Skip to main content

AI assistant

Sign in to chat with this filing

The assistant answers questions, extracts KPIs, and summarises risk factors directly from the filing text.

Bechtle AG Management Reports 2019

Apr 15, 2020

54_rns_2020-04-15_3205dae4-f9e7-4bc1-9039-266c3dca52ca.html

Management Reports

Open in viewer

Opens in your device viewer

Publication

Bechtle Aktiengesellschaft

Neckarsulm

Jahresabschluss zum 31.12.2019

LAGEBERICHT FÜR 2019

UNTERNEHMEN

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Der Einsatz von Informationstechnologie bestimmt einen immer größeren Anteil am Unternehmenserfolg. Gleichzeitig nimmt die Komplexität der IT deutlich zu. Daher wächst auch der Bedarf nach einem zuverlässigen Partner, gerade bei mittelständischen Unternehmen. Bechtle bietet als herstellerunabhängiger Komplettanbieter ein umfassendes Portfolio rund um die IT. Damit decken wir das ganze Spektrum an Produkten und Dienstleistungen ab und können jedem Kunden eine optimale und passende Lösung anbieten.

Geschäftsmodell

Alles aus einer Hand. Bechtle ist mit 75 Systemhäusern in der DACH-Region aktiv und zählt mit 24 E-Commerce-Gesellschaften in 14 Ländern zu den führenden Onlinehändlern für Informationstechnologie in Europa. Das 1983 gegründete IT-Unternehmen mit Hauptsitz in Neckarsulm verbindet die Stärke und Solidität eines finanzkräftigen internationalen Konzerns mit der Nähe, persönlichen Betreuung und Flexibilität eines regionalen Dienstleisters. Bechtle bietet seinen mehr als 70.000 Kunden aus Industrie, Handel und dem Finanzsektor sowie dem öffentlichem Dienst ein lückenloses herstellerunabhängiges Angebot rund um die gesamte IT aus einer Hand.

Die Geschäftstätigkeit von Bechtle ist in zwei Segmente gegliedert: Im Segment IT-Systemhaus & Managed Services reicht das Leistungsspektrum von IT-Strategieberatung über Vertrieb von Hard- und Software, Anwendungslösungen sowie Projektplanung und -durchführung, Systemintegration, Wartung und Schulung bis hin zum Angebot von Cloud-Services oder bei Managed Services zum Komplettbetrieb der Kunden-IT. Im zweiten Geschäftssegment, IT-E-Commerce, haben wir unser Handelsgeschäft gebündelt. Hier bieten wir unseren Kunden mit einer Mehrmarkenstrategie über Telefon und Internet Hardware sowie Standardsoftware an. Insgesamt umfasst unser Angebotsportfolio über 50.000 Produkte.

Geschäftssegmente

Zusammen mehr wert. In elf europäischen Ländern ist Bechtle ausschließlich mit E-Commerce-Gesellschaften vertreten, in Deutschland, Österreich und der Schweiz hingegen in beiden Segmenten. Hier bearbeiten die Segmente gemeinsam den Markt, um dadurch Marktanteil und Kundendurchdringung zu erhöhen.

Wir haben in den letzten Jahren zahlreiche Schritte unternommen, um die Zusammenarbeit zwischen den Segmenten weiter zu verbessern und damit auch das Cross-Selling-Potenzial zu fördern. So bringen Vertriebsteams beider Segmente unter dem Namen BforB (Bechtle for Bechtle) ihre Stärken in gemeinsame Vertriebsaktivitäten ein. Das zunächst als Pilotprojekt gestartete BforB steht mittlerweile auch weiteren Systemhäusern in Deutschland zur Verfügung.

Unter der Adresse bechtle.com präsentieren wir segmentübergreifend einen digitalen Marktplatz, der auf einen Blick die gesamte Bandbreite des Leistungs- und Lösungsportfolios von Bechtle darstellt. So können wir jeden Kunden ganzheitlich ansprechen und ihm gezielt auch weiterführende Lösungen anbieten. Gleichzeitig erhöhen wir damit die Kundenzufriedenheit und -durchdringung. Dieser digitale Marktplatz soll in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden, um das Potenzial von bechtle.com zur Unterstützung unseres Vertriebs, aber auch zum unmittelbaren Verkauf von Produkten und Services besser auszuschöpfen. Dazu hat Bechtle im Berichtsjahr unter anderem eine Digital Business Unit gegründet, eine Einheit, in der Kompetenzen und Strategien zur Digitalisierung des Geschäfts gebündelt sind.

IT-Systemhaus & Managed Services

IT-Komplettanbieter. Das Leistungsangebot von Bechtle im Segment IT-Systemhaus & Managed Services umfasst die gesamte Wertschöpfungskette der IT. Themenschwerpunkte sind Digitalisierung, Cloud, IT-Security, Modern Workplace und IT als Service. Ein entscheidender Wettbewerbsvorteil ist, dass Bechtle "alles aus einer Hand" anbietet. Durch die individuelle Zusammenstellung eines Angebots - bestehend aus unterschiedlichen, miteinander verknüpften Dienstleistungen und frei wählbaren Servicelevels - ist Bechtle in der Lage, für jeden Kunden eine passgenaue Lösung zu erarbeiten. Service- und Lösungsportfolio werden dabei kontinuierlich überprüft und den Markt- und Kundenerfordernissen angepasst.

Getrieben durch die digitale Transformation steht der Markt für IT-Lösungen und -Services vor einem großen Wandel. Neben den klassischen Geschäftsfeldern gewinnen zunehmend verbrauchsgestützte und cloudbasierte Bezugsmodelle an Bedeutung. Diese Möglichkeiten, IT-Infrastruktur, Plattformen sowie Software und Applikationen als Service subskriptionsbasiert zu beziehen, werden vermehrt auch von mittelständischen Kunden wahrgenommen. Entsprechend bauen wir unser Angebot an Managed Cloud Services und Multi Cloud Services konsequent aus. Im Gegensatz zum klassischen Projektgeschäft bieten Managed Services wiederkehrende Umsätze über die gesamte Vertragslaufzeit, die sich zumeist auf vier bis sechs Jahre beläuft. Aufgrund der üblicherweise größeren Komplexität der angebotenen Leistungen sind in diesem Geschäftsfeld auch tendenziell etwas höhere Margen zu erzielen als im klassischen Projektgeschäft.

Für unsere zumeist regional verwurzelten Kunden ist es wichtig, einen persönlichen Ansprechpartner in der Nähe zu haben, um die immer komplexeren IT-Herausforderungen zu bewältigen. Unsere 75 regionalen Systemhäuser und deren rund 1.700 Vertriebsmitarbeiter bieten genau diesen persönlichen Bezug. Diese Nähe ist in der dezentralen Aufstellung von Bechtle ein ausschlaggebendes Kriterium. Der direkte, meist langjährige Kontakt eines Vertriebsmitarbeiters zum Kunden hilft, eine vertrauensvolle Kundenbasis zu etablieren, die gerade im vertragsgebundenen Managed-Services-Geschäft unerlässlich ist. Dabei sind kontinuierliche Schulung und Weiterbildung unserer Vertriebsmannschaft ein Schlüssel zum Erfolg. Durch regelmäßige Trainings unterstützen wir die Vertriebsmitarbeiter darin, unseren Kunden jederzeit die komplette Bandbreite des Bechtle Portfolios anzubieten.

In der Realisierung der Services bieten rund 5.400 Servicemitarbeiter sowie zertifizierte Spezialisten, System Engineers und Consultants den Kunden Fachwissen, hohe Detailkompetenz, langjährige IT-Projekterfahrung und eine schnelle Umsetzung der individuellen Anforderungen. In derzeit mehr als 70 überregional tätigen Competence Centern hat Bechtle Spezialisten-Know-how zu komplexen IT-Lösungsthemen gebündelt. Zahlreiche Zertifizierungen aller namhaften Hersteller garantieren höchste Qualifizierung bei unseren Serviceleistungen.

IT-E-Commerce

Umfassendes Portfolio an IT-Produkten. Im Segment IT-E-Commerce bietet die Bechtle Gruppe ihren Kunden ein breites Portfolio an IT-Produkten - von der Hardware über Standardsoftware bis zu Peripherieartikeln - und deckt damit alle gängigen Bereiche der IT ab. Die Marke Bechtle direct ist in 14 europäischen Ländern vertreten und hat sich in allen Märkten eine gute Wettbewerbsposition erarbeitet. Mit über 50.000 Produkten im Onlineshop wird Bechtle direct dem Anspruch gerecht, den Kunden ein vollumfängliches Angebot rund um IT-Infrastrukturen zu bieten. In den Bechtle Shops finden die Kunden jedes Produkt, das im Zusammenhang mit dem Betrieb der IT nötig ist. Die Marke ARP ist in sechs europäischen Ländern vertreten. Die ARP Gesellschaften fokussieren ihr Angebot auf mittelständische Unternehmen sowie den öffentlichen Bereich. Das Portfolio umfasst alle gängigen IT-Produkte. Darüber hinaus ist Bechtle mit der Marke Buyitdirect in den Niederlanden aktiv sowie mit der Inmac WStore in Frankreich. Die Eigenmarke ARTICONA ergänzt das Sortiment aller Gesellschaften der Bechtle Gruppe vor allem mit Peripherieprodukten.

Das Geschäft im Segment IT-E-Commerce ist von zwei Grundprinzipien geprägt: Auf der einen Seite steht der direkte persönliche Kontakt der Vertriebsmitarbeiter zum Kunden, der durch die aktive Ansprache bestehender oder potenzieller Kunden per Telefon gewährleistet wird. Dem Vertrieb kommt dabei eine Schlüsselrolle bei der Generierung von Umsatz über die Neukundenakquise und über Mehrgeschäft mit Bestandskunden zu. Insbesondere Kunden mit komplexen Anforderungen profitieren vom Kontakt mit dem persönlichen Ansprechpartner, der speziell auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnittene individuelle Lösungen anbieten kann.

Auf der anderen Seite hat das Segment stark prozessgesteuerte schlanke Abläufe der Bestellabwicklung etabliert, die für den Erfolg im Bereich E-Commerce von großer Bedeutung sind. In gewisser Hinsicht sind die unterlegten Prozesse sogar Teil der eigentlichen Leistung. So wird zum Beispiel eine Vielzahl der Bestellungen im IT-E-Commerce nach dem sogenannten Fulfilment-Prinzip abgewickelt: Bechtle leitet eingehende Bestellungen direkt an Hersteller oder Distributoren weiter. Diese übernehmen den Versand der Ware an den Kunden im Namen von Bechtle. Die Qualität des Versands, die vor allem durch die Geschwindigkeit bestimmt wird, stellt Bechtle über Vereinbarungen mit den Partnern und tägliche Audits sicher. Der Kunde profitiert dabei mehrfach: Durch die Vernetzung der Onlineshops mit den Beständen von Herstellern und Distributoren kann eine hohe und jeweils aktuelle Verfügbarkeit gewährleistet werden. Auch die Lieferzeit orientiert sich an den Bedürfnissen der Kunden: Bestellungen, die bis 16 Uhr eingehen, werden noch am selben Tag versendet und in der Regel am nächsten Tag zugestellt. Schlanke Prozesse gewährleisten zudem, dass die Prozesskosten möglichst gering sind. Der Kunde erhält somit wettbewerbsfähige Preise und Bechtle kann nichtsdestotrotz eine interessante Marge realisieren. Zudem halten wir auf Basis des Fulfilment-Prinzips den Lagerbestand niedrig und reduzieren so das Risiko von Abwertungen der von sehr kurzen Innovationszyklen geprägten IT-Produkte.

Viele Kunden legen außerdem Wert auf eine einheitliche IT-Infrastruktur - oftmals über Ländergrenzen hinweg. Ein großer Vorteil vor allem für internationale Kunden ist deshalb die europäische Aufstellung von Bechtle. Sie profitieren dabei durch:

einheitliche/zentrale Prozesse
einheitliche Servicelevels
Ansprechpartner in allen Ländern

Die Basis dafür bildet die Artikeldatenbank, die über fast alle Landesgesellschaften hinweg identisch ist. Dies ist ein Alleinstellungsmerkmal für Bechtle, denn kein anderer Wettbewerber - auch nicht die großen Hersteller - kann eine solche Einheitlichkeit in 14 Ländern Europas vorweisen.

Absatzmärkte

Fokus liegt auf mittelständischen Kunden aller Branchen. Bechtle verfügt über sehr große Erfahrung in der Betreuung mittelständischer Kunden. Daher gehört der Mittelstand zu unserer Kernzielgruppe. Die Größe eines Unternehmens definieren wir dabei über die Anzahl der PC-Arbeitsplätze - die Mindestgröße beträgt 20 PC-Arbeitsplätze, die Obergrenze der Definition "Mittelstand" liegt bei 2.000 PCs. Neben diesem klassischen Mittelstand sprechen wir aber auch verstärkt größere Unternehmen und Konzerne sowie öffentliche Auftraggeber mit mehr als 2.000 PC-Arbeitsplätzen an.

Bechtle ist für alle Kunden offen und nicht auf einzelne Branchen spezialisiert. Die Besonderheiten der Ausschreibungsverfahren im Bereich der öffentlichen Auftraggeber haben dazu geführt, dass wir für diese Kundengruppe eine stärker fokussierte und damit individuelle Kundenansprache etabliert haben. Der zentrale Geschäftsbereich Öffentliche Auftraggeber unterstützt in dieser Funktion als interne Serviceeinheit die dezentralen Systemhäuser sowie die Handelsgesellschaften bei der Bearbeitung öffentlicher Ausschreibungen.

Geografisch gesehen ist Bechtle im Segment IT-Systemhaus & Managed Services in der DACH-Region tätig. Einzige Ausnahme bildet das 2011 gegründete Vertriebsbüro in Brüssel, das wir speziell für das Geschäft mit den europäischen Institutionen eingerichtet haben. Im Segment IT-E-Commerce ist der Bechtle Konzern europaweit aufgestellt und in insgesamt 14 Ländern vertreten. Auf Basis der 2014 ins Leben gerufenen Global IT Alliance (GITA) verfügt Bechtle außerdem über ein Netzwerk von Partnerunternehmen außerhalb der europäischen Grenzen.

Wettbewerbsposition

Bechtle ist die Nummer eins in Deutschland. Der IT-Markt in Deutschland ist hochgradig fragmentiert. Gemäß Statistischem Bundesamt bieten über 90.000 IT-Unternehmen in Deutschland ihre Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen IT-Hardware, Software und IT-Services an. Dabei unterscheiden sich die Größe, das Leistungsspektrum und die Spezialisierung der IT-Unternehmen stark. Rund 82.000 dieser IT-Unternehmen sind rein lokal tätige Unternehmen, deren Jahresumsatz nicht mehr als 1 Mio. € beträgt. Rund 9.500 Unternehmen weisen einen Jahresumsatz von bis zu 50 Mio. € aus. Die Gruppe der mittelgroßen IT-Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 50 Mio. € bis 250 Mio. € besteht nach Angaben des Statistischen Bundesamtes aus rund 190 Unternehmen. Zu den größten in Deutschland aktiven Häusern zählen nur 38 Unternehmen, darunter Bechtle.

Bechtle hat in Deutschland eine hervorragende Marktposition. Laut dem Fachmedium ChannelPartner war unser Unternehmen, gemessen am inländischen Umsatz, auch 2019 die Nummer eins unter den Systemhäusern. Den Abstand zu den folgenden Unternehmen konnten wir dabei sogar noch weiter ausbauen.

Das Gesamtvolumen des deutschen IT-Markts 2019 liegt laut Marktforschungsinstitut EITO bei 84,3 Mrd. € (Vorjahr: 80,9 Mrd. €). Hierin sind auch Umsätze mit Privatkunden enthalten, allerdings keine Telekommunikationsumsätze. Mit einem Jahresumsatz in Deutschland von rund 3,3 Mrd. € beläuft sich der Marktanteil von Bechtle auf etwa 4 %. Die vom Fachmedium ChannelPartner jährlich erhobenen zehn größten Systemhäuser in Deutschland machen zusammen einen Marktanteil von rund 15 % aus. Anhand dieser Zahlen wird deutlich, wie stark fragmentiert der deutsche IT-Markt nach wie vor ist. Unverändert haben die kleineren und mittleren Unternehmen den weitaus größten Marktanteil inne. An dieser Situation wird sich voraussichtlich - trotz des schon länger bestehenden Konsolidierungsdrucks - auch mittelfristig nichts ändern.

Forschung und Entwicklung

Tochter Modus Consult AG betreibt Großteil der Entwicklungsleistungen. Als reines Dienstleistungs- und Handelsunternehmen betreibt Bechtle keine eigene Forschung. Wir erbringen jedoch Entwicklungsleistungen für Softwarelösungen und Applikationen sowohl zu eigenen Zwecken als auch im Rahmen von individuellen Kundenprojekten. Außerdem entwickeln wir Software zur Abdeckung von speziellen Branchenanforderungen und bieten diese modular an.

Im Geschäftsbereich Software & Anwendungslösungen konzipieren, entwickeln und implementieren wir unter anderem Software im Kundenauftrag - zum Beispiel bei SharePoint- oder ERP-Projekten.

Entwicklungsleistungen in etwas größerem Umfang erbringt die Modus Consult AG, die seit 2015 zur Bechtle Gruppe gehört. Sie entwickelt unter anderem ERP-Lösungen auf Basis von Microsoft Dynamics für verschiedene Branchen aus Fertigung und Handel. Daneben kommen in den Kundenprojekten auch Lösungen in den Bereichen Customer Relationship Management (CRM), Enterprise Content Management (ECM) und Business Intelligence (BI) zum Einsatz.

Im ERP/CRM-Umfeld stellen wir auf Basis von Microsoft Dynamics 365 Lösungen für folgende Industriebranchen zur Verfügung:

Modus Foodvision für die Nahrungs- und Genussmittelindustrie
Modus Engineering für den Maschinen- und Anlagenbau
Modus Industry für die getaktete Serienfertigung von Kunststoffen und Metallbearbeitung
Modus Furniture für die Möbelproduktion und den Möbelhandel
Modus Bauvision für das Bauhaupt- und das Baunebengewerbe

Nahtlose Verbindung zwischen Cloud-Systemen und lokal installierten Systemen. Für alle genannten Branchenlösungen haben wir neben individuellen Entwicklungsleistungen in Kundenprojekten auch Entwicklungsleistungen für die Aktualisierung der Lösungen erbracht. Diese werden derzeit für die nächste Generation der ERP-Suiten von Microsoft umgebaut, sodass wir auch in Zukunft voll lieferfähig sein werden. Durch den Ausbau unseres SharePoint-Angebots als zentrales Graphical User Interface und die Integration der Prozesse mit der Microsoft Power Platform gelingt es uns, das gesamte Angebot der Microsoft Plattform inklusive Office 365 und ausgewählter Drittanbieter für den Mittelstand nutzbar zu machen. Hier werden auch neue Themen wie das Internet der Dinge, künstliche Intelligenz und Augmented Reality vorangetrieben. Modus Consult verbindet dabei nahtlos Cloud-Systeme mit lokal installierten Systemen.

In den ECM-Projekten kommen Produkte von ELO (Elektronischer Leitz Ordner) zum Einsatz. Hier hat Modus Consult ebenfalls eigene Standardmodule entwickelt, die in Kundenprojekten eingesetzt oder individualisiert werden.

Daneben unterstützt Modus Consult Kunden auch bei reinen CRM-Projekten, die bereits am stärksten durch den Cloud-Ansatz geprägt sind. Das CRM-Angebot umfasst sowohl Marketinglösungen als auch Sales-, Service-, User-Portal- und Supportfunktionalitäten.

Das Thema Business Intelligence deckt Modus Consult mit dem Produkt QlikView und QlikSense der Firma Qlik(r) ab. Basierend auf dem Qlik-Standard sind diverse sogenannte Modus View Solutions entstanden, die in Kundenprojekten eingesetzt und dort ebenfalls individualisiert werden können.

Darüber hinaus gab es im Berichtsjahr keine nennenswerten Entwicklungsleistungen.

DER BECHTLE KONZERN

Bechtle ist das größte IT-Systemhaus Deutschlands mit einer einzigartigen Präsenz in 14 Ländern Europas. Damit bietet Bechtle international ein komplettes Portfolio an Produkten und Dienstleistungen rund um die IT aus einer Hand. Wesentlich für unseren Erfolg ist das Prinzip der vernetzten Dezentralität. Die Gesellschaften an den jeweiligen Standorten pflegen den Kundenkontakt und konzentrieren sich auf ihre Kernkompetenzen. Die Holding wiederum stellt zentrale Services für alle Konzerngesellschaften zur Verfügung.

Rechtliche Struktur

Kundenorientierte Legalstruktur. Das Prinzip der vernetzten Dezentralität und die Fokussierung auf das Kerngeschäft bei unseren regionalen Tochtergesellschaften spiegeln sich auch in unseren rechtlichen Strukturen wider: Der Bechtle Konzern präsentiert sich in einer klassischen Holdingstruktur. Die Bechtle AG übernimmt als Konzernmutter und Holding für die gesamte Unternehmensgruppe sämtliche administrativen Aufgaben wie Controlling, Finanzen, Unternehmenskommunikation und Investor Relations, IT, Human Resources und Personalentwicklung, Recht und Compliance, Mergers & Acquisitions, Marketing und digitales Business. Der Holding ebenfalls zugeordnet istdie Bechtle Logistik & Service GmbH. Hier sind konzernweit die Kompetenzen Einkauf, European Purchasing & Services, Lager/Logistik, Produktmanagement, Adressmanagement sowie das Retouren- und Ersatzteilmanagement gebündelt.

Direkt unterhalb der Bechtle AG befindet sich eine Ebene mit verschiedenen Holdinggesellschaften. Dort werden die Geschäftsfelder und Marken der beiden Segmente IT-Systemhaus & Managed Services sowie IT-E-Commerce zusammengefasst. Diese nehmen vermehrt Aufgaben der Geschäftsentwicklung wahr.

Die Bechtle Systemhaus Holding AG, Neckarsulm, vereint die Aktivitäten der IT-Systemhäuser in Deutschland und in Österreich.
Die Bechtle Managed Services AG, Neckarsulm, umfasst alle Gesellschaften mit dem Schwerpunkt längerfristiger Outsourcing-Dienstleistungen.
Die Bechtle Holding Schweiz AG, Rotkreuz, Schweiz, schließt sämtliche Gesellschaften in der Schweiz, die Handelsaktivitäten aller ARP-Gesellschaften sowie das Geschäft der Comsoft direct Gesellschaften ein.
Die Bechtle E-Commerce Holding AG, Neckarsulm, führt die Handelsaktivitäten der Bechtle direct Gesellschaften zusammen.

Dieser zweiten Holdingebene sind die rechtlich selbstständigen Tochtergesellschaften zugeordnet. An allen Tochtergesellschaften hält die Bechtle AG unmittelbar oder über Beteiligungsgesellschaften 100 % der Geschäftsanteile. Ausnahme ist eine Akquisition im Berichtsjahr, bei der Bechtle 75 % der Anteile übernommen hat. Über eine verbindliche Kaufoption ist jedoch geplant, bis 2021 auch hier 100 % der Anteile zu halten.

Zweck dieser zweistufigen Holdingstruktur ist:

die Entlastung der dezentral agierenden Tochtergesellschaften von administrativen und unternehmensübergreifenden Aufgaben, damit sie sich auf das Kerngeschäft konzentrieren können
die Bündelung von Kompetenzen und Ressourcen, um Synergien zu realisieren und beispielsweise im Einkauf sowie in der Logistik Skaleneffekte zu erzielen
die zentrale Bereitstellung vor allem von Outsourcing- und Cloud-Services, um die Auslastungen konzernweit zu optimieren, sowie
eine klar ausgerichtete schlanke Führungsverantwortung und -zuständigkeit, die bei der Größe der Bechtle Gruppe unabdingbar sind

Im Berichtsjahr hat der Vorstand die bestehende rechtliche Struktur des Bechtle Konzerns nicht wesentlich verändert.

Management

Vernetzte Dezentralität als Leitprinzip. Wichtigstes Merkmal der Managementstruktur ist die Trennung der strategischen Konzernführung durch den Vorstand von der Leitung der operativen Einheiten im Tagesgeschäft. Damit unterstreicht Bechtle das im Geschäftsmodell verankerte Prinzip der vernetzten Dezentralität. Gleichzeitig tragen wir so den umfangreichen und stetig wachsenden Leitungsaufgaben sowie dem sich sehr dynamisch entwickelnden wirtschaftlichen Umfeld Rechnung.

Als Bindeglied zwischen dem Konzernvorstand und den operativen Einheiten fungieren Bereichsvorstände: Dies sind die Bereichsvorstände für den segmentübergreifenden Geschäftsbereich Public Sector und den Zentralbereich Finanzen sowie für das Segment IT-E-Commerce. Die Bereichsvorstände im Segment IT-Systemhaus & Managed Services verantworten die Aktivitäten der Bechtle IT-Systemhäuser in Deutschland - unterteilt in die Regionen Nord/Ost, West, Mitte und Süd -, den Bereich Managed Services, die Anwendungslösungen sowie die Systemhausaktivitäten in der Schweiz. Vor Ort sind allein die Geschäftsführer für den Erfolg ihrer Gesellschaften verantwortlich. Über eine strikt ergebnisorientierte variable Vergütung ist jeder Geschäftsführer direkt am Erfolg seiner Gesellschaft beteiligt. Bechtle fördert und unterstützt damit das unternehmerische Denken sowie die Wirtschaftliche Verantwortung an allen Standorten.

Standorte

Größter Standort ist die Zentrale in Neckarsulm. Die Konzernzentrale der Bechtle Gruppe befindet sich in Neckarsulm. Hier haben neben der Bechtle AG die Logistik & Service GmbH sowie die deutschen Zwischenholdings ihren Sitz. Mit knapp 1.900 Mitarbeitern ist Neckarsulm der größte Standort in unserem Konzern. Insgesamt gehören zur Bechtle AG rund 100 operative Unternehmen. Der überwiegende Teil der IT-Systemhäuser sowie Service- und Handelsgesellschaften liegt in Deutschland, gefolgt von der Schweiz. Damit ist Deutschland für Bechtle der wichtigste Ländermarkt. Rund ein Drittel der Umsätze generiert Bechtle allerdings im Ausland. Dort sind gemessen am Umsatz Frankreich, die Schweiz, die Niederlande und Österreich die wichtigsten Märkte.

Insgesamt verfügen wir im Segment IT-E-Commerce mit der Marke Bechtle direct über Standorte in 14 europäischen Ländern. Mit der Marke ARP sind wir in sechs europäischen Ländern vertreten. Darüber hinaus betreibt ARP eine Einkaufsgesellschaft in Taiwan. Ausschließlich in Frankreich sind die Marken Comsoft direct sowie Inmac WStore aktiv. In den Niederlanden ist Bechtle zusätzlich mit der Marke Buyitdirect vertreten. Die zum 2. Januar 2020 in den Niederlanden von der Ivizi B.V. übernommenen Aktivitäten wurden in die dortige ARP integriert.

Neun neue Gesellschaften im Segment IT-Systemhaus. Im beratungsintensiven Dienstleistungsgeschäft des Segments IT-Systemhaus & Managed Services ist der Vor-Ort-Kontakt zum Kunden von entscheidender Bedeutung. Deshalb verfügen wir über ein flächendeckendes Netz an IT-Systemhäusern, das sich auf 75 Standorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz erstreckt. In dieser Struktur agieren die Geschäftsführer der operativen Tochtergesellschaften als selbstständige Unternehmer mit hoher Eigenverantwortung in ihrem jeweiligen lokalen Markt.

Im Berichtsjahr konnte Bechtle in diesem Segment eine Rekordzahl von neun Unternehmen in den Konzernverbund integrieren. Bereits 2018 als Akquisition gemeldet, aber erst 2019 konsolidiert wurden die Bücker GmbH mit Sitz im ostwestfälischen Hille sowie die Coffee GmbH mit Sitz im hessischen Angelburg und sieben weiteren Standorten in Deutschland. Ebenfalls in Deutschland übernahm Bechtle im Juli die exe GmbH in Mönchengladbach. Außerdem kamen im Zuge von Betriebsteilübergängen im April 2019 rund 320 ehemalige IBM-Mitarbeiter zu Bechtle. Sie verstärken seitdem unser Managed-Services-Geschäft. In Österreich akquirierte Bechtle im Juli die INEO IT-Solutions mit Sitz im steirischen Gleisdorf. In der Schweiz verstärkte sich Bechtle mit vier Unternehmen: Die Übernahme der Alpha Solutions AG mit Sitz in St. Gallen und einer Niederlassung in Zürich erfolgte im Mai. Im vierten Quartal folgten das Softwareunternehmen algacom AG mit Sitz in Basel sowie die Abissa Informatique und Codalis SA in der Westschweiz.

VISION, STRATEGIE UND STEUERUNG

Der IT-Markt ist einem permanenten Wandel unterworfen und durch ein deutlich gestiegenes Innovationstempo geprägt. In diesem Umfeld ist es wichtig, weiterhin seinen Weg zu gehen. Leitlinien in Form von Langfristzielen wie unserer Vision 2030 helfen Mitarbeitern und Kunden bei der Orientierung. Neues anzugehen ohne Bewährtes allzu leichtfertig aufzugeben ist für eine konstant erfolgreiche Entwicklung elementar. So bildet die Kombination von langfristiger Orientierung und zeitnaher Steuerung des Geschäfts die Grundlage für unseren Erfolg.

Vision und Strategie

Vision 2030 weist die Richtung. Bechtle hat bereits kurz nach der Unternehmensgründung langfristige Ziele in einer Vision formuliert. Etwa alle zehn Jahre haben wir seitdem die nächste Vision etabliert. Die Ziele der 2008 veröffentlichten Vision 2020 waren: 10.000 Mitarbeiter erwirtschaften einen Umsatz von 5 Mrd. € bei einer Vorsteuermarge von 5 %. Das Ziel der 10.000 Mitarbeiter erreichte Bechtle bereits im Jahr 2018, und die Umsatzgrenze von 5 Mrd. € wurde im Berichtsjahr überschritten. Damit sind zwei der drei Ziele der Vision 2020 bereits vorzeitig erfüllt.

2018 haben wir die neue Vision 2030 erarbeitet und veröffentlicht. Neben wichtigen qualitativen Aussagen beinhaltet diese erneut auch quantitative Wachstumsziele. Danach strebt der Konzern bis 2030 einen Gesamtumsatz von 10 Mrd. € bei einer Vorsteuermarge (EBT-Marge) von mindestens 5 % an. Diese Zielstellung setzt ein durchschnittliches Wachstum der Umsätze von jährlich etwa 7 % bei gleichzeitiger überdurchschnittlicher Steigerung der Profitabilität um mindestens 8 % pro Jahr voraus.

Bechtle: Der IT-Zukunftspartner. Erstmals hat eine Bechtle Vision auch eine Überschrift: "Bechtle: Der IT-Zukunftspartner." Darunter verstehen wir als oberste Maxime die Kundenorientierung, die sich am Erfolg des Kunden misst. Ebenfalls wichtig sind unser Know-how und die Professionalität im Umgang mit der IT sowie unsere Hingabe an unsere Kernkompetenz, zusammengefasst in der Aussage: IT ist unsere Leidenschaft. Unser unternehmerisches Denken und unsere Unabhängigkeit münden in dem Ziel einer EBT-Marge von mindestens 5 %. Schließlich formulieren wir ebenfalls unseren Anspruch, in den Märkten, in denen wir aktiv sind, Marktführer zu werden.

Die in der Firmenphilosophie verankerten Grundwerte der Bechtle AG sind zentraler Bestandteil der Unternehmenskultur. Diese Werte untermauern in Verbindung mit den internen Führungsgrundsätzen, dem Nachhaltigkeitskodex und dem Verhaltenskodex die langfristigen strategischen Zielsetzungen. Sie geben allen Mitarbeitern Orientierung hinsichtlich einer effizienten und nachhaltigen Unternehmensführung und -steuerung.

Ausbildung und Personalentwicklung sind vor dem Hintergrund des Fach- und Führungskräftemangels in der gesamten IT-Branche kritische Erfolgsfaktoren für die Umsetzung unserer Strategie und das Verfolgen unserer langfristigen Wachstumsziele. Unser Anspruch ist es, durch entsprechend qualifiziertes Personal innovative, lösungsorientierte und effiziente Konzepte für die Kunden-IT bereitzustellen. So wollen wir uns in einem sich stark verändernden Umfeld wettbewerbsfähig positionieren.

Wachstumsstrategie beinhaltet auch Übernahmen. Akquisitionen waren von jeher Bestandteil der Bechtle Wachstumsstrategie. So sollen die Ziele der Vision 2030 sowohl organisch als auch durch Übernahmen erreicht werden. Seit Unternehmensgründung hat Bechtle fast 100 Akquisitionen erfolgreich durchgeführt. Organisch können wir auf unsere mittlerweile 36-jährige Erfahrung im IT-Markt und unsere hohe Marktdurchdringung bauen. Von 2009 bis 2019 ist es uns gelungen, eine durchschnittliche jährliche organische Wachstumsrate von 13,8 % zu erzielen.

Das akquisitorische Wachstum kam in der Vergangenheit hauptsächlich über den Erwerb kleinerer bis mittelgroßer Unternehmen im Segment IT-Systemhaus & Managed Services zustande. Aber auch größere Unternehmen stehen bei der Prüfung passender Akquisitionen immer wieder im Fokus. Wichtig ist für uns in erster Linie, dass eine Akquisition die Marktposition der Bechtle Gruppe regional, kunden- und/oder leistungsbezogen stärkt. Zielsetzungen sind daher die Ergänzung unserer IT-spezifischen Kompetenzen, die intensive Bearbeitung strategisch bedeutender Märkte beziehungsweise Kundengruppen und damit die Gewinnung von Marktanteilen.

Bechtle wandelt sich mit dem Markt. Bechtle ist seit 36 Jahren im IT-Markt tätig. Dieser ist geprägt von rasanten technologischen Entwicklungen und sich entsprechend kontinuierlich ändernden Marktanforderungen. Der Erfolg unseres Unternehmens beruht darauf, dass es uns immer wieder gelingt, unser Portfolio und unser Geschäftsmodell den jeweils aktuellen Markterfordernissen anzupassen. Dies ist auch derzeit ein großes Thema für uns: Der IT-Markt befindet sich heute in einem Paradigmenwechsel. In der Vergangenheit betrieben die meisten unserer Kunden ihre IT selbst und haben ihre IT-Partner wie Bechtle projektweise hinzugezogen. Dieses Modell wird auch nicht gänzlich verschwinden - immer wichtiger werden jedoch im Rahmen der digitalen Transformation abonnement- und verbrauchsbasierte, sogenannte subskriptionsbasierte IT-Servicemodelle, sei es hinsichtlich Cloud Computing oder Managed Services. Bechtle hat seine Strategie in den letzten Jahren darauf ausgerichtet, diesen Wandel aktiv mitzugestalten und den Umsatzanteil in diesen verbrauchsbasierten IT-Lösungen auszubauen. Dabei werden wir aber unser traditionelles Geschäft nicht aus den Augen verlieren und vor allem unser wichtigstes Gut - die Kundennähe - nicht aufgeben.

Systeme und Instrumente

Zentrale Kennzahlen prägen die Unternehmenssteuerung. Der Vorstand der Bechtle AG ist für die Gesamtplanung und die Realisierung der langfristigen Konzernziele verantwortlich. Oberstes Ziel der Unternehmensentwicklung ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts durch profitables Wachstum.

Die Kurz- und Mittelfristplanung, die der Steuerung der operativen Einheiten dienen, sowie die daraus resultierenden Maßnahmen leiten sich aus der langfristigen Unternehmensplanung ab. Sie orientieren sich gleichzeitig an der Entwicklung des Wettbewerbs- und Marktumfelds. Priorität haben dabei Wachstum und Renditesteigerung durch erfolgreiche Kunden sowie das Erreichen der Marktführerschaft am jeweiligen Standort.

Als relevante Steuerungsgrößen für die wirtschaftlichen Ziele haben wir für Bechtle Umsatz, Umsatzwachstum, Bruttomarge beziehungsweise Deckungsbeitrag, Vorsteuerergebnis (EBT) sowie EBTMarge definiert. Über eine individuelle Erfolgsbeteiligung werden die Mitarbeiter motiviert, die vereinbarten Ziele engagiert zu verfolgen.

Verschiedene Reportingsysteme stellen sicher, dass alle Einheiten jederzeit einen Überblick über die für sie relevanten Kennzahlen haben und das operative Geschäft dementsprechend steuern können. Die Daten werden über alle operativen Einheiten aus den verschiedenen Reportingsystemen aggregiert. Auf Konzernebene werden sie dann für die Koordination von Investitions- und Finanzierungsentscheidungen, das frühzeitige Erkennen von Soll-Ist-Abweichungen sowie die Einleitung geeigneter Maßnahmen genutzt. Größere Bedeutung hat in den letzten Jahren das Cashflow Cockpit erlangt. Damit erhalten alle Einzelgesellschaften regelmäßig einen detaillierten Blick über ihre Kapitalflüsse. Ziel ist es, Cashflow- und Working-Capital-basierte Kennzahlen stärker in den Fokus zu rücken und so die konzernweite Optimierung dieser Kennzahlen zu ermöglichen.

Auch nichtfinanzielle Aspekte im Blick. Auch wenn nichtfinanzielle Aspekte bei Bechtle ebenfalls im Fokus stehen, sind diese oftmals nicht oder nur indirekt quantifizierbar. Dazu zählen Faktoren wie die Reputation der Marke, Kundenzufriedenheit, Qualifikation, Erfahrung und Motivation der Mitarbeiter sowie deren Führungsqualitäten, Aspekte der Corporate Social Responsibility, aber auch die Werte und die Unternehmenskultur. Diese können in der Regel besser qualitativ beschrieben werden.

Zur besseren Bewertung der Reputation im Markt führt Bechtle beispielsweise Kundenbefragungen durch. Fallweise orientieren wir uns auch an Erhebungen und Auswertungen Dritter. Die Ergebnisse dieser Studien werden unter anderem im Rahmen der strategischen Planung verwendet, um die Wahrnehmung unseres Unternehmens in Relation zum Wettbewerb einzuschätzen. Der Faktor Kundenzufriedenheit wird in beiden Segmenten des Unternehmens in regelmäßigen Zeitabständen analysiert. Die Ergebnisse dienen als Indikator für die Qualität der Kundenbindung. Daraus leiten wir geeignete Maßnahmen ab, um die Vertriebsaktivitäten entsprechend auszurichten.

In Verbindung mit einer zielgerichteten Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter helfen diese Analysen Bechtle, die Kunden auch künftig umfassend, flexibel und kompetent zu beraten. Als unternehmensinterne Steuerungsgrößen gelten dabei auch personalbezogene Daten wie Fluktuation und Qualifikation. Ziele sind die systematische Entwicklung der Mitarbeiter in allen Qualifikationsfeldern sowie die Erhöhung der Motivation, um so die Mitarbeiterbindung weiter zu verbessern. Unser Unternehmen hat eine im Branchenvergleich geringe Fluktuationsrate von 9,4 %.

NACHHALTIGKEIT

Vorausschauend wirtschaften, ein respektvolles Miteinander im betrieblichen Alltag schaffen und die Auswirkungen der geschäftlichen Aktivitäten auf Gesellschaft und Umwelt sorgsam reflektieren - das sind die Grundpfeiler unseres Handelns. Wir möchten Nachhaltigkeit langfristig und auf einer breiten Basis als selbstverständliches Prinzip unseres Unternehmens etablieren. Die Berichterstattung darüber erfolgt transparent in Form des jährlich erscheinenden Nachhaltigkeitsberichts, der auch den Nichtfinanziellen Konzernbericht enthält.

Langfristig denken, zukunftsorientiert handeln. Bechtle ist von jeher ein langfristig ausgerichtetes Unternehmen, Nachhaltigkeit war von Anfang an Teil unserer strategischen Ausrichtung. Unser Antrieb sind starke Ziele, formuliert in einer messbaren Vision. Ökonomische, ökologische und soziale Verantwortung gehören unserer Überzeugung nach untrennbar zusammen. Wir sind überzeugt: Erfolgreich sind wir nur dann, wenn es uns gelingt, geschäftliche und gesellschaftliche Interessen in einem gesunden Gleichgewicht zu halten. Um dies zu unterstreichen, weiten wir unsere Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit kontinuierlich aus. 2013 hat Bechtle einen Nachhaltigkeitskodex erarbeitet, der allen Bechtle Mitarbeitern und Geschäftspartnern unsere gesamtgesellschaftliche Verantwortung und die wesentlichen Leitgedanken nahebringt.

Seit 2015 veröffentlichen wir einen Nachhaltigkeitsbericht, der transparent über unser Nachhaltigkeitsmanagement sowie alle wesentlichen Handlungsfelder unseres Unternehmens informiert. Dieser enthält seit 2017 auch den Nichtfinanziellen Konzernbericht gemäß CSR-RUG. 2018 ist Bechtle dem UN Global Compact beigetreten und verpflichtet sich nun ebenfalls, dessen zehn Nachhaltigkeitsprinzipien aus den Bereichen Menschenrechte, Arbeit, Umwelt und Antikorruption in seine Unternehmensstrategie zu integrieren und bei seinem wirtschaftlichen Handeln umzusetzen. Ab diesem Berichtsjahr orientieren wir uns in unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung zudem an dem international anerkannten Rahmenwerk der Global Reporting Initiative (GRI), den GRI-Standards. Der Nachhaltigkeitsbericht ist unter bechtle.com/nachhaltigkeit zu finden.

MITARBEITER (Bechtle AG)

Bechtle hat im abgeschlossenen Geschäftsjahr seinen Mitarbeiterstamm weiter ausgebaut - eine wichtige Voraussetzung, um unsere Wachstumsziele realisieren zu können. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen mit ihrer Kompetenz, ihrer Leistungsbereitschaft sowie ihrem Engagement maßgeblich zum Erfolg unseres Unternehmens bei. Bechtle investierte deshalb auch im Geschäftsjahr 2019 konsequent in die Aus- und Weiterbildung. Neben der Erstausbildung junger Menschen in zahlreichen Ausbildungsberufen und dualen Studiengängen bietet Bechtle allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm. Darüber hinaus gewinnt Bechtle durch intensive Recruitingmaßnahmen regelmäßig qualifizierte Mitarbeiter hinzu.

Entwicklung der Mitarbeiterzahlen

Im Jahresdurchschnitt waren im Geschäftsjahr 397 Mitarbeiter in der Bechtle AG beschäftigt. Im Vorjahr waren es 339 Beschäftigte.

Personalaufwand und Gehaltsmodell

Der Aufwand für Löhne und Gehälter einschließlich Sozialabgaben stieg 2018 aufgrund der gestiegenen durchschnittlichen Mitarbeiterzahl um 16,1 Prozent und belief sich auf 36,6 Mio. € (Vorjahr: 31,5 Mio. €).

Das Gehaltsmodell fast aller Mitarbeiter bei Bechtle besteht aus festen und variablen Vergütungsbestandteilen. Die Höhe der variablen Vergütung richtet sich nach dem Zielerreichungsgrad im jeweiligen Verantwortungsbereich beziehungsweise nach der Entwicklung des Konzerns. Bei den Vertriebsmitarbeitern orientiert sich der variable Anteil an der Höhe des erzielten Deckungsbeitrags, während bei den Mitarbeitern im Dienstleistungssektor der Umsatz als Messgröße dient. In der Verwaltung bemisst sich der variable Bestandteil nach dem Vorsteuerergebnis. Bei den Geschäftsführern richtet sich die erfolgsabhängige Vergütung grundsätzlich nach dem Erreichen der jeweils zu Jahresbeginn festgelegten Ergebnis- und Umsatzziele.

Angaben zum Vergütungssystem von Vorstand und Aufsichtsrat

Vergütung des Vorstands

Im Berichtsjahr bestand die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder aus einem fest vereinbarten Grundgehalt sowie einer erfolgsabhängigen variablen Vergütung, die sich aus einer kurzfristig orientierten und einer auf drei Jahre angelegten langfristigen Komponente (gleitende Berechnung) zusammensetzt. Kriterien zur generellen Bemessung der variablen Vergütung sind das Vorsteuerergebnis, das Umsatzwachstum und die EBT-Marge sowie im Bereich der langfristigen Vergütungskomponente eine Mindestverzinsung des Eigenkapitals. Die langfristige Komponente bemisst sich zu aktuell 80 % an der organischen Entwicklung und zu 20 % an der Entwicklung inklusive Akquisitionen. Darüber hinaus liegt es im Ermessen des Aufsichtsrats, dem Vorstand eine Sondertantieme zu gewähren. Versorgungszusagen der Gesellschaft gegenüber Vorstandsmitgliedern hat es im Berichtsjahr wie in der Vergangenheit nicht gegeben.

Die Bechtle AG weist die Vergütung des Vorstands individualisiert und unter Verwendung der Mustertabellen des DCGK aus. Diese Angaben erfolgen im Anhang.

Die Bechtle AG erfüllt weitgehend Ziffer 4.2.3 Abs. 2 Satz 6 DCGK, wonach die Vorstandsvergütung insgesamt und hinsichtlich ihrer variablen Vergütungsteile betragsmäßige Höchstgrenzen aufweisen soll. Die Dienstverträge der amtierenden Vorstandsmitglieder der Bechtle AG sehen hinsichtlich der Festvergütung und des weit überwiegenden Teils der variablen Vergütungsbestandteile die geforderten betragsmäßigen Höchstgrenzen vor. Nur hinsichtlich der Nebenleistungen sowie eines Teils der variablen Vergütungsbestandteile und damit auch der Vergütung insgesamt enthalten die Dienstverträge bislang keine betragsmäßigen Höchstgrenzen. Angesichts der Tatsache, dass die Vorstandsvergütung bereits heute in ihren wesentlichen Bestandteilen betragsmäßige Höchstgrenzen aufweist, ist die Gesellschaft der Ansicht, dass die vollständige Beachtung der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Abs. 2 Satz 6 DCGK weder der Bechtle AG noch deren Anteilseignern einen spürbaren Mehrwert bringen würde. Der Empfehlung soll daher auch künftig nur teilweise entsprochen werden.

Die Vorstandsmitglieder erhalten als Nebenleistung zur Vorstandsvergütung jeweils ein der Position angemessenes Dienstfahrzeug, das auch privat genutzt werden darf.

Im Dienstvertrag des Vorstandsvorsitzenden Dr. Thomas Olemotz ist ein Abfindungs-Cap im Sinne von Ziffer 4.2.3 Abs. 4 DCGK nicht vorgesehen, da der Aufsichtsrat eine formale Begrenzung im Interesse der Gesellschaft als nicht angebracht erachtet. Der Empfehlung in Ziffer 4.2.3 Abs. 4 DCGK wurde und wird daher auch künftig nicht entsprochen. Für den Vorstandsvorsitzenden gelten im Fall einer vorzeitigen Beendigung des Dienstvertrags die gesetzlichen Regelungen.

Darüber hinaus sieht der Dienstvertrag des Vorstandsvorsitzenden im Fall der berechtigten Ausübung des ihm zustehenden Sonderkündigungsrechts bei einem Change of Control die Zahlung einer einmaligen Entschädigung vor, für die eine Obergrenze von drei Jahresvergütungen vereinbart ist.

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Regelungen zur Vergütung des Aufsichtsrats blieben im Berichtsjahr unverändert. Sie wurden durch Beschluss der Hauptversammlung vom 9. Juni 2016 angepasst und sind in Ziffer 11 der Satzung der Bechtle AG erläutert. Die Vergütungsstruktur trägt der Verantwortung und dem Tätigkeitsumfang der einzelnen Mitglieder Rechnung. Dabei werden der Vorsitz, der stellvertretende Vorsitz sowie die Tätigkeit beziehungsweise der Vorsitz in den Ausschüssen berücksichtigt. Eine erfolgsorientierte Vergütung ist nicht vorgesehen. Die Bechtle AG weist die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder individualisiert aus. Diese Angaben erfolgen im Anhang.

Kredite oder Haftungsübernahmen zugunsten von Aufsichtsratsmitgliedern wurden nicht gewährt. Gleiches gilt im Übrigen für die Vorstandsmitglieder. Für das Berichtsjahr bestehen keine Aktienoptionsprogramme oder ähnliche wertpapierorientierte Anreizsysteme der Gesellschaft.

ÜBERNAHMERECHTLICHE ANGABEN

Im Folgenden sind die nach § 315a Abs. 1 HGB geforderten Angaben dargestellt:

Zum 31. Dezember 2019 betrug das Grundkapital der Gesellschaft 42 Mio. € und war in 42.000.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien (Stammaktien) eingeteilt. Der auf jede einzelne Aktie entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals beträgt 1,00 €. Alle Aktien sind stimm- und dividendenberechtigt. Die mit den Stammaktien verbundenen Rechte und Pflichten ergeben sich aus dem Aktiengesetz.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind dem Vorstand nicht bekannt.

Der Gesellschaft sind zum Bilanzstichtag folgende direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, bekannt:

Karin Schick, Gaildorf, Deutschland: 35,02 %, davon 28,83 % direkt und 6,19 % indirekt. Änderungen bis zum Tag der Berichterstellung am 28. Februar 2020 haben sich nicht ergeben.

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, gibt es nicht.

Mitarbeiterbeteiligungsprogramme oder vergleichbare Gestaltungen, bei denen Mitarbeiter am Kapital beteiligt sind, ohne ihre Kontrollrechte unmittelbar auszuüben, liegen nicht vor.

Die Bestellung und die Abberufung von Vorstandsmitgliedern sind in den §§ 84 f. AktG sowie in § 31 MitbestG geregelt. Von diesen gesetzlichen Bestimmungen abweichende Satzungsregelungen bestehen nicht. Gemäß Ziffer 6.1 der Satzung besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen. Die Zahl der Vorstandsmitglieder legt der Aufsichtsrat fest. Gemäß Ziffer 6.4 der Satzung kann der Aufsichtsrat ein Vorstandsmitglied zum Vorsitzenden oder zum Sprecher des Vorstands ernennen.

Die Voraussetzungen einer Satzungsänderung sind in den §§ 179 bis 181 AktG geregelt. Die Befugnis zu Änderungen, die nur die Fassung der Satzung betreffen, hat die Hauptversammlung der Bechtle AG dem Aufsichtsrat übertragen (vgl. Ziffer 10.4 der Satzung).

Der Vorstand ist gemäß §§ 202 ff. AktG ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 11. Juni 2023 durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Aktien gegen Bar- oder Sacheinlagen um bis zu insgesamt 14 Mio. € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital gemäß Ziffer 4.3 der Satzung). Nähere Angaben hierzu finden sich im Anhang.

Der Erwerb eigener Aktien ist ausschließlich nach Maßgabe von § 71 Abs. 1 AktG zulässig. Der Vorstand verfügt durch Beschluss der Hauptversammlung vom 16. Juni 2015 über eine Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG. Die Ermächtigung gilt bis zum 15. Juni 2020. Der Erwerb von eigenen Aktien muss über die Börse oder im Rahmen eines öffentlichen Kaufangebots oder mittels einer öffentlichen Aufforderung an die Aktionäre zur Abgabe von Verkaufsangeboten erfolgen. Der von der Gesellschaft gezahlte Gegenwert je Aktie darf im Fall des Erwerbs über die Börse den am Handelstag durch die Eröffnungsauktion ermittelten Kurs der Aktie der Gesellschaft im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse (oder in einem vergleichbaren Nachfolgesystem) und im Fall eines öffentlichen Kaufangebots oder einer öffentlichen Aufforderung an die Aktionäre zur Abgabe von Verkaufsangeboten den Durchschnitt der Schlusskurse der Aktie der Gesellschaft an den fünf Börsenhandelstagen vor der Veröffentlichung der Entscheidung über die Abgabe des öffentlichen Kaufangebots beziehungsweise vor der Veröffentlichung der Aufforderung zur Abgabe von Verkaufsangeboten um nicht mehr als 10 % überschreiten oder unterschreiten (jeweils ohne Erwerbsnebenkosten). Der Umfang der Ermächtigung ist auf höchstens 10 % des Grundkapitals beschränkt. Dabei werden andere Aktien der Gesellschaft, die diese bereits erworben hat und noch besitzt oder die ihr gemäß §§ 71 ff. AktG zuzurechnen sind, berücksichtigt. Die Ermächtigung zum Rückkauf wurde zu jedem gesetzlich zulässigen Zweck erteilt.

Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, liegen nicht vor.

Im Dienstvertrag mit dem Vorstandsvorsitzenden ist für den Fall der vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses aufgrund eines Kontrollwechsels eine Obergrenze der zu gewährenden Abfindung von drei Jahresvergütungen vereinbart. Sonstige Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft mit Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots liegen nicht vor.

RAHMENBEDINGUNGEN

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung hat sich 2019 deutlich abgeschwächt, insbesondere in Deutschland. Die Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gingen auf breiter Front zurück. Weitestgehend unbeeindruckt davon zeigte sich der IT-Markt. In der EU und in vielen Ländermärkten zog das Wachstum auf hohem Niveau sogar weiter an. Bechtle hat sich in diesem Umfeld hervorragend entwickelt, mit zweistelligen Zuwachsraten das Marktwachstum bei Weitem übertroffen und damit auch seinen Marktanteil weiter ausgebaut.

GESAMTWIRTSCHAFT

Wirtschaftliche Entwicklung kühlt ab. 2019 war die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in der EU zwar positiv. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) konnte aber laut aktuellen Zahlen der Europäischen Kommission das hohe Niveau des Vorjahres (2,1 %) nicht halten und legte um 1,5 % zu. Innerhalb der Bechtle Märkte in der EU war die Entwicklung uneinheitlich. Am unteren Ende der Skala lagen mit einem Wachstum des BIP um 0,2 % beziehungsweise 0,6 % Italien und Deutschland. In der Spitzengruppe mit Wachstumsraten von 4,9 bzw. 4,0 % waren Ungarn und Polen. Bereits zum dritten Mal in Folge war Irland der Spitzenreiter mit einem Plus von 5,7 %. Die für Bechtle als Indikator relevanten Ausrüstungsinvestitionen legten 2019 in der EU mit 2,8 % überproportional zu. Die Dynamik hat jedoch gegenüber dem Vorjahr (4,4 %) abgenommen.

In der deutschen Wirtschaft ist das Wachstumstempo 2019 stark zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stieg das BIP im Berichtsjahr um 0,6 % (Vorjahr: 1,5 %). Das ist die schwächste Wachstumsrate seit sechs Jahren. Auch die Ausrüstungsinvestitionen legten nur geringfügig um 0,4 % zu, nach 4,4 % im Vorjahr. Das Wachstum der staatlichen Investitionen zog hingegen an und war mit einem Plus von 2,5 % überdurchschnittlich stark (Vorjahr: 1,4 %).

BRANCHE

IT-Markt weiter positiv. Der IT-Markt hat sich auch 2019 sehr gut entwickelt. In der EU und in den meisten relevanten Ländermärkten wuchs die Branche stärker als die Gesamtwirtschaft. Dabei legten die Wachstumsraten in vielen Ländern sogar zum Teil deutlich zu. Das Marktforschungsinstitut EITO beziffert das Wachstum für den IT-Markt in der EU auf 4,4 %, nach 4,1 % im Vorjahr. Die beiden Teilsegmente Services und Software verzeichneten dabei ein Plus von 3,3 % beziehungsweise 6,6 %.

Das Segment Hardware soll laut den Marktforschern mit einem Zuwachs um 4,8 % ebenfalls im Aufwärtstrend gewesen sein (Vorjahr: + 4,0 %). Dazu beigetragen hat ein starkes Wachstum der Umsätze mit PCs und insbesondere der mobilen Endgeräte. Bei den Hardwareumsätzen war die Entwicklung 2019 in den Ländern, in denen Bechtle vertreten ist, erneut ganz unterschiedlich: Fast alle Länder legten zu, ganz vorn Österreich mit 12,3 % und die für Bechtle im Hardwaremarkt wichtigen Länder Schweiz und Frankreich mit 11,8 % beziehungsweise 8,3 %. Nur in drei Ländern gab es im Berichtsjahr Rückgänge beim Hardwareumsatz, am deutlichsten in Ungarn mit -5,4 % und Irland mit -2,0 %.

In Deutschland hat die Wachstumsdynamik des IT-Markts im Berichtsjahr ebenfalls zugenommen. Nach 3,6 % im Vorjahr legte der deutsche IT-Markt 2019 um 4,2 % zu und erreicht damit in etwa das Niveau der EU. Die Entwicklung der Teilsegmente war in Deutschland eher ausgeglichen. Das Hardwaregeschäft legte um 5,5 % zu, beeinflusst von einem stärkeren Wachstum im Geschäft mit Unternehmenskunden. Die Serviceumsätze erhöhten sich um 2,4 % und Software um 6,3 %.

Getrieben vom starken Hardwareumsatz wuchs der IT-Markt in Österreich um insgesamt 4,8 %; Software erhöhte sich um 5,0 % und Services um 2,4 %. Die Schweiz konnte mit einem Wachstum von 6,1 % sehr stark zulegen; die Serviceumsätze stiegen um 3,7 %, Software um 7,2 % und Hardware um 11,8 %.

2015 2016 2017 2018 2019
EU 4,0 3,2 4,2 4,1 4,4
D 3,6 3,2 4,5 3,6 4,2

Gesamteinschätzung

GESAMTEINSCHÄTZUNG UND AUSWIRKUNGEN DES WIRTSCHAFTLICHEN UMFELDS

Bechtle wächst unvermindert weiter. Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren im Berichtsjahr spürbar unter Druck. Besonders in Deutschland trübte sich die Stimmung in der Industrie im Jahresverlauf immer weiter ein und auch die Wachstumsraten des BIP gingen stark zurück. Die IT-Branche konnte sich diesem negativen Trend aber widersetzen und wuchs 2019 zum Teil sogar stärker als im Vorjahr. Entgegen allen Prognosen zu Jahresbeginn hat auch das Hardwaresegment stark zu dieser Entwicklung beigetragen.

Die Bechtle AG hat den positiven Branchentrend optimal aufgenommen: Die Umsatzsteigerung war in allen Regionen und in beiden Segmenten prozentual zweistellig und lag damit erheblich über dem Wachstum des IT-Markts insgesamt. Auch im Wettbewerbsvergleich liegt Bechtle mit diesen Wachstumswerten ganz vorn. Damit haben wir im Berichtsjahr unseren Marktanteil erneut ausgebaut.

Neben der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und der Branchenkonjunktur gab es in den Bechtle Märkten 2019 keine wesentlichen Ereignisse außerhalb des Unternehmens, die sich nennenswert auf den Geschäftsverlauf ausgewirkt haben. Der Brexit sowie die Verhandlungen zu seiner konkreten Ausgestaltung wirkten sich weder auf die Landesgesellschaft im Vereinigten Königreich noch auf den Gesamtkonzern spürbar aus.

ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

ERTRAGSLAGE

Alle Prozentangaben werden auf Basis von Tsd. €-Zahlen berechnet. Dadurch können sich Rundungsdifferenzen ergeben.

Die Ertragslage der Bechtle AG ist aufgrund ihrer Funktion als Finanzholding wesentlich von der wirtschaftlichen Entwicklung der operativ tätigen Tochtergesellschaften abhängig. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, werden die Ergebnisse aller wesentlichen inländischen Tochtergesellschaften aufgrund bestehender Ergebnisabführungsverträge und entsprechender gesellschaftsvertraglicher Regelungen zeitgleich von der Bechtle AG als obersten Mutterunternehmen übernommen.

Die Beteiligungserträge sind im Vergleich zum Vorjahr um 13,2 Mio. € auf 145,6 Mio. € gestiegen.

Insgesamt sind die Umsatzerlöse von 223,7 Mio. € auf 209,5 Mio. € gesunken. Die Minderung resultiert zu einem wesentlichen Teil aus gesunkenen Erlösen aus Handelswaren und Dienstleistungen.

In Mio. € 2015 2016 2017 2018 2019
Umsatzerlöse 160,0 179,2 214,1 223,7 209,5

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind 2019 um 32,8 Prozent gestiegen und beliefen sich auf 3,5 Mio. € nach 2,6 Mio. € im Vorjahr. Sie beinhalten im Wesentlichen Erträge aus Kursdifferenzen in Höhe von 2,3 Mio. € (Vorjahr: 1,4 Mio. €), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 0,6 Mio. € (Vorjahr: 0,9 Mio. €) sowie Erträge aus Kickbackvereinbarungen in Höhe von 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,3 Mio. €).

In Mio. € 2015 2016 2017 2018 2019
Sonstige betriebliche Erträge 2,3 2,0 7,0 2,6 3,5

Der Personalaufwand stieg überwiegend aufgrund von Neueinstellungen von 31,5 Mio. € um 16,1 Prozent auf 36,6 Mio. € an.

In Mio. € 2015 2016 2017 2018 2019
Personalaufwand 21,9 23,4 27,0 31,5 36,6

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen Rechts- und Beratungskosten von 9,2 Mio. € (Vorjahr: 10,7 Mio. €), Gebäudeaufwendungen von 3,8 Mio. € (Vorjahr: 3,5 Mio. €), Wartungsgebühren von 4,4 Mio. € (Vorjahr: 3,8 Mio. €) sowie Aufwendungen für Internet, Porto und Telefon von 2,7 Mio. € (Vorjahr: 2,9 Mio. €).

In Mio. € 2015 2016 2017 2018 2019
Sonstige betriebliche Aufwendungen 24,5 25,3 32,5 33,1 35,6

Das nachfolgend dargestellte Beteiligungsergebnis umfasst die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen und Beteiligungen sowie Abschreibungen auf Finanzanlagen. Insgesamt ist das Beteiligungsergebnis von 132,2 Mio. € um 10,1 Prozent auf 145,6 Mio. € gestiegen.

In Mio. € 2015 2016 2017 2018 2019
Beteiligungsergebnis 98,4 120,4 121,0 132,2 145,6

Der Ertragsteueraufwand ist von 24,8 Mio. € auf 31,5 Mio. € gestiegen.

In Mio. € 2015 2016 2017 2018 2019
Jahresüberschuss 61,8 77,8 82,0 87,2 98,2

Von dem um 11,0 Mio. € gestiegenen Jahresergebnis in Höhe von 98,2 Mio. € verbleibt nach Rücklagendotierungen gemäß § 58 Abs. 2 AktG in Höhe von 49,1 Mio. € zuzüglich des Gewinnvortrags in Höhe von 13,7 Mio. € ein Bilanzgewinn von 62,8 Mio. €. Zur Ausschüttung vorgesehen ist ein Betrag in Höhe von 50,4 Mio. €. Die vorgesehene Dividende je Aktie beträgt 1,20 € (Vorjahr: 1,00 €).

Vermögenslage

Die Vermögensstruktur spiegelt das Tätigkeitsfeld der Bechtle AG als Finanzholding wider:42,7 Prozent der Bilanzsumme entfallen mit 492,3 Mio. € auf das Finanzanlagevermögen und 38,5 Prozent auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen mit 444,4 Mio. €, die im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Finanzierung der Tochtergesellschaften stehen.

Die Bilanzsumme ist gegenüber dem Vorjahr um 99,0 Mio. € (= 9,4 Prozent) angestiegen. Auf der Aktivseite resultiert die Steigerung im Wesentlichen aus dem Anstieg der Anteile an verbundenen Unternehmen (+14.7 Mio. €), der stichtagsbedingten Ausweitung der Forderungen gegen verbundene Unternehmen (+53,4 Mio. €) sowie der Erhöhung der liquiden Mittel (+31,1 Mio. €). Auf der Passivseite ist der Anstieg im Wesentlichen durch das - ergebnisbedingt- erhöhte Eigenkapital (+56,2 Mio. €) sowie eine Ausweitung der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (+37,7 Mio. €) bedingt.

Beim Eigenkapital stehen den Zugängen aus dem laufenden Jahresergebnis in Höhe von 98,2 Mio. € Abgänge aus der Dividende für 2018 in Höhe von 42,0 Mio. € gegenüber. Aufgrund der prozentual höheren Steigerung des Eigenkapitals gegenüber der Bilanzsumme ist die Eigenkapitalquote von 45,8 Prozent im Vorjahr auf 46,8 Prozent gestiegen.

Zum Bilanzstichtag verfügt die Bechtle AG über liquide Mittel in Höhe von 156,4 Mio. € (Vorjahr: 125,3 Mio. €). Mit freien Kreditlinien in Höhe von 90,7 Mio. € (Vorjahr: 98,4 Mio. €) steht nach wie vor eine ausreichende Liquiditätsreserve für künftige Expansionen und Akquisitionen zur Verfügung.

In Tsd. € 2015 2016 2017 2018 2019
AKTIVA
Anlagevermögen 256.849 264.692 278.635 507.115 517.090
Vorräte 9.938 7.196 7.322 4.320 4.797
Forderungen 180.746 280.283 344.815 409.913 463.617
Liquide Mittel 100.416 52.563 81.845 125.294 156.441
Übrige Aktiva 2.315 2.961 -5.861 8.438 12.088
PASSIVA
Eigenkapital 335.126 383.571 434.028 483.434 539.655
Langfristige Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten 21.792 17.667 23.678 327.816 324.091
Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten 192.973 206.032 206.093 243.830 290.287
Latente Steuern 373 425 0 0 0
BILANZSUMME 550.264 607.695 718.478 1.055.080 1.154.033

Finanzlage

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Die Finanzpolitik bei Bechtle hat zum Ziel, die Finanzkraft des Konzerns auf hohem Niveau zu halten und damit die finanzielle Unabhängigkeit des Unternehmens durch die Sicherstellung ausreichender Liquidität zu wahren. Dabei sollen Risiken weitgehend vermieden beziehungsweise wirkungsvoll abgesichert werden. Die Geschäftsordnung des Vorstands sieht daher zum Beispiel vor, dass spekulative Termingeschäfte aller Art nicht getätigt werden dürfen. Dies gilt insbesondere für Devisen, Waren und Wertpapiere sowie daran geknüpfte Termingeschäfte, soweit sie nicht der Absicherung des laufenden Geschäftsbetriebs dienen.

Bechtle nutzt derivative Finanzinstrumente grundsätzlich nur zur Absicherung des operativen Geschäfts. Bei der Anlage überschüssiger Liquidität steht die kurzfristige Verfügbarkeit über dem Ziel der Ertragsmaximierung. Anlagegeschäfte werden nur mit Schuldnern durchgeführt, die ein Investmentgrade aufweisen. Anlagen im Bankensektor werden darüber hinaus nur getätigt, soweit sie einlagengesichert sind.

Kapitalflussrechnung

Im Berichtsjahr wurden Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von 12,6 Mio. € und Sachanlagen in Höhe von 3,1 Mio. € getätigt.

Aus der laufenden Geschäftstätigkeit ergibt sich ein Mittelabfluss in Höhe von 35,3 Mio. €

(Vorjahr: Mittelabfluss 66,9 Mio. €).

Die Dividendenausschüttung in Höhe von 42,0 Mio. €, der Mittelabfluss aus der Tilgung von Finanzkrediten in Höhe von 4,9 Mio. € sowie Zinszahlungen in Höhe von 4,1 Mio. € führten zusammen zu Mittelabflüssen aus der Finanzierungstätigkeit von 50,9 Mio. € (Vorjahr: Mittelzufluss 221,0 Mio. €).

Ein wesentlicher Teil der selbstgenutzten Immobilien wird über Mietvereinbarungen finanziert. Der Mietvertrag ist auf unbestimmte Zeit geschlossen und kann jährlich gekündigt werden. Der Mietzins beträgt z.Zt. 2,7 Mio. € p.a.

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Unternehmerisches Handeln ist gekennzeichnet vom Wechselspiel zwischen Chancen und Risiken. Das Chancen- und Risikomanagement bei Bechtle zielt darauf ab, unternehmerische Opportunitäten und deren Gefahren frühzeitig zu erkennen und angemessen zu bewerten. Die erfolgreiche Entwicklung der Bechtle AG fußt darauf, dass Chancen beherzt wahrgenommen werden und geschäftliche Risiken so weit wie möglich begrenzt werden.

RISIKO- UND CHANCENMAGEMENT

Grundverständnis

Chancen und Risiken sind aus Sicht des Bechtle Konzerns eng miteinander verzahnt. Das Realisieren einer Chance ist zumeist implizit mit einem Risiko verbunden. Daher erfassen und evaluieren wir einen Großteil der Chancen bereits im Rahmen des Risikomanagementsystems. Insoweit gelten alle in der Folge gemachten Aussagen zum Risikomanagement weitgehend auch für das Chancenmanagement. Aber auch unabhängig von der Verknüpfung mit einem Risiko werden Chancen erfasst. Das dazu etablierte, schlanker aufgebaute Chancenmanagement der Bechtle AG leitet sich im Wesentlichen von der Strategie der Geschäftssegmente und von deren Zielen ab. Die direkte Verantwortung für das frühzeitige und kontinuierliche Identifizieren, Bewerten und Steuern von Chancen obliegt in erster Linie dem Konzernvorstand sowie der operativen Führungsebene in den jeweiligen Geschäftssegmenten und Holdinggesellschaften mit den Bereichsvorständen und Geschäftsführern. Diese Aufgaben sind, wie auch das Risikomanagement, integraler Bestandteil des konzernweiten Planungs- und Steuerungssystems. Das Management der Bechtle AG beschäftigt sich intensiv mit detaillierten Auswertungen und umfänglichen Szenarien zur Markt- und Konkurrenzsituation sowie mit den kritischen Erfolgsfaktoren für die Unternehmensentwicklung. Daraus werden konkrete Chancenpotenziale für die jeweiligen Geschäftssegmente abgeleitet. Diese werden dann in Planungsgesprächen zwischen Vorstand und den operativ verantwortlichen Führungskräften diskutiert sowie entsprechende Maßnahmen und Ziele im Rahmen der Potenzialausschöpfung vereinbart.

Die Bechtle AG definiert Risikomanagement als Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit diesen Risiken. Grundlegendes Ziel des Risikomanagements ist die langfristige und nachhaltige Existenzsicherung des Unternehmens. Die konkrete Umsetzung erfolgt über das rechtzeitige Erkennen von Risiken, deren Bewertung sowie das Initiieren entsprechender Maßnahmen im Rahmen der Risikosteuerung. So sollen Risiken vermieden oder die Schadenfolgen aus dem Eintritt eines Risikos für unser Unternehmen abgewendet oder minimiert werden. Die Bewertung reicht dabei von zu vernachlässigenden Risiken bis hin zu wesentlichen und bestandsgefährdenden Risiken.

Nach fester Überzeugung des Managements ist es nicht Aufgabe des Risikomanagements, alle Risiken zu vermeiden. Um die immanenten, mit Risiken verbundenen Chancen erfolgreich zu erschließen, muss ein Unternehmen innerhalb seiner unternehmerischen Tätigkeit bewusst Risiken eingehen. Dabei ist es wichtig, dass die Risiken auf ein akzeptables Maß begrenzt und so gut wie möglich kontrolliert werden sowie in einem angemessenen Gleichgewicht zu den begleitenden Chancen stehen. Den Rahmen dafür setzt die Risikopolitik beziehungsweise die Risikostrategie im Sinn einer übergeordneten Grundausrichtung des Unternehmens. Die Risikostrategie erwächst bei der Bechtle AG aus der Unternehmenskultur, den Unternehmensgrundsätzen und den strategischen Unternehmenszielen. Diese bestimmen das tägliche Handeln und dienen auf unterschiedliche Weise als Orientierungshilfe bei allen Entscheidungen. In unserer Bechtle Firmenphilosophie, unserem Verhaltenskodex, unserem Nachhaltigkeitskodex sowie unseren Führungsleitlinien und unseren Leitlinien für soziale Medien sind die wesentlichen Elemente dieser kulturellen Grundprägung des Unternehmens verankert.

Organisation

Entsprechend dem organisatorischen Aufbau der Bechtle Gruppe sind beim Risikomanagement Aufgaben und Verantwortlichkeiten zwischen der Konzernholding beziehungsweise den Zwischenholdings und den operativen Tochtergesellschaften sowie den einzelnen Führungsbereichen klar getrennt. Das Konzerncontrolling hat ein Berichtswesen aufgebaut, das die frühzeitige Identifizierung erfolgsgefährdender Entwicklungen ermöglicht. Neben der Bereitstellung einer Vielzahl von Analysetools für die operativen Einheiten werden auf Grundlage periodischer Auswertungen und Statistiken Erkenntnisse gewonnen, die ein effektives Risikomanagement in den einzelnen Bereichen unterstützen. Somit liegt ein wesentlicher Teil der Verantwortung für das aktive Risikomanagement bei den jeweiligen Geschäftsführern beziehungsweise Bereichsleitern. Dieses Grundprinzip entspricht ebenfalls der Dezentralität des Geschäftsmodells und der Führungsphilosophie der Bechtle AG. Gegenüber dem Vorjahr gab es keine wesentlichen Änderungen bei der Organisation des Risikomanagements.

Die Risikomanagementorganisation der Bechtle AG übernimmt im Kern zwei Funktionen:

Die prozessunabhängige Überwachung. Diese umfasst die Kontrolle der Funktionsfähigkeit aller Prozesse. Ein wichtiger Teil der prozessunabhängigen Überwachung ist das Controlling. Hier prüft Bechtle nachträglich das betriebliche Geschehen im Hinblick auf Ordnungs- und Zweckmäßigkeit. Damit erfüllt der Vorstand auch seine gesetzliche Pflicht aus § 91 Abs. 2 AktG. Bei der Bechtle AG werden Aufgaben des Controllings fortlaufend im Rahmen der Durchsicht der Auftragseingänge und der Monatsabschlüsse sowie anlassbezogen im Bereich Konzernrechnungswesen wahrgenommen. Die Eignung des vom Vorstand eingerichteten Risikofrüherkennungssystems sowie die Wirksamkeit der Einzelmaßnahmen zur Risikosteuerung und des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems werden vom Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung sowie unterjährig durch die Unternehmensleitung beurteilt.
Das Frühwarn- und Überwachungssystem. Die Struktur der Systeme ist auf die strategischen und operativen Bedrohungen ausgerichtet und gewährleistet die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements und der sonstigen Unternehmensprozesse. Frühwarnsysteme unterstützen das Unternehmen dabei, Risiken und Chancen rechtzeitig zu identifizieren. Bei der Identifikation latenter Risiken richtet sich die Aufmerksamkeit besonders auf Frühindikatoren. Im Zuge der Überwachung werden Wirksamkeit, Angemessenheit und Effizienz der Maßnahmen einschließlich notwendiger Kontrollstrukturen kontinuierlich überprüft.

Im Rahmen des Risikomanagements ist eine effektive Kommunikation über alle Hierarchiestufen hinweg von entscheidender Bedeutung für die Verzahnung mit dem operativen Geschäft. Wichtige Instrumente für die Organisation und Steuerung des notwendigen Informationsflusses sind daher die Gremien- und Teamarbeit. Auf der obersten Ebene der Bechtle AG sind dies die Sitzungen von Aufsichtsrat, Vorstand und Risikomanagement. Auf der Ebene der Geschäftsführung sind es vor allem die Bereichsvorstandssitzungen, Geschäftsführer- und Strategietagungen, Planungs- und Einzelgespräche sowie Round Tables mit dem Vorstand.

Konzernrechnungslegung

Gemäß § 315 Abs. 4 HGB müssen kapitalmarktorientierte Unternehmen im Konzernlagebericht auf die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems (IKS) mit Blick auf den Konzernrechnungslegungsprozess eingehen. Bechtle orientiert sich beim IKS an der Definition des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW). Danach sind unter einem IKS die vom Management im Unternehmen eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zu verstehen, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen des Managements gerichtet sind. Konkrete Aufgaben und Ziele des IKS sind

die Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit. Hierzu gehört auch der Schutz der materiellen und immateriellen Vermögenswerte einschließlich der Verhinderung beziehungsweise Aufdeckung von Vermögensschädigungen, die durch das eigene Personal oder Dritte verursacht werden können;
die Sicherung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie
die Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften.

Die Grundsätze, die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Prozesse des rechnungslegungsbezogenen IKS sind in Richtlinien und Organisationsanweisungen niedergelegt, die kontinuierlich den aktuellen externen und internen Entwicklungen angepasst werden. Die konzernweit definierten Kontrollen sind in einem Konzernrechnungswesenhandbuch festgelegt. Die in den Richtlinien und Organisationsanweisungen enthaltenen Vorgaben basieren einerseits auf gesetzlichen Normen und andererseits auf freiwillig definierten Unternehmensstandards.

Im Hinblick auf die Rechnungslegung wird so sichergestellt, dass die unternehmerischen Geschäftsvorfälle und Sachverhalte vollständig und richtig erfasst, aufbereitet sowie bilanziell abgebildet Werden und damit eine korrekte Rechnungslegung gewährleistet ist.

Risikoidentifikation und -bewertung

Um sämtliche für die Bechtle AG relevanten Risiken möglichst vollständig zu erkennen, arbeitet das Unternehmen mit einem Risikopool. Darin werden alle für die Bechtle AG erkennbaren potenziellen Risiken beschrieben. Der Risikopool wurde im Berichtsjahr routinemäßig neu strukturiert und überarbeitet. Die Definition der Risikofelder wurde auf die Risikosituation der Bechtle AG ausgerichtet, in Anlehnung an etablierte Standards. Zur konkreten Risikoidentifikation arbeitet Bechtle mit Risikoerfassungsbögen. Diese strukturieren verschiedene Risikoarten in Form einer Checkliste. Diese Liste kann inhaltlich von den an der Risikoidentifikation und -bewertung beteiligten Führungsverantwortlichen angepasst und ergänzt werden, um möglichen Besonderheiten einzelner Geschäftsfelder Rechnung zu tragen.

Der Risikoerfassungsbogen, der eine möglichst vollständige Übersicht denkbarer Risiken abbilden soll, ist die Grundlage für die Risikobewertung: Jedes Risiko wird in Bezug auf Eintrittswahrscheinlichkeit und erwartete Schadenhöhe (Risikopotenzial) nach der Bruttomethode bewertet und in einer Risikomatrix hinsichtlich der Bedeutung (A-, B- und C-Risiken) eingeordnet. Das Ergebnis sind additive Darstellungen aller identifizierten Risiken in Form von "Risikolandkarten", und zwar sowohl für die Bechtle AG als Konzern wie auch für jedes ihrer Geschäftssegmente.

Risikosteuerung

Auf die identifizierten Risiken reagiert das Unternehmen fallbezogen und mit unterschiedlichen Strategien.

Risikovermeidung: Verzicht auf die risikobehaftete Tätigkeit, allerdings mit der möglichen Folge, dass Chancen nicht genutzt werden können
Risikoverminderung: Verringerung der durchschnittlichen Eintrittswahrscheinlichkeit und/oder Schadenhöhe
Risikoüberwälzung: Übertragung des Risikos auf ein anderes (Versicherungs-) Unternehmen
Risikoakzeptanz: Inkaufnahme des Risikos ohne Gegenmaßnahmen

Risikoberichterstattung und -dokumentation

Das Management der Bechtle AG hält mindestens einmal pro Jahr Risikomanagementsitzungen ab, deren inhaltlicher Bezug stetig überprüft und weiterentwickelt wird. Es finden zusätzlich zur Risikomanagementsitzung der Bechtle AG für jedes Segment und die einzelnen Führungsbereiche separate Sitzungen statt, in denen die Risiken explizit mit den Verantwortlichen besprochen und kontinuierlich neu bewertet werden. Die Vorstände wohnen jeder dieser Sitzungen bei. Die Bereichsvorstände sowie einzelne mit Controlling- und Risikomanagementaufgaben betraute Mitarbeiter nehmen ebenfalls an Besprechungen teil. Mit diesem Teilnehmerkreis sind alle für den Erfolg des Unternehmens wesentlichen Bereiche und Verantwortlichkeiten in den Prozess des Risikomanagements eingebunden. Quartalsweise erhält dieser Kreis eine Statusabfrage, in der die bisherige Bewertung von Risiken überprüft wird sowie mögliche neue Risiken abgefragt werden. Ergänzend zu der regulären Berichterstattung und der Bewertung von Risiken im Rahmen dieser Sitzungen ist eine Ad-hoc-Berichterstattung etabliert. Damit werden kritische Themen rechtzeitig an den Vorstand und in der Folge an die zuständigen Gremien (Prüfungsausschuss, Aufsichtsrat) sowie die übrigen in den Risikomanagementprozess involvierten Personen kommuniziert.

Chancen

Markt und Wettbewerb

Die Bechtle AG ist auf dem IT-Markt aktiv und unterliegt damit wie alle Marktteilnehmer der Branchenkonjunktur sowie der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Bei einer positiven Wirtschaftsentwicklung ergeben sich selbstverständlich Chancen für erfolgreiches Unternehmenswachstum. Aber auch bei einer stagnierenden oder zurückgehenden Gesamt- oder Branchenkonjunktur kann Bechtle über die Konsolidierung der Wettbewerbslandschaft von dieser Entwicklung profitieren und seinen relativen Marktanteil ausbauen. Aus diesem Grund beschäftigt sich der Konzern intensiv mit strategischen Markt- und Wettbewerbsanalysen und leitet daraus konkrete Wachstumsoptionen für die künftige Entwicklung ab. Darüber hinaus stehen selbstverständlich die Branchen- und Technologietrends im Fokus, die unmittelbar Konsequenzen für das profitable Wachstum unseres Unternehmens haben.

Der IT-Markt ist geprägt von einer hohen Innovationsgeschwindigkeit und kurzen Produktzyklen. Die Bedeutung der Informationstechnologie nimmt aufgrund des Trends zur Digitalisierung stetig zu. IT ist integrativer Bestandteil von Produktionsprozessen und somit ein bestimmender Erfolgsfaktor bei fast allen Unternehmen. Die Komplexität von IT führt gleichzeitig dazu, dass viele Unternehmen für den erfolgreichen und sicheren Betrieb ihrer IT-Infrastrukturen kompetente Partner benötigen, vor allem für hochwertige Dienstleistungen wie Managed oder Cloud Services. Auch bei Fragen der Digitalisierung, deren Implikationen heute noch nicht vollständig absehbar sind, bevorzugen die meisten Unternehmen die Einbindung eines Partners. Daher liegt nach wie vor ein großes und weiter steigendes Wachstumspotenzial in den von Bechtle adressierten Märkten West- und Mitteleuropas. Das Produkt- und Leistungsportfolio von Bechtle deckt die wesentlichen aktuellen und absehbaren Bedürfnisse industrieller und öffentlicher Kunden ab. Bechtle differenziert sich mit diesem umfassenden Angebot auch von einem Großteil der direkten Wettbewerber. Unser Unternehmen ist strategisch und strukturell entsprechend aufgestellt, um die sich ergebenden Wachstumspotenziale zu nutzen.

Der Systemhausmarkt, insbesondere im deutschsprachigen Raum, befindet sich seit mehreren Jahren in einer starken Konsolidierungsphase, die Bechtle aktiv nutzt. Auf Basis unserer soliden Finanzkraft und unserer guten Reputation haben wir seit dem Börsengang über 80 Akquisitionen getätigt und damit unsere Marktstellung kontinuierlich gestärkt. Vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Branchenbereinigung sowie der nach wie vor sehr guten Vermögenslage und Finanzausstattung des Bechtle Konzerns ergeben sich für das Unternehmen auch in Zukunft Chancen, die Wettbewerbsposition weiter zu festigen - etwa durch Zukäufe oder eine Erweiterung des Produkt- und Leistungsspektrums. Auch im Berichtsjahr hat Bechtle diese Chance genutzt und neun Unternehmen akquiriert, so viele wie nie zuvor in einem Jahr.

Der Bechtle Konzern nimmt in Deutschland und Europa eine führende Wettbewerbsstellung ein. Aufgrund dieser Größe ergeben sich Chancen auf Kundenseite, da sich Bechtle mit einem umfassenden Produktportfolio gegenüber vor allem kleineren Wettbewerbern absetzen kann. Aber auch vonseiten der Herstellerpartner erhalten wir sehr hohe Wertschätzung. Trotz seiner Größe kann Bechtle aufgrund seiner dezentralen Struktur schnell und flexibel agieren, um etwaige Schwächen der Mitbewerber entschlossen auszunutzen und damit die jeweils regionale Marktausschöpfung zu erhöhen. So vereint der Konzern die Größe und Finanzkraft eines international agierenden Unternehmens mit der Schnelligkeit und Kundennähe eines lokal verwurzelten Mittelständlers.

Kunden

Im Segment IT-Systemhaus & Managed Services bedient Bechtle die DACH-Region mit einem flächendeckenden Netz von rund 75 Systemhäusern. Aufgrund der breit gefächerten Kundenstruktur sind die Einflüsse aus branchenbezogenen Konjunkturverläufen und speziellen investiven Rahmenbedingungen für das Unternehmen nur standortbezogen signifikant. Das hat sich auch im Berichtsjahr gezeigt: Die etwas kritische Phase für die Automobilindustrie hatte für den Geschäftserfolg von Bechtle als Konzern keine nennenswerte Auswirkung. Die langjährige Präsenz von Bechtle im IT-Markt stellt für potenzielle Wettbewerber eine hohe Markteintrittsbarriere dar. Die starke Wettbewerbsposition im Mittelstand bietet für unser Unternehmen somit die Chance, die Marktführerschaft in diesem Bereich auszubauen und gleichzeitig das Großkundengeschäft zu intensivieren.

Im Segment IT-E-Commerce sind wir mit den Marken ARP und Bechtle direct in 14 Ländern Europas tätig. Bechtle will in den nächsten Jahren vor allem an den bereits existierenden Standorten weiter wachsen, insbesondere organisch. Wir prüfen aber auch gezielte Übernahmen, ebenso wie den Markteintritt in neue Ländermärkte in Europa. Daneben sind eine breitere Kundenansprache sowie die weitere Internationalisierung des Geschäfts ebenfalls Wachstumsfaktoren. Hier wollen wir auf der Grundlage unserer 2014 etablierten Global IT Alliance Kunden ansprechen. Auch unsere marktführende Position im französischen Markt unterstützt uns, internationale Kunden zu gewinnen.

Mit der Onlineplattform unter bechtle.com vereinigt Bechtle das Handelsgeschäft der Onlineshops mit dem Dienstleistungsangebot der Systemhäuser im digitalen Außenauftritt. Damit ergibt sich die Chance, noch mehr Kunden das gesamte Leistungsportfolio von Bechtle anzubieten und vorhandene Potenziale besser auszuschöpfen.

Bechtle vermarktet seine Leistungen auch im Kundensegment der öffentlichen Auftraggeber und realisiert hier rund 30 % seines Konzernumsatzes. Neben der grundsätzlichen Chance, die in der Verbreiterung des Kundenportfolios und dem damit erreichbaren höheren Geschäftsvolumen liegt, eröffnen die Spezialisierung auf die Anforderungen der öffentlichen Auftraggeber und die Berücksichtigung der Besonderheiten der Vergabepraxis in diesem Segment eine weitere Chance: Das Investitionsverhalten dieser Kundengruppe ist weniger konjunkturanfällig und häufig sogar antizyklisch.

Hersteller und Distributoren

Die Bechtle AG unterhält enge Partnerschaften zu allen bedeutenden Lieferanten und Herstellern der IT-Branche. Die intensive Zusammenarbeit mit den Partnerunternehmen ermöglicht es uns, für die wachsenden Anforderungen der Kunden technologisch passende Lösungen anzubieten. Vor allem durch ein umfangreiches Angebot an individuellen Servicelösungen für Unternehmenskunden und öffentliche Auftraggeber erhöht Bechtle damit seine Wachstumschancen. Im Rahmen der Partnerschaften mit den bedeutendsten Lieferanten und Herstellern kann der Konzern fast ausschließlich Zertifizierungen mit dem höchsten Partnerstatus vorweisen.

Um die Zusammenarbeit mit strategischen Herstellern zu forcieren, setzt Bechtle sogenannte Vendor Integrated Product Manager (VIPM) ein, die sowohl die Interessen des Herstellers als auch die von Bechtle vertreten. Chancen liegen hier beispielsweise darin, dass Informationen der Hersteller zentral, zielgerichtet und unverzüglich an die zuständigen Mitarbeiter in der Beschaffung, im Vertrieb und im Dienstleistungsbereich weitergegeben werden. Damit gewährleistet Bechtle für die Kunden ein Leistungsangebot, das jederzeit dem neuesten Stand der Technik entspricht. So steigt die Qualität der Vertriebsaktivitäten und die Kunden profitieren zudem sofort von den Vorteilen innovativer Produkte der Hersteller. Im Gegenzug erhalten die Hersteller zeitnah und weitgehend ungefiltert eine Einschätzung von Anwendern über bestehende Produkte sowie Anforderungen für künftige Produkte.

Durch die Standardisierung der logistischen Abläufe und die Vereinheitlichung der Warenwirtschaftssysteme zwischen Bechtle und seinen Partnern werden zusätzlich zahlreiche Synergien realisiert. Dies führt nicht nur zu einer Verbreiterung des Produktangebots bei zunehmender Verfügbarkeit der Ware, sondern erhöht auch die Attraktivität von Bechtle für andere Distributoren und Hersteller. Zudem eröffnet sich für unser Unternehmen so die Chance einer weiteren Effizienzsteigerung und damit Kostenoptimierung.

Leistungsspektrum

Unternehmenskunden erwarten von ihrem IT-Dienstleister vornehmlich Komplettlösungen aus einer Hand. Bechtle verfügt mit der Kombination aus Handel und Dienstleistung - sowie innerhalb der Dienstleistung mit der Mischung aus Projekt-, Managed-Services- und Finanzierungsgeschäft - über gute Voraussetzungen, um von diesem Trend zu profitieren. Darüber hinaus hat sich Bechtle durch Akquisitionen, strategische Abkommen sowie durch speziell auf die Bedürfnisse und Trends des Markts ausgerichtete Competence Center entsprechend positioniert und durch qualifizierte Mitarbeiter verstärkt. Diese kontinuierlichen Entwicklungen werden auch in Zukunft fortgeführt.

Bei der Beschaffung und beim Betrieb der IT haben viele Unternehmen meist mehrere Themen im Blick: Wettbewerbsfähigkeit, Effizienzgewinn oder Modernisierung sind einige davon. Um diesen verschiedenen Ansprüchen gerecht zu werden, analysiert Bechtle beim Kunden bestehende Geschäftsprozesse, um auf dieser Basis Lösungen und IT-Managementmodelle wie beispielsweise Outsourcing oder Cloud Computing anzubieten. Auf Basis des breit gefächerten Portfolios von Bechtle kann für jeden Kunden eine speziell auf seine Bedürfnisse zugeschnittene optimale Lösung erarbeitet werden. Als Komplettanbieter sehen wir hier große Chancen gegenüber kleineren oder Nischenanbietern. Zudem legen Kunden bei der Auswahl ihres IT-Partners aufgrund der hohen und weiter zunehmenden Relevanz der IT für alle Unternehmensprozesse auf der einen Seite sowie gestiegener Sicherheitsbedenken auf der anderen Seite größten Wert auf die Verlässlichkeit ihres Dienstleisters. Bechtle kann neben seiner 36-jährigen Erfahrung und hohen Lösungskompetenz vor allem mit seiner starken und soliden Finanzkraft punkten. Diese Faktoren haben unmittelbar Einfluss auf die Wahl der Dienstleister, die Preise sowie auf die Art und Weise, von wem externe Services bezogen werden. Für Bechtle als wirtschaftlich sehr soliden, verlässlichen Partner mit guter Reputation können sich somit Chancen für weiteres attraktives Wachstum ergeben. Vor allem die Kundenbeziehungen im sogenannten As-a-service-Geschäft können hiervon profitieren. Sie sind meist langfristig angelegt, was der Planbarkeit der Geschäftsentwicklung zugutekommt. Ferner können hier tendenziell eher höhere Margen erzielt werden als im klassischen Handels- oder Projektgeschäft.

Schon seit vielen Jahren vertreiben wir unter dem Dach der ARP Peripherieprodukte als Eigenmarke. Die ARP hat dafür eine eigene Einkaufsgesellschaft in Taiwan. Seit 2018 haben wir diese Eigenmarke unter dem Namen ARTICONA für alle Gesellschaften der Bechtle Gruppe verfügbar gemacht. Das Portfolio umfasst Produkte rund um IT-Zubehör und Anschlusstechnik. Somit können nun alle Kunden der Bechtle Gruppe von dem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis der ARTICONA Produkte profitieren.

Im Cloud Computing steckt unverändert großes Wachstumspotenzial. Cloud Computing ist bei großen Unternehmen Alltag und wird auch von mittelständischen Kunden immer häufiger nachgefragt. Dabei werden Rechenleistung, Speicher, Applikationen und IT-Services in Echtzeit über Datennetze bezogen. Der Preis der einzelnen Leistungen orientiert sich an deren tatsächlicher Nutzung. Bechtle ist sowohl in Kooperation mit namhaften Partnern als auch mit einem eigenständigen Lösungsangebot im Cloud-Computing-Markt tätig. Die Bechtle Systemhäuser können in diesem Zusammenhang auf ein breites Portfolio an Virtualisierungs- und Servertechnologien, Infrastrukturlösungen und sicherheitsrelevanten Applikationen verweisen. So schaffen sie die notwendigen kundenindividuellen Voraussetzungen für den Bezug und das Betreiben der IT aus der Cloud. Abgerundet wird das Angebot durch Beratungs- und Integrationsleistungen rund um das Thema Cloud, da die spezifischen Services oft in die bestehenden Systeme integriert und damit vernetzt werden müssen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt unseres Cloud-Angebots stellt Bechtle Clouds dar. Unter diesem Namen bündelt Bechtle Public und Business Cloud Services. Als Multi Cloud Service Provider bietet Bechtle Clouds neben eigenproduzierten Cloud-Diensten auch eine Vielzahl an Public-Cloud-Lösungen. Damit können wir von der steigenden Nachfrage nach Cloud Services im Mittelstand profitieren.

Auch das Thema Industrie 4.0 sowie die Digitalisierung insgesamt bieten dem Bechtle Konzern Chancen. Die Komplexität der industriellen IT-Landschaften wird ebenso weiter zunehmen wie die Relevanz der IT für Unternehmensabläufe und Produktionsprozesse. Unabhängig davon, wie sich die beiden genannten Trends konkret entwickeln werden, wird es für die meisten Unternehmen unerlässlich sein, einen kompetenten IT-Partner an der Seite zu haben und ihn in weiten Teilen in die Verantwortung für die IT einzubinden.

Unternehmensorganisation

Mit rund 75 Systemhäusern verfügt Bechtle über eine flächendeckende Präsenz in der DACH-Region. Wesentlich hierbei ist die dezentrale Ausrichtung der Bechtle Gruppe: Jeder Standort ist eine eigene rechtliche Einheit mit einem Geschäftsführer, der für die Geschäftsentwicklung in seinem Einzugsbereich verantwortlich ist. Das Prinzip der Dezentralität bietet Chancen, indem die Eigenverantwortlichkeit und das unternehmerische Denken in den einzelnen Standorten hochgehalten werden. Außerdem kann Bechtle über die lokal und regional verankerten Systemhäuser mittelständische Kunden auf Augenhöhe adressieren und zugleich - in der Gesamtheit als Gruppe und über die national agierenden E-Commerce-Gesellschaften - überregionale Unternehmen und Konzerne ansprechen, die einen großen IT-Dienstleister als zuverlässigen Partner bevorzugen. Trotz der hohen Bedeutung dezentraler Verantwortungs- und Entscheidungsstrukturen profitiert die Bechtle Gruppe durch die Nutzung entsprechender Skaleneffekte bei den zentral zusammengefassten administrativen Aufgaben sowie von den in der AG verankerten Einkaufs- und Logistikprozessen von ihrer Größe. Competence Center, spezialisierte Produktmanagementteams und Geschäftsfeldverantwortliche bündeln zusätzlich Knowhow, das zentral allen Standorten und Segmenten zur Verfügung steht.

In ausgewählten Geschäftsfeldern konzentriert der Konzern die Kompetenzen und Erfahrungen für dieses spezielle Marktsegment bei der Konzernmutter. Aus dem organisierten Zusammenspiel zwischen zentraler Unterstützung und dezentraler Marktbearbeitung durch die Systemhäuser ergeben sich verbesserte Chancen für Wachstum im jeweiligen Markt - das ist beispielsweise der Fall in den Geschäftsbereichen Öffentliche Auftraggeber sowie Software & Anwendungslösungen und in den Bereichen Managed Services sowie Cloud Services.

Personal

Im Geschäftsmodell von Bechtle spielen die Mitarbeiter die zentrale Rolle. Daher sind die langfristige Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen, eine hohe Motivation und eine positive Unternehmenskultur wichtige Faktoren für unseren Geschäftserfolg. Die weitere Erhöhung der Attraktivität von Bechtle als Arbeitgeber stellt sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance dar. Über ein gezieltes Employer Branding positioniert sich Bechtle als attraktiver Arbeitgeber und nutzt über eine starke Arbeitgebermarke die Chance, sowohl neue Mitarbeiter für das Unternehmen zu gewinnen wie auch die bestehenden Mitarbeiter langfristig zu binden.

Bei der Mitarbeitergewinnung stellt der Fachkräftemangel für Bechtle eine Herausforderung dar. Durch die begrenzte Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter ergeben sich möglicherweise jedoch Chancen - zum Beispiel, wenn es dem Unternehmen gelingt, genügend Fachkräfte selbst auszubilden und damit den Bedarf durch eigene Initiativen zu decken. Daher ist Ausbildung bei Bechtle eines der zentralen Themen in der Personalarbeit. Bechtle verfolgt mittelfristig das Ziel, die Ausbildungsquote in Deutschland auf rund 12 % zu erhöhen. Darüber hinaus investieren wir ebenfalls stark in die Weiterbildung unserer Mitarbeiter. Durch dieses aktive Angebot an Entwicklungsmöglichkeiten erhöht Bechtle die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter und bindet sie somit langfristig an das Unternehmen. Die stetig steigende Mitarbeiterzahl, verbunden mit der im Branchenvergleich eher niedrigen Fluktuationsquote von unter 10 %, zeigt, dass es Bechtle gut gelingt, die sich bietenden Chancen bei Mitarbeitergewinnung und -bindung aktiv zu nutzen.

Risiken

Die nachfolgend beschriebenen Risiken könnten nach Einschätzung des Managements nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage sowie die Reputation des Unternehmens und die Bewertung an den Kapitalmärkten haben. Dennoch sind hier nicht alle Risiken dargestellt, denen der Bechtle Konzern möglicherweise ausgesetzt ist. Risiken, die derzeit noch nicht bekannt sind, oder Risiken, die aktuell als unwesentlich eingeschätzt werden, könnten die Geschäftsentwicklung des Unternehmens ebenfalls beeinträchtigen. Häufig sind Risiken mit Chancen verbunden und es ist Aufgabe des Managements, im Einzelfall abzuwägen, ob das Unternehmen eine Chance wahrnimmt und damit ein Risiko eingeht oder ob es das Risiko vermeidet, sich damit aber eine Chance entgehen lässt.

Risikobewertung

Um geeignete Maßnahmen zur Risikosteuerung einzuleiten, werden identifizierte Risiken anhand ihrer geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer bei Eintritt erwarteten Schadenhöhe in Bezug auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Bechtle Konzerns bewertet und anschließend in einer Matrix als "hoch", "mittel" oder "gering" eingestuft. Die zur Messung herangezogenen Definitionen werden für ein einheitliches Verständnis nachfolgend beschrieben.

Risikopotenzial Eintrittswahrscheinlichkeit

Eintrittswahrscheinlichkeit Beschreibung
Hoch Sehr wahrscheinlich
Mittel Wahrscheinlich
Gering Unwahrscheinlich

Risikopotenzial Schadenshöhe

Erwartete Schadenshöhe bei Eintritt des Risikos Definition der Schadenshöhe
Hoch Erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage
Mittel Einige nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage
Gering Schwache nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

Risikomatrix

Erwartete Schadenshöhe
Eintrittswahrscheinlichkeit Gering Mittel Hoch
Hoch Mittleres Risiko Hohes Risiko Hohes Risiko
Mittel Geringes Risiko Mittleres Risiko Hohes Risiko
Gering Geringes Risiko Geringes Risiko Mittleres Risiko

Gesamtwirtschaft und Branche

Die Investitionsbereitschaft der Kunden ist unter anderem von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in den jeweiligen Ländermärkten, in Europa sowie weltweit abhängig. Daneben spielt das Vertrauen der Unternehmen in einen positiven Konjunkturverlauf eine große Rolle. Über 60 % ihres Umsatzes erzielt die Bechtle AG in Deutschland, knapp 40 % in den internationalen Märkten. Insofern hat die Entwicklung der europäischen Wirtschaft insgesamt und der deutschen Wirtschaft im Besonderen entscheidenden Einfluss auf unser Unternehmenswachstum. Bei einer schwächeren oder gar rückläufigen Konjunktur bestehen entsprechende Risiken für die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Bechtle Konzerns.

Bechtle agiert in einem äußerst wettbewerbsintensiven und technologisch schnelllebigen Markt. Der hinsichtlich Preisbildung sowie Produkt- und Servicequalität herrschende Wettbewerb prägt sowohl den IT-Handels- als auch den IT-Dienstleistungsbereich. Dabei werden wir mit einem unverändert hohen Preis- und Margendruck sowie mit partiellen Nachfragerückgängen und konjunkturanfälligen Wachstumsverläufen konfrontiert. Ferner durchläuft der IT-Markt seit Jahren eine Phase der Konsolidierung, die zu einer Stärkung einzelner Wettbewerber und zu einer Veränderung der Marktanteile führen kann. Die Ertragslage hängt wesentlich davon ab, inwieweit Bechtle die Branchenkonsolidierung oder die eigene Stärke zur Erzielung eines überdurchschnittlichen Wachstums nutzen kann und mit welcher Effektivität und vor allem Effizienz es dem Konzern gelingt, den wachsenden Bedürfnissen der Kunden nach intelligenten IT-Lösungen gerecht zu werden. Hier liegen Risiken und Chancen für das Unternehmen sehr nah beieinander.

Im Berichtsjahr hat sich die wirtschaftliche Lage spürbar abgekühlt. Wichtige Stimmungsindikatoren waren rückläufig und das BIP-Wachstum ist in der EU und vor allem in Deutschland stark zurückgegangen. Allerdings soll sich die wirtschaftliche Lage 2020 laut aktuellen Prognosen wieder stabilisieren. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts der Risiken aus Gesamtwirtschaft und Branchenkonjunktur als mittel ein. Einige nachteilige Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage könnten damit verbunden sein. Wir stufen dieses Risiko als mittleres Risiko ein.

Trotz des zum 31. Januar 2020 vollzogenen Brexits herrscht nach wie vor große Unsicherheit über die künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich sowie die konkreten Auswirkungen des Brexits. Hierin könnte ein Risiko für Bechtle liegen, allerdings nur insoweit, als die Gesamtwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen wird. Unmittelbar betroffen von einem ungeregelten Brexit wäre Bechtle nur in einem geringen Umfang. Bechtle erzielte 2019 weniger als 2 % des Konzernumsatzes im Vereinigten Königreich. Außerdem gibt es keine wesentlichen Warenströme von oder nach Großbritannien. Insoweit sieht Bechtle Risiken durch den Brexit lediglich als Bestandteil des gesamtwirtschaftlichen Risikos an.

Mit Jahresbeginn 2020 ist das Risiko durch das Coronavirus aufgekommen. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung ist nicht verlässlich absehbar, ob und wie stark sich dieses Risiko materialisieren wird. Bechtle könnte in dreierlei Hinsicht betroffen sein. Erstens mittelbar, insoweit die gesamtwirtschaftliche Entwicklung weltweit und in Europa in Mitleidenschaft gezogen wird. Zweitens unmittelbar bei der Beschaffung. Die meisten großen Hersteller lassen in China produzieren. Wenn dort aufgrund des Virus' Fabriken stillstehen oder nur mit begrenzter Kapazität arbeiten, oder wenn produzierte Ware das Land nicht verlassen darf, könnten Aufträge der Kunden nicht bedient werden. Umsätze würden sich in Folgequartale verschieben oder könnten schlimmstenfalls ganz wegfallen. Drittens könnte die Geschäftstätigkeit von Bechtle unmittelbar betroffen sein durch hoheitliche Maßnahmen. Wenn - wie im Februar in Italien - komplette Ortschaften unter Quarantäne stehen, kommt dort das Wirtschaftsleben zum Erliegen. Würden solche Quarantänemaßnahmen auch in anderen Regionen oder Ländern und vor allem auch großflächiger zum Einsatz kommen, wäre Bechtle stark betroffen. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung hat Bechtle einige Maßnahmen ergriffen, um dem Risiko zu begegnen. So wurde beispielsweise die Vorratshaltung bestimmter Produkte erhöht. Auch informiert das Unternehmen regelmäßig seine Mitarbeiter und gibt entsprechende Handlungsempfehlungen, die an die jeweilige Lage angepasst werden.

Geschäftstätigkeit

Kostenstruktur. Die Kostenstruktur der Bechtle Gruppe ist von einem hohen Personalkostenanteil geprägt, der nur mit Verzögerung an eine veränderte Auslastung angepasst werden kann. In Phasen einer schwächeren Konjunktur oder einer gebremsten Investitionsneigung der Kunden kann das Unternehmen, ohne wesentliche Eingriffe in die Beschäftigungssituation, die Funktionskosten nur mittelfristig in einem gewissen Umfang senken, beispielsweise durch Kurzarbeit oder durch das Ausnutzen der natürlichen Fluktuation. Sämtliche Maßnahmen, die die Personalkosten betreffen, müssen immer das bestehende oder mögliche zukünftige Personalrisiko (Fachkräftemangel) berücksichtigen.

Bechtle ist daher darauf bedacht, Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden und für neue Bewerber eine hohe Attraktivität als zuverlässiger Arbeitgeber aufzuweisen. Das häufig eher kurzfristige Risiko einer Ertragsschwächung steht hier der langfristigen Chance eines erfolgreichen Employer Brandings und der Bindung qualifizierter Mitarbeiter gegenüber.

Für die Ertragskraft des Bechtle Konzerns ist es wesentlich, dass das Gehaltsniveau aller Mitarbeiter insgesamt nicht überdurchschnittlich steigt. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels wird es künftig aber schwieriger werden, alle offenen Stellen mit qualifizierten Bewerbern zu besetzen. Um Bewerber von unserem Unternehmen zu überzeugen, könnte Bechtle gezwungen sein, das Gehaltsniveau zu erhöhen. Durch eine Stärkung des Employer Brandings beziehungsweise der Arbeitgebermarke und den bereits langjährigen Fokus auf Aus- und Weiterbildung versucht Bechtle, diesem Risiko zu begegnen.

Den Eintritt des Risikos aus Personalkostenentwicklungen und Gehaltsniveau schätzen wir als sehr wahrscheinlich ein. Einige nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Bechtle Konzerns könnten die Folge sein. Wir stufen dieses Risiko als hohes Risiko ein.

Beschaffung. Bechtle bezieht seine Produkte von allen namhaften Herstellern und Distributoren der IT-Branche. Europaweit beläuft sich die Zahl auf rund 300 Hersteller und rund 2.200 Distributoren. In jedem Ländermarkt, in dem Bechtle vertreten ist, hat das Unternehmen ein enges Netzwerk mit Herstellern und Distributoren aufgebaut. Mit zunehmender Größe der Bechtle Gruppe könnte es sein, dass die Hersteller vermehrt dazu übergehen, Bechtle direkt - ohne Zwischenschaltung der Distributoren - zu beliefern. Das würde dazu führen, dass entsprechende Bonuszahlungen der Distributoren nicht mehr oder nicht mehr in gleicher Höhe fließen wie in der Vergangenheit, was sich belastend auf die Ergebnis- und Margensituation der Bechtle AG auswirken könnte.

Wir halten den Eintritt von Risiken aus der Direktbelieferung durch Hersteller für sehr wahrscheinlich. Erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage könnten die Folge sein. Wir stufen das Risiko als hohes Risiko ein.

Die Entwicklung auf dem IT-Markt ist geprägt von einem hohen Wettbewerbs-, aber auch Preis- und Margendruck. In der Folge könnte es sein, dass sowohl Hersteller als auch Distributoren versuchen, Preise für einzelne Produkte zu erhöhen. Nicht in allen Fällen kann Bechtle solche Preiserhöhungen an den Kunden in vollem Umfang weitergeben. Vor allem bei langfristigen Verträgen und Projekten besteht daher ein Risiko für die Ertragssituation des Konzerns, wenn auch die Preispolitik der Hersteller in der Vergangenheit meist ohne größere Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit von Bechtle blieb. Außerdem könnte es sein, dass die Hersteller und Distributoren dem Preis- und Margendruck dadurch begegnen, indem sie bei Bonuszahlungen oder Marketingzuschüssen sparen.

Risiken aus der Preispolitik und den Verkaufskonditionen der Hersteller klassifizieren wir als hohes Risiko. Den Eintritt des Risikos schätzen wir als wahrscheinlich ein. Bei Risikoeintritt erwarten wir erhebliche nachteilige Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage.

Die Bechtle AG versucht, Lagerhaltung auf ein absolut notwendiges Maß zu reduzieren. Größere Lager halten wir nur in Neckarsulm für Deutschland, in Roissy-en-France für Frankreich und in Rotkreuz für die Schweiz vor. Rund zwei Drittel des Lagerbestands sind projektgebundene Produkte, die Bechtle im Kundenauftrag hält. Insoweit ist das Preisänderungsrisiko für Bechtle auf den sogenannten freien und damit latent abwertungsgefährdeten Lagerbestand limitiert. Gleichwohl birgt ein hoher Vorratsbestand Risiken, vor allem für die Entwicklung des Cashflows sowie für das Working Capital. Der Trend vonseiten einiger Kunden und Hersteller, die Vorratshaltung an Bechtle auszulagern, hat in den letzten Jahren zugenommen. Wir begegnen diesen Risiken durch verschiedene Maßnahmen im Rahmen unseres Working-Capital-Managements.

Wir schätzen den Eintritt dieses Risikos als sehr wahrscheinlich ein und würden bei Risikoeintritt einige nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage erwarten. Wir stufen dieses Risiko als hoch ein.

Leistungsspektrum. Die IT-Welt ist von einem hohen Tempo des technologischen Fortschritts und daraus resultierender fortwährender Veränderung geprägt. Als Teilnehmer in diesem Markt muss Bechtle jederzeit bereit und in der Lage sein, neue Trends zu erkennen und bei Bedarf das Portfolio entsprechend anzupassen. Gleichermaßen muss regelmäßig geprüft werden, ob etablierte Prozesse und Abläufe sowie Produkte oder die bisherige Leistungserbringung noch bedarfsgerecht sind. Hier besteht ein Risiko, dass Bechtle neue wesentliche Trends erst verspätet wahrnimmt und damit den Kunden nicht mehr ein zeitgemäßes Produktportfolio anbieten kann. Wir haben allerdings in unserer 36-jährigen Geschichte bewiesen, dass wir in der Lage sind, das hohe Tempo des IT-Markts mitzugehen und uns jederzeit den Gegebenheiten des Markts beziehungsweise den Anforderungen der Kunden anzupassen. Das Risiko wird für die Zukunft weitgehend durch die enge Verzahnung von Bechtle mit allen wichtigen Herstellern minimiert. Von wesentlichen technologischen Neuerungen hat Bechtle damit zu einem sehr frühen Stadium Kenntnis. Durch den engen Kontakt der Vertriebsteams zu den Kunden aus Industrie und öffentlicher Hand wird zudem gewährleistet, dass Bechtle sein Portfolio bei aufkommender Nachfrage der Kunden entsprechend anpasst. Wichtig ist aber auch, das traditionelle Geschäft nicht aus den Augen zu verlieren. Nach wie vor generiert Bechtle einen großen Anteil der Umsätze im Handels- und Projektgeschäft. Bechtle wird zur Risikominimierung auch in Zukunft auf dem Markt als Komplettanbieter auftreten.

Wir schätzen den Eintritt dieses Risikos als nicht unwahrscheinlich ein. Einige negative Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage können wir nicht ausschließen. Wir stufen das Risiko als mittleres Risiko ein.

Bechtle konkurriert auf dem IT-Markt mit zahlreichen Anbietern. Neben anderen klassischen Systemhäusern und E-Commerce-Anbietern treten teilweise auch Hersteller über ihren Direktvertrieb als Wettbewerber auf. Vor allem Großkunden werden bereits heute von einigen Herstellern direkt betreut. Auch aufseiten der Distributoren gibt es Bestrebungen, Direktgeschäft mit Endkunden zu akquirieren und damit in Konkurrenz zu Bechtle zu treten. Vor allem im Cloud-Geschäft bieten auch multinationale Konzerne ihre Dienste an und versuchen, ihre Angebote direkt beim Kunden zu platzieren. Viele Kunden haben aufgrund der zunehmenden Komplexität von IT-Lösungen vermehrt Beratungsbedarf, weshalb selbst IT-fremde Unternehmen versuchen, auf dem IT-Services-Markt Fuß zu fassen. Die Wettbewerbsintensität kann daher in Zukunft steigen. Bechtle ist aber mit seiner flächendeckenden Präsenz in der DACH-Region insbesondere in der Kernkundenzielgruppe Mittelstand sowohl in Bezug auf Kundenansprache und -bindung als auch bei Auslieferung und Erbringung von Services im Vorteil. Kein anderer Wettbewerber ist so stark in der Fläche vertreten und hat einen vergleichbar direkten Kundenzugang. Hersteller können darüber hinaus keine unabhängige Beratung anbieten, Distributoren sind bei der Bandbreite des Portfolios limitiert und Beratungsunternehmen haben keine originäre IT-Kompetenz. Durch eine konsequente Ausrichtung auf effiziente Vertriebsteams will Bechtle auch in Zukunft den Wettbewerbsvorsprung halten und damit das Risiko eines Eindringens von neuen Wettbewerbern in die Bechtle Kundschaft verringern.

Wir schätzen den Eintritt von Wettbewerbsrisiken als sehr wahrscheinlich ein und würden einige negative Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage erwarten. Die Risiken werden als hoch eingestuft.

Die Art und Weise, wie IT von Unternehmen genutzt und deren Mitarbeitern zur Verfügung gestellt wird, befindet sich in einem strukturellen Wandel. Immer mehr werden verbrauchsabhängige Vertragsmodelle ("as a service") zulasten des klassischen Projektgeschäfts genutzt. Ebenso steigt die Nachfrage nach Cloud Services. Die prozessuale und systemtechnische Abbildung solcher Verbrauchsmodelle ist sehr komplex. Entsprechend sind die derzeit etablierten Prozesse noch nicht so schlank und effektiv wie in den klassischen Geschäftsfeldern. Sollte die Bedeutung dieser Geschäftsfelder schneller als erwartet und stärker zunehmen, könnte dies negative Auswirkungen auf die Profitabilität der Bechtle AG haben.

Wir schätzen den Eintritt dieser Risiken als wahrscheinlich ein und würden erhebliche negative Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage erwarten. Die Risiken werden als hoch eingestuft.

Kunden. Bechtle hat in beiden Segmenten insgesamt über 70.000 Kunden. Die Kundenzufriedenheit ist ein, wenn nicht sogar das maßgebliche Kriterium unserer Leistungen. Nur zufriedene Kunden sind bereit, Folgeaufträge an Bechtle zu vergeben oder die Geschäftsbeziehung auszuweiten. Zufriedene Kunden sind auch bereit, Bechtle weiterzuempfehlen, und helfen so mit, Neukunden zu gewinnen. Bechtle achtet bereits in der Angebotsphase darauf, weitgehend die Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden abzudecken. Bei der Durchführung können Projektteams vom zentralen Projektmanagement Unterstützung erhalten. Schließlich eruieren wir regelmäßig die Kundenzufriedenheit, Verbesserungspotenziale zu erkennen und zu realisieren.

Den Eintritt dieses Risikos schätzen wir als nicht unwahrscheinlich ein. Es könnten sich einige negative Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage ergeben. Das Risiko wird als mittleres Risiko eingestuft.

IT. In jedem Unternehmen ist der Einsatz von IT unumgänglich. Zahlreiche Geschäftsprozesse sind eng mit IT-Systemen und -Anwendungen verknüpft, so auch bei Bechtle. Entsprechend ergeben sich aus dem Einsatz von IT Risiken unter anderem für Auftragsabwicklung, Warenwirtschaft, Controlling und Finanzbuchhaltung. So könnte ein Verfügbarkeitsrisiko für einen reibungslosen Prozess von Anfrage und Auftrag bis Auslieferung und Faktura entstehen, wenn die Funktionsfähigkeit der dafür notwendigen IT-Systeme und -Anwendungen nicht mehr gewährleistet ist. Mögliche Ursachen könnten Ausfälle von Hardware- beziehungsweise Netzwerkkomponenten oder Energiesteuerungen sowie Bedienungsfehler im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnologie sein.

Wahrscheinlichkeit und Ausmaß von Schäden durch externe Angriffe sind nur sehr schwer abzuschätzen. Durch Eindringen Unbefugter in das IT-System könnte ein Vertraulichkeitsrisiko entstehen oder die Systeme könnten nach einem Angriff nicht mehr reibungslos funktionieren.

Zur Vorbereitung auf etwaige Notfallszenarien müssen Krisenpläne ständig aktualisiert beziehungsweise für neue Szenarien entsprechend erstellt werden. Bechtle hat dazu eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe eingesetzt. Gleichwohl könnte es sein, dass ein neues Szenario so schnell eintritt, dass kein aktueller Notfallplan erarbeitet worden ist.

Trotz hoher Schutzmechanismen und Sicherheitsstandards schätzen wir den Eintritt der IT-Sicherheitsrisiken als sehr wahrscheinlich ein. Es könnten sich erhebliche negative Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage ergeben. Die Risiken werden als hoch eingestuft.

Personal. Als handeltreibender Dienstleister sind für die Bechtle AG die Mitarbeiter einschließlich ihrer Ausbildung, Motivation und Servicebereitschaft wesentliche Erfolgsfaktoren. Ebenso wichtig für den zunehmenden Wachstumskurs des Unternehmens ist die Fähigkeit, neue Mitarbeiter von Bechtle zu überzeugen und langfristig zu binden. Zu den größten Personalrisiken zählt daher - auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels -, dass es nicht gelingt, die erforderliche Anzahl an qualifizierten Mitarbeitern für das Unternehmen zu gewinnen. Darüber hinaus bestehen Risiken bei der Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen. So könnte es zu einem Know-how-Verlust infolge überdurchschnittlich hoher Fluktuation von qualifiziertem Personal kommen oder die Kundenzufriedenheit könnte unter mangelnder Qualifikation und Leistungsorientierung der Mitarbeiter leiden. Daher stehen neben der Weiterentwicklung der Arbeitgebermarke Bechtle (Employer Branding) die Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit durch die Schaffung eines positiven Arbeitsumfelds, die betriebliche Aus- und Weiterbildung sowie die Förderung des Managementnachwuchses mittels interner Entwicklungsprogramme im Zentrum der Personalarbeit. Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Verankerung und das Vorleben von Werten, Unternehmenskultur und Führungsgrundsätzen durch die Führungskräfte. Wesentlicher Bestandteil der Personalarbeit sind die Ausbildung junger Menschen sowie die Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter. Trotz dieser Anstrengungen besteht aber das Risiko, dass es uns nicht gelingt, intern genügend Fach- und Führungskräfte zu finden.

Der Eintritt von Fluktuationsrisiken wird als wahrscheinlich eingeschätzt. Hieraus können sich einige nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage ergeben. Wir stufen das Risiko als mittleres Risiko ein. Das Risiko der Personalbeschaffung wird von uns als hohes Risiko eingestuft, da ein Eintritt des Risikos wahrscheinlich ist und erhebliche negative Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage nicht ausgeschlossen werden können. Risiken aus einem Mangel an geeigneten Führungskräften oder qualifizierten Mitarbeitern insgesamt werden als hohes Risiko eingeschätzt, da ein Eintritt des Risikos wahrscheinlich ist und erhebliche negative Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage nicht ausgeschlossen werden können.

Finanzinstrumente

Risikomanagement. Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken unterliegen einem aktiven Management auf Basis konzernweit geltender Richtlinien. Dabei werden die spezifischen Anforderungen an die organisatorische Trennung der Funktionsbereiche zwischen Abwicklung und Kontrolle beachtet.

Derivative Finanzinstrumente dienen ausschließlich der Sicherung operativer Grundgeschäfte und betriebsnotwendiger Finanztransaktionen in Form von Devisentermingeschäften, Devisenoptionen sowie Devisen- und Zinsswaps.

Das finanzbezogene Risikomanagement ist geprägt durch klare Zuordnungen von Verantwortlichkeiten, zentrale Regeln zur grundlegenden Begrenzung finanzieller Risiken, die bewusste Ausrichtung der eingesetzten Instrumente an den Erfordernissen der Geschäftstätigkeit und die gesonderte Überwachung durch ein zentral gesteuertes Treasury.

Fremdwährungen. Währungsrisiken liegen insbesondere dort vor, wo Forderungen, Schulden, Zahlungsmittel sowie geplante Transaktionen in einer anderen als in der lokalen Währung der Konzernmutter bestehen beziehungsweise entstehen werden. Das Fremdwährungsrisiko ist im Wesentlichen auf den Schweizer Franken beschränkt, da ein bedeutender Anteil des Auslandsgeschäfts in der Schweiz generiert wird. Mit Ausnahme der Schweiz, Großbritanniens und der osteuropäischen Länder Polen, Tschechien und Ungarn erfolgt die Beschaffung überwiegend in den Euroländern und somit auf Eurobasis. Teilweise werden Waren in US-Dollar oder anderen Währungen erworben, um Preisvorteile zu nutzen. Zur Vermeidung des Währungsrisikos schließt der Bechtle Konzern Termingeschäfte ab. Die Absicherung der von den Landesgesellschaften gehaltenen Vermögenspositionen in fremdländischen Devisen umfasst seit dem Geschäftsjahr 2018 alle Nicht-Euroländer. Termingeschäfte zur Vermeidung des Währungsrisikos in anderen Währungen werden fallweise getätigt, wenn Waren bezogen werden oder Kunden sich die Zahlungen in Fremdwährung ausbedungen haben. Bei einmaligen Beträgen mit im Regelfall kurzen Laufzeiten werden diese ökonomischen Sicherungen nicht als Sicherungsbeziehung bilanziert. Bei länger laufenden Projekten und im Regelfall mehreren dazugehörigen Sicherungen werden die Regelungen des IFRS 9 zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen angewendet. Die offenen Devisengeschäfte und die dazugehörigen Forderungen und Verbindlichkeiten werden monatlich analysiert und auf ihre Wirksamkeit überprüft.

Liquidität. Um die uneingeschränkte Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten, muss dem Unternehmen jederzeit ausreichende Liquidität zur Verfügung stehen. Steuerung und Überwachung der Liquiditätssituation erfolgen durch das Treasury. Die aktuelle Finanzlage des Bechtle Konzerns zum Jahresende 2019 mit einem Bestand an liquiden Mitteln sowie Geld- und Wertpapieranlagen in Höhe von 272,2 Mio. € (Vorjahr: 250,9 Mio. €) und nicht beanspruchten Bar-, Aval- und Geldmarktkreditlinien in Höhe von 95,4 Mio. € sowie einem positiven Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von 235,2 Mio. € (Vorjahr: 140,5 Mio. €) ist sehr solide und äußerst komfortabel. Die Wahrscheinlichkeit des Eintritts eines Liquiditätsrisikos ist begrenzt.

Der Bereich Treasury der Bechtle AG stellt die Liquiditätsversorgung für die Konzernbereiche sowie die Tochterunternehmen in Form eines Cashpoolings sicher. Darüber hinaus steuert er das Zinsänderungsrisiko und verantwortet die Bewertung, Analyse und Überwachung marktrisikobehafteter Positionen.

Forderungen. Die Bonität unserer Geschäftskunden spielt bei der Betrachtung der künftigen Risikosituation eine wichtige Rolle. Bechtle könnte Risiken durch Forderungsausfälle ausgesetzt sein, weil die Kunden aufgrund unzureichender Finanzierungsmöglichkeiten ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr fristgerecht oder nicht vollständig nachkommen können. Eine detaillierte Überwachung der Kundenbeziehungen inklusive fortlaufender Bonitätsprüfungen sowie ein proaktives Forderungsmanagement wirken den Risiken durch Forderungsausfälle entgegen und ersetzen den Abschluss einer Warenkreditversicherung.

Potenzielle Risiken im Zusammenhang mit der Anlage liquiditätsnaher Mittel werden dadurch begrenzt, dass Anlagen ausschließlich im Rahmen festgelegter Limite nur bei Banken sehr guter Bonität erfolgen. Auch der Zahlungsverkehr wird im Wesentlichen nur über Banken mit höchster Bonität abgewickelt.

Zinsen. Ein Zinsänderungsrisiko besteht grundsätzlich bei finanziellen Vermögenswerten und Schulden mit Laufzeiten von über einem Jahr. Die Zinsrisiken des Bechtle Konzerns werden zentral analysiert und Maßnahmen, die sich daraus ergeben, durch das Konzernfinanzwesen aktiv gesteuert. Dabei unterliegt das Vorgehen des Bereichs einer durch das Management festgelegten regelmäßigen Überprüfung.

Der Eintritt von Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken sowie der Eintritt von Risiken aus Zahlungsausfällen werden als unwahrscheinlich eingeschätzt. Moderate nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage können nicht vollständig ausgeschlossen werden. Alle Finanzrisiken werden als geringe Risiken eingestuft.

Sonstige

Akquisitionen. Seit dem Börsengang 2000 hat die Bechtle AG 81 Gesellschaften akquiriert. Unternehmensübernahmen sind essenzieller Bestandteil der auf langfristiges profitables Wachstum ausgelegten Unternehmensstrategie. Bechtle wird daher auch künftig seine Marktposition durch Akquisitionen gezielt stärken und ausbauen. Grundsätzlich besteht jedoch bei der Entscheidung für den Kauf einer Gesellschaft und deren Integration in den Konzernverbund immer auch ein unternehmerisches Risiko. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die in die Gesellschaft gesetzten Erwartungen nicht vollständig erfüllen. Bechtle trägt diesem Risiko durch umfangreiche Prüfungen im Vorfeld (Due Diligence) Rechnung. Vorbereitung, Umsetzung und Kontrolle von Akquisitionen erfolgen nach festgelegten Zuständigkeitsregelungen und Genehmigungsprozessen. Zudem verfügt Bechtle über langjährige Erfahrung bei der Integration von Unternehmen. Wir haben die dafür notwendigen Strukturen und Prozesse etabliert und arbeiten nach einem Post-Merger-Konzept, das die Bedürfnisse des Konzerns bei der Integration neu erworbener Unternehmen optimal abdeckt. Daher überwiegen für Bechtle bei Akquisitionen klar die Chancen gegenüber den Risiken.

Wir halten dennoch den Eintritt von Risiken aus Akquisitionen für wahrscheinlich und können erhebliche negative Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage nicht vollständig ausschließen. Das Risiko wird als hoch eingestuft.

Compliance. In Verträgen mit öffentlichen Auftraggebern, zunehmend aber auch bei Kunden aus der Privatwirtschaft und ebenso in den partnerschaftlichen Beziehungen mit den Herstellern, spielt das Thema Compliance eine große Rolle. Viele Kunden erwarten, dass sich der IT-Partner ausdrücklich zur Beachtung geltender Gesetze und Regelungen bekennt und die Einhaltung von Standards seriösen Handelns zusichert. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden und somit das Risiko eines möglichen Fehlverhaltens gegenüber Geschäftspartnern weitgehend einzugrenzen, hat die Bechtle AG bereits vor einigen Jahren einen Verhaltenskodex ("Code of Conduct") eingeführt. Dieser soll die Einhaltung der geltenden internationalen und nationalen Gesetze sowie der Bestimmungen bei allen Tätigkeiten im Unternehmen gewährleisten und darüber hinaus Mindeststandards für verantwortungsvolles Handeln darstellen. Zeitgleich mit dem Verhaltenskodex hat Bechtle ein Compliance Board eingerichtet, das aus dem Vorstand der Bechtle AG und einem ständigen Vertreter des Fachbereichs Recht besteht. Das Compliance Board ist für die Mitarbeiter über eine eigens eingerichtete Telefonhotline und einen gesonderten E-Mail-Account erreichbar. Hinweise oder Verstöße werden vom Compliance Board überprüft und bewertet, gegebenenfalls veranlasst das Board sodann geeignete Maßnahmen. In konsequenter Weiterentwicklung des eigenen Verhaltenskodex hat Bechtle einen "Verhaltenskodex für Lieferanten von Gütern und Dienstleistungen" ausgearbeitet und verteilt. Der Kodex enthält die Grundsätze und Mindestanforderungen aus dem Bechtle Verhaltenskodex, zu denen sich auch die Bechtle Lieferanten mit ihrer Erklärung bekennen sollen.

Trotz der eingerichteten Maßnahmen ist der Eintritt von Risiken aus den Strukturen und Prozessen bezüglich Compliance nicht unwahrscheinlich. Einige nachteilige Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage können nicht vollständig ausgeschlossen werden. Das Risiko wird als mittleres Risiko eingestuft.

Rechtliches Umfeld. Als international tätiger Konzern hat Bechtle unterschiedliche nationale Gesetze zu beachten. Daraus können sich für Rechtsgeschäfte - etwa bei der Gestaltung von Verträgen - Risiken ergeben, denen Bechtle nach Bedarf über das frühzeitige Einschalten der internen Rechtsabteilung oder externer Rechtsberater begegnet.

Das Unternehmen ist derzeit in keine Rechtsstreitigkeiten involviert, durch die ein spürbarer negativer Effekt auf das Konzernergebnis zu erwarten wäre. Bei allen zukünftigen im Zusammenhang mit dem Geschäft des Konzerns stehenden Rechtsstreitigkeiten würde die Bechtle AG Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten bilden, wenn die daraus resultierenden Verpflichtungen wahrscheinlich und die Höhe der Verpflichtungen hinreichend genau bestimmbar sind.

Gesamtbetrachtung der Chancen und Risiken

Die Evaluierung der Gesamtchancen- und -risikosituation des Konzerns durch den Vorstand entsteht durch Betrachtung aller wesentlichen Risikokomplexe beziehungsweise Einzelrisiken und gegebenenfalls deren Abwägung gegenüber sich ergebenden Chancen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es keine wesentlichen Änderungen der Gesamtrisikoposition und der beschriebenen Risiken. Nach Überzeugung des Managements sind die dargestellten Risiken begrenzt und überschaubar. Die Finanzbasis des Unternehmens ist sehr solide. Die Eigenkapitalquote ist mit 42,4 % nach wie vor gut und die Liquiditätssituation komfortabel.

Ein wichtiger Indikator für die Gesamtrisikoeinschätzung ist eine Bewertung durch Dritte. Neben der internen, unternehmenseigenen Risikobewertung wird die Bonität beziehungsweise das aggregierte Ausfallrisiko von Bechtle regelmäßig durch Banken und Wirtschaftsauskunfteien eingeschätzt und überwacht. Aufgrund der soliden Kapitalstruktur und der erstklassigen Finanzausstattung des Unternehmens erhält Bechtle schon seit Jahren hervorragende Bewertungen - auch nach der Bilanzverlängerung und der Optimierung des Leveragepotenzials im Geschäftsjahr 2018. Es ist nicht erkennbar, dass sich daran künftig etwas ändern sollte.

2015 2016 2017 2018 2019
Bürgel 1,1 1,0 1,0 1,0 1,2
Creditreform 109 111 105 109 109
Creditsafe 1,0 1,2 1,3 1,0 1,4

Eine Bewertung der Bechtle AG hinsichtlich der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagenturen Standard & Poor's, Moody's Investors Service, Fitch Ratings und Dominion Bond Rating Service existiert derzeit noch nicht.

Die Bechtle AG ist sich des eigenen Chancen- und Risikoprofils für ihre unternehmerische Tätigkeit bewusst. Die dargestellten Maßnahmen tragen - in Verbindung mit einer tagesaktuellen Auswertung des Geschäftsverlaufs anhand operativer Kennzahlen - entscheidend dazu bei, dass Bechtle die Chancen zur Weiterentwicklung des Unternehmens nutzen kann, ohne die damit einhergehenden Risiken aus den Augen zu verlieren.

Mit Ausnahme der beschriebenen Risiken erwartet der Vorstand darüber hinaus keine weiteren nennenswerten Beeinträchtigungen des Umsatzes und der Profitabilität des Unternehmens aus sonstigen Risiken. In der Summe sind für die Bechtle AG keine Risiken bekannt, die alleine oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten. Der Vorstand ist davon überzeugt, die sich bietenden Herausforderungen und Chancen auch zukünftig nutzen zu können, ohne dabei unvertretbar hohe Risiken eingehen zu müssen.

NACHTRAGSBERICHT

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 sind bei der Bechtle AG keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens gehabt hätten.

PROGNOSEBERICHT

Der Bedarf an zukunftsfähigen IT-Umgebungen resultiert aus der Notwendigkeit, Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten konsequent zu digitalisieren. Bechtle deckt diese Bedürfnisse als verlässlicher Partner insbesondere der mittelständischen Kundschaft bestmöglich ab. Daher sind die Aussichten für die weitere Entwicklung der Bechtle Gruppe positiv. Zudem hat sich 2019 gezeigt, dass sich die IT-Branche robuster entwickeln kann als die Gesamtwirtschaft. In- sofern ist der Vorstand bei der Einschätzung der Entwicklung der Bechtle AG im Jahr 2020 und darüber hinaus unverändert optimistisch.

Rahmenbedingungen

Wirtschaftswachstum bleibt schwach. Die Europäische Kommission geht in ihrer Prognose vom Februar 2020 davon aus, dass das Wachstumstempo in der EU 2020 das Niveau von 2019 in etwa hält. Das BIP soll um 1,4 % zulegen, nach 1,5 % im Berichtsjahr. Diese Wachstumserwartung spiegelt sich auch in den Bechtle Märkten in der EU wider. Am unteren Ende der Skala bleibt Italien mit einer Steigerung des BIP um 0,3 %, nach 0,2 % im Jahr 2019. Spitzenreiter sollen im laufenden Jahr wie auch 2019 Irland, Polen und Ungarn sein, mit Wachstumsraten jeweils über 3 %. Die Ausrüstungsinvestitionen sollen EU-weit mit 1,5 % in etwa auf dem Niveau der Gesamtwirtschaft wachsen, dabei aber deutlich geringer als 2019 (2,8 %). Die Wachstumsprognose für die staatlichen Investitionen liegt für die EU bei 3,1 % und damit auf Niveau des Berichtsjahres (3,0 %). 2021 soll das BIP-Wachstum in der EU mit 1,4 % stabil bleiben, die Ausrüstungsinvestitionen sollen um 2,0 % und damit wieder etwas stärker steigen.

Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland wird 2020 voraussichtlich wieder etwas zulegen. Das BIPWachstum sieht die Europäische Kommission bei 1,1 %, nach 0,6 % im Berichtsjahr. Die Ausrüstungsinvestitionen sollen laut der Europäischen Kommission nur um 0,4 % wachsen und damit auf Vorjahresniveau liegen. Die staatlichen Konsumausgaben sollen mit 2,6 % hingegen leicht zulegen (2019: 2,5 %). Für 2021 erwartet die Europäische Kommission für Deutschland erneut ein BIP-Wachstum von 1,1 %. Die Ausrüstungsinvestitionen sollen 2021 mit 1,7 % wieder stärker steigen und auch die staatlichen Konsumausgaben sollen mit einer Wachstumsrate von 2,7 % nochmals leicht zulegen.

Mögliche Auswirkungen durch das Coronavirus sind in den Prognosen noch nicht berücksichtigt. Es bleibt abzuwarten, ob und wie stark sich eine etwaige Ausbreitung des Virus' auf die Wirtschaft in der EU auswirken kann.

Etwas geringere Wachstumsdynamik für die IT-Branche prognostiziert. Die IT-Branche soll auch 2020 wachsen, allerdings mit weniger Dynamik. Der IT-Markt in der EU soll laut Zahlen von EITO um 2.7 % zulegen, nach 4,4 % im Berichtsjahr. Die Hardwareumsätze werden - wie fast immer in den ersten Prognosen zu Jahresbeginn - im Minus gesehen. Nach einem Plus von 4,8 % im Berichtsjahr wird für 2020 ein Minus von 2,1 % prognostiziert. Die Services sollen hingegen um 2,4 % wachsen, Software um 6.8 %. In den Ländern mit Bechtle Präsenz wird für die Entwicklung der Hardwareumsätze eine sehr breite Spanne vorhergesagt. Eine positive Entwicklung wird lediglich für Irland, Tschechien und Spanien prognostiziert mit Wachstumsraten zwischen 0,9 und 2,2 %. Alle anderen Länder werden im Minus gesehen. Schlusslicht sind voraussichtlich Österreich mit minus 5,1 % und die Niederlande mit minus 5.0 %.

Der deutsche IT-Markt soll 2020 mit 2,8 % ähnlich stark wachsen wie der in der EU, allerdings ebenfalls bei nachlassender Dynamik (2019: 4,2 %). Für das Hardwaresegment wird auch hier ein Minus von 1,6 % prognostiziert. Besonders stark soll der Rückgang bei Servern und bei stationären Business-PCs sein. Umsätze mit Storage und mobilen PCs sollen hingegen zulegen. Die Services und Software sollen ähnlich wie im Vorjahr um 2,4 % beziehungsweise 6,4 % wachsen.

Für Frankreich, den zweitwichtigsten Ländermarkt für Bechtle, wird für 2020 ein Wachstum im IT-Markt von 3,3 % vorhergesagt. Die Hardwareumsätze sollen hier allerdings um 2,7 % zurückgehen. In der Schweiz wird für 2020 ein Wachstum des IT-Markts von 3,2 % erwartet. Die Hardwareumsätze sollen um 2.1 % zurückgehen. Die Services sollen hingegen um 2,1 % zulegen, Software um 7,3 %.

Rechtliche und politische Rahmenbedingungen stabil. In Bezug auf die künftige erwartete wirtschaftliche Situation in den relevanten Ländermärkten sieht der Bechtle Konzern weder durch eine Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen noch durch die Umsetzung politischer Maßnahmen nennenswerte Einflüsse auf die Nachfragesituation. Unmittelbare Auswirkungen des Brexits sind lediglich für unsere Landesgesellschaft in Großbritannien denkbar. Alle mittelbaren Einflüsse betreffen die Gesamtwirtschaft. Die Wechselkursentwicklung spielt in den meisten Ländern mit Bechtle Präsenz keine große Rolle, da diese dem Euroraum angehören und wir entsprechend in Euro einkaufen und fakturieren. Nennenswerte Umsätze in Fremdwährung werden lediglich in der Schweiz getätigt.

Entwicklung der Bechtle AG und des Konzerns

Die Bechtle AG hängt in ihrer weiteren Geschäftsentwicklung wesentlich von den Tochtergesellschaften ab, denn das Ergebnis der Bechtle AG wird zu einem wesentlichen Anteil vom Beteiligungsergebnis und damit von den möglichen Ausschüttungen der Tochtergesellschaften bestimmt.

Daher wird im Folgenden auch auf die Entwicklung wesentlicher Kenngrößen im Konzern eingegangen.

Produkte und Absatzmärkte

Die digitale Transformation gewinnt in der Wirtschaft immer weiter an Bedeutung. Um den technologischen Trends in der IT und den abgeleiteten wachsenden Anforderungen der Kunden gerecht zu werden, arbeitet Bechtle kontinuierlich an der Weiterentwicklung seines Produkt- und Dienstleistungsangebots. So haben wir im Berichtsjahr beispielsweise das Angebot der Bechtle Clouds als Multi Cloud Service Provider über eine Partnerschaft mit Google weiter ausgebaut.

Darüber hinaus wird Bechtle in den nächsten Jahren im Segment IT-Systemhaus & Managed Services das Angebot an speziellen IT-Lösungen erweitern. Dabei sehen wir Themen wie Mobility, Security, Storage, Modern Workplace, Networking Solutions und IT as a Service als Markttreiber. Bechtle ist in allen genannten Bereichen hervorragend aufgestellt, um den Kunden jederzeit Lösungen anzubieten, die den höchsten aktuellen technologischen Maßstäben entsprechen. Im Berichtsjahr haben wir speziell in diesem Segment zahlreiche Schulungsmaßnahmen durchgeführt, um bei steigender Nachfrage auch entsprechende Kapazitäten bei unseren Mitarbeitern zur Verfügung stellen zu können. Wir planen, den Anteil höhermargiger Services sowie den Anteil wiederkehrender Umsätze kontinuierlich auszubauen.

Aktivitäten zur Digitalisierung in zentraler Einheit. Seit 2017 baut Bechtle den Internetauftritt bechtle.com zielgerichtet zu einem digitalen Marktplatz aus. Hier präsentieren wir unseren Kunden die gesamte Bandbreite des Leistungs- und Lösungsportfolios von Bechtle auf einen Blick. Unabhängig vom ursprünglichen Anliegen des Kunden und unabhängig davon, welchem Segment er zugeordnet ist, kann Bechtle jeden Kunden auf diese Weise ganzheitlich ansprechen und ihm gezielt weiterführende Lösungen anbieten. Damit erhöhen wir gleichzeitig die Kundenzufriedenheit und -durchdringung. 2018 haben wir die Aktivitäten zum Ausbau unseres digitalen Marktplatzes und zur weiteren Digitalisierung unseres Angebots im Bereich Digital Business Services zusammengefasst. Für die künftige erfolgreiche Aufstellung von Bechtle sehen wir die Digitalisierung einer Vielzahl unserer (internen) Prozesse als unabdingbar an.

Bechtle wird weiter Marktanteile gewinnen. Die schon seit Jahren andauernde Konsolidierung auf dem deutschen und europäischen IT-Markt wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Vor allem kleinere Anbieter werden immer stärker Probleme haben, ihren Kunden Dienstleistungen in der geforderten Breite und Tiefe anzubieten. Das Tempo der Konsolidierung wird sich voraussichtlich aber weder 2020 noch darüber hinaus verschärfen. Die Bechtle AG wird von dieser Entwicklung aufgrund ihrer Finanzstärke, ihrer Wettbewerbsposition, ihrer dezentralen Aufstellung und ihrer sehr guten Reputation bei allen relevanten Kundengruppen profitieren. Wir gehen daher davon aus, auch zukünftig unseren Marktanteil überproportional steigern zu können.

Der Bechtle Konzern strebt an, seine Marktposition im Segment IT-E-Commerce durch den Ausbau der bestehenden Gesellschaften sowie durch etwaige Akquisitionen voranzutreiben. Die Gründung weiterer Tochtergesellschaften in Europa spielt dabei derzeit eine untergeordnete Rolle. Gleichwohl ist die weitere Internationalisierung ein wichtiges Thema für Bechtle. Wir werden diese durch unsere 2014 ins Leben gerufene Global IT Alliance (GITA) weiter vorantreiben - darüber sind wir in fast allen relevanten Wirtschaftsregionen weltweit vertreten.

Wesentliche Kenngrößen

Umsatz. Der Bechtle AG gelingt es regelmäßig, mit einer hohen Dynamik und damit stärker als der Markt zu wachsen. So haben wir unseren Umsatz seit 2010 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von rund 15 % sehr deutlich gesteigert und uns damit im Vergleich zum IT-Markt überdurchschnittlich gut entwickelt. Auch im Mittel der Jahre von 2009 bis 2019 - das auch die Finanzkrise 2009 beinhaltet - lag die CAGR bei über 14 %. Das Wachstum war von 2008 bis 2017 weitgehend organisch. Im Vorjahr sowie im Berichtsjahr hat die Akquisition der Inmac WStore stark zum akquisitorischen Wachstum beigetragen. Ab 2020 gehen wir davon aus, dass die Wachstumsraten für den Konzern wieder mehr organisch geprägt sein werden. Nach nun drei Jahren mit auch organisch zweistelligen Wachstumsraten gehen wir davon aus, dass die Steigerungsraten etwas zurückgehen und sich im hohem einstelligen Bereich konsolidieren werden. Wir erwarten für 2020, dass wir unseren Umsatz gegenüber dem Berichtsjahr erneut deutlich steigern werden.

Zwischen den Segmenten und Regionen gab es durch die Akquisition der Inmac WStore eine leichte Verschiebung zugunsten des Auslands und des Segments IT-E-Commerce. 2020 sollte der Anteil zwischen den Segmenten keinen größeren Schwankungen unterliegen. Auch hinsichtlich der regionalen Verteilung erwarten wir in den nächsten Jahren keine größeren Veränderungen. Zum einen verzeichnet der Konzern durch die voranschreitende Internationalisierung des Geschäfts und das starke Wachstum der ausländischen IT-E-Commerce-Gesellschaften einen Anstieg des Auslandsumsatzes. Zum anderen werden wir auch in unserem Heimatmarkt infolge der starken Wettbewerbsposition und der Marktanteilsgewinne weiterhin erfolgreich agieren und wachsen.

Kosten. Die Umsatzkosten sind in den letzten Jahren weitgehend parallel zum Umsatz gestiegen. Jahre mit sehr deutlichen Wachstumsraten wie 2017 bis 2019 gehen üblicherweise mit einem höheren Hardwareanteil und so einem überproportionalen Anstieg des Materialaufwands einher. Daher war die Bruttomarge in den letzten Jahren unter Druck. Insbesondere im Berichtsjahr lag sie mit 14,3 % deutlich unter dem langjährigen Mittel. Wir planen für 2020 mit einer Umsatzkostenentwicklung etwas unterproportional zum Umsatz und einer Bruttomarge, die sich wieder dem Wert von 15 % annähert. Für die Bechtle AG als Dienstleistungsunternehmen sind die Personalkosten von zentraler Bedeutung. Innerhalb der Vertriebskosten stellen sie mit rund 80 % und innerhalb der Verwaltungskosten mit rund 60 % die größten Positionen dar. Eine flexible Gestaltung der Personalkosten ist angesichts des zunehmend beratungsintensiven Geschäftsmodells von Bechtle und der dezentralen flächendeckenden Aufstellung der Systemhäuser sowie des Mangels an Fachkräften in einigen Bereichen nicht realisierbar. Zudem sind für Bechtle - auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels - die Mitarbeiterbindung und die Verlässlichkeit als Arbeitgeber deutlich wichtiger als kurzfristige Kostenoptimierungen. Im Vertrieb sind die Aufwendungen zudem unmittelbar mit der Umsatzentwicklung verbunden, da größere Vertriebsteams zu einem stärkeren Wachstum führen können. Das Management geht aufgrund des Wachstums im Konzern für 2020 davon aus, dass die absoluten Aufwendungen für die beiden Funktionsbereiche Vertrieb und Verwaltung weiter steigen werden. Ein überproportionales Wachstum versuchen wir jedoch zu vermeiden, sodass die jeweiligen Quoten zumindest auf dem Niveau des Berichtsjahres von rund 6 % beziehungsweise rund 5 % des Umsatzes liegen sollen.

Ergebnis. Auch die Ergebnisentwicklung war in den letzten Jahren sehr zufriedenstellend. Die CAGR für das EBT liegt seit dem Geschäftsjahr 2010 bei rund 18 %. Damit hat sich das Vorsteuerergebnis im langjährigen Mittel besser als der Umsatz entwickelt. In den letzten drei Jahren war die Marge allerdings wachstums- und akquisitionsbedingt etwas unter Druck. Der Vorstand geht für 2020 davon aus, dass das Ergebnis deutlich zulegen und sich zumindest parallel zum Umsatz entwickeln wird. Die EBT-Marge sollte entsprechend mindestens auf dem Niveau des Berichtsjahres (4,4 %) liegen.

Im Segment IT-Systemhaus & Managed Services wollen wir den Anteil höhermargiger Dienstleistungen und wiederkehrender Umsätze weiter steigern. Im E-Commerce gilt es, das vor allem durch effiziente Prozesse und eine moderne Logistik erzielte hohe Margenniveau zu halten.

Die Bechtle AG plant, ihre Aktionäre auch weiterhin mit einer attraktiven Dividende am Unternehmenserfolg teilhaben zu lassen. Die Dividendenpolitik orientiert sich dabei in erster Linie an der Ertrags- und Liquiditätssituation des Konzerns und sieht eine Ausschüttungsquote von etwa einem Drittel des Ergebnisses nach Steuern vor. Der aktuelle Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2019 von 1,20 € je Aktie entspricht einer Quote von 29,6 %. Sie liegt damit nur leicht unter dem langjährigen Mittel. Hintergrund ist vor allem die aufgrund nicht nachhaltiger positiver Einflüsse niedrigere Steuerquote. Grundsätzliche Änderungen in der Dividendenpolitik des Unternehmens sind nicht geplant.

Vermögens- und Finanzlage

Liquidität. Die Bilanzstruktur des Bechtle Konzerns hat sich im Berichtsjahr nicht stark verändert. Eine gewisse Bilanzverlängerung gab es aufgrund der Erstanwendung von IFRS 16. Dennoch verfügt Bechtle nach wie vor über eine hervorragende Liquiditätsausstattung. Diese finanzielle Stärke ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Bechtle kontinuierlich aus eigener Kraft wachsen und flexibel auf die Anforderungen der Märkte reagieren kann. Die hohe Liquidität erweist sich hier als Wettbewerbsvorteil. Aus Kundensicht sind zudem die Finanzlage und die Solidität des IT-Partners äußerst wichtig und damit ein wesentliches Entscheidungskriterium insbesondere bei der Vergabe von langfristigen Projekten. Dem Cashmanagement bei Bechtle wird daher weiterhin eine besondere Bedeutung beigemessen. Zusätzlich zur freien Liquidität von 272,2 Mio. € ist angesichts der guten Bilanzrelationen das "ratingneutrale" Verschuldungspotenzial der Bechtle AG erheblich. In Verbindung mit einer auch weiterhin positiven Entwicklung des operativen Cashflows verfügt Bechtle damit über den nötigen Spielraum, um die gesteckten Ziele zu erreichen und das angestrebte überdurchschnittliche Wachstum problemlos - auch aus eigener Kraft - zu finanzieren.

Finanzierung. Die Finanzverbindlichkeiten sind nach der akquisitionsbedingten starken Erhöhung im Vorjahr im Berichtsjahr wieder etwas zurückgegangen. Diese Positionen werden sich auch 2020 - es sei denn, es erfolgen größere Akquisitionen - nicht wesentlich ändern. Kleinere Akquisitionen können 2020 wie bisher aus dem laufenden Cashflow und den vorhandenen Liquiditätsbeständen finanziert werden; aber auch die Aufnahme von Fremdkapital ist jederzeit möglich. Die Übernahme größerer Unternehmen könnte zu einem spürbaren Abfluss liquider Mittel führen, aber wahrscheinlicher wäre in einem solchen Fall zumindest die teilweise Finanzierung durch Aufnahme von Fremdkapital oder andere Fremdfinanzierungsoptionen. Möglich wäre auch ein Rückgriff auf die Eigenfinanzierungsmöglichkeiten gemäß den gefassten Hauptversammlungsbeschlüssen. Bis Juni 2023 ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital durch Ausgabe von bis zu 14 Millionen Aktien gegen Bar- oder Sacheinlage zu erhöhen.

Sofern 2020 keine größeren Übernahmen erfolgen, wird sich die Bilanzstruktur im Vergleich zum Stichtag 31. Dezember 2019 voraussichtlich nicht wesentlich verändern.

Investitionen. Die Bechtle AG betreibt mit dem Handel von IT-Produkten und dem Angebot an IT-Dienstleistungen kein anlageintensives Geschäft. Die Investitionsquote lag 2019 bei rund 17 % und damit unterhalb des langjährigen Mittels. Die Investitionssumme belief sich 2019 auf 48,0 Mio. € und lag damit etwas unter unseren Planungen. Neben dem Neubau in Neckarsulm und an anderen Standorten betrafen die Investitionen vor allem interne Projekte wie unseren digitalen Marktplatz oder unsere Bechtle Clouds Plattform und laufende Investitionen in die interne IT sowie höhere Ersatz und Erweiterungsinvestitionen. Auch im laufenden Jahr wird Bechtle weiter in die Zukunft des Unternehmens investieren. Unter anderem soll der Neubau am Stammsitz Neckarsulm im Herbst fertiggestellt werden. Daneben sind keine weitere Investitionen in Gebäude sowie in die Digitalisierung und unsere Clouds Plattform geplant. Wir gehen davon aus, dass sich die Investitionen 2020 auf 50 bis 60 Mio. € belaufen werden.

Akquisitionen werden in allen Geschäftsfeldern auch in Zukunft integraler Bestandteil unserer Wachstumsstrategie bleiben. Im IT-E-Commerce setzt der Vorstand stärker auf organisches Wachstum. Allerdings sind auch in diesem Segment Zukäufe durchaus denkbar. Im Segment IT-Systemhaus & Managed Services werden auch weiterhin selektive Akquisitionen das Kompetenzprofil der Bechtle AG sinnvoll ergänzen.

Einen hohen Stellenwert für unser Unternehmen werden nach wie vor die Personalentwicklung sowie die Ausbildung haben. Mit einem etablierten Qualifizierungsangebot und der konsequenten Fortführung der internen Managementprogramme will Bechtle auch zukünftig in die Förderung von Nachwuchs- und Führungskräften investieren. Auch 2020 plant der Vorstand - unabhängig von Akquisitionen -, die Beschäftigtenzahl zu erhöhen, jedoch unterproportional zum Umsatzwachstum. Ein Fokus der Personalpolitik bei Bechtle liegt weiterhin auf der Ausbildung junger Menschen. In diesem Zusammenhang hat sich die Bechtle AG zur Zukunftssicherung mittelfristig das Ziel gesetzt, den Anteil der Auszubildenden in Deutschland auf etwa 12 % zu erhöhen.

GESAMTEINSCHÄTZUNG

Positiver Ausblick für Bechtle trotz konjunktureller Schwäche. Die gesamtwirtschaftliche Lage ist zu Jahresbeginn 2020 wieder positiver als noch im Berichtsjahr - allerdings gibt es nach wie vor große Unsicherheiten bezüglich der weiteren konjunkturellen Entwicklung sowohl in Deutschland als auch in Europa. Die Europäische Kommission hat im Februar 2020 die Wachstumsprognosen für das Jahr 2020 leicht nach oben korrigiert. Die Prognose besagt nun, dass das Wachstum 2020 in etwa auf dem Niveau von 2019 liegen soll. Für Deutschland sind die Erwartungen etwas besser. Nachdem hier der Rückgang 2019 stärker war, soll 2020 eine spürbare Erholung einsetzen. Insgesamt soll 2020 und 2021 in allen für Bechtle relevanten europäischen Ländern außer Italien das BIP-Wachstum über 1 % liegen. Auch die Stimmung in der Wirtschaft ist zu Jahresbeginn leicht positiv. In Deutschland ist der ifo-Geschäftsklimaindex zwar im Januar 2020 leicht gesunken, liegt aber dennoch über den Werten von August bis November 2019. Während die Einschätzung der aktuellen Lage im Januar sogar zulegen konnte, sind die Erwartungen für die nächsten sechs Monate etwas gesunken.

In der IT-Branche ist die Stimmung noch etwas besser: Der ifo-Index für IT-Dienstleister lag im Januar mit 33,5 Zählern auf einem höheren Stand als in den sieben Monaten zuvor. Während die Beurteilung der aktuellen Lage stark im Aufwind war, sind die Erwartungen für die nächsten Monate allerdings gegenüber Dezember leicht gesunken. Wie schon 2019 zeichnet sich hier ab, dass sich der IT-Markt besser als die Gesamtwirtschaft entwickeln könnte.

Der Vorstand rechnet vor diesem Hintergrund mit einer positiven und im Branchenkontext überdurchschnittlichen Geschäftsentwicklung der Bechtle AG. Die Wachstumsraten werden gegenüber den Jahren 2017 bis 2019 voraussichtlich aber zurückgehen.

ÜBERSICHT DER PROGNOSEN ZUR ERTRAGSLAGE FÜR 2020

Konzern IT-Systemhaus& Managed Services IT-E-Commerce
Umsatz Sehr deutliche Steigerung gegenüber 2019 Deutliche Steigerung Sehr deutliche Steigerung
Umsatzkosten Etwas unterproportional zum Umsatz
Bruttomarge < 15 %
Vertriebskostenquote rund 6 %
Verwaltungskostenquote rund 5 %
EBT Deutliche Steigerung gegenüber 2019 Deutliche Steigerung Deutliche Steigerung
EBT-Marge Mindestens auf Vorjahresniveau Mindestens auf Vorjahresniveau Mindestens auf Vorjahresniveau
Dividende Ausschüttungsquote von rund einem Drittel des EAT

CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT

Die Verantwortung eines Unternehmens endet nicht bei den direkten Stakeholdern wie Mitarbeitern, Kunden oder Anteilseignern. Vielmehr rückt die gesamtgesellschaftliche Verantwortung immer stärker in den Fokus. Für Bechtle ist dies nichts Neues, sondern selbstverständlich. Von jeher ist die Unternehmensführung bei Bechtle am Selbstverständnis eines ehrbaren Kaufmanns ausgerichtet. Das zeigt sich heute noch in der Unternehmenskultur und den Unternehmenswerten. Gesamtgesellschaftliche Verantwortung ist keine Frage des Zeitgeists, sondern der Überzeugung.

Vorstand und Aufsichtsrat berichten im Folgenden gemeinsam über die Corporate Governance bei der Bechtle AG gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK). Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß §§ 289f, 315d HGB veröffentlicht die Bechtle AG auf ihrer Website. Sämtliche Aussagen und Angaben im Corporate Governance Bericht beziehen sich auf den DCGK in der Fassung vom 7. Februar 2017. Dieser war auch Grundlage der aktuellen Entsprechenserklärung der Bechtle AG vom 31. Januar 2020.

Aktionäre und Hauptversammlung

Alle Aktien der Bechtle AG sind nennwertlose Inhaberstammaktien und gewähren das gleiche Stimmrecht. Um den Aktionären die Wahrnehmung ihrer Rechte während der Hauptversammlung zu erleichtern, benennt der Vorstand einen Vertreter, den die Aktionäre mit der Ausübung ihres Stimmrechts bevollmächtigen können. Bechtle stellt sicher, dass der Stimmrechtsvertreter auch während der Hauptversammlung erreichbar ist. Die Einladung sowie die notwendigen Berichte und Unterlagen für die Hauptversammlung werden im Internet veröffentlicht.

Die Bechtle AG achtet darauf, ihre Hauptversammlung effizient zu organisieren und in einem angemessenen Zeitrahmen abzuhalten. Dabei orientieren wir uns an den Vorgaben des DCGK, wonach eine ordentliche Hauptversammlung spätestens nach vier bis sechs Stunden beendet sein sollte. Alle Hauptversammlungen der Bechtle AG der letzten Jahre haben sich in diesem Rahmen bewegt.

Die Hauptversammlung der Bechtle AG wird nicht im Internet übertragen. Die Organisationskosten einer Internetübertragung stehen nach Meinung von Vorstand und Aufsichtsrat in keinem Verhältnis zum Nutzen für das Unternehmen und seine Aktionäre.

Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat steht dem Vorstand jederzeit beratend zur Seite und wird in alle bedeutenden Unternehmensentscheidungen eingebunden. Der Vorstand unterrichtet den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle wesentlichen Fragen der Geschäftsentwicklung, der Unternehmensplanung und der Strategie sowie über das Risikomanagement, mögliche Risiken und Chancen der Unternehmensentwicklung und über die Compliance. Die Informations- und Berichtspflichten sind in der Geschäftsordnung des Vorstands näher erläutert. Bei Eintreten außergewöhnlicher Ereignisse, die für die Beurteilung der Lage und Entwicklung oder die Leitung der Gesellschaft von Bedeutung sind, informiert der Vorstand den Aufsichtsrat unverzüglich. Auch außerhalb der regelmäßigen Aufsichtsratssitzungen informieren sich der Aufsichtsrat und insbesondere der Aufsichtsratsvorsitzende kontinuierlich über die Lage des Unternehmens und wesentliche Geschäftsvorgänge. So kann der Aufsichtsrat das operative Geschäft auf einer angemessenen Informationsgrundlage mit wertvollen Hinweisen und Empfehlungen begleiten. Grundsätzlich leitet der Vorstand seine Unterlagen rechtzeitig vor den Aufsichtsratssitzungen und in Abstimmung mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden an die Mitglieder des Aufsichtsrats weiter, sodass sich diese sorgfältig auf die Sitzungen vorbereiten können. Für wichtige Geschäftsvorgänge sieht die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats vor.

Vorstand und Aufsichtsrat beachten die Grundsätze ordnungsgemäßer Unternehmensführung. Verletzen sie ihre Sorgfaltspflicht schuldhaft, können sie der Bechtle AG gegenüber auf Schadensersatz haften.

Zur Abdeckung dieses Risikos hat die Gesellschaft für Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung - eine sogenannte Directors & Officers-Versicherung abgeschlossen. Für den Vorstand wurde gemäß den gesetzlichen Bestimmungen ein Selbstbehalt von 10 % vereinbart, nicht aber für den Aufsichtsrat. Die Bechtle AG ist der Ansicht, dass ein Selbstbehalt nicht dazu beiträgt, das Verantwortungsbewusstsein und die Motivation des Aufsichtsrats zu verbessern.

Vorstand

Die personelle Zusammensetzung des Vorstands sowie die Ressortzuständigkeiten sind gegenüber dem Vorjahr unverändert. Der Vorstand besteht aus drei Mitgliedern, Vorstandsvorsitzender ist Dr. Thomas Olemotz.

Der Aufsichtsrat der Bechtle AG hat sich mit der Festlegung einer Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand befasst. Derzeit liegt die Frauenquote im Vorstand bei 0 %. Der Aufsichtsrat ist der festen Überzeugung, dass es im Unternehmensinteresse liegt, die Vorstände langfristig an das Unternehmen zu binden und im Unternehmen zu halten. Eine Änderung in der Besetzung des Vorstands ausschließlich zum Zweck der Erhöhung der Frauenquote hält der Aufsichtsrat nicht für sinnvoll. Auch eine mögliche Aufstockung des Vorstands zur Sicherstellung einer Frauenquote steht nicht zur Diskussion. Der Aufsichtsrat hat daher die Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand mit Wirkung ab dem 1. Juli 2017 bis zum 30. Juni 2022 auf 0 % festgelegt.

Der Vorstand der Bechtle AG hat zuletzt 2017 Zielgrößen für den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands mit einer Frist bis zum 30. Juni 2022 festgelegt. Für die erste Führungsebene betrug diese 0 %, für die zweite Führungsebene 5,5 %.

Im Berichtsjahr hat der Vorstand diese Zielgrößen neu diskutiert. Der Vorstand der Bechtle AG steht dem Thema Diversität sehr aufgeschlossen gegenüber und hat eine Beteiligung von Frauen in den Führungsebenen stets uneingeschränkt begrüßt. Allerdings spiegeln die 2017 festgelegten Zielgrößen nicht in Gänze die gesamtgesellschaftliche Verantwortung von Bechtle wider und werden auch dem hohen Bedarf an qualifizierten Fachkräften nicht gerecht. Der Vorstand hat daher mit Beschluss vom 17. Januar 2020 die Zielgrößen vorzeitig neu festgelegt. Die erste Führungsebene unterhalb des Vorstands umfasst konzernweit die Bereichsvorstände. Die Frauenquote in dieser Ebene beträgt aktuell 0 %. Neue Zielgröße für diese Ebene sind 22 %, mit einer Frist bis zum 31. Januar 2025.

Die zweite Führungsebene unterhalb des Vorstands umfasst konzernweit die Verantwortlichen in geschäftsführender Position sowie diejenigen im engeren Führungskreis, die einem Vorstand direkt berichten. Der Frauenanteil in dieser Ebene liegt aktuell bei 8,94 %. Der Vorstand hat die Zielgröße für die zweite Führungsebene auf 25 % festgelegt, ebenfalls mit einer Frist bis zum 31. Januar 2025.

Für den Vorstand der Bechtle AG ist es selbstverständlich, dass sich das Unternehmen sowie alle Mitarbeiter gesetzeskonform verhalten. Um dieses Ziel zu unterstreichen, wurde schon vor Jahren ein Code of Conduct veröffentlicht, der für alle Mitarbeiter verpflichtend ist und als Leitfaden zur Vermeidung von Verstößen wie auch für den Umgang mit Compliancefällen dient. Der Code of Conduct wird derzeit überarbeitet und aktualisiert. Außerdem existiert bei Bechtle ein Compliance Board. Dieses besteht aus dem Vorstand der Bechtle AG und einem ständigen Vertreter des Fachbereichs Recht. Das Compliance Board ist für alle Mitarbeiter und auch für Externe über eine Telefonhotline sowie einen geschützten E-Mail-Account erreichbar. Es überprüft und bewertet gemeldete Hinweise oder Verstöße und veranlasst gegebenenfalls geeignete Maßnahmen. Zudem steht das Compliance Board den jeweils Verantwortlichen bei der Bewältigung compliancerelevanter Situationen beratend zur Seite. Das Compliance Board arbeitet die gemeldeten Vorfälle kontinuierlich auf und nutzt sie, um die Compliancevorgaben zu konkretisieren beziehungsweise weiterzuentwickeln.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der Bechtle AG besteht satzungsgemäß aus zwölf Mitgliedern. Nach dem Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) setzt er sich zu gleichen Teilen aus Aktionärs- und Arbeitnehmervertretern zusammen. Dem Aufsichtsrat gehören derzeit vier Frauen an. Verschiedene Mitglieder haben einen besonderen internationalen Hintergrund und alle Vertreter der Anteilseigner sind unabhängig. Die Arbeitnehmervertreter stehen teilweise in einem üblichen Anstellungsverhältnis zur Gesellschaft.

Barbara Greyer hat ihr Aufsichtsratsmandat aus Altersgründen mit Wirkung zum Ablauf des 30. November 2019 niedergelegt. Durch Beschluss des Amtsgerichts Stuttgart wurde Anastasia Polidoros mit Wirkung zum 19. Dezember 2019 zum Aufsichtsratsmitglied bestellt.

Die Bechtle AG ist gesetzlich verpflichtet, im Aufsichtsrat eine Geschlechterquote von mindestens 30 % einzuhalten. Derzeit liegt die Frauenquote in unserem Aufsichtsrat bei 33 %.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Bechtle AG ist entgegen der Empfehlung in Ziffer 5.3.2 Abs. 3 Satz 3 DCGK auch Vorsitzender des Prüfungsausschusses. Er pflegt naturgemäß einen intensiven Austausch mit dem Vorstand und ist besonders eng mit den Abläufen im Unternehmen vertraut, sodass eine Trennung der Leitungspositionen von Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss aus Unternehmenssicht nicht zwingend geboten ist.

Ein Nominierungsausschuss wurde nicht gebildet. Angesichts der Besetzung des Aufsichtsrats hält der Aufsichtsrat einen solchen Ausschuss derzeit nicht für notwendig.

Lebensläufe für alle Aufsichtsratsmitglieder veröffentlicht die Bechtle AG seit dem 13. März 2019 jährlich aktualisiert auf der Website des Unternehmens.

Der Aufsichtsrat ist darauf bedacht, seine Aufgaben mit der gebotenen Sorgfalt wahrzunehmen. In einem Turnus von drei Jahren unterzieht der Aufsichtsrat seine Tätigkeit einer umfassenden Effizienzprüfung auf der Grundlage des Leitfadens der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e. V. Im Berichtsjahr wurde eine solche Überprüfung vorgenommen mit dem Ergebnis, dass der Aufsichtsrat effizient arbeitet. Kommt der Aufsichtsrat zu der Ansicht, dass sich die Effizienz verschlechtert, wird die Überprüfung jährlich durchgeführt.

In Anlehnung an Ziffer 5.4.1 Abs. 2 DCGK hat der Aufsichtsrat Ziele hinsichtlich seiner Zusammensetzung schriftlich fixiert. Der Aufsichtsrat strebt danach an, dass mindestens zwei Aufsichtsratsmitglieder in besonderem Maß das Kriterium Internationalität erfüllen. Die Zahl der unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder festzulegen, hält der Aufsichtsrat dagegen nicht für sinnvoll. Derzeit erfüllen alle Anteilseignervertreter das Merkmal "Unabhängigkeit", da sie in keiner persönlichen oder geschäftlichen Beziehung zu der Gesellschaft, deren Organen, einem kontrollierenden Aktionär oder einem mit diesem verbundenen Unternehmen stehen. Außerdem nehmen sie keine Beratungs- oder Organfunktionen bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Geschäftspartnern der Bechtle AG wahr. Der Aufsichtsrat wird aber weiterhin Vertreter von Geschäftspartnern als Aufsichtsratsmitglieder vorschlagen, wenn deren spezifische Kenntnisse der Gesellschaft mehr nutzen als mögliche Interessenkonflikte ihr schaden. Aus den vorstehend genannten Gründen hält es der Aufsichtsrat auch nicht für sinnvoll, im Corporate-Governance-Bericht über die nach seiner Einschätzung angemessene Zahl unabhängiger Mitglieder der Anteilseigner und die Namen dieser Mitglieder zu informieren. Bezüglich Diversität hat der Aufsichtsrat davon abgesehen, Ziele festzulegen. Schließlich verzichtet der Aufsichtsrat auch darauf, eine Regelgrenze für die Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat festzulegen. Hier - ebenso wie bei der Besetzung von Vorstand und Führungspositionen sowie beim Umgang mit allen Mitarbeitern - strebt die Bechtle AG eine auf Langfristigkeit angelegte Zusammenarbeit an. In der Vergangenheit konnte die Bechtle AG immer wieder von der langjährigen Expertise erfahrener Aufsichtsratsmitglieder profitieren. Das soll auch in Zukunft so bleiben.

Zur Wahl in das Kontrollgremium sieht die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats - ebenso wie die vom Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung festgesetzten Ziele - eine Altersgrenze von 70 Jahren vor.

Der Aufsichtsrat hat außerdem gemäß Ziffer 5.4.1 Abs. 2 Satz 1, 2. Halbsatz DCGK ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeitet und beschlossen. Zusammengefasst muss danach jedes Aufsichtsratsmitglied unter anderem über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der ihm gesetzlich und satzungsmäßig obliegenden Aufgaben erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen, mindestens ein Aufsichtsratsmitglied muss über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen. Darüber hinaus müssen die Aufsichtsratsmitglieder in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor, in dem die Gesellschaft tätig ist, vertraut sein. Zudem muss jedes Aufsichtsratsmitglied für die Wahrnehmung des Aufsichtsratsamts zeitlich ausreichend verfügbar sein. Hinsichtlich der fachlichen Fähigkeiten und Erfahrungen sollte jedes Mitglied über ein allgemeines Verständnis der Geschäftstätigkeit eines IT-Systemhauses - insbesondere des Marktumfelds, der einzelnen Geschäftsfelder, der Kundenbedürfnisse, der Regionen, in denen die Gesellschaft tätig ist, und der strategischen Ausrichtung des Unternehmens - verfügen. Zusätzlich sollen einzelne oder mehrere Mitglieder Sachverstand beispielsweise auf dem Gebiet Rechnungslegung oder Abschlussprüfung, Betriebswirtschaftslehre, Corporate Governance sowie Compliance und Personalführung haben. Alle Mitglieder sollten außerdem fähig sein, die Ordnungsmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit der zu bewertenden Geschäftsentscheidungen sowie die Jahresabschlussunterlagen zu bewerten und zu beurteilen.

Die vom Aufsichtsrat festgelegten Ziele für seine Zusammensetzung und die Vorgaben des Kompetenzprofils sind gegenwärtig erfüllt. Bei künftigen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung werden diese Ziele berücksichtigt und eine Erfüllung des Kompetenzprofils angestrebt.

Interessenkonflikte

Die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat sind dem Unternehmensinteresse verpflichtet. Sie dürfen bei ihren Entscheidungen im Rahmen ihrer Tätigkeit weder persönliche Interessen verfolgen noch Geschäftschancen, die dem Unternehmen zustehen, für sich nutzen. Interessenkonflikte, die etwa aufgrund einer Beratungs- oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder Geschäftspartnern entstehen können, bestanden im abgelaufenen Geschäftsjahr weder bei Aufsichtsrats- noch Vorstandsmitgliedern. Detaillierte Informationen zu den bestehenden Mandaten der Organmitglieder in Aufsichtsräten und ähnlichen Kontrollgremien anderer Gesellschaften finden Sie im Konzern-Anhang.

Neckarsulm, am 28. Februar 2020

Dr. Thomas Olemotz

Michael Guschlbauer

Jürgen Schäfer

Bilanz zum 31. Dezember 2019

Aktiva

Tsd.€ Tsd.€ Vorjahr

Tsd.€
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 13.820 9.529
2. Geleistete Anzahlungen 228 14.048 0
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 2.298 2.395
2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.413 12.527
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 24 0
10.735
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 491.996 477.302
2. Beteiligungen 0 0
3. Sonstige Ausleihungen 311 362
4. Ansprüche aus Renten- und Lebensversicherungsverträgen 0 5.000
492.307
517.090 507.115
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Unfertige Leistungen 13 13
2. Waren 4.784 4.797 4.307
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 19.084 18.137
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 444.365 390.967
3. Sonstige Vermögensgegenstände 168 463.617 809
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 156.441 125.294
624.855 539.527
C. Rechnungsabgrenzungsposten 7.718 6.064
D. Aktive Latente Steuern 4.370 2.374
1.154.033 1.055.080
Passiva
Tsd.€ Tsd.€ Vorjahr

Tsd.€
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 42.000 42.000
II. Kapitalrücklage 122.120 122.120
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 312.719 263.609
IV. Bilanzgewinn 62.816 55.705
539.655 483.434
B. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 7.414 5.079
2. Sonstige Rückstellungen 18.585 18.847
25.999 23.926
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 323.625 328.500
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.673 50
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistugen 4.322 3.637
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 226.313 188.659
5. Sonstige Verbindlichkeiten 30.985 25.189
586.918 546.035
D. Rechnungsabgrenzungsposten 1.461 1.685
1.154.033 1.055.080

Gewinn- und Verlustrechnung für 2019

Tsd.€ Tsd.€ Vorjahr

Tsd.€
1. Umsatzerlöse 209.515 223.656
2. Sonstige betriebliche Erträge 3.503 2.638
213.018 226.294
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für bezogene Waren 83.878 101.731
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 59.227 73.207
143.105 174.938
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 32.390 28.038
b) Soziale Abgaben 4.222 3.499
36.612 31.537
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 15.327 11.627
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 35.557 33.142
7. Erträge aus Beteiligungen 9.237 10.358
8. a) Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 133.069 119.064
8. b) An Organgesellschaften weiterbelastete Ertragsteuern 3.293 3.003
136.362 122.067
9. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 125 120
Übertrag: 128.141 107.595
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 5.929 5.959
11. Abschreibungen auf Finanzanlagen 0 250
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 4.336 1.317
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 31.487 24.761
14. Ergebnis nach Steuern 98.247 87.226
15. Sonstige Steuern 26 20
16. Jahresüberschuss 98.221 87.206
17. Gewinnvortrag 13.705 12.101
18. Einstellung in andere Gewinnrücklagen -49.110 -43.602
Bilanzgewinn 62.816 55.705

Anhang für 2019

A. Allgemeine Erläuterungen

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Die Gesellschaft gilt als börsennotierte Aktiengesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 Satz 2 HGB als große Kapitalgesellschaft.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. An Organgesellschaften belastete Steuerumlagen werden zur Verbesserung des Einblicks in die Ertragslage als Unterposten des Postens "Erträge aus Gewinnabführungsverträgen" ausgewiesen.

Das gesetzliche Gliederungsschema der Bilanz wurde auf der Aktivseite unter den Finanzanlagen um den Posten "Ansprüche aus Renten- und Lebensversicherungsverträgen" erweitert.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, haben wir Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und davon-Vermerken im Anhang gemacht.

B. Registerinformationen

Die Gesellschaft ist unter der Firma Bechtle AG mit Sitz in Neckarsulm im Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart unter der Nummer HRB 108581 eingetragen.

C. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren - wie im Vorjahr - die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände und der Sachanlagen erfolgte zu den Anschaffungskosten und, sofern sie der Abnutzung unterliegen, abzüglich planmäßiger Abschreibungen. Die planmäßige Abschreibung erfolgt zeitanteilig und hauptsächlich linear auf der Grundlage der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer. Geringwertige Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben und als Abgang ausgewiesen.

Die immateriellen Vermögensgegenstände werden linear zwischen drei und fünf Jahren abgeschrieben. Den Abschreibungen liegt bei Betriebs- und Geschäftsausstattung eine Nutzungsdauer von 3 bis 20 Jahre zugrunde. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen zeitanteilig.

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten und die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert angesetzt. Zweitmarktpolicen werden als unverzinsliche Forderungen behandelt und unter Zugrundelegung der garantierten Ablaufleistungen auf den Barwert abgezinst. Soweit die Gründe für in Vorjahren vorgenommene Abschreibungen nicht mehr vorgelegen haben, werden bis zur Höhe der Anschaffungskosten Zuschreibungen vorgenommen.

Die Vorräte werden zu den Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sowie Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages (d.h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst.

Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet.

Derivative Finanzinstrumente werden bei der Bechtle AG grundsätzlich nur für Sicherungszwecke eingesetzt. Zur Absicherung der Risiken des variablen Zinssatzes bei einem aufgenommenen Darlehen wurde ein Zins-Swap abgeschlossen. Dieser Zins-Swap ist als Cash-Flow-Hedge als zu 100 Prozent wirksam in der Absicherung des Zinsänderungsrisikos anzusehen. Die Bechtle AG bezahlt hierbei einen festen Zinssatz und erhält einen variablen Zinssatz. Als wirksamer Cash-Flow-Hedge werden Zins-Swaps zusammen mit den abzusichernden Darlehen bewertet (Bewertungseinheit). Es erfolgt keine separate Bilanzierung.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen und Schulden und ihren steuerlichen Wertansätzen werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet ausgewiesen.

D. Erläuterungen zur Bilanz

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in der Anlage A zu diesem Anhang dargestellt.

2. Anteilsbesitz

Der Anteilsbesitz an anderen Unternehmen ist in der Anlage B zu diesem Anhang dargestellt.

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus dem Verrechnungsverkehr mit den Unternehmen der Bechtle-Gruppe.

Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten haben 98 Tsd. € (Vorjahr: 0 Tsd. €) eine Restlaufzeit über ein Jahr. Ansonsten haben alle übrigen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände - wie im Vorjahr - eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Beträge in Höhe von 0 Tsd. € (Vorjahr: 543 Tsd. €), die erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entstehen. Im Vorjahr handelte es sich dabei um abgegrenzte Zinsen.

4. Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 ist in 42.000.000 (Vorjahr 42.000.000) ausgegebene Stammaktien mit einem rechnerischen Nennwert von 1,00 € eingeteilt. Jede Aktie gewährt eine Stimme.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen haben sich folgendermaßen entwickelt:

Andere Gewinnrücklagen

Tsd. €
Stand zum 1. Januar 2019 263.609
Einstellung aus dem Jahresüberschuss 49.110
Stand zum 31. Dezember 2019 312.719

5. Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Ausstehende Rechnungen, Tantiemen und Sonderzuwendungen, sonstige Personalaufwendungen, Jubiläumsaufwendungen sowie sonstige Abgrenzungen und Aufsichtsratsvergütungen gebildet.

6. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus dem Verrechnungsverkehr gegenüber den Unternehmen der Bechtle-Gruppe.

Durch Grundpfandrechte und ähnliche Rechte gesicherte Verbindlichkeiten bestehen wie im Vorjahr nicht.

in Tsd. € 31.12.2019 31.12.2018
Restlaufzeit Restlaufzeit
--- --- --- --- --- --- ---
Art der Verbindlichkeit bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre gesamt bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre
--- --- --- --- --- --- ---
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.875 90.937 227.813 323.625 4.875 93.312
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.673 0 0 1.673 50 0
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.322 0 0 4.322 3.637 0
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 226.313 0 0 226.313 188.659 0
5. Sonstige Verbindlichkeiten 30.985 0 0 30.985 25.189 0
- davon aus Steuern 29.420 0 0 29.420 24.416 0
in Tsd. € 31.12.2018
Art der Verbindlichkeit Restlaufzeit über 5 Jahre gesamt
--- --- ---
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 230.313 328.500
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 50
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 3.637
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0 188.659
5. Sonstige Verbindlichkeiten 0 25.189
- davon aus Steuern 0 24.416

7. Latente Steuern

Die latenten Steuern resultieren aus folgenden Sachverhalten:

31.12.2019

Tsd. €
31.12.2018

Tsd. €
Veränderung

Tsd. €
Latente Steuerschulden auf Differenzen
bilanzieller Wertansätze für
- Verlustvortragskonten Personengesellschaften 745 944 - 199
- Rückstellungen 63 63 0
808 1.007 - 199
Latente Steueransprüche auf Differenzen
bilanzieller Wertansätze für
- Anlagevermögen 3.463 1.444 2.019
- Rückstellungen 1.326 1.551 - 225
- Passive Rechnungsabgrenzungsposten 389 386 3
5.178 3.381 1.797
Latente Steueransprüche netto 4.370 2.374 1.996

Der Berechnung wurde ein Steuersatz von 30,0 % zugrunde gelegt.

8. Haftungsverhältnisse

Die Bechtle AG hat sich für Bankkredite von Tochtergesellschaften verbürgt. Am Bilanzstichtag valutieren diese Kredite mit 56.089 Tsd. €. Des Weiteren bestehen Haftungsverpflichtungen zugunsten von Tochtergesellschaften aus Miet- und Leasingverträgen (4.126 Tsd. €), Bürgschaften zugunsten von Lieferanten der Bechtle-Gruppe (30.954 Tsd. €), aus Avalen (12.629 Tsd. €) und sonstige Bürgschaften (17.579 Tsd. €). Ferner besteht eine Schuldübernahmeerklärung nach § 403 (1) (f) des niederländischen bürgerlichen Gesetzbuches für alle niederländischen Tochtergesellschaften (25.874 Tsd. €).

Zweck vorgenannter Haftungsverhältnisse ist die Sicherstellung einer angemessenen Finanzierung der betrieblichen Aktivitäten der Tochtergesellschaften. Finanzielle Risiken bestehen in einer möglichen Inanspruchnahme durch Gläubiger.

Das Risiko einer Inanspruchnahme aus der Bürgschaft für die Verbindlichkeiten von verbundenen Unternehmen gegenüber Kreditinstituten sowie den übrigen Haftungsverhältnissen wird aufgrund der guten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der betreffenden Tochterunternehmen als gering eingeschätzt.

9. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum 31. Dezember 2019 bestehen aus mehrjährigen Leasing- und Mietverträgen finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 3.213 Tsd. €:

Tsd. €
2020 1.256
2021 1.066
2022 891
3.213

Zweck und Vorteil der eingegangenen Leasing- und Mietverträge ist die Finanzierung bzw. Nutzung der genutzten Anlagegegenstände. Risiken bestehen in den zukünftigen Liquiditätsbelastungen durch fest vereinbarte Miet- und Leasingraten.

Mit der Bechtle Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH, Neckarsulm, besteht ein Immobilien-Mietvertrag über die Vermietung der Immobilie Bechtle-Platz 1 in Neckarsulm. Der Mietvertrag ist auf unbestimmte Zeit geschlossen und kann jährlich gekündigt werden. Der Mietzins beträgt z.Zt. 2.716 Tsd. € p.a.

10. Derivative Finanzinstrumente

Die Bechtle AG ist im Rahmen ihrer europaweiten Tätigkeiten Währungsrisiken ausgesetzt. Zur Absicherung dieser Risiken werden ausgewählte Derivate eingesetzt. Die Bechtle AG hält die Finanzinstrumente nicht für Spekulationszwecke, das heißt, ohne ein entsprechendes Grundgeschäft werden keine Derivate abgeschlossen. Die Devisentermingeschäfte werden zu den Marktterminkursen am Abschlussstichtag bewertet.

Die Bewertung der eingesetzten derivativen Finanzinstrumente erfolgt nach anerkannten finanzmathematischen Berechnungsmodellen und -methoden. Eingesetzt wird dabei insbesondere die Barwertmethode. Wesentliche Berechnungsparameter basieren dabei auf den Fremdwährungskursen und Zinssätzen.

Nominalbetrag Beizulegender Zeitwert
31.12.2019

Tsd. €
Positiv 31.12.2019

Tsd. €
Negativ 31.12.2019

Tsd. €
--- --- --- ---
Devisenswap 141 0 3
davon EUR/GBP 100 0 2
davon EUR/PLN 19 0 1
davon EUR/HUF 10 0 0
davon EUR/CZK 12 0 0
Devisengeschäfte 458 32 0
davon EUR/USD 458 32 0

Für Geschäfte mit negativem Marktwert, die zum Stichtag nicht zu einer Bewertungseinheit zusammengefasst werden, wurde eine Rückstellung in Höhe von 3 Tsd. € gebildet.

E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Nach Tätigkeitsbereichen 2019

Tsd. €
2018

Tsd. €
Erlöse Handelsware und Dienstleistungen 109.865 139.911
Erlöse Kostenumlagen 99.650 83.745
209.515 223.656
Nach Regionen 2019

Tsd. €
2018

Tsd. €
Erlöse Inland 188.657 197.720
Erlöse Übrige EU-Länder 16.791 22.375
Übriges Europa 4.067 3.561
209.515 223.656

Die Erlöse aus Kostenumlagen beinhalten ausschließlich Verwaltungs-, Rechenzentrums- sowie sonstige Kostenumlagen an Tochterunternehmen.

2. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Periodenfremde Erträge sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 569 Tsd. € enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Stichtagsbewertung in Höhe von 389 Tsd. € enthalten. Die gesamten Erträge aus Kursdifferenzen betragen 2.285 Tsd. €.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Stichtagsbewertung in Höhe von 390 Tsd. € enthalten. Die gesamten Aufwendungen aus Kursdifferenzen betragen 2.254 Tsd. €.

3. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen.

Die Abschreibungen enthalten in Höhe von 1.486 Tsd. € außerplanmäßige Abschreibungen.

4. Erträge aus Beteiligungen

Die Erträge aus Beteiligungen resultieren ausschließlich aus verbundenen Unternehmen.

5. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen

Die im Rahmen von Gewinnabführungsverträgen von der Bechtle AG erhobenen Gewerbesteuerumlagen werden unter den Erträgen aus Gewinnabführungsverträgen gesondert ausgewiesen.

6. Angaben zu Zinserträgen und Zinsaufwendungen

2019

Tsd. €
2018

Tsd. €
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 5.929 5.959
- davon aus verbundenen Unternehmen (5.667) (5.831)
- davon aus der Abzinsung (2) (0)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 4.336 1.317
- davon an verbundenen Unternehmen (216) (328)
- davon aus der Aufzinsung (48) (48)

7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von 2 Tsd. € (Vorjahr: periodenfremde Aufwendungen: 29 Tsd. €).

Hierin enthalten sind latente Steuererträge in Höhe von 1.996 Tsd. € (Vorjahr: 1.031 Tsd. €).

8. Kapitalflussrechnung

Die Veränderung des Finanzmittelbestands sowie die dafür ursächlichen Mittelbewegungen werden in Anlehnung an DRS 21 anhand der nachfolgenden Kapitalflussrechnung aufgezeigt:

2019

Tsd. €
2018

Tsd. €
1. Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit
Periodenergebnis 98.221 87.206
Abschreibungen auf Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, Sachanlagen und Finanzanlagen 15.327 11.877
Veränderung der Sonstigen Rückstellungen -310 7.139
Verlust aus Anlageabgängen 10 2
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva -55.835 -63.642
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva 45.534 20.434
Erhaltene Zinszahlungen Cashpooling 5.667 5.831
Geleistete Zinszahlungen Cashpooling -216 -328
Zinserträge -6.054 -6.080
Zinsaufwand 4.336 1.317
Sonstige Beteiligungserträge -142.306 -129.422
Ertragsteueraufwand 31.487 24.761
Gezahlte Ertragsteuern -31.148 -25.958
Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit -35.287 -66.863
2. Cash-Flow aus Investitionstätigkeit
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -12.561 -3.252
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -3.108 -6.656
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 5.051 49
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -14.694 -230.500
Erhaltene Zinszahlungen 387 249
Dividendenerträge 142.306 129.422
Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit 117.381 -110.688
3. Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit
Auszahlungen an Gesellschafter (Dividenden) -42.000 -37.800
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten 0 310.000
Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten -4.875 -50.277
Geleistete Zinszahlungen -4.072 -923
Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit -50.947 221.000
4. Finanzmittelfonds am Ende der Periode
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds (Zwischensummen 1 - 3) 31.147 43.449
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 125.294 81.845
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 156.441 125.294
5. Zusammensetzung des Finanzmittelfonds
Finanzmittelfonds am Ende der Periode (= Pos. Aktiva B.III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten) 156.441 125.294

Zinszahlungen im Rahmen der Finanzierungstätigkeit gegenüber verbundenen Unternehmen (Cashpooling) wurden dem betrieblichen Cash-Flow zugeordnet. Die Zinszahlungen gegenüber Dritten wurden entsprechend ihrer überwiegenden Entstehung dem Cash-Flow aus Investitions- bzw. Finanzierungstätigkeit zugeordnet. Die erhaltenen Zinszahlungen beinhalten auch Zinserträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens.

9. Bilanzgewinn

Der Bilanzgewinn hat sich folgendermaßen entwickelt:

Tsd. €
Stand zum 1. Januar 2019 55.705
Dividendenausschüttung -42.000
Gewinnvortrag 13.705
Jahresüberschuss 2019 98.221
Einstellung in Gewinnrücklagen -49.110
Bilanzgewinn 31.12.2019 62.816

F. Sonstige Angaben

1. Angaben zum Vorstand und Aufsichtsrat

Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:

Dr. Thomas Olemotz, Vorstandsvorsitzender

Wohnort: Heilbronn

Vorstand für Logistik & Service, Finanzen, Controlling und Risikomanagement, Human Resources und Personalentwicklung, IT, Unternehmenskommunikation und Investor Relations, Mergers & Acquisitions, Recht und Compliance sowie Digital Business Services

- Vorsitzender des Aufsichtsrats

der AMARAS AG, Monheim an der Ruhr

der Bechtle E-Commerce Holding AG, Neckarsulm

der Bechtle Managed Services AG, Neckarsulm

der Bechtle Systemhaus Holding AG, Neckarsulm

der Bechtle Financial Services AG, Berlin

der Modus Consult GmbH (vormals Modus Consult AG), Gütersloh

- bis 3. Dezember 2019

der PP2000 Business Integration AG, Stuttgart

der SolidLine AG, Walluf

- Präsident des Verwaltungsrats

der BECHTLE Holding Schweiz AG, Rotkreuz

Michael Guschlbauer

Wohnort: Asperg

Vorstand für IT-Systemhaus & Managed Services, Qualitätsmanagement

- Mitglied des Vorstands

der BECHTLE Managed Services AG, Neckarsulm

der BECHTLE Systemhaus Holding AG, Neckarsulm

- Mitglied des Aufsichtsrats

der PP 2000 Business Integration AG, Stuttgart

- Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats

der Bechtle Financial Services AG, Berlin

Jürgen Schäfer

Wohnort: Heilbronn

Vorstand für IT-E-Commerce

- Mitglied des Vorstands

der BECHTLE E-Commerce Holding AG, Neckarsulm

des "Förderkreis der Hochschule Heilbronn e.V."

- Vorsitzender des Verwaltungsrats

der Gustav-Berger Stiftung, Heilbronn

- Mitglied des Aufsichtsrats

der RIXIUS AG, Mannheim

Die Vergütungen des Aufsichtsrats betrugen 577 Tsd. €. Sämtliche übrigen Angaben zum Aufsichtsrat, die aufgrund gesetzlicher Vorschriften zu machen sind, werden in der Anlage C zu diesem Anhang zusammengefasst.

2. Angaben zur Belegschaft

Im Jahresdurchschnitt wurden 397 Mitarbeiter (Vorjahr: 339 Mitarbeiter) in der Verwaltung beschäftigt.

3. Außerbilanzielle Geschäfte

Mit insgesamt sieben Tochtergesellschaften bestehen Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge (Vertragsbeginn zwischen 1. Januar 2001 und 1. Januar 2017). Zweck dieser Verträge ist neben der Bildung einer steuerlichen Organschaft auch die Inanspruchnahme von Offenlegungserleichterungen der Konzerngesellschaften. Die Verträge können nach Ablauf von fünf Jahren ab Vertragsbeginn mit einer Frist von sechs Monaten zum Jahresende gekündigt werden.

Finanzielle Risiken bestehen für die Bechtle AG aufgrund der in den Verträgen enthaltenen Verpflichtung zur Verlustübernahme.

Bezüglich Miet- und Leasingverpflichtungen, Haftungsverhältnisse und derivativen Finanzinstrumente verweisen wir auf die oben gemachten Ausführungen.

Die Bechtle AG hat einen Teil ihrer Forderungen aus Ratenkaufverträgen zur Refinanzierung an die Tochtergesellschaft Bechtle Financial Services AG, Berlin, verkauft. Zum 31. Dezember 2019 betrugen die Forderungen 947 Tsd. €. Die Bechtle AG haftet dabei für den Bestand der Forderungen (Verität), nicht jedoch für die Bonität der Schuldner. Daher gilt das Risiko aus dem Verkauf der jeweiligen Forderungen sowohl rechtlich als auch wirtschaftlich als auf den Käufer übergegangen. Dies führt dazu, dass die Bechtle AG die betreffenden Forderungen in ihrer Bilanz auf den 31. Dezember 2019 nicht bilanziert (Bilanzierung "off balance").

4. Honorar des Abschlussprüfers

2019

Tsd. €
Abschlussprüfungsleistungen 673
Sonstige Bestätigungsleistungen 4
Sonstige Leistungen 10
Gesamt 687

Die Honorare für Abschlussprüfungen umfassen die Honorare der Jahres- und Konzernabschlussprüfung. Die Honorare für sonstige Bestätigungsleistungen umfassen Bestätigungen zur Vorlage im Rahmen von öffentlichen Ausschreibungen. Die Honorare für sonstige Leistungen umfassen zulässige Nichtprüfungsleistungen im Zusammenhang mit der erstmaligen Anwendung neuer Rechnungslegungsstandards sowie der Erstellung der nichtfinanziellen Erklärung.

5. Konzernabschluss und Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen

Die Bechtle AG erstellt gemäß § 315e HGB als Muttergesellschaft einen Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS), der von der Gesellschaft bezogen werden kann. Er wird außerdem im Bundesanzeiger veröffentlicht und ist im Internet unter www.bechtle.com verfügbar.

Angaben gemäß § 285 Nr. 21 HGB waren nicht zu machen, da keine Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen zu nicht marktüblichen Bedingungen vorgenommen wurden.

6. Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2019 sind bei der Bechtle AG keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens gehabt hätten.

7. Gewinnverwendungsvorschlag

Der Vorstand hat beschlossen, dem Aufsichtsrat und der Hauptversammlung vorzuschlagen, aus dem Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2019 eine Dividende von insgesamt 50.400.000,00 €, das bedeutet 1,20 € je dividendenberechtigter Stückaktie, auszuschütten und den Restbetrag von 12.416.204,25 € auf neue Rechnung vorzutragen.

G. Zusätzliche Angaben

1. Genehmigtes Kapital

Gemäß § 4 Abs. 3 der Satzung der Bechtle AG ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 11. Juni 2023 durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Aktien um bis zu 14.000 Tsd. € zu erhöhen (genehmigtes Kapital gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 12. Juni 2018).

Die Kapitalerhöhungen können gegen Bareinlagen und/oder Sacheinlagen erfolgen. Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, Spitzenbeträge von dem Bezugsrecht der Aktionäre auszunehmen. Der Vorstand ist ferner ermächtigt, das Bezugsrecht mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschließen, sofern

1. Fall: die Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen erfolgt, 4.200 Tsd. € zum Zeitpunkt der Ausgabe nicht übersteigt und der Ausgabekurs den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet oder
2. Fall: die Kapitalerhöhungen zum Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen erfolgt

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die weiteren Einzelheiten der Durchführung von Kapitalerhöhungen aus dem genehmigten Kapital festzulegen.

2. Mitteilung nach Wertpapierhandelsgesetz

Frau Karin Schick-Krief, Gaildorf, hat uns mit Schreiben vom 5. März 2007 folgende Mitteilung gemacht: "Hiermit teile ich Ihnen gemäß § 41Abs. 4a WpHG mit, dass mein Stimmrechtsanteil an der Bechtle AG am 20. Januar 2007 insgesamt 32,00% betragen hat. Hiervon sind mir gem. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG 3,82% und gem. § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG 1,60 % der Stimmrechte zuzurechnen."

Die Deutsche Bank AG, London, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 und § 24 WpHG in Verbindung mit § 32 Abs. 2 InvG am 09. Juni 2011 mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil ihrer Tochtergesellschaft, der DWS Investment GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland an der Bechtle AG, Neckarsulm, Deutschland, ISIN: DE0005158703, WKN: 515870 am 03. Juni 2011 die Schwelle von 5% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,734% (das entspricht 1204235 Stimmrechten) betragen hat.

Die DWS Investment GmbH, Frankfurt, Deutschland, hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 03.05.2013 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Bechtle AG, Neckarsulm, Deutschland am 30.04.2013 die Schwelle von 5% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 4,95% (das entspricht 1040000 Stimmrechten) betragen hat.

Die SEB AG, Frankfurt, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 19.06.2013 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Bechtle AG, Neckarsulm, Deutschland am 18.06.2013 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 4,25% (das entspricht 892838 Stimmrechten) betragen hat.

Die Allianz Global Investors Europe GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 24.07.2014 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Bechtle AG, Neckarsulm, Deutschland am 23.07.2014 die Schwelle von 5% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 5,13% (das entspricht 1077900 Stimmrechten) betragen hat. 2,74% der Stimmrechte (das entspricht 574806 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG indirekt zuzurechnen.

Die Deutsche Asset & Wealth Management Investment GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 21.09.2015 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Bechtle AG, Neckarsulm, Deutschland am 17.09.2015 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,01% (das entspricht 632641 Stimmrechten) betragen hat. 0,06% der Stimmrechte (das entspricht 13200 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG zuzurechnen.

Die Flossbach von Storch AG, Köln, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 24.08.2018 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Bechtle AG, Neckarsulm, Deutschland am 20.08.2018 die Schwelle von 5% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 0,00% (das entspricht 0 Stimmrechten) betragen hat. 4,95% der Stimmrechte (das entspricht 2077740 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG indirekt zuzurechnen.

Die Allianz Global Investors GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 02.11.2018 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Bechtle AG, Neckarsulm, Deutschland am 30.10.2018 die Schwelle von 5% der Stimmrechte unterschritten hat und an diesem Tag 0% (das entspricht 0 Stimmrechten) betragen hat. 4,99% der Stimmrechte (das entspricht 2096563 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG indirekt zuzurechnen.

Die Flossbach von Storch SICAV, Luxemburg, Luxemburg hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 22.11.2018 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Bechtle AG, Neckarsulm, Deutschland am 15.11.2018 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 3,09% (das entspricht 1297608 Stimmrechten) betragen hat.

Die Baillie Gifford & Co, Edinburgh, Großbritannien hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 02.01.2019 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Bechtle AG, Neckarsulm, Deutschland am 20.12.2018 die Schwelle von 5% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 0,00% (das entspricht 0 Stimmrechten) betragen hat. 5,06% der Stimmrechte (das entspricht 2125545 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG indirekt zuzurechnen.

Die Baillie Gifford & Co, Edinburgh, Großbritannien hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 09.01.2019 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Bechtle AG, Neckarsulm, Deutschland am 04.01.2019 die Schwelle von 5% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 0,00% (das entspricht 0 Stimmrechten) betragen hat. 5,30% der Stimmrechte (das entspricht 2226807 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG indirekt zuzurechnen.

Die The Capital Group Companies, Inc., Los Angeles, Kalifornien, Vereinigte Staaten von Amerika hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 14.03.2019 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Bechtle AG, Neckarsulm, Deutschland am 11.03.2019 die Schwelle von 3% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 0,00% (das entspricht 0 Stimmrechten) betragen hat. 3,02% der Stimmrechte (das entspricht 1270017 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG indirekt zuzurechnen.

Die Baillie Gifford & Co, Edinburgh, Großbritannien hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 05.06.2019 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Bechtle AG, Neckarsulm, Deutschland am 04.06.2019 die Schwelle von 5% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 0,00% (das entspricht 0 Stimmrechten) betragen hat. 7,35% der Stimmrechte (das entspricht 3086568 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG indirekt zuzurechnen.

Die Baillie Gifford & Co, Edinburgh, Großbritannien hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 19.06.2019 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Bechtle AG, Neckarsulm, Deutschland am 17.06.2019 die Schwelle von 5% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 0,00% (das entspricht 0 Stimmrechten) betragen hat. 7,31% der Stimmrechte (das entspricht 3068216 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG indirekt zuzurechnen.

Die Baillie Gifford & Co, Edinburgh, Großbritannien hat uns gemäß § 21 Abs. 1 WpHG am 08.10.2019 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an der Bechtle AG, Neckarsulm, Deutschland am 01.10.2019 die Schwelle von 5% der Stimmrechte überschritten hat und an diesem Tag 0,00% (das entspricht 0 Stimmrechten) betragen hat. 7,59% der Stimmrechte (das entspricht 3189651 Stimmrechten) sind der Gesellschaft gemäß § 22 Abs. 1, Satz 1, Nr. 6 WpHG indirekt zuzurechnen.

3. Individualisierung von Vorstandsbezügen

Im Geschäftsjahr 2019 betrugen die zur Auszahlung gekommenen festen Bezüge des Vorstands 3.320 Tsd. € (Vorjahr: 2.820 Tsd. €).

Die einjährige und mehrjährige variable Vergütung werden nach DCGK in der Tabelle der Zuflüsse und nach § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB sowie IAS 24.17 in der Tabelle der Gesamtbezüge in dem Jahr angegeben, für das sie gewährt und somit aufwandswirksam werden. Die Auszahlung erfolgt dann naturgemäß erst im Folgejahr. Laut DCGK ist in der Tabelle der gewährten Zuwendungen der Zielwert bei vollständiger Zielerreichung anzugeben, unabhängig von der tatsächlichen Zielerreichung. In der Tabelle der Zuflüsse nach DCGK und der Gesamtbezüge nach § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB wird der tatsächlich erzielte Betrag, der im Folgejahr zur Auszahlung ansteht, angegeben.

Im Geschäftsjahr 2012 wurde die Vergütung des Vorstands der Bechtle AG um eine Komponente mit langfristiger Anreizwirkung (Langfristbonusplan) ergänzt und im Geschäftsjahr 2014 wurde der Langfristbonusplan zusätzlich in zwei Komponenten unterteilt. Die eine Komponente bemisst sich nach dem organischen Wachstum (80 Prozent des Anspruchs) und wird jeweils für einen Dreijahreszeitraum beginnend ab dem Geschäftsjahr der Zusage gewährt. Die andere Komponente bemisst sich nach dem Wachstum auch durch Akquisitionen (20 Prozent des Anspruchs) und wird für den Zeitraum 2018 bis 2020 gewährt. Laut DCGK ist in der Tabelle "gewährte Zuwendungen" der Bonusplan zu nennen, der im Berichtsjahr gewährt wurde, das heißt der Bonusplan, dessen Laufzeit im Berichtsjahr beginnt (Tranche 2018 bis 2020 im Geschäftsjahr 2018 beziehungsweise Tranche 2019 bis 2021 im Geschäftsjahr 2019). Dabei ist der Zielwert zum Zeitpunkt der Zusage zu nennen, unabhängig davon, dass die Zusage vom Erreichen der vorgegebenen Ziele abhängig ist und die Auszahlung erst im Geschäftsjahr nach Ende der dreijährigen Laufzeit ansteht. In der Tabelle der Zuflüsse nach DCGK und der Gesamtbezüge nach § 314 Abs. 1 Nr. 6 HGB sind die mehrjährigen Komponenten zu nennen, deren Planlaufzeit im Berichtsjahr endeten, und zwar mit dem tatsächlich erreichten Wert, der dann im Folgejahr zur Auszahlung ansteht (Tranche 2016 bis 2018 im Geschäftsjahr 2018 und Tranche 2017 bis 2019 im Geschäftsjahr 2019 - jeweils organisches Wachstum).

Die Erfassung des Langfristbonusplans in den Rückstellungen erfolgt zeitanteilig. Im Abschluss wurden hierfür 1.322 Tsd. € (Vorjahr: 946 Tsd. €) aufwandsmäßig erfasst. Der Wert der Schuld für die Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung belief sich zum 31. Dezember 2019 auf 2.777 Tsd. € (Vorjahr: 1.841 Tsd. €).

Die Bezüge der Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2019 verteilen sich wie folgt:

Dr. Thomas Olemotz Michael Guschlbauer Jürgen Schäfer
Vorstandsbezüge Vorstandsvorsitzender Vorstand für IT-Systemhaus & Managed Services, Qualitätsmanagement Vorstand für IT-E-Commerce
--- --- --- --- --- --- ---
in Tsd. € 2019 2018 2019 2018 2019 2018
--- --- --- --- --- --- ---
Erfolgsunabhängige Vergütung
Festes Jahresgehalt 2.000 1.500 750 750 500 500
Nebenleistungen 19 18 39 39 12 13
Summe 2.019 1.518 789 789 512 513
Erfolgsabhängige Vergütung
Tantieme 740 740 370 370 245 245
Sondertantieme 0 250 0 100 0 100
Summe 740 990 370 470 245 345
Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung
Zusagen 2017 (Tranche 2017 bis 2019) 608 0 184 0 148 0
Zusagen 2016 (Tranche 2016 bis 2018) 0 496 0 184 0 148
Summe 608 496 184 184 148 148
Gesamt 3.367 3.004 1.343 1.443 905 1.006
Vorstandsbezüge Gesamtbezüge
in Tsd. € 2019 2018
--- --- ---
Erfolgsunabhängige Vergütung
Festes Jahresgehalt 3.250 2.750
Nebenleistungen 70 70
Summe 3.320 2.820
Erfolgsabhängige Vergütung
Tantieme 1.355 1.355
Sondertantieme 0 450
Summe 1.355 1.805
Vergütung mit langfristiger Anreizwirkung
Zusagen 2017 (Tranche 2017 bis 2019) 940 0
Zusagen 2016 (Tranche 2016 bis 2018) 0 828
Summe 940 828
Gesamt 5.615 5.453

1 Die Gewährung einer Sondertantieme liegt im Ermessen des Aufsichtsrats.

Die gewährten Zuwendungen an die Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2019 verteilen sich wie folgt:

Dr. Thomas Olemotz Michael Guschlbauer
Gewährte Zuwendungen Vorstandsvorsitzender Vorstand für IT-Systemhaus & Managed Services, Qualitätsmanagement
--- --- --- --- --- --- ---
ab 01.03.2007 ab 01.01.2009
--- --- --- --- --- --- ---
in Tsd. € Minimum 2019 Maximum 2019 2019 2018 Minimum 2019 Maximum 2019
--- --- --- --- --- --- ---
Erfolgsunabhängige Vergütung
Festes Jahresgehalt 2.000 2.000 2.000 1.500 750 750
Nebenleistungen 19 19 19 18 39 39
Summe 2.019 1.518
Erfolgsabhängige Vergütung
Sondertantieme 0 0 0 250 0 0
Tantieme 0 740 740 740 0 370
Summe einjährige variable Vergütung 740 990
Langfristbonusplan
Zusagen 2018 (Tranche 2018 bis 2020) 0 0 0 760 0 0
Zusagen 2019 (Tranche 2019 bis 2021) 0 760_ 760 0 0 380
Summe mehrjährige variable Vergütung 760 760
Gesamtvergütung 3.519 3.268
Michael Guschlbauer Jürgen Schäfer
Gewährte Zuwendungen Vorstand für IT-Systemhaus & Managed Services, Qualitätsmanagement Vorstand für IT-E-Commerce
--- --- --- --- --- --- ---
ab 01.01.2009 ab 01.01.2009
--- --- --- --- --- --- ---
in Tsd. € 2019 2018 Minimum 2019 Maximum 2019 2019 2018
--- --- --- --- --- --- ---
Erfolgsunabhängige Vergütung
Festes Jahresgehalt 750 750 500 500 500 500
Nebenleistungen 39 39 12 12 12 13
Summe 789 789 512 513
Erfolgsabhängige Vergütung
Sondertantieme 0 100 0 0 0 100
Tantieme 370 370 0 245 245 245
Summe einjährige variable Vergütung 370 470 245 345
Langfristbonusplan
Zusagen 2018 (Tranche 2018 bis 2020) 0 380 0 0 0 255
Zusagen 2019 (Tranche 2019 bis 2021) 380 0 0 0 255 0
Summe mehrjährige variable Vergütung 380 380 255 255
Gesamtvergütung 1.539 1.639 1.012 1.113

1 Die Gewährung einer Sondertantieme liegt im Ermessen des Aufsichtsrats.

Die Zuflüsse an die Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2019 verteilen sich wie folgt:

Dr. Thomas Olemotz Michael Guschlbauer Jürgen Schäfer
Zuflüsse Vorstandsvorsitzender Vorstand für IT-Systemhaus & Managed Services, Qualitätsmanagement Vorstand für IT-E-Commerce
--- --- --- --- --- --- ---
ab 01.03.2007 ab 01.01.2009 ab 01.01.2009
--- --- --- --- --- --- ---
in Tsd.€ 2019 2018 2019 2018 2019 2018
--- --- --- --- --- --- ---
Erfolgsunabhängige Vergütung
Festes Jahresgehalt 2.000 1.500 750 750 500 500
Nebenleistungen 19 18 39 39 12 13
Summe 2.019 1.518 789 789 512 513
Erfolgsabhängige Vergütung
Tantieme 740 740 370 370 245 245
Sondertantieme 0 250 0 100 0 100
Summe einjährige variable Vergütung 740 990 370 470 245 345
Langfristbonusplan
Zusagen 2017 (Tranche 2017 bis 2019) 608 0 184 0 148 0
Zusagen 2016 (Tranche 2016 bis 2018) 0 496 0 184 0 148
Summe mehrjährige variable Vergütung 608 496 184 184 148 148
Gesamtvergütung 3.367 3.004 1.343 1.443 905 1.006

4. Erklärung gem. § 161 AktG zum Corporate Governance-Kodex

Die Bechtle AG hat für 2019 die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung abgegeben. Die Erklärung wurde den Aktionären auf der Unternehmens-Website www.bechtle.com zugänglich gemacht.

Neckarsulm, am 28. Februar 2020

Dr. Thomas Olemotz

Michael Guschlbauer

Jürgen Schäfer

Anlage A zum Anhang

Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungskosten Kumulierte Abschreibungen
Stand am 01.01.2019

Tsd.€
Zugänge

Tsd.€
Abgänge

Tsd.€
Stand am 31.12.2019

Tsd.€
Stand am 01.01.2019

Tsd.€
Zugänge

Tsd.€
--- --- --- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 29.623 12.333 3.227 38.729 20.094 8.042
2. Geleistete Anzahlungen - 228 - 228 - -
29.623 12.561 3.227 38.957 20.094 8.042
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 3.287 - - 3.287 892 97
2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 31.042 3.084 2.385 31.741 18.515 7.188
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - 24 - 24 - -
34.329 3.108 2.385 35.052 19.407 7.285
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 479.751 14.694 - 494.445 2.449 -
2. Beteiligungen 250 - 250 - 250 -
3. Sonstige Ausleihungen 362 - 51 311 - -
4. Ansprüche aus Renten- und Lebensversicherungsverträgen 5.000 - 5.000 - - -
485.363 14.694 5.301 494.756 2.699
549.315 30.363 10.913 568.765 42.200 15.327
Kumulierte Abschreibungen Buchwert
Abgänge

Tsd.€
Stand am 31.12.2019

Tsd.€
Stand am 31.12.2019

Tsd.€
Stand am 31.12.2018

Tsd.€
--- --- --- --- ---
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.227 24.909 13.820 9.529
2. Geleistete Anzahlungen - - 228 -
3.227 24.909 14.048 9.529
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten - 989 2.298 2.395
2. Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.375 23.328 8.413 12.527
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau - - 24 -
2.375 24.317 10.735 14.922
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen - 2.449 491.996 477.302
2. Beteiligungen 250 - - -
3. Sonstige Ausleihungen - - 311 362
4. Ansprüche aus Renten- und Lebensversicherungsverträgen - - - 5.000
250 2.449 492.307 482.664
5.852 51.675 517.090 507.115

Anlage B zum Anhang

Anteilsbesitz zum 31.12.2019

lfd. Nr. Firma Sitz Land Nummer der Obergesellschaft Währung Eigenkapital in Tausend Landeswährung
1 Bechtle AG Neckarsulm Deutschland EUR 539.655
Inland:
2 Coffee GmbH Angelburg Deutschland 1 EUR 707
3 Bechtle Financial Services AG Berlin Deutschland 1 EUR 1.064
4 Bechtle GmbH Berlin Deutschland 47 EUR 1.292
5 Bechtle GmbH & Co. KG Bielefeld Deutschland 47 EUR 1.501
6 Bechtle GmbH & Co. KG Bonn Deutschland 47 EUR 1.200
7 Bechtle GmbH Bremen Deutschland 47 EUR 735
8 Bechtle GmbH & Co. KG Chemnitz Deutschland 47 EUR 1.640
9 C-CAM GmbH Chemnitz Deutschland EUR -449
10 Bechtle GmbH & Co. KG Darmstadt Deutschland 47 EUR 4.499
11 ARP GmbH Dietzenbach Deutschland 106 EUR 3.182
12 Bechtle GmbH Dortmund Deutschland 47 EUR 2.284
13 PSB GmbH Dreieich Deutschland EUR 209
14 Bechtle GmbH & Co. KG Duisburg Deutschland 47 EUR 5.868
15 ITZ Informationstechnologie GmbH Essen Deutschland 47 EUR 1.250
16 Bechtle GmbH Frankfurt am Main Deutschland 47 EUR 1.765
17 Bechtle GmbH Freiburg im Breisgau Deutschland 47 EUR 750
18 Bechtle Finanz- & Marketingservices GmbH Gaildorf Deutschland EUR 637
19 MODUS Consult GmbH Gütersloh Deutschland EUR 7.266
20 Bechtle GmbH Hamburg Deutschland 47 EUR 1.000
21 Bechtle Mobility GmbH Hamburg Deutschland 47 EUR 500
22 HanseVision GmbH Hamburg Deutschland 47 EUR 1.466
23 Bechtle GmbH Hannover Deutschland 47 EUR 1.000
24 ARP Europe GmbH Heilbronn Deutschland 37 EUR 299
25 Bücker IT-Security GmbH Hille Deutschland EUR 758
26 Bechtle GmbH & Co. KG Karlsruhe Deutschland 47 EUR 4.199
27 Bechtle GmbH Köln Deutschland 47 EUR 3.657
28 Bechtle IT-Systemhaus GmbH Krefeld Deutschland 47 EUR 1.502
29 SolidPro Informationssysteme GmbH Langenau Deutschland EUR 3.616
30 Bechtle GmbH Leipzig Deutschland 47 EUR 178
31 Bechtle GmbH & Co. KG Mannheim Deutschland 47 EUR 7.285
32 EXE GmbH Mönchengladbach Deutschland EUR 519
33 AMARAS AG Monheim am Rhein Deutschland EUR 748
34 Bechtle GmbH & Co. KG Münster Deutschland 47 EUR 1.000
35 Bechtle Clouds GmbH Neckarsulm Deutschland 47 EUR 500
36 Bechtle direct GmbH Neckarsulm Deutschland 37 EUR 77.451
37 Bechtle E-Commerce Holding AG Neckarsulm Deutschland 1 EUR 249.800
38 Bechtle Finance GmbH Neckarsulm Deutschland 107 EUR 35.669
39 Bechtle GmbH & Co. KG Neckarsulm Deutschland 47 EUR 3.745
40 Bechtle Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH Neckarsulm Deutschland 1 EUR 1.000
41 Bechtle Hosting & Operations GmbH & Co. KG Neckarsulm Deutschland 44 EUR 769
42 Bechtle Immobilien GmbH Neckarsulm Deutschland 1 EUR 500
43 Bechtle Logistik & Service GmbH Neckarsulm Deutschland 1 EUR 15.000
44 Bechtle Managed Services AG Neckarsulm Deutschland 1 EUR 42.074
45 Bechtle direct Public Sector GmbH Neckarsulm Deutschland 37 EUR 750
46 Bechtle Onsite Services GmbH Neckarsulm Deutschland 44 EUR 407
47 Bechtle Systemhaus Holding AG Neckarsulm Deutschland 1 EUR 94.449
48 Bechtle-Comsoft GmbH Neckarsulm Deutschland 107 EUR 7.343
49 Bechtle GmbH Nürnberg Deutschland 47 EUR 500
50 Bechtle IT-Systemhaus GmbH & Co. KG Ober-Mörlen Deutschland 44 EUR 3.766
51 PSB IT-Service GmbH Ober-Mörlen Deutschland 44 EUR -3.359
52 Bechtle GmbH Offenburg Deutschland 47 EUR 100
53 Stemmer GmbH Olching Deutschland 44 EUR -1.071
54 Bechtle GmbH Radolfzell am Bodensee Deutschland 47 EUR 3.640
55 Bechtle GmbH & Co. KG Regensburg Deutschland 47 EUR 2.914
56 Bechtle GmbH & Co. KG Rottenburg am Neckar Deutschland 47 EUR 4.655
57 Bechtle GmbH Solingen Deutschland 47 EUR 300
58 Bechtle GmbH Stuttgart Deutschland 47 EUR 1.888
59 PP 2000 Business Integration AG Stuttgart Deutschland 44 EUR 1.329
60 Bechtle GmbH Ulm Deutschland 47 EUR 1.334
61 HCV Data Management GmbH Walluf Deutschland 62 EUR 155
62 Solid Line AG Walluf Deutschland 1 EUR 7.255
63 Bechtle GmbH Weimar Deutschland 47 EUR 1.385
64 Bechtle Remarketing GmbH Wesel Deutschland 47 EUR 804
65 Bechtle GmbH Würselen Deutschland 47 EUR 1.000
66 Bechtle GmbH Würzburg Deutschland 47 EUR 400
lfd. Nr. Ergebnis in Tausend Landeswährung
1 98.221
Inland:
2 543
3 541 *
4 0 ***
5 2.578
6 5.284
7 0 ***
8 2.645
9 -125
10 1.027
11 1.513
12 0 ***
13 0 **
14 651
15 0 ***
16 0 ***
17 0 ***
18 20
19 2.945
20 0 ***
21 0 ***
22 847
23 0 ***
24 8
25 688
26 1.973
27 0 ***
28 0 ***
29 2.455
30 0 ***
31 4.178
32 310
33 618
34 2.816
35 0 ***
36 8.973
37 0 *
38 23
39 10.250
40 0 *
41 612
42 0 *
43 0 *
44 0 *
45 0 ****
46 0 **
47 0 *
48 1.570
49 0 ***
50 510
51 -2.051
52 0 ***
53 -4.097
54 0 ***
55 1.922
56 1.917
57 0 ***
58 0 ***
59 0 **
60 303
61 0 ** ***
62 2.943
63 0 ***
64 615
65 0 ***
66 0 ***

* Ergebnisabführungsvertrag mit der Bechtle AG

** Ergebnisabführungsvertrag mit der Bechtle Managed Services AG

*** Ergebnisabführungsvertrag mit der Bechtle Systemhaus Holding AG

**** Ergebnisabführungsvertrag mit der Bechtle E-Commerce Holding AG

***** Ergebnisabführungsvertrag mit der Solid Line Aktiengesellschaft

lfd. Nr. Firma Sitz Land Nummer der Obergesellschaft Währung Eigenkapital in Tausend Landeswährung
Ausland:
67 algaCom Argentina S.R.L San Miguel de Tucumán Argentinien 96 USD 126
68 ARP NV Pelt Belgien 107 EUR -53
69 Bechtle Brussels NV Pelt Belgien 47 EUR 2.826
70 Bechtle Central Support NV Pelt Belgien 37 EUR -115
71 Bechtle direct NV Pelt Belgien 37 EUR 5.961
72 Bechtle Management BV Pelt Belgien 1 EUR 185
73 ARP SASU Molsheim Frankreich 107 EUR 3.848
74 Bechtle direct SAS Molsheim Frankreich 37 EUR 9.636
75 Bechtle Management E.u.r.l. Molsheim Frankreich 1 EUR 531
76 Bechtle Comsoft SAS Molsheim Frankreich 107 EUR 10.567
77 Inmac WStore SAS Roissy en France Frankreich 78 EUR 93.027
78 Wstore Europe SAS Roissy en France Frankreich 37 EUR 43.714
79 Bechtle direct Ltd. Chippenham Großbritanien 37 BGP 9.087
80 Bechtle Direct Limited Dublin Irland 37 EUR 2.957
81 Bechtle direct S.r.l. Bozen Italien 37 EUR 1.843
82 Bechtle direct B.V. Eindhoven Niederlande 83 EUR 19.317
83 Bechtle Holding B.V. Maastricht Niederlande 37 EUR 11.165
84 Buyitdirect.com B.V. Hoofddorp Niederlande 83 EUR 10.203
85 ARP Nederland B.V. Maastricht Niederlande 87 EUR 14.061
86 Bechtle Group NL Public B.V. Maastricht Niederlande 87 EUR 1
87 Bechtle Management B.V. Maastricht Niederlande 107 EUR 3.965
88 smartpoint IT consulting GmbH Linz Österreich 90 EUR 1.319
89 Bechtle direct GmbH Traun Österreich 37 EUR 3.361
90 Bechtle GmbH Wien Österreich 47 EUR 19.986
91 Bechtle Management GmbH Wien Österreich 1 EUR 278
92 planetsoftware GmbH Wien Österreich 90 EUR 1.518
93 ARP GmbH Wiener Neudorf Österreich 106 EUR 3.169
94 Bechtle direct Polska Sp.z.oo. Breslau Polen 37 PLN 7.964
95 Bechtle direct Portugal Unipessoal Lda Aveiro Portugal 37 EUR 1.265
96 algaCom AG Basel Schweiz 107 CHF 1.386
97 Bechtle direct AG Morges Schweiz 107 CHF 5.898
98 Podan GmbH Mörschwil Schweiz 107 CHF 2.149
99 EvoluSys SA Morges Schweiz 107 CHF 1.669
100 Acommit AG Horgen Schweiz 104 CHF 3.196
101 Abissa Informatique Geneve SA Lancy Schweiz 107 CHF 1.029
102 Codalis SA Plan-les-Ouates (GE) Schweiz 107 CHF 3.329
103 Abissa Informatique SA Renens Schweiz 107 CHF 747
104 Acommit Group AG Rotkreuz Schweiz 107 CHF 6.834
105 ARP Europe AG Rotkreuz Schweiz 107 CHF 1.799
106 ARP Schweiz AG Rotkreuz Schweiz 107 CHF 10.667
107 Bechtle Holding Schweiz AG Rotkreuz Schweiz 1 EUR 186.651
108 Bechtle Logistics & Service AG Rotkreuz Schweiz 107 CHF 750
109 Bechtle Management AG Rotkreuz Schweiz 107 CHF 1.002
110 Bechtle Schweiz AG Rotkreuz Schweiz 107 CHF 17.522
111 Comsoft direct AG Rotkreuz Schweiz 107 CHF 5.049
112 Alpha Solutions AG St. Gallen Schweiz 98 CHF 2.351
113 Solid Solutions AG Zürich Schweiz 111 CHF 2.166
114 Bechtle direct S.L.U. Madrid Spanien 37 EUR 16.483
115 Comsoft direct S.L.U. Madrid Spanien 107 EUR 3
116 ARP Datacon Ltd. Taipei Hsien Taiwan 106 USD 630
117 Bechtle direct s.r.o. Prag Tschechien 37 CZK 17.638
118 Bechtle direct Kft. Budapest Ungarn 37 HUF 250.588
119 Steffen Informatik Inc. Hackensack/New Jersey Vereinigte Staaten von Amerika 110 USD 55
Sonstige Gesellschaften:
120 Bechtle Verwaltungs-GmbH Bielefeld Deutschland 47 EUR 109
121 Bechtle Verwaltungs-GmbH Bonn Deutschland 47 EUR 50
122 Bechtle Verwaltungs-GmbH Chemnitz Deutschland 47 EUR 50
123 DA Bechtle Verwaltungs-GmbH Darmstadt Deutschland 47 EUR 48
124 BO Bechtle Verwaltungs-GmbH Duisburg Deutschland 47 EUR 43
125 FH Bechtle Verwaltungs-GmbH Friedrichshafen Deutschland 47 EUR 46
126 Bechtle Data Verwaltungs-GmbH Gaildorf Deutschland 1 EUR 24
127 Bechtle GmbH Gaildorf Deutschland 1 EUR -454
128 Bechtle Kapitalbeteiligungs-Verwaltungs-GmbH Gaildorf Deutschland 47 EUR 50
129 intelligent IT solutions Beteiligungs-GmbH Gaildorf Deutschland 47 EUR 35
130 MH Bechtle Verwaltungs-GmbH Gaildorf Deutschland 1 EUR 24
MS Mikro Software Gesellschaft für Systemanalyse und EUR
131 Engineering mbH Gaildorf Deutschland 1 41
132 OCR Datensysteme GmbH Gaildorf Deutschland 1 EUR 24
133 KA Bechtle Verwaltungs-GmbH Karlsruhe Deutschland 47 EUR 50
134 MA Bechtle Verwaltungs-GmbH Mannheim Deutschland 47 EUR 49
135 Bechtle Verwaltungs-GmbH Münster Deutschland 47 EUR 40
136 Bechtle Field Services GmbH & Co. KG Neckarsulm Deutschland 44 EUR 71
137 Bechtle Field Services Verwaltungs-GmbH Neckarsulm Deutschland 44 EUR 51
138 Bechtle Hosting & Operations Verwaltungs-GmbH Neckarsulm Deutschland 44 EUR 113
139 HN Bechtle Verwaltungs-GmbH Neckarsulm Deutschland 47 EUR 50
140 Bechtle Verwaltungs-GmbH Ober-Mörlen Deutschland 44 EUR 277
141 REG Bechtle Verwaltungs-GmbH Regensburg Deutschland 47 EUR 50
142 RB Bechtle Verwaltungs-GmbH Rottenburg am Neckar Deutschland 47 EUR 49
lfd. Nr. Ergebnis in Tausend Landeswährung
Ausland:
67 6
68 98
69 1.342
70 5
71 1.007
72 80
73 621
74 2.579
75 287
76 2.835
77 17.568
78 -225
79 2.471
80 822
81 420
82 5.523
83 -1.981
84 1.964
85 3.657
86 -152
87 674
88 709
89 2.772
90 4.925
91 132
92 1.073
93 936
94 1.766
95 373
96 619
97 1.263
98 0
99 363
100 1.652
101 0
102 263
103 0
104 2.187
105 173
106 3.654
107 20.304
108 9
109 173
110 2.273
111 3.923
112 1.362
113 1.561
114 1.295
115 -1
116 194
117 1.158
118 29.607
119 11
120 4
121 2
122 2
123 2
124 0
125 0
126 0
127 0
128 2
129 0
130 0
131 0
132 0
133 2
134 2
135 1
136 -3
137 2
138 4
139 2
140 10
141 2
142 2

AUFSICHTSRATSMITGLIEDER

(Anlage C zum Anhang)

61. AUFSICHTSRATSMITGLIEDER - VERTRETER DER ANTEILSEIGNER

Name Zugehörigkeit Ausgeübter Beruf Mitgliedschaften in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien im Sinne § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG
Kurt Dobitsch seit 20. Mai 1999 Unternehmer Aufsichtsratsvorsitzender •1 United Internet AG, Montabaur damit konzernverbundene Mandate: •1&1 Telecommunication SE, Montabaur (Mitglied, stellvertr. Vorsitzender) •1&1 Mail & Media Application SE, Montabaur (Mitglied) Drillisch AG, Maintal, (Mitglied) •Drillisch online AG, Maintal, (Mitglied) (bis 17. Juli 2018) •1&1 IONOS Holding SE, Montabaur (Mitglied) (seit März 2019) Aufsichtsratsvorsitzender •Nemetschek AG, München damit konzernverbundene Mandate: •Graphisoft S.E., Ungarn (Mitglied des Board of Directors) •Vectorworks Inc., Columbia, USA (Mitglied des Board of Directors) Mitglied des Aufsichtsrats •Singhammer IT Consulting AG, München
Dr. Lars Grünert seit 12. Juni 2018 Chief Financial Officer der TRUMPF GmbH + Co. KG
Prof. Dr. Thomas Hess seit 20. Juni 2012 Institutsdirektor der LMU München
Elke Reichart seit 4. Dezember 2017 Chief Digital Officer der TUI Group
Sandra Stegmann seit 9. Juni 2016 Beraterin bei Egon Zehnder
Klaus Winkler Aufsichtsratsvorsitzender 20. Mai 1999 bis 30. November seit 12. Juni 2018 Vorsitzender der Geschäftsführung der Heller GmbH Vorsitzender des Beirats •DIEFFENBACHER GmbH, Maschinen- und Anlagenbau,Eppingen Mitglied des Beirats •Kapp GmbH & Co. KG, Coburg Mitglied des Aufsichtsrats •VOLLMER WERKE Maschinenfabrik GmbH, Biberach

62. AUFSICHTSRATSMITGLIEDER - VERTRETER DER ARBEITNEHMER

Name Zugehörigkeit Ausgeübter Beruf Mitgliedschaften in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien im Sinne § 125 Abs. 1 Satz 5 AktG
Uli Drautz Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender seit 15. Oktober 2003 Ltd. kfm. Angestellter Mitglied des Aufsichtsrats •AMARAS AG, Monheim am Rhein •Bechtle E-Commerce Holding AG, Neckarsulm •Bechtle Systemhaus Holding AG, Neckarsulm •Bechtle Managed Services AG, Neckarsulm •SolidLine Aktiengesellschaft, Walluf •PP 2000 Business Integration AG, Stuttgart •Bechtle Financial Services AG, Berlin •MODUS Consult AG, Gütersloh (bis 3. Dezember 2019)
Daniela Eberle seit 15. Oktober 2003 Kfm. Angestellte
Barbara Greyer seit 15. Oktober 2003 bis 30. November 2019 Gewerkschaftssekretärin ver.di, Landesbezirk Baden-Württemberg
Anastasia Polidoros seit 19. Dezember 2019 Landesbezirksfach-bereichssekretärin der Gewerkschaft ver.di in Hessen
Anton Samija seit 12. Juni 2018 Software VIPM
Volker Strohfeld seit 18. Juni 2013 IT-Servicetechniker
Michael Unser seit 18. Juni 2013 Erster Bevollmächtigter der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm Mitglied des Aufsichtsrats •ThyssenKrupp IS, Essen (bis 31. Dezember 2019) •ThyssenKrupp SY, Essen

63. AUSSCHÜSSE DES AUFSICHTSRATS

zum 31. Dezember 2019

Prüfungsausschuss Personalausschuss Vermittlungsausschuss
Klaus Winkler (Vorsitz) Klaus Winkler (Vorsitz] Klaus Winkler (Vorsitz)
Kurt Dobitsch Uli Drautz Uli Drautz
Uli Drautz Prof. Dr. Thomas Hess Michael Unser
Daniela Eberle
Sandra Stegmann

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Bechtle AG

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Bechtle AG, Neckarsulm - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2019 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Bechtle AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die Angaben im Abschnitt "Corporate-Governance-Bericht" des Lageberichts sowie die auf der Internetseite der Gesellschaft öffentlich zugänglich gemachte Erklärung zur Unternehmensführung, auf die im obigem Abschnitt des Lageberichts hingewiesen wird, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2019 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 und
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt des obengenannten Abschnitts "Corporate-Governance-Bericht" sowie der obengenannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend beschreiben wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt:

Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Die im Jahresabschluss der Bechtle AG ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen stellen einen wesentlichen Bilanzposten dar. Das Management führt jährlich zum Abschlussstichtag eine Überprüfung der Werthaltigkeit der bilanzierten Beteiligungsbuchwerte durch. Diese Beurteilung basiert in erheblichem Umfang auf Annahmen und Schätzungen. Der Eintritt der vom Management getroffenen Annahmen, insbesondere der Eintritt der prognostizierten Cashflows, hängt sehr stark von der künftigen Nachfrageentwicklung sowie der Entwicklung der gesamten IT-Branche ab.

Angesichts des hohen Ermessensspielraums bei der Zugrundelegung der entsprechenden Bewertungsgrundlagen und der Komplexität des Berechnungsverfahrens und dem damit verbundenen Risiko wesentlicher falscher Angaben im Jahresabschluss haben wir die Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen im Rahmen unserer Abschlussprüfung als einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt identifiziert.

Prüferisches Vorgehen

Wir haben die methodische und rechnerische Richtigkeit des angewandten Bewertungsmodells (Discounted-Cash-Flow-Verfahren) unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten nachvollzogen. Die vom Management getroffenen Annahmen für die Planung der künftigen Cashflows haben wir unter anderem anhand der allgemeinen Entwicklung der IT-Branche sowie unter der Berücksichtigung des geplanten Unternehmenswachstums und der bisherigen Profitabilität der jeweiligen verbundenen Unternehmen überprüft. Zudem haben wir die Planungsgenauigkeit des Managements anhand eines Abgleichs in der Vergangenheit vorgenommener Prognosen mit der eingetretenen wirtschaftlichen Entwicklung der verbundenen Unternehmen untersucht. Die dabei durch das Management getroffenen Annahmen stimmen mit unseren Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung künftiger Cashflows überein. Wir haben die bei der Berechnung getroffenen Bewertungsannahmen anhand von unabhängigen Marktindikatoren und Vergleichsunternehmen nachvollzogen. Wir haben untersucht, inwieweit mögliche Änderungen in den Bewertungsannahmen zu einer Wertminderung führen würden. Hierbei haben wir festgestellt, dass die vom Management verwendeten Parameter innerhalb einer vertretbaren Bandbreite liegen. Aus unseren durchgeführten Prüfungshandlungen zu der Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen ergaben sich keine Einwände.

Verweis auf zugehörige Angaben

Die Angaben der Bechtle AG zu der Bilanzierung von Anteilen an verbundenen Unternehmen sind im Abschnitt C. des Anhangs erläutert.

Sonstige Informationen

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats nach § 171 Abs. 2 AktG verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Abschnitt "Corporate-Governance-Bericht" des Lageberichts sowie die auf der Internetseite der Gesellschaft öffentlich zugänglich gemachte Erklärung zur Unternehmensführung, auf die im obigen Abschnitt des Lageberichts hingewiesen wird. Des Weiteren umfassen die sonstigen Informationen die nicht finanzielle Erklärung, die zur Offenlegung im Bundesanzeiger vorgesehene Versicherung der gesetzlichen Vertreter gem. § 297 Abs. 2 Satz 4 HGB, von denen wir eine Fassung bis zur Erteilung dieses Bestätigungsvermerks erhalten haben, sowie den Bericht des Aufsichtsrats gem. § 171 Abs. 2 AktG.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus ?

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;?
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;
beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;
ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;
beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;
beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft;
führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 28. Mai 2019 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 6. Juni 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2000 als Abschlussprüfer der Bechtle AG tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Heller.

Heilbronn, 2. März 2020

**Ernst & Young GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft**

Heller, Wirtschaftsprüfer

Riekert, Wirtschaftsprüfer

Versicherung des Vorstands

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft beschrieben sind.

Neckarsulm, den 28. Februar 2020

Bechtle AG

Dr. Thomas Olemotz, Vorsitzender

Michael Guschlbauer

Jürgen Schäfer

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Geschäftsjahr 2019 war außerordentlich erfolgreich für Bechtle. Das war so nicht zu erwarten. Schon zu Jahresbeginn trübte sich die gesamtwirtschaftliche Lage ein, in Deutschland und in der EU. Und die Aussichten wurden im weiteren Verlauf eher schlechter. Und Bechtle? Berichtet Quartal für Quartal zweistellige organische Wachstumsraten, läuft von Rekord zu Rekord. Sicherlich wäre es vermessen daraus abzuleiten, dass sich die IT-Branche von der Gesamtkonjunktur abgekoppelt hat. Aber eine gewisse Robustheit muss man schon konstatieren. IT ist in Zeiten von Digitalisierung und Industrie 4.0 unerlässlich für den Erfolg vieler Unternehmen. Und um diese IT erfolgreich zu betreiben braucht es Partner; große, verlässliche Partner wie Bechtle. Sie sehen: Unser Unternehmen ist hervorragend für die Zukunft aufgestellt. Der Aufsichtsrat freut sich, beratend und unterstützend diesen erfolgreichen Weg mitgestalten zu können.

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Prüfungs- und Kontrollaufgaben mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Das Gremium hat den Vorstand bei der Unternehmensleitung regelmäßig beraten und dabei die Geschäftsführung und -entwicklung der Gesellschaft eng begleitet und überwacht. Dabei arbeiteten beide Gremien stets offen und konstruktiv zusammen.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen wesentlichen Aspekte und zustimmungspflichtigen Vorgänge. Dazu zählten die zahlreichen Akquisitionsvorhaben, die Geschäftsentwicklung des Konzerns, künftige Investitionen, Standortfragen, die Risikosituation, das Chancen- und Risikomanagement sowie grundsätzliche Fragen der Unternehmensplanung und -strategie.

Auch außerhalb der turnusgemäßen Sitzungen stand insbesondere der Vorstandsvorsitzende in engem Kontakt mit einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern und in erster Linie mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden. Zusätzlich unterrichtete der Vorstand das gesamte Gremium monatlich über wichtige operative Kennzahlen, die Erfüllung der Geschäftsplanung und die Beschäftigungssituation - jeweils für den Konzern, die Segmente sowie alle wesentlichen Tochtergesellschaften. In vierteljährlichen Sitzungen haben wir zudem das jeweils abgelaufene Quartal sowie die kurz- und mittelfristigen Perspektiven intensiv erörtert.

Regelmäßig hat sich der Aufsichtsrat in seinen Sitzungen mit der Geschäftsentwicklung des Konzerns, der Vermögens- und Finanzlage sowie der Umsetzung der Unternehmensstrategie beschäftigt. Wir haben uns zudem kontinuierlich mit der Risikosituation auseinandergesetzt und aktiv bei der Fortentwicklung des Kontroll- und Risikomanagementsystems der Bechtle AG mitgewirkt.

Aufgrund der zeitnahen und ausführlichen Informationen durch den Vorstand sowie der eigenständigen Prüfungen konnte der Aufsichtsrat seiner Überwachungs- und Beratungsfunktion vollumfänglich nachkommen. Wir können bestätigen, dass der Vorstand in jeglicher Hinsicht rechtmäßig, ordnungsgemäß und wirtschaftlich gehandelt hat. Der Vorstand hat regelmäßig die Rechts- und Complianceabteilung sowie das Konzerncontrolling zurate gezogen sowie das Risikomanagementsystem aktiv genutzt.

Sitzungen und Schwerpunkte

Im Berichtsjahr fanden vier ordentliche Plenumssitzungen des Aufsichtsrats statt: am 1. Februar, 13. März (Bilanzsitzung für den Jahres- und Konzernabschluss 2018), 26. Juli und 25. Oktober 2019. Dr. Lars Grünert konnte an der Sitzung vom 26. Juli nicht teilnehmen. Ansonsten haben im Berichtsjahr alle Aufsichtsratsmitglieder an sämtlichen Plenumssitzungen teilgenommen.

Neben den Sitzungsbeschlüssen fasste das Gremium, beziehungsweise fassten seine Ausschüsse in sachlich gebotenen, insbesondere in eilbedürftigen Fällen auch Beschlüsse im schriftlichen Umlaufverfahren. Alle Maßnahmen und Geschäfte, die der Zustimmung des Aufsichtsrats oder seiner Ausschüsse bedurften, haben wir in den Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen ausführlich erörtert. So hat das Gremium in seiner Bilanzsitzung am 13. März 2019 den Jahresabschluss und den Konzernabschluss des Vorjahres gebilligt (wodurch Ersterer festgestellt wurde) sowie dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands und der Unternehmensplanung 2019 zugestimmt.

Zu den wichtigsten Beratungsthemen im abgelaufenen Geschäftsjahr zählten:

die Strategie des Konzerns - insbesondere des Clouds- und Managed Services Geschäfts und des Geschäfts des Segments IT-Systemhaus und Managed Services in der Schweiz - sowie die Zielerreichung bei der Umsetzung der Strategie
die Integration der größten Akquisition in der Geschichte von Bechtle, der französischen Inmac WStore S.A.S. sowie weiterer Übernahmen
die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns
die insgesamt acht im Berichtsjahr realisierten Akquisitionen
die Verlängerung der Vorstandsverträge von Michael Guschlbauer und Jürgen Schäfer
das Vergütungssystem des Vorstands
die Effizienzprüfung im Aufsichtsrat
Nachhaltigkeit bei Bechtle und die nichtfinanzielle Konzernerklärung
der Entwurf des neuen Corporate Governance Kodex
das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem

Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand

Im Vorstand der Bechtle AG gab es 2019 keine personellen Änderungen. Im Aufsichtsrat gab es im Berichtsjahr folgende Änderung: Barbara Greyer hat ihr Aufsichtsratsmandat aus Altersgründen mit Wirkung zum Ablauf des 30. November 2019 niedergelegt. Durch Beschluss des Amtsgerichts Stuttgart wurde Anastasia Polidoros mit Wirkung zum 19. Dezember 2019 zum Aufsichtsratsmitglied bestellt. Wir danken Frau Greyer sehr herzlich für ihre langjährige kompetente Begleitung.

Arbeit der Ausschüsse

Der Aufsichtsrat hat zur Wahrung seiner Aufgaben drei Ausschüsse gebildet.

Der Prüfungsausschuss trat am 31. Januar, 12. März, 17. Mai, 25. Juli und 24. Oktober 2019 zusammen. Zusätzlich tagte er im Rahmen von Telefonkonferenzen am 9. Mai, 8. August und 12. November 2019. An der Sitzung vom 17. Mai konnte Daniela Eberle nicht teilnehmen. Ansonsten haben im Berichtsjahr alle Ausschussmitglieder an sämtlichen Sitzungen teilgenommen. Der Prüfungsausschuss beschäftigte sich 2019 intensiv mit zustimmungspflichtigen Geschäften, vor allem den realisierten Akquisitionen, Standortfragen und langfristigen Verträgen. Weitere Besprechungsthemen waren die Zwischenberichte, die vorbereitenden Prüfungen von Jahres- und Konzernabschluss, des nichtfinanziellen Konzernberichts, des Gewinnverwendungsvorschlags sowie die Überprüfung des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems. Gegenstand der Beratungen waren außerdem die Überwachung der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, die Festlegung der Prüfungsschwerpunkte, die Vereinbarung des Prüfungshonorars sowie die Corporate Governance. Ein weiterer Schwerpunkt 2019 war zudem die Entwicklung des Cashflows und des Working Capitals.

Der Personalausschuss trat 2019 in fünf Sitzungen am 1. Februar, 13. März, 24. Juni, 12. September und 26. November 2019 zusammen. An allen Sitzungen haben alle Ausschussmitglieder teilgenommen. Im Mittelpunkt der Beratungen des Personalausschusses standen die Verlängerung der Vorstandsverträge, das Vergütungssystem des Vorstands, die Weiterentwicklung der Führungsorganisation und Anstellungsverträge mit Bereichsvorständen.

Der Vermittlungsausschuss nach § 27 Abs. 3 MitbestG wurde 2019 nicht einberufen.

Der Aufsichtsrat evaluiert regelmäßig und gewissenhaft die Aufsichtsratstätigkeit gemäß dem Leitfaden "Effizienzprüfung im Aufsichtsrat" der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e. V. Auf Basis der Anregungen aus dem Gremium wurden Handlungsempfehlungen entwickelt, im Plenum präsentiert und nach einer intensiven Besprechung in die Arbeit des Aufsichtsrats übernommen. Die Umsetzung dieser Empfehlungen verfolgen wir in unserem Gremium konsequent. Grundlegendes Ergebnis der zurückliegenden Effizienzprüfungen war, dass die Arbeitsabläufe und Prozesse im Aufsichtsrat effizient und zielorientiert ausgerichtet sind.

Corporate Governance und Entsprechenserklärung

Wir haben uns intensiv mit dem Regelwerk des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) auseinandergesetzt. Zur Kontrolle der Einhaltung des DCGK haben wir die Umsetzung der Empfehlungen überprüft. Gemeinsam mit dem Vorstand haben wir im Januar 2020 die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Abweichungen von den Empfehlungen der Regierungskommission sind im Corporate-Governance-Bericht ausführlich erläutert. Die Entsprechenserklärungen der letzten fünf Jahre sowie weitere Unterlagen zur Corporate Governance wurden und werden den Aktionären im Internet dauerhaft zugänglich gemacht. Interessenkonflikte von Vorstands- oder Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Plenum unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung kodexgemäß informiert werden würde, sind im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht aufgetreten.

Siehe Corporate-Governance-Bericht, S. xy ff.

Siehe Entsprechenserklärung, bechtle.com/ corporate-governance

Jahres- und Konzernabschlussprüfung 2019

Zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2019 hat die Hauptversammlung die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Heilbronn, gewählt. Sie hat nach der Auftragserteilung durch den Aufsichtsrat den Jahresabschluss der Bechtle AG, den Konzernabschluss sowie die Lageberichte der Bechtle AG und des Bechtle Konzerns für das Geschäftsjahr 2019 unter Einbeziehung der Buchführung und des Risikomanagement- und -früherkennungssystems geprüft und mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken versehen. Gegenstand der Prüfung waren auch das vom Vorstand einzurichtende Überwachungssystem zur Risikofrüherkennung sowie das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess. Der Abschlussprüfer hat bestätigt, dass die installierten Systeme geeignet sind, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen.

Die Unterlagen zu den Abschlüssen, der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands sowie die Prüfberichte des Abschlussprüfers wurden den Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig zugesandt und sowohl im Prüfungsausschuss als auch im Gesamtgremium eingehend behandelt. An der Bilanzsitzung am 17. März 2020 nahm auch der Abschlussprüfer teil, der ausführlich über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und sämtliche Fragen des Aufsichtsrats umfassend beantwortet hat.

Nach eigener Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts hat der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer zugestimmt. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung waren keine Einwendungen zu erheben. In der Bilanzsitzung vom 17. März 2020 hat der Aufsichtsrat deshalb, den Empfehlungen des Prüfungsausschusses folgend, den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt, wodurch Ersterer gemäß § 172 Satz 1 AktG festgestellt ist. Dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns und zur Zahlung einer Dividende von 1,20 € je Aktie schloss sich der Aufsichtsrat an. Wir sind mit Lagebericht und Konzernlagebericht des Vorstands einverstanden und halten den Gewinnverwendungsvorschlag für angemessen.

Der Aufsichtsrat hat auch die vom Vorstand erstellte nichtfinanzielle Konzernerklärung der Bechtle AG, die als gesonderter nichtfinanzieller Konzernbericht im Nachhaltigkeitsbericht 2019 der Bechtle AG enthalten ist, geprüft und in der Bilanzsitzung vom 17. März 2020 umfassend diskutiert. Der Vorstand erläuterte den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht und beantwortete die Nachfragen der Aufsichtsratsmitglieder. Nach Abschluss der Prüfung ist der Aufsichtsrat zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Einwendungen gegen den gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht zu erheben sind. Der Aufsichtsrat ist mit dem gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht einverstanden.

Die erfolgreiche Entwicklung der Bechtle AG ist beeindruckend. Dieser Erfolg ist nach unserer Überzeugung nur möglich durch eine klare langfristige Strategie, durch Verlässlichkeit gegenüber Kunden und Mitarbeitern und durch Werte, die auch wirklich gelebt werden, jeden Tag und von jedem Mitarbeiter. Dem Aufsichtsrat ist es daher besonders wichtig, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bechtle Gruppe, den Bereichsvorständen und Geschäftsführern der Konzerngesellschaften sowie den Mitgliedern des Vorstands seinen Dank auszudrücken. Ohne jeden Einzelnen bei Bechtle und seinen unternehmerischen Einsatz wäre dieser Erfolg nicht denkbar. Der Aufsichtsrat wird auch in Zukunft mit großem Engagement und viel Freude den Weg von Bechtle beratend und kontrollierend begleiten.

Neckarsulm, 17. März 2020

Für den Aufsichtsrat

Klaus Winkler

Vorsitzender

BESCHLUSS des Vorstands

der Bechtle AG, Neckarsulm

Der Vorstand der Bechtle AG, Neckarsulm, hat unter Verzicht auf die Einhaltung aller etwa bestehenden Form- und Fristvorschriften einstimmig und ohne Enthaltungen folgenden Beschluss gefasst:

Beschluss des Vorstands

Der Jahresabschluss der Bechtle AG zum 31. Dezember 2019 weist einen Bilanzgewinn in Höhe von Euro 62.816.204,25 aus. Dabei wurde gemäß § 58 Abs. 2 AktG aus dem Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2019 in Höhe von Euro 98.221.023,67 ein Betrag in Höhe von Euro 49.110.000,00 in die Anderen Gewinnrücklagen eingestellt.

Der Vorstand beschließt, dem Aufsichtsrat und der Hauptversammlung vorzuschlagen, aus dem Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2019 eine Dividende von insgesamt Euro 50.400.000,00, das bedeutet Euro 1,20 je Stückaktie, auszuschütten und den Restbetrag von Euro 12.416.204,25 auf neue Rechnung vorzutragen.

Neckarsulm, den 10. Februar 2020

Dr. Thomas Olemotz, Vorsitzender

Michael Guschlbauer

Jürgen Schäfer