlang der Lieferkette sind die jeweiligen Vice Presidents der Abteilungen Nachhaltig- keit und Einkauf. Das Responsible-Sourcing Team analysiert unsere über 21.000 direkten Lieferbetriebe dahingehend, ob ein tieferes Risikoscreening nötig ist oder nicht, das auf die jeweiligen Länder, aus denen wir unsere Waren und Dienstleistungen beziehen, abgestimmt ist. Wir setzen auf langfristige Beziehungen mit Geschäftspartnerinnen, die sich zu unseren Prinzipien der nachhaltigen und verantwortungsvollen Unter- nehmensführung bekennen und damit übereinstimmen, und fördern diese explizit. Auch haben wir interne und externe Verhaltenskodizes für unsere Mitarbeitenden sowie für unsere Lieferbetriebe entwickelt, die verbindliche Vorgaben zur Einhaltung der Menschenrechte enthalten. Neben den landesspezifischen Risiken spielen bei der Risikoklassifizierung aber auch weitere Faktoren eine Rolle: Dazu zählen die Höhe des Einkaufs- volumens sowie die Nähe der jeweiligen Waren oder Dienstleistungsunter- nehmen zu den Marken von Beiersdorf. Direkte Zulieferbetriebe mit einem mittleren und hohen Risiko müssen über die Plattform „Sedex“ eine umfas- sende Selbstauskunft abgeben. Auf dieser Basis erfolgt eine detailliertere Risikobewertung, anhand welcher das Responsible-Sourcing-Team entschei- det, ob ein anschließendes Audit erforderlich ist. Wir verpflichten unsere Geschäftspartnerinnen dazu, sich an unseren Stan- dards zu orientieren und sie zu erfüllen und sie auch in ihre vorgelagerten Lieferketten weiterzugeben. Dies betrifft sowohl die geforderte Produktqua- lität als auch transparente, faire und verantwortungsvolle Geschäftsprakti- ken. So möchten wir sicherstellen, dass unsere Geschäftspartnerinnen ihrer sozialen, ökologischen und ökonomischen Verantwortung gerecht werden – und nicht zuletzt qualitativ hochwertige Produkte entstehen. Um die Objektivität der Untersuchung zu gewährleisten, wird sie von unab- hängigen und zertifizierten Auditorinnen nach dem standardisierten SMETA 4-Säulen-Auditprotokoll durchgeführt. Die Ergebnisse des Audits zeigen konkrete Herausforderungen und Handlungsfelder auf und dienen als Grundlage für die gemeinsame Erarbeitung von Maßnahmenplänen mit unseren Lieferbetrieben. In Extremfällen können die Auditergebnisse auch dazu führen, dass wir Geschäftsbeziehungen beenden. Durch die Nutzung Consumer von internationalen Kollaborationsplattformen wie „Sedex“ und „AIM- PROGRESS“ können wir unser Nachhaltigkeitsengagement entlang der Lieferkette kontinuierlich verbessern. Unternehmensbereich Consumer schafft verbindliche Standards Der Unternehmensbereich Consumer hat mit dem „Code of Conduct for business partners“ (CoC) alle Geschäftspartnerinnen entlang der Lieferkette mit einem Einkaufsvolumen von jährlich über 50.000 € zur Einhaltung von Standards verpflichtet. Der CoC steht im Einklang mit den Core Values des Unternehmensbereichs und legt einheitliche und verbindliche Kriterien für verantwortungsbewusstes Handeln fest. Dazu zählen: die Verbote von Korrup- tion, Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung sowie die Förderung der Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeitenden am Arbeitsplatz, das Recht auf Versammlungsfreiheit und Kollektivverhandlungen sowie Umweltschutz. Aktuell wickeln wir über 90% unserer Beschaffungen über Partnerinnen ab, die unseren CoC anerkannt haben. Auch aufgrund des zum 1. Januar 2023 in Kraft tretenden deutschen Lieferkettengesetztes wollen wir diesen Anteil zukünftig weiter erhöhen. tesa Beschaffungsprozesse verantwortungsvoll gestalten Zulieferbetriebe, die den Unternehmensbereich tesa direkt beliefern, ver- pflichten wir zur Unterzeichnung des „Code of Conduct for Suppliers“ (CoCfS). Der CoCfS ist die Basis für eine verantwortungsvolle Gestaltung un- serer globalen Beschaffungsprozesse und beschreibt grundlegende Regeln und Verpflichtungen im Bereich der Menschenrechte, der Arbeitsnormen, des Umweltschutzes und der Korruptionsprävention. Ihm liegen die zehn Prinzipien des UN Global Compact zu Grunde. Wir erwarten von unseren Zu- lieferbetrieben, dass sie unsere Standards teilen. Verstoßen Lieferbetriebe gegen unsere Regeln, erwarten wir, dass sie die Missstände beheben. Risiko-Screenings und Audits Unsere Lieferketten sind global und komplex, denn wir kaufen Rohstoffe auf der ganzen Welt und arbeiten eng mit unseren Lieferbetrieben zusammen. Durch die enge Zusammenarbeit möchten wir eine hohe Produktqualität und Versorgungssicherheit gewährleisten. Ergänzend werden seit 2013 in allen Beiersdorf Werken des Consumer- Bereichs Audits zum Umweltschutz und zur Arbeitssicherheit durchgeführt. Sie erfolgen nach dem „Environmental Protection and Safety Management Audit Scheme“, kurz ESMAS. Dieses orientiert sich an den international an- erkannten Normen ISO 14001 (Umweltmanagementsysteme) sowie an der DIN ISO 45001 (Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit). 78 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 Die Bestimmungen für unsere globalen Einkaufsprozesse sind in der Konzernweites Compliance-Management Unser konzernweites CMS orientiert sich an etablierten Standards, wie dem IDW PS 980. „Purchasing Compliance Guideline“ (PCG) definiert und beschrieben, die auch Teil des konzernweiten Compliance-Handbuchs ist. Diese Richtlinie ent- hält verbindliche Verhaltensregeln für tesa als einkaufendes Unternehmen und wird kontinuierlich überprüft und überarbeitet. Damit die Prozessver- antwortlichen für die Einhaltung der Menschenrechte sensibilisiert werden, geben wir seit 2017 Schulungen mit dem Titel „How to source in the right way“ für alle Mitarbeitenden von tPN. In dieser eigens dafür entwickelten Online-Schulung wird die Rolle des CoCfS und der PCG im Rahmen unserer Beschaffungsprozesse erläutert. Dabei folgen wir den Grundsätzen: Verhindern und Vorbeugen: Wir verankern präventive Maßnahmen, um unrechtes Verhalten zu vermeiden. • • Erkennen: Wir nutzen Risikoanalysen, um konzernweit wesentliche Com- pliance-Risiken frühzeitig zu erkennen und zu managen. Zusätzliche Kon- trollmechanismen machen regelwidriges Handeln offenkundig. Nachhaltigkeitsprogramm für Lieferbetriebe Neben der Verpflichtung unserer wesentlichen Zulieferbetriebe zur Ein- haltung des tesa-CoCfS ist es unser klares Ziel, die Transparenz und Nach- haltigkeit in der Lieferkette sukzessive zu erhöhen. Um die Einhaltung von Menschenrechten, Arbeitsbedingungen und Umweltaspekten zu überprüfen, haben wir 2020 ein Nachhaltigkeitsprogramm für Lieferbetriebe gestartet. Seither laden wir unsere Zulieferbetriebe dazu ein, ihre Nachhaltigkeitsleis- Reagieren und Verbessern: Wir ahnden etwaige Verstöße gegen gesetzli- che und interne Vorgaben dem Einzelfall entsprechend angemessen. Zudem leiten wir kontinuierlich Verbesserungsmaßnahmen für das gesamte CMS ab. • Wir begreifen unser Compliance-Management-System als wichtigen Beitrag dazu, nachhaltig und zukunftsorientiert zu handeln und damit unserer Tradi- tion als verlässliche und vertrauenswürdige Unternehmen gerecht zu werden. tung über die Bewertungsplattform „EcoVadis“ mit tesa zu teilen. Die Bewer - tung ist der erste Schritt, um Transparenz in der Lieferkette zu schaffen und trägt somit zur nachhaltigen Entwicklung bei. Ende 2021 lagen für 43 % unseres direkten Einkaufsvolumens EcoVadis-Selbstauskünfte vor. In den kommenden Jahren wollen wir diesen Anteil schrittweise erhöhen: Bis 2025 sollen insgesamt für 80% des direkten Einkaufsvolumens Nachhaltigkeits- bewertungen vorliegen. Im Laufe des Jahres 2021 haben wir das Nachhal- tigkeitsprogramm auf den indirekten Einkauf erweitert. Verhindern und Vorbeugen Kartellrecht stellt für beide Konzernteile weiterhin ein wichtiges Thema im Themenkomplex Compliance dar. Grund hierfür sind die Geschäftsmodelle, die Komplexität der Rechtsmaterie, die weltweit wachsende Verfolgungs- tätigkeit sowie Sanktionspotenziale seitens der Kartellbehörden. Neben Kartell - recht liegen zwei weitere Schwerpunkte unserer Compliance-Programme auf der Korruptionsprävention sowie auf einem datenschutzkonformen Ver- halten. Die Programme dienen dazu, unsere relevanten Mitarbeitenden- gruppen in Bezug auf diese Themen besonders zu sensibilisieren und ihnen sowohl Handlungs- als auch Entscheidungssicherheit zu vermitteln. Compliance Die folgende Berichterstattung für den Themenbereich Compliance bezieht sich sowohl auf den Unternehmensbereich Consumer als auch auf tesa. Beide Unternehmensbereiche haben eigene, unabhängige Compliance- Management-Systeme (CMS) etabliert, die einheitlichen Standards folgen und in enger Abstimmung der beiden Corporate-Compliance-Management- Abteilungen umgesetzt sind. Soweit vorhanden, werden Unterschiede in der genauen Ausgestaltung des CMS der beiden Unternehmensbereiche nach- folgend beschrieben. Unsere Corporate-Compliance-Abteilungen sind verantwortlich, die Mindest- standards für diese Programme sowie ein angemessenes CMS in den Unter- nehmensbereichen zu definieren, weiterzuentwickeln und zu überwachen. In unseren Regionen bzw. Tochtergesellschaften haben wir lokal verantwort- liche Compliance-Beauftragte etabliert, die unseren Mitarbeitenden alle Elemente der Compliance-Programme vermitteln sollen und auf ihre lokale Anwendung hinwirken. Damit sollen alle Bestandteile unseres Compliance- Systems in den Regionen bzw. Tochtergesellschaften verankert und stetig Unsere Grundwerte für verantwortungsbewusstes Handeln überwacht und verbessert werden. Insbesondere für kartellrechtliche Frage - Für uns bedeutet Compliance, dass gesetzliche und kaufmännische Bestim- mungen und Regeln beachtet werden – und das ohne Kompromisse. Sowohl der Unternehmensbereich Consumer als auch tesa haben einen Code of Conduct (CoC) etabliert, um die Einhaltung dieser Maßstäbe bestmöglich sicherzustellen und unserer gesellschaftlichen Verantwortung Rechnung zu tragen. Der CoC bietet dabei als übergeordneter Werterahmen Handlungs- orientierung für alle Geschäftstätigkeiten und unterstützt unsere Mitarbei- tenden, Führungskräfte und Organe darin, die zentralen Grundsätze und Werte der Unternehmensbereiche zu beachten und zu leben. Als Verhaltens- leitfaden soll der CoC dazu beitragen, dass wir auch in Zukunft das vertrau- enswürdige Unternehmen bleiben, das unsere Kundinnen, Geschäfts- partnerinnen, Anteilseignerinnen und weitere Stakeholderinnen schätzen. stellungen steht den lokalen Gesellschaften ein spezialisiertes Netzwerk aus externen Anwältinnen zur Verfügung. Kernelemente unserer Compliance-Programme sind neben praxisorientier- ten Schulungs- und Beratungsangeboten auch verschiedene Richtlinien: Die Kartellrechtsrichtlinien enthalten klare Handlungsanweisungen zum kartellrechtskonformen Verhalten, Vorgaben zum Kontakt und Austausch von Informationen mit Wettbewerbersunternehmen, Hinweise zur Kom- munikation mit Kundinnen zum Beispiel im Zusammenhang mit Verkaufs- preisen, sowie grundsätzliche Dos and Don’ts. • 79 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 Die Antikorruptionsrichtlinien dienen als Handlungsleitfaden bei Geschen- Um Compliance nachhaltig zu leben sowie eine offene und vertrauensvolle Compliance- und Kommunikationskultur zu bewahren und weiter zu fördern, ist das persönliche Engagement der einzelnen Mitarbeitenden unerlässlich. Dazu gehört auch, mögliche Compliance-Verstöße zu melden – auf Wunsch auch anonym. Dazu haben wir verschiedene Meldesysteme etabliert und kommuniziert. • • ken, Produktmustern und Einladungen von und an Vertreterinnen und Mitarbeitende anderer Unternehmen oder Amtsträgerinnen. Sie beinhal- ten zudem Hinweise zum Umgang mit Interessenkonflikten. Die Datenschutzrichtlinien beschreiben insbesondere, wie die Einhaltung der Grundsätze der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO ) für die rechtmäßige Verarbeitung von Daten in unseren EU-Gesellschaften umgesetzt werden, und geben den Mitarbeitenden Hilfestellungen und Anweisungen für den Umgang mit Daten. Darüber hinaus haben die Daten- schutz-Teams interne Partnerschaften mit datenschutzrelevanten Schlüssel- funktionen wie Cyber Security und dem Einkauf etabliert. So hat der Unternehmensbereich Consumer zum Beispiel die Hinweisgeber- plattform „Speak up. We care.“ implementiert, die weltweit und rund um die Uhr nutzbar ist. Beide Unternehmensbereiche haben zudem externe Ombuds - personen etabliert, die ebenfalls vertrauliche Mitteilungen zu potenziellen Compliance-Verstößen entgegennehmen. Diese und auch die Hinweisge- berplattform stehen neben den eigenen Mitarbeitenden auch der allgemei- nen Öffentlichkeit zur Verfügung, um mögliches Fehlverhalten zu melden. Darüber hinaus bestehen jeweils interne Meldemöglichkeiten, beispiels- weise zentrale Compliance-E-Mail-Adressen. Wir haben ein umfassendes und zielgruppenspezifisches Trainingskonzept. Basierend auf einem risikoorientierten Ansatz werden weltweit jährlich durch- schnittlich mehrere tausend Mitarbeitende zu Korruptionsprävention sowie kartellrechtskonformem und datenschutzkonformem Verhalten geschult. Schulungen werden als Präsenzschulung oder E-Learning durchgeführt und dienen dazu, unsere Mitarbeitenden zu sensibilisieren und aufzuzeigen, wo weitere Unterstützung eingeholt werden kann. Zudem werden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder regelmäßig über relevante Compliance-Themen unterrichtet. Im Geschäftsjahr 2021 erreichte der Unternehmensbereich Con- sumer weltweit eine Teilnahmequote von 95% und tesa von 98% bei den Kartellrechtsschulungen.1 Wir haben Prozesse etabliert, die dabei unterstützen, dass eingegangenen Hinweisen nachgegangen wird und entsprechende Sachverhalte aufgeklärt werden, sowie nach sorgfältiger Abwägung verhältnismäßige Maßnahmen ergriffen werden. An der Aufklärung sind die relevanten Fachfunktionen sowie in der Regel die Corporate-Auditing-Abteilung beteiligt. Die Corporate-Auditing-Abteilung stellt ein weiteres unabhängiges Über- wachungsorgan der Beiersdorf AG dar. Die Abteilung führt regelmäßige Prüfungen in beiden Unternehmensbereichen durch, in denen Compliance- relevante Themen fester Bestandteil sind. Darüber hinaus kontrolliert die jeweilige Corporate-Compliance-Abteilung regelmäßig die Einhaltung zen- tral vorgegebener Mindeststandards, zum Beispiel im Rahmen von Besuchen vor Ort oder Abfragen zur Umsetzung von Maßnahmen. Unsere Mitarbeitenden finden auf den entsprechenden Compliance-Seiten im Intranet weitere Hinweise und Informationen. Darüber hinaus nutzen wir verschiedene Kommunikationskanäle wie das Intranet und E-Mails, um regel- mäßig über relevante Compliance-Themen und -Neuerungen zu informieren. Zudem stehen wir im regelmäßigen Austausch mit den lokalen Tochtergesell- schaften, beispielsweise zu generellen relevanten Updates, aufkommenden Fragestellungen oder Best-Practice-Ansätzen. Reagieren und Verbessern Mit Hilfe eines regelmäßigen, konzernweiten Compliance-Reportings machen Durch diese regelmäßigen Kommunikations- und Trainingsmaßnahmen ver- ankern wir die Compliance-Grundsätze in unseren Unternehmen. Im Rah- men einer weltweiten „Compliance-Woche“ hat Beiersdorf im Jahr 2021 die verschiedenen Compliance Programme allen Mitarbeitenden noch einmal vorgestellt und die Inhalte der Programme erläutert. wir uns ein Bild von der Wirksamkeit unseres Compliance-Management- Systems. Die Ergebnisse werden an den Vorstand und Aufsichtsrat berichtet . Dabei erfassen wir sowohl Compliance-Vorfälle als auch den Stand der Um- setzung unserer Compliance-Programme zentral sowie in den Tochtergesell- schaften weltweit. Anhand der Ergebnisse leiten wir weiteren Handlungsbe- darf ab und setzen entsprechende Maßnahmen um. Selbstverständlich sind die Tochtergesellschaften aufgefordert, die zentrale Compliance-Abteilung auch außerhalb der Reporting-Zyklen umgehend über materielle Compliance- Vorfälle zu informieren, um zeitnah reagieren zu können. Erkennen Die Analyse der Compliance-Risiken bildet die Basis unserer Compliance- Management-Systeme und unserer Compliance-Programme. Hierzu identi- fizieren wir in regelmäßigen Abständen im Rahmen eines ganzheitlichen „Compliance Risk Assessment“ bestehende und künftige Compliance-Risiko- felder unserer Geschäftsmodelle und unserer geografischen Ausrichtung. Ergänzend unterstützen beide Corporate-Compliance-Abteilungen ihre Unternehmensleitung dabei, auch Risiken zu erkennen, die über die eigene organisatorische Verantwortung hinausgehen. Als weiteren wesentlichen Bestandteil unserer Aktivitäten verstehen wir die kontinuierliche und konsequente Weiterentwicklung unserer Compliance- Management-Systeme, mit der wir sowohl internen Anpassungsbedarfen als auch den dynamischen Veränderungen rechtlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen Rechnung tragen. Im Berichtsjahr haben wir dazu im Unternehmensbereich Consumer eine aktualisierte Kartellrichtlinie und die entsprechenden Trainingskonzepte in alle Tochtergesellschaften ausgerollt sowie notwendige Anpassungen gemäß EU-Whistleblowing-Richtlinie in den bestehenden Prozessen vorgenommen. Bei tesa wurden beispielsweise be- stehende kartellrechtliche Richtlinien und Prozesse überarbeitet und grund- legendes zusätzliches Compliance-Schulungsmaterial erstellt sowie in alle Tochtergesellschaften zur lokalen Verwendung ausgerollt. In einem zweiten Schritt werden diese dann bewertet und priorisiert. The- men mit hoher Priorität werden auf ihre konkreten Risiken hin analysiert, um angemessene Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Dies geschieht sowohl zentral als auch in den Tochtergesellschaften. Die Ergebnisse wer- den dem Vorstand vorgestellt und von uns genutzt, um unsere globalen und lokalen Compliance-Programme laufend anzupassen und zu verbessern. 1 Die Teilnehmerquote bezieht sich auf die Ziel- und Gefährdungsgruppe, die für das Compliancefeld Kartellrecht vorab definiert wurde. Dazu zählen sämtliche Mitarbeitenden und Führungskräfte, die mit kartellrechtlichen Themen und Anforderungen in Berührung kommen können. Ab 2022 wollen wir weitere Kennzahlen zu Compliance-Schulungen im Rahmen der Nichtfinanziellen Erklärung veröffentlichen. 80 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 Weltweit verbindliche Beiersdorf Sicherheitsanforderungen Weitere Belange Unsere hohen Sicherheitsanforderungen haben wir in der „Beiersdorf Pro- duct Safety Policy“ festgeschrieben. Sie ist weltweit verbindlich, da wir bei der Sicherheitsbewertung von Rohstoffen, Formeln und Produkten nicht nach Region oder Standort unterscheiden, sondern weltweit die gleichen Maß- stäbe ansetzen. Produktsicherheit Produktsicherheit und -verträglichkeit haben für Beiersdorf höchste Priorität. Das gilt sowohl im Hinblick auf unsere Verbraucherinnen und deren Gesund- heit als auch auf die Umwelt. Unsere Produkte müssen deshalb vielfältigen Anforderungen genügen, bevor sie am Markt zugelassen werden. Hier setzen beide Unternehmensbereiche hohe Maßstäbe an. Die Vorgaben der EU-Kosmetik-Verordnung 1223/2009 sind für uns von be- sonderer Bedeutung. Sie regelt einerseits die Anforderungen an die Quali- fikation der Sicherheitsbewerterinnen und an die Sicherheit eines Produkts. Andererseits definiert sie auch die Kriterien zur korrekten Kennzeichnung von Produkten und zur Bereitstellung von Informationen, um einen sicheren Transport und Umgang mit den Produkten zu gewährleisten. Consumer Unser Verständnis von Qualität geht in diesem Rahmen über die Bewertung und Freigabe unserer Produkte hinaus. Wir verstehen Qualität als einen Pro- zess, der kontinuierlich zu Verbesserungen führt. Dieses Verständnis haben wir in der „Beiersdorf Quality Policy“ formuliert. Sie leitet die Unternehmens- führung, das Management und alle Mitarbeitenden in ihrem täglichen Han- deln. Die „Beiersdorf Quality Policy“ dient dazu, die Zufriedenheit und das hohe Vertrauen unserer Konsumentinnen zu erhalten und auszubauen und unsere Wettbewerbsfähigkeit auch zukünftig zu gewährleisten. Die rechtlichen Anforderungen an die Sicherheit der Produkte verändern sich – auf globaler Ebene betrachtet – laufend. Um dem Risiko, gegen aktu- elle Regulierungen zu verstoßen, präventiv zu begegnen, arbeitet unser zen- trales Regulatory Affairs Team mit einem globalen Netzwerk aus lokalen Regulatory Affairs Officers zusammen. Sie verfolgen alle regulatorischen Vor- gaben und deren Änderungen in den Märkten, in denen wir unsere Produkte vertreiben. Bereits bei der Produktentwicklung wollen wir auf diese Weise sicherstellen, dass sämtliche für die jeweiligen Vertriebsländer gültigen An- forderungen erfüllt sind. Sicherheitsbewertung aller Rohstoffe und Formeln kosmetischer Produkte Um unsere eigenen Ansprüche an die Qualität unserer Produkte zu erfüllen, beschäftigen wir ein Team von erfahrenen und hoch qualifizierten Sicherheits- bewerterinnen. Erst nachdem die gesetzlich geforderte Bewertung und Frei- gabe der Rohstoffe und Formeln durch dieses Team erfolgt ist, dürfen sie in unseren Fertigprodukten eingesetzt werden. Tierversuche Wir bei Beiersdorf setzen uns entschlossen dafür ein, Tierversuche weltweit überflüssig zu machen. Wir sind davon überzeugt, dass Versuche an Tieren nicht erforderlich sind, um die Verträglichkeit und Wirksamkeit unserer kosmetischen Produkte nachzuweisen. Aus diesem Grund führen wir keine Tierversuche für Kosmetikprodukte und deren Inhaltsstoffe durch oder geben sie in Auftrag. Die Sicherheitsbewerterinnen arbeiten eng mit den angrenzenden Berei- chen, wie Forschung, Produkt- und Packmittelentwicklung, zusammen. Sie bewerten jeden eingesetzten Rohstoff und jede Formel auf ihre Sicherheit und Verträglichkeit für die Verbraucherinnen. Dies geschieht maßgeblich nach den international anerkannten Regeln, die in der EU-Kosmetik-Verord- nung 1223/2009 für die Sicherheitsbewertung festgeschrieben sind, sowie nach den Vorgaben der SCCS Notes of Guidance in der 11. Revision aus dem Jahr 2021. Diese europäischen Vorgaben für die Sicherheitsbewertung von Rohstoffen und Produkten werden international anerkannt. Daher werden sie auch vielfach in anderen Ländern und Regionen der Welt übernommen und dienen dort als rechtliche Vorgabe zur Vermarktung. In der EU sind Tierversuche für Kosmetikprodukte bereits seit 2004 – und für alle Inhaltsstoffe dieser Produkte seit 2013 – vollständig verboten. Beiersdorf hält sich an diese gesetzlichen Vorgaben und hat auch schon lange davor weltweit aktiv auf Tierversuche verzichtet, wann immer dies rechtlich mög- lich war. Unser erklärtes Ziel ist es, die Forschung so weit voranzubringen, dass auf Tierversuche letztlich weltweit verzichtet werden kann. Die Sicherheit der Verbraucher steht für uns an erster Stelle. Als eines der führenden forschenden Unternehmen engagieren wir uns seit fast 40 Jahren für die Entwicklung und Akzeptanz von alternativen Testmethoden. Dabei waren und sind wir maßgeblich beteiligt an der Entwicklung und Validierung von Schlüsselmethoden, die heute von der OECD (Organisation for Econo- mic Co-operation and Development) international akzeptiert und durch wich- tige Aufsichtsbehörden bereits anerkannt werden. Für die Sicherheitsbewertung kosmetischer Produkte ist neben Erfahrung und Fachkenntnis vor allem der wissenschaftliche Austausch zu neuen Er- kenntnissen über die Verträglichkeit und Sicherheit von Rohstoffen, Formeln und Packmitteln unabdingbar. Entsprechend besuchen unsere Sicherheits- bewerterinnen Kongresse, sind Mitglied in Arbeitsgruppen und Experten- teams und nehmen an speziellen internationalen Fachtrainings teil. Bei allem stehen immer der fachliche Austausch und die Fortbildung im Fokus. Dies soll dazu beitragen, dass wir auch in Zukunft angemessen und verantwor- tungsbewusst handeln. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnerinnen und Interessengruppen setzen wir uns aktiv für die Entwicklung innovativer und die internationale Akzeptanz bereits bestehender Alternativmethoden ein. Wir engagieren uns in verschiedenen Arbeitsgruppen im europäischen Dachverband der Kos- metikindustrie (Cosmetics Europe), kooperieren mit dem European Centre for the Validation of Alternative Methods (EURL ECVAM) und unterstützen die OECD durch das Bereitstellen wissenschaftlicher Erkenntnisse. Wir sind ak- tives Mitglied der European Society of Toxicology In Vitro (ESTIV) und seit 2006 Gründungsmitglied der European Partnership for Alternative Approa- Wichtig ist uns in diesem Rahmen auch, dass wir unsere externen Dienstleis- tungsunternehmen und Lieferbetriebe in die Pflicht nehmen. Wir lassen uns von diesen die Einhaltung der gesetzlichen und auch der über das gesetz- lich vorgeschriebene Maß hinausgehenden Anforderungen bestätigen. 81 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 ches to Animal Testing (EPAA), einer gemeinsamen Organisation der Euro- blatt, das sicherheitsrelevante Informationen beispielsweise zu Inhaltsstoffen, korrekter Lagerung oder zum richtigen Umgang sowie Empfehlungen zur Entsorgung beinhaltet. päischen Kommission und sieben Industriesektoren. Zusätzlich hat Beiersdorf Kooperationen im Bereich der innovativen Spitzenforschung aufgebaut, zum Beispiel zur Erforschung von sogenannten Organchips, die das Zusammen- spiel mehrerer Organe simulieren. Risikoanalysen gewährleisten Qualität Die Vermeidung von Produktfehlern spielt eine wichtige Rolle für uns. Des- halb führen die Bereiche Produktentwicklung und Produktion bei jedem neuen Projekt Risikobewertungen oder Fehlermöglichkeits- und -einflussanalysen Auch wenn bereits große Fortschritte erzielt wurden, gibt es zum heutigen Zeitpunkt noch nicht für alle sicherheitsrelevanten Fragestellungen von der Legislative anerkannte und etablierte alternative Testmethoden. Daher wer- den wir uns auch weiterhin intensiv für die Entwicklung und erfolgreiche Nut- zung von Alternativen zu Tierversuchen einsetzen. (FMEA) durch. Auf diese Weise identifizieren sie bereits im Entstehungspro- zess der Produkte potenzielle Mängel in der Konstruktion, Fabrikation oder auch Instruktion, zum Beispiel eine fehlerhafte Gebrauchsanleitung. Sind die Produkte auf dem Markt, werden sie von unseren Geschäftseinheiten weiter beobachtet. Wenn die Einheiten dabei feststellen, dass eine erneute Risiko- analyse und -bewertung sowie weitere oder neue Maßnahmen erforderlich sind, leiten sie notwendige Schritte ein, um die Gesundheit und Sicherheit unserer Kundinnen sowie Mitarbeitenden zu gewährleisten. tesa Für die Zufriedenheit unserer Kundinnen und damit für unseren wirtschaft- lichen Erfolg sind die Qualität und die Sicherheit unserer Produkte entschei- dend. tesa möchte dies durch ein durchgängiges Qualitätsmanagement gewährleisten. Weisen Produkte Sicherheitsmängel auf, kann dies negative Auswirkungen haben – für uns und die Menschen, die mit ihnen umgehen. Unser Ziel sind Produkte, die höchste Anforderungen an Qualität und Sicher- heit erfüllen. Interne Audits und Schulungen Sichere Produktlösungen verdankt tesa nicht nur seinen strengen Qualitäts- anforderungen, sondern auch dem konsequenten Kompetenzaufbau inner- halb des Unternehmens. Im Berichtsjahr haben ausgewählte Produkt- sicherheitsbeauftragte eine Schulung zur Durchführung von produktions- begleitenden Linienchecks gemäß den Produktintegritätsanforderungen erhalten. Dadurch konnte das erforderliche Fachwissen weiter ausgebaut werden. Qualität und Sicherheit mit System tesa möchte seine Produkte und Prozesse so gestalten, dass sie den viel- fältigen Erwartungen der Kundinnen und Stakeholderinnen entsprechen und niemand bei ihrer Herstellung oder Anwendung zu Schaden kommt. Unser zentrales Ziel im Bereich Produktsicherheit ist es, die Zahl der Produkt- haftungsfälle auf null zu halten. Alle Produktionsstandorte von tesa verfügen daher über zertifizierte Managementsysteme gemäß weltweit anerkannten Qualitätsnormen, Standards und Regularien. Die Konformität der Produkte, Systeme und Prozesse wird an den betroffenen Standorten durch interne und externe Audits periodisch überprüft und bestätigt. Für unsere internen Audits sind das Qualitätsmanagement und die Produkt- sicherheitsbeauftragten zuständig. Es finden sowohl anlassbezogene als auch jährliche Audits statt. Überprüft werden dabei die Produktentwicklung sowie die Produktion – und bei Bedarf weitere Bereiche, beispielsweise Marketing. Die Produktionsstandorte der tesa-Gruppe wurden im Berichtsjahr erneut erfolgreich gemäß weltweit anerkannter Qualitätsnormen und -standards, beispielsweise ISO 9001 oder IATF 16949, auditiert. Insbesondere die IATF - Zertifizierung legt ein besonderes Augenmerk auf die Konformität aller Pro- Wir halten uns an geltende Gesetze und Richtlinien. Unsere interne Produkt- sicherheitsleitlinie („Product Safety Guideline“) ergänzt die strengen gesetz- lichen Vorgaben. Sie beschreibt verpflichtende Maßnahmen, mit denen wir die Sicherheit unserer Produkte weiter erhöhen. Außerdem legt sie die Rollen und Verantwortlichkeiten der Produktsicherheitsbeauftragten (PSCR) fest. Die „tesa Product Safety Guideline“ gilt weltweit und ist in unserem Intranet zugänglich. dukte, Prozesse, Teile und Dienstleistungen sowie die Produktsicherheit. Berichterstattung zur EU-Taxonomie Durch das Inkrafttreten der EU-Taxonomie-Verordnung ist Beiersdorf dazu verpflichtet, Angaben zu Umsatzerlösen, Investitionsausgaben (CapEx) und Betriebsausgaben (OpEx) zu machen, die mit ökologisch nachhaltigen Wirt- schaftsaktivitäten verbunden sind. Die EU-Taxonomie-Verordnung enthält Kriterien zur Bestimmung, ob eine Wirtschaftstätigkeit in Hinblick auf ver- schiedene Umweltziele als nachhaltig einzustufen ist. Das übergeordnete Ziel ist es, ein nachhaltigeres Finanzwesen zu schaffen und Investitionen in grüne und nachhaltige Projekte zu lenken und somit einen Beitrag zum Eu- ropäischen „Green Deal“ zu leisten. Beauftragte für Produktsicherheit Weltweit verfügt jedes Werk über eine mit der Produktsicherheit vor Ort beauftragte Person (PSCR), die an die Corporate PSCR, die zentral mit der Produktsicherheit beauftragte Person, berichtet. Alle PSCR müssen eine an- erkannte, externe Schulung durchlaufen. In der Regel sind sie auch die Qualitätsbeauftragten der Werke. Das Produktsicherheitsmanagement ist bei tesa ein wesentlicher Bestandteil des Qualitätsmanagements und wird durch die Geschäftsführung mitgesteu- ert. Für die Bewertung von Inhaltsstoffen sind die Abteilungen Corporate Regulatory Affairs und Produktentwicklung zuständig. Für die Beurteilungen greifen sie auf verschiedene chemische Datenbanken zurück, werten wissen- schaftliche Erkenntnisse aus und betrachten Angaben zu sicherheitsrelevan- ten Substanzeigenschaften sowie zum sicheren Umgang mit Stoffen oder Gemischen. Für jedes Produkt gibt es grundsätzlich ein Sicherheitsdaten- Für das Geschäftsjahr 2021 tritt die Verordnung mit Erleichterungen für die Berichterstattung in Kraft, weshalb sich die folgenden Angaben nur auf die Taxonomie-Fähigkeit der Wirtschaftsaktivitäten und nicht auf ihre Taxonomie- Konformität beziehen. Zudem betreffen die vorliegenden Angaben nur die Umweltziele „Klimaschutz“ und „Anpassung an den Klimawandel“. 82 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 Vorgehen bei der Betroffenheitsanalyse1 Energie Zur Ermittlung der Taxonomie-Fähigkeit wurde bei Beiersdorf im Frühjahr 2021 ein cross-funktionales Team zusammengestellt, in dessen Kernteam die Abteilungen Sustainability von tesa und Consumer, Group Accounting and Consolidation (Consumer) und Corporate Controlling (tesa) vertreten sind. Außerdem wurden weitereAbteilungen wie z.B.IT-Controlling, Manufacturing Controlling oder das Facility Management eingebunden, um die Expertise zu einzelnen Geschäftstätigkeiten einzuholen. In diesem Bereich wurde die Aktivität 4.25. „Erzeugung von Wärme/Kälte aus Abwärme“ als taxonomie-fähig identifiziert, da wir Abwärme für interne Heizprozesse nutzen. Andere Aktivitäten aus diesem Bereich, z.B. hinsicht- lich der Produktion erneuerbarer Energien, haben wir entsprechend der EU-Taxonomie-Verordnung unter der Wirtschaftsaktivität Baugewerbe und Immobilien erfasst. • Verkehr Sämtliche unserer Transportaktivitäten sind an Dienstleisterinnen aus- gelagert, sodass sich auch hier keine taxonomie-fähige Tätigkeit ergibt. Lediglich unser eigener Fuhrpark an Dienstwagen fällt unter die Defini- tion 6.5. „Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen“. In einem ersten Schritt hat das Team, unter Bezugnahme auf die Definitio- nen in den Annexen 1 und 2 des Rechtsakts zur Verordnung (EU) 2020/852 referenzierten NACE Codes und der Aktivitätenbeschreibungen, die bei Beiersdorf taxonomie-fähigen Aktivitäten ermittelt. Dabei wurde auch der durch die EU-Kommission bereitgestellte „Taxonomie-Kompass“ verwendet. • Parallel dazu wurden die im Annex 1 zur Verordnung (EU) 2020/852 aufge- führten Definitionen der Kennzahlen zu OpEx, CapEx und Umsätzen analy- siert und die Daten für die jeweiligen Bezugsgrößen (Nenner der Kennzahl) auf Basis unserer Finanz-Controlling-Systeme erhoben. Insbesondere im Bereich OpEx wurden hier die relevanten Kostenarten identifiziert. Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren Die Herstellung und der Vertrieb von Produkten aus dem Unternehmens- • bereich Consumer sind nicht durch die Taxonomie erfasst. Für den Unternehmensbereich tesa sind nur die Herstellung von Teilkom- ponenten für Batterien taxonomie-fähig (Aktivität 3.4. „Herstellung von Batterien“). Aus anderen Kategorien sind keine Umsätze taxonomie-fähig, beispielsweise stellt tesa keine Kunststoffe in Primärform her, sondern bezieht diese von Lieferanten. • Für die als taxonomie-fähig identifizierten Aktivitäten wurden anschließend Ansätze zur Abschätzung und Erhebung der entsprechenden OpEx, CapEx und Umsätze festgelegt. Identifizierte taxonomie-fähige Wirtschaftsaktivitäten Analyse und Berechnung zu Umsätzen Die folgenden Wirtschaftsaktivitäten wurden als taxonomie-fähig identifiziert: Bei unserer Analyse sind wir zu dem Schluss gekommen, dass in der Kate- gorie Umsätze nur die Wirtschaftsaktivität 3.4. „Herstellung von Batterien“ bei tesa als taxonomie-fähige Umsätze zu berücksichtigen sind. Da diese Umsätze weniger als 1% des tesa-Umsatzes und damit deutlich weniger als ein halbes Prozent des Konzernumsatzes von 7.627 Mio.€ (s. Konzernanhang, Gewinn- und Verlustrechnung) darstellen, erfolgt keine Berichterstattung zu taxonomie-fähigen Umsätzen. Information and Kommunikation Da der Unternehmensbereich Consumer ein Rechenzentrum betreibt und diese Dienste für tesa bereitstellt, wurde die Aktivität 8.1. „Datenverarbei- tung, Hosting und damit verbundene Tätigkeiten“ als relevant identifiziert. Ebenfalls relevant ist die Aktivität 8.2. „Datenbasierte Lösungen zur Ver- ringerung derTreibhausgasemissionen“,da wir die Emissionsmanagement- software GaBi und SoFi sowie Energiemanagementsysteme benutzen. • Analyse und Berechnung zu OpEx Als Basis für die Kalkulation der Bezugsgröße zu OpEx (Nenner) wurden die Finanzkennzahlen für das Gesamtjahr 2021 aus den Beiersdorf Finanz-Con- trolling-Systemen herangezogen. Parallel wurden detaillierte Abfragen der jeweiligen Controlling-Funktionen durchgeführt, um die Qualität der Daten zu gewährleisten. Baugewerbe und Immobilien Die Aktivität 7.4. „Installation, Wartung und Reparatur von Ladestationen für Elektrofahrzeuge in Gebäuden (und auf zu Gebäuden gehörenden Parkplätzen)“ wurde als relevant identifiziert, da wir Ladestationen auf un- serem Gelände besitzen, die von einem Drittanbieter betrieben werden. • In die Bezugsgröße eingerechnet wurden: Die Aktivitäten 7.3. „Installation, Wartung und Reparatur von energieeffi- zienten Geräten“, 7.5. „Installation, Wartung und Reparatur von Geräten für die Messung, Regelung und Steuerung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden“ und 7.6. „Installation, Wartung und Reparatur von Tech- nologien für erneuerbare Energien“ sind Teil unseres Gebäudemanage- ments und umfassen die Installation, Wartung und Reparatur von Photo- voltaikanlagen sowie Messsysteme und Steuereinheiten für die Energie- effizienz. Die Aktivitäten 7.1. „Neubau“, haben wir für Beiersdorf als nicht zutreffend eingestuft. Die von uns erstellten Fabrik- und Bürogebäude stel- len keine Neubauten zum Zwecke des Weiterverkaufs dar, sondern die- nen unserem Geschäftsbetrieb. • • • • sämtliche operative Kosten der Forschung und Entwicklung sämtliche Kurzzeit-Leasingverträge Wartungs- und Reparaturkosten unserer Firmenwagenflotte Wartungs- und Reparaturkosten unserer Gebäude sowie Gebäude- und Bürotechnik • • Kosten unserer IT-Infrastruktur Für die Anteile der taxonomie-fähigen Positionen an der Gesamt-Bezugsgröße (Zähler) wurden, soweit möglich, Daten direkt aus unseren Finanzsystemen erhoben. In den Fällen, in denen eine direkte Zuordnung nicht möglich war, wurden Anteile aufgeschlüsselt und wenn erforderlich über geeignete Schlüssel (z. B. über Personalschlüssel) allokiert. 1 Aufgrund der fortlaufenden, dynamischen Entwicklungen in Hinblick auf die Ausformulierung der EU-Taxonomie-Verordnung bestehen derzeit noch Auslegungsunsicherheiten bzgl. der enthaltenen Formulierungen und Begriffe. Daher kann es in Zukunft zu Anpassungen bei unserer Taxonomie-Betroffenheitsanalyse kommen. 83 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 Knapp 3% dieser Bezugsgröße in Höhe von 408 Mio.€ beziehen sich auf die die für beide Unternehmensbereiche berichtet werden. In der Bezugsgröße in Höhe von 502 Mio.€ zum CapEx sind neben den im Geschäftsbericht aus- gewiesenen Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (11 Mio.€) und Sachanlagen (402 Mio.€; s. Konzernanhang) auch die Sachanlagen mit lang- fristigen Nutzungsrechten („Right of Use Assets“) in Höhe von 89 Mio.€ ent- halten. Da die als taxonomie-fähig identifizierten Investitionen von 13 Mio.€ weniger als 3% der Bezugsgröße betragen, wird auf eine detaillierte Aufstel- lung nach einzelnen Wirtschaftsaktivitäten verzichtet. oben beschriebenen als taxonomie-fähig identifizierten Aktivitäten. Dieser Wert wird als nicht wesentlich betrachtet und daher erfolgt keine Bericht- erstattung zu OpEx. Berechnung zu CapEx Für CapEx haben wir die Investitionen und Langzeit-Leasingverträge im Zu- sammenhang mit den als taxonomie-fähig identifizierten Aktivitäten ermittelt, RELEVANTE KENNZAHLEN ZUR NICHTFINANZIELLEN ERKLÄRUNG DES BEIERSDORF KONZERNS Unternehmensbereich Consumer Einheit 2020 2021 Umweltbelange THG-Emissionen (Scope-1 und Scope-2) t CO2e 40.157 43.654 THG-Emissionen (Scope-3) t CO2e 1.047.841 1.041.703 Absolute Reduktion Treibhausgasemissionen (Scope-1 und Scope-2) vs. 2018 Absolute Reduktion Treibhausgasemissionen (Scope-3) vs. 2018 Reduktion von neuem erdölbasiertem Plastik1 vs. 2019 Anteil Rezyklat in unseren Kunststoffverpackungen1 % % % % 32 11,5 6 26 12,0 9 1 7 Reduktion der nicht-biologisch abbaubaren Polymere in europäischen Produktformeln (basierend auf dem Rohmaterialvolumen)1 vs. 2016 % % 7 52 Reduktion von Mikroplastik2 in NIVEA Produkten (basierend auf dem Rohmaterialvolumen) vs. 2016 67 100 Reduktion von Mikroplastik2 in EUCERIN Produkten (basierend auf dem Rohmaterialvolumen) vs. 2016 % % % 25 100 100 45 100 100 Anteil an massenbilanziertem Palm(kern)öl und Derivate1 Anteil an FSC-zertifiziertem Papier in Faltschachteln1 Arbeitnehmerbelange Anteil Frauen in Managementgruppe 1–3 Anteil interne Besetzung Managementgruppe 1 Anteil interne Besetzung Managementgruppe 2 % % % 33 60 34 100 88 79 „Accident Frequency Rate“ (AFR ) Unfälle pro eine Mio Arbeitsstunden 1,6 1,0 Achtung der Menschenrechte Abdeckung Risikoscreening Lieferanten Abdeckung Code of Conduct Compliance % % 100 903 100 92 Teilnehmendenquote Kartellrecht-Training % 96 95 Unternehmensbereich tesa Einheit 2020 2021 Umweltbelange THG-Emissionen (Scope-1 und Scope-2) Spezifische THG-Emissionen pro Tonne Endprodukt Strom aus erneuerbaren Energiequellen Arbeitnehmerbelange t CO2e t CO2e % 54.140 0,82 50 58.373 0,80 52 „Accident Frequency Rate“ (AFR ) Unfälle pro eine Mio Arbeitsstunden 3,5 98 4,1 98 Compliance Teilnehmendenquote Kartellrecht-Training Menschenrechte % % % Abdeckung direktes Einkaufsvolumen durch EcoVadis Produktsicherheit 31 43 tesa Werke mit Qualitätsmanagementzertifikaten 100 100 1 Daten umfassen nicht die Marke COPPERTONE Gemäß der Definition des „Umweltprogramm der Vereinten Nationen“ (UNEP). Nachträgliche Änderung der Abdeckungsquote 2020 aufgrund verbesserter Datenqualität. . 2 3 84 Zusammengefasster Lagebericht Nichtfinanzielle Erklärung 2021 RELEVANTE KENNZAHLEN ZUR NICHTFINANZIELLEN ERKLÄRUNG DER BEIERSDORF AG Einheit t CO2e % 2020 5.878 11,4 2021 6.267 5,21 Umweltbelange THG-Emissionen (Scope-1 und Scope-2) Absolute Reduktion Treibhausgasemissionen (Scope-1 und Scope-2) vs. 2018 Arbeitnehmerbelange Anteil Frauen in 1. Führungsebene Anteil Frauen in 2. Führungsebene Anteil interne Besetzung Managementgruppe 1 Anteil interne Besetzung Managementgruppe 2 % % % % 30 47 31 52 100 75 100 86 „Accident Frequency Rate“ (AFR ) Unfälle pro eine Mio Arbeitsstunden 2,1 2,2 Compliance Teilnehmendenquote Kartellrecht-Training % 92 99 85 Zusammengefasster Lagebericht Wirtschaftliches Umfeld Wirtschaftsbericht Aufkommen der Omikron-Variante, wieder verschärfte. Zudem blieben auch Wirtschaftliches Umfeld europäische Firmen nicht von den Lieferengpässen bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen verschont. Des Weiteren sorgte eine steigen- de Inflation, bedingt durch gestiegene Energie- und Rohstoffpreise, für ei- nen Verlust der Kaufkraft der Konsumentinnen und einen steigenden Kos- tendruck für die Industrie. Allgemeine wirtschaftliche Lage Auch beinahe zwei Jahre nach dem Ausbruch von COVID-19 nahm die an- dauernde Pandemie noch immer Einfluss auf die Entwicklungen der globa- len Wirtschaft. Dennoch hat sich das Wirtschaftswachstum im Jahresverlauf 2021, mit Hilfe starker politischer Unterstützung, dem fortgeführten Einsatz von Impfstoffen und der allmählichen Wiederaufnahme wirtschaftlicher Ak- tivitäten, vor allem im Dienstleistungsbereich, wieder positiv entwickelt. Die zunächst starken Wachstumszahlen des ersten Halbjahres 2021 wurden je- doch in der zweiten Jahreshälfte, bedingt durch die sich wieder verschlech- ternde Pandemielage und damit zusammenhängende Material- und Liefer- engpässe, gedämpft, was durch die Ausbreitung der Omikron-Variante ver- stärkt wurde. Durch die Verlagerung der Nachfrage weg von Dienstleistun- gen hin zu bestimmten Warengruppen, wie langlebigen Konsumgütern, Elektronik oder auch medizinischen Artikeln, kam es zu einem starken An- stieg der Nachfrage in diesen Bereichen, wodurch viele Hersteller von Vor- produkten schnell an ihre Kapazitätsgrenzen stießen. Außerdem verliefen die wirtschaftlichen Entwicklungen sehr ungleichmäßig zwischen einzelnen Ländern, Sektoren und demografischen Gruppen in Bezug auf Produktion und Beschäftigung. Nachdem die Konjunktur in Deutschland zum Jahresbeginn zunächst ein- brach, erholte sie sich ab dem zweiten Quartal 2021 zunächst wieder, wur- de aber durch die mit Aufkommen der Omikron-Variante steigenden Infek- tionszahlen zum Jahresende hin wieder deutlich gedämpft. Die Erholung lag vor allem am Dienstleistungssektor, der durch die zunehmenden Lockerun- gen der Corona-Maßnahmen im Jahresverlauf seine Umsätze zwischenzeit- lich wieder steigern konnte. Die deutschen Betriebe im produzierenden Ge- werbe waren trotz guter Auftragslage von den Lieferproblemen sowie den gestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen am Weltmarkt betroffen. Vor al- lem die Automobilindustrie wurde hart getroffen. In den USA kam der starke Wirtschaftsaufschwung aus dem ersten Halbjahr 2021 im dritten Quartal deutlich ins Stocken. Hierfür waren mehrere Fak- toren verantwortlich, insbesondere die verbreiteten Produktionsengpässe, das Auslaufen des Finanzimpulses, das geringe Arbeitsangebot, sowie die wegen der Deltawelle wieder höheren Infektionszahlen, die die Konsu- mentinnen vorsichtiger haben werden lassen. Im vierten Quartal nahm das Konjunkturwachstum nach Abebben der Delta-Welle jedoch wieder zu. Wäh- rend der Häuser- und Immobilienmarkt weitestgehend stabil blieb, hatten andere Bereiche mit Einbußen zu kämpfen. Die Dienstleistungsindustrie so- wie der andauernde gesamtwirtschaftliche Beschäftigungsaufbau wurden vor allem im Spätsommer durch einen deutlichen Anstieg der COVID-19-Fall- zahlen gebremst. Die Automobilindustrie verzeichnete eine gute Auftrags- Die europäische Wirtschaft erlebte im Jahr 2021 durch die Lockerungen der Corona-Restriktionen zunächst einen Aufschwung, der jedoch zum Jahres- ende an Fahrt verlor. Dies lag zum einen daran, dass bereits ein großer Teil des Einbruchs der Vorperioden wettgemacht worden war und zum anderen an der pandemischen Lage, welche sich im Laufe des ersten Halbjahres ver- besserte und gegen Jahresende durch eine erneute Corona-Welle und das 1 1 B R U T T O I N L A N D S P R O D U K T ( I N % ) I N F L A T I O N S R A T E ( I N % ) Veränderung zum Vorjahr Veränderung zum Vorjahr 5,6 5,1 4,7 2,7 1,5 3,1 2,6 1,3 0,5 0,3 0,0 –3,4 –4,6 –4,7 –0,2 –6,4 Euroraum Deutschland Vorjahr USA Japan Deutschland Vorjahr Euroraum USA Japan Aktuelles Jahr Aktuelles Jahr 1 Commerzbank Research. 86 Zusammengefasster Lagebericht Wirtschaftliches Umfeld lage, litt im zunehmenden Jahresverlauf aber darunter, dass wichtige Kom- PRIVATER KONSUM (IN %)1 Veränderung zum Vorjahr ponenten für ihre Automobile nicht verfügbar waren. Die Inflation erreichte zwischenzeitlich die höchsten Werte seit über 30 Jahren. Dieser Inflations- druck ging vor allem auf Produktionsengpässe, einen gestiegenen Lohn- druck und die außergewöhnliche Steigerung der Mietinflation zurück.In der Betrachtung des Gesamtjahres entwickelte sich die Konjunktur der USA ins- gesamt positiv. 8,4 3,3 0,6 0,4 Das japanische Wirtschaftswachstum erholte sich im zweiten und vierten Quartal 2021, nachdem es im ersten und dritten Quartal jeweils zurück- gegangen war. Zwar litt die Industrie auch unter Produktionsproblemen aufgrund von Materialengpässen,jedoch verzeichnete sie eine hohe Export- nachfrage. Die Inflationsrate fiel im Jahresverlauf leicht, trotz kurzfristig gestiegener Energiepreise. –3,9 –5,9 –5,9 –8,0 Die Wachstumsmärkte waren zu Beginn des Jahres bezüglich ihres Wirt- schaftswachstums nur schwer einzuschätzen, entwickelten sich aber durch- weg positiv. In China erholte sich das Wirtschaftswachstum im Jahr 2021 wie- der, blieb aber vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich unterhalb des 6-%-Ziels der chinesischen Regierung. Dies geht darauf zurück, dass die Konjunktureinbrüche durch die Corona-Pandemie wieder aufgeholt wurden, die Wirtschaft von der Finanzpolitik weniger Impulse erhielt, die chinesische Führung ihre zunächst ausgesetzte Entschuldungskampagne fortführte und dass die Regierung härter gegen Wucher auf den Immobilienmärkten vor- Deutschland Vorjahr Euroraum USA Japan2 Aktuelles Jahr 1 2 Commerzbank Research. DZ Bank Research. ging. Des Weiteren wurde die wirtschaftliche Erholung durch den andauern - Nachdem die Geschäftstätigkeit des Unternehmensbereichs tesa im Vorjahr durch die COVID-19-Pandemie geprägt war, zeichnete sich das Jahr 2021 durch eine Erholung der Märkte aus. Komplikationen in den weltweiten Lieferketten, z.B. in der Automobilindustrie, haben die Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte zunehmend gedämpft. Insbesondere die Automobil- märkte verzeichneten daher, nach starkem Wachstum in der ersten Jahres- hälfte, zum Jahresende eine abschwächende Dynamik. Shutdown-Maßnah- men haben zudem, insbesondere zu Jahresbeginn, auch im Jahr 2021 das Geschäft noch vereinzelt eingeschränkt. Das Handelsgeschäft für Klebe- bänder war unterschiedlich betroffen, insbesondere das Onlinegeschäft konnte Wachstum realisieren. den Mangel an Kohle in vielen Regionen des Landes belastet, da Kohle den wichtigsten Energieträger in China darstellt. Nach teils starken Konjunktur- einbrüchen im Vorjahr erholte sich das Wirtschaftswachstum in Indien wie- der und die Wirtschaftsaktivitäten erreichten ein höheres Niveau als vor COVID-19. Im Mittleren Osten erholte sich die wirtschaftliche Entwicklung zwar, wurde jedoch von massiven Corona-Ausbrüchen gehemmt, vor allem in Ländern mit geringer Impfquote.Hierbei profitierte vor allem die Konjunk- turentwicklung der reicheren, meist Erdöl exportierenden Staaten von einer relativ hohen Impfquote, sowie von den gestiegenen Rohstoffpreisen am Weltmarkt. Die südostasiatischen Schwellenländer wiesen für das vergan- gene Jahr ein ebenfalls positives, jedoch häufig hinter den Erwartungen zurückgebliebenes Konjunkturwachstum auf. Die Wirtschaft in Brasilien hat sich 2021 durch den wieder zunehmenden Handel, eine starke wirtschafts- politische Förderung, sowie zunehmende private Investitionen wieder erholt und hat das Niveau von vor der Corona-Pandemie erreicht.Jedoch stieg die Inflation stetig an und die hohen Arbeitslosenzahlen gingen nur gering- fügig zurück. Die Konjunktur Russlands wies ebenfalls ein positives Wachs- tum aus. Dieses wurde vor allem durch die gestiegenen Rohölpreise und den geringen Anteil des stark durch COVID-19 betroffenen Dienstleistungs- sektors am Bruttoinlandsprodukt begünstigt. Beschaffungsmarktentwicklung Über das gesamte Jahr 2021 wurden die Entwicklungen auf dem Rohstoff- markt stark durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie beeinflusst. Rohöl und Energiepreise erhöhten sich nach einem zunächst moderaten Start im Laufe des Jahres erheblich. Schwere und lange Wintereinbrüche in den USA führten bei Lieferantinnen zu zahlreichen Produktionsausfällen. COVID-19 führte durch einen Mangel an Arbeitskräften in den Erzeuger- ländern zu niedrigen Ernten bei natürlichen Ölen. Zeitgleich kam es durch eine erhöhte Weltnachfrage, vor allem durch sich schnell erholende Volks- wirtschaften in China und den USA, zu angespannten Versorgungssituatio- nen und ansteigenden Preisentwicklungen bei vielen Roh- und Packstoffen. Parallel wurden die Märkte durch massive Engpässe in der Logistik, begin- nend mit der Suezkanal-Blockade weiter verknappt. Gegen Jahresende wur- de diese Situation durch Energiebeschränkungen und damit einhergehende Produktionsausfälle in China erneut verschärft. All dies führte dazu, dass sich die Preise für Roh- und Packstoffe, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte, deutlich über dem Vorjahresniveau bewegten. Die Verfügbarkeit vieler Materialien und Vormaterialien war zum Teil stark beschränkt. In einem sehr volatilen Umfeld gelang es durch umfangreiche Maßnahmen zur Sicherung Absatzmarktentwicklung Die Auswirkungen der anhaltenden COVID-19-Pandemie waren im Jahr 2021 spürbar und haben sich auch weiterhin auf dem globalen Kosmetikmarkt ausgewirkt. Nach einer negativen Marktentwicklung im ersten Quartal erfolgte im zweiten Quartal eine kurzfristige Markterholung. Ab August setzte jedoch wieder eine Konsumzurückhaltung ein. Für das Gesamtjahr 2021 wur- de zwar von einem leichten Marktwachstum gegenüber 2020 ausgegangen, der Marktumsatz blieb jedoch unter dem Niveau von 2019. 87 Zusammengefasster Lagebericht Wirtschaftliches Umfeld | Ertragslage der Versorgung Produktionsengpässe zu vermeiden. Es ist zudem gelungen, stärker wachsen als der Bereich Personal Care (Seifen, Duschgels). Der Fokus im Unternehmensbereich Consumer lag auf dem Gewinnen neuer Markt- anteile, die insbesondere im Bereich Skin Care durch erfolgreiche Produkt- einführungen erreicht werden konnten. weitere signifikante Kostensteigerungen resultierend aus dem verstärkten Einsatz neuer, nachhaltiger Materialien (z.B. Plastik-Rezyklat) erfolgreich zu begrenzen. Im Unternehmensbereich tesa zeigten sich die Erholungstendenzen nach der COVID-19-Pandemie insbesondere in der für tesa wichtigen Automobil- branche. Hier zeigte sich jedoch durch Störungen der weltweiten Liefer- ketten zum Jahresende eine deutlich schwächere Dynamik. Insgesamt verzeichnete tesa Umsatzgewinne in beiden Bereichen. Der Bereich Direct Industries wuchs, insbesondere getrieben durch die Bereiche Automotive und Consumer Electronics, der Bereich Trade Markets konnte ebenfalls ein deutliches Umsatzwachstum erzielen, unter anderem getrieben durch ein ansteigendes Onlinegeschäft und den industriellen Handel. Gesamtaussage zu den Rahmenbedingungen Nachdem das globale wirtschaftliche Wachstum im Jahr 2020 signifikant rückläufig gewesen war, konnte in diesem Jahr eine deutliche Erholung verzeichnet werden. Der weltweite Kosmetikmarkt konnte eine ähnliche Tendenz vorweisen, wobei die teils weiterhin vorhandenen Einschränkun- gen die Erholung bremsten. Der im Vorjahr stark betroffene Bereich Skin Care (Hautpflegeprodukte) konnte dabei im Jahr 2021 jedoch deutlich Ertragslage Ertragslage Konzern GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG (IN MIO. €) 2020 7.025 –2.984 4.041 –2.485 –246 –400 –4 2021 7.627 –3.267 4.360 –2.675 –268 –448 24 Entwicklung in %1 Umsatzerlöse 8,6 9,5 7,9 7,7 9,0 12,0 – Kosten der umgesetzten Leistungen Brutto-Ergebnis Marketing- und Vertriebskosten Forschungs- und Entwicklungskosten Allgemeine Verwaltungskosten Sonstiges betriebliches Ergebnis (ohne Sondereffekte) Betriebliches Ergebnis (EBIT, ohne Sondereffekte) Sondereffekte 906 993 9,6 – –78 –60 Betriebliches Ergebnis (EBIT Finanzergebnis ) 828 933 12,7 – –7 –26 Ergebnis vor Steuern Ertragsteuern 821 907 10,5 3,4 13,5 –244 577 –252 655 Jahresüberschuss 1 Die prozentualen Veränderungen beziehen sich auf Werte in Tsd.€. Umsatz Das organische Wachstum in Amerika lag 16,3% über dem Vorjahr. Nominal Der Konzernumsatz konnte sich im Vergleich zum Vorjahr mit einem orga- nischen Wachstum von 9,7% deutlich erholen. Der Unternehmensbereich Consumer erzielte ein organisches Umsatzwachstum von 8,8%. Der Unter- nehmensbereich tesa konnte einen erfreulichen, zweistelligen organischen Umsatzzuwachs von 13,6% verzeichnen. Nominal erhöhte sich der Konzern- umsatz um 8,6% gegenüber dem Vorjahr und erreichte 7.627 Mio.€ (Vor- jahr: 7.025 Mio.€). stieg der Umsatz um 13,4% auf 1.527 Mio.€ (Vorjahr: 1.347 Mio.€). Der Umsatz in der Region Afrika/Asien/Australien lag organisch um 11,0% über dem Vorjahr. Nominal konnte ein Anstieg von 9,6% auf 2.424 Mio.€ (Vorjahr: 2.211 Mio.€) verzeichnet werden. Aufwand/Sonstiges betriebliches Ergebnis Die Kosten der umgesetzten Leistungen stiegen um 9,5%. Zum einen sind diese infolge des gestiegenen Umsatzvolumens im Vorjahresvergleich wieder angestiegen. Zum anderen hat der Preisdruck auf den Beschaffungs- märkten im Berichtsjahr deutlich angezogen. Daneben wirkten sich Mix- In Europa stieg der Umsatz organisch um 6,3% gegenüber dem Vorjahr. Nominal belief sich der Umsatz auf 3.676 Mio.€ (Vorjahr: 3.467 Mio.€) und lag damit um 6,0% über dem Vorjahr. 88 Zusammengefasster Lagebericht Ertragslage effekte sowie Wechselkurseffekte negativ aus. Infolge des gestiegenen Kostendrucks auf den Beschaffungsmärkten ergab sich im Berichtsjahr ein verringertes Brutto-Ergebnis in Relation zum Umsatz. wurde insbesondere die Fähigkeit gestärkt, sich durch Entwicklung von neuen Produkten auf die aktuellen und künftigen Anforderungen der Konsumentinnen und Kundinnen einzustellen. Die allgemeinen Verwal- tungskosten stiegen von 400 Mio.€ auf 448 Mio.€ und sind vor allem getrie- ben durch das weitere Vorantreiben von zahlreichen Digitalisierungsprojek- ten unter dem Schirm der C.A.R.E.+-Strategie. Das sonstige betriebliche Ergebnis (ohne Sondereffekte) verbesserte sich auf 24 Mio.€ (Vorjahr: –4 Mio.€). Dies war insbesondere getrieben durch ein besseres Währungs- ergebnis aus dem operativen Geschäft und höhere Auflösung von Rück- stellungen. Die Marketing- und Vertriebskosten stiegen um 7,7% im Vergleich zum Vorjahr und beliefen sich auf 2.675 Mio.€ (Vorjahr: 2.485 Mio.€). Durch das weiterhin hohe Investitionsniveau im Rahmen von C.A.R.E.+ soll unsere Marktstellung nachhaltig gefestigt werden. Der Marketingetat wird stetig an die geänderten Marktbedingungen und insbesondere an das geänderte Medienverhalten der Verbraucherinnen angepasst. Insgesamt wurden für Werbung und Handelsmarketing 1.689 Mio.€ (Vorjahr: 1.554 Mio.€) auf- gewendet. Mit Investitionen in Marketing und Vertrieb in einer Reihe von Ländern, insbesondere in Wachstumsmärkten, haben wir unsere Markt- stellung weiter ausgebaut. Betriebliches Ergebnis (EBIT, ohne Sondereffekte) Die Beurteilung der operativen Ertragslage des Beiersdorf Konzerns erfolgt anhand des betrieblichen Ergebnisses (EBIT) ohne Sondereffekte. Diese Kennzahl ist nicht Bestandteil der IFRS und nur als freiwillige Zusatzinforma- tion zu betrachten. Sondereffekte sind einmalige, nicht operative Geschäfts- vorfälle. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lagen mit 268 Mio.€ um 22 Mio.€ über dem Vorjahr (Vorjahr: 246 Mio.€). Ein Fokus lag dabei auf der Entwicklung und Weiterentwicklung von nachhaltigen Produktreihen. Damit U M S A T Z K O N Z E R N ( I N M I O . € ) UMSATZ KONZERN NACH REGIONEN (IN %) Afrika/ Asien/ Australien 31,8 7.653 7.627 7.233 7.025 Europa 48,2 2018 2019 2020 2021 Amerika 20,0 E B I T K O N Z E R N ( I N M I O . € ) JAHRESÜBERSCHUSS KONZERN (IN MIO. €) Ohne Sondereffekte Ohne Sondereffekte 1.113 1.095 993 906 788 756 699 636 2018 2019 2020 2021 2018 2019 2020 2021 89 Zusammengefasster Lagebericht Ertragslage Das EBIT ohne Sondereffekte erreichte 993 Mio.€ (Vorjahr: 906 Mio.€), die Betriebliches Ergebnis (EBIT) EBIT-Umsatzrendite lag bei 13,0% (Vorjahr: 12,9%). Der Unternehmensbe- reich Consumer erzielte ein EBIT ohne Sondereffekte von 740 Mio.€ (Vor- jahr: 702 Mio.€),die EBIT-Umsatzrendite lag bei 12,1% (Vorjahr: 12,3%). Der Unternehmensbereich tesa erreichte ein EBIT ohne Sondereffekte von 253 Mio.€ (Vorjahr: 204 Mio.€) und eine EBIT-Umsatzrendite von 16,9% (Vorjahr: 15,4%). Das betriebliche Ergebnis (EBIT) erreichte 933 Mio.€ (Vorjahr: 828 Mio.€). Dies entspricht einer EBIT-Umsatzrendite von 12,2% (Vorjahr: 11,8%). Finanzergebnis Das Finanzergebnis betrug –26 Mio.€ (Vorjahr: –7 Mio.€).Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf Wertverluste bei Finanzanlagen zurückzuführen. In Europa verzeichnete der Konzern ein Ergebnis vor Sondereffekten von 556 Mio.€ (Vorjahr: 503 Mio.€). Die EBIT-Umsatzrendite lag bei 15,1% (Vor- jahr: 14,5%). Das Ergebnis vor Sondereffekten in Amerika lag bei 91 Mio.€ (Vorjahr: 92 Mio.€). Die EBIT-Umsatzrendite lag bei 6,0% (Vorjahr: 6,8%). In Afrika/Asien/Australien betrug das EBIT ohne Sondereffekte 346 Mio.€ (Vorjahr: 311 Mio.€).Die EBIT-Umsatzrendite lag bei 14,3% (Vorjahr: 14,1%). Ertragsteuern Der Ertragsteueraufwand lag bei 252 Mio.€ (Vorjahr: 244 Mio.€).Die Steuer- quote lag bei 27,8% (Vorjahr: 29,7%). Die Steuern für die Sondereffekte betrugen 16 Mio.€ (Vorjahr: 19 Mio.€). Jahresüberschuss Der Jahresüberschuss betrug 655 Mio.€ (Vorjahr: 577 Mio.€), die Umsatz- rendite nach Steuern lag bei 8,6% (Vorjahr: 8,2%). Ohne Sondereffekte stieg der Jahresüberschuss auf 699 Mio.€ (Vorjahr: 636 Mio.€), die entsprechende Umsatzrendite nach Steuern lag bei 9,2% (Vorjahr: 9,1%). Sondereffekte Die Sondereffekte im Konzern beliefen sich insgesamt auf 60 Mio.€ (Vorjahr: 78 Mio.€). Die gezeigten Sondereffekte des Berichtsjahres beinhalten im Wesentlichen Restrukturierungsaufwendungen und zwar vor allem der Supply-Chain-Organisation in Höhe von 37 Mio.€ (Vorjahr: 30 Mio.€), die Aufwendungen aus dem „Care Beyond Skin“-Programm in Höhe von 6 Mio.€ (Vorjahr: 24 Mio.€), Aufwendungen im Zusammenhang mit der Integration des Coppertone-Geschäfts und der Vorbereitung der Chantecaille-Acqui- sition in Höhe von 17 Mio.€ (Vorjahr: 14 Mio.€),eineWertminderung auf den Goodwill von tesa Twinlock in Höhe von 9 Mio. € sowie Erlöse aus dem Verkauf der tesa scribos GmbH in Höhe von 9 Mio.€. Im Vorjahr wurde im Unternehmensbereich Consumer darüber hinaus eine Wertminderung eines auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit Nordostasien allokierten Good- wills in Höhe von 10 Mio.€ als Sondereffekt gezeigt. Ergebnis je Aktie – Dividende Das Ergebnis je Aktie lag bei 2,81 € (Vorjahr: 2,47 €). Ohne Sondereffekte betrug es 3,00 € (Vorjahr: 2,73 €). Berechnet wurden diese Werte auf Basis der gewichteten Anzahl der dividendenberechtigten Aktien von 226.818.984 Stück. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversamm- lung eine Dividende in Höhe von 0,70 € (Vorjahr: 0,70 €) je dividenden- berechtigter Stückaktie vorschlagen. Für weitere Angaben zu Anzahl, Art und Nennwert der Aktien wird auf den Abschnitt 18 „Gezeichnetes Kapital“ im Konzernanhang verwiesen. Ertragslage Unternehmensbereiche Consumer UMSATZENTWICKLUNG UNTERNEHMENSBEREICH CONSUMER (IN MIO. €) Entwicklung (in %) 01.01. – 31.12.2020 01.01. – 31.12.2021 2.910 2.352 558 nominal 5,8 organisch 5,8 Europa Westeuropa Osteuropa Amerika 2.752 2.217 535 6,1 5,7 4,3 6,3 1.153 585 1.302 646 12,9 10,5 15,4 6,7 15,9 13,0 18,8 8,9 Nordamerika Lateinamerika Afrika/Asien/Australien Gesamt 568 656 1.795 5.700 1.917 6.129 7,5 8,8 Der Umsatz im Unternehmensbereich Consumer erreichte 2021 ein organi- sches Umsatzwachstum von 8,8%. Nominal erhöhte sich der Umsatz um 7,5% auf 6.129 Mio.€ (Vorjahr: 5.700 Mio.€). Wechselkurseffekte erhöhten das Wachstum um 1,3 Prozentpunkte. teile hinzugewinnen, insbesondere mit der Marke NIVEA in Brasilien, Japan und Thailand sowie im Bereich Derma mit den Marken Eucerin und Aquaphor in den USA, Deutschland und Lateinamerika. Der Bereich Healthcare konnte auf fast allen Märkten mit den Marken Hansaplast und Elastoplast weitere Marktanteile hinzugewinnen. Die Umsatzentwicklung im Unternehmensbereich Consumer erholte sich insgesamt im Berichtsjahr von den Auswirkungen der andauernden COVID 19-Pandemie im Vorjahr. Beiersdorf konnte auf allen Kontinenten Marktan- - In allen Regionen entwickelten sich die Umsatzwachstumsraten positiv, ins- besondere in der Region Amerika, in der das Umsatzwachstum im zweistel- 90 Zusammengefasster Lagebericht Ertragslage U M S A T Z C O N S U M E R ( I N M I O . € ) EBIT CONSUMER (IN MIO. €) Ohne Sondereffekte 6.274 5.700 6.129 5.890 903 883 740 702 2018 2019 2020 2021 2018 2019 2020 2021 ligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr lag. NIVEA und der Bereich Healthcare erzielten insgesamt gute Wachstumsraten. Der Bereich Derma und die Marke La Prairie trugen mit einem starken Wachstum zur sehr guten Entwicklung des Unternehmensbereichs bei. 661 Mio.€ auf 790 Mio.€. In den wichtigen Märkten USA und Deutschland wurde ein überaus positives Umsatzwachstum erzielt. Darüber hinaus konnte in Südamerika, Asien, MEA sowie im Rest Europas die positive Umsatzent- wicklung weiter fortgeführt werden. Einen positiven Wachstumsbeitrag leis- teten insbesondere die Eucerin-Kategorie Face getrieben durch die Anti- Pigment- sowie die Hyaluron-Filler-Serie und die Kategorie Sun mit unserer Neueinführung des Medizinproduktes ACTINIC CONTROL mit LSF 100. Im Body Bereich konnten insbesondere die Eucerin Urea-Serie, sowie Aqua- phor ein starkes Umsatzwachstum verzeichnen. Generell zeichnete sich der Online-Vertriebskanal als starker Umsatztreiber aus. Das EBIT ohne Sondereffekte betrug 740 Mio.€ (Vorjahr: 702 Mio.€),die EBIT - Umsatzrendite ohne Sondereffekte lag bei 12,1% (Vorjahr: 12,3%). Als Sondereffekte wurden die Aufwendungen aus dem „Care Beyond Skin"- Programm in Höhe von 6 Mio.€, Restrukturierungsaufwendungen und zwar vor allem der Supply-Chain-Organisation in Höhe von 37 Mio.€ sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit der Integration des Coppertone- Geschäfts und der Vorbereitung der Chantecaille-Acquisition in Höhe von 17 Mio.€ ausgewiesen.Das Consumer-Ergebnis nach Sondereffekten betrug daher 680 Mio.€ (Vorjahr: 632 Mio.€),die EBIT-Umsatzrendite lag bei 11,1% (Vorjahr: 11,1%). Healthcare verzeichnete ein organisches Umsatzplus von 13,7%. Nominal stieg der Umsatz von 197 Mio.€ auf 225 Mio.€. Besonders positiv auf den Umsatz wirkten sich die Markeneinführungen in der Kategorie Wundversor- gung, sowie eine starke Erholung der Umsätze in der Kategorie Sports aus. Dieses Wachstum fand in allen Hauptmärkten statt. NIVEA wuchs 2021 weltweit organisch um 5,5%. Nominal stieg der Umsatz von 3.957 Mio.€ auf 4.116 Mio.€. Dies ging vor allem auf die Umsatzerho- lung von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, vorwiegend getrie- ben durch die Region Emerging Markets, sowie die neuen Produkteinfüh- rungen zurück. Wachstumstreiber waren vor allem NIVEA Face, NIVEA Sun, NIVEA Deo sowie NIVEA Body. In der Kategorie NIVEA Face wurden durch den Launch von Produkten, wie NIVEA Cellular LUMINOUS630® und Hydra Skin Effect,signifikante Umsatz- und Marktanteilszahlen erzielt,besonders in Europa. NIVEA erzielte ein positives Umsatzwachstum in seinem Kerngeschäft Körperpflege. Dies wurde durch das stetige Wachstum des Naturally Good- Bereichs, welcher Verpackungen mit 50% weniger Plastik nutzt, sowie einer weiteren Stärkung des Skin Tone-Geschäfts bedingt. In der Kategorie NIVEA Deo zählte die Black & White Produktlinie, neben Neueinführungen wie der Magnesium Linie, zu den größten Wachstumstreibern. NIVEA Lip und NIVEA Hair waren diejenigen Kategorien, die immer noch Schwierigkeiten aufzeig- ten, wieder zu positiven Wachstumsentwicklungen zurückzufinden. Im Bereich der selektiven Kosmetik verzeichnete unsere Marke La Prairie einen starken organischen Umsatzanstieg von 20,1%. Nominal stieg der Umsatz von 497 Mio.€ auf 599 Mio.€.DieserAnstieg ist imWesentlichen auf die Erholung des wichtigen Travel-Retail-Geschäftes und auf die heraus- ragende Performance in China und Nordamerika zurückzuführen. Zu weite- ren starken Wachstumstreibern zählten die Launches von Platinum Rare und Pure Gold. In der Region Europa lag der Umsatz organisch um 5,8% über dem Vorjahr. Nominal stieg der Umsatz um 5,8% auf 2.910 Mio.€ (Vorjahr: 2.752 Mio.€). In Westeuropa stieg der Umsatz organisch um 5,7%. Vor allem in der Schweiz und Italien konnte ein gutes Wachstum erreicht werden. Die Umsätze in NIVEA Face, Sun und Body sowie der Kategorie Wundversorgung des Be- reiches Healthcare entwickelten sich besonders positiv. Auch die Eucerin- Kategorien Face, Body und Sun trugen positiv zum Umsatzwachstum bei. Wesentlich beeinflusst wurde das Umsatzwachstum durch die Erholung des Travel-Retail-Geschäfts bei der Marke La Prairie. Der Bereich Derma entwickelte sich mit einem organischen Umsatzwachs- tum von 19,5 % besonders erfreulich. Nominal stieg der Umsatz von 91 Zusammengefasster Lagebericht Ertragslage Der Umsatz in Osteuropa lag organisch um 6,3% über dem Vorjahr. Diese In Lateinamerika konnte ebenfalls ein sehr gutes organisches Umsatz- wachstum von 18,8% erzielt werden. Aufgrund der Wechselkurseffekte stieg der Umsatz in der Region nominal um 15,4%. In fast allen Ländern zeigte sich ein Umsatzwachstum,besonders stark in Brasilien und Mexiko.Neben NIVEA stellte sich Eucerin als wesentlicher Wachstumstreiber heraus. Tendenz war unter anderem durch ein zweistelliges Wachstum in Bulgarien und der Ukraine bedingt, sowie durch die positive Entwicklung in den anderen osteuropäischen Ländern. Besonders gut entwickelten sich die Kategorien NIVEA SUN, Face & Deo und Eucerin Face, Sun & Body in der Region. Der Umsatz in der Region Afrika/Asien/Australien erreichte organisch einen Umsatzanstieg von 8,9%.Nominal stieg der Umsatz um 6,7% auf 1.917 Mio.€ (Vorjahr:1.795 Mio.€). Besonders positiv sind die Umsätze in Indien, der Türkei und Nigeria ausgefallen. Negativ entwickelten sich hingegen die Umsätze aufgrund des Rückgangs der Märkte in Südkorea, Taiwan und Viet- nam. Besonders NIVEA Face, Body, Sun und Deo entwickelten sich sehr gut. Eucerin und La Prairie konnten ebenfalls ein starkes Wachstum in der Region erreichen, insbesondere in China. In der Region Amerika konnte ein starkes organisches Umsatzwachstum von 15,9% erzielt werden. Nominal lag der Umsatz mit 1.302 Mio.€ um 12,9% über dem Vorjahr (1.153 Mio.€). In Nordamerika konnte ein positives organisches Umsatzwachstum von 13,0% erzielt werden. Als wesentliche Wachstumstreiber stellten sich die Marken Coppertone, Aquaphor und Eucerin heraus. U M S A T Z C O N S U M E R I N E U R O P A ( I N M I O . € ) UMSATZ CONSUMER NACH REGIONEN (IN %) Afrika/ Asien/ Australien 31,3 3.027 2.941 2 .910 2.752 Europa 47,5 Amerika 2018 2019 2020 2021 21,2 U M S A T Z C O N S U M E R I N A M E R I K A ( I N M I O . € ) UMSATZ CONSUMER IN A F R I K A / A S I E N / A U S T R A L I E N ( I N M I O . € ) 2.102 1.795 1.917 1.898 1 .302 1.145 1.153 1.051 2018 2019 2020 2021 2018 2019 2020 2021 92 Zusammengefasster Lagebericht Ertragslage tesa UMSATZENTWICKLUNG UNTERNEHMENSBEREICH TESA (IN MIO. €) Entwicklung (in %) 01.01. – 31.12.2020 01.01. – 31.12.2021 nominal 7,1 organisch 8,3 Europa 715 194 766 225 Amerika 15,9 22,1 13,1 18,9 Afrika/Asien/Australien Gesamt1 416 507 20,1 1.325 1.498 13,6 1 Die Gesamtsumme setzt sich aus den Umsätzen der tesa Bereiche Direct Industries, Trade Markets und Others zusammen. tesa konnte in 2021 in einem weiterhin von der COVID-19-Pandemie beein- flussten Marktumfeld ein sehr starkes organisches Umsatzwachstum von 13,6% erzielen. Der Verkauf der tesa scribos GmbH im 3. Quartal, sowie positive Wechselkurseffekte beeinflussten diese Entwicklung leicht um 0,5 Prozentpunkte. Nominal erhöhte sich der Umsatz damit von 1.325 Mio.€ im Vorjahr um 13,1% auf 1.498 Mio.€. Zuwachs der Umsätze in den Bereichen Building Industries und Flexodruck sowie auf dem Automobilmarkt. Der Umsatz der Region erhöhte sich nomi- nal um 15,9% auf 225 Mio.€ (Vorjahr: 194 Mio.€). Der Anteil am Konzern- umsatz erhöhte sich auf 15,0% (Vorjahr: 14,7%). In Asien wurde ein organisches Umsatzwachstum von 20,1% erreicht, geför- dert durch das Projektgeschäft mit Produkten für die Elektronikindustrie. Gleichzeitig zeigte sich auch in dieser Region, insbesondere in der ersten Jahreshälfte, die Erholung im Automobilsektor. Der Umsatz in dieser Region erhöhte sich nominal um 22,1% auf 507 Mio.€ (Vorjahr: 416 Mio.€). Der Anteil am Konzernumsatz erhöhte sich auf 33,9% (Vorjahr: 31,4%). In Europa erhöhte sich der Umsatz organisch um 8,3%. Das Geschäft im Bereich Trade Markets konnte nach einem, ebenfalls durch die Pandemie beeinflussten, sehr guten Vorjahr wiederum deutlich wachsen. Dabei ent- wickelte sich der Umsatz im Endverbrauchergeschäft positiv, auch über digitale Absatzkanäle. Der Bereich Direct Industries zeigte deutliche Umsatz- zuwächse, insbesondere durch die Erholung am Automobilmarkt im ersten Halbjahr. Nominal erreichte tesa in Europa einen Umsatz von 766 Mio.€ (Vorjahr: 715 Mio.€).DerAnteil am Konzernumsatz reduzierte sich auf 51,1% (Vorjahr: 53,9%). Das EBIT ohne Sondereffekte erhöhte sich auf 253 Mio.€ (Vorjahr: 204 Mio.€). Die EBIT-Umsatzrendite ohne Sondereffekte lag bei 16,9% (Vorjahr: 15,4%). Die Sondereffekte im Unternehmensbereich tesa in Höhe von 0 Mio.€ be- inhalten eine Wertminderung auf den Goodwill von tesa Twinlock in Höhe von 9 Mio.€,die Erlöse aus demVerkauf der tesa scribos GmbH in Höhe von 9 Mio.€ sowie geringfügigeAufwendungen für das „Care Beyond Skin“-Pro- gramm. Das Ergebnis nach Sondereffekten betrug 253 Mio.€ (Vorjahr: 196 Mio.€), die EBIT- Umsatzrendite lag bei 16,8% (Vorjahr: 14,8%). Amerika erreichte eine sehr positive Umsatzentwicklung und wuchs orga- nisch um 18,9%. Der Umsatz im Bereich Direct Industries konnte sich nach dem starken Einbruch aufgrund der COVID-19-Pandemie deutlich erholen und verzeichnete insbesondere im ersten Halbjahr 2021 einen deutlichen U M S A T Z T E S A ( I N M I O . € ) UMSATZ TESA NACH REGIONEN (IN %) Afrika/ Asien/ Australien 33,9 1.498 1.379 1.343 1.325 Europa 51,1 2018 2019 2020 2021 Amerika 15,0 93 Zusammengefasster Lagebericht Ertragslage Direct Industries EBIT TESA (IN MIO. €) Der Umsatz im Bereich Direct Industries von tesa erholte sich deutlich und konnte im Jahr 2021 zweistellig zulegen. Dabei erwiesen sich die Erholung der Märkte nach der COVID-19-Pandemie, insbesondere in der Automobil- industrie, aber auch ein erfolgreiches Projektgeschäft in den Bereichen Consumer Electronics, Flexodruck und Building Industry als Treiber. Wachs- tum erzielte tesa insbesondere in Asien, aber auch in Nordamerika und Europa konnte der Bereich zweistellig zulegen und verzeichnete organisch ein Umsatzwachstum von 16,6%. Nominal erhöhte sich der Umsatz um 16,1% auf 894 Mio.€ (Vorjahr: 770 Mio.€). Der Anteil des Bereichs Direct Industries am Gesamtumsatz lag bei 59,7% (Vorjahr: 58,1%). Ohne Sondereffekte 253 212 204 210 Im Bereich Consumer Electronics konnte tesa erneut einen Umsatzanstieg verzeichnen und sich als wichtiger Anbieter innovativer Produkte und Lösungen für die Herstellung von Smartphones und Tablets behaupten. Wachstumsimpulse gaben dabei vor allem die Sortimente zur Gehäuse- verklebung bei Smartphones. Dank der erfolgreichen Innovationsaktivitäten von tesa gelang es, mit diesen Klebebändern wichtige Anwendungen weiterzuentwickeln. 2018 2019 2020 2021 Die Bereiche Automobil und Electrical Systems haben sich im Jahr 2021 positiv gegenüber dem Vorjahr entwickelt, insbesondere in den Wachstums- märkten in Asien. Dabei hat sich die Marktdynamik zu Beginn des Jahres auf- grund der Engpässe in der Halbleiterindustrie in der zweiten Jahreshälfte abgeschwächt. Deutliches Wachstum konnte mit innovativen Anwendungen in den Bereichen der Elektromobilität und bei der Verklebung von Elemen- ten zur Digitalisierung des Automobils erzielt werden. Die Erweiterung des Produktportfolios sowie Investitionen in Forschung & Entwicklung wurden fokussiert vorangetrieben und folgen der Transformation in der Automobil- industrie. Trade Markets Der Umsatz im Bereich Trade Markets erhöhte sich organisch um 9,1%, was nominaleinemUmsatzwachstumvon8,6%auf 597Mio.€(Vorjahr:550Mio.€) entspricht. Damit trug der Bereich im Berichtsjahr mit 39,8% (Vorjahr: 41,5%) zum Gesamtumsatz des Unternehmensbereichs tesa bei. Das Sortiment im industriellen Handelsgeschäft wurde weiter optimiert und ausgebaut. Hier sind insbesondere neue Produktentwicklungen im Bereich der nachhaltigen Klebebänder hervorzuheben. Das Geschäft mit den indus- triellen Handelspartnerinnen entwickelt sich deutlich besser als erwartet. Im Bereich Druck und Papier konnte tesa seine Geschäftstätigkeit besonders im Marktsegment Flexodruck weiter ausbauen.Das starke Produktsortiment wurde zudem durch die Portfolioerweiterung im Bereich selbsthaftender Druckhülsen in den vergangenen Jahren deutlich erweitert und tesa profi- tiert weiterhin von einem global wachsenden Markt in der Verpackungs- industrie. Nach einem sehr erfolgreichen Vorjahr ist das Geschäft mit privaten End- verbraucherinnen und professionellen Handwerkerinnen – Consumer & Craftsmen – in Europa und Lateinamerika erneut gewachsen. Das Geschäft im Vertriebskanal Baumarkt litt in einigen Ländern unter Marktschließungen aufgrund partieller Lockdowns. Dieser Effekt konnte durch ein weiterhin starkes Wachstum in digitalen Absatzkanälen sowie eine gute Entwicklung bei den professionellen Handwerkerinnen kompensiert werden. In Latein- amerika erzielte das Geschäft ein herausragendes Wachstum. Dies war einer- seits bedingt durch die Erholung der Märkte nach einem aufgrund der COVID-19-Pandemie schwachen Jahr 2020. Andererseits trugen die Erschlie- ßung neuer Märkte und die Einführung neuer Sortimente zu diesem Wachs- tum bei. Der Bereich Building Industry zeigte erneut eine starke Entwicklung. Die positive Umsatzdynamik ist vor allem auf das nordamerikanische Geschäft mit luft- und wasserdichten Verklebungen in der Bau- und Bauzuliefer- industrie zurückzuführen. Der Bereich Pharma hatte im Jahr 2020 von der COVID-19-Pandemie pro- fitiert, da dort tesa Produkte hergestellt werden, die von der EU als versor- gungspflichtigeingestuftwordenwaren.DarauserfolgtebeiderPharmakund- schaft ein Aufbau der Risikobestände, was im Jahr 2021 wiederum zu einem geringeren Absatz geführt hat. Das Jahr 2021 war geprägt durch ein breites Wachstum bei Klebebändern, insbesondere bei den Verpackungs- und Markierklebebändern für private Endverbraucherinnen und Handwerkerinnen. Dies gilt sowohl für den Retailverkauf, als auch für den Onlinehandel. Im saisonalen Geschäft mit den Produkten für Insektenschutz konnte tesa seine Marktposition weiter ausbau- en.In der Kategorie Badaccessoires unter der Marke tesa®, also Produkten, die sich mit der innovativen „nie wieder bohren“-Technologie einfach und schnell montieren lassen, wurden die starken Umsätze aus dem Vorjahr bestätigt. Im E-Commerce legte der Absatz der tesa-Produkte erneut deut- lich zu, was zu signifikanten Marktanteilsgewinnen führte. Dabei konnte der Consumer Bereich insbesondere den Direktverkauf über digitale Markt- plätze an den Endverbraucherinnen weiter ausbauen. Zum tesa Angebot gehörten bis zum 31. August 2021 auch die Lösungen zur digitalen Vernetzung von Markenprodukten der tesa scribos GmbH, die zum 1. September an die KURZ Gruppe veräußert wurde. 94 Zusammengefasster Lagebericht Vermögenslage Vermögenslage BILANZ KONZERN (IN MIO. €) Aktiva 31.12.2020 5.929 31.12.2021 6.668 Langfristige Vermögenswerte Vorräte 1.001 1.144 Übrige kurzfristige Vermögenswerte Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.270 2.451 1.005 1.036 10.205 11.299 Passiva 31.12.2020 6.263 1.090 103 31.12.2021 6.894 935 Eigenkapital Langfristige Rückstellungen Langfristige Verbindlichkeiten Kurzfristige Rückstellungen Kurzfristige Verbindlichkeiten 145 504 582 2.245 10.205 2.743 11.299 Die langfristigen Vermögenswerte stiegen um 739 Mio.€ auf 6.668 Mio.€ (Vorjahr: 5.929 Mio.€). Die langfristigen Wertpapiere erhöhten sich dabei um 522 Mio.€ auf 3.937 Mio.€ (Vorjahr: 3.415 Mio.€). Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lagen bei 413 Mio.€ (Vor- jahr: 280 Mio.€).Davon entfielen 376 Mio.€ (Vorjahr: 236 Mio.€) auf den Un- ternehmensbereich Consumer und 37 Mio.€ (Vorjahr: 44 Mio.€) auf den Un- ternehmensbereich tesa. Die Investitionen betrafen im Wesentlichen die Standortsicherung und - erweiterung sowie die Kapazitätsausweitung in den Produktionsstätten, aber auch den Bau der neuen Konzernzentrale. Die Ab- schreibungen lagen bei 287 Mio.€ (Vorjahr: 257 Mio.€). Die Vorräte stiegen um 143 Mio.€ auf 1.144 Mio.€ (Vorjahr: 1.001 Mio.€). Die übrigen kurzfristi- gen Vermögenswerte erhöhten sich auf 2.451 Mio.€ (Vorjahr: 2.270 Mio.€). Darin enthalten sind kurzfristige Wertpapiere in Höhe von 616 Mio.€ (Vor- jahr: 647 Mio.€).Der Rückgang in dieser Position ist imWesentlichen auf das Auslaufen einzelner Papiere und die Anlage in längerfristige Wertpapiere zurückzuführen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 62 Mio.€ auf 1.306 Mio.€ (Vorjahr: 1.244 Mio.€). Die Ertragsteuer- forderungen betrugen 207 Mio.€ (Vorjahr: 169 Mio.€), die sonstigen kurz- fristigen Vermögenswerte stiegen um 58 Mio.€ auf 198 Mio.€ (Vorjahr: 140 Mio.€). Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente erhöhten sich auf 1.036 Mio.€ (Vorjahr: 1.005 Mio.€). Die Nettoliquidität (Zahlungsmittel, Zah- lungsmitteläquivalente zuzüglich lang- und kurzfristiger Wertpapiere abzüg- lich kurzfristiger Bankverbindlichkeiten sowie lang- und kurzfristiger Leasing- verbindlichkeiten) stieg um 376 Mio.€ auf 5.066 Mio.€ (Vorjahr: 4.690 Mio.€). Die kurzfristigen Bankverbindlichkeiten erhöhten sich um 124 Mio.€ auf 341 Mio.€ (Vorjahr: 217 Mio.€). Im Hinblick auf die anhaltenden Niedrig- zinsen im Euroraum werden auch kurzfristige Kreditaufnahmen zur Unter- stützung des Managements von Finanzanlagen und Bankguthaben genutzt. FINANZIERUNGSSTRUKTUR (IN %) 61 12 27 2020 2021 61 10 29 Eigenkapital Langfristiges Fremdkapital Kurzfristiges Fremdkapital 95 Zusammengefasster Lagebericht Vermögenslage | Finanzlage Die Summe der langfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten lag bei Rückstellungen und Verbindlichkeiten erhöhte sich durch den Anstieg der kurzfristigen finanziellenVerbindlichkeiten sowie die Erhöhung derVerbind- lichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 576 Mio.€ auf 3.325 Mio.€ (Vorjahr: 2.749 Mio.€).Der Eigenkapitalanteilbetrug 61% (Vorjahr: 61%).Der Anteil des langfristigen Fremdkapitals lag bei 10% (Vorjahr: 12%), der Anteil des kurzfristigen Fremdkapitals bei 29% (Vorjahr: 27%). 1.080 Mio.€ (Vorjahr: 1.193 Mio.€).In dieser Position sind enthalten die Rück- stellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen, die sich im Wesent- lichen durch die Erhöhung des Zinssatzes auf 808 Mio.€ reduzierten (Vor- jahr: 972 Mio.€). Im Zusammenhang damit stiegen die latenten Steuerver- bindlichkeiten auf 38 Mio.€ (Vorjahr: 13 Mio.€).Die Summe der kurzfristigen Finanzlage KAPITALFLUSSRECHNUNG KONZERN (IN MIO. €) 2020 802 2021 897 96 Brutto-Cashflow Mittelveränderung Nettoumlaufvermögen Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit Cashflow aus investiver Tätigkeit 182 984 993 –845 148 –141 24 –731 253 Free-Cashflow Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Sonstige Veränderungen –317 –76 Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 01.01. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am 31.12. –140 1.145 1.005 31 1.005 1.036 Der Brutto-Cashflow betrug im Berichtsjahr 897 Mio.€ und lag damit um 95 Mio.€ über dem Wert des Vorjahrs. Der Free-Cashflow lag mit 148 Mio.€ um 105 Mio.€ unter demWert desVor- jahrs (253 Mio.€). Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 141 Mio.€ (Vorjahr: 317 Mio.€) setzte sich aus der Auszahlung der Dividen- de der Beiersdorf AG in Höhe von 159 Mio.€ sowie sonstigen Finanzeinzah- lungen in Höhe von 18 Mio.€ zusammen. Aus der Veränderung des Nettoumlaufvermögens ergab sich ein Mittel- zufluss in Höhe von 96 Mio.€ (Vorjahr: 182 Mio.€).DemAnstieg derVerbind- lichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und kurzfristigen Rückstellungen um 436 Mio.€ standen der Anstieg der Vorräte um 145 Mio.€ sowie der For- derungen und sonstigen Vermögenswerte um 195 Mio.€ gegenüber. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente erreichten 1.036 Mio.€ (Vorjahr: 1.005 Mio.€). Der Mittelabfluss aus investiver Tätigkeit betrug im Berichtsjahr 845 Mio.€ (Vorjahr: 731 Mio.€). Den Zins- und sonstigen Finanzeinzahlungen in Höhe von 61 Mio.€,Einzahlungen aus demVerkauf von immateriellenVermögens- werten und Sachanlagen in Höhe von 45 Mio.€, Einzahlungen aus dem Ver- kauf von Tochtergesellschaften sowie assoziierten Unternehmen und sons- tigen Beteiligungen in Höhe von 18 Mio.€ standen Nettoinvestitionszahlun- gen für den Erwerb von Wertpapieren in Höhe von 551 Mio.€,Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 413 Mio.€ sowieAuszahlungen für Investitionen in assoziierte Unterneh- men und sonstige Beteiligungen in Höhe von 5 Mio.€ gegenüber. Finanzierung und Liquiditätsvorsorge Die Absicherung von Währungs-, Zins- und Ausfallrisiken sowie die Anlage der flüssigen Mittel stehen im Zentrum des Finanzmanagements von Beiersdorf. Außerdem ist die Bereitstellung der Liquidität für den Konzern ein vorrangiges Ziel. Art und Umfang der Transaktionen orientieren sich am operativen und finanziellen Grundgeschäft.Zur Ermittlung des Liquiditätsbe- darfs werden Szenariorechnungen und rollierende Zwölfmonats-Cashflow- Planungen eingesetzt. Einzelheiten zum Risikomanagement im Finanzbereich finden sich im Konzernanhang (Erläuterungen zur Bilanz, Abschnitt 28). 96 Zusammengefasster Lagebericht Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE DES KONZERNS Prognose 2021 Geschäftsbericht 2020 Prognose 2021 H1-Bericht 2021 Prognose 2021 9M-Quartalsmitteilung 2021 Ergebnis 2020 Ergebnis 2021 Umsatzwachstum (organisch) Consumer tesa (in %) (in %) (in %) –6,6 –1,5 –5,7 positiv positiv positiv im höheren einstelligen Bereich im höheren einstelligen Bereich im höheren einstelligen Bereich 7–9 11–13 8–10 8,8 13,6 9,7 Konzern EBIT-Umsatzrendite (ohne Sondereffekte) Consumer tesa (in %) (in %) (in %) 12,3 15,4 12,9 auf Vorjahresniveau unter Vorjahr auf Vorjahresniveau auf Vorjahresniveau 12,1 16,9 13,0 auf Vorjahresniveau über dem Vorjahresniveau auf Vorjahresniveau auf Vorjahresniveau Konzern auf Vorjahresniveau Insgesamt stand das Berichtsjahr unter dem Einfluss der flächendeckenden Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Der Konzern erreichte einen Um- satz von 7.627 Mio.€ (Vorjahr: 7.025 Mio.€). Der Umsatz war organisch um 9,7 % über dem Vorjahreswert (Vorjahr: Rückgang um 5,7%). Das EBIT ohne Sondereffekte erreichte 993 Mio.€ (Vorjahr: 906 Mio.€). Die EBIT-Umsatzren- dite ohne Sondereffekte lag bei 13,0% (Vorjahr: 12,9%). speziell durch das Wachstum im Skin Care Bereich getrieben. La Prairie er- holte sich deutlich, angeführt von einem starken Geschäft rund um China. Auch die Bereiche Healthcare und Derma konnten zweistellige organische Umsatzzuwächse verzeichnen und liegen damit auch weit über dem Vor- Corona-Niveau von 2019. Auf Regionsebene ist besonders das signifikante Umsatzwachstum in Lateinamerika und den USA hervorzuheben. Das betriebliche Ergebnis (EBIT, ohne Sondereffekte) und die entsprechende EBIT-Umsatzrenditelagen trotz signifikanter Investitionenzur Umsetzung der Strategie auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Für Consumer lag die EBIT-Umsatzrendite ohne Sondereffekte bei 12,1% (Vorjahr: 12,3%). Der Unternehmensbereich Consumer konnte sich im Jahr 2021 positiv entwickeln. Die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeitenden und Partnerinnen sowie der Service für Kundschaft und Verbraucherinnen hat- ten weiterhin höchste Priorität. Anfang des Jahres wurde außerdem im Zuge der Präsentation der Finanzergebnisse 2020 ein 300 Millionen Euro schwe- res Investitionsprogramm vorgestellt. Die Schwerpunkte liegen hierbei ins- besondere bei den Strategiesäulen Digitalisierung,Nachhaltigkeit undWhite Spots (Erschließung neuer Märkte). Die zusätzlichen Investitionen stellen si- cher, dass Beiersdorf optimal für die Zukunft aufgestellt ist und agil auf sich ergebende Marktchancen reagieren kann. Der Unternehmensbereich tesa konnte 2021 in einem weiterhin von der COVID-19-Pandemie beeinflussten Marktumfeld ein sehr starkes organisches Umsatzwachstum von 13,6% erzielen. Dabei verzeichneten sowohl der Bereich Direct Industries, der die direkten Geschäfte mit Industriekundschaft abbildet, als auch der Bereich Trade Markets, welcher die Umsätze im End- verbrauchergeschäft beinhaltet, eine deutliche Umsatzsteigerung. In einem weiterhin schwierigen globalen Marktumfeld zeigten insbesondere die Be- reiche Electronics und Automotive eine deutlich positive Umsatzentwicklung. Das betriebliche Ergebnis (EBIT ohne Sondereffekte) und die EBIT-Umsatz- rendite lagen über dem Vorjahr. Für tesa lag die EBIT-Umsatzrendite ohne Sondereffekte bei 16,9% (Vorjahr: 15,4%). Der Unternehmensbereich Consumer konnte im Jahr 2021 ein organisches Umsatzwachstum von 8,8% erzielen. Dabei zeigte sich eine durchgehende Erholung sowohl auf Marken- als auch auf Regionsebene und dies trotz der volatilen Gesamtlage mit weiterhin starken Einschränkungen im Reisever- kehr. Das Wachstum von NIVEA wurde im Einklang mit dem Strategiefokus 97 Zusammengefasster Lagebericht Beiersdorf AG übergreifend auf Basis der im Abschnitt „Leitung und Kontrolle“ des zusam- Beiersdorf AG mengefassten Lageberichts beschriebenen zentralen Leistungsindikatoren. Ein vollständiger Einblick in diese Leistungsindikatoren kann nur auf Konzer- nebene gewonnen werden. Geschäftstätigkeit Die Beiersdorf AG mit Sitz in Hamburg ist das Mutterunternehmen des Beiersdorf Konzerns. Zum 31. Dezember 2021 beschäftigte die Beiersdorf AG 2.412 (Vorjahr: 2.318) Mitarbeitende. Die Anzahl der in dieser Zahl nicht enthaltenen Auszubildenden und Trainees lag bei 121 (Vorjahr: 129). Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Beiersdorf AG ist sowohl durch ihre eigene Geschäftstätigkeit als auch durch die Geschäftstätigkeit ihrer Tochterunternehmen in Form von Lizenz- und Dividendenerträgen geprägt. Die wirtschaftliche Lage der Beiersdorf AG entspricht somit grundsätzlich der wirtschaftlichen Lage des Gesamtkonzerns. Auch die Risiken und Chancen sowie der Ausblick der Beiersdorf AG, insbesondere hinsichtlich der COVID-19-Pandemie, entsprechen weitestgehend denen des Konzerns. Die Beiersdorf AG führt das deutsche Consumer-Geschäft und erbringt typische Leistungen einer Holdinggesellschaft für Konzerngesellschaften. Neben dem eigenen operativen Geschäft verwaltet die Beiersdorf AG ein um- fangreiches Beteiligungsportfolio und ist direkt oder indirekt Mutterunter- nehmen für über 170 Tochtergesellschaften weltweit. In der Beiersdorf AG werden zudem die zentralen Planungs-/Controlling-, Supply-Chain-, Treasury- und Human-Resources-Funktionen sowie der Großteil der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten für das Consumer-Geschäft ausgeführt. Grundlagen der Abschlusserstellung Der Jahresabschluss der Beiersdorf AG wird nach den Vorschriften des deut- schen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die für den Jahresabschluss relevanten Empfehlungen des Deutschen Cor- porate Governance Kodex wurden berücksichtigt. Das operative Geschäft der Beiersdorf AG stellt einen Teil der Geschäfts- tätigkeit des Beiersdorf Konzerns dar. Die Steuerung erfolgt unternehmens- Ertragslage Beiersdorf AG GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG DER BEIERSDORF AG NACH HGB (IN MIO. €) 2020 1.289 30 2021 1.336 35 Umsatzerlöse Sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand –287 –290 –42 –286 –332 –41 –727 –15 212 –45 3 Personalaufwand Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen Sonstige betriebliche Aufwendungen Betriebsergebnis –647 53 Beteiligungsergebnis 215 –31 Zinsergebnis Übrige finanzielle Erträge und Aufwendungen Finanzergebnis –10 174 227 –33 170 155 –32 123 – Ergebnis vor Steuern Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Jahresüberschuss 194 –18 Einstellung in andere Gewinnrücklagen Entnahmen aus anderen Gewinnrücklagen Bilanzgewinn – 53 176 176 Die Umsatzerlöse der Beiersdorf AG stiegen im Berichtsjahr wieder auf das Niveau vor der COVID-19-Pandemie um 47 Mio.€ auf 1.336 Mio.€ (Vorjahr: 1.289 Mio.€). Dabei entwickelten sich die Produktumsätze von NIVEA Face Care, NIVEA SUN und Eucerin besonders erfreulich. In Deutsch- land wurden 988 Mio.€ (Vorjahr: 991 Mio.€) der Umsatzerlöse erzielt, im Ausland 348 Mio.€ (Vorjahr: 298 Mio.€). 98 Zusammengefasster Lagebericht Beiersdorf AG Das Betriebsergebnis ging aufgrund deutlich größeren Aufwendungen in Das Ergebnis vor Steuern lag dementsprechend mit 155 Mio.€ um 72 Mio.€ Digitalisierung, höheren Marketingaufwendungen sowie gestiegenen Perso- deutlich unter dem Vorjahresergebnis. nalaufwendungen um 68 Mio.€ auf –15 Mio.€ zurück. Der Jahresüberschuss erreichte 123 Mio.€ (Vorjahr: 194 Mio.€) und lag damit Das Finanzergebnis veringerte sich gegenüber demVorjahr um 4 Mio.€.Der Rückgang resultiert aus einem um 3 Mio.€ geringerem Beteiligungsergebnis und einem um 14 Mio.€ verschlechtertem Zinsergebnis,während das übrige finanzielle Ergebnis sich um 13 Mio. € verbesserte. um 71 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Vermögens- und Finanzlage Beiersdorf AG BILANZ DER BEIERSDORF AG NACH HGB (IN MIO. €) Aktiva 31.12.2020 170 31.12.2021 140 139 6.328 6.607 4 Immaterielle Vermögensgegenstände Sachanlagen 137 Finanzanlagen 5.501 5.808 3 Anlagevermögen Vorräte Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Wertpapiere 634 693 82 346 Flüssige Mittel 51 1 Umlaufvermögen 1.034 6 780 6 Rechnungsabgrenzungsposten Aktive latente Steuern 74 98 6.922 7.491 Passiva 31.12.2020 2.800 605 31.12.2021 2.764 656 Eigenkapital Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Übrige Rückstellungen 266 305 Rückstellungen 871 961 Verbindlichkeiten 3.251 6.922 3.766 7.491 Das Anlagevermögen stieg imVergleich zumVorjahr deutlich um 799 Mio. € an. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf den Erwerb von langfristigen Staats- und Industrieanleihen zurückzuführen. Bei den Sachanlagen standen Investitionen von 13 Mio. € Abschreibungen von 11 Mio. € gegenüber. Die Verbindlichkeiten sind im Vergleich zum Vorjahr um 515 Mio. € auf 3.766 Mio. € gestiegen. Dies ist im Wesentlichen durch einen Anstieg von Finanzverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen begründet. Das in der Bilanz ausgewiesene Gesamtvermögen von 7.491 Mio. € (Vorjahr: 6.922 Mio. €) ist in Höhe von 2.764 Mio. € (Vorjahr: 2.800 Mio. €) und damit zu 37 % (Vorjahr: 40 %) durch Eigenkapital finanziert. Das Umlaufvermögen verminderte sich im Geschäftsjahr um 254 Mio. € auf 780 Mio. €. Darin enthalten sind kurzfristige Wertpapiere in Höhe von 82 Mio. € (Vorjahr: 346 Mio. €). Der Rückgang in dieser Position ist im We- sentlichen auf eine verstärkte Neuanlage der Mittel in langfristigen Wertpa- pieren zurückzuführen. In den Forderungen und sonstigen Vermögensge- genständen sind im Wesentlichen Finanzforderungen gegenüber verbun- denen Unternehmen enthalten. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von 0,70 € (Vorjahr: 0,70 €) je dividendenberechtigter Stückaktie vorschlagen. 99 Zusammengefasster Lagebericht Risikobericht gement durch die jeweiligen rechnungslegungsbezogenen internen Kont- Risikobericht rollsysteme, die verschiedenen in- und externen Überwachungsgremien – unterstützt von der internen Revision – sowie die externen Prüfer. Das eben- so hier zu nennende Compliance-Management wird im Kapitel „Nichtfinan- zielle Erklärung“ ausführlich beschrieben. Risiken und Chancen Der Beiersdorf Konzern ist im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit einer Viel- zahl von Risiken und Chancen ausgesetzt. Diese resultieren unter anderem aus dem unternehmerischen Handeln mit dem Ziel, Chancen zur Verbesse- rung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu erschließen und zu nutzen. Risiken und Chancen umfassen spezifische Ereignisse und Entwick- lungen, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eintreten und wesentli- che negative bzw. positive finanzielle und nichtfinanzielle Auswirkungen auf die Erreichung der Ziele des Beiersdorf Konzerns haben können. Beiersdorf setzt ein integriertes Risiko- und Chancenmanagementsystem ein, um die wesentlichen Risiken frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und konsequent durch gegensteuernde Maßnahmen zu begrenzen. Dieses System wird in der Konzernzentrale koordiniert. Das Chancen- und Risikomanagement orientiert sich direkt an der Unterneh- mensstrategie und unterstützt Beiersdorf dabei, seine Potenziale zu erkennen und optimal auszuschöpfen. So ermöglichen beispielsweise regelmäßig durchgeführte Kundschafts- und Wettbewerbsanalysen eine zeitnahe Reak- tion auf das dynamische Marktgeschehen. Aus den gewonnenen Erkennt- nissen werden dabei konkrete Marktchancen und -risiken abgeleitet. Beiersdorf geht Risiken aktiv nur dann ein, wenn diesen die Chance auf eine angemessene Wertsteigerung entgegensteht und sie mittels anerkannter Methoden und Maßnahmen innerhalb der jeweiligen Organisation hand- habbar sind. In Fällen, in denen eine vollständige Vermeidung von Risiken nicht möglich oder sinnvoll ist, werden sie durch geeignete Maßnahmen re- duziert oder auch auf Dritte transferiert, beispielsweise auf Versicherungs- unternehmen. Integriertes Risiko- und Chancenmanagementsystem Im Risikomanagementprozess werden mittels periodisch vorgenommener Inventuren die wesentlichen Risiken gemeinsam mit den risikosteuernden Maßnahmen strukturiert identifiziert,bewertet,dokumentiert sowie nachfol- gend kommuniziert. Die entsprechenden Grundsätze, Reporting- und Rück- Im Beiersdorf Konzern ist das Risiko- und Chancenmanagementsystem ein integraler Bestandteil der zentralen und dezentralen Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse in den einzelnen Gesellschaften, den Management Units und Regionen, auf Ebene der Unternehmensbereiche Consumer und tesa sowie auf Konzernebene. Ergänzt wird das Risiko- und Chancenmana- kopplungsprozesse sowie Verantwortlichkeiten sind in einer konzernweit gül - tigen Richtlinie geregelt. Diese wird regelmäßig aktualisiert, im Jahr 2021 BEIERSDORF RISIKO-RADAR Schematische Darstellung Kundinnen/ Konsumenteninnen/ Märkte Äußere Rahmenbedingungen 3 Einkauf/ Rohstoffe Wettbewerb/ Substitution 1 F&E/Innovationen/ Qualitätsmanagement Produktion 2 Marketing/ Distribution/ Logistik Leistungsfähigkeit der Organisation Unwahrscheinlich Wahrscheinlich Sehr wahrscheinlich Signifikant Kritisch Bestandsgefährdend 100 Zusammengefasster Lagebericht Risikobericht BEIERSDORF RISIKODARSTELLUNG Eintritts- wahrscheinlichkeit Potenzielle finanzielle Auswirkung Unwahrscheinlich Wahrscheinlich Signifikant Kritisch Strategische Risiken Sehr wahrscheinlich Bestandsgefährdend <10% – Gestaffelte Größenklassen für Umsatz-/ >10%–<50% – Funktionale & operative Risiken >50%–<90% – Ergebniseffekte >90% u.a. aufgrund des überarbeiteten Prüfungsstandards des Instituts der deut- schen Wirtschaftsprüfer IDW PS 340 n.F. dessen Anforderungen Beiersdorf, wie am Ende dieses Kapitel dargestellt, berücksichtigt hat. Zudem werden die Risiken pro Kategorie auf der Grundlage ihrer jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeit sowie der potenziellen finanziellen und nichtfi- nanziellen Auswirkungen bei Eintritt des Risikos klassifiziert. Es werden Net- torisiken betrachtet, deren Eintrittswahrscheinlichkeit und deren Auswirkun- gen nach Durchführung von risikosteuernden Maßnahmen – bzw. bei Vorlie- gen konkreter Planungen unter deren Berücksichtigung – ermittelt werden. Dies gilt ab 2021 vor dem Hintergrund des neuen Prüfungsstandards auch bei strategischen Risiken, die bisher brutto betrachtet worden waren. Beiersdorf unterscheidet strategische, funktionale und operative Risiken. Dabei werden unter strategischen Risiken grundsätzliche Rahmenbedingun- gen, Entwicklungen und Ereignisse betrachtet, die geeignet sein könnten, das Geschäftsmodell des Konzerns oder seiner Unternehmensbereiche wesentlich zu beeinflussen. Funktionale Risiken sind geschäftsmodellimma- nente Herausforderungen. Ihnen wird von den verschiedenen Fachfunktio- nen in aller Regel auf globaler oder regionaler Ebene sowohl durch dauer- hafte aufbau- und ablauforganisatorische als auch durch konkrete Einzelmaß- nahmen begegnet. Insbesondere im strategischen und funktionalen Risiko- management sind auch die mit dem Klimawandel verbundenen Chancen und Risiken integriert. Operative Chancen und Risiken sind Sachverhalte, die die konkreten kurzfristigen Umsatz- und Ergebnisentwicklungen unserer Konzerngesellschaften beeinflussen können. Vorstand und Aufsichtsgremien werden regelmäßig auf Ebene der Unter - nehmensbereiche Consumer und tesa sowie auf Konzernebene über die Ri- sikolage informiert. Daneben stellen direkte Informationswege sicher, dass plötzlich auftretende, wesentliche Risiken darüber hinaus sofort der Unter- nehmensführung gemeldet werden. Auch steht das zentrale Risikomanage- ment im kontinuierlichen Austausch mit den Task Forces zu wesentlichen Themen wie der globalen COVID-19-Pandemie. In Ergänzung zu der aus den Vorjahren gewohnten Auseinandersetzung mit den wesentlichen Risiken und Chancen haben sich Vorstand und Aufsichts- rat in diesem Jahr intensiv mit den Anforderungen des neuen Prüfungsstan- dards IDW PS 340 n.F. beschäftigt. Dabei lag der Schwerpunkt auf dem ex- pliziten Vergleich des qualitativ und quantitativ aggregierten Risikoportfo- lios mit der finanziellen Gesamt-Risikotragfähigkeit. Dabei war das Ziel, zu ermitteln, ob auf dieser Basis die bisherige Gesamtbeurteilung der Risikola- ge (siehe unten) verändert werden müsste. Diesen Risikokategorien sind adäquate Betrachtungszeiträume zugeordnet, die für strategische Risiken grundsätzlich fünf Jahre, für funktionale Risiken in der Regel zwei Jahre und für kurzfristige operative Risiken ein Jahr betra- gen. Die Darstellung einzelner Risiken erfolgt in der konzerninternen Berichter- stattung einheitlich durch Positionierung innerhalb des sogenannten Risiko- Radars. Die verschiedenen Felder spiegeln die für die Gesellschaft wesent- lichen unternehmensinternen und -externen Themenbereiche zusammen- gefasst wider, aus denen sich Ursachen für Risiken ergeben können. Die auf der vorherigen Seite aufgeführte Grafik (Beiersdorf Risiko-Radar) zeigt sche- matisch die Struktur des Risiko-Radars von strategischen Risiken. Zur Sicherstellung einer höchstmöglichen Transparenz und Nachvollziehbar- keit wurde die finanzielle Risikotragfähigkeit von Beiersdorf auf Basis der durchschnittlichen Nettoliquidität ermittelt (zur Ermittlung siehe Kapitel zur Vermögenslage). Dabei wurde der für die Entwicklung der Nettoliquidität 101 Zusammengefasster Lagebericht Risikobericht bei der mehrperiodigen Betrachtung heranzuziehende verfügbare Free- Die Einhaltung hoher Standards hinsichtlich Qualität und Sicherheit sowie die stetig verbesserte Umweltverträglichkeit unserer Produkte und Ver- packungen bilden die Basis für das nachhaltige Vertrauen der Konsument innen in unsere Marken. Über den gesamten Beschaffungs-, Herstellungs- und Distributionsprozess hinweg unterliegen unsere Produkte durchgängig den hohen Anforderungen unseres globalen Qualitätsmanagementsystems. Bei der Neuentwicklung von Produkten führen wir eine intensive Sicherheits- bewertung durch, die auch Rückmeldungen von Verbraucherinnen in Be- tracht zieht sowie in steigendem Maße berücksichtigt, welche Auswirkungen unsere Produkte auf die Umwelt haben. Risiken aufgrund von Qualitäts- problemen schätzen wir daher maximal als begrenzte Einzelfälle mit in aller Regel sehr begrenzter Auswirkung ein, deren Auftreten eher unwahrschein- lich ist. Cashflow lediglich um die vorher abgezogenen Investitionen in Wertpapie- re sowie Effekte aus vergangenen M&A-Transaktionen wieder bereinigt. Die Ermittlung der Risikotragfähigkeit basiert damit auf einem sehr konser- vativen Ansatz, da sie grundsätzlich mögliche, und durchaus bedeutsame, kurzfristige Erhöhungen unserer Liquidität bewusst außer Acht lässt, die in tatsächlichen Krisensituationen abgestuft eingesetzt werden könnten. Zu diesen Erhöhungen zählten z.B. die Neubeschaffung und/oder Erhöhung von Kreditlinien, die Auflösung stiller Reserven, die Veräußerung von Anla- gevermögen,einzelnen Geschäftsfeldern oder den im Bestand befindlichen eigenen Aktien bis hin zu zeitweiser Aussetzung der Dividendenzahlung oder Verringerung der beabsichtigten Investitionen in den Markt oder die Erhal- tung / den Ausbau unseres Anlagevermögens. Zuletzt haben wir sowohl bei der Nettoliquidität als auch bei der Cashflow-Größe nur den Durchschnitts- wert der letzten fünf Jahre angesetzt und nicht die höheren aktuellen Werte. Mit Hilfe des „Consumer Insights“-Prozesses nehmen wir die sich kontinuier- lich wandelnden Wünsche der Verbraucherinnen zeitnah auf und lassen diese in unsere Produktentwicklungen einfließen. In der abgelaufenen Periode haben wir die Kontaktmöglichkeiten insbesondere mit unserer Endkundschaft daher weiter ausgebaut. Hierzu nutzen wir eine wachsende Anzahl von Plattformen in den Bereichen E-Commerce, Social Media und in der direkten Ansprache durch eigene Internetauftritte sowie immer viel- fältigere Instrumente. Den neuen Prüfungsstandard IDW PS 340 n.F. haben wir abschließend auch benutzt,um unsere im Konzern-Risikohandbuch definierten risikopolitischen Grundsätze noch einmal im Vorstand und Aufsichtsrat zu bestätigen und bei derVergleichsbewertungmiteinfließenzulassen.AlsErgebnisdesVergleichs lässt sich festhalten, dass das derzeitige Risikoportfolio im relevanten Betrachtungszeitraum der nächsten zwei Jahre selbst bei einem vollständigen und gleichzeitigen Eintreten aller Einzelrisiken nicht im Stande wäre, auch nur annähernd eine bestandsgefährdende finanzielle Situation herbeizu- führen. Neben weiteren Nachhaltigkeitskriterien beachten wir insbesondere die Dis- kussionen zur Vermeidung von bestimmten Verpackungs- und Einsatzmate- rialien, u. a. durch das aufmerksame Monitoring des „European Green Deals“. Auf die aktuelle Diskussion über die Verwendung von Plastik in Produkten und Verpackungen reagieren wir sowohl mit einer neuen Plastikkreislauf- strategie als auch mit der Entwicklung konkreter Produkte und dem Einsatz nachhaltiger Verpackungs- und Nutzungskonzepte. Wir schätzen Risiken aus dem sich verändernden Verhalten der Konsumentinnen als weiterhin eher kritisch und wahrscheinlich, im Zusammenhang mit den oben genannten Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekten sogar als sehr wahrscheinlich ein. Gleichzeitig sind wir jedoch auch davon überzeugt, dass unsere konsequent verfolgten,freiwilligen Selbstverpflichtungen,z.B.unser Klimaziel zur Reduk- tion von Treibhausgas-Emissionen, die Entwicklung von weiteren Konzepten zur Eindämmung der Klimawandelfolgen und der neuen Produkte, uns hel- fen werden, Marktchancen zu generieren, die wir, wenn und soweit wir das abschätzen können, weitgehend auch in unseren Planungen bereits berück- sichtigt haben. Darstellung der wesentlichen Risiken und Chancen Strategische und funktionale Risiken und Chancen Erhalt und Ausbau des Werts unserer großen verbrauchernahen Marken mit ihrer breiten Tragfähigkeit sind für die wirtschaftliche Entwicklung von Beiersdorf weiterhin von entscheidender Bedeutung. Wesentlich hierfür ist das immer wieder neu zu bestätigende Vertrauen unserer Kundinnen und insbesondere der Konsumentinnen unserer Produkte. Wir haben unser Ri- sikomanagementsystem darauf ausgerichtet, dieses Vertrauen jederzeit in vollem Umfang zu rechtfertigen und so den Wert unserer Marken dauerhaft und erfolgreich zu schützen. Wir prüfen kontinuierlich unsere internen Pro- zesse in allen Bereichen des Unternehmens, um bei eventuellem Auftreten von potenziell rufschädigenden bzw. -gefährdenden Vorgängen angemes- sen, sachlich korrekt und wirkungsvoll reagieren zu können. Wir gehen da- von aus, dass dies, gemeinsam mit allen im Folgenden beschriebenen Akti- vitäten zur Qualität unserer Produkte und unseres gesamten Marktauftrittes, dazu beitragen kann, dass es bei trotz allem auftretenden möglichen Repu- tationsproblemen zu keinem kritischen Sachverhalt kommen kann. Gleich- zeitig erlauben uns u.a. die umfangreichen Maßnahmen, die wir sowohl in der Umsetzung als auch in der Kommunikation in Bezug auf Nachhaltigkeit, Starke Marken mit ihrer Balance von Innovation und Kontinuität und einem klaren Nutzen für die Verbraucherinnen sind unsere Antwort auf den sich weltweit verschärfenden Preis-, Qualitäts- und Innovationswettbewerb, der sich sowohl auf der Preis- als auch auf der Kostenseite realisiert. Im Rahmen eines breit angelegten „Value Engineering“-Projektes sind wir auf der inten- siven Suche nach Kostensenkungspotenzialen im gesamten Wertschöp- fungsprozess. Daneben prüfen wir, teils auch in speziell dafür abgestellten Task Forces, die Wirksamkeit spezifischer Marketingaktivitäten in den wich- tigen Marktsegmenten. Im Vertriebsbereich überwachen wir kontinuierlich die Effekte aus der erfolgsabhängigen Konditionen- und Promotionssteue- rung. Negative Auswirkungen aus den beschriebenen Tätigkeiten des Wett- bewerbs halten wir damit zwar weiterhin für potenziell kritisch, deren durch- schlagende Erfolgswahrscheinlichkeit aber eher für gering. Diversity und weitere Aspekte der Corporate Social Responsibility (CSR ) realisiert haben, die Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken für die Reputation unserer Marken und unseres Unternehmens insgesamt als gering ein- zustufen. 102 Zusammengefasster Lagebericht Risikobericht Kompetenzbasierte Marken, die kontinuierlich für die Konsumentinnen relevante neue Produkte bereitstellen, erfordern hohe Vorleistungen in den Bereichen Innovation und Marketing. Durch die enge Verzahnung der betei- Im Bereich unserer IT-Systeme konnten wir auch 2021 die Sicherheit, Verfüg- barkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz gegen interne und externe Attacken weiter erhöhen. Die in den letzten Jahren vorgenommenen Verbesserungen an unserer IT- Infrastruktur und der mobilen Ausstattung der Belegschaft haben wesentlich dazu beigetragen, dass wir 2021 jederzeit flexibel auf die sich in Abhängigkeit von der Pandemie ändernden Rahmenbedingungen reagieren konnten. Wesentlich unterstützt wurde dies durch die weiterge- hende Standardisierung unserer Anwendungssoftware, u. a. speziell in den Vertriebssystemen, sowie die konsequente Nutzung Cloud-basierter Lösun- gen. Wir ordnen Risiken im Zusammenhang mit Aufbau und Funktionswei- se unserer IT daher insgesamt für Beiersdorf als lediglich signifikant, aber weiterhin als wahrscheinlich ein. ligten Konzernfunktionen mit dem operativen Geschäft identifizieren wir früh - zeitig kommerzielle Chancen aus dem Vorsprung unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit und sichern diese dauerhaft durch entsprechende Schutzrechte. Selbstverständlich berücksichtigen und respektieren wir bei der Neuentwicklung unserer Produkte die bestehenden Rechte Dritter. Auf- grund unserer vielfältigen Prüf- und Kontrollprozesse schätzen wir mögliche Angriffe Dritter auf unsere Markenrechte, Produktnamen oder die Verwen- dung bestimmter Inhaltsstoffe zwar weiterhin als wahrscheinlich ein, das Ri- siko aus einem möglichen Erfolg dieser Aktivitäten auf unsere Arbeit aber lediglich noch als maximal signifikant. Gleichzeitig sind wir jedoch auch da- von überzeugt, dass es uns mit ausreichender Wahrscheinlichkeit gelingen wird, auch weiterhin relevante Innovationen erfolgreich in allen Marktseg- menten einzubringen. Dabei haben wir jedoch u. a. aufgrund einer bewusst konservativen Herangehensweise nur weitgehend marktreife Neuigkeiten bereits in unsere mittelfristigen Planungsüberlegungen einbezogen. Das europaweit im Einsatz befindliche Datenschutzsystem hilft uns Tag für Tag, einen sicheren Umgang mit sensiblen Daten unseres Unternehmens und unserer Geschäftspartnerinnen und Konsumentinnen zu gewährleis- ten, z. B. bei der Entwicklung und Nutzung unserer Auftritte in den sozialen Medien oder bei der Entwicklung neuer Softwarelösungen. Gleichzeitig ver- setzt es uns in die Lage, die gestiegenen Informations- und Dokumentati- onspflichten erfolgreich umzusetzen.Daneben bilden klareVerhaltensregeln und transparente Führungsstrukturen, begleitet von umfangreichen Schu- lungs- und Kontrollaktivitäten, für uns die Basis, um den internen und weiter steigenden externen Compliance-Risiken zu begegnen. In diesem Zusam- menhang monitoren und bewerten wir intensiv die sich aus den „Schrems II“-Regelungen ergebenden Auswirkungen auf unser Unternehmen. Auch haben wir damit begonnen, das Datenschutz-Management auch über die europäischen Grenzen hinweg auszurollen. Risiken aus diesen Themenkrei- sen schätzen wir in aller Regel weiterhin als weniger wesentlich und eher un- wahrscheinlich ein. Durch eine am nachhaltigen Erfolg unserer Marktaktivitäten orientierte Steu- erung stellen wir sicher, dass wir sowohl marken- und produktbezogen als auch regional in zukunftsträchtige Märkte investieren. Wir betreiben hierzu aktiv u. a. das Screening neuer Geschäftsfelder sowie die selektive Beteili- gung an Start-ups (einschließlich sogenannter Accelerator-Programme), durch die wir spezialisiertes Know-how aus Forschung und Entwicklung schnell für uns nutzbar machen können. In unsere konkreten Planungen ha- ben wir dabei nur bereits greifbare Ergebnisse einfließen lassen. Auch hier halten wir über unsere Planungen hinausgehende, zusätzliche Marktchan- cen zwar für möglich, Umfang und Wahrscheinlichkeit bewerten wir im Rah- men aber eher bewusst als gering. Kooperationen und Kontakte mit Universitäten ermöglichen uns die frühzei- tige Verbindung zu qualifizierten Nachwuchskräften, die wir durch spezielle Einstiegsprogramme auf eine Karriere bei Beiersdorf vorbereiten. Unser welt- weit einheitlicher Talentmanagementprozess identifiziert und fördert talen- tierte Fach- und Führungskräfte auf allen Ebenen und unterstützt die quali- fizierte Nachbesetzung von wichtigen Positionen im ganzen Unternehmen. Die bekannte Attraktivität von Beiersdorf als Arbeitgeber unterstützen wir durch vielfältige, glaubhafte Aktivitäten in den Bereichen Diversity, Corpo- rate Citizenship, Sustainability etc. Risiken im Rahmen der weltweiten Perso- nalbeschaffungsaktivitäten stellen für uns weiterhin kein wesentliches Risi- ko dar. Risiken in der Beschaffung bezüglich Verfügbarkeit, Liefertreue und den am Ende der Betrachtungsperiode stark gestiegenen Kosten bei Rohstoffen und Waren sowie der Inanspruchnahme von Dienstleistungen begegnen wir sowohl durch ein kontinuierliches Monitoring unserer Märkte und Liefe- rantinnen als auch durch ein adäquates Vertragsmanagement sowie eine gezielte Steuerung der Aktivitäten in Bezug auf Umfang, Zeitpunkt und Frequenz der einzelnen Einkäufe. Strategische Partnerschaften sind dabei wichtige Bestandteile der aktiven Steuerung unseres Lieferantinnenportfolios ebenso wie interne Programme, die die Agilität der gesamten Wertschöp- fungskette und deren Resilienz bei Störungen sicherstellen sollen. Damit tragen wir den stetig wachsenden globalen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten sowie den von uns aktuell erwarteten, kurz- und mittelfris- tigen Auswirkungen des Klimawandels Rechnung. Gleiches gilt für die Ent- wicklung neuer Geschäftsmodelle, mit denen wir den Zugang zu unseren Beschaffungsmärkten dauerhaft sicherstellen. Dabei setzen wir insbeson- dere auf spezielle lokale bzw. regionale Lieferketten. Gleichzeitig achten wir beim Gesamtaufbau unserer weltweiten Produktions- und Logistikstruktur stets auch auf die entsprechende Verfügbarkeit von qualifizierten Mitarbei- tenden und deren Weiterbildung. Auf der Grundlage dieser vielfältigen Aktivitäten und den in unseren Planungen bereits enthaltenen Erwartungen schätzen wir die zusätzlichen strategischen bzw. funktionalen Risiken in die- sem Zusammenhang als kritisch, aber mit Ausnahme einer erratischen Ent- wicklung wie der aktuellen Pandemie, als nur bedingt wahrscheinlich ein. Ein detailliertes Monitoring unserer Kundschaftsbeziehungen sowie ein akti- ves Forderungsmanagement wirken Risiken durch Forderungsausfälle ent- gegen. In der abgelaufenen Periode haben wir daneben unsere Waren- kreditversicherung komplett überarbeitet und sind so in der Lage, sie unseren Konzerngesellschaften auf globaler Basis und zu sehr guten Konditionen an- zubieten. Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken unterliegen einem aktiven Treasury Management auf Basis einer weltweit geltenden Richtlinie. Sie wer- den weitestgehend zentral gesteuert und gesichert. Dabei werden die spe- zifischen Anforderungen an die organisatorische Trennung der Funktions- bereiche Handel, Abwicklung und Kontrolle beachtet. 103 Zusammengefasster Lagebericht Risikobericht Potenzielle Ausfallrisiken im Zusammenhang mit der Anlage der Konzernli- Weitere Informationen und Einzelheiten zum Ausmaß der hier beschriebe- nen Risiken finden sich im Konzernanhang imAbschnitt 29 „Haftungsverhält- nisse, sonstige finanzielle Verpflichtungen und rechtliche Risiken“. quidität werden dadurch begrenzt, dass Anlagen nur bei definierten siche- ren Kontrahenten erfolgen. Das Kontrahentenrisiko überwachen wir täglich anhand von Ratings und haftendem Eigenkapital der Kontrahenten sowie fortlaufend aktualisierten Risikoindikatoren. Mit Hilfe dieser Parameter wer- den Höchstbeträge für Anlagen bei Partnerbanken und Wertpapieremitten- ten ermittelt (Kontrahentenlimits), denen wir die tatsächlich getätigten kon- zernweiten Anlagen gegenüberstellen. Wir haben den überwiegenden Teil unserer Liquidität in risikoarmen Titeln angelegt (z. B. Staats-/Industrieanlei- hen und Pfandbriefe). Die schriftlich niedergelegte Investitionsstrategie wird regelmäßig mit unserem internen Kontrollgremium und dem Aufsichtsrat ab- gestimmt. Marktrisiken aus der Anlage unserer freien Liquidität schätzen wir daher weiterhin als nicht wesentlich und eher unwahrscheinlich ein. Monitoring der Risiken und Chancen Das formale Monitoring der strategischen und funktionalen Risiken inkl. der entsprechenden mitigierenden Maßnahmen findet einmal jährlich auf Res- sort- und Gesamtvorstandsebene statt. Daneben begleiten diese Themen natürlich ebenso wie die Beachtung unserer risikopolitischen Grundsätze jede wesentliche Geschäftsentscheidung, die auf den verschiedenen Ebe- nen im Unternehmen getroffen wird. Klare Zuordnungen von Verantwortlichkeiten, zentrale Regeln zur grundle- genden Begrenzung finanzieller Risiken und die bewusste Ausrichtung der eingesetzten Instrumente auf die konkreten Erfordernisse unserer Geschäfts- tätigkeit sind Ausdruck des finanzbezogenen Risikomanagements von Beiersdorf. Spezielle und weitergehende Informationen zum Ausmaß der Währungs-, Zins-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken finden sich im Konzernan- hang im Abschnitt 28 „Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten, Finanz- risikomanagement und derivativen Finanzinstrumenten“. Das Monitoring der operativen Risiken und Chancen erfolgt in Ergänzung zu den oben genannten Berichten kontinuierlich im Rahmen des finanziellen Planungs-, Forecasting- und Reportingprozesses auf lokaler, regionaler und zentraler Ebene. Hierbei wird darauf geachtet, dass unter Berücksichtigung getroffener bzw. konkret geplanter Maßnahmen, z. B. auch durch Bildung von Rückstellungen, alle eher wahrscheinlichen Umsatz- und Ergebniseffek- te angemessen in unsere Finanzdarstellung direkt einfließen.Unter Führung der Konzerncontrollingfunktion gemeinsam mit dem Risikomanagement, der internen Revision und weiterer relevanter Controlling-Funktionen wird dies zusätzlich durch einen monatlichen Review wesentlicher Finanzkennzahlen der Konzerngesellschaften ergänzt, um potenziell kritische Entwicklungen schnell und zielgerichtet mit den Beteiligten anzusprechen und ggf. Korrek- turmaßnahmen einleiten zu können. Kurzfristige operative Risiken und Chancen Wie in vielen anderen Themenfeldern auch, stellen die mit der globalen COVID-19-Pandemie einhergehenden bzw. darauf basierenden wirtschaft- lichen Krisen, Volatilitäten und Engpasssituationen in den für uns wesentli- chen Beschaffungs- und Absatzmärkten weiterhin die bestimmenden Fakto- ren bei der Analyse und Bewertung der operativen Risiken dar. Insbesonde- re die aktuellen Materialpreissteigerungen mit noch unklarer weiterer Ent- wicklung stellen eine signifikante Herausforderung für unsere Margen- und Profitabilitätsentwicklung dar. Wir gehen allerdings davon aus, dass die ein- zelnen Konzerngesellschaften in ihren Planungen die auf Basis der jeweili- gen Marktbeobachtungen abgeschätzten maßgeblichen Effekte soweit be- rücksichtigt haben, dass aus heutiger Betrachtung über das eingeplante Vo- lumen hinaus wesentliche zusätzliche Negativfolgen weiterhin als eher we- niger wahrscheinlich erachtet werden können. Aktuelle Informationen zur Risikoentwicklung fließen somit auch unterjährig in die Steuerungs- und Planungssysteme der Unternehmenseinheiten ein und sind Gegenstand der Entscheidungs- und Kontrollprozesse. Durch die direkte Verzahnung von Risikoinventur- und Planungsprozess wird das Risi- komanagementsystem kontinuierlich weiterentwickelt und ein unterneh- mensweites Risikobewusstsein verankert. Zusammenfassende Darstellung der Risikolage Das grundsätzliche Risiko einer Pandemie hatten wir seit vielen Jahren in den Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Einschätzung der Eintrittswahrschein- lichkeit und/oder der möglichen finanziellen Auswirkung der oben genann- ten Risiken und Chancen nicht wesentlich verändert. Aufgrund des struktu- rellen Wechsels von der Brutto- zur Nettodarstellung erfolgt die Bewertung lediglich unter veränderter Ausgangslage, nämlich nach der Einbeziehung der mitigierenden Maßnahmen. funktionalen Risiken mit entsprechenden Maßnahmen abgebildet. In der ak - tuell abgelaufenen Periode hat sich unsere letztjährige Einschätzung der möglichen Folgen bei weiter deutlich begrenzter Eintrittswahrscheinlichkeit nicht verändert. Die verbleibenden, wichtigen operativen Nettorisiken ergeben sich wie in der Vorperiode ausschließlich aus rechtlichen oder steuerlichen Verfahren sowie aus Betriebsprüfungen. Diese Risiken wurden soweit möglich durch interne und externe Expertinnen angemessen und mit Vorsicht bewertet. Einschätzungen zu Verlauf und Ergebnissen von Rechtsstreitigkeiten sind mit erheblichen Unsicherheiten verbunden. Auf Basis der derzeit vorliegenden Informationen sind wesentliche Belastungen für den Konzern jedoch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht zu erwarten. Auch unter Berücksichtigung der aktualisierten Einschätzungen sowie ins- besondere auf Basis der neu herangezogenen Gegenüberstellung des quan- titativ wie qualitativ aggregierten Risiko-Gesamtportfolios mit der, wie be- reits erwähnt, sehr konservativ ermittelten Risikotragfähigkeit des Beiersdorf Konzerns ergibt sich keine grundlegende Änderung der Risikolage. Vielmehr sieht sich Beiersdorf in der Überzeugung bestärkt, dass nach heutiger Ein- schätzung weiterhin keine bestandsgefährdenden Risiken, weder für den Beiersdorf Konzern insgesamt noch für einzelne Segmente unseres Geschäf- tes, vorliegen. 104 Zusammengefasster Lagebericht Risikobericht Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem Auch der Rechnungslegungsprozess sowie die Einhaltung der Kontrollan- forderungen und der Bilanzierungsrichtlinie von den in den Konzernab- schluss einbezogenen Gesellschaften werden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Ziel des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems ist es, durch Implementierung geeigneter Grundsätze, Verfahren und Kontrollen die Ord- nungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Buchführung und der Finanzbericht- erstattung des Abschlusses und des Lageberichts des Beiersdorf Konzerns sowie der Beiersdorf AG entsprechend den gesetzlichen Vorschriften sowie den relevanten Rechnungslegungsstandards sicherzustellen. Weiterhin gilt, dass auch angemessen und funktionsfähig eingerichtete Sys- teme keine absolute Sicherheit hinsichtlich der richtigen, vollständigen und zeitnahen Erfassung von Sachverhalten in der Rechnungslegung gewährleis- ten. Insbesondere persönliche Ermessensentscheidungen, fehlerbehaftete Kontrollen, kriminelle Handlungen oder sonstige Umstände können nicht vollständig ausgeschlossen werden. Im Falle ihres Auftretens können sie zur eingeschränkten Wirksamkeit und Verlässlichkeit des internen Kontrollsys- tems führen. Der Umfang und die Ausrichtung des eingerichteten internen Kontrollsys- tems wurden durch denVorstand anhand der konzernspezifischenAnforde- rungen ausgestaltet. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsys- tem besteht aus den Komponenten Kontrollumfeld, Risikobeurteilungspro- zess, Kontrollaktivitäten, Information, Kommunikation und Überwachung. Unabhängige Überwachung Im Rahmen einer Analyse wurden die Posten und Positionen mit den wesent- lichen Risiken für den Abschluss identifiziert, denen anschließend die zu Grunde liegenden Prozesse zugeordnet wurden. Für diese Prozesse wurden konzernweit präventive, überwachende und aufdeckende Sicherungs- und Kontrollmaßnahmen im Rechnungswesen, in der Informationsverarbeitung und in operativen Funktionen definiert.Zu den Maßnahmen zählen unter an- derem Funktionstrennungen, manuelle und IT-gestützte Genehmigungspro- zesse nach dem Vier-Augen-Prinzip, IT-Kontrollen, Zugriffsbeschränkungen und Berechtigungskonzepte im IT-System sowie systemgestützte Verfahren zur Verarbeitung konzernrechnungslegungsbezogener Daten. Eine Aktuali- sierung dieser Maßnahmen erfolgt regelmäßig. Die Aufsichtsgremien und die interne Revision sind mit prozessunabhängi- gen Prüfungstätigkeiten in das interne Kontrollsystem des Beiersdorf Kon- zerns eingebunden. Die interne Revision beurteilt systematisch die Integri- tät der Finanzbuchhaltung, die Effektivität des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems und des Risiko- und Chancenmanagementsystems sowie die Einhaltung der Compliance-Regeln. Als prozessunabhängige Ins- tanz prüft sie risikoorientiert die Geschäftsprozesse, die installierten Syste- me, die implementierten Kontrollen und die finanzielle Abbildung der Ge- schäftsvorgänge. Die Erkenntnisse aus den Prüfungen werden für eine kon- tinuierliche Weiterentwicklung der Steuerung sowie der präventiven und de- tektiven Kontrollen genutzt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die systemseitigen Voraussetzungen geschaffen, um ab dem ersten Quartal 2022 die Durchführung der entsprechenden Kontrollen zunächst des Order-to- Cash sowie des Purchase-to-Pay Prozesses im Rahmen eines standardisier- ten Monitoring-Tools global zu überwachen. Die wesentlichen Rechnungslegungsprozesse der Beiersdorf AG und der meisten Tochtergesellschaften werden durch Shared Service Center einheit- lich – in Teilen mit Hilfe vollautomatisierter Prozesse – abgedeckt. Die rech- nungslegungsbezogene Berichterstattung der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften sowie die Konsolidierung erfolgen weitgehend mit Hilfe standardisierter IT-Systeme. Verfahrensanweisungen, standardisierte Meldeformate und IT-gestützte Berichts- und Konsolidierungs- prozesse unterstützen die rechnungslegungsbezogene Berichterstattung. DesWeiteren beurteilt der Konzernabschlussprüfergemäß § 317Abs.4 HGB die Funktionsfähigkeit des Risikofrüherkennungs- und -überwachungssys- tems. Die interne Revision sowie der Konzernabschlussprüfer berichten re- gelmäßig die Prüfungsergebnisse an die Aufsichtsgremien. Der Konzernabschluss basiert auf einer von der Beiersdorf AG vorgegebe- nen Bilanzierungsrichtlinie. Auf Basis einer kontinuierlichen Analyse von Än- derungen im regulatorischen Umfeld hinsichtlich Relevanz und Auswirkun- gen erfolgt eine laufende Anpassung dieser Richtlinie. Der Prüfungsausschuss der Beiersdorf AG überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess sowie die Wirksamkeit des internen Kontroll- systems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssys- tems. Dabei werden neben Standard-Berichten regelmäßig auch vertie- fende Analysen zu einzelnen Grundsatz- und/oder aktuell relevanten The- men zur Information herangezogen. 105 Zusammengefasster Lagebericht Prognosebericht werden, was der Erholung des Warenkonsums weiterhin Grenzen setzen wür- Prognosebericht de. Ebenso ist ab dem zweiten Quartal durch das Nachlassen der Omikron- Welle und damit einhergehenden Konsumzuwächsen mit einer Steigerung des Wachstums zu rechnen. Die Inflationsrate dürfte durch die Lieferketten- probleme und die daraus zu erwartenden Preissteigerungen in der Indust- rie und dem Dienstleistungssektor auf einem relativ hohen Niveau bleiben. Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenfaktoren Die Einschätzung der globalen wirtschaftlichen Entwicklung unterliegt auch für das Jahr 2022 weiterhin einer beträchtlichen Unsicherheit bedingt durch die Corona-Pandemie, welche sich durch das Aufkommen der Omikron-Va- riante nochmals verstärkt haben dürfte. Es ist zu erwarten, dass Material- und Lieferengpässe die Weltwirtschaft auch in diesem Jahr belasten werden, ins- besondere da wir davon ausgehen, dass China an seiner Null-COVID-Stra- tegie festhalten wird, wodurch sich das Risiko von Störungen der Lieferket- ten erhöht. Ebenso ist weiterhin von hohen Energiepreisen auszugehen. Den- noch ist nicht davon auszugehen, dass eine Stagflation einsetzt, da wir da- von ausgehen, dass die Weltwirtschaft auch im kommenden Jahr anwachsen wird. Dies ist zu erwarten, da von einer intakten Konsumnachfrage in den großen Volkswirtschaften auszugehen ist, auch wenn die globale Konjunk- turdynamik zuletzt an Fahrt verlor. Es ist außerdem zu erwarten, dass die ge- nannten Sondereffekte, welche die Inflation anheizen, nur vorübergehend anhalten und dass der Preisdruck im Jahresverlauf erkennbar nachlassen wird. In Japan erwarten wir auch für 2022 ein positives Wirtschaftswachstum, je- doch dürften die Lieferkettenprobleme und die neue Omikron-Welle einen großen Risikofaktor darstellen. Die beiden wichtigsten Handelspartnerschaf- ten mit China und den USA sorgen zwar für Unsicherheit, andererseits wird durch die Ratifizierung des Freihandelsabkommens „Regional Comprehen- sive Economic Partnership“ (RCEP) insbesondere der Export nach China und Südkorea profitieren,daneben dürfte das massive Fiskalpaket der Regierung den Erholungsprozess stützen. In den Wachstumsmärkten gehen wir insgesamt wieder von einem positiven Wachstum aus. Für die chinesische Wirtschaft rechnen wir mit einem positi- ven Wachstum, gestützt durch die steigende Konsumnachfrage, sowie die hohe Exportnachfrage. Jedoch bleiben der angeschlagene Immobiliensek- tor, der Umgang mit Corona-Ausbrüchen insbesondere in Anbetracht der Omikron-Variante und die Eingriffe seitens der Politik in den privaten Sektor starke Unsicherheitsfaktoren, ebenso wie die weitere Entwicklung rund um den Immobilienriesen Evergrande. In Indien erwarten wir, dass sich die Wirt- schaft weiter erholt, wenn auch nicht so stark wie im Vorjahr. Auch dürfte sich die Ratifizierung des RCEP-Abkommen negativ auf die Konjunkturentwick- lung Indiens auswirken. Im Mittleren Osten erwarten wir, dass der konjunk- turelle Aufschwung nur geringfügig nachlässt, ebenso wie die Inflation trotz deutlichem Absinken auf einem insgesamt hohen Niveau bleiben dürfte. Vor allem in Afghanistan und in den umliegenden Ländern liegt jedoch aufgrund der aktuellen Situation ein hohes Maß an Unsicherheit bezüglich der Vorher- sagen vor. Für die südostasiatischen Schwellenländer rechnen wir ebenso mit einem positiven Wirtschaftswachstum. In Brasilien gehen wir davon aus, dass sich die Konjunktur weiterhin positiv entwickelt, jedoch deutlich hinter den Wachstumsraten des vergangenen Jahres zurückbleibt. In Russland er- warten wir weiterhin ein positives Wirtschaftswachstum sowie ein Absinken der Inflationsrate. Europa sieht sich zu Beginn des Jahres, bedingt durch die Omikron-Welle, mit schwierigen Bedingungen konfrontiert und es deutet sich im ersten Quar- tal eine Konjunkturschwächung an. Durch die zu erwartende saisonale Bes- serung der pandemischen Lage dürfte die Konjunktur allerdings ab dem zweiten Quartal wieder an Fahrt aufnehmen. Es ist davon auszugehen, dass die Lieferkettenprobleme auch in diesem Jahr die Konjunktur hemmen wer- den. Durch den Wegfall des deutschen Mehrwertsteuereffekts 2021 und ein zu erwartendes leichtes Absinken der Energiepreises dürfte auch die Inflati- onsrate im Jahresvergleich wieder leicht absinken, insbesondere die Gas- preise unterliegen aufgrund der Spannungen zwischen der NATO und Russ- land einer hohen Unsicherheit. Im Dienstleistungssektor sind jedoch Teue- rungseffekte zu erwarten, da viele Preise in diesen Bereichen die pandemie- bedingten Rückgänge noch nicht wieder wettgemacht haben. Die Konjunktur wird weiterhin durch das „Pandemic Emergency Purchase Pro- gramme“ der europäischen Zentralbank gestützt, hier ist jedoch ab dem zweiten Quartal eine Verringerung geplant. Beschaffungsmarktentwicklung In Deutschland ist auch auch im Jahr 2022 wieder mit einem positiven Wirt- schaftswachstum zu rechnen, jedoch nicht im ersten Quartal, hier ist von ei- ner leicht negativen Quartalsrate auszugehen.Die anhaltend expansiveAus- richtung der Geld- und Fiskalpolitik, hohe Spareinlagen der Bevölkerung und die zu erwartende Besserung bezüglich der Materialengpässe in Kom- bination mit der guten Auftragslage der Industrie dürften eine Steigerung des Konjunkturwachstums hervorrufen, wobei der Konjunkturbeitrag der In- dustrie auch hier durch die Lieferkettenprobleme eingeschränkt sein wird. Zudem ist mit einer leichten Zunahme der Beschäftigungszahlen zu rechnen. Das Jahr 2022 startet aufgrund des derzeitigen wirtschaftlichen Umfeldes auf einem sehr hohen Materialkostenniveau. Eine substanzielle Markterho- lung wird nicht vor dem zweiten Halbjahr erwartet. Dies erklärt sich durch die nach wie vor unsichere Lage im Zusammenhang mit der COVID-19-Pan- demie und neuen COVID-Mutationen. Kapazitätsreduzierungen bei Rohstof- fen, hohe Nachfrage nach wichtigen Vorrohstoffen wie beispielsweise Alu- minium, Silikon, Propan oder natürlichen Ölen, sowie eine angespannte Lage auf internationalen Logistik- und Energiemärkten bleiben erhalten. Beson- ders die unerwartete Drosselung chinesischer Energieproduktion mit den damit verbundenen Konsequenzen für energieintensive Vormaterialproduk- tionen spielt hierbei eine wichtige Rolle. Für die USA ist mit einer weiteren Erholung der Wirtschaft zu rechnen, ins- besondere, da sich der Arbeitsmarkt weiter verbessern dürfte. Es ist zu er- warten, dass die Produktions- und Lieferengpässe auch in 2022 anhalten 106 Zusammengefasster Lagebericht Prognosebericht Eine Ausweitung der Nachfrage nach nachhaltigeren und oft in geringerem Basierend auf einer soliden Finanzstruktur und einer starken Ertragsposition in Verbindung mit unseren engagierten Mitarbeitenden werden wir mit unserem international erfolgreichen Markenportfolio auch zukünftig die Chancen nutzen, die sich uns bieten. Umfangreiche Forschungs- und Ent- wicklungsaktivitätenfürerfolgreiche,andenWünschenderVerbraucherinnen orientierte Innovationen werden durch gezielte Marketingmaßnahmen ge- stützt und schaffen nachhaltiges Vertrauen bei unseren Verbraucherinnen. Maße verfügbaren Materialien wird darüber hinaus zu erhöhten Kosten füh- ren. Bestimmte nachhaltige Materialien werden nur unter Zahlung eines be- stimmten Preisaufschlags verfügbar sein. Hierbei wird auch die Ausweitung der mittel- bis langfristigen Materialsicherung vor dem Hintergrund der „Sus- tainability Pledges“ (Plastik, CO2) eine wichtige strategische Rolle spielen. Beiersdorf wird in diesem volatilen Umfeld seine Programme zur Reduzie- rung von Beschaffungskosten und zur Steigerung der Versorgungssicherheit mit Hochdruck weiterführen. Insgesamt rechnen wir im Jahr 2022 mit sich auf hohem Niveau stabilisierenden Materialkosten. Die Wachstumserwartung für tesa für das kommende Jahr liegt leicht über der Marktentwicklung. Dies gilt sowohl für das Geschäft mit Endkonsu- mentinnen als auch für Industriekundschaft. Das Geschäft mit der Elektro- nikindustrie im asiatischen Raum bleibt weiterhin attraktiv, allerdings stellt der Projektcharakter der Zusammenarbeit wie bisher ein hohes Schwan- kungsrisiko dar. Durch die Fortführung der Investitionen in Forschung und Entwicklung und damit in innovative Produkte erwartet tesa eine Stärkung der Marktposition. Absatzmarktentwicklung Die COVID-19-Pandemie wird vor allem auch zu Beginn des Jahres 2022 einen Einfluss auf die globale Wachstumsrate haben. Im Falle einer Norma- lisierung und der kompletten Öffnung der klassischen Vetriebskanäle erwar- ten wir für das Gesamtjahr 2022 ein Marktwachstum gegenüber 2021 und eine Rückkehr des Markumsatzes auf das Niveau von 2019. Ein stärkeres WachstumwirdvorallemindenHautpflegekategorienundindenWachstums- märkten, Nordamerika und Nordostasien erwartet. Geschäftsentwicklung Aufgrund der dargestellten und immer noch anhaltenden COVID-19 Heraus- forderungen in weiten Teilen der Welt und der daraus resultierenden außer- gewöhnlich hohen Unsicherheit hinsichtlich der Zukunftsaussichten für die Geschäftsentwicklung, ist unsere Prognosefähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Für tesa bewerten wir die künftige Entwicklung weiterhin vorsichtig und erwarten für 2022 eine weiterhin volatile Geschäftsentwicklung. Vorsichtig planend gehen wir in Europa und Nordamerika für 2022 gegenüber dem Vorjahr von positiveren Impulsen für unser Geschäft aus. In Asien rechnen wir mit einem moderaten Wachstum, das sehr eng an die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft gekoppelt sein wird. Dabei beeinflussen die weiter- hin schwer einschätzbare künftige Entwicklung der COVID-19-Pandemie, die Entwicklung des globalen Automobilmarkts und die eher zurückhaltenden Erwartungen in der Elektronikindustrie unsere Wachstumserwartungen stark. Unabhängig von dem Wachstum des Hautpflegemarkts werden wir weiter- hin ein über dem Markt liegendes Wachstum erzielen. Wir erwarten für den globalen Hautpflegemarkt eine anhaltende Verbesserung auch in 2022. Unter dieser Annahme gehen wir für das Consumer-Geschäft von einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich aus. Die operative EBIT - Umsatzrendite des laufenden Geschäfts ohne Sondereffekte wird im Unter- nehmensbereich Consumer leicht über dem Vorjahresniveau erwartet. Unter der gleichen Unsicherheit in Bezug auf die Marktentwicklung 2022 erwarten wir auch für das Geschäft mit tesa ein über dem Markt liegendes Umsatzwachstum. Das Umsatzwachstum wird somit im mittleren einstelligen Bereich liegen. Die operative EBIT-Umsatzrendite des laufenden Geschäfts ohne Sondereffekte wird deutlich unter Vorjahr liegen. Unsere Chancen im Markt Schon zum Ende des Jahres 2021 ist durch das Aufkommen neuer Corona- virus-Mutationen von einem volatilen Jahr 2022 auszugehen. Dennoch wird aufgrund der fortgeschrittenen Impfkampagnen davon ausgegangen, dass sich die Weltwirtschaft auch im Jahr 2022 erholen kann und damit erneut wächst. Durch die gezielten zusätzlichen Investitionen, insbesondere im Bereich Digital, gehen wir im neuen Jahr davon aus, dass wir im Unterneh- mensbereich Consumer ein über dem Markt liegendes Wachstum erzielen können. Ein zusätzlicher wesentlicher Wachstumstreiber kann die Normali- sierung des Reiseverkehrs sein, der insbesondere für die Bereiche Sonnen- pflege und unsere Selektivmarke La Prairie von essenzieller Bedeutung ist. Auf Basis der Prognose der beiden Unternehmensbereiche gehen wir für den Konzern von einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich aus. Die operative EBIT-Umsatzrendite des laufenden Geschäfts ohne Son- dereffekte erwarten wir für den Konzern auf Vorjahresniveau. Hamburg, 7. Februar 2022 Beiersdorf AG Der Vorstand 107 Zusammengefasster Lagebericht Erklärung zur Unternehmensführung Weitere Angaben Entsprechenserklärung Erklärung zur Unternehmensführung Im Dezember 2021 haben Vorstand und Aufsichtsrat die Entsprechenserklä- rung zu den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 19. Dezember 2019 (Kodex) gemäß § 161 Aktiengesetz (AktG) abgegeben. Beiersdorf erfüllt demnach mit wenigen Ausnahmen alle Empfehlungen sowie darüber hinaus alle Anregungen des Kodex. Es gibt keine Empfehlungen des Kodex,die auf Grund vorrangiger gesetzlicher Be- stimmungen für Beiersdorf nicht anwendbar sind. Der Abschlussprüfer hat den Aufsichtsrat zeitnah zu informieren und im Prüfungsbericht zu vermer- ken, wenn er bei Durchführung der Abschlussprüfung Tatsachen feststellt, die eine Unrichtigkeit der von Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Ent- sprechenserklärung ergeben. Die Entsprechenserklärung 2021 wurde auch auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.Beiersdorf.de/Entspre- chenserklaerung dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht. Die zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung der Beiersdorf AG und des Konzerns nach §§ 289f, 315d HGB beinhaltet die Entsprechens- erklärung gemäß § 161 AktG, Angaben zu wesentlichen Unternehmensfüh- rungspraktiken und zur Arbeitsweise und Zusammensetzung von Aufsichts- rat und Vorstand, einschließlich Angaben zur Corporate Governance des Un- ternehmens, zum Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat und Vorstand und zu den gesetzlichen Vorgaben für die gleichberechtigte Teilhabe von Frau- en und Männern an Führungspositionen. Gemäß § 317 Absatz 2 Satz 6 HGB ist die Prüfung der Erklärung zur Unternehmensführung durch den Ab- schlussprüfer nach §§ 289 f Absatz 2 und 5, 315d HGB darauf zu beschrän- ken, ob die Angaben gemacht wurden. Erklärung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Beiersdorf Aktiengesellschaft zu den Empfehlungen der „Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ gemäß § 161 AktG Die Beiersdorf Aktiengesellschaft entsprach im Geschäftsjahr 2021 und entspricht sämtlichen Empfehlungen der „Regierungskommis- sion Deutscher Corporate Governance Kodex“ in der Fassung vom 16. Dezember 2019 („Kodex“) mit folgenden Ausnahmen: Empfehlung B.3 Gemäß Empfehlung B.3 soll die Erstbestellung von Vorstandsmitgliedern für längstens drei Jahre erfolgen. Mit Wirkung zum 1. Juli 2021 hat der Aufsichtsrat Herrn Patrick Rasquinet zum Mitglied des Vorstands für einen Zeitraum von vier Jah- ren bestellt. Herr Rasquinet ist seit 1993 in verschiedenen Funktionen bei Beiersdorf tätig, zuletzt seit 2010 als Geschäftsführer von La Prairie, und führt wesentliche Funktionen als Vorstand für „Pharmacy & Selective“ fort. Aufgrund der internen Besetzung der Vorstands- position hatte der Aufsichtsrat bereits vor der Erstbestellung von Herrn Rasquinet ein umfassendes Bild seiner Kenntnisse und Fähig- keiten. Eine längere Amtszeit als drei Jahre liegt aus Sicht des Aufsichtsrats daher im Interesse des Unternehmens. Zudem hat der Aufsichtsrat Herrn Oswald Barckhahn mit Wirkung zum 15. Oktober 2021 bis zum Ablauf des 31. Dezember 2024 zum Mitglied des Vorstands bestellt. Nach einer Übergangsphase soll er die Verantwortung für das Kosmetikgeschäft in Europa und Nord- amerika übernehmen. Aus Sicht des Aufsichtsrats war es im Interesse einer kontinuierlichen Unternehmensleitung geboten, Herrn Barck- hahn frühstmöglich zu bestellen sowie Amtszeit und Geschäftsjahre übereinstimmen zu lassen, auch wegen der Abrechnung der vari- ablen Vergütung. Die geringfügige Überschreitung der dreijährigen Erstbestellungsdauer liegt aus diesem Grund ebenfalls im Inter- esse des Unternehmens. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat Frau Grita Loebsack mit Wirkung zum 1. Januar 2022 für einen Zeitraum von vier Jahren zum Mit- glied des Vorstands mit Verantwortung für die Markenführung und das digitales Marketing von NIVEA bestellt. Aufgrund der herausra- genden Bedeutung der Marke NIVEA und zur langfristigen Sicherstellung der Expertise von Frau Loebsack war es aus Sicht des Auf- sichtsrats im Interesse des Unternehmens geboten, die Erstbestellung auf eine Amtszeit von vier Jahren zu erstrecken. 108 Zusammengefasster Lagebericht Erklärung zur Unternehmensführung Empfehlungen G.1 und Abschnitt G.I Gemäß der Empfehlung G.1 soll im Vergütungssystem - neben anderen Aspekten - festgelegt werden, welche Höhe die Gesamtvergü- tung nicht übersteigen darf (Maximalvergütung). Die Vergütung der Vorstandsmitglieder unterlag im Geschäftsjahr 2021 grundsätzlich einer solchen Begrenzung. Insbesondere sieht das von der Hauptversammlung im April 2021 gebilligte Vergütungssystem im Einklang mit Empfehlung G.1 und § 87a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 AktG eine betragsmäßig festgelegte Maximalvergütung vor. Soweit für einzelne Vorstandsmitglieder nach dem alten Vergütungs- system noch eine Unternehmenswertbeteiligung bestand bzw. besteht, die auf freiwilligen Eigenbeteiligungen des jeweiligen Vor- standsmitglieds basiert (so genannte Covered Virtual Units), partizipiert diese an positiven und negativen Unternehmenswert- entwicklungen und sieht für entsprechende Wertzuwächse weiterhin keine betragsmäßige Höchstgrenze vor. Der Aufsichtsrat hat es insoweit für sachgerecht erachtet, diesen Vorstandsmitgliedern, die - vergleichbar einer Vermögensanlage - eigene Mittel einsetzen, eine unbegrenzte Teilnahme an einer positiven Unternehmenswertentwicklung zu ermöglichen. Darüber hinaus enthält der Kodex in Abschnitt G.I. diverse weitere Empfehlungen zur Vorstandsvergütung. Aufgrund der gesetzlichen Änderungen zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II), der Neufassung des Kodex und weiterer Erwägungen im Unternehmensinteresse hat der Aufsichtsrat innerhalb der dafür geltenden gesetzlichen Übergangsfrist das Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands überarbeitet bzw. fortentwickelt und der ordentlichen Hauptversammlung 2021 zur Billigung vorgelegt. So- weit in dieser Entsprechenserklärung keine ausdrückliche Abweichung erklärt wird, entspricht das neue Vergütungssystem vollumfäng- lich den Empfehlungen des Kodex.Das alteVergütungssystem,das vor der Billigung des aktuellenVergütungssystemsdurch die Haupt- versammlung 2021 galt, entsprach dagegen nicht vollumfänglich den betreffenden Empfehlungen. Dies gilt teilweise auch für die vor 2021 abgeschlossenen Vorstandsverträge, soweit sie noch nicht an das neue Vergütungssystem angepasst wurden. Empfehlung G. 8 und G.12 Gemäß Empfehlung G.8 soll für die variablen Vergütungsbestandteile eine nachträgliche Änderung der Zielwerte oder der Vergleichs- parameter ausgeschlossen sein. Darüber hinaus soll gemäß Empfehlung G.12 im Fall der Beendigung eines Vorstandsvertrags die Auszahlung noch offener variabler Vergütungsbestandteile, die auf die Zeit bis zur Vertragsbeendigung entfallen, nach den ursprüng- lich vereinbarten Zielen und Vergleichsparametern und nach den im Vertrag festgelegten Fälligkeitszeitpunkten oder Haltedauern erfolgen. Mit Wirkung zum 1. Mai 2021 wurde Herr Vincent Warnery zum Vorsitzenden des Vorstands ernannt und sein Anstellungsvertrag ange- passt und bis zum 31. Januar 2027 verlängert. In diesem Zusammenhang wurde seine Vergütung auf das von der Hauptversammlung 2021 gebilligte Vergütungssystem umgestellt und unter anderem die Geltung des neuen langfristigen Bonus („LTP“) vereinbart, der sich an strategischen Zielen ausrichtet. Die bisherige langfristige Unternehmenswertbeteiligung von Herrn Warnery, die überwiegend an Umsatz- und EBIT-Ziele aus dessen früherem Verantwortungsbereich anknüpfte, wurde abgerechnet und wird nach der Hauptversamm- lung 2022 vorzeitig ausbezahlt. Der Aufsichtsrat war insoweit der Auffassung, dass die Umstellung der langfristigen Vergütung auf stra- tegische Ziele des Gesamtunternehmens im Interesse einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung liegt und dass die damit verbun- dene vorzeitige Abrechnung der bisherigen Unternehmenswertbeteiligung im Sinne einer einheitlichen Anreiz- und Steuerungswirkung auch sachgerecht und angemessen ist. Mit der Ernennung von Herrn Warnery zum Vorsitzenden des Vorstands wurde zugleich die Bestellung von Herrn Stefan De Loecker zum 30. Juni 2021 einvernehmlich aufgehoben. In diesem Zusammenhang wurde mit ihm eine Pauschalierung und vorzeitige Auszah- lung seiner langfristigen Unternehmenswertbeteiligung nach der Hauptversammlung 2022 vereinbart. Dies erfolgte im Interesse einer einvernehmlichen Nachfolge im Vorstandsvorsitz. Aufgrund der neuen langfristigen Vergütung, die für die amtierenden Vorstands- mitglieder ab 2021 an die Umsetzung strategischer Ziele anknüpft, lag die vorzeitige Abrechnung der bisherigen Unternehmenswert- beteiligung für den ausgeschiedenen Vorstandsvorsitzenden im Unternehmensinteresse, auch um eine geordnete Übergabe des Vorsitzes im Vorstand zu gewährleisten. 109 Zusammengefasster Lagebericht Erklärung zur Unternehmensführung Empfehlung G. 7 Satz 1 Gemäß Empfehlung G.7 Satz 1 soll der Aufsichtsrat für das bevorstehende Geschäftsjahr für jedes Vorstandsmitglied für alle variablen Vergütungsbestandteile die Leistungskriterien festlegen. Im Einklang mit dem von der Hauptversammlung 2021 gebilligten Vergütungssystem hat Aufsichtsrat in seiner Sitzung Ende August 2021 weitere strategische Ziele für den LTP festgelegt, der ab dem Geschäftsjahr 2021 gilt. Der Aufsichtsrat hielt es angesichts der Tat- sache, dass die Hauptversammlung zunächst im April 2021 das Vergütungssystem billigte und der Vorstand erst im laufenden Geschäfts- jahr die Mehrjahresplanung für die Jahre 2021 bis 2024 konkretisierte, für sachgerecht und angemessen, erst im Nachgang dazu – und damit rückwirkend für das Geschäftsjahr 2021 – entsprechende Ziele für die langfristige Vergütung zu beschließen. Aus den vorgenann- ten Gründen wurden auch die individuellen Ziele des kurzfristigen variablen Bonus für 2021 erst im Laufe des Geschäftsjahres konkre- tisiert und festgelegt. Empfehlung G.10 Gemäß der Empfehlung G.10 sollen die dem Vorstandsmitglied gewährten variablen Vergütungsbeträge von ihm unter Berücksichti- gung der jeweiligen Steuerbelastung überwiegend in Aktien der Gesellschaft angelegt oder entsprechend aktienbasiert gewährt wer- den. Über die langfristig variablen Gewährungsbeträge soll das Vorstandsmitglied erst nach vier Jahren verfügen können. Die variable Vergütung des Vorstands, bestehend aus einem jährlichen variablen Bonus einerseits und einer langfristigen Unterneh- menswertbeteiligung andererseits, wird nicht in Aktien oder entsprechend aktienbasiert angelegt, sondern nach Ablauf der maßgeb- lichen Bonusperiode ausschließlich bar ausbezahlt. Der Aufsichtsrat ist insoweit der Auffassung, dass das Vergütungssystem und die der variablen Vergütung zugrundeliegenden finanziellen und nichtfinanziellen Leistungskriterien auch ohne eine aktienbasierte Komponente ausreichende Anreize für eine nachhaltige und wertorientierte Unternehmensentwicklung unter angemessener Berück- sichtigung der Belange der Kundinnen, Mitarbeitenden, Geschäftspartner, Aktionärinnen und weiterer Stakeholder setzt. Zugleich wird der Vorstand durch das Vergütungssystem incentiviert, die in der Unternehmensstrategie festgelegten Ziele zu verfolgen und zu erreichen. Darüber hinaus können Vorstandsmitglieder über die langfristig variablen Gewährungsbeträge grundsätzlich erst nach vier Jahren ver- fügen. Im Einzelfall können Vorstandsmitglieder über diejenigen langfristigen variablen Vergütungsbeträge, die im Rahmen der Unter- nehmenswertbeteiligung nach dem alten Vergütungssystem durch eine etwaige Erhöhung von Virtual Units im Laufe der jeweiligen Be- stellungsperiode oder in Form von Covered Virtual Units durch jährliche Zuweisung gewährt wurden, auch vor Ablauf von vier Jahren verfügen. Dies gilt für solche zusätzlichen Virtual Units oder Covered Virtual Units, die erst in den letzten drei Jahren vor Ablauf der Bo- nusperiode für die Unternehmenswertbeteiligung gewährt bzw. zugewiesen wurden. Frau Loebsack wurde darüber hinaus für 2024, und damit vor Ablauf von vier Jahren, eine Teilzahlung ihrer langfristig variablen Vergü- tung (LTP) zugesagt. Aus Sicht des Aufsichtsrats war es zur Gewinnung der Expertise von Frau Loebsack und zur stärkeren Förderung ihres Beitrags zur Umsetzung der Unternehmensstrategie in den ersten zwei Jahren ihrer Amtszeit geboten, einen kurzfristigeren Ver- gütungsanreiz auf Grundlage einer vorläufigen LTP-Zielerreichung zu setzen. Hamburg, im Dezember 2021 Für den Aufsichtsrat Für den Vorstand Prof. Dr. Reinhard Pöllath Vincent Warnery Astrid Hermann Vorsitzender des Aufsichtsrats Vorsitzender des Vorstands Mitglied des Vorstands 110 Zusammengefasster Lagebericht Erklärung zur Unternehmensführung Unternehmensführungspraktiken Die Compliance Funktionen bei Beiersdorf und tesa unterstützen Vorstand und Führungskräfte durch eine Vielzahl von Instrumenten bei der kontinuier- lichen Steuerung, Überwachung und Weiterentwicklung des Compliance Management Systems und der Sicherstellung der allgemeinen Compliance – nicht zuletzt auch durch ein konzernweites Berichtswesen. Die Beiersdorf AG und der Konzern (Unternehmensbereiche Consumer und tesa) verfolgen folgende wesentliche Unternehmensführungspraktiken: Corporate Governance Gute und verantwortungsbewusste Unternehmensleitung und -überwa- chung (Corporate Governance) haben für Beiersdorf seit jeher eine hohe Bedeutung. Erfolgsgrundlage dafür sind enge und effiziente Zusammen- arbeit von Vorstand und Aufsichtsrat, Achtung der Interessen der Aktio- närinnen, der Belegschaft und der sonstigen dem Unternehmen verbun- denen Gruppen (Stakeholderinnen), offene Unternehmenskommunikation, ordnungsgemäße Rechnungslegung und Abschlussprüfung, Einhaltung ge- setzlicher Bestimmungen und unternehmensinterner Richtlinien sowie ver- antwortungsbewusster Umgang mit Risiken. Dabei ist sich Beiersdorf auch seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und stellt insbesondere si- cher, dass Sozial- und Umweltfaktoren sowohl in der Unternehmensstrate- gie und der Nachhaltigskeitsagenda als auch bei operativen Entscheidun- gen berücksichtigt werden. Weiterführende und detailliertere Informationen zum Compliance-Manage- ment System finden Sie in diesem GeschäftsberichtimAbschnitt „Nichtfinan- zielle Erklärung“ des Beiersdorf Konzerns (Unternehmensbereiche Consumer und tesa) und der Beiersdorf AG gemäß §§ 289b Abs. 3 HGB i.V.m. 315b Abs. 1, 3 HGB (CSR-Bericht). Code of Conduct Der Erfolg der Beiersdorf AG und des Beiersdorf Konzerns (einschließlich tesa) basiert auf dem Vertrauen von von Konsumentinnen, Kundinnen, Investorinnen und Mitarbeitenden. Deswegen werden hohe Maßstäbe in Sachen Verantwortung gesetzt – sowohl an das Unternehmen als auch an alle Einzelnen. Die Verhaltenskodizes (Code of Conduct) halten diese Maßstäbe verbindlich fest und sind weltweit anzuwenden. Sie sollen allen Angestellten helfen, die zentralen Unternehmensgrundsätze und die Werte unseres Unternehmens im Arbeitsalltag umzusetzen, und zeigen, wie sie mit möglichen Fragen oder schwierigen Situationen umgehen, die das Verhalten im geschäftlichen Umfeld oder den Umgang miteinander betreffen. Der Deutsche Corporate Governance Kodex (Kodex) sorgt für Transparenz im Hinblick auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Unternehmens- leitung und -kontrolle und enthält anerkannte Standards guter, verantwor- tungsvoller und nachhaltiger Unternehmensführung. Der Kodex und seine Anpassungen bzw. Neufassung erforderten keine grundlegenden Änderun- gen bei Beiersdorf. Beiersdorf versteht Corporate Governance als fortlau- fenden Prozess und entwickelt sein Verständnis hiervon stetig und sorgfältig weiter,auch außerhalb des Kodex.Dabei werden Hinweise,Anregungen und Kritik von Investorinnen und Stimmrechtsberaterinnen berücksichtigt, soweit angemessen auch unter Anpassung der Corporate Governance. Der Code of Conduct steht jeweils unter www.Beiersdorf.de/Code_of_conduct bzw. www.tesa.com/de-de/ueber-uns/sustainability/sustainability-report im Internet zur Verfügung. Nachhaltigkeit Nachhaltige Unternehmensführung bedeutet, soziale und umweltbezogene Risiken zu minimieren und Marktchancen wahrzunehmen, so dass eine Wert- schöpfung für das Unternehmen entsteht, die negative Auswirkungen auf die Umwelt und Gesellschaft vermeidet. Beiersdorf hat schon früh erkannt, wie bedeutsam es ist, verantwortungsvoll zu handeln, und den Bereich Nach- haltigkeit stetig ausgebaut. Compliance Die Einhaltung der Gesetze und internen Richtlinien (Compliance) ist für die Beiersdorf AG und den Beiersdorf Konzern (einschließlich tesa) eine unver- zichtbare Grundlage erfolgreichen und nachhaltigen Wirtschaftens. Die Vor- stände der Beiersdorf AG und der tesa SE haben Compliance Leitlinien er- lassen, die u.a. unter www.Beiersdorf.de/Compliance_Leitlinien sowie unter www.tesa.com/de-de/ueber-uns/sustainability zu finden sind. Basierend auf unseren Compliance Risikoanalysen wurden zur Sicherstellung von Compli- ance unter anderem umfangreiche Kartellrechts-, Anti-Korruptions-, Daten- schutz- und Kapitalmarktrechts-Compliance-Programme implementiert. Zahl- reiche interne Richtlinien und Prozesse wurden zur Prävention von Rechts- verstößen speziell in diesen Schwerpunktbereichen erlassen. Angestellte und Führungskräfte werden für die genannten Themen durch regelmäßige Schulungen und vielfältige Beratungsangebote kontinuierlich sensibilisiert und betreut. Nachhaltigkeit ist heute ein zentraler Bestandteil der Beiersdorf Unterneh- mensstrategie C.A.R.E.+. Im Rahmen der Strategie verfolgt der Unterneh- mensbereich Consumer seit 2020 die Nachhaltigkeitsagenda „Care Beyond Skin“. Sie orientiert sich an den „Zielen zur nachhaltigen Entwicklung der Vereinten Nationen“ (Sustainable Development Goals, SDGs) und umfasst sieben Fokusfelder, die den Einfluss unserer Aktivitäten entlang der gesam- ten Wertschöpfungskette abbilden. In allen Bereichen haben wir uns ambi- tionierte Ziele bis 2025 bzw. 2030 gesteckt. Das Geschäftsjahr war durch die konsequente Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsagenda geprägt. Wir konn- ten sowohl unser soziales Engagement ausbauen als auch im ökologischen Bereich deutliche Fortschritte erzielen und sind unseren selbst gesteckten Zielen somit einige Schritte nähergekommen. Hinweisen auf potenzielle Compliance Verstöße wird konsequent nach- gegangen. Zur Abstellung und Sanktionierung von Fehlverhalten werden geeignete und angemessene Maßnahmen unter Beachtung des Verhältnis- mäßigkeitsgrundsatzes ergriffen. Um Kenntnis von möglichen Compliance- Verstößen zu erlangen, stehen der Belegschaft verschiedene Meldewege offen, unter anderem für den Geschäftsbereich Consumer in den meisten Ländern auch eine von einer unabhängigen Organisation betriebene Hin- weisgebungsplattform. tesa hat für den gleichen Zweck sowohl interne als auch externe Meldemöglichkeiten durch sog. Ombudsleute implementiert. Mit einer eigenen Nachhaltigkeitsagenda übernimmt der Unternehmens- bereich tesa Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Nachhaltigkeitsagenda umfasst die drei Bereiche Environment, Customers und Society und legt jeweils die mittel- bis langfristigen Ambitionen dar. Im Jahr 2021 konnte tesa das Produktsortiment weiter nachhaltig ausrichten, die Eigenproduktion mit erneuerbaren Energien ausbauen und in die Ge- sundheit und Sicherheit der Beschäftigten investieren. Die Unternehmens- 111 Zusammengefasster Lagebericht Erklärung zur Unternehmensführung bereiche tesa und Consumer haben sich bereits 2020 zu einer gemeinsamen Risikomanagement Klimaambition verpflichtet. Diese steht im Einklang mit den Fachleuten aus der Klimaforschung ermittelten Reduktionszielen zur Begrenzung der Erd- erwärmung auf 1,5 Grad Celsius und wurde von der „Science Based Target Initiative“ bestätigt. Das Risikomanagement der Beiersdorf AG und des Beiersdorf Konzerns ist ein integraler Bestandteil der zentralen und dezentralen Planungs-, Steue- rungs- und Kontrollprozesse und folgt konzerneinheitlichen Standards. Eine offene Kommunikation, die periodisch vorgenommene Risikoinventur sowie das Planungs- und Steuerungssystem schaffen Transparenz über unsere Ri- sikosituation. Seit Inkrafttreten des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes (CSR-RUG) sind wir verpflichtet,unsere bestehende Finanzberichterstattung umAngaben zu wesentlichen nichtfinanziellen Aspekten unserer Geschäftstätigkeit in den Bereichen Umwelt-, Arbeitnehmerinnen- und Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte und Korruptionsbekämpfung zu ergänzen. Diese Angaben finden Sie in der zusammengefassten Nichtfinanziellen Erklärung des Beiersdorf Konzerns (Unternehmensbereiche Consumer und tesa) und der Näheres hierzu finden Sie im Abschnitt „Risikobericht“ dieses Geschäftsbe- richts bzw. im Bericht über die Geschäftsentwicklung der tesa SE. Organe der Gesellschaft Beiersdorf AG gemäß §§ 289b Abs. 3 HGB i.V.m. 315b Abs. 1, 3 HGB (CSR- Bericht) in diesem Geschäftsbericht. Die Beiersdorf AG unterliegt unter anderem dem deutschen Aktien-, Kapi- talmarkt- und Mitbestimmungsrecht sowie ihrer Satzung. Mit Vorstand und Aufsichtsrat hat die Gesellschaft die in Deutschland übliche dualistische Leitungs- und Überwachungsstruktur. Die Hauptversammlung der Aktio- närinnen ist für grundlegende Entscheidungen des Unternehmens zu- ständig. Gemeinsam sind diese drei Organe gleichermaßen dem Wohl des Unternehmens und den Interessen aller Aktionärinnen verpflichtet. Personalpolitische Ausrichtung Der Erfolg von Beiersdorf hängt im erheblichen Maße vom Einsatz, Können und Engagement seiner Beschäftigten ab. Weltweit tragen über 20.000 Men- schen täglich zu diesem Erfolg bei, indem sie ihr fachliches Knowhow, ihr Engagement und ihre Ideen in die jeweiligen Tätigkeitsfelder einbringen und damit wichtige Impulse für Verbesserungen und Innovationen geben. 1. Aufsichtsrat-Zusammensetzung und Arbeitsweise Der Aufsichtsrat der Beiersdorf AG besteht aus zwölf Mitgliedern. Je die Hälf- te wird durch die Hauptversammlung nach dem Aktiengesetz und durch die Arbeitnehmerinnen nach dem Mitbestimmungsgesetz für jeweils maximal fünf Jahre gewählt. Die letzte turnusmäßige Wahl erfolgte im Geschäftsjahr 2019. Die reguläre Amtszeit aller derzeitigen Aufsichtsratsmitglieder endet mit Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäfts- jahr 2023 beschließt. Die Wahlen der Aufsichtsratsmitglieder der Anteils- eignerinnen wurden und werden als Einzelwahlen durchgeführt. Derzeit ge- hört kein ehemaliges Vorstandsmitglied der Beiersdorf AG dem Aufsichts- rat an. Die Grundlage für eine langfristig tragfähige und starke Personalarbeit von Beiersdorf findet sich sowohl in der Strategie C.A.R.E.+,in der Mitarbeitende als entscheidender Faktor für den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens hervorgehoben werden, als auch in unseren Kernwerten. Beiersdorf orien- tiert sich bei allen personalpolitischen Entscheidungen an den „Core Valu- es“, die alle Mitarbeitenden über alle Hierarchien, Funktionen und Länder hinweg verbinden. Beiersdorf setzt den Schwerpunkt dabei auf die Förderung eines Arbeits- umfelds, in dem jede Person entsprechend ihrer Fähigkeiten und Potenziale optimal eingesetzt wird und sich stetig weiterentwickeln kann. Führungskräf- te bei Beiersdorf sollen ihre Mitarbeitenden zu Höchstleistungen motivieren. Aus diesem Grund ist es entscheidend, exzellente Führungskompetenzen im Management zu verankern. Das fördert das Engagement der Mitarbei- tenden und hilft, Beiersdorf als einen der attraktivsten Arbeitgeber der Kon- sumgüterindustrie zu etablieren. Der Aufsichtsrat bestellt, berät und überwacht den Vorstand nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung. Aufsichtsrat und Vorstand arbeiten zum Wohle der Gesellschaft und zur nachhaltigen Wertschöpfung eng zusam- men. Bestimmte Entscheidungen von grundlegender Bedeutung bedürfen gemäß der Geschäftsordnung für den Vorstand der Zustimmung des Auf- sichtsrats. Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat ist auf der Internetsei- te des Unternehmens unter www.beiersdorf.de/Geschaeftsordnung_Aufsichts- rat zugänglich. tesa ist spezialisiert auf Klebetechnologie und bietet seinen Kundinnen innovative Lösungen sowie ausgezeichneten Service. Der Erfolg des Unter- nehmens beruht ganz wesentlich auf den Fähigkeiten unserer Belegschaft und ihrer Bereitschaft, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Qualifizierte Mitarbeitende, die aktiv dazu beitragen, unsere Stellung als eines der füh- renden Unternehmen für Klebetechnologie weiter auszubauen, sind der Schlüssel, um unsere Unternehmensstrategie erfolgreich umzusetzen. Unsere Personalstrategie ist daher darauf ausgerichtet, gut ausgebildete, engagierte Personen für unser Unternehmen zu gewinnen und zu halten sowie unsere hohe Attraktivität als Arbeitgeber durch entsprechende Maßnahmen konti- nuierlich zu erhöhen. Darüber hinaus ist es erklärtes Ziel von tesa, eine Unter- nehmenskultur zu fördern, die Leistung, Teamwork, funktionsübergreifende Zusammenarbeit und Internationalisierung stärkt. Der Aufsichtsrat beschließt regelmäßig in Sitzungen aufgrund ausführlicher Unterlagen. Die Aufsichtsratsmitglieder können an den Sitzungen auch per Telefon- oder Videokonferenz teilnehmen; dies ist – unbeschadet der ver- mehrt virtuellen Sitzungen während der COVID-19-Pandemie – allerdings nicht die Regel. Der Aufsichtsrat tagt regelmäßig auch ohne den Vorstand, sowohl zu Vorstands- und Aufsichtsratsangelegenheiten, als auch zur Strate- gie, zur Planung und zur Geschäftsentwicklung und grundsätzlich auch dann, wenn der Abschlussprüfer zur Prüfung der Abschlüsse vorträgt. Sitzungen werden regelmäßig vorbesprochen, auch getrennt von Arbeitnehmer- und Anteilseignerseite. Der Aufsichtsrat wird regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten Themen informiert. Darüber hinaus unterrichtet der Vor- sitzende des Vorstands den Vorsitzenden des Aufsichtsrats regelmäßig und zeitnah, auch zwischen den Sitzungen, über wichtige Geschäftsvorfälle und Ausführlichere Informationen hierzu finden Sie in diesem Geschäftsbericht unter „Menschen bei Beiersdorf“. 112 Zusammengefasster Lagebericht Erklärung zur Unternehmensführung stimmt mit ihm wesentliche Entscheidungen ab. Die Geschäftsordnung re- chen Erfahrungen zu verfügen. Die Ziele und das Kompetenzprofil sind Be- standteil des Diversitätskonzepts für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats; sie gelten bis Ende 2024 und werden – wie bisher – auch bei künftigen Wahl- vorschlägen berücksichtigt. gelt die Sicherstellung einer anspruchsvollen Informationsversorgung durch den Vorstand. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Aufsichts- rats nach außen wahr. Er führt in angemessenem Rahmen mit Investorinnen Gespräche über aufsichtsratsbezogene Themen. Internationalität Jedes Mitglied des Aufsichtsrats muss der internationalen Ausrichtung der Gesellschaft offen gegenüberstehen. Zumindest vier Mitglieder sollen die internationale Ausrichtung konkret verkörpern und daher über besondere internationale Erfahrungen verfügen, z.B. auf Grund ihrer Tätigkeit im Ausland oder ihrer Herkunft. Jedenfalls drei Mitglieder auf Anteilseignerinnenseite sollen internationale Erfahrung haben. Der Aufsichtsrat evaluiert regelmäßig, wie wirksam er und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen, teilweise auch mit Unterstützung einer externen Beratung,und beschließtVerbesserungsmaßnahmen (Effizienzprüfung bzw. Selbstbeurteilung). Zuletzt hat der Aufsichtsrat bis Mitte 2020 erneut eine Effizienzprüfung mit Unterstützung einer externen Beratung durchgeführt. Eine Auswertung der Antworten von Aufsichtsrat, Vorstand und Executive Committee zur Arbeit im Plenum und in den Ausschüssen und zur Zusam- menarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand wurde zunächst im Dezem- ber 2019 vorgestellt und erörtert, auch im Vergleich mit anderen Unterneh- men. Die weiteren Ergebnisse, insbesondere aus Interviews und Feedback- gesprächen des Beraters mit allen Beteiligten, waren Gegenstand von Zwi- schenbesprechungen und der Aufsichtsratssitzungen im August und September 2020. Intensiv diskutiert wurden dabei Grundanliegen insbeson- Geschlechtervielfalt Der Aufsichtsrat strebt an, Anzahl und Stellung von Frauen im Aufsichtsrat weiter zu stärken und einen Anteil von zumindest vier Frauen zu halten. Zu- mindest zwei Frauen sollen Anteilseignervertreterinnen sein. Als paritätisch mitbestimmte, börsennotierte Gesellschaft sind gemäß § 96 Absatz 2 AktG jeweils mindestens 30% der Sitze mit Frauen beziehungsweise Männern zu besetzen. dere zur Zusammenarbeit im Aufsichtsrat und mit dem Vorstand und zum In - formationsfluss, sowie die Verwirklichung dieser Anliegen mit konkreten Maßnahmen. Dazu zählen unter anderem die Intensivierung der Vorbespre- chungen der Sitzungen des Aufsichtsrats, die zeitliche Planung des Sitzungs- ablaufs, die Weiterentwicklung des Formats der Berichte an den Aufsichts- rat sowie die Verankerung besonders relevanter Themen für die Arbeit des Aufsichtsrats wie Strategie, Innovation und Digitalisierung. Regelaltersgrenze und -zugehörigkeitsdauer Nach seiner Geschäftsordnung soll die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat regel- mäßig mit der ordentlichen Hauptversammlung enden, die auf die Vollen- dung des 72. Lebensjahres folgt, und längstens 20 Jahre dauern. Ziel für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats ist es, dass unterschiedliche Alters- gruppen im Aufsichtsrat angemessen repräsentiert sind. Die Dauer der Zuge- hörigkeit zum Aufsichtsrat wird für jedes Mitglied auf der Internetseite des Unternehmens unter www.Beiersdorf.de/organe offengelegt. Die Mitglieder des Aufsichtsrats achten darauf, dass ihnen für die Wahrneh- mung ihrer Aufgaben genügend Zeit zur Verfügung steht, und nehmen die erforderliche Aus- und Fortbildung eigenverantwortlich wahr; dafür ent- stehende Kosten werden in angemessenem Umfang von der Gesellschaft getragen. Die Gesellschaft unterstützt sie dabei, z.B. durch interne Fortbil- dungen zu aufsichtsratsrelevanten Themen und Informationen über Geset- zesänderungen und Entwicklungen. Neue Mitglieder des Aufsichtsrats wer- den eingehend durch Onboarding-Gespräche und Informationsmaterialien eingearbeitet, insbesondere zu den Themen Beiersdorf Geschichte, Unter- nehmensprofil und Organisation (einschließlich Marken, Forschung & Ent- wicklung), Unternehmensstrategie (einschließlich Nachhaltigkeit), Unterneh- mensentwicklung und Finanzberichterstattung, Corporate Governance so- wie Rechte und Pflichten vonAufsichtsratsmitgliedern; über Letztere werden die Mitglieder auch nach jeder Neuwahl des Aufsichtsrats aufgeklärt. Unabhängigkeit Dem Aufsichtsrat soll eine nach seiner Einschätzung angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder auf Anteilseignerinnenseite angehören; sie soll die Eigentümerinnenstruktur berücksichtigen. Ein Aufsichtsratsmitglied ist insbesondere dann nicht als unabhängig anzusehen, wenn es selbst oder ein nahes Familienmitglied in einer persönlichen oder geschäftlichen Be- ziehung zu der Gesellschaft, dem Vorstand, einemeiner kontrollierenden Aktionärin oder einem mit diesemdieser verbundenen Unternehmen steht, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann.Darüber hinaus wird gemäß den Empfehlungen des Kodex bei der Beurteilung der Unabhängigkeit der Anteilseignerinnenseite von der Gesellschaft und vom Vorstand insbesondere berücksichtigt, ob das Mitglied selbst oder ein nahes Familienmitglied in den zwei Jahren vor der Ernennung ein Vorstandsmitglied der Beiersdorf AG war, aktuell oder in dem Jahr bis zu seiner Ernennung direkt oder als Gesellschafterin oder in ver- antwortlicher Funktion eines konzernfremden Unternehmens eine wesent- liche geschäftliche Beziehung mit der Gesellschaft oder einem von dieser abhängigen Unternehmen unterhält oder unterhalten hat, ein naher Familien- angehöriger eines Vorstandsmitglieds ist oder dem Aufsichtsrat seit mehr als 12 Jahren angehört. a) Zielsetzung, Kompetenzprofil, Diversitätskonzept und Stand der Umsetzung Der Aufsichtsrat hat sich erneut im Dezember 2021 mit den konkreten un- ternehmensspezifischen Zielen und dem Kompetenzprofil für seine Zusam- mensetzung befasst. Diese Ziele berücksichtigen die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenkonflikte, die Anzahl unabhängi- ger Aufsichtsratsmitglieder, eine Regelaltersgrenze und Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer für Aufsichtsratsmitglieder sowie Diversität, insbeson- dere eine angemessene Beteiligung von Frauen. Nach seinem Kompetenz- profil hat der Aufsichtsrat insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahr- nehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachli- Der Aufsichtsrat hält es angesichts der Abhängigkeit der Beiersdorf AG im Sinne des § 17 Abs. 1 AktG für angemessen, wenn mindestens drei seiner Mitglieder auf Anteilseignerinnenseite unabhängig sind. 113 Zusammengefasster Lagebericht Erklärung zur Unternehmensführung P o t e n z i e l l e I n t e r e s s e n k o n fl i k t e te zur Besetzung des Aufsichtsrats ist damit erfüllt; sie beträgt 33% Frauen und 67% Männer sowohl bei Gesamt- als auch bei Getrenntbetrachtung von Arbeitnehmerinnen- und Anteilseignerinnenseite. Auf Anteilseignerinnen- seite verkörpern alle Mitglieder neben ihrer besonderen fachlichen Quali- fikationdas Merkmalder InternationalitätaufgrundHerkunftoder besonderer internationaler Erfahrungen. Im Aufsichtsrat sind auf Anteilseignerinnen- seite derzeit mindestens drei Mitglieder unabhängig. Der Aufsichtsrat unter- stellt dabei vorsorglich, dass auch ein Mitglied, das dem Aufsichtsrat desder kontrollierenden Aktionärin angehört, nicht als unabhängig anzusehen ist. Ungeachtet dessen meint der Aufsichtsrat, dass Beziehungen zumzur kon- trollierenden Aktionärin nicht schon als solche die Gefahr eines wesent- lichen und dauerhaften Interessenkonflikts begründen; mangels Überschnei- dung der geschäftlichen Aktivitäten geht er vielmehr von einem weitgehen- den Gleichlauf der Interessen der Gesellschaft und ihresihrer Großaktionärin aus. Insoweit sind mindestens die folgenden amtierenden Mitglieder auf Anteilseignerinnenseite unabhängig von demder kontrollierenden Aktionärin: Hong Chow, die Vorsitzende des Prüfungsausschusses Dr. Dr. Christine Martel und Martin Hansson. Damit wird der Empfehlung C.9 Satz 1 des Kodex entsprochen, wonach im Fall eines Aufsichtsrats mit mehr als sechs Mitgliedern mindestens zwei Mitglieder auf Anteilseignerinnenseite unabhängig von demder kontrollierenden Aktionärin sein sollen. Darüber hinaus sind nach Einschätzung des Aufsichtsrats alle Mitglieder der Anteilseignerinnenseite unabhängig von der Gesellschaft und vom Vor- stand. Dies gilt auch für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats und des Präsidial- ausschusses, Prof. Dr. Reinhard Pöllath, obwohl er dem Aufsichtsrat seit mehr als zwölf Jahren angehört. Der Aufsichtsrat ist insoweit der Auffassung, dass durch die langjährigen Erfahrungen und Kenntnisse des Aufsichtsratsvorsit- zenden im Unternehmen und in einer Anzahl anderer Unternehmen sowohl die Beratung und Überwachung des Vorstands als auch die Koordination der Aufsichtsratsarbeit nachhaltig und objektiv gefördert werden. Dagegen lie- gen aufgrund der Zugehörigkeitsdauer im konkreten Fall keine Umstände vor, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessen- konflikt begründen könnten. Jedes Aufsichtsratsmitglied hat Interessenkonflikte, insbesondere aufgrund einer Beratung oder Organfunktion bei Kundinnen, Lieferfirmen, Kredit- geberinnen oder Wettbewerberinnen der Gesellschaft, dem Aufsichtsrat über den Aufsichtsratsvorsitzenden offenzulegen. Bei wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikten hat das Mitglied sein Amt nie- derzulegen. Wesentliche Geschäfte von Aufsichtsratsmitgliedern sowie ihnen nahestehenden Personen mit dem Unternehmen bedürfen, sofern nicht ohnehin die Mitwirkung des Aufsichtsrats von Gesetzes wegen erforderlich ist, der Zustimmung des Aufsichtsrats und haben branchenüblichen Stan- dards zu entsprechen. K o m p e t e n z p r o fi l Der Aufsichtsrat achtet darauf, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung seiner Aufgaben erforderlichen Kennt- nisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Ergänzend zu den konkreten Zielen für seine Zusammensetzung hat der Aufsichtsrat ein Kom- petenzprofil mit besonderen fachlichen und persönlichen Kompetenzanfor- derungen erarbeitet. In fachlicher Hinsicht müssen die Mitglieder in ihrer Ge- samtheit mit dem Sektor des Unternehmens vertraut sein; darüber hinaus soll mindestens jeweils ein Mitglied über Kenntnisse und Erfahrungen ins- besondere auf den folgenden Gebieten verfügen: Rechnungslegung und Finanzen; Abschlussprüfung; Konsumgüter, Handel und Vertriebskanäle; in- ternationale Märkte (einschließlich Emerging Markets); Beauty und Körper- pflege; Markenentwicklung und -führung; Personalentwicklung und -förde- rung; Unternehmensorganisation; Corporate Governance und Aufsichts- recht; Risikomanagement, interne Kontrollsysteme, Compliance und Revisi- on; Innovationsmanagement und Forschung & Entwicklung; Supply Chain; Digitalisierung; Datenmanagement und Informationstechnologie und -si- cherheit; Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility (ESG). Der Auf- sichtsrat strebt an, dass diese fachlichen Kompetenzen unter seinen Mitglie- dern möglichst ausgewogen vertreten sind und sich gegenseitig ergänzen. Unabhängig davon soll jedes Aufsichtsratsmitglied die zur Erfüllung seiner Aufgaben nötigen allgemeinen und persönlichen Anforderungen an Bil- dung, internationale berufliche Ausrichtung, internationale Diversität, Seni- orität, Zuverlässigkeit, Sorgfalt und zeitliche Verfügbarkeit im erforderlichen und angemessenen Umfang erfüllen. Derzeit hat der Aufsichtsratsvorsitzende die Regelaltersgrenze von 72 Jah- ren überschritten. Ein weiteres Mitglied, Wolfgang Herz, wird die Regel- altersgrenze 2022 überschreiten. Zudem hat ein Aufsichtsratsmitglied, Prof. Manuela Rousseau, die Regelzugehörigkeitsdauer überschritten; der Auf- sichtsratsvorsitzende wird sie 2022 überschreiten. Der Aufsichtsrat hat für diese Mitglieder aufgrund ihrer Kenntnisse und Erfahrungen begründete Ausnahmen von der Regelaltersgrenze bzw. von der Regelzugehörigkeits- dauer festgestellt. Im Übrigen wurden die Regelaltersgrenze, die Regelzu- gehörigkeitsdauer und die Regeln für den Umgang mit potenziellen Inter- essenkonflikten beachtet. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats erfüllen zudem die für ihre Aufgaben nötigen persönlichen Kompetenzanforderungen. Da- rüber hinaus ist der Aufsichtsrat in seiner Gesamtheit mit dem Sektor des Unternehmens vertraut. Zudem werden die erforderlichen fachlichen Kom- petenzen jeweils von mindestens einem Mitglied erfüllt. Diversity-Beauftragte Zur Weiterentwicklung und Förderung der Ziele und von Diversität im Auf- sichtsrat sind zwei Diversity-Beauftragte aus dem Aufsichtsrat benannt, Mar- tin Hansson und Prof. Manuela Rousseau. Sie sollen den Aufsichtsrat bei je- der beabsichtigten Wahl eines Aufsichtsratsmitglieds der Anteilseignerinnen oder eines Ausschussmitglieds unterstützen und gemeinsam mit dem Vor- sitzenden des Aufsichtsrats nach Konsultation der übrigen Aufsichtsratsmit- glieder eine Stellungnahme zu den Wahlvorschlägen des zuständigen No- minierungsausschusses abgeben. Sie begleiten auch sonst die Personalar- beit im Unternehmen zu dessen Diversität, auch mit dem Personalausschuss. S t a n d d e r U m s e t z u n g d e r Z i e l e u n d d e s K o m p e t e n z p r o fi l s b) Ausschüsse Neben der ausgewogenen fachlichen Qualifikation des Gesamtaufsichtsrats ist Vielfalt ein wichtiges Kriterium für die Auswahl der Aufsichtsrats- und der Ausschussmitglieder im Unternehmensinteresse. Derzeit gehören dem Aufsichtsrat insgesamt vier Frauen an: Auf Arbeitnehmerinnenseite Prof. Manuela Rousseau und Kirstin Weiland und auf Anteilseignerinnenseite Hong Chow sowie Dr. Dr. Christine Martel. Die gesetzliche Geschlechterquo- Die Arbeit des Aufsichtsrats findet innerhalb und außerhalb des Plenums und auch in den Ausschüssen statt. Über die Arbeit der Ausschüsse berich- ten die jeweiligen Ausschussvorsitzenden dem Gesamtaufsichtsrat regelmä- ßig in der folgenden Aufsichtsratssitzung. Der Aufsichtsrat hat sechs Aus- schüsse gebildet: 114 Zusammengefasster Lagebericht Erklärung zur Unternehmensführung Präsidialausschuss Personalausschuss Dem Präsidialausschuss gehören der Vorsitzende des Aufsichtsrats, zwei weitere Mitglieder von Anteilseignerinnenseite sowie ein Mitglied der Arbeitnehmerinnenseite an. Der Ausschuss bereitet Sitzungen und Perso- nalentscheidungen vor, beschließt vorbehaltlich der Beschlussfassung im Plenum über die Festsetzung der Gesamtvergütung, anstelle des Plenums über die Anstellungs- und Pensionsverträge von Vorstandsmitgliedern so- wie über weitere Vorstandsangelegenheiten. Schließlich kann er über zu- stimmungsbedürftige Geschäfte entscheiden, soweit der Aufsichtsrat nicht rechtzeitig beschließen kann. Dem Präsidialausschuss gehören an Prof. Dr. Reinhard Pöllath (Vorsitzender), Martin Hansson (bis 31. August 2021), Wolf- gang Herz, Frédéric Pflanz (seit 31. August 2021) und Prof. Manuela Rous- seau. Der Personalausschuss besteht aus insgesamt sechs Mitgliedern der der Anteilseignerinnen- und der Arbeitnehmerinnenseite. Er berät regelmäßig über die langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand (einschließlich der Vergütungsstruktur) und befasst sich mit dem Diversitätskonzept zur Zusam- mensetzung des Vorstands und mit der Art und Weise seiner Umsetzung. Zu- dem unterbreitet er einen Vorschlag für die Zielgröße des Frauenanteils im Vorstand sowie für eine Frist zu deren Erreichung. Dem Personalausschuss gehören an: Frédéric Pflanz (Vorsitzender seit 31. August 2021), Martin Hansson (Vorsitzender bis 31. August 2021), Hong Chow, Andreas Köhn (seit 1. April 2021), Reiner Hansert, Olaf Papier (bis 1. April 2021), Prof. Dr. Reinhard Pöllath und Kirstin Weiland. Vermittlungsausschuss Prüfungsausschuss Der mitbestimmungsrechtliche Vermittlungsausschuss besteht aus dem Auf- sichtsratsvorsitzenden, seinem Stellvertreter sowie je einem sowie je einem von der Arbeitnehmerinnen- und von der Anteilseignerinnenseite gewähl- ten Mitglied. Er macht Vorschläge zur Bestellung von Vorstandsmitgliedern, falls im ersten Wahlgang nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit erreicht worden sein sollte. Der Vermittlungsausschuss ist seit mehreren Amtszeiten nicht zusammengetreten. Dem Vermittlungsausschuss gehören an: Prof. Dr. Reinhard Pöllath (Vorsitzender), Martin Hansson, Olaf Papier und Prof. Manuela Rousseau. Der Prüfungsausschuss besteht aus dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats und jeweils zwei Mitgliedern von Anteilseignerinnen- und Arbeitnehmerinnen- seite. Ihm gehört mindestens ein unabhängiges Mitglied des Aufsichtsrats an, das über besondere Kenntnisse, Erfahrungen und Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung und interne Kontrollverfahren verfügt und mit der Abschlussprüfung vertraut ist, insbesondere die Vorsitzende des Prü- fungsausschusses, Dr. Dr. Christine Martel. Darüber hinaus verfügt mindes- tens ein weiteres Mitglied des Prüfungsausschusses über Sachverstand auf dem Gebiet der Abschlussprüfung, insbesondere Frédéric Pflanz. Der Prü- fungsausschuss bereitet Entscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesonde- re über Jahres- und Konzernabschluss (einschließlich CSR-Berichterstattung), den Vorschlag an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers so- wie die Vereinbarung mit dem Abschlussprüfer (Erteilung des Prüfungsauf- trags, Festlegung von Prüfungsschwerpunkten, Honorarvereinbarung), und unterbreitet dem Aufsichtsrat entsprechende Empfehlungen. Mit dem Ab- schlussprüfer findet ein regelmäßigerAustausch zu relevantenThemen auch außerhalb von Sitzungen statt. Ferner überwacht der Prüfungsausschuss die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, befasst sich mit den von ihm zusätz- lich erbrachten Leistungen gemäß der vom Ausschuss festgelegten Richtli- nie zur Billigung von Nichtprüfungsleistungen und beurteilt regelmäßig die Qualität der Abschlussprüfung. Er berät und überwacht den Vorstand in Fra- gen der Rechnungslegung, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Außer- dem erörtert er die Halbjahresberichte und die Quartalsmitteilungen mit dem Vorstand vor deren Veröffentlichung. Dem Prüfungsausschuss gehören an: Dr. Dr. Christine Martel (Vorsitzende), Reiner Hansert, Martin Hansson, Olaf Papier (seit 1. April 2021), Frédéric Pflanz, und Regina Schillings (bis 1. April 2021). Nominierungsausschuss Der Nominierungsausschuss ist mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden sowie drei weiteren Mitgliedern der Anteilseignerinnenseite besetzt. Er schlägt im Einklang mit der Zielsetzung für die Zusammensetzung und dem Kom- petenzprofil des Aufsichtsrats nach umfangreicher Vorbefassung und aus- führlichen Vorgesprächen dem Aufsichtsrat Kandidateninnen für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung vor. Dem Nominierungsaus- schuss gehören an: Prof. Dr. Reinhard Pöllath (Vorsitzender), Hong Chow, Martin Hansson und Dr. Dr. Christine Martel. Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse ist auf www.Beiersdorf.de/organe sowie im Kapitel „Organe der Beiersdorf AG“ in diesem Bericht zu finden. Auf der genannten Internetseite werden auch aktuelle Lebensläufe der Mitglieder des Aufsichtsrats veröffentlicht. 2. Vorstand - Zusammensetzung und Arbeitsweise Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung und führt dessen Geschäfte. Er ist an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerungdes nachhaltigenUnternehmenswertsverpflichtet.Er nimmt seine Leitungsaufgabe als Kollegialorgan mit gemeinsamer Verantwortung wahr. Finanzausschuss Dem Finanzausschuss gehören der Vorsitzende des Aufsichtsrats und jeweils zwei Mitglieder der Anteilseignerinnen- sowie der Arbeitnehmerinnenseite an. Er überwacht die Unternehmenspolitik zu Finanzen, Controlling, Steuern und Versicherungen. Er entscheidet anstelle des Aufsichtsrats über die Zu- stimmung zu Kreditaufnahmen und -gewährungen, Haftungen für fremde Verbindlichkeiten und Finanzanlagegeschäfte. Außerdem berät und über- wacht er den Vorstand zur Compliance und zu allen ihm vom Plenum allge- mein oder im Einzelfall zugewiesenen Gegenständen.Dem Finanzausschuss gehören an: Frédéric Pflanz (Vorsitzender), Reiner Hansert, Martin Hansson, Dr. Dr. Christine Martel, Olaf Papier (seit 1. April 2021) und Regina Schillings (bis 1. April 2021). Die Mitglieder des Vorstands werden vom Aufsichtsrat bestellt. Die Erstbe- stellung von Vorstandsmitgliedern erfolgt in der Regel für längstens drei Jah- re. Die Vorstandsaufgaben sind nach funktionalen und regionalen Gesichts- punkten verteilt. Der Geschäftsverteilungsplan ist Bestandteil der Geschäfts- ordnung für den Vorstand. Der Vorstand entwickelt die Unternehmensziele und die strategische Aus- richtung des Konzerns, stimmt diese mit dem Aufsichtsrat ab, sorgt für de- ren Umsetzung und erörtert mit dem Aufsichtsrat in regelmäßigen Abstän- den den Stand der Implementierung. Er ist verantwortlich für die Steuerung und Überwachung des Konzerns, die Unternehmensplanung mit Jahres- und Mehrjahresplanung, die Aufstellung der Quartalsmitteilungen und Halbjah- 115 Zusammengefasster Lagebericht Erklärung zur Unternehmensführung resberichte, der Jahres- und Konzernabschlüsse sowie die Konzernfinanzie- mitglieds nehmen die Diversity-Beauftragten gemeinsam mit dem Vorsitzen- den des Aufsichtsrats nach Konsultation der übrigen Aufsichtsratsmitglieder Stellung. Darüber hinaus wurde ein Personalausschuss errichtet, der sich un- ter anderem mit dem Diversitätskonzept für den Vorstand, einschließlich der Art und Weise seiner Umsetzung, befasst. rung. Der Vorstand sorgt ferner für ein im Hinblick auf die Geschäftstätigkeit und Risikolage angemessenes Risikomanagement und Risikocontrolling so- wie für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und der unterneh- mensinternen Richtlinien; der Vorstand wirkt auf deren Beachtung durch die Konzernunternehmen hin (Compliance), unter anderem durch ein angemes- senes, an der Risikolage ausgerichtetes Compliance Management System dessen Grundzüge in diesem Geschäftsbericht imAbschnitt „Nichtfinanziel- le Erklärung“ offengelegt werden. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevan- ten Fragestellungen und erläutert dabei Abweichungen des tatsächlichen Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen. Bestimmte Maßnahmen und Geschäfte des Vorstands, die von besonderer Bedeutung für die Gesellschaft sind, bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats oder seiner Ausschüsse. Als weiteres Kriterium des Diversitätskonzepts soll der Vorstand insgesamt über mehrjährige einschlägige internationale Berufserfahrung durch lang- jährige Tätigkeiten im Ausland oder besondere Kenntnisse der für Beiersdorf wichtigen ausländischen Märkte verfügen. In der Geschäftsordnung für den Vorstand ist festgelegt, dass die Mitglieder des Vorstands grundsätzlich nicht älter als 63 Jahre sein sollen. Diese Kriterien haben 2021 alle amtierenden Mitglieder des Vorstands erfüllt. Darüber hinausgehende Diversitätskrite- rien für die Zusammensetzung des Vorstands wird der Aufsichtsrat bzw. der Personalausschuss erwägen, soweit er diese für angemessen und zweck- dienlich erachtet. Der Vorstand beschließt in regelmäßigen Sitzungen, die der Vorsitzende des Vorstands leitet. Die Mitglieder des Vorstands arbeiten kollegial zusammen und unterrichten sich gegenseitig laufend über wichtige Maßnahmen und Vorgänge in ihren Ressorts. Der Aufsichtsrat sorgt gemeinsam mit dem Vorstand zudem für eine lang- fristige Nachfolgeplanung. Insbesondere berät der Personalausschuss regel- mäßig über die Nachfolgeplanung (einschließlich der Vergütungsstruktur) und berücksichtigt dabei die Führungskräfteplanung des Unternehmens. Im Jahr 2021 befasste sich der Personalausschuss zusammen mit dem Vorstand unter anderem mit der neuen Diversitätsstrategie sowie mit dem globalen Ausrollen des Prozesses zur Potenzialidentifikation und zur Personalentwick- lung, unter Verknüpfung der Aspekte Diversität und Inklusion. Die konkrete Nachfolgeplanung basiert unter anderem auf einer Gruppe von potenziell geeigneten Personen, die aus den oberen beiden Führungsebenen unter- halb des Vorstands durch den Personalvorstand in Abstimmung mit globa- len Management-Teams vorausgewählt wird. Ergänzend dazu befasst sich das Diversity & Inclusion Committee, dem die Diversity-Beauftragten aus dem Aufsichtsrat, der Personalvorstand und weitere Führungskräfte des Un- ternehmens angehören, mit dem Ziel, eine diverse Unternehmenskultur über Geschlecht und Internationalität hinaus durch verschiedene Initiativen und Schlüsselaktivitäten zu fördern und zu stärken. Die Nachfolgeplanung ist zu- dem in der Zielsetzung für die variable Vergütung des Vorstands enthalten. Vorstandsmitglieder legen möglicherweise auftretende Interessenkonflikte unverzüglich dem Aufsichtsrat offen und informieren die übrigen Mitglieder des Vorstands. Wesentliche Geschäfte von Vorstandsmitgliedern sowie ih- nen nahestehenden Personen mit dem Unternehmen bedürfen, sofern nicht ohnehin die Mitwirkung des Aufsichtsrats von Gesetzes wegen erforderlich ist, der Zustimmung des Aufsichtsrats und haben branchenüblichen Stan- dards zu entsprechen. Auch die Übernahme von Nebentätigkeiten bedarf der Zustimmung des Aufsichtsrats. Die Gesellschaft hat für die Mitglieder des Vorstands eine D&O-Versicherung abgeschlossen, die einen Selbstbehalt in Höhe von 10 % des Schadens bis zur Höhe des Eineinhalbfachen der festen jährlichen Vergütung des Vor- standsmitglieds vorsieht. Diversitätskonzept und Nachfolgeplanung, Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den oberen Führungsebenen Der Aufsichtsrat hat sich in den letzten Jahren allgemein und in konkreten Fällen sehr intensiv mit Diversität im Vorstand beschäftigt. Gemäß § 111 Abs. 5 AktG hat der Aufsichtsrat eine Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand von 10% festgelegt, die bis spätestens zum 30. Juni 2022 erreicht werden soll; sie wurde im Juli 2018 erreicht. Derzeit liegt der Frauenanteil im Vorstand mit der Bestellung von Astrid Hermann und Grita Loebsack bei 25%. Damit wird auch dem gesetzlichen Beteiligungsgebot gemäß § 76 Abs. 3a AktG entsprochen, wonach einem Vorstand mit mehr als drei Per- sonen mindestens eine Frau und ein Mann angehören müssen. Der Vorstand achtet auch bei der Besetzung von Führungspositionen im Un- ternehmen auf Diversität. Dabei strebt er insbesondere eine angemessene Beteiligung von Frauen an. Der Vorstand hat gemäß § 76 Abs. 4 AktG für den Frauenanteil der Beiersdorf AG in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße von mindestens 35% (Stand Ende 2021: 31%; Stand Ende des Vorjahres: 30%) und in der zweiten Führungsebene eine Zielgröße von mindestens 50% (Stand Ende 2021: 52%; Stand Ende des Vorjahres: 47%) festgelegt, die jeweils bis zum 30. Juni 2022 gehalten bzw. erreicht werden soll. Dabei werden diese beiden Führungsebenen anhand der bestehenden Berichtslinien innerhalb der Beiersdorf AG unterhalb des Vorstands bestimmt. Mit dem globalen Ziel einer geschlechterausgewogenen Führung ist die Strategie des Vorstands zur Frauenförderung bei Beiersdorf darauf gerichtet, eine zunehmende Anzahl von Kandidatinnen zur Auswahl für Top-Führungspositionen und den Vorstand zu haben. Beiersdorf bietet weiterhin spezielle Programme für weibliche Talente an, um mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen und um ihren Karrierepfad sicherzustellen. Diese Programme konzentrieren sich auf eine Kombination aus persönlichen und organisatorischen Modulen. Dabei arbeitet Beiersdorf mit externen Partnerinnen zusammen, um relevantes Fachwissen zu integrieren und um das richtige Klima für nachhaltigen Wandel bei diesem Thema zu schaffen. Der Aufsichtsrat strebt auch weiterhin bei personellen Änderungen im Vor- stand eine angemessene Berücksichtigung von Frauen an. Dies soll durch verschiedene Maßnahmen gefördert werden, insbesondere durch ein deut- lich kommuniziertes Bekenntnis zur Förderung von Frauen in Führungsposi- tionen, gezielte Personalentwicklung weiblicher Führungskräfte (etwa durch Trainings, Coaching, Mentoring), Anpassung von Recruiting- und Besetzungs- prozessen sowie Aufbau und Förderung von Netzwerkaktivitäten von Frau- en. Zur Weiterentwicklung und Förderung von Diversität im Vorstand sind zusätzlich zwei Diversity-Beauftragte aus dem Aufsichtsrat benannt (Martin Hansson und Prof. Manuela Rousseau). Vor der Bestellung eines Vorstands- 116 Zusammengefasster Lagebericht Erklärung zur Unternehmensführung Über die gesetzlichen, für die Beiersdorf AG geltenden Vorgaben hinaus, M e l d e p fl i c h t i g e W e r t p a p i e r g e s c h ä f t e v o n hat sich Beiersdorf globale Ziele für den internationalen Frauenanteil in den drei höchsten Managementgruppen (MG 1–3) im Unternehmensbereich Consumer gesetzt. Bis spätestens zum 30. Juni 2022 soll in den MG 1–3 eine Zielgröße von 35% Frauen erreicht werden. Zum Ende des Geschäftsjahres 2021 wurde ein Frauenanteil von 34% erreicht (Vorjahr: 33%). Schließlich hat sich Beiersdorf anlässlich der Verleihung des „Impact of Diversity Awards“ und des Internationalen Frauentags im März 2021 selbst verpflichtet,alle Ma- nagementgruppen (MG 1–4) bis 2025 geschlechterparitätisch zu besetzen. Vorstand und Aufsichtsrat Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sind nach Art. 19 Abs. 1 Marktmissbrauchsverordnung verpflichtet, Geschäfte mit Aktien der Beiersdorf AG oder damit verbundenen Finanzinstrumenten (Directors’ Dealings) der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs- aufsicht (BaFin) unverzüglich und spätestens drei Geschäftstage nach dem Datum des Geschäfts zu melden. Dies gilt auch für Personen, die mit einer solchen Person in einer engen Beziehung stehen. 3. Hauptversammlung Die Aktionärinnen nehmen ihre Rechte satzungsmäßig in und außerhalb der Hauptversammlung wahr. Jede Aktie gewährt eine Stimme. Die der Beiersdorf AG gemeldeten Geschäfte werden veröffentlicht und sind auf der Internetseite des Unternehmens unter www.beiersdorf.de/Directors_ Dealings abrufbar. Die Hauptversammlung beschließt unter anderem über die Verwendung des Bilanzgewinns, die Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Auf- sichtsrats, die Wahl des Abschlussprüfers und die rechtliche Grundlagen der Gesellschaft, insbesondere Satzungsänderungen. Die Hauptversammlung beschließt zudem beratend über die Billigung des vom Aufsichtsrat vorge- legten Vergütungssystems für die Vorstandsmitglieder, über die konkrete Vergütung des Aufsichtsrats und empfehlend über die Billigung des Vergü- tungsberichts für das vorausgegangene Geschäftsjahr. Darüber hinaus wird der Vorstand, wenn er dies im Einzelfall für angemessen hält, bei wesentli- chen Strukturänderungen oder im Falle eines Übernahmeangebots eine au- ßerordentliche Hauptversammlung einberufen, in der die Aktionärinnen hierüber beraten und gegebenenfalls über gesellschaftsrechtliche Maßnah- men beschließen. Weitere Informationen zur Corporate Governance Ausführliche Informationen zur Tätigkeit des Aufsichtsrats und seiner Aus- schüsse sowie zur Zusammenarbeit vonAufsichtsrat undVorstand finden Sie auch im Kapitel „Bericht des Aufsichtsrats“ dieses Berichts. Weitere Informa- tionen zur Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats finden Sie im Ka- pitel „Vergütungsbericht“. Konzernabschluss und Halbjahresberichte werden nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU an- zuwenden sind, der Jahresabschluss der Beiersdorf AG wird nach den Vor- schriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt. Die Hauptversammlung am 1. April 2021 wählte die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesell- schaft, Stuttgart, zum Abschlussprüfer für die AG und den Konzern für das Die ordentliche Hauptversammlung findet jährlich statt, in der Regel inner- halb der ersten fünf Monate eines jeden Geschäftsjahres. Die Einberufung mit der Tagesordnung der Hauptversammlung wird – zusammen mit den für die Hauptversammlung erforderlichen Berichten und Unterlagen einschließ- lich des Geschäftsberichts und der Formulare für die Briefwahl – auch auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht. Sie kann mitsamt der Einberu- fungsunterlagen auch auf elektronischem Wege übermittelt werden. Zur Er- leichterung der persönlichen Wahrnehmung der Rechte stellt die Gesell- schaft ihren Aktionärinnen eine weisungsgebundene Person zur Stimm- rechtsvertretung zur Verfügung. In der Einladung wird erklärt, wie Weisun- gen zur Stimmrechtsausübung erteilt werden können. Daneben bleibt es den Aktionärinnen unbenommen, sich durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl auf der Hauptversammlung vertreten zu lassen. Die Briefwahl sowie Er- teilung, Änderung und Widerruf einer Vollmacht an den von der Gesellschaft bestellten Stimmrechtsvertreter sind auch über das Internet vor und wäh- rend der Hauptversammlung möglich. Alle Aktionärinnen können die ge- samte Hauptversammlung auch über das Internet verfolgen; dies soll auch Nicht-Aktionärinnen ermöglicht werden. Geschäftsjahr 2021 sowie zum Prüfer für die prüferische Durchsicht des Halb - jahresberichts 2021. Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesell- schaft prüft die Jahres- und Konzernabschlüsse der Beiersdorf AG seit dem Geschäftsjahr 2006. Verantwortlicher Abschlussprüfer ist für die Geschäfts- jahre 2020 und 2021 Marc Jeschonneck. Aktuelle Entwicklungen und wichtige Unternehmensinformationen werden zeitnah auf der Internetseite www.beiersdorf.de veröffentlicht. Neben detail- lierten Erläuterungen zur Corporate Governance bei Beiersdorf finden sich dort weitergehende Informationen zu Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptver- sammlung, die Berichte des Unternehmens (Geschäftsberichte, einschließ- lich zusammengefasster Lageberichte und nichtfinanzieller Erklärungen,Jah- resabschlüsse, Halbjahresberichte und Quartalsmitteilungen), ein Finanz- kalender zu allen wesentlichen Terminen und Veröffentlichungen, Ad-hoc- Meldungen, meldepflichtige Wertpapiergeschäfte (Directors’ Dealings) sowie die Veröffentlichungen zu Stimmrechtsmitteilungen. Vor dem Hintergrund der weltweiten Corona-Pandemie wurde die Haupt- versammlung 2021 als virtuelle Hauptversammlung ohne physische Präsenz der Aktionärinnen oder ihrer Bevollmächtigten durchgeführt. Wegen des anhaltenden Infektionsgeschehens wird auch die Hauptversammlung 2022 als virtuelle Hauptversammlung abgehalten werden. Dabei soll die virtuelle Wahrnehmung von Aktionärinnenrechte weiter verbessert werden. Diese Erklärung zur Unternehmensführung ist ungeprüfter Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts. Sie ist zudem auf der Internetseite www. beiersdorf.de/Erklaerung_unternehmensfuehrung veröffentlicht und dort min- destens fünf Jahre lang zugänglich. Hamburg, im Februar 2022 Beiersdorf Aktiengesellschaft Der Aufsichtsrat Der Vorstand 117 Zusammengefasster Lagebericht Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen I Übernahmerechtliche Angaben Optionsrechte bzw.nach Erfüllung derWandlungspflicht zustehen würde (genehmigte Kapitalien I, II, III); Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen Der Vorstand hat gemäß § 312 AktG einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt, der folgende Schlusserklärung enthält: „Die Beiersdorf Aktiengesellschaft hat nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem Rechtsgeschäfte vorgenommen oder Maß- nahmen getroffen oder unterlassen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden.“ 3. wenn der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals zehn vom Hundert des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung bzw. – falls dieser Wert niedriger ist – im Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Aktien vorhandenen Grundkapitals nicht übersteigt und der Ausgabe- betrag der neuen Aktien den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrags, welche möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich unterschreitet. Sofern während der Laufzeit des genehmigten Kapitals von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien der Gesellschaft oder zur Ausgabe von Rechten, die den Bezug von Aktien der Gesellschaft ermöglichen oder zu ihm verpflichten, Gebrauch gemacht und dabei das Bezugsrecht gemäß oder entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen wird, ist dies auf die vorstehend genannte 10%-Grenze anzurechnen (genehmigtes Kapital II); Übernahmerechtliche Angaben Im Folgenden werden die gemäß § 315aAbs. 1 HGB und § 289a Abs. 1 HGB erforderlichen Angaben dargestellt. 4. bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder von Beteiligungen an Unterneh- men (genehmigtes Kapital III). Im Hinblick auf die Angaben zur Zusammensetzung des gezeichneten Kapi- tals und die Angaben zu direkten oder indirekten Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte überschreiten, wird auf den Anhang verwiesen. Von den vorstehenden Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugsrechts darf der Vorstand nur in einem solchen Umfang Gebrauch machen, dass der anteilige Betrag der insgesamt unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgege- benen Aktien weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächti- gungen noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigungen 10% des Grundkapitals überschreitet. Sofern während der Laufzeit eines genehmigten Kapitals bis zu seiner Ausnutzung von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien der Gesellschaft oder zur Ausgabe von Rechten, die den Bezug von Aktien der Gesellschaft ermöglichen oder zu ihm verpflichten, Gebrauch gemacht und dabei das Bezugsrecht ausge- schlossen wird, ist dies auf die vorstehend genannte Grenze anzurechnen. Die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands sind in den §§ 84,85AktG,§ 31 MitbestG und § 7 der Satzung geregelt.Gemäß § 7Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens drei Mitgliedern; im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Anzahl der Vorstandsmitglieder. Die Änderung der Satzung erfolgt nach §§ 179,133AktG sowie § 16 der Satzung. Nach § 16 Abs. 1 der Satzung ist der Aufsichtsrat ermächtigt, Änderungen und Ergänzungen der Satzung zu beschließen, die nur die Fassung betref- fen.Gemäß § 5Abs.6 der Satzung ist derAufsichtsrat insbesondere ermäch- tigt, § 5 der Satzung (Grundkapital) jeweils nach Ausnutzung von geneh- migtem oder bedingtem Kapital entsprechend zu ändern und neu zu fassen. Die Hauptversammlung hat am 29. April 2020 den Vorstand ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 28. April 2025 mit Zustimmung des Auf- sichtsrats um bis zu insgesamt 92 Mio.€ (genehmigtes Kapital I: 42 Mio.€; genehmigtes Kapital II: 25 Mio.€; genehmigtes Kapital III: 25 Mio. €) durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer auf ihre Inhaberinnen lautender Stückaktien zu erhöhen. Dabei kann die Gewinnberechtigung neuer Aktien abweichend von § 60 Abs. 2 AktG bestimmt werden. Der Vorstand wurde ferner ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Kapital- erhöhung und ihrer Durchführung mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen. Darüber hinaus hat die Hauptversammlung am 29. April 2020 beschlossen, das Grundkapital um bis zu insgesamt 42 Mio.€, eingeteilt in bis zu 42 Milli- onen auf ihre Inhaberinnen lautende lautende Stückaktien, bedingt zu er- höhen. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie Den Aktionärinnen ist ein Bezugsrecht einzuräumen. Das Bezugsrecht kann jedoch durch den Vorstand in folgenden Fällen mit Zustimmung des Auf- sichtsrats ausgeschlossen werden: 1. die Inhaberinnen bzw. Gläubigerinnen von Wandlungs- und/oder Optionsrechten, die mit den von der Beiersdorf Aktiengesellschaft oder deren unmittelbaren oder mittelbaren Mehrheitsbeteiligungsgesell- schaften bis zum 28. April 2025 auszugebenden Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen verbunden sind, von ihrem Wandlungs- bzw. Optionsrecht Gebrauch machen oder 1. zum Ausgleich von infolge einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen entstehenden Spitzenbeträgen (genehmigte Kapitalien I, II, III); 2. soweit dies erforderlich ist, um Inhaberinnen/Gläubigerinnen der von der Beiersdorf Aktiengesellschaft oder ihren unmittelbaren oder mittel- baren Mehrheitsbeteiligungsgesellschaften ausgegebenen Wandel- bzw. Optionsschuldverschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Wandlungs- oder 2. die zurWandlung verpflichteten Inhaberinnen bzw.Gläubigerinnen der von der Beiersdorf Aktiengesellschaft oder deren unmittelbaren oder mittelbaren Mehrheitsbeteiligungsgesellschaften bis zum 28. April 2025 auszugebenden Wandelschuldverschreibungen ihre Pflicht zurWandlung erfüllen 118 Zusammengefasster Lagebericht Übernahmerechtliche Angaben und das bedingte Kapital nach Maßgabe der Anleihebedingungen dafür benötigt wird. oder deren unmittelbaren oder mittelbaren Mehrheitsbeteiligungsgesell- schaften ausgegebenen Wandel- bzw. Optionsschuldverschreibungen oder sonstige Ansprüche auf Übertragung von Aktien zu erfüllen. Darüber hinaus wurde der Vorstand ermächtigt, das Bezugsrecht der Aktionärinnen auszu- schließen, soweit dies für den Fall der Veräußerung eigener Aktien an alle Aktionärinnen erforderlich ist, um entstehende Spitzenbeträge auszuglei- chen. Von den vorstehenden Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugs- rechts darf der Vorstand nur in einem solchen Umfang Gebrauch machen, dass der anteilige Betrag der insgesamt bezugsrechtsfrei verwendeten Ak- tien weder im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigungen 10% des Grundkapitals überschreitet. Sofern während der Laufzeit dieser Ermächtigung zur Verwen- dung eigener Aktien von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien der Gesellschaft oder zur Ausgabe von Rechten, die den Bezug von Aktien der Gesellschaft ermöglichen oder zu ihm verpflich- ten, Gebrauch gemacht und dabei das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, ist dies auf die vorstehend genannte Grenze anzurechnen. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten oder durch Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil. Der Vorstand wurde ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung einer bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Außerdem hat die Hauptversammlung am 29. April 2020 die Gesellschaft ermächtigt, gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG in der Zeit bis zum 28. April 2025 eigene Aktien im Umfang von insgesamt bis zu zehn vom Hundert des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb erfolgt über die Börse oder mittels eines an alle Aktionärinnen gerichteten öffentlichen Kaufange- bots bzw. mittels einer öffentlichen Aufforderung zur Abgabe eines Verkaufs - angebots. Der Vorstand wurde ermächtigt, die aufgrund der vorstehenden oder einer vorhergehenden Ermächtigung erworbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ganz oder teilweise unter Ausschluss des Be- zugsrechts der Aktionärinnen auch in anderer Weise als über die Börse oder durch Angebot an alle Aktionärinnen zu veräußern, soweit diese Aktien ge- gen Barzahlung zu einem Preis veräußert werden, der den Börsenkurs von Aktien der Gesellschaft gleicher Ausstattung zum Zeitpunkt der Veräußerung nicht wesentlich unterschreitet. Der Vorstand wurde ferner ermächtigt, die aufgrund der vorstehenden oder einer vorhergehenden Ermächtigung er- worbenen eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ganz oder teil- weise unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionärinnen gegen Sach- leistung zu veräußern, insbesondere zur Verwendung als Gegen- oder Teil- gegenleistung im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder zum Erwerb von Unternehmen, Beteiligungen an Unternehmen (einschließlich der Erhöhung von Beteiligungen) oder Unternehmensteilen. Zudem kann der Vorstand diese eigenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ganz oder teilweise unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionärinnen ver- wenden, um die Bezugs- und/oder Umtauschrechte aus von der Gesellschaft Schließlich ist der Vorstand ermächtigt worden, mit Zustimmung des Auf- sichtsrats die aufgrund der vorstehenden oder einer vorhergehenden Er- mächtigung erworbenen eigenen Aktien ohne weiteren Hauptversamm- lungsbeschluss einzuziehen. Durch die Schaffung des genehmigten und bedingten Kapitals soll die Ge- sellschaft in die Lage versetzt werden, schnell und flexibel auf Wachstums- möglichkeiten und Möglichkeiten am Kapitalmarkt reagieren zu können. Die Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien ermöglicht es der Gesellschaft, insbesondere auch institutionellen oder anderen Investorinnen Aktien der Gesellschaft anzubieten und/oder den Aktio- närinnenkreis der Gesellschaft zu erweitern sowie die erworbenen eigenen Aktien als Gegen- oder Teilgegenleistung für den Erwerb von Unternehmen, Unternehmensbeteiligungen (einschließlich der Erhöhung von Beteiligun- gen) oder Unternehmensteilen oder im Rahmen von Unternehmenszusam- menschlüssen, d.h. gegen Sachleistung, zu begeben. JAHRESABSCHLUSS DER BEIERSDORF AG ZUM 31.12.2021 Wir sind Beiersdorf Seit 1882 steht der Name Beiersdorf für innovative und hochwertige Haut- pflege. Der Erfolg von Beiersdorf basiert auf einem starken Portfolio internati- onal führender Marken. Mit ihnen überzeugen wir Tag für Tag Millionen von Menschen auf der ganzen Welt. Unsere Marken zeichnen sich durch eine hohe Innovationskraft, ausgezeichnete Qualität sowie eine besondere Nähe zu unseren Verbraucherinnen aus. Indem wir schnell und flexibel Antworten auf regionale Bedürfnisse geben, gewinnen wir die Herzen der Verbraucher in nahezu allen Ländern weltweit. Unsere Haut- und Körperpflegemarken unseres erfolgreichen Markenportfolios – mit ihnen bedienen wir ganz unterschiedliche Märkte: mit NIVEA den Massenmarkt, mit Eucerin den Markt der Dermo- kosmetik und mit La Prairie den Markt der Selektivkosmetik. Darüber hinaus ist Beiersdorf mit den Marken Hansaplast und Elastoplast im Bereich der Pflas- ter- und Wundversorgung weltweit präsent. Namhafte Marken wie Aquaphor, Coppertone, Chantecaille, Labello, 8x4, atrix, Hidrofugal, Maestro oder Florena ergänzen unser breites Portfolio im Unternehmensbereich Consumer. Mit der Marke tesa, die seit 2001 durch den gleichnamigen, eigenständigen Teilkonzern von Beiersdorf geführt wird, bieten wir hochinnovative, selbstkle- bende System- und Produktlösungen für Industrie- und Gewerbekunden sowie für Endverbraucherinnen an. 4 Inhalt JAHRESABSCHLUSS BESTÄTIGUNGEN S. 5 – S. 33 S. 34 – S. 41 Gewinn- und Verlustrechnung der Beiersdorf AG Bilanz der Beiersdorf AG 5 6 Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers 34 Versicherung des Vorstands 41 Anhang: Grundlagen des Abschlusses der Beiersdorf AG Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Erläuterungen zur Bilanz 7 8 11 18 29 Sonstige Angaben Nachtragsbericht Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns der Beiersdorf AG 30 31 Organe der Beiersdorf AG Jahresabschluss der Beiersdorf AG 2021 / GInehwalitnn- und Verlustrechnung der Beiersdorf AG Jahresabschluss der Beiersdorf AG 2021 / Gewinn- und Verlustrechnung der Beiersdorf AG 5 Gewinn- und Verlustrechnung der Beiersdorf AG Jahresabschluss der Beiersdorf AG (IN MIO. €) Anhang 2020 1.289 30 2021 1.336 35 Umsatzerlöse 01 02 03 04 Sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand –287 –290 –286 –332 Personalaufwand Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 05 06 –42 –647 53 –41 –727 –15 212 –45 3 Sonstige betriebliche Aufwendungen Betriebsergebnis Beteiligungsergebnis 07 08 09 215 –31 –10 174 227 –33 194 –18 – Zinsergebnis Übrige finanzielle Erträge und Aufwendungen Finanzergebnis 170 155 –32 123 – Ergebnis vor Steuern Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Jahresüberschuss 10 Einstellung in andere Gewinnrücklagen Entnahme aus anderen Gewinnrücklagen Bilanzgewinn 53 176 176 6 Bilanz der Beiersdorf AG (IN MIO. €) Aktiva Anhang 12 31.12.2020 170 31.12.2021 140 139 6.328 6.607 4 Immaterielle Vermögensgegenstände Sachanlagen 13 137 Finanzanlagen 14 5.501 5.808 3 Anlagevermögen Vorräte Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Wertpapiere 15 16 17 634 693 82 346 Flüssige Mittel 51 1 Umlaufvermögen 1.034 6 780 6 Rechnungsabgrenzungsposten Aktive latente Steuern Summe Aktiva 10 74 98 6.922 7.491 Passiva Anhang 31.12.2020 252 31.12.2021 252 Gezeichnetes Kapital Eigene Anteile –25 –25 Ausgegebenes Kapital Kapitalrücklage 227 227 47 47 Gewinnrücklagen 2.350 176 2.314 176 Bilanzgewinn Eigenkapital 18 19 20 2.800 605 2.764 656 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Übrige Rückstellungen Rückstellungen 266 305 871 961 Verbindlichkeiten Summe Passiva 21 3.251 6.922 3.766 7.491 Jahresabschluss der Beiersdorf AG 2021 / GBirluandz ldaegreBnedieerssAdobrsfcAhGlusses der Beiersdorf AG Jahresabschluss der Beiersdorf AG 2021 / Grundlagen des Abschlusses der Beiersdorf AG 7 Grundlagen des Abschlusses der Beiersdorf AG INFORMATIONEN ZUR GESELLSCHAFT SCHÄTZUNGEN UND ANNAHMEN Die Beiersdorf AG hat ihren Firmensitz in der Unnastraße 48 in Hamburg (Deutschland) und ist beim Amtsgericht Hamburg im Handelsregister unter HRB 1787 eingetragen. Im Jahresabschluss müssen in einem begrenzten Umfang Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen wer- den, die Auswirkungen auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendun- gen sowie der Eventualverbindlichkeiten haben. Dabei wer- den sämtliche aktuell verfügbaren Erkenntnisse berücksichtigt. Wesentliche Schätzungen und Annahmen wurden insbeson- dere bei den nachfolgend dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vorgenommen: dem Niederstwerttest von Anteilen an verbundenen Unternehmen (Abschnitt 14 „Fi- nanzanlagen“), der Wertminderung zweifelhafter Forderungen (Abschnitt 15 „Forderungen und sonstige Vermögensgegen- stände“), den versicherungsmathematischen Parametern bei der Berechnung des Aufwands aus leistungsorientierten Plä- nen sowie des Barwerts von Pensionsverpflichtungen (Ab- schnitt 19 „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Ver- pflichtungen“), der Ermittlung der Höhe der aktivierungsfähi- gen latenten Steueransprüche (Abschnitt 10 „Steuern vom Ein- kommen und vom Ertrag“) und der Bilanzierung der übrigen Rückstellungen (Abschnitt 20 „Übrige Rückstellungen“). Spezi- ell bei der Abbildung von rechtlichen Risiken aus Schadener- satzforderungen (Abschnitt 22 „Haftungsverhältnisse, sonstige finanzielle Verpflichtungen und rechtliche Risiken“) erfordern die bestehenden Unsicherheiten wesentliches Ermessen bei der Beurteilung, ob und in welcher Höhe ein möglicher Scha- den entstanden ist und wie hoch die Inanspruchnahme sein könnte. Bei der Ermittlung der Höhe eines möglichen Scha- dens besteht ein besonderes Ermessen in Bezug auf die Fest- legung der Ausprägung der der Kalkulation zu Grunde geleg- ten Faktoren „Overcharge“ und „Pass-on-rate“. Darüber hinaus werden Schätzungen und Annahmen insbesondere bei der Bestimmung von Nutzungsdauern von immateriellen Vermö- genswerten und Sachanlagen und der Bewertung der Vorräte vorgenommen. Die Beiersdorf AG ist ein international führendes Markenarti- kelunternehmen, das im Unternehmensbereich Consumer Produkte zur Haut- und Körperpflege entwickelt und vertreibt. Sie führt das deutsche Consumer Geschäft und erbringt typi- sche Leistungen einer Holdinggesellschaft an Konzerngesell- schaften. Neben dem eigenen operativen Geschäft verwaltet die Beiersdorf AG ein umfangreiches Beteiligungsportfolio und ist direkt oder indirekt Mutterunternehmen für über 170 Tochtergesellschaften weltweit. In der Gesellschaft werden zu- dem die zentralen Planungs-/Controlling-, Treasury- und Hu- man-Resources-Funktionen sowie der Großteil der For- schungs- und Entwicklungstätigkeiten für das Consumer Ge- schäft ausgeführt. Die Beiersdorf AG stellt als Mutterunternehmen einen eigenen Konzernabschluss auf. Zusätzlich wird der Beiersdorf Konzern- abschluss in den Konzernabschluss der maxingvest ag, Ham- burg, die den Konzernabschluss für den größten Kreis von Un- ternehmen aufstellt, mit einbezogen. Die beiden Konzernab- schlüsse werden im Bundesanzeiger veröffentlicht. ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN ZUM JAHRESABSCHLUSS Der Jahresabschluss der Beiersdorf AG wird nach den Vor- schriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Die für den Jahresabschluss relevanten Empfehlungen des Deutschen Corporate Gover- nance Kodex wurden berücksichtigt. Der Abschluss umfasst die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrech- nung und den Anhang. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Soweit in der Bi- lanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zur Verbesserung der Übersichtlichkeit Positionen zusammengefasst sind, wer- den sie in diesem Anhang gesondert ausgewiesen. Der Jah- resabschluss wird in Euro (€) aufgestellt; die Beträge werden in Millionen Euro (Mio. €) angegeben. Die im Vorjahr angewand- ten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden im Be- richtsjahr unverändert fortgeführt. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abwei- chen. Änderungen von Schätzungen werden zum Zeitpunkt ei- ner besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt. Bei den oben genannten Schätzungen und Annahmen wurden auch die möglichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie be- rücksichtigt. Der Lagebericht der Beiersdorf AG und der Konzernlagebe- richt sind nach § 315 Absatz 5 HGB in Verbindung mit § 298 Absatz 2 HGB zusammengefasst und im Geschäftsbericht 2021 veröffentlicht. Der Jahresabschluss und der mit dem Konzernlagebericht zu- sammengefasste Lagebericht der Beiersdorf AG für das Ge- schäftsjahr 2021 werden im Bundesanzeiger veröffentlicht. 8 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 01 Umsatzerlöse 03 Materialaufwand Die Umsatzerlöse beinhalten Verkäufe von Produkten und Dienstleistungen, Erlöse aus der Vermietung und Verpachtung sowie Lizenzerlöse von verbundenen Unternehmen. Die Um- satzerlöse werden realisiert, wenn die Waren und Erzeugnisse geliefert oder die Leistung erbracht wurden und der Gefahren- übergang stattgefunden hat. Die Beiersdorf AG verwendet hierbei unterschiedliche Lieferbedingungen, die den Gefah- renübergang vertraglich regeln. Skonti, Kundenboni und Ra- batte werden als Erlösschmälerungen direkt von den Umsatz- erlösen abgesetzt. Die Wahrscheinlichkeit von Rücklieferun- gen wird bei der Realisierung und Bemessung der Umsatzer- löse berücksichtigt. Die Materialaufwendungen von 286 Mio. € (Vorjahr: 287 Mio. €) beinhalten die Anschaffungskosten der verkauften Waren. 04 Personalaufwand (IN MIO. €) 2020 249 2021 Löhne und Gehälter 275 Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 32 9 34 23 Aufwendungen für Altersversorgung Summe 290 332 Die Beiersdorf AG führt das deutsche Geschäft mit verbrau- chernahen Marken aus dem Bereich der Haut- und Körper- pflege, das im Unternehmensbereich Consumer zusammen- gefasst wird. Darüber hinaus erbringt sie im Rahmen ihrer Ge- schäftstätigkeit typische Leistungen einer Holdinggesellschaft an Konzernunternehmen. Die Umsatzerlöse der Beiersdorf AG stiegen um 47 Mio. € auf 1.336 Mio. € (Vorjahr: 1.289 Mio. €). Damit liegen die Umsatzerlöse wieder auf dem Niveau vor der COVID-19-Pandemie. In den Aufwendungen für die Altersversorgung wirkten sich im Berichtsjahr Abweichungen zwischen früheren versicherungs- mathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwick- lung in Höhe von 6 Mio. € negativ auf das Betriebsergebnis aus (Vorjahr: positiv mit 8 Mio. €). Die Aufwendungen aus der Än- derung des Rechnungszinses sowie die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen werden analog dem Vorjahr unter dem Posten „Zinsergebnis“ ausgewiesen. 05 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des UMSATZERLÖSE NACH REGIONEN (IN MIO. €) 2020 991 2021 988 Anlagevermögens und Sachanlagen Deutschland Übriges Europa Amerika 151 162 Im Berichtsjahr sind wie im Vorjahr im Wesentlichen planmä- ßige Abschreibungen der Markenrechte und Patente aus dem Erwerb des Coppertone-Geschäfts von Bayer enthalten. Ne- ben den planmäßigen Abschreibungen wurden im Geschäfts- jahr keine nennenswerten außerplanmäßigen Abschreibun- gen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagever- mögens und Sachanlagen vorgenommen (Vorjahr: 0 Mio.€). 59 73 Afrika/Asien/Australien Summe 88 113 1.289 1.336 02 Sonstige betriebliche Erträge (IN MIO. €) 2020 14 5 2021 22 Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen Erträge aus der Währungsumrechnung von Lieferungen und Leistungen 3 Erträge aus Leistungen an verbundene Unternehmen 6 5 6 4 Übrige Erträge Summe 30 35 In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von 22 Mio. € (Vorjahr: 14 Mio. €) enthalten, die aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren. Jahresabschluss der Beiersdorf AG 2021 / Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 9 06 Sonstige betriebliche Aufwendungen 08 Zinsergebnis (IN MIO. €) (IN MIO. €) 2020 390 7 2021 398 7 2020 30 2021 20 Marketingaufwendungen Instandhaltungsaufwendungen Ausgangsfrachten Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (davon aus verbundenen Unternehmen) Zinsen und ähnliche Aufwendungen (davon an verbundene Unternehmen) (5) (1) 8 8 –7 –8 Aufwendungen aus der Währungsumrechnung von Lieferungen und Leistungen (–2) (–2) 6 31 28 14 3 41 45 18 Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensions- und übrigen langfristigen Rückstellungen Fremde Dienstleistungen Rechts- und Beratungskosten Sonstige Personalkosten –54 –57 Summe –31 –45 Kosten der von verbundenen Unternehmen weiterbelasteten Leistungen In den Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensions- und den übrigen langfristigen Rückstellungen sind 43 Mio. € Auf- wand aus der Änderung des Rechnungszinses für Altersversor- gungsverpflichtungen enthalten (Vorjahr: 37 Mio. €). 115 1 163 2 Sonstige Steuern Übrige Aufwendungen Summe 47 42 647 727 Im Geschäftsjahr wurden 1 Mio. € Erträge aus dem Deckungs- vermögen mit Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensi- onsverpflichtungen verrechnet (Vorjahr: 0 Mio. €). Der Anstieg in den Kosten der von verbundenen Unternehmen weiterbelasteten Leistungen spiegelt die im Geschäftsjahr deutlich gestiegenen Investitionen zur Beschleunigung der di- gitalen Transformation im Rahmen des strategischen Pro- gramms „Digital Fast Forward“ wider. Die Umsetzung der da- mit verbundenen Initiativen erfolgt durch das konzerninterne Unternehmen Beiersdorf Shared Services GmbH. 09 Übrige finanzielle Erträge und Aufwendungen (IN MIO. €) 2020 151 2021 91 07 Beteiligungsergebnis Sonstige finanzielle Erträge Sonstige finanzielle Aufwendungen Summe –161 –10 –88 3 (IN MIO. €) 2020 216 (216) 20 2021 223 (223) 13 Erträge aus Beteiligungen Die sonstigen finanziellen Erträge beinhalten Erträge aus der Währungsumrechnung von Finanzpositionen von 86 Mio. € (Vorjahr: 147 Mio. €) sowie sonstige Finanzerträge von 5 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €). Die sonstigen finanziellen Aufwen- dungen enthalten Aufwendungen aus der Währungsumrech- nung von Finanzpositionen von 87 Mio. € (Vorjahr: 158 Mio. €) sowie sonstige Finanzaufwendungen von 1 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €). (davon aus verbundenen Unternehmen) Erträge aus Gewinnabführungsverträgen Zuschreibungen zu Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 4 18 –5 Verluste aus Gewinnabführungsverträgen –8 Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens –17 –36 Verluste aus dem Abgang von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen – –1 Summe 215 212 10 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Erträge aus Beteiligungen umfassen insbesondere die Ge- winnausschüttungen der La Prairie Group AG, Schweiz in Höhe von 120 Mio. € und der Beiersdorf (Thailand) Co., Ltd., Thai- land in Höhe von 42 Mio. €. Als Ertragsteueraufwendungen werden die Körperschafts- teuer, der Solidaritätszuschlag, die Gewerbesteuer und auslän- dische Quellensteuern ausgewiesen. Außerdem sind in dieser Position latente Steueraufwendungen beziehungsweise -er- träge enthalten. Sofern aufgrund von Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen in der Bi- lanz sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen eine künftige Steuerentlastung erwartet wird, erfolgt der Ansatz von aktiven latenten Steuern. Soweit die aktiven latenten Steuern den vor- handenen passiven latenten Steuern entsprechen, werden diese verrechnet dargestellt. Die Bewertung erfolgt mit dem Die Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens enthalten im Geschäftsjahr Wertberich- tigungen auf renditeorientierte Wertpapiere. Die relevanten Wertpapiere wurden im Laufe des Geschäftsjahres reduziert. 10 unternehmensindividuellen Steuersatz von 31,9ꢀ% (Vorjahr: 31,9ꢀ%). € (Vorjahr: 0 Mio. €). Passive Steuerlatenzen resultieren im We- sentlichen aus den unterschiedlichen Wertansätzen im Anlage- vermögen von 12 Mio. € (Vorjahr: 12 Mio. €). Die Beiersdorf AG ist Organträgerin für verschiedene Organ- gesellschaften im Rahmen von ertragsteuerlichen Organschaf- ten. Eine ertragsteuerliche Organschaft liegt vor, wenn sich eine Organgesellschaft im Sinne des § 14 Abs. 1 Satz 1 in Ver- bindung mit § 17 Abs. 1 Satz 1 KStG durch einen Gewinnab- führungsvertrag im Sinne des § 291 Abs. 1 AktG verpflichtet, ihren gesamten Gewinn an ein einziges anderes gewerbliches Unternehmen abzuführen. In der Folge ist das Einkommen der Organgesellschaft dem Organträger zuzurechnen. Künftige Steuerbe- oder -entlastungen aus temporären Differenzen zwi- schen den handelsrechtlichen Buchwerten von Vermögensge- genständen, Schulden oder Rechnungsabgrenzungsposten der Organgesellschaften und den jeweils korrespondierenden steuerlichen Wertansätzen werden daher im Jahresabschluss der Beiersdorf AG berücksichtigt. Die Beiersdorf AG erwartet zum 31. Dezember 2021 aus die- sen zeitlichen Bilanzierungsunterschieden – sowohl eigenen als auch solchen bei Gesellschaften des steuerlichen Organ- kreises – eine zukünftige Steuerentlastung von insgesamt 98 Mio. € (Vorjahr: 74 Mio. €). Im Steuerergebnis des Ge- schäftsjahrs ist ein Ertrag aus latenten Steuern von 24 Mio. € (Vorjahr: 10 Mio. €) enthalten. Bei der Ermittlung der Höhe der latenten Steueransprüche, die aktiviert werden können, ist eine wesentliche Ermessensaus- übung des Managements bezüglich des erwarteten Eintritts- zeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkom- mens erforderlich. Auf Basis positiver Einschätzungen der Ge- schäftsentwicklung wird davon ausgegangen, dass das künf- tige steuerliche Einkommen mit hinreichender Wahrschein- lichkeit ausreichen wird, um die aktivierten latenten Steuern re- alisieren zu können. Aus den Pensionsrückstellungen ergibt sich aufgrund der hö- heren Verpflichtungen im handelsrechtlichen Abschluss ge- genüber den steuerlichen Wertansätzen eine aktive Steuerla- tenz von 85 Mio. € (Vorjahr: 70 Mio. €). Weitere aktive Laten- zen stammen aus steuerlich nicht ansetzbaren und wertmäßig niedrigeren sonstigen Rückstellungen von 11 Mio. € (Vorjahr: 10 Mio. €) sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen von 8 Mio. 11 Sonstige Steuern Die sonstigen Steuern werden unter den sonstigen betriebli- chen Aufwendungen erfasst. Sie betragen 2 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €). Jahresabschluss der Beiersdorf AG 2021 / Erläuterungen zur BGielawniznn- und Verlustrechnung Jahresabschluss der Beiersdorf AG 2021 / Erläuterungen zur Bilanz 11 Erläuterungen zur Bilanz 12 Immaterielle Vermögensgegenstände (IN MIO. €) Entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte Geleistete Anzahlungen und ähnliche Rechte und Werte Gesamt Anschaffungskosten Anfangsstand 01.01.2021 Zugänge 478 – – – – – – 478 – Abgänge –7 –7 Umbuchungen – – Endstand 31.12.2021 471 471 Abschreibungen Anfangsstand 01.01.2021 Abschreibungen 308 30 – – – – – 308 30 Zuschreibungen – – Abgänge/Umbuchungen Endstand 31.12.2021 –7 –7 331 331 Buchwert 31.12.2021 140 – 140 Buchwert 31.12.2020 170 – 170 Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear über drei bis zehn Jahre abgeschrieben. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Aufwendungen für Forschung und Entwicklung werden nicht aktiviert. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots erfol- gen bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten, wenn die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr beste- hen. Die planmäßigen Abschreibungen von 30 Mio. € stehen im Zu- sammenhang mit dem Erwerb der Coppertone-Markenrechte und Patente von Bayer aus dem Geschäftsjahr 2019. 12 13 Sachanlagen (IN MIO. €) Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten Betriebs- und Geschäfts- ausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Technische Anlagen und Maschinen Gesamt Anschaffungs- / Herstellungskosten Anfangsstand 01.01.2021 Zugänge 239 1 2 – 144 4 8 8 393 13 Abgänge –2 – –7 – –9 Umbuchungen 1 – – –1 15 – Endstand 31.12.2021 239 2 141 397 Abschreibungen Anfangsstand 01.01.2021 Abschreibungen 134 3 2 – 120 8 – – – – 256 11 Abgänge / Umbuchungen Endstand 31.12.2021 –2 – –7 –9 135 2 121 258 Buchwert 31.12.2021 104 – 20 15 139 Buchwert 31.12.2020 105 – 24 8 137 Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungs- kosten aktiviert und planmäßig entsprechend der voraussicht- lichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Abschreibung der Gebäude erfolgt über eine Nutzungs- dauer von 25 bis 50 Jahren. Die Nutzungsdauer beträgt bei technischen Anlagen und Maschinen sowie bei Betriebs- und Geschäftsausstattung in der Regel zehn Jahre, in Ausnahmefäl- len drei bis 15 Jahre. Ab 2018 werden geringwertige Wirtschaftsgüter bis 250 € im Zugangsjahr vollständig abgeschrieben. Anlagen mit einem Anschaffungswert zwischen 250 € und 1.000 € werden in ei- nem Sammelposten aktiviert und über fünf Jahre abgeschrie- ben. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn voraussichtlich dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Zuschreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots erfol- gen bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten, wenn die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr beste- hen. Bis 2017 wurden geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem Anschaffungswert bis 150 € im Zugangsjahr vollständig abge- schrieben, während Anlagen mit einem Anschaffungswert zwi- schen 150 € und 1.000 € in einem Sammelposten aktiviert und über fünf Jahre abgeschrieben wurden. JJaahhrreessaabbsscchhlulussssddeerrBBeeieiersrdsodrofrAfGAG2022012/1E/rlEäurltäeurutenrguenngzeunr zBuilranBzilanz 13 14 Finanzanlagen (IN MIO. €) Anteile an verbundenen Unternehmen Wertpapiere des Anlagevermögens Beteiligungen Gesamt Anschaffungs- / Herstellungskosten Anfangsstand 01.01.2021 Zugänge 1.833 3 – 3.702 1.084 326 5.538 1.142 325 58 Abgänge – – –1 – Umbuchungen – – Endstand 31.12.2021 1.891 2 4.460 6.353 Abschreibungen Anfangsstand 01.01.2021 Abschreibungen / Zuschreibungen Abgänge / Umbuchungen Endstand 31.12.2021 37 –12 – – – – – – – – – 37 –12 – 25 25 Buchwert 31.12.2021 1.866 2 4.460 6.328 Buchwert 31.12.2020 1.796 3 3.702 5.501 Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaf- fungskosten bewertet. Abschreibungen auf einen niedrigeren Wert am Bilanzstichtag werden vorgenommen, wenn die Wert- minderung als voraussichtlich dauerhaft angesehen wird. Zu- schreibungen aufgrund des Wertaufholungsgebots nehmen wir bis zu den Anschaffungskosten vor, wenn die Gründe für eine dauerhafte Wertminderung nicht mehr bestehen. Die Wertpapiere des Anlagevermögens enthalten langfristige Staats- und Industrieanleihen, denen bei Erwerb eine Restlauf- zeit von mehr als vier Jahren zu Grunde liegt. Die Wertpapiere des Anlagevermögens werden zu fortgeführten Anschaffungs- kosten bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Abschlussstichtag wer- den nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorge- nommen. Die Zugänge bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen resultieren aus Kapitalerhöhungen an bestehenden Tochter- unternehmen, insbesondere an der Beiersdorf Manufacturing Mexico, S.A. de C.V., Silao (Méxiko). Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden langfristige Staats- und Industrieanleihen mit einem Investitionsvolumen von insge- samt 1.084 Mio. € erworben. Die Restlaufzeiten dieser börsen- notierten Wertpapiere betragen zwischen vier und acht Jah- ren. Die Zuschreibungen auf Anteile an verbundenen Unterneh- men entfallen auf die Beiersdorf S.A., Buenos Aires (Argenti- nien) aufgrund wieder erstarkter Ertragswerte durch Auswei- tung ihrer Geschäftstätigkeiten in Südamerika. 14 15 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 16 Wertpapiere Die Beiersdorf AG hält zum 31. Dezember 2021 insgesamt 82 Mio. € (Vorjahr: 346 Mio. €) an kurzfristigen Staats- und In- dustrieanleihen und geldmarktnahen Publikumsfonds. Diese Wertpapiere des Umlaufvermögens werden zu fortgeführten Anschaffungskosten oder den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Wertpapiere mit einem Wert von 49 Mio. € (Vorjahr: 211 Mio. €) haben Restlaufzeiten bis zu einem Jahr, und Anleihen mit einem Wert von 33 Mio. € (Vorjahr: 135 Mio. €) haben Restlaufzeiten zwischen einem und vier Jah- ren. Zum Bilanzstichtag waren keine Anleihen (Vorjahr: 0 Mio. €) im Rahmen von kurzfristigen Wertpapierleihgeschäf- ten an Kreditinstitute verliehen. (IN MIO. €) 31.12.2020 31.12.2021 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) Forderungen gegen verbundene Unternehmen (davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) Sonstige Vermögensgegenstände (davon Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr) Summe 52 (–) 65 (–) 521 (–) 554 (–) 61 74 (–) (–) 634 693 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Erkennbare Einzelrisi- ken sind durch angemessene Wertberichtigungen berücksich- tigt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschal- wertberichtigung Rechnung getragen. 17 Flüssige Mittel Die Zahlungsmittel umfassen Guthaben bei Kreditinstituten, Kassenbestände, Schecks und kurzfristige, liquide Anlagen wie Tages- und kurzfristige Termingelder. Auf fremde Währung lautende Forderungen und Vermögens- gegenstände mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerech- net. Gesicherte Währungsforderungen werden zum Siche- rungskurs bewertet. Auf fremde Währung lautende Forderun- gen und Vermögensgegenstände mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bestehen nicht. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen mit 459 Mio. € Finanzforderungen (Vorjahr: 442 Mio. €) und mit 95 Mio. € Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr: 79 Mio. €). In den sonstigen Vermögensgegenständen sind im Wesentli- chen Steuerforderungen, Zinsforderungen aus Wertpapieren sowie entgeltlich erworbene Emissionsrechte aus CO2-Zertifi- katen enthalten. Jahresabschluss udnedr BLeaigeersbdeorircfhAtGde2r0B2e1ie/rEsrdläourfteArGun2g0e2n1z/uJraBhilraenszabschluss der Beiersdorf AG / Erläuterungen zur Bilanz 15 18 Eigenkapital Das Eigenkapital hat sich im Geschäftsjahr 2021 wie folgt entwickelt: (IN MIO. €) Verwendung Jahresüberschuss 2021 31.12.2020 252 Bilanzgewinn 2020 31.12.2021 252 Gezeichnetes Kapital Eigene Anteile – – – –25 – –25 Ausgegebenes Kapital Kapitalrücklage 227 – – – 227 47 – 47 Gesetzliche Rücklage Andere Gewinnrücklagen Bilanzgewinn 4 – – 4 2.346 176 17 –53 176 123 2.310 176 –176 –159 Summe 2.800 2.764 GEZEICHNETES KAPITAL Das Grundkapital der Beiersdorf Aktiengesellschaft beträgt 3. wenn der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht aus- geschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals zehn vom Hundert des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermächtigung bzw. – falls dieser Wert niedriger ist – im Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Ak- tien vorhandenen Grundkapitals nicht übersteigt und der Ausgabebetrag der neuen Aktien den Börsenpreis der be- reits börsennotierten Aktien zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrags, welche möglichst zeitnah zur Platzierung der Aktien erfolgen soll, nicht wesentlich un- terschreitet. Sofern während der Laufzeit des genehmigten Kapitals von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien der Gesellschaft oder zur Ausgabe von Rechten, die den Bezug von Aktien der Gesellschaft er- möglichen oder zu ihm verpflichten, Gebrauch gemacht und dabei das Bezugsrecht gemäß oder entsprechend § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen wird, ist dies auf die vorstehend genannte 10ꢀ%-Grenze anzurechnen (geneh- migtes Kapital II); 252 Mio. € (Vorjahr: 252 Mio. €) und ist in 252 Millionen auf ihre Inhaberinnen lautende Stückaktien eingeteilt, die am Grund- kapital der Gesellschaft in gleichem Umfang beteiligt sind. Die Beiersdorf Aktiengesellschaft hält seit Abwicklung des Aktien- rückerwerbs am 3. Februar 2004 und nach Durchführung des Aktiensplits im Jahr 2006 25.181.016 Stückaktien. Dies ent- spricht 9,99ꢀ% des Grundkapitals der Gesellschaft. GENEHMIGTES KAPITAL Die Hauptversammlung hat am 29. April 2020 den Vorstand ermächtigt, das Grundkapital in der Zeit bis zum 28. April 2025 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu insgesamt 92 Mio. € (genehmigtes Kapital I: 42 Mio. €; genehmigtes Kapital II: 25 Mio. €; genehmigtes Kapital III: 25 Mio. €) durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer auf ihre Inha- berinnen lautender Stückaktien zu erhöhen. Dabei kann die Gewinnberechtigung neuer Aktien abweichend von § 60 Abs. 2 AktG bestimmt werden. 4. bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen zum Zwecke des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder von Beteiligungen an Unternehmen (genehmigtes Kapital III). Den Aktionärinnen ist ein Bezugsrecht einzuräumen. Das Be- zugsrecht kann jedoch durch den Vorstand in folgenden Fällen mit Zustimmung des Aufsichtsrats ausgeschlossen werden: 1. zum Ausgleich von infolge einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen entstehenden Spitzenbeträgen (genehmigte Kapitalien I, II, III); Von den vorstehenden Ermächtigungen zum Ausschluss des Bezugsrechts darf der Vorstand jeweils nur in einem solchen Umfang Gebrauch machen, dass der anteilige Betrag der ins- gesamt unter Ausschluss des Bezugsrechts ausgegebenen Ak- tien weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens dieser Ermäch- tigungen noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächti- gungen 10ꢀ% des Grundkapitals überschreitet. Sofern wäh- rend der Laufzeit eines genehmigten Kapitals bis zu seiner Ausnutzung von anderen Ermächtigungen zur Ausgabe oder zur Veräußerung von Aktien der Gesellschaft oder zur Ausgabe von Rechten, die den Bezug von Aktien der Gesellschaft er- möglichen oder zu ihm verpflichten, Gebrauch gemacht und 2. soweit dies erforderlich ist, um Inhaberinnen/Gläubigerin- nen der von der Beiersdorf Aktiengesellschaft oder ihren unmittelbaren oder mittelbaren Mehrheitsbeteiligungsge- sellschaften ausgegebenen Wandel- bzw. Optionsschuld- verschreibungen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang zu gewähren, wie es ihnen nach Ausübung der Wandlungs- oder Optionsrechte bzw. nach Erfüllung der Wandlungspflicht zustehen würde (genehmigte Kapitalien I, II, III); 16 ANGABEN ZU AUSSCHÜTTUNGSGESPERRTEN BETRÄGEN Aus der Bewertung von Vermögensgegenständen, bei denen dabei das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, ist dies auf die vorstehend genannte Grenze anzurechnen. der beizulegende Zeitwert die Anschaffungskosten übersteigt, ergibt sich auf den Unterschiedsbetrag nach Abzug der hierfür gebildeten passiven latenten Steuern ein gemäß § 268 Abs. 8 HGB nicht zur Ausschüttung verfügbarer Betrag von 3 Mio. €. Der Vorstand wurde ferner ermächtigt, die weiteren Einzelhei- ten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung mit Zustim- mung des Aufsichtsrats festzulegen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellun- gen für Altersversorgungsverpflichtungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rück- stellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittli- chen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäfts- jahren in Höhe von 59 Mio. € ist gemäß § 253 Abs. 6 HGB zur Ausschüttung gesperrt. BEDINGTES KAPITAL Die Hauptversammlung hat am 29. April 2020 ferner beschlos- sen, das Grundkapital um bis zu insgesamt 42 Mio. €, eingeteilt in bis zu 42 Millionen auf ihre Inhaberinnen lautende Stückak- tien, bedingt zu erhöhen. Die bedingte Kapitalerhöhung wird nach dem zu Grunde liegenden Hauptversammlungsbe- schluss nur insoweit durchgeführt, wie 1. die Inhaberinnen bzw. Gläubigerinnen von Wandlungs- und/oder Optionsrechten, die mit den von der Beiersdorf Aktiengesellschaft oder deren unmittelbaren oder mittelba- ren Mehrheitsbeteiligungsgesellschaften bis zum 28. April 2025 auszugebenden Wandel- und/oder Optionsschuldver- schreibungen verbunden sind, von ihrem Wandlungs- bzw. Optionsrecht Gebrauch machen oder Der in der Bilanz ausgewiesene Überhang an aktiven über pas- sive latente Steuern (ohne Berücksichtigung der nach § 246 Abs. 2 HGB gebildeten passiven latenten Steuern) von insgesamt 99 Mio. € unterliegt gemäß § 268 Abs. 8 HGB eben- falls einer Ausschüttungssperre. Dieser Summe von insgesamt 161 Mio. € an ausschüttungsge- sperrten Beträgen stehen höhere frei verfügbare Rücklagen von 2.310 Mio. € gegenüber. Eine Ausschüttungssperre in Be- zug auf den Bilanzgewinn von 176 Mio. € besteht daher nicht. 2. die zur Wandlung verpflichteten Inhaberinnen bzw. Gläubi- gerinnen der von der Beiersdorf Aktiengesellschaft oder deren unmittelbaren oder mittelbaren Mehrheitsbeteili- gungsgesellschaften bis zum 28. April 2025 auszugebenden Wandelschuldverschreibungen ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen 19 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die Pensionsrückstellungen decken die Versorgungsverpflich- tungen gegenüber den ehemaligen und noch tätigen Mitar- beitenden ab. und das bedingte Kapital nach Maßgabe der Anleihebedin- gungen dafür benötigt wird. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an, in dem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Options- rechten oder durch Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil. Die Pensionsverpflichtungen werden mit Hilfe des Anwart- schaftsbarwertverfahrens unter Berücksichtigung von künfti- gen Lohn-, Gehalts- und Rententrends bewertet. Nach § 253 Abs. 2 HGB sind Rückstellungen für Altersversorgungsver- pflichtungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der ver- gangenen zehn Jahre abzuzinsen. Der zehnjährige Durch- schnittszinssatz wird von der Deutschen Bundesbank bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ermittelt und be- kannt gegeben. Der verwendete Rechnungszins beträgt 1,87ꢀ% (Vorjahr: 2,30ꢀ%), der Lohn- und Gehaltstrend 3,0ꢀ% (Vorjahr: 3,0ꢀ%) und der Rententrend 1,75ꢀ% (Vorjahr: 1,75ꢀ%). Der Bewertung der Pensionsverpflichtungen werden die Richt- tafeln RT 2018 G von K. Heubeck zu Grunde gelegt. Der Vorstand wurde ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Durchführung einer bedingten Kapitalerhöhung festzusetzen. KAPITALRÜCKLAGE Die Kapitalrücklage enthält das Aufgeld aus der Ausgabe von Aktien durch die Beiersdorf AG. GEWINNRÜCKLAGEN Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 1. April 2021 wurden 17 Mio. € aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahrs 2020 in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt. Zudem wur- den für das Berichtsjahr 2021 den anderen Gewinnrücklagen 53 Mio. € entnommen. Dieser Betrag wurde zu Ausschüttungs- zwecken dem Bilanzgewinn zugeführt. Der Erfüllungsbetrag der Rückstellungen für Altersversor- gungsverpflichtungen mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Geschäftsjahre (1,35ꢀ%) übersteigt den angewendeten Erfüllungsbetrag der Pensionsrückstellun- gen mit dem durchschnittlichen Marktzins der vergangenen Jahresabschluss udnedr BLeaigeersbdeorircfhAtGde2r0B2e1ie/rEsrdläourfteArGun2g0e2n1z/uJraBhilraenszabschluss der Beiersdorf AG / Erläuterungen zur Bilanz 17 zehn Geschäftsjahre (1,87ꢀ%) um 59 Mio. €. Dieser Unter- schiedsbetrag unterliegt gemäß § 253 Abs. 6 HGB einer Aus- schüttungssperre. 21 Verbindlichkeiten (IN MIO. €) 31.12.2020 31.12.2021 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 39 71 Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsver- pflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubi- gerinnen entzogenen Vermögensgegenstände werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert mit den Rückstellungen ver- rechnet. Der beizulegende Zeitwert der in Mischfonds ange- legten Vermögensgegenstände, der mit dem Erfüllungsbetrag der Verpflichtungen verrechnet wurde, beträgt zum Ab- schlussstichtag 97 Mio. € (Vorjahr: 87 Mio. €; Anschaffungs- kosten: 93 Mio. €). Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 86 121 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 2.954 172 3.567 7 Sonstige Verbindlichkeiten (davon aus Steuern) (4) (5) (davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) Summe (–) (–) 3.251 3.766 Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag am Bi- lanzstichtag angesetzt. 20 Übrige Rückstellungen (IN MIO. €) Auf fremde Währung lautende Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden zum Devisenkassamittel- kurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Langfristige Fremd- währungsverbindlichkeiten werden zum Stichtagskurs oder mit dem höheren Entstehungskurs angesetzt. Gesicherte Wäh- rungsverbindlichkeiten werden zum Sicherungskurs bewertet. Auf fremde Währung lautende Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bestehen nicht (Vorjahr: 0 Mio. €). 31.12.2020 31.12.2021 Steuerrückstellungen 39 227 (86) 43 262 Sonstige Rückstellungen (davon für Personalaufwendungen) (105) (davon für Marketing- und Vertriebsaufwendungen) (65) (76) 266 (54) (103) 305 (davon Andere) Summe Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren zukünftigen Zahlungsverpflichtungen, Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Die Bewertung erfolgt je- weils in Höhe des Erfüllungsbetrags, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung nötig ist, um zukünftige Zahlungs- verpflichtungen abzudecken. Rückstellungen mit einer Rest- laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Laufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergan- genen sieben Jahre abgezinst. Zur Optimierung des Anlagen- und Liquiditätsmanagements während der anhaltend niedrigen Zinssituation wurden kurz- fristige Kreditverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 71 Mio. € (Vorjahr: 39 Mio. €) genutzt. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten mit 3.515 Mio. € überwiegend Finanzverbindlich- keiten (Vorjahr: 2.901 Mio. €) und mit 52 Mio. € Verbindlichkei- ten aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr: 44 Mio. €). Rückstellungen für Personalaufwendungen beinhalten vor al- lem Rückstellungen für Verpflichtungen aus Arbeitszeitkonten, Jahressonderzahlungen, Urlaubsgelder sowie Trennungsver- einbarungen und Jubiläumsverpflichtungen. In dieser Rück- stellungsposition werden Verpflichtungen aus Arbeitszeitkon- ten mit dem entsprechenden zweckgebundenen Vermögens- gegenstand – Mischfonds von 29 Mio. € (Vorjahr: 26 Mio. €) – verrechnet. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten kurzfristige Ver- bindlichkeiten gegenüber der TROMA Alters- und Hinterblie- benenstiftung, Hamburg in Höhe von 246 Mio. € (Vorjahr: 163 Mio. €) aus Anlagetätigkeiten des TROMA Planvermögens. In den Verbindlichkeiten sind keine Verpflichtungen (Vorjahr: 0 Mio. €) mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr enthalten. Die Verbindlichkeiten sind nicht besichert. Die Rückstellungen für Marketing- und Vertriebsaufwendun- gen betreffen insbesondere Werbekostenzuschüsse und Kun- denrabatte sowie Retouren. Die anderen Rückstellungen betreffen insbesondere ausste- hende Rechnungen und Prozessrisiken. 18 Sonstige Angaben Risiken entstehen der Beiersdorf AG daraus nicht. Die Transak- tionen werden ausschließlich mit marktgängigen Instrumenten durchgeführt. 22 Haftungsverhältnisse, sonstige finanzielle Verpflichtungen und rechtliche Risiken (IN MIO. €) WÄHRUNGSRISIKEN 31.12.2020 31.12.2021 Unter Währungsrisiko versteht man das Risiko, dass der Zeit- Haftungsverhältnisse wert oder zukünftige Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von Wechselkursänderungen schwanken. Verpflichtungen aus Bürgschaften und Patronatserklärungen 5 5 (davon gegenüber verbundenen Unternehmen) (–) (–) Bei konzerninternen grenzüberschreitenden Finanzierungen werden Währungsrisiken grundsätzlich zentral von der Beiers- dorf AG durch Devisentermingeschäfte fristenkongruent und vollständig gesichert. Aufgrund dieser Sicherungsaktivitäten ist Beiersdorf zum Abschlussstichtag keinen wesentlichen Währungsrisiken im Finanzbereich ausgesetzt. Den Ergebnis- effekten aus den Devisentermingeschäften stehen in gleicher Höhe Wertschwankungen der abgesicherten Grundgeschäfte gegenüber. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen 9 9 Verpflichtungen aus Bestellobligo für Investitionen 3 3 Summe 12 12 SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN Die Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen beziehen sich im Wesentlichen auf die Anmietung von Immobilien und Firmenwagen und werden mit der Summe der bis zum frühes- ten Kündigungstermin anfallenden Beträge ausgewiesen. Für den operativen Bereich wird im Beiersdorf Konzern übli- cherweise der Großteil der geplanten Zahlungsströme in Fremdwährung für die nächsten zwölf Monate durch Standard- devisentermingeschäfte von der Beiersdorf AG extern gesi- chert, die dann überwiegend an Konzerngesellschaften kon- gruent weitergeleitet werden. Das Risiko der Inanspruchnahme aus der Haftung wird auf- grund der guten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der be- treffenden Tochterunternehmen als gering eingeschätzt. RECHTLICHE RISIKEN Die seit 2016 anhängige Klage des Insolvenzverwalters der Bis zum Abschlussstichtag haben sich die gegenläufigen Wer- tänderungen/Zahlungsströme aus Grund- und Sicherungsge- schäft vollständig ausgeglichen. Zur Messung der Effektivität der Sicherungsbeziehung wird die „Critical-Terms-Match-Me- thode“ verwendet. Schlecker e. K. in Bezug auf ein abgeschlossenes deutsches Kartellverfahren wurde in erster und zweiter Instanz abgewie- sen. Die Revision wurde auf die Nichtzulassungsbeschwerde des Klägers hin ohne Begründung durch den BGH zugelassen. Das Verfahren richtet sich auch noch gegen sechs weitere Un- ternehmen. Es beinhaltet eine gesamtschuldnerisch gegen alle Beklagten erhobene Schadensersatzforderung in Höhe von etwa 200 Mio. € plus Zinsen. Eine weitere Klage im Zusam- menhang mit dem genannten Kartellverfahren wurde eben- falls erstinstanzlich abgewiesen und ist jetzt in der Berufungs- instanz anhängig. Entscheidungen über weitere gerichtlich sowie außergerichtlich geltend gemachte Schadensersatzan- sprüche im Zusammenhang mit abgeschlossenen Kartellver- fahren stehen noch aus. Beiersdorf bestreitet die Forderungen. Alle diese Transaktionen werden zentral im Treasury-Manage- ment-System erfasst, bewertet und gesteuert. Die Nominalwerte der Devisentermingeschäfte lagen zum Stichtag bei 2.854 Mio. € (Vorjahr: 2.102 Mio. €). Alle Devisen- termingeschäfte haben Restlaufzeiten bis zu einem Jahr (Vor- jahr: 2.098 Mio. €). Die Nominalwerte zeigen die Summe aller Kauf- und Verkaufsbeträge derivativer Finanzgeschäfte. Bei den ausgewiesenen Nominalwerten werden Beträge nicht sal- diert. Die beizulegenden Zeitwerte der Devisentermingeschäfte be- trugen zum Stichtag 5 Mio. € (Vorjahr: –7 Mio. €). Sie ergeben sich als Summe aus der Bewertung der ausstehenden Positio- nen zu Marktkursen am Stichtag. Bei der Beiersdorf AG bilden die mit Banken abgeschlossenen Derivate und die an die Toch- tergesellschaften weitergeleiteten Gegengeschäfte bzw. den Kontrakten zu Grunde liegenden Grundgeschäfte eine Bewer- tungseinheit. Für nicht in eine Bewertungseinheit einbezogene 23 Derivative Finanzinstrumente Die Corporate Treasury der Beiersdorf AG steuert zentral das Währungs- und Zinsmanagement des Beiersdorf Konzerns und entsprechend alle Abschlüsse von Geschäften mit Finanz- derivaten. Zur Sicherung des operativen Grundgeschäfts und wesentlicher unternehmensnotwendiger Finanztransaktionen werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt – zusätzliche Jahresabschluss udnedr BLeaigeersbdeorircfhAtGde2r0B2e1ie/rSsodnosrtfigAeGA2n0g2a1b/eJnahresabschluss der Beiersdorf AG / Sonstige Angaben 19 derivative Finanzinstrumente waren zum Stichtag keine Rück- stellungen für drohende Verluste aus negativen Marktwerten erforderlich (Vorjahr: 2 Mio. €). 25 Angaben zu Aufsichtsrat und Vorstand Für das Geschäftsjahr 2021 belaufen sich die Gesamtvergü- tung der Mitglieder des Aufsichtsrats auf 1.702 Tsd. € (Vorjahr: 1.451 Tsd. €) und die Gesamtbezüge des Vorstands (ein- schließlich der Zuführungen zu den Rückstellungen für Unter- ZINSRISIKEN Unter dem Zinsänderungsrisiko versteht man das Risiko, dass der Zeitwert oder zukünftige Zahlungsströme eines Finanzin- struments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes schwanken. nehmenswertbeteiligungen) auf 16.131 Tsd. € (Vorjahr: 8.131 Tsd. €). Bezüglich der Angaben zu den Grundzügen der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung und der Höhe der indi- vidualisierten Bezüge wird auf den Vergütungsbericht verwie- sen. Frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen er- hielten Gesamtbezüge in Höhe von 4.775 Tsd. € (Vorjahr: 3.800 Tsd. €). Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen wurden insgesamt 59.369 Tsd. € (Vorjahr: 62.072 Tsd. €) zu- rückgestellt. Beiersdorf besitzt nur wenige langfristige Finanzinstrumente, die nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet wer- den sowie keine Zinsderivate. Daher sind Zeitwertänderungen für Beiersdorf von untergeordneter Bedeutung. Die Zinsände- rungsrisiken auf den Bestand an kurzfristigen und langfristigen Anleihen werden ausgeschaltet, indem sie im Rahmen der ver- folgten Anlagestrategie bis zur Fälligkeit gehalten werden. Zwischenzeitliche Wertschwankungen werden toleriert. Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats erhielten von der Gesellschaft keine Kredite. AUSFALLRISIKEN Potenzielle Ausfallrisiken im Zusammenhang mit den externen Detaillierte Informationen zu den Vergütungsbestandteilen des Vorstands und Aufsichtsrats legt die Beiersdorf AG in ih- rem Vergütungsbericht offen. Der Vergütungsbericht ist als ei- gener Bericht Bestandteil des Geschäftsberichts und kann im Internet unter WWW.BEIERSDORF.DE abgerufen werden. Finanzanlagen werden für Beiersdorf dadurch begrenzt, dass solche Anlagen nur bei definierten Kontrahenten mit guter Bo- nität erfolgen. Es werden Höchstbeträge für Anlagen bei Part- nerbanken und Wertpapieremittenten definiert (Kontrahen- tenlimits), denen Beiersdorf regelmäßig die tatsächlich getä- tigten Anlagen gegenüberstellt. Beiersdorf hat den überwie- genden Teil der Liquidität in risikoarmen Titeln angelegt ( z.B. Staats-/Industrieanleihen). 26 Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers Die Hauptversammlung hat am 1. April 2021 die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021 gewählt. Das von der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar für die Beiersdorf AG und die von ihr beherrschten Tochterunternehmen ist in der entsprechen- den Anhangsangabe im Konzernabschluss enthalten. Positive Marktwerte der Derivate beinhalten grundsätzlich ein Ausfallrisiko durch Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen der Kontrahenten. Bei den externen Vertragspartnern handelt es sich um Banken, bei denen Beiersdorf das Ausfallrisiko als sehr gering einschätzt. 24 Mitarbeitende nach Funktionsbereichen Nichtprüfungsleistungen umfassten im Geschäftsjahr 2021 im Wesentlichen die freiwillige Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit der zusammengefassten Nichtfinanziellen Erklä- rung, freiwillige Jahresabschlussprüfungen, prüferische Durchsichten, insbesondere des verkürzten Konzernzwischen- abschlusses und des Konzernzwischenlageberichts für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis 30. Juni 2021, vereinbarte Untersuchungshandlungen sowie sonstige gesetzlich vorge- schriebene, vertraglich vereinbarte oder freiwillig beauftragte Bestätigungsleistungen. ANZAHL IM JAHRESDURCHSCHNITT 2020 691 2021 723 Forschung und Entwicklung Supply Chain 310 323 Marketing und Vertrieb Andere Funktionen Summe 631 645 692 687 2.324 2.378 20 27 Aufstellung des Anteilsbesitzes In der nachfolgenden Aufstellung werden Unternehmen / Beteiligungen aufgelistet, an denen die Beiersdorf AG am Bilanzstich- tag mehr als 5ꢀ% der Anteile und / oder Stimmrechte hält. ANTEILSBESITZLISTE DER BEIERSDORF AG Deutschland Höhe des Eigenkapitals zum 31.12.2021 (ermittelt nach IFRS) in TEUR Ergebnis des Geschäfts- jahrs 2021 Kapitalanteil (in %) (ermittelt nach IFRS) in TEUR Name der Gesellschaft Sitz Produits de Beauté Produktions GmbH1 Beiersdorf Manufacturing Berlin GmbH1 La Prairie Group Deutschland GmbH1 Beiersdorf Beteiligungs GmbH Baden-Baden Berlin 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 12.799 3.958 3.933 890.302 124 0 0 Düsseldorf Gallin 0 59.070 Tape International GmbH Gallin 15 tesa Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG Beiersdorf Customer Supply GmbH Beiersdorf Dermo Medical GmbH Beiersdorf Hautpflege GmbH2 Gallin 15.880 123.280 528 7.746 Hamburg Hamburg Hamburg Hamburg Hamburg Hamburg Hamburg 12.210 49 - - Beiersdorf Immo GmbH 47 2 Beiersdorf Immobilienentwicklungs GmbH Beiersdorf Manufacturing Hamburg GmbH1 Beiersdorf Shared Services GmbH1 2.630 22.992 30.999 122 0 0 Next Commerce Accelerator Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG2 Hamburg 9,90 - - Next Commerce Accelerator 2. Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG2 Hamburg Hamburg Hamburg Hamburg Hamburg Hamburg Hamburg Hamburg Hamburg Hanau 4,78 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 - 24 - Phanex Handelsgesellschaft mbH1 T.D.G. Vertriebs GmbH & Co. KG3 T.D.G. Vertriebs Verwaltungs GmbH3 tesa Manufacturing Hamburg GmbH1 tesa Werk Hamburg GmbH1 Ultra Kosmetik GmbH 0 128 –1.445 42 2 3.802 31.032 87 0 0 0 W5 Immobilien GmbH & Co. KG WINGMAN-STUDIOS GmbH3 tesa nie wieder bohren GmbH tesa Labtec GmbH 2.870 2.162 4.997 –1.368 747.550 16.146 19.819 –2.090 –1.677 108 Langenfeld Norderstedt Offenburg Waldheim –2.461 156.326 0 tesa SE tesa Werk Offenburg GmbH1 Beiersdorf Manufacturing Waldheim GmbH1 0 1 Diese Gesellschaften haben einen Ergebnisabführungsvertrag geschlossen, daher wird das handelsrechtliche HGB-Ergebnis nach Ergebnisabführung ausgewiesen. Für das Geschäftsjahr 2021 liegen zum Veröffentlichungsdatum keine Daten vor. Vorläufige Daten. 2 3 Jahresabschluss der Beiersdorf AG 2021 / Sonstige Angaben 21 Europa Höhe des Eigenkapitals zum 31.12.2021 (ermittelt nach IFRS) in TEUR Ergebnis des Geschäfts- jahrs 2021 Kapitalanteil (in %) (ermittelt nach IFRS) in TEUR Name der Gesellschaft Beiersdorf CEE Holding GmbH Beiersdorf Ges mbH La Prairie Group Austria GmbH Skin Care Emerging Markets GmbH tesa GmbH Sitz AT, Wien 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 16,32 855.455 14.753 989 –6.395 13.294 442 AT, Wien AT, Wien AT, Wien 35 0 AT, Wien 971 615 S-Biomedic NV2 BE, Berse - - SA Beiersdorf NV BE, Brüssel BE, Brüssel BG, Sofia 100,00 100,00 100,00 100,00 35,00 134.413 3.607 2.969 30.126 –207 11.955 1.046 1.294 22.361 706 tesa sa-nv Beiersdorf Bulgaria EOOD Beiersdorf AG CH, Basel Swiss Cosmetics Production AG3 tesa tape Schweiz AG La Prairie Group AG La Prairie Operations AG Laboratoires La Prairie SA Beiersdorf spol. s.r.o. tesa tape s.r.o. CH, Berneck CH, Urdorf 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 99,91 1.924 237.843 9.743 29.565 7.786 3.156 4.008 4.286 17.785 2.726 –1.755 271.282 27.147 21.837 6.095 399 822 CH, Volketswil CH, Volketswil CH, Volketswil CZ, Prag 150.538 –3.185 24.859 4.788 355 CZ, Prag tesa A/S DK, Allerød DK, Kopenhagen ES, Argentona ES, Argentona ES, Madrid ES, Tres Cantos ES, Tres Cantos ES, Tres Cantos FI, Turku 214 Beiersdorf A/S 2.563 1.597 729 Beiersdorf Manufacturing Argentona, S.L. tesa tape S.A. La Prairie Group Iberia S.A.U. Beiersdorf Holding, S.L. Beiersdorf Manufacturing Tres Cantos, S.L. Beiersdorf S.A. –514 11.837 5.238 15.289 3.978 177 Beiersdorf Oy tesa Oy FI, Turku La Prairie Group France S.A.S. tesa s.a.s. FR, Boulogne-Billancourt FR, Lieusaint FR, Paris 35 –2.812 1.298 6.480 5.075 29.277 –2.994 –1.717 598 2.456 177.268 47.719 42.458 –6.112 –496 Beiersdorf Holding France Beiersdorf s.a.s. FR, Paris Beiersdorf UK Ltd. GB, Birmingham GB, London GB, London GB, Milton Keynes GB, York 100,00 100,00 100,00 100,00 12,35 FormFormForm Ltd. La Prairie (UK) Limited tesa UK Ltd. The Salford Valve Company Ltd.3 Beiersdorf Hellas A.E. tesa tape A.E. 5.748 1.406 24.275 1.351 6.435 7.799 1.159 1.885 –2.962 744 –698 GR, Gerakas GR, Gerakas HR, Zagreb HU, Budapest HU, Budapest HU, Budapest IL, Herzeliya IS, Reykjavík IT, Mailand 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 60,00 5.795 76 Beiersdorf d.o.o. 4.295 4.191 13 Beiersdorf Kft. Tartsay Beruházó Kft. tesa tape Ragasztószalag Termelö és Kereskedelmi Kft. Alpa-BDF Ltd. 601 –2.620 526 Beiersdorf ehf 100,00 100,00 Beiersdorf SpA 24.800 12.315 2 Für das Geschäftsjahr 2021 liegen zum Veröffentlichungsdatum keine Daten vor. Vorläufige Daten. 3 22 Europa (Fortsetzung) Höhe des Eigenkapitals zum 31.12.2021 (ermittelt nach IFRS) in TEUR Ergebnis des Geschäfts- jahrs 2021 Kapitalanteil (in %) (ermittelt nach IFRS) in TEUR Name der Gesellschaft La Prairie SpA Sitz IT, Mailand 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 46,62 4.644 16.399 4.555 3.675 1.173 1.510.490 36.434 - –283 1.393 1.348 3.504 437 Comet SpA IT, Solbiate con Cagno IT, Vimodrone KZ, Almaty tesa SpA Beiersdorf Kazakhstan LLP tesa tape UAB LT, Wilna Beiersdorf Holding B.V. NL, Amsterdam NL, Amsterdam NL, Amsterdam NL, Amsterdam NL, Hilversum NL, Nijkerk 70.614 17.424 - Beiersdorf NV Skin Fakulty B.V.2,3 tesa Western Europe B.V. tesa BV 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 867 320 2.020 4.139 15 838 tesa TL B.V. –635 1 Beiersdorf AS NO, Oslo tesa AS NO, Oslo 548 215 Beiersdorf Manufacturing Poznan Sp. z o.o. Beiersdorf Shared Services Poland Sp. z o.o.2 NIVEA Polska Sp. z o.o. tesa tape Sp. z o.o. PL, Posen 58.042 - 6.962 - PL, Posen PL, Posen 112.178 1.453 11.458 730 24.821 567 PL, Posen Beiersdorf Portuguesa, Limitada tesa Portugal - Produtos Adesivos, Lda. Beiersdorf Romania s.r.l. tesa tape s.r.l. PT, Queluz 5.786 127 PT, Queluz RO, Bukarest RO, Cluj-Napoca RS, Belgrad RU, Moskau RU, Moskau RU, Moskau SE, Göteborg SE, Göteborg SE, Kungsbacka SI, Ljubljana SI, Ljubljana SK, Bratislava TR, Istanbul UA, Kiew 5.707 773 4.686 397 Beiersdorf d.o.o. 12.876 9.582 –489 4.057 –874 –320 2.084 10.954 13.269 556 Beiersdorf LLC La Prairie Group (RUS) LLC tesa tape OOO 3.483 14.392 113.376 1.076 117.971 325 Beiersdorf Aktiebolag Beiersdorf Nordic Holding AB tesa AB Beiersdorf d.o.o. 2.081 –48 tesa tape posrednistvo in trgovina d.o.o. i.L. Beiersdorf Slovakia, s.r.o. tesa Bant Sanayi ve Ticaret A.S. Beiersdorf Ukraine LLC 5.187 3.375 2.954 3.232 3.264 3.978 2 Für das Geschäftsjahr 2021 liegen zum Veröffentlichungsdatum keine Daten vor. Vorläufige Daten. 3 Jahresabschluss der Beiersdorf AG 2021 / Sonstige Angaben 23 Amerika Höhe des Eigenkapitals zum 31.12.2021 (ermittelt nach IFRS) in TEUR Ergebnis des Geschäfts- jahrs 2021 Kapitalanteil (in %) (ermittelt nach IFRS) in TEUR Name der Gesellschaft Beiersdorf S.A. Sitz AR, Buenos Aires AR, Buenos Aires 100,00 100,00 22.410 1.638 8.017 951 tesa tape Argentina S.R.L. BO, Beiersdorf S.R.L. Santa Cruz de la Sierra 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 99,81 5.706 4.376 64.825 52.772 36.490 3.040 24.170 36.811 9.746 2.978 3.034 1.411 6.122 7.761 1.773 46.203 7.663 147.374 2.001 5.552 5.914 1.284 74.615 14.916 0 1.410 1.746 –2.472 –1.158 –3.667 1.044 3.428 8.959 2.917 705 tesa Brasil Ltda. BR, Curitiba Beiersdorf Indústria e Comércio Ltda. BDF NIVEA LTDA. BR, Itatiba BR, São Paulo Beiersdorf Canada Inc. tesa tape Chile S.A. Beiersdorf S.A. CA, Saint-Laurent CL, Las Condes CL, Maipú Beiersdorf Chile S.A. Beiersdorf S.A. CL, Providencia CO, Bogotá tesa tape Colombia Ltda. BDF Costa Rica, S.A. Beiersdorf, SRL CO, Cali CR, San José 2.071 578 DO, Santo Domingo EC, Quito Beiersdorf S.A. 3.417 2.599 554 BDF Centroamérica, S.A. tesa tape Centro América S.A. BDF México, S.A. de C.V. tesa tape México, S.A. de C.V. Beiersdorf Manufacturing México, S.A. de C.V. BDF Panamá, S.A. GT, Guatemala-Stadt GT, Guatemala-Stadt MX, Mexiko-Stadt MX, Mexiko-Stadt MX, Silao 11.475 2.115 –742 1.219 2.230 1.703 538 PA, Panama-Stadt PE, Lima Beiersdorf S.A.C. Beiersdorf S.A. PY, Asunción 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 BDF El Salvador, S.A. de C.V. tesa tape inc. SV, San Salvador US, Charlotte, NC US, Cleveland, TN US, Edison, NJ US, New York City, NY US, Newburyport, MA US, Newnan, GA US, Sparta, MI 1.799 –6.305 0 Beiersdorf Manufacturing, LLC LaPrairie.com LLC La Prairie, Inc. 43.316 20.574 2.028 26.580 340.177 158.311 0 6.362 5.811 –165 543 Functional Coatings LLC tesa TL LLC tesa Plant Sparta LLC Beiersdorf, Inc. US, Stamford, CT US, Stamford, CT US, Wilmington, DE US, Wilmington, DE UY, Montevideo VE, Caracas 3.381 –2.178 0 Beiersdorf North America Inc. Sugru Inc. tesa Functional Coatings Inc. USA Beiersdorf S.A. Beiersdorf S.A.3 –3.331 2.209 174 –676 43 181 3 Vorläufige Daten. 24 Afrika/Asien/Australien Höhe des Eigenkapitals zum 31.12.2021 (ermittelt nach IFRS) in TEUR Ergebnis des Geschäfts- jahrs 2021 Kapitalanteil (in %) (ermittelt nach IFRS) in TEUR Name der Gesellschaft Sitz Beiersdorf Middle East FZCO Beiersdorf Near East FZ-LLC Beiersdorf Australia Ltd. AE, Dubai 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 80,00 8.946 25.051 27.305 6.150 5.726 3.280 –8.010 2.064 35.728 438 3.168 4.411 10.096 3.349 411 AE, Dubai AU, North Ryde, NSW AU, North Ryde, NSW AU, Rosebery, NSW AU, Sydney, NSW CN, Hongkong CN, Hongkong CN, Hongkong CN, Shanghai CN, Shanghai CN, Shanghai CN, Shanghai CN, Suzhou Beiersdorf Health Care Australia Pty. Ltd. La Prairie Group Australia Pty. Ltd. tesa tape Australia Pty. Ltd. 667 Beiersdorf Hong Kong Limited La Prairie Hong Kong Limited tesa tape (Hong Kong) Limited Beiersdorf Trading (Shanghai) Co., Ltd. La Prairie (Shanghai) Co., Ltd. NIVEA (Shanghai) Company Limited tesa tape (Shanghai) Co., Ltd. tesa Plant (Suzhou) Co., Ltd. tesa tape (Suzhou) Co., Ltd. Beiersdorf Daily Chemical (Wuhan) Co., Ltd. Beiersdorf Personal Care (China) Co., Ltd. Beiersdorf Egypt for Trading JSC Beiersdorf LLC –14.038 –2.060 16.874 –15 37.307 –54.257 90.014 43.213 949 36.604 –26.569 75.789 4.307 870 CN, Suzhou CN, Wuhan 13.096 –3.373 387 2.750 6.173 –8 CN, Xiantao EG, Kairo EG, Kairo 67 24 Beiersdorf Nivea Egypt LLC Beiersdorf Ghana Limited EG, Kairo 8.653 3.840 1.452 4.603 2.656 53.856 3.984 63.021 –7.592 41.567 7.777 6.396 26.006 2.787 12.517 317 2.781 2.527 3.870 806 GH, Accra P.T. Beiersdorf Indonesia ID, Jakarta Beiersdorf India Pvt. Limited Beiersdorf India Service Private Limited NIVEA India Pvt. Ltd. IN, Mumbai 51,00 IN, Mumbai 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 60,00 30 IN, Mumbai 8.220 2.088 23.076 –3.077 38.873 2.425 633 tesa tapes (India) Private Limited Beiersdorf Holding Japan Yugen Kaisha La Prairie Japan K.K. IN, Navi Mumbai JP, Tokio JP, Tokio Nivea-Kao Co., Ltd. JP, Tokio tesa tape KK JP, Tokio 100,00 100,00 31,43 Beiersdorf East Africa Limited Alkynes Co. Ltd.3 KE, Nairobi KR, Gyeonggi-do KR, Seoul 2.963 –3.903 2.276 –2.347 2.330 2.943 –215 Beiersdorf Korea Limited 100,00 100,00 24,09 La Prairie Korea Limited LYCL Inc.3 KR, Seoul KR, Seoul tesa tape Korea Limited KR, Seoul 100,00 100,00 100,00 96,25 2.970 8.239 936 Beiersdorf S.A. MA, Casablanca MM, Rangun MY, Bandar Baru Bangi MY, Bandar Baru Bangi MY, Petaling Jaya NG, Lagos Beiersdorf (Myanmar) Ltd. tesa tape (Malaysia) Sdn. Bhd. tesa tape Industries (Malaysia) Sdn. Bhd. Beiersdorf (Malaysia) SDN. BHD. Beiersdorf Nivea Consumer Products Nigeria Limited Beiersdorf Philippines Incorporated Beiersdorf Pakistan (Private) Limited Turath Al-Bashara for Trading Limited (Skin Heritage for Trading) 5.859 2.539 1.617 5.502 –922 363 96,25 273 100,00 100,00 100,00 100,00 70,00 2.342 429 PH, Bonifacio Global City PK, Lahore 1.090 –294 2.401 15.202 SA, Jeddah 4.791 3 Vorläufige Daten. Jahresabschluss der Beiersdorf AG 2021 / Sonstige Angaben 25 Afrika/Asien/Australien (Fortsetzung) Höhe des Eigenkapitals zum 31.12.2021 (ermittelt nach IFRS) in TEUR Ergebnis des Geschäfts- jahrs 2021 Kapitalanteil (in %) (ermittelt nach IFRS) in TEUR Name der Gesellschaft Sitz Beiersdorf Singapore Pte. Ltd. tesa tape Asia Pacific Pte. Ltd. Beiersdorf (Thailand) Co., Ltd. tesa tape (Thailand) Limited SG, Singapur SG, Singapur TH, Bangkok TH, Bangkok TR, Istanbul TW, Taipeh TW, Taipeh VN, Haiphong VN, Hanoi 100,00 100,00 100,00 90,57 1.926 78.320 143.229 1.575 1.499 81.767 41.938 1.217 7.632 –389 NIVEA Beiersdorf Turkey Kozmetik Sanayi ve Ticaret A.S. La Prairie (Taiwan) Limited 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 100,00 26.297 72 NIVEA (Taiwan) Ltd. –1.246 8.276 –222 tesa Site Haiphong Company Limited tesa Vietnam Limited –426 1.469 500 Beiersdorf Vietnam Limited Liability Company Beiersdorf Consumer Products (Pty.) Ltd. VN, Ho-Chi-Minh-Stadt ZA, Umhlanga –3.832 20.660 –323 16.348 26 der Beiersdorf Aktiengesellschaft gehaltenen 9,99ꢀ% (8.393.672 eigene Aktien) nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i. V.m. Satz 3 WpHG a.F. hatten die Meldepflichtigen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG a.F. jeweils erstmals zum 3. Februar 2004 die 50ꢀ%-Schwelle überschritten und hielten zu diesem Zeit- punkt jeweils einen Stimmrechtsanteil von 59,95ꢀ% (50.360.072 Stimmrechte) an der Beiersdorf Aktiengesell- schaft. Diese Erhöhung resultierte ausschließlich aus der Zu- rechnung der von der Beiersdorf Aktiengesellschaft gehalte- nen eigenen Aktien gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V. m. Satz 3 WpHG a. F.2 28 Anteilsbesitz an der Beiersdorf AG Folgende Beteiligungen sind der Beiersdorf AG bis zum Tag der Aufstellung der Bilanz (7. Februar 2022) nach den Vor- schriften des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) gemeldet worden.1 Die Angaben geben jeweils die zeitlich letzte Mittei- lung meldepflichtiger Personen an die Gesellschaft wieder, so- fern nicht aus Transparenzgründen die Aufführung weiterer Meldungen erforderlich ist. 1. a) Stimmrechtsmitteilungen gemäß § 21 Abs. 1 WpHG a. F. vom 2. April 2004, 14. April 2004 sowie 16. April 2004. Mit den Stimmrechtsmitteilungen der nachstehend in der Ta- belle als meldepflichtig aufgeführten Personen (die „Melde- pflichtigen“) gemäß § 21 Abs. 1 WpHG a. F. vom 2. April 2004, 14. April 2004 sowie 16. April 2004 wurden das erst- malige Überschreiten der 50ꢀ%-Schwelle und das Halten von 50,46ꢀ% (42.386.400 Stimmrechte) an der Beiersdorf Aktien- gesellschaft zum 30. März 2004 angezeigt. Der Gesamtstimmrechtsanteil der Meldepflichtigen betrug zum 30. März 2004 jeweils 60,45ꢀ% (50.780.072 Stimm- rechte) anstelle von 50,46ꢀ% (42.386.400 Stimmrechte).2 Sämtliche Stimmrechtsanteile waren den Meldepflichtigen mit Ausnahme der Tchibo Holding AG (nunmehr firmierend unter maxingvest ag) hierbei gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V. m. Satz 3 WpHG a. F. zuzurechnen. Der Tchibo Holding AG waren 30,36ꢀ% (25.500.805 Stimmrechte) gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V. m. Satz 3 WpHG a. F. zuzurechnen; 20,10ꢀ% (16.884.000 Stimmrechte) hielt sie zum damaligen Zeitpunkt direkt. Unter Berücksichtigung des am 3. Februar 2004 vollzogenen Aktienrückkaufprogramms der Beiersdorf Aktiengesell- schaft und der daher vorgenommenen Zurechnung der von 1 Die folgenden Mitteilungen berücksichtigen aufgrund ihres zeitlich früher liegenden Eingangs teilweise nicht den durch die Hauptversammlung der Gesellschaft am 17. Mai 2006 beschlossenen Aktiensplit im Verhältnis 1 : 3. Hierdurch wurde jeweils eine Stückaktie mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 2,56 € in drei Stückaktien mit einem rechnerischen Grundkapital von je 1,00 € (nach Erhöhung des Grundkapitals ohne Ausgabe neuer Aktien) gesplittet. 2 Aufgrund im Dezember 2014 geänderter Verwaltungspraxis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zur Zurechnung eigener Aktien werden von Emittentinnen gehaltene eigene Aktien dem Stimmrechtsanteil von Aktionärinnen nicht mehr zugerechnet. Jahresabschluss der Beiersdorf AG 2021 / Sonstige Angaben 27 Die Ketten der kontrollierten Unternehmen lauten wie folgt: Angaben gemäß § 17 Abs. 2 Verordnung zur Konkretisierung von Anzeige-, Mitteilungs- und Veröffentlichungspflichten sowie der Pflicht zur Führung von Insiderverzeichnissen nach dem Wertpapier- handelsgesetz (WpAIV) a. F. (kontrollierte Unternehmen, über die Stimmrechte tatsäch- lich gehalten werden und deren zugerechneter Stimmrechtsanteil jeweils 3 % oder mehr beträgt) zum Zeitpunkt des § 17 Abs. 1 Nr. 6 WpAIV a. F. Sitz und Staat, in dem sich der Wohnort oder der Sitz der meldepflichtigen Person befindet Meldepflichtige Person1 SPM Beteiligungs- und Verwaltungs GmbH (nunmehr firmierend unter S.P.M. Beteiligungs- und Verwaltungs GmbH) Norderstedt, Deutschland (nunmehr Sitz Hamburg, Deutschland) Trivium Vermögensverwaltungs GmbH, Tchibo Holding AG, Tchibo Beteiligungsgesellschaft mbH, Vanguard Grundbesitz GmbH, Beiersdorf Aktiengesellschaft EH Real Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH (nunmehr firmierend unter Norderstedt, Deutschland (nunmehr Sitz Hamburg, Deutschland) Scintia Vermögensverwaltungs GmbH, EH Real Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG, Tchibo Holding AG, Tchibo Beteiligungsgesellschaft mbH, Vanguard Grundbesitz GmbH, Beiersdorf Aktiengesellschaft E. H. Real Vermögensverwaltungs GmbH) Scintia Vermögensverwaltungs GmbH Trivium Vermögensverwaltungs GmbH Herr Michael Herz Norderstedt, Deutschland (nunmehr Sitz Hamburg, Deutschland) Tchibo Holding AG, Tchibo Beteiligungsgesellschaft mbH, Vanguard Grundbesitz GmbH, Beiersdorf Aktiengesellschaft Norderstedt, Deutschland (nunmehr Sitz Hamburg, Deutschland) Tchibo Holding AG, Tchibo Beteiligungsgesellschaft mbH, Vanguard Grundbesitz GmbH, Beiersdorf Aktiengesellschaft Deutschland SPM Beteiligungs- und Verwaltungs GmbH, Trivium Vermögensverwaltungs GmbH, Tchibo Holding AG, Tchibo Beteiligungsgesellschaft mbH, Vanguard Grundbesitz GmbH, Beiersdorf Aktiengesellschaft Herr Wolfgang Herz Deutschland EH Real Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH, EH Real Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG, Scintia Vermögensverwaltungs GmbH, Tchibo Holding AG, Tchibo Beteiligungsgesellschaft mbH, Vanguard Grundbesitz GmbH, Beiersdorf Aktiengesellschaft Max und Ingeburg Herz Stiftung Norderstedt, Deutschland (nunmehr Sitz Hamburg, Deutschland) Tchibo Holding AG, Tchibo Beteiligungsgesellschaft mbH, Vanguard Grundbesitz GmbH, Beiersdorf Aktiengesellschaft maxingvest ag (bis 12.09.2007 firmierend unter Tchibo Holding AG) Hamburg, Deutschland Tchibo Beteiligungsgesellschaft mbH, Vanguard Grundbesitz GmbH, Beiersdorf Aktiengesellschaft 1 Die folgenden meldepflichtigen Personen haben in der Folgezeit ihren Stimmrechtsanteil auf 0 %, 0 Stimmrechte, heruntergemeldet: EH Real Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG (Nor- derstedt, Deutschland); Frau Agneta Peleback-Herz (Deutschland); Herr Joachim Herz, vertreten durch die Joachim Herz Stiftung als Rechtsnachfolgerin (Hamburg, Deutschland); Coro Vermö- gensverwaltungsgesellschaft mbH (Hamburg, Deutschland); Ingeburg Herz GbR (Norderstedt, Deutschland). Frau Ingeburg Herz ist im Laufe des Geschäftsjahres 2015 verstorben. Zur Klarstellung: Die von der Beiersdorf Aktiengesellschaft ge- haltenen eigenen Aktien sind gemäß § 71b AktG weder stimm- noch dividendenberechtigt. Unter Berücksichtigung des am 3. Februar 2004 vollzogenen Aktienrückkaufprogramms der Beiersdorf Aktiengesell- schaft und der nunmehr vorgenommenen Zurechnung nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V. m. Satz 3 WpHG a. F. der im Rahmen des Rückkaufprogramms erworbenen 9,99ꢀ% (8.393.672 eigene Aktien) hatte die Tchibo Beteiligungsge- sellschaft mbH gemäß § 21 Abs. 1 WpHG a. F. erstmals zum 22. Dezember 2004 die 50ꢀ%-Schwelle überschritten und hielt zu diesem Zeitpunkt einen Stimmrechtsanteil von 60,45ꢀ% (50.780.072 Stimmrechte) an der Beiersdorf Aktien- gesellschaft.2 Davon waren der Tchibo Beteiligungsgesell- schaft mbH insgesamt 40,35ꢀ% (33.894.477 Stimmrechte) zu- zurechnen. Die Kette der kontrollierten Unternehmen lau- tete wie folgt: Vanguard Grundbesitz GmbH, Beiersdorf Ak- tiengesellschaft. Die Erhöhung resultierte ausschließlich aus der Zurechnung der von der Beiersdorf Aktiengesellschaft gehaltenen eigenen Aktien gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V. m. Satz 3 WpHG a. F.2 b)Stimmrechtsmitteilung gemäß § 21 Abs. 1 WpHG a. F. vom 29. Dezember 2004. Mit der am 29. Dezember 2004 abge- gebenen Stimmrechtsmitteilung gemäß § 21 Abs. 1 WpHG a. F. teilte die Tchibo Holding AG mit, dass die Tchibo Betei- ligungsgesellschaft mbH (nunmehr firmierend unter BBG Beteiligungsgesellschaft mbH) mit dem Erwerb von 20,10ꢀ% der Stimmrechte an der Beiersdorf Aktiengesellschaft von der Tchibo Holding AG erstmals die 50ꢀ%-Schwelle über- schritten und zum 22. Dezember 2004 50,46ꢀ% (42.386.400 Stimmrechte) an der Beiersdorf Aktiengesellschaft gehalten hatte. 2 Aufgrund im Dezember 2014 geänderter Verwaltungspraxis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zur Zurechnung eigener Aktien werden von Emittentinnen gehaltene eigene Aktien dem Stimmrechtsanteil von Aktionärinnen nicht mehr zugerechnet. 28 c) Stimmrechtsmitteilung gemäß § 21 Abs.1 WpHG a. F. vom 16. April 2009. Die Stimmrechtsmitteilung der EH Real Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH vom 11. März 2008 wurde hiermit zurückgenommen. Der Stimmrechtsan- teil der EH Real Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH hatte auch am 15. Januar 2007 und danach weiterhin die Schwellen von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 30 und 50ꢀ% überschritten und betrug unter Hinzurechnung der von der Beiersdorf Ak- tiengesellschaft gehaltenen 9,99ꢀ% (25.181.016 eigene Ak- tien) unter Berücksichtigung der Erhöhung des Grundkapi- tals aus Gesellschaftsmitteln ohne Ausgabe neuer Aktien und der Neueinteilung des Grundkapitals (Aktiensplit) im Verhältnis 1 : 3 im Jahr 2006 gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i. V. m. Satz 3 WpHG a. F. weiterhin ebenfalls 60,45ꢀ% (152.340.216 Stimmrechte).1 29 Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex Vorstand und Aufsichtsrat der Beiersdorf Aktiengesellschaft haben im Dezember 2021 die Entsprechenserklärung für das Geschäftsjahr 2021 zu den Empfehlungen der „Regierungs- kommission Deutscher Corporate Governance Kodex“ gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Entsprechenserklärung wurde den Aktionärinnen auf der Internetseite der Gesellschaft unter WWW.BEIERSDORF.DE/ENTSPRECHENSERKLAERUNG dauerhaft zugänglich gemacht. 2. Im Geschäftsjahr 2021 übermittelte die BlackRock, Inc., Wil- mington, DE, USA, mehrere Mitteilungen gemäß §§ 33 ff. WpHG, mit denen die BlackRock, Inc. für sich und eine Reihe von Tochtergesellschaften mehrmals das Über- oder Unter- schreiten der Schwelle von 3ꢀ% der Stimmrechte an der Beiers- dorf Aktiengesellschaft anzeigte. Ausweislich der letzten Mit- teilung der BlackRock, Inc. vom 2. Juni 2021 war der Black- Rock, Inc. und einer Reihe ihrer Tochtergesellschaften am 28. Mai 2021 ein Stimmrechtsanteil von 2,99ꢀ% aus Aktien der Beiersdorf Aktiengesellschaft gemäß § 34 WpHG zuzurech- nen. Darüber hinaus waren die BlackRock, Inc. und eine Reihe ihrer Tochtergesellschaften zu diesem Zeitpunkt unmittelbar o- der mittelbar Inhabende von Finanzinstrumenten gemäß § 38 WpHG, die sich auf insgesamt 0,02ꢀ% der Stimmrechte aus Ak- tien an der Beiersdorf Aktiengesellschaft bezogen. 3. Darüber hinaus veröffentlichte die Beiersdorf Aktiengesell- schaft gemäß § 25 Abs. 1 Satz 3 i.V. m. § 21 Abs. 1 Satz 1 WpHG a. F., dass sie am 3. Februar 2004 die Schwelle von 5ꢀ% der Stimmrechte an der eigenen Gesellschaft überschritten hatte und ihr seit diesem Zeitpunkt ein Anteil von 9,99ꢀ% zustand. Die von der Gesellschaft gehaltenen eigenen Aktien sind ge- mäß § 71b AktG weder stimm- noch dividendenberechtigt. Sämtliche Veröffentlichungen zu Stimmrechtsmitteilungen ge- mäß § 40 Abs. 1 WpHG, die die Beiersdorf Aktiengesellschaft seit dem 3. Januar 2018 vorgenommen hat, können unter WWW.BEIERSDORF.DE/INVESTOREN/FINANZBERICHTE/STIMMRECHTSMITTEILUNGEN eingesehen werden. 1 Aufgrund im Dezember 2014 geänderter Verwaltungspraxis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zur Zurechnung eigener Aktien werden von Emittentinnen gehaltene eigene Aktien dem Stimmrechtsanteil von Aktionärinnen nicht mehr zugerechnet. Jahresabschluss der Beiersdorf AG 2021 / Sonstige Angaben Jahresabschluss der Beiersdorf AG 2021 / Nachtragsbericht 29 Nachtragsbericht Am 1. Februar 2022 übernahm Beiersdorf Inc., Stamford (USA) Chantecaille Beaute Inc. (USA), ein Unternehmen für Prestige- Kosmetik, zu 100ꢀ% für einen Kaufpreis von 529 Mio. € (USD 590 Mio.). Abhängig von der zukünftigen Entwicklung des Chantecaille- Geschäfts kann sich der Kaufpreis in den nächs- ten drei Jahren um bis zu 90 Mio. € (USD 100 Mio.) erhöhen. Die Finanzierung der Akquisition erfolgte aus eigenen liquiden Mitteln. Durch die Übernahme von Chantecaille erweitert Beiersdorf das Portfolio im Prestige-Kosmetiksegment und stärkt seine Position, insbesondere in den USA, China und Ko- rea. Dies gehört zu einer der Prioritäten der Strategie C.A.R.E.+. Chantecaille wird bei Beiersdorf im Bereich Consu- mer als komplementäre Selektivkosmetikmarke geführt. Chantecaille wurde 1997 gegründet und bietet innovative Hautpflege-, Duft und Kosmetikprodukte an, die auf pflanzli- chen Inhaltsstoffen basieren. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in New York und ist weltweit vertreten, mit starker Präsenz in Nordamerika und Asien. 2021 erwirtschaftete Chan- tecaille einen weltweiten Umsatz von über 90 Mio. € (USD 100 Mio.). 30 Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns der Beiersdorf AG Bei den angegebenen Beträgen für die Gesamtdividende und (IN €) 2021 122.700.651,07 53.699.348,93 für die Einstellung in andere Gewinnrücklagen sind die im Zeit- punkt des Gewinnverwendungsvorschlags des Vorstands divi- dendenberechtigten Aktien berücksichtigt. Die von der Gesell- schaft gehaltenen eigenen Aktien sind gemäß § 71b AktG nicht dividendenberechtigt. Jahresüberschuss der Beiersdorf AG Entnahme aus anderen Gewinnrücklagen Bilanzgewinn 176.400.000,00 Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahrs 2021 in Höhe von 176.400.000,00 € wie folgt zu verwenden: Sollte die Anzahl der eigenen Aktien, die von der Gesellschaft im Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gehalten werden, größer oder kleiner sein als im Zeitpunkt des Gewinnverwen- dungsvorschlags des Vorstands, vermindert bzw. erhöht sich der insgesamt an die Aktionäre auszuschüttende Betrag um den Dividendenteilbetrag, der auf die Differenz an Aktien ent- fällt. Der in die anderen Gewinnrücklagen einzustellende Be- trag verändert sich gegenläufig um den gleichen Betrag. Die auszuschüttende Dividende pro dividendenberechtigter Stückaktie bleibt hingegen unverändert. Der Hauptversamm- lung wird gegebenenfalls ein entsprechend modifizierter Be- schlussvorschlag unterbreitet werden. (IN €) 2021 Ausschüttung einer Dividende von 0,70 € je dividendenberechtigter Stückaktie (226.818.984 Stückaktien) Einstellung in andere Gewinnrücklagen Bilanzgewinn 158.773.288,80 17.626.711,20 176.400.000,00 Jahresabschluss udnedr BLeaigeersbdeorircfhAtGde2r0B2e1ie/rVsodrosrcfhAlaGg2fü0r21di/eJVaehrrweseanbdsucnhgludssesdeBrilaBneziegreswdionrnf sAdGe/r OBergiearnsdeodref rABGeiersdorf AG Jahresabschluss der Beiersdorf AG 2021 / Organe der Beiersdorf AG 31 Organe der Beiersdorf AG AUFSICHTSRAT Name Ausgeübter Beruf Mitgliedschaften Hong Chow Leiterin China & International, Unternehmensbereich Healthcare, Merck KGaA Reiner Hansert Business Partner tesa & La Prairie Group Corporate Brand Protection Unit, Beiersdorf AG Mitglied des Aufsichtsrats (seit 01.01.2022): – maxingvest ag (nicht börsennotiert) Martin Hansson1 Stellvertretender Vorsitzender Chief Executive Officer, Salix Group Mitglied des Aufsichtsrats: – Tchibo GmbH (nicht börsennotiert) Wolfgang Herz Geschäftsführer Participia Holding GmbH Mitglied des Aufsichtsrats: – maxingvest ag (nicht börsennotiert) – Tchibo GmbH (nicht börsennotiert) Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats: – Libri GmbH (nicht börsennotiert) Vorsitzender des Aufsichtsrats: – Blume2000 SE (nicht börsennotiert) – TOPP Holding AG (nicht börsennotiert) Andreas Köhn (seit 01.04.2021) Betriebsratsvorsitzender der Beiersdorf Manufacturing Hamburg GmbH Bezirksleiter, Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie Jan Koltze Mitglied des Aufsichtsrats: – Aurubis AG (börsennotiert) – ExxonMobil Deutschland Holding (nicht börsennotiert) – maxingvest ag (nicht börsennotiert) Dr. Dr. Christine Martel Olaf Papier Leiterin Global Commercial, Leiterin Geschäftsbereich Special.T, Société des Produits Nestlé S.A. Betriebsratsvorsitzender, Beiersdorf AG Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats (bis 19.05.2021): – Ilume Informatik AG (nicht börsennotiert) Frédéric Pflanz Chief Financial Officer, maxingvest ag Vorsitzender des Beirats: – meridian Stiftung (nicht börsennotiert) Mitglied im Verwaltungsrat: – Cambiata Schweiz AG, Schweiz (nicht börsennotiert) Mitglied des Board of Directors: – Cambiata Ltd., British Virgin Islands (nicht börsennotiert) Prof. Dr. Reinhard Pöllath Rechtsanwalt, P+P Pöllath + Partners Vorsitzender Vorsitzender des Aufsichtsrats: – maxingvest ag (nicht börsennotiert) – Wanzl GmbH & Co. KGaA (nicht börsennotiert) Mitglied des Aufsichtsrats: – Wanzl GmbH & Co. Holding KG (nicht börsennotiert) – Tchibo GmbH (nicht börsennotiert, seit 01.07.2021) Prof. Manuela Rousseau1 (Stellvertretende Vorsitzende) Senior Advisor for Diversity & Inclusion, Beiersdorf AG Mitglied des Aufsichtsrats (bis 31.12.2021): – maxingvest ag (nicht börsennotiert) Professorin an der Hochschule für Musik und Theater, Hamburg Mitarbeiterin, Inventory Accounting, Beiersdorf Shared Services GmbH Betriebsratsvorsitzende, tesa SE Regina Schillings (bis 01.04.2021) Mitglied des Aufsichtsrats: – maxingvest ag (nicht börsennotiert) Kirstin Weiland Mitglied des Aufsichtsrats: – tesa SE (konzernintern, nicht börsennotiert) 1 Diversity-Beauftragte des Aufsichtsrats. 32 AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS Mitglieder des Mitglieder des Mitglieder des Mitglieder des Mitglieder des Mitglieder des Präsidialausschusses Prüfungsausschusses Finanzausschusses Nominierungsausschusses Vermittlungsausschusses Personalausschusses – Prof. Dr. Reinhard Pöllath (Vorsitzender) – Dr. Dr. Christine Martel (Vorsitzende) – Frédéric Pflanz (Vorsitzender) – Prof. Dr. Reinhard Pöllath (Vorsitzender) – Prof. Dr. Reinhard Pöllath (Vorsitzender) – Frédéric Pflanz (Vorsitzender) (seit 31.08.2021) – Reiner Hansert – Martin Hansson – Martin Hansson (bis 31.08.2021) – Reiner Hansert – Martin Hansson – Hong Chow – Martin Hansson – Olaf Papier – Martin Hansson (Vorsitzender) (bis 31.08.2021) – Martin Hansson – Dr. Dr. Christine Martel – Wolfgang Herz – Olaf Papier (seit 01.04.2021) – Dr. Dr. Christine Martel – Prof. Manuela Rousseau – Hong Chow – Frédéric Pflanz (seit 31.08.2021) – Olaf Papier (seit 01.04.2021) – Reiner Hansert – Frédéric Pflanz – Prof. Manuela Rousseau – Andreas Köhn (seit 01.04.2021) – Regina Schillings (bis 01.04.2021) – Regina Schillings (bis 01.04.2021) – Olaf Papier (bis 01.04.2021) – Prof. Dr. Reinhard Pöllath – Kirstin Weiland Jahresabschluss udnedr BLeaigeersbdeorircfhAtGde2r0B2e1ie/rOsdrgoarfnAeGde2r0B2e1ie/ rJsadhorerfsAabGschluss der Beiersdorf AG / Organe der Beiersdorf AG 33 VORSTAND Name Funktion Verantwortlichkeiten Mitgliedschaften1 Vincent Warnery Vorsitzender (seit 01.05.2021) Unternehmensentwicklung & Strategie Interne Revision Mitglied des Aufsichtsrats (Bestyrelse) (bis 05.08.2021): Supply Chain & Qualitätssicherung Forschung & Entwicklung Konzernkommunikation – ALK-Abelló A/S, Dänemark (börsennotiert) Greater China/Korea Japan Stefan De Loecker (bis 30.06.2021) Vorsitzender (bis 30.04.2021) Oswald Barckhahn (seit 15.10.2021) Europe Europa USA & Canada Finance USA & Kanada Astrid Hermann (seit 01.01.2021) Finanzen & Controlling Recht & Compliance IT Stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats (seit 29.04.2021): – tesa SE (konzernintern, nicht börsennotiert) tesa SE tesa SE Thomas Ingelfinger Zhengrong Liu Europe Vorsitzender des Beirats: (bis 31.12.2021) – Tengelmann Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH (nicht börsennotiert) Human Resources Personal Nachhaltigkeit General Services & Real Estate – Arbeitsdirektor – Grita Loebsack (seit 01.01.2022) NIVEA Brand Management Digital Marketing Ramon A. Mirt Emerging Markets Lateinamerika Afrika Asien (ohne Greater China/Korea) Russland Asim Naseer (bis 05.04.2021) Cosmetic Brands Markenführung Kategorieentwicklung Patrick Rasquinet (seit 01.07.2021) Pharmacy & Selective Derma Health Care La Prairie Dessi Temperley (bis 05.04.2021) Finance Stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats: – tesa SE (konzernintern, nicht börsennotiert) Mitglied des Board of Directors: tesa SE (bis 17.02.2021) – Coca-Cola European Partners plc, Vereinigtes Königreich (börsennotiert) 1 Die Mitglieder des Vorstands der Beiersdorf AG nehmen im Zusammenhang mit ihrer Aufgabe der Konzernsteuerung und -überwachung auch Mandate in vergleichbaren Kon- trollgremien bei Konzern- und Beteiligungsgesellschaften wahr. Hamburg, 7. Februar 2022 Beiersdorf AG Der Vorstand